HANSA 03-2026
Spotlight on new ships | Märkte | Finanzierung | Schifffahrt | Schiffstechnik | DIGI HUB | GREEN HUB | Offshore | Häfen
Spotlight on new ships | Märkte | Finanzierung | Schifffahrt | Schiffstechnik | DIGI HUB | GREEN HUB | Offshore | Häfen
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Est. 1864 03 | 2026
International
Maritime
Journal
Hapag-Lloyd greift nach Zim
Für 4,2 Mrd. $ soll die Reederei
aus Haifa geschluckt werden –
Sonderlösung für den Staat Israel
Bernhard Schulte
Sebastian von Hardenberg, CEO
der Shipmanagement-Sparte
BSM, im Gespräch mit der HANSA
Neuer »Enviro Feeder«
Die Reederei Jüngerhans bekommt
wie auch andere deutsche Reeder
einen neuen Containerschiffstyp
163. Jahrgang
ISSN 0017-7504 | € 23,–
www.hansa-online.de
Wissen, was den Kurs bestimmt – Seit 1864
»Warum ich HANSA lese?
Weil die Themen der
Schifffahrt hier die Tiefe
bekommen, die sie verdienen:
fachlich fundiert und nah an
der Branche.«
DR. GABY BORNHEIM
Präsidentin Verband
Deutscher Reeder (VDR)
Weltweit auf Kurs durch technologischen Vorsprung: Für Dr. Gaby Bornheim ist die HANSA ein
wichtiger Begleiter für die deutsche Schifffahrt mit einem klaren Überblick über die neuesten
wirtschaftlichen und technischen Trends. Scannen Sie den QR-Code für weitere Statements –
erfahren Sie, warum die HANSA durch ihren exklusiven Informationsvorsprung den Kurs für
eine starke maritime Zukunft bestimmt.
hansa-online.de/testimonial
EDITORIAL
Wer nicht wagt (und zahlt),
der nicht gewinnt (und wächst)
Es ist ein kostspieliger, aber auch mutiger Schritt von Hapag-
Lloyd, die mit dem israelischen Staat verbandelte Reederei Zim
zu übernehmen. Es kann aber auch ein Signal für den Schifffahrtsstandort
Deutschland werden. Und für die internationale
Containerlinienschifffahrt? Schwer abzusehen ...
Eins vorweg: Ja, in trockenen Tüchern ist der 4,2 Mrd. € schwere
Deal noch nicht (die Kernelemente finden Sie auf Seite 14/15).
Nach aktuellem Stand sind noch drei Hürden zu nehmen:
Die Zim-Hauptversammlung muss zustimmen. Angesichts der
nicht unerheblichen Proteste nach Bekanntgabe des Verkaufs
sollte man die Stimmung im Blick behalten.
Der Staat Israel muss die rechtliche Grundlage schaffen. Die
Stimmungsmacher in der durchaus streitlustigen Regierung sowie
im Parlament Knesset haben sich schon in Stellung gebracht
und trotz einer »Sonderlösung« gegen einen vermeintlichen
Ausverkauf nationaler Sicherheiten gewettert.
Die dritte Hürde: der übliche Austausch mit Kartellbehörden.
Sollte alles klappen, wäre es ein vielbeachteter Schritt. Nach
einigen Jahren Ruhe – wenngleich mit vielen Spekulationen und
ergebnislosen Verhandlungen – gibt es wohl wieder eine Übernahme
unter den Top 10 der Containerlinienreedereien. Es wäre
die erste derartige Transaktion seit 2017/2018. Seinerzeit endete
die letzte Konsolidierungswelle nach der Übernahme von Hamburg
Süd durch Maersk, von OOCL durch Cosco, UASC durch Hapag-Lloyd
und APL durch CMA CGM sowie der Fusion der japanischen
Carrier NYK, MOL und K Line unter dem Dach ONE. Seither
legten die großen Linien den Fokus auf »organisches Wachstum«,
sprich zusätzliche Tonnage, das gilt auch für Hapag-Lloyd.
Die Hamburger waren aber auch interessiert an Übernahmen.
Allerdings waren die Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt,
etwa bei der koreanischen HMM, für die der Staat noch immer
nach einem Käufer sucht.
Interessant dürfte es künftig am Tisch der größten Anteilseigner
von Hapag-Lloyd werden. Seit den Übernahmen von CSAV
und UASC sitzen dort neben der Stadt Hamburg und der Kühne-
Holding auch Chilenen mit kroatischen Wurzeln sowie zwei große
arabische Vertreter: die staatliche Qatar-Holding sowie der saudiarabische
Staatsfonds PIF. Sie müssten fortan auch das vormals
israelische Geschäft mitdiskutieren. Das muss nicht zwangsläufig
zu Schwierigkeiten führen, ist mit Blick auf die politische Lage im
Nahen und Mittleren Osten aber zumindest beachtenswert.
Michael Meyer
Chefredakteur
Dass sich Hapag-Lloyd beim monatelangen Ringen um Zim
gegen andere Wettbewerber durchgesetzt hat und einen Weg in
dieser … nennen wir es »komplexen Gemengelage« gefunden
hat, ist ein gutes Zeichen, auch für den gesamten Schifffahrtsstandort
Deutschland. Denn für ihn ist die börsengelistete Reederei
u.a. ein wichtiger Charterpartner und Arbeitgeber, die
Stadt Hamburg profitiert außerdem von Dividenden.
Für Hapag-Lloyd eröffnen sich mit Zim neue Möglichkeiten in
bestimmten Fahrtgebieten. Gleichzeitig haben die Israelis die
mit über 85 % mit Abstand höchste Charter-Quote unter den
globalen Carriern. Dadurch hält sich das Risiko »Überkapazität«
in Grenzen. Der Preis ist tatsächlich hoch und den Zim-Aktionären
wird ein großer Aufschlag gezahlt. Das zeigt aber auch die
offenbar sehr gute Finanzkraft von Hapag-Lloyd. An der Börse
wird das goutiert: die Anleger sehen die Transaktion offenbar
eher als Chance und nicht als Risiko. Nach Bekanntgabe der
Übernahme-Vereinbarung stieg der Aktienkurs von 110,40 € auf
123,90 € am 23. Februar.
Fragt sich nur noch: Wie reagiert der Wettbewerb? Ist es der
Startschuss für eine neuerliche Konsolidierungswelle? Die Zahl
der attraktiven Ziele ist mittlerweile sehr überschaubar. Zim galt
als einer der wenigen verbliebenen »großen« Kandidaten. Hapag-Lloyd
ist also möglicherweise ein gewagtes, aber sehr gutes
Geschäft gelungen.
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
3
INHALT | CONTENTS
03 2026
3 EDITORIAL
3 Wer nicht wagt (und zahlt), der nicht
gewinnt (und wächst)
5 SPOTLIGHT ON NEW SHIPS
5 »NuProShip II«:
Nuklearantrieb rückt in greifbare Nähe
6 MOMENTAUFNAHME
8 PEOPLE & PODCAST
10 MÄRKTE | MARKETS
10 Abwrackmarkt auf neuem Tiefstand
11 Orders, S&P, Indizes
12 Rates & Fixtures
14 FINANZIERUNG | FINANCING
14 4,2 Mrd. $: Hapag-Lloyd ist (fast) am Ziel
und kauft israelische Reederei Zim
16 OVB-Kreditvolumen für die Schifffahrt
wächst um mehr als 10 %
18 Warum Schiffsinvestments
keine Renditefrage sind
20 SCHIFFFAHRT | SHIPPING
20 »Unbestreitbar belegt!« –
Reeder verteidigen offene Register
22 Portugal beliebteste Flagge bei deutschen Reedern
24 Bernhard Schulte Shipmanagement:
Sicherheit vor Flotten-Wachstum
28 Erster »Enviro Feeder« nimmt Dienst auf
30 Dual-Fuel-Strategien im Aufschwung
33 Neuer RoRo für Airbus-Dienst
34 Projektlogistik trifft Zukunft bei LogisticsConnect
36 SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
36 Europa will gemeinsame Fregattenfamilie
38 Astra Nord – ein neuer Stern am Werftenhimmel
41 Vor Saisonstart – »Halunder Jet« dockt bei Bredo
42 Neuer LNG-Motor zum richtigen Zeitpunkt
44 HullPIC 2026: Smooth operators meet again
46 Erster Neubau für Flensburger Shipyard
48 BetterSea: »Dekarbonisierung muss
wirtschaftlich rational sein«
50 Propellerpolitur ohne den »Faktor Mensch«:
SubBlue setzt auf Robotik
52 »Maritime Future Summit«
versammelt KI-Experten in Hamburg
54 DIGI HUB
56 GREEN HUB
58 OFFSHORE
58 Pionier mit Perspektive:
EnBW plant die Zukunft auf der Nordsee
62 HÄFEN | PORTS
62 Nächste Milliarde für Bremerhaven
63 IHK fordert besseren Schutz
63 Trump wieder zur Kasse bitten
64 TERMINE
65 IMPRESSUM
66 LETZTE SEITE
66 »The Sea Unites« jetzt auch in Athen
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4 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SPOTLIGHT
»NuProShip II«:
Nuklearantrieb rückt in greifbare Nähe
Zurzeit gelten batterie- und alternative Kraftstofflösungen als
bevorzugte Wege zu einer emissionsarmen Schifffahrt. Doch
auch andere Technologien rücken wieder stärker in den Fokus.
Dazu zählt der nicht ganz unumstrittene Nuklearantrieb, der insbesondere
für energieintensive Spezialschiffe neue Perspektiven
eröffnet.
Ein entsprechendes Signal setzt das Forschungsprojekt »Nu-
ProShip II«, das von der norwegischen Werftengruppe Vard, einer
Tochter des italienischen Schiffbaukonzerns Fincantieri,
maßgeblich vorangetrieben wird. Ziel ist es, den Einsatz kleiner
Kernreaktoren der vierten Generation in der Handelsschifffahrt
technisch zu bewerten.
Im Rahmen des Projekts wurde ein Konzept für ein nuklear
betriebenes Offshore-Bauschiff entwickelt. Untersucht wurde
die Integration eines heliumgasgekühlten Reaktors als primäre
Energiequelle in ein dynamisch positioniertes Schiff mit hoher
Redundanz. Im Fokus standen dabei Layout, Sicherheit und Systemperformance.
Durchgeführt wurde die Studie in Zusammenarbeit mit DNV,
Emerald Nuclear, Vard Electro, dem Offshore-Reeder Island Offshore
sowie der norwegischen Technischen Universität NTNU.
Die Ergebnisse bestätigen grundsätzlich die technische Machbarkeit
nuklear betriebener DP-Schiffe.
Als Vorteile nennt »NuProShip II« neben dem Wegfall von
Treibhausgasemissionen vor allem lange Einsatzzeiten ohne
Brennstoffnachschub. Ergänzend wurden Konzepte wie superkritische
CO₂-Turbinen und thermische Energiespeicher zur
Lastabdeckung untersucht. Gleichzeitig verweist das Projekt auf
offene Punkte. Dazu zählen ein fehlender regulatorischer Rahmen
für zivile Nuklearantriebe, begrenzte industrielle Erfahrung
sowie Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz. Diese Aspekte
sollen in weiteren Forschungsarbeiten vertieft werden.
»NuProShip II« ist als zweijähriges Vorhaben konzipiert und
läuft noch dieses Jahr. Danach sollen die Arbeiten im neu geschaffenen
norwegischen Forschungszentrum »Norwegian Centre
for Research-Based Innovation« (SFI) gebündelt und weitergeführt
werden. Norwegen sichert sich damit frühzeitig eine
aktive Rolle in einem Technologiefeld, das – zumindest für ausgewählte
Segmente der Schifffahrt – perspektivisch an Relevanz
gewinnen dürfte.
»NuProShip II« zeigt, dass nuklear angetriebene Schiffe nicht
nur eine Vision sind, sondern eine technisch realisierbare Lösung.
Unsere Arbeit legt den Grundstein für eine sicherere, effizientere
und umweltverantwortlichere Schifffahrt. Wir hoffen,
dass dieses Projekt einen echten Mehrwert für die weitere Entwicklung
der maritimen Nukleartechnologie schafft. JWY
Spotlight on
new ships
© Vard
Der Entwurf für die möglichen Neubauten
stammt aus der digitalen Feder des
norwegischen Konstruktionsbüros Vard.
Der potenzielle Reaktor unter Deck würde
weniger Raum beanspruchen als
herkömmliche Dieselmotoren
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
5
MOMENTAUFNAHME
»Eisige Stimmung« im Hafen
Schnee und Eis sind im Hamburger Tidehafen längst
zur Ausnahme geworden. Umso ungewöhnlicher
wirkt der Jahresbeginn 2026, der deutlich kälter
ausfiel als die milden Winter der vergangenen
Dekade. Der Blick aus der Luft zeigt weiße Flächen auf
Containerbrücken, verschneite Fahrrinnen und eine
gedämpfte Betriebsamkeit in Deutschlands größtem
Güterumschlagplatz. Was aus der Höhe fast ruhig
erscheint, bedeutet am Boden erheblichen Mehraufwand
und zusätzliche Belastungsproben: eingefrorene
Weichen, Einschränkungen im Hafenbahnverkehr
und ein Boxenumschlag unter erschwerten Bedingungen.
Der Betrieb läuft weiter, allerdings deutlich
verlangsamt. Technik und Abläufe, ausgelegt auf
Effizienz und Taktung, treffen auf eine Witterung, die
heute nicht mehr die Regel ist.
Foto: Wygand
6
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
MOMENTAUFNAHME
Liebe Leser,
wenn auch Sie eine maritime Moment aufnahme eingefangen haben, schicken Sie uns gern das Foto mit ein paar persönlichen
oder erklärenden Zeilen dazu. Wir freuen uns über Ihre Einsendungen an: redaktion@hansa-online.de sowie Schiffahrts-Verlag
»Hansa«, Stadthausbrücke 4, 20355 Hamburg.
Hinweis: Der Verlag behält sich das Recht vor, eingegangene Fotografien für redaktionelle Zwecke weiterzuverwenden.
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
7
PEOPLE & PODCAST
■ LEONHARDT & BLUMBERG: Merle
Stilkenbäumer ist neue General Managerin
der Hamburger
Firma Leonhardt
& Blumberg Versicherungsmakler.
Sie
arbeitete zuletzt in
der maritimen Versicherungsbranche
bei der Cambiaso
Risso-Gruppe in Norwegen. Bis 2024
war sie zwölf Jahre lang für das Liberian
Registry (LISCR) tätig, zuletzt als
Deutschland-Chefin.
■ BREMER RHEDERVEREIN: Angelica
Lorenz Medina ist neue Geschäftsführerin
des Bremer
Rhedervereins. Sie
tritt die Nachfolge
von Robert Völkl an.
Sie arbeteite zuletzt
bei der Spedition
Klaus E. Grobecker,
davor bei L.I.T. Global Cargo Consolidators,
jeweils als Managerin Operations.
Außerdem war sie als Team Leader in
der Exportdokumentation bei MSC tätig.
Personalie des Monats: Flensburg erweitert Geschäftsführung
■ FLENSBURGER SHIPYARD: Frank Mallon ist dem Führungsteam der seit 2025 zur
Heinrich Rönner Gruppe gehörenden Flensburger Werft beigetreten. Er wird das Unternehmen
– vormals Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) – künftig zusammen
mit dem Gesellschafter Thorsten Rönner führen. Mallon übernahm nach Stationen bei
Blohm+Voss und TKMS zunächst die Geschäftsführung der Lürssen Krögerwerft und
verantwortete seit 2023 bei Damen Naval die Projektleitung des Fregattenprogramms
F126. Künftig will man an die erfolgreiche Entwicklung der Flensburger Shipyard weiter
vorantreiben, neue Marktchancen erschließen und seine Position als »leistungsstarker
Partner« im internationalen Schiffbau nachhaltig ausbauen, teilte die Werft mit.
■ AWI: Hajo Eicken wird zum 20.
März neuer Direktor des Alfred-Wegener-Instituts
(AWI),
das auch die »Polarstern«
betreibt, und
übernimmt damit die
wissenschaftliche
Leitung. Er folgt auf
Antje Boetius, die
das Institut im letzten
Jahr verließ. Der Glaziologe wechselt
von International Arctic Research Center
der Universität in Fairbanks, Alaska.
■ BRAEMAR: James Gundy tritt im
Juli von seinem Posten als CEO bei britischen
Schiffsmakler
und Advisory-Firma
Braemar zurück. Er
bleibt dem Unternehmen
jedoch als
Broker erhalten. Sein
Nachfolger wird der
bisherige Finanzund
Operating-Chef (CFOO) Grant Foley,
der erst im August 2023 zu Braemar
gestoßen ist.
■ DP WORLD: Sultan Ahmed bin Sulayem,
Präsident und Vorstandsvorsitzender
des Logistikund
Hafenkonzerns
DP World, ist von seinem
Posten zurückgetreten,
nachdem
sein Kontakt zum Sexualstraftäter
Jeffrey
Epstein bekannt
wurde. Neuer Vorstandsvorsitzender ist
Yuvraj Narayan, die Nachfolge als Präsident
tritt Essa Kazim an.
■ DTEQ: Hagen Hennig ist zum neuen
Präsidenten des Engineering-Dienstleisters
Dteq ernannt
worden. Er war bislang
Technischer Direktor
des Unternehmens,
für das er seit
fast zehn Jahren tätig
ist. Dteq wurde 2016
von Thomas C. Press gegründet und ist
ein eigenständiges Unternehmen innerhalb
der Deugro-Gruppe, zu der auch
die MPP-Reederei Dship Carriers zählt.
■ FMC: Laura DiBella ist neue Vorsitzende
der Federal Maritime Commission
(FMC) der Vereinigten
Staaten. Ihr
Vorgänger Louis Sola
hatte sein Amt im
Juni 2025 aus unbekannten
Gründen
niedergelegt. DiBella
war zuletzt als Beraterin bei der Kanzlei
Adams and Reese LLP tätig, zuvor war
sie Handelsministerin des Bundesstaats
Floria und die erste Frau in diesem Amt.
■ J. POULSEN SHIPPING: Finn J. Poulsen,
Eigentümer und Direktor der dänischen
Reederei J.
Poulsen Shipping, ist
im Alter von 81 Jahren
verstorben. Er
leitete das Unternehmen
in dritter Generation
und hatte die
Führung im Jahr 1971 von seinem Vater
übernommen. Poulsen hinterlässt seine
zwei Söhne Anders und Peter, seine Lebensgefährtin
Ida sowie vier Enkelkinder.
8 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
PEOPLE & PODCAST
Prominente Gäste
im maritimen Talk
VSM
Reinhard Lüken
Marine, Meyer Werft sowie die Schiffbau-Politik in Berlin, in
der EU und in den USA: Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer
beim Verband für Schiffbau und Meerestechnik
(VSM), nimmt im HANSA-Gespräch die »Hot Topics« der
Branche in den Blick.
Lüken ist ein erfahrener Experte für
das Werften-Geschäft. Seit Jahren warnt
er vor einer wachsenden Abhängigkeit
der Schifffahrt von der asiatischen, speziell
chinesischen, Schiffbau-Industrie.
Er fordert deutlich mehr Engagement
seitens der hiesigen Politik, um einen fairen Wettbewerb
mit den staatlich enorm unterstützen Werften in Fernost zu
ermöglichen. Im Podcast sagt er nun, aktuell sehe er einen
»verbesserten Realitätssinn« in der deutschen Schiffbau-
Politik. Zu den Ursachen gehört unter anderem die weltund
geopolitische Lage, die in der jüngsten Vergangenheit
von großer Dynamik geprägt hat und so manchen politischen
Entscheidungsträger zu einem stärkeren Einsatz für
die Belange der maritimen Branche bringt.
Insofern ist Lüken mit Blick auf die Politik zumindest etwas
positiver gestimmt als noch vor einigen Jahren. Allerdings
gebe es noch einiges zu tun. In diesem Zusammenhang
geht er auf die »Europäische Maritime Industriestrategie«
ein und spricht sich für einen stärkeren europäischen Schulterschluss
aus: »Wir werden die Themen nicht alleine national
lösen und dürfen nicht den Weg gehen, den wir in den
letzten 20 Jahren gegangen sind«, sagt Lüken. Europäischer
Wettbewerb müsse zu gleichen Bedingungen stattfinden,
»das ist aber heute nicht gegeben«.
S.O.S.
Erste Hilfe
für die Seele
Die Seemannsmission
unterstützt:
• im Alltag im Bereich Mental Health
• in lebensbedrohlichen Situationen
an Bord: Arbeitsunfälle, Piraterie,
Suizide
• Psychosoziale Notfallversorgung
(PSNV) 24/7 an 365 Tagen
• in Häfen und im digitalen Chat
• 45 PSNV-Experten
Foto: Joseph Heicks
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
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MÄRKTE | MARKETS
Abwrackmarkt auf neuem Tiefstand
Charterraten halten selbst alte Containerschiffe im Dienst – Rückkehr zur Suez-Route könnte zu
einer massiven Abbruch-Dynamik führen
Nur zwölf Boxcarrier-Einheiten mit insgesamt 8.172 TEU wurden im vergangenen Jahr dem Recycling zugeführt
© NGO Shipbreaking Plattform
Der Abwrackmarkt für Containerschiffe
hat 2025 einen historischen Tiefpunkt
erreicht. Lediglich zwölf Einheiten mit
insgesamt 8.172 TEU wurden dem Recycling
zugeführt. Drei weitere kleinere
Schiffe wurden zwar verkauft, bislang
jedoch nicht verschrottet. Damit lag
das Ergebnis deutlich unter dem bereits
schwachen Vorjahr 2024 (95.607
TEU) und weit entfernt vom Höchststand
des Jahrzehnts mit 655.000 TEU
im Jahr 2016. Ausschlaggebend für die
Zurückhaltung der Reeder ist das anhaltend
starke Marktumfeld. Hohe
Nachfrage nach Tonnage und stabile
Charterraten machten es wirtschaftlich
sinnvoll, auch ältere Schiffe weiter zu
beschäftigen, statt sie außer Dienst zu
stellen.
Die wenigen Verkäufe betrafen überwiegend
kleinere Einheiten: Zehn der
verschrotteten Schiffe hatten eine Kapazität
von weniger als 1.000 TEU. Das
größte Schiff war die 2.407 TEU große
»Horizon Enterprise« (Baujahr 1980),
das kleinste die 286 TEU fassende »Zi
Yu Lan«, ein 1995 in Deutschland gebautes
Spezialschiff mit Passagierkapazität.
Das Durchschnittsalter lag bei 30
Jahren. Die Abwrackpreise gaben 2025
zwar leicht nach, blieben jedoch auf hohem
Niveau. Auf dem indischen Subkontinent
wurden zuletzt 400–430 $ je
Light Displacement Tonne (Ldt) gezahlt,
in der Türkei rund 270–290 $ je ldt.
Gleichzeitig wächst der Altersdruck
in der Flotte. Zwar beträgt das Durchschnittsalter
der Vollzellen-Schiffe 14,5
Jahre, doch inzwischen sind 1.919 Einheiten
mindestens 20 Jahre alt. Diese
Teilflotte umfasst 5,6 Mio. TEU und damit
rund 17 % der weltweiten Kapazität.
Besonders abwrackgefährdet sind 768
Schiffe mit 1,7 Mio. TEU, die 25 Jahre
oder älter sind. In diesem Segment ist
MSC mit 140 Schiffen der größte Akteu.
Ob sich der Abwrackmarkt belebt,
hängt maßgeblich von der weiteren
Routenentwicklung ab. Eine Rückkehr
der Containerschifffahrt auf die Route
durch das Rote Meer und den Suezkanal
würde Tonnage freisetzen und
Fracht- sowie Charterraten unter Druck
setzen. Alphaliner rechnet in diesem
Fall mit einer spürbaren Belebung der
Recyclingverkäufe ab der zweiten Jahreshälfte
2026.
JWY
SHORTSEA MIT »FIXBO«
1550
Der Shortsea-Index Fixbo
wird vom Zentralverband
deutscher Schiffsmakler
weitegeführt – und wird ab
sofort auch an dieser Stelle
veröffentlicht.
Fixbo sammelt anonymisierte
Fixture-Daten und
bildet daraus einen Frachtraten-Index
für den Shortsea-Verkehr
in europäischen
Gewässern.
17.07.25
20.02.26
ConTex
FEBRUAR 2026: 24,79 €/t
1300
10 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
MÄRKTE | MARKETS
NEUBAU Reederei Anzahl Größe Werft Ablieferung Preis in Mio $
Container
Bulker
Tanker
MPP
MSC 8 11.500 TEU Jinglu Shipyard 2029 140,00
Maersk 8 18.600 TEU Hanjin Heavy Industries 2030 153,00
Cosco 12 18.000 TEU CSSC Jiangnan 2028 200,75
Singapur 2 210.000 China 2029 k.a.
Griechenland 2 83.000 China 2028 / 29 36,00
Griechenland 1 82.000 Japan 2028 k.a.
Singapur 2 306.000 China 2028 118,00
Griechenland 2 157.000 China 2029 80,00
Griechenland 2 157.000 Südkorea 2029 88,00
Singapur 4 (opt. 2+2) k.a. China k.a. k.a.
Deutschland 3 (opt + 2) k.a. China 2028 k.a.
S & P Name Größe Baujahr Bauort Käufer Verkäufer Preis in Mio $ Typ
Container
Bulker
Tanker
MPP
Violetta 22.267 2007 Deutschland MSC GSL En bloc
Valentina 22.263 2007 Deutschland MSC GSL k.a.
Valdivia 22.229 2006 Deutschland MSC GSL
Max Warrior 176.877 2014 Qidong Daoda HMM Polembros circa 40
Pia Oldendorff 114.775 2013 New Century Undisclosed Oldendorff 18,75
Peter Oldendorff 114.840 2012 New Century Undisclosed Oldendorff 17,50
Ilma 314.000 2012 Südkorea Sinokor k.a. 89,0 VLCC
Ingrid 314.000 2012 Südkorea Sinokor k.a. 89,0 VLCC
Eagle Varna 299.989 2013 Südkorea Sinokor k.a. 86,5 VLCC
Murou 14.062 2011 Japan Hongkong Hongkong 10,80
Unisoul 9.775 2009 China Deutschland k.a. k.a. en bloc
BBC Naples 9.775 2010 China Deutschland k.a. k.a.
DEMOLITION Name IMO-Nummer Baujahr + Land $/LDT Ziel tdw Typ
Container Wan Hai 503 9294862 2005 Taiwan k.a. U.A.E. 51.300
Bulker
Tanker
Aisha Sarwar 9200433 2000 Japan k.a. Bangladesch k.a.
ASB Bonito 9015577 2001 Türkei k.a. Indien 29.370
Lumoso Permai 9106728 1994 Japan k.a. k.a. 45.216
Woodchip 9018464 1993 Japan k.a. Indien 149.686
Seapeak Mars 9259276 2004 Spanien 412 k.a. 77.213
Quartz 9261401 1996 Kroatien 435 Hongkong 46.166
MPP + Sonstige Valda 9143623 1996 Russland k.a. k.a. 6.207 G. Cargo
Lily-Ha 8116972 1982 Japan k.a. Türkei 12.353 G. Cargo
Atlas 9132624 1995 Japan k.a. Pakistan 7.732 G. Cargo
Sofia II 9109940 1994 Japan k.a. Indien 6.730 G. Cargo
Armu 9114529 1995 Japan k.a. Indien 8.636 RoRo
As of 18 Febuary 2026 / No claim for being complete
TMI – Toepfer's
Multipurpose Index
Baltic Dry Index
Februar '25
13.246 $
Februar '26
2.124 $
Februar '26
12.701 $
Februar '25
738 $
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
11
MÄRKTE | MARKETS
© Clarksons
Containerships (Period)
Vessel Year TEU Reefer Design Gear Period Region Charterer $/d
SUB-PANAMAX
Port Gdynia 2011 3,091 500 B-178 Y 30-36 m Atlantic CMA CGM 30,000
Cape Hellas 2021 2,756 700 MARIC 2700 N 34-38 m USWC Hapag-Lloyd 29,950
GSL Rossi 2012 3,421 538 Maxbox Y 35-37 m USEC Maersk 29,000
SPIL Niken 2003 2,524 481 CV 2500 Y 18-22 m Far East Maersk 25,000
FEEDER / HANDY
SPIL Nisaka 2002 2,474 400 VW 2500 Y 18-22 m Far East Maersk 25,000
Kota Nazar 2009 1,802 250 CS 1800 Y 11-13 m Far East JinJiang 28,500
Vela Nova 1996 1,050 178 N 11-13 m Middle East Transfar 13,000
Nordic Istria 2011 1,084 250 Wujiazhui 1100 N 17-19 m Med OOCL 19,000
Ilse D 2010 1,036 250 SSW 1000 N 21-23 m UK / Cont BGF € 16,750
Pavo J 2007 974 170 RW 850 N 11-13 m Cont Unifeeder € 14,000
Faith 2006 917 200 Volharding 900 N 11-13 m Cont CMA CGM € 13,250
Contship Rex II 2008 1,350 449 MRC 1100 II Y 23-25 m Caribbs CMA CGM 20,000
Xin Long Yun 86 1998 2,169 420 FW 2100 Y 24 m Far East M-Line 25,000
EM Spetses 2007 1,732 300 Wenchong 1700 Y 22-24 m Far East Cosco 21,500
Hansa Colombo 2007 1,710 300 Aker 1700 N 23-25 m Far East Cosco 21,600
Hansa Lanka 2008 1,710 300 Aker 1700 N 23-25 m Far East Cosco 21,600
Isara Bhum 2008 1,102 180 Murakami 1100 N 12-14 m Far East Ming Sung 16,200
Langeness 2023 1,781 300 SDARI Sealion 1800 N 23-25 m Med ONE 24,250
Tradewind 2007 907 150 Kyokuyo 900 N 2-3 m Med Arkas 17,000
m = month / w = week / d = day
12 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
MÄRKTE | MARKETS
© Clarksons
© Clarksons
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
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FINANZIERUNG | FINANCING
4,2 Mrd. $: Hapag-Lloyd ist (fast) am Ziel
und kauft israelische Reederei Zim
Zuletzt ging es dann doch sehr schnell, Hapag-Lloyd konnte mit seinem Angebot die Skeptiker in
Israel überzeugen: Nach monatelangen Spekulationen bestätigten die Hamburger
Containerlinienreederei und ihr israelischer Wettbewerber Zim in kürzester Zeit erst
»fortgeschrittene Verhandlungen« und schließlich die Übernahme-Vereinigung. In trockenen
Tüchern ist der Milliarden-Deal aber noch nicht ganz. Die Politik spielt in diesem Fall eine
wichtige Rolle, dafür wurde eigens ein Finanzinvestor »an Bord geholt«. Von Michael Meyer
Angesprochen auf das konkrete Interesse an Zim hatte Hapag-
Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen erst wenige Tage zuvor in kleiner
Runde mit einem – im Nachhinein vielsagenden – Schmunzeln
gesagt: »Wer auch immer diese Meldung in die Welt gesetzt hat,
weiß mehr als ich.« Am 15. Februar ließen die Beteiligten dann
aber die Katze aus dem Sack.
Zunächst gab es eine Ad-hoc-Mitteilung der börsengelisteten
deutschen Reederei, wonach man »fortgeschrittene Verhandlungen«
führe. Das war die erste offizielle Bestätigung dessen,
worüber schon länger spekuliert wurde. Einen Tag später meldeten
sowohl die deutsche Nr. 5 im Weltmarkt als auch die Nr. 10
aus Israel, dass nach Zustimmung der erforderlichen Gremien
»eine Vereinbarung über den Erwerb von 100 % der ausstehenden
Aktien der ZIM Integrated Shipping Services Ltd.« unterzeichnet
wurde.
© Shooka Cohen
58 % Prämie für Zim-Aktionäre
Seit Monaten gab es Verkaufsgerüchte. Auch ein Zim-Rückzug
von der Börse stand bereits auf der Agenda. Sowohl der
Marktführer MSC als auch Maersk sowie CMA CGM und eben
Hapag-Lloyd wurden als die Interessenten mit Chancen kolportiert.
Bis zur Einigung mussten allerdings einige Stolpersteine
aus dem Weg geräumt werden. Sie resultieren vor allem aus
der großen Bedeutung von Zim für die nationale Logistik. So
gab es (sicherheits-)politische
Vorbehalte in Israel, nicht zuletzt
da zu den großen Anteilseignern
von Hapag-Lloyd auch
staatliche arabische Akteure
gehören: die Qatar Holding
und der saudische Staatsfonds
PIF, die beide mehr als 10 %
halten. Neue Aktionäre aus Israel
sollen im Rahmen des
Deals – anders als bei früheren
Übernahmen und Fusionen – nicht hinzukommen.
Zim soll künftig als zu 100 % gehaltene Tochtergesellschaft
von Hapag-Lloyd fortbestehen. Teil des Deals ist auch die im Intra-Asia-Verkehr
aktive Zim-Tochter Gold Star Line.
»Alle Optionen wurden einer umfassenden und
stratevischen Überprüfung unterzogen,
um das bestmögliche Ergebnis für die
Zim-Investoren sicherzustellen«
Yair Seroussi – Vorsitzender des Zim-Verwaltungsrats
Freude über die Übernahme-Vereinbarung: (v.l.) Samer Haj-Yehia
(Berater und ex-Chef der Leumi Bank), Rolf Habben Jansen (CEO
Hapag-Lloyd), Ishay Davidi (Gründer & CEO FIMI), Yair Seroussi,
Vorsitzender des Verwaltungsrats von Zim, Mark Frese (Chief
Financial Officer Hapag-Lloyd), Gillon Beck (Partner FIMI)
Der Preis ist hoch (manch Beobachter sprach im Nachgang
sogar von »über Marktwert«): 35 $ je Zim-Aktie. Laut Hapag-
Lloyd bedeutet das einen Aufschlag von 58 % gegenüber dem
letzten Aktienkurs vor der Unterzeichnung. Damit ergibt sich ein
Gesamtwert der Transaktion von rund 4,2 Mrd. $. Yair Seroussi,
Vorsitzender des Verwaltungsrats
von Zim, betonte eine »umfassende
strategische Überprüfung«
vor der Einigung, mit dem
Ziel, den Shareholder Value zu
maximieren. Alle Optionen seien
geprüft worden, »um das
bestmögliche Ergebnis für die
Investoren des Unternehmens
sicherzustellen.«
Die Finanzierung erfolgt den
Angaben zufolge aus liquiden Mitteln von Hapag-Lloyd und einer
»externen Finanzierung« über bis zu 2,5 Mrd. $.
»Fix« ist die Übernahme damit aber noch nicht, denn nach wie
vor steht der Vollzug unter dem Vorbehalt der Zustimmung aus
14 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
FINANZIERUNG | FINANCING
Jerusalem. Konkret geht es um die Entlassung von Zim aus den
durch die staatlichen Sonderrechte begründeten Verpflichtungen.
Außerdem stehen noch regulatorische und kartellrechtliche
Freigaben sowie die Zustimmung der Zim-Hauptversammlung
aus. Bis Ende 2026 soll aber alles in trockenen Tüchern
sein, so die Reederei-Verantwortlichen.
Neue Gesellschaft mit Private-Equity-Investor
Zu den speziellen Hürden, die in diesem Fall genommen werden
mussten, gehört die besondere Struktur der Reederei: Der Staat
Israel hält aus sicherheitspolitischen Gründen einen sogenannten
»Golden Share« an Zim. Damit verbunden ist ein Vetorecht
bei bestimmten Transaktionen, die das Wesen des Unternehmens
betreffen.
Sehr wichtiger Akteur bei dem
Deal ist daher FIMI, Israels größter
und führender Private-Equity-
Fonds. Er hat sich bereit erklärt,
Eigentümer eines ausgegliederten
Containerliniengeschäfts von Zim
zu werden, das einige der wichtigsten strategischen Handelsrouten
bedienen soll. Dieses Geschäft werde sich nahtlos mit dem
globalen Netzwerk von Hapag-Lloyd verbinden und in Kombination
die globale maritime Konnektivität für den Staat Israel stärken
und sichern, heißt es. FIMI startet mit 16 »modernen, großen
wie effizienten« Schiffen im Intra-Med- und USA-Med-Verkehr.
Außerdem gibt es ein Slot-Charter-Agreement mit Hapag-Lloyd.
Hapag-Lloyd belegt aktuell Rang 5 im Weltmarkt, laut dem
Branchendienst Alphaliner mit 7,1 % Markanteil. Zim liegt der
Berechnung zufolge auf Rang 10 mit 2,1 % Marktanteil. Gemeinsam
hat man zudem ein Orderbuch von 700.000 TEU. Die israelische
Reederei hatte sich im Rahmen der letzten großen Allianz-
Umbildung aus den ganz großen Kooperationen herausgehalten,
war aber mit dem Branchenprimus MSC eine Zusammenarbeit
im Transpazifik-Verkehr eingegangen. Hapag-Lloyd wiederum –
die Hamburger waren in den vergangenen Jahren durch die
Übernahmen bzw. Fusionen von und mit UASC und CSAV gewachsen
– hatte die »Gemini«-Allianz mit der dänischen Reederei
Maersk gestartet. Wie MSC und Maersk zu der Übernahme
stehen, ist bislang nicht öffentlich kommentiert worden.
300 bis 500 Mio. $ Synergien pro Jahr
»Zim ist ein exzellenter Partner für Hapag-Lloyd«
Rolf Habben Jansen – CEO Hapag-Lloyd
Der Zusammenschluss würde Hapag-Lloyds Marktposition sichern,
das Netzwerk auf allen wichtigen globalen Handelsrouten
stärken und »ihre Führungsposition in wichtigen Wachstumsmärkten
festigen«, heißt es vom Ballindamm. Mindestens genauso
wichtig: Die Verantwortlichen
erwarten, dass die
Transaktion jährliche Synergien
in Höhe von 300 bis
500 Mio. $ generiert. Dabei
bauen die Hamburger auch
auf ihre Erfahrungen aus den Übernahmen der jüngeren Vergangenheit:
NileDutch, UASC, CSAV und CP Ships.
»Zim ist ein exzellenter Partner für Hapag-Lloyd«, sagte CEO
Habben Jansen, »Kunden können von einem deutlich stärkeren
Netzwerk in den Fahrtgebieten Transpazifik-, Intra-Asien, Atlantik,
Lateinamerika und Östliches Mittelmeer profitieren.« Besonders
im Transpazifik-Verkehr erwarten die Hamburger den größten
Sprung: von 7 % auf 12 % Marktanteil und von Rang 7 auf
Rang 4 im Wettbewerb mit den anderen Linien. Man habe sich
außerdem verpflichtet, eine »sehr bedeutende und langfristige
Präsenz« in Israel aufzubauen.
■
Hapag-Lloyd als »Käufer«
Bei der Konsolidierung in der
Containerlinienschifffahrt hat
Hapag-Lloyd in den vergangenen
Jahren eine vergleichsweise aktive
Rolle eingenommen. Kam die größte
deutsche Linienreederei beispielsweise
bei Hamburg Süd (von Maersk
übernommen) und HHM (Zukunft
noch ungeklärt) nicht zum Zuge,
konnten andere Übernahmen und
Fusionen erfolgreich abgeschlossen
werden:
2005: CP Ships
2014: CSAV
2017: UASC
2021: NileDutch
2022: DAL
2026: Zim
© Carsten Siemers
Die Reederei Zim und ihre Flotte werden in zwei Teile aufgespalten.
Ein Teil wird von einer Tochtergesellschaft von Hapag-Lloyd betrieben,
ein anderer Teil wechselt in das Eigentum des Finanzinvestors FIMI
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
15
FINANZIERUNG | FINANCING
OVB-Kreditvolumen für die Schifffahrt
wächst um mehr als 10 %
Die Ostfriesische Volksbank hat ein sehr ordentliches Jahr hinter sich. Dank einiger Neubauten
ist auch der Ausblick positiv, 2026 dürfte das Risikovolumen deutlich zulegen. Das Angesicht des
Kreditbuchs verändert sich mit den Rahmenbedingungen. Von Michael Meyer
Das zuletzt mitunter herausfordernde gesamtwirtschaftliche Umfeld
hat sich bei der OVB noch nicht sehr stark bemerkbar gemacht:
Die Bank hat ein gutes Jahr hinter sich, betont Vorstandsmitglied
Guido Mülder. Allein das Kreditvolumen liegt mit 2,59 Mrd. € und
einem Plus von 7,6 % deutlich über Plan. Noch stärker fiel das
Wachstum im Geschäft mit der Schifffahrt aus: 10,9 %.
Der Trend lässt sich in der finanzierten Flotte ablesen. Sowohl
im Bereich »See«, als auch im Segment »Spezialschifffahrt« und
auch in der Binnenschifffahrt gab es ein Plus: 464 Mio. € Kreditvolumen
für Handelsschiffe auf See (+2,9 %), 120Mio.€ für Spezialschiffe
(+131 %) und 301 Mio. € für Binnenschiffe (+2,2 %) stehen
aktuell in der Bilanz. Das Segment »Spezialschiffe« ist dabei
ein neues Konstrukt innerhalb der OVB. Angesichts steigender
Nachfrage aus Bereichen wie Fähren, Binnen-Fahrgastschiffe,
Schlepper und Offshore-Schiffe entschied man sich dazu, sie aus
den beiden großen Körben, in denen nun vor allem Handelsschiffe
liegen, herauszulösen. »Wir hatten in der Spezialschifffahrt
eine erfreuliche Entwicklung. Das war zwar so gar nicht geplant
war, es hat ich aber entwickelt, zum Beispiel weil wir eingeladen
wurden, uns an Finanzierungen in Konsortialgeschäften zu beteiligen«,
sagt Mülder. Wie es damit weitergeht, sei sehr schwer
zu sagen, die OVB will zunächst vorsichtig bleiben.
»Keinerlei Leistungsstörungen durch Reeder«
Unterm Strich rechnet der Vorstand für 2025 mit einem Betriebsergebnis
von 80 - 81 Mio. €. Damit würde man sich zwischen den
Ergebnissen von 2023 und 2024 einpendeln. Laut Mülder schneidet
die OVB damit doppelt so gut ab wie andere Volksbanken,
was er nicht zuletzt auf das maritime Portfolio zurückführt: »Das
zeigt, wie gut das Schifffahrtsgeschäft der Bank tut.«
Für 2026 erwartet er eine leichte Korrektur auf rund 76 Mio. € –
ein Niveau, »das wohl auch in den nächsten Jahren so gehalten
werden dürfte«. Der Bank gehe es gut, »sie entwickelt sich positiv.«
Eine Ursache für die positive Entwicklung ist auch die verhältnismäßig
gute finanzielle Situation der Reederei-Kunden, die in
den letzten Jahren von hohen Raten und sehr guten Geschäften
profitiert haben. Einerseits gab es dadurch zwar viele Sondertilgungen.
Andererseits gab es für die OVB 2025 »keinerlei Leistungsstörungen,
alle Verpflichtungen wurden erfüllt«, wie Mülder
bestätigt. Das gilt auch für die Reederei-Kunden aus der
KüMo-Schifffahrt. Dort hatte es eine Raten-Delle im Jahresverlauf
gegeben, die für so Manchen recht schmerzhaft war. Zinszahlungen
und Tilgungen waren aber noch möglich. Die Situation
entspannte sich zuletzt zudem wieder. Eine Risikovorsorge
steht für die Bank daher nicht weit oben auf der Agenda. »Weil
wir in den letzten Jahren eher konservativ finanziert haben, glauben
wir, einiges an Gegenwind aushalten könnten.«
Die positive Bewertung des maritimen Geschäfts betrifft sowohl
die Binnen- als auch die Seeschifffahrt. Für letztere zeichnet
Bereichsleiter Karsten Bruns verantwortlich. Er und sein
Team konnten das Seeschifffahrtsportfolio um 1,5 % auf
468,5 Mio. € steigern. Mit einem »Ausreißer« in 2021, als in der
Corona-Zeit bei Reedereien sehr gut verdienten und viel in Schiffe
investiert wurde, gab es in den vergangenen Jahren stetiges
Wachstum zu verzeichnen. Aktuell liegt die Anzahl der finanzier-
Guido Mülder, Vorstandsmitglied bei der OVB
© OVB
Karsten Bruns, Bereichsleiter Seeschifffahrt bei der OVB
© OVB
16 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
FINANZIERUNG | FINANCING
© OVB
© OVB
ten Seeschiffe mit 195 nur um ein Schiff unter den beiden Vorjahren.
Die OVB-Flotte teilt sich auf 45 Heavylifter, 38 Coaster, 37
Containerschiffe, 29 klassische MPP-Schiffe, 18 Projekt-Carrier,
17 Bulker und elf Tanker auf.
»Der Trend hat sich fortgesetzt, wir sind weiter gewachsen«,
sagt Bruns. Er bezieht dabei neben dem eigenen OVB-Buch
auch die Kredite ein, die konsortial an die Mutter DZ Bank weitergereicht
werden sowie diejenigen, die andere Volks- und
Raiffeisenbanken von der OVB konsortial abnehmen. »Unser
Plan ist, dass wir auch hier jedes Jahr wachsen wollen und das
hat 2025 hervorragend geklappt«, so der Bereichsleiter. Ende
letzten Jahres stand der Wert der ausgezahlten Darlehen bei
1,081 Mrd. €, nach 1,02 Mrd. € ein Jahr zuvor. Gezählt werden
die Zahlen von OVB, DZ Bank und Genossenschafts-Konsortien.
OVB erwartet weiteres Wachstum
Wirft man einen Blick auf das aktuelle Risikovolumen, lässt sich
tatsächlich weiteres Wachstum erahnen. Denn hier werden sowohl
ausgezahlte als auch zugesagte – aber noch nicht ausgezahlte
– Finanzierungen aufsummiert. Für 2025 stehen für diesen
Posten 1,359 Mrd. € in den Büchern. Dieser »Vorlauf« besteht
im Wesentlichen aus Neubauten, die 2026 und 2027 abgeliefert
werden sollen. Außerdem dürfte nach Ansicht der OVB-Experten
die Dynamik der Sondertilgungen etwas nachlassen, was sich auf
das Risikovolumen auswirken werde. Bei der Bewertung der
1,5 %-Steigerung spielt eine nicht unwesentliche Rolle, dass eine
Vielzahl an Krediten in US-Dollar ausgegeben wird. Durch einige
Währungseffekte und eine Abschwächung der US-Währung fällt
das Wachstum auf dem Papier deutlich niedriger aus.
Im Neubau-Geschäft setzt die OVB sehr stark auf Konsortialkredite.
Von den derzeit rund 200 Schiffen sind im vergangenen
Jahr mehr als 70 neu in die Bücher genommen worden, darunter
knapp 40 Neubauten. Aktuell dürfte sich die Flotte nach Schiffsanzahl
bei rund 50/50 Neubauten und Secondhand-Schiffen eingependelt
haben. Angesichts der Preis-Unterschiede machen
Neubauten aber rund 80 % des Kreditvolumens aus.
Auch wenn es – je nach Reederei-Interesse – Verschiebungen
von Jahr zu Jahr gibt, so kommt am Ende oftmals eine »bunt-gemischte«
Torte heraus raus, »womit ich sehr zufrieden bin«, sagt
Bruns. Zuletzt stieg der Anteil an Heavyliftern und Kümos, während
die Anzahl der Tanker sank. »Ich bin gespannt, wie sich das
entwickelt. Ich könnte mir vorstellen, dass im Bulker-Markt etwas
passiert. Im Container-Segment könnte sich die Dynamik eher
verlangsamen. Wir versuchen auf jeden Fall, ein möglichst breit
gefächertes Portfolio zu halten«, erläutert er.
Sehr junge Flotte und größere Kredit-Tickets
Durch die zuletzt vielen Neubauten der OVB-Kunden ist das Durchschnittsalter
der finanzierten Flotte seit 2021 deutlich rückläufig.
Das war auch der Plan, als Ziel war mal die Marke von 7 Jahren ausgegeben
worden war. Und dieses Ziel wurde mittlerweile erreicht:
von 11,39 Jahren in 2021 sind es aktuell 6,58 Jahre. »Viel jünger wird
es aber wohl auch nicht werden, weil wir eine Mischung aus Neubau
und Gebrauchttonnage halten wollen«, meint Bruns.
Dieser Umstand wirkt sich auch auf das durchschnittliche Kredit-
Ticket aus. Denn durch die stark gestiegenen Neubau-Preise werden
mitunter auch die Tickets größer. »Als Bank möchte man möglichst
viele Schiffe mit möglichst wenig Darlehen-Volumen in den
Büchern haben, aber die Realität sieht nun mal angesichts der
gestiegenen Bau- und Secondhand-Preise ein bisschen anders
aus. Insofern haben wir uns darauf eingestellt, dass diese Beträge
nach und nach ansteigen werden. Das passiert auf einem sehr guten
Niveau. Dass wir bei den heutigen Neubaupreisen überhaupt
ein Level von durchschnittlich 3 Mio. € halten können, ist schon
erstaunlich und ist zwei Aspekten zu verdanken«, sagt Bruns. Erstens
sei das möglich, weil die OVB bei fast jedem Neubau Mitstreiter
als Konsortialpartner ins Boot holt. Zweitens lässt sich der
durchschnittliche Wert auch halten, da man rege Gebrauchtschiffe
finanziert, die naturgemäß günstiger als Neubauten sind.
Das Thema »Risikokosten« ist bei der OVB momentan kein sonderlich
großes, weil die Raten als Reederei-Einnahmen 2025 nach
wie vor ein gutes Niveau hatten. Angesichts der welt- und handelspolitischen
Unsicherheiten will Vorstand Mülder aber nicht
ausschließen, dass sich das ändert: »Es bleibt abzuwarten, es gibt
verschiedene Brandherde, die Effekt auf Raten haben können.«
Bruns sieht noch ein anderes Risiko: den Suezkanal. Das sei reine
Mathematik: Nimmt der Verkehr durch die wichtigste Wasserstraße
im Asien-Europa-Verkehr wieder signifikant zu, verkürzt
sich der Seeweg und es werden weniger Schiffe für die gleichen
Transportvolumina benötigt. Entsprechend könnten die Raten
unter Druck geraten, weil die Nachfrage nach Tonnage geringer
ausfällt. »Die Reeder sehen das als größeres Risiko als beispielsweise
die Politik der US-Regierung. Diese Politik wird die Schifffahrt
nicht stoppen«, so Bruns.
■
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
17
FINANZIERUNG | FINANCING
Ein Gastbeitrag von Olaf Krumnack –
Fachkreisleiter Kapitalanlagen & Asset Management – VVB e.V.
Warum Schiffsinvestments keine
Renditefrage sind –
Zur strategischen Einordnung maritimer
Infrastruktur aus Investorensicht
Infrastruktur wird in der Kapitalanlage
häufig wie eine weitere Assetklasse behandelt.
Sie wird verglichen, gewichtet,
allokiert – neben Immobilien, Aktien
oder Private Equity. Diese Sicht greift
jedoch zu kurz. Denn Infrastruktur ist
weniger eine Assetklasse als vielmehr
eine Governance-Frage. Investierbarkeit
entsteht nicht durch Marktzyklen
oder Renditeannahmen, sondern
durch Struktur, Verantwortungszuordnung
und operative Beherrschbarkeit.
Das gilt unabhängig von der konkreten
Ausprägung. Ob Energieanlagen,
kommunale Netze oder maritime Transportkapazitäten:
Langfristige Investoren
investieren nicht in einzelne Assets, sondern
in Systeme, die über Jahre und Zyklen
hinweg steuerbar bleiben müssen.
Schifffahrt ist in diesem Sinne kein Sonderfall,
sondern Teil einer größeren Infrastrukturlogik.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt,
dass viele frühere Schiffsinvestitionen
nicht an der operativen Leistungsfähigkeit
der Reeder oder Schiffsmanager gescheitert
sind. Im Gegenteil: Technisches
Know-how, Marktkenntnis und unternehmerisches
Engagement waren häufig
vorhanden. Problematisch waren vielmehr
strukturelle Defizite. Unklare
Entscheidungsrechte zwischen Kapital
und Betrieb, unausgewogene Risikoverteilungen
sowie Erwartungsbrüche zwischen
Investoren und operativer Realität
haben dazu geführt, dass Investierbarkeit
überschätzt wurde.
Kapital erwartete planbare Erträge
und begrenzte Volatilität, während der
Betrieb zwangsläufig zyklisch agieren
musste. Diese Diskrepanz war kein individuelles
Versagen, sondern Ausdruck
© Pixabay/Klimkin
18 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
FINANZIERUNG | FINANCING
eines systemischen Problems: Die Logik
von Investoren wurde nicht sauber in die
Realität maritimer Infrastruktur übersetzt.
Es handelte sich weniger um unternehmerisches
Scheitern als um strukturelles
Missverständnis.
Gerade deshalb eignet sich die Schifffahrt
als Referenzfall für die Frage der
Investierbarkeit von Infrastruktur. Schiffe
sind global einsetzbar, stark zyklisch,
kapitalintensiv und operativ anspruchsvoll.
Entscheidungen müssen laufend
getroffen werden, oft unter unsicheren
Marktbedingungen. Gleichzeitig gibt es
– anders als in vielen anderen Infrastrukturbereichen
– kaum staatliche
Absicherung oder regulatorische Ertragsgarantien.
Wenn Governance unter diesen Bedingungen
funktioniert, funktioniert sie
grundsätzlich auch in anderen Infrastrukturklassen.
Schifffahrt wird damit
zum Extremtest für Investierbarkeit. Sie
zeigt besonders deutlich, dass Investierbarkeit
nicht automatisch aus dem Asset
entsteht, sondern aus der Art, wie Verantwortung,
Entscheidungsrechte und
Risiken strukturiert sind.
Aus Investorensicht ist diese Einordnung
zentral. Investoren unterscheiden
sich nicht nur nach Kapitalvolumen
oder Anlagehorizont, sondern vor
allem nach Motiven. Rendite, Risiko,
laufende Erträge, Volatilität, Fungibilität,
aufsichtsrechtliche Einordnung
und der Grad an gewünschtem Unternehmertum
variieren erheblich.
Gleichzeitig konkurrieren Schiffsinvestments
nicht mit anderen maritimen
Projekten, sondern mit grundlegend
unterschiedlichen Anlageformen – von
Immobilien über Wertpapiere bis hin
zu Private Equity oder zunehmend
auch digitalen Assets.
Schiffe können in diesem Umfeld nicht
über Einfachheit oder Liquidität konkurrieren.
Sie sind keine rein finanziellen
Produkte. Ihre Stärke liegt in Substanz,
realer Wertschöpfung und der Einbindung
in globale Handelsströme. Strategisch
sind sie daher als maritime Transport-Infrastruktur
und Real Assets
einzuordnen. Im Fokus stehen planbare
Ertragsmechaniken aus Charterverträgen,
kombiniert mit der Fähigkeit, zyklische
Risiken strukturell zu beherrschen.
Dabei gilt: Rendite ist kein Ausgangspunkt,
sondern ein Ergebnis. Investierbarkeit
ist die Voraussetzung. Sie entsteht
durch klare Governance-Strukturen,
transparente Cashflow-Logiken, saubere
Rollentrennung und Verantwortung dort,
wo operative Kompetenz vorhanden ist.
Gute Governance reduziert Risiken nicht,
sie macht sie sichtbar und steuerbar.
Ein Schiffsinvestment unterscheidet
sich damit grundlegend von klassischen
Finanzanlagen. Es ist weniger fungibel,
verlangt unternehmerisches Risikoverständnis
und lässt sich nicht vollständig
delegieren. Gerade deshalb ist es nicht
für jeden Investor geeignet. Für Investoren
mit langfristigem Horizont, Real-Asset-Verständnis
und Bereitschaft zur Mitverantwortung
kann es jedoch eine
sinnvolle Beimischung sein.
Neue Serie:
»Investierbarkeit von
Infrastruktur
– am Beispiel Schifffahrt«
Schiffe sind kein Finanzprodukt.
Und genau deshalb können sie –
richtig strukturiert – für bestimmte
Investoren heute interessant sein.
Historische Schiffsfonds und
steuergetriebene Modelle haben
Vertrauen zerstört. Nicht der
Assettyp war das Problem,
sondern Struktur, Governance und
Erwartungsmanagement. Diese
Artikel-Serie setzt hier an. Die
zentrale Frage ist: Unter welchen
Bedingungen ist ein Schiffsinvestment
heute investierbar und
beherrschbar? Betrachtet werden
Schiffe als produktive Infrastruktur-Assets
des globalen Handels
– aus der Perspektive von unternehmerisch
denkenden Investoren,
maritimer operativer Realität
und und strukturierter Governance.
Der zweite Teil der Serie
erscheint im Juni.
Die entscheidende Frage lautet daher
nicht, ob Schifffahrt investierbar ist. Sondern:
Unter welchen Bedingungen wird
sie langfristig beherrschbar investierbar?
Dieser Frage widmet sich der nächste
Beitrag dieser Serie in der Juni-Ausgabe
der HANSA.
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HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
19
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
»Unbestreitbar belegt!« –
Reeder verteidigen offene Register
Reedereien sehen eine »anhaltend positive Performance« der meisten Flaggen-verwaltungen. Die
International Chamber of Shipping bezieht bei der Bewertung ganz explizit die offenen Register mit
ein. Mit einem Seitenhieb in Richtung USA wird die Vorstellung der neuen »Flag State Performance
Table« zu einer Verteidigung der gewachsenen Schifffahrtsstruktur genutzt. Von Michael Meyer
Die von der ICS seit über 20 Jahren erarbeitete
Analyse der Flaggen-Performance
soll Reedern ein objektives Instrument
zur Bewertung von
Flaggenstaaten bieten. Gleichzeitig soll
ein Anreiz für Schiffsregister geschaffen
werden, die mittlerweile nicht gerade
kurze Liste internationaler Standards
zu erfüllen. Aufgesetzt wird eine datenbasierte
Bewertung auf Grundlage von
Kriterien wie Statistiken aus Hafenstaatkontrollen
und die Ratifizierung von
Übereinkommen der Internationalen
Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und
der Internationalen Arbeitsorganisation
(ILO).
Das Ergebnis des diesjährigen, daten-basierten
Checks: »Der Großteil der
Weltflotte ist bei Flaggenstaaten registriert,
die kontinuierlich hohe Leistungen
in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz
und Arbeitsstandards
nachweisen.« Betont wird sogleich,
dass auch offene Schiffsregister weiterhin
gut abschneiden.
Die ICS hat insgesamt 19 Kriterien für
die Analyse aufgestellt. Zu den Flaggenstaaten
mit maximal einem potenziell
negativen Indikator gehören aktuell die
zehn größten Register nach Tonnage:
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20
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
THE BEST OPEN REGISTRY
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
© International Chamber of Shipping (ICS)
Paris MoU White List
Tokyo MoU White List
USCG Qualship 21
ILO MLC ratification
Completed full ILO Reports
Albanien ● ● ● ●
Algerien ● ● ● ●
Antigua & Barbuda ● ● ● ●
Argentinien ● ● ● ●
Australien ● ● ● ●
Bahamas ● ● ● ●
Bahrain ● ● ● ●
Bangladesch ● ● ● ● ●
Barbados ● ● ● ● ●
Belgien ● ● ● ● ●
Belize ● ● ● ●
Bolivien ● ● ● ●
Brasilien ● ● ● ● ●
Bulgarien ● ● ● ●
Kanada ● ● ● ●
Chile ● ● ● ●
China ● ● ● ●
Kambodscha ● ● ● ●
Kolumbien ● ● ● ●
Komoren ● ● ● ●
Cook Inseln ● ● ● ●
Elfenbeinküste ● ● ● ●
Kroatien ● ● ● ● ●
Kuba ● ● ● ●
Zypern ● ● ● ●
Nordkorea ● ● ● ●
DR Kongo ● ● ● ●
Dänemark ● ● ● ● ●
Dominica ● ● ● ●
Ägypten ● ● ● ●
Estland ● ● ● ●
Faröer ● ● ● ●
Finnland ● ● ● ●
Frankreich ● ● ● ● ●
Gabun ● ● ● ●
Georgien ● ● ● ●
Deutschland ● ● ● ●
Ghana ● ● ● ●
Griechenland ● ● ● ● ●
Honduras ● ● ● ● ●
Paris MoU White List
Tokyo MoU White List
USCG Qualship 21
ILO MLC ratification
Completed full ILO Reports
Guinea-Bissau ● ● ● ●
Hongkong ● ● ● ● ●
Island ● ● ● ●
Indien ● ● ● ● ●
Indonesien ● ● ● ● ●
Iran ● ● ● ●
Irland ● ● ● ●
Israel ● ● ● ●
Italien ● ● ● ●
Jamaika ● ● ● ● ●
Japan ● ● ● ● ●
Jordanien ● ● ● ●
Kenia ● ● ● ●
Kiribati ● ● ● ●
Kuwait ● ● ● ●
Lettland ● ● ● ●
Libanon ● ● ● ●
Liberia ● ● ● ●
Libyen ● ● ● ●
Litauen ● ● ● ●
Luxemburg ● ● ● ● ●
Malaysia ● ● ● ● ●
Malta ● ● ● ● ●
Marshall Islands ● ● ● ● ●
Mauritius ● ● ● ●
Mexiko ● ● ● ●
Mongolei ● ● ● ●
Marokko ● ● ● ●
Myanmar ● ● ● ●
Niederlande ● ● ● ● ●
Curacao ● ● ● ●
Neuseeland ● ● ● ●
Nigeria ● ● ● ●
Norwegen ● ● ● ● ●
Pakistan ● ● ● ●
Palau ● ● ● ●
Panama ● ● ● ●
Papua Neu Guinea ● ● ● ●
Philippinen ● ● ● ●
Polen ● ● ● ●
Paris MoU White List
Tokyo MoU White List
USCG Qualship 21
ILO MLC ratification
Completed full ILO Reports
Portugal ● ● ● ●
Qatar ● ● ● ●
Südkorea ● ● ● ●
Moldawien ● ● ● ●
Rumänien ● ● ● ●
Russland ● ● ● ●
St. Kitts & Nevis ● ● ● ● ●
St. Vincent & Grenadines ● ● ● ●
Sao Tome & Principe ● ● ● ●
Saudi-Arabien ● ● ● ● ●
Sierra Leone ● ● ● ●
Singapur ● ● ● ● ●
Südafrika ● ● ● ●
Spanien ● ● ● ● ●
Sri Lanka ● ● ● ●
Schweden ● ● ● ● ●
Schweiz ● ● ● ● ●
Syrien ● ● ● ●
Tanzania ● ● ● ●
Thailand ● ● ● ● ●
Togo ● ● ● ●
Tonga ● ● ● ●
Trinidad & Tobago ● ● ● ●
Tunesien ● ● ● ●
Türkei ● ● ● ● ●
Tuvalu ● ● ● ●
Ukraine ● ● ● ●
V.A. Emirate ● ● ● ●
Großbritannien ● ● ● ● ●
Bermuda ● ● ● ● ●
Cayman Inseln ● ● ● ● ●
Gibraltar ● ● ● ●
Isle of Man ● ● ● ● ●
USA ● ● N/A ● ●
Vanuatu ● ● ● ●
Venezuela ● ● ● ●
Vietnam ● ● ● ●
● Grüne Markierungen deuten auf positive Leistungsindikatoren hin
● Gelbe Markierungen deuten an, dass eine Flagge keine Detention-Maßnahmen erlitten hat, aber die von den PSC-Behörden festgelegte
Mindestanzahl an Inspektionen/Ankünften nicht erfüllt hat, um in eine weiße Liste des MoU oder des Qualship-21-Programms aufgenommen
zu werden
● Rote Punkte markieren potenziell eine negative Leistung
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Darunter sind China, Griechenland,
Hongkong (China), Japan und Singapur
sowie die fünf größten offenen Schiffsregister
Bahamas, Liberia, Marshallinseln,
Malta und Panama. Der Effekt auf
die Weltschifffahrt wird anhand einer
Zahl deutlich: Zusammen sind diese
Flaggenstaaten für etwa 70 % der Handelsflotte
verantwortlich.
»Das mag überraschen«
In einem separaten Statement wandte
sich anschließend der ICS-Generalsekretär
Simon Bennett an die Öffentlichkeit
und machte seinen Unmut darüber
deutlich, dass bisweilen immer
noch. – und zum Teil wieder – über
»Billigflaggen« gesprochen wird. Die
Nutzung offener Schiffsregister durch
Reedereien rückt derzeit verstärkt in
den Fokus. Eine der Ursachen war die
2025 von der US-amerikanischen Federal
Maritime Commission (FMC) eingeleitete
Untersuchung zu sogenannten
»Flags of convenience«.
Die ICS habe der FMC detaillierte Beweise
vorgelegt, die gegen eine solche
Beurteilung sprechen. Nachdrücklich
wird betont, dass »Billigflaggen« ein
abwertender Begriff ist, der weder von
der globalen Schifffahrtsbranche noch
von den zuständigen UN-Organisationen
anerkannt wird.
»Wir unterstützen uneingeschränkt
alle Bemühungen, die Nutzung von
Flaggenstaatverwaltungen zu unterbinden,
die ihren internationalen Verpflichtungen
nicht nachkommen. Es ist
jedoch wichtig, zwischen Ausreißern,
bei denen nur wenige Schiffe registriert
sind, und der großen Mehrheit
der Flaggenstaaten zu unterscheiden.
Dazu gehören auch die großen offenen
Schiffsregister, die für den Großteil
der Weltflotte verantwortlich sind und
weiterhin ein sehr hohes Leistungsniveau
aufweisen«, sagte Bennett.
Das neueste Update der Performance-Tabelle
bestätigt nach Ansicht
der ICS, dass die große Mehrheit der
Handelsflotte bei Flaggenstaatenverwaltungen
registriert ist, die – basierend
auf Daten externer Quellen wie
den Inspektionsberichten der Hafenstaatkontrolle
– weiterhin ein sehr hohes
Leistungsniveau aufweisen.
Zentrum der Regulierung, in dem auch die
Flaggenstaaten zusammekommen:
Die International Maritime Organization
(IMO) in London
Der Generalsekretär verweist darauf,
dass in der heutigen globalen Wirtschaft
das Konzept offener Schiffsregister,
bei denen die Flagge eines Schiffes
vom Land des wirtschaftlichen
Eigentümers abweichen kann, durchaus
üblich ist.
»Die Vorstellung, dass Entwicklungsländer
wie die Bahamas, Liberia und
die Marshallinseln die Einhaltung
höchster Standards an Bord der Schiffe
überwachen, für die sie verantwortlich
sind, mag manchen überraschen.
Doch die ICS-Tabelle belegt dies unbestreitbar«,
sagte Bennett. »Willkürliche
Unterscheidungen« zwischen sogenannten
traditionellen oder nationalen
Flaggen und offenen Schiffsregistern
seien bei der Qualitätsbewertung nicht
mehr aussagekräftig.
Die heutige Situation unterscheide
sich »grundlegend« von der der
1990er-Jahre, als die Verbreitung offener
Schiffsregister, die heute den
Großteil der Weltflotte umfassen, Anlass
zu ernsthaften Bedenken gab.
Dies führt Bennett auf Entwicklungen
wie das IMO-Auditprogramm und – als
wichtige Ergänzung zu den Flaggenstaatsinspektionen
– die weltweit zunehmende
Professionalisierung der
Hafenstaatkontrollsysteme zurück.
Dabei werden Schiffe, die die Flagge
eines Landes führen, dessen Leistung
einer berechtigten Überprüfung unterliegen
könnte, konsequent ins Visier
genommen.
© IMO
Reeder sollen Dialog suchen
Zum Abschluss seines Statement zitiert
Bennett den ehemaligen IMO-Generalsekretär
Koji Sekimizu, der schon 2015
gesagt hatte: »Wir haben die Billigflaggen
hinter uns gelassen … sie sind zu internationalen
Schiffsregistern mit internationaler
Verantwortung geworden.«
Tatsächlich bestätigt die neueste Version
der ICS-Tabelle, dass offene Schiffsregister
mittlerweile zu den leistungsstärksten
Flaggenstaaten zählen.
Die Idee hinter der Performance-Tabelle
ist relativ simpel: Es sei unerlässlich,
»dass Reeder Zugang zu transparenten
Informationen über die Leistung von
Flaggenstaaten haben und davon abgehalten
werden, Register zu wählen, die
ihren internationalen Verpflichtungen
möglicherweise nicht vollständig nachkommen«,
schreibt die ICS. Neben der
Entscheidungsfindung will die Organisation,
die über die nationalen Reedereiverbände
80 % der Weltflotte vertritt, einen
konstruktiven Dialog zwischen
Schiffseignern und ihren Flaggenstaaten
fördern. Reeder werden ermutigt, anhand
der Tabelle zu prüfen, ob ein Flaggenstaat
über substanzielle Verpflichtungen
verfügt, und Druck auf die
Flaggenstaatenverwaltungen auszuüben,
um gegebenenfalls notwendige
Verbesserungen zu erreichen. Man wolle
Verbesserungen im Sinne der Sicherheit,
des Umweltschutzes und menschenwürdiger
Arbeits- und Lebensbedingungen
für Seeleute ermöglichen.
ICS-Chef Thomas A. Kazakos zeigte
sich recht positiv gestimmt: »Die Ratifizierung
der wichtigsten Seerechtsübereinkommen
und die Behebung potenzieller
Mängel belegen das klare Bekenntnis der
Regierungen zum internationalen Seerechtsrahmen,
auf den die globale Schifffahrtsindustrie
angewiesen ist.«
Im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne
mit dem Comité Maritime International
(CMI) erstellt die ICS zudem die
Broschüre »Förderung der Ratifizierung
von Seerechtsübereinkommen«. Gemeinsam
wollen die Organisationen die
Bedeutung der Ratifizierung und Umsetzung
von Seerechtsübereinkommen
promoten und so einen effizienten Betrieb
des weltweiten Seeverkehrssystems
unterstützen.
■
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
MADEIRA | EUROMAR
Portugal jetzt beliebteste Flagge bei deutschen Reedern
Das Ziel war durchaus ambitioniert, aber
nun ist es geschafft: Mit 432 Schiffen liegt
Portugal erstmals auf dem ersten Platz
der Flaggen deutscher Reeder – gemessen
nach dem Eigentum an Schiffen. Damit
hat Portugal laut aktueller Statistik
des Bundesamtes für Seeschifffahrt und
Hydrographie (BSH) die beiden Register
von Antigua & Barbuda (427) sowie Liberia
(319), nach Anzahl der Schiffe, überholt.
Damit steht nun seit Jahresbeginn
auch erstmals seit längerer Zeit wieder
eine europäische Flagge an der Spitze
unter den Flaggen deutscher Reeder.
Der EU-Anteil aller ausgeflaggten
Schiffe ist innerhalb von über 10 Jahren
von 25 auf inzwischen 45 % angestiegen.
Der geschäftsführende Gesellschafter
der portugiesischen Flaggenagentur Euromar,
Albrecht Gundermann, bedankte
sich in einem Statement bei den deutschen
Reedern und kündigte eine »stetige
Weiterentwicklung« an: »Kurzfristig stehen
in Portugal weitere Verbesserungen der
ohnehin schlanken Verwaltung bevor.«
Auf europäischer Ebene steht gerade
eine maritime Industriestrategie kurz vor
der Veröffentlichung, und der europäische
Industriekommissar spricht sich
klar für ein größeres Bekenntnis zu Europa
aus: »Die einzige Antwort auf mehr
Unsicherheit in der Welt kann nur mehr
Europa sein – und damit ein noch deutlicheres
Bekenntnis für EU-Flaggen in der
Schifffahrt. Denn Europa ist der Stabilitätsanker,
der wie kaum eine andere Region
der Welt für wirtschaftliche und sicherheitspolitische
Berechenbarkeit
steht«, heißt es seitens der in Hamburg
ansässigen Agentur weiter.
Jede Umflaggung koste »Geld, Zeit und
Nerven« – doch die deutschen Schifffahrtsunternehmen
hätten erhebliches
Engagement in eine attraktive Flagge investiert
und damit ein starkes politisches
Signal gesandt. Ohne diese Anstrengung
der deutschen Reederschaft und Rückendeckung
für Europa stünde man
heute an einem anderen Punkt.
Auch die »Dietrich Oldendorff« fährt im Schiffsregister von Madeira
Jörg Molzahn, Co-Gründer von Euromar,
ergänzte: »Reeder entscheiden sich
für Portugal, weil das Internationale
Schiffsregister Madeiras (MAR) für sie
wirtschaftliche Effizienz mit klaren, verlässlichen
Rahmenbedingungen verbindet.
Die portugiesische EU-Flagge steht
damit für Planungssicherheit, transparente
Prozesse und einen modernen, digitalen
Verwaltungsansatz.«
Schiffe, die die portugiesische Flagge
wählen, sind im Internationalen Schiffsregister
Madeira (MAR) eingetragen. Insgesamt
haben sich per Ende Januar 2026
über 300 Reedereien mit knapp 1.200
Schiffen und einer Tonnage von rund
30 Mio. GT für das Register und somit für
die Flagge Portugals entschieden. RD
© Euromar
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Bernhard Schulte Shipmanagement:
Sicherheit vor Flotten-Wachstum
Die Hamburger Schulte-Gruppe gehört mit der Marke BSM zu den Top 5 im Shipmanagement-
Markt. Deren CEO Sebastian von Hardenberg spricht mit der HANSA exklusiv über Investitionen,
Künstliche Intelligenz, Crewing, Folgen der großen Schiffskauf-Welle durch Linienreedereien und
Gemeinsamkeiten mit anderen Shipmanagern. Von Michael Meyer
Wie ist die aktuelle Stimmungslage bei
Bernhard Schulte Shipmanagement?
»Wir sind eigentlich guter Dinge. Einige
Entwicklungen auf der Makro-Ebene
halten sich aktuell die Waage«, sagt
von Hardenberg. Auf der einen Seite
gibt es die bekannte Tendenz zu immer
komplexeren Regularien, die mit
entsprechenden Anforderungen daherkommen:
Umweltpolitik, Port Fees,
ständig ändernde Visa-Bedingungen,
Compliance, Sanktionsrisiken und so
weiter: »Um Reedern dabei zu helfen,
durch diese Komplexität zu navigieren,
muss kontinuierlich und in großem
Umfang investiert werden, etwa in
neue Experten und IT-Systeme.«
Der CEO meint, BSM kann mit seiner
Größe echten Mehrwert bieten. »Einige
Reeder sind mit ihrer Größe nicht in
der Lage oder bereit, so schnell die
notwendige Kapazität aufzubauen. Der
Bereich hat für uns beachtliches Geschäft
erzeugt«, sagt von Hardenberg.
»Erhebliches Geschäft« generiert BSM
außerdem über den Procurement-Pool
Genpro. Kunden können laut dem CEO
sehr gute Betriebskostenergebnisse
und Kostenvorteile im technischen Einkauf
erwarten, die die Management-
Fees, die BSM abrechnet, »ohne Weiteres
übertreffen«.
»Kein Bestandsrisiko
für kleine Manager«
Der Umstand, dass viele Reeder seit
ein paar Jahren sehr ordentliche bis
zum Teil enorme Gewinne einfahren,
zahlt sich positiv für Shipmanager aus.
Vor dem letzten Boom hatte es wiederholt
Stimmen aus dem Markt gegeben,
die zumindest hinter vorgehaltener
Hand die nicht sonderlich ausgeprägte
Sebastian von Hardenberg
Anfang 2025 hat Sebastian von Hardenberg die Nachfolge von Ian Beveridge als
Geschäftsführer von Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) angetreten. Er ist
seit 2005 für den Schulte-Konzern in verschiedenen Ländern tätig: Unter anderem
als Head of Controlling bei der Reederei Bernhard Schulte und als Finanzdirektor
bei BSM Deutschland. 2015 wurde er Chief Financial Officer von BSM.
Zahlungsbereitschaft von Schiffseignern
monierten. Aktuell stellt sich die
Situation anders dar, wie auch von Hardenberg
bestätigt: »Wir erinnern alle
die Zeiten, in denen die Liquidität beim
Kunden knapp bis sehr knapp war.
Heute mangelt es bei vielen Schiffseignern
nicht an Kapital. Das hilft uns dabei,
einen sicheren Schiffsbetrieb mit
hoher Qualität durchzuführen.«
Was die vom BSM-Chef angesprochene
Waage trotz dieser positiven Aspekte in
© BSM
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
der Balance hält, ist unter anderem die
rege Investitionstätigkeit einiger großer
Linienreedereien. MSC, CMA CGM und
andere haben in den letzten Jahren in erheblichem
Ausmaß Neubauten bestellt
und gebrauchte Schiffe gekauft – oft von
traditionellen Reedereien, die externe
Shipmanager hatten. Diese großen Linien
haben zum Teil eigene Management-Abteilungen.
»Wir sind zwar auch mit Ihnen
im Geschäft, aber nicht in so großem Umfang«,
sagt von Hardenberg.
Allein die Größe einiger Shipmanager
dürften seiner Ansicht nach aber nicht
zwangsläufig dazu führen, dass kleinere
Wettbewerber aus dem Markt gedrängt
werden. Er sieht die Entwicklung
insgesamt eher als Chance, sich durch
Qualitätsangebote hervorzutun, nicht
als bestandsgefährdendes Risiko für irgendjemanden.
»Es gibt zwischen Shipmanager
und Eigner eine enge Symbiose.
Diese Entwicklungen werden dem
kleineren Manager, der diese Investition
nicht so ohne Weiteres tätigen kann,
nicht die Grundlage entziehen.«
Mit Blick auf den Wettbewerb zwischen
Shipmanagern sieht der BSM-CEO ein
gemeinsames Ziel: den Schiffseigner davon
zu überzeugen, Schiffe in die Betreuung
eines professionellen, qualitätsorientierten
Managers zu geben. »Ich bin
mit der Mehrheit der Meinung: der Markt
könnte größer sein. Es gibt Bereiche, wo
wir gemeinsam erfolgreich sein wollen
und müssen – zum Beispiel, Überzeugungsarbeit
beim Schiffseigner zu leisten.«
Mehr Eigner sollten ihre Schiffe in
die Betreuung eines Third-Party-Shipmanagers
geben. »Das führt uns und die
Wettbewerber auf eine bestimmte Art
und Weise zusammen.« Lediglich rund
20 % der weltweiten Flotte sind im Third-
Party-Ship-Management. Zum Vergleich:
2018 hatte der Weltverband Intermanager
von einer Bandbreite zwischen 35
und 40 % gesprochen (HANSA 06/2018).
Heute sagt von Hardenberg: »Wenn man
das zumindest auf 30 % ausbauen könnte,
wäre der Markt größer.«
670 Schiffe in der
Management-Flotte
Die gemanagte Flotte konnte zuletzt relativ
stabil gehalten werden, aktuell sind
es 480 Schiffe im Voll- und 190 im Crew-
BSM in Zahlen
• 670 Schiffe im Management (480 Full Management, 190 Crew Management)
• 165 Tanker (Chemical, Products, Crude Oil, etc)
• 140 Gas Carrier (LNG, LPG, FSRU/FSU, etc)
• 180 Bulk Carrier (Handysize bis VLOC/Valemax)
• 105 Containerschiffe (Feeder bis ULCV)
• 40 Offshore-Schiffe (Service Operation Vessels, FPSO, Accommodation
Vessels, Anchor Handling Tug Supply, etc)
• 10 Kreuzfahrtschiffe (250 bis 1.700 Pax)
• 15 »Andere« (Car Carrier, RoRo, Fähren, Research, etc)
• 10 Shipmanagement Centres weltweit
• 29 Crew Service Centres
• 6 eigene Maritime Training Centres
• 25.000 Seefahrer im Crew-Pool (+15.000 Hotel und Hospitality Staff)
Management. Beide Segmente werden
bei Schulte als gleich wichtig bewertet,
die Größe allein ist kein strategisches
Ziel. »Wir haben die Größe erreicht, mit
der wir Skaleneffekte heben können. Für
uns hat jetzt Priorität, die Sicherheit für
Seeleute und Schiffe zu gewährleisten«,
so der CEO. BSM ist zu 100 % im Eigentum
einer »Schifffahrtsfamilie«, sein
Mandat sei, für Qualität und Sicherheit
zu sorgen und damit die Reputation der
Gruppe zu befördern.
Neben der klassischen Handelsschifffahrt
spielen zunehmend die Segmente
Kreuzfahrt und Offshore eine Rolle. Im
Cruise-Bereich sieht man sich erfolgreich
aufgestellt, auch im Markt für Luxusyachten
ist die Gruppe aktiv. Mit der
Übernahme von Sea Chefs hat man sich
in das Geschäft mit Hospitality-Personal
für die Kreuzfahrtindustrie eingekauft.
Das Offshore-Engagement hingegen
ist nach Ansicht des CEO noch ausbaufähig:
»Wir haben zwar einige Windpark-
Schiffe im Management, aber in dem
LNG und Alternative Kraftstoffe
Markt müssen wir noch mehr schaffen,
als uns bislang gelungen ist.«
»Mit weitem Abstand erfolgreichster
Akteur unter den Third-Party-Managern«
sei die Gruppe mit der Marke Schulte
Marine Concept in der Neubau-Aufsicht.
Kürzlich wurde das 1.050. Projekt abgeschlossen.
Dauerthema »Investition«
für verschiedene Bereiche
Für Bernhard Schulte sind Investitionen
unterschiedlicher Couleur verschiedener
Art ein Dauerthema: »Unser Auftrag und
Plan ist es, die Sicherheit unserer Besatzung
und der uns anvertrauten Schiffe
zu gewährleisten, für unsere Kunden
gute Betriebskostenergebnisse und
hohe Verfügbarkeit ihrer Schiffe zu erzielen.
Erforderlich sind dafür konstante
hohe Investitionen.«
BSM steckt etwa mitten in der Implementierung
von Künstlicher Intelligenz.
Auch hierüber will man Business gene-
• »Führender Third Party Shipmanager im Bereich LNG«
• Über 80 LNG-Carrier im Management (inkl. 1 x FSRU, 2 x FSU, 5 x LNG Bunker)
• Fast 60 Schiffe mit LNG Dual-Fuel-Antrieb im Management
• 4 auf LNG spezialisierte Shipmanagement Centres
• Spezialisierte LNG Training-Hubs
• Über 5.000 Seefahrer mit Gas Carrier-Experience im Crew-Pool
• 5 Methanol Dual-Fuel-Schiffe im Management (3 x Tanker, 2 x Bulker)
• BSM managt ab 2027 das weltweit erste Ammoniak-Bunkerschiff: Dafür
wurden Simulatoren für den Umgang mit neuen Kraftstoffen eingeführt
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
rieren. Als Beispiel nennt von Hardenberg die Weiterentwicklung
des eigenen Software-Produkts MariApps PAL. So ist die Gruppe
derzeit in der Findungsphase, in welchen Bereichen KI ausgerollt
wird, an über 20 einzelnen Projekten wird gearbeitet. »Technologie
soll dazu dienen, die Besatzungen und die an Land Beschäftigten
zu unterstützen, nicht zu ersetzen«, sagt er.
Fokus für Crewing stärker auf Afrika
Einer der neuen Methanol-Simulatoren von BSM in Kochi/Indien
»Es gibt Bedarf an Training zum Umgang mit
alternativen Kraftstoffen – für uns im Bereich
Emergency Response, Firefighting etc. Dafür
haben wir mit großem Aufwand Kurse entwickelt.
Die IMO kümmert sich zwar um Crew-
Kompetenzen. Ergebnisse wird es aber erst
geben, nachdem die ersten Ammoniak- oder
Methanol-Schiffe längst in Betrieb sind.«
Sebastian von Hardenberg
© BSM
Künstliche Intelligenz setzt BSM unter anderem im Bereich Wartung
ein, aber vor allem in der Logistik. »Wenn man überlegt,
was für ein großes Rad logistisch gedreht werden muss, um Besatzung
und Schiff sowie Service-Leute und Ersatzteile auf denselben
Punkt zu kriegen, dann können wir hier einiges erreichen.«
Auch wird KI im Bereich Reporting und verschiedenen
administrativen Bereichen genutzt.
Die Tochter MariApps mit ihren rund 1.200 Mitarbeitern spielt
dabei eine große Rolle. Es wurde ein eigener Pool an AI-Experten
aufgebaut, die zusammen mit den Fachabteilungen von
BSM Tools entwickeln. »Ein Shipmanager kann sich hervortun,
indem er Digital Leadership übernimmt«, sagt von Hardenberg.
Konstante Investition fließen auch ins Crewing – für Mitarbeiter
auf See und auf Land. »Um attraktiv zu bleiben für die
nächste Generation, muss man in erheblichem Maße investieren
– zum Beispiel in eine moderne ›Brand Language‹ und
in IT.« BSM kooperiert mit diversen Universitäten und ist in
28 Ländern selbst mit Rekrutierungsbüros vertreten. Ein
größerer Fokus wird mittlerweile auf Afrika gelegt. Auch ein
paar andere Crew-Manager gehen diesen Weg, wie zum Beispiel
der Hamburger Dienstleister Danica (HANSA 02/2026).
2025 hat die Schulte-Gruppe ein Trainings-Center in Ghana
eröffnet. Das Engagement dort wird als großer Erfolg bewertet,
aktuell hat BSM rund 600 Ghanaer »an Bord«. Ein
Ende ist vorerst nicht absehbar: »Wir haben große Pläne für
Afrika. Wir glauben, dass der Kontinent in der Zukunft einen
immer größeren Footprint in der Seefahrt haben wird«, sagt
von Hardenberg. Er hält es für wichtig, eine sogenannte Multinationalitätenstrategie
zu verfolgen. »Es zeigt sich durch
Zerwürfnisse, durch Krieg und Konflikte, wie schnell einzelne
Nationalitäten unter Druck geraten können. Schon deshalb
werden wir immer investieren, um zusätzliche Nationalitäten
auszubilden.«
Das BSM-Trainingszentrum in Ghana
© BSM
Folgen von Geopolitik
für das Shipmanagement
Die aktuellen Rahmenbedingungen wie die Geopolitik wirken
sich direkt auf das Shipmanagement aus. »Wir haben 28 Nationalitäten
bei unseren Crews. Wir wollen die Sicherheit unserer
Mitarbeiter sicherstellen, insbesondere wenn sie aus Ländern
kommen, die von Krieg oder Bürgerkrieg und anderen Sicherheitsrisiken
betroffen sind«, sagt von Hardenberg. Die Bedrohungslage
in Fahrtgebieten sei ein großes Thema und es gebe
einen engen Austausch mit den Schiffseignern und Charterern.
Auch Sanktionen und Compliance spielen eine große Rolle. Proaktiv
soll über Risiken aufgeklärt und Alternativvorschläge gemacht
werden.
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Erster »Enviro Feeder« nimmt Dienst auf
Kräfte bündeln, Synergien nutzen, das war die Devise von fünf Reedereien, die gemeinsam einen
neuen Schiffstypen in Fahrt bringen. Das erste dieser »Enviro-Feeder« wurde von der Harener
Reederei Jüngerhans in Wilhelmshaven getauft. Von Hermann Garrelmann
Gleich auf Anhieb brachte Taufpatin Friederike
Rolfs die Champagnerflasche am
Bug der »Rike J« zum Zerplatzen. Das soll,
folgt man dem Schifferglauben, der Crew
für alle Zeit Glück auf allen Reisen geben.
Den obligatorischen Taufspruch brachte
die Patin, Tochter des Reederei-Geschäftsführer
Herm Jüngerhans aus Haren,
souverän und zweisprachig unter
dem Beifall der Gäste aus. Synchron dazu
enthüllte sich der Namenszug am Bug,
der bis zu diesem besonderen Moment
verhüllt war. »Die Taufe folgt der Tradition,
dass unsere Schiffe auf den Namen
von Familienmitgliedern oder nach Sternenbildern
benannt werden«, erklärte
Herm Jüngerhans.
Nur für ein paar Stunden lag die
»Rike J« in Wilhelmshaven an der Kaje.
Diesen Zeitslot nutzte die Reederei, um
mit einer großen Zahl an Geschäftspartnern,
Mitarbeitern, Freunden und Familienmitgliedern
nach Wilhelmshaven einzuladen.
Mit dabei war auch geistlicher
Beistand aus der Heimat: Pastor Frank
Rosemann segnete das Schiff und erbat
für die Besatzung Gottes Segen.
Das erste von 18 Schiffen
Die »Rike J«, das erste Schiff der 18 Feeder
umfassenden Serie, ist für den Transport
von 45-Fuß-Containern optimiert
und verfügt durch die Anordnung der
Aufbauten einschließlich der Brücke auf
dem Vorschiff über zusätzliche Stellfläche
an Deck. Das macht die »Rike J«, die
unter der Flagge von Portugal und mit
dem Heimathafen Madeira eingetragen
ist, zu einem »perfekten Schiff für den
Feederverkehr«, erklärt der Reedereichef.
»Mit der ›Rike J‹ und den noch folgenden
Neubauten wird unsere Flotte
schrittweise weiter modernisiert«, sagt
Reederei-Geschäftsführer Stefan Jüngerhans.
Dazu habe man die Energieeffizienz
dem jüngsten Neubau deutlich verbessern
können, so der Reederei-Chef. Weitere
Verbesserungen der Umweltbilanz
sind möglich: Das Schiff ist für den Einsatz
von Methanol als Kraftstoff vorbereitet.
Zudem sind erstmals auf einem Feeder-Schiff
spezielle Räume für
Batterietechnik vorgesehen. Insgesamt
verbraucht das neue Schiff bis zu 30 %
weniger Brennstoff als nur wenig ältere
© Garrelmann
Die »Rike J« ist der erste von insgesamt 18 Neubauten der »Enviro Feeder«-Reihe
28 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Einheiten gleicher Größe. »Das sind extrem
gute Werte«, betont Stefan Jüngerhans,
der sich schon auf die weiteren
zwei Neubauten freut.
Wie alle geplanten Enviro-Schiffe hat
die »Rike J« mit 155 m Länge und 24,5 m
Breite eine Ladefähigkeit von 1.208 TEU.
Das auf der chinesischen Werft Jiangsu
Dajin Heavy Industry gebaute Schiff ist
mit einer BRZ von 13.719 vermessen und
auf 13.100 tdw Tragfähigkeit ausgelegt.
Angetrieben wird das Feederschiff (nongeared)
von einem MAN 6S50MEC 9.6
mit einer Leistung von ca. 8.200 kW. Damit
kommt die »Rike J« auf eine Geschwindigkeit
von max. 18,5 kn. Entworfen
wurde das Schiffsdesign vom
niederländischen Büro SMB Naval Architects
aus Haren (NL).
»Methanol-Ready«
Durch das »Methanol-Ready«-Konzept,
das optimierte Rumpf/Maschinendesign,
die vorbereiteten Landstromanschlüsse
und die Vorbereitung auf den CCS-Einsatz
zählen die Enviro-Schiffe zu den
emissionsärmeren Feeder-Containerschiffen.
Zudem sind spezielle Räume für
Batterietechnik vorgesehen.
Für die Möglichkeit, 45-Fuß Container
aufnehmen zu können, sind im Hold-Bereich
und auf dem Deck variabel positionierbare
Führungsrahmen (»cell guides«)
und Laschen vorbereitet. Diese Führungsschienen
können so sowohl 20-
und 40-Fuß als auch 45-Fuß Container in
denselben Stapelreihen aufnehmen und
sind so konstruiert, dass sie durch Verschieben
oder Umstecken der Führungen
an unterschiedliche Containerlängen
angepasst werden können. Die
ISO-Normen-Kompatibilität stellt sicher,
dass Container ohne Seitendruck verkantungsfrei
stehen. Zudem lassen sich
durch zementierte Laschpunkte/Halterungen
auch höhere oder größere Container
sicher fixieren.
An Bord der »Rike J« sind 270 Reefer-
Plugs vorhanden, die ebenfalls mit
45-Fuß-Reefer-Containern belegt werden
können.
Das Enviro-Projekt wurde initiiert durch
die in Hamburg ansässige Arkona Allied
Container (AAC) und die Reedereien Jüngerhans,
HS Schiffahrt, Wessels, H.-P.
Wegener sowie Visser Shipping (NL). Die
Mit Schleppern wurde die »Rike J« an den Liegeplatz in Wilhelmshaven gezogen
Schiffe werden bei zwei Werften geordert.
Für Stefan Jüngerhans ist diese Art
der Zusammenarbeit gleich mehrfach
vorteilhaft: »Eine derartige Kooperation
zur Bündelung der Nachfrage verbessert
die Verhandlungsposition gegenüber
Werften entscheidend, macht den Auftrag
für die Schiffbauer attraktiver und
verbessert die Konditionen für jeden«,
erklärte er und ergänzte: »Die Bündelung
der Nachfrage und die Kooperation
auch bei der Entwicklung des Schiffsdesigns
kombiniert das Know-How und die
Expertise mittelständischer Reedereien,
die jeder für sich nicht vorhalten könnte.«
30 Mio. € pro Schiff
Finanziert werden die Neubauten mit der
Mare Trust AG als Finanzierungspartner
und zugleich größtem Gesellschafter der
Schiffsserie. »Ein Konsortium von Genossenschaftsbanken
wird das Fremdkapital
über Schiffshypothekendarlehen finanzieren.
Wir sind sehr froh und dankbar
über die hohe Kompetenz und Erfahrung
in der Schifffahrt. Nachdem sich viele
Banken aus der Schiffsfinanzierung zurückgezogen
haben, ist es umso wichtiger
verlässliche und starke Partner zu
haben«, so Stefan Jüngerhans. Das Gesamtvolumen
des Enviro-Paketes wurde
mit rund 500 Mio. € beziffert, das entspricht
im Durchschnitt rund 30 Mio. €
pro Einheit. Die weiteren Einheiten werden
in diesem und im kommenden Jahr
erwartet.
Mare Trust ist über alle betreuten
Schiffssegmente mit insgesamt elf Partnerreedereien
verbunden. Die Bestandsflotte
besteht derzeit aus 65 Einheiten.
Im Orderbuch des Oldenburger Unternehmens
wird ein Bauvolumen von rund
925 Mio. $ für 34 Schiffseinheiten geführt.
Die erste Reise nach der Taufe der
»Rike J« unter Kapitän Vorona, Chief Engineer
Fomin sowie seiner 18-köpfigen
Crew begann nur ein paar Stunden nach
der Taufe. Sie führt den Neubau zunächst
nach Rotterdam und dann nach Irland.
Vor der Taufe kam das Schiff mit einer Ladung
Container aus New Orleans (USA).
Nach der Taufe wurde berichtet, dass die
»Rike J« in Charter der luxemburgischen
CLdN läuft. Mit der »Andromeda J« ist bereits
ein weiteres Jüngerhans-Schiff bei
CLdN in Charter.
Die in vierter Generation inhabergeführte
Reederei Jüngerhans aus Haren
an der Ems betreibt eine Flotte von 36
Container- und Schwergutschiffen und
blickt auf eine mehr als 120-jährige Tradition
in der Schifffahrt zurück. ■
© Jüngerhans
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
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SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Dual-Fuel-Strategien im Aufschwung
Im letzten Jahr hat sich die Zahl der Schiffe, die mit Dual-Fuel-Antrieben ausgestattet sind,
beinahe verdoppelt. Alternative Kraftstoffe scheinen auf dem Vormarsch, doch Reedereien
stehen nicht nur vor Geldfragen, sondern fordern auch klare Richtlinien. Von Jannik Westerkamp
Es ist ein langsamer, aber stetiger Wandel,
der sich auf den Weltmeeren vollzieht
– weg vom Schweröl, hin zu umweltfreundlicheren
Kraftstoffen. Immer
mehr Schiffe fahren mit Alternativen
oder sind auf den Betrieb mit LNG & Co.
vorbereitet. Der Begriff »Dual Fuel« für
Motoren, die zwei verschiedene Kraftstoffe
verbrennen können, gehört längst
zu den wichtigsten Schlagwörtern für
Neubauten.
Gemessen an der Größe der Weltflotte
ist diese Entwicklung besonders im Containersegment
zu beobachten. Gemeinsam
mit der deutlich kleineren RoRo-
Flotte machen Dual-Fuel-Schiffe bereits
einen signifikanten Anteil aller Schiffe
und vor allem der bestellen Neubauten
aus. Das World Shipping Council fasst
beide Segmente im »Dual-Fuel Fleet
Dashboard« zusammen, Containerschiffe
machen allerdings den Löwenanteil
aus. Nach aktuellem Stand sind derzeit
über 400 Schiffe aus diesen Segmenten
mit Dual-Fuel-Antrieben in Fahrt. Verglichen
mit dem Vorjahr ist sie damit fast
um den Faktor zwei größer: 2024 waren
noch 218 Schiffe mit solchen Antrieben
ausgestattet. Zum Vergleich: Die gesamte
Containerflotte umfasst nach Angaben
von Alphaliner rund 7.500 Schiffe
(davon 6.700 »fully cellular«), im RoRo-
Segment sind es etwa 850.
Über 700 Neubauten
Die Dual-Fuel-Technologie nimmt auch in
den weltweiten Orderbüchern für diese
Schiffstypen inzwischen einen signifikanten
Anteil ein. Trotz zahlreicher Ablieferungen
im letzten Jahr befinden sich
noch 726 Schiffe in den Büchern – das
sind 74 % aller Bestellungen für Containerschiffe
und 87 % für Autofrachter. In
anderen Schiffssegmenten fällt der Anteil
deutlich geringer aus: Nur 21% der
Order entfallen auf Dual-Fuel-Antriebe.
Das ist insofern signifikant, dass die Bulker-
und Tankerflotten zusammengenommen
die etwa vierfache Größe der
Containerflotte ausmachen.
Damit ist die Zahl der Dual-Fuel-Schiffe,
die bereits in Fahrt sind oder noch gebaut
werden, auf insgesamt 1.126 angewachsen.
Gegenüber dem Vorjahr
entspricht das einem Anstieg um 28 %.
Laut WSC entspricht diese Zahl einem
Betrag von 150 Mrd. $, die von der Branche
in neue Schiffe investiert worden
sind.
Hapag-Lloyds Hamburg-Express-Klasse fährt mit LNG-Antrieben
© Hapag-Lloyd
30 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Große Dual-Fuel-Bestellungen der
letzten Zeit kommen unter anderem von
MSC mit acht LNG-Containerschiffen zu
je 11.500 TEU, die bei Jinglu Shipyard in
China gebaut werden. Maersk hat acht
Schiffe bei New Times Shipbuilding in
Auftrag gegeben: Die Einheiten haben
eine Kapazität von 18.600 TEU und werden
ebenfalls mit LNG betrieben. Bemerkenswert
ist auch eine Order von CMA
CGM aus dem letzten Oktober: Die Franzosen
erweitern ihre Shortsea-Flotte um
sechs 1.700-TEU-Schiffe, die erstmals in
Indien gebaut werden sollen. Kraftstoff
der Wahl ist auch hier LNG.
LNG bestimmt Orderbücher
In den Neuaufträgen nimmt Methanol in
den letzten Jahren eine immer größere
Rolle ein. Seit 2022 ist der Anteil von
Schiffen, die künftig mit diesem Kraftstoff
betrieben werden können, auf einen
Anteil von 2,37 Mio. TEU angewachsen.
Dem gegenüber steht weiterhin
Methan – in Form von LNG – mit
5,98 Mio TEU als beliebteste Alternative,
obwohl der Kraftstoff weiterhin als »Brückentechnologie«
gilt, da LNG ebenfalls
primär aus fossilen Rohstoffen stammt.
Auf konventionellen Schwerölantrieb
entfallen weiterhin 2,34 Mio. TEU, also
nur minimal weniger als auf Methanol.
Eine Order von Cosco vom Jahresanfang
Maersk hat eine Neubauserie von acht LNG-Containerschiffen in Auftrag gegeben
spiegelt das gut wider: 18 Schiffe im
Wert von 2,3 Mrd. $ entstehen bei CSSC
Jiangnan – zwölf 18.000-TEU-Schiffe mit
LNG-Antrieb, sechs 3.000-TEU Einheiten
mit konventionell betriebenen Motoren.
Für Linienreedereien haben sich alternative
Kraftstoffe in den letzten Jahren zu
einem wichtigen Faktor für die Zukunft
ihrer Flotte entwickelt. Ein Grund dafür
sind Nachhaltigkeit und Klimaschutz,
wie sie unter anderem durch Richtlinien
wie FuelEU Maritime und das Emissionshandelssystem
EU-ETS forciert werden.
Aber auch die Unabhängigkeit von fossilen
Rohstoffen spielt dabei eine Rolle.
»Express« mit Dual-Fuel
Zu den Reedereien, die bereits umfassende
Erfahrungen mit Dual-Fuel-Antrieben
gemacht haben, zählt unter anderem
Hapag-Lloyd. Derzeit hat das
© Maersk
YOUR PROPULSION EXPERTS
WIR WISSEN, WAS SCHIFFE BEWEGT
Die SCHOTTEL-Gruppe ist ein weltweit führender Hersteller von Antrieben und Steuerungen für Schiffe und Offshore-Anwendungen.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Spay/Rhein entwickelt, konstruiert und produziert rundum steuerbare Antriebs- und
Manövriersysteme, komplette Antriebsanlagen bis 30 MW Leistung sowie Steuerungen für Schiffe aller Art und Größe.
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HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
31
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Unternehmen 13 Schiffe im Betrieb, die
mit LNG und Biomethan fahren: Die
zwölf Neubauten umfassende Hamburg-
Express-Klasse sowie die »Brussels Express«
als Retrofit.
Aktuell ist LNG die am leichtesten verfügbare
alternative Kraftstofflösung, beispielsweise
für unsere Hamburg-Express-Klasse,
auch wenn es sich dabei
noch um einen fossilen Kraftstoff handelt«,
teilte die Reederei auf Anfrage der
HANSA mit. »Gleichzeitig betreiben wir
diese Schiffe auch schon mit dem deutlich
emissionsärmeren Bio-Kraftstoff Biomethan,
obwohl dieser momentan noch
nicht in großen Mengen verfügbar ist.
Darüber hinaus bereiten wir unsere Flotte
technologisch auf weitere Kraftstoffe
wie Methanol vor, um langfristig flexibel
zu bleiben.«
Mit Neubau-Ordern umfasst die LNG-
Flotte von Hapag-Lloyd 37 Schiffe. Hinzu
kommen weitere Einheiten, die über Dual-Fuel-Motoren
mit Methanol betrieben
werden sollen. So werden fünf
10.100-TEU-Schiffe in den nächsten Monaten
auf den Dual-Fuel-Betrieb mit Methanol
umgerüstet, hinzu kommen acht
in China georderte Neubauten zu je
4.500 TEU.
Skalierbarkeit und Menge
Einen klaren Vorreiter in der Schifffahrt
sieht man bei Hapag-Lloyd nicht, sondern
erwartet künftig einen Mix aus verschiedenen
Kraftstoffen. Diese müssen
nicht nur ein hohes Potenzial zur Dekarbonisierung
aufweisen, sondern auch
skalierbar sein und in ausreichenden
Mengen zur Verfügung stehen. »Entscheidend
ist, dass diese Kraftstoffe
nicht nur technisch einsetzbar sind, sondern
sich mit zunehmender Skalierung
auch wirtschaftlich weiterentwickeln, um
eine spürbare Wirkung bei der Emissionsreduktion
zu entfalten.«
LNG wird als Übergang zu erneuerbaren
Kraftstoffen gesehen, da es kurzfristige
Emissionsreduktionen ermöglicht.
Gleichzeitig bereite es die Flotte auf den
Einsatz klimafreundlicherer Kraftstoffe
vor. Potenzial für die Dekarbonisierung
sieht man auch in der Verwendung synthetischer
Kraftstoffe. Hapag-Lloyd engagiert
sich dazu unter anderem bei der
Zemba-Allianz, um den Einsatz von E-
Tailwinds »Panda 001« nutzt Biodiesel als Kraftstoff
Methanol zu fördern. Partnerschaften
seien entscheidend, um die notwendigen
Mengen und ihre Verfügbarkeit zu
sichern, um diese Kraftstoffe schrittweise
in den Regelbetrieb zu integrieren.
DEX fährt mit Biodiesel
Die Lidl-Reederei Tailwind ist zwar erst
seit wenigen Jahren am Markt, dafür
aber während einer Zeit großer Umbrüche
auf die Bühne getreten. Das spielt
sich in der Bedeutung alternativer Kraftstoffe
in der Flotte wider. »Die Flotte unseres
Dolphin Express Service (DEX) fährt
ausschließlich mit B30 ULSFO-UCOME,
auch Schiffe auf unserem Panda Express
Service haben diesen Treibstoff bereits
genutzt«, so die Reederei auf HANSA-Anfrage.
»E-Fuels sind ebenfalls ein spannendes
Thema, das zusätzlicher Aufmerksamkeit
bedarf. Aktuell sind
Verfügbarkeiten leider noch zu gering,
um eine konstante Schiffsversorgung zu
planen.«
Was die künftige Nutzung von Alternativen
betrifft, äußerte sich Tailwind leicht
zugunsten gasbasierter Kraftstoffe, da
die Schifffahrt nicht die einzige Transportsparte
sei, die sukzessive Emissionen
einsparen muss.
Eine Frage des Geldes
Nicht zu vernachlässigen ist auch der
Kostenfaktor: Alternative Kraftstoffe sind
nach wie vor deutlich teurer als Schweröl
und Marinediesel. » Die Dekarbonisierung
der Schifffahrt ist deshalb eine gemeinsame
Aufgabe entlang der gesamten
Wertschöpfungskette«, heißt es dazu
seitens Hapag-Lloyd. »Vor diesem Hintergrund
bedauern wir, dass die Entscheidung
über das IMO Net Zero Framework
verschoben wurde. Die Branche benötigt
klare politische Rahmenbedingungen,
damit alternative Kraftstoffe breit und
dauerhaft eingesetzt werden können.«
Hapag-Lloyd bietet Kunden über »Ship
Green« die Möglichkeit, Emissionen zu
reduzieren – um 25, 50 oder 100 %. Die
dafür anfallende Ship-Green-Fee wird
danach auf der Rechnung ausgewiesen
und deckt die Mehrkosten für den Einsatz
von Biokraftstoffen.
Es braucht Planbarkeit
Was die Verwendung alternativer Kraftstoffe
belangt, gibt es klare Wünsche seitens
der Reedereien. Sie fordern jedoch
insbesondere angesichts des gescheiterten
Net-Zero Frameworks der IMO
klare Vorgaben, um die künftige Flottenstrategie
planen zu können. »Wir brauchen
klare, verlässliche und international
harmonisierte Regeln, die Investitionen
in Flotte und alternative Kraftstoffe planbar
machen und ein globales Level Playing
Field schaffen«, teilte Hapag-Lloyd
dazu mit. »Wir wollen die absoluten
Emissionen bis 2030 um rund ein Drittel
(vs. 2022) reduzieren und Net-Zero Fleet
Operations bis 2045 erreichen – also fünf
Jahre früher als das IMO-2050-Ziel. Damit
das branchenweit skaliert, braucht es
stabile Rahmenbedingungen, die die
Verfügbarkeit nachhaltiger Kraftstoffe
beschleunigen und Wettbewerbsverzerrungen
vermeiden.«
■
© Tailwind Shipping Lines
32 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
»SPIRIT OF TOULOUSE«
Neuer RoRo für Airbus-Dienst
Die französische Reederei Louis Dreyfus
Armateurs (LDA) hat mit der »Spirit of
Toulouse« das erste von drei neu entwickelten,
emissionsarmen RoRo-Schiffen
für den Einsatz im Airbus-Transport in
Dienst gestellt. Das Schiff wurde auf der
Wuchang-Werft der CSSC Group in China
zu Wasser gelassen. Zwei weitere Einheiten
der Serie befinden sich derzeit ebenfalls
noch im Bau. Die Neubauten sind
speziell für den Transport von Flugzeugkomponenten
für Airbus auf der Transatlantikroute
konzipiert.
Kernstück des Antriebskonzepts sind
sechs jeweils 35 m hohe Rotorsegel von
Norsepower. Ergänzt wird das System
durch zwei Dual-Fuel-Hauptmaschinen,
die sowohl mit E-/Bio-Methanol als auch
mit Marinediesel betrieben werden können.
Bereits in der Entwurfsphase wurde
Die »Spirit of Toulouse« ist der erste von drei emissionsarmen Neubauten
ein Ansatz zur Reduzierung der CO 2
-Emissionen
verfolgt. Dazu zählen Propellerund
Wellenanlagen aus recyceltem Stahl,
Antifouling-Beschichtungen sowie ein
Energiemanagement- und Wärmerückgewinnungssystem.
Zusätzlich kommen
KI-Routenoptimierungsprogramme zum
Einsatz. Im Vergleich zur bisherigen Generation
der Flotte sollen die neuen Schiffe
eine CO 2
-Reduktion von rund 70 % pro
Jahr erreichen. Auf Flottenebene rechnet
LDA mit einer Verringerung der durchschnittlichen
jährlichen Transatlantik-
Emissionen um etwa 50 %. JWY
© LDA
WITH BUREAU VERITAS
„Wir lotsen Sie durch
Future Fuels. Für eine
zukunftsfähige Schifffahrt.“
Ramona Zettelmaier
M&O Central Europe Director,
Bureau Veritas Marine & Offshore
Fangfrische
News gibt
es hier:
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
33
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Projektlogistik trifft Zukunft bei
LogisticsConnect in Bremen
Nach der Erstauflage hatten die Verantwortlichen ein positives Fazit gezogen, jetzt steht die
»LogisticsConnect« erneut – und vergrößert – als Projektlogistik- und Breakbulk-Event in Bremen
an. Die Schifffahrt ist prominent vertreten
Im Fokus steht die dabei die Zukunft
der Projektlogistik und des Schwerlast-
und Breakbulk-Verkehrs: Am 5.
und 6. März findet im Congress Centrum
Bremen (CCB) die LogisticsConnect
statt – Deutschlands einzige Kongressmesse
für Projektlogistik,
Breakbulk und Heavylift. 2025 war das
Event aufgelegt worden, mit
dem Weggang der BreakBulk Europe
nach Rotterdam war für die ansässige
Hafen- und Logistikwirtschaft ein
Vakuum entstanden, das aufgefüllt
werden sollte. Für die zweite Ausgabe
ist die Veranstaltungsfläche nun vergrößert
worden. Ende Januar hatten
sich sich 66 Aussteller angemeldet,
die ihre Produkte und Dienstleistungen
präsentieren.
»Bremen vereint als Standort ein nahezu
einmaliges Netzwerk an spezialisierten
Logistikpartnern, hohe Expertise
und die richtige Infrastruktur für
viele Projekte. Für uns seitens der Industrie
ein idealer Ort für den intensiven
Themen- und Meinungsaustausch,
den ich mir von der kommenden LogisticsConnect
verspreche«, sagt Rüdiger
Fromm von Logistics Business
Partner Wind Power Siemens Energy
Global. Auf Initiative der Industrievertreter
wird in diesem Jahr erstmalig am
Vortag der Kongressmesse der »Industry
Roundtable« im CCB stattfinden –
ein neues Austauschforum für Industrievertreter,
das künftig weitergeführt
werden soll.
In Zeiten geopolitischer Verwerfungen
und wirtschaftlicher Unsicherheiten
soll die Veranstaltung in Bremen
also führenden Experten der Branche
zusammenbringen, um zentrale Her-
Die LogisticsConnect lockt wieder zahlreiche Vertreter der maritimen Wirtschaft nach Bremen
© M3B/Stefan Hillen
34 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
ausforderungen zu analysieren und
praxisnahe Lösungen zu diskutieren
und aufzuzeigen. Ein inhaltlicher
Schwerpunkt des Kongressprogramms
liegt in diesem Jahr auf der Resilienz
von Lieferketten und kritischer Infrastruktur.
Gast zu diesem Thema ist unter
anderem der Bundestagsabgeordnete
Thomas Röwekamp, Vorsitzender
des Verteidigungsausschusses des
Deutschen Bundestags.
Hochrangige Speaker
Neben fachlichen Panels und Diskussionsrunden
soll das Programm auch Impulse
über den klassischen Branchendiskurs
hinaus setzen. So ist unter anderem
Lena Kemna, Big-Wave-Surferin, als
Speakerin eingeladen. In ihrem Impulsvortrag
geht die 31-Jährige auf ihre Erfahrungen
aus dem Extremsport ein,
setzt diese in den unternehmerischen
Kontext und spricht über Resilienz, mentale
Stärke, Mut und Entscheidungsfähigkeit
in Ausnahmesituationen – Kompetenzen,
die auch in der Projektlogistik
zunehmend gefragt sind. Weitere Speaker
und Teilnehmer kommen unter anderem
vom Zentralverband der Deutschen
Seehafenbetriebe (ZDS), der BLG,
Wallenius Wilhelmsen, Auerbach Schifffahrt.
Dship Carriers, Siemens Energy
oder der Harren Group.
Das Vortrags- und Workshopprogramm
zur Zukunft der Logistik behandelt
zudem Themen wie Projektlogistikstrategien
für die digitale
Transformation, Personal-Recruiting
und Employer-Branding, Marktanalysen
und Nachhaltigkeit. Zudem bietet
die LogisticsConnect dem Logistiknachwuchs
mit einem vergünstigten
Young-Professionals-Ticket die Möglichkeit,
einen kompakten Einblick in
die Branche zu bekommen. RD
© M3B/Stefan Hillen
© M3B/Stefan Hillen
BUILDING THE FLEET
OF THE FUTURE.
bbc-chartering.com
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
35
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Europa will gemeinsame Fregattenfamilie
Statt 27 verschiedener Fregattentypen soll es künftig ein gemeinsames Flottenprogramm
geben. Das European Combat Vessel, das von der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA)
erarbeitet wird, soll alle notwendigen Funktionen in einer skalierbaren Plattformfamilie bündeln
und so kosteneffizient die Verteidigungsfähigkeit Europas erhöhen. Von Hans-Uwe Mergener
Am 15. Januar 2026 hat die Europäische
Verteidigungsagentur (EDA) in Brüssel
die High‐Level Requirements für das
European Combat Vessel (ECV) mit den
sieben Signatarstaaten und der Industrie
detailliert – faktisch der Startschuss in
die Phase konkreter Fähigkeitsplanung.
Das European Combat Vessel (ECV) ist
mehr als ein neues Fregattenprogramm
– es ist der Versuch, Europas künftige
Überwasserkampfkraft in einer einzigen,
abgestuften Plattformfamilie zu bündeln.
Sieben EU‐Staaten (Belgien, Griechenland,
Italien, Niederlande, Portugal,
Spanien, Zypern) hatten sich Ende 2024
bereits politisch gebunden. Nun liegen
die High‐Level Requirements vor und
werden derzeit national bestätigt.
Eine Fregattenfamilie statt
27 Einzelwege
Politisch adressiert ECV gleich mehrere
offene Flanken der europäischen Sicherheitsarchitektur.
Die CARD‐Zyklen und
der Strategische Kompass haben erhebliche
Lücken bei Hochwertfähigkeiten
zur See identifiziert – von Luft‐ und
Raketenabwehr über ASW‐Tiefe bis hin
zu Führungsplattformen für multinationale
Verbände. Parallel altern zentrale
Fregattenklassen vieler Marinen in den
2030er/2040er Jahren aus, während nationale
Nachfolgelösungen teuer, langsam
und untereinander kaum harmonisiert
wären. ECV setzt hier bewusst an:
Ein gemeinsames Fähigkeitsziel, eine
skalierbare Familie, ein abgestimmter
Technologie‐ und Logistikansatz.
Bruch mit der alten
europäischen Werftlogik
Der system‐to‐hull‐Ansatz ist dabei der
eigentliche Bruch mit der bisherigen
europäischen Praxis. Nicht mehr der nationale
Schiffsentwurf steht am Anfang,
sondern ein gemeinsam definiertes
Fähigkeitsprofil, das erst anschließend in
drei Größenklassen gegossen wird:
Small (<3.000 t), Medium (4.500–6.000 t)
und Large (7.000–8.000 t). Alle Varianten
teilen eine offene, modulare Architektur
(»fitted for but not with«), ein AI‐gestütztes
Combat Management System und
ein C2‐Design, das explizit für C2D2E/
DDIL‐Umgebungen ausgelegt ist. Damit
wird ECV von Beginn an auf lange
Lebenszyklen, Retrofit‐Fähigkeit und
technologische Sprünge ausgelegt – von
Hyperschall‐Abwehr über gerichtete
Energiewaffen bis hin zu UxV‐Schwarmoperationen.
Darstellung des European Combat Vessel
© EDA
Von low-intensity zur
Hochintensivoperation
Operativ ist das Programm klar ambitioniert.
ECV soll das gesamte Spektrum
vom maritimen Alltagsbetrieb bis zum
hochintensiven Seekrieg abdecken: Präsenz,
Schutz von SLOC und Offshore‐
Infrastruktur, Krisenreaktion und Evaku‐
36 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
ierungsoperationen, bis hin zu Sea
Control/Sea Denial, integrierter Luft‐ und
Raketenabwehr (IAMD/AAW), Anti‐Surface‐
und Anti‐Submarine Warfare sowie
Strike‐Fähigkeiten. Besonders auffällig
ist die konsequente Verankerung von
Multi‐Domain‐Operationen: Weitreichende
4D‐Luftraumradare, multistatische
ASW‐Sensorik, eine umfangreiche
EW‐Suite, organische UAV, USV und
UUV/AUV sowie robuste Cyber‐Resilienz
sind als Systemverbund gedacht – nicht
als nachträgliches Aufsatteln.
Zwischen kompakter
Fregatte und Kampfkreuzer
Im französischen Diskurs wird die Zukunft
der Überwasserschiffe entlang des
Spektrums »frégates compactes« versus
»croiseurs de combat« diskutiert. ECV
greift diese Spannweite auf – aber als
europäisches Familienkonzept: Small
und Medium adressieren faktisch das
Segment kompakter Mehrzweckfregatten,
Large bewegt sich mit 7.000–8.000 t,
Flaggschiff‐C2, BMD‐Option, Hyperschall‐Wirkmitteln,
DEW und UxV-Mutterschiff‐Fähigkeit
im Bereich eines europäischen
»Kampfkreuzers«, ohne das
politisch aufgeladene Label zu verwenden.
Damit wird die heute oft national
geführte Formatfrage – kompakte Fregatte
oder großer Hochwertträger – in
eine abgestufte, gemeinsame Plattformfamilie
überführt.
Weg zu einem europäischen
Marinesystem‐Cluster?
Industrie‐ und rüstungspolitisch ist das
Projekt weitreichend. ECV soll hohe Arbeitspakete,
Schlüsseltechnologien und
ein verteiltes Integrated-Logistics‐
Support-System über alle teilnehmenden
Staaten streuen – mit Technologietransfer,
lokaler Wartungs- und
Upgrade-Souveränität und nationalen
Zertifizierungsfähigkeiten. Damit wird
nicht nur eine gemeinsame Flotte, sondern
faktisch ein europäisches Marinesystem‐Cluster
aufgebaut, der von Sensoren
und Effektoren über Antriebe bis
zur Daten‐ und Cyber-Architektur reicht.
Für die etablierten Marinesystemhäuser
– von Italien, Spanien und den Niederlanden
bis Frankreich und Deutschland
Während der Konferenz betonte Jürgen Scraback (2.v.l.), Leiter der Abteilung Maritime Domäne
der Europäischen Verteidigungsagentur, dass die Initiative darauf abzielt, die maritime
Sicherheit und Autonomie Europas zu stärken und gleichzeitig die NATO-Standards und -Ziele
zu erfüllen
– eröffnet ECV die Chance, ihre Produkte
in eine gemeinsame europäische Referenzarchitektur
einzubringen.
Kaum ein maritimes Fähigkeitsfeld
bündelt so viele wertschöpfungsrelevante
Elemente wie moderne Air & Missile
Defence: Hochleistungs-Sensorik, Effektoren,
Datenfusion, Führungs- und
Feuerleitsoftware, Update‐Zyklen und
Systemintegration greifen hier unmittelbar
ineinander – und genau an dieser
Schnittstelle entstehen langfristige technologische
Abhängigkeiten. Wer diese
Kette definiert und kontrolliert, setzt
Standards, bestimmt Interoperabilität
und prägt die Handlungsräume seiner
Partnerflotten über Jahrzehnte.
Eine europäische Chance zur
Gestaltungsmacht
ECV ist in diesem Sinne weit mehr als
eine neue Fregattenfamilie: Das Programm
bietet die Chance, diese Wertschöpfungskette
in zentralen Bereichen
– von A&MD über ASW‐Sensorik bis hin
zu UxV-Teaming und verteiltem C2 – systematisch
europäisch aufzubauen. Es
geht nicht darum, heute bestehende
transatlantische Systeme abrupt zu ersetzen,
sondern die nächste Technologiegeneration
bewusst in EDIP/
EDF‐Strukturen zu entwickeln und über
den gesamten Lebenszyklus in europäischer
Hand zu halten. ECV kann damit
zum Hebel werden, künftige Abhängigkeitspfade
zu verschieben: weg von reiner
Nutzung externer Systemverbünde,
hin zu eigener maritimer Gestaltungsmacht.
Insofern könnte ECV Ausdruck
gelungen umgesetzter europäischer
Ambitionen werden – mit eigenständig
entwickelten C2- und Waffensystemen.
Bleiben die Risiken: Die technische Ambition
(Directed Energy Weapons, Hyperschall,
verteiltes C2, UxV-Teaming) ist
hoch, Zeitrahmen und Budgets sind eng.
Historische Erfahrungen mit Eurofighter
und A400M zeigen, dass solche Großvorhaben
leicht in Kosten‐ und Terminprobleme
laufen, wenn politische Zielbilder,
industrielle Interessen und technologische
Reife nicht früh zusammengeführt
werden. Gelingt es jedoch, ECV diszipliniert
über die EDA-Struktur und spätere
EU-Finanzierungsschienen zu steuern,
könnte die Familie der European Combat
Vessels in den 2040er Jahren zum faktischen
Standard für europäische „first‐rate
surface combatants“ werden.
Für Deutschland, Frankreich, Italien
und die Niederlande stellt sich die strategische
Frage, ob sie ECV als Referenzrahmen
für ihre nächste Fregatten- und
Führungsplattformgeneration nutzen
oder auf nationale Sonderwege setzen –
mit entsprechenden Folgen für Interoperabilität,
Stückkosten und die vielzitierte
Fragmentierung der europäischen Flotten.
Wobei sich in Deutschland noch eine
andere Frage aufdrängt: Anders als bei
der zukünftigen Fregatte F 127 bescheidet
sich ECV mit einer Verdrängung weit
unter 10.000 t.
■
© EDA
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
37
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Astra Nord – ein neuer Stern
am Werftenhimmel
Mit Astra Nord ist in Stralsund eine neue Adresse für den Bau und die Modernisierung großer
Yachten entstanden. Die Werft positioniert sich im Segment anspruchsvoller Projekte und will
den Standort an der Ostsee weiter stärken
© Fotiadis
Das Refit der »Ocean Dreamwalker 3« war das Pilotprojekt der Astra Nord-Werft
Die Volkswerft in Stralsund blickt auf eine
jahrzehntelange Geschichte zurück. Seit
ihrer Gründung im Jahr 1948 wurden
dort zahlreiche Schiffe gebaut und repariert.
Gleichzeitig war die Entwicklung
des Standorts wechselhaft: Nach der
deutschen Wiedervereinigung 1990 und
der anschließenden Privatisierung folgten
mehrere Eigentümer wechsel. Infolge
der Insolvenz des letzten Betreibers,
der zur Genting Gruppe gehörenden MV
Werften, erwarb die Stadt Stralsund im
Jahr 2022 das 34 ha große Areal. Heute
befindet sich dort ein maritimer Industrie-
und Gewerbepark, in dem sich mehrere
Unternehmen angesiedelt haben.
Zu den ersten Akteuren zählte Strela
Shiprepair, hervorgegangen aus der Abteilung
»Schiffsreparatur« der MV Werften.
Im April 2025 initiierte das Unternehmen
gemeinsam mit weiteren
maritimen Betrieben – darunter die Fassmer
Werft und Ostseestaal – die Gründung
einer Interessengemeinschaft. Ziel
ist die strategische Weiterentwicklung
des Werftgeländes.
Einer, den das Konzept dieses maritimen
Clusters überzeugte, war der Yacht-
Designer Theodoros Fotiadis. Er eröffnete
Anfang Oktober die Superyachtwerft
Astra Nord in Stralsund. Der in Berlin
lebende Grieche will dort Neubauten ab
65 m Länge sowie Refit-Projekte von bis
zu 295 m realisieren.
Eines der ersten Projekte, das er an
Land gezogen hat, war der Refit der
Yacht »Ocean Dreamwalker III«. Mit uns
sprach Fotiadis über die Idee, die hinter
der Gründung von Astra Nord steht,
über laufende Projekte sowie über seine
Zukunftspläne für die Astra Nord-Werft.
Herr Fotiadis, Sie haben im vergangenen
Herbst die Werft Astra Nord in
Stralsund gegründet. Was hat Sie zu
diesem Schritt motiviert? Und wo liegen
Ihre Schwerpunkte, genauer: welche
Leistungen und Arbeiten bieten Sie an?
38 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Theodoros Fotiadis: Astra Nord wurde
gegründet, um den Bedarf an in
Deutschland gebauten Superyachten
im Segment zwischen 65 m und 85 m
abzudecken. Geplant sind Serien- und
Semi-Custom-Yachten, die von Grund
auf in Deutschland und gemeinsam
mit Partnern und Zulieferern aus
Deutschland und den Niederlanden
gebaut werden. Wir bieten sowohl
Neubauleistungen als auch Refit- und
Wartungsarbeiten an – stets nach
höchsten Standards, mit zertifiziertem
Kundenservice und unter Berücksichtigung
von Umweltaspekten.
ren und umsetzen. Mit unserem Partnernetzwerk
sind wir in der Lage,
Yachten an verschiedenen Standorten
zu bauen – Stralsund ist einer davon.
Die Stadt verfügt über eine der modernsten
Anlagen Europas, mit einer
hochwertigen Stahlblechfertigungslinie
und einer der größten Schiffbauhallen
Europas, in der wir unsere Projekte
abschließen und auch in den
Wintermonaten Innenausbauten vornehmen
können. Zudem finden wir in
Stralsund hochqualifizierte Fachkräfte
im Stahlbau, im Schweißen und im Innenausbau.
Warum haben Sie sich für Stralsund
entschieden? Bietet dieser Standort besondere
Vorteile gegenüber anderen?
Fotiadis: Astra Nord versteht sich
eher als Marke denn als klassische
Werft und kann Superyacht-Neubauten,
Refits und Wartungen organisie-
Wer sind Ihre Kunden? Sprechen Sie ein
bestimmtes Yachtsegment an, etwa
bestimmte Größen?
Fotiadis: Wir arbeiten insbesondere
mit Kunden aus Westeuropa und den
USA, wo die Märkte stark wachsen und
zahlreiche Aufträge die europäischen
Werftchef und Yachtdesigner
Theodoros Fotiadis
© Fotiadis
New nose?
Ship well-being!
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
39
REPAIR
MAINTENANCE
CONVERSION
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Bei Astra Nord sollen künftig auch Neubauten entstehen – wie die von Fotiadis entwickelte Yacht »Neon«
© Fotiadis
Werften erreichen. Astra Nord positioniert
sich als deutscher Anbieter im
65- bis 85-m-Segment, und wir führen
bereits Gespräche über einige interessante
Projekte.
Ihr erstes Projekt war das Refit der
»Ocean Dreamwalker 3«. Welche Arbeiten
wurden an dem Schiff durchgeführt?
Können Sie den Umfang beschreiben?
Fotiadis: Wir hatten die Gelegenheit,
an der »Ocean Dreamwalker 3« zu arbeiten
– einer Yacht, die stark genutzt
wird und tatsächlich alle sieben Weltmeere
bereist hat. Es handelte sich
um ein anspruchsvolles Projekt mit
kurzer Lieferzeit. Die Arbeiten umfassten
unter anderem den Neuaufbau
des Anstrichs und des Antifoulings
sowie mechanische Arbeiten und
Ausbesserungen im Innenbereich.
Gibt es aus Ihrer Sicht besondere
Trends im Refit-Bereich, etwa Umrüstungen
auf umweltfreundlichere Technologien?
Fotiadis: Wir beobachten ein zunehmendes
Interesse von Eignern,
Offshore-Versorger oder Schlepper zu
Exploreryachten oder Support-Vessels
umzubauen. Auch bei Neubauten stellen
wir fest, dass manche Eigner auf
umfangreiche Spachtel- und Feinbearbeitungsarbeiten
an Rumpf und Aufbauten
verzichten und stattdessen
sichtbare Schweißnähte akzeptieren
und mit einem reinen Anstrich arbeiten.
Das können wir anbieten, da unsere
Präzisionstechniken und Maschinen
in Stralsund eine Metallverbindung mit
minimalen Toleranzen ermöglichen.
Bei der Ankündigung der Werftgründung
sagten Sie auch, dass künftig
Neubauten geplant sind. Gibt es dazu
bereits konkrete Pläne? Um welche
Yachtarten könnte es sich handeln?
Fotiadis: Ja. Unser Designstudio
T. Fotiadis Design hat eine Yachtlinie
zwischen 65 m und 85 m entwickelt,
die in den kommenden Monaten vorgestellt
werden soll. Unsere 78 m
»Neon« ist bereits bekannt und stößt
auf ernsthaftes Interesse im Markt. In
den kommenden Monaten werden wir
hierzu weitere Neuigkeiten veröffentlichen.
Mit Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie
Astra Nord in fünf Jahren?
Fotiadis: In fünf Jahren wird sich Astra
Nord als einer der führenden nordeuropäischen
Anbieter für Serien- und
Semi-Custom-Yachten im 65- bis 85-m-
Segment etabliert haben.
Astra Nord
Interview: Anna Wroblewski
Das Werftgelände umfasst
97.000 m² überdachte, beheizte
Fläche, darunter 32.000 m²
Büroflächen und 24.000 m² Werkstätten.
Herzstück ist eine
Montagehalle mit den Maßen
300 × 110 × 75 m. Ergänzt wird
die Infrastruktur durch einen
800-t-Kran und einen 270 m
langen Schiffshebelift.
Das Leistungsspektrum der
Werft umfasst Neubauten ab
65 m Länge sowie Refit-Projekte
bis zu einer Länge von 295 m.
40 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
BREMERHAVEN
Vor Saisonstart – »Halunder Jet« dockt bei Bredo
Bevor die »Halunder Jet« in die neue Saison
startet, erhält sie eine Frischekur. Dafür
ging es für die Katamaranfähre, die
normalerweise zwischen Hamburg und
Helgoland verkehrt, nach Bremerhaven.
Dort machte das Schiff bei der Reparaturwerft
Bredo Dry Docks fest. Geplant
war ursprünglich, die »Halunder
Jet« bei der ebenfalls zur Bredo-Gruppe
gehörenden Mützelfeldwerft in Cuxhaven
zu überholen. Aufgrund der Witterung
und des dadurch teils zugefrorenen
Hafens war dies nicht möglich.
Nun liegt das 56,4 m lange und
14,0 m breite Schiff mit einem Tiefgang
von rund 2,5 m bei Bredo Dry Docks.
Dort soll es bis zum 13. März überholt
werden. Zum Arbeitsumfang gehören
neben der Reinigung des Rumpfes und
dem Auftragen neuer Farbe am Unterwasserschiff
auch die Instandsetzung
der Jet-Antriebe und der Stabilisatoren.
Am 19. März soll die »Halunder Jet« wieder
ihren Dienst aufnehmen und auf
der Strecke Hamburg–Cuxhaven–Helgoland
bis zu 680 Gäste pro Fahrt transportieren.
AW
Die 36 kn schnelle Fähre »Halunder Jet« im Dock
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HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
41
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Neuer LNG-Motor zum richtigen
Zeitpunkt
Nachdem die IMO das Net-Zero-Framework ausgesetzt hat, scheint das Interesse an LNG als
Schiffsbrennstoff stärker zu steigen. Insbesondere im Containerschiffssegment hat LNG bei den
alternativen Kraftstoffen die Nase vorn. Ein idealer Zeitpunkt, um mit einem LNG-Dual-Fuel-
Motor auf den Markt zu kommen
© WinGD
Der neue X-DF-HP-Motor wurde speziell für ultragroße Containerschiffe entwickelt
Der Schweizer Motorenhersteller
WindGD hat Ende 2025 seinen ersten
hochdruckbetriebenen LNG-Dual-Fuel-
Motor vorgestellt, den X-DF-HP. Natürlich
kann WinGD die Trends am Markt nicht
beeinflussen, dennoch scheint der Hersteller
mit seinem Motor für Ultra-Large-
Container-Vessels (ULCVs) genau zum
richtigen Zeitpunkt auf den Markt gekommen
zu sein.
Vorgestellt wurde der neue Motor auf
der Marintec China 2025 – zu einem Zeitpunkt
nämlich, an dem die Reederschaft
vor große Unsicherheiten gestellt wurde.
Denn kurz zuvor war der IMO-Net-Zero-
Rahmen ausgesetzt worden. Wie WinGD
bei der Markteinführung Ende letzten
Jahres mitteilte, habe das Interesse an
LNG-betriebenen Schiffen vor diesem
Hintergrund weiter zugenommen. Diese
Entwicklung bekamen auch andere
Marktteilnehmer zu spüren. So berichtete
auch Uwe Lauber, CEO von Everllence,
in einem Interview in der Februar-Ausgabe
der HANSA, dass sein Unternehmen
diesen Trend ebenfalls verzeichne. Eine
Anfang des Jahres veröffentlichte Analyse
der Klassifikationsgesellschaft DNV
scheint dies ebenfalls zu bestätigen. Sie
kommt zu dem Ergebnis, dass bei den
Neubaubestellungen mit alternativen
Kraftstoffen im Jahr 2025 der Schiffsbrennstoff
LNG klar dominierte – insbesondere
im Containerschiffssegment.
Ein Motor speziell
für ULCVs konzipiert
Den neuen X-DF-HP hat WinGD speziell
für Ultra-Large Container Vessels (ULCVs)
entwickelt. Er ist in den Bohrungsgrößen
X82 und X92 erhältlich und auf die Grö-
42 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
ßen-, Geschwindigkeits- und Lastanforderungen
des ULCV-Segments zugeschnitten.
Die ersten Auslieferungen
sind für das Jahr 2028 geplant. Auf Basis
von Vergleichen zwischen der Effizienz
etablierter Dieselaggregate von WinGD
und vergleichbaren Dual-Fuel-Konzepten
erwarten die Schweizer für das
Hochdruck-Dual-Fuel-Prinzip eine verbesserte
Effizienz.
»Große Containerschiffe stellen besondere
Anforderungen an den Antrieb.
Sie benötigen enorme Leistung, höchste
Effizienz und langfristige Kraftstoffflexibilität.
Mit dem X-DF-HP bieten wir Betreibern
eine speziell entwickelte Lösung
für besonders leistungsintensive Schiffe
– mit kompromissloser und zuverlässiger
Antriebsleistung«, sagt Benny Hilström,
Vice President Market Development
bei WinGD.
Der Motor ist mit denselben Anforderungen
an Hilfssysteme, etwa beim
Kraftstoffversorgungsdruck, ausgestattet
wie andere etablierte Motorkonzepte.
Dies erleichtert die Integration in Neubauten
und bietet Werften eine einfache
Installation sowie Reedern eine zukunftsfähige
Option.
Der neue Schiffsmotor X-DF-HP erfüllt
dem Hersteller zufolge die Tier-III-Anforderungen
sowohl im Gas- als auch im
Dieselbetrieb ausschließlich mit einem
Standard-SCR-System und »stelle damit
eine leistungsstarke, platzsparende und
zukunftssichere Lösung für besonders
anspruchsvolle ULCVs dar«.
LNG als kosteneffiziente
Option
Der X-DF-HP-Motor basiert auf der Hochdruck-Dieselplattform
X92-B, die sich im
Containersegment bereits als eine der
»effizientesten und zuverlässigsten
Großbohrungslösungen bewährt habe«,
sagt Sebastian Hensel, Vice President
R&D bei WinGD. Tests und Simulationen
hätten gezeigt, dass der Motor im Vergleich
zu bestehenden Hochdruck-Dual-
Fuel-Aggregaten am Markt »einen deutlichen
Fortschritt bei Kraftstoffeffizienz
und Treibhausgasbilanz biete«.
Laut dem Schweizer Antriebshersteller
baut der X-DF-HP-Motor auf mehr als
hundert Jahren Erfahrung mit dem
Hochdruck-Dieselprozess und Dual-Fuel-
Innovationen auf.
Er ergänzt das Hochdruck-Mehrkraftstoff-Portfolio
des Unternehmens, zu
dem auch die methanol- und ethanolfähigen
X-DF-M/E- sowie die ammoniakbetriebenen
X-DF-A-Motoren gehören. Damit
stelle man Betreibern eine vollständig
kraftstoffflexible Plattform zur Verfügung.
Bewährte Motoren wie der X92-B
können künftig für den Betrieb mit
Hochdruck-LNG, Methanol, Ethanol oder
Ammoniak nachgerüstet werden, sobald
sich entsprechende Kraftstoffpfade weiterentwickeln,
so WinGD.
Weiterhin geht der Motorenhersteller
davon aus, dass LNG die Anforderungen
von FuelEU Maritime noch weit bis ins
nächste Jahrzehnt hinein erfüllen wird
und dass weiterhin Unsicherheit über
künftige IMO-Vorgaben bestehen dürfte.
Daher gelte LNG als kosteneffizienter
und risikoarmer Weg zur Dekarbonisierung
von Flotten.
Damit Schiffsbetreiber ihre CO₂-Bilanz
ohne umfangreiche mechanische Anpassungen
und ohne hohe Umrüstungskosten
verbessern können, sind
die X-DF- (Niederdruck) und X-DF-HP-
Motoren vollständig kompatibel mit erneuerbaren
Methanbeimischungen, die
häufig mit neuen Kraftstoffen verbunden
sind.
»Für Ultra-Large-Containerschiffe, die
LNG als Weg in Richtung Netto-Null wählen,
ist der X-DF-HP die kosteneffizienteste
Option«, ergänzt Hilström. »Für alle
anderen Schiffe bietet die Niederdruck-
X-DF-Plattform weiterhin die besten Lebenszykluskosten.
Zusammen geben
diese Antriebsoptionen Reedern und Betreibern
volle Sicherheit bei der Entscheidung
für LNG – und für WinGD – im Rahmen
der Energiewende ihrer Flotten«,
fasst der Vice President Market Development
bei WinGD zusammen. AW
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HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
SINCE
1929 43
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Smooth operators meet again
Another year, another HullPIC conference. Same procedure as every year? Not quite. Yes, the
basic theme for the 11th edition of HullPIC is the same – hull performance monitoring and how
we get from sensor data to insight for action. By Volker Bertram
The process of evolution, started in 2016
with the publication of the ISO 19030
standard, continues, in my perception at
a steady pace. Interest in the topic has
increased, with a 25 % increase of participation
from ship operators.
Why does HullPIC enjoy such popularity?
Who could give the answer better
than the initiator of HullPIC, Geir Axel Oftedahl:
»Looking back, it is remarkable to
see how far we have come. What started
as an idea born out of the ISO 19030
working group discussions has flourished
into an annual gathering of experts,
ship operators, solution providers, and
researchers – all dedicated to improving
ship performance through better data
and deeper insights. At the heart of this
success is the commitment of the Hull-
PIC community to openly share knowledge
and challenge conventional thinking.
This willingness to collaborate across industry
boundaries is what sets HullPIC
apart and ensures that it remains a driving
force for innovation.«
Biofouling regulations
At the heart of the industry interest is, of
course, money. With rising total costs of
fuel, including mandatory emission surcharges
like EU ETS, hull management –
one of the biggest levers to improve ship
fuel efficiency – stays in the limelight. But
in addition, the aspect of preventing
spread of biofouling has gained attention,
since the IMO announced in 2025
that current voluntary guidelines biofouling
management shall be turned into
mandatory regulations. These will affect
cleaning providers, but also ship operators
who are concerned about fines and
potential entry denial to ports.
The 11th HullPIC conference will be
held in Pontignano/Italy, 16-18 March
2026. During these three days, key stakeholders,
including many high-profile ship
operators, will flock together and focus
on latest developments in arguably the
biggest single lever to improve ship
energy efficiency: hull management. The
key trends this year are, in short:
• Long-term performance monitoring
based on high-frequency data is increasingly
seen as the best approach
to assess the impact of hull coatings,
cleaning strategies, wind-assisted ship
propulsion systems, and propulsion
improving devices.
• The general state of the art in performance
monitoring advances, on many
details in data acquisition, baseline
curves, and statistical processing. Data
fusion progresses on various aspects,
e.g. moving from ship monitoring to
fleet monitoring, or coupling in-water
inspection reports to performance
monitoring.
HullPIC in Duisburg, 2025: The community comes together every year to share knowledge
© Plowman
44 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
The ISO 19030 development was initiated
and driven by Jotun. Consequently,
it was initially intended to track the effect
of fouling on ship hull performance, and
the effectiveness of antifouling coating
in slowing down or preventing performance
loss. Morten Sten Johansen (Jotun)
and colleagues from DNV look in
»From ISO Standard to Numbers Game:
Why Evidence Must Come First« with
some concern at how ISO 19030 is now
sometimes abused for marketing purposes.
Fuel saving or speed-loss claims
thanks to paint X or measure Y should
use a common methodology in assessment
and common reference periods.
Proactive cleaning
Cleaning is a key measure in hull management,
and the trend goes toward
more frequent proactive cleaning. IMO’s
announcement of introducing a mandatory
biofouling management convention
post-2029 has attracted the shipping industry’s
attention to suitable measures
and procedures. In this context, Ditte
Gundermann (Hempel) discusses the limitations
and benefits of using performance
monitoring for biofouling detection
and outlines best practices for
integrating performance monitoring into
biofouling management plans in order
to strengthen compliance with MEPC recommendations
and increase operational
efficiency.
Similarly, other paint manufacturers
team up with ship operators to present
Jotun experts will provide insight on ISO standards on biofouling
Wind Assisted Propulsion Systems (WAPS) are becoming increasingly relevant
how data-driven performance monitoring
proves savings by hull coating and
improved hull management, such as AkzoNobel
and GIT Coatings. Rune Freyer
(Shipshave) shows how in-transit cleaning
devices can also be a source of valuable
new data, supplying e.g. hull
roughness values that can be tracked
over time. Solene Guere (Openhull) presents
a new standard for cleaning and
inspection reports that allows automatic
AI-based import into performance monitoring
report, using data from visual inspection
as additional data source.
During the development of the standard,
some hints were given that the
standard could also serve to assess the
effectiveness of energy saving measures,
other than hull management measures.
This is increasingly coming to happen.
For example, for wind-assisted propulsion
systems (WAPS), Sofia Werner (RISE)
© Jotun
presents new »Strategies for Full-Scale
Measurement of Fuel Savings from
Wind-Assisted Propulsion«: »The findings
[…] support both industry stakeholders
and regulatory bodies in the development
of robust assessment frameworks
for wind propulsion technologies.«
A.I. applications
Lloyd’s Register, Anemoi and Victoria Steamship
company join forces for a survey
on methodologies of assessing actual
effectiveness of WAPS devices on board
vessels. Improved and aligned assessment
frameworks are widely seen as a
vital enabler for wider adoption of WAPS
installations. And Sumitomo has harnessed
performance monitoring data to not
only continuously improve their patented
rigid-sail system, but also convince
ship operation departments of the business
case for increased adoption of
wind-assisted propulsion.
Evolutionary progress is seen on all
the classical elements of ISO 19030 –
data acquisition (sensors), baseline curve
establishment, correction for ambient
conditions, and data fusion to performance
reporting and insight. A.I. has
been used for some time in filtering and
data fusion in performance monitoring.
We now see first applications of generative
A.I., for example in automatic report
production.
Whether high-tech avantgarde or
down-to-earth pragmatic appeals more
may be a matter of taste. But undeniably,
we see again a first-class, high-karat program
at the 11th HullPIC, 16-18 March
2026, in Pontignano/Italy. ■
© Anemoi
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
45
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Erster Neubau für Flensburger Shipyard
Auf der Flensburger Shipyard fand vor kurzem der erste Stahlschnitt für ein neues DLR-
Forschungsschiff statt. Die Rönner Gruppe will außerdem mit dem MEKO-Projekt für die
Deutsche Marine beginnen. Von Anna Wroblewski
Den Zuschlag für den Neubau für das
Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
(DLR) hatte die Lloyd Werft vergangenen
Februar erhalten. Da die Bremerhavener
Werft keine Kaskos fertigt, wurde
der Stahlbau an die ebenfalls zur Heinrich
Rönner Gruppe gehörende Flensburger
Werft vergeben. Für Thorsten Rönner, Gesellschafter
der Heinrich Rönner Gruppe
und Geschäftsführer der Flensburger
Werft, war der erste Stahlschnitt für das
neue Forschungsschiff »ein Gänsehautmoment«.
Er sei glücklich, dass die beiden
Betriebe heute erfolgreich zusammenarbeiten.
»Das sei ein toller Start für
die Zukunft«, sagte Rönner anlässlich des
feierlichen Brennstarts. »Wir werden ein
tolles Schiff im Terminplan abliefern.«
Laut Plan soll die Ablieferung des Kaskos
noch in diesem Jahr erfolgen. Die
Überführung zur Endausrüstung zur
Lloyd Werft nach Bremerhaven ist bis
spätestens kommenden September geplant.
Die Endausrüstung soll etwa ein
Jahr in Anspruch nehmen.
»Wirtschaftliche Lösung«
Die Lloyd Werft und die Flensburger
Shipyard sind Schwesterbetriebe. Dass
der Kasko an der Förde gebaut wird, sei
Der erste Stahlschnitt für das Kasko des neuen DLR-Schiffes
Vertreter der Werft und vom DLR feierten gemeinsam den Baubeginn
naheliegend, so Rönner. Die Lloyd Werft
habe keinen Stahlbau, Flensburg sei hingegen
einer der besten Stahlbaubetriebe
Deutschlands, und gehöre jetzt zur
Unternehmensgruppe, deshalb habe
man die Flensburger Werft angefragt.
Dass der Kaskobau an die ehemalige
FSG gegangen ist, sei aber vor allem eine
wirtschaftliche Entscheidung gewesen,
berichtet Rönner.
© Wroblewski
Man habe auch Werften in Osteuropa
angefragt, Flensburg hat sich dabei als
die wirtschaftlich beste Lösung erwiesen.
Alle Kosten miteingerechnet, wie
Bauaufsichtskosten, Reiskosten sowie
die technisch-kommerziellen Risken, hätten
gegen einen Bau im Ausland gesprochen.
»In der Gesamtbetrachtung ist das
die wirtschaftliche Lösung.«
Neben dem Stahlbau für das DLR-Forschungsschiff
arbeiten die rund 300 Arbeiter
der Flensburger Shipyard an der
210 m langen RoRo-Fähre »SeaRoad I«.
Der australische Auftraggeber soll das
Schiff im Sommer übernehmen. Außerdem
will die Werft demnächst mit dem
Bau der MEKOs DEU loslegen.
Dass die Heinrich Rönner Gruppe an
dem Bau der neuen MEKOs für die deutsche
Marine beteiligt sein wird, wurde
erst kürzlich bekannt. Darüber hinaus
habe die Flensburger weitere Neubauprojekte
in der Pipeline, von denen noch
keins unterschrieben ist. Man wolle aber
noch in diesem Jahr zwei davon für den
Flensburger Standort akquirieren, sagt
Rönner.
■
© Wroblewski
46 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
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SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Dekarbonisierung muss
wirtschaftlich rational sein«
Maximilian Schroer, Mitgründer von BetterSea aus Lissabon, über regulatorische Kosten,
FuelEU-Pooling und die Kommerzialisierung der Dekarbonisierung in der Maritimen Branche
© Pixabay
Dekarbonisierung wird zur Pflichtaufgabe: Regulatorische Instrumente wie EU ETS und FuelEU verändern die Entscheidungslogik vieler Reeder
Die regulatorischen Anforderungen an
die europäische Schifffahrt steigen
deutlich. EU ETS, FuelEU Maritime und
CII verändern die Kostenstruktur des
Schiffsbetriebs substanziell. Das Startup
BetterSea mit Sitz in Lissabon will
diese Komplexität nicht nur transparent
machen, sondern wirtschaftlich nutzbar
strukturieren. Mitgründer Maximilian
Schroer erläutert im Gespräch, wie das
funktionieren soll.
Regulatorische Komplexität
als wirtschaftlicher Hebel
BetterSea versteht sich als technologiegetriebene
Plattform mit klarem Fokus:
»Wir kombinieren maritimes Domänenwissen
mit IT-Expertise, um die Dekarbonisierung
wirtschaftlich umsetzbar
zu machen – unter anderem durch den
weltweit führenden FuelEU-Pooling-
Marktplatz«, sagt Schroer.
Im Zentrum steht ein Spannungsfeld:
Fossile Schiffe werden durch EU ETS,
FuelEU Maritime und CII deutlich teurer
im Betrieb. Gleichzeitig sind alternative
Antriebe und Kraftstoffe häufig noch
kapitalintensiv und nicht in jedem Szenario
unmittelbar wirtschaftlich darstellbar.
BetterSea setzt genau hier an.
Die Plattform berechnet regulatorische
Kennzahlen, quantifiziert die daraus resultierenden
Kosten und zeigt konkrete
Handlungsoptionen auf – von der Reduktion
von Compliance-Kosten bis zur
Generierung zusätzlicher Erlöse durch
FuelEU-Pooling.
Die Gründungsidee entstand aus
praktischer Erfahrung. Schroer und
seine Mitgründerin arbeiteten zuvor in
der Dekarbonisierungsabteilung von
Maersk. Dort wurden regulatorische
Strategien und Business Cases für
neue Kraftstoffe systematisch entwickelt.
»In einer großen Organisation
mit spezialisierten Teams lässt sich diese
Komplexität bewältigen. Unsere Frage
war: Wie sollen kleinere und mittlere
Reedereien das leisten?« Der Ansatz
von BetterSea lautet daher, regulatorische
Analyse, kommerzielle Bewertung
und operative Umsetzung in einer
Plattform zu bündeln.
Von der Analyse zur
Umsetzung
Funktional deckt BetterSea klassisches
Emissions-Tracking ebenso ab wie die Berechnung
regulatorischer Kennzahlen
und Kosten aus EU ETS, FuelEU Maritime,
CII und IMO DCS. Der entscheidende
Unterschied liege jedoch in der operativen
Ebene. »Viele Systeme enden bei der
Analyse. Wir ermöglichen die direkte Umsetzung
von Maßnahmen«, so Schroer.
Das betrifft etwa den Handel mit EU-
Emissionszertifikaten (EUAs) oder insbesondere
das FuelEU-Pooling. Hier übernimmt
BetterSea nicht nur die
Berechnung von Surplus- und Defizitpositionen,
sondern auch Matching, Vertragsstrukturierung,
finanzielle Abwicklung
und Reporting. Standardisierte
Pooling Agreements und definierte Settlement-Mechanismen
sollen rechtliche
und finanzielle Risiken reduzieren.
Segmentunterschiede spielen dabei
eine untergeordnete Rolle, da die Regularien
schiffstypenunabhängig greifen.
Gleichwohl entstehen unterschiedliche
kommerzielle Positionen:
48 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
LNG-Schiffe können unter FuelEU tendenziell
Surpluses generieren, während
konventionelle HFO-betriebene
Bulk Carrier häufiger Defizite aufweisen.
Bei wind unterstützten Schiffen
wirkt zusätzlich der sogenannte Reward
Factor. Entsprechende Simulationen
sind in die Plattform integriert.
Datenintegration statt
Parallelwelten
Technologisch setzt BetterSea auf Integration
statt Redundanz. Bestehende
Datenquellen, etwa aus Vessel-Performa
nce-Systemen oder von Verifizierern,
werden per API angebunden. Ziel ist es,
regulatorische Berechnungen auf denselben
validierten Datensätzen aufzubauen
wie Performance- und Verifizierungssysteme.
Wo keine Schnittstellen vorhanden
sind, können Noon Reports, Bunker Delivery
Notes und voyagebezogene Datensätze
verarbeitet werden. Die Plattform
übernimmt in diesen Fällen die
vollständige regulatorische Berechnung,
inklusive FuelEU- und EU-ETS-Exposure.
Innerhalb des regulatorischen
Rahmens erfolgt eine wirtschaftlich optimierte
Verarbeitung, beispielsweise
bei der Fuel Allocation unter FuelEU Maritime.
Den technologischen Kern sieht
Schroer weniger in isolierten Algorithmen
als im Zusammenspiel aus maritimem
Domänenwissen, regulatorischer
Expertise, juristischer Kompetenz und
einer durchgängig gedachten Produktarchitektur.
»Komplex wird es nicht
beim Matching, sondern bei der rechtssicheren
und finanziell sauberen Durchführung
eines Poolings.«
Konkretes Einsparpotenzial
Das wirtschaftliche Potenzial lässt sich
am Beispiel FuelEU Maritime quantifizieren.
Wird ein Defizit ausschließlich über
die Strafzahlung ausgeglichen, liegen
die Kosten bei rund 640 €/t CO₂-
Äquivalent. Der Einsatz eines B30-Biokraftstoff-Blends
kann – abhängig vom
Markt – bei etwa 340 €/t liegen. Noch
günstiger ist unter aktuellen Marktbedingungen
häufig das FuelEU-Pooling
mit rund 200 €/t Defizit. Gegenüber der
Co-Gründer und CEO bei BetterSea:
Maximilian Schroer
BetterSea
BetterSea ist ein 2023 in Lissabon
gegründetes maritimes Softwareunternehmen,
das digitale Lösungen
zur Einhaltung der FuelEU-Maritime-Vorschriften
entwickelt.
Kern des Angebots ist eine integrierte
Plattform für Dekarbonisierungs-Compliance,
die Mechanismen
wie Pooling, Banking und
Borrowing sowie einen Marktplatz
für den Handel mit Überschüssen
vereint.
Die Lösung deckt neben FuelEU
auch EU ETS und CII ab, bindet Verifizierer
direkt ein und vereinfacht
die Datenerfassung. Ergänzt wird
das Softwareangebot durch bis zu
30 Stunden regulatorische Beratung
pro Kunde. Aktuell werden
rund 5.000 Schiffe über die Plattform
angebunden.
Geleitet wird BetterSea von den Co-
CEOs Gordana Ilic und Maximilian
Schroer, beide mit langjähriger Erfahrung
aus dem Maersk-Konzern.
Das international aufgestellte Team
vereint maritime, technische, datenbasierte
und rechtliche Expertise
mit einem Fokus auf praxisnahe,
anwenderorientierte Tools.
© BetterSea
Strafzahlung entspricht dies einer Einsparung
von rund 440 €/t.
Zu berücksichtigen sind dabei Wechselwirkungen
mit EU ETS: Biokraftstoffe
reduzieren zusätzlich ETS-Kosten, reines
FuelEU-Pooling hingegen nicht. Solche
Effekte werden schiffsindividuell simuliert,
um die jeweils wirtschaftlich
sinnvollste Compliance-Strategie zu
identifizieren.
Schroer sieht die größte Lücke derzeit
weniger in der operativen Umsetzung
an Bord als im integrierten Verständnis
der finanziellen Auswirkungen. »Compliance-Kosten
machen inzwischen einen
signifikanten Anteil der Kraftstoffkosten
im EU-Verkehr aus, werden aber häufig
noch isoliert betrachtet.«
Breite Zielgruppe,
schlankes Onboarding
BetterSea adressiert keine spezifische
Flottenstruktur, sondern jene Marktteilnehmer,
die regulatorische Verantwortung
tragen – Eigner, Manager oder
Charterer, abhängig von der Vertragsstruktur.
Entscheidend ist, dass Schiffe
im europäischen Verkehr operieren.
Der Onboarding-Prozess ist webbasiert
und ohne lokale Installation konzipiert.
Nach Vertragsabschluss erfolgt
laut Schroer die Datenintegration, bevorzugt
über bestehende APIs. Alternativ
können Daten manuell eingespielt werden.
Fixe Lizenzkosten fallen nicht an;
das Modell basiere nicht auf klassischen
Software-Abonnements.
KI als strukturierende
Technologie
Bei dem Trend-Thema Künstliche Intelligenz
(KI) will BetterSea unterdessen einen
pragmatischen Ansatz verfolgen:
LLM-basierte Wissenslösungen sollen
regulatorische und vertragliche Fragestellungen
strukturieren, Dokumente
automatisiert auslesen und standardisierte
Prozesse weiter vereinfachen.
»Technologie ist für uns Mittel zum
Zweck – sie muss Entscheidungsprozesse
verbessern.«
Langfristig misst Schroer den Erfolg
des Unternehmens daran, ob Dekarbonisierung
als wirtschaftlich rationaler
Prozess etabliert werden kann. Instrumente
wie FuelEU-Pooling zeigten, dass
Emissionsreduktion nicht zwangsläufig
reine Kostenposition sein müsse.
»Wenn Dekarbonisierung ökonomisch
tragfähig ist, wird sie sich branchenweit
durchsetzen«, so die abschließende Einschätzung
des Start-up-Gründers. JWY
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
49
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Propellerpolitur ohne »Faktor Mensch«:
Subblue setzt auf Robotik
Michael Hermansen, Gründer von Subblue Robotics erklärt, warum mechanisierte
Reinigungssysteme im Wasser an Bedeutung gewinnen. Das Start-up setzt auf ein ROV mit
manipulatorgestützter Poliertechnik. Die Methode hat viele Vorteile
Wie ist Ihr Geschäftsmodell heute
strukturiert, und planen Sie zusätzlich
zum Servicebetrieb auch Systemverkäufe
oder Leasingoptionen?
Hermansen: Wir erbringen die komplette
Propellerpolitur selbst mit Hilfe
des ROV – mit einem von uns gestellten
Bediener. Wir vermieten oder verkaufen
die Einheit nicht und sehen uns
auch zukünftig nicht in diesem Bereich.
Einsatz gegen Korrosion: Der Roboterarm des ROV ist mit einem Polierwerkzeug ausgestattet
SubBlue Robotics präsentiert sich als
taucherfreier Anbieter der Propeller-
Politur. Was ist Ihr primärer Wettbewerbsvorteil
gegenüber Taucherteams
und anderen robotischen Lösungen?
Michael Hermansen: Der Hauptvorteil
gegenüber Taucherteams ist die Sicherheit:
Das ROV arbeitet ohne Personal im
Wasser und kann auch unter Bedingungen
eingesetzt werden, die für Taucher
verboten oder zu gefährlich sind. Zudem
bleibt es bei schlechtem Wetter
einsatzfähig. Ein weiterer Vorteil ist die
höhere Leistungsfähigkeit – das ROV
kann durchgehend mit stabilem Anpressdruck
polieren. Kunden berichten
von besseren Effizienzgewinnen im Vergleich
zu klassischen Taucher-Services.
Welche Schiffsegmente und Propellerkonfigurationen
bedienen Sie derzeit,
und welche technischen Grenzen
bestehen noch?
Hermansen: Die meisten unserer
Kunden waren bislang Massengutfrachter,
und aktuell erweitern wir
unsere Aktivitäten auf Containerschiffe.
Massengutfrachter eigneten
sich als Einstieg, da sie häufig mehrere
Tage im Hafen liegen und damit
ausreichend Zeit für Tests boten.
Containerschiffe können ebenfalls
bedient werden, jedoch ist ihre Liegezeit
oft zu kurz. Die Politur dauert in
der Regel 6–15 Stunden, abhängig
von der Propellergröße. In der Entwicklungsphase
kam es vereinzelt zu
mehrtägigen Verzögerungen durch
technische Ausfälle, die inzwischen
behoben sind. Wir verbessern den
Prozess fortlaufend und wollen langfristig
die Geschwindigkeit von Taucherteams
erreichen.
Zudem betreuen wir einen Kreuzfahrtkunden,
der den Service in einem
Bereich Oslos benötigte, in dem Tauchen
untersagt ist. Dort waren die
Sichtverhältnisse so schlecht, dass ein
erheblicher Teil der Einsatzzeit für die
Navigation aufgewendet wurde.
© Subblue Robotics
Können Sie die Kernarchitektur Ihres
ROV-Systems kurz beschreiben?
Hermansen: Der Roboter besteht aus
einem ROV, konventionell mit Schubdüsen,
und einem Roboterarm, der
mit einem Polierwerkzeug als Endeffektor
ausgestattet ist. Das ROV wird
über ein geschütztes Kabelbündel mit
Strom versorgt. Die Komponenten
sind ausgewählt oder gefertigt mit hoher
Qualität, korrosionsbeständig und
für starke Stöße ausgelegt. Umfangreiche
Tests zu Korrosion, Schwachstellen
und Signaldetektion wurden
durchgeführt, und das Produkt ist
heute sehr stabil im Betrieb.
Welchen Automatisierungsgrad haben
Sie erreicht und welche operativen
Aufgaben verbleiben beim Piloten?
Hermansen: Der Roboterarm automatisiert
während der Politur den Anpressdruck
und die Ausrichtung, um
eine homogene Qualität mit 100 %
Scheibenkontakt zur Oberfläche sicherzustellen.
Der sogenannte Bediener
muss das Polierwerkzeug relativ
zu einer Kamera am Werkzeug in die
Richtung steuern.
Welche Sicherheitsmaßnahmen schützen
sowohl Ihr Personal als auch
Schiffskomponenten wie Propeller und
Ruder während der Einsätze?
50 HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Hermansen: Da sich keine Taucher im
Wasser befinden, beschränken sich die
Sicherheitsmaßnahmen für das Personal
auf die üblichen Hafenstandards
über Wasser, Warnkleidung, Helme,
Rettungswesten und weitere. Das ROV
ist von einer Schale mit Gummipuffern
an den Aufprallpunkten umgeben.
Sollte es beispielsweise mit dem Ruder
kollidieren, absorbiert das weiche
Gummi den Stoß. Da Ruder und Propeller
aus Materialien bestehen, die
wesentlich härter sind als Gummi, entstehen
keine Schäden. Beim Aufprall
reibt lediglich etwas Beschichtung am
ROV ab.
Welche Effizienzgewinne verzeichnen
Kunden typischerweise nach der Politur
– Kraftstoffersparnis, CO₂-Reduktion,
verbesserter Schub – und wie lange halten
diese Verbesserungen an?
Hermansen: Wir haben sehr unterschiedliche
Propeller mit verschiedenen
Bewuchsgraden erlebt. Kunden
berichten über Kraftstoffeffizienzgewinne
zwischen 2 und 17 %, abhängig
davon, ob der Propeller nur eine dünne
oxidierte raue Schicht oder vollständigen
Bewuchs durch Seepocken
aufweist. Schiffe verbrauchen unterschiedliche
Mengen Kraftstoff pro Tag,
aber bei einem täglichen Verbrauch
von 20 t ergibt dies eine Einsparung
von 0,4 – 3,4 t Kraftstoff pro Tag und
entsprechend reduzierte CO₂-
Emissionen von 1,26–10,71 t pro Tag.
Wie verifizieren und dokumentieren
Sie die Qualität der Politur, und wie
nutzen Sie diese Daten zur Weiterentwicklung
Ihrer Technologie?
Hermansen: Wir verwenden dieselben
Werkzeuge wie Taucher und vergleichen
unsere Qualität anhand der
sogenannten »Rubert Scale«, einem
Standard zur Schätzung der Oberflächenrauigkeit
von Propellern, mit tauchergeführten
Arbeiten. Diese bewerten
ihr Ergebnis visuell durch Vergleich
mit Referenzmustern, wir tun dies
ebenso.
Welche Polierintervalle empfehlen Sie
im Vergleich zur traditionellen
Reinigung im Trockendock, und welchen
Einfluss hat dies auf das Kosten-
Gilt als Zukunft der
Propellerpolitur: Effizient,
sicher und ohne die Risiken
sowie Kosten menschlicher
Taucher – ermöglicht durch
die ROV-Technologie von
Sublue Robotics aus
Dänemark
Nutzen-Verhältnis des Betreibers?
Hermansen: Abhängig von Klima und
Liegezeiten im Hafen geben wir Empfehlungen,
wie viele Propellerpolituren
jährlich durchgeführt werden sollten:
So benötigt ein Schiff in
gemäßigten Gewässern mit kurzen
Hafenaufenthalten nur eine Politur
pro Jahr. Eines, das im tropischen Klima
fährt und gelegentlich zwei bis
fünf Tage im Hafen liegt, sollte hingegen
dreimal jährlich poliert werden.
Steht ein Schiff länger als zehn Tage
still – gleich ob im gemäßigten, trockenen
oder tropischen Klima – sollte der
Propeller so schnell wie möglich poliert
werden. Denn zehn Tage genügen,
damit sich tertiärer Bewuchs so
stark festsetzt, dass er beim Propellerlauf
nicht mehr abgeschleudert wird;
langfristig entwickelt sich daraus Makrobewuchs,
wie Seepocken, und dieser
sollte frühzeitig entfernt werden.
Wie erfüllt Ihre Lösung Umwelt- und
regulatorische Anforderungen für Unterwasserreinigungen
und Biofouling-
Management?
Hermansen: Die SubBlue-Einheit verfügt
über ein abgeschlossenes und zertifiziertes
System zur Unterwasserreinigung
und Sammlung sowie Filtration
von Biofouling, das vom Hafen Rotterdam
genehmigt wurde. Die Lösung besteht
aus einem Auffang-»Hut« und Absaugmechanismen,
die das
Poliermaterial aufnehmen und über
Wasser zu einer Filtrations- und UV-
Desinfektionsstation leiten.
Welche Herausforderungen begegnen
Ihnen im Hafenbetrieb – Mobilisierung,
Strömungen, Sichtverhältnisse,
Liegeplatzbedingungen – und wie skalierbar
ist Ihr Modell für globale
Drekreuze?
Hermansen: Das ROV ist relativ unempfindlich
gegenüber Strömungen
und kann auch nachts mobilisiert werden.
Natürlich ist es manchmal eine Herausforderung,
wenn ein Kunde morgen
einen Einsatz wünscht, wir aber
zwei Tage entfernt sind. Die Ambition
ist, in einem lokalen Zentrum maritimer
Aktivitäten zu skalieren – etwa in
der Region um die Beneluxküste. Das
Konzept ist definitiv skalierbar, indem
ROVs in strategischen Drehkreuzen
weltweit stationiert werden. Die Schifffahrt
konzentriert sich in bestimmten
Regionen – wir glauben, dass Stationen
in 22 Häfen Zugang zu 75 % der relevanten
Schiffe ermöglichen.
Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach
der Wettbewerb im Bereich Unterwasser-Wartung
entwickeln, und welche
Rolle wird Ihre ROV-Technologie in den
nächsten fünf bis zehn Jahren spielen?
Hermansen: Wir beobachten eindeutig
einen Trend zur Mechanisierung vieler
Unterwasseraufgaben. Wir glauben,
dass dies Teil einer größeren Entwicklung
ist, bei der unsichere menschliche
Tätigkeiten durch robotische Lösungen
ersetzt werden. Unser Ziel ist es, einer
der ersten schnellen Anbieter zu sein,
die ROV-basierte Propellerpolitur im
großen Maßstab ausrollen – allerdings
sind dafür erhebliche Investitionen nötig.
In jedem Fall haben wir die Machbarkeit
eines robotischen Manipulatoransatzes
nachgewiesen.
Interview: Joshua Wygand
© Subblue Robotics
HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
51
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Maritime Future Summit« versammelt
KI-Experten in Hamburg
»Gen AI« und die maritime Zukunft: Wie künstliche Intelligenz Entwurf, Betrieb und Effizienz von
Schiffen verändert – das wird das zentrale Thema beim diesjährigen »Maritime Future Summit«
sein, der erneut im Rahmen der Weltleitmesse SMM in Hamburg stattfindet
© HMC/ Rene Zieger
Schon 2024 fand der »Maritime Future Summit« auf der Digital & Security Stage in den Hamburger Messehallen statt
Künstliche Intelligenz verändert die maritime Industrie schneller
und tiefgreifender als viele andere technologische Entwicklungen
zuvor. Was vor wenigen Jahren noch als Assistenzsystem begann,
entwickelt sich zunehmend zu einer eigenständigen Entscheidungs-
und Gestaltungsebene im Schiffsentwurf, im
Betrieb und im Flottenmanagement. Eine neue Generation von
Software, Tools und Ingenieuren tritt auf den Plan – häufig zusammengefasst
unter dem Begriff Gen AI.
Diese Entwicklung steht im Mittelpunkt des Maritime Future
Summit, der am 2. September im Rahmen der SMM 2026 stattfindet.
Auf der Konferenz diskutieren internationale Unternehmen,
Klassifikationsgesellschaften, Technologieanbieter und
Start-ups, wie KI‐basierte Systeme die Schifffahrt der Zukunft
prägen werden – jenseits von Buzzwords und Visionen, mit klarem
Fokus auf konkrete Anwendungen.
Der »Maritime Future Summit« findet auf einer offenen Bühne
direkt in der Messehalle statt. Damit schafft das Format eine
niedrigschwellige Plattform für Austausch und Einordnung aktueller
technologischer Entwicklungen und ist bewusst in das laufende
Messegeschehen integriert.
Die Konferenz zahlt gezielt auf die Positionierung der SMM
als internationale Leitplattform für Zukunftsthemen der maritimen
Industrie ein. Mit dem Fokus auf Gen AI greift das Format
zentrale Transformationsfelder der Branche auf – Digitalisierung,
intelligente Systeme und neue Formen der
Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Als offenes Konferenzformat in der Messehalle verbindet
der Summit technologische Innovation mit fachlichem Dialog
und unterstreicht den Anspruch der SMM, nicht nur Produkte
und Lösungen zu präsentieren, sondern auch Orientierung
52 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
für die maritime Zukunft zu bieten. Im Zentrum stehen Fragestellungen
entlang des gesamten Lebenszyklus eines Schiffes:
Wie verändert KI den Entwurfsprozess? Welche Rolle spielen
Discover-Germany digitale Zwillinge 215x270.qxp_IMMH und
16.03.18 09:56 09:56 Seite Seite 1 1
intelligente Klassifikation?
Wie lassen sich autonome
Discover-Germany 215x270.qxp_IMMH 16.03.18 09:56 09:56 Seite Seite 1 1
»Wir erleben derzeit einen grundlegenden
den Betrieb. Moderiert wird der »Maritime Future Summit« von
Volker Bertram (World Maritime University) und Michael Meyer
(HANSA – International Maritime Journal).
»Wir erleben derzeit Discover-Germany einen 215x270
grundlegenden Paradigmenwechsel«,
sagt Claus Ulrich
und Discover-Germany teilautonome 215x270.qxp_IMMH Systeme
16.03.18 09:56 09:56 Seite Seite 1 1
Selbach, Vice President Discover-Germany Exhibitions
Energy & Maritime
215x270
Anz. Mittler Anz. DinA4 Mittler D.qxp_IMMH DinA4 D.qxp_IMMH 19.01.17 19.01.17 13:49 Seite 13:491
Seite 1
sicher und wirtschaftlich betreiben?
Und welchen Beitrag
Paradigmenwechsel. Künstliche Intelligenz ist
nicht mehr nur ein Hilfsmittel, sondern wird
bei Hamburg Messe und
leisten große Sprachmodelle
Congress. »Künstliche Intelligenz
ist nicht mehr nur ein
und datengetriebene Ansätze
zur Effizienzsteigerung Anz. Mittler DinA4 D.qxp_IMMH im 19.01.17 13:49 Seite maritimer 1 Entscheidungsprozesse.«
Hilfsmittel, sondern wird zu-
zunehmend zu einem integralen Bestandteil
Discover-Germany Discover-Germany 215x270.qxp_IMMH 215x270.qxp_IMMH 16.03.18 16.03.18 09:56 09:56 Seite Seite 1 1
Hamburgs
Anz. Mittler DinA4 D.qxp_IMMH 19.01.17 13:49 Seite 1
Flottenbetrieb?
Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Energy & Maritime nehmend zu einem integralen
Bestandteil maritimer
Discover-Germany Discover-Germany
Die Konferenz
Discover-Germany 215x270.qxp_IMMH 215x270.qxp_IMMH
ist in mehrere
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Discover-Germany 215x270.qxp_IMMH 16.03.18 09:56 Seite bei Messe und Congress
Hamburgs
maritimes Herz
thematisch Discover-Germany fokussierte 215x270.qxp_IMMH Sessi-
16.03.18 09:56 09:56 Seite Seite 1 1Hamburgs
Entscheidungsprozesse Discover-Germany – im 215x270
ons gegliedert.
maritimes
Entwurf ebenso Herz
wie im Betrieb.«
Ein Schwerpunkt liegt auf
maritimes Hamburgs Herz Herz
zukünftigen Betriebsmodellen und autonomen Systemen, ein Mit dem Hamburgs
Fokus auf Gen AI greift der Maritime Future Summit
auf der maritimes SMM 2026 eines der Herz zentralen Zukunftsthemen
weiterer auf KI-gestütztem Schiffsentwurf und digitalen Werkzeugen.
Ergänzt wird das Programm durch Beiträge Hamburgs
zur praktischen
Anwendung von KI an Bord – von der Zustandsüberwa-
begonnen Hamburgs
der Branche Hamburgs
auf. maritimes Er zeigt, dass künstliche Herz Intelligenz längst
Discover-Germany 215x270.qxp_IMMH 16.03.18 09:56 Seite 1
hat, maritimes die Realität Herzzu verändern – im Entwurf,
im Betrieb und in der strategischen Ausrichtung der
maritimes Hamburgs
Herz
Herz
Discover-Germany 215x270.qxp_IMMH 16.03.18 09:56 Seite 1
chung über Entscheidungsunterstützung bis hin maritimes
zur
Optimierung von Energieverbrauch und Performance im laufen-
Schifffahrt.
RD
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Hamburgs
maritimes Herz
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HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
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DIGI HUB
INMARSAT
Auerbach Schifffahrt setzt auf NexusWave
»Sophie«, das erste Multipurpose-Schwergutschiff des Typs »F500« in
der Auerbach-Flotte
Die Hamburger MPP-Reederei Auerbach Schifffahrt stattet ihre
neue Generation von Schwergut- und Mehrzweckschiffen mit
dem Konnektivitätsdienst NexusWave von Inmarsat Maritime
mit Hauptsitz in London aus. Ziel ist es, den steigenden Anforderungen
an Datenverfügbarkeit, Betriebssicherheit und regulatorische
Berichterstattung moderner Projektladungsflotten
gerecht zu werden.
Im Zuge eines umfassenden Flottenerneuerungsprogramms
lässt Auerbach Schifffahrt mehrere neue »Eco«-Mehrzweckschiffe
auf der chinesischen Taizhou Sanfu Shipyard bauen. Die
Neubauten sind auf hohe Umschlagseffizienz und verbesserte
Kraftstoffökonomie ausgelegt und sollen neue Maßstäbe im
Schwergut- und Projektladungssegment setzen. Eine leistungsfähige
und dauerhaft verfügbare digitale Infrastruktur
gilt dabei als zentrale Voraussetzung für den Betrieb.
NexusWave kombiniert hohe Bandbreiten, globale Abdeckung
und unbegrenztes Datenvolumen in einer vollständig
gemanagten, gebündelten Lösung. Damit soll eine Konnektivitätsqualität
erreicht werden, die mit landgestützten Internetdiensten
vergleichbar ist. Insbesondere datenintensive Anwendungen
an Bord, digitale Prozesssteuerung sowie
zunehmend umfangreiche regulatorische Meldepflichten machen
stabile und ausfallsichere Verbindungen erforderlich.
Nach Angaben von Auerbach unterstützt die neue Konnektivitätslösung
nicht nur den effizienten Schiffsbetrieb und die Einhaltung
gesetzlicher Vorgaben, sondern trägt auch zur Erfüllung
der Erwartungen von Kunden und Besatzungen bei. Aus
Sicht von Inmarsat Maritime verschafft vollständig gemanagte
Bordkommunikation Reedereien zudem einen klaren Wettbewerbsvorteil,
da sie Betrieb, Transparenz und Servicequalität
gleichermaßen verbessert.
JWY
© Auerbach Schifffahrt
ONEWEB
Mehr als 300 Schiffe: CMA CGM digitalisiert Flotte
Zuverlässige digitale Konnektivität entwickelt sich zunehmend
zum Rückgrat der modernen Schifffahrt. Vor diesem
Hintergrund baut die französische Linienreederei CMA CGM
Group, derzeit drittgrößter Container-Carrier weltweit, ihre
globale Flottenvernetzung weiter aus und setzt dabei auf eine
strategische Partnerschaft mit Eutelsat und Marlink. Vorgesehen
ist der Einsatz von OneWeb-LEO-Diensten auf mehr als
300 Schiffen.
Die von Marlink integrierte Lösung kombiniert LEO- und
GEO-Satellitennetze in einer hybriden Multi-Orbit-Architektur.
Basis ist die Edge-Plattform XChange NextGen, die eine hochverfügbare
und resiliente Konnektivität auf Flottenebene ermöglicht
– in dieser Skalierung bislang eine Ausnahme im maritimen
Umfeld.
Für CMA CGM schafft dies die Voraussetzung für hohe Datenraten
und geringe Latenzen auf See. Schiffe erreichen damit
eine digitale Leistungsfähigkeit, die landbasierten Infrastrukturen
nahekommt. Echtzeit-Monitoring, der kontinuierliche
Datenaustausch zwischen Schiff und Land sowie verbesserte
digitale Services für die Besatzung werden so möglich.
Darüber hinaus leistet die Konnektivitätslösung einen Beitrag
zu den Dekarbonisierungszielen. Die datenbasierte
Optimierung von Routen, Geschwindigkeit und Kraftstoffverbrauch
unterstützt eine effizientere Betriebsführung.
Die »CMA CGM Palais Royal« mit Kapazität für bis zu 23.104 TEU wird
mit LNG betrieben
Ergänzt wird dies durch zentrale Netzsteuerung, IIoT-Datenerfassung,
Cloud-Anwendungen und Cyber-Security-Services
über die gesamte Flotte hinweg. Als Ankeraktionär von Eutelsat
setzt der Konzern langfristig auf leistungsfähige, europäisch
geprägte Satelliteninfrastruktur für die maritime Digitalisierung.
JWY
© CMA CGM
54 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
DIGI HUB
LOMARLABS
KI-Pilotprojekt zur vorausschauenden Analyse von Crew-Verhalten
KI-Anwendungen sollen Crew-Belastung und Leistungsfähigkeit im Bordalltag verbessern
Lomarlabs, ein 2023 gegründetes Venture-Lab
von Lomar Shipping aus London,
und das auf Human-Performance-
Intelligenz spezialisierte Unternehmen
Signal Fusion haben eine strategische
Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist der
Einsatz eines KI-gestützten Systems,
das menschliches Verhalten und Leistungsfähigkeit
im Schiffsbetrieb vorausschauend
analysiert. Ein Pilotprojekt
des britischen Reederei- und Schiffsmanagementkonzerns
ist noch für dieses
Jahr geplant.
Kern der Kooperation ist die Implementierung
der Signal-Fusion-Plattform
für Readiness-, Resilienz- und Risiko-Intelligenz
in realen maritimen Betriebsabläufen.
Das System kombiniert Künstliche
Intelligenz mit Sprachanalyse und
übersetzt kurze, narrative Einschätzungen
aus dem Bordalltag in entscheidungsrelevante
Informationen. Diese
sollen unter anderem die Personaldisposition,
Trainingsmaßnahmen und Sicherheitsentscheidungen
unterstützen.
Im Unterschied zu klassischen Prüf- und
Kontrollmechanismen analysiert die
Plattform Verhaltensänderungen kontinuierlich
und im jeweiligen Einsatzkontext.
Ziel ist es, frühe Warnsignale zu erkennen,
bevor es zu Vorfällen oder
Unfällen kommt. Jede KI-Auswertung ist
transparent nachvollziehbar, mit einer
Evidenzkette hinterlegt und wird im Rahmen
eines »Human-in-the-loop«-Ansatzes
überprüft.
Angesichts steigender Belastung der
Crews sehen die beiden Kooperationspartner
Lomarlabs und Signal Fusion darin
erheblichen Handlungsbedarf Sicherheitsmanagementsysteme
datenbasiert
weiterzuentwickeln.
JWY
© KI-generiert
HYUNDAI GLOVIS
KI-basiertes Stauplanungssystem für Autofrachter
Die PCTC-Flotte von Hyundai Glovis setzt beim Thema Stauplanung verstärkt auf KI
Die koreanische Reederei Hyundai Glovis
hat ein unternehmensintern entwickeltes,
KI-basiertes Stauplanungssystem
für seine Autotransporter eingeführt.
Die Lösung soll Effizienz, Sicherheit und
operative Leistungsfähigkeit verbessern.
Die Stauplanung bestimmt, wie Fahrzeuge
an Bord positioniert werden, um
Raum optimal zu nutzen, die Stabilität
des Schiffes zu sichern und eine reibungslose
Entladung in mehreren Häfen
zu ermöglichen. Bisher erfolgte dieser
Prozess überwiegend manuell und erforderte
die Berücksichtigung zahlreicher
Parameter wie Fahrzeugabmessungen,
Gewicht und Entladereihenfolge. Da ein
Autotransporter pro Reise mehr als
6.000 Fahrzeuge transportieren kann,
gilt die Planung als besonders komplex.
Das neue System berechnet Ladepositionen
automatisch anhand von Fahrzeugtyp,
Menge, Gewicht, Höhe und
Hafenrotation. Es verhindert, dass Fahrzeuge
für frühe Anlaufhäfen durch später
zu entladende Einheiten blockiert
werden, wodurch Umladevorgänge reduziert
werden. Gleichzeitig unterstützt
die Software die Stabilität des Schiffes,
indem schwerere Fahrzeuge gezielt auf
unteren Decks platziert werden.
Hyundai Glovis plant, das System
schrittweise in der gesamten Flotte
einzusetzen. Parallel läuft der Einbau
des Satelliteninternetdienstes Starlink
auf ersten Schiffen mit Südkorea-Anläufen.
Die Reederei verfügt über rund
60 Pure Car and Truck Carrier (PCTC)
für den Transport von Pkw, Lkw, Construction
Machinery und anderem Ro/
Ro-Gut.
JWY
© Hyundai Glovis
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
55
GREEN HUB
TUI CRUISES
Luftschmiersystem soll Emissionen reduzieren
Das britische Technologieunternehmen
Armada Technologies wird auf der
»Mein Schiff 6« ein sogenanntes »Passive
Air Lubrication System« (PALS) installieren.
Auftraggeber ist die deutsche
Kreuzfahrtreederei Tui Cruises. Der Einbau
ist für das erste Quartal 2027 im
Rahmen eines Werftaufenthalts in Singapur
vorgesehen.
Das 2017 gebaute Kreuzfahrtschiff
(98.785 BRZ) soll durch die Nachrüstung
seine Energieeffizienz verbessern und
Emissionen reduzieren. PALS erzeugt
unter dem Rumpf eine Luftblasenschicht,
die den Reibungswiderstand
senkt. Im Unterschied zu konventionellen
Systemen arbeitet die Technologie
ohne Kompressoren und nutzt stattdessen
die Vorwärtsbewegung des
Schiffes sowie die umströmende Wassermasse.
Dadurch sinkt der Energiebedarf
der Hilfsaggregate.
Die Maßnahme unterstützt die Einhaltung
der Effizienzvorgaben der IMO,
Die »Mein Schiff 6« soll 2027 in Singapur mit einem Luftschmiersystem nachgerüstet werden
insbesondere im Hinblick auf EEXI und
CII. Laut Hersteller wurde das System in
Modellversuchen und in Zusammenarbeit
mit der Liverpool John Moores University
validiert. Design- und Installationsfreigaben
liegen von DNV, RINA und
dem American Bureau of Shipping vor.
Für Tui Cruises, ein Joint Venture der Tui
Group und der Royal Caribbean Group,
ist die Nachrüstung ein weiterer Baustein
zur Effizienzsteigerung der bestehenden
Flotte.
JWY
© Tui Cruises
OCEANBIRD
Erster Auftrag für Windantriebs-Joint-Venture
Die Windantriebstechnologie des
schwe dischen Entwicklers Oceanbird
hat kürzlich ihren ersten kommerziellen
Auftrag erhalten. Erstmals sollen
die starren Flügelsegel des Technologie-Unternehmens
auf einem bestehenden
Handelsschiff installiert werden.
Das Projekt markiert dabei einen
wichtigen Schritt vom Demonstrations-
zum Markteinsatz der Technologie.
Die Segel sind darauf ausgelegt, den
Treibstoffverbrauch und damit die CO₂-
Emissionen durch zusätzlichen Windvortrieb
signifikant zu reduzieren. Je
nach Einsatzprofil können einzelne Einheiten
bereits messbare Einsparungen
ermöglichen, während größere Installationen
auf weitergehende Effekte zielen.
Branchenweit gewinnen solche Windassistenzsysteme
an Bedeutung, da sie
kurzfristige Effizienzgewinne unabhängig
von der Verfügbarkeit alternativer
Kraftstoffe ermöglichen.
Windantriebstechnologie gilt zunehmend als Kraftstoffeinsparungsfaktor
Oceanbird wurde 2021 als Joint Venture
der schwedischen Reederei Wallenius
sowie des Ausrüsters Alfa Laval gegründet.
Das Unternehmen geht auf ein längerfristiges
Forschungsprogramm von
Wallenius Marine zurück, das ursprünglich
ein nahezu emissionsfreies Wind-
Transportschiff konzipierte. Heute konzentriert
sich Oceanbird auf die
industrielle Umsetzung skalierbarer
Tragflächensegel für Neubauten und
Bestandsflotten.
Der aktuelle Auftrag soll den Stellenwert
technischer Effizienzmaßnahmen
neben alternativen Kraftstoffen unterstreichen.
Windassistierte Antriebssysteme
werden von vielen Marktbeobachtern
als praktikables Element zur
Dekarbonisierung der Schifffahrt eingeschätzt.
JWY
© Oceanbird
56 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
GREEN HUB
WASALINE
»Aurora Botnia« stellt Batterie-Rekord auf
Die finnisch-schwedische Reederei Wasaline
hat die Fähre »Aurora Botnia« mit
weiteren Batteriemodulen aufgerüstet.
Sie besitzt nun die größte Kapazität, die
auf einem RoPax-Schiff installiert ist.
Wie das Unternehmen mitteilte, sind die
Aufrüstungsarbeiten und die anschließenden
Seeerprobungen der Fähre erfolgreich
abgeschlossen.
Die Batteriekapazität der »Aurora Botnia«
hat sich fast versechsfacht: Von anfänglichen
2,2 MWh ist sie auf 12,6 MWh
erweitert worden. Die neuen Batterien,
die vom AYK Energy geliefert worden
sind, sind deutlich leistungsstärker als
die bisher installierten Systeme. Sie können
fast fünfmal mehr elektrische Energie
speichern, was die Energieeffizienz
und die ökologische Bilanz des Schiffs
noch einmal verbessert.
An der Aufrüstung waren mehrere Unternehmen
beteiligt. Der Prozess begann
schon im laufenden Betrieb und bei BLRT
Repair Yards in Finnland abgeschlossen.
Wärtsilä schloss die Systemintegration
Mehr als 12 MWh an Batteriespeicher sind auf der »Aurora Botnia« verbaut
innerhalb eines engen Zeitplans ab, mit
nur wenigen Betriebs unterbrechungen.
Die Danfoss-Antriebe wurden für die
zusätzlichen Batterien konfiguriert und
auf die neuesten Versionen aktualisiert.
Foreship übernahm die Bewertung und
das grundlegende Design.
Die »Aurora Botnia« ist somit laut Wasaline
mit »modernster Antriebstechnick«
ausgestattet. Die »Aurora Botnia«
(3.500 tdw) ist eine RoPax-Fähre des
Unternehmens Kvarken Link, die 2019
bestellt und zwei Jahre später abgeliefert
worden ist. Sie wird von Wasaline
betrieben und verbindet die finnische
Stadt Vaasa mit Holmsund bei Umeå in
Schweden. Wasaline hat sich im letzten
Jahr positiv entwickelt, sowohl beim
Umsatz als auch bei den Passagierzahlen.
Das Unternehmen ist erst kürzlich
offiziell in den Besitz der Reederei Stena
Line übergegangen.
JW
© Wasaline
OSTSEE
Schiffsverkehr verändert den Meeresboden
Der Schiffsverkehr in der westlichen Ostsee
wirkt stärker auf Wassersäule und
Meeresboden als bislang angenommen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle
Studie des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung
Warnemünde (IOW) und der
Universität Kiel, die in »Nature Communications«
veröffentlicht wurde.
Untersuchungen in flachen, stark frequentierten
Seegebieten es fast vollständig
von Land umschlossenen Binnenmeers
zeigen jetzt, dass Turbulenzen im
Kielwasser großer Schiffe die natürliche
Schichtung der Wassersäule auflösen
und bis in unmittelbare Bodennähe reichen
können.
Parallel dazu wurden entlang der
Hauptschifffahrtsrouten zahlreiche kleinräumige
Erosionsstrukturen festgestellt,
die sich innerhalb weniger Jahre bilden
und wieder verändern – ein Hinweis auf
den mechanischen Einfluss wiederholter
Schiffspassagen.
Schraubenwasser wirbelt Sedimente auf, wodurch sich erosionsbedingte Vertiefungen bilden
Nach Einschätzung der Forscher könnten
hochgerechnet bis zu 7,5 % der Ostseefläche
von schiffsinduzierten Sedimentveränderungen
betroffen sein,
sofern ähnliche Bedingungen vorliegen.
Die Forscher sehen darin einen bislang
unterschätzten Faktor für Stoff- und
Sedimentflüsse in flachen Meeresgebieten
und verweisen auf möglichen Bedarf
an weiterem Monitoring sowie an angepassten
Verkehrs- oder Managementmaßnahmen.
Langfristig könnten die Ergebnisse
auch in Umweltbewertungen von Fahrwassern,
Hafenprojekten und maritimen
Infrastrukturplanungen einfließen. JWY
© IOW / KI-generriert
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
57
OFFSHORE
Pionier mit Perspektive:
EnBW plant die Zukunft auf der Nordsee
2011 ging mit »Baltic 1« Deutschlands erster kommerzieller Offshore-Windpark ans Netz.
Betrieben werden die Anlagen in der Ostsee nach wie vor von EnBW. Das Unternehmen baut
inzwischen in der Nordsee an seinem fünften deutschen Park, ein sechster ist in Planung.
Vieles ist größer und so manches anders geworden seit 2011, erklären zwei Führungskräfte
und ein Site Planner. Von Phillipp Steiner
Angela Merkel war im Mai 2011 Bundeskanzlerin
und drückte auf der Halbinsel
Zingst in Mecklenburg-Vorpommern
symbolisch den Startknopf für
»Baltic 1«. Der Park liegt 16 km vor der
Küste. Zwar war im Vorjahr »alpha ventus«
in Betrieb gegangen. Doch der
wurde zum Forschen errichtet. Mit
»Baltic 1« folgte also der erste unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten entwickelte
Offshore-Windpark in
Deutschland. Es handelt es sich um 21
Anlagen mit Rotordurchmessern von
93 m und je 2,3 MW Leistung sowie
eine Umspannplattform.
Jörg Egbers verantwortet beim Karlsruher
Energiekonzern EnBW (Energie
Baden-Württemberg AG) von Hamburg
aus das Engineering für Parks in
der Entwicklung und Umsetzung. Er
vergleicht die Dimensionen von »Baltic
1« mit den folgenden Parks des Unternehmens.
2015 ging »Baltic 2« in Betrieb.
Hier besitzen die Rotoren 120 m
Durchmesser und eine Nennleistung
von 3,6 MW. »Und wenn man dann
weiter schaut – auf die nächsten vier
Jahre –, hatten wir eine Verdopplung.
Die nächste Größenordnung war
7 MW.« Egbers bezieht sich auf die
Windparks »Hohe See« und »Albatros«,
die rund 100 km nordwestlich von Helgoland
in der Nordsee liegen und 2019
und 2020 in Betrieb gingen – zusammen
87 Turbinen samt zwei Umspannplattformen.
Die »Bibby Wavemaster Horizon« im Emder Hafen. Das SOV ist für die EnBW-Windparks »Hohe
See« und »Albatros« in der Nordsee im Einsatz. In Emden legt es alle 14 Tage für einen Wechsel
der Servicetechniker an. Außerdem werden Kraftstoff gebunkert, Vorräte und Ersatzteile
aufgenommen und Müll entsorgt.
© Steiner
Hersteller-Trends im Blick
Bei »He Dreiht« sind es pro Anlage
15 MW Leistung, also erneut eine (runde)
Verdopplung. »He Dreiht« ist unweit
von »Hohe See« und »Albatros« im Bau
und soll im Sommer dieses Jahres vollständig
ans Netz gehen. Wie bei den vorgenannten
Parks hat EnBW Partner dabei,
behält aber eine Mehrheit von
50,1 % Prozent.
Würde man das Größenwachstum so
fortschreiben, käme man für 2030 auf
Anlagen mit 30 MW Leistung, rechnet
Egbers vor. »Das wird aber mit sehr großer
Wahrscheinlichkeit nicht geschehen.«
Am Markt sei erkennbar, dass die
Anlagenhersteller in den nächsten Jahren
in Europa bei ihren jetzigen Größen
blieben oder maximal Anlagen mit »20+
Megawatt« anbieten.
EnBW hat bei den ersten vier Parks
auf Anlagen von Siemens gesetzt, bei
»He Dreiht« nun auf Vestas. Für ihr
sechstes deutsches Projekt, »Dreekant«,
wieder in der Nordsee, haben
die Karlsruher den Flächenzuschlag erhalten
und rechnen mit der Inbetriebnahme
in 2033. Dafür sei noch kein
Hersteller ausgesucht, sagt Egbers.
Man spreche »mit den etablierten Herstellern«.
Trotzdem monitore EnBW die
technologischen Entwicklungen umfassend.
»Wir müssen verstehen, welche
Technologien auch andere Hersteller,
die nicht aus dem Westen kommen,
entwickeln und einsetzen«, so Egbers
im Interview. (Anmerkung der Redaktion:
Das Gespräch wurde Ende 2025 geführt,
gemeinsam mit seinem für den
Betrieb zuständigen Kollegen Michael
Splett. Anfang 2026 wurde das Interview
aktualisiert.)
58 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
OFFSHORE
Jörg Egbers leitet bei EnBW von Hamburg
aus das Engineering für Parks in der
Entwicklung und Umsetzung.
© EnBW
Michael Splett zeichnet von Hamburg aus
für den Betrieb aller EnBW-Offshore-Windparks
verantwortlich.
© EnBW
Marcel Seidt ist Site Planner für »Hohe See«
und »Albatros«. Hier zeigt er ein Schema, mit
87 Anlagen und zwei Umspannstationen.
© Steiner
EnBW muss über die Größe der einzelnen
Anlagen hinaus das Gesamtbild im
Blick haben, macht Egbers klar. »Wir konzipieren
den gesamten Windpark inklusive
des Layouts, der Fundamente und
Kabel. Und da werden wir natürlich mit
wachsenden Anlagengrößen auch andere
Komponenten in dem gesamten
Windpark haben, inklusive der Lieferkette,
der Logistikkette und auch der Installationstools,
die dann eben entsprechend
mitwachsen und mitskalieren
müssen.«
Engpass bei Errichterschiffen?
An Schiffen seien Halbtaucher zur Errichtung
der Fundamente und Jack-Up-Barges
für die eigentlichen Windkraftanlagen
nötig, erläutert der diplomierte
Wirtschaftsingenieur und promovierte
Ingenieur. Einen drohenden Flaschenhals
sieht er bei den Installationsschiffen.
Die heutigen Fahrzeuge könnten mit
ihren 150 bis 175 m langen Kranen rund
3.000 t heben und seien für Windkraftanlagen
bis um die 20 MW geeignet.
Sollte aber die nächstgrößere Kategorie
von »20+« kommen, würde sich die Frage
nach den Schiffskapazitäten stellen.
Weil der Bau der Schiffe teuer sei – um
die 500 bis 600 Mio. €. »Und die Schiffscharterer
sind natürlich angewiesen auf
ein stabiles und konsistentes Orderbook.«
Was hat sich in den 15 Jahren seit der
»Baltic 1«-Eröffnung neben der Größenzunahme
getan? Es ist nicht zuletzt
die Entwicklung der Sensoren, erklärt
Michael Splett, der von Hamburg aus
für den Betrieb aller EnBW-Offshore-
Windparks verantwortlich zeichnet. Bei
den neueren Anlagen sei »viel mehr
Sensorik vorhanden«, erklärt er. Beispiele
sind Messsensorik für Schwingungen
auch im Fundament zur Überwachung
von Grouting-Fugen und
erweiterte Sensoren in den Rotorblättern.
Zugleich würden ältere Anlagen
nachgerüstet. Die immer ausgefeiltere
Sensorik führt zu mehr Daten. Diese
helfen, auch in Gestalt digitaler Zwillinge,
zum einen beim Monitoring der
einzelnen Anlage. Beispielsweise, ob
sie durch besondere Ereignisse stärker
belastet wird als sonst. Darüber hinaus
könne man dank der großen Datenmengen
aber auch »ins reine Modell
gehen«, erläutert Splett, der diplomierter
Wirtschaftsingenieur und promovierter
Elektrotechniker ist.
Modellierung bei Konzeption
Eine Anwendung dieser Modellierung
ist die Konzeption neuer Parks wie des
im Bau befindlichen Parks »He Dreiht«.
Von den bestehenden Parks »Albatros«
und »Hohe See« aus könne man mit
Lidar-Technologie den Wind in mehreren
Kilometern vor dem Windpark
messen. »Diese Daten nutzten wir natürlich
eben für die Berechnungen:
Wie müsste ›He Dreiht‹ aufgebaut werden«,
sagt Splett.
EnBW entwickelt und betreibt seine
Offshore-Windparks. Doch den Rahmen
setzt der Staat. Hier sieht das Unternehmen
Änderungsbedarf, Stichwort
Leistungsdichte. «Durch die
Jessika Tuitjer von EnBW zeigt das Walk-to-Work-System, über das die Servicetechniker auf See
vom SOV auf die Windkraftanlagen übersteigen.
© Phillipp Steiner
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
59
OFFSHORE
Windräder der Windparks »Hohe See« beziehungsweise »Albatros«. Die beiden Parks von
EnBW liegen nebeneinander in der Nordsee rund 100 km nordwestlich von Helgoland.
hohen Gigawatt-Ausbauziele des
WindSeeG ist der Flächenentwicklungsplan
gezwungen, die zur Verfügung
stehende Fläche mit hohen Leistungsdichten
zu versehen, um die Ausbauziele
auf dem nur begrenzt verfügbaren
Raum umzusetzen.« Eine hohe
Leistungs- beziehungsweise Bebauungsdichte
bedeutet, so Jörg Egbers,
»dass sich die Windkraftanlagen den
Wind in Anführungsstrichen gegenseitig
wegnehmen.« Dadurch sinke der Ertrag
pro installiertem Megawatt.
Dichte und Abschattung
Das Phänomen heißt Abschattung.
Und je mehr Windparks entstehen,
desto größer sind die möglichen Abschattungseffekte.
Der Unternehmensvertreter
plädiert dafür, dass anstelle
von installierter Leistung
Stromerträge vorgegeben werden.
Schließlich habe der Staat ebenso ein
Interesse an niedrigen Stromgestehungskosten
wie EnBW.
EnBW argumentiert nach eigenen Angaben
bereits seit einiger Zeit dafür, den
Blick stärker auf die Gesamteffizienz beziehungsweise
die Gesamtsystemkosten
zu lenken. Für den Bereich Wind Offshore
bedeute dies beispielsweise, den
Fokus stärker auf den tatsächlich erzeugten
Strom statt auf installierte Kapazitäten
zu legen.
Appell an die Politik
© EnBW
Angesichts gestiegener Baukosten solle
der Staat zudem sogenannte Differenzkontrakte
(CfDs) einführen. Damit würde
er Ausschläge des Strompreises nach
unten für die Energieerzeuger kompensieren
und bei Ausschlägen nach oben
Gewinne einstreichen. So würde der
Staat Investitionen in die Infrastruktur
absichern und Planungssicherheit ermöglichen,
sagt Egbers. »Die gesamte
Branche wünscht sich das.«
Und wie hat sich die Offshore-Windkraft
für diejenigen verändert, die auf See arbeiten?
Das kann Marcel Seidt schildern.
Er arbeitete kurz im Windpark »Baltic 2«
und dann als Servicetechniker in »Hohe
See« und »Albatros«. Inzwischen ist der
gelernte Mechatroniker und Elektrotechnikmeister
dort Site Planner und organisiert
die Einsätze seiner Kollegen.
»Hohe See« und »Albatros« liegen rund
100 km nordwestlich Helgoland und damit
deutlich weiter draußen als »Baltic 1«
und »Baltic 2«. Während die EnBW-Techniker
bei den Ostsee-Parks von Land aus
tageweise im Crew Transfer Vessel (CTV)
zu den Anlagen fahren, verbringen sie in
den Nordsee-Parks zweiwöchige Schichten
auf dem Service Operation Vessel
»Bibby Wavemaster Horizon«, wie Seidt
erläutert. Das Interview mit ihm fand
während eines Schichtwechsels im Emder
Hafen an Bord statt. Die Nutzung eines
SOV verschafft Seidt zufolge den Vorteil,
dass die Transfers der Techniker auf die
Anlagen viel kürzer sind. »Man hat mehr
von der Arbeitszeit.« Die ersten Transfers
von der »Bibby Wavemaster Horizon«
starteten in der Regel gegen 6.15 Uhr,
und zwar mit dem Gangway-System des
Schiffes. Dabei können die Techniker vergleichsweise
komfortabel direkt auf die
Windanlage laufen, während sie von CTVs
aus eine Leiter hochklettern müssen.
Neubau und Ausblick
Dank Digitalisierung sei es andererseits
gar nicht mehr so oft wie früher nötig,
dass Techniker übersteigen, so Seidt.
»Kleinere Fehler kann man durchaus mit
dem PC direkt vom Schiff oder von Land
aus resetten.« Wenn zum Beispiel ein
Sensor ein falsches Signal übermittelt.
Apropos SOV: Für EnBW lässt das britische
Unternehmen North Star in Indien
für den Betrieb von »He Dreiht« gerade
ein neues Schiff bauen, verrät Michael
Splett. Leicht verändert sei gegenüber
der »Bibby Wavemaster Horizon« der Antrieb.
»Es läuft auf einen Voith-Schneider-Propeller
hinaus.« Damit könne das
SOV noch ruhiger in der See liegen und
besser an die Anlagen herankommen.
Die Zukunft sieht EnBW unterdessen
nicht nur in neuen Parks, sondern beschäftigt
sich auch mit einer Verlängerung
der Lebensdauer der älteren Anlagen. In
Deutschland dürfen sie 25 Jahre betrieben
werden, plus eine mögliche einmalige
Verlängerung um zehn Jahre. Bei »Baltic
1« wären damit schon drei Fünftel der Regeldauer
erreicht. Der Energiekonzern
aus Süddeutschland kann sich aber vorstellen,
ihn und andere Parks länger zu
betreiben. Auch wenn dies mit zusätzlichen
Auflagen verbunden wäre, wie Splett
erläutert. »Das ist natürlich weit schonender,
als eine Anlage, die vielleicht noch
fünf oder mehr Jahre arbeiten könnte,
dann einfach zurückzubauen.« ■
60 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
PORT HUB
Nächste Milliarde für Bremerhaven
Die Maersk-Tochter APM Terminals und Eurogate planen, ihr gemeinsames North Sea Terminal
Bremerhaven (NTB) umfassend zu modernisieren und dafür rund 1 Mrd. € zu investieren. Der
Umschlag soll deutlich zunehmen, die Emissionen hingegen sinken
Die Initiative folgt auf die Entscheidung
des Bundes aus dem November letzten
Jahres, rund 1,35 Mrd. € für den Ausbau
Bremerhavens zu einem strategisch
wichtigen Logistik- und Infrastrukturstandort
in Aussicht zu stellen. Die geplanten
Investitionen sind den Unternehmen
zufolge noch abhängig von
verschiedenen Genehmigungsverfahren.
Mit den Bundesmitteln soll vor allem
die Hafen- und Transportinfrastruktur gestärkt
werden, um Bremerhaven sowohl
wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch
aufzuwerten. Die nun geplante Terminalmodernisierung
würde diese öffentliche
Förderung um ein umfangreiches privatwirtschaftliches
Investment ergänzen.
Nach Angaben der Terminalbetreiber
befinden sich APM Terminals und Eurogate
in fortgeschrittenen Gesprächen
über eine langfristige Partnerschaft zur
Modernisierung des NTB. Vorgesehen
ist, die Anlage technisch zu erneuern,
Equipment auszutauschen und die Kapazität
von derzeit rund 3 Mio. TEU auf
etwa 4 Mio. TEU pro Jahr zu erhöhen.
»Wir wollen das Terminal langfristig zukunftssicher
machen und gleichzeitig die
Zuverlässigkeit und Resilienz der Lieferketten
für die deutsche Wirtschaft stärken«,
erklärte Maersk-Chef Vincent Clerc.
Umschlag elektrifiziert
Ein zentrales Ziel ist zudem die Dekarbonisierung
des Terminalbetriebs. Durch
vollständige Elektrifizierung der Umschlagtechnik
sowie den Einsatz erneuerbarer
Energien soll der Betrieb künftig
ohne Treibhausgasemissionen erfolgen.
Nach Darstellung der Unternehmen
könnte das NTB damit das erste Containerterminal
dieser Art in Deutschland
werden.
APM Terminals sieht in Bremerhaven
einen wichtigen Knotenpunkt für deutsche
Warenströme und das eigene Liniendienstnetz.
Die Investitionen sollen die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern
und die Stabilität der Lieferketten
stärken. Auch Eurogate betont die strategische
Bedeutung des Terminals und verweist
auf die seit mehr als 25 Jahren bestehende
Zusammenarbeit mit Maersk.
Politische Unterstützung kommt aus
Bremen. Bremens Bürgermeister Andreas
Bovenschulte (SPD) begrüßte die geplante
Investition. »Dass sich mit Maersk
ein Weltmarktführer so stark in Bremerhaven
engagiert, ist ein eindrucksvoller
Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer
Häfen und natürlich von Eurogate«, teilte
Bovenschulte mit. Die Unternehmen und
Bovenschulte forderten in diesem Zusammenhang
erneut, die Außenweser
zu vertiefen.
JWY
Die Kapazität des NTB soll auf künftig 4 Mio. TEU pro Jahr ansteigen
© Maersk
62 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
PORT HUB
HAFEN-SICHERHEIT
IHK Nord fordert besseren Schutz
Während auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Experten die strategischen Linien
internationaler Sicherheitspolitik
diskutierten, richtete die Wirtschaft im
Norden den Blick auf die Voraussetzungen,
die in den Küstenländern über Versorgungssicherheit
und Verteidigungsfähigkeit
entscheiden.
Drohnen über Norddeutschland, Beschädigungen
von Kommunikationsleitungen
in der Ostsee und Cyberangriffe
auf Energieunternehmen seien keine zufälligen
Einzelereignisse. »Sie markieren
eine neue sicherheitspolitische Realität
– der Norden steht im Zentrum geopolitischer
Spannungen und hybrider Bedrohungen,
die gezielt kritische Infrastrukturen
ins Visier nehmen«, heißt es
in einem Statement der IHK Nord.
Norddeutschland sei mehr als ein
Wirtschaftsraum. Im Norden konzentrieren
sich wichtige Verkehrsknotenpunkte,
maritime Handelswege, systemrelevante
Energieversorgung, militärische Logistik
und entscheidende Schlüsselindustrien.
Diese Strukturen bilden die Lebensadern
für Versorgungssicherheit und Verteidigungsfähigkeit.
»Unsere Häfen, die maritime Industrie
und die Energieversorgung sind systemrelevant
– und müssen entsprechend
geschützt und ausgebaut werden«,
mahnte André Grobien, Vorsitzender
der IHK Nord.
Die norddeutsche Wirtschaft sieht
den Bund in der Pflicht, den Norden als
strategischen Raum zu begreifen und
entsprechend zu handeln. Das bedeute:
eine umfassende finanzielle Unterstützung
des Bundes für gezielte Investitionen
in Häfen und maritime Logistik, die
Absicherung der Energieversorgung
und die Modernisierung von Verkehrswegen,
gerade auch für militärische Anforderungen,
im gesamtstaatlichen Interesse.
Auch die Industrie spiele eine Schlüsselrolle.
Norddeutschland verfüge über
starke Sicherheits- und Verteidigungsindustrien
mit einer breiten Zulieferbasis.
»Diese Potenziale müssen wir stärker
nutzen«, fordert Grobien.
RD
Die IHK sieht die Häfen Norddeutschlands im Zentrum geopolitischer Spannungen
© Scheer
MARITIME ACTION PLAN
Trump will wieder zur Kasse bitten
Mit einer Verspätung von drei Monaten
hat die US-Regierung den »Maritime Action
Plan« vorgelegt. Schwerpunkt ist die
Stärkung der US-amerikanischen Handelsschifffahrt.
Präsident Trump plant
vorrangig, den Schiffbau als nationale
Branche wiederaufzubauen. Neben Investitionen
und Partnerschaften im Ausland,
wie es bei der Übernahme der
Werft Philly Shipyard durch das koreanische
Unternehmen Hanwha der Fall war,
ist in dem Plan auch wieder von Hafengebühren
die Rede. Trump hatte sie
schon im letzten Jahr auf den Weg gebracht,
zwischenzeitlich aber wieder ausgesetzt.
Konkret geht es um eine »universelle
Gebühr für ausländische Schiffe aller Nationen,
die US-Häfen anlaufen« – und
das könnte für Reedereien teuer werden.
Die Gebühr soll sich nach dem Gewicht
der importierten Ladung richten,
geplant ist ein Rahmen von 1 und 25
Cent pro Kilogramm. Bei 0,01 $ würden
sich über 10 Jahre rund 66 Mrd. $ an Einnahmen
ergeben, die in den Schiffbau
fließen sollen. Bei 0,25 $ pro kg wären es
sogar 1,5 Bill. $.
ICS warnt vor Gebühren
Die International Chamber of Shipping
(ICS) warnte vor den Auswirkungen einer
solchen Gebühr. Zwar begrüßte sie die
Absichten zur Stärkung der maritimen
Branche in den USA, die dem internationalen
Handel zugute komme. Die Gebühren
würden jedoch eine »erhebliche
Belastung« für den Seeverkehr bedeuten.
»Solche Maßnahmen bergen die Gefahr,
den Handel zu verzerren, die Kosten
für US-Verbraucher und -Unternehmen
zu erhöhen, den reibungslosen Ablauf
des Welthandels zu stören und Vergeltungsmaßnahmen
zu provozieren«, teilte
der Branchenverband mit. Man sei allerdings
bereit, konstruktiv mit der
Regierung unter internationalen Partnern
zusammenzuarbeiten, um das
Wachstum der Branche zu unterstützen,
ohne die Integrität des Welthandels zu
gefährden.
Ein Blick zurück: Die USA und China
haben sich im letzten Jahr gegenseitig
mit Gebühren überboten, bis sie im November
für ein Jahr ausgesetzt worden
sind. Sollte die US-Regierung an dem
vorgelegten Plan festhalten, dürften
Konsequenzen nicht lange auf sich warten
lassen.
JW
HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
63
TERMINE
freight & trade events
worldwide conferences | exhibitions | seminars for shipping, commodities, finance
Marine + Offshore
10.–12.03.2026 LONDON
Oceanology International
www.oceansciencetechnology.com
13.–16.04.2026 MIAMI
Seatrade Cruise Global
www.seatradecruiseevents.com
21.04.2026 BREMEN
STG Symposium
www.stg-online.de
22.–23.04.2026 HAMBURG
Tagung Schweißen in der
maritimen Technik
www.slv-nord.de
01.–04.09.2026 HAMBURG
SMM – www.smm-hamburg.de
23.10.2026 KIEL
Students meet Industry
www.stg-online.de
13.10.2026 ROSTOCK
Rostock Large Engine Symposium
www.rgmt.de
18.11.-20.11.2026 HAMBURG
STG-Hauptversammlung
www.stg-online.de
Shipping + Logistics
04.–05.02.2026 DUBAI
Breakbulk Middle East
www.cmashippingevent.com
05.–06.03.2026 BREMEN
LogisticConnect
www.logistics-connect.de
10.–12.03.2026 STAMFORD
CMA Shipping
www.cmashippingevent.com
29.–30.04.2026 EMDEN
Nationale Maritime Konferenz
01.–05.06.2026 ATHENS
Posidonia
www.posidonia-events.com
16.–18.06.2026 ROTTERDAM
Breakbulk Europe
www.europe.breakbulk.com
26.11.2026 HAMBURG
HANSA-FORUM
»Connecting Maritime Minds«
SAVE THE DATE!
27.07. TOK YO
Fonasba General Assembly &
»Young Agents and Brokers
Award« (YOBA)
https://www.fonasba.com/
young-agentbroker-award/
02.09.2026 HAMBURG
Maritime Future Summit
www.smm-hamburg.de
Commodities + Energy
03.–05.03.2026 PALMA
Watts Up Europe 2026
www.maritimebatteryforum.com
25.–27.03.2026 BEIJING
CIPPE –
www.en.cippe.com.cn
6.–7.05.2026 LONDON
Commodity Trading Week
Europe 2026
https://europe.commoditytradingweek.com
13.–14.05.2026 GLASGOW
All-Energy Exhibition
www.all-energy.co.uk
STG-Fokus: Hauptversammlung und Sprechtag zum Thema Resilienz
Die Schiffbautechnische Gesellschaft
(STG) setzt 2026 mit zwei Veranstaltungen
wichtige fachliche Akzente.
Die 121. Hauptversammlung der STG
findet vom 18. bis 20. November in Hamburg
statt. Tagungsort ist das Hotel Hafen
Hamburg, Veranstaltungsraum Elbkuppel.
Die Hauptversammlung gilt als zentrales
Forum für den Wissens- und Erfahrungsaustausch
in der Schifftechnik, Schifffahrt
sowie der Meeres- und Offshore-Technik.
Begleitend wurde ein Call for Papers veröffentlicht.
Thematische Schwerpunkte
sind unter anderem innovative maritime
Systeme, Künstliche Intelligenz in Entwurf,
Produktion, Betrieb und Wartung von
Schiffen, die Sicherheit und Zertifizierung
autonomer Systeme sowie der Schutz kritischer
maritimer Infrastruktur einschließlich
Cyber Security. Konferenzsprachen
sind Deutsch und Englisch.
Bereits im 2. oder 3. Quartal 2026
plant die STG einen Sprechtag »Resiliente
Energiesysteme und Automatisierung
im Schiffbau – Technologien, Methoden
und Anwendungen« an der
© STG
Technischen Universität Hamburg
(TUHH). Im Mittelpunkt stehen resiliente
Schiffsenergiesysteme vor dem Hintergrund
von Elektrifizierung, Systemintegration
und neuen energiepolitischen
Rahmenbedingungen. Themen sind
unter anderem hybride Energieerzeugungssysteme,
Batteriespeicher, Brennstoffzellen
und alternative Kraftstoffe,
Netzstabilität und Fehlertoleranz, Systemintegration
sowie Anforderungen
aus Klassifikation und Regelwerksentwicklung.
Konferenzsprachen sind
Deutsch und Englisch.
Die STG mit Sitz in Berlin und Geschäftsstelle
in Hamburg fördert seit 1899 den
Austausch der maritimen zwischen Fachleuten
aus Schiffbau, Meerestechnik und
Schifffahrt sowie aus Werften, Reedereien,
Zulieferindustrie, Forschung, Hochschulen
und Behörden. ■
64 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
IMPRESSUM
Inserentenverzeichnis | Index of Advertisers
BBC Chartering GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
BredoDryDocks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Bureau Veritas SA Zweigniederlassung Hamburg. . . . . . . . . . . . 33
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger . . . . . . . . . . 3
Deutscher Ruderverband DR . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Deutsche Seemannsmission . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
European Mar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Titel
Everllence SE Group Marketing . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Germania Schifffahrts GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
GROMEX GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Hamburg Messe und Congress GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U3
Heinrich Wegener & Sohn Bunkergesellschaft m.b.H. . . . . . . . 43
Internationales Maritimes Museum Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . 53
Knaack & Jahn Schiffbau GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
LISCR (Deutschland) GmbH
Liberian International Ship and Corporate Registry . . . . . . . . . . 20
Mercy Ships Deutschland e.V . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Schiffahrts-Verlag »Hansa« GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . .U2, 27, 47
Schottel GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Das Anzeigenverzeichnis dient der Leserorientierung.
Es ist kein Bestandteil des Anzeigenauftrags. Der Verlag übernimmt
keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit.
Sei die Veranderung, die Du
in der Welt sehen willst!
Unterstütz das Projekt
www.Maximilian-Reinelt-Zentrum.de
Ihre Unterstützung hilft!
In Togo am Togosee entsteht das „Maximilian Reinelt
Zentrum“. Ein Zentrum zur medizinischen Versorgung
von Menschen in prekären Lebenssituationen, 41 %
der Bevölkerung sind unter 15 Jahren. Mit der Unterstützung
von Experten der Medizin vor Ort und aus
Europa, sowie einem Angebot für völkerverbindenden
Sport und Bildung, wollen wir helfen!
Deutscher Ruderverband &
Projekt Westafrika e.V.
Deutscher Ruderverband e.V.
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10
30169 Hannover
Spendenkonto Sparkasse Hannover
Kennwort: Maximilian Reinelt Zentrum
IBAN: DE06 2505 0180 0000 1238 62
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Herausgeber
Prof. Peter Tamm †
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Redakteur: Joshua Wygand (JWY)
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Korrespondenten
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Director for Greater China: Dr.-Ing. Tao Jiang
Asien: Patrick Lee
Amerika: Barry Parker
Großbritannien: Samantha Fisk
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Stadthausbrücke 4, 20355 Hamburg | Postfach 10 57 23, 20039 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 70 70 80-02, Fax -208 |
redaktion@hansa-online.de | www.hansa-online.de
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Riccardo Di Stefano, Tel. +49 (0)40 70 70 80-228 | r.distefano@hansa-online.de
Eventmanagement
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Mediaberatung
Susanne Sinß, Tel. +49 (0)40 70 70 80-310 | s.sinss@hansa-online.de
Benjamin Felgner, Tel. +49 (0)40 70 70 80–224 | b.felgner@hansa-online.de
Anzeigenverwaltung
Sandra Winter, Tel. +49 (0)40 70 70 80-225 | s.winter@hansa-online.de
Layout
Sylke Hasse, Tel. +49 (0)40 70 70 80-207 | s.hasse@hansa-online.de
Ansprechpartner im Außendienst
GB, Frankreich, Spanien, Portugal, Skandinavien: Emanuela Castagnetti-Gillberg,
Tel. +33 619 371 987, emanuela.hansainternational@gmail.com
USA: Detlef Fox, D.A. Fox Advertising Sales Inc., 5 Penn Plaza, 19th Floor,
NY 10001 New York, USA, detleffox@comcast.net
Polen: LINK, Maciej Wedzinski, Wegornik 2/2, 72-004 Tanowo, Poland,
Tel./Fax +48 91-462 34 14, acc@maritime.com.pl
Abonnentenbetreuung | Vertrieb
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HANSA – International Maritime Journal 03 | 2026
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LETZTE SEITE
»The Sea Unites« jetzt auch in Athen
© HANSA
Unter den Gästen der Premiere von »The Sea Unites« im Athener Kriegsmuseum befand sich auch der griechische Staatspräsident Tassoulas (3.v.l.)
Museumsvorstand Peter Tamm
© HANSA
Was vergangenen Herbst an der Elbe begann,
setzt sich nun im östlichen Mittelmeer
fort: Teile der erfolgreichen Sonderausstellung
»The Sea Unites – Die
griechische Schifffahrt und das deutsche
Wirtschaftswunder«, die zuvor im Internationalen
Maritimen Museum Hamburg
ausgestellt wurden, sind jetzt in Athen zu
sehen. Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung
war Griechenlands Staatspräsident
Konstantinos Tasoulas anwesend.
Dort richtet sich der Blick erneut auf eine
maritime Erfolgsgeschichte, die Griechenland
und Deutschland seit der Nachkriegszeit
eng miteinander verbindet.
Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit
griechischer Reeder mit deutschen
Werften nach dem Zweiten Weltkrieg
– eine Partnerschaft, die für beide
Seiten prägend war. Symbolisch dafür
steht der Stapellauf des Supertankers
»Tina Onassis« im Jahr 1953 bei den Howaldtswerken
in Hamburg. Das Ereignis
markierte den Beginn einer intensiven
Phase: Über mehr als fünf Jahrzehnte
hinweg entstanden auf west- und später
auch ostdeutschen Werften mehr als 160
Schiffe für griechische Eigner.
»Es gibt Momente in der Geschichte, in
denen ökonomische Entscheidungen
eine politische und kulturelle Dimension
annehmen. Dann wird eine unternehmerische
Wahl zu einem Akt der Verantwortung,
und eine geschäftliche Zusammenarbeit
entwickelt sich zu einer Brücke
zwischen Völkern, die einst Gegner waren«,
betonte Tasoulas in seiner Rede.
Maritime Brücke zwischen
Hamburg und Athen
Die Ausstellung macht deutlich, dass diese
Verbindung weit über wirtschaftliche Interessen
hinausging. Sie erzählt von Vertrauen,
technischer Innovationskraft und persönlichem
Engagement auf beiden Seiten.
»Die See war und ist der Raum, in dem sich
diese beiden Nationen begegnet sind«,
hatte Peter Tamm, Vorstand des Internationales
Maritimes Museum Hamburg, bereits
zur Eröffnung in Hamburg betont –
eine Aussage, die gleichermaßen für die
Präsentation in Athen gilt.
Hervorgehoben wird erneut die Rolle
bedeutender griechischer Reederfamilien
wie Onassis, Niarchos oder Livanos,
die ihre Neubauaufträge gezielt nach
Deutschland vergaben. Die Ausstellung
zeigt, wie aus diesen Geschäftsbeziehungen
langfristige Partnerschaften wurden,
die den Wiederaufbau der Handelsflotten
ebenso vorantrieben wie die Entwicklung
moderner Schiffbautechnik.
Sammlung von George M.
Foustanos als Grundlage
Grundlage der Ausstellung ist die Sammlung
des griechischen Sammlers George
M. Foustanos, der mit seiner Non-Profit-
Organisation Navira seit Jahren Archivmaterial
zur modernen maritimen Geschichte
sichert.
Dokumente, Fotografien, Schiffsmodelle
und persönliche Zeugnisse geben
Einblick in den Alltag von Werftarbeitern,
Ingenieuren, Reedern und Seeleuten.
Mit der Präsentation in Griechenland
kehrt jetzt ein Teil dieser Geschichte gewissermaßen
an ihren Ausgangspunkt
zurück.
JWY
Maritimhistoriker George M. Foustanos
© HANSA
66 HANSA - International Maritime Journal 03 | 2026
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