unternehmen - Ausgabe 72, Mai 2020
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unternehmen [!] RESSORT 1
Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 72 | Mai 2020 | 3,00 €
Licht hinter den
Corona-Wolken
€€
Die Covid-19-Pandemie hat die Wirtschaft gelähmt.
Doch es gibt Hoffungszeichen. Diese Ausgabe
liefert Tipps und Positiv-Beispiele.
TITELINTERVIEW
Der Ulmer IHK-Präsident Jan
Stefan Roell erklärt, welche
Lehren Firmen ziehen sollten.
Seite 10
KALT ERWISCHT
Wie die Kammern erreichen, dass
Eisdielen und anderen Firmen
schnell Hilfe bekommen.
Seite 24
UMFRAGE
Was Unternehmern und
Führungskräften in diesen
schwierigen Zeiten Mut macht.
Seite 46
2
RESSORT unternehmen [!]
Gemeinsam da durch.
Die Corona-Krise trifft das gesamte öffentliche Leben, die Menschen und die Unternehmen
in unserem Land, in Europa und in weiten Teilen der Welt. Innerhalb weniger Tage stellen sich
uns Herausforderungen, von denen wir bis vor Kurzem noch gar nichts geahnt haben.
Wir möchten, dass Sie wissen: Als Sparkassen arbeiten wir mit all unserer Kraft für unsere Kunden –
für die Versorgung der Unternehmen mit Förderkrediten, für die Sicherung der Bargeldversorgung
und für einen störungsfreien Zahlungsverkehr.
Nicht alles wird immer und überall reibungslos ablaufen. Denn: So wie die meisten von Ihnen
arbeiten auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise von zu Hause aus, betreuen parallel
ihre Kinder und haben sehr viele Fragen unserer Kunden zu beantworten.
Wir sind öffentlich-rechtlich. Damit tragen wir eine besondere Verantwortung: für unsere privaten
Kunden, für die Unternehmen und für unser ganzes Land. Rund 300.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in 378 Sparkassen und vielen Verbundunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe tun
alles dafür, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
Auch wir wissen nicht genau, was die kommenden Tage und Wochen bringen werden.
Aber eines können wir Ihnen versprechen: Wir geben unser Bestes, damit wir alle gemeinsam möglichst
gut durch diese schwierige Zeit kommen.
Bleiben Sie gesund – oder werden Sie’s ganz schnell wieder!
Ihre Sparkasse
Alle Informationen
auf s.de/corona
unternehmen [!] INHALT 3
Liebe Leserin, lieber Leser,
der Infektionsweg des Corona-Virus zur Weltwirtschaft
war kurz, der Kontrollverlust maximal.
Quasi aus heiterem Himmel steckt die deutsche
Wirtschaft inmitten einer schweren Rezession.
Und keiner sollte meinen, das Thema Corona
würde schnell von der Tagesordnung verschwinden.
Es wird uns auf Monate begleiten. Umso
wichtiger ist es kühlen Kopf zu bewahren, die Lage
des eigenen Unternehmens gut zu analysieren und
die richtigen Schlüsse zu ziehen, so wie der Ulmer
IHK-Präsident Jan Stefan Roell im Titelinterview
(Seite 10).
Weil die Lungenkrankheit Covid-19 die Wirtschaft
mit Wucht trifft, hat das Team von Unternehmen!
diese Ausgabe zum „Corona Spezial“ gemacht.
Unternehmer schildern, wie sie durch diese
schwere Zeit kommen, wie ihnen IHK und
Handwerkskammer helfen (Seite 20, 24). Wir zeigen
Details zum Arbeitsschutz (Seite 36) und wie
Betriebe ihre Mitarbeiter im Home-Office unterstützen
können (Seite 40). In unserer Umfrage
schildern Führungskräfte, was ihnen Mut macht
in der Corona-Krise (Seite 46). Ich wünsche Ihnen
eine anregende Lektüre, bleiben Sie gesund!
Ihr Alexander Bögelein,
Redaktionsleiter unternehmen [!]
SPEZIAL
6 Kontaktlos zur Grillwurst
Regionale Direktvermarkter setzen
auf Automaten
34 Wegweiser aus dem Tief
Warum Firmenchefs ihren Controllern gut
zuhören sollten.
TITELTHEMA
10 Schwaches Netz bremst
Home-Office IHK-Präsident Jan Stefan
Roell im Gespräch
MACHEN
20 Wie Firmen die Krise meistern
Die Handwerkskammer Ulm setzt auf unbürokratische
Hilfe
40
24 Zum Saisonstart kalt erwischt
Covid-19 verwandelt die Hotlines der IHK in
Sorgentelefone
FINANZIEREN
28 Leichter durch die schwere Zeit
Welche Möglichkeiten es gibt, das anlaufende
Geschäft zu finanzieren
VERANTWORTEN
36 Saubere Lösungen
Arbeitsschutz in Zeiten der Pandemie
40 Kommunikation ist Pflicht
Home-Office kann zu Höchstleistung,
aber auch zu Stress führen
38
GRÜNDEN
38 Auf guten Sohlen
Nico Russ startet mit selbst
entwickelten Laufschuhen durch
LEBEN
46 Darum packen wir Corona
Umfrage unter Führungskräften
NAMEN & NACHRICHTEN
4 Sedelhöfe: Auf der Zielgeraden
18 Wangener Technik in China
50 Neuer Schwerlastkran installiert
50 Impressum
20 24
28
4
NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]
Auf der Zielgeraden
Sedelhöfe Das Großprojekt in der Ulmer Innenstadt soll nach den Plänen des Investors
noch in diesem Frühsommer eröffnet werden.
Ulmer Innenstadt Im Frühsommer
soll es soweit sein. Wann
und wie die Eröffnungsfeierlichkeiten
für die Sedelhöfe in der
Ulmer Innenstadt jedoch ablaufen
werden, ist derzeit noch unklar.
Aufgrund der Corona-Krise
geben die Verantwortlichen
zwar noch keinen genauen Zeitplan
bekannt, auf die Fertigstellung
habe die Pandemie aber
keinen Einfluss. Die Bauarbeiten
für das neue Stadtquartier
mit Shops, Restaurants, Büros
und Tiefgarage gegenüber
dem Hauptbahnhof sind bereits
in der Endphase. Erste Teile des
Baugerüsts wurden abmontiert.
Die Muschelkalk-Fassade des
Hauses eins ist schon sichtbar.
Die Investoren DC Developments
und DC Values, die 230
Millionen Euro in das Projekt investiert
haben, bestätigten als
Mieter bislang: Edeka mit
3300 Quadratmetern (m 2 ), DM
Drogerie mit 900 sowie ein Zalando-Outlet
über zwei Etagen
mit 1200 m 2 . Auf diese Weise ist
etwa ein Drittel der Flächen belegt.
Zudem soll eine Filiale der
zu Deichmann gehörenden
Handelskette Snipes in den
Sedelhöfen eröffnen. McDonald’s
zieht wieder an seinen alten
Standort, nun im neuen
Quartier, zurück. Auch die amerikanische
Burgerkette Five
Guys mietet sich in den Sedelhöfen
ein. Neben den 18 000 m 2
Handelsfläche stehen nach der
Fertigstellung des Großprojekts
zudem 1500 m 2 für Gastronomie
und 7500 m 2 für Büros und Praxen
zur Verfügung sowie
112 Wohnungen auf 6500 m 2 .
Im Schlussstück des neuen
Stadtquartiers, dem Neubau
Bahnhofplatz 7 entsteht ein Me
& All-Hotel der Lindner-Gruppe.
In der achten Etage zeichnen
sich bereits die Konturen
der großen Lounge auf dem
Dach ab. Die Rooftop-Bar dort
soll explizit auch für die Ulmer
Nachtschwärmer zugänglich
sein, Lindner plant in der Bar
wechselnde Events mit regionalen
Künstlern, Münsterblick inklusive.
[!] kö
Nach und nach wird die Fassade sichtbar, die künftig den Eingang in
die Ulmer Innenstadt bildet.
Foto: Volkmar Könneke
Hotelbau startet ohne Spatenstich
Gastronomie In etwa zwei Jahren
soll in der Göppinger Innenstadt
Ecke Marktstraße/Geislinger
Straße ein 1000 Quadratmeter
großer Gasthof mit 340 Plätzen
(plus 200 Außensitzplätzen),
Hausbrauerei und Schaudestillerie
sowie in den Obergeschossen
ein Hotel der Marke Riku
eröffnen. Der Startschuss des
Großprojektes fand jetzt aber
ohne großes Aufheben statt. Die
Bagger rollten wegen der Beschränkungen
aufgrund der Corona-Pandemie
ohne öffentlichen
Spatenstich an und begannen
die Baugrube auszuheben.
Gasthof sowie Hotel sind in der
Hand eines Pächters: der Ulmer
Am „Zentrum Untere Marktstraße“ entsteht bis in zwei Jahren ein
Gasthof mit Hotel in den Obergeschossen. Foto: Giacinto Carlucci
Gastronomiefirma Barfüßer, die
vor allem im Raum Ulm und
Oberschwaben mehrere Betriebe
hat. Eberhard Riedmüller, Senior-Geschäftsführer
der Barfüßer
Gastronomie-Betriebs
GmbH, bekräftigte, dass die derzeitige
Krise, wenn sie lange anhält,
zwar für die Gastronomie
ein kräftiger Schlag ins Kontor
wird, aber keine Auswirkungen
auf das Göppinger Projekt habe.
Anders steht es mit Plänen
für ein weiteres Großprojekt
Riedmüllers. Den Neubau eines
Hotels mit Biergarten am
Neu-Ulmer Donauufer sagte er
auch mit Blick auf die Corona-Krise
zuletzt ab. [!] jkl
unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5
Andritz will Schuler komplett
Industrie 96,6 Prozent des
Grundkapitals der in Göppingen
ansässigen Schuler AG hält die
Andritz AG bereits. Jetzt will
der österreichische Konzern
den Göppinger Pressenhersteller
komplett übernehmen. Das
Verfahren zur Übertragung der
Aktien der Minderheitsaktionäre
soll bald starten, teilte der
Konzern mit Sitz in Graz kürzlich
mit. Die Höhe der Barabfindung
stehe noch nicht fest.
Dass diese Entscheidung mitten
in einer Krise falle, sei mehr
oder weniger Zufall. „Der eingeleitete
Schritt hat nichts mit Corona
zu tun“, betont Andritz-Pressesprecher
Michael
Buchbauer. Der Konzern habe
seit der Übernahme der Mehrheit
bei Schuler immer wieder
ein Squeeze-Out, also den Ausschluss
von Minderheitsaktionären,
in Erwägung gezogen –
„dies nicht zuletzt auch aufgrund
entsprechender Anregungen
und Fragen seitens der
Mitaktionäre“. Mit der erfolgreich
eingeleiteten Umsetzung
des Restrukturierungsplans
durch den Vorstand der Schuler
AG sei nun der richtige Zeitpunkt
gekommen.
Vorrangiges Ziel sei es, dass
Schuler als 100-prozentige
Tochtergesellschaft zukünftig
sämtliche Möglichkeiten eines
internationalen und finanziell
gut aufgestellten Technologiekonzerns
voll nutzen und damit
seine Wettbewerbsfähigkeit
weiter erhöhen kann.
Die Aktionäre müssen der
Übernahme noch in der Hauptversammlung
zustimmen. Der
Termin wurde allerdings verschoben.
[!] jkl
Der Hersteller von industriellen Pressen, die Göppinger Schuler AG,
soll ganz in den Besitz der Andritz AG übergehen. Foto:Schuler
Prost verzichtet
auf Gehalt
Liqui Moly Der Geschäftsführer
des Ulmer Schmierstoffexperten
Liqui Moly, Ernst Prost, verzichtet
in der Corona-Krise auf
sein Gehalt. In einer Mail an die
rund 900 Mitarbeiter in Ulm
und Saarlouis hat er eine Anweisung
ans Lohnbüro veröffentlicht:
„Bitte ab sofort keinerlei
Gehaltsüberweisung
an
mich ausführen.“
Er komme
ohne monatliche
Bezüge klar.
Das eingesparte
Ernst Geld soll mit
Prost zahlt dazu verwendet
seinen Mitarbeitern
1500 zu erhalten –
werden, die Jobs
Euro extra. auch die der
Leiharbeiter.
Prost, der vor Kurzem das
Golden-Tulip-Hotel am Neu-Ulmer
Donauufer gekauft hat,
zahlte zuletzt jedem Beschäftigten
ein „Corona-Trostpflaster“
von 1500 Euro. 2019 erzielte Liqui
Moly einen Rekordumsatz
von 569 Millionen Euro. [!] kö
Mayser sagt
Senden ab
Standort Knapp drei Jahre nach
dem Zuschlag für den neuen
Standort in Senden stehen die
Umzugs- und Vergrößerungspläne
der Firma Mayser wieder
auf Null. Die geplante Ansiedlung
an der St.-Florian-Straße ist
vom Tisch. „Wir können dort
nicht bauen“, sagt Prokurist
Winfried Wanka. „Wir kommen
mit den Lärmkontingenten, die
uns dort zur Verfügung stehen,
nicht klar.“ Die neuen Voraussetzungen
rühren von Einwänden
des Landratsamts her, dass
das angrenzende Mischgebiet
als Wohngebiet ansieht. Damit
gelten in Sachen Lärm strengere
Grenzwerte. „Aufgrund des
Gutachtens können wir das Vorhaben
dort nicht umsetzen“,
sagt Wanka.
Der Autozulieferer wollte mit
500 Mitarbeitern von der Ulmer
Oststadt nach Senden ziehen
und dort rund 20 Millionen
Euro in den neuen Firmensitz
investieren. Den Kaufvertrag für
das Grundstück hatte Mayser
2017 unterzeichnet.[!] jkl
Ninja-Park in Hangar
Freizeit Im Stauferpark in Göppingen
wollen die Influencerin
Bella Kraus und ihr Ehemann
Handball-Profi Mimi Kraus im
September eine Ninja-Halle eröffnen.
Unter dem Titel „Nice
Ninja“ soll die rund 1500 Quadratmeter
große ehemalige
Hangarhalle zu einer Sporthalle
umgebaut werden. Mittelpunkt
soll ein Parcours sein, der
sich aus Hindernissen mit Kraft,
Corona-Krise Der Hersteller
von Motoren und Antriebssystemen
Rolls-Royce Power Systems
rechnet 2020 mit einem
herausfordernden Geschäftsjahr.
Neben dem ohnehin
schwierigen Marktumfeld mache
die Corona-Krise die Situation
nicht leichter, erklärte der
Vorstandsvorsitzende Andreas
Schell kürzlich am Unternehmenssitz
in Friedrichshafen. Um
einer möglichen Delle in 2020
Geschicklichkeit und Ausdauer
zusammensetzt. Zusätzlich zum
Sportangebot planen die beiden
auch einen gastronomischen Bereich,
wo neben Pommes und
Würstchen auch gesunde Alternativen
auf der Karte stehen. In
das Projekt investiert das Unternehmerpaar
eigenen Angaben
zufolge einen siebenstelligen
Betrag. Der Mietvertrag laufe
über zehn Jahre. [!] jkl
Herausforderndes Jahr
entgegenzuwirken, habe das
Unternehmen die Produktionskapazität
flexibilisiert. In einigen
Baureihen gelte vorübergehend
eine Vier-Tage-Woche, zudem
ruhe der Betrieb wie bereits
vor Ostern auch vor
Pfingsten für eine Woche. 2019
konnte die Sparte des britischen
Triebwerksbauers Rolls-
Royce den bereinigten Umsatz
um vier Prozent auf rund vier
Milliarden Euro steigern. [!] jkl
6
SPEZIAL unternehmen [!]
Kontaktlos zur Grillwurst
Vending Von der Kaffeeküche aufs Land: Automaten liegen bei der Direktvermarktung von
regionalen Erzeugnissen im Trend. Auch die Corona-Krise eröffnet neue Geschäftsfelder.
CIACINTO CARLUCCI
Insgesamt sind laut dem Bundesverband
der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft
(BDV) in Deutschland mehr als
579 100 Getränke- und Lebensmittelautomaten
im Betrieb. Die
Mehrheit davon versorgt in Unternehmen
Mitarbeiter mit Kaffee
und kleinen Mahlzeiten. Im
öffentlichen Raum erwartet man
die Geräte vor allem an belebten
Bahnhöfen – weniger in einer
kleinen Gemeinde wie Deggingen.
Doch Automaten nehmen
im ländlichen Raum nach
Verbandsangaben zu.
Hinter den Geräten steht eine
Branche, von der Konsumenten
normalerweise wenig mitbekommen.
„Viele Leute denken, die
Automaten befüllen sich von
Geisterhand“, sagt BDV-Sprecherin
Heike Richter scherzhaft.
Grillgut auf Knopfdruck:
Die Metzgerei zum Adler
wirbt auf der Glasfront
ihrer Filiale mit
„Fleisch und Wurst rund um die
Uhr“: wer außerhalb der Öffnungszeiten
einkauft, geht
rechts um das Gebäude herum.
Dort steht ein weinroter Automat
voll mit Feuerwürsten,
Steaks und Lyoner aus eigener
Schlachtung. „Ich wollte nicht
der Fünfte sein, der bei uns so
etwas aufstellt, sondern der Erste“,
sagt Metzgereiinhaberin
Isolde Iurlano. Vor etwa sieben
Jahren hat sie auf einer Messe
Automaten als eine Möglichkeit
zur Direktvermarktung entdeckt.
„Wir wollten bei dem
Trend vorne mit dabei sein.“
Aus einem wurden mit der Zeit
vier Geräte, sie sind auf ländliche
Gemeinden im Kreis Göppingen
verteilt.
Rund um die Uhr einkaufen am Automaten: Damit das geht, befüllt Isolde Iurlano von der Metzgerei
zum Adler die Geräte in der Grillsaison auch an Sonntagen.
Fotos: Giacinto Carlucci
unternehmen [!]
SPEZIAL
7
Die Wirtschaftsvereinigung
vertritt die im Bereich tätigen
Hersteller und Dienstleister und
bemüht sich, die Verbraucher
aufzuklären. „Es gibt schon jemanden,
der sich kümmert. Den
sieht man nur meist nicht.“
Von einem passiven Einkommen
kann keine
Rede sein:
„Es ist schon
ein riesiger
Zeitaufwand“,
sagt Isolde Iurlano.
Täglich
kontrolliert sie
Wir wollten
vorne
mit dabei sein.
Isolde Iurlano
von der Metzgerei zum Adler
die Geräte,
mehrmals wöchentlich füllt sie
nach, in der Grillsaison zusätzlich
an Sonntagen. Beliebt sei
das Angebot auch bei Nachtschwärmern,
die auf dem Heimweg
heißhungrig Wurstsalat
kaufen. Die Telemetrie meldet,
welche Produkte ausverkauft
sind oder ob die Kühlung stimmt.
Vor dem Befüllen verpackt sie jeden
Artikel passgenau für die Automatenfächer.
Die positiven
Rückmeldungen ihrer Kunden
entschädigt sie, sagt die Fleischereifachverkäuferin:
„Es ist toll, zu
sehen, wie es läuft.“
Im Branchenjargon nennt
man Automatenbetreiber
„Operatoren“.
Laut dem BDV
betreuen bundesweit
etwa
1000 meist mittelständische
Automaten-Dienstleister
Getränke- und
Snackautomaten auf eigene
Rechnung. Rund 15 000 € hat ein
Gerät gekostet – der am besten
laufende Automat der Metzgerei
zum Adler bringt etwa ebenso
viel Jahresumsatz ein, nach etwa
drei Jahren rechnet sich der Kauf,
schätzt Iurlano.
Das Hauptgeschäft in der
Vending-Branche bilden
Kaffeeautomaten in Betrieben.
FOTO: FOTOFERMER/SHUTTERSTOCK.COM
Wir
sind für
Sie da.
Sehr geehrte Mitglieder,
liebe Kundinnen und Kunden,
im Namen aller unserer über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
möchten wir Ihnen heute sagen: Wir sind für Sie da.
Die aktuelle Situation bringt besondere Belastungen für Unternehmer
und Gewerbetreibende mit sich. Diesen Herausforderungen müssen
Sie sich nicht alleine stellen. Wir begleiten Sie mit passenden Lösungen
– selbstverständlich auch durch die zeitnahe Bereitstellung der Soforthilfen
und Förderprogramme des Bundes und der Länder.
Volksbank Ulm-Biberach eG
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89073 Ulm
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Unsere Beraterinnen und Berater, die Kolleginnen und Kollegen im
Engagement für Sie ein. Gemeinsam, fair und partnerschaftlich durch
die Krise – Sie können sich auf uns verlassen. Bleiben Sie zuversichtlich
und vor allem: gesund.
Ihre Volksbank Ulm-Biberach eG
8 SPEZIAL unternehmen [!]
Die
Vending-
Branche
in Zahlen
Familie hat die Maschine nun abgeschaltet
und sucht nach einem neuen
Standort. Eine Nachbargemeinde
hat Interesse bekundet – auf dem
Land schaffen die Automaten kleine
Einkaufsmöglichkeiten, die Anwohner
zu Fuß erreichen.
„Solche automatisierten Tante-Emma-Läden
sehen wir gerade
infolge der Corona-Krise als Marktchance“,
sagt BDV-Geschäftsführer
Aris Kaschefi. Durch die Pflicht zur
sozialen Distanz erhalte Vending im
öffentlichen Raum wie in Unternehmen
besondere Bedeutung. „Automaten
sind in einer Zeit, in der Kantinen
geschlossen werden, eine
Chance, um die Versorgung sicherzustellen“,
sagt der Jurist. Der Trend
gehe ohnehin seit Jahren von der
ausgiebigen Mittagspause hin zu
mehreren kleinen Mahlzeiten.
Automaten
sind in der
Krise eine Chance,
um die Versorgung
sicherzustellen.
Aris Kaschefi
BDV-Geschäftsführer
In der Familienmetzgerei ergänzen
die Automaten das Filialgeschäft,
bei Landwirt Rainer Färber
in Süßen hat der Automat den Hofladen
komplett ersetzt. Auf dem Moserhof
im Filstal ist das „Milchhäusle“
mit dem Regiomaten mehr als
nur zusätzliches Standbein, sondern
eine Art Schaufenster. „Uns geht es
primär nicht um die Wirtschaftlichkeit,
sondern darum, einen Einblick
in die Landwirtschaft zu bieten und
den Hof zu präsentieren.“
Regionale Produkte und ein gutes
Gewissen beim Einkaufen, sagt
der 36-jährige studierte Agrarwissenschaftler,
bekomme der Kunde
heute ebenso im Supermarkt. Sein
überdachter Automat direkt neben
Die Vending-Automatenwirtschaft
in Deutschland verzeichnete
2018 laut dem Bundesverband
solides Wachstum.
Die Branche schloss das
Wirtschaftsjahr 2018 mit einem
Gesamtumsatz von 3 Milliarden
Euro ab. Das entspricht
dem Melkhaus ermögliche zusätzlich
das Erlebnis, zu sehen, wo die
Lebensmittel herkommen.
Vandalismus ist ein Problem
Die Frage des Standorts ist generell
für das Vending entscheidend. Einen
Automaten außerhalb eines Betriebsgeländes
aufzustellen, ist aufgrund
baurechtlicher Vorschriften
nicht ohne Weiteres möglich. Hinzu
kommt Vandalismus. Zwei Automaten
der Metzgerei zum Adler stehen
direkt bei den Filialen, ein anderer
vor einem Cafe, beim vierten
hat die Gemeinde Hausen ein
Grundstück zur Verfügung gestellt.
Innerhalb eines halben Jahres wurde
das Gerät viermal demoliert. Die
einer Steigerung von 3,9 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr.
Täglich fanden bis zu 12,5 Millionen
Verkäufe statt.
Zur Person
Dr. Aris Kaschefi
(45) ist seit 2011 Geschäftsführer
des
Bundesverbandes
der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft
e.V.. Der
Jurist mit Schwerpunkt
Wirtschaftsrecht
ist Rechtsanwalt
in Köln.
Viele Produktionshallen und Büros
sind jedoch derzeit aufgrund von
Home-Office oder Kurzarbeit verlassen,
das bedeutet Umsatzausfälle für
die dort tätigen Operatoren. Nach
Angaben des BDV hat die Corona-Krise
bisher mehr als 50 Prozent
Geschäftsrückgang in der Branche
zu Folge, bis zu 15 000 Arbeitsplätze
seien betroffen. Die Mehrheit der
Dienstleister sei nun auf finanzielle
Hilfen angewiesen.
Trotzdem blickt Kaschefi positiv
in die Zukunft nach der Pandemie,
gerade für das Hauptgeschäftsfeld
Büroversorgung: „Vielen wird nach
der Zeit im Home-Office die Decke
auf den Kopf fallen.“ Zudem sei die
Krise ein Innovationstreiber für die
Branche. „Unsere Mitglieder beschreiten
neue Wege.“ Corona fördere
die Aufrüstung hin zum kontaktlosen
Bezahlen und die Erschließung
von neuen Geschäftsfeldern,
sagt der BDV-Geschäftsführer. Denn
füllen lassen sich die Maschinen mit
Grillwürstchen und Steaks ebenso
wie mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmitteln
oder Toilettenpapier.
[!] Jana Zahner
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
9
Seit über 20 Jahren ist Ulli Schlieper der Mann für Details, richtige Lichtsetzung und kreative Motive.
Fotos: Atelier Schlieper
Beste Bilder für jede Gelegenheit
Seit über 20 Jahren steht Ulli Schlieper für
hochwertige fotografische Dienstleistungen
fernab von Massenabfertigung und kitschigen
Klischee-Abbildungen. Mit diesem
besonderen Blick für einzigartige Motive
weiß Ulli Schlieper Menschen und Dinge in
Szene und – im wahrsten Sinne des Wortes
– ins richtige Licht zu setzen, damit ein faszinierendes
Bild entsteht.
Individuelle Fotokunst aus dem Photo-Atelier
Schlieper in der Sendener Hauptstraße 40
erzählt interessante Geschichten und verleiht
tristen Geschäftsräumen inspirierende
Stimmungen, motivierende Emotionen sowie
eine nachhaltig positive Atmosphäre. Ulli
Schlieper und sein Team entwickeln stimmige
Bildkonzepte und unvergessliche
Eyecatcher für Unternehmen, Praxen, Kanzleien
und private Wohnlandschaften. Die auf
das jeweilige Innenraumdesign abgestimmten
Bildwelten visualisieren die Markenidentität,
Philosophie und Werte eines Unternehmens
oder einer Familie. Das Photo-Atelier
Schlieper erstellt ein harmonisches Gesamtkonzept,
spannende Bilderserien oder auch
individuelle Fotos passend zu den Vorstellungen,
Visionen und dem Image jenseits der
üblichen Standardmotive.
Eine ehemalige Apotheke
wurde zur Spielwiese der Kreativität
Im Herzen von Senden entstand in der Hauptstraße
40 im Jahr 2002 das Photo-Atelier
Schlieper. Dieses Haus der Photographie verfügt
auf rund 300 Quadratmetern über ver-
Ulli Schlieper.
schiedene Studios mit genügend Platz für
Aufnahmen aller Art und eine ansprechenden
Ladenfläche. „Hier fertigen wir für Sie bleibende
Erinnerungen die in unserer hauseigenen
Werkstatt veredelt werden“, bestätigt Ulli
Schlieper.
Unterschiedliche Studios für
verschiedenste Anforderungen
Im Tageslichtstudio mit variabler Wohnzimmer-Atmosphäre
sind den Lichtstimmungen
und ruckzuck austauschbaren Hintergründen
kaum Grenzen gesetzt. Die diversen Fotosets
bieten jede Menge kreative Möglichkeiten.
Freundliche Menschen schaffen ein gemütliches
Ambiente mit guter Musik und umsorgen
die Kunden, damit sie entspannt sind, für
die allerbesten Aufnahmen. Hier, im weiteren
Inside- und im Outside-Studio mit eigenem
Garten, kreieren die „Menschenbildner“ gelungene
Portraits, stimmungsvolle Familienfotos
sowie bezaubernde Schwangerschaftsund
Babybilder. Aber auch Gruppen bis zu 25
Personen finden ausreichend Platz.
Weil es für den ersten Eindruck keine zweite
Chance gibt, sind die Businessbilder für Bewerbungen
und Präsentationen aus dem Ausbildungsbetrieb
Schlieper so ausgerichtet,
dass sie garantiert aus der breiten Masse herausstechen
und den gewünschten Effekt erzielen.
Ähnliches gilt auch für die Werbefotografie:
Seit 14 Jahren Haus- und Hoffotograf der Basketballer
von Ratiopharm Ulm, gelingen Ulli
Schlieper mit seinem Know-how aus zwei
Jahrzehnten stets Industrie-, Produkt- und
Objektfotos, die ins Auge fallen und einen
nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
„Passt keines unserer Studios, dann stellt das
auch kein Problem dar“, versichert Ulli
Schlieper, „dann kommen wir für das Fotoshooting
einfach zu Ihnen.“
Um den Fotos den angemessenen Rahmen zu
geben, bietet das Atelier Schlieper zudem eine
breite Auswahl hochwertiger Bilderrahmen
und maßgefertigter Passepartouts an – abgerundet
durch fachmännische Einrahmungen.
Photo-Atelier Schlieper
89250 Senden
Hauptstraße 40
Tel.: 07307 929130
www.atelierschlieper.de
IHK-Präsident Jan Stefan Roell
beschäftigt in seinem Unternehmen,
der Zwick Roell AG (Ulm-Einsingen),
rund 1600 Mitarbeiter.
unternehmen [!]
TITELTHEMA
11
Schwaches Netz
bremst Home-Office
IHK Ulm Das Coronavirus verändert unser Wirtschaftleben radikal und deckt schonungslos
Schwächen auf. Ein Video-Interview mit Präsident Jan Stefan Roell über Gesundheit, Hilfen
für die Betriebe, wie wir die Krise meistern und was wir aus ihr lernen sollten.
Wie erleben Sie die ungeheure Wucht der Corona-Krise
persönlich?
Jan Stefan Roell: Ich erlebe, dass wir unseren Arbeitsstil
vollständig verändert haben. In meinem Unternehmen
sind die meisten Mitarbeiter im Home-Office.
Natürlich sind einige Bereiche wie die Produktion
ausgenommen. Hier entzerren wir, wo immer
das möglich ist. Trotzdem erlebe ich einen deutlich
intensiveren Austausch – jedoch nur per Webkonferenz
und Telefon.
Wird Corona langfristig die Art, wie wir kommunizieren,
verändern?
Ich glaube schon. Einmal geht es darum, was man
kurzfristig per Telefon- und Videokonferenz weiterführen
kann. Auf der anderen Seite stehen neue Projekte.
Also das, was wir neu aufsetzen.
Hierfür brauchen wir den persönlichen
Kontakt. Wir lernen also
beides, was digital möglich ist und
an welchen Stellen wir das gewohnte
Miteinander vermissen.
Welche Regeln geben Sie sich fürs
Home-Office?
Alle die können, arbeiten mobil. Wir
versuchen, in allen Bereichen jeweils zwei Teams zu
bilden. Wenn wir im Unternehmen sein müssen, ist
immer nur ein Team anwesend. Das erleichtert das
Einhalten der Abstandsregeln und reduziert somit das
Ansteckungsrisiko. Es ist unser oberstes Ziel, dass die
Neuinfektionen zurückgehen.
Haben Sie bestimmte Bürozeiten oder sind Sie dauerhaft
erreichbar?
Prinzipiell arbeiten wir zu denselben Zeiten, wie sonst
auch. Aber es gibt eine Tendenz, abends etwas länger
zu machen, da sich etwa Videokonferenzen eher an
die Tagesrandzeiten verlagern. Trotzdem achten wir
auf genügend Pausen, die ich gerne auch für einen
Spaziergang nutze.
Was ist die drängendste Frage, die Sie als IHK-Präsident
umtreibt?
Mit Sicherheit, wie wir unsere Unternehmen optimal
unterstützen können, die Liquidität zu sichern. Deshalb
wickeln wir alle Anträge für Soforthilfe über die
Wir lernen,
was digital
möglich ist, und wo
wir das Gewohnte
vermissen.
Industrie- und Handwerkskammern ab. Der große
Vorteil ist, dass wir weitaus schneller reagieren können
als Banken. Wir kennen die Unternehmen, führen
die Plausibilitätsprüfung direkt durch und können
Selbstständigen und kleinen Unternehmen die
Soforthilfe so schnell zugänglich machen.
Was tut die IHK noch?
Wir spielen der Politik zurück, welche Programme
funktionieren und welche nachgeregelt werden müssen.
Wir sind hier hautnah mit dabei – jeden Tag beraten
wir hundertfach Unternehmen per Email und
Telefon. Dafür haben wir unsere Beratungszeiten auf
8:00 bis 20:00 Uhr an sieben Tagen der Woche erweitert.
Aus diesen Erfahrungen heraus, tragen wir unsere
Erfahrungen an die Politik zurück.
Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Bei den Krediten wurde die Startup-Szene
nicht berücksichtigt. Hier
hat die Politik schnell nachgebessert
und die Kriterien angepasst.
Was ist Ihre drängendste Frage als
Unternehmer?
Als Unternehmer beschäftigen
mich mehrere Fragen: Tue ich alles für die Gesundheit
meiner Mitarbeiter? Bin ich für meine Kunden
da, die mich in der Krise brauchen? Was muss ich tun,
um meine Liquidität zusammenzuhalten und möglichst
lange in der Krise durchstehen zu können.
Es ist schwer vorstellbar, wie Sie derzeit für Ihre Kunden
da sein können.
Natürlich sind die Bedingungen erschwert. Wir gehen
teilweise im Service zu Kunden, wenn sie selbst
nicht arbeiten, etwa am Abend oder samstags. Gerade
in der derzeitigen Situation muss der Grundsatz
der Kundenorientierung weitergelebt werden. Wir
versuchen die vielfältigen Wünsche zu erfüllen, so
lange diese gesetzlich möglich sind.
Wie sieht das im Alltag aus?
Nehmen Sie einen Kunden, der einen bestimmten Service
unbedingt braucht. Ist es juristisch zulässig, kommen
wir in diesem Fall zu jeder Tages- und Nachtzeit,
die der Kunde ansetzt. Benötigt ein Kunde eine indi-
Zur Person
Für Jan Stefan Roell
dürfte die Geburt des
sechsten Enkelkindes
zuletzt eines der erfreulichsten
Ereignisse
gewesen sein. Der
65-Jährige (verheiratet,
sechs Kinder)
stammt aus Düsseldorf,
studierte Elektrotechnik
in München
und promovierte
dort in Staatswissenschaft.
Nach seiner
Zeit bei McKinsey trat
er 1985 ins Unternehmen
Zwick ein, dessen
Mehrheit er 1992
erwarb. Er war von
2006 bis 2009 Vorsitzender
von Südwestmetall.
Seit 2018 ist er
Präsident der IHK
Ulm. Der begeisterterte
Flieger spielt im
Zwick-Roell-Orchester
Posaune.
12
TITELTHEMA unternehmen [!]
viduelle Schulung, so stellen wir das System nach und
schulen ihn über ein Video. Das machen wir auch kostenfrei.
Wie hart treffen Corona und die Maßnahmen zur Bekämpfung
die Wirtschaft in der Region?
Das ist schwer einzuschätzen. Unserer Region kommt
es entgegen, dass sie nicht von einer einzigen Branche
abhängig ist. Die Wirtschaftsstruktur ist ausgewogen
und damit auch vergleichsweise stabil . Trotzdem
trifft es einige Mitgliedergruppen brutal – etwa
den Einzelhandel oder die Dienstleister. Denen ist das
Geschäft ja unmöglich gemacht worden. Ihnen geht
es deutlich schlechter als Industriebetrieben, die an
bereits zuvor bestandenen Aufträgen weiterarbeiten
können, selbst wenn keine neuen hinzukommen. Im
Einzelhandel ist es zum Teil so, dass Bestellungen für
Frühjahr und Sommer aufgegeben wurden, die jetzt
ungeachtet der Umstände bezahlt werden müssen.
Und das bei einem nicht vorhandenen Umsatz. Für
viele Einzelhändler ist das eine existenzbedrohende
Situation.
Was tut die IHK konkret, um den Mitgliedsfirmen zu
helfen – und reicht das?
Die Anträge, die wir auf Plausibilität prüfen, beziehen
sich auf das Soforthilfeprogramm mit relativ kleinen
Beträgen von 9000 bis 30 000 Euro. Das hilft einem
Einzelhändler wenig. Stattdessen muss er einen
Liquiditätskredit über die Hausbank beantragen. Die
Frage, ob es den Banken gelingt, die Flut der Anträge
schnell genug zu bearbeiten, erfüllt uns schon mit Sorge.
Von unseren Mitgliedern wissen wir, dass es teilweise
stockt. Wir sind im engen Austausch mit den
Banken und hören nach.
Viele Banken verlangen, wie man hört, von den Unternehmen
persönliche Sicherheiten.
Das hören wir auch. Aber es ist glasklar, dass die staatliche
Förderbank KfW keine zusätzlichen Sicherheiten
fordert. Sie übernimmt bei den kleineren und mittleren
Unternehmen 90 Prozent der Haftung. Wir erwarten,
dass die Hausbanken die restlichen zehn Prozent
des Risikos übernehmen. Eine zusätzliche
Haftung der Unternehmen ist von der Regierung nicht
beabsichtigt und kontraproduktiv.
Hilft die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht?
Was damit erreicht werden kann, ist, dass die Strafbarkeit
eines Geschäftsführers reduziert wird. Wir
wollen unsere Unternehmen ja nicht über die Insolvenz
retten, sondern möglichst mit Liquiditätshilfen
über diese Krise kommen. Nach der Krise haben wir
ohnehin alle Hände voll zu tun, das Geld zurückzuzahlen.
Jan Stefan Roell in ungewohnter Umgebung: Zuhause im Videotelefonat per
„Microsoft Teams“. Die Software nutzt der Ulmer IHK-Präsident derzeit häufig.
Erinnert Sie das an die Finanzkrise 2008/2009? Damals
hatten sie die „übertriebene Risikoscheu“ der
Banken kritisiert.
Damals war es einfacher, weil wir zusammenstehen
und die Ärmel hochkrempeln konnten. Jetzt sind wir
vereinzelt und können nur erschwert gemeinsam an
Lösungen arbeiten. Daher ist es aktuell deutlich
schlimmer.
unternehmen [!] TITELTHEMA 13
Wenn man Geld als das Blut des Wirtschaftskreislaufs
betrachtet, sind aktuell die Adern aufgeschnitten,
oder?
Ja, es gibt derzeit einen Mangel an Geld beziehungsweise
einen Mangel an der schnellen Verfügbarkeit.
Die Regierung hat hier aus meiner Sicht richtig gehandelt.
Nun kommt es darauf an, wie schnell die bewilligten
Mittel bei den Betrieben ankommen.
Wie stellt sich die Lage für Ihr Unternehmen dar?
Für uns als Hersteller von Prüfmaschinen ist es ein
großer Vorteil, dass wir weltweit tätig sind. Im März
haben wir noch Aufträge aus den USA und Europa
bekommen. Jetzt, wo diese ausbleiben, kommen bereits
wieder neue aus China und Südkorea. Zudem
verfügen wir über eine hohe Liquidität, sodass wir
aus eigener Kraft relativ lange durchhalten können.
Allerdings sind wir davon abhängig, dass unsere Produktion
weiterlaufen kann.
Und mit Blick auf Ihre Mitarbeiter?
Wir achten sehr darauf, unsere Mitarbeiter möglichst
gut zu schützen, sodass es nicht zu Ansteckungen im
Betrieb kommt. In zwei Bereichen haben wir Kurzarbeit
angemeldet. Das sind zum einen die Service-Techniker,
die nicht mehr zum Kunden dürfen, zum anderen
ist das ein Teil des Innendienstes, der diese Mitarbeiter
betreut und managt.
Wie haben Sie auf die Corona-Krise reagiert?
Alle Mitarbeiter in Festanstellung haben eine Beschäftigungsgarantie
bekommen. Das haben wir auch in
vergangenen Krisen so gehandhabt. Nur gemeinsam
schaffen wir es durch diese Zeit. Dieses Gefühl der
Gemeinschaft hilft, den Gürtel enger zu schnallen und
bei Maßnahmen mitzumachen, die mitunter auch
wehtun. Egal, ob es sich um Kurzarbeit, eine höhere
Belastung durch mobiles Arbeiten inklusive Kinderbetreuung
oder der Wegfall von Unternehmensleistungen
handelt.
Haben Sie – wie andere Unternehmen auch – alle
Dienstreisen gestrichen?
Das haben wir schon Anfang März veranlasst. Außerdem
haben wir früh empfohlen, keine öffentlichen
Verkehrsmittel zu nutzen. Wir wussten von unserem
Wir wussten
von
unserem Betrieb
in China, was
uns erwartet.
Freigeist
Große Ideen brauchen Platz. Der mechanisch höhenverstellbare Tisch USM Kitos M schafft
dynamische Arbeitsplätze in der kreativen Co-Working-Atmosphäre – und das ohne störende Kabel.
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14
TITELTHEMA unternehmen [!]
Die Information der Belegschaft ist Jan Stefan Roell
wichtig: „Wie sollen Mitarbeiter mitmachen, wenn
sie das große Ganze nicht kennen?“
Betrieb in China, nordwestlich von Shanghai, bereits,
was auf uns zukommt. Daher haben wir nicht auf die
Ansagen der Regierung gewartet.
Mussten Sie den Standort in China schließen?
Ja, aber das war kein großes Problem. Der Betrieb ist
noch relativ klein. Mittlerweile arbeiten wir dort wieder
voll und die Mitarbeiter führen alle notwendigen
Hygienemaßnahmen durch. Dazu gehört etwa das
morgendliche Desinfizieren der Schuhe und Arbeitsplätze
und das Tragen von Masken.
Offenheit, Verlässlichkeit und Transparenz gehören
zu Ihren Leitwerten. In welchem Umfang informieren
Sie Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation?
Unsere Mitarbeiter kennen unsere Geschäftszahlen,
da wir jedes Jahr einen Geschäftsbericht drucken und
in der Belegschaft verteilen. Jetzt in der Krise kommt
jede Woche eine Videobotschaft von einem Vorstandsmitglied,
die sich Mitarbeiter zu Hause anschauen
können. Denen, die keinen Computerarbeitsplatz
haben, schicken wir das Video per WhatsApp
zu.
Sind solche Maßnahmen auch bei Ihnen in Deutschland
ein Thema?
Ja, wir haben uns eigene Desinfektionsmittelspender
gebaut, desinfizieren die Türklinken,
halten Abstand und tragen dort Masken,
wo der Abstand unterschritten
werden muss.
In der Krise
erhalten
die Mitarbeiter
jede Woche eine
Videobotschaft.
Nimmt bei Ihnen noch immer der Betriebsratsvorsitzende
an Sitzungen
der Geschäftsführung teil?
Ja, das war bei uns schon immer so
und das führen wir fort – jetzt eben
per Video. Einige wenige sitzen in einem großen Konferenzraum
und der Rest schaltet sich zu.
Wie hilfreich ist dieser Schulterschluss in der aktuellen
Situation?
Wir kennen es nicht anders, machen das gerne und
intensiv. Nur eine bruchlose Kommunikation innerhalb
des Unternehmens inklusive der Arbeitnehmervertretung
stellt sicher, dass wir am gleichen Strang
ziehen.
Weil Sie sagen, Transparenz fördert die Bindung und
das Verständnis für Maßnahmen?
Ganz genau. Wie sollen Mitarbeiter mitmachen, wenn
sie das große Ganze nicht kennen.
Die jahrelang prosperierende Metallindustrie
befand sich bereits
2019 im Abschwung. Deckt der
durch das Virus entfachte Sturm
strukturelle Schwächen auf?
Wir haben einen Tarifabschluss bekommen,
der bis Ende des Jahres
eine Nullrunde vorsieht. Unter der
Bedingung, dass wir das Kurzarbeitergeld für unsere
Mitarbeiter erhöhen. Unsere Mitarbeiter fallen also
nicht auf die berüchtigten 60 bis 67 Prozent des Nettogehalts,
sondern erhalten 80 Prozent oder mehr. Je
nachdem, ob der Arbeitgeber einen Kündigungsschutz
ausspricht oder nicht. Das war bereits vor der Krise
vereinbart.
Wie hilfreich ist der aktuelle Abschluss?
Die Nullrunde ist das Mindeste, was man in einer
unternehmen [!] TITELTHEMA 15
Krise wie dieser vereinbaren kann. Insgesamt tragen
wir in der Metallindustrie aber einen Rucksack
an Tarifvereinbarungen mit uns, welcher uns die
internationale Wettbewerbsfähigkeit erschwert.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken.
Welche Ziegelsteine in diesem Rucksack wiegen
am schwersten? Es sind viele Einschränkungen
bezüglich der Arbeitszeitregelungen, hohe bürokratische
Aufwendungen durch komplexe Tarifverträge
und Einschränkungen der unternehmerischen
Freiheit, die zumindest im Mittelstand keine Berechtigung
haben.
Die
Metallfirmen
tragen
einen großen
Rucksack.
Was stört Sie konkret?
Der Tarifvertrag „zusätzliches Urlaubsgeld“ ist
kaum abzuwickeln. Oder ein anderes Beispiel:
Unser Tarifvertrag gibt uns zudem vor, wie
viel Prozent der Auszubildenden wir übernehmen
müssen. Ob ein junger Mensch
nach den Lehrjahren in ein unbefristetes
Arbeitsverhältnis übernommen
wird, sollte meiner Meinung
nach aber nicht vor, sondern
nach der Ausbildung entschieden
werden.
Die Metallindustrie hat aber
vor allem ein Kostenproblem.
Das stimmt. Unsere
Lohnstück kosten sind hoch.
Zudem haben wir das Problem,
dass wir die steigenden
Personalaufwendungen stets
an anderer Stelle überkompensieren
müssen. Nun kommen
weltweit neue Wettbewerber auf
den Markt – insbesondere aus
China. Das sind Unternehmen,
die einen großen heimischen
Markt haben, dort vieles ausprobieren
können, häufig staatlich
gestützt sind und gute Produkte
haben, mit denen sie auf die Weltmärkte
drängen.
Softwareentwicklung
und die
Digitalisierung will
Jan Stefan Roell
mit voller Kraft
vorantreiben.
Macht jedes Produkt, das deutsche Unternehmen
nach China liefern, die Konkurrenz ein
Stück weit stärker?
Ja, das ist so. Unser Ansatz, trotzdem zukunftsfähig
zu bleiben, hat mehrere Facetten. Wir müssen
versuchen, mit einem bestimmten Teil unseres Geschäftes
ein chinesisches Unternehmen zu werden.
Dazu gehört es, vor Ort Produkte zu entwickeln, zu
fertigen und in Zwick Roell-Qualität auf den Markt
zu bringen. Gleichzeitig müssen wir in China und
in Ulm für chinesische Kunden erreichbar sein. Die
zweite Facette ist es, uns einen Innovationsvorsprung
zu erhalten, damit chinesische Kunden unsere
Produkte wollen, um sich selbst einen Vorteil
zu verschaffen. Der dritte Punkt ist, mit Serviceleistungen
dafür zu sorgen, dass die sehr markenaffinen
Chinesen Maschinen unserer Marke bei sich
im Betrieb stehen haben wollen.
Welche Rolle spielt das Thema
Big Data in Bezug auf die Effizienzsteigerung
Ihrer Kunden?
Eine große. Wir können unsere Maschinen
bauen und hoffen, dass
Kunden damit gültige Prüfungen
zustande bekommen. Oder wir
bauen eine Maschine, deren Software
sicherstellt, dass korrekte
Prüfergebnisse entstehen. Der nächste Schritt wäre
durch digitale Überwachung der Anlage ein korrektes
Ergebnis zu garantieren. Das können wir
dann tun, wenn wir über intelligente Sensoren mitbekommen,
wie unsere Maschine eingesetzt wird:
mit welchen Werkzeugen, Regelparametern, System-
und Softwareeinstellungen. Das wird nur
durch die Digitalisierung möglich.
Lassen sich Kunden so tief in die Karten schauen?
Ja, das kommt immer stärker. Es hilft Ihnen, auch
mit nicht fachkundigen Mitarbeitern, gültige Ergebnisse
zu produzieren. Eigentlich haben Sie den
Schlüssel zum Paradies.
Wir müssen
mit einem Teil
unseres Geschäfts
eine chinesische
Firma werden.
Wenn Firmen überall auf der Welt Maschinen
produzieren, benötigen sie eine einheitliche
Qualität. Dazu brauchen sie Prüfmaschinen.
Weil das so ist, blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.
Für international tätige Unternehmen ist es
von großer Bedeutung, dass nicht nur die Forschung,
sondern auch die Qualität über alle Fabriken
hinweg nach den gleichen Kriterien gemessen
wird. Dabei können wir helfen.
Corona scheint alle anderen Themen verdrängt
zu haben, was waren die drängendsten Themen,
mit denen Sie sich vor Corona beschäftigt haben?
Wir haben einige Themen als systemrelevant identifiziert
und führen diese mit voller Kraft weiter.
Das sind bei uns im Haus etwa die Software-Entwicklung
sowie alle Digitalisierungsprojekte. Dazu
gehört auch ein großes Projekt, das sich mit der digitalen
Kommunikation mit unseren Kunden beschäftigt.
Hier wollen wir keine Zeit verlieren.
Welche Frage hätten Sie noch
gerne gestellt bekommen?
Lassen Sie mich überlegen …
Was wünschen Sie sich von der Politik
am Ende der Krise?
Und wie lautet die Antwort?
Ich wünsche mir, dass die Politik
versteht, dass das Wiederhochfahren
aller Geschäfte zusätzliche Liquidität
braucht. Sie müssen auf der Aktivseite der
Bilanz ihre Vorräte auffüllen und ihre Kundenforderungen
wieder finanzieren. Zweitens wünsche
ich mir, dass die Politik ein Assessment darüber
macht, wie gut unsere digitale Infrastruktur in der
Krise war und daraus sofort Maßnahmen ableitet.
Die regionale Breitbandversorgung ist in einem beklagenswerten
Zustand. Das schwache Netz bremst
die Möglichkeit zum Home-Office aus.
Was muss sich noch ändern?
Den Ärzten und Pflegekräften darf in der Krise nicht
nur applaudiert werden. Wir müssen uns umfassend
mit deren unzureichender Bezahlung und der hohen
Belastung auseinandersetzen – auch nach der Krise.
Und zuletzt, wenn die Politik bereits 2012 eine Risikoanalyse
zu einer Viruspandemie durchgeführt hat,
sollten sich die Verantwortlichen fragen, warum es
keine besseren Vorsorgemaßnahmen gegeben hat.
unternehmen [!] TITELTHEMA 17
Dienstleister für 46 000 Mitgliedsbetriebe in einer der
wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands
Der nächste
Schritt wäre
die digitale
Überwachung
der Anlage.
Eine südkoreanische Gruppe auf Messe-Besuch bei Zwick Roell in Einsingen.
Foto: Volkmar Könneke
Die IHK Ulm umfasst die Stadt
Ulm sowie die Kreise Alb-Donau
und Biberach. Sie vertritt die Interessen
der rund 46 000 Mitgliedsunternehmen,
die mehr als
230 000 Mitarbeiter beschäftigen.
Die Region gehört in
Deutschland zu den Top Ten in
Sachen Wirtschaftsleistung. Der
Standort verfügt über eine ausgewogene
Wirtschaftsstruktur,
weswegen sie weniger anfällig gegen
Branchenkrisen ist. Die Kammer
beschäftigt als Dienstleister
für die Wirtschaft 170 Mitarbeiter.
Das Unternehmen von IHK-Präsident
Jan Stefan Roell ist einer
der weltweit führenden Anbieter
von Prüfmaschinen für die Werkstoff-
und Materialprüfung. Damit
legt das Unternehmen die
Basis für Forschung, Entwicklung
und Qualitätssicherung in mehr
als 20 Branchen. Zuletzt erwirtschafteten
1600 Mitarbeiter
(davon 1050 am Firmensitz in
Ulm-Einsingen) einen Jahresumsatz
von 236 Millionen Euro. Die
Zwick Roell AG ist in 56 Ländern
vertreten und verfügt über Werke
in Deutschland. Österreich,
Großbritannien und China.
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18
NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]
Verallia steigert
Umsatz
Unternehmen „Glas liegt wieder
mehr denn je im Trend“,
sagt Hugues Denissel, Vorstandsvorsitzender
der Verallia
Deutschland AG aus dem oberschwäbischen
Bad Wurzach. So
konnte der Konzernumsatz von
rund 522 Millionen Euro im Jahr
2018, auf rund 570 Millionen
Euro im Jahr 2019 gesteigert
werden. Verallia ist einer der
führenden Hersteller von Glasflaschen
und -behältern für den
Getränkebereich. Das Unternehmen
beschäftigt über 3000
Mitarbeiter an sieben Standorten
in Deutschland, Russland
und der Ukraine, 500 davon in
Bad Wurzach.
Hymer wechselt
Führung
Personalie Hans-Georg Rauh
folgt auf Jochen Hein als Technischer
Geschäftsführer der Hymer
GmbH & Co. KG in Bad
Waldsee. In seine
Verantwortung
fallen Ent-
Hans Georg
Rauh ist neuer
Technischer
Geschäftsführer.
wicklung und
Konstruktion,
Qualitäts- und
Logistikketten-Management
sowie Produktion
und
Personal. Die
Erwin Hymer
GmbH ist Hersteller
von Freizeitfahrzeugen
und ist ein Unternehmen der Erwin
Hymer Group (mehr als
6000 Mitarbeiter, 2,3 Milliarden
Euro Umsatz).
Vaude plant
neuen Vertrieb
Outdoor Die Vaude Sport
GmbH & Co. KG stellt zur Jahresmitte
das Geschäftsverhältnis
mit dem Vertriebspartner
Völkl (Schweiz) AG ein. Vom 1.
Juli an erfolgt der Vertrieb in
den Bereichen Mountain Sports,
Bike Sports und Packs‘n Bags
zentral vom Hauptsitz in Tettnang
aus. Unterstützung gibt es
durch ein Außendienst-Team in
In Laboren von Waldner wird auch das Coronavirus erforscht.
Wangener Technik in China
Das Medizintechnik-Unternehmen Waldner Holding
GmbH & Co. KG aus Wangen im Allgäu hat derzeit
mehr als 700 Projekte in der Abwicklung. Eines davon
betrifft das Tübinger biopharmazeutische Unternehmen
CureVac. Dort installiert Waldner ein zusätzliches
modernes Labor auf einer Fläche von 1400
Quadratmetern. Auch im „Suzhou Center of Disease
Control and Prevention“ in China wird ein neues
der Schweiz. Das Familienunternehmen
Vaude mit 500 Mitarbeitern
in Deutschland zählt zu
den führenden Bergsportmarken
in Europa (Umsatz: mehr als
100 Millionen Euro).
Trösch schließt
Standort
Werk Das Schweizer Unternehmen
Glas Trösch hat seine 2001
übernommene Ulmer Niederlassung
zum 31. März geschlossen.
Betroffen sind rund 130 Arbeitsplätze
im Industriegebiet
Donautal. Die 1905 gegründete
Firma beschäftigt insgesamt
5000 Mitarbeiter in 60 Betrieben
in der Schweiz, Deutschland,
Frankreich, Polen, Moldawien,
Ukraine, Ungarn, Türkei,
Tschechien und USA.
Aida investiert
in Weingarten
Expansion Der japanische Pressenhersteller
Aida Engineering
Ltd. expandiert am Standort
Weingarten. Für rund fünf Millionen
Euro erwarb das Unternehmen
eine Fläche von
33 000 Quadratmetern. Im Jahr
2017 hatte die Aida Europe
GmbH bereits ein Technologiezentrum
in Weingarten eröffnet.
Aida ist der weltweit führende
Hersteller von Metallumformpressen
und verfügt insgesamt
über etwa 186 000 Quadratmeter
Produktionsfläche. Das Unternehmen
hat über 1500 Mitarbeiter
bei einer Produktionskapazität
von mehr als 2000 Pressen
pro Jahr.
Foto:Matthias Kaiser
Waldner-Labor seinen Betrieb aufnehmen. Die weltweit
tätige Unternehmensgruppe beschäftigt über
1400 Mitarbeiter. Unter der Dachgesellschaft gliedern
sich vier eigenständige Unternehmen: Die Hermann
Waldner GmbH & Co. KG, Waldner Laboreinrichtungen
GmbH & Co. KG, Hohenloher Spezialmöbelwerk
Schaffitzel GmbH + Co. KG und die eretec
Laborplanung GmbH & Co. KG.
Neue Blisterlinie
in Betrieb
Digitalisierung Trotz Corona-Krise
nahm die Uhlmann
Pac-Systeme GmbH & Co.
KG jetzt eine Hochleistungs-Blisterlinie
für die Verpackung
von Blutzucker-Tabletten
in China in Betrieb. Möglich
wurde dies durch ein Service-Portal,
das Möglichkeiten
für die digitale Zusammenarbeit
bietet. Auch eine Datenbrille
kam dabei zum Einsatz. Uhlmann
mit Sitz in Laupheim im
Landkreis Biberach ist ein weltweit
führender Systemanbieter
für das Verpacken von Pharmazeutika
in Blister, Flaschen und
Kartons. Die Uhlmann Group
erzielte im Geschäftsjahr
2018/19 mit rund 2400 Mitarbeitern
einen Umsatz von 426 Millionen
Euro. riz
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
19
30 Jahre Qualität und Know-how
1990 gegründet, ist Rehm Thermal Systems
heute Technologie- und Innovationsführer
für Systeme zur wirtschaftlichen Fertigung
elektronischer Komponenten.
Der Firmensitz des international agierenden Unternehmens
ist in Blaubeuren-Seißen. Weitere firmeneigene
Niederlassungen gibt es rund um den
Globus – unter anderem in China, Mexiko und den
USA. Neben Reflow-Lötsystemen mit Konvektion,
Kondensation mit und ohne Vakuum sowie Trocknungs-
und Beschichtungsanlagen stellt Rehm
Thermal Systems auch hochwertiges Equipment
für die Metallisierung von Solarzellen her.
Die Kunden von Rehm Thermal Systems kommen
aus ganz unterschiedlichen Bereichen: der
Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnologie,
Leistungselektronik und Militärtechnik, aber
vor allem der Automobilindustrie. Und so treibt
die Firma Rehm durch ihre innovativen Systeme
und individuellen Softwarelösungen gemeinsam
mit ihren Kunden auch Themen wie Elektromobilität
oder Industrie 4.0 voran, immer bestens gewappnet
für die künftigen Herausforderungen
der industriellen Baugruppenfertigung.
Für den Erfolg von Rehm Thermal Systems arbeiten
derzeit weltweit mehr als 600 Mitarbeiter –
und allein am Firmensitz 25 Auszubildende sowie
zwei dual Studierende. Denn neben innovativen
Lösungen und Zukunftskonzepten hat sich
die Firma Rehm auch die berufliche Förderung
junger Menschen auf die Fahne geschrieben.
Rehm Thermal Systems GmbH
Leinenstrasse 7
89143 Blaubeuren-Seissen
T +49 7344 9606-0
F +49 7344 9606-525
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Rehm Thermal Systems produziert seit 30 Jahren
In vielen Anwendungen, vom Auto bis zum Smartphone,
steckt die Qualität von Rehm.
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20
MACHEN unternehmen [!]
Wali Chinzai rollt Teig für Croissants aus. Aus der Backstube in Ummendorf
werden normalerweise die Filialen und fünf Cafés der Bäckerei Zoll mit Brot,
Bienenstichen, Croissants und vielem mehr beliefert. Foto Matthias Kessler
Wie Firmen die Krise
gebacken bekommen
Corona-Krise Die Handwerkskammer Ulm setzt seit Beginn der Pandemie auf
unbürokratische Hilfe, damit Betriebe die staatlichen Förderungen schnell erhalten.
Für Firmen wie die Bäckerei Zoll ist das von existenzieller Bedeutung.
Nein, das ist keine Rolle
Klopapier. Das ist eine
Torte. Daniel Zoll und
sein Team bringen mit
dieser etwas ungewöhnlichen
Kreation aus der Backstube die
Kunden zum Schmunzeln. Den
Humor hat der Geschäftsführer
der Bäckerei Zoll GmbH in Ummendorf
im Landkreis Biberach
Die wichtigste
Frage war: Wie
lange geht das
und wie viel Geld
brauche ich?
Daniel Zoll
Bäckerei-Chef
auch in der Corona-Zeit nicht
verloren, auch wenn der Umsatz
des Traditionsbetriebes in
der Pandemie um bis zu 70 Prozent
eingebrochen ist. Die Bäckerei
Zoll verdient ihr Geld neben
dem Verkauf von Backwaren
hauptsächlich durch den
Betrieb von fünf Cafés, die Anfang
März allesamt geschlossen
wurden.
Unter Einbezug der 450-Euro-Kräfte
hat die Bäckerei
Zoll 140 Beschäftigte.
Eine der ersten
Schritte von Daniel
Zoll war es,
staatliche Förderungen
und Kurzarbeit für die
Festangestellten zu beantragen:
„Auch wenn wir im ersten Monat
die Gehälter noch zahlen
konnten, galt es primär die
Lohnkosten so schnell wie möglich
zu senken.“
In der Handwerkskammer
Ulm fand er einen Ansprechpartner,
der ihn über Zuschüsse
aufklärte, die Betrieben mit bis
zu 250 Mitarbeitern gewährt
werden. „Zu Beginn der Krise
war wirklich unklar, welche Formel
zur Bestimmung der Mitarbeiterzahlen
anhand der unterschiedlichen
Arbeitsverträge für
den Förderantrag anzuwenden
unternehmen [!] MACHEN 21
Kopf hoch
und jederzeit
offen sein
für schnelle
Entscheidungen.
Humor in der Krise:
Bäckerei-Chef Zoll
mit seiner Torte in
Toilettenpapierform.
ist“, sagt Zoll. Die Mitarbeiter
der Handwerkskammer Ulm
halfen ihm bei der Berechnung
der Vollzeitäquivalenz – noch
bevor die Informationen über
diese spezifische Messung von
Arbeitszeit auf der Internetseite
des Landes Baden-Württemberg
zu finden waren.
Gleich zu Beginn der Krise
haben sich die Ereignisse auch
für Daniel Zoll und sein Team
überschlagen und auch die
Schließung der Cafés kam quasi
über Nacht: „Die wichtigsten
Fragen lauteten damals: Wie
lange geht das und wie viel Geld
brauche ich?“
Er habe keine x-beliebige Förderung
beantragen wollen, die
er vielleicht nicht in der Gesamtsumme
benötigen würde.
„Jeder Überschuss wäre zu
viel, doch zu knapp darf man
auch nicht kalkulieren“, sagt
Zoll. Dazu kam, dass die Bäckerei
vor eineinhalb Jahren in
neue Backöfen investiert hat.
Die staatliche Förderbank KfW
hatte dafür Darlehen bewilligt,
doch auf diese sind keine Sondertilgungen
möglich.
Auch in einem weiteren
Punkt erfuhr der Geschäftsführer
Unterstützung durch die
Handwerkskammer: „Über den
Newsletter wurden wir stets mit
aktuellen Informationen zur Corona-Pandemie
versorgt.“
700 Anrufe am Tag
Mitte März. Das war
auch die Zeit, in der die
Telefone am Sitz der
Handwerkskammer
Ulm in der Olgastraße
nicht mehr stillstanden.
Über 700 Anrufe
gingen in der ersten
Phase der Pandemie
pro Tag auf der eiligst
bereitgestellten Coro-
Wir können Standard … und noch sooo vieles mehr!
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22
MACHEN unternehmen [!]
Das Gros der Anträge kommen von Kleinstbetrieben
für die kommenden drei Monate zu
berechnen, sondern auch darüber
hinaus und entsprechend zu handeln.
Für Mehlich steht fest: Nur
wenn der Betriebsbestand weitestgehend
am Leben und bisher funktionierende
Marktstrukturen aufrechterhalten
werden können, ist
eine Rückkehr in die Normalität
möglich.
„Wir kennen
die Betriebe
und können zügig
einschätzen, wer die
Zuschüsse braucht.
Tobias Mehlich
Handwerkskammer
Die Bäckerei Zoll ist einer von 19 500 Betrieben, die die Handwerkskammer Ulm betreut.
na-Hotline ein. Besonders betroffen
waren Betriebe, die behördlich dazu
verpflichtet wurden, zu schließen:
Darunter Friseure oder etwa Kosmetiker.
Ebenso Betriebe mit Handelsanteil
und Betriebe mit einem großen
Anteil an Veranstaltungen und
Messen wie Metallbauer, Raumausstatter,
Schreiner oder Gebäudereiniger.
Erschwerend hinzu kamen
unterbrochene Lieferketten, fehlendes
Material aus dem Ausland, geschlossene
Baustellen, sowie Engpässe
bei Schutzmaterialien wie
Desinfektionsmittel.
„Für uns war es sehr wichtig, dafür
zu sorgen, dass Liquiditätsengpässe
durch staatliche Unterstüt-
Seit Ende März können Betriebe
bei der Handwerkskammer
Ulm Soforthilfe-Zuschüsse
abrufen. 80 Prozent der Anträge
kommen von kleinen Betrieben
mit bis zu fünf
Mitarbeitern. 11 Prozent von
Unternehmen mit bis zu 10
Mitarbeitern und 9 Prozent
von Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten.
„Wir wissen sehr
genau, dass wir hier mit wertvollen
Steuergeldern umgehen“,
betont Hauptgeschäftsführer
Tobias Mehlich. Auch in
dieser besonderen Situation
dürfe niemand Geld bekommen,
für den es nicht gedacht
sei. „Weil wir aus der Handwerkssicht
die Situation der
Antragsteller und deren Sprache
kennen, können wir zügig
einschätzen, wer die Zuschüsse
wirklich braucht“, erläutert
Mehlich. Von der Politik
wünscht er sich, dass diese
auch über die Steuerpolitik die
Liquidität in den Betrieben
Zur Person
Tobias Mehlich
(52) ist seit dem
Jahr 2010 Hauptgeschäftsführer
der
Handwerkskammer
Ulm. Der Jurist (verheiratet,
drei Kinder)
stammt ursprünglich
aus dem hessischen
Bad Nauheim.
aufrecht erhält. Sonst würden
die bisherigen Bemühungen
konterkariert.
Die Handwerkskammer
Ulm ist Dienstleister und Ansprechpartner
für 19 500
Handwerksbetriebe mit mehr
als 120 000 Beschäftigten und
rund 8000 Auszubildenden.
Ihre Mitgliedsbetriebe erwirtschafteten
zuletzt einen Jahresumsatz
von mehr als 15 Milliarden
Euro.
zungsleistungen, Finanzhilfen und
durch Soforthilfe-Anträge geschlossen
werden konnten“, sagt Tobias
Mehlich. Der Hauptgeschäftsführer
ist stolz: Die Handwerkskammer hat
seiner Ansicht nach Schnelligkeit
und Leistungsstärke bewiesen.
„Vielfach haben unsere Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen über gesamte
Wochenenden hinweg hilfesuchende
Betriebe beraten und unterstützt.“
Mehlich geht es darum, die nackte
Existenz der Mitgliedsbetriebe
mit ihren Beschäftigten und Auszubildenden
zu sichern. Seine Berater
hatten zu Beginn der Krise empfohlen,
den Liquiditätsbedarf nicht nur
Der Ulmer Kammerchef blickt
trotz steigender Krankenzahlen und
sinkender Umsätze durchaus optimistisch
auf die kommenden Wochen
und Monate: „Wir erhalten
auch viele Rückmeldungen von Betrieben,
die immer noch volle Auftragsbücher
haben und einiges am
konjunkturellem Hoch der letzten
Monate aufarbeiten können.“ Was
Mehlich ebenfalls Mut macht: „Ich
weiß, dass sich Handwerker und
ihre Mitarbeiter nicht von dieser
Krise auseinanderdividieren lassen
und zusammenhalten.“
Daran hält auch Bäckerei-Chef
Daniel Zoll fest. Egal, wie lange die
Krise noch anhalten und wie viel
Einnahmen ausbleiben werden. Für
ihn gilt: „Kopf hoch und jederzeit offen
sein für schnelle Entscheidungen.
Man wird später sehen, ob alle
richtig waren.“ Wichtig sei jedoch,
dass die Belegschaft stets gut über
die neuesten Geschäftsentwicklungen
unterrichtet ist.
„Wir haben das große Glück, extrem
motivierte Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen zu haben“, betont
Zoll. Der Zusammenhalt in seinem
Team macht ihm Mut. „Ich bin mir
sicher, dass wir in der Zeit nach Corona
noch mehr zusammenstehen
werden und gemeinsam einen Neustart
hinbekommen.“ Und dies ganz
sicher auch mit neuen, ausgefallenen
Kreationen aus der Backstube –
wie seine Torte in Toilettenpapierform.
Lachen ist ja bekanntlich gesund.
Und Gesundheit ist zurzeit sowieso
das Allerwichtigste. [!]
Stefan Loeffler
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23
Die neue Meeting-Kultur in Corona-Zeiten
Selten hat sich global in unserem Berufsleben
so viel in so kurzer Zeit geändert. Der Corona-Virus
hat uns ins Homeoffice verbannt. Eine
neue Kultur der Internen Unternehmenskommunikation
ist die neue Business-Realität.
Hier ein Gespräch mit Karin Breitkreuz,
Chefin von BREITKREUZ INTRAKOMM ® . Ihr
Unternehmen berät deutschlandweit Mittelstand
und Konzerne zur Verbesserung interner
Kommunikationsprozesse und erzielt damit
mehr Engagement, Freude und Teamgeist
innerhalb verschiedenster Wirtschaftsunternehmen.
Frau Breitkreuz, worin sehen Sie die gravierendsten
Veränderungen Interner Kommunikation
in Unternehmen durch Corona?
Ich übertreibe sicher nicht, dass der harte
Führungsjob durch die Corona-Krise noch wesentlich
komplexer wurde. Mitarbeiter sind im
Home office und nicht wie gewohnt greifbar,
um einen Sachverhalt zu klären. Gerade jetzt
gibt es Regeln, die besonders bei Video-
Meetings stark an Relevanz gewinnen. Es
kann viel mit langfristigen Auswirkungen auf
die Stimmung im Unternehmen daneben gehen,
wenn es um Interne Kommunikation in
Krisenzeiten geht, wie kürzlich global agierende
Unternehmen bewiesen haben.
Worin sehen Sie die Herausforderungen der
neuen Kommunikation?
Nun ja, vornehmlich darin, dass die Kommunikation
untereinander nicht abreißt. Allein ein
Video-Meeting stellt trotz der Interaktion via
Bildschirm eine unsichtbare Hürde dar. So
verhalten wir uns, als seien wir unbeobachtet.
Jeder hat schon mal an der Ampel beim
Lieblings lied mitgesungen. Hier ist das ähnlich.
Man fokussiert sich auf sich, verliert an
Haltung, ist abgelenkt und gewährt Einblicke
in die Privatsphäre. Bei Video-Meetings müssen
Regeln gelten wie in einer Live-Besprechung.
Aufmerksam sein. Haltung bewahren.
Foto: BREITKREUZ INTRAKOMM ®
Karin Breitkreuz strukturiert Interne Kommunikation.
Ausreden lassen. Am besten einen Moderator
bestimmen.
Was hilft noch, die Abläufe zu strukturieren?
Es hilft, sich ein Blatt für jedes laufende Projekt
zu erstellen, das einen Leitfaden durchs
Meeting darstellt. Darauf lassen sich zuvor
wichtige Fragen notieren und während des
Gesprächs Anmerkungen festhalten. Auch in
Hinblick darauf, dass es hier nun auch technisch
zum No-Go geworden ist, jemandem ins
Wort zu fallen. Außerdem sollte Startzeit und
Dauer des Meetings festgelegt werden sowie
klare Zeitfenster zur eigenen Erreichbarkeit.
Gerade in Krisenzeiten gewinnen Rituale an
enormer Bedeutung.
Gibt es noch mehr Tipps?
Natürlich. Klare Strukturen zur Internen Kommunikation
im Unternehmen sind wichtig. Sie
verbinden Menschen und nehmen Unsicherheit
und Angst. Ohne diese krisenfesten
Strukturen funktioniert erstaunlicherweise
nur eine Sache innerhalb von Unternehmen
weiterhin reibungslos: Der Flurfunk. Daher
gilt: geben Sie den Mitarbeitern auch in Video-Meetings
Freiheiten für den Austausch
von Fragen, Tipps und Ideen. So steigt mit der
Verbundenheit die Leistung.
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24
MACHEN unternehmen [!]
Zum Saisonstart
kalt erwischt
Corona-Hilfen Die Lungenkrankheit Covid-19 stellt für viele
Unternehmen eine extreme Belastungsprobe dar – und verwandelt
die Hotlines der IHK in Sorgentelefone. Beispiele wie das der Ulmer
Eisdielen-Besitzerin Marleen Rizzo machen aber auch Mut.
Endlich Frühling und was
für ein Wetter. Voller
Vorfreude auf die warme
Jahreszeit und gute Geschäfte
hat Marleen Rizzo am 14.
März ihr Eiscafé „La Piazza“ geöffnet.
Fünf Tage später sperrte
sie es wieder zu. Auf behördliche
Anweisung hin. „Die Corona-Krise
hat mich hart getroffen
und mir gerade im Frühjahr,
wenn die Menschen noch nicht
an den Badeseen oder im Urlaub
sind, den größten Umsatzeinbruch
in meiner Selbstständigkeit
beschert“, berichtet die Ladeninhaberin.
Sie hatte ihren Räumen am
Ulmer Münsterplatz kurz vor
Ausbruch der Pandemie drei
Wochen lang noch einen neuen
Schliff verpasst hatte: „Wir haben
kräftig investiert und unser
Eiscafé grundlegend modernisiert“.
Und nun das! Doch ein
bisschen Glück im Unglück hatte
sie dennoch: „Mein Vermieter
ist meinem kleinen Familienbetrieb
in dieser Zeit sehr
entgegengekommen.“
Unterstützung fand sie auch
bei der Sparkasse sowie bei der
Industrie- und Handelskammer
Ulm: „Die IHK-Berater waren
immer für mich da, auch am Wochenende
bekam ich Antworten
auf meine Mails. Zudem wurde
mein Antrag auf Corona-Soforthilfe
innerhalb kürzester Zeit
bearbeitet“, freut sich Marleen
Rizzo. Anfang April erhielt sie
von der Stadt die Erlaubnis einen
Liefer- und Bestellservice
einzurichten: „Liefern ist sehr
schwierig. Doch immerhin war
es ein kleiner Schritt, der auch
gut für das Gemüt war. Mit dem
Mein Vermieter
kam mir in
dieser schwierigen
Zeit sehr
entgegen.
Marleen Rizzo
Chefin des Eiscafés „La Piazza“
Corona-Hotline
Das neu eingerichtete
Corona-Expertenteam der
IHK Ulm informiert die Mitgliedsbetriebe
auch in den
nächsten Monaten rund um
die Themen Existenzsicherung,
Liquiditätsplanung,
Kurzarbeit und weitere
wirtschaftliche Fragestellungen.
Kontakt per Telefon
0731 173-333 oder per
E-Mail an corona@ulm.ihk.
de. Corona-Updates zu unternehmensrelevanten
Themen gibt es unter www.
ulm.ihk24.de. Mit dem Corona-Ticker
gibt es zusammengefasste
Neuigkeiten
zur Übersicht.
Die Mitarbeiter der Bezirkskammer
Göppingen
sind per Telefon 07161 6715-
0 erreichbar und beraten zu
allen Fragen. Die Nummer
der Corona-Hotline der IHK
Region Stuttgart lautet 0711
2005-1677.
Umsatz, den ich über die sonnige
Osterzeit gemacht hätte, ist
das nicht zu vergleichen.“ Seit
Mitte April ist nun auch der
Straßenverkauf wieder möglich.
Bis zu diesem Zeitpunkt gingen
am IHK-Sitz in der Olgastraße
bereits 13 000 Anträge aus
der Region Ulm zum Corona-Soforthilfeprogramm
des
Landes ein. Die Mitarbeiter prüfen
diese auf Plausibilität und
leiten diese zur Auszahlung – in
der Regel bereits am selben
Tag – an die L-Bank weiter.
Tauchten Rückfragen auf,
wurden diese mit den Antragstellern
anhand einer Telefon-Hotline
geklärt, bei der sich
Solo-Selbstständige von Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern
der IHK zum Ausfüllen der Anträge
kostenlos beraten lassen
konnten. In Spitzenzeiten waren
dies 400 Anrufe pro Tag. Dabei
ging es auch um die Vollständigkeit
der Angaben, ob der Antrag
unterschrieben war und der drohende
Liquiditätsengpass plausibel
erläutert werden konnte.
Sorgen um die Existenz
Die zu Krisenbeginn am häufigsten
gestellten Fragen drehten
sich zudem rund um die Themen
Kurzarbeit, Gesundheitsschutz,
Kredite, Stundungen,
Recht und Steuern: „Viele Unternehmerinnen
und Unternehmer
teilten uns ihre Sorge mit,
dass sie finanziell nicht mehr
lange durchhalten können“,
schildert IHK-Hauptgeschäftsführer
Max-Martin Deinhard die
schwierige Lage vieler Vetriebe.
Er rät den Mitgliedsfirmen, die
mittelfristige Planung und Ent-
unternehmen [!]
MACHEN
25
Marleen Rizzo hat dieses Jahr kräftig in ihre Eisdiele investiert.
Von der zeitweisen Corona-Zwangspause lässt sie sich nicht entmutigen
– und freut sich auf den Sommer. Fotos: Lars Schwerdtfeger
wicklung fest im Auge zu behalten,
auch wenn derzeit das kurzfristige
Überleben im Fokus steht: „Das ist
eine große Herausforderung angesichts
der unwägbaren Situation.“
Wichtige Themen sind nach seinen
Worten aktuell die Kreditorganisation,
die Prüfung von Lieferketten
und Kapazitäten, angepasste Mitarbeiterplanungen,
Nutzung des Corona-Teilstillstands
für Weiterbildungen
und die Verlagerung auf digitale
Lösungen. Bei diesen Themen
setze die IHK Ulm mit ihrer Beratung
und Information an. „In der aktuellen
kritischen Situation benötigen
die Unternehmen
dringend klare
Perspektiven
von Seiten der Bundesregierung“,
fordert
Deinhard.
Ende April
konnten die ersten
Ladengeschäfte,
Autohäuser, Museen
und Buchhandlungen
wieder öffnen.
Und wie geht es jetzt weiter?
Für Max-Martin Deinhard wird die
Corona-Pandemie die Weltwirtschaft
weiterhin stark beeinträchtigen:
Voraussetzung für eine Rückkehr
auf den Wachstumskurs sei die
Eindämmung der Corona-Infektionen,
so dass sich das soziale und
wirtschaftliche Leben normalisiere.
„Wir brauchen für die nächsten Monate
und darüber hinaus eine klar
kommunizierte Strategie zum Hochfahren
der Wirtschaft unter Berücksichtigung
medizinischer und epidemiologischer
Erkenntnisse. Die
Wirtschaft muss wieder wirtschaften
können“, betont Deinhard. Diese
Kommunikation müsse die Erwartungen
der Unternehmen und
Je nach
Branche sind
neue Ideen für neue
Geschäftsfelder
gefragt.
Gernot Imgart
IHK-Bezirkskammer Göppingen
Bürger stabilisieren, Unsicherheit
verringern und Perspektive
geben.
Außerdem hat die IHK
Ulm zur Entlastung ihrer
Mitglieder die Beitragszahlungen
gestundet. Die Kammer
werde die Bescheide
nicht vor dem 30. Juni 2020 an die
Mitglieder versenden, sagt Deinhard.
Auch andernorts ist der Rat der
Industrie- und Handelskammern
stark gefragt: Bei den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der zentralen
Corona-Hotline der IHK Region
Stuttgart gingen im März und April
etwa 1500 Anrufe täglich ein. Bei der
Bezirkskammer Göppingen, einer
von sechs Bezirken der IHK Region
Stuttgart, läutete am Tag etwa 150
Mal das Telefon.
Dabei ging es neben den Fragen
zur korrekten Antragsstellung und
zu den Förderbedingungen um mögliche
Ladenschließungen und Passierscheine
sowie unter anderem
auch um Stundungen von Steuern
und Sozialversicherungsbeiträgen.
„Viele Händler wollen zudem wissen,
ob sie weiterhin Miete zahlen
müssen“, erläutert Gernot Imgart,
Leitender Geschäftsführer der
IHK-Bezirkskammer
Göppingen.
Doch im Vordergrund
stehe, die
Gesundheit der
Mitarbeiter zu
schützen und möglichst
schnell alle
laufenden Kosten
zu senken, um die
eigene Liquidität zu
erhalten.
„Je nach Branche sind neue Ideen
für neue Geschäftsfelder gefragt. Das
könnte ein Abholservice sein oder
der Einstieg ins Onlinegeschäft“, sagt
Imgart. Extrem wichtig für die Kundenbindung
sei, die Kommunikation
mit der eigenen Zielgruppe aufrecht
zu erhalten und sogar zu intensivieren.
„Denn nach der Krise“, so Imgart,
„muss das Geschäft schnell wieder
hochgefahren werden können.“
Dies ist ganz im Sinne von Marleen
Rizzo, die sich nicht entmutigen
lässt: „Jetzt im Frühling möchten
die Menschen Eis essen gehen.
Das gehört bei uns in der Gesellschaft
einfach dazu.“ Und erst recht
im im Sommer, auf den sie sich heute
schon freut. [!] Stefan Loeffler
Zur Person
Max-Martin Deinhard
ist seit Jahresbeginn
Hauptgeschäftsführer
der
IHK Ulm (46 000
Mitgliedsfirmen).
Der 38-Jährige hat
Politik- und Verwaltungswissenschaftler
studiert.
Zur Person
Gernot Imgart ist
promovierter Jurist.
Er steht seit August
2019 als leitender
Geschäftsführer an
der Spitze der
IHK-Bezirkskammer
Göppingen (13 700
Gewerbetreibende).
26 Anzeige RESSORT unternehmen [!]
Trotz Krise: Einstiegsmöglichkeiten für
langfristige Anleger mit klarer Strategie
Die Psychologie des Anlegers
Ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften,
„Behavioral Finances“, beschäftigt sich
mit der Psychologie der Anleger. Am Beispiel
eines deutschen Brillenherstellers
zeigt Andreas Glogger, erster Vorsitzender
des KAPITAL-FORUM Schwaben/Allgäu e.V.
auf, dass der typische Anleger eben nicht
der von der Volkswirtschaftslehre ausgehende
„Homo oeconomicus“ ist, also derjenige,
der seine Entscheidungen effizient und
rational fällt. Vielmehr trifft eine erhebliche
Anzahl an Marktteilnehmern ihre Entscheidungen
sehr emotional. Beispielsweise sehen
in sogenannten „Haussephasen“, bei
Kursanstieg, etliche Investoren alles mit der
rosaroten Brille, sind euphorisch und ihr
Enthusiasmus ist nicht mehr einzubremsen.
In den „Baissephasen“ hingegen, bei sinkendem
Kurs, verhält es sich genau umgekehrt.
Dieselben Marktteilnehmer, die vier
Wochen zuvor noch grenzenlos optimistisch
waren, sind jetzt depressiv und verstehen
die Welt nicht mehr. Unternehmen, die
kurz zuvor noch ins Unendliche steigen sollten,
sind jetzt auf einmal völlig wertlos und
werden abgestoßen – egal zu welchem Preis.
Emotionen sind kein guter Ratgeber
„Allein der gesunde Menschenverstand sollte
eigentlich ausreichen, um zu erkennen,
dass die Wahrheit – wie wohl so oft – in der
Mitte liegen dürfte“, erklärt der erste Vorsitzende
des KAPITAL-FORUM. Der Verein informiert
zu Themen rund um die „Neue Finanzwelt“.
„In guten Zeiten ist eben nicht alles
so herausragend, wie man denkt; in
Krisenzeiten aber auch nicht so katastrophal,
wie man meinen könnte“, so Glogger,
Geschäftsführer der GLOGGER&PARTNER
Vermögensverwaltung. Es komme immer
wieder zu Übertreibungen, „nach oben wie
nach unten“. Wichtig sei es jetzt, sich von
diesen Übertreibungen und Emotionen
nicht leiten zu lassen. „Sonst geht es Ihnen
wie dem typischen Anleger ohne Strategie,
was Schaubild 1 verdeutlicht.
Die Preis-Wert-Relation
Damit kommen wir zu dem wesentlichen
Punkt bei einer Aktieninvestition, nämlich das
Verhältnis zwischen dem Preis und dem Wert
eines Unternehmens. Dabei ist der Preis eines
Unternehmens gar nicht das Entscheidende,
sondern vielmehr der Wert einer Firma.“ Genau
darin liege die Krux. „Anstatt sich mit dem
wahren Wert, dem sogenannten inneren Wert
der Firma, zu beschäftigen, schauen viele Anleger
täglich auf den Preis an der Börse. Wer
aber den Wert einer Firma nicht kennt, muss
natürlich nervös werden, wenn der Preis fällt.“
Als Folge werden emotionale Entscheidungen
getroffen, die mit Fakten nicht viel zu tun haben.
„Ganz konkret möchte ich das an einem
Beispiel eines großen deutschen Brillenherstellers
zeigen. Anleger bekommen dieses Familienunternehmen
gerade rund 40 Prozent
günstiger als vor einigen Wochen. Aus dem zweiten
Schaubild geht hervor, wie sich die derzeitige Covid-19-Pandemie
auf den Kurs ausgewirkt hat. Hier
erfolgte der Kursrückgang fast wie ein Stein,
den man fallen lässt.
Der innere Wert zählt
Die wesentlichen Kennzahlen des Unternehmen
sehen hingegen sehr solide aus. Der Brillenhersteller
hat keine Schulden und weist dabei
einen Nettocash in der Bilanz auf,“ schildert
Glogger. „Nach Abzug der Schulden ist das Unternehmen
noch liquide. Die Free-Cashflow-Rendite
liegt über 5 Prozent.“ Damit ist das
prozentuale Verhältnis zwischen frei verwendbarer
Überschussliquidität und Börsenwert gemeint.
Je höher dieser Wert, umso stärker ist
der Kurs nach unten abgesichert. Zuletzt liegt
die Dividendenrendite bei über 4 Prozent. Als
Kennzahl steht sie für das prozentuale Verhältnis
von Dividende zu Aktienkurs.
„Der innere Wert eines Unternehmens bestimmt
sich aus allen, auf den heutigen Tag
abdiskontierten zukünftigen Cash-Flows, die
das Unternehmen an seine Eigentümer, die
Aktionäre, ausschütten kann. Es wird davon
ausgegangen, dass das Unternehmen
grundsätzlich für immer existiert. Der Brillenhersteller
wird dieses Jahr mit Sicherheit
weniger Brillen verkaufen. Dadurch sinkt der
Cash-Flow für dieses Jahr und in Folge auch
der innere Wert der Firma. Allerdings beeinflusst
ein Jahr den Wert nur geringfügig. Für
den Anleger stellt sich jetzt also die Frage, ob
dieser herbe Rückschlag von Dauer sein
2
75,000
70,000
65,000
60,000
55,000
1
Der typische Aktienkäufer ohne Strategie
2
Der Trend hält – bei der
nächsten Konsolidierung
werd’ ich kaufen
1
3
Ah, der Kurs steigt, mal
den Markt beobachten
4
Kauf
Gott sei Dank hab’
ich nicht gewartet
5
Mist! So bald es wieder
nach oben geht, verkaufe ich!
6
Ok, warten wir auf die
Gegenbewegung – sonst wird
das ein wirklich langfristiges
Investment
10
11
12
Was soll‘s ich kaufe
wieder, es ist ohnehin
billiger als beim letzten Mal
Ich wußte die ganze Zeit,
dass das passieren würde
Noch mehr Lemminge,
die in ihr Verderben rennen!
50,000
47,700
47,640
47,580
45,000
7
Verkauf
Genug ist genug – ich
verkaufe und rühr’
keine Aktie mehr an
Zum Glück hab’
ich alles verkauft!
Es wird trotzdem abstürzen
Emotionale Phasen, die ein typischer Aktienkäufer ohne Strategie durchläuft.
8
9
03.02. 02.03.
40,000
Covid-19-bedingter Kursabfall bei einem
großen deutschen Brillenhersteller.
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
27
3
Vereinssitz des KAPITAL-FORUM Schwaben/Allgäu
im alten Rathaus in Krumbach.
Ausschüttung der Dividende eines großen deutschen Brillenherstellers von 1995-2019
Die Psychologie des Anlegers
Ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften,
„Behavioral Finances“, beschäftigt sich
mit der Psychologie der Anleger. Am Beispiel
eines deutschen Brillenherstellers
zeigt Andreas Glogger, erster Vorsitzender
des KAPITAL-FORUM Schwaben/Allgäu e.V.
auf, dass der typische Anleger eben nicht
der von der Volkswirtschaftslehre ausgehende
„Homo oeconomicus“ ist, also derjenige,
der seine Entscheidungen effizient und
rational fällt. Vielmehr trifft eine erhebliche
Anzahl an Marktteilnehmern ihre Entscheidungen
sehr emotional. Beispielsweise sehen
in sogenannten „Haussephasen“, bei
Kursanstieg, etliche Investoren alles mit der
rosaroten Brille, sind euphorisch und ihr
Enthusiasmus ist nicht mehr einzubremsen.
In den „Baissephasen“ hingegen, bei sinkendem
Kurs, verhält es sich genau umgekehrt.
Dieselben Marktteilnehmer, die vier
Wochen zuvor noch grenzenlos optimistisch
waren, sind jetzt depressiv und verstehen
die Welt nicht mehr. Unternehmen, die
kurz zuvor noch ins Unendliche steigen sollten,
sind jetzt auf einmal völlig wertlos und
werden abgestoßen – egal zu welchem Preis.
Emotionen sind kein guter Ratgeber
„Allein der gesunde Menschenverstand sollte
eigentlich ausreichen, um zu erkennen,
dass die Wahrheit – wie wohl so oft – in der
Mitte liegen dürfte“, erklärt der erste Vorsitzende
des KAPITAL-FORUM. Der Verein informiert
zu Themen rund um die „Neue Finanzwelt“.
„In guten Zeiten ist eben nicht alles
so herausragend, wie man denkt; in
Krisenzeiten aber auch nicht so katastrophal,
wie man meinen könnte“, so Glogger,
Geschäftsführer der GLOGGER&PARTNER
Vermögensverwaltung. Es komme immer
wieder zu Übertreibungen, „nach oben wie
nach unten“. Wichtig sei es jetzt, sich von
diesen Übertreibungen und Emotionen
nicht leiten zu lassen. „Sonst geht es Ihnen
wie dem typischen Anleger ohne Strategie,
was Schaubild 1 verdeutlicht.
Die Preis-Wert-Relation
Der Verein
Vereinsmitglieder
Das KAPITAL-FORUM
Schwaben/Allgäu e.V. ist ein
Verein, der sich zum Ziel
gesetzt hat, Bürgerinnen
und Bürgern sowie Schülern
und Studenten Antworten
auf Fragen rund um das
Thema Geld und Vermögen
in der jetzigen „neuen Finanzwelt“
zu geben und damit
das Bildungsniveau zu
Der Verein ist beim Deutschen Bundestag registriert.
erhöhen. Gegründet wurde
das KAPITAL-FORUM mit
Sitz im Historischen Rathaus
in Krumbach am 22.
Februar 2013. Der Verein ist
beim Deutschen Bundestag
in Berlin registriert und bezieht
seinen Wirkungskreis
auf die Region Schwaben/
Allgäu. Zu den Aktivitäten
des KAPITAL-FORUM zählen
neben Erstellung eigener
Stellungnahmen und
Veröffentlichungen wie Aufsätze,
Pressemitteilungen
und Interviews auch die Organisation
und Durchführung
von Referaten, Vorträgen,
Seminaren und Diskussionsrunden.
Derzeit hat
der Verein sieben aktive
Mitglieder mit Zulassung
der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin).
Andreas Glogger ist erster
Vorsitzender des
KAPITAL-FORUM sowie
Geschäftsführer der
GLOGGER & PARTNER
Vermögensverwaltung.
· AnCeKa Vermögensbetreung, Kaufbeuren
· Baumeister und Börndörfer
Finanzberatung, Augsburg
· FINANZINVEST
Consulting, Jettingen-Scheppach
· GLOGGER & PARTNER Vermögensverwaltung,
Krumbach, Stuttgart, München
· JRS Finanzmandate, Stadtbergen
· Medical Strategy, Neusäß
· Quattro!Folio!, Memmingen
Marktplatz 1 I 86381 Krumbach
0821 998894-0 I kapitalforum-schwaben.de
andreas.glogger@kapitalforum-schwaben.de
28
FINANZIEREN unternehmen [!]
Leichter
durch die
schwere Zeit
Liquidität Viele Firmen sind gezwungen,
sich in der Folge der Coronakrise zu
verschulden. Doch es gibt andere
Möglichkeiten den Spielraum zu erhöhen,
um das anlaufende Geschäft zu finanzieren.
ILLUSTRATIONEN: MAX MESCHKOWSKI
Viele Unternehmen verringern in der Corona-Krise mit Kurzarbeit
und Effizienzmaßnahmen ihren Ballast an Kosten.
Nach dem Shutdown zur
Eindämmung der Corona-Pandemie
muss
die Wirtschaft in Baden-Württemberg
wieder anlaufen.
Vor allem viele Mittelständler
sind durch die Zwangspause
in eine existenzbedrohende
Krise gerutscht. Für sie
kommt es nun darauf an, die
Produktion zügig hochzufahren,
um wirtschaftlich wieder
Tritt zu fassen. Doch
die finanziellen
Reserven vieler
Betriebe sind
aufgezehrt.
Sie stehen
nun vor der
großen Frage,
wie sie das anlaufende
operative
Geschäft
finanziert bekommen.
Der naheliegendste
Weg ist, dafür einen
Hilfskredit der KfW
oder der L-Bank in Anspruch
zu nehmen.
Knackpunkt dabei: Den
Antrag müssen Unternehmer
über ihre Hausbank stellen,
die dann auch die Bonitätsprüfung
vornimmt. Bei den
meisten Hilfsprogrammen
übernehmen die staatlichen
Förderbanken zwar den Großteil
des Ausfallrisikos. 10 bis 20
Prozent verbleiben jedoch bei
den Hausinstituten. Diese müssen
daher eine Beurteilung vornehmen,
ob der Kreditnehmer
seinen Geschäftsbetrieb über
die Dauer des Darlehens hinweg
fortführen kann. So schreiben
es den Banken die Aufsichtsregeln
vor.
Zehn Jahre Kredit-Laufzeit
In der jetzigen Situation sind
die Geschäftsaussichten der
meisten Unternehmen jedoch
alles anderes als verlässlich
und sicher. Deswegen
lehnen viele Banken
und Sparkassen
viele Anträge
schon
beim Erstgespräch
ab.
Die Bundesregierung
hat daher seit
Mitte April über
die staatliche Förderbank
ein weiteres
Kreditprogramm in der
Größenordnung von 50
Milliarden Euro auf den Weg
gebracht. Anders als zuvor,
werden die Hausbanken dabei
von jeder Mithaftung freigestellt.
Um die Mittel zu bekommen,
reicht es, wenn ein
Unternehmen 2019 Jahr oder im
Durchschnitt der vergangenen
drei Jahre Gewinn gemacht hat,
Ende 2019 nicht in der Krise war
und geordnete Verhältnisse vorweisen
kann. Das Kreditlimit
liegt bei 800 000 Euro. Die Laufzeit
ist auf zehn Jahre gestreckt
worden.
unternehmen [!]
FINANZIEREN
29
Beim
Hochfahren
des Betriebs
sind Szenarien
hilfreich.
Jakob Rüden
McKinsey & Company
Ein solcher Hilfskredit mag
den betroffenen Firmen zunächst
wieder auf die Beine
helfen, doch er ist auch eine zusätzliche
Last auf dem Schuldenberg,
unter dem viele von
ihnen ächzen. „Die über die
Förderbanken ausgereichten
Kredite sind zwar zinsgünstig,
aber es sind und bleiben Fremdmittel“,
sagt denn auch Britta
Becker, Partnerin bei der Unternehmensberatung
EY und
Leiterin Capital and Debt Advisory.
Generell sind Unternehmen
daher gut beraten, in der jetzigen
Situation ihre Kosten abzuklopfen.
Es gilt, von innen heraus
finanzielle Mittel zur Finanzierung
des operativen Geschäfts
zu mobilisieren. „Es gibt
mehrere Optionen, mit denen
ein Unternehmen seine Liquidität
verbessern kann“, sagt
Sandra Pfister, Rechtsanwältin
bei der Sozietät Heuking Kühn
Lüer Wojtek. „Sie können zum
Beispiel auf ihre Kreditgeber,
die Finanzbehörden oder ihren
Vermieter zugehen und über
vorübergehende Vertragsanpassungen
oder eine Stundung
oder Herabsetzung von Zahlungen
sprechen. Außerdem können
Gewinne parallel zu Kosteneinsparungen
im Unternehmen
belassen werden.“
Und EY-Beraterin Becker ergänzt:
„Man kann zum Beispiel
mit Lieferanten über verlängerte
Zahlungsziele verhandeln.
Zumindest ist es sinnvoll, das finanzielle
Fristenmanagement
zu optimieren.“ Eine Möglichkeit
dafür ist Factoring, also der
Verkauf von Forderungen (siehe
Infokasten S.31).
Working Capital reduzieren
Allerdings: Mit diesen Maßnahmen
verschieben Unternehmen
Verbindlichkeiten nur in die Zukunft.
Betriebe, die trotz der Corona-Krise
immer noch auf vergleichsweise
soliden Füßen stehen,
empfiehlt Jakob Rüden,
Partner bei McKinsey & Company,
an die Substanz zu gehen:
„Um den Liquiditätsabfluss abzufedern,
sollten Firmen zuerst
ihre Eigenmittel ausreizen – das
reicht von Investitionskürzungen
bis zur Reduktion des Working
Capitals, also die Differenz
zwischen Umlaufvermögen und
kurzfristigen Verbindlichkeiten“.
Außerdem sollten Firmen bestehende
Kreditlinien nutzen.
„Erst dann sollten sie über zusätzliche
Fremdmittel nachdenken“,
sagt Rüden und rät Verantwortlichen
in den Unternehmen
dazu, in Szenarien zu denken.
„Dann kann man den Liquiditätsbedarf
auch für die Zeit des
‚Hochfahrens‘ einschätzen und
bei der Ermittlung des gesamten
Finanzierungsbedarfes berücksichtigen.“
Viele Betriebe haben mittlerweile
jedoch kaum eine andere
Wahl, als die Verschuldung
hochzufahren. Damit sie nicht
allein durch die wirtschaftlichen
Folgen der Corona-Pandemie in
die Pleite getrieben werden, hat
der Bundestag die Aussetzung
der Insolvenzantragspflichten
beschlossen. Die neuen Regelungen
sind rückwirkend bereits
zum 1. März in Kraft getreten
und gelten vorerst bis 30. September
2020. „Das gibt in
Bedrängnis geratenen Unter-
30 FINANZIEREN
unternehmen [!]
Damit die Antragspflicht als ausgesetzt
gilt, müssen zwei Bedingungen
erfüllt sein: Der Antragsgrund
ist bedingt durch die Corona-Krise
eingetreten, und es gibt die Aussicht
auf Sanierung. „Beim ersten Kriterium
hat der Gesetzgeber die Begründung
vereinfacht, indem grundsätzlich
von einem Coronabezug
auszugehen ist, wenn im Betrieb am
31. Dezember 2019 noch keine Krise
vorlag“, erläutert Knecht. Damit hat
nach seinen Worten der Gesetzgeber
an diesem Punkt Rechtssicherheit
geschaffen.
Zur Person
Sandra Pfister ist
Partnerin am Hamburger
Standort der
Sozietät Heuking
Kühn Lüer Wojtek.
Die Finanzierungs-Spezialistin
verfügt über umfassende
Erfahrung im
Bereich Bank- und
Finanzrecht sowie im
Bereich internationaler
debt und equity
capital markets-Transaktionen.
nehmen die nötige Luft, um staatliche
Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen
voranzutreiben“,
ließ Bundesjustizministerin Christine
Lambrecht (SPD) dazu verlauten.
Doch bei vielen Unternehmern,
die Hilfskredite beantragt haben,
schürt diese Neuregelung eher die
Verunsicherung, als dass sie Klarheit
schafft. Verantwortliche in den
Firmen stehen im Fall des Falles
vor der Frage, ob sie mit einem Insolvenzantrag
warten können,
wenn sich eine Zahlungsunfähigkeit
anbahnt oder bereits eingetreten
ist, ihr Antrag aber noch in der
Bearbeitung ist. „Ich warne Unternehmensverantwortliche
davor,
darauf zu spekulieren, dass Anträge
zeitnah genehmigt und Gelder
ausgezahlt werden“, sagt Cornelius
Knecht, Co-Leiter des Bereichs
Restrukturierung der Unternehmensberatung
EY am Standort
Stuttgart angesichts der Antragsflut,
mit der die Banken überschwemmt
werden. „Die Aussetzung
der Pflicht setzt nicht die
Gründe für einen Antrag außer
Kraft“, betont der EY-Experte.
Ich warne
davor, darauf zu
spekulieren, dass
Anträge zeitnah
genehmigt werden.
Cornelius Knecht
EY, Standort Stuttgart
ILLUSTRATIONEN: MAX MESCHKOWSKI
Heikle Situation
Deutlich schwieriger indes ist angesichts
der dynamischen Entwicklung
der Corona-Krise der Umgang
mit dem zweiten Kriterium. Sowohl
für das Management als auch für
kreditgebende Banken ist es es komplex,
die Aussicht auf Sanierung, zu
beurteilen. „Zum Beispiel sollte
nach den ersten Gesprächen mit der
Hausbank die begründete Möglichkeit
erkennbar sein, finanzielle
Staatshilfen zu bekommen“, sagt der
Unternehmensberater und Restrukturierungsexperte.
„Ist das nicht der
Fall und kann das Unternehmen
nicht mehr seinen laufenden Verpflichtungen
nachkommen, kann es
sich nicht auf die Aussetzung der
Antragspflicht für einen Insolvenzantrag
berufen.“
Allerdings: „Erhält ein Unternehmen
im Aussetzungszeitraum einen
Kredit, sind alle Rückzahlungen auf
diesen Kredit bis zum 30. September
2023 sowie alle im Zeitraum 1.
März bis 30. September 2020 – nachträglich
– gewährten Sicherheiten
nicht anfechtbar“, erläutert Karsten
Kiesel, Rechtsanwalt bei der Sozietät
Schultze & Braun in Achern (Ortenaukreis).
„Sie werden nicht als
Benachteiligung von Gläubigern
eingestuft.“
Häufig jedoch dürfte in der aktuellen
Situation auch ohne diese Einschränkung
die Gemengelage bei
vielen Unternehmen unübersichtlich
sein. In diesem Fall empfiehlt
EY-Restrukturierungsexperte
Knecht: „Die Verantwortlichen in
den Unternehmen sollten die betriebliche
Situation sehr genau dokumentieren
und sich insolvenzrechtlich
beraten lassen, um sich
nicht dem Vorwurf einer Insolvenzverschleppung
auszusetzen.“ [!]
Thomas Luther
unternehmen [!]
FINANZIEREN
31
Forderungen schnell zu Geld machen
Zur Person
Um ihre Liquidität zu verbessern, setzen Unternehmen auch auf Factoring.
Eine Möglichkeit für Firmen,
schnell Liquidität zu generieren,
ohne die Verschuldung hochzutreiben,
ist Factoring. Dazu verkaufen
sie bestehende Forderungen an eine
Factoring-Gesellschaft und kommen
umgehend an ihr Geld. „Das Instrument
Factoring gewinnt in der Coronakrise
an Bedeutung“, registriert
Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender
des Bundesverbands Factoring
für den Mittelstand (BFM).
Viele Anbieter berichten über zunehmende
Anfragen von Neukunden.
„Aber auch von Bestandskunden
wird Factoring gezielter eingesetzt,
um krisenrelevante Vorteile zu
nutzen: planbare und schnelle Mittelzuflüsse,
verbunden mit einem
regresslosen Forderungsausfallschutz“,
sagt Ritter. Zusätzlich würden
Kunden eine längere Ausnutzung
ihrer eingeräumten Linien wünschen.
Schließlich müssen sie damit
rechnen, dass ihre Kunden später
zahlen werden.
Cornelius Knecht
ist seit 2009 Teil der
Restrukturierungsund
Transaktionsberatung
bei EY. Als
Co-Leiter für Restrukturierung
am
Standort Stuttgart
fokussiert er sich auf
Beratung rund um
die Transformation
der Autoindustrie. Er
besitzt Masterabschlüsse
in Management
(EBS, Oestrich-Winkel)
und
Finance (St. Andrews,
Schottland).
volksbank-goeppingen.de
Auch in dieser schwierigen Zeit sind wir für Sie da.
Die Ausbreitung des Coronavirus stellt alle Bereiche
der Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Wir sehen
es als unsere Aufgabe, unseren Kunden auch in dieser
herausfordernden Situation unterstützend zur Seite
zu stehen.
32 Anzeige RESSORT unternehmen [!]
Foto: iStock.com/sankai
Unternehmen durch die Krise steuern
Quick-Check für Unternehmen
in der Corona-Krise
1. Liquiditätssicherung
Kann das Unternehmen kurzfristig Kapital
freisetzen und Kosten einsparen?
Kann die Firma Zuschüsse oder Hilfsleistungen
beantragen (z.B. Hilfskredite,
Kurzarbeitergeld) oder durch Anpassung
des Geschäftsmodells neue
Umsatzquellen erschließen?
2. Transparenz
Welche Geschäftspartner müssen informiert
werden? Sind alle Belege im
Unternehmen für mögliche Prüfungen
gesichert?
3. Fortlaufende Prüfung
Sind die Voraussetzungen für den
Wegfall der Antragspflicht noch gegeben
oder muss das Unternehmen Insolvenz
anmelden? Hierfür sollte dringend
externer Rat eingeholt werden.
Unterbrochene Lieferketten, Auftragsstornierungen,
ausbleibende Kunden bis hin zu angeordneten
Betriebs- und Geschäftsschließungen
– die Corona-Krise hat bei vielen Unternehmen
drastische Umsatzrückgänge zur
Folge. Dies bedroht die Liquidität und damit
auch die Existenz vieler Unternehmen. Die akute
Sicherstellung der finanziellen Tragfähigkeit
hat daher oberste Priorität.
Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen
in der Corona-Krise? Neben den Liquiditätshilfen
und den erweiterten KfW-Darlehen ist am
27. März 2020 das Gesetz zur Abmilderung der
Folgen der Covid-19-Pandemie in Kraft getreten.
Es enthält Erleichterungen für Unternehmen
in vielen Bereichen. Ein Überblick.
Der Klassiker: das KfW-Darlehen
Möglich ist in der Corona-Krise ein Kredit bei
der KfW. Aber hier gilt: Die neuen Schulden
müssen wieder zurückgeführt werden. Die Antragstellung
und Kreditvergabe erfolgt über die
Finanzierungspartner, also die Hausbanken.
Die Voraussetzungen werden daher individuell
geprüft. Die Risikoübernahme der KfW erfolgt
bei Unternehmerkrediten in Höhe von bis zu
90% des Kreditvolumens. Voraussetzung ist,
dass das Unternehmen zum 31. Dezember
2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten
war. Bei den KfW-Schnellkrediten (seit 15. April
2020) werden für Volumen von bis zu 800.000
Euro sogar 100% des Kreditausfallrisikos übernommen.
Bei Antragstellung sollte eine Durchfinanzierung
nach aktueller Planung bis zum
31. Dezember 2020 und eine positive Fortführungsprognose
gegeben sein. Dabei kann unterstellt
werden, dass sich die wirtschaftliche
Gesamtsituation wieder normalisiert. Besonderheiten
gelten für Direktbeteiligungen an
Konsortialkreditfinanzierungen und der Unterstützung
von Großunternehmen. Unternehmen
sollten in jedem Fall Experten zu Rate ziehen,
die bei der Prüfung der Voraussetzungen
und bei den Verhandlungen mit den Banken
unterstützen; zudem gilt es, alternative Finanzierungsmöglichkeiten
zu prüfen.
Stundung von Steuern und Beiträgen
Eine Hilfestellung für Unternehmen kann auch
ein Antrag auf zinslose Stundung von fälligen
und fällig werdenden Steuern bis Ende 2020
sein. Vorauszahlungen (Einkommen- / Körperschaft-
/ Umsatzsteuer) können auf Antrag angepasst
werden und möglicherweise kann so-
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
33
Auf einen Blick
PLUTA hat auf der Website unter
www.pluta.net die wichtigsten
Gesetzes änderungen übersichtlich
zusammengestellt, damit die Unternehmen
in der gegenwärtigen Situation
sicher durch die Krise steuern
können.
Zur Abmilderung Covid-19 bedingter
wirtschaftlicher Schäden sind oft
umfangreiche
Maßnahmen
notwendig.
PLUTA
unterstützt!
Dr. Maximilian Pluta ist Geschäftsführer der PLUTA Rechtsanwalts GmbH und der PLUTA Management GmbH. Er ist Leiter des Geschäftsfeldes Sanierung
und Restrukturierung.
Foto: PLUTA Rechtsanwalts GmbH
gar eine Rückerstattung erfolgen. Außerdem
ist die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen
für die Monate März-April 2020, ggf.
auch Mai 2020, möglich. Zur Haftungsvermeidung
sollte hier unbedingt der Einzelfall durch
einen Experten geprüft werden.
Hunderttausende Unternehmen
beantragen Kurzarbeit
Die Zahlen sind dramatisch: mehr als 700.000
Betriebe haben bis Mitte April bereits Kurzarbeit
beantragt, Tendenz steigend. Das Kurzarbeitergeld
für Mitarbeiter liegt grundsätzlich
bei 60% des entgangenen Nettogehalts; mit
Kindern im Haushalt bei 67%. Gestaffelt nach
der Bezugsdauer wurde es nun auf bis zu 80
bzw. 87% erhöht. Der Arbeitgeber kann auf
100% aufstocken. Die Unternehmen zahlen
das Kurzarbeitergeld mit der Gehaltsabrechnung
aus und rechnen die vorfinanzierten Beträge
mit der Agentur für Arbeit ab. Die Laufzeit
beträgt bis zu 12 Monate und die Beantragung
kann derzeit rückwirkend zum 1. März erfolgen.
Die Unternehmen können so Kosten sparen
und Entlassungen vermeiden und bei einer
Besserung der Beschäftigungsauslastung wieder
zu einem normalen Geschäftsablauf zurückkehren.
Allerdings müssen die Unternehmen
derzeit die Kurzarbeit vorfinanzieren und
können noch nicht verlässlich absehen, wann
die Erstattungsbeträge zu erwarten sind.
Rechte und Pflichten von Verbrauchern und
Kleinstunternehmern
Für Verbraucher und Kleinstunternehmer besteht
ein temporäres Leistungsverweigerungsrecht
bis zum 30. Juni 2020 im Rahmen von
Dauerschuldverhältnissen sowie eine temporäre
Stundung im Rahmen von Verbraucherdarlehensverträgen.
Ausgenommen sind allerdings
Miet-, Pacht-, Darlehens- und Arbeitsverträge.
Nach der geltenden Rechtslage entfällt die
Pflicht zur Mietzahlung während der Covid-19-Pandemie
grundsätzlich nicht. Allerdings
ist die Kündigung durch den Vermieter
für Mietrückstände für den Zeitraum vom
1. April 2020 bis 30. Juni 2020 ausgeschlossen,
sofern die Nichtleistung auf den Auswirkungen
der Corona-Pandemie beruht.
Insolvenzantragspflicht
Zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens
bietet sich durch das Gesetz eine weitere Möglichkeit.
So wird die Insolvenzantragspflicht bis
einschließlich 30. September 2020 ausgesetzt
– mit der Möglichkeit einer Verlängerung des
Moratoriums bis 31. März 2021. Dies gilt jedoch
nur für Unternehmen, deren Insolvenzreife auf
den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus
beruht und Aussichten auf die Beseitigung der
Zahlungsunfähigkeit bestehen. Wenn der
Schuldner am 31. Dezember 2019 nicht zahlungsunfähig
war wird vermutet, dass die Insolvenzreife
auf den Folgen der Covid-19-Pandemie
beruht. Es gilt daher: Die Voraussetzungen
müssen genau geprüft werden.
Schutzschirmverfahren
(Insolvenz in Eigenverwaltung)
Eine Alternative kann aber auch ein gut geplantes
Schutzschirmverfahren sein. Dies ist möglich
in sogenannter „Eigenverwaltung“: Die
bisherigen Geschäftsführer bleiben handlungsfähig
und bekommen vom Gericht einen
Sach walter zur Seite gestellt. Durch die Eigenverwaltung
wird sichergestellt, dass die Erfahrung
der Unternehmer auch in der Krise
bestmöglich genutzt werden kann. Insolvenz
gilt hierzulande noch immer als Makel. Doch
das Insolvenzrecht kann Unternehmen retten
und Arbeitsplätze erhalten – und einen gesunden
Start nach der Sanierung ermöglichen.
Auch hier gilt: Unternehmen sollten sich umfassend
beraten lassen, um alle Handlungsoptionen
zu analysieren.
Fazit
Die vorangegangene nicht vollständige Auflistung
zeigt: Die Möglichkeiten für Unternehmen
sind derzeit vielfältig, aber jeweils im Einzelfall
genau zu prüfen. In bestimmten Fällen kann es
Sinn machen, neben Hilfen vom Staat auch
fachlichen Rat von erfahrenen Sanierungsexperten
einzuholen. Damit erhält das Unternehmen
Unterstützung bei den umfangreichen
Prüfungen. Die Experten bieten Beratung zu
möglichen Szenarien und einem operativen
Krisenmanagement. Und – und das ist ebenfalls
sehr wichtig – sie begleiten die konsequente
Realisierung der Sanierungsmaßnahmen.
Denn das beste Instrument hilft nur bei
einer optimalen Anwendung.
PLUTA Rechtsanwalts GmbH
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sanierung@pluta.net
www.pluta.net
Mit der sorgfältigen Analyse der Unternehmenszahlen liefern Controller Handlungsempfehlungen fürs Management und Firmenchefs.
FOTO: DAN76/SHUTTERSTOCK.COM
Wegweiser aus dem Tief
Unternehmensführung Das Coronavirus hat viele Betriebe in eine Extremsituation
gestürzt. Wie gutes Controlling Firmenchefs hilft, jetzt das Richtige zu tun.
Controller haben mitunter
ein schlechtes
Image. Sie gelten als
stets korrekt, phantasie-
und humorlos, als Erbsenzähler.
Und weil sich die Beliebtheit
des Berufsstands bei
Kollegen mitunter in Grenzen
hält, gibt es jede Menge Witze
über Controller, wie zum Beispiel
den: „Ein Pessimist, ein
Optimist und ein Controller sitzen
in einer Kneipe vor einem
Glas. „Halb voll!“, sagt der Optimist,
„Halb leer!“, meint der
Pessimist. „Das Glas ist für seinen
Zweck 100 Prozent zu groß“,
erklärt der Controller.“
In der Krise sind Controller
jedoch als betriebswirtschaftliches
Gewissen des Unternehmens
besonders gefragt. „Wie
wichtig ihre Arbeit fürs Unternehmen
ist, muss ein Controller
auch vermitteln können, um seine
eigene Position im Unternehmen
zu stärken“, betont Ulrich
Krings, Professor an der Fachhochschule
Nordwestschweiz
FHNW und Buchautor.
Derzeit arbeiten Controller
unter höchstem Druck dem Management
und der Unternehmensspitze
zu, damit diese auf
die wegbrechenden Umsätze
mit den richtigen Maßnahmen
reagieren können. Der Grundsatz
lautet: Liquidität sichern,
Kosten senken, ohne dabei die
Basis für die Zeit nach der Krise
zu zerstören
Der Think-Tank des ICV Internationaler
Controller Verein,
die ICV-Ideenwerkstatt, hat
Controller
müssen auch
vermitteln, wie
wichtig ihre Arbeit
für die Firma ist.
Ulrich Krings
Professor für Finanzmanagement
schon 2019 begonnen an seinem
Schwerpunktthema „Controlling
in Krisenzeiten“ zu arbeiten.
Aus der Autoindustrie
gab es bereits deutliche Signale
für einen Abschwung. Erfahrungen
aus der großen Finanzkrise
2008 bezogen die Fachleute in
der ICV-Ideenwerkstatt in ihre
konzeptionelle Arbeit ein.
Wie wichtig es für Unternehmen
ist, sich mit vorausschauend
entwickelten Handlungsstrategien
zu rüsten, zeigt eine
Blitzumfrage zur Coronakrise,
initiert vom ICV und WHU Otto
Beisheim School of Management.
Die mehr als 500 Antworten
zeigen: Vor allem Dienstleister
und große Unternehmen
fühlten sich auf Krisen wie die
derzeitige vorbereitet. Die Stim-
unternehmen [!] SPEZIAL 35
mung unter den Mitarbeitern
werde durch eine gute Vorbereitung
auf Krisensituationen
und ein effektives Krisenmanagement
positiv beeinflusst.
In Krisen wie dieser sind die
zentralen Kompetenzen der
Controller gefragt. Im Reporting
berichten sie zeitnah über die
Auswirkungen der Krise auf Ergebnis
und Cash und zeigen kritische
Entwicklungen auf, damit
das Management eine ausreichende
Liquidität sicherstellen
kann. Die ureigenste Controlleraufgabe
sei, immer wieder Deckungsbeiträge,
Profitabilitäten
und grundsätzlich die strategische
Sinnhaftigkeit
von Pro-
Ureigenste
Aufgabe ist es,
die Sinnhaftigkeit
von Projekten zu
hinterfragen.
dukten und
Projekten zu
hinterfragen“,
erläutert Ronald
Gleich, Inhaber
des
Lehrstuhls für
Industrielles
Management
der EBS Universität
für Wirtschaft und
Recht in Wiesbaden/Oestrich-Winkel.
In der aktuellen
Situation müssten dies Controller
besonders kritisch tun.
Angesichts der Unwägbarkeiten
und der wachsenden Zahl an
unvorhersehbaren Ereignissen
in der Corona-Krise plädieren
Experten dafür die Vorschauen
und Planung von monatlich bzw.
vierteljährlich auf täglich bzw.
wöchentlich umzustellen. Viele
Unternehmen passten derzeit
auch ihre Szenario-Techniken
Ronald Gleich
Professor an der EBS
an, um schnell auf Veränderungen
reagieren zu können.
Corona setze Controller einer
bisher nie dagewesenen Extremsituation
aus, sagt Michael Kappes
von Horvath & Partner in
Stuttgart. Nach seiner Einschätzung
werde in vielen Unternehmen
nur eine Finanzsimulation
erstellt. Betrachtungen wie
„Weniger Umsatz gleich weniger
Ergebnis“ seien aber in der
Corona-Krise nicht hilfreich.
Nötig seien vielmehr integrierte
Planungs- und Simulationsmodelle.
Das sehen auch die Experten
des ICV so. Die Erstellung
solcher Modelle dauere
zwar mehrere
Monate, doch
dann könne
man gut Szenarien
entwickeln
und feststellen,
welche
Wirkung das
Drehen an verschiedenen
Stellschrauben
entfalte.
Das Expertennetzwerk des
ICV will in der aktuellen Situation
erreichen, dass sich Controller
noch stärker als bisher
austauschen: „Von ICV-Praktikern
für ICV-Praktiker“ ist eine
Online-Kampagne überschrieben,
in der Mitglieder Erfahrungswissen
in der Community
teilen. Der ICV bietet auf seiner
Website und in seinen So cial-
Media-Kanälen die Plattform,
damit sich engagierte Praktiker
gegenseitig unterstützen. [!]
Hans-Peter Sander
FOTO: EVERETT HISTORICAL/SHUTTERSTOCK.COM
Controller haben ein altbackenes Image, aber als betriebswirtschaftliches
Gewissen der Firmen sind sie von zentraler Bedeutung.
Drei Krisen-Szenarien
Bei der Kriseneindämmung
gibt es
drei Szenarien. In
einer Gewinnkrise,
in der Umsätze um
15 Prozent sinken,
sei es noch relativ
einfach, Maßnahmen
abzuleiten,
sagt Ronald Gleich,
Inhaber des Lehrstuhls
für Industrielles
Management
der EBS Universität
für Wirtschaft und
Recht in Wiesbaden/Oestrich-Winkel.
Im Wesentlichen
sei das: Kosten
senken, Investitionen
verschieben
und sich von Zeitarbeitskräften
trennen.
Eine Liquiditätskrise
mit Umsatzrückgängen
von 30
Prozent könne
rasch zu einer
Cash-Krise führen.
Neben den bereits
genannten Maßnahmen
müsse
man Dinge grundsätzlich
in Frage
stellen, also beispielsweise
Geschäftsteile
aufgeben,
Kurzarbeit anzeigen,
staatliche
Überbrückungsgelder
nutzen und
operative Risiken
radikal minimieren.
Bei Umsatzverlusten
von mehr
40 Prozent ist laut
Gleich von einer
existenziellen Krise
zu sprechen. Die
Hauptaufgabe bestehe
darin, die Liquidität
zu sichern.
Das Krisenmanagement
sei höchst
diffizil, vor allem
gelte es den klaren
Blick zu bewahren,
welche der verfügbaren
Möglichkeiten
sinnvoll sind.
Jetzt downloaden unter:
ingenics.com/de/magazine
Erfahren Sie im Ingenics Magazine,
wie die „Fabrik der Zukunft“
aussehen kann, was Unternehmen
auf dem Weg dorthin beachten sollten
und warum der Mensch auch weiterhin
eine zentrale Rolle spielen wird.
36
VERANTWORTEN unternehmen [!]
Um Infektionen in Firmen
zu verhindern, hat
das Bundesarbeitsministerium
im April den
SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard
veröffentlicht. „Aktuell
ist davon auszugehen, dass
diese Maßnahmen über einen
längeren Zeitraum von Betrieben
und deren Beschäftigten zu
beachten sind“, sagt Ulrike
Trägner, promovierte Fachanwältin
für Arbeitsrecht bei der
Kanzlei Sonntag & Partner. Ansonsten
drohen behördliche
Auflagen und Bußgelder in empfindlicher
Höhe. „Zudem können
die Berufsgenossenschaft
und betroffene Mitarbeiter die
Unternehmen in Regress nehmen“,
sagt Trägner.
Unternehmen sollten daher
schnellstmöglich ein
Maßnahmenkonzept zum
Schutz ihrer Mitarbeiter erstellen
und mit den betrieblichen
Interessenvertretungen
abstimmen. Der Abschluss
von Betriebsvereinbarungen
sei mitunter zur
Wahrung der Mitbestimmungsrechte
erforderlich
und zur Schaffung verbindlicher
Verhaltensregeln sinnvoll.
„Wichtig ist, dass wir bundesweit
klare und verbindliche
Standards haben“, hatte
Bundesarbeitsminister Hubertus
Heil betont. Auf diese
könne sich jeder verlassen,
müsse sich daran aber auch
halten. Auf diese Punkte
müssen Arbeitgeber achten.
1 Arbeitsplatzgestaltung
Beschäftigte sollen einen
Abstand von mindestens 1,5
Metern zu anderen Personen
einhalten. Wo das nicht möglich
ist, müssen alternative
Maßnahmen wie etwa transparente
Abtrennungen errichtet
werden. Diese gelten
auch bei Tätigkeiten außerhalb
geschlossener Räume.
Bei betrieblich erforderlichen
Fahrten ist die gleichzeitige
Nutzung von Fahrzeugen
von mehreren Beschäftigte
zu vermeiden.
2Sanitärräume, Kantinen
und Pausenräume
Arbeitgeber sind verpflichtet,
hautschonende
Flüssigkeitsseifen
und Handtuchspender zur
Verfügung zu stellen. In
regelmäßigen Intervallen
sind Sanitäreinrichtungen
und Gemeinschaftsräume
besonders im Bereich
der Türklinken
und Handläufe
zu desinfizieren.
Tische und Stühle
in Kantinen und
Pausenräumen sollen
mit einem
ausreichenden
Abstand
stehen. Warteschlangen
sollen
vermieden werden.
Wenn das
nicht umgesetzt
werden kann, sind
Kantinen zu schließen.
Schutzabstände,
etwa bei
Stehflächen sind
mit Klebeband zu
markieren.
Saubere
Lösungen
Arbeitsschutz Mindestabstand,
regelmäßiges Lüften, häufigeres Reinigen –
in Betrieben gelten bis auf Weiteres
strenge Richtlinien, um Neuinfektionen zu
vermeiden. Ansonsten drohen Bußgelder.
Regelmäßiges Desinfizieren und Händewaschen ist seit
Beginn der Corona-Krise Pflicht.
3 Lüftung
Arbeitsräume müssen regelmäßig
gut gelüftet werden, um
die Krankheitserreger im Raum
zu reduzieren.
4 Home-Office
Weiterhin sollen Büroarbeiten
möglichst im Home-Office
ausgeführt werden, insbesondere
wenn Räume von mehreren
Mitarbeitern mit zu geringen
Abständen genutzt werden müssen.
Dienstreisen und Besprechungen
sollen auf das absolute
Minimum reduziert werden.
5 Arbeitsmittel
Werkzeuge und Arbeitsmittel
sollen nach Möglichkeit
nur von einer Person verwendet
werden. Wo das
nicht möglich ist, ist eine
Reinigung vor Übergabe an
andere Beschäftigte vorzunehmen.
Alternativ sind geeignete
Schutzhandschuhe
zu verwenden. Außerdem
sollen möglichst immer dieselben
Personen gemeinsam
in Schichten arbeiten, um
Kontakte zu verringern. Besonders
streng ist auf eine
nur an einen Beschäftigten
ausgegebene Arbeitskleidung
und Schutzausrüstung
zu achten, die zudem separat
von der Alltagskleidung aufbewahrt
werden und regelmäßig
gereinigt werden
muss.
6 Verdachtsfälle
Fieber, Husten und Atemnot
können Anzeichen für
eine Infektion mit dem Coronavirus
sein. Arbeitgeber sind
verpflichtet, Beschäftigte mit
entsprechenden Symptomen
aufzufordern, das Betriebsgelände
umgehend zu verlassen
oder zuhause zu bleiben, bis
eine ärztliche Abklärung erfolgt
ist. Betroffene sollen sich
umgehend telefonisch an einen
behandelnden Arzt oder
das Gesundheitsamt wenden.
Arbeitgeber sind verpflichtet,
einen Pandemie-Plan zu entwickeln,
der regelt, wie bei bestätigten
Infektionen im Unternehmen
etwaige Kontaktpersonen
ermittelt und informiert
werden können. [!] jkl
unternehmen [!]
RESSORTAnzeige 37
Wir produzieren Qualität – mit Abstand!
Mit unseren erfahrenen und geschulten Mitarbeitern
halten wir uns auf dem neusten
Stand der Technik und meistern die aktuellen
Herausforderungen.
Geiger + Schüle Bau ist Ihr exzellenter Partner
im Straßen- und Tiefbau sowie Gleisbau,
Netzbau und Sanierung. Gerne übernehmen
wir auch die Planung Ihres Projekts.
Um eine möglichst geringe Umweltbelastung
zu verursachen, betreiben wir eine eigene
Baustoffrecyclinganlage und achten auf
Lärmreduktion sowie kurze Bauzeiten. Wir
sind Ihr starker und zuverlässiger Partner bei
Ihrem Infrastrukturprojekt im Südwesten.
Wir als Bauunternehmen …
Für uns als Bauunternehmen besteht die Herausforderung
bei der Eindämmung der aktuellen
Pandemie darin, dass die Arbeiten auf
der Baustelle und im Büro unter den geforderten
hygienischen Bedingungen für unsere
Mitarbeiter gewährleistet sind.
Das heißt Maßnahmen festzulegen, entsprechende
Schulungen durchzuführen und Bedingungen
zu schaffen, um die hygienischen
Anforderungen einzuhalten.
Unsere Baustellen …
Da unsere Produktion auf der Baustelle stattfindet,
sind dort auch mobile Lösungen erforderlich.
Das heißt, dass es möglich sein muss
unterwegs Hände und Gerätschaften zu waschen
und zu desinfizieren. Hierfür wurden
den Mitarbeitern, falls nicht sowieso schon
vorhanden, die erforderliche Ausstattung zur
Verfügung gestellt, wie bspw. einen Wasserkanister,
Desinfektionsmittel, Seife und Einmalhandtücher.
Des Weiteren wurden die Kolonnen auf verschiedene
Einsatzorte entzerrt und Baustellenabläufe
so umstrukturiert, dass die geforderten
Mindestabstandsregeln eingehalten
werden können. Die Anfahrt zur Baustelle erfolgt
nun mit maximal zwei Mitarbeitern pro
Fahrzeug, auch hier wird der Mindestabstand
so gut es geht eingehalten. Dies führt zu einem
enorm logistischen Zusatzaufwand und
durch die zusätzlich erforderlichen Fahrzeuge
zu hohen Mehrkosten.
In den Baustellenbüros und sonstigen Unterkünften
auf der Baustelle wurden zusätzliche
Kapazitäten geschaffen, um die Abstandsregeln
gewährleisten zu können.
Unsere Verwaltung …
Durch die hohe Flexibilität unserer Mitarbeiter
und unsere bereits vorhandene EDV-Ausstattung,
konnten wir die Tätigkeit der kaufmännischen
und technischen Verwaltung
weitestgehend ins Homeoffice verlagern. Für
Mitarbeiter, welche bisher noch kein Homeoffice
hatten, wurde dies mit unserem
IT-Dienstleister kurzfristig eingerichtet. Die
nun leistungsfähigen Arbeitsplätze bei den
Mitarbeitern zuhause entsprechen somit
den Anforderungen und die hygienischen Bedingungen
können optimal eingehalten werden.
Durch diese angeordneten Maßnahmen
stellten sich bereits erste positive Nebeneffekte
ein, wie zum Beispiel, dass die Mitarbeiter
eine höhere Eigenverantwortung entwickelt
haben, aber auch das Einbringen in die
Arbeitsplatzgestaltung trägt zu mehr Zufriedenheit
bei.
Intensiviert findet der kommunikative Austausch
unter den Mitarbeitern und den einzelnen
Abteilungen über elektronische Medien
wie E-Mail oder unser firmeneigenes Videokonferenzsystem
statt.
Aus externer Sicht …
Sämtliche Termine mit externen Lieferanten
oder Geschäftspartnern wurden auf unbestimmte
Zeit verschoben, sodass wir unsere
Mitarbeiter keiner Gefahr durch Einfluss der
Externen aussetzen müssen.
Wir unterstützen …
Den Kontakt zu unseren Auftraggebern, Kunden
und Lieferanten behalten wir selbstverständlich
aufrecht. Wir achten gezielt darauf
bei den lokalen Anbietern zu bestellen und zu
kaufen, somit unterstützen wir unsere Region.
Wir produzieren Qualität!
Geiger + Schüle Bau GmbH & Co. KG
Ernst-Abbe-Strasse 26
89079 Ulm
Telefon: 07 31/40 99-0
Telefax: 07 31/40 99-2 90
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www.gsbau.eu
38
GRÜNDEN unternehmen [!]
Auf schnellen
Sohlen
Infinite Running Nico Russ startet von Mai an
mit seinen selbst entwickelten Laufschuhen
durch. Die sollen Sportler bei einem gesunden
Laufstil unterstützen und Ressourcen schonen.
Nico Ruß läuft leidenschaftlich
gerne. Sein
wöchentliches
Trainingspensum
für Halbmarathon
und Expeditionsläufe
beträgt rund 80 Kilometer
– immer mit
dem Ziel: das Beste
was geht. Sein Anspruch
an gute
Laufschuhe ist
ebenso hoch wie
der Verschleiß.
Ein guter Sportschuh
hat eine
Laufleistung von
400 bis 600 Kilometer.
„Dann sind die
Sohlen abgelaufen,
der Schuh aber noch
in Ordnung“, sagt Russ.
Das brachte den gelernten
Konstruktionsmechaniker
auf eine Idee. Er
entwickelte Laufschuhe mit
auswechselbaren Sohlen, Profil
für unterschiedliches Terrain
und Mehrwert für den Läufer.
Dabei hilft er mit seiner Sohlen-Technik,
Sportlern kraftsparend
zu laufen. Zudem will er
mit seinem Produkt „Made in
Germany“ einen Beitrag leisten:
weg von der Wegwerfmentalität
hin zu einer werterhaltenden
Gesellschaft.
Vorgestellt hat er den serienreifen
Trainingslaufschuh in
diesem Jahr bei der Sportartikelmesse
Ispo in München –
nach zweijähriger Entwicklungszeit.
Den Verkaufsstart
hatte der Gründer für April vorgesehen.
Die Corona-Krise
machte ihm einen Strich durch
die Rechnung. Die finanziellen
Folgen sind für Russ weniger
Sobald ich
einen Prototyp
vorstelle, besteht
die Gefahr kopiert
zu werden.
Nico Russ
Existenzgründer
Anfangs kaufte Nico Russ Billig-Schuhe in China und zerschnitt sie
für einfache Tests mit seinen Sohlen-Komponenten. Heute hat er
ein serienreifes Produkt.
Fotos: Matthias Kessler
gravierend als
für andere
Gründer. Zum
einen hat er
zwei Investoren
im Boot,
zum anderen
sind seine Fixkosten
gering.
„Der Umsatz ist
ja nur verschoben“,
sagt Russ,
der beim Vertrieb
auf ausgewählte
Sportfachhändler
wie beispielsweise
Klamser in Ulm und
Heinzelmann in Biberach
und seine Homepage setzt.
Russ weiß wovon er
spricht – als Läufer und als
Sportstudent mit den Studienschwerpunkten
Laufen
und Ganganalyse, kennt er
die Anforderungen an Laufschuhe
für unterschiedliche
Untergründe, Wetterverhältnisse
und persönliche Voraussetzungen
wie Gewicht und
Laufstil.
Den Härtegrad anpassen
Auch große Hersteller haben
dieses Geschäft entdeckt und
bieten personalisierte Laufschuhe
an. „Allerdings wird bei
diesen Schuhen nicht das Problem
selber gelöst, sondern
der Schuh wird dem „kranken“
Fuß angepasst“, erläutert Russ.
Mit seinem modularen System
von Noppen in unterschiedlichen,
dem Fuß angepassten
Härtegraden, unterstützten die
Schuhe einen gesunden Laufstil
und verlängerten die Lebensdauer
des Sportschuhs.
Das erfordere eine spezielle
Konstruktion des gesamten
Schuhs.
Der Weg von der Anfangsidee
zu einem Geschäftskonzept,
von ersten Tüfteleien bis
zum serienreifen Produkt führte
den gelernten Konstruktionsmechaniker
zunächst ins
Starter Center der IHK Ulm.
Mit ersten hilfreichen Tipps
versehen verwies man ihn, der
räumlichen Nähe wegen, an die
Gründerinitiative der Hochschule
Biberach.
Cornelia Gretz, Gastprofessorin
für Entrepreneurship,
unternehmen [!] GRÜNDEN 39
teilte seine Motivation, förderte
sein unternehmerisches Denken
und vermittelte praktische
und methodische Kompetenzen.
„Zunächst bedeutet eine
Gründung nicht Businessplan
und BWL, denn die Ideen sind
in anderer Form vorhanden.
Anfangs geht es darum sich mit
anderen auszutauschen, Erfahrungen
zu teilen und ein Feedback
zu bekommen“ beschreibt
sie ihren methodischen Ansatz.
Für Nico Russ war das oft die
Gratwanderung zwischen dem
Wunsch nach Austausch und
der Angst vor Produktpiraterie.
„Ein Hardware Start-up zu
gründen ist
schwieriger
als beispielsweise
die Vermarktung
einer
Dienstleistungsidee.
Sobald
ich einen
Prototyp vorstelle,
besteht
die Gefahr kopiert
zu werden.
Patente
anzumelden ist jedoch aufwändig
und kostspielig. Und anfangs
fehlt vor allem Geld“.
Prof. Gretz, die in der Gründerszene
perfekt vernetzt ist
und derzeit mit den Hochschulen
Ulm und Neu-Ulm und der
Universität Ulm eine Kooperation
ausarbeitet, vermittelte
ihm die Teilnahme an landesweiten
Gründermessen und
Wettbewerben. Mit deutlich
mehr Erfahrung und dem Nachhaltigkeitspreis
2019 des Landes
Baden-Württemberg in der
Tasche, begann die nächste
Phase der Gründung.
Bei ständig steigenden Entwicklungskosten
war sein Budget
schnell aufgebraucht, die finanzielle
Situation besserte
Zunächst
bedeutet
Gründen nicht BWL,
sondern Austausch
und Feedback.
Cornelia Gretz
Professorin für Entrepreneurship
sich erst als eine Tochtergesellschaft
der Sparkasse Biberach
als Investor einstieg. Nico Ruß
holte einen Schuhproduzenten
aus Pirmasens mit ins Boot, beschäftigte
sich intensiv mit
Werkstoffkunde und engagierte
das Elchinger Unternehmen
Busse Design und Engineering
für die professionelle Unterstützung
bei der Produktentwicklung.
„Zusammen haben
wir die Idee sinnbildlich in einen
großen Trichter geworfen
und nach und nach formte sich
das Konzept.“
Dabei spielt für Russ das
Thema Nachhaltigkeit eine große
Rolle.
Davon würden
zwar auch große
Hersteller
reden, aber
eine messbare
Sache sei das
nicht, sondern
PR, häufig in
Verbindung
mit Profisportlern.
Aber die
machten nicht
einmal 1 Prozent des Marktes
aus. „Außerdem muss jeder für
sich selbst beantworten, wie
nachhaltig es ist, wenn sein
Schuh aus China hergekarrt
wird.“ Russ lässt seine austauschbaren
Sohlen von einem
Kunststoffspritzer auf der
Schwäbischen Alb herstellen.
Produziert werden die Schuhe
von einem Auftragsfertiger in
Pirmasens, der früheren deutschen
Schuhstadt schlechthin.
„Die haben einfach unglaublich
viel Expertise in Sachen Planung
und Technik“, sagt Russ
und freut sich auf die nächste
Phase seines jungen Unternehmens:
den Verkaufsstart im
Mai. [!]
Sigrid Balke
Das modulare Noppen-System erlaubt es, dass Läufer den
Härtegrad der Sohle ihrem Fuß anpassen können.
Tipps von der Gründerinitiative
Seine Infinite
Running GmbH
(Stafflangen/Kreis
Biberach) hat Nico
Russ im Dezember
2018 gegründet.
Sein Startkapital
kam aus der eigenen
Tasche und
war ein hoher fünfstelliger
Betrag. Die
Laufschuhe mit
austauschbaren
Sohlen, die in
Deutschland hergestellt
werden,
will Russ von Mai
an über den
Sport-Fachhandel
vertreiben.
Die Gründerinitiative
Hochschule
Biberach hat auch
Russ unterstützt.
Sie bietet – in
Nicht-Corona-Zeiten
– Angebote
und Veranstaltungen
für lokale
Gründer, Studierende
und Interessierte.
Ziel ist es
eine Gründerszene
zu etablieren und
als Schnittstelle
zwischen Wissenschaft
und Praxis
Kooperationen mit
Unternehmen und
Verbänden zu entwickeln.
Harley Davidson in Schwäbisch Gmünd
Werkstatt, Ausstellungs- und Bürogebäude
konzipieren,
umsetzen,
betreuen
Innovativ bauen für die Zukunft
SCHLOSSER®
40
VERANTWORTEN unternehmen [!]
Kommunikation
ist Pflicht
Arbeitswelt Mit dem Coronavirus rückt Home-Office in den Fokus
vieler Betriebe. Das Arbeiten zuhause kann zu Höchstleistungen,
aber auch Stress führen. Es kommt auf die Organisation an.
Soziale Kontakte über den Bildschirm sind gerade in Ausnahmesituationen
wie der Corona-Krise auch im Berufsalltag wichtig:
Kein Kollege soll sich abgehängt fühlen.
So zu arbeiten
sind weder
die Mitarbeiter
noch ihre Chefs
gewohnt.
Jennifer Reckow
Organisationsberaterin
Produktionsprozesse
schrittweise wieder
hochfahren, Lieferketten
aufrechterhalten
und nebenbei das Überleben
des Unternehmens sichern.
„Führungskräfte haben derzeit
einiges zu tun“, weiß Jennifer
Reckow aus zahlreichen Gesprächen
mit Unternehmern. Da
trete das Thema Mitarbeiterführung
häufig schnell in den Hintergrund.
„Und das wird gefährlich“,
sagt die Organisationsberaterin.
Denn nicht nur bei den
Führungskräften ist derzeit die
Verunsicherung aufgrund der
Corona-Pandemie und der noch
nicht abzusehenden Auswirkungen
groß, auch die Mitarbeiter
fühlten sich „völlig verloren in
der Situation“.
Deshalb hält es Reckow für
enorm wichtig, sich jetzt besonders
um die Angestellten zu
kümmern. „Denkt an die Mitarbeiter“,
rät sie den Unternehmern.
Gerade jetzt, wo Mitarbeiter
trotz des Frühlingswetters
bereits wochenlang häufig
auch am Wochenende zuhause
gesessen haben, ins Grübeln
kommen und keine Ablenkung
durch Ausflüge oder Besuche
bei Freunden und Verwandten
haben.
Unsicherheit ist auf
beiden Seiten groß
Aufgrund der Corona-Pandemie
müssten momentan
nicht nur global agierende
Konzerne, deren virtuelle
Organisation
über die Zeit gewachsen
sei und sich bewährt
habe, per Videokonferenz
und Chatrooms
kommunizieren,
sondern bis zu 90 Prozent
der Betriebe hierzulande.
„Und das sind weder die Mitarbeiter
noch ihre Chefs gewohnt“,
betont Reckow, Vorstandsmitglied
des Fachverbandes
Changemanagement
im Bundesverband
Deutscher Unternehmensberater.
Die Unsicherheit
sei deshalb oft
auf beiden Seiten groß.
FOTOS: FIZKES & BILLION PHOTOS
/SHUTTERSTOCK.COM
unternehmen [!]
VERANTWORTEN
41
Normale Muster – wie etwa die offenstehende
Tür beim Chef, die zum
Reinkommen animiert, oder der
Kollege in der Kaffeeecke, der Zeit
für einen kurzen Austausch hat – fallen
weg.
Die unterbewusste Wahrnehmung,
die einen sonst leite, helfe im
verwaisten Büro oder am heimischen
Arbeitsplatz nicht mehr weiter.
Die sozialen Kontakte sind auf
ein Minimum reduziert. „Deswegen
ist es umso wichtiger, sich regelmäßig
auszutauschen und authentisch
zu sein“, rät Reckow. Zweimal am
Tag eine Telefonkonferenz oder ein
virtuelles Meeting mit Videoübertragung
hält sie für notwendig. Dabei
sollten Mitarbeiter wie auch
Führungskräfte auch über ihre momentanen
Ängste sprechen. „Ängste
sind individuell und gefährlich“,
betont Reckow, umso wichtiger sei
es sie zu thematisieren. Sonst verliere
das Team über kurz oder lang
die Verbindung zueinander.
Arbeiten und gleichzeitig die Kinder versorgen: Im Home-Office prallt Beruf auf Familie.
MARIA SVETLYCHNAJA/SHUTTERSTOCK.COM
Einzigartige Versorgung der Psyche
Anzeige
Arbeitsverdichtung, Mehrfachbelastung,
ständige Erreichbarkeit in der digitalisierten
Arbeits- und Lebenswelt und nun die
Corona-Pandemie mit Auswirkungen auf
den Einzelnen und die Gesellschaft. „Wer
unsere Einrichtungen besucht, wird gestärkt
durchs Leben gehen“, sagt Geschäftsführer
und Gründer Berthold Müller.
Was für Patienten und Angehörige eine Herausforderung
darstellt, ist auch für die Gesellschaft
und die Wirtschaft eine enorme Belastung:
Psychisch erkrankte Arbeitnehmer*innen
sind mit ca. 35 Tagen deutlich länger
krankgeschrieben als körperlich Erkrankte.
„Vincera schafft einen übergreifenden und
ganzheitlichen Ansatz, der nicht an der Klinik-Pforte
endet. Die Patienten sollen ihre
Ängste, Sorgen und Verluste überwinden und
ein neues Leben in Freude beginnen sowie ihre
volle Leistungsfähigkeit wieder erlangen“,
so Müller.
Beide Kliniken behandeln vorwiegend Burnout,
Depressionen und Angststörungen. In
Bad Waldsee steht zusätzlich eine Abteilung
für Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen
(PTBS) zur Verfügung. Burg
Wernberg eignet sich für Patienten, die Schutz
vor der Öffentlichkeit suchen.
Vincera hat es sich zur Aufgabe gemacht alles
Die Vincera Kliniken Bad Waldsee (li.) und Burg Wernberg (re.).
zu tun, damit psychisch Erkrankte zurück ins
Leben finden. Mit namhaften Experten und
Betroffenen wie Sven Hannawald wurde ein
Programm entwickelt, dass Menschen wieder
Meister Ihres Lebens werden.
„Wir gehen genau dorthin, wo Stressfolgeerkrankungen
oftmals entstehen: In das betriebliche
Setting. Von der Gefährdungsanalyse in
Unternehmen und entsprechenden präventiven
Maßnahmen im Sinne der Betrieblichen
Gesundheitsförderung über die Akutversorgung
von Menschen mit psychischen Erkrankungen
bis hin zur psychosomatischen Umsetzungsbegleitung
durch Mastermind-Workshops
in Unternehmen können wir die
gesamte Präventions- und Behandlungskette
anbieten.“, erklärt Berthold Müller.
Fotos: Vincera Kliniken
„Wir wollen psychisch Erkrankten eine adäqua
te, individuelle Therapie ermöglichen, damit
sie wieder gestärkt ins Leben zurückfinden,
an Herausforderungen wachsen und ihre
physische und psychische Schöpferkraft voll
entfalten können.“
Die Behandlung soll eine positive Wende im
Leben der Patienten markieren. „Vincera –
Aufbruch in ein neues Leben: Bewusst Du!“
Vincera Klinik Bad Waldsee
info.bad-waldsee@vincera-kliniken.de
www.vincera-klinik-bad-waldsee.de
Vincera Klinik Burg Wernberg
info.burg-wernberg@vincera-kliniken.de
www.vincera-klinik-burg-wernberg.de
Patienten-Aufnahme Tel. 0800 45 40 262
42 VERANTWORTEN unternehmen [!]
Mit Struktur und Auszeiten Stress vorbeugen
Ein Plan für die ganze Familie hilft dem Alltag im Home-Office eine Struktur zu geben.
Um Stresssituationen im
Home-Office vorzubeugen rät
Holger Kracke den Tag zu
strukturieren. „Das ist besonders
für Familien wichtig“, betont
Kracke. Dieser Plan solle
mit allen Familienmitgliedern
gemeinsam erarbeitet werden
und für alle verständlich sein.
„Hierbei sind der Fantasie keine
Grenzen gesetzt.“ Egal, ob
mit Farben oder Symbolen
versehen – Hauptsache, alle
verstehen was gemeint ist. Eltern
sollten zudem viel mit
ihren Kindern reden, um das
Zur Person
Holger Kracke setzt
sich als Trainer und
Autor für höhere
Standards in den Bereichen
psychische
Gesundheit und Burnout-Prävention
in
Betrieben ein. Sein
Motto: Mr. Feelgood
makes you feel good.
Ist eine Abteilung zu 100 Prozent
in Kurzarbeit, sollte es dennoch ein
wöchentliches Meeting geben, um
das Zusammengehörigkeitsgefühl
aufrechtzuerhalten, rät Reckow. Um
das Zwischenmenschliche unter den
Kollegen nicht zu kurz kommen zu
lassen, könne etwa auch ein digitaler
Abteilungslunch sinnvoll sein.
„Dabei setzt sich jeder mit seinem
Mittagessen zuhause vor seinen
Bildschirm“, erklärt die Organisationsberaterin.
Während des Gesprächs
per Videochat könne es
dann um berufliche wie private Themen
gehen, die bei den täglichen
Konferenzen nicht zur Sprache kommen.
Das mache auch im normalen
Verständnis der Kleinen für die
außergewöhnliche Situation
und die neue Rollenverteilung
zuhause zu erhalten. Egal, ob
mit Familie, Partner oder alleine
im Home-Office sollte sich
jeder täglich bewusst Freiheiten
nehmen – räumlich und
zeitlich. Menschen, die zu einem
Burnout neigen, verlieren
Kracke zufolge häufig die Fähigkeit,
sich etwas zu gönnen.
„Gerade wenn man aber in einer
Wohnung über einen längeren
Zeitraum aufeinander
hockt, ist es wichtig, sich Freiräume
zu schaffen.“ Das könnte
ungestörtes Musikhören,
ein Bad, eine Laufrunde oder
ein Spaziergang sein. „Ob die
kleine Auszeit zehn Minuten
oder eine Stunde dauern sollte,
muss jeder für sich selbst
herausfinden.“ Bewegung sei
generell gut, um Stress abzubauen.
Die geplanten Auszeiten
schützen dem Experten
zufolge davor, die Grenze zwischen
Privatem und Beruflichem
aus den Augen zu verlieren
und über ein gesundes
Maß hinaus zu arbeiten.
Mitarbeiter
sollten zunächst
einmal einen
Vertrauensbonus
bekommen.
Jennifer Reckow
Organisationsberaterin
Berufsalltag Sinn, um die Bindung
mit Kollegen, die dauerhaft im Home-Office
arbeiten, zu stärken.
Ob die Arbeit in Jogginghose und
Hemd oder noch mit der Kaffeetasse
in der Hand besser vonstattengehe,
müsse jeder selbst herausfinden.
„Im Home-Office kommt es unweigerlich
zu einer Vermischung von
Business und Privatem“, weiß
Reckow aus eigener Erfahrung. Was
jedoch nicht zu einem Leistungsabfall
führen müsse. Generell steige
die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter
im Home-Office über die Zeit im
Vergleich zur Arbeit im Büro. „Zuerst
gibt es jedoch ein Loch während
der Eingewöhnungsphase.“ Danach
erledige die Mehrzahl der Mitarbeiter
die Aufgaben schneller. Wichtig
sei dabei eine konkrete Aufgabenstellung
von Seiten der Führungskraft.
In der Ausführung der Aufgaben
müsse dann der Abteilungsleiter das
nötige Fingerspitzengefühl aufbringen,
um denjenigen, die eigenverantwortlich
arbeiten, freie Hand zu lassen.
„Der Mitarbeiter sollte zunächst
einen Vertrauensbonus bekommen.“
Kollegen, die jedoch
mehr Arbeitsanweisungen benötigen,
dürften auch nicht hängengelassen
werden und bräuchten klare
Strukturen und Anweisungen, um
motiviert und erfolgreich arbeiten
zu können. „Im besten Fall sollte die
Führungskraft auf jeden Mitarbeiter
eingehen.“
Nicht jeder gehört
zur Risikogruppe
Gleichzeitig zur Leistungssteigerung
steigt im Home-Office jedoch
auch das Stresslevel bei den Mitarbeitern,
sagt Holger Kracke. Der
Vorsitzende des Deutschen Bundesverbands
für Burnout-Prophylaxe
und Prävention erkennt jedoch kein
gestiegenes Burnout-Risiko in der
aktuellen Corona-Situation. „Bereits
vor der Corona-Krise zeigten etwa
30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung
ein erhöhtes Burnout-Risiko.“
Aber nicht jeder, der nun im Home-Office
arbeite, gehöre aufgrund
der neuen Arbeitsumstände zu dieser
Gruppe.
Vielmehr könne Home-Office die
Situation für manche Arbeitnehmer
auch entspannen, wenn die Stresssituation
etwa dem Kontakt mit Kollegen
oder dem Arbeitsumfeld im
Büro geschuldet sei. » Seite 44
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
43
Max Grundig Klinik – seit mehr als 30 Jahren steht die Gesundheit des Menschen hier im Mittelpunkt.
Corona-Krise: Was gegen Angst und
Panikattacken hilft
Fotos: Max Grundig Klinik
Kurzarbeit, Umsatzeinbrüche, Insolvenzen
– die Corona-Krise ist ein Stresstest für die
Psyche; Viele kämpfen mit Angst und Panikattacken.
Die renommierte Fachklinik für
Psychosomatik in der Max Grundig Klinik
auf der Bühlerhöhe ist unter anderem auf
solche Themen spezialisiert und hat sich
mit Strategien in der Krise beschäftigt.
„Viele Menschen stehen derzeit vor der möglicherweise
größten Herausforderung ihres
Lebens“, sagt Dr. med. Christian Graz, Chefarzt
der Psychosomatik der Max Grundig Klinik.
Um gesund durch diese Zeit zu kommen,
erfordert es gerade jetzt ein hohes Maß an
Disziplin und Resilienz.
Dr. Christian Graz rät: „Gegen Angstzustände
in der aktuellen Ausnahmesituation gehört
der Aufbau eines persönlichen Krisenmanagements.“
Dinge müssen zunächst priorisiert
werden. Punkt zwei ist eine realistische
Situationsanalyse. Es sei an der Zeit, sich mit
der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen
und daraus zu lernen, dass unsere heutige
Wohlstandsgesellschaft auch in der Krise
funktionieren werde. Solche Rationalisierungen
können helfen, die Angst in den Griff zu
bekommen. Wer seine Angst bekämpfen will,
sollte sich zunächst gut informieren und allgemeine
Aspekte einer Angst verstehen: Angst
ist zunächst ein natürlicher und lebenswichtiger
Schutzmechanismus, der zur Vorsicht
mahne.
Allgemeine Überforderung und subjektiv
spürbare körperlicher Symptome verursachen
Stress. Dr. Graz erläutert: „Dieser
Stress-Zustand ist ein gefährlicher Nährboden
für somatische Erkrankungen, insbesondere
aber das Auslösen psychischer Störungen.“
Um die hohe Stresskurve zuverlässig
nach unten zu bringen, helfen Schlafhygiene,
Bewegungseinheiten wie beispielsweise längere
Spaziergänge, Entspannungsübungen
wie Atemübungen, Yoga, Meditation oder progressive
Muskelrelaxation.
Aber eines muss den Menschen jetzt auch bewusst
sein: Negative Gefühle sind im Krisenfall
ganz normal. „Wenn uns das Leben vor
schreckliche und völlig ungewohnte Situationen
stellt, sind „gesunde“ Ängste verständliche,
nachvollziehbare und natürliche
(Schutz-) Reaktionen von Körper und Geist.
Entsprechende Gefühle dürfen jetzt auch zugelassen
werden. Wichtig ist lediglich, einen
Weg heraus aus dem Teufelskreis der Angst
zu finden und sich immer wieder zu stabilisieren.“
so der Chefarzt.
Über 30 Jahre Erfahrung
Die Max Grundig Klinik liegt inmitten der wunderschönen
Naturlandschaft des Schwarzwalds
mit herrlichem Panoramablick auf die
Rheinebene. Die Privatklinik bietet alles unter
einem Dach: Fachkliniken für Innere Medizin
und Psychosomatik, ein Radiologisches Zentrum
und ein Check-up Zentrum. Gemeinsam
Dr. med. Christian
Graz ist Facharzt für
Psychiatrie, Psychosomatik
und Psychotherapie,
Verhaltenstherapeut,
Suchtmediziner
und Forensiker mit
breitgefächerten
Weiterbildungen in evidenzbasierten
Psychotherapiemethoden. Nach ärztlichleitenden
Positionen im Münchner Raum und
Baden-Baden leitet Dr. Graz seit 2020 die
Psychosomatische Abteilung der Max Grundig
Klinik.
Foto: Sonja Bell
behandelt das Ärzte- und Behandlungsteam
psychische Probleme und körperliche Beschwerden
fachgerecht und auf höchstem Niveau.
Patienten, die während ihrer Behandlung
Wert auf Ruhe und Natur legen – gepaart mit
dem Service eines First-Class Hotels – die
sind in der Max Grundig Klinik bestens aufgehoben.
Max Grundig Klinik
Schwarzwaldhochstraße 1
77815 Bühl
Deutschland
Tel. +49 7226 54-0
E-Mail: info@max-grundig-klinik.de
www.max-grundig-klinik.de
44
VERANTWORTEN unternehmen [!]
„Eine fehlende Distanzierungsfähigkeit
hingegen kann für den einzelnen
Stress bedeuten“, erläutert
Kracke. Etwa dann, wenn der Betroffene
nur schwer den Absprung findet
und nicht klar definiert, wann
Zeit für Privates und wann Arbeitszeit
ist.
Aus einer AOK-Studie aus dem
Herbst 2019 geht hervor, dass rund
73 Prozent derjenigen, die häufig im
Home-Office arbeiten, sich in den
vergangenen vier Wochen erschöpft
fühlten. Bei Beschäftigten, die nur
im Büro tätig waren, waren es
66 Prozent. Darüber hinaus gab über
ein Drittel der Heimarbeiter an, dass
sie Probleme haben, nach Feierabend
abzuschalten, in der Vergleichsgruppe
im Büro war es nur
jeder Vierte. Die Belastung zeigt
sich der Studie zufolge auch in vermehrter
Lustlosigkeit, Schlafstörungen
und Konzentrationsproblemen.
Umso wichtiger sei es, das Gefühl
des Kontrollverlusts zu vermeiden
und dem mit einem strukturierten
Tagesplan entgegenzuwirken. „Das
hilft extrem weiter“, ist Kracke überzeugt.
„Die aktuelle Situation ist für
alle unbekannt. Deshalb muss ich
mir einen Rahmen schaffen.“ Gerade
wenn die Phase im Home-Office
länger andaure, werde solch ein Plan
immer wichtiger. Kinder erschwerten
den zuhause Arbeitenden die Situation
extrem. Hier müssten mit
dem Arbeitgeber Modelle besprochen
werden, die für beide Seiten
gangbar sind, wie etwa das teilweise
Verschieben der Arbeitszeit in die
Morgen- und Abendstunden. „Damit
wird derzeit kreativ und verständnisvoll
umgegangen“, sagt der
Experte.
Die aktuelle Situation sei für alle
Beteiligten mehr oder minder ein
Schockzustand gewesen. Ein Erschöpfungszustand
wie bei einem
Burnout sei jedoch nicht zwingend
die Folge. Dabei halte der Zustand
über drei Monate oder länger an.
„Ein Gefühl der Hilflosigkeit ist hier
ein Warnsignal.“
Kreativität und
Verständnis
Menschen, die
etwa jede Nacht
aufwachten
und sofort über
ein ungelöstes
Problem grübelten, das sie
gefühlt nicht alleine lösen
können, seien gefährdet.
„Dann muss man hellhörig
werden“, betont Kracke.
„Jetzt haben wir aber
noch keine wahnsinnig
lange Stress phase.“
Wer davor bereits gefährdet
gewesen sei,
für den sei die Situation
heikel. Wer davor dagegen
gesund war, bei
dem sei die aktuelle
Lage nicht der
alleinige Auslöser.
„Wir dürfen
die Situation
gerade auch
nicht dramatisieren.“[!]
Julia Kling
Wir dürfen
die derzeitige
Situation
auch nicht
überdramatisieren.
Holger Kracke
Verband für Bournout-Prophylaxe
Ein Ausgleich für Kopf und
Körper ist gerade für Angestellte
im Home-Office wichtig.
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
45
Lebensqualität in reinster Form
Der Anspruch der Grünbeck Wasseraufbereitung
GmbH ist, dass Menschen weltweit
hygienisch einwandfreies Wasser zur Verfügung
steht.
Mit Know-how, Produkten und Kommunikation
setzt Grünbeck als Wasseraufbereitungsspezialist
alles daran, dieses Recht umzusetzen
und langfristig zu erhalten. Mit der Kernkompetenz
„Wir verstehen Wasser“ will
Grünbeck die Öffentlichkeit und Wasser-Profis
aufklären und WASSER-WISSER∏ schaffen.
Denn das ist die Grundlage für den bewussten
Umgang der Menschen mit der lebenswichtigen
Ressource Wasser. Eine
wichtige Plattform ist dabei das renommierte
Weiterbildungszentrum „Grünbeck Forum“
am Firmenhauptsitz Höchstädt. Wasserspezialisten
erläutern Branchenneuigkeiten und innovative
Lösungen zur Wasseraufbereitung
für die SHK-Branche, die Lebensmittelindustrie
und zur Energiegewinnung. Dazu zählen
Produkte zur Trinkwasseraufbereitung ebenso
wie Anlagen zur Wasseraufbereitung für
Heiz- und Kältesysteme oder Schwimmbäder.
Zudem bietet Grünbeck höchste Kompetenz
bei der Planung, Konstruktion, Herstellung
und Wartung dieser technischen Anlagen zur
Wasseraufbereitung.
1949 wurde die Einzelfirma „Wasserchemie
und Apparatebau“ durch Josef Grünbeck gegründet;
heute arbeiten rund 660 Experten
im Unternehmen der Grünbeck Wasseraufbereitung
GmbH. Als eines der erfolgreichsten
und angesehensten Unternehmen der Wasseraufbereitung
in Europa erfragt, versteht und
erfüllt Grünbeck Kundenbedürfnisse. Als Ergebnis
steht ein kontinuierlich steigender
Umsatz von jährlich rund 115 Millionen Euro.
Flächendeckende Standorte in Deutschland
und eine weltweite Präsenz in allen wichtigen
Märkten garantieren die Nähe zu den Kunden.
Im Weiterbildungszentrum Grünbeck Forum finden sowohl Veranstaltungen als auch Schulungen statt.
Grünbeck-Produkte stehen für Lebensqualität
und Werterhalt. Grünbeck entwickelt die
von Kunden geforderten nachhaltigen Lösungen
zur Ressourcenschonung und Verbrauchssenkung
unter Einhaltung aller rechtlichen
Prämissen. Die Innovationskraft von
Grünbeck unterstreichen eine Vielzahl von
Warenzeichen (Marken) sowie zahlreiche Patente/Gebrauchsmuster.
Eine Zertifizierung
nach DIN EN ISO 9001 sowie zahlreiche länderspezifische
Qualitätszertifikate untermauern
die beste Produktqualität. Bereits 1968
wurde für die Mitarbeiter das „Grünbeck-Beteiligungsmodell
der sozialen Partnerschaft“
ins Leben gerufen. 2010 folgte ein wichtiger
Meilenstein mit der „Loni und Josef Grünbeck
Stiftung“. Die sichert stabile Gesellschafterverhältnisse
und damit eine solide Unternehmenszukunft.
Kurzprofil:
• Anbieter für Produkte und Verfahrenstechniken
für die Wasseraufbereitung
• Gründung: 1949
• 660 Mitarbeiter
• Umsatz ca. 115 Mio. Euro
• nach DIN EN ISO 9001 und zahlreichen länderspezifischen
Qualitätszertifikaten sowie
DIN EN ISO 14001 zertifiziert
• Branchen: Haustechnik, Schwimmbadtechnik,
Hygiene- und Gesundheitswesen, Medizinprodukte,
Getränke-/Lebensmittelindustrie,
Energiezentralen, Wasserversorgung,
Trinkwasserspender
Welche Benefits bietet Grünbeck
Mitarbeitern?
• flexible Arbeitszeit mit Arbeitszeitkonto
• 30 Tage Jahresurlaub
• Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld
• betriebliche Altersversorgung
• Mitarbeiter-Beteiligungsmodelle
• Angebote zur Weiterbildung
• Gesundheitsvorsorge
• Kaffeespezialitäten und Wasser gratis
• abwechslungsreiches Essensangebot im
Grünbeck-Casino – bezuschusst vom
Unternehmen
• sichere Arbeitsplätze durch gemeinnützige
Stiftung als Mehrheitsgesellschaft
Innovative Produkte sorgen jederzeit für
optimale Wasserqualität durch geschützte
Trinkwasserinstallationen.
Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH
Josef-Grünbeck-Straße 1
89420 Höchstädt a. d. Donau
Deutschland
Tel. +49 9074 41-0
E-Mail: info@gruenbeck.de
www.gruenbeck.de
46 RESSORT unternehmen ehmen
en [!]
Darum packen
wir Corona
Umfrage Solidarität im
Beruflichen wie Privaten
macht elf Führungskräften
derzeit Mut, wie sie unserem
Mitarbeiter Stefan Vogel
berichten. Den Kopf in den
Sand stecken gelte nicht.
FOTO; PREECHAR BOWONKITWANCHAI/SHUTTERSTOCK.COM
1Als eine sehr große Herausforderung
an die Politik,
Wirtschaft und die Menschen.
Ich hoffe vor allem für die vielen
Klein- und Kleinstunternehmen,
dass sie diese Krise überstehen
können, da hier sehr viele
Arbeitnehmer betroffen sind.
Claudia Hannusch, Geschäftsführerin
der Hannusch Industrieelektronik
e.K., macht das
momentan spürbare Miteinander
Mut.
2Das miteinander und füreinander
da sein. Das Verständnis,
dass man sich jetzt an gewisse
Regeln halten muss. Dass
alle meine Mitarbeiter, Geschäftspartner,
Lieferanten, Bekannten,
Freunde und deren und
unsere Familie gesund bleiben.
Wir werden gestärkt und gemeinsam
aus dieser Krise nach
vorne sehen. Es geht weiter,
aber ganz sicher anders als vor
der Krise.
1Als einschneidendes Ereignis,
auf das keiner vorbereitet
war, obwohl die Regierung für
eine Pandemie seit Jahren Notfallpläne
hat, und das in aller
Deutlichkeit die Grenzen der
Globalisierung sowie auf die
Bundesländer bezogen die
Grenzen des Föderalismus aufzeigt.
Derzeit zeigen sich Karl-Heinz
Raguse, Leiter Ulmer Kreisverband
des Bundesverbandes
mittelständische Wirtschaft, die
Grenzen der Globalisierung.
2Dass die Bürger im Großteil
sehr besonnen und vernünftig
auf die gebotenen Restriktionen
reagieren. Dass Kinder von
diesem Virus nicht betroffen
und unsere Kliniken gut vorbereitet
sind. Mit dem Wiedereinstieg
in die Geschäftstätigkeit
wird auch die deutsche Wirtschaft
diesen Einbruch überwinden.
unternehmen [!] LEBEN 47
1) Wie erleben Sie die Corona-Krise?
2) Was macht Ihnen jetzt Mut?
FOTO: YAYAYOYO/SHUTTERSTOCK.COM
1Die Corona-Krise ist für uns
als Volksbank Göppingen die
Chance, unseren Mitgliedern
und Kunden zu zeigen, dass wir
für sie auch in schwierigen Zeiten
da sind. Dabei geht es um
Flexibilität und Schnelligkeit.
Für Dr. Lukas Kuhn,Vorstandsmitglied
der Volksbank Göppingen,
ist Bedachtsamkeit im
Umgang mit der Krise wichtig.
2Wie unsere Belegschaft die
Corona-Krise bewältigt. Mit
Bedachtsamkeit! Keine Panik
und keine Hektik, sondern Fokussierung
auf das Wesentliche.
Darüber hinaus wird die bereits
eingetretene krisenbedingte Beschleunigung
der digitalen
Transformation der Bankenbranche
beim notwendigen
Strukturwandel helfen.
1Es ist etwas zu viel Aktionismus!
Die Menschen brauchen
klare Leitlinien und eine Perspektive,
damit sie sich darauf
einstellen können – im privaten
wie im beruflichen Umfeld. Da
helfen langfristige Pläne und
nicht Aktionen, die nur von heute
auf morgen wirken.
neue Geschäftsmodelle
Videotutorials
Digitalisierung
Einzelberatungen
Armin Weidt, Rechtsanwalt
und Vorstand der Kanzlei Knorr
Anwälte, bemängelt zu viel
Aktionismus.
2Die Aussicht darauf, dass es
nur ein vorübergehender
Zustand ist. Sobald das Gesundheitssystem
wieder in gewohnten
Bahnen arbeiten kann, werden
wir es gemeinsam schaffen,
vieles wieder zügig zur Normalität
zu bringen. Es wird nicht
alles wieder wie vorher, aber es
bieten sich Chancen für alle!
Finanzplanung
Fördermittel
Corona-Krise
IHK Ulm: Die erste
Adresse in allen
Webinare
Wirtschaftsfragen
Checklisten
Existenzsicherung
Ihr Ansprechpartner in der Krise
1Die Corona-Krise ist medizinisch-pflegerisch
und wirtschaftlich
eine gewaltige Herausforderung.
Sie hat in unseren
Kliniken fast alles auf den Kopf
gestellt. Doch die frühzeitig eingeleiteten
Maßnahmen wirken.
Dr. Wolfgang Schmid,
kaufmännischer Geschäftsführer
der Alb-Fils-Kliniken in
Göppingen: Die Krise stellt eine
gewaltige Herausforderung dar.
2Unsere Ärzte, Pflegekräfte
und alle anderen Kolleginnen
und Kollegen machen einen
tollen Job. Ich habe das Gefühl,
dass die Menschen physisch
zwar auf Distanz gehen, wir als
Gemeinschaft aber enger zusammenrücken.
Noch immer leben
wir auf Kosten der nachfolgenden
Generationen und das
sollten wir möglichst rasch gemeinsam
beenden.
Hotline
0731 173-333
corona@ulm.ihk.de
Informationen
www.ulm.ihk24.de/navigator
Ob Existenzsicherung, Finanzplanung, Fördermittel,
Digitalisierung, Ausbildungsthemen oder
neue Geschäftsmodelle. Die Corona-Krise stellt
viele Firmen vor große Herausforderungen. Die
IHK Ulm zeigt ihren Mitgliedern dabei verschiedene
Wege auf.
Kommen Sie einfach auf uns zu.
Weitere Informationen zum IHK-Navigator für
Ihren Weg durch und aus der Corona-Krise
finden Sie hier:
www.ulm.ihk24.de/navigator
#GemeinsamStark
Folgen Sie uns auf
48
LEBEN unternehmen [!]
1) Wie erleben Sie die Corona-Krise?
2) Was macht Ihnen jetzt Mut?
1Die Corona-Krise hat uns früh
erreicht, Lieferketten sind unterbrochen
oder stark beeinträchtigt,
laufende Aufträge
wurden gestoppt.
Die Krise hat das Unternehmen
von Berndt Wintermayr,
Geschäftsführer der Wintermayr
Energiekonzepte Systemtechnik
GmbH, früh getroffen.
2Mut macht mir die aktive
Unterstützung der Politik
sowie das soziale Verhalten der
Bevölkerung und die Bereitschaft
unserer Mitarbeiter, gemeinsam
mit uns diese Situation
zu bewältigen.
1Die ersten Wochen waren gekennzeichnet
durch viel Hektik,
viele Stornierungen, viel Unsicherheit
und Diskussionsbedarf.
Nun ist es etwas ruhiger
geworden und wir fokussieren
uns auf die Zeit danach.
FOTO: SENIA EFFE/SHUTTERSTOCK.COM
Karin Krings, Geschäftsführerin
des Hotels Goldenes Rad in
Ulm, blickt nach vorn.
2Mut macht mir unsere Kölner
Familie und ein Teil des
kölschen Grundgesetzes.: „Es
hat noch immer gut gegangen“.
1Die Corona-Krise stellt vieles
auf den Kopf, stimmt mich besorgt,
dominiert mein Denken,
verändert mein Tun und
schränkt meinen Alltag ein.
Gleichzeitig merke ich, dass ich
mich stärker als bisher aufs Wesentliche
besinne, vieles bewusster
wahrnehme und genieße
– und viele Dinge ganz neu
denke.
Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin
der AOK Ulm-Biberach,
denkt viele Dinge neu.
2Ich spüre, dass Zusammenhalt
und gegenseitige Unterstützung
zunehmen. Diese Solidarität
macht mir am meisten
Mut. Ich hoffe, dass davon nach
der Krise viel bleibt. Und ich bin
dankbar, dass ich weiterarbeiten
und damit ein bisschen dazu
beitragen kann, die Zeit der Krise
zu gestalten.
1Die Corona-Krise traf unvorbereitet
mit voller Vehemenz
unser Leben. Schlagartig mussten
und müssen allerorten Entscheidungen
getroffen werden.
Zögern könnte im Wettlauf mit
dem Virus dazu führen, dass es
die Oberhand behält.
Dr. Hariolf Teufel, Vorstandsvorsitzender
der Kreissparkasse
Göppingen, bleibt optimistisch.
2Mut machen mir die vielen
Aktionen, die uns Nähe erleben
lassen: wenn sich Menschen
freiwillig als Helfer bei
den Tafeln melden, Nachbarn
für ältere Mitmenschen einkaufen
gehen und sich bislang
Fremde auf den Balkonen zum
Singen verabreden. Wenn es uns
gelingt, diese Zugewandtheit für
die Zukunft zu bewahren, dann
schaue ich optimistisch nach
vorn.
unternehmen [!] LEBEN 49
Mit Online-Marketing
Neue Wege
gehen
Wir beraten Sie kostenlos
und unverbindlich zu allen
Online-Marketing Themen.
FÜR BEGINNER
1Wirtschaftlich ist es die
schwerste Zeit in meinem Leben,
noch nie waren alle meine
Aktivitäten so belastet. Man ist
stark gefordert, kurzfristig alles
neu zu organisieren und man
vermisst doch vieles.
Hermann Hutter, Ladeninhaber
und Präsident des Handelsverbandes
Baden-Württemberg,
glaubt, dass sich die Wirtschaft
wieder schnell erholen wird.
2Unsere Gesellschaft ist sehr
stark und auch die Menschen
solidarisieren sich. Ich
glaube deshalb, dass wir bald
wieder alles im Griff haben werden.
Die Wirtschaft wird sich
hoffentlich schnell erholen und
kann mit Kreativität und neu erlernten
Erfahrungen und Kompetenzen
wieder zügig erfolgreich
werden.
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Rehabilitation
Meine Stadt.
Meine REHA.
1Zum einen mit der Sorge um
den gesundheitlichen Aspekt,
insbesondere um die besonders
gefährdeten Gruppen aus der
Bevölkerung. Zum anderen mit
der Sorge um die wirtschaftliche
Entwicklung und die vielen
Besonderheiten, die es zu beachten
gilt.
Mike Klamser, Geschäftsführer
von Sport Klamser in Ulm, setzt
auf das lokale Engagement der
Bürger.
2Mut macht mir die teils wirklich
ehrliche und herzliche
Loyalität, die wir von den Kunden
und Partnern entgegengebracht
bekommen. Die wachsende
Erkenntnis und Bereitschaft,
wieder lokaler zu denken
und zu handeln, sich im eigenen
Umfeld zu engagieren. „Buy local“
oder „Lass den Klick in deiner
Stadt“ bekommen eine ganz
neue Qualität.
FOTO: AQUIR/SHUTTERSTOCK.COM
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Trauer um
Heinrich
Grieshaber
Heinrich
Grieshaber
ist im Alter
von 71 Jahren
gestorben.
Nachruf Der Unternehmer
Heinrich Grieshaber ist am 29.
März 2020 mit 71 Jahren verstorben.
Als Gründer und ehemaliger
Vorsitzender der Geschäftsführung
begleitete er die Grieshaber
Logistik GmbH mit
Hauptsitz in Weingarten zuletzt
als Vorsitzender des Aufsichtsrates.
2018 veröffentlichte er unter
dem Titel
„Vollgas“ die Erfolgsgeschichte
seines Unternehmens.
Ein
Jahr später wurde
ihm das Bundesverdienstkreuz
am Bande
verliehen. Von
2008 bis 2018
war Grieshaber
Präsident der
IHK Bodensee-Oberschwaben
und von 2010 bis 2014 Vizepräsident
des Baden-Württembergischen
Industrie- und Handelskammertages.
Er war im Beirat
des Friedrichshafener Institutes
für Familienunternehmen der
Zeppelin Universität, im Hochschulrat
der Dualen Hochschule
Baden-Württemberg (DHBW)
in Ravensburg und im Aufsichtsrat
der Messe Friedrichshafen.
Die Grieshaber Logistik
GmbH ist ein international agierendes
Familienunternehmen.
Im Verbund mit der GR Logistik
GmbH erwirtschafteten 650
Mitarbeiter zuletzt einen Umsatz
von rund 90 Millionen Euro
(2018).
Ein Koloss: Der maritime Schwerlastkran von Liebherr hat eine Hubleistung von bis zu 5000 Tonnen und
bis 175 Meter Hubhöhe.
Foto: Liebherr
Neuer Schwerlastkran installiert
In Rostock wurde jetzt der leistungsstärkste Liebherr-Kran,
der je gebaut wurde, auf ein Spezialschiff
montiert. Für den Bau wurden Kompetenzen der
Werke in Rostock, Biberach und Nenzing gebündelt.
Zukünftig soll der HLC 295000 unter anderem im
Moray East Windpark in Schottland zum Einsatz
Zeppelin stoppt
Investitionen
Corona-Krise Die Zeppelin
GmbH aus Friedrichshafen hat
infolge der Pandemie einen Investitionsstopp
verhängt. 2019
waren rund 370 Millionen Euro
investiert worden. Unter anderem
dank 850 Millionen Euro Eigenkapital
werde das Unternehmen
aber 2020 voraussichtlich
keinen staatlichen Schutzschirm
brauchen. Der Zeppelin Konzern
hat 2019 unter anderem mit
dem Vertrieb von Baumaschinen,
Antriebs- und Energiesystemen
3,1 Milliarden Umsatz gemacht
– 2,9 Milliarden waren es
im Jahr davor. Der Jahresüberschuss
lag bei 92,4 Millionen
Euro. (2018: 90 Millionen) Für
den Konzern arbeiten rund
10 000 Mitarbeiter. Die Zentrale
liegt in Garching bei München,
der juristische Sitz in
Friedrichshafen.
kommen. 2019 erzielte das familiengeführte Unternehmen
Liebherr einen Umsatz von 11,8 Milliarden
Euro. Das sei ein Plus von 11,4 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr, teilte das Unternehmen mit Sitz im
schweizerischen Bulle mit. Der Gewinn liege mit 429
Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.
Gefälschte Mails
im Umlauf
Betrug Die Bundesagentur für
Arbeit warnt vor gefälschten
Mails mit dem Absender kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de.
Die Mail fordert
den Adressat auf, Angaben zu
Person, Unternehmen und Beschäftigten
zu machen. Betroffene
sollen die Mail unbeantwortet
löschen.
Impressum
Verlag & Herausgeber
Neue Pressegesellschaft
mbH & Co. KG
Frauenstraße 77
89073 Ulm
Redaktion
Alexander Bögelein (verantwortlich)
a.boegelein@swp.de
Anschrift wie Verlag
Anzeigen
Stefan Schaumburg (verantwortlich)
Anschrift wie Verlag
Gestaltung
Alen Pahic (Art Director)
Max Meschkowski
(Layout, Grafik & Illustration)
Antje Meyer (Bild)
Fotos Marc Hörger (Titelinterview),
Lars Schwerdtfeger,
Volkmar Könneke, Matthias Kessler,
Werkfotos, PR, Archiv
Druck
Druckerei R. le Roux GmbH
Daimlerstraße 4
89155 Erbach
Objektleitung
Tobias Lehmann
Telefon 0731 156-515
t.lehmann@swp.de
Mediaberatung
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Telefon 0731 156-500
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erreichen Sie unter:
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Nächste Ausgabe: 17. Juli 2020
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