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Die Malteser Zeitung 1/2026

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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DIE

März 2026

01

Das Magazin des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens

für Karitatives, Soziales, Pflege & Betreuung und Spiritualität

DAS GRÖSSTE

IST DIE LIEBE

Die Basis jeder Hilfeleistung

MALTESER

Care

MALTESER

Ordenshaus

MALTESER

Kinderhilfe

MALTESER

Hospitaldienst

Familiäre

Liebe ergänzen

Job-Kriterium

Zuneigung

Empathie

versus Mitleid

Lebenslang

im Dienst


IM FOKUS:

MALTESERORDEN

04 Was Nächstenliebe

bedeutet und wie sie wirkt

06 Unser Auftrag,

als Pilger der Hoffnung

08 Liebe als Basis für

Frieden, Dialog

____________________

10 Zuwendung geben können

12 Mobile Pflege ergänzt

familiäre Liebe

14 Empathie versus Mitleid

16 Seit 65 Jahren Liebe erweisen

MALTESER KINDERHILFE

18 Familienadventmarkt

19 Ein Partner für Unternehmen

MALTESER ORDENSHAUS

20 Das Fest der Liebe

als Herausforderung

21 Digitalisierung in der Pflege

22 Seidenhühner zu Gast

MALTESER CARE

23 Die Förderung der

24-Stunden-Betreuung

MALTESER HOSPITALDIENST

24 Danke für große Freigiebigkeit

25 Einsatz mit Herz in Rom

26 Berichte aus den Bereichen

MALTESER INTERNATIONAL

32 Asia-Pacific: Schnelle Hilfe

braucht Nähe

33 Ukraine: Wärme im Haus

MALTESERORDEN

34 Schloss Mailberg Reloaded

36 Ein neuer Hirte für Wien

38 Ein Highlight der offiziellen

Beziehungen

41 Heiliger Geist gegen die

Unfreiheit

43 Auszeichnungen

45 Eine besondere Kirchenfassade

NEKROLOG

47 Wir trauern um ...

GELESEN EMPFOHLEN

50 Die Dreifaltigkeitsikone des

Andrej Rublëv

51 Leo XIV.

IMPRESSUM

Medieninhaber:

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

(Malteserorden), Großpriorat von

Österreich, Johannesgasse 2, 1010 Wien,

T: +43 1 512 72 44, E: presse@malteser.at

Chefredaktion: Jochen Ressel

Autoren (in alphabetischer Reihenfolge):

Katharina Achammer, Wolfgang J. Bandion,

Erzabt em. Korbinian Birnbacher OSB,

Clemens Danzl, Berenike Elsner, Gerhard

Ernst, Sophie Fletzberger, P. Sebastian

Hacker OSB, Petra Hellmich, Gerhard Hofbauer,

Beeke Janson, Verena Jurković,

Thomas Kissich, Katrin König, Lukas Krupitza,

Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn, Olivier

Loudon, Helmut Lutz, Katharina Nepf, S.E.

Erzbischof Pedro Lopez Quintana, Jochen

Ressel, GR Lic.theol. Stefan Reuffurth,

Konventualkaplan Albin Scheuch, Anna

Schlanitz-Bolldorf, S.E. Botschafter Sebastian

Prinz von Schoenaich-Carolath, Thomas

Schroll, Moritz Schuschnigg, Emma

Sigros, Richard Steeb, Verena Trentini,

Manuel Weinberger, Susanne Wick

Fotocredits:

S.4: OpenClipart-Vectors – Pixabay; S.9

& 12: MALTESER Care – Veronika Steinberger,

S.9 & 14: MALTESER Kinderhilfe

– Christian Holzinger; S.19: MALTESER Kinderhilfe

– Andreas Maringer; S.27,36 & 37:

Erzdiözese Wien – Stephan Schönlaub;

S.32 & 33: Malteser International; S.38 bis

40: Souveräner Malteser-Ritter-Orden –

Chris Lendl; S.43: Souveräner Malteser-

Ritter-Orden – Strachwitz; S.47 Sima Prodinger

Gestaltung: Karin Mayer-Fischer

Design: Dr. Puschnegg Brands Design

Lektorat: Christian Taufer

Druck: Druckerei Robitschek

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit

wird auf die gleichzeitige Verwendung

männlicher und weiblicher

Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen

gelten gleichermaßen

für jegliche Geschlechter.

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz:

Berichterstattung über nationale und

internationale Tätigkeiten des Malteserordens

und seiner Werke sowie über religiöse,

karitative und soziale Fragen aller Art.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

müssen nicht der Meinung der Redaktion

entsprechen.

Redaktionsschluss: Februar 2026

2


MALTESER

Care

Familiäre

Liebe ergänzen

MALTESER

Ordenshaus

Job-Kriterium

Zuneigung

MALTESER

Kinderhilfe

Empathie

versus Mitleid

MALTESER

Hospitaldienst

Lebenslang

im Dienst

EDITORIAL

... hätte aber die Liebe nicht ...

EDITORIAL

Es waren meine ersten Kurzexerzitien am Mariä Empfängnis-Wochenende, wir

waren zwischen 17 und 18 Jahre alt. Sigmund Kripp hatte das Hohelied der Liebe

(1 Kor.13,1-13) als Thema gewählt – nicht nur für mich die erste intensive Beschäftigung

mit diesem großartigen Gedicht. Unzählige Male habe ich den Text danach

noch gehört, bei Hochzeiten, beim Begräbnis meiner Frau Eleonore, ich habe ihn für

mich gelesen, gesprochen und als Lektor vorgetragen.

Die Botschaft ist klar und deutlich: Was immer ich im Leben mache, hätte aber die

Liebe (agápe) nicht, dann wäre ich nichts, wäre mein Streben wertlos, mein Leben

unerfüllt.

Die Liebe und ihr Gegenteil – der Hass – sind wohl die stärksten Gefühle, deren

Menschen fähig sind. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden stärker, wenn sie

geteilt werden. Der Hass vermag unser Leben zu zerstören, nur die Liebe kann es erfüllen,

vollenden. Die Liebe des Diakon Stephanus überwand den Hass derer, die ihn

vor die Tore der Stadt trieben, um ihn dort zu steinigen, weil sie dachten, sie allein

hätten die Wahrheit. Er betete: „Rechne ihnen diese Sünde nicht an.“ Ein junger

Mann namens Saulus sah wohlwollend zu und bewachte die abgelegten Kleider der

Steinewerfer. Genau diesen fanatischen Verfolger warf der HERR vor Damaskus

von seinem hohen Ross in den Staub, damit er einige Zeit danach jenes großartige

Gedicht, das Hohelied der Liebe, schreiben konnte, das die Liebe, die Nächstenliebe

und damit die Gottesliebe, die Agápe, so einzigartig definiert: „… hätte aber die Liebe

nicht, dann wäre ich nichts … für jetzt bleiben diese Drei (die man nicht kaufen

kann): Glaube, Hoffnung und Liebe, doch am größten ist die Liebe.“

Ihr

Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

Sie können das Magazin auch online lesen

www.malteserorden.at/presse/malteserzeitung/

DAS GRÖSSTE

IST DIE LIEBE

Die Basis jeder Hilfeleistung

3


WAS NÄCHSTENLIEBE

bedeutet und wie sie wirkt

Eine Begriffsklärung

von Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn

09:15 So., 1. Feb. 2026 85%

(1 Kor.13,1-13)

Aus dem ersten Brief des Apostels Paulus

an die Gemeinde in Korinth

Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,

hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende

Pauke.

Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste

und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge

damit versetzen könnte,

hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib

dem Feuer übergäbe,

hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.

Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum

Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das

Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Die Liebe hört niemals auf.

Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt,

Erkenntnis vergeht.

Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;

wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.

Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und

urteilte wie ein Kind.

Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.

Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse,

dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.

Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch

erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;

doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Image by OpenClipart-Vectors from Pixabay

4


Wenn wir von Liebe sprechen – meinen wir da

immer dasselbe? In der griechischen Sprache, in der

das Neue Testament geschrieben wurde, gibt es vier

Begriffe, die allesamt mit „Liebe“ übersetzt werden.

• Στοργή (Storgé) – die poetische Liebe, wie wir

sie zum Beispiel in der Tora, dem Alten Testament,

im Hohen Lied, begegnen oder im Minnegesang

des Mittelalters. Letzterer ist geprägt von

einem rein poetischen Werben um eine höher

gestellte Person, meist um eine Dame. Vor rund

60 Jahren schrieb man einander noch mehr oder

weniger poetische Liebesbriefe; ob das, was sich

die heutige Jugend in diversen Medien mitteilt,

noch als Poesie gelten kann, vermag ich nicht zu

beurteilen.

• Έρως (Éros) – sinnliche Liebe, Lust, Verlangen:

Dem Schöpfungsbericht ist zu entnehmen, dass

auch diese gottgewollt ist. Dennoch ist eine allein

erotische Beziehung unvollständig und wird

kaum dauerhaft sein. Das rein erotische Begehren

wurde im Mittelalter auch als niedere Minne

bezeichnet.

• Φιλία (Philía) – Freundschaft, Zuneigung, geschwisterliche

Liebe: Diese ist das Fundament

aller zwischenmenschlichen Beziehungen und

umfasst den respektvollen Umgang in der

Familie, im Freundeskreis, zu Mitarbeitern. Sie

bezeichnet aber auch die hohe Wertschätzung, die

Liebe zu Dingen (Philatelie), zu Wissenschaften

(Philosophie, Philologie) oder zu Menschen

(Philanthropie; ohne Gottesbezug).

• Αγάπη (Agápe) – Gottesliebe, Nächstenliebe:

Gott hat die Erde und alles darauf aus Liebe

geschaffen. Er hat uns zuerst geliebt; wir sind

angehalten, in allen Menschen das Abbild Gottes

zu sehen und zu lieben – „was ihr dem geringsten

meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan“.

(Mt.25,31-46) Im griechischen Text des Hoheliedes

der Liebe (1 Kor.13,1-13) ist immer von

Agápe die Rede.

Das Streben nach dieser Liebe in Vollendung, der

Agápe, ist alt und findet sich auch bei unseren

älteren Geschwistern im Glauben: Rabbi Hillel

(30 v. bis 10 n. Chr.) hat das im Gespräch mit einem

Mann, der zum Judentum konvertieren wollte, so

ausgeführt: „Was dir verhasst ist, das tue deinem

Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora, alles andere

ist Auslegung. Geh, lerne!“

Den Rabbi von Zlozow (Jechiel Michael von

Zloczow – 1731 bis 1786?) fragten eines Tages seine

Schüler: „Es heißt im Talmud, unser Vater Abraham

habe die ganze Tora erfüllt. Wie ist das möglich,

da sie ja damals noch nicht gegeben war?“ „Es tut

nichts not“, antwortete der Rabbi, „als Gott und

seine Geschöpfe zu lieben! Willst du etwas tun und

merkst, es könnte deine Liebe mindern, so wisse: es

ist Sünde; willst du etwas tun und merkst, daraus

wird sich deine Liebe mehren, so wisse: dein Wille

ist in Gottes Willen geschickt. So hielt es auch

unser Vater Abraham.“

Paulus, der Pharisäer, den Gott vom hohen Ross

gestürzt und ihm dann die Augen geöffnet hat,

schließt seinen Hymnus auf die Liebe mit den

Worten: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung,

Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen

ist die Liebe!“

Amen! •

IM FOKUS – MALTESERORDEN

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

5


UNSER AUFTRAG,

als Pilger der Hoffnung

Gelebte christliche Nächstenliebe

von S.G. Erzabt em. Korbinian Birnbacher OSB

Das zu Ende gegangene Heilige Jahr 2025 stand unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“. Dieses Thema

ist aber weit mehr als eine geistliche Wegbeschreibung für lediglich ein einziges Jahr; es verweist auf eine

bleibende Grundhaltung christlichen Lebens. Als Pilger sind wir unterwegs – in der Welt, aber auch durch

unser Leben mit seinen Entwicklungsstufen – und all das angewiesen auf Gott und aufeinander. Wir haben

in diesem Heiligen Jahr erfahren können, dass Hoffnung nichts Abstraktes ist. Sie sucht ganz konkret Ausdruck,

Gestalt und Tat – zuallererst durch die christliche Nächstenliebe.

6


Nächstenliebe ist keine optionale Ergänzung zur

Glaubenspraxis, sondern zentrales Herzstück

des Glaubens. Jesus selbst verbindet die Gottesliebe

untrennbar mit der Liebe zum Nächsten.

Wer Gott liebt, kann den leidenden Menschen

nicht übersehen. Gerade die Armen, Kranken

und Ausgegrenzten werden im Evangelium zu

bevorzugten Adressaten göttlicher Zuwendung.

In ihnen begegnet uns daher auch heute

Christus selbst. Der Malteserorden würdigt diese

Menschen daher als „unsere Herren Kranken“.

So verleihen wir als Malteser jeder konkreten

Hilfeleistung eine tiefe geistliche Würde auf der

Basis der christlichen Nächstenliebe.

In einer Welt, die von Individualismus, Leistungsdenken,

sozialer und politischer Spaltung

geprägt ist, wird gelebte Nächstenliebe zum

prophetischen Zeichen. Sie widerspricht der

Logik des „Jeder für sich“ und setzt der Kälte der

Gleichgültigkeit die Wärme der Barmherzigkeit

entgegen, die uns Gott selbst vorlebt. Christliche

Hoffnung zeigt sich nicht in frommen Worten

allein, sondern in helfenden Händen, offenen

Ohren und mitfühlenden Herzen. Wo Hunger

gestillt, Krankheit gelindert und Einsamkeit

durchbrochen wird, dort nimmt das Reich Gottes

bereits heute Gestalt an – an jedem einzelnen

Tag.

Besonders die Hilfe für Arme und Kranke

fordert uns heraus, über bloßes Mitleid hinauszugehen.

Es geht um Solidarität, um das Teilen

von Zeit, Ressourcen und Verantwortung. Diese

Form der Nächstenliebe ist oft unspektakulär

und erfordert Ausdauer. Doch gerade darin liegt

ihre Kraft: Sie bleibt treu, auch wenn schnelle

Lösungen ausbleiben, und hält die Hoffnung

wach, wo aus rein menschlicher Erwägung wenig

Anlass dafür ist.

Wir sind zur gelebten Nächstenliebe berufen

Als Pilger der Hoffnung sind wir gerufen, uns

bewegen zu lassen – innerlich und äußerlich. Der

Weg des Glaubens führt uns zu unseren eigenen

inneren Wunden, die geheilt werden können,

aber er führt uns auch immer zu den Wunden

der Welt. Dort entscheidet sich, wie tragfähig

unsere Hoffnung ist. Christliche Nächstenliebe

macht deutlich: Hoffnung ist keine Flucht aus

der Realität, sondern eine Haltung, die befähigt,

sie im Licht Gottes in der Welt leuchten zu

lassen.

So bleibt der Auftrag des Heiligen Jahres für

uns über sein Ende hinaus bestehen. Wir als

Christinnen und Christen sind eingeladen,

Pilger der Hoffnung zu bleiben und das offen

zu zeigen, indem wir die Liebe Gottes konkret

spürbar werden lassen. Wo Nächstenliebe gelebt

wird, wächst Hoffnung – für die Bedürftigen, für

die Kirche, für die Welt, aber auch für uns, als

Gottes geliebte Kinder. •

IM FOKUS – MALTESERORDEN

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

7


Liebe als Basis für

FRIEDEN, DIALOG

UND MENSCHENWÜRDE

Friede gehört zu den zentralen

Verheißungen des christlichen Glaubens.

vom Apost. Nuntius in Österreich, S.E. Erzbischof Pedro Lopez Quintana

Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg; er meint eine Ordnung der Gerechtigkeit, der Versöhnung

und des gegenseitigen Respekts. In seiner Neujahrsbotschaft hat Papst Leo XIV. diesen umfassenden Friedensbegriff

erneut in den Mittelpunkt gestellt und ihn untrennbar mit der christlichen Nächstenliebe verbunden.

Frieden, so wird deutlich, wächst dort, wo der Mensch den anderen nicht als Bedrohung, sondern als Bruder

und Schwester anerkennt.

8


Die christliche Nächstenliebe hat ihre Quelle in

der Liebe Gottes selbst. Sie ist nicht bloß ein ethisches

Ideal, sondern eine geistliche Kraft, die Beziehungen

verwandelt. Papst Leo XIV. betont, dass

echter Friede nur dort entstehen kann, wo diese

Liebe konkret wird: Im Einsatz für die Schwachen,

im Schutz der Verwundbaren und in der Achtung

der unumstößlichen Würde jedes Menschen. Wer

den Nächsten liebt, widersetzt sich aktiv jeder

Form von Gewalt, Ausgrenzung und Entmenschlichung

– was auch ein zentraler Auftrag für alle

weltweit tätigen Mitglieder des Diplomatischen

Dienstes des Heiligen Stuhls, und damit auch für

mich als Apostolischer Nuntius, ist.

Besondere Bedeutung misst der Heilige Vater dem

Dialog bei. In einer Welt, die von Polarisierung,

ideologischen Fronten und wachsendem Misstrauen

geprägt ist, wird der Dialog zur Friedensarbeit im

eigentlichen Sinn. Nächstenliebe äußert sich hier als

Bereitschaft zuzuhören, die Perspektive des anderen

ernst zu nehmen und Konflikte nicht durch Macht,

sondern durch Verständigung zu lösen. Dialog verlangt

Geduld und Demut – Tugenden, die aus der

Liebe wachsen und den Blick für die gemeinsame

Menschlichkeit öffnen. Aus eigener Erfahrung kann

ich bestätigen, dass es ganz besonderer Konzentration

auf die Liebe bedarf, wenn einem Menschen gegenüberstehen,

die von Machtphantasien und Hochmut

getrieben sind und dadurch jegliches Interesse an

der Wahrung der Menschenwürde vermissen lassen.

Alle Menschen sind im Bilde Gottes geschaffen

Untrennbar damit verbunden ist die Frage der

Menschenwürde. Die Neujahrsbotschaft Papst

Leo’ XIV. erinnert daran, dass jeder Mensch ein

Ebenbild Gottes ist, unabhängig von Herkunft,

Religion, sozialem Status oder Leistungsfähigkeit.

Christliche Nächstenliebe verteidigt diese Würde

besonders dort, wo sie bedroht ist: bei den Armen,

den Schutzbedürftigen, den Kranken und den Vergessenen.

Frieden bleibt fragil, solange Menschen

zu Objekten gemacht oder nach ihrem Nutzen

bewertet werden.

So zeigt sich: Nächstenliebe ist kein privates Gefühl,

sondern eine gesellschaftsgestaltende Kraft.

Sie schafft Räume des Vertrauens, fördert gerechte

Strukturen und legt das Fundament für dauerhaften

Frieden.

Ich bin daher dem Diplomatischen Dienst des

Souveränen Malteser-Ritter-Ordens sehr verbunden,

der in besonderer Weise für den Frieden und die

Menschenwürde wirkt. Viele der Botschafter des

Malteserordens sind Teil des Großpriorats von

Österreich, wie z.B. der Botschafter des Ordens bei

der Republik Österreich, S.E. Botschafter Sebastian

Prinz von Schoenaich-Carolath, die Leiterin und der

Leiter der Ständigen Beobachtermission des Ordens

bei den Vereinten Nationen in Genf und in Wien,

sowie die Botschafter des Ordens in der Slowakei, in

Litauen, Estland, Ungarn, Kasachstan und Moldawien,

wie auch der Sonderbotschafter für Roma-Fragen.

Im Geist der Neujahrsbotschaft von Papst Leo XIV.

wird deutlich, dass der Weg zu Frieden, Dialog und

Menschenwürde nur über die gelebte Liebe führt –

eine Liebe, die den Mut hat, Brücken zu bauen und

Hoffnung zu säen, wo die Welt oft von Angst und

Spaltung beherrscht wird. •

IM FOKUS – MALTESERORDEN

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

9


ZUWENDUNG geben können

Eine der wichtigsten Job-Qualifikationen

von Thomas Kissich

In einer Zeit, in der Arbeitsmärkte zunehmend von Fachkräftemangel, Effizienzanforderungen und technischen

Innovationen geprägt sind, rückt eine Qualifikation oft in den Hintergrund, die gerade in der Pflege von zentraler

Bedeutung ist: Die Fähigkeit, Zuwendung geben zu können.

Im Malteser Ordenshaus ist diese Fähigkeit kein

„weicher Faktor“, sondern Kern unseres professionellen

Selbstverständnisses und Ausdruck unseres

christlich-sozialen Menschenbildes. Denn Pflege

ist weit mehr als die sachgerechte Durchführung

medizinischer oder pflegerischer Maßnahmen;

sie ist immer auch Beziehung. Menschen, die zu

uns kommen, bringen ihre Lebensgeschichte, ihre

Verletzlichkeit, ihre Sorgen und Hoffnungen mit.

Gerade im Alter, bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit,

wächst das Bedürfnis nach Nähe,

Aufmerksamkeit und menschlicher Wärme. Zuwendung

bedeutet in diesem Zusammenhang, den

Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen –

mit Körper, Geist und Seele.

Unser christlich-soziales Menschenbild bildet die

Grundlage. Es geht davon aus, dass jeder Mensch

eine unveräußerliche Würde besitzt – unabhängig

von Leistungsfähigkeit, Herkunft, Religion oder

Lebensphase. Diese Würde verlangt nach Respekt,

Achtsamkeit und einem wertschätzenden Umgang.

10


Zuwendung ist damit kein Zusatz zur Pflege, sondern

ihr innerer Kern. Sie zeigt sich im wirklichen Zuhören,

im geduldigen Erklären, im achtsamen Berühren und im

ehrlichen Interesse am Gegenüber.

Dieses Verständnis ist eng verbunden mit dem Credo

der Malteser: Dem Dienst an unseren Herren Kranken.

Dieser Leitsatz ist nicht nur historisches Erbe, sondern

gelebter Auftrag. Er erinnert uns daran, dass wir im

pflegebedürftigen Menschen nicht nur einen Bewohner

oder Patienten sehen, sondern Christus selbst und

damit einen Mitmenschen, dem wir mit besonderer

Verantwortung begegnen – unabhängig davon, ob dies

religiös oder humanistisch begründet und motiviert ist.

Unsere Mitarbeitenden schenken daher Zeit, Aufmerksamkeit

und Mitgefühl über das rein Notwendige hinaus.

Ein freundliches Wort, ein beruhigendes Gespräch, das

gemeinsame Aushalten schwieriger Momente, oder

einfach das Dasein in Stille: All das sind Formen von

Zuwendung, die für unsere Bewohner von unschätzbarem

Wert sind. Sie geben Sicherheit, Orientierung und das

Gefühl, nicht allein zu sein. All dies erfordert innere

Haltung, emotionale Stabilität und die Bereitschaft, sich

auf andere Menschen einzulassen. In einem anspruchsvollen,

multikulturellen und multikonfessionellen Arbeitsumfeld

mit hoher Verantwortung und Zeitdruck ist dies

eine besondere Leistung. Umso wichtiger ist es, dass diese

Fähigkeit als echte Job-Qualifikation anerkannt und

wertgeschätzt wird – sowohl in der Ausbildung als auch

im beruflichen Alltag.

Zuwendung muss man allerdings auch sich selbst geben

können, um sich selbst zu reflektieren und die eigene

Haltung zu pflegen. Als Arbeitgeber sehen wir es daher

auch als unsere Aufgabe, Rahmenbedingungen dafür zu

schaffen: durch wertschätzende Führung, verlässliche

Strukturen und eine Kultur des Miteinanders. Denn

nur wer selbst gesehen und respektiert wird, kann diese

Haltung authentisch weitergeben.

Fachliche Kompetenz ist unverzichtbar – doch sie allein

reicht nicht aus. Die Fähigkeit zur Zuwendung macht

Pflege menschlich, glaubwürdig und sinnstiftend. Sie ist

Ausdruck unseres christlich-sozialen Auftrags und prägt

unsere tägliche Arbeit im Malteser Ordenshaus – Tag

für Tag, Mensch für Mensch. •

NÄCHSTENLIEBE

bedeutet für mich ...

... dass sich Menschen geborgen fühlen.

Ich bemühe mich jeden Tag darum, dass

das Haus schön gestaltet ist und eine

Atmosphäre entsteht, in der sich die Bewohner

wohlfühlen können. In liebevollen

Details und achtsamen Gesten zeigt sich

meine Arbeit – wenn ich sehe, dass Augen

zu leuchten beginnen, weiß ich, warum ich

das mache.

Frau Fendrych, Hauswirtschaftliche Leitung

... unseren Bewohnern zur Seite zu stehen,

wenn sie gewisse Aufgaben nicht mehr

selbst erledigen können und diese mit einem

warmen Herzen zu übernehmen. Kleine

Annehmlichkeiten, wie z.B. liebevoll aufgeschnittene

Äpfel, sollen zeigen, dass ich die

Bewohner wertschätze und gerne für sie da

bin.

Frau Ilic, Abteilungshilfe

... Bewohner mit Respekt und Würde zu

behandeln. Das zeigt sich im Alltag durch

Zuhören, Geduld und verantwortungsvolles

Handeln. Nur so kann eine vertrauensvolle

Beziehung entstehen.

Frau Matic, Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin

... dass sie mit kleinen Gesten beginnt,

sich aber schwer beschreiben lässt. Sie

zeigt sich in echter Zuwendung und durch

geschenkte Zeit. In der Pflege gibt man viel

und bekommt Dankbarkeit, Vertrauen und

tiefe menschliche Nähe zurück. Pflege ist

mehr als Versorgung – sie lebt von dieser

stillen Begegnung zwischen Menschen.

Frau Kovac, Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin

IM FOKUS – MALTESER ORDENSHAUS

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

11


Mobile Pflege ergänzt

FAMILIÄRE LIEBE

Pflege zu Hause dient der

Entlastung Angehöriger

von Elwira Sebera

Wenn ein geliebter Mensch im Alter, nach einer Krankheit, oder durch eine körperliche Einschränkung

Unterstützung benötigt, stehen Angehörige oft vor großen emotionalen und organisatorischen Herausforderungen.

Die mobile Hauskrankenpflege bietet hier eine wertvolle und unverzichtbare Hilfe. Sie ermöglicht es

pflegebedürftigen Menschen weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu leben, Zuwendung von ihrer Familie

zu erfahren und gleichzeitig professionelle, fachlich kompetente und fürsorgliche Betreuung zu erhalten.

© MALTESER Care – Veronika Steinberger

12


Familien versuchen meist alles in ihrer Macht stehende,

um mit der Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds

zu Rande zu kommen. Ihr Engagement basiert

auf familiärer Liebe. Nach wie vor sind die Familien

der größte Pflegedienst des Landes. Familienmitglieder

leisten oft Großartiges, stoßen jedoch mit der Zeit an

ihre körperlichen und emotionalen Grenzen. Die mobile

Hauskrankenpflege sorgt dabei für Entlastung, denn sowohl

die Verantwortung, aber auch der zeitliche Einsatz

und die körperlichen Herausforderungen können für

Familienmitglieder sehr belastend sein und zu Erschöpfung,

Sorgen und Unsicherheit führen. Professionelle

Pflegefachkräfte bieten daher nicht nur praktische Unterstützung

bei der Pflege an sich, sondern auch bei der

Beratung und Pflegeanleitung für die Angehörigen, was

zur Sicherheit im täglichen Tun beiträgt. Angehörige

erleben daher in der Praxis, dass ihre Liebsten in guten

Händen sind und können so wieder Kraft schöpfen.

Die Pflege zu Hause bedeutet für viele Betroffene nicht

nur Sicherheit, sondern auch Lebensqualität. Die gewohnte

Umgebung, persönliche Erinnerungen und die

Nähe zu Familie und Nachbarn tragen wesentlich zum

Wohlbefinden bei, während mobile Pflegefachkräfte

wichtige pflegerische Aufgaben übernehmen, wie z.B.

die Unterstützung bei der Körperpflege, der Hilfe im

Alltag und die einfache Versorgung inkl. Medikamentengabe.

Gleichzeitig achten sie auf die individuellen

Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen und begegnen

ihnen mit Respekt, Würde und Empathie.

Mobile Pflegefachkräfte sind allerdings auch wichtige

Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner. Auch

wenn Familien möglichst viel Zeit zur Verfügung stellen,

so verbringen viele ältere oder kranke Menschen

aufgrund der beruflichen Verpflichtungen der Angehörigen

einen großen Teil des Tages alleine. Außer der

Familie nehmen sich auch mobile Pflegekräfte Zeit für

Gespräche, hören zu, zeigen Verständnis und schenken

Aufmerksamkeit. Mobile Pflege, wie sie seit 2021 von

Malteser Care angeboten wird, ist daher auch immer

Zusammenarbeit mit den Angehörigen. Diese partnerschaftliche

Zusammenarbeit stärkt das Vertrauen und

sorgt für Stabilität im Alltag und bedeutet Menschlichkeit,

Nähe und Fürsorge.

Wie all das auch in Ihrer Lebenssituation Wirklichkeit

werden kann, erfahren Sie im Zuge eines Beratungsgesprächs

mit Malteser Care. •

NÄCHSTENLIEBE

bedeutet für mich ...

... jeden Tag in der Früh zu einer Nachbarin

zu gehen, die um keinen Preis in ein Altenheim

gehen will, obwohl sie fast blind ist und

im Rollstuhl sitzt. Als erstes mache ich Kaffee

für sie mit der alten Filtermaschine und helfe

ihr mit den Medikamenten, die sie in der Früh

nehmen muss. Dann wird die Hauskatze gepflegt,

die aktuell ein Problem mit den Ohren

hat. Bevor ich wieder gehe, kontrolliere ich

Kühlschrank und Brotlade, damit ich weiß,

was einzukaufen ist. Einmal in der Woche

sortiere ich die Medikamente in den Wochendispenser

– das muss man mit viel Sorgfalt

erledigen. Und dann – ganz wichtig – immer

wieder die alten Geschichten anhören, die mir

meine Nachbarin erzählen will. Für betagte

Menschen, die keine Nachbarn haben, die

helfen können, gibt es Gott sei Dank Malteser

Care, die mit ihren mobilen Pflegediensten viel

von dem abdecken, was Pflege- und Unterstützungsbedürftige,

die weiter zu Hause

wohnen bleiben wollen, so alles brauchen.

Und das ist sehr gut so.

Christian Fritzsche

ehrenamtlich tätiger Präsident

des Beirats von MALTESER Care;

seit 1980 ehrenamtliches Mitglied des

MALTESER Hospitaldienstes Austria;

seit 2016 Mitglied des Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens

IM FOKUS – MALTESER CARE

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

13


EMPATHIE versus Mitleid

Nächstenliebe bei der

Pflege von Kindern

von Petra Hellmich

Nächstenliebe ist ein zentrales

Leitmotiv des Malteserordens. Es

prägt unser Handeln, besonders

dort, wo Menschen auf Pflege,

Zuwendung und Unterstützung

angewiesen sind. Besonders in

der professionellen Pflege lebensverkürzend

erkrankter Kinder

zeigt sich Nächstenliebe nicht

nur im Mitfühlen, sondern vor

allem in verantwortungsvollem,

fachlich fundiertem und empathischem

Handeln.

Fotos: MALTESER Kinderhilfe – Christian Holzinger

Empathie bedeutet, sich

in die Lage eines anderen

Menschen hineinzuversetzen,

seine Gefühle wahrzunehmen

und ernst zu nehmen – mit

allen körperlichen, seelischen,

sozialen und spirituellen

Bedürfnissen – aber ohne

die eigene innere Balance zu

verlieren. Sie unterscheidet

sich deutlich vom Mitleiden:

Wer mitleidet, übernimmt oft

unreflektiert den Schmerz des

Anderen und riskiert emotionale

Überforderung. Empathie

hingegen erlaubt eine mitfühlende

Nähe bei gleichzeitig

notwendiger innerer Distanz

– ein unverzichtbares Prinzip

in der Pflege, das immer sachlich

angemessen agieren muss.

14


Professionell gelebte Nächstenliebe bedeutet nicht, jede

Grenze aufzugeben, sondern Hilfe wirksam und nachhaltig

zu gestalten.

Professionelles Handeln in der Pflege

Professionelle Pflege verbindet Fachwissen, ethische

Reflexion und Selbstfürsorge. Wer gut für andere sorgen

will, muss auch auf sich selbst achten. Teams, Supervision,

Austausch und spirituelle Ressourcen unterstützen Pflegende

dabei, Empathie zu bewahren, ohne im Mitleiden

zu versinken. Nächstenliebe zeigt sich im Alltag durch

kleine, konsequente Handlungen, wie aufmerksames

Zuhören, respektvollen Umgang und würdiges Begleiten.

Empathie bildet dabei die Brücke zwischen Herz und

Verstand.

Abgrenzung als Schutz und Verantwortung

Ein zentraler Aspekt professioneller Nächstenliebe ist

die Fähigkeit zur gesunden Abgrenzung. Sie schützt die

psychische Gesundheit der Pflegenden und ermöglicht

langfristige Handlungsfähigkeit. Abgrenzung bedeutet

nicht Gleichgültigkeit, sondern die bewusste Gestaltung

von Nähe und Distanz: Klare Rollen, das Setzen von

Grenzen und auch das Nein-Sagen, wenn Anforderungen

die eigene Belastbarkeit überschreiten.

NÄCHSTENLIEBE

bedeutet für mich ...

... mit aller Kraft daran zu arbeiten, den bei

uns lebenden lebensverkürzend erkrankten

Kindern alles zu geben, das möglich ist um

ihnen Freude, Geborgenheit und ein den Umständen

entsprechend bestmögliches Leben

bieten zu können. Selbst bei Ausflügen und

Festen im Hilde Umdasch Haus zu helfen

und Hand anzulegen, oder den Kindern bei

Besuchen in Liebe zu begegnen, ist ein Aspekt

der gelebten Nächstenliebe. Ein weiterer ist,

um Spenden und Sponsorings zu bitten, um

unsere besondere Pflegeeinrichtung finanziell

abzusichern. Das ist für mich deswegen

genauso ein Akt der Nächstenliebe, denn

dadurch können wir die Extra-Arbeitszeit

der Pflegekräfte finanzieren, die sie benötigen,

um neben den Pflegehandlungen auch Geborgenheit,

Gemeinschaft und Zuneigung im

Übermaß geben zu können.

IM FOKUS – MALTESER KINDERHILFE

Pflegende tragen eine hohe emotionale Verantwortung.

Sie begleiten Menschen oft über lange Zeiträume,

erleben Verschlechterungen, Abschiede und Tod. Ohne

klare Grenzen können berufliche Belastungen ins eigene

Leben wirken und zu Erschöpfung, Schlafstörungen

oder Überforderung führen. Psychische Gesundheit ist

daher Teil professioneller Haltung und ethischer Verantwortung,

nicht nur ein privates Thema.

Selbstfürsorge und Nächstenliebe

Diese beiden bedingen einander. Wer sich dauerhaft

überfordert, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit,

sondern auch die Qualität der Pflege. Rituale zur

Selbstreflexion, Teamgespräche, Supervision, Seelsorge,

Fortbildungen zur emotionalen Kompetenz und spirituelle

Praxis können helfen, Belastendes abzugeben,

innere Distanz zu gewinnen und neue Kraft zu schöpfen.

So gelingt es, anderen zugewandt zu bleiben, ohne sich

selbst aufzugeben. So wird Pflege menschlich, fachlich

hochwertig und langfristig tragfähig – für Pflegende und

die Menschen, die sie begleiten. •

Felix Montecuccoli

ehrenamtlich tätiges Beiratsmitglied der

MALTESER Kinderhilfe (Hilde Umdasch

Haus); seit 1986 ehrenamtliches Mitglied des

MALTESER Hospitaldienstes Austria;

seit 1991 Mitglied des Souveränen Malteser-

Ritter-Ordens

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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SEIT 65 JAHREN

Liebe erweisen

Warum Henriette und Karl Ernst Blanckenstein

nach wie vor tätig sind

von Jochen Ressel

Beide wurden 1961 in den MALTESER Hospitaldienst Austria aufgenommen und zählen damit zu den längstjährig

aktiven Mitgliedern im Dienst der Nächstenliebe. Warum machen sie das seit 65 Jahren? Ihre Antwort

zeigt, was das Malteser-Sein ausmacht.

Wie hat Eure Tätigkeit

begonnen?

Karl Ernst: Nachdem im

Zuge der Ungarnkrise 1956

ganz spontan ein Hilfsdienst

von Mitgliedern des

Malteserordens ins Leben

gerufen worden war, entstand

daraus der Malteser

Hospitaldienst Austria.

Nach einem Erste-Hilfe-

Kurs mit dem Roten Kreuz

ging es für uns 1961 einfach

los. Damals gab es nur ein

einziges Rettungsauto und

es gab keine großartigen

Ausbildungsvoraussetzungen.

So haben wir einfach

mit der Tätigkeit begonnen,

sind Krankentransporte

gefahren, haben sonntags

im Spital Patienten gepflegt

und konnten unzähligen

Menschen helfen.

Gab es dazwischen Lebensphasen

mit weniger Aktivitäten?

Henriette: Ja, leider, vor

allem während meines

Studiums in Innsbruck und

meiner beruflichen Tätigkeit

in Deutschland. Aber

ich konnte viele Jahre mit

den deutschen Maltesern

16


die Krankenwallfahrt nach Lourdes als Teil des Pflegeteams

erleben. Letztes Jahr – 2025 – war meine 30.

Reise nach Lourdes.

Karl Ernst: Ich verbrachte dann beruflich einige

Zeit in Griechenland, wo es zu dieser Zeit keine

Malteser gab und wo es aufgrund der sehr strikten

Haltung der Orthodoxen Kirche sehr schwierig war.

Meine Wallfahrten nach Rhodos, einem der früheren

Hauptsitze des Ordens, waren dann meine Stütze.

Was geschah, als Ihr Ende der 1990er Jahre nach Wien

zurückgekehrt wart?

Karl Ernst: Wir stellten uns voll in den Dienst der

Nächstenliebe. Vor allem als wir in Pension gingen,

konnten wir viel mehr Zeit einsetzen. Ich sagte dem

damaligen Großprior: Setze mich ein, wo immer Du

mich brauchst. Und so stand ich zwei Jahre dem

Altenwohnhaus „Haus Malta“ vor, war fünf Jahre

Kommandant des Malteser Hospitaldienstes Austria,

Delegat des Ordens für das Burgenland, Ratsmitglied

usw. So konnte ich mein Leben der Hilfstätigkeit

widmen.

Henriette: Es wurde für mich zu einem fixen Bestandteil

meines Lebens, mich um Bewohner des

„Haus Malta“ und um betreute Personen im Burgenland

zu kümmern und das habe ich in unserem 2022

in Betrieb gegangenen modernen Pflegewohnhaus

„Malteser Ordenshaus“ beibehalten.

Warum setzt Ihr Euch seit unglaublichen 65 Jahren für

Arme und Kranke ein?

Henriette: Für uns war das nie eine Frage. Schon

unsere Eltern waren Mitglieder des Malteserordens.

Es war für uns beide selbstverständlich, dass

wir als Christen die Verantwortung haben, uns für

Arme und Kranke einzusetzen. Für uns ist es ein

Gottesdienst der besonderen Art – und unglaublich

bereichernd.

Karl Ernst: Mein Vater war schon im 1. Weltkrieg bei

den Lazarettzügen des Ordens aktiv und versorgte

Verwundete. Durch die Hinwendung, das bewusste

Hinschauen und dem Erkennen von Leid muss man

einfach helfen – das verleiht intrinsische Motivation.

Und aus all dem, was man erlebt, erhält man soviel

zurück, das es einem unmöglich macht, einfach

aufzuhören. Daher sind wir nach wir vor aktiv und

beten darum, dass wir es noch lange sein können!

Herzlichen Dank für das Gespräch! •

NÄCHSTENLIEBE

bedeutet für mich ...

... nicht große Worte reden, sondern konkret

handeln. Wenn jemand in Not ist, zählt für

mich nicht, woher die Person kommt, was sie

glaubt oder wie sie in diese Situation gekommen

ist. In diesem Moment geht es darum, ruhig

zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen

und bestmöglich zu helfen. Ich glaube daran,

dass jeder Mensch von Gott gewollt ist. „Liebe

deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Mk 12,31) –

dieser Satz ist für mich nicht nur ein schöner

Leitspruch, sondern eine klare Orientierung.

Nächstenliebe heißt für mich deshalb, jedem

Menschen mit derselben Würde und Ernsthaftigkeit

zu begegnen – gerade dann, wenn

er verletzlich ist. Dazu gehört für mich auch,

meine Aufgabe ernst zu nehmen. Ich bilde mich

regelmäßig weiter, halte mein medizinisches

Wissen auf dem aktuellen Stand und investiere

viel Zeit in ehrenamtliche Einsätze. Nicht, weil

ich alles perfekt machen will, sondern weil ich

weiß, wie entscheidend Kompetenz in einer

Notsituation sein kann. Wer helfen will, muss

vorbereitet sein.

Für mich ist das eine sehr bodenständige Form

von Glauben: Aufmerksam sein, Verantwortung

übernehmen, ruhig bleiben, wenn andere es

nicht mehr können. In einer Notsituation professionell

und mit Respekt zu handeln – das ist

für mich gelebte Nächstenliebe.

Laura Schullern-Schrattenhofen

seit 2018 beim MALTESER Hospitaldienst

Austria ehrenamtlich tätig

Notfallsanitäterin NKV – Lehrsanitäterin

IM FOKUS – MALTESER HOSPITALDIENST AUSTRIA

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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Familienadventmarkt:

EIN GROSSER ERFOLG

DANKE

an alle Unterstützerinnen

und Unterstützer

• Brandstetter Gerhard & Silvia

• Die Bücher-Eva (Eva Maria

Neuheimer)

• Zauberer Wolfgang Hofer

• den Bäuerinnen

• MakerSpace Amstetten

• Musikschule Amstetten

• Stagetime-Company

• BAFEP Amstetten

• BG/BRG Amstetten

• HLW Franziskanerinnen

Amstetten

• Mostviertler Bildungshof

Gießhübl

• PTS Amstetten

• den Mittelschulen Amstetten,

Hausmening, Mauer, Neustadtl

• der Privaten Mittelschule

Amstetten,

• Transjob Amstetten

• Lebenshilfe und Sozialdienst

Mostviertel

• allen privaten Ausstellern:

Sladjana Pasic, Norbert

Harreither, Elisabeth Strodl,

Lisa Katzengruber, Marlene

Schnabel, Waltraud Hahn,

Johanna Silberbauer

• Besonderer Dank an die HLW

Amstetten sowie die HAK/

HAS Amstetten, für die Bereitstellung

der Räumlichkeiten,

Renate Palmetshofer von

der HLW Amstetten für die

engagierte Unterstützung bei

der Planung und Umsetzung

der Veranstaltung sowie den

Haustechnikern beider Schulen

für den großen Einsatz bei Aufund

Abbau und während des

gesamten Tages!

von Katrin König

Am 28. November 2025 lud die MALTESER Kinderhilfe zum Familien-

Adventmarkt nach Amstetten. Rund 950 Besucherinnen und Besucher

machten die Veranstaltung zu einem eindrucksvollen Zeichen gelebter Nächstenliebe

und Solidarität in der Vorweihnachtszeit. Der großartige Betrag von

Euro 12.334,– konnte für die bei uns gepflegten, betreuten und geförderten

lebensverkürzend erkrankten Kinder und Jugendlichen erwirtschaftet werden.

Fotos

Zum Album

des Familien-

Adventmarkts

In stimmungsvoller Atmosphäre bot der Familien-Adventmarkt ein vielfältiges

Programm für Groß und Klein: Liebevoll gestaltete Marktstände,

kulinarische Köstlichkeiten, kreative Mitmachangebote sowie ein abwechslungsreiches

Unterhaltungsprogramm, sorgten für einen lebendigen und

herzlichen Nachmittag. Das große Engagement spiegelte sich nicht nur in

der hohen Besucherzahl, sondern auch im hervorragenden Ergebnis wider.

Der gesamte Erlös kommt den Projekten der Malteser Kinderhilfe zugute

und unterstützt Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen.

Der Familien-Adventmarkt 2025 hat einmal mehr gezeigt, wie viel gemeinsam

bewegt werden kann, wenn viele Menschen ihre Zeit, ihr Können und

ihr Herz für den guten Zweck einsetzen. Die Malteser Kinderhilfe sagt ein

herzliches „Vergelt’s Gott“ und freut sich auf weitere gemeinsame Initiativen

im Dienst am Nächsten. •

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Ein Partner für UNTERNEHMEN

Unternehmen haben die Chance, mit der

MALTESER Kinderhilfe soziale Verantwortung

zu übernehmen.

von Olivier Loudon

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass eine Corporate Social Responsibility-Partnerschaft (CSR) mit der

MALTESER Kinderhilfe weit über klassische Spenden hinausgeht. Sie ist eine glaubwürdige, transparente und

nachhaltig wirksame Möglichkeit, gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Ob finanzielle Beiträge, Projektpartnerschaften,

Mitarbeiterinitiativen oder langfristige CSR-

Kooperationen: Unternehmensengagement ermöglicht

genau jene Qualität und Menschlichkeit in

der Pflege lebensverkürzend erkrankter Kinder, die

andernfalls nicht in vollem Umfang gesichert wäre.

Krankheit im Mittelpunkt, sondern das Leben – so

selbstbestimmt und liebevoll begleitet wie möglich.

Die Anforderungen an eine solche Einrichtung

sind hoch. Rund um die Uhr ist spezialisiertes

Pflegepersonal im Einsatz, ergänzt durch Therapieangebote,

psychosoziale Begleitung und Entlastung

für Angehörige. Gleichzeitig steht die Malteser

Kinderhilfe vor einer strukturellen Herausforderung:

Trotz medial kommunizierter Mehrausgaben

des Landes Niederösterreich reichen die Pflegetagsätze

nach wie vor nicht aus, um das Haus aus

der Verlustzone zu führen. Das daraus entstehende

Delta ist beträchtlich und lässt sich nicht allein

durch Effizienzmaßnahmen ausgleichen – das

macht zusätzliche Unterstützung unverzichtbar.

MALTESER KINDERHILFE

Doppelter Mehrwert für Unternehmen

Denn wenn ein Kind lebensverkürzend erkrankt

ist, braucht es mehr als medizinische Versorgung. Es

braucht Zeit, Zuwendung, hochqualifizierte Pflege

und individuelle Förderungen – und einen Ort, der

Sicherheit und Würde vermittelt. Genau das bietet

die Malteser Kinderhilfe mit dem Hilde Umdasch

Haus in Amstetten: eine spezialisierte Pflegeeinrichtung

für schwer und unheilbar erkrankte Kinder und

Jugendliche sowie ihre Familien. Hier steht nicht die

Mit einer Malteser Kinderhilfe-Partnerschaft leisten

Unternehmen konkrete Hilfe dort, wo sie jetzt

dringend gebraucht wird – und sie stärken zugleich

ihre soziale Glaubwürdigkeit nach innen und außen.

Die Mitarbeitenden der Unternehmen erleben Sinnhaftigkeit,

Kunden sehen echtes Engagement, und

die Region profitiert von einer Spezial-Pflegeeinrichtung,

die ohne zusätzliche Unterstützung in dieser

Form nicht bestehen könnte.

Die Malteser Kinderhilfe steht für Professionalität,

Transparenz und Wirkung. Als Partner bietet sie

Unternehmen die Möglichkeit, CSR erlebbar zu

machen. Gerade im Licht der aktuellen Situation der

Pflege wird klar: Verantwortung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Und sie beginnt dort, wo Hilfe für

die Schwächsten unserer Gesellschaft konkret wird. •

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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Das Fest der Liebe

ALS HERAUSFORDERUNG

Weihnachten im MALTESER Ordenshaus

von Thomas Kissich

Wenn Weihnachten näher rückt wird für viele Menschen spürbar, wie wichtig Nähe, Geborgenheit und

familiärer Zusammenhalt sind. Gerade für jene, die keine Angehörigen mehr haben, oder Weihnachten in

ihrem Leben nicht positiv erleben durften, ist diese Zeit eine besondere Herausforderung. Im MALTESER

Ordenshaus wird hier bewusst angesetzt – mit dem Ziel, das Fest der Liebe für alle Bewohnerinnen und

Bewohner erlebbar zu machen.

Zu Weihnachten wird vielen Menschen mitunter

besonders bewusst, was fehlt: Vertraute Nähe,

familiäre Rituale und das Gefühl, dazuzugehören.

Für Bewohnerinnen und Bewohner ohne Angehörige

oder mit schmerzhaften Lebenserfahrungen

kann das „Fest der Liebe“ daher auch Einsamkeit

und Traurigkeit verstärken. Umso wichtiger ist

es, diesem Gefühl mit Gemeinschaft, Zuwendung

und gelebter Nächstenliebe zu begegnen – wie in

unserem Pflegewohnhaus, in dem das Weihnachtsfest

aufwendig und mit viel Herz gestaltet wird, von

unserem multikulturellen und multikonfessionellen

Team. So wird durch enge Teamarbeit christlichen

Kolleginnen und Kollegen auch ermöglicht, die

Feiertage im Kreis ihrer Familien zu verbringen.

Eine feierliche Bewohner-Weihnachtsfeier bildet

dabei den Mittelpunkt. Im familiären und festlichen

Rahmen kommen Bewohnerinnen und Bewohner,

Mitarbeitende und Gäste zusammen, um zu feiern, zu

singen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Das Fest

der Geburt Christi als Zeichen der Liebe, Hoffnung

und Menschlichkeit wird dadurch erlebbar. Alle können

Gemeinschaft spüren, innehalten und jene Nähe

erfahren, die vielen in ihrem Leben gefehlt hat. Niemand

soll sich ausgeschlossen fühlen; auch diejenigen,

die keine Familie mehr haben, oder Weihnachten erstmals

in einem neuen Umfeld erleben. Als sicht- und

spürbares Zeichen der Verbundenheit nimmt außer

der Geschäftsleitung auch der Vorstand des Vereins

Malteser Ordenshaus an der Weihnachtsfeier teil und

gestaltet sie aktiv mit.

Zusätzlich organisiert der Malteser Hospitaldienst

Austria einige Tage vor dem Weihnachtsfest eine

weitere Feier für die Bewohnerinnen und Bewohner

20


des Hauses. Auch hier steht das gemeinsame

Erleben im Vordergrund: Zeit schenken, zuhören,

miteinander feiern und jenen Menschen

besondere Aufmerksamkeit schenken, die

keine Angehörigen mehr haben.

Für alle im Malteser Ordenshaus trägt Weihnachten

somit nicht nur das Etikett „Fest der

Liebe“, sondern wird bewusst als solches gelebt

– als Zeichen der Menschlichkeit, der Gemeinschaft

und der Nächstenliebe. •

DIGITALISIERUNG in der Pflege

MALTESER ORDENSHAUS

Unterstützung, die den Alltag erleichtert

von Gerhard Ernst

Kaum jemand verlässt heute das Haus ohne Smartphone – einem vollwertigen Computer in der Hosentasche als

zentrales Tool, das Kommunikation, Organisation und Information vereint. Auch in der Pflege ist die Digitalisierung

längst angekommen und spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Unterstützung von Mitarbeitenden, Bewohnerinnen

und Bewohnern.

Im Pflegealltag muss Digitalisierung für Entlastung

sorgen und dabei helfen, Abläufe effizienter zu

gestalten, schneller zu reagieren und die Qualität

der Betreuung weiter zu verbessern. Gleichzeitig

bleibt der Mensch im Mittelpunkt – Technik dient

als Unterstützung, nicht als Ersatz.

Ein Beispiel dafür ist die moderne Rufanlage im

Malteser Ordenshaus. Diese ist weit mehr als ein

einfaches Notrufsystem, da im Hintergrund verschiedene

Metadaten erfasst werden, die für statistische

Auswertungen herangezogen werden. Dadurch lassen

sich Abläufe analysieren, Reaktionszeiten verbessern

und der Pflegealltag gezielt weiterentwickeln.

Jedes Zimmer ist mit einem eigenen Tablet ausgestattet,

das direkt mit der Rufanlage verbunden

ist. Früher war lediglich ein akustisches Signal zu

hören. Pflegekräfte mussten auf den Gang gehen,

um anhand von Leuchtanzeigen den Ruf-Ort zu

lokalisieren. Heute zeigt der Bildschirm sofort an,

wer Unterstützung benötigt. Sensoren, die mit der

Rufanlage gekoppelt werden, sind u.a. in Tritt- oder

Sensormatten eingearbeitet, die den Pflegekräften

automatisch melden, wenn ein Bewohner aufsteht.

Gerade bei Personen, die Unterstützung benötigen,

diese aber nicht immer aktiv anfordern möchten,

verbessert dies die Sicherheit ganz wesentlich und

wahrt gleichzeitig die Würde der Bewohner. So

erfolgt Hilfe schnell und diskret, ohne dass der Bewohner

bewusst um Unterstützung bitten muss.

Technik wird so zu einem stillen Begleiter, die

im Hintergrund unterstützt und den Pflegealltag

menschlicher macht. Die Digitalisierung in

der Pflege ist kein Zukunftsthema mehr – sie ist

längst Realität. Richtig eingesetzt erleichtert sie

Tätigkeiten, verbessert Arbeitsabläufe und schafft

mehr Zeit für das Wesentliche: Für die persönliche

Zuwendung und die Betreuung der Menschen. •

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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BESONDERE GÄSTE

im MALTESER Ordenshaus

Seidenhühner als Therapietiere

von Sophie Fletzberger

Seidenhühner gewinnen in Pflegeeinrichtungen zunehmend an Bedeutung als Therapietiere. Ihr besonderes

Erscheinungsbild mit dem weichen, fellartigen Gefieder, ihre ruhige Art und ihr freundliches Wesen machen

sie besonders geeignet für den Einsatz bei betagten und pflegebedürftigen Menschen. Die Bewohnerinnen und

Bewohner konnten sich kürzlich über den besonderen Besuch der flauschigen Seidenhühner der Institution

„Herzenstiere“ freuen. Der Besuch sorgte für Begeisterung und für viele glückliche Momente.

Diese besonderen Tiere wecken Neugier, Zuneigung

und Erinnerungen an frühere Lebensphasen. Das

Streicheln des weichen Gefieders reduziert Stress

sowie Ängste und trägt zur Entspannung bei.

Besonders bei Menschen mit Demenz fördern die

Tiere positive Emotionen und regen zu Gesprächen

an. Erinnerungen an das Landleben, an frühere

Haustiere, oder an die Kindheit werden wachgerufen

und stärken das Gefühl von Identität und

Vertrautheit. Darüber hinaus fördern Seidenhühner

soziale Interaktion, weil das gemeinsame Erleben

Gesprächsanlässe zwischen Bewohnerinnen, Bewohnern

und Pflegepersonal schafft.

Nicht zuletzt vermitteln Seidenhühner ein Gefühl

von Verantwortung und Lebendigkeit. Ihr ruhiges

Dasein erinnert an natürliche Rhythmen und bringt

ein Stück Natur in den Pflegealltag. Seidenhühner

können erstaunlich viele Farben erkennen – und sie

genießen Streicheleinheiten lieber am Körper als am

Kopf. Einige Bewohnerinnen und Bewohner nahmen

die Tiere auf den Schoß, streichelten und fütterten sie.

Die Begegnung bereitete allen große Freude. Die

Gesichter der Bewohnerinnen und Bewohner

strahlten, während sie die Nähe der Tiere genossen

und sich angeregt über den besonderen Besuch

austauschten. •

22


24-STUNDEN-BETREUUNG

sicherstellen

Jetzt faire Förderung und Qualität sichern!

von Helmut Lutz

Die finanzielle Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung ist die einzige Betreuungs- und Pflegeleistung,

bei der das Einkommen als Barriere dient. Allerdings sind 30.000 Menschen in Österreich auf eine

24-Stunden-Betreuung angewiesen – ohne sie müssten viele in Pflegewohnheimen wohnen, obwohl dort

die Plätze fehlen. Doch die Zugangshürden bleiben bestehen.

Seit 2007 blockiert die veraltete Einkommensgrenze von

Euro 2.500,– monatlich die volle Förderung – obwohl

Lebenserhaltungskosten und Einkommen längst gestiegen

sind. Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung ist

die einzige Betreuungs- und Pflegeleistung, bei der das

Einkommen als Barriere dient. Das ist ungerecht und

widerspricht dem Grundsatz der Chancengleichheit

und Chancengerechtigkeit.

MALTESER ORDENSHAUS / MALTESER CARE

Unsere Forderungen an die Politik

Am 20. Februar 2026 tagte die Pflegeentwicklungskommission

(PEK) – mit der 24-Stunden-Betreuung als

Schwerpunktthema. Malteser Care fordert klare Entscheidungen:

• Sofortige Anpassung der förderungsrelevanten Einkommensgrenze,

die seit 2007 unverändert blieb und

heute realitätsfremd ist, auf zumindest Euro 4.000,–.

• Gleichwertige Förderung für alle Betreuungsformen:

Ob stationär, mobil oder zu Hause – die

Wahlfreiheit der Betroffenen muss finanziell abgesichert

sein.

• Verbindliche Qualitätssicherung durch Fachpflege,

die bereits heute als „Herzstück“ der Betreuung gilt.

Qualität kostet Geld – wer sie will, muss die Förderung

endlich anpassen.

• Langfristige Absicherung der 24-Stunden-Betreuung

als eine der zentralen Säulen der Versorgungslandschaft

in Österreich, statt kurzfristiger Lösungen.

Die Pflegeentwicklungskommission (PEK) hat jetzt die

Chance, die Weichen für ein faires Pflegesystem zu stellen.

Es darf nicht sein, dass Menschen für ihren Wunsch,

daheim zu bleiben, bestraft werden. Die Politik muss

handeln – nicht erst in Jahren, sondern JETZT! •

Gemeinsam mit MALTESER Care-GF Helmut

Lutz forderten Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin

Hilfswerk Österreich (mi.) und Anna Parr,

Generalsekretärin Caritas Österreich (li.), bei

der Pressekonferenz am 17. Februar 2026 endlich

konkrete Schritte.

Schon der Titel der Pressekonferenz macht

die Dringlichkeit des Themas klar.

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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DANKE für große Freigiebigkeit!

Die Ergebnisse der Straßensammlungen

ermöglichen viel Gutes.

von Lukas Krupitza

„Warum Spenden? Gute Gründe für die Bitte um finanzielle Mittel“ – das war das Motto der Adventausgabe 2025

unseres Magazins „Die MALTESER“. Mit dem Advent beginnen nämlich in Österreich die weithin bekannten Straßensammlungen.

Unsere ehrenamtlichen Malteser in ihren traditionellen und bekannten Uniformen prägen in dieser Zeit

das Stadtbild Wiens, jenes von Graz und Innsbruck und bitten höflich um Spenden. Außerdem fand in Salzburg eine

Sammelaktion bei den Weihnachtsgottesdiensten statt. Was dieses Jahr erreicht werden konnte, ist herausragend!

Trotz steigender Lebenserhaltungskosten,

wirtschaftlicher Unsicherheit und nicht immer

perfektem Wetter, zeigten die Menschen unglaubliche

Solidarität mit Menschen, die Hilfe

benötigen – mit armen, kranken, behinderten und

unterstützungsbedürftigen Personen.

In der bereits erwähnten Magazin-Ausgabe Ende

2025 wurde aufgezeigt, warum wir für all diese

Spenden so dankbar sind: Weil nur dadurch all

das Gute möglich gemacht wird, für das wir als

Malteser stehen. Sie ermöglichen unzählige Sozialund

Besuchsdienste, behindertengerechte Freizeitangebote,

die Erfüllung von Herzenswünschen

inkl. der dafür vielfach benötigten Rettungs- und

Sanitätskraftwagen und nicht zuletzt werden die

großen Wallfahrten dadurch möglich gemacht –

wie heuer nach Lourdes im Mai, nach Altötting

im Juli und nach Rom im Oktober. Für hunderte

junge Malteser, die z.B. noch studieren und als

betreuendes Personal ehrenamtlich mitreisen,

übernimmt der Malteser Hospitaldienst Austria

die Reisekosten, damit die von uns begleiteten

unterstützungsbedürftigen Pilger optimal betreut

werden können.

Als Vizekommandant danke ich im Namen

unseres Kommandanten, Johann-Philipp

Spiegelfeld, und im Namen des gesamten Vizekommandos

mit Gini Czernin und Konstanze

Loudon, den unglaublich engagierten, ehrenamtlichen

Maltesern, die die Sammlaktionen so

erfolgreich organisiert haben. Danke an Margot

und Friedrich Schwetz (Innsbruck), Rosa Sommer-Sieghart

und Matthias Dibiasi (Wien), Paul

Gütler (Graz) und Gerhard Hofbauer (Salzburg).

Vor allem aber ein von Herzen kommendes

„Vergelt’s Gott“ allen, die mit Ihren finanziellen

Beiträgen zu den großartigen Sammelergebnissen

beigetragen haben.

Durch das Magazin, das Sie gerade in Händen

halten, über unsere Webpage www.malteser.at

und durch unsere Social Media-Kanäle auf Instagram

und Facebook halten wir Sie laufend informiert,

was durch Ihre Spende möglich gemacht

wird. Nochmals: Herzlichen Dank! •

24


EINSATZ MIT HERZ

in Rom

MALTESER Ambulanzdienste im Heiligen Jahr

von Manuel Weinberger

Bekanntlich zählt Österreich nicht zu den größten Ländern der Erde. Aber im Bereich der Unterstützung

internationaler Hilfseinsätze sind wir immer vorne dabei. Der Bitte des Papstes an den Malteserorden, alle

Erste-Hilfe-Stationen bei den vier vatikanischen Basiliken und am Petersplatz während des gesamten Heiligen

Jahres 2025 zu besetzen, folgten zahlreiche ehrenamtliche Mitglieder des MALTESER Hospitaldienstes Austria.

MALTESER HOSPITALDIENST AUSTRIA

Jedes Team machte sich

zum Dienstbeginn mit

der medizinischen Ausstattung

der Erste-Hilfe-

Stationen vertraut.

Jedes Team musste aus vier Personen gebildet sein: 1 Ärztin/Arzt +

1 dipl. Pflegekraft + 2 Ambulanzhilfen – und das vom 24. Dezember

2024 bis 6. Jänner 2026, somit 54 Wochen, an fünf Standorten,

jeweils eine Vor- und eine Nachmittagsschicht – das bedeutete,

dass der Malteserorden ca. 2.000 Personen aus aller Welt zur

Bewältigung dieser Mammutaufgabe bereitstellen musste.

Aus Österreich engagierten sich zehn ehrenamtliche Teams, die

sich jeweils eine gesamte Woche für diese Hilfseinsätze zur Verfügung

stellten. Dieser Liebesdienst, Millionen Pilgern bei ihren

gesundheitlichen Problemen beizustehen, kann nicht hoch genug

geschätzt werden. Dessen ist sich auch Papst Leo XIV. bewusst, der

nach dem Abschluss des Heiligen Jahres Repräsentanten verschiedener

Hilfsorganisationen zu einer besonderen Audienz lud, um

sich zu bedanken. „Ihr habt auf vielfältige Weise Unterstützung

geleistet, oft im Verborgenen, immer engagiert und voller Verantwortung“,

so der Heilige Vater. Der Kommandant des Malteser

Hospitaldienstes Austria, Johann-Philipp Spiegelfeld, zeigt sich von

dem Einsatz der österreichischen Malteser beeindruckt: „Im Namen

des gesamten Kommandos danke ich allen für diesen besonderen

Dienst. Das große Engagement so vieler hat uns zutiefst berührt.

Euch allen ein herzliches ‚Vergelt’s Gott!‘“ •

Jedes Teammitglied erhielt eine Dankesauszeichnung

vom Malteserorden, hier

überreicht von Ordensprälat S.E. Msgr.

Luis Manuel Cuna Ramos.

Es wurde in der Einteilung auch für Freizeit

gesorgt, damit auch die Teammitglieder

die Heiligen Pforten besuchen und durchschreiten

konnten.

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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NEUES AUS DEM BEREICH

Salzburg

von Gerhard Hofbauer

NEUJAHRSEMPFANG

im Campus Borromäum

Über 70 Personen zählte die Gemeinschaft aus Maltesern,

betreuten Gästen und Freunden, die zusammengekommen

waren, um das neue Jahr willkommen zu heißen. Johannes

Gruchmann führte beherzt durch die Einrichtungen

der neuen Bildungsanstalt für Elementarpädagogik am

Campus Borromäum, wobei auch alle bewegungseingeschränkten

Personen mit Rollstühlen problemlos teilnehmen

konnten. Die stimmige Messfeier und die besonders

tiefsinnige Reflexion des Weihnachtsereignisses in der

Ansprache von Borromäum-Rektor Balthasar Sieberer

setzte ein feinsinniges, spirituelles Highlight für die

gesamte Gruppe. Entsprechend harmonisch, mit vielen

guten Gesprächen und Kontakten, gestaltete sich der

kommunikative Teil, der auch fürs leibliche Wohl Sorge

trug. Ein auffällig gelungener Start ins neue Jahr.

Eine Gabe des Heiligen Geistes

ERKENNTNIS

von P. Sebastian Hacker OSB

„Die Selbsterkenntnis ist wohl die längste Entdeckungsreise

unseres Lebens und sie hört nicht mit

dem Tod auf.“

„Das Staunen steht am Anfang der Erkenntnis.

Staunen ist kein Erobern oder Kämpfen, sondern

ein zurückhaltendes Wahrnehmen.“

„Die Gabe der Erkenntnis lässt uns Gottes Spuren

in der Schöpfung und den Ereignissen unseres

Lebens erkennen. Sie lässt uns das Gute vom Bösen

unterscheiden.“

„Erkennen bedeutet, eins werden. In der Genesis

heißt es: ‚Der Mensch erkannte Eva, seine Frau; und

sie wurde schwanger.‘ Einander an-erkennen ist

daher essenziell für das Leben.“

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NEUES AUS DEM BEREICH

Wien / Niederösterreich

von Thomas Schroll

EINE ROLLENDE LEGENDE

verabschiedet sich aus Wien

Nach über 200.000 km und 26 Dienstjahren in Wien trat der M7

seine Reise nach Rumänien an. Generationen von Maltesern

haben mit diesem Wagen unvergessliche Momente erlebt, was

den Abschied auch emotional werden ließ. Georg Holzhausen

stellte das Fahrzeug als Spende dem Malteser Hilfsdienst in

Rumänien zur Verfügung und überstellte ihn mit seinem Sohn

Tassilo. In Rumänien angekommen wurde er mit großer Wertschätzung

in den Dienst gestellt und unterstützt damit weiterhin

den Dienst der Malteser für kranke, arme und unterstützungsbedürftige

Personen.

MALTESER HOSPITALDIENST AUSTRIA

Ambulanzdienste unterstützen

DIE WEIHE DES NEUEN

ERZBISCHOFS

Der Malteser Hospitaldienst Austria, ergänzt durch Kollegen

der Johanniter, sorgte am 24. Jänner 2026 rund um Einsatzleiterin

Marie-Therese Feldscher, mit einer großen Erste-Hilfe-

Station im Stephansdom für die gesundheitliche Sicherheit

der über 3.000 Besucherinnen und Besucher der Weihe von

Josef Grünwidl zum neuen Wiener Erzbischof. Bereits Stunden

vor dem offiziellen Beginn wurde die benötigte Ausstattung

geprüft, verladen, im Dom aufgebaut, die besten

Standorte der verschiedenen Teams festgelegt, Einsatzbefehle

geprüft, sowie alle Vorkehrungen für einen reibungslosen

Ablauf getroffen. Das Sanitätsteam war daher bei Dehydrationen,

Kreislaufproblemen und anderen gesundheitlichen

Herausforderungen während der 3-stündigen Feierlichkeiten

sofort zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde.

Tags darauf, am 25. Jänner 2026, feierte der neue Erzbischof

eine besondere Heilige Messe für von Armut betroffene

Menschen in der Kirche „Zur heiligen Maria de Mercede“ des

Wiener Priesterseminars. Auch bei dieser Gelegenheit waren

die Malteser mit einer Erste-Hilfe-Station vor Ort. S.E. Erzbischof

Grünwidl brachte seine große Wertschätzung für

die Unterstützung der Malteser bei den Gottesdiensten im

Rahmen seiner Weihe zum Ausdruck.

Fotos: Erzdiözese Wien - Stephan Schönlaub

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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NEUES AUS DEM BEREICH

Oberösterreich

Silvester IN SANDL

von Berenike Elsner und Verena Jurković

Bereits zum zweiten Mal organisierten

die Malteser rund um Silvester ein

mehrtägiges Fest. Rund 40 Teilnehmende

feierten in stimmungsvollem Rahmen

gemeinsam den Jahreswechsel. Ein liebevoll

gestaltetes Rahmenprogramm bot

Raum für Kreativität und Spiritualität,

abgerundet durch ein besonders stilvolles

Spanferkel-Dinner. Ein gelungener Jahresausklang,

verbunden mit Freude auf

alles, was das neue Jahr bereithält.

„NO PROBLEM BALL“ in Baden

von Emma Sigros und Verena Jurković

Er wird als herzlichster Ball bezeichnet

– der „No Problem Ball“ in

Baden, bei dem jeder so sein darf, wie

er ist. Ende Jänner genossen die von

oberösterreichischen Maltesern betreuten

Gäste den Ballabend in vollen

Zügen. Mit großer Freude wurden die

Tanzbeine – und die Rollstühle – geschwungen.

Jede und jeder konnte auf

ganz individuelle Weise der Freude

durch Tanzen Ausdruck verleihen.

Dankbar und mit vielen wunderbaren

Erinnerungen ließen wir diesen besonderen

Abend schließlich gegen

Mitternacht ausklingen!

28


NEUES AUS DEM BEREICH

Burgenland

von Moritz Schuschnigg

Weihnachten im

MALTESER ORDENSHAUS

Herzlichkeit und festlicher Glanz erfüllte die Atmosphäre der Weihnachtsfeier

mit den Bewohnern des Malteser Ordenshauses. Neben

dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern mit musikalischer

Begleitung und dem Hören von Weihnachtsgeschichten, ergaben sich

viele schöne und berührende Gespräche mit unseren lieben Freunden

aus dem Pflegewohnhaus. Ein besonderer Nachmittag der lebendigen

Freude kurz vor Weihnachten.

FASZINATION

Weihnachtskrippe

MALTESER HOSPITALDIENST AUSTRIA

Die Weihnachtskrippe ist deutlich älter als der Christbaum

– und in den Kirchen der Wiener Innenstadt

gibt es besonders eindrucksvolle Exemplare, die zu

einem weihnachtlichen Stadtrundgang einladen. Zu

Epiphanie begaben sich die von uns betreuten Gäste

auf eine stimmungsvolle „Kripperlroas“.

Schüler singen im

MALTESER ORDENSHAUS

Im Jänner kamen insgesamt 36 Schüler der Unterstufe des BRG1

Schottenbastei ins Malteser Ordenshaus, um für die Bewohner

zu singen. Die Bewohner unseres Pflegewohnhauses freuten sich

über diesen jugendlichen Besuch.

SPENDEN GUT –

alles gut!

Durch Glühwein- und Punschverkauf sowie den

Adventmarkt-Sammlungen in Kobersdorf, Gumpoldskirchen,

Stift Heiligenkreuz, Mörbisch und

Ebergassing, konnten wertvolle Spenden lukriert

werden. Damit wird es möglich, Malteser-Aktivitäten

und Sozialprojekte zu realisieren. Ein herzliches

„Vergelt’s Gott“ an alle Spenderinnen und Spender!

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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NEUES AUS DEM BEREICH

Tirol / Vorarlberg

von Clemens Danzl

Erlebnis

INKLUSIONSKLETTERN

Beim Inklusionsklettern mit den Maltesern wuchsen Menschen mit

und ohne Behinderung über sich hinaus. In einer Kletterhalle konnten

alle entsprechend ihren Möglichkeiten luftige Höhen erreichen,

unterstützt von einfühlsamen ehrenamtlichen Maltesern. Freude an

der Bewegung, Vertrauensbildung und persönliche Erfolgserlebnisse

machten diesen Tag zu etwas Besonderem.

WÜRDIGUNGEN FÜR

besonderen Einsatz

Der Abt des Stiftes Wilten, Leopold Baumberger OPraem,

erhielt bei seiner Aufnahme eine besondere Auszeichnung

für seine Unterstützung als Malteser. Die Urkunde wurde

nun im Rahmen einer Feier nachgereicht. Bei dieser Gelegenheit

wurde auch Hemma Zingerle mit dem Ehrenzeichen

der Malteser für langjähriges ehrenamtliches Engagement

geehrt. In mehr als zehn Jahren Engagement hat sie über

10.000 Dienststunden in der Betreuung unterstützungsbedürftiger

Personen ehrenamtlich geleistet. Dafür ein herzliches

„Vergelt’s Gott!“

Eine Gabe des Heiligen Geistes

WEISHEIT

von GR Lic.theol. Stefan Reuffurth

„Für uns Christen ist die Weisheit nicht ‚etwas‘, wie

z.B. für die Mitglieder des hebräischen Glaubens. Für

sie ist die Tora, das Gesetz, die Weisheit, auffindbar

in großen Schriftrollen. Für uns ist die Weisheit ein

‚jemand‘, nämlich Jesus Christus. Er ist die personifizierte

Weisheit, geschaffen aus dem Heiligen Geist.“

„Die Kernfrage aller Weisheit lautet: Wie ist ein

gelungenes Leben möglich? Weisheit ist daher

nichts Theoretisches oder kein Gegenstand einer

theologischen Diskussion – sie ist von ganz praktischer

Bedeutung für unser eigenes Leben und für

die Beantwortung der Frage, wie wir es glücklich

leben können.“

„Weisheit bedeutet keinesfalls alles zu wissen, schon

gar nicht, alles besser zu wissen. Es geht um das

Wissen um Gott. Durch den Heiligen Geist zapfen

wir Gottes Weisheit an und sehen die Welt dadurch

mit Gottes Augen.“

30


... MEHR AUS DEM BEREICH Tirol / Vorarlberg

GROSSSPENDEN durch den

Tiroler Gesellschaftsball

Am 9. November 2025 fand der „Tiroler Gesellschaftsball“

– besser bekannt als Kaiserjägerball – wieder im Kurhaus

Hall statt. Über 700 begeisterte Ballgäste erlebten

eine rauschende Ballnacht, deren Höhepunkt wie immer

die von Berenike Elsner hervorragend choreographierte

Polonaise war. Die von Leonie Zepharovich und Hemma

Zingerle organisierte Tombola mit attraktiven Preisen,

der sehr beliebte Schießstand, die Bar mit Drinks bei

Klavierbegleitung, die Tanzmusik und der rockige Sound

im Saal, machten den Ball zu einem Erlebnis für alle.

Mit den großartigen Sponsor-Erlösen des Balls werden

verschiedene Aktivitäten des Malteserordens unterstützt.

Euro 10.000,– stehen dem Malteser Hospitaldienst

Austria für Aktivitäten in Tirol zur Verfügung,

Euro 10.000,– gehen an die Delegation des Malteserordens

in Südtirol und Euro 5.000,– gehen erneut

an die Hilfsorganisation des Malteserordens in

Südafrika „Brotherhood of Blessed Gérard“. Für

die Aktivitäten in Tirol wurden weitere Euro

5.000,– durch die Tombola generiert. Fürstgroßprior

Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn und Vizekommandant

Lukas Krupitza erlösten Euro 800,–

durch ihren engagierten Würstelverkauf. Das

Ballkomitee bedankt sich von ganzem Herzen bei

allen großzügigen Spenderinnen und Spendern!

Zur Vormerkung:

Der nächste Ball findet am 7. November 2026 im

Kurhaus Hall statt.

MALTESER HOSPITALDIENST AUSTRIA

ESTLAND zu Gast in Tirol

von Verena Trentini

(v.l.n.r.) Delegat V. Trentini, Großprior G. Kühnelt-Leddihn,

Botschafter M. Mautner-Markhof, Alexander Tsikhilov.

Am 17. Jänner 2026 besuchte der Botschafter

des Malteserordens bei der Republik Estland,

S.E. Botschafter Manfred Mautner-Markhof, die

Delegation Tirol/Vorarlberg, um gemeinsam mit

dem Vorsitzenden der Foundation of the Order

of Malta Estonia, Alexander Tsikhilov, über die

Aktivitäten und die Entwicklung des Ordens in

Estland zu erzählen. In der Ausgabe Nr. 4/2025

unseres Magazins „Die MALTESER“ wurde auf

den Seiten 38 bis 41 bereits umfassend über

Estland berichtet. Über neue Hilfsaktivitäten,

wie z.B. die Etablierung von Zahnarztbussen

und behindertengerechten Kleinbussen in Zusammenarbeit

mit dem Paralympischen Komitee

lesen Sie in den nächsten Ausgaben unseres

Magazins. •

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

31


Schnelle Hilfe

BRAUCHT NÄHE

Die Gründung von

MALTESER International Asia-Pacific

von Richard Steeb

Wenn im asiatisch-pazifischen Raum der Monsun ganze Landstriche überflutet, Taifune die Küsten verwüsten

oder Erdbeben viele Städte erschüttern, zeigt sich mit brutaler Klarheit, wie verletzlich viele Millionen von

Menschen leben. Genau hier setzt die Gründung von MALTESER International Asia-Pacific an – als konsequente

Antwort auf eine Region, in der humanitäre Hilfe nicht nur schnell, sondern vor allem nah an den

Menschen sein muss.

zur Gründung von Malteser International

Asia-Pacific. Die ersten gemeinsamen

Hilfeleistungen gab es bereits

für die medizinische Klinik in Dili/

Timor-Leste sowie die Soforthilfe nach

den verheerenden Taifunen auf den

Philippinen.

Malteser International ist in Asien und im Pazifikraum

schon lange aktiv. Doch die zunehmende Häufung

extremer Naturereignisse, verschärft durch Klimawandel,

Urbanisierung und soziale Ungleichheit,

machte deutlich, dass in der Region noch effizientere

Strukturen geschaffen werden müssen.

Hilfe braucht regionale Verankerung, tiefes Kontextwissen

und stabile lokale Partnerschaften. Die

Gründung von Malteser International Asia-Pacific

war daher weniger ein formaler Akt als ein strategischer

Wendepunkt. Die Basis bilden die bereits

bestehenden regionalen Strukturen der Hilfswerke

des Malteserordens, wie auch die Botschafter des

Ordens in den verschiedenen Ländern, die aufgrund

der diplomatischen Beziehungen im Katastrophenfall

mit besten Kontakten zu den politischen

Entscheidungsträgern unterstützen.

Im Zuge der 13. Asien-Pazifik-Konferenz des Malteserordens

unterzeichneten die Präsidenten der

Gliederungen des Malteserordens in Australien,

Südkorea, auf den Philippinen, von Hongkong,

Singapur und Thailand, gemeinsam mit Malteser

International am 6. November 2025 die Erklärung

Malteser International agiert als Koordinierungsstelle

für die akute Nothilfe

des Ordens, dem schnellen Transfer

von Ausrüstung und finanziellen Mitteln sowie

der Generierung von Sofortspenden. Die zentralen

Tätigkeitssäulen sind dabei Katastrophenvorsorge,

Gesundheitsversorgung, Wasser- und Hygienemaßnahmen

(sogenannte WASH-Programme) sowie

der Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen.

Gerade in Küstenregionen und auf Inselstaaten,

die den Folgen des Klimawandels besonders

ausgesetzt sind, zeigt sich der Wert dieses integrierten

Ansatzes: Prävention reduziert Risiken, stabile

Strukturen retten im Ernstfall Leben.

Global vernetzt, aber regional verankert – so lässt

sich das Selbstverständnis von Malteser International

zusammenfassen. Bereits bestehende Projekte auf

den Philippinen, in Myanmar und Thailand, Nepal,

Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Indien zeugen

davon, wie hier Nähe gelebt wird. Sie ermöglicht

Vertrauen, Partnerschaft auf Augenhöhe und Programme,

die sich an realen Bedürfnissen orientieren.

Die Gründung von Malteser International Asia-Pacific

ist damit mehr als ein Kapitel in der Geschichte

einer Organisation – sie ist ein Ausdruck gelebter

Solidarität in einer der dynamischsten und zugleich

verletzlichsten Regionen der Welt. •

32


Wärme im Haus –

WÄRME IM HERZEN

Brennstoffbriketts für den

langen ukrainischen Winter

von Beeke Janson

Von Chernihiv bis Mykolajiw und Sumy teilen drei ältere ukrainische Frauen, die einander nie begegnet sind,

dieselben Nöte: Ihre kleine Rente reicht kaum zum Leben und erst recht nicht zur Reparatur ihrer durch den

Krieg beschädigten Häuser. Zum vierten Mal kämpfen sie nun darum, es im eiskalten Winter warm zu haben.

Maria aus dem Oblast Chernihiv sagt: „Ich habe

schon im Juni angefangen, mich auf den Winter

vorzubereiten. Als mein Mann noch lebte, haben

wir mit Gas geheizt. Aber nach seinem Tod wurde

das zu teuer.“ Die Malteser International-Partnerorganisation

Stabilization Support Services (CF SSS)

unterstützte Menschen wie Maria ab dem Spätherbst

mit Brennstoffbriketts. Mit ihrer Rente von nur Euro

82,– kann sie so den Winter überstehen. „Ich habe

gestern ein Brikett im Ofen ausprobiert – das Haus

ist immer noch warm. Die gelieferte Menge reicht so

für den ganzen Winter“, sagt Maria lächelnd.

Sumy und zerschmetterten die Fenster. „Ich kann mir

kein neues Glas leisten“, sagt sie. „Als das Hilfsteam

Briketts brachte, konnte ich es kaum glauben“, erzählt

Hanna. „Es ist so dringend benötigte Hilfe. Ich

bin so dankbar – ich hätte nicht geglaubt, dass das

möglich ist. Es fühlt sich wie ein kleines Wunder an.“

MALTESER INTERNATIONAL

In Novotymofiivka, im Süden der Ukraine, sind

die Spuren des Krieges überall sichtbar: Zerstörte

Häuser, Arbeitslosigkeit und der ständige Beschuss

prägen das Leben der Menschen. „Das Leben ist sehr

schwer“, sagt Valentyna. „Wenn ich Arbeit hätte,

wäre alles leichter – aber es gibt keine.“ Seit Herbst

2024 hatte sie keine humanitäre Unterstützung mehr

erhalten. Doch Ende 2025 schaffte es ein Hilfsteam

endlich nach Novotymofiivka. Als Valentyna hörte,

dass sie Brennstoffbriketts bekommt, konnte sie

es kaum glauben. „Ich bin so glücklich. Ich kann

wieder auf meinem Ofen kochen, und das Haus ist

warm“, sagt sie. In ihren Augen glänzen Tränen der

Erleichterung.

Im November 2024 explodierten zwei Drohnen

in der Nähe des Hauses der 78-jährigen Hanna in

Heizbriketts mögen wie eine Kleinigkeit wirken.

Aber für Maria, Valentyna, Hanna und Tausende

weitere sind sie wie eine Kerze in der Dunkelheit. Die

Möglichkeit, eine warme Mahlzeit zu kochen und das

eigene Zuhause zu heizen bedeutet ein Stück wiedergewonnene

Stabilität – und neue Hoffnung.

Die österreichischen Malteser unterstützen Hilfsaktionen

in der Ukraine tatkräftig, durch die

Spende mehrerer Rettungsfahrzeuge, durch direkte

Projektfinanzierung und als Teil von „Nachbar in

Not“, wodurch mehrere Notstromaggregate, u.a. für

Waisenhäuser, finanziert werden konnten. •

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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Schloss Mailberg

RELOADED

Neue Saison – neuer Betreiber –

neuer Gutsverwalter

von Richard Steeb

Die Kommende Mailberg ist die älteste Besitzung des Malteserordens weltweit – seit 1156 trägt der Orden die

Verantwortung für Schloss, Grund und Boden. Diese 870 Jahre waren immer wieder mitunter herausfordernd.

Doch ständig wurden neue Lösungen gefunden, um der historischen Verantwortung gerecht zu werden. In die

Saison 2026 geht es mit viel neuem Schwung: Mailberg erlebt einen bedeutenden Generationen- und Betreiberwechsel,

der dem historischen Ensemble neue Perspektiven eröffnet.

Das Schloss Mailberg zählt zu

den markantesten historischen

Bauwerken der Region. Das

Schlosshotel spielt als beliebte

Adresse für Hochzeiten,

kulturelle Veranstaltungen

und Seminare eine zentrale

Rolle im touristischen und

gesellschaftlichen Leben des

Weinviertels. Mit Markus

Gerauer, einem bestens ausgebildeten

und praxiserprobten

Gastro- und Event-Profi, und

seiner Stayatmailberg GmbH,

konnte ein neuer Betreiber für

das Schlosshotel, die Gastwirtschaft

sowie für die Vinothek

gefunden werden. Damit

konnte nicht nur der Hotelbetrieb

gesichert, sondern auch

das Restaurant im Schloss neu

belebt werden.

Der neue Betreiber setzt auf

eine behutsame Weiterentwicklung:

Historische Substanz und

authentisches Ambiente sollen

bewahrt werden, Servicequalität

und Event-Angebote

wurden zugleich zeitgemäß

und innovativ gestaltet. Das

Schloss-Wirtshaus bleibt dabei

ein wesentlicher Bestandteil

des Gesamtkonzepts – als Ort

34


für Kulinarik, Wein und Begegnung. Die im Vorfeld

der Saisoneröffnung gesetzten Marketing-Maßnahmen

zeigen bereits Wirkung und geben Grund zur

Zuversicht für eine erfolgreiche Saison und eine

langfristige Zusammenarbeit.

Grund und Boden: Eine herausfordernde Aufgabe

Schon etwas davor hat sich ein weiterer wichtiger

Schritt in der Geschichte des Areals ergeben: Nach

21 Jahren wurde die Landwirtschaft der Kommende

Mailberg vom Großprior in die jüngeren Hände

von Franz Ferdinand Deym gelegt. Dies wurde

notwendig, da sein Vater, Leonhard, sich beruflich

verändern und sich auf eigenen Wunsch hin als Verwalter

der Kommende zurückziehen wollte. Über

zwei Jahrzehnte lang hat er dankenswerterweise die

älteste Kommende unseres Ordens mit ihrer Landund

Waldwirtschaft zur vollsten Zufriedenheit des

Ordens, als äußerst korrekter und verlässlicher

– ja kluger – Verwalter geführt. Als Forst- und

Landwirt mit Leib und Seele, der sein Handwerk

versteht und liebt, der selbst anpackt indem er im

Wald arbeitet, am Traktor sitzt und den Acker bestellt,

ist es ihm zu verdanken, dass die Kommende

zu einem Vorzeigebetrieb wurde. Mit viel Geschick

hat er den Gutsbetrieb an die sich ändernden

Gegebenheiten angepasst und die Grundlagen für

eine weitere positive Zukunft gelegt – denn sowohl

Land- wie auch Waldwirtschaft setzen ein Vorausdenken

auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte

voraus.

Sein Sohn, Franz Ferdinand Deym, übernimmt

nun die Verantwortung für einen vielseitigen

und komplexen Betrieb und stellt sich den

Herausforderungen. Er hat in den letzten Jahren

in Deutschland gearbeitet und seine Ausbildung

als staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau

sowie als Bachelor Professional in Agrarwirtschaft

abgeschlossen. Unter anderem sammelte er

praktische Erfahrungen, nicht nur in Mailberg,

sondern auch durch seine Tätigkeit in Kanada.

Er bringt die nötige Liebe und Freude zur harten

Arbeit mit und ist auch ein Garant für Kontinuität,

da er in Mailberg aufgewachsen und auch in

die Schule gegangen ist.

Zur Gutsverwaltung Mailberg zählen die biologisch

geführte Landwirtschaft, der Waldbetrieb, die

Verwaltung der verpachteten Jagden sowie das

Schloss-Weingut Malteserorden, ein von Lenz

Moser bewirtschafteter Weinbaubetrieb, der Weine

im Top-Segment keltert. Diese Bereiche bilden

gemeinsam das wirtschaftliche und ökologische

Rückgrat der Kommende. Mit dem Generationswechsel

wird Beständigkeit ebenso betont wie die

Offenheit für neue Impulse – insbesondere im

Hinblick auf neue technische Entwicklungen in der

nachhaltigen Bewirtschaftung und der langfristigen

Wertschöpfung.

Klimawandel, damit einhergehende Wetterkapriolen

sowie dadurch verursachter vermehrter Schädlingsbefall,

gepaart mit geringen Niederschlägen

und sich verändernder Bodenchemie machen es

immer schwieriger, relevante Mengenerträge zu erwirtschaften

und erfordern gezielte Sortenauswahl.

Hohe Energie- und Lohnkosten sowie unsichere

Märkte mit teilweise überbordenden Preisstützungen

von Agrarprodukten aus dem Ausland machen

es vor allem in einem biologisch ausgerichteten

Betrieb zu einer Herausforderung, für die Agrarprodukte

auch kostendeckende Preise zu erzielen,

die sich am Weltmarkt orientieren.

Ein Neustart

Der gleichzeitige Neustart im Hotel-, Restaurantund

Eventbetrieb sowie die Übergabe der Gutsverwaltung

markieren für Mailberg einen Meilenstein.

Schloss, Gut und Landschaft bleiben damit nicht

nur erhalten, sondern werden aktiv weiterentwickelt

– als lebendiger Ort zwischen Geschichte,

Wirtschaft und regionaler Identität. •

RUNDSCHAU

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

35


EIN NEUER HIRTE für Wien

Bei seiner Weihe und Amtseinführung setzt

S.E. Erzbischof Josef Grünwidl

ein Zeichen für Arme und Kranke

von Jochen Ressel

Es war ein Fest für die gesamte Wiener Erzdiözese und für die Kirche in Österreich ganz generell. Getragen

von spürbarer Freude und dem Geist des Miteinanders begrüßten über 3.000 Gläubige am 24. Jänner 2026

den neuen Wiener Erzbischof im Stephansdom mit einem fulminanten Gottesdienst – würdevoll und doch in

Bescheidenheit und Demut.

Fotos: Erzdiözese Wien - Stephan Schönlaub

Im Zuge seiner Weihe und Amtseinführung wurde

in den Medien bereits umfassend über Josef Grünwidl

und seinem Werdegang berichtet. Was könnten

wir in unserem Magazin dem noch hinzufügen?

Bestimmt sind es seine Äußerungen, die auf das

hinweisen, was ihm und auch dem Malteserorden

besonders wichtig ist: Die Hinwendung zu den

Armen und Kranken. Schon am 25. Jänner 2026

wurde dies auf herausragende Weise spürbar.

Nur einen Tag nach seiner Bischofsweihe zeigte

S.E. Erzbischof Josef Grünwidl, dass ihm die Menschen

am „Rande der Gesellschaft“ sehr am Herzen

liegen. Gemeinsam mit der Pfarrcaritas lud er über

100 armutsbetroffene Menschen zu einer Messe

in die Kirche Santa Maria de Mercede des Wiener

Priesterseminars und zu einem anschließenden

Mittagessen ein. Zu den Gästen zählten Personen,

die aus den Wärmestuben der Pfarren kamen,

Frauen, die von der St. Elisabeth-Stiftung betreut

werden, Besucherinnen und Besucher des Vinziwerks

sowie Personen, die die LeO-Essensausgabestellen

nutzen. Ein Ambulanzteam der Malteser

unterstützte dieses besondere Zusammentreffen.

Die Predigt des neuen Erzbischofs zeigte deutlich,

was ihm ganz persönlich wichtig ist.

Hier eine auszugsweise Zusammenfassung:

„Der Stephansdom ist bekanntlich sehr groß. Aber

im Zuge der Planungen meiner Bischofsweihe wurde

schnell klar: Mit den Gästen aus den Pfarren, in

denen ich tätig war, vielen Mitarbeiterinnen und

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Mitarbeitern der Erzdiözese, den zahlreichen Gästen

und Würdenträgern verschiedener Religionsgemeinschaften,

den Repräsentanten verschiedenster

Ordensgemeinschaften, der vielen kirchlichen Einrichtungen

und Institutionen und Ehrenamtlichen

aus den Pfarren der gesamten Diözese wird der

Dom viel zu klein, um neben meiner Familie alle

begrüßen zu können, die mir wichtig sind. Denn

sehr gerne hätte ich auch viele von Euch mit dabeigehabt

– die Menschen, die an den Rändern der

Gesellschaft leben und oftmals unbeachtet bleiben.

Umso wichtiger ist es mir gewesen, gleich heute,

am Tag nach meiner Weihe, Euch allen zu begegnen

und Euch wissen zu lassen, dass Ihr gesehen und beachtet

werdet, indem wir gemeinsam Heilige Messe

feiern. Das heutige Evangelium und die Lesungen

bilden dafür eine gute Grundlage. Dazu drei Gedanken:

1. Wo begann Jesus seinen Dienst? Das Evangelium

sagt: ‚Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis

geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa

zurück. Er verließ Nazareth, um in Kafarnaum zu

wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon

und Naftali.‘ In diesem Gebiet wählte er seine

engsten Gefährten, seine ersten Jünger, aus. Doch

was war das für eine Gegend? Diese Gebiete liegen

im Norden, weit weg von den Eliten Jerusalems, wo

der prächtige Tempel stand. Die Einflüsse anderer

Religionen waren dort spürbar und dort lebte –

wie so manche heute abwertend sagen würden

– ‚G’sindl‘. Als die Menschen über Jesus sprachen,

sagten sie daher verwundert: ‚Ist das nicht Jesus aus

Galiläa, aus Nazareth?‘ und ‚Wie kann aus Galiläa

etwas Gutes kommen?‘ Jesus ging also am Beginn

seiner Tätigkeit an die Ränder der Gesellschaft. Das

sollte uns ein Zeichen und eine Anregung sein, wo

unser Dienst besonders wichtig ist. In Anlehnung

daran hätte ich – wenn es möglich gewesen wäre

– meine Weihe evtl. in der Gruft, oder einer Ausspeisungsstelle

für Arme feiern sollen.

2. Ein weiterer Gedanke, zur Lesung die wir gehört

haben: ‚Ich ermahne euch aber, im Namen

Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig

und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz

eines Sinnes und einer Meinung.‘ Er zeigt auf, dass

das ‚Ich halte zu Paulus – ich zu Apollos – ich zu

Kephas‘ keine Berechtigung hat. Für uns ist das eine

Aufforderung, keine Trennungen in der Gesellschaft

zu akzeptieren – zwischen Jung und Alt,

Inländern und Zugezogenen, Gesunden und

Kranken, Reichen und Armen. Durch Liebe muss

laufend daran gearbeitet werden, diese Trennung

zu überwinden, denn diese hat Jesus durch seinen

Opfertod für alle – wirklich für alle – bereits überwunden.

Daher gehören wir nicht zu Menschen,

wie Paulus, Apollos oder Kephas – oder zu mir als

Erzbischof – sondern wir alle gehören gemeinsam

zu Christus, dem Herrn.

3. Abschließend: Echte Liebe zeigt sich im Dienen.

Als Bischof bin ich zwar mit der Leitung der Diözese

betraut und daher der Erste in der Verantwortung

für eine Institution, aber ich muss vor allem der Erste

im Dienen sein. Das schließt ein, mich selbst zurückzunehmen.

Das ist jetzt mehr denn je und immer

mein Ziel, und manchmal gelingt es auch.

Das Bewusstsein für die Ränder der Gesellschaft,

für das Überwinden von Spaltungen und für die

Bedeutung der auf Liebe gegründeten Hilfe, bildet

die Grundlage für das Gute, das in der Kirche als

Gemeinschaft entsteht: Etwa bei der Caritas, die

immer wieder auch deutlich und mitunter entgegen

dem Mainstream die Stimme erhebt. Daher ein

Danke an Prälat Michael Landau von der Caritas,

der auch heute zu Gast ist und so seine Solidarität

mit Euch allen zeigt. Liebe geschieht bei der

St. Elisabeth-Stiftung, den Einrichtungen der

VinziRast, in den vielfältigen Ausprägungen der

Pfarrcaritas im ganzen Land, durch die Malteser,

die heute auch mit einem Ambulanzteam anwesend

sind, und durch vieles mehr. Dadurch wird das Wort

der 1. Lesung Wirklichkeit: ‚Das Volk, das im Dunkel

lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land

der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.‘ Dieses

Licht in der Gestalt unseres Herrn Jesus Christus sei

immer mit Euch!“ •

RUNDSCHAU

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

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EIN HIGHLIGHT

der offiziellen Beziehungen

Der offizielle Besuch des Großmeisters

in Österreich akzentuierte Diplomatie,

Menschenwürde und konkrete Hilfe.

von S.E. Botschafter Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath

Wenn der Großmeister des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens, Fra’ John T. Dunlap, Österreich besucht,

ist das weit mehr als ein protokollarischer Akt. Der offizielle Aufenthalt Ende November 2025 verdeutlichte

eindrucksvoll, wie eng historische Tradition, aktuelle politische Verantwortung und praktische Hilfe für die

Schwächsten miteinander verbunden sind. Die Begegnungen mit höchsten Repräsentanten der Republik,

Gespräche über Religionsfreiheit und ein intensiver Austausch zu den drängenden Herausforderungen im

Pflegebereich zeichneten ein umfassendes Bild einer Partnerschaft, die in die Zukunft weist.

Foto: Souveräner Malteser-Ritter-Orden – Chris Lendl

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Bereits der Empfang des Großmeisters durch

Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der

Wiener Hofburg unterstrich die besondere Tiefe

der Beziehungen zwischen Österreich und dem

Malteserorden – Beziehungen, die zu den ältesten

des Ordens zählen. In den Gesprächen wurde das

gemeinsame humanitäre Selbstverständnis betont:

Solidarität, Schutz des menschlichen Lebens und

Hilfe für jene, die besonders verletzlich sind. Der

Bundespräsident würdigte dabei ausdrücklich das

internationale Engagement des Ordens, etwa in der

Ukraine oder im Gazastreifen, ebenso wie dessen

zentrale Rolle im österreichischen Sozial- und

Gesundheitswesen – durch die Pflegeeinrichtungen

und -dienste (Malteser Ordenshaus, Malteser

Care und Malteser Kinderhilfe), sowie durch die

vielfältigen Sozial-, Sanitäts- und Rettungsdienste

des Malteser Hospitaldienstes Austria, der auch den

Besuch des Großmeisters mit einem Sanitätsteam

begleitete.

Pflege als Frage der Menschenwürde

Ein besonderer Schwerpunkt des Besuchs lag auf der

Pflege. Beim gemeinsamen Rundgang durch das 2022

eröffnete Pflegewohnhaus „Malteser Ordenshaus“

in Wien erhielten der Bundespräsident, First Lady

Doris Schmidauer und der Großmeister einen

unmittelbaren Einblick in den Alltag stationärer

Pflege. Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern,

Pflegekräften und Ehrenamtlichen machten

deutlich, wie sehr der Pflegebereich unter strukturellen

Problemen leidet: Personalmangel, steigende

Anforderungen und ein wachsender Bedarf an

mobiler Betreuung prägen die Realität. Vor dem

Hintergrund geplanter Einsparungen im Wiener

Gesundheits- und Pflegebudget gewannen diese

Eindrücke zusätzliche Brisanz.

Fra’ John T. Dunlap betonte in diesem Zusammenhang,

dass Pflege in alternden Gesellschaften

untrennbar mit der Frage der Menschenwürde

verbunden sei. Der Malteserorden verstehe sich

hier als politisch unabhängiger, aber verlässlicher

Partner, der nicht nur auf Probleme hinweist, sondern

konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet – von

effizienterer Mittelverwendung bis zum Ausbau

der 24-Stunden-Betreuung. Auch im anschließenden

Gespräch mit Wiens Bürgermeister Michael

Ludwig standen diese Themen im Mittelpunkt,

ebenso wie die bewährte Zusammenarbeit im Rettungs-

und Krankentransportwesen.

RUNDSCHAU

Ein starkes Signal für Religionsfreiheit

Neben der sozialen Dimension setzte der Besuch ein

starkes politisches Signal in Fragen der Religionsfreiheit.

Im Rahmen eines Treffens zwischen der

für Religionsfragen zuständigen Bundesministerin,

Claudia Bauer (geb. Plakolm) und dem Großkanzler

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

39


des Malteserordens, Riccardo Paternò di Montecupo, wurde

ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Dieses

bekräftigt den gemeinsamen Einsatz für den internationalen

Schutz verfolgter religiöser Minderheiten und sieht eine

vertiefte Zusammenarbeit durch Wissensaustausch, Studien

und Schulungsmaßnahmen vor. Angesichts zunehmender

religiöser Intoleranz weltweit – aber auch aktueller Debatten

in Europa – erhielt dieses Abkommen besondere Bedeutung.

Für Bundesministerin Bauer ist Religionsfreiheit ein fundamentales

Menschenrecht und ein Prüfstein demokratischer

Gesellschaften. Der Malteserorden bringe hier jahrzehntelange

Erfahrung aus Krisenregionen ein, in denen humanitäre

Hilfe und der Schutz religiöser Identität oft untrennbar

miteinander verbunden seien. Auch der Großkanzler

des Ordens verwies darauf, dass bewaffnete Konflikte und

humanitäre Krisen den Druck auf religiöse Gemeinschaften

massiv erhöhen – und internationale Kooperation daher

unerlässlich sei.

Der offizielle Österreich-Besuch des Großmeisters machte

damit deutlich, wofür der Souveräne Malteser-Ritter-Orden

im 21. Jahrhundert steht: Als Brückenbauer zwischen Staat

und Zivilgesellschaft, zwischen Diplomatie und praktischer

Hilfe, zwischen historischer Verantwortung und aktuellen

Herausforderungen. Ob in der Pflege hochbetagter Menschen,

im Einsatz für Religionsfreiheit oder in internationalen

Krisengebieten – der Orden bleibt seinem zentralen Auftrag

treu: Dem „Tuitio fidei“, der Treue und der Verteidigung

des Glaubens, die im „Obsequium pauperum“, im Dienst an

den Kranken, auf der Basis der christlichen Nächstenliebe in

der Praxis erlebbar wird. •

Eine Gabe des Heiligen Geistes

FRÖMMIGKEIT

von Konventualkaplan Albin Scheuch

„Die Frömmigkeit, die ‚pietas‘, heißt wörtlich

übersetzt ‚anständig sein‘. Es geht daher um das

Nachdenken, das Andächtig-Sein über die eigene

Anständigkeit.“

„Wahre Frömmigkeit, wahrer Anstand, kommt aus

dem Herzenswunsch, Gott gegenüber gehorsam zu

sein – es geht nicht um herzlose Gesetzesfrömmigkeit.“

„Es gab die zweifelhafte Ansicht, man könne sich

die eigene Anständigkeit und damit die Liebe und

Gnade Gottes durch überbordende Frömmigkeit

erkaufen.“

„Wahre Frömmigkeit, wirkliches Anständig-Sein,

zeigt sich in Werken der Liebe – in der von Herzen

empfundenen ‚caritas‘.“

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DER HEILIGE GEIST

gegen die Unfreiheit

Eine Firm-Geschichte aus Ost-Berlin 1985

von Katharina Nepf

Die Firmung soll für junge Christen ein Grund großer Freude sein – ein wichtiger Meilenstein des Erwachsen-Werdens

und soll die Sicherheit geben, dass der Geist Gottes Dich in besonderer Weise durch

Dein Leben begleitet – es ist ein ganz persönliches Pfingst-Erlebnis, ein Herabrufen des Heiligen Geistes!

RUNDSCHAU

Ost-Berlin 1985: Die Erinnerungs-Medaille meiner Firmung von Kardinal Meisner.

Doch oftmals scheint es, als würde die Wertschätzung

für dieses Erlebnis schwinden, das Fest seelenlos,

inhaltsleer sein. Eine Rückschau auf meine

Firmung in der DDR des Jahres 1985 soll zeigen, wie

dieser besondere Tag in einer Untergrund-Kirche

erlebt wurde – und soll darauf hindeuten, dass viele

junge Christinnen und Christen weltweit nach wie

vor unter ähnlichen Rahmenbedingungen Firmung

erleben müssen.

Die Medaille, die wir als Firmlinge vom damaligen

Bischof Berlins, Kardinal Joachim Meisner, überreicht

bekamen, erinnert mich immer an diesen Tag

im April 1985. Eine Zeit, in der vom Aufbruch des

Jahres 1989 noch nichts zu spüren war. Viele haben

inzwischen vergessen, was der damalige Bischof von

Berlin und Vorsitzende der Bischofskonferenz,

Meisner, für eine tragende Rolle dabei hatte. Seit

1983 Kardinal, eng verbunden mit dem Heiligen

Johannes Paul II., scheinen wir oft nur daran zu

denken, dass Joachim Meisner langjähriger Erzbischof

von Köln war. Aber er war so viel mehr. Es ist mir

wichtig, daran zu erinnern, wie dieser humorvolle

Ostpreuße dem DDR-Regime mit Humor getrotzt

hat, und wieviel Licht durch ihn in allen Schwierigkeiten

durchdrang.

Denn es war schwer, eigentlich unmöglich, den

Heiligen Geist zu spüren, in der kalten, ungeheizten

Corpus-Christi-Kirche, ein typischer, roter

Backsteinbau, die Teil der Pfarre St. Hedwig

(Hedwigskathedrale), dem Bischofssitz, war. So

mussten wir ohne Licht, ohne Musik, ohne Gesang,

ohne Kerzen, ohne Weihrauch auskommen, weil

die DDR-Führung dies alles verboten hatte. Dafür

aber mit eisiger Einsamkeit – denn mein Firmpate

war keine enge Freundin oder Freund, sondern vom

Staatsratsvorsitzenden Honecker höchstpersönlich

bestimmt. Im Presbyterium vor uns, saß Kardinal

Meisner in Dunkelheit, beidseitig flankiert von

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

41


Mitarbeitern der Staatssicherheit, die Arme in ihren

schwarzen Lederjacken verschränkt. Die römischkatholische

Kirche war verboten, die Missachtung

des Verbots wurde lediglich „nicht geahndet“. Doch

war das die Wahrheit? Mir, als Tochter des damaligen

österreichischen Botschafters, konnte nicht viel

passieren, aber wie stand es um meine 14 Kolleginnen

und Kollegen, die sich mit mir zur Firmung eingefunden

hatten?

Sie und ihre Eltern sind die wahren Helden dieses Tages!

Ursprünglich waren wir 60 Firmanwärter gewesen,

doch die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands)

hatte alle Eltern besucht, denn die Stasi wusste

alles – auch was die Jugend tat. Die Beamten der SED

erklärten den Firmkindern und ihren Eltern, dass

der Verstoß gegen das Verbot der Religionsausübung

zwar „nicht sanktioniert“ würde, allerdings müssten

die Eltern sich schon bewusst sein, dass ihre Tochter

oder ihr Sohn keinen Ausbildungs- oder Studienplatz

erhalten würde, und dass es bei der Arbeitssuche auch

große Probleme geben würde. Das verstand die SED

unter „keine Sanktionen“.

Erst viel später begriff ich, was dies für meine Firmkollegen

bedeuten musste. 14 von diesen 60 mutigen

Christen blieben bei ihrem Entschluss und riskierten

damit ihre Zukunft – um das unendlich wertvolle

Geschenk des Heiligen Geistes zu empfangen. Welch

ein Glaubenszeugnis! Was für Helden!

Wie gehen wir heute mit Religionsfreiheit um?

In vielen totalitär regierten Ländern der Erde bekämpfen

die Regime und Machthaber den Heiligen

Geist genauso, wie es in der DDR des Jahres 1985

der Fall war. Man versucht, die Menschen der Sinne

zu berauben, durch die Dunkelheit das Sehen zu erschweren,

ohne Weihrauch den Geruch des Gebets

wegzunehmen, ohne vertraute Freunde die Freude

nicht fühlen zu können. Wir tun gut daran, für die

vielen jungen Christinnen und Christen in Ländern

zu beten, in denen das Christentum und die röm.-

kath. Kirche verfolgt werden – viele von ihnen sind

Vorbilder, wie die 14, die mit mir gefirmt wurden.

Und schlussendlich lehrte mich meine Firmungsgeschichte:

Wenn der Heilige Geist angegriffen

und bekämpft wird, wird er durch Hoffnung und

Humor im Umgang mit bedrückenden Situationen

schlussendlich als Sieger hervorgehen. Daher sollten

wir alles tun, um jungen Menschen die Wertschätzung

für das Sakrament der Firmung begreiflich zu

machen. Denn das Geschenk des Heiligen Geistes ist

keine Selbstverständlichkeit. Für Kardinal Meisner

war es das nie – trotz Tausender von ihm Gefirmter.

Das beweist eine Karte, die mich erst über wundersame

Umwege nach seinem Tod erreichte. In seinen

letzten Tagen hatte er gebeten, sie an alle zu senden,

die jemals von ihm gefirmt wurden. Seine Nachricht

endet mit den Worten: „Gott segne Sie, in Gegenwart

und Zukunft.“ •

Der unglaublich humorvolle und von

unerschütterlichem Gottvertrauen

erfüllte Erzbischof Kardinal Meisner,

der in dieser Trostlosigkeit mit sanften,

wenigen klaren Worten, mit stetigem

Lächeln und blitzenden Augen, uns junge

Christen in die graue Welt entließ,

hatte uns zum Abschied zugeflüstert:

„Glaube – Hoffnung – Liebe; vergesst

diese drei bitte niemals!“

Noch heute frage ich mich, ob den Heiligen Geist

nicht doch auch die Stasi-Beamten spürten …

42


AUSZEICHNUNGEN

von Richard Steeb

Ohne Unterstützung von Persönlichkeiten, die bereit sind, Zeit und Ressourcen

bereitzustellen – teilweise über Jahre und Jahrzehnte hinweg –, könnte der

Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Hilfswerke unmöglich in diesem

großen Umfang tätig sein. Außer den aufrichtigen Worten des Dankes zeigt

der Malteserorden seine Wertschätzung unter anderem dadurch, dass solche

Personen mit sichtbaren Auszeichnungen geehrt werden. Der Beginn eines

neuen Jahres ist eine gute Gelegenheit, verdiente Wohltäter vor den Vorhang

zu bitten. Mit dem Verdienstorden „Pro Merito Melitensi“ wurden kürzlich

ausgezeichnet:

RUNDSCHAU

Dr. Robert Brandstetter

Am 22. Jänner 2026 überreichte der Botschafter des Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens bei der Republik Österreich, S.E. Botschafter

Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath, dem langjährigen Bundesgeschäftsführer

der Johanniter Unfallhilfe Österreich das Offizierskreuz

als Dank für seine Unterstützung des Malteser Hospitaldienstes

Austria. Aufgrund der exzellenten Zusammenarbeit, der

fortlaufenden Hilfe und des großen persönlichen Engagements war

es möglich, zahlreiche gemeinsame Projekte durchzuführen und

wesentliche Leistungen für Menschen in Not zu erbringen.

Brigadier Kurt Wagner

Ebenfalls am 22. Jänner 2026 wurde dem langjährigen Militärkommandanten

von Wien aufgrund der großartigen Unterstützung und

der hervorragenden Zusammenarbeit im Rahmen der letzten Jahre

mit dem Malteser Hospitaldienst Austria der besondere Dank ausgesprochen.

Die Ehrung nahm der Botschafter des Malteserordens

bei der Republik Österreich im Beisein des Kommandanten des

Malteser Hospitaldienstes Austria, Johann-Philipp Spiegelfeld, vor.

Marc Carillet

Er organisiert seit Jahren das monatliche, interkonfessionelle

„Prayers Breakfast“, das für viele Botschafter ein fixer Bestandteil

des Terminkalenders ist. Mitglieder des Diplomatischen Corps

treffen einander dadurch regelmäßig zum gemeinsamen Gebet

und zur Besprechung von Texten. Für sein beachtenswertes Engagement

überrreichte ihm unser Botschafter am 22. Jänner 2026

das Offizierskreuz Pro Merito Melitensi, denn er trägt damit

zur Erfüllung eines wesentlichen Teils des Propriums des

Malteserordens bei, nämlich den Glauben zu bewahren.

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

43


Hannes Schreiner

Im Zuge des Benefizabends der Delegation Steiermark am 15. November

2025 wurde Hannes Schreiner, Geschäftsführer der Technopark

Raaba Holding, mit dem Offizierskreuz ausgezeichnet. Er unterstützt

den Bereich Steiermark des Malteser Hospitaldienstes Austria seit

Jahren großzügig, u.a. durch die Finanzierung eines hochmodernen

Rettungswagens inkl. Ausstattung, und zuletzt durch den Ankauf

eines behindertengerechten Rollstuhls. Der Delegat des Ordens für

die Steiermark, Richard Wittek-Saltzberg, Kapitelmitglied Franz

Harnoncourt-Unverzagt und Georg Muhri, Malteser-Bereichsleiter

Steiermark, nahmen die Ehrung Hannes Schreiners mit großer Dankbarkeit

für seine unglaubliche Unterstützung vor.

Foto: Souveräner Malteser-Ritter-Orden – Strachwitz

Gerald Gugerel

Ursprünglich über 20 Jahre beim Malteser Hospitaldienst Austria und

seit 12 Jahren im Großpriorat des Malteserordens tätig, ist er in verschiedenen

Verwaltungsbereichen aktiv. Hauptverantwortlich für IT und

Web sowie für die Buchhaltung, unterstützt er weit darüber hinaus mit

ganzem Herzen, wo er nur kann – auch in seiner Freizeit. Er unterstützt

bei allen Angelegenheiten, die die Malteserkirche betreffen genauso, wie

unzählige Benefizveranstaltungen, Aufnahmefeste und Konferenzen. Anlässlich

der Ehrung mit dem Offizierskreuz bezeichnete ihn Großprior

Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn in der Laudatio am 10. Dezember 2025

daher passenderweise als „Schweizer-Messer des Malteserordens“ und

bedankte sich aufrichtig für die Unterstützung über so lange Zeit!

PhDr. Dr. Gregor Gatscher-Riedl

Aufgrund seiner herausragenden Leistungen bei der historischen

Forschung über den Malteserorden, die in die Erstellung des Buches

„Weißes Kreuz auf rotem Grund“ mündete, das er gemeinsam mit

dem kürzlich verstorbenen Fra’ Ludwig Call publizierte, erhielt er

im St. Johanns-Club das Offizierskreuz aus den Händen des Großpriors

Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn am 28. Jänner 2026.

Zur Gratial-Devotions-Großkreuzdame

wurde rangerhöht:

Francisca Hussarek-Heinlein

Seit Jahrzehnten unterstützt sie nicht

nur den Orden für seine Hilfsaktivitäten

großzügigst, sondern ist darüber

hinaus auch in der Glaubensarbeit des

Ordens unermüdlich tätig. Sie ist damit

vielen jungen Ordensmitgliedern

wie auch Mitgliedern des Malteser

Hospitaldienstes Austria ein leuchtendes Beispiel des gelebten Glaubens. Ihre Unterstützung gilt

außerdem ihrer Pfarre sowie der Apostolischen Nuntiatur in Österreich. Daher erhielt sie am

10. Februar 2026 im Rahmen einer Heiligen Messe in der Malteserkirche die hochverdiente Rangerhöhung

aus den Händen des Großpriors Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn. •

44


Eine besondere

KIRCHENFASSADE

Über die Bedeutung der Fassade

der Wiener MALTESERKIRCHE

von Wolfgang J. Bandion

Viele Wiener, aber auch Besucher der

Hauptstadt, stoßen mitunter zufällig

auf die Kirche des Malteserordens an

der Kärntner Straße. Die Lange Nacht

der Kirchen hat bestimmt auch dazu

beigetragen, sie bekannter zu machen.

Die Kirche, die sich heute zwischen

hohen Hausfassaden behaupten muss,

dominierte einst die Nachbarhäuser. Der

Bauplatz war nicht zufällig gewählt:

Er lag am Ende der alten Heeres- und

Pilgerstraße, von Wien nach Süden, die

durch Kärnten Richtung Venedig führte.

Das aktuelle Erscheinungsbild zeigt

eine eindrucksvolle Fassade im Stil des

Klassizismus – und sie ist voll Symbolik.

Es war die Initiative des damaligen

Komturs Fra’ Franz von Colloredo

inmitten einer chaotischen Zeit. Malta

war kürzlich verloren gegangen (1798)

und er, überzeugt davon, dass der

Orden weiter existieren wird, setzte

selbstbewusst ein architektonisches

Zeichen. Diese Epoche der Napoleonischen

Kriege, die auch das Ende des

Heiligen Römischen Reiches besiegelte,

war mit einer erheblichen finanziellen

und militärischen Belastung für Österreich

verbunden.

Die Fassade zeigt eine auffallend hohe

Sockelzone. Dies bewirkt ein Freispielen

von den seitlichen Hausfassaden.

Die repräsentative wie elegante

Gliederung erinnert an einen Einfluss

von Louis Montoyer, der 1795 mit

Albert von Sachsen-Teschen aus den

Niederlanden nach Wien kam und

den Architekten der neuen Fassade

RUNDSCHAU / KULTURGUT

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

45


beeindruckte – den jungen Ferdinand Pichl (1775-

1826). Er erhielt seine Ausbildung in Mailand und

brachte eine sehr repräsentative Spielart des Klassizismus

nach Wien. Vermittelt wurde er vermutlich

auf Initiative der Prinzessin Maria Beatrice d‘Este,

der Ehefrau von Erzherzog Ferdinand Karl, der

Generalgouverneur der österreichischen Lombardei

war, bevor er sein Exil in Wien fand. Da seine Frau

in Wien eine bedeutende gesellschaftliche Rolle

spielte, konnte sie den Kontakt mit dem jungen

Architekten herstellen. Dessen Bruder, Alois Pichl

(1782-1856), entwarf 30 Jahre später den Johanneshof,

das Kommendehaus des Ordens, das von der

Malteserkirche bis zur Johannesgasse reicht.

Erstmals vollständig übersetzt: Die Inschrifttafel

Die Tafel über dem Eingang ist nicht leicht zu lesen

und bezieht sich auf die Verschönerung der Kirche.

Bis jetzt wurde der Text nur sinngemäß zitiert und

sie wurde für diesen Artikel erstmals genau unter die

Lupe genommen, um eine vollständige Übersetzung

bieten zu können:

AEDES. VETVSTATE. SQVALENS. SACRA.

IOANNI. BAPTISTAE. ORDINIS. HIEROSOLY-

MITANI. COELESTI. PATRONO. REFECTA. ET.

ORNATA. ANNO MDCCCVIII.

In der Übersetzung: Die aufgrund (ihres)

Alters (schon) schäbige Kirche (die) Johannes

dem Täufer geweiht (ist), dem himmlischen

Schutzpatron des Malteserordens (wört. des

Jerusalemitanerordens), (wurde) im Jahre 1808

wiederhergestellt und mit Schmuck ausgestattet.

Dieser „Schmuck“ betrifft auch die Schönheit der

Fassade, die sich am besten mit einigem Abstand

erschließt. An der linken Seite dominiert eine Ampel

mit drei Lichtern, Sinnbild der Trinität und der

Anbetung, rechts ein Weihrauchgefäß, Symbol der

Verehrung des Göttlichen. Die Tondi darüber zeigen

links konkav gearbeitet in Reliefform verschiedene

Köpfe, die für die Vielfalt der Erscheinungsformen

der Menschen und der Kontinente stehen und so

alle ihren gemeinsamen Schöpfer loben und preisen.

Verschiedene Psalmabschnitte der Lobpreisungen

könnten dazu die Idee geliefert haben.

Das rechte Relief ist der Vielfalt der Naturerscheinungen

mit pflanzlichen Motiven zugewiesen,

übersetzt in die Sprache unserer Zeit könnte man

dies als Aufforderung zur Schöpfungsverantwortung

der Menschen interpretieren. Die Darstellung von

Palme und Lorbeer seitlich des achtspitzigen Kreuzes

verweist auf die Geschichte des Ordens, seine vielen

Heiligen und Märtyrer, die im Kampf für den Glauben

ihr Leben gelassen haben, der Lorbeer verweist

auf die großartige Tradition als Hospitalorden,

der durch Jahrhunderte Menschen in Not ohne

Einschränkung von Herkunft oder Religion hilfreich

zur Seite stand. Der tiefe und große Giebel, der die

Fassade abschließt, zeigt in einer eher schlichten

und zurückhaltenden Weise die Taufe Christi durch

Johannes den Täufer.

Was macht die Kirchenfassade so einzigartig? Es ist

eine Neuorientierung, beeinflusst vom Westen und

Süden Europas, eine Abkehr von der josephinischen

Strenge, hin zu einer neuen Freude an Repräsentation

und Schönheit. Dies korrespondiert mit der

Erhebung Österreichs zu einem Kaisertum. Auch

der Orden wollte sich im Gefüge der Stadt behaupten

und tut dies bis heute, als eine Einladung für

alle Menschen, innezuhalten und in seiner kleinen

Kirche innere Ruhe zu finden. •

46


WIR TRAUERN UM

Requiescant in pace

Christine Hatheyer

+ 20.12.2025

Magistral-Großkreuz-Dame des

Souveränen Malteser-Ritter-Ordens

und stv. Leiterin des MALTESER-Dienstbereichs

„Alten- und Krankendienst“

_______

Fra’ Ludwig Call zu Rosenburg und Kulmbach

+ 25.1.2026

Justizritter in Ewiger Profess des Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens

... um alle Bewohnerinnen

und Bewohner

des Hilde Umdasch Hauses,

der MALTESER Kinderhilfe

und des MALTESER Ordenshauses,

... sowie um alle Betreuten

von MALTESER Care

und des MALTESER Hospitaldienstes Austria,

die von uns gegangen sind.

KULTURGUT / NEKROLOG

DANKE,

für all

das Gute!

Immer wieder erhalten wir Spenden,

weil Hinterbliebene die Trauergäste

ersuchen, für die Tätigkeit der Malteser

zu spenden. Außerdem steigt die Zahl

derer, die über ihren Tod hinaus durch

eine testamentarische Spende Gutes tun!

Dafür danken wir von ganzem Herzen!

Sollten Sie dem Beispiel dieser Spenderinnen

und Spender folgen wollen,

stehen wir gerne mit Informationen für

Sie zur Verfügung! Wenden Sie sich bitte

an: smom@malteser.at

Foto: Sima Prodinger

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

47


EIN GOTTGEWEIHTES LEBEN

ist zu Ende

Fra’ Ludwig Call ist nach einem

erfüllten Leben heimgegangen

von Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn

Am 25. Jänner 2026, an

seinem 86. Geburtstag,

ist mein hochgeschätzter

Mitbruder Fra’ Ludwig Call

heimgegangen. Am 22. Juni

2013 legte er gemeinsam mit

mir seine Ewige Profess im

Stift Heiligenkreuz ab – eine

gebetsvolle Entscheidung

großer Tragweite, denn sie

bedeutet, das Leben ganz

Gott zu weihen. Mich verband

mit ihm eine tiefempfundene

Freundschaft, die

viele Jahrzehnte währte und

mich zutiefst bereichert hat.

Schon während seiner Zeit im humanistischen

Gymnasium Innsbrucks war er Mitglied und

Sodale der Marianischen Mittelschulkongregation

„Maria Immaculata“ der Innsbrucker Jesuiten.

Nach der Matura studierte er Chemie, wurde Universitätsassistent

am Institut für Organische und

Pharmazeutische Chemie und verbrachte einige

Zeit am Synvar-Research-Institute in Palo Alto,

Kalifornien. Als Lehrbeauftragter für Organische

Chemie war er in weiterer Folge Mitglied im

Zentralausschuss der Hochschullehrer Ostenreichs

und Mitglied im Akademischen Senat der Leopold-Franzens-Universität

Innsbruck. Er wurde

für all sein Wirken mit dem Goldenen Ehrenzeichen

für Verdienste um die Republik Österreich

ausgezeichnet und schließlich 2006 Ehrenbürger

der Universität Innsbruck.

Nur ein Jahr nach der Gründung des Malteser

Hospitaldienstes Austria in Tirol, im Jahr 1971,

begann er seine ehrenamtliche Tätigkeit im Dienst

der Armen und Kranken. Bereits damals lag ihm

das religiöse Wirken am Herzen, als Mitglied des

Pfarrgemeinderates der Pfarre Saggen sowie als

Lektor, Akolyth und Leiter des Liturgiekreises.

Am 10. Juni 1992 wurde er im Dom zu Salzburg als

Ehren- und Devotionsritter in den Malteserorden

aufgenommen. Unvergessen ist sein Pflichtbewusstsein

als Ordensmitglied, seine aufopferungsvolle

Tätigkeit für Alleinstehende und seine

Teilnahme an Wallfahrten. In Lourdes verspürte

er 2006, dass Gott ihn in besonderer Weise ruft.

Gebetsvoll entsprach er diesem Ruf und legte nach

dem Noviziat am 24. Jänner 2010 seine ersten zeitlichen

Gelübde in der Pfarr- und Oratoriumskirche

St. Rochus und St. Sebastian in Wien ab, und

am 22. Juni 2013 schließlich – wie bereits erwähnt

– seine Ewige Profess.

Als genauer Kenner der Verfassung und des

Codex des Ordens, die er für das Großpriorat aus

dem Italienischen übersetzte, wurde er im April

2009 Vorsitzender der Disziplinarkommission des

Großpriorates von Österreich. Sein ausgeprägtes

analytisches Denken sowie seine klare Rechtsauffassung

kamen dem Orden bei der Beurteilung

komplexer Sachverhalte sehr zugute, wie auch

als Mitglied des Beratungsgremiums des Großpriorates

unter Prokurator Bailli Norbert Graf

Salburg-Falkenstein. Seit Juli 2022 stand er als

Mitglied des Kapitels auch mir als Großprior mit

seinem Rat zur Seite, wofür ich ihm für immer

dankbar bin.

Seine letzten Jahre verbrachte er im Haus St. Josef

am Inn in Innsbruck. Ermattet nach einem

langen Leben, das er im Dienst der Armen und

Kranken und gottgeweiht gelebt hat, ist er nun

mit großem Gottvertrauen im Herrn entschlafen.

Möge ihm unser großer Gott all das Gute vergelten,

an das wir uns mit großer Dankbarkeit

immer erinnern. •

48


40 JAHRE TREUEN DIENSTES

sind zu Ende

Christine Hatheyer widmete ihr Leben

den Alten und Kranken

von Anna Schlanitz-Bolldorf

Der Malteser Alten- und Krankendienst war über 40 Jahre fast so etwas wie ihre zweite Familie, denn schon

fünf Jahre nach ihrer 1980 erfolgten Aufnahme in den Malteser Hospitaldienst Austria, wurde sie stellvertretende

Leiterin dieses Spezialbereichs. Von da an führte sie alle administrativen und organisatorischen Tätigkeiten mit

äußerster Präzision, Genauigkeit und Hingabe. Am 20. Dezember 2025 ist sie im 89. Lebensjahr friedlich eingeschlafen.

NEKROLOG

Sie organisierte den neu ins Leben gerufenen Hauskrankenpflegedienst

sowie jährliche, jeweils fünf

Tage dauernde Fahrten, mit den betreuten Gästen

zu verschiedensten Ausflugszielen. Als geborene

Ganahl führten diese Fahrten auch mehrmals zu

ihrer ersten Familie, zu ihrer Schwester Gerda

Werner und ihrem Mann Adi, nach St. Christoph

am Arlberg. Neben dem Malteser Hospitaldienst

Austria unterstützte sie daher auch die von Gerda

und Adi Werner revitalisierte Bruderschaft

St. Christoph tatkräftig, wodurch ebenfalls viel

Gutes bewirkt wurde.

Weitere Ausflüge führten an den Wolfgangsee, ins

Waldviertel, nach Ungarn und nach Kärnten, um

nur einige zu nennen. Dabei organisierte sie die

Unterbringung in wunderschönen Hotels.

zeigte sich auch dadurch, dass sie am Tag vor jeder

Reise in den Stephansdom ging, um für jeden

einzelnen Teilnehmer eine Kerze anzuzünden.

Seit 1990 organisierte sie die monatliche Heilige

Messe in der Pfarre Kaasgraben für behinderte

und kranke Personen, mit anschließendem gemütlichen

Zusammensein.

Ihr aufopferungsvolles Wirken zeigte sich besonders

bei der perfekten Organisation der unzähligen von

ihr initiierten Ausflüge, an denen bis zu 25 betreute

Gäste – meist an den Rollstuhl gebunden – teilnahmen.

Das gesamte Pflegematerial inkl. Patientenlift

wurde zusammengestellt und auf die Reise mitgenommen.

Im Vorfeld war sie zu den Ausflugszielen

gereist, um die Türen der Zimmer zu vermessen, die

Höhe der Betten, die Größe der Sanitärräume und

um die Barrierefreiheit zu prüfen. Ihr tiefer Glaube

und ihr Wissen, dass ohne Gottes Segen nichts geht,

Ihre Hinwendung zu den Kranken zeigte sich

auch durch stundenlange telefonische Seelsorge

mit den betreuten Personen – sie konnte zuhören

und verstehen, guten Rat geben und war immer

mit unglaublicher Geduld für alle da.

Wir sind dankbar für die vollkommene Liebe, die

Christine ausgestrahlt hat und dafür, wie sie durch

ihr Wirken die Welt für Alte und Kranke besser gemacht

hat. Jetzt darf sie Gottes Herrlichkeit schauen

und hilft uns nun sicher von oben weiter. •

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

49


DIE DREIFALTIGKEITSIKONE

des Andrej Rublëv

Ein Buch von Marie Czernin

Rezension von Katharina Achammer

Dem Buch liegt die Doktorarbeit von Marie Czernin

an der Sapienzia Università in Rom zugrunde. In

der Begeisterung über die Fähigkeit der Autorin,

die umfassende Thematik der wissenschaftlichen

Arbeit mit großer Leichtigkeit darzulegen, versprach

Monika Czernin ihrer Schwester am

Krankenbett, kurz vor ihrem Tod, diese in Buchform

herauszugeben. Am 28. Oktober 2022 verstarb

die Autorin viel zu jung.

Das Geleitwort von Christoph Kardinal Schönborn

leitet das Buch ein, das als Mahnung gegen

die politische Vereinnahmung der „Troica“, der

Dreifaltigkeitsikone, zu verstehen ist. 300 Jahre

nach der Bekehrung Russlands zum Christentum

entstanden die ersten Malschulen, aus denen in

Moskau der größte aller russischen „Ikonografen“

hervorging: Andrej Rublëv.

Ikonenkunst wird als eine Form des Gottesdienstes

bezeichnet. Die Ikone, das gemalte Gebet, ist ein

lebendiger Bestandteil des liturgischen Geschehens

in der Kirche. Da die Ikone somit ein Gebet ist,

wird sie nicht „gemalt“, sondern „geschrieben“. Der

Künstler bereitet sich durch Fasten, Gebet und Einkehr

auf sein Werk vor. Die Dreifaltigkeits-Ikone

ist ein wunderbares Beispiel für die Offenbarung

einer anderen Realität, die wie ein Licht durch ein

Fenster (die Ikone) in unsere Welt hineinscheint.

In dem Buch wird aufgezeigt, wie die Ikone von

verschiedenen Forschern im Laufe der Zeit unterschiedlich

interpretiert wurde. Diese Deutungen

sind alle nachvollziehbar und spannend, schulen

das Einordnen in kunsthistorische und theologische

Überlegungen und vor allem das eigene

Schauen auf das Geheimnis des dreieinigen Gottes.

Marie Czernin war voller Hoffnung, dass die

Ikone ihren stillen Beitrag zu einer Annäherung

und Verständigung unter den getrennten Christen

zu leisten imstande ist. Monika Czernin beschreibt

ihre Schwester als West- und Ostchristin

in einer Person, somit in gewissem Sinne „zweieinig“.

Ich würde Marie analog zu ihrer geliebten

Ikone sogar dreieinig sehen, denn dem Westen

und Osten darf man durchaus die vertikale Achse

hinzufügen: Stets war die Autorin fest mit dem

Himmel verbunden – wie dies in ihrem Buch

über die Dreifaltigkeitsikone des Andrej Rublëv

deutlich spürbar ist. •

Die Dreifaltigkeitsikone des Andrej Rublëv

von Marie Czernin

215 Seiten / Hardcover

Be+Be-Verlag

ISBN: 978-3-903518-07-0

Euro 29,90

50


LEO XIV.

KONTAKT

Ein Weltbürger

auf dem Stuhl Petri

Rezension von Jochen Ressel

Udo Thianich-Schwamberger, Mitglied des Souveränen Malteser-Ritter-

Ordens, hat im Herbst 2025 sein Buch über den neuen Pontifex vorgestellt –

eine schnell lesbare Zusammenfassung verschiedener Aspekte, die den neuen

Papst betreffen und die ihn zu dem gemacht haben, was er nun ist: Ein Weltbürger

am Stuhl Petri.

Am Beginn des Paperback-Buchs umreißt er kurz die Biografie Robert

Francis Prevost’s und legt dann – durchaus personenunabhängig – die

Bedeutung und Symbolik der Sedisvakanz und Konklave für die Röm.-kath.

Kirche dar, was so manchen Leserinnen und Lesern heute mitunter nicht

bekannt sein mag, die zwar am neuen Papst – und damit an diesem Buch

– interessiert sein mögen, aber vielleicht keine umfassende religiöse

Bildung erhalten haben. Davon ausgehend leitet er auf das über, was an

richtungsweisenden Anhaltspunkten in den ersten Monaten des Pontifikats

Leo’ XIV bereits erkannt werden kann.

Der Autor vermeidet es, lediglich eine Darstellung des Werdegangs

Leo’ XIV zu liefern, sondern zeigt, welche Prägungen die einzelnen Stationen

seines Lebens für den Menschen Robert Francis Prevost bewirkt haben

und inwieweit das für die Amtsführung als Oberhirte der Röm.-kath.

Kirche Relevanz hat. Dabei betont Udo Thianich-Schwamberger immer

wieder die Aspekte, die in einer säkularisierten Welt von immer größerer

Bedeutung sind: Die Fähigkeiten Leo’ XIV als Brückenbauer zwischen

sozialen Schichten, Weltanschauungen und Ausrichtungen, sowie seine

Nähe zu den Menschen als geliebte und in der Taufe geheiligte Geschöpfe

im Bilde Gottes. Der Autor referenziert dabei auf den Zusammenhang

mit den Erfahrungen des nunmehrigen Heiligen Vaters als Augustiner,

als in Peru tätiger Hirte und als Teil der römischen Kurie.

Das kleine Handbuch ist damit eine unkomplizierte,

leserfreundliche und verständliche Annäherung an

Leo XIV., ohne sich dabei in Spekulationen zu verlieren,

wie sich das voraussichtlich noch lang dauernde Pontifikat

entwickeln mag. •

LEO XIV. Ein Weltbürger auf dem Stuhl Petri

von Udo Thianich-Schwamberger;

Paperback-Taschenbuch; 152 Seiten; Verlag Edition

Tolle Lege; ISBN: 978-385-33336-9-3; Euro 19,80

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Dipl.-Ing. Richard Steeb

+43 1 512 72 44

smom@malteser.at

www.malteserorden.at

_______

MALTESER Hospitaldienst Austria

Bundeszentrale

Mag. Manuel Weinberger

+43 1 512 53 95

zentrale@malteser.at

www.malteser.at

_______

MALTESER International

Dipl.-Ing. Richard Steeb

+43 1 512 72 44

smom@malteser.at

www.malteser-international.org

_______

MALTESER Care

Dir. Helmut Lutz

+43 1 361 97 88

Kostenlose Pflegehotline:

0800 201 800

(Mo-So 8:00-20:00 Uhr)

office@malteser.care

www.malteser.care

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MALTESER Kinderhilfe

GF Olivier Loudon,

DGKP Mag. Petra Hellmich, MA

+43 7472 982 01

office@malteser-kinderhilfe.at

www.malteser-kinderhilfe.at

_______

MALTESER Ordenshaus

Dir. Mag. Thomas Kissich

+43 1 597 59 91

office@malteser-ordenshaus.at

www.malteser-ordenshaus.at

_______

MALTESER Johannesgemeinschaft

Mag. Jan Ledóchowski

+43 1 512 72 44

mjg@malteser.at

www.malteserjohannesgemeinschaft.at

GELESEN EMPFOHLEN

DIE MALTESER AUSGABE 01 2026

51


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Österreichische Post AG

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Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2, 1010 Wien

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