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unternehmen [!]

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten

SIEGFRIED WEISHAUPT: Unternehmer, Mäzen, Sammler

Glück ist, etwas Neues

zu entdecken

[verantworten] RATIOPHARM – Auf der Suche nach neuer Balance

[er]finden INTERVIEW mit Lothar Späth – Keine Angst vor Professoren!

[machen] ZF FRIEDRICHS HAFEN AG – Mit Hybrid und acht Gängen

€ 2,00 :: Ausgabe 01 :: 30.11.2007



[inhalt]

[verantworten]

04 :: RATIOPHARM ::

Auf der Suche nach neuer Balance

[er]finden

07 :: INTERVIEW mit Lothar Späth ::

Keine Angst vor Professoren!

10 :: BOEHRINGER INGELHEIM ::

Blockbuster aus Biberach

[titelthema]

14 :: INTERVIEW mit Siegfried Weishaupt ::

Glück ist, etwas Neues zu entdecken

[führen]

22 :: ROBERT STRAUB GMBH ::

Mit Budget auf die Überholspur

25 :: 100 JAHRE NUTZFAHRZEUGBAU in der Region ::

Das fast vergessene Jubiläum

[machen]

40 :: WALTER FEUCHT ::

Pomp, Duck und große Brötchen

43 :: ZF FRIEDRICHS HAFEN AG ::

Mit Hybrid und acht Gängen

46 :: SÜDWESTMETALL ::

„Wir bieten prächtige Perspektiven“

[spezial]

48 :: BRAUEREIEN :: Bier von Hier

[leben]

52 :: GOLF :: Drive um Ulm

58 :: Impressum

Editorial

Dass die Unternehmen

im Südwesten

eine Klasse für sich

darstellen, muss eigentlich

nicht eigens

betont werden.

Längst hat

sich herumgesprochen,

wo Deutschlands

größte Wirtschaftskraft

und wo

Thomas Brackvogel,

Geschäftsführer

SÜDWEST PRESSSE

vor allem seine unternehmerische

Stärke zu finden sind. Und doch lohnt

sich ein genauer Blick auf die Unternehmen,

die eine Tendenz haben,

ihre Erfolge im Stillen zu feiern. Die

lieber in professioneller Bescheidenheit

nach vorn blicken als öffentlich

und spektakulär sich und die letzten

Jahresabschlüsse zu feiern. Die als

Unternehmen wie als Unternehmer

ihre Bindung an Heimat und Region

bewahren. Die Innovation in großen

und PR in kleinen Lettern buchstabieren.

Sie halten nun das erste Heft unternehmen!

in Händen. Der Titel ist Programm:

unternehmen!

Ob Siegfried Weishaupt, der im großen

Interview Einblick gewährt in

Glücksmomente und Verantwortung.

Ob Walter Feucht mit „Pomp, Duck

und große Brötchen“. Ob Lothar

Späth zur Zukunft der Region.

unternehmen! ist das neue Wirtschaftsmagazin

aus dem Hause der

SÜDWEST PRESSE, ein Magazin, das

die Unternehmer und Unternehmen

im Südwesten zum Thema macht.

unternehmen! bringt Ihnen wenigstens

vier mal im Jahr Geschichten,

in denen Sie, die Kompetenz Ihrer

Unternehmen und die Stärke der Region

von Ulm bis zum Bodensee, im

Mittelpunkt stehen.

unternehmen! spricht mit einer verbreiteten

Auflage von 15.000 Exemplaren

die Entscheider aus Wirtschaft

und Kommunen sowie die Leser an

Universitäten und Hochschulen in unserer

starken Wirtschaftsregion an.

:: 3


[verantworten]

ratiopharm

AUF DER SUCHE NACH

NEUER BALANCE

Ein Andachtsraum für die Mitarbeiter

ist bei einem Pharmaunternehmen

nicht unbedingt zu vermuten.

Ein Betriebskindergarten ist

ebenfalls nicht selbstverständlich,

ebenso wenig wie die Vielzahl von

Arbeitszeitmodellen, der Familienfreundlichkeit

wegen. Bei ratiopharm

ist so manches anders – auch

die Kampagne, die den mühsamen

Weg aus der zurückliegenden Krise

begleitet.

Eine offen bekundete christliche Einstellung

und ein immenser, wenn es sein muss,

knallhart durchgesetzter, unternehmerischer

Ehrgeiz – in die Philosophie des

Multi-Unternehmers Adolf Merckle ist

bei des tief eingeschrieben. Sohn Dr. Philipp

Daniel Merckle, der seit August 2005 an

der Spitze (CEO) von ratiopharm steht,

lässt bei vielen Gelegenheiten die religiöse

Einstellung und die Prägung durch sein

Elternhauses durchblicken, gerade dann,

wenn er über die Aufräumarbeiten beim

Ulmer Generikahersteller spricht.

Gottes Beistand würde dem Familienunternehmen

zweifelsohne gut tun, das

derzeit eine schwierige Phase durchläuft.

Etwa 750 Präparate umfasst die Produktpalette,

der Absatz summierte sich zuletzt

auf 170 Millionen Arzneischachteln

pro Jahr, vom Schmerzmittel ratiopharm

ASS bis zu Vitaminkapseln. Mit einem

weltweiten Umsatz von 1,7 Milliarden

Euro in 2006 und Niederlassungen in 24

„WORLD IN BALANCE“ – heißt die neue

Kampagne des Pharamazieunternehmens.

Das Unternehmen

Die „ratiopharm GmbH“ mit Sitz in

der Graf-Arco-Strasse 3 in Ulm hat

sich auf die Entwicklung, Produktion

und den Vertrieb generischer

Arzneimittel spezialisiert. Neben

dem Stammsitz Deutschland ist das

Unternehmen mit Niederlassungen

weltweit vertreten. Der Umsatz von

ratiopharm Deutschland beläuft sich

auf 815 Millionen Euro (2006, inkl.

Partnerfirmen), in der Gruppe wurden

weltweit 1,702 Milliarden Euro (2006)

erzielt. Das Unternehmen beschäftigt

in Deutschland 2932 Mitarbeiter,

weltweit 5373 (Stand: 2006).

Vorsitzender der Geschäftsführung

ist Dr. Philipp Daniel Merckle.

Ländern Europas und 38 Ländern weltweit

spielt man in der Liga der Global Player.

Die, mittlerweile abgesetzte, Zwillingskampagne

„Gute Preise, gute Besserung“

beförderte den Aufstieg zu einem der bekanntesten

Markenhersteller Deutschlands.

Umso mehr wuchs damit jedoch auch das

mediale Interesse an dem 1974 gegründeten

Unternehmen, das bis dato, ganz im

Sinne der Familientradition, zu den eher

öffentlichkeitsscheuen im Lande zählte.

In die Bücher lässt man sich zwar nach

wie vor nicht blicken, die Höhe des Gewinns,

der mit 5300 Mitarbeitern weltweit

(Inland: rund 3000) erzielt wird, gehört

weiterhin zum gut gehüteten Geheimnis.

Wenn dennoch eine kleine Kulturrevolution

zu konstatieren ist, so hat dies mit

der neuen Kampagne „World in Balance“

(„Welt im Gleichgewicht“) zu tun, mit

Werbespots zur besten Fernsehzeit und der

Inszenierung eines Stars, der gänzlich unbescheiden

zum Aufbruch in eine neue Zeit

auffordert. Es ist der junge Chef persönlich.

In der parallelen Veranstaltungsreihe

in mehreren Großstädten, abgehalten auf

Ausflugsdampfern mit Dinner und Vorträgen,

trat Dr. Philipp Daniel Merckle, bis

dahin weitgehend unbeschrieben, höchst

persönlich ans Mikrophon. Seine von philosophischen

Gedanken über Harmonie,

Stille und Liebe durchdrungene Ansprache

brachte nicht jedem seiner Gäste einen Erkenntnisgewinn.

Wer auf diese Art als Chef einem Unternehmen

ein persönliches Gesicht gibt, ist

bereit, ein beträchtliches Risiko einzugehen.

Einmal, weil Merckle künftig an den

eigenen Aussagen gemessen wird. Zum

andern, weil er von eher schüchterner

Natur ist und so gar nichts vom nassfor-

4 ::


Dr. Philipp Daniel Merckle

Gemeinsamer Aufbruch

in eine neue Zeit

Philipp Daniel Merckle ist am 1. Oktober

1966 als zweiter Sohn des strenggläubigen

Ehepaars Ruth und Adolf

Merckle geboren. Mit drei Geschwistern

wuchs er im schwäbischen Blaubeuren

auf, wo sein Vater auf der Basis

eines kleinen Pharmazieunternehmens

ein milliardenschweres Familienim -

pe rium aufbaute. Mit dem Ziel, selbst

Verantwortung darin zu übernehmen,

absolvierte er nach einer strengen

Erziehung eine berufsakademische

Wirtschaftsausbildung und ein Pharmaziestudium

in Tübingen. Die ersten

beruflichen Schritte unternahm er 1998

in einer der Beteiligungen, bevor er von

2003 an die Bereiche Forschung und

Personal in der ratiopharm-Gruppe

übernahm, die er seit 2005 operativ

führt.

Außerhalb seines eigenen Umfelds war

Merckle junior, der fünffacher Vater ist,

bis dahin so gut wie unbekannt. Umso

mehr verwunderte es, als er plötzlich

via Werbespot vor ein Millionenpublikum

trat, gefilmt wie ein Filmstar. „Doktor

Philipp Daniel Merckle bricht mit

Freunden aus ganz Deutschland auf für

eine neue Zeit“, eröffnete eine Stimme

aus dem Off. Der Spot war Bestandteil

der Werbekampagne „World in Balance“.

Dass sich ein Mitglied des Merckle-Clans

freiwillig ins Scheinwerferlicht

begibt, erschien ebenso ungewohnt

wie die seltsam verrätselte Botschaft.

WiB ist gleichzeitig Name einer Stiftung,

in die ein Cent pro verkaufter Medikamentenpackung

fließt und in deren

Genuss bislang die Böhm-Stiftung und

ein Nachwuchspianist kamen.

Nicht nur diese Auftritte Merckles

hinterlassen bei vielen Beobachtern

Rätsel. Besucher berichten von „Gesprächen“

mit ihm, worin er seinen Part

fast ausschließlich aufs Zuhören reduzierte.

Glaubwürdigkeit hat dem jungen

Chef bislang niemand abgesprochen.

Mit vorschnellen Urteilen über sich

konfrontiert zu sein, scheint zu seinem

Schicksal zu gehören. Eher zerbrechlich

wirkend, ist der Unternehmer in seiner

Freizeit sportlich zu Höchstleistungen

fähig. Skisport und Triathlon sind seine

Disziplinen.

schen Habitus eines auf Durchsetzungsfähigkeit

getrimmten Managers an sich hat.

Er formuliert verklausuliert, schwäbelt, ist

eigentlich keiner, der gerne vor ein großes

Publikum tritt. So jemand wird gerne voreilig

unterschätzt.

Dazu kommt: Er ist der Sohn des Patriarchen,

der das Familienimperium groß

gemacht hat und dessen Schatten lang

ist. Die Merckles herrschen unter anderem

über den Medikamentengroßhändler

Phönix, die HeidelbergCement und den

Pistenbully-Produzenten Kässbohrer. Die

Umsatzkurve bei ratiopharm wies bis vor

kurzem steil nach oben. Mit dem Erfolg

entfaltete sich eine außergewöhnliche Firmenkultur.

Mit Staunen sind die Angebote

zu notieren, die der besseren Vereinbarkeit

von Beruf und Familie dienlich sind. Sie

reichen von einer sechsjährigen Elternzeit

über ein differenziertes System an Arbeitszeitmodellen,

einen Einkaufs- und Bügelservice

bis hin zur betrieblichen Tagesstätte

für Kinder zwischen sechs Monaten und

sechs Jahren.

Merckle junior, studierter Betriebswirt

und Pharmazeut, trat ausgerechnet

zu einem Zeitpunkt an die Spitze, als die

Erfolgsgeschichte in eine kritische Phase

trat. Fragwürdige Vertriebspraktiken,

die staatsanwaltliche Ermittlungen nach

sich zogen, kratzten am bisher tadellosen

Image. Ärzte und Apotheker waren systematisch

und mit Mengenrabatten gelockt

worden. Der neue Chef stellte die Absatzförderung

am Rande der Legalität ab und

griff hart durch. Im Unternehmen, das sogar

eine hauptamtliche Pastorin beschäftigt,

mussten fünf der acht Geschäftsführer

den Hut nehmen. Persönlich stellte er sich

den verunsicherten Mitarbeitern des Vertriebs.

Besorgt um das eigene Einkommen,

leuchteten nicht allen die neuen, ethisch

begründeten Vorgaben sofort ein.

Die ungemütliche Situation wurde

noch verstärkt, als im Zuge der Gesundheitsreform

und des neuen Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetzes

zunehmend dunkle Wolken über dem

Generika-Markt aufzogen. Bislang war

die Geschäftsidee, nach Ablauf des Patentschutzes

von Originalpräparaten diese mit

Kopien (Generika) preislich zu unterbieten,

glänzend aufgegangen. Anfangs von den

forschenden Arzneimittelherstellern an ge -

feindet, stieg ratiopharm in den 1990er

Jahren in Deutschland zum Marktführer in

seiner Sparte auf und profitierte vom Anstieg

des Marktanteils von Nachahmer-Medikamenten

auf derzeit etwa 40 Prozent. >

:: 5


[verantworten]

Heute aber herrscht auch auf diesem

Markt ein harter Verdrängungskampf,

ausgelöst von den Krankenkassen, die

mit Rabattverträgen immer neue Preissenkungen

zu erzwingen suchen. Mit den

drei Branchenführern, neben ratiopharm

sind dies Hexal und Stada, hat die AOK,

die etwa 40 Prozent der Krankenversicherten

vertritt, noch keine Einigung erzielt.

In Folge verlor das Trio Marktanteile und

ratiopharm 2006 in Deutschland erstmals

in seiner Unternehmensgeschichte Umsatz.

Hinzu kommt, dass die Aufgaben immer

komplexer und somit schwieriger kalkulierbar

werden. Bislang war es für Generikahersteller

verhältnismäßig einfach,

die von anderen entwickelten Wirkstoffe

nachzubauen, sobald deren Schutz nach

spätestens 20 Jahren gefallen war. Künftig

jedoch werden vermehrt Patente auf Biopharmazeutika

wie Insulin, Interferone

und Wachstumshormone ablaufen, die auf

dem Generikamarkt ein besonders starkes

Wachstum versprechen. Crux ist, dass Bio -

tech-Wirkstoffe wesentlich aufwendiger in

der Herstellung sind und damit auch die

Kopisten vor weitaus schwierigeren Aufgaben

stehen als bisher. Besteht ein Aspirinmolekül

aus 21 Atomen, so sind bei

Insulin als einem der einfachsten Proteine

schon 843 Atome richtig anzuordnen. Dutzende

Verfahrensschritte sind nötig. Schon

kleinste Änderungen der Rezeptur durch

Fehler im Produktionsprozess könnten fatale

Folgen bei den Anwendern auslösen.

ratiopharm ist bei diesem Wettlauf um

die Wachstumspillen der Zukunft mit dabei

und hat insgesamt 41 Millionen Euro

in zwei Produktionsanlagen für Biowirkstoffe

gesteckt. Ein Einstieg, der in besonderem

Maße zum Gradmesser für die Innovationskraft

des Unternehmens wird. Was

dort genau hergestellt werden soll, darüber

gibt es wegen der Geheimhaltungspolitik

bislang nur Spekulationen: Hormone zur

Blutbildung, Interferone zur Krebsbehandlung.

Gemunkelt wird darüber, dass sich

ratiopharm für die Finanzierung der teuren

klinischen Studien Partner sucht.

Nicht zuletzt wird immer wieder über einen

möglichen Verkauf spekuliert, zu dem

sich Vater Adolf womöglich doch noch

Moderne Technik und ständige Qualitätskontrollen: Arzneimittelherstellung bei ratiopharm.

Die Firmenzentrale ratiopharm in Ulm.

entschließen könnte. Dass diesem in geschäftlichen

Dingen sentimentale Gefühle

gänzlich fremd sind, bewies er 2005, als er

die Keimzelle des Imperiums, die nach dem

Krieg in Blaubeuren gegründete Merckle

GmbH, nach Italien veräußerte. Doch das

war eine Ausnahme. Die Welt der Fonds

und der Heuschrecken ist Adolf Merckle

mindestens so suspekt wie die Pflicht zur

Transparenz in seinen börsennotierten Unternehmen.

Zu seinen Unternehmereigenschaften

zählt nicht nur ein untrügerisches

Gespür für Chancen, sondern ebenso Beharrungsvermögen.

Kein anderes Unternehmen

der Merckle-Gruppe repräsentiert

dies offensichtlicher als die jüngste Firma

darin, die Blauwald GmbH & Co KG,

deren Basis 8000 Hektar Wald ist. Wer es

allein auf die Optimierung der Rendite anlegt,

investiert anders.

Gegen die Veräußerung von ratiopharm

sprechen außerdem die bisherigen Verhaltensmuster

der Unternehmerfamilie,

die von Kontinuität und Berechenbarkeit

bestimmt sind, des weiteren die Eigenkapitalstärke

sowie die Position unter den

Top 5 weltweit. Position 1 auf dem deutschen

Generikamarkt ging allerdings in

2005 an Hexal verloren. In der Hauszeitschrift

werden Verkaufsgerüchte als motivationshemmend

dargestellt und vom jungen

Chef entsprechend dementiert. Wenn

er sein Unternehmen mit der Metapher einer

„Menschengemeinschaft“ umschreibt,

legt er einmal mehr seine persönliche

Glaubwürdigkeit in die Waagschale. Die

Welt von Philipp Daniel Merckle geriete

durch einen solchen Schnitt jedenfalls gehörig

aus dem Gleichgewicht.

THOMAS VOGEL

6 ::


[er]finden

Interview mit Lothar Späth zu Chancen

und Risiken der Wissenschaftsstadt Ulm

KEINE ANGST

VOR PROFESSOREN!

„Ich sehe auch jetzt große Chancen

für die Wissenschaftsstadt Ulm“,

sagt Lothar Späth, Gründungsvater

des Großprojektes. Aber die

Forschungsstadt muss sich auf

neue Herausforderungen einstellen.

Heute heißen diese Technologietransfer

und Nachwuchsförderung.

Vor 21 Jahren wurde die Wissenschaftsstadt

Ulm aus der Taufe gehoben.

Sie waren als baden-württembergischer

Ministerpräsident einer der wichtigsten

Wegbereiter. Wie beurteilen Sie Ihr

Werk heute?

Es hat die Erwartungen erfüllt. Damals

waren große Teile der Ulmer Industrie in

der Krise. Das Farbbildröhrenwerk von

Videocolor machte dicht, die Lastwagenbauer

hatten Probleme, tausende von

Arbeitsplätzen gingen verloren. Wir hätten

damals versuchen können, diese Problembranchen

mit viel Geld aufzupäppeln.

Aber wir haben uns entschlossen, das Geld

lieber in einen Strukturwandel zu stecken.

Wir haben die Universität ausgebaut und

dafür gesorgt, dass Unternehmen dort ihre

Forschungseinrichtungen ansiedeln.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Natürlich. Inzwischen arbeiten 8.600 Menschen

in der Wissenschaftsstadt Ulm. Wenn

das kein Erfolg ist. Und die Zahl der Menschen,

die in einem hochwissensbasierten

Bereich arbeiten, liegt in Ulm doppelt so

hoch wie im Durchschnitt in Deutschland.

Ministerpräsidenten unter sich: Der amtierende baden-württembergische Ministerpräsident

Günther Oettinger, die ehemaligen Minister präsidenten Erwin Teufel und Lothar Späth

und der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (v. l.). bei einem Empfang

zum 70. Geburtstag Lothar Späths.

Ulm rangiert laut Prognosstudie unter den

Zukunftsregionen auf Platz 18.

Die industrielle Forschung in der Wissenschaftsstadt

boomt nicht gerade.

Zugegeben, da haben wir uns verschätzt.

Das ist schade.

Die Forschungsstadt auf dem Oberen

Eselsberg war in den Anfangsjahren

ein bundesweit beachtetes Modell. Das

ist zwei Jahrzehnte her. Wie müsste sie

weiterentwickelt werden?

Wir müssen schon aufpassen, dass kein

Ermüdungseffekt eintritt. Die Medizin

und die Wirtschaftswissenschaften an der

Universität müssen weiter ausgebaut werden.

Wir müssen dafür werben, dass junge

Leute Lust bekommen, Unternehmer zu

werden. Wir brauchen Firmenneugründungen,

auch damit moderne Arbeitsplätze

geschaffen werden.

Die meisten Arbeitsplätze im Land gibt

es in mittelständischen Betrieben. Wenn

aber jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge

ins Unternehmeralter kommen, müssen

wir eine überdurchschnittliche Zahl junger

Leute motivieren können, eine neue Firma

aufzumachen. Sonst wird es in Deutschland

immer weniger Firmen und damit

auch Arbeitsplätze geben. Jährlich verschwinden

viele Firmen. Diese Gefahr hat

noch gar keiner wahrgenommen.

>

:: 7


[er]finden

Alle reden von der Notwendigkeit

eines schnellen Wissenstransfers aus

den Hochschulen in die Betriebe.

Aber fehlt nicht ein effektives Bindeglied?

Die Firmenchefs haben doch gar

keine Zeit, immer wieder anzufragen

und Kontakt zu halten.

Da ist was dran. Das muss die Steinbeis-

Stiftung erreichen. Unternehmer dürfen

keine Angst vor Professoren haben. Wir

brauchen offene Universitäten.

Fehlt nicht als Ergänzung zu den Naturwissenschaften

und den Ingenieurwissenschaften

ein stärker geisteswissenschaftlich

orientierter Zweig, um die Einbettung

in gesamtgesellschaftliche Fragen sicherzustellen?

Die Technikfolgenabschätzung

wurde in Ulm nicht realisiert, und das

FAW-Institut ist geschlossen.

Ich würde in Ulm jetzt nicht neu etwa

mit Philosophie anfangen. Für mich stellt

sich eher die Frage, ob man solche Leute

verstärkt von anderen Universitäten holt,

vielleicht durch das Studium Generale.

Kooperationen mit anderen Universitäten

wären der richtige Weg, weil ein Neuaufbau

viel zu viel kostet.

Der frühere Uni-Rektor Professor

Theodor Fliedner, auch einer aus der

Gründermannschaft, wirbt für den

nächsten großen Wurf für die Wissenschaftsstadt.

Wie soll der aussehen?

Manchmal sind auch kleine Schritte angesagt.

Das Ergebnis des Exzellenzwettbewerbs

für Ulm mit der Graduiertenschule

ist ja etwas Positives. Ich denke, es gibt

gute Gründe für Gelassenheit. Jede Zeit

hat ihre Probleme und ihre Lösungen.

Muss die Forschung nicht deutlich

intensiviert werden, um international

auf Augenhöhe zu bleiben?

Deutschland hält im europäischen Vergleich

gut mit.

Müsste sich nicht die Wirtschaft viel

stärker für die Wissenschaftsstadt Ulm

engagieren, weil deren Erfolg auch auf

sie zurückfällt?

Wir haben noch ein Aktivierungsproblem

in bestimmten Bereichen. Aber wir müssen

auch aufpassen. Die steuerliche Belastung

der Unternehmen ist wieder gestiegen, und

der internationale Wettbewerb ist härter

geworden. Die Politik muss sich überlegen,

ob sie nicht besser die Forschung in mittelständischen

Unternehmen durch kürzere

Abschreibungsfristen unterstützt.

Was sind die Chancen des Standortes

Ulm?

Die liegen in der hervorragenden Infrastruktur.

Und in unbürokratischen Hilfestellungen

für Unternehmensgründer.

Und wo liegen die Gefahren?

In einer Gewöhnung und einem Zufriedengeben

mit dem Vorhandenen. Die Konkurrenten

schlafen nicht. Und darin, dass man

nicht energisch genug ein Umfeld schafft,

in dem sich junge Leute auch getrauen zu

investieren. Aber für mich überwiegen in

Ulm die Chancen deutlich.

WILLI BÖHMER

Lothar Späth

Er plädiert für einen

schnelleren Technologietransfer

in die

Unternehmen

Lothar Späth wurde am 16. November

1937 in Sigmaringen geboren. Er wurde

1965 Beigeordneter und Finanzreferent

der Stadt Bietigheim und zwei

Jahre später Bürgermeister. Von 1970

bis 1974 war er Geschäftsführer der

Neuen Heimat in Stuttgart und Hamburg

und bis 1977 im Vorstand beziehungsweise

Aufsichtsrat der Baufirma

C. Baresel AG in Stuttgart.

Bereits 1968 wurde er für die CDU in

den Landtag von Baden-Württemberg

gewählt, 1972 wurde er Fraktionsvorsitzender.

1978 nahm er das Amt

des Innenministers an und nach dem

Rücktritt Filbingers als Ministerpräsident

wurde er am 30. August 1978

zum fünften Ministerpräsidenten gewählt.

Bis 1991 blieb er in diesem Amt,

war Landesvorsitzender der CDU, von

1981 bis 1989 auch stellvertretender

Bundesvorsitzender.

Als Ministerpräsident war er maßgeblich

beteiligt an der Gründung der

Wissenschaftsstadt Ulm. Nach der

„Traumschiff-Affäre“ wechselte er in

die Privatwirtschaft, wurde Geschäftsführer

den Jenoptik GmbH in Jena (bis

2003), er moderierte auf n-tv vier Jahre

lang die wöchentliche Gesprächssendung

„Späth am Abend“, wurde im Mai

2005 Vorsitzender der Geschäftsführung

der Investmentbank Merrill Lynch

und ist seit Juli 2007 Aufsichtsratsvorsitzender

der J & M Management Consulting

AG in Mannheim.

8 ::


Anzeige

Wichtige Änderungen im

Wohnungs eigentumsrecht

IMMOBILIENRECHT

Am 01.07.2007 ist das neue Wohnungseigentumsgesetz

in Kraft

ge treten. Grund genug für einen

kurzen Überblick über die wichtigsten

Neuerungen:

1. Mehrheitsbeschlüsse bei baulichen

Veränderungen

Bisher galt für bauliche Veränderungen am

gemeinsamen Haus das Prinzip der Einstimmigkeit

der Eigentümer. Dieses Prinzip

wurde nun durch die Reform des WEG

zugunsten des Prinzips der sog. doppelt

qualifizierten Mehrheit gelockert. Möchten

die Eigentümer zukünftig die gemeinschaftliche

Wohnanlage z. B. dem Stand der Technik

anpassen, ist zukünftig nur noch eine

Mehrheit von ¾ der stimm berechtigten

Woh nungseigentümer nach Köpfen notwendig.

Zusätzlich müssen diese zusammen

mindestens die Hälfte aller Miteigentumsanteile

halten. Ein so ge fasster Be schluss

wirkt auch gegenüber den Eigentümern,

welche die Maßnahme abgelehnt haben.

2. Verteilungsmaßstab für Betriebs- und

Verwaltungskosten – Änderung mit

einfacher Mehrheit

Der Verteilungsmaßstab für Betriebs- und

Verwaltungskosten kann künftig mit einfacher

Mehrheit geändert werden (§ 16

Abs. 3 WEG). Eine Umlegung der Betriebsund

Verwaltungskosten nach Miteigentumsanteilen

führt in den Wohnungseigentumsgemeinschaften

meist zu Ungereimtheiten. Nun

kann innerhalb der Eigentümergemeinschaft

mit einfacher Mehrheit ein Maßstab beschlossen

werden, der auf den individuellen

Verbrauch der Wohnungen Rücksicht nimmt.

Beispielhaft sei hier nur der Eigentümer der

Parterrewohnung genannt, der die Fahrstuhlkosten

bisher anteilig mittragen muss.

3. Teilrechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft

Auch die schon höchstrichterlich anerkannte

sog. Teilrechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft

ist nunmehr

in Gesetzesform gegossen (§ 10 Abs. 6

WEG). Damit kann die Wohnungseigentümergemeinschaft

nun selbst klagen und

verklagt werden und auch selbst Verträge

schließen. Die Haftung der einzelnen Wohnungseigentümer

für Forderungen gegen

die Gemeinschaft ist jetzt auch begrenzt

auf die Höhe ihres Miteigentumsanteils.

4. Sammlung der Gemeinschafts beschlüsse

Auch das Informationsrecht der Wohnungseigentümer

wurde durch die Einführung

des § 24 Abs. 7 WEG gestärkt. Denn hierdurch

wird die Verpflichtung normiert, eine

Sammlung der Gemeinschaftsbeschlüsse zu

führen. Interessant ist dies insbesondere für

Erwerber von Wohnungseigentum, die sich

über die Rechte und Pflichten in der Eigentümergemeinschaft

informieren wollen.

5. Erhöhte Prozesskosten bei Streitigkeiten

Allerdings bringt das neue WEG auch

nach teilige Änderungen mit sich. So werden

wohnungs eigentumsrechtliche Streitigkeiten

künftig nicht mehr nach dem

Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit,

sondern nach der Zivilprozessordnung geführt.

Die Gerichtsgebühren sind dann in

etwa viermal so hoch wie zuvor. ®

Dr. Kai-Udo Wiedenmann

Die Kanzlei für Gesellschafts-,Wirtschaftsund

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:: 9


[er]finden

Boehringer Ingelheim

BLOCKBUSTER

AUS BIBERACH

Der Standort Biberach des Arzneimittelkonzerns

Boehringer Ingelheim

steht mit an der Weltspitze.

Hier werden momentan fünf

der weltweit erfolgreichsten biotechnischen

Arzneimittel hergestellt.

Das beweist einmal mehr:

Die ländliche Lage ist kein Hinderungsgrund

für Innovation und Erfolg.

Die Beschäftigten zählen mit

zu den zufriedensten in der chemischen

Industrie.

Einen nicht geringen Teil ihrer Arbeitszeit

verwenden die Beschäftigten der 2003 eingeweihten

biotechnischen Produktionsanlage

in Biberach mit dem sorgfältigen Anund

Ausziehen ihrer Berufskleidung. Rund

eineinhalb Stunden täglich benötigen sie

allein dafür. Die desinfizierten Spezialanzüge

sind Ganzkörpermodelle, die weder

Haar noch Augen aussparen. Naheliegend,

dass ihr Anblick Assoziationen an einen

Science-Fiction-Film auslöst. Doch anders

als in der Welt des Kinos sind hier die Menschen

die potenziellen Gefährder, nicht irgendwelche

phantastischen Killerzellen.

Schon ein klitzekleines Haar oder die Berührung

mit menschlicher Haut bedeutet

ein höchstes Risiko. Zellkulturen im Dienste

der Pharmaindustrie reagieren nun mal

höchst sensibel auf Verunreinigungen.

So liegen diese Arbeitsplätze in einer

hochaseptischen Welt. Sie befindet sich in

einem siebenstöckigen Gebäude, das nicht

aus ästhetischen, sondern aus reinigungs-

Produktionskapazität verdoppelt: Zellfermentation in der biopharmazeutischen Wirkstoffherstellung.

technischen Gründen ganz aus Stahl und

Glas besteht. Ein Blick in dieses Reich der

zwanghaften Sauberkeit ist folglich lediglich

durch eine Glasscheibe zu erhaschen.

220 Arbeitsplätze sind hier verortet, nicht

einmal sonderlich viele angesichts der

knapp 4.000 Köpfe, die das Unternehmen

allein in Biberach beschäftigt. Aber wegen

des unbedingten Reinheitsgebots in Europas

größter biotechnischer Produktionsanlage

sind die Produktionsprozesse so weit

als möglich vollautomatisiert. Etwa 255

Millionen Euro steckte die Boehringer Ingelheim

Pharma GmbH & Co. KG in den

2003 eingeweihten Komplex – die größte

Summe bislang für ein Einzelprojekt in der

Firmengeschichte. Damit verfügt Boehringer

in Biberach jetzt über zwölf Fermenter

mit einem Fassungsvermögen von je 15.000

Litern. Die Verdopplung der Produktionskapazität

war zum einen Reaktion auf den

rapiden Umsatzanstieg in diesem Bereich,

zum andern kamen neue Präparate hinzu,

darunter ein Medikament zur Therapie des

akuten Herzinfarktes (Metalyse®) und des

Schlaganfalls (Actilyse®).

Es sind solche Investitionen, welche die

oberschwäbische Kreisstadt als eines der

mittlerweile weltweit größten Zentren für

die Entwicklung und Herstellung von Bio -

pharmazeutika ausweisen. 2005 folgte gleich

der nächste Superlativ, als das Marktforschungsinstitut

IMS das Unternehmen

zum weltweit wachstumsstärksten

Arzneimittelhersteller erklärte. Mit dem

Atemwegsmedikament Spiriva verfügt der

Konzern, der weltweit rund 38.000 Mitarbeiter

beschäftigt, erstmals über einen >

10 ::


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[er]finden

Arbeit im Labor: Forschung und Entwicklung

sind für das Familienunternehmen wichtige

Erfolgsfaktoren.

„Blockbuster“, also ein Produkt, das die

Eine-Milliarde-Dollar-Umsatzschwelle

überschritt. In Biberach hergestellt werden

unter anderem das Blutdruckmittel Micardis,

das Herzinfarktmedikament Metalyse

und das Schlaganfallpräparat Actilyse. Außerdem

werden hier Präparate im Auftrag

anderer Unternehmen entwickelt und auch

gefertigt, etwa Betaferon oder das Darmkrebsmedikament

Erbitux.

Erfahrungen mit der Produktion für

Bio pharmazeutika konnte man in Biberach

schon seit 1982 sammeln, als man hier

mit der Forschung und Entwicklung auf

diesem Gebiet anfing, gemeinsam mit dem

US-amerikanischen Biotech-Unternehmen

Genentech. Die erste großtechnische Produktionsanlage

auf Zellkulturbasis ging

1985 in Betrieb. Heute sind von den insgesamt

rund 4000 Mitarbeiten am Standort

1600 mit Biotechnologie befasst.

Eine Produktionskette auf diesem Gebiet

zieht sich über mehrere Monate hin.

In einem ersten Schritt werden ausgewählte

Zellen, beispielsweise von Hamstern,

genetisch so verändert, dass sie einen

gewünschten Wirkstoff, etwa Enzyme,

Rezeptoren oder Antikörper, produzieren.

Diese Zellen werden dann selektiert,

kopiert und anschließend vermehrt (Fermentation).

Aus einer Basis von weniger

als 100 Millilitern wird im Fermenter eine

Menge von besagten 15.000 Litern. Dieser

aufwendige und komplexe Vorgang dauert

sechs bis zwölf Wochen und setzt höchste

Sterilität und Arbeiten in höchster Präzision

voraus. Der Wirkstoff wird danach

gereinigt und schlussendlich zu einem anwendungsfähigen

Arzneimittel, das ebenfalls

unter Reinraumbedingungen abgefüllt

wird. Selbst bei den Glasfläschchen ist

Perfektion gefordert. Sie durchlaufen eine

automatische Aussortieranlage und werden

anschließend noch einmal von zwei

Mitarbeiterinnen mit bloßem Auge auf

feinste Kratzer überprüft. So sollen Reklamationen

selbst der kritischsten Kunden,

und das seien die Japaner, vermieden werden.

Alles vor Ort erledigen zu können, von

der Ideenfindung bis zur Herstellung, hat

sich längst als großer Vorzug erwiesen.

Beim Buhlen um die besten Köpfe ist die

Lage abseits der Metropolregionen Rhein-

Neckar, München und Nürnberg kein

Nachteil. Was an groß- und weltstädtischen

Angeboten im Städtle und im Umland fehlt,

wird durch das familienfreundliche Umfeld

und das gute Forschungsklima im Unternehmen

mehr als wett gemacht. Die Belegschaft

ist international, an die 140 der beschäftigten

Wissenschaftler besitzen einen ausländischen

Pass. Sie ließen sich bis aus den USA

und Australien an die Riss anlocken.

Das Unternehmen

Die Boehringer Ingelheim Pharma

GmbH & Co. KG ist zu 100 Prozent in

Familienbesitz. 1885 von Albert Boehringer

gegründet, erforscht, entwickelt,

produziert und vermarktet das

Unternehmen weltweit Arzneimittel.

Es zählt zu den 20 größten Pharmafirmen.

Zum Verbund gehören 137

Gesellschaften auf allen Kontinenten.

Mit rund 38.000 Beschäftigten wird

ein Umsatz von 10,5 Milliarden Euro

erzielt. Vom Umsatz fließen 15 Prozent

in Forschung und Entwicklung.

In Deutschland gehört Boehringer

Ingelheim zu den zehn größten Unternehmen

der Pharmabranche. Geschäftsbereiche

sind Humanpharma

(Praxis/Klinik, Biopharmazeutika und

Selbstmedikation), Chemikalien, Tiergesundheit

und Mikrosystemtechnik.

In Deutschland ist das Familienunternehmen

mit drei operativen Einheiten

vertreten: in Ingelheim, wo auch die

internationale Unternehmenszentrale

angesiedelt ist, in Biberach und in

Dortmund.

Alles rosig? Nicht ganz. Das Unternehmen

muss höllisch aufpassen, auch in

Zukunft genügend Nachwuchskräfte an

sich binden zu können. Es hat deshalb den

Ausbau der Fachhochschule Biberach um

den Studiengang „Pharmazeutische Biotechnologie“

mit angestoßen und mitfinanziert.

Der Studienbetrieb läuft seit dem

Wintersemester 2006/2007, die derzeit

35 Plätze sollen langfristig auf 200 aufgestockt

werden. Zweckmäßigerweise ist das

Lehrgebäude der Hochschule nur wenige

Gehminuten entfernt.

Die Angeln wurden noch weiter ausgelegt.

Gymnasien in Biberach und Ulm erhielten

Unterstützung bei der Einrichtung

biotechnischer Labors, bei der IHK wurde

der neue Ausbildungsberuf „Produktionsfachkraft

für Biotechnik“ entwickelt. Vielfältige

Kontakte und Kooperationen mit

Universitäten und Forschungseinrichtungen

gehören ebenfalls zu diesem Netzwerk, das

gespannt ist, um den nötigen qualifizierten

Nachwuchs gewinnen zu können.

In den zurückliegenden Jahren bewies

Boehringer Ingelheim eindrucksvoll,

dass auch aus eigener Kraft ein starkes

Wachstum möglich ist. Während in der

Pharma branche gerade die Fusionitis wütet

– Bayer schluckte Schering, Altana gab

seine Medizinsparte an den dänischen Arzneimittelhersteller

Nycomed ab – setzt das

forschungsstarke Familienunternehmen

weiterhin auf Eigenständigkeit und widersetzt

sich damit ein Stück weit dem Gesetz

der Größe. Dies steht in Zusammenhang

mit den beträchtlichen Risiken des Pharmageschäfts,

bei dem Fehlversuche nicht

zu vermeiden sind, dabei jedoch jedes Mal

hohe Kosten auslösen, die nicht selten im

oberen dreistelligen Millionenbereich liegen.

Wessen Portfolio zu klein ist oder wegen

auslaufender Patente gar schrumpft,

kann rasch in eine Schieflage geraten.

Bei allem Erfolgsdruck scheint bei Boehringer

Ingelheim die Motivation der Mitarbeiter

nicht zu leiden, im Gegenteil: Der

Konzern zählt zu den beliebtesten Arbeitgebern

hierzulande, wie die jährlichen

Umfragen des Führungskräfteverbandes

der chemischen Industrie belegen. Auch

dies ein Grund dafür, warum hoch qualifizierte

und weltweit begehrte Wissenschaftler

sich in die schwäbische Provinz locken

lassen.

THOMAS VOGEL

12 ::


Anzeige

SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm

WIE DIE KUNDEN

ENERGIE EINSPAREN

Will mehr Unabhängigkeit von den großen Energiekonzernen:

Matthias Berz, Geschäftsführer

der SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH.

Die Diskussion um die steigenden

Energiepreise haben die SWU

Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm in den

vergangenen Wochen mit einer offensiven

Informationskampagne

begleitet. Mit Anzeigen, die durch

weiterführende Informationen im

Internet ergänzt wurden, beleuchtete

die SWU dieses Thema aus

ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

„Strom ist in Deutschland sicherlich zu

teuer. Denn die Energieerzeugung wird

von den vier großen Energiekonzernen dominiert,

die damit auch die Großhandelspreise

ein gutes Stück weit vorgeben“, beschreibt

SWU-Geschäftsführer Matthias

Berz die eine Facette des Problems. Steigen

die Einkaufspreise für Energie an, wie das

derzeit der Fall ist, bleibt der SWU nichts

anderes übrig, als sie an ihre Kunden weiterzugeben.

Mehr Unabhängigkeit von den großen

Energiekonzernen könnte helfen, solche

Preisanstiege zumindest zu dämpfen.

Deswegen investiert die SWU in eine Reihe

von Kraftwerksprojekten. In der Region

liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau der

regenerativen Energien, insbesondere von

Wasserkraft und Biomasse. Gleichzeitig investiert

die SWU aber auch in Zukunftstechnologien,

etwa durch das Engagement

für die Ulmer Brennstoffzellenmanufaktur.

„Bei allem Bemühen um den Ausbau

regenerativer Energieerzeugung werden

wir nicht in wenigen Jahren allen Strom

in Deutschland regenerativ erzeugen können.

Deshalb werden wir mittelfristig nicht

ohne die fossilen Energieträger auskommen“,

sagt Berz. Ein Teil der Investitionen

fließt deswegen gleichzeitig auch in moderne

Gas- und Kohlekraftwerke, die künftig

sehr viel effizienter Energie erzeugen, als

das heute noch möglich ist.

Trotz aller Investitionen steht jedoch

fest, dass die Energiepreise auch in Zukunft

weiter steigen werden. Denn Strom

ist gleichzeitig viel zu billig. Die Vorräte an

fossilen Energieträgern schrumpfen und

müssen mit immer höherem Aufwand erschlossen

werden. „Gleichzeitig droht uns

der Klimawandel – ein Problem, das ohne

zusätzliche Investitionen nicht gelöst werden

kann. Investiert aber wird nur, wenn

damit Geld zu verdienen ist. Klimaschutz

gibt es nicht zum Billigtarif“, so Matthias

Berz.

Das sehen inzwischen auch viele Verbraucher

so und sind bereit, dafür auch etwas

mehr zu bezahlen. Die SWU hat ihren

Kunden in der Grundversorgung deswegen

das Angebot gemacht, zum exakt gleichen

Preis auf das neue Produkt „SWU-Strom

natur“ zu wechseln. Damit wird die Lieferung

von Strom aus 100 Prozent regenerativer

Erzeugung garantiert, von dem ein

Großteil aus eigenen Wasserkraftwerken

stammt. Dieses neue Stromangebot können

aber auch kleine Gewerbebetriebe bestellen.

Schon bald wird die SWU auch für

größere Unternehmen ähnliche Angebote

auf den Markt bringen.

„Trotz des Ausbaus der erneuerbaren

Energien müssen wir in Zukunft noch effizienter

mit Energie umgehen, um tatsächlich

etwas gegen den Klimawandel bewirken

zu können. Und das beginnt hier bei

uns vor Ort“. Für Matthias Berz steht deswegen

das Thema Energieberatung weiterhin

ganz oben auf der Agenda. Schon seit

Jahren legt die SWU als Stadtwerk einen

Schwerpunkt auf dieses Thema. Die Energieberater

helfen sowohl einem Privathaushalt

als auch einem Unternehmen, den

Energieverbrauch deutlich zu senken.

Mit der neuen SchwabenEnergieAgentur

hat die SWU dieses Angebot weiter

ausgebaut und externe Energieberater in

ein Netzwerk der Beratung eingebunden.

Mit dem neuen Dienstleistungszentrum in

Ulms Neuer Mitte bringt sie diesen Service

noch näher zum Kunden. „Gemeinsam mit

unseren Kunden leisten wir so viele nachhaltige

Beiträge für eine bessere Umwelt

– und das hier vor Ort “, lautet das Fazit

von Matthias Berz. Gerade diese regionale

Verantwortung ist es, die in seinen Augen

Stadtwerke wie die SWU auszeichnet und

von allen anderen Energieanbietern unterscheidet:

„Wer verantwortungsvoll handelt,

kann das Thema ‚Energie’ nicht mehr

allein nur über den Preis definieren. Dazu

sind die Auswirkungen auf die Umwelt

und das Klima viel zu groß. ®

Infos:

Tipps zur Energieeinsparung gibt es

bei der Energieberatung der SWU:

Tel.: 07 31 / 166 – 1531

Internet: www.swu.de

:: 13


[titelthema]

„Mein Wunsch ist,

dass die Führung

in der Familie bleibt“

Siegfried Weishaupt

14 ::


Interview mit Siegfried Weishaupt

GLÜCK IST,

ETWAS NEUES ZU ENTDECKEN

Als Unternehmer leitet er einen

mittelständischen Betrieb mit fast

3.000 Mitarbeitern, für seine Sammlung

hat er eine Kunsthalle in Ulms

Neuer Mitte gebaut und die Verbundenheit

mit seinem Geburtsort

Schwendi zeigt sich in sozialem Engagement

– der 68-jährige Siegfried

Weishaupt zählt zu den herausragenden

Unternehmer-Persönlichkeiten

im Südwesten. Thomas Zehender,

Siegfried Bauer und Hans-

Jörg Wiedenhaus, sprachen mit

Weishaupt über Erfolgsrezepte, unternehmerische

Pflichten und sein

Verhältnis zur Kunst.

Was sind die Kernpunkte Ihres unternehmerischen

Erfolgs über so lange Zeit?

Ganz vorne steht die Innovationskraft von

der ersten Stunde an bis zum heutigen Tag,

und das verbindet sich bei uns mit dem

Anspruch höchster Zuverlässigkeit. Nicht

umsonst heißt der Slogan von Weishaupt

„Das ist Zuverlässigkeit“.

... das ist nur ein Wort. In welchem Sinne?

Zunächst im technischen Bereich. Hier haben

wir seit mehr als 50 Jahren eine Entwicklung

nach der anderen auf den Markt

gebracht, und zwar niemals vorschnell,

sondern erst nach sorgfältiger Vorbereitung

und ausführlicher Prüfung. Und dies

gilt genauso im kaufmännischen Bereich.

Derzeit erleben wir eine Diskussion über

SÜDWEST PRESSE-Chefredakteur Hans-Jörg Wiedenhaus (li.), Siegfried Bauer und Thomas Zehender.

die Zukunft von Öl und Gas, verbunden

mit harten Preiskämpfen. Der ganze Markt

steht unter erheblichem Druck, verursacht

durch Rückgänge bis zu 30 Prozent. Wir

sind davon auch betroffen im Kleinbrennergeschäft,

machen aber den Rückgang

durch Zuwachs im Großbrennergeschäft,

wo wir Weltmarktführer sind, wieder wett.

Wir halten Kurs und machen nicht jede

Verrücktheit bei der Preisgestaltung mit,

um unbedingt Marktanteile zu gewinnen.

Zurzeit gibt es nichts zu gewinnen.

Sie verfolgen also eine Art „Miele“-

Strategie: Wenn die anderen im Preis

runtergehen, bleiben Sie oben?

Ja, das kann man so sagen. Wir verstehen

uns als Premium-Anbieter und wollen dies

bleiben. Technisch perfekte Produkte wie

die unsrigen haben einfach ihren Preis. So

können wir auch bei unseren neuen Produkten

wie etwa Solarthermie oder Wärmepumpe

nicht die Billigsten sein.

Wie verbindet sich Zuverlässigkeit mit

einer Führungsfigur wie Ihnen als Unternehmer?

Damit hat mein Vater begonnen. Er war

geradezu Ordnungsfanatiker. Ich habe diesen

Geist der Sauberkeit, der Klarheit und

Verlässlichkeit fortgeführt. Mittlerweile

haben ihn die Mitarbeiter verinnerlicht.

Die große Kontinuität in der Führung des

Unternehmens über 25 Jahre hinweg ist

hierfür wohl von großer Wichtigkeit. Dies

zeigt sich auch in einer stabilen Belegschaft

ohne nennenswerte Fluktuation. Weishaupt

fördert dies durch besondere soziale

Leistungen.

>

:: 15


[titelthema]

Zum Beispiel?

Eine Altersversorgung mit außergewöhnlichen

Leistungen. Je nach Betriebszugehörigkeit

erhält ein Mitarbeiter beim Ausscheiden

in den Ruhestand bis zu einigen

Jahresgehältern.

Wie gehen Sie mit Ihren Mitarbeitern um:

Sind Sie mehr ein Patriarch alter Schule,

oder ein Team-Mensch?

Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem.

Aber ich schlage nicht auf den Tisch. Man

muss auf das Fachwissen seiner Mitarbeiter

Bezug nehmen, aber die Entscheidung

liegt am Ende immer bei einem selbst. Typisch

für Weishaupt ist, dass alle Unternehmensbereiche

mit Mitarbeitern besetzt

sind, die eine große Entscheidungsfreiheit

haben und nur mir gegenüber verantwortlich

sind.

Müssen Sie überzeugt

oder überredet werden?

Ich muss überzeugt werden, überreden

lasse ich mich nicht.

Wie schafft man Strukturen für ein Unternehmen,

das im globalen Wettbewerb

bestehen will?

Die Hauptschritte hat bereits mein Vater

unternommen. Er erkannte früh, dass wir

noch näher am Markt sein müssen, und

hat 30 Niederlassungen in Deutschland

aufgebaut. Ich habe die Produktpalette

wesentlich erweitert und die Tochterunternehmen

im Ausland erheblich ausgebaut

auf heute 20.

Haben Sie das ganze Unternehmen

noch permanent im Blick?

Ich denke schon. So erhalte ich beispielsweise

neben vielen anderen Unterlagen

jeden Montag von allen Tochterunternehmen

die wesentlichen Daten, ebenso

einmal pro Monat von unseren Niederlassungen.

Alles in allem analytisch perfekt

aufbereitete Zahlen.

Wie viel Zeit bringen Sie im Jahresdurchschnitt

täglich für das Unternehmen auf?

Mit dem Unternehmen bin ich rund um die

Uhr beschäftigt, ja man kann sagen verheiratet.

Selbst im Urlaub bin ich täglich

mehrfach in Kontakt.

Würden Sie sich als einen typischen

schwäbischen Unternehmer bezeichnen?

Die Festlegung auf einen Typus ist für mich

schwierig zu beantworten. Jedenfalls bin

ich eher ein großzügiger Mensch.

Wie zeigt sich das?

Zum Beispiel gewähren wir zum 75-jährigen

Bestehen des Unternehmens jedem

Mitarbeiter weltweit eine Jubiläumsprämie

von bis zu einem Monatsgehalt. Und

ich habe aus diesem Anlass bis auf Südafrika

sämtliche Tochterfirmen besucht. Es

war schon wohltuend zu erleben, wie die

Mitarbeiter sich über diese Geste – sowohl

des Besuches als auch die Prämie – gefreut

haben.

Haben Sie Führungsprinzipien?

Gradlinigkeit, Offenheit und Zuverlässigkeit.

Gab es bei Weishaupt auch schwierige

Phasen mit Entlassungen?

Es gab schon einige wenige Phasen mit geringen

Umsatz-Dellen, aber wir konnten

uns immer gut behaupten. Entlassungen?

Um Gottes willen, nein! Andererseits haben

wir auch nicht hektisch eingestellt und

können deshalb eine hohe Arbeitsplatzsicherheit

garantieren.

Derzeit erleben wir allerdings einen

starken Umsatzrückgang bei kleinen Ölbrennern,

wie anfangs schon angesprochen.

Eine Folge politischer Entscheidungen von

Bund und Land, die die Verbraucher verunsichern.

Auch die teilweise unsinnige

Förderpolitik macht uns zu schaffen. Der

Energiepolitik fehlt einfach die Stetigkeit.

Ich könnte mir vorstellen, dass ein kompetent

besetzter, nationaler oder auch internationaler

wissenschaftlicher Beirat zuverlässigere

Antworten zu diesem eminent

wichtigen Thema erarbeiten könnte.

16 ::


Wie reagieren Sie als Unternehmen

auf solche Veränderungen in der Energiepolitik?

Vor über 2 Jahren haben wir entschieden,

uns intensiver mit der Wärmepumpe zu

beschäftigen. In diesem Jahr verkaufen wir

schon die ersten tausend Stück, für den

Anfang sehr beachtlich.

Zudem sind wir seit geraumer Zeit auf

dem Feld der Solarthermie aktiv. Und mit

der Brennwerttechnik sind wir schon seit

über 10 Jahren im Markt, teils mit ganz

wichtigen interessanten Entwicklungen,

mit denen wir die Energie aus der Abwärme

von Öl- und Gasgeräten zu fast 100

Prozent nutzen.

Wie wird Ihr Unternehmen

in zehn Jahren aussehen?

Die Kernkompetenz bei den Bennern werden

wir mit Sicherheit behalten. Wir haben

gerade in eine große Versuchsanlage investiert,

in der Großbrenner für die Industrie

mit Leistungen bis zu 25.000 kW getestet

und weiterentwickelt werden können. Die

Industrie benötigt weltweit solche leistungsstarken

Brenner. Mit Photovoltaik oder Solarenergie

kann man diese Leistungen nie

erreichen. Aber auch bei den erneuerbaren

Energien sind wir mit dabei wie z. B. beim

Verbrennen von Biogas und Bioöl.

Als Familienunternehmer beobachten

Sie eine Welt, in der Konzerne, Investmentbanken

und Pensionsfonds zunehmend

das Sagen haben und immer

mächtiger werden.

Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Ich sehe diese Fehlentwicklung wie etwa

die Fusion von Daimler und Chrysler recht

kritisch. Wir jedenfalls gehen auch weiterhin

unseren eigenen Weg. Grundsätzlich

wollen wir ein Familienunternehmen bleiben.

Hier sind die Entscheidungswege kürzer

und wir sind flexibler. Wachstum um

der Größe willen war nie unser Ziel. Ganz

wichtig ist aber auch der Service, eine weitere

Säule unseres Erfolgs.

Deshalb dürfen Ihre Geräte teurer sein

als bei der Konkurrenz?

Nein, sie müssen sogar teurer sein. Davon

müssen wir unsere Kunden überzeugen,

weil unser Service auch an Heiligabend

und Silvester für sie da ist.

Aber man braucht doch eine bestimmte

Größe, um auf dem Markt bestehen zu

können?

Diese Größe haben wir innerhalb unserer

Branche durchaus. Bei Brennern großer

Leistung erreichen wir hohe Marktanteile

teilweise erheblich über 50 Prozent. Bei

den neuen Entwicklungen natürlich noch

nicht.

Gibt es Strategien für Zukäufe?

Wir sind auf unserem Kerngebiet immer

aus eigener Kraft gewachsen. Hier gab es

nie Zukäufe. Eine andere Frage ist die Erweiterung

des Unternehmens in andere zukunftsweisende

Bereiche wie etwa bei der

Gebäudeautomation. Hier haben wir die >

Eleganz offenbart sich in puren Formen.

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:: 17


[titelthema]

Kompetenz erworben durch Zukauf des

Unternehmens Neuberger in Rothenburg

ob der Tauber.

Wie geht es in Ihrem Unternehmen mit

der Nachfolge weiter, auch im Blick auf

die Verantwortung für die Mitarbeiter?

Eigenverantwortung besonders auf der

Führungsebene ist in einem typischen

Familienunternehmen besonders wichtig.

Das wissen wir und danach handeln wir.

Und die Nachfolge?

Mein Wunsch ist, dass die Führung in der

Familie bleibt.

Das Unternehmerbild in Deutschland

ist derzeit so schlecht wie es selten

zuvor gewesen ist, verursacht durch

gravierende Fehlentscheidungen,

bestimmte Personen, unverdient

horrende Abfindungen und Skandale.

Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Was in der Führung einiger Großunternehmen

in jüngster Zeit passiert ist, halte

ich für katastrophal, wie etwa Skandale

bei VW oder die Korruption bei Siemens.

Auch im Mittelstand agieren teilweise Personen,

die nicht meiner Idealfigur des Unternehmers

entsprechen.

Sehen Sie die Unternehmer in der Pflicht,

mehr für vernünftig bezahlte Arbeitsplätze

zu tun?

Arbeitsplätze entstehen als Folge innovativen

und wirtschaftlich unternehmerischen

Handelns. Unternehmen müssen

rentabel geführt werden. Soziale Verantwortung

liegt darin, dass die entstandenen

Arbeitsplätze gehalten und womöglich

ausgebaut werden können.

Wie groß ist die Gefahr, dass Weishaupt

als mittelständisches Unternehmen gegenüber

den Großkonzernen unter Kostenund

Preisdruck gerät?

Die Mittelständler sind dort erfolgreich,

wo sie Spezialisten und Marktführer sind.

Bei der Brenner-Technik ist das bei Weishaupt

so. Baden-Württemberg ist ein Land

der „hidden champions“, wie Professor

Radermacher sagt.

Ist Weishaupt ein „hidden champion?“

Ich glaube schon.

Wann empfinden Sie Glück?

Wenn man von Glück spricht, dann denkt

man zunächst an den privaten Bereich.

Und hier heißt dies für mich in erster Linie

Geborgenheit in der Familie. Geschäftlich

bedeutet für mich Glück, wenn die getroffenen

Entscheidungen sich als richtig

erweisen. Zusammengefasst: wenn das

Unternehmen sich erfolgreich entwickelt.

Bei der Kunst kommt vielleicht ein anderer

Aspekt dazu: Wenn man etwas Neues

entdeckt.

Was verstehen Sie unter unternehmerischer

Verantwortung? Fühlen Sie sich

in der Pflicht, der Gesellschaft etwas

von Ihrem Erfolg zurückzugeben?

Ja. Das haben schon meine Eltern getan.

Das Unternehmen und die Familien haben

sich gleichermaßen engagiert. Im Schwäbischen

spricht man vom „Gutes tun“. Als

Beispiele nenne ich nur das Altenpflegeheim

in Schwendi, das nicht umsonst den

Namen meiner Mutter Sofie Weishaupt

trägt, die Realschule, die nach meinem Vater

benannt ist, das Ärztehaus in Schwendi

oder in besonderem Maße unsere betriebliche

Altersversorgung. Soziale Verantwortung

ist für unser Unternehmen kein Sonntagsreden-Wort.

Was bedeutet Ihnen Geld?

Unabhängigkeit. Aber zugegeben, vielleicht

verliert man etwas den Bezug dazu,

wenn man nicht wie viele andere jeden Tag

jeden Euro zweimal umdrehen muss.

Jetzt zur Kunst:

Wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin gewissermaßen familiär vorbelastet.

Mütterlicherseits gibt es eine besondere

musikalische Veranlagung, unter den

Vorfahren meines Vaters befinden sich

Kunstmaler, wovon einer unter anderem

den Blaubeurer Altar restauriert hat. Die

Initialzündung hat mein Vater ausgelöst,

18 ::


der sich schon während meines Studiums

mit der Hochschule für Gestaltung in Sachen

Produktgestaltung in Verbindung

gesetzt hat. Er hat einen Mitarbeiter des

früh verstorbenen Hans Gugelot – Hans

Sukopp – übernommen, der hier im Haus

alles umgekrempelt hat – von den Vorhängen

bis zu den Möbeln. So ist auch die

Kunst ins Unternehmen und bei mir ins

Haus gekommen.

Was hat bei Ihnen „klick“ gemacht?

Was war das erste Kunstwerk, das Sie

gekauft haben?

In der Galerie von Hans Mayer in Krefeld

habe ich 1967 ein Bild von Josef Albers gesehen,

das mich fasziniert hat. Ein weißes

Quadrat in der Mitte, außen grau verlaufend.

Es war damals leider schon verkauft,

jedoch konnte ich es 15 Jahre später doch

noch erwerben.

Wie finden Sie Kunstwerke? Haben Sie

Scouts oder werden Sie benachrichtigt,

wenn etwas Interessantes auf den Markt

kommt?

Es geht nicht ohne fachkundige Begleitung

aus der Kunstszene. Aber einen festen Beraterstab

wollte ich nie haben. Wohl aber

gab es immer ein freundschaftliches Verhältnis

zu dem Galeristen Hans Mayer,

übrigens ein Ulmer. Er hat zum Beispiel

Andy Warhol nach Schwendi gebracht, wo

er eines seiner typischen Porträts auch von

meinem Vater gemacht hat. Ich habe nie

neue Strömungen aufgespürt oder bin Moden

nachgegangen.

Aber noch mal: Wie sammeln Sie? Die

Palette reicht von Max Bill über Günter

Uecker, bis Pop Art und Andy Warhol.

Zufall, oder gibt es ein Konzept?

Ich sammle nicht nach Konzept, aber nach

meiner eigenen Linie. Und das hat mit Bauhauskünstlern

– wie schon gesagt – begonnen

und baut in erster Linie auf Abstraktion

auf, das Zusammenspiel von Farbe

und Form. Die Entwicklung geht aber weiter.

Wohin sie mich führen wird, werden

wir sehen. Ansätze dazu gibt es aber jetzt

schon in der Eröffnungs ausstellung der

„kunsthalle weishaupt“ in Ulm zu sehen.

Gehen Sie viel auf Ausstellungen

oder Messen?

Viele Kunstmessen interessieren mich nicht

so sehr, aber Basel besuche ich jedes Jahr,

meiner Meinung nach die beste Kunstmesse

der Welt. .

Sind Sie zufrieden mit dem Bau

der Kunsthalle?

Ja sehr. Es war schon ein Risiko, an dieser

Stelle mitten in der Altstadt in Ulm zu bauen.

Zum Glück sind die meisten Leute und

Architektur kritiker, soweit mir bekannt,

begeistert. Das bestärkt mich.

THOMAS ZEHENDER

FOTOS: MATTHIAS KESSLER

:: 19


[titelthema]

Siegfried Weishaupt

„Einsatz für die Gesellschaft und

für die Menschen der Region“

Siegfried Weishaupt wurde am 20. Februar

1939 in Schwendi (Landkreis Biberach)

geboren. Nach dem Maschinenbau-Studium

an der TH Aachen trat

er 1965 als Diplom-Ingenieur in die Firma

seines Vaters Max Weishaupt ein

und war zunächst in Forschung und

Entwicklung tätig.

1972 wurde er in die Geschäftsleitung

berufen und leitete die Firma gemeinsam

mit seinem Vater. Seit dessen Tod

im Jahr 1982 ist Siegfried Weishaupt

alleiniger geschäftsführender Gesellschafter

der Max Weishaupt GmbH.

An dem Familienunternehmen hält er

die Mehrheit, die restlichen Anteile gehören

zwei weiteren Familienstämmen.

Weishaupt ist verheiratet, hat zwei Söhne

und eine Tochter. Er wohnt in Laupheim.

Der Vollversammlung der IHK Ulm gehörte

der Unternehmer 25 Jahre lang

als ehrenamtliches Mitglied an. 1986

wurde er zum Vizepräsidenten gewählt,

von 1993 bis 2003 stand er als Präsident

an der Spitze der IHK Ulm. Bis

heute ist Siegfried Weishaupt einer von

zwei Ehrenpräsidenten der IHK Ulm.

Für seinen jahrzehntelangen Einsatz in

der IHK erhielt er 2005 die Verdienstmedaille

des Landes Baden-Württemberg.

Als einer von drei Gründungsgesellschaftern

rief Siegfried Weishaupt im

Jahr 2003 die private Zeppelin University

in Friedrichshafen mit ins Leben.

Zudem gehört er den Beiräten der Landesbank

Baden-Württemberg und der

Baden-Württembergischen Bank an.

Dem Verein BioRegio Ulm stand Weishaupt

von der Gründung 1997 bis ins

Jahr 2004 vor.

Die Verbundenheit mit Oberschwaben

zeigt sich unter anderem in Weishaupts

Engagement als Präsident des Kuratoriums

der Gesellschaft Oberschwaben

für Geschichte und Kultur e. V. und als

Vorsitzender des Stiftungsvorstands

Stiftung Oberschwaben. Diese hat sich

die wissenschaftliche Erforschung der

Geschichte und Kultur Oberschwabens

zur Aufgabe gemacht.

In Schwendi trägt Weishaupt wesentlich

zur Infrastruktur der 6.300 Einwohner

zählenden Gemeinde bei. An erster

Stelle ist das im Januar 2006 eröffnete

ASB Seniorenzentrum Sofie Weishaupt

zu nennen, das ohne den finanziellen

und persönlichen Einsatz der drei Weishaupt-Familienstämme

nicht möglich

gewesen wäre. Sie übernahmen die

Kosten für den Bauplatz, erhöhten die

Zahl der Pflegeplätze um drei auf 40 für

eine bessere Wirtschaftlichkeit und finanzierten

die sechs Einheiten für das

betreute Wohnen. Zudem finanzierte

die Weishaupt GmbH den Bau eines

Ärztehauses in Schwendi, das eine

Apotheke und mehrere Arztpraxen beherbergt.

1997 eröffnete das bislang einzige

Hotel mit gehobenem Restaurant in

Schwendi, der Oberschwäbische Hof

– ein Projekt, mit dem Siegfried Weishaupt

gastronomisch und architektonisch

Maßstäbe für die Region gesetzt

hat. Aus den 72 Beiträgen des Architekturwettbewerbes

wählte er seinen

Favoriten aus und mit Elmar Reisch

den Küchenchef seines Vertrauens.

Zwar nur auf Anfrage zugänglich, aber

weithin sichtbar ist das Weishaupt-Forum,

das von 1989 bis 1992 auf dem

Firmengelände entstand und als zentrales

Schulungs-, Ausstellungs- und

Sozialgebäude dient. Entworfen hat es

der New Yorker Star-Architekt Richard

Meier. Weil die Formensprache des

Weishaupt-Forums dem Ulmer Stadthaus

auf dem Münsterplatz ähnlich ist,

nennt es der Volksmund den „kleinen

Meier-Bau“.

Auch der Golfclub Reischenhof nahe

Wain kann auf den Schwendier Unternehmer

bauen: Mit einem Darlehen ermöglichte

er den Bau eines repräsentativen

Clubhauses und die Erweiterung

von 18 auf 27 Spielbahnen.

Siegfried Weishaupt führt die Tradition

des gesellschaftlichen Engagements

seiner Eltern fort. So hat sein Vater Max

Weishaupt wesentlich zur Gründung

der nach ihm benannten Realschule in

Schwendi beigetragen. 1960 baute er

in Schwendi ein Kino, das – inzwischen

liebevoll restauriert – als „Kleine Bühne“

ein beliebter Veranstaltungsort ist.

Auch der Erhalt des Pfarrhauses, dem

einst der Abriss drohte, geht auf das

Konto des Firmengründers.

Die große Leidenschaft Siegfried Weishaupts

gehört jedoch der modernen

Kunst der 50er und 60er Jahre. Seine

Sammlung zählt zu den bedeutendsten

des Landes und wurde erstmals im

1999 eröffneten Zentrum für Kunst und

Medientechnologie in Karlsruhe in größerem

Umfang öffentlich gezeigt. Seit

24. November ist die Sammlung Weishaupt

in Ulms Neuer Mitte zu sehen – in

der aus eigener Tasche mit 8,5 Millionen

Euro finanzierten Kunsthalle Weishaupt.

Die künstlerische Leitung hat Siegfried

Weishaupt seiner Tochter Kath rin Weishaupt-Theopold

übertragen.

THOMAS ZEHENDER

20 ::


Das Unternehmen

Eine typisch schwäbische Unternehmensgeschichte

hat ihren Ursprung in

einem Handwerksbetrieb für Schmiedeherde

und Orgelgebläse in der Ortsmitte

von Schwendi. Dort montierte

Max Weishaupt im Jahr 1952 den ersten

Ölbrenner mit dem inzwischen

legendären Namen Monarch. Der Markenname

steht bis heute für neueste

Technik und höchste Qualität.

Öl-, Gas- und Zweistoffbrenner in verschiedenen

Leistungsstufen bilden

nach wie vor den wichtigsten Geschäftsbereich

der Max Weishaupt

GmbH. Durch stetig hohe Investitionen

in Forschung und Entwicklung am

Stammsitz in Schwendi hat sich Weishaupt

weltweit eine führende Stellung

bei der Feuerungstechnik erarbeitet.

Die Haushalts- und Großbrenner des

Unternehmens gelten ebenso wie komplette

Heizsysteme als vorbildlich bei

Energieausbeute und Umweltfreundlichkeit.

Für ihr vorbildliches Produktdesign

wurden die Weishaupt-Geräte

mehrfach ausgezeichnet.

Seit 2002 setzt die Max Weishaupt

GmbH auch auf alternative Energien.

Das Geschäft mit Solartechnik verzeichnet

hohe Zuwachsraten und

macht das Unternehmen weniger abhängig

von der Baukonjunktur.

Querschnitt durch den Weishaupt Monarch-

Brenner WM L-10. Es ist eine komplett

neu entwickelte Generation der legendären

Monarch-Serie.

Jüngstes Geschäftsfeld ist die Wärmepumpentechnik:

Die Weishaupt Luft/Wasser-

Wärmepumpen machen sich die kostenlose

Umgebungsluft als Energiequelle zunutze.

Mit der Neuberger Gebäudeautomation

GmbH & Co KG in Rothenburg/Tauber

ist Weishaupt im Bereich Schaltanlagen

und Gebäudeautomation erfolgreich

auf dem Markt aktiv; Neuberger wurde

1995 vollständig in die Weishaupt-

Gruppe eingegliedert.

Jüngstes Geschäftsfeld der Max Weishaupt

GmbH ist die Wärmepumpentechnik,

mit der Energie aus Luft, Wasser

oder Sole gewonnen wird. Hier sieht

das Unternehmen deutliche Wachstumsmöglichkeiten

für die Zukunft.

Im Jahr 2006 hat die Max Weishaupt

GmbH mit 410 Millionen Euro einen

Umsatzrekord erzielt. Auch für dieses

Jahr wird nochmals eine Umsatzsteigerung

erwartet.

Weishaupt beschäftigt fast 3.000 Mitarbeiter,

davon mehr als 1.000 im Stammwerk

in Schwendi (Landkreis Biberach).

Produziert wird ausschließlich in

Schwendi, Rothenburg/Tauber und im

schweizerischen Sennwald (Kanton St.

Gallen). Ein weltweites Vertriebs- und

Servicenetz mit Tochtergesellschaften,

Niederlassungen und Vertretungen unterstreicht

die führende Marktposition.

Seit der Gründung ist Weishaupt ein

Familienunternehmen geblieben, das

Siegfried Weishaupt als alleiniger geschäftsführender

Gesellschafter in der

zweiten Generation leitet.

THOMAS ZEHENDER

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Robert Straub GmbH

MIT BUDGET

AUF DIE ÜBERHOLSPUR

Die Branche der Autovermieter

war bis vor kurzem noch stark

unter Druck: Ein schrumpfender

Markt führte zu einer anhaltenden

Konsolidierung unter den Anbietern.

Doch jede Krise bietet auch

ihre Chancen. Der Biberacher

Unternehmer Robert Straub hat

sie genutzt und seine Firma mit

Geschick binnen weniger Jahre in

die nationale Liga geführt. Gelungen

ist ihm das in gerade einmal

15 Jahren. Ziel ist es, mittelfristig

zum drittgrößten Autovermieter in

Deutschland aufzusteigen.

Der Vater hat’s begonnen, der Sohn rasant

ausgebaut – so lässt sich die Erfolgsgeschichte

der Robert Straub GmbH zusammenfassen.

Deren Wurzeln liegen in Bad

Schussenried, wo Vater Eugen Straub 1954

mit einem Reifenhandel nebst Taxibetrieb

und kleiner Autovermietung begann. Als

1984 der Generationenwechsel anstand,

übernahm der Bruder erstere Sparte, die

beiden anderen, mit damals drei Mietfahrzeugen

inklusive, gingen an Robert Straub,

der sich 1992 ganz auf die Autovermietung

konzentrierte und damit in die Nachbarstadt

Biberach umzog.

Wenig später schon die erste Bewährungsprobe,

als der bis dahin abgezirkelte

Markt der Autoversicherer dereguliert wird

und in Folge die „bis dahin üppigen“ Verdienstspannen

bei den Unfall-Ersatzfahrzeugen

stark zurückgehen. Straub, damals

unterm Dach des CC Raule-Verbunds,

greift 1994 in Ulm und Augsburg zu, wo

Kollegen aufgeben mussten, und wagt so

erstmals den Sprung aus der Stadtgrenze

hinaus. Zwischen 1996 und 2006 war die

Biberacher GmbH dann Lizenznehmer von

Hertz. Sie wuchs so rasant, dass sie zuletzt

größer war als alle weiteren Partner dieses

Verbunds zusammen. Ein anschließendes

Der Markt

Von den 1600 Autovermietungen im

Jahr 1993 sind derzeit noch rund 580

Anbieter auf dem Markt. Tendenz:

weiter abnehmend. Das Gesamtvolumen

beträgt 2,4 Milliarden Euro

(1995). Damit ist Deutschland in diesem

Sektor der größte Markt für Autovermietungen

in Europa. Marktführer

ist Sixt (24 Prozent) vor Europcar (22

Prozent). Auf dem dritten Platz liegt

Avis (16 Prozent), gefolgt von Hertz

(14 Prozent). Mit weitem Abstand

folgt Budget/Straub (4 Prozent).

22 ::


Interim mit National wurde aufgrund

unterschiedlicher Vorstellungen über die

weitere Wachstumsstrategie gelöst, denn

schon seit längerem war die Branche von

einer Pleitewelle erfasst. Dadurch boten

sich reichlich Kaufgelegenheiten. Die Folge:

Von 1600 Autovermietungen im Jahr

1993 sind heute noch etwa 580 Anbieter

übrig. Tendenz: weiter abnehmend.

Um unabhängiger vom Geschäft mit

den Unfallersatzwagen zu werden, womit

Vermietunternehmen heute im Schnitt nur

mehr 11 Prozent ihres Umsatzes erzielen,

setzte Straub auf neue Geschäftsfelder, die

unter dem Dach einer Holding gebündelt

sind. Diese umfasst die Straub Truck and

Trailer GmbH (Sitz in Neu-Ulm; Vermietung

von Trailern sowie Lastern ab zwölf

Tonnen), die Straub Handel GmbH (Handel

von Fahrzeugen) sowie die an Firmenkunden

ausgerichtete Straub Lease and

Finance GmbH.

Wichtigstes Standbein aber ist nach

wie vor das Vermietgeschäft von Pkw >

Robert Straub wurde 1963 im oberschwäbischen

Bad Schussenried geboren.

Der gelernte Kfz-Mechaniker

trimmte nach dem Einstieg in den väterlichen

Betrieb und der Übernahme

der Vermietersparte diesen Bereich

auf einen rasanten Expansionskurs.

Die Robert Straub GmbH, in der die

Aktivitäten mit der Vermietung von

Kfz und leichten Lkw gebündelt ist,

Robert Straub

Das elterliche

Unternehmen auf

Expansionskurs

getrimmt

ist eine von fünf Tochterfirmen, die

unter dem Dach der inhabergeführten

Straub Holding zusammengefasst

sind. Der Unternehmer fungiert in dem

Joint Venture als Vorsitzender der Geschäftsführung

und verantwortet darin

die Ressorts Vertrieb, Marketing und

Netzwerkentwicklung. Der 44-Jährige

ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Als Ulmer Traditionsunternehmen

halten wir an Bewährtem fest:

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und leichten Lkw, zusammengefasst in der

Budget Autovermietung – Robert Straub

GmbH. Dabei handelt es sich um ein im

September 2007 besiegeltes Joint Venture

mit der Budget Car and Van Rental Auto-

Mobil AG & Co KG, die den Markennamen

Budget sowie ihre 50 Stationen mit

einbrachte. „Das hat optimal gepasst, zeitlich,

von den Tätigkeitsfeldern wie auch

vom Verbreitungsgebiet“, sagt Straub, der

an der GmbH 69 Prozent hält und Vorsitzender

ihrer Geschäftsführung ist.

Der Partner war fast ausschließlich in

der nördlichen Hälfte Deutschlands vertreten

sowie stark an Flughäfen, beides

bis dato weiße Flecken für die Biberacher.

Aktuell umfasst die Flotte etwa 6.500

Pkw sowie 1.000 Lkw bis zwölf Tonnen

Nutzlast, verteilt auf 140 Stationen, womit

im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatz

von etwa 180 Millionen Euro erzielt

wurde.

Dabei soll es längst nicht bleiben, die

Weichen sind auf weitere Expansion gestellt.

Bis 2010 soll das Netz um jährlich

20 auf dann 200 Stationen wachsen, wofür

drei Möglichkeiten offen stehen, die

alle genutzt werden sollen: die Vergabe

von Lizenzen, Zukäufe und die Eröffnung

eigener „Corporate-Stationen“.

Überaus ehrgeizig erscheint das Ziel, mittelfristig

zum drittgrößten nationalen Autovermieter

aufzusteigen. Diesen Rang

nimmt derzeit Avis mit einem Marktanteil

von 16 Prozent ein, gefolgt von Hertz (14

Prozent) und Budget/Straub mit weitem

Abstand von vier Prozent. Marktführer ist

Sixt (24 Prozent) vor Europcar (22 Prozent).

Der zwischen 2000 und 2005 um rund

zehn Prozent geschrumpfte Markt für

Kfz-Vermietungen weise seit 2006 wieder

jährliche Steigerungsraten von fünf Prozent

aus, benennt Straub die Marktdaten.

Gleichzeitig werde die Zahl der kleineren,

auf Regionen oder gar nur auf einzelne

Städte beschränkte Anbieter weiter zurückgehen.

Die jetzige Größe biete die beste Voraussetzung,

um den deutschen Autovermietermarkt,

mit einem Marktvolumen

2005 von 2,4 Milliarden Euro immerhin

der größte in Europa, das nach den USA

wiederum zweitgrößter Markt weltweit

ist, erobern zu können. Dabei setzt Straub

auf mehrere Faktoren: Stark auf den Fak-

Unter dem Markennamen Budget will Robert Straub den Markt der Autovermieter aufmischen

und das Unternehmen als drittgrößten Anbieter auf dem deutschen Markt etablieren.

tor „Synergien“ und die internationale

Anbindung durch den Verbund mit Budget,

die wiederum weltweit die Nummer

drei ist und 230.000 Fahrzeuge laufen hat.

Dazu auf den Trend, dass Firmen eigene

Fahrzeugparks zunehmend durch gemietete

Flotten ersetzen. Auf Firmenkunden entfallen

auf dem deutschen Vermieter-Markt

derzeit immerhin 53 Prozent des Geschäfts.

Hinzu kommt jedoch eine schwäbisch-mittelständlerische

Komponente.

Alle großen Mitbewerber außer der

börsennotierten Sixt AG gehörten mittlerweile

Finanzinvestoren. Von denen hält

Straub nicht allzu viel, wie er im Gespräch

durchblicken lässt. Denn diese neigten zu

kurzfristigen Strategien, „hübschten“ ihre

Töchter ohne Rücksicht auf die gewachsene

Firmenkultur auf, um sie dann möglichst

schnell und gewinnbringend an der

Börse versilbern zu können.

Dem hält Straub die Tugend der Beharrlichkeit

und den Geist gediegenen

Unternehmertums entgegen: „Wir sind

berechenbar, bei uns wechselt nicht alle

paar Monate der Geschäftsführer.“ Nur

in einem Punkt sieht der 44-Jährige eine

schwäbische Prägung als Handicap. Das

2006 gegründete Service-Center, das den

kompletten Kundenservice abwickelt, wurde

bewusst in Rostock angesiedelt. Dies hat

nicht nur mit den niedrigeren Ost-Löhnen

zu tun, sondern auch sprachliche Gründe:

„Kunda auf Schwäbisch aaschwätza, dess

got oifach itt.“

THOMAS VOGEL

Die Geschäftsfelder

Die verschiedenen Geschäftsfelder

von Straub sind unter dem Dach einer

Holding gebündelt. Diese umfasst die

Straub Truck and Trailer GmbH (Sitz

in Neu-Ulm; Vermietung von Trailern

sowie Lastern ab zwölf Tonnen), die

Straub Handel GmbH (Handel mit

Fahrzeugen) sowie die an Firmenkunden

ausgerichtete Straub Lease and

Finance GmbH. Das Vermietgeschäft

von Pkw und leichten Lkw, nach wie

vor wichtigstes Standbein, ist in der

Budget Autovermietung – Robert

Straub GmbH zusammengefasst.

24 ::


100 Jahre Nutzfahrzeugbau in der Region

DAS FAST VERGESSENE

JUBILÄUM

Den Lastwagen hat Gottlieb Daimler

1896 erfunden und schon ein

Jahr zuvor Carl Benz den ersten

motorisierten Omnibus. Als der Ulmer

Fahrzeugbauer Karl Kässbohrer

vor genau 100 Jahren sein erstes

kombiniertes Fahrzeug baute,

legte er nicht nur den Grundstein

für einen bedeutenden Industriezweig,

der in Ulm und der Region

mehreren Generationen Brot und

Arbeit gab oder immer noch gibt:

Er sorgte für grundsätzliche Verbesserungen

im Nutzfahrzeugbau.

Zu der Zeit, als der junge Wagnermeister

Karl Kässbohrer seine Werkstatt in Ulm

eröffnete – es war das Jahr 1893 – wurden

die meisten Fahrzeuge von „Hafermo-

toren“ – Zugpferden also – gezogen. Kässbohrer

fertigte Kutschen und Jagdwagen,

ja sogar Pferdeomnibusse in offener Bauweise,

die bis zu 18 Sitzplätze hatten. Sie

wurden vor allem für Stadtrundfahrten

und erste touristische Besichtigungstouren

eingesetzt.

Ein anderes geschätztes Kässbohrer-Produkt

war die um 1900 gebaute Überland-

Pferdekutsche für die Königlich Württembergische

Post mit einem Erster- und

Zweiter-Klasse-Abteil. In diesen neuartigen

Fahrzeugvarianten zeigte sich schon

der Geschäftssinn des Wagnermeisters,

der sich am Machbaren und am Gefragten

orientierte. Ihm ist es auch zu verdanken,

dass die Stunde des Nutzfahrzeugbaus bereits

1907 in Ulm geschlagen hat. Ein Jubiläum,

das fast vergessen ist. Dabei hatte

dieser Zweig der Automobilindustrie

so großen Einfluss auf die wirtschaftliche

Entwicklung Ulms, das sich nach dem >

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Firmengründer, Fahrzeugbauer

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3 C, hatte Kardanantrieb und einen 40 PS

starken Magirus-Vierzylinder-Motor des

Typs V 110, mit dem er eine Geschwindigkeit

von 25 km/h erreichte.

Viele Jahre später folgte schließlich der

dritte, über die Grenzen Deutschlands hinaus

renommierte Nutzfahrzeughersteller

in Ulm. Franz Xaver Kögel gründete im

Mai 1934 eine Wagnerei für Karosseriebau

in Neu-Ulm. 1937 kam Kögel dann nach

Ulm, wo sich die damals kleine Firma in

der Blaubeurer Straße niederließ. Nach >

Vom kombinierten Lieferwagen zum modernen Reisebus.

Ersten Weltkrieg zum industriellen Zentrum

entwickelte.

Mit seinem kombinierten Lieferwagen

für den Brauereigasthof „Kalte Herberge“

in Klingenstein (heute Ortsteil der Stadt

Blaustein) schuf Kässbohrer sein erstes

Nutzfahrzeug. Es war auf einem Saurer-

Fahrgestell aufgebaut und hatte einen

pritschenähnlichen Aufbau mit Segeltuch-

Verdeck. Unter der Woche diente es zum

Transport von Bierfässern, und sonntags

fand es als Ausflugsbus Verwendung. Der

Ladeboden dieses Kombifahrzeugs war

längs geteilt. Aus dem Hohlraum zwischen

Pritschenboden und Fahrgestellrahmen ließen

sich gepolsterte Sitzbänke und Lehnen

hervorklappen. Das Kässbohrer-Automobil

hatte schon damals Eigenschaften, die

dem Marktsegment entsprechen, in dem

Setra auch heute noch Marktführer ist: bei

multifunktionalen Kombibussen, die für

den Linien- und Gelegenheitsverkehr eingesetzt

werden.

Diese für den Fahrzeugbau wegweisende

Entwicklung setzte auch in der Region

Ulm ein deutliches Zeichen für die

noch junge Automobilindustrie. 1916 begann

die Feuerwehr Requisitenfabrik C. D.

Magirus AG auf Anordnung der Reichsheeresverwaltung

in Berlin mit der Entwicklung

und Fertigung eines so genannten

„Regel lastwagens“, der drei bis vier

Tonnen Nutzlast haben, über mindestens

40 PS verfügen und eine Geschwindigkeit

von 30 km/h erreichen musste. Der erste

Magirus Lastwagen trug die Bezeichnung

Vorläufer des

heutigen

Fahrerhauses

Der kombinierte Lastwagen von Kässbohrer

– wochentags wurden Bierfässer

transportiert, sonntags Ausflügler

– hatte als Novum ein Segeltuch-Verdeck,

unter dem Chauffeur und Beifahrer

einigermaßen geschützt und

von oben trocken saßen. Dieses

Fahrzeugkonzept wurde schließlich

1910 patentiert. Zuvor hatten die

Fahrzeuge nur einen Kutschbock,

ohne jeden Schutz.

Die Brummi-Fahrer, die heute in

höchst komfortablen Fahrerhäusern

sitzen, sollten Karl Kässbohrer für

diese Erfindung dankbar sein, denn

sein Segeltuch-Verdeck war der Vorläufer

des Fahrerhauses bei Lastwagen.

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dem letzten Krieg arbeitet Kögel eng mit

Magirus-Deutz zusammen und baute seine

Fabrik im Donautal auf. Später entwickelte

sich Kögel neben Kässbohrer zum namhaften

Anbieter für Anhänger und Aufbauten.

Ulm war zu einem Zentrum des deutschen

Nutzfahrzeugbaus geworden.

1911, vier Jahre nach seinem ersten

motorisierten Fahrzeug, erkannte Kässbohrer

die Bedeutung des Fahrzeugbaus

für die voranschreitende Industrialisierung

des Landes. So baute er den ersten Linienomnibus

mit 18 Sitz- und Stehplätzen, der

auf der Strecke Wiblingen – Ulm eingesetzt

wurde.

Nur wenig mehr als ein Jahr benötigte

Kässbohrer nach dem Krieg, um den Omnibusbau

ein weiteres Mal zu revolutionieren:

Im Frühjahr 1950 fiel die Entscheidung, einen

Bus in selbsttragender Bauweise zu entwickeln.

1951, während der ersten IAA der

Nachkriegszeit, stellte das Unternehmen

den Setra S 8 offiziell vor.

Gründe, neue Wege zu beschreiten, gab

es viele. Doch es gehörten Weitsicht und

Risikobereitschaft dazu, diesen Schritt

zu wagen. „Viele wohlmeinende Freunde

haben uns damals in bester Absicht gewarnt“,

schreibt Otto Kässbohrer später.

„Ein Automobil zu bauen sei für uns Außenseiter

schwierig. Das könnte sehr leicht

ins Auge gehen! Und was viele zunächst als

Unterwegs mit dem Stralis von Iveco.

einmaliges Experiment angesehen hatten,

geriet zum Wendepunkt für den gesamten

Omnibusbau“, so Otto Kässbohrer in seinen

Erinnerungen weiter.

Mit dem selbsttragenden Gerippe des

Setra aus verschweißten Vierkantrohren

schlug Kässbohrer gleich mehrere Fliegen

mit einer Klappe: Da die Karosserie nicht

mehr an jedes einzelne Fahrgestell angepasst

werden musste, ließen sich Omnibusse

nun in Großserie herstellen. Die mit

Diagonalstreben versteifte Gerippekonstruktion

war stabiler als ein bisheriger

Busaufbau. Das geringe Gewicht kam

Nutzlast, Fahrleistung und Verbrauch zugute.

Der Omnibus war für seine Zeit eine

technische Sensation und führte ob seiner

vielen konstruktiven Finessen zu großem

Staunen in der Omnibusbranche.

Als der Gesetzgeber in der noch jungen

Bundesrepublik Deutschland die Zulassung

von Omnibusanhängern verbot, brachte

dies für Kässbohrer den Verlust eines beachtlichen

Produktsegments und stellte

gleichzeitig eine neue Herausforderung für

den Omnibusbau dar. Die Verkehrsbetriebe

drängten auf eine Alternative, denn ihnen

fehlten plötzlich Großraumfahrzeuge

für die Bewältigung ihrer wachsenden Aufgaben.

So kam es zur Entwicklung des Gelenkbusses,

der damals noch völlig unbekannt

war.

Setra

Mit der Entwicklung des selbsttragenden

Gerippes (Setra) revolutionierte

Kässbohrer den Omnibusbau:

Durch diese Technik ließen sich die

Fahrzeuge jetzt in Großserie herstellen.

Die neue Konstruktion war stabiler

als bisherige Busaufbauten.

Die Vorteile, die sich schon beim Setra

S 8 zeigten: mehr Nutzlast, bessere

Fahrleistung und geringerer Verbrauch.

Ganze fünf Tonnen brachte

der erste Setra auf die Waage, bei

einer Zuladung von maximal 3,7 Tonnen.

Er verbrauchte auf 100 Kilometer

Überlandstrecke 19 l Kraftstoff und

schaffte im ersten Gang Steigungen

von dreißig Prozent. Der Radstand

betrug 5 m, der Wendekreis 17,5 m.

Eine günstige Gewichtsverteilung

dank Heckmotor führte zusammen

mit einer sorgfältig abgestimmten

Federung zu außerordentlich guten

Fahreigenschaften.

Der erste Gelenkbus Europas war somit

ein Kässbohrer. Ein zweiachsiger MAN-

Motorwagen des Typs MKN 26 und ein eigen

entwickelter zweiachsiger Nachläufer

bildeten das Fahrzeugkonzept dieses Vaters

aller Gelenkbusse, der mit einer Doppeltür

im Vorderteil, einer zweiten hinter

dem Faltenbalg und einer dritten hinter

der dritten Achse ausgestattet war.

In den exakt 50 Jahren, die nach der

Präsentation des ersten Setra S 8 vergingen,

brachte das Ulmer Traditionsunternehmen

insgesamt fünf Omnibusbaureihen hervor.

Das Durchschnittsalter einer Baureihe von

rund zehn Jahren ist leicht ersichtlich. Die

erste Baureihe wurde bis 1967 gefertigt.

Im Jahr 1967 folgte die Baureihe 100 und

1976 die Baureihe 200.

Im Jahr 1991 wurde die Baureihe 300

präsentiert und im Jubiläumsjahr 2001

(50 Jahre Setra) hatte die TopClass 400

Premiere. Deren Erweiterung durch die

Reisebusse der ComfortClass 400 erfolgte

im Jahr 2004. Im September 2005 folgten

schließlich die neuen Überlandlinienbusse

der MultiClass 400 und im IAA-Jahr 2006

deren Niederflurtyp S 415 NF.

DIETER MUTARD

28 ::


Cluster Nutzfahrzeuge

GEMEINSAME FAHRT IN DIE ZUKUNFT

Die Region Ulm/Neu-Ulm ist im bundesweiten

Vergleich der Nutzfahrzeugstandort

Nummer eins, denn hier findet sich die

höchste Konzentration an Nutzfahrzeugherstellern.

Allein die Großen der Branche

beschäftigen in der Region rund 10.000

Mitarbeiter.

Nach den Angaben der Prognos-AG,

die im Auftrag der „Innovationsregion

Ulm – Spitze im Süden e.V.“ eine Clusteranalyse

durchgeführt hat, liegt der Beschäftigtenanteil

der Nutzfahrzeugbranche

bei 4,7 Prozent. Im Bundesvergleich ist

das deutlich mehr: Dort liegt der Beschäftigtenanteil

bei 3,3 Prozent.

Mit dem im September gegründeten

Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben (CNS)

– ihm gehören die sechs großen Hersteller

EvoBus GmbH, IVECO Magirus AG,

Kässbohrer Geländefahrzeug AG, Kögel

Fahrzeugwerke GmbH, Liebherr-Werk

Ehingen GmbH und Airbus Deutschland

GmbH sowie über 20 Zulieferer- und

Dienstleistungsunternehmen der Branche

an – die vorhandenen Unternehmen untereinander

zu vernetzen und den Austausch

mit Wissenschaft und Forschungseinrichtungen

zu suchen.

Einen der Vorteile des Clusters sieht die

IHK Ulm darin, dass die Nutzfahrzeughersteller

verschiedene Marktsegmente abdecken

und keine unmittelbaren Wettbewerber

sind. Positiv sei auch, dass auf Seiten

der Wissenschaft die Hochschullandschaft

Eine starke Region: Lkw-Produktion bei Iveco.

sehr gut aufgestellt ist. Insbesondere das

neue Automotive Center der Hochschule

Ulm könne eine tragende Rolle übernehmen.

Durch die gemeinsame Bearbeitung

zukunftsorientierter Projekte sollen dauerhafte

Wettbewerbsvorteile für die Beteiligten,

aber auch für die Region insgesamt,

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Produktanalysen

Aktive europaweite Lieferantensuche und -qualifikation

Aufbau neuer Beschaffungswege/-quellen,

Erarbeitung von Best-sourcing-Konzepten

Auswahl, Auditierung und Entwicklung potentieller

Neulieferanten im In- und Ausland

Erstellung von Anfragen bzw. Durchführung von

Ausschreibungen im Bereich Investitionen und

Betriebsmittel

Führen von Preis- und Vertragsverhandlungen

bis hin zum Abschluss

Voraussetzungen:

Abgeschlossenes Studium (Wirtschaftsingenieurwesen)

oder Vergleichbares

Mehrjährige Berufserfahrung im Einkauf von

Fertigungsanlagen sowie in der Projektabwicklung

Erfahrung Lieferantenauswahl/-bewertung

und -auditierung

Reisebereitschaft, Engagement, Flexibilität, ausgeprägte

Auffassungsgabe sowie selbstsicheres Auftreten und

Durchsetzungsvermögen mit ausgeprägter Bereitschaft

zur interdisziplinären Teamarbeit

Fremdsprachen: Englisch verhandlungssicher

Sicherer Umgang mit den gängigen MS-Office-

Programmen

Einkäufer(in)

Ersatzteile

Aufgabenbeschreibung:

Strategische Ausrichtung und operative Führung des

Einkaufssachgebietes im Nfz-Ersatzteile und After Sales

Vertreten der Ersatzteil/After-Sales Anforderungen

bereits in frühen Phasen von Neuprodukt-Projekten

am Standort Burtenbach

Abschluss von Verträgen und Rahmenverträgen bzw.

Gestaltung der Verträge in Abstimmung mit dem Bereich

Zentraleinkauf:

- Mitwirken bei der Weiterentwicklung von Methoden

und Einkaufsprozessen sowie Erarbeitung von

Lieferanten- und Materialgruppenstrategien

- Einholen von Angeboten, Prüfen, Vergleichen und

Bewerten der Unterlagen und Vorbereiten von Entscheidungsunterlagen

- Vorbereiten und Führen von Lieferanten-Verhandlungen

nach definierten Zielen bzw. gemeinsam mit

Materialgruppeneinkäufern im Bereich Serie

- Festlegen von Lieferanten in Abstimmung mit interdisziplinären

Projektteams

Voraussetzungen:

Abgeschlossenes Studium (Wirtschaftsingenieurwesen)

oder Fachwirt Einkauf/ Materialwesen

Mehrjährige Berufserfahrung, idealerweise im Ersatzteil-Einkauf

Reisebereitschaft, Engagement und Flexibilität,

ausgeprägte Auffassungsgabe sowie selbstsicheres

Auftreten und Durchsetzungsvermögen mit ausgeprägter

Bereitschaft zur interdisziplinären Teamarbeit

Fremdsprachen: Englisch verhandlungssicher

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Erteilung von Fahrzeugfreigaben

Verwaltung der Fahrzeugbriefe

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Unterstützung bei der Liquiditätsplanung

Verantwortung von Teilprojekten

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Voraussetzungen:

Erfolgreich abgeschlossene Bankausbildung

Erfahrungen im Leasingbereich von Vorteil

Englisch in Wort und Schrift

Versierter Umgang mit den gängigen MS-Office-

Programmen

Kommunikationsstärke und Verhandlungssicherheit

Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein

und Teamfähigkeit

Sachbearbeiter(in)

Bilanzen & Steuern

Aufgabenbeschreibung:

Mitarbeiten bei der Durchführung von monatlichen

und jährlichen Abstimmaufgaben

Mitarbeiten bei der Abstimmung der Umsatzsteuer

und der Erstellung der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen

und Umsatzsteuererklärungen

Mitarbeiten bei der Erstellung der Steuerbilanz

Mitarbeiten bei der Erstellung des Antrags auf Vergütung

der ausl. Umsatzsteuer

Mitarbeiten bei der Prüfung der Anlagenbuchhaltung

Voraussetzungen:

Steuerfachwirt(in), Bilanzbuchhalter(in),

Dipl. Finanzwirt(in) oder Fachkraft aus Steuerkanzlei

mit mehrjähriger Erfahrung

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und Bereich Steuern

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SAP-Kenntnisse wären von Vorteil

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[führen]

Branche boomt: Das Beispiel Kögel Fahrzeugwerke GmbH

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Der MAXX ist eine von drei Marken von Kögel.

Die Kögel Fahrzeugwerke GmbH in Burtenbach hat die Anhänger-Produktion deutlich erweitert.

Die Nutzfahrzeugsbranche boomt. Das

macht sich auch bei den Unternehmen in

der Region positiv bemerkbar: So legte

beispielsweise die Kögel Fahrzeugwerke

GmbH im 1. Halbjahr 2007 gegenüber

dem Vorjahreszeitraum sowohl beim

Umsatz wie auch beim Auftragseingang

deutlich zu. Nach den Angaben des Unternehmens

erhöhte sich der Auftragseingang

von Januar bis Ende Juni (kumuliert)

um mehr als 165 Prozent gegenüber dem

Vergleichszeitraum 2006. Mit rund 1000

Beschäftigten im In- und Ausland erwirtschaftete

Kögel im Vorjahr einen Umsatz

von über 275 Mio. Euro.

Zufrieden zeigt sich daher Alexander

Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung:

„Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt,

derzeit haben wir mehr als 15.000 Fahrzeuge

im Auftragsbestand“. Der Umsatz in

den beiden ersten Quartalen legte nach seinen

Angaben um mehr als 50 Prozent zu.

Er werde zum Jahresende die Marke von

400 Millionen Euro deutlich überschreiten.

Diese „überaus positive Entwicklung“

führt Tietje teilweise auf die gute Entwicklung

der Transportbranche insgesamt

zurück: „Besonders stark profitieren wir

jedoch von den Marktanteilszuwächsen

in den Exportmärkten.“ Vor allem in den

neuen EU-Staaten und in Russland konnte

Kögel im 1. Halbjahr 2007 seine Position

weiter ausbauen.

Dank erheblicher Investitionen steigerte

Kögel die Produktion von Sattelaufliegern

und Anhängern auf derzeit 90 Einheiten

pro Tag. „Die Standorte Burtenbach in

Bayern und Chozen in der Tschechischen

Republik werden in diesem Jahr gemeinsam

20.000 Fahrzeuge produzieren“, teilt

das Unternehmen mit. 2006 wurden rund

12.000 Fahrzeuge produziert, von denen

über zwei Drittel ins europäische Ausland

geliefert wurden. Für 2008 seien weitere

Investitionen in die bestehende Produktion,

aber auch in zusätzliche Fertigungsstandorte

geplant. Dadurch steigt die

Produktionskapazität auf deutlich über

30.000 Einheiten jährlich.

Kögel unterteilt seine Produkte in drei

unterschiedliche Marken: in die Hauptmarke

Kögel MAXX, in Kögel foxx und

Kögel Phoenixx. Die letztere Marke gilt als

Premium-Marke. Hier wird beispielsweise

der Kohlefaserverbundwerkstoff Carbon

verwendet.

Neben den beiden Produktionsstandorten

betreibt Kögel, das seinen Hauptsitz

in Burtenbach (Landkreis Günzburg) hat,

einen zentralen After-Sales-Bereich am

Standort Ulm. ®

32 ::


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Mercedes-Benz Ulm/Neu-Ulm. Das modernste Autohaus der Region mit einer starken Performance.

Mercedes-Benz Ulm/Neu-Ulm

www.mercedes-benz-erleben.de

Unter dem Motto „Mercedes-Benz erleben“

steht der Auftritt des Mercedes-Benz

Niederlassungsverbundes Ulm/Schwäbisch

Gmünd. Den Kunden des Hauses die Marke

Mercedes-Benz erlebbar zu machen ist der

Anspruch des Direktors des Niederlassungsverbundes,

Manfred Hommel.

Der Mythos der Marke und die Faszination

Oldtimer waren der Antrieb für das Projekt

„Donau-Masters Ulm Budapest“, deren Ziel

es ist, die Wirtschaft und die Kultur im

Donauraum zu fördern. Über 80 Oldtimer

fahren auch im kommenden Jahr entlang der

Donau von Ulm nach Budapest. Außerdem

unterstützen alle Teilnehmer und Sponsoren

die SOS-Kinderdörfer in den Ländern entlang

der Donau. Mercedes-Benz ist als Hauptsponsor

zugleich Organisator dieser Tour.

Mit zahlreichen Events hat sich Mercedes-

Benz in der Region nachhaltig in Erinnerung

gebracht. So erlebten 250 geladene Gäste

jüngst eine Veranstaltung der ganz besonderen

Art: ein Rendezvous der besonderen Klasse:

die exklusive Premiere des neuen CL-Coupes

auf der Landesgartenschau in Heidenheim.

In außergewöhnlichem Ambiente hatte

der Mercedes-Benz Niederlassungsverbund

Ulm/Schwäbisch Gmünd zu einem abendlichen

Spaziergang über das Gelände der

Landesgartenschau in Heidenheim eingeladen.

Die Wege zu den einzelnen Stationen des

Abends waren feierlich mit Fackeln, Schwedenfeuern

und Kerzen illuminiert. Neben

der eigentlichen Präsentation der neuen

CL-Klasse fand der Vortrag des bekannten

Design-Beraters und Fahrzeug-Analysten

Professor Czerwinski großen Anklang.

Eine Artistik- und Feuershow begleitete die

Gäste zur letzten Station, einer Kaffee- und

Zigarrenlounge. Als Hauptsponsor der

Landesgartenschau war die Niederlassung

über 5 Monate in Heidenheim präsent:

In einem eigens für diese Gartenschau konzipierten

Pavillon präsentierte Mercedes-Benz

den rund 1 Million Besuchern unter dem

Motto „Mercedes-Benz erleben“ die Themen

Mensch, Mobilität und Umwelt. So wurden

im Innen- und Außenbereich des Pavillons

Informationen und Exponate zu folgenden

Inhalten dargestellt: Familie und Freizeit,

Historie und Rennsport, Visionen und Forschung

und More Mobility.

Auch die Präsentation der CLS-Klasse im

September 2004 unter dem Motto „Eine

Nacht der Verführung“ war in ihrer Art

einzigartig. Aus dichtem Nebel auf einem See

in der Friedrichsau Ulm tauchte das neue

Modell begleitet von venezianischen Gondeln

auf. Anschließend ließen sich die Gäste im

LAGO von kulinarischen Genüssen verführen.

Eine Parfümerie, eine Chocolaterie und eine

Zigarrenlounge sorgten dafür, dass auch alle

weiteren Sinne ihren Ansprüchen gerecht

wurden.

Im Jahr darauf war der Zeppelinhangar in

Friedrichshafen Schauplatz der Präsentation

der neuen S-Klasse. Das Motto „Die Kunst

des Aufstiegs“ war in dieser einzigartigen

Location allgegenwärtig, stand doch ein

Zeppelin in Originalgröße in derselben

Halle, in der auch die gesamte Historie der

S-Klasse zu sehen war. Der Höhepunkt des

Der Mythos lebt: Bei den Donau Masters

und in der neuen CL-Klasse.

Abends war die neue S-Klasse, die an einem

Hubschrauber hängend vor den Augen der

Gäste eingeflogen wurde.

Durch die neue PKW Niederlassung in der

Von-Liebig-Straße präsentiert sich Mercedes-

Benz in Ulm/Neu-Ulm nun mit dem modernsten

Autohaus der Region. Das neue Haus soll

in Zukunft nicht nur ein Ort für exklusive

Veranstaltungen sein, sondern auch für die

breite Öffentlichkeit. Mehrere Familien- und

Öffentlichkeitstage in den letzten Monaten

fanden in der Bevölkerung sehr großen

Anklang. Kultur- und Kunstveranstaltungen

sind in der Zukunft geplant.

:: 33


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[gut zu wissen]

Eine starke Region

INNOVATIONSMOTOR

WIRTSCHAFT

Zwischen Stuttgart und München,

zwischen Würzburg und St. Gallen.

Der Alb-Donau-Kreis mit der Stadt Ulm

liegt mitten im herrlichen Süden, in strategisch

günstiger Lage zu den Metropolen

und geografisch eingebettet in eine wundervolle

Landschaft. Manchmal braucht

und finden ihre ehrwürdige Fortsetzung

in der Dynamik der Wirtschaft, die dieses

Land heute in eine herausragende Position

gehoben hat.

Es sind die Unternehmer, die mit einem

festen Glauben an ihr Können und einem bewundernswerten

Maß an Risikobereitschaft

eine ausgezeichnete Arbeitsmarktsituation

verfügt und sich aus innerer Kraft heraus zu

einer attraktiven, echten Zukunftsregion

aufgestellt hat. Wir sind auf einem guten

Weg und werden ihn gemeinsam mit den

Menschen und Unternehmen konsequent

weiter verfolgen. Als seriöser Finanzpartner,

Am Puls der Zeit. Gut, wenn man in einer innovativen Region lebt.

es einen Perspektivwechsel, um die eigenen

Standpunkte neu erleben zu können. Um

eigene Vorzüge wieder zu entdecken und

die Einmaligkeit dieser Region, der Kultur

und Mentalität mit dem offenen Blick

von Außen aufs Neue erfahren zu können.

Generationen innovativer Menschen und

Unternehmerpersönlichkeiten haben diese

Region über Jahrhunderte hinweg geprägt

Arbeitsplätze schaffen und für die Qualifizierung

der Mitarbeiter und Nachwuchskräfte

sorgen. Es ist das beispielhafte Zusammenspiel

zwischen den Bildungseinrichtungen

und der Wirtschaft, das von klugen Menschen

in weiser Voraussicht vor vielen Jahren

auf den Weg gebracht und sich zu einer

fruchtbaren Symbiose weiterentwickelt hat.

Deutschland blickt auf diese Region, die über

der seine Kunden durch alle Auf und Abs

begleitet. Als aufmerksames Mitglied dieser

Gesellschaft, das Herausforderungen offensiv

angeht und sinnvolle Visionen in kompetenten

Kooperationen auf den Weg bringt.

Gemeinsam. Gut.

Podcast www.sparkasse-ulm.de

34 ::


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[gut zu wissen]

Neugierige Kinder sind die Forscher von morgen

IN BILDUNG INVESTIEREN

Warum können Bienen fliegen und

Computer denken? Das war der Titel

einer Fernsehsendung, die im Frühjahr

dieses Jahres in der Sparkasse Neue Mitte

aufgezeichnet wurde. Wissenschaftler, Unternehmer

und Pädagogen diskutierten in

der TV-Reihe Gespräch im Studio. Aus der

Kleinen am Experimentieren und Ausprobieren

zu fördern. Denn neugierige Kinder sind

die Forscher von morgen und erarbeiten die

Grundlagen für Entwicklungen und Innovationen

in der Wirtschaft.

In der Wuselvilla in Ulm dürfen die Kinder

mit Forscherpaketen, die regionale Firmen

zeichnet hochkultivierte Gesellschaften aus

und ist die Voraussetzung für wirtschaftlichen

Erfolg und Wohlstand. Mehr denn je

muss heute in die Qualifizierung junger Menschen

investiert werden, um der Wirtschaft

leistungsstarke Mitarbeiter bereitzustellen

und im globalen Wettbewerb die Nase vorne

Es ist gut, den Forschergeist bei jungen Menschen zu wecken. Denn neugierige Kinder sind die Forscher von morgen.

Sparkasse Neue Mitte über den Wert von

Bildung für die Zukunftsfähigkeit unserer

Gesellschaft. Dabei stellten Werner Kress,

ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Gardena

AG, Professor Frank Lehmann von der

Uni Ulm und Hermann Schleicher-Rövenstrunck

von der Kindertagesstätte Wusel villa

in Ulm fest: Forschergeist wird in jungen

Jahren geweckt und es ist gut, die Freude der

zur Verfügung stellen, naturwissenschaftlichen

Phänomenen hinterherspüren und

im eigenen Forschungslabor Experimente

durchführen. Die Hochschulen veranstalten

Tage der offenen Tür für interessierte Besucher,

die einen Einblick in die Welt der Wissenschaft

erleben möchten. Gut, wenn viele

Aktionen dazu beitragen, den Wissensdurst

junger Menschen zu fördern. Denn Bildung

zu haben. Eine Aufgabe, die die Sparkasse

Ulm zusammen mit Unternehmen, Verbänden

und Kommunen in vielfältigen Maßnahmen

gerne wahrnimmt und unterstützt.

Podcast www.sparkasse-ulm.de

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[gut zu wissen]

Renditen erzielen und Kosten senken

ERNEUERBARE ENERGIEN

Angesichts weltweit steigender Energiekosten

wird der Einsatz erneuerbarer

Energien immer rentabler. Allein

auf dem Sektor der Solarenergie trägt die

Hochtechnologie in Deutschland zu interessanten

Effizienzsteigerungen bei. In Zusammenarbeit

mit der Sparkasse Ulm entsteht

GmbH & Co. KG und produzieren rund 7

Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist

und mit derzeit 9 Cent pro Kilowattstunde

vergütet. Die Windkraftanlage wurde

zusammen mit der Sparkasse Ulm realisiert

und versorgt rund 1.750 durchschnittliche

einige tausend Kubikmeter Holz aus den umliegenden

Staats-, Kommunal- und Privatwäldern

zu hochwertigen Hackschnitzeln auf.

Die Stadt Ulm und den Alb-Donau-Kreis als

echte Zukunftsregion mit hoch entwickelten

Arbeitsplätzen und einem engen Netzwerk

von Anbietern und Dienstleistern im Bereich

Mit erneuerbaren Energien lassen sich gute Renditen erzielen. Auch in unserer Region.

bei Laichingen auf einer Fläche von 50 000

Quadratmetern der größte Solarpark Baden-

Württembergs. Die Energiepark Schwäbische

Alb GmbH und Co. KG investiert in rund

26 000 Solarmodule, die eine Jahresleistung

von 1.634 Kilowattstunden Strom erzeugen

werden. Auf der Albhochfläche drehen

sich die riesigen Rotorblätter der vier Windkrafträder

der Alb-Windkraft-Westerheim

Vierpersonenhaushalte mit umweltfreundlicher

und sauberer Energie. Ein enormes

Energiepotenzial bieten die heimischen

Wälder. Das Lohnunternehmen Reichardt

GbR in Altheim hat sich aus einem landwirtschaftlich

orientierten Lohnunternehmen zu

einem schlagkräftigen Dienstleister im Bereich

Energieholzbergung, Aufarbeitung und

Vermarktung entwickelt und bereitet jährlich

der erneuerbaren Energien aufzustellen, ist

eine ehrgeizige Aufgabe, die die Sparkasse

Ulm zusammen mit Dr. Franz Alt bereits vor

einem Jahr ausführlich thematisiert hat.

Podcast www.sparkasse-ulm.de

36 ::


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[gut zu wissen]

Jungen Menschen Finanzkompetenz vermitteln

SCHULDENFALLEN VERMEIDEN

Wenn´s um Geld geht, sollten Jugendliche

so früh wie möglich Selbstsicherheit

und Kompetenz erlernen. Denn

junge Leute sind die Unternehmer von morgen

und müssen sich sicher auf dem Bankett

der Geschäfts- und Finanzpolitik bewegen,

Gewinnchancen realistisch einschätzen und

zunehmend in die Schuldenfalle. Negativeinträge

bei der Schufa, Geldsorgen und psychische

Belastungen in jungen Lebensjahren

sind die Konsequenzen. Die Banken tragen

bei dieser Problematik eine große Verantwortung,

letztlich geht es um die Geschäftspartner

und Arbeitgeber von morgen.

Um die Finanzkompetenz so früh wie

möglich zu fördern, startet die Sparkasse Ulm

zusammen mit Pädagogen und Schuldnerberatern

eine Informationskampagne an regionalen

Schulen. Dabei sollen die Schülerinnen

und Schüler auf spielerische Art und Weise

lernen, wann Geld sinnvoll investiert oder

besser gespart wird. „Es geht darum, die Kinder

durch eigenes Erleben stark und selbstbewusst

im Umgang mit ihrem Taschengeld

zu machen“, betont Wolfgang Knapp, der

als Familientherapeut die Nöte verschuldeter

Familien und Jugendlicher kennt. Denn

auch wenn Baden-Württemberg im aktuellen

Schulden Kompass der Schufa bundesweit die

geringsten Privatverschuldungen aufweist, ist

Der sinnvolle Umgang mit Geld will gelernt sein. Die Sparkasse Ulm startet Schuldenpräventionskampagne an regionalen Schulen.

finanzielle Risiken abwägen können. Was so

selbstverständlich klingt, ist bei einem Teil

der jungen Erwachsenen aber alles andere

als normal. Denn immer mehr Mädchen und

Jungen ab 18 Jahren haben Schwierigkeiten

im Umgang mit Geld. Unseriöse Kreditvergaben

und Leasingangebote, die nicht über die

finanziellen Folgebelastungen aufklären, treiben

die gerade volljährig gewordenen Leute

es im volkswirtschaftlichen Sinne verantwortungsbewusst,

in eine starke und kompetente

Jugend zu investieren.

Podcast www.sparkasse-ulm.de

:: 37


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[gut zu wissen]

Marketing Club Ulm/Neu-Ulm

DAS MARKETING UND SEINE

BEDEUTUNG FÜR DIE REGION

Was Manfred Oster, Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Ulm, bei der

Verleihung des 1. Ulmer Marketing-Preises

sagte, gilt nicht nur für ein Geldinstitut

wie die regional so bedeutsame Sparkasse:

„Dass der Preis bei uns im Hause verliehen

wird, ist für uns außerordentlich wichtig,

Manfred Oster, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ulm, begrüßt die Gäste bei der Verleihung des Marketing-Preises im Festsaal der Sparkasse Ulm.

denn Marketing ist für die Sparkasse essentiell,

da sie ja kein Produkt verkauft,

das man sehen kann – und trotzdem muss

etwas rüber kommen.“ Die Sparkasse betone

so den Stellenwert des Marketing.

Den Preis ausgeschrieben hatte der Marketing-Club

Ulm/Neu-Ulm, der seit 1968 besteht

und die Informationsbörse für Knowhow-Transfer,

Erfahrungsaustausch und

Begegnungen unter den Marketing-Fachleuten

der Region ist – mit rund 140 Mitgliedern

verschiedener Branchen und Funktionen.

Da sich Märkte verändern, wächst der

Bedarf an qualifizierten Informationen aus

der Marketing-Praxis. Hier bietet der Marketing-Club

die Möglichkeiten zur Fortbildung,

um Märkte von heute zu gestalten

und Trends von morgen zu erkennen

– mit Vorträgen, Diskussionen, Seminaren,

Workshops. Dabei begegnen sich Wirtschaft

und Wissenschaft, Marketing-Profis

und Newcomer. Agenturen und Unternehmen

verschiedenster Branchen kommen

ins Gespräch, Synergien entstehen, die

die Marketing-Kompetenz der Mitglieder

und Mitgliedsfirmen stärken. Dies macht

auch der 1. Ulmer Marketing-Preis deutlich,

den die Ulmer Uzin Utz AG erhielt.

Der Bauchemie-Hersteller hatte auf zentrale

Marketingfragen überzeugende Antworten

gegeben, die – wie die Dachmarke

Ufloor-Systems – international ausstrahlen

und nachweislich den Umsatz positiv

beeinflussen. Ausgezeichnet wurden auch

das Marketing der Stadtwerke Ulm/Neu-

Ulm GmbH und der Al-Ko Kober AG.

Den Preis will der Marketing-Club alle

zwei Jahre verleihen.

Podcast www.sparkasse-ulm.de

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Walter Feucht

POMP, DUCK UND

GROSSE BRÖTCHEN

Ein Mann wie er gibt niemals Ruhe

– entweder redet er oder er tut was,

oder er tut was mit Reden. Auf jeden

Fall sorgt Walter Feucht, Unternehmer

aus Leidenschaft mit

schwäbischen Wurzeln und dem

Hang zur großen weiten Welt, fast

überall für Bewegung und für Emotionen.

Und mit 58 ist noch lange

nicht Schluss.

Wahrscheinlich hätte einer wie Walter

Feucht, der ebenso tatendurstige wie erfolgreiche

Bäckermeistersohn aus der Ulmer

Vorstadt Söflingen, auch eine Chance

als OB-Kandidat. Sicher wäre zumindest,

dass sein Wahlkampf lebhaft und originell

ausfallen würde. Aber ein Instinktmensch

wie Feucht weiß, wie weit er zu weit gehen

darf. Schließlich kennt er sich aus in

der Kommune mit all ihren Schattierungen

und Verbändelungen – die hat er während

seiner Zeit als Stadtrat am Ulmer Ratstisch

(1999 bis 2004) aus nächster Nähe erlebt

und ist dabei zur glasklaren Einsicht gelangt:

Die Kommunalpolitik ist nicht meine

Welt, da kann ich zu wenig bewegen!

Sein vorzeitiger Abschied aus dem honorigen

Rathaus-Zirkel war die logische Konsequenz.

Aber seitdem ist es um den umtriebigen

Söflinger, der einen Teil seiner wirtschaftlichen

Erfolge als Chef des mittelständischen

Backmittel-Unternehmens Uldo

einer breiten Öffentlichkeit zugänglich

macht, keineswegs ruhiger geworden. Regelmäßig

lässt er Taten sprechen, wenn ihm

Walter Feucht und das tägliche Brot: Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (mitte)

lässt’s sich erklären von uldo-Chefbackmeister Georg Schwennig (rechts).

danach zumute ist. Nicht gerade im Stillen,

meist von Beifall begleitet. Möglichst

demonstrativ und spektakulär, die Medien

stets an seiner Seite. Wie zum Beispiel bei

der spontanen Boiler-Spende fürs Neu-Ulmer

Obdachlosenheim. Andere hätten sich

das vielleicht auch leisten können, aber sie

kamen erst gar nicht auf die Idee für ein solches

Manöver, das Neu-Ulms OB Noerenberg

und seine zaudernden Räte als saftige

Ohrfeige empfinden durften – sie hatten gemeint,

kaltes Wasser reiche für die Obdachlosen

ja auch aus.

Einen Namen in seiner Stadt Ulm hat

sich Walter Feucht durch sein Jogging-Brot

gemacht – die zündende Idee hatte er 1984

beim Anblick eines Sportplakats vor einem

Bahnübergang im Schweizerischen Kreuzlingen,

wo er eine Viertelstunde lang warten

musste. „Das Brot muss einfach gut schmecken

und knackig aussehen, hab’ ich mir ge-

sagt“, schildert er seinen Geistesblitz. Und

bei der Rückkehr in heimatliche Gefilde

wurde die Idee sogleich in die Tat umgesetzt

– mit Banane und 1000 Backversuchen. Das

Endprodukt ist mittlerweile sogar weltweit

bekannt. Und seitdem ging’s mit der Firma

Uldo, die er 1983 gekauft hatte, nur noch

bergauf.

Kleine Brötchen backen wollte Walter

Feucht freilich nie. Sein Jogging-Brot öffnete

ihm viele Türen, brachte ihn mit renommierten

Sportartikel-Firmen in Verbindung.

Dort traf er Weltmeister und Olympiasieger

wie Klaus Wolfermann (bis heute ein treuer

Freund) oder Brasiliens Fußball-Idol Pele.

Und schon bald waren Kontakte auf allen

Ebenen hergestellt. Das spektakuläre Ergebnis

präsentierte der Söflinger den staunenden

Freunden in der Heimat seit 1987

in seinen bisher neun „Knallbonbons“, den

illustren Benefiz-Veranstaltungen zugunsten

40 ::


Illustre Gäste: Auch Top-Model Heidi Klum

war Gast in Feuchts Dinner-Zelt.

leukämiekranker Kinder mit einem Gesamt-

Erlös von rund einer Million Euro.

Besonders stolz ist der Initiator über die

glorreichen Gratis-Auftritte vieler Sportund

Musikstars – wirklich ohne jede Gage.

Sein Meisterstück war der komplette Auftritt

der frischgebackenen Meisterelf des FC

Bayern 1989 nach nächtlicher Siegesfeier

im Söflinger Klosterhof. Walter Feucht,

der pfiffige Vorstadt-Unternehmer, hatte

sie gerufen – und sie waren tatsächlich alle

gekommen. Wie zuvor und danach noch

zahlreiche andere Promis. Spätestens jetzt

merkten die Skeptiker, dass das Knallbonbon

kein Rohrkrepierer war – und sein Erfinder

kein Scharlatan.

Mit viel Zivilcourage, Phantasie und Instinkt

pflegt der Uldo-Chef seine oft phantastischen

Ideen zu verwirklichen. Dabei hat

er sich die Erfolgswege meist selbst geebnet

– zum richtigen Zeitpunkt am richtigen

Ort. Geduld gehörte noch nie zu seinen bevorzugten

Tugenden. Sein Lebensmotto ist

entsprechend direkt ausgerichtet:

Tatsächlich sah er sich in dieser Zielsetzung

gleich mehrfach bestätigt – nicht

zuletzt auch, weil ihn, wie er selbst sagt, in

entscheidenden Situationen stets eine ganze

Menge Glück begleitete. Sowohl im Beruf,

wo er als gelernter Bäcker und Bankkaufmann

im Eiltempo dazulernte und mit der

„Das Ziel ist das Ziel –

der Weg dahin ist nur

ein kleiner Teilbereich!“

Zielsicherheit eines Jagdhundes stets die

Erfolgsspur fand, als auch im harmonischen

Privatbereich, den er seit fast 30

Jahren mit Frau Lela und den zwei Töchtern

Tanja und Jenny teilt.

Zeit seines Lebens versuchte Tausendsassa

Feucht von Glück und Erfolg etwas

zurückzugeben. Als großzügiger Sponsor

in Sport, Kultur und Sozialbereichen ist

er regelmäßig im Gespräch – aber nicht

nur wegen imagefördernder Schlagzeilen,

sondern aus innerem Antrieb. „Das sind

für mich Herzensangelegenheiten“, sagt

er im Brustton der Überzeugung. So war

er neben seinem Knallbonbon auch bei

der Gründung des Söflinger Theater-Cafés

KCC (Kuss Creative Center) beteiligt, >

75 Jahre

Schmuckhaus · Platzgasse 3 · 89073 Ulm · Telefon (0731) 1518960

:: 41


[machen]

Kultur- und Sportfest KUSS „seiner“ TSG: Walter Feucht mit der Kunstpreisträgerin 2007, Birte Horn.

und so nebenbei leistete er sich den Luxus,

in Berlin das in Schwierigkeiten geratene

Dinner-Show-Spektakel „Pomp Duck &

Circumstances“ wieder in gewinnträchtige

Bahnen zu lenken – weil ein Freund ihn

darum gebeten hatte. Mittlerweile ist der

vielseitige Söflinger auch dort als Chef eingestiegen

und hat den noblen Zirkus in die

alte Luftfrachthalle am Stuttgarter Flughafen,

direkt neben der neuen Messe, umdirigiert

– weil dort laut Feucht pro Jahr zwölf

Millionen Leute vorbeikommen. Die neue

Spielzeit ist bereits angelaufen – und dem

Publikum aus nah und fern hat’s gefallen.

Das Erstaunlichste am Erfolgsmenschen

Walter Feucht, der vor einem Jahr für seine

Lebensleistung mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet wurde, ist seine

Zeiteinteilung. Eigentlich müsste für den

Multimacher jede Minute ausgebucht sein.

Aber das Gegenteil ist der Fall. Für spontane

Gespräche und originelle Ideen ist er

immer zu haben. Telefonieren ist eine seiner

großen Leidenschaften – für die er auch immer

Zeit hat. Und wenn er sich mal richtig

erholen will, dann fliegt er in sein Refugium

nach Florida, wo er Zugang zum Golfspiel

gefunden hat (mittlerweile Handicap 18).

Versteht sich fast von selbst, dass er auch

Golfturniere in der Region veranstaltet. Zuletzt

kamen dabei 10.000 Euro für notleidende

Kinder zusammen.

Geerbt hatte der rastlose Ulmer gar

nichts außer seinem gesunden Menschenverstand

und kerniger Gesundheit. Und

er besitzt jede Menge Selbstvertrauen, mit

dem er sich in allen Kreisen dieser Welt zu

behaupten versteht. Schließlich unterhält er

neben seinem Uldo-Hauptsitz in Schwaighofen

auch noch Produktionsstandorte in

Melrose (USA) und im polnischen Krakau.

In heimatlichen Gefilden herrscht mittlerweile

auch internationales Flair: Unter dem

Vorsitz von Walter Feucht etablierte sich

die TSG Söflingen als zweitgrößter Ulmer

Sportverein – mit dem Luxusproblem einer

Handballmannschaft, die von der untersten

Klasse im Eiltempo zum Drittligisten avancierte

und (irgendwann) die zweite Liga erreichen

soll.

Selbstredend hat Sport-Fan Feucht auch

die Hände bei den Ulmer Basketballern im

Spiel – als Co-Sponsor und Berater. Nur

zum Fußball, für den eigentlich sein Herz

schlägt, hat er (derzeit) ein gestörtes Verhältnis.

Aktiv hatte er einst für den TSV Neu-

Ulm in der 1. Amateurliga gegen den Ball

getreten, der ihm später die schwärzesten

Stunden seines Lebens bescheren sollte. In

seiner Eigenschaft als Spitzensportmanager

beim großen Nachbarn SSV Ulm 1846 hatte

er zur Jahrtausendwende die Sterne vom

Fußball-Himmel in die Sportprovinz Ulm

holen wollen – es gelang nur kurz und endete

durch eine Verkettung fataler Ereignisse

im Desaster.

Der Absturz der „Spatzen“ aus der Bundesliga

in die Fünftklassigkeit und des Vereins

in die Insolvenz beschäftigt ihn heute,

sechs Jahre nach dem Supergau, noch immer.

Aber die Chancen für ein „Comeback“

hält er unter den gegenwärtigen Verhältnissen

für unrealistisch, obwohl er von verschiedenen

Seiten immer wieder darauf angesprochen

wird. Andererseits: Wer Feucht

kennt, der könnte sich durchaus vorstellen,

dass er diese Scharte irgendwann noch einmal

auswetzen will.

Er selbst hält sich für einen realistischen

Romantiker und Menschenfreund mit dem

Talent, Strömungen in seinem Umfeld zu

erkennen und darauf zu reagieren. Seine

Tochter Tanja, übrigens Geschäftsführerin

bei „Pomp Duck“, nennt ihn einen „unverzeihlichen

Perfektionisten“, der nichts

für unmöglich hält – folglich wäre nicht

auszuschließen, dass Walter Feucht auch in

Sachen Fußball nochmals auf den Plan tritt.

Zeit genug hätte er ja, wenn er will . . .

ALFRED KOCH

Dreimal Walter Feucht: Nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes mit Oberbürgermeister Ivo Gönner,

mitten mit seiner Tochter Tanja, rechts in jüngeren Jahren mit Fußball-Legende Pelé.

42 ::


ZF Friedrichs hafen AG

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MIT HYBRID

UND ACHT GÄNGEN

„Die individuelle Mobilität muss

sich mit der Schonung der natürlichen

Ressourcen vereinbaren

lassen“ – Diese Anforderung lag

und liegt den neuesten Entwicklungen

der ZF Friedrichshafen AG

zugrunde: Sie zielen sowohl auf

Kraftstoffeinsparungen als auch

auf Fahrdynamik, erhöhen sowohl

die Sicherheit als auch den Fahrspaß,

leisten einen Beitrag sowohl

zur Ressourcenschonung als auch

zur Leistungssteigerung.

Weltweit aktiv: Montage von Pkw-Achsen im

chinesischen Changchun.

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E+)6BG?HCCCI,,

Während derzeit kontrovers darüber diskutiert

wird, welchen Anteil am CO ² -Ausstoß

der Mensch allgemein, der Verkehr

im Besonderen oder der Pkw im Speziellen

verursacht, bietet ZF bereits heute

serienreife Produkte, die dazu beitragen,

den Kraftstoffverbrauch und damit auch

die Emissionen zu senken. Vor diesem

Hintergrund verfolgt ZF mehrere Ansätze:

Innovative Technologie und neue,

verbrauchsgünstige Produktgenerationen

in der Antriebstechnik zum einen, Leichtbau

und Gewichtsreduktion vor allem im

Fahrwerk zum anderen, sowie schließlich

die Realisierung von Einsparpotenzialen

beim Energiemanagement – etwa bei Servolenkungen.

„Diese Produkte rechnen sich auch für

die Fahrer, weil sie weniger Kraftstoff benötigen“,

heißt es dazu bei dem Unternehmen.

Daher geht ZF von einer raschen –

oder weiteren Durchsetzung seiner umweltschonenden

Technologie im Markt

aus.

Als Beispiele werden von den Entwicklern

unter anderem die jüngsten Getriebegenerationen

wie das Sechsgang-Automatgetriebe

oder die Neuentwicklung

des Achtgang-Automatgetriebes genannt:

Sie stellten ein Höchstmaß an Leistung,

Komfort und Fahrdynamik bereit. Das

Sechsgang-Automatgetriebe sei das agilste

derzeit am Markt verfügbare Pkw-Automatgetriebe,

das neu entwickelte Achtgang-Automatgetriebe

werde bei den

Schnellschalt-Eigenschaften mit ihm ebenbürtig

sein.

Zusätzlich zu diesen Komfort- und Dynamikeigenschaften

sei die Erhöhung der

Energieeffizienz bei der Produktentstehung

das dominierende Thema gewesen. Die

Sechsgang-Automatgetriebe sorgen nach

den Angaben des Unternehmens seit ihrem

Serienstart im Herbst 2006 für eine >

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:: 43


[machen]

Kraftstoffeinsparung von 3 % bei Benzinmotoren

und 6 % bei Dieselmotoren.

Grund für die unterschiedlichen Werte

ist, dass seither für Dieselmotoren ein spezieller

Drehmomentwandler zum Einsatz

kommt, dessen Wandlerüberbrückungskupplung

noch schneller geschlossen werden

kann. Die kraftstoffintensive Fahrt

„im Wandlerschlupf“ werde also deutlich

verkürzt. Doch selbst von dieser Basis wird

das Achtgang-Automatgetriebe noch einmal

den Kraftstoffverbrauch (für Dieselwie

für Benzinmotoren) um 6 % senken.

„Ein Fahrzeug mit diesem ZF-Neuprodukt

wird im Schnitt 21 g CO ² pro km weniger

emittieren als ein Pkw, der mit dem

Sechsgang-Automat der ersten Generation

aus dem Jahr 2001 ausgestattet ist“, rechnen

die Fachleute vor. Das wäre bereits ein

Großteil der Einsparungen, die notwendig

seien, um in Europa vom durchschnittlichen

Flottenwert des Jahres 2004 (160 g/

km) auf die Vorgaben des EU-Umweltkommissars

für das Jahr 2012 (130 g/km)

zu kommen.

Parallel dazu intensiviert ZF die Entwicklung

von kraftstoffsparenden Hybridantrieben:

Schon heute werde die ganze

Bandbreite – von der Komponente bis

hin zum Hybridsystem – angeboten. Welche

besondere Bedeutung das Thema Hybrid

bei ZF hat, wird ebenfalls am neuen

Achtgang-Automatgetriebe deutlich: Es

wurde so konzipiert, dass es künftig mit

Hybridmodulen kombinierbar ist. Dank

optimiertem Bauraum können Elektromotor,

Kupplung, Torsionsdämpfer und Hydraulik

Platz sparend und effizient in das

Getriebe eingepasst werden.

Das Unternehmen

ZF-Vorstand: Hans-Georg Härter ist Vorstandsvorsitzender

der ZF Friedrichshafen AG.

Die ZF Friedrichshafen AG ist ein weltweit

führender Automobilzulieferkonzern

in der Antriebs- und Fahrwerktechnik an

120 Standorten in 25 Ländern. ZF beschäftigt

rund 55.000 Mitarbeiter, davon

etwa 22.000 im Ausland. Im Jahr 2006

erzielte ZF einen Umsatz von 11,7 Milliarden

Euro. Auf der Weltrangliste der

Automobilzulieferer ist ZF unter den 15

größten Unternehmen.

Gegründet wurde das Unternehmen im

Jahre 1915 zur Entwicklung und Produktion

von Getrieben für Luftschiffe

und Fahrzeuge. Heute gehören Getriebe

und Lenkungen sowie Fahrwerkkomponenten

und komplette Achssysteme und

-module zum Produktprogramm. In allen

Kernprodukten hält der Konzern eine

erste, zweite oder dritte Position im

Weltmarkt.

Anteilseigner des Unternehmens sind

mit 93,8 Prozent die Zeppelin-Stiftung,

die von der Stadt Friedrichshafen verwaltet

wird, sowie mit 6,2 Prozent die

Dr.-Jürgen-Ulderup-Stiftung, Lemförde.

Gleichzeitig entwickelt ZF die operativen

Funktionen für das Hybridgetriebe

mit den genannten Aggregaten. Durch eine

funktionale Vernetzung ergibt sich dann

ein effizientes Hybridmanagement des

gesamten Systems, das im optimalen Fall

(Stadtzyklus) bis zu 30 % Kraftstoffeinsparung

im Fahrbetrieb möglich macht.

Auch die Leichtbauweise kann zur

Ressourcenschonung beitragen. Neuestes

Beispiel dafür, welche Vorteile sich in der

Pkw-Fahrwerktechnik aus neuen Konstruktionen

und Herstellungsverfahren

ergeben können, ist ein Blechlenker mit integriertem

Radgelenk – kurz SMiCA. Die

Abkürzung steht für „Sheet Metal integrated

Control Arm“.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Blechlenkern

kommt SMiCA ohne Nieten oder

Schraubverbindungen aus. Alle erforderlichen

Gummi-Metall-Elemente und das

Radgelenk werden per Laserschweiß-Verfahren

angebracht. Das bringt nach den Erfahrungen

der ZF-Entwickler viele Vorteile:

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44 ::


Mit Elektrolenkung weniger Schadstoff

ZF-Lenkung: Mit der Elektrolenkung Servoelectric

lässt sich Kraftstoff sparen.

Mit der neuen Elektrolenkung lässt

sich nach Angaben der ZF Friedrichshafen

gegenüber einer vom Motor angetriebenen

Servolenkung bis zu 0,3 l

Kraftstoff auf 100 km einsparen.

23,7 g CO ² stößt ein durchschnittlicher

Pkw mit Benzinmotor pro Liter

aus. Ein Pkw mit Elektrolenkung spart

0,3 l auf 100 km ein. Bei einer angenommenen

jährlichen Fahrleistung

von 10.000 km entspricht das einer

Spriteinsparung von 30 l oder 711 g

CO ² . Die bislang produzierten 5 Millionen

Elektrolenkungen sparen daher

jährlich 150 Millionen l Kraftstoff oder

eine Emission von 356 Millionen Kilogramm

CO ² .

SMiCA benötigt weniger Bauraum und kinematische

Punkte können, dank der 360-

Grad-Verbindung, variabel positioniert

werden. Vor allem aber ist SMiCA 20 %

leichter als herkömmliche Blechlenker.

Wie sich verbessertes Energiemanagement

mit Produktinnovation vereinen lassen,

zeigt auch die Elektrolenkung Servolectric

und die Lenkungspumpe Varioserv.

Beide kommen von der ZF Lenksysteme

GmbH, einem 50 : 50-Joint-Venture der

Robert Bosch GmbH und der ZF Friedrichshafen

AG.

Mit der Servolectric lassen sich im Vergleich

zu hydraulischen Lösungen bis zu

85 % Energie sparen, so die Berechungen

des Unternehmen. Das Geheimnis der

Elektrolenkung: Sie benötigt nur dann Leistung,

wenn tatsächlich gelenkt wird. Die

Lenkmechanik basiert auf dem Prinzip der

Zahnstangenlenkung, sie wird bei der Elektrolenkung

mit einer hoch entwickelten

Elektronik verknüpft. Sobald der Fahrer

eine Lenkbewegung durchführt, registrieren

Sensoren das entsprechende Lenkmoment

und die Lenkgeschwindigkeit.

Aus diesen Daten errechnet ein Steuergerät

innerhalb von Millisekunden die

erforderliche Lenkunterstützung, ein Servomotor

überträgt das optimale Servomoment

über ein Schnecken- oder Kugelumlaufgetriebe

auf Lenksäule, Ritzel,

Doppelritzel oder Zahnstange der mechanischen

Zahnstangenlenkung. ®

:: 45


[machen]

Südwestmetall

„WIR BIETEN PRÄCHTIGE

PERSPEKTIVEN“

Bessere Vereinbarkeit von Familie

und Beruf, hohes Ausbildungsniveau,

Sonderprogramme für notenschwache

Schulabgänger, Zusammenarbeit

mit Schulen und

Hochschulen, Qualifizierung von

Mitarbeitern sowie Zeitarbeit: Für

Südwestmetall sind das Ansätze,

um dem zunehmenden Fachkräftemangel

gegenzusteuern.

Tarifverhandlungen mit der IG Metall sind

das eine, eine juristische und arbeitswirtschaftliche

Begleitung beispielsweise bei der

Einführung einer neuen Entgeltstruktur in

den Betrieben und der Positionierung bei

der Altersteilzeit das andere. Die dritte Säule

des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall

umfasst Programme, von denen die Unternehmen

der Metall- und Elektroindustrie

ebenso profitieren wie deren aktuelle und

künftige Mitarbeiter.

Bei zunehmendem Facharbeitermangel

seien gute Ansätze gefragt, sagt Dr. Tobias

Mehlich, der seit 2000 Geschäftsführer

der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm ist.

Beispielsweise dürfe man an der Einrichtung

Zeitarbeit nicht schrauben. „Sie ist ein

Job-Motor in Deutschland und schafft unseren

Unternehmen Flexibilität“, sagt Mehlich,

„und bringt mehr Menschen einen

Arbeitsplatz.“

Allein in der Region konnte die Metallund

Elektroindustrie in diesem Jahr 1.200

Arbeitsplätze schaffen, die Hälfte davon

über Zeitarbeitsfirmen. Deutschlandweit

waren es 100.000 neue Jobs, wiederum die

Dr. Tobias Mehlich, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Ulm von Südwestmetall:

Zeitarbeit ist Job-Motor.

Hälfte über Personaldienstleister. „Und das

Schöne ist: Es sind aktuell bei uns noch 300

weitere Arbeitsplätze frei“, sagt Mehlich.

Auch die Aus- und Weiterbildung ist für

Mehlich eines der bestimmenden Themen.

Nur mit qualifizierten Mitarbeitern könne

die Metall- und Elektroindustrie im internationalen

Wettbewerb bestehen und die

Arbeitsplätze an ihren heimischen Standorten

sichern.

„In der Region hat die Zahl an neuen

Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr nochmals

um 4,6 Prozent zugenommen“, sagt

Mehlich, „unser Ausbildungsengagement

ist seit Jahren konstant hoch. Die gute Kon-

junktur führt jetzt zu einer noch weiteren

Steigerung, sodass jetzt rund 2069 Auszubildende

in unseren Lehrwerkstätten lernen

– Stand Frühjahr 2007“, fügt er hinzu.

Die notenschwachen Schulabgänger will

Tobias Mehlich dabei nicht vergessen. Im

Rahmen des Programms „Start 2000 Plus“

sind unter den neuen Auszubildenden der

Region allein im neuen Ausbildungsjahr

auch 55 lernschwache Schulabgänger zu

finden. Zehn von ihnen haben nach den Angaben

Mehlichs eine Einstiegsqualifizierung

im Grundausbildungslehrgang Metall begonnen,

für 45 hat der Verband zusätzliche

reguläre Ausbildungsplätze geworben. „Die

46 ::


meisten der angehenden Elektroniker, Teilezurichter

oder Mechaniker verschiedener

Fachrichtungen hätten auf dem normalen

Ausbildungsmarkt wohl keine Chance gehabt“,

betont Mehlich.

Ein weiterer Baustein im „Start 2000

Plus“ ist die Schüler-Ingenieur-Akademie

(SIA). „In vielen Projekten begleiten wir

Schülerinnen und Schüler von Gymnasien

mit Kursen zur Berufswahl, Studium und

Karriere“, sagt Mehlich. In Zusammenarbeit

mit Schulen und Hochschulen kommen

dabei Projekte zustande, die jungen Leuten

den Ingenieurberuf und die mathematischnaturwissenschaftlichen

Fächer näherbringen

sollen.

„Wir haben enormen Bedarf an Ingenieuren,

Ende dieses Jahres sind in Deutschland

48.000 offene Stellen in diesem Bereich

zu verzeichnen“, unterstreicht Mehlich,

„unsere Region sucht mindestens 150 Ingenieure.

Hier bieten wir den jungen Menschen

eine prächtige Perspektive direkt vor

der Haustür.“ ®

Familie und Beruf

Um Familie und Beruf besser verbinden

zu können, hat der Verband der Metallund

Elektroindustrie das Pilotprojekt

„Familie in Beruf und Leben (Fa.i.B.Le)“

entwickelt.

Südwestmetall hat drei Modellregionen

eingerichtet, in denen erprobt wird, wie

Unternehmen und Kindertagesstätten

gemeinsam zu einer Verbesserung der

Kinderbetreuung beitragen können, wie

darüber hinaus kindlicher Forschergeist

gefördert und das Zusammenspiel von

Kindergarten und Grundschule verbessert

werden kann. Insgesamt eine

Million Euro stellt Südwestmetall bis

einschließlich 2008 für das Projekt „Fa.

i.B.Le“ bereit.

„Das ist ein guter Baustein für die Betreuung,

aber auch für Bildung. Diese

ist schließlich die Voraussetzung

für Innovationen und damit im zweiten

Schritt für mehr Arbeitsplätze“, sagt

Dr. Tobias Mehlich, der Geschäftsführer

der Südwestmetall Bezirksgruppe

Ulm. 30 Unternehmen und Institutionen

der Region seien in diesem Fa. i. B. Le.-

Netzwerk mittlerweile integriert.

Chance für den Nachwuchs: Ausbildung

in der Metall- und Elektroindustrie.

:: 47


[spezial]

Brauereien

BIER VON HIER

Tradition und Treue zum heimisch

gebrauten Bier sind in der Region

stark verwurzelt – im Gegensatz

zum allgemeinen Trend, der zeigt,

dass deutlich mehr importiertes

Bier aus Europa getrunken wird.

Die regionalen Brauereien können

sich auf ihre Kunden verlassen. Beweis:

Familiengeführte Biermarken

wie Gold Ochsen Ulm oder Günzburger

Weizenbier, die sich ohne

fremde Beteiligungen behaupten.

44 Brauereien gab es anno 1870 auf dem

Höhepunkt der Brauerzunft in Ulm. Damals

waren die Ulmer Brauer Spitze in

Württemberg, produzierten sie doch das

Doppelte an Bier wie die Kollegen in Stuttgart.

Und dann der Verbrauch: In Ulm

wurde das Vierfache an Bier konsumiert

wie im Reichsdurchschnitt. Bier gehörte

auch zu Ulms wichtigsten Exportartikeln

– ein Viertel des Gesamtausstoßes wurde

exportiert.

Der Expansion des Brauwesens in Ulm

folgte eine Phase der Konzentration, an deren

Ende zwei Großbetriebe standen: Die

„Ulmer Brauereigesellschaft“ (Münsterbier)

und die heute noch existente Brauerei

Gold Ochsen GmbH, die der Ulmer Wirt

Gabriel Mayer 1597 gründete und die seit

1868 im Besitz der Ulmer Familie Leibinger

ist. Gold Ochsen kann also auf über

400 Jahre Brautradition zurückblicken

– eine stolze Zahl und lange Zeitspanne, in

der sich viel verändert hat. Das Handwerk

des Brauers wird zwar immer noch von

Das traditionsreiche Sudhaus der Brauerei Gold Ochsen.

traditionellen Werten geprägt, doch das

Management muss heute den veränderten

Markt- und Absatzchancen gerecht werden.

Brauereien, die sich nicht den Trends

stellen, haben kein leichtes Spiel mehr.

Kunden holen nicht mehr ihr Bier im

Offen-Ausschank in der Milchkanne oder

kaufen es flaschenweise: Es sind trendige

Jugendliche und Menschen, die ihr Bier

zuhause trinken wollen, wenn das Auto

in der Garage steht. Die Verkaufsstellen

sind Kioske, Lebensmittelgeschäfte, der Supermarkt

oder der gut sortierte Getränkehandel.

Dies stellt eine regional agierende Sortimentsbrauerei

wie Gold Ochsen mit 18

verschiedenen Biersorten vor große Aufgaben,

doch kann Gold Ochsen die Gastronomie

mit einem vollständigen Sortiment

bedienen. Eine andere Problematik ist die

wachsende Zahl der Billiganbieter und

Discount-Biere, die es einem mittelständischen

Familienbetrieb schwer machen

können.

48 ::


Gold Ochsen:

Alle Rohstoffe kommen

aus der Region

Heimisches Bier schafft gesellige Runden.

Ulrike Freund, geschäftsführende Gesellschafterin

der Brauerei Gold Ochsen, leitet

in der 5. Generation das fest in der Region

verankerte Familienunternehmen. Das konsequente

Festhalten an traditionellen Werten

ist für das Haus von größter Bedeutung.

„Ulms flüssiges Gold“ wird nach alten Rezepturen

und dem Reinheitsgebot von 1516

gebraut. Dazu kommen die kalte und lange

Gärung und die fachgerechte Lagerung.

Das zeigt sich auch in den Investitionen von

rund 50 Millionen Euro in den letzten 15

Jahren: Sie galten auch einem Vollgutlager

und dem Lagerkeller, der im Frühjahr 2007

in Betrieb genommen wurde.

Die Rohstoffe (Tettnanger Aromahopfen,

Malz aus Laupheim) kommen ebenso

wie über 200 der insgesamt 400 Lieferanten

des Unternehmens aus der Region.

Ulrike Freund hat mehrere Argumente

dafür: „Wir fühlen uns mit dieser Region

verbunden – und Land und Leute wissen

dies zu schätzen. Hier unterscheiden wir

uns den europäischen Großbrauereien.

Bier braucht Heimat – und die hat Gold >

Gute Freundschaften sollten

Sie pflegen!

Das hefefrische Vergnügen

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:: 49


[spezial]

Ochsen in Ulm. Die Kunden entscheiden

sich ganz bewusst für Bier von hier. Was

wir aus der Region erhalten, das geben wir

auch wieder zurück.“

Das Distributionsgebiet erstreckt sich

auf einen Umkreis von gut 100 Kilometer

um Ulm – bis zum Schwarzwald, Bayerisch-

Schwaben, Bodensee und Hohenloherland,

selbst in die nahe Schweiz. Als eines der

letzten Familienunternehmen dieser Größe

in der Getränkewirtschaft behauptet

sich Gold Ochsen mit Innovationen. Dem

hohen Marktdruck mit sinkendem Absatzvolumen

(der Pro-Kopf-Verbrauch in

Deutschland ist seit 2000 von 125,6 Litern

auf jetzt 116 Liter gesunken) begegnet

Gold Ochsen mit neuen Produkten für die

heute gefragten „Szene-Biere“. Im Gegensatz

zum klassischen Biermarkt wächst der

Bier-Mix-Markt. Mit der Einführung von

„OXX Lemon“ und „OXX Grapefruit“

im Frühjahr 2007 wurde dem Rechnung

getragen.

Malz aus hiesiger Produktion: Grundlage heimischen Bieres.

Brauertradition bei der

Günzburger Familie Bucher:

Klein und fein in der Region

Eine der bekanntesten Biermarken in und

um Ulm ist Günzburger Weizen aus der

Radbrauerei. Sie ist zwar wesentlich kleiner,

aber die Kompetenz in Sachen Weizenbier

ist unangefochten. Es ist die Tradition

der Familie Georg Bucher, die Qualität und

Kontinuität von Brauerei und Produkten

prägen. Geschäftsführer Georg L. Bucher

Traditionelles Bier, gebraut mit modernster Technik.

Brauereibesitzer Georg L. Bucher und Geschäftsführer

Hans Bucher von der Radbrauerei.

ist in sechster Generation Braumeister und

Brauereibesitzer, an seiner Seite steht noch

sein Onkel Hans Bucher als Geschäftsführer.

Die Radbrauerei füllt mit ihrer vollautomatischen

Füllanlage bis zu 20.000

Flaschen Bier in der Stunde ab. Tradition

und Handwerk bestimmen auch bei dieser

Brauerei in der Region das Geschehen.

Aber die Geschäftsentwicklung der letzten

Jahre war auch von der Notwendigkeit

zur Erweiterung des Familienbetriebs

bestimmt. Die drängende Enge am alten

Standort, ausgelöst auch durch den Wei-

zenbier-Erfolg, zwang zum Umzug. Zwischen

1984 und 1997 entstanden im Industriegebiet

Donauried Reifekeller, Lager

und Verladung, zuletzt das Sudhaus. Über

die schwierige Zeit getrennter Produktionsstätten

und Bauaktivitäten gelang es

Seniorchef Georg Bucher – er ist heute im

Ruhenstand –, die handwerkliche Qualität

auf dem hohen Niveau zu halten, das die

Verbraucher am Günzburger Weizenbier

schätzen und kennen.

Georg L. Bucher unterstreicht: „Dass

die hohe Qualität garantiert werden kann,

liegt daran, dass die Zeit für die Flaschen-

50 ::


Lebendige Hefe und

kurze Lagerzeiten

als Qualitätsgarant

gärung von drei Wochen eingehalten wird

und die Hefe nur einmal zum Vergären benutzt

wird. Danach wird sie als Viehfutter

weiter verwendet“. Dies ist nicht alles,

was zur Qualitätssicherung beiträgt. Die

Radbrauerei Günzburg hat einen eigenen

Hefestamm im Mekka der Bierbrauer, in

Weihenstephan bei München, von wo regelmäßig

neue Hefe bezogen wird, die

dann in Günzburg vermehrt wird. Diese

lebendige Hefe und kurze Lagerzeiten sind

der Grund für Frische und Wohlgeschmack

des Bieres.

„Die Strategie unseres Familienunternehmens“,

sagt Georg L. Bucher, „ist auch

schon auf die nächste Generation ausgelegt,

denn wir wollen als zwar kleine,

aber feine Marke selbstständig bleiben“.

Der moderne Lagerkeller der Brauerei Gold Ochsen.

Die Basis dafür ist die bewusste Regionalisierung

der Vertriebswege. 50 Kilometer,

von Neresheim bis Memmingen im Süden,

Dillingen bis Ehingen und Göppingen bis

Biberach ist der Radius.

Hauptabsatzgebiete aber sind Ulm/Neu-

Ulm und der Alb-Donau-Kreis. 80 Prozent

des Ausstoßes werden über den Getränkefachgroßhandel

abgesetzt. 90 Prozent der

Produktion ist Hefe-Weizenbier, 10 Prozent

verteilen sich auf Weizenbock, Ur-Weizen,

Günzburger Radbier hell und Günzburger

Märzen Spezial, das nur in Günzburg und

Umland vertrieben wird. ®

Ulrike Freund

„Wir Frauen gehen

weniger Risiko ein“

Die Brauerei Gold Ochsen ist nicht nur

ein gut geführtes Familienunternehmen:

Mit der Geschäftsführenden Gesellschafterin

Ulrike Freund steht seit 1991

eine Frau an der Spitze – das ist sehr

selten in der Männerdomäne Brauereiwirtschaft.

Unter der Leitung der agilen

Absolventin der Verwaltungs- und

Wirtschaftsakademie München hat die

Brauerei jenen Modernisierungskurs erfahren,

der notwendig ist, um in einem

Markt, der von sich veränderndem Zeitgeschmack

und der Öffnung aller Handelsgrenzen

innerhalb der EU geprägt

ist, bestehen zu können. „Entscheidungen,

die ich treffe“ sagt sie, „haben

für mich und meine Familie einen sehr

nachhaltigen Charakter, denn für Fehler,

die auch ich mache wie jeder andere,

muss ich als Unternehmer geradestehen.“

Doch sie betont, dass Frauen nicht

ganz so risikofreudig sind wie Männer:

„Wir überlegen länger und hinterfragen

mögliche Probleme intensiver. Insofern

sehe ich einen Vorteil darin, wenn mehr

Frauen in Führungspositionen stehen.“

Und sie gibt ein klares Bekenntnis zu

Ulm und ihrem Unternehmen ab. „Ich

möchte meiner Heimatstadt die einzig

verbliebene Braustätte erhalten. Die

alte Brautradition dieser Stadt verlangt

dies einfach. Mit einem lebendigen und

natürlichen Produkt, das in Maßen genossen

auch gesund ist, möchte ich

garantieren, dass die Kunden auch

weiterhin die von ihnen bevorzugten

Biersorten bei uns bekommen und sich

nicht auf Massenprodukte konzentrieren

müssen.“

:: 51


[leben]

Golf

DRIVE UM ULM

Wer Golf mag, muss mit Widerspruch

rechnen. Die einen können

nicht genug davon kriegen, die anderen

wenden sich ab. Zwischen

Faszination und Vorurteilen steht

der grüne Sport hierzulande weiter

hoch im Kurs. Auch Unternehmer

haben Golf als neue und nützliche

Spielwiese entdeckt.

Für echte Golfer sind Entfernungen von

100 Kilometern gemeinhin kein Handicap,

wenn nach dieser Anfahrt eine reizvolle

Runde in eindrucksvoller Landschaft

winkt. Ein solcher Ausflug kostet freilich

viel Zeit – und auch Geld. Beides ist vor

allem bei der jüngeren Generation naturgemäß

nur selten im Überfluss vorhanden.

Dennoch häufen sich Events und Turniere

– auch unter der Woche – auf den immer

zahlreicheren Golf-Anlagen. Zumal immer

mehr Arbeitgeber und Interessengruppen

entgegen früheren Vorbehalten die Golfszene

als nützliche Spielwiese entdeckt haben:

für Imagepflege, Charity und Geschäfte,

gekoppelt mit allerlei Sonderwünschen des

„fahrenden Volkes“.

Da liegt es nahe, dass sich die meisten

Golfclubs auf die veränderten Ansprüche

einzustellen versuchen und ihre traditionellen

Zöpfe zunehmend abschneiden.

Allgemeine Einsicht: Die ausschließliche

Ausrichtung auf Dauermitglieder wird

der mobilen Klientel nicht mehr gerecht.

Entsprechend flexibel werden Aufnahme-

und Spielbedingungen gehandelt. Jahresmitgliedschaften

gehören mittlerweile

180 Meter : – )

fast überall zum Standard-Angebot, auch

Mondschein-Tarife oder halbe Runden entsprechen

den Vorstellungen vieler (eiliger)

Kunden, sogar Firmenmitgliedschaften sind

keine Seltenheit mehr. Gleichzeitig wird die

Palette der Spielmöglichkeiten immer umfangreicher.

Auf der Golf-Landkarte in Deutschland

gibt es nur noch wenige weiße Stellen, wo

es nötig ist, mehr als 50 Kilometer bis zur

nächstgelegenen Abschlags-Station im Grünen

zurückzulegen.

Geradezu aus dem Vollen schöpfen

können die Golf-Enthusiasten und solche,

die es werden wollen, in der Region Ulm/

Neu-Ulm, wo innerhalb von weniger als 40

Kilometern gleich fünf Destinationen unterschiedlichster

Art zum Einlochen einladen:

Allen voran der „leading“ Golfclub Ulm in

der Wochenau bei Illerrieden, 15 Kilometer

südlich die 27-Loch-Anlage am Reischenhof

in Wain, im Osten der schmucke Parklandkurs

rund um Schloss Klingenburg (bei

Ichenhausen), dazu der 9-Loch-Stadtparcours

des GTK Neu-Ulm im Steinhäule und

seit Juni diesen Jahres der quicklebendige

Sprössling Donau-Riss in Rißtissen vor den

Toren Ehingens.

Ein weiterer Platz wird demnächst auf

der Alb in Feldstetten gebaut. Außerdem

dürfen die Doppel-Anlage Bad Waldsee mit

zwei hervorragenden Plätzen und direkt

angrenzendem Sporthotel an der Peripherie

Oberschwabens (60 km von Ulm) ebenso

wie die Hochplateau-Kurse Bad Überkingen

(bei Geislingen/40 km) und Hofgut Hochstatt

bei Neresheim (50 km) noch ins erweiterte

Einzugsgebiet einbezogen werden.

Zuschnitt auf Berufs-

Pendler

Auch beim selbst ernannten Branchen-Leader,

dem Golfclub Ulm, hat die Vorstandschaft

die Zeichen der Zeit erkannt und

einige neue Einstiegsmodelle angekündigt.

52 ::


„Der Bedarf an zeitlich begrenzten Mitgliedschaften

ist größer geworden“, hat

Club-Präsident Georg Rampf erkannt,

„da müssen und werden wir reagieren!“

Bisher war eine Jahresmitgliedschaft für

1800 Euro zu haben – allerdings nur für

anderweitig registrierte Golfer mit zweimaliger

Verlängerungsoption. Für Neueinsteiger,

die in Sachen Golf-Zukunft noch

unsicher sind, empfiehlt sich eine Schnuppermitgliedschaft

auf exakt zwölf Monate

für 1250 Euro. Darüber hinaus kann sich

Rampf auch Drei- oder Fünf-Jahres-Mitgliedschaften

vorstellen – besonders auf Berufs-Pendler

bezogen.

Grundsätzlich ist Ulms Vorzeigeclub

in der Wochenau offen für individuelle

Lösungen, nicht zuletzt auch bei Firmenmitgliedschaften.

Bisher wurden solche

„Sonderfälle“, derzeit zehn, wie Normalmitglieder

behandelt. Das heißt, ein interessiertes

Unternehmen muss für einen Golf-Pass,

der pro Jahr nur für eine bestimmte Person

gilt, die üblichen Einstiegsbeträge berappen

– dies wären 4100 Euro Investitionszulage,

1800 Euro Aufnahmegebühr und nochmals

1250 Euro pro Spieljahr. Club-Chef Rampf

rechtfertigt die hohen Summen so: „Wir

verkaufen an die jeweiligen Firmen ja volle

Mitgliedschaften und keine austauschbaren

Spielberechtigungen. Somit gibt’s auch keine

Unterschiede in der Zahlungsweise“.

Variabler behandelt der Club externe Turnierveranstalter,

die ihren Geschäftsfreunden

und Mitarbeitern ein eigenes Turnier

in der Wochenau offerieren wollen. Hier

gilt die Leitlinie: 65 Euro pro Spieler für

Greenfee, Organisation und Turnierverwaltung.

„Mindestens ein Drittel unserer eigenen

Mitglieder sollte aber schon mitspielen

dürfen, sonst wird’s teurer“, betont Rampf.

Die Gegenleistung ist schließlich erstklassig

– wie es einem „leading Club“ nun mal zusteht.

Dieses Elite-Prädikat lässt sich die Clubführung

pro Jahr 5000 Euro kosten. Die

Rechnung ging bisher überraschend glatt

auf. Bereits im ersten („leading“) Jahr

gab’s Greenfee-Einnahmen wie noch nie

– außer diesem „angenehmen Nebeneffekt“,

so Rampf, würden vor allem weitere

Qualitätsverbesserungen und Image-Gewinn

angestrebt. Dazu gehören bereits die

Sterne-Küche von Paul Linsell im feudalen

Clubhaus und ein erstklassiges Golflehrer-

Angebot mit Langer-Berater Bernd Hofmann

an der Spitze. Bis einschließlich 28.

Februar 2008 ruht die Gastronomie – was

freilich eingeschränkten Spielbetrieb auf

Wintergrüns bei geeigneter Witterung nicht

ausschließt.

Greenfee-Rekord in Wain

Die Schotten dicht sind ab Anfang Dezember

auch bei den oberschwäbischen Nachbarn

vom Golfclub Reischenhof bei >

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Wain, aus Richtung Ulm am besten erreichbar

über die Autobahn-Ausfahrt Illertissen.

Die 27 Bahnen und eine Not-Umkleide bleiben

derweil geöffnet, um den „Winterspielern“

alle Möglichkeiten offen zu lassen.

Die hügelige Topografie der 140-Hektar-

Anlage inmitten einer Moränen-Landschaft

verlangt freilich auch im Sommer viel

Stehvermögen, gleichwohl tummeln sich

immer mehr Schlägerschwinger auf den

drei anspruchsvollen 9-Loch-Abschnitten

Hörnle, Autenweiler und Esch. „In diesem

Jahr haben wir ein Rekordergebnis erzielt“,

sagt Steffen Augustyn, rechte Hand von

Clubchef Ernst Blattert, nicht ohne Stolz –

und dies ohne Startzeiten, die auch künftig

nicht vorgesehen sind.

Im 20. Jahr ihres Bestehens haben sich

die Reischenhofer vom alternativen Streuobstwiesen-Club

zu einem attraktiven Ausflugsziel

gemausert, das allen Ansprüchen

hinsichtlich sportlicher Herausforderung

und zeitgemäßen Komforts gerecht wird.

Dazu beigetragen haben auch die Neugestaltung

von Clubhaus-Terrasse und Parkplatz,

so dass ein Golftag in Wain ein ungetrübtes

Vergnügen verspricht. Ausdauer-Golfer

können zudem für ein Tages-Greenfee von

45 Euro (Wochenende 60) an 27 Löchern

ihren Standort bestimmen, anschließend

lädt das mit Hilfe von Hauptsponsor Weishaupt

finanzierte Clubhaus zur Erholung

für Körper und Geist ein.

Um sein Publikum bei der Stange zu halten,

hat sich der Golfclub Reischenhof trotz

aller Verbesserungen eine moderate Finanz-

Strategie bewahrt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis

stimmt – und das Konzept offenbar

auch. Besonders gut angenommen wurde

das Neueinsteiger-Paket für 399 Euro, das

zehn Trainerstunden mit möglicher Platzreife

und die Nutzung der Club-Einrichtungen

über drei Monate enthält. Jahresmitgliedschaften,

derzeit für 1750 Euro zu

haben, gehörten von Anfang an zum Club-

Angebot. Firmen-Mitgliedschaften waren

laut Augustyn bisher kein Thema, für Firmen-

oder Privatturniere aber bietet der

Club alle Voraussetzungen. Präsident und

Club-Gründer Blattert, selbst Firmen-Inhaber

(häwa-Maschinenbau), ist auf individuelle

Verhandlungen eingestellt. Und wer am

Reischenhof ein Wochenende verbringen

will, der ist im Oberschwäbischen Hof im

nahe gelegenen Schwendi zu Golf-Sonderkonditionen

bestens aufgehoben.

Schmuckstück

im Barockwinkel

Lohnenswert ist auch ein Golf-Ausflug

in die östliche Provinz, wo im so genannten

schwäbischen Barockwinkel zwischen

Ichenhausen und Burgau (Autobahn-Ausfahrt)

der prächtige 18-Loch-Parklandkurs

auf 110 grünen Hektar rund um Schloss

Klingenburg als ein Schmuckstück unter

Deutschlands 700 Golfplätzen gilt. Im angrenzenden

Flecken Schönenberg sind zwar

keine aktiven Golfer beheimatet, dafür ist

es aber Greenkeeper Martin Gräfe, der mit

seiner ebenfalls aus der Region stammenden

Platzmannschaft für das perfekte Outfit der

Golf-Verführung Klingenburg sorgt. Nicht

von ungefähr wurde die Augenschmaus-

Anlage im Hochtal der Mindel von einem

renommierten Fachblatt (Golfjournal)

unter die Top-14 der Republik eingestuft.

Ganz ohne Lobby, wohlgemerkt.

Die einzige „Verbindung nach oben“

besteht in der Person Norbert Löhleins,

ehemals Club-Präsident und mittlerweile

Boss des Bayerischen Golfverbandes. Sein

Nachfolger Jochen Laue bevorzugt eher die

leisen Töne und Lösungen in kleinen Schritten.

So wurde unter seiner Regie die Vision

eines neuen Clubhauses verworfen und

stattdessen ein schmucker Anbau realisiert.

Vor allem bei Senioren willkommen ist die

Einführung von E-Carts. Zudem erhält der

Platz sein regelmäßiges Peeling mittels Intensiv-Pflege,

die auch mal zur Frischzellenkur

auswachsen kann, wenn zuviel Nässe

auf empfindlichem Moorboden operative

Eingriffe wie Drainage-Maßnahmen erfordert.

Unabhängig davon bleiben die Sommergrüns

grundsätzlich auch im Winter

anspielbar, sofern es die Wetterverhältnisse

erlauben.

In der schwäbisch-bayerischen Idylle mit

dem 15 Kilometer entfernten Günzburg als

nächst größerer Stadt ist das Golf-Potenzial

relativ rar. Um so bemerkenswerter sind

die fast 700 Gesamt-Mitglieder als Wohlfühl-Resultat

einer familiären Atmosphäre,

gesteuert mit rationeller Preispolitik. Dies

heißt nicht billiger Jakob, aber Stabilität.

Die erst kürzlich eingeführte Jahresmitgliedschaft

kostet mit Caddie-Box 2188

Euro. Dieser Betrag wird bei Umwandlung

in eine Vollmitgliedschaft mit übertrag-

54 ::


schäftsführer der Firma Ulmer Spatz, momentan

nicht für vorrangig: „Wir sollten

nichts überstürzen und lieber die bestehende

Anlage erst einmal verfeinern“. Fazit: Auf allen

Ebenen wird versucht, Vertrauen zurück

oder neu zu gewinnen. Dazu gehören auch

verstärkte Kontakte zu befreundeten Firmen.

Eine Vereinbarung mit einem ortsansässigen

Unternehmen über zehn Mitgliedschaften

soll bereits unterschriftsreif sein.

barem KG-Anteil (7668 Euro, Einmalzahlung)

angerechnet. Auch Firmenmitgliedschaften

sind erwünscht, wobei der Preis

von Anzahl und Laufzeit abhängt. Für

Einsteiger empfiehlt sich ein Probejahr für

1464 Euro, das um ein weiteres Jahr verlängert

werden kann.

Durchatmen nach Neustart

Vergleichsweise kleinere Brötchen werden

beim GTK Neu-Ulm im Steinhäule gebacken.

GTK steht für Golf- und Tennis-Klub

(ehemals Blau-Weiß), der nach leidlich

überstandenem Insolvenz-Infarkt seit dem

Neustart im April wieder vorsichtig durchatmen

kann. Die Genesung scheint indes

auf gutem Weg – ein Teil der verunsicherten

Mitglieder kehrte zurück, ein paar neue

kamen dazu (insgesamt derzeit 350), der

stadtnahe 9-Loch-Platz mit Münsterblick

befindet sich in einwandfreiem Zustand,

Neuling gleich voll im

Geschäft

Bereits einen Schritt weiter ist in dieser Hinsicht

der Golfclub Donau-Riss. Der Szene-Neuling

hat innerhalb eines Jahres sein

Domizil samt 18 interessanter Bahnen im

Ehinger Ortsteil Rißtissen gegen allerlei Widerstände

aus der heimischen Bevölkerung

im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Boden

gestampft. Und auch in puncto Mitgliederwerbung,

Selbstdarstellung und Marketing

ist er seit der Eröffnung am 22. Juli

2007 bereits voll im Geschäft. Kein Wunder,

stammt doch ein Teil der Führungsriege

aus dem Schlecker-Konzern. Womit professionelle

Aufbauarbeit garantiert ist.

Horst Lossmann, ehemals IT-Direktor

bei Schlecker, hat auf seine „alten Tage“

die neue Leidenschaft Golf entdeckt. Und

er bringt seine berufliche Erfahrung auf

dem Sektor Informationstechnik jetzt mit

viel Engagement beim Golfclub als Sponsoren-Beauftragter

und Medien-Experte

ein. Mit Uwe Blank als Marketing-Be- >

mit Mark Southern steht ein kompetenter

Pro parat, die Club-Führung liegt in seriösen

Händen, und auch die Stimmung hat

sich schlagartig wieder positiv gewandelt.

Wilfried Rudolph, neuer Abteilungsleiter

Golf, zieht eine realistische Zwischenbilanz

mit überraschenden Erkenntnissen.

Der Trend geht hin zu reduzierter Spielzeit,

die verstärkt angebotenen 9-Loch-

Turniere, quasi nach Feierabend, wurden

bevorzugt angenommen. Dauermitgliedschaften

waren weniger gefragt, dafür

flexible Bedingungen. In dieser Hinsicht

findet die Kundschaft beim GTK offene

Ohren. Neben Jahres-Pass (1080 Euro)

und Zweitmitgliedschaft (830 Euro) gehören

auch „halbe“ Greenfees (20 Euro für

9er-Runde) zu allen Tageszeiten oder Zehnerkarten

(180/260) zum Standard. Selbst

Monatskarten, auch nur für die Driving

Range, sind in naher Zukunft denkbar.

Einen Ausbau auf 18 Spielbahnen hält

Rudolph, langjähriger Vorsitzender des

Backmittelverbandes und ehemals Gegemeinsam

über den tellerrand schauen.

raum schaffen für inspirierende begegnungen.

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Ihren Gästen. Regional, saisonal oder sogar mit Stern.

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:: 55


[leben]

auftragtem gehört ein weiterer Schlecker-

Direktor zum erweiterten Führungsstab

mit Rechtsanwalt Christian Dangel an der

Spitze. Erste Erfolge zeichnen sich bereits

ab. Nachdem sich die örtliche Protestszene

weitgehend beruhigt hat, konnten zu den

vorhandenen 400 Mitgliedern zehn namhafte

Hauptsponsoren gewonnen werden,

die für solide Finanzen garantieren. Wir

wollen uns dem einheimischen Publikum

öffnen“, gibt Lossmann als Sympathie-

Parole aus. Derweil wird die Suche nach

weiteren 40 Vollmitgliedern mit einem

Bonus vorangetrieben, um möglichst bald

die magische Zahl 300 zu erreichen. Wer

zu diesen „Pionieren“ zählt, hat zugleich

den Vorteil erworben, seine Mitgliedschaft

übertragen oder vererben zu können. Kostenpunkt:

7000 Euro einmalig, dazu 1220

Euro Jahresbeitrag. „Ab 300 ist Schluss“,

macht Lossmann Druck, danach gibt’s

nur noch Normal-Mitglieder. Ansonsten

hat sich der GC Donau-Riss bereits im

Eilverfahren etabliert. Die Gastronomie,

„Die Zukunft im Fokus“

Der Personaldienstleister

mit über 300 Mitarbeitern

II Unsere Philosopie

„Wertschätzung für Mitarbeiter und

Kunden – der Schlüssel zum Erfolg!“

Unsere Kunden und Mitarbeiter sehen wir

als Partner, mit denen wir Hand in Hand

arbeiten. Wir identifizieren uns mit den

Aufgaben, tauschen Wissen und

Ressourcen aus und lassen eine motivierte

Unternehmenskultur entstehen, die

Qualität garantiert. Flexibel und offen für

Veränderungen nutzen wir die Chancen,

die sich daraus ergeben.

Wir sind der Ansicht:

In einer angenehmen Atmosphäre macht

Arbeit Spaß!

Das Potenzial einer

Gemeinschaft ist die Einheit!

II Unsere Strategie

„Unsere Kunden schätzen es, wenn ihnen

kompetente Kräfte aus der Region für die

Region zur Seite stehen. Die optimale

Auswahl der Mitarbeiter und schnelle

Reaktionszeiten sichern den Erfolg.“

M. Milosevic

Teamgeist

Jeder Einzelne ist ein wertvoller Bestandteil

eines erfolgreichen Teams. Nur motivierte

und begeisterte Mitarbeiter bringen

sehr gute Leistungen. Leistungen, auf die

sich unsere Kunden voll und ganz

verlassen können.

Vertrauen

Der persönliche Kontakt und das

gegenseitige Vertrauen sind uns bei der

Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern

und Kunden besonders wichtig – denn es

profitieren alle davon.

Lösungen

Wir erarbeiten für unsere Kunden und Mitarbeiter

individuelle Lösungen.

Engagement, Verantwortungsbewusstsein

und Kompetenz zeichnen uns dabei aus.

II Unsere Leistungen

Arbeitnehmerüberlassung

Wir unterstützen Sie mit genau den

qualifizierten und motivierten Mitarbeitern,

die Sie brauchen. Sie geben uns einfach

Ihr gewünschtes Anforderungsprofil und

wir werden schnell und flexibel auf Ihre

aktuellen Bedürfnisse reagieren.

Arbeitnehmervermittlung

Sie suchen eine neue Herausforderung?

Wir bieten Ihnen hervorragende

Perspektiven in allen Berufen. Als

Mitarbeiter von uns können Sie mit Ihren

Fachkenntnissen zahlreiche renommierte

Unternehmen in der Region kennen lernen,

ohne den Arbeitgeber zu wechseln.

Wir entlohnen nach IGZ-Tarif.

Personalberatung

Professionelle Lösungen für effizientes

Personalmanagement – als unabhängiger

Berater stehen wir Ihnen gern in allen

Personalfragen zur Seite.

Projektmanagement

Beratung, Konzeption und Durchführung

aus einer Hand. Unsere qualifizierten

Mitarbeiter werden direkt vor Ort in Ihre

Projekte integriert. So schaffen wir Ihnen

Freiräume für Ihr Kerngeschäft.

Mitarbeitercoaching

Mitarbeiter fordern und fördern – darauf

legen wir Wert. Und deswegen unterstützen

wir unsere Mitarbeiter in ihrer persönlichen

und beruflichen Entwicklung mit

einem auf sie abgestimmten Coachingprogramm.

M. Milosevic Geschäftsführer

T. Ulrich Leitung Personaldisposition

S. Reichle Leitung Personalverwaltung

A. Wiecker Marketing/PR

Personal Service Ehingen GmbH

Hauptstraße 81

89584 Ehingen/Do.

Telefon 07391/587 509-0

Telefax 07391/587 509-20

info@psa-ehingen.de

Niederlassung Biberach

Schwanenstraße 18

88400 Biberach/Riss

Tel. 07351/578 98-34

Fax 07351/578 98-36

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56 ::


für jedermann zugänglich, ist ganzjährig

geöffnet, ebenso ein öffentlicher Vier-Bahnen-Kurzplatz.

Bei Bedarf steht auch Golflehrer

Florian Mödl, der demnächst noch

Verstärkung erhält, in den Wintermonaten

sporadisch zur Verfügung.

Selbstverständlich existieren in Rißtissen

auch schon allerlei differenzierte Einstiegs-

und Zahlungsmodelle. So können

(begründete) Fernmitgliedschaften abgeschlossen

werden, je nach Entfernung zwischen

300 und 750 Euro pro Jahr. Zudem

wird neben Firmenmitgliedschaften (nach

Absprache) ein Jahresspielrecht für 1590

Euro angeboten. Ein Gäste-Greenfee kostet

wochentags 40 Euro (Wochenende

60), günstigere Greenfee-Blocks sind in

Vorbereitung. Ebenso das noch fehlende

Caddie-Gebäude, das 2008 die Anlage

komplettieren wird.

Simulation in der Halle

Wer auch bei Eis und Schnee nicht auf seine

Schwung-Einheiten verzichten will, der kann

sich in der hochmodernen Indoor-Anlage

im Neu-Ulmer Golf-Centrum in der Lessingstraße

von morgens 9 Uhr bis abends 21

Uhr abreagieren – auf Wunsch mit Trainer-

Anleitung. Für ein Tagegeld von 12 Euro

lassen sich alle Golf-Situationen simulieren,

vom Abschlag bis zum Putten. Sogar eine

aufwändige Sandgrube ist vorhanden. Und

gleich daneben Bar und Restaurant, wo sich

bei einem Drink oder individuellem Catering

trefflich diskutieren und planen lässt – für

die bevorstehende Sommersaison.

ALFRED KOCH

Golf Club Ulm e.V.,

Wochenauer Hof 2, 89186 Illerrieden

Tel. 07306 – 929 500.

E-Mail: GolfClubUlm@t-online.de

Internet: www.GolfClubUlm.de

Golfclub Reischenhof e.V.,

Reischenhof 1, 88489Wain

Tel.: 07353 – 1732.

E-Mail: info@golfclub-reischenhof.de

Internet: www.golfclub-reischenhof.de

Golf Club Schloss Klingenburg e.V.,

Schloss Klingenburg,

89343 Jettingen-Scheppach

Tel. 08225 – 3030.

E-Mail: info@golf-klingenburg.de

Internet: www.golf-klingenburg.de

GTK Golf- und Tennisklub

Neu-Ulm e.V.,

Steinhäulesweg 9, 89231 Neu-Ulm

Tel. 0731 – 724 937.

E-Mail: golfundtennis@gmx.de

Golfclub Donau-Riss e.V.,

Herrschaftslüssen 1,

89584 Ehingen-Rißtissen

Tel. 01520 – 90 12 727.

E-Mail: info@golfclub-donau-riss.de

Internet: www.golfclub-donau-riss.de

Indoor-Golf-Centrum – Golfschule,

Lessingstr. 10b, 89231 Neu-Ulm

Tel. 0731 – 725 49 34

E-Mail: info@golf-centrum.de

Internet: www.golf-centrum.de

Golf- und Vitalpark Bad Waldsee,

Hopfenweiler, 88339 Bad Waldsee

Tel. 07524 – 40 17-0

E-Mail: info@waldsee-golf.de

Internet: www.waldsee-golf.de

Golfclub Oberschwaben Bad Waldsee,

Hofgut Hopfenweiler, 88339 Bad Waldsee

Tel. 07524 – 5900

E-Mail: info@golfclub-oberschwaben.de

Internet: www.golfclub-oberschwaben.com

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Markusstr. 12

Ulm-Söflingen

Telefon 0731/93789-0

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Bietigheim mbH, Bietigheim

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