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unternehmen [!]

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten

Uta Feser: Die Präsidentin baut eine Business School in Neu-Ulm

Aus der Region für die Welt

[er]finden IAA – Ulmer Premieren für Hannover

[leben] LOFTS – Die Decke fällt nicht auf den Kopf

[spezial] CATERING – Fliegende Entenbrüste am laufenden Band

€ 2,00 :: Ausgabe 05 :: 12.09.2008


Beginnen Sie

eine eigene Tradition.

Eine Patek Philippe gehört

einem nie ganz allein.

Man erfreut sich ein Leben

lang an ihr, aber eigentlich

bewahrt man sie schon für

die nächste Generation.

Herrenuhr Calatrava

Ref. 5296G von Patek Philippe.


[inhalt]

[machen]

04 :: MICHAEL GLOS :: Sichern Sie Ihre Exporte ab

07 :: VERARBEITENDES GEWERBE ::

Biberach führt bei den Exporten

10 :: FRITZ & MACZIOL :: Große Freiheit, gute Zahlen

[titelthema]

14 :: INTERVIEW MIT PROF. DR. UTA M. FESER ::

Business School aus der Region für die Welt

[führen]

24 :: GASTBEITRAG :: Steuern und Führen

[er]finden

27 :: IAA :: Ulmer Premieren für Hannover

31 :: ENTWICKLUNG :: Am Stammort schwerer Lastwagen

36 :: DAIMLER :: Die Bus-Entwickler aus Neu-Ulm

[verantworten]

38 :: NETZWERK :: Wie 16 Firmen Energie sparen wollen

42 :: CENTROTHERM ::

Die Sonne speist den Goldgräber-Strom

[spezial]

45 :: CATERING UND EVENT :: Essen am laufenden Band

[leben]

51 :: WEIN :: Volltreffer aus dem Weingut

56 :: MODE :: Kleider machen Macher

59 :: LOFTS :: Die Decke fällt nicht auf den Kopf

[namen und nachrichten]

13 :: Dr. Peter Kulitz als Präsident der IHK Ulm bestätigt

21 :: IHK Bodensee-Oberschwaben: Grieshaber Präsident

23 :: Sommerfest der Porsche-Familie

50 :: Donau Masters wieder ein großer Erfolg

55 :: Wechsel bei Ravensburger

62 :: Impressum

Editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser,

die Wirtschaftsdaten

sind beeindruckend

– immer

noch: Unsere Unternehmen

wachsen,

die Beschäf ti g- Thomas Brackvogel

tenzahlen steigen. Geschäftsführer

Firmen kämpfen um SÜDWEST PRESSE

neue Mitarbeiter. Von Lehrstellenmangel

ist keine Rede mehr – das ganze

Gegenteil ist der Fall. Die Arbeitslosenzahlen

feiern einen Tiefststand

nach dem andern. Trotz sorgenvoller

Prognosen können wir (noch) nicht

klagen. Schon gar nicht hier im Süden.

Wenn sich die Konjunktur tatsächlich

abschwächen sollte – und

viel spricht dafür, dass es so kommen

wird – wer wäre besser darauf vorbereitet

und wer könnte stärker in den

umkämpften Märkten agieren als gerade

unsere Unter nehmen?

Was macht die Region Ulm/Oberschwaben

so überaus erfolgreich? Es

ist wohl dieser besondere Mix aus bodenständiger

Schaffenskraft, unaufgeregtem,

stabilem Unternehmertum

und Management sowie eine weitsichtige,

schon früh eingeleitete Orientierung

hin zur Innovations- und

Wissensgesellschaft. Und dieser Mischung

widmet sich die neue Ausgabe

von unternehmen[!]. Was etwa

leistet eine Business School von Neu-

Ulm aus für die Region? Die Präsidentin

der HNU, Frau Prof. Dr. Feser steht

dazu im unternehmen[!]-Gespräch

Rede und Antwort. [er]finden geht

den neuesten Entwicklungen im Nutzfahrzeuge-Bau

auf den Grund und im

[spezial] erläutern unter anderem Irmgard

Silberbaur (küche & raum) und

Thomas Eifert (gastromenü) weshalb

die gastronomische Leistung der Region

besser ist als ihr Ruf.

Wir immer wünschen wir Ihnen viel

Spaß bei der Lektüre.

:: 3


[machen]

Gastbeitrag des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie

Michael Glos

SICHERN SIE

IHRE EXPORTE AB

Wer im Exportgeschäft tätig ist,

kennt die Exportkreditgarantien

des Bundes – häufig unter ihrem

geläufigeren Namen Hermesdeckungen.

Sie sind eine der

zentralen Säulen der deutschen

Außenwirtschaftsförderung. Mit

ihnen unterstützt die Bundesregierung

seit 1949 erfolgreich die deutsche

Exportwirtschaft. Annähernd

630 Mrd. Euro sind seither über

den Bundeshaushalt abgesichert,

fast 35 Mrd. an Exporteure und

ihre Banken ausgezahlt worden.

Durch Prämieneinnahmen und

Rückflüsse trägt sich das System

langfristig selbst und weist derzeit

einen kumulativen Überschuss von

mehr als 600 Mio. Euro auf.

Zielmärkte der Exportkreditgarantien sind

Schwellen-, Entwicklungs- und Transformationsländer.

Insgesamt entfielen rund

93 % der Hermesdeckung auf diese Ländergruppen.

Durchschnittlich 5,8 % des

Exports in diese Länder sind mit Exportkreditgarantien

abgesichert; einzelne Länder

weisen deutlich höhere Anteile auf.

Heute reicht für ein erfolgreiches Auslandsgeschäft

technische und produktive

Exzellenz allein nicht immer aus. Die Exporteure

müssen in wachsendem Maße

auch attraktive Finanzierungen anbieten.

Die Hermesdeckungen unterstützen hierbei

die Unternehmen. Sie übernehmen unkalkulierbare

politische und wirtschaftliche

Risiken zu einem angemessenen Preis und

ermöglichen dadurch eine weiter S. 6 >

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos: Die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure unterstützen und dadurch Arbeitsplätze in Deutschland sichern.

4 ::


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Allgemeine Geschäftsbedingungen

DIE AGB –

EIN ALTER HUT?

Dr. Dorothée Lang-Dankov, Rechtsanwältin,

Fachanwältin für Insolvenzrecht.

3 Jahre nach der Integration der

Vorschriften des AGB-Gesetzes

in das Bürgerliche Gesetzbuch

(§§ 305 ff) im Zuge der Schuldrechtsreform

empfiehlt es sich, einen

Blick auf die Entwicklung in

der Rechtsprechung sowie auf die

seither erfolgten gesetzgeberischen

Änderungen zu werfen.

Nach der Definition des § 305 Abs.1 Satz

1 BGB sind AGB alle für eine Vielzahl

von Verträgen vorformulierten Vertragsbedingungen,

die der Verwender der anderen

Vertragspartei bei Abschluss eines

Vertrages einseitig stellt. Gegenüber Endverbrauchern

genügt die einmalige Verwendung,

soweit diese aufgrund der Vorformulierung

auf ihren Inhalt keinen

Einfluss nehmen können. Wichtiges Merkmal

der AGB ist, dass sie vom Verwender

einseitig in den Vertrag eingebracht werden.

Die Vertragsbedingungen werden damit

also nicht zwischen den Vertragspartnern

individuell ausgehandelt. Nach einem

Urteil des BGH genügt es nicht, wenn der

Verwender der AGB dem Vertragspartner

die Unterzeichnung „freistellt“, es ist erforderlich,

dass der Vertragspartner den

Sinn erfasst und die tatsächliche Möglichkeit

hat, den Inhalt der Vertragsbedingungen

zu beeinflussen. Ein Verstoß gegen

die AGB-Bestimmungen zieht erhebliche

rechtliche Konsequenzen für den Verwender

nach sich.

Wir raten deshalb generell davon ab,

Allgemeine Geschäftsbedingungen selbst

zu erstellen oder Muster-AGB oder sogar

fremde AGB ungeprüft zu verwenden. Der

zulässige Wortlaut von AGB kann für einzelne

Branchen unterschiedlich sein. Die

Klauseln müssen für das Unternehmen im

besonderen Einzelfall formuliert werden.

Wenn eine unzulässige Bestimmung verwendet

wird, gilt im Streitfall die gesetzliche

Regelung, die meist ungünstiger ist,

als eine nach dem AGB-Gesetz zulässige.

Sind AGB notwendig?

AGB sind meist unentbehrlich, soweit für

den gewünschten Vertragstyp eine gesetzliche

Regelung nicht vorhanden ist (z.B.

Factoring-, Leasing-, Franchise-Vertrag),

nicht ausreicht oder wegen geänderter

wirtschaftlicher Gegebenheiten nicht

passt. Zwar besteht aufgrund der Vertragsfreiheit

keine Pflicht zur Verwendung von

AGB, doch empfiehlt es sich aus den oben

genannten Zweckmäßigkeitsgründen in

der betrieblichen Praxis meist AGB aufzustellen

und zu verwenden.

Wie sind AGB zu gestalten?

Allgemein trifft den AGB-Verwender ein

Verständlichkeitsgebot. Sie müssen so

verständlich formuliert werden, dass sie

auch ein Nicht-Jurist verstehen kann. Der

Kunde muss sie in zumutbarer Weise zur

Kenntnis nehmen können. Dazu gehört,

dass die verwendeten AGB ohne weiteres

(z.B. nicht mit einer Lupe) wahrnehmbar

und lesbar sein müssen.

Wie werden AGB Vertragsbestandteil?

Da die AGB nicht automatisch in den Vertrag

einbezogen werden, sind selbst die besten

AGB ohne Einbeziehung wertlos. Im

Geschäftsverkehr mit dem privaten Verbraucher

sind aufgrund seiner besonderen

Nutzwürdigkeit hinsichtlich der Einbeziehungsvoraussetzung

strenge Maßstäbe anzusetzen.

Als Fazit kann festgehalten werden:

AGB kommt nicht aus der Mode. Ganz im

Gegenteil. Ihre weiterhin große praktische

Bedeutung für das Geschäftsleben werden

die AGB-Vorschriften auch nach ihrer Integration

in das BGB behalten. Daher ist es

wichtig, stets die neuesten Entwicklungen

der Rechtsprechung und die Bewegung in

der Gesetzgebung in Sachen AGB kontinuierlich

zu beobachten, um auch in der

Zukunft den rechtssichersten Weg zu beschreiten.

R

Rechts

:: 5


[machen]

Quelle: Halbjahresbericht 2008, Euler Hermes Kreditversicherungs-AG.

kostengünstige Finanzierung. Gerade kleine

und mittlere Unternehmen können einen

Forderungsausfall schlechter verkraften.

Er kann sogar Existenz bedrohende

Dimensionen annehmen.

Für viele Unternehmen spielen heute bei

der Nutzung der Bundesdeckungen Fragen

der Liquidität eine immer wichtigere Rolle.

Mit Instrumenten für die Absicherung von

Avalen sowie mit einem Deckungsangebot

für kurzfristige Bankkreditlinien hat die

Bundesregierung Möglichkeiten geschaffen,

um exportierenden Mittelständlern zu

mehr finanziellem Spielraum zu verhelfen.

Die hohe Anzahl der mittelständischen

Unternehmen, die auf dem Weltmarkt

agieren, spiegelt sich auch bei den Exportkreditgarantien

wider. Sie stellen fast 70 %

der Anträge. Allein im Erscheinungsgebiet

von „unternehmen[!]“ haben über 360 mittelständische

Exporteure ihren Sitz, die die

Möglichkeiten der Hermesdeckungen bereits

für sich nutzen.

Für diese Exporteure sichert die Bundesregierung

jährlich Auftragswerte von

fast 700 Mio. Euro ab.

Die Bundesregierung und die in ihrem

Auftrag handelnden Gesellschaften Euler

Hermes Kreditversicherung und PricewaterhouseCoopers

sind im besonderen Maße

auf den Mittelstand eingestellt. Gerade

kleine und mittlere Unternehmen sind gern

gesehene Kunden bei den Exportkreditgarantien

und erhalten eine gezielte Beratung,

wenn gewünscht auch vor Ort. Alle Deckungsformen

stehen ihnen zur Verfügung,

wobei einige Produkte an ihren speziellen

Bedürfnissen ausgerichtet sind. Grundsätzlich

genießen Mittelständler die gleichen

Deckungskonditionen wie etwa auch international

aufgestellte Großunternehmen –

unabhängig vom Volumen ihres Geschäfts.

Die Zugehörigkeit zum Mittelstand spielt

bei der Prüfung der Förderungswürdigkeit,

die Voraussetzung der Hermesdeckung

ist, eine wichtige Rolle. Das hat zur Folge,

dass die Bundesregierung ein Geschäft

mit einem höheren Schadenrisiko unter Berücksichtigung

der Bedeutung für das mittelständische

Unternehmen gegebenenfalls

dennoch in Deckung nehmen kann.

Die Exportkreditgarantien müssen sich

im nationalen und internationalen Umfeld

bewähren. Wir sind dabei auf dem

richtigen Weg und nehmen weltweit eine

führende Rolle ein. Das deutsche Instrumentarium

der Hermesdeckungen wurde

2008 bereits zum vierten Mal zur „besten

Exportkreditagentur“ von den Lesern der

britischen Fachzeitschrift Trade Finance

Magazine gewählt. Diese Auszeichnung

verstehen wir als Ansporn. Neue Entwicklungen

auf den internationalen Märkten

nehmen wir zum Anlass, die Exportkreditgarantien

bedarfsgerecht fortzuentwickeln.

Dabei spielt der intensive Austausch

mit Exporteuren, Banken und Verbänden

eine wichtige Rolle. Als zuständiger Minister

verfolge ich das Ziel, die internationale

Wettbewerbsfähigkeit unserer Exporteure

zu unterstützen und dadurch Arbeitsplätze

in Deutschland und besonders auch im

Südwesten der Republik mit seiner traditionell

hohen Mittelstandsquote zu sichern.

Die deutsche Exportwirtschaft wird deshalb

auch in Zukunft eine leistungsfähige

staatliche Exportkreditversicherung an ihrer

Seite haben. MICHAEL GLOS

Hinaus in die weite Welt: Der Container-Bahnhof in Dornstadt ist ein bedeutender Umschlagplatz.

6 ::


Verarbeitendes Gewerbe über dem Bundesdurchschnitt

BIBERACH FÜHRT

BEI DEN EXPORTEN

„Wir haben viele Länder auf dem

Radar“, sagt Karl Schick: China

und Indien, Russland, die Vereinigten

Arabischen Emirate,

Saudi-Arabien, speziell aber die

„vor unserer Haustür“ liegenden

Staaten des südosteuropäischen

Donauraumes. Darunter vor allem

das mit großer Dynamik sich entwickelnde

Rumänien, auch Ungarn,

das einen neuen Schub an

Wirtschaftskraft verzeichnet, aber

auch die „interessanten“ Staaten

Slowakei, Polen oder Tschechien.

Karl Schick ist bei der Industrie- und Handelskammer

Ulm zuständig für „Internationales“

– so steht es im Organigramm –,

also für Fragen der Außenwirtschaft, des

Exports.

Deutschlands Wirtschaft ist in weiten

Bereichen exportorientiert. Sie stützt sich

derzeit auf die Außenbeziehungen, >

:: 7


[machen]

weil die Kauflust vieler Konsumenten im

Inland zu wünschen übrig lässt. Die Wichtigkeit

dieser ausländischen Märkte ist

an den Exportquoten festzumachen. Diese

Quote lag, so die für das verarbeitende

Gewerbe verfügbaren Zahlen für 2007,

deutschlandweit und über alle Unternehmen

betrachtet, bei 45,1 Prozent. Baden-Württemberg

stellt diese Zahl in den

Schatten: Im Südweststaat betrug die Exportquote

2007 exakt 49,2 Prozent.

Für den Bereich der Industrie- und Handelskammer

Ulm beziffert Karl Schick die

Exportquote mit 47,3 Prozent: „Nicht

ganz auf baden-württembergischen Niveau,

aber über dem Bundesdurchschnitt.“

Das Land gewinnt seinen Vorsprung seit

vielen Jahren unter anderem schon durch

die hohen Exportquoten der Stuttgarter,

Zuffenhausener und Neckarsulmer Autohersteller

Doch lohnt es sich, die IHK-Zahlen

nochmals nach den drei Kreisen zu unterteilen,

für die die Ulmer IHK zuständig ist.

Dies ergibt ein doch differenzierteres

Bild: Im Stadtkreis Ulm liegt die

Exportquote der Wirtschaft bei

„nur“44,6 Prozent. Der Alb-

Donau-Kreis hat einen

Vorsprung – allerdings

nur einen hauchdünnen:

Die Exportquote

der hier ansässigen

Unternehmen

liegt bei 44,7 Prozent.

Unangefochten

eine Spitzenstellung,

weit

über den bundesdeutschen

und

auch den badenwürttembergischen

Zahlen, hat

das verarbeitende

Gewerbe im Landkreis

Biberach: Seine

Exportquote liegt bei

hohen 51,6 Prozent. Erst

dadurch kann der gesamte

IHK-Bezirk übers Deutschland-Niveau

klettern.

Ist für Deutschlands verarbeitendes

Gewerbe das Nachbarland Fran-

Die ganze Welt: Marktplatz für die Unternehmen

aus der Region.

kreich anteilsmäßig insgesamt wichtigster

Exportmarkt, so sind es für Baden-Württemberg

die Vereinigten Staaten von Nordamerika

als außereuropäisches Land.

Europa hat für das Land einen Anteil von

rund 70 Prozent am gesamten Export,

knapp 60 Prozentpunkte davon entfallen

auf den EU-Raum, die restlichen 12,4 auf

die anderen europäischen Länder, zum Beispiel

die Schweiz oder Russland. Gerade

letzteres Land ist für Karl Schick, allen gegenwärtigen

politischen Unwägbarkeiten

zum Trotz, eines, „das unsere Produkte

nachfragt.“ Da werde, so prophezeit er,

„die Nachfrage boomen“, wenn erst einmal

der Drang nach schnellem Konsum

und Luxus befriedigt sei.

Positive Beurteilungen gibt er auch für

die südosteuropäischen Länder ab, „unsere

Nachbarn auch mental und emotional“,

weil ebenso europäisch, weil auf der gleichen

Tradition fußend. Rumänien mit seinen

22 Millionen Einwohnern, das nicht

einmal halb so große Ungarn, das sind

nach Schicks Voraussage die dort zukunftsträchtigsten

Märkte für das heimische verarbeitende

Gewerbe.

Im Fokus stehen – natürlich – auch

die asiatischen Riesen: „China mit seinen

1,3 Milliarden Menschen ist ja nicht nur

Lieferant für uns, sondern auch ein Absatzmarkt“,

sagt Karl Schick – und registriert

gleichzeitig, dass sich der Subkontinent Indien

immer mehr öffnet und Investitionen

zulässt. Gerade hier gebe es Zukunftschancen,

weil Indien doch in vielem recht

nahe an Europa sei: „Durch das auf britischem

Vorbild aufgebaute Rechtssystem,

durch die Sprache. Das eher zentralistisch

und autoritär geprägte China „zieht einmal

getroffene Entscheidungen dann auch

durch, also auch die wirtschaftliche Entwicklung.“

Wie sicher ist es nun für das verarbeitende

Gewerbe aus Ulm oder Oberschwaben,

mit ausländischen Partnern Geschäfte

zu machen? Da baut Schick ganz auf

die Erfahrung und Geschäftstüchtigkeit

der heimischen Unternehmer:

„Viele arbeiten bei

Neukunden erst einmal

mit Vorkasse oder Anzahlungen.“

Man taste

sich so vor, entwickle

die Beziehungen

kontinuierlich, bekomme

das Gespür

für das, was

möglich sei. Akkreditive

oder ein

„Letter oft Credit“,

diese Verfahren

seien standardisiert

und routiniert.

Hermes-

Bürgschaften griffen

bei großen Projekten,

eher also im Anlagenbau.

Und die Unternehmen

nutzten auch die

Recherchemöglichkeiten,

welche die Industrie- und Handelskammern,

ob nun die Ulmer

oder die in Weingarten ansässige für

Oberschwaben und den Bodensee, über

die jeweiligen deutschen Außenhandelskammern

bieten.

LORENZ KOCH

8 ::


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Herrmann & Wiedenmann Rechtsanwälte

DIE REFORM DES

GMBH-RECHTS KOMMT!

Der Deutsche Bundestag hat am

26.06.2008 das Gesetz zur Modernisierung

des GmbH-Rechts und

zur Bekämpfung von Missbräuchen

(MoMiG) in 2./3. Lesung

verabschiedet. Damit steht zwei

Jahre nach Vorlage des Referentenentwurfs

und ein Jahr nach Vorlage

des Regierungsentwurfs die in der

Praxis dringend erwartete GmbH-

Reform bevor. Für den 19.09.2008

ist der zweite Durchgang im Deutschen

Bundesrat vorgesehen. Das

MoMiG könnte dann am ersten Tag

des auf die Verkündung im Bundesgesetzblatt

folgenden Monats in

Kraft treten, das wäre voraussichtlich

der 01.11.2008. Was sind die

wesentlichen Neuerungen der Reform

für den Gründer einer GmbH?

1. Mindeststammkapital der klassischen

GmbH

Nach erheblichen Diskussionen in Wissenschaft

und Praxis bleibt es bei einem

Mindeststammkapital der „klassischen“

GmbH von € 25.000. Noch im Referentenund

Regierungsentwurf war ein Mindeststammkapital

von € 10.000 vorgesehen.

Die Diskussion über die Absenkung des

Mindeststammkapitals einer GmbH erscheint

aber weit überzogen. Das Mindeststammkapital

stellt keinen Haftungsfonds

für die Gläubiger dar. Vielmehr kann es

für die Geschäftstätigkeit der GmbH jederzeit

aufgebraucht werden. Daher ist es aus

Gläubigergesichtspunkten letztlich gleichgültig,

ob das Stammkapital € 25.000 oder

€ 10.000 beträgt; im Krisen- bzw. Insolvenzfall

ist das einmal erbrachte Stammkapital

ohnehin aufgebraucht. Der Gesetzgeber

hat aber zutreffend darauf abgestellt,

dass der GmbH nach wie vor eine gewisse

„Seriösitätsschwelle“ anhaften muss. Welche

Entwicklungen eine Gesellschaftsform

ohne eine solche Mindeststammkapitalgröße

nehmen kann, zeigt die englische Limited,

der aufgrund der zahlreichen Gründungen

– um es vorsichtig auszudrücken

– zu fragwürdigen Zwecksetzungen im geschäftlichen

Verkehr kaum noch Vertrauen

entgegen gebracht wird.

2. Einführung der Unternehmergesellschaft

(haftungsbeschränkt)

Umso bedauerlicher ist es, dass auch der

deutsche Gesetzgeber meint, sich dem europäischen

Wettbewerb der Gesellschaftsrechte

unterwerfen und eine Unterform

der GmbH einführen zu müssen, die der

englischen Limited ähnelt: die sog. „Unternehmergesellschaft“.

Entscheidender Unterschied

der Unternehmergesellschaft zur

klassischen GmbH ist, dass sie bereits mit

einem Stammkapital von € 1 gegründet

werden kann. Sie wird künftig damit die

entscheidende Rolle bei Existenzgründern

spielen, da nur ein geringes Anfangskapital

benötigt wird, zugleich aber die Vorzüge

einer Kapitalgesellschaft mit einer umfassenden

Haftungsbeschränkung gelten.

Wie viele „schwarze Schafe“ die Gesellschaftsform

nutzen werden, lässt sich derzeit

nicht abschätzen. Jedenfalls ist positiv

zu bemerken, dass zur Sicherung einer angemessenen

Eigenkapitalausstattung und

Dr. Kai-Udo Wiedenmann

damit aus Gläubigerschutzgesichtspunkten

eine gesetzliche Rücklage gebildet werden

muss, in die ein Viertel des jeweiligen Jahresüberschusses

einzustellen ist. Dass die

Rücklage nun aber, außer für Kapitalerhöhungen,

auch zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags

bzw. Verlustvortrags verwendet

werden kann, macht den Gläubigerschutz

bereits wieder löchriger als nötig.

3. Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags

bzw. des „Musterprotokolls“

Entgegen den ursprünglichen Planungen

bleibt es jetzt auch – man kann nur sagen

„zum Glück“ – bei der notariellen Beurkundung

des Gesellschaftsvertrags einer

GmbH bzw. des sog. „Musterprotokolls“.

Der noch im Regierungsentwurf vorgesehene

Mustergesellschaftsvertrag für einfache

Standardgründungen, bei dessen

Verwendung keine notarielle Beurkundung

erforderlich sein sollte, sondern nur die notarielle

Beglaubigung der Unterschriften,

wird also nicht Gesetz. In der Praxis zeigt

es sich, dass es eine Standardgründung

nicht gibt und dem Gründer in jedem Fall

eine juristische Beratung zukommen muss.

Daher ist die Beibehaltung der notariellen

Beurkundung zu begrüßen.

Die Kanzlei für Handels- und

Gesellschaftssrecht.

HERRMANN & WIEDENMANN

RECHTSANWÄLTE

Büro Ulm

München · Ulm · Freising

Neue Straße 85 (am Rathaus)

89073 Ulm

Tel.: 0731–14015-50

Fax: 0731–14015-51

www.herrmann-wiedenmann.de

info@herrmann-wiedenmann.de

:: 9


[machen]

FRITZ & MACZIOL

GROSSE FREIHEIT,

GUTE ZAHLEN

Fritz & Macziol hat bei Umsatz

und Mitarbeiterzahl erneut stark

zugelegt. Dieser Satz birgt keine

wirkliche Neuigkeit mehr. Denn

er war bislang noch für jede Bilanzmeldung

gültig, die das Ulmer

Hard- und Softwareunternehmen

Zeit seines Bestehens vorgelegt hat.

Seit nunmehr 20 Jahren wird an

dieser Erfolgsgeschichte vom Ulmer

Stammhaus aus geschrieben.

Heribert Fritz,

Geschäftsführer

FRITZ & MACZIOL

Zweistellige Wachstumsraten, darauf

scheint FuM eine Art Dauerabonnement zu

besitzen. Um satte 31 Prozent konnte das im

Hörvelsinger Weg im Gewerbegebiet Ulm-

Jungingen ansässige Systemhaus seine Umsätze

im Durchschnitt jedes Jahr steigern,

um 21 Prozent vergrößerte sich die Mannschaft.

500 Köpfe waren beim Jahreswechsel

an Bord, im Moment, peilt Heribert

Fritz über den Daumen, dürften es so

550 sein. Der Unternehmensmitbegründer

und Sprecher der Geschäftsführung stapelt

allerdings lieber tief als dass er abhöbe.

„Nicht viel mehr als ein Promille, nicht

mehr.“ Gemeint ist der zuletzt erzielte eigene

Umsatz von 170 Mio. Euro in 2007

in Relation zu den Gesamtausgaben in

Deutschland für Informationstechnologie

– 140 Mrd. Euro.

Ein Zwerg ist FuM gleichwohl längst

nicht mehr. Das Unternehmen ist nicht

nur Top-Partner von IBM, sondern gleichzeitig

einer der größten Geschäftspartner

des Giganten in der so genannten

D-A-CH-Region Deutschland, Österreich

und Schweiz überhaupt. FuM ist hier durch

Geschäftsstellen flächendeckend vertreten.

„Als einer der wenigen der 6.000 Partner

von IBM können wir sämtliche 16 der

Geschäftsfelder des Multis abdecken“,

so Fritz. Weil den Kunden somit alles

aus einer Hand geboten werden könne,

sei die Unternehmensgröße ein ganz

klarer Vorteil auf den hart umkämpften

Märkten. In diesem Jahr wollen sie sich

ein 200 Mio. Euro großes Stück aus

dem Milliardenkuchen holen.

Seit je her steht das Unternehmen

unverändert auf drei Geschäftssäulen,

wovon die erste noch in der Inkubationszeit

der Software-Branche errichtet wurde.

1983 brachte IBM den ersten Personalcomputer

auf den Markt. Fritz und sein späterer

Geschäftspartner Eberhard Macziol

waren damals noch in der Ausbildung:

BWL-Studium in Augsburg, im Anschluss

daran die Berufsakademie in Heidenheim

und parallel als Werksstudenten bei IBM in

Ulm zugange. Die beiden zeigten Interesse

an dem Kasten, für den es damals noch keine

Software gab, ergatterten einen Job und

stellten ihn in diesem Rahmen bei örtlichen

Firmen vor. „Die Neugierde war da.“ Bald

gab es die ersten Programme. „Eine revolutionäre

Zeit, damals.“ Die beiden taten

sich zusammen, nutzen die Gunst der Stunde

und die Kontakte zu IBM und wagten

1987 die Gründung der eigenen Firma, was

im Rückblick als ein fast schon zwangsläufiger

Schritt erscheint.

Während andere in dieser Gründerzeit

in der IT-Branche einen wahren Bauchladen

an Marken mit sich herumschleppten,

setzten FuM von Anfang an allein auf

IBM-Hardware und avancierten mit diesem

Zuschnitt schließlich zum Partner des Multis.

Zum Handel mit IT-Ausrüstung kam

rasch die zweite Säule hinzu, der Bereich

Software. Wiederum setzt FuM auf IBM,

doch gleichzeitig auf eine Reihe anderer

Größen wie SAP und Microsoft. Bei letzterem

Konzern konnten die Ulmer ebenfalls

eine privilegierte Stellung erreichen, diesmal

über die Tochter Infoma, die mit FuM

die „Fritz & Macziol-Group“ bildet. Man

ist seit 2007 „Certified for Microsoft Dynamics

NAV“, was der Bestätigung gleichkommt,

dass die Komplettlösung new-

10 ::


café I restaurant I mittagstisch I cocktails I bar

fine dine I events I empfänge I jubiläen

Geschäftsführung von FRITZ & MACZIOL : INFOMA vor dem Ulmer Münster, von links nach rechts

Eberhard Macziol, Oliver Couvigny, Frank Haines, Oliver Schallhorn, Heribert Fritz.

Catering

Was auch immer es in Ihrem Unternehmen

zu Feiern gibt: Wir übernehmen

das Catering und den Service bei

Ihren Firmenveranstaltungen. Ob Flying

Buffet oder festlich gedeckte Tafel

– bei unseren freundlichen Mitarbeitern

sind Ihre Geschäftspartner in den

besten Händen. Fragen Sie uns – wir

zeigen Ihnen die Möglichkeiten.

Die Gründer

FuM – „FRITZ & MACZIOL“. Die Biographie

der beiden Unternehmensgründer

weist einige Gemeinsamkeiten

auf. Beide stammen sie aus

Bayerisch-Schwaben, Heribert Fritz

(Jahrgang 1963) aus Jettingen bei

Günzburg, Eberhard Macziol (Jahrgang

1962) aus Burlafingen. Beide

studierten sie BWL, beide verbindet

sie eine Freundschaft, „die auch 20

Jahre Geschäftspartnerschaft überstanden

hat“ (Fritz).

Heribert Fritz, verheiratet, eine Tochter,

wohnt in Ulm. Eberhard Macziol,

verheiratet, ein Sohn, wohnt nach

wie vor in seiner alten Heimat.

system auf kommunalem Einsatzgebiet die

höchsten Standards für Microsoft-Partner-

Softwarelösungen erfüllt. „Veredelungen“

und Eigenentwicklungen („Groupware

& Applications“) sind ebenfalls Bestandteil

des zweiten Geschäftsfelds. Ein umfassendes

Service-Angebot schließlich bildet

die dritte Säule.

„Ein simples Modell, an dem sich nie

wieder etwas Grundsätzliches verändert

hat“, wobei Fritz dann in einem Nebensatz

eine Relativierung hinzufügt: „Natürlich

hat sich alles sehr weit ausdifferenziert,

natürlich gehen IT-Lösungen heute sehr

viel mehr in die Tiefe.“ Hinter newsystem

etwa verbirgt sich eine ausgewachsene Produktfamilie

aus einem Analyse- und Steuerungssystem,

das ganz im Sinne der Verwaltungsmodernisierung

das Finanzwesen

in die zentrale Rolle rückt.

Zu den Kontinuitäten wiederum zählt

der Kundenkreis, zum überwiegenden Teil

mittelständische Unternehmen aus den

Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung

plus – via Infoma – der kommunale

Sektor. Ziel ist im Grunde immer das

Gleiche: sämtliche Abläufe in der Organisation,

Produktion oder Verwaltung rationeller,

effektiver und transparenter zu machen.

2.350 Firmen stehen inzwischen auf der

Kundenliste, daher auch der Aufbau eines

Netzes aus 17 Niederlassungen: „Un- >

Events

Sie suchen den Genuß im festlichen

Rahmen? Dann feiern Sie mit Ihren

Gästen doch im Stadthaus Ulm. Egal

zu welcher Gelegenheit, ob Firmenevent,

private Feier, Empfang oder Jubiläum,

wir sorgen mit fantastischen

Buffets, abwechslungsreichen Menüs

und unserem freundlichen Service für

rundum gelungene Veranstaltungen.

Café Restaurant Stadthaus Ulm

Münsterplatz 50 89073 Ulm

Fon 07 31. 6 00 93 Fax 07 31. 6 00 94

www.cafe-restaurant-stadthaus.de

:: 11


[machen]

sere Kunden, die verlangen jemanden, den

sie greifen können.“ Auf der andere Seite

sei es so, das es für FuM sehr wohl Kanäle

in die Tiefen des IBM-Universums gibt,

sollten sich einmal Probleme auftun.

Noch nie ein Projekt nicht abgeschlossen

zu haben, das addiert Fritz zu den Firmenerfolgen.

Was plagt, aber das betrifft

die allermeisten Unternehmen der Branche,

sei der gravierende Fachkräftemangel. Um

qualifiziertes Personal zu gewinnen, nutze

man alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

„Gute Leute können bei uns

sofort anfangen.“ Intern werde der Personalentwicklung

und -schulung ein hoher

Stellenwert eingeräumt. Auf über vier

Mio. Euro addierten sich die jährlichen

Kosten allein dafür. Was im Hause FuM

traditionell allerdings nicht kommuniziert

wird, sind die Gewinne. Die Ertragslage sei

sehr zufrieden stellend, lässt Fritz schließlich

doch ein wenig in die Karten blicken.

Seit 2006 gehört die FuM mitsamt

„Schwester“ Infoma zum niederländischen

Technologiekonzern Imtech N.V. Der Verkauf

war ein Schritt, der für Beobachter

überraschend kam und den Fritz zum einen

mit dem Wunsch begründet, das persönliche

finanzielle Risiko abschütteln zu

wollen. Zum andern habe die Absicherung

des Wachstumskurses einen wichtige Rolle

bei diesem Schritt gespielt.

Seither sind er und sein Partner Konzern-Angestellte,

ebenso wie die weiteren

Geschäftsführer-Kollegen Oliver Schallhorn

und Oliver Couvigny. „Mehr hat sich

nicht geändert.“ Soll heißen: Es gab keine

Die Mutter

Der börsennotierte Mutterkonzern

Imtech N.V. mit Sitz im holländischen

Gouda meldete zuletzt gute Unternehmenszahlen.

Die Betriebsleistung stieg

im Geschäftsjahr 2007 um 17,9 Prozent

auf 3,346 Milliarden Euro, das

EBITDA erhöhte sich um 38,1 Prozent

auf 156,5 Millionen Euro. Insgesamt

sind unter dem Konzerndach

mehr als 18.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Als Imtech Deutschlands ist der Konzern

hauptsächlich in der technischen

Gebäudeausrüstung aktiv und sieht sich

auf diesem Gebiet als Anlagenbauer in

Seit 2006 gehört das Unternehmen zum niederländischen Technology Konzern Imtech.

Zäsur, die Kontinuität bleibt trotz Besitzerwechsels

auch personell gewahrt. Der Ex-

Inhaber sieht das als nicht außergewöhnlich

an: „Wir schreiben gute Zahlen, also

haben wir große Freiheiten.“ An der „langen

Leine“ geführt? – „Falscher Begriff“,

so die knappe Antwort.

Kommen die Zuwächse einerseits aus

organischem Wachstum, so hat man anderseits

am Hörvelsinger Weg die Spielräume

für eine Einkaufstour genutzt. Vier

Firmenakquisitionen sind seither getätigt

worden, weitere „thematische Zukäufe“

sollen noch in diesem Jahr erfolgen. „Damit

wollen wir Felder abdecken, die uns im

Moment noch fehlen.“

Andere Lücken schließt man durch eigene

Entwicklungen. Große Erwartungen

einer führenden Position. Firmensitz ist

Hamburg. Über 4.000 Mitarbeiter planen,

bauen und betreiben Energie-, Klima-,

Kommunikations- und Sicherheitstechnik

für Stadien, Arenen, Flughäfen,

Industrieanlagen und andere Gebäude.

In über 60 Niederlassungen in Deutschland

sowie in einigen Ländern Osteuropas

bietet Imtech seinen Kunden Services

in Kraftwerks- und Energietechnik,

Contracting, Reinraumtechnik, Daten-,

Netzwerk- und Sicherheitstechnik, Umweltsimulation

und Prüfstandtechnik

sowie Schiffbau- und Dockbautechnik.

setzt der Geschäftsführer auf ein neu entwickeltes

Abfallnachweisverfahren. „Wir

sind damit bereits in der Vermarktung,“

ein erster Erfolg ist ebenfalls schon verbucht:

Für das entsprechende eANV-

Portal habe sich mit Remondis eines der

weltweit größten privaten Dienstleister in

der Wasser- und Kreislaufwirtschaft entschieden.

Bei dieser Entwicklung hat der

Gesetz geber den Takt vorgegeben, der die

Unternehmen bis in etwa zwei Jahren die

Pflicht auferlegt, den weiteren Weg ihrer

Abfälle zu dokumentieren und zu archivieren.

Längst ist FuM zudem über die Grenzen

des D-A-CH-Raums hinaus aktiv. Weil

dort beispielsweise die Zement- und Bauindustrie,

der Adressat für Abrechnungssysteme

für Schüttgut der „VAS-Produktfamilie“,

in der Tendenz stagniere, habe

man zum einen die großen, international

tätigen Konzerne avisiert. Einer davon,

Omya, ist bereits FuM-Kunde. Die zweite

Stoßrichtung war auf die „Hotspots“ dieser

Branchen ausgerichtet, vor allem auf

den arabischen Raum. Resultat ist ein im

saudi-arabischen Riad ansässiges Joint-

Venture, das Fritz seit 2005 jede Menge

Gesprächstoff liefert. Beim ersten Besuch

vor Ort wunderte er sich noch über den

Zeitpunkt, an dem ein erstes Meeting angesetzt

wurde – sechs Uhr morgens. In der

Mittagszeit war es ihm klar, warum: „Es

hatte 49 Grad draußen.“ Und geschäftlich?

„Läuft gut. Steil nach oben.“ Wie

auch sonst.

THOMAS VOGEL

12 ::


[namen und nachrichten]

DR. PETER KULITZ

ALS PRÄSIDENT DER

IHK ULM EINSTIMMIG

BESTÄTIGT

„Grenzen überwinden“, so lautet das Motto

auch für die zweite Amtsperiode von Dr.

Peter Kulitz. „Wir möchten die Grenzen

überwinden zwischen Schule und Wirtschaft,

Wissenschaft und Wirtschaft, sowie

zwischen Gesellschaft und Wirtschaft.

Grenzen zu überwinden gilt es auch beim

Ausbau unserer Infrastruktur“, so Kulitz

zu seinen Perspektiven für die Wahlperiode

2008 bis 2013.

Die 49 Mitglieder der Vollversammlung

haben Mitte Juli das sechsköpfige Präsidium

gewählt. An der Spitze steht Dr. Peter

Kulitz, der bereits in den vergangenen fünf

Jahren Präsident der IHK Ulm war. Nach

seiner Wiederwahl bedankte sich Kulitz

für das Vertrauen: Er freue sich, das Präsidentenamt

für eine weitere Wahlperiode

zu übernehmen.

Unter dem Motto „Grenzen überwinden“

hatte der IHK-Präsident bereits während

seiner letzten Amtsperiode zahlreiche

Projekte angestoßen, wie das Kooperationszentrum

Verkehr und Logistik der

IHK Ulm und der IHK Schwaben oder die

Gründung der Internationalen Schule in

Neu-Ulm.

Schwerpunkte der künftigen IHK-Arbeit

werden die Bildung in der Region sein,

die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft

in der Gesellschaft und die Rolle

der Unternehmer in der Gesellschaft sowie

der Ausbau der Infrastruktur. Die geplante

Schaffung eines Stiftungslehrstuhls für Familienunternehmen

soll die Bedeutung familiengeführter

Unternehmen für Wirtschaft

und Gesellschaft deutlich machen.

Dem Präsidium gehören außerdem

fünf Vizepräsidenten an. Wiedergewählt

wurden: Friedrich Kolesch, geschäftsführender

Gesellschafter, Kolesch Textilhandels

GmbH, Biberach; Andreas Maier,

geschäftsführender Gesellschafter, Hartmetallwerkzeugfabrik

Andreas Maier

GmbH, Schwendi-Hörenhausen; Harald

Seifert, geschäftsführender Gesellschafter,

Seifert Logistics GmbH, Ulm. Neu im Gremium

sind: Clemens Keller, persönlich haftender

Gesellschafter, Seeberger KG, Ulm;

Dr. H. Werner Utz, Vorstandsvorsitzender,

Uzin Utz Aktiengesellschaft, Ulm. Sie folgen

auf Klaus Sudhoff, geschäftsführender

Gesellschafter, sudhoff technik GmbH,

Ulm; und Dr. Jörg Hanisch, Prof. Fett &

Partner, Rechtsanwalt, Ulm, die aus dem

Präsidium ausscheiden.

Das Präsidium wird für fünf Jahre gewählt.

Die Mitgliedschaft in der Vollversammlung

sowie das Präsidentenamt sind

Ehrenämter. Für dieses Engagement gibt es

keine Aufwandsentschädigungen.

Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer IHK Ulm;

Dr. H. Werner Utz, Vorstandsvorsitzender,

Uzin Utz AG, Ulm; Clemens Keller,

pers. haft. Gesellschafter, Seeberger

KG, Ulm; Dr. Peter Kulitz, Präsident IHK

Ulm; Friedrich Kolesch, geschäftsführender

Gesellschafter, Kolesch Textilhandels

GmbH, Biberach; Harald Seifert,

geschäftsführender Gesellschafter, Seifert

Logistics GmbH, Ulm; Andreas Maier,

geschäftsführender Gesellschafter, Hartmetallwerkzeugfabrik

Andreas Maier GmbH,

Schwendi-Hörenhausen (von links).

:: 13


[titelthema]

„Auch eine Hochschule

kann unternehmerisch

geführt werden“

Prof. Dr. Uta M. Feser

14 ::


Interview mit Prof. Dr. Uta M. Feser

BUSINESS SCHOOL

AUS DER REGION FÜR DIE WELT

Bei der Hochschule Neu-Ulm

(HNU) gehören die Pionierjahre

der Vergangenheit an. Äußere Anzeichen

dafür sind die neue Corporate

Identity der Hochschule sowie

der Umzug in einen Neubau an der

Wiley-Straße in Neu-Ulm. Für die

HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M.

Feser sind damit die Weichen für

weiteres Wachstum gestellt. Siegfried

Bauer und Thomas Zehender

sprachen mit ihr über die unternehmerische

Rolle einer Hochschul-Präsidentin,

das Verhältnis

zur regionalen Wirtschaft und die

Zukunft der HNU.

Sind Sie als Präsidentin einer Hochschule

auch eine Unternehmerin?

Eigentlich bin ich Hochschulpräsidentin

geworden, damit ich das, was ich in der Betriebswirtschaft

lehre, in die Praxis umsetzen

kann. Zudem wird meines Erachtens

der nächste unternehmerische Zyklus die

Bildungspolitik sein. Ja, auch eine Hochschule

kann unternehmerisch geführt werden,

obwohl sie ein staatlich regulierter

Bereich ist, in dem nicht das gesamte

betriebswirtschaftliche Instrumentarium

funktioniert.

Wie führt man eine Hochschule

unternehmerisch?

Als ich im März 2006 als Präsidentin nach

Neu-Ulm gekommen bin, bestimmten noch

Sparmaßnahmen der Mittelstraßkommission

die Hochschulpolitik. Damals zählten

wir einschließlich Weiterbildung etwa

1.750 Studierende. Zunächst habe ich mit

allen Mitarbeitern ein extern moderiertes

Strategie-Meeting gemacht. Zwei Tage

lang haben wir uns Gedanken gemacht,

was unsere Hochschule auszeichnet, wo

wir in den nächsten zehn Jahren hin wollen,

was unsere Stärken und Schwächen

sind. In einem Konsensprozess haben wir

unsere Strategie verabschiedet, die sich

in dem Slogan „Wir sind die Business

School aus der Region für die Welt“ spiegelt.

Schließlich ist die Betriebswirtschaftslehre

unser Hauptfach. Aus der Strategie

ist die Struktur der Hochschule Neu-Ulm

entstanden mit den beiden Fakultäten Betriebswirtschaft

sowie Informationsmanagement

und Unternehmenskommunikation.

Innerhalb der Betriebswirtschaft

haben wir unterschiedliche Kompetenzzentren

gegründet: Logistik, Gesundheitsmanagement,

Marketing und Sales. Im

Laufe der Zeit werden vielleicht noch ein

oder zwei Kompetenzzentren hinzukommen.

Aus dem Strategie-Meeting sind weitere

konkrete Dinge entstanden wie der

Name Hochschule Neu-Ulm (HNU), die

aktuelle Corporate Identity und der neue

Internet-Auftritt. Parallel dazu haben wir

die Verwaltung neu organisiert, wobei aus

bisher zwölf Referaten sieben gebildet wurden.

Eine wichtige Rolle als front office

spielt das Studien- und Informationscenter

(SIC), das etwa 80 Prozent aller Anfragen

der Studenten abdeckt und so die Referate

entlastet. Und mit unserem neuen Gebäude

haben wir uns bezüglich des Außenauftritts

quasi neu erfunden. Außerdem haben

wir ein Personalentwicklungsprogramm in

der Verwaltung über zwei Jahre gestartet,

das in Bayern einzigartig ist.

Wo gibt es noch Unterschiede zu einem

normalen Unternehmen?

Wir sind zwar autonom, müssen uns aber

an bestimmte Vorschriften halten. Ich

kann zum Beispiel mein Produkt nicht >

Familienfreundlichkeit auf 163 Meter Länge:

Die neue Hochschule Neu-Ulm.

:: 15


[titelthema]

Jetzt haben wir viel über das Unternehmen

„Hochschule“ gesprochen. Wie

verbunden sind Sie mit den Unternehmen

in der Region?

Neu-Ulm ist praktisch als „Unternehmen“

Fachhochschule ins Leben gerufen worden.

Es gibt einen Förderverein, in dem fast alle

Unternehmen in der Umgebung Mitglied

sind. Derzeit besuche ich auch aus Anlass

der Festwoche etwa 25 bis 30 Unternehmen,

um zu erfahren, wo wir eine strategische

Partnerschaft eingehen oder verstärken

können. Das Interessante ist: Bei fast

allen Firmen treffe ich gleich auf einen unserer

Absolventen.

Beschränkt sich das auf die Vergabe von

Diplomarbeiten oder gibt es längerfristige

Kooperationen?

Einmal im Jahr veranstalten wir ein Mittelstandsforum.

Dann bin ich durch die

Hochschule Mitglied im Club der Industrie

und auch unsere ProfessorInnen haben

sehr viel mit den Unternehmen in der

Region zu tun. Außerdem machen einige

Firmen bei uns regelmäßig Konzeptionsseminare,

zum Beispiel im Bereich Marketing-

und Gesundheitsmanagement.

Hochschul-Präsidentin Uta M. Feser im Gespräch mit SÜDWEST PRESSE-Wirtschaftsressortleiter

Siegfried Bauer (links) und Thomas Zehender.

ganz unabhängig bestimmen, weil das Ministerium

die Studiengänge genehmigen

muss. Auch Professoren kann ich nicht

ohne Genehmigung des Ministeriums einstellen.

Beamten kann ich nur beschränkt

Leistungszulagen gewähren, und ich muss

mich an bestimmte Ausschreibungsverfahren

in der Beschaffung halten. So sind zum

Beispiel schon ab 750 Euro drei Angebote

vorgeschrieben.

Wie sieht die Zukunft der Hochschule

Neu-Ulm aus?

Für die nächsten fünf Jahre gibt es eine

konkrete Ausbauplanung mit mehr als

300 neuen Erstsemesterstudienplätzen,

das heißt mehr als 1.000 neue Studienplätze

und mindestens 25 zusätzliche Professoren.

In meiner Anfangszeit zählte die

Hochschule Neu-Ulm 1.750 Studierende.

Mit dem Kanzler war ich mir als Betriebswirtschaftlerin

einig, dass dies keine optimale

Betriebsgröße ist – vor allem im Blick

auf die Verwaltung. Rund 2.500 bis 3.000

Studierende wären optimal.

Was sind die besonderen Eigenschaften

der Hochschule Neu-Ulm?

Besonders beeindrucken mich der Elan

und die Motivation der Studierenden, die

bei der Umsetzung unserer Konzepte mitwirken.

Wir haben 2006 eine Studierendenbefragung

durchgeführt und 2007 eine

Mitarbeiterbefragung; beides haben Studierende

ausgewertet als Diplom- bzw. Projektarbeit.

Auch bei der neuen Corporate

Identity, beim Campus TV, beim Newsletter

und vielem mehr haben Studierende

wichtige Arbeit geleistet. Gleiches gilt für

die Festwoche im Oktober diesen Jahres.

Manches hat sich bereits ausgezahlt: Wir

haben ein europäisches Qualitätssiegel erhalten

für unseren internationalen Bereich

und wir sind für die Verwaltung der Studiengebühren

mit einem ersten Preis ausgezeichnet

worden.

Sie dürfen alles, nur Ihren Etat nicht

überschreiten, oder?

Ja. Aber durch die laufende Bildungsoffensive

in Bayern und da wir neue Studienplätze

schaffen, bekommen wir eine sehr

gute Unterstützung.

Wie groß ist die Nachfrage der regionalen

Industrie nach Absolventen der Hochschule

Neu-Ulm?

Schätzungsweise 50 Prozent unserer Absolventen

bleiben in der Region. Seit ich

Präsidentin bin, war kaum jemand bei mir,

weil er nach dem Studium keine Anstellung

bekommen hätte. Im Gesundheitsmanagement

war dies noch nie ein Problem, weil

diese Absolventen sofort vom Markt aufgesaugt

werden, von Unikliniken, größeren

Praxen oder Beratungsgesellschaften.

Wie sieht ein normaler Tagesablauf der

Unternehmerin Feser aus?

Ich bin nicht der absolute Frühaufsteher und

trinke morgens gerne in Ruhe meinen Kaffee,

lese die Zeitung und schaue im Fernsehen

das Morgenmagazin an. In der Regel bin ich

gegen 9 Uhr an der Hochschule. Abends arbeite

ich eher lange, weil es dann ruhiger ist.

Tagsüber zwischen 10 und 17 Uhr sind viele

Termine, Sitzungen und Besprechungen.

Wichtig ist mir die interne Kommunikation.

Einmal im Semester treffen wir uns zum

HNU Meeting, einer Dienstbesprechung für

alle Mitarbeiter. Dann gibt es eine regelmäßige

Kooperationssitzung mit der anderen

Seite der Donau sowie die Rektoren- und

Präsidentenkonferenz.

Sind Sie mehr Managerin als Wissenschaftlerin?

Mittlerweile ja. Aber eine Hochschule ist

immer eine Hochschule für angewandte

Wissenschaften. Betriebswirtschaftslehre

ist immer anwendungsorientiert auf das

16 ::


Unternehmen ausgerichtet. Das heißt:

Je besser wir das betriebswirtschaftliche

Instrumen tarium einsetzen, desto mehr

können wir unsere eigene Hochschule gestalten

und unternehmerisch führen.

Sind Sie lieber Managerin als

Wissenschaftlerin?

Das Eine schließt das Andere nicht aus. Im

Bereich Gesundheitsmanagement betätige

ich mich immer noch wissenschaftlich

und arbeit gerade an Fallstudien. In meinen

sehr gegensätzlichen Steckenpferden,

nämlich Controlling und Marketing im

Krankenhaus.

Geht es beim Krankenhausmanagement

nur darum, die vorhandenen Geldmittel

zu verteilen oder kann man da auch mit

betriebswirtschaftlichen Instrumenten

operieren?

Das muss man sogar wegen der Auflagen

im Gesundheitswesen. Rationalisierung

wirkt sich dabei immer positiv auf

die Qualität aus. Häufig ist zu hören, dass

Rationalisierung zu Lasten der Patienten

geht, weil immer weniger Personal vorhanden

ist. Wenn Prozesse geregelt sind,

dann haben Arzt oder Krankenschwester

wieder mehr Zeit für den Patienten. Insgesamt

müsste in den Krankenhäusern mehr

investiert werden …

… bei Ausstattung oder Personal?

Teilweise müsste auch in die Gebäude

selbst investiert werden, zum Beispiel im

Blick auf die Energiekosten.

Wie steht es um die Zukunft

der kleineren

Krankenhäuser?

Kann es ein

Weg sein, solche

Häuser zu

spezialisieren?

Selbstverständlich,

aber man braucht den entsprechenden

Arzt und Leistungsträger dazu. >

:: 17


[titelthema]

Mas terabschlüsse im betriebswirtschaftlichen

Bereich waren schon immer weltweit

anerkannte Studienabschlüsse. Übrigens

haben wir über den Namen unserer

Hochschule demokratisch abgestimmt.

Den Namen Hochschule Neu-Ulm oder

HNU wollen wir langfristig in der Öffentlichkeit

durchsetzen.

In welchen Bereichen wünschen Sie sich

noch etwas mehr Innovation?

Ich möchte unsere Studierenden noch

mehr dazu bewegen, dass sie über Kunst,

Kultur und Leadership nachdenken. Man

muss Ziele vorgeben und Menschen motivieren

können.

Viele Kliniken haben mittlerweile ihr Leistungsprogramm

umgestellt.

Wie beurteilen Sie die Lage der Krankenhäuser

in Ulm und der Umgebung?

Mit der Universitätsklinik für die Maximalversorgung,

dem Bundeswehrkrankenhaus

und dem Rehabilitationskrankenhaus

Ulm (RKU) und vielen spezialisierten medizinischen

Versorgungszentren sind wir

sehr gut aufgestellt.

Sind wir überversorgt in der Ulmer

Gegend mit Krankenhäusern, Krankenbetten

und ärztlichen Leistungen?

In den kommenden zehn Jahren wird noch

einiges wegbrechen. Bei der momentanen

Struktur sind wir nicht überversorgt, aber

es gibt ein betriebswirtschaftliches Optimierungspotenzial.

Im Gesundheitswesen

ist es wichtiger zu rationalisieren bevor wir

Leistungen rationieren.

Zurück zur Hochschule Neu-Ulm. Der

Begriff Business School klingt etwas nach

Schule, zumindest für deutsche Ohren.

Ja, für deutsche Ohren schon. Aber Sie

würden nie bei einer Harvard Business

School oder einer London Business School

sagen, das ist eine Schule. Bachelor- und

Bilden Sie Ihre Studierenden überhaupt

im Management- oder Führungsaufgaben

aus?

Ja, sicherlich. Unternehmensführung ist ein

großer Block innerhalb des Studiums.

Zur Zeit gibt es eine große Diskussion

über den Werteverfall in der deutschen

Wirtschaft. Wie bringen Sie Ihren Studierenden

Werte und Ethik nahe?

Unternehmensethik gehört zum Inhalt des

Studiums. Wichtig ist für mich, das Ausfüllen

von Ehrenämtern an der HNU. So haben

wir zum Beispiel seit Jahren sehr gute

Kooperationen mit afrikanischen Ländern.

Aktuell bilden wir 25 Studierende aus fünf

afrikanischen Ländern im Krankenhausbereich

aus. Wir haben ein Friends-Programm

eingerichtet, in dem Leute aus der

Region die Studierenden betreuen. Das

kommt sehr gut an, auch weil man so auf

eine ganz bodenständige Art und Weise

der Ausländerfeindlichkeit entgegentritt.

Hochschule Neu-Ulm auf einen Blick

Als Teil der Fachhochschule Kempten/

Neu-Ulm beginnt im Januar 1994 der

Lehrbetrieb in Neu-Ulm mit 120 Studierende

im Fach Betriebswirtschaft.

Im Oktober 1998 erlangt die Fachhochschule

Neu-Ulm ihre Selbstständigkeit.

Heute sind an der Hochschule Neu-Ulm

(HNU) 1.800 Studierende eingeschrieben,

davon etwa 1.600 in den Bachelor-Studiengängen

Betriebswirtschaft,

Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation.

Wirtschaftsingenieurwesen,

Logistik und Wirtschaftsinformatik.

Etwa 200 Studierende haben

sich für einen MBA-Studiengang entschieden.

An der HNU lehren 40 Professoren

und etwa 180 Lehrbeauftragte,

in der Verwaltung sind etwa 60 Mitarbeiter

beschäftigt. Im August ist die

Hochschule in einen Neubau an der

Wileystraße umgezogen. Neubau und

das zehnjährige Bestehen der HNU

sind Anlasse für eine Festwoche vom

7. bis zum 12. Oktober.

www.hs-neu-ulm.de

18 ::


Intern haben wir die Karibunis als Ehrenamtliche;

Karibunis heißt Freunde auf

Kishuaeli. Damit fördern wir die Verantwortlichkeit

auch für Dinge, die außerhalb

von Studium und Klausuren liegen. Letztlich

wollen wir ein Kultur- und Kompetenzprogramm

auflegen. Im Wintersemester

starten wir mit drei Wahlpflichtfächern

und weiteren gemeinschaftlichen Aktivitäten.

Werden auch aktuelle Themen wie der

Siemens-Skandal in der Hochschule

behandelt und diskutiert?

Ja, das spielt schon eine Rolle beim Thema

Unternehmensführung. Unsere Postgraduierten

haben gerade eine Fallstudie zu Siemens

erstellt.

Ein ganz anderes Thema:

Weshalb stehen nach wie vor so wenige

Frauen an der Spitze von Unternehmen?

Zunächst haben Frauen in dieser Hinsicht

einen Nachholbedarf. Einen Anteil von >

Mit Brief und Siegel!

Unsere Porsche Approved Gebrauchtwagen

Wir haben ein ständig wechselndes Angebot von Werkswagen und

jungen Gebrauchten bei uns vor Ort. Selbstverständlich mit der

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:: 19


[titelthema]

Prof. Dr. Uta M. Feser

Neu-Ulm, Oberbayern, Afrika

Uta Feser (Jahrgang 1959) stammt aus

einer Nürnberger Beamtenfamilie und

ist mit drei Geschwistern aufgewachsen.

Das Studium der Wirtschafts- und

Sozialpädagogik an der Universität

Erlangen-Nürnberg hat sie als Diplom-

Handelslehrerin abgeschlossen. Anschließend

promovierte sie mit dem

Thema „Berufsausbildung im Bankgewerbe“.

Ihre Hochschulkarriere begann

Uta Feser als akademische Rätin für allgemeine

Versicherungs- und Bankbetriebswirtschaftslehre

der Universität

Erlangen-Nürnberg und wechselte anschließend

als verantwortliche Teamleiterin

für Klinikmanagement zu einer Beratungsgesellschaft

und anschließend

als Leiterin der betriebswirtschaftlichen

Abteilung und des Controllings zur Europäischen

Klinik Treuhand und Management

AG Nürnberg. Im September

2000 kam Uta Feser als Professorin für

Gesundheitsmanagement an die Fachhochschule

Neu-Ulm, im Dezember

2005 hat sie der Senat einstimmig zur

Präsidentin gewählt.

Uta Feser hat eine Tochter, wohnt in

Ulm und genießt als Ausgleich zu ihrem

Beruf besonders gerne die meditative

Ruhe der Bergwelt Oberbayerns. Außerdem

gibt sich die Hochschul-Präsidentin

als leidenschaftlicher Afrika-Fan

zu erkennen.

40 Prozent Frauen in Führungspositionen

wie in Norwegen würden wir wohl nur mit

einer Quotenregelung hinbekommen.

Wäre eine Quotenregelung denn

vernünftig?

Ich würde eine Quotenregelung nicht unbedingt

befürworten. Für mich gibt’s aber

erst dann eine Gleichberechtigung, wenn

mindestens ebenso viele mittelmäßige

Frauen in Führungspositionen sind wie

mittelmäßige Männer.

Werden Frauen zu wenig gefördert?

Sie haben nicht solche Netzwerke wie

Männer. Und es fehlt ihnen manchmal der

Mut und das Selbstvertrauen, wie ich aus

Bewerbungsgesprächen erfahren habe.

Wie fördern Sie konkret Frauen an der

Hochschule Neu-Ulm?

Unser Ziel ist die familienfreundliche

Hochschule; dabei werden wir noch im

Herbst von der Hertie-Stiftung zertifiziert.

Außerdem arbeiten wir an einem Gleichstellungskonzept

und fördern Führungskräfte

in der Verwaltung und der Lehre. Es

gibt viele Teilzeitangebote und ab Herbst

eine „Kinder-Insel“ als Tagespflege-Einrichtung

für Kinder im Alter zwischen acht

Wochen und 15 Jahren. Das Angebot richtet

sich an unsere Studierende und Mitarbeiter

sowie an die Unternehmen in der

Umgebung. Finanziert wird es teilweise als

Modellprojekt, teils vom Sozialministerium,

vom Landratsamt, der Stadt Neu-Ulm

und der Hochschule selbst.

Wenn Sie so eine starke unternehmerische

Ader haben, wäre es dann nicht

konsequent gewesen, an eine private

Hochschule zu gehen?

Das hat sich nicht ergeben. Der Trend ist

auch eher umgekehrt, denn die staatlichen

Hochschulen erhalten viele Bewerbungen

aus privaten Hochschulen.

Die Hochschule Neu-Ulm ist vor kurzem

umgezogen. Was verbinden Sie mit dem

Neubau?

Der Neubau ist als logische Folge aus der

Wachstumsstrategie der HNU entstanden.

Und eine gewisse äußere Hülle gehört

einfach dazu. Als ich im Wintersemester

2000/01 nach Neu-Ulm gekommen

bin, hatte die Hochschule fünf oder sechs

ausländische Studierende, im kommenden

Wintersemester sind es 37. Wenn wir das

steigern wollen, müssen wir in jeder Hinsicht

attraktiv sein.

Nehmen die Pläne für eine dritte Fakultät

schon Gestalt an?

Jein. Ich will nicht per se eine dritte Fakultät

haben. Unternehmenspolitisch betrachtet

sind Fakultäten möglicherweise

ein überholtes Konzept. Interdisziplinarität

ist dagegen wichtig. Wir sind auch in

der Diskussion mit der anderen Seite der

Donau – aber es muss einen Sinn haben.

Was in unser Konzept passen würde, wäre

der Bereich Wirtschaftspädagogik oder Sozialmanagement.

Zudem bieten wir alle

Inhalte des grundständigen Studiums als

Weiterbildung an wie zum Beispiel MBA

für Ärzte, für Ingenieure und in Betriebswirtschaft

und einen MBA für strategisches

Informationsmanagement vom kommenden

Wintersemester an.

Stimmt es, dass Sie auch Wirtschaftsjournalismus

anbieten wollen?

Ja, das stimmt und es passt zu unserem

Selbstverständnis als Business School. Beginn

ist im Wintersemester 2010/11.

THOMAS ZEHENDER

FOTOS: MATTHIAS KESSLER, ARCHIV

20 ::


[namen und nachrichten]

IHK BODENSEE-

OBERSCHWABEN:

GRIESHABER IST

NEUER PRÄSIDENT

Heinrich Grieshaber, Vorstand der Grieshaber

Logistik AG Weingarten, ist der

neue Präsident der Industrie- und Handelskammer

Bodensee-Oberschwaben (IHK).

Die Vollversammlung der IHK hat ihn in

ihrer konstituierenden Sitzung mit überwältigender

Mehrheit gewählt. In der IHK

vollziehe sich ein Generationenwechsel,

berichtet der scheidende IHK-Präsident

Jürgen Winterhalter, der am 20. September

in Weingarten sein Amt übergeben wird.

Dann wird auch Professor Dr. Peter Jany

als Nachfolger von IHK-Hauptgeschäftsführer

Helmut Schnell, der in den Ruhestand

geht, offiziell eingeführt.

Dem neuen IHK-Präsidenten Grieshaber

steht ein neues Präsidium mit sechs Vizepräsidenten

zur Seite: Michael Leibinger

Das neu gewählte Präsidium der IHK Bodensee-Oberschwaben (von links): Michael Grossmann

(Bodenseekreis), Hans Steidle und Bernhard Eisele (beide Landkreis Sigmaringen), Präsident Heinrich

Grieshaber, Anne Schmieder und Michael Leibinger (beide Landkreis Ravensburg) sowie Günter

Bittelmeyer (Bodenseekreis).

(Geschäftsführer Brauerei Max Leibinger

GmbH), Anne Schmieder (Geschäftsführerin

Schmieder GmbH Fronreute), Günter

Bittelmeyer (Prokurist MTU Friedrichshafen

GmbH), Michael Grossmann (persönlich

haftender Gesellschafter Fritz

Grossmann KG Friedrichshafen), Bernhard

Eisele (Geschäftsführer Franz Eisele

& Söhne GmbH & Co. KG Sigmaringen)

sowie Hans Steidle (Geschäftsführer Emil

Steidle GmbH & Co. KG. Sigmaringen).

„Mich hat das Präsidentenamt voll

ausgefüllt, und es hat Spaß gemacht“, so

Winterhalter, der auf 25 Jahre ehrenamtliches

Engagement für die IHK zurückblicken

kann. Die Vollversammlung wählte

ihn einstimmig zum Ehrenpräsidenten

der IHK.

:: 21


[namen und nachrichten]

TERRA-S GEWINNT

PATENTSTREIT

Ein jahrelanger Patentrechtsstreit zwischen

der in Owingen am Bodensee ansässigen

Terra-S und dem japanischen Sumitomo-Konzern,

zu dem die deutsche

Dunlop gehört, ist entschieden. Sumitomo

hatte 2004 vor dem Landgericht Düsseldorf

geklagt, Terra-S, weltweit führender

Anbieter von Reifendichtegelen für

Pannenbehebungen, habe den deutschen

Teil eines Europäischen Patents verletzt

und damit zunächst Erfolg gehabt. Terra-

S wehrte sich mit einer Teilnichtigkeitsklage

vor dem Bundespatentgericht in München,

das die Schutzfähigkeit des Patents

nun in relevanten Passagen für nichtig erklärte.

Namhafte Automobilfirmen wie

Porsche, VW, BMW, Peugeot und Honda

hatten in Verhandlungen mit Terra-S Automotive

Systems bereits Nervosität wegen

des Rechtsstreits erkennen lassen. Terra-S

beschäftigt 70 Mitarbeiter, macht 20 Mio.

Euro Umsatz und unterhält Vertriebsbüros

in 25 Ländern.

PFLEIDERER

INVESTIERT

NEUN MILLIONEN

Die Pfleiderer AG in Neumarkt/Oberpfalz

investiert in ihren Standort in Leutkirch im

Allgäu 9 Mio. Euro. Beim Hersteller für

Holzwerkstoffe entsteht neben einem neuen

Lager für imprägnierte Dekorpapiere

vor allem ein Imprägnierkanal für die Produktion

leicht zu säubernder Oberflächen

in scheuerfester Ausführung nach nanotechlogischen

Verfahren für die Möbelindustrie

und den Innenausbau.

MESSE AUF

ERFOLGSKURS

Bei der Messe Friedrichshafen weisen die

Zahlen für das vergangene Jahr bei Umsatz,

Ausstellern und Besuchern Rekorde

aus. 5.400 Aussteller aus 59 Ländern locken

586.000 Besucher nach Friedrichshafen,

so dass die Messe einen Umsatz von

24,1 Mio. Euro verbuchen kann. Als Zugpferde

erweisen sich Tuning World Bodensee,

Eurobike, Outdoor und Interboot.

Auch die Aussichten werden optimistisch

eingeschätzt. Der Vertrag mit den Outdoor-Veranstaltern

ist bis 2013 verlängert

und der für die Fakuma gar bis 2020. Darüber

hinaus nutzen heimische Firmen wie

Hymer oder Daimler, das Fernsehen und

Musikgruppen das Messegelände für Tagungen

oder Events. Nur beim Gewinn hapert

es noch: der liegt mit 368.000 Euro

im Minus. Für das laufende Geschäftsjahr

wird eine schwarze Null erwartet.

SCHULER PROFITIERT

VON MÜLLER

WEINGARTEN

Müller Weingarten trägt entscheidend dazu

bei, dass der weltgrößte Pressenhersteller

Schuler, Göppingen, beim Halbjahresumsatz

kräftig zulegen kann. Während der

im Vorjahreszeitraum 239,5 Mio. betrug,

klettert er jetzt auf 418,3 Mio. Euro. Auch

das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird

von 7,7 auf 16,6 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Müller Weingarten wurde erst

im September vorigen Jahres von Schuler

übernommen.

MIT „TOP 100 “

AUSGEZEICHNET

Der Finanzdienstleister GECAM aus Wangen/Allgäu

und das Pharmaunternehmen

ratiopharm in Ulm sind in diesem Jahr mit

dem Gütesiegel „Top 100 “ für Innovationsstärke

mittelständischer Unternehmen

in Deutschland ausgezeichnet worden. Die

Auszeichnung wird seit 16 Jahren von einer

Jury vergeben, der namhafte Wirtschaftsführer

und Wissenschaftler angehören. In

fünf zentralen Bereichen des Innovationsmanagements

muss das Innovationspotenzial

nachgewiesen werden. Die GECAM

AG, die sich auf individuelle Portfolioverwaltung

spezialisiert hat, konnte durch

eine ungewöhnlich hohe Zahl an Verbesserungsvorschlägen

pro Mitarbeiter überzeugen.

Ratiopharm, das jährlich rund 20

Patente anmeldet, fiel durch sein innovatives

Unternehmensklima auf.

EUROPÄISCHE-

AUSZEICHNUNG

FÜR VAUDE

Der Sportausrüster VauDe in Tettnang erhält

als erstes europäisches Outdoor-Unternehmen

von der EU das EMAS-Zertifikat

für vorbildliches Umweltmanagement. Der

EMAS-Standard (Eco Management and Audit

Scheme) wurde von der Europäischen

Union eingeführt mit dem Ziel, die Umweltleistung

von Unternehmen zu überwachen

und ständig zu verbessern. VauDe hat

sich ein Jahr lang einem Öko-Audit externer

Gutachter unterworfen. Das Zertifikat, das

drei Jahre gültig ist, wird regelmäßig von

externen Gutachtern validiert, ob die gesetzten

Umweltziele erreicht werden.

LANDESPREIS JUNGE

UNTERNEHMEN

Drei Firmen aus der Region Oberschwaben/Bodensee

sind in die Endausscheidung

für den Landespreis für junge Unternehmen

gekommen, der von L-Bank gestiftet

wird und mit 100.000 Euro dotiert ist. Es

sind dies die Dokuwerk KG in Friedrichshafen,

die S.I.M.E.O.N. Medical GmbH in

Tuttlingen und die Firma Sichtbetonkosmetik

Kopp in Emerkingen bei Biberach.

Der Landespreis für junge Unternehmen

wird seit 1998 vergeben. Die Verleihung

findet am 4. November statt.

WALDNER BAUT

LOGISTIKZENTRUM

Die Waldner-Gruppe in Wangen im Allgäu

bezieht ein neues 900 qm großes Logistikzentrum,

das sie auf dem Gelände einer

ehemaligen Fleischfabrik für 1,3 Millionen

Euro gebaut hat. Die Warenanlieferung für

die Firmen der Waldner-Gruppe wird effizienter,

Verkehrsstaus werden vermieden.

22 ::


ENTHÜLLUNG BEIM SOMMERFEST DER PORSCHE-FAMILIE

Des Porsches transparente Kleider: Verborgen und doch sichtbar präsentierte sich der neue 911.

„Das war ganz toll“, ist Johannes Strobel,

Geschäftsführer des Porsche-Zentrums

Ulm/Neu-Ulm, heute noch immer

begeistert vom großen Erfolg des Porsche-

Sommerfests. Die „Porsche-Familie“, so

nennt Strobel die Freunde der Zuffenhausener

Fahrzeuge, hat im „Lago“ am Unteren

Ausee in der Ulmer Friedrichsauaber

nicht nur einen schönen Abend mit bester

Unterhaltung und kulinarischen Hochgenüssen

gefeiert, sondern auch eine Enthüllung.

Denn bei diesem Ereignis wurde der

neue Porsche 911 erstmals den Porsche-

Enthusiasten vorgestellt. Genau genommen

muss es ja heißen: der Porsche 997

zweite Generation, denn unter dieser offiziellen

Typenbezeichnung rangiert der neue

911. Ein Facelifting – unter anderem mit

dem Einsatz von LED – verändert das Erscheinungsbild

des 911, belässt ihn aber in

seinen traditionellen und gewohnten Formen.

Entscheidender dafür manche Änderung

unterm Blech, zum Beispiel an den

Motoren, die jetzt auf deutlich mehr Sparsamkeit

und weniger CO 2

-Emissionen ausgerichtet

sind. Besonders attraktiv machte

den erst unter Tüchern verborgenen neuen

Porsche, dass ein kurzer Regenguss (der

die Festgäste im Lago und auf der Terrasse

nicht störte) ihm ein semitransparentes

Outfit verpasste …

LORENZ KOCH

Beim Sommerfest der „Porsche-Familie“ im „Lago“ ging es nicht nur um das neue Auto, sondern auch um Gespräche, Fröhlichkeit und gutes Essen.

Wir gehen für Sie mit der Zeit.

tempoZeitarbeit ist Ihr Personaldienstleister mit über 1000 MitarbeiterInnen

in 40 verschiedenen Berufen für Industrie und Handwerk. Wir investieren

unsere Energie in die Vermittlung von qualifiziertem Personal und in

die Organisation von Outsourcing und On-Site-Management.

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FLEXIBEL

LOYAL

:: 23


[führen]

Gastbeitrag Roland Berger Strategy Consultants

ZENTRAL STEUERN,

DEZENTRAL FÜHREN

Eine starke Zentrale, die alles steuert,

oder dezentrale Einheiten,

die alles selbst entscheiden? Diese

„Entweder-oder“-Frage stellt sich

in vielen Unternehmen heute nicht

mehr. Vielmehr geht es darum, zentrale

Federführung und dezentrale

Flexibilität ausgewogen zu kombinieren

und so die Vorteile beider

Organisationsformen für das Gesamtunternehmen

zu nutzen.

Firmen, die sich heute im Wettbewerb behaupten

wollen, müssen einen schwierigen

Spagat meistern: Einerseits müssen sie profitabel

sein, das heißt, kosteneffizient arbeiten.

Andererseits müssen sie innovativ

sein, um nachhaltig bestehen und wachsen

zu können. Kosteneffizienz auf der einen

und Innovationsfähigkeit auf der anderen

Seite verlangen nach unterschiedlichen

Entscheidungsstrukturen: Kontrolle über

die Kosten lässt sich am besten durch zentral

ausgerichtete Führungsstrukturen und

zentralisierte Entscheidungskompetenzen

erreichen. Innovationen dagegen – egal

ob mit neuen Produkten oder Dienstleistungen,

neuen Prozessen oder Vertriebswegen

oder durch das Erschließen neuer

Märkte – verlangen nach Kreativität und

Entscheidungsfreiheit, wofür sich wiederum

dezentrale Organisationsstrukturen

am besten eignen.

Es bleibt also ein Zielkonflikt: Zu viel

Hierarchie erstickt Innovationen und behindert

damit Wachstum, während ein

Die Autoren Dr. Tim Zimmermann links und Maren Hauptmann rechts.

Mangel an zentraler Steuerung Skaleneffekte

und Effizienzgewinne bremst und somit

die Profitabilität eines Unternehmens

herabsetzt. Umgekehrt heißt das: Verfügt

eine Firma über einen optimalen Mix

zentraler und dezentraler Elemente in ihren

Entscheidungsstrukturen, kann sie die

Vorteile beider Organisationsformen nutzen

und Nachteile weitgehend vermeiden.

Dies zeigt auch die Studie „Profitables

Wachstum organisieren: zentral steuern,

dezentral führen“, für die Roland Berger

Strategy Consultants fünf erfolgreiche und

wachstumsstarke Unternehmen untersucht

hat: General Electric, Lufthansa, Inditex,

Starbucks und Adidas haben jeweils ihren

Weg gefunden, um die Vorteile zentraler

und dezentraler Entscheidungsstrukturen

miteinander zu verknüpfen und für ihre

Strategie nutzbar zu machen. So wird etwa

bei Starbucks das operative Geschäft überwiegend

dezentral in den Regionen verantwortet,

während gleichzeitig ein zentral

gesteuertes Marketing dafür sorgt, dass

die Kunden weltweit in allen Filialen das

typische „Starbucks-Feeling“ vorfinden.

Lufthansa steuert seit Anfang 2007 das

Kerngeschäft nicht mehr zentral, sondern

hat drei selbstständige Bereiche eingeführt,

die „näher am Kunden“ sind und zum Beispiel

eigenständig über Flugplanung und

Preisgestaltung entscheiden. Das Aufstellen

von Richtlinien, die Ressourcenverteilung

sowie Querschnittsaufgaben wie Human

Resources, IT und Controlling liegen

dagegen weiterhin bei der Zentrale.

Wie findet eine Firma nun den richtigen

Mix aus Zentralität und weiter S. 26 >

24 ::


Anzeige

BERTRANDT SERVICES: Dienstleistungen auf hohem Niveau

Nur wer zur richtigen Zeit auf die richtigen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt, behauptet

sich langfristig an der Spitze des

Marktes. Diesen Anspruch hat Bertrandt

Services als professioneller Dienstleistungspartner

für Industrie und Mittelstand an

sich. Das Tochterunternehmen der Bertrandt

AG bietet an 16 Standorten in Deutschland

mit seinen qualifizierten Fach- und

Führungskräften technische und kaufmännische

Dienstleistungen in den Branchen

Elektrotechnik, Energie, Informationstechnologien,

Maschinenbau/Metall, Medizintechnik,

Pharma/Chemie, Telekommunikation

und Versicherungen/Banken an.

Absolute Kundenorientierung, hohe

Qua lität und fundierte Erfahrung – dafür

steht die Bertrandt Services GmbH.

Am Standort Ulm bietet das Unternehmen

ein umfangreiches Portfolio an Dienstleitungen.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf

den technischen und kaufmännischen

Fach- und Führungspositionen. Standortleiterin

Adele Frommholz: „Wir möchten

uns als dauerhafter Dienstleistungspartner

in Ulm etablieren. Dabei können wir auf

langjährige Erfahrung und umfangreiches

Branchen-Know-how zurückgreifen“.

Leistungsmix ermöglicht weiteres

Wachstum

Mit seiner Tochtergesellschaft weitet Bertrandt

die in über 30 Jahren gesammelte,

fundierte Prozess- und Schnittstellenkompetenz

auf neue Branchen aus. Die bestehenden

Erfahrungen aus dem klassischen

Engineering nutzt Bertrandt Services, um

Kundenbedürfnisse in langfristigen Partnerschaften

zu erfüllen. Dabei steht das Unternehmen

für umfangreiche Leistungen, die

an den individuellen Bedürfnissen der einzelnen

Branchen und Berufsgruppen ausgerichtet

sind. Zum Leistungsspektrum gehören

im technischen Bereich beispielsweise

Engineering sowie Qualitäts-, Prozess- und

Projektmanagement. Kaufmännisch werden

Kunden in den Feldern Einkauf, Personal,

Schulungen, Marketing, Vertrieb,

IR/PR, Recht, IT/SAP und Finanzen/Controlling

umfangreich unterstützt. Die kompetenten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

werden in anspruchsvollen Projekten

Adele Frommholz, Standortleiterin Ulm

lösungsorientiert eingesetzt und können

ihre Qualifikationen langfristig ausbauen.

Durch die optimale Vernetzung der Standorte

im gesamten Bundesgebiet garantiert

die Bertrandt-Tochter ihren Kunden eine

qualifizierte und zielgerichtete Betreuung.

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:: 25


[führen]

Dezentralität? Hierfür hat Roland Berger

ein Analyseraster entwickelt, mit Checkliste

für das Management. Diese Matrix sieht

vier Kategorien mit verschiedenen Kriterien

vor: in der Kategorie „Informationen“

etwa die Kriterien Kundensegmentierung

(homogene oder heterogene Zielgruppe?),

regionale Segmentierung (homogener oder

heterogener Zielmarkt?) und Haltbarkeit

der Informationsgrundlage (konstant oder

unvorhersehbar?). Die Kategorie „Incentivierung“

beinhaltet beispielsweise das Kriterium

Zeithorizont (langfristig oder kurzfristig?),

die Kategorie „Aufgaben“ die

Frage nach der Standardisierbarkeit und

die Kategorie „Wettbewerb“ das Thema

Wettbewerbsvorteil (Preis oder Innovationen?).

Jedes dieser Kriterien lässt sich auf

einer Skala zwischen „vollständige Zentralität“

bis „vollständige Dezentralität“

einordnen. Das Ergebnis dieser Analyse ist

ein detailliertes Funktionsprofil, das Hinweise

für die Aufstellung der Organisationsstruktur

gibt.

Der Bedarf an zentraler Steuerung kann

auch innerhalb eines Unternehmens stark

variieren. Daher gilt es einzelne Funktionen

differenziert zu betrachten und entsprechend

ihren Besonderheiten mit einem

unterschiedlichen Grad zentraler oder dezentraler

Entscheidungsbefugnisse auszustatten.

Funktionen, deren primärer Werttreiber

Effizienz ist – meist kundenferne

Funktionen – benötigen einen eher hohen

Zentralisierungsgrad. Eher kundennahe

Funktionen, die ihren Wert vor allem aus

Flexibilität und detailliertem Vor-Ort-Wissen

schöpfen, sollten dagegen weitgehend

dezentral aufgestellt werden. Hierfür ist

der Adidas-Konzern ein gutes Beispiel: Die

Marken Adidas, Reebok und TaylorMade

verantworten jeweils dezentral Forschung

& Entwicklung, Design und Marketing.

Dadurch können die Marken mit ihren jeweiligen

Kollektionen und Logos eigenständig

am Markt auftreten und gegenüber

dem Kunden ihre Identität wahren.

Kundenfernere Funktionen wie Beschaffung,

Produktion und Teile der Logistik,

bei denen Skalen- und Synergieeffekte Kosten

sparen helfen, steuert Adidas hingegen

markenübergreifend zentral.

Auch beim spanischen Textilkonzern

Inditex arbeiten die einzelnen Marken eigenständig:

Die Geschäftseinheiten verantworten

dezentral sämtliche Funktionen der

Wertschöpfungskette und orientieren sich

dabei an ihren jeweiligen Kundengruppen.

Innerhalb der dezentralen Einheiten kontrolliert

dagegen ein zentrales Management

die Wertschöpfungskette und stimmt

die einzelnen Aufgaben aufeinander ab.

Diese Struktur ermöglicht es, schnell auf

Markttrends zu reagieren und sich flexibel

an regionale Besonderheiten anzupassen

– zwei herausragende Wettbewerbsvorteile

von Inditex. Wöchentlich verändern

die Marken ihre Sortimentspräsentation,

einzelne Kollektionen und Teile werden

im Zwei-Wochen-Rhythmus ausgetauscht.

Die jeweilige Markenzentrale behält dabei

stets den Überblick, welche Schnitte, Farben

und Formen in welchen Regionen gerade

gefragt sind.

Die Beispiele zeigen, dass Dezentralisierung

deutlich das Wachstum fördert,

indem sie etwa Entscheidungswege verkürzt

und Informationen über Märkte und

Kunden schneller verfüg- und verwertbar

macht. Diese Effekte kommen für das

Gesamtunternehmen allerdings nur zum

Tragen, wenn sie mit den Vorteilen einer

Zentralisierung kombiniert werden. Ein

allgemein gültiges Patentrezept für den

richtigen (De-)Zentralisierungsgrad gibt

es nicht. Jedes Unternehmen muss die optimale

Mischung aus zentral und dezentral

angesiedelten Entscheidungskompetenzen

für sich selbst definieren.

Die Autoren: Dr. Tim Zimmermann,

Partner im Kompetenzzentrum Corporate

Performance bei Roland Berger

Strategy Consultants und Maren Hauptmann,

Principal im Kompetenzzentrum

Corporate Perfomance bei Roland

Berger Strategy Consultants

26 ::


[er]finden

IAA Nutzfahrzeuge: Der Öko-Truck wird im Blickpunkt stehen

ULMER PREMIEREN

FÜR HANNOVER

Die 62. IAA Nutzfahrzeuge

(25. September – 2. Oktober) in

Hannover – unter dem Motto

„Nutzfahrzeuge: Für alle unterwegs“

– wird als weltweit wichtigste

Mobilitätsmesse nicht nur

mit zahlreichen Neuheiten und Innovationen

aufwarten. Die Entwicklung

der Kraftstoffpreise stellt

Lösungen für den Öko-Truck in

den Vordergrund. Unter den über

2.000 Ausstellern sind auch zahlreiche

Firmen aus der Wirtschaft-

Region.

Im Weichbild des Ulmer Münsters entwickelt und gebaut: Weltneuheit Setra TopClass.

Der Verband der Automobilindustrie e. V.

(VDA), der Veranstalter der Mammutschau

IAA Nutzfahrzeuge ist, will mit dem

Motto das Image der Brummis verbessern

und die unverzichtbare Rolle der Nutzfahrzeuge

für die Versorgung der Bürger

und das Funktionieren der Wirtschaft unterstreichen.

Doch wie schon bei der letzten

großen Nutzfahrzeugausstellung in Europa,

der RAI 2007 in Amsterdam, wird

auch bei der bevorstehenden 62. IAA der

„grüne Öko-Truck“ im Vordergrund >

PEUGEOT Nutzfahrzeuge

Das Modellprogramm :

PEUGEOT Bipper - Der kleinste unter den Nutzfahrzeugen überzeugt

durch seine Kompaktheit und Wendigkeit, ideal für die City und das Umland.

PEUGEOT Partner - Der kleine Transporter überzeugt seit vielen

Jahren durch seine Zuverlässigkeit.

PEUGEOT Expert - Das Multitalent überzeugt durch seine Vielseitigkeit.

Er ist sowohl als Transporter als auch als Großraumlimousine erhältlich.

Als PEUGEOT-Nutzfahrzeug Zentrum

sind wir ein kompetenter Ansprechpartner, wenn es um

das Thema Nutzfahrzeuge, Umbauten und Ausbauten geht.

PEUGEOT Boxer - Dieses Ausnahmetalent

vereint Kraft, Robustheit und Individualität.

Ob als Kastenwagen in verschiedenen Längen

und Höhen, als Pritschenwagen oder als Plattform-

Fahrgestell, lässt der Boxer keine Wünsche offen.

AUTOHAUS

89081 Ulm-Söflingen

Herrlinger Straße 64

Tel. 0731/93799-0

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www.autohaus-sayler.de

:: 27


[er]finden

stehen. Dieser Trend ist deutlich zu erkennen,

wertet man die vorliegenden Vorabmeldungen

zur diesjährigen IAA aus der

Industrie aus.

Alle Hersteller sind auf dem Weg, Lastwagen,

Omnibusse und Transporter umweltfreundlicher

zu gestalten. Der Gedanke

des

Umweltschutzes

ist übergreifend. Ein Ziel dieser Anstrengungen

sind alternative Treibstoffe auf

Basis von Nahrungsmitteln (Zuckerrohr,

Mais, Reis, Weizen). Dabei fehlt mancherorts

noch die Erkenntnis, dass diese Treibstoffe

keine langfristige Alternative sein

können, denn sie verbrauchen Nahrungsmittel

und treiben die Rohstoffpreise gerade

in diesem Segment in die Höhe. Die

Suche nach alternativen Antriebssystemen

muss sich auf Verfahren konzentrieren,

die geringere Kraftstoffverbräuche

ermöglichen, weitgehend ohne die konventionellen

Rohstoffe Erdöl und Erdgas

arbeiten und die Sinnhaftigkeit der Ersatztreibstoffe

technisch und ökologisch rechtfertigen.

Am großen Ziel „Null-Emissionen“ arbeiten

alle Fahrzeughersteller mit Hochdruck.

Aber auf dem Weg zum emissionsfreien

Automobil sind noch viele technische

und physikalische Hürden zu überwinden.

Mit Hybridfahrzeugen und erdgasbetriebenen

Lastwagen können wirksame Beiträge

zur Umweltbilanz durch Verminderung

der Emissionen geleistet werden.

Längerfristig ist der Wechsel zu erneuerbaren

Treibstoffen die richtige Lösung.

Hier steht die Brennstoffzelle, die 1994

erstmals überhaupt im Ulmer Forschungszentrum

der Daimler AG auf dem Eselsberg

in einem Fahrzeug eingebaut und präsentiert

wurde, im Vordergrund. Bis dieses

immer noch teure ,aufwendige Antriebsverfahren

serienreif wird (etwa 2010 soll es so

weit sein), wird vor allem der umweltoptimierte

Dieselmotor mit BlueTec sein Entwicklungspotenzial

nutzen

müssen.

Die Hersteller aus der

Region, unter ihnen die Omnibusmarke Setra

und der Anhängerhersteller Kögel, warten

anlässlich der IAA mit Weltpremieren

in ihrem Produktprogramm auf. Die aus

Ulm kommende Premium-Omnibusmarke

des Daimler-Konzerns, Setra, stellt in Hannover

den 15 m langen Setra S 419 GT-HD

vor. Der imponierende Reisehochdecker

Weltpremieren

aus der Region

bietet 60 Sitzplätze und ist ein Fahrzeug

für den Reisebus-Unternehmer, das mit

seinem Sitzplatzangebot wirtschaftlich interessant

ist. IAA-Premiere hat auch die

umfangreich aufgewertete neue Generation

der Setra TopClass 400. Das patentierte

passive Sicherheitssystem Front Collison

Guard einschließlich verschiebbarem

Arbeitsplatzmodul ergänzt nun als weitere

Sicherheitseinrichtung ein Notbremsassistent.

Er leitet bei akuter Gefahr eines Auffahrunfalls

nach abgestuften Warnhinweisen

selbstständig eine Vollbremsung ein.

In die Rubrik Umweltverträglichkeit

und Reduktion des Kraftstoffverbrauchs

fällt der neue superleichte Megatrailer

Phoenixx M55 von Kögel. Bei diesem Auflieger

handelt es sich um einen Volumentrailer

mit einer nutzbaren Innenhöhe von

3,0 Meter und einem Leergewicht von nur

5.500 kg. In der Grundausstattung bietet

der Phoenixx M 55 über eine Tonne Nutzlast

mehr als ein herkömmliches Wettbewerbsprodukt.

Dadurch kann der Spediteur

mehr laden, und der leichtere

Anhänger wirkt sich positiv

beim Spritverbrauch

aus. Erreicht

wurde das

sehenswerte Ergebnis

bei Kögel

durch Erfahrungen

mit

Material und

Produktionstechnik.

Entwickelt

wurde aber

auch nach Kundenmeinungen

und Marktanforderungen.

Zu den weiteren namhaften Ausstellern

aus der Region zählen der Lkw-Hersteller

Iveco-Magirus und der Kühlaufbautenspezialist

Kiesling aus Dornstadt bei Ulm, der

verschiedene interessante Detaillösungen

für den Transport von frischer und tiefgekühlter

Ware zeigt. Kiesling ist der einzige

Hersteller in Europa, der ein Hygiene-Zertifikat

vom TÜV München für seine Aufbauten

erhalten hat. DIETER MUTARD

Die KAMAG Transporttechnik GmbH & Co. KG

zeigt auf der IAA 2008 in Hannover die aktuelle

Generation des „Wiesel“. Als eines der

leistungsstärksten Spezialfahrzeuge zum Umsetzen

von Wechselbehältern in Logistikhöfen

ist es zwischenzeitlich die führende Fahrzeuglösung

für den anspruchsvollen Dauereinsatz.

28 ::


Sie haben Ihr Ziel erreicht!

Wir sind dabei!

Nutzfahrzeugregion

CNS Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben e.V.

Der Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben (CNS) ist eine gemeinsame

Initiative der IHK Ulm und der IHK Schwaben

in Augsburg. Die Region des CNS verfügt über eine sehr

ausgeprägte Konzentration an Nutzfahrzeugaktivitäten in

Deutschland.

Weltmarktführende Unternehmen, u.a. IVECO Magirus mit

deren Brandschutztechnik, LIEBHERR mit Mobilkränen,

Kässbohrer mit Pistenpflegegeräten, AIRBUS Kabinentechnik,

ziehen mit zahlreichen anderen in der Nutzfahrzeugbranche

tätigen Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben an einem Strang.

Automotive-Center an den regionalen Universitäten und

Hochschulen bilden einen starken Wissenschaftshintergrund.

Der Top-Standort in Schwaben für

starke Unternehmen

n Verkehrsgünstige Lage und hervorragende Infrastruktur

(A7/A8)

n Containerbahnhof und Güterverkehrszentrum

n Gewerbeflächen schon ab 23 Euro/m 2

n Hochwertige Gewerbeimmobilien

n Attraktives Umfeld mit starken Unternehmen und

Forschungseinrichtungen

n Prämierte Lebensqualität 10 Jahre „Spitze im Süden“

Die intelligente Standort-Alternative zwischen Stuttgart

und München.

CNS Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben e.V.

c/o IHK Ulm • Olgastrasse 95 • D-89073 Ulm

Telefon +49(0)731/173–246 • Telefax +49(0)731/173–249

cns.mahn@ulm.ihk.de • www.cns-ulm.com

Innovationsregion Ulm Spitze im Süden e.V.

Olgastraße 101 • D-89073 Ulm

Telefon +49(0)731/173-121 • Telefax +49(0)731/173-291

innovationsregion@ulm.ihk.de • www.innovationsregion-ulm.de


[er]finden

Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben ist in Hannover mit dabei

Bei der IAA Nutzfahrzeuge 2008 ist

auch das Cluster Nutzfahrzeuge

Schwaben (CNS) vertreten. Cluster-

Vorstand Gottfried Mahn wird bei einer

Forumsveranstaltung am 26. September

Referent sein. Es geht um Spezialisierung

und Standardisierung – ein

Thema für Zulieferer, Aufbautenhersteller

und Fahrzeugproduzenten. Mahns

These, vorab im Gespräch mit „unternehmen[!]“

angerissen: Selbst in Boom-

Jahren wären im Nutzfahrzeugbereich

noch um 10 bis 20 Prozent höhere Umsätze

möglich gewesen, hätte es eine

bessere Ausbalancierung zwischen

Herstellern und Zulieferern gegeben.

Bei der Veranstaltung in Hannover werden

aus der Region auch die Unternehmen

Kögel und Kiesling vertreten sein.

CNS Vorstandsvorsitzender Gottfried Mahn.

In dem von den IHKs Ulm und Schwaben

initiierten Netzwerk CNS sind neben

den sechs Nutzfahrzeugherstellern Evobus,

Iveco, Kässbohrer, Kögel, Liebherr

und Airbus auch 30 kleinere und mittlere

Unternehmen sowie die Innovationsregion

Ulm organisiert. Mit im Boot

die regionalen Hochschulen Universität

Ulm, Hochschule Ulm und Hochschule

Neu-Ulm. CNS-Sprecher Mahn: „Wir

wollen unsere Position als Nutzfahrzeugstandort

Nummer eins weiter ausbauen

und besser kommunizieren.“

Im Vorstand des CNS sind als Stellvertreter

Mahns Prof. Achim Bubenzer,

Hochschule Ulm, Dr. Ulrich Hamme,

Liebherr-Werk Ehingen, und Landrat

Heinz Seiffert, Innovationsregion Ulm,

und Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer

der IHK Ulm, als geschäftsführenden

Vorstand dabei. Clustermanager ist der

ehemalige Vertriebsvorstand von Kögel,

Manfred Mayer. LORENZ KOCH

30 ::


Iveco-Entwicklungszentrum Ulm

AM STAMMORT

SCHWERER LASTWAGEN

Es hat etwas länger gedauert, bis

beim europäischen Nutzfahrzeugkonzern

Iveco – Standorte Italien,

Deutschland, Spanien, Frankreich,

Schweiz – die Zeit der

sinnvollen Neuordnung der Entwicklungsaktivitäten

anbrach.

Heute werden die mittelschweren

und schweren Straßen- und

Baufahrzeuge hauptverantwortlich

in Ulm entwickelt.

Norbert Holzer und sein Team

entwickeln im Ulmer Donautal

das Fahrgestell für den Fernverkehrs-Lkw

„Stralis“, und

Klaus-Dieter Diepold ist mit

seiner Mannschaft für die Bau- und

Sonderfahrzeuge „Trakker“ verantwortlich.

Eine Reminiszenz an die Geschichte

des Nutzfahrzeugs: Das erste Nutzfahrzeug

in Ulm wurde nicht in der Lastwagenfabrik

von Magirus gebaut, sondern

beim Omnibushersteller Kässbohrer,

damals noch in der Hartmannstraße,

der heutigen Karlsstraße.

Und dabei war es Karl Kässbohrer,

Gründer des später international

renommierten Fahrzeugbauunternehmens,

der als erster

in Deutschland ein geschlossenes

Fahrerhaus baute, dem Vorläufer

des heute für alle Marken wichtigen

Alleinstellungsmerkmals.

Fakt ist, dass die Iveco bei ihrer

Gründung im Jahr 1975 mit

ihrem Firmennamen ein Kurzwort

wählte, das aus den Anfangsbuchstaben

von Industrial

weiter S. 34 >

Ivecos Flaggschiff Stralis

Go!

Beste Chancen

für den Start

in den Beruf!

in Ulm - Tel. (0731) 14068-0

in Biberach - Tel. (07351) 58797-0

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www.suedwestmetall.de/ulm

:: 31


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Erfolg durch persönlichen Einsatz, neue Techniken und

ein breites Angebotsspektrum:

20 JAHRE ZAHNARZTPRAXIS

GRONEWALD, DORNSTADT

Am 03.Oktober 1988 war es soweit:

vor 20 Jahren eröffnete Rosemarie

Gronewald im Alleingang

ihre Zahnarztpraxis. Damals befanden

sich die Räume noch in der

ersten Etage des Gebäudes „Alte

Landstraße 1“. Schon kurze Zeit

später erhielt die Praxis durch den

Ehemann Klaus Gronewald Verstärkung

und der stetige Aufstieg

setzte sich fort. Bereits 1990 wurde

der Schichtbetrieb eingeführt, den

sich das Ehepaar zwischen 7.00

Uhr und 20.00 Uhr aufteilte. Heute

verfügt das Unternehmen über 26

Beschäftigte darunter 4 Allgemein-

Zahnärzte mit unterschiedlichen

Tätigkeitsschwerpunkten,

Zahntechniker, die im

angegliederten Labor arbeiten,

zahn-

medizinische Fachangestellte mit

umfangreichen Zusatzausbildungen,

Verwaltungsangestellte und

Auszubildende.

Im Jahr 2006 wurde die Praxis umgebaut

und modernisiert. Auf 2 Etagen stehen

jetzt 5 Behandlungszimmer, 2 Prophylaxezimmer,

1 OP-Raum und 2 Besprechungszimmer

zur Verfügung. Im Seminarraum

mit modernster Medientechnik finden

Patientenseminare statt oder Seminare

für die Weiterbildung von Kollegen. Die

Atmosphäre ist sympathisch, hell und

modern. Das Angebotsspektrum umfasst

alle Bereiche der Zahnheilkunde. Dazu

gehört die Ästhetische-Zahnheilkunde, die

Implantologie und Parodontologie, Zahntechnik,

Prophylaxe, Kieferorthopädie

und die Kinderzahnheilkunde.

BM: Frau Gronewald, wie definieren Sie

Ihr Erfolgskonzept?

RG: Schon bei der Eröffnung 1988 war

es mein Ziel, eine Praxis aufzubauen, die

den „Menschen“ in den Mittelpunkt stellt.

Sein Wohlbefinden ist uns wichtig. Dazu

trägt nun auch das Arbeiten auf 2 Etagen

bei: die Rezeption im Erdgeschoss ist von

den Behandlungsräumen im ersten Stock

getrennt. Dadurch wird viel Ruhe geschaffen.

Unsere Patienten erhalten eine

individuelle Beratung, eine respektvolle

Behandlung und eine würdevolle Betreuung.

Wir nehmen uns Zeit für jeden einzelnen

Menschen. Die Privatsphäre wird

dabei gewahrt. Das spüren und schätzen

auch unsere Patienten.

BM: Herr Gronewald, das Angebot Ihrer

Praxis ist vielfältig. Hat dies zum Erfolg

beigetragen?

KG: Auf jeden Fall! Wir bieten dem Patienten

eine einzige Anlaufstelle. Damit vermeiden

wir die Überweisung an andere

Adressen, sparen dem Patienten Zeit und

lange Wege sowie Doppeluntersuchungen

und Informationsverluste. Meine Frau ist

spezialisiert auf Kieferorthopädie und Kinderzahnheilkunde,

unsere Partnerin, Frau

Ann-Kathrin Gaiser, widmet sich der Parodontologie

und ich selbst übernehme die

Implantologie, Prothetik und Oralchirurgie.

Diese Spezialisierung und die breite

Angebotspalette haben sicher zum Erfolg

beigetragen. Nicht zu vergessen ist auch die

harte Arbeit und der unermüdliche Einsatz

aller Mitarbeiter an 6 Tagen die Woche!

v.l.n.r.: Rosemarie Gronewald, Klaus Gronewald,

Ann-Kathrin Gaiser.

32 ::


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HEADLINE KLEIN

BM: Frau Gronewald, welche Bedeutung

haben neue Werkstoffe bei Ihrer Arbeit?

RG: Es gibt ständig neue Entwicklungen

von Werkstoffen und Techniken. Wir investieren

sehr viel Zeit in unsere Fortbildung,

damit wir auf dem modernsten Stand bleiben.

So arbeiten wir mit technisch ausgereiften

und biokompatiblen Werkstoffen.

Dabei verwenden wir Kunststoffe, Keramik

und Gold. Amalgam wird bei uns

nicht mehr verarbeitet.

BM: Herr Gronewald, es wurden „neue

Techniken“ erwähnt. Welche Rolle spielen

diese bei Ihrer Arbeit?

KG: Der Einsatz neuer Techniken hilft,

Behandlungszeiten zu verkürzen und die

Kosten für zum Beispiel keramische Arbeiten

niedrig zu halten. Wir haben ein integriertes

zahntechnisches Labor. So kann

der Zahntechniker vor Ort und mit dem

Patienten gemeinsam die passende Keramikfarbe

bestimmen. Im Labor arbeiten

wir mit computergestützter Fertigung von

Inlays, Kronen und Brücken (Cerec 3D).

Ein Keramikinlay kann mit Hilfe des Cerec-3D-Gerätes

in nur einer Sitzung ohne

Abdrucknahme oder Provisorium eingegliedert

werden. Unsere Behandlungszimmer

sind mit Lasertechnik ausgestattet. Bei

allen Eingriffen am Zahn bietet uns der Laser

die Möglichkeit, substanzschonend und

schmerzarm zu arbeiten. Alle Behandlungszimmer

verfügen über ein digitales Röntgengerät.

Damit können schnell und zeitnah

Aufnahmen gemacht werden, die für

den Patienten sogar weniger als 10 Prozent

der normalen Strahlenbelastung bedeuten.

BM: Herr Gronewald, wann kommt denn

Lasertechnologie zum Einsatz?

KG: Der Laser kann bei Wurzelbehandlungen

eingesetzt werden. Er ermöglicht

die Desinfektion der feinen Wurzelkanäle.

Dadurch erhöht sich die Erfolgsquote

deutlich. Es ist ebenfalls möglich, mit dem

Laser die „Zahntaschen“ zu desinfizieren,

in denen wir eine Brutstätte der Paradontose

sehen. Auf diese Weise kann der Patient

oftmals auf die Einnahme von Antibiotikas

verzichten. Außerdem können kleine

Löcher punktgenau mit dem Laser behandelt

werden. Das schont die Zahnsubstanz

und ist eventuell weniger schmerzhaft.

BM: Frau Gronewald, Sie sind spezialisiert

auf Kieferorthopädie. Gibt es auch dort

neue Techniken?

RG: Ja, neue Zahntechnik ermöglicht

auch eine unsichtbare Zahnregulierung.

Das ist vor allem für Erwachsene ein wichtiger

Vorteil. Wir arbeiten auf Wunsch

des Patienten mit transparenten und herausnehmbaren

Spangen (Invisalign ® ).

Eine optimale Zahnstellung ist, abgesehen

von der Ästhetik, auch eine wichtige Prophylaxe-Maßnahme,

um Erkrankungen

wie Karies oder Erkrankungen des Zahnhalteapparates

zu vermeiden. Sogar körperliche

Beschwerden wie z.B. Migräne,

Kopfschmerzen, Haltungsschäden, Sprachstörungen

und Verdauungsprobleme können

dadurch gelindert oder behoben werden.

BM: Herr Gronewald, die Angst vor einem

Zahnverlust sitzt tief. Welche Chancen eröffnen

sich mit der Implantologie?

KG: Bei teilweisem oder vollständigem

Zahnverlust gewährleistet die Festverankerung

eines Zahnersatzes im Kieferknochen

mit Implantaten eine Haltestruktur,

die einem natürlich gewachsenen Zahn

nahe kommt. Alle dafür notwendigen

chirurgischen Maßnahmen, inklusive Gewebe-

und Knochenaufbau, werden von

uns durchgeführt. Damit verliert der Zahnverlust

an Schrecken!

BM: Frau Gronewald, im Oktober blicken

Sie auf 20 Praxisjahre in Dornstadt zurück.

Wird gefeiert?

RG: Ja, wir möchten mit unseren Patienten

gemeinsam feiern und werden uns ab dem

03.Oktober 2008 mit diversen Aktionen

gebührend bedanken.

DAS INTERVIEW FÜHRTE

TEAM-ENTLASTUNG: BIRGIT MANN

:: 33


[er]finden

Norbert Holzer (l.) und Klaus-Dieter Diepold verantworteten

die Baureihen Stralis und Trakker.

Vehicles Corporation besteht. Ein Fehler

insofern, denn unter „Industrial Vehicles“

werden eigentlich Maschinen und Geräte

mit Industriemotoren verstanden und keine

Lkw mit Fahrzeugmotoren, die Wirtschaftlichkeit

und entsprechenden Umweltnormen

gerecht werden. Das kaum

beachtete Versehen entspricht irgendwie

den „Schleifen“, die der italienische Konzern

flog, bis er zur heute konsequenteren

Ausrichtung seines Geschäfts gekommen

ist. Mit der Präsentation der 2. Generation

des Flaggschiffs „Stralis“ 2007 hat Iveco

die Baureihe noch einmal aufgewertet und

damit unterstrichen, im internationalen

Nutzfahrzeugmarkt neben den ganz großen

wie Daimler und Volvo/Renault sowie

MAN, Scania und DAF eine gute Position

einzunehmen.

Basis des ersten Iveco-Produkt- und

Vertriebsprogramms bei den schweren

Straßen- und Baufahrzeugen (z. B. Magirus-Deutz

Baubullen) waren in den ersten

gut 15 bis 17 Jahren die Modelle der Gründungsunternehmen

(Magirus-Deutz, Ulm,

Fiat, Lancia und OM, Italien und Unic,

Frankreich). Diese Produkte waren konstruktiv

und technisch noch mehr oder

weniger von einer multinational ausgerichteten

Kundenstruktur geprägt. Im Jahr

1992 kamen dann in dem für jeden Hersteller

bedeutenden oberen Segment von

18 – 41 t mit „EuroStar“, „EuroTech“ und

„EuroTrakker“ die ersten von Iveco komplett

entwickelten Modell-Reihen. Produktphilosophie

und Ingenieurskunst hatten

sich nach dieser Zäsur total verändert.

Jetzt war die Zeit reif für die Integration

aller Ideen und Erfahrungen von Iveco-Ingenieuren

aus Italien, Deutschland und anderen

europäischen Ländern.

Unter der Leitung des schwedischen

Nutzfahrzeugingenieurs Sam Burman

wurde die Gesamtentwicklung aller mittleren

und schweren Lastwagen der Iveco

zusammengefasst. Mit dem „Stralis“ kam

der Verantwortungsschwerpunkt für das

Fahrgestell, den Antriebsstrang einschließlich

Bremsen und Elektrik nach Ulm, den

traditionsreichen Stammort schwerer Lastwagen.

Das Fahrerhaus wird in Turin entwickelt,

die Motoren in der kleinen, feinen

Technologieschmiede in Arbon am Bodensee

(Schweiz).

Unter den insgesamt etwa 620 Mitarbeitern

Burmans in den Iveco Entwicklungszentren

in Turin, Ulm, Arbon und

dem oberitalienischen Brescia, wo alle mittelschweren

„EuroCargo“ (6 – 16 t) entstehen,

nimmt die Ulmer Entwicklungsmannschaft

einen wichtigen Part ein. Insgesamt

310 Mitarbeiter (210 Ingenieure, 100

Monteure) arbeiten hier für „Stralis“ (18 –

26 t) und den schweren Baustellen-Lkw

„Trakker“ (18 – 41 t). Unter der Projektleitung

von Klaus-Dieter Diepold werden

die Trakker entwickelt, die mit insgesamt

sechs Radformeln vom 4 x 2 (Zweiachser)

bis zum 8 x 8 x 4 (Vierachser) konzipiert

sind. Produziert werden die Trakker im

Iveco-Werk in Madrid.

Norbert Holzer verantwortet die Straßenfahrzeuge

und Sattelschlepper der Baureihe

Stralis mit bis zu drei Achsen, die auch

in Ulm gebaut werden. Darüber hinaus

werden in Ulm auch alle Prototypen der

schweren Fahrzeuge im Versuch geprüft

und auf den Teststrecken im Donautal sowie

in Markbronn auf der Schwäbischen

Alb ausgiebig erprobt. Zu der weltweiten

Zuständigkeit für beide Baureihen kommt

auch jene für Exoten wie beispielsweise die

Stralis-Road Trains in Australien, Lkw-

Kombinationen mit mehreren Anhängern,

die eine Gesamtlänge von bis zu 53,5 m

haben und mit maximal 140 t Gesamtgewicht

auf den über 550.000 Kilometern

Staubpisten des australischen Kontinents

unterwegs sind.

„Wir arbeiten heute mit unseren Kollegen

innerhalb der Iveco unter der Maßgabe

der jeweiligen Aufgabenstellungen in enger

Abstimmung zusammen. Dies ist meines

Erachtens der beste Weg, um auch die

wirklich besten Ideen und Realisierungsschritte

für neue Produkte einzuleiten“,

sagt Norbert Holzer. Und es müssen auch

nicht mehr ganze Heerscharen von Technikern

und Kaufleuten um die Welt reisen,

um wesentliche Fragen abzustimmen. In

einem sogenannten „Decionsroom“ im Ulmer

Iveco-Werk im Donautal werden regelmäßige

Besprechungen mit modernsten

Kommunikationsmitteln durchgeführt.

Mit Hilfe von digitalem „mock up“, einem

Versuchsmodell in 3-D-Version, können

einzelne Entwicklungsschritte und Probleme

direkt am Bildschirm zwischen den

Ingenieuren in Ulm, Turin und Brescia diskutiert

werden. Die neuen Arbeitsprozesse

in der zusammengefassten Einheit der Iveco-Entwicklung

funktionieren und haben

mit „Stralis“ und „Trakker“ auch vorzeigbare

Ergebnisse gebracht. Jetzt sollen in

Ulm 40 Ingenieure eingestellt werden, um

das wachsende Arbeitsaufkommen bewältigen

zu können. DIETER MUTARD

Der Baustellen-Lkw Trakker: Für anspruchsvolle Einsätze im Off-Road-Bereich.

34 ::



[er]finden

Weltmarktführer Daimler Buses

DIE BUS-ENTWICKLER

AUS NEU-ULM

Mit einem weltweiten Gesamtabsatz

von 39.050 Omnibussen und

Fahrgestellen über 8 t (im Vorjahr

36.190 Einheiten) im Jahr 2007

hat die Daimler AG ihre seit langem

bestehende Position als Weltmarktführer

bestätigt. Kein anderer

Hersteller verkauft so viele

Einheiten in diesem Fahrzeugsegment.

Der weltweit zweitgrößte

Anbieter (Volvo) kann nur 50 Prozent

des Daimler Volumens absetzen.

Als größtes Omnibus-Entwicklungszentrum

des Konzerns

hat der Standort Neu-Ulm zweifellos

seinen Anteil an dieser exorbitanten

Position im Weltmarkt.

Richard Averbeck, Leiter der Entwicklung

des Bereichs Daimler

Buses, über die Aufgabenstellung

der 350 Neu-Ulmer Entwickler.

Die Daimler AG hat in Neu-Ulm – vor

allem seit dem Jahr 2001 unter der Leitung

des heute 51-jährigen Wirtschaftsingenieurs

Richard Averbeck – das weltweit

größte Kompetenzzentrum für Omnibusentwicklung

im Konzern geschaffen. Insgesamt

hat der Ausbau des ehemaligen

Iveco-Entwicklungszentrums bis heute

mehrere Millionen Euro gekostet. Gekauft

hat die gesamte Anlage im Jahr 1995 – in

unmittelbarer Nachbarschaft zum damals

Richard Averbeck, Leiter der Entwicklung

Daimler Buses.

gerade in Betrieb gegangenen Omnibus-

Montagewerk – noch die ehemalige Karl

Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH.

Heute sind hier, wo sich die Entwicklungsverantwortung

für alle Hochbodenfahrzeuge

(Reisebusse und Überland-

Linienbusse) der Marken Setra und

Mercedes-Benz konzentriert, die Abteilungen

Entwicklungs-Strategie und

-Planung, Konstruktion und

Versuch sowie das Design

Center, das die weltweite

Verantwortung für alle

Daimler Busse hat, untergebracht.

Der Daimler

Buses Entwicklungsverbund

wird

von Richard Averbeck

verantwortet. Er hat

sein Hauptbüro in

Neu-Ulm, aber auch

eines in Mannheim.

Darüber hinaus muss

er auch in den USA,

Mexiko, Brasilien und

der Türkei präsent sein.

Ein Job also, der Flexibilität

und Mobilität erfordert.

Im Mannheimer Werk werden

die Niederflurbusse für

den Stadtverkehr entwickelt, in USA die

Niederflurbusse der Marke Orion, von

der schon über 2.500 Hybridfahrzeuge

im Markt bzw. fest bestellt sind und in

São Paulo (Brasilien) sowie teilweise in

Neu-Ulm liegt die Verantwortlichkeit für

die Fahrgestellentwicklung der Marke

Mercedes-Benz.

„Kreativität“, sagt Richard

Averbeck, „ist eine unendliche

Ressource“.

Damit spielt er

nicht nur auf die

in all den Jahren

immer wieder

erreichten Programmneuheiten

und vielfältigen

Assistenzsysteme

zur

Steigerung der

Wirtschaftlichkeit

und Sicherheit

bei Omnibussen,

sondern

auch auf die große

Tradition des Omnibusbaus

in Ulm

an. Für Averbeck

36 ::


Die Bus-Designer in Ulm sind für die Gestaltung des kompletten, weltweiten Omnibusprogramms

des Stuttgarter Automobilkonzerns verantwortlich.

hat in dieser Hinsicht alles mit dem Setra

des Otto Kässbohrer („eine der großen

und sicher wegweisende Innovationen im

Omnibusbau“) begonnen. Heute ist die Setra

TopClass 400 nicht nur die beste Reisebusgeneration

der Welt, sondern auch das

Premiumprodukt des Stuttgarter Automobilkonzerns

bei Omnibussen.

Neuester „Sicherheits-Baustein“ ist hier

der Front Collision Guard (FCG), ein zum

Patent angemeldetes, passives Sicherheitssystem,

das es bisher in der Setra TopClass

gibt. Die drei Buchstaben FCG stehen für

ein Höchstmaß an Schutz für Fahrer, Beifahrer

und Fahrgäste. Er bietet außerdem

einem etwaigen Unfallgegner einen Unterfahrschutz

ähnlich der von der EU in anderen

Fahrzeugklassen geforderten Norm

ECE-R-93. Wesentliche Elemente des Systems

sind die integrierte Absorberstruktur

sowie das Frontmodul, das bei einem Aufprall

den kompletten Fahrerplatz inklusive

Fahrersitz, Lenkrad und Pedalerie um

bis zu 20 Zentimeter nach hinten schiebt.

Diese Technik ist in ihrer Wirksamkeit einmalig.

Der Front Collision Guard wurde in

zahlreichen Crash-Simulationen sowie Real-Tests

optimiert und zur Serienreife gebracht.

Der Omnibus erfährt mit dieser

Neu-Ulmer Entwicklung eine weitere Steigerung

als das schon bisher sicherste Verkehrsmittel

im Personentransport.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung

des Sicherheitssystems der Front Collision

Guard verweist Richard Averbeck

auf die wertvollen Forschungs-Grundlagen

des Konzerns und dessen technischem

Know-how. „Wir arbeiten in vielen Dingen

sehr eng mit den Kollegen im Daimler Forschungszentrum

am Ulmer Eselsberg oder

der Truck Entwicklung in Stuttgart zusammen.

Hier können wir vieles abrufen.

Diese Synergie bietet uns handfeste wirtschaftliche

Vorteile, denn selbst 39.000

Omnibusse und mehr im Jahr rechtfertigen

nicht immer einen Aufwand, der für die

Stückzahlen bei Transportern und Lastwagen

mit insgesamt weit über 500.000

Einheiten selbstverständlich ist“. Dies gilt

auch für den Hybridantrieb bei Stadtlinienomnibussen.

Auch in diesem Segment

ist Daimler Weltmarktführer und wird den

momentan in der Mannheimer Entwicklung

befindlichen Mercedes-Benz Citaro

Bluetec mit Hybridantrieb im nächsten

Jahr auf die Straße bringen.

Insgesamt werden jährlich 9.000 Komplettbusse

der Marken Setra und Mercedes-

Benz gebaut und ausgeliefert. Davon ist

kaum ein Fahrzeug wie das andere und

insgesamt müssen die Entwicklungszentren

in Neu-Ulm und Mannheim für diese

Produktionszahl auch noch 18.000 Kunden-Sonderwünsche

realsieren. Ein Mammutprogramm,

das auch viele der Zulieferer

einbindet. Deshalb haben sich schon

einige der mittelständischen Lieferanten

in der Region niedergelassen, um in der

Nähe der Omnibusfabrik zu sein und ihre

busspezifischen Entwicklungen direkt

vor Ort abstimmen zu können. „Die Zusammenarbeit

mit diesen Firmen ist sehr

interessant und bringt auch uns immer

wieder wertvolle Impulse“, unterstreicht

Averbeck.

DIETER MUTARD

:: 37


[verantworten]

Netzwerk

WIE 16 FIRMEN GEMEINSAM

ENERGIE SPAREN WOLLEN

Unternehmen aus der Region wollen

bis Ende 2010 ihren Energieverbrauch

um durchschnittlich 8,5

Prozent senken. Darauf hat sich

das „Netzwerk Energieeffizienz

Donau-Alb“ festgelegt. Das Ziel

der beteiligten Firmen: Energie effizienter

nutzen, Kosten reduzieren

und die Umwelt entlasten.

Die Kosten für Strom, Gas und Öl steigen

und steigen – und in mancher Branche

führt das zu fast existenzbedrohenden

Belastungen. Das betrifft vor allem diejenigen,

bei denen der Energiekostenanteil bei

der Produktion sehr hoch ist.

Den Energieverbrauch senken, die eingesetzte

Energie effizienter nutzen und damit

Kosten sparen und gleichzeitig die Umweltbelastungen

senken: Wie sich das im

Betriebsalltag umsetzen lässt, wollen 16

Unternehmen aus der Region – von Ostwürttemberg

bis zum Südschwarzwald –

im Netzwerk gemeinsam ermitteln.

Diese Betriebe sind aus unterschiedlichsten

Branchen von der Metall- und

Elektronikindustrie bis zur Kunststoff-,

Holz- und Stahlverarbeitung. „Insgesamt

entspricht ihr jährlicher Energieverbrauch

dem von circa 20.000 durchschnittlichen

Haushalten“, heißt es dazu beim Energieversorger

EnBW Energie Baden-Württemberg

AG, der mit der IHK Ulm im vorigen

Herbst das Projekt ins Leben gerufen hat.

Ihr gemeinsames Ziel: durch effizienteren

Einsatz von Energie innerhalb von

drei Jahren die Energiekosten um durchschnittlich

8,5 Prozent senken. Dies haben

die Unternehmen bei einem Netzwerktreffen

beschlossen. Das soll durch gemeinsame

Workshops und Beratungstage in den

Unternehmen erreicht werden, beschreibt

Werner Kühl, Umweltreferent der IHK

Ulm, die Vorgehensweise.

Vier Schritte seien während der dreijährigen

Laufzeit des Projekt geplant:

1. den Ist-Zustand ermitteln;

2. Schwachstellen analysieren;

3. einen Maßnahmenkatalog erstellen, der

zeigen soll, wie in einzelnen Bereichen

Energie gespart werden kann;

4. durch Controlling ermitteln, ob die

Ziele erreicht worden sind oder nicht.

Die ersten Schritte sind bereits getan. Jetzt

geht es darum, einen Maßnahmenkatalog

zu entwickeln, der spezifisch auf das

jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist.

„Es wird eine Hitliste aufgestellt, die die

Bereiche mit den größten Energieverbräuchen

aufzeigt“, sagt IHK-Umweltreferent

Werner Kühl. Daraus zeige sich, wo es die

größten Handlungspotenziale gebe >

38 ::


Seit 1949 energieeffizient

durch Kraft-Wärme-Kopplung

FUG Fernwärme -

gut für’s Klima

:: 39


[verantworten]

Energie-Manager hilft Kosten senken

Die Senkung des Energieverbrauches,

der Einsatz von Effizienztechnologien

und die Anwendung eines professionellen

Energiemanagements: Für Unternehmen

wird es immer wichtiger,

ihre Energiekosten zu senken, auch

um damit die Wettbewerbsfähigkeit zu

sichern.

Für die professionelle Umsetzung gibt

es bei der IHK Ulm den neuen berufsbegleitenden

Lehrgang zum Energie-

Manager IHK. Er startet am 10. Oktober

2008 und umfasst 160 Unterrichtsstunden.

80 Stunden davon werden über

Online-Learning abgedeckt. Die Teilnehmer

sollen die notwendigen Kenntnisse

erlangen, um die Energieanwendungen

des Unternehmens technisch

zu optimieren, gezielt zu managen und

auf Veränderungen am Energiemarkt

zu reagieren. Inhalte des Lehrgangs:

energietechni sche Grundlagen, Energiedatenmanagement,

Gebäudeenergieausweis,

energiebewusstes Bauen,

Heizungs-, Kälte-, Solartechnik, Energie-

und Emissionshandel.

Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte,

zum Beispiel Betriebsleiter,

Produktionsleiter, Energiebeauftragte,

Prozessingenieure, Betriebstechniker

und Energiedienstleister, Umweltbeauftragte

und Facility Manager.

INFO Sylvia Wehner, IHK Ulm

Tel. 0731/173-141,

Fax: 0731/173-5141,

E-Mail: wehner@ulm.ihk.de

www.ulm.ihk24.de

und die höchsten Einsparpotenziale. Der

Handlungskatalog werde nach und nach

abgearbeitet. Einsparpotenziale könnten

teilweise mit einfachen Mitteln ohne größere

Investitionen getätigt werden; wenn

es um Maschinen gehe, fielen deutliche Investitionskosten

an.

Erste Ergebnisse sind laut Kühl vielversprechend:

So würden allein bei einem Unternehmen

Einsparmöglichkeiten zwischen

300.000 und 400.000 Euro erwartet.

Das Netzwerk arbeitet mit einem Mix

von Beratung direkt in den Unternehmen

und begleitenden Workshops, bei denen

unter anderem über neue technische Entwicklungen

informiert wird. Als Beispiel

nennt Kühl die intelligente Nutzung der

Abwärme, mit der der Gesamtenergieverbrauch

gesenkt werden könne. Vier solcher

Workshops gab es bislang, der nächste

findet im Herbst statt. Bei der jüngsten

Sitzung, die im Juli stattfand, legten die beteiligten

Firmen das Einsparziel von 8,5

Prozent fest.

40 ::


Diese Treffen dienen zudem dem gegenseitigen

Kennenlernen und dem Erfahrungsaustausch.

„Die Teilnehmer am

Netzwerk sind hoch motiviert, sagt Kühl,

wissen sie doch von der immer größeren

Bedeutung, die das Thema Energieverbrauch

in den kommenden Jahren haben

wird. Über das Netzwerk werden zudem

Kontakte zwischen den Unternehmen geknüpft,

die auch zu dualen Kommunikationsmöglichkeiten

genutzt werden.

Die Erfahrungen mit bisherigen Netzwerken

zeigen, dass sie auch über die reine

Projektdauer hinaus funktionieren, sagt

Kühl. Er verweist in diesem Zusammenhang

auf den so genannten „Energieeffizienz-Tisch“,

an dem sich zwölf Firmen und

Institutionen zusammengefunden hatten

– darunter Evobus, FUG, Gardena, Marabu,

Merckle ratiopharm, Ulmer Fleisch,

Schlacht und Zerlegebetrieb, Schwäbische

Härtetechnik Ulm und die Universität Ulm

– um nach Einsparmöglichkeiten zu suchen.

Ein großer Teil davon trifft sich auch

Energieeffizienz: Mehr als nur der Austausch

von Glühbirnen.

nach Projektende weiterhin regelmäßig,

um sich auszutauschen.

„Das ist für uns eine wichtige Grundidee“,

sagt Umweltreferent Werner Kühle,

aus einem solchen begleitenden Projekt

solle ein Selbstläufer werden. Das zeige

auch, dass diese Netzwerke für die Unternehmen

einen hohen Mehrwert haben. Der

schlägt sich in den einzelnen Unternehmen

auch in Euro und Cent nieder. So sparte

beispielsweise ein Unternehmen, das sich

am „Energieeffizienz-Tisch“ beteiligte,

durch entsprechende Maßnahmen bis zu

400.000 Euro Energiekosten im Jahr ein.

Ein anderer Betrieb nutzte den Umzug in

modernisierte Hallen zur weiteren energetischen

Optimierung mit der positiven Folge,

dass der Energieverbrauch um 15 Prozent

sank.

Insgesamt konnten die Projektteilnehmer

den CO 2

-Ausstoß um knapp 40 Prozent

verringern, zieht Kühl Bilanz. Im

Durchschnitt erreichten die Unternehmen

Effizienzfortschritte von rund 5,5 Prozent.

JOSEF WEGERER

INFO

Werner Kühl ist Umweltreferent

der IHK Ulm.

Kontakt: Tel. 0731/173-170,

Fax: 0731/173-174,

E-Mail: kuehl@ulm.ihk.de,

www.ulm.ihk24.de

:: 41


[verantworten]

centrotherm photovoltaics AG

DIE SONNE SPEIST

DEN GOLDGRÄBER-STROM

Ein paar hundert Meter Luftlinie

vom Blautopf erhält Blau beuren

eine asiatische Note. Die Beete im

Firmenareal, das mitten im Urdonautal

liegt, sind geschwungen.

Harmonie, das war der Ansatz für

die Krümmung des Verwaltungsgebäudes,

das sich den Linien des

urzeitlichen Flusses anschmiegt. Es

handelt sich um das Headquarter

der centrotherm photovoltaics AG

– das wie die Außenanlagen nach

Feng-Shui-Kriterien angelegt ist.

Der Ferne Osten und das Blautopf-Städtle

– man kann neuerdings deutliche Anzeichen

enger Verbindungslinien finden, zumindest

vom weitläufigen Firmenareal des

Solaranlagen-Herstellers aus, wo auch mal

die chinesische Flagge aufgezogen wird,

wenn sich eine Delegation aus dem Reich

der Mitte zum Erinnerungsfoto postiert.

„Ah, damit der Geldfluss nicht abreißt“,

bekommt Vorstandssprecher Robert M.

Hartung des Öfteren zu hören, wenn er

die Gäste auf die Feng Shui-Adaption hinweist.

Im Moment schaut es ausgesprochen

gut aus, dass dieser Fall so bald nicht

eintritt. Aufträge im Wert von rund einer

Mrd. Euro bis zum Jahr 2010 stehen in den

Büchern des Unternehmens, das 2007 an

die Börse ging, bald danach in den TecDax

aufgenommen wurde und sich zu den weltweit

führenden Technologie- und Dienstleistungsanbietern

für die Herstellung von

Solarzellen und Solarsilizium zählt. Allein

18 so genannter „Turnkey-Linien“ zur

Produktion der Siliziumzellen seien derzeit

im Auftragsbestand enthalten.

Ein ganzes Bündel an Vorteilen führt

Hartung (41) an, die sein Unternehmen

aus dem Börsengang gezogen habe. Durch

höhere Bekanntheit und größere Aufmerksamkeit

sei es nun einfacher, hochqualifiziertes

Personal in die zweifelsohne etwas

provinzielle Lage zu locken.

Dem Aufwand, der etwa durch die regelmäßigen

Quartalsberichte anfalle, stünde

der Vorteil gegenüber, nun die Chance

zu haben, an Großaufträge heran zu

kommen. Der geglückte Börsengang, der

134 Mio. Euro in die Firmenkasse spülte,

habe die Voraussetzung geschaffen, den

unabdingbaren Expansionskurs zu finanzieren.

„Über die herkömmliche Bankenfinanzierung

wäre dieses Wachstum nur

schwer umsetzbar gewesen“, so Hartung.

Grundlagen für den Einstieg in den Solarbereich

legte schon 1979 eine Vorläufergesellschaft

der Unternehmerfamilie Hartung

mit der Fertigung von Öfen für die

Halbleiterindustrie. 2001 war man, auf

gemeinsame Forschungsprojekte mit dem

Fraunhofer Institut für Solare Systeme aufbauend,

in der Lage, Solarzellenproduzenten

mit Schlüsselequipment zu beliefern.

Seither ist man dabei beim Solar-Boom.

Als die Dünnschicht-Technologie aufkam,

fiel in Blaubeuren der Beschluss, auch

hier einzusteigen, zunächst ab 2004 mit

Engineering-Dienstleistungen. Mittlerweile

liegt auch in diesem Bereich eine erste

Produktionslinie in der Pipeline. Nächstes

Frühjahr soll sie an den Start gehen, in Taiwan.

Sie steht für ein Auftragsvolumen von

44 Mio. Euro. Liege der Anteil dieser Technik

an der Solarstromproduktion derzeit

noch bei unter zwei Prozent, so kön- >

Nahe beim idyllischen Blautopf: Hightech in der Produktion von Centrotherm.

42 ::


Robert M. Hartung

Der Stratege aus der Gründerfamilie

Robert Michael Hartung (41) hat Wirtschaftsingenieurwesen

an der Technische

Universität Darmstadt und Informatik

an der Fachhochschule Darmstadt

studiert.

Im Jahr 1999 trat er in die Centrotherm

Elektrischen Anlagen GmbH & Co. KG

ein und gründete gemeinsam mit seinem

Vater die centrotherm photovoltaics

Solutions KG. Seit Gründung der

centrotherm photovoltaics im Jahr 2005

gehört er dem Vorstand an. Hartung ist

Mitglied der Gründerfamilie und verantwortet

in seiner Funktion als Vorstandssprecher

die Bereiche Strategie,

Konzernmanagement, Recht und den

Geschäftsbereich Solarsilizium.

Hartung ist wohnhaft im Blau beurer

Ortsteil Seißen, wo, wie er lachend sagt,

„drei wartende Autos bereits als Stau

gelten“.

wir machen...

...jeden Umzug mit!

HARDER

logistics

Danieli & Spann OHG

Robert-Bosch-Straße 1 · 89269 Vöhringen · Telefon 0 73 06-96 40-0 · Fax 0 73 06-96 40-29 · info@speditionharder.de · www.speditionharder.de

:: 43


[verantworten]

Solarzellenfertigung: Im Diffusionsofen entsteht durch Phosphordiffusion das elektrische Feld, das

später in der fertigen Solarzelle bei Lichteinfall Strom erzeugt.

ne er mittelfristig auf 30 Prozent steigen,

prognostiziert Hartung. Pluspunkte dieser

Technik sind, dass sie weitgehend ohne

das nur mit hohem Energieaufwand herzustellende

Silizium auskommt, auch keinen

„hochreinen Sand“ benötigt, größere

Module erlaubt und über kurz oder lang in

den Herstellungskosten stark sinke.

Ein Problem der Solarindustrie ist im

Moment der stark gestiegene Siliziumpreis.

Als sich abzeichnete, dass sich dieser

Grundstoff immer mehr zum Flaschenhals

für die Expansion der Photovoltaic und die

notwendige Verbilligung des Solarstroms

entwickelt, stiegen die Blaubeurer auch in

dieses Gebiet ein, wiederum auf der Ebene

der Planung und des Baus von Anlagen.

Einzelne Komponenten wie Konverter und

Reaktoren stellt die nicht zur AG, aber

zum Hartung’schen Familienimperium gehörende

Firma Centrotherm Thermal Solutions

her, deren komplette Produktion

an die AG gebunden ist.

Von den rund 320 Mio. Euro, die eine

Anlage zur Silizium-Produktion kostet, entfielen

derzeit rund 80 Mio. auf Leistungen

seines Unternehmens, so Hartung, der hier

eine der Ansätze für seine Visionen ableitet:

Schritt für Schritt sollen die Leistungen

auf weitere Stufen der Wertschöpfungskette

ausgedehnt werden, um in Zukunft

alle wesentlichen Komponenten auf beiden

Feldern – sowohl Solarzelle als auch

Dünnschicht – anbieten zu können.

Von Aktionärsseite besteht kaum Gefahr,

dass diese Strategie durchkreuzt

wird. Über 66 Prozent der Anteile liegen

direkt oder über Beteiligungsgesellschaften

bei den Firmengründern und bei Mitgliedern

von Vorstand und Aufsichtsrat. Lediglich

33,5 Prozent, sind in Streubesitz.

Die Aktie ist relativ volatil und hat sich

von ihrem Höchstkurs von 75 Euro wieder

deutlich entfernt, sie liegt jedoch immer

noch deutlich über dem Ausgabekurs von

34,50 Euro. Für das Gesamtjahr erwartet

Hartung einen Umsatz zwischen 330 bis

350 Mio. Euro, was ebenfalls einer Verdoppelung

gleichkäme. Der Gewinn solle

sich, so der jüngste Quartalsbericht, zwischen

41 und 44 Mio. Euro belaufen. Dividende

solle es weiterhin keine geben, das

Geld werde für die Finanzierung des rasanten

Wachstums benötigt.

Die Kräne auf dem Firmenareal, wo

derzeit eine neue Produktionshalle entsteht,

sind ein untrügerisches Indiz dafür,

dass dieser Absicht konkrete Taten folgen.

Die Expansion solle jedoch gleichfalls

durch Zukäufe gestemmt werden. Strom

aus Photovoltaic und damit die Module

müssten billiger werden. Auch die Preise

für die Produktionsanlagen könnten sinken,

wenn sie erst einmal in größerer Serie

hergestellt werden.

Nicht zuletzt auf Produktseite gebe es

noch große Spielräume, wenn es gelingt,

den Wirkungsgrad ( Siliziumzelle: 16 bis

17 Prozent, Dünnschicht: 8 bis 10 Prozent)

deutlich zu steigern.

Wissenschaftler wie Eicke Weber, Chef

des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesystems

in Freiburg, erkennen hier noch

großes Potential für Innovationen. Theoretisch

sei sogar ein Wirkungsgrad von bis

zu 50 Prozent möglich. Gleichzeitig erwartet

der Solar-Experte Stephan Droxner,

Aktienanalyst bei der Landesbank Baden-

Württemberg, dass die Herstellungskosten

für Photovoltaic gewaltig sänken, auf wenigstens

die Hälfte bis in fünf Jahren, wenn

zugleich der große Durchbruch zu erwarten

sei. Das Potential, das die Sonne bereit

hält, ist riesig. Das Zehntausendfache

des weltweiten Energieverbrauchs schickt

sie mit ihren Strahlen täglich auf die Erde,

nur ein Bruchteil wird davon genützt. Der

Druck zu innovativen Lösungen werde daher

in Zukunft eher weiter zunehmen, der

Wettbewerb schärfer. Die AG unterhält

über ihre Tochtergesellschaft centrotherm

photovoltaics Technology in Konstanz ein

Forschungs- und Entwicklungszentrum, in

dem neue Technologien und Prozesse im

Bereich Solarzelle entwickelt werden.

Betroffen vom Preisdruck werden nach

Hartungs Einschätzung jedoch in erster

Linie die Produzenten sein. Was die energieintensive

Silizium-Produktion betrifft,

würden damit die Produktionsstandorte

noch entscheidender. „Wichtig ist günstiger

Strom.“ Deutschland hat es da gegenüber

Asien deutlich schwerer, sich

durchzusetzen. Laut Hartung kommt noch

erschwerend hinzu, dass Genehmigungsverfahren

für Siliziumfabriken in Deutschland

deutlich langwieriger sind, am Markt

indes Schnelligkeit entscheidet..

Gelten Solarmodule als Allerweltsprodukt,

böten sich den Ausrüstern weit mehr

Gelegenheiten, sich von Wettbewerbern

abzuheben. Bei den Blaubeurern steht hier

ganz oben auf der Plusliste, schlüsselfertige

Komplettlösungen anbieten zu können.

„Wir begleiten unsere Kunden von der Genehmigungsphase

über Planung und Aufbau

bis zur Inbetriebnahme der Anlage.“

Hartungs Optimismus deckt sich mit

dem des Verbands Deutscher Maschinenund

Anlagenbau, der für die Solarausrüster

in den kommenden Jahren stabile

zweistellige Zuwachsraten prognostiziert.

Angesichts solcher Perspektiven ziehen Beobachter

bereits einen Vergleich zum amerikanischen

Goldrausch vor 150 Jahren.

Damals hatten nicht die Goldgräber, sondern

die Lieferanten von Schaufeln und

Waschsieben das große Geld gemacht. Die

Story könnte sich jetzt wiederholen.

THOMAS VOGEL

44 ::


[spezial]

Branchen-Report Catering & Event-Gastronomie

FLIEGENDE ENTENBRÜSTE:

ESSEN AM LAUFENDEN BAND

Das kalt-warme Buffet hat seine

Schuldigkeit getan. Wer bei seinen

Gästen Eindruck machen will,

muss heute mehr bieten als Spanferkel

und Lachsröllchen – eine

Herausforderung für Catering und

Eventgastronomie. Deshalb muss

die Branche rasch reagieren auf die

neuesten Trends, die ebenso wie bei

Musik und Mode immer schneller

kommen und gehen. Wie ein Blick

hinter die Kulissen zeigt, führen

durchaus mehrere Konzepte zum

Erfolg.

Veronika Distler und Thomas Settele sind ein eingespieltes Team.

Mitte der 80er-Jahre verdiente Thomas Eifert

mit Kochen erstmals Geld. Damals panierte

er Schnitzel als Ferienarbeiter in der

Großküche seines Schwiegervaters Hans

Ott im Ulmer Industriegebiet Donautal.

Seine Begeisterung und Leidenschaft fürs

Kochen entdeckte er Jahre später, nachdem

er ein Ingenieur-Studium der Produktionstechnik

abgeschlossen und eine Kochlehre

im Grimmelfinger „Adler“ absolviert

hatte. „Ich habe zwei Jahre lang nur gekocht“,

berichtet er mit leuchtenden >

Essenziell

genießen

fühlen

reden

kochen

erleben

begegnen

Besondere Abende

des Kochens

und Erlebens:

Für Gruppen

und Firmen

als Incentive, Feier

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Metzgerei – Catering & Partyservice

Geydan – Gnamm GmbH

Ludwigstrasse 25; 89231 Neu-Ulm

Tel. 0731-970730

www.geydan-gnamm.de

Augen: Er sammelte Erfahrungen, um

schließlich im Februar 1988 in den Betrieb

des Schwiegervaters einzusteigen und ihn

1999 zu übernehmen.

Heute steht gastromenü auf vier Beinen,

ein fünfter Geschäftszweig kommt hinzu.

Vor allem in der traditionellen Großküche,

die hauptsächlich Firmen-Casinos betreibt,

hat sich seit den 90-Jahren viel verändert.

„Die Firmen verlangten nach mehr

Dienstleistung“, sagt Eifert, „von Automaten

für Kaffee oder Snacks über Vesperversorgung

bis

hin zum Personal,

das Mitarbeiter und

Gäste bewirtet.“

Klassische Kantinen

hätten keine Berechtigung

mehr. Die

Leistungen von gastromenü reichen von

Planung, Gestaltung und Einrichtung von

Casinos bis zu bargeldlosen Zahlungssystemen.

Derzeit betreibt gastromenü 25

Casinos in 150 Kilometer Umkreis.

„Ernährung spielt heute eine wichtige

Rolle“, sagt Eifert, „verantwortungsvolle

Unternehmen wollen eine gesunde Ernährung.“

Folgerichtig verlangen sie zunehmend

nach Bio-Produkten – ein Wunsch,

den gastromenü als regionale Großküche

mit Bio-Zertifikat erfüllen kann.

Eifert hat die gastronomische Dienstleistung

als Wachstumsmarkt entdeckt: Die

Versorgung von Altenheimen, Kliniken

oder Kindertagesstätten und ein Menü-

Bringdienst für ältere Leute sollen als weiteres

Standbein ausgebaut werden.

Aus langjährigen Kontakten zu Firmen

und deren positiven Erfahrungen mit dem

Dienstleistungsangebot von gastromenü

entwickelte Eifert den Geschäftszweig

Event-Catering für Firmenveranstaltungen.

Und seine Tochterfirma Ulm Messe Catering

& Events verantwortet die Gastronomie

auf dem Ulmer Messegelände.

Eher still und leise hat sich Thomas Eifert

einen vierten Geschäftszweig aufgebaut,

der vor 14 Jahren mit dem „Moritz“

in der Ulmer Platzgasse als erstem Objekt

begann, damals noch mit einem Partner.

Heute zählen in Ulm Spazz, Bellavista,

Lago, das Schnellrestaurant Flo´s im Donautal

sowie die Gastronomie im Knopfmuseum

Warthausen dazu.

Die Gastronomie-Betriebe dienen auch

als Trendscouts. So sieht Thomas Eifert die

Unternehmen

wollen Bio-Produkte

Zeit von Fingerfood und Flying Dinner am

Abklingen. Der neueste Schrei heißt „preta-diner-Show“.

Nach dem Vorbild einer

Modenschau rollt das Essen auf Laufbändern

an den Tischen der Gäste vorbei, die

sich nehmen, was ihnen gefällt.

Fliegende Entenbrüste, vermeintlich

mordende Kellner oder eine der Torte entsteigende

Tänzerin sind Irmgard Silberbaurs

Sache nicht. Oberflächlicher Unterhaltung

und schnellem Konsumieren

begegnet sie mit dem Konzept „Küche und

Raum“, das ihrem

Unternehmen in der

Ulmer Frauenstraße

den Namen gibt.

Seit 29 Jahren plant

und verkauft die gelernte

Hauswirtschafterin

(„Ich komme aus der Praxis“)

Kücheneinrichtungen mit dem Anspruch,

dass Koch-, Ess- und Wohnkultur sich verbinden

mögen. Diesen Anspruch verwirklicht

Irmgard Silberbaur abseits der Verkaufsräume

im „Lebensraum“, der neben

einer perfekt eingerichteten Funktionsküche

mit neuesten Geräten eine Tafel für 16

Personen und eine Lounge nebst Bartheke

bietet. Alle Details hat sie mit Bedacht

ausgewählt – die Komposition wirkt har-

Gemeinsam Kochen unter professioneller Anleitung:

Imgard Silberbaur arrangiert Abende für

Firmengruppen und Genießerrunden, bei denen

die Kommunikation im Vordergrund steht.

46 ::


Christian Becker (Hintergrund) und sein Küchenchef Jahn. Gekocht wird in einer geräumigen

Küche, die sich über die ganze Fläche des Stadthauses im Untergeschoss erstreckt.

monisch und ausgleichend: Lärmende Küchenparties

sind hier fehl am Platz. Stattdessen

treffen sich hier zum gemeinsamen

Kochen Gruppen aus Firmen – zu Seminaren,

Besprechungen oder als Incentive.

Auch die private Genießerrunde ist willkommen,

um einen Abend zu gestalten

vom Zubereiten eines Menüs bis zur Tischdekoration.

Damit nichts anbrennt, stellt

Silberbaur dem kochenden Kollektiv professionelle

Köche aus Ulm und Umgebung

zur Seite. Was Namen angeht, sagt sie nur,

dass Peter Ebbinghaus aus Burgrieden, ein

sensibler Perfektionist seiner Zunft, nach

ihrem Geschmack ist. Im Vordergrund soll

alltagstaugliches Kochen stehen, die Profis

wirken eher in der zweiten Reihe.

„Kochen als Kulturgut ist verlorengegangen“,

bedauert Irmgard Silberbaur.

Koch- und Dinnershows verlieren nach ihrer

Einschätzung an Reiz, obwohl sie noch

immer Fernseh- und Veranstaltungsangebote

beherrschen. Man spürt ihre tiefe Abneigung

gegen den bloßen Eventbegriff im

Zusammenhang mit Kochen und Essen.

Menschen wollten mit Gleichgesinnten

kommunizieren, gemeinsam gestalten und

genießen. Da geschähen im „Lebensraum“

sogar kleine Wunder: Wenn zwei Mitarbeiter

eines Unternehmens, die sich sonst aus

dem Weg gehen, beim Kochen plötzlich

Gemeinsamkeiten entdecken und am Herd

Hand in Hand arbeiten. Dann klappt’s am

nächsten Tag auch im Büro.

Ein eigenes Selbstverständnis pflegt

auch der gelernte Koch und Metzgermeister

Thomas Settele, der sich als „kochenden

Logistiker“ bezeichnet. Nach der

Devise „Alles aus einer Hand“ liefert Settele

für private Feiern wie für Firmenveranstaltungen

alles: vom Zelt über Tische

und Stühle, Geschirr und Gläser bis zur

Musikanlage oder dem Zauberkünstler

und einer „sehr guten Küche.“ Fünf ausgebildete

Köche, von denen einige schon bei

namhaften Restaurants gearbeitet haben,

sowie ein Lehrling kommen dem selbst gesetzten

Anspruch nach. Die Kunden wissen

es offenbar zu schätzen, denn Settele

hat nach eigenen Angaben seinen Umsatz

in den vergangenen drei Jahren verdoppelt.

Die Stamm-Belegschaft zählt 35 Mitarbeiter

mit steigender Tendenz, darunter auch

400 Euro-Kräfte. Für professionelle Dekoration

von der Auswahl der Möbel bis zum

Blumen-Arrangement sorgt Veronika Distler

von DiDeKu (Distler Dekoration und

Kunst) mit sicherer Hand. Neben privaten

Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen

richtet Settele Firmenveranstaltungen aus,

die hohen Anforderungen genügen. Sei es

ein Event für 500 Gäste unter Tage im Haigerlocher

Salzbergwerk oder ein Fünf-Länder-Büffet

für 1.500 Gäste eines Pharma-

Konzerns. Kundenspezifische Wünsche

sollen verwirklicht, die Besonderheiten des

Veranstaltungsorts müssen berücksichtigt

und alle Details geplant werden.

Ja, es darf wieder etwas Besonderes sein!

War Spanferkel einst ein Klassiker am Buffet,

verlangen die Gäste heute nach frischen,

leichten Gerichten. Auch die sich

fleischlos Ernährenden wollen berücksichtigt

werden, machen sie doch durchschnittlich

zehn Prozent bei einer Veranstal- >

:: 47


[spezial]

tung aus. „Italienische Buffets sind derzeit

am meisten gefragt“, sagt Thomas Settele,

„auch Fingerfood, flying dinner oder running

dinner kommen sehr gut an.“ Grundsätzlich

stellt er fest, dass die Ansprüche

der Kunden an Küche und Service steigen.

„Gut beraten, aber nicht beeinflussen“, so

beschreibt Settele seine Strategie.

Weil Veranstaltungsräume mit Ambiente

in Ulm und Umgebung mangels Auswahl

oft ausgebucht sind, hat Settele im

Industriegebiet Schwaighofen ein ehemaliges

Autohaus erworben und nach seinen

Vorstellungen umgebaut. Eine ideales Objekt

für Events mit bis zu 250 Personen,

wie sich schnell zeigte. Die lichte Ausstellungshalle

wirkt wie ein modernes Restaurant,

die große Küche befindet sich direkt

dahinter und die ehemalige Werkstatt hat

sich zur beliebten Partymeile gewandelt, in

der bis in den frühen Morgen gefeiert werden

kann; mangels Nachbarn im Industriegebiet

stört das niemand.

Christian Becker begann 1992 als Wirt

in der Altstadt-Kneipe „Trödler“ in Ulm.

1994 übernahm er gemeinsam mit seiner

Schwester Tina den „Kornhauskeller“, der

sich unter Monika Rindle einen legendären

Ruf als „Cafè Wichtig“ erwarb. Heute

zählen zu Beckers Unternehmen neben

dem „Trödler“ noch die „Cubar“, das

„Riolet“ und das „Becker’s“ sowie als prominentestes

Objekt das Stadthaus auf dem

Münsterplatz. Aus

Gefragt ist

die leichte Küche

Thomas Eifert in der Produktion seines Bertiebs

„gastromenü“ im Ulmer Donautal.

dem Kornhauskeller

hat er sich 2007

zugunsten seiner

Schwester zurückgezogen.

Becker verfolgt

in jedem Betrieb

ein unterschiedliches Konzept, nutzt

aber die Synergie-Effekte beim Personal:

Kein Betrieb ist weiter als ein paar hundert

Meter vom anderen entfernt.

Im Stadthaus steht Becker unter Erfolgszwang

und öffentlicher Beobachtung.

Schließlich verantwortet er die Bewirtung

sämtlicher Veranstaltungen im Stadthaus-

Saal sowie das Catering auf dem Münsterplatz

am Schwörmontag einschließlich

des Künstler-Caterings. Letzteres ist offenbar

eine besondere Herausforderung angesichts

der Wünsche vermeintlicher Stars.

„Was Pink alles zum Essen bestellt hat, obwohl

sie so eine zierliche Frau ist“, berichtet

Becker über den Auftritt des Pop-Sternchens

im vergangenen Jahr und schweigt

vielsagend über die Einzelheiten.

Von April bis Juni und September/Oktober

ist das Stadthaus stark von Firmen

für geschlossene Veranstaltungen gebucht.

„Was wir als Caterer bieten, entscheidet

ob diese Kunden im nächsten Jahr wieder

kommen“, sagt Becker und fügt hinzu:

„Wir können fast jeden Wunsch erfüllen

bis zum roten Teppich auf dem Münsterplatz

oder einem Feuerwerk.“

Köche bekommt im Stadthaus niemand

zu Gesicht: Im Untergeschoss erstreckt sich

eine großzügige Küche nebst Konditorei.

Der Blick in Töpfe, Pfannen und Vorratsräume

bestätigt Beckers Aussage, dass er

auf Convenience-

Produkte verzichtet.

Gefragt ist in jüngster

Zeit eine leichte,

gerne auch internationale

Küche.

Gleichzeitig stellt

Christian Becker erfreut fest, dass sich immer

mehr Gäste wieder auf die Qualität

und Zubereitung heimischer Produkte besinnen.

„Die deutschen Winzer machen es

vor“, sagt Becker, „deutscher Wein hat erheblich

an Qualität gewonnen.“

Bei der Sitzordnung scheint es dagegen

kein Zurück mehr zu geben. Entertainment

während des Essens und das verbreitete

flying buffet stehen immer häufiger auf

der Wunschliste der Stadthaus-Kunden.

„Die Leute wollen weg von einer starren

Sitzordnung, es soll mehr Bewegung entstehen

und das Gespräch der Gäste untereinander

gefördert werden“, erläutert

Becker.

48 ::


Planung ist alles: Peter Burger überlässt für das „2. Biker Event Allgäu“ nichts dem Zufall.

Veranstaltungen

werden hochwertiger

Der Name Burger Zelte ist seit 40 Jahren

ein Begriff – und Beispiel dafür, wie

sich ein Betrieb verändern muss, will er

überleben oder neue Märkte erschließen.

Gab es früher kaum ein Volksfest zwischen

Alb und Bodensee ohne Burger, so hat sich

das Unternehmen aus diesem Geschäft seit

Mitte der 90-er Jahre fast völlig zurückgezogen.

Ausnahme: das Laupheimer Heimatfest.

Zu groß das wirtschaftliche Risiko

durch schlechtes Wetter, zu gering der

Rückhalt in der Bevölkerung für Volksfeste

– so beschreibt der 40jährige Peter

Burger die Lage.

Peter Burger, der das Unternehmen in

zweiter Generation führt, konzentriert

sich auf Großveranstaltungen von Firmen

aus der Region, mit denen er durch ganz

Deutschland reist, oft auch nach Österreich

oder Frankreich. Zu seinen Referenzen

zählen EvoBus, Iveco, Kögel oder

Liebherr. Vollen Einsatz fordern besucherstarke

Termine wie die Tage der offenen

Tür des Memminger Flughafens oder einer

Memminger Brauerei, das Ulmer Weinfest

oder der Ulmer Weihnachtsmarkt.

Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungs-

oder Cateringbetrieben verfügt Burger

nicht über eine eigene Küchenmannschaft.

Stattdessen baut er am Ort eine

mobile Küche oder ein komplettes Küchenzelt

auf und bezieht Küchen- und Servicepersonal

von externen Dienstleistern.

Lebensmittel und Getränke kauft Burger

möglichst nahe am Veranstaltungsort. Geplant

und gesteuert wird alles mit 17 festangestellten

Mitarbeitern am Firmensitz

in Weinried, einem kleinen Ort südlich

von Babenhausen im Landkreis Unterallgäu.

„Wir verstehen uns als Komplettanbieter

vom Zelt über die Bewirtung bis zu

Licht- und Tonanlage, Sicherheitsdienst

und der Vermittlung von Musikgruppen“,

sagt Burger. Firmenveranstaltungen sind

für ihn richtungsweisend. Seine Erfahrung:

„Die Veranstaltungen sollen wieder hochwertiger

werden, damit sich die Unternehmen

aus der Masse herausheben können.“

Burger hat sich dies zu eigen gemacht.

Im Juli ist er erstmals in die Rolle des Veranstalters

geschlüpft und hat auf dem Memminger

Flughafengelände das „Biker Event

Allgäu“ ins Leben gerufen. Die Bilanz der

fünf Veranstaltungstage: 25 Musikgruppen,

37 Auftritte, sechs Stunt-Shows mehrmals

täglich, ein breites Angebot für die

Freunde schwerer Motorräder und Ami-

Schlitten – und denkbar schlechtes Wetter.

„Es gehört zu meinem Job, auch mal etwas

zu wagen“, sagt Burger, der sich mit dem

„Biker Event“ einen Wunsch erfüllt hat.

Die positive Resonanz der 10.000 bis

12.500 Besucher hat ihn bestärkt, für 2009

die Fortsetzung in Angriff zu nehmen. Allein

die gewaltigen Ausmaße des Memminger

Flughafengeländes, dessen 26 Hangars

an einer fast zwei Kilometer langen Straße

liegen, machen den besonderen Reiz aus.

Für das zweite „Biker Event Allgäu“ sind

die Flugblätter bereits gedruckt und Peter

Burger hofft im kommenden Jahr – ordentliches

Wetter vorausgesetzt – auf 25.000

bis 30.000 Besucher. Die Kraft für seinen

aufreibenden Beruf schöpft der gebürtige

Weinrieder aus der ländlichen Umgebung

seiner Heimat Weinried und aus seiner Familie.

„Ohne deren Rückhalt läuft nichts“,

sagt Peter Burger. THOMAS ZEHENDER

catering & events

G... guter Geschmack verbindet!

gastromenü GmbH

Steinbeisstraße 7

89079 Ulm/Donautal

Telefon 07 31 / 9 46 11- 0

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:: 49


[namen und nachrichten]

DONAU MASTERS WIEDER EIN GROSSER ERFOLG

Tausend Kilometer voller Erlebnisse, voller

Freude, aber auch mancher Sorge ums

Material: Das waren für die 90 gestarteten

Teams die „Donau Masters 2008“.

Jubeln über den Sieg konnte am Ende in

Budapest das Team Michael Rinder/Hans

Urthaler (Porsche 356 B). Auf dem zweiten

Platz: Jürgen und Gisela Mohilo (Mercedes-Benz

190 SL) vor zwei Teams auf

dem dritten Platz: Werner und Beate Brendel

(Alfa Romeo Giulia Spider) und Thomas

Gummert/Eckhard Schirorsky (Triumph

TR 6). Die „Donau-Masters“ waren neben

dem sportlichen Wettstreit durch vier Länder

an der Donau auch wieder ein karitativ

bedeutendes Ereignis. Letzteres, weil wieder

bemerkenswerte Spenden für benachteiligte

Kinder in Deutschland, Österreich,

Slowakei und Ungarn von Donau Masters-

Organisator Manfred Hommel übergeben

werden konnten.

WIR VERGIBT

INNOVATIONSPREISE

Die Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft

Landkreis Ravensburg,

WIR, vergibt den Innovationspreis an die

Unternehmen Lissmac Maschinen- und

Diamantwerkzeuge GmbH Bad Wurzach,

Smart Embedded Technologies, SET, Wangen

und Virtuelle Flurbereinigung Riedhausen

GbR Riedhausen bei Pfullendorf.

Lissmac erhält die Auszeichnung für eine

Maschine, die bei mehreren Blechwerkstücken,

die laser-, plasma- oder autogen

geschnitten sind, in einem Arbeitsgang

Schnittkanten entgratet und verrundet. Die

Innovation: Eine beidseitige Oberflächenbearbeitung

ist simultan möglich, weil gegeneinander

laufende Schleifeinheiten die

Bleche oben und unten im rechten Winkel

zur Transportrichtung glätten. Riefen, die

beim manuellen Schleifen mit Winkelschleifern

entstehen, werden vermieden. Die Bearbeitungszeit

pro Werkstück wird bei besserer

Qualität um mindestens 50 Prozent

reduziert. Lissmac wurde 1979 gegründet,

beschäftigt 200 Mitarbeiter, produziert in

Bad Wurzach und hat Verkaufsbüros in

Tianjin in China und in New York.

SET in Wangen hat ein Gerät zur Echtzeitsimulation

des elektrophysikalischen Verhaltens

von elektrischen Systemkomponenten

wie Elektromotoren entwickelt. Damit

sind keine aufwändigen Testarrangements

im Labor notwendig, um Motorenparameter

wie Massenträgheit, Reibung oder magnetische

Kopplung sukzessive zu studieren.

Die Parameterveränderungen lassen

sich realitätsnah in Echtzeit simulieren und

erfassen. Das Gerät macht bereits 25 Prozent

des Gesamtumsatzes von SET aus und

hat sein Können beim Bau des A 380 unter

Beweis gestellt. SET baut Elektronik-,

Mess- und Prüfsysteme für die Luftfahrtund

Automobilindustrie, beschäftigt 40

Mitarbeiter und zählt neben Airbus namhafte

Unternehmen wie Bosch, Liebherr

und Lufthansa Technik zu seinen Kunden.

Die Virtuelle Flurbereinigung Riedhausen

bedient sich des satellitengestützten Navigationssystems

GPS, um kleinstrukturierte

Parzellen – für Oberschwaben typisch –

virtuell zu vergrößern und so landwirtschaftliche

Größenordnungen herzustellen,

die rationeller bearbeitet werden

können. Dank der Positionskoordinaten,

die vom GPS in Schlepper oder Mähdrescher

erfasst werden, können die Bearbeitungszeiten

und Erntemengen exakt erfasst

werden. Feldüberlappungen werden vermieden,

Bodenverdichtungen minimiert.

Auf den optimierten Bearbeitungsflächen

werden die Erträge um rund zehn Prozent

erhöht. Zur Virtuellen Flurbereinigung

Riedhausen haben sich 12 Landwirte zusammengeschlossen.

Der Innovationspreis wird von WIR zusammen

mit der Kreissparkasse Ravensburg

alle zwei Jahre ausgeschrieben.

SCHULER WÄCHST

IM FIRMENVERBUND

Das Ingenieurdienstleistungsbüro Schuler

Konstruktionen schafft mit 16,4 Millionen

Euro einen um 20 Prozent höheren Umsatz

und weitet seine Mitarbeiterzahl um 18

Prozent auf aktuell 260 aus. In die Zahlen

einbezogen sind neben dem Stammsitz in

Ravensburg die Opal Maschinenentwicklung

GmbH in Chemnitz und die Schuler

Konstruktionen Schweiz AG. Zum wachsenden

Firmenverbund gehören seit letztem

Jahr auch die Schuler Hangarter Maschinenbau

GmbH in Ravensburg und die

Schuler Hangarter Fördertechnik GmbH

in Tettnang.

50 ::


[leben]

Mit Württembergern Staat machen

VOLLTREFFER

AUS DEM WEINGUT

„Mit Wein landet man immer einen

Volltreffer“, weiß Dr. Günter

Bäder, Direktor des Staatsweinguts

in Weinsberg. Denn: „Ein gutes

Fläschle legt sich doch jeder gerne

in den Keller.“ Und wer den alkoholischen

Trank doch verschmäht,

kann ihn ja selber weiterverschenken.

Das Staatsweingut in Weinsberg, das zur

Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für

Wein- und Obstbau gehört, beliefert eine

Vielzahl von Unternehmen, die Kunden oder

Geschäftspartnern ihre Wertschätzung in

flüssiger Form zum Ausdruck bringen wollen.

Wein, sagt Bäder, habe sich da bestens

bewährt, „Wein ist zeitlos.“ Also zum Verschenken

viel besser geeignet als beispielsweise

Uhren und Bücher, glaubt er.

Für das staatliche Weingut mit einem

Jahresumsatz von zwei Mio. Euro – zum

Angebot gehören auch Spirituosen, Sekte,

Säfte und sogar Speisewürzen – sind die

Präsente „ein sehr bedeutender Faktor“.

Nicht nur zur Weihnachtszeit werden die

Aufträge erledigt, es gibt auch Firmen, die

lassen Geburtstagslisten abarbeiten, „bis

zu drei Flaschen Wein, manchmal mit einer

Tafel hochwertiger Schokolade dazu“, verrät

die Frau im modernen Verkaufsraum.

Die „richtig guten Geschenkweine“ kosteten

mindestens sieben Euro, sagt Bäder.

Häufig würden edle Tropfen im Wert von

rund 50 Euro in Auftrag gegeben, „zum

Beispiel zwei Barrique-Weine“. Das Weingut

kann mit einem umfassenden Sortiment

dienen, dennoch verlangen viele Unternehmen

nur nach einem ganz speziellen Premiumwein

– „Traum“ heißt die rote Cuvée

vornehmlich aus anstaltseigenen Neuzüchtungen.

Das Fläschchen kostet 44 Euro, >

:: 51


[leben]

Der Verkaufsraum des Staatsweingutes: Ein geschmackvoll-zeitgeistig eingerichteter Laden, der so gar nichts von muffigem Gewölbeklischee hat.

dennoch geht die Hälfte der Abfüllung als

Geschenksendung aus dem Haus.

„Man sieht schon der Flasche an,

dass sie sehr hochwertig ist“, betont der

Direktor. Gleichwohl wollen es einige Beschenkte

ganz genau wissen. Regelmäßig

gebe es Anrufer, die sich nach dem Preis

erkundigten.

Im Trend liegt derzeit das Besondere,

„etwas ganz Herausgehobenes oder Rares“,

wie Günter Bäder sagt. Das Interesse

an alten Jahrgängen aus der Schatzkammer

habe dagegen nachgelassen. Dabei

lagern hinter dem verschlossenen Gitter

15.000 Flaschen, angefangen mit einem

1947 geernteten Riesling für 400 Euro.

Jüngere Jahrgänge kosten meist um

30 Euro. Wer sich das ganz Exklusive

leisten möchte, muss für eine edelsüße

Trockenbeerenauslese von 1959 um

die 700 Euro

investieren.

Der Geschenkservice

ist

für das Weingut ein gutes Geschäft,

„weil es auf Gegenseitigkeit beruht“.

Wer mit einer Flasche aus Weinsberg

beglückt werde, komme oft auf den

Geschmack und werde selber zum Kunden.

Die Auswahl ist zwischen Taubertal

und Albtrauf so groß wie nirgendwo. Kein

anderes Anbaugebiet leistet sich den Luxus

derart vieler Sorten und Ausbauarten.

Mit einem Wein aus Württemberg

sei durchaus Staat zu machen, sagt Bäder:

„Wir werden international ernst genommen.“

Seinen Stellenwert bewies der

Württemberger bei einer Blindverkostung

in der Weinbauschule. Dort wurden von

Experten 18 Cabernets probiert. Drei der

vier vorderen Plätze belegten heimische

Kreszenzen.

Deshalb bestellen auch immer mehr Firmen

ihren „Haustrunk“ bei einem Winzer

oder einer Genossenschaft in Württemberg.

Die Johanniter warben für ihre Unfallhilfe

mit einem Weißwein gleichen Namens aus

Weinsberger Züchtung. Anspruchsvolle

Kunden verlangen nach einer eigens für sie

abgestimmten Cuvée. „Das machen wir ab

1.000 Flaschen“, sagt Günter Bäder. Ein

solcher Kundendienst, ergänzt der Fachmann,

sei keineswegs auf das Staatsweingut

beschränkt: „Das ist branchenüblich.“

Weinprobe: Kaum ein

Wunsch ist unerfüllbar

Der Wein schmeckt am Urspung am

besten, glauben vinophile Zeitgenossen.

Demnach müsste ein Schluck in

den Überresten

eines römischen

Gutshofes bei

Lauffen am Neckar ein

ganz besonderes Erlebnis sein. Weil

dort Archäologen Reste eines Rebmessers

und Traubenkerne gefunden habe, darf

angenommen werden, dass der landwirtschaftlich

tätige Besatzer aus dem Süden

die Weinkultur ins heutige Württemberg

gebracht hat.

52 ::


Die Weingärtnergenossenschaft Lauffen

lässt dort regelmäßig ihre Roten, Weißen

und Rosés verkosten. Auch für Firmen

wird eine solche stilvolle Weinprobe organisiert,

sagt Vorstandschef Ulrich Maile:

„Wir machen das, zu jeder Tages- und

Nachtzeit, das kommt sehr gut an.“

Weinproben unter freiem Himmel erfreuten

sich wachsender Beliebtheit. „Die

Leute wollen halt nicht in einem Raum sitzen“,

hat Maile beobachtet, „die wollen

Kultur und Landschaft erleben.“

Ausgerichtet wird, was die Kundschaft

wünscht, vom Bauernvesper über das

Grillfest bis zum stilvollen Büfett, letzteres

ab 25 Euro pro Person.

Flexibel wie die Lauffener sind die meisten

Weinerzeuger. Etliche haben sich als

zeitgeistige Eventmanager erwiesen. Ob

um die Mittagszeit mit Jazz oder als Galaabend

mit Sieben-Gänge-Menü und Streichquartett

– kaum ein Wunsch ist unerfüllbar.

HANS GEORG FRANK

Wein, Weib und Gesang: Weinfeste in Deutschland

Nach der Weinlese beginnt die Fest-

Saison: Mit Weinprinzessinnen, Musik

und natürlich reichlich Rebensaft wird

die neue Ernte gefeiert.

Als weltweit größtes Weinfest gilt –

trotz des irreführenden Namens – der

Dürkheimer Wurstmarkt, der vom 12.

bis 16. und 19. bis 22. September stattfindet.

Wahrzeichen ist das Dürkheimer

Riesenfass, das 1,7 Mio. Liter fassen

könnte und als Restaurant genutzt

wird. Um das Fass herum feiern jährlich

mehr als 600.000 Besucher aus aller

Welt. Viele Fahrgeschäfte und der Ausschank

von ausschließlich Dürkheimer

Qualitätsweinen sorgen für gute Laune

(www.duerkheimer-wurstmarkt.de).

Gesamtdeutsche Weine präsentiert

das Neustädter Weinlesefest vom 3. bis

13. Oktober. Hier sind traditionell alle 13

Weinbauregionen Deutschlands vertreten.

Highlight ist der Winzerfestumzug

am 12. Oktober mit der dann neu gekrönten

Deutschen Weinkönigin.

An die Anfänge des Weinbaus erinnert

das „Römische Kelterfest“ in Piesport

an der Mosel vom 10. bis 12. Oktober

2008. Eine rekonstruierte 2000 Jahre

alte Kelteranlage, in der „echte“ Römer

den Wein mit den Füßen treten, steht

im Mittelpunkt des historischen Festes

(www.moselvielfalt.de).

Vom 29. bis 30. September bietet die

Federweißermeile in Diesbar-Seußlitz

Musik und Aktionen rund um den neuen

Wein (www.weinbaugemeinschaftdiesbar-seusslitz.de).

Weitere Feste: www.deutscheweine.de

:: 53



[namen und nachrichten]

WECHSEL BEI

RAVENSBURGER

Otto Julius Maier, 77, Gesellschafter der

Ravensburger AG, legt sein Aufsichtsratsmandat

aus Altersgründen nieder. Ebenso

scheidet Dr. Manfred Antoni, 55, aus

dem Gremium aus. Neue Mitglieder sind

Carel Halff, 56, Geschäftsführer der Verlagsgruppe

Weltbild GmbH, und Dr. Dieter

Kurz, 60, Vorstandsvorsitzender der

Carl Zeiss AG.

CHEFWECHSEL BEI

KAVO BIBERACH

Der Dentaltechnik-Hersteller KaVo Dental

in Biberach/Warthausen wird von einem

neuen Geschäftsführer geleitet. Henner

Witte, 47, übernimmt von Alexander

Granderath die Standortleitung und von

Christoph Gusenleitner Geschäftsführeraufgaben.

Gusenleitner verlässt das Unternehmen.

Granderath bleibt Vice Chairman

für den Geschäftsbereich Europa des US-

Konzerns Danaher, zu dem KaVo Dental

gehört. Granderath hatte den Leitungsposten

in Doppelfunktion ausgeübt.

NEUE FÜHRUNG

BEI HYMER

Hans-Jürgen Burkert, 65, zusammen mit

seinem Vorstandskollegen Hans Knüppel

maßgeblich verantwortlich für den rasanten

Aufschwung des Wohnmobil-Herstellers

in Bad Waldsee, verabschiedet sich

in den Ruhestand. Seine Aufgaben übernimmt

Hermann Pfaff, 51, der bereits mehrere

Führungsaufgaben im Konzern bekleidet

hat. Er wechselt von der italienischen

Konzerntochter Laika in die Zentrale.

HANDTMANN ERHÄLT

GRÜNDERPREIS

Der Biberacher Unternehmer Arthur

Handtmann, 81, erhält für sein Lebenswerk

den Gründerpreis der baden-württembergischen

Sparkassen. Aus einer Gießerei

mit 18 Mitarbeitern hat Handtmann

ein Unternehmen mit 2400 Mitarbeitern

und 500 Mio. Euro Umsatz gemacht.

Handtmann ist der größte deutsche Gießereibetrieb

in Familienbesitz und Weltmarktführer

für Wurstmaschinen. Der Seniorchef

arbeitet noch immer 40 Stunden

pro Woche mit.

ZF KAUFT

CHERRY

ZF Friedrichshafen komplettiert die Autozulieferkompetenz

durch den Zukauf von

Cherry Corporation. Das Elektronikunternehmen

mit Sitz in Pleasant Prairie in Wisconsin/USA

wird vom kleinen Auerbach in

der bayerischen Oberpfalz aus gemanagt,

wo auch die Hälfte der weltweit 3.100

Mitarbeiter beschäftigt ist. Cherry hat sich

früh durch die Cherry-Tastatur für Computer

einen Namen gemacht. Heute werden

neben Massenprodukten für die „Weiße

Ware“ der Haushaltsgeräte vor allem

Computer für die Automobilindustrie gefertigt.

Spezialgebiet ist die Verbindung

von Mechanik und Elektronik in der Antriebs-

und Fahrwerktechnik. 80 Prozent

der in Westeuropa hergestellten Autos enthalten

schon Komponenten von Cherry. ZF

will das technologische Wissen vor allem

für die Weiterentwicklung von Automatgetrieben

und Hybridlösungen nutzen. Cherry

wird bei ZF als ZF Electronic GmbH

geführt und dem Geschäftsfeld „Elektronikkomponenten“

zugeschlagen. Über den

Kaufpreis herrscht Stillschweigen.

GROSSAUFTRAG VON

FIRST UK BUS AN ZF

ZF Friedrichshafen wickelt für First UK

Bus, eine der weltweit größten Transportgesellschaften,

einen Großauftrag im Wert

von 160 Mio. Euro ab. Das britische Unternehmen

muss in den nächsten Jahren

seine gesamte Busflotte modernisieren und

ordert für seine neuen Doppelstockbusse

das neue Automatgetriebe ZF-EcoLife

und ZF-Portalachsen für geräumige Stockwerkshöhen.

Die Fahrzeuge werden vom

Busbauer Wrightbus auf Volvo-Chassis

gefertigt und ausgeliefert. In England und

Irland sind bereits Doppelstockbusse mit

den Neuheiten aus dem Hause ZF seit letztem

Jahr im Einsatz.

:: 55


[leben]

Wer gut angezogen ist, tritt überzeugend auf

KLEIDER MACHEN MACHER

Ferkinghoff

Der Sakko sitzt schlecht und der

Rock ist einfach zu schrill: Oft entscheiden

Zentimeter und Farbnuancen

darüber, ob das Business-

Outfit stimmt oder gnadenlos

daneben liegt. Modeexperten geben

Tipps, wie man bei Geschäftspartnern

einen tadellosen Eindruck

hinterlässt.

Keine Frage: Das Parkett im Konferenzraum

ist manchmal glatt, nicht nur wenn

es um die heikle Diskussion nach der Powerpoint-Präsentation

geht. Auch in Sachen

Kleidung kann man schnell auf die

Nase fallen. Modische Ausrutscher führen

im Extremfall sogar so weit, dass ein viel

versprechendes Geschäft platzt.

„Geschäftsleute geben außer ihrer gedruckten

noch zwei weitere Visitenkarten

ab – die Kleidung und die Ausstrahlung“,

betont Heiko Seitz, im Ulmer

Modehaus Walz für Herren-Businessmode

zuständig. Und Regina Bleicher

von der Walz-Geschäftsführung ergänzt:

„Je mehr Geld auf dem Spiel steht, desto

perfekter muss das Outfit sein.“

Das bedeutet: In der Oberliga des Managements

dominiert edles Tuch – etwa aus

kostbarem Kaschmir – in zurückhaltenden

Farben, die Krawatten dazu in klassischen

Dessins. „Auf keinen Fall mit Teddybärchen

drauf“, warnt Regina Bleicher.

Hochwertige „Berufskleidung“ ist obendrein

noch gerne dem Träger auf den Leib

geschneidert. Bei Walz zum Beispiel können

Kunden für Anzüge des italienischen

Nobelschneiders Zegna Maß nehmen lassen:

„su misura“ nennt man das.

Der Businesslook ist nicht nur hierarchie-,

sondern auch branchenabhängig.

Was für einen Börsenmakler der stilistische

Crash, ist für den Ingenieur die optische

Zugmaschine. Er macht etwa bei der Begutachtung

einer Fertigungsstraße auch in

Sakko, Jeans und Rolli eine prima Figur.

Ein Business-Outfit zu wählen, das bei

aller Konformität auch noch Persönlichkeit

zeigt, das ist die hohe Kunst des Modeberaters.

So liegt eine „Fehlerquelle“ zum

Beispiel in der nicht altersge rechten Erscheinung.

„Ein Mann, der zu jugendlich

angezogen ist, fällt schnell negativ auf. Ein

viel zu enger Anzug beim reiferen Herrn,

das geht ins Auge“, sagt Regina Bleicher.

Und ganz nebenbei steckt der Teufel auch

noch im Detail: Der Gürtel-Dorn sollte bei

Herren wie bei Damen grundsätzlich im

dritten Loch ab Gürtelspitze sitzen. Apropos

Gürtel: Ob kugeliger Bier- oder glatter

Waschbrettbauch – die Krawattenspitze

hat immer an der Gürtelschließe zu enden.

Bei so vielen, meist wenig bekannten

Codes, konsultiert man am besten Experten.

Heiko Seitz kennt die Tücken der Kleiderordnung

und erklärt, wie zum Beispiel

ein junger Ein- oder Aufsteiger bei Geschäftspartnern

punkten kann: Im figurbetont

geschnittenen schwarzen Sakko,

mit schmalem Revers, dazu eine schmale

Krawatte. „Der Baumwolle beigemischtes

Elastan sorgt für Bequemlichkeit und Bewegungsfreiheit“,

erklärt Seitz die Beschaffenheit

des Stoffes. Aktuelle Modelle – wie

von Drykorn – haben zum Beispiel liebevolle

Details wie die kleine Billetttasche.

56 ::


Ganz genaue Vorstellungen vom dynamischen

Auftritt hat auch Dieter Ebe, Chef

von „Manuel Ritz Riro Menswear“ in

Ulm. „Ein schmal geschnittener Anzug in

Schwarz oder Grau, unifarben oder dezent

gemustert, mit höchstens zwei, am besten

einem Knopf zum Schließen, gehört dazu.

Ganz aktuell sind dabei verkürzte Sakkos.

Und dazu eine schmale Hose und ein antailliertes

Hemd“, beschreibt Ebe den Ideallook

und nennt als bevorzugte Hersteller

Prada, Dolce & Gabbana, Neil Barrett und

John Richmond. Statt einer Krawatte könne

auch ein unifarbener oder dezent gemusterter

Langschal umgebunden werden.

„Jetzt im Herbst trägt man über den

Anzug einen dunklen, figurbetonten Kurzmantel

aus leichter Wolle oder Nylon“,

sagt Dieter Ebe. I-Tüpfelchen – oder besser

Ausrufezeichen – ist eine Symbiose aus

Schal und Halstuch: „Das kann dann ruhig

auffälliger sein, etwa in Lila, Französischblau

oder Dottergelb.“ Als besondere

„Fußnote“ rät Dieter Ebe zu einem

„spitz zulaufenden Schnürer oder edlen

Sneaker“.

„An den Schuhen erkennt man den

Mann“, ist sich Regina Bleicher sicher. Heiko

Seitz erklärt, worauf es bei der Schuhwahl

ankommt. Natürlich zeugen exklusive,

rahmengenähte Schuhe von besonderer

Stilsicherheit. Auch der neutrale „Blücher“

– der klassische Herrenschnürschuh

benannt nach Generalfeldmarschall Fürst

Blücher von Wahlstatt – und edle Stiefeletten

betreten bevorzugt die flauschigen Teppiche

der Vorstandsetagen.

Ob jugendlicher Kreativdirektor oder

etablierter Vorstandsvorsitzender: Der Anzug

muss sitzen. Dabei gelten – kurz und

knapp formuliert – folgende Regeln:

Sakko: Die Länge ist ideal wenn die Finger

bei locker herunterhängendem Arm

die Saumkante umfassen können. Die

richtige Ärmellänge bestimmt den guten

Sitz des Sakkos. Es gilt der Merksatz:

Etwa ein Zentimeter der Hemdmanschette

sollte unterm Ärmel hervorblitzen. Ferkinghoff >

:: 57


[leben]

Strenesse

Hemd: Die Kragenweite stimmt dann,

wenn zwei Finger zwischen Hals und

Hemd passen. Ganz wichtig: Halbarmhemden

haben im Business-Bereich

nichts verloren.

Hose: Die Hose sitzt am Bund perfekt,

wenn sie ohne Gürtel hält. Was die Länge

betrifft, sollte das Hosenbein vorne

mit einem leichten Knick auf dem

Schuhspann aufliegen und hinten etwa

mit dem Schuhabsatz oder knapp darunter

abschließen.

Bei der Beantwortung der Kleiderfrage genießen

Geschäftsfrauen mehr Freiheiten als

ihre männlichen Pendants. Sie dürfen eher

in den Farbtopf greifen und auch mal ausdrucksstark

gemustert gehen. Doch selbst

die Frauen haben keinen Freibrief dafür,

dass der Berufsdress „Jacke wie Hose“ ist.

Viele Möglichkeiten machen die Wahl

zugleich schwer. So soll der Look zum Beispiel

die Vorzüge des Körpers unterstreichen,

aber nicht ausdrücklich betonen. Im

Klartext: Sexy Klamotten haben in der seriösen

Geschäftswelt nichts verloren, Business

kommt nicht von „Bussi“.

Regina Bleicher rät ihren Kundinnen zu

einem klassischen Blazer in „Ganzjahresqualität“

aus leichter Wolle mit etwas

Elastan. „Der Blazer sollte dabei über oder

an den Po reichen.“ Und nicht vergessen:

„Wenn man sich setzt, immer den obersten

Knopf schließen, damit es gut aussieht.“

Hosen sollten gerade geschnitten sein,

auch schlanke Siebenachtelhosen haben

ihre Berechtigung. Während zu letzteren

Ballerinas ausnehmend gut harmonieren,

können zu langen Hosen, Röcken und Blusen

Pumps und Slingpumps getragen werden.

Aber aufgepasst: Tabu sind Sandalen

und generell eine Absatzhöhe, die sieben

Zentimeter übersteigt.

Bei Röcken und Kleidern empfiehlt Regina

Bleicher knieumspielende Säume. „So

wirkt das Knie bedeckt, ist es aber nicht.“

Die Modelle dürften die Figur betonen,

ein kurzer Gehschlitz sorge dabei für genügend

Bewegungsfreiheit. Als vorherrschende

Farben nennt sie Schwarz, Grau,

Dunkelblau, Beige und Braun. „Weiß

sollte man im Geschäftsleben vermeiden.“

Das einzige ärmellose Kleid, das toleriert

wird, ist das Etuikleid, wenn es die Achseln

bedeckt. Und für den Halsausschnitt

gibt sie folgende Regel vor: „Er darf nicht

größer sein als eine Handbreit unter dem

Brustbein.“ Das bedeutet auch, dass Blusen

dementsprechend geknöpft sind und

auf keinen Fall der Knopf unter dem BH

der letzte geschlossene ist.

„Wie sich eine erfolgsorientierte Geschäftsfrau

kleidet, muss auf ihr Business

abgestimmt sein“, meint Ruth Stocker,

Inhaberin von „Ruth Stocker Womenswear“

in Ulm. „Mit Sicherheit

setzt der Dresscode in einer

Vorstandsposition den

klassischen Hosenanzug

oder das feminine

Kostüm in Schwarz

oder Grautönen

voraus. Jedoch ist

in einer Marketingabteilung

ein

modischer Samtblazer

zur Designerjeans

denkbar.“ Um

die richtige Interpretation

für einen Look

zu finden, sei eine kompetente

Fachberatung

unumgänglich. „Meine

Kundinnen erwarten von

mir, dass modische Kombina-

St.Emile

tionen ihre Personality eindrucksvoll darstellen

und somit ihre berufliche Karriere

durch sicheres Auftreten fördern“, resümiert

die Modeexpertin.

„Beim klassischen Hosenanzug wird

die gerade geschnittene Hose jetzt gegen

die weite Marleneform ausgetauscht“, beobachtet

Susanne Dannegger, Teamleiterin

der Designabteilung im Trendhaus Reischmann

in Ravensburg. Der Proportionen

wegen fielen die Blazer deshalb kürzer aus.

„Statt eines Blazers kann die Geschäftsfrau

nun auch einen Cardigan mit schmalem,

feinem Gürtel tragen“, beschreibt sie den

neuesten Trend. Bei den Blusen gehörten

ausladende Kragen der Vergangenheit an:

„Jetzt sind kleine, so genannte Vatermörderkragen

in.“ Topaktuell bei den Damen

ist übrigens das Insignum der Männerberufswelt

in schlanker Form: „Eine schmale,

kleine Krawatte, die über der Bluse getragen

wird.“

BIRGIT EBERLE

58 ::


Wohnen und Arbeiten im Loft

DIE DECKE FÄLLT

NICHT AUF DEN KOPF

Drei Meter. Mindestens. Näher darf

die Decke nicht sein. Und möglichst

in einem alten Industriebau.

Ein Loft. Es ist nicht nur Chance

fürs Recyceln von Büro- oder Gewerbeobjekten,

sondern interessante

Alternative zu traditionellen

Wohn- oder Geschäftsformen.

„Loft“ – was ist das? Nach Langenscheidts

Wörterbuch: ein Dachboden beziehungsweise

Speicher. Paul Kaszay, Architekt und

Partner im Neu-Ulmer Büro Nething Generalplaner,

ist einer der Pioniere des Loft-

Stils in Ulm und Neu-Ulm – und erzählt alles

über Loft-Geschichte und Loft-Adaption.

Die Suche nach Geburtsstätte und Geburtszeit

des Loft-Living geht in die USA und

in die späten 40er Jahre zurück: Künstler

hielten nach großen, vor allem preiswerten

Räumen Ausschau, in denen Wohnen und

Arbeiten in der Stadt kombiniert werden

konnte. Erst illegal, wurden ältere leer stehende

Lager- und Fabrikhäuser zu Wohnzwecken

umgenutzt. Ein schwieriger Weg:

Es gab für die einfachsten und unkomfortablen

Lofts keine behördliche Genehmigung.

Betten waren an Flaschenzügen

aufgehängt oder konnten hinter Wandverkleidungen

versteckt werden, wenn Kontrollen

drohten.

Ende der 50er-Jahre wurden die ersten

offiziellen, also genehmigten Lofts in New

York registriert. Der Künstler Robert Rauschenberg

bezog 1953 sein Loft in Downtown

Manhattan. Ein Journalist, der ihn

besuchte, beschrieb es: „Ein großes Dachgeschoss,

fünf Meter hohe Wände, aber

keine Heizung, kein fließendes Wasser. Die

Miete zehn Dollar im Monat. Im Hinterhof

standen ein Eimer und ein Wasserschlauch

zur Verfügung. Er badete bei Freunden in

deren Wohnung.“

Weitere Künstler folgten in dieses Gebiet,

Soho wurde vom Problemstadtteil

zum Zentrum innovativer Künstler.

Gleichzeitig galten als gängige internationale

Mittelklasse-Ideale, als Symbole

des Erfolgs: Häuschen im Vorort, Familie,

Auto, Garten. Loft-Living entwickelte sich

also gegen den Main-Stream, war nicht nur

eine ökonomische, sondern auch eine politisch

alternative Wohnform. Auch vor politischem

Hintergrund die deutsche Loft-

Entwicklung: Erste Hausbesetzungen in

Berlin-Kreuzberg, das Wohnen in Kommunen

in vom Abriss bedrohten preiswerten

Altbauten Ende der 60er Jahre.

Bis in die 70er Jahre war Loft-Wohnen

weder chic noch komfortabel. Dann wurden

die Qualitäten erkannt. Der Künstler

Andy Warhol war einer der ersten, der

Loft-Wohnen „kultivierte“.

Neues über Lofts in den Medien, Kinos,

Fachzeitschriften, die Akzeptanz dieser

Wohnform in der Gesellschaft und die

Zusammenarbeit von Juristen, Geschäftsleuten,

Stadtplanern und Architekten bildeten

die Grundlage und die Kraft dieser

neuen Bewegung. Auch erkannten die Behörden

die Chancen dieser Wohnform und

förderten die Umwandlung alter Fabriken

und Warenhäuser in Lofts zu Wohnungen

in zum Teil problematischen Stadtvierteln.

So konnten eine neue Lebens- und

Wohnform, aber auch ein höchst in- >

:: 59


[leben]

Attraktiv und unkonventionell: Offenes Wohnen im neu errichteten XXL Loft.

teressantes Wohnumfeld entstehen. Unterschiedliche

Menschen fanden sich Seite an

Seite. Ganze Stadtteile entwickelten sich

mit Leben, Restaurants, traditionellen Läden

und neuen Geschäften.

Dieser Prozess stellte und stellt noch

scheinbar gefestigte und seit Jahrzehnten

vorgeformte Wohnformen in Frage. Räume

können verändert werden, neue Arbeitsformen

kombiniert mit Wohnen sind

möglich, starr Festgemauertes wird veränderbar.

Eine neue, spannende Chance.

Inzwischen etabliert, weder experimentell

noch trendy, ist Loft-Living eine noch

lange nicht ausentwickelte Wohnform. Die

Loft-Kultur wächst weiter, nicht nur in

Millionen-Metropolen.

Obwohl die Originalidee von Loft-Living,

maximaler Raum zu minimalen Kosten,

oft durch Projektentwickler Kompromisse

erfahren musste: Das Prinzip, die

Freiheit zu haben, sein eigenes Heim nach

individuellen Vorstellungen zu realisieren,

macht das Konzept immer noch verlockend.

Heute mehr denn je, denn durch

Medien und Kommunikationstechnik sind

individuelle Arbeits- und Lebensformen

möglich und gefragt. Veränderbare, großzügige

Raumsituationen bilden die Basis.

In Städten mit beschränktem Angebot

an Altbauten und adäquater Substanz entstehen

neue Lofts mit allem Anspruch an

zeitgemäßen Wohnkomfort und der Freiheit,

aus jeder Wohnung ein Unikat zu formen,

maßgeschneidert auf die persönliche

Vorstellung und Lebensweise.

Würde man die Vorzüge eines Lofts

zusammenfassen, könnte man sagen größer,

höher, heller, variabel und, bezogen

auf den Quadratmeter-Vergleichspreis von

Standardwohnungen, preiswerter. Ganz

einfach „Lofty“. So weit Paul Kaszay.

Nach Ulm kamen Lofts erst Ende des

letzten Jahrtausends, mit dem „Loft 21“,

der alten Tabakwarenfabrik in der Römerstraße.

„Keiner wollte an dieses Gebäude

‘ran“, erinnert sich Volker Munk, Ulmer

Bauträger und Immobilienmakler, „aber

als ich es gesehen habe, habe ich gedacht:

Das wird ein Loft.“ Der Denkmalschutz

machte mit, war froh, dass sich einer um

das bis dahin der Andrea Noris Zahn AG

in Frankfurt gehörende Gebäude küm-

Klassisch geprägte Architektur für moderne

Wohnformen: Ein XXL Loft.

merte. „Wir haben 30 Einheiten geplant“,

sagt Volker Munk, „davon waren 20 innerhalb

von sechs Wochen verkauft.“ Ein

klarer Beweis, dass auch im Schwäbischen

diese Wohnform angekommen war.

„Wir haben aber in Ulm ein Problem:

Es gibt keine historischen Fabrikgebäude

mehr in der Stadt“, blickt Volker Munk auf

die Gegenwart – und wenn es, wie in Neu-

Ulm, noch welche gebe, lägen die in reinen

Gewerbegebieten, was eine Wohn-Nutzung

unmöglich mache. Ein wenig trauert

er Gebieten wie dem Magirus-Areal an

der Schillerstraße nach – was da möglich

gewesen wäre, wenn … „Also haben wir

neue Lofts gebaut, die XXL-Lofts“, sagt

Munk. Die bringen Raumhöhe und Variabilität

der Grundrisse – und sind günstiger

als „normales“ Wohnen. Über 80

solcher Lofts hat Munk inzwischen in Ulm

und Neu-Ulm realisiert – und sein Konzept

auch an andere Bauträger weiterverkauft,

zum Beispiel nach Landsberg am Lech für

33 Lofts oder, demnächst zu realisieren,

nach Augsburg und Ludwigsburg.

„Loft-Wohnen interessiert eine Vielzahl

von Menschen“, weiß Volker Munk aus

den Jahren seiner Erfahrung, „aber nur ein

kleiner Kreis verwirklicht es.“ Dieser Kreis

bilde dann aber „völlig andere“ Hausgemeinschaften:

Ein harmonisches Miteinander

herrsche, Sommerfeste seien überall an

der Tagesordnung, spontan und gemeinschaftlich

selbst veranstaltet.

Und ein weiteres gerade aktuelles Thema

griffen die Lofts auch auf: das Generationen-Wohnen.

Nicht nur, dass viele

Altersgruppen zusammenlebten, auch die

bauliche Struktur komme dieser gesellschaftlichen

Veränderung entgegen. Weil

keine festen Innenwände festgefügte Strukturen

vorgäben, seien die Wohnungen

wandlungsfähig, die Grundrisse immer an

die jeweiligen Bedürfnisse anpassbar.

Im Ulmer Westen steht noch einer der

von Volker Munk so vermissten alten Industriekomplexe.

Heute heißt er „Stadtregal“,

war früher Produktionsstätte der

Magirus-Lastwagen, später dann Großhandelslager

des inzwischen dort verschwundenen

Handelshauses Abt. Jetzt

baut die Ulmer „Projekt-Entwicklungs-

Gesellschaft“, die PEG, den riesigen, fünf

Stockwerke hohen Komplex zu Lofts um.

Der zweite Bauabschnitt ist bis auf gewerbliche

Einheiten voll belegt, der dritte

60 ::


Nicht nur zum Wohnen geeignet: Gewerbliche Nutzung im Stadtregal.

Bauabschnitt wird gerade realisiert und bis

Herbst 2009 fertiggestellt, dann folgen im

Jahresrhythmus die Bauabschnitte 4 (Verkaufsbeginn

Anfang 2009) und 5. Derzeit

liegen die Preise für gewerbliche Einheiten

schlüsselfertig bei 1.500 Euro pro Quadratmeter,

für Wohneinheiten je nach Lage

und Ausstattung bei rund 2.000 Euro.

Petra Wohlhüter ist bei der stadteigenen

(und deshalb in ihrem Aktionsradius auf

das Ulmer Stadtgebiet beschränkten) PEG,

„einem verlängerten Arm der Ulmer Wirtschaftsförderung“,

für das Marketing zuständig.

Die Lofts im „Stadtregal“ seien

„echte Lofts“, sagt sie – mit Raumhöhen

von vier Meter in den oberen Etagen und

gar sieben Meter im Erdgeschoss. Meist

entstehen in den beiden unteren Stockwerken

Büros oder gewerbliche Einheiten,

oben dann Wohnungen. „Aber das ist kein

Muss“, sagt Petra Wohlhüter, „man kann

auch unten wohnen oder oben arbeiten.“

In den sieben Metern Höhe „unten“ sei ja

sogar ein „Haus im Haus“ möglich, sogar

mit Freisitz oder Terrasse nach Süden …

Die Loft-Größen sind variabel und richten

sich nur nach den Rastermaßen des Industriebaus:

ab 60 über 120 Quadratmeter

bis – „nach oben offen“, sagt Petra Wohlhüter.

Doch wissen müsse man, dass bei

diesen, hier ist das Wort wieder: „echten

Lofts“ in eine 120-Quadratmeter-Fläche

„eben keine Drei-Zimmer-Wohnung ’reingeht.“

Es sei ja auch nicht Sinn des Lofts,

es zu unterteilen „in kleine Räume, die

dann wie ein Schlauch wirken.“

Gerade Kapitalanlegern – vorwiegend

aus der Region – bietet die PEG laut

Wohlhüter ein „Rundum-Sorglos-Paket“:

Es gebe eine Erstvermieter-Garantie. Interessant

sei die Investition ins „Stadtregal“

allemal, weil der Industriekomplex als Sanierungsgebiet

anerkannt sei und somit ein

Großteil der Investition als Sanierungsaufwendung

steuerlich geltend gemacht werden

könne.

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