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SACHWERT Magazin 02/26

Stabilität statt Krise! | Tino Leukhardt und Maximilian Kupfer über Edelmetallstrategien im Jahr 2026 Berkshire nach Buffett: Fünf Signale, an denen man die Abel-Ära erkennt | David Bader-Egger »Ich weiß nicht« – Wie drei Worte Investoren vor Milliardenverlusten schützen | Auszug aus dem Buch »How not to invest« von Barry Ritholtz Der Apfel fällt nicht weit vom Sparbuch | Christoph A. Scherbaum Wenn Angst und Gier den Handel bestimmen| Jessica Schwarzer im Interview »Kaputt« gespart? Bildung und Verteidigung zeichnen ein anderes Bild! | Benjamin Mudlack Schon 52 Prozent Kursgewinn in nur 5 Wochen | Claus Vogt Generation Schulden – wer zahlt den Preis? | Frank Schäffler im Interview Kupfer – das neue Silber? Marc Friedrich

Stabilität statt Krise! | Tino Leukhardt und Maximilian Kupfer über Edelmetallstrategien im Jahr 2026
Berkshire nach Buffett: Fünf Signale, an denen man die Abel-Ära erkennt | David Bader-Egger
»Ich weiß nicht« – Wie drei Worte Investoren vor Milliardenverlusten schützen | Auszug aus dem Buch »How not to invest« von Barry Ritholtz
Der Apfel fällt nicht weit vom Sparbuch | Christoph A. Scherbaum
Wenn Angst und Gier den Handel bestimmen| Jessica Schwarzer im Interview
»Kaputt« gespart? Bildung und Verteidigung zeichnen ein anderes Bild! | Benjamin Mudlack
Schon 52 Prozent Kursgewinn in nur 5 Wochen | Claus Vogt
Generation Schulden – wer zahlt den Preis? | Frank Schäffler im Interview
Kupfer – das neue Silber? Marc Friedrich

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Nr. 02 l 2026 • www.sachwert-magazin.de

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Bilder: Yvonne Tschischka, Viktor Meshko, IMAGO / Panama Pictures (Christoph Hardt)

Stabilität

statt Krise!

Maximilian Kupfer und Tino Leukhardt

über Edelmetallstrategien im Jahr 2026

Jessica

Schwarzer

Wenn Angst und

Gier den Handel

bestimmen

David

Bader-Egger

Fünf Signale, an

denen man die

Abel-Ära erkennt

Frank

Schäffler

im Interview über

die »Generation

Debts«

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Editorial

Impressum

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

SACHWERT Magazin ISSN 2197-1587

Verlag

BACKHAUS Finanzverlag GmbH ist ein Unternehmen

der Backhaus Mediengruppe Holding GmbH,

Geschäftsführender Gesellschafter

Julien Backhaus

Redaktion/Grafik

Chefredakteur (V. i. S. d. P.): Julien Backhaus

Redaktion:

Anna Seifert, Laura Cecere,

Lea Trägenap, Stefanie Klief

E-Mail: redaktion@backhausverlag.de

Objektleitung:

Judith Iben

Layout und Gestaltung:

Judith Iben, Christina Meyer

E-Mail: magazine@backhausverlag.de

Onlineredaktion

E-Mail: info@backhausverlag.de

Herausgeber, Verleger:

Julien Backhaus

Zum Flugplatz 44 | D-27356 Rotenburg

Telefon: (0 42 68) 9 53 04 91

E-Mail: info@backhausverlag.de

www.backhausverlag.de

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Moorfleeter Deich 312a | D-22113 Hamburg

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Autoren (Verantwortliche i. S. d. P.)

Die Autoren der Artikel und Kommentare im

SACHWERT Magazin sind im Sinne des Presserechts

selbst verantwortlich. Die Meinung der Autoren spiegelt

nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Trotz

sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion wird in keiner

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Das nächste Heft erscheint am

18. Juni 2026

Gold und Silber zählen

zu den Gewinnern

Wer seit 14 Jahren das SACHWERT

Magazin liest, weiß, dass Experten sich

immer wieder dafür ausgesprochen haben,

in Gold und Silber zu investieren.

Viele, wie ich auch, haben damals zu 20

oder 30 Euro gekauft und freuen sich

heute. Die Prognose stimmte.

In einer Welt, die von geopolitischen

Spannungen, hoher Verschuldung und

fragilen Finanzsystemen geprägt ist,

wächst das Bedürfnis nach Sicherheit.

Anleger spüren: Vermögen lässt sich

nicht allein auf Versprechen, digitalen

Buchungen oder komplexen Finanzprodukten

gründen. Physische Werte gewinnen

erneut an Bedeutung – allen voran

Edelmetalle wie Gold und Silber.

Seit Jahrhunderten dienen sie als Wertaufbewahrungsmittel,

jenseits von Währungen

und politischen Systemen. Ihre

Besonderheit liegt in ihrer Unabhängigkeit:

Sie sind nicht beliebig vermehrbar,

nicht von der Bonität eines Staates abhängig

und behalten auch in Zeiten von

Inflation, Währungsreformen oder Bankenkrisen

ihren inneren Wert. Gerade

in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit

entfalten Edelmetalle ihre stabilisierende

Wirkung im Portfolio.

Dieses Titelthema beleuchtet, warum

physische Werte mehr sind als ein Relikt

vergangener Zeiten. Es geht um

Vermögensschutz, um Resilienz und

um die Frage, wie Anleger ihr Kapital

langfristig gegen Krisen absichern können.

Edelmetalle sind dabei kein Spekulationsobjekt,

sondern ein strategischer

Baustein – für alle, die Substanz

schätzen und Verantwortung für ihr

Vermögen übernehmen.

Prominente Autoren wie Jessica Schwarzer,

Marc Friedrich und Frank Schäffler beleuchten

die Finanzmärkte und die persönliche

Situation der Anleger.

Viel Vergnügen bei der Lektüre

Ihr Julien Backhaus

Verleger

Bild: Oliver Reetz

SACHWERT Magazin 02/2026

3


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Spekulation

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Inhalt

02/2026

Titelstory

06 Stabilität statt Krise!

Tino Leukhardt und Maximilian Kupfer

über Edelmetallstrategien im Jahr 2026

Wissen

10 Berkshire nach Buffett: Fünf Signale,

an denen man die Abel-Ära erkennt

David Bader-Egger

22 »Ich weiß nicht« – Wie drei Worte Investoren

vor Milliardenverlusten schützen

Auszug aus dem Buch »How not to

invest« von Barry Ritholtz

28 Der Apfel fällt nicht weit vom Sparbuch

Christoph A. Scherbaum

06

Tino Leukhardt und Maximilian Kupfer

im Interview

Bilder: Viktor Meshko, Yvonne Tschischka

Börse

12 Wenn Angst und Gier den Handel

bestimmen

Jessica Schwarzer im Interview

Meinung

14 »Kaputt« gespart? Bildung und Verteidigung

zeichnen ein anderes Bild!

Benjamin Mudlack

Marktkommentar

19 Schon 52 Prozent Kursgewinn in nur

5 Wochen

Claus Vogt

Finanzpolitik

Bild: IMAGO / Panama Pictures (Christoph Hardt)

20

Frank Schäffler

im Interview

20 Generation Schulden – wer zahlt den Preis?

Frank Schäffler im Interview

Edelmetalle

25 Kupfer – das neue Silber?

Marc Friedrich

Sonstiges

30 Best of Web

31 Buchtipps

SACHWERT Magazin 02/2026

5


Titelstory

»Physisches Gold ist kein

Zahlungsversprechen, sondern

ein realer, begrenzter Wert,

der nicht beliebig vermehrbar

ist. Genau darin liegt

seine Stabilität.«

– Tino Leukhardt

»Unsere Aufgabe als Edelmetallhändler

ist es, Kunden frühzeitig

dafür zu sensibilisieren

und Lösungen anzubieten,

die Eigentum, Privatsphäre

und Sicherheit gleichermaßen

berücksichtigen.«

– Maximilian Kupfer

6 SACHWERT Magazin 02/2026


Titelstory

Stabilität

statt Krise!

Tino Leukhardt und Maximilian Kupfer über

Edelmetallstrategien im Jahr 2026

In Zeiten geopolitischer Konflikte

und schwindendem Vertrauen in

Fiat-Währungen treibt es Anleger

zunehmend in den sicheren Hafen

Gold. Doch wie tragfähig ist diese

Strategie angesichts aktueller Entwicklungen?

Im Interview sprechen

wir mit den Edelmetall-Experten Tino

Leukhardt und Maximilian Kupfer

darüber, warum Edelmetalle derzeit

eine Hausse erleben – und worauf

es jetzt zu achten gilt.

Herr Leukhardt, das Jahr 2026 beginnt,

wie das Jahr 2025 geendet

ist: Gold erreicht immer wieder neue

Rekordmarken. Woran liegt das –

welche Faktoren treiben derzeit den

Goldpreis?

Tino Leukhardt: Wir sehen aktuell ein

außergewöhnliches Marktumfeld. Gold

reagiert nicht auf kurzfristige Spekulation,

sondern auf strukturelle Risiken: geopolitische

Spannungen, eine historisch

hohe Staatsverschuldung und anhaltenden

Vertrauensverlust in klassische Währungen.

Gold ist dabei kein spekulativer

Gewinner, sondern ein verlässlicher Indikator

für die Stabilität – oder Instabilität

– des globalen Finanzsystems. Auch die

steigende Nachfrage von Zentralbanken

spielt eine zentrale Rolle.

Kaufkraft verliert und Gold im Vergleich

teurer erscheinen lässt.

Maximilian Kupfer: Genau aus diesem

Grund beschäftigen wir uns als Unternehmen

nicht nur mit dem Erwerb von

Edelmetallen, sondern mit ganzheitlichen

Schutzkonzepten. Historisch betrachtet

entstehen Vermögensverluste

selten plötzlich, sondern schleichend –

etwa durch Inflation, Regulierung oder

wachsende Transparenzanforderungen.

Unsere Aufgabe als Edelmetallhändler

ist es, Kunden frühzeitig dafür zu sensibilisieren

und Lösungen anzubieten, die

Eigentum, Privatsphäre und Sicherheit

gleichermaßen berücksichtigen.

Bilder: Viktor Meshko, Yvonne Tschischka, Metallorum

Physische Werte und insbesondere

Gold gelten als krisensicher. Aber

wie lässt sich mit Sachwerten eigentlich

konkret Vermögen schützen?

Tino Leukhardt: Sachwerte schützen Vermögen,

weil sie außerhalb des Schuldgeldsystems

existieren. Physisches Gold

ist kein Zahlungsversprechen, sondern

realer Besitz. Entscheidend ist dabei

nicht der kurzfristige Goldpreis. Gold

verliert langfristig nicht an Wert – vielmehr

ist es das Geldsystem, das an

SACHWERT Magazin 02/2026

7


Titelstory

Das klingt nach einer großen Herausforderung.

Inwiefern ist das für Edelmetall-Investitionen

relevant?

Maximilian Kupfer: Für den Kauf von

Gold zunächst nicht. Für die langfristige

Rolle von Gold jedoch sehr wohl.

Gold war über Jahrtausende ein Zahlungsmittel

und ein Wertaufbewahrungsinstrument

– unabhängig von politischen

Systemen. Wenn sich unsere Welt zunehmend

digitalisiert, müssen Sicherheit,

Eigentum und Datenhoheit neu

gedacht werden. Für uns steht dabei

ein Prinzip im Mittelpunkt: Souveränität.

Ob physisches Gold, eingelagertes

Gold oder perspektivisch digitale Abbildungen

– entscheidend ist, dass der

Eigentümer die Kontrolle behält.

»Entscheidend ist, überhaupt anzufangen und schrittweise

eine physische Reserve aufzubauen. Für viele Anleger ist

es sinnvoll, regelmäßig kleinere Beträge zu investieren,

anstatt auf einen großen Einmalbetrag zu warten.«

– Tino Leukhardt

Physisches Gold kann in unterschiedlichen

Größenordnungen erworben

werden. Ab welcher Summe lohnt

sich eine Investition?

Tino Leukhardt: Gold eignet sich bereits

ab kleinen Beträgen zur Absicherung.

Münzen und kleinere Barren bieten

hohe Flexibilität und sind im Ernstfall

gut handelbar. Es gibt keine Mindestinvestitionssumme.

Sinnvoll ist vielmehr

ein regelmäßiger, schrittweiser Aufbau.

Anleger sollten allerdings den sogenannten

Spread berücksichtigen: Größere

Einheiten sind pro Gramm günstiger,

kleinere bieten dafür mehr Flexibilität.

Wer Gold zur Krisenvorsorge kauft,

muss auch an die Aufbewahrung

denken. Welche Lösungen haben

sich bewährt?

Tino Leukhardt: Die Lagerung ist ein

zentraler Bestandteil jeder Edelmetallstrategie.

Bewährt haben sich drei Optionen:

die Aufbewahrung zu Hause, bankunabhängige

Schließfächer und spezialisierte

Hochsicherheitslager. Entscheidend

ist die klare Eigentumszuordnung

und der jederzeit mögliche Zugriff.

Maximilian Kupfer: Wir betreiben in

Deutschland ein bankunabhängiges

Schließfachsystem mit mehreren tausend

Einheiten. Wir verstehen uns dabei

8 SACHWERT Magazin 02/2026


Titelstory

ausdrücklich als Ergänzung zum klassischen

Bankensystem. Für den Kunden ist

es wichtig zu wissen, dass Schließfächer

außerhalb von Banken rechtlich anders

behandelt werden – vereinfacht gesagt

mietet man einen gesicherten Raum,

nicht ein Bankprodukt.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen

sollten Edelmetall-Anleger

kennen?

Tino Leukhardt: Anlagegold ist in

Deutschland mehrwertsteuerfrei. Gewinne

aus physischem Gold sind nach

einer Haltedauer von einem Jahr und

einem Tag steuerfrei. Weißmetalle wie

Silber, Platin oder Palladium können

bei Lagerung in Zollfreilagern ebenfalls

mehrwertsteuerfrei gehalten werden,

solange sie das Lager nicht verlassen.

Zudem sind anonyme Barkäufe

in Deutschland derzeit bis 2.000 Euro

möglich, in Österreich bis 10.000 Euro.

Maximilian Kupfer: Regulatorische

Anforderungen und Dokumentationspflichten

nehmen insgesamt zu. Deshalb

investieren wir gezielt in sichere

IT-Strukturen mit der Blockchain-Technologie

und transparente Prozesse, die

in unserer Kontrolle liegen. Dazu gehört

auch, dass wir auf deutschen Servern digital

zu Hause sind, welche maximal geschützt

sind vor ungewollten Eingriffen.

Gerade in unsicheren Zeiten ist verlässliche

Information ein wesentlicher Bestandteil

von Vermögensschutz.

Im Zusammenhang mit der Goldrallye

wird häufig von Lieferengpässen

gesprochen. Ist der Goldkauf

weiterhin sicher?

Tino Leukhardt: Die Nachfrage nach

physischem Gold ist stark gestiegen,

insbesondere bei Münzen und kleinen

Barren. Engpässe entstehen weniger

beim Rohgold als bei der Verarbeitung.

Der Goldkauf ist weiterhin sicher – entscheidend

ist jedoch, auf reale Verfügbarkeit

und seriöse Lieferketten zu achten.

»Der Goldkauf ist weiterhin sicher – allerdings zeigt

sich, wie wichtig es ist, auf physische Verfügbarkeit

und seriöse Lieferketten zu achten.«

– Tino Leukhardt

Neben Gold steht auch Silber im

Fokus vieler Anleger. Eignet es sich

ebenfalls als Krisenschutz?

Tino Leukhardt: Silber profitiert von

ähnlichen Faktoren wie Gold, weist jedoch

zusätzlich eine starke industrielle

Nachfrage auf, etwa in der Elektronik

oder Photovoltaik. Dadurch ist der Preis

volatiler. Silber eignet sich als Ergänzung,

nicht als Ersatz für Gold.

Welche weiteren Edelmetalle könnten

2026 an Bedeutung gewinnen?

Tino Leukhardt: Platin und Palladium

gewinnen durch industrielle Anwendungen,

etwa in der Wasserstofftechnologie

oder Abgasreinigung, an Relevanz.

Sie sind jedoch konjunkturabhängiger

und eher als strategische Beimischung

geeignet. Die Basis jeder Edelmetallstrategie

bleibt physisches Gold. (L)

Bilder: Yvonne Tschischka, Metallorum

Maximilian Kupfer und Tino Leukhardt

sind Geschäftsführer und Inhaber von HUSL.

GOLD. Während Kupfer den Fokus auf

Struktur, Sicherheit und Eigentumsschutz legt,

analysiert Leukhardt mit Metallorum die

Entwicklungen an den Gold- und Silbermärkten

aus Marktperspektive.

SACHWERT Magazin 02/2026

9


Wissen

Warren Buffet trat Ende

2025 als CEO bei Berkshire

Hathaway zurück.

Berkshire nach Buffett:

Fünf Signale, an denen man die Abel-Ära erkennt

und was Anleger daraus ableiten können

Ein Gastbeitrag von David Bader-Egger

Als Warren Buffett Ende 2025

den CEO-Stab abgab, war die

Frage vieler Anleger: »Was

macht Greg Abel als Erstes?«

Abel ist seit dem 01. Januar

2026 CEO, Buffett bleibt Chairman.

Das klingt nach großer Zäsur ist aber

eher ein Übergang mit Sicherheitsgurt.

Und genau deshalb lohnt sich ein anderer

Blick: Berkshire ist kein Story-Stock,

sondern eine Kapitalallokations-Maschine.

Maschinen erkennt man nicht an

Headlines, sondern am Output.

Hier sind fünf Signale, auf die ich als

Buffett-orientierter Investor jetzt schaue

und was du daraus ableiten kannst.

1.

Wie werden alte Fehler behandelt?

(Kraft Heinz als Lackmustest)

Das aktuellste Signal ist kein neuer

Deal, sondern ein mögliches Aufräumen:

The Kraft Heinz Company hat am

20. Januar 2026 bei der U.S. Securities

and Exchange Commission ein Dokument

eingereicht, das eine potenzielle

Weiterveräußerung von bis zu 325,4 Millionen

Aktien durch Berkshire registriert:

Das ist noch kein Verkauf und bedeutet

nicht, dass verkauft werden muss.

Warum ist das relevant? Weil es zeigt,

dass Berkshire bereit ist, eine Fehlentscheidung

ohne Ego zu beenden. Value

Investing heißt nicht »Ich halte ewig«,

sondern »Ich halte, solange die These

trägt«. Wenn sie nicht mehr trägt, ist das

größte Risiko nicht der Buchverlust, sondern

gebundenes Kapital.

2.

Was passiert mit dem Cashberg?

(Geduld ist eine Position)

Im 10-Q (Bericht an die SEC) zum 30. September

2025 stehen rund 72,2 Milliarden

US-Dollar Cash und 305,4 Milliarden US-

Dollar an kurzfristigen U.S.-Treasury-Bills

(allein im Segment »Insurance and Other«)

und nach Verrechnung bestimmter Payables

nennt Berkshire 354,3 Milliarden US-

Dollar Cash/Cash-Äquivalente/T-Bills.

Die Frage der Abel-Ära lautet nicht:

»Wann investiert er endlich?«, sondern:

»Wofür ist er bereit, Geduld zu opfern?«

10 SACHWERT Magazin 02/2026


»Berkshire ist kein Story-Stock,

sondern eine Kapitalallokations-

Maschine. Maschinen erkennt

man nicht an Headlines,

sondern am Output.«

– David Bader-Egger

Cash ist bei Berkshire keine Ausrede, sondern

optionality – die Fähigkeit, dann zu

handeln, wenn andere handeln müssen.

3.

Buybacks: Werden sie wieder zum

Werkzeug oder bleiben sie aus?

Berkshire hat ein ungewöhnlich klares

Prinzip: Rückkäufe nur, wenn die Aktie

unter dem (konservativ bestimmten)

inneren Wert liegt und Buybacks dürfen

den Bestand an Cash/Cash-Äquivalenten/T-Bills

nicht unter 30 Milliarden US-

Dollar drücken. Im selben Bericht steht

außerdem: In den ersten neun Monaten

2025 gab es keine Aktienrückkäufe.

Wenn Buybacks unter Abel zurückkehren,

ist das kein PR-Signal, sondern

eine Aussage über Bewertung und Alternativen:

»Wir sehen mehr Rendite in

uns selbst als im Markt.«

4.

Portfolio-Disziplin statt Mythos:

Weniger »ewig«, mehr »rational«

Der Mythos »Berkshire verkauft nie«

war immer Marketing, nicht Methode.

Die Methode war: langfristig denken,

aber rationale Umschichtungen zulassen,

wenn Preis, Fundamentals oder Opportunitätskosten

es verlangen. Wenn Abel

hier etwas aktiver wird – ohne hektisch

zu werden – ist das kein Verrat, sondern

die zeitgemäße Übersetzung des Prinzips

Sicherheitsmarge: Risiken reduzieren,

Kapital freispielen, Chancen erhöhen.

5.

Kultur und Anreize: Wird

Berkshire institutioneller?

Ein unterschätztes Signal ist Vergütung.

Reuters berichtet, dass Abels Gehalt für

2026 auf 25 Millionen US-Dollar angehoben

wurde, im Kontrast zu Buffetts symbolischem

100.000-US-Dollar-Gehalt.

Man kann das als »Berkshire wird normaler«

kritisieren. Die wichtigere Frage

ist aber: Bleiben die Anreize langfristig?

Wenig Show, viel Substanz, keine Quartals-Hektik

und eine Kultur, die Dezentralität

nicht nur predigt, sondern schützt.

WAS ANLEGER DARAUS

ABLEITEN KÖNNEN

Wenn du Berkshire nach Buffett bewertest,

lass dich nicht von einem einzelnen Trade

hypnotisieren. Beobachte die Maschine:

Der Autor

Wissen

David Bader-Egger ist als Gründer von

Stockanalyzer (gehört wie das SACHWERT

Magazin zur Backhaus Mediengruppe),

Warren-Buffett-Experte sowie als Autor

mehrerer Bücher bekannt.

• Wird Kapital aus schwachen Thesenkonsequent

umgeschichtet?

• Bleibt Cash eine strategische Reserve

oder wird es »investiert, um investiert

zu haben«?

• Kommen Buybacks zurück und

wenn ja, zu welchen Bewertungen?

• Wird das Portfolio klarer, fokussierter,

rationaler?

• Bleibt die Kultur integer und langfristig

auch wenn die Vergütung

moderner wird?

WORAUF ICH 2026 GANZ

KONKRET SCHAUE

• Ob aus der Kraft-Heinz-Registrierung

tatsächlich Verkäufe werden und

falls ja: über welchen Zeitraum und

mit welcher Kapital-Reallokation.

• Ob Berkshire bei fallenden Bewertungen

wieder ins Buyback geht

(das wäre oft das ehrlichste »Wir

sehen Value«-Signal).

• Ob ein großer Deal kommt und ob er

klassisch Berkshire ist: verständlich,

preisstabil, mit echtem Burggraben.

• Ob die Kommunikation nüchtern

bleibt: wenige Worte, klare Logik,

kein »Wir müssen wachsen«-Narrativ.

Mein Fazit: Die Abel-Ära wird nicht daran

gemessen, ob Berkshire schnell handelt,

sondern ob Berkshire weiterhin besser

handelt als der Durchschnitt – gerade

dann, wenn der Markt unruhig wird.

Bilder: IMAGO / Xinhua, Annalena Haslinger

Warren Buffet stellt den

Ketchup von Kraft Heinz

bei einem Shareholder-

Meeting 2014 vor.

»Die Abel-Ära wird nicht daran

gemessen, ob Berkshire schnell

handelt, sondern ob Berkshire

weiterhin besser handelt

als der Durchschnitt [...].«

– David Bader-Egger

SACHWERT Magazin 02/2026 | Transparenzhinweis: Stockanalyzer gehört wie SACHWERT Magazin zur Backhaus Mediengruppe

11


Börse

Jessica Schwarzer ist leidenschaftliche Börsianerin.

Die studierte Historikerin und Politologin schreibt

seit mehr als 25 Jahren über Geldanlage und

Finanzen. Im Januar 2026 erscheint ihr achtes Buch

»Über die Psychologie der Börse. 20 zeitlose

Lektionen über Börsenpsychologie – so wirst du ein

besserer (und entspannterer) Anleger«.

Wenn Angst und

Gier den Handel

bestimmen

Jessica Schwarzer erklärt, warum

Börsenpsychologie oft wichtiger ist als jede Kennzahl

12 SACHWERT Magazin 02/2026


Börse

Bilder: Olaf Rayermann, Depositphotos / DawidKalisinsk; Cover: Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag

Kennzahlen, Bewertungen

und Marktanalysen gelten

als Grundlage erfolgreicher

Geldanlage. Dennoch

zeigen Börsenkrisen und

Boomphasen immer wieder, dass

Anlageentscheidungen selten rein

rational getroffen werden. Emotionen

wie Angst, Gier oder Unsicherheit

beeinflussen das Verhalten von

Anlegern oft stärker als objektive

Fakten. Im Interview spricht Börsenexpertin

Jessica Schwarzer über die

Bedeutung der Börsenpsychologie,

typische Denkfehler von Investoren

und darüber, warum ein stabiles

Money-Mindset langfristig entscheidend

für den Anlageerfolg ist.

Börsenpsychologie klingt für viele

abstrakt. Was war für Sie der Moment,

in dem Ihnen klar wurde: Psychologie

ist wichtiger als jede Kennzahl?

Das war ein schleichender Prozess. Ich

war in meinen ersten Jahren als Anlegerin,

damals zu Zeiten des Neuen

Marktes um die Jahrtausendwende, eine

ziemliche Zockerin. Getrieben von Gier!

Dann kam der Crash, der bei mir zwar

keine extreme Panik, aber doch Angst

und großes Unwohlsein ausgelöst hat;

Psychologen würden von kognitiver Dissonanz

sprechen. Damals habe ich viele

Fehler gemacht und mich von meinen

Emotionen leiten lassen. Die Erkenntnis

kam dann ein paar Jahre später.

Börsenaltmeister André Kostolany hat

recht: Die Börse besteht zu 90 Prozent

aus Emotionen und nur zu zehn Prozent

aus Fakten. Zumindest kurzfristig. Und

dann der legendäre Satz von Benjamin

Graham: Der größte Feind des Anlegers

schaut ihm jeden Morgen aus dem Spiegel

entgegen. Diese Börsenweisheiten

haben mir die Augen geöffnet.

Sie sprechen davon, dass Anleger

sich selbst sabotieren. Welche Denkfehler

begegnen Ihnen in der Praxis

am häufigsten?

Gier und Panik sicherlich. Aber auch unser

Umgang mit Gewinnen und Verlusten.

Wir halten viel zu lange an Nieten fest,

verkaufen aber die Kursraketen oft zu

früh. Wir machen uns leider oft etwas

vor – die kognitive Dissonanz –, wenn es

um die Rohrkrepierer geht. Wir reden uns

die Aktie schön, hoffen auf die Erholung,

ignorieren die Gründe für den Absturz. Es

tut natürlich weh, die Reißleine zu ziehen

und Verluste zu manifestieren. Gewinneraktien

zu verkaufen ist viel einfacher.

Angst und Gier gelten als die dominierenden

Emotionen an der Börse.

Welche der beiden ist langfristig gefährlicher

– und warum?

»Denn wir können unsere Gefühle nicht abschalten, aber wir

können lernen, sie zu erkennen und sie zu kontrollieren.«

Schwierige Frage. In einem Land fleißiger

Sparer und einer eher schwach ausgeprägten

Aktienkultur ist die Angst davor,

zu investieren, wahrscheinlich die größere

Gefahr. Viele sehen nur die Risiken,

aber nicht die Chancen. Mit Blick auf die

Investoren, also jene, die Aktien, Aktienfonds

oder Aktien-ETFs besitzen, ist die

Gier wohl die größere Gefahr. Wir dürfen

als Investoren nie vergessen, dass Chance

und Risiko ein untrennbares Paar sind.

Keine Chance ohne Risiko, kein Risiko

ohne Chance. Wer zu gierig wird, riskiert

extrem viel. Aber gar nicht zu investieren,

ist das größte Risiko!

Wie können Anleger erkennen, ob

sie gerade aus Überzeugung oder

aus Emotion handeln?

Wenn es an den Märkten mal wieder

sehr turbulent zugeht, ist das sicherlich

sehr, sehr schwierig. Ich bin überzeugt,

dass eine gute Strategie und klare Investmentregeln

helfen. Dann stolpern

wir hoffentlich seltener über emotionale

Fallstricke. Komplett verhindern werden

wir es leider kaum können. Denn wir

können unsere Gefühle nicht abschalten,

aber wir können lernen, sie zu erkennen

und sie zu kontrollieren.

»Über die Psychologie der Börse«

von Jessica Schwarzer

256 Seiten

Erschienen: Januar 2026

Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag

ISBN: 978-3-690-66118-8

– Jessica Schwarzer

Sie sprechen von einem »Money-Mindset«.

Was unterscheidet ein gesundes

Mindset von bloßem Optimismus?

Ich bin Rheinländerin und daher von Natur

aus Optimistin. Das hilft bei der Geldanlage

auf jeden Fall. Es braucht aber

definitiv auch ein gesundes Money-Mindset.

Die Börse ist kein Casino, Aktien sind

nicht nur etwas für Reiche, Geld verdirbt

nicht den Charakter. Im Gegenteil. Finanzielle

Freiheit und finanzielle Unabhängigkeit

sind tolle Ziele. Wer will sich schon

ständig Sorgen um Geld machen? Aktien

sind langfristig die Anlageklasse mit der

besten Rendite, nämlich durchschnittlich

bis zu acht Prozent pro Jahr. Und das bei

allen Turbulenzen und sogar Crashs.

Sehen Sie einen Zusammenhang

zwischen steigender Marktvolatilität

und zunehmendem psychologischem

Druck auf Anleger?

Auf jeden Fall! Je stärker die Schwankungen,

desto größer der psychologische

Druck. Wer sich mit Börsenpsychologie

auseinandersetzt, kommt mit diesem

Druck aber sicherlich besser klar, kann

in Kursrücksetzern Kaufgelegenheiten

sehen und lässt sich nicht von der allgemeinen

Panik und Hysterie anstecken.

Davon bin ich fest überzeugt. LC

SACHWERT Magazin 02/2026

13


Meinung

»Kaputt«

gespart?

Bildung und Verteidigung

zeichnen ein anderes Bild!

Teil 2 der Dilogie von Benjamin Mudlack

14 SACHWERT Magazin 02/2026


Meinung

Blicken wir auf die Entwicklung

der nackten Zahlen, so stellen

wir fest, dass Deutschland

im Bereich der Bildung stetig

einen höheren Kostenaufwand

zu verbuchen hat. Die staatlichen Institutionen

verursachen immer höhere

Kosten, können aber auch hier, ebenso

wie in den Bereichen Infrastruktur oder

Gesundheitsvorsorge, nicht auf Preisinformationen

zurückgreifen. So ist es kein

Wunder, dass es zur Verschwendung

und zur Fehlsteuerung von wertvollen

Ressourcen kommt. Darüber hinaus wird

das Bildungsangebot von zentraler Seite

vorgegeben und richtet sich nicht durch

verschiedene Angebote an den Bedürfnissen

der Schüler oder Eltern aus.

ENTWICKLUNG DER BILDUNGS-

KOSTEN IN DEUTSCHLAND

Verschiedene Systeme der Qualitätserforschung

(PISA und Co.) ergeben im internationalen

Vergleich ein vernichtendes

»Im Bereich der Infrastruktur wäre eine unternehmerische

Herangehensweise sehr sinnvoll und würde die strukturellen

Defizite der reinen Budgetverwaltung und Budgetzuteilung

beheben.«

Benjamin Mudlack

Urteil. Ein Land ohne nennenswerte

Rohstoffe ist umso mehr auf kluge und

gut ausgebildete Köpfe angewiesen.

Über 12 Prozent der Erwerbsfähigen in

Deutschland haben enorme Lese- und

Schreibdefizite. Bereits im Jahre 1910

lag der Anteil der Analphabeten noch

bei unter einem Prozent. Nebenbei bemerkt

pendelte zu diesem Zeitpunkt

die schon thematisierte Staatsquote,

wie schon erwähnt, zwischen 10 und

15 Prozent. Niemand der staatlichen

Akteure haftet persönlich für das Versagen

des staatlichen Bildungssystems. In

einem konkurrenzwirtschaftlichen System

wäre das deutlich anders und dieser

disziplinierende Faktor ist auch notwendig,

damit sich gute Produkte und

Dienstleistungen zu attraktiven Preisen

und bedarfsgerecht entwickeln können.

Auch die Bundeswehr wurde trotz der

vielen Standortschließungen nach 2010

keinesfalls kaputtgespart, wie die nachfolgende

Grafik (Abb. 2) verdeutlicht.

DEUTSCHLANDS MILITÄRAUSGABEN

SEIT 1953

Im Bereich der Infrastruktur wäre eine

unternehmerische Herangehensweise

sehr sinnvoll und würde die strukturellen

Defizite der reinen Budgetverwaltung

und Budgetzuteilung beheben. Staatliche

Akteure sind aufgrund der mangelnden

Bilanzierung der Vermögenswerte –

in diesem Fall zum Beispiel Straßen oder

Brücken – quasi im Blindflug unterwegs.

Bilder: Depositphotos / Sergio_Leon; Grafiken: Statista

Abb. 1: Bildungsausgaben in Milliarden Euro

Abb. 2: Militärausgaben in Milliarden US-Dollar

Ein Unternehmen würde eine Brücke oder

Straße auf der Aktivseite seiner Bilanz als

Vermögenswert verbuchen und beispielsweise

auf die Nutzungsdauer von 50 Jahren

gerechnet jedes Jahr linear 2 Prozent

der Herstellungskosten abschreiben. Sobald

die jährlichen Instandhaltungskosten

die Abschreibung in Höhe 2 Prozent

pro Jahr übersteigen, würden bei einem

Unternehmer die Alarmglocken schrillen,

denn wenn das Produktionskapital (Straße,

Brücke) verfällt, dann sind die zukünftigen

Einnahmen gefährdet.

Ausfallende Einnahmen sind als Teil der

unternehmerischen Haftungsstruktur

zu sehen. Insofern ist ein Unternehmer

bestrebt, die Substanz seines Produktionskapitals

zu erhalten und stetig zu

investieren. Dieser strukturelle Anreiz ist

bei staatlichen Entscheidern nicht vorhanden,

und von daher ist es auch kein

Wunder, dass die Infrastruktur durch

die kollektivistische Verwaltung nach

und nach verkommt. Der Verfall manifestiert

sich in der Realität am Beispiel

der Brückensprengung auf der A45 bei

Lüdenscheid, dem Zusammenbruch

SACHWERT Magazin 02/2026

15


Meinung

und Nettosteuerempfänger. [1] Nettosteuerzahler

sind diejenigen, die mit ihren

Zwangsabgaben per saldo mehr in den

Steuertopf einzahlen, als sie durch Kindergeld

oder sonstige Leistungen und Mittelzuflüsse

wieder zurückbekommen. Zu

Ende gedacht lässt sich unweigerlich feststellen,

dass die Nettosteuerempfänger

auf Kosten der Nettosteuerzahler leben.

Zahlenmäßig sind die Nettosteuerempfänger

dominant, denn es gibt Schätzungen

zu Folge nur etwa 15 Millionen

Nettosteuerzahler [2] in Deutschland. Bei

rund 60 Millionen Wahlberechtigten,

»bewirtschaften« ziemlich genau 75 Prozent

der Menschen die verbleibenden

25 Prozent Nettosteuerzahler. Man muss

kein Hellseher sein, um zu erkennen,

dass in einer aufgezwungenen Massendemokratie

diese Ungleichheit unzweifelhaft

in einer »Überbewirtschaftung«

der Nettosteuerzahler enden muss und

zwar deshalb, weil die Nettosteuerempfänger

die eindeutig interessantere

»Stimm-Zielgruppe« ausmacht.

»Der Staatsapparat ist ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat.

Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen

durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu

zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus

freiem Antriebe verhalten würden.«

[3]

Ludwig von Mises (1881-1973)

der Carolabrücke in Dresden oder dem

Infrastrukturverfall bei der nach wie vor

staatlichen Deutschen Bahn. Diese drei

Beispiele sind nur eine kleine Auswahl,

stehen aber aufgrund ihrer Prominenz

sinnbildlich für den Verfall der Infrastruktur

Deutschlands. Die Folge ist,

dass die Produktivität schwindet, weil

Transportunternehmer zeitfressende

Umwege fahren müssen, aufwendige

Zusatzplanungen anstellen müssen oder

Zusatzkosten einkalkulieren müssen,

weil wiederum ihre Produktionsmittel

(Lastkraftwagen) durch Schlaglöcher

oder ähnliches beschädigt werden.

DER NETTOSTEUERZAHLER WIRD

ZUR ADER GELASSEN

Im politmedialen Bereich wir oft sinngemäß

davon gesprochen, dass »Bund,

Länder und Kommunen« sich die Kosten

für dieses oder jenes Projekt teilen.

Dieses Wording täuscht über die Realität

hinweg. Es gibt Nettosteuerzahler

Im Zeitablauf entbrennt im politmedialen

Bereich ein regelrechter Wettlauf um

die bestmögliche Bewirtschaftung der

Nettosteuerzahler. Neiddebatten um

das Erben und um Vermögenssteuern

machen die Runde mit der Zielsetzung,

die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Das wirkliche Klassenbewusstsein

sollte klar geworden sein. Ebenso wie

die Tatsache, dass weder Bund, Länder

oder Kommunen die Zeche zahlen, sondern

real existierende Menschen (Gruppe

der Nettosteuerzahler), die unter

Zwang monetär zur Ader gelassen werden.

Über globale Holdingstrukturen

reduzieren die oberen ein Prozent der

vermögenden Menschen ihre Steuerlast

auf ein Minimum. Die Leitragenden sind

die im Land verbliebenen Menschen

der Mittelschicht und auch diese kehren

dem Land zunehmend den Rücken

und stimmen durch ihre Auswanderung

mit den Füßen ab. Die leistungsfähigen

und leistungswilligen Produktivkräfte

wandern ab und ziehen ihr Kapital ab.

Der Kapitalstock der Volkswirtschaft

schmilzt dahin und zurück bleiben diejenigen,

die als Nettosteuerempfänger

von der Substanz zehren.

Ein »Kaputtsparen« gibt es aus der Perspektive

der Nettosteuerzahler nicht.

Sie zahlen die Zeche für die staatliche

Aktivität und insofern werden

die Nettosteuerzahler eher durch eine

zusätzliche Ausweitung der Staatsausgaben

eher »kaputtbewirtschaftet«

als kaputtgespart. Darüber hinaus

kann sich eine Volkswirtschaft niemals

durch Ausgaben und Konsum »reich

16 SACHWERT Magazin 02/2026


»Der Kapitalstock der Volkswirtschaft schmilzt dahin und

zurück bleiben diejenigen, die als Nettosteuerempfänger

von der Substanz zehren.«

Benjamin Mudlack

Die TOP 5 der

Wirtschaftsbestseller

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sparen«. Wohlhabende und produktive

Volkswirtschaften zeichnen sich

durch einen hohen Kapitalstock (Produktionsmittel,

Infrastruktur usw.) aus

und dieser wiederum kann nur durch

eine vorherige Investitionstätigkeit aufgebaut

werden. Je höher Kapitalstock

und Produktivsektor eines Landes sind,

desto mehr Güter und Dienstleistungen

können produziert werden und

desto größer ist der Wohlstand.

SCHLUSSBETRACHTUNG: SYSTEMISCHE

FEHLALLOKATION ANSTELLE DES

ILLUSORISCHEN »KAPUTTSPARENS«

Weder die staatliche Bildung, die staatlich

verwaltete Infrastruktur, noch das

Militär oder das staatliche Gesundheitssystem

wurden kaputtgespart. Diese und

andere Bereiche wurden vielmehr durch

exorbitante systemische Fehlallokationen

in Teilen bis zur kompletten Dysfunktionalität

heruntergewirtschaftet.

Die strukturellen Defizite der staatsplanwirtschaftlichen

Aktivitäten lassen sich

abschließend wie folgt zusammenfassen:

1.

Staatliche Akteure verursachen

Kosten, aber die mangelnden

Preis- und Koordinationsmechanismen

führen zu Fehlallokationen und

sind als struktureller Fehler im planwirtschaftlichen

System anzusehen. Es

kommt zur Verschwendung, zu Mangel

und Verfall sowie zur Aufzehrung

der vorhandenen Substanz.

2.

Die Ökonomik ist nicht die Wissenschaft

der Töpfe und Budgets,

es ist die Wissenschaft des menschlichen

Handelns (Praxeologie) und in dem Zusammenhang

des bestmöglichen Umgangs

mit der Knappheit verschiedener

Güter in unterschiedlichen Märkten. Folglich

ist die Ökonomie eher als die spontane

Koordination der Knappheit, als die

Verwaltung von Budgets anzusehen.

3.

Durch die Ausdehnung der

Staatstätigkeit steigen die Staatsausgaben

bei gleichzeitig verminderter

Qualität der staatlichen Leistungen.

4.

Steigende Staatsausgaben verringern

den Wohlstand und schädigen

somit die betroffenen Menschen.

5.

Aufgrund der zwangsmonopolistischen

Strukturen findet kein

Wettbewerb um den ressourcenschonendsten

und effizientesten Produktionsweg

statt.

6.

Die Bedürfnisse der Menschen

werden nicht gemäß ihren vielfältigen

und unterschiedlichen Präferenzen

befriedigt, da es vielfach nur eine Art der

Ausgestaltung bzw. des »Angebotes« gibt.

7.

Je mehr staatliche Aktivität,

desto mehr leidet die gesamtvolkswirtschaftliche

Produktivität und

diese wiederum ist maßgebend für die

Wohlstandsentwicklung.

Einsturz der Carolabrücke in Dresden, 2024.

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SACHWERT Magazin 02/2026


Meinung

»Dass in die Ordnung einer Marktwirtschaft viel mehr Wissen von Tatsachen eingeht,

als irgendein einzelner Mensch oder selbst irgendeine Organisation wissen kann,

ist der entscheidende Grund, weshalb die Marktwirtschaft mehr leistet als irgendeine

andere Wirtschaftsform.«

[4]

Franz Böhm (1895 – 1977), deutscher Jurist

8.

Je höher der prozentuale Anteil

des Staates an der Jahreswirtschaftsleistung

ist, desto höher ist die »Bewirtschaftungsquote«

derer, die als Nettosteuerzahler

die Last zu tragen haben.

9.

Neue und zusätzliche Staatsschulden

erhöhen die Geldmenge

und führen zu Teuerung. Dies geht zu

Lasten derer, die in Geld sparen oder Nominalwertbezüge

beispielsweise in Form

von Renten, Pensionen, Löhnen und Gehältern

erhalten. Die Menschen werden

ärmer als ohne die Teuerung.

10.

Die strukturellen Defizite der

staatsplanwirtschaftlichen Akti-

vitäten werden besonders deutlich,

wenn man die wirkliche Staatsverschuldung

betrachtet. Denn die offiziell

veröffentlichte Zahl gibt nicht den

Schuldenstand wieder, der sich ergeben

würde, wenn der Staat so bilanzierte

wie er es den Unternehmen vorschreibt.

Die sogenannte »implizite Staatsverschuldung«

Deutschlands liegt bei über

400 Prozent und beträgt folglich ungefähr

das Sechsfache dessen, was von

den Behörden veröffentlicht wird.

Das Versagen der »Staatswirtschaft« ist

nicht mehr wegzudiskutieren. Besonders

problematisch wird es in Deutschland dann,

wenn der Großteil der geburtenstarken

Jahrgänge, der sogenannten »Boomer«,

die rund um das Jahr 1964 geboren sind,

in Rente beziehungsweise Pension gehen

werden, also etwa ab den 2030er Jahren.

Das ist dann auch noch der zeitliche Korridor,

in dem viele heutige Nettosteuerzahler

zu Nettosteuerempfängern (Rentner

oder Pensionäre) werden. Spätestens

dann werden mit hoher Wahrscheinlichkeit

sämtliche öffentliche Haushalte in der

Bundesrepublik an ihre Grenze gebracht.

Deshalb ist es so wichtig, darüber aufzuklären,

dass nicht »mehr Staat«, sondern

nur »wesentlich weniger Staat« die

wirtschaftliche und ethische Katastrophe

verhindern kann, auf die Deutschland ansonsten

nahezu unweigerlich zusteuert.

[1]

Nettosteuerzahler ist, wer per saldo mehr Steuern zahlt als er erhält. Wessen Einkommen

komplett aus Steuermitteln finanziert wird, der ist in der Regel Nettosteuerempfänger, auch

wenn er von seinem Gehalt Einkommen- und Umsatzsteuer etc. bezahlen muss, denn er legt

nur einen Teil der vereinnahmten Mittel aus dem Steuertopf wieder zurück. Auch wenn der

Nettosteuerempfänger geldwerte Leistungen erbringt, ändert dies an der Finanzierung durch

(per saldo) von Dritten gezahlte Zwangsabgaben nichts.

[2]

Die Zahl 15 Millionen stammt von einem Beitrag des deutschen Sozialwissenschaftlers Gunnar

Heinsohn in der Neuen Züricher Zeitung. Es handelt sich bei den 15 Millionen um diejenigen

Netto-Steuerzahler, die weder mittelbar noch unmittelbar beim Staat beschäftigt sind.

[3]

»Im Namen des Staates oder die Gefahren des Kollektivismus«, Verlag Bonn aktuell,

München 1982, S. 68

[4]

»Die Ordnung der Wirtschaft« (1937)

Der Autor

Benjamin Mudlack ist diplomierter

Wirtschaftsinformatiker, der Autor von

»GeldZeitenwende« und Vorstand der

Atlas Initiative für Recht und Freiheit.

Bilder: IMAGO / Jochen Tack, Privat

18 SACHWERT Magazin 02/2026


Marktkommentar

Bilder: Depositphotos / hywardscs, wirtschaft tv

Schon 52 Prozent Kursgewinn

in nur 5 Wochen

Ein gekürzter Gastbeitrag von Claus Vogt

Im Börsenjahr 2026 zeichnen sich schon

jetzt hochinteressante Entwicklungen

ab. Wird die spekulative Übertreibung

im massiv überbewerteten Technologiesektor

auf ein noch höheres Niveau

anwachsen? Wie agiert die Fed, wie entwickelt

sich die US-Wirtschaft? Und was

passiert nun mit dem Ölpreis nach dem

US-Überfall auf Venezuela?

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl

der Fragestellungen, die unser

Team und mich persönlich jetzt umtreiben.

Noch wichtiger für Sie als Anleger

ist allerdings die Frage, welche Sektoren

die besten Chance-Risiko-Verhältnisse

für Aktionäre ausweisen und entsprechend

hohe Kursgewinne versprechen.

DIE GOLDHAUSSE WIRD

WEITERGEHEN

In den vergangenen beiden Jahren lagen

wir goldrichtig, indem wir vor allem

auf Aktien des Edelmetallsektors gesetzt

und damit für unsere Leser eine außergewöhnlich

gute Performance erzielt haben.

Unsere Indikatoren und Prognosemodelle,

die ich in über vier Jahrzehnten

an der Börse stets weiterentwickelt und

perfektioniert habe, kommen zu dem Ergebnis,

dass sich die Goldhausse fortsetzen

wird. Deshalb bleibt der Edelmetallsektor

bis auf weiteres ein Schwerpunkt

unserer analytischen Arbeit. Schließlich

sind auch Investments in diesem

weiterhin mehr als nur aussichtsreichen

Sektor keine Selbstläufer, sondern müssen

wohlüberlegt ausgewählt werden.

Was Silberinvestments betrifft, hat sich

das Chance-Risiko-Verhältnis in den

vergangenen Wochen deutlich verschlechtert.

Folglich haben wir hier vor

kurzem einige Gewinne von über 100

Prozent realisiert. Wie Sie in diesem

»Der bisherige Kursanstieg war

wahrscheinlich nur der Auftakt zu

einer deutlich größeren und länger

anhaltenden Aufwärtsbewegung.«

– Claus Vogt

sehr volatilen Sektor weiter vorgehen

sollten, lesen Sie ebenfalls in unserem

Börsenbrief Krisensicher Investieren.

ZUSÄTZLICHER FOKUS

ROHSTOFFSEKTOR

Unsere Expertise und unser analytischer

Fokus beschränken sich allerdings

nicht auf den Edelmetallsektor. Jetzt

zeichnen sich für das neue Börsenjahr

auch in anderen Marktbereichen verlockende

Chancen mit ausgezeichneten

Chance-Risiko-Verhältnissen ab.

Das gilt unter anderem für Aktien des

Ölsektors. Im Moment ist es für einen

Einstieg noch etwas zu früh. Doch das

kann sich jetzt schnell ändern und für

lukrative Kaufgelegenheiten sorgen,

über die wir unsere Leser natürlich umgehend

informieren werden.

Inzwischen halten wir den gesamten

Rohstoffsektor aus den verschiedensten

Gründen für sehr aussichtsreich. Eine

der handverlesenen Rohstoffaktien,

die wir auf unseren Beobachtungslisten

führen, haben wir den Lesern meines

Börsenbriefes am 16.12.2025 zum

Kauf empfohlen. Seither ist die Aktie

schon um 52 Prozent gestiegen.

Obwohl das bereits ein sehr beachtlicher

Anstieg ist, halten wir diesen Wert

weiterhin für einen Kauftipp. Der bisherige

Kursanstieg war wahrscheinlich nur

der Auftakt zu einer deutlich größeren

und länger anhaltenden Aufwärtsbewegung.

Dennoch raten wir Ihnen, schnell

zu handeln, da große Kursgewinne in

nur wenigen Tagen bei Aktien des Rohstoffsektors

keine Seltenheit sind.

Der Autor

Claus Vogt ist Finanzanalyst und Autor

von »Krisensicher Investieren«. Der Gold-

Preisbänder-Indikator dient seinen Prognosen

im Edelmetallsektor.

SACHWERT Magazin 02/2026

19


Finanzpolitik

Generation SCHULDEN

– wer zahlt den Preis?

Frank Schäffler über die »Generation Debts«

Wenn steigende Schulden

und hohe Abgaben

auf ein marodes

Rentensystem treffen,

ist das staatliche Armageddon

vorprogrammiert. So sieht

es der ehemalige Bundestags-Abgeordnete

Frank Schäffler. Warum bald

eine ganze Generation vor einem

kaum überwindbaren Schuldenberg

stehen könnte – und welche Wege

es gibt, das drohende Desaster abzuwenden,

erläutert er im Interview.

Herr Schäffler, Sie nennen die Generation,

die all die heutigen Schulden

des Staates bezahlen muss,

»Generation Debts«. Ist sich diese

Generation überhaupt bewusst,

dass sie eine Schuldengeneration ist?

Ja, das sieht man daran, dass eine wachsende

Zahl junger Menschen in Aktien,

aber auch in Bitcoin spart. Man spricht

deshalb auch von der »Generation Trade

Republic«. Es ist viel einfacher und

preiswerter aktienorientiert zu sparen.

Die »Generation Debts« hat aber das

Problem, dass sie die Renten der Boomer-Generation

bezahlen, gleichzeitig

hohe Steuern und Abgaben leisten und

zusätzlich für das eigene Alter vorsorgen

müssen. Und gleichzeitig verschuldet

sich der Staat über beide Ohren. Die faktische

Abschaffung der Schuldenbremse

war dafür ein fatales Signal. Die Schuldenorgie

geht dadurch immer weiter.

Sie sprechen auch von verdeckten

Schulden. Was sind da die großen

Brocken?

20 SACHWERT Magazin 02/2026


Finanzpolitik

Die gesetzliche Rente ist die größte Herausforderung.

Entweder verdoppeln sich

die Beiträge oder die Rente halbiert sich.

Die Mathematik lässt sich nicht überlisten.

Weniger Kinder und immer ältere Rentner

lässt das System kollabieren. Das steht

heute schon fest, wenn keine entschlossenen

Reformen angegangen werden.

Dass Staaten Schulden machen, ist ja

nichts Neues. Wo, denken Sie, sollte

man die Grenze ziehen?

Ich plädiere für ein echtes Neuverschuldungsverbot

nach Schweizer Vorbild. Die

Schweiz hat dadurch hohes Wachstum,

niedrigere Schulden, dennoch eine bessere

Infrastruktur und mehr Wohlstand. Dagegen

leben wir von der Substanz. Wachsende

Schulden machen den Staat immer

fetter und die Bürger immer kleiner. Die

jetzige Generation muss ihre Ausgaben

selbst finanzieren und darf sie nicht auf

künftige Generationen vererben. Ich plädiere

für Einsparungen. Heute geht jeder

zweite Euro durch die klebrigen Hände

des Staates. Anfang der 1960er Jahr lag

die Staatsquote in der BRD noch bei 33

Prozent. Da müssen wir wieder hin.

»Generation Debts«

von Frank Schäffler

200 Seiten

Erscheint: März 2026

Langen-Müller

ISBN: 978-3-784-43767-5

Sie wollen die heutige Generation vor

einem Armageddon-Moment bewahren.

Was wäre dieses Armageddon?

Es wäre die allumfassende Staatswirtschaft

und die Überforderung unseres

Gemeinwesens. Es wäre die Abkehr vom

Kapitalismus und der Marktwirtschaft

»Die jetzige Generation muss ihre Ausgaben

selbst finanzieren und darf sie nicht auf

künftige Generationen vererben.«

– Frank Schäffler

und die breite Verarmung der Gesellschaft.

Die gesellschaftliche Freiheit kann

ohne die ökonomische Freiheit nicht auf

Dauer bestehen. Daher geht es um die Essenz

unserer freiheitlichen Ordnung.

Ihr großes Thema der letzten Jahrzehnte

ist die Freiheit. Kann man

sich trotz dieser großen Bürde noch

Freiheit erarbeiten?

Klar, der Staat muss den Bürgern Freiheitsräume

bei der Rente, aber auch bei

der Pflegeversicherung ermöglichen. Ich

plädiere daher für eine Opt-Out-Regelung.

Jeder sollte aus der gesetzlichen

Renten- und auch Pflegeversicherung

aussteigen können und die Beträge

privat ansparen dürfen. Für alle anderen

plädiere ich für ein Absenken des

Rentenversicherungsbeitrages um 2,5

Prozentpunkte, die dann nach schwedischem

Vorbild in Aktienfonds und ETFs

angelegt werden. Doch auf staatliche

Rahmenbedingungen kann man sich nur

bedingt verlassen. Daher bin ich auch ein

überzeugter Bitcoiner. Wer unabhängig

von staatlicher Willkür sein will, muss in

Bitcoin sparen. Früh anfangen, regelmäßig

sparen und lange durchhalten.

Bilder: IMAGO / Panama Pictures (Christoph Hardt) / photothek (Thomas Trutschel); Cover: Langen-Müller

»Wer unabhängig

von staatlicher

Willkür sein will,

muss in Bitcoin

sparen. Früh anfangen,

regelmäßig

sparen und lange

durchhalten.«

– Frank Schäffler

Frank Schäffler ist ein Politiker, der von 2005 bis

2013 und von 2017 bis 2025 als Abgeordneter des

Deutschen Bundestages tätig war. Im März erscheint

sein neues Buch »Generation Debts – Die Generation,

die alles bezahlen muss«.

SACHWERT Magazin 02/2026

21


Wissen

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes 2015

im NASA AMES Research Center,

Kalifornien.

22 SACHWERT Magazin 02/2026


Wissen

»Ich weiß nicht«

– Wie drei Worte Investoren vor

Milliardenverlusten schützen

Auszug aus dem Buch »How not to invest« von Barry Ritholtz

Bilder: IMAGO / The Photo Access / ZUMA Press Wire

Ich habe nie verstanden, wie sich Theranos

das eigentlich vorgestellt hatte.

Dieses Silicon-Valley-Unternehmen

versprach die Erstellung vollständiger

Blutbilder, ohne Blutproben aus einer

Vene zu entnehmen. Ich kapierte nicht,

wie das funktionieren sollte.

Das wollte damals kaum jemand zugeben.

Ein verlustträchtiges und häufiges

Problem in der IT- und Anlagebranche ist

die Unfähigkeit, einfach zuzugeben, dass

man etwas nicht weiß.

Diejenigen, die behaupteten, das Konzept

der Firma und ihrer Gründerin zu

verstehen – und damit eine Menge Kapital

riskierten und dem Unternehmen

eine Bewertung von mehreren Milliarden

Dollar gaben –, hatten auch keine Ahnung.

Die Risikokapitalgeber, die dieses

»Einhorn« finanzierten, konnten sich

nicht überwinden, das zuzugeben. Ihre

Tollkühnheit schuf einen blinden Fleck,

der sie teuer zu stehen kam.

Theranos war ein Biotechnologie-Start-up,

dessen junge Gründerin Angst vor Spritzen

hatte und mit 19 Jahren ihr Studium

an der Stanford University abgebrochen

hatte, um eine Blutuntersuchung zu vermarkten,

für die angeblich ein Tropfen Blut

aus der Fingerspitze genügte, sodass man

sich den gefürchteten Stich der Kanüle in

die Vene ersparte. Es folgten eine Menge

Vorschusslorbeeren, und bald darauf der

Horatio Alger Award für die Gründerin,

die ihn damit als bisher jüngste Preisträgerin

erhielt. Obwohl sie keine Medizinerin

und nicht einmal Naturwissenschaftlerin

war, wurde sie in den Vorstand der

Medizinischen Fakultät an der Harvard

University (!) berufen. Die Zeitschrift Time

nahm sie in die Liste der 100 einflussreichsten

Menschen der Welt auf, INC

setzte sie im Oktober 2015 auf das Titelblatt

und nannte sie »den nächsten Steve

Jobs«. Theranos wurde, wenn auch nur

eine kurze Zeit lang, mit über 9 Milliarden

Dollar bewertet und die Gründerin zur

jüngsten Milliardärin weltweit, die ihr

Vermögen selbst erworben hatte.

Rückblickend fragt man sich, wieso sich

kaum einer der Verantwortlichen für all

diese Preise, Berufungen und Kapitalspritzen

die Mühe machte, das Verfahren des

Unternehmens und die Behauptungen

seiner Gründerin zu überprüfen. Viele

verließen sich darauf, dass irgendjemand

das schon erledigt haben wird. Aber wie

kam es, dass alle Beteiligten sich auf die

Einschätzungen anderer verließen?

Noch bedenklicher war, dass es tatsächlich

eine Gruppe Investoren gab,

die Theranos links liegen ließ – nämlich

die auf Medizintechnik und Biotechnologie

spezialisierten Risikokapitalgeber.

»Die Unfähigkeit, einfach ›Ich weiß nicht‹ zu sagen,

kostete die Investoren mehrere Milliarden Dollar.«

– Barry Ritholtz

Prozess gegen Theranos-Gründerin

Elizabeth Holmes in San Jose 2022.

Aber nicht einmal das konnte die Begeisterten

abschrecken.

Wie war es nach dem Fall Madoff noch

möglich, dass ein Unternehmen, dessen

ganzer Betrieb nur eine Kulisse war, so

leicht überall durchrutschen konnte?

Eine Möglichkeit: Absturz und Untergang

von Theranos waren eine Funktion

unserer eigenen Unsicherheit. Diese Theorie

beruht auf einer einfachen Formel:

neue Technologie + Risikokapitalgeber,

die angeblich Experten dafür

sind = niemand gibt mehr zu, nicht

zu verstehen, was das Unternehmen

eigentlich treibt

Die Unfähigkeit, einfach »Ich weiß

nicht« zu sagen, kostete die Investoren

mehrere Milliarden Dollar.

SACHWERT Magazin 02/2026

23


Wissen

Jeffrey Keith Skilling, ein

amerikanischer Geschäftsmann,

der 2006 wegen

Bundesverbrechen im

Zusammenhang

mit dem Enron-Skandal

verurteilt wurde.

Der New Yorker Finanzier

Bernard Madoff bekannte

sich 2009 in elf Anklagepunkten

schuldig, darunter

Betrug, Meineid und

internationale Geldwäsche.

»Wer ›Ich weiß nicht‹ sagen kann, verfügt damit über

eine Superkraft und zeigt ein gelassenes Vertrauen in

seine eigene Denkfähigkeit.«

– Barry Ritholtz

Risikokapitalgeber investieren in die Produkte

von morgen, in Dienstleistungen,

die es oft noch gar nicht gibt. Fähige Investoren

in dieser Sparte haben eine gewisse

Vorstellung, wie die Märkte und der

Bedarf in einigen Jahren aussehen könnten,

und (wie das Klischee es von guten

Eishockeyspielern sagt) sie gleiten auf

dem Eis dorthin, wo der Puck sein wird.

Es ist etwas völlig anderes, auf eine mögliche

zukünftige Entwicklung zu setzen

– auch wenn diese Wette von Natur aus

sehr wahrscheinlich scheitert –, als vorsätzlichen

Betrug zu begehen. Eine Idee

zu entwickeln, die keinen Markt findet,

unterscheidet sich grundlegend davon,

über ein medizinisches Produkt zu lügen,

das niemals leisten konnte, was behauptet

wurde. Die auf Medizintechnik spezialisierten

Risikokapitalfirmen wussten

»How not to invest«

von Barry Ritholtz

544 Seiten

Erschienen: November 2025

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-959-72-849-2

sehr wohl, wie unrealistisch Theranos’

Behauptungen waren. Der technische

Fortschritt verläuft heute so rasch, dass

niemand mehr die Entwicklungen auf

allen Gebieten im Auge behalten kann.

Das gilt auch für Harvard-Professoren

und Silicon-Valley-Investoren. Risikokapitalgeber

können sich auf bestimmte

Branchen spezialisieren, beschränken

sich damit aber auch selbst. Weil jede

Branche plötzlich »heiß« werden kann,

aber nach einiger Zeit unweigerlich wieder

abkühlt, bleiben die meisten lieber

Generalisten, die überall investieren und

Gewinnchancen nutzen können.

Erfolgreiche Risikokapitalgeber geben

sich gerne den Anschein, neue Technologien

nicht nur zu verstehen, sondern

auch zu wissen, wie sie sich weiterentwickeln

werden. Ein solcher Anschein

kommt ihnen natürlich zugute. Ob er zu

Recht besteht, ist fast schon nebensächlich,

weil es nur darauf ankommt, ob

Gründer, Bankiers, Mitarbeiter und die

IT-Presse daran glauben.

Bei Enron war es genauso. Als das

Unternehmen auf der Erfolgswelle

schwamm, machte sich sein CEO Jeffrey

Skilling gerne über Analysten lustig, die

sein Geschäftsmodell infrage stellten,

und behauptete, sie seien »zu dumm,

um es zu kapieren«. Dann stellte sich

heraus, dass es sich um einen gigantischen

Buchhaltungsschwindel handelte.

Ähnlich war es bei Bernie Madoff, dessen

milliardenschweres Schneeballsystem

darauf beruhte, dass die Anleger

seine angebliche Anlagestrategie nicht

verstanden. Beide Unternehmen nutzten

die Angst der Menschen aus, vor

anderen dumm dazustehen.

Die Lehre daraus lautet, dass es nicht gut

geht, wenn man sich schämt einzugestehen,

dass man etwas nicht versteht, oder

aus Angst vor Bloßstellung nicht um eine

Erklärung bittet. Wer »Ich weiß nicht« sagen

kann, verfügt damit über eine Superkraft

und zeigt ein gelassenes Vertrauen in

seine eigene Denkfähigkeit. Wer nicht damit

herausrücken will, wie sein Geschäftsmodell

genau funktioniert, oder potenzielle

Investoren verspottet, die zugeben, es

nicht zu verstehen, ist Ihr Geld nicht wert.

Die mangelnde Bereitschaft, Irrtümer zuzugeben,

ist ein ständiges Problem für

alle Investoren – und auch alle anderen

Menschen. Eine einfache Regel, um Fehler

zu vermeiden, lautet: »Investieren Sie

in nichts, das Sie nicht verstehen.« Diese

Form des »Ich weiß nicht« hätte den betroffenen

Investoren in unseren Beispielen

Milliardenverluste erspart.

Bilder: MAGO / Newscom World / ZUMA Press Wire; Cover: FinanzBuch Verlag

24 SACHWERT Magazin 02/2026


Edelmetalle

KUPFER

– das neue Silber?

Ein Gastbeitrag von Marc Friedrich

Während Silber bereits

explodiert ist, entsteht

im Schatten der Märkte

der nächste große

Rohstoff-Schock. Kupfer

läuft auf eine historische Angebotslücke

zu, genau in dem Moment, in

dem Elektrifizierung, Energiewende und

Künstliche Intelligenz den Bedarf strukturell

nach oben treiben. Einer der relevantesten

Rohstoffe wird knapp, während

seine Bedeutung für die neue Weltordnung

explodiert und der Markt hat diese

Realität bis heute nicht eingepreist.

Silber steckt klar in einem historischen

Bullenmarkt. Der Preis ist in kürzester Zeit

enorm gestiegen und hat zwischenzeitlich

sogar die psychologisch wichtige Marke

von 100 Dollar überschritten. Diese Bewegung

war begleitet von extremer Volatilität

– ein typisches Zeichen für einen

hochgehebelten Papiermarkt, in dem Preise

schneller fallen können, als sich Fundamentaldaten

ändern. Genau deshalb ist die

Unterscheidung entscheidend: Physisches

»Kupfer läuft auf eine historische

Angebotslücke zu,

genau in dem Moment,

in dem Elektrifizierung,

Energiewende und Künstliche

Intelligenz den Bedarf

strukturell nach oben treiben.«

– MARC FRIEDRICH

Abb. 1: Quelle: TradingView

Silber ist kein Papiersilber. Während Futures

und Derivate von Liquidationen und

Margin Calls getrieben werden, bleibt der

physische Markt strukturell eng. Parabolische

Anstiege zeigen, dass ein Großteil der

kurzfristigen Fantasie bereits eingepreist ist.

Bild: Depositphotos / Zetor2010

Abb. 2: Quelle: eigene Darstellung nach https://x.com/abcampbell/status/20155432367988490

70?s=12&t=mWSeF7GPejwqHypTfUx1zw

Für langfristig orientierte Sachwertinvestoren

geht es deshalb nicht um die

nächste schnelle Bewegung im Chart,

sondern um die Frage, wo der nächste

strukturelle Engpass entsteht – und damit

die nächste große Chance?

KUPFER: UNTERSCHÄTZTER ROHSTOFF

DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ

Die Antwort führt zu einem Metall, das

deutlich weniger emotional aufgeladen ist

als Gold oder Silber, aber für die moderne

Welt ungleich wichtiger: Kupfer.

Silber profitiert aktuell von mehreren Faktoren

gleichzeitig: monetäre Unsicherheit,

Inflationserwartungen, geopolitische

Spannungen und eine wachsende

industrielle Nachfrage. Gleichzeitig steigt

mit zunehmendem Preisniveau die

SACHWERT Magazin 02/2026

25


Edelmetalle

Wahrscheinlichkeit starker Rücksetzer, so

wie wir sie bereits Ende Januar eindrucksvoll

erlebt haben, als Silber innerhalb eines

Tages um satte 35 Prozent einbrach. Historisch

betrachtet enden parabolische Anstiege

fast immer in hoher Volatilität.

Interessant ist dabei ein oft übersehener

Aspekt: Ab einem Silberpreis von rund

134 US-Dollar beginnt Substitution wirtschaftlich

sinnvoll zu werden (siehe Abb.

2). In industriellen Anwendungen kann

Silber dann zunehmend durch günstigere

Metalle wie Aluminium ersetzt

werden. Auch das setzt dem Aufwärtspotenzial

mittelfristig Grenzen.

Für Anleger bedeutet das: Silber bleibt

langfristig interessant – doch der asymmetrische

Chancenraum verschiebt sich.

Kupfer hat hingegen keine monetäre

Komponente. Kupfer ist entscheidend für

die Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.

Ohne Kupfer funktionieren weder Stromnetze

noch Elektromobilität, Rechenzentren,

erneuerbare Energien oder moderne

Industrieprozesse. Die Elektrifizierung der

Welt ist ohne Kupfer schlicht unmöglich.

Und der Bedarf ist enorm. Ein Blick auf den

Verkehrssektor verdeutlicht die Dimension:

• Ein klassischer Verbrenner enthält

rund 22 Kilogramm Kupfer

• Ein Hybridfahrzeug bereits etwa 40

Kilogramm

• Ein reines Elektroauto benötigt im

Schnitt über 80 Kilogramm Kupfer

Und dabei ist die gesamte Lade- und

Netzinfrastruktur noch nicht berücksichtigt.

Transformatoren, Hochspannungsleitungen,

Schnellladestationen und

Speicherlösungen sind extrem kupferintensiv.

Während die Nachfrage strukturell

steigt, gerät das Angebot zunehmend

unter Druck.

Prognosen gehen davon aus, dass die

Welt bis 2040 mit einem Kupferdefizit

von rund 10 Millionen Tonnen konfrontiert

sein könnte (siehe Abb. 3). Das entspricht

etwa einem Drittel der heutigen

Jahresnachfrage. Das zeigt der folgende

Chart der Financial Times.

Gleichzeitig wird erwartet, dass die globale

Kupfernachfrage von derzeit rund 28

Millionen Tonnen auf etwa 42 Millionen

Tonnen ansteigt. Getrieben wird dieser

massive Zuwachs vor allem durch die fortschreitende

Elektrifizierung des Verkehrs,

den weltweiten Ausbau der Stromnetze,

die anhaltende Urbanisierung insbesondere

in Asien sowie den insgesamt stark

steigenden Energiebedarf. Ein zusätzlicher,

zunehmend bedeutender Faktor ist

der rasante Ausbau der Künstlichen Intelligenz,

der enorme Mengen an Strom –

und damit Kupfer – erfordert.

Besonders bemerkenswert ist dabei

der rasant steigende Kupferbedarf von

KI-Rechenzentren, der bis zum Jahr

2040 um mehr als 120 Prozent zulegen

könnte. Rechenzentren gehören zu

den kupferintensivsten Infrastrukturen

»Deutlich effizienter ist daher

der Zugang über Kupferminen-Aktien,

die nicht nur

vom steigenden Kupferpreis,

sondern auch von operativen

Hebeleffekten profitieren.«

– MARC FRIEDRICH

Abb. 3: Quelle: eigene Darstellung nach https://www.ft.com/content/9d69ce4d-648e-44f9-

812d-ecb811b751e5

überhaupt – von der Hochspannungsanbindung

über Kühl- und Verteilungssysteme

bis hin zur internen Verkabelung.

Dem steht eine Angebotsseite

gegenüber, die kaum in der Lage ist,

flexibel zu reagieren: so wird bis 2040

ein Angebotsdefizit von ca. 14 Millionen

Tonnen erwartet.

Neue Kupferminen benötigen häufig einen

Vorlauf von zehn bis zwanzig Jahren,

Genehmigungsverfahren werden zunehmend

komplexer, die Produktionskosten

steigen kontinuierlich und die Erzgehalte

sind in den vergangenen Jahrzehnten

um rund 40 Prozent gesunken.

Abb. 4: Quelle: Friedrich & Partner

Hinzu kommt, dass die größten produzierenden

Kupferminen weltweit im

Durchschnitt bereits über 60 Jahre alt

sind. Besonders alarmierend ist zudem,

dass in den letzten fünf Jahren weltweit

lediglich vier größere neue Kupfervorkommen

entdeckt wurden (siehe Abb.

5). Ein dramatisches Missverhältnis zur

künftig stark steigenden Nachfrage.

26 SACHWERT Magazin 02/2026


Edelmetalle

ähnlichen Schlussfolgerungen kommen,

unterstreicht das die besondere Bedeutung

von Kupfer im kommenden Jahrzehnt.

KUPFER SCHAFFT DEN AUSBRUCH

Auch technisch zeigt sich ein überzeugendes

Bild. Nach einer mehrjährigen

Bodenbildungsphase zwischen 2022 und

2025 hat Kupfer zuletzt wieder deutlich

angezogen und sogar den Ausbruch auf

ein neues Hoch geschafft.

Abb. 5: Quelle: eigene Darstellung nach https://x.com/ekwufinance/status/

2001367378538410153?s=20

Für Anleger stellt sich damit zwangsläufig

die Frage nach dem geeigneten

Investmentvehikel. Ein direktes physisches

Investment in Kupfer ist für

Privatanleger in der Praxis kaum sinnvoll,

da Kupfer überwiegend über Terminmärkte

gehandelt wird und dabei

regelmäßig Rollkosten entstehen, die

die Rendite langfristig belasten können.

Deutlich effizienter ist daher der

Zugang über Kupferminen-Aktien, die

nicht nur vom steigenden Kupferpreis,

sondern auch von operativen Hebeleffekten

profitieren. Entscheidend ist dabei

die Auswahl qualitativ hochwertiger

Produzenten und Entwickler mit soliden

Reserven, wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen

und stabilen politischen Rahmenbedingungen.

Eine vertiefte Analyse

ausgewählter Kupferminen findet

sich unter anderem in meinem Investmentnewsletter,

dem Friedrich Report.

Bild: David Bornscheuer

Abb. 6: Quelle: TradingView

Ein oft unterschätzter Zusammenhang ist

die direkte Verbindung zwischen Künstlicher

Intelligenz und Kupfer. KI skaliert

über Rechenleistung. Rechenleistung

skaliert über Strom. Strom skaliert über

Kupfer. Ein einzelner moderner NVI-

DIA-KI-Servercluster kann heute bereits

Leistungen von über 100 Kilowatt aufnehmen.

Jeder zusätzliche Megawatt

Rechenleistung erfordert Kupfer entlang

der gesamten Infrastruktur. Von der

Hochspannungsanbindung über Transformatoren

und Kabeltrassen bis zur internen

Verteilung. Überall wird viel Kupfer

benötigt. Der entscheidende Punkt: Alle

großen Tech-Konzerne skalieren ihre KI-

Infrastruktur gleichzeitig. Das macht Kupfer

nicht nur knapp, sondern strategisch.

TOP-INVESTOREN SEHEN CHANCEN

Dass Kupfer zunehmend in den Fokus

großer Kapitalgeber rückt, zeigt sich

auch an den Aussagen prominenter Investoren.

Robert Friedland, einer der

weltweit erfahrensten Rohstoffunternehmer,

warnt seit Längerem vor einem

strukturellen Kupfermangel historischen

Ausmaßes. Er betont, dass der Markt die

Dimension der kommenden Angebotslücke

massiv unterschätze, insbesondere

vor dem Hintergrund von Elektrifizierung

und Künstlicher Intelligenz.

In eine ähnliche Richtung argumentiert

Chamath Palihapitiya, einer der bekanntesten

Investoren aus dem Silicon Valley.

Auch er sieht Kupfer als strategischen

Engpassrohstoff der kommenden Jahre

und verweist darauf, dass technologische

Skalierung ohne massive Investitionen in

physische Infrastruktur nicht möglich ist.

Wenn sowohl erfahrene Rohstoffunternehmer

als auch technologiegetriebene

Investoren unabhängig voneinander zu

Kupfer steht am Beginn eines strukturellen

Megatrends, getragen von Elektrifizierung,

Energiewende und dem rasanten Ausbau

Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig stößt

das Angebot an harte geologische, regulatorische

und zeitliche Grenzen, was die

Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen

Engpasses deutlich erhöht. Für langfristig

orientierte Sachwertinvestoren eröffnet

sich damit eine strategische Investmentchance,

dessen Bedeutung vom Markt

bislang noch unterschätzt wird.

Der Autor

Marc Friedrich ist Finanzexperte, Redner,

Vordenker, Freigeist und Gründer.

Als »Spiegel«-Bestseller-Autor ist er einer

größeren Öffentlichkeit bekannt.

SACHWERT Magazin 02/2026

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Wissen

Der Autor

Eine Kolumne von Christoph A. Scherbaum

“Der Apfel fällt

nicht weit vom

Sparbuch

Deutschland feiert Rekord-Aktionärszahlen.

Doch eine andere

Studie zeigt auf, warum

Deutschlands Aktienrallye ein

Generationenproblem hat.

Denn was passiert, wenn die größte Anlegergeneration

aller Zeiten ihr Finanzwissen

vom Küchentisch bezieht?

Wir feiern gerade Rekorde, die nach

jahrzehntelanger Aktienabstinenz tatsächlich

Grund zur Freude geben. Das

Deutsche Aktieninstitut meldet 14,1

Millionen Menschen in Deutschland,

die in Aktien, ETFs oder Aktienfonds

investieren. Ein historisches Hoch. Die

Botschaft ist angekommen: Ohne Aktien

keine Altersvorsorge, ohne Teilhabe

am Produktivkapital keine Rendite. Die

Generation Z, also alle zwischen 14 und

39 Jahren, stellt mittlerweile die größte

Anlegergruppe. Fast jeder Zweite unter

40 bespart regelmäßig einen ETF- oder

Fondssparplan. Das klingt fantastisch.

Endlich. Endlich! Deutschland wird erwachsen

an der Börse.

DIE ELTERN SIND DIE FINANZ-GURUS

DER NATION. LEIDER.

Union Investment hat zusammen mit

Professor Oscar Stolper von der Uni

Marburg über 2.000 Menschen befragt,

darunter 1.006 Vertreter der Gen Z und

über 1.000 Eltern. Das Ergebnis könnte

man als tragikomisch bezeichnen, wenn

es nicht so folgenreich wäre: 71 Prozent

der jungen Erwachsenen geben an, dass

ihre Eltern die wichtigste Rolle spielen,

wenn es um Finanzwissen geht. 77 Prozent

vertrauen bei grundsätzlichen Finanzfragen

den Eltern. Wenn es konkret

um Aktien, Fonds und ETFs geht, nennen

18 Prozent das Elternhaus als Hauptinformationsquelle,

24 Prozent vertrauen

deren Ratschlägen am meisten.

Bankberater? 15 Prozent informieren sich

dort, 20 Prozent vertrauen ihnen. Social

Media, das angeblich allgegenwärtige

TikTok und Instagram? Gerade mal zwölf

Prozent nutzen es zur Information, nur

sieben Prozent vertrauen darauf. Das ist

Christoph A. Scherbaum, M.A., ist unter

anderem Herausgeber von marktEINBLICKE

und MON|REPOS sowie F.A.Z.-Finanzen-

Kolumnist.

auch eigentlich gut so, denn die meisten

Finfluencer habe nur wenig Substanz und

so manch Bankberater denkt eigentlich

nur an die Produkte seiner Bank, anstatt an

den Kunden. Stattdessen dominiert also

die Küchentisch-Finanzberatung die deutsche

Anlegergeneration von morgen. Das

wäre wunderbar, wenn – ja wenn – Mama

und Papa tatsächlich Ahnung hätten.

DAS KLEINE PROBLEM

Jetzt wird es unangenehm: Nur 54 Prozent

aller befragten Eltern konnten mindestens

zwei von drei simplen Wissensfragen

zur Geldanlage in Aktien und

Fonds richtig beantworten. Knapp die

Hälfte, 46 Prozent, versagte bei zwei

oder sogar allen drei Fragen. Anders formuliert:

Fast jeder zweite selbsternannte

Finanz-Coach am heimischen Esstisch hat

keine Ahnung, wovon er oder sie redet.

Bei Eltern, die selbst aktienbasiert anlegen,

sieht es besser aus. Hier beantworteten

immerhin 69 Prozent mindestens

Aber – und jetzt kommt das große

Aber, das uns beim Lesen zweier neuer

Studien fast vom Stuhl gehauen hat –

wir haben ein massives Generationenproblem.

Und zwar genau dort, wo Finanzbildung

in Deutschland traditionell

stattfindet: am Küchentisch.

»Aber, das uns beim Lesen zweier

neuer Studien fast vom Stuhl

gehauen hat – wir haben ein massives

Generationenproblem. Und zwar

genau dort, wo Finanzbildung in

Deutschland traditionell stattfindet:

am Küchentisch.«

– Christoph A. Scherbaum

28 SACHWERT Magazin 02/2026


Wissen

Bilder: CASMOS Media GmbH, Depositphotos / IgorVetushko / ra2studio

zwei Fragen korrekt. Aber selbst das

bedeutet: Ein Drittel der investierenden

Eltern gibt Ratschläge, ohne die Grundlagen

wirklich zu verstehen.

Das Pikante daran: 89 Prozent aller befragten

Eltern sehen sich selbst als wichtigste

Ratgeber ihrer Kinder, gerade

wenn schulische Finanzbildung fehlt. Mit

anderen Worten: Wir haben es mit einer

Generation von Finanz-Coaches zu tun,

die überwiegend selbstbewusst, aber erschreckend

schlecht informiert ist.

DER APFEL UND DAS SPARBUCH

Die Konsequenzen sind verheerend

– und lassen sich direkt in den Vermögensstrukturen

ablesen. Die Gen Z kopiert

nämlich eins zu eins das Anlageverhalten

ihrer Eltern. Kinder von Eltern

ohne Aktienerfahrung investieren zu

46 Prozent in Sparkonto, 25 Prozent in

Tagesgeld, 21 Prozent in Bausparverträge.

Nur 36 Prozent von ihnen finden

den Weg an die Börse. Bei Kindern von

Eltern mit Aktienerfahrung dreht sich

das Bild komplett: 74 Prozent investieren

aktienbasiert, bevorzugt in ETFs (69

Prozent), Aktienfonds (50 Prozent) und

– Achtung, Überraschung – zu 36 Prozent

in Kryptowährungen.

Das heißt: Die Finanz-DNA wird weitervererbt.

Wer am Küchentisch gelernt

hat, dass Sparen Sicherheit bedeutet und

Aktien Teufelszeug sind, bleibt diesem

Muster treu. Wer hingegen Eltern hat,

die über Chancen und Diversifikation

sprechen, baut ein völlig anderes Depot

auf. Professor Stolper bringt es auf den

Punkt: »Hängt Vermögensbildung vom

Finanzwissen der Eltern ab, fehlen vielen

Kindern solide Startbedingungen.«

DIE GENERATION DER AUSBRECHER

Es gibt Hoffnung. Etwa ein Drittel der

Gen Z investiert aktienbasiert, obwohl

die Eltern es nicht tun. Diese »Ausbrecher«

holen sich Rat bei Bankberatern

(12 Prozent), in sozialen Medien (11 Prozent)

oder bei Freunden (10 Prozent). Die

Eltern spielen hier nur noch eine marginale

Rolle (7 Prozent). Aber auch hier

lauert ein Problem: 55 Prozent dieser

jungen Aktionäre, die ohne elterliche Anlageerfahrung

investieren, beantworten

nur eine oder keine einzige Wissensfrage

richtig. Sie sind risikobereit (50 Prozent

beschreiben sich als chancenorientiert),

aber ihre Entscheidungen basieren oft

nicht auf solidem Wissen, sondern auf

Halbwissen aus dem Internet oder gut

gemeinten Tipps von Freunden.

WAS DAS FÜR UNS ALLE BEDEUTET

Die jüngsten Zahlen vom Deutschen

Aktieninstitut sollten uns ermutigen. Ja,

zwei Millionen neue Aktionäre in einem

Jahr sind fantastisch. Ja, die Tatsache,

dass jeder Fünfte in Deutschland mittlerweile

am Aktienmarkt investiert ist,

zeigt: Die Botschaft kommt an. Sparpläne

machen es auch Menschen mit kleinerem

Einkommen möglich, kontinuierlich

und breit gestreut zu investieren.

Die Politik hat mit dem Standortfördergesetz

und der geplanten Frühstart-

Rente Signale gesetzt. Die EU-Kommission

fordert steuerlich geförderte

Anlagesparkonten. Der gesellschaftliche

Rückenwind für die Aktie ist da. Die Infrastruktur

wird besser. Aber wir haben

ein fundamentales Bildungsproblem.

MEIN FAZIT

Finanzbildung am Küchentisch reicht

nicht. Sie kann nicht reichen, wenn

die Hälfte der Coaches selbst keine

Ahnung hat. Schulische Finanzbildung

muss endlich Standard werden, nicht

Kür. Und gleichzeitig brauchen wir

qualifizierte, unabhängige Beratung

für die junge Generation – gerade mit

Blick auf die Altersvorsorge.

Denn was nützen uns 14 Millionen Aktionäre,

wenn Millionen davon auf der

Grundlage von Halbwissen oder falschen

Ratschlägen investieren? Was hilft es,

wenn die einen zu risikoscheu bleiben,

weil Mama immer sagte »Aktien sind Zockerei«,

während die anderen zu risikofreudig

werden, weil TikTok-Finanzgurus

schnelle Gewinne versprechen?

Deutschland ist auf einem guten Weg.

Aber ohne systematische Finanzbildung

wird der Apfel weiterhin nicht weit vom

Sparbuch fallen. Und das können wir

uns in Zeiten von Inflation, Rentenlücke

und demografischem Wandel wirklich

nicht leisten. In diesem Sinne: Sprechen

Sie mit Ihren Eltern! Oder besser noch:

Sprechen Sie mit Ihren Kindern – über

den langfristigen Vermögensaufbau

mit Baustein-Aktien.

»Schulische Finanzbildung muss

endlich Standard werden, nicht Kür.

Und gleichzeitig brauchen wir qualifizierte,

unabhängige Beratung für

die junge Generation – gerade mit

Blick auf die Altersvorsorge.«

– Christoph A. Scherbaum

SACHWERT Magazin 02/2026

29


Best of Web

Best of Web

Bundesgerichtshof stärkt Mieterschutz

– Gewinnorientierte Untervermietung untersagt

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in

einer grundlegenden Entscheidung festgestellt,

dass Mieter durch Untervermietung

keinen Gewinn erzielen dürfen, der

über ihre eigenen wohnungsbezogenen

Aufwendungen hinausgeht. Mit dem

Urteil stärkt das höchste deutsche Zivilgericht

den Mieterschutz und schiebt

einer in angespannten Wohnungsmärkten

verbreiteten Praxis einen Riegel vor.

Im verhandelten Fall aus Berlin hatte

ein Hauptmieter eine 65-Quadratmeter-Wohnung

selbst für knapp 460 Euro

monatlich gemietet, diese aber ohne Zustimmung

der Vermieterin für 962 Euro

an Untermieter weitergegeben. Dieser

deutliche Preisaufschlag über die eigene

Belastung hinaus wurde vom BGH als

nicht zulässig bewertet und hat auch zur

Rechtskraft eines Räumungsurteils geführt.

Damit steht fest: Untervermietung

darf nicht als Gewinnerzielungsmodell ...

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USA investieren 16 Milliarden US-Dollar in

heimische Produktion seltener Erden um

Abhängigkeiten von China verringern

Die US-Regierung will mit einem umfassenden

Investitionsprogramm die heimische

Produktion seltener Erden stärken

und strategische Abhängigkeiten verringern.

Wie das Handelsblatt berichtet,

sollen insgesamt 16 Milliarden US-Dollar

in den Ausbau von Förder-, Verarbeitungsund

Recyclingkapazitäten fließen, um die

Versorgung wichtiger Hochtechnologie-Industrien

mit seltenen Erden sicherzustellen.

Seltenerdmetalle sind entscheidende

Rohstoffe für Produkte wie Elektromotoren,

Windturbinen, Batterien, Magneten

und zahlreiche Hightech-Komponenten,

Edelmetallrally hält an: Rekordpreise

trotz ruhigem DAX

Am deutschen Aktienmarkt hat sich der

Leitindex DAX zuletzt kaum verändert

gezeigt, während die Preise für Gold und

Silber deutlich neue Rekordhöhen erklommen.

Die Entwicklung an den Finanzmärkten

spiegelt die anhaltende Unsicherheit

wider, die viele Anleger in sichere

Anlagen wie Edelmetalle treibt, während

risikobehaftete Aktienmärkte nur wenig

dynamische Bewegung aufweisen.

Gold gilt traditionell als »sicherer Hafen«

in Phasen geopolitischer Risiken und politischer

Spannungen. In den vergangenen

Tagen stiegen die Preise für Gold und Silber

auf historisch hohe Niveaus, da Investoren

angesichts wachsender geopolitischer

Unsicherheiten, darunter jüngste ...

Den ganzen Artikel können Sie unter

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die in der Verteidigungs-, Energie- und

Elektronikindustrie unverzichtbar sind.

Bisher dominieren vor allem chinesische

Unternehmen den globalen Markt bei

Förderung, Raffinierung und Verarbeitung.

Die Abhängigkeit Washingtons

von ausländischen Lieferketten gilt seit

Jahren als strategisches Risiko – sowohl

wirtschaftlich als auch geopolitisch.

Mit dem neuen Förderpaket plant die

US-Regierung, Produktion und ...

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30 SACHWERT Magazin 02/2026


Buchtipps

Erfolgreich zeitlos investieren

von Heiko Thieme

208 Seiten, Erschienen: September 2025

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-959-72616-0

Deutscher Immobilienmarkt

erlebt kräftige

Erholung

In diesem Buch erklärt der erfolgreiche Wall-Street-Veteran

Heiko Thieme erstmals seine Anlagephilosophie, stellt seine

eigene Anlagestrategie vor und gibt nebenbei zahlreiche

spannende und informative Anekdoten aus seiner reichhaltigen

Börsen- und Lebenserfahrung wieder.

Finanzielle Ängste besiegen

von Luu Hoang

208 Seiten, Erschienen: August 2025

Forward Verlag

ISBN: 978-3-987-55155-0

Dieses Buch von Luu Hoang untersucht, wie durch veränderte

Konsummuster, klare Prioritäten und strategisches Investieren

nachhaltige finanzielle Stabilität erreicht werden

kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Rückgewinnung von

Kontrolle über Geld, Zeit und Energie.

Bilder: IMAGO / Jochen Tack, Depositphotos / IC Photo / Inokos / supatman

Auf dem deutschen Immobilienmarkt hat

sich im vergangenen Jahr ein deutlicher

Aufschwung abgezeichnet: Investoren

– sowohl private als auch gewerbliche –

haben 284,4 Milliarden Euro in Grundstücke,

Gebäude und Nutzungsrechte

gesteckt. Das ist ein Plus von 17,5 Prozent

gegenüber 2024, wie aus einer Hochrechnung

des IVD-Branchenverbands auf

Basis von Grunderwerbsteuerdaten des

Bundesfinanzministeriums hervorgeht.

Der deutliche Anstieg markiert eine

Trendwende nach mehreren schwierigen

Jahren: Im Jahr 2022 hatten stark

steigende Zinsen viele potenzielle Deals

verschoben oder ganz verhindert, und

sowohl 2023 als auch 2024 waren die

Transaktionsvolumina vergleichsweise

niedrig. Inzwischen hat sich die Inflation

wieder auf einem moderateren Niveau

stabilisiert, und die Europäische Zentralbank

(EZB) hat begonnen, die Zinsen zu

senken – ein Umfeld, das Immobilientransaktionen

erneut attraktiv macht.

Trotz der Erholung bleibt der Markt

heterogen: Große institutionelle Deals

sind weiterhin zurückhaltend, während

Einzeltransaktionen und kleinere

Portfolios wieder stärker nachgefragt

werden. Daten aus Branchenreports

zeigen, dass etwa im Bereich der Mehrfamilienhäuser

auch 2025 ein hohes ...

Den ganzen Artikel können Sie unter

www.sachwert-magazin.de lesen.

Finanzen ganz einfach

von Saidi Sulilatu

272 Seiten, Erschienen: November 2025

Droemer

ISBN: 978-3-426-56301-4

Zu Finanzen gibt es schon genug Märchen. Zeit für ein unabhängiges

Sachbuch. Wie du deine Finanzen souverän in den

Griff kriegst und gelassen für dich, deine Familie und deine Zukunft

vorsorgst: Saidi Sulilatu zeigt dir, wie Finanzen ganz einfach

gehen. Umfassend, unabhängig und leicht umzusetzen.

Über die Kunst Geld bewusst einzusetzen

von Morgan Housel

224 Seiten, Erschienen: Oktober 2025

FinanzBuch Verlag

ISBN: 978-3-959-72838-6

In 21 Anekdoten beleuchtet Housel Themen wie Neid, soziale

Verschuldung und die Kunst, in zukünftiges Glück zu

investieren. Statt Spartipps und One-fits-all-Anlagestrategien

enthält es psychologische Werkzeuge, um die Beziehung zu

Geld zu reflektieren und klügere Entscheidungen zu treffen.

Vom Topverdiner zum Privatier

von Davor Horvat und Stefan Winheller

368 Seiten, Erschienen: August 2025

Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag

ISBN: 978-3-690-66078-5

Nicht mehr arbeiten zu müssen und als Privatier seine finanzielle

Freiheit zu genießen – das ist ein Traum, den sich nur

sehr wenige Menschen selbst erfüllen. Davor Horvat zeigt in

diesem Buch die Abzweigungen und Gabelungen auf, die

Menschen auf Ihrem Weg zum Privatier begegnen.

Cover: FinanzBuch Verlag, Forward Verlag, Droemer, Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag

SACHWERT Magazin 02/2026

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