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sonderausgabe - Carola Ferstl

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Nobelpreisträger Muhammed Yunus und seine Idee der Mikrokredite Seite 12 Wissen schafft Wohlstand Vermögensaufbau bietet die Möglichkeiten, das Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Noch wissen viele zu wenig darüber. Geldanlage ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. Der Verein „Learn Money“ baut deshalb ein Netzwerk der Ideen auf Von Jörg Eigendorf Für Kinder ist es selbstverständlich, dass Dagobert Duck im Geld schwimmt und sein Neffe Donald immer pleite ist. Das Warum kommt in den Disney-Comics freilich viel zu kurz, die Botschaft ist zu simpel: Dagobert ist geizig und mehrt dadurch sein Vermögen ins Unermessliche. Donald hingegen ist der Pechvogel, der jeden Cent, den er irgendwie in der Tasche hat, sofort unter die Enten bringt und vom Pech verfolgt ist. Geiz oder Verschwendungssucht mögen ja darüber mitentscheiden, ob ein Mensch ein Vermögen aufbauen kann oder nicht. Doch etwas anderes ist viel wichtiger: Wissen. Und das in ganz unterschiedlichen Facetten – von der Gefahr, die von Handy-Verträgen ausgeht, bis zur Frage, warum eine Haftpflicht-Versicherung ein Muss für jeden Mensch ist. Und warum es sich eben doch lohnt, das Kleingedruckte beim Abschluss der Lebensversicherung oder des Konsumentenkredits zu lesen. Finanzielle Mündigkeit bedeutet Freiheit. Denn schnell ist die Freiheit dahin, wenn die Schuldner – seien es Telefongesellschaften, Banken oder der Ver- Ilse Aigner, die Ministerin für Verbraucherschutz, über die große Verantwortung von Schulen und Familien beim Thema Geld mieter – auf der Matte stehen. Dabei sind die persönlichen Finanzen weit mehr als nur eine Privatsache: Wer sich bei den Freunden zu sehr verschuldet, riskiert Freundschaften, wer als Erwachsener nicht genug spart, nimmt in Kauf, später seine Kinder zu belasten, von denen sich am Ende der Staat das Geld fürs Altersheim zurückholt. Wenn die Familie nicht mehr vorsorgt, bleibt oft nur noch das soziale Sicherungsnetz. Die Wissensvermitt- ■ Kinder lernen sehr schnell, wenn sie sich erst einmal für ein Thema begeistert haben lung über die persönlichen Finanzen ist also eine gesellschaftliche Aufgabe. Die WELT Gruppe unterstützt deshalb als Medienpartner das Projekt „Learn Money“. Dieser neu gegründete Verein will Lehrer und Schüler für die Thematik begeistern, die Qualität existierender Initiativen verbessern und die unterschiedlichen Ansätze bündeln helfen (Seite 2). Zudem ist die WELT Gruppe Gründungs-Medienpartner des Campus of Excellence, einer Initiative aus mehr als 60 Unter- Ilse Aigner (CSU) ist seit November 2008 Bundesministerin FOTO: PA/DPA nehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und der Bundesagentur für Arbeit. Unter dem Dach des Campus’, der sich dem Thema Bildung verschrieben hat, startet nun das Projekt „Manager machen Schule“, das regionale Netzwerke zwischen Schulen und Unternehmen schaffen will (Seite 13). Drittes Standbein des Welt-Engagements in Sachen Bildung sind die mehrfach preisgekrönten Kinderleicht- Spezials in der „Welt am Sonntag“, die sich jeweils einem wirtschaftlichen Thema wie „Schulden“, „Gerechtigkeit“ oder demnächst dem „Klimawandel“ widmen. Bei diesen Sonderausgaben, die regelmäßig im engen Kontakt mit jeweils einer Schulklasse entstanden sind, haben wir stets die gleiche Erfahrung gemacht: Die Kinder wissen anfangs wenig, lernen dann aber sehr schnell, wenn sie sich erst einmal für ein Thema begeistert haben. So war es, als wir 13- bis 15jährige Schüler auf Interviews mit prominenten Politik- und Wirtschaftsgrößen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder auch Josef Ackermann vorbereitet haben. Wenige Unterrichtsstunden und Proben reichen aus, um die Jugendlichen so vorzubereiten, dass sie ein spannendes Interview führen und komplexe Sach- Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder und Jugendliche laut Gesetzeslage keine wirksamen Verträge abschließen dürfen. Hier seien die Eltern gefordert, zu kontrollieren. Das erste Interview mit der CSU- Politikerin nach ihrer Berufung ins schwarz-gelbe Bundeskabinett führte Claudia Ehrenstein. DIE WELT: Frau Aigner, wissen Sie noch, was Sie früher mit Ihrem Taschengeld gemacht haben? LEARN MONEY SONDERAUSGABE FOTO: TIM WEGNER verhalte nachvollziehen können. Diese Erfahrung stimmt für die Initiative „Learn Money“ zuversichtlich. Die Wissensdefizite sind unter Jugendlichen wie Erwachsenen mit Blick auf die persönlichen Finanzen eklatant. Wer versteht schon die realen Kosten eines Konsumentenkredits? Wer weiß schon, was eine nominale und eine effektive Jahresverzinsung ist? Und warum kostet es doch bares Geld, wenn sich ein Vertreter viel Zeit für den Verkauf einer Lebensversiche- Ilse Aigner: Zum Beispiel auf ein Rennrad gespart. Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen? Aigner: Durch das Vorbild meiner Eltern: erst sparen, dann kaufen. Woran liegt es, dass sich heute schon Kinder verschulden? Aigner: Kinder können sich nicht verschulden. Ohne Einwilligung der Eltern können Kinder gar keine wirksamen Verträge abschließen, mit Ausnahme des ihnen zur + rung nimmt, ohne dass er hinterher dafür eine separate Rechnung erstellt? Dabei macht es auch der Gesetzgeber den Bürgern alles andere als einfach. Nicht einmal jeder Bankberater ist im Stande, die Unterschiede zwischen der Riesterund der Rürup-Rente so zu erklären, dass der Kunde am Ende die richtige Entscheidung trifft. Und wer einmal eine Krankenversicherung abgeschlossen hat, fragt sich, wer das Kleingedruckte lesen und verstehen soll. freien Verfügung überlassenen Taschengeldes. Das gilt auch für Jugendliche bis zur Volljährigkeit und betrifft zum Beispiel auch teure Handyverträge. Ohne Einwilligung der Eltern geht gar nichts. Hier müssen die Erziehungsberechtigten verstärkt kontrollieren. Wer muss Ihrer Meinung nach Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Geld beibringen? Aigner: In erster Linie die Familie und ergänzend auch die Schule. ILLUSTRATION: QUELLE DISNEY „Erst sparen, dann kaufen“ Nur geizig zu sein wie Dagobert, ist nicht der Schlüssel zum Reichtum. Wissen ist entscheidend, wenn man in finanzieller Unabhängigkeit durchs Leben gehen will. Inzwischen gibt es viele Initiativen, etwa bei der Deutschen Bank, die Schulen dabei unterstützen, Jugendlichen Finanzsachverhalte nahezubringen Angesichts dieser Defizite folgt „Learn Money“ genauso wie „Manager machen Schule“ einer Grundidee: Sie haben keinen Exklusivitätsanspruch, sondern wollen neben den eigenen Ansätzen auch die vielen existierenden Initiativen unterstützen und vernetzen. Denn der Ausbau wirtschaftlichen Wissens in den Schulen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, mit der die Schulen allein überfordert sind – und die sich nur mit vereinten Kräften lösen lässt. Sollte das Thema Geld in den Lehrplänen der Schulen verankert werden? Vielleicht als Unterrichtsfach? Aigner: Ich bin dafür, dass in gesellschaftspolitischen Fächern oder in der Mathematik der Umgang mit Geld und Finanzen verstärkt thematisiert wird. Dies könnte durch die Entwicklung spezieller Unterrichtseinheiten unterstützt werden. Auf der Verbraucherschutzministerkonferenz in Berlin wurde beschlossen, dass wir die Verbraucherbildung in Wirtschaftsangelegenheiten verstärken müssen. IMPRESSUM Eine Veröffentlichung der Zeitung DIE WELT Chefredakteur: Thomas Schmid Redaktion Sonderthemen Leitung: Astrid Gmeinski-Walter, Klaus Ries (Stellvertreter) Redaktion: Matthias Billand, Michael Posch Gestaltung und Produktion: Elke Kaufmann Anzeigen: Michael Wittke (verantw.), Stefanie Scheuer stefanie.scheuer@axelspringer.de INHALT Bulle und Bär Testen Sie Ihr Wissen über finanzielle Sachverhalte Seite 14 NOVEMBER 2009 Perspektive Schulfach Was der Verein „Learn Money“ erreichen möchte Seite 2 Finanzpolitik verstehen Was die Arbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft leistet Seite 2 Ebbe im Portemonnaie Was Schuldnerberater bei Jugendlichen erleben Seite 3 Tabu- oder Gesprächsthema? Die Deutschen und ihr Verhältnis zum „lieben Geld“ Seite 3 Wunsch und Wirklichkeit Eine Jugendstudie offenbart eklatante Wissenslücken Seite 4 Wissensdefizite beseitigen Was ein Professor für Ökonomische Bildung fordert Seite 4 Transparenz schaffen Wie die Kultusminister die Probleme einschätzen Seite 5 Schulbücher ohne Klischees Die stereotype Darstellung von Wirtschaft ist Vergangenheit Seite 5 Finanzielle Allgemeinbildung Mitarbeiter der Deutschen Bank gehen in Schulen Seite 6 Hoch im Kurs Wo es kostenloses Unterrichtsmaterial gibt Seite 6 Von Zins und Zinseszins Wie man sein Kapital vermehren kann Seite 7 Gewinn für beide Seiten Mitarbeiter der Allianz testen ihre didaktischen Fähigkeiten Seite 8 Workshops und anderes Wie Unternehmen Finanzwissen weitergeben Seiten 8/9 Learning by doing Berliner Schüler und das Prinzip Angebot und Nachfrage Seite 9 Volkskrankheit Unwissen Plädoyer für den in Finanzdingen mündigen Bürger Seite 9 Interessenskonflikte Was der Kunde über Finanzberater wissen sollte Seite 9 Blick über den Tellerrand Lernen Schüler in anderen Ländern mehr über Gelddinge? Seite 11 Wenn Manager Schule machen Führungskräfte helfen bei der Wissensvermittlung Seite 13 Erfolgsgeschichten Von jungen Leuten, die früh in der Geschäftswelt bestehen Seite 14 Spaß an Finanzen Spiele und Comics eröffnen unkonventionelle Einblicke Seite 14

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