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Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg März 2026

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www.ihk-emden.de März 2026

Titelthema

Weiterbildung

Presse gespräch S. 14

IHK-Präsident zieht

Bilanz

Delegationsreise S. 12

Unternehmer informieren

sich in China



Starke Teams,

starke Betriebe

Max-Martin

Deinhard

IHK-Hauptgeschäftsführer

Foto: Brunke

Nur noch jeder dritte Betrieb

kann alle seine Ausbildungsplätze

besetzen. Für

zahlreiche Unternehmen ist

die Fachkräftesicherung zur zentralen

Herausforderung geworden. Engpässe

in Produktion und Service, verpasste

Aufträge und steigender Wettbewerbsdruck

sind längst Alltag. Gleichzeitig

zeigt sich: Wer jetzt in die Qualifikation

seiner Mitarbeiter investiert, legt den

Grundstein für starke Teams – und damit

für starke Betriebe.

Wir kennen die Sorgen und Anstrengungen

der Betriebe genau. Die Suche nach

passenden Fachkräften kostet Zeit,

Energie und oft Nerven – und doch liegt

ein entscheidender Teil der Lösung direkt

vor Ort: in den eigenen Teams. Wer

die Fähigkeiten der Mitarbeiter gezielt

fördert, bindet sie langfristig, steigert

Motivation und eröffnet neue Chancen

für Wachstum und Innovation.

Die IHK unterstützt Unternehmen dabei

konsequent und praxisnah. Mit unseren

mehr als 130 Seminaren und 115

Lehrgängen pro Jahr begleiten wir Mitgliedsbetriebe

bei der Qualifizierung

ihrer Fachkräfte – von der individuellen

Beratung über passgenaue Weiterbildungsangebote

bis hin zu Fördermöglichkeiten.

So wird Weiterbildung

zur strategischen Investition: für starke

Teams, für wettbewerbsfähige Betriebe

und für die Sicherung von Fachkräften

in unserer Region.

In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die

Chancen und Perspektiven der beruflichen

Weiterbildung vor. Nutzen Sie die

Gelegenheit und informieren Sie sich

über unsere Seminare, Lehrgänge und

Fördermöglichkeiten – für starke Teams

und starke Betriebe. Den vollständigen

Weiterbildungskalender sowie die entsprechenden

Ansprechpartner /-innen

finden Sie auf S. 26 dieser Ausgabe.

Foto: Trueffelpix/StockAdobe

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

3


Inhalt

Foto: IHK-Nord

Foto: Whitedesk/StockAdobe

Nichts verpassen:

Auf unseren Online-Kanälen

finden Sie top-aktuelle

Informationen rund um

die IHK-Arbeit!

24

IHK-Nord Tourismuskonferenz

Unter dem Titel „KI im Fokus“

sondierten Experten und Branchenkenner

die Möglichkeiten und Grenzen von KI im

Hotel und Gastgewerbe.

4 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


8Titelthema

Weiterbildung lohnt sich

Im Interview spricht IHK-Abteilungsleiter

Bernd Schnare

über Trends in der Weiterbildung.

Editorial

Starke Teams, starke Betriebe 03

Positionen

Weiterbildung lohnt sich 06

Foto: Archiv

12 Delegationsreise

Unternehmer aus der Region informierten

sich bei einer IHK-Delegationsreise

nach China über Land und Wirtschaft.

14 Jahrespressegespräch

IHK-Präsident Theo Eilers

zieht Bilanz über die Wirtschaft

im IHK-Bezirk

Foto: Privat

Titelthema

Weiterbildung entscheidet sich jetzt 08

van Buten un Binnen

China zeigt, wie Zukunft gemacht wird 12

Jahrespressegespräch: IHK setzt Impulse für

lebendige Innenstädte und zukunftsfähige

Unternehmen 14

Jahrespressegespräch: IHK übernimmt

Federführung für Sicherheit und Verteidigung 15

Jahrespressegespräch: IHK: Energie muss wirtschaftsfreundlicher

werden 16

Jahrespressegespräch: Tourismus in Ostfriesland

zwischen Kostendruck und KI 18

Jahrespressegespräch: Infrastruktur: IHK mahnt zu

schnellerem Handeln 20

Firmen und Personen 22

Tourismus: KI im Fokus 24

Weiterbildung von A bis Z 26

IHK-Ratgeber

Recht kompakt 29

Amtliche Bekanntmachung

Gebührenordnung 30

Termin: Sitzung der Vollversammlung

Die Vollversammlung bestimmt die Richtlinien

der IHK-Arbeit in Ostfriesland und Papenburg.

Die nächste Sitzung der Vollversammlung ist am

16. Juni 2026 in Emden.

Vorschau

Innenstadtentwicklung 34

Die Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg

gibt es auch als Onlineversion im Internet.

www.ihk-emden.de

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

5


Position Karriereentwicklung

6 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


Weiterbildung –

lohnt sich

In Zeiten des Fachkräftemangels wird berufliche

Weiterbildung zum strategischen

Erfolgsfaktor für Unternehmen. Wer in seine

Mitarbeiter investiert, sichert Talente,

steigert Produktivität und stärkt langfristig

den Betrieb.

Früher war berufliche Weiterbildung vor allem ein Instrument

für Fachkräfte, um ihre Position im Betrieb

zu sichern oder auszubauen. In einem Arbeitsmarkt

mit mehr Bewerbern als freien Stellen konnten sich

Beschäftigte fortbilden und so ihre Karriere vorantreiben.

Heute hat sich das Blatt gewendet: Mehr offene Stellen als

Fachkräfte bedeuten, dass Weiterbildung zunehmend ein

strategisches Instrument für Unternehmen ist.

Unternehmer können durch gezielte Qualifizierung ihrer bestehenden

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur ihre

Fähigkeiten erweitern, sondern sie langfristig an den Betrieb

binden. Berufliche Weiterbildung schließt Qualifikationslücken,

steigert die Produktivität, erhöht die Zufriedenheit

und fördert künftige Führungskräfte. Wer heute in seine

Teams investiert, sichert nicht nur den Unternehmenserfolg

von morgen, sondern stärkt gleichzeitig Motivation und Engagement

im Betrieb.

Besonders kleine und mittelständische Betriebe unterschätzen

oft den Wert der dualen Ausbildung. Die Kosten und der

zeitliche Aufwand scheinen hoch – doch die Alternative ist

teurer: Fachkräftemangel, unbesetzte Stellen und überlastete

Teams können langfristig den Unternehmenserfolg gefährden.

Eines ist klar: Weiterbildung ist keine Pflicht, sondern Chance

für Unternehmen. Nutzen Sie die Chancen der beruflichen

Weiterbildung, investieren Sie in Ihre Mitarbeiter – und sichern

Sie damit nicht nur Fachkräfte, Wettbewerbsfähigkeit

und Wachstum, sondern die Zukunft Ihres gesamten Betriebs.

Für viele Fachkräfte

kann eine Weiterbildung

der nächste

Karriereschritt sein.

Foto: Contrastwerkstatt/

StockAdobe

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

7


Titelthema Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung ist eine wichtige Stellschraube zur Qualifizierung der eigenen Fachkräfte. Foto: Robert Kneschke/StockAdobe

Weiterbildung

entscheidet sich jetzt

Der Fachkräftemangel spitzt sich zu, doch ausgerechnet die Weiterbildung verliert an Dynamik.

Warum Unternehmen jetzt umdenken müssen – und weshalb sich entscheidet, ob Qualifizierung

zum Wettbewerbsvorteil oder zum Risiko wird, erklärt Bernd Schnare im Interview.

WOP: Herr Schnare, trotz eines enormen

Fachkräftebedarfs planen in

Deutschland immer weniger Beschäftigte

eine Weiterbildung. Laut Statistischem

Bundesamt stagnierte die Weiterbildungsbeteiligung

2022/2024 bei

rund 58 Prozent und verfehlt damit das

EU-Ziel von 65 Prozent. Was bedeutet

das für die Betriebe?

Bernd Schnare: Die Zahlen geben

klar Anlass zur Sorge. In den kommen­

den Jahren werden viele hochqualifizierte

Fachkräfte aus der sogenannten

Boomer-Generation in den Ruhestand

gehen. Die Unternehmen stehen vor

der Herausforderung, diese Lücken zu

schließen – und zwar nicht nur quantitativ,

sondern vor allem qualitativ.

WOP: Warum stagniert aus Ihrer Sicht

das Interesse an Weiterbildung?

Schnare: Über die Ursachen kann man

am Ende nur spekulieren. Fakt ist aber:

Der Arbeitsmarkt hat sich komplett gedreht.

Früher war Weiterbildung für vie­

Bernd

Schnare,

Abteilungsleiter,

Berufliche

Bildung

Fachkräfte

8 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


Unsere IHK-Meisterlehrgänge

le Fachkräfte ein Instrument, um auf einem

arbeitgeberfreundlichen Markt

attraktiv zu bleiben. Heute herrscht

Fachkräftemangel – und damit hat sich

auch die Denkweise verändert.

WOP: Inwiefern?

Schnare: Es ist nicht mehr so, dass

sich ausschließlich die Betriebe ihre

Fachkräfte aussuchen. Die Bewerber

schauen sehr genau hin, was ein Unternehmen

ihnen über das Gehalt hinaus

bietet. Unterstützung bei der beruflichen

Weiterbildung und echte

Perspektiven im Betrieb sind dabei entscheidende

Faktoren.

WOP: Was bedeutet das konkret für

Unternehmen, die den Generationenwechsel

bewältigen müssen?

Schnare: Eine der wichtigsten Stellschrauben

ist die Qualifizierung der ei­

Geprüfter Industriemeister

Elektrotechnik

Führungskraft in der Elektroindustrie:

plant und überwacht elektrotechnische

Prozesse, sichert

Qualität und Arbeitsschutz und

führt Mitarbeiter. Inhalte: Technik,

Organisation, Betriebswirtschaft,

Recht und Ausbildung. Abschluss

auf Bachelor-Niveau.

Geprüfter Industriemeister

Metall

Übernimmt Verantwortung in

Produktion und Fertigung: plant

Arbeitsabläufe, optimiert Prozesse,

führt Teams und sichert Qualität

und Effizienz. Inhalte: Technik,

Organisation, Betriebswirtschaft,

Recht und Ausbildung. Abschluss

auf Bachelor-Niveau.

Geprüfter Küchenmeister (IHK)

Leitet Küchenbetriebe fachlich

und organisatorisch, verantwortet

Qualität, Kalkulation, Hygiene

und Personalführung und bildet

Nachwuchs aus. Ideal für Köche

mit Führungsanspruch. Abschluss

auf Bachelor-Niveau.

Geprüfter Logistikmeister (IHK)

Steuert Lager, Materialwirtschaft,

Versand und Lieferketten, optimiert

Logistikprozesse und führt

Mitarbeiter. Inhalte: Logistik,

Organisation, Kostenwesen und

Führung. Abschluss auf Bachelor-

Niveau.

Kontakt:

Yvonne Schrader

Telefon 04921 8901 446

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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

9


Titelthema Weiterbildung

>>

genen Fachkräfte für zukünftige Aufgaben

und Führungspositionen.

Betriebe müssen ihren Mitarbeitern ermöglichen,

sich weiterzuqualifizieren –

und ihnen gleichzeitig zeigen, dass sich

dieser Einsatz auch für sie lohnt.

WOP: Dennoch wird Weiterbildung

häufig als Privatsache betrachtet.

Schnare: Das kann sie sein, muss sie

aber nicht. Die Stagnation beim Weiterbildungsinteresse

hängt stark mit

fehlenden Anreizen zusammen: keine

Gehaltsentwicklung, hohe Kosten, Zeitmangel.

Studien zeigen zudem, dass viele

Beschäftigte von Weiterbildung keinen

automatischen beruflichen Aufstieg

mehr erwarten. Dazu kommt oft ein Informationsdefizit

über passende Angebote.

WOP: Wie können Unternehmen gegensteuern?

Schnare: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter

aktiv unterstützen – etwa durch

Freistellung, reduzierte Arbeitszeiten

oder die Übernahme von Lehrmitteln –

Unsere IHK-Fachwirtlehrgänge

Geprüfter Fachwirt für Versicherungen

und Finanzen

Qualifiziert für Führungsaufgaben

in Vertrieb, Beratung und

Schadenmanagement. Verbindet

Fachwissen mit Betriebswirtschaft,

Recht und Management.

Abschluss auf Bachelor-Niveau.

Geprüfter Handelsfachwirt

Übernimmt Verantwortung im

Handel, analysiert Kennzahlen,

steuert Marketing, Einkauf und

Logistik und führt Mitarbeiter.

Praxisnah und zukunftsorientiert.

Abschluss auf Bachelor-

Niveau.

Geprüfter Industriefachwirt

Schnittstelle zwischen Technik

und Betriebswirtschaft. Steuert

Produktionsprozesse, Controlling,

Logistik und Personal im Indus

trieunternehmen. Abschluss auf

Bachelor-Niveau.

Geprüfter Technischer

Betriebswirt

Für technische Fachkräfte mit Aufstiegsambition:

verbindet Technik

und Management, bereitet auf leitende

Funktionen vor. Abschluss

auf Master-Niveau.

Geprüfter Wirtschaftsfachwirt

Betriebswirtschaftlicher Allrounder

für nahezu alle Branchen.

Fundierte Kenntnisse in Führung,

Marketing, Controlling und

Recht. Abschluss auf Bachelor-Niveau.

Kontakt:

Susanne Moderhak

Telefon 04921 8901 421

Im Herbst startet die IHK

neue Fachwirt und Industriemeister-Lehrgänge.

Foto: drubig photo/StockAdobe

10 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


haben deutlich bessere Chancen, Fachkräfte

zu halten. Wenn Weiterbildung

zudem gezielt auf Führungsaufgaben

vorbereitet, entsteht eine echte Bindung

an den Betrieb.

WOP: Wie reagiert die IHK auf diese

Entwicklung?

Schnare: Wir stehen unseren Mitgliedsbetrieben

bei der Qualifizierung ihrer

Fachkräfte mit Rat und Tat zur Seite.

Von der Beratung zu passgenauen Weiterbildungsangeboten

bis zur Umsetzung

von kompletten Inhouse-Schulungen,

direkt im Betrieb.

WOP: KI hält immer stärkeren Einzug

in den Bildungsbereich. Nutzt die IHK

auch bereits lerngestützten KI-Systeme?

Schnare: Ja. Ein zentrales neues Element

ist die KI-gestützte Lernplattform

AILA, die von der DIHK-Bildungs-GmbH

entwickelt wurde. Sie funktioniert wie

ein digitaler Tutor: Teilnehmende können

Fragen stellen, Inhalte üben, sich

Themen didaktisch aufbereiten lassen

oder Lernkarten erstellen.

WOP: Wo kommt AILA bereits zum Einsatz?

Schnare: In Online-Lehrgängen der höheren

Berufsbildung und in Zertifikatslehrgängen

nutzen wir die Plattform

schon. Im September stellen wir AILA

offiziell vor. Ab Herbst wollen wir sie gemeinsam

mit unseren Dozenten auch

in Präsenzlehrgängen etablieren – insbesondere

bei den Neustarts mehrerer

Lehrgänge.

WOP: Apropos Neustarts: Was tut sich

im klassischen Lehrgangsangebot?

Schnare: Im Herbst starten unter anderem

der Fachwirt für Logistiksysteme,

der Handelsfachwirt und der Industriemeister.

Gleichzeitig bauen wir das Thema

Künstliche Intelligenz stark aus.

WOP: Zum Beispiel mit dem neuen Copilot-Workshop?

Schnare: Genau. Am 17. März 2026

bieten wir einen Live-Online-Workshop

„Microsoft Copilot effektiv im Arbeitsalltag

einsetzen“ an. Er richtet

sich an alle, die Copilot praxisnah nutzen

wollen – in Word, Excel, PowerPoint,

Outlook oder Teams. Es sind keine Vorkenntnisse

nötig. Ziel ist, konkrete Arbeitserleichterungen

und Produktivitätsgewinne

zu vermitteln.

WOP: Spüren Sie insgesamt eine steigende

Nachfrage nach Weiterbildung?

Schnare: In Teilen Ja. Obwohl insgesamt

das Interesse an Weiterbildung

stagniert, registrieren wir aktuell eine

starke Nachfrage nach Zertifikatslehrgänge,

etwa zum Personalentwickler,

KI-Beauftragten oder KI-Manager. Unternehmen

investieren vor allem dann,

wenn es um neue Themen mit direktem

Nutzen geht.

WOP: Welche Formate sind besonders

gefragt?

Schnare: Online-Seminare sind regional

wie überregional stark nachgefragt

– gerade für Betriebe auf den Inseln. Inhaltlich

setzen wir stark auf Praxis: Rund

70 Prozent unserer Seminare bestehen

aus Übungen. Gleichzeitig steigt der Bedarf

an Schulungen zu Kommunikation

und Umgangsformen, insbesondere im

Kundenkontakt.

WOP: Was müssen Unternehmen und

Fachkräfte finanziell einkalkulieren?

Schnare: Das ist ganz unterschiedlich:

Tagesseminare kosten bis zu 300 Euro,

Zertifikatslehrgänge maximal 2.700

Euro. Lehrgänge der höheren Berufsbildung

liegen bei bis zu 4.000 Euro über

rund zwei Jahre.

WOP: Gibt es Förderungen vom Staat?

Schnare: Ja. Für Lehrgänge der höheren

Berufsbildung kann eine Förderung

der NBank beantragt werden.

Zertifikatslehrgänge werden derzeit in

Niedersachsen leider nicht gefördert.

Als IHK setzen wir uns dafür ein, dass

sich das ändert und Niedersachsen

diese Angebote ebenso unterstützt,

wie es in anderen Bundesländern der

Fall ist.

Stefan Claus

Unsere Weiterbildungsformate

im Überblick

Höhere Berufsbildung

Staatlich anerkannte Fortbildungsabschlüsse

für beruflich

Qualifizierte – auch ohne

Studium. Die Abschlüsse sind

dem Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR) zugeordnet und

ermöglichen Karrierewege bis

auf Bachelor- oder Master-Niveau.

Beispiele: Geprüfter Bilanzbuchhalter,

Geprüfter Wirtschaftsfachwirt,

Betriebswirt

Zertifikatslehrgänge

Praxisnahe, kompakte Weiterbildungen

von einer Woche

bis zu mehreren Monaten. Sie

vermitteln gezielt anwendbares

Fachwissen und schließen

mit einem IHK-Zertifikat ab.

Kein öffentlich-rechtlicher

Abschluss.

Beispiele: Fachkraft im Personalwesen,

Social Media Manager,

Fachkraft Rechnungswesen

Seminare

Kurzformate zur Vertiefung

konkreter Themen. Interaktiv,

mit begrenzter Teilnehmerzahl

und hohem Praxisbezug.

Eintägig oder mehrtägig – ideal

für gezielte Kompetenzentwicklung.

Beispiele: Telefontraining, Führungs-

und Kommunikationstraining,

Vertriebseminar

Kontakt:

Andrea Schumacher

Telefon 04921 8901 483

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

11


van Buten un Binnen Delegationsreise

Eine Delegation von

Ostfriesischen Unternehmern

informierte

sich über

Wirtschaftswachstum

in China. Foto: Privat

China zeigt, wie Zukunft gemacht wird

Warum Deutschlands Innovationsdebatte an Tempo verlieren könnte – und was eine IHK-Delegation aus

Südchina mitnimmt

Shenzhen und Hongkong gelten als

Schaufenster der technologischen Zukunft.

Wer verstehen will, wie Innovation,

Digitalisierung und Künstliche

Intelligenz im Alltag funktionieren können,

kommt an Südchina kaum vorbei.

Genau deshalb reiste im Januar

eine gemeinsame Delegation der IHKs

Ostfriesland und Papenburg, Braunschweig

sowie Elbe-Weser in die beiden

Tech-Metropolen. Zurückgekehrt

ist sie mit einem klaren Eindruck: China

ist nicht mehr Experimentierfeld – sondern

Umsetzungsmaschine.

„Was wir hier gesehen haben, ist kein

Blick in eine ferne Zukunft, sondern in

eine Gegenwart, die bereits funktioniert“,

sagt IHK-Hauptgeschäftsführer

Max-Martin Deinhard, der sich bei der

Delegationsreise ebenfalls einen Überblick

über die chinesische Wirtschaft

verschaffte. „China zeigt, wie konsequent

Innovation werden kann, wenn

man den Mut hat, Entscheidungen

schnell zu treffen und Technologien einfach

anzuwenden.“

Was die Delegation erlebte, war weit

mehr als eine Reihe von Unternehmensbesuchen.

Es war ein direkter Einblick in

ein Innovationsökosystem, in dem neue

Technologien nicht jahrelang erprobt,

sondern zügig entwickelt, skaliert und

flächendeckend eingesetzt werden.

Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und

autonome Systeme sind hier kein Zukunftsversprechen,

sondern funktionierender

Standard.

Shenzen Bus Group

Schon der Besuch bei der Shenzhen

Bus Group Company machte deutlich,

wie konsequent Digitalisierung

gedacht wird. Die vollständig elektrifizierte

Busflotte der Millionenstadt wird

über eine zentrale Datenplattform gesteuert.

In Echtzeit analysiert das System

Verkehrsströme, erkennt Engpässe,

prognostiziert Störungen und

optimiert den Betrieb fortlaufend. KI ist

hier kein Zusatztool, sondern integraler

Bestandteil der Infrastruktur – im laufenden

Betrieb.

Robotik und autonomes Fahren

bei Ubtech

Wie selbstverständlich auch Robotik

und autonomes Fahren in China angekommen

sind, zeigte sich bei Ubtech

Robotics und beim Technologiekonzern

Baidu. Ubtech demonstrierte humanoide

Roboter, die nicht mehr als Prototy­

12 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


pen auftreten, sondern für konkrete Anwendungen

in Logistik, Service, Pflege

und Industrie entwickelt wurden: stabil,

praxistauglich und integriert.

Besonders eindrücklich für die Delegation

war eine Fahrt mit einem Robotaxi

von Baidu – gerade weil sie unspektakulär

verlief. Kein Fahrer, keine Eingriffe,

kein Sicherheitsbegleiter. Das Fahrzeug

bewegte sich vollständig autonom

durch den Stadtverkehr, gesteuert von

einem eigens entwickelten, vollelektrischen

System mit redundanter Sensorik.

In China sind diese Robotaxis längst

im Regelbetrieb unterwegs: Mehr als elf

Millionen autonome Fahrten in über 15

Städten sprechen für sich.

„Wir diskutieren in Deutschland häufig

sehr lange über Risiken, Zuständigkeiten

und Zustimmungsprozesse“, sagt

Deinhard. „Die IHKs setzen sich seit Jahren

für den Abbau von Bürokratie, für

schnellere Genehmigungen und beschleunigte

Vergabeverfahren ein. In

Südchina sieht man, wie so etwas aussehen

kann, wenn man es ernst meint.

Dort wird entschieden – und dann umgesetzt.“

Innovation durch hohe

Entscheidungsfreiheit

Auch der Besuch beim Internetkonzern

Tencent, Entwickler der „Super-App“

WeChat, unterstrich den hohen Grad

technologischer Eigenständigkeit. Eigene

Cloud-Infrastrukturen, enorme

Entwicklungsressourcen und eine ausgeprägte

Umsetzungsgeschwindigkeit

prägen eines der weltweit größten

Internetunternehmen. Innovation

entsteht hier nicht im Spannungsfeld

zwischen Zuständigkeiten, sondern in

klaren Strukturen mit hoher Entscheidungsfreiheit.

Autonome Lkw im Hafen von

Hong Kong

Den Abschluss der Reise bildete der Besuch

bei Hutchison Ports, dem größten

Hafenbetreiber Hongkongs. Auf dem

Hafengelände bewegen sich autonome

Lkw selbstständig zwischen vollautomatischen

Portalkränen. Der gesamte

Betrieb wird aus einer zentralen

Leitwarte gesteuert – mit nur wenigen

Operatoren per Fernüberwachung. Effizienz,

Skalierung und Digitalisierung

greifen hier nahtlos ineinander.

Für Max-Martin Deinhard liegt der entscheidende

Unterschied zwischen China

und Deutschland weniger in den politischen

Systemen als in der Haltung

zur Umsetzung:

„Während wir hierzulande über regulatorische

Rahmenbedingungen, Testfelder

und Pilotprojekte diskutieren, setzt

China Digitalisierung und Künstliche

Intelligenz bereits konsequent im Alltag

ein. Der Unterschied liegt weniger

in den Systemen als im Mut zur Umsetzung.“

Genau darin liegt die zentrale Botschaft

der Reise – auch für Deutschland und

für den IHK-Bezirk Ostfriesland und Papenburg.

Wer langfristig mit der Innovationskraft

Asiens mithalten will, muss

schneller entscheiden, mehr ermöglichen

und den Mut entwickeln, Dinge

nicht nur zu planen, sondern einfach

umzusetzen. Wie das funktionieren

kann, lässt sich in Südchina bereits heute

beobachten.

Stefan Claus und Lars Heidemann

Die Skyline von Hongkong ist ein

Symbol für technischen Fortschritt.

Foto: Kamonrat/StockAdobe

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

13


van Buten un Binnen Jahrespressekonferenz

IHK setzt Impulse für lebendige Innenstädte

und zukunftsfähige Unternehmen

IHK-Präsident Theo Eilers plädierte beim IHK-Jahrespressegespräch für mehr Mut zur Veränderung, verlässliche

Rahmenbedingungen und ein gemeinsames Engagement, um die Innenstädte auch in Zukunft zu sichern.

Die IHK sieht den Handel in der Region

weiterhin vor großen Herausforderungen.

Digitalisierung, verändertes

Konsumverhalten und strukturelle Probleme

in den Innenstädten setzen viele

Betriebe unter Anpassungsdruck.

Gleichzeitig bleibt der stationäre Handel

ein zentraler Faktor für Attraktivität,

Versorgung und Lebensqualität in den

Städten und Gemeinden des IHK-Bezirks.

„Der Handel in unserer Region

steht an einem entscheidenden Punkt.

Jetzt braucht es Mut zur Veränderung,

verlässliche Rahmenbedingungen und

vor allem ein gemeinsames Engagement

von Handel, Kommunen und weiteren

Akteuren vor Ort. Nur so können

Die regionalen Innenstädte

stehen vor großen Herausforderungen.

Foto: Archiv

wir unsere Innenstädte als lebendige

Orte der Begegnung, der Versorgung

und der Lebensqualität dauerhaft sichern“,

sagte IHK-Präsident Theo Eilers

beim Jahrespressegespräch der IHK im

Klub zum Guten Endzweck in Emden.

Um die Attraktivität der Innenstädte

zu fördern und den stationären Handel

zu stärken, hat die IHK 2025 zahlreiche

Maßnahmen initiiert und begleitet. Mit

Fach- und Netzwerkveranstaltungen

wie dem IHK-Forum Innenstadt oder

dem Austausch der Citymanagerinnen

und Citymanager brachte die IHK

Akteure aus Handel, Kommunen und

Stadtmarketing zusammen, um praxisnahe

Strategien gegen Leerstände

und rückläufige Besucherzahlen zu diskutieren.

Eine kontinuierliche und vergleichbare

Datengrundlage zur Bewertung

der Innenstadtentwicklung bietet

das 2025 gestartete Projekt zur Passantenfrequenzmessung

in den Innenstädten.

Ergänzt wurden diese Aktivitäten

durch die Imagekampagne „Heimat

shoppen“ und die Digitalisierungsreihe

„Zukunft Handel: Trends, Tools, Themen“.

Für 2026 plant die IHK, diese Schwerpunkte

konsequent weiterzuführen

und auszubauen. So ist die Veröffentlichung

des ersten Innenstadtmonitors

geplant, der auf Basis der erhobenen

Passantenfrequenzdaten eine wissenschaftliche

Auswertung und konkrete

Handlungsempfehlungen für Kommunen,

Einzelhandel und Gastronomie liefert.

Mit dem Projekt „Nachfolge sichern

– Innenstadt stärken“ sollen zudem Unternehmensnachfolgen

in innerstädtischen

Branchen gezielt unterstützt und

damit die Stabilität der Zentren langfristig

gesichert werden. Geplant sind Informations-

und Austauschformate sowie

individuelle Beratungsangebote für

Betriebe.

Aus Sicht der IHK können lebendige Innenstädte

nur im Zusammenspiel von

Unternehmen, Kommunen und weiteren

Akteuren gelingen. „Der Wandel im

Handel erfordert neue Ideen, verlässliche

Daten und eine enge Zusammenarbeit

vor Ort. Als IHK verstehen wir uns

dabei als Impulsgeberin und verlässliche

Partnerin für den Handel in unserer

Region“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer

Max-Martin Deinhard.

Wiebke Eilts

14 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


Bei der Übung „Steadfast

Defender 26 stellte der Emder

Hafen seine Leistungsfähigkeit

im Krisenfall unter

Beweis. Foto: Bildwerft

IHK übernimmt Federführung für

Sicherheit und Verteidigung

Die neue Sicherheitspolitische Weltlage erfordert auch ein Umdenken in der regionalen Wirtschaft. Die IHK

übernimmt in diesem Zusammenhang die neu aufgestellte Federführung für den Bereich Sicherheit und

Verteidigung im Landesverband der IHKs in Niedersachsen, dem IHKN.

Die IHK hat im vergangenen Jahr die Federführung

für das Themenfeld „Sicherheit

und Verteidigung“ innerhalb der IHK

Niedersachsen übernommen. „Im Krisenfall

entscheidet sich Verteidigungsfähigkeit

auch daran, wie resilient unsere

Wirtschaft und unsere Infrastruktur

sind“, sagte IHK-Präsident Theo Eilers

beim IHK-Jahrespressegespräch im

Klub zum Guten Endzweck in Emden.

Gerade Betriebe aus der Logistik und

Versorgung seien dann unverzichtbar.

Wie wichtig die zivile Infrastruktur

auch im militärischen Kontext werden

kann und welche besondere Rolle

die Logistikbranche spielt zeigte

die NATO-Übung „Steadfast Defender

26“, die unter anderem im Emder Hafen

stattfand. Die Federführung wird

von IHK-Abteilungsleiter Reinhard Hegewald

wahrgenommen, der zugleich

Sprecher des entsprechenden Arbeitskreises

der IHK Niedersachsen ist. Zu

seinen Aufgaben gehört die Koordination

der sieben niedersächsischen IHKs in

diesem Themenbereich sowie der Kontakt

zur Bundeswehr. Unterstützt wird

Hegewald dabei von Karina Tammen,

die das Thema als Referentin in der IHK

operativ betreut. Auch auf Landesebene

soll die Perspektive der Wirtschaft

stärker eingebunden werden. In Niedersachsen

wurde gemeinsam mit weiteren

Wirtschaftsorganisationen der

„Sicherheitspolitische Dialog“ angestoßen,

in dem Fragen der zivilen Verteidigung

und Widerstandsfähigkeit ressortübergreifend

beraten werden. „Damit

ist eine weitere wichtige Aufgabe auf

unser Haus zugekommen, der wir uns

gerne stellen – auch als Sprachrohr der

Wirtschaft gegenüber der Landesregierung“,

sagte IHK-Hauptgeschäftsführer

Max-Martin Deinhard.

Stefan Claus

Energietechnik, Automatisierungstechnik

Wir sind eine erfolgreiche mittelständische Unternehmensgruppe der Elektroindustrie.

Der Name Janssen steht für Lösungen in der gesamten Energie-, Prozessleit- und

Automatisierungstechnik.

Unser Betätigungsfeld ist die Schiffs-, Kraftwerks- und Industrietechnik.

Rolf Janssen

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Tel. 0 49 41/1 74-0 · Fax 1 74-2 05

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Janssen

Elektromaschinen GmbH

Nesserlander Str. 72 · 26723 Emden

Tel. 0 49 21/93 97-0 · Fax 3 36 31

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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

15


van Buten un Binnen Jahrespressegespräch

Der Ausbau der

Windkraft an Land ist

vorangeschritten.

Foto: IHK

IHK: Energiepolitik muss

wirtschaftsfreundlicher werden

Während beim Windenergieausbau an Land weiter investiert wird, stockt der Ausbau der

Offshore-Windkraft. IHK-Präsident Theo Eilers zieht im Jahrespressegespräch eine Bilanz.

Im IHK-Bezirk sind im Jahr 2025 insgesamt

neun Windenergieanlagen, darunter

drei Kleinwindkraftanlagen, mit

einer Gesamtleistung von 15,8 Megawatt

neu in Betrieb genommen worden.

Rückbauten gab es im vergangenen

Jahr nicht zu verzeichnen. Der

Zuwachs der Netto-Gesamtleistung

liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert

2024 von 17,2 Megawatt.

Es wird weiter investiert

„Auch wenn der Zubau im IHK-Bezirk

derzeit unter dem Vorjahresniveau liegt,

zeigt sich, dass weiterhin investiert wird

– insbesondere in den Landkreisen Aurich

und Wittmund“, fasst IHK-Präsident

Theo Eilers die Situation zusammen.

Entscheidend bleibe nun, dass

Genehmigungs- und Planungsverfahren

weiter beschleunigt würden, um die

Ausbauziele der Energiewende verlässlich

zu erreichen.

Niedersachsenweit wurden im Jahr

2025 insgesamt 230 Windenergieanlagen

mit einer Gesamtleistung von

1.162,4 Megawatt neu in Betrieb genommen.

Damit liegt der Bruttozubau auf

Landesebene deutlich über dem Niveau

des Vorjahres, als 697,3 Megawatt

realisiert wurden. Gleichzeitig gingen 97

Anlagen mit einer Leistung von zusammen

734,3 Megawatt außer Betrieb.

In der Gesamtbilanz ergibt sich für Niedersachsen

ein Nettozubau von rund

428,0 Megawatt, der damit jedoch nur

leicht über dem Vorjahreswert von

414,4 Megawatt liegt. Der IHK-Bezirk

steuert dazu rund 3,7 Prozent bei, mit

Schwerpunkten in den Landkreisen Aurich

und Wittmund. In Emden und Papenburg

gab es 2025 keine Veränderungen.

Umso mehr besorgt den IHK-Präsidenten

der stockende Ausbau der Offshore­

Windkraft. Dass im vergangenen Jahr

bei einer Ausschreibung für Offsho­

16 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


re-Windparkflächen in der Nordsee

erstmals keine Gebote eingegangen

seien, zeige, dass das Investitionsklima

optimiert werden müsse.

Ausbau der Netze dauert

zu lange

Eilers mahnte außerdem, dass die

Transformation der Wirtschaft nicht allein

über den Ausbau der erneuerbaren

Energien funktionieren könne. „Oft

haben wir viel mehr Wind- und Sonnenstrom,

als benötigt wird, und zu anderen

Zeiten oder an anderen Orten

fehlt es an genau diesem Strom“, so der

IHK-Präsident. Der Ausbau der Netze

und der Speicherkapazität, aber auch

der Wasserstoffinfrastruktur gehe bisher

deutlich zu langsam. „Manch ein

Unternehmen will seine Produktion

dekarbonisieren, aber bekommt dafür

einfach nicht den benötigten Strom“,

kritisiert Eilers. Unsere Region müsse

endlich ihren Standortvorteil als Energieregion

nutzen.

Eilers begrüßt

CO₂-Speicherung in

der Nordsee

Ein weiterer solcher Standortvorteil

sei die Küstennähe, da im Meeresboden

der Nordsee CO₂ gespeichert werden

könne. Die CO₂-Abscheidung

und Speicherung (CCS) ermögliche

es auch Unternehmen, die prozessbedingt

unvermeidlich CO₂ ausstoßen,

das Klima zu schonen und gleichzeitig

wettbewerbsfähig zu bleiben. Eilers

begrüße deshalb das im November

2025 beschlossene Kohlendioxid-Speicherungsgesetz

(KSpG), das endlich

eine rechtliche Grundlage für CCS geschaffen

habe. „Jetzt muss sich auch

die Landesregierung bewegen und CCS

in Niedersachsen ermöglichen“, so der

IHK-Präsident.

Klimaschutz und Wirtschaftswachstum

müssten keine Gegensätze sein, betont

IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin

Deinhard. Klima- und Energiepolitik

müsse dazu pragmatisch, unideologisch

und marktbasiert geschehen. Versorgungssicherheit,

stabile Rahmenbedingungen

und bezahlbare Energie seien

essenziell für die wirtschaftliche Entwicklung

der Region. „Die von der Bundesregierung

angekündigten Reformen und

Schritte zur Stärkung der Wirtschaft

müssen jetzt zügig angepackt werden“

betonte Deinhard abschließend.

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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

17


van Buten un Binnen Jahrespressegespräch

Tourismus zwischen Kostendruck und KI

Der anhaltende Kostendruck belasten Hotellerie und Gastronomie in Ostfriesland. Chancen bietet die KI.

IHK-Präsident Theo Eilers zieht im IHK-Jahrespressegespräch Bilanz zur Tourismus-Saison 2025.

tet. In einem vom Wirtschaftsministerium

initiierten Dialogprozess geht es

auch um eine dauerhafte Finanzierung

des Tourismus in Niedersachsen. „Hier

gilt es, die Betriebe nicht weiter zu belasten

– weder durch weitere Kosten,

Abgaben und Steuern, noch durch damit

einhergehende bürokratische Prozesse.“

Vielmehr müsse der Abbau von

Bürokratie und die Nutzung digitaler

Prozesse und Künstlicher Intelligenz vorangetrieben

werden.

Chancen und

Herausforderungen von KI

Grafik: IHK

Chancen und Herausforderungen der

Nutzung von KI im Tourismus und Gast­

Die IHK stellt für die Tourismuswirtschaft

rausforderungen in den Ferien stieg der

gewerbe wurden auch beim Touris­

einen anhaltenden Kostendruck fest und

Konjunkturklimaindex im Herbst auf

mustag Niedersachsen im vergange­

betont die Bedeutung von Innovation, Di­

110 Punkte und damit erstmals seit zwei

nen Oktober in Osnabrück sowie bei der

gitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Jahren wieder deutlich über die Marke

Norddeutschen Tourismuskonferenz

„Die Tourismuswirtschaft in Ostfriesland

von 100 Punkten. Die Zukunftsaussich­

Anfang Februar in Bremerhaven disku­

und Papenburg sieht sich weiterhin ei­

ten dagegen bleiben durch verschiede­

tiert. Hier gelte es neben dem Ausbau

nem hohen Kostendruck gegenüber.

ne Herausforderungen eingetrübt. Dabei

der entsprechenden Infrastruktur auch

Gleichzeitig versuchen Betriebe und Tou­

bleiben die Kosten weiterhin das größte

die rechtlichen Rahmenbedingungen

ristiker mit neuen Ideen und Projekten,

Geschäftsrisiko für das Gastgewerbe. „Vor

wirtschaftsfreundlich zu gestalten. Ge­

von Saisonverlängerung bis Künstlicher

diesem Hintergrund begrüßen wir, dass

rade im personalintensiven Gastgewer­

Intelligenz neue Impulse zu setzen“, fasst

die Ende Januar veröffentlichte nationale

be kann die KI eine Chance sein, Prozes­

IHK-Präsident Theo Eilers die aktuel­

Tourismusstrategie das Thema Wettbe­

se zu beschleunigen und dem Personal

le Lage in der Tourismuswirtschaft beim

werbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt.

mehr Freiraum zu verschaffen. „Das The­

IHK-Jahrespressegespräch im Klub zum

Es werden wichtige Themen, wie die Fle­

ma KI gewinnt immer mehr an Bedeu­

Guten Endzweck zusammen.

xibilisierung der Arbeitszeit und der Ab­

tung“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer

bau von Bürokratie, Dokumentations-

Max-Martin Deinhard fest. Immer mehr

2025 verlief für viele Betriebe

und Nachweispflichten aufgegriffen.

Online-Suchen finden nicht mehr über

positiv

Jetzt muss es um eine konkrete Umset­

klassische Suchmaschinen, sondern

zung dieser Ziele gehen“, so Eilers weiter.

über eine KI statt. Die Betriebe stehen

Das letzte Jahr verlief für viele Betriebe

nun vor der Herausforderung, auch dort

positiv. Zum Start in die Tourismussai­

Branche arbeitet an

sichtbar und auffindbar zu sein. Dein­

son lockte das gute Wetter über Ostern

neuer Strategie

hard: „Für unsere Betriebe vor Ort bieten

viele Gäste in die Region und auch die

wir Hilfestellungen im Einsatz digitaler

Sommersaison wurde mehrheitlich po­

Auch für Niedersachsen wird derzeit

Tools und künstlicher Intelligenz.“

sitiv bewertet. Trotz wetterbedingter He­

eine neue Tourismusstrategie erarbei­

Kerstin van der Toorn

18 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


Ausbildungszahlen in der Region im Plus

Für das Jahr 2025 zählt die IHK ein leichtes Plus bei den dualen Ausbildungsverträgen. IHK Präsident Theo Eilers

wirbt vor dem Hintergrund insgesamt rückläufiger Ausbildungszahlen für mehr Berufsorientierung an Schulen.

Die IIHK vermeldet für das Jahr 2025 einen

positiven Trend bei den neu eingetragenen

Ausbildungsverhältnissen. „Zum

Stichtag 31. Dezember 2025 waren 1.821

neue Ausbildungsverträge in das Verzeichnis

der Berufsausbildungsverhältnisse

eingetragen. Das sind 18 Verträge

mehr als im Vorjahr und entspricht über

alle Bereiche hinweg einem Plus von

1,0 Prozent“, so IHK-Präsident Theo Eilers.

Differenziert nach Berufsbereichen zeigt

sich ein Zuwachs im gewerblich-technischen

Bereich von 3,6 Prozent. Im Bereich

der kaufmännischen Berufe ist

hingegen ein leichter Rückgang von

0,2 Prozent zu verzeichnen.

Besonders hervorzuheben ist bei den

gewerblich-technischen Berufen der

Bereich Papier/Druck. Hier wurden insgesamt

11 neue Ausbildungsverträge

registriert, was einem Zuwachs von

52,4 Prozent entspricht. Auch der Bereich

Bau, Steine, Erden konnte mit insgesamt

107 neu eingetragenen Verträgen

ein deutliches Plus von 28,9 Prozent

verzeichnen.Bei den kaufmännischen

Berufen gingen die Zahlen in den meisten

Bereichen leicht zurück. Positive

Entwicklungen zeigten sich jedoch im

Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe

mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent

(insgesamt 256 Verträge) sowie im Be­

reich Verkehr und Transport mit einem

Plus von 26,2 Prozent (17 Verträge mehr

als im Vorjahr).

Dieser Trend hielt auch zu Beginn des

neuen Jahres an. Bezogen auf den Vorjahreszeitraum

konnten im Januar 2026

mit 195 Verträgen bereits 46 mehr neu

eingetragene Verträge verzeichnet werden.

Dies ist ein Plus von 30,9 Prozent.

Vor dem Hintergrund insgesamt rückläufiger

Ausbildungszahlen in vielen Regionen

Niedersachsens ist diese Entwicklung

ein positives Signal für den

Ausbildungsstandort Ostfriesland und

Papenburg. Dies zeigt, dass sich das

gemeinsame Engagement von Betrieben,

Schulen und Kammer in der Region

auszahlt. Gleichwohl bleibt die Sicherung

des Fachkräftenachwuchses eine

zentrale Aufgabe, die auch in den kommenden

Jahren hohe Anstrengungen

aller Beteiligten erfordert.

In diesem Zusammenhang werde die

IHK auch 2026 einen Arbeitsschwerpunkt

auf die Berufsorientierung legen.

IHK-Präsident Eilers: „Eine frühzeitige,

umfassende und strukturierte Berufsorientierung

an allen Schulen ist elementar.

Hier bringen sich die Betriebe

sowie die IHK aktiv ein, um in der Region

den Schülerinnen und Schülern einen

Einblick in die vielfältigen Karrieremöglichkeiten

vor Ort aufzuzeigen.“

Insbesondere an Gymnasien müsse die

Berufsorientierung noch stärker und

die Chancen der dualen Ausbildung

noch deutlicher hervorgehoben werden.

Die IHK unterstützt in diesem Zusammenhang

auch in diesem Jahr die

bundesweite Ausbildungskampagne

„Ausbildung macht mehr aus uns –

#könnenlernen.“

Bernd Schnare

Grafiken: IHK

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

19


van Buten un Binnen Jahrespressegespräch

Im Emder Hafen

geht es voran.

Foto: IHK

Infrastruktur: IHK mahnt

zu schnellerem Handeln

Licht und Schatten sieht IHK-Präsident Theo Eilers beim Fortschritt der regionalen Infrastrukturvorhaben.

Den Bau des Großschiffsliegeplatzes und der A20 Küstenautobahn bewertet er positiv.

Fortschritte bei Hafen- und Verkehrsprojekten

zeigen, dass Infrastrukturpolitik

in Ostfriesland wirken kann. Gleichzeitig

bremsen langwierige Verfahren zentrale

Vorhaben weiter aus und gefährden die

Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Die IHK hat sich im vergangenen Jahr

erneut intensiv für den Ausbau der

Straßen-, Schienen- und Wasserwege

in ihrem Bezirk eingesetzt. „Eine leistungsfähige

Infrastruktur ist kein Niceto-have,

sondern die Grundvoraussetzung

für wirtschaftliche Entwicklung,

Wertschöpfung und Beschäftigung

im äußersten Nordwesten“, mahnt

IHK-Präsident Theo Eilers.

Baubeginn des

Großschiffsliegeplatzes

Beim Ausbau der Infrastruktur sieht

die IHK Licht und Schatten. Positiv bewertet

Eilers den Baubeginn des Großschiffsliegeplatzes

im Emder Außenhafen.

Mit ihm entsteht eine zusätzliche

Terminalfläche von mehr als 23.000

Quadratmetern für den Seehafen Emden

– das entspricht einer Fläche von

etwas mehr als drei Fußballfeldern. Mit

dem Bau der Pier als Lückenschluss

zwischen Emskai und Emspier gehe

eine langjährige Forderung der IHK in

Erfüllung. Die Kosten für das Bauwerk

werden auf bis zu 70 Millionen Euro beziffert,

die Fertigstellung ist für 2027

vorgesehen.

Ebenso begrüßt die IHK die Aufnahme

der Planungen zur Sanierung des

150 Meter langen Südkais im Emder Hafen.

Der Kai soll für den zunehmenden

Umschlag von Windenergieanlagen

ertüchtigt werden und ist ein weiterer

Meilenstein auf dem Weg des Emder

Hafens zum „Offshore-Gateway“. Auch

dieses Projekt soll 2027 abgeschlossen

sein. „Mit dem Ausbau des Südkais

stärkt das Land Niedersachsen die Leistungsfähigkeit

des Emder Hafens und

schafft dringend benötigte Kapazitäten

für die Energiewende“, betont Eilers.

Küstenautobahn A20

Mit Blick auf die überregionale Verkehrsanbindung

begrüßt die IHK den Planfeststellungsbeschluss

für das erste

Teilstück der A 20 von Westerstede bis

Jaderberg. Die Autobahn soll künftig bis

nach Drochtersen und weiter über Bad

Segeberg in Richtung Stettin führen. „Als

europäische Magistrale ist die A 20 auch

für die Wirtschaft in Ostfriesland von hoher

Bedeutung“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer

Max-Martin Deinhard.

Zugleich rechnet die IHK in diesem Jahr

mit der Wiedereröffnung der seit 2015

unterbrochenen Bahnverbindung von

Leer nach Groningen. Der Abschnitt

ist Teil der internationalen Achse von

Amsterdam über Hamburg bis nach

Skandinavien und Osteuropa. Kritisch

sieht die IHK jedoch die insgesamt viel

zu langen Verfahrensdauern bei Infrastrukturprojekten

– etwa bei der Fahrrinnenanpassung

der Außenems, dem

Bau der B 210n um Aurich sowie von

Aurich zur A 31 oder der Ledabrücke in

Leer. „Die Zeit zum Reden ist vorbei –

Politik und Verwaltung müssen Planungs-

und Genehmigungsverfahren

jetzt spürbar beschleunigen, damit Infrastruktur

nicht länger zum Standortnachteil

wird“, appelliert Deinhard.

Stefan Claus

20 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


van Buten un Binnen Zahlenspiegel

Zahlenspiegel

Preisindex für die Lebenshaltung 1

Industrie-Beschäftigte im IHK-Bezirk

Verbraucherpreisindex für Deutschland 1

Basis 2020 = 100 2 Prozent 3

2024 JD 4 119,3 + 2,2

2025 JD 4 121,9 + 2,2

2025 Januar 120,3 + 2,3

2025 Dezember 122,7 + 1,8

2026 Januar 122,8 + 2,1

1

Angaben nach Verbrauchsverhältnissen des Jahres 2020

2

Basisumstellung von 2015 auf 2020 erfolgte im Februar

2023

3

Veränderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum

4

Jahresdurchschnitt

26.000

25.000

24.000

23.000

22.000

21.000

20.000

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

2024 2025

Grafik: IHK für Ostfriesland und Papenburg

Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)

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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

21


van Buten un Binnen Jubiläen

Firmen&Personen

Geschäftsjubiläen

100 Jahre

Simon Badu, Krummhörn (15. März)

Volker Borchers, Leer (15. März)

Uwe Meyer, beschäftigt bei Hollweg

Arbeitsplatten GmbH & Co. KG, Papenburg

(18. März)

Edo Hoofdmann, Fuhr- und Baggerbetrieb

GmbH, Aurich (1. Januar)

75 Jahre

Fischereigenossenschaft Neuharlingersiel

eG, Neuharlingersiel (22. Februar)

Alfons Wieczorek, Norden (28. Februar)

50 Jahre

Heinz-Gerd Rieke, Papenburg

(25. Februar)

Schulte & Bruns Verwaltungs-GmbH,

Papenburg (3. März)

Volkswagen Group Services GmbH,

Emden (29. März)

Arbeitsjubiläen

40 Jahre

Christa Dwillies, beschäftigt bei Aktien-

Gesellschaft „EMS“, Emden (30. Januar)

Hermann Albers, beschäftigt bei Robert

Nyblad GmbH, Papenburg (1. März)

Heinrich Goldenstein, beschäftigt bei

Doepke Schaltgeräte GmbH, Norden

(3. März)

25 Jahre

Ulrich Knuth, beschäftigt bei

NLT Automation GmbH, Norden

(1. Februar)

Elke Reuter, beschäftigt bei Raiffeisen-

Volksbank eG, Aurich (1. März)

Günter Heuer, beschäftigt bei

Doepke Schaltgeräte GmbH, Norden

(1. März)

Dietmar Buskohl, beschäftigt bei Ostfriesische

Landschaftliche Brandkasse,

Aurich (1. März)

25 Jahre

Uwe Hellmann, Emden (1. Februar)

BauCon Vertriebs GmbH & Co. KG, Hesel

(9. Februar)

Manfred Dirks und Reno Hillrichs GbR,

Wittmund (1. März)

Frauke Eilers, Rhauderfehn (1. März)

Niemann, Steffens & Partner GmbH &

Co. Besitz KG, Norden (7. März)

Niemann, Steffens & Partner Verwaltungsgesellschaft

mbH, Norden (7. März)

Ostfriesische Wohnen GmbH,

Uplengen (9. März)

Sieglinde Göken, beschäftigt bei Ostfriesische

Landschaftliche Brandkasse,

Aurich (11. März)

35 Jahre

Dirk Theilken, beschäftigt bei Nordwest-Blumen

Wiesmoor GmbH, Wiesmoor

(1. März)

Alfred Bontjer, beschäftigt bei Spedition

Weets GmbH, Emden (4. März)

Eckard Weber, beschäftigt bei Youzip

Germany GmbH, Rhauderfehn (4. März)

Jens Ziegenhagen, beschäftigt bei

Weets Logistik Zentrale GmbH & Co.

KG, Emden (15. März)

Heinz Meiners, beschäftigt bei

Schüt-Duis Fenster & Türentechnik

GmbH & Co. KG (1. März)

Joachim Peters beschäftigt bei Zentrallager

nowebau GmbH & Co. KG, Großefehn

(1. März)

Mirko Riedel, beschäftigt KLINGELE

PAPER WEENER SE & Co. KG, Weener

(1.März)

Klaus Brink, beschäftigt bei Schulte

& Bruns GmbH & Co. KG, Papenburg

(5. März)

Hermann Loesing, beschäftigt bei

Schulte & Bruns GmbH & Co. KG, Papenburg

(5. März)

22 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


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van Buten un Binnen Tourismuskonferenz

Tourismus: KI im Fokus

Auf der Tourismuskonferenz der IHK-Nord in Bremerhaven diskutierten in diesem Jahr Experten und

Branchenvertreter über Herausforderungen und Chancen von Künstlicher Intelligenz im Hotel und

Gaststättengewerbe.

Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor

für den Norden. Küsten,

Inseln, Städte und ländliche Räume prägen

das Profil Norddeutschlands als

Reiseziel – und stehen zugleich vor tiefgreifenden

strukturellen Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund hat

die IHK Nord unter Federführung der

IHK für Ostfriesland und Papenburg

im Februar zur Norddeutschen Tourismuskonferenz

2026 nach Bremerhaven

eingeladen. Rund 120 Fachleute aus

dem gesamten Norden kamen zusammen,

um über die Zukunftsfähigkeit der

Branche zu beraten.

Im Mittelpunkt der Konferenz standen

der Einsatz von Künstlicher Intelligenz

(KI) im Tourismus und die neue Nationale

Tourismusstrategie der Bundesregierung,

die am 28. Januar 2026 vom Kabinett

beschlossen wurde. Die Strategie

setzt ihren Kurs auf Wachstum und

Wettbewerbsfähigkeit und greift zentrale

Forderungen der IHK Nord auf: Unternehmensentlastung,

Bürokratieabbau,

bessere Rahmenbedingungen für

Investitionen sowie mehr Flexibilität am

Arbeitsmarkt.

Den Konferenzauftakt gestaltete Dr.

Christoph Ploß MdB, Koordinator der

Bundesregierung für Maritime Wirtschaft

und Tourismus. In seiner Keynote

stellte er die Ziele und Schwerpunkte

der Strategie vor. „Mit der

Nationalen Tourismusstrategie werden

wir die Wettbewerbsfähigkeit des Tou-

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24 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


Die Tourismuskonferenz

2026

in Bremerhaven.

Foto: IHK-Nord

rismusstandorts Deutschland verbessern.

Noch in diesem Jahr werden wir

die Arbeitszeiten flexibilisieren und von

der täglichen auf eine wöchentliche

Höchstarbeitszeit umstellen. Das gibt

Betrieben endlich den nötigen Spielraum

in Spitzenzeiten – und kommt zugleich

Millionen Beschäftigten in ihrem

Lebensalltag zugute. Zusätzlich

machen wir Mehrarbeit attraktiver, indem

Überstundenzuschläge steuerfrei

werden. Gleichzeitig senken wir Kosten,

etwa durch geringere Beiträge zum

Reisesicherungsfonds, und räumen mit

überflüssiger Bürokratie auf“, so Ploß. Er

verwies zudem auf Maßnahmen wie die

Digitalisierung der Visaverfahren und

Investitionen in die touristische Infrastruktur.

Der Vorsitzende der IHK Nord, André

Grobien, begrüßte, dass die neue Bundesstrategie

den Tourismus wirtschaftspolitisch

bekräftigt: „Viele der in

der Nationalen Tourismusstrategie genannten

Punkte sind richtig und wichtig

– etwa Bürokratieabbau, bessere

Anbindung, Flexibilisierung der Arbeitszeiten

und die Gewinnung internationaler

Fachkräfte. Entscheidend ist jetzt

die Umsetzung. Die Betriebe erwarten

konkrete Entlastungen – etwa durch

den Abbau von Dokumentationspflichten

und eine digital arbeitende Verwaltung.“

In den Diskussionen der Konferenz

stand die Frage im Mittelpunkt,

wie sich die Ziele der Nationalen Tourismusstrategie

konkret im betrieblichen

Alltag umsetzen lassen. Aus Sicht

der IHK Nord und vieler Teilnehmender

kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz

dazu einen wesentlichen Beitrag

leisten. Gerade für die mittelständisch

geprägte Tourismuswirtschaft bietet KI

die Möglichkeit, Betriebe zu entlasten,

Prozesse effizienter zu organisieren und

den anhaltenden Fachkräftemangel zumindest

abzufedern.

Grobien machte deutlich, dass KI dabei

kein Selbstzweck ist, sondern ein

praxisnahes Entlastungsinstrument:

„Künstliche Intelligenz kann für den

Tourismus im Norden ein echter Hebel

sein – nicht, um Menschen zu ersetzen,

sondern um Betriebe handlungsfähig

zu halten. KI darf keine zusätzliche

Komplexität erzeugen. Sie muss helfen,

bestehende Pflichten zu reduzieren,

Abläufe zu vereinfachen und Zeit

für das Kerngeschäft zu schaffen. Dafür

braucht es verlässliche und praxisnahe

Rahmenbedingungen.“

Konkret kann KI bei Dokumentationspflichten,

der Dienst- und Einsatzplanung,

der Gästekommunikation in

Spitzenzeiten sowie bei der Auslastungssteuerung

unterstützen. Gleichzeitig

bestehen insbesondere für kleine

und mittlere Betriebe Hürden, etwa

bei Investitionskosten oder rechtlichen

Fragen. Die IHK Nord begrüßt daher,

dass die Nationale Tourismusstrategie

den Ausbau digitaler Infrastrukturen

sowie die gezielte Unterstützung von

KMU und Start-ups bei der Entwicklung

konkreter KI-Anwendungen vorsieht.

Entscheidend ist auch hier eine

zügige Umsetzung durch Bund und

Länder, damit KI und Digitalisierung im

Tourismus spürbar wirksam werden.

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28.04.2026 Live-Online-Seminar:“Künstliche Intelligenz im Recruiting –

ChatGPT & Co. erfolgreich nutzen“

29.04.2026 Online-Seminar: „Fehlzeiten im Brennpunkt: Krankenstände

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07.05.2026 Live-Online-Seminar: Unter der Lupe – Moderne und rechtssichere

Arbeitsverträge 2026

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23.07.2026

20.07. -

02.09.2026

10.08. -

28.09.2026

17.08. -

30.11.2026

24.08. -

09.09.2026

24.08. -

21.09.2026

Online-Zertifikatslehrgang „Data Talent (IHK) – KI und maschinelles

Lernen“

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IT-Berufe (Teil 1)

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IT-Berufe (Teil 1)

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(Teil 2)

Live-Online-Seminar: Fit für die Abschlussprüfung – Industriekaufmann/-frau

(Teil 1) (VO 2024)

Live-Online-Seminar: Fit für die Abschlussprüfung – Kaufmann/-frau

für Büromanagement (Teil 1)

Andrea Schumacher, Tel: 04921 890 417

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Weiterbildung Immobilienmakler / Wohnimmobilienverwalter

20.03.-

27.03.2026

Live-Online-Training für Wohnimmobilienverwalter/-innen

(20 Stunden)

20.03.2026 Online für Verwalter: Agieren statt Reagieren – Konfliktsituationen

bewusst managen und aktiv lösen

Anne Brau, Tel. 04921 8901-557

Anne Brau, Tel. 04921 8901-557

Schulungen nach dem Niedersächsischen Spielhallengesetz

26.03.2026 Personalschulung gemäß § 8 NSpielhG in Emden (8 Unterrichtsstunden)

26.03.2026 Personalschulung gemäß § 8 NSpielhG in Emden – Auffrischungsschulung

(4 Unterrichtsstunden)

13.04.2026 Personalschulung gemäß § 8 NSpielhG in Emden (8 Unterrichtsstunden)

Beate Zurmahr, Tel. 04921 8901 349

Beate Zurmahr, Tel. 04921 8901 349

Beate Zurmahr, Tel. 04921 8901 349

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

27


LIBERIA © Martin Zinggl/msf

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28 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


IHK-Ratgeber Recht kompakt

Recht kompakt Aktivrentengesetz:

Steuerliche Anreize für Arbeiten im Rentenalter

Länger arbeiten, doppelt profitieren: Das neue Aktivrentengesetz eröffnet Unternehmen und erfahrenen

Fachkräften ab 2026 attraktive Spielräume – wenn die Details stimmen.

Steuerliche Anreize für die

Weiterbeschäftigung

Kernstück des Gesetzes ist ein steuerlicher

Freibetrag für Beschäftigte, die

nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters

weiterarbeiten. Einkünfte

aus dieser Tätigkeit bleiben bis

zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei. Voraussetzung

ist allerdings, dass die Regelaltersgrenze

tatsächlich erreicht

wurde. Personen, die eine vorgezogene

Altersrente mit Abschlägen beziehen,

etwa die sogenannte „Rente mit

63“, können die Aktivrente nicht nutzen,

solange das reguläre Rentenalter noch

nicht erreicht ist.

Die steuerliche Begünstigung gilt ausschließlich

für sozialversicherungspflichtige

Beschäftigungsverhältnisse.

Selbstständige, Freiberufler sowie

Beamte profitieren nach derzeitigem

Stand nicht von den Regelungen. Die reguläre

Altersrente wird unabhängig von

der Weiterbeschäftigung weiterhin in

voller Höhe ausgezahlt und unterliegt

wie bisher der Besteuerung. Sozialversicherungsrechtlich

bleibt es bei der bis-

Zum 1. Januar 2026 trat das sogenannte herigen Rechtslage: Beschäftigte können

auf die Rentenversicherungsfreiheit

Aktivrentengesetz in Kraft. Ziel des Gesetzes

ist es, die Weiterbeschäftigung verzichten und durch weitere Beiträge

von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern

im Rentenalter attraktiver

ihre Rentenansprüche erhöhen.

§

zu machen und dem Fachkräftemangel

entgegenmen

und Beschäftigte

Vorteile für Unternehzuwirken.

Unternehmen

erhalten dadurch neue

Für Unternehmen bedeutet

das Aktivrenten-

Gestaltungsmöglichkeiten,

sollten die Regelungen

aber genau kennen.

Die Weiterbeschäftigung

gesetz vor allem eines:

erfahrener Fachkräfte wird finanziell

attraktiver, ohne dass das

Bruttogehalt steigen muss. Gerade in

Bereichen mit hohem Know-how-Bedarf

oder bei Schwierigkeiten in der

Nachbesetzung kann dies ein entscheidender

Vorteil sein. Gleichzeitig bleiben

eingespielte Arbeitsabläufe erhalten, Einarbeitungszeiten

entfallen und wertvolles

Erfahrungswissen geht nicht verloren.

Rechtssichere Umsetzung und

Lohnabrechnung

Wichtig ist eine klare und

rechtssichere vertragliche

Gestaltung. Die Weiterbeschäftigung

sollte ausdrücklich

vereinbart werden,

etwa durch befristete

Arbeitsverträge oder Anpassungen

bestehender

Vereinbarungen. Zudem

sind arbeitszeitrechtliche

und arbeitsschutzrechtliche

Vorgaben weiterhin

uneingeschränkt einzuhalten.

Foto: kompakt guy2men/StockAdobe

Besondere Aufmerksamkeit erfordert

die korrekte Abwicklung in der Lohnabrechnung.

Die steuerlich begünstigten

Entgeltbestandteile müssen transparent

erfasst und gesondert ausgewiesen

werden, damit die steuerfreie Behandlung

nachvollziehbar dokumentiert ist.

Dies gilt auch für die Jahresmeldung im

Rahmen der Lohnsteuerbescheinigung.

Eine enge Abstimmung mit der Lohnbuchhaltung

oder dem steuerlichen Berater

ist daher unerlässlich, um Fehler

bei der Abrechnung zu vermeiden.

Handlungsbedarf für

Unternehmen

Unternehmen sollten frühzeitig prüfen,

ob und für welche Beschäftigten

das Aktivrentengesetz relevant ist, und

interne Konzepte zur Weiterbeschäftigung

im Rentenalter entwickeln. Wer

die neuen Spielräume strategisch nutzt

und sauber umsetzt, kann qualifizierte

Fachkräfte länger binden und gleichzeitig

rechtliche Risiken vermeiden.

Nora Bauer

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

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Amtliche Bekanntmachung

Amtliche Bekanntmachung

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und

Papenburg hat durch Beschluss vom 25. November 2025 gemäß § 3 Absatz 6 und

7 sowie § 4 Satz 2 Nummer 2 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts

der Industrie- und Handelskammern (IHKG) vom 18. Dezember 1956 (BGBl. I S.

920), das zuletzt durch Artikel 1 des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes

zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern vom 7.

August 2021 (BGBl. I S. 3306) geändert worden ist, folgende Satzung beschlossen:

Satzung zur Änderung der Gebührenordnung der Industrieund

Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg

Artikel 1

Änderung des Gebührentarifs

Die Anlage (Gebührentarif, zuletzt geändert im textlichen Umlaufverfahren mit

Frist zum 11. März 2025 (veröffentlicht in Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg

4/2025) als Anlage zu § 1 Satz 1 der Gebührenordnung der Industrie- und Handelskammer

für Ostfriesland und Papenburg vom 4. März 1970, die zuletzt durch

Beschluss der Vollversammlung vom 16. März 2005 (veröffentlicht in: Wirtschaft

Ostfriesland & Papenburg 5/2005) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:

1. Abschnitt A. Ziffer. I. wird folgende Regelung angefügt:

„Bei verspäteter Anmeldung zu einer Prüfung oder bei unvollständig eingereichten

Anmeldeunterlagen wird ein Verwaltungskostenzuschlag von 75 € erhoben.“

2. Abschnitt A. Ziffer III. Gebühren für Prüfungen der höheren Berufsbildung

sowie der Weiterbildung wird wie folgt gefasst:

1. Prüfung von Fachwirten und Fachkaufleuten

(ohne berufs- und arbeitspädagogischen Teil)

1.1. bis 500 Min. schriftliche Prüfungszeit

Basisqualifikation 330 EUR

Schriftlicher Teil 325 EUR

Mündlicher Teil 345 EUR

1.2. ab 500 Min. schriftliche Prüfungszeit

Basisqualifikation 330 EUR

Schriftlicher Teil 375 EUR

Mündlicher Teil 350 EUR

2. Prüfung von Industrie- und Fachmeistern

(ohne berufs- und arbeitspädagogischen Teil)

Schriftlicher Teil 620 EUR

Mündlicher Teil 325 EUR

2.1. Geprüfte/r Küchenmeister(in)

Basisqualifikation 330 EUR

Schriftlicher Teil 640 EUR

Mündlicher Teil 535 EUR

Praktischer Teil

265 EUR

3. Prüfung von Betriebswirten und Technischen Betriebswirten

Schriftlicher Teil 680 EUR

Mündlicher Teil 540 EUR

Praktischer Teil

310 EUR

4. Ausbildereignungsprüfungen nach Ausbildereignungsverordnung bzw. berufs-

und arbeitspädagogischer Teil

Schriftlicher Teil

Mündlicher Teil

125 EUR

170 EUR

5. Andere Weiterbildungsprüfungen nach Aufwand

Die Gebühren nach Ziffer 1 bis 5 werden mit der Prüfungsanmeldung fällig. Bei

Rücktritt eines Prüfungsbewerbers nach Anmeldeschluss für diese Prüfung werden

50 % der Gebühren erhoben. Bei Wiederholung der gesamten Prüfung wird

die volle Gebühr, bei Wiederholung von Prüfungsteilen werden 50 % der jeweiligen

Gebühr erhoben.

Besondere Auslagen anlässlich der Durchführung von Prüfungen können dem Gebührenpflichtigen

gemäß § 1 der Gebührenordnung der Kammer in Rechnung gestellt

werden.

3. In Abschnitt D. Ziffer 1.1. wird die Angabe „8 EUR“ durch die Angabe

„20 EUR“ ersetzt.

4. In Abschnitt D. Ziffer 1.2. wird die Angabe „6 EUR“ durch die Angabe

„12 EUR“ ersetzt.

5. Abschnitt N. wird wie folgt gefasst:

1. Personalschulungen und Regelung des Rücktritts von der Schulung nach

Anmeldeschluss

1.1. Besondere Personalschulung gemäß § 8 Abs. 1 und 2 NSpielhG 275 EUR

1.2. Personalschulung der Handlungskompetenzen gemäß

§ 8 Abs. 3 NSpielhG 230 EUR

1.3. Rücktritt von der Personalschulung nach Anmeldeschluss für 1.1 265 EUR

1.4. Rücktritt von der Personalschulung nach Anmeldeschluss für 1.2 220 EUR

1.5. Verfahren zur Anerkennung anderer Nachweise gemäß

§ 10 NSpielhG ohne ergänzende Schulung 240 EUR

1.6. Verfahren zur Anerkennung anderer Nachweise gemäß

§ 10 NSpielhG mit ergänzender Schulung 465 EUR

Artikel 2

Inkrafttreten

Diese Satzung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Emden, 25. November 2025

Industrie- und Handelskammer

für Ostfriesland und Papenburg

Theo Eilers

Max-Martin Deinhard

Präsident

Hauptgeschäftsführer

Genehmigt, Hannover, den 10. Februar 2026

Niedersächsisches Kultusministerium, Hannover

i. A.

gez. Hacke

30 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


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Recht

Strom laden, Steuern zahlen?

Neue Regeln für E-Firmenwagen ab 2026

Copyright (c) 2025 alinailasi/Shutterstock.

Ab dem Jahr 2026 gelten neue steuerliche Vorgaben für die Erstattung

von Stromkosten bei Elektro- und Hybridfirmenwagen. Das Bundesministerium

der Finanzen (BMF) hat die bisherigen Regelungen zum

steuerfreien Auslagenersatz grundlegend überarbeitet. Besonders betroffen

sind Arbeitnehmer, die ihren Dienstwagen zu Hause aufladen.

Bislang konnten Arbeitgeber die Stromkosten für das häusliche Laden

eines E-Firmenwagens pauschal und ohne weiteren Nachweis steuerfrei

erstatten. Für reine Elektrofahrzeuge lag diese Pauschale bei 30

Euro pro Monat, wenn zusätzlich eine Lademöglichkeit beim Arbeitgeber

bestand, beziehungsweise bei 70 Euro, wenn eine solche fehlte.

Diese Regelung war ursprünglich bis Ende 2030 vorgesehen.

Doch damit ist ab dem 1. Januar 2026 Schluss: Die Pauschalen werden

abgeschafft und können letztmals für den Monat Dezember 2025

steuerfrei ausgezahlt werden.

Strommenge muss künftig nachgewiesen werden

Ab 2026 ist Voraussetzung für den steuerfreien Auslagenersatz ein

genauer Nachweis der geladenen Strommenge. Arbeitnehmer müssen

hierfür einen separaten stationären oder mobilen Stromzähler verwenden,

etwa in der Wallbox oder im Fahrzeug selbst. Eine Eichung des

Zählers ist nicht erforderlich.

Neu eingeführt wird zudem ein Wahlrecht: Die Stromkosten können

entweder in tatsächlicher Höhe oder anhand einer sogenannten

Strompreispauschale erstattet werden. Dieses Wahlrecht muss einheitlich

für das gesamte Kalenderjahr ausgeübt werden.

Tatsächliche Kosten oder Pauschale

Wer sich für den Einzelnachweis entscheidet, legt seinen individuellen

Strompreis zugrunde. Maßgeblich sind sowohl der Arbeitspreis pro

Kilowattstunde als auch der anteilige Grundpreis aus dem Stromvertrag.

Bei dynamischen Stromtarifen ist der durchschnittliche monatliche

Strompreis anzusetzen. Diese Berechnung gilt auch dann, wenn

der Ladestrom ganz oder teilweise aus einer privaten Photovoltaikanlage

stammt. Wichtig: Der Strompreis muss durch entsprechende

Belege nachgewiesen werden – Eigenbelege erkennt die Finanzverwaltung

nicht an.

Alternativ kann die Strompreispauschale genutzt werden. Dabei wird

die nachgewiesene Strommenge mit einem pauschal festgelegten

Strompreis multipliziert – unabhängig davon, wie hoch die tatsächlichen

Stromkosten des Mitarbeiters sind. Für das Jahr 2026 beträgt

diese Pauschale 0,34 Euro je Kilowattstunde und wird künftig jährlich

neu festgelegt.

Zusätzlich dürfen Arbeitgeber weiterhin die nachgewiesenen tatsächlichen

Kosten für Ladestrom erstatten, der bei Dritten bezogen wird,

etwa an öffentlichen Ladesäulen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben ab 2026 mehr Wahlmöglichkeiten,

müssen aber zugleich höhere Anforderungen an die Dokumentation

erfüllen. In jedem Fall gilt: Ohne genaue Erfassung der geladenen

Strommenge ist ein steuerfreier Auslagenersatz künftig nicht mehr

möglich.

Benjamin Kelhüseyin

Steuerberater, Diplom-Finanzwirt (FH),

Master of Laws (LL.M),

Partner bei der Sozietät VOSS

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Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

31


Das letzte Wort Berufliche Weiterbildung

32 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026


Weiterbildung

beginnt im Chefbüro

Berufliche Weiterbildung ist mehr als ein Instrument

der Personalentwicklung. Sie ist Ausdruck unternehmerischer

Verantwortung und entscheidet sich in

der Führungskultur eines Betriebs.

Berufliche Weiterbildung

ist auch eine Frage der

Unternehmenskultur.

Foto: Stockwerk-Fotodesign/StockAdobe

Weiterbildung ist kein Zusatzangebot für ruhige

Zeiten. Sie ist eine strategische Führungsaufgabe.

Wer Qualifizierung als

gelegentliche Maßnahme der Personalabteilung

betrachtet, unterschätzt ihre Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit

und Zukunftssicherung. Die entscheidende

Weiche wird im Chefbüro gestellt.

Unternehmen stehen unter hohem Anpassungsdruck. Digitalisierung,

neue Geschäftsmodelle, regulatorische Anforderungen

und der technologische Wandel verändern Märkte

in kurzer Taktung. Fachkräfte lassen sich unter diesen Bedingungen

nicht allein über Rekrutierung sichern. Entscheidend

ist, die eigenen Mitarbeiter systematisch weiterzuentwickeln.

Weiterbildung ist damit kein Kostenfaktor, sondern

eine Investition in Produktivität, Innovationsfähigkeit und

Resilienz.

Dabei geht es nicht zuerst um Seminarkataloge, sondern um

Haltung. Führungskräfte prägen, welchen Stellenwert Lernen

im Betrieb hat. Wird Weiterbildung als Abwesenheit vom

Arbeitsplatz gewertet, bleibt sie Randthema. Wird sie als notwendiger

Bestandteil der Wertschöpfung verstanden, entsteht

eine Lernkultur, die Veränderung ermöglicht.

Zeit ist dabei die zentrale Ressource. Weiterbildung braucht

Freiräume im Tagesgeschäft. Diese Freiräume entstehen

nicht von selbst. Sie müssen gewollt, geplant und organisatorisch

abgesichert werden. Wer Weiterbildung priorisiert,

schafft Strukturen, die Qualifizierung dauerhaft ermöglichen.

Transformation gelingt nicht durch Appelle, sondern durch

Führung. Unternehmerische Verantwortung bedeutet, Mitarbeiter

auf neue Anforderungen vorzubereiten und ihnen

Entwicklungsperspektiven zu eröffnen. Betriebe, die Lernen

fest in ihrer Führungskultur verankern, stärken ihre Attraktivität

als Arbeitgeber und sichern ihre Zukunftsfähigkeit.

Weiterbildung beginnt im Chefbüro. Dort entscheidet sich,

ob sie Pflichtübung bleibt oder strategischer Erfolgsfaktor

wird.

Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026

33


Vorschau

Innenstädte

Foto: Archiv

Die Zukunft der Innenstädte in Ostfriesland

und Papenburg hängt zunehmend

von erfolgreichen Unternehmensübergaben

ab. In der

nächsten Ausgabe beleuchten wir

die Rolle der Nachfolge als Standortfaktor

und stellen Lösungsansätze

und Praxisbeispiele vor.

Die nächste Ausgabe der WOP

erscheint am 10. April.

Impressum

Herausgeber: Industrie- und Handelskammer

für Ostfriesland und Papenburg, Ringstr. 4

26721 Emden, Tel. 04921 8901-0, Fax -9230

info@emden.ihk.de, www.ihk-emden.de

Redaktion: Max-Martin Deinhard (verantwortlich)

Stefan Claus, Tel. 04921 8901-30

stefan.claus@emden.ihk.de

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge

geben nicht in jedem Fall die Ansicht des

Herausgebers und der Redaktion wieder. Keine

Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte

oder Besprechungsexemplare.

Nachdruck und elektronische Vervielfältigung

des Inhalts nur nach ausdrücklicher Genehmigung,

mit Quellenangabe und unter Einsendung

eines Belegexemplars.

Verlag:

Schlütersche Fachmedien GmbH

Ein Unternehmen der

Schlüterschen Mediengruppe

Postanschrift: 30130 Hannover

Adresse: Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover

Tel. 0511 8550-0

www.schluetersche.de

Anzeigenverkauf:

Mike Bokelmann, Tel. 0551 8550-8162

mike.bokelmann@schluetersche.de

Umsetzung: Rieke Giese

Abonnement-Service: Tel. 0511 8550-8822,

vertrieb@schluetersche.de

Erscheinungsweise: monatlich

Erscheinungstermin dieser Ausgabe:

10. März 2026

Bezugspreis: Die Zeitschrift ist das offizielle Organ

der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland

und Papenburg. Der Bezug ist für IHK-zugehörige

Unternehmen kostenlos. Für andere Bezieher kostet

das Jahresabonnement 16,- € (inkl. Versandkosten

und MwSt.), Mindestbezug ein Jahr, danach gilt

eine Kündigungsfrist von zehn Wochen zum Halbjahresende.

Einzelpreis 2,- € zzgl. Versandkosten.

Druck: Druckkontor Emden, Wolthuser Str. 1,

26725 Emden

Verbreitete Auflage:

10.857 Exemplare, 4. Quartal 2025

Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen

Beitragspflicht als Mitglied der IHK.

34 Wirtschaft Ostfriesland&Papenburg 03 2026



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