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Oldenburgische Wirtschaft März 2026

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03 2026 Magazin der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer

Güterverkehr per Bahn

Die Wirtschaft

aufs Gleis bringen

Delegationsreise

nach Marokko

Junge Firma:

Nordwest-Wanddruck

Foto: © whitestorm_stock.adobe.com


Nachhaltigkeit

im Unternehmen

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kommentiert

Foto: Foto - und Bilder w erk

Den Nordwesten gemeinsam

auf die Schiene bringen

Das Schienennetz im Nordwesten ist in Teilen überaltert,

störanfällig und an der Belastungsgrenze. Jahrzehntelange

Unterfinanzierung hat auch bei uns zu einem

massiven Sanierungs- und Modernisierungsstau

geführt. Die Folgen spüren Unternehmen, Beschäftigte

und Reisende gleichermaßen. Eine leistungsfähige,

resiliente Bahn ist jedoch zentrale Voraussetzung

für Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und die

Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene. Auch

sicherheitspolitisch gewinnt sie an Bedeutung: Militärische

Mobilität und kritische Infrastruktur rücken

stärker in den Fokus.

Mit der 2. Regionalen Bahnkonferenz für das

Oldenburger Land haben Politik, Wirtschaft und

Verbände deutlich gemacht, dass gemeinsames

Handeln der Schlüssel ist. Der zweigleisige und elektrifizierte

Ausbau der Strecke Oldenburg–Osnabrück

sowie der Ersatz zentraler Brückenbauwerke in Oldenburg

und Elsfleth-Ohrt sind unverzichtbar. Ebenso

wichtig sind nachhaltige Finanzierung, mehrjährige

Planungssicherheit und schnellere Verfahren

durch parallele Planungen und optimierte Prozesse.

Der geplante Neubau der Eisenbahnklappbrücke in

Oldenburg zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem

Strang ziehen. Entscheidend ist nun, Tempo zu halten:

mit verbindlichen Zeitplänen, klarer politischer

Priorisierung und transparenter Kommunikation der

Deutschen Bahn über Abläufe und Einschränkungen

bis zur Fertigstellung. Das Beispiel Elsfleth-Ohrt

belegt, dass abgestimmtes Vorgehen Jahre sparen

kann.

Als IHK erwarten wir, dass das Gemeinwohlinteresse

klar über Einzelinteressen gestellt wird. Der

Nordwesten ist eine Zukunftsregion mit kritischer Infrastruktur

– jetzt gilt es, sie entschlossen fit zu machen.

Felix Jahn

IHK-Geschäftsführer Verkehr

oldenburgische wirtschaft 03 2026

3


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8 nicht

Das Potenzial des

Güterverkehrs auf

der Schiene ist längst

ausgeschöpft.

22

Einblicke ins marokkanische

Berufsbildungssystem.

Foto: ©Leeyintung_stock.adobe.com

Unser Thema

2. Bahnkonferenz Oldenburger Land 8

Zügige Planung: Brücken als Vorbild 10

Reaktivierung von Strecken 11

Fragen an den Verkehrsminister 12

Unsere Region

Digitale Kleinstsupermärkte 14

Wissenswertes zum Azubi-Ticket 16

Jubiläen 18

Benefits: Candyshop für Mitarbeiter 20

Junge Firma: Nordwest-Wanddruck 21

20

Benefits sind wertvolle

Instrumente, um Mitarbeiter

zu rekrutieren und zu halten.

Foto: CoolGraphics_stock.adebe.com

Foto: IHK/Werle

Ihre IHK

Delegationsreise Marokko 22

Biodiversität für Unternehmen 24

Fachkräfte aus Vietnam 27

Termine 31

Seminare und Lehrgänge 32

Online-Ausgabe: ihk.de/oldenburg/owi

oldenburgische wirtschaft 03 2026

5


spektrum

BAMF-Sprachkurse

Sprachkompetenz ist zentral für nachhaltige

Beschäftigung. Arbeits- und ausbildungsbegleitende

Berufssprachkurse unterstützen Unternehmen

und fördern die betriebliche Integration.

Wenn Integrationskurskapazitäten gekürzt

und Zulassungen für lernwillige Geflüchtete

ohne Teilnahmeanspruch durch das BAMF eingeschränkt

werden, entfällt eine wichtige vorgelagerte

Stufe des Spracherwerbs. Das birgt

Risiken: Verzögerte Sprachförderung führt erfahrungsgemäß

zu längeren Transferleistungsbezügen

und erschwert die Integration in Arbeit.

Damit Unternehmen die Kompetenzen

Geflüchteter – auch aus der Ukraine – nutzen

können, soll der Zugang zu Sprachangeboten

für diese Gruppe gesichert bleiben. Katrin Werle,

IHK-Fachkräfteberatung

Neue Strategien

Umgang mit

Ressourcen

Die Verfügbarkeit wichtiger Materialien

wird für Betriebe immer mehr zur Frage

des Erfolgs. Steigende Rohstoffpreise,

geopolitische Unsicherheiten und

schwankende Märkte fordern neue Strategien

in Einkauf und Produktion. Unsere

Fachveranstaltung am 28. April, 14

bis 18 Uhr, zeigt, wie Unternehmen diesen

Herausforderungen mit praxisnahen

Lösungen begegnen können – von Kreislaufwirtschaft

und Ressourceneffizienz

bis zu widerstandsfähigen Lieferketten

und neuen gesetzlichen Anforderungen.

Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch

mit Expertinnen und Experten sowie

Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher

Branchen.

t1p.de/wm9uv

Erwerbsquote

Väter bleiben

seltener zuhause

In welchem Umfang Mütter und Väter

minderjähriger Kinder dem Arbeitsmarkt

zur Verfügung stehen, prägt

nicht nur den Familienalltag, sondern

wirkt sich auch auf gesellschaftliche

Strukturen und die Gesamtwirtschaft

aus. Wie das Landesamt für Statistik

(LSN) mitteilt, waren 2024 in Niedersachsen

76,8 Prozent der Mütter und

92,6 Prozent der Väter, die mit mindestens

einem minderjährigen Kind in einem

Haushalt lebten, erwerbstätig.

Landkreis

Cloppenburg

Stadt

Wilhelmshaven

Stadt

Oldenburg

Landkreis

Friesland

Landkreis

Oldenburg

Landkreis

Wesermarsch

Niedersachsen

Landkreis

Vechta

Landkreis

Ammerland

Statistik

Gründungsindex 2025

Der Landkreis Cloppenburg lag mit 83 Neugründungen pro

10.000 Einwohner an der Spitze im Oldenburger Land. Der Landkreis

Ammerland wies den niedrigsten Neugründungsindex aus.

22,0

Neugründungen je 10.000 Einwohner

Bei Vätern schwankte die Erwerbstätigenquote,

also der Anteil der Erwerbstätigen

an der Bevölkerung, unabhängig

vom Alter des jüngsten Kindes

zwischen 91,8 und 93,9 Prozent. Bei

Müttern zeigte sich hingegen ein deutlicher

Zusammenhang: Mit zunehmendem

Alter des jüngsten Kindes stieg

ihre Erwerbsbeteiligung. So waren

65,2 Prozent der Mütter mit Kindern

unter drei Jahren erwerbstätig.

78,2

78,1

78,1

77,0

75,8

74,9

73,0

71,9

82,9

Oldenburger

Land

78,4

32,0 42,0 52,0 62,0 72,0 82,0

Quelle: Landesamt für Statistik und Niedersachsen, IHK-Berechnungen

Foto: © goodluz_fotolia.com

6 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Verbraucherpreisindex

2024 Jahresdurchschnitt

2025 Jahresdurchschnitt

2025 Januar

2025 Dezember

2026 Januar

3,9

Prozent Bevölkerungswachstum wird bis

2045 in der Gemeinde Ganderkesee erwartet.

In den meisten niedersächsischen

Regionen hingegen wird ein deutliches Minus

von bis zu zehn Prozent prognostiziert.

Der Landkreis Ammerland kommt

mit minus 0,25 Prozent noch recht glimpflich

davon. t1p.de/rns23

Basis 2020 = 100

*) Veränderungen gegenüber dem Vorjahresmonat,

Quelle: Statistisches Bundesamt

119,3

121,9

120,3

122,7

122,8

%*)

+ 2,2

+ 2,2

+ 2,9

+ 1,8

+ 2,3

Wettbewerb

Weibliche Nachfolge

Der Verband der Unternehmerinnen

in Deutschland e. V. (VdU) zeichnet

mit dem „she succeeds award“

bereits zum neunten Mal erfolgreiche

Unternehmensnachfolgerinnen

aus. Die Sicherung der Nachfolge

in bestehenden Unternehmen

zählt längst zu einer der größten Herausforderungen

im Mittelstand. Bis

2030 suchen laut Institut für Mittelstandsforschung

rund 186.000 Unternehmen

eine Nachfolge. Gleichzeitig

ist der Anteil von Frauen, die

ein Unternehmen übernehmen und

den Schritt in die Selbstständigkeit

wagen, mit 21 Prozent weiterhin gering.

Anspruch und Wirklichkeit fallen

so weiterhin weit auseinander.

Mit dem Award kürt der VdU außergewöhnliche

Frauen, die diesen mutigen

Schritt als erfolgreich gegangen

sind. Der Preis ist in den Kategorien

„familieninterne Nachfolge“ und „externe

Nachfolge“ ausgeschrieben. In

der internen Kategorie müssen mindestens

zehn Mitarbeitende beschäftigt

sein, in der externen mindestens

fünf. Es gibt keine Einschränkungen

bezüglich der Branche. Nominierungsschluss

ist der 31. März.

t1p.de/ra5v2

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oldenburgische wirtschaft 03 2026

7


Unser Thema

2. Bahnkonferenz Oldenburger Land

Allianz für

die Schiene

Foto: ©Sticha.Camphol_stock.adobe.com

Lange wurde die Bahn kaputtgespart. Dank Milliardeninvestitionen

sollen Stillstand und Verfall nun ein Ende haben.

Auf der 2. Regionalen Bahnkonferenz herrschte deshalb

vorsichtiger Optimismus.

Von Berit Böhme und Elisabeth Ahrends

8 oldenburgische wirtschaft 03 2026


ZZu alt, zu störanfällig,

zu voll. Das Schienennetz

im Nordwesten

ist deutlich in die Jahre

gekommen. Jahrzehntelange

Unterfinanzierung

sorgte für

einen massiven Sanierungs- und Modernisierungsstau.

So blieb auch die

Verlagerung des Güterverkehrs von der

Straße auf die Schiene vielerorts auf der

Strecke.

Das könnte sich nun dank des milliardenschweren

Sondervermögens

Schiene des Bundes ändern. Sofern die

Fördermittel gezielt aufs Gleis gebracht

werden und alle wesentlichen Akteurinnen

und Akteure an einem Strang

ziehen. Darin waren sich die Expertinnen

und Experten kürzlich auf der

„2. Bahnkonferenz für das Oldenburger

Land“ einig. Gut 90 Gäste aus Politik

und Wirtschaft folgten der Einladung

des Kooperationsverbundes „Das

Oldenburger Land“ (DOL) und der IHK.

Nachhaltige Finanzierung

„Elementar ist die nachhaltige Finanzierung

und möglichst einfache und schnelle

Planungsprozesse“, sagte Ute Plambeck,

Konzernbevollmächtigte der Deutschen

Bahn AG für die Länder Bremen, Hamburg,

Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Sie verwies auch auf den „großen Nachholbedarf“.

Teufelskreis durchbrechen

Allein 2026 werde es bundesweit

28.000 Bahnbaustellen geben. „Für

das große Bauprogramm brauchen wir

die Industrie maßgeblich.“ Die sei dabei

aber auf eine verlässliche Finanzierung

angewiesen, um wiederum selbst

nachhaltig in Technik und Wissen zu

investieren. Zugleich müsse man heraus

aus dem Teufelskreis von „Gas geben

und Bremsen“, den die vorläufige

Haushaltsführung des Bundes in den

Jan Müller, Ute Plambeck und Grant Hendrik Tonne (v.l.).

vergangenen Jahren verursacht habe. DOL-Region Petra Gerlach. „Wir müssen

„Wir brauchen einen mehrjährigen Planungsprozesse parallelisieren“, betonte

Planungshorizont“, sagte die Bahnbevollmächtigte

der Minister. Dadurch ließen sich

und verwies auf die erfolgreichen

bei der Umsetzung Jahre sparen, unterstrukturfinanzierungen

mehrjährigen Bahn-Infrastrich

Plambeck. Denn der Nordwesten

in Österreich sei eine Zukunftsregion mit kritischer

und der Schweiz.

Infrastruktur, die es jetzt fit zu machen

gelte. Auch vor dem Hintergrund der immer

Sanierung und Digitalisierung

stärker in den Fokus rückenden mi­

„Die Infrastruktur aus dem laufenden litärischen Mobilität, so der Tenor der

Haushalt ins Laufen zu bringen ist nicht Konferenzteilnehmer.

machbar“, bekräftigte auch der Ammerländer

Bundestagsabgeordnete und

Öffentliches Interesse

Haushaltspolitiker Dennis Rohde (SPD). Hilfreich für mehr Planungseffizienz

Deshalb sei es richtig, ein Sondervermögen

und -schnelligkeit könne die Einstugen.

für die Infrastruktur aufzulefung

von Bahnprojekten als „überra­

Allein 107 Milliarden Euro will gendes öffentliches Interesse“ sein.

der Bund in den kommenden vier Jahren

Diese Karte gelte es allerdings nicht zu

allein in die Schiene investieren, überreizen, mahnte Rohde.

führte Rhode noch einmal vor Augen. „Wir haben uns heute das gegenseitige

Er mahnte aber zugleich: „Geld allein

Versprechen gegeben, die Planun­

macht noch keine pünktlichen Züge.“ gen zu beschleunigen. Dafür sind wir

Wichtig sei es bei den Investitionen Sanierung

hier vor Ort bereit, alle an einem Strang

und Digitalisierung vorrangig zu ziehen“, betonte Müller. Unterhaken

zu betrachten – „und Prozesse zu optimieren,

und miteinander aktiv werden, lautet

um schneller zu werden“. die Prämisse. Dabei müsse das Gemein­

wohlinteresse über den Interessen Einzelner

Prozesse parallelisieren

stehen. „Gemeinsame Ziele de­

Das unterstrichen auch IHK-Präsident finieren, in eine Richtung ziehen und

Jan Müller, Niedersachsens Wirtschafts- Hindernisse zusammen aus dem Weg

und Verkehrsminister Grant Hendrik

räumen – so kommt man schneller ans

Tonne und die Vorsitzenden der Ziel“, resümierte

Plambeck.

Foto: IHK/Ahrends

oldenburgische wirtschaft 03 2026

9


Unser Thema

Infrastruktur

Brücken als Impulsgeber

Zur maroden Schieneninfrastruktur gehören die Eisenbahnbrücken über die Hunte in Oldenburg

und in Elsfleth-Ohrt. Gleichzeitig sind beide Vorbilder für beschleunigte Planung.

SSie ist Jahrgang 1955 und ein

störanfälliges Nadelöhr für

Bahn und Schiffahrt: Die Oldenburger

Eisenbahn-Rollklappbrücke

über die Hunte.

„Allen Beteuerungen zum Trotz ist diese

Brücke ein untragbarer Zustand und

eine Belastung für die Wirtschaft und

den gesamten Nordwesten“, kritisierte

IHK-Präsident Jan Müller noch Mitte Januar

die Entwicklungen. Kurz zuvor war

bekannt geworden, dass sich das Bauwerk

nicht mehr öffnen lässt – mit erheblichen

Auswirkungen für den Schiffsverkehr

im Hafen. Müllers Worte waren

deutlich: „Es braucht jetzt einen Neubau.

Die Geduld der Region ist am Ende!“

Einigkeit statt Zwist

Der Ärger schweißte die Beteiligten zusammen.

Statt sich mit gegenseitigen

Schuldzuweisungen aufzuhalten, arbeiteten

Wirtschaft, Politik und Deutsche

Bahn (DB) im Rahmen eines Runden

Tisches an einer Lösung. Und

präsentierten schon wenige Tage später

ihr Ergebnis: eine neue, feste Bahnbrücke

über die Hunte samt neuem Stellwerk

als logistischem Knotenpunkt und

neuer Pferdemarktbrücke. Bis Mitte der

2030er-Jahre soll dafür ein Millionenbetrag

investiert werden.

Gemeiscnhaftsaufgabe Infrastruktur

Das Beispiel aus Oldenburg zeigt, dass

gemeinsam mehr erreicht werden

kann. Das betonte auch Ute Plambeck,

Konzernbevollmächtigte der DB für

Norddeutschland, auf der IHK-Bahn-

Die Brücke bei Elsfleth wird nach dem

Vorbild der Friesenbrücke neu gebaut.

konferenz. „Man muss Infrastruktur

als Gemeinschaftsaufgabe betrachten“,

sagte sie. „Wir werden damit wahrgenommen“,

ergänzte Müller. Um ein

Thema, wie den Brückenneubau voranzutreiben

brauche es aber einen

Kümmerer, betonte der IHK-Präsident.

„Und wenn es eine Steuerungsgruppe

mit mehreren Akteuren ist. Es muss jemand

das Ganze in die Hand nehmen.“

Nicht bei Null beginnen

Selbst dann ist gemeinsames Agieren

nur ein Teil der Lösung. Zugleich spielen

Zeit und Geld eine entscheidende

Rolle, um Projekte wie den Eisenbahnbrückenneubau

in Oldenburg zu realisieren.

Dabei zeigt sich der Nordwesten

ebenfalls als Vorreiter. Stichwort ist die

Friesenbrücke im Landkreis Leer: Sie

diente als Grundlage für den Neubau der

ebenfalls beschädigten Huntebrücke in

Elsfleth-Ohrt – ganz nach dem Prinzip

„copy and paste“, wie Plambeck es nannte.

Denn die Eisenbahnbrücke über die

Hunte wird als technisches Duplikat der

Friesenbrücke, die bei Weener über die

Ems führt, errichtet werden. Dadurch

könnten die Planungen um mehrere Jahre

verkürzt werden. Bis zu vier Jahre,

wie die Konzernbevollmächtigte für das

Beispiel in der Wesermarsch sagte. Zugleich

waren Vergabe- und Planfeststellungsverfahren

gemeinsam angeschoben

worden, um auch dabei die Effizienz

zu steigern. Ziel ist so eine Fertigstellung

bis Ende 2027/Anfang 2028

Bleibt die Frage nach dem Geld. „Bei

der Infrastruktur wurde lange auf Verschleiß

gefahren, nun gibt es eine Kehrtwende

im Bund“, sagte Niedersachsens

Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne.

Umso wichtiger sei es, die Bedeutung

der Bahninfrastruktur im Zulauf der

Häfen in den Fokus zu rücken. Denn die

spielt längst nicht mehr nur aus touristischer

und wirtschaftlicher Sicht eine

bedeutende Rolle, sondern wird auch für

die militärische Mobilität immer wichtiger.

„Wir sind eine Zukunftsregion“,

ist sich der Parlamentarische Staatssekretär

beim Bundesminister der Finanzen,

Dennis Rohde, sicher. Und künftig

hoffentlich auch dank ihrer zukunftsweisenden

neuen Brückenbauwerke.

Elisabeth Ahrends

Foto: Torsten von Reeken

10 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Foto: GS Genossenschaft

GS in Garrel hat

Millionen in die

Schienenanbindung

investiert.

Reaktivierungen haben viel Potenzial

Für mehr Gleisanschlüsse

Ein Güterzug ersetzt 50 bis 60 Schwerlasttransporte auf der Straße. Reaktivierungen von

Gleiskörpern könnten mehr Frachten auf die Schiene bringen.

DDie Verlagerung des Güterverkehrs

von der Straße

auf die Schiene ist bei

vielen Unternehmen noch

Zukunftsmusik. Nicht so

bei GS Die Genossenschaft eG in Garrel.

Seit Frühjahr 2025 rollen dort Züge

über den firmeneigenen Gleisanschluss

zum Mischfutterwerk in Garrel. GS-Vorstand

Cord Schiplage berichtete auf der

IHK-Bahnkonferenz von seinen Erfahrungen

mit dem Gleisanschluss.

Anschluss mit Potenzial

Der Inbetriebnahme und Anbindung an das

öffentliche Bahnnetz ist eine lange Planungsphase

vorausgegangen. „Eine multimodale

Anbindung gab es nicht“, sagte

Schiplage. „2018 gab es die ersten Planungen.“

Die Gesamtkosten des Vorhabens

bezifferte er mit 15 Millionen Euro. „Das

wird sich mit dem Blick nach vorne wirtschaftlich

lohnen“, ist Schiplage überzeugt.

„Das Thema wird Fahrt aufnehmen.“

Das „Löschen“ der Getreidewaggons

geht bei GS dank ausgeklügelter Rangierhilfe

und moderner Anlage mit einer Annahmeleistung

von 400 Tonnen pro Stunde

schnell über die Bühne. Das Lager

könne effizient und schnell befüllt werden,

heißt es seitens der Genossenschaft.

Dank der Nutzung der Schiene spart die

GS „dutzende Lkw-Fahrten pro Lieferung“

ein. Und reduziert somit deutlich die

CO 2

-Emissionen und die straßenseitige

Verkehrsbelastung in der Region. Neben

dem Klimaschutz sei auch der wachsende

Mangel an Lkw-Fahrern ein Beweggrund

für das Setzen auf die Schiene.

Das Beispiel hat Schule gemacht. Auch

andere Unternehmen in Garrel und Friesoythe

liebäugeln mit der Schiene. Etwa

für den Umschlag von Kies und Holz. Dafür

müsste die Strecke bis zur Stadtgrenze

von Friesoythe ertüchtigt werden.

Strecke Blexen-Nordenham

Kronos Titan in Nordenham wünscht sich

eine Reaktivierung der sechs Kilometer

langen Bahnstrecke Nordenham - Blexen.

Bislang würden die Rohstoffe vom Schiff

auf den Lkw umgeladen, sagte Werksleiter

Carsten Büsing. „Wir müssen gucken,

dass wir auf ein anderes System umstellen.“

Neben dem Fahrermangel sei auch

CO 2

-Neutralität ein Faktor. Und Kronos

stehe mit seinen Bahnanschluss-Plänen

nicht alleine da. „Wir in Nordenham haben

einen sehr guten Schulterschluss.“

Das habe sich schon bei dem Vorhaben

„H2-Marsch“ für eine Wasserstoffleitung

in Richtung Nordenham bewährt.

Carla Eickmann vom Niedersächsischen

Verkehrsministerium verwies auf

die Verschränkungen von Güter- und Personennahverkehr.

Die Entwicklung des

Schienenpersonennahverkehrs (SPNV)

könne im Nachgang auch den Güterverkehr

beflügeln. „SPNV ist aber nicht das

Allheilmittel. Da wo Schienenreaktivierung

funktioniert ist, wo man gute, starke

Unternehmen hat.“

Eickmann verwies aber auch auf die

beschränkten Möglichkeiten des Landes

aufgrund der Zuständigkeiten. „Die Strecke

Oldenburg-Osnabrück müsste eigentlich

vom Bund elektrifiziert werden.“

Auch die Arbeitsgemeinschaft „Das

Oldenburger Land“ (Arbeitsgemeinschaft

der Landkreise und kreisfreien Städte in

unserer Region) und die IHK fordern schon

lange eine Elektrifizierung und den zweigleisigen

Ausbau der Strecke.

Nutzen-Kosten-Index

Die Landesregierung bewertet in regelmäßigen

Abständen die Chancen für Reaktivierungen

von Strecken. Dafür werden

die Kosten und Nutzen gegeneinander gestellt.

Als lohnenswert gilt ein „Nutzen-

Kosten-Index“ über 1. Die Strecke Blexen-Nordenham

wurde im Sommer 2025

mit einem NKI von 6,33 eingestuft. Die Infrastrukturinvestitionen

werden auf rund

44 Millionen Euro geschätzt, die Planungskosten

auf 8,1 Millionen und die Betriebskosten

auf 1,3. Aber von der Papierlage ist

es noch ein weiter Weg bis zu ersten Maßnahmen.

Berit Böhme

oldenburgische wirtschaft 03 2026

11


Unser Thema

Schiene als Wirtschaftsfaktor

Der Gütertransport auf der Schiene ist nicht nur in ökologischer Hinsicht ein Gewinn. Wir fragten

Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD), wie er gestärkt werden kann.

WWo sehen Sie den

größten Handlungsbedarf?

Im Zustand des bestehenden

Schienennetzes.

Die notwendige Sanierung zentraler

Strecken ist unvermeidlich, verursacht

aber erhebliche Einschränkungen.

Gleichzeitig besteht auch abseits der

Hauptachsen ein hoher Erneuerungsbedarf.

Der Schaden an der Huntebrücke

in Oldenburg hat gezeigt, wie schnell

einzelne Defekte große Auswirkungen

haben können. Zwar wurde der Schaden

zügig behoben, er verdeutlicht jedoch

den Bedarf an früherer und systematischer

Erneuerung, häufig erst nach einer

Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik.

In Oldenburg gilt daher:

erst neues Stellwerk, dann neue Brücke.

Vorrangig müssen bestehende Engpässe

im Netz beseitigt werden, insbesondere

im Schienengüterverkehr.

Bevor über neue Hochgeschwindigkeitsstrecken

diskutiert wird, muss das

bestehende Netz leistungsfähiger werden.

Dafür braucht es einfachere Finanzierungsstrukturen.

Die InfraGO ist ein

richtiger Ansatz, reicht aber nicht aus.

Zudem sind die vom Bund bereitgestellten

Mittel insgesamt nicht ausreichend.

Welche Prioritäten setzt das Land beim

Ausbau der Schienen- Infrastruktur?

Da das Netz überwiegend dem Bund gehört,

liegt die Hauptverantwortung dort.

Das Land setzt sich für den Ausbau von

Strecken und Knotenpunkten ein, insbesondere

zur besseren Anbindung der

Häfen. Elektrifizierung und Kapazitätsausbau

sind zentrale Ziele des Bundes-

Grant

Hendrik

Tonne

verkehrswegeplans 2030. Im Schienenpersonennahverkehr

unterstützt das

Land Investitionen, etwa in Bahnhöfe.

GVFG-Maßnahmen werden kofinanziert,

auch nicht bundeseigene Strecken

erhalten Landesförderung. Vorrang hat

die kurzfristige Stabilisierung und Leistungssteigerung

des Netzes.

Die Seehäfen haben eine Schlüsselrolle

für den Wirtschaftsstandort, die Energiewende,

Sicherheit und Verteidigung.

Wann rücken Redundanzen bei Schienenanbindung

und -netz in den Fokus?

Die steigenden Transportmengen unterstreichen

die Bedeutung der Seehäfen

im Nordwesten. Zusätzliche Kapazitäten

werden bereits für Energiewende

und militärische Mobilität genutzt. Um

Ausfälle zu vermeiden, habe ich dem

Bund ein eigenes Finanzierungsinstrument

für besonders störanfällige Infrastrukturen

vorgeschlagen.

Der weitere Ausbau wird durch

neue Anforderungen komplexer. Hier

braucht es klare Zuständigkeiten und

verlässliche Finanzierung. Ergänzend

kann die Binnenschifffahrt stärker ge-

Foto: IHK/Böhme

nutzt werden, etwa über standardisierte

Mikrokorridore.

Die Elsflether Brücke zeigt, wie schnell

Planung sein kann. Wie erreichen wir

die gleiche Geschwindigkeit für den

Schienenausbau und den Neubau der

Oldenburger Bahnbrücke?

Die Projekte in Oldenburg und Elsfleth

sind nicht direkt vergleichbar. In Oldenburg

ist zunächst der Bau eines

neuen Stellwerks erforderlich. Zudem

muss geklärt werden, welche Anforderungen

die neue Brücke künftig erfüllen

soll. Diese Fragen werden derzeit

mit der Deutschen Bahn (DB) und der

Region abgestimmt, ebenso die Finanzierung.

Bis zum Baubeginn bleibt die

bestehende Brücke in Betrieb. Die DB

sorgt durch eine umfassende Instandsetzung

für einen sicheren Zustand.

Welche Strategie verfolgt Niedersachsen,

um den Ausbau der Schiene im

Nordwesten zu finanzieren?

Aus Sicht des Landes sollte der Bund

seine Mittel ausgewogen einsetzen und

den Fokus stärker auf die Leistungsfähigkeit

des bestehenden Netzes legen.

Zusätzliche Kapazitäten müssen dort

geschaffen werden, wo sie kurzfristig

benötigt werden.

Im Nahverkehr beteiligt sich das

Land mit eigenen Mitteln, um Angebot

und Elektrifizierung voranzubringen.

Auch der Deutschlandtakt muss so ausgestaltet

werden, dass der Nordwesten

davon profitiert. Dabei ist festzuhalten,

dass der aktuelle Fokus stark auf dem

Hochgeschwindigkeitsverkehr liegt.

Interview: Elisabeth Ahrends

12 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Garrel hat jetzt

einen Hafen.

Weichen stellen für die Rohwarenlogistik von morgen.

Unser neuer Gleisanschluss in Garrel ist mehr als Infrastruktur – er ist eine

Einladung. Als GS agri verlagern wir Transporte konsequent auf die Schiene:

weniger Lkw-Verkehr, geringere Emissionen, neue logistische Spielräume

für die gesamte Region.

Wenn auch dein Unternehmen von direkter Schienenanbindung in der

Rohwarenlogistik für Futtermittel profitieren kann, sprechen wir gerne über

eine gemeinsame Nutzung – und eine Partnerschaft, die sich für alle rechnet.

Du bist unser Partner

für zukunftsfähige Logistik?

Wir sind bereit.

oldenburgische wirtschaft 03 2026

13


Unser Thema

Einzelhandel auf dem Land

Kompakt

aber oho

Einkaufen

auf

dem Land

hat wieder

eine Perspektive.

Digitale Kleinstsupermärkte können Versorgungslücken

auf dem Land schließen. Im Oldenburger Land sind sie aber

erst vereinzelt anzutreffen.

Von Berit Böhme

Foto: Tante Enso

MMal eben fußläufig

ein paar Besorgungen

machen

oder um

die Ecke den Wocheneinkauf

erledigen?

Für viele Menschen „auf dem

Land“ ist die wohnortnahe Versorgung

schon längst nicht mehr gegeben. Digitale

Kleinstsupermärkte, neudeutsch

auch Smart Stores genannt, können

Versorgungslücken in ländlichen Regionen

schließen. Auch als Ergänzung zu

klassischen Hofläden.

„Instrument der Daseinsvorsorge“

Niedersachsenweit ist das Geschäftsmodell

im Kommen, es gibt nach

14 oldenburgische wirtschaft 03 2026


IHK-Informationen bereits etwa 90 digitale

Kleinstsupermärkte. „Smart Stores

sind mehr als nur Mini-Supermärkte

und keinesfalls ein vorübergehender

Trend. Sie sind inzwischen ein ernstzunehmendes

Instrument der Daseinsvorsorge“,

sagt die Hauptgeschäftsführerin

der IHK Niedersachsen, Monika

Scherf. „Diese innovativen Handelskonzepte

verbinden digitale Technologien

mit realen Bedürfnissen und

geben Menschen in unterversorgten

Regionen eine konkrete Perspektive.“

Nicht nur Lebensmittel

Charakteristisch für die niedersächsischen

Konzepte sind Verkaufsflächen

von bis zu 500 Quadratmetern, ein minimaler

Personaleinsatz und vollautomatisierte

Abläufe. Immer mehr Standorte

gehen dabei bewusst über den

reinen Lebensmitteleinkauf hinaus:

Bankautomaten, Postservices oder sogar

telemedizinische Angebote machen

die Läden zu multifunktionalen Anlaufstellen

im Ort. „Damit leisten sie einen

messbaren Beitrag zu gleichwertigen

Lebensverhältnissen, auch jenseits der

Ballungsräume“, betont Scherf.

Hybrides Konzept „Tante Enso“

Rund ums Oldenburger Land, etwa

rechts der Weser, in Ostfriesland oder

im Emsland, sind bereits mehrere

Smart Stores zu finden. Im Oldenburger

Land hingegen ist es bislang

nur einer: ein „Tante Enso“ in Seefeld

(Kreis Wesermarsch). Er öffnete seine

Pforten im Sommer 2025. Tante Enso

hat bundesweit bereits über 80 Filialen.

„Es können sich immer Dörfer bei

uns bewerben um einen Tante Enso“,

sagt Jessica Renziehausen von der

Enso ECommerce GmbH. Der Anbieter

„hat personalbesetzte Zeiten und ist

ein Vollversorger-Supermarkt auf kleiner

Fläche, im Schnitt 230 Quadratmeter.“

Das Sortiment sei üppiger als bei

manchem Discounter. Die Voraussetzungen

für einen Standort: „Zwischen

1000 bis 3000 Einwohner und im Umkreis

von fünf Kilometern kein anderer

Supermarkt. Toll ist, wenn es im Ort

Leerstand gibt und eine geeignete Immobilie,

in die Tante Enso als Mieterin

einziehen kann.“

Autonome C-Boxen

Die Bünting AG aus Nortmoor setzt auf

autonome „C-Boxen“. „Eine C-Box bietet

rund 1400, 1500 Artikel“, so Bünting-Sprecherin

Johanna Ammermann.

Die Boxen beschränken sich bislang auf

das Emsland und Ostfriesland. Nach

dem Roll Out kann sich das Unternehmen

nach eigenen Angaben aber auch

Standorte im Oldenburger Land vorstellen.

„Grundsätzlich sehen wir weiterhin

großes Potenzial für Smart-

Store-Lösungen – insbesondere in der

ländlichen Nahversorgung. Nach den

ersten eröffneten Standorten erleben

wir durchweg positives Feedback sowie

eine große Dankbarkeit und Freude

in der Bevölkerung.“ Die Voraussetzungen

sind ähnlich wie bei Tante Enso,

gerne werden ehemaligen Bankfilialen

oder Bäckereien genutzt. „Neben klassischen

Kennzahlen spielen beispielsweise

auch lokale Besonderheiten eine

Rolle – etwa eine stark frequentierte

Straße, touristische Nachfrage oder

größere Arbeitgeber vor Ort. Ebenso

kann das Sortiment abhängig von Fläche

und Bedarf angepasst werden.“

Keine einheitlichen Regelungen

Rechtlich bewegen sich Smart Stores

laut IHKN in einem bundesweiten Flickenteppich:

In fünf Bundesländern

existieren bereits spezifische gesetzliche

Regelungen, in weiteren laufen politische

Debatten. Auch in Niedersachsen

wird derzeit über einen Gesetzentwurf

diskutiert, insbesondere im Hinblick

auf die Sonntagsöffnung. „Für viele

Smart Stores ist der Sonntag kein

Randthema, sondern wirtschaftlich

entscheidend“, betont IHKN-Handelssprecherin

Kathrin Wiellowicz. „Bis zu

30 Prozent des Umsatzes werden an

diesem Tag erzielt. Zu enge oder unklare

Vorgaben gefährden damit genau

die Versorgungsangebote, die unsere

ländlichen Räume dringend brauchen.“

Die IHKN appelliert an die Landesregierung,

schnell klare, praxistaugliche

und unbürokratische Regeln für Smart

Stores zu schaffen.

Wirtschaftlichkeit ein Muss

„Wir sind bereits in gutem Austausch

mit der Politik“, heißt es seitens Tante

Enso. „Bisher gibt es keine Einschränkungen,

und wir wünschen uns natürlich,

dass dies so bleibt.“ Sachsen-Anhalt

habe 2025 ein „sehr zeitgemäßes Gesetz

für hybride Smartstores wie unsere auf

den Weg gebracht; auch mit einer Flächenbegrenzung

bis 400 Quadratmetern

könnten wir leben, Nur 150 Quadratmeter

wie in Bayern sind ein Problem – damit

lässt sich kein Vollversorgungssortiment

barrierefrei anbieten und auch

noch wirtschaftlich betreiben.“

„Die Sonntagsöffnung ist für das

wirtschaftliche Funktionieren personalloser

Smart Stores grundsätzlich ein

wichtiger Bestandteil des Konzepts“,

sagt die Bünting-Sprecherin. „Dabei

ist uns wichtig zu betonen, dass sonntags

keine Tätigkeiten vor Ort stattfinden

– es wird weder Ware verräumt

noch werden andere Arbeiten ausgeführt,

auch wenn Regale zeitweise leer

sein sollten. Mehrere Bundesländer wie

Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg

haben bereits rechtliche Regelungen

geschaffen, an denen wir uns derzeit

orientieren. Die Entwicklungen in

Niedersachsen verfolgen wir aufmerksam

und begrüßen eine klare rechtliche

Grundlage für digitale Nahversorgungskonzepte.“

oldenburgische wirtschaft 03 2026

15


Unsere Region

Vergünstigt unterwegs im Öffentlichen Personennahverkehr

Einfach zum Azubi-Ticket

Es brauchte einen langen Vorlauf, doch zum Jahresbeginn ging endlich das Azubi-Ticket an

den Start. Das Wesentliche in Kürze.

BBus und Bahn sind umweltfreundliche

Verkehrsträger.

Doch ihre Nutzung

ist vielerorts eine kostspielige

Angelegenheit – gerade

für junge Menschen mit knappem

Lehrlingsgehalt. Günstige und unkomplizierte

Abhilfe schafft seit Januar das

Azubi-Ticket Niedersachsen. Die offizielle

Abkürzung „D-Ticket Azubi NI“

klingt etwas abschreckend. Dahinter

verbirgt sich aber ein lohnenswertes,

landesweit erhältliches, ermäßigtes

Deutschlandticket.

Land gewährt Zuschuss

Nutznießerinnen und Nutznießer des

neuen Angebots sind Auszubildende in

betrieblicher oder schulischer Ausbildung.

Sowie Menschen, die ein Freiwilliges

Soziales Jahr, ein Freiwilliges

Ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst

leisten. Vorausgesetzt,

ihr Wohn-, Dienst- oder Ausbildungsort

liegt in Niedersachsen. Das Land

Niedersachsen gewährt einen Landeszuschuss

von 20 Prozent auf den jeweils

Foto: ©M.Schuppich_stock.adobe.com

aktuellen Deutschlandticket-Preis. Der

liegt momentan bei 63 Euro im Monat.

Arbeitgeberbeteiligung

Beteiligt sich ein Arbeitgeber oder eine

Arbeitgeberin über ein D-Jobticket

als Basis, ist laut Tarifbestimmungen

zum Deutschlandticket ein Arbeitgeber-Mindestzuschuss

von 25 Prozent

erforderlich. Das Ticket kostet dann

maximal 31,50 Euro im Monat.

Beispielrechnung

Deutschlandticket: 63 Euro

• minus Rabatt Job-Ticket:

3,15 Euro (5 Prozent)

• minus Anteil Ermäßigung durch

das Land (20 Prozent): 12,60 Euro

• minus Anteil Ermäßigung durch

Arbeitgeber/Arbeitgeberin

(25 Prozent): 15,75 Euro

= monatlicher Ticketpreis: 31,50 Euro

Bei einem höherem Arbeitgeber­

Zuschuss sinkt der Ticketpreis entsprechend.

Das Azubi-Ticket ist eine

vergünstigte Variante des

Deutschlandtickets.

Ticket ohne Arbeitgeber-Zuschusss

Sollte es keine Arbeitgeberbeteiligung geben,

zum Beispiel bei schulischen Ausbildungen,

bezuschusst das Land – quasi als

Rückfallebene – ein reguläres Deutschlandticket

ebenfalls mit 20 Prozent.

Beispielrechnung

Deutschlandticket: 63 Euro

• minus Anteil Ermäßigung durch

das Land (20 Prozent): 12,60 Euro

= monatlicher Ticketpreis: 50,40 Euro

Der Landeszuschuss ist unmittelbar im

Ticketpreis berücksichtigt. Berechtigte

müssen keine Förderanträge oder ähnliches

stellen.

Zentrale Vertriebsstelle

Die Niedersachsentarif GmbH (NITAG)

übernimmt als zentrale Vertriebsstelle

die Ticketabwicklung. Arbeitgeber oder

Arbeitgeberinnen melden ihre Azubis

direkt an. Berechtigte ohne Arbeitgeberbeteiligung

beantragen selbst und

laden Nachweis hoch. Die Ausgabe erfolgt

vorrangig als digitales Barcode-Ticket.

Das Ticket steht unmittelbar nach

Kaufprozess zur Verfügung. Eine Bereitstellung

als Chipkarte ist möglich,

hat aber einen gewissen Vorlauf.

Die IHK Niedersachsen hatte sich

in den vergangenen Jahren mit Nachdruck

für eine landesweite Lösung eingesetzt.

Ziel war, Azubis den Studierenden

gleichzustellen. Letztere profitieren

seit vielen Jahren von günstigen Sondertickets.

azubiticket-niedersachsen.de

16 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Förderprojekte der Metropolregion Nordwest

Akzente zur Energiewende

Drei Pilotprojekte aus den Bereichen

maritime Wirtschaft, standorte Wilhelmshaven

moniak werden die Hafen-

Bauwesen und Wärmeversorgung

zeigen exemplarisch, wie künftigen Einsatz klimaneuund

Bremerhaven auf den

Klimaschutz, regionale Wertschöpfung

und gesellschaftreitet.

Ammoniak gilt als viel-

traler Schiffskraftstoffe vorbeliche

Beteiligung erfolgreich versprechender Energieträger,

miteinander verknüpft werden stellt aufgrund seiner Toxizität

können. Sie werden von der jedoch hohe Anforderungen an

Metropolregion Nordwest mit Sicherheit und Infrastruktur.

insgesamt 300.000 Euro geförderttiver

Sicherheits- und Notfall-

Ziel ist die Entwicklung präven-

Einen wichtigen Beitrag konzepte, die gesundheitliche,

zum Klimaschutz kann die Dekarbonisierung

der Schiff-

Risiken systematisch erfassen

ökologische und technische

fahrt leisten. Mit dem Projekt

zur Risikobewertung Das Reallabor Urban Mi-

und bewerten.

bei der Bunkerung von Amning

setzt auf die Vermeidung

von CO₂-Emissionen durch

Minderung des Ressourcenverbrauchs

im Bauwesen. Das

Projekt erprobt praxisnah die

hochwertige Wiederverwendung

von Baustoffen wie Ziegeln,

mineralischem Bauschutt

und Porenbeton, um

Materialkreisläufe zu schließen.

In enger Zusammenarbeit

von Bauwirtschaft, Kommunen

und Forschung werden

technische, rechtliche und

wirtschaftliche Fragestellungen

untersucht sowie standardisierte

Verfahren für eine

Foto: ©Kalyakan_stock.adobe.com

breite Markteinführung entwickelt.

Akzeptanz ist entscheidend

für die Energietransformation.

Hier setzt das Projekt

Erdwärmenetze – genossenschaftliche

CO₂-freie Wärmeversorgung

an. Die Erdwärme-

Dich eG realisiert in Bremen

ein genossenschaftliches

Energienetz, das Erdwärme

über Wärmesonden im Straßenraum

erschließt, auf niedrigem

Temperaturniveau verteilt

und über Wärmepumpen

nutzbar macht.

Unsere Häfen.

Ihre Zukunft.

www.nports.de

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oldenburgische wirtschaft 03 2026

17


Jubiläen

150 Jahre

H. Thamann & Leiber GmbH

(Agarhandel)

Bahnhofstr. 24

49434 Neuenkirchen-Vörden

Maximilian und

Annette Maria

Hallerstede

Foto: Hallerstede

50 Jahre

Krentscher GmbH & Co. KG

(Immobilienverwaltung)

Kreyenstr. 41

26127 Oldenburg

Gerold Warntjen

(Versicherungsvertreter)

In der Loge 3

26655 Westerstede

175 Jahre Hallerstede, Oldenburg

Ob ikonische Handtasche, modernes Reisegepäck, ergonomischer Schulranzen oder praktischer

Business-Rucksack – bei Hallerstede werden Suchende fündig. Maximilian und

Katja Hallerstede leiten das inhabergeführte Familienunternehmen in sechster Generation.

Der Fachhändler bietet mit seinem Stammhaus in der Oldenburger City, einem Outlet

in Oldenburg, einer Filiale in Bad Zwischenahn und im Online-Store „ein ganzes Universum

für jede Altersklasse. Egal ob für Reisende, Pendler oder Fashionliebhaber. Wir wollen den

Kunden vom ersten Schulranzen bis zur letzten Handtasche im Laufe des Lebens begleiten.“

Uwe Onken GmbH (Großhandel

für Betriebsbedarf)

Schwarzer Weg 23/29

26215 Wiefelstede

Ralf Jens

(Einzelhandel mit Food und

Non Food Artikeln)

Butjadinger Str. 25

Elisabeth Rechtien-Funke

(Kosmetikstudio)

Beethovenstr. 29

49456 Bakum

Ingrid vom Felde

(Einzelhandel mit Nahrungsund

Genussmitteln)

Beethovenstr. 10

25 Jahre

26954 Nordenham

Alexander Lübben

49429 Visbek

INKARHO GmbH

Olaf-Dirk Riedel (KfZ-Handel)

(Gastgewerbe)

Detlef Brüner

Brannenweg 5 a

Walter-Flex-Weg 1

Am Hogen Hagen 1

(Transportunternehmen)

26160 Bad Zwischenahn

27753 Delmenhorst

26160 Bad Zwischenahn

Ringstr. 15, 49401 Damme

Netzwerk für Arbeitgeber

Job-Inklusion

Hannover. Wie können Unternehmen

Inklusion besser umsetzen und davon

profitieren? Dieser Frage geht das neue

Foto: PathathaiChungyam

_Fotolia.com

Sachverständige

Die IHK hat am 13. Februar

2026 Herrn Michael Nobbe, c/o

Kfz-Sachverständigenbüro Wessel

& Nobbe PartG, Steinfelder Damm

23, 49451 Holdorf, als Sachver-

„Netzwerk Inklusion Niedersachsen“

formationen, Vernetzung und ein offe-

ständigen für „Kraftfahrzeugschä-

nach. Zielgruppe sind Arbeitgerberin-

ner Austausch im Vordergrund stehen“,

den und -bewertung“ öffentlich

nen und Arbeitgeber. „Das übergeord-

heißt es seitens der Initiatoren. Das

bestellt und vereidigt – und zwar zu-

nete Ziel soll die Inklusion von Menschen

nächste Treffen ist Anfang Juni geplant.

nächst für die Dauer von drei Jah-

mit Behinderungen in den allgemeinen

Kontakt für weitere Informationen:

ren.

Arbeitsmarkt sein. Außerdem sollen In-

landesbeauftragte@ms.niedersachsen.de

ihk.de/oldenburg (Nr. 3276220)

18 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Unsere Region

Teilhabe-Portal

Kooperationsbörse des EEN

Hannover. Das Portal REHADAT-Talentplus informiert

praxisorientiert zum Thema Arbeitsleben

und Behinderung. Nun wurde es durch

die neue KI-Suchassistentin „Ariadne“ erweitert.

Die KI soll Nutzerinnen und Nutzern den

Zugang zu komplexen Themen und Zusammenhängen

im Bereich der beruflichen Teilhabe von

Menschen mit Behinderungen erleichtern. Ariadne

kann sich bis zu zehn Fragen und Antworten

merken, sodass ein Dialog mit der KI-Assistentin

möglich ist. Alle Antworten werden mit

weiterführenden Links ergänzt. Das Portal richtet

sich an Betroffene und alle, die sich für ihre berufliche

Teilhabe einsetzen. Alle Angebote sind

barrierefrei und kostenlos zugänglich. REHADAT

ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft

Köln, gefördert vom Bundesministerium

für Arbeit und Soziales aus dem Ausgleichsfonds.

talentplus.de/ki-chat

Das Enterprise Europe Network

(EEN) ist das weltweit größte

Netzwerk von Informations- und

Beratungsstellen für kleine und

mittlere Unternehmen. Es bietet

eine Kooperationsbörse an.

Ein französischer Luft- und

Raumfahrtkonzern sucht konfigurierbare

Standard‐Motorcontroller

(COTS) zur präzisen Positionsregelung

von bürstenlosen

Aktuatoren. Gesucht werden

Unternehmen, die solche Controller

entwickeln und fertigen.

t1p.de/o5k09

Ein österreichisches Bauunternehmen

sucht Hersteller

von Betonfertigteilen, Ziegeln

und Leichtbetonsteinen zur Integration

nachhaltiger Mineralschaum‐Dämmstoffe.

Ziel ist der

Aufbau von Kooperationen mit

Produktions- und Planungsunternehmen

aus dem Bausektor.

t1p.de/135zh

Ein Unternehmen aus Litauen

sucht leichte Verbrennungsmotoren

für UAV‐Anwendungen. Gesucht

werden Motoren mit hoher

Leistungsdichte und vollständig

dokumentierten technischen Daten,

die effizient, vibrationsarm

und für anspruchsvolle Umweltbedingungen

geeignet sind.

t1p.de/bxayd

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Nehlsen – Ihr regionaler Partner

WIR SPIELEN FÜR SIE EINE

TRAGENDE ROLLE

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Tel.04471 18432-0 | info.cappeln@nehlsen.com

oldenburgische wirtschaft 03 2026

19


Unsere Region

Foto: © CoolGraphics_stock.adebe.com

Jobräder haben

sich als Benefit

bewährt.

Wohltaten für die Mitarbeiter

Arbeitgebermarke stärken

Unternehmen müssen ihrer Belegschaft etwas bieten, um sie für sich zu gewinnen und zu

halten. Die Möglichkeiten der „Benefits“ sind breit gefächert.

W

Wer bei seinen (potenziellen)

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern

punkten

möchte, muss sich

über gutes Gehalt hinaus etwas einfallen

lassen. Wie üppig die Möglichkeiten

sind und was dabei beachtet werden

muss, war jüngst Thema einer gemeinsamen

Veranstaltung der IHK und des

Arbeitgeberverbandes Jade bei Nordfrost

in Wilhelmshaven.

Von Gleitzeit bis Sachbezug

Steuerberater Enno Werdermann warb

für eine breite Sichtweise auf das Thema.

Auch Gleitzeit und Home Office seien

bereits Benefits. Unternehmen sollten

sich im Vorfeld der Auswahl fragen

„Was passt zu meiner Firma?“ Das wiederum

locke die Mitarbeiter an, „die

zum Unternehmen passen“. Manche

Benefits seien lohnsteuerfrei, andere

reduzierten die Lohnkosten.

Ein Klassiker ist das Jobticket. Bei

Rädern gebe es verschiedene Modelle.

Einmal das Bereitsstellen eines Firmenrads

„zusätzlich zum Gehalt“ oder Leasingmodelle,

bei denen den Arbeitnehmern

die monatlichen Raten vom Lohn

abgezogen werden. Beliebt seien ebenfalls

vermögenswirksame Leistungen

und die betriebliche Altersvorsorge. Bei

der betrieblichen Altersvorsorge spare

der Arbeitsnehmer zwar auf sein Brutto.

Dafür müsse das Geld aber in der Rente

nachgelagert besteuert werden.

Die private Mit-Nutzung von Betriebsgeräten

wie Handys ist auch eine

Option. Hier müsse gegenüber der Finanzverwaltung

nicht mehr der prozentuale

Nutzungsanteil ausgewiesen

werden. Populär sind zudem Sachbezüge

in Höhe von 50 Euro monatlich

je Arbeitsverhältnis. Das sei unterm

Strich günstiger als eine Gehaltserhöhung.

Sachbezüge sind beispielsweise

Tankgutscheine, die Mitgliedschaft

im Fitness-Studio, Kurse für mentale

Gesundheit oder eine Zusatz-Krankenoder

Pflegeversicherung.

„Candybar für Mitarbeiter“

Personal- und Marketingleiterin Christina

Bourdaillier gab Einblicke in die

Benefit-Praxis der Kirchner Holding

GmbH (Varel). Gute Benefits seien bei

der Rekrutierung neuen Personals

durchaus ein wichtiger Faktor. „Die

Kandidaten recherchieren mehr als je

zuvor, was ein Unternehmen bietet.“

Das Motto bei Kirchner laute: „Nach

dem Recruiting kommt das Behalting“.

Das Unternehmen setze auf „eine Candybar

für Mitarbeiter“. Dazu zählten

zwei Job-Räder statt nur eins. Etwa für

den Partner oder das Rennradtraining.

Im Rahmen einer betrieblichen Krankenversicherung

könne die Belegschaft

die Zuzahlung zu Medikamenten, ein

Einzelzimmer-Update im Krankenhaus

oder eine Zahnreinigung zahlen. Es

gebe auch Module, die bei der Facharztvermittlung

helfen oder bei der Organisation

von Pflegegradeinstufungen.

Zudem zahle Kirchner eine „Erholungsbeihilfe“

für Reisen und Ausflüge. Dafür

müssten aber Quittungen gesammelt

werden. Auch der Zugang zu einem Rabatt-Portal

ist Teil der Firmenpolitik.

E-Bikes sind populär

Anna Heinsenius erläuterte das Modell

der seit 15 Jahren am Markt befindlichen

Firma JobRad. Das Angebot nutzten

mittlerweile mehr als 100.000 Arbeitgeber,

mit zwei Millionen Rädern.

Die Idee fußt auf dem Leasingprinzip.

Mitarbeiter können sich bei einem

Fachhandelspartner ein Rad oder E-Bike

aussuchen, das via Überlassungsvertrag

zur Verfügung steht. Die monatliche

Leasingrate wird vom Gehalt

abgezogen. Der Arbeitgeber zahlt dabei

beispielsweise die Versicherung, Reparaturen

oder die jährliche Inspektion.

Die Leasingdauer umfasse 36 Monate.

Es gebe auch unkomplizierte Rückabwicklungen.

Berit Böhme

20 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Nordwest-Wanddruck,

Wilhelmshaven

Foto: Pruin

Junge

Firmen

Gründung: Juni 2024

Geschäftsmodell: „Wir verfolgen

sowohl ein direktes wie

Köpfe: Rüdiger Pruin (57) und

auch ein indirektes Geschäfts-

Rona Pruin (49). Keine weite-

modell. Das Marketimg erfolgt

ren Mitarbeiter, aber Unter-

sowohl oline wie auch offline

stützung durch externe Frei-

über Empfehlungsmarketing

berufler im Bereich Technik

durch bestehende Kunden.

und Online-Marketing.

Und durch geschäftliche Kontakte

und Netzwerke, die uns

Idee: „Die Idee entstand wit-

bei potenziellen Kunden und

zigerweise durch ein Video auf

Geschäftspartnern ins Ge-

Facebook, das wir im Februar

spräch bringen. Aktuell su-

2024 gesehen haben und mit

dem der Hersteller des Wand-

chen wir weitere Projektpartner

im Weser-Ems-Gebiet.“

Rona und Rüdiger Pruin

druckers Werbung für ein Gerät

und die Geschäftsidee ge-

Wie Kunden profitieren: „Un-

die Wand gedruckt. Die Tin-

Stunde. Die Wand muss mög-

macht hat“, sagt Rüdiger Pruin.

ser Produkt ist der vertikale

te ist abrieb- und wasserfest,

lichst gerade sein, Unebenhei-

„Nach dem Anschauen des Vi-

Wanddruck. Dabei werden Bil-

abwaschbar und schwer ent-

ten werden per Laserabtastung

deos waren wir sofort Feuer

der, die als digitale Vorlagen

flammbar. Wir drucken da-

ausgeglichen.“

und Flamme und haben uns an

vorliegen, mittels eines Tin-

bei mit einer Geschwindigkeit

die Umsetzung gemacht. “

tenstrahlsystems direkt auf

von zwei Quadratmetern pro

nordwest-wanddruck.de

Foto: © malp_stock.adobe.com

Net Zero Nordwest

Wasserstoff-Initiative

Die Wirtschaftsförderung Wesermarsch

erhielt kürzlich es mit Mitteln der Europäi-

Weser-Ems. Gefördert wird

den Zuwendungsbescheid in schen Union im Rahmen der

Höhe von 603.000 Euro für Zukunftsregion JadeBay. Die

das Projekt „Clean Hydrogen Studie ist Teil der Initiative

Coastline WHE“ vom Amt für Net Zero Nordwest Deutschland.

Ziel ist es, die regionale Landesentwicklung

Potenziale

für Erzeugung, Nutzung

und Infrastruktur von grünem

Wasserstoff in der Region

systematisch zu untersuchen.

Und als Beitrag zur

regionalen Energiewende und

zur Entwicklung klimaneutraler

Wirtschaftsstrukturen

konkrete Umsetzungsperspektiven

zu entwickeln. Die

Studienergebnisse werden

als Entscheidungsgrundlage

für weitere Investitionen und

Projekte im Bereich Wasserstoff

dienen.

„Net Zero Nordwest

Deutschland ist das Vorzeigeprojekt

in Niedersachen“, sagt

Prof. Dr. Lutz Stührenberg,

Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung.

„Die niedersächsische

Küstenregion

steht vor einem industriepolitischen

Wendepunkt. Mit dem

Antrag auf Anerkennung als

Valley im Rahmen des europäischen

Net Zero Industry Acts

(NZIA) verfolgt die Region das

Ziel, sich als Modellstandort

für die klimaneutrale industrielle

Transformation zu etablieren.

Die Initiative basiert

auf der Überzeugung, dass die

Energiewende nur dann wirtschaftlich

erfolgreich sein

kann, wenn sie mit industrieller

Wertschöpfung, technologischer

Innovation und gesellschaftlicher

Akzeptanz

verknüpft wird.“

oldenburgische wirtschaft 03 2026

21


Unsere Region

In den Berufsschulen

ist der Frauenanteil

auch in technischen

Berufen hoch.

Delegationsreise

Marokko

Wie werden eigentlich Nachwuchskräfte in Marokko ausgebildet

und auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet? Das war Thema

einer niedersächsischen Delegationsreise mit IHK-Beteiligung.

Von Berit Böhme

22 oldenburgische wirtschaft 03 2026

Foto: IHK/Werle


IIm Ausland arbeiten und

leben – davon träumen einige

junge Menschen in

Marokko. In vielen deutschen

Branchen wiederum

ist der Bedarf an

Nachwuchskräften groß.

Und so manches Unternehmen aus

dem Oldenburger Land liebäugelt mit

Auszubildenden aus dem nordafrikanischen

Drittstaat. Damit beide Seiten

unter fairen Bedingungen zusammenfinden,

gibt es bilaterale Projekte und

Anlaufstellen wie das IHK Welcome

& Business Center. Ein Schwerpunkt

des Oldenburger Teams ist im Rahmen

des Talent Hub die Unterstützung bei

rechtlichen Fragestellungen und beim

Recruiting aus Marokko. „Wir stehen

für die Unternehmen als Anlaufstelle

zur Verfügung“, sagt IHK-Fachkräfteberater

Curtis Domberg. Die Unterstützung

reicht dabei von Checklisten

bis hin zur Vermittlung von Berufssprachkursen.

Keine duale Ausbildung

Jüngst machten sich Curtis Domberg

und seine Kollegin Katrin Werle vor

Ort ein Bild vom marokkanischen Berufsbildungssystem

und Kooperationsangeboten.

Die Beiden waren im

Rahmen einer niedersächsischen Delegationsreise

zu Gast in der Region Tanger-Tetouan-Al

Hoceima. Unter anderem

standen Besuche in zwei privaten

und einer staatlichen Berufsschule auf

dem Programm. Im Fokus standen dabei

Branchen wie erneuerbare Energien,

Automotive sowie das Hotel- und

Gaststättengewerbe.

Hoher Frauenanteil

Anders als in der dualen Ausbildung in

Deutschland sind die dortigen Schüler

bei keinem Betrieb angestellt, sondern

absolvieren lediglich ein Betriebspraktikum.

Gerade in den privaten Einrich-

Die Delegation war unter anderem zu Gast in Berufsschulen.

tungen sei der Frauenanteil sehr hoch,

so Werle. „Es sind auch mehr Frauen

als bei uns in den MINT-Berufen.“ Die

Ausstattung sei sehr modern. So gab es

in der Hotel- und Gastro-Fakultät der

staatlichen Schule eigene, realitätsnahe

Küchenbereiche für Fisch, Fleisch

und Patisserie und nachgebaute Hotelzimmer.

Sprache wird unterschätzt

„Ziel von vielen Schülerinnen und

Schülern ist, nach Deutschland zu gehen“,

sagt Domberg. Das spiegelt sich

auch in der hohen Einschreibequote

fürs Goethe-Institut wider. „Die Nachfrage

ist sehr hoch, aber die Bestehensquote

sehr schlecht.“ Manche unterschätzen

die Bedeutung der Sprache

für das Fußfassen auf dem deutschen

Arbeitsmarkt.

Langes Warten aufs Visum

Finden Unternehmen und angehende

Auszubildende zusammen, müssen sie

vor dem Kofferpacken trotz Vertrag viel

Geduld mitbringen. „Der Visumsprozess

verläuft sehr schleppend“, sagt Katrin

Werle, die während ihres Besuchs

auch mit Botschaftsvertretern gesprochen

hat. Ein Grund für die bis zu zwölf

Monate Wartezeit sind neben der hohen

Nachfrage auch die genauen Antrags-Prüfungen.

Umfassend vorbereiten

Die Wartezeit könne gut für die weitere

Vorbereitung der angehenden Azubis

genutzt werden, rät die Expertin.

Etwa durch weitere Sprachförderung,

wie das Kurztraining „Deutsch für den

Ausbildungsstart“ des Goethe-Instituts

und des „Netzwerks Unternehmen

integrieren Flüchtlinge“ (NUIF).

Curtis Domberg ermuntert Betriebe

auch dazu, im Vorfeld breit über das

Unternehmen, die Region und Aspekte

wie die Anbindung an den Öffentlichen

Nahverkehr zu informieren. Etwa

in Form von Videos. Einmal im Betrieb

angekommen, seien zudem „Kümmerer“

sinnvoll, die die Neulinge in ihren

ersten vier bis sechs Wochen des

„On-Boardings“ eng begleiten.

Das Welcome & Business Center

plant im Sommer eine Veranstaltung

rund um das Thema Marokko.

F oto: F oto - u nd Bild er w erk

Kontakt:

Curtis Domberg

Tel. 0441 2220-485

welcomecenter@oldenburg.ihk.de

Foto: IHK/Werle

oldenburgische wirtschaft 03 2026

23


Ihre IHK

Foto: © Jonas_stock.adobe.com

Neues IHK-Bündnis Biodervisität

Schutz von Ökosystemen

Die natürlichen Resourcen sind endlich und müssen mit Augenmaß genutzt werden. Deshalb

kommt auch die Wirtschaft am Thema Biodiversität nicht mehr vorbei. Von Thilo Kunze, DIHK

B

Biodiversität und Wirtschaft

– auf den ersten

Blick mögen das zwei verschiedene

Welten sein.

Doch bei genauerem Hinsehen

zeigen sie sich eng miteinander

verknüpft. Eva Baumgärtner und Valentin

Franklyn vom Projekt „Unternehmen

Biologische Vielfalt“ (UBi) bei

der DIHK Service GmbH erläutern, wie

Unternehmen von Biodiversität abhängen

und welche Beziehung zwischen

Wirtschaft und Natur besteht.

Rohstoffmangel

„Gerade das wollen wir vermitteln: dass

Wirtschaft intakte Ökosysteme braucht

und wie eng somit alles mit Biodiversität

zusammenhängt“, sagt Baumgärtner,

Ubi-Projektkoordinatorin. Und das

gilt auch für Branchen, in denen die Abhängigkeit

von natürlichen Ressourcen

nicht direkt ersichtlich ist, wie etwa die

Kfz-Industrie: „Für die Herstellung eines

Autos werden zahlreiche Rohstoffe

benötigt, wie Gummi für Reifen, Metalle

für die Karosserie und Wasser für Produktionsprozesse.

All diese Rohstoffe

liefert die Natur.“

„Wir sensibilisieren kleine und

mittlere Unternehmen für Risiken in

ihren Wertschöpfungsketten, denn

wenn Ökosysteme geschädigt werden,

fehlen uns nicht nur Pflanzen und Tiere,

sondern auch wichtige Rohstoffe für

Industrie, Medizin, Bau und Nahrung“,

ergänzt Projektkoordinator Franklyn.

Katalog an Maßnahmen

UBi richte sich an alle Branchen und biete

Unterstützung in Form von Biodiversitäts-Bündnissen,

die mit den regionalen

IHKs aufgebaut werden. „Der Fokus

liegt darauf, Unternehmen bei Biodiversitätsthemen

zu begleiten. Welche Maßnahmen

zum Schutz von Ökosystemen

beitragen, wie man sie umsetzt und wer

einem dabei helfen kann, erfahren Unternehmen

in unseren Bündnissen.”

Das UBi-Team setzt auf unterschiedliche

Formate. So tauschen sich Unternehmen

digital über ihre Erfahrung mit

der Nachhaltigkeitsberichterstattung

aus. Auch Coachings auf Betriebsgeländen

gehören dazu. Unternehmen erfahren

beispielsweise, wie sie ihre Flächen

so bepflanzen und gestalten, dass sie

Starkregen und Hitze besser standhalten

und gleichzeitig mehr Lebensraum

für Insekten und Kleintiere schaffen.

Das hilft auch im Wettbewerb um Fachkräfte.

„Begrünte Hauswände, Dächer

und blühende Außenanlagen verbessern

die Arbeitsatmosphäre und fördern

die Zufriedenheit”, so Baumgärtner.

Einfluss auf Kreditvergabe

Biodiversität spielt auch für den Finanzsektor

eine zentrale Rolle. Laut

24 oldenburgische wirtschaft 03 2026


einer Studie der Europäischen Zentralbank

hängen 75 Prozent der Unternehmenskredite

von Euro-Banken von

mindestens einer wichtigen Ökosystemdienstleistung

ab. Dies verdeutlicht,

wie stark die finanzielle Stabilität vieler

Unternehmen an die Gesundheit der

Ökosysteme gekoppelt ist. Der Verlust

von Biodiversität kann daher erhebliche

finanzielle Risiken mit sich bringen.

Berichte wie der Global Risk Report

2025 des Weltwirtschaftsforums

unterstreichen diese Bedeutung: Der

Verlust von Biodiversität liegt mittlerweile

auf Platz 2 der größten Risiken im

Zehn-Jahres-Ausblick.

Mehr Extremwetter

Zudem verstärkt der Verlust an Biodiversität

die Folgen extremer Wetterereignisse,

die ebenfalls zu den größten

Gefahren zählen. Umgekehrt können

– wie auf der Website des Bundesamtes

für Naturschutz nachzulesen ist –

intakte Ökosysteme die Auswirkungen

etwa von Starkregen abfedern. Wälder

oder Moore etwa wirken als Wasserspeicher

und mindern so Hochwasserereignisse,

die Unternehmen und Bevölkerung

teuer zu stehen kommen

können.

Der Schutz der Biodiversität ist

also nicht nur ökologisch, sondern

auch ökonomisch essenziell. Entsprechend

trägt die Integration von

Biodiversitätsmaßnahmen in Geschäftsstrategien

dazu bei, die Widerstandsfähigkeit

und Wettbewerbsfähigkeit

von Unternehmen langfristig

zu stärken.

Auftakt für regionales Bündnis

Die Oldenburgische IHK initiiert die

Gründung eines Bündnis Biodiversität

für unsere Region. Den Auftakt bildet

ein Werkstattgespräch am 21. April, das

den Startschuss für die gemeinsame

Ausgestaltung gibt: Ein fachlicher Impuls

ordnet das Thema ein, anschließend

erarbeiten die Teilnehmenden in

einem Workshop mögliche Ziele und

Schwerpunkte des Bündnisses. Ein

Praxisbeispiel aus einem Unternehmen

zeigt zudem konkret, wie Engagement

für Biodiversität umgesetzt werden

kann.

Interessierte Betriebe sind herzlich

eingeladen, sich frühzeitig einzubringen

und das Bündnis aktiv mitzugestalten.

Mehr Informationen finden sich

hier: ihk.de/oldenburg (Nr. 6966834)

oldenburgische wirtschaft 03 2026

25


Ihre IHK

Impulse vom Nordsee-Tourismustag

Branche im Umbruch

Wie können touristische Unternehmen ihre Geschäftsmodelle resilient und zukunftsfähig

ausrichten? Antworten lieferte jüngst der Nordsee-Tourismustag.

Foto: IHK/Böhme

entscheidend wie ein strategisch ausgerichtetes

Destinationsmanagement, das

Gäste- und Einwohnerinteressen gleichermaßen

berücksichtigt.

WWelche Strategien sind

nötig, damit sich die

Nordseeregion zwischen

steigenden Erwartungen

der Gäste,

technologischem Fortschritt und veränderten

politischen Rahmenbedingungen

entwickeln kann? Dieser Frage gingen

mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter

aus Wirtschaft, Politik und Tourismus

auf den Grund. Sie waren der Einladung

der Tourismus-Agentur Nordsee

GmbH (TANO) ins Sparkassen Forum in

Leer gefolgt.

Digitalisierung & KI

Ein Tenor der Tagung: Digitalisierung ist

eine strategische Grundvoraussetzung,

um Geschäftsmodelle zukunftsfähig auszurichten.

Insbesondere Anwendungen

der Künstlichen Intelligenz (KI) eröffnen

Potenziale in Prozessautomatisierung,

Kundenkommunikation, Datenanalyse

und Angebotssteuerung. Für Unternehmen

bedeutet dies: Effizienzgewinne entstehen

vor allem dort, wo interne Abläufe

systematisch überprüft, Schnittstellen

reduziert und digitale Kompetenzen auf-

gebaut werden. KI ist kein kurzfristiger

Trend, sondern entwickelt sich zur infrastrukturellen

Basis unternehmerischer

Wertschöpfung. Gleichzeitig bleibt das

Kernerlebnis – Servicequalität, Authentizität

und regionale Identität – ein menschlicher

Faktor.

Bürokratie abbauen

Die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek

(CDU) stellte die neue nationale

Tourismusstrategie des Bundes vor. Ziel

sei es, insbesondere kleine und mittlere

Betriebe zu stärken, bürokratische Hürden

zu reduzieren und Handlungsspielräume

zu erweitern.

Infrastruktur optimieren

Holger Heymann plädierte in seiner Doppelfunktion

als Landrat und TANO Aufsichtsratsvorsitzender

für ein erweitertes

Verständnis von Destinationsmanagement,

das sich nicht allein an Übernachtungszahlen

orientiert, sondern die

Lebensqualität der Einheimischen systematisch

einbezieht. Insgesamt wurde

deutlich: Nachhaltige Investitionen in

Infrastruktur und Mobilität sind ebenso

Alle Akteure mitnehmen

Auf der Agenda standen auch Praxisbeispiele

aus anderen Regionen. Carola

Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer

Tourismusverbandes, zeigte anhand der

Tourismusregion Harz, wie sich eine Destination

konsequent neu ausrichtet: weg

von einem überholten Image, hin zu zeitgemäßen

Erlebnisangeboten, gezielten

Infrastrukturinvestitionen und einer klar

positionierten Markenstrategie. Trotz tiefgreifender

Einschnitte wie Waldwandel,

Klimaanpassung und Arbeitskräftemangel

bleibt der Tourismus dort ein tragender

Wirtschaftsfaktor. Zentrale Erfolgsbedingung

sei eine institutionalisierte Kooperation

aller Akteure entlang der touristischen

Wertschöpfungskette.

Nachhaltiger Tourismus

International sorgte das Nachhaltigkeitsprojekt

„CopenPay“ der Wonderful

Copenhagen für Aufmerksamkeit: Wer

sich in Kopenhagen bewusst umweltfreundlich

verhält, etwa mit dem Fahrrad

anreist, öffentliche Verkehrsmittel

nutzt, an Hafenreinigungen teilnimmt

oder sich in städtischen Gartenprojekten

engagiert, erhält kostenlose oder vergünstigte

Angebote wie Führungen, Mittagessen,

Museumsbesuche, Yogastunden

oder Bootsfahrten. CopenPay zeigt, dass

nachhaltiger Tourismus auch attraktiv gestaltet

werden kann. Dorothee Schaeper

26 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Foto: IHK/Feenders

Daniel Šíp (li.) und Hien Tran (r.)

freuen sich über die Verstärkung

aus Vietnam.

Fachkräfte aus Vietnam

Neue Impulse im Gepäck

Das Oldenburger Restaurant Moto Kitchen hat Ende 2025 vier vietnamesische Fachkräfte

eingestellt. Und damit gute Erfahrungen gemacht.

FFachkräfte aus Drittstaaten

zu rekrutieren lohnt sich –

auch wenn es dabei schon im

Vorfeld einiges zu beachten

gilt. Das Welcome- & Business

Center der Oldenburgischen Industrie-

und Handelskammer steht den

Unternehmen dabei zur Seite. So wie

dem Oldenburger Restaurant Moto Kitchen,

das sein Team kürzlich um vier

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus

Vietnam verstärkt hat.

Zügiges Verfahren

Umgesetzt wurden die Einstellungen

im Rahmen des Projekts „Hand

in Hand for International Talents“ der

Deutschen Industrie- und Handelskammer

(DIHK). Die Idee: Fachkräfte

in ihrem Heimatland fit zu machen

für den Job in Deutschland. Sie haben

bereits die Anerkennung ihres Berufsabschlusses

durchlaufen und den

B1-Deutschkurs abgeschlossen. Und

können somit direkt nach einer Einstellungszusage

das Visum beantragen

und nach Erhalt im Unternehmen eine

Stelle antreten.

Recruiting Videos

Bei Moto Kitchen handelt es sich um

Fachkräfte Küche sowie Fachleute für

Restaurant und Gastronomie. Im Oktober

2025 kam Nguyễn Thị Đông Khang

nach Oldenburg, Nguyễn Thị Cẩm Tiên,

Nguyễn Thoại Bích und Trần Ngọc Quốc

An folgten im Dezember. Geschäftsführer

Hien Tran und Business Development

Manager Daniel Šíp arbeiteten

dafür seit 2024 mit dem Welcome- &

Business Center zusammen. „2024 sind

wir darauf aufmerksam geworden, dass

bereits relativ viel angeboten wird, um

Fachkräfte aus Vietnam nach Deutschland

zu holen. Dann haben wir gehört,

dass es von der IHK selbst auch so ein

Projekt gibt“, sagt Daniel Šíp. „Es ging

recht schnell mit Recruiting-Videos

und dem Kennenlernen los. Und 2025

hat es dann endlich geklappt und danach

ging es Schlag auf Schlag.“

Neuer Schwung fürs Team

Die Entscheidung, gezielt Fachkräfte

aus Vietnam zu rekrutieren, fiel auch,

um die authentische vietnamesische

Küche des Hauses weiter zu stärken.

Zudem hat Hien Tran selbst eine Einwanderungsgeschichte.

Küchensprache ist Deutsch, um das

Team als Einheit zusammen wachsen

zu lassen. Auch wenn drei der vier Neulinge

jetzt erst gezielte Berufssprachkurse

besuchen. „Am Anfang gab es ein

paar Probleme mit der Sprache. Aber

mittlerweile funktioniert es super und

sie können sich gut integrieren und

einwandfrei in der Küche mitarbeiten“,

sagt Hien Tran. Die Neuzugänge hätten

bereits einen „anderen Drive“ und

eine gute Struktur mitgebracht, freuen

sich die Geschäftsführer. Und viele Ideen

für die Speisekarte. Moto Kitchen hat

den Vier ebenfalls Wohnraum zur Verfügung

gestellt.

Noch Betriebe gesucht

Im Rahmen von Hand in Hand sind in

Vietnam derzeit noch über 30 Fachkräfte

in den Startlöchern. Es fehlen aber

auf deutscher Seite noch die passenden

Unternehmen aus Hotellerie und Gastronomie.

Interessierte Betriebe können

sich bei der IHK unter der E-Mail welcomecenter@oldenburg.ihk.de

melden.

oldenburgische wirtschaft 03 2026

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Ihre IHK

28 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Foto: © Marco2811_fotolia.com

Pro & Contra Teilzeit

Debatte um Arbeitszeitmodelle

Die einen schimpfen auf „Lifestyle Teilzeitler“, die anderen verweisen auf die Lebensumstände

und eine ausgeglichenere Work-Life-Balance.

U

Um die Teilzeitarbeit ist

eine hizige Debatte entbrannt,

die eine differenzierte

Betrachtung erfordert.

Die Teilzeitarbeit an

sich hat durchaus ihren Platz in der

heutigen Arbeitswelt. Gründe dafür

können beispielsweise die Pflege von

Kindern oder Angehörigen sowie ein

berufsbegleitendes Studium oder andere

Fortbildungen sein.

Vielschichtige Gründe

Mitunter kann die Teilzeitarbeit auch

im Interesse der Arbeitgeber liegen,

beispielsweise bei Reinigungskräften,

die in vielen Unternehmen nicht in Vollzeit

beschäftigt werden können, oder

zur Deckung des vorübergehend höheren

Personalbedarfs in Stoßzeiten.

Schließlich – und das ist der Kern der

aktuellen Debatte – entscheiden sich

aber heute viele Arbeitnehmer dazu,

ihre Stunden zu reduzieren, um ihre

Work-Life-Balance zu verbessern.

Verknappung von Arbeitskräften

Die Mehrzahl der Unternehmen benötigt

Vollzeitkräfte. „Die zunehmende

Tendenz zur Teilzeitarbeit in der heutigen

Zeit führt zweifellos zu einer weiteren

Verknappung von Arbeitskräften,

die insbesondere bei hochqualifizierten

Arbeitnehmern nicht zu unterschätzen

ist“, sagt Bernd Seifert, IHK-Geschäftsführer

für den Bereich Recht.

Mehrkosten durch Teilzeit

Zudem sind zwei Teilzeitkräfte insgesamt

grundsätzlich teurer als eine Vollzeitkraft.

Zwar verursachen beide dieselben

Lohn- und Lohnnebenkosten

(Sozialversicherungsbeiträge). Allerdings

muss der Arbeitgeber oftmals eine

doppelte Arbeits-Infrastruktur zur Verfügung

stellen, zum Beispiel Hard- und

Software, Arbeitskleidung und Büroräume.

Und sieht sich mit einer aufwendigeren

Personalbuchhaltung konfrontiert,

weil der administrative Aufwand

für Personalakten, Lohnbuchhaltung

und Meldungen an die Sozialversicherungen

sich erhöht.

Weniger Flexibiliät

Zudem müssen Kosten, die pro Kopf entstehen,

doppelt bezahlt werden. Etwa

die Kosten für betriebliche Schulungen

zur Arbeitssicherheit oder zum Datenschutz

oder – ganz trivial: die Kosten

für Betriebsausflüge und Weihnachtsfeiern.

„Beim Job-Sharing entsteht ein

zusätzlicher Zeitaufwand für Absprachen

und Übergaben, das heißt generell

für die Koordination der Beteiligten“,

erklärt Seifert. Aus Sicht der Führungskräfte

gibt es zudem immer wieder das

Problem, dass Teilzeitkräfte bei kurzfristig

entstehendem zusätzlichem Arbeitsaufwand

oftmals nicht zur Verfügung

stehen.

Höhere Produktivität

Inwieweit Teilzeitkräfte unter dem

Strich produktiver sind als Vollzeitkräfte,

ist nicht abschließend geklärt. Zwar

gibt es Studien, nach denen sich bei Unternehmen

mit einem hohen Teilzeitanteil

eine geringfügig höhere Produktivität

feststellen lässt. Wie groß diese

Steigerung allerdings noch ist, wenn

man die oben genannten Zusatzkosten

auf der Arbeitgeberseite berücksichtigt,

ist bislang nicht geklärt. „Wir gehen davon

aus, dass die Reibungsverluste in

Großunternehmen dabei geringer ausfallen

als in kleinen und mittelständischen

Betrieben“, sagt Seifert.

Kontakt:

Bernd Seifert

Tel.: 0441 2220-360

seifert@oldenburg.ihk.de

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oldenburgische wirtschaft 03 2026

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Ihre IHK

Impressum

Herausgeber: Oldenburgische Industrie- und

Handelskammer, Moslestraße 6,

26122 Oldenburg, Tel. 0441 2220-0,

info@oldenburg.ihk.de,

www.ihk.de/oldenburg

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt:

Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink

Redaktion: Berit Böhme, Tel. 0441 2220-211,

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Schriften: IBM Plex Sans / IBM Plex Serif

by Mike Abbink and Bold Monday

Abonnement-Service: 0511 8550-8822,

vertrieb@schluetersche.de

Erscheinungsweise: zehn Ausgaben im Jahr

Erscheinungstermin dieser Ausgabe:

10.3.2026

Bezugspreis: Die Zeitschrift ist das offizielle

Organ der Oldenburgischen Industrie- und

Handelskammer. Der Bezug ist für IHK-zugehörige

Unternehmen kostenlos. Für andere Bezieher

kostet das Jahresabonnement 20,- Euro

inkl. Versandkosten und MwSt. Mindestbezug

ein Jahr, danach gilt eine Kündigungsfrist von

zehn Wochen zum Halbjahresende. Einzelpreis

2,- Euro zzgl. Versandkosten.

Druck: Druckkontor Emden, Wolthuser Str. 1,

26725 Emden

Verbreitete Auflage:

20.708 Exemplare, 4. Quartal 2025

Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen

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30 oldenburgische wirtschaft 03 2026


Termine

Anmeldung und weitere

Veranstaltungen:

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Thema Datum Uhrzeit

Hey KI, wo finde ich den nächsten Blumenladen? – Mit SEO und GEO im Algorithmus sichtbar werden Di, 17. März 18 Uhr

Gesprächsrunde für Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe Mi, 18. März 9.30 Uhr

Gemeinsamer Finanzierungssprechtag mit Handwerkskammer und NBank Mi, 18. März ab 10 Uhr

EU-Verpackungsverordnung (PPWR) - Umsetzung aus Unternehmensperspektive Mi, 18. März 10 Uhr

30. Oldenburger Patent- und Markenforum (OPMF) Mi, 18. März 16 Uhr

IHK-Impulstag Transformation: Komplexität meistern - neue Wege für Unternehmen in unsicheren Zeiten Do, 19. März 9 Uhr

Hoher Krankenstand, hohe Kosten?! – Was Politik und Arbeitgeber tun können Do, 19. März 14 Uhr

Roundtable Alabama USA- Experience Hub Mo, 23. März 14 Uhr

Kartenzahlung im Wandel: Was Unternehmen jetzt wissen müssen Do, 26. März 9 Uhr

Webinar zur Steuerlichen Forschungszulage Do, 26. März 14 Uhr

Gemeinsamer Gründungssprechtag: WiFö Stadt Oldenburg, NBank und IHK * Mi, 1. April ab 10 Uhr

Innovations-Sprechtag (online): Fördermittel | Marktreife | Kooperationen * Mi, 8. April ab 9 Uhr

Webinar-Reihe .next innovation - Teil 4: EU-Fördermittel Mo, 13. April 13 Uhr

"Yes, you can!" - Import- und Exportberatung * Di, 14. April ab 9 Uhr

*45-minütige Einzeltermine zur individuellen Beratung

Unsere Veranstaltungen finden online oder in Präsenz statt.

18. März

Oldenburger

Patent- und

Markenforum

Gemeinsam mit der Handwerkskammer

Oldenburg (HWK) und den

Patentanwälten Jabbusch, Siekmann

& Wasiljeff, laden wir Sie

herzlich zu unserem 30. Oldenburger

Patent- und Markenforum

(OPMF) mit dem Thema Branding,

Corporate Identity und Markenschutz

ein.

ihk.de/oldenburg/termintipp1

26. März

Kartenzahlung

im Wandel

In diesem Webinar erfahren

Unternehmen,

welche Möglichkeiten

des Bezahlens neben

Bargeld bestehen,

wie sie von Kundinnen

und Kunden nachgefragt

werden, welche

Kosten entstehen

und wie sich die Verfahren reibungslos in die

eigenen Prozesse integrieren lassen – auch im

Multikanalumfeld. ihk.de/oldenburg/termintipp2

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oldenburgische wirtschaft 03 2026

31


Ihre IHK

Seminare und Lehrgänge

Weitere Angebote:

ihk.de/oldenburg/seminare

Unsere Seminare finden in Präsenz bzw. online statt.

Ausbilder und Trainer, Pädagogik

Vorbereitung auf die Ausbilder-

Eignungsprüfung

ihk-oldenburg.

de/LADA

Ausbildungsmarkt im Wandel – Generationen

verstehen und verbinden (Ausbilder-TrainingsCamp)

17. März

Für Auszubildende und Jungkaufleute

Zeitmanagement und Selbstorganisation

für Azubis und junge Kaufleute

17. März

Azubi-Business: Wirtschaft erleben, Entscheidungen

treffen (online)

19. März

Neues Format: IHK-Fachkraft

Mit „IHK-Fachkraft“ bieten wir Ihnen und Ihren Mitarbeitenden

den idealen Einstieg in neue Aufgabenbereiche

– kompakt, praxisnah und berufsbegleitend. Im

April beginnen die neuen Lehrgänge: IHK-Fachkraft Personalwesen

und IHK-Fachkraft Rechnungswesen.

Alle Module sind auch einzeln buchbar.

ab 8. April ihk.de/oldenburg/wbaktuell

Foto: © DayOfVictory_stock.adobe.com

Fit für die Abschlussprüfung (verschiede-

Digitale Kompetenzen

ne Berufe)

ab 23. März

KI-Manager/in (IHK) (online)

ab 18. März

Ferienakademie für Azubis: Rechnungswesen

ab 30. März

Cyber Security Advisor (IHK) (online)

ab 8. April

Personal

KI-Anwendungen erfolgreich im Unternehmen

einsetzen (online)

14. April

BEM Betriebliches Eingliederungsmanagement

– zielgerichtet und verantwortlich

16. März

Zoll und Internationales

IHK-Fachkraft Personalwesen (Zertifikatslehrgang)

ab 8. April

Export- und Zollabwicklung EU und Drittländer

(online)

18. März

Gepr. Personalfachkaufleute (IHK)

ab 10. April

Warenursprung und Präferenzen / Lieferantenerklärungen

2026 (online)

25. März

Kommunikation und Führung

Persönliche Arbeitstechniken – Baustein

Informationen,

Beratung, Anmeldung:

Sandra Baumann

Tel. 0441 2220-421

bildung@oldenburg.ihk.de

Das ausführliche Angebot

der IHK-Weiterbildung

(inkl. Online-Anmeldung):

ihk.de/oldenburg/seminare

Abonnieren Sie den IHK-

Newsletter mit Hinweisen

auf Seminare und Lehrgänge:

ihk.de/oldenburg/newsletter

3 des IHK-Führungstraining

Zeit- und Selbstmanagement optimieren

und professionalisieren

Alltagsdiskriminierung und -sexismus –

verstehen und sensibel reagieren

ab 20. März

13. April

15. April

32 oldenburgische wirtschaft 03 2026


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Umsatzsteuer und Zoll ab 2026 – zentrale Neuerungen im Überblick

Ab 2026 treten im Umsatzsteuer- und Zollrecht mehrere Änderungen

in Kraft, die insbesondere Gastronomie, Hotellerie, Handel,

internationale Lieferketten und gemeinnützige Organisationen betreffen.

Neben der dauerhaften Steuersatzsenkung für Gastronomieleistungen

sind vor allem die Aufhebung der Umsatzsteuerlagerregelung,

neue Vorgaben zur Vorsteueraufteilung, Anpassungen

für gemeinnützige Körperschaften sowie Änderungen bei Einfuhrumsatzsteuer

und Zoll praxisrelevant.

1. Dauerhafte Absenkung des Steuersatzes für Gastronomieleistungen

Ab 1.1.2026 gilt der ermäßigte Steuersatz für Restaurantund

Verpflegungsdienstleistungen ohne Getränke dauerhaft

(§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Für Leistungen in der Nacht vom

31.12.2025 auf den 1.1.2026 ist aus Vereinfachungsgründen

noch 19 % zulässig. Bei Kombiangeboten kann der Getränkeanteil

pauschal mit 30 % angesetzt werden; im Hotelgewerbe

können Extra-Leistungen (sog. Business-Package) pauschal

mit 15 % dem Regelsteuersatz zugeordnet werden, 85 %

entfallen auf die begünstigte Übernachtung und Verpflegung.

2. Aufhebung der Umsatzsteuerlagerregelung

Die Steuerbefreiung für Waren in Umsatzsteuerlagern

(§ 4 Nr. 4a UStG) entfällt zum 1.1.2026. Für am 31.12.2025

vorhandene Bestände gilt eine Übergangsregelung bis

30.12.2029. Unternehmen sollten die Auswirkungen

auf Liquidität und Finanzierung frühzeitig bewerten.

3. Vorsteueraufteilung bei gemischt genutzten Grundstücken

§ 15 Abs. 4 UStG stellt klar, dass bei gemischt genutzten

Grundstücken grundsätzlich nach dem Verhältnis

der Nutzflächen aufzuteilen ist, sofern keine präzisere

Methode zur Verfügung steht. Flächenaufstellungen und

Nutzungsdokumentationen werden damit zur zentralen

Grundlage einer revisionssicheren Vorsteueraufteilung.

4. Vorsteuerpauschale für gemeinnützige Organisationen

Die Umsatzgrenze für die Inanspruchnahme der Vorsteuerpauschale

nach § 23a UStG steigt ab 2026 von

Christian Loose

Rechtsanwalt, Steuerberater,

Fachberater für Internationales

Steuerrecht, Fachberater für Zölle

und Verbrauchsteuern

45.000 auf 50.000 Euro. Die Pauschalierung kann den

Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren, sollte aber

im Einzelfall wirtschaftlich verglichen werden.

5. Einfuhrumsatzsteuer bei zentraler Zollabwicklung

§ 21b UStG regelt ab 2026 die einfuhrumsatzsteuerlichen

Folgen der zentralen Zollabwicklung (Art. 179 UZK), insbesondere

Ort der Steuerentstehung, Zuständigkeiten

und die Anerkennung ausländischer Zollanmeldungen als

Steuererklärung. Für Unternehmen mit grenzüberschreitenden

Warenströmen kann die Beantragung einer zentralen

Zollabwicklung wirtschaftliche Vorteile bieten.

6. Pauschalzoll ab 1. Juli 2026

Für Warensendungen unter 150 Euro aus Drittländern an Verbraucherinnen

und Verbraucher in der EU wird ein Pauschalzoll

von 3 Euro pro Sendung eingeführt. Ziel ist ein fairerer Wettbewerb

im Online-Handel. Die Freigrenze von 22 Euro für die

Einfuhrumsatzsteuer ist bereits seit dem 1.7.2021 entfallen.

Unterstützung bei der Umsetzung in der Praxis

Die Neuerungen erfordern häufig Anpassungen in Preisgestaltung,

Verträgen, IT-Systemen, Zoll- und Logistikprozessen sowie im Rechnungswesen.

Wir analysieren die Auswirkungen auf Ihr Geschäftsmodell,

prüfen Verträge und Abrechnungsmodelle, optimieren Umsatzsteuer-

und Zollprozesse und bewerten Gestaltungsoptionen

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oldenburgische wirtschaft 03 2026 33


schlusspunkt

Foto:© VG Bild-Kunst/ Foto Sven Adelaide

Plakat-Kunst

Die Plakatsammlung des Landesmuseums Oldenburg

fristete lange ein Schattendasein. Dank eines

Forschungsprojekts wurde der gut 3000 Objekte umfassende

Schatz nun geborgen, inventarisiert und digitalisiert.

Von nahmhaften Künstlern stammende

Glanzstrücke sind bis zum 21. Juni im Schloss zu sehen.

Außerdem können Interessierte online im Plakatbestand

stöbern. landesmuseum-ol.de

In der nächsten Ausgabe

Aus- und Weiterbildung

Die duale Ausbildung ist ein wesentlicher Qualitäts-Baustein

für die Wirtschaft im Nordwesten. Wir

blicken auf gelungene Beispiele, Tools und die Chancen

durch Weiterbildung.

34 oldenburgische wirtschaft 03 2026


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