Lebe_174 Hochaufl
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LEBE
Ausgabe 174 – März 2026
In caso di mancato recapito si restituisca al mittente che si impegna a pagare la relativa tassa Poste Italiane S.p.A. - Spedizione in abbonamento postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n. 46) art. 1, comma 2 e 3 - DCB Bolzano
Tabuthema Abtreibung S.
6
Weil Schweigen
keine Option ist
Herausforderungen annehmen –
und am Leben wachsen
Advents-Outreach
(Mission) in Meran
Fertility Awareness: Warum
Wissen über Fruchtbarkeit zählt
S. 4
S. 10
S. 23
S. 30
Inhalt
3 Leitartikel
4 Weil Schweigen keine Option ist
6 Eine Abtreibung hinterlässt Spuren
9 Wie aus Leid eine Bewegung
wurde
10 Herausforderungen annehmen –
und am Leben wachsen
13 Veranstaltungskalender /
Buchempfehlung
14 „In te“ – Das emotionale
Ringen eines Vaters um
sein ungeborenes Kind
15 Vatertag
16 Aller guten Dinge sind drei
17 Dank für Spenden
19 „Seien Sie die Person, die eine
Frau mit der Hoffnung verbindet“
20 proFrau – Ein besonderes
Weihnachtsgeschenk
21 Abtreibungspille – zweite Chance
für Mutter und Kind
22 Begegnungen auf der Straße
23 Advents-Outreach (Mission)
in Meran
24 Chemische Abtreibung:
Schockierende Daten
26 Als Pro-Choicerin bejubelt,
als Pro-Liferin gehasst
28 Pressesplitter
30 Fertility Awareness: Warum
Wissen über Fruchtbarkeit zählt
5‰ 5‰ 5‰ 5‰ 5‰
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BEWEGUNG FÜ̈R DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Eintragung beim Landesgericht Bozen,
N. 25/92 R. ST. vom 9.9.92
Presserechtlich verantwortlich: Dr. Franz Pahl
Für den Inhalt verantwortlich: Hildegard Tscholl
Für die Redaktion verantw.: Martha Zöggeler
Redaktionsteam: Rosa Asam, Gustavo Brinholi,
Tobias Degasperi, Johanna Klotz,
Hildegard Tscholl, Martha Zöggeler
Layout: Christian Bremer, Martha Zöggeler
Korrektur: Johanna Klotz
Druck: Lanarepro GmbH
Auflage: 9.200 Stück
Für Textabdrucke bitten wir um Rücksprache
mit der Redaktion.
Foto Titelseite: Petra Plonner Privat®
Anschrift der Redaktion:
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Gampenstraße 49, I-39012 Meran
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IN DEN SOZIALEN MEDIEN
2
Liebe Freunde
für das Leben,
Tabus brechen – Motoren zur Veränderung werden
D
ie Hauptprotagonisten dieser Ausgabe stehen für all jene, die sich der großen Verantwortung stellen und
sich öffentlich oder im Stillen für das Leben einsetzen. Ein großes Lichtsignal sendet beispielsweise Petra
Plonner aus. Aus ihrer leidvollen Erfahrung heraus hat sie ein Lebenswerk geschaffen, das bis in die Politik
hineinwirkt. Sie hat die unsichtbaren, eisernen Ketten der Abtreibungsschuld mit Gottes Hilfe gesprengt und
ist in ihrem unermüdlichen Einsatz gegen das vielgepriesene, aber irreführende Selbstbestimmungsrecht der
Frau nicht mehr zu bremsen. Als mutige Kämpferin steht sie nun da und präsentiert eine freudestrahlende Frau,
die ihre elende Geschichte zum Motor zur Veränderung in der gesamten Lebensschutzdebatte werden lässt.
In einer Zeit, in der Euthanasie wie ein Zauberwort durch die Medien hallt und mit der, wie bei der Abtreibung,
per Gesetz scheinbar unüberwindbare Lebenssituationen schnell und schmerzlos beendet werden sollen, zeugt
Marianne Hengl durch ihren Weg in ihre große Lebensaufgabe in klarer und eindeutiger Sprache: Nicht der
Tod mindert das Leid, sondern der Mut und die Freude, mit der Hilfe Gottes und liebender Mitmenschen die
Herausforderung anzunehmen und daran zu wachsen. So kann Fruchtbringendes für die Welt entstehen.
Die jungen und nicht mehr ganz jungen Lebensschützer lassen sich vom imaginären Maulkorb, der einem
umgehängt wird, sobald man das Thema Abtreibung anschneidet, nicht einschüchtern. Sie wissen um die Macht
wahrer Worte, die sie in Liebe in die Herzen der Menschen säen und die zur rechten Zeit Frucht bringen:
dreißigfach, achtzigfach, hundertfach.
Die humorvolle Pointierung der Familienmutter als genetisch mutierter Dschingis Khan vom Hochrhein entlockt
mir ein herzhaftes Lachen. Elisabeth Dampier redet die täglichen und nächtlichen Herausforderungen des
Familienlebens mit Kindern nicht klein, sondern hebt sie mit humorvoller Sprache auf eine Ebene, die zu
erklimmen sich lohnt.
Das EU-Parlament hat am 12. Februar in einer Resolution mit überwältigender Mehrheit den Zugang zu legalen
Abtreibungen als Menschenrecht bezeichnet. Der Beschluss richtet sich an den Europäischen Rat und soll diesen
bei der jährlichen Tagung der Kommission der Vereinten Nationen für die Rechtsstellung der Frau vertreten.
Also auf in den Kampf David gegen Goliath! Tabus lähmen uns nicht, sondern spornen uns vielmehr an, frohgemut
weiterzugehen.
Es grüßt Sie herzlich
Hildegard Tscholl, Vorsitzende der Bewegung für das Leben Südtirol
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LEBE 173/2025 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 3
TITELTHEMA
Weil Schweigen keine Option ist
Warum wir Abtreibung nicht als „Tabuthema“ stehen lassen dürfen
Von Manuela Steiner
D
arf man noch öffentlich gegen Abtreibung sein? du kannst abtreiben! Vor 100 Jahren war das noch
„Beim Thema Abtreibung haben wir Männer mal anders.“ Niemand gibt diesen Frauen die Option, sich
die Klappe zu halten und nicht mitzureden. Es Hilfe zu holen. Sie sollen froh darüber sein, dass sie
geht uns schlichtweg nichts an, was eine Frau mit ihrem
Körper macht. Das sollte man im 21. Jahrhundert mittlerweile
begriffen haben.“ So lautete ein Kommentar
auf der Instagram-Seite der österreichischen „Zeit im
Bild“, als diese über Papst Leos neueste klare Aussage
gegen Abtreibung berichtete.
Abtreibung sei der „größte Zerstörer des Friedens“, so
der Pontifex. Und dann wird ihm im Internet sofort das
abtreiben dürfen. Und die allgemeine Gesellschaft
würde vergessen, dass Abtreibung einmal bekämpft
wurde – weil sie ein schreckliches Unrecht ist – und sie
als moralisch neutral oder sogar gut annehmen, denn
sie wird ja nicht öffentlich kritisiert. Betroffene Männer
und Frauen hätten gar keine Anlaufstellen mehr für
Heilung nach einer Abtreibung, denn warum sollte so
etwas erlaubt sein? Abtreibung ist doch eine großartige
Wort entzogen. Männer
Errungen-
dürfen sich nicht
zu Abtreibung äußern.
Noch dazu
lebt er zölibatär -
wenn er wenigstens
schaft, die kein Leid
verursacht.
Und so würde unsere
Gesellschaft, die
jetzt schon sehr viel
selbst Kinder hätte,
wäre der Spielraum
mehr
lichkeit
Mitmensch-
benötigt,
für ihn vielleicht
noch kälter und härter
noch größer. Aber
gegenüber un-
am Ende ist Abtreibung
seren Nächsten.
reine Privatseren
sache der betroffenen
Aber jeder von uns
hat es in der Hand,
Frau. So
diese Entwicklung
zumindest das öffentliche
aufzuhalten.
Narrativ.
Wenn ich solche
Grenzenlose
Kommentare lese,
Freiheit?
kann ich nur den
Kopf schütteln.
Denn nein, niemand
kann uns das Recht
nehmen, gegen Abtreibung
aufzuste-
Manuela Steiner, Mitbegründerin und langjährige Vorsitzende
von ProLife Europe
hen. Der Papst hat
recht! Abtreibung
ist der „größte Zerstörer des Friedens“, sie ist das größte
Unrecht, das jemals gegen Menschen begangen
worden ist. Und das müssen wir laut aussprechen!
Was geschieht, wenn wir schweigen?
„Damit das Böse triumphiert, genügt es, wenn gute
Menschen nichts tun.“, so der Philosoph Edmund Burke.
Was geschieht, wenn wir aufhören, uns gegen Abtreibung
einzusetzen? Stellen wir es uns kurz vor: Es gibt
keine Gebetsvigilien mehr, keine Märsche für das Leben,
nicht einmal Internetseiten und Social-Media–
Posts, die die Würde der Ungeborenen verteidigen.
Alles, was es gibt, sind Abtreibungskliniken. Frauen,
die ungeplant und ungewollt schwanger werden, vergessen,
dass es eine andere Möglichkeit als Abtreibung
gäbe – niemand spricht darüber. „Sei doch froh,
Immer wieder bin
ich mit Menschen
über das Thema Abtreibung
im Gespräch.
Und dabei
fällt mir vor allem
ein Trend sehr stark
auf: dass genau diese
Mitmenschlichkeit, die Sorge um andere, vergessen
oder verdrängt wird. Das zeigt sich in Aussagen wie
„Jeder soll selbst entscheiden“, oder auch in dem
oben zitierten Kommentar eines Instagram-Nutzers:
„Es geht uns schlichtweg nichts an, was eine Frau mit
ihrem Körper macht.“ Aber stimmt das wirklich? Nehmen
wir an, mein Nachbar verletzt sich am Finger und
will sich, vermeintlich um den Schmerz zu lindern, den
Finger abschneiden. Darf ich danebenstehen und ihn
gewähren lassen? Naja – jeder soll selbst entscheiden,
oder? Eben nicht!
Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass mittlerweile
ein guter Teil der Gesellschaft sogar zusehen würde –
aber dann will ich mit geschwellter Brust die eine
Person sein, die meinen Nachbarn davor bewahrt, sich
selbst zu verstümmeln. Und je größer die Anzahl der
4
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
nur zusehenden Personen wird, umso lauter und klarer
müssen wir uns äußern.
Gesprächsbereitschaft wird belohnt
Haben Sie schon einmal mit einem Bekannten oder
vielleicht sogar mit einer fremden Person über Abtreibung
gesprochen? Glauben Sie mir, es lohnt sich! Wir
haben die einmalige Möglichkeit, wirklich den Horizont
zu erweitern, einen ganz neuen Blick auf den Wert
und die Würde jedes Menschenlebens zu ermöglichen
und vielleicht sogar das Leben eines Kindes zu retten.
Ich weiß nicht, ob die junge Frau, die ich heute auf der
Straße anspreche, in sechs Monaten ungeplant
schwanger sein wird und sich an mich und unser Gespräch
erinnert und deshalb nicht zu einem Abtreibungsarzt
geht. Ich weiß auch nicht, ob ich durch mein
Gespräch mit meinem Arbeitskollegen beim Kaffee
sein Herz geöffnet
habe und
er dadurch beginnt,
die Abtreibung
seiner
beiden Kinder
aufzuarbeiten.
Ich weiß nur,
dass diese Beispiele
nur Realität
werden können,
wenn ich
mich ins Gespräch
traue.
In so einem Gespräch
wird man
oft auch mit sehr
traurigen Meinungen
und Erfahrungen
konfrontiert.
Das
Spektrum reicht
von denjenigen,
die im eigenen
Leben keinen Wert mehr sehen – und meistens leidenschaftliche
Verfechter der Euthanasie sind – über junge
Mädchen, die felsenfest behaupten, dass sie jetzt sofort
abtreiben würden, ohne mit der Wimper zu zucken,
bis hin zu den Männern und Frauen, die ihre Abtreibungserfahrungen
mit mir teilen.
Was sagen uns diese Situationen und Meinungen über
unsere Mitmenschen? Der erste Impuls geht wohl
dahin, sich zu ärgern, zu urteilen oder die Person mit
so einer Meinung „abzuschreiben“. Aber wissen Sie,
was ich mittlerweile sehe? Verletzungen. Enttäuschungen.
Ängste. Menschen, die keinen wirklichen Halt
haben und sich an die Berechenbarkeit des eigenen
Lebens klammern. Die Angst davor haben, die Kontrolle
zu verlieren und auf die Hilfe anderer angewiesen
zu sein. Menschen, die in Extremsituationen alleingelassen
oder schlecht beraten wurden und nun mit
den Folgen überfordert sind und keinen Ausweg
kennen. Schauen Sie hinter die Fassade Ihrer Mitmenschen.
Es ist nie alles Gold, was glänzt. Meistens
soll die Fassade einer selbstbewussten, starken Frau,
die für ihr Recht auf Abtreibung kämpft, schreckliche
Verletzungen verdecken.
Unangenehm, aber befreiend
Online-Schulung
Wenn wir nun mit so einer Meinung konfrontiert sind,
wird unser klares Bekenntnis für das Leben viele verärgern.
Aber das ist gut! Und notwendig! Die Wahrheit
ist oft unangenehm und kann weh tun, wenn man sie
hört. Aber sie bleibt trotzdem die Wahrheit. Und die
Wahrheit, aus Liebe zum Nächsten ausgesprochen,
kann Berge versetzen. In einer Gesellschaft, die nicht
mehr auf der großen Bühne für die unantastbare Würde
jedes Menschen eintritt, ist es an uns, dass diese Wahrheit
nicht verschwiegen wird! Egal, ob Ihr Umfeld Sie
als den verschrobenen
„Lebensschützer“
abschreibt,
als
ewig Gestrigen
oder als extrem,
weil Sie immer
nur von diesem
Thema sprechen.
Hören wir
nicht auf, über
die Schönheit,
die Würde und
den Wert jedes
Lebens zu sprechen.
Gerne trage
ich das Image
eines extremen
A b t re i b u n g s -
gegners, wenn
ich am Ende
meines Lebens
auch nur einen
anderen Menschen
berührt habe. Seien wir pro-life mit unserem
ganzen Sein und erheben wir unsere Stimme, wann
Manuela Steiner (vorne rechts) mit ihren Mitstreitern von ProLife Europe
immer es geht – denn Schweigen kann für uns keine
Option sein!
◻
Falls Sie sich unsicher fühlen und nicht wissen,
wie Sie in ruhiger und einfühlsamer Art über Abtreibung
reden können, sind Sie bei ProLife Europe
genau richtig. Wir bieten eine vierteilige Online-Schulung
an, in der Sie genau das lernen.
Infos zum nächsten Termin und zur Anmeldung
finden Sie hier: https://docs.google.com/forms/
d/e/
1FAIpQLSecwQqZ3Rlh3RAnfG6jTmYAjY5QoOp
DVuUeHxJT9mD-yf1oAA/viewform
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 5
TITELTHEMA
Eine Abtreibung hinterlässt Spuren
„Notsituationen gibt es viele im Leben. Doch jedes Kind nur einmal.“
Als Teenager hatte ich eine Abtreibung. Doch niemand hatte mich gewarnt,
wie viel Schmerz und Einsamkeit danach auf mich warten würden.
Trotzdem gab es jemanden, der mich sah. Und mich nicht aufgab…
D
ie Facharztassistentin blickte von ihrem Pult auf
und sah mir in die Augen. „Positiv.“ Ich hörte
dieses Wort und nahm es doch nicht wirklich
wahr. „Positiv“, dröhnte es in meinem Kopf: das bedeutete
„schwanger“ – und daran konnte ich nichts „Positives“
sehen! Als mich mein Gynäkologe in seine Ordination
holte, brach ich in Tränen aus.
Ich stand kurz vor meiner Reifeprüfung und hatte – wie
die meisten jungen Mädchen – große Pläne für meine
Zukunft. Zunächst einmal wollte ich für ein Jahr ins
Petra Plonner
Ausland gehen, nach Italien, und dann meine Kenntnisse
durch ein Sprachstudium vertiefen. Ich wollte
erfolgreich sein und mich selbst verwirklichen. Und
nun war ich hier, in dieser Ordination, und erwartete
ein Kind. Es passte überhaupt nicht in meine Lebenssituation.
Im Gegenteil: Es bedrohte alle meine wohl
durchdachten Pläne.
Ein Kind passte überhaupt nicht
in meine Lebenssituation!
Der Gynäkologe war an jenem Tag vermutlich gestresst
und müde. Jedenfalls hatte er wohl weder Zeit noch
Lust, sich länger mit einem hysterisch weinenden Teenager
auseinanderzusetzen. „Jetzt führ dich mal nicht
so auf“, sagte er schroff, „offensichtlich willst du das
alles nicht. Also geh zu meinem Kollegen in den achten
Von Petra Plonner
Foto: Privat ©
Stock, er wird das Problem für dich lösen.“ Mit diesen
Worten hielt er mir die Tür auf. Ich ging – ohne zu wissen
wohin. Ich hatte nur das dringende Bedürfnis, mit
jemandem zu reden.
Einem ersten Impuls folgend schlug ich die Richtung
zur Arbeitsstelle meiner Schwester ein, die gerade
über die Straße lag. Doch vor der Tür machte ich Halt.
Was, wenn sie mit meinen Eltern darüber reden würde?
Als das jüngste von sechs Kindern war ich in einem
wohlbehüteten, gesunden Elternhaus aufgewachsen.
Nie hatte ich meine Mutter darüber klagen hören, dass
sie „nur“ zu Hause war, sie schien mit Leib und Seele
Mutter zu sein. Sogar mich, als sechstes, bezeichnete
sie als Wunschkind. Trotzdem wollte ich nie so leben
wie sie. Ich dachte, ein Mädchen müsse die große Welt
sehen, dürfe sich von niemandem abhängig machen,
müsse gebildet sein und viel Geld verdienen – dann
wäre es glücklich. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätten
meinen Eltern Ja zu dem Kind gesagt, selbst dann,
wenn sie es hätten großziehen müssen.
Doch das wollte ich nicht. Ich wollte nicht versagen.
Ich war stark. Ich würde die Dinge selbst in die Hand
nehmen. Also sprach ich mit niemandem darüber,
außer mit dem Vater des Kindes. Er meinte es gut mit
mir und sagte nur: „Das ist DEIN Leben. Das musst du
schon selbst entscheiden. Ich möchte dich nicht beeinflussen.“
Die darauffolgenden Tage erlebte ich wie
in einer Trance. Manchmal dachte ich, ich würde es
auch mit dem Kind schaffen. Aber meistens weinte ich
nur und sah keinen Ausweg – außer einem: Einfach
nur weg damit, wieder „unschwanger“ sein, so tun, als
wäre nie etwas gewesen.
Ich erinnere mich genau an den Tag, als ich morgens
mein Elternhaus verließ, als ginge ich zur Schule. Doch
ich war auf dem Weg in den „achten Stock“. Dann ging
alles sehr schnell. Und dennoch: Als ich an jenem
Nachmittag nach Hause kam, war ich nicht mehr dieselbe.
Ich konnte gar nicht glauben, dass ICH es getan
hatte. Ich war grundsätzlich immer gegen Abtreibung
gewesen. Und ich hatte Kinder immer gemocht. Doch
mit diesem Kind war es anders. Es hatte mich bedroht
– meine Pläne, meine Zukunft, mein Leben.
Als ich an jenem Nachmittag nach Hause kam,
war ich nicht mehr dieselbe.
Die körperlichen Folgen waren nicht der Rede wert
und bald überstanden. Aber in meiner Seele blieb
diese tiefe Leere, die ich auch als inneren Tod beschreiben
möchte. Tod deshalb, weil es keine wahre Freude
6
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Foto: Privat ©
mehr für mich zu geben schien. Ich vergrub mich in
meine Schularbeiten; das Lernen half mir, nicht über
die vergangenen Ereignisse nachdenken zu müssen.
Doch die Nächte waren oft lang und schlaflos. Es
gelang mir nicht, mit dem Thema abzuschließen. In
meinen unruhigen Gedanken lebte mein Kind weiter.
Ich stellte mir vor, wie es wohl aussehen
würde, wie es lachen, weinen,
sprechen würde. Es wuchs
neben mir auf, obwohl es gar nicht
da war.
In meiner Seele blieb
diese tiefe Leere, die ich
auch als inneren Tod
beschreiben möchte.
Meine Schwester wurde kurze Zeit
später schwanger – und es war
schrecklich für mich, ihre Vorfreude
auf dieses Kind miterleben zu
müssen! Zu sehen, wie sie ein Gitterbettchen
anschaffte und dieses
kleine Pünktchen von Anfang an als ihr Kind betrachtete.
Nicht als etwas Verschwommenes, nicht als Zellhaufen,
nicht als Schwangerschaftspotential – sondern
als Menschenkind: einzigartig, wertvoll. Und obwohl
ich damals noch keine Ahnung von der Entwicklung
des Kindes im Mutterleib hatte, war mir eins sofort
nach der Abtreibung bewusst gewesen: Das war mein
Kind und ich hatte es getötet. Diese Schuld lastete auf
mir wie ein schwerer Stein. Und ich wusste auch, dass
kein Mensch mich davon befreien konnte.
Als mein Neffe geboren wurde, war ich bereits eine
junge Studentin und verfolgte meine Pläne mit Zielstrebigkeit.
Aber ich spürte, wie mein ganzes Herz an
diesem Kind hing. Später entdeckte ich, dass er wohl
Petra Plonner mit ihrem Mann Helge und ihren drei Kindern
Bevor wir die Straße
zur Abtreibung zu
einer vierspurigen
Autobahn ausbauen,
sollten wir den Weg
für Frauen ebnen, es
mit Kind schaffen zu
können.“
so etwas wie ein „Ersatz“ für mein eigenes, verlorenes
Kind gewesen sein muss. Heute finde ich es erschreckend,
dass niemand bemerkt hatte, wie es mir in
meinem Innersten ging, weder meine engsten Freunde
noch meine Familie. Wie gut sind wir doch im Maskentragen!
Ich dachte, ich müsste immer die Starke spielen,
dürfe mir nur keine Blöße geben.
Aber innerlich war ich
furchtbar einsam.
So sehr ich mich auch bemühte,
ich konnte mich emotional nicht
wieder in den Griff bekommen.
Der Anblick eines Plakates, auf
dem ein neugeborenes Baby abgebildet
war, ließ mich auf der
Straße in Tränen ausbrechen. Die
Erinnerungen an die Abtreibung
brachten mich zum Zittern. Und
die Schuld lastete so schwer auf
mir, dass ich mir selbst verbot,
jemals in meinem Leben Kinder
zu haben. Trotz meiner Jugend
war das eine sehr schwere, selbst auferlegte Strafe,
aber ich war mir sicher, dass ich es nicht ertragen
könnte, wieder schwanger zu werden. Und sollte es
doch passieren, würde ich mich umbringen.
Sollte ich jemals wieder schwanger werden,
würde ich mich umbringen.
Ich fühlte mich betrogen. Warum hatte mir niemand
Bescheid gesagt? Warum taten alle so, als wäre es ein
hart erkämpftes Recht der Frau, abzutreiben? Warum
hatte mich niemand darüber informiert, was das in uns
Frauen auslösen kann? Wer hat uns so blind gemacht,
dass wir unseren Nachwuchs nicht schützen und verteidigen,
sondern preisgeben? Und nein: Ein Kind
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 7
Foto: Privat ©
TITELTHEMA
Petra Plonner (rechts) mit Mitstreitern bei einem Flashmob vor dem österreichischen Parlament in Wien
lässt sich nicht einfach „wegmachen“, als wäre es nie
dagewesen. Es war da. Ich denke, jede Frau weiß das.
Ich war nicht besonders religiös erzogen worden und
konnte mit der Kirche wenig anfangen. Meine Freundin
war hingegen sehr gläubig und erzählte mir immer
wieder von Jesus und davon, dass er am Kreuz für
unsere Schuld gestorben ist. Natürlich kannte sie meine
Geschichte nicht – niemand kannte sie –, und doch
sprach sie in mein Herz. Der Gedanke, dass es einen
Gott geben könnte, der von außen auf unseren Wahnsinn
blickt und mit starker, helfender Hand eingreifen
könnte, faszinierte mich – auch wenn ich nicht daran
glauben konnte. Diese Gespräche mussten allerdings
einen Hoffnungsfunken in mir entzündet haben, denn
ich weiß noch, dass ich in einer dieser schlaflosen
Nächte ein unkonventionelles Gebet gesprochen
habe: „Gott, wenn es Dich wirklich gibt, dann vergib
mir bitte.“
Einer hat mich gesehen
Was bald darauf geschah, lässt sich schwer in Worte
kleiden. Ich würde es als wirkliches Wunder bezeichnen.
In einem freikirchlichen Gottesdienst, den ich mit
meiner Freundin besuchte, sprach Gott durch einen
Pastor mitten in meine Lebenssituation und ich wusste:
Mir ist vergeben. Ich brach in Tränen aus und weinte
an der Schulter meiner sprachlosen Freundin den
Schmerz der letzten Jahre aus mir heraus.
Dieser Stein der Schuld, der so lange auf mir gelastet
hatte, war weg! Mir war vergeben! Gott hatte mich und
meine Not gesehen und mir einen Neuanfang
geschenkt. Darüber konnte und wollte ich nicht schweigen.
Heute bin ich verheiratet und Mutter von drei
erwachsenen Kindern und möchte „mit meiner Geschichte“
eine hoffnungsvolle Botschaft verbreiten:
Es gibt Vergebung, es gibt Heilung, es gibt Hilfe! Ich
hoffe, diese Botschaft erreicht auch Sie, liebe Leserin,
lieber Leser.
◻
ZUR PERSON:
Mag. Petra Plonner ist Gründerin des Netzwerks
christlicher Bildungseinrichtungen www.trinity.
co.at und Pastorin in der LIFE Church, einer
Pfingstgemeinde in Leoben/Steiermark. Sie ist
stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen
Lebensbewegung www.lebensbewegung.
at , einer Beratungsinstitution für Frauen in und
nach Schwangerschaftskonflikten. Petra ist in verschiedenen
gesellschaftspolitischen Bereichen
aktiv, zuletzt sehr erfolgreich mit der Bürgerbewegung
#fairändern www.fairaendern.at und
der Plattform www.keineinzelfall.at . Denen eine
Stimme zu geben, die keine haben oder sich in
Notsituationen befinden, sieht sie als ihre Aufgabe.
Petra ist verheiratet mit Helge, einem Theologen,
Musiker und Unternehmer. Sie haben drei
erwachsene Kinder.
8
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
WIE AUS LEID EINE BEWEGUNG WURDE
#fairändern – von einer Bürgerinitiative
zur Bewegung
Kein Einzelfall – Du bist kein Einzelfall.
Du bist nicht allein. Es gibt Hoffnung.
Petra Plonner: Als ich im Jahr 1998 zum ersten Mal
öffentlich in einer Fernsehsendung über mein Leiden
nach meiner Abtreibung sprach, hat mich die Reaktion
überwältigt. Unzählige Frauen schrieben mir, riefen
mich an – größtenteils anonym. Sie fühlten sich verstanden,
getröstet, erleichtert, dass jemand über das
sprach, was sie alle fühlten: Schmerz.
Ich machte eine Ausbildung zur Beraterin und hörte
mir ihre Geschichten an – bis ich nicht mehr konnte.
Zu groß war das Leid. Man musste doch irgendetwas
tun! Daraus ist im Jahr 2018 #fairändern entstanden.
Eine politische Initiative, getragen von Frauen, die
großes Verständnis für die Notsituation einer ungeplanten
Schwangerschaft haben, aber wissen, dass
eine Abtreibung keine Probleme löst. Wir starteten
eine parlamentarische Bürgerinitiative, um die politischen
Verantwortungsträger dazu zu bringen, umzudenken
und zu handeln. Sie beinhaltet sechs Anliegen,
die auf die österreichische Situation zugeschnitten und
umsetzbar sind: Wir forderten endlich eine offizielle
Statistik und anonyme Motivforschung zu Schwangerschaftsabbrüchen,
um gezielt helfen zu können; eine
Bedenkzeit von mindestens drei Tagen; wir forderten
das Recht der Frau auf umfassende Information, Beratung
und Unterstützung (auch psychosozial); eine Informationskampagne
über Adoption/Pflege als Alternative
zum Schwangerschaftsabbruch, denn kein Kind
ist ungewollt! Wir forderten ein Ende der Diskriminierung
von behinderten Kindern vor der Geburt und ein
breitgefächertes Beratungs- und Unterstützungsangebot
für Eltern, die ein Kind mit Behinderung erwarten.
Innerhalb eines knappen Jahres konnten wir dafür
61.000 Unterschriften sammeln – ein deutlicher Beweis
für die breite Zustimmung in der Bevölkerung; dass
es weit besser ist, ein Ja zum Kind zu ermöglichen, als
eine vermeintlich selbstbestimmte Abtreibung. Denn
eine Entscheidung kann nicht als frei und selbstbestimmt
gelten, wenn reale Alternativen fehlen.
Seitdem sprechen wir in Radio und Fernsehen, Podcasts
und YouTube-Clips, schreiben Artikel und führen
politische Gespräche, veranlassen Umfragen und Studien
und führen das Thema mit einem großen Rückenwind
der Bevölkerung weiter.
Wenn wir von einer idealen Gesellschaft sprechen,
dann ist das eine Gesellschaft ohne Abtreibung. Auch
wenn wir es nie erreichen, weil viele sagen „Abtreibungen
wird es immer geben“, so ist dieses Ideal doch
unser Stern am Horizont. Für die Frauen. Die Familien.
Die Kinder. Unsere Zukunft.
Petra Plonner: „Sie sind ja ein Einzelfall. Bringen
Sie mir doch all die Frauen, die unter einer Abtreibung
leiden.“
Diesen Satz musste ich in meinen Gesprächen mit
Politikern immer wieder hören, wenn ich ihnen
meine schmerzhafte Abtreibungsgeschichte erzählt
und Veränderungen eingefordert habe.
Wahrscheinlich kannten sie keine andere Betroffene.
Sie kannten den Druck nicht, unter dem eine Frau
steht, die keinen anderen Weg sieht als eine Abtreibung.
Keine Zeit, kein Raum, keine gedanklichen
Wege für ein Leben mit Kind. Der Druck
kommt von innen, aber leider auch häufig von außen,
etwa durch Familie oder Partner. Diese Erfahrung
in ihrer ganzen Tragweite geht nicht spurlos
an uns vorüber. Weder an der betroffenen Frau
noch an den Männern, noch an einer ganzen Gesellschaft.
Eine Abtreibung ist kein Eingriff wie jeder
andere. Sie geht tief. Sie brennt sich ein.
Es gibt vieles, das uns daran hindert, darüber zu
reden. Oft fühlen wir uns wie ein Einzelfall: allein,
nicht ernst genommen in unserem Leid. Und damit
schwingen Schuld und Scham mit: „Mit dir stimmt
etwas nicht. Andere kommen klar, nur du nicht.“
Außerdem war es doch so, dass wir uns selbst dafür
entschieden haben. Niemand hat uns auf den gynäkologischen
Stuhl gezerrt. Aber kann eine Entscheidung
als selbstbestimmt gelten, wenn reale
Alternativen fehlen? Wir treiben nicht aus Überzeugung
ab, sondern aus Verzweiflung!
Manchmal ist der Schmerz zu schwer, um ihn überhaupt
in Wort fassen zu können. Aber wir müssen
reden. Wir müssen reden, um unsere Seelen zu
erleichtern. Wir müssen reden, damit andere Trost
und Hoffnung erfahren. Wir müssen reden, um
verstanden zu werden. Wir müssen reden, um Veränderung
anzustoßen.
www.keineinzelfall.at versteht sich als Anlaufstelle
für Frauen, die unter einem Abtreibungstrauma
leiden. Sie erzählen ihre Geschichten des Leidens
und der Hoffnung. Es sind Frauen aus der Nachbarschaft.
Frauen, die täglich an uns vorbeigehen. Es
sind wahre Geschichten. Wir erzählen sie, damit
endlich gehandelt wird. Damit unser Leid nicht
umsonst war.
Haben auch Sie eine Geschichte zu erzählen?
Schreiben Sie uns (auch anonym) an: post@keineinzelfall.at
◻
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 9
LEBEN MIT HERAUSFORDERUNGEN
Herausforderungen annehmen –
und am Leben wachsen
Warum mein Leben ein Geschenk ist
Ein Kind mit einer schweren körperlichen Behinderung zur Welt zu bringen,
bedeutete für meine Eltern, schon von Anfang an mit Worten konfrontiert zu werden,
die verletzen. Noch bevor mein Leben wirklich beginnen durfte, wurden Urteile gefällt,
die sich tief einprägten und lange nachwirkten. „So ein armes Hascherl.“
„Wäre sie doch besser gestorben.“ „Sie wird immer Hilfe brauchen.“ „Wie schaut
denn die aus?“ „Die wird nie einen Mann bekommen.“
Von Marianne Hengl
D
iese Worte trafen meine Eltern in einer Zeit, in der Als ich nach Hause zurückkam, war mein Herz voller
sie ohnehin voller Sorge, Angst und Verzweiflung Freude. Ich jauchzte, als ich Mama und Papa, meine
waren. Worte, die nicht aus Wissen ausgesprochen
Geschwister, die Tiere am Hof, meine Großeltern,
wurden, sondern aus Unwissenheit, Überforde-
rung und mangelnder Menschlichkeit.
Was jedoch niemand voraussehen konnte, war die
Kraft, die aus Liebe, Vertrauen und Beharrlichkeit wachsen
würde. Eine Kraft, die stärker ist als jede Prognose.
Eine Kraft, die getragen wurde von Familie, dem Glauben
an Gott und der tiefen Entscheidung, dieses Leben
meinen Onkel und meine Tante wieder sah. Und doch
stand da plötzlich ein Rollstuhl. Immer wieder ließ ich
ihn stehen und rutschte auf den Boden – nicht aus
Trotz, sondern weil ich mich mit diesem „Gefährt“ noch
nicht identifizieren konnte.
Meine Eltern erklärten mir mit unendlicher Liebe eine
neue Sichtweise: Der Rollstuhl sollte mir nicht die
anzunehmen und
Freiheit nehmen,
ihm Raum zu
sondern mir Wege
geben.
schenken. Wege,
1964 in Saalfelden
geboren, wuchs ich
auf unserem Bauernhof
in Weißbach
bei Lofer auf – zwischen
Kühen, Schafen,
Wiesen und
Bergen. Dort war
die mich tragen
würden. Aus ihrem
Vertrauen wuchs in
mir eine stille Gewissheit:
Wenn mir
dieses Leben so gegeben
ist, dann will
ich nicht immer hadern,
meine Behinderung
sondern ver-
nie ein Stigma,
sondern einfach
ein Teil von
mir. Auch mein Urgroßvater
schenkte
mir seine bedingungslose
suchen es anzunehmen.
Ich will es
leben – ganz. Und
ich will versuchen
es zu lieben. Nicht
trotz der Behinde-
Liebe
rung, sondern mit
und den tiefen
ihr.
Glauben: In diesem
Kind steckt so viel
Marianne Hengl (links) mit ihren Eltern und Geschwistern
Das Wichtigste war
für mich immer:
mehr, als man sieht. Dieser Glaube hat mich wohl
getragen – bis heute.
Mit fünf Jahren wurde ich aus dieser Geborgenheit
grausam herausgerissen. Aus dem Pinzgau führte mich
der Weg nach Hermagor – vier Stunden weg von allem
Vertrauten. Sieben Monate Krankenhaus: Heimweh,
Schmerzen, kindliche Angst. Zwei Operationen an beiden
Armen. Und doch lag darin etwas Zukunftstragendes:
Meine versteiften Arme wurden operiert, damit
Bewegung möglich wird, damit eine Beugung entsteht,
die mir später Selbstständigkeit schenken sollte.
Step by step. Ich denke oft an die Monate mit meiner
Physiotherapeutin, bis ich mich vom Boden aus alleine
aufsetzen konnte. Oder an das Essen: Trotz der neuen
Beugung an den Armen blieb es für mich schwierig
den Löffel zu führen. Ein tiefer Teller machte plötzlich
möglich, was zuvor unmöglich schien – den Löffel
kippen, alleine essen. Solche kleinen Siege waren für
mich „Gipfel-Siege“. Nichts ist selbstverständlich. Hilfe
gehört zu meinem Alltag. Das macht demütig und
sensibel – und lässt mich spüren, wie kostbar Menschlichkeit
und Nähe sind.
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LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Marianne Hengl als Kind auf dem Bauernhof ihrer Familie
Schon als Kind sagte ich zu meiner Mama: Ich möchte
einmal eine besondere Frau werden. Heute weiß ich:
Besonders wird man nicht durch Perfektion, sondern
durch Lebensfreude, Humor, Mut – und durch die
Bereitschaft, weiterzugehen, auch wenn der Weg
steinig ist.
Nach meiner Schulzeit im Elisabethinum, einer Schule
für Kinder mit Behinderungen in Tirol nahe Innsbruck,
begann ich dort im Jahr 1980 meine berufliche Laufbahn
als Sekretärin. Es war Herausforderung und Freude
zugleich, jeden Tag zu beweisen: Auch in einem
schwer beeinträchtigten Körper können Talente und
Leidenschaft wohnen.
1989 wurde ich Obfrau von RollOn Austria. Im selben
Jahr eröffnete ich im Tiroler Landesreisebüro den ersten
Schalter für Behindertenreisen in Österreich – weil
Teilhabe dort beginnt, wo man Möglichkeiten schafft.
Reisen bedeuten Freiheit. Und Freiheit darf kein Privileg
sein. Seit mehr als drei Jahrzehnten trage ich als
Obfrau von RollOn Austria Verantwortung für einen
Verein, der einst von den Kapuzinern aus einer klaren
Überzeugung heraus gegründet wurde: dass Menschen
mit Behinderungen selbst für ihre Anliegen einstehen
müssen. Mit meinem zwölfköpfigen Team bauen
wir Brücken zwischen Betroffenen, Gesellschaft und
Politik. Unser wichtigstes Steckenpferd ist die Öffentlichkeitsarbeit:
sichtbar machen, was zu oft übersehen
wird. Menschen mit Behinderungen bekommen eine
Stimme, ihre Geschichten werden erzählt, ihre Lebensrealitäten
in die Mitte der Gesellschaft getragen. Denn
Veränderung beginnt dort, wo Bewusstsein entsteht.
Sichtbarkeit ist nicht Eitelkeit – sie ist Voraussetzung
für Gleichberechtigung. Wer gesehen wird, wird weniger
übersehen.
Unsere Arbeit ist dabei sehr konkret: Wir begleiten
Familien, vernetzen Menschen, die uns unterstützen
wollen, schaffen Lösungen – und wir werden laut, wenn
Rechte auf dem Spiel stehen. RollOn Austria zählt
heute zu den einflussreichsten Interessenvertretungen
für Menschen mit Behinderungen in Österreich. Darum
sammeln wir nicht nur Spenden, wir sammeln
Aufmerksamkeit. Wir berichten von Kindern, die zur
Schule wollen, aber an Stufen scheitern. Von Eltern,
die nachts wach liegen, weil Pflege und Bürokratie sie
zermürben. Von Männern und Frauen, die trotz ihrer
Einschränkungen arbeiten, lieben, lachen – und trotzdem
täglich um Selbstverständliches kämpfen müssen.
Verantwortung beginnt dort, wo man nicht wegschaut,
sondern hinsieht und handelt. Und wenn die Politik
bei Menschen mit Behinderungen kürzt, handelt sie
gegen Verantwortung und gegen Menschlichkeit.
Um diese Botschaften weiterzutragen, nutze ich viele
selbst initiierte Bühnen – Bücher, Radio, Fernsehen,
Benefizkonzerte und die RollOn-Gala. Jedes dieser
Formate ist für mich eine Möglichkeit, Menschen zu
erreichen, zu berühren und ihnen Mut zu machen. Als
Buchautorin und Herausgeberin, als Radio-Co-Moderatorin
und als Moderatorin der Fernsehserie LICHTblicke
durfte ich erleben, wie stark Geschichten wirken
können. Aus der ORF-Radiosendung „Stehaufmenschen“
entstand zunächst ein Buch, später auch eine
TV-Ausgabe – weil Mut ansteckend ist und weitergegeben
werden muss.
In insgesamt 40 – von mir initiierten – ORF III Fernsehserien
„Gipfel-Sieg“, moderiert von Barbara Stöckl,
wurden Geschichten auf barrierefreien Bergen gedreht.
Dort begegneten sich Menschen auf Augenhöhe,
die schwierige Lebensphasen zu ihrem ganz persönlichen
Gipfel-Sieg gemacht haben. Denn Erfolg ist
nicht immer laut – oft sind es die stillen Siege des
Alltags, die am meisten Kraft schenken. Kleine Fortschritte,
die Mut machen und zeigen: Der Wert eines
Lebens ist und bleibt unantastbar, und der Wille, weiterzugehen,
kann Berge versetzen.
Immer wieder erreichen mich positive und berührende
Rückmeldungen von Menschen – oft in Form von
Briefen. Worte, mit denen sie beschreiben, wie sehr
sie sich darüber freuen, dass aus meinem Leben,
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 11
Bild links: Marianne Hengl mit dem Team von RollOn und (rechts) mit dem österreichischen Schauspieler Philipp Hochmair
getragen von der Unterstützung meiner Familie und
vieler guter Menschen, so etwas Kostbares wachsen
durfte. Dass trotz großer und schwerer Herausforderungen
Spuren entstanden sind, die Mut machen und
weiterwirken.
Als ich 2008 zur Österreicherin des Jahres gewählt
wurde, war das vor allem für meine Eltern ein stiller
und tief bewegender Moment.
Später folgten das „Große Ehrenzeichen
des Landes Tirol“, die
Ehrenbürgerschaft meiner Heimatgemeinde
Weißbach und
2024 der Ehrenring der Gemeinde
Axams. Dankbar bin ich für
diese Ehrungen vor allem deshalb,
weil sie meine Eltern so
sehr berührt haben. Ihnen gilt
dieser Dank. Mit ihrer bedingungslosen
Liebe, mit Geduld
und mit einem tiefen Gottvertrauen
haben sie – trotz vieler
schmerzlicher Tage – immer an
mich geglaubt.
Seit 1995 bin ich mit meinem
Mann Stefan glücklich verheiratet.
Er ist mein Lebenspartner,
mein Vertrauter und eine stille,
verlässliche Kraft an meiner Seite.
In mehr als dreißig gemeinsamen
Jahren haben wir gelernt,
Herausforderungen miteinander
zu tragen – mit Respekt, Humor und einer tiefen
Verbundenheit.
Oft werde ich gefragt, welche Behinderung mein Mann
habe oder ob er vielleicht meine Pflegeperson sei.
Nein – Stefan ist kein Pfleger, sondern mein Mann. Ein
Mensch ohne Behinderung, der sich in meine
Marianne und Stefan 1995 bei ihrer Hochzeit
Lebensfreude, meine Stärke und vor allem in mein
Lachen verliebt hat.
Seit vielen, vielen Jahren werde ich zudem von meiner
„guten Fee Ellen“ rund um die Uhr unterstützt. Ihre
Verlässlichkeit, ihre Treue und ihre Liebe geben mir
Sicherheit und Freiheit zugleich. Ebenso tragen mich
meine weiteren persönlichen Assistentinnen, die mich
mit großem Engagement, Respekt
und Herzenswärme begleiten.
Dieses Miteinander ermöglicht
ein selbstbestimmtes
Leben und gibt mir im Alltag
jene Stabilität, die vieles erst
möglich macht.
Am Ende habe ich stets an mich
geglaubt – auch in Zeiten, in denen
mir die Skepsis mancher
Menschen und die Rolle der Bittstellerin
viel Kraft abverlangt haben.
Umso dankbarer bin ich
heute, dass sich all diese Herausforderungen
gelohnt haben. Als
stilles Zeichen der Ermutigung
auf diesem Weg durfte ich 2019
die Ernennung zur „Botschafterin
für das behinderte Leben“ durch
Papst Franziskus erfahren.
So bin ich heute von Herzen
dankbar und darf sagen: Mein
Leben war reich an Liebe und
Erfahrungen – erfüllt und gut.
Jede Herausforderung hat mich wachsen lassen, mich
weitergeführt – und mir auf ihre Weise immer wieder
etwas zurückgeschenkt.
Dafür bin ich dem lieben Gott von ganzem Herzen
dankbar und blicke mit Freude und Spannung auf die
nächsten Herausforderungen in meinem Leben. ◻
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LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
VERANSTALTUNGSKALENDER
FILMABEND „Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom“
Am Mittwoch, den 18. März 2026 um 20 Uhr
Sam Bloom führt mit ihrem Mann Cameron
und ihren drei Söhnen ein erfülltes, glückliches
Leben in der Nähe von Sydney. Sam
und Cameron, verliebt wie am ersten Tag,
verbringen ihre Tage voller Aktivität mit
ihren Jungs an den traumhaften Stränden
ihrer Heimat. Die Familie Bloom ist glücklich
- bis eines Tages ein schrecklicher Unfall
ihr Leben für immer verändert. Auf einer
Urlaubsreise nach Thailand stürzt Sam
schwer und ist fortan querschnittsgelähmt.
Sam ist verzweifelt, hadert mit ihrem Schicksal.
Es fällt ihr schwer neuen Lebensmut zu
finden. Doch dann tritt Penguin in das Leben
der Familie Bloom, eine kleine verletzte
Elster, die ihr Sohn Noah mit nach Hause
Seht euch den
Filmtrailer auf
an!
bringt. Zunächst wenig begeistert, ahnt Sam
noch nicht, wie wichtig dieser kleine, fluguntüchtige
Vogel für sie und ihre Familie
werden wird. Dennoch sorgt sie für den
Vogel und pflegt ihn gesund. Langsam beginnt
Sam, Parallelen zwischen ihrer Lebenssituation und dem Schicksal des
Tieres zu spüren. Und so, wie der kleine Vogel Stärke und Lebenswillen
zeigt, beginnt auch für Sam und ihre Familie der Weg in ein neues Leben…
Der Film basiert auf einer wahren Lebensgeschichte. Empfohlen ab 6 Jahren.
Im Vereinssitz der Bewegung für das Leben, Gampenstr. 49, Meran
GEBET FÜR
DAS LEBEN
Sa, 21.03. in Meran
Sa, 18.04. in Bozen
Sa, 16.05. in Meran
Sa, 20.06. in Bozen
Bozen – Gries: 14.30 Uhr
Hl. Messe in der Krypta
der Dreiheiligenkirche,
Duca D’Aostaallee,
anschließend Rosenkranz
und gestaltete Anbetung
Meran: 14.30 Uhr
Hl. Messe in der Kapelle
bei den Barmherzigen
Schwestern in Gratsch,
anschließend Rosenkranz
und gestaltete Anbetung
BUCHEMPFEHLUNG
ABTREIBUNGSÜBERLEBENDE
Die verschwiegenen Opfer der Abtreibung
VON MANFRED M. MÜLLER –
(überarbeitete und gekürzte Ausgabe)
Was empfinden Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene,
wenn sie erfahren oder zu ahnen beginnen,
dass in ihrer eigenen Familie ein Kind oder mehrere
Kinder abgetrieben worden sind? Mit anderen Worten:
Wenn sie merken, sie hätten eigentlich noch einen
Bruder oder eine Schwester…
Und was geht in Menschen vor, die feststellen, dass ihr
Leben einst von Abtreibung bedroht war und dass sie
nur aufgrund glücklicher Umstände überlebt haben?
Abtreibungsüberlebende (wie diese Personen in Studien
genannt werden) tragen tiefe Verletzungen in
ihrer Seele. Wie könnte es auch anders sein, wenn der
Lebensnerv selbst angegriffen ist?
Das vorliegende kleine Buch zeigt, wie und woran die
Betroffenen leiden und auf welche Weise Heilung
möglich ist.
Sie können dieses Buch in unserem Büro bestellen
oder einfach vorbeischauen und es bei uns abholen.
Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zu,
damit Sie es an Interessierte weitergeben können. Wir
geben die Bücher kostenlos ab, freuen uns aber über
jede Spende, mit der Sie diese Informationskampagne
unterstützen können.
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 13
VATERTAG
„In te“ – „In dir“
Das emotionale Ringen eines Vaters um sein ungeborenes Kind
Der italienische Pop-Rock-Musiker Nek (bürgerlicher Name Filippo Neviani)
hatte 1993 als 21-Jähriger seinen ersten Auftritt beim Festival di Sanremo in der
Kategorie „Nuove Proposte“ (Neue Talente). Er überraschte und polemisierte mit einem
Lied, welches das Thema Abtreibung aus der Perspektive eines Mannes behandelt.
Foto: Facebook
Der Text des Liedes „In te“ beschreibt einen Vater, der erfährt,
dass seine Partnerin ihr gemeinsames Kind erwartet, aber überlegt,
es abtreiben zu lassen. Auf emotionale Weise kämpft er
darum, dass sein ungeborenes Kind leben darf und versucht der
Mutter zu vermitteln, dass er für sie und das Kind da sein wird,
wenn es geboren ist, dass dieses Leben bereits Bedeutung hat,
geliebt wird und dass es eine Verbindung gibt, die real ist – auch
wenn sie noch unsichtbar ist. Besonders stark spürt man die
Hilflosigkeit des Vaters, da er nicht selbst entscheiden kann, die
Zärtlichkeit gegenüber dem ungeborenen Kind und die Dringlichkeit,
weil die Zeit knapp ist.
Der Sänger erklärte später, dass das Lied für ihn eine sehr
persönliche und wichtige Botschaft trage. In Interviews sprach
er davon, dass das Lied auf der Geschichte eines Freundes
basiere, der damals mit der Entscheidung über eine Schwangerschaft
konfrontiert gewesen sei.
LIEDTEXT:
Ich werde mit seinem Gewicht auf der Brust hinaufsteigen,
wie ein Karpfen im Fluss.
Ich werde mir Lippenstift ins Gesicht schmieren,
um ihn zum Lachen zu bringen.
Dann werde ich für ihn
Tüten mit Popcorn kaufen,
die er im Auto verstreuen darf.
Für ihn werde ich nicht rauchen,
auf allen Vieren gehen
und ihm helfen zu wachsen.
Er lebt in dir.
Er bewegt sich in dir.
Mit kleinen Händen,
ist er in dir.
Er atmet in dir.
Er spielt und weiß nicht, dass du ihn
wegwerfen willst.
Am Abend wird er dann mit uns beiden baden
und ich werde euch einseifen.
Für ihn werde ich mich ändern.
Nachts werde ich da sein,
damit du nie alleine bist.
Für ihn werde ich arbeiten,
das Motorrad verkaufen
und ich werde ihn beschützen – hilf mir dabei.
Er lebt in dir.
Er lacht in dir –
oder versucht es zumindest.
Er ist in dir.
Er wärmt sich in dir.
Schläft oder wer weiß –
hört uns gar schon zu.
Er wird sich an dich schmiegen,
an deinen Brüsten trinken.
Mit eng zusammengehaltenen Fäusten,
wird er zwischen uns schlafen
und ein wenig strampeln –
wir beide werden seine Kissen sein.
Das Kind, das du nicht willst,
ist schon bei uns.
Er lebt in dir.
Er wiegt sich in dir,
mit deinen Herzschlägen.
Er ist in dir.
Er schwimmt in dir,
spielt – wer weiß.
Er ist das Kind,
das du nicht willst.
Hört euch das Lied
auf
an!
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QR-Code
zum Lied
14
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
VATERTAG
Foto: Shutterstock
Seid Vorbilder für Eure Kinder,
sie brauchen Euch!
Die Bindung zwischen Vater und Kind beginnt nicht
irgendwann, sie beginnt mit der Geburt. Oft sogar
schon davor. Durch Stimme, Nähe, Erwartung und
Verantwortung. Die Vater-Kind-Bindung ist ein eigenständiger,
biologisch und psychologisch belegter Prozess.
Sie entsteht durch Präsenz, Verlässlichkeit, Beziehung
und gelebte Elternschaft.
In den ersten Lebensjahren wird das Fundament gelegt.
Nähe, gemeinsames Beruhigen, Trösten und
Spielen schaffen Sicherheit. Studien zeigen, dass auch
Väter hormonelle Bindungsprozesse entwickeln, wenn
Wir wünschen allen
Vätern alles Liebe
und Gute zum
Vatertag!
sie aktiv einge-
bunden sind. Im
Vorschulalter werden Väter zu Vorbildern, zu
einer wichtigen Sicherheitsbasis für Erkundung, Mut
und Selbstvertrauen. Im Schulalter ist die Bindung
häufig besonders stabil und tragfähig: gemeinsame
Erlebnisse, Gespräche, Wertevermittlung und Vertrauen
prägen das Selbstbild des Kindes. In der Pubertät
verändert sich diese Bindung ohne jedoch zu verschwinden.
Kinder brauchen Väter in dieser Phase als
Orientierung, als Gegenüber und als Korrektiv. ◻
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 15
FAMILIE
Aller guten Dinge sind drei
Für unsere Vorfahren war eine große Familie die Regel, nicht die Ausnahme.
Umso verwunderlicher war es, als mich neulich, im siebten Monat schwanger, unsere
Nachbarin ansprach und fast ungläubig rief: „Was, ihr bekommt noch ein Kind?“
Von Elisabeth Dampier
W
er hätte gedacht, dass ich einmal zum genetischen
Dschingis Khan am Hochrhein mutieren
würde? Der berühmte Mongole gilt mit seinen
500 Kindern als Stammesvater der Nation. In Deutschland
gilt man offiziell schon ab drei Kindern als Großfamilie.
Noch im Jahr 1920 bekam die durchschnittliche
Frau in Deutschland fast vier Kinder – unsere
Vorfahren lachen vermutlich aus ihren Gräbern über
uns, wenn wir mit einem Kind schon völlig überfordert
sind. Damals war eine große Familie die Regel, nicht
die Ausnahme. Umso verwunderlicher war es, als mich
neulich, im siebten Monat schwanger,
unsere Nachbarin vor dem
Haus ansprach und fast ungläubig
rief: „Was, ihr bekommt noch ein
Kind, Elisabeth?“
Natürlich war ich zunächst baff.
Was sollte man dazu sagen? Offensichtlich
ja. Doch ihre zweite Frage
setzte dem Ganzen die Krone auf:
„War das denn geplant?“ Mit „das“
meinte sie unser drittes Kind. (Mein
Mann und ich sind beide Mitte
dreißig – wir wissen also ziemlich
genau, wie Kinder entstehen.) Ich
antwortete schlicht: „Ja.“ Trotzdem traf mich der fast
vorwurfsvolle Unterton unvorbereitet. Auf dem Weg
ins Haus fielen mir dann, wie so oft, die besten Antworten
ein – Schlagfertigkeit kommt einem bekanntlich
immer zu spät.
Mir wurde klar, dass unsere Nachbarin offenbar gar
nicht in Betracht gezogen hatte, dass mein Mann und
ich Kinder einfach gerne haben. Auch die anstrengenden.
Denn Hand aufs Herz: Jedes Kind hat schwierige
Phasen. Manche schreien das erste Jahr beinahe
durch, andere fordern ihre Eltern erst in der Pubertät
heraus, und wieder andere begleiten uns ein Leben
lang mit besonderen Herausforderungen. Was alle
gemeinsam haben, ist, dass es viel Arbeit und Liebe
bedarf, sie großzuziehen.
Faul zu sein mit Kind ist kaum möglich
Trotzdem kann man sich bewusst für eine große Familie
entscheiden und Kinder als die wunderbaren,
transformativen Wesen sehen, die sie sind. Genau so
war es bei uns, trotz unseres ersten „Schreikindes“.
Damit meine ich wirklich ein Kind, das ständig geschrien
hat in seinem ersten Lebensjahr und dazu noch
extrem schlecht geschlafen hat. Eltern, die so etwas in
ihrer intakten Ehe erlebt haben, kann so schnell nichts
mehr aus der Ruhe bringen. Man bekommt quasi eine
Wenn man schon
ein Kind hat, ist man
sowieso aufgeschmissen,
also kann
man auch gleich
noch ein oder zwei
hinterherschieben.“
Militärausbildung durch die klaren Strukturen und
durch das Funktionieren mit minimalem Schlaf.
Heute sind wir bei drei Kindern angekommen. Der
kanadische Psychologe Jordan Peterson brachte es
einmal in einem Interview treffend auf den Punkt:
„Wenn man schon ein Kind hat, ist man sowieso aufgeschmissen,
also kann man auch gleich noch ein oder
zwei hinterherschieben.“ Ganz Unrecht hat er nicht.
Denn die größte Umstellung ist für viele der Schritt
vom kinderlosen Leben zum ersten Kind. Der Verlust
von Zeit, Geld und Autonomie trifft die meisten an
dieser Stelle am heftigsten. Hat
man diese Schwelle einmal überschritten,
weiß man allerdings,
wie der Hase läuft oder, besser
gesagt, wie Kinder ticken. Und
trotzdem: Jedes Kind ist eine völlig
neue, einzigartige Persönlichkeit.
Es bleibt also spannend,
was für ein Mensch mein drittes
Kind ist.
Meinem dritten Kind werde ich
auf jeden Fall eine andere, erfahrenere
Mutter sein. Man wird
zwangsweise zum Organisationstalent,
Multitasking und Produktivität werden für viele
Mütter zur zweiten Natur. Faul zu sein mit Kind ist kaum
möglich. Kinder sind kleine Atomreaktoren, und durch
sie erleben wir die Welt wieder durch ihre Augen. Viele
von uns verwandeln sich vom Homebody und Netflixgirl
in einen Outdoor-Menschen, denn draußen geht
mit Kindern vieles leichter. Plötzlich spielen Familie
und Rituale wieder eine Rolle. Ostern, Sankt Martin,
Weihnachten – die Feste gewinnen an Gewicht, selbst
für jene, die nicht religiös sind.
Kinderkriegen wurde zur Privatsache erklärt.
Aber es betrifft das ganze Volk
Erst mit Kindern versteht man die wahre Bedeutung
von Familie: Zum Leben gehören nicht nur Selbstverwirklichung,
Reisen und Karriere, sondern auch Pflicht
und gegenseitige Verantwortung. Dazu gehören
Windeln wechseln, trösten, gemeinsam essen und
unzählige kleine Aufgaben täglich. In diesen Momenten
offenbart sich, dass Familie nicht Last ist, sondern
ein Fundament, das man für die Zukunft gemeinsam
aufbaut.
Unsere Nachbarin hätte ich wohl darauf hinweisen
sollen, dass ich ihren Dank für die Sicherung ihrer
Rente gern annehme. Schließlich ist es kein Geheimnis,
dass Deutschland (und mit ihm ganz Europa)
16
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Herzlichen und innigen Dank für Ihre Unterstützung!
Liebe Leser, liebe Unterstützer, jeder einzelne Euro kann Leben schützen und Hoffnung schenken.
Dank Ihrer Hilfe war es uns in den vergangenen Monaten möglich, ungeborenen Kindern und
ihren Müttern eine Stimme zu geben. Ihre Spende wirkt – sie schenkt Mut, Perspektive und Zukunft.
Wir sind bemüht, sparsam und effizient mit Ihren Spendengeldern umzugehen:
• Dank Ihrer wertvollen Unterstützung konnten wir
unsere Präsenz in den sozialen Netzwerken deutlich
ausbauen. Seit Anfang Dezember setzt sich ein junges,
professionelles Team engagiert dafür ein, unsere
Kernbotschaften und Informationen zum
Schutz des Lebens einer breiten Öffentlichkeit zugänglich
zu machen.
• Durch Ihre Hilfe machen Sie es möglich, dass wir
wieder eine neue Ausgabe unserer Zeitschrift LEBE
erstellen und an ca. 9.000 Adressen versenden
konnten.
• Wir konnten weiterhin Familien über unsere Beratungsstelle
proFrau Südtirol mit Essensgutscheinen
und weiteren Hilfsleistungen unterstützen.
• Dank Ihrer großzügigen Spende konnten wir unsere
Literaturkampagne fortsetzen und zahlreiche Bücher
verteilen, die über die Verwundungen von
Abtreibungen und deren Heilung berichten.
• Durch Ihre Spende konnten wir die durch Manfred
M. Müller gekürzte Neuauflage des Büchleins „Abtreibungsüberlebende“
mitfinanzieren und das für
das Leid der Betroffenen augenöffnende Werk
verbreiten.
• Wir konnten die Rechnungen für die lebensrettende
Telefonhotline „Es gibt Alternativen“ bezahlen.
Durch sie erfahren Schwangere in Not täglich von
8 bis 22 Uhr Hilfe.
• Dank Ihrer Hilfe war es uns möglich, die inzwischen
erhöhte Miete sowie die Strom- und Telefonrechnungen
für unser Büro zu bezahlen.
Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung!
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns
bei Ihrer Steuererklärung mit der Zuweisung
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den Namen Waltraud Mairhofer)
Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar!
Aus dem Ausland: Bitte Ihre Spenden direkt
auf das Konto in Meran überweisen.
demografisch altert, gar ausstirbt – langsam, aber
stetig. Wenn man Schlagzeilen liest wie „Birthstrike
fürs Klima“, „Warum kaum noch jemand Lust auf Kinder
hat“ oder „Hurra, wir sterben aus!“, dann entsteht
der Eindruck, Kinder seien vor allem eine Belastung.
Zugleich wird unproduktiv darüber gestritten, ob Männer
oder Frauen die Schuld an den niedrigen Geburtenraten
tragen.
Doch wer diese Schlagzeilen liest, ist sich oft nicht
bewusst, in welche Art von Höllenwelt der Gerontokratie
wir uns bewegen. Immer weniger junge Menschen
müssen finanziell für immer mehr Ältere aufkommen,
und hinzu kommt die Belastung durch weitestgehend
unselektive Massenimmigration. Zugleich wird der
Aufbau von Vermögen und Familie für viele junge
Berufstätige schwieriger – zu hohe Steuern, hohe Lebenshaltungskosten,
unsichere Jobs und hohe Zinsen
machen den Schritt zu Haus und Familie schwer.
Über Jahrzehnte hinweg haben viele politische Strömungen,
von liberal bis links, aber auch manche
konservative Stimmen, das Kinderkriegen zur reinen
Privatsache erklärt. Hinzu kommen Bewegungen, die
aus einem Klima-Malthusianismus oder wegen der
angeblichen Schlechtigkeit der heutigen Welt auf Kinder
verzichten wollen. In Kombination mit einer gesellschaftlichen
Abwertung von Ehe und Familie überrascht
es daher kaum, dass Deutschland aktuell nur
noch auf etwa 1,35 Kinder je Frau kommt.
Wir gehören nicht zu den Verschwindenden
Und doch gibt es einen Lichtblick für uns konservative
Kulturkämpfer: Wir gehören nicht zu den Verschwindenden.
Empirische Beobachtungen zeigen, dass Konservative
stabil Familien gründen und Kinder bekommen,
während Liberale und Linke auf „Selbstverwirklichung“
durch Karriere setzen und signifikant
weniger Kinder haben. Die Konsequenz liegt auf der
Hand: Die Zukunft wird konservativer sein. „Demografie
ist Schicksal“ ist nicht nur eine Redewendung, sondern
eine uns bald entgegenkommende Realität.
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 17
© Elisabeth Dampier
Elisabeth Dampier
Bis dahin wäre es wünschenswert, wenn Familien wieder
stärker gefördert und diejenigen unterstützt würden,
die allen gesellschaftlichen Trends zum Trotz
bereit sind, Verantwortung für die nächste Generation
zu übernehmen. Warum also nicht die Einkommensteuer
für Familien mit drei oder mehr Kindern deutlich
senken nach dem Vorbild Ungarns? Oder, wie die
polnische Regierung es vor kurzem verkündet hat, wird
man dort bald ab zwei Kindern keine Einkommensteuer
mehr zahlen.
Statt Kindergeld ungezielt ins Ausland zu überweisen,
könnten arbeitende Familien, bei denen mindestens
ein Elternteil Vollzeit beschäftigt ist, steuerlich entlastet
werden. Ebenso ließe sich überlegen, Familien beim
Hausbau oder -kauf von der Grunderwerbsteuer zu
befreien oder größere Familienfahrzeuge von der
Kfz-Steuer auszunehmen.
Viele Menschen würden sich ein drittes Kind eher
zutrauen, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
und die öffentliche Anerkennung für Familien
günstiger wären. In Deutschland jedoch wird eine
pronatalistische Politik häufig reflexartig kritisch gesehen.
Sobald Familie, Mutterschaft oder Kinderreichtum
positiv hervorgehoben werden, entstehen bei manchen
sofort historische Assoziationen mit dem Dritten
Reich. Dabei entspringt der Wunsch, die eigene Kultur,
Sprache und Lebensweise fortzuführen, heute in aller
Regel keiner ideologischen Haltung, sondern einer
natürlichen Zuneigung zu dem, was einem vertraut
und lieb ist.
Um auf die Mongolei zurückzukommen – sie hat heute
eine gute Geburtenrate im direkten Gegensatz zum
Nachbarland China. Die Geburtenrate konnte dort
nach einem Rückgang auf 1,9 Kinder pro Frau im Jahr
2005 wieder deutlich steigern – auf rund 2,7 im Jahr
2025. Damit liegt sie heute bei drei Kindern pro Frau
näher als bei zwei Kindern pro Frau. Ein Wert, von dem
wir in Deutschland derzeit nur träumen können.
Wie hat die Mongolei das geschafft?
Wie hat die Mongolei das geschafft? Zum einen genießt
Mutterschaft dort traditionell hohe gesellschaftliche
Wertschätzung. Zum anderen unterstützt der Staat
Familien gezielt – etwa durch finanzielle Anreize oder
symbolische Auszeichnungen wie die „Medaille der
glorreichen Mutterschaft“ für Mütter mit sechs oder
mehr Kindern. Solche Maßnahmen mögen aus deutscher
Sicht befremdlich wirken, doch sie senden ein
deutliches Signal: Elternschaft ist keine private Angelegenheit,
sondern eine gesellschaftliche Aufgabe,
die Respekt verdient.
Kritiker wenden ein, dass staatliche Anreize nur begrenzt
wirksam sind. Doch selbst wenn sie nur wenige
zusätzliche Kinder bewirken, werden gerade diese
heute dringend gebraucht. Vor allem aber geht es
darum, jene zu unterstützen, die bereits Verantwortung
tragen, die Mütter und Väter, die Tag für Tag alles für
ihre Kinder geben.
Verdient hätten es viele Mütter für ihren unermüdlichen
Einsatz, ihre Geduld und ihre Stärke. Besonders diejenigen,
die sich trauen, über die oft als „normal“ geltende
Zwei-Kind-Grenze hinauszugehen in einem Land,
in dem das Kinderkriegen fast schon verpönt ist.
Deutschland sollte wieder zurück zur alten Weisheit
finden: Aller guten Dinge sind drei.
◻
Quelle: Onlinemagazin Corrigenda - www.corrigenda.online
18
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
„Seien Sie die Person, die eine Frau
mit der Hoffnung verbindet!“
Kleine, praktische Maßnahmen könnten Frauen in Schwangerschaftskrisen zeigen,
dass sie nicht allein sind und andere Möglichkeiten haben, als abzutreiben,
sagte Sarah Hurm bei der Kundgebung zum March for Life im Januar in Washington.
D
ie vierfache Mutter Sarah Hurm berichtete bei
der Kundgebung zum diesjährigen „March for
Life“ in Washington D.C., wie sie ihre medikamentöse
Abtreibung unterbrochen und ihr Kind gesund
zur Welt gebracht hat. Sie rief zu konkreter Unterstützung
für schwanger Frauen in Krisensituationen auf.
Praktische Hilfe könne oft Wunder bewirken, sagte sie.
Sie war 26 Jahre alt, als sie
mit ihrem vierten Kind
schwanger war. Der Vater
des Kindes drängte sie zur
Abtreibung. Sie sei mit 26
Jahren nicht reif für vier Kinder
und es sehe auch nicht
gut aus, dass die Kinder von
drei verschiedenen Vätern
seien. Sie habe sich „in der
Falle und allein“ gefühlt,
Sarah Hurm sagte sie wörtlich.
Sie vereinbarte einen Termin für eine medikamentöse
Abtreibung in einer Klinik, in der ihr ein Mitarbeiter
sagte, dass eine Beratung nicht möglich sei. Ihre einzige
Option sei es, mit der Abtreibung zu beginnen.
Nachdem sie die erste Abtreibungspille genommen
hatte, bereute Hurm sofort ihre Entscheidung. Sie suchte
nach Alternativen und rief eine Notrufnummer an, die
Hilfe beim Abbruch einer medikamentösen Abtreibung
anbot. Ein Arzt behandelte sie, um die Wirkung der
Abtreibungspille zu neutralisieren. Im Januar 2019
brachte Hurm einen gesunden Sohn zur Welt.
Als sie mit den Lebensschützern in Kontakt getreten
war, sei ihr bewusst geworden, dass sie nicht allein sei
und Abtreibung nicht die einzige Option war. Sie habe
für das Leben ihres Kindes kämpfen können, und das
habe sie auch getan, sagte sie vor tausenden Zuhörern.
Die Begegnung mit den Lebensschützern sei ganz
anders gewesen als in der Klinik, wo sie sich wie ein
Geschäftsfall gefühlt habe.
Im Anschluss rief sie zu praktischer Hilfe für Frauen in
Schwangerschaftskrisen auf. „Ein Leben retten kann
so einfach sein wie einen Telefonanruf anzunehmen,
eine Freundin zum Ultraschall zu bringen oder ihr beim
Aussuchen eines Kindersitzes für das Auto zu helfen“,
sagte Hurm wörtlich. Kleine Opfer könnten zu großen
Erfolgen führen, wenn Frauen wie sie und Kinder wie
die ihren Unterstützung erhalten. „Seien Sie die Person,
die eine Frau mit der Hoffnung verbindet! Seien Sie
der Grund, warum sie weiß, dass sie nicht allein ist“,
forderte Hurm die Teilnehmer auf.
◻
Quelle: www.kath.net
Abtreibung ist Todesursache Nr. 1
Auch im Jahr 2025 war Abtreibung weltweit die häufigste Todesursache –
wie bereits in den Jahren zuvor starben über 45 Millionen ungeborene Kinder.
Weltweite Todesfälle im Zeitraum
1. Januar bis 31. Dezember 2025:
Abtreibung 45.400.000
Tod durch übertragbare
Krankheiten
12.980.000
Tod durch Krebs 8.211.000
Todesfälle von Kindern
unter 5 Jahren
7.600.000
Tod durch Rauchen 4.998.000
Tod durch Alkohol 2.500.000
Tod durch HIV/AIDS 1.680.000
Verkehrstote 1.349.000
Tod durch Suizid 1.072.000
Tod saisonale Grippe 516.000
2,9%
Alkohol
5,8%
Rauchen
8,8 %
Todesfälle von
Kindern unter
5 Jahren
9,5 %
Krebs
15 %
Übertragbare
Krankheiten
1,9%
HIV
1,6 %
Verkehrstote 1,2 %
Suizid
0,6 %
Saisonale
Grippe
52,3 %
Abtreibung
Quelle: www.worldometers.info vom 31.12.2025
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 19
Foto: Shutterstock
proFrau
S ü d t i r o l
BERATUNGSSTELLE
Ein besonderes Weihnachtsgeschenk
Eine Familie erwartete völlig überraschend das
vierte Kind und wandte sich an uns. Über unsere
Beratungsstelle proFrau Südtirol unterstützten
wir sie ab Dezember 2024 mit Lebensmittelgutscheinen,
einem Kinderwagen und Babybekleidung. Die
Eltern hatten alle Babysachen ihrer drei Kinder bereits
verschenkt, weil für sie zu diesem Zeitpunkt die Familienplanung
abgeschlossen war. Die Mutter bedankte
sich ein Jahr später mit diesen herzlichen Worten für
die Unterstützung: „Es ist wirklich eine ganz große
demütige Liebe, die man spürt, wenn man es geschafft
hat, das Kind zur Welt zu bringen. Die Momente und
Gefühle sind so überwältigend und so voller Kraft und
Freude, dass es für mich nichts Schöneres im Leben
gegeben hat und je geben wird. Wir möchten uns für
die große Unterstützung bedanken, die wir erfahren
haben. Die Gutscheine sind im Alltag beim Einkauf
sehr hilfreich gewesen und haben uns Hoffnung gegeben,
es doch schaffen zu können, auch wenn der
Weg noch weit ist. Darüber hinaus ist es vor allem der
Zuspruch in menschlicher Hinsicht, der uns so gutgetan
hat. Für all das möchten wir DANKE sagen.“
20
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
BERATUNGSSTELLE
Abtreibungspille –
Es gibt eine zweite Chance für Mutter und Kind
In Südtirol werden laut dem
Statistikamt ASTAT bereits
50% der Abtreibungen
mit der Abtreibungspille
Mifegyne® (RU-486) durchgeführt.
Viele Frauen überlegen
es sich jedoch nach der Einnahme
der ersten Pille (von
insgesamt zwei Pillen) anders
und möchten das Kind behalten.
Es ist aber kaum bekannt
– auch unter Medizinern – dass
es eine Methode gibt, die in
vielen Fällen bereits Kindern
das Leben gerettet hat.
Am vergangenen 6. Februar
war Natalie Bayer-Metzler aus
Bregenz bei uns zu Gast und
hielt in unserem Vereinssitz
dazu einen vielbeachteten Vortrag
zum Thema „Abtreibung – es gibt eine zweite
Chance – Abtreibungspille und Abtreibungspillenumkehr“.
Sie ist Krankenschwester und Schwangerenberaterin
mit Schwerpunkt Abortion Pill Reversal
(Abtreibungspillenumkehr).
„Sobald die Abtreibungspille geschluckt ist, gibt es
kein Zurück“, so lautet die vorherrschende Meinung.
Doch dem muss nicht so sein, denn die Wirkung der
Abtreibungspille kann in vielen Fällen gestoppt werden.
Die Referentin hat in dieser Thematik bereits
mehrjährige Erfahrung. Gemeinsam mit ihrem Team
orientiert sie sich an der Pionierarbeit von Professor
Dr. George Delgado.
Dr. Delgado, Gründer und ärztlicher Leiter des Netzwerks
„Abortion Pill Rescue“ (APR), ist Experte für die
Rettung von Babys, wenn die Mutter die Abtreibungspille
Mifegyne® mit dem Wirkstoff Mifepriston (RU-486)
bereits eingenommen hat.
Er war es, der den ersten Fachartikel über die Neutralisierung
der Wirkung von Mifepriston durch die Gabe
von Progesteron publiziert hat. In den USA haben dank
Delgado bereits zahlreiche Kinder überlebt. Dr. Delgado:
„Mifepriston attackiert die Plazenta und nicht
das Kind!“ Er arbeitet an einer Studie, die darauf hinweist,
dass es nach derzeitigen Erkenntnissen nach
Mifepriston-Einnahme zu keinem erhöhten Risiko von
Behinderungen kommt. Das zu wissen ist für Frauen
wichtig, die die Wirkung von RU-486 unmittelbar nach
dem Abtreibungsversuch stoppen möchten.
Auch im deutschsprachigen Raum gibt es immer wieder
Anfragen von betroffenen Frauen, die nach erfolgter
Abtreibungspillen-Einnahme deren Wirkung aufheben
wollen. In solchen Fällen können bioidente
Progesterone in kurzzeitig hohen Dosierungen die
V.l.n.r.: Hildegard Tscholl, Natalie Bayer-Metzler, Waltraud Nischler, Martha Zöggeler
Wirkung der Abtreibungspille neutralisieren. Dafür
wurde ein Einnahmeschema entwickelt, welches mittlerweile
bei über 230 Frauen zur Anwendung kam
(Zeitraum: Februar 2018 bis Mai 2025). Bei Einhaltung
der Progesteron-Dosierungsempfehlung hat dies bei
über 90 ungeborenen Kindern erfreulicherweise zum
Schwangerschaftserhalt geführt. Die Progesteron-Behandlung
bewirkt eine kompetitive Hemmung von
Mifepriston und darf ausschließlich unter ärztlicher
Aufsicht durchgeführt werden.
Mit der Verabreichung von Progesteron zum Schwangerschaftserhalt
sollte möglichst unmittelbar nach der
Mifepriston-Einnahme begonnen werden, unbedingt
vor der Gabe von Prostaglandin, das in der Regel zwei
Tage nach der Mifepriston-Einnahme zur Einleitung
von künstlichen Wehen verabreicht wird.
Dankbar für die Unterstützung in den
schwersten Tagen ihres Lebens
Frauen werden meist von der heftigen Wirkung der
Abtreibungspille überrascht. Sie fühlen sich von jenen
alleingelassen, die ihnen die Abtreibungspille verabreicht
haben. Ob mit der Einnahme von Progesteron
die Schwangerschaft erhalten werden kann, ist von
verschiedenen Faktoren abhängig. Deshalb ist diese
Zeit geprägt von Hoffen und Bangen. Schwangere
zeigen sich dankbar für die Unterstützung und Begleitung
in diesen, wie sie es häufig bezeichnen, „schwersten
Tagen ihres Lebens“.
Am Thema Interessierte können sich über die Seite
www.abtreibungspille.net informieren oder sich
bei uns unter der Telefonnummer +39 351 7676376
oder der E-Mail-Adresse info@profrausuedtirol.com
melden.
◻
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 21
STRASSENAKTION
Begegnungen auf der Straße
Zusammen mit Lucia Bardini hat Andrea De Bayer auf dem Meraner Weihnachtsmarkt
Menschen angesprochen und war auch sonst mindestens einmal wöchentlich
auf den Straßen unterwegs. Im Folgenden teilt sie mit uns einige Begegnungen
und Eindrücke aus Gesprächen mit Passanten:
Ich sprach drei jeweils
15-jährige Schülerinnen
an. Sie waren
sehr interessiert
an Informationen.
Spontan kamen noch
drei Mitschülerinnen
dazu. Zwei von den
sechs waren strikt für
Abtreibung. Als eine
von ihnen auf die Uhr
schaute und sagte:
„Oh, der Unterricht
hat schon begonnen“,
hatte keine von ihnen
Eile zu gehen. Ich forderte
sie schließlich
auf zu gehen und
sagte, dass wir uns
vielleicht ein anderes
Mal wiedersehen.
Begegnung mit
vier ca. 70-jährigen
Frauen – drei davon
für Abtreibung, die
gleich weitergingen.
Die vierte Frau war lebensbejahend und ließ sich auf
ein freundliches Gespräch ein. Sie schien mir etwas
überrascht über die Ignoranz ihrer drei Bekannten. Ich
habe im Stillen ihren Mut bewundert.
Zwei Frauen, ca. 35 Jahre alt, mit energischem Gesichtsausdruck
waren für Abtreibung. Eine der beiden
Frauen sagte herausfordernd zu mir: „Sie würden bei
Ihrer Tochter doch auch eine Abtreibung wollen, wenn
sie noch minderjährig ist.“ Darauf konnte ich aus tiefstem
Herzen entgegnen: „Nein! Ich würde doch nicht
wollen, dass mein Enkelkind abgetrieben wird!“ Daraufhin
wurde sie plötzlich ruhiger und ging sogar einen
Schritt zurück.
Eine sehr aufgeschlossene, freundliche Frau, Mitte
60, erzählte, dass sie damals trotz Pille schwanger
geworden sei; sie habe das Kind ausgetragen. Ich habe
dann gesagt, dass ihr Sohn Glück gehabt habe, mit
dem „Leben davongekommen“ zu sein. Als ich ihr die
frühabtreibende Wirkung der „Pille“ erklärte, war sie
ganz überrascht und erschrocken. Sie wollte darüber
aber auf jeden Fall mit ihrem Sohn sprechen, damit
ihm mit seiner Freundin nicht das Gleiche passiert.
Ein Ehepaar, ca. 60 Jahre alt, zeigt sich glücklich, vor
einer Abtreibung bewahrt worden zu sein. Die Frau
gestand, dass sie abgetrieben hätte, wenn die Fruchtwasseruntersuchung
eine Behinderung bestätigt hätte.
Zwei Frauen, Mutter und Tochter, waren beide energisch
für Abtreibung. Als ich sie fragte, was sie von
Adoption halten, sagte die Mutter, die plötzlich ganz
sanft wurde: „Nein, wenn man das Kind einmal im Arm
hält, kann man es nicht hergeben.“ Darauf ich: „Wenn
Sie so sensibel sind, dass Sie bei einer Adoption leiden
würden, dann würden Sie bei einer Abtreibung erst
recht und noch mehr leiden.“
Ein Mann erzählte, dass seine Frau Gynäkologin ist
und er sich deshalb mit dem Thema auskenne. Er
sagte: „Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche
ist gesetzlich erlaubt.“ Als ich ihn dann nach
dem Grund fragte, warum der Gesetzgeber genau
diese Grenze gesetzt hat, musste er passen. Ich erklärte
ihm das, woraufhin er schockiert war. Er verabschiedete
sich dankbar und mit Handschlag.
◻
Foto: Shutterstock
22
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Advents-Outreach (Mission) in Meran
Von Lucia Bardini, ProLife Europe
D
ie Adventszeit ist für uns Lebensschützer eine der
geeignetsten Zeiten, um Herzen für die Botschaft
des Lebens zu gewinnen. Vor allem Weihnachtsmärkte
sind Orte mit großem Potenzial, da man dort
sowohl Touristen als auch Einheimische sowie
Menschen aller Altersgruppen trifft. Der international
bekannte Weihnachtsmarkt in Meran wurde somit zum
Schauplatz unserer ganz besonderen Straßengespräche.
Andrea, Hildegard und ich (Lucia) beschlossen am
Donnerstag vor dem 4. Adventssonntag, den Ungeborenen
unter den Besuchern des Weihnachtsmarktes
an der Passerpromenade
eine Stimme zu verleihen.
Dabei war es uns wichtig,
voneinander zu lernen,
denn jeder Verein verwendet
etwas andere Gesprächstaktiken
und Argumente,
um auf Augenhöhe
mit den Gesprächspartnern
zu kommunizieren.
Deshalb teilten wir uns
nach dem Treffpunkt am
Theaterplatz nicht sofort
auf, sondern gingen zunächst
gemeinsam auf einige
Personengruppen zu.
Dabei durfte jeweils eine
von uns den Dialog der
anderen mitverfolgen.
Das Ansprechen der Passanten
war leichter als gedacht.
Viele blieben auch
nach der Frage, was sie
Lucia Bardini von ProLife Europe
über Abtreibung denken,
stehen. Besonders jüngere Menschen hatten kein Problem
damit, ihre Meinung mit uns zu teilen. Dies zeigt,
dass die Pro-Life–Pro-Choice-Debatte bei jüngeren
Generationen ein sehr präsentes Thema ist. Während
der Gespräche – sowohl mit Touristen aus Deutschland
und Italien als auch mit Schülerinnen aus der Umgebung
– fiel uns auf, dass viele zu einer sehr ähnlichen
Meinung tendierten, nämlich dass die Entscheidung
für eine Abtreibung ausschließlich bei der Mutter liege.
Vor allem Gesprächspartner aus jüngeren Generationen
waren überzeugt davon, Abtreibung als ein
unantastbares Recht der Frau zu betrachten. Ein Austausch
mit zwei Schülerinnen aus Meran, die für ihr
Alter sehr fundierte Argumente für Abtreibung vorbrachten,
zeigte deutlich, wie stark die Pro-Choice-
Propaganda auch unter Jugendlichen in Südtirol Fuß
gefasst hat.
Wir sind jedoch überzeugt, dass alle Argumente
für Abtreibung auf Unwahrheiten beruhen. Daher
versuchten wir, durch ehrliches Nachfragen auf Augenhöhe
die Denkweisen unserer Gesprächspartner zu
hinterfragen und sie mit faktenbasierten Wahrheiten
zu ergänzen, die für das Leben sprechen. Leider wussten
viele nichts über die alarmierend hohe Zahl an
Abtreibungen in Europa – jährlich etwa drei Millionen.
Ebenso schockierend ist die hohe Zahl in Italien, die
im Jahr 2024 schätzungsweise bei rund 70.000 Abtreibungen
lag (da es noch keine offiziellen Zahlen gibt).
Zudem zeigten sich viele überrascht über die persönlichen
Berichte unserer Bekannten, die sich gegen ihr
Kind entschieden haben und diese Entscheidung später
zutiefst bereuten.
Ein Gespräch jedoch war
für uns besonders bewegend
und bleibt unvergesslich:
Ein älteres Touristenpaar
aus Deutschland
erzählte, dass sie nach ihrer
Hochzeit zur DDR-Zeit
eine Fehlgeburt erlitten
hatten. Im selben Krankenzimmer
lagen mehrere
Frauen, die bereits mehrere
Abtreibungen hinter
sich hatten, da sie kein
Kind wollten. An den Tränen
in den Augen unserer
Gesprächspartnerin war
deutlich zu erkennen, wie
tief sie dieses Erlebnis geprägt
und möglicherweise
auch verdrängt hatte. Sie
empfand es als große Ungerechtigkeit,
dass andere
Frauen Kinder zur Welt
bringen könnten, dies aber nicht wollten, während sie
selbst ihr Kind verloren hatte. Wir schlugen ihr vor,
dem ungeborenen Baby einen Namen zu geben, doch
dazu war sie noch nicht bereit. Ihre Erleichterung darüber,
endlich über dieses schmerzhafte Kapitel ihres
Lebens sprechen zu können, ermutigte uns weiterhin
auf Menschen zuzugehen, die vielleicht ein ähnliches
Schicksal teilen.
Den intensiven Nachmittag ließen wir schließlich bei
einer heißen Schokolade in einem Café ausklingen.
Insgesamt konnten wir gemeinsam 21 „Herzen“ erreichen
und viele Samen des Lebens säen, die hoffentlich
mit der Zeit zu kleinen Lebens-Pflänzchen heranwachsen
werden. Angesichts steigender Abtreibungszahlen
auch in Südtirol hoffen wir, dass sich immer mehr
Menschen für den Lebensschutz engagieren, damit
auch hier eine Kultur des Lebens wachsen kann.
Südtirol ist Pro-Life!
◻
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 23
ABTREIBUNGSPILLE
Chemische Abtreibung: Schockierende Daten
Chemische Abtreibung und die schöngeredete Wirklichkeit
Seit Jahren wird die chemische Abtreibung als medizinischer Fortschritt beworben.
Sie sei modern, sicher, nahezu schmerzfrei – angeblich. In der öffentlichen Darstellung
erscheint sie als unkomplizierte Lösung für eine „ungewollte Schwangerschaft“.
Doch diese Erzählung hält einer nüchternen Überprüfung nicht stand. Hinter der beschönigenden
Sprache verbirgt sich eine Realität, die für viele Frauen mit schweren
gesundheitlichen Risiken, massivem körperlichem Leiden und nicht selten mit seelischer
Traumatisierung verbunden ist – oft erlebt in Isolation und ohne medizinische Begleitung.
A
ktuelle Daten aus den USA werfen ein grelles
Licht auf das tatsächliche Ausmaß der Gefahren.
Fünf bedeutende Vereinigungen von Pro-Life-
Ärzten haben sich in einem formellen Schreiben an
die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food
and Drug Administration) gewandt. Sie fordern eindringlich,
dass die seit Jahren aufgeschobene Sicherheitsüberprüfung
des Wirkstoffs Mifepriston, der
Grundlage der chemischen Abtreibung, unverzüglich
durchgeführt wird.
Der Anlass ist alarmierend: Die
Auswertung von 330 Millionen Versicherungsabrechnungen
von Patienten
aus den Jahren 2017 bis
2023 zeigt, dass fast 11 Prozent
(10,93 %) der Frauen innerhalb
von 45 Tagen nach Einnahme der
Abtreibungspille schwere Komplikationen
erlitten. Dazu zählen gravierende
Infektionen, starke Blutungen,
notfallmäßige chirurgische
Eingriffe, unvollständige
Abtreibungen sowie nicht erkannte
Eileiterschwangerschaften.
Diese Zahlen stehen in eklatantem Widerspruch zu der
seit Jahren verbreiteten Behauptung, schwerwiegende
Komplikationen träten in weniger als 0,5 Prozent
der Fälle auf. Die Differenz zwischen den behaupteten
weniger als 0,5 Prozent und den fast 11 Prozent der
Untersuchung beträgt mehr als 2180 Prozent und ist
so erheblich, dass sie nicht als statistische Abweichung
erklärbar ist. Vielmehr deutet sie darauf hin, dass das
reale Risiko der chemischen Abtreibung bis zu 22-mal
höher liegt als öffentlich angegeben.
Komplikationen werden
systematisch verharmlost
Besonders brisant ist dabei der Vorwurf, dass Komplikationen
systematisch verharmlost, umklassifiziert oder
gar verschleiert werden. Frauen, die nach einer chemischen
Abtreibung mit schweren Beschwerden in
eine Notaufnahme eingeliefert werden, sollen nicht
Von Giuseppe Nardi
Die Gründe, warum die
chemische Abtreibung
gefördert wird, liegen
auf der Hand: Die
chemische Abtreibung
ist der Idealtypus und
eigentliche Traum der
Abtreibungslobby.“
selten angewiesen werden, von einer „spontanen Fehlgeburt“
zu sprechen. Auf diese Weise werden die
tatsächlichen Ursachen aus den Statistiken entfernt. In
anderen Fällen werden gravierende Ereignisse – darunter
Blutungen mit Transfusionsbedarf oder Infektionen
mit langfristigen Folgen für die Fruchtbarkeit – als
„leichte Nebenwirkungen“ verbucht. So entsteht eine
trügerische Illusion von Sicherheit, die mit der medizinischen
Realität wenig gemein hat. Hinzu kommt eine
besorgniserregende politische
Entwicklung. Bereits seit 2016 verlangt
die FDA keine umfassende
Meldung von Komplikationen
mehr, sondern lediglich noch die
Anzeige von Todesfällen der Mutter.
Damit fördert die Behörde die
Verschleierung.
Wo bleibt die
vielbeschworene Sorge um
die Gesundheit der Frau
Offiziell wurden zwischen 2000
und 2024 36 Todesfälle im Zusammenhang
mit der Einnahme von
Mifepriston registriert – eine Zahl, die weder indirekte
Todesursachen noch langfristige gesundheitliche Folgen
berücksichtigt.
Während der Corona-Pandemie wurden die Schutzmechanismen
durch fadenscheinige Begründungen
weiter ausgehöhlt. Die Abtreibungspille darf seither
in den USA per Post verschickt werden – ohne ärztliche
Untersuchung, ohne Ultraschall, ohne kontinuierliche
Betreuung. Die Frau bleibt allein zurück, konfrontiert
mit Schmerzen, Blutverlust, Angst und oft auch psychischer
Überforderung, abgeschirmt von medizinischer
Hilfe und gesellschaftlicher Verantwortung.
Angesichts dieser Fakten drängt sich eine unbequeme
Frage auf: Wo bleibt die vielbeschworene Sorge um
die Gesundheit der Frau? Jene angebliche „Sorge“,
wegen der Feministinnen und Abtreibungslobby die
Legalisierung der Abtreibung forderten. Wo ist die
Fürsorge, die man vorgibt, verteidigen zu wollen?
24
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Foto: Shutterstock
Die Antwort fällt ernüchternd aus. Der Slogan vom
„sicheren Abbruch“ dient offenbar vor allem dazu,
rechtliche Hürden zu beseitigen. Sobald es um tatsächlichen
Schutz, um Transparenz und um Verantwortung
geht, verliert er seine Bedeutung. Zurück bleiben
verletzte Frauen – und getötete ungeborene Kinder,
deren Existenz im öffentlichen Diskurs kaum noch eine
Rolle spielt.
Eine Gesellschaft, die diese Realität hinnimmt, beginnt
zwangsläufig, das Menschenleben zu relativieren. Zuerst
das ungeborene, dann das schwache, schließlich
jedes, das nicht mehr in das Raster von Nutzen und
Selbstbestimmung passt.
Chemische Abtreibung –
Traum der Abtreibungslobby
Die Gründe, warum die chemische Abtreibung gefördert
wird, liegen auf der Hand: Die chemische Abtreibung
ist der Idealtypus und eigentliche Traum der
Abtreibungslobby. Ihre forcierte Einführung und politische
Durchsetzung folgten weniger medizinischen
Erwägungen als einer klar erkennbaren strategischen
Logik: Abtreibung sollte entpersonalisiert, entmoralisiert
und vor allem anonymisiert werden.
Zentral ist dabei zunächst die Umgehung des ärztlichen
Gewissens. Da es nur wenige Abtreibungsärzte
gibt und sich zahlreiche Mediziner sowie Angehörige
des Pflegepersonals aus Gewissensgründen jeder
Beteiligung an Abtreibungen verweigern, erschien die
Abtreibungspille als willkommene Lösung. Sie reduziert
die Rolle des Arztes auf ein Minimum und macht
dessen moralischen Widerstand weitgehend
irrelevant.
Hinzu kommt die radikale Anonymisierung des Vorgangs.
Spätestens während der Corona-Pandemie
wurde unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes,
wie erwähnt, sogar der Postversand der Abtreibungspille
durchgesetzt. Die Tötung des ungeborenen Kindes
wird damit in den privaten Raum verlagert, aus der
öffentlichen Wahrnehmung und aus der gesellschaftlichen
Verantwortung herausgelöst. In einem emanzipatorisch-progressistischen
Wahn scheinen Teile der
menschenfeindlichen Abtreibungsfront diesen Akt als
eine Art Initiation für die Frau, als „Point of no return“
für sie, zu betrachten.
Der Mythos vom „sicheren Abbruch“
Ein weiterer entscheidender Vorteil aus Sicht der Abtreibungslobby
ist die statistische Unschärfe der chemischen
Abtreibung. Komplikationen, Folgeeingriffe
und psychische Schäden entziehen sich häufig der
direkten Erfassung oder werden bewusst umklassifiziert.
Nicht einmal die genaue Zahl der chemischen
Abtreibungen lässt sich erfassen. So bleibt das tatsächliche
Ausmaß der körperlichen und seelischen Schäden
verborgen, während der Mythos vom „sicheren
Abbruch“ künstlich aufrechterhalten wird.
Die Abtreibungspille steht damit nicht für medizinischen
Fortschritt, sondern für eine ideologische Radikalisierung.
Was einst ein ärztlicher Eingriff mit klarer
Verantwortlichkeit war, wird zur scheinbar banalen
Selbstanwendung. Zurück bleibt die Frau – allein mit
Schmerzen, gesundheitlichen Schäden und oft mit
Schuld –, während die ideologischen Antreiber sich
der Verantwortung entziehen.
Die chemische Abtreibung ist kein Instrument zum
Schutz der Frau, sondern ein Instrument gegen das
ungeborene Leben und gegen jede Form moralischer,
ärztlicher und gesellschaftlicher Hemmung. Sie ist der
konsequente Ausdruck einer Ideologie, die nicht
schützen, sondern beseitigen will.
◻
Quelle: Katholisches Magazin für Kirche und Kultur – www.katholisches.info
LEBE 174/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 25
PRO LIFE
E
s
Als Pro-Choicerin bejubelt,
als Pro-Liferin gehasst
Die Hamburger Medizinstudentin Roberta Acquaah wandelte sich von einer radikalen
Abtreibungsbefürworterin zu einer engagierten Lebensschützerin. Warum setzt sie sich
mit Abtreibung auseinander – und was hat die Cancel-Culture damit zu tun?
gibt Themen, die man lieber von sich fernhält,
weil sie unbequem sind. Sie rufen Widerspruch
hervor oder treffen mitten ins Herz. Für mich war
Abtreibung – als überzeugte Feministin – lange Zeit
ein solches Thema. Und doch konnte ich mich einer
Auseinandersetzung mit Abtreibung irgendwann nicht
mehr entziehen. Was ich entdeckte, stellte mein Weltbild
auf den Kopf und verwandelte mich von einer
radikalen Abtreibungsbefürworterin in eine leidenschaftliche
Lebensschützerin.
Ein Ausdruck von Freiheit und
Selbstbestimmung?
Vor fünf Jahren begann ich mein Medizinstudium mit
dem klaren Ziel, Karriere zu machen und eine erfolgreiche
Ärztin zu werden. Kinder passten nicht in dieses
Lebenskonzept. Ich sah sie als Einschränkung und
Belastung an. Abtreibung dagegen schien mir ein
Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung zu sein.
Roberta Acquaah
Aus tiefster Überzeugung unterstützte ich jede Frau,
die sich dafür entschied, ihr Kind abzutreiben, obwohl
ich damals keinerlei Vorstellung davon hatte, was bei
einer Abtreibung tatsächlich geschieht. Ich wollte, dass
jede Frau problemlos abtreiben kann, und verachtete
all jene, die sich aus meiner Sicht mit ihren „frauenfeindlichen
und rückständigen“ Positionen der feministischen
Pro-Choice-Bewegung in den Weg stellten.
Manchmal genügt ein einziger Blick oder eine Begegnung,
die alles infrage stellt. So war es bei mir. Mein
Leben nahm eine entscheidende Wendung, als ich
zum Glauben an Jesus Christus fand. Dieser Glaube
veränderte mein Denken und meine Werte
Von Roberta Acquaah
grundlegend. In einer Predigt von Peter Krell, Pastor
an der Hoffnungskirche in Kaiserslautern, hörte ich
zum ersten Mal bewusst etwas über das Thema Abtreibung
in Verbindung mit dem Lebensschutz. Der Titel
seiner Predigt lautete „Schwere Zeiten stehen uns bevor“.
Ab diesem Moment ließ mich das Thema nicht
mehr los. Ich begann zu recherchieren, hörte Podcasts,
sah mir Statistiken an und las Erfahrungsberichte von
Frauen, die eine Abtreibung hinter sich hatten.
Lange verschloss ich die Augen vor der Realität, doch
sie holte mich ein, als ich zum ersten Mal Videos und
Bilder von Abtreibungen und abgetriebenen Kindern
sah. Was ich dort erlebte, ließ mein Herz gefrieren. Der
Anblick war unerträglich. Ich fühlte mich hintergangen.
Warum hatte man mir das nie gezeigt? Wie konnte ich
das all die Jahre rechtfertigen? Ich konnte mich innerlich
noch so sehr dagegen wehren, aber in diesem
Moment wusste ich: Abtreibung ist Mord.
Die Beendigung eines Menschenlebens
Eine Abtreibung beendet nicht nur eine Schwangerschaft.
Sie beendet ein unschuldiges Menschenleben.
Mir wurde klar, dass ich über diese Ungerechtigkeit
nicht schweigen kann. Ich wollte meine Stimme für
jene erheben, die keine eigene haben.
Zu dieser Zeit war ich bereits unter dem Künstlernamen
königlichtpoetry als Poetry-Slammerin auf den sozialen
Netzwerken und auf deutschen Bühnen unterwegs.
Ich gründete meine Seite, um Gedanken in Worte zu
fassen und über Themen zu sprechen, die mich bewegen.
Bald begann ich auch, Texte über Abtreibung und
Lebensschutz zu schreiben. Mein Poetry-Slam „Ich will
leben“, den ich vor drei Jahren auf Instagram und You-
Tube veröffentlichte, erhielt viel Ablehnung, aber auch
großen Zuspruch.
Kurz darauf kam über eine Bekannte der Kontakt zu
„Patin für 9 Monate“ zustande – einem Projekt, das
schwangere Frauen begleitet. Ein Jahr später wurde
ich selbst Patin und im September 2024 nahm ich erstmals
am „Marsch für das Leben“ in Berlin teil. Dieser
Tag zeigte mir eindrücklich, wie schwer man es als
Pro-Lifer im 21. Jahrhundert hat. Früher wurde ich als
Pro-Choicerin bejubelt, heute werde ich als Pro-Liferin
gehasst. Bis heute erhalte ich täglich Hassnachrichten.
Hass und Cancel Culture gegen Lebensschützer
Wenn ich den Lebensschutz nicht für moralisch und
ethisch richtig hielte, würde ich dieses offene
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Bekenntnis keine Minute länger ertragen. Der Tod
von Charlie Kirk, einem der bekanntesten Abtreibungsgegner,
offenbarte auf schmerzliche Weise, wie
stark der Hass inzwischen geworden ist. Der Kampf
für ungeborenes Leben ist mühsam, und man versucht,
Lebensschützer durch Cancel Culture und Abschreckung
mundtot zu machen.
Was mich trotz des Gegenwinds antreibt, ist nicht nur
mein Glaube, sondern auch mein moralisches Bewusstsein.
Jeder Mensch
besitzt einen moralischen
Kompass und
meiner sagt mir: Das
vorsätzliche Töten eines
unschuldigen
Menschen ist falsch,
ganz gleich, wie klein
dieser Mensch ist. Als
angehende Ärztin erschüttert
mich die politische
Agenda – insbesondere
der
ehemaligen Ampelregierung
– Abtreibung
als Gesundheitsversorgung
zu deklarieren
und zukünftigen
Ärzten bereits in der
Grundausbildung beizubringen,
wie man
ein ungeborenes
Baby abtreibt. Das kann und will ich nicht als normalen
Teil meiner Ausbildung akzeptieren. Ich möchte Ärztin
werden, um Leben zu retten – nicht, um es vorsätzlich
zu beenden.
Bewusst totgeschwiegen:
das stille Leid der Frauen
Was mich ebenfalls bewegt, sind die Frauen in meinem
Umfeld, die abgetrieben haben und heute mit tiefer
Reue leben. Frauen, die jedes Jahr an den Geburtstag
ihres Kindes denken – an ein Kind, das nie das Licht der
Welt erblicken durfte. Viele von ihnen fühlen sich allein
gelassen und betrogen. Sie wurden nie darüber aufgeklärt,
was bei diesem Eingriff wirklich geschieht: dass
sie nicht einfach einen „Zellhaufen entfernen“, sondern
das Leben ihres eigenen Kindes beenden lassen.
Ich sehe das Leid, das Abtreibung für Frauen bedeuten
kann. Diese Stimmen werden bewusst unterdrückt,
aber sie dürfen nicht ungehört bleiben. Mein Glaube
und meine Menschlichkeit rufen mich dazu auf, mich
für die Schwachen einzusetzen: für Frauen in Not und
für Kinder im Mutterleib.
Diese Kinder sind nicht „nur ein Zellhaufen“. Sie sind
kostbare Menschen mit Würde – einer Würde, die
garantiert, unantastbar und nicht verhandelbar ist.
Wenn ein ungeborenes Kind tatsächlich nur ein
Roberta Acquaah in Aktion bei ihrer zweiten Leidenschaft:
Sie ist als christliche Poetry-Slammerin in den sozialen
Netzwerken und auf den deutschen Bühnen unterwegs
Zellhaufen wäre, wäre mir die gesamte Debatte gleichgültig.
Doch wenn es ein menschliches Leben ist – und
das ist es – dann besitzt es Menschenwürde und damit
ein Recht auf Leben und Schutz.
Menschenwürde nicht erst ab der Geburt
Wir leben jedoch in einem Land, das Küken stärker
schützt als ungeborene Kinder. In einem Land, in dem
jährlich rund 100.000 ungeborene Kinder getötet
werden. In einem
Land, dessen amtierender
Bundeskanzler
Friedrich Merz
ohne Zögern klarstellt,
dass er eine
Frau wählen würde,
die allen Ungeborenen
die Menschenwürde
abspricht. Das
ist die Realität. Eine
Gesellschaft, die beginnt,
Menschenwürde
an Bedingungen
wie das Geborensein
zu knüpfen, begibt
sich auf einen Weg
des moralischen Zerfalls
und wiederholt
die Fehler der Geschichte.
Umso dringlicher
braucht dieses
Land Stimmen, die sich gegen das Absprechen von
Menschenwürde erheben.
Deshalb gehen wir jedes Jahr im September beim
Marsch für das Leben in Berlin und Köln friedlich auf
die Straße. Als angehende Ärztin wünsche ich mir eine
Gesellschaft, die humane Lösungen findet für reale
Nöte von Frauen, die verzweifelt sind und Unterstützung
brauchen. Lösungen, bei denen kein unschuldiger,
schutzloser Mensch getötet wird. Dafür werde ich
mich einsetzen und ich möchte jeden dazu ermutigen.
Denn wenn wir es nicht tun – wer dann?
◻
ZUR PERSON:
Roberta Acquaah, geboren 2001 in Hamburg,
studiert Humanmedizin und ist als Poetry-Künstlerin
unter dem Namen königlichtpoetry in den sozialen
Netzwerken aktiv. In ihren Texten setzt sie
sich mit existenziellen Glaubensfragen, ethischen
Herausforderungen und der Sehnsucht nach Wahrheit
auseinander. Darüber hinaus engagiert sie
sich im Lebensschutz und ist ehrenamtlich als Patin
für das Projekt „Patin für 9 Monate“ tätig.
Quelle: Onlinemagazin Corrigenda – www.corrigenda.online
© ELIM Hannover
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PRESSE-SPLITTER
Foto: Shutterstock
Italiens Regierung verbietet Frühsexualisierung
Schwarze Tage für Gender-Ideologen und Pädo-Aktivisten:
Die italienische Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, das
frühe Sexualkunde in Kindergärten und Grundschulen
verbietet.
Dieses Vorhaben unter der Führung von Giorgia Meloni zielt
darauf ab, Kinder vor vorzeitiger Indoktrination zu schützen
und die Erziehungsrechte der Eltern zu stärken. Meloni folgt
damit dem Beispiel der ungarischen Regierung und bremst
die Transgender-Ideologie entscheidend aus, die im Rahmen
von „Bildung und Aufklärung“ über Geschlechtervielfalt und
queeres Leben die gesunde Identität und natürliche Entwicklung
unzähliger junger Seelen beschädigt hat.
In Italien gibt es bislang keinen landesweit verpflichtenden
Sexualkunde-Unterricht, was auf die tief verwurzelte Skepsis
der Italiener gegenüber staatlicher Einmischung in familiäre
Angelegenheiten zurückzuführen ist.
Das neue Gesetz der Mitte-Rechts-Regierung verhindert präventiv solche Entwicklungen: Sexualkunde ist in Kindergärten
und Grundschulen untersagt, erst ab der Mittelschule möglich – und nur mit schriftlicher Zustimmung der Eltern.
Bildungsminister Giuseppe Valditara betont den Schutz vor Gendertheorien und Indoktrination. Meloni erklärt: „Die
Familie bleibt der wichtigste Ort für die Erziehung von Kindern.“
www.familien-schutz.de
Anmerkung der Redaktion: Für Südtirols Schulen könnte diese Regelung nicht zur Anwendung kommen. Aufgrund der
Schulautonomie ist die Südtiroler Landesregierung nicht verpflichtet, das italienische Gesetz zu übernehmen. Im
Gegenteil, es ist sogar möglich, dass Sexualunterricht in Südtirol auf allen Schulstufen verpflichtend eingeführt wird!
Foto: Von Bryan Berlin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia
Paris: Tausende Teilnehmer beim „Marsch für das Leben“
In Paris haben am 18. Januar Tausende Bürger beim jährlichen „Marsch für das Leben“ teilgenommen. Die Teilnehmer
setzten damit öffentlich ein Zeichen gegen Abtreibung und Euthanasie. Sie trugen Plakate mit der Aufschrift „Behandeln
und unterstützen, niemals unterdrücken“. Auffallend hoch war Medienberichten zufolge die Zahl junger Teilnehmer:
Das Durchschnittsalter habe bei etwa 20 Jahren gelegen. Unter den Demonstranten seien zahlreiche Studenten, junge
Familien und Erstteilnehmer gewesen. Der Marsch fand kurz vor der Debatte über ein Gesetz zur Legalisierung von
aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid im französischen Senat statt. Im Mai 2025 hatte die Nationalversammlung
dem Gesetzentwurf in erster Lesung zugestimmt.
Der Pariser „Marsch für das Leben“ findet jährlich am dritten Januarsonntag statt. Das Datum soll an das Inkrafttreten
des Abtreibungsgesetzes am 17. Januar 1975 erinnern. Zu den Veranstaltern gehören unter anderen die
Lebensschutzorganisation Alliance Vita und der Katholische Familienverband Frankreichs.
www.idea.de
Briten treiben fast jedes dritte Kind ab
Im Vereinigten Königreich haben die Abtreibungszahlen einen neuen Rekord erreicht. Wie aus veröffentlichten Zahlen
des britischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, endeten 2023 – neuere Auswertungen liegen nicht vor – über
30 Prozent aller beendeten Schwangerschaften durch eine Abtreibung. In England und Wales gab es demzufolge
278.740 Abtreibungen, die Zahl der Lebendgeburten lag bei 591.072 (32 Prozent). Die Zahl der Abtreibungen lag
damit 11 Prozent höher als noch 2022. Minimal besser sah es in Schottland aus, wo 18.242 Abtreibungen auf 45.935
Lebendgeburten (28 Prozent) kamen. Wesentlich geringer war der Anteil in Nordirland, wo 19.962 Lebendgeburten
nach einer Schätzung der Lebensschutzorganisation „RightToLive“ 2.632 Abtreibungen (12 Prozent) gegenüberstanden.
In allen Landesteilen lagen die Abtreibungszahlen damit auf Rekordniveau.
Im Rahmen der Coronapandemie war es Frauen in England und Wales erstmals ermöglicht worden, medikamentöse
Abtreibungen komplett zu Hause durchzuführen. 2022 wurde die Regelung gesetzlich auf Dauer gestellt. Wie aus dem
Bericht des Gesundheitsministeriums hervorgeht, sind die Abtreibungszahlen damit stark gestiegen; so lag die Zahl
für England und Wales 10 Jahre zuvor, also 2013, noch bei 185.331, also rund ein Drittel niedriger, die Zahl der
Lebendgeburten demgegenüber mit 778.800 rund ein Drittel höher. 2019, im letzten Jahr vor der Neuregelung betrug
die Zahl der Abtreibungen in England und Wales 209.519.
www.die-tagespost.de
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PRESSE-SPLITTER
In Italien läutet nun erstmals eine Glocke „Stimme der ungeborenen Kinder“
Das Bistum Ventimiglia-San Remo (Norditalien) hat in seinem Bischofssitz eine Glocke für ungeborene Kinder installiert.
Die Glocke trägt den Namen „Stimme der ungeborenen Kinder“ und wurde am 28. Dezember 2025, dem Fest der
Unschuldigen Kinder, eingeweiht. Die neue Glocke hängt im Turm des Kuriengebäudes und läutet täglich abends um
20 Uhr. Dieses Glockenprojekt ist eine Initiative von Bischof Antonio Suetta.
Bischof Suetta erläutert in einem Interview, dass sich das
Bistum schon seit mehreren Jahren „besonders für den
Schutz und die Achtung des Lebens“ einsetze, „von der
Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod…“. „Die Glocke,
die den ungeborenen Kindern gewidmet ist, soll im Bewusstsein
des Wertes des Lebens in all seinen Formen
und Phasen, eine ständige Mahnung an die oft vergessene
und verschleierte Geißel der Abtreibung sein. Gleichzeitig
soll sie ein Gebet, ein Wunsch und eine Aufforderung
sein, ungerechte Gesetze zu überdenken und mit
ehrlichem Denken und konkreter Solidarität die Abtreibungspraxis
und ihre ideologische Propaganda als vermeintliches
Frauenrecht und zivilisatorische Errungenschaft,
die in Wirklichkeit eine schmerzliche Schande
darstellt, entschieden zu überwinden.“
Suetta führt weiter aus: „Leider hat die weltweite Legalisierung
von Abtreibungen (in fast allen Ländern der Welt)
und die wiederholte Praxis dieses schweren Verbrechens
Bischof Antonio Suetta mit der Glocke im Hintergrund
gegen das menschliche Leben zu einer zunehmenden
Gewöhnung geführt.“ Er kritisiert: „Viele Menschen verstehen
daher nicht mehr, was Abtreibung biologisch und medizinisch tatsächlich ist, und – noch wichtiger – betrachten
sie nicht mehr als Verbrechen oder Sünde. Insbesondere progressive und feministische Kampagnen sehen Abtreibung
als ein ‚Recht‘ der Frau und stellen die Entscheidung und Bewertung als absolut im Verhältnis zu ihrem Willen und
ihrer Freiheit dar. Dabei versuchen sie, Naturrecht, wissenschaftliche Erkenntnisse, geltendes Recht und sogar moralische
Urteile ausschließlich diesem subjektiven Bezugspunkt anzupassen. Ich halte es für wichtig und zwingend, das
Bewusstsein für die Geißel der Abtreibung zu schärfen – ein Thema, das nicht religiös, sondern anthropologisch und
wissenschaftlich ist.“
So appelliere „die Glocke für die ungeborenen Kinder … an das Gewissen“, stellt Bischof Suetta fest. „Sie vermittelt
aber auch eine Botschaft der Hoffnung für all jene Mütter, die abgetrieben haben und die Nähe zu ihren Kindern
erfahren können... Abtreibung hinterlässt eine schwere Last des Schmerzes, und die Glocke ruft zum Gebet und zur
Verbundenheit mit allen Frauen auf, die darunter leiden.“
www.kath.net
Entscheidung für eine Abtreibung war einfacher als eine Bestellung bei McDonald’s
Für sie sei Abtreibung kein sensibles Thema, deshalb könne sie auch
nicht sensibler darüber sprechen, sagte die Influencerin Suki Tegan.
„Die Entscheidung abzutreiben ist mir leichter gefallen als die Entscheidung,
ob ich mir einen McChicken oder Cheeseburger bei McDonald’s
bestelle. Ich weiß, viele wünschen sich, dass ich darüber sensibler
spreche, aber kann ich nicht, weil’s kein sensibles Thema für mich ist.“
Mit diesen Worten spricht die Influencerin Suki Tegan in einem kurzen
Video auf TikTok (Name „evil_suki“) über ihre Abtreibung, während sie
sich entspannt die Haare bürstet. Dann zählt sie die Schritte auf, die man
für eine Abtreibung erledigen muss. Zum Schluss fordert sie die Zuschauerinnen
auf, sich nicht dafür zu schämen das „Privileg“ der legalen
Abtreibung in Deutschland zu haben und zu nutzen. „Und lest keine
christlichen Websites“, empfiehlt sie noch.
Influencerin Suki Tegan
Tegan moderiert gemeinsam mit ihrer Kollegin Henna den Podcast „Brave Mädchen“, der von „funk“, dem Jugendprogramm
von ARD und ZDF produziert wird. Nach nur vier Folgen wurde die Sendung im September 2025 pausiert
und erst im Februar 2026 fortgesetzt. Die Aussagen der beiden Moderatorinnen waren zu provokant und führten zu
teils heftigen negativen Reaktionen. Sogar ZDF-Chef Norbert Himmler nahm zu dem Podcast Stellung und räumte ein,
dass ein „respektvoller und zugleich offener Diskurs“ bisher „nicht gelungen“ sei. Suki Tegan sei wegen Drohungen
sogar nach London übergesiedelt, berichtet die Bild-Zeitung.
www.kath.net
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Fertility Awareness:
Warum Wissen über Fruchtbarkeit zählt
Der Kinderschwund besorgt die Politik. Studien zeigen, dass Frauen zu wenig
über ihre Fruchtbarkeit wissen – und Umwelteinflüsse die Fertilität massiv belasten.
Diese Kombination hat Folgen.
I
n Österreich lag die Geburtenrate 2024 auf einem
historischen Tiefstand. Die Gesamtfertilitätsrate –
die zu erwartende Kinderzahl pro Frau – betrug nur
1,31 (Statistik Austria, Pressemitteilung: 13 547-
040/25). Diese Rate liegt weit unter dem Reproduktionsniveau
von 2,1 Kindern pro Frau (zum Vergleich,
Italien hat aktuell eine Geburtenrate von 1,13 Kinder
pro Frau).
In vielen Industrienationen zeichnen sich ähnliche
Trends ab. International wächst die politische Debatte
darüber, was es für eine Gesellschaft bedeutet, wenn
zu wenige Kinder geboren werden und welche Hebel
die Politik setzen könnte, um Familie wieder attraktiv
zu machen.
Dabei zeigt sich: Nicht nur sozioökonomische Gründe
spielen eine Rolle. Aktuelle Studien belegen, dass zu
wenige Frauen über ihren Körper und ihre Fruchtbarkeit
Bescheid wissen. Die Fertilitätskrise in den Industrienationen
ist längst nicht mehr nur ein soziologisches
Phänomen, sondern stellt ein medizinisches und
gesundheitspolitisches Problem dar.
41 Prozent der Frauen kennen ihr
Fruchtbarkeitsfenster nicht
Das Wissen über Menstruations- und Zyklusgesundheit
– auch „Fertility Awareness“ oder Fruchtbarkeitsbewusstsein
genannt – ist bei Frauen im gebärfähigen
Alter gering. Das bestätigt eine im Fachjournal Reproductive
Health (2025) publizierte Studie. Die Forschenden
– Mitglieder des britischen Gesundheitsunternehmens
Hertility Health – analysierten retrospektiv die
Daten von 97.414 Frauen, die versuchten, schwanger
zu werden. Die Frauen nahmen über fünf Jahre (2020
bis 2025) an einer Online-Gesundheitsbefragung teil.
Dabei sollten sie Angaben zu ihrem Zyklus, zu früheren
Schwangerschaften und zu ihrem Wissen über Fruchtbarkeit
machen, insbesondere zum Zeitpunkt der
fruchtbaren Tage.
Die Studienergebnisse weisen auf große Wissenslücken
hin: Von den knapp 97.000 Frauen, die aktiv
versuchten, schwanger zu werden, wussten 13,4 Prozent
nicht, wann ihre fruchtbaren Tage im Zyklus sind;
27,6 Prozent gaben an, sich nicht sicher zu sein. Das
bedeutet, dass 41 Prozent der befragten Frauen ihr
Fruchtbarkeitsfenster nicht kannten. Zudem herrschte
oft Unklarheit darüber, was klinisch als regulärer Zyklus
gilt, was die gezielte Empfängnis zusätzlich erschwert.
Mehr Wissen fördert die Wahrscheinlichkeit
einer Schwangerschaft
Die Forscherinnen weisen darauf hin, dass dieses
begrenzte Wissen über den Eisprung und die fruchtbaren
Tage die Empfängnis erschwert und dazu führen
kann, dass mehr Paare eine kostspielige und strapaziöse
IVF-Behandlung in Anspruch nehmen, obwohl
keine Unfruchtbarkeit vorliegt. Wenn Paare nicht wissen,
wann das fruchtbare Fenster ist, wird es schwieriger,
den richtigen Zeitpunkt zu finden. Das wiederum
kann zu Verzögerungen bei der Empfängnis beitragen.
Die Autorinnen betonen die dringende Notwendigkeit
verbesserter reproduktiver Bildung und gezielter Aufklärung,
um die Zeit bis zu einer erfolgreichen Befruchtung
zu verkürzen. Durch präzisere Zykluskontrolle
könnte die Abhängigkeit von medizinisch unterstützter
Fortpflanzung verringert werden. Insgesamt unterstreicht
die Forschung, dass biologisches Grundwissen
eine essenzielle Voraussetzung für selbstbestimmte
Familienplanung darstellt.
IVF ist mit niedrigen Erfolgsraten und
gesundheitlichen Risiken verbunden
Die Herausforderung, natürlich schwanger zu werden,
treibt immer mehr Paare dazu, es mit künstlicher Befruchtung
(IVF) zu versuchen. Häufig fehlt zu diesem
Zeitpunkt eine klare medizinische Diagnose zu den
Ursachen der Unfruchtbarkeit. Außerdem werden die
niedrigen Erfolgsraten und gesundheitlichen Risiken
rund um die IVF kaum thematisiert. Die sogenannte
„Baby-take-Home-Rate“ pro Embryotransfer ist niedrig
und stark vom Lebensalter der Frau abhängig. Bei
einer 35-jährigen Frau liegt diese laut den Zahlen des
IVF-Registers in Deutschland bei 26 Prozent, bei einer
40-Jährigen nur noch bei 15 Prozent und bei einer
44-Jährigen bei 3,2 Prozent.
Die Vorstellung, künstliche Befruchtung als politisches
Instrument zu nutzen – etwa durch staatliche Unterstützung,
um damit ein demografisches Problem zu lösen
– ist verfehlt. Denn selbst in Ländern wie Dänemark,
wo die künstliche Befruchtung nicht nur für Paare,
sondern auch für Single-Frauen offensteht und großteils
vom Staat bezahlt wird, liegt die Geburtenrate bei
niedrigen 1,5. Welche anderen Faktoren spielen also
eine Rolle für den Kinderwunsch in den
Industrienationen?
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Kinderlosigkeit ist nicht immer
eine bewusste Entscheidung
Eine aktuelle Studie aus Dänemark (Fertility und Sterility,
2025) kam zu einem besorgniserregenden Befund:
Der Rückgang der Geburtenraten ist auf sinkende
biologische Fruchtbarkeit sowohl bei Männern als
auch bei Frauen (Fekundität) zurückzuführen – nicht
bloß auf bewusst gewählte Kinderlosigkeit.
Die Studienautoren legen dar, wie hormonell wirksame
Umweltchemikalien und moderne Lebensstile die
menschliche Reproduktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Menschen sind einer Mischung aus über 100.000
synthetischen Chemikalien aus Kunststoffen, Pestiziden
und fossilen Brennstoffen ausgesetzt, die in Blut,
Urin und Gewebe weltweit nachweisbar sind. Das
bleibt nicht ohne Folgen.
„Cocktail-Effekt": Soziologische Trends treffen
auf geschwächte biologische Basis
Forscher sprechen von einem „Cocktail-Effekt“, bei
dem die kombinierte Wirkung vieler endokriner Disruptoren
die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt.
Da die Verschlechterung der reproduktiven Gesundheit
zu schnell verläuft, um genetisch bedingt zu sein,
rücken endokrine Disruptoren (EDCs) in Hormonen,
Plastik oder Pestiziden verstärkt in den
Forschungsfokus.
Bei Männern sinken Spermienqualität und -konzentration
nachweislich. Da weibliche Fekundität schwerer
direkt messbar ist, nutzt die dänische Studie die Comprehensive
Unassisted Pregnancy Rate (CUPR). Dieses
Analyse-Tool erfasst alle natürlichen Schwangerschaften
über den Lebensverlauf: sowohl Lebendgeburten
als auch abgebrochene Schwangerschaften. Geburten
aus medizinisch unterstützter Fortpflanzung (wie Invitro-Fertilisation)
werden ausgeschlossen, da es sich
nicht um natürliche Empfängnisse handelt.
Wenn Paare schließlich erst mit über 30 Jahren (EU-
Durchschnitt für Erstgebärende) versuchen, ein Kind
zu bekommen, trifft ihr höheres Alter auf eine biologische
Kapazität, die bereits durch Umweltfaktoren und
sinkende Spermienqualität geschwächt ist.
Das Paradoxon sinkender Fekundität
bei günstigen Bedingungen
Für Dänemark stellten die Forscher fest, dass die Fähigkeit
zur natürlichen Empfängnis über Generationen
in allen Altersgruppen abnimmt – was gegen einen
reinen „Aufschub-Effekt“ spricht. Vielmehr ist dies ein
Indikator dafür, dass die Fähigkeit zur natürlichen
Empfängnis in der Bevölkerung sinkt. Während sinkende
Geburtenraten oft allein auf soziale oder wirtschaftliche
Veränderungen zurückgeführt werden, weist
eine sinkende CUPR auf biologische Faktoren hin: Die
Zahl der Empfängnisse sinkt selbst dann, wenn soziale
Bedingungen günstig sind.
Österreichs Familienministerin fordert
Umdenken in der Aufklärung
Die Thematik ist also komplex. Familienministerin Claudia
Bauer (ÖVP) für Österreich forderte kürzlich ein
Umdenken: Das Land müsse kinder- und familienfreundlicher
werden. Dabei nimmt sie auch die Schulen
in die Pflicht. Im Aufklärungsunterricht würden Jugendliche
„gefühlt einzig und allein über ungewollte
Schwangerschaften und deren Verhütung“ informiert,
so Bauer. Stattdessen solle das Positive an der Familiengründung
stärker betont werden. „Das Thema
Fruchtbarkeit ist in den Lehrplänen sehr vernachlässigt“,
kritisiert die Ministerin (Ö1, 31.1.2026). Gerade
das Wissen über den eigenen Körper und die fruchtbaren
Phasen im Zyklus könnte vielen Frauen helfen,
ihre Familienplanung selbstbestimmt zu gestalten –
bevor biologische und umweltbedingte Faktoren die
natürliche Empfängnis zusätzlich erschweren. ◻
Quelle: Quelle: IMABE Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik - www.imabe.org
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D
◻
Unsere Zielsetzungen:
Als Pro-Life-Bewegung setzen wir uns mit Leidenschaft und Überzeugung
für den Schutz des Lebens in all seinen Phasen ein – vom Augenblick der
Zeugung bis zum natürlichen Tod. Es ist uns ein tiefes Anliegen, das Leben
ungeborener Kinder, von Menschen mit Behinderungen, sowie älteren
Mitbürgern zu schützen und ihre Rechte zu wahren.
Unser Engagement konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:
Aufklärung über das Lebensrecht der Ungeborenen
Beratung und Unterstützung von Frauen in Schwangerschaftskonflikten
Hilfe bei der Bewältigung der Folgen nach einer
Abtreibung, insbesondere des Post-Abortion-Syndroms (PAS)
Einsatz für ein würdevolles, natürliches Lebensende
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IN DEN SOZIALEN MEDIEN
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