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Programmheft Arsen und Spitzenhäubchen

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Arsen

und

Spitzenhäubchen

Komödie von Joseph Kesselring


Arsen und

Spitzenhäubchen

(Arsenic and Old Lace)

von Joseph Kesselring

in der Übersetzung von Uwe B. Carstensen (vormals Helge Seidel)

Abby Brewster

Martha Brewster

Teddy Brewster

Mortimer Brewster

Jonathan Brewster

Dr. Einstein

Elaine Harper, Klein

Dr. Harper, Leutnant Rooney

O’Hara, Mr. Gibbs, Mr. Witherspoon

Catharina Struwe

Sybille Böversen

Matthias Manz

Robert Eder

Janus Torp

Jördis Wölk

Lena Conrad

Mirko Warnatz

Charles Ripley

Regie Catharina Fillers Bühnenbild Maria Wolgast Kostümbild Gabriele Kortmann

Musik Matthias Manz Dramaturgie Karoline Felsmann

Regieassistenz Sandra Vogel Soufflage Vladislav Weis Inspizienz Ingo Zeising

Technische Leitung Larissa Gund Produktionsmanagement & Werkstattleitung

Steffen Wolf Technische Einrichtung Gerald Wagner Beleuchtung

Michael Zeising Tontechnik Reiner Lehmann Leiterin der Kostümabteilung

(interimistisch) Nadine Hartmann Gewandmeisterin (interimistisch) Cornelia

Arnold Maske Carolin Liebschner, Viktoriia Nemeryshyna, Lysann Rygiel

Requisite Ute Nießner

Premiere 14. März 2026 auf der Hauptbühne

Aufführungsdauer ca. 2 h 40 min (inklusive Pause)

Aufführungsrechte S. Fischer Verlag GmbH. Frankfurt am Main


Sybille Böversen & Catharina Struwe

1


Hintergründe zum Stück

„Arsen und Spitzenhäubchen“

„Arsen und Spitzenhäubchen“ wurde

1941 am Fulton Theatre in New York

uraufgeführt und sofort zum Publikumsrenner.

Die Komödie von Jospeh

Kesselring lief dort dreieinhalb Jahre

vor ausverkauftem Haus. Die New

Yorker Zeitung „Sun“ schrieb damals:

„Es ist ein lärmender und nervenprickelnder

Spaß.“ 1.444-mal lief „Arsen

und Spitzenhäubchen“ in restlos ausverkauften

Broadway-Vorstellungen.

Und selbst Frank Capras Low Budget-

Verfilmung, gleichzeitig und zum Teil

mit denselben Darstellern wie auf der

Bühne gedreht, musste für drei Jahre,

bis 1944, im Depot verschwinden – bis

die Broadway-Produktion abgespielt

war. Die Hollywood-Verfilmung des

Stücks mit Cary Grant, Priscilla Lane,

Raymond Massey und Peter Lorre

erwies sich als bis heute unverwüstlicher

Filmklassiker. Kurze Zeit später

kam sie in London auf über 1.300 Vorstellungen.

Die Urfassung des Stücks heißt „Bodies

in our Cellar“ (deutsch: „Leichen

in unserem Keller“) und war nicht als

Komödie gedacht, sondern als ernstes

psychologisches Drama. In dieser 1939

entstandenen Fassung geht es um

einen Gangster und seine Tante, die

zusammen in einer Wohnung leben

und dort kaltblütig Menschen ermorden.

Die Fassung endet damit, dass

sich beide gegenseitig umbringen. Die

Produzenten Howard Lindsay und Russel

Crouse überredeten Kesselring zu

einer Überarbeitung, woraufhin erst

das bekannte Stück entstand.

Die Lebensgeschichte von Amy Archer-Gilligan

(1869-1962) lieferte Kesselring

die Inspiration für die beiden

mordlustigen Schwestern Abby und

Martha Brewster. Archer-Gilligan eröffnete

1907 das „Archer-Heim für Alte

und Gebrechliche“ im amerikanischen

Windsor. Sie galt als die gute Seele

des Heims und wurde von allen nur

„Schwester Amy“ genannt, obwohl sie

zeitlebens keine Ausbildung als Krankenschwester

abgeschlossen hatte.

Im Laufe der Jahre ereigneten sich in

diesem Heim mysteriöse Todesfälle.

Schließlich stellte sich heraus, dass sie

jahrelang reiche Bewohner vergiftet

hatte, um an deren Pensionen zu gelangen.

Als Vergiftungsmittel verwendete

sie neben Arsen auch Strychnin.

Außerdem besaß Archer-Gilligan eine

Leidenschaft für Schleifen und Spitzenhäubchen.

Für den Spielort, die Villa Brewster,

ließ sich Kesselring von einer Pension

für alleinstehende Lehrer inspirieren,

in der er einige Zeit wohnte. Außerdem

dienten deren Bewohner ihm als Vorlage

für seine Figuren.

2


Der Autor

Joseph Kesselring

Joseph Kesselring wurde am 21. Juli

1902 als Sohn deutschstämmiger

Eltern in New York City geboren. Von

1922 bis 1924 war er Professor für Musik

am Bethel College in North Newton,

Kansas, und danach von 1925 bis

1926 musikalischer Leiter und Direktor

eines Amateurtheaters in Niagara

Falls, New York. Anschließend betätigte

er sich als Schauspieler, Autor

und Regisseur verschiedener Unterhaltungsstücke

und als Verfasser von

Kurzgeschichten und Gedichten. Ab

1933 arbeitete er als freiberuflicher

Autor und Dramatiker, allerdings ohne

großen Erfolg. In diesem Jahr heiratete

Kesselring in New York die Pianistin

Charlotte Elsheimer.

Das Stück erwies sich als Kesselrings

einziger Erfolg unter seinen insgesamt

zwölf Stücken und brachte ihm unerwarteten

Reichtum ein.

Joseph Kesselring starb am 5. November

1967 in Kingston im Bundesstaat

New York. Postum erschien 1973 seine

in Versform abgefasste Autobiographie.

Zu Ehren Kesselrings vergibt der

National Arts Club seit 1980 jährlich

den von seiner Witwe Charlotte gestifteten

„Joseph Kesselring Prize“ für

etablierte und aufstrebende Dramatiker

und Dramatikerinnen.

1939 schrieb Kesselring „Arsen und

Spitzenhäubchen“, das von zwei Witwen

handelt, die ohne jedes Schuldgefühl

ein Dutzend Männer ermorden.

Seine erste Fassung von 1939 noch

unter dem Titel „Bodies in Our Cellar“

schickte er an das seit ein paar Jahren

sehr erfolgreiche und wenig später

mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete

Drehbuch-Autoren- und Producer-Duo

Howard Lindsay und Russel Crouse.

Die erkannten das komische Potenzial

in dem Plot, schlossen einen Vertrag

mit ihm – und schrieben das Opus beherzt

um. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit

erschien unverändert unter

dem Namen Kesselring und wurde ein

Sensationserfolg.

3


Arsen

Ein Halbmetall

Arsenik, Arsentrioxyd As2 O3, in den Alpen oft Hüttrach genannt, hat ein Molekulargewicht

197.82 und eine Dichte von 3.86. Es wird künstlich meistens durch

das Rösten oder Sublimieren arsenhaltiger Erze gewonnen. In der Natur erscheint

Arsenik als Oxydationsprodukt von Arsenmineralien, bekannt unter

dem Namen Arsenblüte. Es ist ein höchst giftiges Produkt.

Ein tödliches Gift

Jahrhundertelang war Arsen das beliebteste Mordgift, auch als „Erbschaftspulver“

bekannt. Ein Gift sollte geruchs- und geschmacksneutral sein, um es leicht

über die Nahrung verabreichen zu können und es sollte sich idealerweise chemisch

nicht nachweisen lassen. Aufgrund dieser Eigenschaften erlebte Arsen

eine unvergleichliche Karriere als König der Gifte. In den 1830er-Jahren gelang

dem englischen Chemiker James Marsh der Nachweis von Arsen, wodurch es

überhaupt erst möglich wurde, Giftmörder zu überführen. Der Verwendung von

Arsen zum Morden tat dies jedoch keinen Abbruch.

Im Jahr 1831 wurde die Bremer Bürgerin Gesche Gottfried öffentlich hingerichtet,

nachdem sie drei Jahre zuvor des mehrfachen Giftmordes überführt

worden war. Regelmäßig hatte sie sich in einer Apotheke Arsen besorgt, das sie

unter die Butter mischte. Insgesamt vergiftete sie 15 Menschen aus ihrer unmittelbaren

Nähe, darunter ihre Ehemänner und Kinder. Durch die Gabe von kleinen

Giftmengen erkrankten die Betroffenen zunächst schwer und wurden von Gesche

Gottfried noch vermeindlich aufopferungsvoll gepflegt. Als die Wahrheit

hinter den Todesfällen ans Licht kam, war das Entsetzen in der Bremer Gesellschaft

groß. Eine Frau, die zu solchen Taten fähig war, galt als Monster.

Ein giftiges Wirtschaftsgut

Arsenik wurde für Produktionsprozesse verwendet, z.B. zur Enthaarung und

Konservierung von Tierfellen, Bälgen und Rauchwaren. Arsenik wurde von Goldschmieden

benötigt, die es bereits im Mittelalter dem Kupfer beisetzten, um

eine silberglänzende Farbe und höhere Härte zu erreichen. Arsenik wurde in

vielen Metalllegierungen verwendet, aber auch zur Erzeugung von Farbstoffen

verwendet. Das beliebte „Schweinfurter Grün“ enthielt z. B. 38% arsenige Säure.

Zahlreiche Arsenikvergiftungen im 19. Jahrhundert sind durch Kerzen, Glas,

Kleidungsstücke oder Tapeten aller Art entstanden.

Bis heute ist Arsentrioxid ein Ausgangsstoff für industrielle Anwendungen –

etwa zur Herstellung von Batterien. Arsenverbindungen stecken aber auch in

Halbleiter-Chips für Solaranlagen wie für Satelliten oder Raumschiffe.

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Catharina Struwe & Sybille Böversen

Robert Eder

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v.l.n.r. Robert Eder, Charles Ripley, Matthias Manz, Sybille Böversen, Catharina Struwe & Mirko Warnatz


Teddys Traum

Der Bau des Panamakanals

Der Tag, an dem Präsident Theodore

Roosevelt, Spitzname Teddy, sich

wie ein kleiner Junge fühlt, ist ein

warmer Tag im November des Jahres

1906. Roosevelt steht am Culebra Cut,

einem 95 Meter hohen Felsmassiv in

Panama, an der Grenze zwischen Atlantik

und Pazifik. Der Präsident trägt

einen Tropenanzug und auf dem Kopf

einen Hut aus Bast. Roosevelts Augen

starren mit faszinierter Ungläubigkeit

auf die riesige Dampfmaschine, die

sich vor ihm in den Fels gräbt.

Obwohl seine Berater ihm abraten,

klettert der Präsident auf die Maschine,

auf der karibische Arbeiter sitzen.

Er ignoriert alle Sicherheitsbedenken

und testet selbst den Löffelbagger,

fachsimpelt mit den Arbeitern.

Abends telegrafiert der Präsident

noch immer ganz begeistert an seinen

Sohn: „Die riesigen Dampfbagger

sind mächtig am Werk; sie schaufeln

Massen von Fels und Schotter und

Erde auf. Sie fressen sich stetig in

den Berg hinein und tragen ihn immer

weiter ab.“

Roosevelt ist mit seinem Schiff „Mayflower“

zur Besichtigung der Bauarbeiten

am Panamakanal gekommen.

Es ist seine erste Auslandsreise,

und alle auf dem Schiff bemerken eine

seltsame Wandlung: Der Präsident mit

dem sonst so strengen Blick hinter der

akkuraten Brille schwärmt plötzlich

vom Regenwald, er bewundert Baumaschinen

und Arbeiter.

Der Kanal wird sein Spielplatz. Er verliebt

sich in die gigantischen Ausmaße

des Bauwerkes, in Technik, Logistik

und den beinahe militärischen Drill,

mit dem die Amerikaner hier unten

alles regeln. Roosevelt ist früher mit

seinem Vater viel gereist, er ist ein

Outdoortyp, Haudegen und Cowboy,

alles, was er in Washington nicht leben

kann, wird hier wahr.

Sieben Jahre später löst ein Telegrafensignal

aus Washington eine

gigantische Sprengung aus und fegt

den letzten Sperrdeich in Panama

fort. Weltmeere zusammenführen, die

Gott getrennt hat, das gefällt Roosevelt.

Umso enttäuschter ist er am 15.

August 1914, als der Dampfer „Ancon“

mit 200 Personen an Bord den fertigen

Panamakanal eröffnet und kaum

eine Zeitung Notiz davon nimmt.

Präsident Roosevelt aber hatte auf

seiner Reise übrigens auch Modegeschichte

geschrieben: Nach seinem

Auftritt auf dem Löffelbagger wurde

der Panamahut weltweit bekannt.

Stefanie Maeck

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Lena Conrad & Robert Eder

Catharina Struwe, Robert Eder, Jördis Wölk, Sybille Böversen, Charles Ripley & Mirko Warnatz

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Giftmorde in der Literatur

Wer nun Blut geleckt hat, kann hier noch weiter

eintauchen in mörderische Gift-Geschichten.

Agatha Christie

In 30 ihrer 66 Krimis spielt Gift eine wesentliche Rolle.

In „16:50 ab Paddington“ (1957) wird Arsen im heißen Tee

serviert – geruchlos, geschmacklos und mit Verzögerung

tödlich, was dem Mörder ein perfektes Alibi verschafft.

Alfred Döblin

Die Erzählung „Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord“ beruht auf

einem historischen Kriminalfall, der 1923 für großes Aufsehen sorgte.

Eine junge Frau beschließt gemeinsam mit ihrer heimlichen Geliebten

ihre Ehemänner zu vergiften.

Gustave Flaubert

In dem berühmten Roman „Madame Bovary“ aus dem Jahr

1857 lässt der französische Schriftsteller seine Hauptfigur

Emma Bovary am Ende durch die freiwillige Einnahme von

Arsen aus dem Leben scheiden.

E. T. A. Hoffmann

„Das Fräulein von Scuderi“ gilt als erste deutsche Kriminalnovelle.

Sie wurde 1819 veröffentlicht und handelt von der Aufklärung einer

rätselhaften Mordserie im Paris zur Zeit König Ludwigs XIV.

Val McDermid

Das berühmte Ermittlerduo Detective Chief Inspector Carol Jordan

und Profiler Tony Hill haben es im fünften Band ebenfalls mit einem

Giftmord der besonderen Art zu tun. Mit „Schleichendes Gift“

landet man im Fußballmilieu.

Ingrid Noll

Natürlich dürfen die Bücher von Ingrid Noll nicht fehlen. In

„Die Apothekerin“ aus dem Jahr 1994 trifft die Giftmischerin

auf schwarzen Humor.

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Matthias Manz

Janus Torp

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Genussmittel Körner

Fachgeschäft für Köstlichkeiten

Das Spezialitätengeschäft für Süßwaren, Spirituosen, Zigarren und besondere

und „sichere“ Weine in der Senftenberger Innenstadt …

Unser Wein ist mörderisch gut

– natürlich ganz ohne Gift –

für echte Genussmomente!

Öffnungszeiten: Di/Do 9-17 Uhr · Mi 10-14 Uhr · Fr 10-17 Uhr · Sa 9-12:30 Uhr

Schloßstraße 5 · 01968 Senftenberg · Tel. 03573/2509 · info@genuss-koerner.de

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www.genuss-koerner.de


→ Liebe Gäste,

wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass Ton- und / oder Bildaufnahmen

unserer Aufführungen aus urheberrechtlichen Gründen untersagt sind. Bitte schalten

Sie Ihre Mobiltelefone stumm. Vielen Dank.

Impressum

→ Die neue Bühne dankt

Blumen Mädler für die Premierenrosen.

neue Bühne Senftenberg, Theaterpassage 1, 01968 Senftenberg

Intendant Daniel Ris Gestaltung www.pingundpong.de Redaktion Karoline Felsmann

Fotos Steffen Rasche Textnachweis Die Beiträge auf S. 2, 3, 4, 10 sind von Karoline Felsmann für

dieses Programmheft zusammengestellt; S. 8: Ausschnitt aus „Teddys Traum“ von Stefanie Maeck,

https://www.spiegel.de/geschichte/eroeffnung-des-panamakanals-1914-a-985558.html, 26.02.26

Gefördert mit Mitteln des Ministeriums

für Wissenschaft, Forschung und Kultur

des Landes Brandenburg.

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„Es ist so friedlich bei uns,

nicht wahr?“

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