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Next Step März 2026

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NEXT

STEP

Der nächste Schritt ins Berufsleben

25. März 2026

ANDREA GUO

EROBERT DIE FILMWELT

Die Schauspielerin spricht über weltweite

Bekanntheit, aktuelle Projekte und Diversität

VON KOPF BIS FUSS

Azubis aus der Region berichten von ihrem

Joballtag – ganz nah dran an anderen Menschen

ORDNUNG IST DAS

HALBE LEBEN

Den Papierkram in den Griff kriegen:

Eine Expertin erklärt, wie es gelingt


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NEXT STEP |

3

Foto: Ufuk Arslan

EILEEN

SCHIRLE

REDAKTEURIN

Impressum

KARRIERE MIT

ÜBERRASCHUNGS-

EFFEKT

Next Step – der nächste Schritt ins

Studium oder Berufsleben / 25. März 2026

Verlag | Herausgeber

SÜDWEST PRESSE Hohenlohe

GmbH & Co. KG

Haalstraße 5 und 7

74523 Schwäbisch Hall

Telefon: 0791/ 4040

Redaktion

Ulrich Becker (V.i.S.d.P.),

Antonio de Mitri, Alisa Grün,

Claudia Linz, Eileen Schirle und weitere

Fotos

Titelfoto: Vero Bielinski

Fotos wie angegeben: Alisa Grün,

Claudia Linz, Eileen Schirle, Archivund

Agenturfotos, Privatfotos,

Firmenfotos, Adobe Stock

Anzeigen

Vera Epple (verantw.), Ingo Bölz,

Holger Gschwendtner, Martin Haas,

Afsoon Kamrani, Kai Müller,

Martin Naterski, Sebastian Nutsch,

Julia Winterfeldt Weiß

Grafik

Natalia Stawiszynska,

www.mediaservice-ulm.de

Druck

NPG Druckhaus

GmbH & Co. KG, Ulm

Siemensstraße 10

89079 Ulm-Donautal

Zugegeben – dass die Serie „Maxton

Hall“ auf dem deutschen Markt erfolgreich

sein wird, verwundert sicher niemanden.

Schließlich war schon die Romanvorlage

von Autorin Mona Kasten

ein Verkaufsschlager. Dass die Prime-Video-Serie

aber auch international

durch die Decke ging, war nicht abzusehen.

Auch nicht für unseren Coverstar

Andrea Guo, die in „Maxton Hall“ die

Rolle der Lin Wang verkörpert. Was sie

zum Überraschungserfolg, ihrer Vorbildfunktion

als asiatische Schauspielerin

und neuen Projekten erzählt, erfährst

Du im Interview auf Seite 8.

Überraschend war sicher auch die ein

oder andere Entscheidung unserer drei

Macher. Denn manchmal reicht es

nicht, nur engagiert und mutig zu sein,

um beruflich voranzukommen. Es benötigt

auch das eine Quäntchen Glück,

einen kleinen „Schubser“ von Familie

oder Freunden oder aber einen kurzen

Hinweis von Bekannten, damit ein Stein

ins Rollen kommt. Bei Lisa-Marie Konle

war es so. Nur durch Zufall hat sie von

einem Physiotherapeuten gehört, der

seine Praxis gerne abgeben möchte –

und sie hat die Chance ergriffen. Julian

Bauderer hat lange nicht gewusst, was

er mal werden will und hat es schließlich

mit einem Jura-Studium probiert.

Das stellte sich als Glücksgriff heraus.

Heute ist er Richter am Amtsgericht –

sein Traumjob.

Auf dem Weg zum Wunschberuf sind

auch die Auszubildenden und dualen

Studenten, die wir Dir unter „Jobstart“

vorstellen. Sie alle haben einen Beruf

gewählt, bei dem Körperkontakt an der

Tagesordnung steht. Auf ganz unterschiedliche

Weise kommen sie anderen

Menschen näher – und zwar von Kopf

bis Fuß. Sei es, wenn sie als Augenoptiker

Brillen neu einstellen, als Zahnmedizinischer

Fachangestellter bei Behandlungen

im Mund der Patienten

assistieren oder als Pflegefachkraft andere

Menschen beim Essen oder der

Körperhygiene helfen. Jeder Beruf

bringt einzigartige Herausforderungen

mit sich – und überrascht die Auszubildenden

auch jeden Tag aufs Neue.

Zu guter Letzt warten noch jede Menge

spannende Wissens-Themen rund um

Ausbildung und Studium in diesem

Heft auf Dich. Du wolltest schon immer

einmal wissen, was es mit dem Ausbildungsförderungsgesetz

auf sich hat

oder in welchem Beruf man als Azubi

am meisten verdient? Wir verraten es

Dir. Lass Dich überraschen!

Viel Spaß beim Schmökern wünscht


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Editorial

3

INHALT MACHER

JOBSTART

DIE DURCHSTARTERIN

Andrea Guo erlangt als Serienstar

weltweite Bekanntheit – und möchte

ein Vorbild sein 8

DIE SONNENCREME-POLIZEI

Für Kosmetikerin-Azubine Emma Lang

steht die gesunde Haut im Fokus 10

DER SEHPROFI

Sascha Ziegler sorgt als Optiker-Azubi

für den perfekten Durchblick 12

DER PRÄZISE

Zahnärztlicher Fachangestellter ist

für Maximilian Geist ein Traumjob

14

DIE WISSBEGIERIGE

„Personalisierte Ernährung“

heißt der Studiengang, den

Julia Gunnesch dual studiert 16

DIE KOMMUNIKATIVE

Claudia Dudek lässt sich am

Diak in Schwäbisch Hall zur

Pflegefachfrau ausbilden 18

DER ENTSCHEIDER

Julian Bauderer ist Straf- und

Zivilrichter am Amtsgericht

in Schwäbisch Gmünd 22

DIE SELBSTSTÄNDIGE

Physiotherapeutin Lisa-Marie Konle

hat sich den Traum einer eigenen

Praxis erfüllt 24

DER TÜFTLER

Online-Dating ohne Fake-Profile:

Sam Harjung und seine App

machen es möglich

26

CLAUDIA DUDEK

Foto: Eileen Schirle


NEXT STEP |

5

WISSEN

GUT ZU WISSEN

Sechs kuriose Fakten

über den Menschen 30

KAMPFANSAGE AN

DIE PAPIERSTAPEL

Wichtige Dokumente sortieren

und ablegen: Ordnungsexpertin

Angelika Weidner gibt Tipps

32

DURCHSTARTEN IN

DIE WEITERBILDUNG

Zuschüsse durch das Ausbildungsförderungsgesetz

helfen beim

Erklimmen der Karriereleiter 34

INS GESPRÄCH KOMMEN

Alle Berufsinfotage und Azubi-

Messen auf einen Blick 35

GUT ABGESICHERT

Diese Versicherungen sind

für Azubis und Studenten sinnvoll

36

VERGÜTUNG NACH TARIF

Bei der Berufswahl spielt

auch der Verdienst eine Rolle 38

LUST AUF BERUFSERFAHRUNG

Theorie und Praxis:

So läuft das Duale Studium ab 39

REGIONALE HOCHSCHULEN

Ein Überblick

40

RECHTE UND PFLICHTEN

Diese Vorschriften gelten für Azubis

und Ausbilder 42

Foto: Eileen Schirle

LISA-MARIE KONLE

Foto: Claudia Linz

MAXIMILIAN GEIST


FÜR VIELE IST ES EIN TRAUM, MIT MENSCHEN

ZU ARBEITEN. DOCH IN VIELEN BERUFEN BEDEUTET MIT

GLEICHZEITIG AUCH AM MENSCHEN ZU ARBEITEN.

FÜNF DIESER BERUFE STELLEN WIR DIR AUF DEN KOMMENDEN

SEITEN VOR. IM FOKUS STEHT DABEI GANZ KLAR DER KÖRPER:

VON „KOPF BIS FUSS“ LAUTET DAS TITELTHEMA.

DEN ANFANG MACHT KOSMETIKERIN EMMA LANG, DIE SICH VOR

ALLEM MIT DEM THEMA GESUNDE HAUT AUSEINANDERSETZT.

DAMIT MENSCHEN MIT SEHSCHWÄCHE WIEDER DEN VOLLEN

DURCHBLICK BEKOMMEN, WENDEN SIE SICH AN AUGENOPTIKER

WIE SASCHA ZIEGLER.

DER ZAHNMEDIZINISCHE FACHANGESTELLTE MAXIMILIAN GEIST

WIEDERRUM KÜMMERT SICH UM DIE MUNDHYGIENE SEINER

PATIENTEN.

AUCH EIN DUALES STUDIUM DARF IN DIESER LISTE NICHT FEHLEN:

GANZ NEU IST DER STUDIENGANG „PERSONALISIERTE ERNÄH-

RUNG“ – STUDENTIN JULIA GUNNESCH STELLT IHN NÄHER VOR.

UND LAST BUT NOT LEAST GIBT DIE ANGEHENDE PFLEGEFACH-

KRAFT CLAUDIA DUDEK EINBLICKE IN IHREN BERUFSALLTAG IM

KRANKENHAUS.

NA, NEUGIERIG GEWORDEN?

DANN LERNE DIE AZUBIS UND IHRE JOBS KENNEN.


JOBSTART

Foto: Halfpoint/Adobe Stock


Andrea Guo bei der Premiere

des Films „Love Me Love Me“

in Rom – auch so etwas gehört

inzwischen zum Leben der

jungen Schauspielerin

Fotos: Stefanie Ganschow

Schauspielerin Andrea

Guo wurde mit der

Serie „Maxton Hall“

weltweit bekannt.

Mit uns spricht die

26-Jährige über den

plötzlichen Erfolg,

aktuelle Projekte und

die Diversität in der

Filmbranche.

„WERDE SELBST

DIE REPRÄSENTATION,

DIE DU GEBRAUCHT HAST“

Liebe Andrea, unser Next

Step-Titelthema lautet „Von

Kopf bis Fuß“ und beschäftigt

sich grob gesagt mit Berufen,

die Körperkontakt erfordern.

Gibt es einen Job in

diesem Bereich, den Du

gerne mal ausprobieren

würdest – vielleicht ja

Kosmetikerin, Augenoptikerin

oder Zahnmedizinische

Fachangestellte?

Ja total, ehrlich gesagt würde ich

gerne jeden Beruf mal machen.

Aber ich glaube, als Pflegekraft

würde ich viele verschiedene Geschichten

miterleben können.

Und das wiederum würde mir

wahrscheinlich total viel Inspiration

und Dankbarkeit geben.

Mit Deiner Rolle als Lin Wang

in „Maxton Hall“ hast Du ein

Millionenpublikum erreicht

– die Serie gilt als die erfolgreichste

Prime-Video-Serie

aller Zeiten. Hast Du mit diesem

Mega-Erfolg gerechnet?

Dass es wirklich so ein Mega-Erfolg

wird, damit habe ich nicht gerechnet.

Aber Mona Kasten (Autorin

der Romane, auf welchen die

Serie beruht, Anm. d. Red.) hat ja

auch schon eine mega Fan-Community

mitgebracht und die Geschichte

war ja in Deutschland

auch schon bekannt. Dass es jetzt

in der Welt genauso gut ankommt

und wir so groß gemacht werden,

ist ein riesiges Geschenk.

Wie hat sich Dein Leben

seither verändert?

Einiges hat sich in meinem Leben

geändert. Wir, also mein Team

und ich, arbeiten mehr. Wir fokussieren

uns nicht nur auf mehr Projekte,

sondern filtern auch, um

mehr Qualität zu schaffen. Die internationale

Welt hat sich für

mich mit dem Film „Love Me Love

Me“ (erschienen Februar 2026 bei

Prime Video, Anm. d. Red.) geändert.

Ich treffe auf Menschen, die

ich vorher nur auf Bildschirmen

gesehen habe, weil ich jetzt selbst

ein Teil davon bin. Und das muss

ich mir oft noch selbst vor Augen

halten. Ich werde plötzlich in Gegenwart

meiner Familie erkannt,

was für sie auch komplett neu ist.

Oder in Städten, wo ich vorher

noch nie war, wird man erkannt

und nach Fotos gefragt. Das ist

schon alles echt verrückt.

Wie wählst Du Deine Projekte

aus? Gibt es Themen oder

Rollen, die Dir besonders am

Herzen liegen?

Ich gehe jetzt bewusster an meine

Projekte und besonders span-


NEXT STEP JOBSTART |

9

nend finde ich Rollen, die man

nicht direkt durchschaut. Oder

Rollen, wofür ich mich richtig

reinsteigern muss und eventuell

monatelang einen Skill, eine

Sprache oder eine Sportart lernen

muss. Allerdings, was ich

weiterhin spannend finde, sind

Buchverfilmungen. Sie geben

einfach schon so viel her und

machen die Figurenarbeit einfacher

aber auch spezifischer.

Neben dem Genre

„Young-adult-romance“ hast

Du auch schon in Sci-Fi-Serien

wie „The swarm“ mitgespielt.

Was schätzt Du

besonders an der Vielseitigkeit

deiner Rollen?

Ich liebe es, mich in den verschiedenen

Rollen und Genres

auszuprobieren. Das ist wirklich

das Schönste an meinem Beruf –

diese Vielseitigkeit –, dass ich

mich ständig neu wiederfinden,

in verschiedene Geschichten

eintauchen und mich

mit der Psyche verschiedener

Figuren beschäftigen

muss.

Du bist aktuell im Film

„Love Me Love Me“, einer

italienischen Produktion

in englischer Sprache, zu

sehen. Deine Karriere hat

auch international richtig

Fahrt aufgenommen.

Wie gehst Du mit dem

wachsenden öffentlichen

Interesse um?

Ich versuche, mich nicht zu verstellen

und mir selbst treu zu

bleiben. Klar ist da auch ein

Druck, zu wissen, dass Menschen

auf einen schauen und eine

Erwartungshaltung haben

könnten. Aber umso wichtiger ist

es dann, nicht die Fassung zu

verlieren und weiter dranzubleiben.

Mit einem richtigen Team

und tollen Menschen an meiner

Seite fällt es mir leichter.

Du hast einmal gesagt, dass

Du als Kind kaum asiatische

Vorbilder im deutschen

Fernsehen hattest. Was bedeutet

es Dir persönlich, ein

Zeichen für mehr Diversität

in der deutschen

und internationalen

Filmbranche

zu setzen?

Ich sehe es als

Chance. Mich ehrt

es total, jetzt schon

eine Vorbildfunktion

haben zu

können. Ich

hoffe, dass

ich mit

meiner

Ich werde in Städten erkannt,

in denen ich vorher noch nie war –

das ist schon alles echt verrückt.

DAS IST ANDREA GUO

Andrea Guo ist am 2.2.2000 in Österreich geboren, lebt aber

inzwischen in Deutschland, wo sie auch teilweise aufgewachsen

ist. Ihre Eltern stammen aus dem chinesischen Qingtian

und kamen in den 90er-Jahren nach Europa. Seit ihrer Jugend

verfolgt Andrea intensiv ihren Traum, Schauspielerin zu werden.

2017 begann sie ihr Schauspielstudium in Köln, das sie

2019 abschloss, und war danach in verschiedenen Rollen in

Theater sowie Film und Fernsehen zu sehen. Mit ihrer Rolle als

Lin Wang in der Serie „Maxton Hall“, deren erste Staffel 2024

erschien, wurde Andrea schlagartig einem Millionenpublikum

bekannt. Ende 2025 erschien die zweite Staffel und die dritte

ist bereits abgedreht. Das internationale Projekt „Love Me Love

Me“, in dem sie eine der Hauptrollen übernahm, erschien Anfang

Februar 2026. Zudem feiert die Serie „House of Yang“ Ende

Februar ihre Premiere auf der Berlinale. Parallel dazu arbeitet

sie immer wieder mit Marken wie Bulgari, Louis Vuitton und

Dior zusammen. „Als Kind habe ich kaum asiatische Vorbilder

im deutschen Fernsehen gesehen. Heute möchte ich genau

das für eine neue Generation sein“, sagt Andrea.

Leidenschaft für meinen Beruf

und für meinen Traum einfach

andere dabei unterstützen kann,

auch ihren Weg zu gehen. Vor allem

hoffe ich, dass sich Menschen,

die sich unsichtbar fühlen,

trauen, sich zu zeigen. Denn

es ist möglich, dadurch sogar

selbst ein Vorbild zu werden.

Gab es in Deiner bisherigen

Karriere Momente, in denen

Du Dich aufgrund Deines

asiatischen Hintergrunds

besonders durchsetzen

musstest?

Glücklicherweise gab es nie

grenzüberschreitende Momente

in meiner Laufbahn. Ich weiß

nur von meinen Kollegen und

Kolleginnen, wie sie damals zu

kämpfen hatten. Ich habe

großes Glück, manchmal zur

richtigen Zeit an den richtigen

Orten zu sein.

Welche Botschaft möchtest

Du jungen Menschen mitgeben,

die sich vielleicht

aufgrund ihrer Diversität

nicht gesehen fühlen,

um sich in der Berufswelt

zu behaupten?

Lass Dich nicht kleinreden!

Du bist viel größer, als

Du denkst, und wertvoll,

genau so, wie Du bist.

Und wenn Du es wirklich

willst, dann wirst Du es schaffen.

Wenn Du Dich nicht repräsentiert

fühlst, dann werde selbst

die Repräsentation, die Du gebraucht

hast!

Zum Abschluss noch eine

Schnell-Fragerunde:

Nie wieder zum Friseur oder

nie wieder Make-up tragen?

Nie wieder zum Friseur, ich gehe

eigentlich kaum zum Friseur.

Lieber Süßes oder Salziges

naschen?

Salziges.

Stichwort Mode – welche

Looks stylst Du lieber:

Herbst/Winter oder Frühling/Sommer?

Ich liebe Herbstlooks sehr.

Von Alisa Grün


10| NEXT STEP JOBSTART

SIE FREUT SICH

ÜBER JEDES

NEUE GESICHT

Emma Lang macht bei Silke Schwing in Künzelsau eine dreijährige Ausbildung zur Kosmetikerin.

Im Fokus steht dabei vor allem die gesunde Haut.

Wann fasst man

schon mal einer

anderen Person

ins Gesicht? Daran

habe ich mich natürlich erstmal

gewöhnen müssen!“, sagt

Emma Lang und lacht. Aktuell ist

die 22-Jährige im zweiten Lehrjahr

im Kosmetikstudio von Silke

Schwing in Künzelsau. Dass sie

genau diesen beruflichen Weg

einschlägt, hätte die gebürtige

Hallerin lange selbst nicht gedacht.

„Ich wollte eigentlich

Grundschullehrerin werden,

aber irgendwann habe ich gemerkt,

dass ich nicht fürs Studieren

gemacht bin.“ Die Erkenntnis

kam, als sie nach ihrem Fachabitur

ein FSJ in diesem Bereich

machte – der Spaß sei zwar dagewesen,

aber sie spürte, dass ihr

Herz für das Praktische schlägt.

Bei einem Praktikum in einem

Hotel begleitete sie dann die

Kosmetikerin. „Da hat es für

mich ‚Klick‘ gemacht“, erinnert

sich Emma.

Über die Berufsschule in Stuttgart

kam sie in Kontakt mit Silke

Schwing. „Es gibt nicht viele Kosmetikstudios,

die eine dreijährige

Ausbildung anbieten“, erklärt

die Auszubildende. Die schulische

Ausbildung, die nur ein Jahr

geht, sei verbreiteter. „Ich bin allerdings

froh, die duale Ausbildung

absolvieren zu können – so

lerne ich den Beruf nochmal viel

tiefer kennen.“ Während in der

rein schulischen Ausbildung lediglich

die eigenen Schulkameraden

als „Übungsobjekte“ zur

Verfügung stehen, hat sich Emma

inzwischen schon einen kleinen

Kundenstamm aufbauen

können. „Zu Beginn meiner Ausbildung

habe ich natürlich erstmal

nur zugesehen und mir von

den Kollegen alles in Ruhe zeigen

lassen. Außerdem haben

sich meine Freundinnen als Modelle,

etwa für die Nagelmodellage,

zur Verfügung gestellt.“

Führerschein für Laserund

Ultraschallgeräte

Kosmetikerin = Schickimicki,

schminken und lange Krallen?

„Nein, das Bild entspricht nicht

der Realität“, macht Emma deutlich.

Im Fokus steht vor allem die

gesunde Haut. „Ich habe zusätzlich

noch die NiSV-Ausbildung

gemacht, das ist quasi ein Führerschein

für Laser- und Ultraschall-Geräte.“

So darf sie nun

auch Haarentfernungen vornehmen,

was üblicherweise nicht

Teil der regulären Ausbildung ist.

„Ich finde es aber gut, dass es

hierfür eine gesonderte Qualifikation

gibt – immerhin arbeiten

wir mit dem größten Organ des

Menschen, der Haut, und Geräten,

die falsch angewendet auch

großen Schaden verursachen

können – da muss man genau

wissen, was man tut.“

Generell geht sie nun mit dem

Wissen, das sie in der Ausbildung

vermittelt bekommen hat, ganz

anders durchs Leben. „Für meine

Freunde bin ich inzwischen


NEXT STEP JOBSTART |11

die ‚Sonnencreme-Polizei‘ – ich

erinnere sie immer daran, genügend

Sonnenschutz aufzutragen,

und sie wissen genau, dass ich

immer eine Reisegröße Sonnencreme

in der Handtasche habe“,

sagt Emma. Denn der UV-Schutz

sei enorm wichtig. Die Hintergründe

dafür lernt sie an der Berufsschule

in Stuttgart, die sie

ein- bis zweimal wöchentlich besucht.

Ganzheitlicher Ansatz

fürs Wohlbefinden

Neben Englisch und Wirtschaft

steht Berufstheorie auf ihrem

Stundenplan. Dort erfährt die

22-Jährige etwa, wie der Körper

funktioniere. „Welche Anwendungen

wirken entspannend?

Wann ist der Parasympathikus

aktiv? All das lerne ich, um meine

Kunden später mit fundiertem

Wissen betreuen zu können.“ Genauso

behandeln die Azubis den

Umgang mit Kunden, Warenwirtschaft

und Verkauf.

Das neue Wissen wendet sie

dann umgehend an – ihre Kunden

sind größtenteils weiblich,

aber auch immer mehr Männer

suchen die Expertinnen im Kosmetikstudio

auf. „Viele sind einfach

überfordert mit der eigenen

Haut oder den zig Produkten

und Angeboten auf dem Markt.“

Deshalb führt sie je nach Kundenwunsch

eine Hautanalyse

durch, bespricht anschließend

die Ergebnisse und zeigt einen

Behandlungsplan samt individuell

passender Pflegeprodukte

auf.

„Für mich ist es das Schönste,

wenn ich denjenigen helfen

kann, die einen großen Leidensdruck

verspüren – sei es durch

unreine oder entzündete Haut

im Gesicht oder bei anderen

Themen“, unterstreicht Emma.

Wer sich ebenfalls für die Ausbildung

interessiert, sollte laut ihr

körperlich fit sein, keine Berührungsängste

haben und empathisch

sein. „Wir verbringen

sehr viel Zeit mit unseren Kunden,

teilen Freud und Leid –

wem andere Menschen am Herzen

liegen, ist in diesem

Berufsbild genau richtig.“

Von Alisa Grün

Wir arbeiten mit dem größten Organ

des Menschen, der Haut – da muss

man genau wissen, was man tut.

Emma freut sich jeden Tag darauf,

ihre Kunden auf dem Weg

zu gesunder Haut zu begleiten.

Fotos: privat

NEXT LEVEL

AUSBILDUNG

FÜR ALLE, DIE RICHTIG DURCHZIEHEN WOLLEN.

FEINWERKMECHANIKER

(m/w/d)

ZERSPANUNGSMECHANIKER

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TECHNISCHER

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12| NEXT STEP JOBSTART

DER FÜR

DURCHBLICK SORGT

Mit Brillen kennt sich Sascha

aus. Er trägt auch selbst eine.

Vom Lehrerwunsch

zum Optiker mit

Leidenschaft: Sascha

Ziegler macht eine

Ausbildung bei Brillen

Fielmann in

Schwäbisch Hall.

Eigentlich wollte Sascha

Ziegler Lehrer

werden. Doch heute,

mit 26 Jahren, ist er in

einer ganz anderen Welt zu Hause:

Er macht eine Ausbildung

zum Optiker bei Brillen Fielmann

in Schwäbisch Hall – und

könnte über diese Berufswahl

glücklicher kaum sein. „Ich habe

gemerkt, dass mir das praktische

Arbeiten und der direkte Kundenkontakt

viel mehr liegen“,

sagt der junge Mann aus Ulm.

Nach seinem Abitur an der Schule

für Hörgeschädigte St. Josef in

Schwäbisch Gmünd absolvierte

Sascha ein eineinhalbjähriges

Freiwilliges Soziales Jahr an einer

Gemeinschaftsschule in

Ulm, sammelte Erfahrungen im

Umgang mit Schülerinnen und

Schülern und gestaltete selbstständig

den Unterricht. Doch die

aufwändigen Vorbereitungen für

die einzelnen Stunden im Vergleich

zu der Zeit, in der man tatsächlich

vor der Klasse steht, ließen

ihn zweifeln.

Dann fiel sein Blick auf einen

ganz anderen Beruf. Eine Brille

musste her, und wie es der Zufall

wollte, war es die Filiale von Fielmann

in Ulm, die ihm nicht nur

fachlich, sondern auch menschlich

sofort zusagte. „Schon meine

Großeltern und Eltern haben

dort ihre Brillen gekauft und

fühlten sich immer gut beraten“,

erzählt Sascha. Er hat sich um einen

Ausbildungsplatz beworben.

Nach über einem Jahr kennt Sascha

das Geschäft nun nahezu

in- und auswendig. Er lernt nicht

nur das Beraten, Verkaufen und

Anpassen von Brillen, sondern

auch die handwerklichen Tätigkeiten

in der Werkstatt. „Wir haben

zwei Schleifautomaten – einen

großen automatischen und

einen kleineren mit Handbetrieb“,

erzählt er. An letzterem übt

Sascha den manuellen Schliff der

Gläser aus Kunststoff und Echtglas.

Dabei kommt es einerseits

darauf an, dass das Brillenglas

exakt in das jeweilige Gestell

passt. Andererseits müssen die

Rohgläser zentriert werden. Da-


NEXT STEP JOBSTART |13

bei bestimmt der Optiker

den optischen Mittelpunkt

des Glases und richtet ihn

präzise auf die Pupille des

Kunden aus. Diese Tätigkeit

erfordert ein hohes Maß an

Präzision. Deshalb ist Sascha

froh, dass er in der hauseigenen

Schleiferei üben kann, wann immer

es die Zeit erlaubt. Gut findet

er auch die wechselnden Monatsaufgaben

bei Fielmann, die

Einblicke in die verschiedenen

Tätigkeiten eines Optikers geben.

Saschas Wochenarbeitszeit beträgt

39 Stunden – inklusive

Samstag. Unter der Woche hat er

einen Tag frei. Morgens bereitet

der 26-Jährige mit seinen Kollegen

die Geschäftsräume vor,

kontrolliert die Tische und sortiert

die Aufträge. So sind die Unterlagen

griffbereit, wenn die

Kunden zum Termin kommen.

Bei der Beratung, weiß er, spielen

neben der Sehstärke auch die

Gesichtsform und der persönliche

Geschmack eine Rolle. „Bei

einem eckigen Gesicht empfehle

ich eher runde Gestelle, und umgekehrt.“

Aber letztlich entscheide

der Kunde, ob es eher eine

schlichte Brille oder ein auffälliges

Accessoire sein soll. Die Arbeit

macht ihm Freude. „Es ist

toll, wenn ich helfen kann, sei es

bei der Auswahl der richtigen

Fassung oder bei kleineren Reparaturen,

zum Beispiel, wenn

der Bügel einer Brille wieder angelötet

werden muss.“

Die Ausbildung zum Optiker

dauert drei Jahre. Die Berufsschule

besucht Sascha im Blockunterricht

in Leonberg. Dort

lernt er neben allgemeinbildenden

Fächern auch die biologischen

und mathematischen

Grundlagen des Sehens. Zusätzlich

gibt es überbetriebliche

Lehrgänge und eine dreiwöchige

Praxisphase in der Fielmann-Lernwerkstatt

in Offenbach.

Für seine Ausbildung ist Sascha

von Ulm nach Schwäbisch Hall

umgezogen und lebt jetzt in einer

WG. In seiner Freizeit entspannt

er gerne mit Animes,

Computerspielen und Lesen.

Bei einem eckigen Gesicht

empfehle ich runde, bei einem

runden eckige Gestelle.

Am liebsten mag er Fanfiction

und schreibt als Hobbyautor eigene

Geschichten. Sein Fazit

nach fast einem Jahr Ausbildung

ist klar: „Es war die richtige Wahl

und ich fühle mich rundherum

wohl.“

Von Claudia Linz

Starte Deine Zukunft

mit Voith.

Duales Studium

· Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen,

Mechatronik (DHBW Heidenheim)

· Integrated Engineering/Service

(DHBW Mannheim)

· Maschinenbau – Virtual Engineering

(DHBW Mosbach)

voith.com/karriere

Ausbildung zu technischen Berufen

· Industriemechaniker (m/w/d)

· Mechatroniker (m/w/d)

· Technischer Produktdesigner (m/w/d)

Sascha Ziegler

passt eine

Brille an.

Fotos: Claudia Linz


14| NEXT STEP JOBSTART

In einer speziellen Spülmaschine

werden die Instrumente gereinigt.

Fotos: Claudia Linz

EIN HÄNDCHEN

FÜRS LÄCHELN

Maximilian Geist ist einer von wenigen

männlichen Zahnmedizinischen Fachangestellten.

Seine dreijährige Ausbildung

absolviert er im ZIM in Gaildorf und ist dort

manchmal auch Protagonist bei den Reels

des Praxisteams auf Instagram.

Maximilian Geist

boxt gerne – und

schreddert mit

Leidenschaft Zähne.

Beides hat nichts miteinander

zu tun. Das erste ist Freizeitsport,

das zweite eine seiner

Lieblingstätigkeiten im Zentrum

für Implantologie & Mundgesundheit,

Dr. Missy, Kotsaridis &

Kollegen, in Gaildorf. Nach der

Mittleren Reife an der Gesamtschule

in Schorndorf absolviert

der 18-Jährige dort seine Ausbildung

zum Zahnmedizinischen

Fachangestellten. Ja, richtig gelesen!

Zusammen mit einem weiteren

Azubi in der Berufsschulklasse

ist Maximilian ein

männliches „Ausnahmetalent“.

Aber das, würde Karlsson vom

Dach sagen, „stört keinen großen

Geist“. Die Ausbildung bereitet

ihm so viel Spaß, dass er

erwägt, sich später in Dentalhygiene

fortzubilden oder sogar

Zahnmedizin zu studieren. Aber

der Reihe nach!

Eigentlich hat Maximilians Vater

den Berufswunsch seines Sohnes

befördert. „Er war ein typischer

Angstpatient“, erzählt Maximilian.

„Ursache war ein

Zahnarzttrauma in der Kindheit“,

schiebt der junge Mann die

Erklärung hinterher. Erst in der

Praxis in Gaildorf verlor sich dieses

Trauma nach und nach.

Mehr noch, es entwickelte sich

eine Freundschaft zwischen ihm

und Dr. Thomas Missy. Nach einem

ersten Praktikum bei einem

Schreiner hat das Maximilian bewogen,

Zahnarztpraxisluft zu

schnuppern. Dann bewarb er

sich um den Ausbildungsplatz

und wurde prompt eingestellt.

Fit im Zahnarzttalk

Inzwischen im zweiten Lehrjahr,

kennt er sich schon ganz gut aus

im Zahnarzttalk. Das Gebiss wird

Maximilian Geist assistiert Dr. Thomas

Missy am Behandlungsstuhl.

in vier Bereiche, sogenannte

Quadranten, eingeteilt. Der erste

Quadrant ist der Oberkiefer

rechts, der zweite der Oberkiefer

links, und so weiter – betrachtet

gegen den Uhrzeigersinn aus der

Sicht des Patienten. „Mesial“

und „distal“ bezeichnen die Stellen

zur Mitte des Zahnbogens

hin und davon weg, „okklusal“

bedeutet auf der Kaufläche und

„palatinal“ zum Gaumen hin am


NEXT STEP JOBSTART |15

Man lernt viel. Wir haben aber auch

Spaß, zum Beispiel bei den Reels,

die regelmäßig gedreht werden.

Oberkiefer. Die Fachbegriffe

muss Maximilian kennen, will

er die Befunde während der

Kontrolluntersuchung am PC in

die digitale Patientenakte eingeben.

Zu seinen weiteren Aufgaben

gehört es, den Patienten in

das Behandlungszimmer zu begleiten,

den Papierlatz umzulegen

und dem Arzt bei der Behandlung

zu assistieren.

Maximilian reicht Dr. Missy den

Spiegel oder die Sonde, mit der

Karies ertastet wird, und bereitet

Füllungen vor. Seinen Chef beschreibt

der 18-Jährige als sehr

gut und anspruchsvoll. „Man

lernt viel. Wir haben aber auch

Spaß, zum Beispiel bei den Reels,

die regelmäßig gedreht werden.“

Sie sind auf Instagram unter

@zim_gaildorf zu sehen und geben

informative und lustige Einblicke

in die Praxis und die Zahngesundheit.

Hat Maximilian Frühschicht, beginnt

sein Arbeitstag um 6.30 Uhr

und endet um 14.30 Uhr. In der

Praxis wechselt er zunächst die

Kleidung und zieht seine weiße

Arzthelferhose und sein schwarzes

Poloshirt mit Praxisaufdruck

an. Danach bereitet er die Behandlungszimmer

vor und ergänzt

fehlende Materialien, etwa

Kunststoff für die Füllungen, Instrumente,

Halter für die Röntgenbilder,

Bohrer oder Handschuhe.

Bevor die ersten Patienten um

sieben Uhr eintreffen, bespricht

er mit dem Arzt, welche Behandlungen

geplant sind. Mittags trägt

er die Instrumente nach oben,

räumt sie in eine spezielle Spülmaschine

und schaltet sie an.

Später säubert er die Behandlungszimmer.

Zu seinen speziellen

Aufgaben in der Praxis gehört

es, die Modelle für den Zahnersatz

zu archivieren. Hat Maximilian

Spätschicht, arbeitet er von 12

bis 19.30 Uhr.

Besonders spannend findet der

18-Jährige die Chirurgie. Dann

kann es zu seinen Aufgaben gehören,

Zähne erst zu beschleifen

und danach zu „schreddern“.

Echt jetzt? Das sei eine Methode,

bei der eigene, aber nicht mehr

erhaltenswerte Zähne des Patienten

gezogen und in einer speziellen

Maschine zu feinen Partikeln

verarbeitet werden, erklärt der

Azubi. Dieses körpereigene Ersatzmaterial

soll den Kieferknochen

an der Stelle aufbauen, an

der das Implantat eingesetzt wird.

Soziale Berufe:

Bunt wie das Leben

• Heilerziehungspfleger*in

• Heilerziehungspflegeassistent*in

• Erzieher*in

• Duales Studium Soziale Arbeit

Drei Jahre dauert die duale Ausbildung.

Immer freitags und alle

vierzehn Tage montags besucht

er die Berufsschule in

Schorndorf, wo neben „normalen“

Fächern zum Beispiel die

Starte mit einer tollen Ausbildung durch als

Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter:

unterschiedlichen Behandlungen

wie Füllungen, Wurzelbehandlungen

und Chirurgie auf

dem Stundenplan stehen. In

seiner Freizeit macht Maximilian

Kraft- und Ausdauertraining,

geht schwimmen, boxt

ein bisschen – und er gibt besser

auf seine Zahnhygiene acht als

früher. „Die Zahnzwischenräume

reinige ich jetzt besonders

gründlich mit kleinen Bürsten.“

Von Claudia Linz

• Kinderpfleger*in

• Pädagogische Fachkraft

• Pflegefachfrau*mann

• Pflegefachhelfer*in Altenpflege

Bereich Heilerziehungspflege/pädagogische Berufe

Patricia Danner

Tel.: +49 160 7855618

E-Mail: patricia.danner@diakoneo.de

Bereich Senioren

Anna Präger

Tel.: +49 9874 8-2350

E-Mail: anna.praeger@diakoneo.de

Wir bieten

auch das

FSJ an!


16| NEXT STEP JOBSTART

MIT MUT UND

EINEM GROSSEN

WISSENSDURST

Julia Gunnesch hat durch verschiedene

Erlebnisse ihre Affinität für Ernährung

und Bewegung entdeckt. Nun legt sie auch

beruflich den Fokus darauf. Foto: Alisa Grün

„Personalisierte Ernährung“ heißt der Studiengang, den Julia Gunnesch dual absolviert – an der

DHBW Heilbronn und bei MensSana in Forchtenberg. Die Inhalte sind überraschend vielfältig.

Einfach mal die Initiative

ergreifen und sich

das Partnerunternehmen

fürs duale Studium

selbst suchen? Funktioniert!

Julia Gunnesch aus Waldenburg

hat es vorgemacht. Sie studiert

seit Oktober an der Dualen

Hochschule Baden-Württemberg

(DHBW) Heilbronn das

Fach „Personalisierte Ernährung“

und bei MensSana in

Forchtenberg. Das Unternehmen

ist auf Nahrungsergänzungsmittel

spezialisiert.

„Ich kannte MensSana schon, da

ich mich dort für ein Praktikum

interessierte. Das kam leider

nicht zustande, weil es bei mir

zeitlich nicht hinhaute“, erinnert

sich die 19-Jährige. Dass sie beruflich

in die Gesundheits- und

Ernährungsbranche eintauchen

möchte, kristallisierte sich nach

ihrem Abitur aber immer mehr

heraus. „Ich hatte schon immer

eine Affinität für Bewegung und

Ernährung, wollte eigentlich

auch mal zur Polizei, aber dafür

sind meine Augen leider zu

schlecht.“ Als dann vor einiger

Zeit ihre Mutter mit Typ-2-Diabetes

diagnostiziert wurde,

fuchsten sich Julia und ihre Mutter

so richtig in die Thematik

rein. „Da wurde bei uns zu Hause

erstmal die gesamte Ernährung

umgekrempelt.“

Neuer Studiengang zum

richtigen Zeitpunkt

Dabei habe sie erstmals so richtig

gemerkt, welchen Einfluss Nahrung

in Kombination mit Sport


NEXT STEP JOBSTART |17

auf die Gesundheit habe – nicht

nur, wenn bereits ein Leiden vorliegt,

sondern vor allem präventiv.

„Da wollte ich unbedingt

dranbleiben und habe mich in

die Recherche gestürzt“, erinnert

sich Julia. Zeitgleich ist ihre Mutter

über den neuen Studiengang

„Personalisierte Ernährung“ gestolpert

– der entstand aus einem

Forschungsprojekt heraus und

wird erst seit Oktober 2025 angeboten.

„Ich habe mir die Inhalte

durchgelesen und relativ schnell

gewusst, dass er das Beste aus allen

Bereichen enthält, die mich

interessieren.“ Nun musste nur

noch der passende duale Partner

her.

Viele Betriebe waren entweder

zu weit weg oder aus Branchen,

die Julia nicht zusagten. Was also

tun? „Dann kam mir MensSana

in den Kopf, zu denen ich ja bereits

mal Kontakt hatte.“ Julia

schrieb ganz mutig eine Initiativbewerbung

und hatte Erfolg.

„Das kann ich jedem empfehlen,

dem es vielleicht ähnlich geht

wie mir damals.“

Überraschung: Sie entdeckt

das Coden für sich

Ab Oktober drückte sie innerhalb

ihrer ersten Theoriephase,

die jeweils zwölf Wochen dauern,

mit nur neun weiteren Kommilitonen

die „Hörsaal-Bank“ in

Heilbronn. Der Lehrplan

enthielt zunächst einmal die

Grundlagen in der Humanernährung,

medizinisches Wissen

zur Anatomie der menschlichen

Organe sowie naturwissenschaftliche

Grundlagen rund um

anorganische und organische

Chemie und Physik. „Was mir

überraschenderweise besonders

Spaß macht, ist der technische

Part meines Studiums“, berichtet

Julia. Dabei stehen

Ernährungs-Apps, Wearables

oder Künstliche Intelligenz (KI)

im Fokus. Die Studierenden lernen

außerdem nach und nach

das Programmieren.

Informatik und Ernährung – wie

soll das denn nun aber zusammenpassen?

„Ganz einfach: Die

Ernährung der Zukunft ist nicht

ohne Technik denkbar. Sie wird

Was mir überraschenderweise

besonders Spaß macht, ist der

technische Part meines Studiums.

GUT ZU WISSEN

Absolventinnen und Absolventen

des Studiengangs

„Personalisierte Ernährung“

sind später beispielsweise

in der Diagnostik,

Therapie und Beratung

tätig und beschäftigen

sich dort mit der Prävention

von ernährungsbedingten

Erkrankungen sowie

mit der Gesundheitsförderung

von bereits erkrankten

oder gefährdeten Personen.

Sie nutzen hierfür

digitale Technologien zur

individuellen Analyse und

Beratung. Weitere Einsatzbereiche:

Leistungssport

und Fitness, Gemeinschaftsverpflegung,

Hotellerie

und Gastronomie, Health

Tech, Betriebliche Gesundheitsförderung

oder

Delivery-/To-go-Handel.

ANLAGENMECHANIKER

(M/W/D)

BAUSCHREINER

(M/W/D)

ELEKTRONIKER

(M/W/D)

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MALER & LACKIERER

(M/W/D)

BAUZEICHNER

(M/W/D)

INDUSTRIEKAUFMANN

(M/W/D)

sehr personalisiert, etwa über

Datenmessungen per Smartwatch

oder den Einsatz von KI,

betrachtet.“ Sobald sie den Bachelor-of-Science-Grad

erreicht

haben, sollen die Studierenden

also das Handwerkszeug erlernt

haben, um diese Daten ideal zu

nutzen – „zum Beispiel, indem

wir eine App dafür entwickeln

können.“

Fast jeder Tag bringt einen

Aha-Moment

Insgesamt sechs Semester umfasst

das Studium in Heilbronn.

Ergänzt wird das durch sechs

Praxisphasen beim Partnerunternehmen.

Aktuell ist Julia bei

MensSana für das Erstellen diverser

Blog-Artikel zuständig.

„Ich schreibe für unseren Online-Auftritt

viele Artikel rund

um die Mikronährstoffe, die

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auch in unseren Produkten enthalten

sind. Dafür recherchiere

ich zunächst gründlich, wälze

wissenschaftliche Studien – und

bin immer wieder erstaunt, was

ich da Neues lerne.“ Deshalb

postet sie nun auch innerhalb

des MensSana-Teams einen

„Fakt der Woche“, um ihre Erkenntnisse

zu teilen. „Ein Beispiel:

Manche Menschen haben

Gelüste auf Asche, Kalk oder Eiswürfel,

was auf einen sehr starken

Eisenmangel hindeuten

kann – das muss aber natürlich

durch einen Arzt abgeklärt werden.“

Julia wird während ihren Praxisphasen

aber auch noch andere

Bereiche kennenlernen, wie etwa

das Marketing oder den Außendienst.

Sie hat außerdem eine

Betreuerin, die sie regelmäßig

anleitet oder ihr Neues beibringt.

„Ich bin wirklich jeden

Tag begeistert, was ich lernen

darf!“ Wer sich für den Studiengang

interessiert, sollte Julia zufolge

vor allem ganz viel Wissensdurst

auf Ernährung,

Gesundheit, aber auch Naturwissenschaften

und Technik

mitbringen. „Ich bin mir sicher,

dass es nach dem Abschluss später

für jeden Charaktertypen ein

passendes Berufsfeld gibt“, unterstreicht

sie.

Von Alisa Grün

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18| NEXT STEP JOBSTART

Den theoretischen Teil ihrer

Ausbildung absolviert Claudia

an der Berufsfachschule für

Pflege in der Haller Innenstadt.

Hier lernt sie alles rund um den

menschlichen Körper.

Fotos: Eileen Schirle

Pflegefachfrau. Der praktische

Teil dieser Lehre umfasst alle Bereiche

der Pflege: die Arbeit im

Krankenhaus, im Seniorenwohnheim

sowie im ambulanten

Pflegedienst. „Die Ausbildung

gibt einem einen wirklich allumfassenden

Einblick und man

kann herausfinden, welcher Bereich

einem besonders liegt“, erläutert

Claudia.

VON DEN

LEHRKRÄFTEN

INSPIRIERT

In wenigen Monaten schließt Claudia Dudek ihre Ausbildung zur

Pflegefachfrau ab. Anschließend möchte sie ihr Wissen weiter vertiefen

und Pflegepädagogik studieren.

Wenn man Claudia

Dudek nach

dem Grund

fragt, warum sie

sich für die generalistische Pflegeausbildung

entschieden hat,

muss sie nicht lange überlegen:

„Meine Lehrer haben mich inspiriert“,

lautet ihre Antwort. Damit

gemeint sind die Lehrer an

der Karoline-Breitinger-Schule

in Künzelsau, an der Claudia ihr

Fachabitur machte und gleichzeitig

einen Abschluss als Assistentin

im Gesundheits- und Sozialwesen

erwarb. Obwohl

Claudia schon früh mit dem Pflegeberuf

in Berührung kam – ihre

Mutter und ihre Tante arbeiten

als Krankenschwestern – war für

sie lange nicht klar, dass auch sie

diesen Karriereweg einschlagen

möchte. Erst an der Schule in

Künzelsau hat es so richtig

„Klick“ gemacht. „Die Lehrer haben

viel von ihren Erlebnissen

aus der Praxis und dem Pflegealltag

erzählt. Das hat mir einfach

imponiert und mich letztendlich

dazu ermutigt, die

Ausbildung zu machen“, erzählt

die 24-Jährige.

Da sie selbst einmal als Patientin

im Diak war, dort nur positive Erfahrungen

gemacht hatte und

sich sehr für die Arbeit in einem

Krankenhaus interessiert, hat sie

sich für das Diak Klinikum in

Schwäbisch Hall als Ausbildungsbetrieb

entschieden. Seit

knapp drei Jahren absolviert sie

nun dort die Ausbildung zur

Einfühlsam und

kommunikativ

In ihrem Arbeitsalltag unterstützt

die Künzelsauerin die Patienten

bei der Nahrungsaufnahme

und der Körperpflege.

Außerdem muss sie deren Vitalzeichen

überprüfen: Sie misst

Puls, Blutdruck, Temperatur und

Atemfrequenz, dokumentiert die

Ergebnisse und meldet Auffälligkeiten.

Auch Wunden zu versorgen,

Infusion anzuhängen sowie

Medikamente zu verabreichen,

gehören zu ihren Tätigkeiten. Zu

Beginn und am Ende einer jeden

Schicht gibt es ein Übergabegespräch

mit den Kollegen, sodass

alle wissen, welche Aufgaben anstehen

und worauf bei den Patienten

besonders geachtet werden

muss. Als Auszubildende ist

Claudia voll in den Betrieb integriert

und übernimmt nicht nur

Früh- und Spät-, sondern auch

Nachtschichten. Ganz wichtig in

ihrem Job ist Kommunikation.

„Wir arbeiten ganz nah am und

mit den Menschen. Wir wollen,

dass sich die Patienten wohlfühlen

und versuchen durch einfühlsame

Gespräche mehr über

ihr aktuelles Empfinden,

Schmerzen und Unwohlsein herauszufinden“,

sagt Claudia.


NEXT STEP JOBSTART |19

Zu Claudias Job gehört es auch, die Medikamente

der Patienten vorzubereiten und zu verabreichen.

Der theoretische Teil der Ausbildung

findet an der Berufsfachschule

für Pflege in Schwäbisch

Hall statt. Anstatt Schulfächer

werden die Unterrichtsinhalte

hier in Modulen vermittelt. Die

Auszubildenden lernen Pflegeprozesse,

Krankheitsbilder und

Diagnostikmöglichkeiten genauer

kennen und bekommen

Kommunikations- und Interaktionstechniken

vermittelt. Ebenso

Es ist ein sehr

dankbarer Job.

stehen Gesetze, Verordnungen

sowie Berufsethik und -verantwortung

auf dem Lehrplan.

Claudia hat den Beruf in ihrer

Ausbildungszeit sehr zu schätzen

gelernt: „Es ist ein sehr

dankbarer Job.“ Natürlich gebe

es auch negative Erlebnisse – unfreundliche

Patienten beispielsweise.

Auch der Tod gehört dazu.

Doch für die Auszubildende

überwiegen die positiven Erfahrungen:

„Ein ,Dankeschön‘, kleine

Geschenke oder ein Lob für

die geleistete Arbeit machen einfach

glücklich.“ Zudem haben

das eigene Leben und vor allem

die eigene Gesundheit durch den

Beruf für sie einen ganz neuen

Stellenwert bekommen.

In Kürze steht für Claudia Dudek

das Examen an – doch die 24-Jährige

weiß schon genau, wie es für

sie nach der Ausbildung weitergehen

wird: Sie möchte Pflegepädagogik

studieren, idealerweise

berufsbegleitend. „Ich möchte

weiter in diesem Bereich arbeiten,

Menschen helfen und mich

fortbilden. Und gleichzeitig

möchte ich mein Wissen weitergeben,

ohne den Bezug zur Praxis

zu verlieren. Das berufsbegleitende

Fernstudium ist die

perfekte Mischung“, schwärmt

sie. Eines Tages wird sie dann

vielleicht selbst Schüler unterrichten

und sie – wie ihre Lehrkräfte

damals – für den Pflegeberuf

begeistern.

Von Eileen Schirle

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Bei Verhandlungen ist die

schwarze Robe für Julian Pflicht.

Fotos: Eileen Schirle

Stationen durchlief. Julian war einige

Zeit beim Landgericht und

bei der Staatsanwaltschaft in Ellwangen

tätig, ebenso absolvierte

er einen Teil der Praxisphase

beim Bauamt in Ellwangen. Zum

Referendariat gehören auch zwei

Stationen bei praktizierenden

Rechtsanwälten. Der 30-Jährige

hat diese bei Großkanzleien in

Frankfurt am Main und Stuttgart

verbracht. „Die Vorstellung, Anwalt

in einer mächtigen, großen

Wirtschaftskanzlei zu sein, hat

mich fasziniert – wie in der Serie

Suits. Die Arbeitsweisen und

-zeiten in der Serie sind dabei

ziemlich realistisch dargestellt.

Zwölf-Stunden-Tage waren dort

die Regel.“ Auf Dauer war das

nicht mit seiner Vorstellung von

Familienleben vereinbar, weswegen

er sich in seinem Wunsch zur

Justiz zu gehen, bestätigt sah. Er

absolvierte das zweite Staatsexamen

– acht Klausuren à fünf

Stunden und eine umfangreiche

mündliche Prüfung. „Man steht

hier schon ganz schön unter

Druck“, berichtet Julian. „Denn

ehrlich gesagt: Für die Justiz zählen

die Noten im Staatsexamen

JURIST MIT

LEIDENSCHAFT

Julian Bauderer wurde kürzlich zum Straf- und Zivilrichter ernannt. Am

Amtsgericht in Schwäbisch Gmünd leitet er eigenständig Verhandlungen

und entscheidet über Recht und Unrecht.

Gekonnt wirft sich

Julian Bauderer seine

schwarze Richterrobe

um. Gleich

steht eine Urteilsverkündung an.

Mit seinem Laptop setzt er sich

im kleinen Gerichtssaal im Amtsgericht

in Schwäbisch Gmünd an

den Tisch und wartet einige Minuten.

Es erscheint niemand –

„das ist üblich“, weiß der 30-Jährige.

Julian unterschreibt das

Urteil digital, somit ist es wirksam.

Die beteiligten Parteien bekommen

nun eine Meldung, wie

das Verfahren ausging. „Damit ist

der Fall für mich abgeschlossen.“

Damit Julian heute hier in Robe

sitzen und über Schuld und Strafe

entscheiden kann, musste er

hart arbeiten und sich viel Wissen

aneignen. Nach dem Abitur

und einem FSJ, begann er in Erlangen

Jura zu studieren. Das

Studium gliedert sich in ein

Grundlagenstudium, bestehend

aus vier Semestern und einem

Hauptstudium ab Semester fünf.

Abschließend folgt das erste

Staatsexamen. Sechs aufeinanderfolgende

Klausuren à fünf

Stunden sowie eine große mündliche

Prüfung müssen dafür absolviert

werden. Doch das reichte

Julian noch nicht: „Wer vor Gericht

auftreten möchte – und das

war mein Ziel – benötigt zwingend

das zweite Staatsexamen.“

Von der Serie „Suits“

inspiriert

Sein Studium ging also weiter. Es

folgte ein zweijähriges Referendariat,

bei dem er mehrere

ZIVIL- VS.

STRAFRECHT

Das Zivilrecht regelt das

Verhältnis von Bürgerinnen

und Bürgern untereinander.

Hier geht es beispielsweise

um Ansprüche aus Verträgen

oder Schadensersatzansprüche.

Vor Gericht

stehen sich dann die betroffenen

Parteien gegenüber.

Beim Strafprozess geht es

um strafbare Handlungen

wie zum Beispiel Körperverletzung

oder Raub, an

deren Verfolgung der Staat

ein Interesse hat. Hier gibt

es einen oder mehrere Angeklagte

sowie die Staatsanwaltschaft.

alles. Man muss einen bestimmten

Punkteschnitt erreichen, um

überhaupt für eine Richterstelle

infrage zu kommen.“

Ihm gelang es. Julian bewarb sich

für den höheren Justizdienst und

wurde dem Landgericht Ellwangen

zugeordnet, genauer dem

dazugehörigen Amtsgericht in

Schwäbisch Gmünd. Nun befindet

er sich in der vierjährigen Assessorenzeit.

Zwei Jahre lang arbeitet

er als Richter „auf Probe“

am Amtsgericht, anschließend

verbringt er zwei Jahre bei der

Staatsanwaltschaft. Erst danach

kann er als Richter auf Lebenszeit

ernannt werden.

Nun gilt es, möglichst viel Erfahrung

im Beruf zu sammeln. Bereits

jetzt darf der Ellwanger eigenständig

Verhandlungen

führen und Entscheidungen treffen.

Sein offizieller Titel lautet

Straf- und Zivilrichter. „Zu meinen

typischen Verhandlungen

gehören beispielsweise Klagen

im Mietrecht. Ruhestörungen,


NEXT STEP MACHER |23

Zahlungsverzug oder Probleme

mit Räumungen beispielsweise.

Aber auch Unterlassungsansprüche

kommen öfter vor – wenn

zum Beispiel ein Unternehmen

möchte, dass negative und angeblich

unwahre Google-Rezensionen

gelöscht werden sollen“,

berichtet Julian. Auch Verkehrsunfälle

sowie Beleidigungen landeten

schon auf seinem Tisch.

Hoher Anspruch

an sich selbst

Bevor es zu einer Verhandlung

kommt, sichtet der junge Richter

die Prozessakten und macht sich

mit dem jeweiligen Fall vertraut.

Erweist sich ein Sachverhalt als

unklar, muss Julian eine Beweisaufnahme

anordnen. Dann sind

die Parteien dazu aufgefordert,

mithilfe von Zeugen oder Sachverständigenaussagen

zur Klärung

des Falls beizutragen.

Dienstags und donnerstags hat

der 30-Jährige Sitzungstage – Verhandlungen

mit ihm als

Richter finden an diesen

Tagen statt. Im Zivilrecht

steht zuerst immer eine

Güteverhandlung an. Hier

wird besprochen, ob die

Parteien eine Einigung finden,

um damit den Rechtsstreit

sofort zu beenden. Wird

kein Konsens gefunden, folgt

die mündliche Verhandlung.

Hier können die Parteien Anträge

stellen und es findet die Beweisaufnahme

statt. Mit den

vorliegenden Fakten entscheidet

Julian dann, ob er die Klage

abweist oder zulässt und fällt,

sollte letzteres der Fall sein, ein

Urteil. Manchmal sei die Sachlage

eindeutig, bei anderen Fällen

müsse er abwägen, berichtet

er. „Mein Anspruch an mich

selbst ist, mich so gut vorzubereiten

und die Rechtslage so gut

zu durchdringen, dass ich nachher

sagen kann: Ich bin mit meiner

Entscheidung absolut fein.“

Rückblickend kann

ich sagen: Die Mühe

lohnt sich auf jeden Fall!

Bevor es zur Verhandlung kommt, studiert Julian Bauderer die Akten.

Der 30-Jährige hat seinen

Traumberuf gefunden. „Das

selbstständige Arbeiten, die Unabhängigkeit,

das tolle Miteinander

mit den Kollegen und

auch die moderne Arbeitsweise

mit digitalen Akten sind großartig“,

sagt er und fügt hinzu: „Das

Jura-Studium war hart und man

kommt an seine Belastungsgrenzen.

Aber rückblickend

kann ich sagen: Die Mühe lohnt

sich auf jeden Fall!“

Von Eileen Schirle

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24| NEXT STEP MACHER

Für Lisa-Marie Konle war

die Praxisübernahme ein

echter Glücksgriff.

Foto: Eileen Schirle

Lisa-Marie Konle hat sich einen Traum erfüllt:

eine eigene Praxis. In Stimpfach behandeln sie

und ihr Team Patienten auf einer Fläche von

rund 200 Quadratmetern.

Stolz führt Lisa-Marie

Konle durch die helle

und einladende Praxis:

Fünf Behandlungsräume,

ein großzügiger Empfangsbereich,

Platz für Fitness- und

Trainingsgeräte sowie ein großer

Kursraum mit moderner Ausstattung.

Seit Januar 2026 gehört

die Praxis der ausgebildeten

Physiotherapeutin. „Damit geht

ein echter Traum für mich in Erfüllung“,

sagt sie.

Dass sie in ihrem Berufsleben etwas

mit Menschen machen

möchte, war für die 26-Jährige

schon früh klar. Ihre Begeisterung

für die Physiotherapie hat

sie bei einem freiwilligen Praktikum

im Krankenhaus entdeckt.

Es sei eine schöne und erfüllende

Aufgabe, Patienten über einen

längeren Zeitraum zu begleiten

und bei körperlichen

Leiden oder Einschränkungen

weiterzuhelfen, berichtet Lisa-Marie.

Nach ihrem Realschulabschluss

hat sie sich deshalb für

eine Ausbildung zur Physiotherapeutin

entschieden. Dafür besuchte

sie die Bernd-Blindow-

Schule in Aalen. Die schulische

Ausbildung dauert drei Jahre

und kostet – wenn man eine Privatschule

besucht, wie Lisa-Marie

es getan hat – auch Schulgeld.

„Zu meiner Zeit waren es mehrere

hundert Euro im Monat, was

schon einiges ist. Mittlerweile

JUNGE

PHYSIOTHERAPEUTIN

STARTET DURCH

wurden die Kosten aber glücklicherweise

deutlich gesenkt.“

Während der Ausbildung lernte

Lisa-Marie alles rund um den

menschlichen Körper. Beispielsweise

wie der Bewegungsapparat

eines Menschen aufgebaut

ist. Außerdem standen die Fächer

physiotherapeutische Befund-

und Untersuchungs- sowie

Behandlungstechniken auf

dem Stundenplan. Neben der

Theorie beinhaltete die Ausbildung

auch viel Praxis. Lisa-Marie

sammelte viele Erfahrungen in

diversen Praxen, Krankenhäusern

und Rehakliniken, um das

Gelernte direkt an Patienten anzuwenden.

„Das Schöne ist, dass

man in dieser Zeit einen Einblick

in ganz verschiedene Richtungen

bekommt – Orthopädie, Chirurgie,

Neurologie, Gynäkologie,

Pädiatrie, innere Medizin. Die

Ausbildung ist wirklich umfassend“,

erzählt sie. Nach ihrem

Abschluss im Jahr 2019 arbeitete

sie mehrere Jahre als angestellte

Physiotherapeutin in einer Praxis

in Satteldorf. Währenddessen

standen für sie immer wieder

umfangreiche Fortbildungen an,

„denn in diesem Beruf gibt es

keinen Stillstand“, merkt Lisa-Marie

an.

Ein echter Volltreffer

Dass sie nun heute Besitzerin einer

eigenen Praxis ist, ist dem Zufall

geschuldet. Über Bekannte

hat sie 2023 erfahren, dass Physiotherapeut

Roland Leitner seine

Praxis in Stimpfach altersbedingt

abgeben möchte. „Ich

komme ja auch aus Stimpfach

und wusste eigentlich schon immer,

dass ich mich irgendwann

einmal selbständig machen

möchte. Als ich von Rolands Plänen

erfahren habe, dachte ich

mir: Das könnte was für mich

sein“, erinnert sich die 26-Jährige.

Sie fasste sich ein Herz, rief einfach

in der Praxis an und bat den

Chef um ein unverbindliches Gespräch.

„Als er mich dann durch

die Praxis führte, hatte ich schon

erste Visionen im Kopf. Ich wusste,

das könnte ein echter Volltreffer

sein.“ Da Lisa-Marie bereits

viele wichtige Fortbildungen und

Scheine absolviert hatte, konnte

sie sich ganz auf die Praxis konzentrieren

– und so stand auch

für Roland Leitner fest, dass sie

seine Nachfolgerin werden soll.

Um Lisa-Marie den Schritt in die

Selbstständigkeit so angenehm

wie möglich zu gestalten, vereinbarten

sie eine Übergangszeit

von einem Jahr. Rückblickend,

sagt die Stimpfacherin, sei das


NEXT STEP MACHER |25

der absolut richtige Weg gewesen:

„Ich konnte das Team und

die Praxisabläufe kennenlernen

und hatte Zeit, die Räume etwas

zu modernisieren und alles Mögliche

für die Übergabe in die Wege

zu leiten.“ Seit 1. Januar 2026

ist sie nun offiziell die Geschäftsführerin

von „PHYSIO Stimpfach,

Therapie & Bewegung“ und

führt ein achtköpfiges Team aus

Physiotherapeuten, Empfangsund

Büromitarbeitern.

Zum Neustart wurden nicht nur

der Name und das Logo angepasst,

sondern auch die Behandlungsräume

auf Vordermann gebracht.

Frische weiße Farbe ziert

jetzt die Wände, teilweise wurde

ein neuer Fußboden verlegt. Zudem

hat Lisa-Marie einige neue

Geräte angeschafft. Seit kurzem

bietet sie auch Kurse wie beispielsweise

Pilates oder Rückenfit

an. Einige Extras, beispielsweise

die Behandlung mit

Naturfango, ein mit zahlreichen

Ich wusste schon immer,

dass ich mich irgendwann

einmal selbstständig

machen möchte.

Mineralien angereicherter

Schlamm, hat sie von ihrem

Vorgänger beibehalten.

Unterstützung der Familie

Doch natürlich läuft bei einer

solchen Praxisübernahme nicht

alles reibungslos und Lisa-Marie

musste sich in einige Themen einarbeiten.

„Die Bürokratie war

sicherlich die größte Herausforderung“,

erinnert sie sich. Sie

musste mit diversen Ämtern

kommunizieren, Anträge stellen,

Dokumente anfordern, und und

und. „Roland, mein Freund und

auch unsere Familie haben mich

hier sehr unterstützt. Dafür bin

ich sehr dankbar“, so Lisa-Marie.

Durch zahlreiche Fortbildungen hat sich Lisa-Marie viel Wissen

angeeignet – das half ihr auch bei der Praxisübernahme. Foto: privat

In Zukunft gilt es, die Praxis weiter

zu digitalisieren. Unter anderem

sollen neue Softwareprogramme

die Kommunikation mit

Ärzten verbessern und das Auslesen

der Patienten-E-Akte möglich

machen. Zudem möchte sich

die Physiotherapeutin weiter

fortbilden und das Behandlungsspektrum

um weitere Therapiemöglichkeiten

erweitern.

Von Eileen Schirle

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26| NEXT STEP MACHER

Mit Sam Harjungs Algorithmus erstellt

die App aus den Social-Accounts der

User Matching-Profile. Foto: privat

EINE DATING-APP

OHNE FAKE-PROFILE

Irgendwann fand

ich Tinder nur noch

anstrengend.

Vom Studium zum Start-up: Sam Harjung aus Bühlerzimmern lernte Informatik an der Dualen

Hochschule – und programmierte irgendwann eine völlig neuartige Dating-App. Mit Erfolg.

Dass er es damit so

weit bringen würde,

hätte der 28-Jährige

nicht gedacht. An einem

Nachmittag im September

vergangenen Jahres fand sich

Sam mit seinem Kommilitonen

Lukas Sanwald am Campus Künzelsau

vor einer Jury wieder und

präsentierte dort: „Mutually“, eine

App, die Dating zu einem völlig

neuen Erlebnis machen soll.

Worum es geht, beschreibt Sam

aus eigener, leidvoller Erfahrung.

„Irgendwann fand ich Tinder nur

noch anstrengend“, erinnert er

sich. Diese Oberflächlichkeit,

der zeitliche Aufwand und vor allem:

„Immer auch diejenigen,

die sich um Jahre jünger machen

in ihrem Profil.“

Der Prof war begeistert

Das muss doch besser gehen,

dachte er sich. Das war 2018.

Sam studierte damals Informatik

an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

in Mannheim

und arbeitete parallel bei Syntegon

in Crailsheim in der Software-Entwicklung.

Aus erstem

abendlichen Herumprogrammieren

wurde bald ernst: Sam

schlug die Entwicklung der neuen

App seinem Prof als Thema für

eine Studienarbeit vor – und der

war sofort begeistert. Ebenfalls

dabei: zwei weitere Kommilitonen,

wie Sam auch Dualstudenten

bei Syntegon. Sören Krüger

und Jens Langkammerer machten

beim Schreiben der Studienarbeit

mit.

Inzwischen ist aus dem Dreierteam

die Connecture UG mit Sitz

in Bühlerzimmern hervorgegangen,

und die App ist live. Mutually

gibt es jetzt im Play Store und

demnächst auch im App Store.

Wenn man sie auf sein Smartphone

lädt, versteht man schnell,

worin sich Mutually von bisheri-


NEXT STEP MACHER |27

gen Dating-Apps unterscheidet.

Wer hier sein Profil faken will, hat

keine Chance. Der Grund: Mutually

funktioniert völlig anders.

Anstatt beliebige Interessensgebiete

vorzugeben, verknüpft der

Nutzer sein Profil mit bestehenden

Social-Media-Accounts:

Über Schnittstellen, die in der

Software hinterlegt sind, kann

der User so seine Profile auf

Plattformen wie Reddit, Steam,

Spotify, Youtube oder Twitch

freischalten und seinem Mutually-Profil

hinzufügen.

Die App vergleicht die verknüpften

Social-Media-Profile und

sucht nach Usern, die zusammenpassen.

Konkret: Beim klassischen

Swipen sieht man, ob ein

anderer User ähnliche Interessen

auf diesen Plattformen teilt.

Mehr noch: Mutually zeigt sogar

einen Score an. Zum Beispiel 23

Prozent Übereinstimmung zwischen

Julia und Tom. „Und das

ist echt schon ein guter Wert“,

ordnet Sam ein.

Sieger bei

Hohenlohe 4 Talents

Den Algorithmus hat er selbst geschrieben,

als Teil seiner Masterarbeit

im Wintersemester

2023/2024. Als die fertig war, trafen

die drei Kommilitonen wichtige

Entscheidungen: Sie gründeten

die UG, also eine sogenannte

Unternehmergesellschaft, und

holten einen vierten Partner an

Bord: Lukas Sanwald aus Schwäbisch

Hall, Freund von Sam aus

Grundschultagen und studierter

Wirtschaftswissenschaftler. „Unser

Mann fürs Business“, meint

Sam augenzwinkernd. Er kümmert

sich bei dem jungen Startup

ums Kaufmännische und um

Vermarktungsfragen.

Und die Sache am Campus Künzelsau,

letzten September?

„Richtig“, sagt Sam, und kann es

immer noch nicht glauben:

„Das war der Ideenwettbewerb

Hohenlohe 4 Talents.“ Lukas‘

Spürsinn war es zu verdanken,

dass sich das Team bei dem begehrten

Contest des Netzwerks

Hohenlohe Plus bewarb. Und

prompt gewann. Mit den einmalig

5000 Euro plus ein Jahr

lang 900 Euro monatlich für die

Arbeit von zwei Gründern ausgestattet,

wollen die jungen Macher

durchstarten: „Da wir

selbst programmieren und uns

noch keine Gehälter auszahlen,

können wir mit dem Geld eine

Menge anfangen“, freut sich

Sam. Vor allem Marketing ist

jetzt angesagt, und so soll bald

schon eine erste Werbekampagne

auf Instagram starten. Die

Ziele sind ambitioniert: 75.000

monatliche User binnen zwei

Jahren halten die vier für absolut

machbar.

Von Antonio De Mitri

Wahnsinn, was man

alles schaffen kann.

Wenn man als Team zusammenhält.

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30| NEXT STEP WISSEN

GUT ZU WISSEN

Sechs kuriose Fakten

über den Menschen.

von Alisa Grün

Wachstum

ein Leben lang

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass

die Ohren offenbar ein Leben lang wachsen

und damit bei älteren Menschen besonders

groß sind. Wie die anderen Körperteile

wachsen Ohren zunächst in der Kindheit

und Jugend, sie werden aber auch im Alter

noch größer und legen während des Erwachsenenlebens

um gut einen Zentimeter

zu. Bei der Nase verhält es sich ähnlich – sie

wächst ab dem 30. Lebensjahr noch um etwa

0,8 Zentimeter weiter.

Foto: deagreez/adobe.stock.com

Ein Nagel Eisen

im Körper

Der menschliche Körper enthält normalerweise

etwa drei bis fünf Gramm Eisen. Diese Menge

reicht tatsächlich aus, um daraus einen kleinen,

handelsüblichen Nagel von rund 7,5 Zentimetern

zu schmieden. Wichtig: Das Spurenelement ist

super wichtig für zahlreiche Funktionen wie etwa

die Zellatmung, der Körper kann es aber nicht

selbst herstellen. Es muss über die Nahrung aufgenommen

werden.

Foto: olhastock/adobe.stock.com

Pump it!

Das menschliche Herz

schlägt im Durchschnitt

etwa 100.000-mal am Tag.

Bei einer normalen Herzfrequenz

von 60 bis 80

Schlägen pro Minute (in

Ruhe) pumpt das Organ

dabei rund vier Tonnen

Blut durch den Körper.

Und wie groß ist das Organ

eigentlich? Als bekannte

und wortwörtliche „Faustformel“

für die Größe des

Herzens kann die eigene

geballte Faust hergenommen

werden. In Zentimeter

wird die durchschnittliche

Herzgröße bei einem

Erwachsenen mit circa 15

x 10 Zentimeter angegeben.

Foto:Guido/adobe.stock.com

Wir essen 30 Tonnen

Lebensmittel

Damit wir existieren können, müssen wir zerstören: Der Körper braucht

Baustoffe und Energie, um zu wachsen, Gewebe zu erneuern und die

komplexe Stoffwechselmaschinerie im Organismus in Gang zu halten.

Das funktioniert nur, wenn wir ständig kalorienreiche Nahrung zu uns

nehmen, sie in ihre Einzelteile zerlegen und diese neu zusammensetzen

oder in unseren Zellen verfeuern. Auf diese Weise schleusen wir im Laufe

eines Lebens gut 30 Tonnen feste Lebensmittel und 50.000 Liter Flüssigkeit

durch den Körper.

Foto: Liubov Levytska/adobe.stock.com


NEXT STEP WISSEN |31

Pobacke, Kaumuskel

oder Zunge?

150 Badewannen

voll Spucke

Wenn man nach der Größe und der Kraft, die auf den Knochen

ausgeübt werden kann, schaut, dann ist der Gluteus Maximus

in der Pobacke der stärkste Muskel im Körper. Dieser

läuft vom Becken bis zum Oberschenkelknochen. Wer nach

dem Muskel sucht, der die meiste Kraft auf ein externes Objekt

ausführen kann, dann ist der Kaumuskel – der Muskel, der

den Unterkiefer bewegt – der Gewinner. Auch die Zunge wird

häufig als stärkster Muskel bezeichnet, was so nicht ganz richtig

ist: Die Zunge ist nämlich kein Muskel, sondern eine

Sammlung von Muskeln.

Foto: anetlanda /adobe.stock.com

Wusstest Du, dass man am Tag 0,5 bis 1,5 Liter Speichel produziert?

Das ist im Durchschnitt hochgerechnet ganz schön viel

– geht man von einer Lebensdauer von rund 80 Jahren und einem

Liter Speichel pro Tag aus, ergibt das 29.200 Liter Spucke.

So viel, wie ungefähr in 150 Badewannen passt. Speichel besteht

übrigens zu über 99 Prozent aus Wasser und enthält Elektrolyte,

Enzyme, Schleimstoffe, Antikörper und Zellen.

Foto: Tatty/adobe.stock.com

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32| NEXT STEP WISSEN

Chaotische Zustände ade: Wer seine Unterlagen

strukturell ordnet, behält den Überblick und hat

mehr Zeit für andere Dinge Foto: Africa Studio/Adobe Stock

KAMPFANSAGE

AN DIE

PAPIERSTAPEL

Zeugnisse, Urkunden, Schreiben von Versicherungen: Unterlagenchaos kennt wohl jeder. Wie behält

man den Überblick über wichtige Dokumente? Ordnungsexpertin Angelika Weidner hat Tipps.

Frau Weidner, was sind die

häufigsten Fehler, die

Schüler und Studierende

beim Umgang mit ihren

Unterlagen machen?

Sie kennen sich oft einfach zu wenig

mit dem Sortieren von Dokumenten

aus. Das ist häufig noch

Sache der Eltern. Und durch das

fehlende Wissen werden dann

einfach alle Papiere und Unterlagen,

die man bekommt, behalten.

Mit der Zeit sammelt sich so

ein großer Stapel an und man ist

mit der Masse überfordert.

Warum ist es überhaupt

wichtig, Ordnung im

Papierkram zu halten?

Weil man dadurch von Anfang an

Stress und den benötigten Zeitaufwand

reduziert. Irgendwann

im Leben kommen entscheidende

Stationen, bei denen man Anträge

stellen muss – beispielsweise

für Bafög oder andere

Zuschüsse. Wer dann seine Unterlagen

im Griff hat, weiß wo alles

abgelegt ist, verfällt nicht in

Panik und hat schnell alles beisammen.

Welche Grundausstattung

empfehlen Sie für die Organisation

von Dokumenten?

Auf jeden Fall einen Locher, einen

Ordner, Trennkarten oder

ein Register sowie einen Scanner

oder eine Scanner-App. Letzteres

ist dafür gedacht, Dokumente zu

digitalisieren. Deswegen empfehle

ich auch, sich eine Cloud

sowie Platz auf einer Hardware –

eine externe Festplatte zum Beispiel

– anzulegen. Digitale Dokumente

sollten immer zweifach

abgespeichert werden, sodass

man einerseits von überall auf

die Unterlagen zugreifen kann

und andererseits ein Backup hat.

Idealerweise pflegt man analog

und digital dieselbe Ordnerstruktur.

Wie entscheidet man überhaupt,

welche Dokumente

wichtig sind und aufgehoben

werden sollten und welche

nicht?

Die gute Nachricht ist: Als Privatperson

hat man kaum Aufbewahrungspflichten.

Nahezu alle

Dokumente kann man von den

DIE EXPERTIN

Angelika Weidner ist zertifizierte

Ordnungsexpertin

mit Schwerpunkt Papierkram.

Sie hilft Menschen

dabei, ihren Papierkram zu

sortieren, reduzieren und

strukturieren. Weidner ist

Mutter von zwei Kindern

und lebt in Sulzbach an

der Murr. Weitere Informationen

zu ihr gibt es online

unter www.ordnungsplatz.

de, auf Instagram

@ordnungsplatz, per

E-Mail an info@ordnungsplatz.de

oder telefonisch

unter 01 57 / 57 40 76 84.

jeweiligen Stellen und Behörden

neu anfordern, sollte man etwas

aus Versehen weggeschmissen

haben. Aufbewahren sollte man

alle Unterlagen, die steuer- oder

rentenrelevant sind: Immatrikulations-

und Exmatrikulationsbescheinigungen,

Abschlusszeugnisse,

Meldebescheinigungen

zur Sozialversicherung und

und und. Falls man eine Steuererklärung

macht, gilt die Richtlinie

Belege vier bis sechs Jahre

lang aufzubewahren. Und was

Unterrichtsmaterialien angeht:

Ich empfehle nichts davon nach

den Prüfungen zu behalten. Viele

denken, man schlägt dort irgendwann

etwas nach – aber das

macht wirklich kaum jemand.

Also lieber Platz schaffen!

Wie sieht denn eine gute

Ordnerstruktur aus?

Am besten teilt man alles in Kategorien

ein. In die Kategorie „Persönliches“

gehören Zeugnisse,

Urkunden, die Patientenverfügung

und weitere persönliche

Unterlagen. Unter „Gesundheit“

fallen Befunde und Krankenversicherungsunterlagen.

Zum

Stichwort „Arbeit“ gehören Arbeitsverträge,

Gehaltsabrechnungen

und Arbeitszeugnisse.

Die Kategorie „Rente“ beinhaltet

alle Unterlagen der Rentenversicherung.

Zu „Finanzen“ zählen

Bankunterlagen, zu „Versicherungen“

dementsprechend alle

Schreiben von Versicherungen,

zu „Steuern“ die Steuerbeschei-


NEXT STEP WISSEN |33

de und alles für die Steuererklärung.

Unter „Rechnungen“

fallen alle Verträge, Kassenbons

und Abos. Weitere Kategorien

wären „Wohnen“ und „Kfz“ –

aber das trifft sicherlich nicht auf

jeden Jugendlichen zu. Natürlich

kann man manche Kategorien

auch zusammenfassen.

Lohnt es sich, digitale

Dokumente zusätzlich

auszudrucken?

Nein. Wenn ich etwas digital

erhalten habe und es online abgespeichert

habe, muss ich es

nicht zusätzlich ausdrucken.

Vielmehr gilt auch: Wenn ich etwas

in Papierform vorliegen habe,

es einscanne und online ablege,

kann ich das Original

vernichten – außer es sind beglaubigte

Urkunden oder ähnliches.

Wichtig ist, dass man seine

digitalen Unterlagen pflegt, sie

richtig benennt und korrekt abspeichert.

Was kann man tun, wenn

sich der Papierstapel immer

wieder anhäuft?

Regelmäßige Routinen sind

wichtig. Jeder sollte sich einmal

in der Woche fünf Minuten oder

einmal im Monat 15 Minuten

Zeit nehmen, aktuelle Unterlagen

einzuscannen beziehungsweise

abzuheften. Dann

bleibt der Stapel

schön klein.

Wie kann

man Ordnung

halten, wenn

man wenig Platz

im Zimmer hat

oder wenn man

zwischen mehreren

Wohnorten pendelt?

Unterlagen digitalisieren! So benötigt

man einfach weniger Ordner

und hat alle wichtigen Dokumente

immer bei sich, egal ob

man nun Zuhause oder unterwegs

ist.

Gibt es eine

goldene Regel

für dauerhafte

Ordnung im

Papierkram?

Routine, Routine,

Routine. Wenn

man sich regelmäßig

Zeit

Wenn ich etwas digital

erhalten habe, muss ich es

nicht zusätzlich ausdrucken.

nimmt und seine Unterlagen gut

strukturiert, hat der Papierstapel

keine Chance immer größer und

größer zu werden.

Von Eileen Schirle

Angelika Weidner ist

zertifizierte Ordnungsexpertin.

Foto: privat

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34| NEXT STEP WISSEN

DURCHSTARTEN

IN DIE WEITER-

BILDUNG

Wer noch nicht am Ende seiner Karriereleiter stehenbleiben will, muss

oft nochmal in der Schule Gas geben. Das Ausbildungsförderungsgesetz

(AFBG) sorgt dafür, dass das eigene Konto geschont wird.

Seit 2009 wird unter anderem

eine zweite

Aufstiegsfortbildung

gefördert:

Die Einführung eines Darlehensteilerlasses

bei bestandener

Prüfung wurde beschlossen, zudem

gab es mehr Anreize zur

Existenzgründung. Sieben Jahre

später wurden die Förderleistungen

des AFBG erneut erhöht.

Im Sinne der Gleichwertigkeit

von allgemeiner und beruflicher

Bildung erhielten Bachelor-Absolventen

und -Absolventinnen

den Zugang zur geförderten Aufstiegsfortbildung.

Aus dem bereits

erfolgreichen Meister-BAföG

wurde das

Aufstiegs-BAföG. Dessen Erfolgsgeschichte

wurde 2020 fortgeschrieben:

Nun wird der Aufstieg

auf der Karriereleiter Schritt

für Schritt auf allen drei Fortbildungsstufen

bis auf das „Master-Niveau“

ermöglicht.

Geförderte freuen sich über höhere

Zuschussanteile, höhere

Freibeträge und höhere Darlehenserlasse.

Die finanzielle Unterstützung

erfuhr eine deutliche

Anhebung, insbesondere

wurde die Unterhaltsförderung

angepasst – sie muss nun nicht

mehr zurückgezahlt werden.

Mehr als drei Millionen Abschlüsse

hat das AFBG damit ermöglicht,

der Staat hat insgesamt

rund zehn Milliarden Euro dafür

zur Verfügung gestellt. Im Laufe

der Jahre hat der Gesetzgeber die

Regelungen kontinuierlich an

gesellschaftliche Entwicklungen

und die Bedarfe angepasst.

Grafik: svtdesign/Adobe Stock

Berufliche und akademische

Bildung sollen gleichgestellt

sein

Schon 1996 war es ein gemeinsames

Anliegen von Bund und

Ländern, die Gleichwertigkeit

von beruflicher und akademischer

Bildung zu installieren,

2002 wurde die Attraktivität des

Förderangebotes ausgebaut. So

wurden die Gesundheits- und

Pflegeberufe und mediengestützter

Unterricht in den Förderbereich

einbezogen. Bereits

damals gab es erste Verbesserungen

für die Förderung von Familien

und Alleinerziehenden.

Zudem wurde das Meisterstück

erstmalig in die Förderung

mit einbezogen.

Wer sich mit einem Lehrgang

oder an einer Fachschule auf eine

anspruchsvolle berufliche

Fortbildungsprüfung in Volloder

Teilzeit vorbereitet, erhält

Beiträge zum Lebensunterhalt

anteilig, Zuschüsse zu Kosten

von Lehrgängen und zinsgünstige

Darlehen. Gefördert werden

Fortbildungen öffentlicher und

privater Träger in Voll- und Teilzeit,

die fachlich gezielt auf öffentlich-rechtliche

Prüfungen

nach dem Berufsbildungsgesetz,

der Handwerksordnung oder auf

gleichwertige Abschlüsse nach

Bundes- oder Landesrecht vorbereiten.

Eine Altersgrenze besteht

für die Förderung mit dem

Aufstiegsfortbildungsfördrungsgesetz

nicht. Um die AFBG-Förderung

zu beziehen, müssen die

Voraussetzungen der jeweiligen

Fortbildungsordnung für die

Prüfungszulassung oder die Zulassung

für die angestrebte

fachschulische

Fortbildung

(Vorqualifikation)

erfüllt sein. Auch als

Studienabbrecher oder Abiturient

ohne Erstausbildungsabschluss,

aber mit der von der

Fortbildungsordnung geforderten

Berufspraxis für ihre Fortbildung,

kann eine AFBG-Förderung

erhalten werden.

Voraussetzung ist, dass dies in

der entsprechenden Prüfungsordnung

so vorgesehen

ist.

Förderungen müssen

nicht zurückgezahlt

werden

Die Förderung mit AFBG umfasst

Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt

werden müssen.

Hinzu tritt die Möglichkeit, ein

zinsgünstiges Darlehen bei der

Kreditanstalt für Wiederaufbau

(KfW) über die Differenz zwischen

Zuschussanteil und maximalem

Förderbetrag abzuschließen.

Die Zuschussanteile

variieren je nach Fördergegenstand.

Von Andreas Brücken


NEXT STEP WISSEN |35

STARTSCHUSS

FÜR DIE

KARRIERE

APRIL

18.04. Berufsinfotag,

Gewerbepark Hohenlohe Waldenburg

21.04. Azubi-Spot, Jobmesse

im Cinemaxx Heilbronn

24.04. Wimpfener Lehrstellenbörse,

Kursaal Bad Wimpfen.

24.04. Karriere-Kick Hohenlohe,

Hochschule Heilbronn – Campus Künzelsau

25.04. Berufsinfotag, Hangar Crailsheim

Direkt mit Ausbildern und Personalverantwortlichen

ins Gespräch kommen, alles über Berufe

und Studiengänge erfahren, einen guten ersten

Eindruck hinterlassen und sich vielleicht auch

gleich einen Praktikumsplatz sichern:

All das ist auf Berufsinfotagen und Bildungsmessen

möglich. Hier sind die wichtigsten

Daten zu den kommenden Infoveranstaltungen

zum Vormerken.

MAI

08.05. Berufsinfotag,

Mehrzweckhalle Rothenburg o.d.T.

09.05. VR Bank Job-Börse,

Kocherwiesen Schwäbisch Hall

28.05. Abi-Zukunft, Konzert- und Kongresszentrum

Harmonie Heilbronn

JUNI

19. & 20.06. Bildungsmesse Heilbronn,

Intersport RedBlue Heilbronn

20.06. Berufsinfotag, Berufsschulzentrum Künzelsau

27.06. Berufsinformationstag (BIT),

Bildungszentrum Bestenheid Wertheim

Foto: Sunlight/Adobe Stock

DEIN START IN DIE ZUKUNFT?

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Mit über 25 Ausbildungsberufen & Studiengängen in kaufmännischen, technischen und

IT-Berufen eröffnet Würth Elektronik vielfältige Karrierewege. Seit 25 Jahren steht unsere

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36| NEXT STEP WISSEN

GUT ABGESICHERT:

DIESE FÜNF POLICEN

BRAUCHEN AZUBIS

Mit ihrem Abschluss

tauchen Schülerinnen

und Schüler mehr und

mehr ins Erwachsenenleben

ein. Und dazu

gehört auch der

Kontakt mit Versicherungen.

Doch welche

Policen sind eigentlich

sinnvoll?

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Der Schulabschluss ist

in der Tasche, der

Start in die Berufsausbildung

steht

kurz bevor. Für junge Leute ändert

sich damit vieles. Sie fangen

an, auf eigenen Beinen zu stehen

– auch was Versicherungsbelange

angeht. Die Verbraucherzentrale

Baden-Württemberg erklärt, welche

fünf Policen Azubis unbedingt

haben sollten.

1. Krankenversicherung

Auszubildende sind in der gesetzlichen

Krankenversicherung

versichert. Doch wer beruflich

oder privat ins Ausland reist,

brauche zusätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung,

sagt Verbraucherschützerin Martina

Brehme. Eine medizinische

Behandlung oder der Rücktransport

könnten sonst teuer werden.

2. Berufsunfähigkeitsversicherung

Werden Azubis infolge eines Unfalls

oder einer Krankheit berufsoder

erwerbsunfähig, bekommen

sie schon nach kurzer Zeit

kein Krankengeld mehr. „Wer

dauerhaft nicht arbeiten kann,

hat damit ein großes finanzielles

Problem“, sagt Brehme. Auf eine

Erwerbsminderungsrente haben

Azubis meist noch keinen Anspruch,

weil sie sich diesen erst

im Laufe der Arbeitsjahre erarbeiten.

Deswegen sollte der Abschluss

einer Berufsunfähigkeitsversicherung

oberste Priorität

haben. Sie leistet im Idealfall umfassenden

Schutz gegen dauerhaften

Einkommensausfall bei

Krankheiten oder Unfällen. Passiert

der Unfall im betrieblichen

Umfeld, sind Azubis über die Berufsgenossenschaft

abgesichert.

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NEXT STEP WISSEN |37

3. Private Haftpflichtversicherung

Die Privathaftpflichtversicherung

springt ein, wenn Versicherte

anderen einen Schaden

zufügen. Viele junge Leute sind

hier über den Tarif ihrer Eltern

mitversichert. Um auf Nummer

sicher zu gehen, sollte das aber

in den Versicherungsunterlagen

geprüft werden. Oft gelten die

Familientarife Brehme zufolge

über die Volljährigkeit hinaus bis

zur Beendigung der ersten Berufsausbildung.

Spätestens nach

dem Ende der Ausbildung brauchen

Azubis aber eine eigene

Privathaftpflichtversicherung.

4. Hausratversicherung

Nicht immer liegt der neue Arbeitgeber

in der Nähe des Elternhauses.

Wer also eine eigene

Wohnung bezieht, für den kann

sich der Abschluss einer Hausratversicherung

lohnen. Die Police

sichert das Wohnungsinventar

bei Beschädigungen zum

Beispiel durch Brand, Leitungswasserschäden,

Sturm, Einbruchdiebstahl,

Vandalismus

oder Raub ab. Verbraucherschützerin

Brehme gibt betroffenen

Azubis eine Faustregel an die

Hand: „Wer zum Beispiel nach

einem Brand den gesamten

Hausrat aus eigenen Mitteln

nicht wiederbeschaffen kann, für

den ist eine Hausratversicherung

sinnvoll.“

Sturm, Hagel und Überschwemmung.

Die teurere Vollkaskoversicherung

leistet zusätzlich zu

den Leistungen der Teilkaskoversicherung

auch für Schäden

durch mut- und böswillige

Handlungen anderer und für

Schäden durch selbst verschuldete

Unfälle.

dpa

Tut gar nicht weh: Einige

Versicherungsabschlüsse sind

für junge Menschen besonders

wichtig. Foto: Christin Klose/dpa-mag

WIR WISSEN NICHT

NUR WIR WIE, WISSEN SONDERN NICHT

NUR AUCH WIE, WARUM. SONDERN

AUCH DU AUCH? WARUM.

DU AUCH?

5. Kfz-Versicherung

Klar, die Kfz-Haftpflicht ist für

die Zulassung eines Autos Pflicht.

Für junge Menschen ergibt es

aus Kostengründen häufig Sinn,

das Auto über die Eltern zu versichern.

Wer ein Neufahrzeug oder

ein wertvolles Gebrauchtfahrzeug

fährt, sollte darüber hinaus

auch eine Kaskoversicherung

abschließen. „Das gilt insbesondere,

wenn Sie das Fahrzeug

über Kredit finanziert haben“,

sagt Martina Brehme. Mit einer

Teilkaskoversicherung ist das eigene

Fahrzeug gegen Beschädigung,

Zerstörung, Totalschaden

oder Verlust versichert – und

zwar in Fällen wie einem Brand,

bei Diebstahl und Unwettern wie

Wir suchen Zukunftsgestalter.

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38| NEXT STEP WISSEN

WENN ICH MAL

GROSS BIN,

DANN WERDE ICH…

Dass Geld alleine nicht glücklich macht, ist klar. Doch eine

finanzielle Sicherheit bringt etwas Gleichgewicht ins Leben.

Darum spielt bei der Berufswahl der Verdienst eine gewisse

Rolle, die letztlich jeder für sich selbst entscheiden muss.

Im vergangenen Jahr waren

die beliebtesten Ausbildungsberufe

bei Schulabgängern

der Kraftfahrzeugs

Elektroniker oder im Verkauf

und Handel, so die Zahlen des

Bundesinstituts für Berufsbildung

(BIBB).

Bei der Vergütung

gibt es Unterschiede

Für relativ viele Azubis legt ein

Tarifvertrag fest, wieviel sie während

ihrer Lehre verdienen. 2025

gab es dabei den höchsten Anstieg

bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen

seit 1996, wie

das BIBB mitteilt. Azubis in tarifgebundenen

Betrieben haben

2025 demnach im Durchschnitt

über alle Ausbildungsjahre hinweg

1.209 Euro brutto im Monat

und damit rund 76 Euro mehr als

2024 verdient.

Es gibt aber große Unterschiede

je nach Beruf, wie das BIBB in der

Auswertung feststellt. Die im gesamtdeutschen

Durchschnitt

höchste Vergütung nach Tarif

gab es im vergangenen Jahr für

Azubis im Beruf Milchtechnologe

mit monatlich 1.463 Euro. Auf

Platz zwei landete der Kaufmann

für Versicherungen und Finanzanlagen

mit 1.404 Euro.

Handwerks-Berufe oft bei

unter 1.000 Euro pro Monat

Ein Großteil, etwa 56 Prozent der

Auszubildenden, die in einem

tarifgebundenen Betrieb lernten,

erhielt im bundesweiten

Foto: deagreez/Adobe Stock

Durchschnitt eine Ausbildungsvergütung

von mehr als 1.200

Euro, etwa 20 Prozent mehr als

1.350 Euro.

Es gibt aber auch Berufe, bei denen

die tarifliche Ausbildungsvergütung

durchschnittlich unter

1.000 Euro pro Monat liegt.

Für 15 Berufe hat das BIBB einen

bundesweiten Durchschnittswert

von weniger als 1.000 Euro

ermittelt. Ein Großteil dieser Berufe

gehöre zum Handwerk,

heißt es – wie etwa die Ausbildung

zum Maler und Lackierer

die monatliche etwa 985 Euro in

der Tasche haben oder zum Bodenleger

mit 950 Euro. Der Aus-

wertung zufolge ist die Ausbildung

zum Friseur der Beruf mit

den insgesamt niedrigsten tariflichen

Ausbildungsvergütungen

(727 Euro).

Das BIBB wertet jährlich die tariflichen

Ausbildungsvergütungen

zum Stand 1. Oktober aus. In

die Berechnung der gesamtdeutschen

Durchschnittswerte fließen

dabei alle Ausbildungsberufe

ein, für die Daten vorliegen.

Die Werte werden jeweils über

alle Ausbildungsjahre hinweg

angegeben.

Ausbildung ohne

Tarifvertrag:

Mindestvergütung greift

Wichtig: Wer in einem Betrieb

ohne Tarifbindung oder ohne Tarifvertrag

ausgebildet wird, muss

häufig mit einer geringeren Vergütung

rechnen. Die Mindestausbildungsvergütung

legt

aber eine Untergrenze fest, die

Arbeitgeber nicht unterschreiten

dürfen. Die Grenzen werden

jährlich neu festgelegt: Wer zum

Beispiel 2026 eine Ausbildung

beginnt, bekommt demnach im

ersten Ausbildungsjahr mindestens

724 Euro monatlich. Im vierten

Ausbildungsjahr müssen es

dann 1014 Euro ein.

Zusätzlich gilt für nicht tarifgebundene

Betriebe: Die Ausbildungsvergütung

darf die für ihre

Branche und Region geltenden

tariflichen Sätze um maximal 20

Prozent unterschreiten.

dpa


NEXT STEP WISSEN |39

LUST AUF BERUFS-

ERFAHRUNGEN

Das duale Studium

bietet Praxis statt reine

Theorie. Es erfordert

aber auch eine hohe

Belastbarkeit und gute

Organisation.

Ein duales Studium ist

eine Form des Studiums,

bei der theoretische

Lehrveranstaltungen

an einer Hochschule

oder Berufsakademie mit praktischer

Arbeit in einem Unternehmen

kombiniert werden. Dabei

erwerben die Studierenden sowohl

einen akademischen Abschluss

als auch Berufserfahrung.

Der wesentliche Unterschied

zum herkömmlichen Studium

besteht darin, dass die Studierenden

im dualen Studium

direkt in den Arbeitsalltag eines

Unternehmens eingebunden

sind. Sie

wechseln regelmäßig

zwischen Theoriephasen

an

der Hochschule

und Praxisphasen

im Unternehmen.

Dadurch können

sie das erlernte

Wissen direkt in der Praxis

anwenden und umgekehrt theoretische

Kenntnisse aus dem

Studium in die Arbeitswelt einbringen.

Die Vorteile eines dualen Studiums

liegen vor allem in der Kombination

von Theorie und Praxis.

Die Studierenden erhalten frühzeitig

Einblicke in die Berufswelt,

knüpfen wichtige Kontakte

in der Branche und sammeln

wertvolle Erfahrungen. Zudem

Foto: deagreez/Adobe Stock

werden sie während des Studiums

vergütet und haben gute

Chancen auf eine Übernahme

im Unternehmen nach dem Abschluss.

Ein weiterer Vorteil ist

die hohe Praxisrelevanz des Studiums,

da die Unternehmen oft

gezielt auf die Bedürfnisse des

Arbeitsmarktes ausbilden.

Allerdings gibt es auch Nachteile

beim dualen Studium.

Die hohe Belastung

durch die

Kombination von

Studium und Arbeit

kann zu Zeitproblemen

führen

und erfordert eine

gute Organisation. Zudem

ist die Auswahl

an dualen Studiengängen

oft begrenzt

und nicht

in allen Fachrichtungen

verfügbar.

Auch die

Vergütung während

des Studiums

kann je nach Unternehmen und

Branche variieren.

Insgesamt bietet das duale Studium

eine attraktive Möglichkeit,

frühzeitig Berufserfahrung

zu sammeln und den Einstieg ins

Berufsleben zu erleichtern. Es ist

besonders für Studierende geeignet,

die praktisch veranlagt

sind und gerne früh Verantwortung

übernehmen möchten.

Von Andreas Brücken


40| NEXT STEP WISSEN

STUDIEREN IN

NÄCHSTER NÄHE

Baden-Württemberg

bietet viele attraktive

Hochschulen

LEGENDE

Universitäten

Pädagogische Hochschulen

Kunst- und Musikhochschulen

Akademie für Darstellende Kunst

Filmakademie

Popakademie

Hochschulen für

angewandte Wissenschaften

Hauptsitz

Standort

Duale Hochschule BW

Präsidium

Standort

Campus

Nichtstaatliche Hochschulen

Private Universitäten

Offenburg

Schwetzingen

Kehl

Bad Liebenzell

Rottenburg

Mannheim

Karlsruhe

Pforzheim

Hohenheim

Horb

Heidelberg

Mosbach

Backnang

Ludwigsburg

Göppingen

Nürtingen

Tübingen

Heilbronn

Stuttgart

Esslingen

Reutlingen

Bad Mergentheim

Künzelsau

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Gmünd

Geislingen

Ulm

Aalen

Heidenheim

Villingen-Schwenningen

Freiburg

Furtwangen

Albstadt

Trossingen Riedlingen

Biberach

Sigmaringen

Tuttlingen

Weingarten

Ravensburg

Lörrach

Konstanz

Friedrichshafen

QUELLE: MWK.BADEN-WU-

ERTTEMBERG.DE/DE/HOCH-

SCHULEN-STUDIUM/

ICH WILL

STUDIEREN!

Detaillierte Infos zu allen

Studienangeboten in

Baden-Württemberg und die

interaktive Hochschulkarte

findest du auf der Internetseite:

www.studieren-in-bw.de


NEXT STEP WISSEN |41

HS HEILBRONN

Hier treffen sich Tüftler, Mathe-Fans

und BWLer: An der Hochschule Heilbronn

gibt es Studiengänge in den

Bereichen Technik, Wirtschaft und

Informatik. Zum Beispiel stehen Maschinenbau,

Robotik und Tourismusmanagement

zur Auswahl.

www.hs-heilbronn.de

KÜNZELSAU

Mit Technik und Wirtschaft haben die

Studiengänge am Campus Künzelsau

der Hochschule Heilbronn zu tun.

Beispiele sind Wirtschaftsingenieurwesen-Energiemanagement,

Elektrotechnik,

BWL und Sozialmanagement

oder BWL und Kultur-,

Freizeit-, Sportmanagement.

www.hs-heilbronn.de/campus-kuenzelsau

Am Campus Schwäbisch Hall der Hochschule

Heilbronn. Foto: HHN

SCHWÄBISCH HALL

Am Campus Schwäbisch Hall dreht

sich alles ums Management: Von Finanzen

über Personalwesen bis hin

zum klassischen Vertrieb – der familiäre

Campus hat genau darin seine

Stärken.

www.hs-heilbronn.de/campus-schwaebisch-hall

DHBW HEILBRONN

Theoriephasen an der Hochschule

und Praxisphasen im Unternehmen

wechseln sich ab. Angeboten werden

etwa BWL mit Foodmanagement, Handel

und Dienstleistungsmanagement,

Wein – Technologie – Management

sowie BWL – Digital Business Management

und Wirtschaftsinformatik.

www.heilbronn.dhbw.de

Duale Hochschule Baden-Württemberg in

Heilbronn. Foto: Christiane Zahnder

Die Duale Hochschule in Heidenheim.

Foto: DHBW Heidenheim

DHBW HEIDENHEIM

Mehr als 20 national und international

anerkannte Bachelorstudiengänge

aus den Bereichen Gesundheit, Soziale

Arbeit, Technik und Wirtschaft

sind hier im Angebot – darunter

beispielsweise Angewandte Hebammenwissenschaft.

www.heidenheim.dhbw.de

DHBW MOSBACH

Studiengänge rund um die Digitalisierung,

international ausgelegte

Wirtschaftswissenschaften oder

doch eher ein Ingenieurstudium? Die

DHBW Mosbach und ihr Campus

Bad Mergentheim bieten viele duale

Studienmöglichkeiten.

www.mosbach.dhbw.de

HEILBRONN

Durch die Eröffnung des Campus der

TU München kannst du in Heilbronn

Uni-Luft schnuppern. Wenn du Ambitionen

hast, später in die Führungsetage

aufzusteigen, könntest du mit

den Management-Studiengängen hier

goldrichtig liegen.

www.wi.tum.de

Pädagogische Hochschule

Schwäbisch Gmünd. Foto: ph-sg

Hochschule Aalen. Foto: Jan Walford

SCHWÄBISCH GMÜND

Wer sich für Themen wie Bildung,

Gesundheit und Kulturen interessiert,

ist in der Pädagogischen Hochchule

Schwäbisch Gmünd richtig. Dort stehen

Lehramt, Pflegewissenschaft und

Integration zur Wahl.

www.ph-sg.de

AALEN

Die Hochschule Aalen ist eine der

forschungsstärksten Hochschulen in

Deutschland. Mitten im Süden bietet

sie über 60 innovative Studienmöglichkeiten,

darunter Angebote wie

Business Analytics, Digital Health

Management, International Marketing

and Sales, Leichtbau oder Wirtschaftsinformatik.

www.hs-aalen.de

SCHWÄBISCH GMÜND

Wenn du besonders kreativ bist,

dann solltest du die Hochschule

für Gestaltung im Blick behalten. In

Schwäbisch Gmünd lassen sich Produkt-,

Kommunikations- oder Interaktionsgestaltung

sowie das Internet

der Dinge studieren.

www.hfg-gmuend.de


42| NEXT STEP WISSEN

LEHRJAHRE SIND

KEINE HERRENJAHRE

Stimmt das? Während der Berufsausbildung haben sowohl Ausbilder als

auch Azubis Pflichten zu erfüllen und können gleichzeitig ihre Rechte

wahrnehmen.

Als Auszubildender

und Berufseinsteiger

gibt es viel Neues zu

entdecken, Erfahrungen

zu sammeln oder Fertigkeiten

zu erlernen und zu vertiefen.

Das erfordert natürlich viel

Ehrgeiz und Fleiß, bis das Ausbildungsziel

erreicht ist. Manchmal

mögen die gestellten Aufgaben

schwer, ja sogar unlösbar zu

sein. Doch Übung macht den

Meister und besonders auf den

ersten Stufen der Karriereleiter

klappt es nicht immer gleich auf

Anhieb. Davon sollte sich ein

Auszubildender nicht abschrecken

lassen, sondern sich ermutigt

fühlen, sich den Aufgaben

immer wieder aufs Neue zu stellen.

Gleichzeitig erfordert

das nicht selten viel Geduld

des Ausbilders.

Nur wenn beide Seiten an einem

Strang ziehen und offen und ehrlich

über Defizite und Probleme

reden, kann das gemeinsame

Ziel, die erfolgreiche Ausbildung,

erreicht werden. Der Ausbilder

darf dabei dem Auszubildenden

nur Aufgaben

übertragen, die dem Ausbildungszweck

dienen und die seinen

körperlichen Kräften angemessen

sind. Gleichzeitig

verpflichtet sich der Auszubildende,

die Aufgaben

gewissenhaft und

ordentlich durchzuführen.

Das dabei die

Ordungsregeln

und Sicherheitsvorschriften eingehalten

werden, sollte im Interesse

aller Beteiligten selbstverständlich

sein. Ist dafür eine

persönliche Ausrüstung, wie

spezielle Arbeitsschuhe oder ein

Gehörschutz notwendig, muss

dieser vom Ausbildungsbetrieb

zur Verfügung gestellt werden.

Professionelles Equipment ist

hochwertig und teuer und muss

darum mit besonderer Sorgfalt

behandelt werden. Auch als Berufseinsteiger

ist man in Arbeitsabläufe

eingebunden,

die unter Umständen vertraulich

gehalten werden

müssen. Darum ist über

Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse

Stillschweigen zu bewahren.

Auch Klatsch und Tratsch,

wie er vielleicht unter Kollegen

ausgetauscht wird, hat in der Öffentlichkeit

nichts verloren.

Sollte der Auszubildende einmal

krank sein oder aus einem anderen

Grund nicht an seinem Arbeitsplatz

erscheinen können,

ist es nicht nur anständig, sondern

verpflichtend, sich beim

Ausbildungsbetrieb möglichst

umgehend zu melden. Wer

glaubt, dass die Schulzeit mit der

Ausbildung endet, irrt. Auch in

der Lehrzeit sind der Berufsschulunterricht

und alle weiteren

Ausbildungsmaßnahmen sowie

Zwischen- und Abschlussprüfungen

Pflicht.

Von Andreas Brücken

Fotos: Viktor / KMPZZZ / Adobestock


3 | NEXT STEP

Das Jobportal von HALLER TAGBLATT,

HOHENLOHER TAGBLATT und RUNDSCHAU

Dein Jobportal in Baden-Württemberg

unter bw.bluum.de

QR-Code scannen

und Jobs finden!


4 | NEXT STEP

Schule aus.

Zukunft an.

Sichere dir jetzt noch deinen Ausbildungsplatz

oder dein duales Studium für 2026.

Ausbildungsberufe (m/w/d)

Technischer Systemplaner

Fachkraft für Lagerlogistik

Bachelor of Science (m/w/d)

Wirtschaftsinformatik –

Data Science

wuerth.rocks/youngtalent

Würth & DU

JETZT BEWERBEN

Adolf Würth GmbH & Co. KG · 74650 Künzelsau · AWKG.Ausbildung@wuerth.com · www.wuerth.de/karriere

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