23.03.2026 Aufrufe

23. März 2026

- Planungskosten - Kontrolle rückt nach verweigerten Zahlen an - Kahrs Fusionsvorstöße löste auch eine Welle an Parteireaktionen aus. - 53-Jähriger wegen Mordes am Grazer Landesgericht nicht rechtskräftig verurteilt.

- Planungskosten - Kontrolle rückt nach verweigerten Zahlen an
- Kahrs Fusionsvorstöße löste auch eine Welle an Parteireaktionen aus.
- 53-Jähriger wegen Mordes am Grazer Landesgericht nicht rechtskräftig verurteilt.

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Grazer23. MÄRZ 2026, E-PAPER AUSGABE

Getty

Quelle: GeoSphere

15°

Trocken aber

bewölkt, die

Sonne zeigt

sich nur selten.

Die Temperaturen in Graz liegen

morgen Dienstag zwischen

6 und 15 Grad. Lebhafter Wind.

Stadtgrenzen

Unser Leitartikel im „Grazer“ über Kahrs

Fusionsvorstöße löste auch eine Welle

an Parteireaktionen aus. 6

Grenzüberschreitung

Wegen versuchten Mordes wurde ein

53-Jähriger am Grazer Landesgericht

nicht rechtskräftig verurteilt. 4

Planungskosten

Kontrolle rückt nach

verweigerten Zahlen an

GETTY; WEIDINGER; KK

Transparenz-Streit. Die verweigerte Auskunft von Vbgm. Judith Schwentner zu den städtischen Planungskosten alarmiert die Kontrollorgane. Kontrollamtsleiter

Hans-Georg Windhaber fordert klare Zahlen, während die Opposition nun eine offizielle Prüfung der kostspieligen Experten-Honorare einleiten will. SEITE 2


2 graz

www.grazer.at 23. MÄRZ 2026

Besuch der zentralasiatischen

Botschafter in Graz.LAND STEIERMARK / LAIMER

Fünf Botschafter

in Grazer Burg

■ Landeshauptmann Mario

Kunasek hat heute fünf zentralasiatische

Botschafter in

der Grazer Burg willkommen

geheißen. Am Termin nahmen

der Botschafter der Republik

Kasachstan, Mukhtar Tileuberdi,

die Botschafterin der

Kirgisischen Republik, Nurzhan

Shaildabekova, der Botschafter

der Republik Tadschikistan,

Manuchehr Jobir, der

Botschafter von Turkmenistan,

Hemra Amannazarov, sowie

der Botschafter der Republik

Usbekistan, Bakhtiyor Ibragimov,

teil.

Ziel des Treffens war es, die

wirtschaftlichen Beziehungen

zu vertiefen sowie sich über

Kooperationen in den Bereichen

Industrie, Forschung,

Infrastruktur und nachhaltige

Entwicklung auszutauschen.

„Die Steiermark verfügt über

große Stärken in den Bereichen

Industrie, Maschinenbau

und Umwelttechnik, während

Zentralasien über bedeutende

Rohstoffvorkommen und

wachsendes wirtschaftliches

Potenzial verfügt. Daraus ergeben

sich interessante Perspektiven

für Partnerschaften und

Technologietransfer“, betonte

der Landeshauptmann. Weitere

Themen des Austauschs

waren unter anderem die

Bedeutung Zentralasiens als

wachsender Knotenpunkt internationaler

Handelsrouten

und die Möglichkeiten einer

Zusammenarbeit in den Bereichen

Bildung und Forschung.

Gemeinderat will Kontroll-Bericht beantragen

Planungskosten im

Visier der Prüfer

FPÖ-Gemeinderat Günter Wagner will den Zahlungen an externe Gutachter genauer nachgehen.

UNTER DER LUPE. Die Meldung im „Grazer“ über die verweigerte Auskunft

über die Planungskosten der Stadt durch Vizebürgermeisterin Judith

Schwentner ruft nun unter anderem den Kontrollausschuss auf den Plan.

Von Tobit Schweighofer

tobit.schweighofer@grazer.at

Unsere Geschichte im

gestrigen „Grazer“ über

die Nicht-Antwort von

Judith Schwentner auf eine Anfrage

zu den Planungskosten der

Stadt hat durchaus hohe Wellen

geschlagen. FPÖ-Gemeinderat

Günter Wagner wollte die Kosten

für Verkehrsgutachten, Infrastrukturplanungen

im Sinne

von Umbauten und Sanierungsmaßnahmen,

StVO-Planungen,

städtische Konzepte zur Neugestaltung

und Expertisen näher

beleuchtet wissen, da trotz

Personalaufstockungen des Öfteren

externe Büros beauftragt

wurden. Die lapidare Antwort

der Vizebürgermeisterin: „Der

Aufwand für diese Recherche ist

nicht darstellbar, da sowohl der

Zeitraum als auch die angesprochenen

Stellen zu umfangreich

und folglich nicht auswertbar

sind.“

Kontrolle alarmiert

Dies ruft jetzt die Kontrollorgane

auf den Plan. Der Leiter des

Kontrollamts (vormals Stadtrechnungshof)

Hans-Georg

Windhaber kann die Antwort

nicht ganz nachvollziehen: „Ich

würde mich als Antwort nur mit

den Zahlen zufrieden geben.

Denn diese müssten darstellbar

sein, auch wenn der Aufwand sicher

groß ist.“ Wagner wird nun

versuchen, eine Prüfung durch

das Kontrollamt in die Wege zu

leiten.

STADT GRAZ, GETTY

Dafür bräuchte er in einem

ersten Schritt die Unterstützung

von sechs Gemeinderäten, diese

würden einen Antrag an das

Kontrollamt stellen. Windhaber

würde dann selbst entscheiden,

ob geprüft wird oder nicht.

„Wenn das nicht gelingt, werde

ich mich damit an den Kontrollausschuss

wenden“, kündigt

Wagner an. Der Vorsitzende des

Ausschusses Philipp Pointner

(Neos) würde ihn mit offenen

Armen empfangen: „Ich würde

den Antrag sofort auf die Tagesordnung

setzen und darüber

abstimmen lassen!“ Sollte man

dort (oder im Gemeinderat) eine

Mehrheit erreichen, wird dem

Kontrollamt ein Auftrag zur Prüfung

erteilt, die eine Durchführung

verpflichtend vorsieht.

derGrazer

IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER, HERSTELLER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10,

Mo bis Fr 8 bis 15 Uhr | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ & MARKETING: Silvia Pfeifer (0664/80 66666 41) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION:

Sabrina Naseradsky (0664/80 666 6538), Dorian Krois (0664/80 666 6533), Victoria Weitenthaler (0664/80 666 6895), Leonhard Schweighofer (0664/80 666 6490), Linda Steurer (0664/80 666 6683), Verena Leitold

(0664 80 666 6691), redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Robert Heschl (0664/80 666 6897),

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www.grazer.at

präsentiert


4 graz

www.grazer.at 23. MÄRZ 2026

Am Grazer Landesgericht für Strafsachen fand am Montagvormittag der zweite Verhandlungstag statt. Der Angeklagte wurde - nicht rechtskräftig - verurteilt.

KK

Auf Schwager geschossen: „Es war

nie die Idee, dass ich irgendwen töte“

HEFTIG. Am Grazer Straflandesgericht fand am Montagvormittag der zweite Verhandlungs-Tag über das

Schicksal eines 53-Jährigen statt. Er hat im Vorjahr nach einer Auseinandersetzung auf seinen Schwager

geschossen, er bestreitet aber jegliche Tötungsabsicht, wollte sich nur gegen einen Angriff wehren.

Von Leonhard Schweighofer

leonhard.schweighofer@grazer.at

Es fing an mit einem Streit

und hätte in einer Tragödie

enden können, der Abend

des 2. Juli 2025. In Neupirka südlich

von Graz schoss ein 53-Jähriger

mit einer Schreckschusspistole

auf seinen Schwager,

am heutigen Montag wurde am

Grazer Landesgericht für Strafsachen

das Urteil gefällt.

Weil die Ehefrau des Angeklagten

länger gearbeitet hatte und

ihrem Mann nicht Bescheid gab,

soll es laut Staatsanwaltschaft

zum Streit gekommen sein. Dabei

soll dann die Frau gewürgt

worden sein, auch die Tochter

hat einen Schlag abbekommen.

Der Angeklagte spricht beim

Vorfall mit seiner Frau nur von

einem „wegschupfen“.

Daraufhin wollten die Angehörigen

des Angeklagten das

Haus verlassen, die Mutter rief

ihren Bruder, damit dieser sie

abholt. Der Vater hingegen holte

sich eine Jacke und steckte auch

eine Schreckschusspistole ein

und wartete vor dem Haus. Als

sein Schwager dann erschien,

kam es zum Gerangel, durch die

Intervention der Angehörigen

konnten die beiden Streithähne

vorerst getrennt werden.

Zwei Schüsse

Dann zückte der 53-Jährige seine

Waffe, schoss auf seinen Schwager

und traf ihn in der Schulter,

ein weiterer Schuss ging in den

Oberschenkel. Anschließend

kam noch ein Hammer zum Einsatz,

mit dem er auf den Kopf einschlug.

„Ich habe keinen Zweifel

daran, dass er den Schwager töten

wollte“, erklärte die Staatsanwältin

in ihrem Schlussplädoyer. Welche

Rechtfertigungen der Angeklagte

während des Prozesses auch

geliefert hatte, „keine davon ist

glaubwürdig.“

Ganz anders sieht das der 53-Jährige

selbst. Er bestreitet jegliche

Tötungsabsicht: „Es war nie die

Idee, dass ich irgendwen töte“,

meinte der Mann bei der Hauptverhandlung.

Die Kraft der

Schreckschusspistole, mit der er

die Schüsse abgefeuerte, habe

er nicht richtig eingeschätzt.

Tatsächlich, so stellt sich bei

den Erläuterungen der Sachverständigen

dar, hatte die verwendete

Waffe weniger als ein

Fünftel der Kraft einer gewöhnlichen

Polizei-Waffe. Hätte sich

das Opfer anders bewegt oder

die Kugel wäre nur einige Zentimeter

daneben eingeschlagen,

hätten die Schüsse aber durchaus

tödlich sein können. So sah

es auch die Privatbeteiligten-

Vertreterin: „Ich weiß nicht, ob

sie an Schutzengel glauben,

aber die sind an dem Abend alle

gerennt.“

Prozess-Fortsetzung

Bereits vor zwei Monaten wurde

der Sachverhalt am Gericht

verhandelt. Damals wurde der

Prozess vertagt, da der 53-Jährige

nicht mit dem gezeigten

Hammer zugeschlagen haben

will. Ein mithilfe von Proben

erstelltes Gutachten zeigte

aber, es war der Hammer, mit

dem zugeschlagen wurde.

Da alle Zeugen bereits einvernommen

wurden, wurde

am Montagvormittag noch der

Notruf des Vorfalls abgespielt,

den die Tochter an jenem 2. Juli

absetzte. Zuerst berichtete sie

nur von einem Streit, kurz darauf

hieß es dann: „Er hat eine

Waffe“.

Im Hintergrund hörte man

immer wieder laute Schreie,

dem Opfer gelang es mithilfe

seiner Schwester und seiner

Nichte dann zu flüchten. Äußern

wollte sich der Angeklagte

dazu nicht, er plädierte bis zum

Schluss auf Freispruch

Dazu kam es allerdings nicht,

nach Beratung der Geschworenen

wurde der 53-Jährige im

Sinne der Anklage des versuchten

Mordes schuldig gesprochen.

14 Jahre Freiheitsstrafe

wurden ihm auferhängt. Das

Urteil ist nicht rechtskräftig.


23. MÄRZ 2026 www.grazer.at

graz 5

Jetzt

mitdiskutieren

www.facebook.com/derGrazer

Kein positives Beispiel

Innerhalb weniger Jahre haben

sie eine schöne und lebendige

Stadt in einen Schlafsaal unter

freiem Himmel verwandelt, die

Stadtkasse geplündert und die

Bürger ausgebeutet. Ich glaube

nicht, dass unsere Nachbarn

vorhaben, diesem Beispiel zu

folgen.

Max Reg

* * *

Ein Berg an Schulden

Neben kleinen Verbesserungen

hätten die Gemeinden vor allem

einen Berg von Schulden gewonnen!

So geht‘s uns in Graz wenn

man mit Budget usw. nicht umgehen

kann!

Bernhard Schilcher

* * *

Warnung vor den Wahlen

Die prognostizierte Grazer

Zusatzverschuldung in nur 5

Jahren Amtszeit unter der katastrophalen

kommunistischen

Bürgermeisterin beträgt eine

halbe Mrd. Euro. Liebe Gemeinden,

hütet euch vor den zerstörerischen

Kommunisten! Das gilt

selbstverständlich auch für die

kommende Grazer Wahl.

Eggenberger Strawanzer

* * *

Keine schlechte Idee

Grundidee wäre ja nicht

schlecht! Öffentlicher Verkehr

könnte besser durchdacht und

ausgebaut werden, Einkaufzentren

nicht weiter ausgebaut,

sondern Ortszentren gestärkt

und Zersiedelung eingebremst

werden.

Klaus Höllbacher

* * *

Gemeinden für Graz

Es wird Zeit, dass Gemeinden zu

Graz gehören. Zumindest: Fernitz-Mellach,

Seiersberg-Pirka,

Feldkirchen und Raaba-Grambach

und Gratkorn.

Florian Haider

* * *

Neid beim Futtertrog

Warum wundert es mich

nicht, dass die Ortskaiser dagegen

sind? Keiner will weg vom

Futtertrog.

Maximilian Rombold

* * *

Ein unattraktives Graz

Das ist ja nicht neu, hat schon

der Nagel versucht, damit sie

noch mehr Geld verplempern

können und Graz noch UNAT-

TRAKTIVER wird, mehr geht

eigentlich fast nicht mehr.

Christine Luttenberger

Meistkommentierte

Geschichte

des Tages

Stadt-

Grenzen

sprengen

Bürgermeisterin Elke Kahr

will angrenzende Ortschaften

in Graz eingemeinden,

doch diese blocken entrüstet

ab. „Wir haben rund um Graz

Gemeinden, die eigentlich eingemeindet

gehören“, forderte

sie. Kostenlose Infrastrukturen,

Arbeitsplätze und Hochschulen

sollen dabei zur Verfügung

gestellt werden. Die Stadt stöße

an ihre Grenzen, so Elke Kahr.

REAKTIONEN & KOMMENTARE

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und Sabine Painer zum Albtraum. 10

6 graz

www.grazer.at 23. März 2026

Eingemeindungspläne spalten

Grazer Parteienlandschaft

Umkämpfter Speckgürtel:

Das eng

verflochtene Grazer

Umland steht nun

im Zentrum hitziger

Eingemeindungsdebatten.

KK, GETTY (3)

Oha. Die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr erhalten möchte größere die Grenzen Kommunen der Stadt auf die pro angrenzenden Lösung für Gemeinden die Grazer ausdehnen. Finanzprobleme

reagieren darstelle. zunächst alles andere als erfreut. position SEITEN 4/5 und den Umlandge-

Die Zahl der der Einwohner Grazer Stadtspitze, der Op-

wird immer größer, der Platz immer knapper.

Kopf

Die

mehr

Bürgermeister

Bundesmittel.

der betroffenen

Eine

Vororte

Fusion würde somit mehr Geld

meinden

LUEF, KK, GETTY

verlaufen.

(3)

in die gesamte Region spülen NEOS orten Nebelgranate

und teure Doppelgleisigkeiten Die NEOS schlagen leisere, aber

sowie die Konkurrenz zwischen dennoch kritische Töne an.

den Nachbarn beenden.

Fraktionsvorsitzender Philipp

GRENZDEBATTE. Nach

unserem Bericht im

Seriös - Einfühlsam - Würdevoll

„Grazer“ lösten Kahrs

Fusionsvorstöße eine

massive Welle an Parteireaktionen

aus.

Von Dorian Krois

dorian.krois@grazer.at 24h täglich

Graz wächst und platzt aus

allen Nähten – doch wo

ziehen wir in Zukunft die

Grenzen? Bürgermeisterin Elke

Kahrs Vorstoß, Umlandgemeinden

wie Seiersberg oder Feldkirchen

schlicht einzugemeinden,

hat ein politisches Beben ausgelöst.

Während die Stadtspitze auf

die hohen Infrastrukturkosten

für Pendler verweist, formiert

sich in der Politik massiver Widerstand.

Rückendeckung von KPÖ

Rückendeckung erhält die Stadtchefin

von KPÖ-Finanzstadtrat

Manfred Eber. Er betont, dass

die aktuellen Grenzen die Lebensrealität

längst nicht mehr

abbilden. Fragen der Raumplanung,

des leistbaren Wohnens

und der Verkehrsorganisation

ließen sich nicht an Gemeindegrenzen

trennen. Neben dem

Schutz von Grünräumen sieht

Eber vor allem finanzielle Vorteile:

Durch den Finanzausgleich

Kritik von ÖVP, FPÖ & KFG

Die Opposition sieht das völlig

anders. Für VP-Obmann Stadtrat

Kurt Hohensinner ist die Debatte

ein reines „Ablenkungsmanöver“

von Baustellen bei Wirtschaft

und Kinderbetreuung.

Statt „Zwangseingemeindungen“

fordert er eine echte Regionalstrategie,

etwa bei der Koralmbahn

oder Park-and-Ride-Offensiven.

Wer seine „Hausaufgaben“

in Graz nicht erledige, werde

auch mit größeren Grenzen keine

besseren Ergebnisse erzielen.

Ähnlich reagiert die FPÖ: Die

Abgeordneten Markus Konrad

und Robert Mörth orten einen

„Zentralisierungsreflex“. Man

wolle florierende Umlandgemeinden

zur Budgetsanierung

heranziehen und zerstöre damit

die bewusste Entscheidung der

Bürger für das Leben im Grünen.

Auch KFG-Stadträtin Claudia

Schönbacher findet klare Worte:

Wer von Eingemeindung spricht,

wenn ihm finanziell das Wasser

bis zum Hals steht, sucht keine

Partner, sondern Zahler.“.

KFG-Gemeinderat Michael

Winter ergänzt, dass eine

Zwangsfusion keine dauerhafte

Pointner sieht in Kahrs Vorstoß

eine „Nebelgranate“, die von

Versäumnissen der Stadtregierung

ablenken soll. Dennoch fordert

er ein Ende des politischen

„Kirchturmdenkens“. Statt bloßer

Grenzverschiebungen brauche

es laut Pointner reale Lösungen

für den Pendlerverkehr, wie den

massiven Ausbau von Park-and-

Ride-Anlagen und Straßenbahnen,

die über die Stadtgrenze

hinausreichen. Die Aufteilung

der Aufgaben müsse zwar neu

verhandelt werden, aber auf Basis

von Kooperation statt Zwang.

Ob der „rustikale Vorstoß“ der

Bürgermeisterin tatsächlich

Früchte trägt oder an der geschlossenen

Front der Umlandgemeinden

und Opposition

scheitert, wird sich wohl erst

nach den kommenden Wahlen

zeigen.

Die Debatte verdeutlicht

jedoch schon jetzt, wie

tief die Gräben zwischen

Vorstoß mit Zündstoff:

Bürgermeisterin Elke Kahr

stieß mit ihren Eingemeindungsplänen

eine

heftige Debatte an.

WEIDINGER

Klarheit über die künftige

Marschrichtung könnte die

Diskussion der Spitzenkandidaten

am kommenden Mittwoch,

25. März, ab 18 Uhr

bringen, bei der das Thema

Eingemeindung bestimmt weiter

Thema sein wird. Zu sehen

live und in voller Länge auf

www.grazer.at und auf der Seite

der Wirtschaftskammer.


23. MÄRZ 2026 www.grazer.at

graz 7

Großes Interesse am Gründen

BILANZ. Mit über 1000 Besuchern setzt die Gründermesse 2026 ein starkes Zeichen für die Selbstständigkeit.

Mehr als 60 Aussteller standen für Fragen und Beratungsgespräche bereit.

Von Sabrina Naseradsky

sabrina.naseradsky@grazer.at

Der Gründerboom ist in der

Steiermark ungebrochen.

Das zeigt auch die Bilanz

der Gründermesse 2026. Mehr als

1000 Besucher ließen sich an den

Ständen der 60 Aussteller beraten.

Innovativ

Auf großes Interesse stießen die

Vorträge von Elke Rock und Daniel

Cronin, die von zahlreichen

Nachfragen der Besucher begleitet

wurden. „Es ist wichtig, dass man

schnell und einfach an Informationen

kommt. Nicht nur beim Thema

Gründung und Startup, sondern

auch beim Thema Nachfolge

ist komprimierte Information entscheidend“,

so MCG Geschäftsführer

Martin Ullrich. Jakob Taibinger

von der WKO Steiermark: „Mit

rund 14 Neugründungen täglich

zeigt sich die Steiermark als starker

Gründungsstandort. Messe, Stadt

und Land unterstützen gemeinsam

den gesamten Weg – von der Idee

bis zur Umsetzung.“ „28.000 Betriebe

treiben die Entwicklung unserer

Stadt voran – neue Unternehmen

müssen daher gezielt unterstützt

und willkommen geheißen werden.

Dafür gilt es auch, Bürokratie

abzubauen und die Vernetzung

von Wirtschaft und Wissenschaft

weiter zu stärken“, weiß Stadtrat

Kurt Hohensinner. Landesrat Willibald

Ehrenhöfer unterstreicht:

„Gründungen bringen Innovation,

Wachstum und Arbeitsplätze und

sind ein zentraler Faktor für die

Weiterentwicklung unseres Standorts.

Der Gründergeist und die Aufbruchsstimmung

zeigen, wie viel

Potenzial in der Szene steckt.“

Martin Ullrich, Willibald Ehrenhöfer, Dagmar Eigner -Stengg, Kurt Hohensinner,

Christoph Ludwig und Jakob Taibinger (v.l.).

CHRISTOF HÜTTER FOTOGRAFIE

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8 graz

www.grazer.at 23. MÄRZ 2026

Jacob

Italiano

Sportler

des

Wochenendes

Was diese Woche

im Sport passiert

■ Freitag: Die Fußball-Bundesliga pausiert, das Nationalteam

bestreitet ab 18 Uhr im Ernst-Happel-Stadion ein freundschaftliches

Länderspiel gegen Ghana. Im Kader stehen die Grazer Michael Gregoritsch,

Romano Schmid, Marcel Sabitzer sowie die Ex-Sturm-

Spieler Alexander Prass und David Affengruber.

■ Freitag: Will man doch noch den Sprung ins Viertelfinale schaffen,

brauchen die Handballer der HSG Graz in der HLA Meisterliga

einen Heimsieg gegen Schwaz (Sportpark, 19 Uhr).

■ Freitag: In der Basketball-Superliga der Herren muss der UBSC

Graz bei den Flyers in Wels antreten (18 Uhr).

Aller guten Dinge sind auch für GAK-Verteidiger Italiano drei.

Beim 5:1-Kantersieg des GAK bei der

WSG Tirol glänzte der australische

Teamspieler als dreifacher Torschütze.

Tore schießen steht in der Job

Description eines Abwehrspielers

eigentlich nicht ganz

oben. Linksverteidiger Jacob

Italiano hat beim 5:1 des GAK

bei der WSG Tirol in Innsbruck

aber genau das gemacht – und

zwar gleich dreimal. „Was für

ein Tag. Das war mein erster

Doppelpack und mein erster

Hattrick“, sagt der 24-Jährige

strahlend. Seinen ersten Treffer

erzielte Italian per Dropkick

nach einem kurz abgewehrten

Kopfball von kurz außerhalb

des Strafraums zum 1:1-Ausgleich

(23.). Sein Tor zum 4:1

in der 65. Minute verdient das

Prädikat sehenswert und könnte

ein Kandidat für das Tor des

Jahres sein. Aus 20 Metern

übernahm er den Ball volley

und knallte ihn unhaltbar ins

Tevin Brewer

Mit 35 Punkten hatte der Guard

des UBSC Graz wieder einmal

großen Anteil am 105:80-Sieg

im Steirer-Derby gegen die

Kapfenberg Bulls. Mit dem Sieg

gegen den Leader schoben sich

die Grazer auf den zweiten Platz

der Basketball-Superliga vor.

GEPA

Tor. Sein Elfmeter in der 85. Minute,

den er nachgerade lässig

verwertet hat, war dann nur

noch Draufgabe, die Partie im

Tivoli-Stadion längst zugunsten

der Grazer entschieden.

Trainer Ferdinand Feldhofer

lobte danach nicht nur Italiano

und Ramiz Harakate,

der die anderen beiden Tore

erzielte, sondern die ganze

Mannschaft. „Großes Kompliment.

Wir haben wirklich

nur auf uns geschaut und uns

selber gepusht“, sagt Feldhofer.

„Wir haben uns auch nach

dem 0:1 nicht beirren lassen

und unser Ding durchgezogen.“

Damit haben die „Rotjacken“

auf Platz drei der Qualifikationsrunde

schon sechs Punkte

Vorsprung auf Tabellenschlusslicht

BW Linz.

Weiters positiv aufgefallen sind:

Conny Hütter

Mit den Plätzen acht (Abfahrt)

und fünf (Super G) hat die Kumbergerin

die Weltcup-Saison

2025/26 beendet. Ob sie noch

eine weitere Saison anhängen

wird, oder die Karriere beendet,

ließ Hütter offen. „Die Chancen

stehen 50:50.“

■ Samstag: Die Volleyballer des UVC Graz treffen ab 19 Uhr im

Sportpark im Kampf um die Plätze fünf bis acht der AVL Volley

League auf Amstetten.

■ Sonntag: Der Gegner steht noch nicht fest. Fix ist dagegen, dass

die Graz 99ers zum Wochenausklang um 17.30 Uhr vor eigenem Anhang

ins Semifinale der ICE Hockey League starten.

■ Sonntag: Zum Abschluss des Grunddurchgangs in der Damen-

Basketball-Superliga gibt es das Grazer Derby zwischen UBI Graz

und UBSC-DBBC. Los geht es schon um 16 Uhr.

Freitag,

19.00 Uhr:

HSG Graz vs.

Schwaz

Pauf Offner und die HSG Graz empfangen in der HLA Meisterliga Schwaz

aus Tirol - ein Sieg ist für einen Platz im Viertelfinale Pflicht. GEPA


23. MÄRZ 2026 www.grazer.at

graz 9

präsentiert

Graz im Fokus

Der Frühling ist da und auch die

Gastgärten öffnen wieder ihre

Pforten. Mit einem kleinen Blumengruß

wie hier im Tscheppe

ums Eck werden die Gäste in

Frühlingslaune versetzt. Der Grazer


10 graz

www.grazer.at 23. MÄRZ 2026

Ein Platzerl

für Tequilla

Grazer

Pfoten

Tequilla ist ein unsicherer Kater, der trotzdem neugierig ist.

Tequilla ist ein eineinhalbjähriger

Kater, der ein Zu-

- 1,5 Jahre

Katzen mag er.

hause mit oder ohne Freigang

sucht. Derzeit ist er noch sehr

unsicher und braucht etwas

Zeit sowie eine ruhigere Umgebung,

- männlich

- neugierig

- Wohnung / Freigang

- mag andere Katzen

um sich wohlzufüh-

len. Trotz seiner Unsicherheit

ist der Kater neugierig und

Kontakt: Arche Noah

www.aktivertierschutz.at

entdeckungsfreudig. Andere Tel. 0676 84 24 17 437

ARCHE NOAH

Michael Gradischnig, Gernot Reiter, Jörg Ehtreiber, Barbara Gartner-Hofbauer,

Simone-Stefanie Steinberger, Markus Ritter und Mark Perz.

KINDERMUSEUM GRAZ

Museum FRida & freD

■ Auch in diesem Jahr ist die

Holding Graz wieder Partner des

preisgekrönten Kindermuseums

FRida & freD. Die Holding Graz

ist seit der Eröffnung im Jahr 2003

eine der fünf Hauspartner des

Museums. Für 2026 sind im Zuge

der Kooperation erneut zwei

Workshops für die kleinen Entdecker

geplant - „Die Tüftelmäuse“

und „Die Tüftelgenies“ aus dem

Bereich der Erfindung. Eröffnet

wurden beide Ausstellungen am

21. März. Bei der Vorstellung

der heurigen Ausstellungen war

auch Holding Graz-Vorstandsdirektor

Mark Perz vor Ort. „Auch

hinter der Entwicklung vom

ersten Fahrzeug bis zu heutigen

hochkomplexen Technologien

steckt enorme Tüftelarbeit. Genau

diesen Innovationsgeist fördern

die Ausstellungen im Kindermuseum

FRida & freD. Das ist

entscheidend, um auch im internationalen

Wettbewerb, etwa mit

dem asiatischen Raum, konkurrenzfähig

zu bleiben“, so Perz.

C H R O N I K

Blaulicht

Report

✏ anna.stocker@grazer.at

Pferd aus einem

Pool gerettet

■ Zu einem nicht alltäglichen

Einsatz wurde die Grazer Berufsfeuerwehr

am Samstag gerufen.

Ein Pferd war in einen Pool gestürzt

und musste gerettet werden.

Aufgrund der tiefen Wassertemperaturen

musste der Pool

mittels Unterwasserpumpen abgepumpt

werden. Parallel dazu

wurde das Tier durch die Einsatzkräfte

sowie durch den Besitzer

beruhigt. Zusätzlich wurde der

Wärmeerhalt des durchnässten

Tiers mittels Decken sichergestellt.

Das Pferd musste durch die

Tierärztin sediert werden. Für die

schonende Rettung wurde der

Kran des schweren Rüstfahrzeuges

eingesetzt. Das Pferd wurde

behutsam angehoben und aus

Im Verlauf der Großtierrettung standen seitens der Berufsfeuerwehr Graz

insgesamt 13 Einsatzkräfte und vier Fahrzeuge im Einsatz.

BF GRAZ

dem Pool gerettet und zur weiteren

Versorgung an die Tierärztin

übergeben. Kurze Zeit später

konnte das Tier bereits wieder

selbstständig aufstehen. Im Verlauf

der Großtierrettung standen

seitens der Berufsfeuerwehr Graz

insgesamt 13 Einsatzkräfte und

vier Fahrzeuge im Einsatz.

Brennendes E-Bike

im Keller gefunden

■ Am Sonntag wurde die Be-

rufsfeuerwehr Graz zu einem

Kellerbrand in die Prangelgasse

in Graz Eggenberg alarmiert.

Beim Eintreffen zeigte sich,

dass der Kellerabgang stark

verraucht war. Zusätzlich war

das Treppenhaus ab dem 5.

Obergeschoss verraucht. Der

Brand eines E-Bikes im Kellerabgang

wurde unter schwerem

Atemschutz mittels C Rohr

rasch gelöscht. Anschließend

wurde der toxische Brandrauch

mit mehreren Hochleistungslüftern

entfernt. Verletzte gab

es keine.

Fahrerflucht: Hinweise

gesucht

■ Am Freitagabend kam es im

Bezirk Eggenberg zu einem Unfall.

Ein 44-jähriger Grazer war

gegen 20:00 Uhr zu Fuß am Gehweg

in der Vinzenzgasse unterwegs.

Er wollte den Schutzweg

überqueren. Seinen Angaben

zufolge vergewisserte er sich,

dass sich kein Verkehr näherte.

Er gab weiter an, dass beim Betreten

des Schutzweges ein unbekannter

Pkw-Lenker auf der

Vinzenzgasse Richtung Norden

fuhr. Ein Ausweichversuch blieb

erfolglos, weshalb er von dem

Pkw erfasst und leicht verletzt

wurde. Der Pkw, eine schwarze

Limousine, setzte die Fahrt

fort. Der 44-Jährige begab sich

aufgrund der zunehmenden

Schmerzen selbstständig ins

Krankenhaus und erstattete Anzeige.

Die Verkehrsinspektion

Graz-I sucht nun nach Hinweisen

unter 059133/65 4110.


PARTNER:

23. MÄRZ 2026 www.grazer.at

graz 11

Ausblick

Was am Dienstag

in Graz wichtig ist

■ Am morgigen Dienstag führt das Referat Sicherheitsmanagement

und Bevölkerungsschutz der Stadt Graz mit zahlreichen Behörden und

Einsatzorganisationen am Buchkogel die größte Waldbrandübung seit

vielen Jahren durch. Damit will sich die Stadt auf etwaige Waldbrandereignisse

vorbereiten, will Einsatzkonzepte und Planungen überprüfen

und weiterentwickeln. Geübt werden zwei realitätsnahe Szenarien: Einerseits

der Einsatz bodengebundener Einsatzkräfte, andererseits mit

dem neuen Bundesheer-Hubschrauber AW 169 „Lion“, der zu seinem

ersten Assistenzeinsatz nach Graz kommt.

■ Die März-Landtagssitzung steht an. Große Themen sind da etwa

die Kulturförderungen 2026, Gewaltschutz und Sexualstrafrecht oder

die Tätigkeiten des Grazer Altstadtanwalts.

■ Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer präsentiert einen neuen Online-Stadtplan

zur psychosozialen Versorgung in Graz.

■ Die Autorin Karin Teigl, bekannt und beliebt als Influencerin

Constantly_K, kommt um 16 Uhr mit ihrem Buch „Träum dich mutig“

in den Murpark und liest daraus vor.

Große Waldbrandübung: Rund 40 Flughelfer der Berufsfeuerwehr Graz

und der Bergrettung werden auf den neuen Hubschrauber eingeschult.GETTY

■ Der britische Dirigent Ben Glassberg, ehemaliger Musikdirektor

der Wiener Volksoper, präsentiert um 19.30 Uhr im Musikverein Graz

gemeinsam mit den Grazer Philharmonikern ein Programm voller romantischer

Melodien und mitreißender Rhythmen.

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