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faktor Frühjahr 2026

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21. Jahrgang Frühjahr 2026 12 Euro

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› DAS MAGAZIN FÜR ERFOLGSGESCHICHTEN

Erfolgsgeschichte

Ein Mann, der lieber Fragen stellt, als Anweisungen zu geben: Als neuer CEO führt Michael Grosse Sartorius.

Wie tickt der Nachfolger von Joachim Kreuzburg? Was treibt ihn an, welche Werte prägen ihn – und warum

fühlt er sich in Göttingen schon jetzt zu Hause? Wir haben ihn auf dem Sartorius-Campus getroffen. ‣ 34


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BÜROVERSORGUNG +

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn man dieser ersten faktor-Ausgabe des neuen Jahres eine Überschrift

geben wollte, dann wäre eine für mich wirklich naheliegend:

Beeindruckende Persönlichkeiten.

Zum Beispiel Michael Grosse. Der neue CEO von Sartorius hat uns

verraten, was ihn antreibt, was ihm im Privatleben wichtig ist – und

warum alle Mitarbeiter ihn duzen.

Zum Beispiel Anja Niedringhaus. Die 2014 in Afghanistan erschossene

Fotografin, die von Göttingen aus ihre große Karriere startete, hat

ein riesiges Vermächtnis beeindruckender Aufnahmen hinterlassen,

aus denen ihre Schwester Gide und Verleger Gerhard Steidl nun etwas

sehr Besonderes erschaffen haben.

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Zum Beispiel Leon Weintraub. Der Holocaust-Überlebende, mittlerweile

100 Jahre alt, hat jetzt in Göttingen die Ehrendoktorwürde und

den Friedenspreis verliehen bekommen. Seine Botschaft: Strebt nicht

nach immer mehr Macht und Besitz – sondern nach Frieden.

Zum Beispiel Wolfgang Reinbold. Der Göttinger Theologe erreicht

mit seinem Social-Media- und TV-Format „Religion in 90 Sekunden“

erstaunlich viele junge Menschen. Und das ganz unaufgeregt.

COVER: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Das waren jetzt nur vier Beispiele; Sie werden im Heft noch weitere

finden. Etwa die Männer hinter der stetig wachsenden Kette Timberjacks,

die auf dem Brocken Großes planen. Oder Horst Wolf, den

früheren Basketball-Nationalspieler und späteren faktor-Mitgründer,

der als erste bekannte Persönlichkeit aus der Region unseren neuen

faktor-Fragebogen beantwortet hat. Den möchte ich gern zu einer

festen Rubrik im faktor werden lassen – schreiben Sie mir, wen Sie

gern mal darin lesen würden. Spannende Menschen gibt es bei uns in

Südniedersachsen ja schließlich reichlich.

An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön für das

positive und gleichzeitig konstruktive Feedback zu unserer Ausgabe

4/25, zu unseren ersten neuen digitalen Formaten und zu den Events

der vergangenen Wochen und Monate. Für mich ist jedes Gespräch,

jede Mail und jede LinkedIn-Nachricht sehr wertvoll – auch, um den

faktor bestmöglich weiterentwickeln zu können.

Viel Freude beim Schmökern!

Ihr

Markus Riese

Chefredakteur

riese@faktor-magazin.de

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1 |2026 3


hinter den kulissen

faktor intern – Einblicke in unsere Arbeit:

Was wir beim Entstehen dieser Ausgabe erlebt haben

BERUFSORIENTIERUNG sollte nicht erst

nach dem Schulabschluss beginnen. Um

jungen Menschen vielfältige Einblicke ins

Berufsleben zu ermöglichen, organisiert

der Rotary-Club Göttingen-Süd einmal

jährlich einen Berufsinformationstag für

Schülerinnen und Schüler der zwölften

Klassen, diesmal in der IGS Geismar. Mehr

als 330 Jugendliche aus diversen Göttinger

Lehranstalten nutzten die Chance, was

nicht nur Organisator und faktor-Autor

Norman Lippert (Foto) freute, sondern

auch faktor-Chefredakteur Markus Riese.

Der bot in der IGS Einblicke in das Thema

„Journalismus und Medienarbeit“.

FOTO: MARKUS RIESE

FOTO: MARKUS RIESE

DREHARBEITEN sind manchmal anstrengend,

aber eigentlich immer sehr spannend

– und sie machen wirklich Spaß!

Diese Erfahrung haben faktor-Herausgeber

Marco Böhme (auf dem Foto am Tisch

sitzend) und faktor-Chefredakteur Markus

Riese in den vergangenen Wochen

gleich mehrfach machen dürfen – auch

wenn der konzentrierte Blick vielleicht etwas

anderes vermuten lässt.

Das Team von Neros hatte in den Räumlichkeiten

des Verlages sein professionelles

Equipment mit Kamera-, Licht- und Tontechnik

aufgebaut – und dann sprudelte es

aus den beiden Protagonisten der Videos

nur so heraus. Eine ganze Reihe von Reels

sind bei diesen Dreharbeiten entstanden.

Einige davon sind bereits auf den Social-

Media-Kanälen des faktor (Facebook,

Instagram) sowie auf den persönlichen

Accounts von Marco Böhme und Markus

Riese bei LinkedIn zu sehen; weitere kommen

in den nächsten Wochen nach und

nach dazu.

HOLLYWOOD AN DER LEINE: Unter diesem markanten Titel hat das Filmbüro Göttingen

jetzt ein neues Buch herausgegeben, das die Filmstadt Göttingen in all ihren Facetten in

den Mittelpunkt rückt. In den 1950er-Jahren war Göttingen ein bedeutendes Zentrum des

deutschen Nachkriegsfilms. Das am 21. August 1948 eröffnete Filmatelier – ein umgebauter

Flugzeughangar – galt damals als modernster Studiokomplex Deutschlands. Bis 1961

wurden hier rund 100 Spielfilme hergestellt, darunter die Antikriegs-Filmklassiker „Hunde,

wollt ihr ewig leben?“ und „Nacht fiel über Gotenhafen“ sowie diverse Heinz- Erhardt-

Komödien wie etwa „Natürlich die Autofahrer“ oder „Drillinge an Bord“. Das neue Buch

umfasst 35 Beiträge von 27 Autorinnen und Autoren – auch faktor-Chefredakteur Markus

Riese hat zwei Texte beigesteuert, das gesamte Buch lektoriert und zudem die offizielle

Vorstellung des Buches Ende Februar im Alten Rathaus moderiert.

Das Werk beleuchtet nicht nur die vielfältigen Spielfilmproduktionen, sondern geht beispielsweise

auch auf die Göttinger Trickfilm-Historie, das Institut für den Wissenschaftlichen

Film, die Geschichte der Göttinger Kinos oder auch das legendäre Göttinger Filmfest

ein, ebenso auf die Tatort-Produktionen des NDR aus der jüngeren Vergangenheit. Erschienen

ist das Buch „Hollywood an der Leine – Film in Göttingen“ im Schüren Verlag.

Es kostet 38 Euro und ist unter anderem in Göttinger Buchhandlungen sowie in der

Tourist-Information am Markt erhältlich. Mehr Infos: www.filmstadt-goettingen.de.

4 1 |2026

FOTO: ALEXANDER SIEBRECHT


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3 Editorial

4 Hinter den Kulissen

Was wir während der Produktion

dieser Ausgabe erlebt haben

10 Momentaufnahmen

Feuerwerk der Turnkunst /

Göttinger Figurentheatertage /

Kunst-Gala feiert Jubiläum

18 Aktuelles

Aktionswoche für inklusive Arbeit,

Podcast Onfire, faktor-Frühstück,

faktor-Mittagessen, Storytelling bei

der 44. faktor-Business-Lounge

94 faktor-Kalender

Tipps fürs Quartal: Internationale

Händel-Festspiele, Gandersheimer

Domfestspiele, Keilertage in Nörten-

Hardenberg, Science goes City

96 Impressum

98 faktor-Vorschau

Themen in Heft 2:

Erfolgreiche Frauen /

Beispiele für KI-Einsatz

mensch

28 Die Mission des Leon Weintraub

Der Holocaust-Überlebende, der in

Göttingen studierte und noch immer

durch Europa reist, um aufzuklären

32 Im Porträt: Michael Grosse

Nach der Ära Kreuzburg: Was

macht der neue Sartorius-CEO

anders – und was ist ihm wichtig?

44 faktor kompakt

ÖPNV: Börger führt auch VSN /

Einbecker: Kerger wiederbestellt /

Kauf Park: Neue Centermanagerin

45 faktor-Fragebogen

13 Fragen, 13 Antworten:

faktor-Mitgründer Horst Wolf

unternehmen

46 Das Wärmepumpen-Dilemma

Warum Stiebel-Eltron immer noch

hinter den Planzahlen liegt

50 FairCup und Vytal

Wie Göttinger Mehrweg-Ideen für

mehr Nachhaltigkeit sorgen

58 Timberjacks als Gipfelstürmer

Thomas Kemner plant auf dem

Brocken den nächsten großen Coup

65 faktor kompakt

KWS setzt auf Erbsen / SB Union

umgezogen / Rückkauf bei Symrise

wissen

66 Der Popcorn-Professor

Alireza Kharazipour gehen die Ideen

nicht aus – jetzt sollen auch Hunde von

seinem Einfallsreichtum profitieren.

70 Schulbildung als Standortvorteil

Mit dem IB-Diploma-Programm bietet

das Göttinger Felix-Klein-Gymnasium

Arbeitgebern in Südniedersachsen

Wettbewerbsvorteile im Recruiting.

72 Employer Branding an der UMG

Vier Fragen an Dr. Sebastian Schulten,

Geschäftsbereichsleiter Personal

76 Religion in 90 Sekunden

Wolfgang Reinbold erreicht mit

kompakten Formaten auf Social-Media-

Kanälen erstaunlich viele junge Menschen.

80 faktor kompakt

Innovationspreis Niedersachsen geht

nach Göttingen / Austausch im KI-Hub /

Bauklötze ausgezeichnet

leben

82 Das Lebenswerk der Anja Niedringhaus

Die Schwester der 2014 in Afghanistan

getöteten Fotografin und der Göttinger

Verleger Gerhard Steidl würdigen ihre

Arbeiten auf ganz besondere Weise.

90 Perlenketten, die Mut machen

Die Elternhilfe für das krebskranke Kind

in Göttingen begleitet Kinder, Jugendliche

und ihre Familien – dafür braucht es

hin und wieder Mutmacher.

58

Ein Hingucker im Harz:

Der Göttinger Unternehmer

Thomas Kemner, der die

Timberjacks-Kette betreibt,

hat große Pläne für den

Brocken.

faktor-magazin.de

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6 1 |2026


28 Ehrwürdig: Leon Weintraub

34 Michael Grosse: Wie tickt der CEO von Sartorius?

Seit Juli 2025 ist Michael Grosse der neue starke Mann bei Sartorius. Wofür steht er?

Welche Werte sind ihm wichtig, was treibt ihn an, welche Chancen sieht er für den Life-

Science-Standort Göttingen – und warum duzt er eigentlich alle Mitarbeiter? All das hat

er uns im faktor-Gespräch verraten.

Leon Weintraub – inzwischen ist der

Auschwitz-Überlebende 100 Jahre alt.

Noch immer reist er durch Europa, um

von den Schrecken des Holocaust zu

berichten. Jetzt erhielt Weintraub in

Göttingen die Ehrendoktorwürde und

den Friedenspreis. Wir sprachen mit ihm

über sein bewegtes Leben.

76 Kurzweilig: Religion kompakt

82 Lebenswerk: Die Fotos von Anja Niedringhaus in sieben Bänden

Anja Niedringhaus war eine Ausnahme-Fotografin. 2014 fand ihre Karriere, deren Wurzeln

auch in Göttingen liegen, ein dramatisches Ende – als sie in Afghanistan getötet wurde.

Ihre Schwester Gide und Verleger Gerhard Steidl würdigen nun die beeindruckenden

Arbeiten der Pulitzer-Preisträgerin – in Form einer siebenbändigen Werkausgabe.

Der Göttinger Theologe Wolfgang Reinbold

ist sowas wie ein Social-Media-Star:

Er erklärt in kurzen Videos „Religion

in 90 Sekunden“, und zwar wertfrei

und nachvollziehbar. Das kommt gut an –

auch bei der jungen Zielgruppe.

1 |2026 7


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Marco Böhme

Geschäftsführender Gesellschafter

Tel. 0551 30 98 39-0

boehme@faktor-magazin.de

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momentaufnahmen

Momentaufnahmen

faktor erinnert an besondere Ereignisse des Quartals mit ausgewählten Impressionen –

festgehalten im richtigen Augenblick.

TEXT MARKUS RIESE FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Ein Feuerwerk der Turnkunst

„Bereite Dich auf eine Show vor, die Grenzen sprengt und Dir den Atem raubt.“ Mit diesen

Worten kündigten die Macher des „Feuerwerks der Turnkunst“ ihre diesjährige Tournee

„wyld“ an, die auch wieder in der Göttinger Lokhalle gastierte und das dortige Publikum

mitreißen konnte. Und weil das wieder zahlreich in die größte Indoor-Veranstaltungslocation

der Region strömte, steht Göttingen auch für 2027 schon wieder auf dem Tourplan – am

20. und 21. Januar, dann unter dem Titel „hope“.

10 1|2026


momentaufnahmen

1 |2026 11


momentaufnahmen

Figurentheater im Fokus

Die 41. Göttinger Figurentheatertage starteten auch

in diesem Jahr wieder mit einem Maskenumzug

durch die Innenstadt. Gut zwei Wochen lang präsentierten

14 renommierte Bühnen aus dem gesamten

Bundesgebiet in 26 Aufführungen diese

besondere Form des Theaters – und das in gleich

sechs verschiedenen Spielstätten, nämlich im Alten

Rathaus, im Kino Lumière, im Deutschen Theater,

im Jungen Theater, im GDA Wohnstift und in der

musa.

12 1|2026


momentaufnahmen

1 |2026 13


momentaufnahmen

14 1|2026


momentaufnahmen

Gala-Vorstellungen zum Jubiläum

Seit 25 Jahren gibt es den Verein Kultur Unterstützt STadt (KUNST) nun schon – in diesem Jahr

feuerten die rund 120 mitwirkenden Künstler aus vielen Göttinger Kultureinrichtungen sowie zahlreiche

Gäste zur 23. Auflage der KUNST-Gala denn auch ein besonderes Spektakel ab. Musik

verschiedener Stilrichtungen, Theater, Comedy, Tanz, Akrobatik und sogar ein von Live-Musik begleiteter

Stummfilm sorgten für jede Menge Abwechslung. Die Erlöse aus Eintrittskartenverkauf

und Sponsoring flossen wieder in die Göttinger Kulturförderung.

1 |2026 15


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-News

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Teamwork: Menschen mit und ohne Einschränkungen sollen zusammenarbeiten.

Aktionswoche für inklusive Arbeit

DUOweek soll Integration erleichtern

Mit einer Informations- und Auftaktveranstaltung in Duderstadt haben der

Arbeitgeberverband (AGV) Mitte, die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber

(EAA) Göttingen und die Koordinierungsstelle für Inklusive Arbeit in

Südniedersachen (KIAS) die sogenannte „DUOweek“ in der Region Göttingen-

Northeim eingeläutet.

RUND 30 VERTRETER aus Unternehmen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung

sowie zwei Förderschulen waren zum Auftakt dabei. Ziel war es, das Konzept der

DUOweek vorzustellen und Unternehmen für eine Beteiligung zu gewinnen. Als Best-

Practice-Beispiel berichtete die enercity AG aus Hannover von ihren Erfahrungen mit

dem dortigen DUOday. Dieser stellt denn auch die Grundlage für das Konzept dar. Die

Idee:: Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter eines Unternehmens und ein Mensch mit

Behinderung oder psychischer Erkrankung bilden einen Arbeitstag lang ein Duo und

arbeiten Seite an Seite zusammen. Dabei sollen Begegnungen auf Augenhöhe entstehen

sowie Kompetenzen und Potenziale sichtbar gemacht werden.

In der Region Göttingen–Northeim soll die DUOweek erstmals vom 18. bis 22. Mai

realisiert werden. Mehrere DUOdays werden in dieser Woche aneinandergereiht. Die

Umsetzung erfolgt in Kooperation mit den Werkstätten für Menschen mit Behinderung

und ausgewählten anderen Institutionen sowie den teilnehmenden Unternehmen.

Mit der DUOweek soll in der Region ein niedrigschwelliges Format etabliert werden,

das praktische Einblicke ermöglichen und Impulse für mehr Inklusion im Arbeitsleben

setzen soll. Unternehmen aus Göttingen und Northeim und aus den beiden Landkreisen

sind eingeladen, sich an KIAS zu wenden und Teil der DUOweek 2026 zu werden.

Die Koordinierungsstelle für Inklusive Arbeit in Südniedersachsen (KIAS) ist bei der

Arbeiterwohlfahrt (Kreisverband Göttingen) angesiedelt. Sie berät Unternehmen kostenfrei

zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen,

vernetzt regionale Akteure und unterstützt beim Aufbau inklusiver Arbeits- und

Ausbildungsplätze. Kontakt per E-Mail: kias@awo-goettingen.de.

18 1 |2026

Podcast Onfire geht weiter

Erst Gast, dann Host

IM PODCAST ONFIRE stellt der faktor

spannende Menschen vor, die für das

brennen, was sie tun. Die gerade erschienene

41. Folge rückt faktor-Chefredakteur

Markus Riese in den Fokus, der seit Oktober

2025 an Bord ist. Die Besonderheit: In

dieser Folge ist Riese Gast und wird von

faktor-Herausgeber Marco Böhme interviewt.

Ab Folge 42 wird Riese dann zum

Co-Host des Podcasts.

Die bisherigen Episoden sind übrigens

weiterhin abrufbar – auf der Internetseite

https://www.faktor-magazin.de/onfirepodcast/

sowie unter anderem auf Spotify.

Zu den bisherigen Gästen gehören

beispielsweise Peter Müller-Kronberg, Paul

Sinizin und Clemens Ritter von Kempski.

Hans-Hermann Lampe †

Treuer Wegbegleiter

EINE GROSSE LÜCKE hinterlässt Hans-

Hermann Lampe, Gründer und Seniorpartner

der Lampe Legal Anwaltsgesellschaft

aus Göttingen: Lampe war zu Beginn des

Jahres völlig unerwartet im Alter von

76 Jahren verstorben. „Sein Leben und

Wirken widmete er mit unbezwingbarem

Engagement unserem Unternehmen, den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie

unseren Mandanten“, schrieben die Partneranwälte

der Kanzlei in einer gemeinsamen

Nachruf-Anzeige. Unternehmerischer

Weitblick, juristische Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein,

Disziplin und Gerechtigkeitssinn

hätten sein Handeln geprägt

und ihn zu einer herausragenden

Persönlichkeit gemacht: „Wir verlieren mit

ihm nicht nur einen außergewöhnlichen

Juristen, sondern auch einen einzigartigen

Mentor und Menschen“, heißt es dort weiter.

Seine Familie würdigte ihn als „allwissenden

Kultur- und Genussmenschen“ und

„ganz großen Denker“. Lampe war auch

dem faktor sehr verbunden – in den vergangenen

zwei Jahren als faktor-Partner

mit vielen Ideen und Formaten.


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PROFIL

Christoph Hamel ist Nachfolger im Familienunternehmen und seit Januar 2026 Geschäftsführer der Klartext GmbH.

Klarheit schafft Sichtbarkeit

Wie Klartext Marketing mit Marketingportalen neu denkt –

und warum Prozesse zur Führungsaufgabe werden

Christoph Hamel, Sie übernehmen in einer

Zeit großer technischer und gesellschaftlicher

Veränderungen Verantwortung bei Klartext.

Was muss sich im Marketing grundlegend

verändern, damit Marken auch morgen sichtbar

bleiben?

Viele Unternehmen versuchen heute, Sichtbarkeit

durch immer mehr Maßnahmen zu

erzwingen – mehr Kanäle, mehr Kampagnen,

mehr Druck. Dabei geht oft das Entscheidende

verloren: Klarheit. Marketing muss sich von

der reinen Maßnahmenlogik lösen und stärker

als Führungs- und Organisationsaufgabe

verstanden werden. Marken werden nicht

sichtbar, weil sie lauter sind, sondern weil sie

strategisch, konsistent, verlässlich und nachhaltig

auftreten.

Wie übersetzen Sie diesen Anspruch in Ihre

Rolle als Geschäftsführer?

Ich bin seit 2019 im Familienunternehmen

tätig und habe Klartext aus der operativen Perspektive

kennengelernt. Durch mein interdisziplinäres

Studium in Wirtschaftsingenieurwesen

und Multimedia-Marketing denke

ich Prozesse und Wirkung zusammen. Als

Geschäftsführer möchte ich Klartext zu einem

strategischen Partner weiterentwickeln, der

Komplexität bei der Beschaffung reduziert und

Verantwortung für den Erfolg seiner Kunden

übernimmt. Unser Claim „Wir machen Ihre

Marke sichtbar“ ist dabei ein echtes Leistungsversprechen.

Ein zentrales Zukunftsthema bei Klartext sind

Marketingportale. Warum?

Unsere Marketingportale sind ein strategisches

Steuerungsinstrument. Sie bringen

Ordnung in dezentrale Organisationen und

verbinden Marketing, HR und Einkauf in

einem gemeinsamen digitalen Ökosystem.

CI-Sicherheit, Freigaben, Budgets, Logistik –

alles folgt einer klaren Struktur. Das entlastet

Menschen, beschleunigt Prozesse und macht

Marken im Alltag sichtbar – nach innen und

nach außen.

Die aktuelle Ausgabe des faktor widmet sich

an vielen Stellen dem Thema Nachhaltigkeit.

Wo sehen Sie hier Anknüpfungspunkte?

Nachhaltigkeit beginnt im Prozess. Wenn

Unternehmen bedarfsgerecht produzieren,

Marketing-Assets intelligent lagern und

unnötige Express- und Doppelproduktionen

vermeiden, sparen sie Ressourcen. Marketingportale

schaffen Transparenz – und Transparenz

ist die Grundlage für nachhaltige

Entscheidungen.

Und welche Vorteile bieten Ihre Marketingportale

für das Employer Branding?

Gerade im Wettbewerb um Fachkräfte ist

ein professioneller, konsistenter Auftritt entlang

des Employee Lifecycles entscheidend.

Maßgeschneiderte Recruiting- und Onboarding-Materialien

müssen verfügbar, einheitlich

und schnell am richtigen Ort sein. Hier

sorgen klare Prozesse im Hintergrund für

Glaubwürdigkeit nach außen und Orientierung

nach innen – nicht zuletzt durch wertschätzende

persönliche Aufmerksamkeiten,

die zu einer höheren Identifikation und Loyalität

der Mitarbeitenden führen.

Klartext GmbH

Am Güterverkehrszentrum 2

37073 Göttingen

Tel. 0551 499 700

info@klartext.de

www.klartext.de


aktuelles

-Frühstück

Finanzielle Entscheidungen richtig treffen

Warum Risiko im Kopf entsteht – und nicht im Markt

WIE SICHER fühlen sich Unternehmer beim

Thema Geldanlage? Darum ging es im

Dezember beim faktor-Frühstück. Denn

Risikokompetenz ist ein Thema, das jeden

betrifft, der Entscheidungen über Geld

trifft. Vermögensverwalter Kai Dietrich

von der Dietrich & Richter Private Asset

Management AG sprach in seinem Impulsvortrag

darüber, dass Risiko im Kopf entsteht,

nicht im Markt: „Viele Anlagefehler

passieren, weil wir emotional reagieren

statt rational zu handeln“, so der Experte.

Diversifikation sei kein Modewort, sondern

Schutz: „Wer sein Geld zu einseitig

anlegt, trägt unnötige Risiken“, weiß Richter.

Aus seiner Sicht entscheidend: „Finanzentscheidungen

ohne solide Grundlage

sind wie Autofahren im Nebel.“ Der größte

Risikofaktor sei also fehlendes Wissen.

Beim anschließenden Austausch ging es

dann auch darum, in welche typischen

Fallen Entscheider tapsen können – und

wie man es schafft, mutig zu investieren,

ohne leichtsinnig zu werden.

Krankenkassenwechsel

Auch Arbeitgeber können profitieren

FOTOS: ALCIRO THEODORO DA SILVA / MARKUS RIESE

DEN WECHSEL DER KRANKENKASSE schieben viele Arbeitnehmer

auf – manchmal aus Unwissenheit, manchmal aus Bequemlichkeit

oder vielleicht auch aus Unsicherheit. Dabei kann ein Wechsel oft

Geld sparen, und das nicht nur für den Arbeitnehmer, sondern

auch für den Arbeitgeber.

Tobias Sander-Beuermann (Bildmitte) und Luis Jordan (links)

von der Digital Bridges GmbH haben beim faktor-Frühstück im

Januar eindrucksvoll gezeigt, wie einfach und sinnvoll ein Krankenkassenwechsel

sein kann und wie Arbeitgeber dabei für ihre

Mitarbeiter eine zentrale Rolle einnehmen können, ohne diese zu

bevormunden. Die beiden Unternehmer stellten ihre Lösung Persodesk

vor, die Lohnnebenkosten quasi in Benefits umwandeln kann,

basierend auf KI-gestützten Auswertungen und Vergleichen.

Arbeitgeber können schon beim Onboarding neuen Arbeitnehmern

Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen und somit ohne

große Hürden Sparpotenziale sichtbar machen. Im Idealfall haben

dann beide Seiten etwas davon.

Medizin ganzheitlich gedacht

Natürlich gegen Stress und Schmerz

DAS BESTE aus Schulmedizin, Chinesischer Medizin und westlichen

Naturheilverfahren: Für diese Kombination steht die Praxis

von Dr. Arne Ströhlein in Göttingen. Beim faktor-Frühstück im

Februar stellte er sein Konzept in einem Impulsvortrag vor. Um die

Methoden und Therapieansätze zu erklären, ging er auch auf eigene

Erfahrungen ein. So berichtete er beispielsweise, wie ihn richtig

angewandte Akupunktur nachhaltig von chronischen Schmerzen

befreit hat.

„Die Kombination aus mehreren Diagnostik- und Therapieverfahren

erlaubt uns die Behandlung von akuten und chronischen

Krankheiten und solchen, bei denen die konventionelle Medizin

keine Diagnose stellen konnte“, stellte Ströhlein heraus. Gerade

auch Stress sei mit natürlichen Behandlungsmethoden oft sehr gut

in den Griff zu bekommen. Dazu hatte der renommierte Arzt auch

einige Übungen mitgebracht, die von den anderen Gästen direkt

ausprobiert wurden.

20 1 |2026


-Mittagessen

aktuelles

Alumni-Kampagne

Prominente Unterstützung

ALUMNI GÖTTINGEN wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Etwa

4600 Mitglieder zählt der Verein momentan; bis Ende 2026 soll

sich diese Zahl verdoppelt haben. Über das ambitionierte Ziel, die

dazu konzipierte Kampagne und den Verein selbst sprach Nina

Hornig (Foto) beim faktor-Mittagessen im Januar. Prominente Unterstützung

für die Kampagne gibt es reichlich, unter anderem von

Basketballlegende Wilbert Olinde (der faktor berichtete bereits in

der vergangenen Ausgabe) und Merle Florstedt von Ottobock.

Hornig präsentierte den Göttinger Alumni-Verein als internationale

Gemeinschaft von Ehemaligen, Studierenden und Angehörigen

der Universität Göttingen: „Alle Mitglieder teilen die Erfahrung,

dass die Göttingen-Zeit ein ganz besonderes Kapitel unseres

Lebens ist. Als gemeinnütziger Verein schaffen wir ein weltumspannendes

Netzwerk und setzen uns für die Zukunft der Universität

ein: für Chancengleichheit in akademischer Bildung und in

der Persönlichkeitsentwicklung, für wissenschaftlichen Fortschritt

und Wissensaustausch.“

Vom 29. bis zum 31. Mai feiert der Verein in diesem Jahr seinen

Alumni-Tag. Einmal im Jahr organisiert er ihn gemeinsam mit der

Universität Göttingen als ein „Homecoming“ für alle Ehemaligen.

Dabei gibt es nicht nur jede Menge Gelegenheiten, alte Freunde in

Göttingen wiederzusehen und neue Bekanntschaften zu machen.

Ein interessantes und vielseitiges Programm – unter anderem der

Fakultäten – erwartet die Teilnehmer ebenfalls. Wer bereits am

Freitag anreist, kann am 29. Mai an einem Treffen im Restaurant

Bullerjahn teilnehmen – mit anschließender Kneipentour, sozusa-

gen in Erinnerung an die eigene O-Phase. Alle Informationen und

Anmeldemöglichkeiten zum diesjährigen Göttinger Alumni-Tag

gibt es online auf der Internetseite www.alumni-goettingen.de/

termine/goettinger-alumni-tag-2026. Dort sind auch das Fakultätsprogramm,

das gesamte Rahmenprogramm und Infos zur Feier

der Goldenen Promotion einsehbar.

Tipps vom Experten

Social Media, aber richtig

WORAUF IST BEI DER CONTENT-ERSTELLUNG ZU ACHTEN?

Mit dieser Frage hat sich Neros-Mitgründer Hans Walter (im Foto

links) beim faktor-Mittagessen im Februar beschäftigt – und allen

anderen Teilnehmern interessante Denkanstöße für die eigenen

Social-Media-Kanäle mit auf den Weg gegeben. Walter betonte,

wie wichtig die ersten drei Sekunden eines Videos sind, dass ein

sogenannter CTA (Call to action) nicht immer überall sinnvoll ist

– und warum Reichweite längst nicht mehr die entscheidende Währung

im Social-Media-Game ist, weil sie für das eigene Unternehmen

und dessen Zielgruppe häufig keine besondere Relevanz hat.

Während seines kurzweiligen Impulsvortrags händigten Walter

und Neros-Kreativkopf Luca Söffker ein Infosheet an alle Gäste

aus. So konnten diese neben einer Erklärung des sogenannten

Conversion-Dreiecks auch eine fundierte Upload-Checkliste speziell

für Instagram mit nach Hause nehmen. Im Anschluss entwickelte

sich eine lebhafte Diskussion, getragen von diversen

Nachfragen der Teilnehmer.

1 |2026 21


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aktuelles

-News

44. faktor-Business-Lounge

„Es geht immer um Emotionen!“

Die Kunst des Storytellings stand im Mittelpunkt der 44. faktor-Business-Lounge in der Spitzbub-Alm des Göttinger

Hotels Freizeit In. Der eingeladene Experte Claus Vaske machte schnell deutlich, worum es seiner Ansicht nach beim

Storytelling immer gehen sollte: um Emotionen.

TEXT MARKUS RIESE FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Claus Vaske erklärt, worauf beim Storytelling zu achten ist – und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten.

24 1 |2026


„SHOW, DON’T TELL“ – diesen Leitsatz sollten die rund 45 Gäste

der faktor-Business-Lounge an diesem Abend häufiger zu hören

bekommen. Ebenso die neun Teilnehmer des vierstündigen Workshops,

den Vaske bereits am Nachmittag in einem Tagungsraum

des Hotels geleitet hatte. Mit weiteren markanten Sätzen zog er

immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich: „Werbung interessiert

keine Sau“ – um nur ein Beispiel zu nennen.

Was hingegen funktioniert, um eine Geschichte so zu erzählen,

dass die Menschen sie auch tatsächlich hören wollen, davon kann

Waske mehr als nur ein Lied singen. Als früherer Gag-Schreiber

von Harald Schmidt, gefragter Comedy-Texter und erfolgreicher

Autor ging es für ihn immer darum, Storys spannend zu

präsentieren. So zeichnete er beispielsweise für die Werbevideos

mit Verona Feldbusch und Sir Peter Ustinov zur Expo 2000 in

Hannover verantwortlich, ebenso für einen später mit dem Golden

Award of Montreux ausgezeichneten Comedy-Clip namens

„Robots“, der als Opener für eine Keynote bei der Consumer Electronics

Show (CES) 2015 in Las Vegas gezeigt wurde.

KEINE FRAGE: Vaske weiß, was in eine gute Story gehört. „Informationen

stören da nur“, so der Fachmann. Eine erfolgreiche

Kampagne bestehe nicht aus langweiligen Zahlen, Daten und Fakten,

denn: „Menschen sind nicht rational, sie sind emotional.“ Im

Workshop ging es im Detail dann auch darum, wie man eine gute

Story aufbaut. Fast alle Teilnehmer erzählten am Ende bewegende

Geschichten aus ihrer Karriere oder auch aus ihrem Privatleben –

und fesselten damit die anderen. Eine bemerkenswert intime

Übung – mit vielen Aha-Effekten.

Am Abend präsentierte Vaske dann die Essenz aus dem Workshop:

„Ihr müsst euch zunächst fragen, was eigentlich der Kern

eurer Story ist. Worum geht es überhaupt? Was will ich erzählen –

und wie will ich es erzählen?“ Auch eine gute Struktur sei wichtig.

Am Nachmittag taucht Vaske beim Workshop noch tiefer in die Materie ein.

Die Spitzbub-Alm des Hotels Freizeit In bietet einen angenehmen Rahmen

für gute Gespräche und erfolgreiches Netzwerken.

DIE ZUHÖRER NAHMEN ALSO MIT: Es geht darum, die Menschen

zu begeistern, mitzureißen, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Und genau das kam dann auch direkt in weiteren kurzen

Wortbeiträgen zum Tragen: Freizeit-In-Chef Olaf Feuerstein erzählte

spontan und kurzweilig die Geschichte seines eigenen Weges

und die des Hotels – und Claudia Weitemeyer, Geschäftsführerin

der SüdniedersachsenStiftung, warb spontan um Teilnehmer für

eine Kampagne, in der die Vorzüge der Region gezeigt werden sollen.

Passenderweise soll dies über interessantes Storytelling geschehen,

in dem zum Beispiel Unternehmer erzählen, warum sie gern in

Südniedersachsen leben und arbeiten und was die Region für sie so

lebenswert macht.

Damit schloss sich auch der Kreis zur Arbeitgeber-Auszeichnung

„Top-Arbeitgeber Südniedersachsen“ (TOPAS) der SüdniedersachsenStiftung,

die als Partner-Ausrichter diesmal wieder

mit an Bord war. TOPAS-Organisatorin Tara Brune wies zu Beginn

des Events darauf hin, dass ja auch die TOPAS-zertifizierten

Unternehmen regelmäßig spannende und innovative Geschichten

zu erzählen hätten.

Nach dem Vortrag und zünftig-bayerischem Essen – passend

zur Location – nutzten die Teilnehmer noch ausgiebig die Gelegenheit

zum Netzwerken. Ihr neu gewonnenes Wissen über gutes

Storytelling soll an diesem Abend dem Vernehmen nach noch

mehrfach erfolgreich angewendet worden sein. ƒ

1 |2026 25


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PROFIL

Keine Angst vor Gen Z

Unternehmer sollten online nicht nur Flagge zeigen, sondern in der digitalen Welt als Experte auf

ihrem Gebiet sichtbar sein. Dabei hilft das Team von Neros aus Göttingen – und zwar ganz individuell.

Hans Walter (Mitte), Luca Söffker (rechts) und Agostino Luggo (links), die Gründer von Neros


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»Gemeinsam bauen wir unsere Kunden digital als

Marke auf, die Vertrauen und Expertise vermittelt.«

PROFIL

Hans Walter, Mitgründer von Neros

Wer sein Unternehmen erfolgreich

in die Zukunft führen will,

braucht einen starken Online-

Auftritt. „Entscheidend ist dabei

vor allem, wie man es angeht“, betont Hans

Walter, einer der Gründer von Neros. Walter

ist als Vertreter der Generation Z quasi in der

digitalen Welt groß geworden – und er versteht

es, sie für seine Kunden optimal zu bespielen.

Zusammen mit seinen Mitgründern

Luca Söffker und Agostino Luggo – alle drei

bringen große Expertise auf verschiedenen

Gebieten mit – begleitet Walter Unternehmen

dabei, ihre Kundengewinnung zu digitalisieren

und klare Systeme für nachhaltiges

Wachstum aufzubauen.

DAFÜR HABEN DIE DREI PROFIS die Neros-

Methode entwickelt. „Damit verbinden wir

hochwertigen Content, strategische Werbeanzeigen

und konvertierende Landingpages

– damit aus Aufmerksamkeit messbare Ergebnisse

werden“, stellt Walter heraus. Das

Neros-Team – insgesamt besteht es aus neun

Mitarbeitenden – schaut sich sehr genau an,

was der Kunde eigentlich braucht: „Wir sprechen

zunächst über die aktuelle Situation,

aber auch über die Zielgruppe – und natürlich

über die Ziele, die erreicht werden sollen“, beschreibt

Walter. Auf dieser Basis werden dann

im zweiten Schritt eine individuelle Strategie,

ein genauer Online- und Social-Media-Fahrplan

und schließlich ein professioneller digitaler

Außenauftritt entwickelt: „Gemeinsam

bauen wir unsere Kunden digital als Marke

auf, die Vertrauen und Expertise vermittelt.“

Damit ist es aber nicht getan, wie Walter erläutert:

„Nach dem Launch sorgen wir dafür,

dass qualifizierte Interessenten erreicht werden.

Denn es geht häufig gar nicht darum, eine

möglichst große Zahl an Followern oder Klicks

zu generieren, sondern darum, die richtigen

Kunden zu adressieren.“ Genau das erfordere

eine kontinuierliche Optimierung. „Social

Media ist seit 15 Jahren da und längst etabliert,

aber immer noch sehr schnelllebig. Und viele

haben eine gewisse Angst davor, etwas falsch

zu machen. Diese Angst können wir unseren

Kunden nehmen“, verspricht Walter. Und noch

mehr: Ziel ist immer, dass die Neros-Kunden

am Ende stolz darauf sind, wie ihr Unternehmen

im Internet repräsentiert wird.

Dass hier alles „aus einem Guss“ kommt,

gehört dabei zur Philosophie: Walter ist

BWLer und „lebt Dienstleistung“, Luggo ist

Wirtschaftsinformatiker – und Söffker ist der

kreative Kopf für die Bildsprache und den

Markenauftritt. „Wir haben für alles, was wir

unseren Kunden anbieten können, Profis in

den eigenen Reihen und müssen deshalb

nicht auf Drittanbieter zurückgreifen“, erklärt

Walter. Vorteil für den Kunden: Mit Neros

haben sie nur einen einzigen Ansprechpartner

für ihre gesamte Digitalstrategie an der

Hand. Das sorgt für kurze Wege, spart sogar

Ressourcen und sorgt letztlich für optimale

Ergebnisse.

EIN ZENTRALER BAUSTEIN sind bei Neros

denn auch professionell produzierte Videos –

vom kurzweiligen Reel über Testimonials bis

hin zum Imagefilm. Auch die Betreuung der

Social-Media-Kanäle (insbesondere Facebook,

Instagram und LinkedIn) sowie die Erstellung

von Landing Pages und Ads gehört zum Portfolio;

einzelne Elemente können auch modular

gebucht werden. Walter: „Nicht jeder braucht

gleich das große Paket, und das würden wir

dann auch gar nicht anbieten. Das wäre aus

unserer Sicht unseriös.“

Dafür schätzen inzwischen viele Unternehmer

Neros sehr. Und die Profis sorgen

im Austausch mit ihren Kunden auch immer

wieder für Aha-Effekte. „Social Media ist kein

reiner Vertriebskanal, sondern der verlängerte

Arm zur Zielgruppe“, sagt Walter zum Bei-

spiel. Eine einfache Erkenntnis, die das Mindset

eines Unternehmers aber grundlegend

ändern kann, wenn man sie verinnerlicht hat.

„Unser Fokus liegt nicht auf Trend- oder

Viralmarketing, sondern auf beständigem

Content“, betont Walter. Je nach Anforderung

könne deshalb ein Kampagnen-Mix sinnvoll

sein, der drei Bereiche individuell miteinander

kombiniert: Reichweite, Expertenstatus und

Content, der konvertiert und letztlich Umsatz

generiert.

WICHTIG SEI DABEI STETS, „authentisch und

echt“ rüberzukommen, und dafür sorgt bei

Neros ein ganzes Team aus Experten. Videoproduktionen

werden äußerst professionell geplant,

konzipiert und realisiert – Scheu vor der

Kamera muss dabei übrigens niemand haben.

Walter und seine Mitstreiter hoffen auf viele

neue Kontakte: „Wir freuen uns über jeden,

der Interesse daran hat, sich darüber zu informieren,

wie wir gemeinsam mit unseren

Kunden eine Strategie entwickeln können, um

online ein Standing aufzubauen – nicht als

Verkaufskanal, sondern als Kommunikationskanal.

Denn Marketing bedeutet gerade auch

in der digitalen Welt, der richtigen Person zur

richtigen Zeit am richtigen Ort zu begegnen.“

Neros

Instagram: Neros_Marketing

www.neros-explore.de

info@neros-explore.de

Tel.: 01515 9887825

MARKUS RIESE


mensch

Der 100-Jährige,

der durch Europa reist

Leon Weintraub hat den Holocaust überlebt. Der 100-Jährige bezeichnet sich

selbst als „lebendiges audio-visuelles Lehrhilfsmittel“: Noch immer besucht

er regelmäßig Schulen, um die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in

Vergessenheit geraten zu lassen. Zu Göttingen hat er eine besondere Beziehung.

TEXT STEFAN LIEBIG

ch merke doch langsam, dass ich anfange, alt zu

werden. Aber für mein Alter geht es mir ausgezeichnet“,

antwortet Leon Weintraub auf die Einstiegsfrage

nach seinem Befinden. Das mitschwingende

schalkhafte Augenzwinkern blitzt in dem zugleich

beeindruckenden wie auch oft schockierenden Gespräch

des Öfteren auf – über zwei Stunden nimmt er sich Zeit

für den faktor. Auch wenn man weiß, dass der am

1. Januar dieses Jahres 100 Jahre alt gewordene Holocaustüberlebende

inzwischen über viel Erfahrung im Berichten

über seine schreckliche Zeit in mehreren Konzentrations-

und Gefangenenlagern der Nationalsozialisten

verfügt, verblüfft diese Art des unerwarteten Humors

doch hier und da. Zwar mildert er so den Schrecken seiner

Erlebnisse nicht, erleichtert aber die Verarbeitung

ein wenig. Diese Erleichterung ist wichtig, denn schließlich

will er vor allem die junge Generation erreichen. Ihr

möchte er vermitteln, wie dringend es ist, die Geschichte

der Judenverfolgung ein für alle Mal zu beenden. Mit

seinem speziellen Humor gelingt es ihm, das Interesse

von Kindern für das Thema zu wecken und sie zu sensibilisieren.

So überfordert er die jungen Zuhörer nicht.

Seine inzwischen jahrzehntelange Erfahrung in ungezählten

öffentlichen Veranstaltungen hilft ihm dabei.

Herr Dr. Weintraub, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem

100. Geburtstag! Wie haben Sie ihn gefeiert?

Vielen Dank. Ich hatte etwa 100 Gäste aus aller Welt zu

Gast: ein Rabbiner, ein Vertreter der Evangelischen Kirche,

ein Mitglied der Katholischen Hochschule am Niederrhein,

ein Agnostiker – Menschen aus mehreren Ländern

und mit vielen Berufen. Und vor allem waren meine

Frau, meine vier Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel da.

Sehr gefreut habe ich mich über den Geburtstagsgruß

der Bundesärztekammer, und kürzlich erreichte mich sogar

noch ein Geburtstagsgruß vom Bundespräsidenten

Frank-Walter Steinmeier – wohl etwas verspätet, weil er

über die Botschaft kam.

Macht Sie das glücklich, so viel Aufmerksamkeit

zu bekommen?

Ich empfehle den Menschen, so alt zu werden. Dann erhält

man so viel Aufmerksamkeit. Glück ist ein zu starker

Begriff. Aber es macht mich echt zufrieden.

Wenn man sich Ihr Leben vor Augen führt, ist es kaum

zu fassen, dass Sie dieses Alter erreichen konnten und

noch so gut in Form sind.

Ich tue alles, um so alt zu werden, und habe gerade

meinen dritten Krebs überwunden. Als Arzt weiß ich,

worauf ich achten muss: Ich trinke höchstens mal einen

kleinen Schluck Wein, ernähre mich gesund und so weiter.

Der Jubilar spricht über die guten Gene in seiner Familie.

Die haben offenbar auch zu seinem Überleben und dem

seiner drei Schwestern im Konzentrationslager beigetragen.

Er selbst wurde nach der Befreiung in einem Sanatorium

am Bodensee körperlich aufgebaut, hatte aber ▸

28 1 |2026


FOTO: PETER HELLER

mensch

Leon Weintraub bei seinem Göttingen-Besuch im März 2026.

11|2026 29


mensch

keine schwerwiegenden Folgen von der Mangelernährung

und Lagerarbeit. Die psychischen Folgen steckte er

ebenfalls beachtlich weg. Wobei er auf eine Studie verweist,

nach der KZ-Überlebende mehrheitlich eine gewisse

emotionale Abstumpfung erkennen lassen. Er erklärt:

„Um die Grausamkeit nicht an mich heranzulassen,

habe ich eine unsichtbare Mauer um mich errichtet.“

Eine Mauer, die er auch bei seiner Ausweisung aus Polen

(siehe „Zur Person“) wieder brauchte, die er aber einriss,

als er in den 1970er-Jahren begann, seine Erlebnisse in

der Deutschen Schule Stockholm zu erzählen. Inzwischen

besucht er Schulen in vielen Ländern, um Schülern,

Lehrern und Eltern seine Erfahrungen zu schildern.

Ist es nicht extrem anstrengend, ständig auf Reisen zu

sein und von Ihrem schweren Schicksal zu sprechen?

Diese Reisen sind wichtig, um bei jungen Menschen ein

„Bewusst Sein“ zu erzeugen. Als nicht gläubiger Naturwissenschaftler

bin ich Rationalist und vermittle auf

glaubwürdige Art mit sachlichen Beispielen, was während

des zwölf Jahre dauernden „Tausendjährigen

Reichs“ geschehen konnte. Es darf kein Zweifel bestehen.

Mich strengt das Reisen nicht so sehr an. Zumal ich

seit zehn Jahren mit dem Rollstuhl am Flughafen an den

Schlangen vorbeifahre. Im Jahr 2024 bin ich von meiner

Wohnung in Stockholm achtmal nach Deutschland, dreimal

nach Polen und einmal nach Spanien gereist. 2025

war es ähnlich.

Bei den beiden Stationen in Göttingen stand sein Lebenswerk

im Zeichen der Erinnerungskultur im Zentrum

des Interesses: Am 2. März erhielt er die Ehrendoktorwürde

der Universitätsmedizin Göttingen und am

7. März den Göttinger Friedenspreis. Man könnte meinen,

für den Bundesverdienstkreuzträger seien solche

Ehrungen inzwischen Routine, doch er sagt: „Sie sind

für mich eine tiefe Befriedigung. Denn so erfahren meine

Reflexionen zu diesen weit über den Menschenverstand

hinausgehenden Verbrechen eine besondere Wertschätzung.“

Die gleichzeitige Friedenspreisverleihung an das

Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

freut ihn besonders. Denn darin erkennt er die Fortführung

der Erinnerungskultur durch die junge Generation.

Sie sprachen eben von Abschalten und Entspannung.

Konnte es ähnliche Momente auch in der Gefangenschaft

geben?

Im Ghetto war für mich die einzige Entspannung, wenn

ich unerlaubterweise Bücher in die Hände bekam. Mir

fehlte das sehr: Ich hatte vor der Gefangenschaft gerne

gelesen und gelernt.

Sind sie eigentlich auch manchmal zuhause?

Ja, und ich liebe es, dann Filme zu schauen und Musik zu

hören. Ich habe viele Mitschnitte von Beethovens Konzerten

für Violine und Orchester in D-Dur op. 61 und 6a.

Bach und die Musik aus dem späten Mittelalter mag ich

sehr gerne. Einen Film anzuschauen, ist für mich wie

eine Dusche für das Gehirn.

Sitzen Sie jetzt auch schon auf gepackten Koffern?

2026 ist schon gut verplant und bis September ausgebucht,

und wenn dieses Heft erscheint, werde ich bereits

eine weitere zweiwöchige Deutschlandreise hinter mir

haben. Sie startet in Hann. Münden und Göttingen,

dann geht es auf Einladung der nordrhein-westfälischen

Kultusministerin nach Essen und wieder zurück in die

Gänselieselstadt.

Arbeitsausweis von Leon Weintraub aus dem

Ghetto Litzmannstadt (Łódź)

30 1 |2026


mensch

Leon Weintraub freut

sich über die Ehrendoktorwürde,

die er

Anfang März in der

Aula am Wilhelmsplatz

entgegennehmen

durfte.

FOTO: PETER HELLER

ZUR PERSON

Leon Weintraub wurde am 1. Januar 1926 im polnischen

Łódź geboren. Sein Vater starb 1927, seine Mutter kümmerte

sich um ihn und seine vier älteren Schwestern.

Kurze Zeit nach dem Einmarsch der Wehrmacht am

8. September 1939 wurde er mit seiner Familie in das

Ghetto Litzmannstadt (deutscher Name für Łódź)

zwangsumgesiedelt. 1944 wurden die Weintraubs zusammen

ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert

und voneinander getrennt. In einer riskanten Aktion

gelang es ihm, sich einem Gefangenentransport in ein

Außenlager des KZ Groß-Rosen anzuschließen, wodurch

er dem Tod in Auschwitz entkam. Weitere Stationen waren

Flossenbürg und Natzweiler-Struthof.

Bei einem weiteren Transport Richtung Bodensee gelang

Weintraub zusammen mit anderen Flüchtlingen die

Flucht, nachdem ihr Zug beschossen worden war. Nach

Kriegsende erfuhr er durch einen glücklichen Zufall, dass

drei seiner Schwestern, die ihn für tot hielten, im Lager

für Displaced Persons in Bergen-Belsen sind. Dorthin

schlug er sich durch.

Im Rahmen eines Förderprogramms für befreite KZ-Häftlinge

nutzte er die Möglichkeit, Medizin in Göttingen zu

studieren und spezialisierte sich auf Gynäkologie („Ich

hatte so viel Tod und Leid gesehen, ich wollte neues Leben

entstehen sehen!“). Er heiratete Katja Hof, mit der er 1948

den ersten ihrer drei Söhne bekam. 1950 kehrte er nach

Polen zurück, holte seine Familie nach und arbeitete in einer

Frauenklinik in Warschau. Wegen antisemitischer

Maßnahmen verlor er 1969 seine Stelle als Oberarzt und

emigrierte mit seiner Familie nach Schweden, wo er bis

heute lebt. Sechs Jahre nach dem Tod seiner Frau Katja

heiratete er Evamaria.

FOTO: PRIVAT

In Schweden und vielen anderen Ländern berichtet er seit

den 1990er-Jahren als Zeitzeuge vom Holocaust. Weintraub

ist Autor des Buches „Die Versöhnung mit dem

Bösen“. Darin berichtet er der Journalistin Magda Jaros

von seiner Kindheit und der Nachkriegszeit, dem Studium

der Medizin in Göttingen, seiner Karriere in Polen und seiner

Auswanderung nach Schweden aufgrund der antisemitischen

März-Unruhen 1968 in Polen (292 S., 13 Abb., erschienen

im Wallstein-Verlag, ISBN 978-3-8353-5232-2,

28 Euro). Weintraub wurden das Bundesverdienstkreuz

am Bande (2004), das Bundesverdienstkreuz erster Klasse

(2024) sowie die Paracelsus-Medaille (2023) verliehen.

1|2026 31


mensch

Leon Weintraubs Studenten-

Ausweiskarte der Universität Göttingen

FOTO: PRIVAT

Können sich das die jüngeren Zuhörer überhaupt vorstellen?

Was wissen sie überhaupt noch über diese Zeit?

Das ist sehr unterschiedlich. Aber genau deshalb berichte

ich ihnen davon. Das ist so wichtig. Denn wenn ich

mit Erwachsenen spreche, ist das meist wie eine Predigt

an die Bekehrten. Eine interessante Ausnahme gab es, als

ich vor dem Niedersächsischen Landtag über die Reichskristallnacht

sprach. Tatsächlich hörten mir auch 18 Abgeordnete

der AfD zu, und ich bot ihnen an, sich ein gewidmetes

Buch von mir abzuholen. Ihr Vorsitzender

Klaus Wichmann kam zu mir und sagte: „Sie irren sich!

Wir sind nicht so, wie sie es beschreiben!“ Ich antwortete

sehr bestimmt: „Sie sind also aufrechte Demokraten

und keine Menschenfeinde?“ – Er hat das Buch genommen

und ist abgehauen …

FOTO: PRIVAT

Leon Weintraub als junger Arzt im Jahr 1953.

Studiert hatte er kurz nach dem Krieg in Göttingen.

Was machen dieses Erstarken der politischen Rechten

und die Verrohung der gesellschaftlichen Umgangsformen

mit Ihnen?

Tatsächlich zweifle ich manchmal an meinem eigentlich

unbeugsamen Optimismus. Als Arzt bewundere ich die

Komplexität des Gehirns und verstehe es zugleich nicht,

dass es bei vielen Menschen nicht in der Lage ist, den

Lockrufen des Bösen zu widerstehen und zu begreifen,

dass es nur eine Menschenrasse gibt: den Homo sapiens.

Ich bin traurig und enttäuscht, weil die Menschheit nicht

vernünftig wird.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche den Menschen, mein Alter zu erreichen und

dabei zufrieden zu sein.

Herr Dr. Weintraub – alles Gute und vielen Dank für das

Gespräch! ƒ

32 1 |2026


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mensch

Mensch

Michael

TEXT MARKUS RIESE FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Seit 1. Juli 2025 ist Michael Grosse Vorstandsvorsitzender

der Sartorius AG. Wie tickt der Nachfolger

von Joachim Kreuzburg? Was treibt ihn an? Welche

Werte lebt er? Und wie gefällt ihm eigentlich Göttingen?

Wir trafen den neuen CEO zum Interview.

34 1 |2026


mensch

1|2026 35


mensch

Es ist alles akribisch vorbereitet. Als wir den

Sartorius-Campus betreten und die Besucherausweise

abholen, nimmt uns Verena

Sattel aus dem Team der Unternehmenskommunikation

in Empfang. Sie zeigt uns

mögliche Foto-Spots, dann führt sie uns in den Besprechungsraum,

in dem wir Michael Grosse treffen sollen.

Um Punkt 14.30 Uhr, praktisch auf die Sekunde genau

zur vereinbarten Zeit, betritt der 58-Jährige das Büro.

Er wirkt zugewandt, freundlich, locker – fast schon

auffällig entspannt.

„Ich bin nicht nur angekommen in Göttingen, sondern

fühle mich hier mittlerweile zu Hause“, antwortet der

Konzernchef auf unsere erste Frage. Ob Grosse ein guter

Schauspieler ist, können seine Freunde und seine engsten

Anverwandten vermutlich besser beurteilen als wir. Unser

Eindruck ist aber: Er spielt uns hier gerade nichts vor.

Von der einen oder anderen Gewohnheit berichtet er, die

sich inzwischen etabliert habe. Und von „charmanten

Orten“, an denen er sich „sehr wohl“ fühlt: „Ich jogge

gern und gehe auch gern spazieren. Der Kiessee ist dafür

zum Beispiel eine Umgebung, die mir sehr gut gefällt.“

In den ersten Monaten seit seinem Antritt habe er auch

ein paar „lauschige Plätzchen“ in der Göttinger Innenstadt

ausgemacht, an denen man zum Beispiel gut mit

Freunden und Kollegen essen gehen oder ein Gläschen

Wein trinken könne.

Dass er dann direkt einen Schwenk zum Unternehmen

sucht, nehmen wir ihm nicht übel: „Sehr speziell finde

ich auch das Sartorius-Quartier, wo für mich die Wurzeln

des Unternehmens zusammenkommen.“ Die Kulturveranstaltungen

dort begeistern ihn; Grosse selbst

liebt vor allem klassische Musik und will in diesem Jahr

erstmals die Göttinger Händel-Festspiele besuchen.

Auch die von Sartorius initiierte Life Science Factory ist

im Quartier angesiedelt. „Für mich ist das einfach ein

besonderer Ort“, stellt Grosse heraus.

Die meiste Zeit verbringt er allerdings auf dem Sartorius-Campus.

Später wird er uns erzählen, dass dies für

ihn sogar der attraktivste Arbeitsplatz ist, an dem er jemals

gewirkt hat. Schaut man sich seine berufliche Vita

an, wird der Wert dieser Aussage deutlich.

MICHAEL GROSSE ist promovierter Maschinenbauingenieur

und war in den vergangenen 20 Jahren in verschiedenen

Führungs- und Vorstandspositionen in der

Verpackungsindustrie für die Pharma- und Lebensmittelbranche

tätig. Von 2020 bis 2023 führte er als Vorsitzender

der Geschäftsführung und CEO die Syntegon Technology

GmbH, einen international tätigen Anbieter für

Prozess- und Verpackungslösungen, der 2019 aus der

Bosch-Gruppe ausgegliedert worden war. Zuvor arbeitete

Grosse beim Schweizer Unternehmen Tetra Pak –

seit 2006 als Mitglied des Vorstands –, wo er unter anderem

den Ausbau des globalen Servicegeschäfts verantwortete

und verschiedene Leitungsfunktionen im Bereich

Produktentwicklung innehatte. Vor seinem Einstieg

bei Tetra Pak war er in der Automobilindustrie zu

Hause, wirkte zwischen 1993 und 2003 in verschiedenen

Führungspositionen bei BMW und Ford.

FÜHRUNG – das hat für Michael Grosse vor allem mit

Vertrauen zu tun. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

und in die seiner Mitarbeiter an allen Konzernstandorten.

Er weiß, dass sich große Ziele nur gemeinsam erreichen

lassen. Und er hat eine neue Führungskultur ins

Unternehmen gebracht: Grosse duzt alle Kolleginnen

und Kollegen und diese dürfen ihn ebenfalls duzen.

„Für den einen oder anderen war das am Anfang vielleicht

ein Stück weit irritierend, aber für mich ist das ein

total normaler Umgang“, sagt der Konzernchef – der

mehr als 20 Jahre seines beruflichen Lebens im Ausland

verbracht hat. „Deswegen ist die Ansprache mit ,Michael‘

und ,du‘ für mich ganz natürlich. Außerdem sorgt das für

einen direkten und offenen Austausch – egal mit wem im

Unternehmen. Und der ist notwendig und wichtig, damit

wir gut vorankommen.“ Verena Sattel, die ebenfalls mit

am Tisch sitzt, nickt zustimmend – räumt aber ein, dass

sie in der Anfangszeit noch einmal kurz ins „Sie“ zurückgefallen

sei. Damit ist sie sicher nicht allein: Die Sartorius-Familie

war das Duzen einfach lange nicht gewohnt

unter der mehr als 22 Jahre währenden Ägide von Joachim

Kreuzburg.

Zu seinem Vorgänger, der Sartorius in vielerlei Hinsicht

geprägt hat, pflegt Grosse ein freundschaftliches Verhältnis.

Er schätzt ihn – auch, weil es von Anfang an keine

Bevormundung oder besserwisserischen Ratschläge gegeben

habe: „Er hat mir schlicht und einfach seine Perspektive

aus dem Unternehmen aufgezeigt. Er hat mir den

Kontext der Entwicklung, der Strategie, des Fortschreitens

gegeben, hat mir aus seiner Sicht die Herausforderungen

und die Möglichkeiten geschildert, hat mich mit

den Leuten zusammengebracht, die ich kennenlernen

musste. Er war ein super Wegweiser, hat aber sein eigenes

Urteil klar zurückgenommen und gesagt: Suche, finde

und gehe deinen eigenen Weg. Und das ist exakt das, was

ich tue.“ Reingeredet habe Kreuzburg ihm nie, bis heute

nicht. Die beiden treffen sich noch hin und wieder zum

Dinner. „Wir reden dann über alle möglichen Dinge, natürlich

über das Umfeld und ein bisschen über die Indus-

36 1 |2026


mensch

Entspannte Atmosphäre beim faktor-Interview (v. l.): Marco Böhme, Michael Grosse, Verena Sattel, Markus Riese.

» Es geht auch darum, in sich selbst

zu ruhen und einfach man selbst zu sein.

Dann kann jeder erkennen, wie man ist

und wer man ist. «

trie, aber genauso auch über Privates, über Musik, über

Urlaub, über Menschen, über das Leben und über die

Lage der Nation.“

Die Lage der Nation – und die der ganzen Welt – beschäftigt

Grosse natürlich auch im Sartorius-Kontext tagtäglich.

Die Corona-Pandemie wirkt in manchen Bereichen

immer noch nach; Kriege und globale Entwicklungen

in der Außen-, Geo- und Handelspolitik hinterlassen

Spuren. „Das alles hat Einfluss auf jedes Unternehmen,

das gilt auch für unsere Branche“, weiß Grosse.

SARTORIUS – mit seinem weltweiten Produktions- und

Innovationsnetzwerk – sieht er aber auch für widrige Bedingungen

gut aufgestellt. Und dort, wo Herausforderungen

zu meistern sind, brauche man eben eine „Klaviatur,

auf der man die entsprechenden Tools so schnell und so

gut wie möglich spielen kann.“ Da müssten auch mal

Lieferketten umgestellt, Preise angepasst oder Kapazitäten

erhöht werden – nichts, was das Unternehmen aus

der Ruhe bringen würde. ▸

1|2026 37


mensch

Michael Grosse ist nicht nur im Unternehmen, sondern auch in Göttingen angekommen – und er hat mit Sartorius viel vor.

Zumal es der Industrie, in der Sartorius zu Hause ist,

„eigentlich gut geht“, wie Grosse betont: „Wir haben

Wachstum im Markt, wir haben hoch attraktive Technologien

und ein sehr gutes Portfolio.“ Dennoch bleibt das

Umfeld an der einen oder anderen Stelle unvorhersehbar.

„Da müssen wir auch in der Lage sein, sehr schnell zu

agieren und uns anzupassen“, sagt Grosse. Er spricht

dann gern davon, „die Flexibilitätsmuskeln zu trainieren“,

um schnell Entscheidungen treffen zu können. Da

sieht er nicht nur sich selbst in der Verantwortung, sondern

auch seine rund 14.000 Mitarbeiter weltweit.

DASS GROSSE selbst flexibel ist, hat er schon viele

Monate vor seinem Amtsantritt recht eindrucksvoll bewiesen:

Er hat tatsächlich noch einmal anderthalb Semester

studiert. Biochemie. „Ich finde nichts schlimmer,

als wenn man in ein Unternehmen reinkommt und erst

mal 50.000 Fragen stellen muss. Für mich war das einfach

eine Form von mentaler Vorbereitung.“ Grosse

hat also nicht nur Geschäftsberichte gelesen, Zahlen

analysiert, mit Branchenkennern gesprochen und sich

die Life-Science-Industrie angesehen – er hat sich durch

das Mini-Studium auch fachlich detailliert auf Stand gebracht.

„Und da ist für mich Biochemie einfach eine

Grundvoraussetzung, um schlicht und einfach zu verstehen,

was wir machen. Also war das eher ein natürlicher

Schritt.“ Den so vermutlich nicht jeder gehen würde.

Grosse ist ihn gegangen, und dem Vernehmen nach hat

ihm das viel Anerkennung und Respekt in der Belegschaft

eingebracht, auch wenn er seine „Zusatzqualifikation“

nicht an die große Glocke gehängt hat. Entscheidender

war für ihn etwas anderes: „Für mich ist es schon wichtig

gewesen, die ersten Monate in erster Linie mit Zuhören

zu verbringen. Wirklich tief reinzukommen ins Unternehmen,

mit Kunden zu sprechen, mit den Kolleginnen und

Kollegen zu reden an den verschiedenen Standorten weltweit

– und natürlich auch hier am Campus.“

Aus diesen Eindrücken entwickelt Grosse – nicht als

Einzelkämpfer, sondern im Team – Strategien, wie sich

das Unternehmen weiter verstärken kann oder wo künftig

neue Akzente zu setzen sind. Das Unternehmensversprechen

„Simplifying Progress“ ist für ihn dabei von zentraler

Bedeutung: die Vereinfachung von Abläufen, einhergehend

mit gesteigerter Geschwindigkeit, vor allem aber

38 1 |2026


mensch

» Ich finde nichts schlimmer, als wenn man in ein Unternehmen

reinkommt und erst mal 50.000 Fragen stellen muss.«

auch die Stärkung der Zusammenarbeit mit Kunden sowie

untereinander. All das will Grosse verbessern, ohne

die Leistungen seines Vorgängers zu schmälern: „Ich

habe den Luxus genossen, durch die herausragende Wirkung

von Joachim Kreuzburg hier einfach ein enorm gut

aufgestelltes, stark ausgerichtetes Unternehmen in einer

großartigen Branche vorzufinden. Dazu ein tolles, motiviertes

Team und unglaublich kompetente Leute.“

Dass Grosse auf gemeinsamen Erfolg setzt, werden

auch die Verantwortlichen all jener Göttinger Kulturund

Sportinstitutionen aufmerksam registrieren, die von

Sartorius gesponsert werden. „Wir sind ja wirklich ein

wichtiger Teil der Community und fühlen das auch. Und

natürlich gilt das für die Belegschaft ganz genauso, für

die Menschen in der Stadt. Engagement für Highlights,

wie etwa beim Basketball, ist schon etwas, dem wir auch

gerne treu bleiben.“

Im Verlauf unseres Gesprächs vermittelt Grosse mehrfach

den Eindruck, dass er zwar naturgemäß in Zahlen

und Ergebnissen denkt, Wachstum und Erfolg anstrebt –

dass er gleichzeitig aber nicht alles andere diesem Streben

unterordnet. Er selbst beschreibt das so: „Ich habe

einige wichtige Triebfedern in meinem Wirken, Handeln

und in meinem Führungsverständnis. Dabei spielt der

Wille zum Erfolg genauso eine große Rolle wie die Themen

Neugier und Leidenschaft.“

IM UNTERNEHMEN heißt das: Grosse gibt nicht immer

nur von oben vor, was zu tun ist: „Es sind die Fragen,

die man stellt, die dann den Unterschied machen.“

Zwar könne die Art der Fragen schon eine gewisse

Richtung vorgeben. Aber: „Für mich ist es immer das

beste Gefühl, wenn ich feststelle, dass durch die Fragen

auf der anderen Seite ein Erkenntnisgewinn und dadurch

automatisch eine Orientierung stattfindet, als

wenn man jemandem sagt: Ich möchte, dass du genau

das so machst und ich erwarte, dass das umgesetzt

wird.“ Gemeinsam zu diesen Erkenntnisgewinnen zu

kommen, gemeinsam Blicke zu schärfen und Prioritäten

zu erarbeiten – das ist ein wesentlicher Teil von

Grosses Philosophie. „Wir arbeiten in einem Geschäft,

das hauptsächlich auf Vertrauen basiert. Unsere Technologien,

unsere Produkte, unsere Kompetenz – all das

muss bei unseren Kunden Vertrauen schaffen. Gleichzeitig

müssen wir in unserem Wirken, unseren Voraussagen

und in dem, was wir dann an Financial Performance

abliefern, verlässlich sein. Das mag langweilig

klingen, aber es ist exakt diese Art von Langweile, die

der Kapitalmarkt sehr schätzt. We do what we say –

and we say what we do.“

NACH DER ACHTERBAHNFAHRT während und nach

der Pandemie und aktuellen Sondereffekten, die sich

unter anderem aus politischen Entwicklungen ergeben

haben – Stichwort Zölle –, sieht Grosse den Konzern

2026 in einem weiteren Übergangsjahr, gleichzeitig

aber auch weiter auf Wachstumskurs. Zwischen fünf

und neun Prozent Wachstum sind über beide Konzernsparten

hinweg für das laufende Jahr prognostiziert.

„Es gibt zwar noch eine etwas gedämpfte Nachfrage bei

Investitionsgütern, Anlagen und Instru menten“, sagt

Grosse. Auf das Prinzip Hoffnung will er deshalb aber

nicht setzen, eher auf Transparenz. Und auf das, was

Sartorius in der Pipeline hat: „Das, was wir an Innovationen

in Sachen KI-gestüzter, bioanalytischer Instrumente

machen und was wir mit unserem zuletzt erworbenen

Bereich Advanced Cell Models vorhaben, ist

phänomenal. Und wir haben wirklich fundamentale

Innovationen am Start.“

Da Thema KI hält Grosse für besonders wegweisend.

Übergeordnet gehe es um die Integration künstlicher

Intelligenz „in unsere Fähigkeiten, in unsere Single-Use-Applikationen,

in unsere Systeme“. In Kürze

bringt Sartorius ein innovatives System für die voll automatisierte

Zelltherapie an den Start. „Und das ist

wahrscheinlich weltweit ein bahnbrechender Ansatz,

den wir da zusätzlich zu unseren Kerntechnologien anbieten

werden“, blickt Grosse voraus.

Nach diesen vielversprechenden Ankündigungen

stellen wir Grosse eine mutmaßlich unbequeme Frage

– die sich für ihn aber gar nicht so anfühlt. Wir wollen

wissen, wie er mit der selbst so bezeichneten „Egodelle“

umgegangen ist, als Sartorius aus dem DAX gefallen

und seither „nur noch“ im MDAX gelistet ist. „Das

Thema beschäftigt uns hier überhaupt nicht“, betont er

– auch wenn er davon ausgeht, dass eine Rückkehr in

den DAX für Sartorius früher oder später „unausweichlich“

ist, im positiven Sinne natürlich. ▸

4|2023 1|2026 29 39


mensch

Aber für das Employer Branding am Standort Göttingen

spiele die Zugehörigkeit „absolut keine Rolle“.

Dafür sei der Sinn und Zweck des Unternehmens viel

bedeutsamer: Better health for more people. „Ich erlebe,

dass es das ist, was die Menschen antreibt“, macht

Grosse deutlich. Für etwas zu arbeiten, das einen selbst

stolz und zufrieden macht, das sei das deutlich bessere

Argument.

DANN HOLT ER AUS, und es fühlt sich ein bisschen so

an, als würde er uns jetzt einen Blick hinter die Fassade

gewähren. Grosse spricht von drei großen Elementen,

die aus seiner Sicht ganz wesentlich zur Lebensqualität

beitragen: „Das eine ist: Man muss genug haben, um

vernünftig leben zu können. Das Zweite ist Liebe, und

das Dritte ist Gesundheit.“ Und gerade die Gesundheit,

die Sartorius mit seinen Produkten idealerweise für immer

mehr Menschen verbessern will, findet Grosse

„essenziell“.

Um Fachkräfte für ein Unternehmen gewinnen zu

können, sei aber auch dessen Innovationskraft enorm

wichtig. „Biopharma ist immer noch eine recht junge

Branche. Und es passiert gerade so viel: Immer mehr

Krankheiten können nicht nur besser behandelt, sondern

auch geheilt werden. Die Perspektive ist phänomenal,

finde ich. Für Leute, die Innovation mögen, die

Fortschritt mögen, die technologisch orientiert sind, die

Veränderung wollen und die selbst auch dynamisch sind,

ist das hier ein perfekter Ort.“

Dazu kommt noch: Die Unternehmenswerte in Bezug

auf Offenheit und Nachhaltigkeit stoßen nach wie vor

auf positive Resonanz bei jungen Talenten. Und nicht

zuletzt sei der Sartorius-Campus eben ein erstrebenswerter

Platz zum Arbeiten. „Wenn man irgendwo am

Teich sitzt, sich nach einem hervorragenden Mittagessen

im Betriebsrestaurant ein Eis in unserem italienischen

Bistro holt, übers Wasser guckt und über Strategien und

Möglichkeiten diskutiert, gleichzeitig weiß, die Kinder

sind in der betriebseigenen Kita toll betreut – das ist

einfach ein sehr attraktives Umfeld, in dem wir hier arbeiten

dürfen. Und ich glaube, das macht dann auch einen

Unterschied.“

NACH DIESEM KLEINEN WERBEBLOCK wollen wir

wissen, wie es denn mit seinen eigenen Werten aussieht.

Den Unternehmenslenker Grosse können wir nach der

ersten halben Stunde schon ganz gut einordnen. Aber

was ist eigentlich dem Menschen Michael Grosse wichtig?

Während andere CEOs an dieser Stelle vielleicht

eher Floskeln auspacken, freut sich Grosse sichtlich

über unsere Frage. Das überrascht uns fast ein wenig.

Aber wir lassen ihn gern erzählen: „Erstens kann ich mit

den Werten, die wir hier haben, sehr viel anfangen, weil

sie auch mich ausmachen, und deswegen fühle ich mich

auch wohl hier. Für mich persönlich sind aber natürlich

auch bestimmte Dinge wichtig. Ich bin ein sehr aktiver,

familienorientierter Mensch. Ich finde die Themen Liebe,

Verlässlichkeit und Freundschaft sehr, sehr wichtig.“ Verbindungen

mit Menschen – und Menschen zu verstehen –,

das werde ihm mit der Zeit immer wichtiger. „Das hätte

ich vor 30 Jahren nicht unbedingt vorangestellt“, verrät

er. Grosse will etwas Sinnhaftes tun und dabei gleichzeitig

authentisch sein. „Es geht auch darum, in sich selbst

zu ruhen und einfach man selbst zu sein. Dann kann jeder

erkennen, wie man ist und wer man ist.“ Und genau

das baue aus seiner Sicht eine „enorme Brücke“ zu den

Menschen: „Es schafft Vertrauen, es schafft Verlässlichkeit

und Voraussehbarkeit. Das sind Dinge, die mich

umtreiben – und ich glaube, die mich auch ausmachen.“

LANGSAM AHNEN WIR, dass diese Prinzipien ihn nicht

nur im Berufsleben begleiten. Denn ja, selbst der CEO

eines global agierenden Konzerns hat auch ein Privatleben:

„Ich habe drei Kinder, zwei davon sind Mädchen

im Teenager-Alter. Das ist herausfordernd und anspruchsvoll.

Ich freue mich über jede Stunde, die ich

mit ihnen verbringen kann – und darüber, zusammen

mit meiner Frau und meinen Kindern unser Leben zu

leben.“

Grosse räumt ein, dass der zeitliche Aspekt oft eine

Herausforderung ist: „Ich weiß nicht, ob man das

wirklich Balance nennen kann, wenn man als CEO von

seiner eigenen Work- Life-Balance redet“, sinniert er.

Aber er scheint für sich einen guten Weg gefunden zu

haben: „Ich glaube, es ist wichtig, in der Work auch ein

Life zu empfinden. Deswegen finde ich es ganz wichtig,

mich auch im Unternehmen wirklich wohl zu fühlen,

mich selbst zu spüren und ich selbst zu sein, in meiner

Rolle hier bei Sartorius. Das ist für mich ein Teil meines

Lebens. Und das Familienleben ist natürlich sehr stark

konzentriert auf die Zeit, die ich dann habe.“

Die nimmt er sich dann aber auch – „relativ kompromisslos“,

wie er sagt: „Ich fokussiere mich, wenn ich

hier bin, zu 100 Prozent auf das, was ich hier mache.

Wenn ich bei der Familie bin, bemühe ich mich genauso,

das auch andersrum zu machen.“ Was Grosse im Vergleich

zu vielen anderen Menschen offenbar gut gelingt:

„Ich nehme sehr wenig an beruflichen Gedanken

oder Stress mit in mein Privatleben. Ich bin also dann

zu 100 Prozent da und kann sehr schnell von dem einen

Leben ins andere Lebenumschalten, weil ich eben immer

ich selbst bleibe.“

40 1 |2026


mensch

» Ich glaube, das

Life-Science-Thema passt

super zu Deutschland.«

In der Work auch ein Life empfinden – für Michael Grosse ein wichtiger Aspekt.

SO WIE GROSSE BEI SEINER FAMILIE zur Ruhe kommt,

soll es auch rund um die Großbaustellen an der Göttinger

Konzernzentrale bald deutlich ruhiger werden: „Wir

haben jetzt über die letzten gut zehn Jahre hier rund

1,4 Milliarden Euro investiert. Das ist eine enorme Summe,

sie macht etwa 40 Prozent unseres gesamten Investitionsportfolios

aus.“ Die Norderweiterung soll etwa

zum Jahreswechsel 2026/27 fertig sein; dort entstehen

für die Filterproduktion unter anderem weitere Reinräume,

Labors, Büro- und Innovationsflächen.

Über die vergangenen rund sechs Jahre hat Sartorius in

Göttingen in beachtlichem Umfang zusätzliche Kapazitäten

aufgebaut – und die will man jetzt auch nutzen: „Neben

der gesteigerten Produktionskapazität wird der Fokus

hier sein, in der Produktentwicklung und im Bereich

Innovationen weitere Akzente zu setzen und uns auch

beim Thema KI in eine führende Position in der Industrie

zu bringen.“ Weitere größere Bauaktivitäten sind in Göttingen

also erst einmal nicht zu erwarten.

DASS HIER IN DEN KOMMENDEN JAHREN nicht in

noch mehr neue Gebäude investiert wird, muss aber niemanden

beunruhigen. Und das stellt auch Grosse selbst

klar: „Göttingen ist mit rund 3750 Mitarbeitern für unser

Unternehmen Herz, Kopf und Motor, wie es mein

Vorgänger oft genannt hat. Hier kommen wir her, hier

sind unsere Vergangenheit und unsere Wurzeln, es ist

Heimat und Zukunft. Es ist der Ort, an dem Ideen und

Technologien entstehen.“

Jede Menge Ideen entstehen seit mittlerweile rund

vier Jahren auch in der eingangs schon erwähnten und

mittlerweile längst etablierten Life Science Factory im

Sartorius-Quartier an der Anna straße, die in München

2024 auch schon eine Art Ableger bekommen hat.

„Die Idee war hier in Göttingen von Anfang an, ein

Ökosystem für die Life Sciences zu schaffen. Dass wir

dabei eine aktive Rolle spielen und das auch weiterhin

tun werden, ist Teil unserer DNA und unserer Berufung“,

erklärt Grosse.

Zusammen mit verschiedenen regionalen Partnern

aus Industrie und Forschung ist inzwischen ein Innovationsinkubator

für Start-ups im Bereich Life Sciences

entstanden – auch mit dem Ziel, Göttingen als Life-

Science-Standort zu positionieren und zu stärken, so

wie es an anderen Standorten wie Heidelberg oder

Mainz auch schon gelungen ist. ▸

1|2026 41


mensch

Bei Sartorius hat er die Zahlen im Blick – im Privatleben findet Konzernchef Michael Grosse Ausgleich bei der Familie.

Mit der erfolgreichen GOe-Future-Initiative und bis zu

20 Millionen Euro an Fördermitteln sollen in Göttingen

in den nächsten Jahren quasi Life-Science-Start-ups am

Fließband produziert werden können – so hatte es

GOe-Future-Geschäftsführerin Elisabeth Zeisberg

schon bei der Verleihung der Innovationspreise im vergangenen

Jahr formuliert.

Das Ziel ist ambitioniert: In Südniedersachsen soll

quasi ein Silicon Valley für Life Sciences entstehen. Und

das soll bestenfalls dann auch weit über die Region

hinaus als solches anerkannt werden.

GROSSE WEISS: „Das muss jetzt natürlich von allen Seiten

getragen und angenommen werden.“ Er selbst komme

aus einer Industrie, die das Land lange entscheidend

geprägt habe. Dass die Autobranche nach wie vor viel

Aufmerksamkeit bekommt, schon weil enorm viele Arbeitsplätze

dranhängen, versteht Grosse. „Trotzdem ist

es mindestens genauso wichtig, auch die Zukunftsthemen

für Deutschland stärker zu bewerben, stärker zu

fördern, im Rahmen von Gesetzgebungen, im Rahmen

von Innovationsermöglichungen. Und ich glaube, das

Life-Science-Thema passt super zu Deutschland.“

Dafür wirbt Grosse ganz ausdrücklich: „Ich möchte

mehr Leute gewinnen, die diesen Glauben teilen. Das hilft

uns allen.“ Seine Vision dabei: Ein großes, funktionierendes

Ökosystem, Start-ups, die ihre Ideen skalieren und

Investoren überzeugen, was wiederum zu Arbeitsplätzen

führt und weitere Talente in die Region holt. „Das stärkt

in meinen Augen auch die Attraktivität der Stadt“, sagt

Grosse. Und nicht nur das: „Für das ganze Land Niedersachsen

wäre es ein enormer Gewinn, noch viel mehr daraus

zu machen. Und für uns entstehen dadurch natürlich

neue Ideen, Impulse für Innovation, Partnerschaften, Lieferbeziehungen,

auch ein Talenteaustausch. Es gibt nur

Vorteile, wenn man es gut macht.“

EIN KLARER APPELL VON GROSSE – und gleichzeitig

eine deutliche Forderung an die Politik, aber auch an

andere Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, sich

für den Life-Science-Standort einzusetzen. In Heidelberg

oder Mainz habe das ähnlich funktioniert – weil

erfolgreiche Unternehmen als Leuchttürme vor Ort irgendwann

immer mehr Fürsprecher aus Politik, Wissenschaft,

Forschung und Industrie mobilisieren konnten.

„Und ich sage einfach: Warum soll das nicht auch

in Göttingen klappen?“

Als wir nach dem Gespräch noch Fotos machen und

beim Rausgehen noch etwas mit Michael Grosse plaudern,

manifestiert sich der Eindruck, den wir im Laufe

unseres Termins gewonnen haben: Hier ist wirklich einer

angekommen. Einer mit Werten und Ideen, die mutmaßlich

gut zu Sartorius passen. Und wahrscheinlich

auch zu Göttingen. ƒ

42 1 |2026


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mensch

-kompakt

FOTO: ZVSN

ÖPNV-Strukturen

Börger führt auch VSN

MIT DEM KAUF der VSN-Geschäftsanteile

der 14 Verkehrsunternehmen durch die

Stadt Göttingen sowie den Zweckverband

Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen

(ZVSN) ist zum Jahreswechsel die Umstellung

vom bisherigen Verbund der

Verkehrsunternehmen hin zu einem Aufgabenträgerverbund

vollzogen worden.

Im Zuge dieser Neustrukturierung hat

ZVSN-Verbandsgeschäftsführer Stephan

Börger auch die Geschäftsführung des VSN

übernommen. Zur Prokuristin der VSN

GmbH wurde Janina Ternedde bestellt.

Von links: Doreen Fragel, Vorsitzende der

ZVSN-Verbandsversammlung, Stephan

Börger sowie Stadtbaurat Frithjof Look.

FOTO: PNEUHAGE

Von links: Erwin Schwab, Dominique

Hildebrand und Falk Ronshausen.

Neue Geschäftsführung

Wechsel bei Ehrhardt

DOMINIQUE HILDEBRAND UND FALK

RONSHAUSEN haben die Geschäftsführung

der Ehrhardt Reifen + Autoservice

GmbH & Co. KG in Wulfen übernommen.

Nach dem Tod von Thomas Tieben 2024

hatte Erwin Schwab übergangsweise die

Geschäftsführung bei Ehrhardt inne; die

operative Geschäftsleitung lag bereits seit

2025 bei Hildebrand (Leiterin Personal

und zentrale Dienste) und Ronshausen

(Leiter Vertrieb). Ehrhardt gehört über die

Pneuhage Partners Group seit 2016 mehrheitlich

zur Pneuhage-Gruppe, die Hildebrand

und Ronshausen nun im Januar

2026 als Geschäftsführer einsetzte.

Elchpreis verliehen

Ehre für Rattelschneck

DAS ZEICHNERDUO RATTELSCHNECK ist

in diesem Jahr mit dem Göttinger Elchpreis,

Deutschlands einzigem Satirepreis,

ausgezeichnet worden. Die beiden Künstler

Marcus Weimer und Olav Westphalen

wurden für ihre klugen und pointierten

Bildgeschichten geehrt. Diese finden sich

seit den 1990er-Jahren immer wieder in renommierten

Medien wie FAZ, Süddeutsche,

Die Zeit, 11 Freunde oder Titanic.

Die Laudatio bei der Preisverleihung im

Deutschen Theater Göttingen übernahm

die Schriftstellerin und Moderatorin Ulrike

Sterblich.

Wer sich die Werke der Ausgezeichneten

selbst einmal anschauen möchte, hat vom

22. März bis zum 17. Mai dazu Gelegenheit

im Alten Rathaus in Göttingen: Dort

wird die Ausstellung „Wurmkur für alle!

40 Jahre Comics + Cartoons“ gezeigt. Sie

präsentiert eine umfangreiche Auswahl an

Werken, die den besonderen Witz und den

eigentümlichen Stil der beiden Künstler

widerspiegelt. Die Ausstellung ist dienstags

bis sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr

geöffnet.

Kauf Park

Kiewning ist neue

Centermangerin

ALEXANDRA KIEWNING ist zum Jahreswechsel

von der MEC METRO-ECE Centermanagement

GmbH & Co. KG als

Centermanagerin des Göttinger Einkaufszentrums

„Kauf Park“ eingesetzt worden.

MEC hatte im Herbst 2025 das Management-Mandat

für das Göttinger Center

von Deka Immobilien erhalten.

Christian Schröder, COO der MEC, ordnet

das Mandat ein: „Wir richten die

Objekte weiterhin auf Betriebssicherheit,

Wirtschaftlichkeit und Kundennutzen

aus, mit klaren Prioritäten in der Bestandsmieterbetreuung

und einer passgenauen

Weiterentwicklung im laufenden

Betrieb.“

Einbecker Brauhaus AG

Kerger bis 2029 als Alleinvorstand wiederbestellt

MARC KERGER ist vom Aufsichtsrat der

Einbecker Brauhaus AG mit Wirkung zum

1. Oktober 2026 für drei weitere Jahren

zum Vorstand der Gesellschaft bestellt

worden. Kerger führt das Unternehmen

weiterhin als Alleinvorstand und wird

durch zwei Mitglieder der Geschäftsleitung

in den Bereichen Finanzen und Technik

unterstützt.

„In den kommenden Jahren möchten wir

den Umbau zu einem zukunftsfähigen

Unternehmen weiter vorantreiben, vor

allem mit neuen Produktideen aus dem

alkoholfreien Bereich. Mein Ziel ist es,

dass Einbecker nicht nur für Tradition

steht, sondern auch für Aufbruch“, so

Kerger. Die gesamte Braubranche durchlebe

derzeit „herausfordernde Zeiten“.

FOTO: EINBECKER BRAUHAUS AG

44 1 |2026


mensch

13 Fragen an ...

Horst Wolf

Alter:

Position:

Zur Person:

61 Jahre

Sponsoringleiter bei der Pro Basketball GmbH

» Netzwerke sind sehr

wichtig. Sie schaden nur

dem, der keine hat.«

Ehemaliger Basketballprofi (1984 dreifacher Nationalspieler), spielte von

1998 bis 2000 auch für die BG 74 Göttingen. Nach seiner aktiven Basketball-

Karriere gründete er eine Marketingagentur und war Mitgründer und zu

Anfang Mitherausgeber des faktor-Magazins. Verheiratet, drei Kinder, drei

Bonuskinder, zwei Enkel, vier Bonusenkel.

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Was motiviert Sie, auch in herausfordernden

Zeiten Verantwortung zu übernehmen und

Entscheidungen zu treffen?

Beschreiben Sie in drei Stichworten, was

Unternehmertum für Sie ausmacht.

Welche Facette des Unternehmertums

mögen Sie gar nicht – und warum?

Womit schaffen Sie sich einen Ausgleich

zum beruflichen Alltag?

Was macht Südniedersachsen für Sie zu

einem guten Wirtschaftsstandort?

Welchen Stellenwert haben (soziale)

Netzwerke für Sie?

Analytisch oder intuitiv:

Wie treffen Sie schwierige Entscheidungen?

Wie würden Sie selbst Ihren Führungsstil

beschreiben?

Welches Buch, welcher Podcast oder welches

Netzwerk-Event hat Sie zuletzt dazu gebracht,

die eigenen Routinen zu hinterfragen?

Ergänzen Sie diesen Satz: Als Kind habe ich

davon geträumt, …

Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit welchem Prominenten würden Sie gern

mal einen freien Samstag verbringen – und

was würden Sie zusammen unternehmen?

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Glaube: „Ich kann etwas bewirken.“

Innovation – Risikobereitschaft – Verantwortung.

Wenn es einseitig und verantwortungslos betrieben wird.

Zeit mit meinen Enkeln/Bonusenkeln verbringen.

Südniedersachsen verfügt über starke Forschungseinrichtungen (Uni, Max-Planck-In stitute,

Life Science Factory) und zwei Basketball-Bundesliga-Teams (Damen und Herren).

Netzwerke sind sehr wichtig. Sie schaden nur dem, der keine hat.

Analytisch.

Kooperativ.

Die 55 geheimen Gesetze der Peak Performance – Slatco Sterzenbach.

... kann ich mich nicht mehr erinnern. ;-)

Arbeiten in einer Drechslerei.

Ich würde mich mit Kareem Abdul-Jabbar über seine Basketballkarriere

unterhalten.

Da arbeite ich noch als Rentner ein bisschen nebenher und genieße

ansonsten meine Freizeit.

1 |2026 45


unternehmen

Das

FOTO: STIEBEL-ELTRON

Wärmepumpen-

Dilemma

Wärmepumpen verkaufen sich inzwischen besser als Gasheizungen. Trotzdem

liegt der Umsatz beim Holzmindener Hersteller Stiebel-Eltron noch immer

deutlich unter den Planzahlen. Warum ist das so, welche Auswirkungen hat das

auf die Standorte in der Region – und wie geht das Unternehmen damit um?

TEXT MARKUS RIESE

Es sind Schlagzeilen wie diese, die in den vergangenen

Monaten aufhorchen ließen:

„Stiebel Eltron verschiebt den Bau des Kunststoffkompetenzzentrums“,

berichtete etwa

die Werra-Rundschau aus Eschwege, demgegenüber

meldete zum Beispiel das Westfalen-Blatt:

„Krise vorbei: Stiebel Eltron produziert in Höxter

Wärmepumpen“. Das Unternehmen selbst überschrieb

unlängst eine seiner eigenen Pressemitteilungen zusammenfassend

so: „Willkommen in der Achterbahn“.

Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt zunächst einmal:

Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland

hat 2025 wieder deutlich zugelegt. Etwa 299.000 Einheiten

konnten abgesetzt werden, 55 Prozent mehr als

im Vorjahr. Gleichzeitig ging die Zahl verkaufter Gasheizungen

um 33 Prozent auf 276.500 zurück. Somit

waren Wärmepumpen im vergangenen Jahr erstmals

erfolgreicher als Gasheizungen. Allerdings: Die Gesamtanzahl

verkaufter Wärmeerzeuger ist rückläufig.

627.000 waren es im Jahr 2025, zwölf Prozent weniger

als noch 2024.

Nach dem Rekordjahr 2023 mit mehr als 350.000 verkauften

Wärmepumpen war der Absatz 2024 deutlich

eingebrochen – auf nur noch 193.000 Geräte. 2025

ging es dann zwar wieder bergauf, aber nicht so stark

wie erwartet. Für Stiebel-Eltron hieß das im vergangenen

Jahr, dass die Planzahlen – wie schon im Jahr zuvor

– nicht erreicht werden konnten. Unternehmenssprecher

Henning Schulz hat dafür verschiedene Ursachen

ausgemacht: „Zunächst mal ist Deutschland nicht der

einzige Markt, der zum Unternehmensumsatz beiträgt.

In sehr vielen Ländern ist die Wirtschaftslage angesichts

der weltpolitischen Entwicklungen in den vergangenen

Jahren unstet und damit schwierig gewesen –

und ist es noch.“ In Deutschland sei dann auch noch

die Diskussion um das sogenannte „Heizungsgesetz“

dazugekommen, die zur Verunsicherung und zu einem

„watch and wait“-Zustand bei Endkunden geführt und

zum Nachfrageeinbruch im Jahr 2024 beigetragen habe.

2025 sei man dann laut Schulz zumindest besser vorbereitet

gewesen als im Krisenjahr 2024 und habe die

„Kostensituation laufend entsprechend angepasst“. ▸

46 1 |2026


unternehmen

Kai Schiefelbein (Vorsitzender der Geschäftsführung), Alexander Janzen (Leitung Profit Center Wärmepumpe) und Lars Michel

(Leiter Wärmepumpenfertigung) sind froh, die Produktion im Werk in Höxter wieder in Betrieb nehmen zu können.

1|2026 47 1 |2026 47


unternehmen

moderaten Wachstum einhergehen, realisieren zu können.

Daher stehen Neubauten aktuell nicht im Fokus unserer

Investitionen.“ Die Bedeutung des Standorts Eschwege

innerhalb der Unternehmensgruppe sei aber nicht vom

Neubau der geplanten Halle abhängig.

Sichtbar voran ging es hingegen zu Jahresbeginn 2026

am Standort Höxter: Hier hat Stiebel Eltron die Wärmepumpenfertigung

wieder aufgenommen. In direkter Nähe

zum Hauptsitz werden Luft-Wasser-Wärmepumpen der

neuen Produktgeneration namens wpnext produziert.

2025 hat die Wärmepumpe die Gasheizung beim Absatz erstmals überholt.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie

MITTE IN DER SCHWEREN KRISE, in der auch der Abbau

von Arbeitsplätzen im Raum stand, hatte das Unternehmen

seinerzeit mit großen Plänen reagiert. 72 Millionen

sollten in den Ausbau des Stammsitzes in Holzminden

investiert werden; für diese geplante Werkserweiterung

gaben Bund und Land eine Fördersumme von 10,8 Millionen

Euro frei. Stiebel Eltron spiele einen Schlüsselrolle für

eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Wirtschaft,

ließ das niedersächsische Wirtschaftsministerium vor

etwas mehr als einem Jahr verlauten. Die Unterstützung

des Unternehmens sei „ein wesentlicher Bestandteil der

Strategie zur Förderung einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen

Wirtschaft“, zitierte der Norddeutsche

Rundfunk damals Staatssekretär Frank Doods (SPD).

Der Standort Eschwege konnte davon zunächst nicht

profitieren – zumindest nicht unmittelbar. Der hier geplante

Neubau einer Halle für das Kunststoff-Kompetenzzentrum

ist inzwischen auf unbestimmte Zeit verschoben

worden. Allerdings betont Unternehmenssprecher

Schulz: „Selbstverständlich halten wir an dem

Neubau einer weiteren Halle in Eschwege fest, wenn

sich der Wärmepumpenmarkt in den kommenden Jahren

weiterhin positiv entwickelt. Diese Entwicklung

findet allerdings dauerhaft langsamer statt, als zum

Zeitpunkt des Grundstückskaufs abzusehen war.“

DAS WERK IN ESCHWEGE sei ein wichtiger Teil der Stiebel-Eltron-Gruppe.

Die Verlagerung der Durchlauferhitzerproduktion

von Holzminden nach Eschwege im Jahr

2023 unterstreiche den Stellenwert der Tochtergesellschaft,

die damit neben der schon länger hier angesiedelten

Kleinspeicherproduktion für ein zusätzliches Erfolgsprodukt

des Unternehmens verantwortlich sei.

Aber: „Aktuell haben wir ausreichend gebaute Infrastruktur,

um die Kapazitätserweiterungen, die mit dem

DAS WERK IN HÖXTER, eine ehemalige Maschinenbaufabrik,

war Ende 2022 erworben und rund ein Jahr

lang für die Anforderungen des Unternehmens hergerichtet

worden. Insgesamt investierte Stiebel Eltron rund

7,6 Millionen Euro in den neuen Standort. Ab Dezember

2023 liefen erste Geräte vom Band. Im Mai 2024 musste

die Produktion dann aber aufgrund der eingebrochenen

Wärmepumpen-Nachfrage unterbrochen werden. Die

Erholung des Marktes in 2025 führte jetzt dazu, dass die

Kapazitäten in Höxter wieder gebraucht werden – sodass

die Fertigung hier wieder angelaufen ist. „Wir sind überzeugt,

dass der Markt nicht nur stabil bleiben, sondern zukünftig

weiterwachsen wird“, so Stiebel-Eltron-CEO Kai

Schiefelbein. Die Wärmepumpe habe dem Gaskessel auch

in Deutschland nun endgültig den Rang abgelaufen. Der

Geschäftsführer verweist auch auf die technische Weiterentwicklung:

„Wir haben 2025 ein komplett neues Wärmepumpenportfolio

über alle Bereiche mit dem sehr effizienten

natürlichen Kältemittel Propan in den Markt gebracht

– darunter die weltweit erste echte Luft-Wasser- Heizungswärmepumpe

für die Innenaufstellung.“ 45 Patente halte

das Unternehmen im Zusammenhang mit den neuen Geräten.

Die neue Baureihe zeichne sich durch ein modulares

Konzept, hohe Leistungsfähigkeit, niedrige Schallemissionen,

ein mehrstufiges Sicherheitskonzept sowie

eine optimierte Systemeffizienz aus. Damit wolle Stiebel

Eltron aktuellen Marktanforderungen gerecht werden.

SPRECHER SCHULZ ERKLÄRT das Zusammenspiel der

Standorte Höxter und Holzminden, die nur wenige Kilometer

trennen: „In Höxter befindet sich aktuell eine

Doppellinie zur Fertigmontage von Wärmepumpen, in

Holzminden sind ähnliche Linien vorhanden. Vormaterialien

und Komponenten wie zum Beispiel Verdampfer,

Hydraulik-Baugruppen oder Elektronikteile werden

komplett in Holzminden gefertigt. Höxter erweitert also

unsere Produktionskapazitäten vorrangig in der Endmontage.

Holzminden ist und bleibt mit Abstand der

größte Produktionsstandort.“ Neben dem Stammsitz

Holzminden, Höxter und Eschwege betreibt Stiebel-

Eltron weitere Produktionsstandorte in Freudenberg

und Hameln – und auch im Ausland, genauer gesagt in

Thailand, China, Schweden und der Slowakei.

Und auch wenn die Gesamtzahl verkaufter Wärmeerzeuger

in Deutschland im vergangenen Jahr so nied-

48 1 |2026


unternehmen

FOTO: STIEBEL-ELTRON

Stiebel-Eltron setzt neben seinem Stammsitz in Holzminden, wo auch die Verwaltung angesiedelt ist, auf mehrere

Produktionsstandorte im In- und Ausland.

rig war wie seit Jahren nicht mehr, sieht sich Stiebel-

Eltron für die Zukunft gut gerüstet: „Die Wärmepumpe

gewinnt an Beliebtheit, weil sich mehr und mehr die

Erkenntnis durchsetzt, dass sie die mit Abstand energetisch

sinnvollste Möglichkeit ist, ein Gebäude zu beheizen

beziehungsweise Warmwasser zu bereiten. Hinzu

kommt, dass der Betrieb einer Wärmepumpe mittlerweile

in den meisten Fällen günstiger ist als der einer

fossil betriebenen Heizung – das liegt zum Beispiel am

steigenden CO 2 -Preis“, erläutert Schulz. Und er hadert

ein wenig mit der Tatsache, dass die Wärmepumpe

schon seit Jahren weltweit Standard beim Heizen ist,

aber ausgerechnet in Deutschland vergleichsweise

schwer in die Gänge kommt: „Der deutsche Staat hat

die Verbraucher über Jahrzehnte in die Nutzung günstiger

fossiler Brennstoffe getrieben, während der Strom

immer teurer gemacht wurde. Strombasierte Systeme

wurden damit benachteiligt.“

Noch heute sei der Stromkunde die „Melkkuh der

Nation“: Zwar gebe es seit einigen Jahren einen CO 2 -

Preis auch für fossile Brennstoffe, allerdings sei der eher

gering – die realen finanziellen Folgen von einer Tonne

ausgestoßenem CO 2 , für die im Moment 65 Euro bezahlt

werden müssen, liegen laut Umweltbundesamt für

die aktuelle Generation bei rund 300 Euro. Rechne man

langfristige Folgen dazu, steigen die Kosten auf bis zu

900 Euro. Diese Kosten seien real, sie werden aber nicht

von den Verursachern bezahlt – oder nur zu einem geringen

Teil –, sondern von der Gesellschaft. „Tatsächlich

hat die Ampel-Regierung versucht, die Weichen neu zu

stellen, und hat das mit dem aus unserer Sicht sinnvollen

Gebäudeenergiegesetz und der sehr erfolgreichen BEG-

Förderung für energetische Sanierungen auch getan“,

findet Schulz. Der zeitliche Ablauf der Gesetzgebung

und der Förderungs-Neuordnung sei allerdings unglücklich

gewesen, die Kommunikation dazu ebenso.

Trotz aller Hürden sei man bei Stiebel-Eltron für den

deutschen Markt „optimistisch, dass die Wärmepumpe

ihren Spitzenplatz bei den Wärmeerzeugern nicht mehr

abgeben, sondern im Gegenteil ihre Dominanz eher

ausbauen wird.“ Schulz weiter: „Wenn darüber hinaus

auch die Gesamtzahl der Wärmeerzeuger wieder ansteigt,

ist ein solides Wachstum der Wärmepumpenverkäufe

zu erwarten.“ƒ

1|2026 49


unternehmen

Mit wiederverwendbaren Mehrweg-Bechern sollten solche Bilder der Vergangenheit angehören. Daran

arbeiten auch die Unternehmen FairCup und Vytal, beide mit Göttingen-Bezug.

50 1 |2026

FOTO: FAIRCUP GMBH


unternehmen

Wege aus dem

Einwegwahnsinn

Ein in Göttingen ansässiges Unternehmen und ein Unternehmer, der sich Göttingen

als Heimat ausgesucht hat, wollen mit ihren Angeboten aktiv gegen die Vermüllung

der Umwelt vorgehen – mit ähnlichen Ideen, aber unterschiedlichen Konzepten.

TEXT CAROLIN KÖPP

FAIRCUP GMBH – EINE NACHHALTIGE GÖTTINGER IDEE

Was 2016 als Schulprojekt in Göttingen begann, ist heute

ein deutschlandweit eingesetztes Mehrweg-Pfandsystem:

Die Lehrerin und Unternehmerin Sibylle Meyer entwickelte

aus ihren Beobachtungen von Einwegmüll im Alltag eine

konkrete Lösung – mit dem Ziel, den von ihr damals so bezeichneten

„Einwegbecherwahnsinn“ zu stoppen. Mit der

klaren Vision, nachhaltige Verpackungen alltagstauglich,

hygienisch und wirtschaftlich nutzbar zu machen, setzte sie

ihre Idee in die Praxis um. Gemeinsam mit einem Werkzeugbauer

entstand der erste FairCup-Mehrwegbecher. Hochwertigkeit,

Funktionalität, modernes Design und Umweltverträglichkeit

standen dabei von Anfang an im Mittelpunkt.

Das Konzept überzeugte schnell: bei Veranstaltungen,

in der Außerhausgastronomie und im Lebensmitteleinzelhandel.

Bereits 2019 wurde FairCup mit dem Umweltzeichen

„Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Inzwischen bietet das deutschlandweit tätige Unternehmen

nicht nur Coffee-to-go-Becher, sondern auch Snackund

Menüschalen, Besteck und Trinkhalme an, etwa für

Lebensmittelmärkte und Bäckereien. Seit 2022 werden beispielsweise

bundesweit an den Frischetheken von Kaufland

Salate und Käse in FairCups angeboten. Den geringen

Pfandbetrag investieren viele Kunden gerne, um die Umwelt

zu schonen. Das Leergut kann am Flaschen-Leergutautomaten

unkompliziert zurückgeben werden. Für die kontinuierliche

Weiterentwicklung wurde der Blaue Engel für die

FairCup GmbH 2023 erneut bestätigt.

OBWOHL DIE IDEENENTWICKLERIN in Göttingen fest verwurzelt

ist, konnte sie ihre Produkte am heimatlichen Markt

schlecht positionieren, und auch eine Förderung durch die

Stadt oder das Land Niedersachsen bleibt bisher aus.

Ihre Mehrwegverpackungen werden von einigen Unternehmen

in Göttingen, bei Kaufland und bei der Tour

d’Energie genutzt. Aber es war beispielsweise bisher

nicht möglich, am Göttinger Wochenmarkt einen Rückgabeautomaten

aufzustellen. Eine vorhandene App für

digitales Pfand konnte in Göttingen ebenfalls nicht umgesetzt

werden. Nicht nur die Marktbeschicker, die ihren

Kunden Mehrwegverpackung anbieten wollen, stoßen

so schnell an Verwaltungsgrenzen. „Göttingen ist leider

zu zerklüftet, wenn man neue Angebote etablieren

möchte“, sagt Sibylle Meyer über ihre Erfahrungen mit

Genehmigungen für Innovationen.

GANZ ANDERS UND AKTUELL IN FREIBURG, das als

erste Stadt Deutschlands einen lokalen Zusammenschluss

für Mehrwegverpackungen aufbaut. FairCup ist

dort fester Bestandteil der im Mai 2025 beschlossenen

„Mehrwegoffensive“. Das Leergut kann hier an verschiedenen

Stellen im Stadtgebiet abgegeben werden.

Seit Anfang 2026 sind dort Mehrwegverpackungen

in Supermärkten und in der Gastronomie Standard.

Kunden, die Lebensmittel einkaufen, werden Einwegverpackungen

gar nicht erst als Option angeboten, sondern

sie bekommen automatisch eine Mehrwegverpackung,

wenn nicht ausdrücklich etwas anderes gewünscht ist.

Eine Verringerung des anfallenden Mülls im öffentlichen

Raum von über 45 Prozent ist die Folge.

2019 trat die Stadt Darmstadt an FairCup heran und

gründete gemeinsam mit dem Unternehmen die HEAG

FairCup GmbH. Ziel war der Aufbau einer regionalen

Mehrwegoffensive im Rhein-Main-Neckar-Raum, bei

der die städtische Müllabfuhr als Spül- und Logistik- ▸

1 |2026 51


unternehmen

partner in das Mehrwegsystem eingebunden ist. Begleitet wird das

Projekt durch die HEAG Holding, die für die Überwachung des

Darmstädter Nachhaltigkeitskodex verantwortlich ist.

Besonders erfreut es die Unternehmerin, dass auf den Inseln Föhr

und Amrum ihre Produkte täglich von Bäckereien genutzt werden.

Insbesondere im Sommer haben die touristisch vielbesuchten Inseln

bisher große Müllentsorgungsprobleme. Anfangs wurden

Mehrwegbecher nur als Option für den Coffe-to-go angeboten und

nur zu 35 Prozent genutzt. Durch ein verbessertes Marketing –

auch von Seiten der Verwaltungen – ist der Gebrauch der FairCups

als Snack- Behälter inzwischen auf 100 Prozent und als Coffe-togo-Becher

auf bis zu 93 Prozent gestiegen. Das verringert die Müllflut

schon deutlich.

Als neueste Kreation stellt FairCup den ersten nachhaltigen und

mehrfach benutzbaren Adventskalender für das Marzipanunternehmen

Niederegger aus Lübeck her. Ab Mai 2026 kann der auf 2000

Stück limitierte und mit vier verschiedenen Marzipanspezialitäten

gefüllte Adventskalender auf der Homepage von FairCup bestellt

werden. Der Preis entspricht dem der bisherigen Wegwerfvariante.

Für die nachfüllbaren Inlays und die Schale werden zusätzlich fünf

Euro Pfand berechnet. Die leeren Inlays können bei teilnehmenden

Edeka-Märkten, bei FairCup oder in den Filialen von Niederegger

gegen Pfandauszahlung zurückgegeben werden. Wieder eine Idee

von Sibylle Meyer, die sie ein Stückchen weiter auf ihrem Weg zu

einer abfallärmeren Welt gebracht hat.

NEUE EU-VERPACKUNGSVERORDNUNG

ZU NACHHALTIGKEITSANFORDERUNGEN –

ABFALLREDUZIERUNG

Die EU-Verordnung über Verpackungen und

Verpackungsabfälle ist am 11. Februar 2025 in

Kraft getreten. Bis zum Geltungsbeginn gibt

es jedoch eine Übergangsfrist von 18 Monaten.

Erst am 12. August 2026 wird die derzeit gültige

EU-Verpackungsrichtlinie von der Neuregelung

abgelöst. Bereits das Verpackungsgesetz von

2017 sah die Rücknahme und die hochwertige

Verwendung von Verpackungen vor. Die geltende

Verpackungsordnung hat zum Ziel, dass bis

2030 alle Verpackungen wiederverwendbar oder

recyclingfähig sind. Für die Gastronomie greift

ab 12. Februar 2027 eine „Wiederbefüllungspflicht“.

Zunächst gilt diese nur für vom Kunden

mitgebrachte Behältnisse, ab 12. Februar 2028

müssen wiederverwendbare Behältnisse zur

Verfügung gestellt werden (Artikel 5 ff., 24 f. /

Quelle: Internetseite IHK Elbe-Weser).

» So kann das

nicht weitergehen! «

Sibylle Meyer, 2016

FOTO: VYTAL

Dallmayr-Mehrwegbecher von Vytal auf der Berlinale.

52 1 |2026


unternehmen

FOTO: JOCHEN ROLFES

2020 belegte FairCup den zweiten Platz des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in der Kategorie Verpackung –

hier Gründerin Sibylle Meyer mit der Auszeichnung.

VON GÖTTINGEN IN DIE WELT:

VYTAL GLOBAL MACHT MEHRWEG INTERNATIONAL

Was in Deutschland längst gelebte Realität ist, geht in

vielen anderen Teilen der Welt erst jetzt so richtig an den

Start: Mehrwegsysteme. Kreislaufwirtschaft ist das

Stichwort für die Wirtschaft der Zukunft. Auf der Basis

der hierzulande altgedienten Pfandsysteme hat Vytal

Global das Mehrwegsystem der Zukunft entwickelt.

Einer der Firmengründer, Tim Breker, lebt heute mit seiner

Familie in Göttingen. Als die Geschäftsidee im Jahr

2019 geboren wurde, arbeitete er bei der Boston Consulting

Group. Gemeinsam mit zwei Kollegen sah er die

Müllberge des Fast Foods im Büro wachsen, und sie

fragten sich: Geht das nicht auch anders? Sie fanden heraus,

dass ein Produkt, das in seiner Verpackung weniger

als 300 Kilometer zurücklegt, mehrwegverpackt sein

müsste. Also gründeten sie Vytal und machten sich daran,

ihr Mehrwegsystem zu entwickeln: ohne ein Pfand,

mit dem die zu teure Bargeldhaltung einhergeht. Stattdessen

werden alle Verpackungen mit einem QR-Code

versehen, und so lässt sich ihr Einsatz digital steuern.

Rückpfand gibt es noch, aber direkt auf dem eigenen

Konto gutgeschrieben.

Durch die smarte, einfach umzusetzende Lösung mit

einer App und den QR-Codes wird insbesondere die junge,

umweltbewusste Generation „Y“ angesprochen, was

sich auch im Vytal-Firmennamen wiederfindet. Nach

und nach schlossen sich Gastronomen dem System an

und ermöglichten ihren Kunden, selbst aktiv beim Umweltschutz

mitzumachen.

Als nächste Schritte auf dem Weg, Mehrwegverpackungen

zu standardisieren, konzentrierte sich Vytal

auf Firmenkantinen und die Mensen der Universitäten

– und schließlich auf große Veranstaltungen. Die Mitarbeiter

der Abfallwirtschaft von Kommunen und Städten

geraten regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen, wenn sie

nach gut besuchten, aber auch besonders müllträchtigen

Events zum Einsatz kommen. Veranstaltern und Unternehmen,

die mit Vytal zusammenarbeiten, bieten sich

neben dem werbewirksamen grünen Engagement auch

noch weitere Möglichkeiten im Marketing. Über die

QR-Codes auf den Getränkebechern haben Sponsoren

im Internet eine Plattform, um Informationen zu ihrer ▸

1 |2026 53


unternehmen

» Wir müssen nachhaltiger produzieren, konsumieren

und so viel Abfall wie möglich vermeiden.«

Partner für Mittelstand und Industrie!

Tim Breker, Mitbegründer von Vytal Global

Vytal-Firmenmitbegründer und -mitgeschäftsführer Tim Breker

Marke zu präsentieren. Natürlich können die Trinkbecher

auch dem Design der jeweiligen Sponsoren- oder

Unternehmens-CI angepasst werden. Die QR-Codes auf

jedem Becher machen die reibungslose und bequeme

Pfandabrechnung über Handy und Kreditkarte möglich.

Gleichzeitig kann man darüber Event-Highlights promoten

und Werbenachrichten direkt an die Gäste weitergeben.

Sogar weitere Getränke- oder Essensbestellungen

können so über den Trinkbecher aufgegeben werden.

Das ist nicht nur ein gutes Argument, um Sponsoren zu

finden, sondern macht auch den eigentlichen Ablauf eines

Events einfach und effizienter. Die neuartige Mehrweglösung

wurden bereits bei den Olympischen Spielen

in Paris ebenso eingesetzt wie in den Fanzonen zur Fußball-Europameisterschaft.

Vytal ist damit weltweit das

erste Unternehmen, dass diese Technologie auf komplexen

Großveranstaltungen zum Einsatz bringt.

Durch das QR-Code-Verfahren lässt sich überdies

transparent und nachvollziehbar dokumentieren, wie

viele Einwegverpackungen eingespart werden. Bis Januar

2026 waren es beachtliche 25 Millionen durch Mehrwegverpackungen

ersetzte Einwegbehälter. Auch die Lebenszeit

jedes Behälters, der energetische Fußabdruck

und die 99,2-prozentige Rücklaufquote sind transparent

und nachvollziehbar. Jedes einzelne Behältnis wird mehrere

hundert Mal gereinigt und wiederverwendet.

DER RECYCLINGKREISLAUF IST IN EUROPA und insbesondere

in Deutschland seit Jahren ein Thema. Mülltrennung

wird hier so sorgsam wie nirgends sonst auf der

Welt betrieben. In Deutschland zeigen die 7000 Gastronomiepartner

von Vytal bereits eindrucksvoll das Potenzial,

das in der Kombination von Mehrwegverpackungen

mit Recycling steckt. Allein in Göttingen wurden

206.721 Einwegverpackungen ersetzt: In der Kantine

der Universitätsmedizin sind es inzwischen schon rund

150.000, und auch die Sartorius AG nutzt das umweltschonende

Vytal-Mehrweggeschirr.

Von Anfang an träumten die Unternehmensgründer

auch davon, ihr Mehrwegsystem zu exportieren. Dieser

Traum ging inzwischen in Erfüllung: Was einmal mit fünf

Restaurants in Köln begann und sich auf ganz Deutschland

ausdehnte, findet seit kurzem seine Fortsetzung in

den USA. Dort ist der Mehrweg-Gedanke noch nicht etabliert.

Die Möglichkeiten der Mülltrennung und der Wiederverwendung

von Verpackungen und vor allem deren

effiziente Umsetzung müssen erst noch bekannter werden.

Das ist die Mission von Vytal Global: das Verständnis für

den Umweltschutz durch Mehrwegwirtschaft und Recycling

zu schaffen und damit auch die amerikanischen

Müllmengen deutlich zu verringern. Mit seiner amerikanischen

Tochtergesellschaft ist Vytal Global jetzt bei beliebten

Großveranstaltungen vor Ort. Auch an bekannten

Freizeitzielen findet man nun Vytal-Produkte in den USA:

Im Los Angeles Memorial Coliseum sind die Trinkbecher

genauso im Einsatz wie bei den Spielen der San Francisco

Giants, einem Profi-Baseballteam in Kalifornien. Auch

der Grand Canyon Nationalpark und die Walt-Disney-

Parks und -Resorts zählen zu den Kunden des Mehrweg-Technologieunternehmens

aus Deutschland. ƒ

FOTO: FAIRCUP GMBH

In vielen Cafés werden To-go-Getränke in FairCups angeboten

– für weniger Müll in den Städten.

54 1 |2026


unternehmen

Osterode / Sylt

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Werte sind unsere Mission. Und auf ihnen

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Vertrauen Uns IHR Vertrauen verdienen. verdienen. Jeden Tag aufs Neue – mit

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Ihr Rainer Giese

Ihr Rainer Giese

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4 |2025 45


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PROFIL

Aus Notwehr

wird Innovation

Gewalt gegen Frauen ist strukturelle Realität. Schutz scheitert an fehlenden

Beweisen und zu hohen Hürden beim Zugang zu Unterstützung.

PATRONA ist eine digitale Schutz- und Beweissicherungsplattform,

die Betroffenen

frühzeitig Handlungsfähigkeit gibt. Über individuell

definierte Signalwörter können Notrufe

ausgelöst oder verdeckte Audioaufnahmen

gestartet werden, um kritische Situationen zu

dokumentieren. Zusätzlich bietet PATRONA

eine direkte rechtsmedizinische Anbindung

über eine App, einen KI-Assistenten zur Einordnung

der Situation sowie ein verifiziertes

Netzwerk von Helferinnen und Helfern für

kurzfristige praktische Unterstützung.

Die Idee zu PATRONA ist aus eigener Erfahrung

entstanden. „Ich habe selbst erlebt,

wie sehr fehlende oder späte Beweissicherung

Schutzmechanismen schwächt“, sagt

Gründerin Gina Koopmann. Werden Gewalt

und Verletzungen früh dokumentiert, verändere

sich die gesamte Dynamik: Schutz werde

wahrscheinlicher, Entscheidungen klarer,

Verantwortung eindeutiger.

PATRONA setzt im Dunkelfeld an – dort,

wo Gewalt beginnt und Hilfesysteme bislang

kaum erreichbar sind. Ziel ist es, genau den

Moment der Gewalt zu erfassen und zu sichern

und damit die Voraussetzung für langfristigen

Schutz zu schaffen.

Das PATRONA-Gründerinnen-Team: Gina Koopmann

(links) führt die Geschäfte, Hanna Pradler ist für das

Produktmanagement und die Finanzen verantwortlich.

PATRONA

Gina Koopmann

Gründerin und Geschäftsführerin

gina.koopmann@patrona.ai

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Vom Baustein

zum Möbelstück

Ein neues Bauklotzsystem senkt motorische Einstiegshürden und ermöglicht

sogar modulare Möbel – entwickelt von einer Therapeutin und einem Zahnarzt.

PROFIL

Viele Steckbausteine setzen Kraft und Feinmotorik

voraus, die Kleinkinder oft noch

nicht mitbringen. Bleibt der Erfolg aus, endet

das Spiel schnell in Frustration. Fachkräfte

beobachten zudem eine zunehmende Verzögerung

der Feinmotorik.

Vor diesem Hintergrund entwickelten die

Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Lena

Gerke und der Zahnarzt Sebastian Gerke-

Höfl sauer Klebeklotz. Herzstück ist ein neuartiger

Verbindungsmechanismus, entlehnt

aus der Zahnmedizin, der sich an die Kraft

des Kindes anpasst. Kinder können ohne Vorerfahrung

bauen, kombinieren und gestalten.

Der Clou: Aus den Klebeklotz-Bausteinen

lassen sich auch modular erweiterbare Alltags

gegenstände und Möbel gestalten. So

entsteht ein multifunktionaler Begleiter, der

kreativ in den Alltag integriert werden kann –

flexibel, nachhaltig und altersübergreifend.

Bei der Entrepreneurship School 2025 der

PFH Göttingen gewann Klebeklotz den ersten

Preis und damit den Ideas in Motion

Go-E-Award. Für die nächsten Schritte

suchen die Gründer jetzt den Dialog mit

erfahrenen Akteuren aus Produktion und

Unternehmertum.

KLEBEKLOTZ

Lena Gerke

Dr. Sebastian Gerke-Höflsauer

www.klebeklotz.com

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Lohnkosten senken,

Mitarbeitende stärken

Eine kostenlose Plattform aus Göttingen verwandelt Lohnnebenkosten

in Gesundheits-Benefits – für Stammbelegschaft und Saisonarbeitskräfte.

Steigende Zusatzbeiträge, komplexe Umlagen

und 90+ Krankenkassen machen die

GKV-Steuerung zur Daueraufgabe, zumal

Tarif- und Umlagekombinationen sich laufend

ändern. Persodesk schafft Klarheit und vereint

erstmals Krankenversicherung und Gesundheits-Benefits

in einem digitalen Prozess

aus Arbeitgeberperspektive. Erreicht wird das

durch drei Module:

1. GKV-Vergleich & Wechsel im Unternehmensdesign

mit transparenten Leistungen und Gesamtkosten

inkl. Umlagen;

2. Self-Onboarding für Saisonarbeitskräfte

mit Stammdaten in Landessprache, Zeitraum,

Kassenempfehlung und direkter Anmeldung

sowie A1- und Dokumentenchecks für rechtssichere

Abläufe;

3. Steuerung von Gesundheitsleistungen/BKV &

Benefits, um Lohnkosten in Mitarbei tervorteile

zu übersetzen. So werden Einspar potenziale

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Ergebnis: messbar weniger Lohnnebenkosten,

starke Benefits und volle Transparenz für Arbeitgeber

und Mitarbeitende. HR, Payroll und

Steuerbüros sparen dank offener Schnittstellen

spürbar Zeit. Persodesk wurde dafür beim

GO-E-Award Südniedersachsen 2025 ausgezeichnet.

Das Gründerteam (von links): Kevin Moisch, Tobias

Sander-Beuermann, Luis Jordan, Rodrigo Ehlers

Digital Bridges GmbH

Persodesk.de

kontakt@digital-bridges.de


unternehmen

Timberjacks

erklimmt den Gipfel

Der Göttinger Unternehmer Thomas Kemner plant für seine mittlerweile überregional

bekannte Marke Timberjacks den nächsten großen Coup: Auf dem Brocken will er mit

einer spektakulären Mountain Lodge neue Maßstäbe setzen.

Thomas Kemner (rechts) und Swen Riediger im Timberjacks Göttingen.

58 1 |2026


unternehmen

»Unser Fokus liegt nicht auf maximaler

Expansion, sondern auf sauberem,

kontrolliertem Wachstum mit einem

klaren System.«

TEXT MARKUS RIESE FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA UND TIMBERJACKS

Wenn Thomas Kemner etwas angeht,

dann richtig: Als er im November 2016,

vor fast zehn Jahren also, sein erstes

Timberjacks-Restaurant in Göttingen

eröffnet, ist sofort klar: Das ist nicht

einfach irgendein neues Steak- oder Burgerrestaurant

mit amerikanischer Note. Der markante Blockhaus-Stil,

Bull Riding, eine riesige LED-Wand, ein offener Grill,

viele besondere Gerichte auf der Speisekarte, jeden

Donnerstag Live-Musik bei freiem Eintritt: Schon

damals hebt sich Timberjacks deutlich von anderen

Konzepten ab.

ETWA ZWEIEINHALB JAHRE SPÄTER – IN KASSEL hatte

gerade das zweite Restaurant seine Pforten geöffnet –

stellt der faktor Kemner als möglichen Franchise-Geber

vor; Timberjacks soll weiter expandieren. Das passiert

auch, allerdings nicht ganz so wie damals beschrieben.

Dabei hält sich die Grundidee bis heute: „Wir erhalten

regelmäßig zahlreiche Franchise-Anfragen. In der Praxis

verlaufen diese jedoch häufig im Sande, da die erforderlichen

Investitionssummen sehr hoch sind“, erklärt

Kemner. Hinzu komme, dass sich die Bankenwelt seit

den wiederholten Lockdowns während der Covid- Zeit

und den darauffolgenden Krisen stark verändert habe:

„Viele Banker agieren inzwischen aus einer ausgeprägten

Worst-Case-Perspektive heraus und haben die Hürden

zur Finanzierung in der Gastronomie und Hotellerie entsprechend

hoch angesetzt. Das führt dazu, dass potenzielle

Interessenten oftmals bereits frühzeitig die Motivation

verlieren.“ Und dann folgt ein Satz, der die gesamte

Timberjacks-Geschichte bis heute prägt: „Unabhängig

davon liegt unsere klare Priorität von Beginn an auf der

eigenen Entwicklung unserer Standorte.“

Restaurants gibt es mittlerweile auch in Siegen, Köln,

Marl, Bispingen, Düren, Bad Hersfeld, neuerdings auch

in Bensheim – und dazu einige Motels, die genau wie die

Restaurants ihren ganz eigenen Stil aufweisen. Weitere

Restaurant-Standorte sind bereits im Bau oder in Planung,

beispielsweise in Wolfsburg, Bocholt und Paderborn.

Fast 500 Menschen arbeiten heute für Timberjacks

– eine beachtliche Entwicklung.

Für die Führung und den reibungslosen Betrieb aller

Standorte hat Kemner Betreibergesellschaften gegründet;

dazu hat er sich neben weiteren Führungskräften

mit Swen Riediger einen Vertrauten als Geschäftsführer

ins Boot geholt. Und der übernimmt viel Verantwortung:

„Als CEO der jeweiligen Betreibergesellschaften

bin ich nach Abschluss der Opening-Phase, die durch

unser Franchise-Team begleitet wird, operativ für sämtliche

laufenden Standorte verantwortlich. Mein Fokus

liegt dabei insbesondere auf der wirtschaftlichen Steuerung

der Restaurants, der Sicherstellung effizienter Prozesse

sowie auf der personellen Struktur. Ziel ist es, an

jedem Standort die richtigen Mitarbeitenden in den passenden

Funktionen einzusetzen, um unseren Gästen

durchgängig ein hochwertiges und verlässliches Erlebnis

zu bieten“, erklärt Riediger – den viele noch eher in der

Automobilbranche verorten. 26 Jahre lang war er im

Automobilhandel tätig, unter anderem bei Mercedes,

BMW und zuletzt im Porsche Zentrum Göttingen, bevor

er sich bewusst für eine Neuorientierung entschied:

„Das Angebot von Timberjacks kam zu einem Zeitpunkt,

der sowohl persönlich als auch strategisch sehr gut gepasst

hat“, sagt er. Als er damals von der geplanten Expansion

erfahren habe, sei für ihn sofort klar gewesen,

diesen Weg aktiv mitgestalten zu wollen: „Timberjacks ist

sowohl architektonisch als auch konzeptionell außer- ▸

1|2026 59


unternehmen

Ein erster Entwurf: So könnte der Timberjacks-Komplex auf dem Brocken aussehen (Visualisierung). Das Investitionsvolumen liegt bei rund

acht Millionen Euro, die Fertigstellung ist bereits für 2027 vorgesehen.

gewöhnlich. Unsere Restaurants schaffen eine Erlebniswelt,

die den Gästen das Gefühl vermittelt, sich in den

Rocky Mountains zu befinden. Genau diese Fähigkeit,

für einige Stunden Abstand vom Alltag zu ermöglichen,

macht Timberjacks aus meiner Sicht besonders“, beschreibt

Riediger.

Das, was Kemner und seine Mitstreiter jetzt auf dem

Brocken vorhaben, stößt einmal mehr in neue Dimensionen

vor. Im bisherigen Brockenhotel-Komplex sollen neben

einem Timberjacks-Restaurant ein Hotel mit etwa

80 Zimmern verschiedener Kategorien, ein Seminar- und

Veranstaltungssaal, ein Ballroom, eine Bibliothek, ein

Kaminzimmer, ein Sauna- und Fitnessbereich sowie eine

360°-Skybar im Aussichtsturm entstehen, die ausschließlich

Hotelgästen vorbehalten sein soll. „Wie die finale

Ausgestaltung letztlich aussehen wird, wird sich im weiteren

Verlauf des Prozesses entwickeln“, bleibt Kemner

noch etwas vage, aber eine erste Visualisierung deutet

schon an, wohin die Reise gehen könnte. Acht Millionen

Euro will er auf dem Brocken investieren.

SPANNEND IST, wie das Ganze überhaupt zustande

kam – nämlich streng genommen eher zufällig. Kemner:

„In einer anderen Angelegenheit standen wir im Austausch

mit dem Landkreis Harz und dem Landrat. In

diesem Zusammenhang haben wir nebenbei erfahren,

dass der Landkreis das Gebäude auf dem Brocken erworben

hat und eine umfassende Entwicklung plant.

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns daraufhin

proaktiv um dieses Projekt beworben. Im Rahmen einer

europaweiten Ausschreibung mit über 100 Bewerbungen

fiel die Entscheidung schließlich auf uns.“

IM BLOG-BEREICH auf der Timberjacks-Homepage ist

bereits zu lesen, dass dieses neue Projekt so einige Herausforderungen

mit sich bringt. Dort heißt es in einem

aktuellen Beitrag: „Mit dem Brocken übernehmen wir

ein Projekt, das in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll ist.

Die Höhenlage, das saisonale Klima, die begrenzten

Transportwege und der empfindliche Naturraum erfordern

durchdachte Lösungen. Eine zusätzliche Heraus-

60 1 |2026


unternehmen

forderung stellt der Denkmalschutz des Gebäudes dar,

der besondere Anforderungen an jede bauliche Veränderung

stellt und eine besonders sorgfältige Planung voraussetzt.“

Hinzu komme die Aufgabe, bis zu 80 neue,

qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und ihnen einen

Zugang zu ihrem Arbeitsplatz zu ermöglichen. „Um diese

Herausforderungen zu meistern, arbeiten wir bereits

an ersten Konzepten für eine sichere und verlässliche

Erreichbarkeit des Gipfels. Dazu gehört unter anderem

die Möglichkeit, dass Mitarbeitende kostenlos die Harzer

Schmalspurbahn nutzen können. Die Verhandlungen

hierzu laufen. Dieser Ansatz soll nicht nur die tägliche

Anreise erleichtern, sondern auch den Individualverkehr

reduzieren und damit den Naturschutz im Gebiet unterstützen.

Weitere organisatorische Lösungen befinden

sich in Planung, damit der Arbeitsplatz Brocken langfristig

attraktiv und gut erreichbar bleibt.“

Kemner selbst geht mit diesem Thema gegenüber dem

faktor ganz offen um: „Das wird sicherlich der spannende

Teil der Reise. Eine der großen Herausforderungen am

Arbeitsmarkt besteht derzeit darin, ausreichend motivierte

und geeignete Mitarbeiter zu finden. Die Rahmenbedingungen

haben sich in den letzten Jahren deutlich

verändert, wodurch der Arbeitsmarkt spürbar an Dynamik

verloren hat. Die Menschen, die sich bei uns bewerben,

tun dies in der Regel sehr bewusst, entweder aus

echter Motivation heraus zu arbeiten – oder weil sie sich

beruflich neu orientieren möchten. Bisher haben wir alle

Neueröffnungen, auch wenn sie anfangs mit Herausforderungen

verbunden waren, erfolgreich gemeistert. Zunächst

konzentrieren wir uns auf eine saubere Planung

und werden zum passenden Zeitpunkt gezielt Maßnahmen

ergreifen, um diese Herausforderung zu lösen.“

Den Denkmalschutz sieht Kemner hingegen nicht als

Problem an: „Er bezieht sich ausschließlich auf die Gebäudehülle.

Alle weiteren Maßnahmen sind mit dem Eigentümer,

dem Landkreis Harz, abzustimmen. Aktuell

befinden wir uns noch in der vertraglichen Ausgestaltung.“

Kritischen Stimmen, die mit dem neuen Projekt eine

Forcierung des Massentourismus auf dem Brocken befürchten,

sieht Kemner gelassen entgegen: „Mit rund

1,5 Millionen Tagestouristen ist der Brocken bereits heute

ein touristischer Hotspot. Wir bezweifeln daher, dass

Timberjacks dort zusätzlichen Massentourismus aus - ▸

Damit hat alles begonnen: Das erste Timberjacks-Restaurant in Göttingen ging 2016 mit einem innovativen Konzept an den Start.

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unternehmen

lösen kann. Unser Ansatz ist vielmehr, die Aufenthaltsqualität

vor Ort deutlich zu steigern und die bestehende

Gastronomie vom reinen Selbstservice hin zu einem

Full-Service-Angebot weiterzuentwickeln.“ Insbesondere

die geplante Steigerung der Bettenkapazität und Auslastung

soll den Standort nachhaltig aufwerten und die

Verweildauer der Gäste erhöhen.

Darüber hinaus könne sich Timberjacks mit seinem

seit Jahren bestehenden Baumpflanz-Programm „Forest

for the Trees“ aktiv an der Aufforstung des Harzes beteiligen.

Dass Kemner Ahnung davon hat, wird ihm niemand

absprechen können – schließlich ist er gelernter

Forstwirt und zudem Kaufmann im Groß- und Außenhandel

mit Schwerpunkt Holzhandel. Dass er danach

auch in der Modebranche tätig war und schließlich zunächst

mit dem „Vapiano“-Konzept in die Gastronomie

eingestiegen ist, dürfte seinen Sinn für nachhaltiges Handeln

eher noch geschärft haben.

Auch Riediger will den Vorwurf mangelnder Nachhaltigkeit

nicht gelten lassen: „Nachhaltigkeit ist zu einer stark

strapazierten Begrifflichkeit geworden, weshalb wir bewusst

weniger über das Wort sprechen und mehr über

konkrete Entscheidungen handeln. Vom Holzbau unserer

Restaurants über Lieferketten bis hin zu unseren Produkten

treffen wir Entscheidungen so verantwortungsvoll

wie möglich – immer unter der Prämisse, dass sie wirtschaftlich

sinnvoll und realistisch umsetzbar sind. Nachhaltigkeit

verstehen wir dabei nicht als Marketinginstrument,

sondern als selbstverständlichen Bestandteil

unternehmerischer Verantwortung.“

ZU DIESER VERANTWORTUNG GEHÖRT nach seiner

Auffassung auch, das Unternehmen für Mitarbeitende

attraktiv zu halten: „Ein zentrales Element ist ein wertschätzendes

und motivierendes Arbeitsumfeld. Wir fördern

bewusst den Teamgedanken, da nachhaltiger Erfolg

Markant: Der Blockhaus-Stil zieht sich durch alle Standorte – hier als Beispiel das Restaurant in Kassel.

62 1 |2026


unternehmen

CEO Swen Riediger empfiehlt den Truffle Burger: „Die Kombination aus saftigem Patty,

Beef-Bacon, Champignons, Provolone-Käse, roten Zwiebeln, Rucola, Mayonnaise und

Trüffelcreme ergibt ein außergewöhnlich harmonisches Geschmackserlebnis, das sich

in dieser Form deutlich vom Wettbewerb abhebt.“

nur gemeinsam möglich ist. Unsere Mitarbeitenden profitieren

unmittelbar von der positiven Entwicklung des

Unternehmens. Durch die fortlaufende Expansion eröffnen

sich vielfältige Perspektiven zur fachlichen und persönlichen

Weiterentwicklung, was Timberjacks auch als

Arbeitgeber langfristig attraktiv macht“, findet Riediger.

Probleme sieht der CEO also weniger im Inneren des

Unternehmens, sondern eher in den äußeren Gegebenheiten:

„Für uns als Unternehmen ist es essenziell, dass

die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen

in Deutschland unternehmerfreundlicher gestaltet

werden. Bürokratische Hürden bremsen die Gastronomie

derzeit erheblich. Unabhängig davon entwickeln wir

unser Konzept kontinuierlich weiter und hinterfragen

bestehende Strukturen regelmäßig. Dieser permanente

Anpassungsprozess ist notwendig, um uns in einem hart

umkämpften Markt zu behaupten und gleichzeitig attraktiv

für Gäste wie Mitarbeitende zu bleiben.“

Die Mehrwertsteuersenkung zu Jahresbeginn bewertet

sein Chef Kemner im Übrigen eher als Randnotiz.

Sie habe letztlich lediglich dazu geführt, dass der Trend

stetiger Preiserhöhungen vorübergehend gebremst

wurde. Kemner: „Bereits zum 1. Januar 2026 wurde

der Mindestlohn erneut angepasst, was erfahrungsgemäß

zu weiterem Kostendruck führt und Preisanpassungen

nahezu unausweichlich macht. Mathematik

lässt sich nicht überlisten. Hinzu kommt die erneute

Erhöhung des CO 2 -Preises im Jahr 2026, die sich ebenfalls

unmittelbar auf die Kostenstruktur auswirkt und

bei verschiedenen Lieferanten bereits jetzt zu weiteren

Preissteigerungen führt. Das Jahr hat gerade erst begonnen,

und wir beobachten gespannt, welche zusätzlichen

Umlagen noch auf Unternehmen und Verbraucher

zukommen werden.“

DER ERWARTUNGSHALTUNG, dass aufgrund der Mehrwertsteuersenkung

auch die Preise in den Speisekarten

sinken müssten, begegnet Kemner mit ganz grundsätzlichen

Überlegungen – auch nach seinen Erfahrungen im

Handel: „Die Gastronomie ist noch einmal eine ganz

andere Dimension an Komplexität. Aus meiner Sicht ist

sie eines der am meisten unterschätzten und gleichzeitig

am wenigsten gewürdigten Geschäftsmodelle überhaupt.

Für den Gast wirkt vieles selbstverständlich und ,leicht‘,

doch die tatsächliche Komplexität, die hinter den Abläufen

steht, wird von den meisten völlig unterschätzt. Und

dabei sprechen wir noch nicht einmal über behördliche

Auflagen und die Begegnungen der dritten Art mit

ihnen.“ Ein Gastronom sei kein Koch, kein Wirt, kein

Einkäufer, kein Produktentwickler, kein Personaler, kein

Controller, kein Gastgeber, kein Bauleiter, kein Techniker,

kein Elektriker, kein Klempner, kein Hausmeister, kein

Systemadministrator, kein Buchhalter, kein Social- ▸

1|2026 63


unternehmen

» Für uns als Unternehmen ist es essenziell, dass die

politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in

Deutschland unternehmerfreundlicher gestaltet werden. «

Media-Experte, kein Marketingleiter, kein Finanzexperte

oder Unternehmensberater – er sei alles gleichzeitig.

„Was mich persönlich betrifft, bin ich aktuell noch

dabei, all diese unterschiedlichen Berufsbilder für mich

einzuordnen und zu verarbeiten, bevor ich gedanklich

an die nächste persönliche Reise denken kann.“

Und das Unternehmen Timberjacks? Wo soll dessen

Reise hingehen? Dazu blickt Geschäfsführer Riediger ein

wenig in die Glaskugel: „In fünf Jahren soll Timberjacks

nicht nur gewachsen, sondern vor allem gereift sein. Wir

wollen Standorte betreiben, die baulich durchdacht und

organisatorisch so strukturiert sind, dass die vorhandene

Komplexität jederzeit beherrschbar bleibt. Unser Fokus

liegt nicht auf maximaler Expansion, sondern auf

sauberem, kontrolliertem Wachstum mit einem klaren

System. Timberjacks soll dann nicht nur als Gastronomiekonzept

wahrgenommen werden, sondern auch als

Beherbergungsangebot für Reisende und als ganzheitliche

Markenwelt – eine Marke, die nicht laut über sich

spricht, sondern durch Substanz, Qualität, Konsequenz

und Verlässlichkeit überzeugt.“

Der nächste Schritt dahin soll nun also die „Brocken

Mountain Lodge“ werden. Wenn alles klappt, könnte

diese schon im kommenden Jahr öffnen – einmal mehr

im typischen Timberjacks-Stil. Oder wie Kemner

es beschreibt: „Rustikal, kontrastreich und bewusst

pro vokant.“ ƒ

LIVE-MUSIK IM TIMBERJACKS

Live-Musik ist seit der Eröffnung ein fester

Bestandteil der Timberjacks-DNA. „Meat with

Beat“ gibt es in Göttingen jeden Donnerstag;

dabei unterhalten Singer-Songwriter seit Jahren

die Gäste – ohne Aufpreis oder Eintrittsgeld.

„Wir verbuchen den Aufwand bewusst

als Local-Store-Promotion“, sagt Inhaber

Thomas Kemner. „Anstatt in klassische

Marketingmaßnahmen zu investieren,

setzen wir gezielt auf Musiker und echte

Atmosphäre“, so sein Konzept.

Mit „Timberjacks Unplugged“ sei dieses

gezielt weiterentwickelt worden. Zweimal

im Jahr verwandelt sich das Timberjacks

dann jeweils ab 23 Uhr in eine kleine, intime

Konzerthalle mit limitierter Gästezahl.

Bekannte Bands wie Glasperlenspiel, The

Baseballs oder The BossHoss spielen vollständig

ohne technischen Support, live und

pur, in einer Nähe zum Publikum, wie man

sie bei herkömmlichen Konzerten kaum

erleben kann. „Der Gast ist nicht nur Zuhörer,

sondern Teil des Moments“, schwärmt

Kemner. Kleine Bühne, keine Distanz, keine

Showelemente – nur Musik, Raum, Holz,

Menschen und eine besondere Stimmung.

„Diese Abende sind keine Events im klassischen

Sinne, sondern Erlebnisse, die im

Gedächtnis bleiben“, findet der Timber jacks-

Gründer. Tickets dafür gibt es jeweils im Timberjacks-Onlineshop.

Weitere Formate

seien in Planung.

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-kompakt

unternehmen

Ottobock wächst deutlich

Rekordjahr 2025

OTTOBOCK, der globale Marktführer für

Human Bionics, hat nach vorläufigen

Geschäftsjahreszahlen das Jahr 2025 mit

einem Rekordergebnis abgeschlossen: Mit

einem Wachstum von 11,7 Prozent (organisches

Wachstum: 10,6 Prozent) erzielte

der Konzern mit Sitz in Duderstadt demnach

Umsatzerlöse im Kerngeschäft von

1,6 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA im

Kerngeschäft stieg auf 415,3 Mio. Euro

Dies entspricht einer bereinigten

EBITDA-Marge im Kerngeschäft von

26,0 Prozent und bedeutet eine Steigerung

um 3,6 Prozentpunkte gegenüber dem

Vorjahr.

„Wie in den vergangenen Jahren haben

wir unsere Position als Marktführer mit

zweistelligen organischen Wachstumsraten

weiter ausgebaut und einen Profitabilitätssprung

erreicht. Unser skalierbares

Geschäftsmodell, unsere konsequente

Nutzerorientierung und Innovationsstrategie

zahlen sich kontinuierlich aus“, so

Oliver Jakobi, CEO der Ottobock SE &

Co. KGaA, nach der Vorstellung der Zahlen

des Rekordjahrs 2025.

FOTO: VLY

KWS kooperiert mit vly

Alternativen aus Erbsen

DER EINBECKER SAATGUTHERSTELLER

KWS hat in Zusammenarbeit mit dem Berliner

Food-Tech-Unternehmen vly eine

neue Bio-Erbse für den Einsatz in pflanzlichen

Milchalternativen entwickelt.

Hintergrund der 2023 gestarteten Kooperation

ist die Entwicklung von Erbsensorten

mit neutralem, mildem Geschmack

– eine zentrale Herausforderung bei pflanzlichen

Proteinen. KWS nutzt dafür moderne

Züchtungsmethoden und Lebensmittelanalytik,

um Varianten zu identifizieren

und weiterzuentwickeln, die sich optimal

für die Verarbeitung zu Milchalternativen

eignen.

SB Union jetzt in Area-3-Ost

Großmarkt eröffnet

IM INTERKOMMUNALEN GEWERBEGE-

BIET AREA 3-OST hat Anfang März ein

neuer SB-Union-Großmarkt seine Pforten

geöffnet. Er ersetzt die Filiale in Göttingen,

die über vier Jahrzehnte lang im Groner

Industriegebiet angesiedelt war. Am 28.

Februar war dort der letzte Verkaufstag.

Mit dem Neubau zwischen Bovenden und

Nörten will das Unternehmen seine „regionale

Verwurzelung stärken und neue

Arbeitsplätze schaffen“, wie es in einer Mitteilung

heißt. Man setze am neuen Standort

auf neueste energetische Standards, um

nicht nur wirtschaftlich, sondern auch nachhaltig

agieren zu können.

Zielgruppe sind weiterhin B2B-Kunden

insbesondere aus den Bereichen Gastronomie

und Hotellerie, aber auch alle anderen

Großverbraucher (etwa Seniorenresidenzen)

und Gewerbetreibenden. Die Verkaufsfläche

liegt nach Angaben der Edeka-Tochter

bei 7655 Quadratmetern; zum Sortiment

gehören künftig rund 15.000 verschiedene

Artikel. Die SB Union Großmarkt GmbH

hat laut Berichten etwa 18 Millionen Euro

in den Neubau investiert.

Insolvenzverfahren beendet

Kunsthaus Göttingen

richtet Blick nach vorn

DAS KUNSTHAUS GÖTTINGEN hat das

Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen

und das Jahr 2025 mit einer schwarzen

Null beendet. Möglich wurde dies durch

das fortgesetzte finanzielle Engagement der

Stadt, die Leidenschaft der künstlerischen

Leiter Gerhard Steidl und Johannes-Peter

Herberhold sowie das erhebliche ehrenamtliche

Engagement weiterer Beteiligter.

Geschäftsführer Holger Fricke: „Unter

gleichbleibenden Prämissen peilt das

Kunsthaus Göttingen auch für 2026 ein

leicht positives Ergebnis an. Die aktuelle

Entwicklung zeigt, dass der eingeschlagene

Konsolidierungs- und Zukunftskurs

tragen kann.“

Programm gestartet

Rückkauf bei Symrise

ANGESICHTS DES STARKEN FREIEN

CASH FLOWS und erwarteter Erlöse aus

Portfoliomaßnahmen haben Vorstand und

Aufsichtsrat der Symrise AG aus Holzminden

ein Aktienrückkaufprogramm von bis

zu 400 Millionen Euro beschlossen. Das

Programm läuft bereits seit dem 1. Februar

und planmäßig noch bis zum 31. Oktober

2026.

Für Jean-Yves Parisot, den Vorstandsvorsitzenden

der Symrise AG, ist diese Maßnahme

„ein wichtiger Schritt, um Unternehmenswerte

freizusetzen. Das zeigt Vertrauen

in unsere Zukunft.“ Der Rückkauf

soll die langfristigen Ambitionen unterstützen,

den Unternehmenswert nachhaltig zu

steigern. Die Gesellschaft hält derzeit keine

eigenen Aktien.

Gräflicher Landsitz Hardenberg

Gespräche auf der Burg

BEI DEN 21. BURGGESPRÄCHEN auf dem

Gräflichen Landsitz Hardenberg, organisiert

von HSP Steuer aus Göttingen und

der Kanzlei Kappuhne Schreier Herbote

aus Northeim, standen einmal mehr informative

Vorträge im Fokus: So behandelte

Andrea Hungerland aktuelle Themen aus

dem Steuerrecht; Björn Schreier widmete

sich der „Insolvenzrecht-Zeitbombe“.

FOTO: A. THEODORO DA SILVA

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wissen

FOTOS: ALCIRO THEODORO DA SILVA

66 1 |2026


wissen

Wie der Popcorn-Professor

jetzt auch Hunde begeistert

Bereits im März 2017 berichtete das faktor-Magazin über den umtriebigen Göttinger Universitätsprofessor

Alireza Kharazipour. Seine Idee, Popcorn als nachwachsende Werkstoffalternative

anzubieten, wurde zur Erfolgsgeschichte. Und: In den vergangenen neun Jahren hat sich bei den

Einsatzmöglichkeiten für seine Erfindung noch so einiges getan.

TEXT CAROLIN KÖPP

achdem der Artikel mit der Überschrift ‚Der

Popcorn-Professor‘ im faktor-Magazin erschien,

nennen mich alle in der Branche nun

so“, stellt Alireza Kharazipour lachend fest. Der pensionierte

Professor ist auch heute noch fast täglich unterwegs, um

seine Popcornprodukte vorzustellen.

„Jedes zehnte Patent von mir wird umgesetzt“, antwortet

Kharazipour auf die Frage, wie zufrieden er mit dem Erfolg

seiner Erfindungen ist, „mehr kann man nicht erwarten.“

Popcorn ist ein nachwachsendes Material, das keine Schadstoffe

enthält, Schall absorbiert und nicht schnell brennt.

Außerdem lässt es sich wiederverwerten, was es sehr nachhaltig

macht. Mit Leichtbauplatten für den Innenausbau

fing die Entwicklung an: Popcorndämmstoffplatten sind

leicht, wärmedämmend und absorbieren Schall. Durch die

Sandwichplattenbauweise kann das Trägermaterial Popcorn

mit verschiedenen Oberflächen beschichtet werden und

passt sich nahezu jedem Ambiente an. Popcorn lässt sich

aber nicht nur zu Platten verarbeiten: Da das Material dank

Radiowellentechnologie in nahezu jede beliebige Form gebracht

werden kann, fand der Biotechnologe noch viele weitere

Verwendungsmöglichkeiten.

LEICHTBAUMÖBEL AUS POPCORN eignen sich inzwischen

nicht nur zur Ausstattung von Wohnmobilen, sie passen

auch in Büros und Wohnungen. Der Professor verweist gerne

auf einen weiteren Einsatzbereich: Eine nachhaltig und

umweltfreundlich arbeitende Firma aus Deutschland will

demnach schadstofffreies Kinderspielzeug, Bastelzubehör

und sogar Dartsscheiben aus Popcorn herstellen. Wenn auf

wenig Gewicht Wert gelegt wird, sei Popcorn als Werkstoff

besonders geeignet. Sport- und Fitnesszubehör bestehe daraus,

und auch Kindersitzerhöhungen für Autos würden inzwischen

nachhaltig aus Popcorn gefertigt. Als maßgeschneidertes

Inlay könne es empfindliche Waren vor

Transportschäden schützen.

Für die kommerzielle Nutzung des patentierten

Radiowellentechnologie-Verfahrens und der daraus hergestellten

Verpackungsprodukte hat die Universität

Göttingen bereits 2021 einen Lizenzvertrag mit einem

deutschen mittelständischen Unternehmen geschlossen.

„Mit diesem neuen, an die Kunststoffindustrie angelehnten

Verfahren lassen sich die verschiedensten Formteile

herstellen“, erklärt Kharazipour. „Durch unsere Verpackungen

lässt sich gewährleisten, dass Produkte sicher

transportiert werden. Und dies mit einem Verpackungsmaterial,

das anschließend sogar biologisch abbaubar

ist.“ Darüber hinaus besitzen die neuen Popcornprodukte

wasserabweisende Eigenschaften, was ihre Einsatzmöglichkeiten

noch vergrößert. ▸

Hunde lieben die neueste Kreation des Professors.

FOTO: ALIREZA KHARAZIPOUR

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wissen

Die neueste Entwicklung des Professors wird zurzeit in den

USA vorbereitet. Dort hat sich ein Hersteller gefunden, der

aus Popcorn diätetische Hundefutterergänzungen herstellen

kann. Die Idee dazu kam Kharazipour auch wieder „rein

zufällig“: Zuhause im Garten, während eines Pläuschchens

mit seinem Nachbarn, fiel ihm ein Bröckchen von einer Popcornplatte

aus der Hand. Der Nachbarshund stürzte sich

darauf und verschlang es gierig. Fressversuche mit anderen

Hunden bestätigten, dass gepresstes Popcorn gut bei den

Vierbeinern ankommt. „Das muss ich nutzen“, dachte der

Tüftler und erfand kurzerhand ein Hunde-Leckerli, das wie

ein Knochen geformt ist, nach Fleisch riecht und schmeckt

– aber nicht dick macht.

Da er vor seiner Laufbahn an der Göttinger Georg-

August-Universität als Patententwickler arbeitete, ist er bestens

mit dem Weg, den ein Patent von der Idee bis zur Reife

gehen muss, vertraut. Mehr als 100 Patente für verschiedene

Produkte hat er mittlerweile entwickelt. Wie eingangs erwähnt,

gelangen aber nur zehn Prozent aller Patente zur

Marktreife – und dann muss noch ein Hersteller gefunden

werden, der das Patent serienreif umsetzt. Weitere Ideen und

daraus resultierende Patente aus Popcorn werden aber sicherlich

folgen. Denn Alireza Kharazipour und sein aus

Doktoranden und Forschern bestehendes Team sind nach

wie vor von diesem universellen Grundstoff fasziniert. ƒ

Brenntest: Gepresstes Popcorn brennt nicht, es karamellisiert.

Eine recyclebare Dartscheibe aus Popcorn

FOTO: ALIREZA KHARAZIPOUR FOTO: ALIREZA KHARAZIPOUR

FOTO: ALIREZA KHARAZIPOUR

Ein Inlay aus Popcorn für den sicheren Transport

von zerbrechlichem Gut

POPCORNPLATTEN SIND EINE NACHHAL­

TIGE ALTERNATIVE zu Gipskartonplatten. Im

Trockenbau kommen bisher vorwiegend Gipskartonplatten

zum Einsatz. Der Nachteil: Eine

Wiederverwertung ist ausgeschlossen. Ausgediente

Platten müssen als Bauschutt aufwendig

entsorgt werden. Zudem sind Gipspaneele für

Feuchtigkeit anfällig und der Einbau ist mit viel

Schmutz verbunden. Die Popcornplatten hingegen

sind biobasiert, umweltschonend, das

Material ist wiederverwertbar und kompostierbar.

Auch in puncto Wärmedämmung und

Brandschutz überzeugt der Naturstoff. Zudem

ist er ultrafest, wasserabweisend sowie beständig

gegen Hitze, Schädlinge und Termiten – und

damit länger haltbar. (Quelle: Bioökonomie.de)

68 1 |2026


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PROFIL

Ein starkes Fundament für den Berufseinstieg – und für die Zukunft der Steuerberatung

Zukunft braucht Struktur –

und Menschen, die sie vermitteln

Wie HSP STEUER Göttingen junge Menschen strukturiert in einen anspruchsvollen Beruf begleitet

Dr. Marco Scheuchzer, Dipl.-Kfm.,

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Geschäftsführer und Partner der

HSP STEUER Göttingen und der

HSP REVISION

HSP STEUER Göttingen versteht sich als verantwortungsvoller

Arbeitgeber, der langfristig

in junge Menschen, ihre Familien und die Region

investiert. Wer heute ausbildet, gestaltet

aktiv die Zukunft – fachlich, menschlich und

wirtschaftlich. Genau hier setzt die Kanzlei mit

einem klar strukturierten und hochwertigen

Ausbildungsangebot für Schulabgänger an.

Für Eltern bedeutet das vor allem eines: eine

verlässliche, fachlich fundierte und persönlich

begleitete Ausbildung für ihre Kinder.

Neu ab diesem Jahr bietet HSP STEUER

ein duales Studium „Auditing/Taxation und

Consulting“ im Studiengang Business Administration

(Bachelor) in Kooperation mit der

PFH Private Hochschule Göttingen an. Ergänzend

dazu bleibt die Ausbildung zum Steuerfachangestellten

ein bewährter und gefragter

Einstieg in einen krisensicheren Beruf mit

langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten.

DUALES STUDIUM: SICHERHEIT,

STRUKTUR UND PRAXISNÄHE

Das duale Studium verbindet ein fundiertes

betriebswirtschaftliches Bachelorstudium mit

einer klaren steuerlichen und prüfungsnahen

Ausrichtung und einer festen Einbindung in

den Kanzleialltag. Studierende erleben wirtschaftliche

Zusammenhänge dort, wo sie

tatsächlich entstehen. Theorie und Praxis

greifen strukturiert ineinander und bieten einen

klaren Rahmen, der Orientierung schafft

und die Unsicherheit eines reinen Vollzeitstu

diums vermeidet.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die

enge Verzahnung von Praxis und Lehre:

Dr. Marco Scheuchzer, Geschäftsführer, Steuerberater

und Wirtschaftsprüfer bei HSP STEUER

Göttingen und HSP REVISION, ist ab dem

Winter-Semester 2026/27 Lehrbeauftragter für

Steuerrecht an der PFH. Damit ist ein praxisnaher

Wissenstransfer sichergestellt. Für Studierende

und Eltern trifft hier fachliche Exzellenz

auf persönliche Begleitung und klare Werte.

Auch die Ausbildung zum Steuerfachangestellten

bietet jungen Menschen eine stabile

Basis in einem anspruchsvollen und zukunftssicheren

Berufsfeld. Persönliche Ansprechpartner,

strukturierte Einarbeitung und transparente

Entwicklungsmöglichkeiten schaffen

Vertrauen und Orientierung – auch über die

Ausbildung hinaus.

HSP STEUER investiert bewusst in den Nachwuchs,

weil nachhaltige Unternehmensführung

bei den Menschen beginnt. Weitere Informationen

zu Ausbildung, dualem Studium

und Einstiegsmöglichkeiten finden Interessierte

auf der Karriereseite der Kanzlei.

HSP STEUER Göttingen GmbH

Steuerberatungsgesellschaft

Stresemannstraße 28 C

37079 Göttingen

Tel. 0551 820807-0

goettingen@hsp-steuer.de

www.hsp-steuer.de


wissen

Schulbildung

als Standortvorteil

Mit dem IB-Diploma-Programm bietet das Göttinger Felix-Klein-Gymnasium Arbeitgebern

in Südniedersachsen Wettbewerbsvorteile im Recruiting. Es soll internationale Fachkräfte mit

Familien in die Region locken und frühzeitig Kontakt zu Mitarbeitern der Zukunft aufbauen.

Doch das Programm steht auf der Kippe.

TEXT TOBIAS KINTZEL FOTOGRAFIE MARKUS HARTWIG

Das Felix-Klein-Gymnasium (FKG) in Göttingen

ist eine von nur zwei staatlichen Schulen bundesweit,

die das Programm International

Baccalaureate (IB) Diploma getrennt vom Abitur anbieten.

„In Südniedersachsen sind wir einmalig“, sagt

Silke Neumann, die Koordinatorin des IB-Programms

am FKG. Es handelt sich um ein zweijähriges Oberstufenprogramm

mit akademischem Anspruch, das vollständig

in englischer Sprache durchgeführt wird und international

als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt ist.

Das Programm richtet sich an Kinder von internationalen

Forschenden und Lehrenden der Universität, von

Fach- und Führungskräften regionaler Unternehmen

und an deutsche Lernende mit internationaler Ausrichtung.

„Da auch für Lernende mit anderer Herkunftssprache

Deutsch bei uns Pflichtfach ist, machen wir alle

nicht nur akademisch, sondern auch sprachlich für die

Anforderungen an deutschen Universitäten und in Unternehmen

fit“, erklärt Neumann.

GENAU DIESER UMSTAND führte dazu, dass Isabel

Romero das IB-Programm am Felix-Klein-Gymnasium

im Jahr 2023 abgeschlossen hat. Die heute 21-Jährige

war 2019 ohne Deutschkenntnisse aus Kolumbien nach

Göttingen zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern g e-

zogen. Ihre Geschwister hatten damals bereits ihren

IB-Abschluss am FKG erreicht und studierten an der

Universität, ihre Mutter begann zu diesem Zeitpunkt mit

ihrer Promotion. „Wie für meine beiden älteren Geschwister

war das die einzige Chance, ohne großen Zeitverlust

einen Abschluss und eine Hochschulzugangsberechtigung

zu erlangen“, erzählt sie in fließendem

Deutsch: „Ich denke, dass es für Schülerinnen und Schüler

aus dem Ausland, besonders englischsprachige, ein

wirklich gutes Angebot ist.“ Es sei allerdings ein herausforderndes

Programm. „Dafür bereitet es gut auf eine

akademische Laufbahn vor.“ Diese hat auch Isabel

Romero nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem

Jugendtreff in Saarbrücken eingeschlagen: Sie wird

Lehramt für Englisch und Spanisch studieren.

FÜR DANIEL PIEKORZ, Mitglied der Geschäftsleitung

bei der Arineo Group, einem Göttinger IT-Dienstleister,

ist das IB-Programm ein echter Standortvorteil, den es

im Recruiting zu nutzen gilt: „Der Fachkräftemangel ist

schon heute oft der limitierende Faktor für Wachstum.

Bei den Bemühungen, internationale Fachkräfte in die

Region zu holen, ist die Aussicht auf einen guten,

weltweit anerkannten Schulabschluss für die Kinder ein

echter Wettbewerbsvorteil.“

Allerdings setzt das IB-Programm nicht nur darauf,

Lernende akademisch fit zu bekommen: „Wir wollen

junge Menschen zukunftsfähig machen“, erklärt Daniel

Vollmar, Co-Koordinator des Programms. Selbstständig-

70 1 |2026


wissen

Erarbeiten das IB-Diploma-Programm für das Felix-Klein-Gymnasium in Göttingen (v. l.): Daniel Vollmar, Silke Neumann, Daniel Piekorz und Iris Bruse

keit, die Idee des lebenslangen Lernens und das Heranführen

an soziales Engagement seien feste Teile des

Lehrplans: „Wir entwickeln selbstreflektierte, verantwortungsvoll

handelnde und weltoffene Persönlichkeiten.“

Für Susanne Spellerberg, die bei Arineo als

Employer Branding Managerin tätig ist, sind das weitere

wichtige Gründe für das Engagement für das IB-

Programm: „Genau auf diese Qualitäten achten wir im

Recruiting.“ Um die Absolventen am Ende in der Region

zu halten, brauche es einen frühen Kontakt, um sich als

Arbeitgeber zu positionieren: „Die Kooperation mit dem

FKG bietet uns diese Möglichkeit.“

IRIS BRUSE, die Schulleiterin des FKG, macht im

faktor-Gespräch klar, dass neben dem Metallverband

(siehe separater Text) weitere Unterstützer aus der Wirtschaft

gebraucht würden, um das Programm auf dem

aktuellen Niveau fortführen zu können: „Das Angebot,

das wir machen, ist kostenintensiv. Wir sprechen von

20.000 bis 25.000 Euro, die wir pro Jahr mindestens

benötigen.“ Einmalige Spenden, langfristige Partnerschaften,

aber auch Sachspenden oder personelle Unterstützung

seien Möglichkeiten für Unternehmen, sich

einzubringen. „Das ist eine langfristige Investition in die

Gesellschaft, in die Schaffung von Chancengleichheit

durch gebührenfreie Schulbildung und in die Sicherung

eines Standortvorteils für unsere Region.“ ƒ

METALLVERBAND NIEDERSACHSEN

UNTERSTÜTZT IB-DIPLOMA AM FKG

Der Verband der Metallindustriellen Niedersachsen

(Bezirk Süd) übernimmt die Kosten für die Pflichtfortbildung

des Lehrpersonals des Felix-Klein-Gymnasiums

für das IB-Diploma-Programm. Mit der Zuwendung

in Höhe von 12.700 Euro trägt der Verband

zum Erhalt des einzigen internationalen Schulabschlusses

der Region bei. Detlev Seidel, Verbandsvorsitzender

sowie Geschäftsführer Operations der

Piller Group aus Osterode, unterstreicht die unternehmerische

Verantwortung: „Das IB- Diploma steht

für eine zukunftsorientierte, internationale Bildung.

Wir sehen es als unsere Pflicht an, dieses Niveau zu

halten, denn diese Absolventen sind die dringend benötigten

Führungskräfte und Spezialisten von morgen,

die unsere global agierenden Mitgliedsunternehmen

benötigen.“ Verbandsgeschäftsführerin Dinah

Stollwerck-Bauer, auch Hauptgeschäftsführerin des

Arbeitgeberverbands Mitte, ergänzt: „Wir werden uns

aktiv einbringen, um diesen Talenten die Stärken der

südniedersächsischen Industrie näherzubringen, in

der Hoffnung, dass sie nach dem Studium ihre Kompetenzen

hier in der Region einbringen.“ FKG-Schulleiterin

Iris Bruse bezeichnet die Spende des Metallverbands

als Rettungsanker, der von „einem tiefen

Verständnis für die Bedeutung von Bildung als

Wirtschaftsfaktor“ zeuge.

1|2026 71


unternehmen

Wie funktioniert

Employer Branding

in der UMG?

FOTO: UMG

Vier Fragen an Dr. Sebastian Schulten, Geschäftsbereichsleiter

Personal der Universitätsmedizin Göttingen

INTERVIEW MARKUS RIESE

Dr. Sebastian Schulten:

„Die gezielte Ansprache der

Zielgruppen wird immer wichtiger.“

Herr Dr. Schulten, der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen

Jahren zu einem „Bewerbermarkt“ gewandelt – Unternehmen

konkurrieren in vielen Branchen um die besten

Kräfte. Ist das bei Ihnen in der Universitätsmedizin auch

so? Und stellen Sie fest, dass sich der Markt gerade wieder

wandelt, zurück zum „klassischen“ Arbeitsmarkt?

Die Bewerberlage ist in den verschiedenen Berufsgruppen

sehr unterschiedlich. In Teilen der Administration

sehen wir seit einem Jahr eine Veränderung am Arbeitsmarkt:

Auf Ausschreibungen melden sich wieder mehr

Bewerberinnen und Bewerber, ein sicherer Arbeitsplatz

wird den Menschen wichtiger. In den Pflegeberufen

macht sich das nicht bemerkbar. Da suchen wir weiter

Personal.

Mit Kaffee und Obst gratis ist es nicht mehr getan, sagen

viele Unternehmer. Mit welchen Benefits punkten Sie bei

potenziellen Bewerbern, um sich als Arbeitgeber zu positionieren

und vielleicht auch attraktiver zu machen?

Wir sind kontinuierlich dabei zu überprüfen, welche Bedürfnisse

unsere Beschäftigten haben und wie wir als

Betrieb darauf eingehen können. Wir bieten in den Sommerferien

eine Woche Kinderbetreuung mit Fußballspielen

und Ausflügen in den Stadtwald an. Und für den Weg

zur Arbeit haben wir ein Job-Ticket für den Nahverkehr

und bieten Fahrradleasing an. Aber wichtiger als Benefits

sind ein gutes Arbeitsklima in den Bereichen, hilfsbereite

Kollegen und zugewandte Führungskräfte. Das

ist für die meisten Menschen, die auf der Suche nach einem

neuen Arbeitsplatz sind, das Wichtigste.

Haben sich die Recruiting-Wege bei Ihnen in den vergangenen

Jahren verändert? Wie sprechen Sie potenzielle Mitarbeiter

gezielt an, welche Wege nutzen Sie?

Klar, auch die UMG macht heute mehr Online als Print.

Wir hatten gerade eine Kampagne, mit der wir Pflegekräfte

für die Intensivmedizin suchen, auf mehreren Social-Media-Plattformen.

Aber die Kanäle ergänzen sich,

und die gezielte Ansprache der Zielgruppen wird immer

wichtiger.

Wie wichtig sind aus Ihrer Sicht Standortfaktoren heute

beim Thema Employer Branding? Wie lassen sich diese positiv

beeinflussen?

Als Universitätsmedizin werben wir um Fachkräfte regional

und überregional. Die Lebensqualität und die Wirtschaftskraft

in der Stadt und der Region Südniedersachsen

positiv zu gestalten, ist enorm wichtig, und wir sehen

hier noch ein großes Potenzial. Unter anderem bringen

wir uns als Mitglied der Südniedersachsenstiftung und

der Arbeitgeberinitiative Top Arbeitgeber Südniedersachsen

TOPAS ein. Wenn Menschen hier gerne und gesund

leben, ist das auch gut für die Unternehmen in der

Region. Dafür wollen wir einen Beitrag leisten.

Vielen Dank für diese Einblicke!

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der tiefen Einatmung vergrößert sich der

Abstand zwischen Herz und Brustwand, wodurch

die Herzdosis deutlich reduziert werden

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Minimierung möglicher Spätfolgen bei.

„Gerade bei Brustkrebspatientinnen ist es

entscheidend, medizinische Wirksamkeit und

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erklärt Dr. Fabian Schlaich, standortleitender

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Wolfgang Reinbold erreicht mit seinem Format „Religion in 90 Sekunden“ junge Zielgruppen – vor allem übers Smartphone.

Religion in 90 Sekunden

Wolfgang Reinbold ist so etwas wie ein Social-Media-Star. Der Theologe der Uni Göttingen bespielt

in verschiedenen modernen und klassischen Kanälen ein Format, das insbesondere jungen

Menschen religiöse Fragestellungen näherbringt – und auch Antworten liefert. Und das auf eine

Weise, die bei verschiedenen Zielgruppen offensichtlich gut ankommt.

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wissen

»Ich versuche immer, die Sache in

ihrer DNA zu erfassen und möglichst

einfach zu formulieren.« Wolfgang Reinbold

TEXT MATTHIAS BRUNNERT FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

TikTok, Instagram, Radio, Fernsehen: Der Göttinger

Universitäts-Professor Wolfgang Reinbold ist multimedial

unterwegs und seit Jahren das, was auf Neudeutsch

wohl Influencer genannt würde. Der Hochschullehrer,

der auch für die Evangelisch-lutherische Landeskirche

Hannover tätig ist, will seinen Followern allerdings

nichts verkaufen. Die Beiträge sind werbefrei. Er will

auch nicht missionieren. Reinbolds Ziel: „Mein Team

und ich wollen möglichst neutral und objektiv Fragen zu

Religionen und religiösen Hintergründen beantworten.“

Damit hat er offenbar Erfolg: Die Zahl der User geht

inzwischen in die Hunderttausende.

Ein Medienstar – ich?“ Wolfgang Reinbold lächelt,

kneift die Lippen etwas zusammen, wiegt

den Kopf leicht hin und her, atmet hörbar ein

und aus. „Naja, vielleicht“, sagt der Theologieprofessor.

Aber darauf komme es ihm nicht an. Es gehe

um die Sache. Und schon ist Reinbold beim Thema – seinem

Thema, dem interreligiösen Dialog. Vor allem mit

den Muslimen.

Den Auftakt dazu gab es im Jahr 2010, erinnert sich

Reinbold. Damals rückte das Thema „Islam“ nicht zuletzt

durch das umstrittene Buch „Deutschland schafft

sich ab“ des SPD-Politikers Thilo Sarrazin in den Mittelpunkt

des öffentlichen Interesses. „Es wurde sehr

kontro vers diskutiert“, erinnert sich Reinbold. Ein Problem

dabei: „In den Talkshows saßen als vermeintliche

Repräsentanten des Islam häufig Personen mit sehr radikalen

Ansichten, die in der muslimischen Community

aber kaum Ansehen hatten.“

ALS BEAUFTRAGTER der Evangelisch-lutherischen Landeskirche

Hannovers für Fragen zum Islam habe er sich

gefragt: „Wie können wir mehr Menschen mit seriösen

und relevanten Informationen zu Fragen der Religionen

erreichen?“ Dabei sei die Idee entstanden, kurze Medienbeiträge

zum Thema zu produzieren und selbst zu verbreiten.

Schrittweise seien dann die Formate entwickelt

worden, die heute mit Erfolg im Radio bei Antenne Niedersachsen

und bei ffn laufen. Als die Beiträge, die von

Beginn an auch gefilmt wurden, mit zunehmendem Erfolg

auch auf YouTube liefen, seien sie dann bald regelmäßig

auch auf Instagram und TikTok veröffentlicht

worden, berichtet Reinbold. „Irgendwann haben wir

dann selbst ein wenig verwundert registriert, dass manche

Videos mehr als eine halbe Million Klicks allein bei

TikTok bekommen haben.“

Reinbolds Erklärung für die hohen Klickzahlen: „Elementare

interreligiöse Fragen beschäftigen viele Menschen.“

Das liege auch am gesellschaftlichen Wandel.

„Wir kommen aus einer Zeit, in der die Menschen hierzulande

jahrhundertelang evangelisch oder katholisch

waren“, sagt der Wissenschaftler. „Die Gespräche über

das Religiöse liefen immer entlang der Trennlinie evangelisch

| katholisch.“ Das habe sich in den vergangenen

Jahrzehnten grundlegend verändert. „Wir sind durch

Migration, Demografie, Internationalisierung und Globalisierung

in eine neue Lage hineingekommen“, sagt

der Theologe: „Wir waren aber leider schlecht darauf

vorbereitet.“ Hierzulande seien die Menschen entweder

evangelisch oder katholisch gewesen. „Und dann haben

wir festgestellt: Bei uns leben Muslime, wieder sichtbar

Juden, Jesiden, Aleviten, Buddhisten, Hindus – um nur

einige zu nennen.“ Und zudem gebe es „immer mehr

Leute, die keine Religion haben“.

DAMIT DIE GESELLSCHAFT mit dieser veränderten Lage

vernünftig umgehen könne, seien Informationen erforderlich,

sagt Reinbold. Durch die von ihm präsentierten Beiträge

in den unterschiedlichen Medien wolle die evangelische

Landeskirche dazu beitragen. Ein paar Beispiele:

Warum dürfen katholische Priester nicht heiraten? ▸

1 |2026 77


wissen

Dürfen sich Muslime schminken? Warum ist der Buddha

so dick? Oder: Verschwörungstheorien – warum sind eigentlich

immer die Juden schuld?

Weil die selbst produzierten Videos zu diesen und vielen

anderen religiösen Fragen so gut liefen, habe sein

Team sich irgendwann gesagt: „Das geht auch in Print“.

Die Folge: zwei Taschenbücher mit den Titeln „Warum

ist der Buddha so dick?“ und „Warum ist Weihnachten

am 7. Januar?“, in denen jeweils 101 Fragen aus der

Welt der Religionen gestellt und beantwortet werden.

Erschienen sind die Werke beim Göttinger Verlag Vandenhoeck

& Ruprecht.

Im Februar vergangenen Jahres kam dann noch das

Medium Fernsehen hinzu: Bei ProSieben läuft seither

immer samstags in den geraden Monaten um 11.24 Uhr

die Infotainment-Serie „Religion in 90 Sekunden“.

Auch dabei werden Fragen beantwortet wie „Warum

gibt’s freitags Fisch?“ oder „Duldet der Islam wirklich

keine anderen Glaubensrichtungen?“

PRODUZIERT WERDEN DIE BEITRÄGE beim Evangelischen

Kirchenfunk in Hannover. Viele Fragen kämen

mittlerweile aus den Kommentaren der Social-Media-

Kanäle, sagt Reinbold, der mittlerweile rund 50-mal pro

Jahr vor der Kamera steht. Das gehe zwar noch immer

mit einer gewissen Anspannung einher, räumt der Theologe

ein. Das ursprünglich vorhandene Lampenfieber

habe er inzwischen aber ganz gut unter Kontrolle.

Mit dem Erfolg der unterschiedlichen Formate sind

Reinbold und sein Team „super zufrieden“. Denn mit

Präsenzveranstaltungen, und seien sie noch so gut vorbereitet

und beworben, „könnten wir niemals eine solche

Resonanz erzeugen“.

Das übergeordnete Ziel des interreligiösen Dialogs sei

es, zu einem guten Umgang miteinander etwas beizutragen,

in diesem Land und darüber hinaus, sagt Reinbold.

Denn zum Selbstverständnis der Evangelisch-lutherischen

Kirche Hannovers gehöre es, das Gemeinwesen

und die demokratischen Strukturen zu stärken. Dazu

gehöre es heutzutage auch, sich mit religiöser Vielfalt seriös

zu befassen, sowohl in größeren Publikationen als

auch in kurzer Form. Die Kunst der „90 Sekunden“ bestehe

in der Elementarisierung, so Reinbold: „Ich versuche

immer, die Sache in ihrer DNA zu erfassen und möglichst

einfach zu formulieren.“

Dass sein Engagement nicht vergebens ist, kann man an

den Klick-Zahlen im Internet erkennen. Zudem gebe es

auch auf die Formate in den klassischen Medien viele Reaktionen,

sagt Reinbold. „Wir merken: Es gibt einen großen

Bedarf an seriöser Information über Themen im Zusammenhang

mit Religion und Weltanschauung.“

Unabhängig davon sei er angenehm überrascht und

froh, dass es in den sozialen Medien so gut wie keine

Hass-Kommentare gebe. „Wir bekommen dagegen viel

positive Resonanz. Die Menschen schreiben, dass sie unsere

Informationen gerne nutzen, weil sie merken, es

geht uns nicht darum, andere Religionen schlecht zu machen.“

Ziel sei es vielmehr, „aus unserer evangelischen

Perspektive etwas zu einem besseren religiösen Miteinander

beizutragen.“ In den Beiträgen trete er deshalb

auch nicht als evangelischer Geistlicher auf. „Die Rolle

ist eher die des Professors“, sagt Reinbold. Unabhängig

davon sei es sein Ziel, „so zu schreiben und zu sprechen,

dass die Menschen es verstehen.“

Die nächste große Chance, öffentlich ganz verständlich

über religiöse Fragen zu reden, wird Wolfgang Reinbold

voraussichtlich am 31. März bekommen. Dann soll

er im NDR-Fernsehen in der Sendung „DAS! Rote Sofa“

zu Gast sein. ƒ

ZUR PERSON

Wolfgang Reinbold (63) ist Professor für das

Neue Testament an der Universität Göttingen

und Beauftragter für interreligiösen Dialog der

Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Er ist unter anderem Gründungsvorsitzender

des Hauses der Religionen und Mitglied des

Rates der Religionen in Hannover sowie der

Konferenz für Kirche und Islam der Evangelischen

Kirche in Deutschland. In der Radio-,

YouTube-, TikTok- und TV-Reihe „Religion in

90 Sekunden“ beantwortet er häufig gestellte

Fragen aus der Welt der Religionen.

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Biomedizin-Forschung

Vier Projekte mit Israel

FOTO: DLR

Innovationspreis

Neue Runde gestartet

FORSCHER AM GÖTTINGEN CAMPUS

erhalten insgesamt mehr als zwei Millionen

Euro vom Niedersächsischen Ministerium

für Wissenschaft und Kultur und der

Volkswagen-Stiftung für vier Kooperations

projekte mit Israel: Zwei der Forschungsvorhaben

werden von der Universitätsmedizin

Göttingen koordiniert, jeweils

ein weiteres Projekt vom Deutschen

Primatenzentrum und vom Max-Planck-

Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften.

Die geförderten Projekte decken ein

breites Spektrum zukunftsweisender

Biomedizin ab. Sie reichen von der Erforschung

zentraler Netzwerke im Gehirn für

die Anpassung von Bewegungen, die biologische

Reparatur eines geschwächten

Zwerchfells über die Verarbeitung und

Bewertung sozialer Reize im Gehirn von

Primaten bis hin zur Entwicklung neuer

Strategien, um die Proteinregulation in

menschlichen Zellen zu beeinflussen.

Die Projekte starten zeitversetzt im Jahr

2026 und haben eine Laufzeit von vier

Jahren.

Physik-Olympiade

Bundesrunde am DLR

ZUR BUNDESRUNDE der Physik-Olympiade

sind 50 Schülerinnen und Schüler aus

zwölf Bundesländern im Deutschen Zentrum

für Luft- und Raumfahrt (DLR) in

Göttingen zusammengekommen. Die Jugendlichen

hatten sich in zwei Vorrunden

mit 1350 Nachwuchstalenten qualifiziert.

Von befüllten Flugzeugreifen über die Lebensdauer

von Sternen, Innenwiderstände

und vorbeifahrende Rettungswagen bis zur

Untersuchung von Seifenblasen ging es in

Göttingen vier Tage lang um anspruchsvolle

Aufgaben quer durch die Physik.

NEUE IMPULSE SETZEN: Unter diesem

Motto steht der Innovationspreis der

Re gion Göttingen Northeim in diesem

Jahr. Bis zum 30. April können sich Be trie -

be, Start-ups und Selbstständige genauso

wie Institutionen, Forschungseinrichtungen

oder Freie Träger für einen der insgesamt

zwölf Preise in drei Kategorien sowie

für einen von der Sparkasse Göttingen gestifteten

Sonderpreis bewerben. Die Preise

sind mit bis zu 4000 Euro dotiert; der vom

niedersächsischen Landesumweltministerium

in diesem Rahmen verliehene Klima-

Innovationspreis Niedersachsen wird mit

10.000 Euro ausgelobt. Am Abend der

Preisverleihung entscheiden die Gäste außerdem

live über die Vergabe des mit 2000

Euro dotierten Publikumspreiseses, gestiftet

vom Unternehmensverband MEKOM.

Bewerbungen für den Innovationspreis

der Region Göttingen Northeim und für

den Klima-Innovationspreis Niedersachsen

sind online auf www.innovationspreisgoettingen.de

möglich. Dort finden sich

auch ´Informationen zu den Teilnahmebedingungen

und zum Bewerbungsprozess.

Versorgung bei Blutvergiftung

Göttingerin an neuem

Großprojekt beteiligt

DIE UNIVERSITÄTSMEDIZIN GÖTTINGEN

(UMG) ist an einem neuen Großprojekt zur

besseren Versorgung von Patienten mit

Blutvergiftung beteiligt. Das Forschungsvorhaben

unter Konsortialleitung des

Universitätsklinikums Leipzig soll im

September 2026 starten und wird vom

Innovationsausschuss des Gemeinsamen

Bundesausschusses (G-BA) mit insgesamt

7,5 Millionen Euro gefördert.

Involviert sind ausgewiesene Experten

aus den Bereichen Intensivmedizin, Notfallmedizin,

Infektiologie und Medizininfor

matik. Aus Göttingen ist Prof. Dr.

Sabine Blaschke dabei, ärztliche Leiterin

der Zentralen Notaufnahme der UMG.

Großspende an Stiftung „UMG add on“ übergeben

25.000 Euro für wichtige Zukunftsthemen

HENRIK MUHLE, Mitgründer und Vorstand

der Aschaffenburger Asset-Management-Gesellschaft

GANÉ, hat eine Spende

in Höhe von 25.000 Euro an die Göttinger

Stiftung „UMG add on“ übergeben.

UMG-Vorstandssprecher Wolfgang Brück

(im Foto links) nahm die großzügige Zuwendung

entgegen.

Der gebürtige Göttinger Muhle hatte im

Austausch mit der Sparkasse Göttingen

den Wunsch formuliert, eine regionale

Einrichtung unterstützen zu wollen, welche

die von ihm favorisierten Zukunftsthemen

in der personalisierten Medizin und

Medizinforschung, Altersmedizin und

Klimagesundheit in sich verankert. Nach

einem Auswahlprozess fiel die Wahl

deshalb auf „UMG add on“.

FOTO: THEODORO DA SILVA

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leben

82 1 |2026


leben

Ein Lächeln,

das bleibt

Die Nachricht über das tödliche Attentat auf Anja Niedringhaus

am 4. April 2014 in Afghanistan ging um die ganze Welt. Im April

erscheint nun im Steidl-Verlag eine siebenbändige Werkausgabe der

Pulitzer-Preisträgerin. faktor sprach mit dem Verleger Gerhard Steidl

und der Schwester Gide Niedringhaus, wie sie sich editorisch der

Ausnahmefotografin genähert haben.

TEXT ANJA DANISEWITSCH

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORE DA SILVA

ORT: STEIDL VERLAG. Zeit: ein Sonntagnachmittag.

Es ist immer wieder ein besonderer

Moment, wenn nach Monaten der Fotoauswahl

ein Bildband kurz vor dem Druck steht.

Auf dem Tisch vor uns liegen die Druckfahnen mit letzten

Korrekturanmerkungen. „Hier das Grau etwas dunkler.“

– „Dort das Bild etwas aufhellen.“ Sieben dicke Stapel.

Auf den Deckblättern stehen die Titel: Kaufungen, Early

Works, The Balkans, 9/11-Iraq-Pakistan-Libya-Gaza-

Israel-West Bank, Sports, Society und Afghanistan. Gerhard

Steidl nimmt einen der zukünftigen Bände und blättert

ihn durch. „Ich erinnere mich, wie ich in den

1980er-Jahren die ersten Fotos von Anja Niedringhaus im

Göttinger Tageblatt gesehen habe“, erinnert sich der Verleger.

„Da dachte ich: ,Holla!‘ – Und das war damals nur

der Lokalteil.“

Links: Zeugen der Arbeit von Anja Niedringhaus –

aufbewahrt in ihrer Wohnung in Kaufungen

SPÄTER WAREN IHRE FOTOS AUS KRIEGSGEBIETEN

auf allen Titelblättern der größten Tageszeitungen der

Welt. Immer wieder hält Steidl beim Blättern inne, lässt

die Fotos wirken. Frauen, die sich schön machen, Kinder,

die lachen, alte, wettergegerbte Männer, die warmherzig

in die Kamera schauen – obwohl Krieg ist. ▸

1|2026 83


leben

»Die Bildauswahl war für mich viel Verarbeitung.«

Gide Niedringhaus

„Ich mache meine Arbeit nur, um vom Mut der Menschen

mit meiner Kamera und meinem Herzen zu berichten“,

sagte die Fotografin mal in einem Interview.

Dabei war ihr Blick von Anfang an anders. Sie zeigte mit

ihren Bildern oft die zivile, die unschuldige Seite des

Krieges. Intensiv. Immer respektvoll. Und teilweise so

nah, dass nur die Kamera zwischen ihr und ihrem Motiv

zu sein schien.

Die Ausrüstung von Anja Niedringhaus lässt erahnen, dass sie oft in gefährlichen

Regionen unterwegs war.

Die Arbeit am Lebenswerk ihrer Schwester war für Gide Niedringhaus oft sehr emotional.

SZENENWECHSEL: KAUFUNGEN. Ein altes Forsthaus

mitten in der Stadt. Und doch, sobald man durch das

Hoftor kommt, Idylle. Hühner scharren nach Körnern,

Pferde schauen aus den Boxen und ein Hund liegt in der

Sonne. So oder ähnlich wird es auch gewesen sein, wenn

Anja Niedringhaus nach drei oder sogar sechs Monaten

aus einem der Kriegsgebiete in Gaza, Libyen, Pakistan

oder Afghanistan nach Hause kam. Das Haus hatte sie

zusammen mit ihrer Schwester Gide gekauft. Sobald sie

ihre Tasche abstellte, war sie einfach die Schwester mit

dem gleichen Humor – oder die Tante, die ihre Nichte

beim Reiten begleitet und die zwei Neffen zum Tennis

fährt. Der Krieg blieb draußen. Hier spielte es keine Rolle,

dass sie 2005 als erste deutsche Frau den Pulitzer-Preis

bekam oder dass ihre Dokumentarfotos aus Krisengebieten

in Museen wie dem C/O in Berlin oder dem

Museum für Moderne Kunst in Frankfurt ausgestellt

wurden.

„Ich glaube, es war für Anja wichtig, dass sie hier ein

ganz normales Familienleben hatte“, sagt Gide Niedringhaus,

während wir die Treppe zu Anjas alter Wohnung

hochgehen. Alles scheint unangetastet. Gemütlich, fast

heimelig ist es in diesen Räumen. Ein Ort zum Ankommen.

In Anjas Arbeitszimmer quillt das deckenhohe

Bücherregal fast über. An der Wand eine Urkunde aus ihrer

Studienzeit in Harvard von 2006 bis 2007, als sie ein

Stipendium erhielt und sich ein Jahr eine Auszeit von der

Fotografie nahm. Auf der Kommode darunter stehen gerahmte

Schwarz-Weiß-Fotos der drei Schwestern aus Kindertagen.

Anja war das mittlere der drei Mädchen. Ein

Foto der kleinen Anja, 1965 geboren, als sie vielleicht drei

oder vier Jahre alt ist, und dahinter in zweiter Reihe ein

84 1 |2026


leben

Anjas Schwester Gide Niedringhaus und Verleger Gerhard Steidl haben gemeinsam die siebenbändige Werkausgabe erarbeitet.

ebenfalls gerahmtes Foto von Derrick. Die Schwestern haben

gern ihre Witze über ihn gemacht – das hat dem Fernsehkommissar

einen Ehrenplatz eingebacht.

WIR SITZEN IN ANJAS WOHNZIMMER, trinken Kaffee,

während Gide Niedringhaus von den vergangenen zwei

Jahren und ihrer Arbeit an dem Buchprojekt erzählt. „Die

Bildauswahl war für mich viel Verarbeitung“, sagt sie. Die

beiden Schwestern fühlten sich sehr eng verbunden; eineinhalb

Jahre war der Altersunterschied. In ihrer Kindheit

zogen sie sich oft auch wie Zwillinge an, erinnert sich

Gide. „Die Bilder von ihrem ersten Einsatz im Kosovo

gingen mir so unter die Haut, weil sie ihr unter die Haut

gegangen sind“, sagt sie.

An die 300.000 Fotos zählt das Archiv von Anja Niedringhaus.

Oft gibt es vier bis fünf Aufnahmen hintereinander

vom selben Motiv. Und dennoch, es verbleiben

Hunderttausende Fotos, die passbildgroß auf sogenannten

Contact Sheets ausdruckt werden. Tausende Fotos, die

Gide sich oft bis spät in die Nacht mit einer Lupe ansieht

und wirken lässt. Jedes Foto geht durch ihre Hände. Nach

Monaten sind es dann noch 40.000 Fotos, die in die Endauswahl

kommen. „Gerhard Steidl hat mir gesagt: Entscheide

aus dem Bauch heraus, dann wird es gut“, sagt

Gide. Steidl lässt ihr viel freie Hand, greift ab und an leicht

korrigierend ein. „Bilde starke Paare“ – das hängt wie ein

Mantra über der endgültigen Auswahl für die Buchseiten.

Starke Paare von Bildern, die sich gegenüberliegen und

eine Geschichte erzählen – mal einfühlsam, mal ironisch

und manchmal geprägt von Anjas Humor.

„Ich bin Büchermacher und habe eine Vision von einem

fertigen Buch“, sagt Steidl, während wir im Verlag in

dem Raum stehen, der 1970 noch seine echte und nicht

die digitale Dunkelkammer war. ▸

1|2026 85


leben

Seine Rolle sei, so sagt er, „dass ich eigentlich nach Regeln

vorgehe, die man aber auch überschreiten kann.“

Jedes Buch hat seinen eigenen Rhythmus und seinen eigenen

Spannungsbogen, den es zu ergründen gilt. Steidl

vergleicht es mit dem Schreiben eines Buches: „Es ist so

ein Spiel, wie bei einem Schriftsteller“, sagt er. „Man

fängt an, hat eine Idee, entwickelt ein Gerüst, im Schreibprozess

entwickeln sich die handelnden Personen weiter,

und dann nimmt es eine andere Wendung als ursprünglich

gedacht.“

VERTRAUEN, INTUITION und meisterhaftes Können –

so entstehen Fotobücher im Steidl-Verlag. „Der Weg

der Fotoauswahl ist zu Beginn immer gleich: Man

wählt einfach unschuldig aus. Und Gide ist eine gute

Foto-Editorin“, sagt der Verleger anerkennend. So respektvoll,

wie Anja Niedringhaus mit ihrer Kamera den

Menschen gegenübertrat, genauso respektvoll arbeiten

die Schwester und der Verleger an der Digitalisierung

des Lebenswerks der Fotografin. „Wir haben kein einziges

Foto abmaskiert“, erklärt Steidl den Prozess. Das

bedeutet: Jedes Foto der Werkausgabe zeigt das gesamte

Motiv, das auf dem Negativbild eingefangen wurde.

Auf jeder Fotografie sehen wir somit genau das, was

Anja Niedringhaus in diesem Moment durch ihre Kamera

gesehen hat.

„Anja ist eine der Wenigen, die eine Werkausgabe verdient

haben“, sagt Steidl voller Wertschätzung. Und dennoch

wären dieses Buchprojekt und die Digitalisierung

des gesamten Archivs aus Negativfilmen, Disketten, CDs

und Festplatten in diesem Umfang ohne finanzielle Unterstützung

nicht realisierbar gewesen. Der Göttinger Anwalt

Hasso Werk, der Anja Niedringhaus persönlich

kannte und ihre Arbeit sehr wertschätzt, nutzte sein Netzwerk,

um die Menschen an einen Tisch zu bringen, die

gemeinsam ein solches Projekt umsetzen können: Gide

Niedringhaus, Gerhard Steidl und die ROME-Stiftung.

Rund 300.000 Euro stellt die Stiftung aus Göttingen als

Fördersumme zur Verfügung. Ein Rahmen, der es erlaubt,

eine Auflage von 2000 Exemplaren der siebenbändigen

Ausgabe in einem eigens dafür gefertigten Holzschuber zu

einem Preis erscheinen zu lassen, der unter 400 Euro

liegt. Die ROME-Stiftung wurde von Dr. Ruthild Oswatitsch-Eigen

und ihrem Mann, dem Nobelpreisträger

Mitten im Auswahlprozess: Gide Niedringhaus hat viele Monate in der Bibliothek des

Steidl-Verlages verbracht, um die Bilder ihrer getöteten Schwester zu sortieren und

sorgfältig auszuwählen.

FOTO: HASSO WERK

86 1 |2026


leben

»Anja ist eine der Wenigen, die

eine Werkausgabe verdient haben.«

Gerhard Steidl

Manfred Eigen 2013 mit dem gemeinnützigen Zweck

errichtet, Kunst zu fördern. „Das umfangreiche Werk

von Anja Niedringhaus hat es verdient, für die Nachwelt

auf hohem Niveau archiviert zu werden. Daneben muss

die Darstellung in einem Bildband ebenfalls höchsten

künstlerischen Ansprüchen genügen“, sagt der Stiftungsvorsitzende

Matthias Brede. Doch der Wert der Unterstützung

durch die ROME-Stiftung geht weit über das

Erscheinen der Fotobücher zu Anja Niedringhaus’ Lebenswerk

hinaus. Der Erlös aus einem Anteil der Bücher

wird als Spende an die Schmerz- und Palliativmedizin

der Universitätsmedizin Göttingen gehen. Einige Bücher

werden an Museen, Fotoschulen und Institutionen in der

ganzen Welt gespendet. Und darüber hinaus ist der Wert

der Digitalisierung auf so hohem Niveau nicht zu unterschätzen.

Es öffnet Möglichkeiten für Ausstellungen und

weitere Publikationen von Einzelbänden in der Zukunft.

VOR UNS AUF DEM TISCH liegt der letzte Band „Afghanistan“.

Im Gegensatz zu allen anderen hat dieses Land

ein eigenes Buch bekommen. Immer wieder zog es Anja

Niedringhaus dorthin. Sie fotografierte die Menschen,

aber auch die Weite dieses Landes. „Immer wieder diese

Wahnsinnslandschaften. Und immer wieder dieses Blau.

Anja hat es geliebt“, erinnert sich Gide Niedringhaus.

Am 4. April 2014 wird Anja einen Tag vor der Präsidentschaftswahl

von einem Polizisten erschossen. Sie war

48 Jahre alt. Vieles über ihr Leben wurde bereits geschrieben,

Ausstellungen wurden kuratiert, ein Spielfilm

und eine Dokumentation gedreht – und der mit 20.000

US-Dollar dotierte „Anja Niedringhaus Courage in

Photo journalism Award“ wird seit 2014 an mutige

Foto journalistinnen verliehen. Ein Fotobuch im Steidl-

Verlag zu drucken, war bereits 2006 ein Wunsch der

Foto grafin. Sie hatte Gerhard Steidl gefragt, als sie gemeinsam

in der Jury des Henri-Nannen-Preises waren

und in der Bibliothek des Verlagshauses zusammen saßen.

‚Ja, ja, da stell dich mal hinten an‘, habe er geantwortet,

erzählt der Verleger heute – und sagt dann: „Irgendwann

war es zu spät. Aber dafür haben wir es jetzt richtig gemacht.

Zu ihrem Andenken.“ ƒ

SIEBEN BÄNDE ERSCHEINEN IM APRIL

Die siebenbändige Werkausgabe Anja Niedringhaus

Photography erscheint im Mai 2026 im

Steidl-Verlag. Sie wird in einem hochwertigen

Holzschuber geliefert, enthält 1132 ausgewählte

Bilder der Fotografin und erläuternde (englische)

Texte auf insgesamt 1308 Seiten. Die Ausgabe

wird regulär für 385 Euro erhältlich sein. Bis zum

30. April gilt ein Subskriptionspreis für Vorbestellungen

von 285 Euro. Infos gibt es online auf

steidl.de.

DER QR-CODE führt zur E-Paper-Version der

faktor-Ausgabe 3/2019, in der ein ausführlicher

Beitrag über Anja Niedringhaus erschienen ist.

1|2026 87


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PROFIL

Starker IT-Partner

für den Mittelstand in Südniedersachsen

Das Göttinger IT-Systemhaus GOESYS AG

baut seine Marktposition in Südniedersachsen

weiter aus. Durch die Beteiligung am

IT-Beratungsunternehmen BMU aus Northeim

erweitert GOESYS sein Leistungsangebot

für mittelständische Kunden deutlich.

Gemeinsam beschäftigt der Firmenverbund

rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Die Beteiligung an der BMU war für uns

ein logischer Schritt. Das Unternehmen

berät Firmen auf höchstem Niveau in IT-

Fragen und setzt empfohlene Lösungen

direkt um“, erklärt Peter Bruchmüller, Vorstand

der GOESYS AG.

Die BMU ist seit 46 Jahren am Markt tätig

und unterstützt größere mittelständische

Unternehmen bei IT-Strategien, IT-Sicherheit

sowie bei der technischen Umsetzung. IT-

Infra strukturlösungen bietet BMU sowohl

direkt vor Ort als auch über ein deutsches

Rechenzentrum an. Dank eigenem Entwickler-Team

und Individualprogrammierung

passt sich Software dem Kunden an – Made

in Südniedersachsen.

Mit der Kooperation reagieren beide Unternehmen

auf die zunehmende Konsolidierung

in der IT-Branche. Die steigenden Anforderungen

an IT-Sicherheit und Digitalisierung

lassen sich immer seltener von einzelnen

Administratoren bewältigen. Stattdessen sind

spezialisierte Teams gefragt.

„Wir bündeln breites Fachwissen mit tiefgehender

Spezialisierung und bleiben dabei persönlich

für unsere Kunden erreichbar“, fasst

BMU-Geschäftsführer Hendrik Müller die

Vorteile zusammen.

Zwei IT-Unternehmen arbeiten künftig zusammen:

Peter Bruchmüller (links, GOESYS) und Hendrik Müller (BMU)

GOESYS AG

Maschmühlenweg 81

37081 Göttingen

Tel. 0551 488590

info@goesys.de

www.goesys.de

Servicezeiten:

Montag bis Donnerstag: von 8–17 Uhr;

Freitag: 8–15 Uhr

FOTO UND TEXT: MARKUS HARTWIG

BMU Beratungsgesellschaft

Mittelständischer Unternehmen mbH

Scharnhorstplatz 6

37154 Northeim

Tel. Verwaltung: 05551 98010

info@bmu-beratung.com

Tel. Support: 05551 980155

support@bmu-beratung.com

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5 Jüdisch-Mitterlalterliches Erbe Erfurt

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Angebot kann individuell verlängert werden.

6

Dom St. Peter und Paul, Naumburg

12 Dom und Michaeliskirche, Hildesheim


leben

Mutmacher: Hier zeigt der 14-jährige Alexander Leonard Dorn seine ganz persönliche Kette.

„ Jede Perle ist ein Schritt

näher zum Ziel“

Die Elternhilfe für das krebskranke Kind in Göttingen begleitet Kinder, Jugendliche und auch

ihre Familien durch die oft herausfordernde Therapiezeit. Dafür braucht es hin und wieder Mutmacher –

der faktor sprach mit drei Betroffenen über ihre ganz persönlichen Exemplare.

90 1 |2026


leben

TEXT UND FOTOGRAFIE MARKUS HARTWIG

Es klingt erst einmal simpel, kann aber von

großer Bedeutung sein: Für jeden kleinen und

großen Behandlungsschritt erhalten an Krebs

erkrankte Kinder eine mit Datum versehene

Perle, eine sogenannte Mutperle. Es handelt sich um eine

Initiative der Deutschen Kinderkrebsstiftung, die auch in

Göttingen inzwischen viele Freunde gefunden hat. Auf

eine Schnur gefädelt, entsteht nach und nach eine Mutperlenkette,

welche die ganz persönliche Krankengeschichte

jedes Kindes erzählt. Sie beschreibt – auch im

Nachhinein – den harten Weg durch die Behandlung und

bleibt immer beim Kind. Neuerdings gibt es für die

Patienten in Göttingen auch Mutperlenrucksäcke zur

Aufbewahrung der bunten Perlenketten.

Jede Perle steht für eine gemeisterte Herausforderung.

Und insbesondere jüngere Kinder freuen sich, dass ihr

Mut jedes Mal mit einer Perle belohnt wird. Sie sind

stolz auf das Erreichte. Gleichzeitig kann die Behandlung

so einen anderen, nicht mehr ganz so bedrohlichen

Stellenwert bekommen und Ängste können in den Hintergrund

treten.

EINE ERINNERUNG, DIE BLEIBT

Jede Kette ist einzigartig und erzählt die ganz persönliche

Geschichte des Patienten. Sie wird zu einer stolzen

Erinnerung, die viele noch lange aufbewahren. Die Bedeutung

der Ketten bestätigen auch drei Patienten, mit

denen wir im Elternhaus verabredet sind. Anna-Katharin

Bickmeyer, mit Knochenkrebs stationär in Behandlung,

lässt sich von ihrem Vater Marc vertreten. „Jede

Perle steht für einen weiteren Behandlungsschritt“, erläutert

er die Kette seiner 17-jährigen Tochter und zeigt

eine Kopie, auf der die Bedeutung einer jeden Perle aufgezeigt

ist: So stehen etwa gelbe Perlen für Ultraschall,

farbige kleine Scheiben stellen Chemotherapien dar,

Schnecken weisen auf Stammzelltransplantationen hin,

blau-weiße Kugeln auf Operationen mit Anästhesie.

Weitere bunte Steinchen erinnern zum Beispiel an

Bluttransfusionen, Fahrten mit dem Krankenwagen oder

auch Aufenthalte auf der Intensivstation. Zum Geburtstag

wird ein gelber Smiley aufgefädelt, und das Ende der

Behandlung markiert eine türkis-orange Blüte. Es sind

so viele verschiedene Elemente, dass Anna-Katharins

Vater beinahe den Überblick verliert, sagt er selbst. Er

blickt auf die Kette seiner Tochter mit ihren inzwischen

mehr als 40 Perlen: „Sie wird länger mit jedem Behandlungsschritt.“

Auch er bestätigt die Bedeutung der Kette

als Symbol, mit dem sich die zurückliegende Zeit gut

nachvollziehen lässt.

Mit der Zeit entwickelt sich eine lebhafte Unterhaltung

zu den jeweiligen Krankengeschichten. Die Perlen

werden kommentiert, die Stimmung ist gut. „Jede Perle

ist ein Schritt näher zum Ziel“, sagt die 18-jährige

Carla Schild. Sie befindet sich in einem Nachsorgeprogramm

im Anschluss an ihre Leukämie-Erkrankung

und erzählt von ihren Besuchen im Fitnessstudio.

Neben ihr sitzt Alexander Leonard Dorn mit seiner

Mutter Irina. Alexanders Kette, welche die Behandlung

seines Lymphknotenkrebses nachvollziehbar macht,

hat zu Hause gut sichtbar am Schrank ihren Platz. Der

14-Jährige steht kurz vor seiner letzten Untersuchung,

ehe dann die Nachsorge beginnt.

MUTMACHER WÄHREND DER BEHANDLUNG

WIE ENTSTEHT EINE MUTPERLENKETTE?

Zu Beginn der Behandlung erhalten die jungen

Patienten die Basis für ihre Perlenkette: eine

Schnur, eine Buchstabenperle mit dem eigenen

Namen, eine Perle mit dem Logo ihrer jeweiligen

Elterngruppe und eine Anker-Perle als Symbol für

Hoffnung. Je nach Therapie und Untersuchungen

kommen mit der Zeit unterschiedlichste Mutperlen

dazu – eine ganz persönliche Kette entsteht. Für

jüngere Patienten ist die Mutperlenkette oftmals

eine wichtige Belohnung. Für Jugendliche steht eher

der Tagebuchcharakter im Vordergrund. Anhand der

Perlen lässt sich genau nachvollziehen, was wann

geschehen ist. Ausgehändigt werden die Perlen auf

Station oder in der Ambulanz.

Jede Perle wird von den drei Patienten als eine kleine

Belohnung auf dem Weg durch die oft langwierige und

belastende Behandlung gesehen. Und sie kann helfen,

sich weiter auf die Therapie einzulassen. Aufgefädelt

verdeutlichen die kleinen Steine in ihren verschiedenen

Formen und Bedeutungen, was schon bewältigt wurde.

Und sie führen vor Augen, dass gleiche Diagnosen nicht

unbedingt gleiche Therapien nach sich ziehen. Das

Treffen im Elternhaus hat gezeigt, dass das Präsentieren

und Sprechen über die eigene Kette die Kommunikation

erleichtern kann. Und die Mutperlenketten können,

wie Anna-Katharins Vater betont, besondere Mutmacher

mit Tagebuch-Charakter sein – für Kinder wie

auch für ihre Eltern. ƒ

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PROFIL

Moderner

Ganzkörper-Check in der

Hochfeld- MRT

Ganzkörper-Check

in der Hochfeld-MRT

Die Diagnostikpraxis am Göttinger Bahnhof erweitert ihr

Präventionsangebot

Die Diagnostikpraxis am Göttinger Bahnhof erweitert ihr Präventionsangebot.

Die Prävention und Früherkennung von körperlichen Erkrankungen ist

seit jeher ein Grundpfeiler in der Praxis für moderne

Schnittbilddiagnostik am Göttinger Bahnhof. Das bereits breit

aufgestellte Spektrum wurde nun um eine weitere Untersuchung

erweitert, die Ganzkörper MRT. In knapp 30 Minuten kann der gesamte

Körper vom Scheitel bis zum Kniegelenk in 5 mm dicken Schichten mit

Die hoher Prävention Auflösungund untersucht Früherkennung werden. von HierfürZusätzlich wird eine moderne besteht die 3-Te Möglichkeit sla der diffusionsgewichteten

um die Qualität der Bildgebung, Bilder die vor allem

körperlichen MRT verwendet. Erkrankungen KI unterstützt ist diese seit jeher Te chni k,

ein zuGrundpfeiler optimieren und in der den Praxis Zeitaufwand für moderne so gering Lymphknoten wie möglich sehr zusensitiv halten. darstellt.

Schnittbilddiagnostik

Prinzipiell sind Vorsorgeuntersuchungen

am Göttinger Bahnhof.

sämtlicher Organe des

Das bereits breit aufgestellte Spektrum wurde

nun um eine weitere Untersuchung erweide

Früherkennungs- und Nachsorgeprogram-

Die Ganzkörper-MRT ersetzt nicht bestehen-

menschlichen Körpers mittels eines solchen Ganzkörper-MRT als

tert,

individuelle

die Ganzkörper

Gesundheitsleistung

MRT. In knapp 30

oder

Minuten

Systemerkrankungen kann der gesamte Körper möglich. vom Es Scheitel kann damit gerichtete nicht multiparametrische nur das Skelett Prostata-MRT

als bildgebende

me wie die Brustkrebsfrüherkennung,

Diagnostik bei

die ziel-

bis beurteilt, zum Kniegelenk sondern in 5 auch mm dicken tumoröse Schichten oder entzündliche oder die Darmkrebsvorsorge. Prozesse im Auch für die

mit Körper hoher ab einer Auflösung Größeuntersucht von ca. 1 cm werden. zuverlässig spezifische erkanntUntersuchung werden – ganzder Lunge sind

Hierfür ohne wird Strahlenbelastung eine moderne 3-Tesla-MRT und ohne verwendet.

systemischen KI unterstützt Grunderkrankungen diese Technik, um kann die diezende Ganzkörper Niedrigdosis-CT MRT anderen

Lunge besser ge-

Kontrastmittel. andere Techniken Auch wie zum bei Beispiel die ergän-

Qualität der Bilder zu optimieren und den eignet. Hierfür steht seit Anfang 2026 ein neu

Untersuchungsmethoden überlegen sein, wie zum Beispiel beim

Zeitaufwand so gering wie möglich zu halten. installiertes leistungsstarkes CT in der Praxis

Nachweis von knöchernen und organischen Veränderungen beim

Prinzipiell sind Vorsorgeuntersuchungen am Göttinger Bahnhof zum Einsatz bereit.

sämtlicher MultiplemOrgane Myelomdes oder menschlichen Lymphdrüsenkrebs. Körpers

einerseits mittels eines die T1solchen Wichtung, Ganzkörper-MRT

die vor allem für die Beurteilung des

Genutzt werden hierfür

als Knochenmarks individuelle Gesundheitsleistung wichtig ist andererseits oder als die wassersensitive STIR,

bildgebende mit der zusätzlich Diagnostik zumbei Knochenmark Systemerkrankungen

anderemöglich. Weichteile Es kann gut zudamit differenzieren nicht nur sind. weitere Zusätzlich Details. besteht die

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Untersuchung der Lunge

Beispiel ergänzende beim Nachweis Niedrigdosis-CT von knöchernen der Lunge. und Hierfür steht seit Anfang 2026

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Sankt Falstaff

Ewald Palmetshofer frei nach

Shakespeares »King Henry IV«

Premiere 02. April 2026

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COME TOGETHER

Doping

DIE ACHT FRAUEN

HELLO, DOLLY!

DAS MUSICAL

BEATLES-SHOW

Komödie von

Nora Abdel-Maksoud

Premiere 24. April 2026

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leben

-kalender

Vom 14. bis 25. Mai

Händel-Festspiele: Mit Barock verlocken

EINEN BUNTEN STRAUSS VON 96 VERANSTALTUNGEN aus

Musik, Festvorträgen und Lesungen mit rund 550 Künstlerinnen

und Künstlern haben die Macher der Internationalen Händel-Festspiele

Göttingen in diesem Jahr zusammengestellt.

„Verlockung“: Unter dieser Devise möchten die Festspiele vom

14. bis 25. Mai verdeutlichen, wie unterschiedlich musikalische

Verlockung zwischen Zerstörung, innerer Spannung und Sinnstiftung

gestaltet sein kann. Dazu gibt der geschäftsführende Intendant

Jochen Schäfsmeier, dessen Vertrag um weitere drei Jahre bis

zum 31. Dezember 2028 verlängert worden ist, Beispiele: Bei der

Festspieloper „Deidamia“ erscheine Verlockung als menschlicher

Konflikt um Liebe oder Ruhm, im „Messiah“ als spirituelle Hoffnung

und bei Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ als

gefährliche Täuschung.

Der künstlerische Leiter der Festspiele, George Petrou, lobt die Zusammenarbeit

mit den Musikern des Festspielorchesters: Man habe

sich über die vergangenen vier Jahre nicht nur künstlerisch, sondern

auch ganz persönlich kennengelernt und eine wunderbare Beziehung

miteinander entwickelt.

Schäfsmeier ist es ein ausdrückliches Anliegen, die Vielfalt der

Barockmusik in 14 Spielstätten der Region zu tragen. So ist beispielsweise

das zwölfköpfige Europäische Hanse-Ensemble im Welfenschloss

Hann. Münden zu Gast.

Zusätzlich sollen mit neuen Konzertformaten Menschen begeistert

werden, die bislang noch nicht den Weg zu den Händel-Festspielen

gefunden haben. Dazu gehören „Händel jazzt“, Lesungen,

Videoprojektionen, die mobile Bühne „Der rollende Georg“ und

das Kinderprogramm „Händel 4 Kids“.

☛ Das ausführliche Programm gibt es unter www.haendel-festspiele.de/de/programm.

George Petrou spricht über

das neue Programm und die

Vorbereitungen.

Fotos: Markus Hartwig

„Was wäre wenn?“

Vielfalt bei den Gandersheimer Domfestspielen

UNTER DEM MOTTO „WAS WÄRE WENN?“ zeigen die Gandersheimer

Domfestspiele vom 14. Juni bis 16. August vor dem Portal

der Stiftskirche auch in ihrer 67. Spielzeit wieder vier große

Produktionen: die Kriminalkomödie „Die acht Frauen“, die hitverdächtige

Musikgeschichte „Come together – die große Beatles-

Show“, den Broadway-Musical-Klassiker „Hello, Dolly!“ und

als Kinder- und Familienstück „Pinocchio“. Hinzu kommen drei

Stücke auf der Studiobühne im Probenzentrum: „Das Bildnis des

Dorian Gray“ mit Dominik Müller, „Pure Piaf - Edith, ihr Leben,

ihre Chansons“ mit Roswitha-Ring-Preisträgerin Sylvia Heckendorn

sowie „Love Letters“.

Für die Beatles-Show kehrt Patricia Martin als musikalische

Leiterin zurück und präsentiert zusammen mit Intendant Achim

Lenz ein Open-Air-Spektakel mit Live-Musik im Original-Look

der Pilzköpfe.

Die Krimi-Komödie „Die acht Frauen“ von Robert Thomas ist eine

aufregende Mischung aus Spannung, Intrigen und überraschendem

Humor, inszeniert von Sarah Speiser.

Erstmals in ihrer Geschichte zeigen die Gandersheimer Domfestspiele

einen der größten Klassiker des Broadway, das Musical „Hello,

Dolly!“ – eine turbulente Geschichte um Liebe, Geld, Missverständnisse

und den Mut, das Leben in die Hand zu nehmen.

Ziemlich ungestüm macht sich „Pinocchio“, die berühmteste

Holzpuppe der Welt, voller Neugier und Abenteuerlust auf den

Weg, die Welt zu entdecken. Die Autorinnen Sarah Speiser und Jennifer

Traum erzählen die klassische Geschichte frisch, humorvoll

und berührend für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Und sie

erinnern daran, dass man manchmal auch Umwege gehen muss, um

den eigenen Weg zu finden.

☛ Weitere Infos und Tickets gibt es unter www.gandersheimer-domfestspiele.de.

94 1|2026


-kalender

leben

Große Namen in Nörten-Hardenberg

Keilertage: Mittelalter-Fest

mit Star-Aufgebot

Kurz gemeldet

Termine zum Vormerken

VOM 15. BIS 17. MAI steigen im Hardenberg-Schlosspark in

Nörten-Hardenberg wieder die Keilertage – und machen die

beeindruckende Location zu einem Ort, an dem Menschen jeden

Alters zusammenkommen und die einzigartige Atmosphäre

des Mittelalters erleben können – mit Musik, Ritterkämpfen,

Drachen, Magie und gutem Essen.

Am Freitag und Samstag endet das Markttreiben jeweils mit

einer Feuershow, bevor die großen Konzertabende beginnen.

Für den Freitag sind Versengold, das Saint City Orchestra und

Die Legende von Nord angekündigt, am Samstag geben sich

Joachim Witt, Peter Heppner und Tanzwut die Ehre. Den Abschluss

bilden am Sonntag die Auftritte von Heavysaurus und

Jonathan Roth-Deblon.

Die Veranstalter machen schon frühzeitig auf ihrer Internetseite

(www.keilertage.de) Lust auf einen Besuch. Dort heißt

es: „Freut Euch auf drei Tage voller Abenteuer, Fantasie und

unvergesslicher Momente im Zeichen des Mittelalters.“

Tagsüber steht das Mittelalter-Treiben im Mittelpunkt.

FOTO: KEILERTAGE

DIE 9. GÖTTINGER OLDIE-NIGHT steigt in diesem Jahr in der

Musa am Hagenweg, und zwar am 11. April. Gleich vier Live-

Bands sollen für den typischen Oldie-Night-Sound sorgen: Neben

den Allstars treten die Gruppen 5 about 40, BOOM und die Hot

Docs auf. Alle Bereiche des Hauses werden bespielt. Während der

Umbaupausen im großen Saal geht es beispielsweise im Bistro

nahtlos weiter: Dort erwartet das Publikum ein Unplugged-Programm

mit verschiedenen Künstlern in intimer Club-Atmosphäre.

Infos: www.musa.de

SCIENCE GOES CITY: Unter diesem Motto steht am 19. April ein

Event im Göttinger Zentrum. Vielfältige Forschung trifft auf eine

vielseitige Stadt bei diesem Aktionstag in der Göttinger Innenstadt

– mit Bühnenprogramm, Mitmachaktionen, Infoständen und kreativen

Formaten. Organisiert wird er gemeinsam von der Universität

Göttingen, der Stadt Göttingen und der Göttingen Marketing

GmbH. Zum Programm gehört auch ein verkaufsoffener Sonntag.

Infos: www.procity.de / www.science-goes-city.de

HARD ’N HEAVY OPEN AIR 2026: Am 6. Juni verwandelt sich das

Gelände am Dorfgemeinschaftshaus in Hevensen in eine Hochburg

für Heavy-Metal-Fans: Der Verein Nuts-4-Rock lädt zum

Open Air und präsentiert ein hochkarätiges Line-up – unter anderem

mit den Bands Firewind, Bonfire, Manomore und Hollywood

Rose. Infos: www.nuts4rock.com

Heavysaurus stehen auch in

diesem Jahr wieder auf der Bühne.

1 |2026 95


impressum

Verlag

faktor – das Entscheider- Magazin für die Region Göttingen

Entscheider Medien GmbH

Berliner Straße 10

37073 Göttingen

Tel. 0551 3098390

Fax 0551 30983911

info@faktor-magazin.de

www.faktor-magazin.de

USt-IdNr.: DE244260937 | Amtsgericht Göttingen HRB 4281

Herausgeber

Marco Böhme

boehme@faktor-magazin.de

Chefredakteur

Markus Riese (V.i.S.d.P.)

riese@faktor-magazin.de

Autoren

Matthias Brunnert, Anja Danisewitsch, Rupert Fabig,

Markus Hartwig, Tobias Kintzel, Carolin Köpp, Stefan Liebig,

Norman Lippert, Margareta Vogel

Art-Direction & Grafik

Anke Steines

Fotografie / Weitere Bilder

Alciro Theodoro da Silva, Marco Bühl, Markus Hartwig,

Peter Heller, Florian Spieker / Freepik, Pixabay, Canva,

Adobe Firefly (z.T. mit KI)

Lektorat

CoLibris-Lektoratsbüro Dr. Barbara Welzel

Vertrieb

Thorsten Sawada

Marketing

Christiane Wiese-Brahimi, Anastasia Riesling (Assistenz)

Geschäftsführender Gesellschafter

Marco Böhme

Auflage

10.000

Druckerei

Schleunungdruck GmbH

Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe ist der

15. Mai 2026, Redaktionsschluss eine Woche später.

Wenn Sie den faktor zukünftig nicht mehr kostenfrei erhalten

möchten, nehmen wir Sie auf Wunsch aus unserem Verteiler.

Schicken Sie uns dazu bitte eine Mail an: info@faktor-magazin.de

Redaktionsbeirat

Jens Barwinske, Dr. Friedemann Baum, Mark Berke,

Ines Berke, Ines Dietze, Prof. Dr. Uwe Fischer, Rainer Giese,

Jürgen Jenauer, André Kupfernagel, Carsten Lohrengel, Lars

Obermann, Borzou Rafie, Thomas Richter, Marco Scheuchzer,

Mark C. Schneider, Prof. Dr. Matthias Schumann, Claudia Trepte,

Prof. Dr. Winfried Weber, Dr. Marko Weinrich

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Erfolgreiche

Frauen im Fokus

Einmal mehr stellt der faktor in seiner nächsten Ausgabe

Frauen in den Mittelpunkt, die in Südniedersachsen leben

und arbeiten, von hier aus erfolgreiche Karrieren gestartet

haben, auf unterschiedliche Weise beeindruckende Wege

gegangen sind oder einfach als Inspiration für andere

dienen – darunter beispielsweise die CEO eines global

agierenden Handelskonzerns, der einen überaus beachtlichen

Change-Prozess hinter sich gebracht hat.

DIE NÄCHSTE

AUSGABE

ERSCHEINT

AM 26.06.26

KI in der Praxis

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Künstliche Intelligenz ist inzwischen fast überall angekommen – und doch

fremdeln viele Menschen noch damit. Das liegt auch daran, dass KI zwar

längst in vielen Bereichen zum Einsatz kommt, aber oftmals außerhalb des

eigenen Handelns kaum wahrgenommen wird – sei es in der Forschung, bei

wiederkehrenden Abläufen in Unternehmen oder auch einfach im Alltag.

Der faktor möchte einige erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vorstellen.

Ideen und Vorschläge hierfür sind ab sofort herzlich willkommen – gern

per Mail an riese@faktor-magazin.de.

Außerdem im nächsten faktor: Wie die Waldbühne Northeim und

die Galopprennbahn Bad Harzburg zu erfolgreichen Konzert-Locations

wurden – auf denen regelmäßig bekannte Top-Stars auftreten

Wenn Sie regional bekannter werden möchten, um Kunden und Mitarbeiter zu gewinnen,

melden Sie sich gern bei uns. Anzeigenschluss ist am 15.5.26, Redaktionsschluss eine Woche später.


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Bildnachweis: 2024 - EBR | Jörg Hempel

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