07.04.2026 Aufrufe

vitamin de Nr108 (Frühling 2026) Vorschau

Journal für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Materialien für Landeskunde Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lesetexte für den Deutschunterricht von A2 bis C2.

Journal für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Materialien für Landeskunde Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lesetexte für den Deutschunterricht von A2 bis C2.

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Deutschland aktuell • Lesetexte für Deutsch als Fremdsprache • Nr. 108 • Frühling 2026

Romantischer Rhein

› Das Obere Mittelrheintal

100 Jahre Lufthansa

› Deutsche Airline mit Tradition

Beruf und Karriere

› Gleiche Chancen für alle?


Erfahre mehr über Marburg.

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Deutschland hat eine Menge zu bieten. Neben

exzellenten Studienbedingungen erwarten dich

viele faszinierende Orte und Unternehmungen:

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Fotos: ​M​a​h​l​o​w​ ​M​e​d​i​a​/R​o​m​a​n​t​i​s​c​h​e​r​ ​R​h​e​i​n​ ​T​o​u​r​i​s​m​u​s​ ​G​m​b​H (S​c​h​ö​n​b​u​r​g​ in O​b​e​r​w​e​s​e​l), Paebi/wikimedia.org (Jodeln), tungart7/pixabay/10172916 (Symbolbild Zusammenarbeit), Sunriseforever/pixabay/6578102 (Symbolbild Junge beim Videospielen)

Editorial

In dieser Frühlingsausgabe von vitamin

de laden wir dich ein, neue

Seiten Deutschlands zu entdecken.

Begleite uns auf einer Reise in das

Obere Mittelrheintal. Zwischen Bingen

und Koblenz findest du alte

Burgen, steile Weinberge und den

berühmten Rhein. Du erfährst, warum

diese Region so besonders ist

und welche Geschichten es über

den Felsen der Loreley gibt.

Eine besondere Tradition ist das

Jodeln. In unserem Artikel lernst du,

woher diese Gesangstechnik kommt

und warum sie bis heute Menschen

begeistert. Außerdem werfen wir

einen Blick auf die Wirtschaft und

stellen dir die Lufthansa vor. Die

internationale Fluggesellschaft mit

dem Kranich als Logo ist jetzt schon

100 Jahre alt.

Musikfans können sich auf unser

Porträt der berühmten Rockband

Scorpions freuen. Seit vielen Jahren

stehen sie auf der Bühne und

begeistern Menschen auf der ganzen

Welt. Sportlich wird es mit

einem Ausblick auf die Fußballweltmeisterschaft

2026. Wir verraten

dir, welche Chancen die deutsche

Fußballnationalmannschaft bei diesem

Turnier hat.

Auch wichtige Themen aus dem Alltag

kommen nicht zu kurz. Wir fragen,

ob alle Menschen wirklich die

gleichen Chancen im Beruf haben

oder ob Diskriminierung den Zugang

zu Jobs erschwert. Außerdem geht

es um Videospiele: Sie machen

Spaß, können aber auch süchtig

machen. Wir zeigen, warum sie so

faszinierend sind und wie Jugendliche

einen gesunden Umgang mit

ihnen finden können.

In unserer Literaturrubrik lernst du

den Dichter Heinrich Heine (1797 –

1856) und sein berühmtes Gedicht

„Die Loreley“ kennen. Wir wünschen

dir viel Spaß beim Lesen und

viele neue Ideen beim Deutschlernen.

Dein „vitamin de“-Team

Inhalt

Neues aus Deutschland 4

Landeskunde: Das Mittelrheintal 6

Tradition: Jodeln 10

Wirtschaft: Lufthansa 12

Rezept: Dippekuchen 13

Porträt: Die Scorpions 14

Sport: Fußball-WM 2026 16

A2-Sonderseiten: Sonja & Petra 18

Sprache: Redensarten 20

Arbeitswelt: Gleiche Chancen? 22

Jugend: Videospiele 24

Dialog: Opernsänger Min-Jun 26

In & Out: Trends aus Deutschland 27

Literatur: „Die Loreley“ 28

Kunst: Max Liebermann 29

Psychotest: Stresstypen 30

Bildung: Freiwilligendienst 31

Horoskop: Frühlingserwachen 32

Fotoquiz: Rund ums Fliegen 33

Jetzt bewerben!, Impressum 34

vitamin de

für den Deutschunterricht

Alle Texte sind nach den Niveaustufen

des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens

für Sprachen gekennzeichnet:

*

* *

* **

Leichte Texte (A2)

Mittelschwere Texte (B1)

Schwere Texte (B2 – C1)

Diese Texte unterhalb des B2-

Niveaus sind für Lerngruppen zu

empfehlen, die anstreben, das

Deutsche Sprachdiplom zweiter

Stufe (DSD II) zu erwerben.

Diese Texte auf B2/C1-Niveau

sind für Lerngruppen zu empfehlen,

die anstreben, das Deutsche

Sprachdiplom zweiter Stufe

(DSD II) zu erwerben.

Arbeitsblätter, Audios und

interaktive Übungen

Unter vitaminde.de gibt es zu

Texten der laufenden Ausgabe

Arbeitsblätter und Hörtexte zum

Lese- und Hörverstehen sowie

interaktive Übungen.

» www.vitaminde.de

Partner von vitamin de:

Seite 6

Landeskunde

» Oberes Mittelrheintal

Seite 10

Tradition

» Gesangstradition Jodeln

Seite 22

Arbeitswelt

» Gleiche Chancen

im Job?

Seite 24

Jugend

» Umgang mit

Videospielen

* * * **

* **

* **

Goethe-Institut, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

vitamin de 108 3


*

Neues aus Deutschland

››

Politik, Gesellschaft, Leben

Digitaler Führerschein

Der digitale Führerschein soll in Deutschland

Ende 2026 eingeführt werden. Dann kann der Führerschein

über das Smartphone vorgezeigt werden. Der

klassische Führerschein bleibt weiterhin gültig und muss

nicht ersetzt werden. In der Europäischen Union (EU)

soll ein einheitlicher digitaler Führerschein spätestens

bis 2030 kommen.

Inflation im Januar 2026 höher

In Deutschland sind die Preise im Januar 2026 wieder

gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen 2,1 Prozent höher

als im Januar des Vorjahres. Im Dezember 2025

waren sie 1,8 Prozent höher als im Dezember des Vorjahres.

Besonders teuer wurden Lebensmittel und

Dienstleistungen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Visafrei in 185 Länder

Das Reisepass-Ranking „Henley Passport Index“

zeigt, mit welchem Reisepass man wie viele

Länder visafrei bereisen kann. 2026 führt Singapur

mit 192 Ländern, gefolgt von Japan und

Südkorea (188). Fünf EU‐Staaten teilen sich

Platz drei (186). Deutschland liegt auf Platz vier

(185). Afghanistan ist Schlusslicht (24).

Deutschland kurios

Schafe im Supermarkt

Anfang Januar ist im bayerischen Burgsinn etwas Ungewöhnliches

passiert. Etwa 50 Schafe sind durch den

Eingang in den Supermarkt „Penny“ gelaufen. Sie hatten

sich vorher von ihrer Herde getrennt.

Die Tiere blieben etwa 20 Minuten

im Supermarkt und standen verdutzt

zwischen den Regalen herum.

Warum sie hineingegangen waren,

blieb unklar. Nach 20 Minuten verließen

die Tiere den Laden wieder.

Nach einer Reinigung wurde der Supermarkt

wieder geöffnet.

Die Polizei ermittelt

Im bayerischen Hohenwarth hat ein 26‐Jähriger im vergangenen

Herbst eine defekte Bahnschranke selbst abgebaut,

weil sie wegen einer Störung geschlossen blieb.

Dabei beschädigte er die Mechanik. Die Polizei ermittelte

wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die

Reparatur kostet mehrere Tausend Euro. So musste der

handwerklich begabte junge Mann wohl lernen, dass eigenverantwortliches

Handeln nicht immer belohnt wird.

4 vitamin de 108

Glatteis in

Berlin

Tausalz streuen

verboten

In Berlin erlebte man

Anfang des Jahres

einen echten Winter

mit Frost und

Glatteis. Doch viele

Gehwege in der

Stadt blieben spiegelglatt,

weil sie

nicht mit Tausalz gestreut

werden durften.

Laut einem Gesetz

zum Umweltschutz

sind nur Sand oder Splitt erlaubt, da diese für

Bäume ungefährlich sind. So rutschten besonders am

Morgen viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit aus, einige

mussten ins Krankenhaus. Viele Berliner waren frustriert,

denn durch dieses Gesetz scheint das Wohlergehen

der Bäume über die Sicherheit und Gesundheit der

Bürger gestellt zu werden. Auf Initiative des Regierenden

Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) wurde das Verbot für

Tausalz vorübergehend ausgesetzt. Berlinbesucher reagierten

mit Kopfschütteln und Spott auf die Rutschpartie

aus Umweltgründen.

Mit Migrationshintergrund

30,4 Prozent der Gesamtbevölkerung in

Deutschland

In Deutschland leben rund 83,6 Millionen Menschen.

Etwa 25,2 Millionen von ihnen haben ausländische Wurzeln

(Stand: 2025). Das sind 30,4 Prozent der Bevölkerung,

so das Statistische Bundesamt. Besonders hoch ist

der Anteil bei Kindern und Jugendlichen. In dieser Gruppe

sind es 42,4 Prozent. Von den 25,2 Millionen besitzen

rund 13 Millionen die deutsche Staatsbürgerschaft.

Etwa 12,2 Millionen sind Ausländerinnen und Ausländer.

Die meisten Zugewanderten stammen aus der Türkei

(2,6 Millionen), gefolgt von Polen (2 Millionen), Russland

(1,4 Millionen), Kasachstan (1,4 Millionen), Syrien (1,2

Millionen) und der Ukraine (1,2 Millionen).

14,7 % mit

ausländischer

Staatsangehörigkeit

15,7 % mit

Migrationshintergrund

69,6 % ohne

Migrationshintergrund

Quelle: mediendienst-integration.de/bevoelkerung/

auslaender-und-migranten-in-deutschland/

Fotos: v​i​a​r​a​m​i​/pixabay.com (deutscher Reisepass), ​G​l​o​b​a​l​P​/​i​S​t​o​c​k​-​5​1​4​7​3​7​3​9​6​/p​i​x​a​b​a​y.com (Schafe im Supermarkt), w​a​l​_​1​7​2​6​1​9​/pixabay.com (Glatteis in Berlin) ​


Fotos: Valerii Apetroaiei/iStock-1724482019 (Unwort KI-Ära), Robert Teschner (Cheesecake), G​o​e​t​h​e​-​I​n​s​t​i​t​u​t​/L​o​r​e​d​a​n​a​ ​L​a​ ​R​o​c​c​a​ (Besuch des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier in der Zentrale des Goethe-Instituts München im Jahr 2016,

Logo des Goethe-Instituts)

KI-Ära, Deal und Sondervermögen

Worte und Unworte des Jahres 2025

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wählt seit 1977

die Wörter des Jahres. Diese Wörter zeigen, was für viele Menschen

in einem Jahr wichtig war. Im Jahr 2025 war das Wort

des Jahres „KI-Ära“. Das bedeutet: Künstliche Intelligenz verändert

unser Leben sehr stark. Auf Platz zwei stand „Deal“. Der

US-Präsident Donald Trump benutzte dieses Wort oft für politische

Abmachungen. Das Unwort des Jahres wählt eine andere

Gruppe. Sie heißt „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“.

Sie sucht Wörter, die schlecht oder irreführend waren. 2025

war das Unwort „Sondervermögen“. Damit meint der Staat

Geld, das er sich leiht, zum Beispiel für neue Straßen oder

andere Bauprojekte.

Japanese Cheesecake

Ein Dessert begeistert deutsche

Jugendliche

Ein süßer Trend aus Japan begeistert viele Jugendliche

in Deutschland. Viele teilen die Videos

zum Rezept auf TikTok. Das Rezept ist

sehr einfach: Man braucht nur zwei Zutaten –

griechischen Joghurt und Karamellkekse. Man

drückt die Kekse in den Joghurtbecher und

deckt ihn dann ab.

Danach stellt man den

Becher über Nacht in

den Kühlschrank. Am

nächsten Tag ist ein

cremiges Dessert fertig.

Es schmeckt ähnlich

wie Tiramisu. Backen

ist nicht nötig.

Deshalb sind die Kekse

und der griechische

Joghurt in deutschen

Supermärkten

oft ausverkauft.

Der damalige Außenminister

Frank-Walter Steinmeier (r.)

bei einem Besuch des Goethe-

Instituts München 2016

75 Jahre alt

Das Goethe-Institut feiert Geburtstag

Das Goethe-Institut wurde 1951 in München gegründet

und feiert 2026 seinen 75. Geburtstag.

Seine Aufgabe ist es, ein aktuelles und positives

Bild von Deutschland in der Welt zu zeigen und die

deutsche Sprache zu fördern. Heute gibt es 154

Goethe-Institute in 100 Ländern. Sie bieten

Deutschkurse und Prüfungen an und unterstützen

viele Schulen und Deutschlehrkräfte. Außerdem organisieren

sie jedes Jahr zahlreiche Kulturveranstaltungen

und schaffen Orte für Austausch und Dialog.

In den letzten Jahren kamen neue Standorte

hinzu, zum Beispiel in Armenien.

abdecken hier: schließen, z. B. mit einem Teller oder Folie

Abmachung, -en, die Vereinbarung, Beschluss

ausrutschen hinfallen, weil es glatt/uneben ist

Bahnschranke, -n, die Barriere, damit Autos und Menschen vor Bahngleisen stoppen

beschädigen kaputt/unbrauchbar machen

Bundesamt, -“-er, das staatliche Institution/Organisation

Dienstleistung, -en, die Service, Hilfeleistung

einführen hier: offiziell nutzen

fördern unterstützen, helfen

Gesellschaft, -en, die hier: Assoziation, Vereinigung, Organisation

Glatteis, das Eis/gefrorenes Wasser auf Straßen/Gehwegen

gründen eröffnen, aufbauen

Herde, -n, die eine Gruppe/große Anzahl von Tieren, viele Tiere auf einer Stelle

irreführend hier: falsch, nicht richtig

leihen hier: borgen, etw. für eine bestimmte Zeit bekommen

Reinigung, -en, die etw. sauber machen; Schmutz, Staub oder Dreck entfernen

Schlusslicht, -Schlusslichter, das hier: Letzte(r) in einer Reihe

Splitt, der kleiner, harter Stein

Spott, der über jmdn. lachen/sich lustig machen

Standort, -e, der Platz, Stelle, Basis

Störung, -en, die Problem, Defekt, Behinderung

Tausalz, das besonderes Salz, das hilft, Eis und Schnee schmelzen zu lassen

verdutzt überrascht, verwirrt; jmd. weiß nicht, wie er reagieren soll

Wohlergehen, das Gesundheit, Zufriedenheit

Wurzel, -n, die hier: Herkunft, Ursprung

Zusammengestellt von

Tillmann Heß, Robert Teschner

vitamin de 108 5


Landeskunde

*

Rheinromantik

››

Das Obere Mittelrheintal

Die Ufer entlang von Deutschlands größtem Fluss, dem Rhein, bieten viele schöne Landschaften.

Eine der beeindruckendsten Landschaften ist das Tal entlang des mittleren Rheins, kurz Oberes

Mittelrheintal genannt. Viele Burgen, hohe Felsen, weinbewachsene Hügel und der Rhein machen

die Region besonders. Schon vor etwa 200 Jahren kamen Maler, Dichter und Musiker hierher und

empfanden diese Landschaft als sehr romantisch. Ihre Werke bezeichnet man heute als

Rheinromantik. Heute besuchen jedes Jahr Tausende Touristen das Mittelrheintal

wegen seiner romantischen Lage und der schönen Natur.

Region

Oberes

Mittelrheintal

Berlin

Das Obere

Mittelrheintal

liegt zwischen

Bingen/

Rüdesheim im

Südosten und

Koblenz im Nordwesten

und ist

etwa 65 Kilometer

lang. Es gehört

größtenteils zu

Rheinland-Pfalz, ein

kleiner Teil am südlichen Ostufer

liegt in Hessen. Das Tal trennt das

Mittelgebirge Taunus im Osten vom

Mittelgebirge Hunsrück im Westen.

Seit 2002 ist das Obere Mittelrheintal

UNESCO-Welterbe. Es ist eine besondere

Kulturlandschaft mit Burgen, Weinbergen,

historischen Städten sowie

Fachwerkhäusern und alten Kirchen.

Entstehung der Rheinromantik

Um 1800 entstand am Mittelrhein die

sogenannte Rheinromantik. Es ist eine

schwärmerische Sicht auf Landschaft

und Kultur am Rhein. Dichter und Maler

entdeckten das damals noch wilde

Tal mit seinen Felsen, Burgruinen und

Sagen als romantischen Ort. Wichtige

Texte stammen von Clemens Brentano

(1778 – 1842) und Achim von Arnim

(1781 – 1831), die viele Rhein-Geschichten

sammelten, sowie vom Gedicht

„Die Loreley“ von Heinrich Heine

(1797 – 1856, siehe Seite 28). In der

Malerei machten der Engländer William

Turner (1775 – 1851) und Maler der

Düsseldorfer Schule die Rheinlandschaft

in ganz Europa bekannt. Dieses

Bild vom „schönen Rhein“ prägt bis

heute die Kultur und den Tourismus

der Region.

Wirtschaft im Oberen Mittelrheintal

Im Mittelalter war der Rhein eine der

wichtigsten Handelsstraßen. Auf Schiffen

wurden zum Beispiel Wein, Holz,

Salz und Steine transportiert. Viele

Burgen am Rhein waren Zollstationen.

Dort mussten die Schiffer Geld an die

Herren der Burg zahlen. Gleichzeitig arbeiteten

Winzer (Weinbauern) an steilen

Hängen. So entstand der berühmte

Riesling, der noch heute angebaut

wird. Zurzeit leben rund 60 000 Menschen

im Oberen Mittelrheintal. Viele

arbeiten im Weinbau. Familienbetriebe

setzen zunehmend auf ökologische

Weine. Der wohl bekannteste Wein

dieser Region ist der Riesling. Auch der

Tourismus ist wichtig: Ausflugsschiffe,

Hotels und Cafés ziehen viele Gäste

an. Und junge Leute gründen neue Betriebe,

sodass das Tal wirtschaftlich

stark und lebendig bleibt.

Fotos: S​e​b​a​s​t​i​a​n​ ​R​e​i​f​f​e​r​s​c​h​e​i​d​/L​o​r​e​l​e​y​-​T​o​u​r​i​s​t​i​k​ ​G​m​b​H​ (Burg Pfalzgrafenstein), M​a​x​i​m​i​l​ian​ ​S​e​m​s​c​h/​R​o​m​a​n​t​i​s​c​h​e​r​ ​R​h​e​i​n​ ​T​o​u​r​i​s​m​u​s​ ​G​m​b​H​

(M​a​l​e​r​w​i​n​k​e​l​ ​i​n​ ​B​a​c​h​a​r​a​c​h​)

Die Schönheit und Ruhe des

„Malerwinkels“ in Bacharach

zieht viele Touristen an

Burg Pfalzgrafenstein

Die Burg Pfalzgrafenstein liegt auf einer

kleinen Insel im Rhein bei Kaub.

Sie sieht aus wie ein steinernes

Schiff. 1327 ließ König Ludwig der

Bayer (1282 – 1347) den Turm bauen.

Dort wurde der Zoll für die Schiffe

kontrolliert. Heute gehört die Burg

zum UNESCO-Welterbe und ist per

Fähre erreichbar.

6 vitamin de 108


Fotos: 8​9​7​6​4​4​5/freepik.com (Rheinischer Sauerbraten), Friedrich Gier/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Burg Rheinfels), D​o​m​i​n​i​k​ ​K​e​t​z​/R​o​m​a​n​t​i​s​c​h​e​r​ ​

R​h​e​i​n​ ​T​o​u​r​i​s​m​u​s​ ​G​m​b​H (an Bord eines Ausflugsschiffes am Romantischen Rhein)

Regionale Küche

Die Küche im Oberen Mittelrheintal ist

herzhaft und einfach – ideal nach Wanderungen

an der frischen Luft. Ein typisches

Gericht ist der Rheinische Sauerbraten:

Das Rindfleisch lässt man

mehrere Tage in einer Essig-Rotwein-Mischung

mit Gewürzen ziehen,

dann wird es geschmort und mit Rotkohl

sowie Kartoffelklößen serviert.

Dazu passt Riesling. In den Weingärten

bei Bacharach oder Oberwesel probiert

man die Weine direkt beim Winzer.

Herzlich und feierfroh

Die Menschen im Oberen Mittelrheintal

sind bekannt für ihre Herzlichkeit und

Offenheit. Gäste werden freundlich

empfangen und fühlen sich schnell

willkommen. Viele Bewohner sprechen

rheinische Dialekte wie Moselfränkisch

oder Ripuarisch. Diese klingen lebendig,

sind für Besucher aber nicht immer

leicht zu verstehen. Feste spielen

eine große Rolle im Alltag. In Orten wie

Bacharach oder Boppard feiern die

Menschen Weinfeste zu Ehren des

Rieslings. Ein Höhepunkt

ist der

Deftig und lecker: Rheinischer

Sauerbraten mit Klößen

Burg Rheinfels

Karneval. Mit Umzügen, Kostümen und

Gesang zeigt sich die Lebensfreude der

Einheimischen.

Die Sage von Else aus Kaub

Am Oberen Mittelrhein ist nicht nur die

Sage von der Loreley bekannt, sondern

auch die Sage von Else aus Kaub. Die

Geschichte zeigt den Mut und die Liebe

zur Heimat der dortigen Bewohner.

Im Jahr 1504 belagerte Landgraf Wilhelm

II. von Hessen (1469 – 1509)

die Stadt Kaub. Zu dieser Zeit lebte

Else, die Tochter eines Handwerkers

aus Kaub, mit ihrem Geliebten Henne

Die Burg Rheinfels liegt hoch über St. Goar. Sie ist die

größte Burgruine im Mittelrheintal. 1245 baute Graf

Diether V. von Katzenelnbogen (1225 – 1276) die Burg

als Zollburg. Sie war sehr stark und hielt viele Angriffe

aus. 1797 sprengten die Franzosen Teile der Burg. Heute

kann man den tollen Rheinblick genießen.

Schiffsausflüge auf dem

Rhein sind sehr beliebt

vitamin de 108 7


Schwarz in einer anderen Stadt. Als

Else von der Belagerung ihrer Heimatstadt

hörte, kam sie mutig nach Kaub

zurück. Sie verkleidete sich als Soldat

und führte pfälzische Truppen sicher

durch die gefährlichen Rheinklippen bis

zur Stadt. Dank ihrer Hilfe gaben die

Hessen die Belagerung auf und Else

konnte Henne heiraten. An diese Sage

erinnert man sich noch heute beim

Kauber Winzerfest.

Von Bingen nach Koblenz

Eine Reiseroute durchs Obere Mittelrheintal

beginnt am

besten auf dem Rhein.

Ausflugsschiffe fahren

von Bingen nach Koblenz

und zeigen Weinberge, Burgen

und malerische Orte. Ein Highlight ist

der Loreley-Felsen bei St. Goarshausen.

Er ist etwa 130 Meter hoch, besteht

aus Schiefer und wurde durch

Heinrich Heines Gedicht „Die Loreley“,

das 1824 veröffentlicht wurde, weltberühmt.

Als Nächstes bietet sich ein Besuch

der Marksburg bei Braubach an.

Sie gilt als einzige nie zerstörte Höhenburg

am Mittelrhein. Führungen bieten

Oberwesel

Oberwesel ist wunderschön im Oberen Mittelrheintal

gelegen. Die Stadt hat eine alte Stadtmauer aus

dem 13. Jahrhundert. Früher gab es 21 Türme, 16

davon sind noch erhalten. Die Mauer ist 2,6 Kilometer

lang und bis 9 Meter hoch. Oberwesel hat viele

alte Fachwerkhäuser, zum Beispiel in der Holzgasse.

Früher schützte die Mauer vor Feinden und Hochwasser.

Heute kann man die Mauer entlangspazieren

und sich die Stadt ansehen.

Rüdesheim

Mit der Seilbahn über

den Rhein in Koblenz

Die Kleinstadt am Rhein mit mittelalterlichem

Charme bietet schöne

Fachwerkhäuser und die berühmte

Drosselgasse. Eine Attraktion ist die

Rüdesheimer Seilbahn mit malerischem

Blick auf die Flusslandschaft.

Mit ihr erreicht man das

Niederwalddenkmal oberhalb der

Stadt. Das monumentale Nationaldenkmal

erinnert an die Einigung

Deutschlands im 19. Jahrhundert

und bietet einen atemberaubenden

Panoramablick über das Rheintal.

Bacharach – Panoramablick

ins Rheintal in Rheinland-Pfalz

Den Rhein auch mal

von oben bestaunen!

Fotos: Dominik Ketz/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Blick auf die historische Stadt Oberwesel, Blick auf das Mittelrheintal, Fahrt mit der Seilbahn Koblenz), DaLiu/iStock-1484576790 (Bacharach)

8 vitamin de 108


Fotos: M​a​r​c​o​ ​R​o​t​h​b​r​u​s​t​/R​o​m​a​n​t​i​s​c​h​e​r​ ​R​h​e​i​n​ ​T​o​u​r​i​s​m​u​s​ ​G​m​b​H (Wanderinnen am Niederwalddenkmal), ​A​n​d​r​e​a​s​ ​P​a​c​e​k​/f​o​t​o​t​o​u​r​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​.​d​e​/​R​o​m​a​n​t​i​s​c​h​e​r​ ​R​h​e​i​n​ ​T​o​u​r​i​s​m​u​s​ ​G​m​b​H (Loreley-Felsen), D​o​m​i​n​i​k​ ​K​e​t​z​/R​o​m​a​n​t​i​s​c​h​e​r​ ​R​h​e​i​n​ ​T​o​u​r​i​s​m​u​s​ ​G​m​b​H

(Rheinschleife in Boppard)

Boppard

Die Stadt Boppard hat römische

Relikte, zum Beispiel die Villenrotunda,

ein Römerkastell aus dem

4. Jahrhundert. Beeindruckend ist

der Aussichtspunkt Vierseenblick.

Von dort oben sieht man vier

Rhein-Schleifen, die wie einzelne

Seen wirken. Die Rheinpromenade,

Fachwerkhäuser und der Weinberg

Bopparder Hamm machen

die Stadt besonders schön.

Das 1883 eingeweihte

Niederwalddenkmal

beeindruckt noch heute

hier einen Einblick in das Leben im

Mittelalter sowie eine beeindruckende

Aussicht über den Rhein. Weitere romantische

Burgen sind der Pfalzgrafenstein

bei Kaub, Sooneck, Rheinfels

und Rheinstein. Am Ende der Reise

wartet die alte Stadt Koblenz mit dem

berühmten Deutschen Eck, wo die Mosel

in den Rhein mündet. Dort steht

das sehenswerte Kaiser-Wilhelm-Denkmal

und gegenüber die Festung Ehrenbreitstein.

Das monumentale Reiterstandbild

des ersten deutschen Kaisers

Wilhelm I. (1797 – 1888) wurde 1897

eingeweiht und gilt als Nationaldenkmal,

es

Der berühmte

Loreley-Felsen

St. Goar und St. Goarshausen

bildet am Zusammenfluss von Rhein

und Mosel eine imposante Kulisse. So

verbindet die Route Rheinromantik,

Geschichte und Natur auf eindrucksvolle

Weise.

Maria Zucker

Es sind zwei hübsche Städtchen im Oberen Mittelrheintal aus

dem 12. und 13. Jahrhundert, die sich am Rhein gegenüberliegen.

Die Altstädte bieten alte Fachwerkhäuser und eine

herrliche Rheinpromenade. Von dort hat man einen schönen

Blick auf die Burg Katz. In der Nähe liegen der berühmte Loreley-Felsen

und die Statue der Loreley.

anbauen anpflanzen, kultivieren

atemberaubend faszinierend, spannend, beeindruckend

belagern um eine Stadt/Burg viele Soldaten stationieren/positionieren

bezeichnen benennen, charakterisieren

bieten hier: etw. zeigen/präsentieren

Einheimische, -n, der/die jmd., der schon lange an einem Ort wohnt; Inländer/-in

empfinden hier: wahrnehmen, halten für

Fachwerkhaus, -‘‘-er, das traditionelles Haus, gebaut aus Holzbalken und Ziegelsteinen

Fähre, -n, die Schiff/Boot, das regelmäßig zwischen zwei Orten hin- und herfährt

Felsen, -, der großer Stein

Festung, -en, die Kastell, Bastion, Burg

Hang, -“-e, der hier: schräge Seite eines Berges oder Hügels

herzhaft deftig, kalorienreich

Hügel, -, der sehr kleiner Berg

Klippe, -n, die steile Kante an einem Berg

Kloß, -“-e, der Kugel, die aus Teig hergestellt wird

Mittelalter, das Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert)

prägen beeinflussen, wirken auf etw.

Reiterstandbild, -er, das Skulptur, bestehend aus einem Pferd und einem Menschen

Schiefer, -, der festes Gestein, das in dünne Platten gebrochen werden kann

schmoren dünsten

schützen sichern, abwehren

schwärmerisch begeistert, träumerisch, leidenschaftlich

sprengen hier: durch eine Explosion zerstören

verkleiden, sich ein Kostüm anziehen, sich kostümieren/maskieren

Welterbe, das besonders wertvolle Kulturlandschaft

ziehen lassen hier: in Flüssigkeit mehr Geschmack bekommen

Zollstation, -en, die ein Ort an einer Grenze, an dem Waren und Gepäck geprüft werden

vitamin de 108 9


Tradition

*

Jodeln statt daddeln

››

Alte Gesangstradition neu entdecken

Junge Leute im Salzburger Land in

Österreich musizieren und jodeln

Jodeln ist eine besondere Art zu singen. Dabei wechselt die Stimme schnell zwischen tiefen und hohen

Tönen. Seit Dezember 2025 gehört das Schweizer Jodeln zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Diese Auszeichnung bringt das Jodeln auch in anderen Alpenregionen ins Gespräch – zum

Beispiel in Bayern. Dort wächst das Interesse vor allem bei jungen Menschen. So wie auch

bei Sandra Müller, 31 Jahre alt und Grundschullehrerin aus München.

Musik gehört zu

Sandras Leben

schon seit der

Kindheit. Sie singt,

spielt mehrere Instrumente

und ist musikalisch

sehr aktiv. Vor etwa zwei Jahren

kam etwas Neues dazu: das Jodeln.

„Eine Bandkollegin hat gejodelt. Das

hat mich neugierig gemacht“, erzählt

sie. Ihren ersten eigenen Versuch wagte

sie bei einem Junggesellinnenabschied.

„Ich dachte: Oha – wie witzig!“ Doch

was als Spaß begann, wurde schnell zu

echter Begeisterung.

Sandra Müller

Sandras Freude am Jodeln

Heute nimmt Sandra Einzelunterricht

bei einer Münchner Jodlerin. „Am

schwierigsten finde ich die Jodeltexte

und die Aussprache“, gibt sie zu. Besonders

gern singt sie „Hätt i di“, einen

bekannten Jodler (Jodellied), ursprünglich

aus der Steiermark in Österreich.

Der Titel sagt wenig über den Liedtext

aus, da Jodler in erster Linie lautmalerisch

sind. Was Sandra am Jodeln besonders

schätzt? „Es macht mich

leicht und glücklich“, sagt sie.

Jodeln in München

Dass Jodeln nicht nur in die Berge gehört,

zeigt sich in München. In offenen

Kursen und bei Jodeltreffs kommen

Studierende, junge Berufstätige und

Kulturinteressierte zusammen. Viele erleben

dort zum ersten Mal bewusst

diese alpenländische Gesangstradition.

„Manche finden es zuerst lustig, andere

sind überrascht und berührt“, berichtet

Sandra. „Die meisten begegnen

dem Jodeln mit Respekt.“

Alter Gesang aus den Alpen

Jodeln im Klassenzimmer

Die Pädagogin sieht großes Potenzial

für junge Menschen. Deshalb plant sie,

das Jodeln auch in ihren Grundschulunterricht

zu bringen – ein Jodelkurs

für ihre vierte Klasse. Ihre Überzeugung:

Tradition muss man erst erleben,

um sie weitergeben zu können. Für

Sandra Müller steht fest: Jodeln kann

nicht nur in den Bergen, sondern auch

im Klassenzimmer, im Proberaum oder

mitten in der Stadt weiterleben.

Mushtariy Kalandarova

Die Technik des Jodelns gibt es weltweit und das alpenländische Jodeln

gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Typisch ist

der schnelle Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme. Die Bruststimme

klingt tief und kräftig, die Kopfstimme hoch und leicht. Früher nutzten

Menschen Jodelrufe, um über weite Täler hinweg zu kommunizieren.

Heute singen viele aus Freude am Gesang und an der Gemeinschaft. Ein

Jodler ist ein Lied, bei dem diese Stimmwechsel besonders deutlich zu

hören sind. Es gibt klassische Lieder, Chöre, Wettbewerbe und Kurse. Der

Trend zeigt: Immer mehr junge Menschen lernen zu jodeln – nicht nur in

den Bergen, sondern auch in Städten, Schulen und Freizeitgruppen.

Fotos: ​Edward Groeger/Salzburger Land Tourismus (Jodeln), privat (Sandra Müller)

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Jeder kann Jodeln lernen – Eine Gesangslehrerin im Interview

Lisa Seebauer unterrichtet Jodeln in München und online. Auf ihrer Website stimmbild.com und auf Instagram

(@lisaseebauer_stimmbild) zeigt die Gesangslehrerin ihre Arbeit. Im Gespräch erklärt sie, warum gerade junge

Menschen die alte Tradition für sich entdecken – und was Jodeln mit Gemeinschaft zu tun hat.

Stimmtherapeutin

Lisa Seebauer

Frau Seebauer,

Sie sind Stimmtherapeutin,

Gesangslehrerin

und Jodlerin. Was

genau machen Sie

in München?

Ich gebe Einzelunterricht,

leite Jodelkurse

für Gruppen

und einen Jodelchor,

den ich gemeinsam

mit meiner Mutter führe. Jodeln ist meine Leidenschaft

– ich gebe diesen Gesangsstil gern weiter, weil

er Menschen verbindet und emotional sehr viel auslöst.

Seit wann bieten Sie Jodelkurse an?

Seit etwa acht Jahren. Der Jodelchor besteht ebenfalls

seit mehreren Jahren.

Welche Bedeutung hat das Jodeln heute in Bayern?

Jodeln ist vielen bekannt, aber nur wenige praktizieren es

aktiv. Deshalb sind offene Kurse und Jodeltreffs so wichtig

– sie machen die Tradition erlebbar.

Welche Menschen kommen zu Ihnen?

Alle Altersgruppen – von Kindern über Jugendliche und

junge Erwachsene bis zu älteren Menschen. Das Interesse

ist bunt gemischt.

Was fasziniert gerade junge Leute am Jodeln?

Viele sind von der besonderen Gesangstechnik begeistert.

Außerdem entstehen beim Jodeln sehr positive

Emotionen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

Das spricht junge Menschen

an.

Muss man gut singen können?

Nein, Leistung spielt eine untergeordnete Rolle. Es geht

nicht darum, perfekt zu singen, sondern gemeinsam einen

Klang zu erleben. Jeder kann mitmachen.

Hat sich das Jodeln in den letzten Jahren verändert?

Ja, auf jeden Fall. Die Jodeltechnik wird zunehmend auch

in anderen Musikstilen verwendet und akzeptiert. Das

zeigt, dass Jodeln lebendig bleibt.

Welche Rolle spielen soziale Medien dabei?

Sie helfen enorm, besonders junge Menschen zu erreichen.

Über Instagram und Co. können wir zeigen, dass Jodeln

zeitgemäß und lebendig ist.

Seit Dezember 2025 ist das Schweizer Jodeln

UNESCO-Kulturerbe. Was bedeutet das für Ihre

Arbeit?

Das ist ein sehr positives Signal. Ich hoffe, dass dadurch

auch andere Jodeltraditionen – wie die bayerische – mehr

Aufmerksamkeit bekommen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Jodelns in Bayern?

Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen diese Tradition

entdecken und weitertragen. Jodeln hat in Bayern

Tradition – aber es lebt vom Mitmachen.

Warum sollte man mal versuchen zu jodeln?

Weil es Freude macht, die eigene Stimme stärkt und Gemeinschaft

schafft – ganz ohne Vorkenntnisse. Jeder kann

lernen zu jodeln.

Das Interview führte Mushtariy Kalandarova.

(etw.) auslösen etw. passiert/startet/setzt sich in Bewegung

Aussprache, (hier o. Pl.), die hier: Artikulation, Sprachmelodie, Sprechweise

Auszeichnung, -en, die Ehrung, Anerkennung, Preis

Begeisterung, die Freude, Hochstimmung

Fotos: privat (Lisa Seebauer), djvstock/freepik.com (bayerische Jodler)

Wie läuft so ein Kurs

bei Ihnen ab?

Wir beginnen mit einem

Warm-up für Körper

und Stimme. Danach

lernen wir Jodler im

Call-and-Response-

Prinzip – ich singe

vor, die Gruppe antwortet.

So entsteht schnell

ein gemeinsamer Klang.

berührt sein emotional bewegt sein

Brust, (hier o. Pl.), die der vordere Teil des Oberkörpers, der Bereich zwischen Hals und Bauch

erleben persönlich erfahren, auf sich wirken lassen

Gemeinschaft, -en, die hier: eine Gruppe von gleich Denkenden und Lebenden

Gemeinschaftsgefühl, -e, das Solidarität, Kameradschaft

Junggesellinnenabschied, -e, der eine Feier für eine Frau, kurz bevor sie heiratet

lautmalerisch bekannte Geräusche/Tiere etc. mit einem

Wort „nachmalen“, z. B. kikeriki (Hahn), ticktack (Uhr)

Leidenschaft, -en, die hier: Passion, Freude, Liebe

Leistung, -en, die hier: musikalische Fähigkeiten, Stärke, Können

Proberaum, -“-e, der Raum, in dem geübt/geprobt wird, meistens für Musik, Theater oder Tanz

Überzeugung, -en, die Meinung, Position, Standpunkt

untergeordnet weniger wichtig, zweitrangig

Vorkenntnis, -se, die das, was man schon weiß/kennt; Vorwissen

wachsen sich entwickeln, groß werden

wagen riskieren, den Mut haben, sich trauen

wechseln hier: schnell hin- und herbewegen, alternieren

(etw.) weitertragen hier: etw. behalten und an andere weitergeben

zeitgemäß in die Zeit passend, auf dem neuesten Stand

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Wirtschaft

*

Guten Flug!

››

100 Jahre Lufthansa

Der Kranich ist das Logo der Lufthansa, der größten deutschen Fluggesellschaft und einer der größten

Europas. In diesem Jahr wird die Lufthansa 100 Jahre alt. Unter dem Motto „We are the Journey“ wird

der runde Geburtstag an den Flughäfen Frankfurt am Main, München und Berlin mit Ausstellungen und

Aktionen zur Geschichte der Airline gefeiert. Außerdem ist eine Jubiläumsflotte mit sechs neuen Flugzeugen

geplant.

Eine Erfolgsgeschichte mit vielen Herausforderungen

– so kann man die

Entwicklung der Lufthansa gut beschreiben.

Die Fluggesellschaft wurde am 6.

Januar 1926 unter dem Namen „Luft

Hansa“ gegründet, nach dem Zusammenschluss

von „Junkers Luftverkehr“

und „Deutscher Aero Lloyd“. Am 6. April

1926 startete der erste Linienflug

von Berlin nach Zürich mit einer kleinen

Maschine vom Typ Fokker-Grulich

F II und Platz für vier Passagiere. In den

folgenden Jahren baute Luft Hansa ihr

Streckennetz Schritt für Schritt aus, zunächst

in Europa und später nach Südamerika

und Asien, um Deutschland

besser mit der Welt zu verbinden.

Neuanfang in den 1950er-Jahren

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 –

1945) wurde die inzwischen so benannte

Deutsche Lufthansa aufgelöst,

und der deutsche Zivilluftverkehr war

zunächst verboten. Am 6. Januar 1953

gründeten frühere Mitarbeiter der alten

Lufthansa in Köln die „Aktiengesellschaft

für Luftverkehrsbedarf“ (Luftag)

mit staatlicher Unterstützung. 1954

kaufte die Luftag für 30 000 Deutsche

Mark den Namen „Lufthansa“ und das

Kranich-Logo der alten Gesellschaft.

Kurz darauf beschlossen die Aktionäre,

die Luftag in „Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft“

umzubenennen. Die

1953 gegründete Deutsche Lufthansa

AG bildet die rechtliche Grundlage für

die heutige Airline.

Rund 100 000 Mitarbeitende

In den folgenden Jahrzehnten wuchs

die Lufthansa weiter und baute ihr Angebot

an Inlands- und Auslandsflügen

stark aus. Ein wichtiges Jahr war

1997: Die Lufthansa wurde vollständig

privatisiert und war Mitgründerin der

weltweiten Flugallianz Star Alliance.

Heute ist die Lufthansa die Kernmarke

der Lufthansa Group, zu der auch Fluggesellschaften

wie SWISS aus der

Schweiz und Austrian Airlines aus Österreich

gehören. Der Konzern beschäftigt

rund 100 000 Mitarbeitende aus

mehr als 160 Ländern und betreibt

eine Flotte von etwa 700 Flugzeugen.

Luftfahrt vor Herausforderungen

Heute steht die Luftfahrtbranche vor

vielen Herausforderungen. Das Ziel

bleibt wirtschaftliches Wachstum als

Unternehmen – natürlich nicht um jeden

Preis. Die Sicherheit der Passagiere

und die Umwelt haben immer die

höchste Priorität. Der Luftverkehr verursacht

weiterhin viel Kohlendioxid,

deshalb investieren Airlines in neue,

umweltfreundlichere Technologien. Viele

Menschen verzichten inzwischen auf

Inlandsflüge, was weniger Flüge und

damit auch weniger Arbeitsplätze bedeuten

kann. Durch Automatisierung

und den Einsatz von KI könnten weitere

Jobs wegfallen. In den letzten 100

Jahren ist die Lufthansa mit ihren Flugzeugen

nicht nur hervorragend geflogen,

sondern sie hat auch das Leben

mehrerer Generationen komfortabler

gemacht. Das ist ein Grund zum Feiern

– und ein Auftrag, die Zukunft der Luftfahrt

verantwortungsvoll zu gestalten.

Cosmin Ţugui

auflösen hier: etw. beenden/nicht mehr nutzen

Auftrag, (hier o. Pl.), der hier: Aufgabe/Verpflichtung, die man ernst nehmen muss

ausbauen hier: verbessern, erweitern, entwickeln

beschäftigen hier: jmdn. beruflich anstellen, dessen Arbeitskraft einsetzen

beschließen entscheiden, festlegen

gründen eröffnen, aufbauen

Herausforderung, -en, die schwierige Aufgabe

Kranich, -e, der Vogel, der ähnlich wie ein Storch (Vogel, der die Babys bringen soll) aussieht

umbenennen einen anderen Namen geben

Unterstützung, -en, die Hilfe, Mitarbeit, Förderung

verbinden hier: die Vernetzung von Orten durch Flugrouten

verboten untersagt, nicht erlaubt

verursachen auslösen, hervorrufen, der Grund für etw. sein

verzichten, auf etw. (Akk.) etw. nicht machen/tun

Wachstum, das hier: wirtschaftlicher Erfolg

Fotos: O​l​i​v​e​r​ ​R​o​e​s​l​e​r​/m​e​d​i​a​l​o​u​n​g​e​.​l​u​f​t​h​a​n​s​a​g​r​o​u​p​.​c​o​m​ (Start einer Lufthansa-Maschine), Nate Hovee/iStock-1183884057 (Lufthansa-Flugzeuge in Frankfurt am Main)

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Rezept

Dippekuchen

››

Deftiges Essen aus dem Backofen

Der Dippekuchen ist ein traditionelles Gericht aus der Mittelrheinregion. Früher war es ein einfaches

Bauernessen. Es machte lange satt und war sehr deftig. Die wichtigste Zutat sind rohe, geriebene Kartoffeln.

Man mischt sie mit Zwiebeln und Schweinebauch. Dann backt man alles langsam im Ofen. So

wird das Gericht außen knusprig und innen weich. Der starke Geschmack kommt vom Speck und von

den Gewürzen.

Zutaten für 2 Portionen:

• 750 Gramm (g) mehligkochende

Kartoffeln

• 150 g Schweinebauch oder geräucherter

Speck

• 1 – 2 große Zwiebeln

• 1 Ei

• 100 Milliliter (ml) Milch

• ½ Teelöffel (TL) Salz

• ¼ TL Pfeffer

• ¼ TL Muskatnuss

• ½ TL Kümmel (optional)

• 1 Esslöffel (EL) Pflanzenöl oder Butter

Zubereitung:

Zuerst schälst du die Kartoffeln und

reibst sie fein. Lege die geriebenen

Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch

und drücke die Flüssigkeit gut aus. So

wird der Dippekuchen später fest und

bekommt eine gute Konsistenz. Danach

schälst du die Zwiebeln und

schneidest sie in kleine Würfel. Nun

schneidest du den Schweinebauch

ebenfalls in kleine Stücke. Er sorgt

beim Backen für Geschmack und Saftigkeit.

Gib die Kartoffeln, Zwiebeln und

den Speck in eine

große Schüssel.

Füge das Ei und

Milch hinzu und mische

alles gut, bis

eine gleichmäßige

Masse entsteht. Würze die Masse mit

Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Kümmel.

Heize den Backofen auf 180 Grad

Ober- und Unterhitze vor. Fette eine

große Auflaufform gut ein. Gib die Kartoffelmasse

hinein und streiche sie

glatt. Verteile etwas Butter oder Öl auf

der Oberfläche. So wird der Kuchen

knusprig und bekommt eine schöne

Farbe. Backe den Dippekuchen etwa

90 Minuten. Nach der Hälfte der Zeit

kannst du ihn vorsichtig wenden oder

noch etwas Fett daraufgeben. Er ist

fertig, wenn die Oberfläche goldbraun

ist und der Rand kross. Serviere ihn

heiß, zum Beispiel mit Apfelmus oder

einem grünen Salat.

Ekaterina Shmeleva

*

Fotos: ​KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Dippekuchen); KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Speisekarte mit Dippekuchen)

Frisch aus dem

Ofen: Dippekuchen

deftig kalorienreich, herzhaft

Gericht, -e, das hier: Essen, Speise

gerieben zerkleinert, gehobelt

gusseisern aus sehr hartem Metall

knusprig knackig, kross; es knackt beim Essen

Kümmel, -, der hier: Gewürzpflanze

Lauch, der langes, grün-weißes Gemüse; Porree

mehligkochend weich/fast auseinanderfallend nach dem Kochen

schälen die Schale/Haut abschneiden/wegmachen

Schüssel, -n, die großer Teller, Schale

Schweinebauch, -“-e, der Fleisch und Fett vom Bauch des Schweins, Speck

Würfel, -, der hier: kleines, quadratisches Stück/Teil

Vom alten Topf zum Backofen

Der Name Dippekuchen kommt vom „Dippek“, einem

schweren gusseisernen Topf. Früher backte man den

Kuchen darin im Holzofen. Es war ein einfaches, aber

nahrhaftes Essen für die Menschen auf dem Land. Kartoffeln

und Zwiebeln gab es immer, Fleisch nur manchmal,

zum Beispiel zu besonderen Festen. Heute macht

man den Dippekuchen oft im Backofen. Es gibt die

klassische Version mit Speck, aber auch eine vegetarische

Variante. Dafür lässt man den Schweinebauch

weg und nimmt zum Beispiel Käse, Lauch oder extra

Zwiebeln. So bleibt der typische Geschmack erhalten –

ganz ohne Fleisch.

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Porträt

*

Die Scorpions auf ihrer „50th

Anniversary World Tour“ 2016

in Melbourne, Australien

Die Scorpions

››

60 Jahre Hardrockmusik

„I’m still loving you, I need your love.“ Viele Menschen auf der ganzen Welt kennen diesen Refrain.

Wenn sie ihn hören, ist ihnen romantisch und ein bisschen traurig zumute. Das Lied „Still Loving You“

ist ein echter Ohrwurm. Aber wer hat dieses Lied gemacht? Es kommt von der deutschen Rockband

Scorpions. Die markante Stimme von Sänger Klaus Meine macht die Songs der Band unverwechselbar.

Auch nach vielen Jahrzehnten sind die Scorpions ein wichtiger Teil der Rockmusik.

Die beiden 17-jährigen Musiker Rudolf

Schenkenberg (Gitarre) und

Wolfgang Dziony (Schlagzeug) beschlossen

1965, eine Rockband zu gründen.

Geübt haben sie in der Kneipe von

Wolfgangs Mutter – aber nur, wenn dort

Ruhetag war. Damals waren die beiden

sehr begeistert von den Beatles aus

Liverpool. Sie spielten vor allem Lieder

der Beatles nach und traten bei kleinen

Konzerten und Festivals auf. Am Anfang

nannten sie sich „Nameless“, weil ihnen

kein anderer Name einfiel.

Der Beginn der Scorpions

Nach einigen Jahren änderte sich die

Besetzung der Band. Ende der 1960er-

Jahre starteten die Musiker neu – jetzt

unter dem Namen „Scorpions“. Dieser

Name klang sowohl in Deutschland als

auch international gut. Als neues

Bandmitglied kam Klaus Meine als

Sänger dazu. Mit ihm begann der Aufstieg

der Band zur weltweit bekannten

und erfolgreichen Hardrockband.

Schwere Stimmprobleme bei Klaus

Meine

Die Scorpions sangen von Anfang an

auf Englisch. Deshalb bekamen sie

nach ihren ersten Alben nicht nur in

Deutschland, sondern auch international

Aufmerksamkeit. Doch 1981 gab

es einen großen Schock: Sänger Klaus

Meine hatte schwere Stimmprobleme.

Die Fans waren erschüttert – eine

Band ohne ihn? Kaum vorstellbar.

Klaus Meine musste sich mehreren

Operationen und einer intensiven

Stimmtherapie unterziehen. Danach

konnte er wieder auftreten – viele Fans

fanden sogar, dass seine Stimme stärker

war als früher.

Superhit „Wind of Change“

In den frühen 1980er-Jahren hatten

die Scorpions ihren internationalen

Durchbruch. 1982 spielten sie ein

Livekonzert im berühmten Madison

Square Garden in New York – ein großer

Erfolg für die Band. Besonders mit

den Alben „Blackout“ (1982) und

„Love at First Sting“ (1984) wurden sie

weltweit bekannt. Von da an tourten

die Scorpions jedes Jahr rund um die

Welt. 1990 entstand ihr wohl bekanntester

Hit „Wind of Change“. Inspiriert

Das Cover ihres

erfolgreichsten Albums

„Crazy World“ von 1990

wurde das Lied vom Moscow Music

Peace Festival 1989 in der damaligen

Sowjetunion. Der Song erzählt von einem

nächtlichen Spaziergang durch

Moskau und vom Wandel der Zeit. Der

Refrain drückt Hoffnung und Veränderung

aus: „The future’s in the air, I can

feel it everywhere – I’m blowing with

the wind of change.“

Hymne des politischen Wandels

Die Welt war Ende der 1980er-Jahre

im großen Umbruch: die Berliner Mauer

fiel, der Kalte Krieg endete und die

Sowjetunion löste sich langsam auf.

Der Song „Wind of Change“ kam genau

zur richtigen Zeit und wurde zur

Hymne dieses politischen Wandels.

Besonders bekannt wurde das Lied

auflösen, sich hier: verfallen, wegfallen, enden

Aufstieg, -e, der hier: extrem positive Entwicklung

Begeisterung, die Freude, Hochstimmung

Belastung, -en, die Stress, Mühe

Besetzung, -en, die hier: wer in der Band spielt und welches Instrument jeder spielt

Botschaft, -en, die hier: Aussage, Mitteilung, Aufruf

Durchbruch, -“-e, der Erfolg, positives Ergebnis

erschüttert geschockt, überrascht, betroffen

Kneipe, -n, die ein Ort/Restaurant, wo man trinken und sich mit Leuten treffen kann

markant charakteristisch, auffallend

Ohrwurm, -“-er, der Song/Schlager/Hit, den man nicht vergessen kann

prägen beeinflussen, wirken auf etw.

Refrain, -s, der Teil eines Lieds, den man wiederholt

Ruhetag, -e, der ein Tag ohne Arbeit, an dem man sich erholt

Stimmproblem, -e, das hier: nicht mehr singen können

Umbruch, -“-e, der hier: große sozioökonomische Veränderung

unterziehen, sich etw. machen müssen, auch wenn es nicht angenehm ist

Vielfalt, die große Auswahl, großes Angebot

Wandel, der Veränderung; hier: Wechsel, Übergang

zumute sein wie sich jmd. fühlt

Fotos: Ian Robert Laidlaw/wikimedia.org (Scorpions in Melbourne, Australien, am 17.10.2016), Mercury Records (Cover des erfolgreichsten Albums „Crazy World“ von 1990)

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Deutsch üben – jetzt!

Fotos: d​r​_z​o​i​d​b​e​r​g​/w​i​k​i​m​e​d​i​a​.​o​r​g (Scorpions 2015), Brandsoftheworld.com/wikimedia.org (Scorpions-Logo)

Aktuelle Bandmitglieder

Die Scorpions sind eine deutsche

Rockband. Aktuelle Mitglieder sind

Rudolf Schenker (Rhythmusgitarre,

Begleitgesang), Klaus Meine (Sologesang),

Matthias Jabs (Sologitarre,

Begleitgesang), Paweł Ma¸ciwoda

(Bass, Begleitgesang) und Mikkey

Dee (Schlagzeug).

durch den Auftritt der Scorpions beim

„The Wall“-Konzert im Juli 1990 in Berlin,

nur wenige Monate nach dem

Mauerfall.

Der Reiz ihrer Musik

Die Scorpions zeigen mit ihrer Musik,

wie unterschiedlich Hardrock sein

kann. Manche Lieder haben politische

Botschaften, wie „Wind of Change“,

andere sind sehr emotional, wie die

Ballade „Still Loving You“. Und Songs

wie „Rock You Like a Hurricane“ wurden

zu echten Stadionhymnen. Diese

Vielfalt macht den besonderen Reiz ihrer

Musik aus. 2010 gab es einen großen

Schreck für die Fans: Die Scorpions

kündigten ihren Abschied und

eine letzte große Tour an. Doch dann

machte die Band weiter. 2013 starteten

die Scorpions die „Rock’n’Roll Forever

Tour“ und spielten wieder weltweit

Konzerte.

Livekonzerte „like a hurricane“

Seit vielen Jahren spielen die Scorpions

jedes Jahr Konzerte auf der ganzen

Welt. Wer sich die Programme ihrer

Liveshows anschaut, fragt sich oft, wie

die Musiker diese große Belastung

schaffen. Im Januar 2026 gab es einen

echten Schock für die Fans: Francis

Buchholz, der Ex-Bassist der Scorpions,

war gestorben. Er war bis 1992

Teil der Band und prägte 20 Jahre lang

ihren Erfolg. Doch auch heute noch

sind die Auftritte der Scorpions voller

Energie und Begeisterung. Ein Ende ihrer

Karriere ist nicht in Sicht. Für 2026

wurden bereits neue Livetermine angekündigt.

Bei den Konzerten werden

vielleicht drei Generationen – Großeltern,

Eltern und Enkel – gemeinsam

mitsingen: „Here I am – rock you like a

hurricane!“

Tillmann Heß

1. Der Song „Still Loving You“

a) ist eine Rockballade von den Beatles.

b) ist ein Synonym für eine Krankheit des

Gehörs.

c) ist sehr bekannt.

2. In der Anfangszeit

a) hatten die jungen Musiker nur am

Wochenende Konzerte.

b) übten sie in einer Kneipe an deren Ruhetag.

c) spielten sie nur selbst komponierte Lieder.

3. Der Sänger Klaus Meine

a) war von Anfang an in der Rockband.

b) war mit für den Erfolg der Scorpions verantwortlich.

c) sang vorher bei den Beatles.

4. 1981 verlor Klaus Meine seine Stimme

a) und konnte niemals mehr für die Scorpions singen.

b) und unterzog sich erfolgreich einer Stimmtherapie.

c) und konnte nach einer Stimmtherapie nur noch wenig singen.

5. Der Song „Wind of Change“

a) thematisiert ein Ereignis in Amerika.

b) ist kein eigener Song, sondern eine Coverversion.

c) passte damals sehr gut zur aktuellen Weltlage.

6. 2010 teilten die Scopions mit,

a) dass sie sich mit der „Rock’n’Roll Forever Tour“ aus dem

Musikgeschäft verabschieden würden.

b) dass sie eine neue Band gründen wollten.

c) dass sie eine letzte große Tour spielen würden.

7. Nach 60 Jahren im Musikgeschäft

a) geht es auch 2026 noch weiter mit Konzerten.

b) ist nun Schluss.

c) verlieren die Musiker langsam ihre Kraft.

Übungen

zum Artikel

auf Seite

14/15

Die Lösungen findet ihr auf Seite 34 in diesem Heft.

Die Scorpions 2015

vitamin de 108 15


Sport

*

Alles wird größer

››

Die Fußballweltmeisterschaft 2026

Die Fußballweltmeisterschaft (WM) der Männer 2026 wird besonders groß. Zum ersten Mal findet sie

in drei Ländern gleichzeitig statt: in den USA, Kanada und Mexiko. Außerdem spielen diesmal 48

Mannschaften mit, vorher waren es 32. Dadurch gibt es mehr Spiele, mehr Fans und mehr

Überraschungen. Die WM dauert vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026.

Für Deutschland ist dieses Turnier

sehr wichtig. Nach einigen enttäuschenden

Jahren wollen viele Fans wieder

eine Mannschaft sehen, die mutig

spielt, Tore schießt und weit kommt.

Seit 2023 ist Julian Nagelsmann Bundestrainer.

Er ist jung und ehrgeizig.

Viele hoffen, dass er die Nationalmannschaft

wieder stark macht. Aber bis zur

WM gibt es noch viel zu tun.

Viel Talent und eine gute Mischung

Deutschland hat viele gute Fußballer.

Einige gehören zur Weltspitze, zum Beispiel

Jamal Musiala, Florian Wirtz oder

Nick Woltemade. Dazu kommen erfahrene

Spieler wie Joshua Kimmich, die

schon große Turniere gespielt haben.

Das ist eine gute Mischung aus jungen

und erfahrenen Spielern. Bis zur WM

bleibt außerdem genug Zeit, um die

Abläufe zu verbessern und ein klares

Spielsystem zu entwickeln.

Zu häufig instabil und ohne Plan B

Die deutsche Mannschaft hat auch

Probleme. In den letzten Jahren zeigte

das Team oft keine gleichbleibende

Leistung: Auf gute Spiele folgten

schwache. Auch die Abwehr war nicht

immer sicher. Außerdem hängt viel von

einzelnen Spielern ab. Wenn sie fehlen

oder nicht in Form sind, gibt es oft keinen

Plan B.

Deutschlands Vorrundengruppe

Deutschland spielt in der Vorrunde in

Gruppe E. Die Gegner sind Ecuador,

Curaçao und die Elfenbeinküste (Côte

d’Ivoire). Deutschland ist in dieser

Gruppe das bekannteste Team. Die

deutsche Mannschaft hat viermal die

Weltmeisterschaft gewonnen (1954,

1974, 1990, 2014) und viel Erfahrung

bei großen Turnieren.

Torjubel beim 2:0-

Sieg Deutschlands

im Achtelfinale der

Fußball-EM 2024 gegen

Dänemark in Dortmund

Die Gegner im Überblick

Ecuador: Das Team aus Südamerika

spielt oft sehr schnell, ist kämpferisch

und kann die Gegner unter Druck setzen.

Besonders gefährlich ist Ecuador,

wenn es früh in Führung geht und

Deutschland ungeduldig wird. Curaçao:

Gegen Curaçao, eine kleine Insel in der

Karibik, hat Deutschland noch nie gespielt.

Dass die Mannschaft überhaupt

bei einer WM dabei ist, ist schon eine

Sensation. Curaçao ist in dieser Gruppe

der klare Außenseiter. Sie können

ohne Druck spielen.

Das schwierigste Spiel

Die Elfenbeinküste ist ein starkes Team

aus Afrika. Viele Spieler sind schnell,

athletisch und spielen in europäischen

Top-Ligen. Gegen solche Mannschaften

kann es eng werden, besonders wenn

Deutschland Fehler macht. Das Spiel

gegen die Elfenbeinküste wird wahrscheinlich

das schwierigste Gruppenspiel.

Foto: Moritz Müller/alamy 2XFHM1X

16 vitamin de 108


Der Gruppensieg ist Pflicht

Deutschland hat gute Chancen, den

ersten Platz in der Gruppe zu

erreichen. Der Kader ist insgesamt

stärker und die Mannschaft hat viel Erfahrung

bei großen Turnieren. Für den

Gruppensieg muss Deutschland aber

konzentriert bleiben, besonders in den

Spielen gegen Ecuador und die Elfenbeinküste.

Ein unberechenbares Turnier

Die WM 2026 ist wieder stark besetzt.

Teams wie Frankreich, England, Brasilien,

Argentinien oder Spanien gehören

zu den größten Favoriten. Viele von ihnen

sind derzeit eingespielter als

Deutschland. Durch das neue Format

mit 48 Teams wird das Turnier außerdem

unberechenbar. Es gibt mehr

Spiele und mehr Möglichkeiten für

Überraschungen. Auch ein Top-Team

kann früh ausscheiden, wenn es einen

schlechten Tag hat.

Deutschlands Chancen auf den

WM-Titel

Deutschland kann bei dieser WM weit

kommen. Nach der Vorrunde beginnt

die K.-o.-Phase. Wenn die Mannschaft

gut zusammenarbeitet, fit bleibt und

Selbstvertrauen entwickelt, sind Viertelfinale

oder Halbfinale realistische

Ziele. Für den WM-Titel muss aber alles

passen: eine gute Form, wenige

Fehler, ein klarer Plan und manchmal

auch ein bisschen Glück.

Es braucht ein echtes Team

Deutschland geht nicht chancenlos in

die WM 2026, ist aber auch kein klarer

Top-Favorit. Wichtig wird sein, ob es

dem Trainerteam gelingt, aus vielen

guten Einzelspielern wieder ein echtes

Team zu machen. Wenn das gelingt,

kann Deutschland bei dieser WM für

eine Überraschung sorgen.

Dennis Grabowsky

Die wichtigsten Spieler

Ein Fußballteam hat drei Teile: Abwehr, Mittelfeld und Sturm.

Die deutsche Nationalmannschaft ist in allen drei Teilen gut besetzt.

Fotos: DFB (Joshua Kimmich, Nick Woltemade, Oliver Baumann), adidas (Trionda, der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026)

Der Kapitän

Joshua Kimmich spielt beim FC Bayern

München. Seit 2024 ist er Kapitän der

deutschen Nationalmannschaft. Er

kann im Mittelfeld oder rechts in der

Abwehr spielen. Kimmich ist wichtig,

weil er das Spiel lenkt, viele Pässe

spielt und der Mannschaft auf dem

Platz zeigt, was zu tun ist.

Trionda, der offizielle

Spielball der Fußball-WM

2026, und der Siegerpokal

Der Torjäger

Nick Woltemade ist ein sehr großer

Stürmer. Das hilft ihm zum Beispiel

bei Kopfbällen. In seinem Verein Newcastle

United schießt er viele Tore. Bei

der Nationalmannschaft ist er noch

neu, aber die Trainer vertrauen auf

seine Fähigkeiten und seinen

Torriecher.

Der Rückhalt

Oliver Baumann ist Torwart bei der

TSG Hoffenheim und hat schon viele

Bundesligaspiele gespielt. Er ist erfahren

und soll der Mannschaft Sicherheit

geben. Ein guter Torwart kann

Spiele entscheiden – Baumann soll

genau das für Deutschland tun.

Ablauf, -“-e, der hier: wiederkehrende Spielhandlungen, Spielzüge und Bewegungsmuster

Abwehr, die hier: Defensive, Verteidigung, die eigenen Spieler vor dem eigenen Tor

ausscheiden hier: ein Turnier vorzeitig beenden müssen

Außenseiter, -, der hier: eine Mannschaft mit geringen Gewinnchancen

ehrgeizig ambitioniert, viel erreichen wollen

eng werden knapp/schwierig werden

folgen hier: zeitlich nach jmdm./etw. kommen, sich anschließen

Gruppensieg, -e, der erster Platz in einer Gruppe

in Form sein fit sein, gut spielen können

Kader, -, der Mannschaft, Team

Leistung, -en, die hier: sportliche Fähigkeiten, Stärke, Können

lenken führen, steuern, kontrollieren

Selbstvertrauen, das Glaube an sich selbst, Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein

Sturm, der hier: die Spieler, die versuchen, Tore zu schießen

Torriecher, der Talent, gute Chancen auf Tore zu erkennen und zu nutzen

Überraschung, -en, die etw. Unerwartetes, Sensation

unberechenbar man kann nicht vorhersehen, was passiert

ungeduldig unruhig, hektisch; zu viel zu schnell wollen

Vorrunde, -n, die erste Etappe/Phase in einem Wettkampf/Wettbewerb

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vitamin de

Deutsch für Anfänger

Sonja und Petra auf

Entdeckungsreise

Es ist Frühling. Sonja und Petra kommen wieder in den

Thüringer Wald. Der Schnee ist weg. Jetzt gibt es überall

grüne Pflanzen. Die Mädchen machen eine Wanderung mit

ihren Eltern.

Sie haben einen Rucksack und eine Lupe. Sie suchen Frühlingsblumen.

Sie finden Buschwindröschen und Schlüsselblumen.

Petra sieht bunte Schmetterlinge. Sie freut sich. Sonja sammelt

Blätter und Tannenzapfen. Sie hat ein Naturtagebuch. Am Ende

machen sie ein Picknick. Sie sitzen an einem Bach. Sie hören

das Wasser. Sie lassen kleine Boote aus Holz schwimmen.

Sonja & Petra

1. Aufgabe

Erweitere deinen Wortschatz! Was passt zusammen? Ordne die Wörter aus dem

Kasten den passenden Beschreibungen zu.

*

Wort

Beschreibung

1. der Frühling A. ein kleiner Fluss

2. der Schnee B. Essen im Freien

3. die Wanderung C. weiß, kalt und schmilzt

4. der Rucksack D. zum Vergrößern von kleinen Dingen

5. die Lupe E. eine Tasche für den Rücken

6. der Schmetterling F. ein Spaziergang in der Natur

7. das Picknick G. ein buntes Insekt

8. der Bach H. eine Jahreszeit mit vielen Blumen

2. Aufgabe

Beantworte die Fragen zum Text in einfachen,

kurzen Sätzen.

A. Wann kommen Sonja und Petra in den Thüringer Wald?

B. Was machen die beiden Mädchen mit ihren Eltern?

C. Wonach suchen sie mit der Lupe?

D. Worüber freut sich Petra?

E. Was machen sie am Bach?

Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Sonja, Petra und ihre Eltern, Symbolbild); KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Illustration)

18 vitamin de 108


Deutsch für Anfänger

vitamin de

3. Aufgabe

Übe die Grammatik! Konjugiere die Verben in den

Klammern im Präsens und schreibe die richtige Form in

die Satzlücken.

A. Der Schnee ……………… (schmelzen).

B. Überall ………… (wachsen) grüne Pflanzen und bunte Blumen.

C. Die Mädchen ……………. (machen) eine Wanderung.

D. Sie ………….. (haben) einen Rucksack und eine Lupe dabei.

E. Sonja ………… (sammeln) Blätter.

F. Sie ………….. (hören) dem Wasser zu.

4. Aufgabe

Mein eigenes Abenteuer: Stell dir vor, du bist auch im Wald. Was machst du?

Ergänze die Sätze oder schreibe einen kurzen Text.

Illustrationen: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Sonja und Petra am Bach)​; KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Ausmalbild)

A. Ich gehe in den Wald mit (den Freunden, der Familie, der Klasse, den Großeltern).

B. Ich habe (eine Kamera, ein Sitzkissen, ein Taschenmesser, einen Rucksack, eine Brotzeitbox, einen kleinen

Müllbeutel, eine Sonnenbrille, Gummistiefel, einen Regenschirm) dabei.

C. Ich suche nach (Blättern, Steinen, Eicheln, Kastanien, Insekten, Frühlingsblumen, Ameisenhaufen, Pilzen).

D. Ich finde (Insekten, Pilze, Steine, Blumen, Schmetterlinge, Marienkäfer, Müll).

E. Am Ende gehe ich (im Baumhaus schlafen, Insekten und Tiere beobachten, Blumen pflücken, picknicken, auf

der Wiese chillen, Pilze suchen, Pflanzen und Blumen zeichnen, meditieren, die Natur genießen; Zweige, Blätter

und Steine sammeln; einen kleinen Wasserfall entdecken).

5. Aufgabe

Petra sieht gelbe Schmetterlinge. Sie freut sich.

Sonja sammelt grüne Blätter und braune

Tannenzapfen. Sie hat ein blaues Naturtagebuch.

Male jetzt das Bild aus, wie es dir gefällt.

Die Lösungen fi ndet ihr auf Seite 34 in diesem Heſt.

Victoria Bura, DaZ-Lehrerin an der Staatlichen

Regelschule „Prof. Franz Huth“, Pößneck

vitamin de 108 19


*

Deutsche Redensarten

››

Von „Alles in Butter“ bis „Trübsal blasen“

Deutsche verwenden oft Redewendungen, die so nicht im Lehrbuch stehen. Ob bei der Arbeit, unter

Freunden oder in der Familie – Deutschlernende aus dem Ausland hören bei Muttersprachlern

manchmal Wörter und Sätze, die für sie keinen richtigen Sinn ergeben. Trotzdem handelt es sich um

ganz normale Umgangssprache, die jedem Deutschen vertraut ist.

Viele Deutsche kennen die Herkunft dieser Redensarten selbst nicht mehr – und doch weiß jeder, was gemeint ist.

Vitamin de stellt einige dieser Redensarten mit ihrer Bedeutung vor, damit auch junge Deutschlernende sie bei passender

Gelegenheit richtig anwenden können. Los geht es in dieser Ausgabe mit drei Redewendungen:

Hand und Fuß haben

Diese Redensart verwendet

man, wenn

man ausdrücken

möchte, dass etwas

nur dann richtig funktionieren

kann, wenn bestimmte Voraussetzungen

erfüllt sind. Beispiel: Ein

zehnjähriger Junge sagt zu seinem Vater:

„Ich koche morgen das Mittagessen.“

Der Vater findet die Idee gut,

zweifelt aber daran, dass sein Sohn

das schon kann, und sagt deshalb:

„Das muss aber Hand und Fuß haben.“

Herkunft: Im Mittelalter mussten bei

einem Ritter, der in den Krieg zog, die

rechte Hand und der linke Fuß gesund

sein. Mit der rechten Hand führte er

das Schwert, mit dem linken Fuß trat

er in den Steigbügel, um sein Pferd zu

besteigen. Nur so konnte er seine Aufgaben

als Ritter erfüllen.

Herkunft und Bedeutung

Herkunft und Bedeutung solcher Redensarten

lassen sich so zusammenfassen:

Viele bildhafte Wendungen

wie „Alles in Butter“ sind

Metaphern, die auf historische Ereignisse

zurückgehen und bestimmte

Vergleiche ausdrücken. Die meisten

dieser sprachlichen Bilder stammen

aus dem Mittelalter, einige haben einen

biblischen Ursprung und finden

sich deshalb sinngemäß auch in anderen

Sprachen. Weitere Redensarten

verbreiteten sich erst mit der

Entstehung der deutschen Gemeinsprache

und des ersten Nationalstaats

ab 1871. Gemeinsam ist ihnen,

dass sie dazu dienen,

jemanden auf die möglichen Folgen

einer Handlung oder eines Ereignisses

aufmerksam zu machen.

Alles in Butter

Diese Redensart bedeutet,

dass ein Vorgang

oder eine Aktion sehr

gut und ohne Probleme

gelungen ist. Beispiel: Zwei

Schüler sprechen über die letzte Englischprüfung.

Der eine sagt: „Ich hoffe,

du hattest alle Vokabeln gelernt.“ Der

andere antwortet: „Sei unbesorgt, es

ist alles in Butter.“ Damit meint er,

dass er die Prüfung bestanden hat.

Herkunft: Die Wendung stammt aus

dem Mittelalter. Damals wurden zerbrechliche

Waren wie Glas oder Ton

über die Alpen transportiert. Die langen,

holprigen Wege legte man mit

Pferd und Wagen zurück. Um die empfindlichen

Gegenstände zu schützen,

lagerte man sie in Fässern voller Butter

ein. Butter dämpfte Stöße so gut, dass

kaum etwas zerbrach. „Alles in Butter“

wurde daher zum Ausdruck für einen

gelungenen, schadlosen Transport –

und steht bis heute für einen Erfolg.

Aufgaben

Sprache

Trübsal blasen

Diese Redensart bedeutet,

dass jemand

traurig oder unzufrieden

ist und andere diesen

Zustand deutlich bemerken.

Oft wird sie verwendet, um

darauf hinzuweisen, dass dauerhaftes

Grübeln nicht weiterhilft. Beispiel:

Zwei Freunde treffen sich. Einer erzählt

immer wieder von einem deprimierenden

Erlebnis, was man ihm auch ansieht.

Der andere sagt zu ihm: „Blas

doch nicht so viel Trübsal!“ oder „Anstatt

den ganzen Tag Trübsal zu blasen,

unternimm lieber etwas!“ Herkunft:

Früher ließ man beim Tod eines wohlhabenden

Familienmitglieds den Turmwächter

vom Kirchturm eine traurige

Melodie blasen. So wurde im ganzen

Ort hörbar auf den Trauerfall hingewiesen.

Daraus entwickelte sich die Redensart

für anhaltende Traurigkeit.

Robert Teschner

1. Lest die Informationen über die drei oben genannten Redensarten und

wiederholt mündlich deren Anwendung und Bedeutung.

2. Setzt euch in kleinen Gruppen zusammen und findet vergleichbare Situationen.

Jeder erzählt dann eine kleine Geschichte, in der er eine

Redensart verwendet.

ausdrücken aussprechen, mitteilen, sagen

dämpfen hier: etw. weicher machen, damit es nicht kaputtgeht

Gemeinsprache, -n, die einheitliche, allgemein verwendete Sprache

grübeln lange und immer wieder über etw. nachdenken

Herkunft, die Abstammung, Ursprung

holprig uneben, nicht glatt/flach

Redewendung, -en, die feste Verbindung von Wörtern; Sprichwort, Idiom

Sinn, (hier o. Pl.), der hier: bedeutende Gedanken/Inhalte

Trübsal, die Traurigkeit

Umgangssprache, -n, die Alltagssprache, Jargon

Voraussetzung, -en, die Bedingung, Grundlage

Illustration: G​r​a​f​i ​k​L​a​b​/i​s​t​o​c​k​p​h​o​t​o​-​2​1​9​8​6​6​4​5​6​7 (Emojis)

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Kennzeichnung der Texte nach GER-Sprachniveaus: Leichte Texte (A2) Mittelschwere Texte (B1) Schwere Texte (B2 – C1)


Arbeitswelt

*

Viele Probleme am Arbeitsplatz lassen

sich durch ein persönliches, klärendes

Gespräch lösen (Symbolbild)

Gleiche Chancen für alle?

››

Diskriminierung in der Arbeitswelt

Menschen in Deutschland erleben im Alltag immer wieder Diskriminierung – auch am Arbeitsplatz.

Mohamed Kouras hilft ihnen dabei, ihre Rechte zu erkennen und Lösungen zu finden. Seine Arbeit zeigt:

Beratung kann Türen öffnen und neue Chancen möglich machen.

Wer Diskriminierung erlebt, fühlt

sich oft allein und unsicher. Viele

wissen nicht, welche Rechte sie haben

oder was sie tun können. In solchen Situationen

hilft Mohamed Kouras. Er ist

zertifizierter Antidiskriminierungsberater

und arbeitet in der Beratungsstelle

für Antidiskriminierungsarbeit Nordrhein-Westfalen

(ADA NRW) beim Deutschen

Roten Kreuz in Münster. Dort unterstützt

der 44-Jährige Menschen, die

Benachteiligung erlebt haben.

Zuhören und aufklären

Ein Beispiel aus seiner Arbeit zeigt, wie

wichtig diese Hilfe ist. Eine Frau wandte

sich an die Beratungsstelle, weil sie

Probleme an ihrem Arbeitsplatz hatte.

Antidiskriminierungsberatung

Antidiskriminierungsberatungen unterstützen

Menschen, die sich wegen ihrer Herkunft, ihres

Geschlechts, ihrer Religion oder einer Behinderung

benachteiligt fühlen. Sie arbeiten nach dem

Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und dem

Grundgesetz. Träger sind Bund, Länder, Städte

oder Vereine. Laut einer Studie des Deutschen

Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung

erleben viele Menschen in Deutschland

Diskriminierung – Beratungsstellen bieten daher

kostenlose Hilfe in vielen Städten an.

Wegen ihrer ethnischen Herkunft

machte ein Kollege immer wieder abwertende

Bemerkungen. Die Situation

wurde für sie immer schwieriger. In der

Beratung nahm Mohamed Kouras ihre

Erfahrungen ernst. Zusammen dokumentierten

sie die Vorfälle genau. Außerdem

erklärte er ihr ihre Rechte

nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz

(AGG). Das Gesetz schützt

Menschen davor, am Arbeitsplatz diskriminiert

zu werden.

Diskriminierung am

Arbeitsplatz

In einer Studie der Antidiskriminierungsstelle

des Bundes aus

diesen Jahr berichten 39,2 Prozent

der Befragten von Diskriminierung

im Arbeitsleben – häufig

wegen ihrer ethnischen Herkunft,

ihres Geschlechts, ihres

Alters oder sozialen Status.

Den Arbeitgeber kontaktieren

Danach kontaktierte Mohamed Kouras

ihren Arbeitgeber. Er machte deutlich,

dass Unternehmen ihre Beschäftigten

vor Diskriminierung schützen müssen.

Gleichzeitig bereitete er Gespräche

zwischen der Mitarbeiterin und

ihrer Führungskraft vor. Ziel war es,

ihre Stellung im Betrieb zu stärken.

Trotz aller Bemühungen verbesserte

sich die Situation langfristig nicht genug.

Eine Klage wäre schwierig gewesen,

weil es zu wenige Beweise gab.

Deshalb entschied sich die Mitarbeiterin

gemeinsam mit Herrn Kouras für einen

Aufhebungsvertrag. Dank seiner

Unterstützung erhielt sie ein gutes Arbeitszeugnis.

Kurz darauf fand sie eine

neue Stelle.

Unterschiedliche Konflikte

Dieser Fall zeigt, wie unterschiedlich

Konflikte verlaufen können. Manchmal

kommt es zu einer Trennung zwischen

Arbeitnehmer und Arbeitgeber. In anderen

Fällen lassen sich Probleme

durch Gespräche lösen oder

Arbeitsbedingungen verbessern.

Für Mohamed Kouras ist immer

wichtig, dass die betroffene Person

eine Lösung findet, die zu ihr

passt. Seine Arbeit ist deshalb

mehr als nur Beratung. Sie hilft

Menschen, ihre Rechte zu erkennen

– und manchmal auch, einen

Neuanfang zu wagen.

Wilhelm Siemers

Foto: katemangostar/freepik.com (Arbeitswelt)

22 vitamin de 108


Diskriminierung in der Arbeitswelt – Was kann dagegen

getan werden?

Mohamed Kouras ist zertifizierter Antidiskriminierungsberater und arbeitet in

Münster in der Beratungsstelle für Antidiskriminierungsarbeit Nordrhein-

Westfalen (ADA NRW) beim Deutschen Roten Kreuz. Dort unterstützt er Menschen,

die Diskriminierung erfahren haben. Herr Kouras kennt sowohl die Ursachen

von Diskriminierung als auch Wege, ihr entgegenzuwirken.

Foto: privat (Mohamed Kouras)

Herr Kouras, welche Arten von Benachteiligung erleben Menschen im Berufsleben

am häufigsten?

Menschen erfahren im Berufsleben sowohl offene als auch versteckte Benachteiligungen

– etwa wegen ihrer ethnischen Herkunft, Religion, ihres Geschlechts, Alters,

einer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung oder sozialen Herkunft. Mit sozialer

Herkunft ist gemeint, aus welcher Familie sie stammen, wie hoch das Einkommen der Eltern ist oder welchen Bildungsabschluss

sie haben. Bewerberinnen und Bewerber berichten häufig, dass sie seltener zu Vorstellungsgesprächen

eingeladen werden. Auch am Arbeitsplatz kommt es vor, dass Mitarbeitende bei Schulungen oder Beförderungen

nicht gleichbehandelt werden. Hinzu kommen abwertende Kommentare oder Witze. Oft treten dabei mehrere

Formen der Benachteiligung gleichzeitig auf.

Mohamed Kouras

Woran liegt es, dass manche Menschen im Berufsleben trotz guter Qualifikation benachteiligt werden?

Entscheidungen in Unternehmen werden oft von Stereotypen, Vorurteilen oder festen Gewohnheiten beeinflusst.

Manche Verantwortliche handeln nach Routine oder persönlichen Vorlieben, ohne zu merken, welche Folgen das

hat. Solange Diskriminierung für Unternehmen kaum Folgen hat, wird dieses Verhalten selten hinterfragt. Für Betroffene

bedeutet das Nachteile bei der Bewerbung auf Stellen, bei Beförderungen oder bei Weiterbildungen.

Was können betroffene Personen tun, wenn sie merken, dass sie unfair behandelt werden?

Ein Bewerber erzählte, dass er trotz guter Qualifikation keine Rückmeldung von einem Unternehmen bekommen hatte.

Mit unserer Hilfe konnte er eine Beschwerde einreichen. Kurz darauf erhielt er eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Solche Fälle zeigen, dass Beratung und ein klares Vorgehen oft schnell Wirkung zeigen. Wichtig ist aber,

die Frist von zwei Monaten einzuhalten, um nach einer Diskriminierung am Arbeitsplatz eine Beschwerde oder Klage

beim Arbeitgeber oder vor Gericht einzureichen.

Was müsste sich in Deutschland ändern, damit alle die gleichen Chancen im Beruf hätten?

Neben Gesetzen bräuchte es

auch vorbeugende Maßnahmen.

Zum Beispiel sollten Sensibilisierungsangebote

zu Diskriminierung

und Benachteiligung in Unternehmen,

Schulen und

anderen Einrichtungen verpflichtend

werden. In diesem Netzwerk

beraten wir nicht nur einzelne

Betroffene, sondern

bieten auch Schulungen für

Verwaltungen und soziale Einrichtungen

an. So lernen Mitarbeitende,

Vorurteile zu erkennen

und faire Entscheidungen

zu treffen. Solche Angebote

zeigen, wie wichtig es ist,

Strukturen zu verändern – und

nicht nur einzelne Fälle zu lösen.

Das Interview führte

Daniela Todorovićová.

abwertend respektlos, beleidigend, verletzend

Arbeitsbedingung, -en, die Situation, in der gearbeitet wird

Aufhebungsvertrag, -“-e, der Mitarbeiter und Chef einigen sich auf ein Ende des Arbeitsverhältnisses

Beförderung, -en, die hier: eine höhere berufliche Position/Stellung bekommen

Behinderung, -en, die (körperliche und/oder psychische) Einschränkung des Menschen, Invalidität

Bemühung, -en, die Versuch, Anstrengung

Benachteiligung, -en, die Diskriminierung, Ungleichbehandlung

Beratung, -en, die Auskunft, Information, Konsultation

Beschäftigte, -n, der/die Arbeiterin/Arbeiter

Beschwerde, -n, die sagen, dass etw. nicht stimmt oder schlecht ist; Reklamation, Kritik

Beweis, -e, der hier: Dokumentation, Bestätigung, Beleg

entgegenwirken verhindern, blockieren, unmöglich machen

ernst nehmen beachten, berücksichtigen

Führungskraft, -“-e, die Manager, Chef, Leiter

Herkunft, die Abstammung, Ursprung

hinterfragen überdenken, überprüfen

Klage, -n, die Ärger/Sorgen juristisch in Worte fassen; Beschwerde, Protest

Recht, -e, das hier: Privileg, Anspruch, Garantie

schützen hier: absichern; retten/bewahren vor etw.

Träger, -, der hier: wer etw. leitet/organisiert/bezahlt

verpflichtend obligatorisch; hier: man soll/muss die Kurse machen

versteckt nicht sichtbar, geheim, schwer zu erkennen

vorbeugend präventiv

Vorfall, -“-e, der unerwartetes Ereignis/Erlebnis

Vorurteil, -e, das Stereotyp, Ressentiment

wenden, sich, an jmdn. (Akk.) hier: jmdn. fragen, sich richten an jmdn.

vitamin de 108 23


Jugend

Videospiele gehören zum Alltag junger

Leute in Deutschland (Symbolbild)

Zwischen

Strategie und Spielspaß

››

Warum Marco Videospiele liebt

Computerspiele gelten oft als Zeitfresser – für manche sogar als Gefahr. Kritiker warnen vor

Suchtpotenzial und vor Gewalt in manchen Spielen, während andere in Videospielen Kreativität,

Gemeinschaft und Lernmöglichkeiten sehen. Der 20‐jährige Politikstudent Marco Hass zeigt, wie

unterschiedlich Gaming im Alltag junger Menschen sein kann.

*

Marco Hass studiert Politikwissenschaft

an der Universität Bamberg.

Sein Alltag ist geprägt von Vorlesungen,

Hausarbeiten und Treffen mit

Freunden – doch ein Hobby begleitet

ihn fast jeden Tag: Videospiele. Für ihn

sind sie Spaß und Inspiration.

Ausgangspunkt für neues Wissen

Marco spielt vor allem historische Strategiespiele.

In diesen Spielen baut er

ein Land auf, trifft wirtschaftliche Entscheidungen,

schließt Bündnisse und

Marco

Hass

trägt Konflikte aus. „Ich mag es,

auf eine Karte zu schauen und zu

sehen, was ich entwickelt habe“,

sagt er im Gespräch. Die Spiele

motivieren ihn, sich mit Themen

wie Industrialisierung, Kolonialismus

oder politischen Entwicklungen

zu beschäftigen. Oft liest er

danach auf Wikipedia weiter – so

wird Gaming für ihn ein Ausgangspunkt

für neues Wissen.

Gemeinschaft im digitalen

Raum

Marco spielt nicht nur allein. Mit

Kommilitonen verabredet er sich

regelmäßig zu gemeinsamen

Spielrunden. Auch über Foren

findet er Mitspieler, mit denen er

sich austauscht. Dauerhafte

Freundschaften entstehen dort

jedoch selten. „Man trifft Leute

und kann die Freundschaft im Spiel

ausleben, aber langfristig ist das

schwieriger“, erklärt er. Für ihn bleibt

Gaming ein soziales Hobby – aber kein

Ersatz für echte Begegnungen.

Warum E‐Sport ihn nicht reizt

Professionelles Gaming fasziniert viele

Menschen, Marco jedoch nicht.

E-Sport (elektronischer Sport) ist ihm

zu „durchgetaktet“ und verliert für ihn

den spielerischen Charakter. Für ihn

stehen nicht Perfektion oder Wettbewerb

im Mittelpunkt, sondern Kreativität

und Entspannung. Wenn aus einer

Freizeitbeschäftigung ein Leistungsdruck

entsteht, verliert das Spielen für

ihn seinen Reiz.

Kreativität auf digitalen Karten

Besonders sogenannte Sandbox‐Spiele

zeigen für Marco, wie kreativ Gaming

sein kann. Sandbox‐Spiele sind offene

Spiele, in denen man viele Freiheiten

hat und selbst entscheiden kann, was

man baut oder ausprobiert. Marco erzählt

begeistert von Modifikationen, in

denen er Maschinen, Rohre und ganze

Produktionsketten plant. Solche Spiele

fördern für ihn logisches Denken und

Problemlösungen.

Gaming mit Maß

Marco weiß, dass Gaming auch zur Belastung

werden kann. Wenn andere

Aufgaben liegen bleiben, macht er bewusst

eine Pause. Für ihn ist wichtig,

die richtige Balance zu finden. Videospiele

sind für ihn weder reine Zeitverschwendung

noch ein Wundermittel.

Sie sind eine normale Freizeitbeschäftigung

– wie Bücher oder Brettspiele.

Manche Spiele seien sinnvoller als andere,

meint er, doch pauschale Kritik

hält er für übertrieben. Besonders für

Kinder wünscht er sich klare Altersgrenzen,

ähnlich wie bei Filmen.

Diana Harutyunyan

Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Gamer), privat (Marco Hass)

24 vitamin de 108


Spielen heißt gestalten

Beim PLAY – Creative Gaming Festival in Hamburg zeigt Andreas Hedrich, Mitgründer und pädagogischer

Leiter des Festivals, wie vielfältig digitale Spiele sein können. Statt nur zu konsumieren, sollen

Kinder und Jugendliche lernen, kreativ zu werden, Medien zu verstehen und Risiken wie exzessives

Spielen besser einzuordnen. Im Interview erklärt er, warum Games mehr sind als

Unterhaltung – und weshalb offene Gespräche wichtiger sind als Verbote.

Herr Hedrich, was ist das Ziel des PLAY – Creative Gaming Festivals in Hamburg?

Das PLAY – Creative Gaming Festival gibt es seit über 18 Jahren. Sein Ziel ist es zu zeigen, dass

man digitale Medien nicht nur konsumieren, sondern auch aktiv und kreativ nutzen kann. Viele

Spiele wirken auf den ersten Blick wie feste Systeme, die man nicht verändern kann. Das Festival

möchte zeigen, dass das nicht stimmt. Dort können Kinder und Jugendliche in Workshops eigene

Ideen ausprobieren, Spiele verändern und Neues gestalten. Außerdem gibt es eine große Ausstellung

mit ungewöhnlichen Spielkonzepten sowie viele Vorträge und Mitmachangebote.

Andreas

Hedrich

Wozu können Videospiele Ihrer Meinung nach beitragen?

Na ja, Videospiele sind für viele Kinder und Jugendliche vor allem ein Unterhaltungsmedium. Sie nutzen Spiele, um

in andere Welten einzutauchen, abzuschalten, sich zu entspannen und gemeinsam mit Freundinnen und Freunden

Spaß zu haben. Dieser Unterhaltungswert ist wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig stecken in

vielen Spielen auch Ideen darüber, wie wir zusammenleben, Entscheidungen treffen oder Probleme lösen können.

Spiele können daher wie ein großes Rätselbuch sein, das zum Nachdenken anregt.

Und wie merken Sie, dass ein Jugendlicher vielleicht süchtig nach Videospielen ist?

Sucht ist klar definiert. Dafür müssen mehrere Dinge zusammenkommen: dass jemand kaum noch soziale Kontakte

hat, das Essen vergisst oder sich nicht mehr um die eigene Körperhygiene kümmert. Bei Kindern sieht man es

oft daran, dass sie keine Freude mehr an anderen Dingen haben. In solchen Momenten sollte man unbedingt auf

sie zugehen und schauen, wie man ihnen helfen kann.

Welche Maßnahmen finden Sie sinnvoll, um exzessives Spielen früh zu erkennen und problematisches

Verhalten zu vermeiden?

Für mich bedeutet Prävention vor allem, Medienkompetenz zu vermitteln. Man sollte viel darüber sprechen, wie

man Medien nutzt und was sie mit einem macht. Wichtig ist auch, Dinge selbst auszuprobieren und kreativ mit Medien

umzugehen, damit man eine andere Perspektive bekommt. Offene Gespräche helfen sehr – in der Schule,

aber auch zu Hause. Kinder und Jugendliche sollten ernst genommen werden, wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen.

Außerdem sorgt die aktuelle Diskussion über Regeln und mögliche Verbote dafür, dass wir uns als Gesellschaft

mehr Gedanken machen.

Nicht die Verbote selbst, aber die

Debatte darüber hilft, um aufzuklären

und zu zeigen, was alles

dazugehört.

Das Interview führte

Diana Harutyunyan.

Altersgrenze, -n, die ab welchem Alter etw. erlaubt oder geeignet ist

aufklären hier: informieren und Zusammenhänge erklären

begleiten hier: er geht fast jeden Tag seinem Hobby nach

Belastung, -en, die Stress, Mühe

Bündnis, -se, das Zusammenschluss, Gemeinschaft, Koalition

durchgetaktet streng organisiert, stark strukturiert und zeitlich genau geregelt

einordnen etw. bewusst und reflektiert beurteilen können

Foto: privat (Andreas Hedrich)

eintauchen hier: tief in eine andere Welt eintreten und die Realität zeitweise vergessen

Entspannung, die Erholung, Ruhe

Ersatz, der Ausgleich, Äquivalent

fördern verstärken, unterstützen

gelten, als jmd./etw. (Nom.) angesehen/betrachtet werden

Gemeinschaft, -en, die hier: Zusammensein, Zusammenleben

geprägt sein, durch etw. (Akk.) beeinflusst/gekennzeichnet sein

Gewalt, die jmdn. schlagen/verletzen, Brutalität

Leistungsdruck, der psychologischer Stress, immer erfolgreich zu sein

Reiz, -e, der hier: Schönheit, Charme

süchtig abhängig

Suchtpotenzial, -e, das Risiko, mit etw. nicht mehr aufhören zu können

Unterhaltungswert, der Spaßfaktor, der Einfluss auf die Motivation und das Erleben hat

Verbot, -e, das etw. ist illegal/nicht erlaubt

wirken hier: den Eindruck machen, erscheinen

Wundermittel, -, das perfekte Lösung für alles

Zeitfresser, -, der etw., das viel Zeit kostet, oft ohne großen Nutzen

Nach Verkaufszahlen

waren diese fünf Spiele

2024/25 sehr beliebt in

Deutschland

1. EA Sports FC 25 – ein Fußballspiel

2. Call of Duty: Black Ops 6 – ein

Shooter

3. Helldivers 2 – ein Koop‐Shooter

4. Landwirtschafts‐Simulator 25 – ein

Simulationsspiel

5. Super Mario Party Jamboree – ein

Partyspiel für die Nintendo Switch

vitamin de 108 25


Von Seoul

nach Salzburg

››

Der Opernsänger Min-Jun

Min-Jun hat in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas,

Operngesang studiert. Der junge Mann singt mit

einer klaren Tenorstimme. Leider ist er vor

Auftritten oft sehr nervös. Obwohl er

Veränderungen nicht mag, ist Min-Jun vor zwei

Monaten in die Mozartstadt Salzburg gezogen. Dort

möchte er ein berühmter Opernsänger werden.

Heute sitzt er allein im Café Bazar. Er spricht leise,

bewegt unruhig seine Hände und merkt nicht, dass

eine junge Frau an seinen Tisch kommt.

Dialog

*

Min-Jun: Ich sage dir … ich muss hier

warten … Ich sage dir, bis … Ich sage

dir …

Anna: Hallo, ist bei dir noch ein Platz

frei? Im Café sind gerade alle Tische

besetzt.

Min-Jun: Ähm, natürlich. Bitte, setz

dich.

Anna: Danke. Hoffentlich habe ich dich

nicht gestört. Du siehst sehr beschäftigt

aus. Was machst du hier mit den

vielen Noten und Texten? Bist du Musiker?

Min-Jun: Ja, ich bin Opernsänger.

Mein Name ist Min-Jun. Ich komme

aus Südkorea und lebe seit zwei Monaten

in Salzburg. Im Moment lerne ich

einen Text aus der Oper „Elektra“ von

Richard Strauss.

Anna: Freut mich, dich kennenzulernen.

Ich bin Anna. Du bist also Opernsänger?

Das ist toll! Salzburg ist ja die

Stadt der klassischen Musik.

Min-Jun: Das stimmt. Salzburg kennen

alle Musikstudenten von meiner Uni.

Viele wollen hier einmal singen oder in

einem Orchester spielen.

Anna: Ich finde es sehr mutig, dass du

aus Südkorea hierhergezogen bist. Das

war sicher nicht einfach für dich. Singst

du eigentlich am Landestheater?

Min-Jun: Leider habe ich noch keine

Mozartstadt Salzburg

Salzburg ist die Geburtsstadt des berühmten

klassischen Komponisten

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 –

1791). Viele Touristen besuchen sein

Geburtshaus und die beiden großen

Opernhäuser. Salzburg wird deshalb

auch „Mozartstadt“ genannt.

Rolle in einer Oper.

Vielleicht klappt es

ja bald. Nächste

Woche gehe ich

zu einem wichtigen

Vorsingen.

Anna: Ach so!

Jetzt verstehe

ich, warum du

vorher etwas lauter

gesprochen

hast. Ich dachte,

du redest mit dir

selbst! Aber du übst hier im

Wolfgang Amadeus

Mozart, ein Kind

der Stadt Salzburg

Café deine Operntexte. Faszinierend!

Min-Jun: Du interessierst dich für

Opern? Das freut mich. Ich kenne

nicht viele junge Leute, die klassische

Musik mögen.

Anna: Ich höre seit vielen Jahren klassische

Musik, wenn ich lerne. Sie hilft

mir sehr, zum Beispiel beim Lernen von

Jahreszahlen oder beim Übersetzen lateinischer

Texte aus dem Mittelalter.

Ich studiere Geschichte.

Min-Jun: Wirklich? Ich interessiere

mich auch für Geschichte. Besonders

spannend finde ich das 18. und 19.

Jahrhundert. Damals entstanden viele

berühmte Opern in Italien, Frankreich

und Deutschland.

Min-Jun und Anna im

Café (Symbolbild)

Anna: Ja, das kann ich gut verstehen.

Das war eine spannende Zeit.

Welche Oper hast du zuletzt angeschaut?

Min-Jun: „Die Zauberflöte“. Ich liebe

die Musik von Mozart. Sie ist sehr

schön und manchmal auch schwer zu

singen.

Anna: „Die Zauberflöte“ habe ich letzten

Monat auch im Landestheater gesehen.

Vielleicht sehe ich dich ja

nächstes Mal schon auf der Bühne!

Min-Jun: Ja, das ist mein großer

Wunsch. Zuerst muss ich das Vorsingen

schaffen und weiter üben. Leider.

Anna: Üben ist wichtig, das stimmt.

Aber jetzt lade ich dich erst einmal auf

einen Kaffee und ein Stück Torte ein.

Danach kannst du sicher besser üben.

Einverstanden?

Min-Jun: Gerne, ich freue mich. Üben

geht später auch noch.

Barbara Hanko

beschäftigt etw./viel zu tun haben

besetzt sein hier: belegt/nicht mehr frei sein

Gesang, -“-e, der das Singen; Lied, Melodie

hierherziehen an einen Ort kommen, um dort zu wohnen/bleiben

klappen funktionieren, jmd. schafft etw.

Mittelalter, das Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert)

spannend interessant, aufregend

Tenor, (hier o. Pl.) der hohe männliche Singstimme

Vorsingen, das singen, um als Sänger bewertet oder ausgewählt zu werden

Fotos: prostooleh/freepik.com (Min-Jun und Anna, Symbolbild); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Mozartstadt Salzburg)

26 vitamin de 108


*

In & Out

Aktuelle Trends

Was ist in diesem Frühling in Deutschland

angesagt? Und was liegt gerade nicht im Trend?

Miriam Brunner, Studentin für Wirtschaftsinformatik

an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, hat

Antworten auf diese Fragen. Über die neuesten

Trends berichtet sie in der Rubrik „In & Out“.

Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Pärchen beim Streamen); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Y​2​K​-​M​o​d​e), ARD (Logos von ARD und ZDF); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Mode-Minimalismus)

Mediatheken von ARD und ZDF

Viele Jugendliche finden die Mediatheken

von ARD und ZDF, den großen

staatlichen Fernsehsendern in

Deutschland, langweilig und eher

für ein älteres Publikum geeignet.

Lieber nutzen sie Netflix, YouTube

und andere Plattformen, weil diese

trendiger und näher an ihren Interessen

sind.

Minimalismus in der Mode

Schlichter Minimalismus mit nur

Schwarz und Weiß ist bei Jugendlichen

nicht mehr beliebt. Er gilt als

„cheugy“, also altmodisch oder uncool.

Einfache Dinge wirken langweilig.

Zum Beispiel ein weißes

T-Shirt mit schwarzen Jeans gilt als

altbacken.

Videos und Filme streamen

66 Prozent der Jugendlichen nutzen You-

Tube. Die Plattform wird für Serien, Filme

und Kurzvideos genutzt. Netflix folgt mit

rund 52 Prozent. 90 Prozent der 12- bis

19-Jährigen haben Zugang zu mindestens

einem Streamingdienst. Mädchen

streamen mit 76 Prozent etwas häufiger

als Jungen mit 67 Prozent.

Y2K-Mode

Diese Mode zeigt den Stil der

1990er/2000er mit Low-Rise-Jeans, die

tief auf der Hüfte sitzen, Crop-Tops, also

kurzen Oberteilen, Plateauschuhen und

glänzenden Stoffen. Low-Rise-Jeans werden

mit Oversized Hemden oder Cargohosen

kombiniert und eignen sich für Alltag

und Party.

altbacken altmodisch, langweilig, nicht mehr modern

angesagt modern, in Mode, aktuell

berichten erzählen, sagen, informieren

eignen, sich, für etw. (Akk.) passen, infrage kommen

finden hier: beurteilen, einschätzen, empfinden

folgen hier: zeitlich nach jmdm./etw. kommen, sich anschließen

gelten, als jmd./etw. (Nom.) angesehen/betrachtet werden

glänzend hier: leuchtend, strahlend

Hüfte, -n, die Körperpartie unterhalb der Taille

Zugang, (hier. o. Pl.), der hier: Nutzung/Gebrauch von etw.

Miriam Brunner


Literatur

*

Heinrich Heine

und „Die Loreley“

››

Rheinromantik in Versen

„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, daß ich so traurig bin“ –

kaum eine Zeile der deutschen Literatur ist so bekannt wie der

Anfang von Heinrich Heines Gedicht „Die Loreley“. Das Gedicht

erzählt von einer geheimnisvollen Frau auf einem Felsen am

Rhein. Es hat den Mythos des Loreley-Felsens stark geprägt und

ist bis heute eng mit dem Bild der Rheinromantik am Mittelrhein

verbunden.

Heinrich Heine wurde 1797 in Düsseldorf

geboren und starb 1856

im Exil in Paris. Er ist

einer der wichtigsten

deutschen Dichter des

19. Jahrhunderts. Heine

schrieb nicht nur Gedichte,

sondern auch

Reiseberichte und politische

Texte. Sein Stil ist

musikalisch, oft ironisch

und kritisch gegenüber

der Gesellschaft. Obwohl

Heine oft romantische

Themen verwendet,

zeigt er die Welt

nicht nur als schön,

Symbolistische

Malerei von Georg

Janny, Aquarell,

vermutlich

um 1900

sondern stellt sie auch

in Frage. Das Gedicht

„Die Loreley“ erschien

1827 in seiner bekanntesten

Gedichtsammlung,

dem Buch der

Lieder, damals „Lore-Ley“, heute orthografisch

modernisiert „Loreley“ geschrieben.

Besonders bekannt wurde

das Gedicht als Lied. 1837 komponierte

Friedrich Silcher (1789 – 1860) eine

Melodie dazu. Das Lied gilt als wichtiges

Beispiel für die Rheinromantik.

Die Loreley

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,

Daß ich so traurig bin;

Ein Märchen aus alten Zeiten,

Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,

Und ruhig fließt der Rhein;

Der Gipfel des Berges funkelt

Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet

Dort oben wunderbar;

Ihr goldnes Geschmeide blitzet,

Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme

Und singt ein Lied dabei;

Das hat eine wundersame,

Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe

Ergreift es mit wildem Weh;

Er schaut nicht die Felsenriffe,

Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen

Am Ende Schiffer und Kahn;

Und das hat mit ihrem Singen

Die Loreley getan.

ablenken hier: stören, nicht machen lassen

ergreifen hier: übernehmen, bekommen

Felsen, -, der großer Stein

Geschmeide, das schöner, wertvoller Schmuck

Gipfel, -, der Spitze/höchster Punkt eines Berges

Kahn, -“-e, der nicht Oliver, sondern ein kleines Boot

prägen beeinflussen, wirken auf etw.

Riff, -e, das unter Wasser liegende große Steine, die gefährlich für ein Schiff sind

Sehnsucht, -“-e, die starker Wunsch/Verlangen nach etw./jmdm.

verbunden sein zusammenhängen, kombiniert sein

Verführung, -en, die jmdn. dazu bringen, etw. zu tun, was er eigentlich nicht will

Vergänglichkeit, -en, die Sterblichkeit, Endlichkeit

verschlingen hier: Schiff und Schiffer greift sich die See

Weh, das Schmerz, Leid, Kummer

Zeile, -n, die einzelne Textreihe in einem Gedicht oder Lied

Porträt von Heinrich Heine,

Ölgemälde von Moritz

Daniel Oppenheim (1831)

Dichtung und Wahrheit

Das Gedicht zeigt typische Motive der

Rheinromantik: schöne Natur, Abendstimmung

und die Verbindung von

Schönheit und Gefahr. Gleichzeitig

zeigt Heine, dass die romantische

Sehnsucht oft täuscht. Der Name „Loreley“

kommt von „Lore“ und „Ley“

und bezeichnet den hohen Schieferfelsen

am Rhein. Der Legende nach sitzt

dort eine schöne Frau. Ihr Gesang

lenkt die Schiffer ab und bringt sie in

Gefahr. Den Felsen gibt es wirklich. Er

liegt in einer der gefährlichsten Kurven

des Mittelrheins, bei der Stadt St.

Goarshausen in Rheinland-Pfalz. Früher

gab es dort oft Schiffsunglücke.

Aufgrund dieser Gefahren entstanden

viele düstere Geschichten.

Heine und die Rheinromantik

Heinrich Heine nutzt die Sage von der

Loreley und macht daraus ein Bild für

Verführung, Vergänglichkeit und

menschliche Schwäche. Mit seinem

Stil verbindet er romantischen Zauber

und kritische Distanz. Genau diese Mischung

macht das Gedicht bis heute

interessant. Durch die frühe Vertonung

wurde es schnell zu einem bekannten

Volkslied. So blieb es lange im kulturellen

Gedächtnis. Wer sich näher mit

Heines Werken beschäftigt, merkt,

dass er Gefühl, Scharfsinn, Romantik

und Kritik auf besondere Weise verbindet.

Katrin Luft

Fotos: ​Moritz Daniel Oppenheim/H​a​m​b​u​r​g​e​r​K​u​n​s​t​h​a​l​l​e (Porträtgemälde des Dichters Heinrich Heine von Moritz Daniel Oppenheim, 1831), ​tiberius-auctions.com (symbolistische Malerei von Georg Janny, Aquarell, vermutlich um 1900)

28 vitamin de 108


Kunst

Fotos: K​u​n​s​t​s​a​l​o​n​ ​F​r​a​n​k​e​/w​i​k​i​m​e​d​i​a​.​o​r​g​ (Gemälde „Papageienmann im Amsterdamer Zoo“ von Max Liebermann, 1902), Max Liebermann/Tate Britain/wikimedia.org (Selbstporträt von Max Liebermann, 1934),

J​e​a​n​-​P​i​e​r​r​e​ ​D​a​l​b​é​r​a​/w​i​k​i​m​e​d​i​a​ ​h​t​t​p​s​w​w​w​.​f​l ​i​c​k​r​.​c​o​m​p​h​o​t​o​s​d​a​l​b​e​r​a​3​7​0​6​5​5​9​8​4​9​5 (Museum Barberini)

Museum Barberini

››

Erste Adresse für

Impressionismus

Das Museum Barberini in Potsdam ist ein

Kunstmuseum. Es zeigt Malerei des 19. bis 21.

Jahrhunderts, vor allem Impressionismus. Viele

Werke stammen aus der Sammlung von Hasso

Plattner. Der Mitgründer der großen Softwarefirma

SAP ließ das im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945)

zerstörte Palais Barberini neu bauen. Das Museum

eröffnete 2017, um Potsdams historische Mitte

wiederzubeleben. Noch bis Anfang Juni ist dort die

Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der

Impressionismus in Deutschland“ zu sehen.

Noch bis zum 7. Juni 2026 läuft die

Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann

und der Impressionismus in

Deutschland“ im Museum Barberini.

Sie zeigt über 100 Meisterwerke aus

rund 60 Sammlungen. Max Liebermann

(1847 – 1935) steht im Mittelpunkt. Er

führte den Impressionismus aus Frankreich

nach Deutschland ein. Als Präsident

der Berliner Secession förderte

er internationale Kunst. Zu sehen

sind Werke von Lovis Corinth (1858 –

1925), Max Slevogt (1868 – 1932)

So sah sich Max

Liebermann selbst:

ein Selbstporträt-

Gemälde von 1934

und Lesser Ury

(1861 – 1931).

Auch Fritz von

Uhde (1848 –

1911) und

Maria Slavona

(1865 – 1931)

sind vertreten.

Die Themen umfassen

sonnige

Landschaften,

Figurenbilder und

Stillleben.

Gemälde „Papageienmann

im Amsterdamer Zoo“ von

Max Liebermann (1902)

Betrachter, -, der jmd., der sich etw. ansieht

einbeziehen integrieren, einbinden, einfügen

einführen hier: mit etw. beginnen

einsetzen, sich, gegen etw. (Akk.) gegen etw. kämpfen

fördern unterstützen, verstärken

Gänserupferin, -nen, die eine Frau, die Gänsen ihre Federn herauszieht

im Mittelpunkt stehen im Zentrum stehen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Mitgründer, -, der jmd., der zusammen mit anderen die Basis/Grundlage für etw. legt

Pinselstrich, -e, der Linie oder Spur, die ein Pinsel hinterlässt

stammen herkommen, hervorgehen

vertreten sein da sein, sich zeigen, sich präsentieren

wiederbeleben hier: wieder nutzen, erneuern

zerstört kaputt, defekt, unbrauchbar

Pionier des deutschen

Impressionismus

Max Liebermann war ein wichtiger Maler und Grafiker. Er

brachte den Impressionismus nach Deutschland. Geboren

1847 in Berlin, studierte er in Weimar, Paris und

München. Anfangs malte er realistische Szenen wie „Die

Gänserupferinnen“ (1872). Ab den 1890er-Jahren orientierte

er sich an französischen Impressionisten wie Monet.

Er arbeitete mit hellen Farben, lockeren Pinselstrichen

und Lichteffekten. Berühmt sind Bilder wie

„Flachsscheuer in Laren“ (1887) und Motive vom Wannsee.

Als Präsident der Berliner Secession (1898 – 1911)

setzte er sich gegen die strenge Akademiekunst ein. Liebermann

förderte die Moderne und internationale Einflüsse.

Er veränderte die deutsche Malerei: von dunklen

Historienbildern zu hellen Bildern von Natur und Alltag.

Viele

französische

Meister

Museumsgründer

Plattner hat viele

französische Impressionisten

gesammelt. Dazu gehören

Claude Monet (1840 – 1926) mit

34 Gemälden, Pierre-Auguste Renoir

(1841 – 1919), Camille Pissarro

(1830 – 1903), Alfred Sisley (1839 –

1899) und Paul Signac (1863 –

1935). Außerhalb von Paris gibt es nirgends

so viele Monets an einem Ort.

Plattner sagt: „Die Gemälde beziehen

uns als Betrachter unmittelbar mit ein.

Wir spüren den Wind auf der Haut und

die Temperatur des Wassers, wenn wir

Monets Segelbooten auf der Seine zusehen.

Das schafft keine andere

Kunst. Die Impressionisten sind Kommunikationsgenies.“

Diese Werke und

viele andere sind dauerhaft im Museum

Barberini zu sehen.

​Maria Zucker

Das Museum

Barberini

*

vitamin de 108 29


Psychotest

*

Das ist mir zu viel!

››

Welcher Stresstyp bist du?

Stress ist ein Teil unseres Alltags. Schule, Hausaufgaben,

Prüfungen und Termine können anstrengend sein. Heute gibt es

viele Möglichkeiten, mit Stress umzugehen. Aber was hilft dir am

besten? Nicht jeder reagiert in gleicher Weise auf Stress. Mach

unseren Test und finde heraus, zu welchem Stresstyp du gehörst.

So kannst du lernen, Stress zu vermeiden.

Fragen

Du hast viel zu lernen für die Prüfungen

in der Schule. Was

machst du?

a) Ich fühle mich überfordert.

b) Ich lerne sehr genau – das dauert

lange.

c) Ich widme mich erst meinen

Hobbys, dann der Prüfungsvorbereitung.

Wie fühlst du dich vor einer

Klassenarbeit?

a) Ich bin unruhig und kann mich

schlecht konzentrieren.

b) Ich bin gestresst, ich will eine

gute Note.

c) Ich bin entspannt, bis ich sehe,

wie viel noch zu tun ist.

Wenn etwas nicht so läuft wie geplant,

dann …

a) werde ich nervös und hektisch.

b) ärgere ich mich über mich

selbst.

c) lege ich die Aufgabe erst mal

weg.

Machst du gerne Pausen während

der Arbeit?

a) Nein, dann denke ich weiter an

die Arbeit.

b) Erst dann, wenn alles fertig ist.

c) Ja, Pausen helfen mir, den Kopf

freizubekommen.

Welcher Satz passt am besten zu

dir?

a) Ich habe oft zu viel zu tun.

b) Für mich ist es nie gut genug.

c) Ich fange lieber erst morgen an.

ärgern, sich böse/wütend werden

Atemübung, -en, die Meditation durch langsames Luftholen

aufschieben etw. erst später machen, hinauszögern

entspannt gelassen, ruhig

Kopf freibekommen, den Stress abbauen, sich auf das Wichtige konzentrieren

sorgfältig akkurat, genau

überfordert sich einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen

umgehen, mit etw. (Dat.) zurechtkommen mit etw.

unter Druck setzen, sich sich selbst stressen

vergessen nicht mehr an etw. denken

vermeiden umgehen, nicht passieren lassen

Zeitdruck, der Situation, in der man wenig Zeit hat

Auswertung

Was hast du am häufigsten gewählt

– a, b oder c?

a) Der Multitasker

Du hast oft das Gefühl, dass alles zu

viel ist. Du versuchst, viele Dinge

gleichzeitig zu machen, aber manchmal

vergisst du wichtige Dinge. Multitasking

ist nicht immer gut. Klare

Aufgaben, feste Pläne und Pausen

können dir helfen.

b) Der Perfektionist

Du setzt dir immer sehr hohe Ziele

und willst alles perfekt machen. Du

arbeitest genau und sorgfältig, setzt

dich aber viel unter Druck. Es ist gut,

alles richtig machen zu wollen. Realistische

Ziele und Pausen können

dir helfen, besser mit Stress umzugehen.

c) Der Aufschieber

Du schiebst Aufgaben oft auf, weil

sie langweilig oder schwer sind. Später

hast du dann Zeitdruck, das

macht Stress und verringert deine

Leistung. Ein klarer Plan mit festen

Lernzeiten kann helfen, Stress zu

vermeiden.

Stress abbauen mit Apps

Stress im Alltag kann man mit Apps

gut reduzieren. Es gibt auch Apps auf

Deutsch, die dabei helfen. Zwei bekannte

Apps sind 7Mind und Stress-

Mentor. 7Mind ist eine Meditations-

App mit vielen Übungen wie Meditationen,

Atemübungen und Kursen gegen

Stress. Man kann die App kos -

tenlos testen. Stress-Mentor hilft bei

Stress im Alltag und zeigt Entspannungsübungen

sowie Tipps für eine

bessere Zeitplanung. Die App ist kostenlos

und für das Handy geeignet.

Zusammengestellt von Tim Warnecke

Illustration: KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (drei Stresstypen)

30 vitamin de 108


Bildung

Raus aus der Komfortzone

››

Klara und der Freiwilligendienst

Nach dem Abitur ging Klara Wilk aus der Nähe von Hamburg ins Ausland. Die 18-Jährige wollte etwas

Neues erleben und ihre Zeit sinnvoll nutzen. Dabei entdeckte

sie den internationalen Freiwilligendienst „kulturweit“.

Mit Spaß bei der

Arbeit: Klara Wilk

Dieses Programm vom Auswärtigen

Amt schickt junge Menschen in

viele Länder. Dort arbeiten sie an Schulen

oder in anderen Einrichtungen. Der

Pädagogische Austauschdienst (PAD)

und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

(ZfA) helfen den Freiwilligen,

eine passende Schule zu finden.

Klara bewarb sich, hatte Auswahlgespräche

und bekam schließlich eine Zusage.

„Der Freiwilligendienst bringt mir

viel – für mein Leben und meine Zukunft“,

sagt sie.

Arbeiten am Gymnasium Bežigrad

Klara arbeitete bis Februar 2026 sechs

Monate am Gymnasium Bežigrad in

Ljubljana, der Hauptstadt von Slowenien.

Dort lernte sie das Land, die Leute

und die Sprache kennen. „Es ist spannend,

neue Kulturen zu entdecken.

Man bekommt neue Ideen und Perspektiven“,

erzählt sie. Auch ihre

Schülerinnen und Schüler merken,

wie sehr Klara ihnen hilft. Miro, 15

Jahre alt, sagt: „Durch sie habe ich

wieder mehr Vertrauen in mein

Deutsch gewonnen.“ Am Gymnasium

unterstützt Klara vor allem den

Deutschunterricht. Sie arbeitet mit

ganzen Klassen, kleinen Gruppen

oder einzelnen Lernenden. Dabei erklärt

sie Grammatik, liest Texte mit

den Jugendlichen und bereitet Spiele

oder Übungen vor.

Das Deutsche Sprachdiplom (DSD)

Ein wichtiger Teil von Klaras Arbeit ist

das DSD-Programm. Mit dem Deutschen

Sprachdiplom können Deutschlernende

weltweit Zertifikate bekommen,

die ihre Deutschkenntnisse bestätigen.

Die Schule bereitet die Jugendlichen

für das DSD II auf dem

Niveau B2/C1 vor – das ist wichtig für

ein Studium in Deutschland. Viele fühlen

sich durch Klara sicherer. Alesia,

16 Jahre alt, sagt: „Klara schafft eine

freundliche Lernatmosphäre.“ Lina, 17

Jahre alt, findet: „Sie ist geduldig und

motiviert uns sehr.“

Etwas Sinnvolles tun

Klara wollte nicht nur reisen. Sie wollte

etwas Sinnvolles tun und mit Menschen

arbeiten. Sie sagt, dass sich ihr

Blick auf Europa durch den Freiwilligendienst

verändert hat. Auch Dasha,

17 Jahre alt, hat viel gelernt: „Durch

Klara habe ich verstanden, wie wichtig

Freiwilligenarbeit ist. Ich möchte später

auch so etwas machen.“ Durch ihre

Arbeit in der Schule lernte Klara viel

über Unterricht, Kommunikation und

Geduld. Sie sagt, dass ihr jede Erfahrung

hilft, selbstständig zu leben.

Leben im Ausland

Die Zeit im Ausland war für Klara sehr

wichtig. Sie lebte allein, weit weg von

zu Hause, reiste am Wochenende und

tauschte sich mit anderen Freiwilligen

aus. „Der Freiwilligendienst im Ausland

ist super“, sagt sie. „Es ist eine große

Herausforderung, in einem anderen

Land zu leben. Aber man lernt viel fürs

Leben.“ Klara ist dankbar für diese Erfahrung

– und dafür, dass sie jungen

Menschen die deutsche Sprache und

Kultur näherbringen konnte. „Ich habe

neue Freundschaften geschlossen, das

Land entdeckt und viel über mich

selbst erfahren“, sagt sie.

Michael Steber (Landesprogrammlehrer

am Gimnazija Bežigrad in Ljubljana),

Andrea Rückert (Fachberaterin für

Deutsch der ZfA in Ljubljana)

*

Auswärtige Amt, das das Außenministerium Deutschlands

bestätigen belegen, verifizieren

bewerben, sich, für etw. (Akk.) hier: Dokumente abgeben, um an einem Programm teilzunehmen

Einrichtung, -en, die hier: Organisation, Institution

entdecken hier: finden

Fotos: privat (Klara Wilk), ZfA (Logo)

Freiwilligendienst, -e, der Volontariat; Programm, bei dem junge Menschen anderen helfen

geduldig hier: auf etw. länger warten können

Herausforderung, -en, die schwierige Aufgabe

näherbringen verständlich machen, mit etw. vertraut machen

selbstständig hier: erwachsen, unabhängig, reif

sinnvoll vernünftig, klug, zweckmäßig

Vertrauen gewinnen, in etw. (Akk.) hier: an sich selbst und sein Können glauben

Zusage, -n, die hier: Bestätigung, einen Platz im Programm bekommen zu haben

Klara

Wilk

vitamin de 108 31


Horoskop

Frühlingserwachen

››

Dein Frühlingshoroskop

Im Frühling werden die Tage länger und es wird wärmer. Viele Menschen bereiten sich auf Ostern vor,

besuchen Frühlingsfeste oder gehen auf Wochenmärkte, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Wie

erleben die Sternzeichen diese Zeit? Vitamin de hat genau hingeschaut.

*

Fische

19. Februar – 20.

März

Für dich beginnt der Frühling

ruhig. Du musst keine vollen Tage

haben oder feste Pläne machen. Mit

Musik, Blumen und etwas Ruhe fühlst

du dich gut. Ostern bereitest du ohne

Stress vor.

Widder

21. März – 19.

April

Sobald die Sonne scheint, willst

du etwas tun. Du hast viel Energie

und möchtest etwas erleben. Feste

und Treffen machen dir Spaß. Zu viele

Termine machen dich aber müde.

Stier

20. April – 20. Mai

Im Frühling geht es für dich

darum, das Leben zu genießen.

Frisches Essen, schöne Farben

und eine gemütliche Umgebung sind

dir wichtig. Auf dem Markt findest du

vieles davon.

Zwillinge

21. Mai – 20. Juni

Jetzt wird es lebendig. Du

triffst viele Menschen und bist

gern draußen unterwegs. Gespräche,

Treffen und kleine Aktivitäten machen

Spaß. Allein zu Hause bleiben

magst du eher nicht.

Krebs

21. Juni – 22. Juli

Ostern ist für dich besonders

wichtig. Du verbringst

die Zeit gern mit Familie oder guten

Freunden. Du sorgst für eine schöne

Stimmung. Das gibt dir ein gutes

Gefühl.

Löwe

23. Juli – 22.

August

Du bist gern mittendrin. Wo

Musik spielt und Menschen zusammenkommen,

fühlst du dich wohl.

Deine gute Laune steckt andere an.

Der Frühling passt gut zu dir.

Jungfrau

23. August – 22.

September

Du gehst den Frühling

praktisch an. Einkäufe und

Vorbereitungen planst du gut. Auf

Qualität und Frische achtest du besonders.

Das gibt dir ein gutes Gefühl.

Waage

23. September –

22. Oktober

Der Frühling soll leicht und

schön sein. Blumen, Licht und

kleine Veränderungen tun dir gut.

Wenn alles um dich herum passt, bist

du ausgeglichen. Harmonie ist dir

wichtig.

Abwechslung, -en, die Unterbrechung der Routine; etw. Neues erleben

(etw.) angehen mit etw. beginnen, sich um etw. kümmern

anstecken infizieren, übertragen; hier: weitergeben

ausgeglichen im Gleichgewicht, harmonisch

entspannt gelassen, ruhig

erleben hier: kennenlernen, erfahren

genießen sich an etw. erfreuen, Spaß haben

hinschauen genau ansehen, aufmerksam hinsehen

mittendrin sein im Zentrum stehen

schwerfallen schwierig sein, Mühe machen, Probleme bereiten

überlegen sich Gedanken machen, bedenken, nachdenken

Umgebung, die hier: Wohnung, Wohnort

unterwegs sein hier: ausgehen, Freunde treffen

verbringen eine Zeit lang etw. machen

vorbereiten, sich, auf etw. (Akk.) hier: organisieren, planen

Wochenmarkt, -“-e, der Platz, auf dem einmal die Woche Obst und Gemüse verkauft werden

Skorpion

23. Oktober – 21.

November

Der Frühling bringt Zeit zum

Nachdenken. Du überlegst, was

bleiben soll und was sich ändern darf.

Alles passiert in deinem eigenen Tempo.

Das fühlt sich gut an.

Schütze

22. November – 21.

Dezember

Still zu sitzen fällt dir jetzt

schwer. Du hast Lust auf Ausflüge

und neue Eindrücke. Märkte, Feste

oder spontane Aktionen machen dir

Spaß. Der Frühling bringt Bewegung in

dein Leben.

Steinbock

22. Dezember – 19.

Januar

Du magst klare Strukturen,

auch im Frühling. Du planst deine

Aufgaben und machst alles ruhig. Ein

früher Besuch auf dem Markt passt gut

zu dir. So startest du entspannt in die

neue Jahreszeit.

Wassermann

20. Januar – 18.

Februar

Der Frühling bringt neue Ideen. Du

probierst gern andere Wege aus und

möchtest Abwechslung. Vielleicht entdeckst

du ein neues Fest oder einen

besonderen Ort. Routine ist langweilig.

Evelin Eichler

Illustrationen: 14961593/freepik.com (Sternzeichen); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Mädchen auf Wochenmarkt)

32 vitamin de 108


Rätsel

Deutsch lesen

Deutsch lernen

Deutsch können

Fotos: ​5​6​0​9​8​0​9/pixabay.com (Bild 1), ​j​a​n​n​o​o​n​0​2​/f​r​e​e​p​i​k​.​c​o​m (Bild 2), S​h​a​h​r​a​m​ ​S​h​a​r​i​f​i ​/wikimedia.org (Bild 3), E​n​r​i​q​u​e/pixabay.com (Bild 4), M​a​t​h​e​w​ B​r​o​w​n​e/pixabay.com (Bild 5), 9​8​5​3​1​5​6/pixabay.com (Bild 6)

Fliegerquiz

››

Typische Gegenstände rund ums Fliegen

In diesem Jahr feiert die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ihr

100-jähriges Bestehen. Im Jahr 2024 beförderte die Lufthansa-

Gruppe rund 131 Millionen Passagiere. Erkennst du die

Gegenstände rund ums Fliegen auf unseren Fotos? Trage ihre

Namen im Singular in die jeweiligen Kästchen ein und schicke das

Lösungswort bis zum 31. Mai 2026 an unsere E-Mail-Adresse:

quiz@vitaminde.de. Die Gewinner unseres Fotoquiz erhalten jeweils

ein Buch von Heinrich Heine.

3

1

5

1

3

5

Lösungswort: 1 2 3 4 5 6

Auflösung des Quiz der Winterausgabe 2025

Das richtige Lösungswort war: SCHNEE

Die Gewinner/-innen sind:

• Karol Piotrowski, Leszno, Polen

• Amina Hercegovac, Brčko, Bosnien und Herzegovina

2

6

4

2

4

6

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abo@pressde.ru

Tel.: +7 3812-390951

Alle Infos unter:

www.vitaminde.de

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Forschungsstipendium für Promovierende

Das Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

(DAAD) fördert Forschungsaufenthalte in Deutschland

für ein bis zwölf Monate im Rahmen einer Promotion.

Beispiele: experimentelle Materialforschung an der Technischen

Universität München oder Proteinforschung am

Max-Planck-Institut. Bewerbungsrunde für 2027: 1. Oktober

bis 17. November 2026 (Förderbeginn Mitte 2027).

»»

www.daad.de

Stipendium für internationale Studierende

Die Heinrich-Böll-Stiftung fördert internationale Studierende

vor Beginn ihres Masterstudiums in Deutschland. Vorrang haben

Bewerber/-innen aus Entwicklungsländern (DAC-Ländern),

die noch im Ausland leben. Bewerbung über das Online-Portal.

Bewerbungsfrist: 1. September 2026.

»»

www.boell.de

Franz Werfel-Stipendium – Österreichische Literatur

erforschen

Das Franz Werfel-Stipendium richtet sich an junge Hochschullehrende

der deutschen Sprache und der österreichischen Literatur.

Es unterstützt die Forschung, Lehre und Zusammenarbeit

mit anderen Wissenschaftlern und den Aufbau eines

internationalen Netzwerks. Das Stipendium dauert vier bis

neun Monate und bietet finanzielle sowie materielle Unterstützung.

Bewerbungsfrist: 15. September 2026.

»»

www.grants.at

Österreichische Geschichte erforschen

Das Richard Plaschka-Stipendium richtet sich an junge Hochschullehrer

der Geschichtswissenschaft mit Schwerpunkt Österreich.

Es ermöglicht das Forschen an Universitäten, in Bibliotheken,

Archiven oder Forschungsinstituten. Das Stipendium

dauert 4 bis 18 Monate und bietet finanzielle und materielle

Unterstützung. Bewerbungsfrist: 15. September 2026.

»»

www.grants.at

Lösungen zu den Aufgaben auf Seite 15:

1C, 2B, 3B, 4B, 5C, 6C, 7A

Lösungen zu den Aufgaben auf Seite 18/19:

1. Aufgabe: 1H, 2C, 3F, 4E, 5D, 6G, 7B, 8A; 2. Aufgabe:

A. im Frühling, B. eine Wanderung, C. nach Frühlingsblumen

wie Buschwindröschen und Schlüsselblumen, D. über

die bunten Schmetterlinge am Wegesrand, E. Sie machen

ein Picknick, hören dem Wasser zu und lassen Holzboote

schwimmen.; 3. Aufgabe: A. schmilzt, B. wachsen, C. machen,

D. haben, E. sammelt, F. hören; 4. Aufgabe: offene

Antworten

Impressum

Herausgeber/Verlag:

Verein „vitamin de e. V.“, Berlin (D)

Gegründet von Tillmann Heß

und Robert Teschner.

ISSN: 1818-877X

Chefredaktion: Robert Teschner

Redaktion: Wilhelm Siemers

Grafik: Stefan Zettler

Autorinnen und Autoren:

Miriam Brunner, Victoria Bura, Evelin Eichler,

Dennis Grabowsky, Barbara Hanko, Diana

Harutyunyan, Tillmann Heß, Mushtariy

Kalandarova, Katrin Luft, Andrea Rückert,

Ekaterina Shmeleva, Michael Steber,

Daniela Todorovićová, Cosmin Ţugui, Tim

Warnecke, Maria Zucker

Fachberatung durch:

Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

(ZfA)

Korrektur/Redaktion DaF:

Clemens Tragelehn, Marina Lopatina

Titelfotos:

Michael Major/iStock-1​3​4​3​4​7​7​0​9​6 (Blick

auf den romantischen Rhein durch Weinberge

im Herbst von Boppard), Nate Hovee/

iStock-1183884057 (L​u​f​t​h​a​n​s​a​ ​A​i​r​c​r​a​f​t​

​P​a​r​k​ ​a​m​ ​F​r​a​n​k​f​u​r​t​e​r​ ​F​l​u​g​h​a​f​e​n), ​f​o​t​o​g​r​a​f x​x​/

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w​e​i​b​l​i​c​h​e​n​ ​A​u​s​z​u​b​i​l​d​e​n​d​e​n​ ​die W​e​r​k​s​t​a​t​t​)

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34 vitamin de 108

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Medienmacht

» Verlage, Sender, Konzerne

Sommerruhe

» Fischland-Darß-Zingst

Brecht

» Vater des epischen Theaters

Erscheint im Juni 2026

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T​i​e​m​a​n​n (Törn mit einem Zeesboot), B​u​n​d​e​s​a​r​c​h​i​v​/B​i​l​d​1​

8​3​-​W​0​4​0​9​-​3​0​0​/Jörg Kolbe/w​i​k​i​m​e​d​i​a​.​o​r​g (Bertolt Brecht,

1954)



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