vitamin de Nr108 (Frühling 2026) Vorschau
Journal für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Materialien für Landeskunde Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lesetexte für den Deutschunterricht von A2 bis C2.
Journal für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Materialien für Landeskunde Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lesetexte für den Deutschunterricht von A2 bis C2.
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Deutschland aktuell • Lesetexte für Deutsch als Fremdsprache • Nr. 108 • Frühling 2026
Romantischer Rhein
› Das Obere Mittelrheintal
100 Jahre Lufthansa
› Deutsche Airline mit Tradition
Beruf und Karriere
› Gleiche Chancen für alle?
Erfahre mehr über Marburg.
#HelloGermany
DEIN WOCHENENDWANDER
AUSFLUG DURCH DIE NATUR
DEIN LIEBLINGSPLATZ
IN DER UNIVERSITÄTS
BIBLIOTHEK
HISTORISCHE ALTSTADT,
DIE GRIMMS MÄRCHEN
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Deutschland hat eine Menge zu bieten. Neben
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viele faszinierende Orte und Unternehmungen:
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Fotos: Mahlow Media/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Schönburg in Oberwesel), Paebi/wikimedia.org (Jodeln), tungart7/pixabay/10172916 (Symbolbild Zusammenarbeit), Sunriseforever/pixabay/6578102 (Symbolbild Junge beim Videospielen)
Editorial
In dieser Frühlingsausgabe von vitamin
de laden wir dich ein, neue
Seiten Deutschlands zu entdecken.
Begleite uns auf einer Reise in das
Obere Mittelrheintal. Zwischen Bingen
und Koblenz findest du alte
Burgen, steile Weinberge und den
berühmten Rhein. Du erfährst, warum
diese Region so besonders ist
und welche Geschichten es über
den Felsen der Loreley gibt.
Eine besondere Tradition ist das
Jodeln. In unserem Artikel lernst du,
woher diese Gesangstechnik kommt
und warum sie bis heute Menschen
begeistert. Außerdem werfen wir
einen Blick auf die Wirtschaft und
stellen dir die Lufthansa vor. Die
internationale Fluggesellschaft mit
dem Kranich als Logo ist jetzt schon
100 Jahre alt.
Musikfans können sich auf unser
Porträt der berühmten Rockband
Scorpions freuen. Seit vielen Jahren
stehen sie auf der Bühne und
begeistern Menschen auf der ganzen
Welt. Sportlich wird es mit
einem Ausblick auf die Fußballweltmeisterschaft
2026. Wir verraten
dir, welche Chancen die deutsche
Fußballnationalmannschaft bei diesem
Turnier hat.
Auch wichtige Themen aus dem Alltag
kommen nicht zu kurz. Wir fragen,
ob alle Menschen wirklich die
gleichen Chancen im Beruf haben
oder ob Diskriminierung den Zugang
zu Jobs erschwert. Außerdem geht
es um Videospiele: Sie machen
Spaß, können aber auch süchtig
machen. Wir zeigen, warum sie so
faszinierend sind und wie Jugendliche
einen gesunden Umgang mit
ihnen finden können.
In unserer Literaturrubrik lernst du
den Dichter Heinrich Heine (1797 –
1856) und sein berühmtes Gedicht
„Die Loreley“ kennen. Wir wünschen
dir viel Spaß beim Lesen und
viele neue Ideen beim Deutschlernen.
Dein „vitamin de“-Team
Inhalt
Neues aus Deutschland 4
Landeskunde: Das Mittelrheintal 6
Tradition: Jodeln 10
Wirtschaft: Lufthansa 12
Rezept: Dippekuchen 13
Porträt: Die Scorpions 14
Sport: Fußball-WM 2026 16
A2-Sonderseiten: Sonja & Petra 18
Sprache: Redensarten 20
Arbeitswelt: Gleiche Chancen? 22
Jugend: Videospiele 24
Dialog: Opernsänger Min-Jun 26
In & Out: Trends aus Deutschland 27
Literatur: „Die Loreley“ 28
Kunst: Max Liebermann 29
Psychotest: Stresstypen 30
Bildung: Freiwilligendienst 31
Horoskop: Frühlingserwachen 32
Fotoquiz: Rund ums Fliegen 33
Jetzt bewerben!, Impressum 34
vitamin de
für den Deutschunterricht
Alle Texte sind nach den Niveaustufen
des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
für Sprachen gekennzeichnet:
*
* *
* **
Leichte Texte (A2)
Mittelschwere Texte (B1)
Schwere Texte (B2 – C1)
Diese Texte unterhalb des B2-
Niveaus sind für Lerngruppen zu
empfehlen, die anstreben, das
Deutsche Sprachdiplom zweiter
Stufe (DSD II) zu erwerben.
Diese Texte auf B2/C1-Niveau
sind für Lerngruppen zu empfehlen,
die anstreben, das Deutsche
Sprachdiplom zweiter Stufe
(DSD II) zu erwerben.
Arbeitsblätter, Audios und
interaktive Übungen
Unter vitaminde.de gibt es zu
Texten der laufenden Ausgabe
Arbeitsblätter und Hörtexte zum
Lese- und Hörverstehen sowie
interaktive Übungen.
» www.vitaminde.de
Partner von vitamin de:
Seite 6
Landeskunde
» Oberes Mittelrheintal
Seite 10
Tradition
» Gesangstradition Jodeln
Seite 22
Arbeitswelt
» Gleiche Chancen
im Job?
Seite 24
Jugend
» Umgang mit
Videospielen
* * * **
* **
* **
Goethe-Institut, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)
vitamin de 108 3
*
Neues aus Deutschland
››
Politik, Gesellschaft, Leben
Digitaler Führerschein
Der digitale Führerschein soll in Deutschland
Ende 2026 eingeführt werden. Dann kann der Führerschein
über das Smartphone vorgezeigt werden. Der
klassische Führerschein bleibt weiterhin gültig und muss
nicht ersetzt werden. In der Europäischen Union (EU)
soll ein einheitlicher digitaler Führerschein spätestens
bis 2030 kommen.
Inflation im Januar 2026 höher
In Deutschland sind die Preise im Januar 2026 wieder
gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen 2,1 Prozent höher
als im Januar des Vorjahres. Im Dezember 2025
waren sie 1,8 Prozent höher als im Dezember des Vorjahres.
Besonders teuer wurden Lebensmittel und
Dienstleistungen, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Visafrei in 185 Länder
Das Reisepass-Ranking „Henley Passport Index“
zeigt, mit welchem Reisepass man wie viele
Länder visafrei bereisen kann. 2026 führt Singapur
mit 192 Ländern, gefolgt von Japan und
Südkorea (188). Fünf EU‐Staaten teilen sich
Platz drei (186). Deutschland liegt auf Platz vier
(185). Afghanistan ist Schlusslicht (24).
Deutschland kurios
Schafe im Supermarkt
Anfang Januar ist im bayerischen Burgsinn etwas Ungewöhnliches
passiert. Etwa 50 Schafe sind durch den
Eingang in den Supermarkt „Penny“ gelaufen. Sie hatten
sich vorher von ihrer Herde getrennt.
Die Tiere blieben etwa 20 Minuten
im Supermarkt und standen verdutzt
zwischen den Regalen herum.
Warum sie hineingegangen waren,
blieb unklar. Nach 20 Minuten verließen
die Tiere den Laden wieder.
Nach einer Reinigung wurde der Supermarkt
wieder geöffnet.
Die Polizei ermittelt
Im bayerischen Hohenwarth hat ein 26‐Jähriger im vergangenen
Herbst eine defekte Bahnschranke selbst abgebaut,
weil sie wegen einer Störung geschlossen blieb.
Dabei beschädigte er die Mechanik. Die Polizei ermittelte
wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die
Reparatur kostet mehrere Tausend Euro. So musste der
handwerklich begabte junge Mann wohl lernen, dass eigenverantwortliches
Handeln nicht immer belohnt wird.
4 vitamin de 108
Glatteis in
Berlin
Tausalz streuen
verboten
In Berlin erlebte man
Anfang des Jahres
einen echten Winter
mit Frost und
Glatteis. Doch viele
Gehwege in der
Stadt blieben spiegelglatt,
weil sie
nicht mit Tausalz gestreut
werden durften.
Laut einem Gesetz
zum Umweltschutz
sind nur Sand oder Splitt erlaubt, da diese für
Bäume ungefährlich sind. So rutschten besonders am
Morgen viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit aus, einige
mussten ins Krankenhaus. Viele Berliner waren frustriert,
denn durch dieses Gesetz scheint das Wohlergehen
der Bäume über die Sicherheit und Gesundheit der
Bürger gestellt zu werden. Auf Initiative des Regierenden
Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) wurde das Verbot für
Tausalz vorübergehend ausgesetzt. Berlinbesucher reagierten
mit Kopfschütteln und Spott auf die Rutschpartie
aus Umweltgründen.
Mit Migrationshintergrund
30,4 Prozent der Gesamtbevölkerung in
Deutschland
In Deutschland leben rund 83,6 Millionen Menschen.
Etwa 25,2 Millionen von ihnen haben ausländische Wurzeln
(Stand: 2025). Das sind 30,4 Prozent der Bevölkerung,
so das Statistische Bundesamt. Besonders hoch ist
der Anteil bei Kindern und Jugendlichen. In dieser Gruppe
sind es 42,4 Prozent. Von den 25,2 Millionen besitzen
rund 13 Millionen die deutsche Staatsbürgerschaft.
Etwa 12,2 Millionen sind Ausländerinnen und Ausländer.
Die meisten Zugewanderten stammen aus der Türkei
(2,6 Millionen), gefolgt von Polen (2 Millionen), Russland
(1,4 Millionen), Kasachstan (1,4 Millionen), Syrien (1,2
Millionen) und der Ukraine (1,2 Millionen).
14,7 % mit
ausländischer
Staatsangehörigkeit
15,7 % mit
Migrationshintergrund
69,6 % ohne
Migrationshintergrund
Quelle: mediendienst-integration.de/bevoelkerung/
auslaender-und-migranten-in-deutschland/
Fotos: viarami/pixabay.com (deutscher Reisepass), GlobalP/iStock-514737396/pixabay.com (Schafe im Supermarkt), wal_172619/pixabay.com (Glatteis in Berlin)
Fotos: Valerii Apetroaiei/iStock-1724482019 (Unwort KI-Ära), Robert Teschner (Cheesecake), Goethe-Institut/Loredana La Rocca (Besuch des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier in der Zentrale des Goethe-Instituts München im Jahr 2016,
Logo des Goethe-Instituts)
KI-Ära, Deal und Sondervermögen
Worte und Unworte des Jahres 2025
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wählt seit 1977
die Wörter des Jahres. Diese Wörter zeigen, was für viele Menschen
in einem Jahr wichtig war. Im Jahr 2025 war das Wort
des Jahres „KI-Ära“. Das bedeutet: Künstliche Intelligenz verändert
unser Leben sehr stark. Auf Platz zwei stand „Deal“. Der
US-Präsident Donald Trump benutzte dieses Wort oft für politische
Abmachungen. Das Unwort des Jahres wählt eine andere
Gruppe. Sie heißt „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“.
Sie sucht Wörter, die schlecht oder irreführend waren. 2025
war das Unwort „Sondervermögen“. Damit meint der Staat
Geld, das er sich leiht, zum Beispiel für neue Straßen oder
andere Bauprojekte.
Japanese Cheesecake
Ein Dessert begeistert deutsche
Jugendliche
Ein süßer Trend aus Japan begeistert viele Jugendliche
in Deutschland. Viele teilen die Videos
zum Rezept auf TikTok. Das Rezept ist
sehr einfach: Man braucht nur zwei Zutaten –
griechischen Joghurt und Karamellkekse. Man
drückt die Kekse in den Joghurtbecher und
deckt ihn dann ab.
Danach stellt man den
Becher über Nacht in
den Kühlschrank. Am
nächsten Tag ist ein
cremiges Dessert fertig.
Es schmeckt ähnlich
wie Tiramisu. Backen
ist nicht nötig.
Deshalb sind die Kekse
und der griechische
Joghurt in deutschen
Supermärkten
oft ausverkauft.
Der damalige Außenminister
Frank-Walter Steinmeier (r.)
bei einem Besuch des Goethe-
Instituts München 2016
75 Jahre alt
Das Goethe-Institut feiert Geburtstag
Das Goethe-Institut wurde 1951 in München gegründet
und feiert 2026 seinen 75. Geburtstag.
Seine Aufgabe ist es, ein aktuelles und positives
Bild von Deutschland in der Welt zu zeigen und die
deutsche Sprache zu fördern. Heute gibt es 154
Goethe-Institute in 100 Ländern. Sie bieten
Deutschkurse und Prüfungen an und unterstützen
viele Schulen und Deutschlehrkräfte. Außerdem organisieren
sie jedes Jahr zahlreiche Kulturveranstaltungen
und schaffen Orte für Austausch und Dialog.
In den letzten Jahren kamen neue Standorte
hinzu, zum Beispiel in Armenien.
abdecken hier: schließen, z. B. mit einem Teller oder Folie
Abmachung, -en, die Vereinbarung, Beschluss
ausrutschen hinfallen, weil es glatt/uneben ist
Bahnschranke, -n, die Barriere, damit Autos und Menschen vor Bahngleisen stoppen
beschädigen kaputt/unbrauchbar machen
Bundesamt, -“-er, das staatliche Institution/Organisation
Dienstleistung, -en, die Service, Hilfeleistung
einführen hier: offiziell nutzen
fördern unterstützen, helfen
Gesellschaft, -en, die hier: Assoziation, Vereinigung, Organisation
Glatteis, das Eis/gefrorenes Wasser auf Straßen/Gehwegen
gründen eröffnen, aufbauen
Herde, -n, die eine Gruppe/große Anzahl von Tieren, viele Tiere auf einer Stelle
irreführend hier: falsch, nicht richtig
leihen hier: borgen, etw. für eine bestimmte Zeit bekommen
Reinigung, -en, die etw. sauber machen; Schmutz, Staub oder Dreck entfernen
Schlusslicht, -Schlusslichter, das hier: Letzte(r) in einer Reihe
Splitt, der kleiner, harter Stein
Spott, der über jmdn. lachen/sich lustig machen
Standort, -e, der Platz, Stelle, Basis
Störung, -en, die Problem, Defekt, Behinderung
Tausalz, das besonderes Salz, das hilft, Eis und Schnee schmelzen zu lassen
verdutzt überrascht, verwirrt; jmd. weiß nicht, wie er reagieren soll
Wohlergehen, das Gesundheit, Zufriedenheit
Wurzel, -n, die hier: Herkunft, Ursprung
Zusammengestellt von
Tillmann Heß, Robert Teschner
vitamin de 108 5
Landeskunde
*
Rheinromantik
››
Das Obere Mittelrheintal
Die Ufer entlang von Deutschlands größtem Fluss, dem Rhein, bieten viele schöne Landschaften.
Eine der beeindruckendsten Landschaften ist das Tal entlang des mittleren Rheins, kurz Oberes
Mittelrheintal genannt. Viele Burgen, hohe Felsen, weinbewachsene Hügel und der Rhein machen
die Region besonders. Schon vor etwa 200 Jahren kamen Maler, Dichter und Musiker hierher und
empfanden diese Landschaft als sehr romantisch. Ihre Werke bezeichnet man heute als
Rheinromantik. Heute besuchen jedes Jahr Tausende Touristen das Mittelrheintal
wegen seiner romantischen Lage und der schönen Natur.
Region
Oberes
Mittelrheintal
Berlin
Das Obere
Mittelrheintal
liegt zwischen
Bingen/
Rüdesheim im
Südosten und
Koblenz im Nordwesten
und ist
etwa 65 Kilometer
lang. Es gehört
größtenteils zu
Rheinland-Pfalz, ein
kleiner Teil am südlichen Ostufer
liegt in Hessen. Das Tal trennt das
Mittelgebirge Taunus im Osten vom
Mittelgebirge Hunsrück im Westen.
Seit 2002 ist das Obere Mittelrheintal
UNESCO-Welterbe. Es ist eine besondere
Kulturlandschaft mit Burgen, Weinbergen,
historischen Städten sowie
Fachwerkhäusern und alten Kirchen.
Entstehung der Rheinromantik
Um 1800 entstand am Mittelrhein die
sogenannte Rheinromantik. Es ist eine
schwärmerische Sicht auf Landschaft
und Kultur am Rhein. Dichter und Maler
entdeckten das damals noch wilde
Tal mit seinen Felsen, Burgruinen und
Sagen als romantischen Ort. Wichtige
Texte stammen von Clemens Brentano
(1778 – 1842) und Achim von Arnim
(1781 – 1831), die viele Rhein-Geschichten
sammelten, sowie vom Gedicht
„Die Loreley“ von Heinrich Heine
(1797 – 1856, siehe Seite 28). In der
Malerei machten der Engländer William
Turner (1775 – 1851) und Maler der
Düsseldorfer Schule die Rheinlandschaft
in ganz Europa bekannt. Dieses
Bild vom „schönen Rhein“ prägt bis
heute die Kultur und den Tourismus
der Region.
Wirtschaft im Oberen Mittelrheintal
Im Mittelalter war der Rhein eine der
wichtigsten Handelsstraßen. Auf Schiffen
wurden zum Beispiel Wein, Holz,
Salz und Steine transportiert. Viele
Burgen am Rhein waren Zollstationen.
Dort mussten die Schiffer Geld an die
Herren der Burg zahlen. Gleichzeitig arbeiteten
Winzer (Weinbauern) an steilen
Hängen. So entstand der berühmte
Riesling, der noch heute angebaut
wird. Zurzeit leben rund 60 000 Menschen
im Oberen Mittelrheintal. Viele
arbeiten im Weinbau. Familienbetriebe
setzen zunehmend auf ökologische
Weine. Der wohl bekannteste Wein
dieser Region ist der Riesling. Auch der
Tourismus ist wichtig: Ausflugsschiffe,
Hotels und Cafés ziehen viele Gäste
an. Und junge Leute gründen neue Betriebe,
sodass das Tal wirtschaftlich
stark und lebendig bleibt.
Fotos: Sebastian Reifferscheid/Loreley-Touristik GmbH (Burg Pfalzgrafenstein), Maximilian Semsch/Romantischer Rhein Tourismus GmbH
(Malerwinkel in Bacharach)
Die Schönheit und Ruhe des
„Malerwinkels“ in Bacharach
zieht viele Touristen an
Burg Pfalzgrafenstein
Die Burg Pfalzgrafenstein liegt auf einer
kleinen Insel im Rhein bei Kaub.
Sie sieht aus wie ein steinernes
Schiff. 1327 ließ König Ludwig der
Bayer (1282 – 1347) den Turm bauen.
Dort wurde der Zoll für die Schiffe
kontrolliert. Heute gehört die Burg
zum UNESCO-Welterbe und ist per
Fähre erreichbar.
6 vitamin de 108
Fotos: 8976445/freepik.com (Rheinischer Sauerbraten), Friedrich Gier/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Burg Rheinfels), Dominik Ketz/Romantischer
Rhein Tourismus GmbH (an Bord eines Ausflugsschiffes am Romantischen Rhein)
Regionale Küche
Die Küche im Oberen Mittelrheintal ist
herzhaft und einfach – ideal nach Wanderungen
an der frischen Luft. Ein typisches
Gericht ist der Rheinische Sauerbraten:
Das Rindfleisch lässt man
mehrere Tage in einer Essig-Rotwein-Mischung
mit Gewürzen ziehen,
dann wird es geschmort und mit Rotkohl
sowie Kartoffelklößen serviert.
Dazu passt Riesling. In den Weingärten
bei Bacharach oder Oberwesel probiert
man die Weine direkt beim Winzer.
Herzlich und feierfroh
Die Menschen im Oberen Mittelrheintal
sind bekannt für ihre Herzlichkeit und
Offenheit. Gäste werden freundlich
empfangen und fühlen sich schnell
willkommen. Viele Bewohner sprechen
rheinische Dialekte wie Moselfränkisch
oder Ripuarisch. Diese klingen lebendig,
sind für Besucher aber nicht immer
leicht zu verstehen. Feste spielen
eine große Rolle im Alltag. In Orten wie
Bacharach oder Boppard feiern die
Menschen Weinfeste zu Ehren des
Rieslings. Ein Höhepunkt
ist der
Deftig und lecker: Rheinischer
Sauerbraten mit Klößen
Burg Rheinfels
Karneval. Mit Umzügen, Kostümen und
Gesang zeigt sich die Lebensfreude der
Einheimischen.
Die Sage von Else aus Kaub
Am Oberen Mittelrhein ist nicht nur die
Sage von der Loreley bekannt, sondern
auch die Sage von Else aus Kaub. Die
Geschichte zeigt den Mut und die Liebe
zur Heimat der dortigen Bewohner.
Im Jahr 1504 belagerte Landgraf Wilhelm
II. von Hessen (1469 – 1509)
die Stadt Kaub. Zu dieser Zeit lebte
Else, die Tochter eines Handwerkers
aus Kaub, mit ihrem Geliebten Henne
Die Burg Rheinfels liegt hoch über St. Goar. Sie ist die
größte Burgruine im Mittelrheintal. 1245 baute Graf
Diether V. von Katzenelnbogen (1225 – 1276) die Burg
als Zollburg. Sie war sehr stark und hielt viele Angriffe
aus. 1797 sprengten die Franzosen Teile der Burg. Heute
kann man den tollen Rheinblick genießen.
Schiffsausflüge auf dem
Rhein sind sehr beliebt
vitamin de 108 7
Schwarz in einer anderen Stadt. Als
Else von der Belagerung ihrer Heimatstadt
hörte, kam sie mutig nach Kaub
zurück. Sie verkleidete sich als Soldat
und führte pfälzische Truppen sicher
durch die gefährlichen Rheinklippen bis
zur Stadt. Dank ihrer Hilfe gaben die
Hessen die Belagerung auf und Else
konnte Henne heiraten. An diese Sage
erinnert man sich noch heute beim
Kauber Winzerfest.
Von Bingen nach Koblenz
Eine Reiseroute durchs Obere Mittelrheintal
beginnt am
besten auf dem Rhein.
Ausflugsschiffe fahren
von Bingen nach Koblenz
und zeigen Weinberge, Burgen
und malerische Orte. Ein Highlight ist
der Loreley-Felsen bei St. Goarshausen.
Er ist etwa 130 Meter hoch, besteht
aus Schiefer und wurde durch
Heinrich Heines Gedicht „Die Loreley“,
das 1824 veröffentlicht wurde, weltberühmt.
Als Nächstes bietet sich ein Besuch
der Marksburg bei Braubach an.
Sie gilt als einzige nie zerstörte Höhenburg
am Mittelrhein. Führungen bieten
Oberwesel
Oberwesel ist wunderschön im Oberen Mittelrheintal
gelegen. Die Stadt hat eine alte Stadtmauer aus
dem 13. Jahrhundert. Früher gab es 21 Türme, 16
davon sind noch erhalten. Die Mauer ist 2,6 Kilometer
lang und bis 9 Meter hoch. Oberwesel hat viele
alte Fachwerkhäuser, zum Beispiel in der Holzgasse.
Früher schützte die Mauer vor Feinden und Hochwasser.
Heute kann man die Mauer entlangspazieren
und sich die Stadt ansehen.
Rüdesheim
Mit der Seilbahn über
den Rhein in Koblenz
Die Kleinstadt am Rhein mit mittelalterlichem
Charme bietet schöne
Fachwerkhäuser und die berühmte
Drosselgasse. Eine Attraktion ist die
Rüdesheimer Seilbahn mit malerischem
Blick auf die Flusslandschaft.
Mit ihr erreicht man das
Niederwalddenkmal oberhalb der
Stadt. Das monumentale Nationaldenkmal
erinnert an die Einigung
Deutschlands im 19. Jahrhundert
und bietet einen atemberaubenden
Panoramablick über das Rheintal.
Bacharach – Panoramablick
ins Rheintal in Rheinland-Pfalz
Den Rhein auch mal
von oben bestaunen!
Fotos: Dominik Ketz/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Blick auf die historische Stadt Oberwesel, Blick auf das Mittelrheintal, Fahrt mit der Seilbahn Koblenz), DaLiu/iStock-1484576790 (Bacharach)
8 vitamin de 108
Fotos: Marco Rothbrust/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Wanderinnen am Niederwalddenkmal), Andreas Pacek/fototour-deutschland.de/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (Loreley-Felsen), Dominik Ketz/Romantischer Rhein Tourismus GmbH
(Rheinschleife in Boppard)
Boppard
Die Stadt Boppard hat römische
Relikte, zum Beispiel die Villenrotunda,
ein Römerkastell aus dem
4. Jahrhundert. Beeindruckend ist
der Aussichtspunkt Vierseenblick.
Von dort oben sieht man vier
Rhein-Schleifen, die wie einzelne
Seen wirken. Die Rheinpromenade,
Fachwerkhäuser und der Weinberg
Bopparder Hamm machen
die Stadt besonders schön.
Das 1883 eingeweihte
Niederwalddenkmal
beeindruckt noch heute
hier einen Einblick in das Leben im
Mittelalter sowie eine beeindruckende
Aussicht über den Rhein. Weitere romantische
Burgen sind der Pfalzgrafenstein
bei Kaub, Sooneck, Rheinfels
und Rheinstein. Am Ende der Reise
wartet die alte Stadt Koblenz mit dem
berühmten Deutschen Eck, wo die Mosel
in den Rhein mündet. Dort steht
das sehenswerte Kaiser-Wilhelm-Denkmal
und gegenüber die Festung Ehrenbreitstein.
Das monumentale Reiterstandbild
des ersten deutschen Kaisers
Wilhelm I. (1797 – 1888) wurde 1897
eingeweiht und gilt als Nationaldenkmal,
es
Der berühmte
Loreley-Felsen
St. Goar und St. Goarshausen
bildet am Zusammenfluss von Rhein
und Mosel eine imposante Kulisse. So
verbindet die Route Rheinromantik,
Geschichte und Natur auf eindrucksvolle
Weise.
Maria Zucker
Es sind zwei hübsche Städtchen im Oberen Mittelrheintal aus
dem 12. und 13. Jahrhundert, die sich am Rhein gegenüberliegen.
Die Altstädte bieten alte Fachwerkhäuser und eine
herrliche Rheinpromenade. Von dort hat man einen schönen
Blick auf die Burg Katz. In der Nähe liegen der berühmte Loreley-Felsen
und die Statue der Loreley.
anbauen anpflanzen, kultivieren
atemberaubend faszinierend, spannend, beeindruckend
belagern um eine Stadt/Burg viele Soldaten stationieren/positionieren
bezeichnen benennen, charakterisieren
bieten hier: etw. zeigen/präsentieren
Einheimische, -n, der/die jmd., der schon lange an einem Ort wohnt; Inländer/-in
empfinden hier: wahrnehmen, halten für
Fachwerkhaus, -‘‘-er, das traditionelles Haus, gebaut aus Holzbalken und Ziegelsteinen
Fähre, -n, die Schiff/Boot, das regelmäßig zwischen zwei Orten hin- und herfährt
Felsen, -, der großer Stein
Festung, -en, die Kastell, Bastion, Burg
Hang, -“-e, der hier: schräge Seite eines Berges oder Hügels
herzhaft deftig, kalorienreich
Hügel, -, der sehr kleiner Berg
Klippe, -n, die steile Kante an einem Berg
Kloß, -“-e, der Kugel, die aus Teig hergestellt wird
Mittelalter, das Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert)
prägen beeinflussen, wirken auf etw.
Reiterstandbild, -er, das Skulptur, bestehend aus einem Pferd und einem Menschen
Schiefer, -, der festes Gestein, das in dünne Platten gebrochen werden kann
schmoren dünsten
schützen sichern, abwehren
schwärmerisch begeistert, träumerisch, leidenschaftlich
sprengen hier: durch eine Explosion zerstören
verkleiden, sich ein Kostüm anziehen, sich kostümieren/maskieren
Welterbe, das besonders wertvolle Kulturlandschaft
ziehen lassen hier: in Flüssigkeit mehr Geschmack bekommen
Zollstation, -en, die ein Ort an einer Grenze, an dem Waren und Gepäck geprüft werden
vitamin de 108 9
Tradition
*
Jodeln statt daddeln
››
Alte Gesangstradition neu entdecken
Junge Leute im Salzburger Land in
Österreich musizieren und jodeln
Jodeln ist eine besondere Art zu singen. Dabei wechselt die Stimme schnell zwischen tiefen und hohen
Tönen. Seit Dezember 2025 gehört das Schweizer Jodeln zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Diese Auszeichnung bringt das Jodeln auch in anderen Alpenregionen ins Gespräch – zum
Beispiel in Bayern. Dort wächst das Interesse vor allem bei jungen Menschen. So wie auch
bei Sandra Müller, 31 Jahre alt und Grundschullehrerin aus München.
Musik gehört zu
Sandras Leben
schon seit der
Kindheit. Sie singt,
spielt mehrere Instrumente
und ist musikalisch
sehr aktiv. Vor etwa zwei Jahren
kam etwas Neues dazu: das Jodeln.
„Eine Bandkollegin hat gejodelt. Das
hat mich neugierig gemacht“, erzählt
sie. Ihren ersten eigenen Versuch wagte
sie bei einem Junggesellinnenabschied.
„Ich dachte: Oha – wie witzig!“ Doch
was als Spaß begann, wurde schnell zu
echter Begeisterung.
Sandra Müller
Sandras Freude am Jodeln
Heute nimmt Sandra Einzelunterricht
bei einer Münchner Jodlerin. „Am
schwierigsten finde ich die Jodeltexte
und die Aussprache“, gibt sie zu. Besonders
gern singt sie „Hätt i di“, einen
bekannten Jodler (Jodellied), ursprünglich
aus der Steiermark in Österreich.
Der Titel sagt wenig über den Liedtext
aus, da Jodler in erster Linie lautmalerisch
sind. Was Sandra am Jodeln besonders
schätzt? „Es macht mich
leicht und glücklich“, sagt sie.
Jodeln in München
Dass Jodeln nicht nur in die Berge gehört,
zeigt sich in München. In offenen
Kursen und bei Jodeltreffs kommen
Studierende, junge Berufstätige und
Kulturinteressierte zusammen. Viele erleben
dort zum ersten Mal bewusst
diese alpenländische Gesangstradition.
„Manche finden es zuerst lustig, andere
sind überrascht und berührt“, berichtet
Sandra. „Die meisten begegnen
dem Jodeln mit Respekt.“
Alter Gesang aus den Alpen
Jodeln im Klassenzimmer
Die Pädagogin sieht großes Potenzial
für junge Menschen. Deshalb plant sie,
das Jodeln auch in ihren Grundschulunterricht
zu bringen – ein Jodelkurs
für ihre vierte Klasse. Ihre Überzeugung:
Tradition muss man erst erleben,
um sie weitergeben zu können. Für
Sandra Müller steht fest: Jodeln kann
nicht nur in den Bergen, sondern auch
im Klassenzimmer, im Proberaum oder
mitten in der Stadt weiterleben.
Mushtariy Kalandarova
Die Technik des Jodelns gibt es weltweit und das alpenländische Jodeln
gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Typisch ist
der schnelle Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme. Die Bruststimme
klingt tief und kräftig, die Kopfstimme hoch und leicht. Früher nutzten
Menschen Jodelrufe, um über weite Täler hinweg zu kommunizieren.
Heute singen viele aus Freude am Gesang und an der Gemeinschaft. Ein
Jodler ist ein Lied, bei dem diese Stimmwechsel besonders deutlich zu
hören sind. Es gibt klassische Lieder, Chöre, Wettbewerbe und Kurse. Der
Trend zeigt: Immer mehr junge Menschen lernen zu jodeln – nicht nur in
den Bergen, sondern auch in Städten, Schulen und Freizeitgruppen.
Fotos: Edward Groeger/Salzburger Land Tourismus (Jodeln), privat (Sandra Müller)
10 vitamin de 108
Jeder kann Jodeln lernen – Eine Gesangslehrerin im Interview
Lisa Seebauer unterrichtet Jodeln in München und online. Auf ihrer Website stimmbild.com und auf Instagram
(@lisaseebauer_stimmbild) zeigt die Gesangslehrerin ihre Arbeit. Im Gespräch erklärt sie, warum gerade junge
Menschen die alte Tradition für sich entdecken – und was Jodeln mit Gemeinschaft zu tun hat.
Stimmtherapeutin
Lisa Seebauer
Frau Seebauer,
Sie sind Stimmtherapeutin,
Gesangslehrerin
und Jodlerin. Was
genau machen Sie
in München?
Ich gebe Einzelunterricht,
leite Jodelkurse
für Gruppen
und einen Jodelchor,
den ich gemeinsam
mit meiner Mutter führe. Jodeln ist meine Leidenschaft
– ich gebe diesen Gesangsstil gern weiter, weil
er Menschen verbindet und emotional sehr viel auslöst.
Seit wann bieten Sie Jodelkurse an?
Seit etwa acht Jahren. Der Jodelchor besteht ebenfalls
seit mehreren Jahren.
Welche Bedeutung hat das Jodeln heute in Bayern?
Jodeln ist vielen bekannt, aber nur wenige praktizieren es
aktiv. Deshalb sind offene Kurse und Jodeltreffs so wichtig
– sie machen die Tradition erlebbar.
Welche Menschen kommen zu Ihnen?
Alle Altersgruppen – von Kindern über Jugendliche und
junge Erwachsene bis zu älteren Menschen. Das Interesse
ist bunt gemischt.
Was fasziniert gerade junge Leute am Jodeln?
Viele sind von der besonderen Gesangstechnik begeistert.
Außerdem entstehen beim Jodeln sehr positive
Emotionen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Das spricht junge Menschen
an.
Muss man gut singen können?
Nein, Leistung spielt eine untergeordnete Rolle. Es geht
nicht darum, perfekt zu singen, sondern gemeinsam einen
Klang zu erleben. Jeder kann mitmachen.
Hat sich das Jodeln in den letzten Jahren verändert?
Ja, auf jeden Fall. Die Jodeltechnik wird zunehmend auch
in anderen Musikstilen verwendet und akzeptiert. Das
zeigt, dass Jodeln lebendig bleibt.
Welche Rolle spielen soziale Medien dabei?
Sie helfen enorm, besonders junge Menschen zu erreichen.
Über Instagram und Co. können wir zeigen, dass Jodeln
zeitgemäß und lebendig ist.
Seit Dezember 2025 ist das Schweizer Jodeln
UNESCO-Kulturerbe. Was bedeutet das für Ihre
Arbeit?
Das ist ein sehr positives Signal. Ich hoffe, dass dadurch
auch andere Jodeltraditionen – wie die bayerische – mehr
Aufmerksamkeit bekommen.
Wie sehen Sie die Zukunft des Jodelns in Bayern?
Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen diese Tradition
entdecken und weitertragen. Jodeln hat in Bayern
Tradition – aber es lebt vom Mitmachen.
Warum sollte man mal versuchen zu jodeln?
Weil es Freude macht, die eigene Stimme stärkt und Gemeinschaft
schafft – ganz ohne Vorkenntnisse. Jeder kann
lernen zu jodeln.
Das Interview führte Mushtariy Kalandarova.
(etw.) auslösen etw. passiert/startet/setzt sich in Bewegung
Aussprache, (hier o. Pl.), die hier: Artikulation, Sprachmelodie, Sprechweise
Auszeichnung, -en, die Ehrung, Anerkennung, Preis
Begeisterung, die Freude, Hochstimmung
Fotos: privat (Lisa Seebauer), djvstock/freepik.com (bayerische Jodler)
Wie läuft so ein Kurs
bei Ihnen ab?
Wir beginnen mit einem
Warm-up für Körper
und Stimme. Danach
lernen wir Jodler im
Call-and-Response-
Prinzip – ich singe
vor, die Gruppe antwortet.
So entsteht schnell
ein gemeinsamer Klang.
berührt sein emotional bewegt sein
Brust, (hier o. Pl.), die der vordere Teil des Oberkörpers, der Bereich zwischen Hals und Bauch
erleben persönlich erfahren, auf sich wirken lassen
Gemeinschaft, -en, die hier: eine Gruppe von gleich Denkenden und Lebenden
Gemeinschaftsgefühl, -e, das Solidarität, Kameradschaft
Junggesellinnenabschied, -e, der eine Feier für eine Frau, kurz bevor sie heiratet
lautmalerisch bekannte Geräusche/Tiere etc. mit einem
Wort „nachmalen“, z. B. kikeriki (Hahn), ticktack (Uhr)
Leidenschaft, -en, die hier: Passion, Freude, Liebe
Leistung, -en, die hier: musikalische Fähigkeiten, Stärke, Können
Proberaum, -“-e, der Raum, in dem geübt/geprobt wird, meistens für Musik, Theater oder Tanz
Überzeugung, -en, die Meinung, Position, Standpunkt
untergeordnet weniger wichtig, zweitrangig
Vorkenntnis, -se, die das, was man schon weiß/kennt; Vorwissen
wachsen sich entwickeln, groß werden
wagen riskieren, den Mut haben, sich trauen
wechseln hier: schnell hin- und herbewegen, alternieren
(etw.) weitertragen hier: etw. behalten und an andere weitergeben
zeitgemäß in die Zeit passend, auf dem neuesten Stand
vitamin de 108 11
Wirtschaft
*
Guten Flug!
››
100 Jahre Lufthansa
Der Kranich ist das Logo der Lufthansa, der größten deutschen Fluggesellschaft und einer der größten
Europas. In diesem Jahr wird die Lufthansa 100 Jahre alt. Unter dem Motto „We are the Journey“ wird
der runde Geburtstag an den Flughäfen Frankfurt am Main, München und Berlin mit Ausstellungen und
Aktionen zur Geschichte der Airline gefeiert. Außerdem ist eine Jubiläumsflotte mit sechs neuen Flugzeugen
geplant.
Eine Erfolgsgeschichte mit vielen Herausforderungen
– so kann man die
Entwicklung der Lufthansa gut beschreiben.
Die Fluggesellschaft wurde am 6.
Januar 1926 unter dem Namen „Luft
Hansa“ gegründet, nach dem Zusammenschluss
von „Junkers Luftverkehr“
und „Deutscher Aero Lloyd“. Am 6. April
1926 startete der erste Linienflug
von Berlin nach Zürich mit einer kleinen
Maschine vom Typ Fokker-Grulich
F II und Platz für vier Passagiere. In den
folgenden Jahren baute Luft Hansa ihr
Streckennetz Schritt für Schritt aus, zunächst
in Europa und später nach Südamerika
und Asien, um Deutschland
besser mit der Welt zu verbinden.
Neuanfang in den 1950er-Jahren
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 –
1945) wurde die inzwischen so benannte
Deutsche Lufthansa aufgelöst,
und der deutsche Zivilluftverkehr war
zunächst verboten. Am 6. Januar 1953
gründeten frühere Mitarbeiter der alten
Lufthansa in Köln die „Aktiengesellschaft
für Luftverkehrsbedarf“ (Luftag)
mit staatlicher Unterstützung. 1954
kaufte die Luftag für 30 000 Deutsche
Mark den Namen „Lufthansa“ und das
Kranich-Logo der alten Gesellschaft.
Kurz darauf beschlossen die Aktionäre,
die Luftag in „Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft“
umzubenennen. Die
1953 gegründete Deutsche Lufthansa
AG bildet die rechtliche Grundlage für
die heutige Airline.
Rund 100 000 Mitarbeitende
In den folgenden Jahrzehnten wuchs
die Lufthansa weiter und baute ihr Angebot
an Inlands- und Auslandsflügen
stark aus. Ein wichtiges Jahr war
1997: Die Lufthansa wurde vollständig
privatisiert und war Mitgründerin der
weltweiten Flugallianz Star Alliance.
Heute ist die Lufthansa die Kernmarke
der Lufthansa Group, zu der auch Fluggesellschaften
wie SWISS aus der
Schweiz und Austrian Airlines aus Österreich
gehören. Der Konzern beschäftigt
rund 100 000 Mitarbeitende aus
mehr als 160 Ländern und betreibt
eine Flotte von etwa 700 Flugzeugen.
Luftfahrt vor Herausforderungen
Heute steht die Luftfahrtbranche vor
vielen Herausforderungen. Das Ziel
bleibt wirtschaftliches Wachstum als
Unternehmen – natürlich nicht um jeden
Preis. Die Sicherheit der Passagiere
und die Umwelt haben immer die
höchste Priorität. Der Luftverkehr verursacht
weiterhin viel Kohlendioxid,
deshalb investieren Airlines in neue,
umweltfreundlichere Technologien. Viele
Menschen verzichten inzwischen auf
Inlandsflüge, was weniger Flüge und
damit auch weniger Arbeitsplätze bedeuten
kann. Durch Automatisierung
und den Einsatz von KI könnten weitere
Jobs wegfallen. In den letzten 100
Jahren ist die Lufthansa mit ihren Flugzeugen
nicht nur hervorragend geflogen,
sondern sie hat auch das Leben
mehrerer Generationen komfortabler
gemacht. Das ist ein Grund zum Feiern
– und ein Auftrag, die Zukunft der Luftfahrt
verantwortungsvoll zu gestalten.
Cosmin Ţugui
auflösen hier: etw. beenden/nicht mehr nutzen
Auftrag, (hier o. Pl.), der hier: Aufgabe/Verpflichtung, die man ernst nehmen muss
ausbauen hier: verbessern, erweitern, entwickeln
beschäftigen hier: jmdn. beruflich anstellen, dessen Arbeitskraft einsetzen
beschließen entscheiden, festlegen
gründen eröffnen, aufbauen
Herausforderung, -en, die schwierige Aufgabe
Kranich, -e, der Vogel, der ähnlich wie ein Storch (Vogel, der die Babys bringen soll) aussieht
umbenennen einen anderen Namen geben
Unterstützung, -en, die Hilfe, Mitarbeit, Förderung
verbinden hier: die Vernetzung von Orten durch Flugrouten
verboten untersagt, nicht erlaubt
verursachen auslösen, hervorrufen, der Grund für etw. sein
verzichten, auf etw. (Akk.) etw. nicht machen/tun
Wachstum, das hier: wirtschaftlicher Erfolg
Fotos: Oliver Roesler/medialounge.lufthansagroup.com (Start einer Lufthansa-Maschine), Nate Hovee/iStock-1183884057 (Lufthansa-Flugzeuge in Frankfurt am Main)
12 vitamin de 108
Rezept
Dippekuchen
››
Deftiges Essen aus dem Backofen
Der Dippekuchen ist ein traditionelles Gericht aus der Mittelrheinregion. Früher war es ein einfaches
Bauernessen. Es machte lange satt und war sehr deftig. Die wichtigste Zutat sind rohe, geriebene Kartoffeln.
Man mischt sie mit Zwiebeln und Schweinebauch. Dann backt man alles langsam im Ofen. So
wird das Gericht außen knusprig und innen weich. Der starke Geschmack kommt vom Speck und von
den Gewürzen.
Zutaten für 2 Portionen:
• 750 Gramm (g) mehligkochende
Kartoffeln
• 150 g Schweinebauch oder geräucherter
Speck
• 1 – 2 große Zwiebeln
• 1 Ei
• 100 Milliliter (ml) Milch
• ½ Teelöffel (TL) Salz
• ¼ TL Pfeffer
• ¼ TL Muskatnuss
• ½ TL Kümmel (optional)
• 1 Esslöffel (EL) Pflanzenöl oder Butter
Zubereitung:
Zuerst schälst du die Kartoffeln und
reibst sie fein. Lege die geriebenen
Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch
und drücke die Flüssigkeit gut aus. So
wird der Dippekuchen später fest und
bekommt eine gute Konsistenz. Danach
schälst du die Zwiebeln und
schneidest sie in kleine Würfel. Nun
schneidest du den Schweinebauch
ebenfalls in kleine Stücke. Er sorgt
beim Backen für Geschmack und Saftigkeit.
Gib die Kartoffeln, Zwiebeln und
den Speck in eine
große Schüssel.
Füge das Ei und
Milch hinzu und mische
alles gut, bis
eine gleichmäßige
Masse entsteht. Würze die Masse mit
Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Kümmel.
Heize den Backofen auf 180 Grad
Ober- und Unterhitze vor. Fette eine
große Auflaufform gut ein. Gib die Kartoffelmasse
hinein und streiche sie
glatt. Verteile etwas Butter oder Öl auf
der Oberfläche. So wird der Kuchen
knusprig und bekommt eine schöne
Farbe. Backe den Dippekuchen etwa
90 Minuten. Nach der Hälfte der Zeit
kannst du ihn vorsichtig wenden oder
noch etwas Fett daraufgeben. Er ist
fertig, wenn die Oberfläche goldbraun
ist und der Rand kross. Serviere ihn
heiß, zum Beispiel mit Apfelmus oder
einem grünen Salat.
Ekaterina Shmeleva
*
Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Dippekuchen); KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Speisekarte mit Dippekuchen)
Frisch aus dem
Ofen: Dippekuchen
deftig kalorienreich, herzhaft
Gericht, -e, das hier: Essen, Speise
gerieben zerkleinert, gehobelt
gusseisern aus sehr hartem Metall
knusprig knackig, kross; es knackt beim Essen
Kümmel, -, der hier: Gewürzpflanze
Lauch, der langes, grün-weißes Gemüse; Porree
mehligkochend weich/fast auseinanderfallend nach dem Kochen
schälen die Schale/Haut abschneiden/wegmachen
Schüssel, -n, die großer Teller, Schale
Schweinebauch, -“-e, der Fleisch und Fett vom Bauch des Schweins, Speck
Würfel, -, der hier: kleines, quadratisches Stück/Teil
Vom alten Topf zum Backofen
Der Name Dippekuchen kommt vom „Dippek“, einem
schweren gusseisernen Topf. Früher backte man den
Kuchen darin im Holzofen. Es war ein einfaches, aber
nahrhaftes Essen für die Menschen auf dem Land. Kartoffeln
und Zwiebeln gab es immer, Fleisch nur manchmal,
zum Beispiel zu besonderen Festen. Heute macht
man den Dippekuchen oft im Backofen. Es gibt die
klassische Version mit Speck, aber auch eine vegetarische
Variante. Dafür lässt man den Schweinebauch
weg und nimmt zum Beispiel Käse, Lauch oder extra
Zwiebeln. So bleibt der typische Geschmack erhalten –
ganz ohne Fleisch.
vitamin de 108 13
Porträt
*
Die Scorpions auf ihrer „50th
Anniversary World Tour“ 2016
in Melbourne, Australien
Die Scorpions
››
60 Jahre Hardrockmusik
„I’m still loving you, I need your love.“ Viele Menschen auf der ganzen Welt kennen diesen Refrain.
Wenn sie ihn hören, ist ihnen romantisch und ein bisschen traurig zumute. Das Lied „Still Loving You“
ist ein echter Ohrwurm. Aber wer hat dieses Lied gemacht? Es kommt von der deutschen Rockband
Scorpions. Die markante Stimme von Sänger Klaus Meine macht die Songs der Band unverwechselbar.
Auch nach vielen Jahrzehnten sind die Scorpions ein wichtiger Teil der Rockmusik.
Die beiden 17-jährigen Musiker Rudolf
Schenkenberg (Gitarre) und
Wolfgang Dziony (Schlagzeug) beschlossen
1965, eine Rockband zu gründen.
Geübt haben sie in der Kneipe von
Wolfgangs Mutter – aber nur, wenn dort
Ruhetag war. Damals waren die beiden
sehr begeistert von den Beatles aus
Liverpool. Sie spielten vor allem Lieder
der Beatles nach und traten bei kleinen
Konzerten und Festivals auf. Am Anfang
nannten sie sich „Nameless“, weil ihnen
kein anderer Name einfiel.
Der Beginn der Scorpions
Nach einigen Jahren änderte sich die
Besetzung der Band. Ende der 1960er-
Jahre starteten die Musiker neu – jetzt
unter dem Namen „Scorpions“. Dieser
Name klang sowohl in Deutschland als
auch international gut. Als neues
Bandmitglied kam Klaus Meine als
Sänger dazu. Mit ihm begann der Aufstieg
der Band zur weltweit bekannten
und erfolgreichen Hardrockband.
Schwere Stimmprobleme bei Klaus
Meine
Die Scorpions sangen von Anfang an
auf Englisch. Deshalb bekamen sie
nach ihren ersten Alben nicht nur in
Deutschland, sondern auch international
Aufmerksamkeit. Doch 1981 gab
es einen großen Schock: Sänger Klaus
Meine hatte schwere Stimmprobleme.
Die Fans waren erschüttert – eine
Band ohne ihn? Kaum vorstellbar.
Klaus Meine musste sich mehreren
Operationen und einer intensiven
Stimmtherapie unterziehen. Danach
konnte er wieder auftreten – viele Fans
fanden sogar, dass seine Stimme stärker
war als früher.
Superhit „Wind of Change“
In den frühen 1980er-Jahren hatten
die Scorpions ihren internationalen
Durchbruch. 1982 spielten sie ein
Livekonzert im berühmten Madison
Square Garden in New York – ein großer
Erfolg für die Band. Besonders mit
den Alben „Blackout“ (1982) und
„Love at First Sting“ (1984) wurden sie
weltweit bekannt. Von da an tourten
die Scorpions jedes Jahr rund um die
Welt. 1990 entstand ihr wohl bekanntester
Hit „Wind of Change“. Inspiriert
Das Cover ihres
erfolgreichsten Albums
„Crazy World“ von 1990
wurde das Lied vom Moscow Music
Peace Festival 1989 in der damaligen
Sowjetunion. Der Song erzählt von einem
nächtlichen Spaziergang durch
Moskau und vom Wandel der Zeit. Der
Refrain drückt Hoffnung und Veränderung
aus: „The future’s in the air, I can
feel it everywhere – I’m blowing with
the wind of change.“
Hymne des politischen Wandels
Die Welt war Ende der 1980er-Jahre
im großen Umbruch: die Berliner Mauer
fiel, der Kalte Krieg endete und die
Sowjetunion löste sich langsam auf.
Der Song „Wind of Change“ kam genau
zur richtigen Zeit und wurde zur
Hymne dieses politischen Wandels.
Besonders bekannt wurde das Lied
auflösen, sich hier: verfallen, wegfallen, enden
Aufstieg, -e, der hier: extrem positive Entwicklung
Begeisterung, die Freude, Hochstimmung
Belastung, -en, die Stress, Mühe
Besetzung, -en, die hier: wer in der Band spielt und welches Instrument jeder spielt
Botschaft, -en, die hier: Aussage, Mitteilung, Aufruf
Durchbruch, -“-e, der Erfolg, positives Ergebnis
erschüttert geschockt, überrascht, betroffen
Kneipe, -n, die ein Ort/Restaurant, wo man trinken und sich mit Leuten treffen kann
markant charakteristisch, auffallend
Ohrwurm, -“-er, der Song/Schlager/Hit, den man nicht vergessen kann
prägen beeinflussen, wirken auf etw.
Refrain, -s, der Teil eines Lieds, den man wiederholt
Ruhetag, -e, der ein Tag ohne Arbeit, an dem man sich erholt
Stimmproblem, -e, das hier: nicht mehr singen können
Umbruch, -“-e, der hier: große sozioökonomische Veränderung
unterziehen, sich etw. machen müssen, auch wenn es nicht angenehm ist
Vielfalt, die große Auswahl, großes Angebot
Wandel, der Veränderung; hier: Wechsel, Übergang
zumute sein wie sich jmd. fühlt
Fotos: Ian Robert Laidlaw/wikimedia.org (Scorpions in Melbourne, Australien, am 17.10.2016), Mercury Records (Cover des erfolgreichsten Albums „Crazy World“ von 1990)
14 vitamin de 108
Deutsch üben – jetzt!
Fotos: dr_zoidberg/wikimedia.org (Scorpions 2015), Brandsoftheworld.com/wikimedia.org (Scorpions-Logo)
Aktuelle Bandmitglieder
Die Scorpions sind eine deutsche
Rockband. Aktuelle Mitglieder sind
Rudolf Schenker (Rhythmusgitarre,
Begleitgesang), Klaus Meine (Sologesang),
Matthias Jabs (Sologitarre,
Begleitgesang), Paweł Ma¸ciwoda
(Bass, Begleitgesang) und Mikkey
Dee (Schlagzeug).
durch den Auftritt der Scorpions beim
„The Wall“-Konzert im Juli 1990 in Berlin,
nur wenige Monate nach dem
Mauerfall.
Der Reiz ihrer Musik
Die Scorpions zeigen mit ihrer Musik,
wie unterschiedlich Hardrock sein
kann. Manche Lieder haben politische
Botschaften, wie „Wind of Change“,
andere sind sehr emotional, wie die
Ballade „Still Loving You“. Und Songs
wie „Rock You Like a Hurricane“ wurden
zu echten Stadionhymnen. Diese
Vielfalt macht den besonderen Reiz ihrer
Musik aus. 2010 gab es einen großen
Schreck für die Fans: Die Scorpions
kündigten ihren Abschied und
eine letzte große Tour an. Doch dann
machte die Band weiter. 2013 starteten
die Scorpions die „Rock’n’Roll Forever
Tour“ und spielten wieder weltweit
Konzerte.
Livekonzerte „like a hurricane“
Seit vielen Jahren spielen die Scorpions
jedes Jahr Konzerte auf der ganzen
Welt. Wer sich die Programme ihrer
Liveshows anschaut, fragt sich oft, wie
die Musiker diese große Belastung
schaffen. Im Januar 2026 gab es einen
echten Schock für die Fans: Francis
Buchholz, der Ex-Bassist der Scorpions,
war gestorben. Er war bis 1992
Teil der Band und prägte 20 Jahre lang
ihren Erfolg. Doch auch heute noch
sind die Auftritte der Scorpions voller
Energie und Begeisterung. Ein Ende ihrer
Karriere ist nicht in Sicht. Für 2026
wurden bereits neue Livetermine angekündigt.
Bei den Konzerten werden
vielleicht drei Generationen – Großeltern,
Eltern und Enkel – gemeinsam
mitsingen: „Here I am – rock you like a
hurricane!“
Tillmann Heß
1. Der Song „Still Loving You“
a) ist eine Rockballade von den Beatles.
b) ist ein Synonym für eine Krankheit des
Gehörs.
c) ist sehr bekannt.
2. In der Anfangszeit
a) hatten die jungen Musiker nur am
Wochenende Konzerte.
b) übten sie in einer Kneipe an deren Ruhetag.
c) spielten sie nur selbst komponierte Lieder.
3. Der Sänger Klaus Meine
a) war von Anfang an in der Rockband.
b) war mit für den Erfolg der Scorpions verantwortlich.
c) sang vorher bei den Beatles.
4. 1981 verlor Klaus Meine seine Stimme
a) und konnte niemals mehr für die Scorpions singen.
b) und unterzog sich erfolgreich einer Stimmtherapie.
c) und konnte nach einer Stimmtherapie nur noch wenig singen.
5. Der Song „Wind of Change“
a) thematisiert ein Ereignis in Amerika.
b) ist kein eigener Song, sondern eine Coverversion.
c) passte damals sehr gut zur aktuellen Weltlage.
6. 2010 teilten die Scopions mit,
a) dass sie sich mit der „Rock’n’Roll Forever Tour“ aus dem
Musikgeschäft verabschieden würden.
b) dass sie eine neue Band gründen wollten.
c) dass sie eine letzte große Tour spielen würden.
7. Nach 60 Jahren im Musikgeschäft
a) geht es auch 2026 noch weiter mit Konzerten.
b) ist nun Schluss.
c) verlieren die Musiker langsam ihre Kraft.
Übungen
zum Artikel
auf Seite
14/15
Die Lösungen findet ihr auf Seite 34 in diesem Heft.
Die Scorpions 2015
vitamin de 108 15
Sport
*
Alles wird größer
››
Die Fußballweltmeisterschaft 2026
Die Fußballweltmeisterschaft (WM) der Männer 2026 wird besonders groß. Zum ersten Mal findet sie
in drei Ländern gleichzeitig statt: in den USA, Kanada und Mexiko. Außerdem spielen diesmal 48
Mannschaften mit, vorher waren es 32. Dadurch gibt es mehr Spiele, mehr Fans und mehr
Überraschungen. Die WM dauert vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026.
Für Deutschland ist dieses Turnier
sehr wichtig. Nach einigen enttäuschenden
Jahren wollen viele Fans wieder
eine Mannschaft sehen, die mutig
spielt, Tore schießt und weit kommt.
Seit 2023 ist Julian Nagelsmann Bundestrainer.
Er ist jung und ehrgeizig.
Viele hoffen, dass er die Nationalmannschaft
wieder stark macht. Aber bis zur
WM gibt es noch viel zu tun.
Viel Talent und eine gute Mischung
Deutschland hat viele gute Fußballer.
Einige gehören zur Weltspitze, zum Beispiel
Jamal Musiala, Florian Wirtz oder
Nick Woltemade. Dazu kommen erfahrene
Spieler wie Joshua Kimmich, die
schon große Turniere gespielt haben.
Das ist eine gute Mischung aus jungen
und erfahrenen Spielern. Bis zur WM
bleibt außerdem genug Zeit, um die
Abläufe zu verbessern und ein klares
Spielsystem zu entwickeln.
Zu häufig instabil und ohne Plan B
Die deutsche Mannschaft hat auch
Probleme. In den letzten Jahren zeigte
das Team oft keine gleichbleibende
Leistung: Auf gute Spiele folgten
schwache. Auch die Abwehr war nicht
immer sicher. Außerdem hängt viel von
einzelnen Spielern ab. Wenn sie fehlen
oder nicht in Form sind, gibt es oft keinen
Plan B.
Deutschlands Vorrundengruppe
Deutschland spielt in der Vorrunde in
Gruppe E. Die Gegner sind Ecuador,
Curaçao und die Elfenbeinküste (Côte
d’Ivoire). Deutschland ist in dieser
Gruppe das bekannteste Team. Die
deutsche Mannschaft hat viermal die
Weltmeisterschaft gewonnen (1954,
1974, 1990, 2014) und viel Erfahrung
bei großen Turnieren.
Torjubel beim 2:0-
Sieg Deutschlands
im Achtelfinale der
Fußball-EM 2024 gegen
Dänemark in Dortmund
Die Gegner im Überblick
Ecuador: Das Team aus Südamerika
spielt oft sehr schnell, ist kämpferisch
und kann die Gegner unter Druck setzen.
Besonders gefährlich ist Ecuador,
wenn es früh in Führung geht und
Deutschland ungeduldig wird. Curaçao:
Gegen Curaçao, eine kleine Insel in der
Karibik, hat Deutschland noch nie gespielt.
Dass die Mannschaft überhaupt
bei einer WM dabei ist, ist schon eine
Sensation. Curaçao ist in dieser Gruppe
der klare Außenseiter. Sie können
ohne Druck spielen.
Das schwierigste Spiel
Die Elfenbeinküste ist ein starkes Team
aus Afrika. Viele Spieler sind schnell,
athletisch und spielen in europäischen
Top-Ligen. Gegen solche Mannschaften
kann es eng werden, besonders wenn
Deutschland Fehler macht. Das Spiel
gegen die Elfenbeinküste wird wahrscheinlich
das schwierigste Gruppenspiel.
Foto: Moritz Müller/alamy 2XFHM1X
16 vitamin de 108
Der Gruppensieg ist Pflicht
Deutschland hat gute Chancen, den
ersten Platz in der Gruppe zu
erreichen. Der Kader ist insgesamt
stärker und die Mannschaft hat viel Erfahrung
bei großen Turnieren. Für den
Gruppensieg muss Deutschland aber
konzentriert bleiben, besonders in den
Spielen gegen Ecuador und die Elfenbeinküste.
Ein unberechenbares Turnier
Die WM 2026 ist wieder stark besetzt.
Teams wie Frankreich, England, Brasilien,
Argentinien oder Spanien gehören
zu den größten Favoriten. Viele von ihnen
sind derzeit eingespielter als
Deutschland. Durch das neue Format
mit 48 Teams wird das Turnier außerdem
unberechenbar. Es gibt mehr
Spiele und mehr Möglichkeiten für
Überraschungen. Auch ein Top-Team
kann früh ausscheiden, wenn es einen
schlechten Tag hat.
Deutschlands Chancen auf den
WM-Titel
Deutschland kann bei dieser WM weit
kommen. Nach der Vorrunde beginnt
die K.-o.-Phase. Wenn die Mannschaft
gut zusammenarbeitet, fit bleibt und
Selbstvertrauen entwickelt, sind Viertelfinale
oder Halbfinale realistische
Ziele. Für den WM-Titel muss aber alles
passen: eine gute Form, wenige
Fehler, ein klarer Plan und manchmal
auch ein bisschen Glück.
Es braucht ein echtes Team
Deutschland geht nicht chancenlos in
die WM 2026, ist aber auch kein klarer
Top-Favorit. Wichtig wird sein, ob es
dem Trainerteam gelingt, aus vielen
guten Einzelspielern wieder ein echtes
Team zu machen. Wenn das gelingt,
kann Deutschland bei dieser WM für
eine Überraschung sorgen.
Dennis Grabowsky
Die wichtigsten Spieler
Ein Fußballteam hat drei Teile: Abwehr, Mittelfeld und Sturm.
Die deutsche Nationalmannschaft ist in allen drei Teilen gut besetzt.
Fotos: DFB (Joshua Kimmich, Nick Woltemade, Oliver Baumann), adidas (Trionda, der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026)
Der Kapitän
Joshua Kimmich spielt beim FC Bayern
München. Seit 2024 ist er Kapitän der
deutschen Nationalmannschaft. Er
kann im Mittelfeld oder rechts in der
Abwehr spielen. Kimmich ist wichtig,
weil er das Spiel lenkt, viele Pässe
spielt und der Mannschaft auf dem
Platz zeigt, was zu tun ist.
Trionda, der offizielle
Spielball der Fußball-WM
2026, und der Siegerpokal
Der Torjäger
Nick Woltemade ist ein sehr großer
Stürmer. Das hilft ihm zum Beispiel
bei Kopfbällen. In seinem Verein Newcastle
United schießt er viele Tore. Bei
der Nationalmannschaft ist er noch
neu, aber die Trainer vertrauen auf
seine Fähigkeiten und seinen
Torriecher.
Der Rückhalt
Oliver Baumann ist Torwart bei der
TSG Hoffenheim und hat schon viele
Bundesligaspiele gespielt. Er ist erfahren
und soll der Mannschaft Sicherheit
geben. Ein guter Torwart kann
Spiele entscheiden – Baumann soll
genau das für Deutschland tun.
Ablauf, -“-e, der hier: wiederkehrende Spielhandlungen, Spielzüge und Bewegungsmuster
Abwehr, die hier: Defensive, Verteidigung, die eigenen Spieler vor dem eigenen Tor
ausscheiden hier: ein Turnier vorzeitig beenden müssen
Außenseiter, -, der hier: eine Mannschaft mit geringen Gewinnchancen
ehrgeizig ambitioniert, viel erreichen wollen
eng werden knapp/schwierig werden
folgen hier: zeitlich nach jmdm./etw. kommen, sich anschließen
Gruppensieg, -e, der erster Platz in einer Gruppe
in Form sein fit sein, gut spielen können
Kader, -, der Mannschaft, Team
Leistung, -en, die hier: sportliche Fähigkeiten, Stärke, Können
lenken führen, steuern, kontrollieren
Selbstvertrauen, das Glaube an sich selbst, Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein
Sturm, der hier: die Spieler, die versuchen, Tore zu schießen
Torriecher, der Talent, gute Chancen auf Tore zu erkennen und zu nutzen
Überraschung, -en, die etw. Unerwartetes, Sensation
unberechenbar man kann nicht vorhersehen, was passiert
ungeduldig unruhig, hektisch; zu viel zu schnell wollen
Vorrunde, -n, die erste Etappe/Phase in einem Wettkampf/Wettbewerb
vitamin de 108 17
vitamin de
Deutsch für Anfänger
Sonja und Petra auf
Entdeckungsreise
Es ist Frühling. Sonja und Petra kommen wieder in den
Thüringer Wald. Der Schnee ist weg. Jetzt gibt es überall
grüne Pflanzen. Die Mädchen machen eine Wanderung mit
ihren Eltern.
Sie haben einen Rucksack und eine Lupe. Sie suchen Frühlingsblumen.
Sie finden Buschwindröschen und Schlüsselblumen.
Petra sieht bunte Schmetterlinge. Sie freut sich. Sonja sammelt
Blätter und Tannenzapfen. Sie hat ein Naturtagebuch. Am Ende
machen sie ein Picknick. Sie sitzen an einem Bach. Sie hören
das Wasser. Sie lassen kleine Boote aus Holz schwimmen.
Sonja & Petra
1. Aufgabe
Erweitere deinen Wortschatz! Was passt zusammen? Ordne die Wörter aus dem
Kasten den passenden Beschreibungen zu.
*
Wort
Beschreibung
1. der Frühling A. ein kleiner Fluss
2. der Schnee B. Essen im Freien
3. die Wanderung C. weiß, kalt und schmilzt
4. der Rucksack D. zum Vergrößern von kleinen Dingen
5. die Lupe E. eine Tasche für den Rücken
6. der Schmetterling F. ein Spaziergang in der Natur
7. das Picknick G. ein buntes Insekt
8. der Bach H. eine Jahreszeit mit vielen Blumen
2. Aufgabe
Beantworte die Fragen zum Text in einfachen,
kurzen Sätzen.
A. Wann kommen Sonja und Petra in den Thüringer Wald?
B. Was machen die beiden Mädchen mit ihren Eltern?
C. Wonach suchen sie mit der Lupe?
D. Worüber freut sich Petra?
E. Was machen sie am Bach?
Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Sonja, Petra und ihre Eltern, Symbolbild); KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Illustration)
18 vitamin de 108
Deutsch für Anfänger
vitamin de
3. Aufgabe
Übe die Grammatik! Konjugiere die Verben in den
Klammern im Präsens und schreibe die richtige Form in
die Satzlücken.
A. Der Schnee ……………… (schmelzen).
B. Überall ………… (wachsen) grüne Pflanzen und bunte Blumen.
C. Die Mädchen ……………. (machen) eine Wanderung.
D. Sie ………….. (haben) einen Rucksack und eine Lupe dabei.
E. Sonja ………… (sammeln) Blätter.
F. Sie ………….. (hören) dem Wasser zu.
4. Aufgabe
Mein eigenes Abenteuer: Stell dir vor, du bist auch im Wald. Was machst du?
Ergänze die Sätze oder schreibe einen kurzen Text.
Illustrationen: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Sonja und Petra am Bach); KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Ausmalbild)
A. Ich gehe in den Wald mit (den Freunden, der Familie, der Klasse, den Großeltern).
B. Ich habe (eine Kamera, ein Sitzkissen, ein Taschenmesser, einen Rucksack, eine Brotzeitbox, einen kleinen
Müllbeutel, eine Sonnenbrille, Gummistiefel, einen Regenschirm) dabei.
C. Ich suche nach (Blättern, Steinen, Eicheln, Kastanien, Insekten, Frühlingsblumen, Ameisenhaufen, Pilzen).
D. Ich finde (Insekten, Pilze, Steine, Blumen, Schmetterlinge, Marienkäfer, Müll).
E. Am Ende gehe ich (im Baumhaus schlafen, Insekten und Tiere beobachten, Blumen pflücken, picknicken, auf
der Wiese chillen, Pilze suchen, Pflanzen und Blumen zeichnen, meditieren, die Natur genießen; Zweige, Blätter
und Steine sammeln; einen kleinen Wasserfall entdecken).
5. Aufgabe
Petra sieht gelbe Schmetterlinge. Sie freut sich.
Sonja sammelt grüne Blätter und braune
Tannenzapfen. Sie hat ein blaues Naturtagebuch.
Male jetzt das Bild aus, wie es dir gefällt.
Die Lösungen fi ndet ihr auf Seite 34 in diesem Heſt.
Victoria Bura, DaZ-Lehrerin an der Staatlichen
Regelschule „Prof. Franz Huth“, Pößneck
vitamin de 108 19
*
Deutsche Redensarten
››
Von „Alles in Butter“ bis „Trübsal blasen“
Deutsche verwenden oft Redewendungen, die so nicht im Lehrbuch stehen. Ob bei der Arbeit, unter
Freunden oder in der Familie – Deutschlernende aus dem Ausland hören bei Muttersprachlern
manchmal Wörter und Sätze, die für sie keinen richtigen Sinn ergeben. Trotzdem handelt es sich um
ganz normale Umgangssprache, die jedem Deutschen vertraut ist.
Viele Deutsche kennen die Herkunft dieser Redensarten selbst nicht mehr – und doch weiß jeder, was gemeint ist.
Vitamin de stellt einige dieser Redensarten mit ihrer Bedeutung vor, damit auch junge Deutschlernende sie bei passender
Gelegenheit richtig anwenden können. Los geht es in dieser Ausgabe mit drei Redewendungen:
Hand und Fuß haben
Diese Redensart verwendet
man, wenn
man ausdrücken
möchte, dass etwas
nur dann richtig funktionieren
kann, wenn bestimmte Voraussetzungen
erfüllt sind. Beispiel: Ein
zehnjähriger Junge sagt zu seinem Vater:
„Ich koche morgen das Mittagessen.“
Der Vater findet die Idee gut,
zweifelt aber daran, dass sein Sohn
das schon kann, und sagt deshalb:
„Das muss aber Hand und Fuß haben.“
Herkunft: Im Mittelalter mussten bei
einem Ritter, der in den Krieg zog, die
rechte Hand und der linke Fuß gesund
sein. Mit der rechten Hand führte er
das Schwert, mit dem linken Fuß trat
er in den Steigbügel, um sein Pferd zu
besteigen. Nur so konnte er seine Aufgaben
als Ritter erfüllen.
Herkunft und Bedeutung
Herkunft und Bedeutung solcher Redensarten
lassen sich so zusammenfassen:
Viele bildhafte Wendungen
wie „Alles in Butter“ sind
Metaphern, die auf historische Ereignisse
zurückgehen und bestimmte
Vergleiche ausdrücken. Die meisten
dieser sprachlichen Bilder stammen
aus dem Mittelalter, einige haben einen
biblischen Ursprung und finden
sich deshalb sinngemäß auch in anderen
Sprachen. Weitere Redensarten
verbreiteten sich erst mit der
Entstehung der deutschen Gemeinsprache
und des ersten Nationalstaats
ab 1871. Gemeinsam ist ihnen,
dass sie dazu dienen,
jemanden auf die möglichen Folgen
einer Handlung oder eines Ereignisses
aufmerksam zu machen.
Alles in Butter
Diese Redensart bedeutet,
dass ein Vorgang
oder eine Aktion sehr
gut und ohne Probleme
gelungen ist. Beispiel: Zwei
Schüler sprechen über die letzte Englischprüfung.
Der eine sagt: „Ich hoffe,
du hattest alle Vokabeln gelernt.“ Der
andere antwortet: „Sei unbesorgt, es
ist alles in Butter.“ Damit meint er,
dass er die Prüfung bestanden hat.
Herkunft: Die Wendung stammt aus
dem Mittelalter. Damals wurden zerbrechliche
Waren wie Glas oder Ton
über die Alpen transportiert. Die langen,
holprigen Wege legte man mit
Pferd und Wagen zurück. Um die empfindlichen
Gegenstände zu schützen,
lagerte man sie in Fässern voller Butter
ein. Butter dämpfte Stöße so gut, dass
kaum etwas zerbrach. „Alles in Butter“
wurde daher zum Ausdruck für einen
gelungenen, schadlosen Transport –
und steht bis heute für einen Erfolg.
Aufgaben
Sprache
Trübsal blasen
Diese Redensart bedeutet,
dass jemand
traurig oder unzufrieden
ist und andere diesen
Zustand deutlich bemerken.
Oft wird sie verwendet, um
darauf hinzuweisen, dass dauerhaftes
Grübeln nicht weiterhilft. Beispiel:
Zwei Freunde treffen sich. Einer erzählt
immer wieder von einem deprimierenden
Erlebnis, was man ihm auch ansieht.
Der andere sagt zu ihm: „Blas
doch nicht so viel Trübsal!“ oder „Anstatt
den ganzen Tag Trübsal zu blasen,
unternimm lieber etwas!“ Herkunft:
Früher ließ man beim Tod eines wohlhabenden
Familienmitglieds den Turmwächter
vom Kirchturm eine traurige
Melodie blasen. So wurde im ganzen
Ort hörbar auf den Trauerfall hingewiesen.
Daraus entwickelte sich die Redensart
für anhaltende Traurigkeit.
Robert Teschner
1. Lest die Informationen über die drei oben genannten Redensarten und
wiederholt mündlich deren Anwendung und Bedeutung.
2. Setzt euch in kleinen Gruppen zusammen und findet vergleichbare Situationen.
Jeder erzählt dann eine kleine Geschichte, in der er eine
Redensart verwendet.
ausdrücken aussprechen, mitteilen, sagen
dämpfen hier: etw. weicher machen, damit es nicht kaputtgeht
Gemeinsprache, -n, die einheitliche, allgemein verwendete Sprache
grübeln lange und immer wieder über etw. nachdenken
Herkunft, die Abstammung, Ursprung
holprig uneben, nicht glatt/flach
Redewendung, -en, die feste Verbindung von Wörtern; Sprichwort, Idiom
Sinn, (hier o. Pl.), der hier: bedeutende Gedanken/Inhalte
Trübsal, die Traurigkeit
Umgangssprache, -n, die Alltagssprache, Jargon
Voraussetzung, -en, die Bedingung, Grundlage
Illustration: Grafi kLab/istockphoto-2198664567 (Emojis)
20 vitamin de 108
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Kennzeichnung der Texte nach GER-Sprachniveaus: Leichte Texte (A2) Mittelschwere Texte (B1) Schwere Texte (B2 – C1)
Arbeitswelt
*
Viele Probleme am Arbeitsplatz lassen
sich durch ein persönliches, klärendes
Gespräch lösen (Symbolbild)
Gleiche Chancen für alle?
››
Diskriminierung in der Arbeitswelt
Menschen in Deutschland erleben im Alltag immer wieder Diskriminierung – auch am Arbeitsplatz.
Mohamed Kouras hilft ihnen dabei, ihre Rechte zu erkennen und Lösungen zu finden. Seine Arbeit zeigt:
Beratung kann Türen öffnen und neue Chancen möglich machen.
Wer Diskriminierung erlebt, fühlt
sich oft allein und unsicher. Viele
wissen nicht, welche Rechte sie haben
oder was sie tun können. In solchen Situationen
hilft Mohamed Kouras. Er ist
zertifizierter Antidiskriminierungsberater
und arbeitet in der Beratungsstelle
für Antidiskriminierungsarbeit Nordrhein-Westfalen
(ADA NRW) beim Deutschen
Roten Kreuz in Münster. Dort unterstützt
der 44-Jährige Menschen, die
Benachteiligung erlebt haben.
Zuhören und aufklären
Ein Beispiel aus seiner Arbeit zeigt, wie
wichtig diese Hilfe ist. Eine Frau wandte
sich an die Beratungsstelle, weil sie
Probleme an ihrem Arbeitsplatz hatte.
Antidiskriminierungsberatung
Antidiskriminierungsberatungen unterstützen
Menschen, die sich wegen ihrer Herkunft, ihres
Geschlechts, ihrer Religion oder einer Behinderung
benachteiligt fühlen. Sie arbeiten nach dem
Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und dem
Grundgesetz. Träger sind Bund, Länder, Städte
oder Vereine. Laut einer Studie des Deutschen
Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung
erleben viele Menschen in Deutschland
Diskriminierung – Beratungsstellen bieten daher
kostenlose Hilfe in vielen Städten an.
Wegen ihrer ethnischen Herkunft
machte ein Kollege immer wieder abwertende
Bemerkungen. Die Situation
wurde für sie immer schwieriger. In der
Beratung nahm Mohamed Kouras ihre
Erfahrungen ernst. Zusammen dokumentierten
sie die Vorfälle genau. Außerdem
erklärte er ihr ihre Rechte
nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz
(AGG). Das Gesetz schützt
Menschen davor, am Arbeitsplatz diskriminiert
zu werden.
Diskriminierung am
Arbeitsplatz
In einer Studie der Antidiskriminierungsstelle
des Bundes aus
diesen Jahr berichten 39,2 Prozent
der Befragten von Diskriminierung
im Arbeitsleben – häufig
wegen ihrer ethnischen Herkunft,
ihres Geschlechts, ihres
Alters oder sozialen Status.
Den Arbeitgeber kontaktieren
Danach kontaktierte Mohamed Kouras
ihren Arbeitgeber. Er machte deutlich,
dass Unternehmen ihre Beschäftigten
vor Diskriminierung schützen müssen.
Gleichzeitig bereitete er Gespräche
zwischen der Mitarbeiterin und
ihrer Führungskraft vor. Ziel war es,
ihre Stellung im Betrieb zu stärken.
Trotz aller Bemühungen verbesserte
sich die Situation langfristig nicht genug.
Eine Klage wäre schwierig gewesen,
weil es zu wenige Beweise gab.
Deshalb entschied sich die Mitarbeiterin
gemeinsam mit Herrn Kouras für einen
Aufhebungsvertrag. Dank seiner
Unterstützung erhielt sie ein gutes Arbeitszeugnis.
Kurz darauf fand sie eine
neue Stelle.
Unterschiedliche Konflikte
Dieser Fall zeigt, wie unterschiedlich
Konflikte verlaufen können. Manchmal
kommt es zu einer Trennung zwischen
Arbeitnehmer und Arbeitgeber. In anderen
Fällen lassen sich Probleme
durch Gespräche lösen oder
Arbeitsbedingungen verbessern.
Für Mohamed Kouras ist immer
wichtig, dass die betroffene Person
eine Lösung findet, die zu ihr
passt. Seine Arbeit ist deshalb
mehr als nur Beratung. Sie hilft
Menschen, ihre Rechte zu erkennen
– und manchmal auch, einen
Neuanfang zu wagen.
Wilhelm Siemers
Foto: katemangostar/freepik.com (Arbeitswelt)
22 vitamin de 108
Diskriminierung in der Arbeitswelt – Was kann dagegen
getan werden?
Mohamed Kouras ist zertifizierter Antidiskriminierungsberater und arbeitet in
Münster in der Beratungsstelle für Antidiskriminierungsarbeit Nordrhein-
Westfalen (ADA NRW) beim Deutschen Roten Kreuz. Dort unterstützt er Menschen,
die Diskriminierung erfahren haben. Herr Kouras kennt sowohl die Ursachen
von Diskriminierung als auch Wege, ihr entgegenzuwirken.
Foto: privat (Mohamed Kouras)
Herr Kouras, welche Arten von Benachteiligung erleben Menschen im Berufsleben
am häufigsten?
Menschen erfahren im Berufsleben sowohl offene als auch versteckte Benachteiligungen
– etwa wegen ihrer ethnischen Herkunft, Religion, ihres Geschlechts, Alters,
einer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung oder sozialen Herkunft. Mit sozialer
Herkunft ist gemeint, aus welcher Familie sie stammen, wie hoch das Einkommen der Eltern ist oder welchen Bildungsabschluss
sie haben. Bewerberinnen und Bewerber berichten häufig, dass sie seltener zu Vorstellungsgesprächen
eingeladen werden. Auch am Arbeitsplatz kommt es vor, dass Mitarbeitende bei Schulungen oder Beförderungen
nicht gleichbehandelt werden. Hinzu kommen abwertende Kommentare oder Witze. Oft treten dabei mehrere
Formen der Benachteiligung gleichzeitig auf.
Mohamed Kouras
Woran liegt es, dass manche Menschen im Berufsleben trotz guter Qualifikation benachteiligt werden?
Entscheidungen in Unternehmen werden oft von Stereotypen, Vorurteilen oder festen Gewohnheiten beeinflusst.
Manche Verantwortliche handeln nach Routine oder persönlichen Vorlieben, ohne zu merken, welche Folgen das
hat. Solange Diskriminierung für Unternehmen kaum Folgen hat, wird dieses Verhalten selten hinterfragt. Für Betroffene
bedeutet das Nachteile bei der Bewerbung auf Stellen, bei Beförderungen oder bei Weiterbildungen.
Was können betroffene Personen tun, wenn sie merken, dass sie unfair behandelt werden?
Ein Bewerber erzählte, dass er trotz guter Qualifikation keine Rückmeldung von einem Unternehmen bekommen hatte.
Mit unserer Hilfe konnte er eine Beschwerde einreichen. Kurz darauf erhielt er eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Solche Fälle zeigen, dass Beratung und ein klares Vorgehen oft schnell Wirkung zeigen. Wichtig ist aber,
die Frist von zwei Monaten einzuhalten, um nach einer Diskriminierung am Arbeitsplatz eine Beschwerde oder Klage
beim Arbeitgeber oder vor Gericht einzureichen.
Was müsste sich in Deutschland ändern, damit alle die gleichen Chancen im Beruf hätten?
Neben Gesetzen bräuchte es
auch vorbeugende Maßnahmen.
Zum Beispiel sollten Sensibilisierungsangebote
zu Diskriminierung
und Benachteiligung in Unternehmen,
Schulen und
anderen Einrichtungen verpflichtend
werden. In diesem Netzwerk
beraten wir nicht nur einzelne
Betroffene, sondern
bieten auch Schulungen für
Verwaltungen und soziale Einrichtungen
an. So lernen Mitarbeitende,
Vorurteile zu erkennen
und faire Entscheidungen
zu treffen. Solche Angebote
zeigen, wie wichtig es ist,
Strukturen zu verändern – und
nicht nur einzelne Fälle zu lösen.
Das Interview führte
Daniela Todorovićová.
abwertend respektlos, beleidigend, verletzend
Arbeitsbedingung, -en, die Situation, in der gearbeitet wird
Aufhebungsvertrag, -“-e, der Mitarbeiter und Chef einigen sich auf ein Ende des Arbeitsverhältnisses
Beförderung, -en, die hier: eine höhere berufliche Position/Stellung bekommen
Behinderung, -en, die (körperliche und/oder psychische) Einschränkung des Menschen, Invalidität
Bemühung, -en, die Versuch, Anstrengung
Benachteiligung, -en, die Diskriminierung, Ungleichbehandlung
Beratung, -en, die Auskunft, Information, Konsultation
Beschäftigte, -n, der/die Arbeiterin/Arbeiter
Beschwerde, -n, die sagen, dass etw. nicht stimmt oder schlecht ist; Reklamation, Kritik
Beweis, -e, der hier: Dokumentation, Bestätigung, Beleg
entgegenwirken verhindern, blockieren, unmöglich machen
ernst nehmen beachten, berücksichtigen
Führungskraft, -“-e, die Manager, Chef, Leiter
Herkunft, die Abstammung, Ursprung
hinterfragen überdenken, überprüfen
Klage, -n, die Ärger/Sorgen juristisch in Worte fassen; Beschwerde, Protest
Recht, -e, das hier: Privileg, Anspruch, Garantie
schützen hier: absichern; retten/bewahren vor etw.
Träger, -, der hier: wer etw. leitet/organisiert/bezahlt
verpflichtend obligatorisch; hier: man soll/muss die Kurse machen
versteckt nicht sichtbar, geheim, schwer zu erkennen
vorbeugend präventiv
Vorfall, -“-e, der unerwartetes Ereignis/Erlebnis
Vorurteil, -e, das Stereotyp, Ressentiment
wenden, sich, an jmdn. (Akk.) hier: jmdn. fragen, sich richten an jmdn.
vitamin de 108 23
Jugend
Videospiele gehören zum Alltag junger
Leute in Deutschland (Symbolbild)
Zwischen
Strategie und Spielspaß
››
Warum Marco Videospiele liebt
Computerspiele gelten oft als Zeitfresser – für manche sogar als Gefahr. Kritiker warnen vor
Suchtpotenzial und vor Gewalt in manchen Spielen, während andere in Videospielen Kreativität,
Gemeinschaft und Lernmöglichkeiten sehen. Der 20‐jährige Politikstudent Marco Hass zeigt, wie
unterschiedlich Gaming im Alltag junger Menschen sein kann.
*
Marco Hass studiert Politikwissenschaft
an der Universität Bamberg.
Sein Alltag ist geprägt von Vorlesungen,
Hausarbeiten und Treffen mit
Freunden – doch ein Hobby begleitet
ihn fast jeden Tag: Videospiele. Für ihn
sind sie Spaß und Inspiration.
Ausgangspunkt für neues Wissen
Marco spielt vor allem historische Strategiespiele.
In diesen Spielen baut er
ein Land auf, trifft wirtschaftliche Entscheidungen,
schließt Bündnisse und
Marco
Hass
trägt Konflikte aus. „Ich mag es,
auf eine Karte zu schauen und zu
sehen, was ich entwickelt habe“,
sagt er im Gespräch. Die Spiele
motivieren ihn, sich mit Themen
wie Industrialisierung, Kolonialismus
oder politischen Entwicklungen
zu beschäftigen. Oft liest er
danach auf Wikipedia weiter – so
wird Gaming für ihn ein Ausgangspunkt
für neues Wissen.
Gemeinschaft im digitalen
Raum
Marco spielt nicht nur allein. Mit
Kommilitonen verabredet er sich
regelmäßig zu gemeinsamen
Spielrunden. Auch über Foren
findet er Mitspieler, mit denen er
sich austauscht. Dauerhafte
Freundschaften entstehen dort
jedoch selten. „Man trifft Leute
und kann die Freundschaft im Spiel
ausleben, aber langfristig ist das
schwieriger“, erklärt er. Für ihn bleibt
Gaming ein soziales Hobby – aber kein
Ersatz für echte Begegnungen.
Warum E‐Sport ihn nicht reizt
Professionelles Gaming fasziniert viele
Menschen, Marco jedoch nicht.
E-Sport (elektronischer Sport) ist ihm
zu „durchgetaktet“ und verliert für ihn
den spielerischen Charakter. Für ihn
stehen nicht Perfektion oder Wettbewerb
im Mittelpunkt, sondern Kreativität
und Entspannung. Wenn aus einer
Freizeitbeschäftigung ein Leistungsdruck
entsteht, verliert das Spielen für
ihn seinen Reiz.
Kreativität auf digitalen Karten
Besonders sogenannte Sandbox‐Spiele
zeigen für Marco, wie kreativ Gaming
sein kann. Sandbox‐Spiele sind offene
Spiele, in denen man viele Freiheiten
hat und selbst entscheiden kann, was
man baut oder ausprobiert. Marco erzählt
begeistert von Modifikationen, in
denen er Maschinen, Rohre und ganze
Produktionsketten plant. Solche Spiele
fördern für ihn logisches Denken und
Problemlösungen.
Gaming mit Maß
Marco weiß, dass Gaming auch zur Belastung
werden kann. Wenn andere
Aufgaben liegen bleiben, macht er bewusst
eine Pause. Für ihn ist wichtig,
die richtige Balance zu finden. Videospiele
sind für ihn weder reine Zeitverschwendung
noch ein Wundermittel.
Sie sind eine normale Freizeitbeschäftigung
– wie Bücher oder Brettspiele.
Manche Spiele seien sinnvoller als andere,
meint er, doch pauschale Kritik
hält er für übertrieben. Besonders für
Kinder wünscht er sich klare Altersgrenzen,
ähnlich wie bei Filmen.
Diana Harutyunyan
Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit Copilot (Gamer), privat (Marco Hass)
24 vitamin de 108
Spielen heißt gestalten
Beim PLAY – Creative Gaming Festival in Hamburg zeigt Andreas Hedrich, Mitgründer und pädagogischer
Leiter des Festivals, wie vielfältig digitale Spiele sein können. Statt nur zu konsumieren, sollen
Kinder und Jugendliche lernen, kreativ zu werden, Medien zu verstehen und Risiken wie exzessives
Spielen besser einzuordnen. Im Interview erklärt er, warum Games mehr sind als
Unterhaltung – und weshalb offene Gespräche wichtiger sind als Verbote.
Herr Hedrich, was ist das Ziel des PLAY – Creative Gaming Festivals in Hamburg?
Das PLAY – Creative Gaming Festival gibt es seit über 18 Jahren. Sein Ziel ist es zu zeigen, dass
man digitale Medien nicht nur konsumieren, sondern auch aktiv und kreativ nutzen kann. Viele
Spiele wirken auf den ersten Blick wie feste Systeme, die man nicht verändern kann. Das Festival
möchte zeigen, dass das nicht stimmt. Dort können Kinder und Jugendliche in Workshops eigene
Ideen ausprobieren, Spiele verändern und Neues gestalten. Außerdem gibt es eine große Ausstellung
mit ungewöhnlichen Spielkonzepten sowie viele Vorträge und Mitmachangebote.
Andreas
Hedrich
Wozu können Videospiele Ihrer Meinung nach beitragen?
Na ja, Videospiele sind für viele Kinder und Jugendliche vor allem ein Unterhaltungsmedium. Sie nutzen Spiele, um
in andere Welten einzutauchen, abzuschalten, sich zu entspannen und gemeinsam mit Freundinnen und Freunden
Spaß zu haben. Dieser Unterhaltungswert ist wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig stecken in
vielen Spielen auch Ideen darüber, wie wir zusammenleben, Entscheidungen treffen oder Probleme lösen können.
Spiele können daher wie ein großes Rätselbuch sein, das zum Nachdenken anregt.
Und wie merken Sie, dass ein Jugendlicher vielleicht süchtig nach Videospielen ist?
Sucht ist klar definiert. Dafür müssen mehrere Dinge zusammenkommen: dass jemand kaum noch soziale Kontakte
hat, das Essen vergisst oder sich nicht mehr um die eigene Körperhygiene kümmert. Bei Kindern sieht man es
oft daran, dass sie keine Freude mehr an anderen Dingen haben. In solchen Momenten sollte man unbedingt auf
sie zugehen und schauen, wie man ihnen helfen kann.
Welche Maßnahmen finden Sie sinnvoll, um exzessives Spielen früh zu erkennen und problematisches
Verhalten zu vermeiden?
Für mich bedeutet Prävention vor allem, Medienkompetenz zu vermitteln. Man sollte viel darüber sprechen, wie
man Medien nutzt und was sie mit einem macht. Wichtig ist auch, Dinge selbst auszuprobieren und kreativ mit Medien
umzugehen, damit man eine andere Perspektive bekommt. Offene Gespräche helfen sehr – in der Schule,
aber auch zu Hause. Kinder und Jugendliche sollten ernst genommen werden, wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen.
Außerdem sorgt die aktuelle Diskussion über Regeln und mögliche Verbote dafür, dass wir uns als Gesellschaft
mehr Gedanken machen.
Nicht die Verbote selbst, aber die
Debatte darüber hilft, um aufzuklären
und zu zeigen, was alles
dazugehört.
Das Interview führte
Diana Harutyunyan.
Altersgrenze, -n, die ab welchem Alter etw. erlaubt oder geeignet ist
aufklären hier: informieren und Zusammenhänge erklären
begleiten hier: er geht fast jeden Tag seinem Hobby nach
Belastung, -en, die Stress, Mühe
Bündnis, -se, das Zusammenschluss, Gemeinschaft, Koalition
durchgetaktet streng organisiert, stark strukturiert und zeitlich genau geregelt
einordnen etw. bewusst und reflektiert beurteilen können
Foto: privat (Andreas Hedrich)
eintauchen hier: tief in eine andere Welt eintreten und die Realität zeitweise vergessen
Entspannung, die Erholung, Ruhe
Ersatz, der Ausgleich, Äquivalent
fördern verstärken, unterstützen
gelten, als jmd./etw. (Nom.) angesehen/betrachtet werden
Gemeinschaft, -en, die hier: Zusammensein, Zusammenleben
geprägt sein, durch etw. (Akk.) beeinflusst/gekennzeichnet sein
Gewalt, die jmdn. schlagen/verletzen, Brutalität
Leistungsdruck, der psychologischer Stress, immer erfolgreich zu sein
Reiz, -e, der hier: Schönheit, Charme
süchtig abhängig
Suchtpotenzial, -e, das Risiko, mit etw. nicht mehr aufhören zu können
Unterhaltungswert, der Spaßfaktor, der Einfluss auf die Motivation und das Erleben hat
Verbot, -e, das etw. ist illegal/nicht erlaubt
wirken hier: den Eindruck machen, erscheinen
Wundermittel, -, das perfekte Lösung für alles
Zeitfresser, -, der etw., das viel Zeit kostet, oft ohne großen Nutzen
Nach Verkaufszahlen
waren diese fünf Spiele
2024/25 sehr beliebt in
Deutschland
1. EA Sports FC 25 – ein Fußballspiel
2. Call of Duty: Black Ops 6 – ein
Shooter
3. Helldivers 2 – ein Koop‐Shooter
4. Landwirtschafts‐Simulator 25 – ein
Simulationsspiel
5. Super Mario Party Jamboree – ein
Partyspiel für die Nintendo Switch
vitamin de 108 25
Von Seoul
nach Salzburg
››
Der Opernsänger Min-Jun
Min-Jun hat in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas,
Operngesang studiert. Der junge Mann singt mit
einer klaren Tenorstimme. Leider ist er vor
Auftritten oft sehr nervös. Obwohl er
Veränderungen nicht mag, ist Min-Jun vor zwei
Monaten in die Mozartstadt Salzburg gezogen. Dort
möchte er ein berühmter Opernsänger werden.
Heute sitzt er allein im Café Bazar. Er spricht leise,
bewegt unruhig seine Hände und merkt nicht, dass
eine junge Frau an seinen Tisch kommt.
Dialog
*
Min-Jun: Ich sage dir … ich muss hier
warten … Ich sage dir, bis … Ich sage
dir …
Anna: Hallo, ist bei dir noch ein Platz
frei? Im Café sind gerade alle Tische
besetzt.
Min-Jun: Ähm, natürlich. Bitte, setz
dich.
Anna: Danke. Hoffentlich habe ich dich
nicht gestört. Du siehst sehr beschäftigt
aus. Was machst du hier mit den
vielen Noten und Texten? Bist du Musiker?
Min-Jun: Ja, ich bin Opernsänger.
Mein Name ist Min-Jun. Ich komme
aus Südkorea und lebe seit zwei Monaten
in Salzburg. Im Moment lerne ich
einen Text aus der Oper „Elektra“ von
Richard Strauss.
Anna: Freut mich, dich kennenzulernen.
Ich bin Anna. Du bist also Opernsänger?
Das ist toll! Salzburg ist ja die
Stadt der klassischen Musik.
Min-Jun: Das stimmt. Salzburg kennen
alle Musikstudenten von meiner Uni.
Viele wollen hier einmal singen oder in
einem Orchester spielen.
Anna: Ich finde es sehr mutig, dass du
aus Südkorea hierhergezogen bist. Das
war sicher nicht einfach für dich. Singst
du eigentlich am Landestheater?
Min-Jun: Leider habe ich noch keine
Mozartstadt Salzburg
Salzburg ist die Geburtsstadt des berühmten
klassischen Komponisten
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 –
1791). Viele Touristen besuchen sein
Geburtshaus und die beiden großen
Opernhäuser. Salzburg wird deshalb
auch „Mozartstadt“ genannt.
Rolle in einer Oper.
Vielleicht klappt es
ja bald. Nächste
Woche gehe ich
zu einem wichtigen
Vorsingen.
Anna: Ach so!
Jetzt verstehe
ich, warum du
vorher etwas lauter
gesprochen
hast. Ich dachte,
du redest mit dir
selbst! Aber du übst hier im
Wolfgang Amadeus
Mozart, ein Kind
der Stadt Salzburg
Café deine Operntexte. Faszinierend!
Min-Jun: Du interessierst dich für
Opern? Das freut mich. Ich kenne
nicht viele junge Leute, die klassische
Musik mögen.
Anna: Ich höre seit vielen Jahren klassische
Musik, wenn ich lerne. Sie hilft
mir sehr, zum Beispiel beim Lernen von
Jahreszahlen oder beim Übersetzen lateinischer
Texte aus dem Mittelalter.
Ich studiere Geschichte.
Min-Jun: Wirklich? Ich interessiere
mich auch für Geschichte. Besonders
spannend finde ich das 18. und 19.
Jahrhundert. Damals entstanden viele
berühmte Opern in Italien, Frankreich
und Deutschland.
Min-Jun und Anna im
Café (Symbolbild)
Anna: Ja, das kann ich gut verstehen.
Das war eine spannende Zeit.
Welche Oper hast du zuletzt angeschaut?
Min-Jun: „Die Zauberflöte“. Ich liebe
die Musik von Mozart. Sie ist sehr
schön und manchmal auch schwer zu
singen.
Anna: „Die Zauberflöte“ habe ich letzten
Monat auch im Landestheater gesehen.
Vielleicht sehe ich dich ja
nächstes Mal schon auf der Bühne!
Min-Jun: Ja, das ist mein großer
Wunsch. Zuerst muss ich das Vorsingen
schaffen und weiter üben. Leider.
Anna: Üben ist wichtig, das stimmt.
Aber jetzt lade ich dich erst einmal auf
einen Kaffee und ein Stück Torte ein.
Danach kannst du sicher besser üben.
Einverstanden?
Min-Jun: Gerne, ich freue mich. Üben
geht später auch noch.
Barbara Hanko
beschäftigt etw./viel zu tun haben
besetzt sein hier: belegt/nicht mehr frei sein
Gesang, -“-e, der das Singen; Lied, Melodie
hierherziehen an einen Ort kommen, um dort zu wohnen/bleiben
klappen funktionieren, jmd. schafft etw.
Mittelalter, das Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert)
spannend interessant, aufregend
Tenor, (hier o. Pl.) der hohe männliche Singstimme
Vorsingen, das singen, um als Sänger bewertet oder ausgewählt zu werden
Fotos: prostooleh/freepik.com (Min-Jun und Anna, Symbolbild); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Mozartstadt Salzburg)
26 vitamin de 108
*
In & Out
Aktuelle Trends
Was ist in diesem Frühling in Deutschland
angesagt? Und was liegt gerade nicht im Trend?
Miriam Brunner, Studentin für Wirtschaftsinformatik
an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, hat
Antworten auf diese Fragen. Über die neuesten
Trends berichtet sie in der Rubrik „In & Out“.
Fotos: KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Pärchen beim Streamen); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Y2K-Mode), ARD (Logos von ARD und ZDF); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Mode-Minimalismus)
Mediatheken von ARD und ZDF
Viele Jugendliche finden die Mediatheken
von ARD und ZDF, den großen
staatlichen Fernsehsendern in
Deutschland, langweilig und eher
für ein älteres Publikum geeignet.
Lieber nutzen sie Netflix, YouTube
und andere Plattformen, weil diese
trendiger und näher an ihren Interessen
sind.
Minimalismus in der Mode
Schlichter Minimalismus mit nur
Schwarz und Weiß ist bei Jugendlichen
nicht mehr beliebt. Er gilt als
„cheugy“, also altmodisch oder uncool.
Einfache Dinge wirken langweilig.
Zum Beispiel ein weißes
T-Shirt mit schwarzen Jeans gilt als
altbacken.
Videos und Filme streamen
66 Prozent der Jugendlichen nutzen You-
Tube. Die Plattform wird für Serien, Filme
und Kurzvideos genutzt. Netflix folgt mit
rund 52 Prozent. 90 Prozent der 12- bis
19-Jährigen haben Zugang zu mindestens
einem Streamingdienst. Mädchen
streamen mit 76 Prozent etwas häufiger
als Jungen mit 67 Prozent.
Y2K-Mode
Diese Mode zeigt den Stil der
1990er/2000er mit Low-Rise-Jeans, die
tief auf der Hüfte sitzen, Crop-Tops, also
kurzen Oberteilen, Plateauschuhen und
glänzenden Stoffen. Low-Rise-Jeans werden
mit Oversized Hemden oder Cargohosen
kombiniert und eignen sich für Alltag
und Party.
altbacken altmodisch, langweilig, nicht mehr modern
angesagt modern, in Mode, aktuell
berichten erzählen, sagen, informieren
eignen, sich, für etw. (Akk.) passen, infrage kommen
finden hier: beurteilen, einschätzen, empfinden
folgen hier: zeitlich nach jmdm./etw. kommen, sich anschließen
gelten, als jmd./etw. (Nom.) angesehen/betrachtet werden
glänzend hier: leuchtend, strahlend
Hüfte, -n, die Körperpartie unterhalb der Taille
Zugang, (hier. o. Pl.), der hier: Nutzung/Gebrauch von etw.
Miriam Brunner
Literatur
*
Heinrich Heine
und „Die Loreley“
››
Rheinromantik in Versen
„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, daß ich so traurig bin“ –
kaum eine Zeile der deutschen Literatur ist so bekannt wie der
Anfang von Heinrich Heines Gedicht „Die Loreley“. Das Gedicht
erzählt von einer geheimnisvollen Frau auf einem Felsen am
Rhein. Es hat den Mythos des Loreley-Felsens stark geprägt und
ist bis heute eng mit dem Bild der Rheinromantik am Mittelrhein
verbunden.
Heinrich Heine wurde 1797 in Düsseldorf
geboren und starb 1856
im Exil in Paris. Er ist
einer der wichtigsten
deutschen Dichter des
19. Jahrhunderts. Heine
schrieb nicht nur Gedichte,
sondern auch
Reiseberichte und politische
Texte. Sein Stil ist
musikalisch, oft ironisch
und kritisch gegenüber
der Gesellschaft. Obwohl
Heine oft romantische
Themen verwendet,
zeigt er die Welt
nicht nur als schön,
Symbolistische
Malerei von Georg
Janny, Aquarell,
vermutlich
um 1900
sondern stellt sie auch
in Frage. Das Gedicht
„Die Loreley“ erschien
1827 in seiner bekanntesten
Gedichtsammlung,
dem Buch der
Lieder, damals „Lore-Ley“, heute orthografisch
modernisiert „Loreley“ geschrieben.
Besonders bekannt wurde
das Gedicht als Lied. 1837 komponierte
Friedrich Silcher (1789 – 1860) eine
Melodie dazu. Das Lied gilt als wichtiges
Beispiel für die Rheinromantik.
Die Loreley
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.
ablenken hier: stören, nicht machen lassen
ergreifen hier: übernehmen, bekommen
Felsen, -, der großer Stein
Geschmeide, das schöner, wertvoller Schmuck
Gipfel, -, der Spitze/höchster Punkt eines Berges
Kahn, -“-e, der nicht Oliver, sondern ein kleines Boot
prägen beeinflussen, wirken auf etw.
Riff, -e, das unter Wasser liegende große Steine, die gefährlich für ein Schiff sind
Sehnsucht, -“-e, die starker Wunsch/Verlangen nach etw./jmdm.
verbunden sein zusammenhängen, kombiniert sein
Verführung, -en, die jmdn. dazu bringen, etw. zu tun, was er eigentlich nicht will
Vergänglichkeit, -en, die Sterblichkeit, Endlichkeit
verschlingen hier: Schiff und Schiffer greift sich die See
Weh, das Schmerz, Leid, Kummer
Zeile, -n, die einzelne Textreihe in einem Gedicht oder Lied
Porträt von Heinrich Heine,
Ölgemälde von Moritz
Daniel Oppenheim (1831)
Dichtung und Wahrheit
Das Gedicht zeigt typische Motive der
Rheinromantik: schöne Natur, Abendstimmung
und die Verbindung von
Schönheit und Gefahr. Gleichzeitig
zeigt Heine, dass die romantische
Sehnsucht oft täuscht. Der Name „Loreley“
kommt von „Lore“ und „Ley“
und bezeichnet den hohen Schieferfelsen
am Rhein. Der Legende nach sitzt
dort eine schöne Frau. Ihr Gesang
lenkt die Schiffer ab und bringt sie in
Gefahr. Den Felsen gibt es wirklich. Er
liegt in einer der gefährlichsten Kurven
des Mittelrheins, bei der Stadt St.
Goarshausen in Rheinland-Pfalz. Früher
gab es dort oft Schiffsunglücke.
Aufgrund dieser Gefahren entstanden
viele düstere Geschichten.
Heine und die Rheinromantik
Heinrich Heine nutzt die Sage von der
Loreley und macht daraus ein Bild für
Verführung, Vergänglichkeit und
menschliche Schwäche. Mit seinem
Stil verbindet er romantischen Zauber
und kritische Distanz. Genau diese Mischung
macht das Gedicht bis heute
interessant. Durch die frühe Vertonung
wurde es schnell zu einem bekannten
Volkslied. So blieb es lange im kulturellen
Gedächtnis. Wer sich näher mit
Heines Werken beschäftigt, merkt,
dass er Gefühl, Scharfsinn, Romantik
und Kritik auf besondere Weise verbindet.
Katrin Luft
Fotos: Moritz Daniel Oppenheim/HamburgerKunsthalle (Porträtgemälde des Dichters Heinrich Heine von Moritz Daniel Oppenheim, 1831), tiberius-auctions.com (symbolistische Malerei von Georg Janny, Aquarell, vermutlich um 1900)
28 vitamin de 108
Kunst
Fotos: Kunstsalon Franke/wikimedia.org (Gemälde „Papageienmann im Amsterdamer Zoo“ von Max Liebermann, 1902), Max Liebermann/Tate Britain/wikimedia.org (Selbstporträt von Max Liebermann, 1934),
Jean-Pierre Dalbéra/wikimedia httpswww.fl ickr.comphotosdalbera37065598495 (Museum Barberini)
Museum Barberini
››
Erste Adresse für
Impressionismus
Das Museum Barberini in Potsdam ist ein
Kunstmuseum. Es zeigt Malerei des 19. bis 21.
Jahrhunderts, vor allem Impressionismus. Viele
Werke stammen aus der Sammlung von Hasso
Plattner. Der Mitgründer der großen Softwarefirma
SAP ließ das im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945)
zerstörte Palais Barberini neu bauen. Das Museum
eröffnete 2017, um Potsdams historische Mitte
wiederzubeleben. Noch bis Anfang Juni ist dort die
Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der
Impressionismus in Deutschland“ zu sehen.
Noch bis zum 7. Juni 2026 läuft die
Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann
und der Impressionismus in
Deutschland“ im Museum Barberini.
Sie zeigt über 100 Meisterwerke aus
rund 60 Sammlungen. Max Liebermann
(1847 – 1935) steht im Mittelpunkt. Er
führte den Impressionismus aus Frankreich
nach Deutschland ein. Als Präsident
der Berliner Secession förderte
er internationale Kunst. Zu sehen
sind Werke von Lovis Corinth (1858 –
1925), Max Slevogt (1868 – 1932)
So sah sich Max
Liebermann selbst:
ein Selbstporträt-
Gemälde von 1934
und Lesser Ury
(1861 – 1931).
Auch Fritz von
Uhde (1848 –
1911) und
Maria Slavona
(1865 – 1931)
sind vertreten.
Die Themen umfassen
sonnige
Landschaften,
Figurenbilder und
Stillleben.
Gemälde „Papageienmann
im Amsterdamer Zoo“ von
Max Liebermann (1902)
Betrachter, -, der jmd., der sich etw. ansieht
einbeziehen integrieren, einbinden, einfügen
einführen hier: mit etw. beginnen
einsetzen, sich, gegen etw. (Akk.) gegen etw. kämpfen
fördern unterstützen, verstärken
Gänserupferin, -nen, die eine Frau, die Gänsen ihre Federn herauszieht
im Mittelpunkt stehen im Zentrum stehen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen
Mitgründer, -, der jmd., der zusammen mit anderen die Basis/Grundlage für etw. legt
Pinselstrich, -e, der Linie oder Spur, die ein Pinsel hinterlässt
stammen herkommen, hervorgehen
vertreten sein da sein, sich zeigen, sich präsentieren
wiederbeleben hier: wieder nutzen, erneuern
zerstört kaputt, defekt, unbrauchbar
Pionier des deutschen
Impressionismus
Max Liebermann war ein wichtiger Maler und Grafiker. Er
brachte den Impressionismus nach Deutschland. Geboren
1847 in Berlin, studierte er in Weimar, Paris und
München. Anfangs malte er realistische Szenen wie „Die
Gänserupferinnen“ (1872). Ab den 1890er-Jahren orientierte
er sich an französischen Impressionisten wie Monet.
Er arbeitete mit hellen Farben, lockeren Pinselstrichen
und Lichteffekten. Berühmt sind Bilder wie
„Flachsscheuer in Laren“ (1887) und Motive vom Wannsee.
Als Präsident der Berliner Secession (1898 – 1911)
setzte er sich gegen die strenge Akademiekunst ein. Liebermann
förderte die Moderne und internationale Einflüsse.
Er veränderte die deutsche Malerei: von dunklen
Historienbildern zu hellen Bildern von Natur und Alltag.
Viele
französische
Meister
Museumsgründer
Plattner hat viele
französische Impressionisten
gesammelt. Dazu gehören
Claude Monet (1840 – 1926) mit
34 Gemälden, Pierre-Auguste Renoir
(1841 – 1919), Camille Pissarro
(1830 – 1903), Alfred Sisley (1839 –
1899) und Paul Signac (1863 –
1935). Außerhalb von Paris gibt es nirgends
so viele Monets an einem Ort.
Plattner sagt: „Die Gemälde beziehen
uns als Betrachter unmittelbar mit ein.
Wir spüren den Wind auf der Haut und
die Temperatur des Wassers, wenn wir
Monets Segelbooten auf der Seine zusehen.
Das schafft keine andere
Kunst. Die Impressionisten sind Kommunikationsgenies.“
Diese Werke und
viele andere sind dauerhaft im Museum
Barberini zu sehen.
Maria Zucker
Das Museum
Barberini
*
vitamin de 108 29
Psychotest
*
Das ist mir zu viel!
››
Welcher Stresstyp bist du?
Stress ist ein Teil unseres Alltags. Schule, Hausaufgaben,
Prüfungen und Termine können anstrengend sein. Heute gibt es
viele Möglichkeiten, mit Stress umzugehen. Aber was hilft dir am
besten? Nicht jeder reagiert in gleicher Weise auf Stress. Mach
unseren Test und finde heraus, zu welchem Stresstyp du gehörst.
So kannst du lernen, Stress zu vermeiden.
Fragen
Du hast viel zu lernen für die Prüfungen
in der Schule. Was
machst du?
a) Ich fühle mich überfordert.
b) Ich lerne sehr genau – das dauert
lange.
c) Ich widme mich erst meinen
Hobbys, dann der Prüfungsvorbereitung.
Wie fühlst du dich vor einer
Klassenarbeit?
a) Ich bin unruhig und kann mich
schlecht konzentrieren.
b) Ich bin gestresst, ich will eine
gute Note.
c) Ich bin entspannt, bis ich sehe,
wie viel noch zu tun ist.
Wenn etwas nicht so läuft wie geplant,
dann …
a) werde ich nervös und hektisch.
b) ärgere ich mich über mich
selbst.
c) lege ich die Aufgabe erst mal
weg.
Machst du gerne Pausen während
der Arbeit?
a) Nein, dann denke ich weiter an
die Arbeit.
b) Erst dann, wenn alles fertig ist.
c) Ja, Pausen helfen mir, den Kopf
freizubekommen.
Welcher Satz passt am besten zu
dir?
a) Ich habe oft zu viel zu tun.
b) Für mich ist es nie gut genug.
c) Ich fange lieber erst morgen an.
ärgern, sich böse/wütend werden
Atemübung, -en, die Meditation durch langsames Luftholen
aufschieben etw. erst später machen, hinauszögern
entspannt gelassen, ruhig
Kopf freibekommen, den Stress abbauen, sich auf das Wichtige konzentrieren
sorgfältig akkurat, genau
überfordert sich einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen
umgehen, mit etw. (Dat.) zurechtkommen mit etw.
unter Druck setzen, sich sich selbst stressen
vergessen nicht mehr an etw. denken
vermeiden umgehen, nicht passieren lassen
Zeitdruck, der Situation, in der man wenig Zeit hat
Auswertung
Was hast du am häufigsten gewählt
– a, b oder c?
a) Der Multitasker
Du hast oft das Gefühl, dass alles zu
viel ist. Du versuchst, viele Dinge
gleichzeitig zu machen, aber manchmal
vergisst du wichtige Dinge. Multitasking
ist nicht immer gut. Klare
Aufgaben, feste Pläne und Pausen
können dir helfen.
b) Der Perfektionist
Du setzt dir immer sehr hohe Ziele
und willst alles perfekt machen. Du
arbeitest genau und sorgfältig, setzt
dich aber viel unter Druck. Es ist gut,
alles richtig machen zu wollen. Realistische
Ziele und Pausen können
dir helfen, besser mit Stress umzugehen.
c) Der Aufschieber
Du schiebst Aufgaben oft auf, weil
sie langweilig oder schwer sind. Später
hast du dann Zeitdruck, das
macht Stress und verringert deine
Leistung. Ein klarer Plan mit festen
Lernzeiten kann helfen, Stress zu
vermeiden.
Stress abbauen mit Apps
Stress im Alltag kann man mit Apps
gut reduzieren. Es gibt auch Apps auf
Deutsch, die dabei helfen. Zwei bekannte
Apps sind 7Mind und Stress-
Mentor. 7Mind ist eine Meditations-
App mit vielen Übungen wie Meditationen,
Atemübungen und Kursen gegen
Stress. Man kann die App kos -
tenlos testen. Stress-Mentor hilft bei
Stress im Alltag und zeigt Entspannungsübungen
sowie Tipps für eine
bessere Zeitplanung. Die App ist kostenlos
und für das Handy geeignet.
Zusammengestellt von Tim Warnecke
Illustration: KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (drei Stresstypen)
30 vitamin de 108
Bildung
Raus aus der Komfortzone
››
Klara und der Freiwilligendienst
Nach dem Abitur ging Klara Wilk aus der Nähe von Hamburg ins Ausland. Die 18-Jährige wollte etwas
Neues erleben und ihre Zeit sinnvoll nutzen. Dabei entdeckte
sie den internationalen Freiwilligendienst „kulturweit“.
Mit Spaß bei der
Arbeit: Klara Wilk
Dieses Programm vom Auswärtigen
Amt schickt junge Menschen in
viele Länder. Dort arbeiten sie an Schulen
oder in anderen Einrichtungen. Der
Pädagogische Austauschdienst (PAD)
und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen
(ZfA) helfen den Freiwilligen,
eine passende Schule zu finden.
Klara bewarb sich, hatte Auswahlgespräche
und bekam schließlich eine Zusage.
„Der Freiwilligendienst bringt mir
viel – für mein Leben und meine Zukunft“,
sagt sie.
Arbeiten am Gymnasium Bežigrad
Klara arbeitete bis Februar 2026 sechs
Monate am Gymnasium Bežigrad in
Ljubljana, der Hauptstadt von Slowenien.
Dort lernte sie das Land, die Leute
und die Sprache kennen. „Es ist spannend,
neue Kulturen zu entdecken.
Man bekommt neue Ideen und Perspektiven“,
erzählt sie. Auch ihre
Schülerinnen und Schüler merken,
wie sehr Klara ihnen hilft. Miro, 15
Jahre alt, sagt: „Durch sie habe ich
wieder mehr Vertrauen in mein
Deutsch gewonnen.“ Am Gymnasium
unterstützt Klara vor allem den
Deutschunterricht. Sie arbeitet mit
ganzen Klassen, kleinen Gruppen
oder einzelnen Lernenden. Dabei erklärt
sie Grammatik, liest Texte mit
den Jugendlichen und bereitet Spiele
oder Übungen vor.
Das Deutsche Sprachdiplom (DSD)
Ein wichtiger Teil von Klaras Arbeit ist
das DSD-Programm. Mit dem Deutschen
Sprachdiplom können Deutschlernende
weltweit Zertifikate bekommen,
die ihre Deutschkenntnisse bestätigen.
Die Schule bereitet die Jugendlichen
für das DSD II auf dem
Niveau B2/C1 vor – das ist wichtig für
ein Studium in Deutschland. Viele fühlen
sich durch Klara sicherer. Alesia,
16 Jahre alt, sagt: „Klara schafft eine
freundliche Lernatmosphäre.“ Lina, 17
Jahre alt, findet: „Sie ist geduldig und
motiviert uns sehr.“
Etwas Sinnvolles tun
Klara wollte nicht nur reisen. Sie wollte
etwas Sinnvolles tun und mit Menschen
arbeiten. Sie sagt, dass sich ihr
Blick auf Europa durch den Freiwilligendienst
verändert hat. Auch Dasha,
17 Jahre alt, hat viel gelernt: „Durch
Klara habe ich verstanden, wie wichtig
Freiwilligenarbeit ist. Ich möchte später
auch so etwas machen.“ Durch ihre
Arbeit in der Schule lernte Klara viel
über Unterricht, Kommunikation und
Geduld. Sie sagt, dass ihr jede Erfahrung
hilft, selbstständig zu leben.
Leben im Ausland
Die Zeit im Ausland war für Klara sehr
wichtig. Sie lebte allein, weit weg von
zu Hause, reiste am Wochenende und
tauschte sich mit anderen Freiwilligen
aus. „Der Freiwilligendienst im Ausland
ist super“, sagt sie. „Es ist eine große
Herausforderung, in einem anderen
Land zu leben. Aber man lernt viel fürs
Leben.“ Klara ist dankbar für diese Erfahrung
– und dafür, dass sie jungen
Menschen die deutsche Sprache und
Kultur näherbringen konnte. „Ich habe
neue Freundschaften geschlossen, das
Land entdeckt und viel über mich
selbst erfahren“, sagt sie.
Michael Steber (Landesprogrammlehrer
am Gimnazija Bežigrad in Ljubljana),
Andrea Rückert (Fachberaterin für
Deutsch der ZfA in Ljubljana)
*
Auswärtige Amt, das das Außenministerium Deutschlands
bestätigen belegen, verifizieren
bewerben, sich, für etw. (Akk.) hier: Dokumente abgeben, um an einem Programm teilzunehmen
Einrichtung, -en, die hier: Organisation, Institution
entdecken hier: finden
Fotos: privat (Klara Wilk), ZfA (Logo)
Freiwilligendienst, -e, der Volontariat; Programm, bei dem junge Menschen anderen helfen
geduldig hier: auf etw. länger warten können
Herausforderung, -en, die schwierige Aufgabe
näherbringen verständlich machen, mit etw. vertraut machen
selbstständig hier: erwachsen, unabhängig, reif
sinnvoll vernünftig, klug, zweckmäßig
Vertrauen gewinnen, in etw. (Akk.) hier: an sich selbst und sein Können glauben
Zusage, -n, die hier: Bestätigung, einen Platz im Programm bekommen zu haben
Klara
Wilk
vitamin de 108 31
Horoskop
Frühlingserwachen
››
Dein Frühlingshoroskop
Im Frühling werden die Tage länger und es wird wärmer. Viele Menschen bereiten sich auf Ostern vor,
besuchen Frühlingsfeste oder gehen auf Wochenmärkte, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Wie
erleben die Sternzeichen diese Zeit? Vitamin de hat genau hingeschaut.
*
Fische
19. Februar – 20.
März
Für dich beginnt der Frühling
ruhig. Du musst keine vollen Tage
haben oder feste Pläne machen. Mit
Musik, Blumen und etwas Ruhe fühlst
du dich gut. Ostern bereitest du ohne
Stress vor.
Widder
21. März – 19.
April
Sobald die Sonne scheint, willst
du etwas tun. Du hast viel Energie
und möchtest etwas erleben. Feste
und Treffen machen dir Spaß. Zu viele
Termine machen dich aber müde.
Stier
20. April – 20. Mai
Im Frühling geht es für dich
darum, das Leben zu genießen.
Frisches Essen, schöne Farben
und eine gemütliche Umgebung sind
dir wichtig. Auf dem Markt findest du
vieles davon.
Zwillinge
21. Mai – 20. Juni
Jetzt wird es lebendig. Du
triffst viele Menschen und bist
gern draußen unterwegs. Gespräche,
Treffen und kleine Aktivitäten machen
Spaß. Allein zu Hause bleiben
magst du eher nicht.
Krebs
21. Juni – 22. Juli
Ostern ist für dich besonders
wichtig. Du verbringst
die Zeit gern mit Familie oder guten
Freunden. Du sorgst für eine schöne
Stimmung. Das gibt dir ein gutes
Gefühl.
Löwe
23. Juli – 22.
August
Du bist gern mittendrin. Wo
Musik spielt und Menschen zusammenkommen,
fühlst du dich wohl.
Deine gute Laune steckt andere an.
Der Frühling passt gut zu dir.
Jungfrau
23. August – 22.
September
Du gehst den Frühling
praktisch an. Einkäufe und
Vorbereitungen planst du gut. Auf
Qualität und Frische achtest du besonders.
Das gibt dir ein gutes Gefühl.
Waage
23. September –
22. Oktober
Der Frühling soll leicht und
schön sein. Blumen, Licht und
kleine Veränderungen tun dir gut.
Wenn alles um dich herum passt, bist
du ausgeglichen. Harmonie ist dir
wichtig.
Abwechslung, -en, die Unterbrechung der Routine; etw. Neues erleben
(etw.) angehen mit etw. beginnen, sich um etw. kümmern
anstecken infizieren, übertragen; hier: weitergeben
ausgeglichen im Gleichgewicht, harmonisch
entspannt gelassen, ruhig
erleben hier: kennenlernen, erfahren
genießen sich an etw. erfreuen, Spaß haben
hinschauen genau ansehen, aufmerksam hinsehen
mittendrin sein im Zentrum stehen
schwerfallen schwierig sein, Mühe machen, Probleme bereiten
überlegen sich Gedanken machen, bedenken, nachdenken
Umgebung, die hier: Wohnung, Wohnort
unterwegs sein hier: ausgehen, Freunde treffen
verbringen eine Zeit lang etw. machen
vorbereiten, sich, auf etw. (Akk.) hier: organisieren, planen
Wochenmarkt, -“-e, der Platz, auf dem einmal die Woche Obst und Gemüse verkauft werden
Skorpion
23. Oktober – 21.
November
Der Frühling bringt Zeit zum
Nachdenken. Du überlegst, was
bleiben soll und was sich ändern darf.
Alles passiert in deinem eigenen Tempo.
Das fühlt sich gut an.
Schütze
22. November – 21.
Dezember
Still zu sitzen fällt dir jetzt
schwer. Du hast Lust auf Ausflüge
und neue Eindrücke. Märkte, Feste
oder spontane Aktionen machen dir
Spaß. Der Frühling bringt Bewegung in
dein Leben.
Steinbock
22. Dezember – 19.
Januar
Du magst klare Strukturen,
auch im Frühling. Du planst deine
Aufgaben und machst alles ruhig. Ein
früher Besuch auf dem Markt passt gut
zu dir. So startest du entspannt in die
neue Jahreszeit.
Wassermann
20. Januar – 18.
Februar
Der Frühling bringt neue Ideen. Du
probierst gern andere Wege aus und
möchtest Abwechslung. Vielleicht entdeckst
du ein neues Fest oder einen
besonderen Ort. Routine ist langweilig.
Evelin Eichler
Illustrationen: 14961593/freepik.com (Sternzeichen); KI-generiertes Bild, erstellt mit ChatGPT (Mädchen auf Wochenmarkt)
32 vitamin de 108
Rätsel
Deutsch lesen
Deutsch lernen
Deutsch können
Fotos: 5609809/pixabay.com (Bild 1), jannoon02/freepik.com (Bild 2), Shahram Sharifi /wikimedia.org (Bild 3), Enrique/pixabay.com (Bild 4), Mathew Browne/pixabay.com (Bild 5), 9853156/pixabay.com (Bild 6)
Fliegerquiz
››
Typische Gegenstände rund ums Fliegen
In diesem Jahr feiert die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ihr
100-jähriges Bestehen. Im Jahr 2024 beförderte die Lufthansa-
Gruppe rund 131 Millionen Passagiere. Erkennst du die
Gegenstände rund ums Fliegen auf unseren Fotos? Trage ihre
Namen im Singular in die jeweiligen Kästchen ein und schicke das
Lösungswort bis zum 31. Mai 2026 an unsere E-Mail-Adresse:
quiz@vitaminde.de. Die Gewinner unseres Fotoquiz erhalten jeweils
ein Buch von Heinrich Heine.
3
1
5
1
3
5
Lösungswort: 1 2 3 4 5 6
Auflösung des Quiz der Winterausgabe 2025
Das richtige Lösungswort war: SCHNEE
Die Gewinner/-innen sind:
• Karol Piotrowski, Leszno, Polen
• Amina Hercegovac, Brčko, Bosnien und Herzegovina
2
6
4
2
4
6
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Forschungsstipendium für Promovierende
Das Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes
(DAAD) fördert Forschungsaufenthalte in Deutschland
für ein bis zwölf Monate im Rahmen einer Promotion.
Beispiele: experimentelle Materialforschung an der Technischen
Universität München oder Proteinforschung am
Max-Planck-Institut. Bewerbungsrunde für 2027: 1. Oktober
bis 17. November 2026 (Förderbeginn Mitte 2027).
»»
www.daad.de
Stipendium für internationale Studierende
Die Heinrich-Böll-Stiftung fördert internationale Studierende
vor Beginn ihres Masterstudiums in Deutschland. Vorrang haben
Bewerber/-innen aus Entwicklungsländern (DAC-Ländern),
die noch im Ausland leben. Bewerbung über das Online-Portal.
Bewerbungsfrist: 1. September 2026.
»»
www.boell.de
Franz Werfel-Stipendium – Österreichische Literatur
erforschen
Das Franz Werfel-Stipendium richtet sich an junge Hochschullehrende
der deutschen Sprache und der österreichischen Literatur.
Es unterstützt die Forschung, Lehre und Zusammenarbeit
mit anderen Wissenschaftlern und den Aufbau eines
internationalen Netzwerks. Das Stipendium dauert vier bis
neun Monate und bietet finanzielle sowie materielle Unterstützung.
Bewerbungsfrist: 15. September 2026.
»»
www.grants.at
Österreichische Geschichte erforschen
Das Richard Plaschka-Stipendium richtet sich an junge Hochschullehrer
der Geschichtswissenschaft mit Schwerpunkt Österreich.
Es ermöglicht das Forschen an Universitäten, in Bibliotheken,
Archiven oder Forschungsinstituten. Das Stipendium
dauert 4 bis 18 Monate und bietet finanzielle und materielle
Unterstützung. Bewerbungsfrist: 15. September 2026.
»»
www.grants.at
Lösungen zu den Aufgaben auf Seite 15:
1C, 2B, 3B, 4B, 5C, 6C, 7A
Lösungen zu den Aufgaben auf Seite 18/19:
1. Aufgabe: 1H, 2C, 3F, 4E, 5D, 6G, 7B, 8A; 2. Aufgabe:
A. im Frühling, B. eine Wanderung, C. nach Frühlingsblumen
wie Buschwindröschen und Schlüsselblumen, D. über
die bunten Schmetterlinge am Wegesrand, E. Sie machen
ein Picknick, hören dem Wasser zu und lassen Holzboote
schwimmen.; 3. Aufgabe: A. schmilzt, B. wachsen, C. machen,
D. haben, E. sammelt, F. hören; 4. Aufgabe: offene
Antworten
Impressum
Herausgeber/Verlag:
Verein „vitamin de e. V.“, Berlin (D)
Gegründet von Tillmann Heß
und Robert Teschner.
ISSN: 1818-877X
Chefredaktion: Robert Teschner
Redaktion: Wilhelm Siemers
Grafik: Stefan Zettler
Autorinnen und Autoren:
Miriam Brunner, Victoria Bura, Evelin Eichler,
Dennis Grabowsky, Barbara Hanko, Diana
Harutyunyan, Tillmann Heß, Mushtariy
Kalandarova, Katrin Luft, Andrea Rückert,
Ekaterina Shmeleva, Michael Steber,
Daniela Todorovićová, Cosmin Ţugui, Tim
Warnecke, Maria Zucker
Fachberatung durch:
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen
(ZfA)
Korrektur/Redaktion DaF:
Clemens Tragelehn, Marina Lopatina
Titelfotos:
Michael Major/iStock-1343477096 (Blick
auf den romantischen Rhein durch Weinberge
im Herbst von Boppard), Nate Hovee/
iStock-1183884057 (Lufthansa Aircraft
Park am Frankfurter Flughafen), fotograf xx/
iStock-1051092750 (Techniker erklärt einer
weiblichen Auszubildenden die Werkstatt)
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Vorschau » vitamin de Nr. 109
Medienmacht
» Verlage, Sender, Konzerne
Sommerruhe
» Fischland-Darß-Zingst
Brecht
» Vater des epischen Theaters
Erscheint im Juni 2026
Fotos: rawpixel.com/freepik.com (Medienmacht), TMV-
Tiemann (Törn mit einem Zeesboot), Bundesarchiv/Bild1
83-W0409-300/Jörg Kolbe/wikimedia.org (Bertolt Brecht,
1954)
www.klett-sprachen.de/
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Lernerfolgen und ist
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