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Brandaktuell 2026

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DAS JAHRESMAGAZIN DES KREISFEUERWEHRVERBANDES SCHWÄBISCH HALL

FRÜHJAHR 2026

Über alle

Generationen

hinweg

Kinder, Jugend, Aktive und Senioren – ein spannender

Einblick in alle Altersgruppen der Feuerwehr ab Seite 6

Sich selbst zu

helfen wissen

KFV-Vorsitzender Alfred

Fetzer plädiert für

umsichtiges Verhalten

16

Ein Großeinsatz, der

in Erinnerung bleibt

Verheerender Brand

in der Alten Schule

in Mainhardt 18

Rückblick

auf 2025

Das haben die

Einsatzkräfte

erlebt

28



GRUSSWORT 3

Grußwort

„Die Rettungskräfte verdienen unser aller Respekt“

Liebe Leserinnen und Leser

von „Brandaktuell“, liebe

Feuerwehrangehörige,

es ist wieder so weit: Wir können

uns über die neue Ausgabe des

jährlichen kreisweiten Feuerwehrmagazins

„Brandaktuell“

freuen. Die Freude begründet sich

dabei nicht nur darin, dass wir

eine spannende und hochwertige

Lektüre lesen dürfen, sondern

auch darin, dass uns das Magazin

immer wieder in Erinnerung ruft,

welche engagierten und professionellen

Rettungskräfte in unserem

Landkreis Schwäbisch Hall aktiv

sind.

Sie verdienen unser aller Respekt,

unsere Anerkennung und

nicht zuletzt auch unseren herzlichen

Dank. Diesen möchte ich

auch im Namen des Kreistags und

unserer gesamten Landkreisverwaltung

aussprechen.

„Retten – Löschen – Bergen –

Schützen“ – diesen Leitspruch unserer

Feuerwehren kennen wir

alle. Doch Feuerwehrfrauen und

-männer leisten weit mehr als das.

Ihre Arbeit geht weit über die

Brandbekämpfung und Unfallsicherung

hinaus. Sie sind Seelsorger,

Ersthelfer, Lehrer und präventive

Berater in der Bevölkerung.

Sie kümmern sich um Brandschutzerziehung

in Kindergärten

und Schulen und informieren

über Sicherheitsmaßnahmen im

Haushalt. Darüber hinaus sind sie

unverzichtbare Partner bei der

Katastrophenvorsorge, im Hochwasserschutz

sowie bei Sturmschäden

und Umweltgefahren.

Bei all diesen und vielen weiteren

Aufgaben darf jedoch eines

nicht vergessen werden: Rettungskräfte

sind Menschen, die

Einsätze erleben, die körperlich

fordernd und nicht selten auch

seelisch belastend sein können.

Die Konfrontation mit schweren

Unfällen, persönlichen Schicksalen

oder tragischen Ereignissen

hinterlässt Spuren. Ich

möchte daher alle Feuerwehrangehörigen

ermutigen, neben ihrem

großen Einsatz für andere

auch stets auf sich selbst zu achten.

Die eigene Gesundheit –

körperlich wie seelisch – ist ein

hohes Gut. Sie bildet die Grundlage

dafür, dass Hilfe für andere

überhaupt möglich ist. Kameradschaft,

gegenseitige Unterstützung

und offene Gespräche sind

wichtige Bestandteile einer starken

Feuerwehrgemeinschaft.

Um diese hohe Leistungsfähigkeit

auch in Zukunft sicherzustellen,

bedarf es jedoch nicht

nur Engagement und Einsatzbereitschaft,

sondern auch einer

Weiterentwicklung unserer

Strukturen, Ausstattung und

Rahmenbedingungen. In den

vergangenen Jahren konnten wir

hier auf Landkreisebene gemeinsam

wichtige Fortschritte erzielen,

die unsere Feuerwehren und

den Katastrophenschutz nachhaltig

stärken.

So haben mittlerweile alle

Feuerwehren im Landkreis erfolgreich

auf den Digitalfunk

umgerüstet; auch die Umstellung

des Einsatzstellenfunks auf

Digitalfunk befindet sich auf einem

sehr guten Weg. Ebenso

schreitet die Digitalisierung im

Feuerwehrwesen kontinuierlich

voran. Die Zusatzalarmierung

per App oder digitale Lagekarten

unterstützen die Einsatzkräfte

dabei, schneller und gezielter

zu reagieren sowie Einsätze

noch besser zu koordinieren.

Dies ist ein echter Mehrwert für

die Sicherheit unserer Bevölkerung.

Ein weiterer bedeutender

Meilenstein ist die Stärkung der

interkommunalen Zusammenarbeit:

Mittlerweile sind alle Feuerwehren

im Landkreis einer

von insgesamt acht Führungsgruppen

angeschlossen. Diese

sorgen für eine verbesserte Führungsunterstützung

der Einsatzleitungen

und ermöglichen eine

noch engere Abstimmung über

die Gemeindegrenzen hinweg.

Auch im Bereich des Kata-

strophenschutzes investieren

wir gezielt in die Zukunft. Derzeit

befinden sich fünf Gerätewagen

Logistik Katastrophenschutz

mit Kran und Löschwassertank

im Bau. Mit dieser modernen

Ausstattung werden wir

unsere Fähigkeiten bei größeren

Schadenslagen weiter deutlich

ausbauen können.

Parallel dazu arbeiten wir intensiv

an der Resilienz unserer

Landkreisverwaltung. Die Sicherstellung

einer leistungsfähigen

Notstromversorgung der

Außenstelle im Karl-Kurz-Areal

sowie regelmäßige Übungen und

Fortbildungen unseres Verwaltungsstabes

tragen dazu bei,

auch in außergewöhnlichen Lagen

handlungsfähig zu bleiben.

Nicht zuletzt konnte die wichtige

Koordinierungsstelle der

Psychosozialen Notfallversorgung

besetzt werden. Damit

stärken wir gezielt die Betreuung

und Nachsorge für Einsatzkräfte

sowie Betroffene und leisten

einen wichtigen Beitrag zur

ganzheitlichen Bewältigung von

Einsatzlagen.

Abschließend wünsche ich allen

unseren Feuerwehren ein sicheres

und erfolgreiches Jahr

2026 – mit reibungslosen Einsätzen,

viel Gesundheit und Einsatzfreude.

Ich danke den Herausgeberinnen

und Herausgebern dieses

Magazins. Sie machen sichtbar,

was oft im Verborgenen geschieht,

und tragen dazu bei,

dass die Leistungen der Feuerwehrangehörigen

in unserer gesamten

Gemeinschaft gewürdigt

werden.

Und nun wünsche ich Ihnen,

liebe Leserinnen und Leser, viele

spannende Einblicke in die

vielseitige und unverzichtbare

Tätigkeit unserer Feuerwehren.

Ihr Gerhard Bauer

Landrat


4

GRUSSWORT

Grußwort

„Denn es geht um Ihre Sicherheit!“

Liebe Leserinnen und Leser,

wir leben in unruhigen Zeiten.

Altbewährtes gerät ins Wanken,

unser Sicherheitsgefühl verändert

sich. Gerade jetzt ist es entscheidend,

dass Sie sich auch

künftig auf die Feuerwehr und

andere Hilfsorganisationen verlassen

können.

Unsere Feuerwehrkameradinnen

und -kameraden stehen Tag

und Nacht bereit, um in Notlagen

zu helfen – jedem Menschen,

unabhängig von Herkunft, Religion

oder Hautfarbe, und ebenso

jedem Tier, ob klein oder

groß. Auch Sachwerte versuchen

wir, so gut es geht, zu schützen.

Die Frauen und Männer der

Feuerwehr stellen sich täglich

neuen Herausforderungen. Die

technische Entwicklung schreitet

in hohem Tempo voran.

Umso wichtiger ist es, den persönlichen

Schutz an erste Stelle

zu setzen – und zugleich sicherzustellen,

dass unsere Einsatzkräfte

über die notwendigen

Werkzeuge verfügen, um die

vielfältigen Aufgaben meistern

zu können.

Denn es geht um Ihre Sicherheit!

Dass dies für die Kommunen

eine erhebliche finanzielle

Belastung bedeuten kann, ist

überall bekannt. Doch trotz angespannter

Haushaltslagen bleiben

Investitionen in die Feuerwehr

unverzichtbar.

Ich möchte mit diesem Grußwort

auch um Verständnis bitten,

dass es im Einsatzfall

manchmal laut werden kann.

Wir kommen so schnell wir können

– und dürfen hierzu Sonderrechte

in Anspruch nehmen.

Diese gelten allerdings nur,

wenn Blaulicht und Einsatzhorn

eingeschaltet sind.

Leider sehen wir uns immer

häufiger Kritik und Anfeindungen

ausgesetzt. Das schmerzt,

denn unsere Kameradinnen und

Kameraden sind für Sie unterwegs.

Wer selbst einmal Hilfe gebraucht

hat, weiß, wie wertvoll

es ist, wenn die Einsatzkräfte

ohne Verzögerung eintreffen –

besonders dann, wenn es um

Leib und Leben geht.

Bitte haben Sie Verständnis:

Es könnte auch einmal Ihr Einsatz

sein.

Mit dieser Ausgabe von

Brandaktuell möchten wir Ihnen

zeigen, was sich seit dem letzten

Erscheinen in unseren Feuerwehren

getan hat, welche Aufgaben

bewältigt wurden und welche

Themen uns beschäftigen.

Gleichzeitig wollen wir Sie mit

allgemeinen Infos versorgen, die

uns am Herzen liegen.

Ein Punkt ist dabei besonders

wichtig: Hinter allen Einsätzen,

Übungen und Fortbildungen stehen

Menschen. Menschen, die

sich für andere einsetzen, ihre

Freizeit gerne in der Gemeinschaft

der Feuerwehr verbringen,

die aufeinander achten und

Menschlichkeit in den Vordergrund

stellen.

Besonders hervorheben

möchte ich die Kinder- und Jugendarbeit.

Mädchen und Jungen

ab etwa sechs Jahren (in

manchen Gemeinden auch früher)

können bei den „Löschzwergen“,

„Löschtigern“, in der

„Löschbande“ und anderen

Gruppen spielerisch erleben,

dass Feuerwehrarbeit und Gemeinschaft

großen Spaß machen.

Sie lernen früh, wie wichtig

Zusammenhalt ist – und dass

Miteinander einfach besser ist

als Alleinsein.

In der Jugendfeuerwehr, der

man mit etwa zehn Jahren beitreten

kann, werden Werte wie

Toleranz, Verantwortung, Respekt

und Kameradschaft vermittelt

und gelebt.

Gerade in unserer heutigen

Zeit ist diese Arbeit unbezahlbar

für die Gesellschaft. Mein besonderer

Dank gilt daher allen, die

diese Gruppen leiten, fördern

oder auf andere Weise unterstützen.

Mein Appell richtet sich aber

auch an Erwachsene: Überlegen

Sie, selbst Teil dieser starken Gemeinschaft

zu werden! Wir brauchen

Menschen, die mehr wollen

– die Freude daran haben, gemeinsam

etwas zu bewegen und

füreinander einzustehen. Kameradschaft

ist ein zentraler Wert

unserer Feuerwehren. Und es ist

ein besonderes Gefühl, Menschen

und Tieren zu helfen und

dabei moderne Technik zu beherrschen.

In jeder Gemeinde gibt es

Feuerwehrangehörige, die Ihnen

gern Einblick geben, wie die örtliche

Feuerwehr funktioniert,

welche Voraussetzungen nötig

sind, wann Übungsabende stattfinden.

Unsere Feuerwehren

freuen sich über jede Frau und

jeden Mann, die einmal hineinschnuppern

möchten. Auch wir

vom Kreisfeuerwehrverband

helfen gern, den Kontakt zu den

Kommandantinnen und Kommandanten

oder zu den Jugendfeuerwehrwarten

herzustellen.

Lassen Sie uns gemeinsam positiv

in die Zukunft blicken – und

jeden Tag ein bisschen besser

machen.

Alfred Fetzer

Vorsitzender

KFV Schwäbisch Hall e.V.

P.S.: Der Kreisfeuerwehrverband

Schwäbisch Hall bedankt sich bei

allen, die sich mit Beiträgen an

dieser Ausgabe beteiligt haben.

Ebenso gilt unser herzlicher Dank

den Inserenten, deren Unterstützung

es überhaupt erst möglich

macht, diese Broschüre jährlich

herauszugeben – und damit

unsere Öffentlichkeitsarbeit

zu stärken.


INHALT 5

10

16

21 6

18

Inhaltsverzeichnis

FOTO: ANDY0MAN/ADOBE.STOCK.COM, CLAUDIA LINZ, EILEEN SCHIRLE, UFUK ARSLAN & PRIVAT

06 Kleine Helden mit

nassen Füßen

Kids im Grundschulalter

für die Feuerwehr gewinnen

– das ist das Ziel von

Kindergruppen

08 Spielend für Leben

und Einsätze lernen

Die Jugendfeuerwehr

lehrt Technik, Teamgeist

und Toleranz

10 „Abhängen“ mit

der Feuerwehr

Wie ist es, als Erwachsene

bei der Einsatzabteilung

einzusteigen?

12 Aktiv auch nach der

Zeit bei den Aktiven

Die Altersabteilung trifft

sich und steht mitunter

als Nachrücker bereit

14 Für den Stromausfall

gerüstet sein

Das sollten Privatpersonen

im Falle eines

Blackouts beachten

15 Das Feuerwehrjahr

2025 in Zahlen

Große Statistik der

Feuerwehren im

Landkreis

16 Die Menschen

für Gefahr

sensibilisieren

KFV-Vorsitzender Alfred

Fetzer gibt im Interview

viele Tipps

18 Großbrand Hand in

Hand gemeistert

Der Brand in der Alten

Schule in Mainhardt war

herausfordernd

21 Einen kühlen Kopf

bewahren

19 Einsatzkräfte ließen

sich im Herbst zu

Atemschutzgeräteträgern

ausbilden

24 Vom Rathaus an die

Einsatzstelle

Braunsbachs

Bürgermeister David

Beck im Gespräch

27 Verstärkung für

Öffentlichkeitsarbeit

Der KFV Schwäbisch Hall

baut den Fachbereich aus

28 Jahresberichte der

Feuerwehren

Rückblicke: So haben

die Kameradinnen und

Kameraden 2025 erlebt

Brandheiß:

Das Coverfoto

Auf dem Titelbild dieser

Ausgabe von „Brandaktuell“

sind Kameradinnen und Kameraden

der Freiwilligen

Feuerwehr Schwäbisch Hall

zu sehen. Fotograf ist Content-Creator

Silas Fürstenberger

aus Schwäbisch Hall.

Er hat für die Feuerwehr einen

Imagefilm mit dem Titel

„Nach uns kommt keiner“

gedreht. Das Ziel: Sichtbar

machen, wie wichtig das

Ehrenamt bei der Feuerwehr

für alle ist.


6

KINDERFEUERWEHR

Kleine Helden

mit nassen Füßen

Nachwuchs Kids im Grundschulalter für die Feuerwehr begeistern – das ist das Ziel von

Kindergruppen. Wie das gelingt, zeigt die Wehr in Stimpfach mit den „Löschlöwen“.

Kann ich schon aufdrehen?“

Ungeduldig

wartet einer der

„Löschlöwen“ auf seinen

Einsatz. Er steht

ganz vorne beim fiktiven Einsatz

auf dem Gelände vor dem Feuerwehrhaus

in Stimpfach und darf

das Strahlrohr am Ende des

Löschwasserschlauchs bedienen.

„Noch nicht“, antwortet

Thomas Schenker, einer der Betreuer.

„Erst, wenn du das Zeichen

vom Gruppenführer bekommst.“

Und da kommt es

schon: „Wasser Marsch!“ hallt es

über den Hof – und das Wasser

spritzt nach dem Öffnen des

Strahlrohrs aus dem Schlauch.

Die Kindergruppe „Löschlöwen“

der Feuerwehr Stimpfach

trifft sich alle zwei Wochen mittwochs.

Rund 20 Kinder im Alter

zwischen sechs und neun Jahren

nehmen an den Treffen teil. „Die

Nachfrage ist riesig“, erläutert

Alexandra Ottenwälder, die Leiterin

der Gruppe. „Wir können

leider gar nicht alle interessierten

Kinder aufnehmen und haben

eine Warteliste.“ Rund eineinhalb

Stunden dauern die Treffen.

Auf spielerische Art und

Weise lernen die Kids Feuerwehrbegriffe,

Vorgehensweisen,

Fahrzeuge und andere Blaulichtorganisationen

kennen.

Löschen macht hungrig

Ein Team aus zehn Betreuern –

eine Mischung aus aktiven Feuerwehrleuten

und Zivilpersonen

– bereiten die Treffen vor und

sorgen für einen geregelten, aber

spaßigen und lehrreichen Nachmittag.

An diesem Mittwoch Anfang

März steht ein Löschangriff

auf dem Plan. Doch bevor sich

die kleinen Feuerwehrleute ans

Werk machen, kommen sie im

Versammlungsraum im Magazin

zusammen – passend gekleidet

in ihren braunen Löschlöwen-T-

Shirts, die von der Firma Köhnlein

Türen gesponsort wurden.

Simon Schenk, Betreuer der

Gruppe und stellvertretender

Gesamtkommandant der Feuerwehr,

kontrolliert die Anwesenheit

und erklärt, wie der Nachmittag

ablaufen wird: Ein Teil

der Gruppe geht nach draußen

und trainiert den besagten

Löschangriff, die restlichen Kids

bereiten derweil Pizzabrötchen

vor. Nach rund 25 Minuten wird

getauscht.

Und schon geht es los: Die Betreuer

fahren das Löschgruppenfahrzeug

LF 8/6 vor und die Kinder

steigen ein. Wer welche Rolle

bei diesem Einsatz einnimmt,

gibt die Sitzposition vor. Egal ob

Maschinist, Gruppenführer,

Melder, Wasser-, Schlauch oder

Angriffstrupp: Die Kinder wissen

schon ganz genau, was sie in

ihrer jeweiligen Funktion zu tun

haben. „Solche Löschangriffe

machen wir immer wieder, deswegen

kennen sich die Kinder

auch schon so gut aus“, erklärt

Mia Hollmer, Feuerwehrfrau und

Betreuerin der Kindergruppe.

Vor allem die älteren Kinder seien

geübt. Die „Fahrt“ ist kurz –

das Feuerwehrauto bewegt sich

nicht – und schon strömen die

Kids aus und machen sich ans

Werk. Schläuche werden abgewickelt

und an den naheliegenden

Hydranten angeschlossen.

Das Interesse an der Kindergruppe in

Stimpfach ist groß: Rund 20 Kids im Alter

zwischen sechs und neun lernen bei den

Treffen im zweiwöchigen Rhythmus die

Feuerwehr kennen. Fotos: Eileen Schirle


KINDERFEUERWEHR 7

So wird die Wasserversorgung

sichergestellt. Die Kinder agieren

selbstständig, doch die Betreuer

haben immer ein wachsames

Auge und korrigieren die

Handgriffe, wenn nötig.

Nur wenige Minuten später

fließt Wasser aus den Schläuchen

und der „Brand“ wird gelöscht.

Zusätzlich baut eine

Dreiergruppe ein Hydroschild

auf, das angrenzende Gebäude

vor den Flammen schützen soll.

Ein echtes Feuer gibt es natürlich

nicht – die Flammen sind

der Fantasie der Kids überlassen.

Der Angriffstrupp gibt kurze

Zeit später ein Zeichen: Das

Feuer ist aus. Nun muss die Einsatzstelle

noch erkundet werden.

Wurde alles gelöscht? Gibt

es noch Glutnester? Der Gruppenführer

gibt Entwarnung. Der

Einsatz wurde erfolgreich beendet.

Und schon wuselt es auf

dem Hof wieder: Die zwei Gruppen

tauschen die Aktivitäten.

Am Ende sitzen alle glücklich,

etwas nass – aber das gehört zu

einer Übung dazu – in der Magazinküche

und essen ihre selbstgemachten

Pizzabrötchen.

Erfolgreiche Eigengewächse

Die Kindergruppe in Stimpfach

wurde 2017 gegründet mit dem

Ziel, Kids schon frühzeitig an die

Feuerwehr zu binden. Erst mit

zehn Jahren können Kinder der

Jugendfeuerwehr beitreten – das

sei recht spät. „In diesem Alter

haben Kinder bereits ihre Hobbys

gefunden: Fußball, Tanzen,

Instrumente spielen. Für die

Feuerwehr ist da oft kein Platz

mehr“, weiß Mia Hollmer. Die

Kindergruppe schafft hier Abhilfe.

Mit Erfolg: Viele der Kinder

bleiben der Wehr treu und wechseln

mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr.

„In diesem Jahr

können wir sogar den ersten Jugendlichen,

der 2017 bei den

Löschlöwen anfing, bei den aktiven

Einsatzkräften begrüßen“,

freut sich die Feuerwehrfrau.

Auch Laurin und Florian, zwei

kleine Löschlöwen, möchten später

einmal bei den „Großen“ mitmachen

und Brände bekämpfen.

Die beiden Neunjährigen haben

von Freunden in der Schule und

der Familie davon erfahren, dass

es die Kindergruppe in Stimpfach

gibt. „Mir gefallen vor allem die

Übungen mit Wasser“, sagt Florian

mit einem Lächeln auf dem

Gesicht. „Man lernt hier ganz viel

Neues, das ist richtig cool“, ergänzt

Laurin.

Die Betreuer denken sich dafür

alle zwei Wochen ein neues

Programm aus. „Der Spaß steht

im Vordergrund“, sagt Mia Hollmer,

„doch die Kinder sollen natürlich

die Feuerwehr besser

kennenlernen.“ Mit Spielen oder

einem Quiz werden die Kids mit

Fahrzeugen und Fachbegriffen

vertraut gemacht. Die Gruppe

unternimmt Ausflüge, um andere

Rettungsorganisationen kennenzulernen:

Besuche beim

THW, der Integrierten Leitstelle

oder der Autobahnpolizei standen

bereits auf dem Plan. Solche

Unternehmungen mit 20 Kindern

sind nicht einfach zu händeln

– „deswegen ist es enorm

wichtig, ein gutes Team an Betreuern

zu haben“, so Hollmer.

Das erfolgreiche Konzept der

Kindergruppen kommt bei den

Wehren an. Auch in Wallhausen

soll es in naher Zukunft eine Kinderwehr

geben. Markus Haslauer

und Tom Scholz von der Feuerwehr

Wallhausen sind an diesem

Mittwochnachmittag in

Stimpfach zu Gast, um sich das

Treffen der Kindergruppe anzusehen,

Ideen zu sammeln und

sich mit den Betreuern auszutauschen.

„Auch wir haben festgestellt,

dass die Jugendfeuerwehr

für viele Kinder zu spät kommt

und möchten deshalb eine Kindergruppe

gründen.“ Die Vorbereitungen

dafür laufen, es werden

noch weitere Betreuer gesucht.

Eines steht jedoch schon

fest – der Name: die „Feuerflitzer“.

Eileen Schirle

14

Kindergruppen gibt es bei den

Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch

Hall – in Bühlerzell, Frankenhardt,

Fichtenberg, Ilshofen, Gerabronn,

Mainhardt, Langenburg,

Oberrot, Obersontheim, Rot am

See, Satteldorf, Schrozberg,

Stimpfach und Vellberg.


8

JUGENDFEUERWEHR

Spielend für Leben

und Einsätze lernen

Gemeinschaft Die Jugendfeuerwehr lehrt nicht nur Technik, sondern auch Teamgeist und

Toleranz. Vier Jugendliche berichten von ihren Erfahrungen und Events. Von Eileen Schirle

Kameradschaft, Respekt,

Verantwortung

und Toleranz – das

sind die Grundwerte

der Jugendfeuerwehr.

Neben all der fachlichen, feuerwehrspezifischen

Ausbildung,

die die Jugendlichen erfahren,

geht es bei der Jugendfeuerwehr

vor allem darum, eine Gemeinschaft

zu bilden und Kinder und

Jugendliche zu starken Persönlichkeiten

zu entwickeln. „Man

lernt hier echt fürs Leben“, sagt

Torben Hespelt. Der 18-Jährige

aus Michelbach/Bilz ist seit

rund zehn Jahren bei der Feuerwehr

aktiv und kümmert sich als

einer von mehreren Kreisjugendsprechern

um die Organisation

von Events und die Belange

der Jugendfeuerwehren im

Landkreis Schwäbisch Hall.

Mia Hollmer, Sophia Fürnschuß, Torben Hespelt und Vinzent Scheidhauer (von links) engagieren sich

bei ihren örtlichen Jugendfeuerwehren und darüber hinaus.

Foto: Eileen Schirle

Es war mir

ein Anliegen,

meine Begeisterung

für die Feuerwehr

weiterzutragen

und andere

anzustecken.

Torben Hespelt

Kreisjugendsprecher

Zuhören und vermitteln

Die Kreisjugendsprecher dienen

als Bindeglied zwischen den Jugendfeuerwehren

und dem

Kreis- sowie dem Landesfeuerwehrverband.

„Wir sind wie

Schülersprecher“, verdeutlicht

Sophia Fürnschuß, die ebenfalls

als Kreisjugendsprecherin tätig

ist. Ein offenes Ohr für Kinder

und Jugendliche zu haben, Vertrauen

zu schaffen und sie mit

Informationen zu versorgen,

seien ihre Hauptaufgaben, so

Sophia. Die insgesamt vier

Kreisjugendsprecher sind eine

Erweiterung der Jugendsprecher

der jeweiligen Ortsfeuerwehren

und bekommen von ihnen

oft wichtige Hinweise zugetragen.

Die örtlichen Jugendsprecher

werden von der

jeweiligen Wehr bestimmt, die

Kreisjugendsprecher hingegen

von allen Jugendlichen beim

Kreiszeltlager gewählt.

Vinzent Scheidhauer aus

Mainhardt ist ein solcher Jugendsprecher.

Der 14-Jährige ist

Mitglied der Jugendfeuerwehr

Mainhardt. „Manche trauen sich

nicht, ihre Wünsche oder Anregungen

den Betreuern ihrer Jugendfeuerwehr

mitzuteilen. Da

ist es gut, es gibt einen Gleichaltrigen,

der die Anliegen entgegennimmt

und so auch zwischen

Betreuern und Jugendlichen vermitteln

kann“, sagt er.

Freude weitergeben

Die Arbeit als Sprecher macht

der Gruppe sehr viel Spaß. Dass

man als Jugendsprecher mitgestalten

und die Arbeit der Jugendfeuerwehren

aktiv verbessern

kann, sei enorm erfüllend,

betont Torben. „Ich hatte selbst

so viel Spaß als Jugendlicher bei

der Feuerwehr. Deswegen war es

mir einfach ein Anliegen, diese

Begeisterung weiterzutragen

und andere anzustecken.“

Bei 29 Jugendfeuerwehren im

Landkreis mit ganz unterschiedlichen

Voraussetzungen und Gegebenheiten

– Ausstattung oder

Mitgliederzahl beispielsweise –

ist der Austausch untereinander

nicht immer ganz einfach. Um

diesen zu erleichtern wurde 2018

ein Jugendforum ins Leben gerufen.

Zweimal im Jahr sind die Jugendsprecher

der Wehren eingeladen,

sich untereinander sowie

mit den Kreisjugendsprechern

und den Kreisjugendwarten auszutauschen.

Hier können sie ihre

Meinungen, Wünsche und Ideen

vorbringen. Zuletzt fand das

Treffen Anfang Februar in Vellberg

statt.

Das Highlight im Veranstaltungskalender

der Jugendfeuerwehren

ist das Zeltlager im Juli,

sind sich die Sprecher einig. Drei

Tage lang treffen sich über 200

Jugendliche aus dem ganzen

Landkreis sowie zahlreiche Betreuer,

um eine schöne Zeit miteinander

zu verbringen, die Gemeinschaft

auch über Gemein-


JUGENDFEUERWEHR 9

degrenzen hinaus zu feiern und

neue Freunde zu finden. 2025

fand das Zeltlager in Langenburg

statt. „Wir versuchen hier immer

ein abwechslungsreiches Programm

zusammenstellen. Dort

gab es zum Beispiel eine Lager-

Olympiade, bei der die Jugendlichen

beim Wasserbombenwurf,

der Eimerkette, beim Feuerwehr-Minigolf

oder beim Balancieren

von Feuerwehrgeräten

auf einer schwebenden Platte

Teamwork, Kreativität und Geschick

unter Beweis stellen

mussten“, erklärt Mia Hollmer,

die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin

ist.

Sportlich beweisen

Ein weiteres von den Kreisjugendsprechern

mitorganisiertes

Event ist das Sport-Turnier um

den Walter-Klenk-Pokal. Die

Sportart wird dabei von der ausrichtenden

Feuerwehr festgelegt

– zuletzt war das die Jugendfeuerwehr

Schwäbisch Hall, die

sich für Brennball entschied.

Acht Gruppen aus sieben Jugendfeuerwehren

traten gegeneinander

an. Als Gewinner ging

die Feuerwehr aus Michelfeld

hervor. „Das Turnier macht großen

Spaß, doch es wird zunehmend

schwerer, genügend Jugendfeuerwehren

dafür zu motivieren“,

erklärt Torben Hespelt.

Das Turnier fand in den vergangenen

Jahren häufig im Haller

Raum statt, was für die Jugendfeuerwehren

aus dem Crailsheimer

und Gaildorfer Raum einen

langen Anfahrtsweg bedeutete.

„Hinzu kommt, dass sich

die Altersstrukturen teilweise

deutlich unterscheiden. Dann

spielen Zehn- und Elfjährige gegen

Siebzehnjährige – das ist natürlich

nicht ganz fair“, verdeutlicht

Sophia Fürnschuß. Die

Kreisjugendsprecher können

sich vorstellen, zukünftig kleinere

Jugendfeuerwehren zusammenzulegen,

damit die Chancenverteilung

verbessert wird. Auch

über andere Sportarten und

Spiele wird nachgedacht.

Neben all dem Spaß, dem

Teambuilding und der Vermittlung

wichtiger Werte kommt die

technische Ausbildung der Jugendlichen

nicht zu kurz. In den

Gemeindefeuerwehren treffen

Auch die fachliche Ausbildung kommt bei den Jugendfeuerwehren

im Landkreis nicht zu kurz.

sie sich regelmäßig mit Betreuern

und anderen aktiven Kameraden

und Kameradinnen, um

Löschangriffe sowie das Retten

von Menschen zu trainieren.

Einiges davon können sie bei

der Jugendfeuerwehr-Challenge

unter Beweis stellen, eine weitere

Veranstaltung von und für die

Jugendfeuerwehren im Landkreis.

Diese findet einmal im Jahr

an wechselnden Örtlichkeiten

statt und brachte zuletzt über

400 Kinder und Jugendliche aus

25 Feuerwehren zusammen – ein

Teilnehmerrekord. Die Aufgaben,

die die Gruppen auf zwei

Rundwegen von jeweils drei Kilometern

Länge erfüllen mussten,

verbanden sportliche Aktivitäten

mit Feuerwehrequipment.

Beim Jugendforum im Februar

wurde zudem diskutiert, an

einem weiteren Leistungswettbewerb

teilzunehmen: der Leistungsspange.

Für diese Auszeichnung

trainieren die Jugendlichen

mehrere Wochen,

denn die Anforderungen sind

hoch. Neben Kugelstoßen, einem

Staffellauf und einem Fragebogen,

der richtig beantwortet

werden muss, stehen ein

Löschangriff sowie das Auslegen

einer Schlauchleitung als

„Schnelligkeitsübung“ auf dem

Programm. „Wir sind gerade dabei,

das Interesse bei den Jugendfeuerwehren

abzufragen.

Generell hat die Auszeichnung

aber ein hohes Prestige“, erklärt

Torben.

Kampf gegen Vorurteile

Im Allgemeinen stehe die Jugendarbeit

der Feuerwehren im

Landkreis sehr gut da, sind sich

die Kreisjugendsprecher einig.

Echte Nachwuchssorgen gibt es

keine, dennoch freue man sich

natürlich über jedes neue Mitglied.

„Die größten Herausforderungen

sind sicherlich, die verschiedenen

Jahrgänge innerhalb

der Jugendfeuerwehr unter einen

Hut zu bringen“, merkt Sophia

an. „Und leider gibt es auch

ziemlich viele Klischees und

Vorurteile, was die Feuerwehr

angeht“, ergänzt Torben. Feuerwehr

sei uncool und es werde

viel getrunken, zählt er auf. „Dabei

ist unser Engagement unverzichtbar.

Wir stecken im Privatleben

zurück, um anderen Menschen

zu helfen. Das erfordert

Mut, ist aber auch unglaublich

erfüllend“, schließt er.

Das Walter-Klenk-Pokalturnier ist nur eine von vielen Veranstaltungen, die von den Kreisjugendsprechern

initiiert und mitorganisiert wird.

Fotos: privat


10

EINSATZABTEILUNG

„Abhängen“

mit der Feuerwehr

Aktiver Dienst Als Erwachsene bei der Feuerwehr einsteigen? Geht! Schritt eins ist hierbei

meist die Teilnahme an einer Übung. Ein Selbst-Test gibt einen Einblick. Von Alisa Grün

Ja, da hänge ich nun in

den Seilen – an einer

Hauswand in Mittelfischach,

an einem Samstagabend,

in Feuerwehrmontur.

Meine Füße baumeln in

luftiger Höhe, während ich mich

darauf konzentriere, das Seil in

meiner rechten Hand nicht loszulassen.

Beziehungsweise – nur

nach und nach, Zentimeter für

Zentimeter, bis ich genügend

Spielraum habe, um mit aller

Kraft meine Beine gegen die

Wand zu stemmen und mich

langsam dem sicheren Boden zu

nähern. Was für ein Kraftakt,

diese Selbstrettung. Ich setze

den ersten Fuß auf den Asphalt.

Der zweite folgt. Endlich kann

ich meine rechte Hand wieder

öffnen und das Seil lockern. Das

Adrenalin strömt durch meine

Adern – obwohl nicht mal eine

echte Gefahrenlage gegeben ist.

Breit grinsend wende ich mich

den anderen Kameradinnen und

Kameraden zu, die mir mit Daumen

nach oben signalisieren,

dass ich die Selbstrettung aus

dem oberen Stockwerk der

Küblersäle gemeistert habe.

Wie fühlt es sich an, in der

Einsatzkleidung zu stecken?

Doch warum das Ganze? Ich

nehme an diesem Abend an einer

regulären Übung der Freiwilligen

Feuerwehr Obersontheim

teil, um herauszufinden,

wie es ist als Erwachsene bei den

Brandschützern einzusteigen.

Zwar schreibe ich schon seit einigen

Jahren für „Brandaktuell“,

kenne demnach die Materie

„Feuerwehr“ im Landkreis, dennoch

hatte ich bislang keine Vorstellung,

wie es sich anfühlt in

der Einsatzkleidung zu stecken,

geschweige denn darin die Aufgaben

einer Einsatzkraft zu bewältigen.

„Wer bei der Feuerwehr einsteigen

möchte, macht eigentlich

erstmal genau das: an einer

Übung teilnehmen und damit für

Im Ernstfall kann es sein, dass sich die Einsatzkräfte selbst retten müssen, also aus einem Fenster

abseilen. Das durfte Redakteurin Alisa Grün ausprobieren: „Den eigenen Körper über den Fensterrahmen

zu hieven und sich mit ganzem Gewicht in Seil und Gurt zu hängen, kostet Überwindung!“

sich selbst prüfen, ob man das

machen möchte“, erklärt mir

Kommandant Daniel Finster. Da

lohne es sich natürlich, wenn,

wie an diesem Abend, aufwendigere

Themen geübt werden.

Nur weil die Presse dabei ist also

eine Highlight-Übung veranstalten?

Von wegen! Auf die Kameradinnen

und Kameraden wartet

mehrmals im Monat solch

eine Einheit, jedes Mal mit einem

anderen Thema, damit im

Ernstfall jeder Handgriff sitzt –

da bedarf es keiner großen Worte.

Das merke ich, als wir noch

am Feuerwehrhaus Obersontheim

auf die unterschiedlichen

Fahrzeuge verteilt werden – je

Fahrzeug eine Einsatzgruppe.

Heute sind wir etwa 40 Mann

und Frau, die an der Übung teilnehmen.

Mir wird im Löschfahrzeug

(LF 20) der Platz des Melders

zugewiesen. „Jede Funktion

hat ihren festen Platz. Da gibt

es also keine freie Sitzwahl und

alle anderen drumherum wissen

auch, welche Aufgabe die jewei-

Der Einstieg in

die Feuerwehr

Wer sich der Einsatzabteilung

einer Feuerwehr anschließen

möchte, muss

mindestens 18 Jahre alt

sein. Vorkenntnisse sind

keine nötig, denn bevor es

zum Einsatz geht, muss eine

70-stündige Grundausbildung

absolviert werden.

Ist man dann ausgebildeter

Freiwilliger Feuerwehrangehöriger,

wird die regelmäßige

Teilnahme an Übungen

und Fortbildungen erwartet.

Kosten entstehen für die

Tätigkeit keine: Die Gemeinde

stellt die benötigte

Dienst- und Schutzkleidung

und trägt die Kosten für die

Ausbildung oder den Verdienstausfall

bei Einsätzen.

Die Einsatzkräfte sind zudem

bei Unfällen oder

Sachschäden versichert.

lige Person hat“, macht mir mein

Gruppenführer Tobias Gutheiß

deutlich. Zu neunt fahren wir zu

dem ausgedienten Wirtshaus,

das als Übungskulisse dient.

Dort angekommen steht zuerst

der Punkt „Tragbare Leitern“

auf der Agenda. Während

ich noch mit der ungewohnten

Schutzkleidung zu kämpfen

habe – Latzhose, dicke Jacke,

Handschuhe, Helm, immerhin

überraschend leichte Stiefel, dafür

aber ein mächtiger Gürtel

samt Axt, die nun an meiner

Taille baumelt – heben die anderen

bereits die Leitern vom Dach

unseres Fahrzeugs. Schnell werde

ich eingewiesen, wie ich mitzutragen

habe, wo ich stehen

sollte und worauf zu achten ist,

damit jederzeit alle in Sicherheit

sind. Routiniert wird so die Leiter

am Rahmen des Fensters im

ersten Stock positioniert.

Jetzt heißt es für mich: ab

nach oben. „Immer nur die

Sprossen greifen und im Reitersitz

dann durchs Fenster ins Gebäude

steigen“, erklärt mir To-


EINSATZABTEILUNG 11

bias Gutheiß. Höhenangst ist

jetzt definitiv fehl am Platz. Daran

verschwende ich in diesem

Moment auch keinen Gedanken.

Denn im Hinterkopf zu wissen,

dass ich durch die Überwindung

womöglich ein Menschenleben

retten könnte, minimiert meine

irrationale Angst vor der Höhe.

Hinzu kommt natürlich, dass jeder

Teilnehmende der Übung

doppelt abgesichert wird. So

auch, als der nächste Punkt geübt

wird: die Personenrettung.

Das Opfer in dem Fall: ich.

Hierfür wird mir von Jochen

Maas, der die heutige Übung gemeinsam

mit Herbert Werkmann

leitet, zunächst ein Sicherungsgeschirr

mitsamt eines

Rettungsseils angelegt. Im Falle

eines echten Einsatzes wäre das

zeitlich nicht möglich, macht er

mir deutlich. Gerettet werde ich

von Andreas Frey, der mit Atemschutzgerät

an der Übung teilnimmt,

und mit dem ich nun zusammen

wieder aus dem Fenster

auf die Leiter und Strebe für

Strebe nach unten steige.

Atemluft in Flaschen ist

deutlich schwerer als gedacht

Genauso wie er ist auch Anica

Groß Atemschutzgeräteträgerin.

„Möchtest du die Ausrüstung

mal aufsetzen?“, fragt sie mich.

Und schon werden mir die

Atemluftflaschen auf den Rücken

geschnallt. Ich bin wortwörtlich

schwer beeindruckt,

denn es ist nicht mal eben mit

einem vollbepackten Wanderrucksack

zu vergleichen, was die

Einsatzkräfte da mitschleppen,

während sie sich etwa durch verrauchte

Räume navigieren, am

Boden kriechen oder damit Personen

über eine Leiter retten

müssen. Nicht das erste Mal

steigt meine Hochachtung davor,

was die Feuerwehrleute freiwillig,

im Ehrenamt für ihre Mitmenschen

leisten.

„Jeder hat die Möglichkeit

sich in seiner Feuerwehrlaufbahn

zu spezialisieren – etwa auf

Absturzsicherung oder zum

Atemschutzgeräteträger“, unterstreicht

Andreas Frey. Das zeigt

sich mir während der Übung

auch immer wieder: So sind etwa

Kameraden der Absturzsicherung

vorwiegend für die Absicherung

bei der Selbstrettung

aus dem Fenster zuständig, für

die Fahrzeuge die Maschinisten.

Im Falle eines Autounfalls wären

die Spezialisten der Technischen

Hilfeleistung besonders

gefordert.

„Bei der Feuerwehr findet jeder

seinen Einsatzbereich, mit

dem er am besten die gesamte

‚Mannschaft‘ unterstützen

kann“, macht auch Alexandra

Zieffle deutlich. Sie ist selbst erst

durch ihren Mann im Erwachsenenalter

zur Feuerwehr gekommen.

Inzwischen fungiert sie sogar

als stellvertretende Vorsitzende

des Kreisfeuerwehrverbands

Schwäbisch Hall.

Rund zweieinhalb Stunden

nach meiner Ankunft am Feuerwehrhaus

in Obersontheim komme

ich dort auch wieder an – erschöpft

und beeindruckt. Jetzt

heißt es für alle: aufräumen und

die Gerätschaften wieder bereit

für einen Einsatz machen. Atemluftflaschen

werden in der Werkstatt

ausgetauscht. Die Verwendung

wird akribisch dokumentiert.

Die Uniformen werden von

jedem einzelnen ordentlich im

eigenen Spind verstaut, sodass

sie sofort griffbereit sind. Und

dann? Wird die Geselligkeit zelebriert,

die auch die Zugehörigkeit

zur Feuerwehr ausmacht. Im

Aufenthaltsraum wird noch ausgiebig

gewitzelt, Alltägliches geteilt

und viel gelacht.

Starten als Erwachsene?

Eine ziemlich gute Idee!

Mein Test geht damit zu Ende

und ich ziehe mein Fazit: Wer

auch nur einen kleinen Funken

Interesse für die Feuerwehr in

sich spürt, sollte unbedingt den

Schritt wagen und auf die örtlichen

Wehren zugehen. Darüber

zu lesen, zu sprechen oder Reportagen

zu sehen, sind letztlich

doch kein Vergleich zu dem, wie

es ist, selbst an einem Samstagabend

im gelb-rot-blauen Outfit

an einer Hauswand zu hängen

und hautnah mitzuerleben, welche

Leistung und welches Spezialwissen

die Kameradinnen

und Kameraden aller Altersklassen

da körperlich und geistig in

Extremsituationen abrufen. Starten

im Erwachsenenalter? Absolut

möglich und mit Sicherheit

ausschließlich eine Bereicherung

für alle Seiten!

Redakteurin Alisa Grün hat an einer Übung der

Feuerwehr Obersontheim teilgenommen. Fotos: Ufuk Arslan


12

ALTERSABTEILUNG

Aktiv auch nach der

Zeit bei den Aktiven

Altersabteilung Die Kameraden pflegen die Gemeinschaft. Sie treffen sich regelmäßig,

unternehmen Reisen und stehen als Nachrücker bei Einsätzen bereit. Von Claudia Linz

Wir Feuerwehrleute

sind Herdentiere“,

sagt Karl

Schenk und

lacht. Fügt aber

gleich hinzu: „Das mit den Herdentieren

müssen Sie nicht

schreiben.“ Das klinge zu despektierlich

– und sei auch nicht

so gemeint. Was der 78-Jährige,

der regelmäßig die Treffen der

Crailsheimer Altersabteilung besucht,

ausdrücken will: Die Kameradschaft

und die Freude an

der Gemeinschaft höre nicht auf,

nur weil man mit 65 Jahren „zu

alt“ für den aktiven Dienst bei

der Feuerwehr ist. Deshalb sei

es ein „Segen“, dass es die Altersabteilungen

in den Gemeinden

des Landkreises gebe.

Selbstverständlich ist das

nicht. Bei den Wehren in Bayern

etwa gebe es diese Abteilungen

nicht, sagte Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender

Alfred Fetzer

in seinem Grußwort bei der

Frühjahrs- und Delegiertenversammlung

der Altersabteilungen

des Landkreises Schwäbisch

Hall im März in Ilshofen. „Da

sind wir in Baden-Württemberg

besser aufgestellt als in unserem

Nachbarbundesland.“ Er selbst

finde es klasse, ein Leben lang –

also ab vier oder fünf Jahren in

der Kindergruppe und dann bis

ins hohe Alter – bei der Feuerwehr

sein zu können.

Bis ins hohe Alter darf man

dabei wörtlich nehmen. „Unser

ältestes Mitglied wird in diesem

Jahr 99 Jahre alt“, berichtet Roland

Braun, der die Schwäbisch

Haller Altersabteilung mit derzeit

96 Mitgliedern leitet. Allerdings

lebe der betagte Feuerwehrmann

inzwischen in einem

Pflegeheim und könne nicht

mehr zu den Treffen kommen.

Ich finde es

klasse, ein

Leben lang bei der

Feuerwehr sein zu

dürfen.

Alfred Fetzer

Kreisfeuerwehrverband

Roland Braun engagiert sich seit

18 Jahren für die Kameraden in

der Altersabteilung in Schwäbisch

Hall. Fotos: Claudia Linz

Roland Braun übernahm das

Amt 2008 von Fritz Häußlein,

der die Altersabteilung seit der

Gründung durch Walter Seyboth

im Jahr 1983 geleitet hatte. Zuvor

hatte Braun vom 18. bis zum 55.

Lebensjahr bei den Aktiven

Dienst getan hatte. Die Kameradschaft

und die gegenseitige

Achtung sei es, die er schätzt,

und für die er das Amt gern

übernommen hat. Der 79-Jährige

organisiert die geselligen

Treffen, zum Beispiel im Lemberghaus,

Betriebsbesichtigungen

wie die beim Landmaschinenhersteller

Zürn in Hohebuch,

beim Blechbearbeitungsunternehmen

IOB in Neukupfer, in

der Dorfkäserei Geifertshofen

und bei Specht Nudel und Eier

in Zweiflingen. Bei den beiden

letzteren waren auch die Frauen

der Kameraden eingeladen. Für

die Reisefreunde der Freiwilligen

Feuerwehr Schwäbisch Hall,

aber auch für alle Kreisfeuerwehrsenioren,

hat er schon Ausflüge

nach Hamburg und England

auf die Beine gestellt. Im

vergangenen Jahr ging es in den

Bayerischen Wald und ins Elsass,

erzählt Roland Braun, der das

Amt auch in den kommenden

zwei Jahren bekleiden wird.

Bei der Delegiertenversammlung

stellt Kreisobmann Roland

Schmitt derweil das Ziel des

diesjährigen Jahresausflugs vor.

Er hat eine Donau-Kreuzfahrt

geplant, weist auf den Anmeldeschluss

hin und gibt die Zustiegsmöglichkeiten

in den Bus

nach Passau bekannt. Sein Antrieb

als Kreisobmann der Altersabteilungen

ist es, Lebensfreude

zu vermitteln und die älteren

Kameraden vor der Einsamkeit

zu bewahren. Sie sollen,

nachdem sie jahrelang die Gemeinschaft

gepflegt haben, nach

dem aktiven Dienst nicht plötzlich

in ein Loch fallen. Für die,

die nicht mehr so weit reisen

möchten, gibt es Geselligkeit

auch in der Nähe. Für September

hat er ein Weinfest im Freilandmuseum

Wackershofen inklusive

Musik vom Feuerwehrmusikzug

mit Kreisstabführer

Louis Jourdan organisiert.

Gerhard Klein (65, links) und Obmann Franz Weissinger (73) von der

Altersabteilung in Michelbach/Bilz.

Drei von 38 Mitgliedern der Altersabteilung Crailsheim (von links):

Obmann Paul Ackermann (78), Heinz Bohn (76), Karl Schenk (78).


ALTERSABTEILUNG 13

Joachim Altdörfer vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erklärt bei

der Delegiertenversammlung, was man wissen sollte, wenn man

einen automatisierten externen Defibrillator (AED) bedienen muss.

Die Reisefreunde der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall

besuchten im vergangenen Jahr das Elsass und die Vogesen

sowie den Kaiserstuhl bei Freiburg in Südbaden.

Foto: privat

Im MTW auf Tour

Auch Paul Ackermann (78), Obmann

der Crailsheimer Feuerwehrsenioren,

organisiert immer

wieder Treffen und Ausflüge für

seine Altersabteilung. Geht es in

die nähere Umgebung, also etwa

nach Rothenburg ob der Tauber,

Bad Mergentheim und an den

Brombachsee, gehen die Kameraden

mit dem Mannschaftstransportwagen

(MTW) auf

Tour. Oft sind die Frauen, aber

auch die Witwen ehemaliger Mitglieder

eingeladen. Heinz Bohn

(76) freut sich immer, die „alten

Kameraden“ wiederzutreffen,

und auch Firmenbesichtigen wie

die bei Paletten Schroth in Neustädtlein

findet er interessant.

„Die Kameradschaft aufrechtzuerhalten

und die ehemaligen

Aktiven zu treffen“ ist auch das

Anliegen von Gerhard Klein, der

mit 65 Jahren erst vor kurzem zur

Altersabteilung in Michelbach/

Bilz gestoßen ist. Dort zählt er zu

den „Jungen“. Dass der Altersdurchschnitt

höher ist, stört ihn

nicht und er erinnert sich mit den

Kameraden gern an Ereignisse

aus der aktiven Zeit. Für die Michelbacher

organisiert Obmann

Franz Weissinger Zusammenkünfte

in Gasthäusern in der Umgebung,

etwa in Uttenhofen, Rauhenbretzingen

und Steinbrück.

Der Obmann und Mitglieder der

Altersabteilungen Michelbach

und Mainhardt haben aber auch

beim Aktionstag „Erlebnis Feuerwehr“

im vergangenen Jahr in

der Arena Hohenlohe tatkräftig

beim Aufbau mit angepackt.

Die Ressourcen, die es zweifellos

in den Altersabteilungen

gibt, möchte Roland Schmitt

künftig auch mit dem Projekt

Das Potenzial

und die

Einsatzerfahrung

aus jahrelangem

Training sind ja da.

Roland Schmitt

Obmann Kreisfeuerwehrsenioren

„Einsatzreserve“ nutzen. Als erstes

Team im Kreis haben sich

dazu kürzlich 15 Mitglieder der

verschiedenen Altersabteilungen

in Mainhardt zusammengeschlossen

und mit der notwendigen

Ausrüstung ausgestattet. Sie

können als Nachrücker vom

Kommandanten bei zeitaufwändigen

Einsätzen wie etwa einem

Waldbrand oder bei Sturmschäden

nachgefordert werden, also

dann, wenn die Aktiven an ihre

personellen und kräftemäßigen

Grenzen kommen. „Das Potenzial

und die Einsatzerfahrung aus

jahrelangem Training sind ja da“,

begründet Roland Schmitt diesen

Schritt, „und es wäre doch schade,

das nicht zu nutzen“. Versicherungsrechtliche

Voraussetzung

allerdings sei, dass die Kameraden

körperlich fit sind und

keine Krankheiten oder körperlichen

Einschränkungen haben.

Wichtig ist dem Kreisobmann

auch, dass die Teilnehmer bei

Veranstaltungen wie der Delegiertenversammlung

in Ilshofen

„etwas Nützliches mit nach Hause

nehmen“. Daher hatte er Joachim

Altdörfer vom Arbeiter-Samariter-Bund

(ASB) eingeladen,

der erklärte, wie man einen automatisierten

externen Defibrillator

(AED) bedient und worauf

zu achten ist. Etwas, das auch

nach der aktiven Zeit bei der

Feuerwehr im Privatleben von

Nutzen sein kann.

Als erstes Team im Kreis schlossen sich 15 Mitglieder der Altersabteilungen in Mainhardt zusammen,

die bei Bedarf bei Einsätzen vom Kommandanten nachgefordert werden können.

Foto: privat


14

KATASTROPHENSCHUTZ

Für Stromausfall gerüstet

Vorsorge In Berlin waren vor einigen Wochen Tausende Menschen mehrere Tage ohne

Strom. Was man für so ein Szenario besser zur Hand haben sollte – und was nicht.

Kein Internet, kein Licht,

kein Herd: Fällt der

Strom aus – so wie in

Teilen Berlins im Januar

geschehen – fällt vielen womöglich

erst so richtig auf, was

ohne ihn alles nicht funktioniert.

Gut also, wenn man für den

Fall der Fälle gewappnet ist und

ein paar Dinge zu Hause hat: Taschenlampen

mit Batterien etwa

für ein wenig Licht und ein batteriebetriebenes

Radio oder

Kurbelradio. Dazu rät das Bundesamt

für Bevölkerungsschutz

und Katastrophenhilfe (BBK).

Denn wenn man keinen Internetempfang

mehr hat und das

Handy schlapp macht, könne

man mit dem Radio bei langanhaltenden

Stromausfällen immerhin

informiert bleiben und

Mitteilungen der Behörden verfolgen.

Warm bleiben ohne Strom

Besonders in den kälteren Monaten

außerdem ein Thema:

Wärme ohne Strom. Wer einen

Kamin oder Ofen hat, hat Glück

– und sollte für den Fall der Fälle

einen Vorrat an Kohle, Briketts

oder Holz anlegen. Weniger gemütlich,

aber vor allem bei kürzeren

Stromausfällen oft ausreichend:

mit warmen Decken und

warmer Kleidung arbeiten und

in einem Raum mit geschlossenen

Türen bleiben, damit die

Wärme nicht entweichen kann.

Doch Vorsicht: Regelmäßig

lüften sollten man trotzdem. Besonders

wenn Kerzen genutzt

werden, um für etwas Licht zu

sorgen. Denn dann, so das BBK,

ist eine regelmäßige Erneuerung

des Sauerstoffgehalts in den

Räumen wichtig.

Vorsicht bei Kerzen

Überhaupt Kerzen: Die können

es zwar gemütlich machen,

wenn es ohne Strom duster wird.

Sie können aber auch umfallen

und großen Schaden anrichten.

Die Kerzen deshalb nie unbeaufsichtigt

brennen lassen. Die Berliner

Feuerwehr rät derzeit, lieber

zu Taschenlampen zu greifen.

Sie weist außerdem darauf

hin: Gasbetriebene Heizgeräte

nicht in Innenräumen benutzen.

WARNUNG

bei Gefahrenlagen

Nach einem Stromausfall steigt die Brandgefahr, wenn elektrische Geräte unbeaufsichtigt wieder

anlaufen: Herd, Bügeleisen und Heizlüfter Die Warnung sollten ausgeschaltet erhalten Sie über: oder vom Netz getrennt werden.

Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast, Radio

Hier besteht Vergiftungsgefahr. te und Müsliriegel. Um abzuschätzen,

wie viel es braucht, Dann können Geräte bei Rück-

Stromausfalls auszuschalten.

und Fernsehen, Sirenen, Lautsprecherwagen,

Auch Holzkohlegrills haben in

Innenräumen nichts verloren, Internetseiten kann man oder etwa Stadtinformationstafeln.

den Vorratskalkulator

kehr der Stromversorgung

warnt die Aktion „Das sichere

Haus“ (DSH), weder als Wärmequelle

noch zum Kochen – das

für Notsituationen nutkehr

zen, den das Bundeslandwirtschaftsministerium

online zur

nicht unbemerkt laufen und zu

einer Gefahr werden.

Ein weiteres Risiko: Gehen

kann schnell lebensgefährlich Verfügung stellt. Immer zu Hause

alle Stromverbraucher bei

werden, es droht eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Wenn haben die sollte Gefahr man vorüber ausreichend ist, Rückkehr der Stromversorgung

Vorräte erhalten an Sie Trinkwasser eine Entwarnung. – und bei schlagartig wieder in Betrieb,

Laut einem Marktcheck der Bedarf Babynahrung, so das könnte das schlimmstenfalls zu

Verbraucherzentrale Sachsen ist

auch ein Spirituskocher keine

gute Idee. Denn das Nachfüllen

von Brennspiritus in den heißen

BBK.

Und was braucht es sonst

noch? Sinnvoll können solarbetriebene

Batterieladegeräte oder

Schäden an den Geräten oder

der Hausinstallation führen.

Eine Lösung: Ist der Strom wieder

da, die Geräte nacheinan-

Brenner ist äußerst gefährlich. eine aufgeladene Powerbank der einzeln in Betrieb nehmen.

Zudem ist Nehmen es nicht Sie ratsam, eine Warnung größere

Informieren Mengen an Sie Spiritus sich! Denn: zu la-

Nur bei wer Stromausfällen weiß, wie Warnung funktionie-

funktioniert nach und was Wiederherstellung bei einer Warnung der

sein. immer Außerdem: ernst und Bargeld. folgen Sie Denn den Handlungsempfehlungen!

Zuletzt: Aufmerksam sein und

gern. Eine bessere Alternative: zu tun ist, kann ren womöglich sich und andere auch bestmöglich die Geldausgabeautomaten

nicht mehr. Wiedereinschalten von Gerä-

schützen. Stromversorgung und beim

einen Kocher mit Brennpaste für

Stromausfälle parat haben.

ten auf Funken, Brandgeruch

Laut BBK eignet sich etwa ein Der Strom kommt zurück oder Rauchentwicklung ach-

AUSFÜHRLICHE INFORMATIONEN ZUR WARNUNG

Fondue-Set mit Brennpaste, um

DER BEVÖLKERUNG FINDEN SIE HIER:

Essen in kleinen Mengen zu kochen.

Auch mit einem Untersetzer

mit Teelicht (Stövchen) lassen

sich Fertigsuppen aufwärmen.

Gaskocher dürfen nur genutzt

werden, wenn sie auch für

Innenräume zugelassen sind.

Am besten legt man sich aber

einen Lebensmittelvorrat mit

haltbarem Essen an, das sich

auch gut kalt essen lässt: eingelegtes

Gemüse und Obst in Dosen

etwa, Nüsse, Trockenfrüch-

Bei einer Gefahrenlage wie beispielsweise

einem Brand, einem Bombenfund oder einer

Trinkwasserverunreinigung ...

… veröffentlichen die zuständigen

Behörden eine Warnmeldung.

WAS SIE BEACHTEN SOLLTEN:

Doch auch der längste Stromausfall

endet irgendwann. Dann

droht möglicherweise ein unerwartetes

Risiko: Brandgefahr

durch den unkontrollierten Betrieb

elektrischer Geräte. Deswegen

wichtig: Rechtzeitig

prüfen, dass elektrische Geräte

wie Bügeleisen, Herd, Ofen,

Wasserkocher oder Heizlüfter

ausgeschaltet sind oder der

Netzstecker gezogen ist, rät das

BBK. Am besten ist, sofort alles

nach Bemerken eines

WIE SIE SICH AUF NOTSITUATIONEN VORBEREITEN

ten.

dpa

SOLLTEN, ERFAHREN SIE HIER:

Hier gibt’s noch

mehr Tipps zur

Notfallvorsorge

FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN


STATISTIK

15

2025

in Zahlen

Statistik Das vergangene Jahr im Überblick:

Alle Daten zu den Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall.

438

556

Fehlalarme fließen in die

Statistik ein

Mal musste technische

Hilfe geleistet werden

12

246

Feuerwehrmänner und

-frauen wurden bei Einsätzen

verletzt

Fahrzeuge umfasst der

Fuhrpark der Wehren

3045

288

aktive Kameraden und

Kameradinnen engagieren

sich bei den Feuerwehren

Frauen sind bei den Feuerwehren

aktiv

75

1576

Abteilungen gibt es in allen

31 Feuerwehren zusammengefasst

Einsätze galt es zu

bewältigen

160

Menschen konnten aus

Notlagen gerettet werden

Der Brand der historischen Herrenmühle in Obersontheim zählte zu

den größten und bewegendsten Einsätzen im vergangenen Jahr.

FOTO: PRIVAT

20

Feuerwehrleute führen

ihre Tätigkeit hauptamtlich

aus

37

1552

452

2

Personen konnten leider

nur noch tot geborgen

werden

Männer und Frauen sind

ausgebildete Atemschutzgeräteträger

Brände wurden gelöscht

Musikzüge mit insgesamt

60 Angehörenden gibt es:

einen in Wallhausen und einen

in Ilshofen


16

SENSIBILISIERUNG

Die Menschen für

Gefahr sensibilisieren

Aufklärung Gefahren erkennen und für den Ernstfall vorbereitet sein – darüber spricht

Alfred Fetzer, Vorsitzender des Haller Kreisfeuerwehrverbands, im Interview. Von Alisa Grün

Herr Fetzer, eine verheerende

Brandkatastrophe ereignete

sich in jüngster Vergangenheit in

einem Schweizer Club. Die vielen

Todesopfer haben weltweit große

Betroffenheit ausgelöst.

Gleichzeitig wirft so ein Vorfall

aber auch die Frage auf: Haben

die Menschen überhaupt noch

ein Gefühl dafür, wann das Handy

in einer Gefahrensituation

weggelegt werden sollte, um

sich selbst zu retten?

Alfred Fetzer: Ich glaube, den

Menschen ist in solchen Situationen

leider oftmals nicht bewusst,

wie schnell sich so ein

Brand entwickeln kann und wie

lebensgefährlich es gerade für

sie ist. Durch diese Unwissenheit

kommt es dazu, dass Handys

nicht rechtzeitig weggelegt

werden, sondern eher das Feuer

noch gefilmt wird – es hat ja auch

eine gewisse „Anziehungskraft“.

Die Realisierung, dass es nun allerhöchste

Zeit ist, zu fliehen,

kommt so leider immer wieder

zu spät. Wenn dann noch Fluchtwege

nicht oder nur sehr schwer

erkennbar sind, kann das dazu

noch zu einer Panik führen.

Muss denn dafür noch mehr sensibilisiert

werden?

Ja, definitiv! Solange nichts passiert,

macht sich der Mensch

meist einfach keine Gedanken

über mögliche Gefahren und die

eigene Reaktion darauf. Jetzt gab

es wieder einige verheerende

Fälle und das Thema rückt wieder

in den Vordergrund. Dennoch

ist es auch von Feuerwehrseite

aus immens wichtig, dass

wir immer wieder Aufklärungsarbeit

leisten und die Menschen

für Brandgefahren sensibilisieren

und ihnen aufzeigen, wie sie

sich idealerweise verhalten können.

Ganz nach dem Motto: Steter

Tropfen höhlt den Stein.

Gibt es bestimmte Altersgruppen,

die hier besonders angesprochen

werden müssen?

KFV-Vorsitzender Alfred Fetzer plädiert für umsichtiges Verhalten

auf allen Seiten.

Also wir beobachten diese Unwissenheit

in allen Altersgruppen.

Aber es zeigt sich natürlich

schon, dass die jüngere Generation

– was eigentlich absolut naheliegend

ist – sorgloser beim

Thema Sicherheit und Brandschutz

ist und sich dementsprechend

auch verhält. Deswegen

ist es meiner Meinung nach auch

nötig, bereits in den Schulen zu

sensibilisieren. Einfach, damit

die jungen Leute wissen, wann

es wirklich gefährlich wird.

Sich richtig zu verhalten gilt

dann aber ja nicht nur in der

Schule: Im Restaurant, im Hotel,

in Veranstaltungshallen – die

Brandgefahr ist ja überall gegeben.

Was raten Sie dem Einzelnen

vorsorglich, um im Notfall

schnell reagieren zu können?

Im Hotel empfehle ich allen Gästen

beim Betreten der Hotelzimmer

die Fluchtwegpläne anzuschauen.

Die hängen meist an

der Zimmertür. Denn man kennt

sich im Gebäude ja nicht so gut

aus – manch einer verläuft sich

ja schon, ohne dass jetzt ein Notfall

ist. Wie soll man also auf Anhieb

den Weg finden, wenn dann

auch noch Rauch und Panik im

Wie soll man

auf Anhieb den

Weg finden, wenn

Rauch und Panik im

Spiel sind?

FOTO: ARCHIV/UFUK ARSLAN

Spiel sind? Außerdem sollte jeder

die Sicherheitshinweise

durchlesen, die auf den Zimmern

ausgelegt werden. Da steht

zum Beispiel die Telefonnummer

drauf, die man wählen

soll, wenn ein Schadensereignis

eintritt. Bei Events oder in Restaurants

sollte man sich auch

einmal einen Überblick verschaffen,

wo die Rettungshinweisschilder

sind. Und generell:

immer schauen, wo die Feuerlöscher

angebracht sind, damit

man im Ernstfall reagieren kann

und etwa einen Entstehungsbrand

löscht, bevor es zur Katastrophe

kommt.

Wenn Sie selbst bemerken, dass

beispielsweise ein Veranstalter

oder Wirt den Brandschutz nicht

richtig umsetzt, sprechen Sie es

an?

Ja, leider sind doch sehr oft

Fluchtwege verstellt oder Schilder

von der Einrichtung verdeckt.

Wenn es richtig eklatant

ist, bitte ich die Zuständigen vor

Ort darum, das zu prüfen – auch

in deren eigenem Interesse natürlich.

Können Veranstalter, Vereine,

Restaurantbetreiber und Co.

denn auf die Wehren zukommen,

um das eigene Brandschutzkonzept

durchzusprechen?

Ja, und das halte ich auch für

sehr sinnvoll. Wer Fragen hat,

wie er den eigenen Brandschutz

verbessern kann, darf sich jederzeit

an die örtliche Feuerwehr

wenden. Mit Sicherheit stehen

die Kommandanten beratend zur

Seite. Klar ist aber: Sie können

keine Brandschutz-Ausarbeitung

machen. Aber sie können Empfehlungen

aussprechen, einfach

aus Sicht der Feuerwehr als „vorbeugender

Brandschutz“.

Stichwort: Selbstwirksamkeit.

Gibt es denn Szenarien, bei denen

Ihrer Meinung nach zu

schnell die „112“ gewählt wird?


SENSIBILISIERUNG 17

Wo hängt das grün-weiße Rettungszeichen? Das sollte man sich

idealerweise bewusst machen, sobald man sich zum Beispiel im

Hotel, einem Restaurant oder einer Eventhalle aufhält.

Im Zweifel ist es natürlich immer

besser, den Notruf zu wählen.

Aber es gibt schon Beispiele, bei

denen kein Feuerwehreinsatz nötig

wäre. Ganz klassisch: Wenn

mal im Keller fünf Zentimeter

Wasser stehen, kann ich mir auch

selbst mal einen Putzeimer und

einen Lappen holen und das alles

Aufwischen – da braucht es

für gewöhnlich keine Feuerwehrleute.

Oder aber wenn ein Ast auf

der Straße liegt. Da hilft es auch,

wenn man den – vorausgesetzt

natürlich die Umstände in Sachen

Wetter und Verkehrslage

lassen es zu – mal eben schnell

selbst auf die Seite trägt. Solche

Fälle beobachten wir in den letzten

Jahren häufiger, dass viele da

ihre Selbstwirksamkeit verlernt

haben. Da kann ich nur sagen:

mehr Mut zur Selbsthilfe!

Wenn im

Keller fünf

Zentimeter Wasser

stehen, kann ich

auch selbst Eimer

und Lappen holen

und aufwischen.

FOTO: ANDY0MAN/ADOBE.STOCK.COM

Rauchwarnmelder sind heutzutage

natürlich ein Muss, sie sind

ja sogar in Schlafräumen und

den Fluchtwegen bis ins Treppenhaus

vorgeschrieben. Aber

ich empfehle sie in allen Räumen

– für die Küche eignet sich zum

Beispiel ein Wärmemelder. Außerdem

sollte jeder einen Feuerlöscher

zu Hause haben. Wichtig

ist dabei, dass es sich mindestens

um einen sechs Kilo-, besser

einen zwölf Kilo-Feuerlöscher

handelt. So kleine Feuerlöscher,

wie es sie fürs Auto gibt, sind

meist innerhalb von zwei, drei

Sekunden leer. So schnell ist

nichts gelöscht leider. Eine gute

Ergänzung ist dann noch die

Löschdecke, vor allem in Bereichen,

in denen mit heißen Flüssigkeiten

umgegangen wird – explizit

Küchen. Denn damit kann

man schnell das Feuer ersticken,

ohne große Löschrückstände zu

Dieses Schild zeigt an, wo ein

Feuerlöscher zu finden ist.

haben. Das Pulver vom Feuerlöscher

aus den umliegenden Möbeln

zu bekommen, ist nämlich

ganz schön schwer. Diese drei

Utensilien als Privatperson vorzuhalten,

das gehört für mich als

Sicherheitsmaßnahme dazu – so

hat man schon mal die Grundlage

gelegt, um im Ernstfall handlungsfähig

zu sein.

FOTO: CHRISTOPHE PAPKE/ADOBE.STOCK.COM

Feuerlöscher, Rauchwarnmelder,

Löschdecke: Welche Utensilien

sollte jeder Haushalt besitzen,

um im Falle eines Brandes vorbereitet

zu sein?


18

GROSSEINSATZ

Großbrand Hand in

Hand gemeistert

Einsatz Beim Brand in der Alten Schule in Mainhardt bekämpfen mehr als 130 Feuerwehrleute

bis spät in die Nacht das Feuer. Das Archiv wird gerettet. Von Claudia Linz

Drei Großbrände innerhalb

weniger Wochen

– noch nie in der

Geschichte der Feuerwehr

Mainhardt

war solch ein Kraftakt zu leisten

wie im Herbst vergangenen Jahres.

Nachdem die Kameraden am

7. Oktober zu einem Wohnhausbrand

in Ammertsweiler gerufen

worden waren, folgte drei Wochen

später ein weiterer Großeinsatz.

„Brand 3 – Dachstuhlbrand“

lautete am 31. Oktober

um 11.47 Uhr das Einsatzstichwort.

In 90 Sekunden alarmiert

„Die Integrierte Leitstelle

Schwäbisch Hall kategorisiert

die Brände nach Schwere von

eins bis drei“, erläutert der Leitstellen-Systemadministrator

Marcel Noe. Dabei stehe 1 beispielsweise

für einen Mülleimeroder

Pkw-Brand, 2 für einen kleinen

Zimmer- oder Garagenbrand

und 3, wie in Mainhardt,

für einen Haus- oder Dachstuhlbrand.

Innerhalb von maximal

90 Sekunden nach dem Notruf

werden die Rettungskräfte alarmiert.

Großaufgebot aufgefahren

Im Fall des Brandes in der Alten

Schule in Mainhardt wird ein

Großaufgebot aufgefahren. Die

Feuerwehren aus Mainhardt,

13 Stunden und nochmal erneut an drei Tagen ist die Wehr beim Brand der Alten Schule im Einsatz.

Ammertsweiler, Bubenorbis,

Geißelhardt und Hütten rücken

ab 11.51 Uhr aus und erreichen

wenige Minuten später den Einsatzort

im Zentrum von Mainhardt.

Die Schwäbisch Haller

Wehr und die aus Wüstenrot,

letztere wurde um 12.02 Uhr

vom Kommandanten nachgefordert,

kamen mit je einer Drehleiter

hinzu. Der stellvertretende

Kreisbrandmeister Armin

Klingenbeck aus Crailsheim,

zum Zeitpunkt des Unglücks befand

er sich in Hall, stößt dazu.

Dazu kommen Rettungskräfte

unterschiedlicher Organisationen

wie THW, DRK und Polizei

sowie Fachleute, die sich der

psychosozialen Notfallversorgung

der 15 Bewohner des Dachgeschosses

der Alten Schule annehmen.

Insgesamt 190 Einsatzkräfte

sind vor Ort, davon 130

von der Feuerwehr.

Lage wird sondiert

Erster am Einsatzort ist um 11.55

Uhr Mainhardts Feuerwehrkommandant

Maximilian Walther.

Als Qualitätsmanager bei der

DRK-Landesschule Baden-Württemberg

in Stuttgart, arbeitet er

im Homeoffice, als der digitale

Meldeempfänger Alarm schlägt.

Wir haben

das Feuer

erfolgreich

bekämpft und das

Archiv gerettet.

Maximilian Walther

Gesamtkommandant Mainhardt

Er zieht sich eilig um, schnappt

sich sein Fahrzeug und fährt los.

Schon von weitem sieht er den

weißen Rauch über der Ortsmitte,

der nur kurze Zeit später

pechschwarz werden wird. Seine

erste Aufgabe ist es, die Lage

vor Ort zu erkunden und Struktur

in den gleich folgenden Einsatz

zu bringen. Was hat Priorität,

was kann warten?

Für Wassernachschub gesorgt

An oberster Stelle steht immer

die Menschenrettung, weiß Walther.

In Mainhardt haben alle Bewohner

das Haus verlassen. Es

gibt keine Vermissten. Er kon-


GROSSEINSATZ

19

seiner Frau und fünf Kindern

lebte er in der Alten Schule. Obwohl

vor seinen eigenen Augen

sein ganzes Hab und Gut in

Flammen aufgeht, setzt er sich

für den Schutz der Bevölkerung

ein und hilft bei den Löscharbeiten.

Von oben von der Drehleiter bekämpfen die Feuerwehrleute das Feuer.

zentriert sich auf das Nächstdringlichste,

die Brandbekämpfung

und die stabile Versorgung

mit Wasser. „Die Löschfahrzeuge

halten 2400 Liter vor. Das

reicht aber nur für die ersten

Einsatzminuten“, erklärt Walther.

Daher wird eine mehrere

hundert Meter lange Schlauchleitung

vom Lammsee auf der

anderen Seite der Bundesstraße

zum Brandort gelegt und es werden

verschiedene Hydranten angezapft.

Rückzugsbefehl übermittelt

„Als die Rettungskräfte eintrafen,

war der Brand kurz vor dem

gefürchteten ,Durchzünden’“,

erinnert sich der damals 30 Jahre

alte Kommandant. Durchzünden

bedeutet, dass sich das Feuer

durch die Rauchgasentstehung

und die enorme Hitze explosionsartig

ausbreitet. Weil

diese Gefahr besteht, zieht er die

Atemschutztrupps, die während

der ersten Minuten noch im Gebäudeinneren

gelöscht haben,

ab. „Die Eigengefährdung war zu

groß geworden“, erläutert Walther.

Per Funk wird der Rückzugsbefehl

übermittelt.

Von oben sowie von unten

werden Wasser und Schaum auf

den brennenden Dachstuhl gespritzt.

Die Hitze ist inzwischen

so stark geworden, dass die

Dachhaut reißt und die Dachziegel

platzen. Sie krachen nach unten.

Weil die züngelnden Flammen

nun mehr Sauerstoff bekommen,

beschleunigt sich die

Brandentwicklung – und um

13.56 Uhr kommt eine neue Herausforderung

hinzu.

Archiv wird leergeräumt

Im Erdgeschoss der Alten

Schule lagert das Gemeindearchiv.

Ein Schatz von hohem kulturellen

Wert, vieles nicht digitalisiert.

Weil das Wasser

durch die Wände und Decken

nach unten sickert, werden riesige

Folien über die Archivregale

gespannt und eine Ablaufrinne

für das Löschwasser geschaffen.

In der Folge wird das

Archiv leergeräumt. Vier Stunden

wird das dauern. Doch bevor

es so weit ist, ist Improvisationstalent

gefragt. Kisten

müssen her – und Lebensmittelmärkte,

Bäcker und Metzger

stellen eiligst Unmengen davon

zur Verfügung. Kisten mit Stapeln

von Archivordnern werden

dann mittels einer Menschenkette

in bereit stehende

Lkw verladen. Auch Mitarbeiter

des Bauhofes, der Rathausverwaltung

und Rettungskräfte

packen mit an.

Fotos: Feuerwehr Mainhardt

„Es war eine außerordentlich

eindrucksvolle Zusammenarbeit“,

zeigt sich der Kommandant

im Nachhinein beeindruckt.

In den stündlichen Lagebesprechungen

wird entschieden, wie

es weitergeht. Immer wieder

muss improvisiert werden, etwa

bei der Beschaffung der Kisten

für das Archiv. Doch Hand in

Hand und in stundenlanger Arbeit

werden die verschiedenen

Herausforderungen gemeistert.

Der Brand wird bekämpft, die

Nachbargebäude werden beschützt,

die Wasserleitung wird

gelegt und das Archiv gerettet.

Plastik brennt

wie Zunder

und bildet giftige,

gefährliche Partikel

im Rauch.

Eigenes Heim gelöscht

Einer der Kameraden im Einsatz

ist Hekmatulla Hekmat. Vor einiger

Zeit ist er als Flüchtling

nach Mainhardt gekommen und

der Feuerwehr beigetreten, weil

er „Deutschland etwas zurückgeben“

wollte. Zusammen mit

Der Brand ist schwarz

Etwa um ein Uhr nachts und

nach rund 13-stündigem Einsatz

ist der „Brand schwarz“. Das ist

der Fachausdruck dafür, wenn

ein Brand gelöscht ist. Damit die

Helfer bei Kräften bleiben und

auch mal entspannen können,

sorgt das DRK für Verpflegung.

Damit die Männer und Frauen

gefahrlos essen und trinken

können, steht ein um 12.27 Uhr

angeforderter Hygienewagen

bereit, in dem sich beispielsweise

der Ruß von den Händen und

aus dem Gesicht gewaschen

werden kann. „Plastik, etwa in

Gardinen und Furnieren, brennt

wie Zunder und bildet giftige

Partikel im Rauch“, erläutert

Kommandant Walther. Das sei

gefährlich auf der Haut und erst

recht, wenn es mit dem Essen

in den Körper gelange. „Ich finde

es großartig, dass die Feuerwehr

Schwäbisch Hall den Gerätewagen

Hygiene zum Schutz

der Feuerwehrleute angeschafft

hat“, sagt er.

Glutnester schwelen weiter

„Dachstuhlbrände sind immer

eine besondere Herausforderung“,

weiß Kommandant Walther.

Die Feuerwehr geht mit einer

Mischung aus Wasser und

Schaum vor. Zudem fällt viel

Schutt an, unter dem sich gefährliche

Glutnester verbergen

können, die, sobald sie etwas

Luft bekommen, erneut Feuer

entwickeln können. Und tatsächlich

muss die Mainhardter

Feuerwehr am Samstag, Allerheiligen,

um 14.08 Uhr, am

Sonntag um 9.15 Uhr und am

folgenden Mittwoch um 8.29

Uhr aufgrund solcher Glutnester

erneut ausrücken. Nachbarn

hatten die Rauchbildung gemeldet.

Nur zwei Tage später,

am Dienstag, wurde die Mainhardter

Wehr dann zu einem

Wohnhausbrand in Hohenstraßen

gerufen. „Da hatten wir

dann schon fast Routine“, kann

Walther, der im März 2024 zum

Gesamtkommandanten der

Feuerwehren Mainhardt gewählt

wurde, dem Einsatz etwas

Positives abgewinnen. „Bei

jedem Einsatz lernt man dazu.“


20 GROSSEINSATZ

Dachstuhlbrand in Mainhardt: Auszug aus dem Einsatzprotokoll der Integrierten Leitstelle Schwäbisch Hall vom 31. Oktober 2025

11:46:44 Uhr

Erster Anruf

über die 112 mit

der Meldung,

dass aus dem

Dach der Alten

Schule in Mainhardt

Rauch quillt

11:47:30 Uhr

Vollalarm für die

Feuerwehren Mainhardt

und Schwäbisch

Hall-West

mit Drehleiter und

Löschfahrzeug

11:47:32 Uhr

Alarmierung von

Kreisbrandmeister

und Lageführungsdienst

der Integrierten

Leitstelle

Schwäbisch Hall

11:51:20 Uhr

Abrücken der

Einsatzfahrzeuge

aus Bubenorbis,

11:52:56 aus Hütten

und 11:54:54

aus Mainhardt

12:14:59 Uhr

Lagemeldung

der Einsatzleitung:

Nun o−ener Brand

des Dachstuhls

der Alten Schule

12:04:17 Uhr

Information an die

ILS Heilbronn

zur Entsendung der

Feuerwehr Wüstenrot

(Lkr. Heilbronn)

mit Drehleiter

12:02:02 Uhr

Weitere Drehleiter

wird benötigt.

Zwei Trupps unter

Atemschutz im

Einsatz, eine

Person wird vermisst

11:55:14 Uhr

Eintre−en erster

Fahrzeuge der

Feuerwehr Mainhardt,

Lagemeldung „Starke

Rauchentwicklung

aus Dachstuhl“

12:27:12 Uhr

Einsatzleitung

fordert weitere

KräŸe der Wehr aus

Schwäbisch Hall an:

Gerätewagen Atemschutz und

Einsatzhygiene

12:28:20 Uhr

Alarmierung der

Feuerwehr

Schwäbisch Hall-Ost

zur Entsendung

der nachgeforderten

KräŸe

12:37:46 Uhr

ILS löst

Bevölkerungswarnung

über NINA-App aus:

starke Rauchentwicklung,

Fenster und Türen

geschlossen halten

12:58:15 Uhr

Eintre−en der

nachgeforderten

KräŸe der Feuerwehr

Schwäbisch Hall

1.November 2025: 00:08:49 Uhr

Brand überwiegend gelöscht.

Brandwache bleibt vor Ort,

restliche Einheiten

beenden den Einsatz

18:35:19 Uhr

Nachlöscharbeiten,

Feuer žammt

immer wieder auf,

Archiv wird

weiterhin ausgeräumt

13:56:33 Uhr

Archiv der Gemeinde

ist durch Löschwassereintritt

gefährdet.

FeuerwehrkräŸe mit

Wassersauger im Einsatz

13:09:02 Uhr

Lagemeldung der

Einsatzleitung: Ö−nung

des Dachstuhls

über beide Drehleitern


ATEMSCHUTZGERÄTETRÄGER 21

In der Gefahr kühlen

Kopf bewahren

Atemschutzgeräteträger Die Ausbildung bereitet auf eine der schwersten und wichtigsten

Aufgaben vor. 19 Feuerwehrleute nahmen im Herbst teil und bestanden. Von Claudia Linz

Zur Ausbildung gehört ein Belastungs-Check auf dem Fitnessfahrrad, dem „Hand-Fahrrad“ und auf der Endlosleiter. Klaus Lehnert (links)

und Jochen Lutz spornen die Teilnehmer zum Durchhalten an und achten darauf, dass niemand über seine Grenzen geht. Foto: Claudia Linz

Mit dicken Handschuhen,

Feuerwehrhelm

und

Atemschutzmaske

tritt ein junger

Mann auf dem Fitnessfahrrad in

die Pedale. Ein anderer läuft in

schweren Stiefeln und mit aufgesetzter

Atemluftflasche auf dem

„Hand-Fahrrad“. Ein Dritter klettert

die Endlosleiter in voller

Montur empor. Stufe um Stufe

kämpft er sich mit seiner 25 Kilogramm

schweren Ausrüstung

nach oben. Je länger es dauert,

desto mühevoller werden die

Tritte. Die Atemgeräusche aus

der Schutzmaske werden schwerer

und klingen nicht unähnlich

denen von Darth Vader aus Star

Wars. Zwischen den Dreien stehen

zwei Ausbilder in Zivil. Sie

In der

Ausbildung

wird gelehrt, dass

es kein Ich gibt,

sondern nur ein Wir.

Jeder hilft jedem.

Uwe Hartmann

Ausbildungsleiter Atemschutz

spornen die Drei zum Durchhalten

an, passen aber auch auf, dass

niemand über seine physischen

und psychischen Grenzen geht.

Sie wissen: Ein Zuckerschlecken

ist die Atemschutzgeräteträger-

Ausbildung nicht, im Gegenteil.

„Es ist eine der wichtigsten,

schwersten und gefährlichsten

Aufgaben im Bereich Feuerwehr“,

sagt Lehrgangsleiter Uwe

Hartmann. Die Ausbildung bereitet

die Feuerwehrleute auf den

Einsatz an vorderster Stelle bei

der Personenrettung und Brandbekämpfung

vor.

Selbst ist Uwe Hartmann bei

der Feuerwehr, seitdem er Teenager

war. So wie sein Opa, sein

Vater, seine Geschwister. 1982

trat er den Aktiven bei. 1987 absolvierte

er seine Atemschutzgeräteträger-Ausbildung,

fünf Jahre

später wurde er Ausbilder in

diesem Bereich. Ihm sei es wichtig,

den jungen Feuerwehrfrauen

und -männern nicht nur ein Heft

in die Hand zu drücken, das sie

auswendig lernen sollen. Vielmehr

will er sie mit seinem eigenen

Erfahrungsschatz ausrüsten

und praxisnah auf das vorbereiten,

was auf sie zukommen kann.

Ob Massenkarambolage auf der

Kochertalbrücke in den 1980er

Jahren, ein Hubschrauberabsturz

oder ein besonders tragischer

Wohnungsbrand – in über 40 Jahren

bei der Feuerwehr hat Uwe

Hartmann auch viel Schreckliches

erlebt. Und wenn er an früheren

Unglücksstellen vorbeifährt,

kommen die Erinnerungen

für einen Moment hoch. Doch


22

ATEMSCHUTZGERÄTETRÄGER

wirklich schwere Einsätze seien

zum Glück die Ausnahme. „In 80

bis 90 Prozent der Fälle werden

wir zu relativ einfach zu löschenden

Wohnungs- oder Zimmerbränden

gerufen“, sagt er.

Atemluft für bis zu 30 Minuten

1600 Liter komprimierte Atemluft

tragen die Atemschutzgeräteträger

beim Einsatz auf ihrem

Rücken. „Diese Menge reicht für

20 bis 30 Minuten, und diese Zeit

gilt es, möglichst effektiv zu nutzen“,

erklärt Uwe Hartmann den

Lehrgangsteilnehmern. Drei Dinge

seien beim Einsatz mit Atemschutzgerät

überlebenswichtig,

sagt er. Erstens, dass man zunächst

den Keller und die unteren

Stockwerke checkt, bevor

man nach oben geht. „Sonst besteht

die Gefahr, dass die Flammen

die Feuerwehrleute von hinten

einholen und der Rückweg

versperrt ist.“ Das zweite sei, das

Manometer im Auge zu behalten.

Denn ist etwas weniger als die

Hälfte der Atemluft verbraucht,

muss unter allen Umständen der

Rückweg eingeschlagen werden.

Es muss

schnell

gehen, sonst hat

die Person keine

Überlebenschance.

Uwe Hartmann

Ausbildungsleiter Atemschutz

Die Feuerwehrleute helfen einander beim Richten der Maske (oben)

und betreten immer zu zweit ein brennendes Gebäude (unten).

D

Sarah Wolz zieht sich die Schutzkleidung an.

Zum dritten sei elementar, auch

in Stresssituationen einen klaren,

kühlen Kopf zu behalten.

Zu zweit im Gefahrenbereich

Um Sicherheit zu geben, gehe

man stets zu zweit in den Gefahrenbereich

und wieder heraus.

„In der Ausbildung wird gelehrt,

dass es kein Ich gibt, sondern nur

ein Wir. Jeder hilft jedem.“ Man

weist einander auf mögliche Gefahren

hin und packt, wenn eine

Person etwa mit Rauchgasvergiftung

gerettet werden muss, zu

zweit an. Mithilfe einer Schlinge

um beide Füße oder den Oberkörper

wird sie dann so schnell

wie möglich herausgezogen, so

Uwe Hartmann, „Sonst hat sie

keine Überlebenschance“. Dass

sich ein Feuerwehrmann den zu

Rettenden einfach über die

Schultern wirft und heldenhaft

aus dem brennenden Haus rennt,

sei ein Mythos, räumt Uwe Hartmann

mit einem gängigen Bild

auf. „So etwas gibt es nur im

Film“, sagt er, und wäre kräftemäßig

ohnedies nur möglich,

wenn die zu rettende Person unter

40 Kilogramm wiegt.

Schlauch als Ariadnefaden

An einer der Stationen wird die

Personenrettung geübt. Hintereinander

und in leicht gebückter

Haltung betreten zwei Feuerwehrleute

durch eine Tür ein angeblich

brennendes Haus. Gewissermaßen

als „Ariadnefaden“

Fotos: Claudia Linz

führen sie einen Schlauch mit

sich, um sicher wieder herauszufinden.

Haben sie die 75 Kilogramm

schwere Übungspuppe in

der dunklen, verrauchten Umgebung

gefunden, üben sie die verschiedenen

Rettungstechniken,

wie beispielsweise das Schleifen

oder das gemeinsame Tragen an

Oberkörper und Beinen.

Risiko überschaubar

Sarah Wolz aus Langenburg ist

eine davon. Dabei hatte sie das

ursprünglich gar nicht vor. „Als

ich in die Feuerwehr eintrat,

habe ich zu meinem Mann gesagt,

dass ich mich nicht zur

Atemschutzgeräteträgerin ausbilden

lassen würde.“ Schon allein

deshalb, weil Sarah Mutter

von drei kleinen Kindern ist.

Umentschieden hat sie sich, weil

sie eine der wenigen Feuerwehrleute

in Langenburg ist, die im

Notfall auch vormittags Zeit zum

Ausrücken haben. „Natürlich besteht

immer ein gewisses Risiko,

aber durch die gute Ausbildung

und die gegenseitige Absicherung

ist es überschaubar“, ist sie

überzeugt. Trotzdem hatte sie

natürlich Respekt vor den Aufgaben.

„Ich war skeptisch, ob ich

mit den vielen körperlich fitten

jungen Männern um die 20 mithalten

können würde.“

Nicht nur die Maske behindert

Aber dann habe es ihr richtig

Spaß gemacht. „Es lief erstaun-


ATEMSCHUTZGERÄTETRÄGER 23

Uwe Hartmann zeigt die Sitzplätze für die Atemschutzgeräteträger

im Löschfahrzeug.

lich gut“, sagt die 43-Jährige, die

im Rheinland aufgewachsen und

nach Stationen in Frankreich,

Neuseeland und Heilbronn in

Langenburg gelandet ist. Am

schwierigsten und anstrengendsten

sei gewesen, an der Endlosleiter

nicht schlapp zu machen

und sich in voller Montur durch

die vernebelte Atemschutzgerätestrecke

zu zwängen. „Es ist ja

nicht nur die Maske, die behindert.

Man stößt auch mit dem

Helm und der Atemluftflasche

dauernd an und ist durch das Gewicht

der Ausrüstung in der Beweglichkeit

sehr eingeschränkt.“

Kinder und Atemschutz

Ihr Wissen, wie man sich bei einem

Brand richtig verhält, gibt

Sarah Wolz bei den Übungen der

Kinderfeuerwehr in Langenburg

weiter. Zusammen mit den Vierbis

Achtjährigen bastelt sie gemeinsam

mit den anderen Betreuern

Atemschutzgeräte und baut

einen kleinen Atemschutzparcours

auf, der, wenn sich die Kinder

trauen, auch vernebelt wird.

„Wir gestalten das wie eine

Schatzsuche und am Ende finden

die Kinder dann eine Tüte Gummibärchen

oder etwas ähnliches“,

sagt sie. Wichtig ist ihr aber auch,

Ich war

skeptisch, ob

ich mit den vielen

körperlich fitten

jungen Männern um

die 20 mithalten

können würde.

Sarah Wolz

Lehrgangsteilnehmerin

den Kleinen zu vermitteln, dass

hinter der Atemschutzmaske ein

Mensch steckt und sie keine

Angst haben müssen. Deshalb hat

sie auch eine richtige Atemschutzgeräteträgerausrüstung

dabei,

die die Kinder anfassen und,

wenn sie möchten, auch anprobieren

dürfen.

70 Männer und 15 Frauen

15 Männer und vier Frauen nahmen

am Lehrgang für Atemschutzgeräteträger

im November

2025 in Schwäbisch Hall-Ost teil.

Alle 18- bis 46-Jährigen haben bestanden.

Insgesamt fanden 2025

in Schwäbisch Hall drei Atemschutzlehrgänge

mit 51 Teilnehmern,

44 Männern und sieben

Frauen, statt. Dazu kamen im vergangenen

Jahr zwei Atemschutzlehrgänge

in Crailsheim mit 34

Teilnehmern, darunter waren

acht Frauen.


24

BÜRGERMEISTER IM GESPRÄCH

Beim Bayerischen Leistungsabzeichen hat Bürgermeister David Beck (5. von rechts) im vergangenen Jahr bereits hautnah Einblicke in die

Arbeit der Feuerwehr erhalten.

Foto: privat

Vom Rathaus an

die Einsatzstelle

Einblick Braunsbachs Bürgermeister David Beck spricht über Kameradschaft,

Unterstützung und darüber, warum er die Grundausbildung absolviert. Von Adina Bauer

Die Feuerwehr ist in

Braunsbach mehr als

eine kommunale

Pflichtaufgabe. Allein

die Flutkatastrophe

2016 hat gezeigt, wie wichtig die

Institution für Schutz, Zusammenhalt

und Verlässlichkeit ist.

Im Gespräch erklärt Bürgermeister

David Beck, warum eine

leistungsfähige Feuerwehr für

das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen

und Bürger unverzichtbar

ist, welche Herausforderungen

Kommunen heute bei der

Ausstattung, Finanzierung und

Nachwuchsgewinnung bewältigen

müssen und vor allem auch,

weshalb er sich trotz vollem Terminkalender

für die Grundausbildung

im Herbst 2026 angemeldet

hat.

Herr Beck, welche Rolle spielt die

Feuerwehr für das Sicherheitsgefühl

in Ihrer Gemeinde?

David Beck: Das ist eigentlich

ganz einfach zu beantworten:

Die Feuerwehr gehört für mich

zur unverzichtbaren Daseinsvorsorge.

So drastisch das vielleicht

klingen mag, aber ohne Feuerwehr

würden viele Dinge

schlichtweg nicht funktionieren.

Ich muss nicht groß an die Flut

2016 erinnern. Damals wäre es

ohne die Feuerwehr überhaupt

nicht gegangen. Und damit meine

ich ausdrücklich nicht nur unsere

eigene Feuerwehr in

Braunsbach, sondern auch die

umliegenden. Der Zusammenhalt

war von unschätzbarem

Wert. Ohne diese Hilfe wäre es

für uns unglaublich schwer gewesen,

die Lage überhaupt zu

bewältigen. Und auch abseits eines

solchen Großschadensereignisses

ist die Feuerwehr im Notfall

die Organisation, auf die sich

die Menschen verlassen können.

Feuerwehr ist aber auch ein kostenintensiver

Pflichtbereich für

eine Kommune. Welche Herausforderungen

sehen Sie da?

Die Herausforderung ist ganz

klar: Die Feuerwehr ist eine

Pflichtaufgabe, aber eben auch

eine sehr teure. Wenn man hört,

dass ein Feuerwehrfahrzeug zwischen

400.000 und 500.000 Euro

kostet, dann schluckt man als

Bürgermeister natürlich erst einmal.

Das sind Summen, die für

eine Kommune wie Braunsbach

erheblich sind. Trotzdem muss

ich sagen: In Braunsbach haben

wir in den vergangenen Jahren

sehr viel in die Feuerwehr investiert.

Nach der Flut hat Braunsbach

ein neues Magazin bekommen.

In Arnsdorf wurde kräftig

investiert: Dort gibt es ein mittleres

Löschfahrzeug, einen

Mannschaftstransportwagen

und zusätzlich den Anbau mit

zwei Boxen, damit die Fahrzeuge

überhaupt ihren Platz haben.

Allein dieses Projekt lag fast bei

einer Million Euro, dazu kommen

die Fahrzeuge selbst noch

einmal mit mehreren hunderttausend

Euro. Das zeigt schon,

dass wir die Feuerwehr nicht nur

als Pflichtaufgabe betrachten,

sondern als einen Bereich, in den

wir bewusst investieren, weil wir

wissen, wie wichtig er für die

Gemeinde ist.

Wie unterstützt die Gemeinde

die Feuerwehr ganz konkret?

Zunächst einmal natürlich durch

die finanzielle Ausstattung. Die

Feuerwehr beschreibt das selbst

sehr treffend: Alles, was an Fahrzeugen,

Gebäuden, Pumpen oder

Geräten da ist, gehört der Gemeinde

und damit letztlich der

Allgemeinheit. Die Feuerwehrangehörigen

sind diejenigen, die

diese Mittel nutzen und mit ihnen

im Einsatz arbeiten. Das finde

ich einen wichtigen Gedanken.

Denn es zeigt: Was die Gemeinde

bereitstellt, dient allen

Bürgerinnen und Bürgern.

Gleichzeitig pflegt und trägt die

Feuerwehr diese Ausstattung in

einem Maße, was man wahrscheinlich

gar nicht aufrechnen


BÜRGERMEISTER IM GESPRÄCH

25

kann – ehrenamtlich und mit

großem Verantwortungsgefühl.

Aber Unterstützung bedeutet

doch noch mehr als nur Geld bereitzustellen?

Absolut. Für mich ist es genauso

wichtig, dass man regelmäßig

und vertrauensvoll miteinander

spricht. Ich habe in der Vergangenheit

mit dem früheren Kommandanten

Rolf Dierolf hervorragend

zusammengearbeitet,

und auch mit seinem Nachfolger

Christian Bauer läuft der Austausch

sehr gut. Dieses Verhältnis

zwischen Kommandant und

Bürgermeister ist unglaublich

wichtig. Der Kommandant ist für

mich das Ohr und die Stimme

der Feuerwehr. Über ihn bekomme

ich mit, was die Feuerwehr

bewegt, wo es vielleicht Themen

gibt, wo etwas rumort oder wo

Probleme gelöst werden müssen.

Und dann ist es meine Aufgabe,

diese Anliegen ernst zu nehmen.

Umgekehrt profitiert auch die

Gemeinde von der Feuerwehr

über den Einsatzdienst hinaus,

oder?

Ja, absolut. Das ist ein ganz wichtiger

Punkt. Ich freue mich immer,

wenn die Feuerwehr auch

das gesellschaftliche Leben in

der Gemeinde mitträgt. Wenn

Vereine oder eben auch die Feuerwehr

bei Gemeindefesten mithelfen,

einen Stand betreiben

oder Veranstaltungen mitgestalten,

dann bereichern sie das ganze

Ortsleben. Das ist viel wert.

Hierfür braucht es ehrenamtlichen

Einsatz. Ohne den geht bei

der Feuerwehr nichts. Wie ist die

Lage in Braunsbach – hat die

Feuerwehr genügend Mitglieder?

Wie wahrscheinlich überall

könnte man sagen: Genug Mitglieder

hat man nie. Wir freuen

uns über jede und jeden, der dazukommt.

Aktuell zählen wir

rund 100 aktive Mitglieder in der

Feuerwehr Braunsbach, dazu die

Altersabteilungen und die Jugendfeuerwehr.

Auf unsere Jugendfeuerwehr

bin ich persönlich

sehr stolz. Dort sind rund 16

Kinder und Jugendliche aktiv,

dazu kommen mehrere Betreuerinnen

und Betreuer. Das ist

eine tolle Entwicklung. Denn Jugendfeuerwehr

ist nicht nur

Nachwuchsgewinnung, sondern

auch Jugendarbeit im besten Sinne.

Natürlich gibt es Sportvereine

und andere Angebote – aber

die Jugendfeuerwehr ist noch

einmal etwas ganz Eigenes. Der

Idealfall ist natürlich: Jemand

kommt als Kind zur Jugendfeuerwehr,

bleibt dabei, macht später

die Grundausbildung und

wird aktives Mitglied.

Was müsste aus Ihrer Sicht passieren,

um die Feuerwehr für

neue Mitglieder noch attraktiver

zu machen?

Ein wichtiger Punkt ist aus meiner

Sicht die Ausbildung. Wir

müssen den Einstieg attraktiv

und machbar halten. Gerade für

Erwachsene ist das heute eine

Ein Scheunenbrand in Zottishofen war einer der ersten Einsätze, zu

denen Beck als Bürgermeister gerufen wurde. Hier merkte er schnell,

wie schwer die Verantwortung wiegt.

Foto: Corinna Janßen

Im Notfall tauscht sich Bürgermeister David Beck eng mit den

Fachkräften aus.

Foto: Corinna Janßen

echte Herausforderung. Viele

stehen mitten im Berufsleben,

haben Familie, Kinder, Verpflichtungen.

Da ist es nicht so einfach,

zusätzlich eine umfangreiche

Grundausbildung in einen

vollen Alltag zu integrieren.

Deshalb wünsche ich mir an

manchen Stellen mehr Flexibilität,

zum Beispiel mehr modulare

Strukturen. Also die Möglichkeit,

einzelne Bausteine nachzuholen,

wenn jemand einmal verhindert

ist. Dabei geht es nicht

darum, Anforderungen zu senken

– im Gegenteil. Es geht darum,

gute Ausbildung so zu organisieren,

dass sie mit dem heutigen

Lebensalltag besser vereinbar

ist.

Daneben spielt Öffentlichkeitsarbeit

eine große Rolle. Wir hatten

zuletzt Formate wie „Feuerwehr

zum Anfassen“, also eine

Art Tag der offenen Tür, bei dem

Interessierte die Feuerwehr kennenlernen

können. Solche niederschwelligen

Angebote finde

ich sehr wichtig. Man muss den

Menschen die Möglichkeit geben,

Feuerwehr einmal unmittelbar

zu erleben.

Sie wollen im Herbst selbst die

Grundausbildung absolvieren.

Was hat Sie dazu motiviert?

Es gibt dafür mehrere Gründe.

Der erste ist ganz einfach: Ich

möchte die Feuerwehr besser

verstehen – technisch, organisatorisch

und praktisch. Wenn die

Feuerwehr sagt, sie braucht zehn

neue Schläuche, dann kann ich

im Moment nur bedingt beurteilen,

wie dringlich das ist. Ich bin

da aktuell in vielen Bereichen

einfach Laie. Es geht mir überhaupt

nicht darum, irgendjemanden

zu kontrollieren. Aber ich

möchte Entscheidungen fundierter

treffen können.

Der zweite Punkt ist persönlicher.

Durch verschiedene Erlebnisse

ist mir die Feuerwehr in

den vergangenen Jahren immer

nähergekommen. Zunächst ganz

sachlich im Arbeitskontext, damals

noch als Hauptamtsleiter,

als es darum ging, Einsätze abzurechnen

– etwa nach Verkehrsunfällen,

wenn Kosten mit

Versicherungen abgerechnet

werden mussten. Da bin ich zum

ersten Mal intensiver mit dem

Thema in Berührung gekommen.

Hinzu kommt, dass mein

Schwiegervater und auch mein

Schwager seit Langem bei der

Feuerwehr sind. Wenn man dann

am Frühstückstisch über Einsätze

spricht, bekommt das Thema

noch einmal eine andere Nähe.


26

BÜRGERMEISTER IM GESPRÄCH

Gab es ein konkretes Erlebnis,

das Ihren Blick auf die Feuerwehr

verändert hat?

Ja, mehrere sogar. Ein sehr prägender

Moment war meine Einsetzung

als Bürgermeister im

Jahr 2024. Ich kann mich noch

gut daran erinnern, wie mir damals

von der Feuerwehr die Jacke

angezogen wurde. In diesem

Augenblick wurde mir noch einmal

sehr bewusst: Jetzt bist du

tatsächlich auch Chef der Feuerwehr

in Braunsbach. Das ist

nicht nur ein formaler Satz, sondern

mit Verantwortung verbunden.

Kurz darauf gab es dann auch

schon eine konkrete Lage, an die

ich mich sehr gut erinnere: ein

Scheunenbrand in Zottishofen.

Ich wollte eigentlich gerade zur

Muswiese fahren, dann kam die

Nachricht, dass ein Einsatz läuft

und ich bitte vorbeikommen soll.

Also bin ich rausgefahren. Der

Kreisbrandmeister war da, es

ging darum, wie man weiter vorgeht,

ob zum Beispiel ein Bagger

beauftragt werden soll, um Glutnester

auseinanderzuziehen. In

so einem Moment merkt man

sehr schnell, worauf es ankommt:

auf Vertrauen in die Einsatzkräfte.

Natürlich lässt man

sich erklären, welche Optionen

es gibt. Aber am Ende hört man

auf die Fachleute vor Ort. Diese

Situation hat mich geprägt, weil

sie mir gezeigt hat, wie konkret

die Verantwortung in solchen

Lagen wird.

Ob bei Großübungen oder bei Aktionstagen – David Beck will genau

wissen, mit welchen Werkzeugen die Feuerwehr arbeitet. Im Herbst

wird der Bürgermeister bei der Grundausbildung fundierte Kenntnisse

erhalten.

Fotos: privat

Ein weiterer wichtiger Schritt

war offenbar das Bayerische

Leistungsabzeichen?

Ja, das war tatsächlich ein

Schlüsselerlebnis. 2025 habe ich

mich daran beteiligt. Sechs Wochen

lang haben wir uns mittwochs

und samstags getroffen,

trainiert und die Abläufe einstudiert.

Das war für mich enorm

wertvoll, weil ich die Feuerwehr

dadurch nicht mehr nur von außen

wahrgenommen habe. Ich

war plötzlich Teil des Ganzen:

gemeinsam üben, sich gegenseitig

helfen, sich anfeuern, nach

der Übung noch zusammenstehen

und miteinander reden –

diese Kameradschaft habe ich

dort ganz unmittelbar erlebt. Da

merkt man auch, wie falsch manche

Klischees sind. Feuerwehr

ist eben nicht nur Geselligkeit,

sondern vor allem hochkonzentriertes

Üben, besser werden

wollen, Abläufe verinnerlichen.

Am Tag der Abnahme habe ich

mich dann wirklich zugehörig

gefühlt. Die Kameraden haben

mich herzlich aufgenommen,

und genau dieses Erlebnis hat

mich in meinem Entschluss bestärkt,

die Grundausbildung zu

machen.

Das heißt: Sie wollen nicht nur

Wissen erwerben, sondern

tatsächlich aktiv Mitglied

werden?

Ja, schon. Ich habe bereits einen

Spind, darin hängen Jacke und

Hose. Wenn ich heute zu einem

Einsatz gerufen werde, wie etwa

damals in Zottishofen, gehe ich

ins Magazin, ziehe mich an und

fahre raus. Wie das später genau

in der Rolle als Bürgermeister

und Feuerwehrangehöriger

funktioniert, muss man natürlich

sauber klären. Da werde ich

mich mit dem Kommandanten

abstimmen müssen. Es gibt sicherlich

Lagen, in denen ich eher

im Hintergrund bleiben sollte,

wenn gleichzeitig Entscheidungen

als Bürgermeister zu treffen

sind. Aber so weit sind wir noch

nicht. Erst einmal muss ich die

Grundausbildung absolvieren

und bestehen, dann sehen wir

weiter.

Glauben Sie, dass Sie durch die

Grundausbildung auch als Bürgermeister

anders entscheiden

werden?

Davon bin ich überzeugt. Schon

jetzt merke ich, dass allein das

Zuschauen bei Übungen meinen

Blick verändert. Wenn unser

Kommandant mir Bescheid gibt,

dass eine Großübung ansteht,

versuche ich oft, vorbeizukommen.

Das hilft enorm, um Szenarien

besser zu verstehen.

Ich erinnere mich zum Beispiel

an eine Übung an der gesperrten

Jungholzhauser Steige. Dort

wurde ein Verkehrsunfall simuliert:

ein Auto im Graben, ein

Fahrrad am Rand, dazu die Annahme,

dass möglicherweise

noch eine Person den Hang hinuntergestürzt

ist. Solche Lagen

zeigen einem sehr plastisch, wie

komplex Einsätze sein können

und wie viele Dinge gleichzeitig

gesehen und bewertet werden

müssen.

Blicken wir auf den Herbst:

Worauf freuen Sie sich bei der

Grundausbildung, und wovor

haben Sie vielleicht etwas

Respekt?

Ich freue mich vor allem auf die

Vernetzung. In der Grundausbildung

kommen Leute aus unterschiedlichen

Feuerwehren zusammen,

und das finde ich spannend.

Soweit ich weiß, werden

auch aus Braunsbach noch ein

oder zwei Personen mit dabei

sein. Gemeinsam in so einen

Kurs zu gehen, hat schon etwas

Verbindendes.

Respekt habe ich vor allem davor,

dass viele andere vermutlich

mit mehr Vorwissen hineingehen

als ich. Manche kommen aus

der Jugendfeuerwehr, haben

schon Grundlagen gelernt und

kennen viele Begriffe und Abläufe.

Das fehlt mir teilweise noch.

Ich bringe anderes Wissen mit –

aus der Verwaltung, aus der

kommunalen Verantwortung –,

aber das hilft einem in der feuerwehrtechnischen

Ausbildung

nur bedingt. Deshalb nehme ich

das auch nicht auf die leichte

Schulter. Ich möchte am Ende

mit echtem Wissen und echtem

Können aus dieser Ausbildung

gehen.

Dass Kameradschaft und Zusammenhalt wichtige Merkmale der

Feuerwehr sind, hat David Beck (Mitte) nicht zuletzt bei seiner

Teilnahme am Bayerischen Leistungsabzeichen 2025 erfahren.


NEUIGKEITEN 27

Das Team für Öffentlichkeitsarbeit des Kreisfeuerwehrverbands Schwäbisch Hall hat sich vergrößert: Mia Hollmer (Feuerwehr Stimpfach,

von links), Leonie Straub (Feuerwehr Satteldorf), Simon Hollmer (Feuerwehr Stimpfach), Christian Rosenau (Feuerwehr Fichtenberg),

Martin Brenner (Feuerwehr Wolpertshausen) und Elisa Schick (Feuerwehr Gaildorf). Am Tisch sitzt Thomas Baumann (Feuerwehr

Schrozberg). Außerdem gehört Jan Unfried von der Feuerwehr Michelbach an der Bilz zum Team.

Foto: Ufuk Arslan

Mehr Köpfe für die

Öffentlichkeitsarbeit

Unterstützung Der Kreisfeuerwehrverband Schwäbisch Hall baut einen eigenen Fachbereich

für Öffentlichkeitsarbeit auf. Das erste Projekt ist die Neugestaltung der Website.

Die Öffentlichkeitsarbeit

des Kreisfeuerwehrverbands

Schwäbisch Hall

wurde neu organisiert.

Auf Initiative des Vorsitzenden

Alfred Fetzer wurde aus

mehreren Kameradinnen und

Kameraden aus dem gesamten

Landkreis ein eigener Fachbereich

aufgebaut.

Im Herbst 2025 meldeten sich

mehrere Unterstützer, die Thomas

Baumann und Martin Brenner

bei dieser Aufgabe künftig

unter die Arme greifen möchten.

Die Gelegenheit wurde genutzt,

um die Öffentlichkeitsarbeit des

Verbandes neu aufzustellen. Innerhalb

weniger Monate entstand

so ein engagiertes Team,

das die Aufgaben künftig gemeinsam

übernimmt. Ziel des

neuen Fachbereichs ist es, die

anfallende Arbeit auf mehrere

Schultern zu verteilen und

gleichzeitig die Öffentlichkeitsarbeit

des Verbands weiter zu

professionalisieren.

Zu den ersten großen Projekten

gehört die grundlegende

Neugestaltung der Website des

Verbands. Parallel dazu soll auch

die Präsenz in den sozialen Medien

weiter ausgebaut und auf

ein zeitgemäßes Niveau gebracht

werden.

Thomas Baumann, der seit

über 30 Jahren die Öffentlichkeitsarbeit

für den Verband betreut,

freut sich über die Unterstützung:

„Im Team sind viele

unterschiedliche Kompetenzen

vertreten – von Webdesign über

Softwareentwicklung bis hin zu

organisatorischer Erfahrung.

Gleichzeitig bringen viele Mitglieder

bereits Erfahrung aus der

Öffentlichkeitsarbeit in ihrer

Feuerwehr mit.“

Neben dem Verfassen von Berichten,

der Pflege der Homepage

und der Betreuung der Social-Media-Kanäle

soll der Fachbereich

künftig auch die Zusammenarbeit

der Verantwortlichen

für Öffentlichkeitsarbeit in den

Feuerwehren im Landkreis stärken.

Ziel ist ein besserer Austausch

sowie die Bereitstellung

von Textvorlagen und Bildmaterial,

um die Arbeit bei Veranstaltungen

auf Kreisebene zu erleichtern.

Für die Erstellung und den

Start des ersten Online-Auftritts

des Kreisfeuerwehrverbands im

Jahr 2013 zeichnete Jens Marquardt

mitverantwortlich. Mit

den Worten „Nach dieser Zeit

überlasse ich die Tätigkeiten mit

der neuen Homepage dem Fachbereichsteam“,

verabschiedet er

sich nun aus der Öffentlichkeitsarbeit

des Verbands. pm

Hier geht‘s zur

Homepage des KFV

Schwäbisch Hall


Groß angelegte Übung der

Michelbacher Einsatzkräfte

gemeinsam mit der Haller Wehr

und dem ASB Schwäbisch Hall

im Seniorenpark Michelbach an

der Bilz.

Foto: privat

Jahresberichte 2025

Das hat die Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall bewegt

Inhaltsverzeichnis

29 Braunsbach

30 Blaufelden

32 Bühlertann /

Bühlerzell

33 Fichtenau /

Frankenhardt

34 Crailsheim

36 Gaildorf

38 Gerabronn

39 Fichtenberg

40 Ilshofen

41 Kirchberg/Jagst

42 Kreßberg

44 Langenburg

46 Kreisjugendfeuerwehr /

Kreis-Feuerwehr-

Senioren

47 Mainhardt

48 Michelbach/Bilz

49 Michelfeld

50 Oberrot

51 Rosengarten

52 Rot am See

53 Rot am See /

Obersontheim

54 Schwäbisch Hall

58 Satteldorf

60 Schrozberg / Syntegon

61 Stimpfach

62 Sulzbach-Laufen

63 Untermünkheim

64 Vellberg /

Wolpertshausen

65 Wallhausen


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

29

Ein Grund zum Feiern

Freiwillige Feuerwehr Braunsbach Ein großer Meilenstein war im vergangenen

Jahr der Abschluss der Erweiterung des Feuerwehrhauses der Abteilung West.

BRAUNSBACH

Aktueller Kommandant:

Christian Bauer

Aktive Mitglieder: 97

männlich: 89 | weiblich: 8

Abteilungen:

Nord, Mitte und West

Mitglieder Jugendwehr: 16

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 17

Technik und Fahrzeuge:

LF 16, HLF 10, 2 x LF 8, MZF, MLF,

MTW

Anzahl Einsätze 2025: 11

Website: www.braunsbach.de

Abteilungskommandant West, Rolf Abel, Feuerwehrkommandant Christian Bauer und Bürgermeister

David Beck (von links) bei der Feier zur Erweiterung des Feuerwehrmagazins West. Damit wurde das

„Drei-Standorte-Modell“ in der Gemeinde abgeschlossen.

Fotos: Corinna Janßen

Für die Freiwillige Feuerwehr

Braunsbach war das

Jahr 2025 in Bezug auf

Einsätze ein Jahr zum

Durchatmen. Neben einem

Brandeinsatz und den Einsätzen

der Führungsgruppe stand vor

allem die Unterstützung des Rettungsdienstes

auf den Meldeempfängern

und die Kommandanten

wurden zu verschiedenen

kleineren Einsätzen gerufen.

Dennoch war es ein arbeitsintensives

Jahr für die Mitglieder.

Anfang des Jahres wurde die

neue Führung rund um Christian

Bauer mit Stellvertreter Steffen

Schumacher, Daniel Stier

und Julian Weeber gewählt und

damit einhergehend eine neue

Struktur umgesetzt. Dem bisherigen

Kommandanten Rolf Dierolf

wurde in diesem Zusammenhang

für seinen langjährigen

Einsatz gedankt. Er wurde zum

Ehrenkommandanten der Gemeinde

Braunsbach ernannt.

Als großer Meilenstein wurde

im vergangenen Jahr der Ma-

gazinbau der Abteilung West abgeschlossen.

Im Juli wurde das

Feuerwehrhaus feierlich mit

Festakt eingeweiht. Damit wurde

das letzte Puzzleteil der neuen

Abteilungsstruktur mit drei

gleichwertigen Abteilungen fertiggestellt.

Neben zahlreichen Übungsdiensten

und der Beteiligung an

Kreis- und Gemeindeaktionen

wurde die Fortschreibung des

Feuerwehrbedarfsplans begonnen

und es wurden bereits Überlegungen

angestellt für die Gedenkfeier

zur Jährung der Flutkatastrophe

von Braunsbach im

Jahr 2026.

Die Kameraden und Gäste feiern die Einweihung des neuen

Feuerwehrmagazins in Arnsdorf.


30

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Heiße Übung

Freiwillige Feuerwehr Blaufelden Im Brandcontainer probten die Kameraden

am Feuerwehrhaus den Einsatz unter Extrembedingungen.

Am Brandcontainer: Aufgabe war, vom Dach aus über eine heiße Treppe zu einem simulierten Kellerbrand zu gelangen.

Fotos: privat

Im vergangenen Juli fand die

jährliche Brandcontainer-

Übung in Zusammenarbeit

mit der Netze BW statt. An

drei aufeinanderfolgenden

Samstagen nutzten Feuerwehren

aus dem gesamten Landkreis die

Möglichkeit, am Feuerwehrhaus

Blaufelden unter realitätsnahen

Bedingungen zu trainieren und

ihre Fähigkeiten im Atemschutzeinsatz

gezielt zu vertiefen. Die

Ausbildung stellte einen wichtigen

Baustein in der überörtlichen

Fortbildung dar und förderte

zugleich den fachlichen Austausch

zwischen den beteiligten

Wehren.

Der jeweilige Übungstag begann

mit einer fundierten theoretischen

Unterweisung. Behandelt

wurden unter anderem die

geltende Feuerwehr-Dienstvorschrift

zum Atemschutzeinsatz,

Aspekte der Einsatzstellenhygiene,

das korrekte Anlegen des

Pressluftatmers sowie grundlegende

Einsatzprinzipien und Sicherheitsregeln

im Brandcontainer.

Ziel war es, ein einheitliches

Ausbildungsniveau und ein gemeinsames

taktisches Verständnis

zu schaffen. Im anschließenden

Praxisteil stand zunächst

das Strahlrohrtraining im Vordergrund.

Hier konnten unterschiedliche

Löschtechniken unter

realitätsnaher Hitzeentwicklung

trainiert und gefestigt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt

lag auf dem taktisch richtigen

Vorgehen bei der Türöffnung zu

einem Brandraum. Die Teilnehmenden

übten, wie durch kurze

Türöffnungen mit drei gezielten

Wasserstößen das heiße Rauchgasgemisch

im Rauminneren

wirksam heruntergekühlt wird.

„Durch das unmittelbare Wiederschließen

der Tür lässt sich

ein unkontrollierter Sauerstoffeintrag

– und damit die Gefahr

einer Durchzündung – vermeiden“,

erläutert Kommandant

Rolf Deeg.

Beim eigentlichen Durchgang

im Brandcontainer arbeitete jeweils

ein Trupp aus zwei Kameradinnen

beziehungsweise Kameraden

gemeinsam mit einem

erfahrenen Ausbilder, der die

Übung begleitete und für die Sicherheit

verantwortlich war.

Trainiert wurden zwei Einsatzszenarien:

Zum einen ein Zimmerbrand,

ausgelöst durch einen

brennenden Elektroschaltschrank,

zum anderen das Vorgehen

vom Containerdach in einen

simulierten Kellerbrand. Dabei

musste unter starker Hitze

eine heiße Treppe überwunden

werden, um im unteren Bereich

mit möglichst sparsamer Wassernutzung

einen Gasschieber zu

schließen – „ein Szenario, das

körperlich wie taktisch hohe Anforderungen

stellte“, so Rolf

Deeg weiter.

Ein besonderer Ausbildungsbestandteil

war die Simulation

eines sogenannten Flash-Overs,

also der schlagartigen Durchzündung

von Rauchgasen in einem

geschlossenen Raum. Diese Extremsituation

realitätsnah zu erleben

und das richtige Verhalten

darauf zu trainieren, sei ein wesentlicher

Bestandteil der Brandcontainer-Ausbildung.

Rückblickend

habe sich gezeigt, dass die

Übung die Handlungssicherheit

der Atemschutzgeräteträger

deutlich erhöht habe und wichtige

Impulse für Ausbildung und

Einsatzpraxis in den beteiligten

Feuerwehren liefern konnte.

Geübt wurde auch das taktische

Öffnen der Türen.


FEUERWEHREN IM LANDKREIS 31

BLAUFELDEN

Beim Durchgang im Brandcontainer arbeitete jeweils ein Trupp aus zwei Kameraden gemeinsam mit

einem erfahrenen Ausbilder, der die Übung begleitete und für die Sicherheit verantwortlich war.

Aktueller Kommandant:

Rolf Deeg

Aktive Mitglieder: 176

männlich: 167 | weiblich: 9

Abteilungen:

Billingsbach, Blaufelden,

Gammesfeld, Herrentierbach,

Wiesenbach

Mitglieder Jugendwehr: 24

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 30

Technik und Fahrzeuge:

MZF, MTW, 2 x MLF, LF 8,

3 x LF 10, SW 1000

Anzahl Einsätze 2025: 40

Website:

www.feuerwehr-blaufelden.de


32

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Seite an Seite im Einsatz

Freiwillige Feuerwehr Bühlertann Gemeinsam mit den Kameraden von der Feuerwehr

Bühlerzell wurde der Brand in der Herrenmühle in Obersontheim bekämpft.

Der Ausflug ins Allgäu war einer der Höhepunkte 2025.

Zahlreiche Einsätze, Feste

und Gemeinschaftserlebnisse

prägten das Jahr

2025. Besonders freuen

sich die Kameraden auf den Magazinneubau

und können es

kaum erwarten, ihr neues „Zuhause“

in Betrieb zu nehmen.

Besonders bewegend war ein

Einsatz in Obersontheim: Die

alte Herrenmühle stand beim

Eintreffen bereits im Vollbrand.

Für eine Person kam jede Hilfe

zu spät. Die Löscharbeiten dauerten

mehrere Stunden. Die

Atemschutzgeräteträger kämpften

Seite an Seite mit den Kameraden

der Feuerwehr Bühlerzell.

Eine Wasserversorgung wurde

errichtet und Bewohner eines

angrenzenden Wohnhauses evakuiert

und betreut.

Neben diesem Einsatz gab es

zahlreiche weitere: Zwölf Einsätze

wegen Brandlagen, neun technische

Hilfeleistungen, fünf aufgrund

von Brandmeldeanlagen,

drei in Zusammenhang mit Gefahrgut

sowie ein Einsatz aufgrund

eines Verkehrsunfalls.

Neben den Einsätzen stand

das Miteinander im Mittelpunkt.

Das Feuerwehrfest Ende Juli war

trotz des starken Regens ein voller

Erfolg. Das erste Cornhole-

Turnier habe die Kameraden

ebenso begeistert, wie das

Foto: privat

20-jährige Jubiläum der „Feuerwehr-Oldtimer“,

so Kommandant

Markus Schirle. Ein Höhepunkt

sei die Auszeichnung von

Ehrenmitglied Rudi Hofmann

gewesen, der für sein jahrzehntelanges

Engagement in Feuerwehr,

Oldtimerpflege und Jugendarbeit

das Feuerwehrehrenkreuz

des Kreisfeuerwehrverbandes

Schwäbisch Hall in Gold

erhielt. Ein weiteres Highlight

war der zweitägige Feuerwehrausflug

Ende Mai ins Allgäu mit

reichlich Genuss, Kultur und Geselligkeit.

BÜHLERTANN

Aktueller Kommandant:

Markus Schirle

Aktive Mitglieder: 48

männlich: 41 | weiblich: 7

Abteilungen: 1

Mitglieder Jugendwehr: 20

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 12

Technik und Fahrzeuge:

HLF 10/6, LF 10/6, MTW

Anzahl Einsätze 2025: 32

Website: www.buehlertann.de

Brennende Ballenpresse

Freiwillige Feuerwehr Bühlerzell Ein Strohacker stand in Flammen und beim Benefiz-

Treppenlauf im Haller Diak-Klinikum unterstützten die Kameraden eine gute Sache.

Sechs Kameraden starteten beim Diak-Treppenlauf.

In den heißen Julitagen war

die Feuerwehr Bühlerzell

mehrere Stunden beim großen

Flächenbrand eines

Strohackers im Einsatz. Ausgelöst

wurde der Brand durch die

Entzündung einer Ballenpresse.

Aufgrund der Trockenheit und

des Windes konnte sich das Feuer

schnell über einen großen Teil

des Ackers ausbreiten. Gemeinsam

mit den Wehren aus Obersontheim

und Bühlertann sowie

mit Unterstützung zahlreicher

Landwirte, die kontinuierlich

viel Wasser zur Einsatzstelle

brachten, konnte der Brand nach

und nach eingedämmt und

schließlich gelöscht werden.

Während des Einsatzes wurde

der Abrollbehälter „Wasser“ aus

Crailsheim nachgefordert und

die Feuerwehr Frankenhardt

stellte mit drei Fahrzeugen die

Einsatzbereitschaft für das Obere

Bühlertal sicher. Insgesamt

waren neben den Einsatzkräften

der Polizei und des Rettungsdienstes

rund 100 Feuerwehrleute

im Einsatz. Es wurden etwa

eine Million Liter Wasser verbraucht.

Der Brand erstreckte

sich über eine Fläche von rund

zwei bis drei Hektar.

Im Juli starteten sechs Kameraden

der Wehr beim Benefiz-

Foto: privat

Treppenlauf im Haller Diak. Als

einzige der teilnehmenden Feuerwehren

meisterten die Läufer

aus Bühlerzell die 394 Stufen

über 17 Stockwerke mit angeschlossenem

Atemschutzgerät.

Damit unterstützten sie einen

guten Zweck und blieben im

Training für die nächsten, bereits

geplanten Treppen- und

Schanzenläufe.

BÜHLERZELL

Aktueller Kommandant:

Patrick Rechtenbacher

Aktive Mitglieder: 72

männlich: 62| weiblich: 10

Abteilungen: I. Zug, II. Zug,

Kinderfeuerwehr, Jugendfeuerwehr,

Altersabteilung

Mitglieder Jugendwehr: 17

Mitglieder Kindergruppe: 18

Mitglieder der

Altersabteilung: 16

Technik, Fahrzeuge:

HLF 20 Rosenbauer,

GW-T Maise, VW MTW

Anzahl Einsätze 2025: 24

Website:

www.feuerwehr-buehlerzell.org


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

33

Lichterfahrt begeisterte

Freiwilige Feuerwehr Fichtenau Als Zeichen der Verbundenheit mit der Bevölkerung

schmückten die Kameraden ihre Fahrzeuge weihnachtlich und fuhren durch den Ort.

Lichterfahrt der Feuerwehr durch Fichtenau.

Foto: privat

Ein ganz besonderes Erlebnis

bot sich der Gemeinde

am 4. Advent. Die Kameraden

veranstalteten

eine stimmungsvolle Feuerwehr-

Lichterfahrt durch das gesamte

Gemeindegebiet. Dafür wurden

die Feuerwehrfahrzeuge aufwendig

mit zahlreichen Lichterketten

geschmückt und erstrahlten

in festlichem Glanz. Dabei

legte die Feuerwehr großen

Wert darauf, dass die Einsatzbereitschaft

jederzeit gewährleistet

blieb. Die Anbringung der

Beleuchtung erfolgte so, dass

alle Fahrzeuge im Ernstfall sofort

einsatzfähig gewesen wären.

Zusätzlich war ein Feuerwehrfahrzeug

während der gesamten

Fahrt voll besetzt mit ausgerüstet

und einsatzbereiten Kameradinnen

und Kameraden. In den

Abendstunden setzten sich die

leuchtenden Fahrzeuge in Bewegung

und fuhren durch alle Ortsteile

der Gemeinde Fichtenau.

Entlang der Straßen versammelten

sich zahlreiche Familien, um

das Spektakel zu bestaunen. Vor

allem bei den kleinen Kindern

sorgte die Aktion für große Begeisterung.

Aber auch viele Erwachsene

kamen aus dem Staunen

kaum heraus. Die Lichterfahrt

verbreitete eine festliche,

vorweihnachtliche Stimmung.

Mit der Aktion wollte die Feuerwehr

Fichtenau ein starkes

Zeichen der Verbundenheit mit

der Bevölkerung setzen und zugleich

ihre Einsatzbereitschaft

zu jeder Zeit zeigen.

FICHTENAU

Aktueller Kommandant:

Steffen Lüdtke

Aktive Mitglieder: 85

männlich: 77 | weiblich: 8

Abteilungen: Lautenbach,

Matzenbach, Unterdeufstetten,

Wildenstein

Mitglieder Jugendwehr: 20

Mitglieder Kindergruppe: –

Mitglieder der

Altersabteilung: 19

Technik und Fahrzeuge:

LF 10/6, LF 20 KatS, TLF 16/24,

LF 8, TSF, MTW

Anzahl Einsätze 2025: 30

Website:

www.fichtenau.de

In Flammen

Freiwillige Feuerwehr Frankenhardt

Scheunen- und Wohnwagenbrand gelöscht.

Die Feuerwehr wurde am

14. Juni gerufen, weil

Heuballen in Brand geraten

waren und eine

Scheune in Flammen stand.

Durch das schnelle Eingreifen

konnte ein Teil der Scheune gerettet

werden. Schwierig gestaltete

sich die Löschwasserversorgung.

Der nächste Hydrant liegt

einen Kilometer entfernt in Honhardt.

Mit dem GW-T und LF 8

wurde daher eine Schlauchleitung

gelegt. Am nächsten Abend

konnten die Nachlöscharbeiten

abgeschlossen werden. Zu einem

Wohnwagenbrand wurde die

Wehr am 10. Dezember alarmiert.

Kinder waren bereits vor

dem Eintreffen gerettet worden.

Auch bei diesem Einsatz wurde

eine lange Schlauchleitung zum

Brandort verlegt. Ein Übergreifen

des Feuers auf einen Unterstand

ließ sich verhindern.

FRANKENHARDT

Aktueller Kommandant:

Volker Haaf

Aktive Mitglieder: 89

männlich: 82 | weiblich: 7

Abteilungen: 5

Mitglieder Jugendwehr: 20

Mitglieder Kindergruppe: 24

Mitglieder der

Altersabteilung: 14

Technik und Fahrzeuge:

2 x LF 10, HLF 10, LF 8, MZF, GW-T

Anzahl Einsätze 2025: 26

Website: www.feuerwehrfrankenhardt.de

Eine Feldscheune stand wegen brennender Heuballen in Flammen.

Ein Teil des Gebäudes konnte gerettet werden.

Foto: privat


34

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Gleich drei Großbrände

Freiwillige Feuerwehr Crailsheim Der historische Lokschuppen, ein mehrstöckiges

Wohnhaus in Jagstheim und eine Scheune in Tiefenbach standen in Flammen.

Großbrand im Oktober: Im historischen Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes Crailsheim war ein Feuer

ausgebrochen. Ein historischer Personenwaggon war dort in Brand geraten.

Fotos: SHO-Archiv

Im Jahr 2025 musste die Feuerwehr

Crailsheim zu 270

Einsatzereignissen mit 440

Abteilungseinsätzen ausrücken.

Damit waren es im Vergleich

zum Jahr 2024 mit 300

Einsätzen rund zehn Prozent weniger.

Dies resultiert aus dem

Rückgang der Fehlalarmierungen

durch Brandmeldeanlagen

auf 78 im Vergleich zu 115 im

Vorjahr.

Nachdem in den vergangenen

Jahren die Stadt Crailsheim von

größeren Ereignissen verschont

blieb, waren 2025 mit einem

Scheunenbrand in Tiefenbach,

dem Brand eines Fachwerkhauses

in Jagstheim und dem Brand

des historischen Lokschuppens

drei Großbrände zu verzeichnen.

39 Mal mussten Kräfte der

Feuerwehr Crailsheim zu Einsätzen

im Rahmen der Überlandhilfe

in die Nachbargemeinden

ausrücken.

Im Herbst wurde der Erweiterungsbau

an der Feuerwache 2

in Altenmünster fertiggestellt.

Dieser bietet nun Arbeitsräume

für die hauptamtlichen Kräfte

und einen zentralen Versorgungspunkt

für alle Abteilungen

der Feuerwehr. Im weiteren Verlauf

werden die sanitären Anlagen

in den Bestandsgebäuden

auf einen modernen Stand gebracht

und ein Führungszentrum

für Großschadensereignisse

eingerichtet.

Beim Brand im Bahnbetriebswerk rückte die gesamte Crailsheimer

Wehr aus, einschließlich der Abteilungen Tiefenbach und Goldbach

mit je zwei Fahrzeugen. Die Drehleiter wurde aufgefahren, ebenso

das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 10 und das HLF 20,

ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) sowie der SW 2000, ein

Schlauchwagen mit 2.000 Meter B-Schlauch. Insgesamt waren

circa 60 Feuerwehrleute mit elf Fahrzeugen vor Ort.


FEUERWEHREN IM LANDKREIS 35

CRAILSHEIM

In Ausbildung investiert

Der in der Kernstadt stationierte

Einsatzleitwagen wurde durch

ein neues Fahrzeug mit moderner

Kommunikationsstechnik

ersetzt. Damit steht dem Einsatzleiter

vor Ort ein leistungsfähiges

Führungsmittel zur Verfügung.

Die Aus- und Fortbildung ist

in der Freiwilligen Feuerwehr

Crailsheim wesentlich. In über

250 Aus- und Fortbildungsveranstaltungen

wurden die notwendigen

Kenntnisse vermittelt. Im

Rahmen der Kreisausbildung

nehmen auch Angehörige benachbarter

Wehren daran teil.

Die Jugendfeuerwehr mit ihren

derzeit 93 Mitgliedern ist

nach wie vor wichtig für die

Nachwuchsgewinnung. Der bisherige

Stadtjugendwart Bernd

Otterbach übergab sein Amt an

Margit Staudacher.

Feuerwehrleute bekämpfen den Brand im historischen Lokschuppen.

Foto: Archiv/Peer Hahn

Amt übergeben

Nach langjährigem Dienst als

erster stellvertretender Feuerwehrkommandant

übergab Herbert

Wagenländer sein Amt an

Christof Rehbach. Neu in der

Leitung der Crailsheimer Feuerwehr

als Stellvertreter ist Michael

Ebert. Die Abnahme der

Feuerwehr-Leistungsabzeichen

für den Landkreis Schwäbisch

Hall wurde trotz der Baumaßnahmen

an der Feuerwache 2

durchgeführt. Die Abteilung

Triensbach sorgte für die Rahmenbedingungen.

Aktueller Kommandant:

Armin Klingenbeck

Aktive Mitglieder: 330

männlich: 294 | weiblich: 36

Abteilungen: Goldbach, Jagstheim,

Kernstadt, Onolzheim,

Roßfeld, Tiefenbach, Triensbach,

Westgartshausen

Mitglieder Jugendwehr: 93

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 41

Technik, Fahrzeuge: DLK,

1 x DLK, 3 x HLF, 10 x LF, MLF,

2 x GW-T, GW Messen/Umwelt,

ELW, 3 x Kommandowagen,

9 x MTW, 3 x Wechselladerfahrzeuge,

12 x Abrollbehälter,

4 x feuerwehrtechnische Anhänger,

Schlauchwagen,

Schnelleinsatzfahrzeug

Anzahl Einsätze 2025: 270

Website: www.feuerwehrcrailsheim.de


36

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Kätzchen befreit

Freiwillige Feuerwehr Gaildorf Ein verzweifeltes Miauen zwischen zwei Garagen rief die

Kameraden auf den Plan und sie retteten das Tier aus seiner Notlage.

Nach dem bedauerlichen

Weggang von Uwe

Traub, der zur Berufsfeuerwehr

Stuttgart zurückgekehrt

ist, teilen sich die

drei stellvertretenden Stadtbrandmeister

Jürgen Dahner,

Uwe Schulze und Thomas Stolle

erneut die Verantwortung für

die Einsatzleitung in Gaildorf.

Die Feuerwehr Gaildorf blickt

auf ein geordnetes und insgesamt

eher ruhiges Einsatzjahr

2025 zurück. Mit insgesamt 79

Einsätzen lag die Zahl deutlich

unter dem langjährigen Durchschnitt.

Festumzug in Gschwend

Zu den Höhepunkten des vergangenen

Jahres zählte die Teilnahme

am Festumzug anlässlich

„150 Jahre Feuerwehr Gschwend“

im Juli. Ebenso markierte die

Umstellung auf den neuen Digitalfunk

für Fahrzeuge und Einsatzstellen

einen wichtigen technischen

Fortschritt, der die

Kommunikation im Einsatz

deutlich verbessert hat.

Doch auch in einem ruhigen

Jahr gibt es Einsätze, die in Erinnerung

bleiben. So rückte die

Gaildorfer Feuerwehr an einem

Sonntagvormittag zu einer ganz

besonderen „Tierrettung“ aus.

Passanten hatten zwischen zwei

Ende gut, alles gut: Mit einem beherzten Griff wird das eingeklemmte Kätzchen in Gaildorf aus seiner

Notlage befreit.

Fotos: privat

Fertiggaragen das verzweifelte

Miauen einer Katze gehört und

die Feuerwehr alarmiert.

Vor Ort bot sich den Einsatzkräften

ein ungewöhnliches Bild:

Das Tier war zwischen den

schräg zueinander stehenden

Garagen eingeklemmt und hatte

keine Möglichkeit, sich selbst zu

befreien. Mehrere Versuche, die

Katze mit Stangen, Leinen und

Haken herauszuholen, blieben

Die Feuerwehrleute und eine Tierärztin versuchten,

das verängstigte Tier anzulocken.


FEUERWEHREN IM LANDKREIS 37

Ein Loch wird in die Wand gebohrt, durch das das Kätzchen in die

Freiheit schlüpfen kann.

erfolglos. Eine hinzugezogene

Tierärztin drängte auf schnelle

Hilfe – das Tier war in akuter

Not.

Nach kurzer Lagebesprechung

entschied sich die Mannschaft,

mit einem Kernbohrgerät

vorsichtig Zugang durch die Garagenwand

zu schaffen. Ein Kamerad

stellte hierfür sogar sein

privates Werkzeug zur Verfügung.

Mit Messgeräten wurde

die genaue Position der Katze ermittelt,

ehe die erste Bohrung

gesetzt werden konnte. Nachdem

die Tierärztin das verängstigte

Tier beruhigt hatte, folgte

eine zweite Bohrung, die schließlich

den rettenden Durchbruch

schuf. Mit einem beherzten Griff

gelang es der Tierärztin, die Katze

aus ihrer Zwangslage zu befreien

– leicht erschöpft, aber unverletzt.

So endete ein außergewöhnlicher

Einsatz mit einem glücklichen

Ausgang. „Und auch wenn

2025 für die Feuerwehr Gaildorf

vergleichsweise ruhig verlief,

zeigte sich wieder einmal: Die

Kameradinnen und Kameraden

stehen für Hilfe jederzeit bereit

– ganz gleich, ob Mensch oder

Tier in Not ist“, freut sich Feuerwehrkommandant

Jürgen

Dahner.

GAILDORF

Aktueller Kommandant:

Jürgen Dahner

Aktive Mitglieder: 118

männlich: 108 | weiblich: 10

Abteilungen: 1

Mitglieder Jugendwehr: 24

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 92

Technik und Fahrzeuge:

2 x KDOW, ELW1, MZF, 2 x MTW,

2 x LF 20, HLF 20, LF 8, DLK 23/12,

GW-T, TSF, Boot, Anhänger

Anzahl Einsätze 2025: 79

Website:

www.feuerwehr-gaildorf.de


38

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Gelöscht und geholfen

Freiwillige Feuerwehr Gerabronn Der Brand in einer Geflüchtetenunterkunft wurde

bekämpft und die Kameraden holten Feldbetten für die Betroffenen.

In den frühen Morgenstunden

wurde die Abteilung Gerabronn

von der Leitstelle zu

einem Brandmeldeanlagen-

Alarm in einer Geflüchtetenunterkunft

alarmiert. Bereits beim

Eintreffen der Einsatzkräfte

schlugen die Flammen aus dem

Gebäude. Einige Bewohnerinnen

und Bewohner unterstützten die

Feuerwehr unverzüglich beim

Öffnen der Zugangstore und

meldeten zeitgleich, dass ein

Mann mit psychischem Ausnahmezustand

die Unterkunft verlassen

habe. Die Polizei reagierte

umgehend, mehrere Streifenfahrzeuge

rückten an und konnten

den Mann zeitnah

festnehmen. „Aufgrund der Gefährdungslage

wurde das Einsatzstichwort

erhöht und es wurden

zusätzliche Löschfahrzeuge

aus Gerabronn sowie Atemschutzgeräteträger

aus Dünsbach

nachgefordert“, erläutert

Kommandant Matthias Trumpp.

Die Feuerwehr löscht einen Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in

Gerabronn.

Fotos: privat

Babynahrung besorgt

Vor Ort musste davon ausgegangen

werden, dass sich noch Personen

im Brandgebäude befinden,

was sich glücklicherweise

allerdings nicht bewahrheitete.

Unter schwerem Atemschutz gelang

es den Angriffstrupps, den

Brand schnell zu löschen. Das

betroffene Gebäude war durch

Brandrauch jedoch nicht mehr

bewohnbar. Während einzelne

Bewohnerinnen und Bewohner

in nicht betroffenen Gebäudeteilen

untergebracht wurden, organisierte

ein Mitarbeiter des

Landratsamts für die übrigen Bewohnerinnen

und Bewohner

kurzfristig Unterkünfte in der

Geflüchtetenunterkunft Rot am

See. Da dort zunächst nicht genügend

Betten verfügbar waren,

transportierten Feuerwehrkräfte

Feldbetten aus dem eigenen

Bestand in die Nachbargemeinde.

Besonders hervorzuheben ist

laut Matthias Trumpp der Einsatz

für eine junge Familie mit

Säugling: Da keine Zeit blieb,

Habseligkeiten zu sichern, stellte

ein Feuerwehrmann aus privatem

Bestand Babynahrung,

Fläschchen und heißes Wasser

bereit, sodass das Baby sofort

versorgt werden konnte.

Obwohl der Brand schnell gelöscht

war, dauerten die Folgetätigkeiten

bis kurz nach 5 Uhr

morgens an. Da der im Nachhinein

auf Brandstiftung zurückgeführt

werden konnte, wurden

einzelne Einsatzkräfte der Feuerwehr

Monate später als Zeugen

am Landgericht Ellwangen

geladen.

GERABRONN

Aktueller Kommandant:

Matthias Trumpp

Aktive Mitglieder: 100

männlich: 92 | weiblich: 8

Abteilungen: Amlishagen,

Dünsbach, Gerabronn,

Michelbach/Heide

Mitglieder Jugendwehr: 10

Mitglieder Kindergruppe: 11

Mitglieder der

Altersabteilung: 13

Technik und Fahrzeuge:

ELW, MTW, HLF 20, LF 10,

LF 16/12, 3 x TSF-W, GW-L2

Anzahl Einsätze 2025: 57

Website:

www.ffw-gerabronn.de

Das Gebäude war nach dem Brand nicht mehr bewohnbar.


Überblick rettet Leben

FEUERWEHREN IM LANDKREIS 39

Freiwillige Feuerwehr Fichtenberg Zu Beginn einer Übung wurden die Kameraden zu

einem Notfall gerufen und konnten rasch helfen. Auch ein Waldbrand wurde gelöscht.

Im Mai wurde ein Waldbrand

im Erlenhof von einem Piloten

entdeckt und über die

Flugsicherung gemeldet. Da

vor Ort kein Einweiser zur Verfügung

stand, dauerte es lange,

bis der Brandherd gefunden war.

Zudem lag dieser abseits befahrbarer

Wege und musste entsprechend

in langen Fußwegen erreicht

werden. Die Feuerwehr

Gaildorf wurde zur Wasserversorgung

mitalarmiert. So konnte

der Brand schließlich abgelöscht

und ein Übergreifen auf

größere Flächen vermieden werden.

Im Juli wurden die Kameraden

zu einem Ölunfall in Rauhenzainbach

gerufen. Ein Lkw

war von der Straße abgekommen.

Dabei wurde der Tank des

Fahrzeugs beschädigt und Dieselkraftstoff

trat aus. „Durch den

Einsatz wurde unsere Fähigkeit

belegt, Umweltschäden effektiv

zu bekämpfen“, freut sich Kommandant

Michael Dix. „Entsprechende

Spezialgeräte werden

bereits vorgehalten, problematisch

war die fehlende Transportkapazität.“

Ein bedeutender Schritt in der

Ausbildung war das Schulungswochenende

auf dem Rescue

Campus in Amstetten. Hier

konnte vieles geübt werden, was

sonst nicht, oder nur mit erheblichem

Aufwand möglich wäre.

Übungen von der Gebäude- und

Tunnelbrandbekämpfung bis hin

Die Fichtenberger Kameraden bekämpften im Mai vergangenen

Jahres einen Waldbrand im Erlenhof.

Foto: privat

zu Hilfeleistungseinsätzen mit

Bus, Bahn und Verkehrsunfällen

waren möglich. Ein besonderes

Highlight war der Realbrandcontainer

für die Atemschutzgeräteträger.

Es konnten Brandverläufe

und Löschtechniken geübt

und reale Brandraumhitze erlebt

werden.

Erstversorgung übernommen

In Erinnerung bleibt der Wehr

ein Einsatz zu Beginn einer

Übung im Februar. Fast zeitgleich

ging bei der Integrierten

Leitstelle Schwäbisch Hall (ILS)

ein Notruf zu einem lebensbedrohlichen

Notfall ein. Der Disponent

der ILS schaltete sofort

und schickte die Fichtenberger

Wehr zum Notfallort. Die schnelle

Reaktion erwies sich als lebensrettend.

„Unsere Einsatzkräfte

konnten die Erstversorgung

der bewusstlosen Person

umgehend einleiten“, so Michael

Dix. Etwa fünf Minuten später

trafen der Rettungsdienst

und der Notarzt ein, um die weitere

medizinische Versorgung zu

übernehmen. „Mehrere Mitglieder

der Feuerwehr sind zu Sanitätern

ausgebildet und das notwendige

Material für solche Einsätze

ist auf den Fahrzeugen verlastet“,

so der Kommandant. Bei

diesem Einsatz, fasst er zusammen,

sei dem Patienten nicht nur

der Zufall zugutegekommen,

dass die Feuerwehr eine Übung

hatte und sofort ausrücken

konnte. Besonders wichtig sei

auch das Handeln in der ILS gewesen:

Es seien nicht nur die

vom Einsatzleitrechner vorgeschlagenen

Einsatzmittel alarmiert

worden, sondern auch andere

Optionen seien im Blick gewesen.

„Hier hat sich gezeigt,

dass das Hand in Hand von Feuerwehr

und Rettungsdienst über

die ILS allen Bürgern nutzt.“

FICHTENBERG

Aktueller Kommandant:

Michael Dix

Aktive Mitglieder: 54

männlich: 41 | weiblich: 13

Abteilungen: 1 Einsatz-,

1 Jugend-, 1 Altersabteilung

Mitglieder Jugendwehr: 14,

davon sieben Mädchen

Mitglieder Kindergruppe: 19,

davon sieben Mädchen

Mitglieder der

Altersabteilung: 6

Technik und Fahrzeuge:

HLF 10, LF 16, MZF, 2 Anhänger:

Tragkraftspritzen- und Transportanhänger

Anzahl Einsätze 2025: 21

Website:

www.feuerwehr-fichtenberg.de


40

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Zu jeder Zeit einsatzbereit

Freiwillige Feuerwehr Ilshofen Großübung, Leistungsabzeichen in Bronze, Stationstraining

– die Ilshofener Wehr hielt sich das ganze Jahr über fit für den Einsatz.

Die Kameradinnen und

Kameraden aus Ilshofen

waren erneut sehr

aktiv, um für jegliche

Szenarien gewappnet zu sein. So

fand im Mai eine aufwendig geplante

Feuerwehrübung statt, die

in enger Zusammenarbeit zwischen

Bausch + Ströbel, dem

DRK, den Feuerwehren aus Ilshofen,

Vellberg und Wolpertshausen

sowie der Führungsgruppe

Mitte organisiert wurde. „Das

Ziel: die Einsatzkräfte unter realitätsnahen

Bedingungen zu

fordern“, macht Kommandant

Sebastian Gehring deutlich.

Neben einem Brand im Ausbildungszentrum

der Firma

Bausch + Ströbel wurden drei

weitere Szenarien simuliert: eine

Verpuffung im Lüftungsschacht,

bei der zwei Personen gerettet

Beim Festumzug zum Heimatfest in Eckartshausen Ende Mai war

die Ilshofener Feuerwehr mit allen Abteilungen vertreten. Foto: privat

werden mussten; eine bewusstlose

Person im Tunnel zwischen

Gelände und Parkhotel; zwei

Verletzte auf dem Dach, die über

eine Plattform gesichert gerettet

wurden.

Ende Juli legten zehn Kameraden

der Freiwilligen Feuerwehren

Ilshofen, Braunsbach,

Kirchberg und Wolpertshausen

an der Feuerwache 2 in Crailsheim

erfolgreich das Leistungsabzeichen

in Bronze ab – „und

das mit sehr guter Leistung“, betont

Gehring. Geprüft wurde ein

simulierter Brandeinsatz mit

Menschenrettung von einem

Balkon.

Im Oktober fand zudem wieder

das jährliche Stationstraining

mit fünf Übungsstationen

statt. Rund 30 Feuerwehrangehörige

nutzten die Gelegenheit,

ihr Wissen und ihre Fertigkeiten

in verschiedenen Bereichen zu

vertiefen.

Löschifanten unterwegs

Ebenfalls im Oktober ging es mit

der Kinderfeuerwehr nach

Crailsheim zum THW. „Dort

wurden wir von dem Ortsbeauftragten

Marcel Berberich und

Florian Wagner, Gruppenführer

der Fachgruppe Räumen, empfangen.

Die beiden stellten uns

die Funktion und Aufgaben des

THW vor und erklärten, für welche

Ereignisse die Fahrzeuge benötigt

werden. Das größte Highlight

für unsere Löschifanten

war, als der große Radlader für

ein gemeinsames Gruppenfoto

aus der Halle gefahren wurde.“

ILSHOFEN

Aktueller Kommandant:

Sebastian Gehring

Aktive Mitglieder: 120 118

männlich: 114 111 | | weiblich: 76

Abteilungen:

Eckartshausen, Ilshofen, Obersteinach,

Ruppertshofen, Unteraspach

Mitglieder Jugendwehr: 618

Mitglieder Kindergruppe: -20

Mitglieder der

Altersabteilung: 22 17

Mitglieder Musikzug: 33 36

Technik und Fahrzeuge:

LF 16/12, LF 16/20, 20/16, HLF 10, RW 1,

GW-T, MTW, ELW 1, 3 MZF, x TSA 3 x TSA

Anzahl Einsätze 2025: 2021: 29 61

Website:

www.feuerwehrwww.feuerwehr-ilshofen.de


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

41

Zusammenarbeit optimiert

Freiwillige Feuerwehr Kirchberg an der Jagst Der Schwerpunkt lag

nach der Zusammenlegung auf den Übungsdiensten.

Für die Freiwillige Feuerwehr

Kirchberg war es

mit 31 Einsätzen ein ruhiges

Jahr“, berichtet Kommandant

Alexander Müller. Der

Schwerpunkt lag daher nach der

Zusammenlegung auf den

Übungsdiensten. Auch wurden

wichtige Investitionen getätigt,

um die Feuerwehr für die Zukunft

aufzustellen.

„Aufgrund der im Vorjahr

stattgefunden Zusammenlegung

an einem Standort in Kirchberg

kam das ruhige Einsatzjahr den

Mitgliedern der Feuerwehr

Kirchberg gerade recht, denn so

konnte der Fokus auf gemeinsame

Übungsdienste gelegt werden.“

So konnte auch im Rahmen

einer gemeinsamen Großübung

an der August-Ludwig-Schlözer-

Der Kirchberger Bürgermeister

Axel Rudolph (links) und

Kommandant Alexander Müller

vor dem neuen Mannschaftstransportwagen.

Foto: privat

Schule die Zusammenarbeit mit

den Nachbarfeuerwehren optimiert

werden.

„Auf die erfolgreiche Jugendarbeit

ist man in Kirchberg seit

Jahren besonders stolz und so

war die Freude groß, als die

Stadtverwaltung der Feuerwehr

im Sommer einen weiteren

Mannschaftstransportwagen zur

Verfügung stellen konnte“, so

Müller. Für die Eis- und Wasserrettung

wurde ein Rettungsboot

beschafft und die Vergabe eines

Löschfahrzeugs (LF 20) wurde

durch die Stadt in Auftrag gegeben.

„Des Weiteren hat sich unsere

Feuerwehr wieder beim

Kinderferienprogramm beteiligt

sowie die Brandschutzerziehung

in den Kindergärten durchgeführt“,

schließt Müller.

KIRCHBERG AN DER JAGST

Aktueller Kommandant:

Alexander Müller

Aktive Mitglieder: 66

männlich: 60 | weiblich: 6

Abteilungen:

Kirchberg, Gaggstatt,

Hornberg, Lendsiedel

Mitglieder Jugendwehr: 34

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 17

Technik und Fahrzeuge:

HLF, MZF, TLF 8/18, 2 x TSF-W,

TSF, 2 x MTW, GW-T, RTB1,

LiMa-Anhänger

Anzahl Einsätze 2025: 31

Website:

www.feuerwehr-kirchberg.de


42

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Baum oder Brotzeit

Freiwillige Feuerwehr Kreßberg Nomininierung angenommen: Die Kreßberger

Kameradinnen und Kameraden haben an einer Social-Media-Challenge teilgenommen.

Manchmal sorgt Social

Media auch dafür,

dass Menschen sich

im echten Leben treffen

und gemeinsam etwas unternehmen“,

erklärt Kommandant

Martin Kett. Das war neben dem

aktiven Klimaschutz einer der

Aspekte der „Baumpflanz-Challenge

2025“, die in den sozialen

Medien viral ging. Bereits in den

Vorjahren gab es immer wieder

ähnliche Aktionen. „2025 waren

vor allem Feuerwehren und

Hilfsorganisationen dabei.“

Der Ablauf sei dabei immer

der gleiche: Eine Gruppe pflanzte

– gerne auch auf kreative Art

und Weise – einen Baum und nominierte

weitere Gruppen, innerhalb

einer Frist die Challenge

weiterzuführen. „Andernfalls

musste die nominierte Gruppe

dem Herausforderer eine Brotzeit

spendieren“, erklärt Martin

Kett.

Wo die Challenge gestartet

war, lässt sich nicht mehr nachvollziehen,

aber im Sommer

wurden die Kreßberger Kameraden

dann von der Feuerwehr

Haundorf nominiert. Eilig wurde

eine Arbeitsgruppe gebildet.

„Da einer der Bäume vor dem

Feuerwehrhaus Süd in Waldtann

aufgegeben hatte, sollte dieser

durch frisches Grün ersetzt werden“,

berichtet der Kommandant.

Stefan Kloos von den Gartenbaumschulen

Engelhardt

spendierte hierfür einen Baum,

Im Zuge der „Baumpflanz-Challenge“ wurde dieses Bäumchen vor

dem Feuerwehrhaus Süd in Waldtann gepflanzt. Foto: privat

Ralf Hofmann erklärte sich bereit,

mit dem Minibagger Platz

für den neuen Baum zu machen,

und Michael und Florian Winter

gravierten eine hölzerne Infotafel.

So gewappnet trafen sich einige

unerschrockene Feuerwehrleute

Mitte August in Waldtann.

Das Skript für den Challenge-Film

sah vor, dass zwei

Jugendliche bei der Vorbeifahrt

mit dem Rad einen per Diskonebel

brennenden Baum vor dem

Feuerwehrhaus entdecken, die

Feuerwehrkameraden per Funk

alarmieren und anschließend erstaunt

zusehen, wie der Baum

„gelöscht“, gerettet und eingepflanzt

wird.

Die Aktion wurde per Handyvideo

dokumentiert und auf dem

Facebook-Kanal der Feuerwehr

Kreßberg veröffentlicht. „Der

frisch eingepflanzte Baum lässt

sich seither vor dem Feuerwehrhaus

Süd in Waldtann bewundern“,

freut sich Martin Kett.

KRESSBERG

Aktueller Kommandant:

Martin Kett

Aktive Mitglieder: 83

männlich: 76 | weiblich: 7

Abteilungen: Nord, Süd, Jugendabteilung,

Altersabteilung

Mitglieder Jugendwehr: 23

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 20

Technik und Fahrzeuge:

HLF 10, LF 10, LF 8 (Unimog),

TLF 8/18, JF-Anhänger, GW/T,

4 x Wärmebildkameras

Anzahl Einsätze 2025: 11

Website: www.kressberg.de


RESSORT


44

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Kameradschaft im Fokus

Freiwillige Feuerwehr Langenburg Die Einsatzkräfte hatten sich für 2025 vorgenommen,

den Zusammenhalt und die Einsatzfähigkeit in allen Bereichen zu stärken.

Die Kameradinnen und

Kameraden aus Langenburg

haben sich vergangenes

Jahr mit vielen

Aktionen fit gehalten und die Kameradschaft

gepflegt. So startete

der Januar gleich mit dem

jährlichen Wildessen in der

Stadthalle.

Außerdem fand ein besonderes

Jubiläum statt: Die Jugendfeuerwehr

wurde 30 Jahre alt

und die Kinderfeuerwehr wurde

15 Jahre. „Das war der Grund,

weshalb wir das jährliche Zeltlager

der Kreisjugendfeuerwehr

ausrichteten. Die Lager-Olympiade

wurde wieder durchgeführt

und die Teilnehmer konnten hier

ihr Können unter Beweis stellen“,

erläutert Kommandant

Matthias Fritsch.

Am Sonntag haben die Kinder

etwa anhand eines Buchstabensalats

Begriffe erraten müssen,

die Hinweise darauf gegeben haben,

wo ein gesuchter Artikel

versteckt sein könnte. „Nach

dem Finden des gesuchten Objekts,

einem Bausatz unseres Jubiläumsfahrzeugs

aus Holz,

Besuch bei der Luftrettung: Im März besichtigten die Kameradinnen

und Kameraden den Hubschrauber „Christoph 65“. Fotos: privat

konnten die Gruppen das zusammengebaute

Fahrzeug mit nach

Hause nehmen“, erklärt Fritsch.

„Ein großes Dankeschön geht an

das Küchenteam aus Sulzdorf,

das an diesem besonderen Wochenende

für das leibliche Wohl

aller gesorgt hat.“ Ein weiteres

wichtiges Thema beschäftigte

die Feuerwehrleute aus Langenburg

ebenfalls im vergangenen

Jahr: die Einführung des Digitalfunks.

Diese wurde erfolgreich

abgeschlossen.

Des Weiteren besuchten vergangenes

Jahr vier Kameraden

den Grundlehrgang und absolvierten

diesen erfolgreich. „Zudem

stieg unsere Anzahl der Kameraden

– wir verzeichnen

sechs Neuzugänge. Das ist ein

wichtiger Schritt für die Leistungsfähigkeit

der Feuerwehr

Langenburg und ein Zeichen für

die gute Arbeit in Bezug auf die

Gewinnung neuer Kameraden“,

so der Kommandant. Erfreulich

für die Langenburger Wehr war

außerdem, dass die Beschaffung

eines HLF 20 mithilfe des Ausgleichstocks

bewilligt und im

Dezember in der Gemeinderatssitzung

beauftragt wurde. Somit

steht der Ersatzbeschaffung für

das LF 8 nichts mehr im Wege.

Brand in Oberregenbach

„Wir hatten insgesamt 19 Einsätze

und einer davon war ein

Brandeinsatz in Oberregenbach.“

Gemeldet war hier ein

„Brand 2 Garagenbrand“, dieser

entwickelte sich so rasch, dass

das Feuer auf das angrenzende

Wohnhaus übergriff. Daraufhin


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

45

wurde auf „Brand 3“ erhöht.

„Glücklicherweise konnte das

Feuer rasch unter Kontrolle gebracht

werden, sodass die nachgeforderten

Kräfte nicht eingreifen

mussten“, erinnert sich der

Kommandant.

2025 stand in Langenburg vor

allem auch unter dem Motto Kameradschaft.

Deshalb ging es im

März gemeinsam nach Sinnbronn,

um den Rettungshubschrauber

„Christoph 65“ zu besichtigen.

„Das Ganze war sehr

interessant, da auch wir des Öfteren

Einsätze mit den Kollegen

der Luftrettung haben.“ Im Sommer

fand zudem ein Kameradschaftsabend

mit den Partnern

und Nachbarwehren aus Blaufelden

statt. Zum Jahresende stand

noch ein Besuch in einer Weinkellerei

in Schäftersheim an.

Ein Brand in Oberregenbach forderte die Langenburger Wehr:

Das Feuer griff von der Garage auf das Wohnhaus über.

LANGENBURG

Aktueller Kommandant:

Matthias Fritsch

Aktive Mitglieder: 49

männlich: 40 | weiblich: 9

Abteilungen: 2 Standorte

Mitglieder Jugendwehr: 15

Mitglieder Kindergruppe: 30

Mitglieder der

Altersabteilung: 8

Technik und Fahrzeuge:

HLF 10/6, GW-T (1000 Meter

B-Schlauch und TS 10 Standard-

Beladung), MTW, LF 8

Anzahl Einsätze 2025: 19

Website:

ffwlangenburg.jimdofree.com


46

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Spiel, Spannung und Action

Kreisjugendfeuerwehr Die Spitze der Kreisjugendfeuerwehr wurde neu gewählt. Und auch

sonst wurde den Kindern und Jugendlichen das ganze Jahr über viel geboten.

Die Olympiade sorgte beim

Zeltlager für großen Spaß bei

allen Jugendlichen. Foto: privat

Die Kreisjugendfeuerwehr

Schwäbisch Hall

hat 2025 viel erlebt“, berichtet

Kreisjugendfeuerwehrwartin

Lara Berger. So

startete das Jahr mit dem Jugendforum

im Januar, bei dem

Kreisbrandmeister Joachim

Wagner den Jugendlichen ausführlich

Rede und Antwort über

seine Funktion und Aufgaben

stand.

Im April folgte die Jugendfeuerwehr-Challenge

in Mainhardt,

bei der ein Teilnehmerrekord

von rund 500 Jugendlichen erzielt

wurde. „Bei bestem Wetter

mussten dabei in Gruppen Aufgaben

gelöst werden und damit

das technische Können und die

Fähigkeit zum Teamwork bewiesen

werden.“ Im Mai folgte dann

die Challenge für die Kindergruppen

in Oberrot, bei der es

Stationen im ganzen Ort zu erledigen

galt – vom Wasserbombentransport

bis hin zum Försterquiz.

Ebenso nahm die Kreisjugendfeuerwehr

mit einem Infostand

am Event „Erlebnis

Feuerwehr“ in Ilshofen im Mai

teil. „Viele Jugendwehren haben

dort zudem Spielstationen angeboten“,

erinnert sich Lara Berger,

die seit Juni ihr Amt offiziell

innehat. Denn da fand die Delegiertenversammlung

statt, bei

der die Neuwahl der Spitze der

Kreisjugend auf der Agenda

stand. Lara Berger wurde zur

Kreisjugendfeuerwehrwartin gewählt,

nachdem sie dieses Amt

bereits kommissarisch bekleidet

hatte. Ihre Stellvertreter sind

Mia Hollmer und Andreas Holdik.

„Drei Tage Spaß und Action

standen dann im Juli beim Kreiszeltlager

in Langenburg an. Rund

340 Teilnehmende aus 20 Jugendfeuerwehren,

darunter etwa

240 Jugendliche, verbrachten ein

unvergessliches Wochenende

voller Gemeinschaft, Spiel,

Spannung und gelebter Kameradschaft.“

Lagerolympiade, Volleyball-Turnier,

Freibad und das

Lagerleben an sich sorgten für

viel Freude und Unterhaltung

auf allen Seiten. Im Oktober fand

dann noch in Schwäbisch Hall

das Walter-Klenk-Pokalturnier

statt. Acht Gruppen aus sieben

Jugendfeuerwehren traten in der

Disziplin Brennball gegeneinander

an.

KREISJUGENDFEUERWEHR

Kreisjugendfeuerwehrwartin:

Lara Berger

Mitglieder: 1005

männlich: 734 | weiblich: 271

Abteilungen: 29 Jugendfeuerwehren,

12 Kindergruppen

Mitglieder Jugendfeuerwehren:

703

Mitglieder Kindergruppen:

302

Website: www.kfv-sha.de

Gelebte Geselligkeit

Kreis-Feuerwehr-Senioren Frühjahrs- und Delegiertenversammlung, Besuch des

Heilbronner Weindorfs, Treffen in Blaufelden – das hat die Altersabteilung 2025 erlebt.

Der traditionelle Jahresausflug führte die Kreisfeuerwehrsenioren

im September in den Bayrischen Wald.

Foto: privat

Roland Schmitt, Obmann

der Altersabteilung des

Kreisfeuerwehrverbands

Schwäbisch Hall (KFV),

zieht folgendes Fazit: „2025 war

für die Feuerwehr-Senioren des

KFV ein normales Jahr, beginnend

mit der Frühjahrs- und Delegiertenversammlung

in Ilshofen.“

Erstmals habe es in diesem

Rahmen einen Vortrag von Armin

Klingenbeck, einem der Vizepräsidenten

des Landesfeuerwehrverbandes,

über das Verhalten

von Personen im Katastrophenfall,

etwa bei Hochwasser

oder Stürmen, gegeben. „Hierbei

kommen immer wieder Menschen

zu Schaden und zu Tode,

weil sie sich zu leichtsinnig und

falsch verhalten. Es war für alle

Zuhörer sehr interessant, was

Herr Klingenbeck zu berichten

hatte.“

Ende Juni fand das Feuerwehrsenioren-Treffen

auf Einladung

der Gemeinde Blaufelden

statt. 135 Kameradinnen und Kameraden

der Altersabteilung kamen

dabei zu einem kurzweiligen

Programm zusammen.

Ein paar gemütliche Stunden

in geselliger Runde standen außerdem

Mitte September im Kalender:

Mit der S-Bahn fuhren einige

Mitglieder der Altersabteilung

für einen Nachmittag gemeinsam

zum Heilbronner

Weindorf. „Zurück ging es wieder

mit der Bahn und von dort

wurden wir mit Mannschaftstransportwagen

abgeholt und sogar

bis in den Heimatort zurückgebracht.

So musste niemand

mehr ein Fahrzeug bewegen“,

zeigt sich Roland Schmitt dankbar.

Für 2026 haben sich die Senioren

ebenfalls schon einiges vorgenommen,

etwa eine sechstägige

Donau-Kreuzfahrt mit 60

Teilnehmenden Anfang Juni.

KREISFEUERWEHR-

SENIOREN

Obmann Altersabteilungen:

Roland Schmitt

Mitglieder im Jahr 2025: 760

männlich: 756 | weiblich: 4


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

47

Ausgesprochen turbulent

Freiwillige Feuerwehr Mainhardt Drei dicht aufeinanderfolgende

Großbrände forderten die Mainhardter Einsatzkräfte immens.

Hinter den Kameradinnen

und Kameraden

der Freiwilligen Feuerwehr

Mainhardt liegt

ein abwechslungsreiches und

vor allem einsatztechnisch turbulentes

Dienstjahr“, sagt Kommandant

Maximilian Walther.

Neben den regulären Diensten,

Übungen und Versammlungen

konnten zahlreiche Lehrgänge

auf Landkreis- und Landesebene

absolviert werden. Außerdem

wurde in abteilungsübergreifenden

Diensten und Übungen immer

wieder das gemeinsame,

einsatztaktische Vorgehen trainiert.

„Ein weiteres Highlight stellte

auch das 30-jährige Bestehen

der Jugendfeuerwehr Mainhardt

dar, welches Mitte Oktober mit

einem großen Fest rund um das

Der erste Großeinsatz: Ein

Wohnhaus stand in Ammertsweiler

in Vollbrand. Foto: privat

Feuerwehrhaus Mainhardt gebührend

gefeiert wurde.“

Wie wichtig eine gute Zusammenarbeit

ist, zeigte sich 2025

vor allem bei drei, dicht aufeinanderfolgenden

Einsätzen im

Oktober und November. „Noch

nie in der Geschichte der Feuerwehr

Mainhardt gab es ein solches

Aufkommen von großen

Bränden innerhalb so kurzer

Zeit – ein wahrlicher Kraftakt,

der jedem Einzelnen nahezu alles

abverlangt hat“, unterstreicht

der Kommandant.

Drei Großeinsätze in nur

vier Wochen

Am 7. Oktober alarmierte die Integrierte

Leistelle Schwäbisch

Hall alle Abteilungen der Feuerwehr

Mainhardt zu einem Wohnhausbrand

im Ortsteil Ammertsweiler.

Am 31. Oktober brannte

im Ortskern die „Alte Schule“

(mehr dazu auf Seite 21 bis 23).

Nur vier Tage später, am 4. November,

folgte ein Großbrand im

Ortsteil Hohenstraßen.

MAINHARDT

Aktueller Kommandant:

Maximilian Walther

Aktive Mitglieder: 188

männlich: 171 | weiblich: 17

Abteilungen: Mainhardt,

Ammertsweiler, Bubenorbis,

Geißelhardt, Hütten

Mitglieder Jugendwehr: 21

Mitglieder Kindergruppe: 21

Mitglieder der

Altersabteilung: 66

Technik und Fahrzeuge:

ELW 1, TLF 16/25, LF16-TS8,

MTW, FW-Anhänger, StLF 10/6,

HLF 10, LF 10, Schlauch-

Anhänger, Heuwehr-Anhänger

Anzahl Einsätze 2025: 44

Website:

www.feuerwehr- mainhardt.de


48

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Mehrere Szenarien geübt

Freiwillige Feuerwehr Michelbach an der Bilz Eine neue Wehrführung, groß angelegte

Übungen und mehrere Einsätze – das beschäftige die Michelbacher Einsatzkräfte.

Das vergangene Jahr begann

für die Feuerwehr

Michelbach an der Bilz

mit einer Änderung in

der Wehrführung. Michael Allmendiger

legte mit der Hauptversammlung

sein Amt als Kommandant

nieder. Als sein Nachfolger

wurde Andreas Fritz gewählt.

Übung im Seniorenpark

Wie bereits in den vergangenen

Jahren führte die Feuerwehr Michelbach

gemeinsam mit der

Feuerwehr Schwäbisch Hall sowie

dem ASB Schwäbisch Hall

eine größere Übung durch. Als

Übungsobjekt diente diesmal

der Seniorenpark in Michelbach,

in dem ein Brand in der Pflegeeinrichtung

angenommen wurde.

Im Mittelpunkt der Übung

stand die Rettung verletzter Personen,

die mithilfe der Drehleiter

aus dem Gebäude in Sicherheit

gebracht wurden.

Im Mai führte die Feuerwehr

Michelbach dann bereits zum

fünften Mal ein Anwendertraining

zum Thema „Einfache Rettung

aus Höhen und Tiefen“

durch. Unter fachkundiger Anleitung

der Seiltechnik Ulm wurden

vormittags an der Grundschule

Steinbach verschiedene

Rettungsszenarien von Gerüsten

Der Trainingstag im Mai führte die Einsatzkräfte auch in den Steinbruch Michelbach.

sowie das sichere Anbringen einer

Leiter am Treppenturm geübt.

Der Nachmittag stand im

Steinbruch Michelbach ganz im

Zeichen der Sicherung, Fortbewegung

und Rettung im steilen

Gelände. Ergänzt wurde der intensive

Trainingstag durch ein

Online-Quiz und einen Ausblick

auf neue Gerätschaften, wobei

insbesondere der Praxisbezug

und das kreative Arbeiten mit

dem vorhandenen Material im

Fokus standen.

Garagenbrand im Bauhof

Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen

Feuerwehr Michelbach

an der Bilz ist im Jahr 2025 im

Vergleich zum Vorjahr erneut

auf einem niedrigen Niveau geblieben.

Insgesamt wurden die

Einsatzkräfte zu 17 Einsätzen

alarmiert. Einer dieser Einsätze

ereignete sich am 30. Mai, als die

Fotos: privat

Feuerwehr zu einem Garagenbrand

in die Raiffeisenstraße

zum gemeindeeigenen Bauhof

gerufen wurde.

Vermutlich infolge eines technischen

Defekts geriet ein in einer

Garage abgestellter Traktor

in Brand. Ein Trupp unter Atemschutz

konnte das Feuer zügig

löschen. Für notwendige Nachlöscharbeiten

wurde der Traktor

mithilfe eines Lkws aus der

Garage gezogen.

MICHELBACH AN DER BILZ

Aktueller Kommandant:

Andreas Fritz

Aktive Mitglieder: 58

männlich: 52 | weiblich: 6

Abteilungen:

Einsatzabteilung, Alters- & Ehrenabteilung

und Jugendfeuerwehr

Mitglieder Jugendwehr: 17

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 16

Technik und Fahrzeuge:

ELW 1, HLF 10, LF 10, GW-T

Anzahl Einsätze 2025: 17

Website:

www.ffw-michelbach.org

Ein technischer Defekt sorgte

vermutlich dafür, dass ein

Traktor im Bauhof in Brand

geriet.


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

49

Realitätsnahe Sonderlagen

Freiwillige Feuerwehr Michelfeld Um für jegliche Herausforderungen fit zu sein, übten die

Kameradinnen und Kameraden im Sommer gleich drei außergewöhnliche Einsatzlagen.

Übungsdienste, kameradschaftliche

Begegnungen

und verschiedene

Einsätze standen bei

der Feuerwehr Michelfeld 2025

auf dem Programm. „Ein besonderer

Höhepunkt war ein Dienst

im Sommer unter dem Stichwort

‚Sonderlagen’, bei dem alle drei

Abteilungen realitätsnahe und

zugleich außergewöhnliche Einsatzszenarien

vorbereitet hatten“,

berichtet Kommandant

Christoph Knirsch.

Die Abteilung Michelfeld

wurde dabei zu einem Brand in

einem Unterstand auf dem Bürkhof

angefordert. Die Lage: Dichter

Rauch, eventuell vermisste

Personen und die Ausbreitungsgefahr

auf umliegende Gebäude.

Bei einer Übung wurde auf dem

Bürkhof ein Brand im Unterstand

inszeniert.

Foto: privat

Unter Atemschutz gingen

Trupps zur Menschenrettung

und Brandbekämpfung vor, während

parallel die Wasserversorgung

aufgebaut wurde. Ein weiteres

Szenario bereitete die Abteilung

Gnadental vor. Angenommen

wurde ein Kellerbrand

in der Messersmühle, ausgelöst

durch einen Blitzeinschlag. Die

Mannschaft der Abteilung Neunkirchen

rückte wiederum zu einer

technischen Hilfeleistung in

ein Waldgebiet aus.

„Der Sonderdienst zeigte, wie

wichtig regelmäßige und abwechslungsreiche

Übungen für

eine leistungsfähige Feuerwehr

sind. Gleichzeitig wurde deutlich,

wie viel Engagement, Fachwissen

und Teamgeist in allen

Abteilungen steckt. Sie bilden

eine wichtige Grundlage für die

Sicherheit der Bürgerinnen und

Bürger in und um Michelfeld –

und stärken zudem die Kameradschaft“,

so Knirsch.

MICHELFELD

Aktueller Kommandant:

Christoph Knirsch

Aktive Mitglieder: 103

männlich: 94 | weiblich: 9

Abteilungen: 3

Mitglieder Jugendwehr: 25

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 19

Technik und Fahrzeuge:

LF 16/12, HLF 10/6, HLF 10, LF 8,

MZF, TSA und Feuerwehranhänger

Anzahl Einsätze 2025: 19

Website: www.fw-michelfeld.de


50

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Technisch besser gerüstet

Freiwillige Feuerwehr Oberrot Nach drei Jahren Beschaffungszeit wurde das neue HLF 20

übergeben. Und auch sonst war bei der Oberroter Wehr das ganze Jahr über etwas los.

OBERROT

Aktueller Kommandant:

Marcel Wurst

Aktive Mitglieder: 77

männlich: 70 | weiblich: 7

Abteilungen: 1

Mitglieder Jugendwehr: 26

Mitglieder Kindergruppe: 14

Mitglieder der

Altersabteilung: 22

Technik und Fahrzeuge:

ELW, HLF 10, MLF, TSF, HLF 20

Anzahl Einsätze 2025: 28

Website: www.fw-oberrot.de

Der erste Familientag fand im August statt und erwies sich als voller Erfolg.

Fotos: privat

Eine Challenge für die Kids,

die Übergabe eines neuen

Fahrzeugs, ein brennendes

Silo und ein gelungener Familientag

– die Einsatzkräfte aus

Oberrot blicken auf ein abwechslungsreiches

Jahr 2025 zurück.

Die Kinderfeuerwehr-Challenge

lockte Anfang Mai insgesamt

130 Kinder und ihre Betreuer

nach Oberrot. Dort absolvierte

der jüngste Feuerwehrnachwuchs

bei bestem Wetter mehrere

Stationen mit Spiel und Spaß

– vom Wasserbombentransport

bis hin zum Försterquiz.

Übergabe HLF 20

Ebenfalls im Mai stand ein weiterer

großer Meilenstein auf der

Agenda der Oberroter Wehr:

Nach über drei Jahren Beschaffungszeit

wurde anlässlich des

Maifests das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug

kurz: HLF 20 – an die Kameraden

und Kameradinnen übergeben.

Der Kostenpunkt der Anschaffung

beläuft sich auf

595.000 Euro.

Kommandant Marcel Wurst

erinnerte sich im Zuge der feierlichen

Übergabe an das alte

Feuerwehrauto, das nun ersetzt

wurde: „Es war als Jugendliche

unser ganzer Stolz, mit einem

damals so modernen Löschfahrzeug

zu üben“, sagte er. Das

neue HLF 20 habe nun 320 PS

und viele neue Möglichkeiten,

besonders bei technischen Einsätzen.

Er bedankte sich bei allen,

die an der Anschaffung beteiligt

waren.

Brennendes Spänesilo

Anfang Juli galt es, einen Brand

in einem Spänesilo in einem Industriebetrieb

in Oberrot zu bewältigen.

Die Feuerwehr Oberrot

rückte mit fünf Fahrzeugen

und 32 Einsatzkräften an, die

Gaildorfer Feuerwehr im Rahmen

der Überlandhilfe mit vier

Fahrzeugen und einer 22-köpfigen

Mannschaft. Weitere zwei

Einsatzkräfte sowie ein Fahrzeug

kamen von der Schwäbisch

Haller Feuerwehr. Mit

Atemschutztrupps übernahm

die Feuerwehr die Löscharbeiten

in einer angrenzenden Halle,

in den Zuführungsrohren

und in der Spanaufbereitungsanlage.

„Zusammen mit den anderen

Wehren konnte dieser

Einsatz nach über zehn Stunden

bewältigt werden“, erläutert

der Kommandant.

Großer Familientag

Beim ersten Familientag Anfang

August konnten rund 140

Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr

mit ihren Eltern,

die Aktiven und Alterskameraden

mit Familie begrüßt

werden. Nach einer Ortsralley

im Ortskern, bei der es Fragen

über die Gemeinde und die

Feuerwehr zu beantworten galt,

trafen sich alle zu einem gemütlichen

Abend mit feinstem

Grillgut in der Fahrzeughalle.

Kommandant Marcel Wurst (links) erhielt von Bürgermeister Peter

Keilhofer den symbolischen Schlüssel für das neue Fahrzeug.


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

51

Engagiert und zuverlässig

Freiwillige Feuerwehr Rosengarten Die Feuerwehrleute verzeichneten deutlich

weniger Einsätze als im Vorjahr, arbeiteten diese aber zu jeder Zeit routiniert ab.

Die Feuerwehr Rosengarten

kann auf ein ruhigeres

Einsatzjahr 2025 zurückblicken.

Insgesamt

rückte die Wehr zu zehn Einsätzen

aus – deutlich weniger als

2024 mit 25 Alarmierungen. „Die

Einsätze verteilten sich ausgewogen

auf Brände und technische

Hilfeleistungen und zeigten

erneut, wie engagiert und zuverlässig

die Einsatzkräfte für die

Sicherheit der Gemeinde bereitstehen“,

berichtet der kommissarische

Kommandant Steffen

Roll.

Im August wurden die Kameradinnen

und Kameraden in den

Ortsteil Tullau alarmiert: Im Motorraum

eines Mähdreschers

war ein Brand ausgebrochen.

Dank des schnellen Handelns

des Fahrers und der Feuerwehr

konnte ein Übergreifen auf das

angrenzende Feld verhindert

werden.

Im September wurden die Rosengartener

Einsatzkräfte zu einem

Verkehrsunfall alarmiert:

Im Kreuzungsbereich waren

zwei Pkw zusammengestoßen,

wobei eine Person in ihrem

Kleinwagen im Beinbereich eingeklemmt

war. Nach Absprache

mit dem Rettungsdienst konnte

die Feuerwehr die verletzte Person

patientengerecht mit hydraulischem

Rettungsgerät befreien.

Kurze Zeit später folgte ein

weiterer Einsatz, der zunächst

dramatisch klang: Ein Linienbus

sollte brennen und Personen in

Gefahr sein. Vor Ort stellte sich

jedoch ein technischer Defekt im

Motorraum heraus, bei dem Hydraulik-

und Getriebeöl austraten.

Auch die Aus- und Weiterbildung

der Einsatzkräfte war 2025

ein Schwerpunkt. „Ein Kamerad

schloss erfolgreich den Lehrgang

zum Gruppenführer ab, ein weiterer

zum Truppführer, ein Kamerad

zum Zugführer sowie ein

Kamerad zum Jugendgruppenleiter.

Dies stärkte nicht nur die

fachliche Kompetenz, sondern

auch den Zusammenhalt innerhalb

der Feuerwehr.“

Im August fand zudem das 26.

Ferienzeltlager statt. In Kooperation

mit dem Ferienprogramm

der Gemeinde wurde das Programm

auf vier Tage verteilt.

„Mit insgesamt 61 Anmeldungen

zeigte sich erneut die große

Nachfrage und Beliebtheit dieses

Angebots.“

ROSENGARTEN

Aktueller Kommandant:

Andreas Leutert

Aktive Mitglieder: 61

männlich: 54 | weiblich: 7

Abteilungen: 1

Mitglieder Jugendwehr: 21

Mitglieder Kindergruppe: –

Mitglieder der

Altersabteilung: 24

Technik und Fahrzeuge:

KdoW, TLF 16/24, LF 20-KatS,

HLF 20, GW-T, TSF, 2x MTW,

FwA Strom/Beleuchtung, FwA

Ölsperre/Boot, FwA Feldküche,

FwA FüGr

Anzahl Einsätze 2025: 10

Website: www.fw-rosengarten.de

Die Alarmierung zu einem brennenden Linienbus entpuppte sich

weniger dramatisch, als zunächst angenommen. Foto: privat


52

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

44 Stunden gefordert

Freiwillige Feuerwehr Rot am See Der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in

Brettheim war der größte der vergangenen Jahre für die Einsatzkräfte aus Rot am See.

Mehr als 130 Einsatzkräfte gleich mehrerer Wehren waren innerhalb

der Hauptphase des Brands in Brettheim gefordert.

Das Einsatzjahr 2025 stellte

die Feuerwehr Rot

am See vor besondere

Herausforderungen.

Der herausragendste Einsatz

war ein Großbrand eines landwirtschaftlichen

Anwesens im

September in Brettheim. Dabei

brannten eine Maschinenhalle

sowie eine Stallung für Mutterschweine

vollständig nieder.

„Durch das schnelle und koordinierte

Eingreifen der Einsatzkräfte

konnte das angrenzende

Wohnhaus erfolgreich gerettet

werden. Der fordernde Einsatz

erstreckte sich über mehr als 44

Stunden und stellte den größten

Brand der vergangenen Jahre

dar“, erinnert sich Kommandant

Klaus Pressler.

In der Hauptphase waren

über 130 Einsatzkräfte im Einsatz.

Überlebende Mutterschweine

sowie deren Ferkel

wurden in einen leerstehenden

Stall in einem benachbarten Ort

gebracht. Das eingesetzte Löschwasser

wurde mithilfe von

Pumpfässern aufgefangen und

zwischengelagert. „All dies war

nur durch die tatkräftige Unterstützung

zahlreicher Landwirte

möglich, die umgehend zur Hilfe

eilten. Dafür gilt ihnen ein besonderer

Dank.“ Zur Unterstützung

waren die Feuerwehren

Schrozberg, Blaufelden, Teile

der Feuerwehr Crailsheim sowie


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

53

ROT AM SEE

Technische Hilfe leisten, Feuer löschen, Sicherheit gewähren – dafür „brennen“ die Mitglieder der

Freiwilligen Feuerwehr Rot am See.

Fotos: privat

die Führungsgruppe Nord eingebunden.

Neben der Hauptaufgabe

Brände zu löschen und technische

Hilfe zu leisten, übernahm

die Feuerwehr Rot am See auch

im zurückliegenden Jahr wichtige

Sicherheitsaufgaben bei Veranstaltungen.

Auf dem Fest der

Feste, der Muswiese, wurden

Brandwachen sowie Kontrollgänge

durchgeführt. Neu war

2025 die Betreuung der Einfahrten

zum Festgelände, welche mit

Durchfahrtsblockern gesichert

wurden. Über die fünf Festtage

hinweg waren hierbei mehr als

95 Kameradinnen und Kameraden

im Einsatz.

Ein weiterer Schwerpunkt lag

im Bereich Ausbildung. Mehrere

Kameradinnen und Kameraden

legten die Leistungsabzeichen

in Bronze und Silber ab.

Im März fand zudem die Jahreshauptversammlung

statt. Dabei

wurden die Wahlen des

Kommandanten und seines Stellvertreters

durchgeführt. Das Ergebnis

war eindeutig: Klaus

Pressler wurde für weitere fünf

Jahre als Kommandant in seinem

Amt bestätigt. Und auch sein

Stellvertreter Marko Humml

wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Aktueller Kommandant:

Klaus Pressler

Aktive Mitglieder: 122

männlich: 112 | weiblich: 11

Abteilungen: Rot am See West

und Rot am See Ost

Mitglieder Jugendwehr: 32

Mitglieder Kindergruppe: 23

Mitglieder der

Altersabteilung: 10

Technik und Fahrzeuge:

2 x LF 10, HLF 10, TSF, MZF, GW-T

Anzahl Einsätze 2025: 30

Website: www.ffw-rotamsee.de

Ein bewegender Einsatz

Freiwillige Feuerwehr Obersontheim Insgesamt 16 kräftezehrende Stunden – der Brand

der historischen Herrenmühle sorgte für einen massiven interkommunalen Einsatz.

Als am 1. Dezember 2025

um 02:41 Uhr die Meldeempfänger

ertönten,

wiesen die lodernden

Flammen über der Ortsmitte bereits

den Weg: Die historische

Herrenmühle stand im Vollbrand.

„Schon bei der Anfahrt

war das Ausmaß der Katastrophe

weithin sichtbar; der Dachstuhl

und große Teile des Hauptgebäudes

waren zu diesem Zeitpunkt

bereits nicht mehr zu retten“,

erinnert sich Kommandant

Daniel Finster.

Die enorme Hitzeentwicklung

gefährdete unmittelbar die

dichte Nachbarbebauung, die

umgehend evakuiert werden

musste. Unter der Leitung der

Feuerwehr Obersontheim lief

ein massiver interkommunaler

Einsatz an. Die Wehren aus Bühlertann

und Bühlerzell unterstützten

bei der Wasserversorgung,

während die Feuerwehr

Große Gefahr: Das Feuer bedrohte

auch die Nachbargebäude

im Ortskern. Foto: privat

Schwäbisch Hall über die Drehleiter

den Löschangriff von oben

führte. Die Feuerwehr Frankenhardt

unterstützte die Führungsgruppe

und sicherte den Brandschutz

im oberen Bühlertal ab.

„Trotz des rasanten Brandverlaufs

verhinderte die hervorragende

Zusammenarbeit aller

Kräfte ein Übergreifen auf umliegende

Gebäude.“

Doch am Vormittag folgte die

traurige Gewissheit: In den

Trümmern wurde eine Person

gefunden, für die jede Hilfe zu

spät kam. Aufgrund akuter Einsturzgefahr

und tief liegender

Glutnester musste das denkmalgeschützte

Gebäude unter Einsatz

von Fachfirmen komplett

abgetragen werden.

„Insgesamt dauerte dieser

kräftezehrende Einsatz 16 Stunden.

Die physische Belastung

durch die klirrende Kälte und die

psychische Schwere des Geschehens

forderten den Einsatzkräften

alles ab. Dieser Einsatz wird

als einer der emotionalsten und

anstrengendsten in die Chronik

eingehen. Ein besonderer Dank

gilt nicht nur den professionellen

Partnerwehren und Firmen,

sondern auch der Bevölkerung:

Die spontane Versorgung mit

Kaffee und Verpflegung war ein

starkes Zeichen des Zusammenhalts

unserer Gemeinde“, unterstreicht

Daniel Finster.

OBERSONTHEIM

Aktueller Kommandant:

Daniel Finster

Aktive Mitglieder: 71

männlich: 57 | weiblich: 14

Abteilungen: Obersontheim

Mitglieder Jugendwehr: 30

Mitglieder Kindergruppe: 23

Mitglieder der

Altersabteilung: 18

Technik und Fahrzeuge:

LF 20/16, LF 20, GW-T, LF 8, KdoW,

MZF, LF 8

Anzahl Einsätze 2025: 49

Website: www.feuerwehrobersontheim.de


54

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Filmprojekt motiviert

zum Mitmachen

Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Hall Ein Kurzfilm gibt Einblicke in die Feuerwehrarbeit

der Ehrenamtlichen. So sollen neue Mitglieder angesprochen werden.

Rund 400 Einsätze forderten

die Freiwillige Feuerwehr

Schwäbisch Hall

im Jahr 2025. Damit liegt

ein ereignisreiches Jahr hinter

den Feuerwehrangehörigen, das

nicht nur von einer hohen Einsatzbelastung,

sondern auch von

wichtigen Investitionen, einer

fundierten Ausbildung und einer

wirksamen und sehenswerten

Öffentlichkeitsarbeit geprägt

war.

Ein besonderer Schwerpunkt

lag auf Wohnhaus- und Dachstuhlbränden,

bei denen die Feuerwehr

Schwäbisch Hall über

das Stadtgebiet hinaus, mehrfach

im Rahmen der Überlandhilfe

gefordert war. Insbesondere die

Feuerwehr Mainhardt aber auch

Obersontheim konnte bei größeren

Schadenslagen auf die Unterstützung

aus Schwäbisch Hall

zählen.

In Mainhardt brannte Ende

Oktober der Dachstuhl der Alten

Schule in der Ortsmitte. Hier

kam die Drehleiter aus Hall zum

Einsatz. In Obersontheim stand

Anfang Dezember die Herrenmühle

in Flammen. Beides waren

Großeinsätze und zeigen

eindrücklich, wie wichtig eine

gut abgestimmte Zusammenarbeit

im Landkreis ist – und wie

unverzichtbar leistungsfähige

freiwillige Feuerwehren für die

Sicherheit der Bevölkerung sind.

Moderne Technik für

wachsende Anforderungen

Neben dem Einsatzgeschehen

stand das Jahr 2025 ganz im Zeichen

umfangreicher Neu- und

Ersatzbeschaffungen. „In Zeiten

angespannter Haushaltslagen

sind solche Investitionen keine

Selbstverständlichkeit. Umso

größer ist der Dank der Feuerwehr

an die Stadt Schwäbisch

Hall und den Gemeinderat, die

mit diesen Entscheidungen ihre

Wertschätzung für das ehrenamtliche

Engagement der Feuerwehrangehörigen

zum Ausdruck

gebracht haben“, sagt Kommandant

Sven Kipphardt.

Auch im Fuhrpark der Haller

Wehr hat es einige Neuerungen

gegeben. Neun Fahrzeuge konnten

in Dienst gestellt werden:

zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge

(HLF 20), zwei

Tanklöschfahrzeuge TLF 4000,

ein mittleres Löschfahrzeug

(MLF), zwei Mannschaftstransportwagen

(MTW), ein Wech-

„Nach uns kommt keiner“ – so lautet der Titel des neuen Recruiting-

Films der Feuerwehr Schwäbisch Hall.

Fotos: privat


FEUERWEHREN IM LANDKREIS 55

selladerfahrzeug (WLF) mit

Mulde sowie ein Teleskoplader

(Manitou) mit verschiedenen

Anbaugeräten.

Insbesondere die neuen HLF

und das MLF ersetzen in die Jahre

gekommene Fahrzeuge. „Die

beiden TLF 4000 stellen zudem

eine wichtige Antwort auf zunehmend

trockene Sommerperioden

dar und sichern eine ausreichende

Wasserversorgung

bei Brandeinsätzen“, weiß der

Kommandant.

Feuerwehrangehörige

bilden sich weiter

Moderne Technik erfordert fundierte

Ausbildung. Deshalb hat

die Freiwillige Feuerwehr

Schwäbisch Hall im vergangenen

Jahr ein eigenes Multiplikatoren-System

entwickelt. Speziell

ausgebildete Feuerwehrangehörige

erarbeiteten detaillierte

Zahlreiche neue Fahrzeuge konnten 2025 in Dienst gestellt werden.


56

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Einweisungskonzepte für die

neuen Fahrzeuge und Geräte. In

unzähligen Stunden der Vorbereitung

und Durchführung wurden

Kameradinnen und Kameraden

in gezielten Trainingseinheiten

geschult. Dieses Konzept

stellt sicher, dass die neue Technik

nicht nur vorhanden ist, sondern

im Einsatz auch sicher und

effektiv beherrscht wird, ist die

Wehr überzeugt.

Kreative Lösungen aus

den eigenen Reihen

Auch abseits großer Beschaffungen

zeigte sich die Innovationskraft

der Feuerwehr: Ein bisher

genutztes, stark in die Jahre gekommenes

Einsatzfahrzeug der

Fachgruppe „Retten aus Höhen

und Tiefen“ (Absturzsicherung)

konnte ohne kostenintensive

Neubeschaffung ersetzt werden.

Durch ein eigens entwickeltes

Egal ob Jugendlicher, Erwachsener, mit Feuerwehr-Erfahrung oder ohne – die Freiwillige Feuerwehr in

Schwäbisch Hall sucht Nachwuchs und neue Mitglieder.

Foto: privat


FEUERWEHREN IM LANDKREIS 57

Konzept wurde das benötigte

Material auf einem 750-Kilogramm-Anhänger

untergebracht,

der von einem MTW gezogen

wird. Der Anhänger wurde

in Eigenleistung konzipiert,

ausgebaut und in Dienst gestellt

– „ein gelungenes Beispiel für

pragmatische und wirtschaftliche

Lösungen aus dem Ehrenamt“,

ist Kommandant Kipphardt

überzeugt.

Reichweite vergrößern und

mit Klischees aufräumen

Weitere Schwerpunkte waren

die Öffentlichkeitsarbeit und

Mitgliedergewinnung. Die Feuerwehr

Schwäbisch Hall wird in

der Bevölkerung zunehmend als

Berufsfeuerwehr wahrgenommen

– ein Klischee, mit dem bewusst

aufgeräumt werden sollte.

In Zusammenarbeit mit Silas

Fürstenberger, einem regionalen

Creator, Regisseur und Drehbuchautoren,

entstand ein Recruiting-Film

unter dem Slogan

„Nach uns kommt keiner! – werde

Teil der Freiwilligen Feuerwehr

Schwäbisch Hall“.

Mit Witz, Charme und der nötigen

Ernsthaftigkeit zeigt der

Film die Feuerwehr in all ihren

Facetten: Einsatzdienst, Technik,

Kameradschaft, Jugendfeuerwehr,

Altersabteilung und das

generationenübergreifende Miteinander.

Ziel ist es nicht nur,

zum Schmunzeln anzuregen,

sondern ganz bewusst neue Mitglieder

anzusprechen – ob Quereinsteiger,

Kinder und Jugendliche

für die Jugendfeuerwehr

oder Feuerwehrangehörige, die

neu nach Schwäbisch Hall gezogen

sind und den Weg zur Feuerwehr

noch nicht gefunden haben.

Der knapp zweiminütige

Film ist auf YouTube sowie über

die Social-Media-Kanäle der

Feuerwehr zu sehen und feierte

seine Premiere beim Tag der offenen

Tür der Abteilung Ost

Ende September.

Tag der offenen Tür begeistert

Jung und Alt

Dieser jährlich stattfindende Tag

der offenen Tür, der von den beiden

Abteilungen im Wechsel

ausgerichtet wird, ist ein fester

Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit.

Er bietet der Bevölkerung

Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr

und ist gleichzeitig ein

beliebtes Familienevent. Mit

Vorführungen, Schauübungen,

Mitmachaktionen und vielen

weiteren Programmpunkten für

Groß und Klein wird die Feuerwehr

erlebbar – und nicht selten

der Grundstein für späteres ehrenamtliches

Engagement gelegt.

SCHWÄBISCH HALL

Aktueller Kommandant:

Sven Kipphardt

Aktive Mitglieder: 209

männlich: 180 | weiblich: 29

Abteilungen: Ost und West

Mitglieder Jugendwehr: 32

Mitglieder Kindergruppe: –

Mitglieder der

Altersabteilung: 97

Technik und Fahrzeuge:

35 Fahrzeuge

Anzahl Einsätze 2025: 400

Website:

www.feuerwehrschwaebischhall.de


58

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Bei einer großen, realitätsnahen Übung im

Sommer übten die Kameraden zusammen mit

der Wehr aus Crailsheim das richtige Agieren bei

einem schweren Verkehrsunfall. Foto: Archiv

Jeder Handgriff muss sitzen

Freiwillige Feuerwehr Satteldorf 54 Einsätze stehen für die Kameraden zu Buche. Bei

einem Verkehrsunfall im November waren sie besonders gefordert.

In den beiden Feuerwehrabteilungen

Satteldorf und Ellrichshausen

stehen in den

nächsten Jahren Investitionen

an. Diese erfreuliche Nachricht

verkündete Bürgermeister

Thomas Haas auf der Jahreshauptversammlung

Mitte November

vergangenen Jahres den

Feuerwehrkameradinnen und

Feuerwehrkameraden beider

Abteilungen. Wenn alles klappt,

soll im Sommer 2026 das neue

Hilfeleistungslöschfahrzeug

HLF 10 an die Abteilung Satteldorf

ausgeliefert werden. Für die

Abteilung Ellrichshausen wird

ein Mannschaftstransportwagen

beschafft und in den darauf folgenden

Jahren sollen zwei weitere

Löschfahrzeuge ersatzbeschafft

werden.

Auf eine Anschaffung müssen

die Abteilungen indes nicht

mehr warten: auf zwei Löschfahrzeugen

wird seit neuestem

ein Defibrillator mitgeführt. Dieser

leistet bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand

wertvolle Dienste

und unterstützt die Ersthelfer

bei einer Wiederbelebung. Die

Kameradinnen und Kameraden

beider Feuerwehrabteilungen

werden zeitnah auf diese kleinen

Lebensretter eingewiesen und

geschult, sodass sie im Notfall

richtig agieren können.

Im vergangenen Jahre legte

die Satteldorfer Wehr wieder

viel Wert auf einen guten Ausbildungsstand

im Bereich technische

Hilfeleistung und bei der

Brandausbildung in beiden Abteilungen.

Außerdem fanden

Übungen mit den Nachbarfeuerwehren

Crailsheim, Wallhausen,

Kreßberg und Kirchberg an der

Jagst statt.

Eine größere, realitätsnahe

Übung ging im Sommer in Satteldorf

über die Bühne: Ein „Verkehrsunfall

mit mehreren Fahrzeugen

und Verletzten“ – so lautete

der Titel. An dieser Übung

waren die Feuerwehr Satteldorf,

die Feuerwehr Crailsheim sowie


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

59

das Rote Kreuz und die Johanniter

Unfallhilfe mit mehreren

Fahrzeugen beteiligt. Schwerpunkt

des Trainings war das

schonende und schnelle Retten

der „Verletzten“ aus ihren Fahrzeugen

sowie die Betreuung der

Patienten, die dann vom Rettungsdienst

versorgt wurden.

„Bei solchen Einsätzen muss jeder

Handgriff sitzen und der Einsatz

Hand in Hand abgearbeitet

werden“, erläutert Kommandant

Fabian Bierlein.

und zwei weitere Mitinsassen

wurden zum Teil schwer verletzt.

Insgesamt wurde die Feuerwehr

Satteldorf im vergangenen

Jahr 54 Mal alarmiert, dazu

zählen auch einige Einsätze auf

der Autobahn.

Gesellig ging es beim Feuerwehrfest

im Sommer zu. Trotz

des launischen Wetters war das

Fest am Samstagabend und am

Sonntag sehr gut besucht. Mit einem

bunten Rahmenprogramm

war einiges geboten und die Gäste

kamen auf ihre Kosten.

Bei der Jahreshauptversammlung

standen auch Wahlen auf

dem Programm: Fabian Bierlein

wurde für weitere fünf Jahre

zum Kommandanten gewählt,

seine beiden Stellvertreter Benjamin

Pelz und Klaus Weidmann

wurden im Amt bestätigt. Zum

Jugendfeuerwehrwart wurde

Jens Uhlarsch, zum Leiter der

Altersabteilung Uli Oldenburg

gewählt.

Unterstützung der Seelsorger

Bei schweren Unfällen wird das

Kriseninterventionsteam bei Bedarf

alarmiert, um für die Angehörigen,

Feuerwehrleute und

Rettungskräfte als Gesprächspartner

zur Verfügung zu stehen.

So geschehen bei einem schweren

Unfall im November. Ein

18-jähriger Mann war in einem

Alfa Romeo auf der Kreisstraße

von Ellrichshausen nach Satteldorf

mit drei Personen unterwegs.

Hierbei kam er nach links

von der Fahrbahn ab und überschlug

sich mit dem Auto, das in

einem Bachbett liegen blieb. Dabei

wurde eine 17-jährige Mitfahrerin

verletzt und verstarb noch

an der Unfallstelle. Der Fahrer

SATTELDORF

Aktueller Kommandant:

Fabian Bierlein

Aktive Mitglieder: 78

männlich: 73 | weiblich: 5

Abteilungen: Satteldorf und

Ellrichshausen

Mitglieder Jugendwehr: 23

Mitglieder Kindergruppe: 24

Mitglieder der Altersabteilung:

14

Technik und Fahrzeuge:

LF 10/6, 2 x LF 8/6, MZF, GW-T

Anzahl Einsätze 2025: 54

Website:

www.feuerwehr-satteldorf.de

Das Feuerwehrfest im Sommer war an beiden Tagen wieder sehr gut

besucht.

Foto: privat


60

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Investitionen in Sicherheit

Freiwillige Feuerwehr Schrozberg Im Schnitt rückten die Kameraden 2025 mindestens

einmal pro Woche aus. Ein Großbrand in Sigisweiler war besonders fordernd.

Was am Samstag, 21.

Juni 2025, um 19.45

Uhr mit dem Alarmstichwort

„Pkw-

Brand im Teilort Sigisweiler“ begann,

endete mit einem Großbrand,

bei dem mehrere Gebäude

eines landwirtschaftlichen

Anwesens – darunter auch der

Dachbereich des Wohnhauses –

vernichtet wurden. Das brennende

Auto stand nämlich in einer

als Garage genutzten Halle.

„Bis zum Eintreffen der ersten

Einsatzkräfte hatte sich das Feuer

bereits auf die unmittelbare

Umgebung des Fahrzeugs ausgedehnt,

breitete sich im weiteren

Verlauf schnell weiter aus und

griff schließlich auch auf das

Wohnhaus über“, erklärt Kommandant

Marc Möbus die Lage.

Selbst mit einem Innenangriff

unter Atemschutz war das Dachgeschoss

des Hauses nicht mehr

Zusätzlich zu den regelmäßigen

Trainings bildeten sich die

Kameraden beim von Experten

angeleiteten Seminar „Technische

Hilfe“ weiter. Foto: privat

zu retten. „Zum Glück“, so Möbus

weiter, „gibt es in Sigisweiler

seit 2023 einen Löschwasserbehälter,

wodurch schnell genügend

Wasser verfügbar war.“ So

konnten weitere, nahe am Brandobjekt

stehende Gebäude, vor einem

Feuerüberschlag bewahrt

und der Brand gelöscht werden.

Damit zeigt sich, dass die Investitionen

der Stadt Schrozberg in

die Ausrüstung der Feuerwehr

und den Bau von Löschwasserbehältern

der richtige Weg für

den Schutz von Menschen, Tieren

und Sachwerten ist. Derzeit

wird in der Ortsmitte von Riedbach

neben der Bundesstraße

ein unterirdischer Löschwasserbehälter

gebaut.

Zu den Investitionen gehört

auch das Feuerwehrhaus in

Spielbach. Mit dem Bau der neuen

Unterkunft für die Aktiven im

östlichen Stadtgebiet werden die

im Feuerwehrbedarfsplan vorgesehenen

Baumaßnahmen abgeschlossen.

Anfang 2026 waren

die meisten Arbeiten beendet

und die Abteilung Spielbach

konnte die neuen Räume kürzlich

erstmals nutzen.

SCHROZBERG

Aktueller Kommandant:

Marc Möbus

Aktive Mitglieder: 161

männlich: 157 | weiblich: 4

Abteilungen: Schrozberg,

Leuzendorf, Schmalfelden,

Schrozberg-West, Spielbach

Mitglieder Jugendwehr: 16

Mitglieder Kindergruppe: 15

Mitglieder der

Altersabteilung: 10

Technik und Fahrzeuge:

ELW 1, HLF 20/16, LF 20,

2 x LF 10, DLK 23-12, GW-T, SW 2,

3 x TSF

Anzahl Einsätze 2025: 58

Website:

www.feuerwehr-schrozberg.de

Technik wird vorgeführt

Werkfeuerwehr Syntegon Ein durchschnittliches Einsatzjahr liegt hinter den Kameraden.

Der Mobile Großventilator stößt bei Veranstaltungen auf reges Interesse.

Das Einsatzgeschehen im

Jahr 2025 entsprach

ganz dem Durchschnitt

der vergangenen Jahre,

vermeldet die Werkfeuerwehr.

Erfreulich hierbei: Es gab wieder

keine großen oder allzu schweren

Vorfälle. „Bei aller Bescheidenheit

hat sicherlich die Werkfeuerwehr

auch hier ihren Beitrag

dazu geleistet“, teilt die

Wehr mit. Gibt es eine eigene

Feuerwehr in einem Unternehmen,

so ist diese mit Präventivmaßnahmen

und Einsatzvorplanungen

beauftragt, um Brände

und Unfälle zu vermeiden oder

deren Schäden so gering wie

möglich zu halten. Bei Brandsicherheitswachdiensten,

Beaufsichtigungen

bei Anlieferung

und Abholungen von Gefahrstoffen

oder bei Instandhaltungsarbeiten

mit hoher Feuergefahr ist

die Werkfeuerwehr ebenfalls unauffällig

präsent. Und im Ereignisfall,

wie beispielsweise Aufzugbefreiungen,

ausgetretene

Gefahrstoffe wie auch bei medizinischen

Notfällen, sind die Kameradinnen

und Kameraden

auch schnell vor Ort.

Neben den üblichen Verwaltungs-,

Instandsetzungsarbeiten

und Übungen präsentierte die

Werkfeuerwehr mehrfach ihren

Mobilen Großventilator. Einmal

konnten sich Interessierte bei einer

gemeinsamen Übung informieren,

zudem gab es auch beim

Aktionswochenende „Erlebnis

Feuerwehr“ die Gelegenheit, das

Gerät kennenzulernen. Eine

schnelle Entrauchung unterstützt

Einsatzkräfte bei der Rettung

und Bekämpfung und kann

die Schäden und Ausfallzeiten

deutlich reduzieren. Für Industriegebäude,

Hochhäuser, Tiefgaragen

oder Tunnel benötigt

Der Mobile Großventilator sorgt

für eine schnelle Entrauchung in

Industriegebäuden oder

Tiefgaragen.

Foto: privat

man aufgrund ihrer Größe einen

solchen leistungsstarken Ventilator.

Hierbei ist der taktische

Einsatz – das richtige Bewerten

der Gegebenheiten wie Objektgröße

und Rauch – entscheidend.

Zudem kann der Ventilator

auch Wassernebel abgeben.

2025 kam der Mobile Großventilator

zweimal zum Einsatz.

WERKFEUERWEHR SYNTEGON

Aktueller Kommandant:

Jens Martin

Aktive Mitglieder: 37

männlich: 36 | weiblich: 1

Abteilungen: 1

Mitglieder Jugendwehr: -

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: -

Technik, Fahrzeuge:

LF 10/6, Anhänger Mobiler Großventilator

Anzahl Einsätze 2025: 54

Website:

www.syntegon.com


Schnelles Eingreifen

FEUERWEHREN IM LANDKREIS 61

Freiwillige Feuerwehr Stimpfach Ein abgestürzter Segelflieger, ein Vegetations- und ein

Küchenbrand: Der Sommer war für die Kameraden besonders ereignisreich.

Der Küchenbrand konnte zügig

abgelöscht werden. Foto: privat

Die Feuerwehr Stimpfach

hatte im vergangenen

Jahr lediglich 22 Einsätze

und Sicherheitswachen

zu bewältigen, fast die

Hälfte entfiel dabei auf technische

Hilfeleistungen verschiedenster

Art. Einige Einsätze werden

den Feuerwehrleuten allerdings

im Gedächtnis bleiben.

Darunter fällt die Alarmierung

am 19. Juni um 13 Uhr. Die

Wehr wurde nach dem Absturz

eines Segelfliegers zunächst zur

Suche der Absturzstelle in einem

Waldgebiet gerufen. Es konnte

jedoch keine Hilfe mehr geleistet

werden. Kurzzeitig waren hier

über 40 Feuerwehrangehörige

vor Ort. Die Bergung, die gegen

Abend stattfand, war im steilen

Gelände eine Herausforderung.

Anfang Juli wurden die Kameraden

zu einem Flächenbrand an

die Bahnstrecke bei Randenweiler

alarmiert. Hier brannte beim

Eintreffen die trockene Vegetation

bereits auf einer Länge von

circa 30 Metern, die Rauchentwicklung

war dementsprechend

groß. Dank des schnellen Eingreifens

konnte größerer Schaden

vermieden werden.

Nur drei Tage später wurde

die Wehr zu einem Küchenbrand

gerufen. In einer Erdgeschosswohnung

kam es im Bereich des

Herdes zu einem Brand, der auf

Küchenschränke und die Decke

übergegriffen hatte. Die Bewohner

und Haustiere hatten die

Wohnung bereits verlassen. Ein

Atemschutztrupp konnte den

Brand zügig ablöschen und eine

Ausbreitung verhindern. Mithilfe

einer Wärmebildkamera wurde

die Küche auf Glutnester kontrolliert

und zum Teil ausgeräumt,

auch Teile der Deckenverkleidung

mussten entfernt

werden. Anschließend wurde

das Gebäude belüftet.

STIMPFACH

Aktueller Kommandant:

Dieter Bachmaier

Aktive Mitglieder: 92

männlich: 82 | weiblich: 10

Abteilungen: 3 Einsatzabteilungen

(2 x Stimpfach, Weipertshofen),

Jugendfeuerwehr,

Kindergruppe, Altersabteilung

Mitglieder Jugendwehr: 23

Mitglieder Kinderwehr:

Kindergruppe „Löschlöwen“: 17

Mitglieder der

Altersabteilung: 32

Technik und Fahrzeuge:

2 x LF8/6, TLF 8/18, MZF,

HLF 10

Anzahl Einsätze 2025: 22

Website: www.feuerwehrstimpfach.de


62

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Die Feuerwehr Sulzbach-Laufen wurde im vergangenen Jahr insgesamt 19 Mal zu Einsätzen gerufen.

Foto: privat

Ausflug nach Tschechien

Freiwillige Feuerwehr Sulzbach-Laufen Gelungene Ausfahrt: 36 Kameradinnen und

Kameraden besuchten gemeinsam das westböhmische Bäderdreieck.

Hinter der Feuerwehr

Sulzbach-Laufen liegt

ein wenig ereignisreiches

Jahr. Insgesamt

wurden die Kameradinnen und

Kameraden 19 Mal alarmiert –

Kommandant Armin Brehm verbucht

das Jahr dementsprechen

als „normal“.

Im Februar gab es einen Kellerbrand

im Weiler Rübgarten.

Die Feuerwehr Sulzbach-Laufen

SULZBACH-LAUFEN

Aktueller Kommandant:

Armin Brehm

Aktive Mitglieder: 61

männlich: 56 | weiblich: 5

Abteilungen:

1 (aktiv), Jugendfeuerwehr,

Altersabteilung

Mitglieder Jugendfeuerwehr:

20

Mitglieder Kinderwehr: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 15

Technik, Fahrzeuge:

ELW, LF 16, HLF 10, GW-T

Anzahl Einsätze 2025: 19

Website:

www.sulzbach-laufen.de

rückte mit vier Einsatzfahrzeugen

aus. Alarmiert wurde sie gegen

12.50 Uhr von einer Nachbarin.

Ein zehnjähriges Kind, das

bei Ausbruch des Feuers wohl allein

in dem Wohnhaus war, sei

völlig aufgelöst zu ihr geeilt. Gegen

halb zwei war das Feuer im

Heizungsraum bereits gelöscht

und das Wohnhaus wurde belüftet.

Der Rauch stellte das größere

Problem dar. Mit insgesamt 26

Einsatzkräften war die Feuerwehr

im Einsatz. Verletzt wurde

bei dem Brand niemand. Die Polizei

schätzte den entstandenen

Sachschaden nach dem Einsatz

auf rund 200.000 Euro. Rauch

und Löschwasser hätten Leitungen

und Elektrik in Teilen des

Hauses beschädigt.

Fahrer wird eingeklemmt

An einem Samstag im Mai gab

es auf der B 19 um 12.35 Uhr einen

schweren Verkehrsunfall.

Ein Kleintransporter kam auf

halber Strecke zwischen Laufen

und Wengen von der Straße ab

und prallte gegen einen Baum.

Der 27-jährige Fahrer, der allein

im Auto war, wurde eingeklemmt

und schwer verletzt. Um

ihn aus dem Fahrzeug zu befreien,

wurde die Feuerwehr zur

Hilfe gerufen. Zudem waren ein

Rettungswagen und ein Notarzt

im Einsatz.

Neben der Zusammenarbeit

bei den Einsätzen ist den Kameradinnen

und Kameraden auch

die Geselligkeit wichtig. Jedes

Jahr veranstaltet die Wehr deshalb

einen Ausflug. 2025 führte

dieser die Gruppe ins Bäderdreieck

in die Tschechische Republik.

36 Teilnehmer waren beim

dreitägigen Kurztrip nach Marienbad,

Karlsbad und Franzensbad

mit dabei. Die Orte sind bekannt

für ihre zahlreichen Heilquellen,

dort sind über 230 Quellen

erschlossen, deren Wasser

unter anderem für Bäder genutzt

wird.

Die Zahl der aktiven Mitglieder

ist in Sulzbach-Laufen im

vergangenen Jahr stabil geblieben.

Vier Kameradinnen und Kameraden

haben erfolgreich die

Grundausbildung absolviert. Sie

sind „Eigengewächse“ und stiegen

somit von der Jugendfeuerwehr

in die Einsatzabteilung auf.

Ein weiterer Kamerad hat auf

Kreisebene den Atemschutzlehrgang

besucht. Zusätzlich

konnten einige Feuerwehrleute

erfolgreich das Leistungsabzeichen

in Gold ablegen und es

wurden vier Bundesleistungsabzeichen

verliehen.


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

63

Fuhrpark erweitert

Freiwillige Feuerwehr Untermünkheim Seit Oktober besitzt die Wehr ein neues HLF 20.

Das Fahrzeug wurde beim Tag der offenen Tür offiziell vorgestellt.

Mitte Oktober 2025

durfte die Untermünkheimer

Feuerwehr

einen ganz besonderen

Moment erleben: die

feierliche Übergabe ihres neuen

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs

HLF 20. „Dieses Fahrzeug

steht nicht nur für modernste

Technik, sondern auch

für Vertrauen, Sicherheit und

gelebte Kameradschaft“, ist

Kommandant Martin Munz

überzeugt.

Nach langer Planungszeit,

zahlreichen Gesprächen, Abstimmungen

und vielen Stunden

intensiver Vorbereitung war es

endlich so weit. Das neue HLF

20 steht nun einsatzbereit in der

Fahrzeughalle – top ausgestattet,

leistungsstark „und ein echtes

Highlight unseres Fuhrparks“,

so Munz.

UNTERMÜNKHEIM

Aktueller Kommandant:

Martin Munz

Aktive Mitglieder: 54

männlich: 48 | weiblich: 6

Abteilungen: Ausrückestandorte

in Untermünkheim und

Übrigshausen

Mitglieder Jugendwehr: 13

Mitglieder Kindergruppe: –

Mitglieder der

Altersabteilung: 14

Technik und Fahrzeuge:

HLF 20, HLF 10/6, LF 10/6, LF

8/6, Feuerwehranhänger, Anhänger

Strom/Licht, MTW und

MZF

Anzahl Einsätze 2025: 34

Website:

www.untermuenkheim.de

Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 ist ein echtes Highlight für die Wehr. Es verfügt

über einen 2500-Liter-Löschwassertank und eine topmoderne Ausstattung.

Fotos: privat

Beim Tag der offenen Tür zeigten

die Kameraden eine Schauübung.

Es wurde simuliert, wie

die Wehr einen verletzten Fahrer

aus einem demolierten Unfallwagen

befreit.

Nach den eigenen

Wünschen konzipiert

Das Untermünkheimer HLF basiert

auf einem robusten Mercedes-Benz-Fahrgestell

und wurde

vom renommierten Aufbauhersteller

Rosenbauer exakt nach

den Anforderungen der Untermünkheimer

Wehr konzipiert.

Es verfügt über einen 2500-Liter-Löschwassertank

und wurde

mit moderner Ausrüstung ausgestattet,

die von der Firma

Barth Feuerwehrtechnik aus

Fellbach geliefert wurde.

Besonders hervorzuheben sei

das zukunftsorientierte Einsatzkonzept:

„Wir haben uns bewusst

für den verstärkten Einsatz

akkubetriebener Einsatzmittel

entschieden und gehen

damit konsequent den Schritt in

die nächste Generation des Feuerwehrwesens“,

erläutert der

Kommandant.

Großer Andrang beim

Tag der offenen Tür

Einen Tag nach der feierlichen

Übergabe öffnete die Feuerwehr

Untermünkheim die Tore des

neuen Feuerwehrmagazins Hagen

für die Bevölkerung. Beim

Tag der offenen Tür mit Fahrzeugausstellung,

einer Schauübung

sowie einer Spielstraße

für Kinder durften sich die Kameraden

über einen großen Andrang

und viele Gäste freuen.

Zahlreiche interessierte Bürgerinnen

und Bürger nutzten die

Gelegenheit, die Arbeit der Kameradinnen

und Kameraden

kennenzulernen und einen Blick

hinter die Kulissen der Feuerwehr

zu werfen.


64

FEUERWEHREN IM LANDKREIS

Zeit für Vorbereitungen

Freiwillige Feuerwehr Vellberg Die Wehr nutzte das ruhige Jahr für Schulungen und

Neuanschaffungen. Ein neues LF 20 wurde in Dienst gestellt.

Durch die erfreulich geringen

Einsatzzahlen in

2025 konnte sich die

Feuerwehr Vellberg unter

der neuen Leitung von Kommandant

Kurt Lanzendorfer

stark auf die Einsatzvorbereitung

konzentrieren. Ein wichtiges

Thema war die Beschaffung

des neuen Löschgruppenfahrzeugs.

In Zusammenarbeit mit

einem Planungsbüro konnte das

neue Fahrzeug im Dezember im

Produktionswerk bei Berlin

durch die Arbeitsgruppe abgeholt

werden.

Das neue LF 20 ersetzt das 27

Jahre alte LF 16-12, das technisch

sehr in die Jahre gekommen ist.

Neben einem 2000-Liter-Löschtank

mit der angepassten Normbeladung

für den Löscheinsatz

sind auch umfangreiche Rettungsmittel

auf dem Fahrzeug

verlastet: eine Zwölf-Meter-

Das neue LF 20 ist technisch auf

dem neuesten Stand. Foto: privat

Schiebleiter, ein Sprungretter,

ein Überdruckbelüfter und vieles

mehr. Auch für die technische

Hilfeleistung zum Beispiel

bei Verkehrsunfällen wurden

moderne Rettungsmittel beschafft.

Direkt nach Weihnachten

begannen die ersten Schulungen

und Einweisungen, um

die Gerätschaften in den kommenden

Einsatzfällen gut zu beherrschen.

Ein weiteres Thema war die

strategische und technische

Schulung für Vegetationsbrände.

Im Frühjahr 2025 wurde eine erste

Übung für die Brandbekämpfung

mit den aktuellen Einsatzmitteln

durchgeführt. Aufbauend

auf den gewonnenen Erkenntnissen

befassten sich die

Führungskräfte in einem Wochenendworkshop

mit dieser

Einsatzart. Auch die Vellberger

Wehr rechnet durch zunehmende

Trockenheit im Sommer mit

mehr Brandeinsätzen in Waldund

Feldflächen. Hierzu wurden

mögliche Taktiken durchgespielt

und Erfahrungen mit bisherigen

Bränden ausgetauscht und örtliche

Begebenheiten durchleuchtet.

Auch eine Beschaffung zusätzlicher

Gerätschaften wurde

für die nahe Zukunft erarbeitet.

VELLBERG

Aktueller Kommandant:

Kurt Lanzendorfer

Aktive Mitglieder: 65

männlich: 55 | weiblich: 10

Abteilungen: 1

Mitglieder Jugendfeuerwehr:

25

Mitglieder Kinderwehr: 23

Mitglieder der

Altersabteilung: 9

Technik, Fahrzeuge:

MZF, MTW, GW-T, LF 10, LF 20,

Notstromanhänger

Anzahl Einsätze 2025: 17

Website:

www.vellberg.de

Wechsel an der Spitze

Freiwillige Feuerwehr Wolpertshausen Wenige, dafür sehr arbeitsintensive Einsätze

mussten geleistet werden. Kommandant Matthias Frank gab nach 19 Jahren sein Amt ab.

Das Jahr 2025 war für die

Feuerwehr Wolpertshausen

erneut ereignisreich

und arbeitsintensiv.

Neben zahlreichen kameradschaftlichen

Aktivitäten standen

viele Übungsdienste und Fortbildungen

auf dem Dienstplan. Die

Gesamtanzahl der Einsätze reduzierte

sich im Berichtsjahr auf 19.

Gleichzeitig war jedoch ein Anstieg

der Autobahneinsätze zu

verzeichnen. Der größte und herausforderndste

Einsatz war ein

Dachstuhlbrand in Cröffelbach.

Aufgrund der engen Bebauung

bestand eine erhebliche Gefahr

der Brandausbreitung auf angrenzende

Gebäude. Neben der

Feuerwehr Wolpertshausen waren

daher auch ein Löschzug aus

Schwäbisch Hall mit der Drohnengruppe

sowie die Feuerwehr

Ilshofen im Einsatz.

Erfreulich war die personelle

Entwicklung der Wehr: Im Jahr

Ein Dachstuhlbrand in Cröffelbach

war besonders herausfordernd.

Foto: privat

2025 konnten zwei neue Kameradinnen

in der Mannschaft begrüßt

werden. Die Auslieferung

des bereits bestellten Gerätewagen

Transport konnte noch nicht

erfolgen. Die Lieferung ist für

das zweite Quartal 2026 angekündigt.

Eine bedeutende Veränderung

ergab sich gleich zu Beginn

des Jahres in der Führung der

Feuerwehr. Nach 19 Jahren stellte

Kommandant Matthias Frank

sein Amt zur Verfügung. In der

anschließenden Wahl entschieden

sich die Anwesenden für

Moritz Gehring als neuen Kommandanten

der Feuerwehr Wolpertshausen.

Im Rahmen der

Hauptversammlung wurde Matthias

Frank feierlich verabschiedet.

In seiner Abschiedsrede

blickte er auf zahlreiche prägende

Ereignisse seiner Amtszeit

zurück. Großeinsätze, wichtige

Neuanschaffungen, die Zusammenlegung

der Einsatzabteilungen

sowie das stets gelebte kameradschaftliche

Miteinander

zeichneten ein eindrucksvolles

Bild seiner langjährigen Führungsarbeit.

Als besondere Anerkennung

verlieh der Vorsitzende

des Kreisfeuerwehrverbandes

Schwäbisch Hall, Alfred

Fetzer, Matthias Frank das Deutsche

Feuerwehr-Ehrenkreuz in

Bronze.

WOLPERTSHAUSEN

Aktueller Kommandant:

Moritz Gehring

Aktive Mitglieder: 56

männlich: 52 | weiblich: 4

Abteilungen: Wolpertshausen

Mitglieder Jugendwehr: -

Mitglieder Kindergruppe: -

Mitglieder der

Altersabteilung: 20

Technik und Fahrzeuge:

LF 16/12, LF 10, MZF, MTW, TSA

Anzahl Einsätze 2025: 19

Website:

www.wolpertshausen.de


FEUERWEHREN IM LANDKREIS

65

Fit für die Zukunft

Freiwillige Feuerwehr Wallhausen Neben Einsätzen und Ausbildungen standen wichtige

technische Neuerungen sowie große Übungen und Veranstaltungen auf dem Programm.

Ein großer Meilenstein im

vergangenen Jahr war die

Umstellung der Atemschutzgeräte

von Normaldruck-

auf Überdrucktechnik.

„Diese moderne Technik

bietet unseren Kameradinnen

und Kameraden deutlich mehr

Sicherheit, da das Eindringen

von Rauch und Schadstoffen in

die Maske noch besser verhindert

wird. Gleichzeitig entspricht

diese Technik dem aktuellen

Stand der Feuerwehr-Technik

– ein wichtiger Schritt in

Richtung Zukunftsfähigkeit unserer

Wehr“, erläutert Kommandant

Jens Scheu.

Zusätzlich zu den „Piepsern“

wurde 2025 das System Alamos

eingeführt. Es ermöglicht den

Einsatzkräften eine direkte

Rückmeldung, ob sie am Einsatz

teilnehmen können oder nicht.

So lässt sich schon auf dem Weg

zum Feuerwehrhaus besser planen,

wie viele Kräfte zur Verfügung

stehen. Im Feuerwehrhaus

wurde außerdem ein Bildschirm

installiert, der im Einsatzfall alle

wichtigen Informationen übersichtlich

darstellt – etwa Einsatzdaten,

Wetterlagen oder bestehende

Straßensperrungen.

Ein Höhepunkt des Übungsjahres

war eine großangelegte

Einsatzübung im September auf

dem Gelände der Brauerei

Schmetzer in Michelbach.

Übungsannahme waren zehn

verletzte Personen, die gerettet

Im April brannte eine Garage in Hengstfeld. Aufgrund der darin

gelagerten Gefahrgüter war besondere Vorsicht geboten. Foto: privat

und versorgt werden mussten.

Sie waren im Rahmen einer fiktiven

Brauereiführung in Bereiche

gelaufen, die mit CO 2

geflutet

waren. Unglücklicherweise

musste als Zugang zuerst ein

Schließzylinder gewaltsam geöffnet

werden und es kam auch

noch zu einem Brand neben einem

Gastank, den es zu bekämpfen

galt. Unterstützt wurde die

Wehr von der Führungsgruppe

Nord und den Nachbarwehren

aus Gailroth und Rot am See,

dem ASB-Rettungsdienst sowie

einem Notarzt.

Garagenbrand in Hengstfeld

Einsatztechnisch war das Jahr

2025 sehr ruhig. Die Wehr aus

Wallhausen wurde zu 14 Einsätzen

gerufen, wobei lediglich

sechs auf ihrem Gemeindegebiet

waren. Im April kam es in

Hengstfeld zu einem ausgedehnten

Garagenbrand. Ausgelöst

wurde dieser vermutlich durch

ein defektes Elektro-Vehikel. Erschwerend

kam hinzu, dass in

der Garage auch einige Gefahrgüter

wie Schutzgas, Benzinkanister

und Propangasflaschen

gelagert waren.

Mehr Glück als Verstand hatte

ein alkoholisierter Fahrer, der

eines Nachmittags gegen 16 Uhr

von der Fahrbahn abgekommen

und gegen mehrere Bäume geprallt

war. Er konnte leicht verletzt

sein Fahrzeug verlassen,

musste aber zur Blutentnahme

ins Krankenhaus. Die Kameraden

mussten lediglich das Batterie-Management

durchführen

und den Verkehr an der Unfallstelle

regeln. Ende August kam

es in Michelbach zu einem kleinen

Flächenbrand. Ein Landwirt

wollte auf dem trockenen Acker

Unkraut verbrennen. Dies lief

ihm leider etwas aus dem Ruder.

Zum Abschluss wurde die

Wehr an Silvester nach Hengstfeld

gerufen. Ein Hausbewohner

hatte Rauchgeruch in seinem

Wohnzimmer und leichte Rußspuren

an der Wand bemerkt.

Nach dem Öffnen der Holzständerwand

stellten die Einsatzkräfte

fest, dass es in dieser bereits

zu einem ordentlichen Schwelbrand

gekommen war.

WALLHAUSEN

Aktueller Kommandant:

Jens Scheu

Aktive Mitglieder: 110

männlich: 107 | weiblich: 3

Abteilungen:

Wallhausen, Hengstfeld,

Michelbach/Lücke

Mitglieder Jugendfeuerwehr:

12

Mitglieder Kinderwehr: -

Musikzug: 23

Mitglieder der

Altersabteilung: 33

Technik, Fahrzeuge: LF 10,

LF 10/6, LF 8, TSF-W

Anzahl Einsätze 2025: 14

Website:

www.ffw-wallhausen.de


DANKE

… sagen wir allen Arbeitskolleginnen und -kollegen,

die die tägliche Arbeit von Feuerwehrfrauen und -männern

übernehmen – im Büro, in der Pflege, auf der Baustelle, in der

Landwirtschaft oder in der Produktion –, wenn diese bei

Einsätzen Brände löschen oder Menschenleben retten.

… an alle Arbeitgeber, die die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute

während der Arbeitszeit freistellen, damit diese

dort helfen können, wo schnelle Hilfe nötig ist.

… allen Familienangehörigen, die den Feuerwehrmännern

und -frauen zu Hause oft den Rücken freihalten und sie bei

ihrer Tätigkeit für die Allgemeinheit unterstützen.

… auch an die Inserenten in diesem Magazin. Mit Ihrer

Annonce tragen Sie dazu bei, dass die wichtige Arbeit

der Feuerwehren im Bevölkerungsschutz für alle sichtbar ist.

Ohne EUCH könnten WIR nicht helfen!

Kreisfeuerwehrverband Schwäbisch Hall e. V.

für die 30 Freiwilligen Feuerwehren und eine Werkfeuerwehr im

Landkreis Schwäbisch Hall.

Impressum

Brandaktuell

Das Jahresmagazin

des Kreisfeuerwehrverbandes

Schwäbisch Hall

15. April 2026

Verlag

SÜDWEST PRESSE Hohenlohe GmbH &

Co. KG, Haalstraße 5+7,

74523 Schwäbisch Hall

Redaktion

Ulrich Becker (V.i.S.d.P.),

Adina Bauer, Alisa Grün,

Claudia Linz, Eileen Schirle

Weitere Autoren

Medienteam des Kreisfeuerwehrverbands

Schwäbisch Hall,

Pressevertreter der

Feuerwehren

Anzeigen

Vera Epple (verantw.), Ingo Bölz, Holger

Gschwendtner, Martin Haas, Afsoon

Kamrani, Kai Müller, Martin Naterski,

Sebastian Nutsch, Julia Winterfeldt

Weiß

Layout

Natalia Stawiszynska

& mediaservice ulm

Fotos

Ufuk Arslan, Silas Fürstenberger (Titelfoto),

Claudia Linz, Eileen Schirle,

Presse- und Privatfotos, Archivfotos

Druck

NPG Druckhaus

GmbH & Co. KG, Ulm

Siemensstraße 10

89079 Ulm-Donautal



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