Brandaktuell 2026
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DAS JAHRESMAGAZIN DES KREISFEUERWEHRVERBANDES SCHWÄBISCH HALL
FRÜHJAHR 2026
Über alle
Generationen
hinweg
Kinder, Jugend, Aktive und Senioren – ein spannender
Einblick in alle Altersgruppen der Feuerwehr ab Seite 6
Sich selbst zu
helfen wissen
KFV-Vorsitzender Alfred
Fetzer plädiert für
umsichtiges Verhalten
16
Ein Großeinsatz, der
in Erinnerung bleibt
Verheerender Brand
in der Alten Schule
in Mainhardt 18
Rückblick
auf 2025
Das haben die
Einsatzkräfte
erlebt
28
GRUSSWORT 3
Grußwort
„Die Rettungskräfte verdienen unser aller Respekt“
Liebe Leserinnen und Leser
von „Brandaktuell“, liebe
Feuerwehrangehörige,
es ist wieder so weit: Wir können
uns über die neue Ausgabe des
jährlichen kreisweiten Feuerwehrmagazins
„Brandaktuell“
freuen. Die Freude begründet sich
dabei nicht nur darin, dass wir
eine spannende und hochwertige
Lektüre lesen dürfen, sondern
auch darin, dass uns das Magazin
immer wieder in Erinnerung ruft,
welche engagierten und professionellen
Rettungskräfte in unserem
Landkreis Schwäbisch Hall aktiv
sind.
Sie verdienen unser aller Respekt,
unsere Anerkennung und
nicht zuletzt auch unseren herzlichen
Dank. Diesen möchte ich
auch im Namen des Kreistags und
unserer gesamten Landkreisverwaltung
aussprechen.
„Retten – Löschen – Bergen –
Schützen“ – diesen Leitspruch unserer
Feuerwehren kennen wir
alle. Doch Feuerwehrfrauen und
-männer leisten weit mehr als das.
Ihre Arbeit geht weit über die
Brandbekämpfung und Unfallsicherung
hinaus. Sie sind Seelsorger,
Ersthelfer, Lehrer und präventive
Berater in der Bevölkerung.
Sie kümmern sich um Brandschutzerziehung
in Kindergärten
und Schulen und informieren
über Sicherheitsmaßnahmen im
Haushalt. Darüber hinaus sind sie
unverzichtbare Partner bei der
Katastrophenvorsorge, im Hochwasserschutz
sowie bei Sturmschäden
und Umweltgefahren.
Bei all diesen und vielen weiteren
Aufgaben darf jedoch eines
nicht vergessen werden: Rettungskräfte
sind Menschen, die
Einsätze erleben, die körperlich
fordernd und nicht selten auch
seelisch belastend sein können.
Die Konfrontation mit schweren
Unfällen, persönlichen Schicksalen
oder tragischen Ereignissen
hinterlässt Spuren. Ich
möchte daher alle Feuerwehrangehörigen
ermutigen, neben ihrem
großen Einsatz für andere
auch stets auf sich selbst zu achten.
Die eigene Gesundheit –
körperlich wie seelisch – ist ein
hohes Gut. Sie bildet die Grundlage
dafür, dass Hilfe für andere
überhaupt möglich ist. Kameradschaft,
gegenseitige Unterstützung
und offene Gespräche sind
wichtige Bestandteile einer starken
Feuerwehrgemeinschaft.
Um diese hohe Leistungsfähigkeit
auch in Zukunft sicherzustellen,
bedarf es jedoch nicht
nur Engagement und Einsatzbereitschaft,
sondern auch einer
Weiterentwicklung unserer
Strukturen, Ausstattung und
Rahmenbedingungen. In den
vergangenen Jahren konnten wir
hier auf Landkreisebene gemeinsam
wichtige Fortschritte erzielen,
die unsere Feuerwehren und
den Katastrophenschutz nachhaltig
stärken.
So haben mittlerweile alle
Feuerwehren im Landkreis erfolgreich
auf den Digitalfunk
umgerüstet; auch die Umstellung
des Einsatzstellenfunks auf
Digitalfunk befindet sich auf einem
sehr guten Weg. Ebenso
schreitet die Digitalisierung im
Feuerwehrwesen kontinuierlich
voran. Die Zusatzalarmierung
per App oder digitale Lagekarten
unterstützen die Einsatzkräfte
dabei, schneller und gezielter
zu reagieren sowie Einsätze
noch besser zu koordinieren.
Dies ist ein echter Mehrwert für
die Sicherheit unserer Bevölkerung.
Ein weiterer bedeutender
Meilenstein ist die Stärkung der
interkommunalen Zusammenarbeit:
Mittlerweile sind alle Feuerwehren
im Landkreis einer
von insgesamt acht Führungsgruppen
angeschlossen. Diese
sorgen für eine verbesserte Führungsunterstützung
der Einsatzleitungen
und ermöglichen eine
noch engere Abstimmung über
die Gemeindegrenzen hinweg.
Auch im Bereich des Kata-
strophenschutzes investieren
wir gezielt in die Zukunft. Derzeit
befinden sich fünf Gerätewagen
Logistik Katastrophenschutz
mit Kran und Löschwassertank
im Bau. Mit dieser modernen
Ausstattung werden wir
unsere Fähigkeiten bei größeren
Schadenslagen weiter deutlich
ausbauen können.
Parallel dazu arbeiten wir intensiv
an der Resilienz unserer
Landkreisverwaltung. Die Sicherstellung
einer leistungsfähigen
Notstromversorgung der
Außenstelle im Karl-Kurz-Areal
sowie regelmäßige Übungen und
Fortbildungen unseres Verwaltungsstabes
tragen dazu bei,
auch in außergewöhnlichen Lagen
handlungsfähig zu bleiben.
Nicht zuletzt konnte die wichtige
Koordinierungsstelle der
Psychosozialen Notfallversorgung
besetzt werden. Damit
stärken wir gezielt die Betreuung
und Nachsorge für Einsatzkräfte
sowie Betroffene und leisten
einen wichtigen Beitrag zur
ganzheitlichen Bewältigung von
Einsatzlagen.
Abschließend wünsche ich allen
unseren Feuerwehren ein sicheres
und erfolgreiches Jahr
2026 – mit reibungslosen Einsätzen,
viel Gesundheit und Einsatzfreude.
Ich danke den Herausgeberinnen
und Herausgebern dieses
Magazins. Sie machen sichtbar,
was oft im Verborgenen geschieht,
und tragen dazu bei,
dass die Leistungen der Feuerwehrangehörigen
in unserer gesamten
Gemeinschaft gewürdigt
werden.
Und nun wünsche ich Ihnen,
liebe Leserinnen und Leser, viele
spannende Einblicke in die
vielseitige und unverzichtbare
Tätigkeit unserer Feuerwehren.
Ihr Gerhard Bauer
Landrat
4
GRUSSWORT
Grußwort
„Denn es geht um Ihre Sicherheit!“
Liebe Leserinnen und Leser,
wir leben in unruhigen Zeiten.
Altbewährtes gerät ins Wanken,
unser Sicherheitsgefühl verändert
sich. Gerade jetzt ist es entscheidend,
dass Sie sich auch
künftig auf die Feuerwehr und
andere Hilfsorganisationen verlassen
können.
Unsere Feuerwehrkameradinnen
und -kameraden stehen Tag
und Nacht bereit, um in Notlagen
zu helfen – jedem Menschen,
unabhängig von Herkunft, Religion
oder Hautfarbe, und ebenso
jedem Tier, ob klein oder
groß. Auch Sachwerte versuchen
wir, so gut es geht, zu schützen.
Die Frauen und Männer der
Feuerwehr stellen sich täglich
neuen Herausforderungen. Die
technische Entwicklung schreitet
in hohem Tempo voran.
Umso wichtiger ist es, den persönlichen
Schutz an erste Stelle
zu setzen – und zugleich sicherzustellen,
dass unsere Einsatzkräfte
über die notwendigen
Werkzeuge verfügen, um die
vielfältigen Aufgaben meistern
zu können.
Denn es geht um Ihre Sicherheit!
Dass dies für die Kommunen
eine erhebliche finanzielle
Belastung bedeuten kann, ist
überall bekannt. Doch trotz angespannter
Haushaltslagen bleiben
Investitionen in die Feuerwehr
unverzichtbar.
Ich möchte mit diesem Grußwort
auch um Verständnis bitten,
dass es im Einsatzfall
manchmal laut werden kann.
Wir kommen so schnell wir können
– und dürfen hierzu Sonderrechte
in Anspruch nehmen.
Diese gelten allerdings nur,
wenn Blaulicht und Einsatzhorn
eingeschaltet sind.
Leider sehen wir uns immer
häufiger Kritik und Anfeindungen
ausgesetzt. Das schmerzt,
denn unsere Kameradinnen und
Kameraden sind für Sie unterwegs.
Wer selbst einmal Hilfe gebraucht
hat, weiß, wie wertvoll
es ist, wenn die Einsatzkräfte
ohne Verzögerung eintreffen –
besonders dann, wenn es um
Leib und Leben geht.
Bitte haben Sie Verständnis:
Es könnte auch einmal Ihr Einsatz
sein.
Mit dieser Ausgabe von
Brandaktuell möchten wir Ihnen
zeigen, was sich seit dem letzten
Erscheinen in unseren Feuerwehren
getan hat, welche Aufgaben
bewältigt wurden und welche
Themen uns beschäftigen.
Gleichzeitig wollen wir Sie mit
allgemeinen Infos versorgen, die
uns am Herzen liegen.
Ein Punkt ist dabei besonders
wichtig: Hinter allen Einsätzen,
Übungen und Fortbildungen stehen
Menschen. Menschen, die
sich für andere einsetzen, ihre
Freizeit gerne in der Gemeinschaft
der Feuerwehr verbringen,
die aufeinander achten und
Menschlichkeit in den Vordergrund
stellen.
Besonders hervorheben
möchte ich die Kinder- und Jugendarbeit.
Mädchen und Jungen
ab etwa sechs Jahren (in
manchen Gemeinden auch früher)
können bei den „Löschzwergen“,
„Löschtigern“, in der
„Löschbande“ und anderen
Gruppen spielerisch erleben,
dass Feuerwehrarbeit und Gemeinschaft
großen Spaß machen.
Sie lernen früh, wie wichtig
Zusammenhalt ist – und dass
Miteinander einfach besser ist
als Alleinsein.
In der Jugendfeuerwehr, der
man mit etwa zehn Jahren beitreten
kann, werden Werte wie
Toleranz, Verantwortung, Respekt
und Kameradschaft vermittelt
und gelebt.
Gerade in unserer heutigen
Zeit ist diese Arbeit unbezahlbar
für die Gesellschaft. Mein besonderer
Dank gilt daher allen, die
diese Gruppen leiten, fördern
oder auf andere Weise unterstützen.
Mein Appell richtet sich aber
auch an Erwachsene: Überlegen
Sie, selbst Teil dieser starken Gemeinschaft
zu werden! Wir brauchen
Menschen, die mehr wollen
– die Freude daran haben, gemeinsam
etwas zu bewegen und
füreinander einzustehen. Kameradschaft
ist ein zentraler Wert
unserer Feuerwehren. Und es ist
ein besonderes Gefühl, Menschen
und Tieren zu helfen und
dabei moderne Technik zu beherrschen.
In jeder Gemeinde gibt es
Feuerwehrangehörige, die Ihnen
gern Einblick geben, wie die örtliche
Feuerwehr funktioniert,
welche Voraussetzungen nötig
sind, wann Übungsabende stattfinden.
Unsere Feuerwehren
freuen sich über jede Frau und
jeden Mann, die einmal hineinschnuppern
möchten. Auch wir
vom Kreisfeuerwehrverband
helfen gern, den Kontakt zu den
Kommandantinnen und Kommandanten
oder zu den Jugendfeuerwehrwarten
herzustellen.
Lassen Sie uns gemeinsam positiv
in die Zukunft blicken – und
jeden Tag ein bisschen besser
machen.
Alfred Fetzer
Vorsitzender
KFV Schwäbisch Hall e.V.
P.S.: Der Kreisfeuerwehrverband
Schwäbisch Hall bedankt sich bei
allen, die sich mit Beiträgen an
dieser Ausgabe beteiligt haben.
Ebenso gilt unser herzlicher Dank
den Inserenten, deren Unterstützung
es überhaupt erst möglich
macht, diese Broschüre jährlich
herauszugeben – und damit
unsere Öffentlichkeitsarbeit
zu stärken.
INHALT 5
10
16
21 6
18
Inhaltsverzeichnis
FOTO: ANDY0MAN/ADOBE.STOCK.COM, CLAUDIA LINZ, EILEEN SCHIRLE, UFUK ARSLAN & PRIVAT
06 Kleine Helden mit
nassen Füßen
Kids im Grundschulalter
für die Feuerwehr gewinnen
– das ist das Ziel von
Kindergruppen
08 Spielend für Leben
und Einsätze lernen
Die Jugendfeuerwehr
lehrt Technik, Teamgeist
und Toleranz
10 „Abhängen“ mit
der Feuerwehr
Wie ist es, als Erwachsene
bei der Einsatzabteilung
einzusteigen?
12 Aktiv auch nach der
Zeit bei den Aktiven
Die Altersabteilung trifft
sich und steht mitunter
als Nachrücker bereit
14 Für den Stromausfall
gerüstet sein
Das sollten Privatpersonen
im Falle eines
Blackouts beachten
15 Das Feuerwehrjahr
2025 in Zahlen
Große Statistik der
Feuerwehren im
Landkreis
16 Die Menschen
für Gefahr
sensibilisieren
KFV-Vorsitzender Alfred
Fetzer gibt im Interview
viele Tipps
18 Großbrand Hand in
Hand gemeistert
Der Brand in der Alten
Schule in Mainhardt war
herausfordernd
21 Einen kühlen Kopf
bewahren
19 Einsatzkräfte ließen
sich im Herbst zu
Atemschutzgeräteträgern
ausbilden
24 Vom Rathaus an die
Einsatzstelle
Braunsbachs
Bürgermeister David
Beck im Gespräch
27 Verstärkung für
Öffentlichkeitsarbeit
Der KFV Schwäbisch Hall
baut den Fachbereich aus
28 Jahresberichte der
Feuerwehren
Rückblicke: So haben
die Kameradinnen und
Kameraden 2025 erlebt
Brandheiß:
Das Coverfoto
Auf dem Titelbild dieser
Ausgabe von „Brandaktuell“
sind Kameradinnen und Kameraden
der Freiwilligen
Feuerwehr Schwäbisch Hall
zu sehen. Fotograf ist Content-Creator
Silas Fürstenberger
aus Schwäbisch Hall.
Er hat für die Feuerwehr einen
Imagefilm mit dem Titel
„Nach uns kommt keiner“
gedreht. Das Ziel: Sichtbar
machen, wie wichtig das
Ehrenamt bei der Feuerwehr
für alle ist.
6
KINDERFEUERWEHR
Kleine Helden
mit nassen Füßen
Nachwuchs Kids im Grundschulalter für die Feuerwehr begeistern – das ist das Ziel von
Kindergruppen. Wie das gelingt, zeigt die Wehr in Stimpfach mit den „Löschlöwen“.
Kann ich schon aufdrehen?“
Ungeduldig
wartet einer der
„Löschlöwen“ auf seinen
Einsatz. Er steht
ganz vorne beim fiktiven Einsatz
auf dem Gelände vor dem Feuerwehrhaus
in Stimpfach und darf
das Strahlrohr am Ende des
Löschwasserschlauchs bedienen.
„Noch nicht“, antwortet
Thomas Schenker, einer der Betreuer.
„Erst, wenn du das Zeichen
vom Gruppenführer bekommst.“
Und da kommt es
schon: „Wasser Marsch!“ hallt es
über den Hof – und das Wasser
spritzt nach dem Öffnen des
Strahlrohrs aus dem Schlauch.
Die Kindergruppe „Löschlöwen“
der Feuerwehr Stimpfach
trifft sich alle zwei Wochen mittwochs.
Rund 20 Kinder im Alter
zwischen sechs und neun Jahren
nehmen an den Treffen teil. „Die
Nachfrage ist riesig“, erläutert
Alexandra Ottenwälder, die Leiterin
der Gruppe. „Wir können
leider gar nicht alle interessierten
Kinder aufnehmen und haben
eine Warteliste.“ Rund eineinhalb
Stunden dauern die Treffen.
Auf spielerische Art und
Weise lernen die Kids Feuerwehrbegriffe,
Vorgehensweisen,
Fahrzeuge und andere Blaulichtorganisationen
kennen.
Löschen macht hungrig
Ein Team aus zehn Betreuern –
eine Mischung aus aktiven Feuerwehrleuten
und Zivilpersonen
– bereiten die Treffen vor und
sorgen für einen geregelten, aber
spaßigen und lehrreichen Nachmittag.
An diesem Mittwoch Anfang
März steht ein Löschangriff
auf dem Plan. Doch bevor sich
die kleinen Feuerwehrleute ans
Werk machen, kommen sie im
Versammlungsraum im Magazin
zusammen – passend gekleidet
in ihren braunen Löschlöwen-T-
Shirts, die von der Firma Köhnlein
Türen gesponsort wurden.
Simon Schenk, Betreuer der
Gruppe und stellvertretender
Gesamtkommandant der Feuerwehr,
kontrolliert die Anwesenheit
und erklärt, wie der Nachmittag
ablaufen wird: Ein Teil
der Gruppe geht nach draußen
und trainiert den besagten
Löschangriff, die restlichen Kids
bereiten derweil Pizzabrötchen
vor. Nach rund 25 Minuten wird
getauscht.
Und schon geht es los: Die Betreuer
fahren das Löschgruppenfahrzeug
LF 8/6 vor und die Kinder
steigen ein. Wer welche Rolle
bei diesem Einsatz einnimmt,
gibt die Sitzposition vor. Egal ob
Maschinist, Gruppenführer,
Melder, Wasser-, Schlauch oder
Angriffstrupp: Die Kinder wissen
schon ganz genau, was sie in
ihrer jeweiligen Funktion zu tun
haben. „Solche Löschangriffe
machen wir immer wieder, deswegen
kennen sich die Kinder
auch schon so gut aus“, erklärt
Mia Hollmer, Feuerwehrfrau und
Betreuerin der Kindergruppe.
Vor allem die älteren Kinder seien
geübt. Die „Fahrt“ ist kurz –
das Feuerwehrauto bewegt sich
nicht – und schon strömen die
Kids aus und machen sich ans
Werk. Schläuche werden abgewickelt
und an den naheliegenden
Hydranten angeschlossen.
Das Interesse an der Kindergruppe in
Stimpfach ist groß: Rund 20 Kids im Alter
zwischen sechs und neun lernen bei den
Treffen im zweiwöchigen Rhythmus die
Feuerwehr kennen. Fotos: Eileen Schirle
KINDERFEUERWEHR 7
So wird die Wasserversorgung
sichergestellt. Die Kinder agieren
selbstständig, doch die Betreuer
haben immer ein wachsames
Auge und korrigieren die
Handgriffe, wenn nötig.
Nur wenige Minuten später
fließt Wasser aus den Schläuchen
und der „Brand“ wird gelöscht.
Zusätzlich baut eine
Dreiergruppe ein Hydroschild
auf, das angrenzende Gebäude
vor den Flammen schützen soll.
Ein echtes Feuer gibt es natürlich
nicht – die Flammen sind
der Fantasie der Kids überlassen.
Der Angriffstrupp gibt kurze
Zeit später ein Zeichen: Das
Feuer ist aus. Nun muss die Einsatzstelle
noch erkundet werden.
Wurde alles gelöscht? Gibt
es noch Glutnester? Der Gruppenführer
gibt Entwarnung. Der
Einsatz wurde erfolgreich beendet.
Und schon wuselt es auf
dem Hof wieder: Die zwei Gruppen
tauschen die Aktivitäten.
Am Ende sitzen alle glücklich,
etwas nass – aber das gehört zu
einer Übung dazu – in der Magazinküche
und essen ihre selbstgemachten
Pizzabrötchen.
Erfolgreiche Eigengewächse
Die Kindergruppe in Stimpfach
wurde 2017 gegründet mit dem
Ziel, Kids schon frühzeitig an die
Feuerwehr zu binden. Erst mit
zehn Jahren können Kinder der
Jugendfeuerwehr beitreten – das
sei recht spät. „In diesem Alter
haben Kinder bereits ihre Hobbys
gefunden: Fußball, Tanzen,
Instrumente spielen. Für die
Feuerwehr ist da oft kein Platz
mehr“, weiß Mia Hollmer. Die
Kindergruppe schafft hier Abhilfe.
Mit Erfolg: Viele der Kinder
bleiben der Wehr treu und wechseln
mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr.
„In diesem Jahr
können wir sogar den ersten Jugendlichen,
der 2017 bei den
Löschlöwen anfing, bei den aktiven
Einsatzkräften begrüßen“,
freut sich die Feuerwehrfrau.
Auch Laurin und Florian, zwei
kleine Löschlöwen, möchten später
einmal bei den „Großen“ mitmachen
und Brände bekämpfen.
Die beiden Neunjährigen haben
von Freunden in der Schule und
der Familie davon erfahren, dass
es die Kindergruppe in Stimpfach
gibt. „Mir gefallen vor allem die
Übungen mit Wasser“, sagt Florian
mit einem Lächeln auf dem
Gesicht. „Man lernt hier ganz viel
Neues, das ist richtig cool“, ergänzt
Laurin.
Die Betreuer denken sich dafür
alle zwei Wochen ein neues
Programm aus. „Der Spaß steht
im Vordergrund“, sagt Mia Hollmer,
„doch die Kinder sollen natürlich
die Feuerwehr besser
kennenlernen.“ Mit Spielen oder
einem Quiz werden die Kids mit
Fahrzeugen und Fachbegriffen
vertraut gemacht. Die Gruppe
unternimmt Ausflüge, um andere
Rettungsorganisationen kennenzulernen:
Besuche beim
THW, der Integrierten Leitstelle
oder der Autobahnpolizei standen
bereits auf dem Plan. Solche
Unternehmungen mit 20 Kindern
sind nicht einfach zu händeln
– „deswegen ist es enorm
wichtig, ein gutes Team an Betreuern
zu haben“, so Hollmer.
Das erfolgreiche Konzept der
Kindergruppen kommt bei den
Wehren an. Auch in Wallhausen
soll es in naher Zukunft eine Kinderwehr
geben. Markus Haslauer
und Tom Scholz von der Feuerwehr
Wallhausen sind an diesem
Mittwochnachmittag in
Stimpfach zu Gast, um sich das
Treffen der Kindergruppe anzusehen,
Ideen zu sammeln und
sich mit den Betreuern auszutauschen.
„Auch wir haben festgestellt,
dass die Jugendfeuerwehr
für viele Kinder zu spät kommt
und möchten deshalb eine Kindergruppe
gründen.“ Die Vorbereitungen
dafür laufen, es werden
noch weitere Betreuer gesucht.
Eines steht jedoch schon
fest – der Name: die „Feuerflitzer“.
Eileen Schirle
14
Kindergruppen gibt es bei den
Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch
Hall – in Bühlerzell, Frankenhardt,
Fichtenberg, Ilshofen, Gerabronn,
Mainhardt, Langenburg,
Oberrot, Obersontheim, Rot am
See, Satteldorf, Schrozberg,
Stimpfach und Vellberg.
8
JUGENDFEUERWEHR
Spielend für Leben
und Einsätze lernen
Gemeinschaft Die Jugendfeuerwehr lehrt nicht nur Technik, sondern auch Teamgeist und
Toleranz. Vier Jugendliche berichten von ihren Erfahrungen und Events. Von Eileen Schirle
Kameradschaft, Respekt,
Verantwortung
und Toleranz – das
sind die Grundwerte
der Jugendfeuerwehr.
Neben all der fachlichen, feuerwehrspezifischen
Ausbildung,
die die Jugendlichen erfahren,
geht es bei der Jugendfeuerwehr
vor allem darum, eine Gemeinschaft
zu bilden und Kinder und
Jugendliche zu starken Persönlichkeiten
zu entwickeln. „Man
lernt hier echt fürs Leben“, sagt
Torben Hespelt. Der 18-Jährige
aus Michelbach/Bilz ist seit
rund zehn Jahren bei der Feuerwehr
aktiv und kümmert sich als
einer von mehreren Kreisjugendsprechern
um die Organisation
von Events und die Belange
der Jugendfeuerwehren im
Landkreis Schwäbisch Hall.
Mia Hollmer, Sophia Fürnschuß, Torben Hespelt und Vinzent Scheidhauer (von links) engagieren sich
bei ihren örtlichen Jugendfeuerwehren und darüber hinaus.
Foto: Eileen Schirle
Es war mir
ein Anliegen,
meine Begeisterung
für die Feuerwehr
weiterzutragen
und andere
anzustecken.
Torben Hespelt
Kreisjugendsprecher
Zuhören und vermitteln
Die Kreisjugendsprecher dienen
als Bindeglied zwischen den Jugendfeuerwehren
und dem
Kreis- sowie dem Landesfeuerwehrverband.
„Wir sind wie
Schülersprecher“, verdeutlicht
Sophia Fürnschuß, die ebenfalls
als Kreisjugendsprecherin tätig
ist. Ein offenes Ohr für Kinder
und Jugendliche zu haben, Vertrauen
zu schaffen und sie mit
Informationen zu versorgen,
seien ihre Hauptaufgaben, so
Sophia. Die insgesamt vier
Kreisjugendsprecher sind eine
Erweiterung der Jugendsprecher
der jeweiligen Ortsfeuerwehren
und bekommen von ihnen
oft wichtige Hinweise zugetragen.
Die örtlichen Jugendsprecher
werden von der
jeweiligen Wehr bestimmt, die
Kreisjugendsprecher hingegen
von allen Jugendlichen beim
Kreiszeltlager gewählt.
Vinzent Scheidhauer aus
Mainhardt ist ein solcher Jugendsprecher.
Der 14-Jährige ist
Mitglied der Jugendfeuerwehr
Mainhardt. „Manche trauen sich
nicht, ihre Wünsche oder Anregungen
den Betreuern ihrer Jugendfeuerwehr
mitzuteilen. Da
ist es gut, es gibt einen Gleichaltrigen,
der die Anliegen entgegennimmt
und so auch zwischen
Betreuern und Jugendlichen vermitteln
kann“, sagt er.
Freude weitergeben
Die Arbeit als Sprecher macht
der Gruppe sehr viel Spaß. Dass
man als Jugendsprecher mitgestalten
und die Arbeit der Jugendfeuerwehren
aktiv verbessern
kann, sei enorm erfüllend,
betont Torben. „Ich hatte selbst
so viel Spaß als Jugendlicher bei
der Feuerwehr. Deswegen war es
mir einfach ein Anliegen, diese
Begeisterung weiterzutragen
und andere anzustecken.“
Bei 29 Jugendfeuerwehren im
Landkreis mit ganz unterschiedlichen
Voraussetzungen und Gegebenheiten
– Ausstattung oder
Mitgliederzahl beispielsweise –
ist der Austausch untereinander
nicht immer ganz einfach. Um
diesen zu erleichtern wurde 2018
ein Jugendforum ins Leben gerufen.
Zweimal im Jahr sind die Jugendsprecher
der Wehren eingeladen,
sich untereinander sowie
mit den Kreisjugendsprechern
und den Kreisjugendwarten auszutauschen.
Hier können sie ihre
Meinungen, Wünsche und Ideen
vorbringen. Zuletzt fand das
Treffen Anfang Februar in Vellberg
statt.
Das Highlight im Veranstaltungskalender
der Jugendfeuerwehren
ist das Zeltlager im Juli,
sind sich die Sprecher einig. Drei
Tage lang treffen sich über 200
Jugendliche aus dem ganzen
Landkreis sowie zahlreiche Betreuer,
um eine schöne Zeit miteinander
zu verbringen, die Gemeinschaft
auch über Gemein-
JUGENDFEUERWEHR 9
degrenzen hinaus zu feiern und
neue Freunde zu finden. 2025
fand das Zeltlager in Langenburg
statt. „Wir versuchen hier immer
ein abwechslungsreiches Programm
zusammenstellen. Dort
gab es zum Beispiel eine Lager-
Olympiade, bei der die Jugendlichen
beim Wasserbombenwurf,
der Eimerkette, beim Feuerwehr-Minigolf
oder beim Balancieren
von Feuerwehrgeräten
auf einer schwebenden Platte
Teamwork, Kreativität und Geschick
unter Beweis stellen
mussten“, erklärt Mia Hollmer,
die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin
ist.
Sportlich beweisen
Ein weiteres von den Kreisjugendsprechern
mitorganisiertes
Event ist das Sport-Turnier um
den Walter-Klenk-Pokal. Die
Sportart wird dabei von der ausrichtenden
Feuerwehr festgelegt
– zuletzt war das die Jugendfeuerwehr
Schwäbisch Hall, die
sich für Brennball entschied.
Acht Gruppen aus sieben Jugendfeuerwehren
traten gegeneinander
an. Als Gewinner ging
die Feuerwehr aus Michelfeld
hervor. „Das Turnier macht großen
Spaß, doch es wird zunehmend
schwerer, genügend Jugendfeuerwehren
dafür zu motivieren“,
erklärt Torben Hespelt.
Das Turnier fand in den vergangenen
Jahren häufig im Haller
Raum statt, was für die Jugendfeuerwehren
aus dem Crailsheimer
und Gaildorfer Raum einen
langen Anfahrtsweg bedeutete.
„Hinzu kommt, dass sich
die Altersstrukturen teilweise
deutlich unterscheiden. Dann
spielen Zehn- und Elfjährige gegen
Siebzehnjährige – das ist natürlich
nicht ganz fair“, verdeutlicht
Sophia Fürnschuß. Die
Kreisjugendsprecher können
sich vorstellen, zukünftig kleinere
Jugendfeuerwehren zusammenzulegen,
damit die Chancenverteilung
verbessert wird. Auch
über andere Sportarten und
Spiele wird nachgedacht.
Neben all dem Spaß, dem
Teambuilding und der Vermittlung
wichtiger Werte kommt die
technische Ausbildung der Jugendlichen
nicht zu kurz. In den
Gemeindefeuerwehren treffen
Auch die fachliche Ausbildung kommt bei den Jugendfeuerwehren
im Landkreis nicht zu kurz.
sie sich regelmäßig mit Betreuern
und anderen aktiven Kameraden
und Kameradinnen, um
Löschangriffe sowie das Retten
von Menschen zu trainieren.
Einiges davon können sie bei
der Jugendfeuerwehr-Challenge
unter Beweis stellen, eine weitere
Veranstaltung von und für die
Jugendfeuerwehren im Landkreis.
Diese findet einmal im Jahr
an wechselnden Örtlichkeiten
statt und brachte zuletzt über
400 Kinder und Jugendliche aus
25 Feuerwehren zusammen – ein
Teilnehmerrekord. Die Aufgaben,
die die Gruppen auf zwei
Rundwegen von jeweils drei Kilometern
Länge erfüllen mussten,
verbanden sportliche Aktivitäten
mit Feuerwehrequipment.
Beim Jugendforum im Februar
wurde zudem diskutiert, an
einem weiteren Leistungswettbewerb
teilzunehmen: der Leistungsspange.
Für diese Auszeichnung
trainieren die Jugendlichen
mehrere Wochen,
denn die Anforderungen sind
hoch. Neben Kugelstoßen, einem
Staffellauf und einem Fragebogen,
der richtig beantwortet
werden muss, stehen ein
Löschangriff sowie das Auslegen
einer Schlauchleitung als
„Schnelligkeitsübung“ auf dem
Programm. „Wir sind gerade dabei,
das Interesse bei den Jugendfeuerwehren
abzufragen.
Generell hat die Auszeichnung
aber ein hohes Prestige“, erklärt
Torben.
Kampf gegen Vorurteile
Im Allgemeinen stehe die Jugendarbeit
der Feuerwehren im
Landkreis sehr gut da, sind sich
die Kreisjugendsprecher einig.
Echte Nachwuchssorgen gibt es
keine, dennoch freue man sich
natürlich über jedes neue Mitglied.
„Die größten Herausforderungen
sind sicherlich, die verschiedenen
Jahrgänge innerhalb
der Jugendfeuerwehr unter einen
Hut zu bringen“, merkt Sophia
an. „Und leider gibt es auch
ziemlich viele Klischees und
Vorurteile, was die Feuerwehr
angeht“, ergänzt Torben. Feuerwehr
sei uncool und es werde
viel getrunken, zählt er auf. „Dabei
ist unser Engagement unverzichtbar.
Wir stecken im Privatleben
zurück, um anderen Menschen
zu helfen. Das erfordert
Mut, ist aber auch unglaublich
erfüllend“, schließt er.
Das Walter-Klenk-Pokalturnier ist nur eine von vielen Veranstaltungen, die von den Kreisjugendsprechern
initiiert und mitorganisiert wird.
Fotos: privat
10
EINSATZABTEILUNG
„Abhängen“
mit der Feuerwehr
Aktiver Dienst Als Erwachsene bei der Feuerwehr einsteigen? Geht! Schritt eins ist hierbei
meist die Teilnahme an einer Übung. Ein Selbst-Test gibt einen Einblick. Von Alisa Grün
Ja, da hänge ich nun in
den Seilen – an einer
Hauswand in Mittelfischach,
an einem Samstagabend,
in Feuerwehrmontur.
Meine Füße baumeln in
luftiger Höhe, während ich mich
darauf konzentriere, das Seil in
meiner rechten Hand nicht loszulassen.
Beziehungsweise – nur
nach und nach, Zentimeter für
Zentimeter, bis ich genügend
Spielraum habe, um mit aller
Kraft meine Beine gegen die
Wand zu stemmen und mich
langsam dem sicheren Boden zu
nähern. Was für ein Kraftakt,
diese Selbstrettung. Ich setze
den ersten Fuß auf den Asphalt.
Der zweite folgt. Endlich kann
ich meine rechte Hand wieder
öffnen und das Seil lockern. Das
Adrenalin strömt durch meine
Adern – obwohl nicht mal eine
echte Gefahrenlage gegeben ist.
Breit grinsend wende ich mich
den anderen Kameradinnen und
Kameraden zu, die mir mit Daumen
nach oben signalisieren,
dass ich die Selbstrettung aus
dem oberen Stockwerk der
Küblersäle gemeistert habe.
Wie fühlt es sich an, in der
Einsatzkleidung zu stecken?
Doch warum das Ganze? Ich
nehme an diesem Abend an einer
regulären Übung der Freiwilligen
Feuerwehr Obersontheim
teil, um herauszufinden,
wie es ist als Erwachsene bei den
Brandschützern einzusteigen.
Zwar schreibe ich schon seit einigen
Jahren für „Brandaktuell“,
kenne demnach die Materie
„Feuerwehr“ im Landkreis, dennoch
hatte ich bislang keine Vorstellung,
wie es sich anfühlt in
der Einsatzkleidung zu stecken,
geschweige denn darin die Aufgaben
einer Einsatzkraft zu bewältigen.
„Wer bei der Feuerwehr einsteigen
möchte, macht eigentlich
erstmal genau das: an einer
Übung teilnehmen und damit für
Im Ernstfall kann es sein, dass sich die Einsatzkräfte selbst retten müssen, also aus einem Fenster
abseilen. Das durfte Redakteurin Alisa Grün ausprobieren: „Den eigenen Körper über den Fensterrahmen
zu hieven und sich mit ganzem Gewicht in Seil und Gurt zu hängen, kostet Überwindung!“
sich selbst prüfen, ob man das
machen möchte“, erklärt mir
Kommandant Daniel Finster. Da
lohne es sich natürlich, wenn,
wie an diesem Abend, aufwendigere
Themen geübt werden.
Nur weil die Presse dabei ist also
eine Highlight-Übung veranstalten?
Von wegen! Auf die Kameradinnen
und Kameraden wartet
mehrmals im Monat solch
eine Einheit, jedes Mal mit einem
anderen Thema, damit im
Ernstfall jeder Handgriff sitzt –
da bedarf es keiner großen Worte.
Das merke ich, als wir noch
am Feuerwehrhaus Obersontheim
auf die unterschiedlichen
Fahrzeuge verteilt werden – je
Fahrzeug eine Einsatzgruppe.
Heute sind wir etwa 40 Mann
und Frau, die an der Übung teilnehmen.
Mir wird im Löschfahrzeug
(LF 20) der Platz des Melders
zugewiesen. „Jede Funktion
hat ihren festen Platz. Da gibt
es also keine freie Sitzwahl und
alle anderen drumherum wissen
auch, welche Aufgabe die jewei-
Der Einstieg in
die Feuerwehr
Wer sich der Einsatzabteilung
einer Feuerwehr anschließen
möchte, muss
mindestens 18 Jahre alt
sein. Vorkenntnisse sind
keine nötig, denn bevor es
zum Einsatz geht, muss eine
70-stündige Grundausbildung
absolviert werden.
Ist man dann ausgebildeter
Freiwilliger Feuerwehrangehöriger,
wird die regelmäßige
Teilnahme an Übungen
und Fortbildungen erwartet.
Kosten entstehen für die
Tätigkeit keine: Die Gemeinde
stellt die benötigte
Dienst- und Schutzkleidung
und trägt die Kosten für die
Ausbildung oder den Verdienstausfall
bei Einsätzen.
Die Einsatzkräfte sind zudem
bei Unfällen oder
Sachschäden versichert.
lige Person hat“, macht mir mein
Gruppenführer Tobias Gutheiß
deutlich. Zu neunt fahren wir zu
dem ausgedienten Wirtshaus,
das als Übungskulisse dient.
Dort angekommen steht zuerst
der Punkt „Tragbare Leitern“
auf der Agenda. Während
ich noch mit der ungewohnten
Schutzkleidung zu kämpfen
habe – Latzhose, dicke Jacke,
Handschuhe, Helm, immerhin
überraschend leichte Stiefel, dafür
aber ein mächtiger Gürtel
samt Axt, die nun an meiner
Taille baumelt – heben die anderen
bereits die Leitern vom Dach
unseres Fahrzeugs. Schnell werde
ich eingewiesen, wie ich mitzutragen
habe, wo ich stehen
sollte und worauf zu achten ist,
damit jederzeit alle in Sicherheit
sind. Routiniert wird so die Leiter
am Rahmen des Fensters im
ersten Stock positioniert.
Jetzt heißt es für mich: ab
nach oben. „Immer nur die
Sprossen greifen und im Reitersitz
dann durchs Fenster ins Gebäude
steigen“, erklärt mir To-
EINSATZABTEILUNG 11
bias Gutheiß. Höhenangst ist
jetzt definitiv fehl am Platz. Daran
verschwende ich in diesem
Moment auch keinen Gedanken.
Denn im Hinterkopf zu wissen,
dass ich durch die Überwindung
womöglich ein Menschenleben
retten könnte, minimiert meine
irrationale Angst vor der Höhe.
Hinzu kommt natürlich, dass jeder
Teilnehmende der Übung
doppelt abgesichert wird. So
auch, als der nächste Punkt geübt
wird: die Personenrettung.
Das Opfer in dem Fall: ich.
Hierfür wird mir von Jochen
Maas, der die heutige Übung gemeinsam
mit Herbert Werkmann
leitet, zunächst ein Sicherungsgeschirr
mitsamt eines
Rettungsseils angelegt. Im Falle
eines echten Einsatzes wäre das
zeitlich nicht möglich, macht er
mir deutlich. Gerettet werde ich
von Andreas Frey, der mit Atemschutzgerät
an der Übung teilnimmt,
und mit dem ich nun zusammen
wieder aus dem Fenster
auf die Leiter und Strebe für
Strebe nach unten steige.
Atemluft in Flaschen ist
deutlich schwerer als gedacht
Genauso wie er ist auch Anica
Groß Atemschutzgeräteträgerin.
„Möchtest du die Ausrüstung
mal aufsetzen?“, fragt sie mich.
Und schon werden mir die
Atemluftflaschen auf den Rücken
geschnallt. Ich bin wortwörtlich
schwer beeindruckt,
denn es ist nicht mal eben mit
einem vollbepackten Wanderrucksack
zu vergleichen, was die
Einsatzkräfte da mitschleppen,
während sie sich etwa durch verrauchte
Räume navigieren, am
Boden kriechen oder damit Personen
über eine Leiter retten
müssen. Nicht das erste Mal
steigt meine Hochachtung davor,
was die Feuerwehrleute freiwillig,
im Ehrenamt für ihre Mitmenschen
leisten.
„Jeder hat die Möglichkeit
sich in seiner Feuerwehrlaufbahn
zu spezialisieren – etwa auf
Absturzsicherung oder zum
Atemschutzgeräteträger“, unterstreicht
Andreas Frey. Das zeigt
sich mir während der Übung
auch immer wieder: So sind etwa
Kameraden der Absturzsicherung
vorwiegend für die Absicherung
bei der Selbstrettung
aus dem Fenster zuständig, für
die Fahrzeuge die Maschinisten.
Im Falle eines Autounfalls wären
die Spezialisten der Technischen
Hilfeleistung besonders
gefordert.
„Bei der Feuerwehr findet jeder
seinen Einsatzbereich, mit
dem er am besten die gesamte
‚Mannschaft‘ unterstützen
kann“, macht auch Alexandra
Zieffle deutlich. Sie ist selbst erst
durch ihren Mann im Erwachsenenalter
zur Feuerwehr gekommen.
Inzwischen fungiert sie sogar
als stellvertretende Vorsitzende
des Kreisfeuerwehrverbands
Schwäbisch Hall.
Rund zweieinhalb Stunden
nach meiner Ankunft am Feuerwehrhaus
in Obersontheim komme
ich dort auch wieder an – erschöpft
und beeindruckt. Jetzt
heißt es für alle: aufräumen und
die Gerätschaften wieder bereit
für einen Einsatz machen. Atemluftflaschen
werden in der Werkstatt
ausgetauscht. Die Verwendung
wird akribisch dokumentiert.
Die Uniformen werden von
jedem einzelnen ordentlich im
eigenen Spind verstaut, sodass
sie sofort griffbereit sind. Und
dann? Wird die Geselligkeit zelebriert,
die auch die Zugehörigkeit
zur Feuerwehr ausmacht. Im
Aufenthaltsraum wird noch ausgiebig
gewitzelt, Alltägliches geteilt
und viel gelacht.
Starten als Erwachsene?
Eine ziemlich gute Idee!
Mein Test geht damit zu Ende
und ich ziehe mein Fazit: Wer
auch nur einen kleinen Funken
Interesse für die Feuerwehr in
sich spürt, sollte unbedingt den
Schritt wagen und auf die örtlichen
Wehren zugehen. Darüber
zu lesen, zu sprechen oder Reportagen
zu sehen, sind letztlich
doch kein Vergleich zu dem, wie
es ist, selbst an einem Samstagabend
im gelb-rot-blauen Outfit
an einer Hauswand zu hängen
und hautnah mitzuerleben, welche
Leistung und welches Spezialwissen
die Kameradinnen
und Kameraden aller Altersklassen
da körperlich und geistig in
Extremsituationen abrufen. Starten
im Erwachsenenalter? Absolut
möglich und mit Sicherheit
ausschließlich eine Bereicherung
für alle Seiten!
Redakteurin Alisa Grün hat an einer Übung der
Feuerwehr Obersontheim teilgenommen. Fotos: Ufuk Arslan
12
ALTERSABTEILUNG
Aktiv auch nach der
Zeit bei den Aktiven
Altersabteilung Die Kameraden pflegen die Gemeinschaft. Sie treffen sich regelmäßig,
unternehmen Reisen und stehen als Nachrücker bei Einsätzen bereit. Von Claudia Linz
Wir Feuerwehrleute
sind Herdentiere“,
sagt Karl
Schenk und
lacht. Fügt aber
gleich hinzu: „Das mit den Herdentieren
müssen Sie nicht
schreiben.“ Das klinge zu despektierlich
– und sei auch nicht
so gemeint. Was der 78-Jährige,
der regelmäßig die Treffen der
Crailsheimer Altersabteilung besucht,
ausdrücken will: Die Kameradschaft
und die Freude an
der Gemeinschaft höre nicht auf,
nur weil man mit 65 Jahren „zu
alt“ für den aktiven Dienst bei
der Feuerwehr ist. Deshalb sei
es ein „Segen“, dass es die Altersabteilungen
in den Gemeinden
des Landkreises gebe.
Selbstverständlich ist das
nicht. Bei den Wehren in Bayern
etwa gebe es diese Abteilungen
nicht, sagte Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender
Alfred Fetzer
in seinem Grußwort bei der
Frühjahrs- und Delegiertenversammlung
der Altersabteilungen
des Landkreises Schwäbisch
Hall im März in Ilshofen. „Da
sind wir in Baden-Württemberg
besser aufgestellt als in unserem
Nachbarbundesland.“ Er selbst
finde es klasse, ein Leben lang –
also ab vier oder fünf Jahren in
der Kindergruppe und dann bis
ins hohe Alter – bei der Feuerwehr
sein zu können.
Bis ins hohe Alter darf man
dabei wörtlich nehmen. „Unser
ältestes Mitglied wird in diesem
Jahr 99 Jahre alt“, berichtet Roland
Braun, der die Schwäbisch
Haller Altersabteilung mit derzeit
96 Mitgliedern leitet. Allerdings
lebe der betagte Feuerwehrmann
inzwischen in einem
Pflegeheim und könne nicht
mehr zu den Treffen kommen.
Ich finde es
klasse, ein
Leben lang bei der
Feuerwehr sein zu
dürfen.
Alfred Fetzer
Kreisfeuerwehrverband
Roland Braun engagiert sich seit
18 Jahren für die Kameraden in
der Altersabteilung in Schwäbisch
Hall. Fotos: Claudia Linz
Roland Braun übernahm das
Amt 2008 von Fritz Häußlein,
der die Altersabteilung seit der
Gründung durch Walter Seyboth
im Jahr 1983 geleitet hatte. Zuvor
hatte Braun vom 18. bis zum 55.
Lebensjahr bei den Aktiven
Dienst getan hatte. Die Kameradschaft
und die gegenseitige
Achtung sei es, die er schätzt,
und für die er das Amt gern
übernommen hat. Der 79-Jährige
organisiert die geselligen
Treffen, zum Beispiel im Lemberghaus,
Betriebsbesichtigungen
wie die beim Landmaschinenhersteller
Zürn in Hohebuch,
beim Blechbearbeitungsunternehmen
IOB in Neukupfer, in
der Dorfkäserei Geifertshofen
und bei Specht Nudel und Eier
in Zweiflingen. Bei den beiden
letzteren waren auch die Frauen
der Kameraden eingeladen. Für
die Reisefreunde der Freiwilligen
Feuerwehr Schwäbisch Hall,
aber auch für alle Kreisfeuerwehrsenioren,
hat er schon Ausflüge
nach Hamburg und England
auf die Beine gestellt. Im
vergangenen Jahr ging es in den
Bayerischen Wald und ins Elsass,
erzählt Roland Braun, der das
Amt auch in den kommenden
zwei Jahren bekleiden wird.
Bei der Delegiertenversammlung
stellt Kreisobmann Roland
Schmitt derweil das Ziel des
diesjährigen Jahresausflugs vor.
Er hat eine Donau-Kreuzfahrt
geplant, weist auf den Anmeldeschluss
hin und gibt die Zustiegsmöglichkeiten
in den Bus
nach Passau bekannt. Sein Antrieb
als Kreisobmann der Altersabteilungen
ist es, Lebensfreude
zu vermitteln und die älteren
Kameraden vor der Einsamkeit
zu bewahren. Sie sollen,
nachdem sie jahrelang die Gemeinschaft
gepflegt haben, nach
dem aktiven Dienst nicht plötzlich
in ein Loch fallen. Für die,
die nicht mehr so weit reisen
möchten, gibt es Geselligkeit
auch in der Nähe. Für September
hat er ein Weinfest im Freilandmuseum
Wackershofen inklusive
Musik vom Feuerwehrmusikzug
mit Kreisstabführer
Louis Jourdan organisiert.
Gerhard Klein (65, links) und Obmann Franz Weissinger (73) von der
Altersabteilung in Michelbach/Bilz.
Drei von 38 Mitgliedern der Altersabteilung Crailsheim (von links):
Obmann Paul Ackermann (78), Heinz Bohn (76), Karl Schenk (78).
ALTERSABTEILUNG 13
Joachim Altdörfer vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erklärt bei
der Delegiertenversammlung, was man wissen sollte, wenn man
einen automatisierten externen Defibrillator (AED) bedienen muss.
Die Reisefreunde der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall
besuchten im vergangenen Jahr das Elsass und die Vogesen
sowie den Kaiserstuhl bei Freiburg in Südbaden.
Foto: privat
Im MTW auf Tour
Auch Paul Ackermann (78), Obmann
der Crailsheimer Feuerwehrsenioren,
organisiert immer
wieder Treffen und Ausflüge für
seine Altersabteilung. Geht es in
die nähere Umgebung, also etwa
nach Rothenburg ob der Tauber,
Bad Mergentheim und an den
Brombachsee, gehen die Kameraden
mit dem Mannschaftstransportwagen
(MTW) auf
Tour. Oft sind die Frauen, aber
auch die Witwen ehemaliger Mitglieder
eingeladen. Heinz Bohn
(76) freut sich immer, die „alten
Kameraden“ wiederzutreffen,
und auch Firmenbesichtigen wie
die bei Paletten Schroth in Neustädtlein
findet er interessant.
„Die Kameradschaft aufrechtzuerhalten
und die ehemaligen
Aktiven zu treffen“ ist auch das
Anliegen von Gerhard Klein, der
mit 65 Jahren erst vor kurzem zur
Altersabteilung in Michelbach/
Bilz gestoßen ist. Dort zählt er zu
den „Jungen“. Dass der Altersdurchschnitt
höher ist, stört ihn
nicht und er erinnert sich mit den
Kameraden gern an Ereignisse
aus der aktiven Zeit. Für die Michelbacher
organisiert Obmann
Franz Weissinger Zusammenkünfte
in Gasthäusern in der Umgebung,
etwa in Uttenhofen, Rauhenbretzingen
und Steinbrück.
Der Obmann und Mitglieder der
Altersabteilungen Michelbach
und Mainhardt haben aber auch
beim Aktionstag „Erlebnis Feuerwehr“
im vergangenen Jahr in
der Arena Hohenlohe tatkräftig
beim Aufbau mit angepackt.
Die Ressourcen, die es zweifellos
in den Altersabteilungen
gibt, möchte Roland Schmitt
künftig auch mit dem Projekt
Das Potenzial
und die
Einsatzerfahrung
aus jahrelangem
Training sind ja da.
Roland Schmitt
Obmann Kreisfeuerwehrsenioren
„Einsatzreserve“ nutzen. Als erstes
Team im Kreis haben sich
dazu kürzlich 15 Mitglieder der
verschiedenen Altersabteilungen
in Mainhardt zusammengeschlossen
und mit der notwendigen
Ausrüstung ausgestattet. Sie
können als Nachrücker vom
Kommandanten bei zeitaufwändigen
Einsätzen wie etwa einem
Waldbrand oder bei Sturmschäden
nachgefordert werden, also
dann, wenn die Aktiven an ihre
personellen und kräftemäßigen
Grenzen kommen. „Das Potenzial
und die Einsatzerfahrung aus
jahrelangem Training sind ja da“,
begründet Roland Schmitt diesen
Schritt, „und es wäre doch schade,
das nicht zu nutzen“. Versicherungsrechtliche
Voraussetzung
allerdings sei, dass die Kameraden
körperlich fit sind und
keine Krankheiten oder körperlichen
Einschränkungen haben.
Wichtig ist dem Kreisobmann
auch, dass die Teilnehmer bei
Veranstaltungen wie der Delegiertenversammlung
in Ilshofen
„etwas Nützliches mit nach Hause
nehmen“. Daher hatte er Joachim
Altdörfer vom Arbeiter-Samariter-Bund
(ASB) eingeladen,
der erklärte, wie man einen automatisierten
externen Defibrillator
(AED) bedient und worauf
zu achten ist. Etwas, das auch
nach der aktiven Zeit bei der
Feuerwehr im Privatleben von
Nutzen sein kann.
Als erstes Team im Kreis schlossen sich 15 Mitglieder der Altersabteilungen in Mainhardt zusammen,
die bei Bedarf bei Einsätzen vom Kommandanten nachgefordert werden können.
Foto: privat
14
KATASTROPHENSCHUTZ
Für Stromausfall gerüstet
Vorsorge In Berlin waren vor einigen Wochen Tausende Menschen mehrere Tage ohne
Strom. Was man für so ein Szenario besser zur Hand haben sollte – und was nicht.
Kein Internet, kein Licht,
kein Herd: Fällt der
Strom aus – so wie in
Teilen Berlins im Januar
geschehen – fällt vielen womöglich
erst so richtig auf, was
ohne ihn alles nicht funktioniert.
Gut also, wenn man für den
Fall der Fälle gewappnet ist und
ein paar Dinge zu Hause hat: Taschenlampen
mit Batterien etwa
für ein wenig Licht und ein batteriebetriebenes
Radio oder
Kurbelradio. Dazu rät das Bundesamt
für Bevölkerungsschutz
und Katastrophenhilfe (BBK).
Denn wenn man keinen Internetempfang
mehr hat und das
Handy schlapp macht, könne
man mit dem Radio bei langanhaltenden
Stromausfällen immerhin
informiert bleiben und
Mitteilungen der Behörden verfolgen.
Warm bleiben ohne Strom
Besonders in den kälteren Monaten
außerdem ein Thema:
Wärme ohne Strom. Wer einen
Kamin oder Ofen hat, hat Glück
– und sollte für den Fall der Fälle
einen Vorrat an Kohle, Briketts
oder Holz anlegen. Weniger gemütlich,
aber vor allem bei kürzeren
Stromausfällen oft ausreichend:
mit warmen Decken und
warmer Kleidung arbeiten und
in einem Raum mit geschlossenen
Türen bleiben, damit die
Wärme nicht entweichen kann.
Doch Vorsicht: Regelmäßig
lüften sollten man trotzdem. Besonders
wenn Kerzen genutzt
werden, um für etwas Licht zu
sorgen. Denn dann, so das BBK,
ist eine regelmäßige Erneuerung
des Sauerstoffgehalts in den
Räumen wichtig.
Vorsicht bei Kerzen
Überhaupt Kerzen: Die können
es zwar gemütlich machen,
wenn es ohne Strom duster wird.
Sie können aber auch umfallen
und großen Schaden anrichten.
Die Kerzen deshalb nie unbeaufsichtigt
brennen lassen. Die Berliner
Feuerwehr rät derzeit, lieber
zu Taschenlampen zu greifen.
Sie weist außerdem darauf
hin: Gasbetriebene Heizgeräte
nicht in Innenräumen benutzen.
WARNUNG
bei Gefahrenlagen
Nach einem Stromausfall steigt die Brandgefahr, wenn elektrische Geräte unbeaufsichtigt wieder
anlaufen: Herd, Bügeleisen und Heizlüfter Die Warnung sollten ausgeschaltet erhalten Sie über: oder vom Netz getrennt werden.
Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast, Radio
Hier besteht Vergiftungsgefahr. te und Müsliriegel. Um abzuschätzen,
wie viel es braucht, Dann können Geräte bei Rück-
Stromausfalls auszuschalten.
und Fernsehen, Sirenen, Lautsprecherwagen,
Auch Holzkohlegrills haben in
Innenräumen nichts verloren, Internetseiten kann man oder etwa Stadtinformationstafeln.
den Vorratskalkulator
kehr der Stromversorgung
warnt die Aktion „Das sichere
Haus“ (DSH), weder als Wärmequelle
noch zum Kochen – das
für Notsituationen nutkehr
zen, den das Bundeslandwirtschaftsministerium
online zur
nicht unbemerkt laufen und zu
einer Gefahr werden.
Ein weiteres Risiko: Gehen
kann schnell lebensgefährlich Verfügung stellt. Immer zu Hause
alle Stromverbraucher bei
werden, es droht eine Kohlenmonoxidvergiftung.
Wenn haben die sollte Gefahr man vorüber ausreichend ist, Rückkehr der Stromversorgung
Vorräte erhalten an Sie Trinkwasser eine Entwarnung. – und bei schlagartig wieder in Betrieb,
Laut einem Marktcheck der Bedarf Babynahrung, so das könnte das schlimmstenfalls zu
Verbraucherzentrale Sachsen ist
auch ein Spirituskocher keine
gute Idee. Denn das Nachfüllen
von Brennspiritus in den heißen
BBK.
Und was braucht es sonst
noch? Sinnvoll können solarbetriebene
Batterieladegeräte oder
Schäden an den Geräten oder
der Hausinstallation führen.
Eine Lösung: Ist der Strom wieder
da, die Geräte nacheinan-
Brenner ist äußerst gefährlich. eine aufgeladene Powerbank der einzeln in Betrieb nehmen.
Zudem ist Nehmen es nicht Sie ratsam, eine Warnung größere
Informieren Mengen an Sie Spiritus sich! Denn: zu la-
Nur bei wer Stromausfällen weiß, wie Warnung funktionie-
funktioniert nach und was Wiederherstellung bei einer Warnung der
sein. immer Außerdem: ernst und Bargeld. folgen Sie Denn den Handlungsempfehlungen!
Zuletzt: Aufmerksam sein und
gern. Eine bessere Alternative: zu tun ist, kann ren womöglich sich und andere auch bestmöglich die Geldausgabeautomaten
nicht mehr. Wiedereinschalten von Gerä-
schützen. Stromversorgung und beim
einen Kocher mit Brennpaste für
Stromausfälle parat haben.
ten auf Funken, Brandgeruch
Laut BBK eignet sich etwa ein Der Strom kommt zurück oder Rauchentwicklung ach-
AUSFÜHRLICHE INFORMATIONEN ZUR WARNUNG
Fondue-Set mit Brennpaste, um
DER BEVÖLKERUNG FINDEN SIE HIER:
Essen in kleinen Mengen zu kochen.
Auch mit einem Untersetzer
mit Teelicht (Stövchen) lassen
sich Fertigsuppen aufwärmen.
Gaskocher dürfen nur genutzt
werden, wenn sie auch für
Innenräume zugelassen sind.
Am besten legt man sich aber
einen Lebensmittelvorrat mit
haltbarem Essen an, das sich
auch gut kalt essen lässt: eingelegtes
Gemüse und Obst in Dosen
etwa, Nüsse, Trockenfrüch-
Bei einer Gefahrenlage wie beispielsweise
einem Brand, einem Bombenfund oder einer
Trinkwasserverunreinigung ...
… veröffentlichen die zuständigen
Behörden eine Warnmeldung.
WAS SIE BEACHTEN SOLLTEN:
Doch auch der längste Stromausfall
endet irgendwann. Dann
droht möglicherweise ein unerwartetes
Risiko: Brandgefahr
durch den unkontrollierten Betrieb
elektrischer Geräte. Deswegen
wichtig: Rechtzeitig
prüfen, dass elektrische Geräte
wie Bügeleisen, Herd, Ofen,
Wasserkocher oder Heizlüfter
ausgeschaltet sind oder der
Netzstecker gezogen ist, rät das
BBK. Am besten ist, sofort alles
nach Bemerken eines
WIE SIE SICH AUF NOTSITUATIONEN VORBEREITEN
ten.
dpa
SOLLTEN, ERFAHREN SIE HIER:
Hier gibt’s noch
mehr Tipps zur
Notfallvorsorge
FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN
STATISTIK
15
2025
in Zahlen
Statistik Das vergangene Jahr im Überblick:
Alle Daten zu den Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall.
438
556
Fehlalarme fließen in die
Statistik ein
Mal musste technische
Hilfe geleistet werden
12
246
Feuerwehrmänner und
-frauen wurden bei Einsätzen
verletzt
Fahrzeuge umfasst der
Fuhrpark der Wehren
3045
288
aktive Kameraden und
Kameradinnen engagieren
sich bei den Feuerwehren
Frauen sind bei den Feuerwehren
aktiv
75
1576
Abteilungen gibt es in allen
31 Feuerwehren zusammengefasst
Einsätze galt es zu
bewältigen
160
Menschen konnten aus
Notlagen gerettet werden
Der Brand der historischen Herrenmühle in Obersontheim zählte zu
den größten und bewegendsten Einsätzen im vergangenen Jahr.
FOTO: PRIVAT
20
Feuerwehrleute führen
ihre Tätigkeit hauptamtlich
aus
37
1552
452
2
Personen konnten leider
nur noch tot geborgen
werden
Männer und Frauen sind
ausgebildete Atemschutzgeräteträger
Brände wurden gelöscht
Musikzüge mit insgesamt
60 Angehörenden gibt es:
einen in Wallhausen und einen
in Ilshofen
16
SENSIBILISIERUNG
Die Menschen für
Gefahr sensibilisieren
Aufklärung Gefahren erkennen und für den Ernstfall vorbereitet sein – darüber spricht
Alfred Fetzer, Vorsitzender des Haller Kreisfeuerwehrverbands, im Interview. Von Alisa Grün
Herr Fetzer, eine verheerende
Brandkatastrophe ereignete
sich in jüngster Vergangenheit in
einem Schweizer Club. Die vielen
Todesopfer haben weltweit große
Betroffenheit ausgelöst.
Gleichzeitig wirft so ein Vorfall
aber auch die Frage auf: Haben
die Menschen überhaupt noch
ein Gefühl dafür, wann das Handy
in einer Gefahrensituation
weggelegt werden sollte, um
sich selbst zu retten?
Alfred Fetzer: Ich glaube, den
Menschen ist in solchen Situationen
leider oftmals nicht bewusst,
wie schnell sich so ein
Brand entwickeln kann und wie
lebensgefährlich es gerade für
sie ist. Durch diese Unwissenheit
kommt es dazu, dass Handys
nicht rechtzeitig weggelegt
werden, sondern eher das Feuer
noch gefilmt wird – es hat ja auch
eine gewisse „Anziehungskraft“.
Die Realisierung, dass es nun allerhöchste
Zeit ist, zu fliehen,
kommt so leider immer wieder
zu spät. Wenn dann noch Fluchtwege
nicht oder nur sehr schwer
erkennbar sind, kann das dazu
noch zu einer Panik führen.
Muss denn dafür noch mehr sensibilisiert
werden?
Ja, definitiv! Solange nichts passiert,
macht sich der Mensch
meist einfach keine Gedanken
über mögliche Gefahren und die
eigene Reaktion darauf. Jetzt gab
es wieder einige verheerende
Fälle und das Thema rückt wieder
in den Vordergrund. Dennoch
ist es auch von Feuerwehrseite
aus immens wichtig, dass
wir immer wieder Aufklärungsarbeit
leisten und die Menschen
für Brandgefahren sensibilisieren
und ihnen aufzeigen, wie sie
sich idealerweise verhalten können.
Ganz nach dem Motto: Steter
Tropfen höhlt den Stein.
Gibt es bestimmte Altersgruppen,
die hier besonders angesprochen
werden müssen?
KFV-Vorsitzender Alfred Fetzer plädiert für umsichtiges Verhalten
auf allen Seiten.
Also wir beobachten diese Unwissenheit
in allen Altersgruppen.
Aber es zeigt sich natürlich
schon, dass die jüngere Generation
– was eigentlich absolut naheliegend
ist – sorgloser beim
Thema Sicherheit und Brandschutz
ist und sich dementsprechend
auch verhält. Deswegen
ist es meiner Meinung nach auch
nötig, bereits in den Schulen zu
sensibilisieren. Einfach, damit
die jungen Leute wissen, wann
es wirklich gefährlich wird.
Sich richtig zu verhalten gilt
dann aber ja nicht nur in der
Schule: Im Restaurant, im Hotel,
in Veranstaltungshallen – die
Brandgefahr ist ja überall gegeben.
Was raten Sie dem Einzelnen
vorsorglich, um im Notfall
schnell reagieren zu können?
Im Hotel empfehle ich allen Gästen
beim Betreten der Hotelzimmer
die Fluchtwegpläne anzuschauen.
Die hängen meist an
der Zimmertür. Denn man kennt
sich im Gebäude ja nicht so gut
aus – manch einer verläuft sich
ja schon, ohne dass jetzt ein Notfall
ist. Wie soll man also auf Anhieb
den Weg finden, wenn dann
auch noch Rauch und Panik im
Wie soll man
auf Anhieb den
Weg finden, wenn
Rauch und Panik im
Spiel sind?
FOTO: ARCHIV/UFUK ARSLAN
Spiel sind? Außerdem sollte jeder
die Sicherheitshinweise
durchlesen, die auf den Zimmern
ausgelegt werden. Da steht
zum Beispiel die Telefonnummer
drauf, die man wählen
soll, wenn ein Schadensereignis
eintritt. Bei Events oder in Restaurants
sollte man sich auch
einmal einen Überblick verschaffen,
wo die Rettungshinweisschilder
sind. Und generell:
immer schauen, wo die Feuerlöscher
angebracht sind, damit
man im Ernstfall reagieren kann
und etwa einen Entstehungsbrand
löscht, bevor es zur Katastrophe
kommt.
Wenn Sie selbst bemerken, dass
beispielsweise ein Veranstalter
oder Wirt den Brandschutz nicht
richtig umsetzt, sprechen Sie es
an?
Ja, leider sind doch sehr oft
Fluchtwege verstellt oder Schilder
von der Einrichtung verdeckt.
Wenn es richtig eklatant
ist, bitte ich die Zuständigen vor
Ort darum, das zu prüfen – auch
in deren eigenem Interesse natürlich.
Können Veranstalter, Vereine,
Restaurantbetreiber und Co.
denn auf die Wehren zukommen,
um das eigene Brandschutzkonzept
durchzusprechen?
Ja, und das halte ich auch für
sehr sinnvoll. Wer Fragen hat,
wie er den eigenen Brandschutz
verbessern kann, darf sich jederzeit
an die örtliche Feuerwehr
wenden. Mit Sicherheit stehen
die Kommandanten beratend zur
Seite. Klar ist aber: Sie können
keine Brandschutz-Ausarbeitung
machen. Aber sie können Empfehlungen
aussprechen, einfach
aus Sicht der Feuerwehr als „vorbeugender
Brandschutz“.
Stichwort: Selbstwirksamkeit.
Gibt es denn Szenarien, bei denen
Ihrer Meinung nach zu
schnell die „112“ gewählt wird?
SENSIBILISIERUNG 17
Wo hängt das grün-weiße Rettungszeichen? Das sollte man sich
idealerweise bewusst machen, sobald man sich zum Beispiel im
Hotel, einem Restaurant oder einer Eventhalle aufhält.
Im Zweifel ist es natürlich immer
besser, den Notruf zu wählen.
Aber es gibt schon Beispiele, bei
denen kein Feuerwehreinsatz nötig
wäre. Ganz klassisch: Wenn
mal im Keller fünf Zentimeter
Wasser stehen, kann ich mir auch
selbst mal einen Putzeimer und
einen Lappen holen und das alles
Aufwischen – da braucht es
für gewöhnlich keine Feuerwehrleute.
Oder aber wenn ein Ast auf
der Straße liegt. Da hilft es auch,
wenn man den – vorausgesetzt
natürlich die Umstände in Sachen
Wetter und Verkehrslage
lassen es zu – mal eben schnell
selbst auf die Seite trägt. Solche
Fälle beobachten wir in den letzten
Jahren häufiger, dass viele da
ihre Selbstwirksamkeit verlernt
haben. Da kann ich nur sagen:
mehr Mut zur Selbsthilfe!
Wenn im
Keller fünf
Zentimeter Wasser
stehen, kann ich
auch selbst Eimer
und Lappen holen
und aufwischen.
FOTO: ANDY0MAN/ADOBE.STOCK.COM
Rauchwarnmelder sind heutzutage
natürlich ein Muss, sie sind
ja sogar in Schlafräumen und
den Fluchtwegen bis ins Treppenhaus
vorgeschrieben. Aber
ich empfehle sie in allen Räumen
– für die Küche eignet sich zum
Beispiel ein Wärmemelder. Außerdem
sollte jeder einen Feuerlöscher
zu Hause haben. Wichtig
ist dabei, dass es sich mindestens
um einen sechs Kilo-, besser
einen zwölf Kilo-Feuerlöscher
handelt. So kleine Feuerlöscher,
wie es sie fürs Auto gibt, sind
meist innerhalb von zwei, drei
Sekunden leer. So schnell ist
nichts gelöscht leider. Eine gute
Ergänzung ist dann noch die
Löschdecke, vor allem in Bereichen,
in denen mit heißen Flüssigkeiten
umgegangen wird – explizit
Küchen. Denn damit kann
man schnell das Feuer ersticken,
ohne große Löschrückstände zu
Dieses Schild zeigt an, wo ein
Feuerlöscher zu finden ist.
haben. Das Pulver vom Feuerlöscher
aus den umliegenden Möbeln
zu bekommen, ist nämlich
ganz schön schwer. Diese drei
Utensilien als Privatperson vorzuhalten,
das gehört für mich als
Sicherheitsmaßnahme dazu – so
hat man schon mal die Grundlage
gelegt, um im Ernstfall handlungsfähig
zu sein.
FOTO: CHRISTOPHE PAPKE/ADOBE.STOCK.COM
Feuerlöscher, Rauchwarnmelder,
Löschdecke: Welche Utensilien
sollte jeder Haushalt besitzen,
um im Falle eines Brandes vorbereitet
zu sein?
18
GROSSEINSATZ
Großbrand Hand in
Hand gemeistert
Einsatz Beim Brand in der Alten Schule in Mainhardt bekämpfen mehr als 130 Feuerwehrleute
bis spät in die Nacht das Feuer. Das Archiv wird gerettet. Von Claudia Linz
Drei Großbrände innerhalb
weniger Wochen
– noch nie in der
Geschichte der Feuerwehr
Mainhardt
war solch ein Kraftakt zu leisten
wie im Herbst vergangenen Jahres.
Nachdem die Kameraden am
7. Oktober zu einem Wohnhausbrand
in Ammertsweiler gerufen
worden waren, folgte drei Wochen
später ein weiterer Großeinsatz.
„Brand 3 – Dachstuhlbrand“
lautete am 31. Oktober
um 11.47 Uhr das Einsatzstichwort.
In 90 Sekunden alarmiert
„Die Integrierte Leitstelle
Schwäbisch Hall kategorisiert
die Brände nach Schwere von
eins bis drei“, erläutert der Leitstellen-Systemadministrator
Marcel Noe. Dabei stehe 1 beispielsweise
für einen Mülleimeroder
Pkw-Brand, 2 für einen kleinen
Zimmer- oder Garagenbrand
und 3, wie in Mainhardt,
für einen Haus- oder Dachstuhlbrand.
Innerhalb von maximal
90 Sekunden nach dem Notruf
werden die Rettungskräfte alarmiert.
Großaufgebot aufgefahren
Im Fall des Brandes in der Alten
Schule in Mainhardt wird ein
Großaufgebot aufgefahren. Die
Feuerwehren aus Mainhardt,
13 Stunden und nochmal erneut an drei Tagen ist die Wehr beim Brand der Alten Schule im Einsatz.
Ammertsweiler, Bubenorbis,
Geißelhardt und Hütten rücken
ab 11.51 Uhr aus und erreichen
wenige Minuten später den Einsatzort
im Zentrum von Mainhardt.
Die Schwäbisch Haller
Wehr und die aus Wüstenrot,
letztere wurde um 12.02 Uhr
vom Kommandanten nachgefordert,
kamen mit je einer Drehleiter
hinzu. Der stellvertretende
Kreisbrandmeister Armin
Klingenbeck aus Crailsheim,
zum Zeitpunkt des Unglücks befand
er sich in Hall, stößt dazu.
Dazu kommen Rettungskräfte
unterschiedlicher Organisationen
wie THW, DRK und Polizei
sowie Fachleute, die sich der
psychosozialen Notfallversorgung
der 15 Bewohner des Dachgeschosses
der Alten Schule annehmen.
Insgesamt 190 Einsatzkräfte
sind vor Ort, davon 130
von der Feuerwehr.
Lage wird sondiert
Erster am Einsatzort ist um 11.55
Uhr Mainhardts Feuerwehrkommandant
Maximilian Walther.
Als Qualitätsmanager bei der
DRK-Landesschule Baden-Württemberg
in Stuttgart, arbeitet er
im Homeoffice, als der digitale
Meldeempfänger Alarm schlägt.
Wir haben
das Feuer
erfolgreich
bekämpft und das
Archiv gerettet.
Maximilian Walther
Gesamtkommandant Mainhardt
Er zieht sich eilig um, schnappt
sich sein Fahrzeug und fährt los.
Schon von weitem sieht er den
weißen Rauch über der Ortsmitte,
der nur kurze Zeit später
pechschwarz werden wird. Seine
erste Aufgabe ist es, die Lage
vor Ort zu erkunden und Struktur
in den gleich folgenden Einsatz
zu bringen. Was hat Priorität,
was kann warten?
Für Wassernachschub gesorgt
An oberster Stelle steht immer
die Menschenrettung, weiß Walther.
In Mainhardt haben alle Bewohner
das Haus verlassen. Es
gibt keine Vermissten. Er kon-
GROSSEINSATZ
19
seiner Frau und fünf Kindern
lebte er in der Alten Schule. Obwohl
vor seinen eigenen Augen
sein ganzes Hab und Gut in
Flammen aufgeht, setzt er sich
für den Schutz der Bevölkerung
ein und hilft bei den Löscharbeiten.
Von oben von der Drehleiter bekämpfen die Feuerwehrleute das Feuer.
zentriert sich auf das Nächstdringlichste,
die Brandbekämpfung
und die stabile Versorgung
mit Wasser. „Die Löschfahrzeuge
halten 2400 Liter vor. Das
reicht aber nur für die ersten
Einsatzminuten“, erklärt Walther.
Daher wird eine mehrere
hundert Meter lange Schlauchleitung
vom Lammsee auf der
anderen Seite der Bundesstraße
zum Brandort gelegt und es werden
verschiedene Hydranten angezapft.
Rückzugsbefehl übermittelt
„Als die Rettungskräfte eintrafen,
war der Brand kurz vor dem
gefürchteten ,Durchzünden’“,
erinnert sich der damals 30 Jahre
alte Kommandant. Durchzünden
bedeutet, dass sich das Feuer
durch die Rauchgasentstehung
und die enorme Hitze explosionsartig
ausbreitet. Weil
diese Gefahr besteht, zieht er die
Atemschutztrupps, die während
der ersten Minuten noch im Gebäudeinneren
gelöscht haben,
ab. „Die Eigengefährdung war zu
groß geworden“, erläutert Walther.
Per Funk wird der Rückzugsbefehl
übermittelt.
Von oben sowie von unten
werden Wasser und Schaum auf
den brennenden Dachstuhl gespritzt.
Die Hitze ist inzwischen
so stark geworden, dass die
Dachhaut reißt und die Dachziegel
platzen. Sie krachen nach unten.
Weil die züngelnden Flammen
nun mehr Sauerstoff bekommen,
beschleunigt sich die
Brandentwicklung – und um
13.56 Uhr kommt eine neue Herausforderung
hinzu.
Archiv wird leergeräumt
Im Erdgeschoss der Alten
Schule lagert das Gemeindearchiv.
Ein Schatz von hohem kulturellen
Wert, vieles nicht digitalisiert.
Weil das Wasser
durch die Wände und Decken
nach unten sickert, werden riesige
Folien über die Archivregale
gespannt und eine Ablaufrinne
für das Löschwasser geschaffen.
In der Folge wird das
Archiv leergeräumt. Vier Stunden
wird das dauern. Doch bevor
es so weit ist, ist Improvisationstalent
gefragt. Kisten
müssen her – und Lebensmittelmärkte,
Bäcker und Metzger
stellen eiligst Unmengen davon
zur Verfügung. Kisten mit Stapeln
von Archivordnern werden
dann mittels einer Menschenkette
in bereit stehende
Lkw verladen. Auch Mitarbeiter
des Bauhofes, der Rathausverwaltung
und Rettungskräfte
packen mit an.
Fotos: Feuerwehr Mainhardt
„Es war eine außerordentlich
eindrucksvolle Zusammenarbeit“,
zeigt sich der Kommandant
im Nachhinein beeindruckt.
In den stündlichen Lagebesprechungen
wird entschieden, wie
es weitergeht. Immer wieder
muss improvisiert werden, etwa
bei der Beschaffung der Kisten
für das Archiv. Doch Hand in
Hand und in stundenlanger Arbeit
werden die verschiedenen
Herausforderungen gemeistert.
Der Brand wird bekämpft, die
Nachbargebäude werden beschützt,
die Wasserleitung wird
gelegt und das Archiv gerettet.
Plastik brennt
wie Zunder
und bildet giftige,
gefährliche Partikel
im Rauch.
Eigenes Heim gelöscht
Einer der Kameraden im Einsatz
ist Hekmatulla Hekmat. Vor einiger
Zeit ist er als Flüchtling
nach Mainhardt gekommen und
der Feuerwehr beigetreten, weil
er „Deutschland etwas zurückgeben“
wollte. Zusammen mit
Der Brand ist schwarz
Etwa um ein Uhr nachts und
nach rund 13-stündigem Einsatz
ist der „Brand schwarz“. Das ist
der Fachausdruck dafür, wenn
ein Brand gelöscht ist. Damit die
Helfer bei Kräften bleiben und
auch mal entspannen können,
sorgt das DRK für Verpflegung.
Damit die Männer und Frauen
gefahrlos essen und trinken
können, steht ein um 12.27 Uhr
angeforderter Hygienewagen
bereit, in dem sich beispielsweise
der Ruß von den Händen und
aus dem Gesicht gewaschen
werden kann. „Plastik, etwa in
Gardinen und Furnieren, brennt
wie Zunder und bildet giftige
Partikel im Rauch“, erläutert
Kommandant Walther. Das sei
gefährlich auf der Haut und erst
recht, wenn es mit dem Essen
in den Körper gelange. „Ich finde
es großartig, dass die Feuerwehr
Schwäbisch Hall den Gerätewagen
Hygiene zum Schutz
der Feuerwehrleute angeschafft
hat“, sagt er.
Glutnester schwelen weiter
„Dachstuhlbrände sind immer
eine besondere Herausforderung“,
weiß Kommandant Walther.
Die Feuerwehr geht mit einer
Mischung aus Wasser und
Schaum vor. Zudem fällt viel
Schutt an, unter dem sich gefährliche
Glutnester verbergen
können, die, sobald sie etwas
Luft bekommen, erneut Feuer
entwickeln können. Und tatsächlich
muss die Mainhardter
Feuerwehr am Samstag, Allerheiligen,
um 14.08 Uhr, am
Sonntag um 9.15 Uhr und am
folgenden Mittwoch um 8.29
Uhr aufgrund solcher Glutnester
erneut ausrücken. Nachbarn
hatten die Rauchbildung gemeldet.
Nur zwei Tage später,
am Dienstag, wurde die Mainhardter
Wehr dann zu einem
Wohnhausbrand in Hohenstraßen
gerufen. „Da hatten wir
dann schon fast Routine“, kann
Walther, der im März 2024 zum
Gesamtkommandanten der
Feuerwehren Mainhardt gewählt
wurde, dem Einsatz etwas
Positives abgewinnen. „Bei
jedem Einsatz lernt man dazu.“
20 GROSSEINSATZ
Dachstuhlbrand in Mainhardt: Auszug aus dem Einsatzprotokoll der Integrierten Leitstelle Schwäbisch Hall vom 31. Oktober 2025
11:46:44 Uhr
Erster Anruf
über die 112 mit
der Meldung,
dass aus dem
Dach der Alten
Schule in Mainhardt
Rauch quillt
11:47:30 Uhr
Vollalarm für die
Feuerwehren Mainhardt
und Schwäbisch
Hall-West
mit Drehleiter und
Löschfahrzeug
11:47:32 Uhr
Alarmierung von
Kreisbrandmeister
und Lageführungsdienst
der Integrierten
Leitstelle
Schwäbisch Hall
11:51:20 Uhr
Abrücken der
Einsatzfahrzeuge
aus Bubenorbis,
11:52:56 aus Hütten
und 11:54:54
aus Mainhardt
12:14:59 Uhr
Lagemeldung
der Einsatzleitung:
Nun o−ener Brand
des Dachstuhls
der Alten Schule
12:04:17 Uhr
Information an die
ILS Heilbronn
zur Entsendung der
Feuerwehr Wüstenrot
(Lkr. Heilbronn)
mit Drehleiter
12:02:02 Uhr
Weitere Drehleiter
wird benötigt.
Zwei Trupps unter
Atemschutz im
Einsatz, eine
Person wird vermisst
11:55:14 Uhr
Eintre−en erster
Fahrzeuge der
Feuerwehr Mainhardt,
Lagemeldung „Starke
Rauchentwicklung
aus Dachstuhl“
12:27:12 Uhr
Einsatzleitung
fordert weitere
KräŸe der Wehr aus
Schwäbisch Hall an:
Gerätewagen Atemschutz und
Einsatzhygiene
12:28:20 Uhr
Alarmierung der
Feuerwehr
Schwäbisch Hall-Ost
zur Entsendung
der nachgeforderten
KräŸe
12:37:46 Uhr
ILS löst
Bevölkerungswarnung
über NINA-App aus:
starke Rauchentwicklung,
Fenster und Türen
geschlossen halten
12:58:15 Uhr
Eintre−en der
nachgeforderten
KräŸe der Feuerwehr
Schwäbisch Hall
1.November 2025: 00:08:49 Uhr
Brand überwiegend gelöscht.
Brandwache bleibt vor Ort,
restliche Einheiten
beenden den Einsatz
18:35:19 Uhr
Nachlöscharbeiten,
Feuer žammt
immer wieder auf,
Archiv wird
weiterhin ausgeräumt
13:56:33 Uhr
Archiv der Gemeinde
ist durch Löschwassereintritt
gefährdet.
FeuerwehrkräŸe mit
Wassersauger im Einsatz
13:09:02 Uhr
Lagemeldung der
Einsatzleitung: Ö−nung
des Dachstuhls
über beide Drehleitern
ATEMSCHUTZGERÄTETRÄGER 21
In der Gefahr kühlen
Kopf bewahren
Atemschutzgeräteträger Die Ausbildung bereitet auf eine der schwersten und wichtigsten
Aufgaben vor. 19 Feuerwehrleute nahmen im Herbst teil und bestanden. Von Claudia Linz
Zur Ausbildung gehört ein Belastungs-Check auf dem Fitnessfahrrad, dem „Hand-Fahrrad“ und auf der Endlosleiter. Klaus Lehnert (links)
und Jochen Lutz spornen die Teilnehmer zum Durchhalten an und achten darauf, dass niemand über seine Grenzen geht. Foto: Claudia Linz
Mit dicken Handschuhen,
Feuerwehrhelm
und
Atemschutzmaske
tritt ein junger
Mann auf dem Fitnessfahrrad in
die Pedale. Ein anderer läuft in
schweren Stiefeln und mit aufgesetzter
Atemluftflasche auf dem
„Hand-Fahrrad“. Ein Dritter klettert
die Endlosleiter in voller
Montur empor. Stufe um Stufe
kämpft er sich mit seiner 25 Kilogramm
schweren Ausrüstung
nach oben. Je länger es dauert,
desto mühevoller werden die
Tritte. Die Atemgeräusche aus
der Schutzmaske werden schwerer
und klingen nicht unähnlich
denen von Darth Vader aus Star
Wars. Zwischen den Dreien stehen
zwei Ausbilder in Zivil. Sie
In der
Ausbildung
wird gelehrt, dass
es kein Ich gibt,
sondern nur ein Wir.
Jeder hilft jedem.
Uwe Hartmann
Ausbildungsleiter Atemschutz
spornen die Drei zum Durchhalten
an, passen aber auch auf, dass
niemand über seine physischen
und psychischen Grenzen geht.
Sie wissen: Ein Zuckerschlecken
ist die Atemschutzgeräteträger-
Ausbildung nicht, im Gegenteil.
„Es ist eine der wichtigsten,
schwersten und gefährlichsten
Aufgaben im Bereich Feuerwehr“,
sagt Lehrgangsleiter Uwe
Hartmann. Die Ausbildung bereitet
die Feuerwehrleute auf den
Einsatz an vorderster Stelle bei
der Personenrettung und Brandbekämpfung
vor.
Selbst ist Uwe Hartmann bei
der Feuerwehr, seitdem er Teenager
war. So wie sein Opa, sein
Vater, seine Geschwister. 1982
trat er den Aktiven bei. 1987 absolvierte
er seine Atemschutzgeräteträger-Ausbildung,
fünf Jahre
später wurde er Ausbilder in
diesem Bereich. Ihm sei es wichtig,
den jungen Feuerwehrfrauen
und -männern nicht nur ein Heft
in die Hand zu drücken, das sie
auswendig lernen sollen. Vielmehr
will er sie mit seinem eigenen
Erfahrungsschatz ausrüsten
und praxisnah auf das vorbereiten,
was auf sie zukommen kann.
Ob Massenkarambolage auf der
Kochertalbrücke in den 1980er
Jahren, ein Hubschrauberabsturz
oder ein besonders tragischer
Wohnungsbrand – in über 40 Jahren
bei der Feuerwehr hat Uwe
Hartmann auch viel Schreckliches
erlebt. Und wenn er an früheren
Unglücksstellen vorbeifährt,
kommen die Erinnerungen
für einen Moment hoch. Doch
22
ATEMSCHUTZGERÄTETRÄGER
wirklich schwere Einsätze seien
zum Glück die Ausnahme. „In 80
bis 90 Prozent der Fälle werden
wir zu relativ einfach zu löschenden
Wohnungs- oder Zimmerbränden
gerufen“, sagt er.
Atemluft für bis zu 30 Minuten
1600 Liter komprimierte Atemluft
tragen die Atemschutzgeräteträger
beim Einsatz auf ihrem
Rücken. „Diese Menge reicht für
20 bis 30 Minuten, und diese Zeit
gilt es, möglichst effektiv zu nutzen“,
erklärt Uwe Hartmann den
Lehrgangsteilnehmern. Drei Dinge
seien beim Einsatz mit Atemschutzgerät
überlebenswichtig,
sagt er. Erstens, dass man zunächst
den Keller und die unteren
Stockwerke checkt, bevor
man nach oben geht. „Sonst besteht
die Gefahr, dass die Flammen
die Feuerwehrleute von hinten
einholen und der Rückweg
versperrt ist.“ Das zweite sei, das
Manometer im Auge zu behalten.
Denn ist etwas weniger als die
Hälfte der Atemluft verbraucht,
muss unter allen Umständen der
Rückweg eingeschlagen werden.
Es muss
schnell
gehen, sonst hat
die Person keine
Überlebenschance.
Uwe Hartmann
Ausbildungsleiter Atemschutz
Die Feuerwehrleute helfen einander beim Richten der Maske (oben)
und betreten immer zu zweit ein brennendes Gebäude (unten).
D
Sarah Wolz zieht sich die Schutzkleidung an.
Zum dritten sei elementar, auch
in Stresssituationen einen klaren,
kühlen Kopf zu behalten.
Zu zweit im Gefahrenbereich
Um Sicherheit zu geben, gehe
man stets zu zweit in den Gefahrenbereich
und wieder heraus.
„In der Ausbildung wird gelehrt,
dass es kein Ich gibt, sondern nur
ein Wir. Jeder hilft jedem.“ Man
weist einander auf mögliche Gefahren
hin und packt, wenn eine
Person etwa mit Rauchgasvergiftung
gerettet werden muss, zu
zweit an. Mithilfe einer Schlinge
um beide Füße oder den Oberkörper
wird sie dann so schnell
wie möglich herausgezogen, so
Uwe Hartmann, „Sonst hat sie
keine Überlebenschance“. Dass
sich ein Feuerwehrmann den zu
Rettenden einfach über die
Schultern wirft und heldenhaft
aus dem brennenden Haus rennt,
sei ein Mythos, räumt Uwe Hartmann
mit einem gängigen Bild
auf. „So etwas gibt es nur im
Film“, sagt er, und wäre kräftemäßig
ohnedies nur möglich,
wenn die zu rettende Person unter
40 Kilogramm wiegt.
Schlauch als Ariadnefaden
An einer der Stationen wird die
Personenrettung geübt. Hintereinander
und in leicht gebückter
Haltung betreten zwei Feuerwehrleute
durch eine Tür ein angeblich
brennendes Haus. Gewissermaßen
als „Ariadnefaden“
Fotos: Claudia Linz
führen sie einen Schlauch mit
sich, um sicher wieder herauszufinden.
Haben sie die 75 Kilogramm
schwere Übungspuppe in
der dunklen, verrauchten Umgebung
gefunden, üben sie die verschiedenen
Rettungstechniken,
wie beispielsweise das Schleifen
oder das gemeinsame Tragen an
Oberkörper und Beinen.
Risiko überschaubar
Sarah Wolz aus Langenburg ist
eine davon. Dabei hatte sie das
ursprünglich gar nicht vor. „Als
ich in die Feuerwehr eintrat,
habe ich zu meinem Mann gesagt,
dass ich mich nicht zur
Atemschutzgeräteträgerin ausbilden
lassen würde.“ Schon allein
deshalb, weil Sarah Mutter
von drei kleinen Kindern ist.
Umentschieden hat sie sich, weil
sie eine der wenigen Feuerwehrleute
in Langenburg ist, die im
Notfall auch vormittags Zeit zum
Ausrücken haben. „Natürlich besteht
immer ein gewisses Risiko,
aber durch die gute Ausbildung
und die gegenseitige Absicherung
ist es überschaubar“, ist sie
überzeugt. Trotzdem hatte sie
natürlich Respekt vor den Aufgaben.
„Ich war skeptisch, ob ich
mit den vielen körperlich fitten
jungen Männern um die 20 mithalten
können würde.“
Nicht nur die Maske behindert
Aber dann habe es ihr richtig
Spaß gemacht. „Es lief erstaun-
ATEMSCHUTZGERÄTETRÄGER 23
Uwe Hartmann zeigt die Sitzplätze für die Atemschutzgeräteträger
im Löschfahrzeug.
lich gut“, sagt die 43-Jährige, die
im Rheinland aufgewachsen und
nach Stationen in Frankreich,
Neuseeland und Heilbronn in
Langenburg gelandet ist. Am
schwierigsten und anstrengendsten
sei gewesen, an der Endlosleiter
nicht schlapp zu machen
und sich in voller Montur durch
die vernebelte Atemschutzgerätestrecke
zu zwängen. „Es ist ja
nicht nur die Maske, die behindert.
Man stößt auch mit dem
Helm und der Atemluftflasche
dauernd an und ist durch das Gewicht
der Ausrüstung in der Beweglichkeit
sehr eingeschränkt.“
Kinder und Atemschutz
Ihr Wissen, wie man sich bei einem
Brand richtig verhält, gibt
Sarah Wolz bei den Übungen der
Kinderfeuerwehr in Langenburg
weiter. Zusammen mit den Vierbis
Achtjährigen bastelt sie gemeinsam
mit den anderen Betreuern
Atemschutzgeräte und baut
einen kleinen Atemschutzparcours
auf, der, wenn sich die Kinder
trauen, auch vernebelt wird.
„Wir gestalten das wie eine
Schatzsuche und am Ende finden
die Kinder dann eine Tüte Gummibärchen
oder etwas ähnliches“,
sagt sie. Wichtig ist ihr aber auch,
Ich war
skeptisch, ob
ich mit den vielen
körperlich fitten
jungen Männern um
die 20 mithalten
können würde.
Sarah Wolz
Lehrgangsteilnehmerin
den Kleinen zu vermitteln, dass
hinter der Atemschutzmaske ein
Mensch steckt und sie keine
Angst haben müssen. Deshalb hat
sie auch eine richtige Atemschutzgeräteträgerausrüstung
dabei,
die die Kinder anfassen und,
wenn sie möchten, auch anprobieren
dürfen.
70 Männer und 15 Frauen
15 Männer und vier Frauen nahmen
am Lehrgang für Atemschutzgeräteträger
im November
2025 in Schwäbisch Hall-Ost teil.
Alle 18- bis 46-Jährigen haben bestanden.
Insgesamt fanden 2025
in Schwäbisch Hall drei Atemschutzlehrgänge
mit 51 Teilnehmern,
44 Männern und sieben
Frauen, statt. Dazu kamen im vergangenen
Jahr zwei Atemschutzlehrgänge
in Crailsheim mit 34
Teilnehmern, darunter waren
acht Frauen.
24
BÜRGERMEISTER IM GESPRÄCH
Beim Bayerischen Leistungsabzeichen hat Bürgermeister David Beck (5. von rechts) im vergangenen Jahr bereits hautnah Einblicke in die
Arbeit der Feuerwehr erhalten.
Foto: privat
Vom Rathaus an
die Einsatzstelle
Einblick Braunsbachs Bürgermeister David Beck spricht über Kameradschaft,
Unterstützung und darüber, warum er die Grundausbildung absolviert. Von Adina Bauer
Die Feuerwehr ist in
Braunsbach mehr als
eine kommunale
Pflichtaufgabe. Allein
die Flutkatastrophe
2016 hat gezeigt, wie wichtig die
Institution für Schutz, Zusammenhalt
und Verlässlichkeit ist.
Im Gespräch erklärt Bürgermeister
David Beck, warum eine
leistungsfähige Feuerwehr für
das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen
und Bürger unverzichtbar
ist, welche Herausforderungen
Kommunen heute bei der
Ausstattung, Finanzierung und
Nachwuchsgewinnung bewältigen
müssen und vor allem auch,
weshalb er sich trotz vollem Terminkalender
für die Grundausbildung
im Herbst 2026 angemeldet
hat.
Herr Beck, welche Rolle spielt die
Feuerwehr für das Sicherheitsgefühl
in Ihrer Gemeinde?
David Beck: Das ist eigentlich
ganz einfach zu beantworten:
Die Feuerwehr gehört für mich
zur unverzichtbaren Daseinsvorsorge.
So drastisch das vielleicht
klingen mag, aber ohne Feuerwehr
würden viele Dinge
schlichtweg nicht funktionieren.
Ich muss nicht groß an die Flut
2016 erinnern. Damals wäre es
ohne die Feuerwehr überhaupt
nicht gegangen. Und damit meine
ich ausdrücklich nicht nur unsere
eigene Feuerwehr in
Braunsbach, sondern auch die
umliegenden. Der Zusammenhalt
war von unschätzbarem
Wert. Ohne diese Hilfe wäre es
für uns unglaublich schwer gewesen,
die Lage überhaupt zu
bewältigen. Und auch abseits eines
solchen Großschadensereignisses
ist die Feuerwehr im Notfall
die Organisation, auf die sich
die Menschen verlassen können.
Feuerwehr ist aber auch ein kostenintensiver
Pflichtbereich für
eine Kommune. Welche Herausforderungen
sehen Sie da?
Die Herausforderung ist ganz
klar: Die Feuerwehr ist eine
Pflichtaufgabe, aber eben auch
eine sehr teure. Wenn man hört,
dass ein Feuerwehrfahrzeug zwischen
400.000 und 500.000 Euro
kostet, dann schluckt man als
Bürgermeister natürlich erst einmal.
Das sind Summen, die für
eine Kommune wie Braunsbach
erheblich sind. Trotzdem muss
ich sagen: In Braunsbach haben
wir in den vergangenen Jahren
sehr viel in die Feuerwehr investiert.
Nach der Flut hat Braunsbach
ein neues Magazin bekommen.
In Arnsdorf wurde kräftig
investiert: Dort gibt es ein mittleres
Löschfahrzeug, einen
Mannschaftstransportwagen
und zusätzlich den Anbau mit
zwei Boxen, damit die Fahrzeuge
überhaupt ihren Platz haben.
Allein dieses Projekt lag fast bei
einer Million Euro, dazu kommen
die Fahrzeuge selbst noch
einmal mit mehreren hunderttausend
Euro. Das zeigt schon,
dass wir die Feuerwehr nicht nur
als Pflichtaufgabe betrachten,
sondern als einen Bereich, in den
wir bewusst investieren, weil wir
wissen, wie wichtig er für die
Gemeinde ist.
Wie unterstützt die Gemeinde
die Feuerwehr ganz konkret?
Zunächst einmal natürlich durch
die finanzielle Ausstattung. Die
Feuerwehr beschreibt das selbst
sehr treffend: Alles, was an Fahrzeugen,
Gebäuden, Pumpen oder
Geräten da ist, gehört der Gemeinde
und damit letztlich der
Allgemeinheit. Die Feuerwehrangehörigen
sind diejenigen, die
diese Mittel nutzen und mit ihnen
im Einsatz arbeiten. Das finde
ich einen wichtigen Gedanken.
Denn es zeigt: Was die Gemeinde
bereitstellt, dient allen
Bürgerinnen und Bürgern.
Gleichzeitig pflegt und trägt die
Feuerwehr diese Ausstattung in
einem Maße, was man wahrscheinlich
gar nicht aufrechnen
BÜRGERMEISTER IM GESPRÄCH
25
kann – ehrenamtlich und mit
großem Verantwortungsgefühl.
Aber Unterstützung bedeutet
doch noch mehr als nur Geld bereitzustellen?
Absolut. Für mich ist es genauso
wichtig, dass man regelmäßig
und vertrauensvoll miteinander
spricht. Ich habe in der Vergangenheit
mit dem früheren Kommandanten
Rolf Dierolf hervorragend
zusammengearbeitet,
und auch mit seinem Nachfolger
Christian Bauer läuft der Austausch
sehr gut. Dieses Verhältnis
zwischen Kommandant und
Bürgermeister ist unglaublich
wichtig. Der Kommandant ist für
mich das Ohr und die Stimme
der Feuerwehr. Über ihn bekomme
ich mit, was die Feuerwehr
bewegt, wo es vielleicht Themen
gibt, wo etwas rumort oder wo
Probleme gelöst werden müssen.
Und dann ist es meine Aufgabe,
diese Anliegen ernst zu nehmen.
Umgekehrt profitiert auch die
Gemeinde von der Feuerwehr
über den Einsatzdienst hinaus,
oder?
Ja, absolut. Das ist ein ganz wichtiger
Punkt. Ich freue mich immer,
wenn die Feuerwehr auch
das gesellschaftliche Leben in
der Gemeinde mitträgt. Wenn
Vereine oder eben auch die Feuerwehr
bei Gemeindefesten mithelfen,
einen Stand betreiben
oder Veranstaltungen mitgestalten,
dann bereichern sie das ganze
Ortsleben. Das ist viel wert.
Hierfür braucht es ehrenamtlichen
Einsatz. Ohne den geht bei
der Feuerwehr nichts. Wie ist die
Lage in Braunsbach – hat die
Feuerwehr genügend Mitglieder?
Wie wahrscheinlich überall
könnte man sagen: Genug Mitglieder
hat man nie. Wir freuen
uns über jede und jeden, der dazukommt.
Aktuell zählen wir
rund 100 aktive Mitglieder in der
Feuerwehr Braunsbach, dazu die
Altersabteilungen und die Jugendfeuerwehr.
Auf unsere Jugendfeuerwehr
bin ich persönlich
sehr stolz. Dort sind rund 16
Kinder und Jugendliche aktiv,
dazu kommen mehrere Betreuerinnen
und Betreuer. Das ist
eine tolle Entwicklung. Denn Jugendfeuerwehr
ist nicht nur
Nachwuchsgewinnung, sondern
auch Jugendarbeit im besten Sinne.
Natürlich gibt es Sportvereine
und andere Angebote – aber
die Jugendfeuerwehr ist noch
einmal etwas ganz Eigenes. Der
Idealfall ist natürlich: Jemand
kommt als Kind zur Jugendfeuerwehr,
bleibt dabei, macht später
die Grundausbildung und
wird aktives Mitglied.
Was müsste aus Ihrer Sicht passieren,
um die Feuerwehr für
neue Mitglieder noch attraktiver
zu machen?
Ein wichtiger Punkt ist aus meiner
Sicht die Ausbildung. Wir
müssen den Einstieg attraktiv
und machbar halten. Gerade für
Erwachsene ist das heute eine
Ein Scheunenbrand in Zottishofen war einer der ersten Einsätze, zu
denen Beck als Bürgermeister gerufen wurde. Hier merkte er schnell,
wie schwer die Verantwortung wiegt.
Foto: Corinna Janßen
Im Notfall tauscht sich Bürgermeister David Beck eng mit den
Fachkräften aus.
Foto: Corinna Janßen
echte Herausforderung. Viele
stehen mitten im Berufsleben,
haben Familie, Kinder, Verpflichtungen.
Da ist es nicht so einfach,
zusätzlich eine umfangreiche
Grundausbildung in einen
vollen Alltag zu integrieren.
Deshalb wünsche ich mir an
manchen Stellen mehr Flexibilität,
zum Beispiel mehr modulare
Strukturen. Also die Möglichkeit,
einzelne Bausteine nachzuholen,
wenn jemand einmal verhindert
ist. Dabei geht es nicht
darum, Anforderungen zu senken
– im Gegenteil. Es geht darum,
gute Ausbildung so zu organisieren,
dass sie mit dem heutigen
Lebensalltag besser vereinbar
ist.
Daneben spielt Öffentlichkeitsarbeit
eine große Rolle. Wir hatten
zuletzt Formate wie „Feuerwehr
zum Anfassen“, also eine
Art Tag der offenen Tür, bei dem
Interessierte die Feuerwehr kennenlernen
können. Solche niederschwelligen
Angebote finde
ich sehr wichtig. Man muss den
Menschen die Möglichkeit geben,
Feuerwehr einmal unmittelbar
zu erleben.
Sie wollen im Herbst selbst die
Grundausbildung absolvieren.
Was hat Sie dazu motiviert?
Es gibt dafür mehrere Gründe.
Der erste ist ganz einfach: Ich
möchte die Feuerwehr besser
verstehen – technisch, organisatorisch
und praktisch. Wenn die
Feuerwehr sagt, sie braucht zehn
neue Schläuche, dann kann ich
im Moment nur bedingt beurteilen,
wie dringlich das ist. Ich bin
da aktuell in vielen Bereichen
einfach Laie. Es geht mir überhaupt
nicht darum, irgendjemanden
zu kontrollieren. Aber ich
möchte Entscheidungen fundierter
treffen können.
Der zweite Punkt ist persönlicher.
Durch verschiedene Erlebnisse
ist mir die Feuerwehr in
den vergangenen Jahren immer
nähergekommen. Zunächst ganz
sachlich im Arbeitskontext, damals
noch als Hauptamtsleiter,
als es darum ging, Einsätze abzurechnen
– etwa nach Verkehrsunfällen,
wenn Kosten mit
Versicherungen abgerechnet
werden mussten. Da bin ich zum
ersten Mal intensiver mit dem
Thema in Berührung gekommen.
Hinzu kommt, dass mein
Schwiegervater und auch mein
Schwager seit Langem bei der
Feuerwehr sind. Wenn man dann
am Frühstückstisch über Einsätze
spricht, bekommt das Thema
noch einmal eine andere Nähe.
26
BÜRGERMEISTER IM GESPRÄCH
Gab es ein konkretes Erlebnis,
das Ihren Blick auf die Feuerwehr
verändert hat?
Ja, mehrere sogar. Ein sehr prägender
Moment war meine Einsetzung
als Bürgermeister im
Jahr 2024. Ich kann mich noch
gut daran erinnern, wie mir damals
von der Feuerwehr die Jacke
angezogen wurde. In diesem
Augenblick wurde mir noch einmal
sehr bewusst: Jetzt bist du
tatsächlich auch Chef der Feuerwehr
in Braunsbach. Das ist
nicht nur ein formaler Satz, sondern
mit Verantwortung verbunden.
Kurz darauf gab es dann auch
schon eine konkrete Lage, an die
ich mich sehr gut erinnere: ein
Scheunenbrand in Zottishofen.
Ich wollte eigentlich gerade zur
Muswiese fahren, dann kam die
Nachricht, dass ein Einsatz läuft
und ich bitte vorbeikommen soll.
Also bin ich rausgefahren. Der
Kreisbrandmeister war da, es
ging darum, wie man weiter vorgeht,
ob zum Beispiel ein Bagger
beauftragt werden soll, um Glutnester
auseinanderzuziehen. In
so einem Moment merkt man
sehr schnell, worauf es ankommt:
auf Vertrauen in die Einsatzkräfte.
Natürlich lässt man
sich erklären, welche Optionen
es gibt. Aber am Ende hört man
auf die Fachleute vor Ort. Diese
Situation hat mich geprägt, weil
sie mir gezeigt hat, wie konkret
die Verantwortung in solchen
Lagen wird.
Ob bei Großübungen oder bei Aktionstagen – David Beck will genau
wissen, mit welchen Werkzeugen die Feuerwehr arbeitet. Im Herbst
wird der Bürgermeister bei der Grundausbildung fundierte Kenntnisse
erhalten.
Fotos: privat
Ein weiterer wichtiger Schritt
war offenbar das Bayerische
Leistungsabzeichen?
Ja, das war tatsächlich ein
Schlüsselerlebnis. 2025 habe ich
mich daran beteiligt. Sechs Wochen
lang haben wir uns mittwochs
und samstags getroffen,
trainiert und die Abläufe einstudiert.
Das war für mich enorm
wertvoll, weil ich die Feuerwehr
dadurch nicht mehr nur von außen
wahrgenommen habe. Ich
war plötzlich Teil des Ganzen:
gemeinsam üben, sich gegenseitig
helfen, sich anfeuern, nach
der Übung noch zusammenstehen
und miteinander reden –
diese Kameradschaft habe ich
dort ganz unmittelbar erlebt. Da
merkt man auch, wie falsch manche
Klischees sind. Feuerwehr
ist eben nicht nur Geselligkeit,
sondern vor allem hochkonzentriertes
Üben, besser werden
wollen, Abläufe verinnerlichen.
Am Tag der Abnahme habe ich
mich dann wirklich zugehörig
gefühlt. Die Kameraden haben
mich herzlich aufgenommen,
und genau dieses Erlebnis hat
mich in meinem Entschluss bestärkt,
die Grundausbildung zu
machen.
Das heißt: Sie wollen nicht nur
Wissen erwerben, sondern
tatsächlich aktiv Mitglied
werden?
Ja, schon. Ich habe bereits einen
Spind, darin hängen Jacke und
Hose. Wenn ich heute zu einem
Einsatz gerufen werde, wie etwa
damals in Zottishofen, gehe ich
ins Magazin, ziehe mich an und
fahre raus. Wie das später genau
in der Rolle als Bürgermeister
und Feuerwehrangehöriger
funktioniert, muss man natürlich
sauber klären. Da werde ich
mich mit dem Kommandanten
abstimmen müssen. Es gibt sicherlich
Lagen, in denen ich eher
im Hintergrund bleiben sollte,
wenn gleichzeitig Entscheidungen
als Bürgermeister zu treffen
sind. Aber so weit sind wir noch
nicht. Erst einmal muss ich die
Grundausbildung absolvieren
und bestehen, dann sehen wir
weiter.
Glauben Sie, dass Sie durch die
Grundausbildung auch als Bürgermeister
anders entscheiden
werden?
Davon bin ich überzeugt. Schon
jetzt merke ich, dass allein das
Zuschauen bei Übungen meinen
Blick verändert. Wenn unser
Kommandant mir Bescheid gibt,
dass eine Großübung ansteht,
versuche ich oft, vorbeizukommen.
Das hilft enorm, um Szenarien
besser zu verstehen.
Ich erinnere mich zum Beispiel
an eine Übung an der gesperrten
Jungholzhauser Steige. Dort
wurde ein Verkehrsunfall simuliert:
ein Auto im Graben, ein
Fahrrad am Rand, dazu die Annahme,
dass möglicherweise
noch eine Person den Hang hinuntergestürzt
ist. Solche Lagen
zeigen einem sehr plastisch, wie
komplex Einsätze sein können
und wie viele Dinge gleichzeitig
gesehen und bewertet werden
müssen.
Blicken wir auf den Herbst:
Worauf freuen Sie sich bei der
Grundausbildung, und wovor
haben Sie vielleicht etwas
Respekt?
Ich freue mich vor allem auf die
Vernetzung. In der Grundausbildung
kommen Leute aus unterschiedlichen
Feuerwehren zusammen,
und das finde ich spannend.
Soweit ich weiß, werden
auch aus Braunsbach noch ein
oder zwei Personen mit dabei
sein. Gemeinsam in so einen
Kurs zu gehen, hat schon etwas
Verbindendes.
Respekt habe ich vor allem davor,
dass viele andere vermutlich
mit mehr Vorwissen hineingehen
als ich. Manche kommen aus
der Jugendfeuerwehr, haben
schon Grundlagen gelernt und
kennen viele Begriffe und Abläufe.
Das fehlt mir teilweise noch.
Ich bringe anderes Wissen mit –
aus der Verwaltung, aus der
kommunalen Verantwortung –,
aber das hilft einem in der feuerwehrtechnischen
Ausbildung
nur bedingt. Deshalb nehme ich
das auch nicht auf die leichte
Schulter. Ich möchte am Ende
mit echtem Wissen und echtem
Können aus dieser Ausbildung
gehen.
Dass Kameradschaft und Zusammenhalt wichtige Merkmale der
Feuerwehr sind, hat David Beck (Mitte) nicht zuletzt bei seiner
Teilnahme am Bayerischen Leistungsabzeichen 2025 erfahren.
NEUIGKEITEN 27
Das Team für Öffentlichkeitsarbeit des Kreisfeuerwehrverbands Schwäbisch Hall hat sich vergrößert: Mia Hollmer (Feuerwehr Stimpfach,
von links), Leonie Straub (Feuerwehr Satteldorf), Simon Hollmer (Feuerwehr Stimpfach), Christian Rosenau (Feuerwehr Fichtenberg),
Martin Brenner (Feuerwehr Wolpertshausen) und Elisa Schick (Feuerwehr Gaildorf). Am Tisch sitzt Thomas Baumann (Feuerwehr
Schrozberg). Außerdem gehört Jan Unfried von der Feuerwehr Michelbach an der Bilz zum Team.
Foto: Ufuk Arslan
Mehr Köpfe für die
Öffentlichkeitsarbeit
Unterstützung Der Kreisfeuerwehrverband Schwäbisch Hall baut einen eigenen Fachbereich
für Öffentlichkeitsarbeit auf. Das erste Projekt ist die Neugestaltung der Website.
Die Öffentlichkeitsarbeit
des Kreisfeuerwehrverbands
Schwäbisch Hall
wurde neu organisiert.
Auf Initiative des Vorsitzenden
Alfred Fetzer wurde aus
mehreren Kameradinnen und
Kameraden aus dem gesamten
Landkreis ein eigener Fachbereich
aufgebaut.
Im Herbst 2025 meldeten sich
mehrere Unterstützer, die Thomas
Baumann und Martin Brenner
bei dieser Aufgabe künftig
unter die Arme greifen möchten.
Die Gelegenheit wurde genutzt,
um die Öffentlichkeitsarbeit des
Verbandes neu aufzustellen. Innerhalb
weniger Monate entstand
so ein engagiertes Team,
das die Aufgaben künftig gemeinsam
übernimmt. Ziel des
neuen Fachbereichs ist es, die
anfallende Arbeit auf mehrere
Schultern zu verteilen und
gleichzeitig die Öffentlichkeitsarbeit
des Verbands weiter zu
professionalisieren.
Zu den ersten großen Projekten
gehört die grundlegende
Neugestaltung der Website des
Verbands. Parallel dazu soll auch
die Präsenz in den sozialen Medien
weiter ausgebaut und auf
ein zeitgemäßes Niveau gebracht
werden.
Thomas Baumann, der seit
über 30 Jahren die Öffentlichkeitsarbeit
für den Verband betreut,
freut sich über die Unterstützung:
„Im Team sind viele
unterschiedliche Kompetenzen
vertreten – von Webdesign über
Softwareentwicklung bis hin zu
organisatorischer Erfahrung.
Gleichzeitig bringen viele Mitglieder
bereits Erfahrung aus der
Öffentlichkeitsarbeit in ihrer
Feuerwehr mit.“
Neben dem Verfassen von Berichten,
der Pflege der Homepage
und der Betreuung der Social-Media-Kanäle
soll der Fachbereich
künftig auch die Zusammenarbeit
der Verantwortlichen
für Öffentlichkeitsarbeit in den
Feuerwehren im Landkreis stärken.
Ziel ist ein besserer Austausch
sowie die Bereitstellung
von Textvorlagen und Bildmaterial,
um die Arbeit bei Veranstaltungen
auf Kreisebene zu erleichtern.
Für die Erstellung und den
Start des ersten Online-Auftritts
des Kreisfeuerwehrverbands im
Jahr 2013 zeichnete Jens Marquardt
mitverantwortlich. Mit
den Worten „Nach dieser Zeit
überlasse ich die Tätigkeiten mit
der neuen Homepage dem Fachbereichsteam“,
verabschiedet er
sich nun aus der Öffentlichkeitsarbeit
des Verbands. pm
Hier geht‘s zur
Homepage des KFV
Schwäbisch Hall
Groß angelegte Übung der
Michelbacher Einsatzkräfte
gemeinsam mit der Haller Wehr
und dem ASB Schwäbisch Hall
im Seniorenpark Michelbach an
der Bilz.
Foto: privat
Jahresberichte 2025
Das hat die Feuerwehren im Landkreis Schwäbisch Hall bewegt
Inhaltsverzeichnis
29 Braunsbach
30 Blaufelden
32 Bühlertann /
Bühlerzell
33 Fichtenau /
Frankenhardt
34 Crailsheim
36 Gaildorf
38 Gerabronn
39 Fichtenberg
40 Ilshofen
41 Kirchberg/Jagst
42 Kreßberg
44 Langenburg
46 Kreisjugendfeuerwehr /
Kreis-Feuerwehr-
Senioren
47 Mainhardt
48 Michelbach/Bilz
49 Michelfeld
50 Oberrot
51 Rosengarten
52 Rot am See
53 Rot am See /
Obersontheim
54 Schwäbisch Hall
58 Satteldorf
60 Schrozberg / Syntegon
61 Stimpfach
62 Sulzbach-Laufen
63 Untermünkheim
64 Vellberg /
Wolpertshausen
65 Wallhausen
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
29
Ein Grund zum Feiern
Freiwillige Feuerwehr Braunsbach Ein großer Meilenstein war im vergangenen
Jahr der Abschluss der Erweiterung des Feuerwehrhauses der Abteilung West.
BRAUNSBACH
Aktueller Kommandant:
Christian Bauer
Aktive Mitglieder: 97
männlich: 89 | weiblich: 8
Abteilungen:
Nord, Mitte und West
Mitglieder Jugendwehr: 16
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 17
Technik und Fahrzeuge:
LF 16, HLF 10, 2 x LF 8, MZF, MLF,
MTW
Anzahl Einsätze 2025: 11
Website: www.braunsbach.de
Abteilungskommandant West, Rolf Abel, Feuerwehrkommandant Christian Bauer und Bürgermeister
David Beck (von links) bei der Feier zur Erweiterung des Feuerwehrmagazins West. Damit wurde das
„Drei-Standorte-Modell“ in der Gemeinde abgeschlossen.
Fotos: Corinna Janßen
Für die Freiwillige Feuerwehr
Braunsbach war das
Jahr 2025 in Bezug auf
Einsätze ein Jahr zum
Durchatmen. Neben einem
Brandeinsatz und den Einsätzen
der Führungsgruppe stand vor
allem die Unterstützung des Rettungsdienstes
auf den Meldeempfängern
und die Kommandanten
wurden zu verschiedenen
kleineren Einsätzen gerufen.
Dennoch war es ein arbeitsintensives
Jahr für die Mitglieder.
Anfang des Jahres wurde die
neue Führung rund um Christian
Bauer mit Stellvertreter Steffen
Schumacher, Daniel Stier
und Julian Weeber gewählt und
damit einhergehend eine neue
Struktur umgesetzt. Dem bisherigen
Kommandanten Rolf Dierolf
wurde in diesem Zusammenhang
für seinen langjährigen
Einsatz gedankt. Er wurde zum
Ehrenkommandanten der Gemeinde
Braunsbach ernannt.
Als großer Meilenstein wurde
im vergangenen Jahr der Ma-
gazinbau der Abteilung West abgeschlossen.
Im Juli wurde das
Feuerwehrhaus feierlich mit
Festakt eingeweiht. Damit wurde
das letzte Puzzleteil der neuen
Abteilungsstruktur mit drei
gleichwertigen Abteilungen fertiggestellt.
Neben zahlreichen Übungsdiensten
und der Beteiligung an
Kreis- und Gemeindeaktionen
wurde die Fortschreibung des
Feuerwehrbedarfsplans begonnen
und es wurden bereits Überlegungen
angestellt für die Gedenkfeier
zur Jährung der Flutkatastrophe
von Braunsbach im
Jahr 2026.
Die Kameraden und Gäste feiern die Einweihung des neuen
Feuerwehrmagazins in Arnsdorf.
30
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Heiße Übung
Freiwillige Feuerwehr Blaufelden Im Brandcontainer probten die Kameraden
am Feuerwehrhaus den Einsatz unter Extrembedingungen.
Am Brandcontainer: Aufgabe war, vom Dach aus über eine heiße Treppe zu einem simulierten Kellerbrand zu gelangen.
Fotos: privat
Im vergangenen Juli fand die
jährliche Brandcontainer-
Übung in Zusammenarbeit
mit der Netze BW statt. An
drei aufeinanderfolgenden
Samstagen nutzten Feuerwehren
aus dem gesamten Landkreis die
Möglichkeit, am Feuerwehrhaus
Blaufelden unter realitätsnahen
Bedingungen zu trainieren und
ihre Fähigkeiten im Atemschutzeinsatz
gezielt zu vertiefen. Die
Ausbildung stellte einen wichtigen
Baustein in der überörtlichen
Fortbildung dar und förderte
zugleich den fachlichen Austausch
zwischen den beteiligten
Wehren.
Der jeweilige Übungstag begann
mit einer fundierten theoretischen
Unterweisung. Behandelt
wurden unter anderem die
geltende Feuerwehr-Dienstvorschrift
zum Atemschutzeinsatz,
Aspekte der Einsatzstellenhygiene,
das korrekte Anlegen des
Pressluftatmers sowie grundlegende
Einsatzprinzipien und Sicherheitsregeln
im Brandcontainer.
Ziel war es, ein einheitliches
Ausbildungsniveau und ein gemeinsames
taktisches Verständnis
zu schaffen. Im anschließenden
Praxisteil stand zunächst
das Strahlrohrtraining im Vordergrund.
Hier konnten unterschiedliche
Löschtechniken unter
realitätsnaher Hitzeentwicklung
trainiert und gefestigt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt
lag auf dem taktisch richtigen
Vorgehen bei der Türöffnung zu
einem Brandraum. Die Teilnehmenden
übten, wie durch kurze
Türöffnungen mit drei gezielten
Wasserstößen das heiße Rauchgasgemisch
im Rauminneren
wirksam heruntergekühlt wird.
„Durch das unmittelbare Wiederschließen
der Tür lässt sich
ein unkontrollierter Sauerstoffeintrag
– und damit die Gefahr
einer Durchzündung – vermeiden“,
erläutert Kommandant
Rolf Deeg.
Beim eigentlichen Durchgang
im Brandcontainer arbeitete jeweils
ein Trupp aus zwei Kameradinnen
beziehungsweise Kameraden
gemeinsam mit einem
erfahrenen Ausbilder, der die
Übung begleitete und für die Sicherheit
verantwortlich war.
Trainiert wurden zwei Einsatzszenarien:
Zum einen ein Zimmerbrand,
ausgelöst durch einen
brennenden Elektroschaltschrank,
zum anderen das Vorgehen
vom Containerdach in einen
simulierten Kellerbrand. Dabei
musste unter starker Hitze
eine heiße Treppe überwunden
werden, um im unteren Bereich
mit möglichst sparsamer Wassernutzung
einen Gasschieber zu
schließen – „ein Szenario, das
körperlich wie taktisch hohe Anforderungen
stellte“, so Rolf
Deeg weiter.
Ein besonderer Ausbildungsbestandteil
war die Simulation
eines sogenannten Flash-Overs,
also der schlagartigen Durchzündung
von Rauchgasen in einem
geschlossenen Raum. Diese Extremsituation
realitätsnah zu erleben
und das richtige Verhalten
darauf zu trainieren, sei ein wesentlicher
Bestandteil der Brandcontainer-Ausbildung.
Rückblickend
habe sich gezeigt, dass die
Übung die Handlungssicherheit
der Atemschutzgeräteträger
deutlich erhöht habe und wichtige
Impulse für Ausbildung und
Einsatzpraxis in den beteiligten
Feuerwehren liefern konnte.
Geübt wurde auch das taktische
Öffnen der Türen.
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 31
BLAUFELDEN
Beim Durchgang im Brandcontainer arbeitete jeweils ein Trupp aus zwei Kameraden gemeinsam mit
einem erfahrenen Ausbilder, der die Übung begleitete und für die Sicherheit verantwortlich war.
Aktueller Kommandant:
Rolf Deeg
Aktive Mitglieder: 176
männlich: 167 | weiblich: 9
Abteilungen:
Billingsbach, Blaufelden,
Gammesfeld, Herrentierbach,
Wiesenbach
Mitglieder Jugendwehr: 24
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 30
Technik und Fahrzeuge:
MZF, MTW, 2 x MLF, LF 8,
3 x LF 10, SW 1000
Anzahl Einsätze 2025: 40
Website:
www.feuerwehr-blaufelden.de
32
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Seite an Seite im Einsatz
Freiwillige Feuerwehr Bühlertann Gemeinsam mit den Kameraden von der Feuerwehr
Bühlerzell wurde der Brand in der Herrenmühle in Obersontheim bekämpft.
Der Ausflug ins Allgäu war einer der Höhepunkte 2025.
Zahlreiche Einsätze, Feste
und Gemeinschaftserlebnisse
prägten das Jahr
2025. Besonders freuen
sich die Kameraden auf den Magazinneubau
und können es
kaum erwarten, ihr neues „Zuhause“
in Betrieb zu nehmen.
Besonders bewegend war ein
Einsatz in Obersontheim: Die
alte Herrenmühle stand beim
Eintreffen bereits im Vollbrand.
Für eine Person kam jede Hilfe
zu spät. Die Löscharbeiten dauerten
mehrere Stunden. Die
Atemschutzgeräteträger kämpften
Seite an Seite mit den Kameraden
der Feuerwehr Bühlerzell.
Eine Wasserversorgung wurde
errichtet und Bewohner eines
angrenzenden Wohnhauses evakuiert
und betreut.
Neben diesem Einsatz gab es
zahlreiche weitere: Zwölf Einsätze
wegen Brandlagen, neun technische
Hilfeleistungen, fünf aufgrund
von Brandmeldeanlagen,
drei in Zusammenhang mit Gefahrgut
sowie ein Einsatz aufgrund
eines Verkehrsunfalls.
Neben den Einsätzen stand
das Miteinander im Mittelpunkt.
Das Feuerwehrfest Ende Juli war
trotz des starken Regens ein voller
Erfolg. Das erste Cornhole-
Turnier habe die Kameraden
ebenso begeistert, wie das
Foto: privat
20-jährige Jubiläum der „Feuerwehr-Oldtimer“,
so Kommandant
Markus Schirle. Ein Höhepunkt
sei die Auszeichnung von
Ehrenmitglied Rudi Hofmann
gewesen, der für sein jahrzehntelanges
Engagement in Feuerwehr,
Oldtimerpflege und Jugendarbeit
das Feuerwehrehrenkreuz
des Kreisfeuerwehrverbandes
Schwäbisch Hall in Gold
erhielt. Ein weiteres Highlight
war der zweitägige Feuerwehrausflug
Ende Mai ins Allgäu mit
reichlich Genuss, Kultur und Geselligkeit.
BÜHLERTANN
Aktueller Kommandant:
Markus Schirle
Aktive Mitglieder: 48
männlich: 41 | weiblich: 7
Abteilungen: 1
Mitglieder Jugendwehr: 20
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 12
Technik und Fahrzeuge:
HLF 10/6, LF 10/6, MTW
Anzahl Einsätze 2025: 32
Website: www.buehlertann.de
Brennende Ballenpresse
Freiwillige Feuerwehr Bühlerzell Ein Strohacker stand in Flammen und beim Benefiz-
Treppenlauf im Haller Diak-Klinikum unterstützten die Kameraden eine gute Sache.
Sechs Kameraden starteten beim Diak-Treppenlauf.
In den heißen Julitagen war
die Feuerwehr Bühlerzell
mehrere Stunden beim großen
Flächenbrand eines
Strohackers im Einsatz. Ausgelöst
wurde der Brand durch die
Entzündung einer Ballenpresse.
Aufgrund der Trockenheit und
des Windes konnte sich das Feuer
schnell über einen großen Teil
des Ackers ausbreiten. Gemeinsam
mit den Wehren aus Obersontheim
und Bühlertann sowie
mit Unterstützung zahlreicher
Landwirte, die kontinuierlich
viel Wasser zur Einsatzstelle
brachten, konnte der Brand nach
und nach eingedämmt und
schließlich gelöscht werden.
Während des Einsatzes wurde
der Abrollbehälter „Wasser“ aus
Crailsheim nachgefordert und
die Feuerwehr Frankenhardt
stellte mit drei Fahrzeugen die
Einsatzbereitschaft für das Obere
Bühlertal sicher. Insgesamt
waren neben den Einsatzkräften
der Polizei und des Rettungsdienstes
rund 100 Feuerwehrleute
im Einsatz. Es wurden etwa
eine Million Liter Wasser verbraucht.
Der Brand erstreckte
sich über eine Fläche von rund
zwei bis drei Hektar.
Im Juli starteten sechs Kameraden
der Wehr beim Benefiz-
Foto: privat
Treppenlauf im Haller Diak. Als
einzige der teilnehmenden Feuerwehren
meisterten die Läufer
aus Bühlerzell die 394 Stufen
über 17 Stockwerke mit angeschlossenem
Atemschutzgerät.
Damit unterstützten sie einen
guten Zweck und blieben im
Training für die nächsten, bereits
geplanten Treppen- und
Schanzenläufe.
BÜHLERZELL
Aktueller Kommandant:
Patrick Rechtenbacher
Aktive Mitglieder: 72
männlich: 62| weiblich: 10
Abteilungen: I. Zug, II. Zug,
Kinderfeuerwehr, Jugendfeuerwehr,
Altersabteilung
Mitglieder Jugendwehr: 17
Mitglieder Kindergruppe: 18
Mitglieder der
Altersabteilung: 16
Technik, Fahrzeuge:
HLF 20 Rosenbauer,
GW-T Maise, VW MTW
Anzahl Einsätze 2025: 24
Website:
www.feuerwehr-buehlerzell.org
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
33
Lichterfahrt begeisterte
Freiwilige Feuerwehr Fichtenau Als Zeichen der Verbundenheit mit der Bevölkerung
schmückten die Kameraden ihre Fahrzeuge weihnachtlich und fuhren durch den Ort.
Lichterfahrt der Feuerwehr durch Fichtenau.
Foto: privat
Ein ganz besonderes Erlebnis
bot sich der Gemeinde
am 4. Advent. Die Kameraden
veranstalteten
eine stimmungsvolle Feuerwehr-
Lichterfahrt durch das gesamte
Gemeindegebiet. Dafür wurden
die Feuerwehrfahrzeuge aufwendig
mit zahlreichen Lichterketten
geschmückt und erstrahlten
in festlichem Glanz. Dabei
legte die Feuerwehr großen
Wert darauf, dass die Einsatzbereitschaft
jederzeit gewährleistet
blieb. Die Anbringung der
Beleuchtung erfolgte so, dass
alle Fahrzeuge im Ernstfall sofort
einsatzfähig gewesen wären.
Zusätzlich war ein Feuerwehrfahrzeug
während der gesamten
Fahrt voll besetzt mit ausgerüstet
und einsatzbereiten Kameradinnen
und Kameraden. In den
Abendstunden setzten sich die
leuchtenden Fahrzeuge in Bewegung
und fuhren durch alle Ortsteile
der Gemeinde Fichtenau.
Entlang der Straßen versammelten
sich zahlreiche Familien, um
das Spektakel zu bestaunen. Vor
allem bei den kleinen Kindern
sorgte die Aktion für große Begeisterung.
Aber auch viele Erwachsene
kamen aus dem Staunen
kaum heraus. Die Lichterfahrt
verbreitete eine festliche,
vorweihnachtliche Stimmung.
Mit der Aktion wollte die Feuerwehr
Fichtenau ein starkes
Zeichen der Verbundenheit mit
der Bevölkerung setzen und zugleich
ihre Einsatzbereitschaft
zu jeder Zeit zeigen.
FICHTENAU
Aktueller Kommandant:
Steffen Lüdtke
Aktive Mitglieder: 85
männlich: 77 | weiblich: 8
Abteilungen: Lautenbach,
Matzenbach, Unterdeufstetten,
Wildenstein
Mitglieder Jugendwehr: 20
Mitglieder Kindergruppe: –
Mitglieder der
Altersabteilung: 19
Technik und Fahrzeuge:
LF 10/6, LF 20 KatS, TLF 16/24,
LF 8, TSF, MTW
Anzahl Einsätze 2025: 30
Website:
www.fichtenau.de
In Flammen
Freiwillige Feuerwehr Frankenhardt
Scheunen- und Wohnwagenbrand gelöscht.
Die Feuerwehr wurde am
14. Juni gerufen, weil
Heuballen in Brand geraten
waren und eine
Scheune in Flammen stand.
Durch das schnelle Eingreifen
konnte ein Teil der Scheune gerettet
werden. Schwierig gestaltete
sich die Löschwasserversorgung.
Der nächste Hydrant liegt
einen Kilometer entfernt in Honhardt.
Mit dem GW-T und LF 8
wurde daher eine Schlauchleitung
gelegt. Am nächsten Abend
konnten die Nachlöscharbeiten
abgeschlossen werden. Zu einem
Wohnwagenbrand wurde die
Wehr am 10. Dezember alarmiert.
Kinder waren bereits vor
dem Eintreffen gerettet worden.
Auch bei diesem Einsatz wurde
eine lange Schlauchleitung zum
Brandort verlegt. Ein Übergreifen
des Feuers auf einen Unterstand
ließ sich verhindern.
FRANKENHARDT
Aktueller Kommandant:
Volker Haaf
Aktive Mitglieder: 89
männlich: 82 | weiblich: 7
Abteilungen: 5
Mitglieder Jugendwehr: 20
Mitglieder Kindergruppe: 24
Mitglieder der
Altersabteilung: 14
Technik und Fahrzeuge:
2 x LF 10, HLF 10, LF 8, MZF, GW-T
Anzahl Einsätze 2025: 26
Website: www.feuerwehrfrankenhardt.de
Eine Feldscheune stand wegen brennender Heuballen in Flammen.
Ein Teil des Gebäudes konnte gerettet werden.
Foto: privat
34
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Gleich drei Großbrände
Freiwillige Feuerwehr Crailsheim Der historische Lokschuppen, ein mehrstöckiges
Wohnhaus in Jagstheim und eine Scheune in Tiefenbach standen in Flammen.
Großbrand im Oktober: Im historischen Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes Crailsheim war ein Feuer
ausgebrochen. Ein historischer Personenwaggon war dort in Brand geraten.
Fotos: SHO-Archiv
Im Jahr 2025 musste die Feuerwehr
Crailsheim zu 270
Einsatzereignissen mit 440
Abteilungseinsätzen ausrücken.
Damit waren es im Vergleich
zum Jahr 2024 mit 300
Einsätzen rund zehn Prozent weniger.
Dies resultiert aus dem
Rückgang der Fehlalarmierungen
durch Brandmeldeanlagen
auf 78 im Vergleich zu 115 im
Vorjahr.
Nachdem in den vergangenen
Jahren die Stadt Crailsheim von
größeren Ereignissen verschont
blieb, waren 2025 mit einem
Scheunenbrand in Tiefenbach,
dem Brand eines Fachwerkhauses
in Jagstheim und dem Brand
des historischen Lokschuppens
drei Großbrände zu verzeichnen.
39 Mal mussten Kräfte der
Feuerwehr Crailsheim zu Einsätzen
im Rahmen der Überlandhilfe
in die Nachbargemeinden
ausrücken.
Im Herbst wurde der Erweiterungsbau
an der Feuerwache 2
in Altenmünster fertiggestellt.
Dieser bietet nun Arbeitsräume
für die hauptamtlichen Kräfte
und einen zentralen Versorgungspunkt
für alle Abteilungen
der Feuerwehr. Im weiteren Verlauf
werden die sanitären Anlagen
in den Bestandsgebäuden
auf einen modernen Stand gebracht
und ein Führungszentrum
für Großschadensereignisse
eingerichtet.
Beim Brand im Bahnbetriebswerk rückte die gesamte Crailsheimer
Wehr aus, einschließlich der Abteilungen Tiefenbach und Goldbach
mit je zwei Fahrzeugen. Die Drehleiter wurde aufgefahren, ebenso
das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 10 und das HLF 20,
ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) sowie der SW 2000, ein
Schlauchwagen mit 2.000 Meter B-Schlauch. Insgesamt waren
circa 60 Feuerwehrleute mit elf Fahrzeugen vor Ort.
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 35
CRAILSHEIM
In Ausbildung investiert
Der in der Kernstadt stationierte
Einsatzleitwagen wurde durch
ein neues Fahrzeug mit moderner
Kommunikationsstechnik
ersetzt. Damit steht dem Einsatzleiter
vor Ort ein leistungsfähiges
Führungsmittel zur Verfügung.
Die Aus- und Fortbildung ist
in der Freiwilligen Feuerwehr
Crailsheim wesentlich. In über
250 Aus- und Fortbildungsveranstaltungen
wurden die notwendigen
Kenntnisse vermittelt. Im
Rahmen der Kreisausbildung
nehmen auch Angehörige benachbarter
Wehren daran teil.
Die Jugendfeuerwehr mit ihren
derzeit 93 Mitgliedern ist
nach wie vor wichtig für die
Nachwuchsgewinnung. Der bisherige
Stadtjugendwart Bernd
Otterbach übergab sein Amt an
Margit Staudacher.
Feuerwehrleute bekämpfen den Brand im historischen Lokschuppen.
Foto: Archiv/Peer Hahn
Amt übergeben
Nach langjährigem Dienst als
erster stellvertretender Feuerwehrkommandant
übergab Herbert
Wagenländer sein Amt an
Christof Rehbach. Neu in der
Leitung der Crailsheimer Feuerwehr
als Stellvertreter ist Michael
Ebert. Die Abnahme der
Feuerwehr-Leistungsabzeichen
für den Landkreis Schwäbisch
Hall wurde trotz der Baumaßnahmen
an der Feuerwache 2
durchgeführt. Die Abteilung
Triensbach sorgte für die Rahmenbedingungen.
Aktueller Kommandant:
Armin Klingenbeck
Aktive Mitglieder: 330
männlich: 294 | weiblich: 36
Abteilungen: Goldbach, Jagstheim,
Kernstadt, Onolzheim,
Roßfeld, Tiefenbach, Triensbach,
Westgartshausen
Mitglieder Jugendwehr: 93
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 41
Technik, Fahrzeuge: DLK,
1 x DLK, 3 x HLF, 10 x LF, MLF,
2 x GW-T, GW Messen/Umwelt,
ELW, 3 x Kommandowagen,
9 x MTW, 3 x Wechselladerfahrzeuge,
12 x Abrollbehälter,
4 x feuerwehrtechnische Anhänger,
Schlauchwagen,
Schnelleinsatzfahrzeug
Anzahl Einsätze 2025: 270
Website: www.feuerwehrcrailsheim.de
36
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Kätzchen befreit
Freiwillige Feuerwehr Gaildorf Ein verzweifeltes Miauen zwischen zwei Garagen rief die
Kameraden auf den Plan und sie retteten das Tier aus seiner Notlage.
Nach dem bedauerlichen
Weggang von Uwe
Traub, der zur Berufsfeuerwehr
Stuttgart zurückgekehrt
ist, teilen sich die
drei stellvertretenden Stadtbrandmeister
Jürgen Dahner,
Uwe Schulze und Thomas Stolle
erneut die Verantwortung für
die Einsatzleitung in Gaildorf.
Die Feuerwehr Gaildorf blickt
auf ein geordnetes und insgesamt
eher ruhiges Einsatzjahr
2025 zurück. Mit insgesamt 79
Einsätzen lag die Zahl deutlich
unter dem langjährigen Durchschnitt.
Festumzug in Gschwend
Zu den Höhepunkten des vergangenen
Jahres zählte die Teilnahme
am Festumzug anlässlich
„150 Jahre Feuerwehr Gschwend“
im Juli. Ebenso markierte die
Umstellung auf den neuen Digitalfunk
für Fahrzeuge und Einsatzstellen
einen wichtigen technischen
Fortschritt, der die
Kommunikation im Einsatz
deutlich verbessert hat.
Doch auch in einem ruhigen
Jahr gibt es Einsätze, die in Erinnerung
bleiben. So rückte die
Gaildorfer Feuerwehr an einem
Sonntagvormittag zu einer ganz
besonderen „Tierrettung“ aus.
Passanten hatten zwischen zwei
Ende gut, alles gut: Mit einem beherzten Griff wird das eingeklemmte Kätzchen in Gaildorf aus seiner
Notlage befreit.
Fotos: privat
Fertiggaragen das verzweifelte
Miauen einer Katze gehört und
die Feuerwehr alarmiert.
Vor Ort bot sich den Einsatzkräften
ein ungewöhnliches Bild:
Das Tier war zwischen den
schräg zueinander stehenden
Garagen eingeklemmt und hatte
keine Möglichkeit, sich selbst zu
befreien. Mehrere Versuche, die
Katze mit Stangen, Leinen und
Haken herauszuholen, blieben
Die Feuerwehrleute und eine Tierärztin versuchten,
das verängstigte Tier anzulocken.
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 37
Ein Loch wird in die Wand gebohrt, durch das das Kätzchen in die
Freiheit schlüpfen kann.
erfolglos. Eine hinzugezogene
Tierärztin drängte auf schnelle
Hilfe – das Tier war in akuter
Not.
Nach kurzer Lagebesprechung
entschied sich die Mannschaft,
mit einem Kernbohrgerät
vorsichtig Zugang durch die Garagenwand
zu schaffen. Ein Kamerad
stellte hierfür sogar sein
privates Werkzeug zur Verfügung.
Mit Messgeräten wurde
die genaue Position der Katze ermittelt,
ehe die erste Bohrung
gesetzt werden konnte. Nachdem
die Tierärztin das verängstigte
Tier beruhigt hatte, folgte
eine zweite Bohrung, die schließlich
den rettenden Durchbruch
schuf. Mit einem beherzten Griff
gelang es der Tierärztin, die Katze
aus ihrer Zwangslage zu befreien
– leicht erschöpft, aber unverletzt.
So endete ein außergewöhnlicher
Einsatz mit einem glücklichen
Ausgang. „Und auch wenn
2025 für die Feuerwehr Gaildorf
vergleichsweise ruhig verlief,
zeigte sich wieder einmal: Die
Kameradinnen und Kameraden
stehen für Hilfe jederzeit bereit
– ganz gleich, ob Mensch oder
Tier in Not ist“, freut sich Feuerwehrkommandant
Jürgen
Dahner.
GAILDORF
Aktueller Kommandant:
Jürgen Dahner
Aktive Mitglieder: 118
männlich: 108 | weiblich: 10
Abteilungen: 1
Mitglieder Jugendwehr: 24
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 92
Technik und Fahrzeuge:
2 x KDOW, ELW1, MZF, 2 x MTW,
2 x LF 20, HLF 20, LF 8, DLK 23/12,
GW-T, TSF, Boot, Anhänger
Anzahl Einsätze 2025: 79
Website:
www.feuerwehr-gaildorf.de
38
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Gelöscht und geholfen
Freiwillige Feuerwehr Gerabronn Der Brand in einer Geflüchtetenunterkunft wurde
bekämpft und die Kameraden holten Feldbetten für die Betroffenen.
In den frühen Morgenstunden
wurde die Abteilung Gerabronn
von der Leitstelle zu
einem Brandmeldeanlagen-
Alarm in einer Geflüchtetenunterkunft
alarmiert. Bereits beim
Eintreffen der Einsatzkräfte
schlugen die Flammen aus dem
Gebäude. Einige Bewohnerinnen
und Bewohner unterstützten die
Feuerwehr unverzüglich beim
Öffnen der Zugangstore und
meldeten zeitgleich, dass ein
Mann mit psychischem Ausnahmezustand
die Unterkunft verlassen
habe. Die Polizei reagierte
umgehend, mehrere Streifenfahrzeuge
rückten an und konnten
den Mann zeitnah
festnehmen. „Aufgrund der Gefährdungslage
wurde das Einsatzstichwort
erhöht und es wurden
zusätzliche Löschfahrzeuge
aus Gerabronn sowie Atemschutzgeräteträger
aus Dünsbach
nachgefordert“, erläutert
Kommandant Matthias Trumpp.
Die Feuerwehr löscht einen Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in
Gerabronn.
Fotos: privat
Babynahrung besorgt
Vor Ort musste davon ausgegangen
werden, dass sich noch Personen
im Brandgebäude befinden,
was sich glücklicherweise
allerdings nicht bewahrheitete.
Unter schwerem Atemschutz gelang
es den Angriffstrupps, den
Brand schnell zu löschen. Das
betroffene Gebäude war durch
Brandrauch jedoch nicht mehr
bewohnbar. Während einzelne
Bewohnerinnen und Bewohner
in nicht betroffenen Gebäudeteilen
untergebracht wurden, organisierte
ein Mitarbeiter des
Landratsamts für die übrigen Bewohnerinnen
und Bewohner
kurzfristig Unterkünfte in der
Geflüchtetenunterkunft Rot am
See. Da dort zunächst nicht genügend
Betten verfügbar waren,
transportierten Feuerwehrkräfte
Feldbetten aus dem eigenen
Bestand in die Nachbargemeinde.
Besonders hervorzuheben ist
laut Matthias Trumpp der Einsatz
für eine junge Familie mit
Säugling: Da keine Zeit blieb,
Habseligkeiten zu sichern, stellte
ein Feuerwehrmann aus privatem
Bestand Babynahrung,
Fläschchen und heißes Wasser
bereit, sodass das Baby sofort
versorgt werden konnte.
Obwohl der Brand schnell gelöscht
war, dauerten die Folgetätigkeiten
bis kurz nach 5 Uhr
morgens an. Da der im Nachhinein
auf Brandstiftung zurückgeführt
werden konnte, wurden
einzelne Einsatzkräfte der Feuerwehr
Monate später als Zeugen
am Landgericht Ellwangen
geladen.
GERABRONN
Aktueller Kommandant:
Matthias Trumpp
Aktive Mitglieder: 100
männlich: 92 | weiblich: 8
Abteilungen: Amlishagen,
Dünsbach, Gerabronn,
Michelbach/Heide
Mitglieder Jugendwehr: 10
Mitglieder Kindergruppe: 11
Mitglieder der
Altersabteilung: 13
Technik und Fahrzeuge:
ELW, MTW, HLF 20, LF 10,
LF 16/12, 3 x TSF-W, GW-L2
Anzahl Einsätze 2025: 57
Website:
www.ffw-gerabronn.de
Das Gebäude war nach dem Brand nicht mehr bewohnbar.
Überblick rettet Leben
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 39
Freiwillige Feuerwehr Fichtenberg Zu Beginn einer Übung wurden die Kameraden zu
einem Notfall gerufen und konnten rasch helfen. Auch ein Waldbrand wurde gelöscht.
Im Mai wurde ein Waldbrand
im Erlenhof von einem Piloten
entdeckt und über die
Flugsicherung gemeldet. Da
vor Ort kein Einweiser zur Verfügung
stand, dauerte es lange,
bis der Brandherd gefunden war.
Zudem lag dieser abseits befahrbarer
Wege und musste entsprechend
in langen Fußwegen erreicht
werden. Die Feuerwehr
Gaildorf wurde zur Wasserversorgung
mitalarmiert. So konnte
der Brand schließlich abgelöscht
und ein Übergreifen auf
größere Flächen vermieden werden.
Im Juli wurden die Kameraden
zu einem Ölunfall in Rauhenzainbach
gerufen. Ein Lkw
war von der Straße abgekommen.
Dabei wurde der Tank des
Fahrzeugs beschädigt und Dieselkraftstoff
trat aus. „Durch den
Einsatz wurde unsere Fähigkeit
belegt, Umweltschäden effektiv
zu bekämpfen“, freut sich Kommandant
Michael Dix. „Entsprechende
Spezialgeräte werden
bereits vorgehalten, problematisch
war die fehlende Transportkapazität.“
Ein bedeutender Schritt in der
Ausbildung war das Schulungswochenende
auf dem Rescue
Campus in Amstetten. Hier
konnte vieles geübt werden, was
sonst nicht, oder nur mit erheblichem
Aufwand möglich wäre.
Übungen von der Gebäude- und
Tunnelbrandbekämpfung bis hin
Die Fichtenberger Kameraden bekämpften im Mai vergangenen
Jahres einen Waldbrand im Erlenhof.
Foto: privat
zu Hilfeleistungseinsätzen mit
Bus, Bahn und Verkehrsunfällen
waren möglich. Ein besonderes
Highlight war der Realbrandcontainer
für die Atemschutzgeräteträger.
Es konnten Brandverläufe
und Löschtechniken geübt
und reale Brandraumhitze erlebt
werden.
Erstversorgung übernommen
In Erinnerung bleibt der Wehr
ein Einsatz zu Beginn einer
Übung im Februar. Fast zeitgleich
ging bei der Integrierten
Leitstelle Schwäbisch Hall (ILS)
ein Notruf zu einem lebensbedrohlichen
Notfall ein. Der Disponent
der ILS schaltete sofort
und schickte die Fichtenberger
Wehr zum Notfallort. Die schnelle
Reaktion erwies sich als lebensrettend.
„Unsere Einsatzkräfte
konnten die Erstversorgung
der bewusstlosen Person
umgehend einleiten“, so Michael
Dix. Etwa fünf Minuten später
trafen der Rettungsdienst
und der Notarzt ein, um die weitere
medizinische Versorgung zu
übernehmen. „Mehrere Mitglieder
der Feuerwehr sind zu Sanitätern
ausgebildet und das notwendige
Material für solche Einsätze
ist auf den Fahrzeugen verlastet“,
so der Kommandant. Bei
diesem Einsatz, fasst er zusammen,
sei dem Patienten nicht nur
der Zufall zugutegekommen,
dass die Feuerwehr eine Übung
hatte und sofort ausrücken
konnte. Besonders wichtig sei
auch das Handeln in der ILS gewesen:
Es seien nicht nur die
vom Einsatzleitrechner vorgeschlagenen
Einsatzmittel alarmiert
worden, sondern auch andere
Optionen seien im Blick gewesen.
„Hier hat sich gezeigt,
dass das Hand in Hand von Feuerwehr
und Rettungsdienst über
die ILS allen Bürgern nutzt.“
FICHTENBERG
Aktueller Kommandant:
Michael Dix
Aktive Mitglieder: 54
männlich: 41 | weiblich: 13
Abteilungen: 1 Einsatz-,
1 Jugend-, 1 Altersabteilung
Mitglieder Jugendwehr: 14,
davon sieben Mädchen
Mitglieder Kindergruppe: 19,
davon sieben Mädchen
Mitglieder der
Altersabteilung: 6
Technik und Fahrzeuge:
HLF 10, LF 16, MZF, 2 Anhänger:
Tragkraftspritzen- und Transportanhänger
Anzahl Einsätze 2025: 21
Website:
www.feuerwehr-fichtenberg.de
40
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Zu jeder Zeit einsatzbereit
Freiwillige Feuerwehr Ilshofen Großübung, Leistungsabzeichen in Bronze, Stationstraining
– die Ilshofener Wehr hielt sich das ganze Jahr über fit für den Einsatz.
Die Kameradinnen und
Kameraden aus Ilshofen
waren erneut sehr
aktiv, um für jegliche
Szenarien gewappnet zu sein. So
fand im Mai eine aufwendig geplante
Feuerwehrübung statt, die
in enger Zusammenarbeit zwischen
Bausch + Ströbel, dem
DRK, den Feuerwehren aus Ilshofen,
Vellberg und Wolpertshausen
sowie der Führungsgruppe
Mitte organisiert wurde. „Das
Ziel: die Einsatzkräfte unter realitätsnahen
Bedingungen zu
fordern“, macht Kommandant
Sebastian Gehring deutlich.
Neben einem Brand im Ausbildungszentrum
der Firma
Bausch + Ströbel wurden drei
weitere Szenarien simuliert: eine
Verpuffung im Lüftungsschacht,
bei der zwei Personen gerettet
Beim Festumzug zum Heimatfest in Eckartshausen Ende Mai war
die Ilshofener Feuerwehr mit allen Abteilungen vertreten. Foto: privat
werden mussten; eine bewusstlose
Person im Tunnel zwischen
Gelände und Parkhotel; zwei
Verletzte auf dem Dach, die über
eine Plattform gesichert gerettet
wurden.
Ende Juli legten zehn Kameraden
der Freiwilligen Feuerwehren
Ilshofen, Braunsbach,
Kirchberg und Wolpertshausen
an der Feuerwache 2 in Crailsheim
erfolgreich das Leistungsabzeichen
in Bronze ab – „und
das mit sehr guter Leistung“, betont
Gehring. Geprüft wurde ein
simulierter Brandeinsatz mit
Menschenrettung von einem
Balkon.
Im Oktober fand zudem wieder
das jährliche Stationstraining
mit fünf Übungsstationen
statt. Rund 30 Feuerwehrangehörige
nutzten die Gelegenheit,
ihr Wissen und ihre Fertigkeiten
in verschiedenen Bereichen zu
vertiefen.
Löschifanten unterwegs
Ebenfalls im Oktober ging es mit
der Kinderfeuerwehr nach
Crailsheim zum THW. „Dort
wurden wir von dem Ortsbeauftragten
Marcel Berberich und
Florian Wagner, Gruppenführer
der Fachgruppe Räumen, empfangen.
Die beiden stellten uns
die Funktion und Aufgaben des
THW vor und erklärten, für welche
Ereignisse die Fahrzeuge benötigt
werden. Das größte Highlight
für unsere Löschifanten
war, als der große Radlader für
ein gemeinsames Gruppenfoto
aus der Halle gefahren wurde.“
ILSHOFEN
Aktueller Kommandant:
Sebastian Gehring
Aktive Mitglieder: 120 118
männlich: 114 111 | | weiblich: 76
Abteilungen:
Eckartshausen, Ilshofen, Obersteinach,
Ruppertshofen, Unteraspach
Mitglieder Jugendwehr: 618
Mitglieder Kindergruppe: -20
Mitglieder der
Altersabteilung: 22 17
Mitglieder Musikzug: 33 36
Technik und Fahrzeuge:
LF 16/12, LF 16/20, 20/16, HLF 10, RW 1,
GW-T, MTW, ELW 1, 3 MZF, x TSA 3 x TSA
Anzahl Einsätze 2025: 2021: 29 61
Website:
www.feuerwehrwww.feuerwehr-ilshofen.de
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
41
Zusammenarbeit optimiert
Freiwillige Feuerwehr Kirchberg an der Jagst Der Schwerpunkt lag
nach der Zusammenlegung auf den Übungsdiensten.
Für die Freiwillige Feuerwehr
Kirchberg war es
mit 31 Einsätzen ein ruhiges
Jahr“, berichtet Kommandant
Alexander Müller. Der
Schwerpunkt lag daher nach der
Zusammenlegung auf den
Übungsdiensten. Auch wurden
wichtige Investitionen getätigt,
um die Feuerwehr für die Zukunft
aufzustellen.
„Aufgrund der im Vorjahr
stattgefunden Zusammenlegung
an einem Standort in Kirchberg
kam das ruhige Einsatzjahr den
Mitgliedern der Feuerwehr
Kirchberg gerade recht, denn so
konnte der Fokus auf gemeinsame
Übungsdienste gelegt werden.“
So konnte auch im Rahmen
einer gemeinsamen Großübung
an der August-Ludwig-Schlözer-
Der Kirchberger Bürgermeister
Axel Rudolph (links) und
Kommandant Alexander Müller
vor dem neuen Mannschaftstransportwagen.
Foto: privat
Schule die Zusammenarbeit mit
den Nachbarfeuerwehren optimiert
werden.
„Auf die erfolgreiche Jugendarbeit
ist man in Kirchberg seit
Jahren besonders stolz und so
war die Freude groß, als die
Stadtverwaltung der Feuerwehr
im Sommer einen weiteren
Mannschaftstransportwagen zur
Verfügung stellen konnte“, so
Müller. Für die Eis- und Wasserrettung
wurde ein Rettungsboot
beschafft und die Vergabe eines
Löschfahrzeugs (LF 20) wurde
durch die Stadt in Auftrag gegeben.
„Des Weiteren hat sich unsere
Feuerwehr wieder beim
Kinderferienprogramm beteiligt
sowie die Brandschutzerziehung
in den Kindergärten durchgeführt“,
schließt Müller.
KIRCHBERG AN DER JAGST
Aktueller Kommandant:
Alexander Müller
Aktive Mitglieder: 66
männlich: 60 | weiblich: 6
Abteilungen:
Kirchberg, Gaggstatt,
Hornberg, Lendsiedel
Mitglieder Jugendwehr: 34
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 17
Technik und Fahrzeuge:
HLF, MZF, TLF 8/18, 2 x TSF-W,
TSF, 2 x MTW, GW-T, RTB1,
LiMa-Anhänger
Anzahl Einsätze 2025: 31
Website:
www.feuerwehr-kirchberg.de
42
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Baum oder Brotzeit
Freiwillige Feuerwehr Kreßberg Nomininierung angenommen: Die Kreßberger
Kameradinnen und Kameraden haben an einer Social-Media-Challenge teilgenommen.
Manchmal sorgt Social
Media auch dafür,
dass Menschen sich
im echten Leben treffen
und gemeinsam etwas unternehmen“,
erklärt Kommandant
Martin Kett. Das war neben dem
aktiven Klimaschutz einer der
Aspekte der „Baumpflanz-Challenge
2025“, die in den sozialen
Medien viral ging. Bereits in den
Vorjahren gab es immer wieder
ähnliche Aktionen. „2025 waren
vor allem Feuerwehren und
Hilfsorganisationen dabei.“
Der Ablauf sei dabei immer
der gleiche: Eine Gruppe pflanzte
– gerne auch auf kreative Art
und Weise – einen Baum und nominierte
weitere Gruppen, innerhalb
einer Frist die Challenge
weiterzuführen. „Andernfalls
musste die nominierte Gruppe
dem Herausforderer eine Brotzeit
spendieren“, erklärt Martin
Kett.
Wo die Challenge gestartet
war, lässt sich nicht mehr nachvollziehen,
aber im Sommer
wurden die Kreßberger Kameraden
dann von der Feuerwehr
Haundorf nominiert. Eilig wurde
eine Arbeitsgruppe gebildet.
„Da einer der Bäume vor dem
Feuerwehrhaus Süd in Waldtann
aufgegeben hatte, sollte dieser
durch frisches Grün ersetzt werden“,
berichtet der Kommandant.
Stefan Kloos von den Gartenbaumschulen
Engelhardt
spendierte hierfür einen Baum,
Im Zuge der „Baumpflanz-Challenge“ wurde dieses Bäumchen vor
dem Feuerwehrhaus Süd in Waldtann gepflanzt. Foto: privat
Ralf Hofmann erklärte sich bereit,
mit dem Minibagger Platz
für den neuen Baum zu machen,
und Michael und Florian Winter
gravierten eine hölzerne Infotafel.
So gewappnet trafen sich einige
unerschrockene Feuerwehrleute
Mitte August in Waldtann.
Das Skript für den Challenge-Film
sah vor, dass zwei
Jugendliche bei der Vorbeifahrt
mit dem Rad einen per Diskonebel
brennenden Baum vor dem
Feuerwehrhaus entdecken, die
Feuerwehrkameraden per Funk
alarmieren und anschließend erstaunt
zusehen, wie der Baum
„gelöscht“, gerettet und eingepflanzt
wird.
Die Aktion wurde per Handyvideo
dokumentiert und auf dem
Facebook-Kanal der Feuerwehr
Kreßberg veröffentlicht. „Der
frisch eingepflanzte Baum lässt
sich seither vor dem Feuerwehrhaus
Süd in Waldtann bewundern“,
freut sich Martin Kett.
KRESSBERG
Aktueller Kommandant:
Martin Kett
Aktive Mitglieder: 83
männlich: 76 | weiblich: 7
Abteilungen: Nord, Süd, Jugendabteilung,
Altersabteilung
Mitglieder Jugendwehr: 23
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 20
Technik und Fahrzeuge:
HLF 10, LF 10, LF 8 (Unimog),
TLF 8/18, JF-Anhänger, GW/T,
4 x Wärmebildkameras
Anzahl Einsätze 2025: 11
Website: www.kressberg.de
RESSORT
44
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Kameradschaft im Fokus
Freiwillige Feuerwehr Langenburg Die Einsatzkräfte hatten sich für 2025 vorgenommen,
den Zusammenhalt und die Einsatzfähigkeit in allen Bereichen zu stärken.
Die Kameradinnen und
Kameraden aus Langenburg
haben sich vergangenes
Jahr mit vielen
Aktionen fit gehalten und die Kameradschaft
gepflegt. So startete
der Januar gleich mit dem
jährlichen Wildessen in der
Stadthalle.
Außerdem fand ein besonderes
Jubiläum statt: Die Jugendfeuerwehr
wurde 30 Jahre alt
und die Kinderfeuerwehr wurde
15 Jahre. „Das war der Grund,
weshalb wir das jährliche Zeltlager
der Kreisjugendfeuerwehr
ausrichteten. Die Lager-Olympiade
wurde wieder durchgeführt
und die Teilnehmer konnten hier
ihr Können unter Beweis stellen“,
erläutert Kommandant
Matthias Fritsch.
Am Sonntag haben die Kinder
etwa anhand eines Buchstabensalats
Begriffe erraten müssen,
die Hinweise darauf gegeben haben,
wo ein gesuchter Artikel
versteckt sein könnte. „Nach
dem Finden des gesuchten Objekts,
einem Bausatz unseres Jubiläumsfahrzeugs
aus Holz,
Besuch bei der Luftrettung: Im März besichtigten die Kameradinnen
und Kameraden den Hubschrauber „Christoph 65“. Fotos: privat
konnten die Gruppen das zusammengebaute
Fahrzeug mit nach
Hause nehmen“, erklärt Fritsch.
„Ein großes Dankeschön geht an
das Küchenteam aus Sulzdorf,
das an diesem besonderen Wochenende
für das leibliche Wohl
aller gesorgt hat.“ Ein weiteres
wichtiges Thema beschäftigte
die Feuerwehrleute aus Langenburg
ebenfalls im vergangenen
Jahr: die Einführung des Digitalfunks.
Diese wurde erfolgreich
abgeschlossen.
Des Weiteren besuchten vergangenes
Jahr vier Kameraden
den Grundlehrgang und absolvierten
diesen erfolgreich. „Zudem
stieg unsere Anzahl der Kameraden
– wir verzeichnen
sechs Neuzugänge. Das ist ein
wichtiger Schritt für die Leistungsfähigkeit
der Feuerwehr
Langenburg und ein Zeichen für
die gute Arbeit in Bezug auf die
Gewinnung neuer Kameraden“,
so der Kommandant. Erfreulich
für die Langenburger Wehr war
außerdem, dass die Beschaffung
eines HLF 20 mithilfe des Ausgleichstocks
bewilligt und im
Dezember in der Gemeinderatssitzung
beauftragt wurde. Somit
steht der Ersatzbeschaffung für
das LF 8 nichts mehr im Wege.
Brand in Oberregenbach
„Wir hatten insgesamt 19 Einsätze
und einer davon war ein
Brandeinsatz in Oberregenbach.“
Gemeldet war hier ein
„Brand 2 Garagenbrand“, dieser
entwickelte sich so rasch, dass
das Feuer auf das angrenzende
Wohnhaus übergriff. Daraufhin
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
45
wurde auf „Brand 3“ erhöht.
„Glücklicherweise konnte das
Feuer rasch unter Kontrolle gebracht
werden, sodass die nachgeforderten
Kräfte nicht eingreifen
mussten“, erinnert sich der
Kommandant.
2025 stand in Langenburg vor
allem auch unter dem Motto Kameradschaft.
Deshalb ging es im
März gemeinsam nach Sinnbronn,
um den Rettungshubschrauber
„Christoph 65“ zu besichtigen.
„Das Ganze war sehr
interessant, da auch wir des Öfteren
Einsätze mit den Kollegen
der Luftrettung haben.“ Im Sommer
fand zudem ein Kameradschaftsabend
mit den Partnern
und Nachbarwehren aus Blaufelden
statt. Zum Jahresende stand
noch ein Besuch in einer Weinkellerei
in Schäftersheim an.
Ein Brand in Oberregenbach forderte die Langenburger Wehr:
Das Feuer griff von der Garage auf das Wohnhaus über.
LANGENBURG
Aktueller Kommandant:
Matthias Fritsch
Aktive Mitglieder: 49
männlich: 40 | weiblich: 9
Abteilungen: 2 Standorte
Mitglieder Jugendwehr: 15
Mitglieder Kindergruppe: 30
Mitglieder der
Altersabteilung: 8
Technik und Fahrzeuge:
HLF 10/6, GW-T (1000 Meter
B-Schlauch und TS 10 Standard-
Beladung), MTW, LF 8
Anzahl Einsätze 2025: 19
Website:
ffwlangenburg.jimdofree.com
46
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Spiel, Spannung und Action
Kreisjugendfeuerwehr Die Spitze der Kreisjugendfeuerwehr wurde neu gewählt. Und auch
sonst wurde den Kindern und Jugendlichen das ganze Jahr über viel geboten.
Die Olympiade sorgte beim
Zeltlager für großen Spaß bei
allen Jugendlichen. Foto: privat
Die Kreisjugendfeuerwehr
Schwäbisch Hall
hat 2025 viel erlebt“, berichtet
Kreisjugendfeuerwehrwartin
Lara Berger. So
startete das Jahr mit dem Jugendforum
im Januar, bei dem
Kreisbrandmeister Joachim
Wagner den Jugendlichen ausführlich
Rede und Antwort über
seine Funktion und Aufgaben
stand.
Im April folgte die Jugendfeuerwehr-Challenge
in Mainhardt,
bei der ein Teilnehmerrekord
von rund 500 Jugendlichen erzielt
wurde. „Bei bestem Wetter
mussten dabei in Gruppen Aufgaben
gelöst werden und damit
das technische Können und die
Fähigkeit zum Teamwork bewiesen
werden.“ Im Mai folgte dann
die Challenge für die Kindergruppen
in Oberrot, bei der es
Stationen im ganzen Ort zu erledigen
galt – vom Wasserbombentransport
bis hin zum Försterquiz.
Ebenso nahm die Kreisjugendfeuerwehr
mit einem Infostand
am Event „Erlebnis
Feuerwehr“ in Ilshofen im Mai
teil. „Viele Jugendwehren haben
dort zudem Spielstationen angeboten“,
erinnert sich Lara Berger,
die seit Juni ihr Amt offiziell
innehat. Denn da fand die Delegiertenversammlung
statt, bei
der die Neuwahl der Spitze der
Kreisjugend auf der Agenda
stand. Lara Berger wurde zur
Kreisjugendfeuerwehrwartin gewählt,
nachdem sie dieses Amt
bereits kommissarisch bekleidet
hatte. Ihre Stellvertreter sind
Mia Hollmer und Andreas Holdik.
„Drei Tage Spaß und Action
standen dann im Juli beim Kreiszeltlager
in Langenburg an. Rund
340 Teilnehmende aus 20 Jugendfeuerwehren,
darunter etwa
240 Jugendliche, verbrachten ein
unvergessliches Wochenende
voller Gemeinschaft, Spiel,
Spannung und gelebter Kameradschaft.“
Lagerolympiade, Volleyball-Turnier,
Freibad und das
Lagerleben an sich sorgten für
viel Freude und Unterhaltung
auf allen Seiten. Im Oktober fand
dann noch in Schwäbisch Hall
das Walter-Klenk-Pokalturnier
statt. Acht Gruppen aus sieben
Jugendfeuerwehren traten in der
Disziplin Brennball gegeneinander
an.
KREISJUGENDFEUERWEHR
Kreisjugendfeuerwehrwartin:
Lara Berger
Mitglieder: 1005
männlich: 734 | weiblich: 271
Abteilungen: 29 Jugendfeuerwehren,
12 Kindergruppen
Mitglieder Jugendfeuerwehren:
703
Mitglieder Kindergruppen:
302
Website: www.kfv-sha.de
Gelebte Geselligkeit
Kreis-Feuerwehr-Senioren Frühjahrs- und Delegiertenversammlung, Besuch des
Heilbronner Weindorfs, Treffen in Blaufelden – das hat die Altersabteilung 2025 erlebt.
Der traditionelle Jahresausflug führte die Kreisfeuerwehrsenioren
im September in den Bayrischen Wald.
Foto: privat
Roland Schmitt, Obmann
der Altersabteilung des
Kreisfeuerwehrverbands
Schwäbisch Hall (KFV),
zieht folgendes Fazit: „2025 war
für die Feuerwehr-Senioren des
KFV ein normales Jahr, beginnend
mit der Frühjahrs- und Delegiertenversammlung
in Ilshofen.“
Erstmals habe es in diesem
Rahmen einen Vortrag von Armin
Klingenbeck, einem der Vizepräsidenten
des Landesfeuerwehrverbandes,
über das Verhalten
von Personen im Katastrophenfall,
etwa bei Hochwasser
oder Stürmen, gegeben. „Hierbei
kommen immer wieder Menschen
zu Schaden und zu Tode,
weil sie sich zu leichtsinnig und
falsch verhalten. Es war für alle
Zuhörer sehr interessant, was
Herr Klingenbeck zu berichten
hatte.“
Ende Juni fand das Feuerwehrsenioren-Treffen
auf Einladung
der Gemeinde Blaufelden
statt. 135 Kameradinnen und Kameraden
der Altersabteilung kamen
dabei zu einem kurzweiligen
Programm zusammen.
Ein paar gemütliche Stunden
in geselliger Runde standen außerdem
Mitte September im Kalender:
Mit der S-Bahn fuhren einige
Mitglieder der Altersabteilung
für einen Nachmittag gemeinsam
zum Heilbronner
Weindorf. „Zurück ging es wieder
mit der Bahn und von dort
wurden wir mit Mannschaftstransportwagen
abgeholt und sogar
bis in den Heimatort zurückgebracht.
So musste niemand
mehr ein Fahrzeug bewegen“,
zeigt sich Roland Schmitt dankbar.
Für 2026 haben sich die Senioren
ebenfalls schon einiges vorgenommen,
etwa eine sechstägige
Donau-Kreuzfahrt mit 60
Teilnehmenden Anfang Juni.
KREISFEUERWEHR-
SENIOREN
Obmann Altersabteilungen:
Roland Schmitt
Mitglieder im Jahr 2025: 760
männlich: 756 | weiblich: 4
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
47
Ausgesprochen turbulent
Freiwillige Feuerwehr Mainhardt Drei dicht aufeinanderfolgende
Großbrände forderten die Mainhardter Einsatzkräfte immens.
Hinter den Kameradinnen
und Kameraden
der Freiwilligen Feuerwehr
Mainhardt liegt
ein abwechslungsreiches und
vor allem einsatztechnisch turbulentes
Dienstjahr“, sagt Kommandant
Maximilian Walther.
Neben den regulären Diensten,
Übungen und Versammlungen
konnten zahlreiche Lehrgänge
auf Landkreis- und Landesebene
absolviert werden. Außerdem
wurde in abteilungsübergreifenden
Diensten und Übungen immer
wieder das gemeinsame,
einsatztaktische Vorgehen trainiert.
„Ein weiteres Highlight stellte
auch das 30-jährige Bestehen
der Jugendfeuerwehr Mainhardt
dar, welches Mitte Oktober mit
einem großen Fest rund um das
Der erste Großeinsatz: Ein
Wohnhaus stand in Ammertsweiler
in Vollbrand. Foto: privat
Feuerwehrhaus Mainhardt gebührend
gefeiert wurde.“
Wie wichtig eine gute Zusammenarbeit
ist, zeigte sich 2025
vor allem bei drei, dicht aufeinanderfolgenden
Einsätzen im
Oktober und November. „Noch
nie in der Geschichte der Feuerwehr
Mainhardt gab es ein solches
Aufkommen von großen
Bränden innerhalb so kurzer
Zeit – ein wahrlicher Kraftakt,
der jedem Einzelnen nahezu alles
abverlangt hat“, unterstreicht
der Kommandant.
Drei Großeinsätze in nur
vier Wochen
Am 7. Oktober alarmierte die Integrierte
Leistelle Schwäbisch
Hall alle Abteilungen der Feuerwehr
Mainhardt zu einem Wohnhausbrand
im Ortsteil Ammertsweiler.
Am 31. Oktober brannte
im Ortskern die „Alte Schule“
(mehr dazu auf Seite 21 bis 23).
Nur vier Tage später, am 4. November,
folgte ein Großbrand im
Ortsteil Hohenstraßen.
MAINHARDT
Aktueller Kommandant:
Maximilian Walther
Aktive Mitglieder: 188
männlich: 171 | weiblich: 17
Abteilungen: Mainhardt,
Ammertsweiler, Bubenorbis,
Geißelhardt, Hütten
Mitglieder Jugendwehr: 21
Mitglieder Kindergruppe: 21
Mitglieder der
Altersabteilung: 66
Technik und Fahrzeuge:
ELW 1, TLF 16/25, LF16-TS8,
MTW, FW-Anhänger, StLF 10/6,
HLF 10, LF 10, Schlauch-
Anhänger, Heuwehr-Anhänger
Anzahl Einsätze 2025: 44
Website:
www.feuerwehr- mainhardt.de
48
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Mehrere Szenarien geübt
Freiwillige Feuerwehr Michelbach an der Bilz Eine neue Wehrführung, groß angelegte
Übungen und mehrere Einsätze – das beschäftige die Michelbacher Einsatzkräfte.
Das vergangene Jahr begann
für die Feuerwehr
Michelbach an der Bilz
mit einer Änderung in
der Wehrführung. Michael Allmendiger
legte mit der Hauptversammlung
sein Amt als Kommandant
nieder. Als sein Nachfolger
wurde Andreas Fritz gewählt.
Übung im Seniorenpark
Wie bereits in den vergangenen
Jahren führte die Feuerwehr Michelbach
gemeinsam mit der
Feuerwehr Schwäbisch Hall sowie
dem ASB Schwäbisch Hall
eine größere Übung durch. Als
Übungsobjekt diente diesmal
der Seniorenpark in Michelbach,
in dem ein Brand in der Pflegeeinrichtung
angenommen wurde.
Im Mittelpunkt der Übung
stand die Rettung verletzter Personen,
die mithilfe der Drehleiter
aus dem Gebäude in Sicherheit
gebracht wurden.
Im Mai führte die Feuerwehr
Michelbach dann bereits zum
fünften Mal ein Anwendertraining
zum Thema „Einfache Rettung
aus Höhen und Tiefen“
durch. Unter fachkundiger Anleitung
der Seiltechnik Ulm wurden
vormittags an der Grundschule
Steinbach verschiedene
Rettungsszenarien von Gerüsten
Der Trainingstag im Mai führte die Einsatzkräfte auch in den Steinbruch Michelbach.
sowie das sichere Anbringen einer
Leiter am Treppenturm geübt.
Der Nachmittag stand im
Steinbruch Michelbach ganz im
Zeichen der Sicherung, Fortbewegung
und Rettung im steilen
Gelände. Ergänzt wurde der intensive
Trainingstag durch ein
Online-Quiz und einen Ausblick
auf neue Gerätschaften, wobei
insbesondere der Praxisbezug
und das kreative Arbeiten mit
dem vorhandenen Material im
Fokus standen.
Garagenbrand im Bauhof
Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen
Feuerwehr Michelbach
an der Bilz ist im Jahr 2025 im
Vergleich zum Vorjahr erneut
auf einem niedrigen Niveau geblieben.
Insgesamt wurden die
Einsatzkräfte zu 17 Einsätzen
alarmiert. Einer dieser Einsätze
ereignete sich am 30. Mai, als die
Fotos: privat
Feuerwehr zu einem Garagenbrand
in die Raiffeisenstraße
zum gemeindeeigenen Bauhof
gerufen wurde.
Vermutlich infolge eines technischen
Defekts geriet ein in einer
Garage abgestellter Traktor
in Brand. Ein Trupp unter Atemschutz
konnte das Feuer zügig
löschen. Für notwendige Nachlöscharbeiten
wurde der Traktor
mithilfe eines Lkws aus der
Garage gezogen.
MICHELBACH AN DER BILZ
Aktueller Kommandant:
Andreas Fritz
Aktive Mitglieder: 58
männlich: 52 | weiblich: 6
Abteilungen:
Einsatzabteilung, Alters- & Ehrenabteilung
und Jugendfeuerwehr
Mitglieder Jugendwehr: 17
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 16
Technik und Fahrzeuge:
ELW 1, HLF 10, LF 10, GW-T
Anzahl Einsätze 2025: 17
Website:
www.ffw-michelbach.org
Ein technischer Defekt sorgte
vermutlich dafür, dass ein
Traktor im Bauhof in Brand
geriet.
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
49
Realitätsnahe Sonderlagen
Freiwillige Feuerwehr Michelfeld Um für jegliche Herausforderungen fit zu sein, übten die
Kameradinnen und Kameraden im Sommer gleich drei außergewöhnliche Einsatzlagen.
Übungsdienste, kameradschaftliche
Begegnungen
und verschiedene
Einsätze standen bei
der Feuerwehr Michelfeld 2025
auf dem Programm. „Ein besonderer
Höhepunkt war ein Dienst
im Sommer unter dem Stichwort
‚Sonderlagen’, bei dem alle drei
Abteilungen realitätsnahe und
zugleich außergewöhnliche Einsatzszenarien
vorbereitet hatten“,
berichtet Kommandant
Christoph Knirsch.
Die Abteilung Michelfeld
wurde dabei zu einem Brand in
einem Unterstand auf dem Bürkhof
angefordert. Die Lage: Dichter
Rauch, eventuell vermisste
Personen und die Ausbreitungsgefahr
auf umliegende Gebäude.
Bei einer Übung wurde auf dem
Bürkhof ein Brand im Unterstand
inszeniert.
Foto: privat
Unter Atemschutz gingen
Trupps zur Menschenrettung
und Brandbekämpfung vor, während
parallel die Wasserversorgung
aufgebaut wurde. Ein weiteres
Szenario bereitete die Abteilung
Gnadental vor. Angenommen
wurde ein Kellerbrand
in der Messersmühle, ausgelöst
durch einen Blitzeinschlag. Die
Mannschaft der Abteilung Neunkirchen
rückte wiederum zu einer
technischen Hilfeleistung in
ein Waldgebiet aus.
„Der Sonderdienst zeigte, wie
wichtig regelmäßige und abwechslungsreiche
Übungen für
eine leistungsfähige Feuerwehr
sind. Gleichzeitig wurde deutlich,
wie viel Engagement, Fachwissen
und Teamgeist in allen
Abteilungen steckt. Sie bilden
eine wichtige Grundlage für die
Sicherheit der Bürgerinnen und
Bürger in und um Michelfeld –
und stärken zudem die Kameradschaft“,
so Knirsch.
MICHELFELD
Aktueller Kommandant:
Christoph Knirsch
Aktive Mitglieder: 103
männlich: 94 | weiblich: 9
Abteilungen: 3
Mitglieder Jugendwehr: 25
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 19
Technik und Fahrzeuge:
LF 16/12, HLF 10/6, HLF 10, LF 8,
MZF, TSA und Feuerwehranhänger
Anzahl Einsätze 2025: 19
Website: www.fw-michelfeld.de
50
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Technisch besser gerüstet
Freiwillige Feuerwehr Oberrot Nach drei Jahren Beschaffungszeit wurde das neue HLF 20
übergeben. Und auch sonst war bei der Oberroter Wehr das ganze Jahr über etwas los.
OBERROT
Aktueller Kommandant:
Marcel Wurst
Aktive Mitglieder: 77
männlich: 70 | weiblich: 7
Abteilungen: 1
Mitglieder Jugendwehr: 26
Mitglieder Kindergruppe: 14
Mitglieder der
Altersabteilung: 22
Technik und Fahrzeuge:
ELW, HLF 10, MLF, TSF, HLF 20
Anzahl Einsätze 2025: 28
Website: www.fw-oberrot.de
Der erste Familientag fand im August statt und erwies sich als voller Erfolg.
Fotos: privat
Eine Challenge für die Kids,
die Übergabe eines neuen
Fahrzeugs, ein brennendes
Silo und ein gelungener Familientag
– die Einsatzkräfte aus
Oberrot blicken auf ein abwechslungsreiches
Jahr 2025 zurück.
Die Kinderfeuerwehr-Challenge
lockte Anfang Mai insgesamt
130 Kinder und ihre Betreuer
nach Oberrot. Dort absolvierte
der jüngste Feuerwehrnachwuchs
bei bestem Wetter mehrere
Stationen mit Spiel und Spaß
– vom Wasserbombentransport
bis hin zum Försterquiz.
Übergabe HLF 20
Ebenfalls im Mai stand ein weiterer
großer Meilenstein auf der
Agenda der Oberroter Wehr:
Nach über drei Jahren Beschaffungszeit
wurde anlässlich des
Maifests das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug
–
kurz: HLF 20 – an die Kameraden
und Kameradinnen übergeben.
Der Kostenpunkt der Anschaffung
beläuft sich auf
595.000 Euro.
Kommandant Marcel Wurst
erinnerte sich im Zuge der feierlichen
Übergabe an das alte
Feuerwehrauto, das nun ersetzt
wurde: „Es war als Jugendliche
unser ganzer Stolz, mit einem
damals so modernen Löschfahrzeug
zu üben“, sagte er. Das
neue HLF 20 habe nun 320 PS
und viele neue Möglichkeiten,
besonders bei technischen Einsätzen.
Er bedankte sich bei allen,
die an der Anschaffung beteiligt
waren.
Brennendes Spänesilo
Anfang Juli galt es, einen Brand
in einem Spänesilo in einem Industriebetrieb
in Oberrot zu bewältigen.
Die Feuerwehr Oberrot
rückte mit fünf Fahrzeugen
und 32 Einsatzkräften an, die
Gaildorfer Feuerwehr im Rahmen
der Überlandhilfe mit vier
Fahrzeugen und einer 22-köpfigen
Mannschaft. Weitere zwei
Einsatzkräfte sowie ein Fahrzeug
kamen von der Schwäbisch
Haller Feuerwehr. Mit
Atemschutztrupps übernahm
die Feuerwehr die Löscharbeiten
in einer angrenzenden Halle,
in den Zuführungsrohren
und in der Spanaufbereitungsanlage.
„Zusammen mit den anderen
Wehren konnte dieser
Einsatz nach über zehn Stunden
bewältigt werden“, erläutert
der Kommandant.
Großer Familientag
Beim ersten Familientag Anfang
August konnten rund 140
Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr
mit ihren Eltern,
die Aktiven und Alterskameraden
mit Familie begrüßt
werden. Nach einer Ortsralley
im Ortskern, bei der es Fragen
über die Gemeinde und die
Feuerwehr zu beantworten galt,
trafen sich alle zu einem gemütlichen
Abend mit feinstem
Grillgut in der Fahrzeughalle.
Kommandant Marcel Wurst (links) erhielt von Bürgermeister Peter
Keilhofer den symbolischen Schlüssel für das neue Fahrzeug.
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
51
Engagiert und zuverlässig
Freiwillige Feuerwehr Rosengarten Die Feuerwehrleute verzeichneten deutlich
weniger Einsätze als im Vorjahr, arbeiteten diese aber zu jeder Zeit routiniert ab.
Die Feuerwehr Rosengarten
kann auf ein ruhigeres
Einsatzjahr 2025 zurückblicken.
Insgesamt
rückte die Wehr zu zehn Einsätzen
aus – deutlich weniger als
2024 mit 25 Alarmierungen. „Die
Einsätze verteilten sich ausgewogen
auf Brände und technische
Hilfeleistungen und zeigten
erneut, wie engagiert und zuverlässig
die Einsatzkräfte für die
Sicherheit der Gemeinde bereitstehen“,
berichtet der kommissarische
Kommandant Steffen
Roll.
Im August wurden die Kameradinnen
und Kameraden in den
Ortsteil Tullau alarmiert: Im Motorraum
eines Mähdreschers
war ein Brand ausgebrochen.
Dank des schnellen Handelns
des Fahrers und der Feuerwehr
konnte ein Übergreifen auf das
angrenzende Feld verhindert
werden.
Im September wurden die Rosengartener
Einsatzkräfte zu einem
Verkehrsunfall alarmiert:
Im Kreuzungsbereich waren
zwei Pkw zusammengestoßen,
wobei eine Person in ihrem
Kleinwagen im Beinbereich eingeklemmt
war. Nach Absprache
mit dem Rettungsdienst konnte
die Feuerwehr die verletzte Person
patientengerecht mit hydraulischem
Rettungsgerät befreien.
Kurze Zeit später folgte ein
weiterer Einsatz, der zunächst
dramatisch klang: Ein Linienbus
sollte brennen und Personen in
Gefahr sein. Vor Ort stellte sich
jedoch ein technischer Defekt im
Motorraum heraus, bei dem Hydraulik-
und Getriebeöl austraten.
Auch die Aus- und Weiterbildung
der Einsatzkräfte war 2025
ein Schwerpunkt. „Ein Kamerad
schloss erfolgreich den Lehrgang
zum Gruppenführer ab, ein weiterer
zum Truppführer, ein Kamerad
zum Zugführer sowie ein
Kamerad zum Jugendgruppenleiter.
Dies stärkte nicht nur die
fachliche Kompetenz, sondern
auch den Zusammenhalt innerhalb
der Feuerwehr.“
Im August fand zudem das 26.
Ferienzeltlager statt. In Kooperation
mit dem Ferienprogramm
der Gemeinde wurde das Programm
auf vier Tage verteilt.
„Mit insgesamt 61 Anmeldungen
zeigte sich erneut die große
Nachfrage und Beliebtheit dieses
Angebots.“
ROSENGARTEN
Aktueller Kommandant:
Andreas Leutert
Aktive Mitglieder: 61
männlich: 54 | weiblich: 7
Abteilungen: 1
Mitglieder Jugendwehr: 21
Mitglieder Kindergruppe: –
Mitglieder der
Altersabteilung: 24
Technik und Fahrzeuge:
KdoW, TLF 16/24, LF 20-KatS,
HLF 20, GW-T, TSF, 2x MTW,
FwA Strom/Beleuchtung, FwA
Ölsperre/Boot, FwA Feldküche,
FwA FüGr
Anzahl Einsätze 2025: 10
Website: www.fw-rosengarten.de
Die Alarmierung zu einem brennenden Linienbus entpuppte sich
weniger dramatisch, als zunächst angenommen. Foto: privat
52
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
44 Stunden gefordert
Freiwillige Feuerwehr Rot am See Der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in
Brettheim war der größte der vergangenen Jahre für die Einsatzkräfte aus Rot am See.
Mehr als 130 Einsatzkräfte gleich mehrerer Wehren waren innerhalb
der Hauptphase des Brands in Brettheim gefordert.
Das Einsatzjahr 2025 stellte
die Feuerwehr Rot
am See vor besondere
Herausforderungen.
Der herausragendste Einsatz
war ein Großbrand eines landwirtschaftlichen
Anwesens im
September in Brettheim. Dabei
brannten eine Maschinenhalle
sowie eine Stallung für Mutterschweine
vollständig nieder.
„Durch das schnelle und koordinierte
Eingreifen der Einsatzkräfte
konnte das angrenzende
Wohnhaus erfolgreich gerettet
werden. Der fordernde Einsatz
erstreckte sich über mehr als 44
Stunden und stellte den größten
Brand der vergangenen Jahre
dar“, erinnert sich Kommandant
Klaus Pressler.
In der Hauptphase waren
über 130 Einsatzkräfte im Einsatz.
Überlebende Mutterschweine
sowie deren Ferkel
wurden in einen leerstehenden
Stall in einem benachbarten Ort
gebracht. Das eingesetzte Löschwasser
wurde mithilfe von
Pumpfässern aufgefangen und
zwischengelagert. „All dies war
nur durch die tatkräftige Unterstützung
zahlreicher Landwirte
möglich, die umgehend zur Hilfe
eilten. Dafür gilt ihnen ein besonderer
Dank.“ Zur Unterstützung
waren die Feuerwehren
Schrozberg, Blaufelden, Teile
der Feuerwehr Crailsheim sowie
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
53
ROT AM SEE
Technische Hilfe leisten, Feuer löschen, Sicherheit gewähren – dafür „brennen“ die Mitglieder der
Freiwilligen Feuerwehr Rot am See.
Fotos: privat
die Führungsgruppe Nord eingebunden.
Neben der Hauptaufgabe
Brände zu löschen und technische
Hilfe zu leisten, übernahm
die Feuerwehr Rot am See auch
im zurückliegenden Jahr wichtige
Sicherheitsaufgaben bei Veranstaltungen.
Auf dem Fest der
Feste, der Muswiese, wurden
Brandwachen sowie Kontrollgänge
durchgeführt. Neu war
2025 die Betreuung der Einfahrten
zum Festgelände, welche mit
Durchfahrtsblockern gesichert
wurden. Über die fünf Festtage
hinweg waren hierbei mehr als
95 Kameradinnen und Kameraden
im Einsatz.
Ein weiterer Schwerpunkt lag
im Bereich Ausbildung. Mehrere
Kameradinnen und Kameraden
legten die Leistungsabzeichen
in Bronze und Silber ab.
Im März fand zudem die Jahreshauptversammlung
statt. Dabei
wurden die Wahlen des
Kommandanten und seines Stellvertreters
durchgeführt. Das Ergebnis
war eindeutig: Klaus
Pressler wurde für weitere fünf
Jahre als Kommandant in seinem
Amt bestätigt. Und auch sein
Stellvertreter Marko Humml
wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt.
Aktueller Kommandant:
Klaus Pressler
Aktive Mitglieder: 122
männlich: 112 | weiblich: 11
Abteilungen: Rot am See West
und Rot am See Ost
Mitglieder Jugendwehr: 32
Mitglieder Kindergruppe: 23
Mitglieder der
Altersabteilung: 10
Technik und Fahrzeuge:
2 x LF 10, HLF 10, TSF, MZF, GW-T
Anzahl Einsätze 2025: 30
Website: www.ffw-rotamsee.de
Ein bewegender Einsatz
Freiwillige Feuerwehr Obersontheim Insgesamt 16 kräftezehrende Stunden – der Brand
der historischen Herrenmühle sorgte für einen massiven interkommunalen Einsatz.
Als am 1. Dezember 2025
um 02:41 Uhr die Meldeempfänger
ertönten,
wiesen die lodernden
Flammen über der Ortsmitte bereits
den Weg: Die historische
Herrenmühle stand im Vollbrand.
„Schon bei der Anfahrt
war das Ausmaß der Katastrophe
weithin sichtbar; der Dachstuhl
und große Teile des Hauptgebäudes
waren zu diesem Zeitpunkt
bereits nicht mehr zu retten“,
erinnert sich Kommandant
Daniel Finster.
Die enorme Hitzeentwicklung
gefährdete unmittelbar die
dichte Nachbarbebauung, die
umgehend evakuiert werden
musste. Unter der Leitung der
Feuerwehr Obersontheim lief
ein massiver interkommunaler
Einsatz an. Die Wehren aus Bühlertann
und Bühlerzell unterstützten
bei der Wasserversorgung,
während die Feuerwehr
Große Gefahr: Das Feuer bedrohte
auch die Nachbargebäude
im Ortskern. Foto: privat
Schwäbisch Hall über die Drehleiter
den Löschangriff von oben
führte. Die Feuerwehr Frankenhardt
unterstützte die Führungsgruppe
und sicherte den Brandschutz
im oberen Bühlertal ab.
„Trotz des rasanten Brandverlaufs
verhinderte die hervorragende
Zusammenarbeit aller
Kräfte ein Übergreifen auf umliegende
Gebäude.“
Doch am Vormittag folgte die
traurige Gewissheit: In den
Trümmern wurde eine Person
gefunden, für die jede Hilfe zu
spät kam. Aufgrund akuter Einsturzgefahr
und tief liegender
Glutnester musste das denkmalgeschützte
Gebäude unter Einsatz
von Fachfirmen komplett
abgetragen werden.
„Insgesamt dauerte dieser
kräftezehrende Einsatz 16 Stunden.
Die physische Belastung
durch die klirrende Kälte und die
psychische Schwere des Geschehens
forderten den Einsatzkräften
alles ab. Dieser Einsatz wird
als einer der emotionalsten und
anstrengendsten in die Chronik
eingehen. Ein besonderer Dank
gilt nicht nur den professionellen
Partnerwehren und Firmen,
sondern auch der Bevölkerung:
Die spontane Versorgung mit
Kaffee und Verpflegung war ein
starkes Zeichen des Zusammenhalts
unserer Gemeinde“, unterstreicht
Daniel Finster.
OBERSONTHEIM
Aktueller Kommandant:
Daniel Finster
Aktive Mitglieder: 71
männlich: 57 | weiblich: 14
Abteilungen: Obersontheim
Mitglieder Jugendwehr: 30
Mitglieder Kindergruppe: 23
Mitglieder der
Altersabteilung: 18
Technik und Fahrzeuge:
LF 20/16, LF 20, GW-T, LF 8, KdoW,
MZF, LF 8
Anzahl Einsätze 2025: 49
Website: www.feuerwehrobersontheim.de
54
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Filmprojekt motiviert
zum Mitmachen
Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Hall Ein Kurzfilm gibt Einblicke in die Feuerwehrarbeit
der Ehrenamtlichen. So sollen neue Mitglieder angesprochen werden.
Rund 400 Einsätze forderten
die Freiwillige Feuerwehr
Schwäbisch Hall
im Jahr 2025. Damit liegt
ein ereignisreiches Jahr hinter
den Feuerwehrangehörigen, das
nicht nur von einer hohen Einsatzbelastung,
sondern auch von
wichtigen Investitionen, einer
fundierten Ausbildung und einer
wirksamen und sehenswerten
Öffentlichkeitsarbeit geprägt
war.
Ein besonderer Schwerpunkt
lag auf Wohnhaus- und Dachstuhlbränden,
bei denen die Feuerwehr
Schwäbisch Hall über
das Stadtgebiet hinaus, mehrfach
im Rahmen der Überlandhilfe
gefordert war. Insbesondere die
Feuerwehr Mainhardt aber auch
Obersontheim konnte bei größeren
Schadenslagen auf die Unterstützung
aus Schwäbisch Hall
zählen.
In Mainhardt brannte Ende
Oktober der Dachstuhl der Alten
Schule in der Ortsmitte. Hier
kam die Drehleiter aus Hall zum
Einsatz. In Obersontheim stand
Anfang Dezember die Herrenmühle
in Flammen. Beides waren
Großeinsätze und zeigen
eindrücklich, wie wichtig eine
gut abgestimmte Zusammenarbeit
im Landkreis ist – und wie
unverzichtbar leistungsfähige
freiwillige Feuerwehren für die
Sicherheit der Bevölkerung sind.
Moderne Technik für
wachsende Anforderungen
Neben dem Einsatzgeschehen
stand das Jahr 2025 ganz im Zeichen
umfangreicher Neu- und
Ersatzbeschaffungen. „In Zeiten
angespannter Haushaltslagen
sind solche Investitionen keine
Selbstverständlichkeit. Umso
größer ist der Dank der Feuerwehr
an die Stadt Schwäbisch
Hall und den Gemeinderat, die
mit diesen Entscheidungen ihre
Wertschätzung für das ehrenamtliche
Engagement der Feuerwehrangehörigen
zum Ausdruck
gebracht haben“, sagt Kommandant
Sven Kipphardt.
Auch im Fuhrpark der Haller
Wehr hat es einige Neuerungen
gegeben. Neun Fahrzeuge konnten
in Dienst gestellt werden:
zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge
(HLF 20), zwei
Tanklöschfahrzeuge TLF 4000,
ein mittleres Löschfahrzeug
(MLF), zwei Mannschaftstransportwagen
(MTW), ein Wech-
„Nach uns kommt keiner“ – so lautet der Titel des neuen Recruiting-
Films der Feuerwehr Schwäbisch Hall.
Fotos: privat
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 55
selladerfahrzeug (WLF) mit
Mulde sowie ein Teleskoplader
(Manitou) mit verschiedenen
Anbaugeräten.
Insbesondere die neuen HLF
und das MLF ersetzen in die Jahre
gekommene Fahrzeuge. „Die
beiden TLF 4000 stellen zudem
eine wichtige Antwort auf zunehmend
trockene Sommerperioden
dar und sichern eine ausreichende
Wasserversorgung
bei Brandeinsätzen“, weiß der
Kommandant.
Feuerwehrangehörige
bilden sich weiter
Moderne Technik erfordert fundierte
Ausbildung. Deshalb hat
die Freiwillige Feuerwehr
Schwäbisch Hall im vergangenen
Jahr ein eigenes Multiplikatoren-System
entwickelt. Speziell
ausgebildete Feuerwehrangehörige
erarbeiteten detaillierte
Zahlreiche neue Fahrzeuge konnten 2025 in Dienst gestellt werden.
56
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Einweisungskonzepte für die
neuen Fahrzeuge und Geräte. In
unzähligen Stunden der Vorbereitung
und Durchführung wurden
Kameradinnen und Kameraden
in gezielten Trainingseinheiten
geschult. Dieses Konzept
stellt sicher, dass die neue Technik
nicht nur vorhanden ist, sondern
im Einsatz auch sicher und
effektiv beherrscht wird, ist die
Wehr überzeugt.
Kreative Lösungen aus
den eigenen Reihen
Auch abseits großer Beschaffungen
zeigte sich die Innovationskraft
der Feuerwehr: Ein bisher
genutztes, stark in die Jahre gekommenes
Einsatzfahrzeug der
Fachgruppe „Retten aus Höhen
und Tiefen“ (Absturzsicherung)
konnte ohne kostenintensive
Neubeschaffung ersetzt werden.
Durch ein eigens entwickeltes
Egal ob Jugendlicher, Erwachsener, mit Feuerwehr-Erfahrung oder ohne – die Freiwillige Feuerwehr in
Schwäbisch Hall sucht Nachwuchs und neue Mitglieder.
Foto: privat
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 57
Konzept wurde das benötigte
Material auf einem 750-Kilogramm-Anhänger
untergebracht,
der von einem MTW gezogen
wird. Der Anhänger wurde
in Eigenleistung konzipiert,
ausgebaut und in Dienst gestellt
– „ein gelungenes Beispiel für
pragmatische und wirtschaftliche
Lösungen aus dem Ehrenamt“,
ist Kommandant Kipphardt
überzeugt.
Reichweite vergrößern und
mit Klischees aufräumen
Weitere Schwerpunkte waren
die Öffentlichkeitsarbeit und
Mitgliedergewinnung. Die Feuerwehr
Schwäbisch Hall wird in
der Bevölkerung zunehmend als
Berufsfeuerwehr wahrgenommen
– ein Klischee, mit dem bewusst
aufgeräumt werden sollte.
In Zusammenarbeit mit Silas
Fürstenberger, einem regionalen
Creator, Regisseur und Drehbuchautoren,
entstand ein Recruiting-Film
unter dem Slogan
„Nach uns kommt keiner! – werde
Teil der Freiwilligen Feuerwehr
Schwäbisch Hall“.
Mit Witz, Charme und der nötigen
Ernsthaftigkeit zeigt der
Film die Feuerwehr in all ihren
Facetten: Einsatzdienst, Technik,
Kameradschaft, Jugendfeuerwehr,
Altersabteilung und das
generationenübergreifende Miteinander.
Ziel ist es nicht nur,
zum Schmunzeln anzuregen,
sondern ganz bewusst neue Mitglieder
anzusprechen – ob Quereinsteiger,
Kinder und Jugendliche
für die Jugendfeuerwehr
oder Feuerwehrangehörige, die
neu nach Schwäbisch Hall gezogen
sind und den Weg zur Feuerwehr
noch nicht gefunden haben.
Der knapp zweiminütige
Film ist auf YouTube sowie über
die Social-Media-Kanäle der
Feuerwehr zu sehen und feierte
seine Premiere beim Tag der offenen
Tür der Abteilung Ost
Ende September.
Tag der offenen Tür begeistert
Jung und Alt
Dieser jährlich stattfindende Tag
der offenen Tür, der von den beiden
Abteilungen im Wechsel
ausgerichtet wird, ist ein fester
Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit.
Er bietet der Bevölkerung
Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr
und ist gleichzeitig ein
beliebtes Familienevent. Mit
Vorführungen, Schauübungen,
Mitmachaktionen und vielen
weiteren Programmpunkten für
Groß und Klein wird die Feuerwehr
erlebbar – und nicht selten
der Grundstein für späteres ehrenamtliches
Engagement gelegt.
SCHWÄBISCH HALL
Aktueller Kommandant:
Sven Kipphardt
Aktive Mitglieder: 209
männlich: 180 | weiblich: 29
Abteilungen: Ost und West
Mitglieder Jugendwehr: 32
Mitglieder Kindergruppe: –
Mitglieder der
Altersabteilung: 97
Technik und Fahrzeuge:
35 Fahrzeuge
Anzahl Einsätze 2025: 400
Website:
www.feuerwehrschwaebischhall.de
58
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Bei einer großen, realitätsnahen Übung im
Sommer übten die Kameraden zusammen mit
der Wehr aus Crailsheim das richtige Agieren bei
einem schweren Verkehrsunfall. Foto: Archiv
Jeder Handgriff muss sitzen
Freiwillige Feuerwehr Satteldorf 54 Einsätze stehen für die Kameraden zu Buche. Bei
einem Verkehrsunfall im November waren sie besonders gefordert.
In den beiden Feuerwehrabteilungen
Satteldorf und Ellrichshausen
stehen in den
nächsten Jahren Investitionen
an. Diese erfreuliche Nachricht
verkündete Bürgermeister
Thomas Haas auf der Jahreshauptversammlung
Mitte November
vergangenen Jahres den
Feuerwehrkameradinnen und
Feuerwehrkameraden beider
Abteilungen. Wenn alles klappt,
soll im Sommer 2026 das neue
Hilfeleistungslöschfahrzeug
HLF 10 an die Abteilung Satteldorf
ausgeliefert werden. Für die
Abteilung Ellrichshausen wird
ein Mannschaftstransportwagen
beschafft und in den darauf folgenden
Jahren sollen zwei weitere
Löschfahrzeuge ersatzbeschafft
werden.
Auf eine Anschaffung müssen
die Abteilungen indes nicht
mehr warten: auf zwei Löschfahrzeugen
wird seit neuestem
ein Defibrillator mitgeführt. Dieser
leistet bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand
wertvolle Dienste
und unterstützt die Ersthelfer
bei einer Wiederbelebung. Die
Kameradinnen und Kameraden
beider Feuerwehrabteilungen
werden zeitnah auf diese kleinen
Lebensretter eingewiesen und
geschult, sodass sie im Notfall
richtig agieren können.
Im vergangenen Jahre legte
die Satteldorfer Wehr wieder
viel Wert auf einen guten Ausbildungsstand
im Bereich technische
Hilfeleistung und bei der
Brandausbildung in beiden Abteilungen.
Außerdem fanden
Übungen mit den Nachbarfeuerwehren
Crailsheim, Wallhausen,
Kreßberg und Kirchberg an der
Jagst statt.
Eine größere, realitätsnahe
Übung ging im Sommer in Satteldorf
über die Bühne: Ein „Verkehrsunfall
mit mehreren Fahrzeugen
und Verletzten“ – so lautete
der Titel. An dieser Übung
waren die Feuerwehr Satteldorf,
die Feuerwehr Crailsheim sowie
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
59
das Rote Kreuz und die Johanniter
Unfallhilfe mit mehreren
Fahrzeugen beteiligt. Schwerpunkt
des Trainings war das
schonende und schnelle Retten
der „Verletzten“ aus ihren Fahrzeugen
sowie die Betreuung der
Patienten, die dann vom Rettungsdienst
versorgt wurden.
„Bei solchen Einsätzen muss jeder
Handgriff sitzen und der Einsatz
Hand in Hand abgearbeitet
werden“, erläutert Kommandant
Fabian Bierlein.
und zwei weitere Mitinsassen
wurden zum Teil schwer verletzt.
Insgesamt wurde die Feuerwehr
Satteldorf im vergangenen
Jahr 54 Mal alarmiert, dazu
zählen auch einige Einsätze auf
der Autobahn.
Gesellig ging es beim Feuerwehrfest
im Sommer zu. Trotz
des launischen Wetters war das
Fest am Samstagabend und am
Sonntag sehr gut besucht. Mit einem
bunten Rahmenprogramm
war einiges geboten und die Gäste
kamen auf ihre Kosten.
Bei der Jahreshauptversammlung
standen auch Wahlen auf
dem Programm: Fabian Bierlein
wurde für weitere fünf Jahre
zum Kommandanten gewählt,
seine beiden Stellvertreter Benjamin
Pelz und Klaus Weidmann
wurden im Amt bestätigt. Zum
Jugendfeuerwehrwart wurde
Jens Uhlarsch, zum Leiter der
Altersabteilung Uli Oldenburg
gewählt.
Unterstützung der Seelsorger
Bei schweren Unfällen wird das
Kriseninterventionsteam bei Bedarf
alarmiert, um für die Angehörigen,
Feuerwehrleute und
Rettungskräfte als Gesprächspartner
zur Verfügung zu stehen.
So geschehen bei einem schweren
Unfall im November. Ein
18-jähriger Mann war in einem
Alfa Romeo auf der Kreisstraße
von Ellrichshausen nach Satteldorf
mit drei Personen unterwegs.
Hierbei kam er nach links
von der Fahrbahn ab und überschlug
sich mit dem Auto, das in
einem Bachbett liegen blieb. Dabei
wurde eine 17-jährige Mitfahrerin
verletzt und verstarb noch
an der Unfallstelle. Der Fahrer
SATTELDORF
Aktueller Kommandant:
Fabian Bierlein
Aktive Mitglieder: 78
männlich: 73 | weiblich: 5
Abteilungen: Satteldorf und
Ellrichshausen
Mitglieder Jugendwehr: 23
Mitglieder Kindergruppe: 24
Mitglieder der Altersabteilung:
14
Technik und Fahrzeuge:
LF 10/6, 2 x LF 8/6, MZF, GW-T
Anzahl Einsätze 2025: 54
Website:
www.feuerwehr-satteldorf.de
Das Feuerwehrfest im Sommer war an beiden Tagen wieder sehr gut
besucht.
Foto: privat
60
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Investitionen in Sicherheit
Freiwillige Feuerwehr Schrozberg Im Schnitt rückten die Kameraden 2025 mindestens
einmal pro Woche aus. Ein Großbrand in Sigisweiler war besonders fordernd.
Was am Samstag, 21.
Juni 2025, um 19.45
Uhr mit dem Alarmstichwort
„Pkw-
Brand im Teilort Sigisweiler“ begann,
endete mit einem Großbrand,
bei dem mehrere Gebäude
eines landwirtschaftlichen
Anwesens – darunter auch der
Dachbereich des Wohnhauses –
vernichtet wurden. Das brennende
Auto stand nämlich in einer
als Garage genutzten Halle.
„Bis zum Eintreffen der ersten
Einsatzkräfte hatte sich das Feuer
bereits auf die unmittelbare
Umgebung des Fahrzeugs ausgedehnt,
breitete sich im weiteren
Verlauf schnell weiter aus und
griff schließlich auch auf das
Wohnhaus über“, erklärt Kommandant
Marc Möbus die Lage.
Selbst mit einem Innenangriff
unter Atemschutz war das Dachgeschoss
des Hauses nicht mehr
Zusätzlich zu den regelmäßigen
Trainings bildeten sich die
Kameraden beim von Experten
angeleiteten Seminar „Technische
Hilfe“ weiter. Foto: privat
zu retten. „Zum Glück“, so Möbus
weiter, „gibt es in Sigisweiler
seit 2023 einen Löschwasserbehälter,
wodurch schnell genügend
Wasser verfügbar war.“ So
konnten weitere, nahe am Brandobjekt
stehende Gebäude, vor einem
Feuerüberschlag bewahrt
und der Brand gelöscht werden.
Damit zeigt sich, dass die Investitionen
der Stadt Schrozberg in
die Ausrüstung der Feuerwehr
und den Bau von Löschwasserbehältern
der richtige Weg für
den Schutz von Menschen, Tieren
und Sachwerten ist. Derzeit
wird in der Ortsmitte von Riedbach
neben der Bundesstraße
ein unterirdischer Löschwasserbehälter
gebaut.
Zu den Investitionen gehört
auch das Feuerwehrhaus in
Spielbach. Mit dem Bau der neuen
Unterkunft für die Aktiven im
östlichen Stadtgebiet werden die
im Feuerwehrbedarfsplan vorgesehenen
Baumaßnahmen abgeschlossen.
Anfang 2026 waren
die meisten Arbeiten beendet
und die Abteilung Spielbach
konnte die neuen Räume kürzlich
erstmals nutzen.
SCHROZBERG
Aktueller Kommandant:
Marc Möbus
Aktive Mitglieder: 161
männlich: 157 | weiblich: 4
Abteilungen: Schrozberg,
Leuzendorf, Schmalfelden,
Schrozberg-West, Spielbach
Mitglieder Jugendwehr: 16
Mitglieder Kindergruppe: 15
Mitglieder der
Altersabteilung: 10
Technik und Fahrzeuge:
ELW 1, HLF 20/16, LF 20,
2 x LF 10, DLK 23-12, GW-T, SW 2,
3 x TSF
Anzahl Einsätze 2025: 58
Website:
www.feuerwehr-schrozberg.de
Technik wird vorgeführt
Werkfeuerwehr Syntegon Ein durchschnittliches Einsatzjahr liegt hinter den Kameraden.
Der Mobile Großventilator stößt bei Veranstaltungen auf reges Interesse.
Das Einsatzgeschehen im
Jahr 2025 entsprach
ganz dem Durchschnitt
der vergangenen Jahre,
vermeldet die Werkfeuerwehr.
Erfreulich hierbei: Es gab wieder
keine großen oder allzu schweren
Vorfälle. „Bei aller Bescheidenheit
hat sicherlich die Werkfeuerwehr
auch hier ihren Beitrag
dazu geleistet“, teilt die
Wehr mit. Gibt es eine eigene
Feuerwehr in einem Unternehmen,
so ist diese mit Präventivmaßnahmen
und Einsatzvorplanungen
beauftragt, um Brände
und Unfälle zu vermeiden oder
deren Schäden so gering wie
möglich zu halten. Bei Brandsicherheitswachdiensten,
Beaufsichtigungen
bei Anlieferung
und Abholungen von Gefahrstoffen
oder bei Instandhaltungsarbeiten
mit hoher Feuergefahr ist
die Werkfeuerwehr ebenfalls unauffällig
präsent. Und im Ereignisfall,
wie beispielsweise Aufzugbefreiungen,
ausgetretene
Gefahrstoffe wie auch bei medizinischen
Notfällen, sind die Kameradinnen
und Kameraden
auch schnell vor Ort.
Neben den üblichen Verwaltungs-,
Instandsetzungsarbeiten
und Übungen präsentierte die
Werkfeuerwehr mehrfach ihren
Mobilen Großventilator. Einmal
konnten sich Interessierte bei einer
gemeinsamen Übung informieren,
zudem gab es auch beim
Aktionswochenende „Erlebnis
Feuerwehr“ die Gelegenheit, das
Gerät kennenzulernen. Eine
schnelle Entrauchung unterstützt
Einsatzkräfte bei der Rettung
und Bekämpfung und kann
die Schäden und Ausfallzeiten
deutlich reduzieren. Für Industriegebäude,
Hochhäuser, Tiefgaragen
oder Tunnel benötigt
Der Mobile Großventilator sorgt
für eine schnelle Entrauchung in
Industriegebäuden oder
Tiefgaragen.
Foto: privat
man aufgrund ihrer Größe einen
solchen leistungsstarken Ventilator.
Hierbei ist der taktische
Einsatz – das richtige Bewerten
der Gegebenheiten wie Objektgröße
und Rauch – entscheidend.
Zudem kann der Ventilator
auch Wassernebel abgeben.
2025 kam der Mobile Großventilator
zweimal zum Einsatz.
WERKFEUERWEHR SYNTEGON
Aktueller Kommandant:
Jens Martin
Aktive Mitglieder: 37
männlich: 36 | weiblich: 1
Abteilungen: 1
Mitglieder Jugendwehr: -
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: -
Technik, Fahrzeuge:
LF 10/6, Anhänger Mobiler Großventilator
Anzahl Einsätze 2025: 54
Website:
www.syntegon.com
Schnelles Eingreifen
FEUERWEHREN IM LANDKREIS 61
Freiwillige Feuerwehr Stimpfach Ein abgestürzter Segelflieger, ein Vegetations- und ein
Küchenbrand: Der Sommer war für die Kameraden besonders ereignisreich.
Der Küchenbrand konnte zügig
abgelöscht werden. Foto: privat
Die Feuerwehr Stimpfach
hatte im vergangenen
Jahr lediglich 22 Einsätze
und Sicherheitswachen
zu bewältigen, fast die
Hälfte entfiel dabei auf technische
Hilfeleistungen verschiedenster
Art. Einige Einsätze werden
den Feuerwehrleuten allerdings
im Gedächtnis bleiben.
Darunter fällt die Alarmierung
am 19. Juni um 13 Uhr. Die
Wehr wurde nach dem Absturz
eines Segelfliegers zunächst zur
Suche der Absturzstelle in einem
Waldgebiet gerufen. Es konnte
jedoch keine Hilfe mehr geleistet
werden. Kurzzeitig waren hier
über 40 Feuerwehrangehörige
vor Ort. Die Bergung, die gegen
Abend stattfand, war im steilen
Gelände eine Herausforderung.
Anfang Juli wurden die Kameraden
zu einem Flächenbrand an
die Bahnstrecke bei Randenweiler
alarmiert. Hier brannte beim
Eintreffen die trockene Vegetation
bereits auf einer Länge von
circa 30 Metern, die Rauchentwicklung
war dementsprechend
groß. Dank des schnellen Eingreifens
konnte größerer Schaden
vermieden werden.
Nur drei Tage später wurde
die Wehr zu einem Küchenbrand
gerufen. In einer Erdgeschosswohnung
kam es im Bereich des
Herdes zu einem Brand, der auf
Küchenschränke und die Decke
übergegriffen hatte. Die Bewohner
und Haustiere hatten die
Wohnung bereits verlassen. Ein
Atemschutztrupp konnte den
Brand zügig ablöschen und eine
Ausbreitung verhindern. Mithilfe
einer Wärmebildkamera wurde
die Küche auf Glutnester kontrolliert
und zum Teil ausgeräumt,
auch Teile der Deckenverkleidung
mussten entfernt
werden. Anschließend wurde
das Gebäude belüftet.
STIMPFACH
Aktueller Kommandant:
Dieter Bachmaier
Aktive Mitglieder: 92
männlich: 82 | weiblich: 10
Abteilungen: 3 Einsatzabteilungen
(2 x Stimpfach, Weipertshofen),
Jugendfeuerwehr,
Kindergruppe, Altersabteilung
Mitglieder Jugendwehr: 23
Mitglieder Kinderwehr:
Kindergruppe „Löschlöwen“: 17
Mitglieder der
Altersabteilung: 32
Technik und Fahrzeuge:
2 x LF8/6, TLF 8/18, MZF,
HLF 10
Anzahl Einsätze 2025: 22
Website: www.feuerwehrstimpfach.de
62
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Die Feuerwehr Sulzbach-Laufen wurde im vergangenen Jahr insgesamt 19 Mal zu Einsätzen gerufen.
Foto: privat
Ausflug nach Tschechien
Freiwillige Feuerwehr Sulzbach-Laufen Gelungene Ausfahrt: 36 Kameradinnen und
Kameraden besuchten gemeinsam das westböhmische Bäderdreieck.
Hinter der Feuerwehr
Sulzbach-Laufen liegt
ein wenig ereignisreiches
Jahr. Insgesamt
wurden die Kameradinnen und
Kameraden 19 Mal alarmiert –
Kommandant Armin Brehm verbucht
das Jahr dementsprechen
als „normal“.
Im Februar gab es einen Kellerbrand
im Weiler Rübgarten.
Die Feuerwehr Sulzbach-Laufen
SULZBACH-LAUFEN
Aktueller Kommandant:
Armin Brehm
Aktive Mitglieder: 61
männlich: 56 | weiblich: 5
Abteilungen:
1 (aktiv), Jugendfeuerwehr,
Altersabteilung
Mitglieder Jugendfeuerwehr:
20
Mitglieder Kinderwehr: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 15
Technik, Fahrzeuge:
ELW, LF 16, HLF 10, GW-T
Anzahl Einsätze 2025: 19
Website:
www.sulzbach-laufen.de
rückte mit vier Einsatzfahrzeugen
aus. Alarmiert wurde sie gegen
12.50 Uhr von einer Nachbarin.
Ein zehnjähriges Kind, das
bei Ausbruch des Feuers wohl allein
in dem Wohnhaus war, sei
völlig aufgelöst zu ihr geeilt. Gegen
halb zwei war das Feuer im
Heizungsraum bereits gelöscht
und das Wohnhaus wurde belüftet.
Der Rauch stellte das größere
Problem dar. Mit insgesamt 26
Einsatzkräften war die Feuerwehr
im Einsatz. Verletzt wurde
bei dem Brand niemand. Die Polizei
schätzte den entstandenen
Sachschaden nach dem Einsatz
auf rund 200.000 Euro. Rauch
und Löschwasser hätten Leitungen
und Elektrik in Teilen des
Hauses beschädigt.
Fahrer wird eingeklemmt
An einem Samstag im Mai gab
es auf der B 19 um 12.35 Uhr einen
schweren Verkehrsunfall.
Ein Kleintransporter kam auf
halber Strecke zwischen Laufen
und Wengen von der Straße ab
und prallte gegen einen Baum.
Der 27-jährige Fahrer, der allein
im Auto war, wurde eingeklemmt
und schwer verletzt. Um
ihn aus dem Fahrzeug zu befreien,
wurde die Feuerwehr zur
Hilfe gerufen. Zudem waren ein
Rettungswagen und ein Notarzt
im Einsatz.
Neben der Zusammenarbeit
bei den Einsätzen ist den Kameradinnen
und Kameraden auch
die Geselligkeit wichtig. Jedes
Jahr veranstaltet die Wehr deshalb
einen Ausflug. 2025 führte
dieser die Gruppe ins Bäderdreieck
in die Tschechische Republik.
36 Teilnehmer waren beim
dreitägigen Kurztrip nach Marienbad,
Karlsbad und Franzensbad
mit dabei. Die Orte sind bekannt
für ihre zahlreichen Heilquellen,
dort sind über 230 Quellen
erschlossen, deren Wasser
unter anderem für Bäder genutzt
wird.
Die Zahl der aktiven Mitglieder
ist in Sulzbach-Laufen im
vergangenen Jahr stabil geblieben.
Vier Kameradinnen und Kameraden
haben erfolgreich die
Grundausbildung absolviert. Sie
sind „Eigengewächse“ und stiegen
somit von der Jugendfeuerwehr
in die Einsatzabteilung auf.
Ein weiterer Kamerad hat auf
Kreisebene den Atemschutzlehrgang
besucht. Zusätzlich
konnten einige Feuerwehrleute
erfolgreich das Leistungsabzeichen
in Gold ablegen und es
wurden vier Bundesleistungsabzeichen
verliehen.
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
63
Fuhrpark erweitert
Freiwillige Feuerwehr Untermünkheim Seit Oktober besitzt die Wehr ein neues HLF 20.
Das Fahrzeug wurde beim Tag der offenen Tür offiziell vorgestellt.
Mitte Oktober 2025
durfte die Untermünkheimer
Feuerwehr
einen ganz besonderen
Moment erleben: die
feierliche Übergabe ihres neuen
Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs
HLF 20. „Dieses Fahrzeug
steht nicht nur für modernste
Technik, sondern auch
für Vertrauen, Sicherheit und
gelebte Kameradschaft“, ist
Kommandant Martin Munz
überzeugt.
Nach langer Planungszeit,
zahlreichen Gesprächen, Abstimmungen
und vielen Stunden
intensiver Vorbereitung war es
endlich so weit. Das neue HLF
20 steht nun einsatzbereit in der
Fahrzeughalle – top ausgestattet,
leistungsstark „und ein echtes
Highlight unseres Fuhrparks“,
so Munz.
UNTERMÜNKHEIM
Aktueller Kommandant:
Martin Munz
Aktive Mitglieder: 54
männlich: 48 | weiblich: 6
Abteilungen: Ausrückestandorte
in Untermünkheim und
Übrigshausen
Mitglieder Jugendwehr: 13
Mitglieder Kindergruppe: –
Mitglieder der
Altersabteilung: 14
Technik und Fahrzeuge:
HLF 20, HLF 10/6, LF 10/6, LF
8/6, Feuerwehranhänger, Anhänger
Strom/Licht, MTW und
MZF
Anzahl Einsätze 2025: 34
Website:
www.untermuenkheim.de
Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 ist ein echtes Highlight für die Wehr. Es verfügt
über einen 2500-Liter-Löschwassertank und eine topmoderne Ausstattung.
Fotos: privat
Beim Tag der offenen Tür zeigten
die Kameraden eine Schauübung.
Es wurde simuliert, wie
die Wehr einen verletzten Fahrer
aus einem demolierten Unfallwagen
befreit.
Nach den eigenen
Wünschen konzipiert
Das Untermünkheimer HLF basiert
auf einem robusten Mercedes-Benz-Fahrgestell
und wurde
vom renommierten Aufbauhersteller
Rosenbauer exakt nach
den Anforderungen der Untermünkheimer
Wehr konzipiert.
Es verfügt über einen 2500-Liter-Löschwassertank
und wurde
mit moderner Ausrüstung ausgestattet,
die von der Firma
Barth Feuerwehrtechnik aus
Fellbach geliefert wurde.
Besonders hervorzuheben sei
das zukunftsorientierte Einsatzkonzept:
„Wir haben uns bewusst
für den verstärkten Einsatz
akkubetriebener Einsatzmittel
entschieden und gehen
damit konsequent den Schritt in
die nächste Generation des Feuerwehrwesens“,
erläutert der
Kommandant.
Großer Andrang beim
Tag der offenen Tür
Einen Tag nach der feierlichen
Übergabe öffnete die Feuerwehr
Untermünkheim die Tore des
neuen Feuerwehrmagazins Hagen
für die Bevölkerung. Beim
Tag der offenen Tür mit Fahrzeugausstellung,
einer Schauübung
sowie einer Spielstraße
für Kinder durften sich die Kameraden
über einen großen Andrang
und viele Gäste freuen.
Zahlreiche interessierte Bürgerinnen
und Bürger nutzten die
Gelegenheit, die Arbeit der Kameradinnen
und Kameraden
kennenzulernen und einen Blick
hinter die Kulissen der Feuerwehr
zu werfen.
64
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
Zeit für Vorbereitungen
Freiwillige Feuerwehr Vellberg Die Wehr nutzte das ruhige Jahr für Schulungen und
Neuanschaffungen. Ein neues LF 20 wurde in Dienst gestellt.
Durch die erfreulich geringen
Einsatzzahlen in
2025 konnte sich die
Feuerwehr Vellberg unter
der neuen Leitung von Kommandant
Kurt Lanzendorfer
stark auf die Einsatzvorbereitung
konzentrieren. Ein wichtiges
Thema war die Beschaffung
des neuen Löschgruppenfahrzeugs.
In Zusammenarbeit mit
einem Planungsbüro konnte das
neue Fahrzeug im Dezember im
Produktionswerk bei Berlin
durch die Arbeitsgruppe abgeholt
werden.
Das neue LF 20 ersetzt das 27
Jahre alte LF 16-12, das technisch
sehr in die Jahre gekommen ist.
Neben einem 2000-Liter-Löschtank
mit der angepassten Normbeladung
für den Löscheinsatz
sind auch umfangreiche Rettungsmittel
auf dem Fahrzeug
verlastet: eine Zwölf-Meter-
Das neue LF 20 ist technisch auf
dem neuesten Stand. Foto: privat
Schiebleiter, ein Sprungretter,
ein Überdruckbelüfter und vieles
mehr. Auch für die technische
Hilfeleistung zum Beispiel
bei Verkehrsunfällen wurden
moderne Rettungsmittel beschafft.
Direkt nach Weihnachten
begannen die ersten Schulungen
und Einweisungen, um
die Gerätschaften in den kommenden
Einsatzfällen gut zu beherrschen.
Ein weiteres Thema war die
strategische und technische
Schulung für Vegetationsbrände.
Im Frühjahr 2025 wurde eine erste
Übung für die Brandbekämpfung
mit den aktuellen Einsatzmitteln
durchgeführt. Aufbauend
auf den gewonnenen Erkenntnissen
befassten sich die
Führungskräfte in einem Wochenendworkshop
mit dieser
Einsatzart. Auch die Vellberger
Wehr rechnet durch zunehmende
Trockenheit im Sommer mit
mehr Brandeinsätzen in Waldund
Feldflächen. Hierzu wurden
mögliche Taktiken durchgespielt
und Erfahrungen mit bisherigen
Bränden ausgetauscht und örtliche
Begebenheiten durchleuchtet.
Auch eine Beschaffung zusätzlicher
Gerätschaften wurde
für die nahe Zukunft erarbeitet.
VELLBERG
Aktueller Kommandant:
Kurt Lanzendorfer
Aktive Mitglieder: 65
männlich: 55 | weiblich: 10
Abteilungen: 1
Mitglieder Jugendfeuerwehr:
25
Mitglieder Kinderwehr: 23
Mitglieder der
Altersabteilung: 9
Technik, Fahrzeuge:
MZF, MTW, GW-T, LF 10, LF 20,
Notstromanhänger
Anzahl Einsätze 2025: 17
Website:
www.vellberg.de
Wechsel an der Spitze
Freiwillige Feuerwehr Wolpertshausen Wenige, dafür sehr arbeitsintensive Einsätze
mussten geleistet werden. Kommandant Matthias Frank gab nach 19 Jahren sein Amt ab.
Das Jahr 2025 war für die
Feuerwehr Wolpertshausen
erneut ereignisreich
und arbeitsintensiv.
Neben zahlreichen kameradschaftlichen
Aktivitäten standen
viele Übungsdienste und Fortbildungen
auf dem Dienstplan. Die
Gesamtanzahl der Einsätze reduzierte
sich im Berichtsjahr auf 19.
Gleichzeitig war jedoch ein Anstieg
der Autobahneinsätze zu
verzeichnen. Der größte und herausforderndste
Einsatz war ein
Dachstuhlbrand in Cröffelbach.
Aufgrund der engen Bebauung
bestand eine erhebliche Gefahr
der Brandausbreitung auf angrenzende
Gebäude. Neben der
Feuerwehr Wolpertshausen waren
daher auch ein Löschzug aus
Schwäbisch Hall mit der Drohnengruppe
sowie die Feuerwehr
Ilshofen im Einsatz.
Erfreulich war die personelle
Entwicklung der Wehr: Im Jahr
Ein Dachstuhlbrand in Cröffelbach
war besonders herausfordernd.
Foto: privat
2025 konnten zwei neue Kameradinnen
in der Mannschaft begrüßt
werden. Die Auslieferung
des bereits bestellten Gerätewagen
Transport konnte noch nicht
erfolgen. Die Lieferung ist für
das zweite Quartal 2026 angekündigt.
Eine bedeutende Veränderung
ergab sich gleich zu Beginn
des Jahres in der Führung der
Feuerwehr. Nach 19 Jahren stellte
Kommandant Matthias Frank
sein Amt zur Verfügung. In der
anschließenden Wahl entschieden
sich die Anwesenden für
Moritz Gehring als neuen Kommandanten
der Feuerwehr Wolpertshausen.
Im Rahmen der
Hauptversammlung wurde Matthias
Frank feierlich verabschiedet.
In seiner Abschiedsrede
blickte er auf zahlreiche prägende
Ereignisse seiner Amtszeit
zurück. Großeinsätze, wichtige
Neuanschaffungen, die Zusammenlegung
der Einsatzabteilungen
sowie das stets gelebte kameradschaftliche
Miteinander
zeichneten ein eindrucksvolles
Bild seiner langjährigen Führungsarbeit.
Als besondere Anerkennung
verlieh der Vorsitzende
des Kreisfeuerwehrverbandes
Schwäbisch Hall, Alfred
Fetzer, Matthias Frank das Deutsche
Feuerwehr-Ehrenkreuz in
Bronze.
WOLPERTSHAUSEN
Aktueller Kommandant:
Moritz Gehring
Aktive Mitglieder: 56
männlich: 52 | weiblich: 4
Abteilungen: Wolpertshausen
Mitglieder Jugendwehr: -
Mitglieder Kindergruppe: -
Mitglieder der
Altersabteilung: 20
Technik und Fahrzeuge:
LF 16/12, LF 10, MZF, MTW, TSA
Anzahl Einsätze 2025: 19
Website:
www.wolpertshausen.de
FEUERWEHREN IM LANDKREIS
65
Fit für die Zukunft
Freiwillige Feuerwehr Wallhausen Neben Einsätzen und Ausbildungen standen wichtige
technische Neuerungen sowie große Übungen und Veranstaltungen auf dem Programm.
Ein großer Meilenstein im
vergangenen Jahr war die
Umstellung der Atemschutzgeräte
von Normaldruck-
auf Überdrucktechnik.
„Diese moderne Technik
bietet unseren Kameradinnen
und Kameraden deutlich mehr
Sicherheit, da das Eindringen
von Rauch und Schadstoffen in
die Maske noch besser verhindert
wird. Gleichzeitig entspricht
diese Technik dem aktuellen
Stand der Feuerwehr-Technik
– ein wichtiger Schritt in
Richtung Zukunftsfähigkeit unserer
Wehr“, erläutert Kommandant
Jens Scheu.
Zusätzlich zu den „Piepsern“
wurde 2025 das System Alamos
eingeführt. Es ermöglicht den
Einsatzkräften eine direkte
Rückmeldung, ob sie am Einsatz
teilnehmen können oder nicht.
So lässt sich schon auf dem Weg
zum Feuerwehrhaus besser planen,
wie viele Kräfte zur Verfügung
stehen. Im Feuerwehrhaus
wurde außerdem ein Bildschirm
installiert, der im Einsatzfall alle
wichtigen Informationen übersichtlich
darstellt – etwa Einsatzdaten,
Wetterlagen oder bestehende
Straßensperrungen.
Ein Höhepunkt des Übungsjahres
war eine großangelegte
Einsatzübung im September auf
dem Gelände der Brauerei
Schmetzer in Michelbach.
Übungsannahme waren zehn
verletzte Personen, die gerettet
Im April brannte eine Garage in Hengstfeld. Aufgrund der darin
gelagerten Gefahrgüter war besondere Vorsicht geboten. Foto: privat
und versorgt werden mussten.
Sie waren im Rahmen einer fiktiven
Brauereiführung in Bereiche
gelaufen, die mit CO 2
geflutet
waren. Unglücklicherweise
musste als Zugang zuerst ein
Schließzylinder gewaltsam geöffnet
werden und es kam auch
noch zu einem Brand neben einem
Gastank, den es zu bekämpfen
galt. Unterstützt wurde die
Wehr von der Führungsgruppe
Nord und den Nachbarwehren
aus Gailroth und Rot am See,
dem ASB-Rettungsdienst sowie
einem Notarzt.
Garagenbrand in Hengstfeld
Einsatztechnisch war das Jahr
2025 sehr ruhig. Die Wehr aus
Wallhausen wurde zu 14 Einsätzen
gerufen, wobei lediglich
sechs auf ihrem Gemeindegebiet
waren. Im April kam es in
Hengstfeld zu einem ausgedehnten
Garagenbrand. Ausgelöst
wurde dieser vermutlich durch
ein defektes Elektro-Vehikel. Erschwerend
kam hinzu, dass in
der Garage auch einige Gefahrgüter
wie Schutzgas, Benzinkanister
und Propangasflaschen
gelagert waren.
Mehr Glück als Verstand hatte
ein alkoholisierter Fahrer, der
eines Nachmittags gegen 16 Uhr
von der Fahrbahn abgekommen
und gegen mehrere Bäume geprallt
war. Er konnte leicht verletzt
sein Fahrzeug verlassen,
musste aber zur Blutentnahme
ins Krankenhaus. Die Kameraden
mussten lediglich das Batterie-Management
durchführen
und den Verkehr an der Unfallstelle
regeln. Ende August kam
es in Michelbach zu einem kleinen
Flächenbrand. Ein Landwirt
wollte auf dem trockenen Acker
Unkraut verbrennen. Dies lief
ihm leider etwas aus dem Ruder.
Zum Abschluss wurde die
Wehr an Silvester nach Hengstfeld
gerufen. Ein Hausbewohner
hatte Rauchgeruch in seinem
Wohnzimmer und leichte Rußspuren
an der Wand bemerkt.
Nach dem Öffnen der Holzständerwand
stellten die Einsatzkräfte
fest, dass es in dieser bereits
zu einem ordentlichen Schwelbrand
gekommen war.
WALLHAUSEN
Aktueller Kommandant:
Jens Scheu
Aktive Mitglieder: 110
männlich: 107 | weiblich: 3
Abteilungen:
Wallhausen, Hengstfeld,
Michelbach/Lücke
Mitglieder Jugendfeuerwehr:
12
Mitglieder Kinderwehr: -
Musikzug: 23
Mitglieder der
Altersabteilung: 33
Technik, Fahrzeuge: LF 10,
LF 10/6, LF 8, TSF-W
Anzahl Einsätze 2025: 14
Website:
www.ffw-wallhausen.de
DANKE
… sagen wir allen Arbeitskolleginnen und -kollegen,
die die tägliche Arbeit von Feuerwehrfrauen und -männern
übernehmen – im Büro, in der Pflege, auf der Baustelle, in der
Landwirtschaft oder in der Produktion –, wenn diese bei
Einsätzen Brände löschen oder Menschenleben retten.
… an alle Arbeitgeber, die die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute
während der Arbeitszeit freistellen, damit diese
dort helfen können, wo schnelle Hilfe nötig ist.
… allen Familienangehörigen, die den Feuerwehrmännern
und -frauen zu Hause oft den Rücken freihalten und sie bei
ihrer Tätigkeit für die Allgemeinheit unterstützen.
… auch an die Inserenten in diesem Magazin. Mit Ihrer
Annonce tragen Sie dazu bei, dass die wichtige Arbeit
der Feuerwehren im Bevölkerungsschutz für alle sichtbar ist.
Ohne EUCH könnten WIR nicht helfen!
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für die 30 Freiwilligen Feuerwehren und eine Werkfeuerwehr im
Landkreis Schwäbisch Hall.
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