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02 • APRIL 2026
GESCHICHTE
Brillen
von gestern
GESCHÄFTE
Familienfest der
Augenoptik
GESETZE
Kein digitaler
Meister
SPECIAL
Vintage, Heritage
& Retro
02
–––––
2026
MyDay® MiSight® 1 day Einmalkontaktlinsen
Die neuen MyDay® MiSight® 1 day
Einmalkontaktlinsen kombinieren das moderne
Silikonhydrogel-Material der MyDay®*1 mit der
bewährten ActivControl® Technology der bisherigen
MiSight® 1 day †‡⁵-⁷ und wurden speziell entwickelt,
um das Myopie-Management noch einfacher zu machen. *1
*Nachweislich verlangsamt die Progression der Myopie bei Kindern im Vergleich zu einer Einstärken-Einmalkontaktlinse über einen Zeitraum von drei Jahren. † In der klinischen Studie erhöhte sich die mittlere tägliche
Tragezeit an Wochentagen von 12,8 Stunden nach sechs Monaten auf 13,9 Stunden nach sechs Jahren, bei einer durchschnittlichen Nutzung von mehr als 6,5 Tagen pro Woche für MiSight® 1 day, die dieselbe
ActivControl® Technology wie MyDay® MiSight® 1 day nutzt. ‡ 94 % vs. 81 % nach einer Woche täglicher Nutzung, p = NS. ◊ Basierend auf den veröffentlichten Herstellerdaten: MyDay® MiSight® 1 day hat einen
Dk/t-Wert von 100 - im Vergleich zu der bisherigen MiSight® 1 day (Dk/t 28) und NaturalVue Multifocal 1 Day (Dk/t 25). 94 % gegenüber 81 % nach einer Woche täglicher Nutzung, p = NS. ** Warnung: UV-Licht
absorbierende Kontaktlinsen sind kein Ersatz für schützende UV-absorbierende Sehhilfen wie UV-absorbierende Schutzbrillen oder Sonnenbrillen, da sie das Auge und den umgebenden Bereich nicht komplett abdecken.
Kontaktlinsenträgerinnen und -träger sollten weiterhin UV-Licht absorbierende Brillen verwenden, wann immer dies empfehlenswert ist. 1. Chamberlain P et al A 3-year Randomized Clinical Trial of MiSight® Lenses for
Myopia Control. OVS 2019;96:556-567. 5. Woods J et al. Ocular health of children wearing daily disposable contact lenses over a 6-year period. CLAE 2021 Aug;44(4):101391. 6. CooperVision Datenbestand, 2025.
Prospektive, einwöchige, doppelt verblindete, bilaterale Studie mit MiSight® 1 day Silikonhydrogel. N=32 Probanden im Alter von 8-18 Jahren. 7. CooperVision Datenbestand, 2025.
.
INHALT
TITEL:
IC Berlin by Marcolin
www.ic-berlin.com/de
EDITORIAL
Alles Retro oder was? 5
NEWSROOM
Kurznachrichten 6
HEADLINER
Brillen von gestern Geschichte vor Augen 10
AUSZEICHNUNG
Pure Magie aus Acetat und Glas Brillenträger des Jahres 2026 14
MESSE
Die opti bleibt die opti opti 2026 16
Blick nach vorn MIDO 2026 20
BUSINESS
Vertrauen ist alles Transparente Rechnungen 22
RECHT
Kein digitaler Meister Remote-Refraktion 24
ESSAY
Man kann sich nicht klonen Zwischen Verantwortung und Realität 26
ADVERTORIAL
Smart vernetzt bon Optic 29
LENS
Performance trifft Potenzial Neue Dynamik im Myopie-Management 30
OPTICS
Kognitive Entlastung Neuer Standard im Glasdesign 32
KOLUMMNE
Fitnessstudio fürs Auge? Wenn Dioptrien Angst bekommen sollen 34
OPTICS
Weitergedacht Wahrnehmung und Wissenschaft 36
HISTORY
Keine Kompromisse Einfach gemacht 38
FRAME
Phoenix aus der Asche Maximal-Recycling 40
SPECIAL
Brillen und Geschichte(n) Vintage, Heritage & Retro 42
ART
Zwischen Licht und Glas Die Langsamkeit des Sehens 48
BUSINESS
Automatisieren. Binden. Umsatz steigern. Digitale Kundenbindung 50
Urlaub im Blick Alle Jahre wieder 52
Achtsamkeit im Alltag Mindfulness 54
BOOK
KI-unterstützte Geschäftsmodelle KI im Augenoptiker-Betrieb 57
PORTRAIT
Retro als Haltung Arvid Schleberger, München 58
34
42
48
TERMINE
Terminkalender Wer macht wann was wo? 62
COMMUNITY
Herstellernachweis Wen finde ich wo? 65
SCHLUSSLICHT
Diverses, Besonderes, Ungewöhnliches, Impressum 66
58
WWW.EYE-COM.NET
3
ENGINEERING PHOTOCHROMIC PERFORMANCE
REAGIERT AUF LICHT,
PASST ZUM LEBEN
ColorMatic® X ist unser schnellstes und klarstes photo-
tropes Brillenglas. Es erreicht ein neues Level an
phototroper Leistung mit schneller Aufhellung, hoher
Langlebigkeit und Sehkomfort von morgens bis abends.
Mit einer Klarheit von bis zu 93 % in Innenräumen
Mit einer Eindunkelung von bis zu 88 % im Freien
Mit einer um 56 % schnelleren Aufhellung als die
Vorgängergeneration
IM INNENRAUM
BEWÖLKT
SONNIG
EDITORIAL 0
»VOR DER WIRKLICHKEIT KANN MAN SEINE AUGEN VERSCHLIESSEN,
ABER NICHT VOR DER ERINNERUNG.«
Stanisław Jerzy Lec, 1909-1966, polnischer Lyriker und Aphoristiker
»MODE IST VERGÄNGLICH, STIL NIEMALS.«
Coco Chanel, 1883-1971, französische Modeschöpferin
ALLES RETRO ODER WAS?
Liebe Leser,
ohne dass wir das wirklich so geplant hätten, ist diese Ausgabe von EYECOM ein bisschen nostalgisch geworden: Unsere Titelstory
„Brillen von gestern“ ab Seite 10 stellt eine Brillenmarke vor, die die Seele der französischen Brillenmacherkunst neu belebt. In
„Keine Kompromisse“ ab Seite 38 erinnert sich Unternehmerin Beate Gabelt, wie sie als aktive Sportlerin vor einem Vierteljahrhundert
die Brillen selbst erfinden musste, die sie haben wollte, weil es diese damals einfach nirgends gab. Auch unser Design-SPECI-
AL ab Seite 42 befasst sich mit dem Thema „Brillen und Geschichte(n). Und in unserem Unternehmer-Portrait „Retro als Haltung“
ab Seite 58 stellen wir einen kreativen jungen Kollegen vor, der in München ein sehr ungewöhnliches
Geschäftskonzept betreibt, in dem Retro, Nostalgie und Handwerk eine große Rolle spielen.
Auch auf den augenoptischen Fachmessen stellt man immer wieder fest: Retro ist mehr als nur ein
Trend; es ist Vertrautheit und Wertschätzung für Dinge, die eine Vergangenheit haben und Geschichten
erzählen. Vielleicht umso mehr, wenn man feststellt, dass all die schönen, gekauften Luxus-Etiketten
auf Produkten in Wirklichkeit seelenlos und blutleer sind - was auch unsere Endkunden zunehmend
bemerken. Retro dagegen bedeutet nicht einfach nur „alt“. Viele Menschen schätzen an
Retro-Objekten – auch bei Mode, Musik oder Technik – die Be-Greifbarkeit und den individuellen
Charakter, den moderne Massenware oft vermissen lässt.
Was sicher ebenfalls eine Rolle spielt: In unsicheren Zeiten suchen die Menschen nach Beständigem
und Vertrautem. Man kann es auf jedem Flohmarkt sehen, wenn erwachsene Menschen ein Fundstück
mit demselben Lächeln nach Hause tragen, mit dem sie sich als Kinder über den Fund einer Muschel oder einer glänzenden
Kastanie gefreut haben.
Für Augenoptiker bedeutet der Retro-Trend vor allem eines: Chancen. Wer die Geschichte hinter den klassischen Modellen und
Marken kennt und sie im Beratungsgespräch lebendig vermittelt, schafft Mehrwert und Differenzierung gegenüber dem reinen
Onlinehandel. Emotionales Storytelling wird zum Verkaufsargument – die Brille als kulturelles Objekt, nicht nur als Produkt.
Retro ist daher weit mehr als ein nostalgischer Rückblick. Es ist ein Spiegel unserer Zeit. Ein Zusammenspiel aus Erinnerung
und Innovation. Für unsere Branche eröffnet sich damit immer wieder die Chance, Tradition neu zu erzählen und gleichzeitig die
Zukunft aktiv zu gestalten.
In diesem Sinne herzlichst Ihr
Martin Graf
PS: Für Anregungen, Kommentare und Kritik erreichen Sie mich unter graf@eye-com.net und Tel. 0171-5483199
0 NEWSROOM
Sozialplanvolumen von rund 1 Mio.
Euro für ehemalige Menrad-Mitarbeiter
Im Insolvenzverfahren der Ferdinand Menrad GmbH + Co. KG hat der Insolvenzverwalter
das maximal mögliche Sozialplanvolumen ausgezahlt. Die Summe
für die mehr als 100 ehemaligen Mitarbeiter beträgt rund 1 Mio. Euro und entspricht
dem 2,5-fachen der monatlichen Lohn- und Gehaltssumme.
Der entsprechende Antrag des Verwalters wurde vom Amtsgericht Aalen genehmigt.
Das Gesamtvolumen eines Sozialplans in einem Insolvenzverfahren
ist gemäß § 123 InsO auf das 2,5-fache der monatlichen Gehaltssumme
der betroffenen Arbeitnehmer begrenzt. Zudem darf das Sozialplanvolumen
nicht mehr als ein Drittel der Insolvenzmasse betragen. Laut Auskunft des Insolvenzverwalters
war diese Auszahlung möglich, weil er in den vergangenen
Monaten aus dem Firmenvermögen gute Verwertungserlöse erzielt hatte.
Mit den Oculus Expo Days 2026
„Am Ball bleiben“
Nach dem großen Erfolg der vergangenen Jahre setzt Oculus seine Expo Days
auch 2026 fort und bringt Innovation, Networking und Praxiswissen zu den
Augenoptikern vor Ort – in den VIP-Bereichen der Allianz Arena des FC Bayern
Neuer Vertriebsleiter bei Rodenstock
Manuel Stanke ist seit Anfang Februar 2026 neuer Vertriebsleiter bei Rodenstock.
Er ist zuständig für die Region West, in der er gemeinsam mit seinem Team
die Kundenbetreuung intensivieren wird.
Manuel Stanke bringt einen breiten Erfahrungsschatz als Augenoptikermeister,
überregionaler Betriebsleiter sowie als Außendienstmitarbeiter bei Rodenstock
mit und versteht dadurch die Bedürfnisse der von Rodenstocks Partneroptikern.
„Im Fokus stehen für mein Team und mich eine enge Zusammenarbeit mit unseren
Kunden, um die individuellen Potenziale zu erkennen und gemeinsam mit
ihnen erfolgreich zu wachsen“, sagt Manuel Stanke. „Mit seiner herausragenden
Expertise wird Manuel Stanke unser Vertriebsteam als Regionalvertriebsleiter
enorm bereichern und für unsere Partneroptiker ein kompetenter Ansprechpartner
auf Augenhöhe sein“, freut sich Thomas Pfanner, General Manager Deutschland
und Österreich über die persönliche Weiterentwicklung von Manuel Stanke.
München am 20. April 2026 sowie dem Deutsche Bank Park von Eintracht
Frankfurt am 23. April 2026. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Unter dem Motto „Am Ball bleiben“ erwartet die Teilnehmer ein inspirierendes
Branchenevent, das fachliche Impulse mit einzigartiger Stadionatmosphäre
verbindet. Gemeinsam mit Optiswiss, MPG&E, COE Campus, Pricon,
Ocumeda, Loyalty Lab, Moro, Martin Schoeder und Ulli Mahler bietet Oculus
ein vielseitiges Programm für zukunftsorientierte Augenoptiker. Neben faszinierenden
Stadionführungen stehen informative Fachvorträge, innovative
Technologien und konkrete Lösungsansätze für den Arbeitsalltag im augenoptischen
Fachgeschäft im Mittelpunkt. Die Teilnehmer erhalten wertvolle
Impulse zu aktuellen Entwicklungen, Trends und Strategien – praxisnah,
kompakt und direkt umsetzbar.
Besucher haben die Möglichkeit, Oculus Geräte live zu testen und neue Anwendungen
kennenzulernen. Ergänzt wird das Angebot durch die Präsentationsflächen
der Partnerunternehmen, die ihre neuesten Produkte, Dienstleistungen
und Konzepte vorstellen.
Alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf
www.oculus-akademie.de
Kai Jaeger ist neuer ZVA Präsident
Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) lud
seine Delegierten am 7. und 8. März 2026 nach Lübeck zur Mitgliederversammlung
ein. Im Mittelpunkt der Tagung standen die turnusmäßigen
Wahlen von Präsidium, Vorstand und Ausschussvorsitzenden,
mit denen die Delegierten wichtige Weichen für die zukünftige
Verbandsarbeit stellten.
Zum neuen ZVA-Präsidenten wählten die Delegierten einstimmig den
bisherigen Vizepräsidenten Kai Jaeger (links). Als erster Vizepräsident
wurde Armin Ameloh in seinem Amt bestätigt. Zur neuen Vizepräsidentin
wählten die Delegierten Sylvia Alps, die zuvor bereits als Mitglied
im Präsidium mitgearbeitet hatte. Rainer Hankiewicz bleibt Vorsitzender
des Berufsbildungsausschusses, Giovanni Di Noto weiterhin Vorsitzender
des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Den Vorsitz
des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses übernimmt künftig Vizepräsident
Armin Ameloh (rechts), während Dr. Carolin Truckenbrod zur Vorsitzenden
des Fachwissenschaftlichen Ausschusses gewählt wurde.
6
EYECOM 02 | 2026
CooperVision - World Contact Lens Day
Am 15. April haben Augenoptiker weltweit den World Contact Lens Day gefeiert
– einen Tag, der auf die Bedeutung moderner Kontaktlinsenversorgung
aufmerksam macht und auf ein besonderes historisches Datum fällt: Den Ge-
burtstag von Leonardo da Vinci. Der Universalgelehrte gilt mit seinen frühen
Skizzen optischer Prinzipien als ein Vordenker der Kontaktlinsenidee.
Der World Contact Lens Day wurde von Euromcontact, dem europäischen Verband
der Kontaktlinsen- und Pflegemittelhersteller, initiiert und schafft eine
ideale Plattform für Aufmerksamkeit, Beratung und Neukundengewinnung.
Die aktuelle Kampagne von CooperVision zielt genau darauf ab, denn sie soll
den Handel unterstützen, Kontaktlinsenpräsenz sichtbar machen und Konsumenten
motivieren, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen
– sei es beim Erstkontakt, beim Wiederaufbau einer bestehenden Kundenbeziehung
oder zur Reaktivierung inaktiver Kontaktlinsenträger.
Dass der World Contact Lens Day auf den Geburtstag Leonardo da Vincis fällt,
ist mehr als eine historische Randnotiz. Seine Forschungen zur Optik und
zum visuellen Wahrnehmen legten vor über 500 Jahren den Grundstein für
die moderne Kontaktlinsentechnologie. Mit der heutigen Innovationskraft –
von hochsauerstoffdurchlässigen Materialien bis hin zu optimierten Tageslinsen
für längeren Tragekomfort – führt CooperVision seine Idee fort und macht
gutes Sehen für Millionen Menschen möglich.
Visall: Neuer Key Account Manager
für DACH-Region
Michael Mangliers wird Key Account Manager für die DACH-Region bein Brillenglas-Hersteller
Visall. Er war für das Unternehmen zuvor viele Jahre lang
als erfolgreicher Handelsvertreter für den südwestdeutschen Raum tätig und
bringt umfassende Markt- und Kundenkenntnisse mit.
In seiner neuen Funktion verantwortet Mangliers seit Januar 2026 die Betreuung
der Key Accounts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel ist
der weitere Ausbau bestehender Kundenbeziehungen sowie die nachhaltige
Stärkung der Marktposition von Visall. Mit dieser Personalentscheidung setzt
das konzernunabhängige Familienunternehmen auf Kontinuität, Erfahrung
und Kundennähe.
Aoyama Optical Germany: Lizenzverlängerung für Gerry Weber Eyewear
Aoyama Optical Germany verlängert die Lizenz für Gerry Weber Eyewear mit
dem neuen Markeninhaber Victrix bis Ende 2030. Thomas Akiyama, Inhaber
von Aoyama Optical, ist seit der Einführung der Gerry Weber Eyewear-Lizenz
eng mit der Marke verbunden. Aoyama Optical hält die Lizenz seit 2010 und
steht damit für Kontinuität, Verlässlichkeit und langfristiges Engagement im
Eyewear-Bereich.
Die GRUPO Victrix, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, bekräftigt
gemeinsam mit Aoyama Optical ihr Bekenntnis zu einer langfristigen
Zusammenarbeit, um die internationale Präsenz von Gerry Weber Eyewear
auszubauen, bestehende Märkte zu stärken und neue Chancen zu nutzen.
Optiswiss verstärkt Geschäftsleitung
Seit Januar 2026 ist Johannes Schubart (links) als Chief Product & Marketing Officer (CPMO) Mitglied
des Führungsgremiums bei dem Schweizer Brillenglashersteller Optiswiss. In dieser Funktion verantwortet
er die operative und strategische Ausrichtung der Bereiche Produktmanagement und Marketing.
Johannes Schubart ist seit mehr als vier Jahren bei Optiswiss tätig. In seiner bisherigen Funktion als
Head of Global Marketing, Product Management & Tools verantwortete er mit seinem Team bedeutende
Produkteinführungen, die Markenpositionierung sowie den Ausbau strategischer Kooperationen.
Mit der personellen Verstärkung in der Geschäftsleitung unterstreicht Optiswiss seine Vision, die Zukunft
des augenoptischen Fachhandels aktiv und nah am Markt mitzugestalten. Das Unternehmen setzt dabei
konsequent auf innovative Brillengläser und ganzheitliche Konzepte, um den traditionellen Fachhandel
partnerschaftlich und kompetent zu unterstützen – mit Brillengläsern, die nach höchsten Qualitätsstandards
zu 100% in der Schweiz gefertigt werden.
„Es freut mich sehr, dass wir mit Johannes Schubart ein neues Mitglied für das Führungsteam gewinnen
konnten. Er kennt unsere Werte, unsere Marke sowie den augenoptischen Markt bestens und trägt unsere
gemeinsame Vision vollumfänglich mit. Mit seiner gewinnenden Persönlichkeit und seiner Fachkompetenz
wird er die strategische Ausrichtung des Unternehmens weiter stärken und Optiswiss gemeinsam
mit dem gesamten Führungsteam erfolgreich in
die Zukunft führen“, freut sich Samuel Frei (rechts),
der CEO von Optiswiss.
WWW.EYE-COM.NET
7
0 NEWSROOM
Zeiss unterstützt „Aloka Vision Programme“ –
Zahlen und Fakten
Für Menschen in ländlichen Regionen in Indien und benachbarten Ländern ist der Zugang
zu augenoptischer und medizinischer Versorgung oft schwierig oder gar nicht möglich. Hier
setzt das „Aloka Vision Programme“ an: Durch die Bereitstellung von augenoptischen Geräten,
Brillen sowie Dienstleistungen im Bereich Optometrie und Augenheilkunde.
Mit dieser Initiative fördert Zeiss Vision Care die Versorgung in Indien sowie den SAARC-Ländern1
nachhaltig und skalierbar. Sie steht für ein kontinuierliches Wachstum, das sowohl die
operative Exzellenz von Aloka als auch die anhaltende Nachfrage nach primären Augenversorgungsleistungen
unterstreicht. Mit 31 Optometristen, sieben Sehzentren und 48 Partnern
hat das „Aloka Vision Programme“ das Ziel, den Zugang zu augenoptischer und medizinischer
Versorgung zu verbessern und das Bewusstsein für vermeidbaren Sehverlust sowie Screenings
von Fehlsichtigkeiten zu stärken.
Julbo und Kilian Jornet gehen Partnerschaft ein
Julbo, einer der weltweit führenden französischen Sportbrillenhersteller, gibt offiziell die Zusammenarbeit
mit dem Ausdauer- und Bergsport-Ausnahmesportler Kilian Jornet bekannt.
Die auf drei Jahre angelegte Partnerschaft baut auf einer über 20 Jahre gewachsenen Verbindung
auf: Jornet trägt Julbo Brillen seit den frühen Anfängen seiner Karriere und lange,
bevor es eine offizielle Kooperation gab. Mit der nun verkündeten Zusammenarbeit, die
die gemeinsame Produktentwicklung inklusive einer co-kreierten Brillenkollektion sowie
die Unterstützung der Kilian Jornet Foundation beinhaltet, machen beide Seiten diese Verbindung
sichtbar.
Kilian Jornet zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des internationalen Berg- und
Ausdauersports. Er gewann mehrfach den Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB), wurde Weltmeister
im Skibergsteigen und schrieb Alpingeschichte mit der zweifachen Besteigung des
Mount Everest innerhalb einer Woche – ohne zusätzlichen Sauerstoff und ohne Fixseile.
Projekte wie „Summits of My Life“ stehen für seinen ganzheitlichen Ansatz im modernen
Alpinismus. Seine extremen Anforderungen an Material und Funktionalität fließen im Rahmen
der Partnerschaft direkt in die Produktentwicklung von Julbo ein.
Rodenstock übernimmt
kroatische NI-VA Lens und
DEA Lens Project
Die Rodenstock-Gruppe hat am 31. März 2026 eine Vereinbarung
zur Übernahme von DEA Lens Project d.o.o. und NI-VA Lens d.o.o.
bekannt gegeben, den führenden Anbietern von Brillengläsern
sowie optischen und ophthalmologischen Geräten in Kroatien.
Mit dieser Akquisition übernimmt Rodenstock nicht nur langjährige
Partner, sondern beschleunigt zudem seinen regionalen
Vertriebsaufbau in Osteuropa. Finanzielle Details der Transaktion
wurden nicht bekannt gegeben. DEA Lens d.o.o. und NI-VA Lens
d.o.o. vertreiben und verkaufen Brillengläser sowie optische und
ophthalmologische Geräte. DEA Lens Project d.o.o. wurde 1995 in
Osijek gegründet und genießt einen hervorragenden Ruf beim
Aufbau und der Pflege von Beziehungen zu unabhängigen Augenoptikern.
Seit 20 Jahren ist das Unternehmen ein enger Partner
von Rodenstock. Unter der Leitung von Damir Borovac, der weiterhin
Teil des Führungsteams bleiben wird, hat das Unternehmen
in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet.
Neu im Führungsteam von Topcon Deutschland Medical
Topcon Deutschland Medical hat sein Führungsteam in Deutschland
gezielt verstärkt und wichtige Schlüsselpositionen in den
Bereichen Marketing, Vertrieb und Service neu besetzt.
Torsten Pötzsch (links) ist schon seit September 2025 als Marketing-Manager
bei Topcon tätig. In dieser Funktion verantwortet
er die strategische und operative Ausrichtung der Marketing-
aktivitäten. Pötzsch bringt langjährige Erfahrung in der strategischen Markenführung, der
digitalen Kommunikation sowie im B2B-Marketing mit. Sein Fokus liegt auf der konsistenten
Positionierung der Marke.
Stefan Hünerbein (Mitte) hat seit November 2025 die Position des Head of Sales Germany
inne. Er verantwortet die Vertriebsaktivitäten von Topcon Deutschland Medical und bringt
umfassende Erfahrung aus der Augenoptik sowie dem Vertrieb medizinischer Systeme ein.
Sein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung bestehender Kundenbeziehungen sowie der intensiven
Zusammenarbeit mit Augenoptikern, Augenärzten und Kliniken.
Patrik Stoll (rechts) leitet ebenfalls seit November 2025 als Head of Service den Servicebereich
von Topcon Deutschland Medical. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Ophthalmologie
und im technischen Service steht er für effiziente Serviceprozesse, hohe Qualitätsstandards
und eine konsequente Kundenorientierung. Sein Aufgabenbereich umfasst die
Weiterentwicklung der Serviceorganisation sowie die Sicherstellung eines zuverlässigen
und qualitativ hochwertigen technischen Supports.
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EYECOM 02 | 2026
Perfekter Arbeitsplatz
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Die OCULUS Pico
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0 HEADLINER
Brillen
VON GESTERN
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EYECOM 02 | 2026
GESCHICHTE VOR AUGEN
ES IST SCHWER, AUF MESSEN NOCH ETWAS WIRKLICH NEUES UND
INTERESSANTES ZU ENTDECKEN. ABER ES GIBT AUSNAHMEN – WIE DIE VINTAGE-
KOLLEKTION „LES LUNETTES DUCLOUX“, DIE WIR AUF DER PARISER SILMO
ENTDECKT HABEN. DENN DIESE BRILLEN SIND MEHR ALS NUR EINE WEITERE
KOLLEKTION: SIE SIND POETISCHE FASSADEN, DIE VERGANGENHEIT UND
GEGENWART MITEINANDER VERWEBEN UND UNS EINLADEN, TIEF IN DIE
GESCHICHTE DER BRILLE ZU SCHAUEN.
ie Marke Ducloux wurzelt tief in der traditionsreichen
Seele der französischen Brillenwelt. Die Initiatoren dieses
visionären Projekts sind Corine Mosa-Ducloux und ihr Ehemann
Charles Mosa - zwei leidenschaftliche Augenoptiker, deren Liebe
zu Vintage-Brillen sie weit über den Rahmen des rein Funktionalen hinausgeführt
hat. Jahrelang betrieben sie in Paris und Nizza die ersten
Brillen-Boutiquen Frankreichs, in denen es ausschließlich Brillen aus
vergangenen Zeiten zu kaufen gab.
Bei ihren unzähligen Begegnungen mit Liebhabern historischer Brillen
stellten sie aber auch fest, dass die alten Bestände dieser brillanten
Handwerkskunst nahezu aufgebraucht oder unzureichend konserviert
waren. Nachschub gab es nicht mehr.
Blick zurück: Charles Mosa und Corine Mosa-Ducloux,
zwei leidenschaftliche Retro-Pioniere.
Diese Brillen sind keine
fl üchtigen Accessoires, sondern Ausdruck
einer Seele
Daraus entstand die entscheidende Frage, die alles veränderte: Warum
diese Schönheiten dem Vergessen überlassen? Das kreative Ehepaar
entschied, ausgesuchte Vintage-Modelle originalgetreu neu aufzulegen.
Die so entstandene Kollektion interpretiert Brillen von 1900 bis 1940
neu und bewahrt jedes authentische Detail: Brücken, Fassungen,
WWW.EYE-COM.NET
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0 HEADLINER
Bügel, präzise Größen - sogar Etuis im Stil der Epoche. Bald nach der
ersten Vorstellung 2022 auf der Silmo in Paris wurde die Marke um
„Ducloux XIX“ erweitert, deren Modelle von den vorindustriellen Fertigungsmethoden
des 19. Jahrhunderts inspiriert sind, als Brillen noch als
kostbare Einzelstücke von Goldschmieden und Feinmechanikern hergestellt
wurden.
Ein Name, der Geschichte atmet
Bei der Suche nach einem Namen für ihre neue Kollektion entdeckten
sie in Corines Familiengeschichte selbst eine Metapher für ihre Mission:
Ihr Mädchenname „Ducloux“ passte zur Brillenherstellung im französischen
Jura, wo ein Nagelmachermeister namens Pierre Hyacinthe Caseaux
im Jahr 1796 die ersten industriellen Brillenfassungen entworfen
Die Fassungen haben nicht nur eine
äußerlich vertraute Form - sie sind Fenster
in eine andere Welt.
und hergestellt hatte - und damit den Grundstein für die Brillenindustrie
legte, die die Gegend bis heute prägt. So entstand „Les lunettes Ducloux“
- ein Name, der nicht nur den Charakter der Marke widerspiegelt, sondern
auch das poetische Echo einer ganzen Epoche in sich trägt.
Die Formen der Erinnerung - Vom Design zur Seele
Was Ducloux so einzigartig macht, ist die kompromisslose Rückkehr zu
den Formen und Proportionen, die Brillen um 1900 bis 1940 charakterisierten.
Die runden, ovalen und pantoförmigen Fassungen haben
nicht nur eine äußerlich vertraute Form - sie sind Fenster in eine andere
Welt. Jede Variation der Kollektion – insgesamt sind es über 700 - hat
einen eigenen Charakter: Verschiedene Größen, Brückenformen, die
Farbnuancen der Sonnengläser; sogar spezielle Etuis, die die Details
vergangener Zeiten zitieren. Selbst die Nasenpads werden in exakt den
Farben und Größen gefertigt, die bereits in den 1930er-Jahren verwendet
wurden.
Handwerkliche Tiefe - Vom Material zur Magie
Doch bloße Ästhetik und Nostalgie genügte den beiden Unternehmern
nicht. Jede Fassung wird mit unendlich viel Liebe zum Detail gefertigt.
Für die Metallmodelle wir heute zwar ganz zeitgemäß Titan verwendet;
die klassischen Gespinst-Bügel werden dagegen auf originalen
Maschinen hergestellt, deren Bedienung nur noch wenige Handwerker
auf der Welt beherrschen. Bei den Sonnenbrillen werden Mineralgläser
von Barberini verwendet, deren Farben teilweise extra für Ducloux entwickelt
wurden, um dem Vintage-Look der Originale gerecht zu werden.
Die Brillen sind extrem filigran verarbeitet; die Proportionen entsprechen
den historischen Originalmaßen, aber passen zu den Erfordernissen
zeitgemäßer Brillengläser. Die Kombination aus authentischem Design
und hochwertiger Produktion schlägt eine Brücke zwischen gestern
und heute - ein harmonisches Zusammenspiel von Funktionalität und
historischem Flair.
Mehr als ein Accessoire: Ein Statement der Zeit
Ducloux-Brillen sind nicht einfach nur Objekte; sie sind Botschafter
einer Epoche, getragen von Menschen, die Schönheit in Details sehen.
Jede Brille erzählt vom Glanz vergangener Zeiten, von der Handwerks-
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EYECOM 02 | 2026
kunst, die einst in den Werkstätten des französischen Juras pulsierte -
und von der Vision zweier Optiker, die den Blick für das Unvergängliche
geschärft haben.
Jede Brille erzählt von der Vision
zweier Optiker, die den Blick für das
Unvergängliche geschärft haben.
Zeitreise im Blickfeld
In einer Welt, die oft von schnellen Trends und kurzlebigen Moden
beherrscht wird, erinnern „Les Lunettes Ducloux“ daran, dass manche
Dinge nur im Spiegel der Geschichte ihre wahre Tiefe offenbaren. Diese
Brillen sind keine flüchtigen Accessoires, sondern Ausdruck einer Seele
- getragen von Menschen mit einem Blick für das Authentische, das
Echte, das Ewige.
Der Blick als Vermächtnis
Und so sind diese neuen Klassiker viel mehr als fein gearbeitete Bril-
len aus Titan und Glas: Sie sind leise Chronisten einer Epoche, die noch
an die Würde des Handwerks glaubte. Sie ruhen nicht bloß auf der Nase
- sie verweilen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wie ein zarter
Steg aus Erinnerungen. Wer eine Brille von Ducloux trägt, trägt nicht nur
Form und Farbe, sondern eine Haltung: Die Entscheidung für Langsamkeit
in einer schnellen Welt, für Substanz statt Oberfläche, für das Flüstern
der Geschichte statt dem lauten Rufen des Trends.
Vielleicht ist es genau das, was diese Brillen so besonders macht: Sie
verändern nicht nur, wie wir sehen - sondern auch, womit wir sehen. Mit
Bewusstsein. Mit Stil. Mit einem Sinn für das Dauerhafte. Und wenn das
Licht durch mineralisches Glas fällt und sich in feinen Gold- oder Silbertönen
bricht, dann scheint es fast, als lächle uns die Vergangenheit zu
- wissend, dass sie in guten Händen weiterlebt.
Vielleicht liegt die wahre Besonderheit von Les Lunettes Ducloux
nicht allein in Form, Material oder Geschichte. Vielleicht liegt sie darin,
dass diese Brillen uns lehren, wieder bewusster zu sehen - nicht nur
schärfer, sondern tiefer.
Denn Stil ist kein Trend. Stil ist Erinnerung in tragbarer Form.
https://ducloux-lunettes.com/en/
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13
0 AUSZEICHNUNG
„PURE MAGIE
AUS ACETAT UND GLAS“
BRILLENTRÄGER DES JAHRES 2026
Die meisten Leute kennen den Komiker, Autor, Fernsehmoderator,
Schauspieler, Regisseur, Sänger, Hörspielsprecher, Hörbuch-
und Synchronsprecher Hans-Peter Wilhelm Kerkeling
unter der Abkürzung „Hape“. Ende März 2026 wurde ihm vom
„Kuratorium Gutes Sehen“ die Auszeichnung „Brillenträger des
Jahres“ verliehen.
Kerkeling ist kein Prominenter, der seine Brille nur auf dem roten Teppich
trägt und danach in der Schublade verschwinden lässt. Er trägt sie
konsequent, auch bei Lesungen und Talkshows. Diese Alltagstauglichkeit
macht ihn zum Vorbild für Millionen Brillenträger, die ihren Alltag mit
Stil meistern wollen. Hape Kerkeling verkörpert damit die perfekte Symbiose
aus Humor und Sehkraft.
In den Film und Bühnenfiguren des 61-jährigen Entertainers und Autors
Hape Kerkeling – beispielsweise als schmieriger Reporter Horst Schlämmer,
als glückloses Multitalent Siggi Schwäbli oder als Taxifahrer Günther
Warnke - spielt die Brille seit vielen Jahren eine tragende Rolle. Aber auch
bei der Privatperson Hape Kerkeling: „Gutes Sehen wurde für mich genau
in dem Moment zum Thema, als ich im Supermarkt die Zutatenliste auf
der Leberwurst nicht mehr lesen konnte und feststellen musste, dass ich
ohne Sehhilfe wohl eher raten müsste, was ich da esse. Die Brille wurde
so um die vierzig mein treuester Begleiter – quasi die einzige Begleitung,
die nie meckert, wenn ich sie morgens als Erstes sehen will“, erzählt er im
KGS-Interview.
Hape Kerkeling trägt seine Brille nicht
einfach nur: Er inszeniert sie.
Aber Kerkeling trägt seine Brille nicht einfach nur: Er inszeniert sie.
Mit charakteristischen, oft runden oder leicht ovalen Fassungen in
klassischem Schwarz oder dezentem Braun bevorzugt Kerkeling einen
Look, der intellektuell, humorvoll und unverwechselbar wirkt.
Die Brille ist bei ihm kein Accessoire – sie ist Teil seiner Bühnenpersönlichkeit;
ein Markenzeichen, das ihn als den „denkenden
Komiker“ auszeichnet. „Die Brille ist für mich wie ein Vorhang, der
aufgeht“, sagt Kerkeling augenzwinkernd. „Erst mit ihr beginnt die
Vorstellung. Besonders wichtig wird sie mir, wenn ich auf der Bühne
stehe und sehen möchte, ob die erste Reihe lacht oder gerade diskret
auf die Uhr schaut. Und natürlich beim Autofahren – es ist doch beruhigender
für alle Beteiligten.“
Mittlerweile gehören auch dezentere Titan- und Acetatfassungen zu seinem
Portfolio. In einem Interview erwähnte er einmal, dass seine Sehhilfe
ihm nicht nur die Welt schärfer zeige, sondern ihm auch die Freiheit
gebe, „mit beiden Augen zu lachen“. Diese Authentizität kommt beim
Publikum an: Augenoptiker berichten, dass sie immer wieder nach „Kerkeling-ähnlichen“
Rund- und Ovalmodellen gefragt würden. Viele Kunden
wünschen sich offensichtlich genau diesen Mix aus intellektuellem
Charme und Alltagstauglichkeit.
„Die Brille gibt mir die Freiheit,
mit beiden Augen zu lachen.“
Wer Hape Kerkeling auf der Bühne oder im Fernsehen sieht, bemerkt jedenfalls
sofort: Ob er mit hochgezogenen Augenbrauen über Alltagsirrsinn
philosophiert oder mit ernstem Blick von seiner Pilgerreise nach Santiago
de Compostela erzählt – die Brille spielt mit. Seine Modellwahl zeigt, dass
Brillenmode auch bei reiferen Herren selbstbewusst, aber nie altmodisch
sein muss. Das war auch einer der Gründe für die Entscheidung des KGS:
Das Kuratorium wählte ihn, weil er beispielhaft für einen „gelassenen und
natürlichen Umgang mit der eigenen Fehlsichtigkeit“ stehe.
Bildnachweis: Kuratorium Gutes Sehen / Hape Kerkeling
Dass die Brille weit mehr ist als eine Sehhilfe, zeigt sich immer wieder in
Kerkelings künstlerischer Arbeit. Äußere Merkmale setzt er bewusst ein,
um Figuren Profil zu verleihen. „Die Brille ist das Zepter des Charakters.
Nehmen Sie Horst Schlämmer: Ohne dieses spezielle Gestell wäre er nur
ein Mann mit Schnappatmung“, sagt der Komiker über seine Kunstfigur,
mit der er gerade im Kino mit dem Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“
zu sehen ist. „Wenn ich die Brille aufsetze, verändert sich mein ganzer Blick
auf die Welt – und die Welt blickt anders auf mich. Das ist pure Magie aus
Acetat und Glas.“ So wird aus einem Accessoire ein erzählerisches Instrument,
das Rollen Glaubwürdigkeit und Wiedererkennbarkeit verleiht.
Und was würde er Menschen sagen, die zögern, eine Brille zu tragen,
weil sie Sorge haben, damit „das Gesicht zu verlieren“? Seine Antwort ist
pragmatisch: „Kinderchen, keine Sorge! Man verliert nicht sein Gesicht,
man findet es erst. Eine Brille ist das einzige Accessoire, das dich gleichzeitig
klüger, interessanter und modisch mutiger wirken lässt. Und wer
trotzdem Angst hat, das Gesicht zu verlieren: Mit der richtigen Brille sieht
man wenigstens, wo man es hingelegt hat!“
14
EYECOM 02 | 2026
ZEISS ClearMind Brillengläser
Klar sehen.
Klar denken.
Dieses Bild wurde mit generativer KI erstellt.
Entwickelt für extrem klares Sehen und um die kognitive
Belastung zu reduzieren. Erhältlich ab 1. April 2026.
zeiss.de/pro-clearmind
0 MESSE
0PTI 2026
FAMILIENFEST DER
Augenoptik
ALS ERSTE GROSSE FACHMESSE DES JAHRES SETZT DIE OPTI REGELMÄSSIG WICH-
TIGE AKZENTE FÜR DAS BEGINNENDE GESCHÄFTSJAHR. AUCH WENN SIE SICH
NICHT DIREKT MIT IHREN GROSSEN SCHWESTERN IN PARIS UND MAILAND MESSEN
KANN, IST SIE SPEZIELL IM DEUTSCHEN SPRACHRAUM DER BRANCHENEVENT MIT
DER GRÖSSTEN BEDEUTUNG.
16
EYECOM 02 | 2026
it der opti 2026 fiel Mitte Januar in München der traditionelle Startschuss für das neue Geschäftsjahr
der Augenoptik. Drei Tage lang, vom 16. bis 18. Januar 2026, stand das Messegelände in
München-Riem im Zeichen von Innovation, Design, Technologie und intensivem fachlichem
Austausch. Die Veranstaltung bestätigte erneut ihre Rolle als wichtige Fachmesse für Optik und Design (und
erstmals Hörakustik) und bot Orientierung in einem sich dynamisch wandelnden Marktumfeld.
Mit 21.972 Fachbesuchern (2025: 21.105) und 354 Ausstellern überzeugte die opti einen großen
Teil der Branche, die sich auf den Weg nach München gemacht hatten. Das sind Zahlen, die vor Corona
schon einmal größer waren, die aber auch die positive Dynamik und die Lust der Branche auf Zukunft
bestätigen. Auch viele positive Besucherstimmen passten in dieses Bild: Aussagen wie „Was für eine
opti!“, „wir planen bereits jetzt unseren Messeauftritt 2027“, „Hier entstehen mehr Ideen und Impulse
als im ganzen restlichen Jahr“, „unverzichtbarer Termin im Branchenkalender“ oder auch „hier steckt
richtig Dampf dahinter“ waren zu hören. Die opti zeigte sich einmal mehr als das, was sie ist: Ein
Treffpunkt der Community und ein großes Familienfest der Augenoptik.
Branchenplattform mit klarer Positionierung
Als erste Messe des Jahres nimmt die opti eine besondere Stellung im Messekalender ein. Hersteller,
Lieferanten, Designer, Start-ups und Fachbesucher nutzen sie regelmäßig, um neue
0 MESSE
Kollektionen vorzustellen, technologische Entwicklungen zu präsentieren und strategische Weichen
für die kommenden Monate zu stellen. Die opti bildet dabei jedes Mal das gesamte Spektrum
der Augenoptik ab – von klassischen Brillenfassungen und Brillengläsern über Kontaktlinsen
und Low-Vision-Lösungen bis hin zu optometrischen Geräten, Softwarelösungen und digitalen
Services für den Fachhandel.
Die klare thematische Struktur der Messe erleichterte die Orientierung und ermöglichte gezielte
Fachgespräche. Besonders deutlich wurde der Anspruch der opti, nicht nur Produktmesse,
sondern zugleich Diskussions- und Impulsgeber für die Branche zu sein.
Trends zwischen Design, Technologie und Nachhaltigkeit
Inhaltlich standen mehrere zentrale Themen im Fokus. Ein wichtiger Schwerpunkt war natürlich
der „Hingucker“ der Branche: Das Brillendesign. Zahlreiche Aussteller präsentierten Kollektionen,
die durch hochwertige Materialien, handwerkliche Qualität und zeitgemäße Formensprache
überzeugten. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zunehmend relevante Rolle: Ressourcenschonende
Materialien, transparente Lieferketten und langlebige Produktkonzepte wurden vielfach thematisiert
und als langfristiger Wettbewerbsfaktor dargestellt.
Parallel dazu zeigte sich der rasante technologische Fortschritt innerhalb der Branche. Digitale
Messsysteme, vernetzte Geräte, softwaregestützte Beratungs- und Anpassungslösungen sowie KI-gestützte
Analyseverfahren verdeutlichten, wie stark Digitalisierung und Automatisierung den augenoptischen
Alltag heute prägen und künftig weiter verändern werden. Viele Aussteller legen dabei
Wert auf praxisnahe Anwendungen, die sich direkt in bestehende Betriebsabläufe integrieren lassen.
Wissenstransfer und fachlicher Austausch
Ein zentrales Element der opti 2026 war das umfangreiche Rahmen- und Vortragsprogramm.
In Fachvorträgen, Panels und Live-Präsentationen wurden aktuelle Herausforderungen der Branche
aufgegriffen – darunter Marktveränderungen, Kundenansprüche, betriebswirtschaftliche
Fragestellungen sowie neue Versorgungs- und Beratungskonzepte. Die Formate boten sowohl
strategische Einordnungen als auch konkrete Handlungsempfehlungen für den Arbeitsalltag in
augenoptischen Betrieben.
opti SPHEARE – Hören wird sichtbar
Erstmalig auf der opti vertreten, entwickelte sich die opti SPHEARE direkt zu einem Publikumsmagneten.
Warum? Es waren zum einen die Neuaussteller aus dem Bereich der Hörakustik, zum
anderen aber auch die enorme Praxisnähe, die auf der zentralen Fläche stattfand: Hier überzeugten
Talks von und mit Inhabern, die eine erfolgreiche Integration von Hörakustik in ihren Optikbetrieb
geleistet haben. Geboten wurden daneben interaktive Sessions und offene Diskussionen
zu Positionierung, Kundenbindung und neuen Services. Interaktive Austauschformate zwischen
Referenten und interessiertem Publikum boten konkrete Mehrwerte für den Arbeitsalltag.
18
EYECOM 02 | 2026
TOMORROW VISION – „Play smart. Move free.“
Zum zweiten Mal setzte TOMORROW VISION, die gemeinsame Plattform
namhafter Kontaktlinsenhersteller, starke Impulse – diese Mal rund
um das Thema Sport. Praxisnahe Vorträge und konkrete Anwendungsbeispiele
zeigten, wie Kontaktlinsen sportlich aktive Kunden optimal
begleiten können. Für besondere Aufmerksamkeit sorgten emotionale
Showacts, darunter mitreißende Basketball-Dunk-Performances mit
artistischen Sprung- und Wurfkombinationen, die den Sport-Fokus eindrucksvoll
auf die Fläche brachten und TOMORROW VISION zu einem
echten Erlebnis machten.
opti DESIGN STAGE – die Bühne für
Designkompetenz und Trends
Die opti DESIGN STAGE unterstrich auch 2026 eindrücklich die Designkompetenz
der opti und war zentraler Treffpunkt für Trends, Marken und
Gestaltung. Internationale Impulse lieferten unter anderem Selin Olmsted
aus New York mit ihrem Trend Forecast. Gleichzeitig war die DESIGN
STAGE der Ort, an dem die Fassungen für den opti FRAME AWARD zur Abstimmung
auslagen und am Sonntag die Publikumspreise opti FRAME
STAR AWARD, opti BOX AWARD und opti VISIONARY verliehen wurden.
Die klare thematische Struktur der
Messe erleichterte die Orientierung und
ermöglichte gezielte Fachgespräche.
Nachwuchs, Karriere und Selbstständigkeit im Fokus
Auch 2026 setzte die opti klare Akzente für Nachwuchs und junge
Unternehmer – ein Format, an dem die Next Generation als Zukunft der
Branche selbst intensiv mitgearbeitet hat und das in Fülle und Tiefgang
seinesgleichen suchte.
Start-ups und Nachwuchskonzepte als Impulsgeber
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Messe war die Präsenz von
Start-ups und jungen Unternehmen. Mit innovativen Produktideen, neuen
Geschäftsmodellen und kreativen Ansätzen brachten sie frische Impulse
in die Branche. Die opti 2026 bot ihnen eine professionelle Bühne,
um Sichtbarkeit zu erlangen und den direkten Kontakt zu Fachpublikum,
Investoren und etablierten Marktteilnehmern zu suchen.
„Hier entstehen mehr Ideen und Impulse
als im ganzen restlichen Jahr!“
Atmosphäre und persönliches Networking
Neben den fachlichen Inhalten überzeugte die opti 2026 durch ihre
offene und kommunikative Atmosphäre. Das Messegelände bot drei
Tage lang Raum für intensive Gespräche, spontane Begegnungen und
den persönlichen Austausch – ein Aspekt, der von vielen Teilnehmern
als besonders wertvoll hervorgehoben wurde. In Zeiten zunehmender
Digitalisierung zeigte sich hier erneut die Bedeutung physischer Messen
als Ort des Vertrauensaufbaus und der nachhaltigen Netzwerkpflege.
Einmal mehr verknüpfte die opti Messe, Community und Marktplatz zu
einer Einheit und schuf damit den Rahmen für ein Branchenereignis, das
fachliche Tiefe, persönliche Begegnung und internationale Perspektiven
wirkungsvoll zusammenführte.
Aber wie im Fußball gilt auch hier: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Die Vorbereitungen für die opti 2027 haben bereits begonnen; sie findet
vom 29. bis 31. Januar 2027 in München statt.
www.opti.de
WWW.EYE-COM.NET
19
0 MESSE
Blick
NACH VORN
MIDO 2026
1.200 AUSSTELLER UND 42.000 BESUCHER – DIESE BENCHMARKS TOPPT KEINER:
DIE MAILÄNDER MIDO 2026 VERDIENTE ZU RECHT EIN WEITERES MAL DEN BEI-
NAMEN „DIE MUTTER ALLER MESSEN.“
rei Tage lang - vom 31. Januar bis zum 2. Februar 2026
- stand Mailand einmal mehr im Zeichen der Brille – als
medizinisches Produkt, technologisches Präzisionsinstrument
und stilprägendes Modeaccessoire. Die diesjährige Ausgabe
bestätigte eindrucksvoll die Rolle der MIDO als weltweit führende
Fachmesse der Augenoptik. Etwa 1.200 Aussteller aus über 50 Ländern
präsentierten ihre Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
– von Fassungen und Brillengläsern über Maschinen
und Fertigungstechnologien bis hin zu digitalen Services und
Retail-Konzepten. Fachpublikum aus allen relevanten Märkten nutzte
die Plattform zur Marktsondierung, zum Networking und für konkrete
Geschäftsabschlüsse. Die hohe Internationalität unterstreicht einmal
mehr die Bedeutung der MIDO als globaler Marktplatz und zuverlässiger
Trendindikator.
20
EYECOM 02 | 2026
individualisierbare Lösungen weiter an Bedeutung – von maßgefertigten
Fassungen bis hin zu personalisierten Gläsern, die präzise an Sehgewohnheiten
und Lebensstile angepasst werden können.
Auch im Bereich Digitalisierung setzte die Messe wichtige Impulse.
Digitale Messsysteme, KI-gestützte Beratungstools und Omnichannel-Konzepte
für den Fachhandel zeigten, wie sich das Einkaufserlebnis
im stationären Geschäft weiterentwickelt. Die Verbindung aus persönlicher
Beratung und digitaler Unterstützung wurde dabei als entscheidender
Erfolgsfaktor für die Zukunft des augenoptischen Fachhandels
herausgestellt.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten erneut die Bereiche für unabhängige
Labels und Start-ups. Hier präsentierten junge Marken experimentelle
Designs, neue Fertigungstechniken und frische Markenidentitäten.
Diese Segmente verliehen der Messe eine spürbare Dynamik und
fungierten als kreatives Labor der Branche.
Innovationen zwischen Technologie,
Nachhaltigkeit und Design
Im Zentrum der MIDO 2026 stand die zunehmende Verschmelzung
von technologischer Innovation und ästhetischem Anspruch. Besonders
deutlich wurde dies bei der Präsentation neuer Materialien: Leichtbaukomponenten,
biobasierte Kunststoffe und recycelte Rohstoffe waren in
zahlreichen Kollektionen zu finden und spiegelten den wachsenden Stellenwert
nachhaltiger Produktionsprozesse wider. Gleichzeitig gewannen
Im Zentrum der MIDO 2026 stand die
zunehmende Verschmelzung von technologischer
Innovation und ästhetischem Anspruch.
Eyewear-Inszenierung
Der „Fashion Square“ erwies sich auch 2026 als einer der zentralen
Publikumsmagnete. In aufwendig kuratierten Präsentationen wurde die
Brille konsequent als Teil der internationalen Modewelt inszeniert. Farbtrends,
Materialkombinationen und Formensprache orientierten sich
deutlich an den Entwicklungen der großen Laufstege, während gleichzeitig
eigenständige Akzente gesetzt wurden.
Ergänzt wurde dieser Bereich durch eine viel beachtete Sonderausstellung
zur kulturellen Entwicklung der Brille. Sie spannte den Bogen
von historischen Modellen bis hin zu ikonischen Designs der Gegenwart
und machte deutlich, wie sehr sich Sehkorrektur, gesellschaftlicher Wandel
und ästhetischer Ausdruck gegenseitig beeinflussen.
Netzwerkdrehscheibe mit wirtschaftlicher Relevanz
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der MIDO bleibt der Austausch von
Mensch zu Mensch. In den Messehallen wurden zahlreiche Gespräche
geführt, Kooperationen angebahnt und Geschäftsabschlüsse realisiert.
Gerade in einem zunehmend digitalisierten Umfeld zeigte sich erneut
die Bedeutung persönlicher Begegnungen: Vertrauen, Markenverständnis
und langfristige Partnerschaften entstehen weiterhin vor allem im
direkten Kontakt.
Mailand als Bühne internationaler Strahlkraft
Nicht zuletzt trug auch der Standort Mailand zur besonderen Qualität
der Messe bei. Als internationale Mode- und Designmetropole bietet
die Stadt ein Umfeld, das wie kaum ein anderes für Stilbewusstsein,
Kreativität und wirtschaftliche Dynamik steht. Die zeitliche Nähe zu den
bevorstehenden Olympischen Winterspielen verlieh der Stadt zusätzlich
internationale Aufmerksamkeit und sorgte für eine besondere Aufbruchsstimmung
– ein Kontext, der sich auch auf die Messe übertrug.
Als Kombination aus Marktplatz, Innovationsforum und Netzwerkplattform
bleibt die MIDO damit ein unverzichtbarer Orientierungspunkt
für alle Akteure der Augenoptik – und ein Spiegel einer Industrie, die sich
zwischen Tradition, Technologie und Design kontinuierlich neu erfindet.
Zum nächsten Mal vom 6. bis 8. Februar 2027.
www.mido.com/en
WWW.EYE-COM.NET
21
0 BUSINESS
TRANSPARENTE RECHNUNGEN
VERTRAUEN
IST ALLES
ES GIBT ÜBERZEUGUNGEN UND GEWOHNHEITEN, DIE SICH IN EINER BRANCHE SO
FESTSETZEN, DASS SIE KAUM NOCH HINTERFRAGT WERDEN. AUGENOPTIK-UNTER-
NEHMER ANDRÉ DUROW HAT SICH EINIGE DIESER GÄNGIGEN BRANCHEN-ILLUSI-
ONEN GENAUER ANGESEHEN. SEIN FAZIT: GERADE DAS, WAS WIR ALS SELBSTVER-
STÄNDLICH BETRACHTEN, SOLLTEN WIR IMMER WIEDER KRITISCH HINTERFRAGEN.
ZUM BEISPIEL UNSERE RECHNUNGEN.
ch mache mir ja immer wieder mal Luft zu Themen, die mich
nerven. Zum Beispiel über das Vertrauen, das unsere Kunden
zu uns haben. Vertrauen ist unsere Währung - warum entwerten wir sie
durch Intransparenz?
Neulich hatte ich wieder eine Rechnung eines Kollegen in der Hand. Keine
PD keine Höhe, keine sonstigen Details - nur:
R Kunststoff-Gleitsicht, superentspiegelt - 410 €
L Kunststoff-Gleitsicht, superentspiegelt - 410 €
Fassung „Marke“, schwarz - 180 €
Damit stellt sich nicht die Frage nach Geschmack oder Stil, sondern
eine ganz andere: Was genau wurde hier eigentlich verkauft? „Kunststoff-Gleitsicht,
superentspiegelt“ ist kein Produkt. Es ist eine Kategorie.
So würde niemand ein Medikament, ein Auto oder ein technisches Gerät
verkaufen. Nur in unserer Branche gilt das als ausreichend. Damit sind wir
nicht mehr bei Auslegung oder Meinung, sondern bei Fakten: Eine solche
Rechnung verstößt gegen MPDG, MDR/EU, BGB und UWG. Denn der Kunde
hat ein Recht darauf zu wissen, welches konkrete Produkt er bekommt
– und bezahlt.
Wir hatten diese Diskussion bereits bei den Blaulichtfiltern. Und trotzdem
passiert immer wieder dasselbe: Wir halten uns für so sattelfest wie Raketenwissenschaftler.
Wir denken, wir seien unfehlbar und die Besten der
Besten – aber haben gleichzeitig Angst, Ross und Reiter zu nennen.
Wenn man wirklich so gut ist, wie man glaubt, braucht man keine Angst
davor zu haben, dass Kunden vergleichen oder dass ein anderer beim gleichen
Produkt günstiger ist. Vergleichbarkeit ist keine Bedrohung - sie ist
der Beweis von Überzeugung.
22
EYECOM 02 | 2026
Wer mit Produkten arbeitet, die der Kunde nicht
kennt, sollte sich eine einfache Frage stellen:
Warum habe ich so viel Angst davor, dazu zu
stehen? Auf unseren Rechnungen würde dann
„Weber“, „Pol Optik“ oder „Wetzlich“ stehen.
Namen, die kaum ein Kunde kennt und auch
nicht hinterfragt. Warum auch – unsere Kunden
vertrauen uns. Aber solche Infos machen unsere
Leistung transparent.
Vergleichbarkeit ist keine
Bedrohung – sie ist der
Beweis von Überzeugung.
Wir nutzen dieses Vertrauen, um die beste Lösung
zu finden. Andere nutzen dieses Vertrauen jedoch
aus, um Produkte so unkenntlich wie möglich zu
Wenn ich ein Auto anbiete
und sage: „Roter Sportwagen,
vier Reifen, wenig gelaufen“,
kauft das niemand.
vergleichen. Ich gehe sogar noch einen Schritt
weiter: Hier wird bewusst etwas versteckt -
warum auch immer. Hauptsache, die Marge
stimmt und der Kunde stellt keine Fragen.
Stattdessen beruhigt man sich mit Sätzen wie
„Der Kunde versteht/kennt das sowieso nicht.“
Das ist keine Fürsorge. Das ist Bevormundung,
verkauft als Schutz.
Wenn ich ein Auto anbiete und sage: „Roter
Sportwagen, vier Reifen, wenig gelaufen“, kauft
machen, damit bloß niemand merkt, wie hoch
(oder niedrig) der Einkaufspreis war - oder dass
auch No-Name-Produkte ihren Preis haben dürfen.
Und genau hier liegt das Problem: Vertrauen
Wer Transparenz scheut,
scheut nicht den Kunden –
sondern den Vergleich.
ohne Transparenz ist keine Stärke, sondern ein
Machtgefälle. Wer sein Produkt nicht benennt,
kann es nicht erklären, nicht verteidigen, nicht
das niemand. Jeder fragt nach Marke, Modell
und Motorisierung. Nur in der Augenoptik wird
daraus ein Geheimnis gemacht - künstlich, unnötig
und bequem.
Wenn wir immer betonen, wie gut wir sind, dann
müssen wir auch den Mut haben, offenzulegen,
was wir verkaufen. Wer sich als High-End-Dienstleister
feiert, aber wie ein Basar-Händler abrechnet,
beschädigt den Ruf einer ganzen Branche.
Denn am Ende bleibt eine einfache Wahrheit:
Wer Transparenz scheut, scheut nicht den Kunden
- sondern den Vergleich.
Andre Durow (56) ist selbständiger Augenoptiker-Meister
mit eigenem Geschäft im bayrischen Kaufbeuren. Daneben
brachte er vor mehreren Jahren ein spezielles Brillenglas für
Golfer auf den Markt und betreute zahlreiche Golfprofis. Er
hat keine klassische Ausbildung in Psychologie, aber zahlreiche
Vorlesungen als Gasthörer an der Uni und viele Jahre
als Verkäufer und Pokerspieler haben seinen Blick geschärft.
Durow interessiert sich nicht für Oberflächen, sondern für
Mechanismen. Zum Beispiel: „Was bringt Menschen dazu,
sich falsch zu entscheiden?“ oder „Warum merken es viele
erst, wenn’s zu spät ist?“
Kontakt: info@brillenstudio-n.de
PRO DriveSense
Brillengläser
Klare Sicht.
Volle Kontrolle.
Sicheres Ankommen.
0 RECHT
KEIN
REMOTE-REFRAKTION
DIGITALER MEISTER
AM 30. JANUAR 2026 HAT DAS OBERVERWALTUNGSGERICHT (OVG) DES SAARLAN-
DES IN SAARLOUIS DIE BESCHWERDE DER SUPERVISTA AG (WWW.BRILLEN.DE) GE-
GEN DIE UNTERSAGUNG EINER SOGENANNTEN HYBRID-FILIALE ZURÜCKGEWIESEN.
EIN DURCHAUS BEMERKENSWERTES PLÄDOYER FÜR DEN BERUFSSTAND DER AUGEN-
OPTIKER.
egenstand des Verfahrens war der Betrieb einer Augenoptik-Filiale
in Homburg/Saar, in der die Refraktion nicht durch einen
vor Ort anwesenden Meister, sondern per Videoverbindung zu
einem Meister in Bayreuth erfolgen sollte. Die Inhaberin wollte die Filiale
ohne entsprechenden Eintrag in die Handwerksrolle betreiben und begründete
das damit, dass die handwerkliche Leistung ja nicht vor Ort erbracht,
sondern digital gesteuert werde, weshalb die Anmeldung entbehrlich sei.
Dabei ist die Rechtslage eindeutig; wir hatten uns mit einem ähnlichen Vorstoß
der Supervista AG schon einmal in EYECOM-Ausgabe 5.2021 beschäftigt.
Tenor des damals mit „Fern-Meister gesucht“ überschriebenen Artikels:
„Der Meister muss nicht nur als Meisterbrief an der Wand hängen, sondern
als Person während der Öffnungszeiten im Betrieb anwesend sein.“
Die Handwerkskammer sowie das Verwaltungsgericht Saarland untersagten
deshalb auch diesmal den Betrieb des Konstrukts wegen Verstoßes
gegen die Meisterpflicht des § 1 Abs. 1 Nr. 2 der Handwerksordnung (HwO).
Gegen diese Entscheidungen richtete sich die zulässige Beschwerde beim
OVG Saarland, die jetzt abgewiesen wurde. Diese Entscheidung ist unanfechtbar
und bestätigt die bisherige Rechtsprechung zur Meisterpflicht im
handwerklichen Augenoptikergewerbe sowie die engen Grenzen, die das
Verwaltungsrecht bei digital vermittelten Leistungsformen zieht.
Rechtliche Würdigung des OVG
Nach ständiger Rechtsprechung der Fachgerichte ist die Eintragung in
die Handwerksrolle und die Leitung durch einen Meister unabhängig von
24
EYECOM 02 | 2026
der gewählten technischen Vermittlung erforderlich, sobald die Tätigkeit
zu einem handwerklich definierten Leistungsumfang zählt und der Kunde
integraler Bestandteil des Leistungsprozesses ist.
Das Gericht stellte heraus, dass eine Refraktionsbestimmung keine
reine Bildschirm- oder Überwachungsarbeit darstellt, sondern eine präzise
Messung am Menschen, bei der die physische Nähe zwischen Meister
und Kunde rechtlich und tatsächlich maßgeblich ist. Der Kunde sei nicht
nur passiver Empfänger, sondern aktiver und unmittelbar in die Messsituation
eingebundener Teil des Leistungsvorgangs. Die Tätigkeit finde dort
statt, wo der Kunde sitze – mithin im Filialbetrieb – und nicht am Schreibtisch
eines irgendwo sitzenden Meisters.
Handwerkliche Tätigkeit am Ort der Leistungserbringung
Auch die Fernsteuerung über Kamera ändere nichts daran, dass eine
handwerkliche Leistung am Kunden vor Ort erbracht werde. Das OVG betonte,
dass die Messtechnologie und der körperliche Kontext eine unmittelbare
persönliche Interaktion erforderten, die sich nicht auf eine digitale
Vermittlung reduzieren lasse.
Erhöhtes Fehler- und Gefährdungspotenzial
Nach Auffassung des Gerichts verstärke der Gebrauch von Fern- und
Hybridtechnologie das Risiko von Messfehlern gerade in dem kritischen
Bereich, in dem Genauigkeit und Vertrauen besonders wichtig seien: Bei
der Bestimmung der individuellen Sehstärke. Digital vermittelte Messungen
seien hier qualitativ unterlegen und nicht gleichwertig zu herkömmlichen
Messverfahren vor Ort.
Keine Umgehung der Meisterpflicht
Insgesamt verwarf das Gericht den Versuch, die gesetzliche Pflicht
zur Meisterleistung durch digitale Konzepte zu umgehen. Auch wenn
das digitale Element die Betreuung des Kunden ergänzt, entlaste es
nicht von der Pflicht, das Handwerk vor Ort in der klassischen Weise
auszuüben.
Rechtliche und praktische Bedeutung
Der Beschluss hat eine Bedeutung weit über diesen Einzelfall hinaus.
Er setzt einen klaren Akzent in der aktuellen Diskussion um Digitalisierung
und traditionelle handwerkliche Qualifikationsvoraussetzungen: Die
Digitalisierung einzelner Leistungsbestandteile ist zulässig, doch kann sie
nicht zur Umgehung gesetzlich verankerter Ordnungsvorschriften dienen,
wenn die handwerkliche Tätigkeit nach ihrem objektiven Inhalt eine unmittelbare
physische Interaktion erfordert.
Für die Praxis bedeutet dies, dass Konzepte, die auf digitale Distanz
oder Tele-Handwerk setzen, nur innerhalb enger rechtlicher Grenzen realisierbar
sind. Betriebe, die in stark regulierten Handwerksbereichen tätig
sind, müssen auch im digitalen Zeitalter die klassischen Voraussetzungen
der Handwerksordnung erfüllen, wenn die Tätigkeiten substanzielle
handwerkliche Leistungen am Kunden umfassen.
Ausblick
Auch wenn die Entscheidung keine grundsätzliche Unvereinbarkeit
digitaler Assistenz- oder Überwachungswerkzeuge mit der Meisterpflicht
konstatiert, verdeutlicht sie doch die Grenzen digitaler Fern-Services im
Handwerk. Weitere Auseinandersetzungen werden sich voraussichtlich
um die Frage drehen, inwieweit bestimmte Tätigkeiten als handwerklich
„am Ort des Kunden“ erbracht gelten, insbesondere dort, wo Hard- und
Software eine zunehmend komplexe Rolle einnehmen. In Fällen geringerer
persönlicher Interaktion oder bei klar unterschiedlichen Technologien
könnten zukünftige Entscheidungen zusätzliche differenzierte Abwägungen
erfordern.
Weitere Informationen: https://tinyurl.com/cdjthssv
Artikel „Fern-Meister gesucht“ aus EYECOM 5.2021:
https://tinyurl.com/3av4ekhw
0 ESSAY
ZWISCHEN VERANTWORTUNG UND REALITÄT
»Man kann
sich nicht klonen.«
VOR ETWA SECHS JAHREN HABEN WIR STEPHANIE BRUNNECKER UND IHRE DAMALS
NEU ERÖFFNETE „BLICKSCHMIEDE“ IN FRÄNKISCHEN BAUNACH IM RAHMEN UNSE-
RER EYECOM-UNTERNEHMENSPORTRAITS VORGESTELLT. VOR EINIGER ZEIT HAT DIE
AUGENOPTIK-UNTERNEHMERIN EINEN WEITEREN BETRIEB ÜBERNOMMEN. IN EINEM
ESSAY BESCHREIBT SIE, DASS ES IHR DABEI UM VIEL MEHR GEHT ALS EINFACH MEHR
UMSATZ: IHRE MOTIVE WAREN UND SIND TRADITION UND VERANTWORTUNG.
on manchen Orten sagt man, sie seien wie eine kleine Reise.
Für mich ist das seit einigen Jahren meine Blickschmiede in
einer alten Mühle in Baunach. Eine Welt aus Licht, aus Ruhe,
aus einem Gefühl, das sich schwer erklären lässt. Man macht einen Schritt
über die Mühlbrücke – und der Alltag ist weit weg. Hier lebe ich meinen
Traum von zeitgemäßer Augenoptik und Hörakustik.
Was man von außen allerdings nicht sieht, ist, was es bedeutet, so einen
Ort zu schaffen und ihn jeden Tag mit Leben zu füllen. Denn dieser
Ort soll ja nicht nur schön sein; er ist auch die Basis eines Unternehmens,
das Geld verdienen muss. Solche Orte baut man nicht einfach nur auf. Sie
wachsen. Mit jeder Entscheidung, mit jedem Gespräch, mit jedem Menschen,
der durch die Tür kommt.
Die Blickschmiede ist genau so ein Ort. Mein eigener, gewachsener
Betrieb. Und dieser Weg war alles – nur nicht einfach. Direkt nach dem
ersten halben Jahr kam Corona. Ein Moment, der viele ausgebremst hat.
Und trotzdem ging es weiter. Mit Baustellen. Mit Unsicherheit. Mit Druck.
Mir war es immer wichtig, Menschen eine Chance zu geben. Oft mehr,
als andere es vielleicht getan hätten. Und ja – nicht jede dieser Chancen
wurde so genutzt, wie ich es mir gewünscht hätte. Es gab Enttäuschungen.
Menschen, die gegangen sind oder nicht ehrlich waren. Mitbewerber, die
sich (und andere) gefragt haben, wie so ein Konzept an einem Standort
ohne klassische Laufkundschaft funktionieren soll.
Und trotzdem: Ich würde mich jeden Tag wieder dafür entscheiden.
Für die Blickschmiede. Weil sie mehr ist als ein Geschäft. Es ist der Ort, der
mir fehlt, wenn ich nicht da bin. Und der Ort, an dem ich jeden Tag wachse.
Nicht trotz der Herausforderungen. Sondern durch sie.
Denn noch etwas anderes prägt meine Arbeit bis heute: Wenn bei uns
die Tür aufgeht, beginnt ein Stück „Bühne“. Ich sage im Team oft: „Wenn die
26
EYECOM 02 | 2026
Tür aufgeht, dann sind wir wie in einem Theaterstück.“ Nicht weil wir Theater
spielen, sondern weil wir lächeln, Kunden glücklich machen wollen. Natürlich
hat man nicht immer den „perfekten“ Tag dafür. Manchmal wacht man
früh mit dem falschen Fuß auf. Aber das wollen die Kunden nicht spüren; sie
wollen mit Ihrer Wohlfühlbrille und dem besten Sehen wieder gehen.
Das ist nicht immer leicht. Aber es gibt Klarheit. Wir lächeln. Wir beraten
ehrlich und auf höchstem Niveau. Und wir tun dem Menschen, der
uns gegenübersitzt, etwas Gutes. Am liebsten so, dass am Ende beide
Seiten glücklich sind.
Genau das ist mein und unser Anspruch: Performance – für den Menschen.
Unser Verkauf ist aufgebaut wie ein 3 Gänge Menü. Dabei muss
das Dessert – das Abholen der Brille –der perfekte Abschluss sein. Denn
Mundpropaganda ist die ehrlichste und nachhaltigste Art von Werbung.
Und das funktioniert bei uns in Baunach wunderbar.
Vor etwa einem Jahr habe ich zusätzlich einen bestehenden Betrieb übernommen
– die Firma Büschel Augenoptik in Bad Staffelstein, etwa 25 Kilometer
entfernt. Ich habe das ganz bewusst getan. Nicht nur wegen Wachstum
und mehr Umsatz. Sondern, um Arbeitsplätze zu bewahren. Denn die Realität
ist: Es wird immer schwieriger, Nachfolger für traditionelle Optikbetriebe
zu finden. Viele geben auf oder werden von großen Filialisten übernommen.
Aber ich finde, es braucht weiterhin genau diese kleinen, inhabergeführten
Geschäfte. Damit Menschen eine Wahl haben zwischen Ketten und einem
Ort, an dem noch echtes Handwerk, persönliche Beratung und Haltung spürbar
sind. Oder anders gesagt: Zwischen schnell – und bewusst.
Von außen wirkt so eine Übernahme oft wie ein logischer Schritt. Mehr
Fläche. Mehr Möglichkeiten. Und Wachstum. Von innen fühlt es sich anders
an. Ehrlicher. Unruhiger. Und manchmal einfach schwer.
Da sind Strukturen, die schon lange bestehen. Da sind Erwartungen,
die keiner ausspricht – aber die alle spüren. Und da sind Menschen, die
man nicht neu auswählt, sondern übernimmt. Denn ein Team wächst
nicht automatisch zusammen.
Auch der Name hat sich nicht von Anfang an geändert. Die Entscheidung
für „SinnwerQ“ kam erst nach rund einem Jahr – nach vielen Erfahrungen,
Beobachtungen und reiflicher Überlegung. Denn bei einem solchen
Projekt gibt es auch eine Erwartung, über die kaum jemand spricht:
Viele denken, bei einer Übernahme liefe unter dem neuen Eigentümer
einfach alles weiter wie gewohnt, mit Stammkunden und bewährter
Belegschaft. Die Realität ist aber: Man kann sich als Unternehmer nicht
klonen. Man kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Im ersten Laden
erwarten die Kunden, dass die Chefin da ist. Im zweiten Laden heißt es:
„Jetzt hat sie den übernommen – also muss sie auch hier präsent sein.“
Die Menschen wollen einen kennenlernen.
DIE NEUE GLEITSICHTLINIE.
04 | 2026.
0 ESSAY
Das ist verständlich. Aber es bedeutet auch: Selbst und ständig. Kein klares
Wochenende. Kein echtes Abschalten. Und Urlaub nur dann, wenn man Menschen
hat, auf die man sich zu 1000 Prozent verlassen kann. Und selbst dann
bleibt ein Teil von einem immer im Laden. Die meisten von uns kennen das.
Das eigene Wohlbefinden rutscht dabei schnell nach hinten. Nicht,
weil es unwichtig ist. Sondern weil Verantwortung oft lauter ist. Wenn
man heute in Fachmedien Artikel zum Thema liest, wirkt vieles leicht.
Übernahmen klingen rund. Erfolg selbstverständlich.
Ich sehe das anders: Eine Übernahme ist nicht leicht. Sie ist oft sogar
deutlich herausfordernder als eine Neugründung. Eine Neugründung ist wie
ein weißes Blatt Papier. Eine Übernahme dagegen ist ein Buch, in dem schon
geschrieben wurde. Und nicht jede Seite passt. Manchmal bedeutet das ganz
konkret: Aufräumen. Nach über 30 Jahren. Strukturen. Abläufe. Dinge, die
sich angesammelt haben. Das ist keine Kleinigkeit. Denn Aufräumen ist nicht
nur Ordnung. Es ist Entscheidung. Was bleibt? Was geht? Und das gilt nicht
nur für Inventar. Sondern auch für Menschen, Prozesse und Gewohnheiten.
Aus diesem Weg heraus ist SinnwerQ entstanden. Nicht als spontane
Idee. Sondern als klare Entscheidung. Weg von dem, was nicht mehr passt.
Hin zu dem, was sich richtig anfühlt. Und gleichzeitig mit einem klaren fachlichen
Anspruch.
Denn bei all den Veränderung darf eines nicht vergessen werden: Der
Betrieb, den ich übernommen habe, ist über Jahrzehnte gewachsen. Mit
Menschen, mit Entscheidungen und mit einem täglichen Einsatz, der oft im
Hintergrund bleibt. Ein Lebenswerk. Und davor habe ich großen Respekt.
Gleichzeitig bedeutet eine Übernahme nicht, alles unverändert weiterzuführen.
Sondern zu prüfen, zu hinterfragen und den eigenen Weg
daraus zu entwickeln. Nicht gegen das, was war. Sondern aufbauend darauf
– und mit dem Mut, es weiterzudenken. Denn genau darin liegt die
Verantwortung: Nicht nur zu bewahren. Sondern auch zu verändern.
Es geht nicht nur darum, eine Brille zu verkaufen. Sondern darum,
Menschen wirklich zu verstehen und ihnen langfristig gutes Sehen und
Hören zu ermöglichen. Und dazu gehört für mich noch etwas ganz Entscheidendes:
Ausbildung. Während viele über Fachkräftemangel sprechen,
habe ich mich bewusst dafür entschieden, selbst auszubilden und
meine Mitarbeiter weiterzubilden. Weil ich überzeugt bin: Nur so geht es
weiter. Meine Auszubildenden sind ein wichtiger Teil dieses Weges.
Und ja – ich sage oft zu ihnen: „Das ist total einfach.“ Nicht, weil es immer
leicht ist. Sondern weil ich ihnen Sicherheit geben möchte. Dass sie wachsen
dürfen egal, ob sie schon lange mit der Ausbildung fertig oder noch mittendrin
sind. Dass sie ihren Weg finden. Und dass sie gut werden können.
Dass das funktioniert, zeigt mir auch etwas sehr Persönliches: Meine Tochter
hat selbst die Ausbildung begonnen. Nicht, weil sie musste. Sondern weil sie
wollte. Am Ende zeigt sich alles ganz einfach: Zufriedene Kunden. Ein Team, das
wächst. Und das Gefühl, dass es richtig ist. Auch wenn es nicht immer leicht ist.
Aber: Es gibt ein Gestern, ein Heute - und vor allem ein Morgen. Am
Ende ist eine Übernahme kein Konzept. Sondern eine Entscheidung.
Für Menschen. Für Verantwortung. Und für einen Weg der nicht immer
einfach ist – aber notwendig. Damit es auch in Zukunft mehr gibt als nur
Auswahl. Sondern echte Orte mit uns, den Augenoptikern, die Ihren Beruf
noch mit Liebe und Leidenschaft ausüben.
Stephanie Brunnecker (47) ist Augenoptik-Unternehmerin
mit Leib und Seele. Neben der 2019 gegründeten
„Blickschmiede“ im fränkischen Baunach hat sie vor einem
Jahr einen traditionellen Betrieb übernommen und in ihr
Unternehmen integriert.
Kontakt/Info: www.blickschmiede.de; www.sinnwerq.de
Eine Neugründung ist wie
ein weißes Blatt Papier.
Eine Übernahme dagegen
ist ein Buch, in dem schon
geschrieben wurde.
28
EYECOM 02 | 2026
Smart
SPÜRBARER MEHRWERT
VERNETZT
ADVERTORIAL 0
it zwei klaren Fokusthemen und stark frequentierten
Vortragsveranstaltungen präsentierte sich bon Optic
auf der opti 2026 in München. Sowohl das iCare
Netzhaut-Screening-Konzept als auch praxisnahe Lösungen zur
Verbesserung des Tränenfilms stießen bei den Besuchern auf
großes Interesse und sorgten für durchgehend hohen Andrang
am Messestand.
Augenoptiker & Augenarzt – smart vernetzt
Ein zentraler Publikumsmagnet war das Netzhaut-Screening-Konzept von
iCare, das Augenoptikern einen strukturierten, digitalen Zugang zur augenärztlichen
Versorgung ermöglicht. Mit der Funduskamera iCare DRSplus
werden vollautomatisch hochqualitative TrueColour-Netzhautfotos erstellt
– schnell, ohne Pupillenerweiterung und auch bei Medientrübungen, dank
moderner konfokaler Technologie aus der Ophthalmologie.
nachgefragte In-Office-Anwendung. Die Lichttherapie wirkt gleichzeitig
auf beide Augenlider, ist nicht-invasiv, benötigt kein Gel und wird von den
Kunden als entspannende Wellness-Anwendung wahrgenommen.
Die Technologie löst eine endogene Wärmereaktion in den Zellen aus und
unterstützt die Funktion der Meibomschen Drüsen. Eine verbesserte Lipidschicht
des Tränenfilms kann so Kontaktlinsenunverträglichkeiten reduzieren
und KL-Aussteiger vermeiden. Je nach Ausgangssituation sind eine bis
vier Anwendungen erforderlich, meist zwei bis drei.
Die integrierte KI-Software iCare ILLUME analysiert die Aufnahmen zuverlässig
auf frühe Anzeichen von diabetischer Retinopathie, AMD und Glaukom.
Innerhalb kurzer Zeit erhalten Augenoptiker damit einen übersichtlichen
Screening-Bericht mit grafischer Aufbereitung der Ergebnisse.
Die hohe Praxisrelevanz spiegelte sich auch im sehr gut besuchten Vortrag
„Trockene Augen ganz praktisch: Was wirklich hilft“ wider. Prof. Dr. Heiko
Pult vermittelte in kompakter Form, wie das Trockene Auge sicher diagnostiziert
wird und welche Maßnahmen – von Nachbenetzungstropfen bis zu
modernen In-Office-Behandlungen – Kundinnen und Kunden tatsächlich
spürbar helfen.
Über das Modul iCare CONNECT werden die Befunde datenschutzkonform
an kooperierende Augenärzte in der Region übermittelt. Diese entscheiden
selbstständig über das weitere Vorgehen. Der strukturierte Zuweisungsworkflow
und die direkte Kommunikationsmöglichkeit im System
schaffen eine echte digitale Brücke zwischen Augenoptik und Augenheilkunde
– ein Ansatz, der sich deutlich von rein anonymen oder zentralisierten
Screening-Modellen abhebt.
Mit beiden Themen zeigte bon Optic konkrete Lösungsansätze für aktuelle
Herausforderungen im augenoptischen Alltag – praxisnah, wirtschaftlich
relevant und mit spürbarem Mehrwert für die Kunden.
Großen Zuspruch fand auch die begleitende Vortragsveranstaltung. Die
Referenten Petra Lindner (Optometristin M.Sc.), Dr. med. Per Heuvels (Augenärzte
Niederelbe) und Stefan Germanus beleuchteten praxisnah, wie
Kooperationen mit lokalen Augenarztpraxen aufgebaut werden können,
welche Erwartungen Augenärzte an Augenoptiker haben und wie eine erfolgreiche
Kommunikation mit Ärzten und Kunden gelingt.
Wie man den Tränenfilm spürbar verbessert
Das zweite Schwerpunktthema widmete sich dem Trockenen Auge und
kontaktlinsenassoziierten Beschwerden. Die my-mask von Espansione, basierend
auf der LM Low-Level-Light-Technologie (LLLT), zeigte sich als stark
www.bon.de
WWW.EYE-COM.NET
29
0 LENS
NEUE DYNAMIK
Augenoptikermeisterin Cornelia Hermann von Optik Eberle aus Bad Neuenahr-Ahrweiler (siehe auch PORTRAIT in EYECOM 3-4.2023) ist
das Thema Myopie-Management bei Kindern und Jugendlichen ein besonderes Anliegen.
PERFORMANCE TRIFFT
POTENZIAL
MIT DER EINFÜHRUNG DER MYDAY MISIGHT 1 DAY ANFANG 2026 HAT COOPERVISION
SEIN PORTFOLIO UM EINE TAGESKONTAKTLINSE ERWEITERT, DIE ZWEI BISLANG GE-
TRENNTE WELTEN ZUSAMMENFÜHRT: MODERNES SILIKONHYDROGEL UND EINE KLI-
NISCH ETABLIERTE TECHNOLOGIE ZUR KONTROLLE DER MYOPIEPROGRESSION. DAMIT
ADRESSIERT DAS UNTERNEHMEN GEZIELT EINEN VERSORGUNGSBEREICH, DER FÜR AU-
GENOPTIK UND AUGENMEDIZIN GLEICHERMASSEN AN BEDEUTUNG GEWINNT.
Myopie auf dem Vormarsch
Die Zahlen sind bekannt – und alarmierend: Zuverlässigen
Prognosen zufolge könnte künftig etwa jedes zweite Kind im
jungen Erwachsenenalter kurzsichtig sein. Für die augenoptische
Praxis bedeutet das nicht nur steigenden Versorgungsbedarf,
sondern auch die zunehmende Verantwortung, frühzeitig in diese
Entwicklung einzugreifen. Denn je früher eine Myopie einsetzt,
desto größer ist das Risiko für hohe Endrefraktionen und damit
verbundene Folgeproblematiken. Entsprechend hat sich das
Myopie-Management in den vergangenen Jahren von einem Nischenthema
zu einem festen Bestandteil moderner Versorgungskonzepte
entwickelt.
Bewährtes Design – neu gedacht
Kern der neuen MyDay MiSight 1 day ist die ActivControl Technology.
Dieses Linsendesign kombiniert zwei Korrektionszonen
mit zwei Behandlungszonen und verfolgt damit einen dualen
Ansatz: Klares Sehen im Zentrum und gezielte myopische Defokusreize
in der Peripherie.
Ziel ist es, das axiale Längenwachstum des Auges zu beeinflussen
und so die Progression der Myopie zu verlangsamen. Studien
zeigen, dass sich das Fortschreiten im Durchschnitt um etwa 50
Prozent reduzieren lässt. Gleichzeitig basiert die Technologie auf
einer der am längsten laufenden klinischen Studien zu weichen
Kontaktlinsen bei Kindern – ein Aspekt, der im Beratungsge-
30
EYECOM 02 | 2026
spräch zunehmend an Gewicht gewinnt. Weltweit nutzen bereits
über 200.000 Kinder Kontaktlinsen mit diesem Wirkprinzip – ein
Indikator für die wachsende Akzeptanz im Markt.
Der Materialschritt: Mehr Sauerstoff, mehr Komfort
Die eigentliche Innovation der neuen Kontaktlinse liegt jedoch
im Material: Erstmals wird die ActivControl Technology mit
einem Silikonhydrogel kombiniert. Im Vergleich zu klassischen
Hydrogel-Tageslinsen ermöglicht dies eine deutlich höhere Sauerstoffdurchlässigkeit
– laut Hersteller bis zu viermal mehr. Gerade
im Kontext eines ganztägigen Tragens ist dieser Aspekt nicht
zu unterschätzen. Eine bessere Sauerstoffversorgung unterstützt
die physiologische Stabilität der Hornhaut und kann die langfristige
Verträglichkeit positiv beeinflussen. Hinzu kommen ein
integrierter UV-Filter sowie optimierte Materialeigenschaften, die
sich auch im subjektiven Tragegefühl widerspiegeln.
Von großer Bedeutung ist aber auch: Kinder sind ehrliche Träger
– wenn etwas nicht komfortabel ist, wird es nicht getragen. Deshalb
ist die Kombination aus therapeutischem Nutzen und hohem Komfort
entscheidend für den Erfolg im Myopie-Management.
Nahtloser Übergang in die Erwachsenenversorgung
Ein weiterer Vorteil liegt in der strategischen Einbindung in die My-
Day Produktpalette. Material und Parameter ähneln klassischen MyDay
Kontaktlinsen, sodass der spätere Übergang in die Erwachsenenversorgung
deutlich erleichtert wird. Für die Praxis bedeutet das: Langfristige
Versorgungskonzepte lassen sich konsistenter planen – vom ersten
Myopie-Management bis zur späteren Standardkorrektion.
Unterstützung für die Praxis
Flankierend zur Produkteinführung stellt CooperVision verschiedene
Tools zur Verfügung, die den Einstieg ins Myopie-Management
erleichtern sollen. Dazu gehört unter anderem der
OptiExpert mit integriertem Rechner zur Abschätzung der axialen
Augenlänge. Solche digitalen Hilfsmittel gewinnen zunehmend
an Bedeutung, insbesondere wenn es darum geht, komplexe Zusammenhänge
verständlich zu kommunizieren und Therapieentscheidungen
transparent zu machen.
Einordnung: Evolution statt Revolution
Mit der MyDay MiSight 1 day setzt CooperVision weniger auf
Alltagstauglichkeit als Schlüssel
Neben der reinen Performance spielt die Handhabung eine
zentrale Rolle. Gerade bei jungen Erstträgern entscheiden einfache
Abläufe über Akzeptanz und Compliance. In Anwenderbewertungen
schneidet die MyDay MiSight 1 day sowohl beim
Komfort als auch beim Aufsetzen besser ab als die bisherige
MiSight 1 day. Das zahlt direkt auf den Therapieerfolg ein: Denn
Myopie-Management funktioniert nur, wenn die Maßnahme konsequent
umgesetzt wird.
Hier setzt auch das Konzept des „Always-on“-Myopie-Managements
an. Die Wirkung entfaltet sich kontinuierlich während der
gesamten Tragezeit – ohne zusätzlichen Aufwand für Kinder oder
Eltern. Ein Ansatz, der den Alltag entlastet und gleichzeitig eine
konstante therapeutische Wirkung sicherstellt.
einen radikalen Technologiesprung als auf eine konsequente
Weiterentwicklung bestehender Konzepte. Die Kombination aus
klinisch validierter Wirkweise und verbessertem Material adressiert
zentrale Anforderungen der Praxis: Wirksamkeit, Komfort
und Alltagstauglichkeit.
Damit passt das Produkt in einen klar erkennbaren Trend:
Myopie-Management wird zunehmend integraler Bestandteil der
augenoptischen Versorgung – und gleichzeitig einfacher in der
Umsetzung. Denn die Frage ist längst nicht mehr, ob man sich als
Augenoptiker mit Myopiemanagement beschäftigen sollte, sondern
wie einfach und überzeugend sie in den Alltag der Kunden
integriert wird.
www.coopervision.de/myopie-management
WWW.EYE-COM.NET
31
0 OPTICS
NEUER STANDARD
KOGNITIVE
ENTLASTUNG
MIT CLEARMIND HAT ZEISS VISION EINE NEUE GENERATION VON BRILLENGLÄSERN
VORGESTELLT, DIE ÜBER DIE KLASSISCHE OPTISCHE KORREKTION HINAUSGEHEN: SIE
ADRESSIEREN ERSTMALS DIE VERBINDUNG ZWISCHEN SEHSCHÄRFE, PERIPHEREN UN-
SCHÄRFEN UND KOGNITIVER BELASTUNG DES TRÄGERS. DIESES KONZEPT BASIERT AUF
NEUESTEN WISSENSCHAFTLICHEN ERKENNTNISSEN UND MÜNDET IN DESIGN-TECHNO-
LOGIEN, DIE EINE GESTEIGERTE VISUELLE KLARHEIT UND MENTALE ENTLASTUNG VER-
SPRECHEN.
raditionell beziehen sich Brillenglasentwicklungen
auf das
Korrigieren von Refraktionsfehlern und
auf die Verbesserung des Sehkomforts.
ZEISS erweitert diesen Ansatz mit Clear-
Mind um neuro-visuelle Aspekte. Denn
optische Unschärfen verursachen nicht nur
eingeschränktes Sehen, sondern belasten
das Gehirn durch höhere Verarbeitungsanforderungen.
Untersuchungen des
ZEISS Vision Science Lab belegen erstmals
objektiv, dass Unschärfe in Brillengläsern
die kognitive Belastung des Brillenträgers
erhöht, da das Gehirn mehr mentale Ressourcen
aufwenden muss, um visuelle
Informationen zu interpretieren. Diese Erkenntnis
ist in der Fachwelt relevant, da sie
zeigt, dass Sehklarheit nicht nur optische,
sondern auch kognitive Effekte hat.
Mit ClearMind stellt ZEISS ein neues
Premium-Brillenglasportfolio aus Einstärken-,
Digital- und Gleitsichtgläsern vor,
das für extrem klares Sehen konzipiert ist
und damit Brillenträger unterstützt, ihre
kognitive Belastung zu reduzieren, fokussiert
zu bleiben und ihre Konzentrationsfähigkeit
sowie das allgemeine Wohlbefinden
positiv zu beeinflussen.
Mit diesen Produkten können Augenoptiker
ihr Angebot um fortschrittliche
Brillengläser erweitern, die neben außergewöhnlich
klarem Sehen das Wohlbefinden
von Brillenträgern in den Mittelpunkt
stellen.
ZEISS ClearMind:
Wissenschaftlich nachgewiesene
Reduzierung der kognitiven
Belastung
Erstmals in der Forschung zeigen Studien
des ZEISS Vision Science Lab deutlich,
dass Sehschärfe und kognitive Belastung
32
EYECOM 02 | 2026
objektiv miteinander zusammenhängen.
Denn Unschärfe im Brillenglas beeinflusst
die kognitive Belastung des Brillenträgers.
Wenn Unschärfe das Sehen beeinträchtigt,
muss das Gehirn mehr leisten, um unscharfe
oder unvollständige Bilder zu verarbeiten
und sie zu einem interpretierbaren Seheindruck
„zusammenzurechnen“ – was zu
einer erhöhten kognitiven Belastung und
mehr mentalem Aufwand führt.
Wenn Unschärfe das
Sehen beeinträchtigt, muss
das Gehirn mehr leisten,
um unscharfe oder
unvollständige Bilder zu
verarbeiten.
„Dadurch, dass wir extrem scharfes Sehen
bieten und gleichzeitig Unschärfen in
den entscheidenden Brillenglasbereichen
für das tägliche Sehverhalten reduzieren
und optimieren konnten, erleichtern ZEISS
ClearMind Brillengläser dem Gehirn die
Verarbeitung visueller Informationen und
wirken sich damit positiv auf die kognitive
Belastung aus“, erklärt Nicole Späth,
Produktmanagerin bei ZEISS Vision Care
Deutschland. In einer internationalen Verbraucherumfrage
bestätigen 96 Prozent der
Träger von ClearMind Brillengläsern extrem
klares Sehen; 76 Prozent gaben an, dass sie
sich mit den neuen Brillengläsern besser
auf Aufgaben konzentrieren konnten.
„Wir maximieren die
Klarheit dort, wo das Auge
am häufigsten hinsieht, und
minimieren die durch das
Brillenglas verursachten
Unschärfen.“
In einer weiteren Befragung erlebten
neun von zehn Brillenträgern in einer Blindstudie
weniger kognitive Belastung im Vergleich
zur Nutzung von ZEISS Standardgläsern,
die bekanntlich auch schon sehr gute
Abbildungseigenschaften aufweisen.
ZEISS NeurOptix Technologie
reduziert und optimiert
Unschärfen im Brillenglas
Die neue Technologie, die hier zum Einsatz
kommt, heißt „ZEISS NeurOptix“. Sie
basiert auf einem tiefen Verständnis des Interaktionsmusters
von Augenbewegungen
und Brillenglas und stellt Fragen wie: Wo-
hin wandert der Blick, welche Glasbereiche
werden genutzt, wie häufig wird durch die
Bereiche für die Ferne, die Nähe oder den
Zwischenbereich geschaut? Das Ziel dabei
ist, die Bereiche klaren Sehens zu maximieren
und dadurch die kognitive Belastung
des Gehirns zu reduzieren. Nicole Späth
erklärt es so: „Wir maximieren die Klarheit
dort, wo das Auge am häufigsten hinsieht,
und minimieren die durch das Brillenglas
verursachten Unschärfen. So sorgen wir für
einen komfortablen, klaren Blick für das
Sehklarheit hat nicht
nur optische, sondern auch
kognitive Effekte.
gesamte Spektrum täglicher Aufgaben. Das
ist die Grundlage für unser neues Produktportfolio
ZEISS ClearMind. Das Ergebnis
sind sanftere Übergänge, insbesondere bei
Gleitsichtgläsern, was zu weniger visueller
Ermüdung und mühelosem Fokussieren
über den Tag hinweg führt.“
Dank dieses neuen „Design-Fingerabdrucks“,
der extrem klares Sehen durch
fortschrittliches Unschärfemanagement
ermöglicht, konnten die klaren Sehbereiche
weiter optimiert werden. Bei den
Gleitsichtgläsern bietet ZEISS ClearMind
gegenüber ZEISS SmartLife bis zu neun
Prozent größere Zonen klaren Sehens im
Fernbereich, einen um 26 Prozent größeren
Zwischenbereich, eine um 45 Prozent
vergrößerte Nahzone und rund 10 Prozent
weniger Unschärfen im Randbereich. Beachtlich
sind auch die Adaptionszeiten:
88 Prozent der Brillenträger gewöhnen
sich innerhalb weniger Tage an ZEISS ClearMind
Gleitsichtgläser, 51 Prozent sogar
innerhalb von einer Stunde.
Das sind Verbesserungen, die man
nicht glauben muss, sondern wirklich spüren
kann. Denn wirklich nützlich sind Produktentwicklungen
vor allem dann, wenn
sie nicht nur in Broschüren gut aussehen,
sondern in der Praxis überzeugen.
www.zeiss.de
WWW.EYE-COM.NET
33
0 KOLUMNE
WENN DIOPTRIEN ANGST BEKOMMEN SOLLEN
Fitnessstudio
fürs
Auge?
ES GEHÖRT ZU DEN ZUVERLÄSSIGSTEN NATURGESETZEN DER AUGENOPTIK: KAUM
GLAUBT MAN, EINE IDEE SEI ENDGÜLTIG VERSCHWUNDEN, TAUCHT SIE WIEDER AUF.
ZUM BEISPIEL DIE BEHAUPTUNG VOM AUGENTRAINING, DAS FEHLSICHTIGKEIT EIN-
FACH VERSCHWINDEN LÄSST.
iner der aktuellen Protagonisten
dieser Tradition ist Patrick Eurich
aus Köln. Er positioniert sich als
Coach für Augengesundheit und Brillenfreiheit
durch Training (ähnlich wie bei der Bates-Methode
oder vergleichbaren Ansätzen), betreibt
eine Website (augentraining.online), einen
YouTube- und einen Instagram-Kanal und bietet
außerdem Seminare und Webinare an. Eine
formale Ausbildung als Augenoptiker, Optometrist
oder Ophthalmologe hat er nicht – aber
jede Menge „anekdotische Evidenz“, mit der er
seinem Sohn die Brille erspart haben will – mit
einem nichtmedizinischen, trainingsbasierten
Ansatz zur Sehstärkung.
Eurichs Botschaft ist ebenso eingängig wie optimistisch:
Unsere Augen seien im Grunde perfekt
– wir würden sie nur falsch benutzen. Wer
sie richtig trainiert, könne seine Brille bald in die
Schublade legen. Das hat Charme. Vor allem für
Menschen, die ihre Dioptrien ungefähr so gern
akzeptieren wie eine Steuerprüfung.
Der Traum vom Fitnessstudio fürs Auge
Die Grundidee ist schnell erklärt. Fehlsichtigkeit,
so heißt es, sei kein strukturelles Problem
des Auges, sondern eine Folge falscher Sehgewohnheiten.
Zu viel Bildschirm, zu wenig Blinzeln,
zu wenig Entspannung.
Das klingt zunächst plausibel – schließlich
fühlen sich unsere Augen nach einem Tag am
Monitor tatsächlich nicht wie frisch polierte
Präzisionsoptiken an. Also trainiert man. Man
schaut bewusst in die Ferne, bewegt die Augen,
entspannt, fokussiert neu. Kurz gesagt: Man tut
Dinge, die unseren Augen tatsächlich guttun.
Der einzige Haken dabei: Die Anatomie des
Auges interessiert sich herzlich wenig für diese
Übungen.
34
EYECOM 02 | 2026
Ein kurzer Blick in die optische Realität
Myopie und Hyperopie haben bekanntlich mit
der Augenlänge zu tun; Astigmatismus mit
der Hornhautkrümmung. Deshalb leuchtet
ein schlichter Grundsatz ein: Augenübungen
können durchaus ein paar Dinge trainieren –
aber keine Augenlänge verkürzen und keine
Cornea verformen. Es gibt ja auch keine Möglichkeit,
durch regelmäßiges Stretching fünf
Zentimeter Körpergröße zu gewinnen: Die
Orthopädie würde applaudieren; die Physik
eher nicht.
Die Anatomie des Auges
interessiert sich herzlich
wenig für diese Übungen.
Warum sich das Ganze trotzdem
überzeugend anfühlt
Nun berichten Teilnehmer solcher Programme
durchaus von Verbesserungen. Das ist auch
kein Wunder. Wer regelmäßig Sehübungen
macht, blinzelt häufiger, macht Pausen vom
Bildschirm, schaut öfter in die Ferne und entspannt
die Augenmuskulatur. Kurz gesagt: Man
behandelt genau die Faktoren, die visuelle Ermüdung
verursachen. Die Augen fühlen sich
besser an; das Sehen wirkt klarer - und schon
entsteht der Eindruck, die Dioptrien würden
langsam kapitulieren. Tun sie allerdings nicht.
Sie sitzen weiterhin ziemlich unbeweglich auf
der Achslänge des Auges.
Es gibt auch keine Möglichkeit,
durch regelmäßiges
Stretching fünf Zentimeter
Körpergröße zu gewinnen.
Der rhetorische Kunstgriff
Besonders elegant an der „Sehtrainer“-Bewegung
ist ein psychologischer Trick: Die Brille
wird zum Problem erklärt. Plötzlich ist sie nicht
mehr die Lösung für eine Fehlsichtigkeit, sondern
angeblich Teil ihrer Ursache. Eine Krücke,
die die Augen des Brillenträgers angeblich
„faul“ (und seinen Optiker reich) macht. Das
ist ähnlich stringent, als würde man behaupten,
Gehhilfen seien der Grund für gebrochene
Beine. Aber selbst bei vermeintlich gebildeten
Menschen funktioniert der Trick erstaunlich
gut. Denn der Gedanke, dass unsere Augen im
Grunde perfekt wären und nur falsch benutzt
werden, schmeichelt uns natürlich.
Auch als Augenoptiker wird man immer wieder
mit diesen Fragestellungen konfrontiert: Was,
wenn doch etwas dran ist? Dass Sehübungen
als solche harmlos wirken, wird häufig als Argument
angeführt: „Schaden kann es ja nicht.“
Aber das greift zu kurz. Denn problematisch ist
nicht die Übung – sondern das Versprechen:
Wenn Menschen glauben, sie könnten ihre
Fehlsichtigkeit wegtrainieren, hat das reale
Folgen:
␣ Brillen werden bewusst unterkorrigiert (oder
gar nicht) getragen.
␣ Notwendige Anpassungen werden hinausgezögert.
␣ Eltern verzichten bei Kindern auf frühzeitige
Versorgung.
␣ Myopie-Management wird durch falsche
Hoffnungen ersetzt – aber gerade bei Kindern
mit zunehmender Kurzsichtigkeit kann
diese Verzögerung gravierende Auswirkungen
haben.
Besonders elegant an der
„Sehtrainer“-Bewegung ist
ein psychologischer Trick:
Die Brille wird zum
Problem erklärt.
Ein kleiner Spiegel für die Branche
Bevor man darüber nur die Augen rollt – was
wir Augenoptiker bekanntlich besonders gut
können – lohnt sich ein kurzer Blick auf unsere
eigene Branche. Der Erfolg solcher Programme
zeigt nämlich auch ein Bedürfnis: Viele
Menschen möchten aktiv etwas für ihre Gesundheit
und damit auch für ihre Augen tun.
Wenn unsere einzige Botschaft lautet: „Hier
ist Ihre neue Brille“, ist es kaum verwunderlich,
dass externe Anbieter mit Versprechen
von Selbstwirksamkeit punkten. Der Unterschied
ist: Die Augenoptik arbeitet mit Optik;
das Internet arbeitet mit Hoffnung. Und die
muss natürlich ebenfalls bezahlt werden: Die
Sehkraft-Seminare von Herrn Eurich kosten
immerhin beachtliche 329 EUR; manchmal
auch ein bisschen weniger.
Ein anderer, besonders verbissener Vertreter
von „Augentraining“ versteckt sich seit über
30 Jahren hinter dem Pseudonym „Dino Warner“
und beschreibt auf seiner Website www.
sehtraining.de seine gleichermaßen verbissenen
wie erfolglosen Selbstversuche („Die
Brille wegtrainieren“) in Form eines Tagebuchs.
Die letzten (immer noch nicht ermutigenden)
Einträge stammen von Februar 2025 (362. Monat).
Aber immerhin ist die Lektüre kostenfrei.
Wenn Menschen glauben,
sie könnten ihre
Fehlsichtigkeit wegtrainieren,
hat das reale Folgen.
Ein realistischer Ausblick
Sehübungen sind nicht sinnlos. Sie können
entspannen, Wahrnehmung schulen und Bildschirmstress
reduzieren. Was sie allerdings
sicher nicht können, ist Fehlsichtigkeit wegtrainieren.
Sollte tatsächlich einmal jemand
ein paar Augenübungen entdecken, die eine
zu lange Augenachse zuverlässig verkürzen,
hätte das dramatische Folgen: Die Myopie-Forschung
wäre erledigt; die refraktive Chirurgie
könnte einpacken, und die Augenoptik müsste
vermutlich auf Yogamatten umstellen.
Bis dahin gilt jedoch eine eher langweilige
Wahrheit: Dioptrien lassen sich hervorragend
korrigieren – aber erstaunlich schlecht einschüchtern.
Redaktion
WWW.EYE-COM.NET
35
0 OPTICS
WAHRNEHMUNG UND WISSENSCHAFT
WEITER GEDACHT
DIE ENTWICKLUNG MODERNER BRILLENGLÄSER IST LÄNGST MEHR ALS REINE INGENI-
EURSKUNST – SIE IST EIN ZUSAMMENSPIEL AUS PHYSIK, PHYSIOLOGIE UND INDIVI-
DUELLER WAHRNEHMUNG. MIT B.I.G. EXACT SENSITIVE ZEIGT RODENSTOCK, WIE AUS
WISSENSCHAFTLICHER NEUGIER UND KONSEQUENTER FORSCHUNGSARBEIT EIN PRO-
DUKT ENTSTEHEN KANN, DAS DIE GRENZEN DES BISHER MACHBAREN VERSCHIEBT.
Zwei Ausgangspunkte, eine Vision
Am Anfang standen zwei zentrale Fragestellungen.
Die erste wurzelt tief in der
optischen Theorie: Der Satz von Minkwitz ist
ein seit Jahrzehnten etabliertes Gesetz, das
als grundlegende Grenze für die Gestaltung
progressiver Brillengläser gilt. Allerdings
basiert es auf der Annahme progressiver Flächen
ohne Berücksichtigung des Rezept-Astigmatismus
– eine Annahme, die modernen
Glasdesigns nicht mehr gerecht wird.
Für Rodenstock war genau das der
Ansatzpunkt. Rund 50 Jahre nach der ursprünglichen
Herleitung wurde der Satz von
Minkwitz erstmals auf zeitgemäße, komplexe
Progressivflächen übertragen. Das
Ergebnis: Die erfolgreiche Erweiterung eines
lange als unverrückbar geltenden Prinzips.
Darüber hinaus zeigte sich, dass ein
zusätzlicher Faktor bei der Gestaltung von
Progressivgläsern bislang unberücksichtigt
geblieben war: Die individuelle visuelle
Sensitivität. Dieses Wissen bildet heute die
Grundlage von B.I.G. EXACT Sensitive: Durch
gezielte Steuerung des Astigmatismus in
der Progressionszone lassen sich periphere
Aberrationen reduzieren – angepasst an die
individuelle Wahrnehmung.
Der zweite Ausgangspunkt lag in den
Erkenntnissen aus B.I.G. EXACT. Hier konnte
bereits gezeigt werden, wie stark sich die Biometrie
auf die Wahrnehmung von Unschärfe
auswirkt. Dennoch blieben Unterschiede
zwischen Trägern bestehen, die sich nicht
allein durch anatomische Parameter erklären
ließen. Die logische Konsequenz: Der Fokus
musste sich erweitern – hin zur Verarbeitung
visueller Informationen im Gehirn. Die Beschäftigung
mit Sensitivität war damit nicht
nur naheliegend, sondern notwendig.
Die richtigen Stellschrauben finden
Die Identifikation relevanter Einflussfaktoren
folgt selten einem geradlinigen Weg.
Im Fall des Minkwitz’schen Satzes war die
Ausgangslage klar: Eine als gültig betrachtete
Grenze erwies sich als unvollständig.
Die eigentliche Herausforderung lag in der
mathematischen und technologischen Umsetzung
– und in der Unsicherheit, ob überhaupt
eine Lösung existiert.
36
EYECOM 02 | 2026
Ähnlich verhielt es sich bei B.I.G. EXACT
Sensitive. Die Existenz zusätzlicher Einflussgrößen
war offensichtlich, ihre genaue
Bestimmung jedoch nicht. Erst durch ein
tiefes Verständnis der visuellen Physiologie,
flankiert von Laboruntersuchungen, mathematischer
Modellierung und konsequenter
statistischer Analyse, konnten die entscheidenden
Parameter Schritt für Schritt eingegrenzt
werden.
Produktentwicklung als strukturierter
Prozess
Die Entwicklung eines solchen Produkts
folgt immer einem klar strukturierten
„Entwicklungsprozess“. Definierte
Qualitätskriterien stellen hierbei sicher,
dass nur tragfähige Ansätze weiterverfolgt
werden. Am Anfang stehen Machbarkeitsstudien:
etwa die Erweiterung des Minkwitz’schen
Satzes oder die Untersuchung
von Zusammenhängen zwischen wahrgenommenen
und induzierten Aberrationen.
In dieser frühen Phase stehen vor allem
kreative Forschungsansätze, das Entwickeln
und Prüfen neuer Hypothesen
sowie erste experimentelle Erkundungen
im Mittelpunkt. So entsteht die belastbare
Grundlage für alle weiteren Entwicklungsschritte.
Umwege gehören dazu
Forschung verläuft selten geradlinig –
und gerade darin liegt ihre Stärke. Auch bei
der Entwicklung von B.I.G. EXACT Sensitive
gab es Ansätze, die sich in der Umsetzung
als weniger tragfähig erwiesen. So ließ sich
der Versuch, den Satz von Minkwitz auf Wellenfronten
zu übertragen, nicht in der gewünschten
Form realisieren. Ebenso zeigte
sich, dass ein einfacher, direkt im Fachgeschäft
durchführbarer Test zur Messung visueller
Sensitivität die zugrunde liegenden
Zusammenhänge nicht ausreichend zuverlässig
abbilden könnte.
Stattdessen wurde ein robuster und praxisnaher
Weg gewählt: Der DNEye Scanner
liefert die erforderlichen Messdaten, um
die Sensitivität fundiert zu bestimmen.
Antrieb: Besseres Sehen für alle
Anders als in vielen Innovationsprozessen
steht hier nicht die Optimierung des
eigenen Alltags im Vordergrund. Die Motivation
ist eine andere: Die Verbesserung des
Sehens als zentralem Sinnesorgan des Menschen.
Ziel ist es, individuelle Wahrnehmung
besser zu verstehen und in konkrete optische
Lösungen zu übersetzen.
Mit B.I.G. EXACT Sensitive wird deutlich,
welches Potenzial in der Verbindung aus
Grundlagenforschung und Anwendung
steckt – und dass selbst scheinbar feststehende
Grenzen neu gedacht werden können.
Der „Satz von Minkwitz“ ist ein Grundprinzip in der Augenoptik, das
den Flächenastigmatismus in Gleitsichtgläsern beschreibt. Er besagt,
dass der störende periphere Astigmatismus proportional zur
Addition und umgekehrt proportional zur Länge des Progressionskanals
zunimmt. Höhere Additionen oder kürzere Korridore führen
zu engeren Sehkanälen.
Obwohl dieses Prinzip als Grundsatz gilt, nutzen Brillenglashersteller
heute Technologien, um die Auswirkungen durch komplexe
Flächendesigns zu minimieren, auch wenn die physikalischen
Grenzen bestehen bleiben.
www.rodenstock.de
WWW.EYE-COM.NET
37
0 HISTORY
EINFACH GEMACHT
2026
KEINE
KOMPROMISSE
DIE MEISTEN MENSCHEN MACHEN SICH SELTEN GEDANKEN DARÜBER, WIE PRO-
DUKTE ENTSTEHEN. OFT IST DER GRUND EIN SCHLICHTES BEDÜRFNIS – UND DIE
ERKENNTNIS, DASS ES DAS BENÖTIGTE PRODUKT EINFACH NICHT GIBT. DIE SPORT-
LERIN UND DESIGNERIN BEATE GABELT HATTE VOR 25 JAHREN EINEN SOLCHEN MO-
MENT, DER IHR LEBEN UND DIE WELT DER SPORTBRILLE VERÄNDERTE.
s war irgendwo zwischen Kilometer
60 und 70 beim Ultramarathon
„Biel 100 km“, mitten in der Nacht,
als mir wieder einmal die Sportbrille beschlug.
Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal.
Aber dieses Mal war es anders. Ich war Brillenträgerin.
Ambitionierte Hobbyläuferin. Multisportlerin,
die im Winter auf Skiern stand, im Sommer
auf dem Bike saß und das ganze Jahr über ihren
Körper an Grenzen schob. Ich kannte das Gefühl,
nicht richtig zu sehen, in- und auswendig. Und
ich kannte den Markt gut genug, um zu wissen:
Das Problem lag nicht an mir. Das Problem lag
an einer ganzen Industrie, die einfach nicht hingeschaut
hatte: Alle hatten auf atmungsaktive
Sportkleidung umgestellt. Aber bei der Sportbrille
schien man vergessen zu haben, dass man
beim Sport auch an den Augen schwitzt.
Ich hatte Transportation Design am Art Center College
of Design studiert, als erste Frau in diesem
Fachbereich. Als selbständige Industriedesignerin
in der Schweiz arbeitete ich an Projekten,
Die Kategorie „Sportbrille“
existierte im Kopf der Konsumenten
schlicht nicht.
die auf den ersten Blick nichts miteinander
zu tun hatten: Medizinische Lasergeräte und
metallverarbeitende Produktionsstraßen zum
Beispiel. Was sie verband: Jedes Mal steckte
dahinter ein Problem, das niemand richtig angegangen
war. Und genau das war mein Antrieb.
Ende der 90er bekam ich einen Auftrag von der
Optic Fashion GmbH in München. Es ging um
neue, innovative Produkte für die Augenoptik.
Und ich, als Brillenträgerin, begann sofort, das
Problem mit anderen Augen zu sehen. Die Frage
war simpel; die Antwort revolutionär. Aus dem
Automobildesign kannte ich das Prinzip der Strömungsführung.
Ich übertrug es auf die Sportbrille.
Gemeinsam mit Ingenieuren entstand eine
vollkommen neue Belüftungstechnologie: Das
ACM – „Air Clima Management“. Kein Beschlagen
mehr. Kein Drücken. Keine Kompromisse.
Zusammen mit einem Team aus Sportmedizin,
Optik, Technik und Athletik entwickelten wir ein
Baukasten-System: Flexibel, individuell, auch
und gerade für Brillenträger mit hohen Sehstärken.
So entstand eine Sportbrille, die sich
dem Menschen anpasst und nicht umgekehrt:
Wir drehten den Prozess einfach um. Die Frage
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EYECOM 02 | 2026
war nicht: Welche Brille sieht gut aus? Sondern:
Was braucht dieser Mensch, um wirklich
gut zu sehen?
Das Projekt war so außerordentlich, dass wir
wussten: Es braucht einen eigenen Namen, eine
eigene Marke. So entstand SZIOLS, bewusst unaussprechlich,
damit er unvergesslich bleibt. Das
hat funktioniert. Weltweit, bis heute.
Was folgte, war keine triumphale Markteinführung.
Es war Pionierarbeit im härtesten Sinne
des Wortes. Der Markt reagierte zögernd. Die
Brillentragende Sportler
verdienen dasselbe wie alle
anderen. Kein schlechteres
Sehen. Keine Kompromisse.
Kategorie „Sportbrille“ existierte im Kopf der
Konsumenten schlicht nicht. Dort hatte sich die
Sonnenbrille felsenfest verankert, als Schutz und
als Accessoire. Dass eine Brille beim Sport ein
Leistungswerkzeug sein könnte, war ein völlig
neuer Gedanke.
Ich ließ mich nicht
entmutigen. 2010
übernahm ich das
Unternehmen als Alleinverantwortliche.
Mit einem MBA im
Rücken, aber vor allem
mit einer Überzeugung,
die sich nicht erschüttern ließ:
Brillentragende Sportler verdienen
dasselbe wie alle anderen. Kein schlechteres
Sehen. Keine Kompromisse.
Etwa 95% der Bewegung werden über das Auge
gesteuert. Und gleichzeitig ist das Sehen einer
der am meisten vernachlässigten Sinne im
Sport. Das wollten wir ändern. Und wir
haben es geändert.
2021 wurden SIOLS System und FU-
SION mit dem German Design Award
und dem German Innovation Award
ausgezeichnet. Mehr als 25 Jahre
nach dem ersten Gedanken, mitten in
der Nacht, irgendwo zwischen Kilometer 60
und 70. Wer einmal verstanden hat, was besseres
Sehen im Sport bedeutet, macht nie wieder promisse. Dafür arbeiten wir jeden
Kom-
Tag.
2002
2003
2017
2005
Wie tief das Problem saß, zeigte sich am deutlichsten
bei den Kindern. Brillentragende Schulkinder,
die ihre Brille abnehmen mussten, damit
bloß nichts passiert. Die halbblind über den Bock
sprangen. Die leise ausgegrenzt wurden. Wir
entwickelten eigene Schulsportbrillen, die heute
zum Schulanfang gehören wie der Schulranzen.
Eine eigene DIN-Zertifizierung folgte. Das war gar
nie das Ziel gewesen. Aber es war der Beweis, dass
das Problem real war. Und dass niemand außer
uns es lösen wollte.
Beate Gabelt ist Gründerin und CEO von SIOLS
Vision. Industriedesignerin, MBA, Ultraläuferin und
seit über 25 Jahren überzeugt davon, dass brillentragende
Sportler keine Kompromisse machen müssen
2010
Kontakt: https://siolsvision.com
WWW.EYE-COM.NET
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0 FRAME
MAXIMAL-RECYCLING
PHOENIX
AUS DER
ASCHE
NACHHALTIGKEIT IST IN ALLER MUNDE. BRILLEN WURDEN SCHON AUS UNTER-
SCHIEDLICHSTEN RECYCLING-MATERIALEN HERGESTELLT – AUS MEERESPLASTIK,
PET-FLASCHEN, SCHALLPLATTEN, HOLZ- UND METALLABFÄLLEN UND AUS ALTEN
BRILLEN. DIETER FUNK UND SASHEE SCHUSTER AUS DEM OBERBAYRISCHEN KIN-
SAU HATTE EINE WEITERE IDEE: ZIGARETTENFILTER. DENN DIE BESTEHEN AUS DEM-
SELBEN GRUNDSTOFF WIE ACETAT-BRILLEN: CELLULOSE.
n einer Welt, in der weggeworfene Dinge selten eine zweite
Chance erhalten, verdient ein Material Beachtung, das
genau diese Fähigkeit zur Wiedergeburt in sich trägt. Celion
heißt ein außergewöhnliches Material, das in seiner Herkunft wie
in seiner Bedeutung eine überraschende Brücke schlägt zwischen Umweltproblem
und ästhetischer Innovation. Was einst Symbol für Konsum
und Vergänglichkeit war – die weggeworfene Zigarette – wird hier zur
Grundlage für etwas Dauerhaftes, Sichtbares, Sinnstiftendes. Durch ein
innovatives Recyclingverfahren, entwickelt von der Firma Imeko in Chile,
gelang es, die cellulosehaltigen Zigarettenfilter zu reinigen, sämtliche
Schadstoffe zu entfernen und die reine Substanz des Materials wiederzubeleben
– als reines, leistungsfähiges Rohmaterial, das man Celion
nennt. Das Ergebnis ist ein hochwertiges, granuliertes Bioacetat, das
ohne Phthalate auskommt und ausschließlich mit biologisch abbaubaren,
pflanzlichen Weichmachern verarbeitet wird.
In den Händen der deutschen Brillenmanufaktur FUNK bekommt dieser
Stoff dann ein neues Gesicht – oder besser: Ein neues Sehen. Zunächst
als Acetatplatte; dann als Brille. Denn Dieter Funk und Sashee Schuster,
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EYECOM 02 | 2026
die eine der letzten echten Manufakturen ihrer Art in Deutschland betreiben,
verbinden hier traditionellen Handwerkssinn mit avantgardistischer
Verantwortung, wie sie es schon seit Jahren mit ihrem Recycling-Acetat
tun. Ihre Brillen aus Celion sind daher nicht einfach Modeprodukte; sie
sind metaphysische Übersetzungen einer globalen Herausforderung in
ein persönliches Erlebnis: Du trägst nicht nur eine Brille - du trägst eine
Geschichte. Eine Geschichte darüber, wie man Müll nicht nur reduziert,
sondern transzendiert.
Eine stille Revolution im Materialkosmos.
Die Idee hinter Celion ist so pragmatisch wie poetisch. Praktisch, weil
dieses Material mechanisch robust, farblich vielseitig und in herkömmlichen
Verfahren verarbeitbar ist – also genau die Eigenschaften hat, die
man von hochwertigem Celluloseacetat erwartet. Poetisch, weil jede Brillenfassung
ein Zitat ist: Von Wegwerfgesellschaft zu Kreislaufwirtschaft,
von Umweltbelastung zu Verantwortungsbewusstsein. Eine stille Revolution
im Materialkosmos.
Doch Celion ist mehr als ein technisches Produkt: Es ist ein Denkmodell.
Es stellt die Frage, wie wir unsere Umwelt betrachten: Als Lagerplatz
für Überbleibsel oder als Schatzkammer künftiger Ressourcen. FUNKs
Einbettung dieses Materials in die eigene Kollektion, insbesondere im
Rahmen des „Funk Phoenix Projects“, lässt die Metapher des mythischen
Du trägst nicht nur eine Brille –
du trägst eine Geschichte.
Vogels zur Realität werden: Aus Asche und Altem wächst Neues, Schönes,
Nützliches. Der Konsument, der eine solche Brille wählt, wird so nicht
nur zum Träger eines Objekts, sondern zum Agenten einer nachhaltigen
Vision.
In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit oft zum leeren Schlagwort verkommt,
ist Celion ein seltener Fall von Substanz: Ein Material, das sich nicht hinter
Marketingfloskeln versteckt, sondern die eigene Herkunft transparent
macht und dadurch eine neue Ehrlichkeit in den Designprozess bringt.
Und das uns zwingt, unsere Beziehung zur Welt der Dinge zu überdenken
– und unsere Seh- und Konsumgewohnheiten gleich mit.
https://funkeyewear.com
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0 SPECIAL
VINTAGE, HERITAGE & RETRO
Brillen
UND GESCHICHTE(N)
bwohl (oder gerade, weil) die Brillenbranche
viel mit Mode zu tun hat, stellt man immer
wieder fest: Manche Dinge wiederholen sich. Manchmal
1:1; manchmal als kreative Neuinterpretation der Vergangenheit.
Nicht, weil den Designern nichts Neues mehr einfiele,
sondern weil es Formen, Farben und Konzepte gibt, die
viel zu gut sind, um nach einmaligem Auftreten für alle Zeiten
vergessen zu werden.
Mode ist auch ein soziales Barometer; sie definiert sich nicht durch
die sachlich notwendige Anschaffung von Kleidungsstücken, sondern
hat mit Freude, Austausch und Selbstdarstellung zu tun. Das gilt natürlich
auch für Korrektions- und Sonnenbrillen.
Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen sorgen für viel Verunsicherung.
In solchen Zeiten besinnen viele Menschen sich besonders
gerne auf verlässliche und vertraute Werte aus der Vergangenheit.
Deshalb zeigen wir Ihnen auf den nachfolgenden Seiten Brillenfassungen
und Sonnen brillen, die erkennbar von der Vergangenheit inspiriert sind
und gerade deshalb eine Menge Zukunft haben.
01 02
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EYECOM 02 | 2026
01 | Charmant
Das Modell CH29862 aus der Charmant Titanium Perfection
Kollektion greift klassische Brillenästhetik auf. Die fein
gearbeitete, rund-ovale Form und die filigrane Titan-Konstruktion
verleihen der Fassung einen zeitlosen, eleganten
und leicht retro-inspirierten Charakter. Gleichzeitig steht die
Brille für die langjährige Titan-Expertise von Charmant, die
seit über 70 Jahren für präzise Verarbeitung und Leichtigkeit
bekannt ist.
02 | Conquistador
Das Modell ATT13 von Conquistador verbindet eine klassische
Panto-Form mit moderner Leichtigkeit. Havanna-Acetat trifft
auf bronzefarbene Titanbügel – langlebig, komfortabel und
unverwechselbar. Vertrieb über Marwitz Berlin
03 | Davidoff Eyewear
Die DAT160 von Davidoff Eyewear interpretiert die klassische
Pilotenform der 70er und 80er Jahre neu und verbindet
ikonische Silhouetten mit moderner Titanpräzision.
Die Zweifarbigkeit der Front, der feine Doppelsteg und die
schlanke Metallkonstruktion zitieren historische Designs,
während das 3D Hyphen Detail einen zeitgemäßen Twist setzt.
Vertrieb über MPG Eyewear
04 | Ducloux Lunettes
Ducloux Lunettes wurde von Corine Mosa-Ducloux und
Charles Mosa gegründet. Die Marke widmet sich ausschließlich
Vintage-Brillen; sie entstand aus der Leidenschaft für
die feine Handwerkskunst des frühen 20. Jahrhunderts.
Die Ducloux-Kollektion interpretiert Brillen von 1900 bis
1940 neu und bewahrt jedes authentische Detail: Brücken,
Bügel, mineralische Gläser, präzise Größen – und sogar Etuis
im Stil der Epoche.
05 | Invu
Invu interpretiert die legendären Aviators der 70er neu:
Markant, charakterstark, mit klassischer Double-Bridge. Hochwertiges
Polymer kombiniert mit edlem Neusilber verleiht der
Sonnenbrille die ikonische „Schwere“ des Originals. Der Retro-
Look wird durch modernste ultra-polarisierende Gläser in die
Gegenwart geholt – Design von gestern, Performance von heute.
Vertrieb über Swiss Eyewear Group
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0 SPECIAL
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01 | Lacoste
Seit über 90 Jahren steht Lacoste für sportliches Heritage
und zeitlose Eleganz. Das Kampagnenmodell
L6090S greift dieses Erbe mit klaren, kantigen Linien,
feingravierten Bügelkernen und dem ikonischen
Metallkrokodil auf. Die Brille verbindet authentisches
Markenhandwerk mit moderner Raffinesse.
Oscarpreisträger Adrien Brody ist neuer globaler
Markenbotschafter für Lacoste Eyewear und prägt
die aktuelle Kampagne – eine starke Verbindung
aus Stil, Geschichte und ikonischer Ausstrahlung.
Vertrieb über Marchon
02 | Lafont
Die Acetatfassung „Umberto“ von Lafont zeichnet sich
durch einen kühnen, unverwechselbaren Retro-Stil
aus. Mit ihrer Pilotenbrillenform und den markanten
Linien vermittelt sie ein Gefühl von Freiheit und
Abenteuer im Vintage-Stil.
03 | Leisure Society
Als raffinierte Hommage an den italienischen Designer
Bruno Sacco greift das Modell „Sacco“ von Leisure
Society auf eine klassische, zeitlose Silhouette
zurück, die durch moderne Technik neu interpretiert
wurde. Es ist aus massivem Titan mit matten Emaille-Akzenten
und aufwendigen Gravuren gefertigt und
verbindet traditionelle Proportionen mit zeitgemäßer
Präzision. Die einzeln nummerierten Exemplare aus
einer limitierten Auflage von 100 Stück spiegeln beständige
Handwerkskunst und zurückhaltende Raffinesse
wider. Vertrieb über Baum Vision
04 | Lindberg
Das Modell 4252 aus der neu eingeführten blok titanium-Kollektion
von Lindberg ist ein Gewinner des iF
Design Award 2026 für Produktdesign. Die Fassung
besticht durch eine elegante ovale Silhouette mit raffiniertem
femininem Touch, inspiriert von den späten
1990er Jahren. Durch die größeren Gläser in Kombination
mit zarten Proportionen eignet sich diese Brille
ideal für einen eleganten Büro-Look.
05 | Lunor
Mit der Classic Sun wird eine der prägendsten Kollektionen
der Lunor-Historie erstmals zur eigenständigen
Sonnenbrillen-Linie. Die randlosen Classic-Modelle
sind seit den 1990er-Jahren fester Bestandteil der
Kollektion – und das weitgehend unverändert in ihrem
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zeitlosen Design. Als Sonnenbrillenvariante zeichnet
die neue Glasform „Dodeka“ - abgeleitet vom griechischen
Dodekagon, dem Zwölfeck – durch ihre markante
Geometrie und großzügige Proportionen aus.
06 | makellos.
Das Modell ME 1117 „Sacré-Coeur“ von makellos.
vereint eine klare, präzise Formensprache mit dem
charakteristischen W-Steg – einer Konstruktionsidee
mit weit über hundertjähriger Tradition, hier zeitgemäß
weitergedacht und technisch neu interpretiert.
Jedes Element folgt konsequent dem Prinzip der
Reduktion. Gefertigt in Sabae, dem japanischen
Zentrum für anspruchsvolle Brillen manufaktur.
Vertrieb über Aoyama Optical Germany
07 | Markus T
Mit der „Design“ fing alles an. Die erste Kollektion; geboren
aus einem einzigen Stück Titan, geprägt von der Idee:
Weniger ist mehr. Jetzt kommt eine neue „Design“-Kollektion:
Die Evolution des Markenursprungs, weitergedacht.
16 Fassungsformen – klar im Ausdruck, individuell
im Detail. Wählbar in verschiedenen Titanfarben und
mit oder ohne Ring als dezentes Gestaltungselement.
08 | Morel
Der Vintage-Charakter kommt beim Morel-Modell
„Leavitt“ aus 100% Acetat voll zur Geltung. Die Brille in
tiefem Schwarz sorgt für einen raffinierten Look oder in
warmen Schokoladentönen für zusätzlichen Charme
und Weichheit. Ihre runde Form ist horizontal an der
Brauenlinie ausgerichtet, um das Gesicht zu strukturieren
und wird durch einen markanten Schlüssellochsteg
ergänzt. Äußerst bequem, dank der sorgfältigen
Verarbeitung des Morel-Scharniers, verkörpert diese
Unisex-Fassung sowohl Diskretion als auch Eleganz.
09 | Porsche Design
Die „Ladies Capsule“ interpretiert eine echte Designikone
neu: Die P'8478, jene Sonnenbrille, die
Ferdinand Alexander Porsche 1978 mit dem visionären
Wechselglas-Mechanismus entwickelte. Ihr
klares „form follows function“-Prinzip und die zeitlose
Eleganz prägen Porsche Design bis heute. In der
„Ladies Capsule“ erhält der Klassiker eine moderne,
feminine Note. Subtile Details und frische Farbakzente
verleihen dem Original eine neue Perspektive.
Vertrieb über DeRigo
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01 | Red Bull spect
Die REDPS110 02P von Red Bull spect verbindet den
Charme klassischer Sonnenbrillenformen mit modernen
Materialien. Die leicht transparente, goldfarbene
Front zitiert ikonische Vintage Looks, während die klar
definierte, quadratische Silhouette an zeitlose Street
Style Klassiker erinnert. Dezente Kontrastbügel und
ein reduziertes Design bringen den Retro-Gedanken
modern und sportlich zugleich auf den Punkt.
Vertrieb über MPG Eyewear
02 | Rodenstock Eyewear
Mit den neuen Modellen R7194 und R7195 der
Titanium Classic Serie präsentiert Rodenstock eine
zeitgemäße Hommage an ikonisches Brillendesign.
Die puristischen Modelle verbinden zeitlose Eleganz
mit höchster Handwerkskunst und einem raffiniert
zurückhaltenden Design. Gefertigt aus hochwertigem
Titan überzeugen die Fassungen durch ihre außergewöhnliche
Leichtigkeit und präzise Verarbeitung.
Retro-inspiriert und zugleich modern interpretiert,
zeichnet sich die Front durch präzise verarbeitete,
vertiefte Augenränder aus. Vertrieb über DeRigo
03 | Röhm Eyewear
Das Modell BM983 aus der Blue Matr'xx Linie von
Röhm Eyewear ist ein neu interpretierter Klassiker.
Es verbindet traditionelles Design mit moderner
Technik in Form einer Antireflexbeschichtung und
hochwertigen Nasenpads aus Titan. Das Modell ist
cool, liefert einen rockigen Charme und ist einfach
good-looking.
04 | Schau Schau Brillen
1980 begann die Geschichte von Schau Schau Brillen.
Die damaligen Modelle sind auch heute noch
gefragt und werden auf Wunsch bis heute hergestellt
und verkauft. Die aktuellen Brillenmodelle sind
raffinierter ausgefertigt und größer, lassen aber das
ursprüngliche Design deutlich erkennen. Sie werden
ausschließlich und komplett in Österreich per Hand
gefertigt. Design: Peter Th. Kozich
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EYECOM 02 | 2026
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05 | Silhouette
Mit der Iconic Shades-Kollektion lässt Silhouette den
Spirit der 70er neu aufleben. Eine Hommage an die
legendäre Designerin Dora Demmel: Die vier Modelle
– „Dora One bis Four“ – übersetzen ihre mutige, architektonische
Formsprache in moderne Leichtigkeit. Gefertigt
aus SilhoPure im 3D-Druck und veredelt mit Titan, verbinden
sie Heritage, Komfort und präzise Design-DNA.
06 | Tinpal
Die Marke tinpal pflegt in ihren Kollektionen seit nunmehr
17 Jahren selten gewordenen Nylorfassungen
und interpretiert sie immer wieder neu. Das Halbrandmodell
HR 25 zeigt die besonderen Optionen
von minimalistischem Design. Im Oberrand sind drei
kleine Löcher, die nicht nur eine Variation der Scheibentiefe,
sondern ebenso ein Vergrößern oder Verkleinern
der Scheibenlänge horizontal ermöglichen.
07 | Vanni
Extra Volumen und Stil in der neuen VANNI-Kollektion.
Die Front besteht aus einem einzigen Acetatblock. Die
Nasenpads sind in den gesamten Frontblock „eingearbeitet”
und nicht aufgeklebt. Ein wahres Meisterwerk an
Detailtreue und Präzision, das Ergebnis der technischen
Expertise, die Teil des Erbes von Vanni ist. Das Modell ist
von den übergroßen runden Brillen der 1970er Jahre
inspiriert, jedoch mit einer zeitgemäßen Farbpalette.
08 | Yellows Plus
Das Modell „Barris“ von Yellows Plus interpretiert den
Geist des deutschen Designs der 1970er Jahre neu.
Ein markanter Titanrand und die bearbeitete Oberfläche
im Used-Look verleihen ihm einen ausdruckstarken
Retro-Charakter sowie fas zi nierende Tiefe mit dreidimensionalem
Effekt. Designer Toshi Yamagishi aus
Fukui in Japan verbindet klassische Formen mit modernem
Flair und vereint traditionelle japanische Ästhetik
mit zeitgemäßen Elementen zu zeitloser Schönheit.
Vertrieb über Bachmann Eyewear
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0 ART
DIE LANGSAMKEIT DES SEHENS
ZWISCHEN LICHT
UND GLAS
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EYECOM 02 | 2026
DIE BRITISCHE MALERIN EMMA KENNY WIDMET SICH EINEM UNGEWÖHNLICHEN
MOTIV: DEM MENSCHLICHEN GESICHT HINTER EINER BRILLE. IN IHREN GEMÄLDEN
WIRD DIE BRILLE ZUM ÄSTHETISCHEN ANGELPUNKT, ZUM MEDIUM ZWISCHEN
BLICK UND BETRACHTUNG, ZWISCHEN KÖRPER UND GEIST.
as Emma Kennys Arbeiten sofort erkennbar macht, ist ihre
besondere Sensibilität für Oberflächen und Licht. Glas ist
bei Emma Kenny niemals starr oder kühl. Es lebt, schimmert
und atmet. Zarte Spiegelungen tanzen über die Gläser, verdecken
die Augen, brechen Konturen und erzeugen eine fragile Spannung zwischen
Klarheit und Auflösung. Diese optischen Verschiebungen sind kein
Zufall, sondern bewusst eingesetzte Mittel, um Wahrnehmung als etwas
Subjektives und Flüchtiges erfahrbar zu machen.
Besonders faszinierend ist die Art, wie Emma Kenny Individualität sichtbar
macht, ohne sie zu überzeichnen. Jede Brille erzählt eine eigene
Geschichte: große, markante Fassungen, zarte Metallfassungen, klare
Linien oder leicht nostalgische Formen. Sie unterstreichen Charaktere,
ohne sie festzulegen. In diesem feinen Zusammenspiel von Mode, Persönlichkeit
und Malerei entsteht eine stille Erzählung über Identität im
zeitgenössischen Kontext.
Emma Kennys Kunst ist eine Einladung zum langsamen Sehen. Ihre Gemälde
verlangen Aufmerksamkeit, Geduld und Offenheit. Wer sich auf
sie einlässt, entdeckt nicht nur die Schönheit von Glas, Haut und Farbe,
sondern auch die Poesie des Dazwischen. Es ist eine Ästhetik der leisen
Töne, der subtilen Verschiebungen, der reflektierten Blicke.
So werden ihre Porträts zu stillen Dialogen – zwischen Künstlerin und
Motiv, zwischen Bild und Betrachter. Am Ende bleibt das Gefühl, etwas
gesehen zu haben, das zugleich sichtbar und verborgen ist: Ein Mensch,
ein Blick, ein Moment – eingefangen zwischen Licht und Glas.
Die Gesichter, die Kenny malt, scheinen in sich zu ruhen. Sie posieren nicht,
sie existieren. Oft liegt eine sanfte Melancholie in ihren Zügen, manchmal
ein leiser Trotz, manchmal pure Versunkenheit. Die Brille wirkt dabei wie
ein schützender Schleier – transparent und doch trennend. Sie schafft Distanz,
ohne Kälte zu erzeugen, und verleiht den Porträts eine intime Zurückhaltung,
die den Betrachtenden fast ehrfürchtig werden lässt.
Farblich bewegt sich Emma Kenny in einem fein abgestimmten Spannungsfeld.
Warme Hauttöne treffen auf kühle Reflexe, matte Flächen stehen
neben glänzenden Akzenten. Ihre Palette ist nie laut, aber stets präzise.
Pastellige Nuancen fließen in gedeckte Erdtöne, während Lichtpunkte
auf den Gläsern wie zufällige, beinahe musikalische Noten wirken. Diese
Balance zwischen Zurückhaltung und Raffinesse verleiht ihren Arbeiten
eine zeitlose Eleganz, die sich modischen Strömungen entzieht.
Auch kompositorisch zeugen die Gemälde von großer Ruhe und Klarheit.
Häufig sind die Bildausschnitte nah gewählt, fast intim, sodass der Fokus
ganz auf dem Zusammenspiel von Gesicht, Brille und Blick liegt. Der Hintergrund
tritt zurück, löst sich in weichen Farbräumen oder minimalistischen
Flächen auf. Nichts lenkt ab – alles dient der Konzentration auf das
Wesentliche. Die Ästhetik ist reduziert, aber niemals leer; sie wirkt wie
bewusstes Innehalten in einer visuell überreizten Welt.
Tipp für Augenoptiker, die ihr Geschäft nicht nur mit Werbepostern der
Industrie dekorieren wollen: Emmy Kennys Bilder kann man als hochwertige
Drucke kaufen.
https://emmakennycreative.co.uk
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0 BUSINESS
DIGITALE KUNDENBINDUNG
AUTOMATISIEREN.
BINDEN.
UMSATZ STEIGERN.
ALS AUGENOPTIK-UNTERNEHMER BRÄUCHTE MAN HEUTE MANCHMAL EIGENTLICH
4 ARME UND 20-STUNDEN-ARBEITSTAGE, UM ALLE AUFGABEN ZU BEWÄLTIGEN. AN-
DERERSEITS GIBT ES WIRKSAME WERKZEUGE, AN DIE MAN MANCHES AUSLAGERN
KANN. ZUM BEISPIEL WIEDERKEHRENDE KOMMUNIKATIONSAUFGABEN.
eder kennt die leidige Erfahrung einer Telefonwarteschleife:
„Bitte bleiben Sie dran“, dann Dauerschleifenmusik, die die
gefühlte Wartezeit verdoppelt statt verkürzt. Nach mehreren
Minuten ist die Geduld am Ende – nicht selten wird aufgelegt. Gerade in
serviceorientierten Branchen wie der Augenoptik und Hörakustik kann
das den ersten Eindruck nachhaltig prägen.
Das Berliner Unternehmen hellomateo, vor fünf Jahren von drei SAP-Mitarbeitern
gegründet, ist bekannt für seine Kundenbindungsprogramme für Augenoptiker
und Hörakustiker, mit denen Betriebe ihre Kunden automatisiert
über WhatsApp, E-Mail oder auch klassisch per Brief ansprechen können.
Jetzt hat es eine KI-gestützte Telefonielösung vorgestellt: Eine sogenannte
Sprach-KI übernimmt eingehende Anrufe, wenn Mitarbeiter ausgelastet sind
oder der Betrieb außerhalb der Öffnungszeiten nicht erreichbar ist.
Künstliche Intelligenz gegen Fachkräftemangel
Das System wird mit Informationen trainiert, die der jeweilige Betrieb
selbst zur Verfügung stellt. Dazu zählen beispielsweise Inhalte
von der eigenen Website, aber auch zusätzlich bereitgestellte Dokumente
wie FAQs, Leistungsübersichten oder Zuständigkeiten. Auf
dieser Basis können Anrufer ihr Anliegen frei formulieren und erhalten
eine zuverlässige Auskunft – etwa zu Öffnungszeiten, Leistungen
oder Abläufen.
Zudem ist die KI in der Lage, Anrufe gezielt weiterzuleiten und perspektivisch
auch Termine zu vereinbaren. Ziel ist es, Kunden nicht in Warteschleifen
zu verlieren, sondern ihnen auch in Stoß- oder Randzeiten eine
verlässliche Anlaufstelle zu bieten.
Die WhatsApp-Option
Gleichzeitig gewinnt ein Kanal zunehmend an Bedeutung in der
Kundenkommunikation: Der Messenger-Dienst WhatsApp. Vier von
fünf Deutschen nutzen den Messenger und öffnen ihn durchschnittlich
23-mal am Tag. Mit einer Reaktionsquote von etwa 50 Prozent
bietet der Kanal eine Direktheit und Nähe, die klassische Werbeformen
nicht erreichen. Zwei weitere wichtige Vorteile: Der Versand von
Nachrichten ist kostengünstig, und der Empfang erfolgt exakt zum
Wunschtermin.
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EYECOM 02 | 2026
Allerdings eignet sich nicht jedes Mailing für WhatsApp. Auch der Versand
von Brillenputztüchern und anderen Goodies ist damit naheliegenderweise
nicht möglich. Mehrbrillenkampagnen funktionieren bei
vielen Betrieben ebenfalls besser postalisch. Hinzu kommt, dass nicht
jeder Kunde seine Mobilnummer für Werbung zur Verfügung stellen
will. Deshalb bietet die Software auch die Möglichkeit, Kunden alternativ
per Brief oder E-Mail automatisiert anzuschreiben.
Ziel ist es, Kunden auch in
Stoß- oder Randzeiten eine verlässliche
Anlaufstelle zu bieten.
Aber nicht nur die Intensivierung der Kundenbindung und die Aktivierung
der Kunden steht bei den Berlinern auf der Agenda. „Auch der
Fachkräftemangel in Augenoptik und Hörakustik ist ein Thema – und mit
dem KI-Assistenten ein Ansatz dafür gefunden“, erklärt hellomateo-CEO
Christian Strauch. Wiederkehrende Anfragen per WhatsApp und auch am
Telefon kann der integrierte KI-Assistent automatisiert beantworten. „So
bleibt den Mitarbeitern mehr Zeit für das Wesentliche: Die persönliche
und fachliche Betreuung der Kunden.“
Ein Aspekt, dem Christin Haupt und Silke Scharf von Augenoptik
Hauptsache Scharf/Büdingen zustimmen. „Früher haben wir versucht,
die Kunden anzurufen: für die Brillenabholung, für Terminerinnerungen
etc.“, blicken die beiden Geschäftsführerinnen zurück. „Heute machen
wir das mit hellomateo per WhatsApp, was bei den Kunden super
ankommt und uns viel Zeit erspart.“ Eine Meinung, der sich Carmen
Jochmann von Schier Optik, anschließt. Für die Geschäftsführerin von
fünf Betrieben in der Region Saalfeld ist aber noch ein weiterer Punkt
wesentlich:
„Auch der Fachkräftemangel in
Augenoptik und Hörakustik ist ein
Thema – und mit dem KI-Assistenten
wurde ein Ansatz dafür gefunden.“
„Wir haben uns für das System entschieden, weil es zeitgemäß ist,
jung, frisch und nah am Kunden, der unkompliziert antworten kann.
Und wir können unser Marketing elegant mit einfließen lassen.“ So
seien nicht nur die Terminerinnerung, sondern auch der Gutschein
zum Geburtstag sehr erfolgreich: Die No-show-Rate sinke stark und der
Umsatz steige.
Kernstrategie: Kundenbindung
Die Kernstrategie von hellomateo basiert auf einem ausgefeilten Kundenbindungszyklus.
Durch die Anbindung an die führenden Softwaresysteme
wie Amparex, BKG, IOM, Ipro, OPA, Prisma und Umami erkennt die
hellomateo-Software, zu welchem Zeitpunkt welche Nachricht versendet
werden muss. So kommen Termin- und Abholerinnerungen, Mehrbrillenkampagnen
etc. immer exakt zum richtigen Datum beim Kunden an.
Und auch der Versand von Terminbuchungslinks oder Bewertungsanfragen
ist mit dem System unkompliziert umzusetzen – siehe Grafik - wobei
die DSGVO-Konformität permanent sichergestellt ist.
„So bleibt den Mitarbeitern mehr Zeit
für das Wesentliche: Die persönliche und
fachliche Betreuung der Kunden.“
Veränderte Probleme brauchen neue Lösungen
Augenoptik und Hörakustik sehen sich heute veränderten Marktbedingungen
gegenüber, für die ein „Weiter so!“ höchstens die zweitbeste
Lösung ist. „Hier bietet die Technik in Form von Automatisierung und
Künstlicher Intelligenz den Betrieben eine Möglichkeit, Effizienzgewinne
zu realisieren, also Mitarbeiter zu entlasten und Umsatzpotenziale auszuschöpfen“,
ist sich Christian Strauch sicher. „Dies haben schon über 1.500
augenoptische und hörakustische Betriebe erkannt, die unsere Software
nutzen.“ Diesen Betrieben sei deutlich geworden: Wer Kundenkommunikation
intelligent automatisiert und zugleich persönlich gestaltet,
schafft nicht nur Entlastung im Alltag, sondern sichert auch langfristig
die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens.
www.hellomateo.de
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0 BUSINESS
ALLE JAHRE WIEDER
URLAUB IM BLICK
WENN ES UM URLAUBSPLANUNG GEHT, GERATEN SELBST EINGESPIELTE TEAMS UN-
TER DRUCK. BESONDERS ZU SCHULFERIEN, AN BRÜCKENTAGEN ODER IN SAISONA-
LEN SPITZENZEITEN VERDICHTEN SICH INDIVIDUELLE WÜNSCHE UND BETRIEBLICHE
ANFORDERUNGEN ZU EINEM KONFLIKTFELD, DAS WEIT ÜBER DIE REINE TERMINAB-
STIMMUNG HINAUSGEHT.
n vielen Augenoptikerbetrieben
wiederholt sich jährlich
dasselbe Muster: Mitarbeiter
mit schulpflichtigen Kindern sind auf
Ferienzeiten angewiesen; andere haben
lang geplante Fernreisen, familiäre Verpflichtungen
oder sind an feste Urlaubsfenster
von Partnern gebunden. Während
die einen argumentieren: „Ich habe Kinder
und kann nur da“, fühlen sich kinderlose
Kollegen oft benachteiligt und erleben
sich als „Lückenfüller“.
Wo keine klaren Spielregeln existieren,
entscheidet dann häufig die Lautstärke,
die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder
die informelle Machtposition im Team. Das
Resultat: Frust, Rückzug oder schwelende
Konflikte. Besonders problematisch ist
dabei das Schweigen. Unausgesprochene
Unzufriedenheit belastet das Arbeitsklima
langfristig stärker als offen ausgetragene
Meinungsverschiedenheiten.
Konfliktursache:
Fehlende Transparenz
Urlaub ist ein sensibles Gut. Er steht für Erholung,
Selbstbestimmung und Privatleben.
Entsprechend emotional reagieren Beschäftigte,
wenn sie sich benachteiligt fühlen.
Konflikte entstehen vor allem dort, wo:
␣ keine transparenten Kriterien
bestehen;
␣ Entscheidungen situativ oder „nach
Bauchgefühl“ getroffen werden;
␣ Hierarchien unausgesprochen über
Fairness gestellt werden
␣ oder individuelle Lebensrealitäten
pauschal bewertet werden.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Eltern
automatisch Vorrang einzuräumen oder
kinderlose Mitarbeiter implizit als flexibel
verfügbar zu betrachten. Eine solche
Praxis mag kurzfristig pragmatisch erscheinen,
führt jedoch langfristig zu Un-
52
EYECOM 02 | 2026
gleichgewichten. Auch Beschäftigte ohne
Kinder haben legitime private Verpflichtungen
und Erholungsbedarf.
Objektive Kriterien schaffen
Verlässlichkeit
Ein professionelles Urlaubsmanagement benötigt
nachvollziehbare, gemeinsam akzeptierte
Kriterien. In der Praxis haben sich unter
anderem folgende Instrumente bewährt:
1. Rotationsprinzip bei stark
nachgefragten Zeiten
Ferien- oder Feiertagszeiträume werden
jährlich neu vergeben. Wer im Vorjahr
den Zuschlag erhielt, tritt im Folgejahr
zurück. Dadurch entsteht ein langfristig
ausgewogenes System.
2. Berücksichtigung sozialer
Gesichtspunkte
Schulpflichtige Kinder, pflegebedürftige Angehörige
oder besondere familiäre Situationen
können sachlich berücksichtigt werden
– jedoch transparent und begründet.
3. Klare betriebliche Grenzen
In saisonalen Hochphasen wird die maximale
Anzahl gleichzeitig abwesender
Mitarbeiter definiert. Diese Regel gilt für
alle gleichermaßen.
4. Dokumentierte Verfahren
Schriftlich festgehaltene Kriterien verhindern
spätere Diskussionen über vermeintliche
Sonderbehandlungen.
Frühzeitige Planung als
Präventionsmaßnahme
Ein zentraler Hebel zur Konfliktvermeidung
ist die zeitliche Strukturierung der Urlaubsplanung.
Viele Spannungen entstehen
nicht aufgrund unvereinbarer Wünsche,
sondern wegen Zeitdrucks. Wenn mehrere
Mitarbeiter kurzfristig denselben Zeitraum
beanspruchen, steigt der Entscheidungsdruck
– und damit das Konfliktpotenzial.
Feste Einreichungsfristen, beispielsweise
bis Ende Februar für die Sommermonate,
reduzieren diese Gefahr. Wer seine Urlaubsabsichten
rechtzeitig kommuniziert,
ermöglicht Kompromisse und Alternativen.
Besondere Herausforderungen
im Optikergeschäft mit
Sechs-Tage-Betrieb
In inhabergeführten Augenoptikerbetrieben,
die sechs Tage pro Woche geöffnet
haben, gibt es natürlich noch weiteres
Konfliktpotenzial. Hier treffen klassische
Urlaubsfragen auf branchenspezifische
Besonderheiten:
1. Permanente Kundenpräsenz
Ein Optikergeschäft lebt von persönlicher
Präsenz. Anders als bei reinen Bürotätigkeiten
können Aufgaben nicht beliebig
verschoben oder remote erledigt werden.
Fällt eine Fachkraft aus, entsteht unmittelbar
eine Lücke in der Kundenbetreuung.
2. Fachliche Mindestbesetzung
Die Meisterpräsenz hat ihre eigenen Regeln.
Urlaubsplanung bedeutet hier nicht
nur quantitative, sondern qualitative Einsatzplanung.
Es muss sichergestellt sein,
dass Kompetenzen im Team jederzeit verfügbar
bleiben – beispielsweise für Refraktionen
und Kontaktlinsen-Anpassungen.
3. Samstagsarbeit als Konfliktfeld
Der Samstag ist im stationären Handel ein
umsatzstarker Tag. Gleichzeitig kollidiert
er mit familiären und sozialen Bedürfnissen
der Mitarbeiter. In einem Sechs-Tage-Betrieb
entsteht daher ein doppelter
Planungsdruck: Neben den klassischen
Ferienzeiten müssen auch freie Samstage
gerecht verteilt werden. Ein transparentes
Rotationssystem für Samstagsdienste
kann hier entlastend wirken.
4. Kleine Teams –
hohe Abhängigkeit
Viele Optikgeschäfte arbeiten mit überschaubaren
Teams. Schon ein einziger
fehlender Mitarbeiter kann die Belastung
der verbleibenden Kollegen deutlich erhöhen.
Anders als in Großunternehmen
gibt es selten personelle Puffer. Umso
wichtiger sind:
␣ Realistische Personalbedarfsplanung
␣ Flexible Teilzeitmodelle
␣ ggf. Kooperationen mit Aushilfen oder
Springerkräften sowie
␣ Eine vorausschauende Jahresurlaubsplanung.
Führung im Spannungsfeld
von Service und Fürsorge
Gerade im inhabergeführten Einzelhandel
ist die Führungskraft oft zugleich mitarbeitende
Fachkraft. Sie steht zwischen
wirtschaftlichem Druck, Kundenanspruch
und Teaminteressen. Eine professionelle
Urlaubsplanung ist hier Teil strategischer
Unternehmensführung.
Empfehlenswert sind:
␣ eine Jahresurlaubsübersicht für das
gesamte Team;
␣ verbindliche Kernbesetzungen pro
Wochentag;
␣ transparente Regelungen für Samstags-
und Ferienverteilung;
␣ regelmäßige Teamgespräche zur
Evaluation der Planung.
Wichtig ist zudem eine offene Kommunikation
über betriebliche Notwendigkeiten.
Mitarbeiter akzeptieren Einschränkungen
eher, wenn sie die wirtschaftlichen Zusammenhänge
nachvollziehen können.
Langfristige Wirkung auf
Motivation und Bindung
Unfaire oder intransparente Urlaubsentscheidungen
wirken sich direkt auf die
Mitarbeitermotivation aus; im kleinen
Fachgeschäft ebenso wie im Konzern. Gerade
in Branchen mit Fachkräftemangel
wie der Augenoptik ist eine gerechte und
planbare Urlaubsregelung daher ein entscheidender
Faktor für die Mitarbeiterbindung.
Wer erlebt, dass betriebliche Anforderungen
und seine privaten Bedürfnisse
ernsthaft abgewogen werden, identifiziert
sich stärker mit dem Unternehmen. In
kleinen Teams entscheidet diese Balance
oft über langfristige Stabilität.
Struktur schafft Frieden –
besonders im Sechs-Tage-Betrieb
Urlaubsplanung ist kein Nebenschauplatz,
sondern ein sensibles Organisationsfeld.
Im Optikergeschäft wird sie zur strategischen
Kernaufgabe. Klare Kriterien, frühzeitige
Jahresplanung, gerechte Verteilung
von Samstagen und Ferienzeiten sowie eine
aktiv moderierende Führungskraft sind die
zentralen Bausteine für eine faire Lösung.
Am Ende gilt: Wie in jeder stabilen Beziehung
basiert auch eine funktionierende
Urlaubsregelung auf Ausgewogenheit.
Mal ist der eine dran, mal der andere.
Wer diesen Grundsatz lebt, schafft nicht
nur gerechte Abwesenheitspläne – sondern
stärkt nachhaltig Servicequalität,
Teamkultur und wirtschaftlichen Erfolg.
Redaktion
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53
0 BUSINESS
MINDFULNESS
Achtsamkeit
IM ALLTAG
DAS WORT „ACHTSAMKEIT“ IST EIN BISSCHEN ALTMODISCH;
DIE AMERIKANISCHE ÜBERSETZUNG „MINDFULNESS“ KLINGT
SCHÖNER. BEIDE BEGRIFFE STEHEN HEUTE FÜR EINEN RESPEKTVOLLEN
UMGANG VON MENSCHEN IN EINEM STRESSIGEN ALLTAG.
DENN OHNE DIESEN RESPEKT VERHALTEN WIR UNS SCHNELL IN
EINER DER SITUATION NICHT ANGEMESSENEN WEISE.
54
EYECOM 02 | 2026
Achtsamkeit ist eine gut erforschte,
wirksame Praxis
Die Tezur Stressvermeidung und -bewältigung,
zum Erlangen und Bewahren innerer Klarheit
und
zur Emotionsregulierung.
Sie ist deshalb ein zentrales Werkzeug einer
modernen, zukunftsweisenden Selbst- und
Mitarbeiterführung.
Warum wir eine erhöhte
Achtsamkeit brauchen
In unserer zunehmend komplexen und von
rascher Veränderung geprägten Welt sind die
Menschen – beruflich und privat – mit vielen,
oft neuen Anforderungen konfrontiert. Entsprechend
lang ist ihre (innere) To-do-Liste, und
entsprechend gestresst sind viele und fragen
sich häufig:
Habe ich dieses oder jenes richtig gemacht?
Habe ich etwas vergessen oder übersehen.
Und:
Sollte ich vielleicht meine Prioritäten anders
setzen?
Entsprechend viele Gedanken gehen ihnen
zeitgleich durch den Kopf und sie springen
gedanklich zwischen den unterschiedlichsten
Themen hin und her. Nicht selten sind diese
Gedanken – zumindest unbewusst – von eher
negativen Emotionen wie Unsicherheit, Angst
usw. begleitet.
Bei diesem „Mind Wandering“ sind die betreffenden
Personen gedanklich nicht voll im
„Hier und Jetzt“. Deshalb nehmen sie auch
die aktuelle Situation und/oder ihr jeweiliges
Gegenüber – zum Beispiel in der Kommunikation
- nur eingeschränkt wahr. Die häufige
Folge:: Anstatt zunächst zu reflektieren, was
die aktuelle Situation erfordert, reagieren sie
häufig reflexartig und mit einem antrainierten
Verhalten auf Impulse von außen.
Mangelnde Achtsamkeit
hat negative Konsequenzen
Ein solches Re-Agieren hat oft negative Konsequenzen.
Es reduziert zum Beispiel die Qualität
unserer Entscheidungen. Die betroffenen Personen
nehmen zudem erfreuliche Ereignisse
und Momente in ihrem Alltag kaum noch wahr.
Das mindert ihre Arbeitszufriedenheit und ihr
Lebensglück. Auch die zwischenmenschlichen
Beziehungen leiden hierunter, da häufiger
Miss verständnisse und Konflikte entstehen.
Achtsamkeit hilft uns dagegen,
solche Automatismen und negative Entwicklungen
zu vermeiden,
dem realen oder empfundenen Druck
entgegenzuwirken und auch
in stressigen bzw. herausfordernden Situationen
die innere Klarheit sowie emotionale
Ruhe zu bewahren.
NUTZEN EINER ACHTSAMKEITS-PRAXIS
Erhöhung der Selbstwahrnehmung und -akzeptanz: Wir lernen, Körper,
Gefühle, Gedanken und Handlungen bewusst und wertfrei wahrzunehmen,
wodurch wir schneller erkennen, was in uns geschieht, und wie wir zügiger vom
„Autopiloten“ zu einem reflektierten Handeln wechseln.
Reduktion von Stress und Stärkung der Resilienz: Achtsamkeit aktiviert das
parasympathische Nervensystem, das für Ruhe und Erholung sorgt. Stresshormone
wie Cortisol sinken, der Körper entspannt sich. Wir denken flexibler und lösungsorientierter.
Verbesserte Aufmerksamkeit und Konzentration: Bereits kurze Trainingseinheiten
verbessern die Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Emotionale Regulation: Wir erkennen und akzeptieren unsere Emotionen wertungsfrei.
Das fördert eine gesündere emotionale Verarbeitung, reduziert Stress
und negative Emotionen.
Verbesserte Teamarbeit: Achtsamkeit kann zu verbesserten Beziehungen,
höherer Zufriedenheit und geringerer emotionaler Erschöpfung führen.
Verbesserung der körperlichen Gesundheit: Achtsamkeit reduziert den körperlichen
Stress, fördert die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und das allgemeine
Wohlbefinden.
Stärkere Beziehungen durch emotionale Intelligenz: Achtsamkeit befähigt
Führungskräfte, empathisch auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einzugehen,
stärkt das Vertrauen und die Zusammenarbeit, und verbessert die Arbeitsatmosphäre,
Zufriedenheit und Produktivität.
Bessere Entscheidungsfindung: Eine bessere Selbstwahrnehmung und emotionale
Regulation fördern fundierte, unvoreingenommene Entscheidungen.
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55
0 BUSINESS
Wenn wir hierzu in der Lage sind, minimiert
sich die Gefahr, dass wir uns von Gedanken
und Gefühlen dazu hinreißen lassen, reflexartig
auf eine unangemessene Art und Weise auf
eine Situation bzw. einen Impuls von außen
zu reagieren. Vielmehr können wir, da unsere
Aufmerksamkeit voll auf den Moment gerichtet
ist, unser Handeln (ziel-)bewusst steuern.
Das „Hier und jetzt“
bewusst wahrnehmen
Laut Jon Kabat-Zinn, einem der Pioniere dieses
Themenkreises, ist Achtsamkeit (bzw. „Mindfulness“)
ein „nicht-wertendes Gewahrsein des
gegenwärtigen Moments“. Es geht darum, das
„Hier und Jetzt“ bewusst und ohne Wertung
zu erleben und das, was gerade geschieht, mit
allen Sinnen bewusst wahrzunehmen. Das ermöglicht
ein tieferes und klareres Erleben des
„Hier und Jetzt“ und befähigt uns, den „Autopiloten“
zu stoppen, reflektierend innezuhalten
und situationsangemessen zu handeln.
Das setzt zum Beispiel bei Führungskräften
die Fähigkeit voraus, die eigenen Gedanken,
Emotionen und körperlichen Empfindungen
bewusst zu erkennen und zu regulieren. Dieses
bewusste Erleben stärkt wiederum die Selbstwahrnehmung
und führt zu besseren Entscheidungen.
Dasselbe gilt natürlich auch für die
Mitarbeiter.
Die fünf zentralen Aspekte der Achtsamkeit
Folgende fünf Aspekte sind von zentraler
Bedeutung, wenn es darum geht, die Achtsamkeit
einer Person für sich selbst und die jeweilige
Situation zu erhöhen:
1. Bewusste Aufmerksamkeitslenkung.
Dies bedeutet, statt die Gedanken umherschweifen
zu lassen, diese bewusst, dahin zu
lenken, wohin wir es wollen: Auf die Ist-Situation,
unsere Atmung, unseren Körper usw.
4. Inneres Beobachten.
Dies beinhaltet all unsere Gedanken, Gefühle
und Körperempfindungen zu beobachten,
ohne sie zu bewerten Also beispielsweise,
wenn wir ein Abschweifen bei uns registrieren,
uns nicht selbst innerlich zu kritisieren,
sondern uns selbst zu sagen: „Interessant, ich
schweife ab….“.
5. Mitgefühl für sich und andere.
Das heißt, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse
sowie die anderer Menschen zu erkennen
und ihnen mit Verständnis, Unterstützung und
Freundlichkeit zu begegnen.
Achtsamkeit bei sich
selbst und im Team trainieren
Die Fähigkeit hierzu lässt sich trainieren – zum
Beispiel, mit einem Trainingsprogramm wie
dem „Mindfulness-Based Strengths Practice“
(MBSP). Man kann aber auch ohne externe
Unterstützung erste Schritte in die angestrebte
Richtung gehen. Wenn Sie bei Google zum Beispiel
die Suchbegriffe „Übungen Achtsamkeit“
eingeben, finden Sie zahlreiche Übungen, mit
denen Sie Ihre Achtsamkeit erhöhen können.
Anders verhält es sich, wenn Sie in Ihrer Organisation
eine Kultur fördern möchten, in der
Achtsamkeit ein zentrales Element der Zusammenarbeit
ist. Dann sollten Sie einen „Guide“
engagieren, der Sie und Ihr Team auf diesem
Weg begleitet.
2. Gegenwärtigkeit.
Dieser Begriff beschreibt das bewusste Wahrnehmen
des aktuellen Moments, statt mit den
Gedanken (teilweise) woanders zu sein.
3. Akzeptanz.
Dies bedeutet, Gedanken, Gefühle usw. – zunächst
einmal – ohne Urteil wahrzunehmen
und zu akzeptieren, anstatt sie zu verdrängen
oder zu bekämpfen.
Frank Nesemann, Elke Katharina Meyer und Thomas Achim Werner
haben das Buch „Positiv führt! Mit Positive Leadership Teams und Organisationen
empowern“ verfasst. Gemeinsam bilden sie das Führungsteam des Beratungsunternehmens
„Positivity Guides“, das auf das Themenfeld „Positive Führung und
Leadership“ spezialisiert ist und unter anderem ein berufsbegleitendes Trainingsprogramm
zum Erhöhen der Achtsamkeit anbietet.
Kontakt: www.positivity-guides.de
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EYECOM 02 | 2026
BOOK 0
REZENSION
KI-UNTERSTÜTZTE GESCHÄFTSMODELLE
IN DER AUGENOPTIK
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ NIMMT AUCH IN DER AUGENOPTIK IMMER BREITEREN RAUM
EIN. DIE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN SIND ÄUSSERST VIELFÄLTIG. GRUND GENUG FÜR
WEITSICHTIGE UNTERNEHMER, SICH INTENSIV MIT DEM THEMA ZU BESCHÄFTIGEN.
Für wen ist das Buch besonders geeignet?
Für Unternehmer, Manager und Entscheider, die KI-Technologien
nicht als reines IT-Projekt, sondern als strategischen Hebel denken
wollen.
Für Mittelstand und Fachhandel, die überlegen, wie sie mit Hilfe
von KI Dienstleistungen, Kundenbindung oder Geschäftsmodelle
modernisieren können – zum Beispiel in Bereichen wie Augenoptik,
Gesundheit, Handwerk und Einzelhandel.
Für Studenten und Praktiker im Bereich Innovation, digitale Transformation,
Business Development und Strategie, die ein praxisnahes und
strukturiertes Verständnis für KI-gestützte Geschäftsmodelle suchen.
Gesamturteil:
„Digitale KI-unterstützte Geschäftsmodelle“ ist ein gelungenes,
praxisnahes und zugleich strategisch fundiertes Werk. Für alle, die über
„Digitalisierung als Buzzword“ hinausdenken und tatsächlich konkrete,
umsetzbare Konzepte mit KI aufbauen wollen; besonders in klassischen
Branchen. Es ist besonders als Einstieg in strategisches Denken und
Planung rund um KI-Businessmodelle zu empfehlen.
as Buch „Digitale KI-unterstützte Geschäftsmodelle“ versteht
sich als praktischer Leitfaden zur Entwicklung und
Umsetzung von Geschäftsmodellen, die auf Künstlicher
Intelligenz basieren. Es richtet sich ausdrücklich an Entscheider in Unternehmen
- ob Start-ups, Mittelstand oder Konzerne - und will zeigen, wie
man mithilfe von KI Wertschöpfung, Prozesse und Geschäftsmodelle neu
denken kann. Kernbestandteile sind theoretische Grundlagen, methodische
Herangehensweisen und praxisnahe Fallbeispiele.
Praxisnähe und Umsetzbarkeit
Die Kombination aus klaren, systematischen Leitfäden und realen Fallstudien
macht das Buch sehr praxisorientiert. Gerade für Entscheider
ohne tiefes technisches Vorwissen bietet es Einstieg und Orientierung. Die
Checklisten und Modelle erleichtern es, eigene Ideen zu strukturieren.
Die Autoren schaffen mit ihrem unternehmerischen und akademischen
Hintergrund eine gute Balance: Die Theorie ist fundiert, aber nie
abstrakt-überladen. Dadurch bleibt das Buch auch für Praktiker zugänglich.
Gerade das spezielle Kapitel über Geschäftsmodell-Innovation in
Augenoptik und Optometrie macht den Wert des Buches deutlich: Es zeigt,
wie KI nicht nur in Hightech-Industrien, sondern auch in klassischen Handwerks-
und Fachhandelsbranchen wirksam eingesetzt werden kann.
Der CEO der Zeiss Gruppe, Andreas Pecher, betont in seinem Geleitwort
die ungebrochene Relevanz der Neuauflage dieses Buches für Wissenschaft
und Praxis aufgrund der gründlichen Überarbeitung durch die
Autoren, die jüngste Entwicklungen und Trends aufnehmen und es Startups,
Mittelständlern und Großunternehmen gleichermaßen erlauben,
sich selbst zeitgemäß herauszufordern und ihr Geschäft neu zu denken
– bevor es andere tun.
Springer Gabler-Verlag
ISBN-10: 3658481684
Hardcover: 64,99 Euro.
Auch als eBook erhältlich
Karlheinz Bozem und Anna Nagl
„Digitale KI-unterstützte Geschäftsmodelle“
Business Model Building mit Checklisten
und Fallbeispielen
Über die Autoren:
Dr. Karlheinz Bozem bringt in dieses Buch nicht nur seine
langjährige Praxiserfahrung als Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender,
sondern auch als Leiter der deutschsprachigen
Energy-Practice einer führenden US-amerikanischen
Strategieberatung ein.
Prof. Dr. Anna Nagl zählt zu den forschungsstarken Professorinnen
mit Promotionsrecht und leitet das branchenübergreifend
tätige Kompetenzzentrum für innovative
Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen.
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0 PORTRAIT
RETRO ALS HALTUNG
WARUM SIND ANDERE AUGENOPTIKER ERFOLGREICH? WAS MACHEN SIE ANDERS
UND VIELLEICHT BESSER ALS MAN SELBST? DIESEN UND ANDEREN FRAGEN FOLGT
EYECOM MIT DER RUBRIK PORTRAIT, IN DER BESONDERE UNTERNEHMEN VORGE-
STELLT WERDEN. DIESES MAL IST ES ARVID SCHLEBERGER, MÜNCHEN
n der Brillenbranche, die zunehmend von globalen Marken,
schnellen Kollektionswechseln und industrieller Fertigung
geprägt ist, gibt es auch ein Bedürfnis nach Individualität
und handwerklicher Authentizität. Gerade im Premiumsegment der
Augenoptik entstehen deshalb immer wieder neue Konzepte, die sich
bewusst von Mainstream und Massenware abgrenzen.
„Ich bin in den 80er- und 90er-Jahren groß geworden – zwischen Vinylklängen,
Polaroidfarben und dem elterlichen Optikgeschäft“, erzählt
Arvid Schleberger aus München. „Mein Vater war kein gewöhnlicher
Mensch – und schon gar kein gewöhnlicher Optiker. Von ihm habe ich
früh gelernt, was echte Präzision bedeutet: Seine ruhigen Gesten, sein
Blick fürs Detail und seine ehrliche Art im Umgang mit Menschen haben
mich tief geprägt.“ Das erklärt auch die zweite Leidenschaft des Unternehmers:
Oldtimer. „Das klare Design, die Geschichten, die jedes alte
Auto erzählt – das war und ist für mich pure Ästhetik. Ich kann stundenlang
über Formen und Proportionen nachdenken, über das Zusammenspiel
von Technik und Schönheit, wenn beides zu einer Einheit wird.“
Vor etwa acht Jahren wurde aus diesem Enthusiasmus dann ein augenoptisches
Unternehmenskonzept. „Ich wollte etwas Eigenes schaffen
– zeitloses Design mit Seele und Charakter“ erinnert sich Arvid Schleberger.
„So entstand meine eigene Marke und das Geschäft -gewachsen aus
meiner persönlichen Geschichte.“
Der Standort in München-Schwabing passt ideal zum Konzept. Der
Stadtteil gilt seit über einem Jahrhundert als kulturelles Zentrum mit
einer ausgeprägten künstlerischen Tradition. Schon zu Beginn des 20.
Jahrhunderts lebten hier Schriftsteller, Maler und Intellektuelle, die das
Viertel zu einem der wichtigsten Kreativräume Deutschlands machten.
Diese Atmosphäre prägt Schwabing bis heute.
Auch RetrOOptik versteht sich als Teil dieser kulturellen Landschaft:
Als Ort, an dem Design, Handwerk und Individualität zusammenkommen.
Das Ladengeschäft ist deshalb eher ein kleines Atelier als ein Laden
– ein Ort, an dem Brillen nicht nur verkauft, sondern zum Leben erweckt
werden. Denn in einer Zeit, in der Konsumgüter immer schneller ersetzt
werden, setzt RetrOOptik bewusst auf Langlebigkeit. „Die Menschen
58
EYECOM 02 | 2026
WWW.EYE-COM.NET
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0 PORTRAIT
wollen wieder Dinge besitzen, die eine Geschichte haben“, sagt Arvid
Schleberger. „Eine Brille kann genau das sein.“
Für seine Ladeneinrichtung in einem Gebäude aus den 30er Jahren
wählte der junge Unternehmer den Stil von zeitlosem Industriedesign.
Die Regale wurden nach dem Vorbild von Obstregalen für ihn angefertigt.
Hängelampen im klassischen Bauhausstil und ein massives Rindsledersofa
aus dem Jahr 1954 runden den RetrO-Stil ab. Wobei „Retro“
hier kein nostalgischer Trendbegriff ist, sondern eine gestalterische Philosophie,
die Handwerk, Designgeschichte und moderne Technik miteinander
verbindet.
„Ich bin in den 80er- und 90er-Jahren groß
geworden – zwischen Vinylklängen, Polaroidfarben
und dem elterlichen Optikgeschäft.“
„Eine Brille ist das präsenteste Accessoire, das ein Mensch trägt“,
sagt Arvid Schleberger. Sie prägt stärker als jedes andere Objekt die Wahrnehmung
einer Person.“ Dieser Gedanke bildet die Grundlage seines Konzepts.
Während viele Augenoptiker auf breite Sortimentstiefe und bekannte
Marken setzen, verfolgt Schleberger einen anderen Ansatz: Kuratierte
Kollektionen, eigenständige Designs und eine Beratung, die stärker an ein
Designatelier erinnert als an den klassischen Brillenverkauf. „Viele Kunden
kommen zu uns, weil sie etwas suchen, das man nicht an jeder Ecke findet“,
erklärt er. „Genau deshalb arbeiten wir bewusst mit Herstellern zusammen,
die eine klare Handschrift haben.“ Das Ziel ist nicht die schnelle Auswahl
zwischen vielen ähnlichen Modellen, sondern Kunden mit „ihrer“ Brille
zusammenzubringen. „Am Ende geht es immer um Harmonie“, sagt der
Unternehmer. „Wenn eine Brille wirklich passt, wirkt sie selbstverständlich
– fast so, als hätte sie schon immer zum Gesicht ihres Besitzers gehört.“
Ein wesentliches Element der Seele von RetrOOptik ist die Wertschätzung
handwerklicher Fertigung. Was es in den Kollektionen der Hersteller
nicht gibt, fertigt Arvid Schleberger selbst in seiner Werkstatt. Seine
Inspirationen stammen aus verschiedenen Designphasen des 20. Jahrhunderts.
Diese historischen Referenzen werden jedoch nicht einfach
reproduziert; vielmehr dienen sie als Ausgangspunkt für zeitgemäße
60
EYECOM 02 | 2026
ARVID SCHLEBERGER
RetrOOptik
Tel.: +49 89 - 30 66 96 66
Web: www.retrooptik.de
E-Mail: info@retrooptik.de
Eröffnung: April 2018
Öffnungszeiten:
Montag: Kreative Pause
Dienstag bis Freitag: 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr
Samstag 10 bis 14 Uhr
und nach Vereinbarung.
Anzahl Mitarbeiter: 3
Haupt-Kollektionen: RetrOOptik (Hausmarke)
und diverse Independent Labels
Neben der eigenen Kollektion bietet RetrOOptik eine Auswahl internationaler
Independent Labels an, die für kleine Produktionsmengen,
eigenständige Gestaltung und einen starken Fokus auf Materialqualität
stehen. Für den Unternehmer ist diese Auswahl kein Zufall, sondern Teil
eines kuratorischen Ansatzes: Das Sortiment soll Inspiration bieten, ohne
beliebig zu wirken. Die Kombination aus eigener Kollektion und Independent
Labels schafft ein Angebot, das sich deutlich von anderen Anbietern
unterscheidet. Schlebergers Traum: Dass interessante Hersteller ihn
irgendwann bitten, auch für sie zu arbeiten.
„Das klare Design, die Geschichten, die
jedes alte Auto erzählt – das war und ist
für mich pure Ästhetik.“
Mit seinem Konzept hat Arvid Schleberger in München einen Ort
geschaffen, an dem Brillen nicht nur verkauft, sondern als kulturelles
Objekt verstanden werden – zwischen Mode, Design und persönlicher
Identität. Retro ist hier kein Stilzitat und kein Trend, sondern eine Haltung:
Eine Einladung, Handwerk, Qualität, Charakter und Individualität
wieder stärker in den Mittelpunkt der Augenoptik zu stellen als die vermeintliche
Exzellenz geliehener Markennamen.
Für den Unternehmer ist auch das ein Stück gelebte Nachhaltigkeit:
Neuinterpretationen. Bei der Verarbeitung spielt Sorgfalt eine zentrale
Rolle. Politur, Scharniere, Passform und Balance werden so ausgelegt,
dass die Brillen nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch im Alltag
dauerhaft komfortabel bleiben.
„Heute kommt vieles vom Fließband, gemacht für den schnellen Konsum.
Das will ich anders machen“, erklärt der engagierte Unternehmer.
„Vielleicht klingt das altmodisch – aber genau darin liegt für mich die Bedeutung
von RetrOOptik: Werte wie Familie, Qualität und Authentizität.
Vieles, was ich von meinem Vater gelernt habe, möchte ich an meine drei
Kinder weitergeben. Mein Geschäft ist für mich weit mehr als Arbeit – es
ist Verantwortung und Vorbild zugleich. Alles, was ich heute schaffe, trägt
diese Mischung in sich.“
„Retro bedeutet für mich nicht Rückschritt“, erklärt er. „Es bedeutet, die
besten Ideen aus der Designgeschichte weiterzudenken. Eine gute Brille
kann viele Jahre begleiten; sie sollte nicht nach einer Saison ersetzt
werden müssen.“
„Wenn eine Brille wirklich passt, wirkt
sie selbstverständlich – fast so, als hätte
sie schon immer zum Gesicht ihres
Besitzers gehört.“
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TERMINE 02 | 2026
Datum Tage KONTAKTLINSENSEMINARE Ort Veranstalter
21.4.26 2 Fit for Soft 2 - Die Anpassung moderner weicher Kontaktlinsen Aschaffenburg Alcon
19.5.26 1 Fit for Multifocal & Toric Aschaffenburg Alcon
15.6.26 2 Orthokeratologie (zertifizierendes Seminar) Schönkirchen Wöhlk
17.6.26 2 Fit for Soft 2 - Die Anpassung moderner weicher Kontaktlinsen Aschaffenburg Alcon
Datum Tage REFRAKTIONSSEMINARE Ort Veranstalter
26.4.26 1 Kreuzzylinder Auffrischung Schwarmstedt NDOC
28.4.26 3 3-Tage Refraktion Diez Optonia
6.6.26 2 Refraktion - Kreuzzylinder Schwarmstedt NDOC
6.6.26 2 Prismen Intensiv Heidelberg AO-Seminare
8.6.26 1 Kreuzzylinder Praxistag Schwarmstedt NDOC
9.6.26 1 Refraktionstraining für Fortgeschrittene Oberkochen Zeiss
15.6.26 4 4-Tage Refraktion Diez Optonia
Datum Tage SPORTOPTIK Ort Veranstalter
4.12.26 2 Sportoptik Dormagen ZVA
Datum Tage SEMINARE FÜR MITARBEITER UND AUSZUBILDENDE Ort Veranstalter
22.4.26 1 Kommunikationspsychologie - eine Reklamation, eine Chance Karlsruhe Zeiss
23.4.26 1 Verkaufstraining Gleitsicht - BEN hilft beim Verkauf Essen Zeiss
25.4.26 1 Wellenfront-Analyse Schwarmstedt NDOC
27.4.26 1 Optometrisches Screening in der Praxis Leipzig Zeiss
29.4.26 1 Training Formen & Farben Hannover Silhouette
10.5.26 1 Sicca - "das trockene Auge" Schwarmstedt NDOC
11.5.26 1 Existenzgründung – der Business-Plan Hannover Zeiss
18.5.26 48 Vorbereitungslehrgang Lehrabschlussprüfung Augenoptiker Wien OHI GmbH
23.6.26 1 Verkaufstraining Gleitsicht - BEN hilft beim Verkauf Heilbronn Zeiss
Datum Tage MESSEN Ort Veranstalter
6.9.26 2 Bold Optical Fair NL-Hertogenbosch Bold Optical Fair
13.9.26 1 Hall of Frames CH-Zürich Oerlikon Hall of Frames GmbH
16.9.26 1 Karrieretag Diez Optonia
19.9.26 1 OHI Update 2026 Wien OHI
25.9.26 4 Silmo Paris F-Paris Silmo Paris
28.10.26 1 Tag der Optik Schwarmstedt NDOC
29.1.27 3 opti Messe München GHM
Datum Tage KONGRESSE UND TAGUNGEN Ort Veranstalter
31.5.26 1 L’OSO en Romandie CH-Lausanne OSO
Datum Tage UNTERNEHMERSEMINARE Ort Veranstalter
15.4.26 1 Unternehmensübernahme und -übergabe Karlsruhe SWAV
62
EYECOM 02 | 2026
Datum Tage WEBINARE Ort Veranstalter
21.4.26 - avanti - Monatslinse aus Silikonhydrogel für alle Fehlsichtigkeiten online Wöhlk
22.4.26 - Zeiss Brillengläser Officelens für Arbeit und Hobby online Zeiss
23.4.26 - Modul 2 „Umami für Fortgeschrittene" online Zeiss
29.4.26 - Zeiss Brillengläser SmartLife Digital und Einstärkengläser online Zeiss
29.4.26 - Materialinnovation trifft Sehkomfort online Alcon
5.5.26 - Spaltlampenuntersuchung für die Kontaktlinsenanpassung online Wöhlk
5.5.26 - Trockenes Auge online Wöhlk
6.5.26 - Zeiss Brillengläser Veredelungen und Technologien online Zeiss
7.5.26 - Contact live multiI - Presbyopiesortiment von wöhlk jetzt komplettiert online Wöhlk
11.5.26 - Zeiss Brillengläser DriveSafe online Zeiss
12.5.26 - Netzhaut-Beurteilung online NDOC
13.5.26 - KI Effizientes Arbeiten mit ChatGPT & Co. online SWAV
19.5.26 - Keratokonus leicht erklärt – Von den ersten Sympt. zur komp. Beratung online Oculus
19.5.26 - Contact individual - Anpassung individueller weicher Einstärkenlinsen online Wöhlk
19.5.26 - Formstabile Einstärken-Kontaktlinsen schnell und effektiv anpassen online Wöhlk
19.5.26 - Formen & Farben online Silhouette
20.5.26 - Zeiss Brillengläser Farben, PhotoFusion und AdaptiveSun online Zeiss
20.5.26 - Keratokonus sicher versorgen – Strategien für erfolgreiche Kontaktlinsenanpassung online Oculus
20.5.26 - Invididuelle Mehrstärkencontactlinsen mit FEN Vision Technology online Wöhlk
21.5.26 - Netzhaut-Bewertungstraining online NDOC
21.5.26 - Torische Kontaktlinsen anpassen-Strategien für den Erfolg online Alcon
22.5.26 - Nahrungsergänzungsmittel in der Augenoptik online Zeiss
27.5.26 - Zeiss Brillengläser Myocare online Zeiss
9.6.26 - Contact individual multi - Individuelle weiche Mehrstärkenlinsen online Wöhlk
9.6.26 - Formstabile Mehrstärken-Kontaktlinsen schnell und effektiv anpassen online Wöhlk
10.6.26 - Zeiss Gleitsichtgläser – nachträgliche Optimierung Teil 1 online Zeiss
11.6.26 - Unternehmertum - Entrepreneurship online Zeiss
15.6.26 - Re-Zertifizierung online Zeiss
15.6.26 - Der Umgang mit der Myopie – Myopie verstehen Teil 1 online Zeiss
17.6.26 - Zeiss Gleitsichtgläser – nachträgliche Optimierung Teil 2 online Zeiss
22.6.26 - Der Umgang mit der Myopie – Myopie verstehen Teil 2 online Zeiss
22.6.26 - Sehen am Bildschirm online Oculus
23.6.26 - KL-Anpassung bei Keratokonus und anderen irregulären Hornhäuten online Wöhlk
25.6.26 - Multifokale Kontaktlinsen anpassen-Schritt für Schritt online Alcon
25.6.26 - KeraSoft - die weiche Kontaktlinse für irreguläre Hornhäute online Wöhlk
29.6.26 - Der Umgang mit der Myopie – Myopie verstehen Teil 3 online Zeiss
30.6.26 - Myopiemanagement online Wöhlk
30.6.26 - Orthokeratologie - Grundlagen und Auffrischung online Wöhlk
Datum Tage OPTIKER-STAMMTISCH Ort Veranstalter
6.5.26 1 Optikerstammtisch: Was bedeutet eigentlich gute Beratung Luzern Monra Consulting
23.6.26 1 Optikerstammtisch: Was Kunden wollen Köln Monra Consulting
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TERMINE 02 | 2026
Datum Tage SONSTIGE VERANSTALTUNGEN Ort Veranstalter
20.4.26 1 Expo Days München München Oculus
22.4.26 2 Binokularsehen – Analyse, Verständnis, Korrektion Dormagen ZVA
23.4.26 1 Expo Days Frankfurt Frankfurt Oculus
27.4.26 1 Spaltlampen-Modul 1: Assistenz in der Anpassung weicher Kontaktlinsen Wetzlar Oculus
28.4.26 1 Myopie im Blick – Erste Schritte ins Myopie-Management Wetzlar Oculus
2.5.26 8 "Mein Sehen-Lernheft" DK-Fanø IVBS
4.5.26 214 Meisterkurs in Vollzeit Schwarmstedt NDOC
4.5.26 10 Vollzeitmeisterkurs AEVO Schwarmstedt NDOC
4.5.26 1 Topographiebasierte Kontaktlinsenanpassung - Keratograph 5M Anwender-Seminar Wetzlar Oculus
5.5.26 1 Management Trockenes Auge - Keratograph 5M Anwender-Seminar Wetzlar Oculus
6.5.26 1 Katarakt – Professioneller Umgang mit betroffenen Kunden Wetzlar Oculus
19.5.26 3 Optometrie Assistenz - Epidemiologie des Auges Diez Optonia
27.5.26 2 Kinderoptometrie Dormagen ZVA
1.6.26 22 Geprüfter Fachmannfür Kaufmännische Betriebsführung (HwO) Schwarmstedt NDOC
8.6.26 12 M. Master Professional (Optometrist bereits vorhanden) Online/Dormagen ZVA
10.6.26 1 Mitarbeiterführung neu denken: Erfolgreiche Strategien zur Mitarbeiterbindung Wetzlar Oculus
17.6.26 1 Von der Anamnese zum Bericht Leipzig Oculus
20.6.26 3 Optometrie bei Kindern, Teil 2 Veitshöchheim IVBS
KONTAKTE
Alcon: Tel. 06021-9010-072, Web: www.de.alcon.com, eMail: anja.fink@alcon.com
Augenoptik-Seminare Jörg Tischer: Tel. 06203-81407, Web: www.augenoptik-seminare.de; email: info@die-brillenstube.de
Bold Optical Fair: Tel. +31-6-16678376, Web: www.bold-opticalfair.nl, eMail: info@bold-opticalfair.nl
GHM: Tel. 089-94955-230, Web: www.opti-munich.com, eMail: opti@ghm.de
Hall of Frames: Tel. 0041-41-878-0013, Web: www.hallofframes.ch, eMail: contact@hallofframes.ch
IES International Eyewear Solutions Srl: Tel. +39-02-32673673, Web: www.mido@mido.it, eMail: mido@mido.it
IVBS: Tel. 06432-920320, Web: www.ivbs.org, eMail: info@ivbs.org
Messe Dortmund GmbH: Tel. 0231-1204-521, Web: www.interlook-messe.de
Monra Consulting Christoph Engelberg: Tel. 0163-2426885, Web. www.monraconsulting.com, eMail: c.engelberg@monraconsulting.com
NDOC: Tel.: 05071-510 265, Web: www.ndoc.info, eMail: info@ndoc.info
Oculus Optikgeräte GmbH: Tel. 0641-2005-0, Web: www.oculus-akademie.de, eMail: akademie@oculus.de
OPA EDV Optik Partner: Tel. 05321-3355-0, Web: www.opa.de, eMail: info@opa.de
OHI - Optometrie & Hörakustik Initiative: Tel. +43-2700278, Web: www.ohi.at, eMail: sekretariat@ohi.at
Optonia: Tel. 06432-9366760, Web: www.optonia.de, eMail: info@optonia.de
Organisation für Schweizer Optometrie (OSO): Tel. +41-62-8362041, eMail: info@optometrie.swiss
Reed Exhibitions: Tel. +49-172-8922729, Web: www.visionexpo.com/, eMail: anna.reineke@rx.global.com
Silhouette Deutschland: Tel. 07141-442010, Web: www.silhouette.com, eMail: office@de.silhouette.com
SILMO Paris: Tel. 0033-1-49096135, Web: www.silmo.fr, eMail: info@silmo.fr
SWAV: Tel. 06232-6469 – 0, Web: www.swav.de, eMail:info@swav.de
Wöhlk: Tel. 0431-991-1152, Web: www.woehlk.com, eMail:seminare@woehlk.com
Zeiss Academy: Tel. 07361-591362, Web: www.Zeiss.de, eMail: vision.academy@synartIQ.de
ZVA-Akademie: Tel. 02133-978890, Web: www.zva-akademie.de, eMail: post@zva-akademie.de
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EYECOM 02 | 2026
NETZWERK 0
DIE EYECOM-COMMUNITY 02 | 2026
Alcon Pharma GmbH
Geschäftsbereich Vision Care
Tel. 06021 9010-001, www.de.alcon.com/de
Aoyama Optical Germany GmbH
Tel. 0331-979994-0, www.aoyama-optical.de
Bachmann Eyewear
Tel. +41-44-8450309, www.bachmann-edition.ch
Baumvision
Tel. +43-1-924-6303, www.baumvision.com
Bon Optic
Tel. 0451-80-9000, www.bon.de
hellomateo MATEO Estate GmbH
Tel. 030-16636566, www.hellomateo.de
Kuratorium Gutes Sehen e.V. (KGS)
Tel. 030-414021-22, www.sehen.de
Lafont GmbH
Tel. 0800-1818612, www.lafont.com
Lindberg A/S
Tel. 0800-819-611, www.lindberg.com
Lunor Aktiengesellschaft
Tel. 07052-408960, www.lunor.com
Rodenstock GmbH
Tel. 089-7202-0, www.rodenstock.de
Röhm Group
Tel. 08684-98752-0, www.roehmgroup.com
Schau-Schau Brillen
Tel. +43-1-86906-35, www.schau-schau.at
Silhouette Deutschland GmbH
Tel. 0180-5442010, www.silhouette.com
SIOLS Optic Fashion GmbH
Tel. 089-784730, www.siolsvision.de
Swiss Eyewear Group AG
Tel. +41-44-53358-70, www.swisseyeweargroup.com
Charmant GmbH Europe
Tel. 08131-3828-0, www.charmant.de
CooperVision GmbH
Tel. 06071-305-100
www.coopervision.de
De Rigo Vision D.A.CH. GmbH
Tel. 06026 9912 222, www.derigo-dach.com
Design Eyewear Group
Tel. +45-36-9828-00, www.designeyeweargroup.com
Ducloux Lunettes
Tel. +33-614650268, www.ducloux-lunettes.com/en/
Marchon Germany GmbH
Tel. 0800-755-2020, www.marchon.com
Marcolin Deutschland GmbH
Tel. 0221-888796-99, www.marcolin.com
Markus Temming GmbH
Tel. 05241-74343-0, www.markus-t.com
Marwitz Berlin
Tel. 030-890486-13, www.conquistador.de
MIDO
Tel. +39-0232673673, www.mido.com
Morel Germany Austria GmbH
Tel. 02330-6062-102, https://mymorel.com/de
MPG-Eyewear
Tel. +43-51-7201000, mpg-eyewear.com
Tinpal
Tel. 0511-270-5990-8, www.tinpal.de
Vanni Occhiali
Tel. +39-011-447-4771, www.vanniocchiali.com
Visall GmbH
Tel. 07621-91490-0
www.visall-brillenglas.de
Carl Zeiss
Tel. 07361-591-0, www.vision.zeiss.de
PM Frost GmbH
Tel. 07841-6031-0, www.pm-frost.de
Funk/Schuster international GmbH
Tel. 08869-912-900, www.funkeyewear.com
Oculus Optikgeräte GmbH
Tel. 0641-2005-0, www.oculus.de
Opti Swiss AG
Tel. +41-61-337-1515, www.optiswiss.com
GHM
Tel. 089-189149-0, www.opti.de
Prisma Computersysteme GmbH
Tel. 06202-57568-10, www.prisma-computer.de
WWW.EYE-COM.NET
65
0 SCHLUSSLICHT
ZEBRASTREIFEN-BRILLE
Zebrastreifen sehen üblicherweise
überall auf der Welt ziemlich ähnlich
aus: Rechteckige weiße Flächen
markieren Fußgängerüberwege. In
Lubbock im US-Bundestaat Texas
gibt es sein einiger Zeit allerdings
KI-BRILLE FÜR SEHBEHINDERTE
Eine Erfindung aus Hongkong
setzt auf Künstliche Intelligenz,
um sehbehinderten Menschen den
Alltag zu erleichtern. Die smarten
Modelle erkennen Bilder und Gegenstände
in der Umgebung und
übersetzen diese in Sprachhinweise.
Dadurch erhalten Nutzer Unterstützung
bei der Orientierung und
können sich im Alltag selbständiger
bewegen.
eine ganz andere Sorte Fußgängerüberweg:
An der Kreuzung
der 18th Street und der Crickets
Avenue wurden die Streifen durch
vier riesige weiße Brillen ersetzt -
eine Reminiszenz an den Musiker
Buddy Holly, einen der berühmten
Söhne der Stadt, der als Musiker
und ikonischer Brillenträger schon
landesweit bekannt war, als er 1959
mit nur 23 Jahren bei einem Flugzeugabsturz
ums Leben kam.
I M P R E S S U M
EYECOM
DIE EYEWEAR-COMMUNITY
www.eye-com.net | ISSN 2509-4955
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Elke Katharina Meyer, Frank Nesemann,
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SCHLAFMANGEL ERHÖHT RISIKO FÜR AUGENERKRANKUNGEN
Schlaf beeinflusst mehr als Konzentration
und Leistungsfähigkeit, denn
auch die Augen reagieren sensibel
auf unruhige Nächte. Wissenschaftliche
Erkenntnisse zeigen, dass sowohl
Dauer als auch Qualität des Schlafs
mit der Sehleistung sowie häufigen
altersabhängigen Augenerkrankungen
zusammenhängen. Besonders
ungünstig wirken sich dauerhaft zu
kurze oder stark gestörte Nächte aus.
Die Stiftung Auge erklärt, welche Folgen
dies für die Augengesundheit
haben kann und wie sich die Augen
aktiv schützen lassen: Während der
nächtlichen Ruhephasen laufen im
Auge wichtige biologische Prozesse
ab. Der Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst
unter anderem
die Versorgung
der Netzhaut, die
Befeuchtung der Augenoberfläche
und
die Regulation des
Augeninnendrucks.
Besonders aktiv ist
das Auge während
des sogenannten
REM-Schlafs, der
Phase intensiven Träumens. Forschungsarbeiten
geben Hinweise
darauf, dass die ruckartigen Augenbewegungen
in dieser Phase helfen
könnten, Stoffwechselprodukte aus
der Netzhaut abzutransportieren.
Dieser nächtliche Vorgang gilt als
wichtig für die Funktionsfähigkeit
lichtempfindlicher Zellen. Schlaf ist
für das Auge keine Pause, sondern
eine aktive Erholungsphase. Werden
diese nächtlichen Regenerationsprozesse
gestört, kann das Folgen für die
Augengesundheit haben.
Eine zu geringe Schlafdauer beziehungsweise
eine schlechte Schlafqualität
stehen eng in Verbindung
mit der Entstehung verschiedener
Gesundheitsprobleme – denn die
nächtlichen Ruhephasen sind essenziell
für die körperliche und geistige
Regeneration. Ein stark gestörter
Schlafrhythmus kann beispielsweise
Stoffwechselprozesse wie den Glukosestoffwechsel
stören, wodurch die
Anfälligkeit für Diabetes mellitus erhöht
wird. Das wiederum begünstigt
Augenerkrankungen wie die diabetische
Retinopathie.
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Autorenbeiträge decken sich nicht unbedingt
mit der Meinung der Redaktion. Für unverlangt
eingesandte Manuskripte haftet der Verlag
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Referenzen: 1. In a 2-week prospective clinical study in the US; n=181; CLEAR CARE Cleaning & Disinfecting Solution used for cleaning and disinfection; Unveröffentlichte interne Alcon Studie, 2023. (p=0.0353).
2. Zheng Y, Dou J, Wang Y, et al. Sustained release of a polymeric wetting agent from a silicone-hydrogel contact lens material. ACS Omega. 2022;7(33):29223-29230. doi: 10.1021/acsomega.2c03310.
3. Phan CM, Chan VWY, Drolle E, et al. Evaluating the in vitro wettability and coefficient of friction of a novel and contemporary reusable silicone hydrogel contact lens materials using an in vitro blink model.
Cont Lens Anterior Eye. 2024.
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