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altlandkreis - das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel Ausgabe Mai Juni 2026

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Ausgabe 95 | Mai / Juni 2026

.de

Eine Produktion von

mit Veranstaltungskalender für zwei Monate

Titelbild: Hans-Helmut Herold

Maibaum aufstellen in Birkland

Auf der Roten Couch

Im Wohnzimmer eines Schlagerstars

Spaziergang mit Ton

Ein bayernweites Pilotprojekt



Sportbegeisterter Schlagerstar

Den

Traum vom Profifußball

haben viele

Buben und Mädchen.

Bis an die

Spitze schaffen es

jedoch die allerwenigsten.

Selbst

Toptalente brauchen

viel Glück, um zur

rechten Zeit am richtigen

Ort zu sein und

von (schweren) Verletzungen

verschont zu bleiben. Ein Ort für den ersten Schritt

in Richtung Profifußball könnte dennoch der des

TSV Murnau oder TSV Landsberg sein. Beide Vereine

haben vor vielen Jahren ihre Nachwuchsabteilungen

komplett umgekrempelt, ziehen massenweise

Spieler in ihren Bann und stellen bis zu vier oder

gar fünf U-Mannschaften des gleichen Jahrgangs.

Wir haben uns mit den Machern unterhalten, aber

auch die Stimmen der umliegenden Vereine gehört.

Fazit: Fluch und Segen zugleich. Letzteres wäre

auch passend als Motto zum bevorstehenden Maibaumaufstellen.

Das Fest an sich möchte niemand

missen, immer strengere Auflagen sowie damit verbundener

Kosten- und Zeitaufwand macht es hiesigen

Dorfvereinen jedoch nicht leichter. Wohl dem,

der wenigstens einen begabten Künstler in seinen

eigenen Reihen hat, der die „Zunfttaferl“ zu noch

erschwinglichen Preisen bemalt. Wir durften einen

rüstigen Rentner besuchen, der mit seinen 88 Jahren

der wohl älteste Maibaummaler Bayerns ist. Bayernweit

einzigartig ist auch ein Sportflugplatz südöstlich

von Murnau. Zum einen aufgrund seiner idyllischen

Lage. Insbesondere aber aus flugtechnischer Sicht.

Süchtig machen nicht nur Segelflüge sondern auch

Bühnenauftritte vor Fans mit Freudentränen im Gesicht.

Noch dazu, wenn dabei die Gage stimmt. Im

großen Interview auf der Roten Couch spricht Schlager-Ikone

Michael Holm von seiner erfolgreichsten

Zeit in den 1970er Jahren, wer sein einst wildes Leben

in geregeltere Bahnen lenkte, ob er sich als Vertriebener

tatsächlich heimisch fühlt inmitten eines

Weilheimer Wohngebiets und wie er es schafft, mit

82 Jahren noch immer auf TV-bekannten Bühnen zu

performen. Um Performance geht es auch im Ladengeschäft

von Benni Schwarz – der Bad Bayersoier hat

sich neben dem Kerngeschäft der Orthopädieschuhtechnik

auf das Besohlen von Schuhen spezialisiert,

bekommt hierfür Kartonagen bis aus der Schweiz

zugeschickt. Guten Grip braucht’s auch für Spaziergänge

durch Wälder. Jäger möchten an dieser Stelle

auf ein immer wiederkehrendes Problem aufmerksam

machen: Wildrisse durch freilaufende Hunde.

Wald mit Wild gehört auch zum Schallhammerhof,

der eine weit und breit einzigartige Sammlung historischer

Schätze aufbewahrt. Wesentlich jünger als

Torfstecher, Breitbeil und Trokar: Eine ganz neue

Form von Gottesdienst, die hier in der Region immer

mehr Anklang findet. Anstelle von Stillsitzen wird

hier gebastelt, getanzt, Theater gespielt. Manchmal

auch draußen in der Natur. Die können Sie, liebe Leserinnen

und Leser, auch im Rahmen eines bayernweiten

Pilotprojekts genießen. Wobei in dieser Frühjahrsausgabe

auch Kultur keinesfalls zu kurz kommt.

Wir verlosen Tickets für Klassik, Electro, Freilichtspiel

und Wohnzimmerkonzert. Losglück wünscht an dieser

Stelle,

Ihr Johannes Schelle

> > > AUS DEM INHALT

Seite 4

Das Erbe der Kelten und

Germanen — rund ums

diesjährige Maibaumaufstellen

Seite 6

Mit ganz spezieller

Thermik — Deutschlands

schönster Flugplatz

Seite 9

Schlagerstar Michael

Holm im großen Interview

auf der Roten Couch

Seite 14

Salzhalle, Hackgut und

Wetterstation — spannende

Einblicke in Straßenmeisterei

Seite 16

Qualvoller Tod:

Über Wildrisse durch

freilaufende Hunde

Seite 18

Zum Besohlen von

Schuhen: Einsendungen

bis aus der Schweiz

Seite 20

Von wegen Weilheim-

Schongau — über den

wahren Pfaffenwinkel

Seite 26

Das Werk der Besessenen:

Über leistungsorientierten

Nachwuchsfußball

Seite 30

Kulturelle Bereicherung:

Zwei rührige Vereine mit

ein und demselben Ziel

Seite 34

Für Haar, Körper, Geist

und Seele — der etwas

andere Friseur

Seite 36

Bayernweites Pilotprojekt

des AELF Weilheim: Ein

Waldspaziergang mit Ton

Seite 40

Kirche Kunterbunt:

Eine neue Form

von Gottesdienst

Seite 42

Brechmühle, Trokar, Breitbeil:

Einzigartige Einblicke in

abgelegenen Bauernhof

ab Seite 50

Welfs Erbe — ein historisches

Freilichtspektakel auf

Kopfsteinpflaster

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mai / juni 2026 | 3


Gelebte Tradition trotz strenger Auflagen

Das Erbe der Kelten

und Germanen

Altlandkreis | Der Brauch des Maibaumaufstellens

ist kein rein bayerischer,

dafür ein uralter. Seine

Ursprünge reichen zurück bis in

die Zeit der Kelten und Germanen,

die in etwa 500 Jahre vor Christus

gelebt haben. Insofern ein heidnischer

Brauch mit schon damals

großer und zu heute sehr ähnlicher

Symbolkraft: Das Aufstellen

junger Bäume, oft Birken oder

Tannen, verkörperte einst Fruchtbarkeit,

den Sieg über zurückliegende

harte Winter, darüber hinaus

sollte es Glück bringen und ein

aufblühendes Frühjahr einläuten.

Auch interessant: Dass der Begriff

„Maibaum“ sich nicht direkt vom

Monat Mai, sondern vom althochdeutschen

„Maien" ableitet – Maien

ist ein Begriff für grüne Zweige

und junge Bäume. Die erste historische

Erwähnung dieses schönen

Brauchs, wie wir ihn in Deutschland

bis heute kennen und pflegen,

geht letztlich auf das Jahr 1224 und

die nordrhein-westfälische Stadt

Aachen zurück. Seither hat sich das

Maibaumaufstellen insbesondere

im südlichen Deutschland sowie

alpenländischen Raum stark verbreitet

und manifestiert. Auch hier

im bayerischen Oberland werden

seit rund 300 Jahren in beinahe allen

Dörfern und Städten alle paar

Jahre Maibäume neu aufgestellt.

Als wir von „altlandkreis“ vor wenigen

Wochen alle hiesigen Rathäuser

angeschrieben und nach

diesjährigen Terminen befragt

hatten, klingelte kurz darauf das

Telefon. „Wir stellen heuer keinen

auf, schneiden dafür unseren alten

um – nach nur zwei Jahren.“ Die

Aussage kam von Kinsaus Bürgermeister

Marco Dollinger, der damit

ganz bewusst auf die Kehrseite dieses

schönen Brauchs aufmerksam

machen möchte: Immer strengere

Auflagen und damit verbundene

Kosten, die es Gemeinden und Ehrenamtlichen

nicht leicht machen,

diese zweifelsohne schöne Tradition

aufrechtzuerhalten.

Gutachter kostet

2 000 Euro

Sobald ein neuer Maibaum fachgerecht

verankert steht, greift

für die Eigentümer oder Verantwortlichen

des Baumes die Verkehrssicherungspflicht.

Heißt: Der

Baum muss erstmals nach einem

Jahr Standzeit von einem Fachkundigen

mit Holzexpertise, zum

Beispiel Schreiner oder Zimmerer,

auf Standsicherheit kontrolliert

werden. Nach zwei Jahren

Standzeit reicht der fachkundige

Handwerker vor Ort nicht mehr

aus, muss der Baum durch einen

Sachkundigen geprüft werden. Das

sind Männer oder Frauen, die beispielsweise

bei der Versicherungskammer

Bayern im Rahmen eines

Maibaum-Seminars gezielt geschult

wurden. Nach drei Jahren ist

diese Kompetenz nach deutschem

Gesetz ebenfalls nicht mehr ausreichend,

muss der Maibaum nun

durch einen öffentlich bestellten

Holz-Sachverständigen (Gutachter)

kontrolliert werden. Der kostet in

etwa 2 000 Euro. Angenommen,

ein Dorf reizt die maximal erlaubte

Standzeit eines Maibaums

von fünf Jahren

aus, summiert

sich da kostentechnisch

für das dritte,

vierte und fünfte Jahr

so einiges auf. Hinzu

kommt, dass der Brauch des

Maibaumaufstellens jede Menge

Freizeit und Manpower abverlangt.

Zunächst muss der perfekte

Baum – kerzengerade, gesund

und oft über 30 Meter lang – gefunden

und im Idealfall schon im

November des alten Jahres bei

abnehmendem Mond geschlagen,

entastet, entrindet und getrocknet

werden. Später wird der Baum aus

dem Wald geholt und an einem

geheimen Ort – meist in Gewerbehallen

oder landwirtschaftlichen

Gebäuden – eingelagert. Von da

an heißt es. Wache schieben! Jeden

Tag, rund um die Uhr! Denn

der Brauch des Maibaumstehlens

ist unter hiesigen Landjugenden,

Burschenvereinen und Trachtenvereinen

mindestens so beliebt

wie das Aufstellen des Baumes

an sich. So mancher Brauchtumsenthusiast

nimmt sich für diese

Zeit sogar den Jahresurlaub.

Aufstellung

noch von Hand

Wenige Wochen vor dem Aufstelltermin

am 1. Mai muss der

Baum schließlich final bearbeitet

und gestaltet werden – einige

verpassen dem Stamm einen

weiß-blauen Anstrich, zum

Teil sogar als Rautenmuster.

Darüber hinaus

werden frischrenovierte i oder gar

neu gefertigte Zunfttaferl angebracht

– letztere bilden Handwerk,

Brauchtum, Vereine und Gemeindewappen

in Form von kunstvoller

Malerei ab. Auch hier sind oft

professionelle Maler am Werk,

was auch mit einem gewissen finanziellen

Aufwand verbunden ist.

All das hat die Kinsauer bereits vor

fünf Jahren dazu bewogen, ihren

Baum eigenverantwortlich nach

jeweils zwei Jahren zu fällen, um

sich so Kosten, Bürokratiewahnsinn

und auch Verantwortungslast

zu ersparen. Aufgeben möchten

sie diese Tradition aber nicht. „Wir

versuchen den fünfjährigen Turnus

beizubehalten.“ Heißt: In Kinsau

steht die kommenden drei Jahre

kein 36 Meter langer Maibaum,

wird 2029 wieder ein neuer aufgestellt.

Dafür haben die Lechrainer

heuer die Qual der Wahl, sich

das Aufstellspektakel in anderen

Gemeinden anzuschauen. Der

Redaktion wurden jede Menge

Termine aus Weilheim-Schongau

sowie den umliegenden Landkreisen

Starnberg, Landsberg am Lech,

Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen

gemeldet. Die meisten davon

sogar mit dem Hinweis, dass noch

traditionell von Hand und mit einem

kräftigen „Hau ruck!“ aufgestellt

wird.

js

4 | altlandkreis


> > > MAIBAUM-FESTE AUF EINEN BLICK

ALTENSTADT: Freitag, 1. Mai, um 13

Uhr am Maibaumplatz gegenüber

der Raiffeisenbank. Weißwurst-

Frühschoppen bereits um 11 Uhr in

beheiztem Zelt, ab Mittag Leberkäse,

Grillgut, Kaltgetränke aus Weizenwagen.

Aufstellung via Autokran.

Es spielt die örtliche Blaskapelle.

Hervorzuheben: Versteigerung von

Möbeln, geschreinert aus altem

Maibaum.

BAD BAYERSOIEN: Freitag, 1. Mai, ab

10.30 Uhr in der Brandstatt (Ortsmitte),

organisiert vom Trachtenverein

„Ammertaler“. Aufstellung traditionell

von Hand, musikalisch umrahmt

von der örtlichen Blaskapelle. Für

leibliches Wohl ist bestens gesorgt.

BIRKLAND: Freitag, 1. Mai, ab 12 Uhr

mit Umzug zum Gasthof Neuwirt

(Birkland 44). Organisiert von der

Landjugend. Aufstellung von Hand,

via Autokran gesichert. Es wird gegrillt

und es spielen die Birkländer

Musikanten.

ECHERSCHWANG (bei Bernbeuren):

Samstag, 2. Mai, ab 13 Uhr mit kleinem

Umzug zum Aufstellplatz, musikalisch

umrahmt von der Musikkapelle

Bernbeuren. Aufstellung durch

Verein „Dorfleben“ von Hand, bei

Regen via Kran. Für Speis und Trank

ist gesorgt.

EPFACH: Freitag, 1. Mai, ab 12.30

Uhr an der Via Claudia, organisiert

von Trachtenverein und Landjugend.

Aufstellung „von allen Epfacher

Männern“ von Hand. Musikalische

Umrahmung übernimmt der Musikverein

Denklingen. Außerdem

geboten: Speis, Trank und Auftritte

der Trachtler.

LEEDER (im Fuchstal): Freitag, 1. Mai,

ab 13.30 Uhr an der Hauptstraße 40

im Ortsteil Leeder, organisiert vom

dortigen Maibaumverein. Aufgestellt

wird von Hand. Es spielt die

örtliche Musikkapelle. Kulinarisch

geboten: Ochsenfetzen, Rahmfleckerl,

Kässpatzn, Bratwürste.

HOHENPEISSENBERG: erst am Sonntag,

10. Mai, gegen 10 Uhr mit Festzug

vom Hetten zum Schächen, Hauptstraße

40. Veranstalter ist der Trachtenverein

Bayerischer Rigi. Aufstellung

bei schönem Wetter von Hand, bei

schlechtem via Kran. Musikalisch umrahmt

die Knappschafts- und Trachtenkapelle.

Außerdem: Auftritte der

Trachtenjugend, Mittagessen, Kaltgetränke

sowie Kaffee und Kuchen.

LUDENHAUSEN: Freitag, 1. Mai, im

Zentrum des Dorfes mit Start um 8 Uhr

durch Schießen der Böllerschützen.

Aufstellung durch Jugendclub von

Hand, gesichert mit Kran. Danach:

Große Maifeier am oder im Happerger

mit Speis, Trank und musikalischer

Umrahmung der Reichlinger

Blaskapelle.

RETTENBACH A. AUERBERG: Freitag,

1. Mai, ab 9.30 Uhr Nähe Rathaus,

Dorfstraße 1. Aufgestellt wird via Autokran.

Die örtliche Blaskapelle sorgt

für musikalische Umrahmung. Für

Getränke, warme Speisen sowie Kaffee

und Kuchen ist gesorgt.

ROTT: Freitag, 1. Mai, um 13 Uhr am

Aufstellplatz in der Weilheimer Straße

gegenüber Hausnummer 8. Aufstellung

durch Trachtenverein und Dorfbewohner

von Hand, musikalische

Umrahmung der örtlichen Musikkapelle.

Für Speis und Trank ist gesorgt.

SCHWABSOIEN: Samstag, 2. Mai, an

der Ecke Kaufbeurer/Füssener Straße,

organisiert von der örtlichen Landjugend.

Es spielt die Blaskapelle. Für

leibliches Wohl ist bestens gesorgt.

STEINGADEN: Freitag, 1. Mai, auf dem

Marktplatz, beginnend um 11 Uhr mit

einem Frühschoppen im frischrenovierten

Gasthof Post. Aufstellung um

13 Uhr via Autokran. Anschließend

musikalisches Huagarten in der Post

mit Auftritten von Trachtenjugend und

Goaßlschnalzern. Es wird gegrillt, gibt

Kaffee und Kuchen. Abschließend:

Ausklang in der Post mit der Kerschla-

Musi.

I

II

Musik im Pfaffenwinkel

Konzerte 2026

Sa., 30. Mai 19 Uhr, Wieskirche

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 40 in g-moll

Samuel Barber

Adagio for Strings

Ludwig van Beethoven

Messe in C-Dur

für Orchester, Chor und Solisten

So., 5. Juli 19:30 Uhr, Wieskirche

Michael Haydn

Requiem in c-moll

für Orchester, Chor und Solisten

Franz Schubert

Große C-Dur Sinfonie

III+IV Sa. + So., 5. + 6. Dezember 16 Uhr, Wieskirche

Musik zum Advent

Festliche Adventsmusik mit Gesangs- und

Instrumentalgruppen aus der Region

Kartenvorverkauf:

GAP-Ticket, www.gap-ticket.de – info@gap-ticket.de

bei München Ticket: www.muenchenticket.de

und bei Judith Huppertz, Kopierladen Copy´In, Schongau

Tel. 08861/9309098, E-Mail: s.copycenter@live.de

Veranstalter: Musik im Pfaffenwinkel Förderverein e.V.

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mai / juni 2026 | 5


An der A95 – mit Zugspitzblick und Gebirgsthermik

Deutschlands schönster Flugplatz

Murnau | Es gibt viele schöngelegene

Sportflugplätze im bayerischen

Oberland. Der südöstlich

von Murnau toppt sie landschaftlich

aber alle. Wer dort mit Segelflieger,

Motorsegler oder Ultraleichtflugzeug

abhebt, hat bereits

beim Startvorgang Deutschlands

höchsten Berg im Blick. Manchmal

zumindest. „Prinzipiell starten und

landen wir in beide Richtungen –

grundsätzlich heben wir aber

immer gegen den Wind ab, was

meistens Richtung Norden der

Fall ist, insofern mit Zugspitze im

Rücken“, erklärt Stefanie Brockelt,

Pressesprecherin der Sportsegelfliegergruppe

Werdenfels,

die an dieser Stelle ein

weiteres Alleinstellungsmerkmal

des

Sportflugplatzes Ohlstadt, so der

offizielle Name, hervorheben

möchte: „Wir stellen den einzigen

Flugplatz in der Region, der nicht

vor oder an, sondern bereits in

den Bergen liegt.“ In der Tat ist

die 1 000 Meter lange und acht

Meter breite Start- und Landebahn

aus Asphalt regelrecht eingebettet

von Herzogstand und Heimgarten

im Nord-Osten, von Krottenkopf

und Estergebirge im Süd-Osten,

vom Wettersteinmassiv im Süden

sowie von den etwas weiter südwestlich

liegenden Ammergauer

Voralpen mit Laber, Aufacker und

Hörnle. Landschaftlich betrachtet

insofern eine glatte Eins. Aus Sicht

der Segelflieger jedoch vor allem

aufgrund der dort außergewöhnlichen

Thermik reizvoll. „Während

von anderen Sportflugplätzen erst

einige Flugkilometer in

Aus dem Flieger auf fden Segelflieger: In diesem Falle mit Blick in Richtung

der gebirgsabgewandten Seite, direkt auf den Pfaffenwinkel.

Richtung Gebirge zurückgelegt

werden müssen, um die begehrte

Gebirgsthermik zu erreichen,

herrscht sie hier bei uns bereits

vom Start weg.“ Mit Thermik ist

nach oben strömende Luft gemeint,

über die ein Segelflieger

sich frei von motorischer

Unterstützung immer

weiter gen

Himmel

schrauben kann. Passendes Wetter

vorausgesetzt, gibt es diesen Aufwind

auch im Flachland. In und

zwischen den Bergen aber ist er

um ein Vielfaches stärker. Wobei

das, was Segelflieger-Piloten lieben,

für den untenstehenden Zuschauer

nicht wirklich erkennbar

ist. „Vom Boden betrachtet sieht

alles gemütlich, fast schon langweilig

aus.“ Im Flieger sitzend,

reiße die Gebirgsthermik jedoch

regelrecht an den

Tragflächen

des Fliegers.

„Man spürt so richtig, wie der

Flieger nach oben gehoben wird,

erfährt das intensive Gefühl der

Beschleunigung, spürt die Kraft

der Natur.“ An dieser Stelle von

Vorteil: Ein stabiler Magen.

Großer Hangar

mit 22 Fliegern

Gebaut wurde der Flugplatz der

Sportfliegergruppe Werdenfels vor

gerade einmal 15 Jahren. Zuvor

flogen die Aktiven unter dem Namen

„Werdenfelser Segelflieger“

von einem kleineren Flugplatz mit

Start- und Landebahn bei Eschenlohe.

Der befand sich allerdings

auf einem Teil des Murnauer Mooses,

musste aus Naturschutzgründen

zurückgebaut werden. „Dass

wir als Ersatz die Fläche hier erwerben

konnten, ist natürlich ein

riesengroßes Glück für uns gewesen“,

schwärmt Stefanie Brockelt

hier im Namen aller 260 Vereinsmitglieder,

von denen derzeit 110

aktiv sind. „Unsere ältesten Piloten

sind über 80, die jüngsten im

Rahmen unserer vereinseigenen

Flugausbildung erst 14.“ Sie kommen

aus Murnau, aber auch aus

6 | altlandkreis


Auch Doppelsitzer-Segelflieger finden sich am Sportflugplatz Ohlstadt.

Ideal für Rundflüge, aber auch zum Reinschnuppern in die Fliegerei.

Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz,

Weilheim, vereinzelt bis aus der

Schongauer Ecke, Augsburg oder

München. Letztere profitieren von

der einzigartigen Lage des Flugplatzes

im Grunde dreifach: neben

Zugspitzblick und Gebirgsthermik

verläuft die Start- und Landebahn

parallel zu Deutschlands bekanntester

Raser-Autobahn, der A95.

Insofern sind es, je nach Verkehr

und Witterung, nur 30 bis 45 Autominuten

von der Landeshauptstadt

bis zum Flugplatz. Zu sehen

ist der Flugplatz von der Autobahn

aus allerdings nicht – obwohl

nur wenige Meter Luftlinie

dazwischenliegen und auch das

Rauschen des Verkehrs deutlich

zu hören ist, verhindert ein sanfter

Hügel, bepflanzt mit Bäumen und

Sträuchern, die Sicht auf Start- und

Landebahn, Restaurant mit Panoramaverglasung

und großem Hangar

mit Platz für bis zu 22 Fliegern.

Darüber hinaus wird eine weitere,

große Freifläche als Parkplatz für

Fluganhänger genutzt, eine mit

Kies aufgefüllte Fläche als Parkfläche

für Pkw, und auch die Luftrettung

„Christoph Murnau“ nutzt das

Areal zum Üben des Winchens.

Auch auffallend beim Betrachten

des Geländes: Ein großer, alter,

jedoch zu zwei Dritteln eingestürzter

Bauernhof. „Das Wohnhaus

vorne ist unversehrt, wird von uns

auch als erweitertes Vereinsheim

für beispielsweise Grillabende an

lauen Sommerabenden genutzt.“

Der Rest müsste jedoch dringend

saniert werden. Denkmalschutzauflagen

verhinderten dieses kostenintensive

Unterfangen bis

mai / juni 2026 | 7


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Blick auf Hangar, Restaurant und Landebahn.

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dato. Ansonsten aber ist der Flugplatz

nicht nur aufgrund seiner

romantischen Lage mit Bergblick

in einem Topzustand – und dementsprechend

auch bei Nichtmitgliedern

des Vereins sehr beliebt.

700 Kilometer

ohne Motor

Den Sommer über kommen Urlauber

mit Campern und Flugschein

aus ganz Deutschland, um

dieses seltene Angebot der Gebirgsthermik

ab Start zu nutzen.

Stefanie Brockelt, auch erfahrene

Segelflugschein-Ausbilderin, hat

inzwischen 11 000 (!) Flüge hinter

sich. „Gibt nix Schöneres, macht

süchtig – allen voran hier in der

Region, wo du mit Bergen, Seen,

Flachland und den Vierjahreszeiten

landschaftlich und farblich so

ziemlich alles hast.“ Einen Nachteil

hat dieser Standort an den

Bergen aber doch: Dass Lärm,

der von motorisierten Fliegern

ausgeht, etwas deutlicher zu

hören ist. „Deshalb haben wir

unser traditionelles, benzinbetriebenes

Schleppflugzeug, die Robin

DR 400, durch ein topmodernes

Ultraleicht-Schleppflugzeug ersetzt.“

Darüber hinaus besitzt

der Verein einen leistungsfähigen

Doppelsitzer-Segelflieger,

zehn Segelflugzeuge mit einem

Sitzplatz sowie einen Motorsegler.

Heißt: Wer fliegen möchte,

braucht nicht zwingend einen eigenen

Flieger, sondern kann ihn

kostengünstig leihen. 450 Euro

zahlt ein aktives, erwachsenes

Mitglied pro Jahr. Schüler und

Studenten lediglich 150 Euro – und

die bekommen, erlaubt ab 14 Jahren,

im Rahmen dieses Jahresbeitrags

sogar die Grundausbildung

zum Segelfliegen beigebracht.

„Günstiger geht’s wahrscheinlich

nicht“, betont Stefanie Brockelt,

deren großes Ansinnen es schon

immer war, dass möglichst allen

Menschen das Fliegen ermöglicht

wird – dem erfolgreichen

Top-Unternehmer mit Millionen

auf dem Konto ebenso wie

dem einfachen Arbeiter aus der

unteren Mittelschicht. Entsprechend

bereichernd sind auch die

Begegnungen am Flugplatz. „Wir

kommen schulisch, beruflich und

familiär aus den unterschiedlichsten

Verhältnissen, haben vom

Millionär über Arzt, Handwerker

und Pfleger wirklich alles im Verein

– und teilen aber auch allesamt

die gleiche Leidenschaft.“

Das verbinde, egal ob reich oder

eher arm. Noch schöner ist in Brockelts

Augen nur das Fliegen an

sich. Ihre Lieblingsroute: „Von hier

bis in die Schweiz.“ Sie segelte

schon an den Graten der berühmten

Viertausender Piz Bernina

und Piz Palü entlang, war sogar

schon über dem Aletschgletscher.

„Da reden wir dann von insgesamt

knapp 700 Kilometern und

siebeneinhalbstunden Flugzeit.“

Wohlgemerkt alles mit dem Segelflieger,

also ohne motorische Unterstützung.

„Es gibt von unserem

Platz aus auch gelegentlich Flüge

mit über 1 000 Kilometern Strecke

und zwölf Stunden Flugzeit.“ Pinkelpause?

„Fehlanzeige – hilfreich

kann hier das Tragen einer Windel

sein“, so Stefanie Brockelt, die am

Ende eines derart langen Fluges

schon froh ist, wieder unbeschadet

am Ausgangspunkt angekommen

zu sein. Hier am mit schönsten

Flugplatz Deutschlands. Mit

Zugspitzblick und Gebirgsthermik

vom ersten Meter. js

8 | altlandkreis


Auf der Roten Couch

Mister Mendocino

Welch große Ehre: Michael Holm hat uns mit Redakteur, Fotograf

und Roter Couch in sein privates Wohnzimmer gelassen. Die richtige Pose

vor der Kamera ist für den Schlagerstar augenscheinlich Routine. Foto: Felix Baab

mai / juni 2026 | 9


Weilheim | Er schrieb mehr als 1 000

Songs, veröffentlichte 40 Alben und

verkaufte in Summe rund 50 Millionen

Platten weltweit: Sänger,

Songwriter und Musikproduzent

Michael Holm zählt zu den erfolgreichsten

Schlagerstars überhaupt.

Wir von „altlandkreis“ hatten die

große Ehre, den heute 82-Jährigen

zuhause in Weilheim besuchen zu

dürfen. Im großen Interview auf

der Roten Couch verrät der Vater

zweier erwachsener Kinder, wie

er vom Kind der klassischen Musik

zum Genre „Schlager“ kam, wie

wild er in den 1970er Jahren gelebt

hat, dass er noch immer den

Schörghof vermisst und ob er sich

inmitten eines Weilheimer Wohngebiets

tatsächlich heimisch fühlt.

Darüber hinaus spricht der Gewinner

mehrerer goldener Schallplatten

sowie Träger des Bayerischen

Verdienstordens über seinen erfolgreichsten

Song, die Hintergründe

regelmäßiger Fitnessstudio-Besuche,

das Gemüt des Oberbayern

und warum er nach wie vor das

Rampenlicht sucht.

Herr Holm, wie viel Disziplin braucht

es, um nach wie vor so gut performen

zu können?

Die Nachkriegsgeneration, auf die

später viel Hass und Häme abgeladen

wurde, hat unglaublich viel geleistet.

Damals gab’s keine Gastarbeiter,

sondern nur die Frauen, die

Kinder, und die Männer, die nach

und nach aus dem Krieg zurückgekommen

waren. Das hat mich als

Kriegskind, geboren im Jahre 1943,

nachhaltig geprägt. Deshalb war

und ist es für mich bis heute selbstverständlich,

sich erst bemühen

und etwas leisten zu müssen, um

etwas erreichen zu können. Ob das

dann Erfolg einbringt oder nicht,

steht da noch gar nicht zur Debatte.

Achten Sie auch auf ausreichend

Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung?

Der große Vorteil hier: Das Weilheimer,

Wielenbacher und Unterhausener

Moos, hinüber bis zum

Ammersee, was von hier super

erreichbar ist. Die ausgetorften

Seen, aber auch Störche, Reiher,

Blesshühner – ich liebe es, draußen

in der Natur zu sein, sich zu

Fuß oder auf dem Fahrrad zu bewegen,

die Landschaft und Tiere

zu beobachten. Für mich ist das

sogar ein Stück weit der Sinn des

Lebens. Auf Ernährung und Schlaf

achte ich natürlich auch. Nur habe

ich leider keinen guten Schlaf, weil

ich grundsätzlich sehr schwer einschlafe.

Ist dieses Schlafproblem dem

Lebens-Rhythmus eines Schlagerstars

geschuldet?

Als Schüler wirst du zum Frühaufsteher

gezwungen, als Schlagersänger

arbeitest du eher am

Abend und in die Nacht hinein.

Im Rahmen einer Tournee hast

du oft Auftritte, die erst um 22.15

Uhr oder noch später beginnen.

Energielevel und Adrenalin sind

auch danach noch so hoch, dass

du nicht einfach von der Bühne ins

Hotelzimmer gehst und schläfst –

da brauchst du erstmal ein paar

Stunden, bis du runterkommst.

Das macht natürlich was mit dir

und deinem Schlafrhythmus. Auch

an Tagen ohne Auftritt.

Bekannt geworden sind Sie in

erster Linie als Schlagersänger,

arbeiteten aber auch intensiv als

Songwriter und Musikproduzent,

in dieser Funktion auch für andere

Künstler. Welche Rolle hat Ihnen

am meisten Freude bereitet?

Es ist beides toll. Das Singen auf

der Bühne, weil es eine sehr direkte,

persönliche, energetische Sache

ist. Wenn du dich darauf nicht richtig

einstellst, dir ein gewisses Maß

an Mindestenergie und Selbstverliebtheit

fehlt, deshalb nicht

gut genug bist, bekommst du das

anhand der Reaktion des Publikums

sofort zu spüren. Wenn es dir

aber gelingt, kannst du die Freudentränen

in den Gesichtern der

mitsingenden Fans erkennen. Das

gibt einem unglaublich viel zurück.

Aber auch das Schreiben von Melodien

und Texten war großartig,

hat mich insbesondere in meiner

erfolgreichsten Zeit in den 1970er

Jahren mit sehr viel Glück und Zufriedenheit

erfüllt.

Erlangen in unserer

85-Quadratmeter-

Wohnung, in der

wir mit sieben Personen

lebten, ein

Quartett von engagierten

Musikern –

die saßen im Kreis

und machten Hausmusik.

Das konnten

wir fünf Kinder

hautnah miterleben.

Was Sie letztlich

auch zum Musizieren

bewogen hat?

Mein erstes Geld

habe ich noch zu

Zeiten als Schüler

verdient, in dem

ich in der Martin-

Luther-Kirche in Erlangen

ein Solo von

Anton Bruckner in

C-Moll gesungen hatte – dank der

musikalischen Erziehung meines

Vaters – bei uns zuhause wurde

ausschließlich klassische Musik

praktiziert – konnte ich auch vom

Notenblatt singen. Damals war

ich frisch im Stimmbruch, was mir

eine großartige Stimme beschert

hatte. Jedenfalls bekam ich für

diesen Auftritt in der Kirche 750

Mark! In den 1950er Jahren war

das unglaublich viel Geld – ich

fühlte mich wie ein Multimillionär.

Zumal es Taschengeld bei uns zuhause

nur für meine Schwestern

gab. Mein Bruder und ich mussten

selbst schauen, wie wir zu Geld

kommen. Gelungen ist uns das mit

Singen, was obendrein wahnsinnig

viel Spaß gemacht hat. Damals

dachte ich auch zum ersten Mal:

Musik ist geil!

Die guten alten Zeiten: Michael Holm am Mikro.

Hier im Rahmen der ZDF-Hitparade.

Aus dem Lautsprecher ertönte ein

Whop babalubap, al lop bom bom –

Tutti frutti, oh Rudy!‘ Da habe ich

erstmals gehört, dass Musik nicht

nur was fürs Herz und Gehirn ist,

sondern den ganzen Körper bewegt.

Ich war vor Euphorie, Tanz

und Bewegung schweißnass, wollte

daraufhin sofort eine Gitarre. Bis

dahin spielte ich nur Querflöte.

Wie reagierte Ihr Vater damals?

Er war jahrelang enttäuscht von

mir, weil ich Richtung Schlager

und Pop gegangen bin. Erstmals

zufrieden ist er erst mit mir gewesen,

als wir mit meinem Hit

‚Tränen lügen nicht‘ eine symphonische

Aufnahme gemacht hatten –

unter anderem mit dem besten

Bachtrompeter, den es damals gab,

extra eingeflogen aus Paris.

Welch Karriere! Michael Holm vor seinen Platten und Auszeichnungen.

Wie sind Sie überhaupt zur Musik

gekommen?

Mein Vater war ein herausragender

Musiker, hatte unter anderem das

Siemens-Philharmonie-Orchester

gegründet. Ein, zwei Mal die Woche

trafen sich bei uns zuhause in

Aber wie kommt ein Kind der klassischen

Musik zu Schlagern?

So mit 14 Jahren, wo man altersbedingt

ohnehin bereit ist für Neues,

besuchte ich einen Klassenkameraden,

der einen mir bis dato

unbekannten Radiosender hörte.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits

klar, dass Sie mit Musik Karriere

machen. Hatten Sie trotzdem einen

beruflichen Plan B in der sprichwörtlichen

Tasche gehabt?

Dass ich beruflich etwas mit Musik

zu tun haben möchte, war mir in

10 | altlandkreis


der Tat früh klar. Dass ich damit

auch Karriere machen kann, allerdings

erst seit ‚Mendocino‘.

Aber ohne diesen Erfolg wäre ich

sicherlich nicht verhungert und

einer derjenigen gewesen, die

in ihrer Verzweiflung nur noch

in der Lage gewesen wären, Mist

zu schaufeln. Jura, was ich sechs

Semester in Berlin und Erlangen

studierte, machte mir auch Spaß –

bis es mit Verwaltungs- und

Staatsrecht losging. Das war so

öde für mich, dass ich mein Studium

abgebrochen hatte. Als mir

dann der Millionen-Seller Mendocino

gelungen war, wurde mir

endgültig klar: Weiterschreiben,

mehr produzieren, mit guten Leuten

zusammenarbeiten, aber auch

immer demütig bleiben.

Wie meinen Sie das mit „demütig

bleiben“?

Bei jedem neuen Projekt wieder

bei null anzufangen und sich nie

auf bisher Erreichtem auszuruhen

und zu glauben, dass es in Zukunft

leichter wird. Wenn du das

tust, hast du schon verloren. An

dieser Stelle hilfreich: Ein gewisses

Mindestmaß an Intelligenz,

um genau das zu erkennen. Oder

gute Freunde und Bekannte, die

entscheidenden Einfluss auf einen

haben, die einen auf den Boden

der Tatsachen wieder zurückholen,

die einen erden.

Ihr Lied „Mendocino“ wurde sogar

zu einem der größten deutschsprachigen

Hits überhaupt. Haben Sie

zum Zeitpunkt der Erscheinung

im Jahre 1969 geahnt, dass dieser

Song derart durch die Decke geht

und auch Jahrzehnte später überall

gesungen wird?

Damals sagte ich zu Giorgio Moroda,

den im Übrigen auch ich in

die Branche brachte: „Weißt Du,

ich habe für einige Sänger riesige

Hits geschrieben, die gut verkauft

wurden. Aber wenigstens einmal

im Leben möchte ich mit einem

Hit 100 000 Platten verkaufen.“ Das

A und O, damit dir das gelingen

kann: Du musst das Herz der Leute

erreichen. Nur dann kaufen sie

auch eine Platte. Bei ‚Mendocino‘

ist mir das gelungen.

‚Barfuß im Regen‘ (1970), ‚El Lute‘

(1972), ‚Baby Du bist nicht allein‘

(1973) oder ‚Tränen lügen nicht‘

(1974): Laut KI-gestützter Recherche

schrieben Sie in Summe mehr

als 1 000 (!) Songs, veröffentlichten

40 Alben und verkauften (weltweit)

mehr als 50 Millionen Tonträger.

Wie stolz sind Sie heute auf das,

was Sie geleistet und erreicht haben?

Ich bin mir durchaus bewusst, dass

ich in Zeiten meines Lebens sehr

erfolgreich war. Das gibt mir bis

heute ein sehr gutes Selbstwertgefühl.

Allerdings würde ich diesen

Erfolg nicht als mein Schicksal

betrachten. Elvis hatte 380 Millionen

verkaufte Platten. Und hier

in Deutschland war zu meiner

Hoch-Zeit Roy Black der absolute

Superstar – wenn der krank war,

versammelten sich seine Fans wochenlang

um das Krankenhaus, in

dem er lag.

Hätten Sie sich diesen Hype nicht

auch gewünscht?

Roy war so populär, dass es nicht

mehr angenehm war. Nur ein Beispiel:

Er kaufte in München Unterhosen

ein, wird erkannt, es ertönte

ein lauter Schrei seines Namens –

Rooooyyyy! – und alle im Kaufhaus

stürmten in den dritten Stock hinauf.

Er konnte sich gerade noch

in die Toilette retten, musste dann

eine halbe Stunde warten, bis ihn

die Feuerwehr mit einer Leiter

über das Toilettenfenster befreien

konnte.

Was passiert, wenn Sie in Weilheim

einkaufen?

Das ist total angenehm. Ab und

zu kommt mal im Vorbeigehen

ein „ah, da Mendocino, wia geht’s

da?“. Dann ich: Guad geht’s ma!

Dann er: „Super!“ Mehr ist es

nicht, was ich an dieser Gegend

hier schon immer sehr geschätzt

habe.

Sind Sie überhaupt regelmäßig

draußen, oder scheuen Sie die Öffentlichkeit

eher?

Selbstverständlich. Ich bin nicht

nur regelmäßig Einkaufen, Spazieren

oder Radfahren, sondern auch

zwei Mal die Woche im Fitnessstudio.

Da sind zwar die Buben, die

viel knackiger aussehen als meine

zwei Freunde und ich. Aber uns

geht es natürlich nicht mehr darum,

Olympiabewerbe gewinnen zu

können.

Wofür trainieren Sie?

In erster Linie, um möglichst lange

in der Lage zu sein, selbstbestimmt

leben zu können. Alles, was du

nicht benutzt, wird abgebaut. So

ist die Natur nun mal. Ich kenne

80-Jährige, die kaum noch laufen

können. Genau das möchte ich

nicht.

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mai / juni 2026 | 11


Wie froh sind Sie, den Peak Ihrer

Karriere in den 1970er Jahren gehabt

zu haben und nicht im heutigen digitalen

Zeitalter, wo Streamingdienste

sehr viele gute Musiker um Lohn und

Brot bringen?

Da bin ich wirklich froh. Meinen

Song ‚Tränen lügen nicht‘ haben

Sonia Liebing, Mickie Krause, Ramon

Roselli und ich erst vergangenes

Jahr in der Show von Giovanni

Zarella gesungen – da haben wir

inzwischen auch mehr als elf Millionen

Klicks, was schön ist. Aber

hey! Elf Millionen verkaufte Platten

für ‚Mendocino‘? Das ist greifbar,

das ist geil!

Stimmt es eigentlich auch, dass Sie

einer der ganz wenigen Künstler

sind, der die Rechte an seinen Songs

bis heute komplett bei sich selbst hat?

Nur als Autor, nicht als Verleger.

Ich habe zwar einen eigenen Musikverlag,

über den wir unter anderem

‚Barfuß im Regen‘, ‚Nur ein

Kuss, Maddalena‘ oder Songs wie

‚El Matador‘ herausgebracht hatten.

Aber die ganz großen Hits wie

‚Musst Du jetzt gerade gehen, Lucille?‘,

‚Wart auf mich‘ oder ‚Mendocino‘

waren letztlich Copyrights

aus Amerika oder Italien. Insofern:

Für einen Teil meiner Songs ja, bei

vielen aber auch nicht.

Dennoch konnten Sie gut davon leben?

Insbesondere in den 1970er Jahren

haben wir alle wahnsinnig verdient.

Lassen Sie uns beim Thema Vermarktung

bleiben: Wie wichtig ist an

dieser Stelle Ihr Künstlername?

Er dient vor allem zu Schutz der

Privatsphäre. Nicht nur meine eigene

betreffend, sondern auch die

meiner Eltern und Geschwister,

was insbesondere zu Hoch-Zeiten

meiner Karriere wertvoll war.

Wobei Sie wahrscheinlich mit Ihrem

bürgerlichen Namen ohnehin

kaum ein Mensch kennt?

Selbst hier bei mir zuhause bin

ich nur Michael Holm und nicht

Lothar Bernhard Walter. Erfunden

habe ich den Namen bereits

in den 1960er Jahren, geprägt von

verschiedenen Einflüssen. Mein

Geburtsort Stettin zum Beispiel

war über 200 Jahre hinweg von

den Schweden besetzt. Darüber

hinaus führte meine erste Reise

nach dem Abitur, gemeinsam mit

zwei Freunden, in einem VW-Käfer,

durch Schweden bis nach Stockholm.

Dieser Roadtrip hat mir sehr

gut gefallen, daher Holm. Und Michael,

weil der Name bereits beim

Aussprechen schon so klingt als

würde man ihn singen. Weil Erzengel

Michael eine äußerst positive

Erscheinung war. Und weil der

damalige Schlagerkönig Michael

Jari hieß.

Wie sah der Alltag des „markenrechtlich

geschützten“ Michael

Holm zu dessen absoluten Hoch-

Zeiten aus?

Wenn man jung ist, hält man Vieles

aus. In den 1970er Jahren war

es völlig normal, dass von morgens

um elf bis nachts um drei Uhr gearbeitet

wurde. An Tagen, an denen

wir nur bis 23 Uhr tätig waren,

ging’s danach noch zum Partymachen,

oft die ganze Nacht durch,

bis morgens um neun Uhr. Dann ab

nach Hause, unter die Dusche, und

ohne Schlaf wieder ins Studio, das

damals in München-Allach war.

Feierten Sie viele wilde Partys?

In den Studios nicht, aber bei mir

Zuhause, wenn man nach zwei Tagen

Hitparade heimkam, nahezu

immer. Ich hatte da in München

eine sehr schöne Villa mit 230 Quadratmetern

Wohnfläche und einem

riesengroßen Wohnzimmer, wo

man super feiern konnte. Der Keller

war voll mit Bier und Schnaps.

Und ich hatte diesen einmaligen

General-Electric-Eisschrank, aus

dem Eiswürfel, Crushed Ice und

Eiswasser rauskamen. Auch der

war super zum Partymachen.

Von elf bis drei Uhr im Studio, exzessive

Partys, hinzukommend die

viele Reiserei, kreischende Fans,

Boulevard-Journalisten, Paparazzi:

Viele Stars kommen mit diesem

Lifestyle nicht lange klar, stürzen

regelrecht ab.

(lacht) Mein Motto war lange Zeit:

Der Journalist ist der natürliche

Feind des Künstlers, weshalb ich

denen gegenüber in gewisser Weise

sehr vorsichtig war. Nachdem

ich aber einige ganz gut kennengelernt

hatte, änderte sich mein

Bild ein bisschen. Und wegen der

Gefahr, abzustürzen: Unter meinen

Berufskollegen sind Freundschaften

entstanden. Wir waren viel bei

mir, ich insofern nie allein und die

Zeit entsprechend eine wunderbare.

Als dann meine Frau Bimbi

in mein Leben kam, mit der ich

inzwischen seit 43 Jahren zusammen

bin, wurde es in geregeltere

Bahnen gelenkt – fortan waren wir

an den Wochenenden beinahe nur

noch draußen auf dem Land.

So sehr, dass Sie fest aufs Land ziehen

wollten?

Die Überlegung ging Anfang der

1980er los, als wir oft bei Freunden

in Seeshaupt waren, die Pferde

hatten – in dieser Zeit lernte ich

sozusagen reitend das wunderschöne

Oberland kennen, schätzen

und lieben. Bimbi und ich suchten

letztlich über fünf Jahre hinweg

nach dem für uns ideal geeigneten

Hof. Das war gar nicht so leicht – je

mehr Anwesen wir uns angesehen

hatten, desto genauer wussten wir,

was wir nicht wollten.

Dann aber entdeckten Sie Gut

Schörghof, östlich von Weilheim?

Ich habe immer von einem bauernhofmäßigen

Anwesen geträumt,

das nicht zu schick und fancy ist.

Genau das war der Schörghof.

Dort lebten Sie stolze 20 Jahre lang.

Vermissen Sie ihn?

Ganz ehrlich: Ja. Manchmal träume

ich sogar noch von ihm.

Für sein herausragendes Engagement im Bereich „Unterhaltung“ hat

Michael Holm im Juli 2025 den Bayerischen Verdienstorden erhalten.

Warum verkauften Sie ihn?

Meine Frau Bimbi war die Wichtigere

am Schörghof – während

ich meine vier bis sechs Wochen

in Amerika war und produzierte,

kümmerte sie sich um den Hof, um

die Pferde. Irgendwann waren die

Arbeit und der finanzielle Aufwand

schlichtweg zu groß für uns.

Trotzdem sind Sie Ihrer Wahlheimat

treu geblieben, leben seit 2008

inmitten eines Weilheimer Wohngebiets,

ganz klassisch in einem

Einfamilienhaus mit Garten.

Mit dem Haus hier haben wir Riesenglück.

Allein deshalb, weil die

Nachbarn richtig sympathisch sind.

Manchmal radeln wir gemeinsam

nach Raisting zum Weißwurstfrühstück

oder grillen in einem unserer

Gärten. Und wir haben hier sehr

viele Kinder allen Alters. Besser

hätten wir es kaum erwischen

können.

Wir fassen zusammen: Geboren im

deutsch-polnischen Stettin, aufgewachsen

in Erlangen, studiert

in Berlin, gelebt und gearbeitet in

München, jedoch seit vielen Jahren

in Weilheim lebend. Fühlen Sie sich

hier im Herzen des Pfaffenwinkels

inzwischen auch heimisch?

Freilich. Als wir entschieden haben,

Gut Schörghof zu verkaufen,

wollte ich gar nicht mehr in eine

andere Region ziehen, sondern

hier in Weilheim bleiben. Hier

fühle ich mich auch deshalb so

wohl, weil der Oberbayer ganz

generell ein sehr angenehmer

Menschenschlag ist. Er läuft nicht

mit angeborenem Minderwertigkeitskomplex

durch die Gegend,

ist dadurch immer selbstbewusst

und in sich ruhend. Deshalb gibt

es hier auch kein Gekreische und

Getatsche. Auch nicht einem Prominenten

gegenüber.

Umso interessanter, dass Sie nach

wie vor das Rampenlicht suchen.

Warum?

Finanziell betrachtet müsste ich

es nicht mehr machen. Doch

wenn die Gage stimmt, was auch

wichtig ist für mein Selbstwertgefühl,

habe ich nach wie vor

großen Spaß, auf der Bühne zu

stehen, professionell zu singen

und zu performen. Ein weiterer

guter Grund: Sobald ich auf

der Bühne stehe, kommt in mir

ein unbeschreibliches Energielevel

hoch. Das möchte ich nicht

missen. Darüber hinaus geht es

schon auch um die Pflege mei-

12 | altlandkreis


nes Images vor dem Hintergrund,

dass nicht nur für dieses Jahr

mehrere Auftritte geplant sind,

sondern auch was Größeres für

2027.

Spannend. Was genau?

Das Projekt für 2027 darf ich leider

noch nicht verraten.

Und dieses Jahr?

Geht’s unter anderem zweimal

auf ein Schiff, einmal auf eine

große Veranstaltung für einen

wohltätigen Zweck, dann auf

Kleintournee mit Stefan Mross

und unter anderem auch auf den

einen oder anderen Galaabend.

Wie bereiten Sie sich auf diese Auftritte

vor?

Früher saß ich beinahe jeden Tag

am Piano, habe dazu gesungen.

Heute mach ich das nur noch selten.

Ich praktiziere mein Können

quasi nur noch auf der Bühne –

und hole mir die dafür notwendige

körperliche Fitness eben im

Sportstudio, beim Radeln, beim

Spazieren.

Brauchen Sie auch kein gezieltes

Training für Ihre Stimme?

Die hat sich natürlich verändert mit

zunehmendem Alter. Ab und an

mache ich auch noch die Übungen,

die mir früher mal ein sehr guter

Gesangslehrer, ein ungarischer Tenor

und Professor, beigebracht hat.

Aber wenn ich Gas gebe, bin ich

nach wie vor gut drauf – auch ohne

gezieltes Training.

Wenn Sie Ihre Auftritte von heute

mit denen aus den 1970er Jahren

vergleichen. Was hat sich am meisten

geändert?

Die Reiserei zu den Veranstaltungen,

die heutzutage viel unangenehmer

ist – die Autobahn ist zu

voll, auf die Eisenbahn kannst du

dich nicht mehr verlassen und im

Flugverkehr musst du mittlerweile

auch hoffen, rechtzeitig oder überhaupt

anzukommen. Auch dieses

Durchschleusen von Menschenmassen

hat es damals noch nicht

gegeben.

Was sich von damals zu heute nicht

verändert hat: Ihre Leidenschaft für

den FC Bayern München. Erst vor

wenigen Wochen waren Sie wieder

mit ihrem Manager Hansi Nahen,

BVB-Fan, im Signal Iduna Park,

schauten den Deutschen Classico.

Als ich in Berlin Jura studiert habe,

sind die Bayern in die erste Bundesliga

aufgestiegen. Sie spielten

damals gegen die Hertha. Da sah

ich zum ersten Mal Franz Beckenbauer,

der da auf dem Platz wirklich

stand wie ein Kaiser. Dann

noch das „kleines dickes Müller“

im Sturm. Alles außergewöhnliche

Persönlichkeiten, die mich

nachhaltig geprägt und begeistert

haben. Seither verfolge ich den FC

Bayern München und mache bis

heute die Erfahrung: Wenn Bayern

gewinnt, habe ich die ganze Woche

über so ein leicht euphorisches Gefühl

in mir. Wenn sie aber verlieren,

bin ich eher traurig gestimmt.

Nicht aus Ärger über die Niederlage,

sondern weil mir die Spieler

leidtun, die trotzdem gekämpft

und geschwitzt haben, sich für

ihre Leistung aber nicht belohnen

konnten. So gesehen bin ich wiederum

froh, Bayern-Fan zu sein,

weil die ja kaum verlieren. Stell

dir mal vor, ich wäre Anhänger von

Nürnberg, Schalke oder 1860. Nicht

auszumalen, was ich da durchmachen

müsste.

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So lässig posiert ein 82-Jähriger! Michael Holm auf der Roten Couch.

Wobei es da noch eine Sache gibt,

die sich wie ein roter Faden durch

Ihr ereignisreiches Leben zieht.

Stichwort „Lampenfi eber“.

(lacht) Das drückt sich bei mir immer

in Form eines Gefühls aus, das

so unangenehm ist, dass ich mir

immer wieder aufs Neue denke:

Warum hat mich meine Mutter

nicht einen anständigen Beruf lernen

lassen? Und dieses Gefühl ist in

der Tat, damals wie heute, gleichgeblieben

– es hört einfach nicht

auf. Anderseits sollte es auch gar

nicht aufhören, weil es dich lebendig

hält, aber auch demütig macht.

Genau das, was du brauchst, um in

der Schlagerbranche langfristigen

Erfolg zu haben.

js

mai / juni 2026 | 13


Zum 50-Jährigen — Straßenmeisterei gewährt spannende Einblicke

Salzhalle, Hackgut, Wetterstation

Peiting | Federführend dafür verantwortlich,

dass hiesige Autound

Lkw-Fahrer bestmöglich von

A nach B kommen: Das Staatliche

Bauamt Weilheim, das ein Netz

von 409 Kilometern Bundesstraßen,

48 Kilometern Staatsstraßen,

355 Kilometern Kreisstraßen und

376 Kilometern Geh- und Radwegen

in den Landkreisen Landsberg

am Lech, Bad Tölz-Wolfratshausen,

Garmisch-Partenkirchen,

Starnberg und Weilheim-Schongau

betreut. Für den effektiven

Straßenbetriebsdienst draußen

vor Ort sorgen in diesem riesengroßen

Zuständigkeitsbereich

wiederum sieben Straßenmeistereien

mit Niederlassungen in

Oberau, Bad Tölz, Wolfratshausen,

Gilching, Landsberg, Weilheim

und Peiting. Letztere wurde vor

50 Jahren eröffnet, lädt anlässlich

dessen Alt und Jung aus Nah

und Fern am Sonntag, 3. Mai, zu

einem vielseitigen Tag der offenen

Tür. Gewährt werden hautnahe

Einblicke in Fahrzeuge, Geräte,

Maschinen und Gebäude ebenso

wie in die darin verbaute Technik.

Ein besonderes Highlight sicherlich:

Der Winterdienst-Simulator,

integriert in einem echten Lkw-

Führerhaus, der den Besucherinnen

und Besuchern realitätsnahes

Schneepflugfahren ermöglicht.

Auch spannend: Verschiedene

Vorführungen aus dem praktischen

Alltag der Straßenmeisterei

– gemeinsam mit Partnerfirmen

wird zum Beispiel demonstriert,

wie Schutzplanken aufgebaut,

Straßenmarkierungen gesetzt

oder Straßenbankette hergestellt

werden. In jedem Falle erfolgt dies

dank technischem Fortschritt heute

ganz anders als am 1. Oktober

1976 – damals wurde die Straßenmeisterei

Peiting offiziell eröffnet,

war bis dato an einem Standort in

Schongau Nähe Papierfabrik stationiert.

Heizen mit Gehölz vom

Straßenrand

Wir von „altlandkreis“ durften

schon vor dem diesjährigen Jubiläum

vorbeischauen an der Ammergauer

Straße 70 – und einen

Eindruck davon gewinnen, wie

innovativ, nachhaltig und technisch-modern

dort mittlerweile

gearbeitet wird. Insbesondere

seit Wahl-Wildsteiger Felix Weiß,

ursprünglich aus Oberfranken,

der 2022 als damals jüngster Straßenmeistereileiter

Bayerns den

Standort in Peiting übernommen

hatte, hat sich dort viel getan.

Hervorzuheben an dieser Stelle:

Der Neubau einer betriebseigenen

Hackschnitzelheizung. „Dank ihr

können wir nun das Gehölz, das

beim Freischneiden des in Summe

240 Kilometer langen Straßennetzes

anfällt, zu Hackgut verarbeiten

und mit damit erzeugter Wärme

alle unsere Hallen und Büros heizen.“

Fortgesetzt soll diese Erneuerung

im Sinne der Nachhaltigkeit

noch dieses Jahr via Installation

einer Photovoltaikanlage auf den

Hallendächern der Gebäude. „In

Kombination mit Batteriespeicher

werden wir dann in der Lage sein,

unseren Standort zu rund 70 Prozent

energieautark zu versorgen.“

Sehenswert ist der Standort in

Peiting auch deshalb, weil sich

dort die größte Streusalzhalle im

bayerischen Oberland befindet.

Fassungsvermögen: 2 400 Tonnen!

Minibagger und Kettcars

für Kinder

Doch zurück zum Tag der offenen

Tür, der auch für Kinder jede Menge

bereithält. Zum Beispiel einen

hydraulisch betriebenen Minibagger

zum aktiven Mitarbeiten

bei geplanten Vorführungen, eine

Rennstrecke für Fahrten mit Kettcars,

einen Sandkasten sowie eine

14 | altlandkreis


Schneepflüge müssen nach jeder Tour gründlich gereinigt werden.

große Hüpfburg. Wer sich doch

kalter, niederschlagsreicher i h Näch-

lieber den großen, orangefarbenen

Fahrzeugen widmen möchte?

te bestmöglich funktioniert. Apropos

Einsatzgebiet: Das erstreckt

Kein Problem. Der Fuhrpark sich für die derzeit 17 Mitarbeiter

der Straßenmeisterei Peiting ist der Straßenmeisterei Peiting mit

mit drei Lkws, Unimog, Radlader,

sieben Transportern für Personenbeförderung

und Straßenmeisterdienstfahrzeugen

bestens bestückt.

Hinzu kommen Winterdienstfahrzeuge,

eine 30-Meter-Hebebühne,

bis zu 40 Jahren Berufserfahrung

wie folgt: Von Kinsau im Norden

bis Trauchgau und Echelsbacher

Brücke im Süden sowie von Peißenberg

im Osten bis nach Lechbruck,

Auerberg und Ingenried im

Lkw-Holzhacker, Straßenmarkierungsmaschine,

Westen. Wobei der Winter, spätesnigungsmaschine,

Traktoren, Ölreitens

am 3. Mai, endgültig vorbei

Bagger und sein sollte. „Wir haben bereits vom

Kehrmaschine von Partnerfirmen. Dreischicht-Betrieb mit Nachtschichten

Mehrere Führungen über den

ab zwei Uhr in der Früh

ganzen Tag verteilt halten auch umgestellt auf die zum Sommer

hierzu entsprechende Informationen

bereit. Gleiches gilt für den

Einblick in die 40 000 Liter fassende

passendere Tagschicht“, betont Felix

Weiß, der sich bereits riesig darauf

freut, die facettenreiche Arbeit

Regenwasser-Zisterne zum einer Straßenmeisterei vorstellen

Befreien der Räumfahrzeuge von zu dürfen. Und dabei auch hofft,

Salz. Oder in die Büros und digitale

Technik – die Straßenmeisterei

Peiting betreibt an vier verschiedenen

mehr Verständnis für seine Männer

in Orange schaffen zu können.

Denn die größte Gefahr für Stra-

Standorten Messstationen ßenwärter geht von immer noch

für Straßenwettervorhersagen in rücksichtsloseren Verkehrsteilnehmern

aus, die weder Warnschilder

Echtzeit, welche in Kombination

mit Daten des DWDs dafür sorgen, noch Schutzkleidung angemessen

dass der Winterdienst inmitten wahr- und ernstnehmen.

js

> > > TAG DER OFFENEN TÜR

Im Rahmen des 50-Jährigen lädt die Straßenmeisterei Peiting am

Sonntag, 3. Mai, von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür. Wo? Auf

dem Areal an der Ammergauer Straße 70 in Peiting. Der Eintritt ist

frei, vorherige Anmeldung nicht notwendig. Es wird gegrillt, gibt

Kaffee und Kuchen. Auch bei schlechtem Wetter – dann in den

wettergeschützten Hallen.

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mai / juni 2026 | 15


Wildrisse durch freilaufende Hunde

Ein qualvoller Tod

Altlandkreis | Ob Reh, Fuchs, Hase:

Nahezu alle heimischen Wildtiere

bringen im Frühjahr ihre Jungen

zur Welt, ziehen die Frischgeborenen

behutsam auf. Jäger und

Naturschützer sprechen an dieser

Stelle von der Setz- und Aufzuchtzeit,

die sich meist von Anfang April

bis Ende Juni erstreckt. Insofern

ein Zeitraum von rund drei Monaten,

in dem die wildlebenden

Tiere im und am Wald besonders

viel Ruhe und Schutz brauchen.

Insbesondere der Mensch sollte

sich in diesen drei Monaten sensibel

und defensiv durch Wälder

sowie auf Wiesen an Waldrändern

bewegen, im Idealfall breitangelegte

Forstwege nicht verlassen.

Allen voran im Beisein eines Hundes.

Der bekanntlich beste Freund

des Menschen ist für Alleinstehende

wertvoller Lebenspartner,

für Kinder coolster Spielgefährte,

in Familien festintegriertes Mitglied

und für Jäger unentbehrlicher

Helfer. Was bei all der Liebe,

Freude und Zuneigung von Menschen

gegenüber Hunden jedoch

nicht vergessen werden darf: Die

Vierbeiner stammen ursprünglich

vom Wolf ab, wurden erstmals vor

bereits rund 30 000 Jahren von

Menschen domestiziert. Heißt: In

jedem Hund, auch wenn er noch

so klein, lieb, brav und gut erzogen

ist, schlummert ein natürlicher

Jagdtrieb, der je nach Rasse

stärker oder schwächer ausgeprägt

sein kann. Und so kommt

es immer wieder mal vor, dass

Hunde im Rahmen von Gassirunden

an und in Wäldern die Fährte

von wildlebenden Tieren aufnehmen,

ihnen nachspüren, sie durch

Wälder und über Wiesen hetzen,

im schlimmsten Falle erwischen,

niederreißen, schwer verletzen

oder töten. „Wildrisse durch freilaufende

Hunde kommen auch

hier in der Region alljährlich vor“,

bestätigt Florian Pfütze, Vorsitzender

des Kreisjagdverbands Weilheim,

der 2025 selbst einen Fall

in seinem Jagdrevier rund um Gut

Achberg bei Oberhausen-Maxlried

zu verzeichnen hatte. In anderen

Ecken der Region nehmen die

Fälle sogar zu. Zum Beispiel im

Südwesten von Peiting, wo Jagdpächter

Peter Kraus in seinem

knapp 600 Hektar großen Revier

vier Wildrisse durch freilaufende

Hunde allein zwischen April 2024

und November 2025 zu verzeichnen

hatte.

Verstörende Bilder

Aus Laiensicht stellt sich die Frage:

Macht es überhaupt einen

Unterschied, ob Rehwild durch Jäger,

Wolf oder Haushund zu Tode

kommt? Die eindeutige Antwort:

Ja. Jäger sorgen durch gezielten

Beschuss für einen möglichst

stress- und schmerzfreien

Tod der Wildtiere – und bejagen

in der Regel auch nur

altersschwache und kranke,

in jedem Falle keine

trächtigen Tiere und keine

frischgebackenen Mütter,

die ihre Jungen aufzuziehen

haben. Hunde machen

an dieser Stelle keinen Unterschied.

Ganz im Gegenteil

sogar. Im hohen Gras

liegende Kitze können noch

nicht fliehen und trächtige

Rehe sind aufgrund ihres

dicken Bauches wesentlich

langsamer und unbeweglicher,

so leichtere Beute für

Hunde. Hinzu kommt, dass Hunde

Rehwild, aber auch Hasen und

andere Wildtiere nicht jagen, um

ihren Hunger zu stillen, sondern

lediglich, um ihren Jagdtrieb zu

befriedigen. „Der Hund spielt mit

den Wildtieren nur“, bekräftigt Peter

Kraus, der die Wildrisse durch

freilaufende Hunde in seinem Revier

lehrbuchmäßig dokumentiert

hat. Das Ergebnis: Zum Teil verstörende

Bilder, weil die gerissenen

Rehe nicht durch gezielten Biss in

die Kehle, wie es Wölfe praktizieren,

schnellstmöglich von ihrem

Leiden erlöst, sondern an unterschiedlichsten

Körperstellen verbissen

und aufgerissen wurden.

Insofern ein qualvoller, schmerzhafter,

langwieriger Tod. Oft sei es

auch so, dass die von Hunden gerissenen

Wildtiere noch Stunden

später am Leben sind, aufgrund

der Schwere ihrer Verletzungen

durch einen Jäger für immer erlöst

werden müssen. Wobei der

qualvolle Tod an dieser Stelle nur

einen Teil dieses Hund-reißt-Reh-

Problems darstellt. Am Boden lebende

Wildtiere stoßen bekanntlich

ihren Nachwuchs ab, sobald

dieser Fremdgeruch annimmt

– bereits das Beschnuppern oder

Ablecken von beispielsweise Rehkitzen

durch freilaufende Hunde

kann dazu führen, dass Kitze verhungern,

weil sie von ihrer Mutter

verstoßen wurden und folglich

nicht mehr gesäugt werden.

Gibt keine Leinenpflicht

Außerdem: Von Hunden gejagte

Rehe verlieren im Rahmen der

Flucht enorm viel Energie. Um

diesen Energiehaushalt wieder

aufzufüllen, fressen sie verstärkt

im Wald, was wiederum zu stärkerem

Verbiss und somit kaputten

Wäldern führt. Hinzu kommt, dass

viele Rehe sich aufgrund

traumatischer Begegnungen

mit Hunden aus der

Tiefe des Waldes gar nicht

mehr heraustrauen, anstelle

des frischen Grases

auf der Wiese ohnehin

nur noch Knospen junger

Bäumer fressen. Das wiederum

erschwert Jägern

das professionelle Jagen,

was letztlich zu einem Ungleichgewicht

zwischen

Qualvoll verendet:

Die Bauchdecke des

Rehbocks wurde von

einem Hund aufgerissen.

16 | altlandkreis


Wildrisse durch freilaufende Hunde werden meist zufällig entdeckt.

Wald und Wild führen kann.

Viele Jäger wünschen sich an dieser

Stelle eine Leinenpflicht an

und in Wäldern. Die gibt es aber,

gesetzlich betrachtet, nicht. Sehr

wohl gesetzlich verankert: Erkennt

ein Jäger einen offensichtlich wildernden

Hund, ist er nicht nur

dazu befugt, sondern sogar dazu

verpflichtet, diesen zu erschießen.

Florian Pfütze erinnert an dieser

Stelle an einen Fall vor wenigen

Jahren, wo ein Jäger gleich drei

Hunde auf einmal erlegt habe,

nach dem diese über mehrere

Wochen hinweg immer wieder

im Verbund nach Rehen gejagt

hätten. Damit sich solche oder

ähnliche Szenarien nicht wiederholen,

hilft im Grunde nur eines:

Ein Appell an die Vernunft der

Hundehalter im Sinne von: Wer

sein Tier (wissentlich) nicht im

Griff hat, sollte es an und in Waldgebieten

freiwillig an die Leine

nehmen. Allen voran jetzt, in Zeiten

des Setzens und Aufziehens,

wo nahezu alle hier heimischen

Wildtiere ihre Jungen gebären

und aufziehen – und Hunde nicht

nur Unruhe in die Natur bringen

würden, sondern auch leichtes

Spiel hätten, ihren Jagdtrieb zu

befriedigen. Wichtig ist den Jägern

an dieser Stelle aber auch,

nicht alle Hundebesitzer bei diesem

Thema über einen Kamm zu

scheren. Oft helfe auch schon ein

kurzes, zwangloses Nachfragen.

„Falls sich Jäger und Gassigeher

draußen in der Natur begegnen

und gewisse Unklarheiten im

Raum stehen – gerne an uns herantreten

und nachfragen“, meint

Peter Kraus, der an dieser Stelle

zwei weitere positive Effekte des

„an die Leine Nehmens“ nicht

unbetont lassen möchte: „Zum

einen landet weniger Hundekot

auf den Wiesen der Landwirte,

die darauf hochwertiges Futter für

ihre Tiere herstellen, zum anderen

verhindert es die Übertragung von

Fuchsräude, die hier in der Region

immer wieder in Umlauf ist.“

Dabei handelt es sich um eine für

Hunde hochansteckende, durch

Milben verursachte parasitäre

Krankheit, die beim besten Freund

des Menschen zu starkem Juckreiz,

Haarausfall sowie zu Krustenbildung

führt. Insofern nicht viel

weniger qualvoll als der Tod von

Rehen durch freilaufende Hunde.

Fachgerechte Analyse: Anhand

des Abstandes zwichen den Bissstellen

konnte Jäger Peter Kraus

beweisen, dass es sich um einen

Wildriss durch Hund handelte.

js

Direkt.

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Fanschuhstr. 16, 86956 Schongau

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mai / juni 2026 | 17


Einsendungen bis aus der Schweiz

Die Schuhbesohler

18 | altlandkreis

Bad Bayersoien | Das Neubesohlen

abgelaufener Schuhe ist für Orthopädieschuhtechniker

kein Hexenwerk,

gehört zur eher leichteren

Aufgabe. Dennoch erstaunlich, was

sich dahingehend im Fachgeschäft

von Benjamin Schwarz im Kurort

Bad Bayersoien die vergangenen

Jahre entwickelt hat. Der Orthopädieschuhtechniker-Meister

bekommt

mittlerweile wöchentlich 50

Paar (!) Schuhe aus ganz Deutschland,

Österreich und der Schweiz

zugeschickt mit dem Auftrag, sie

neu zu besohlen. Dabei handelt es

sich überwiegend um Laufschuhe

für die Straße sowie um Laufschuhe

für Trailrunning, auch um

festere Schuhe zum Wandern und

Bergsteigen, vereinzelt auch um

Halbschuhe oder Sneaker. Auf die

Frage, wie dieser schier unglaubliche

Hype entstanden ist, rätselt der

Geschäftsführer selbst ein wenig.

„Angefangen hat alles während

Corona, als uns die Kernarbeit

weggebrochen ist – da niemand

mehr zu uns in den Laden kommen

durfte, musste ich mir überlegen,

anderweitig an Aufträge zu kommen.“

So intensivierte Benjamin

Schwarz die Werbung hinsichtlich

der Neubesohlung von Schuhen,

machte unter anderem auf Social

Media vermehrt darauf aufmerksam.

Dass dies jedoch regelrecht

durch die Decke geht, um diesen

Bereich inzwischen mit mehreren

Mitarbeitern in quasi industrieller

Akkord-Arbeit abzuarbeiten, hätte

er selbst nicht für möglich gehalten.

Schließlich sprechen wir nicht

von einem weltberühmten Orthopädieschuhtechniker

im Herzen

einer namhaften Großstadt wie

München, Berlin oder Hamburg,

sondern nach wie vor vom beschaulichen

1300-Ein-

wohner-Dorf Bad Bayersoien.

„Scheinbar

macht diese Arbeit

kaum noch jemand“,

so Benjamin Schwarz

Vermutung hinter diesem

Hype im kompletten

deutschsprachigen

Raum. Denn: Neben

unzähligen privat eingesandten

oder persönlich

vorbeigebrachten

Schuhen bekommt

er sie inzwischen auch

von namhaften Herstellern

und Outdoor-Sport-Shops

direkt zugesandt. Salomon, Salewa

und Dynafit sind an dieser Stelle

nur drei Beispiele. Warum überhaupt

so viele Schuhe neubesohlt

werden, hat wiederum mehrere

Gründe.

Neue Sohle auf

neuen Schuh

Stapeln sich: Einsendungen zur Neubesohlung.

Bei Laufschuhen, die regelmäßig

genutzt werden, nutzt sich die

meist nur sehr dünne Sohle in der

Regel deutlich schneller ab als der

komplette Schuh an sich. Ähnliches

gilt bei Bergschuhen. „Die müssen

in der Regel erst richtig eingelaufen

werden – und immer dann,

wenn sie endlich perfekt passen,

ist häufig die Sohle durch.“ Hinzu

kommt der finanzielle Aspekt.

Hochwertige Laufschuhe kosten im

UVP oft 200 Euro oder mehr, Bergschuhe

in etwa das doppelte. Die

Neubesohlung im Hause Schwarz

beginnt derweil bei 59 Euro und

steigert sich in Kombination mit

weiteren Reparaturen auf bis zu

80 Euro. Insofern deutlich günstiger

als ein Neukauf, darüber hinaus

auch im Interesse der Nachhaltigkeit

ein sinniges Geschäft.

Allen voran dann, wenn es sich um

den perfekt eingelaufenen, ideal

passenden Lieblingsschuh handelt.

Es gibt aber noch ein ganz

anderes Argument, warum sich

die Schuheinsendungen im Laden

von Benjamin Schwarz stapeln:

Die Qualität der Sohle. Oft passt

der Schuh, die Sohle jedoch absolut

nicht zum Einsatzzweck des

Trägers. Insbesondere bei Trailrunning-Schuhen,

die inzwischen seit

Jahren auch sehr beliebt sind zum

Wandern und Bergsteigen, fehlt es

oft an notwendiger Profiltiefe, an

der idealen Gummimischung und

auch an der Form des Sohlenprofils,

um im Gebirge bestmöglichen

Grip bei unterschiedlichen Bedingungen

zu haben. So kommt es

auch bei Benjamin Schwarz immer

wieder vor, dass Sportler ihre nigelnagelneuen,

noch unbenutzten

Schuhe vorbeibringen mit dem

Wunsch, die Originalsohle durch

eine griffigere zu ersetzen. „Dieses

Problem habe ich auch bei

mir selbst bereits vor vielen Jahren

festgestellt“, bekräftigt Benjamin


Schwarz, der selbst leidenschaftlich

gerne läuft und sich

darüber ärgerte, dass ausgerechnet

sein Lieblingsschuh

hinsichtlich Passform, Halt

und Tragegefühl eine viel zu

schlechte Sohle für Läufe im

Gelände hatte. So ergeht es

letztlich vielen Hobbysportlern,

aber auch Profis, mit

denen Benjamin Schwarz eng

zusammenarbeitet.

Geheimauftrag für

Profiläufer

Die wohl prominentesten

Beispiele dürften die erste

deutsche Olympiasiegerin auf

dem Snowboard in der Halfpipe

sowie ein Ultraläufer und

Red-Bull-Athlet sein. Letzterer ist

unter anderem bekannt für extrem

herausfordernde Läufe auch

abseits gesicherter Rennstrecken.

Während der Corona-Pandemie

(2021) bestritt er beispielsweise

das Projekt „Von Laufen nach Laufen“,

legte dabei in sieben Tagen

550 Kilometer und 10 000 Höhenmeter

zurück. Insofern rund

zwei Marathons pro Tag mit jeder

Menge Anstiegen. Teil der Strecke

war auch ein Abschnitt von Wildsteig

durch Bad Bayersoien aufs

Hörnle, wo ihn Benjamin Schwarz

einige Meter läuferisch begleiten

durfte. Gekannt hatten sich die

beiden schon vorher, weil sich

diese Spezialisierung der Neubesohlung

im Hause Schwarz über

einen gemeinsamen Bekannten in

Kitzbühel herumgesprochen hatte.

Letztlich hatte der Profiläufer

damals einen Laufschuhsponsor,

dessen Schuhsohlen nicht wirklich

griffig und geländetauglich waren,

weshalb die Expertise von Benni

Schwarz und seinem Team einmal

mehr gefragt war. „Und zwar so,

dass beim Laufen, aber auch auf

Fotos und Videos, auf gar keinen

Fall erkennbar sein durfte, dass

es sich letztlich nicht mehr um die

Originalsohle gehandelt hat.“ In

Benni Schwarz im neuen Abmessraum.

diesem Falle wurde das gelbe Logo

des Herstellers der neuen Sohle

mit wasserfestem Schwarzstift

gezielt geschwärzt. Und? „Hat gut

geklappt“, sagt Benni Schwarz, bei

dem die Arbeit des Neubesohlens

nach wie vor immer noch mehr

wird. Das zeigt sich auch beim

Rundgang durch den neuen Laden

samt Werkstätte.

Umzug und topmoderne

Maschinen

Mitte Januar ist Benni Schwarz

mit seinem inzwischen elfköpfigen

Team aus Fachkräften und

fleißigen Quereinsteigern aus der

Brandstatt umgezogen in ein Haus

an der Ludwigstraße 27, das sich

direkt neben der Bundesstraße

befindet. „Und wo wir jetzt doppelt

so viel Platz haben als zuvor“.

Über den Haupteingang gelangt

der Kunde direkt in einen

geräumigen Verkaufsraum.

Dahinter befinden sich zwei

professionell eingerichtete

Räume zum Abmessen und

Analysieren der Füße und

Beinachsen von Kunden. Im

anderen Teil des Gebäudes

befindet sich dagegen die

topausgestattete Werkstätte

mit zum Teil nigelnagelneuen

Maschinen und Werkzeugen.

Eine CNC-Fräse zur Herstellung

maßangepasster Einlegesohlen,

darüber hinaus

stechen mehrere Schleifmaschinen,

eine spezielle Presse

und Heißluftföhne ins Auge.

„Beim Neubesohlen schleifen

wir die alte Sohle entweder

ab oder erhitzen sie gezielt so,

damit wir sie abziehen können.“

Dank mehreren Lagerräumen im

Keller haben die Kunden nun die

Qual der Wahl, können die für sie,

ihren Schuh und das jeweilige

Einsatzgebiet perfekte Sohle von

wiederum unterschiedlichen Herstellern

auswählen. „Die passen

wir dann der Größe des Schuhs

an, tragen jeweils passenden Spezialkleber

auf, klemmen den Schuh

mit neuer Sohle in die Presse und

lassen ihn anschließend trocknen.“

Abschließend: Rechnung

schreiben, transportsicher verpacken

und zurücksenden an die

Kunden, die aus ganz Deutschland,

Österreich und der Schweiz kommen.

Und nicht nur Wert auf eine

neue, griffigere Sohle legen. Auch

das Thema Nachhaltigkeit spielt an

dieser Stelle eine große, zeitgemäße

Rolle.

js

mai / juni 2026 | 19


Gebiet reicht in fünf Landkreise hinein

Der wahre Pfaffenwinkel

Weilheim | Wer den Pfaffenwinkel

geographisch zuordnen müsste,

beschreibt dessen Grenzen oft

deckungsgleich mit denen des

Landkreises Weilheim-Schongau.

Ein Grund dafür: Der Tourismusverband

Pfaffenwinkel, der mit

Ausnahme des Kurortes Bad Bayersoien

ausschließlich für den

Landkreis Weilheim-Schongau

zuständig ist. Ein weiterer: Die

Filialen der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel,

die mit Ausnahme

von Rettenbach am Auerberg im

Landkreis Ostallgäu ausschließlich

im Weilheim-Schongauer Landkreis

(Schwerpunkt Schongauer

Altlandkreis) liegen. Im Detail

betrachtet sind die Grenzen des

Pfaffenwinkels jedoch ganz andere,

weshalb wir von „altlandkreis“

uns auf Spurensuche gemacht

haben. Unter anderem im Archiv

der Stadt Weilheim, dessen Leiter

Dr. Joachim Heberlein uns bereits

mit zwei dicken Büchern in der

Hand freudig in Empfang nimmt.

Es handelt sich um „Vindeliciae

Sacrae Bavaria Capitulum Weilheimense“.

Links das Original in lateinischer

Schrift, rechts die Übersetzung

ins Deutsche. Verfasser

des aus 1756 stammenden Landkapitels

von Weilheim war Franz

Sales Gailler (1685 bis 1766). Und

der schrieb darin auch darüber,

woher der Begriff „Pfaffenwinkel“

kommt – und wie er geographisch

einzuordnen ist. Als „Pfaff“ wurden

anno dazumal Geistliche wie

Pfarrer, Priester, Mönche genannt.

Ein Begriff, der in der heutigen

modernen Sprache eine oft negative

Einstellung gegenüber der Kirche

oder dem Klerus impliziert –

der „Pfaff“ unter den Pfarrern

von heute ist so etwas wie der

„Zeitungsfuzzi“ unter Journalisten

oder der „Bulle“ unter Polizisten.

Der zweite Wortteil „Winkel“ hat

im deutschsprachigen Raum vor

allem eine geografische und topografische

Bedeutung – er bezeichnet

meist eine spezielle Form der

Landschaftsgestaltung oder die

Lage eines Ortes. Kombiniert bedeutet

das Wort „Pfaffenwinkel“

also nichts anders als die Landschaft

der Pfarrer, Priester, Mönche.

Im Landkapitel Weilheim wird

Garmisch-

diese Landschaft des

Pfaffenwinkels wie

folgt geographisch

abgegrenzt: von Dießen

bis Eschenlohe,

von Peißenberg bis in

die Jachenau. Laut dieser Beschrei-

und das sogar in Reimform. So zwölf Klöster lückenlos l und ohne

bung schneidet der Pfaffenwinkel

mit Landsberg am Lech, Bad Tölzheißt

es in Bezug auf den Pfaffenwinkel:

„Fisch, Vögel, Wildbret

Spickzettel aufzählen zu können:

„Da wären zum einen die Benediktinerklöster

Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen

Andechs, Wessobrunn,

kann man schlecht haben, weil

und Weilheim-Schongau sich daran die Klöster laben. Deren Ettal und Benediktbeuern, die

durch gleich vier Landkreise. zwölf in dieser Gegend rum, dies

Ort einschließen um und um.“ Er

Klöster der Augustiner-Chorherren

in Dießen, Polling, Rottenbuch,

Geschichte in Reimform beschreibt mit diesen wenigen Schlehdorf, Beuerberg und Bernried,

das Kloster der Prämons-

Zeilen ganz wunderbar, dass die

hiesigen Klöster damals Fischrechte

tratenser in Steingaden und das

für sich reservierten und eigene Kanoniker-Stift in Habach.“ Wer

Jagdreviere bewirtschafteten – und aufmerksam gelesen hat und sich

dass es innerhalb der Grenzen geographisch ein wenig auskennt

des wahren Pfaffenwinkels zwölf in der Region wird bereits festgestellt

Klöster gab. Dr. Joachim Heberlein

haben, dass der wahre

holt an dieser Stelle tief Luft, um Pfaffenwinkel nicht nur in die vier

anschließend alle Landkreise Landsberg am Lech,

Wer nun meint, dass Franz Sales

Gailler, der seinerzeit erster Heimatforscher

im Pfaffenwinkel war

und witzigerweise auch noch der

siebenfache Urgroßonkel von Dr.

Joachim Heberlein ist, der irrt an

dieser Stelle. Es gibt nämlich eine

noch präzisere Beschreibung des

wahren Pfaffenwinkels, die aus

dem Jahre 1698 stammt. Gemeint

ist ein Auszug aus der damaligen alig

Stadtchronik von Weilheim, die

wiederum verfasst wurde vom damaligen

Weilheimer Stadtschreiber

Johann Sebastian Lienhardt –

Im Norden des Pfaffenwinkels liegend:

Das Kloster Andechs auf dem Heiligen Berg.

20 | altlandkreis


KONRAD MÖMER

MÖBELWERKSTATT + KÜCHEN

Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen

und Weilheim-Schongau,

sondern mit dem Kloster auf dem

Heiligen Berg in Andechs auch

noch in den Landkreis Starnberg

hineinragt.

Kein Vorwurf der

Identifikation

Wir fassen an dieser Stelle, betrachtet

vom Standort Weilheim

aus, nochmals zusammen: Im

Norden grenzen den wahren Pfaffenwinkel

die Orte Andechs (Erling

und Frieding), Dießen am Ammersee

und Wessobrunn ab. Im Osten

und Südosten sind es Beuerberg,

Schlehdorf und Benediktbeuern.

Im Süden das Kloster Ettal. Und

im Westen beziehungsweise Südwesten

Steingaden. So gesehen

gehören im Grunde Schongau und

alle weiteren Orte des Landkreises

Weilheim-Schongau, die westlich

des Lechs liegen, gar nicht dazu

zum wahren Pfaffenwinkel. Wer

sich als Schongauer, Bernbeurener

oder Ingenrieder dennoch mit dem

Pfaffenwinkel identifiziert, kann,

darf und soll dafür nicht verteufelt

werden. Ganz im Gegenteil

sogar. Schließlich befinden sich

im Landkreis Weilheim-Schongau

mit Steingaden, Rottenbuch, Polling

und Wessobrunn die meisten

Klöster des Pfaffenwinkels. Weil

der Landkreis Weilheim-Schongau

obendrein landschaftlich wie architektonisch

stark geprägt ist von

diesen gut erhaltenen Klöstern und

vielen weiteren Kirchen, passt auch

der vom Tourismusverband ganz

bewusst gewählte Name wie die

sprichwörtliche Faust aufs Auge.

„Wir wissen natürlich, dass der

wahre Pfaffenwinkel nicht exakt

den Grenzen des Weilheim-Schongauer

Landkreises entspricht,

finden die Bedeutung des Wortes

– eine Landschaft mit vielen

Klöstern – jedoch in der Tat sehr

treffend“, bekräftigt Susanne Lengger,

Geschäftsführerin des Tourismusverbandes

Pfaffenwinkel, die

dieses Thema nicht nur gegenüber

redaktionellen Anfragen so beantwortet.

Immer wieder gehen

beim Tourismusverband Pfaffenwinkel

Fragen von Einheimischen

wie Urlaubern ein, was es denn

mit dem „Pfaffenwinkel“ namentlich

und geographisch betrachtet

auf sich hat. Dabei hilfreich sind

grafische Darstellungen. Die vom

Tourismusverband bezieht sich

schwerpunktmäßig auf dessen

Zuständigkeitsbereich – also auf

Weilheim-Schongau. Die handgezeichnete

von Dr. Joachim Heberlein

dagegen auf das Pfaffenwinkel-Gebiet,

das im dicken Buch von

Franz Sales Gailler beschrieben

wird. Fehlt insofern nur noch eine

geographische Darstellung: Die

des wahren Pfaffenwinkels. js

Ganz im Süden des Pfaffenwinkels liegend:

Das von Laber und Notkarspitze eingebettete Kloster Ettal.

BAU

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Regionale Bau- und Handwerksbetriebe stellen

sich vor, geben Einblicke in ihre Arbeit und

informieren in spannenden Fachvorträgen.

BEWIRTUNG ZUGUNSTEN DER PREMER

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Grill- & Eisspezialitäten

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21.06.2026

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JETZT FOLGEN:

Kachelöfen und Herde

mai / juni 2026 | 21


> > > ALLERLEI IM ALTLANDKREIS

Lesend, fahrend und

tanzend in den Mai

Traditioneller Mühlentag

Schwabsoien | Eintauchen

in eine fast

vergessene Zeit: Dafür

steht der Mühlentag

in Schwabsoien,

der traditionell am

Pfingstmontag, 25.

Mai, von 10 bis 17 Uhr

Menschen aus Nah

und Fern in seinen

Bann zieht. Geboten sind halbstündliche h Führungen,

beginnend am Schwabsoiener Rathaus. Hammerschmiede-Museum,

Pröbstlmühle, die ehemalige

Wohlhaupter-Schmiede, die ehemalige Kellermühle,

das Kutschenmuseum, die Schönachquelle – es gibt

in Summe viel zu Entdecken. Dabei helfen auch im

Ort verteilte Infostände mit Mitnehm-Flyern zur besseren

Orientierung. An einigen Stationen ist auch für

Essen und Getränke bestens gesorgt. Unkostenbeitrag

für Erwachsene: 2 Euro. Kinder und

Jugendliche sind frei. Infos auch unter

www.schwabsoien.de.

js

Volkstanz-Seminar

Rottenbuch | Walzer, Polka,

Boarischer: Volkstänze

haben in Bayern eine lange

Tradition. Damit dieser

lebensbejahende Brauch

nicht ausstirbt, organisiert

der Trachtenverein Rottenbuch

auch heuer wieder ein Volkstanz-Seminar

für Alt und Jung aus Nah und Fern –

geeignet auch für Anfänger und Nicht-

Trachtler. Die kostenlosen Proben inklusive

Volkstanzlehrer finden am Mittwoch, 13.

Mai, und Mittwoch, 20. Mai, jeweils um

20 Uhr statt. Der finale Volkstanzabend

(zehn Euro Eintritt) am Samstag, 23. Mai,

beginnt ebenfalls um 20 Uhr. Veranstaltungsort

ist jeweils die Gemeindehalle

Rottenbuch, Franz-von-Heeren-Straße 7.

An allen Abenden spielt eine originelle

Tanzlmusi aus Murnau und/oder

Rottenbuch. Voranmeldung

nicht erforderlich.

js

Ein Knigge für Naturliebhaber

Prem | Schon mal vom Wort „Knigge“ gehört? Damit

gemeint sind Bücher in Form von Ratgebern

zu ganz bestimmten Themen. Wer gerne draußen

in der Natur unterwegs ist, für den könnte „Landwissen!

Der Knigge für alle, die in der Natur unterwegs

sind“, genau der richtige sein. Er stammt

aus der Feder von Spiegelbestsellerautorin Nicola

Förg, die bekanntlich nicht nur Krimis kann. Erhältlich

ist der im Hardcover erschienene 240-

Seiter ab sofort, für 18 Euro, online und in allen

regionalen Buchhandlungen.

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>>> BÜCHER-VERLOSUNG

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“

verlost außerdem zwei

Exemplare. Schicken Sie uns bis

Mitte Mai eine Postkarte mit

dem Stichwort „Landwissen“

an „altlandkreis“, Birkland 40,

in 86971 Peiting. Oder eine

Mail an info@altlandkreis.de.

Das Los entscheidet, der Rechtsweg

ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

22 | altlandkreis


Maitanz für Alle

Peiting | Die Lebenshilfe Weilheim-Schongau lädt

gemeinsam mit der Caritas, der Diakonie Herzogsägmühle,

dem Hof Hohenwart, der Mittelschule

Peiting sowie der katholischen und evangelischen

Kirchengemeinde zu einem Maitanz

in die Schloßberghalle Peiting. Der Tanz wurde

erstmals 2015 ins Leben gerufen, steht seither für

ein wertvolles Zeichen rund ums Thema Inklusion.

Für gute Musik, ausgelassene Stimmung und pures

Tanzvergnügen sorgt die gefragte Party- und

Hochzeits-Band Funk Off. Darüber hinaus treten

auch die Peitinger Plattler auf, während die

Schüler der Mittelschule für Essen und Getränke

sorgen. Angesprochen, am Freitag, 8. Mai, ab 18

Uhr vorbeizukommen, sind wirklich alle, die Lust

darauf haben, einen bunten, fröhlichen und unvergessenen

Abend miteinander zu verbringen.

Egal wie alt, egal ob mit oder

ohne Handicap. Eintritt: 8 Euro.

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Probieren Sie das Golfspielen einfach mal aus.

Schnupperkurse: So. 03.05.26 (14:00 – 15:30 Uhr)

25,- € / Person So. 07.06.26 (14:00 – 15:30 Uhr)

Lernen Sie das Golfspielen

bei einem unserer

Platzreifekurse.

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Wir freuen uns auf Sie!

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Porsche-Freunde starten in Peiting

Peiting | Seit 1992 treffen

sich die „VW Porsche 914

Freunde Oberbayern“ zu einem

Ausfahrwochenende.

Ausgangspunkt heuer: Die

Marktgemeinde Peiting, weshalb

Oldtimer-Freunde herzlich dazu eingeladen

sind, die kunterbunten Fahrzeuge des Kultsportwagens

Porsche 914 in Augenschein zu nehmen –

und zwar von Donnerstag, 25. Juni, ab rund 17 Uhr

bis Freitag, 26. Juni, bis 9.14 Uhr auf dem großen

Parkplatz des Gasthaues Dragoner, Ammergauer

Straße 11. Von dort machen sich die Flitzer auf

den Weg in die bayerische und österreichische

Alpenwelt mit Endziel Friedrichshafen hafen

am Bodensee. Weitere Infos bei Harald

Mielke unter Tel. 08868 / 881.

js

Rock’n’Roll-Festival

der besonderen Art

Peiting | Es zählt zu den außergewöhnlichsten

Festivals s

in der Region: Das „White

'n' Blue Rockabilly Weekender“,

heuer von Donnerstag,

11. Juni, bis Sonntag, 14.

Juni. Ort des Geschehens sind

mehrere Locations in Peitings Marktgemeinde.

Unter anderem geboten: Tanzkurs, Live-Bands,

DJs, verschiedenste Partys bis hin zu Weißwurstfrühstück.

Los geht’s mit einer Pre-Party

am Donnerstagabend ab 18 Uhr im Egger-Stadl

(Zechenschenke). Alle weiteren Infos zu Tickets,

Locations, Line-Up und Ticketvorverkauf

hält die Internetseite

www.white-n-blue.de bereit.

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alle Ausgaben online unter

www.altlandkreis.de

Les- und hörbare Kultur – die Gewinner

Altlandkreis | Je zwei Konzertkarten für Ganes Vives

gewannen Roland Kellhammer aus Hohenfurch

und Ingrid Aschenbrenner aus Peiting. Zum Sam

Siefert Ensemble durften Petra Rieger aus Ingenried

und Monika Zick aus Altenstadt. Bei Claudia

Koreck waren Maria Brigitte Geiger aus Schwabbruck

und Stefan Link aus Wildsteig. Und für den

krankheitsbedingt verschobenen Termin von Florian

Schröder gewannen je zwei Tickets Berta Neudert

aus Peiting und Alexandra Hiertz aus Wildsteig.

Je ein neuer Alpenkrimi von Nicola Förg mit dem

Titel „Schroffe Klippen“ ging an Ingrid Simmerl

aus Hohenfurch

und Marianne

Straub aus Bernbeuren.

Und je

ein Exemplar von

11 ½ Geschichten

aus der Feder

von Autor Willi Nass gewannen Lore Weiss-

Kral aus Peiting, Markus Sporer aus Schwabsoien

und Monika Lugert-Germiller aus stadt. Wir gratulieren allen Gewinnern nern

Alten-

recht herzlich!

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Neu am Krankenhaus Weilheim

Rekonstruktive Orthopädie

Weilheim | Die Krankenhaus GmbH

hat ihr medizinisches Angebot um

einen neuen, hochspezialisierten

Bereich erweitert: Die Sektion „Rekonstruktive

Orthopädie“ mit den

Schwerpunkten Kinder- und Behindertenorthopädie

sowie Allgemeine

und Spezielle Fußchirurgie.

Als Teil der Klinik für Unfallchirurgie

und Orthopädie Weilheim bietet

sie diagnostische und operative

Verfahren für Menschen mit angeborenen

oder erworbenen Fehlstellungen,

neuroorthopädischen

Einschränkungen und schweren

Erkrankungen des Fußes.

Dr. Ludwig Schwering (links) und

Dr. Vanni Tim Förster behandeln

komplexe Fehlstellungen von

Hüfte, Bein und Fuß, außerdem

schlecht verheilte Knochenbrüche.

Sonderveröffentlichung entlic

hungd

der

„Die Sektion schließt eine wichtige

fachliche Lücke und erweitert

unser Behandlungsspektrum um

Leistungen, die für viele Patienten

entscheidend sein können“, betont

Dr. Thomas Löffler, Ärztlicher Direktor

am Krankenhaus Weilheim. Die

besondere Kombination der neuen

Fachgebiete schafft laut dem Chefarzt

der Klinik für Unfallchirurgie

und Orthopädie Behandlungsmöglichkeiten,

die es in dieser Form

am Krankenhaus Weilheim bislang

nicht gab. Dr. Löffler macht deutlich:

„Dies stärkt unseren Standort

nachhaltig und verbessert die

orthopädische Versorgung im gesamten

Landkreis.“

Alltagsnah und

medizinisch fundiert

Geleitet wird die neue Einheit von

Dr. Ludwig Schwering, einem ausgewiesenen

Experten der Kinderund

Behindertenorthopädie sowie

der rekonstruktiven Fußchirurgie.

Er war viele Jahre an Universitätskliniken

tätig und entwickelte

dort Behandlungskonzepte für

komplexe Deformitäten, Wachstumsstörungen

und chronische

Wunden. Sein Stellvertreter ist Dr.

Vanni Tim Förster. Beide verfügen

über langjährige Erfahrungen in

der operativen Therapie des diabetischen

Fußes und im interdisziplinären

Wundmanagement.

Zudem bringen sie ein umfassendes

Know-how in der Behandlung

von Patienten mit besonderen orthopädischen

Herausforderungen

mit. „Wir begleiten viele unserer

Patienten über einen längeren

Zeitraum“, sagt Dr. Schwering.

Ambulante Leistungen wie Untersuchungen vor und nach einer OP sowie

ambulante Operationen finden im Ärztezentrum Schongau statt und

werden vom MVZ-Team professionell begleitet.

Individuelle id Beratung und moderne Behandlungsmöglichkeiten: li hk it In der

neuen Sektion am Krankenhaus Weilheim werden auch komplexe

Fußprobleme gezielt und schonend behandelt.

Dabei entstünden individuelle Fragestellungen,

die ein sehr genaues

Hinsehen erfordern. Dr. Förster

ergänzt: „Unser Anspruch ist es,

für jede Situation eine medizinisch

fundierte und zugleich alltagsnahe

Lösung zu finden.“

Breites Behandlungsspektrum

in Weilheim

Stationär deckt die neue Sektion

ein breites Spektrum ab: Von gelenkerhaltenden

Eingriffen über

Achs- und Rotationskorrekturen bis

hin zu komplexen Rekonstruktionen

bei schweren Fußdeformitäten.

Einen besonderen Stellenwert

erhält die Behandlung des diabetischen

Fußsyndroms und der Charcotarthropathie.

Durch biomechanisch

ausgerichtete Verfahren und

den Einsatz moderner Fixateure

können selbst fortgeschrittene

Befunde

erfolgreich

behandelt werden.

Dr. Schwering erklärt:

„Unser Ziel

ist es, die Fußfunktion

wiederherzustellen

und

> > > KONTAKT

Ein besonderer Schwerpunkt der

neuen Sektion ist die Behandlung

des diabetischen Fußsyndroms.

Amputationen soweit wie möglich

zu vermeiden.“

Ambulante Versorgung

in Schongau

Die ambulanten Leistungen der

neuen Sektion werden im MVZ –

Ärztezentrum Schongau gebündelt.

Dort finden die prä- und

postoperativen Untersuchungen,

Verlaufskontrollen sowie die konservative

orthopädische Betreuung

von Patienten statt. In ihrer

Sprechstunde bieten die beiden

Fachärzte neben klinischen Untersuchungen

auch Röntgendiagnostik,

die Anpassung orthopädischer

Hilfsmittel sowie ein qualifiziertes

Wundmanagement für Patienten

mit diabetischem Fußsyndrom an.

Ambulante und tageschirurgische

Eingriffe erfolgen zusätzlich dazu

im Ambulanten OP-Zentrum des

Medizinischen Zentrums SOGE-

SUND in Schongau.

Die Sprechstunden der neuen

Sektion finden montags und donnerstags

statt. Termine können

direkt über das MVZ–Ärztezentrum

Schongau vereinbart werden.

Dies ist unter der Telefonnummer

08861 / 215-9600 erreichbar.

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

Johann-Baur-Straße 4 . 82362 Weilheim

Telefon 0881 / 188-8594 . Telefax 0881 / 188- 4679

E-Mail: zmc-info@kh-gmbh-ws.de

www.meinkrankenhaus2030.de/kliniken/

klinik-fuer-unfallchirurgie-und-orthopaedie


> > > DAS HEIMATRÄTSEL

Hoffnungsvoller Blick

Altlandkreis | Sie war erst 14 Jahre

jung, als sie sich, gemeinsam mit

ihrer Schwester und einer Freundin,

auf den Weg gemacht hatte.

Ziel war das Ufer eines unweit

entfernten Flusses, um dort angeschwemmtes

Treibgut als Feuerholz

zum Heizen und Kochen

zu sammeln. Dann, plötzlich, ein

kräftiger Windstoß in den umliegenden

Bäumen – und beim Blick

auf eine dort felsige Nische eine

schier unglaubliche Entdeckung:

Die Erscheinung einer ganz in

Weiß gekleideten Frau. Zunächst

glaubte das junge Mädchen an

einen Irrtum, rieb sich verwundert

die Augen. Doch auch beim

zweiten Hinschauen: Wieder eine

in weiß gekleidete, imposante Erscheinung.

Von diesem Moment

an wanderte das junge Mädchen

täglich in Richtung Felsnische –

und begegnete der in Weiß gekleideten

Dame über mehrere Monate

hinweg stolze 18 Mal. Meist wortlos.

Nur nicht beim 16. Mal – da

verriet die Erscheinung ihren Namen.

Im Rahmen unseres Heimaträtsels

möchten wir jedoch nichts von

der imposanten Erscheinung in

Weiß wissen, sondern vielmehr:

Wie heißt das hier abgebildete

junge, der Sage nach tatsächlich

erst 14-jährige Mädchen mit Vornamen?

Und wo genau befindet

sich die hier abgebildete Figur mit

diesem ehrfürchtigen aber auch

hoffnungsvollen Blick?

Schicken Sie uns bis Mitte te

Mai

eine Postkarte mit der Lösung

und dem Stichwort

„Heimaträtsel“ an „altlandkreis“,

Birkland 40, in 86971

Peiting. Oder eine Mail an

info@altlandkreis.de. Bitte

unbedingt eine Telefonnummer

mit angeben!

Zu gewinnen gibt es

einmal mehr einen Spezialitätenkorb

der Schönegger

Käse-Alm, herzhaft ha

bestückt mit Almblütenkäse,

Gipfelstürmer, Holunderkäse,

e,

Alprahmkäse, Allgäuzeller ler und

Rübli. Das Los entscheidet, et, der

Rechtsweg ist ausgeschlossen.

ssen

en.

Wir wünschen viel Erfolg!

js

> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG

Der Löwe aus Stahl, den wir in unserer März / April-Ausgabe

abgebildet hatten, steht an der Ecke Flurweg / Lechweg im

Osten von Bernbeuren. Gewusst hatte das unter anderem

Andrea Schröder aus Peiting, der wir an dieser Stelle recht

herzlich zum Gewinn des Spezialitätenkorbes der Schönegger

Käse-Alm mit dem putzigen Titel „Grüße vom Osterhasen“

gratulieren.

> > > IMPRESSUM

der „altlandkreis“ ist ein Medium von

„altlandkreis“

Birkland 40 in 86971 Peiting

Telefon: 08869 / 91 22-16

Fax: 08869 / 91 22-17

Mail: info@altlandkreis.de

Stand bei Drucklegung im April 2026.

Änderungen und Fehler vorbehalten.

Auflage: 28000 Exemplare

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe Juli / August 2026:

Freitag, 26. Juni 2026 (Anzeigenschluss: 5. Juni 2026)

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung und keine Erscheinungsgewähr

übernommen.

Herausgeber: Peter Ostenrieder

Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler

Satz, Layout & Anzeigengestaltung:

Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock, Irmgard Gruber, Alexander Berndt,

Heidi Berndt

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Str. 23, 84503 Altötting

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8, 82362 Weilheim

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte im Altlandkreis

Schongau und einzelnen angrenzenden Gemeinden

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine und weitere technische

Angaben finden Sie auf unserer Webseite www.altlandkreis.de.

Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, Sebastian Jahn, Adobe Stock, Landjugend Birkland,

Jugendclub Ludenhausen, Gemeinde Hohenpeißenberg, Gemeinde Denklingen, Hans-

Helmut Herold, Segelfliegergruppe Werdenfels, Didi Zill, Autobahn Musik, Bayerische

Staatskanzlei, Felix Weiß, Peter Kraus, Michael Schlögel, Orthopädieschuhtechnik Schwarz,

Stadtarchiv Weilheim / Dr. Joacheim Heberlein, Gemeinde Schwabsoien, Lebenshilfe

Weilheim-Schongau e.V., Jürgen Schallhammer, Harald Mielke, Tjark Lienke, Schönegger

Käse-Alm, Andreas Mayr, TimeCodePic, Musik im Pfaffeninkel e.V., Festlicher Sommer in der

Wies e.V., Federleicht, Micha Schilling, Sima Prodinger, Ben Camden, Kirche Kunterbunt im

Pfaffenwinkel, Bettina Eder, Kulturgemeinschaft Steingaden e.V.

www.altlandkreis.de

mai / juni 2026 | 25


Leistungsorientierter Nachwuchsfußball

Das Werk der

Besessenen

Murnau / Landsberg | Früher

war es bei den Fußballern des

TSV Murnau meist so: Die besten

Nachwuchsspieler wechselten zu

umliegenden Vereinen, weil sie

dort ein, zwei Ligen höher spielen

konnten. Folglich fehlte es im Herrenbereich

der grünen Drachen an

Qualität aus den eigenen Reihen,

was den Fußball in der Marktgemeinde

generell nicht sonderlich

attraktiv machte – weder für Spieler

noch Fans. Michael Adelwart,

Abteilungsleiter, tat diese Beobachtung

in der Seele weh, wollte

das nicht hinnehmen. Mit verdammt

viel Ehrgeiz, Leidenschaft,

den richtigen Leuten an seiner

Seite und einem gewissen Maß

an Besessenheit krempelte er vor

rund 15 Jahren seinen Heimatverein

nahezu vollständig um. Sein

damaliges Ziel: Möglichkeiten und

Rahmenbedingungen zu schaffen,

damit die besten Nachwuchsspieler

keine Gründe mehr finden,

ihren Heimatverein zu verlassen,

stattdessen Lust darauf haben, sich

hier vor Ort weiterzuentwickeln

und mit dem TSVM selbst Großes

zu erreichen. Auf Basis der drei

Säulen Sport, Finanzen und Infrastruktur

wurden qualifiziertere

Trainer engagiert, die nicht nur

fachlich, sondern auch zwischenmenschlich

zur neuen, leistungsorientierteren

Philosophie des

Vereins passen. Es wurde ein Umfeld

geschaffen, in dem sich Spieler

wie Eltern wohlfühlen, ohne

es dabei zu freundschaftlich und

familiär werden zu lassen. Und

es wurde das neue Anspruchsdenken

auch in Bereichen abseits

von Training und Spiel installiert –

angefangen bei der akribischeren

Pflege von Natur- und Kunstrasenplatz

über einheitliches Auftreten

von Spielern und Trainern in vereinseigenen

Trainingsklamotten

bis hin zu respektvollem Umgang

miteinander. Auch an diesem Mittwochabend,

als die „altlandkreis“-

Redaktion zum Interview an die

Poschinger Allee fuhr, viel eine

Sache sofort auf: Ob Eltern, Großeltern,

Trainer, Betreuer, Betreiber

des Stüberls – hier am Trainingsgelände

grüßt jeder jeden nicht

einfach so im Vorbeigehen, sondern

via Handschlag, mit Blick

in die Augen. Dieses Aufrichtige

erzeugt einen ganz besonderen

Geist – und der trägt sicherlich

auch dazu bei, dass der TSV Murnau

zur absoluten Topadresse für

hiesige Nachwuchsfußballer gereift

ist.

Aus 90 Spielern

wurden 400

Als Ende 2009 der Kunstrasenplatz

durch Initiator Phillip Zöpf

erfolgreich eingeweiht wurde

und Michael Adelwart folglich mit

diesem Projekt des Umkrempelns

begonnen hatte, spielten gerade

einmal um die 90 Nachwuchsspieler

beim TSV Murnau – damals sei

man froh gewesen, überhaupt in

allen Altersklassen (von der G- bis

zur A-Jugend) je eine Mannschaft

zusammenzubekommen. Heute

staunt beim Blick auf die Eckdaten

des Vereins selbst der Laie

nicht schlecht: Rund 400 Nachwuchsspieler,

mehr als 30 Trainer

und allein im Bereich der C- und

D-Jugend gleich vier oder fünf

26 | altlandkreis


Mannschaften! Insofern genau das

Gegenteil zu früher – heute wechseln

die Murnauer nicht mehr zu

umliegenden Vereinen, sondern

Spieler aus der Umgebung zum

TSVM. Aktuell stammen sie aus

einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern,

zum Teil darüber hinaus.

Klais, Peiting, Rottenbuch,

Unterammergau, Saulgrub, Garmisch-Partenkirchen,

Peißenberg,

Weilheim, ja sogar aus dem 45

Kilometer entfernten Waakirchen

kommen die Jungs und Mädels

allen Alters an das Trainingsgelände

mit kreuzgenialem Blick in

Richtung Gebirge – oder an den

zusätzlichen Trainingsplatz unten

am Ufer des Staffelsees. Vereinsbusse

oder vom TSV organisierte

Fahrgemeinschaften gibt es ebenso

wenig wie flächendeckende

Fahrgelder. „Spieler und Eltern

sind selbst dafür verantwortlich,

pünktlich zu Trainings und Spielen

zu erscheinen.“ Manche kommen

auch via Zug, haben am Bahnhof

Fahrrad oder E-Scooter deponiert

– oder ortsansässige

Freunde, die sie vom

Bahnhof abholen und

zum Trainingsgelände

hochfahren. Auch

auffallend an diesem

Mittwochabend: Dass

vier Mannschaften

zeitgleich auf ein und

demselben Kunstrasenplatz

trainieren, davon

separiertes Torwarttraining

inklusive. „Infrastrukturell

inzwischen

nicht mehr ideal“, gibt Michael

Adelwart offen zu. Andererseits

spricht intensives Training auf engem

Raum für sich, fordert und

fördert enge und saubere Ballführung,

blitzartiges Erkennen freier

Räume, präzises Flachpassspiel,

ständiges in Bewegung sein und

gute Kommunikation.

Ähnliches Konzept in

Landsberg

Wobei die Murnauer nicht die

einzigen sind, die sich in den

vergangenen Jahren zu einem

Art Leistungsnachwuchszentrum

für hiesige Nachwuchsfußballer

entwickelt haben. Auch der TSV

Landsberg hat vor rund zehn Jahren

seine Nachwuchsabteilung im

Grunde komplett neu aufgestellt.

„Bei uns war es weniger das Problem,

dass gute Nachwuchsspieler

zu anderen Vereinen gewechselt

sind, sondern wir für Talente

selbst aus der eigenen Stadt gar

nicht interessant waren, weil sich

mit unserem Verein kein junger

Spieler identifizieren konnte

– der Fokus lag beim TSV Landsberg

früher einzig und allein auf

dem der ersten Mannschaft“, sagt

Nachwuchsleiter und Nachwuchs-

Trainer Stefan Drischberger, der es

federführend ebenfalls geschafft

hat, den TSV Landsberg dank des

Engagements vieler guter, zum

Teil lizenzierter Trainer zu einer

Topadresse für junge, ambitionierte

Spieler aus der Region

umzukrempeln – von einst nur

80 Spielern im gesamten Nachwuchsbereich

des TSV Landsberg

spielen dort aktuell rund 300, gibt

es ebenfalls bis zu vier Mannschaften

pro Jahrgang. Die Jungs (und

zum Teil auch Mädels) kommen

bis aus Memmingen, Fürstenfeldbruck,

Schwabmünchen, aber

auch aus beispielsweise Schongau,

Peiting, Peißenberg oder Kinsau.

Rein finanziell betrachtet verlangen

die Landsberger von ihren

Spielern, oder besser gesagt deren

Eltern, bis zu 120 Euro im Jahr, was

allein aufgrund der guten Trainer

als günstig zu bewerten ist. „Wir

möchten, dass unser Fußball breitensportzugänglich

bleibt, deshalb

haben wir neben den leistungsorentierten

Teams auch die dritten

und vierten Mannschaften.“ Die

Murnauer verlangen derzeit pauschal

200 Euro pro Kind pro Jahr.

Gemessen am Aufwand, professionellem

Training sowie Drumherum,

zum Beisipel einheitliche

Kleidung in den Vereinsfarben,

ebenfalls keine Unsumme.

mai / juni 2026 | 27


Für die Verantwortlichen, Eltern

und auch Spieler umliegender Vereine

bedeuten diese zwei regionalen

Leistungszentren für Nachwuchsfußballer

letztlich Fluch

und Segen zugleich: Während die

einen froh und dankbar darüber

sind, dass talentierte sowie ambitionierte

Spieler aus umliegenden

Dörfern in Landsberg und Murnau

den für sie nächsthöheren sportlichen

Schritt versuchen können,

ohne dafür noch weitere Wege

bis nach beispielsweise München,

Augsburg, Kempten oder

Memmingen auf sich nehmen zu

müssen, sind andere stinksauer

darüber, dass die Murnauer und

Landsberger derart viele Spieler in

ihren Bann ziehen, dass es für das

Stellen vereinseigener Mannschaften

oft nicht mehr reicht. Verständlich

ist dieser Frust insbesondere

dann, wenn es sich um Spieler

handelt, die qualitativ lediglich für

die dritte und vierte Mannschaft in

Murnau oder Landsberg in Frage

kommen. Dass selbst diese Jungs

(und zum Teil auch Mädels) lieber

dort trainieren und spielen, zeigt

wiederum, was dieses professionellere

Umfeld und Training im

Vergleich zu umliegenden, kleineren

Vereinen für eine starke Anziehungskraft

hat. „Wir haben in der

Tat Spieler, die für die ersten U-

Mannschaften nicht in Frage kommen,

aber trotzdem Bock haben,

hier bei uns zu spielen“, bestätigt

Stefan

28 | altlandkreis

land

Drischberger dieses Phänomen.

„Wobei wir auch da vorsichtig

sein müssen, weil die Kinder oft

unerwartet enorme Entwicklungsschübe

machen, wir nicht nur auf

Technik und Talent, sondern auch

auf Wille, Ehrgeiz und Charakter

achten“, betont Michael Adelwart.

Ein weiterer Grund für den Massenandrang

Richtung Murnau und

Landsberg: Dass viele Eltern der

Nachwuchsspieler immer größeren

Wert auf gute Trainer legen –

und die gibt es in Landsberg und

Murnau mittlerweile durch alle U-

Bereiche hindurch, während umliegende

Vereine oft nur zwei, drei

gute Trainer im Nachwuchsbereich

insgesamt vorzuweisen haben.

Sprich: Eine Saison entwickelt sich

das Kind weiter, hat richtig Bock

auf Fußball, kommt dann in die

nächsthöhere Jahrgangsstufe zu

einem schwächeren Trainer, stagniert

und verliert im schlimmsten

Falle sogar die Freude an der bis

dato größten Leidenschaft.

Wechsel zum

FC Bayern

Insofern eine Situation, die nie allen

gefallen wird. „Und auch bei

uns läuft nicht immer alles nach

Plan, wenn du wie mit unserer

C-Jugend zwei Jahre in Folge absteigst“,

betont Michael Adelwart.

Doch gerade dann gelte es in seinen

Augen dranzubleiben, sich

auch in jungen

Jahren als Spieler

zu hinterfragen und gemein-

sam mit Teamkollegen,

Trainern und Betreuern

den

Turning-Point hin

zu

wieder besserer

Leistung zu schaffen.

Das primäre

Ziel, gute Spieler

für höherklassigen

Herrenfußball

aus den eigenen

Reihen hervorzubringen,

ist den

grünen Drachen

dank dieser akribischen

Nachwuchsarbeit mit drei

Mal die Woche Training jedenfalls

geglückt – in der Ersten Herrenmannschaft,

Landesliga Südost,

spielen aktuell nahezu ausschließlich

Spieler, die aus dem eigenen

Nachwuchs stammen. Und auch

die Landsberger berichten mit

Stolz, die ersten Früchte ernten

zu können, wenigstens ein, zwei

sehr gute Spieler bereits fest in

die erste Herrenmannschaft (Bayernlilga

Süd) integriert haben zu

können. Unter anderem erwähnt

Dennis Destrek an dieser Stelle

Lorenz Edelmann aus Peiting. Und

die, die es nach der A-Jugend oder

auch schon vorher nicht schaffen,

ein gewisses Niveau zu erreichen

oder zumindest zu halten? „An

dieser Stelle können auch die Heimatvereine

der Jungs und Mädels

profitieren“, sind sich Adelwart

und Drischberger einig vor dem

Hintergrund, dass der eine oder

andere gut ausgebildete Spieler

wieder zurückwechselt. Manchmal

aber geht die Entwicklung auch in

eine ganz andere Richtung. Vom

TSV Murnau wechselten bereits

mehrfach Toptalente unter anderem

in den Nachwuchs des FC

Bayern München, gleiches gilt für

den TSV Landsberg. Für Spieler,

die das U13-Alter erreicht haben,

sogar inklusive Ausbildungsentschädigungen.

Insofern nicht nur

sportlich, sondern auch finanziell

lukrativ und in gewisser Weise

die größte Anerkennung, die den

Murnauern und Landsbergern für

ihre Nachwuchsarbeit entgegengebracht

werden kann. Wie hoch

die Summen sind, wird nicht verraten.

Dafür, dass beide Vereine

auch Kooperationen zu anderen

Topvereinen pflegen. Die Murnauer

zur Spielvereinigung Unterhaching,

die Landsberger zum FC

Augsburg. Insofern bleibt es spannend

zu beobachten, wie die Entwicklung

des leistungsorientierten

Nachwuchsfußballs am Lech sowie

an der Loisach weitergehen wird —

im Positiven wie Negativen. js


Electro mit Alpenpanorama

Grüne Sonne

Hoher Peißenberg | Die interessantesten

Fragen rund um das Grüne

Sonne Festival kann, darf und

möchte Initiator Phil Falkner nicht

verraten. Zum Beispiel die über

die echt hohen Gagen der in der

Electro-Szene weltbekannten DJs.

„Fünf-Sterne-Hotel-Übernachtung,

Flugtickets, Fahrdienst sowie Extrawünsche

wie Bügelbrett im

Backstage sind da noch gar nicht

miteingerechnet.“ Die zweite

spannende Frage hinsichtlich Deko

und Bühnenbild bleibt ebenfalls

ein Geheimnis. „Weil mir da der

Überraschungseffekt einfach wichtig

ist“, sagt der Mann, der das

Grüne Sonne Festival zu einem

der bekanntesten und beliebtesten

Electro-Festivals der Welt gemacht

hat. Und auch heuer wieder ein

Line-Up von Künstlern organisieren

konnte, das sich sprichwörtlich

gewaschen hat. „Mit Rush, Kollektiv

Turmstrasse und Dave Clarke reden

wir von absoluten Ikonen der

Electro-Szene.“ In Summe werden

es 20 DJs sein, die heuer am

Samstag, 13. Juni, zwischen 12.30

Uhr mittags und 3 Uhr in der Nacht

auflegen auf dem in der Spitze 988

Meter hohen Hohen Peißenberg.

Wobei hier nicht nur DJs, sondern

auch Gäste aus aller Welt anreisen,

um dieses unbeschreibliche Festivalgefühl

mit Alpenpanoramablick

in vollen Zügen aufsaugen und genießen

zu können.

Mehr Parkplätze

am Bahnhof

Die Teilnehmerzahl ist auf 3 000

Plätze begrenzt. „Mehr gibt das

Gelände nicht her“, betont Phil

Falkner, der an dieser Stelle aber

eine beruhigende Nachricht für die

Locals hat: „Für den Fall, dass wir

online ausverkauft sind, was meist

auch sehr zeitnah der Fall ist, haben

wir extra ein Hardticket-Kontingent

für die Interessenten aus

der Region.“ Die Vorverkaufsstellen

hierfür: Rigialm in Hohenpeißenberg,

Bäckerei Sesar in Peiting,

Bücherei Peissenbuch in Peißenberg,

Sonnendeck in Weilheim,

Löwenhof in Schongau, Brillen

Funk in Kinsau, Engel Haardesign

in Murnau sowie Autohaus Heuberger

in Füssen und Bernbeuren.

Auch erwähnenswert: „Weil die

Festivalbesucher die vergangenen

Jahre wieder verstärkt mit Autos

angereist sind, werden im Bereich

des Bahnhofs in Hohenpeißenberg

zusätzliche Parkflächen zur Verfügung

stehen.“ Die oben am Berg

sind bekanntlich begrenzt. Von

unten fahren dann Shuttlebusse im

Halb-Stundentakt hinauf zum Ort

des Geschehens. Und auch überregional

betrachtet steht der Bus als

Anreisemöglichkeit im Fokus – es

fahren Festivalbusse von Memmingen

über Kempten, Kaufbeuren

und Marktoberdorf, von Augsburg

über Landsberg, von Nürnberg

über Ingolstadt, Pfaffenhofen und

München, von Regensburg über

Landshut, Freising und ebenfalls

München sowie von Wolfratshausen

über Bad Tölz und Penzberg

zum Hohen Peißenberg. Personell

betrachtet arbeiten in Summe rund

250 vor, während und nach dem

Festival. „Allein für die Technik haben

wir schon 30 Leute“, sagt Phil

Falkner. Hinzu kommen ein handwerklich

begabtes, kreatives Deko-

Team, Kasse, Security, Feuerwehr

und viele mehr. Wer heuer mit Zug

anreist und erst zu späterer Stunde

wieder zurückmöchte: Ab 0.30 Uhr

fahren wieder die Busse, jeweils

über Peißenberg sowohl nach

Peiting und Schongau als auch in

die andere Richtung bis Weilheim.

Keine Experimente geht Phil Falkner

beim Thema Catering ein: „Wir

haben da im Grunde seit Jahren

nur fünf Foodtrucks, die liefern

dafür in sehr hoher Qualität und

sind auch in der Lage, die Menge

schnell zu bedienen.“ Während

Shuttlebusfahrten bar bezahlt werden

müssen, gilt auf dem Festivalgelände

ausschließlich bargeldloses

Bezahlen. „Auch da sind die

Festivalbesucher kreativ“, erinnert

Phil Falkner sich an einen Zwei-

Meter-Hünen mit pinkem Feen-

Zauberstab und darin integrierter

Kreditkarte in der Hand. Genau

dafür steht das Grüne-Sonne-Festival:

für Vielfalt, für Kreativität, für

in Trance versetzende Beats bis tief

in die Nacht hinein.

Camping und Haustiere

verboten

Alle weiteren wichtigen Informationen

zum Festival hält die Internetseite

www.gruene-sonne.de

bereit. Dort wird das komplette

Line-up vorgestellt, finden sich

eindrückliche Impressionen aus

den vergangenen Jahren in Bild

und Film, aber auch alles rund

um Tickets, Festivalbus und Histo-

> > > TICKETS ZU GEWINNEN

rie. Und, ganz wichtig, die Rubrik

„Häufigste Fragen“. Phil Falkner

meint an dieser Stelle nur, „dass du

nicht glaubst, was man als Veranstalter

bereits im Vorfeld alles für

Fragen gestellt bekommt“. Einmal

wollte eine im achten Monat hochschwangere

Frau von ihm wissen,

ob es für sie sinnvoll wäre, hinzugehen.

„Natürlich nicht!“ Man

muss auch mindestens 18 Jahre alt

sein, darf keine Tiere, keine Kleinkinder,

kein eigenes Essen oder

Trinken mitbringen, wobei Obst

oder Ähnliches dann doch erlaubt

ist. Was immer wieder versucht

wird: Zu campen. Auch das ist

verboten, weil hierfür schlichtweg

der Platz fehlt. Der zur Verfügung

stehende ist dafür umso beeindruckender.

Allen voran am Abend,

wenn die Sonne untergeht, die

Alpen im Hintergrund anfangen zu

glühen. Und gleichzeitig die in der

Hauptbühne integrierten, schier

unzähligen LED-Lichter anfangen,

passend zum Beat der Musik zu

leuchten und zu blinken. Ganz zu

schweigen von einem Feuerwerk.

Und natürlich den Menschen, die

dort Jahr für Jahr gezeigt haben,

wie wunderbar ein friedliches Miteinander

funktioniert. Selbst dann,

wenn Alkohol und (erlaubte) andere

Drogen im Spiel sind. js

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost 3 x 2 Tickets. Schicken Sie

uns bis Mitte Mai eine Postkarte mit dem Stichwort „Grüne Sonne“

an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail

an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Viel Erfolg!

mai / juni 2026 | 29


„Es gibt zwischen uns keinen Streit“

Zwei Vereine, ein Ziel

Altlandkreis | Demografischer

Wandel, Zeitmangel,

schier unzählige Freizeitoptionen,

abschreckende

Bürokratie, abnehmendes

Verantwortungsbewusstsein,

unregelmäßige Arbeitszeiten

und wesentlich weniger

Bereitschaft, sich langfristig

an nur eine Sache binden zu

wollen: Es gibt viele Gründe,

die es Vereinen schwer

machen, ausreichend engagierte

Mitglieder zu gewinnen.

Umso denkwürdiger:

Dass es hier in der Region

mit „Festlicher Sommer in

der Wies e.V.“ und „Musik

im Pfaffenwinkel e.V.“ zwei

Vereine gibt, die im Grunde

für die exakt gleiche Sache stehen:

Das Organisieren und Veranstalten

erstklassiger Klassikkonzerte,

deren Niveau es sonst nur in größeren

Städten zu hören gibt. Um

genau diese Einzigartigkeit aufrechterhalten

zu können, ist von

einzelnen Mitgliedern aus beiden

Vereinen immer wieder mal der

Wunsch zu vernehmen, sich doch

„wieder zusammenzutun, gemeinsame

Sache zu machen“. Um

dieses „wieder“ besser zu verstehen,

gilt es zunächst einzutauchen

in frühere Zeiten. Genaugenommen

ins Jahr 1963. Damals waren

Musikschule, Chor und Orchester

noch fest in den Händen der Stadt

Schongau. Deren städtischer Musikdirektor

war Josef Kraus. Ein

Mann, der für Musik und auch das

Drumherum regelrecht brannte,

obendrein hervorragende Kontakte

zu namhaften Orchestren und

Berufsmusikern in beispielsweise

München pflegte. Genau dieser

Mann hatte damals auch die Idee,

30 | altlandkreis

Von wegen Streit! Monika Soyer-Bauer

(links im Bild) und Andrea Kreipe.

gemeinsam mit den begabtesten

Sängerinnen und Sängern aus

dem Chor der Stadt Schongau sowie

den begnadetsten Musikerinnen

und Musikern des Schongauer

Stadtorchesters in Kooperation mit

professionellen Orchestren und

Solisten Klassikkonzerte in der

weltbekannten Wieskirche zu veranstalten.

Daraus entstand,

ebenfalls im Jahre 1963: Die

Konzertreihe „Festlicher Sommer

in der Wies“, die auf Anhieb

großen Erfolg hatte und

extrem beliebt war bei einem

auserwählten Publikum aus

Nah und Fern.

„Arbeiten gut

zusammen“

Knapp vier Jahrzehnte später,

im Jahre 1990, wurde Josef

Kraus schließlich altersgemäß

pensioniert. Allerdings wollte

der Macher damals gar nicht

aufhören, ja zumindest sein

„Baby“, die Konzertreihe, weiterhin

federführend betreuen.

Weil die Stadt Schongau diesem

Wunsch damals einen Riegel vorschob,

sowohl Musikschule, Orchester,

Chor und somit auch die

Konzertreihe Kraus‘ Nachfolger

Franz Brannekemper zuschrieb,

entstand ein riesengroßer Streit –

ein Streit unter den Aktiven in

Chor und Orchester. Während die

Beiden Vereinen gehören auch ambitionierte Chöre an.


Berufsmusiker kommen auch in kleinen Besetzungen in die Region.

einen mit dem neuen Nachfolger

zusammenarbeiten wollten, hielten

die anderen Josef Kraus die

Treue. Und so kam es tatsächlich

zur Gründung eines neuen Vereins

namens „Musik im Pfaffenwinkel“,

über den die Kraus-Anhänger nun

ihr eigenes Ding machten. Die Folge:

Jahrelanger Konkurrenzkampf

und jahrelanger Streit zwischen

beiden Vereinen. Inzwischen sind

seit dieser Spaltung stolze 36 Jahre

vergangen, ist die Stadt Schongau

als große finanzielle Stütze raus

und Initiator Joseph Krause, der

im Januar 2014 im Alter von 92

Jahren verstarb, längst nicht mehr

unter uns. Und trotzdem kam es

bis heute nicht zur Wiedervereinigung

zwischen dem „Festlichen

Sommer in der Wies“ und „Musik

im Pfaffenwinkel“. Wir vom Regionalmagazin

„altlandkreis“ haben

deshalb die amtierenden Köpfe

beider Vereine an einen Tisch gebeten

und die allesentscheidenden

zwei Fragen gestellt: Wird der

Streit nun ein für alle Mal beendet?

Und kommt es womöglich doch

zur Wiedervereinigung? Monika

Soyer-Bauer, seit November 2024

Vorsitzende des Festlichen Sommers,

zögert an dieser Stelle keine

Sekunde: „Unter den ältesten

Mitgliedern im Chor mag es den

einen oder anderen geben, der

damals dabei war und noch immer

ein wenig nachtragend ist – insgesamt

betrachtet möchte ich an

dieser Stelle jedoch klipp und klar

betonen: Es gibt keinen Streit!“ Ihr

gegenübersitzend: Andrea Kreipe,

Vorsitzende von Musik im Pfaffenwinkel.

Und? „Das kann ich nur

unterschreiben – von einem Streit

kann hier schon lange nicht mehr

die Rede sein.“ Genaugenommen

sei sogar das Gegenteil der Fall.

„In bestimmten Bereichen, was

zum Beispiel Werbung, Organisation

und Programmabsprache

betrifft, arbeiten wir eng und gut

zusammen.“

Zu groß zum Fusionieren?

Die Voraussetzungen für eine Wiedervereinigung

wären insofern

gegeben. „Die ist inzwischen aber

weder notwendig noch sinnvoll“,

betonen Andrea Kreipe und Monika

Soyer-Bauer unisono. Denn:

Beide Vereine seien momentan

personell sehr gut aufgestellt,

haben sowohl in der Vorstandschaft,

im Orga-Team als auch in

den vereinseigenen Chören und

Orchestren ausreichend motivierte,

engagierte und talentierte

Mitglieder. Allein die Chöre beider

Vereine hätten mit rund 60 und 55

Mitgliedern zusammengenommen

fast 120 Mitglieder, „die wir für ein

Konzert gar nicht alle unterbringen

würden in der Wieskirche“.

Stattdessen betonen Kreipe und

Soyer-Bauer, dass dieses rührige

Engagement beider Vereine vielmehr

eine riesengroße kulturelle

Bereicherung für die Region sei,

weil so das Angebot toller Konzerte

quasi doppelt so groß, und im

Detail betrachtet auch bunter und

facettenreicher sei.

Das Programm der Konzertreihen

für 2026 beider Vereine liest sich

in der Tat sehr vielversprechend:

Das von „Musik im Pfaffenwinkel“

umfasst heuer vier Konzerte, die

allesamt in der Wieskirche stattfinden

werden. Beginnend am

Samstag, 30. Mai, um 19 Uhr mit

namhaften Werken von Mozart,

Barber und Beethoven. Es musizieren

Mitglieder des Bayerischen

Staatsorchesters, der Gemischte

Chor im Pfaffenwinkel sowie Solisten

des Opernstudios München.

Letzteres ist eine an die Staatsoper

angegliederte Plattform, die alljährlich

herausragend talentierte

Sänger und Musiker ausbildet

und auf eine große Karriere als

Solisten vorbereitet. Es folgt das

zweite große Konzert am Sonntag,

5. Juli, um 19.30 Uhr mit Werken

von Haydn und Schubert. Hier

spielen Mitglieder der Münchner

Philharmoniker, abermals Solisten

des Opernstudios München

und es singt erneut der Gemischte

Chor im Pfaffenwinkel. Zum Jahresabschluss

gibt’s am Samstag,

5. Dezember, und Sonntag, 6. Dezember,

jeweils um 16 Uhr Festliche

Musik im Advent mit mehreren

alpenländischen und original

volksmusikalischen Gesangs- und

Instrumentalgruppen aus der Region.

Erschwert wurde die jüngste

Durchführung von Konzerten bei

Musik im Pfaffenwinkel durch den

plötzlichen und unerwarteten Tod

des langjährigen und von vielen

sehr geschätzten künstlerischen

Leiters Christian Fröhlich. In dessen

große Fußstapfen wird

*Rechtsberater

Linda Heidemann

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mai / juni 2026 | 31


nun Dirigent Anton Ludwig Pfell

aus Andechs treten – und ein in

Altenstadts Basilika geplantes,

ganz besonderes Konzert deshalb

auf kommendes Jahr verschoben.

Erstmals in Kirche

St. Anna in Schongau

Das Programm des „Festlichen

Sommers“ unter der künstlerischen

Leitung von Markus Bauer

umfasst in Summe gleich sieben

Konzerte. Zwei fanden bereits mit

„Frieden ist der Quell“ am 8. März

in Altenstadts Basilika und „Life

could be a dream“ am 18. April

im Ballenhaus Schongau statt. Es

folgt: „Alte Musik in neuen Händen“

am Sonntag, 17. Mai um 17

Uhr in der Wieskirche. Hier singt

der Jugendchor des Bayerischen

Sängerbundes, gepaart mit solistischen

Werken von echten Profis

an Gitarre, Oboe, Klavier, Cello und

Violine. Weiter geht’s am Sonntag,

21. Juni, um 19 Uhr mit „Alles hat

seine Zeit“ – ein ebenfalls großes

Klassikkonzert in der Wieskirche

mit dem Vokalzirkel München, einem

Streicherquartett aus Mitgliedern

der Münchner Philharmoniker

und dem Chor der Stadt Schongau.

Von ähnlichem Niveau: „In Paradisum“

am Samstag, 25. Juli, um

19.30 Uhr, ebenfalls in der Wieskirche

mit Mitgliedern des Bayerischen

Sängerbundes, der Neuen

Süddeutschen Philharmonie sowie

dem Chor der Stadt Schongau. Das

Herbstkonzert „Quadro Nuevo“ am

Sonntag, 4. Oktober, um 19 Uhr

> > > TICKETS ZU GEWINNEN

Ein Highlight: Die alpenländischen Konzerte zum Advent.

findet dagegen in Schongaus Altstadtkirche

St. Anna (Heilig-Geist)

statt, in der zum ersten Mal überhaupt

erstklassig konzertiert wird.

„Eine Kirche mit hervorragender

Akustik“, schwärmt Monika Soyer-

Bauer voller Vorfreude. Dort findet

nämlich auch der Jahresabschluss

des Festlichen Sommers statt: Ein

Weihnachtsoratorium am 20. Dezember

um 11 Uhr und 17 Uhr mit

dem Barockorchester sowie dem

Chor der Stadt Schongau.

Vorverkaufskarten

in Altstadt

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost für das große Klassikkonzert

von „Musik im Pfaffenwinkel“ am Samstag, 30. Mai, je

zwei Tickets. Ebenfalls für das Wies-Konzert des Festlichen Sommers

am Sonntag, 21. Juni. Schicken Sie uns bis Mitte Mai eine

Postkarte mit dem Stichwort „Festlicher Sommer“ oder „Musik

im Pfaffenwinkel“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting.

Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet,

der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!

In Summe also noch neun Klassikkonzerte,

entweder in Schongau

oder in der Wieskirche. Manche

kosten Eintritt, wieder andere sind

kostenlos zugänglich, wobei Spenden

an dieser Stelle nicht nur erwünscht,

sondern auch angebracht

sind. Vorverkaufskarten bieten beide

Vereine über den Copy-In-Shop

in Schongaus Altstadt, Lindenplatz

11, an – telefonisch erreichbar

unter 08861 / 9309098.

Darüber

hinaus gibt’s die für den Festlichen

Sommer auch bei Ticket Regional

unter Telefon 0651 / 9790777 oder

online unter www.ticket-regional/

wieskonzerte. Und die für Musik

im Pfaffenwinkel auch bei GAP-

Ticket unter 08821 / 7301995 sowie

bei allen Vorverkaufsstellen von

München Ticket. Weitere Informationen

zum diesjährigen Programm,

aber auch zu den Vereinen

an sich, halten außerdem die Internetseiten

www.wieskonzerte.de

sowie www.musikimpfaffenwinkel.de

bereit. Hier finden Sie,

liebe Leserinnen und Leser, auch

Kontaktdaten, falls Sie die Macher

hintern den Klassikkonzertreihen

der Region finanziell, musikalisch

oder als Helferin oder Helfer aktiv

unterstützen möchten. Denn eines

ist auch klar: Um auch in Zukunft

zwei Vereine mit derselben Aufgabe

so tatkräftig aufrechterhalten zu

können, braucht es immer wieder

auch neue Mitglieder. Wenn die

eines Tages ausgehen: „Können

und wollen wir eine Wiedervereinigung

natürlich nicht ausschließen“,

so Monika Soyer-Bauer und

Andrea Kreipe. Stand jetzt sehen

die beiden aber, da wiederholen

sie sich gerne, keinen Grund

dazu.

js

32 | altlandkreis


Meisterbetrieb für Sanierung, Renovierung & Reparatur

Unsere Partner

Ein Meisterbetrieb wird übergeben.

Zwölf Jahre, ein Handschlag, eine Firma

Die Geschichte einer Übergabe,

die schon 2014 begann.

Es war ein Badezimmer in Weilheim, das alles in

Gang gebracht hat. Damals ließen die Großeltern

von Matthias Balazs ihr Bad von Gerhard

Lehner renovieren. Matthias hatte Ferien –

und half einfach mit. „Die Zusammenarbeit

hat von Anfang an gepasst“, erinnert er sich.

Was folgte, war kein Plan, sondern eine

gewachsene Geschichte: Vom Ferienjob über den

Minijob zum Vollzeitmitarbeiter. Matthias machte

seinen Gesellen , später den Maurermeister und

den staatlich geprüften Bautechniker – und lernte

nebenbei alles, was einen guten Handwerker

ausmacht, direkt von Gerhard Lehner.

Im Februar 2026 war es soweit: Die Übergabe.

Gerhards Traum war immer, dass seine Firma

weiterlebt und seine Kunden gut versorgt

bleiben. Dieser Traum ist jetzt Wirklichkeit – mit

einem Nachfolger, den er selbst mit ausgebildet hat.

Gerhard Lehner bleibt dem Betrieb noch acht Jahre

erhalten. Baustellenbesichtigungen machen die beiden

weiterhin gemeinsam, Bestandskunden haben ihren

gewohnten Ansprechpartner. Was sich geändert hat: der

Name. Alles andere ist geblieben.

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mai / juni 2026 | 33


Für Haar, Körper, Geist und Seele

Der etwas andere Friseur

Böbing | Was neben Schere, Kamm

und Föhn nicht fehlen darf bei einem

Friseur: Ein Spiegel, um sich

und die werdende Frisur stets im

Blick zu haben. Im Salon von Stephanie

Probst findet man diesen

jedoch vergeblich. „Der eine oder

andere Neukunde schaut beim

Betreten meines Salons erstmal

um die Ecke, wieder anderen fällt

es dagegen erst auf, wenn ich mit

dem Schneiden fertig bin“, sagt

die leidenschaftliche Friseurmeisterin,

die den Spiegel inzwischen

ganz bewusst weglässt – und damit

ausnahmslos gute Erfahrungen

macht. „Das hat psychologische

Hintergründe“, betont sie.

Wer in den Spiegel schaue, sei nie

wirklich mit sich selbst zufrieden.

Darüber hinaus treffen sich immer

und immer wieder die Blicke

von Kunde und Friseurin, was die

andauernde Frage in den Raum

wirft: Soll ich jetzt was sagen?

Wollen wir uns überhaupt unterhalten?

Ist das mir auf der Zunge

liegende Thema angebracht? Oder

ist es doch besser, einfach still zu

sein und zu versuchen, die Ruhe

zu genießen? Ohne Spiegel stellen

sich diese Fragen häufig nicht.

„Entweder wir kommen in ein

entspanntes, offenes Gespräch,

oder genießen einfach beide die

Ruhe, was ohne Spiegel in der

Tat viel besser funktioniert.“ Das

Loslassen und Entspannen gelingt

im Salon von Stephanie Probst

ohnehin besonders gut. Anstelle

des Spiegels blicken die Kunden

durch ein von Hand gebürstetes

Altholzfenster hindurch. Im Hintergrund:

Ein atemberaubend schönes

Bergpanorama, das sich über

die komplette Wand des Zimmers

erstreckt. Es zeigt eine rar gesäte

Perspektive, aufgenommen im

unweit entfernten Estergebirge –

und es ist ohne Übertreibung so

schön, dass auch Nichtbergsteiger

ins Schwärmen kommen. Auch

deshalb, weil es dank epischen

Lichteinfalls durch die Sonne viel

Kraft, Lebensfreude und Hoffnung

ausstrahlt. Hinzu kommen wohlriechende,

natürliche Düfte – und

noch vieles mehr. Denn der Salon

von Stephanie Probst ist nicht nur

wegen fehlendem Spiegel, Fensterblick

ins Gebirge und dieser

Düfte viel mehr als ein klassischer

Friseursalon.

Friseur als Psychologe

Die Leidenschaft zum Haareschneiden

hat die heute 37-Jährige

bereits im Kindesalter für

sich entdeckt. Eltern, Geschwister,

Freunde mussten damals sozusagen

„herhalten“. Und auch nach

erfolgreichem Abschluss der Realschule

kam für die Powerfrau

nur eines in Frage: Die Lehre zur

Friseurin. Gegen den Willen ihrer

Eltern verwirklicht sie ihren Traum,

setzt unmittelbar nach Abschluss

der Ausbildung den Meister obendrauf

und krönt sich damit zur

damals jüngsten Friseurmeisterin

überhaupt. Sie macht sich direkt

selbstständig. Zunächst als mobile

Friseurin, anschließend mit eigenem

Salon. Privat läuft’s ebenfalls

rund. Über die Liebe zu Ehemann

Stefan zieht Stephanie Probst,

geborene Anzengruber, von Peißenberg

nach Böbing. „Als Stefan

dann in Ingolstadt studiert hat, ich

meine Kunden zum Haareschneiden

meist am Abend

hatte und mir tagsüber etwas

fehlte, habe ich zusätzlich

eine Vollzeitausbildung

zur Medienkauffrau absolviert.“

Am meisten Freude

aber hat sie nach wie vor

am Friseurhandwerk, empfindet

dies über 21 Jahre

hinweg nie als Arbeit. Parallel

dazu: Zwei Kinder,

inzwischen zehn und 13 Jahre alt.

Und mehrere Weiterbildungen

und Zusatzqualifikationen, „die ich

in erster Linie für mich und meine

Familie gemacht habe“. Unter anderem

die zu „Hairzbalance“ nach

Reinhold Kopp. Dabei handelt es

sich um eine energetische und

ganzheitliche Methode, die über

das klassische Friseurhandwerk

hinausgeht. Und die darauf abzielt,

Körper, Geist und Haar in Einklang

zu bringen. Das dabei vermittelte

Wissen veränderte in Stephanie

Probst plötzlich alles. „Wir als

Friseure werden häufig auch als

Psychologen bezeichnet, weil Kunden

uns oft ihr Herz ausschütten.“

Altholzfenster statt Spiegel: Idyllischer

Panoramablick beim Haareschneiden.

Was für Stephanie Probst lange

Zeit als Bereicherung empfunden

wurde, wird durch neues Wissen

und einen neuen Blickwinkel und

dadurch veränderten Blickwinkel

plötzlich zur Last. Die Folge, ganz

zur Trauer ihrer 150 Stammkunden:

Klarer Cut, Aufgabe der Selbstständigkeit,

stattdessen „nur“ noch:

Ehemann, Kinder, Hausbau sowie –

nebenbei – Sport- und Entspannungskurse

in einem Fitnesssalon.

Eigens konzipierte

Waschliege

Inzwischen ist die Leidenschaft

zurück, die Selbständigkeit wie-

34 | altlandkreis


Die Partnachklamm.

Einzigartig in der Region: Kopfmassage am Head-Spa-Bogen.

der aufgenommen, ihr neuer

Salon am Riedelweg 19 (Böbing)

mehr Wellnessoase als Friseursalon

und so benannt, wie ihn die

Kunden nach ihrem Besuch verlassen:

„Federleicht“. Die Rede

ist von professionellen Massagen

an Kiefer, Kopf und Nacken. Unter

anderem mit Ölen, die die Expertin

handeigen aus den Kräutern

ihres Gartens kredenzt. Während

des Haareschneidens können die

Federleicht-Kunden auch ein spezielles

Elektrolyse-Fußbad zur

Entgiftung des Körpers genießen.

Oder, links davon, die „Haarmonie-Waschliege“,

die wahrscheinlich

sogar weltweit einzigartig

ist in Sachen Form, Funktion und

Design, „weil die von uns selbst

designt und gebaut wurde, so nirgends

auf dem Markt erhältlich

ist“. Direkt daran angeschlossen:

Ein großzügiges Waschbecken mit

sogenanntem Head-Spa-Bogen.

Dabei handelt es sich um ein halbrundes,

dünnes Wasserrohr aus

Kupfer, in das 25 Löcher gebohrt

wurden – die daraus spritzenden

Wasserdüsen massieren zielgenau

den Kopf des Kunden. Gleichzeitig

hat Stephanie Probst beide Hände

frei, um parallel dazu Hand an Kiefer,

Kopf und Nacken anlegen zu

können. Insofern ein bunter Mix

aus ehrbarem Handwerk, Tiefenpsychologie

(Hairzbalance) und

Wellness, mal mehr, mal weniger

mit Energiearbeit angereichert.

Genau das macht den Salon von

Stephanie Probst, der von ihrem

Ehemann Stefan eigenhändig,

perfektionistisch und neben dessen

Hauptberuf als Elektrotechnikingenieur

gebaut wurde, zu einem

in der Region weit und breit einzigartigen.

Eine Konkurrenzanalyse

hat dies bestätigt – Vergleichbares

gibt es erst wieder in großen

Städten wie München und Augsburg.

Allerdings nicht mit

dieser Haarmonie-Waschliege.

Manche Kunden nehmen

deshalb auch weite Wege auf

sich, um in den Genuss dieses

außergewöhnlichen Friseursalons

zu kommen. Bis

aus Immenstadt und München

kommen manche. Ihr

Beweggrund: Dass sie sich

danach mental wie körperlich

einfach viel leichter fühlen.

Leicht wie eine Feder. js

Wilde Wasserfälle, unzählige Regenbogen im Sonnenlicht

des Sommers oder funkelnde Eiszapfen und erstarrte

kristallene Kaskaden im Winter, begleitet

von beeindruckendem Getöse und Naturgewalt pur!

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Sorgt für Tiefenentspannung:

Stephanie Probst an einer

Stimmgabel.

mai / juni 2026 | 35


Ein bayernweites Pilotprojekt

Waldspaziergang

mit Ton

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36 | altlandkreis

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verschiedenen Waldbeständen.

Das Besondere dabei: Anders als

bei Walderlebnispfaden findet der

Spaziergänger hier keine großen

Infotafeln, auch keine abenteuerlichen

Spiel- und Turngeräte vor.

Stattdessen weisen unscheinbare,

in den Boden gerammte Holzpfähle

mit angebrachter Nummer und

kleinem Info-Text auf die jeweilige

Station mit dazugehörigem Waldbestand

hin. Wer möchte, kann

sich dem jeweiligen Pfosten nä-

Schwabniederhofen | Wärmere

Durchschnittstemperaturen, die

zu trockeneren Böden und zunehmenden

Extremwetterereignissen

mit Hagel, Sturm und Starkregen

führen: Bereits seit Jahren ist wissenschaftlich

belegt, dass der Klimawandel

einen Umbau hiesiger

Wälder erfordert – weg von monokulturellen

Fichtenbeständen, hin

zu Mischwäldern aus beispielsweise

Buche, Tanne, Eibe, Fichte.

Nur so kann mittel- bis langfristig

die immens wertvolle Funktion

von Wäldern aufrechterhalten

und gewährt werden. Immens

wertvoll aus folgenden Gründen:

Wälder sind CO2-Speicher, nehmen

das für die Klimaerwärmung

ursächliche Kohlendioxid aus der

Luft auf und speichern es als Kohlenstoff

ab. Die Bäume im Wald

produzieren durch Photosynthese

Sauerstoff, den alle Lebewesen

zum Atmen brauchen. Wälder sind

essentiell sent

für

Hochwasserschutz

sers

chut

und Wasserkreislauf, eisl

slau

auf,

wirken wie

ein natürlicher Schwamm, m,

weil

sie Regenwasser se

speichern ern und

Grundwasser ser filtern. e Sie

bieten

unzähligen Pflanzen,

Kräutern, wildlebenden

Vögeln, Säugetieren

und Insekten ein

Zuhause. Sie liefern

den nachhaltigen, weil

nachwachsenden Rohstoff

Holz zum Bau von

Gebäuden sowie zur

Herstellung von beispielsweise

Möbeln und Papier. Sie dienen

uns Menschen als Ort der Erholung,

als Ort des Gesundbleibens

und Gesundwerdens. Sie schützen

Wohnsiedlungen an hiesigen

Hügeln und Schluchten sowie

ganze Dörfer in den unweit entfernten

Bergregionen vor Lawine,

Steinschlag, Erdrutsch, weil in die

Tiefe ragendes Wurzelgeflecht die

Böden zusammenhält. Und sie

liefern hochwertige Lebensmittel

wie beispielsweise Beeren, Pilze

und Wildfleisch. Kurzum: Eine

Erde ohne Wald wäre deutlich

heißer, er, trockener, r, artenärmer,

instabiler iler

– und

somit ein Leben

für uns Menschen, en, wie wir es im

Pfaffenwinkel fenw

noch

schätzen und

lieben en dürfen, kaum möglich.

Acht Stationen auf

2,4 Kilometern

Naturnahe ahe

Mischbestände

aus Laub- und Nadelbaumarten

sind somit die Zukunft.

In diesem Punkt sind

sich

auch die

Försterinnen

und Förster vom Amt für

Ernährung, Landwirtschaft

und Forsten Weilheim einig.

Deren en schwerpunktmäßige

Aufgabe diesbezüglich:

Hiesige Waldbesitzer beim Umbau

ihrer Wälder individuell zu

beraten und zu unterstützen –

und auch die breite Masse der

Bevölkerung immer und immer

wieder auf einen zukunftsfähigen

Wald und dessen Bedeutung

aufmerksam zu machen, sie zu

sensibilisieren. Dabei hilfreich:

Ein vom AELF Weilheim neu ins

Leben gerufener, bayernweit einzigartiger

Audio-Spaziergang zum

Thema „Waldumbau“. Er befindet

sich nordwestlich von Schwabniederhofen

im gut gepflegten Wald

der dort örtlichen Waldgenossenschaft,

besteht aus acht Stationen,

erstreckt sich über rund

2,4 Kilometern und führt entlang

begehbarer Forstwege zu sechs


Am Ausgangspunkt des 2,4 Kilometer

langen Rundwegs: Pressebeauftragte

Alexandra Rauch (links) und

AELF-Leiter Dr. Kilian Stimm.

hern, den zum dahinterliegenden

Waldbestand passenden Infotext

lesen. So richtig zum Erlebnis

wird der Audio-Spaziergang allerdings

erst in Kombination mit

einer App – der BayernHistory-

App. Sie steht allen Interessierten

kostenlos zum Download bereit,

hält obendrein viele weitere Informationen

rund um Kultur und

Geschichte in ganz Bayern bereit,

weshalb der „Audio-Spaziergang“

im Wald bei Schwabniederhofen

zunächst gar nicht so leicht zu finden

ist. So klappt’s trotzdem: Nach

dem Öffnen der App das Fenster

„BayernHistory“ anklicken, dann

in der Rubrik-Leiste ganz unten

„Rundgänge“ wählen, anschließend

nach unten scrollen und auf

„Waldumbau JETZT!“ klicken.

Bequem

von der Couch

Dank in der App integrierter Landkarte,

in die alle Stationen des

Audio-Spaziergangs eingezeichnet

sind, findet sich der Ausgangspunkt

der Tour. Nicht wundern:

Station eins befindet sich bereits

am westlichen Ortsrand von

Schwabniederhofen, also abseits

des Rundwegs, ziemlich genau

zwischen Wald und Standortübungsplatz

der Deutschen Bundeswehr.

Weiter geht’s von dort

Richtung Norden in den Wald hinein,

vorbei an einem ersten offiziellen

Parkplatz – und

auch an einem Durchfahrtsverbotsschild,

was in

diesem Falle auch via Pkw

passiert werden darf. Am

Parkplatz des eigentlichen

Rundgangs befindet sich

schließlich Station zwei,

von wo aus der Audio-

Spaziergang zu den sechs

spannenden Waldbeständen

beginnt. Das Tolle

dabei: Beim Anklicken der

markierten Punkte in der

App öffnet sich nicht nur

ein zur jeweiligen Station

passender Text, sondern

auch eine Sprachbotschaft,

die via Lautsprecher oder Kopfhörer

angehört werden kann. Zu

Wort kommen: Ludwig Rabl, der

dort ehemalige Revierförster und

Initiator des Projekts. Sonja Scheurer,

die dort amtierende Revierförsterin.

Robert Waldmann, Vorsitzender

der Waldgenossenschaft

Schwabniederhofen. Und Anton

Zick, ebenfalls Mitglied der Waldgenossenschaft

und derjenige,

der diesen Wald seit Jahrzehnten

beobachtet, regelmäßig nach dem

Rechten sieht. Insofern ein bunter

Strauß an Expertise, wiedergegeben

mit echten Stimmen, die wiederum

live vor Ort, also mitten im

Wald, aufgenommen wurden. „Ein

sehr lebendiger Audio-Spaziergang

mit Vogelgezwitscher, knarzenden

Ästen und rauschendem

Wind im Hintergrund“, bekräftigt

an dieser Stelle Wolfgang Hauck,

der gemeinsam mit Alois Kramer

den von den AELF-Mitarbeitern

produzierten Content in Form von

> > > FÜHRUNG VOR ORT

Wichtiges Utensil zur Umsetzung des Projekts

war unter anderem das Smartphone.

Fotos, Kurzfilmen und Sprachaufzeichnungen

in die BayernHistoryApp

eingearbeitet hat – und im

Rahmen der ersten inoffiziellen

Vorstellung dieses bayernweiten

Pilotprojekts die Funktion der App

mit Smartphone, Stativ und kabelloser

Lautsprecherbox voller Begeisterung

demonstrierte. Wichtig,

da am und im Wald bei Schwabniederhofen

das Handynetz oft

schwach oder gar nicht vorhanden

ist: Der Audio-Spaziergang via App

funktioniert auch offline. Insofern

überall. Also auch bequem zuhause

auf der Couch. Somit wird das

Thema Wald der Zukunft allen Interessierten

kostenlos zugänglich

gemacht – den Couchpotatos und

Computerfreaks ebenso sehr wie

all jenen, die sich gerne draußen

an der frischen Luft bewegen. Und

die Vorzeige-Waldbestände der

Waldgenossenschaft Schwabniederhofen

hautnah in Augenschein

nehmen möchten.

js

Zum Thema „Waldumbau JETZT!“ lädt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft

und Forsten Weilheim am Samstag, 13. Juni, um 9 Uhr zu

einer Führung auf den 2,4 Kilometer langen Rundweg. Treffpunkt:

Maibaumplatz Schwabniederhofen (Burgstraße 2), von dort in Fahrgemeinschaften

zum Ausgangspunkt. Dauer: Rund zwei Stunden.

Anmeldung: Nicht erforderlich.

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mai / juni 2026 | 37


Konzertkracher zum Jubiläum

Auf engstem Raum

Bernbeuren | Der in

Kopenhagen wohnhafte

Australier Ben

Camden ist in der Musikszene

längst kein

unbeschriebenes Blatt

mehr. Aktuell tourt er

durch halb England,

Deutschland, Österreich

und die Schweiz,

kurzzeitig auch durch

die Niederlande und

Tschechien. Die Rede

ist von 29 Auftritten

in rund drei Monaten

in ausnahmslos

Wohnzimmerkonzert in Bernbeurens Käsküche.

namhaften Städten. London, Manchester,

Hamburg, Frankfurt, Ut-

Bernbeurens Käsküche hatten vor

Denn die Kulturveranstaltungen in

recht, Bern, St. Gallen und Wien genau zehn Jahren ihren Anfang

sind hier nur wenige Beispiele. gefunden. Die Oberammergauer

Was da so gar nicht in die Reihe Band Kofelgschroa war es damals,

dieser Metropolen passt: Käsküche

Bernbeuren. Auch die ist, merkonzert spielte. Und passend

die dort das allererste Wohnzim-

ganz offiziell, im Rahmen seiner zu diesem Jubiläum kommt nun

Tournee als Auftrittsort gelistet. eben am Mittwoch, 20. Mai, (Beginn

um 20 Uhr) Ben Camden

„Aufmerksam geworden bin ich

auf Ben Camden, weil Spotify ihn nach Bernbeuren. Seine Musik

mir als Interpreten vorgeschlagen steht für Authentizität, viel Gefühl

hat als jemanden, der meinem und nahbare Geschichten. Er ist

Musikgeschmack entspricht“, berichtet

Käsküchen-Inhaber Micha Texte, die seine Erfahrungen aus

bekannt für ehrliche, persönliche

Schilling. Nach Rücksprache mit Beziehungen, Reisen, Selbstzweifeln

sowie den kleinen Momenten

Frau und Töchtern, die ähnlich begeistert

sind von Camdens Musik, des Lebens widerspiegeln. Insofern

ein Interpret, der perfekt zur

schrieb ihn Micha Schilling einfach

mal an. „Ehrlicherweise ohne Wohnzimmerkonzert-Atmosphäre

große Erwartungen.“ Und bekam in der ehemaligen Käsküche hineinpasst,

jedoch nicht der einzige

zur Überraschung aller tatsächlich

eine positive Rückantwort. „Wir sein wird in diesem Jubiläumsjahr.

haben das Glück, das Ben Camden

von seinem Konzert in Zürich Graz, Wien, Bernbeuren

weiter nach München reist, wir

mit Bernbeuren mehr oder weniger

auf dem Weg liegen.“ Insofern tag, 22. Mai, (Beginn um 20 Uhr)

Nur zwei Tage später, am Frei-

ein echter Clou, der dem ehemaligen

Eventmanager hier zur bereits aus Funk und Fernsehen

tritt mit Magdalena Wawra eine

genau richtigen Zeit geglückt ist: bekannte Newcomerin auf, die

ansonsten ebenfalls

eher auf größeren Bühnen

in namhaften Städten

zugegen ist. Hiesige

Kenner der Musikszene

kennen die Künstlerin

vielleicht trotzdem – bereits

mehrfach tritt sie

gemeinsam mit David

Gramberg aus Schwabsoien

auf. Der kann an

diesem Abend allerdings

nicht. Schlimm?

„Magdalena Wawara ist

super“, schwärmt Micha

Schilling. Ihr aus Wien

mitgebrachter Indie-Pop steht

für leise Emotionen statt lauter

Effekte, für poetische, reflektierte

Inhalte sowie minimalistische,

atmosphärische Sounds. Insofern,

ähnlich wie bei Ben Camden,

eine Musik, die tief unter die Haut

geht, die einen packt und sowohl

Lebensfreude versprüht als auch

zum Nachdenken anregt. Graz,

Linz, Innsbruck, Salzburg und

Wien waren die jüngsten Stationen

ihrer diesjährigen Tour in Österreich.

Ab 10. Mai ist sie schließlich

in Deutschland unterwegs,

spielt in München, Dresden, Leipzig,

Berlin, Hamburg, Köln – und

in Bernbeuren!

Gründung eines

Kulturvereins?

Wie genau es Michael Schilling

immer wieder schafft, Musikerinnen

und Musiker mit Weltstar-

Potential aus den großen Städten

ins beschauliche Bernbeuren zu

locken, bleibt sein Geheimnis.

Dazu gehört in jedem Falle mehr

als eine angemessene Gage und

freundlich-professionelles Anfra-

38 | altlandkreis


Spielen sonst nur in großen

Städten: Ben Camden (links)

und Magdalena Wawra, die

schon bald in Bernbeurens

Käsküche auftreten werden.

gen. Hier wohnhafte

Kulturinteressierte sind

ihm in jedem Falle

dankbar – müsste man

sonst oft weitere Wege

auf sich nehmen, um

Musik von ähnlicher

Art und Qualität live

und hautnah erleben zu dürfen,

sind die aus Funk und Fernsehen

bekannten Interpreten plötzlich

so nah. Wobei dieses „nah“ auch

die Künstlerinnen und Künstler

reizt, die Reise ins abgelegene

wie wunderschöne Auerbergland

auf sich zu nehmen. Denn in der

Käsküche Bernbeuren rücken Musiker

und Zuhörer so eng zusammen,

dass quasi der Atem von

Sänger zu Fans spürbar ist. Wer

dieses unvergleichliche Erlebnis

noch nicht kennt. Tickets für

beide Konzerte, jeweils rund 20

Euro, können via E-Mailanfrage

(mail@kaeskueche-bernbeuren.

de) ergattert werden. Schnell sein

lohnt sich, da die Plätze begrenzt

und die Konzertkarten heißbegehrt

sind. Wer dennoch leerausgehen

sollte lte für dieses Jahr

und auch kein Glück im Rahmen

der „altlandkreis“-Ticketverlosung

(siehe unten) hat: Vielleicht gibt es

schon bald in regelmäßigeren Abständen

Konzerte ähnlicher Art in

Bernbeuren. Micha Schilling, seine

Frau und Töchter sowie weitere

Mitstreiter sind gerade ernsthaft

am Überlegen, einen Kulturverein

ins Leben zu rufen, um das

Alternativprogramm zu Blasmusik

und origineller Volksmusik weiter

auszubauen. Als Location könnte

dann nicht nur die kultige Käsküche

im Zentrum des beschaulichen

Dorfes dienen, sondern beispielsweise

auch die Gegend rund um

den Haslacher See, wo Micha

Schilling die auf Stelzen gebauten

Baumhäuser betreibt.

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mai / juni 2026 | 39


Neue Form von Gottesdienst

Kirche Kunterbunt

Locker, offen und vielfältig, dennoch christuszentriert: Dafür stehen die

Gottesdienste von „Kirche Kunterbunt“.

Altlandkreis | Schon mal von „Kirche

Kunterbunt“ gehört? Dabei

handelt es sich um ein total kreatives

Konzept kirchlicher Arbeit,

das insbesondere Familien mit

Kindern den christlichen Glauben

spielerisch, ungezwungen und

vielschichtig nahebringen möchte.

Ursprünglich geboren ist diese

für viele Menschen zeitgemäßere

Form von Gottesdienst im Jahr

2004. Genaugenommen im südenglischen

Portsmouth und unter

dem englischen Begriff „Messy

Church“. Von dort verbreitete sich

das Konzept über die englischen

Landesgrenzen hinweg auch nach

Deutschland, wo es im Jahr 2019

unter „Kirche Kunterbunt“ startete

– und vor gut zwei Jahren

auch Einzug im Pfaffenwinkel

hielt. Treibende Kraft von Kirche

Kunterbunt hier in der Region:

Juliane Häcker, 40, aus Peiting.

Sie studierte praktische Theologie,

ist Mama von vier Kindern

und lebte mit ihrer Familie zuvor

in Nürnberg. „Dort haben wir bereits

positive Erfahrung mit Kirche

Kunterbunt in städtischem Umfeld

sammeln können.“ Diesen

Erfahrungsschatz von Wertevermittlung

und Ausgestaltung des

christlichen Glaubens brachte sie

letztlich mit in den Pfaffenwinkel,

als sie mit ihrer Familie in die

ursprüngliche Heimat ihres Ehemanns

gezogen ist. Das Besondere

dabei: Riesenzuspruch und ein

immer stärker wachsendes Netz

von Kirche-Kunterbunt-Begeisterten

nicht nur in Peiting, Schongau

und beispielsweise Apfeldorf –

seit einem Inspirationstag Ende

März 2026 sind auch Weilheimer

und Huglfinger ernsthaft

daran interessiert, Kirche-Kunterbunt-Gottesdienste

in ihren Orten

zu veranstalten.

Hochbeet-Bau statt

still sitzen

Während traditionelle Abläufe in

der Katholischen und Evangelischen

Kirche meist strikter vorgegeben

sind und die Teilnehmer

häufig während des gesamten

Gottesdienstes einen festen Platz

einnehmen, ist das allgemeine

Motto von Kirche Kunterbunt

„frech und wild und wundervoll“

wortwörtlich Programm. Angefangen

mit einer rund halbstündigen

Willkommenszeit, in der die

Kinder, Eltern und Großeltern erst

einmal in Ruhe ankommen, sich

gegenseitig begrüßen und über

dann aufheiternde Spiele mit beispielsweise

Ball sich körperlich,

geistig und seelisch in Schwung

bringen können. Daraufhin folgt

eine sogenannte Aktivzeit, die

ebenfalls für kreative, sportliche,

schauspielerische, wissenschaftliche

oder auch handwerkliche

Aktivitäten steht – jedoch meist an

einem ganz bestimmten christlichen

Thema wie beispielsweise

„Vielfalt von uns Menschen“ orientiert.

„Wir haben schon Windlichter

bemalt, Blumenkästen und

Mini-Hochbeete geschreinert, Mobiles

gebaut oder Theaterstücke

aufgeführt, bei denen Alt und Jung

verschiedenste Rollen von Gut und

Böse verkörpert haben – und so

auf spielerische Art Werte wie Liebe,

Hilfsbereitschaft und Toleranz

vermitteln.“ In Summe dauert die

Aktivzeit rund 90 Minuten, ehe es

in den vorletzten Teil eines Kirche-

Kunterbunt-Gottesdienstes übergeht:

Die Feierzeit, die meist nochmals

über rund 30 Minuten geht.

40 | altlandkreis


Gottesdienst inmitten der Natur: Hier auf dem Gelände eines Waldkindergartens

im Südosten von Peiting.

„Sie ist am ehesten dem Kern eines

traditionellen Gottesdienstes zuzuordnen“,

meint Juliane Häcker.

Zum Beispiel in Form von Liedern

mit modernen, lebensnahen und

zeitgemäßen Texten anstelle von

bis zu 300 Jahre alten Liedern aus

dem Gotteslob. Den Schluss eines

Kirche-Kunterbunt-Gottesdienstes

bildet schließlich die Essenszeit,

„wofür wir bereits im Vorfeld ein

leckeres Buffet vorbereiten“.

Keine Konkurrenz zum

Traditionellen

Wer bis hierhin aufmerksam gelesen

und in Mathe aufgepasst hat,

wird in Summe auf 150 Minuten

Kirche Kunterbunt ohne Essenszeit

kommen. „Liest sich, vor allem im

Vergleich zu traditionellen Gottesdiensten

von ein bis eineinhalb

Stunden, nach wahnsinnig viel

Zeit, ist aufgrund der kreativen,

feierlichen und generationenübergreifenden

Ausgestaltung jedoch

extrem kurzweilig – meist machen

wir aus freien Stücken sogar noch

länger“, betont Juliane Häcker, die

Kirche Kunterbunt meist persönlich

moderiert, für Vorbereitung

und Umsetzung jedoch von einem

rund 20-köpfigen Team tatkräftig

unterstützt wird. Erfreulich an

dieser Stelle: Dass Kirche Kunterbunt

sowohl mit der Freien Evangelischen

Gemeinde Schongau,

der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde

in Peiting, Schongau

und Herzogsägmühle sowie

auch der Katholischen Kirche in

beispielsweise Rottenbuch, Landsberg,

Oberammergau und Oberau

bereits zusammenarbeitet, sich

auch Pfarrer und Pastoralreferentin

aktiv an der Gestaltung von

Kirche Kunterbunt beteiligen. Juliane

Häcker betont an dieser Stelle

aber ausdrücklich, dass Kirche

Kunterbunt „auf gar keinen Fall“

die traditionellen Formen von

Glauben und Kirche ersetzen oder

gar verdrängen sollen. Vielmehr

gehe es hier um ein zusätzliches

Angebot, um auch Menschen Zugang

zum christlichen Glauben zu

ermöglichen, die mit traditionellen

Formen von Gottesdiensten weniger

anfangen können. Aktuell findet

Kirche Kunterbunt hier in der

Region meist alle zwei Monate in

beispielsweise Schongau und Peiting

mit bis zu 100 Teilnehmern im

Umkreis von 30 Kilometern statt.

Manchmal in Kirchen, manchmal

draußen an der frischen Luft, ab

und an sogar inmitten der Natur.

Die nächsten Termine: Samstag,

25. April, von 15 bis 18 Uhr in und

um der Evangelisch-Lutherischen

Kirche in Peiting, Kleberweg 7. Das

Motto: „Echt Schaf“ mit echten

Schafen, Basteleien aus Wolle, das

Fertigen von Hirtenstäben, einem

Theaterstück, Singen am Lagerfeuer

und vieles mehr. „Hier möchten

wir unter anderem die biblischen

Geschichten vom guten Hirten

und verlorenen Schaf spielerisch

vermittelt.“ Ein weiteres Highlight

dieses Jahr: Kirche Kunterbunt am

Samstag, 27. Juni, von 15 bis 18 Uhr

unter dem Motto „Feuer & Flamme“

in Kooperation mit der Freiwilligen

Feuerwehr Peiting. Voraussichtlicher

Ort des Geschehens:

Rund um das Feuerwehrhaus in

Peiting. Darüber hinaus ebenfalls

fix eingeplant: Kirche Kunterbunt

am Samstag, 17. Oktober, an der

Freien Evangelischen Gemeinde

Schongau mit der berühmten

Hochzeit von Kana als Themenschwerpunkt.

Und die Kirche-

Kunterbunt-Adventswerkstatt am

Samstag, 5. Dezember, mit derzeit

noch offenem Veranstaltungsort.

Insofern noch reichlich Termine für

all jene, die sich dieser besonderen

Form von Gottesdienst annehmen

möchten.

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42 | altlandkreis

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Peiting-Kreut | Die bretterverkleidete

Tür steht bereits offen, lädt

zum Hinaufsteigen einer steilen

Holztreppe ein. „Gut, dass wir ein

neues Geländer hingebaut haben“,

sagt Dr. Volker Zahn, 85, knipst

oben angekommen das Licht an

und erklärt: „Wir befinden uns hier

im ehemaligen Kornkasten – beinahe

alles, was es hier zu entdecken

gibt, stammt direkt von unserem

Hof.“ Gemeint ist der Schallhammerhof

im abgelegenen Peitinger

Ortsteil Kreut, mit dem sich Dr. Volker

Zahn, ehemaliger Gynäkologe

und Leiter einer Klinik, den Traum

vom Leben auf dem Bauernhof

verwirklicht. Das Besondere dabei:

Dass er ihn zu einem Bio-Arche-

Hof umfunktionierte, vom Aussterben

bedrohte, hier einst heimische

Rassen wie die Murnau-Werdenfelser

Rinder oder das Augsburger

Huhn hält und züchtet. Eindruck

macht aber auch der im Original

erhaltene Stadel gegenüberliegend

des Wohnhauses, gebaut im Jahre

1726 – und die ebenfalls im Original

erhaltenen Schätze, die sich darin

verbergen. Die Rede ist von mehr

als 1 000 Exponaten, die unzählige

Geschichten über das frühere

Leben, Treiben und Werkeln auf

dem Schallhammerhof zu erzählen

haben. Mit dabei an diesem Donnerstagvormittag:

Jakob Leicher,

82, viele Jahre Vorsitzender des

Fördervereins der unweit entfernten

Villa Rustica sowie selbst auf

einem kleinen Bauernhof aufgewachsen.

Über vier Monate hinweg

fuhr er beinahe täglich die rund

sechs Autokilometer vom Hauptort

Aus dem Jahre 1726: Der Stadel, in dem sich das Museum befindet.

nach Kreut, um Dr. Volker Zahn

tatkräftig dabei zu unterstützen,

all die geschichtsträchtigen Gegenstände

zu entstauben, sie zu

sortieren, zu kategorisieren, sie

durchzunummerieren, ihnen einen

korrekten Namen zu geben

und sie in einfachen Worten so zu

beschreiben, dass auch nachfolgende

Generationen etwas damit

anzufangen wissen. „Woascht, was

des isch?“, frägt er „altlandkreis“-

Redakteur Schelle und drückt ihm

im Bereich „Tiermedizin“ einen

dolchartigen Gegenstand aus Stahl

in die Hand. „Ein Trokar!“ Damit

Brandeisen fürs Vieh.

wurden aufgeblähte Kühe vor dem

Tod gerettet. „Mit einem gezielten

Stich, zwei Finger breit hinter der

letzten Rippe, sorgte meist der

Landwirt selbst dafür, dass das Gas

aus dem aufgeblähten Pansen entweichen

konnte.“

Spezialsensen für

Getreideernte

Schon vorher in Augenschein genommen

wurden verschiedenste

Heu- und Mistgabeln, Torfschaufeln,

-stecher und -schneider. An

einem an der Decke hängenden

Holzgestell wurden früher frischgebackene

Brote aufgespießt, um

sie so für gefräßige Mäuse unzugänglich

zu machen. Dahinter steht

ein großer Holztrog mit innen abgerundeten

Ecken, damit der darin

angesetzte Sauerteig zum Backen

des Brotes besser entnommen

werden konnte. Auch an der Decke

hängend: Von Hand geflochtene

Reusen aus Hanfseilen, in denen

die im unweit entfernten Lech gefangenen

Fische aufbewahrt und

frischgehalten wurden. Wiederum

an der Wand lehnend: Ein kleiner,


mit Verzierungen bemalter Eierschrank

– die Halterung im Inneren

zeigt, um wie viel kleiner die Eier

früher waren im Vergleich zu heute.

Neben klassischen Sensen zum

Mähen von Gräsern und Kräutern

stechen auch speziell konzipierte

Sensen für die Ernte von Getreide

ins Auge. Oder gusseiserne Waffeleisen,

unter anderem mit herdplattenähnlicher

Unterlage, die

passgenau in die kreisrunde Aussparung

eines Holzofenkochfelds

eingefügt werden konnte. Wenige

Schritte weiter: Zaumzeug und Geschirre

für Ochsen und Pferde, die

bis in die 1950er und 1960er Jahre

hinein wichtigste Arbeitstiere für

Landwirte waren, dann Schritt für

Schritt durch Traktoren ersetzt wurden.

„Und hier eine Nähmaschine –

die erste, die es damals mit Motor

gegeben hat“, betont Dr. Volker

Zahn. Aber auch handgemachte, in

diesem Falle sogar noch nie getragene

Lederstiefel. „Wahrscheinlich

ist derjenige, für den die Stiefel

geschustert wurden, vor dem ersten

Tragen verstorben“, vermutet

Jakob Leicher, der an dieser Stelle

zwei spezielle Halterungen mit

Handgriffen hervorzieht. Es handelt

sich um Anziehhilfen für diese

Stiefel. „Im Schaft der Stiefel sind

extra Schlaufen eingenäht worden,

wo man die Anziehhilfe einhängen

kann.“ Plötzlich: Stolpergefahr!

„Unter diesem Deckel führt ein

Rohr nach unten, über das früher

das hier oben gelagerte Getreide

in Säcken abgefüllt wurde.“

Dazu passend: Eine Brechmühle

zur Herstellung von Schweine- und

Hühnerfutter aus Getreide. „Das

wurde nicht gemahlen, sondern

gebrochen.“

Plötzlich vibriert

der Boden

Wer sich für Geschichte, Landwirtschaft

und altes Handwerk interessiert

(Kontakt: 08861 / 680073,

brigitte.zahn@googlemail.com),

könnte sich hier tagelang aufhalten.

„Wir haben ja noch zwei

Räume“, sagt Dr. Volker Zahn

und macht einen großen Schritt

über den steilen Treppenabgang

hinweg. Nur so gelangt man in

die danebenliegende Schreiner-,

Zimmerer- und Wagnerwerkstätte.

An der Wand über der Werkbank

hängt ein sogenanntes Hohlbeil.

„Das diente zum Aushöhlen von

schlanken Baumstämmen oder

Balken, aus denen früher Dachrinnen

gefertigt wurden.“ Links

davon: Mehr als ein Dutzend bestens

erhaltende Handhobel, auch

breiten- und tiefenverstellbare zur

Herstellung von Nuten. Plötzlich

wird es laut, vibriert der Bretterboden,

als hätte es ein mittelstarkes

Erdbeben. „Mach lieber wieder

aus“, ruft Jakob Leicher Dr. Volker

Schier unzählige Exponate. Hier

im ehemaligen Kornkasten.

Zahn zu. Der Inhaber demonstrierte

kurz, dass die mit Elektromotor

betriebene Transmission für Drechselbank,

Kreis- und Bandsäge sowie

Schleifstein auch heute noch

bestens funktioniert. Jakob Leicher

holt derweil ein anderes, beilähnliches

Werkzeug von der Wand. „A

Broatbeil“. Zu Deutsch: Breitbeil,

mit dem anno dazumal Balken von

Hand auf Maß geschlagen wurden.

Nachdem auch Drill- und Schälbohrer

genauer betrachtet wurden,

ging‘s wieder hinaus aus der Holzwerkstätte.

„Jetzt stehen wir in der

Schlosser- und Metallwerkstätte.“

Wobei das dort liegende Steinbeil

zum Bearbeiten von Tuffstein

verwendet wurde. Der Dengelhammer

daneben diente dagegen

zum Schärfen der Schneiden von

Sensen. Auch verschiedenste Meißel,

Spaltkeile und Lötkolben sind

zu entdecken, ehe es vorsichtig

wieder die steile Treppe hinuntergeht

– auch unten verstecken

sich mit Heuwender, Sämaschine,

Strohschneider sowie schatzkistenähnlicher

Truhe, befüllt mit tischtennisballgroßer

Schmiedekohle,

jede Menge im Original Erhaltenes.

„Diese Vielfalt zeigt, dass der

Schallhammerhof früher einer der

größten und wohlhabendsten in

der Gegend gewesen sein muss

und in der Lage war, sich nahezu

vollständig autark zu versorgen.“

Ob Wagner, Schreiner, Zimmerer,

Schlosser, Schmied, Schuster, Bäcker,

Käser, Milchbauer, Torfstecher,

Agrarlandwirt – hier wurde nahezu

alles professionell praktiziert. Der

2016 verstorbene Pollinger Raritätensammler

Dominikus „Mini“

Weiß meinte sogar, dass es sich

im Stadel des Schallhammerhofs

um die bedeutendste bäuerliche

Sammlung in ganz Oberbayern

handle. Dr. Volker Zahn war es allerdings

nicht nur deshalb wichtig,

diesen geschichtsträchtigen Schatz

zu entstauben. „Wer die Vergangenheit

nicht kennt, kann die Gegenwart

nicht verstehen und die

Zukunft nicht gestalten.“

js

mai / juni 2026 | 43

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Saisonal und regional – Spargelrezepte der Hauswirtschafterei

Suppe, Risotto und Arme Ritter

Kohl

rabi

-Spa

parg

el

-Sup

uppe

pe

Altlandkreis | Spargel ist in vielerlei

Hinsicht gesund. Aufgrund seines

hohen Wassergehalts von rund 90 (!)

Prozent gilt er als extrem kalorienarm,

dient insofern gut zum

Abnehmen. Er regt mit Kalium und

Asparaginsäure (sorgt für stinkenden

Urin) die Tätigkeit der Niere

an, sorgt somit für Entwässerung.

Spargel liefert wichtige Nährstoffe

wie Folsäure, Vitamin C, Vitamin

E, Vitamin B sowie Ballaststoffe.

Er ist außerdem leicht verdaulich,

unterstützt auch die Verdauung

und stärkt dank sogenannter Antioxidantien

(Schutzmoleküle, die

Zellen vor Schäden durch sogenannte

„freie Radikale“ bewahren)

das Immunsystem. Die ersten

Stangen konnten bereits Ende

März gestochen werden, so richtig

begonnen hat die Spargelsaison

dann zwischen Anfang und Mitte

April – und da sie noch traditionell

bis zum Johannistag am 24.

Juni anhält, bleibt genug Zeit, um

jede Menge leckere wie gesunde

Spargelgerichte auf den Esstisch

zu zaubern. Wer noch unschlüssig

ist oder ganz generell auf der

Suche nach neuen Rezepten? Die

drei Damen der Hauswirtschafterei

empfehlen im Rahmen dieser Mai /

Juni-Ausgabe eine Kohlrabi-Spargelsuppe,

ein Spargel-Risotto und

ein Gericht, dass Sie, liebe Leserinnen

und Leser, in eine frühere Zeit

versetzen wird: Die Rede ist vom

Gericht „Arme Ritter de luxe“, was

sowohl als Beilage wie auch als

Hauptgericht serviert werden kann.

Kohlrabi-Spargel-Suppe

Sp

ar

gell-Ri

Riso

sott

tto

ZUTATEN:

1 Kohlrabi

150 g weißer Spargel

150 g grüner Spargel 1 l Gemüsebrühe

2 EL Butter

Salz, Pfeffer

100 g Erbsen

50 g Sahne

Zum Anrichten:

Kräuter

ZUBEREITUNG: Den Kohlrabi schälen,

putzen und in Würfel schneiden.

Den weißen Spargel schälen

und putzen, den grünen Spargel

waschen und putzen. Beide Spargelsorten

in Stücke schneiden.

Die Gemüseschalen und die Randstücke

in der heißen Brühe ca. 20

Minuten kochen. Abgießen und

den Sud dabei auffangen.

Das Gemüse in der heißen Butter

anbraten. Mit dem Sud aufgießen.

Würzen und das Gemüse knapp

bissfest kochen. Die Erbsen und

die Sahne zufügen und fünf Minuten

weiterkochen.

Die fertige Suppe dann mit Kräutern

bestreut servieren.

Spargel-Risotto

ZUTATEN:

250 g Risotto-Reis

1 EL Butter

100 ml Weißwein

ca. 500 ml Gemüsebrühe

Salz, Pfeffer

4 Stangen weißer Spargel

4 Stangen grüner Spargel

2 EL Butter

2 – 3 TL Bärlauchpesto

(siehe Rezept weiter rechts!)

Zum Anrichten:

100 g Cocktailtomaten

1 Packung Mini-Mozzarella

(à 125 g)

ZUBEREITUNG: Den Reis in der

heißen Butter anbraten. Mit dem

Wein und 150 ml Brühe ablöschen.

44 | altlandkreis


Ar

me Rit

itte

ter „de

lux

e“

Die Tomaten waschen und

halbieren. Den Mozzarella

abgießen und klein schnei-

den.

Das Pesto unter das Risotto rüh-

ren, Spargel, Tomaten und Mozzarella

unterheben.

eb

Bärlauchpesto

Arme Ritter „de luxe“

ZUTATEN:

8 große Scheiben Toast

Füllung:

400 g grüner Spargel

2 EL Butter

Salz, Pfeffer, Kräuter

100 g geriebener Bergkäse

Das Ganze würzen und

zugedeckt

ca. 25 Minuten bei schwacher

Hitze bissfest kochen. Dabei hin

und wieder umrühren und die

restliche Brühe nach und nach

zugießen.

Den weißen Spargel schälen und

putzen, den grünen Spargel waschen

und putzen. Beide in Stücke

schneiden und in der heißen Butter

anbraten. Mit Salz und Pfeffer

abschmecken.

ZUTATEN:

TE

50 g Bärlauch

4 EL Rapsöl

50 g geriebener Bergkäse

50 g gehackte Wal- oder

Haselnüsse

Salz

ZUBEREITUNG: Für das Pesto den

Bärlauch waschen, putzen und

trockenschleudern. Das Öl zuerst

mit etwas Bärlauch pürieren. Die

restlichen Zutaten nach und nach

dazugeben und so lange pürieren,

bis eine sämige Masse entstanden

ist.

Eiermilch:

4 Eier

200 ml Milch

50 g geriebener Bergkäse

Salz, Pfeffer

ZUBEREITUNG: Für die Füllung

den Spargel waschen und putzen.

In der heißen Butter bissfest braten

und würzen.

Die Zutaten für die Eiermilch gut

verrühren. Vier Scheiben Toast

kurz in der Eiermilch einweichen

und auf ein mit Backpapier ausgelegtes

Backblech legen. Den Spargel

halbieren und auf die Toastscheiben

verteilen. Mit dem Käse

und Kräutern bestreuen.

Den restlichen Toast ebenfalls kurz

in der Eiermilch einweichen und

auf die Füllung legen. Übrige Eiermilch

darauf verteilen und backen.

Die Backzeit beträgt 25 bis 30 Minuten

bei 200 °C (180 °C)

Tipp: Werden die „Armen Ritter“

als Hauptgericht serviert, dann ruhig

ein paar mehr zubereiten. Die

angegebene Rezeptmenge ist für

einen Brunch berechnet.

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“

wünscht gemeinsam mit der

Hauswirtschafterei gutes Gelingen

beim Ausprobieren der Spargelrezepte,

guten Appetit beim Verzehr

und einen gesunden Start ins

Frühjahr!

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mai / juni 2026 | 45


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„Er fährt sich wie ein Sportwagen“

EIRENSCHMALZ nimmt

Elektro-Sattelzug in Betrieb

Schwabsoien | Seit Anfang Februar

2026 hat die Eirenschmalz

Maschinenbaumechanik & Metallbau

GmbH einen Elektro-Lkw im

Fuhrpark – einen MAN eTGX. Für

das Familienunternehmen ist das

nicht einfach ein technisches Prestigeprojekt,

sondern ein logischer

Schritt innerhalb eines Energiekonzepts,

das über Jahrzehnte gewachsen

ist: eigene Erzeugung, effiziente

Nutzung und der Anspruch,

Energie möglichst im Kreislauf zu

denken und regional sinnvoll einzusetzen.

Firmengründer, Inhaber

und Geschäftsführer Anton Eirenschmalz

bringt diese Haltung im

Gespräch auf den Punkt: „Wir denken

in Kreisläufen.“

Der neue eTGX ist eine zweiachsige

Zugmaschine; mit Auflieger ergibt

das – wie im Fernverkehr üblich –

fünf Achsen. Eingesetzt wird das

Fahrzeug dort, wo die Elektrifizierung

heute besonders gut funktioniert:

auf planbaren Strecken mit

klaren Ladefenstern. „Wir fahren

damit Touren, die zu unserem Tagesablauf

passen – meist 250 bis

300 Kilometer, und am Nachmittag

ist das Fahrzeug wieder am

Standort,“ beschreibt Logistikleiter

Stefan Fedisch (40) die Praxis. Im

Alltag transportiert der E-Lkw vor

allem Metallteile direkt zu Kunden.

Laden am Standort: Ein

Baustein im Energiesystem

Dass ein Elektro-Sattelzug in einem

mittelständischen Betrieb funktioniert,

hängt nicht nur von Reichweite

und Technik ab, sondern von

Infrastruktur und Energielogik. Genau

hier sieht Eirenschmalz einen

entscheidenden Vorteil: „Der Lkw

wird ausschließlich bei uns geladen

– nicht bei Tankstellen oder

irgendwo unterwegs.“ Strom und

Logistik werden damit zusammen

gedacht: Wer am eigenen Standort

Energie erzeugt und steuern kann,

schafft die Grundlage für planbare,

wirtschaftliche E-Transporte.

Im Unternehmen ist dafür bereits

vieles vorhanden: Photovoltaik,

Blockheizkraftwerk und ein Energiemanagement,

das Lasten intelligent

verteilt. So lässt sich das

Laden in Zeiten hoher Eigenerzeugung

legen – oder, falls nötig,

in die Nacht verschieben. Parallel

wird die Ladeinfrastruktur ebenfalls

ausgebaut: „Momentan könnten

wir sogar zwei Fahrzeuge parallel

laden.“ Das ist ein Satz, der zeigt,

dass es nicht bei einem einzelnen

Vorzeige-Lkw bleiben muss –

auch wenn die Verantwortlichen

derzeit bewusst von einem Praxistest

sprechen.

Leise, direkt, digital:

Der eTGX im Alltag

Sohn Markus (v. li.) und Anton Eirenschmalz, Stefan Fedisch und Tim

Brinkmann vereint vor dem Neuzugang im Fuhrpark.

Anton und Alexandra

Eirenschmalz präsentieren

stolz den neuen E-LKW.

Wer Fedisch zuhört, merkt schnell:

Hier spricht jemand, der Fahrzeuge

nicht nur verwaltet, sondern sie

wirklich erlebt. Über das Fahrgefühl

sagt er: „Er fährt sich wie ein

Sportwagen.“ Gemeint ist damit

nicht bloß die Beschleunigung,

sondern die unmittelbare Leistungsentfaltung

und der insgesamt

entspannte Eindruck am Steuer.

Gleichzeitig verändert der elektrische

Antrieb die Wahrnehmung:

„Im Fahrerhaus ist es so leise, dass

man plötzlich Nebengeräusche

stärker hört – und das Einzige, was

richtig laut ist, ist die Hupe.“

Auch die Bedienung ist moderner

als bei vielen Dieselzugmaschinen:

Statt klassischer Außenspiegel

nutzt das Fahrzeug ein Kamerasystem

mit Monitoren. Fedisch

beschreibt die Umstellung so: „Am

Anfang muss man sich daran gewöhnen,

aber danach sieht man

an vielen Stellen mehr – auch weit

nach hinten.“ Für den Alltag in der

Logistik ist das nicht nur Komfort,

sondern kann auch Sicherheitsund

Präzisionsgewinne bringen,

etwa beim Rangieren oder beim

Spurwechsel auf der Autobahn.

Investition und Ausblick:

Erst Praxis, dann Skalierung

Natürlich bleiben Grenzen, die sich

aus Physik und Einsatzprofil ergeben.

Mit voller Beladung sinkt die

Reichweite, das ist im Betrieb einkalkuliert.

Und für bestimmte Touren

ist die Elektrifizierung derzeit

noch schwer darstellbar. Fedisch

formuliert es ohne Beschönigung:

„Wenn wir 500 bis 600 Kilometer

am Tag fahren müssten, müsste

der Lkw unterwegs nachladen –

und das wollen wir eigentlich

nicht.“ Deshalb setzt Eirenschmalz

zunächst auf Strecken, bei denen

das Fahrzeug zuverlässig zum Laden

zurückkommt.

Die neue Zugmaschine, mit 544 PS

und 26 Tonnen Nutzlast, kostete

nach Angaben des Unternehmens

259 000 Euro. Bestellt wurde sie

im Sommer 2025, geliefert Anfang

2026 – und damit zu einem

Zeitpunkt, als der eTGX noch als

eines der frühen Fahrzeuge dieses

Typs gilt. Im Fuhrpark stehen

insgesamt vier weitere große Lkw.

Ob nun Schritt für Schritt weitere

Elektro-Zugmaschinen folgen,

lassen die Verantwortlichen offen.

Der Ansatz ist klar mittelständischpragmatisch:

erst Erfahrungen

sammeln, Daten bewerten, dann

entscheiden.

Dabei schwingt im Gespräch stets

mit, dass das Projekt nicht nur

technisch, sondern auch kulturell

in den Betrieb passen soll. Alexandra

Eirenschmalz betont den

familiären Kern des Unternehmens:

„Uns ist wichtig, dass trotz

aller Größe das Familiäre erhalten

bleibt.“ Der eTGX wirkt vor diesem

Hintergrund nicht wie ein Marketing-Gag,

sondern wie ein weiterer

Baustein in einer langfristigen

Entwicklung – eingebettet in ein

Energiekonzept, das Eirenschmalz

seit Jahren konsequent vorantreibt.

Dietrich Limper

46 | altlandkreis


Gesunde Medienerziehung von Kindern

Smartphonefreie

Grundschulzeit

21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40

Altlandkreis | Weltweite Kommunikation

in Form von Text, gesprochenes

Wort oder via Video. Nahezu

unbegrenzter Wissenszugang

dank Internetverbindung rund um

die Uhr. Kamera, Wecker, Terminkalender

und Navi in einem. Beste

Unterhaltung durch Spiele, Filme,

Musik. Blitzschneller Zugriff zu

Tipps und Tricks für Berufsalltag,

Haushalt, Basteleien. Bequemes

Online-Shopping von der Couch.

Kontaktloses Bezahlen im Café

und an der Supermarktkasse.

Eintrittskarte für Fußballspiele,

Konzerte, Flüge. Die Vorteile, die

Smartphones mit sich bringen,

sind schier grenzenlos, wahnsinnig

praktisch und aus dem Alltag

nicht wegzudenken. Doch wie so

vieles im Leben, bringen diese

multimedialen Allzweckwaffen

im Hosentaschenformat auch jede

Menge Nachteile mit sich. Einer

davon: Die negativen gesundheitlichen

Auswirkungen durch zu viel

Nutzung. Allen voran bei Kindern,

die inmitten ihrer Entwicklung

stecken. Sie gilt es zu allererst vor

zu viel Smartphonekonsum und

damit verbundener Reizüberflutung

und deren Auswirkung auf

Körper, Geist und Seele zu schützen.

Konzentrationsschwäche,

Lernprobleme, Schlafstörungen,

Augenbelastung, Bewegungsmangel,

erhöhte Reizbarkeit,

starke Stimmungsschwankungen,

Sucht, Mobbing, soziale Defizite

aufgrund weniger Interaktion

mit echten Mitmenschen, ständige

Konfrontation mit Fake-News,

Gewalt, Pornos. Die Kehrseite der

Medaille von Smartphonenutzung

ist bereits erwiesenermaßen

schier uferlos. Auch hier in der

Region wird zunehmend dahingehend

sensibilisiert. Mitte März

zum Beispiel veröffentlichte das

Landratsamt Weilheim-Schongau

eine Pressemitteilung zum Thema

„Smartphonefreie Grundschulzeit“,

nachdem bereits im Februar

eine Online-Infoveranstaltung zu

„Erst smart. Dann phone. Für eine

smartphonefreie Grundschulzeit“

stattgefunden hatte – und auf großes

Interesse stieß: 37 Leiterinnen

und Leiter von hiesigen Schulen,

auch Vertreterinnen und Vertreter

von Elternbeiräten sowie Lehrkräfte

informierten sich im Zuge dessen,

wie Kinder und Jugendliche

künftig besser geschützt werden

können vor zu viel Medienkonsum

im Klassenzimmer und auf dem

Pausenhof.

Irland dient hier

als Vorbild

Teil dieses Seminars war auch die

Publikation von Statistiken, die die

Tragweite des Problems von zu

viel Online-Konsum dick und fett

unterstreichen. Laut einer bereits

veralteten KIM-Studie aus 2024

(KIM steht für Kinder, Internet,

Medien) besitzen rund 70 Prozent

aller Zehn- bis Elfjährigen

ein eigenes Smartphone, welches

sie auch nahezu ausnahmslos

bei Treffen mit Freundinnen und

Freunden immer mit dabeihaben

und folglich auch nutzen. Ergebnis:

Nutzungszeit stark ansteigend.

Konkret besorgniserregend

ist eine ebenfalls nicht mehr ganz

aktuelle Studie der DAK aus 2024,

nach der 660000 Kinder und Jugendliche

im Alter von zehn bis 17

Jahren bereits nachweislich Suchtprobleme

aufgrund von (zu viel)

Smartphone-Nutzung aufweisen.

Wobei es dafür gar keinen Blick

mehr in Statistiken braucht. Auch

hier im ländlichen Raum fallen

immer mehr Kinder, Jugendliche

aber auch Erwachsene auf, die

regelrecht ferngesteuert, weil auf

das Handy starrend, die Straßen

entlangspazieren. „Im Internet

gibt es kein Nichtschwimmerbecken“,

sagt dazu Verena Holler,

Gründerin von „Smarter Start ab

14“, was auf einem Erfolgsmodell

aus Irland fußt. Dort setzen

hunderte Schulen auf freiwillige

Elternvereinbarungen, unterstützt

durch die Regierung. Heißt: Eltern

erlauben dort ihrem Kind

im Grundschulalter weder ein

eigenes internetfähiges Smartphone

noch einen eigenen Social

Media-Account. Hierzulande kann

eine ähnliche Umsetzung über

Schulkonferenzen, Elternabende

ab der ersten Klasse sowie über

eine Integration in einen Schulmanager

erfolgen. Insofern ein

spannender Ansatz, der mit Maß

und Ziel sicherlich Früchte tragen

würde hinsichtlich mehr Schlaf,

mehr Bewegung, mehr freie Zeit,

bessere psychische Gesundheit,

stärkere Selbstregulation, gefestigte

soziale Kompetenzen und

Raum für Hobbys und kreative

Entwicklung.

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Alles im Stehen – 38 Motive im Alter von 88

Bayerns ältester

Maibaummaler

Steingaden | Wenn am 1. Mai in

Schongau und Umgebung rund

ein Dutzend frischgeschmückte

Maibäume neu aufgestellt werden,

kann sich Malermeister Roman

Fischer entspannt zurücklehnen

– und voller Stolz beobachten,

wie seine Arbeit einmal mehr auf

die Betrachter wirkt. Der mittlerweile

88-Jährige dürfte mit sehr

hoher Wahrscheinlichkeit Bayerns

ältester Maibaummaler sein. „Eigentlich

habe ich nach 2022 schon

gesagt, dass es mein letztes Mal

gewesen war.“ Doch warum eine

seit 1970 währende Leidenschaft

an den Nagel hängen, wenn diese

vom ganzen Dorf in hohem Maße

geschätzt wird – und es Geist und

Körper nach wie vor zulassen?

Letztlich war es den Vorsitzenden

des Steingadener Trachtenvereins

„Almfrieden“ gelungen, Roman

Fischer ein weiteres Mal zu überreden.

Dass es ausgerechnet zum

Rücktritt des Rücktritts mehr zu

tun gab als jemals zuvor, machte

dem rüstigen Rentner nichts aus.

Ganze 38 Zunfttaferl hat er die

vergangenen Wochen und Monate

restauriert oder komplett neu

bemalt, in Summe 85 Arbeitsstunden

investiert. Das Allerwichtigste

dabei: Ein Auge für Details, ein

tiefgehendes Gespür für Tradition

und Brauchtum, viel Geduld,

Freude bei der Arbeit, Fantasie,

künstlerisches Talent sowie passende

Ausrüstung und geeignetes

Material. Angefangen mit

kräftiger, witterungsbeständiger

Rostschutzfarbe, die auf Alu und

Blech besonders gut haftet. „Zum

Beispiel die Komplementärfarben

Rot, Gelb, Blau, aber auch gebrochenes

Weiß und einen satten

Schwarzton – in Summe reden wir

von rund zwölf Grundfarben, aus

denen ich letztlich jeden Farbton

mischen kann, den ich brauche.“

Gemischt wird, ganz klassisch, auf

dem umgedrehten Deckel eines

Farbkübels.

Wenn’s zu

anstrengend wird

Pinsel, zum Teil noch „die guten

alten aus der Anfangszeit vor 50

Jahren mit im Original erhaltenen

Schweinsborsten“, hat Roman

Fischer Dutzende zur Verfügung.

Ebenso einen Malstock. Er dient

als Auflage der pinselführenden

Hand, ermöglicht ein stabileres

und ruhigeres Führen und verhindert

obendrein ein Verwischen

noch nasser Farbe, da die Hand

nicht direkt auf dem Zunfttaferl

aufliegt. Weil die „Taferl“ recht

groß, schwer, aufgrund rückseitig

angebrachter Halterungen sperrig

und auch unterschiedlich geformt

sind, können sie auch nicht an einer

Staffelei fixiert werden. „Ich

habe hier einen speziellen, Schragen-artigen

Tisch, auf den ich die

Taferl legen kann.“ Roman Fischer

mit seinen jungen 88 Jahren malt

insofern nicht im Sitzen, sondern

im Stehen. „Nach fünf Stunden am

Stück muss ich aufhören, weil’s

dann zu anstrengend wird für

die Füße.“ So lange aber ist der

Künstler damals wie heute tiefenfokussiert,

voll in seinem Element.

„Wenn ich anfange zu Malen, vergesse

ich drumherum alles.“ Ein

Zustand, in dem der Künstler auch

nichts anderes braucht. „Bei mir

läuft auch kein Radio.“ Nur er, die

Malermeister Roman Fischer, 88, beim Bemalen von Zunfttaferln.

48 | altlandkreis


Bereit für das große Aufstellspektakel

am 1. Mai: Gasthof Post, (von

links), Feuerwehrwappen, Metzger

und Holzarbeiter (unten).

Farben, Pinsel, Taferl und entsprechenden

Motive. „Von Gemeindeund

Vereinswappen über Motive

zu traditionellem Handwerk von

früher bis hin zu Ansichten von

Firmen, Landschaften und Ortsansichten,

wie sie heute vorzufinden

sind, ist da alles dabei.“ Insofern

braucht es aus Sicht des Malers

auch stets ein hohes Maß an Offenheit

– Alt und Neu, altmodisch

und modern.

Würde rund

5 000 Euro kosten

Ein absolutes Lieblingsmotiv hat

Roman Fischer deshalb nicht, sieht

in allen Werken etwas Besonderes.

Der Kopf einer Kuh mit zwei sich

kreuzenden Abbildungen eines

Beils sowie einem danebenstehenden

Mann in Schürze stellt das

Metzgerhandwerk dar. Zwei Männer

im Wald, der eine mit Axt, der

andere mit „Wiagsäg“, erinnern

an die Waldarbeiten noch ohne

hochmoderne Maschinen zurück.

Ein unter Denkmalschutz stehendes

Gebäude mit den Aufschriften

„Zur Post“ und „Metzgerei“

zeigen das frischrenovierte Gasthaus

am Marktplatz Steingaden,

worin heuer auch die Maifeier

nach erfolgreichem Aufstellen des

Baumes stattfinden wird. Ein angebundenes

Pferd sowie ebenfalls

in Schürzen gekleidete Männer

stehen an einem Ambos, halten

Hammer, Zange und glühendes

Eisen in der Hand. „Das stellt natürlich

den Beruf des Hufschmieds

darf“, sagt Roman Fischer, der an

dieser Stelle doch noch etwas hervorheben

möchte: „Plattler und

Dreherin unseres Trachtenvereins

– die sind mir besonders wichtig,

weil sie den Brauch seit Jahrzehnten

pflegen und federführend umsetzen

bei uns im Dorf.“ Und Roman

Fischer wahrscheinlich auch

in vier bis fünf Jahren nochmals

versuchen werden zu überreden,

sofern es Alter und Gesundheit

zulassen. Denn eines ist auch

klar: Einen begabten Künstler mit

Herzblut für Tradition, Brauchtum

und Ehrenamt im eigenen Dorf zu

haben, ist allein aus finanzieller

Sicht ein echter Segen. „Wenn wir

die professionellen Malerarbeiten

nach extern vergeben müssten,

wären das bei 85 Stunden Kosten

von rund 5000 Euro – das sind

Summen, die ein Verein ehrenamtlich

kaum stemmen kann“,

betont an dieser Stelle Geog Sieber,

amtierender Vorsitzender des

Trachtenvereins „Almfrieden“. Roman

Fischer sieht das ganz genauso

und hofft natürlich, dass sich –

wann auch immer – ein geeigneter

Nachfolger findet, der ähnlich

wenig verlangt wie er selbst. Denn

eines ist klar: Jünger wird der

älteste Maibaummaler Bayerns

nicht mehr. Er wäre aber sehr erfreut

darüber, dass der Brauch des

Maibaumaufstellens langfristig erhalten

bleibt.

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Dritte Auflage von „Welfs Erbe“ – Premiere am 18. Juli

Historisches Freilichtspektakel

auf Kopfsteinpflaster

Steingaden | Oft braucht es einen

unvoreingenommenen Blick von

außen, um Besonderheiten zu entdecken

– und Potentiale zu entfalten.

Bei Karl Müller-Hindelang war

genau das der Fall, als er vor mehr

als 30 Jahren aus Martinszell im

Allgäu nach Steingaden gezogen

war, um als Wallfahrtsreferent für

die Wieskirche zu arbeiten. „Als ich

den Marktplatz damals zum ersten

Mal entdeckt habe, kam mir sofort

der Gedanke: Das wäre die perfekte

Kulisse für ein historisches

Erdrakete

Freilichttheater.“ Flächendeckendes

Kopfsteinpflaster, denkmalgeschützte

Gebäude, dicke Mauern

mit Zugang zu Friedhof und Kirche,

die gen Himmel ragenden

Türme des Welfenmünsters sowie

ein malerischer Torbogen versetzten

Besucher tatsächlich zurück in

eine längst vergangene Zeit. Wenige

Jahre später wurde aus seiner

Vision Wirklichkeit, die von ihm

verfasste Geschichte „Welfs Erbe“

als Freilichtspiel erstmals inszeniert.

Im Mittelpunkt des Spiels:

Abbrucharbeiten

Natursteinverbau

Garten- und Landschaftsbau

E-Mail: oswald-steingaden@t-online.de

Die Gründung des Klosters Steingaden

im Jahre 1147 durch Welf

VI, ebenso das dramatische Ende

des Klosters durch die Säkularisation

im Jahre 1803. Insofern ein

Stück mit breitem Zeitfenster, das

die Schicksale von Mönchen, Adeligen

und einfachen Dorfbewohnern

über mehrere Jahrhunderte

hinweg miteinander verknüpft.

Und das auf ganz besondere Weise:

Komplett ehrenamtlich mit

Darstellern ausschließlich aus

Steingaden und Umgebung. Weil

bereits die Premiere im Jahre 1997

derart gut angekommen war bei

Einheimischen wie Auswärtigen,

neben den rasch ausverkauften

Fixterminen sogar kurzerhand

organisierte Zusatzvorstellungen

bestens besucht waren, war den

Machern schon damals klar: Dieses

Spiel schreit nach einer Wiederholung.

„Nicht nur wegen des

riesengroßen Andrangs, sondern

Diese Szene stammt aus dem Freilichtspiel im Jahre 2003.

insbesondere auch wegen dem

Geist, der dadurch in unserem Dorf

entfacht wurde.“ Steingaden hat

ein rühriges Vereinsleben, wobei

viele Sparten ihr jeweils eigenes

Ding machen. Im Rahmen dieses

Spiels aber kommen Alt und Jung

aus allen Schichten sowie von unterschiedlichen

Interessen zusammen.

Das schweißt zusammen,

stärkt das Miteinander. Genau das

ist den Machern von „Welfs Erbe“

Als Bühne dient der Marktplatz vor dem Welfenmünster.

auch bei der zweiten Inszenierung

im Jahr 2003 geglückt – und auch

für heuer wieder der wohl größte

Wunsch eines in Summe riesengroßen

Projekts.

Zum Ritter-Shopping

nach Hall

Der Saal im örtlichen Gasthof Graf

war rappelvoll, als im Februar

2025 zum Infoabend für das Freilichtspiel

im Sommer 2026 eingeladen

und gefragt wurde: Wer

hat Lust, aktiv mitzuwirken? Das

Resultat: 45 besetzte Sprechrollen

im Alter von acht bis 68 Jahren,

darunter 14 Frauen und vier Kinder.

80 Männer und Frauen, die

einen Chor bilden werden. Neun

Ritter, hoch zu Ross. Acht Soldaten,

ebenfalls hoch zu Ross (siehe

Seite 52 / 53). In etwa 30 Gaukler,

zwei Kutscher, bis zu 15 Schusser-Kinder

– damit gemeint sind

spielende Kinder. Hinzu kommen

Maskenbildner, Schneider, Lichtund

Tontechniker, Bühnenbildner,

Ticketverkäufer, Caterer sowie viele

weitere fleißige Helfer, die im Hin-

50 | altlandkreis


Spaß, Speis und Trank: Ritter und Gaukler aus 2003.

tergrund ddes Stücks mitarbeiten. bit In erhalten hlt auch hheuer zum Einsatz

23. Juli, Freitag, 24. Juli, Samstag,

Summe wirken bei Welfs Erbe dieses

kommen werden. Lediglich der 25. Juli, Donnerstag, 30. Juli, Freitag,

Jahr rund 300 Menschen mit!

Regie führen: Autor Karl Müller-

Hindelang, die auch im Hauptberuf

als Regisseurin tätige Münchnerin

Giesela Schmitz sowie Dramaturg

Welf wird einen neuen, maßangepassten

Mantel bekommen. Obendrein

ging’s vor wenigen Wochen

zum Ritter-Shopping nach Hall

in Tirol, wo unter anderem neue

31. Juli, Samstag, 1. August,

Freitag, 7. August und Samstag, 8.

August, ebenfalls jeweils um 20.30

Uhr. Vorverkaufskarten sind bereits

erhältlich, können in der Tourist

Christian Schönfelder. Die ersten Kettenhemden aus echtem Stahl Information Steingaden (Dorfmitte

Leseproben, zwei Mal die Woche gekauft wurden.

neben Rathaus) für 43 Euro

im örtlichen Pfarrheim, haben

erworben werden, ebenso online

bereits im Januar begonnen. Ab Tribüne mit 714 Plätzen unter www.welfenbühne.de. Wobei

Schüler und Studenten weni-

Juni geht’s hinaus ins Freie, wird

bereits auf dem Marktplatz selbst Nun heißt es: Weiterhin fleißig ger zahlen. „Ein Preis, der auf den

geprobt – unter anderem dann Proben, um die vielen einzelnen ersten Blick hoch erscheinen mag

auch mit Reiterei, Musik, Statisten Rollen und Szenen, ausschließlich in einer Zeit, in der die Lebenskosten

und allem, was dazugehört. Sorge,

insgesamt sehr hoch sind –

durch Laiendarsteller besetzt, zu

dass im Rahmen dessen schon

im Vorfeld zu viel verraten wird?

„Diesen Gedanken hatten wir bei

den ersten Proben im Freien 1997

auch, stellten hinterher aber fest,

dass dies die wohl beste Werbung

überhaupt war, die Menschen eher

neugierig gemacht, zur offiziellen

Aufführung zu kommen“, bekräftigt

einem homogenen Spiel zusammenzuführen.

Denn Fans aus Nah

und Fern, die noch heute von 1997

oder 2003 schwärmen, haben natürlich

eine durchaus hohe Erwartungshaltung

aufgrund der Erfolge

in der Vergangenheit. Einige scharren

sprichwörtlich schon mit den

Hufen und können es bis zum Tag

gemessen an dem immensen Aufwand,

den wir für dieses in der

Region einzigartige Freilichtspiel

betreiben, müssten wir eigentlich

viel mehr verlangen und sind

obendrein deutlich günstiger als

vergleichbare Kulturveranstaltungen

dieser Größenordnung“, betont

an dieser Stelle Andreas Nöß,

Karl Müller-Hindelang. Eine der Premiere kaum erwarten. Die Vorsitzender der Kulturstiftung

weitere Besonderheit im Rahmen

des Stücks: Die handgenähten Kostüme,

die überwiegend noch aus

der Zeit der Uraufführung bestens

findet statt am Samstag, 18. Juli,

mit Beginn um 20.30 Uhr, gefolgt

von neun weiteren Vorstellungen.

Die sind angesetzt für Donnerstag,

Steingaden. Auch erwähnenswert:

Die 22 Meter breite, 9,5 Meter hohe

und rund 15 Meter tiefe Tribüne,

die für das Spiel auf der Westseite

des Marktplatzes errichtet wird. Sie

> > > TICKETS ZU GEWINNEN

bietet Platz für insgesamt 714 Personen,

darunter auch (ganz unten)

mehrere Plätze für Menschen mit

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost für die Premiere von

„Welfs Erbe“ auf dem Marktplatz in Steingaden 3 x 2 Tickets.

Schicken Sie uns bis Ende Mai eine Postkarte mit dem Stichwort

„Freilichtspiel“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting.

Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!

Behinderung. Insofern ein kulturhistorisches

Spektakel für Alt und

Jung aus Nah und Fern, dass mit

fast 200 Darstellern, einem riesengroßen

Chor, Blasorchester sowie

echten Pferden tief unter die Haut

gehen wird.

js

mai / juni 2026 | 51


Welfs Erbe und die Rolle des Pferdes

Kutscher, Reiter, Ritter

Steingaden | Bis 1 200 nach Christus

lebten im heutigen Deutschland

noch Urwildpferde. Wolf,

Braunbär und Luchs waren damals

deren natürlichen Feinde.

Um sich vor tödlichen Angriffen

dieser Raubtiere zu schützen, war

eine bewährte Methode die Herdenverteidigung

– Stuten stellten

ihre Fohlen in die Mitte eines Kreises

und verteidigten sich sowie

ihren Nachwuchs durch kräftige

Huftritte. Noch bewährter: Die Gefahr

frühzeitig erkennen, ihr aus

dem Weg zu gehen. Dank seitlich

stehender Augen ist Pferden ein

fast vollständiger Rundumblick

möglich, sie hören dank drehbarer

Ohren sehr gut in alle Richtungen

und reagieren äußerst sensibel

auf Bodenerschütterungen. Die

wohl wichtigste Schutzfunktion

von Wildpferden aber war die des

Flüchtens. Mit Sprintgeschwindigkeiten

von bis zu 70 Stundenkilometern,

gepaart mit hoher

Ausdauer, konnten sie sich sogar

vor größeren Wolfsrudeln erfolgreich

in Sicherheit bringen. Den

Kampf verloren haben sie letztlich

nur gegen einen: Den Menschen,

der sie immer stärker bejagt, eingefangen

und mehr und mehr zu

seinen Arbeits- und Haustieren

domestiziert hat. Heute gibt es

von Natur aus echt wildlebende

Pferde nur noch in der Mongolei –

alle anderen wildlebenden Pferde,

zum Beispiel in China, USA,

Kanada, Frankreich und Spanien,

wurden wiederangesiedelt oder

gelten als halbwild. In Deutschland

dienen Pferde heutzutage

nahezu ausschließlich dem Sport,

der Zucht, sowie dem Freizeitvergnügen

von uns Menschen. Trotz

dieser Entwicklung vom wildlebenden

Pferd zum Haustier hat

sich eine Sache von damals zu

heute aber kaum verändert: Das

instinktive Fluchtverhalten von

Pferden. Genau deshalb ist die Arbeit

mit Pferden für uns Menschen

stets mit Vorsicht und Habachtstellung

zu genießen. Und das mit

großer Spannung erwartete Freilichtspiel

in Steingaden eine ganz

besondere Herausforderung. Denn

auch bei „Welfs Erbe“ (siehe Seite

50 / 51) spielen jede Menge echte

Pferde mit.

Nebel, Lichter, Fackeln,

Zuschauer

Da es in Steingaden keinen reinen

Reit- und Fahrverein gibt, „sind

wir von den Ulrichsreitern mit

der ehrenvollen Aufgabe betraut

worden“, sagt Landwirt Thomas

Pfeiffer, erster Vorsitzender der

Ulrichsreiter, selbst leidenschaftlicher

Rosserer und einer, der nichts

dem Zufall überlassen möchte:

Bereits im Herbst 2025 hat er damit

angefangen, regelmäßig von

seinem Hof im Weiler Litzau hinunter

auf den Steingadener Marktplatz

zu reiten. „Damit sich meine

Pferde bestmöglich an den Ort

des Geschehens gewöhnen.“ Mit

seinen „alten Hasen“, ein Wallach

mit 17 Jahren und einer Stute mit

18 Jahren, wäre das wahrscheinlich

gar nicht notwendig. „Die

haben bereits Bühnenerfahrung,

waren bei Wunder Wies und Die

Anstifter dabei.“ Altersbedingt

setzt der Landwirt heuer aber auf

seine beiden jüngeren im Stall –

die Stuten Gloria und Josefa, jeweils

vier Jahre jung und noch

ohne Festspielerfahrung. „Bin

aber sehr zuversichtlich“, sagt ihr

Halter voller Überzeugung. Auch

deshalb, weil sie bereits bei ersten

Umritten erfolgreich dabei

gewesen waren. Nur ein Festspiel

mit 714-Personen-starker

Besuchertribüne? Jede Menge

blendender Scheinwerfer? Künstlich

erzeugtem Nebel? Unebenes

Kopfsteinpflaster als Untergrund?

Mit brennenden Fackeln durch den Nebel: Welf VI. und seine Ritter.

52 | altlandkreis


Aus dem Scheinwerferlicht in die dunkle Nacht:

Reitende Ritter auf Kaltblütern.

Und verdammt viele Menschen

in unmittelbarer Nähe? „Das

wird für alle Pferde, die am Spiel

teilnehmen, absolutes Neuland

sein“, bekräftigt Thomas Pfeiffer

die Wichtigkeit der Festspielproben

mit Pferd, die Anfang Juni beginnen

werden. „Da zeigt es sich

dann, ob die Rösser, die Stand

jetzt vorgesehen sind, auch tatsächlich

dafür geeignet sind.“ Die

Rede ist von insgesamt knapp 20

Pferden, die bei „Welfs Erbe“ zum

Einsatz kommen werden. Überwiegend

handelt es sich dabei um

Rösser der Rasse Süddeutsches

Kaltblut – das einstige Arbeitspferd

hiesiger Landwirte gilt als

vergleichsweise ruhig, kraftvoll

und gutmütig. Darüber hinaus

werden zwei Warmblüter vor eine

Nobelkutsche gespannt. Die gelten

als schlanker, größer, sportlicher

aber auch deutlich temperamentvoller.

zu Ross sein

werden unter

anderem sechs

bis sieben Soldaten

sowie der

Welf, der wiederum

von acht

Rittern begleitet

wird. Während

die einen ganz

gemütlich auf

den Platz reiten,

kommen andere

in flottem Trab

daher und reiten in diesem zügigen

Tempo sogar durch eine Menschenmasse

von Schauspielern,

die kurz vorher nach rechts und

links zur Seite weicht. Allein die

Vorstellung, wie die Ritter in ihren

Rüstungen, hoch zu Ross, mit Fackeln

in der Hand, durch künstlich

erzeugten Nebel hindurchreiten,

ist filmreif. „Manche Pferderollen

werden sogar doppelt besetzt

sein – und es kann auch sein, dass

die kommenden Wochen noch

der eine oder andere Reiter dazukommt.“

Klare Vorgaben gab es

von Seiten der Abteilung „Pferd“

nämlich nicht für die Rollenbesetzung

mit Pferd. „Wir haben es

den Pferdehaltern aus Steingaden

und Umgebung offengelassen, ob

und mit welcher Pferderasse sie

teilnehmen möchten.“ Wichtig sei

nur gewesen, dass die Teilnehmer

ihre Pferde einschätzen können

und für ein solches Spektakel als

geeignet ansehen. „Es gibt, wie

unter uns Menschen auch, Pferde,

die vor oder bei besonderen

Veranstaltungen extrem nervös

werden.“ Ein vor Schreck durchgehendes

Pferd wäre im Rahmen

von „Welfs Erbe“ allein deshalb

fatal, weil es für Ross, Reiter, Kutscher,

Publikum und Schauspieler

kaum Ausweichmöglichkeiten

gibt. Schließlich spielt sich alles

im Zentrum des Marktplatzes von

Steingaden ab, umgeben von hohen

Gebäuden, Mauern, Torbogen

und dieser großen Tribüne.

Insofern eine spektakuläre Kulisse,

die auch den vierbeinigen

Schauspielern sicherlich in ewiger

Erinnerung bleiben wird. Im Idealfall

ohne Fluchtreflex, weshalb

Thomas Pfeiffer bereits in wenigen

Tagen wieder hinunterreiten

wird zum Marktplatz. Und dabei

hofft, dass möglichst viel Trubel

herrscht. „Fußgänger, Radfahrer,

Autos – je mehr, desto besser.“

Dann sollte es auch bei der ersten

Probe mit Pferden Anfang Juni

und bei der Premiere am 18. Juli

unfallfrei klappen mit einem Freiluftspiel,

das unter anderem im 12.

Jahrhundert spielt. Insofern in genau

jener Zeit, in der in Deutschland

die letzten Wildpferde gelebt

haben.

js

Freitag

12. Juni

2026

11 - 18 Uhr

Im Trab übers

Kopfsteinpflaster

Ohne zu viel verraten wollen, gibt

Thomas Pfeiffer an dieser Stelle

die einzelnen Rollen von Ross,

Reiter und Kutscher preis: Diese

Nobelkutsche samt Warmblütern

stellt Anton Schmerold aus dem

Steingadener Ortsteil Lauterbach.

Eine weitere, einfachere Kutsche

wird von zwei Kaltblütern gezogen

und von Christian Strauß aus Wildsteig

gelenkt. Alle anderen Pferde

werden im Spiel beritten. Hoch

Ziehen auch heuer die Kutsche: Warmblüter von Familie Schmerold.

mai / juni 2026 | 53


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54 | altlandkreis

Musik, Tand und viel guter Laune.

1. Samstag im Monat 10 bis 16 Uhr

Folgesamstage 10 bis 14 Uhr

11.00 bis 17.00 Uhr

Open Season auf dem Parkplatz

Gustav Klein. Motorradweihe mit

gemeinsamer Ausfahrt und anschließendem

Beisammensein

19.00 bis 21.30 Uhr

Lechliebe – Lyrik, Musik, Bilder

des verstorbenen Autors Hans

Schütz im Ballenhaus am Marienplatz.

Anmeldung über VHS Schongau,

www.vhs-pfaffenwinkel.de

20.00 bis 22.00 Uhr

Themenführung „Mit Wein, Weib

und Wacht durch die Schongauer

Nacht“ Treffpunkt vor der Tourist

Information in der Weinstr. 11.

Kosten: 22 €. Infos und Anmeldung

unter touristinfo@schongau.de

RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag

SCHONGAU

SO 03.05.

10.30 bis 15.30 Uhr

Literarischer Spaziergang auf

den Spuren der Henkerstochter

mit Oliver Pötzsch. Treffpunkt am

Rathaus in der Münzstr: 1-3. Kosten

49 €. Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de oder 08861 / 214181

PEITING

11.00 bis 17.00 Uhr

Tag der offenen Tür in der Straßenmeisterei.

Siehe Seite 12 /13

14.30 bis 18.00 Uhr

Tanz in Peiting im Pfarrsaal St.

Michael, Pfarrweg 1. Die „Original

Tanzfreunde“ laden ein,

das Tanzbein zu schwingen.

Unkostenbeitrag 8 €. Kontakt unter

0176 / 47150446

BERNBEUREN

14.00 bis 15.30 Uhr

Golf-Schnupperkurse auf dem

Golfplatz Stenz. Kosten 229 €.

Infos und Anmeldung unter www.

golfplatz-stenz.de oder 08860 / 582.

Siehe Anzeige Seite 23

LECHBRUCK

16.00 bis 18.00 Uhr

Flößermuseum geöffnet im

Weidach 10. Jeden Sonntag

BAD BAYERSOIEN

17.00 bis 20.00 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Eintritt 2,50 €. Jeden 1. Sonntag

PEISSENBERG

13.30 bis 16.30 Uhr

Bergbaumuseum geöffnet.

Jeden 1. und 3. Sonntag

LUDENHAUSEN

9.00 bis 17.00 Uhr

Preisplatteln der Aktiven des

Lechgaus beim Happerger in der

Hauptstr. 20

RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag

PEITING

DI 05.05.

14.00 Uhr

Bankmuseum in der Raiffeisenbank

Pfaffenwinkel eG in der

Bahnhofstraße 26 geöffnet. Besichtigung

nur mit Anmeldung unter

08861 /6760. Jeden 1. Dienstag

LECHBRUCK

Ab 19.30 Uhr

Stammtisch der Motorradfreunde

im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag

STEINGADEN

15.00 bis 17.00 Uhr

Klostermuseum im Pfarrhof in der

Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.

Jeden Dienstag und Donnerstag

SCHONGAU

MI 06.05.

11.00 bis 17.00 Uhr

Kleiderkammer in der Blumenstraße

2 geöffnet. Jeden Mittwoch

außer in den Ferien

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

PEITING

14.00 bis 17.00 Uhr

Museum im Klösterle geöffnet,

Kapellenstr. 1. Jeden Mittwoch

außer an Feiertagen


15.00 bis 15.30 Uhr

Vorlesestunde in der Bücherei in

der Kapellenstr. 1. Anmeldung unter

08861 / 59613 oder buecherei@

peiting.de

ALTENSTADT

19.30 bis 21.00 Uhr

Treffen der Fotogruppe im MIZ,

Schulweg 10. Veranstaltungen sind

für alle offen und kostenlos. Jeden

Mittwoch

BAD BAYERSOIEN

14.30 bis 17.30 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Eintritt 2,50 €. Jeden Mittwoch

KINSAU

14.45 bis 17.30 Uhr

Bücherstube im Turnraum der

Schule geöffnet. Jeden Mittwoch

15.00 bis 16.00 Uhr

Vorlesestunde im Turnraum der

Schule. Jeden Mittwoch

SCHONGAU

DO 07.05.

14.00 bis 17.00 Uhr

Gesellschafts- & Spielenachmittag

in der AWO. Infos unter

08861 / 3625. Jeden Donnerstag

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

18.00 Uhr

Whisky-Tasting bei Küche und Keller

in der Franz-Rupp-Str. 1. Infos

und Anmeldung unter www.kuechekeller.de.

Siehe Anzeige Seite 27

PETING

20.00 bis 22.00 Uhr

Conny und die Sonntagsfahrer –

Musik liegt in der Luft in der

Schloßberghalle. Tickets bei der

Tourist-Info am Hauptplatz 4 und

unter www.kultur-ticketshop.de

LECHBRUCK

16.00 bis 18.00 Uhr

Flößermuseum geöffnet im

Weidach 10. Jeden Donnerstag

STEINGADEN

14.00 bis 18.00 Uhr

Kameramuseum in der Füssener

Str. geöffnet. Jeden Donnerstag

15.00 bis 17.00 Uhr

Klostermuseum im Pfarrhof in der

Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.

Jeden Dienstag und Donnerstag

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm. Jeden Donnerstag

SCHONGAU

FR 08.05.

13.30 bis 15.30 Uhr

Treffen der Selbsthilfegruppe

Lunge für Asthma und COPD in der

AOK in der Blumenstraße 15. Infos

unter www.shg-lunge.de

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der

Passage, Münzstr. 9, mit Kunst,

Musik, Tand und viel guter Laune.

Jeden Freitag

PEITING

8.30 bis 12.00 Uhr

Bauernmarkt am oberen Hauptplatz.

Jeden 1. Freitag

19.00 bis 23.30 Uhr

Inklusiver Maitanz in der Schloßberghalle.

Alle tanzfreudigen mit

und ohne Behinderung sind eingeladen.

Die Band Funk Off sorgt

für Tanzlaune. Siehe Seite 23

BURGGEN

8.00 bis 18.00 Uhr

Schatzsuche beim Wichtelteam

im Energiepark 27. Siehe Anzeige

Seite 30

LECHBRUCK

19.30 Uhr

MSC-Clubabend im Gasthof Holler.

Jeden 2. Freitag

SCHONGAU

SA 09.05.

10.00 bis 12.00 Uhr

Kunst und Glaube im Pfaffenwinkel.

Treffpunkt vor der Klosterkirche.

Kosten: 13 €. Infos und Anmeldung

unter touristinfo@schongau.

de oder 08861 / 214181

PEITING

10.00 bis 14.00 Uhr

Familienflohmarkt im Sportstadion

in der Alfons-Peter-Str. 10.

Standgebühr 5 €. Anmeldung unter

ferienprogramm-peiting@web.de

oder per WhatsApp 0172 / 5985875

BIRKLAND

13.00 bis 16.00 Uhr

Pflanzenflohmarkt des OGV, Birkland

15. Infos unter 08869 / 9119983

LECHBRUCK

20.00 Uhr

Jahreskonzert der Musikkapelle in

der Lechhalle im Lechhallenweg 8

ROTTENBUCH

13.00 Uhr

Pflanzen-Flohmarkt im Fohlenhofgarten

BÖBING

14.00 bis 16.00 Uhr

Büchereicafè in der Kirchstr. 18

geöffnet. Kaffee und Kuchen und

viele Tipps für das individuelle

Lesevergnügen

SO 10.05.

Muttertag

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 12.00 Uhr

Tauschtag der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung für Briefmarken,

Postkarten und Münzen

im Rainer-Endisch-Saal

BIRKLAND

10.00 Uhr

Natur für die Frau. Naturkundliche

Wanderung für Frauen mit

Kräuterkunde und Naturkosmetik

in und um Birkland. Kosten: 15 €

Anmeldung und Infos unter www.

alpenwidderchen.de

LECHBRUCK

11.30 bis 14.00 Uhr

Muttertags-Buffet auf der Gsteig,

Gsteig 1. Kosten 42 € Tischreservierung

unter info@gsteig.de oder

08862 / 98770

PEITING

DI 12.05.

Ab 15.00 Uhr

Stammtisch der Frauen-Union

Peiting im Cafè Central am Hauptplatz.

Jeden 2. Dienstag

ROTTENBUCH

MI 13.05.

20.00 Uhr

Volkstanz-Seminar für alle in der

Gemeindehalle. Siehe Seite 22

SCHONGAU

DO 14.05.

Christi Himmelfahrt

14.00 bis 15.30 Uhr

Familien-Erlebnisführung „Mit

Schohu auf grosser Entdeckungsreise“.

Treffpunkt vor der Tourist

Information in der Weinstr. 11.

Kosten 7 €. Infos und Anmeldung

unter touristinfo@schongau.de oder

08861 / 214181

17.00 bis 18.30

Themenführung „Verborgenes,

Verschwundenes und kleine Juwelen“.

Treffpunkt vor der Tourist

Information in der Weinstr. 11.

Kosten 10 €. Infos und Anmeldung

unter touristinfo@schongau.de oder

08861 / 214181

20.00 bis 22.00 Uhr

Themenführung „Mit Wein, Weib

und Wacht durch die Schongauer

Nacht“. Treffpunkt vor der Tourist

Information in der Weinstr. 11.

Kosten 22 €. Infos und Anmeldung

unter touristinfo@schongau.de oder

08861 / 214181

LECHBRUCK

14.00 Uhr

Vatertagsfest im Schützenheim in

der Siebenbürgerstr. 31

> > > BLUTSPENDETERMINE ROTES KREUZ

Mo, 04.Mai 16.00 bis 20.00 Uhr Bad Kohlgrub, Kursaal

Di, 05. Mai 15.30 bis 20.00 Uhr Peißenberg, Tiefstollenhalle

Mi, 27. Mai 16.00 bis 20.00 Uhr Schongau, Jakob-Pfeiffer-Haus

Do, 28. Mai 16.00 bis 20.00 Uhr Ludenhausen, Happerger

Weitere Termine und Reservierung: www.blutspendedienst.com

mai/ juni 2026 | 55


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

SCHONGAU

SA 16.05.

16.00 bis 17.30 Uhr

Museumsführung „Vom Henker bis

zum Abt, von der Essiggurke zum

Gelage“. Treffpunkt im Stadtmuseum

in der Christophstr. 17. Kosten

11 €. Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de oder 08861 / 214181

LECHBRUCK

18.00 Uhr

Genuss auf der Gsteig – Summer

Opening BBQ, Gsteig 1. Kosten

129 €. Große Outdoor-Session mit

Smoker, Live-Cooking, BBQ, Drinks

und Live-Musik. Reservierung unter

info@gsteig.de oder 08862 / 98770

PEITING

SO 17.05.

10.00 Uhr

Süddeutsche Judomeisterschaften

Männer/Frauen im Sportzentrum

in der Alfons-Peter-Str. 10

BERNBEUREN

15.00 Uhr

Bluatschink-Familienkonzert in der

Auerberghalle. Kosten: 9 € Kinder

bis 16 Jahre, 12 € Erwachsene. Ticket

in der Bücherei oder klb-bernbeuren@outlook.com

LECHBRUCK

11.00 Uhr

Internationaler Museumstag im

Flößermuseum im Weidach 10

STEINGADEN

PEISSENBERG

13.30 bis 16.30 Uhr

Bergbaumuseum geöffnet.

Jeden 1. und 3. Sonntag

PEITING

DI 19.05.

15.00 bis 15.30 Uhr

Vorlesestunde in der Gemeinde-

und Pfarrbücherei in der

Kapellenstr. 1. Anmeldung unter

08861 / 59613 oder buecherei@

peiting.de

BERNBEUREN

18.00 bis 20.30 Uhr

Autorenlesung mit Leonie Kramer

in der Bücherei aus ihrem neusten

Band Fadenkreuz. Gerne können

auch Stricksachen mitgebracht

werden, die Strickeria ist auch am

Start. Eintritt: 8 €

BERNBEUREN

MI 20.05.

20.00 Uhr

Wohnzimmerkonzert mit Ben

Camden in der alten Käsküche.

Tickets zu 20 € unter mail@

kaeskueche-bernbeuren.de.

Siehe Seite 38 / 39

ROTTENBUCH

20.00 Uhr

Volkstanz-Seminar für alle in der

Gemeindehalle. Siehe Seite 22

WEILHEIM

FR 22.05.

BERNBEUREN

20.00 Uhr

Wohnzimmerkonzert mit Magdalena

Wawra in der alten Käsküche.

Tickets zu 20 € unter mail@

kaeskueche-bernbeuren.de.

Siehe Seite 38 / 39

ROTTENBUCH

SA 23.05.

20.00 Uhr

Volkstanz in der Gemeindehalle.

Siehe Allerlei Seite 22

ROTTENBUCH

SO 24.05.

Pfingstsonntag

11.00 Uhr

Standkonzert von Musikkapelle

und Trommlerzug unter den Kastanien

bei der Pfarrkirche. Ausweichtermin

bei schlechtem Wetter: 31.05.

WILDSTEIG

20.00 Uhr

Pfingstsingen mit frischer und

traditioneller Volksmusik in der

Gemeindehalle, Kirchbergstr. 20a

SCHONGAU

MO 25.05.

Pfingstmontag

17.00 bis 18.30 Uhr

Themenführung „Auf den Spuren

der Henkerstochter“. Treffpunkt

vor der Tourist Information in der

Weinstr. 11. Kosten 10 €. Infos und

Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de oder 08861 / 214181

SCHWABSOIEN

10.00 bos 17.00 Uhr

Mühlentag im ganzen Dorf.

Siehe Allerlei Seite 22

RAISTING

MI 20.05.

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag, in den

Ferien auch mittwochs und freitags

ROTTENBUCH

FR 29.05.

18.00 bis 20.00 Uhr

Klosterdorf- und Kirchenführung

mit Albrecht Bögle. Treffpunkt vor

der ehemaligen Klosterkirche der

Augustiner Chorherren

RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag, in den

Ferien auch mittwochs und freitags

WIES

SO 30.05.

19.00 Uhr

Konzert mit Stücken von W.A. Mozart,

Samuel Barber und Ludwig

van Beethofen in der Wieskirche.

Siehe Anzeige Seite 5 und Artikel

Seite 30 bis 32

DI 02.06.

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

Ab 19.30 Uhr

Stammtisch der Motorradfreunde

im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag

STEINGADEN

15.00 bis 17.00 Uhr

Klostermuseum im Pfarrhof in der

Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.

Jeden Dienstag und Donnerstag

SCHONGAU

WMI 03.06.

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

PEITING

14.00 bis 17.00 Uhr

Museum im Klösterle geöffnet,

Kapellenstr. 1. Jeden Mittwoch

außer an Feiertagen

ALTENSTADT

19.30 bis 21.00 Uhr

Treffen der Fotogruppe im MIZ,

Schulweg 10. Kontakt: info@

fotogruppe-altenstadt.de. Offen für

alle. Jeden Mittwoch

BAD BAYERSOIEN

14.30 bis 17.30 Uhr

Museum im Bierlinghaus geöffnet.

Eintritt 2,50 €. Jeden Mittwoch

17.00 bis 19.00Uhr

Festlicher Sommer in der Wies –

Alte Musik in jungen Händen mit

dem Jugendchor des Bayerischen

Sängerbundes und Solisten in der

Wieskirche. Karten unter www.wieskonzerte.de.

Siehe Anzeige Seite 44

und Artikel Seite 30 bis 32

14.00 bis 15.30 Uhr

Trauerspaziergang – Ein Angebot

des Hospizvereins Pfaffenwinkel

e.V. Anmeldung und

Bekanntgabe des Treffpunktes

unter 0881 / 9258490 oder info@

hospizverein-pfaffenwinkel.de

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 11.00 Uhr

Feiertags-Frühstücksbuffet im Café

& Wirtshaus Herzog am Dorfplatz.

Reservierung unter 08861 / 219213

oder cateringservice.herzog@

herzogsaegmuehle.de

PEITING

14.00 Uhr

Bankmuseum im Hauptgebäude

der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel

eG in der Bahnhofstraße 26

geöffnet. Besichtigung nur mit

Anmeldung unter 08861 /6760.

Jeden 1. Dienstag

KINSAU

14.45 bis 17.30 Uhr

Bücherstube im Turnraum der

Schule geöffnet. Jeden Mittwoch

15.00 bis 16.00 Uhr

Vorlesestunde im Turnraum der

Schule. Jeden Mittwoch

56 | altlandkreis


RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag, in den

Ferien auch mittwochs und freitags

SCHONGAU

DO 04.06.

Fronleichnam

11.00 Uhr

Stadtfest auf dem Marienplatz. Mit

der Stadtkapelle und Auftritten der

Plattlergruppen

14.00 bis 17.00 Uhr

Gesellschafts- & Spielenachmittag

mit Bewirtung in der AWO.

Infos unter 08861 / 3625. Jeden

Donnerstag

LECHBRUCK

17.30 bis 19.00 Uhr

Flößermuseum geöffnet im

Weidach 10. Jeden Donnerstag

STEINGADEN

14.00 bis 18.00 Uhr

Kameramuseum in der Füssener

Str. geöffnet. Jeden Donnerstag

15.00 bis 17.00 Uhr

Klostermuseum im Pfarrhof in der

Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.

Jeden Dienstag und Donnerstag

ROTTENBUCH

11.00 bis 12.00 Uhr

Schaukäsen auf der Schönegger

Käse-Alm. Jeden Donnerstag von

Mai bis Oktober

11.30 Uhr

Gartenfest unter den Kastanien

SCHONGAU

FR 05.06.

13.30 bis 15.30 Uhr

Treffen der Selbsthilfegruppe

Lunge für Asthma und COPD im

Gruppenraum der AOK in der

Blumenstraße 15. Infos unter www.

shg-lunge.de

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der Passage

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,

Tand und viel guter Laune. Jeden

Freitag

PEITING

8.30 bis 12.00 Uhr

Bauernmarkt am oberen

Hauptplatz mit Gemüse und Obst

(nach Saison), Schmalzgebäck,

Kesselfleisch und frischem Ziegenfleisch

sowie Produkten aus

der Partnerstadt Calvi dell Umbria

uvm. Jeden 1. Freitag

ROTTENBUCH

11.00 bis 15.00 Uhr

Kässpatzenessen in der Schönegger

Käse-Alm, Schönegg 6 in der

urigen Tenne im Almhüttenstil.

Reservierung unter 08867 / 489.

Jeden Freitag

RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag, in den

Ferien auch mittwochs und freitags

SCHONGAU

SA 06.06.

10.00 bis 14.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt in der Passage,

Münzstr. 9. Der Flohmarkt von

Frauen für Frauen mit Kunst,

Musik, Tand und viel guter Laune.

1. Samstag im Monat 10 bis 16 Uhr,

Folgesamstage 10 bis 14 Uhr

RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag

BERNBEUREN

SO 07.06.

14.00 bis 15.30 Uhr

Golf-Schnupperkurse auf dem

Golfplatz Stenz. Kosten 229 €.

Infos und Anmeldung unter www.

golfplatz-stenz.de oder 08860 / 582.

Siehe Anzeige Seite 23

LECHBRUCK

17.30 bis 19.00 Uhr

Flößermuseum geöffnet im

Weidach 10. Jeden Sonntag

RAISTING

14.00 bis 17.00 Uhr

Industriedenkmal Radom geöffnet.

Siehe Anzeige Seite 32.

Jeden Samstag und Sonntag

PEITING

DI 09.06.

15.00 Uhr

Stammtisch der Frauen-Union

Peiting im Cafè Central am Hauptplatz.

Jeden 2. Dienstag

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

SCHONGAU

DO 11.06.

18.00 Uhr

Whisky-Tasting bei Küche und Keller

in der Franz Rupp-Str. 1. Infos

und Anmeldung unter www.kuechekeller.de.

Siehe Anzeige Seite 27

PEITING

18.00 Uhr

White’n’ Blue Rockabilly Weekender

– Pre-Party in der Zechenschenke.

Infos unter www.white-nblue.de.

Siehe Allerlei Seite 23

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldungen

ab zwei Wochen vorher in

der Tourist Information unter Tel.

08862 / 987830

PEITING

FR 12.06.

18.00 Uhr

White’n’ Blue Rockabilly Weekender

an und in der Schloßberghalle.

Infos unter www.white-n-blue.de.

Siehe Allerlei Seite 23

HERZOGSÄGMÜHLE

18.00 bis 21.00 Uhr

Schnitzel-Abend im Café &

Wirtshaus Herzog am Dorfplatz 8.

Reservierung unter 08861 / 219213

oder cateringservice.herzog@

herzogsaegmuehle.de

LECHBRUCK

19.00 bis 22.00 Uhr

Tasten, Thesen, Temperamente

Klavier-Kabarett-Improvisationen

im Flößermuseum im Weidach 10.

Platzreservierung in der Tourist-Info

unter 08862 / 987830

19.30 Uhr

MSC-Clubabend im Gasthof Holler.

Jeden 2. Freitag

WILDSTEIG

11.00 bis 18.00 Uhr

Tag der offenen Tür im Innovations-Zentrum

Morgenbach in der

Elle 1. Siehe Anzeige Seite 53

SCHONGAU

SA 13.06.

14.00 bis 15.30 Uhr

Familien-Erlebnisführung „Mit

Schohu auf grosser Entdeckungsreise“.

Treffpunkt vor der Tourist

Information in der Weinstr. 11.

Kosten 7 €. Infos und Anmeldung

unter touristinfo@schongau.de oder

08861 / 214181

PEITING

13.00 Uhr

White’n’ Blue Rockabilly Weekender

an und in der Schloßberghalle.

Infos unter www.white-n-blue.de.

Siehe Allerlei Seite 23

ALTENSTADT

10.00 bis 12.00 Uhr

Kunst und Glaube im Pfaffenwinkel.

Treffpunkt auf dem Parkplatz

vor der Basilika. Kosten: 13 €. Infos

und Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de oder 08861 / 214181

HOHENPEISSENBERG

12.30 Uhr

Grüne Sonne – Electro-Festival

auf dem Hohen Peißenberg.

Siehe Seite 29

SCHWABNIEDERHOFEN

9.00 bis 11.30 Uhr

Waldumbau Jetzt! Wie werden

unsere Fichtenwälder fit für den

Klimawandel? Exkursion in den

Wald der Waldgenossenschaft.

Treffpunkt am Maibaum. Infos

unter www.aelf-wm.bayern.de.

Siehe Seite 36 / 37

19.30 Uhr

Wien bleibt Wien. Eine Begegnung

mit Georg Kreisler im Kulze

mai/ juni 2026 | 57


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

ROTTENBUCH

18.00 Uhr

Weinfest im Fohlenhofgarten mit

feinen Weinen, herzhafter Brotzeit

und Live-Musik. Ausweichtermin

bei schlechtem Wetter: 20.06.

PEITING

SO 14.06.

10.00 Uhr

White ’n’ Blue Rockabilly Weekender

– Frühschoppen in der

Zechenschenke. Infos unter

www.white-n-blue.de. Siehe

Allerlei Seite 23

14.30 bis 18.00 Uhr

Tanz in Peiting im Pfarrsaal St.

Michael, Pfarrweg 1. Die „Original

Tanzfreunde“ laden ein, das Tanzbein

zu schwingen. Eintritt: 8 €.

Kontakt unter 0176 / 47150446

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 12.00 Uhr

Tauschtag der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung für Briefmarken,

Postkarten und Münzen

im Rainer-Endisch-Saal

ROTTENBUCH

19.00 Uhr

Rottenbucher Festsommer 2026.

Konzert für Orgel und Sopran in

der Pfarrkirche

PEITING

DI 16.06.

15.00 bis 15.30 Uhr

Vorlesestunde in der Gemeinde-

und Pfarrbücherei in der

Kapellenstr. 1. Anmeldung unter

08861 / 59613 oder buecherei@

peiting.de

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

PREM

14.30 bis 17.00 Uhr

Wandercafé Kaltenbrunnersee.

Infos und Anmeldung beim Bürgerverein

unter 08862 / 9327648

LECHBRUCK

DO 18.06.

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

WILDSTEIG

15.30 bis 17.00 Uhr

Kinderkino – „Der kleine Rabe

Socke – Das große Rennen“ in der

Gemeindehalle im Heimat- und

Kulturraum. Eintritt: 1,50 €

SCHONGAU

FR 19.06.

17.00 bis 18.30 Uhr

Themenführung „Die wehrhafte

Stadt“ Treffpunkt im Stadtmuseum

in der Christophstr. 57. Kosten: 10

€. Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de oder 08861 / 214181

SCHONGAU

SA 20.06.

17.00 bis 18.30 Uhr

Themenführung „Alles in Butter“

Treffpunkt vor der Tourist Info in

der Weinstr. 11. Kosten: 10 €. Infos

und Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de oder 08861 / 214181

ROTTENBUCH

Ganztags

70 Jahre Kindergarten Rottenbuch

in der Gemeindehalle

19.00 Uhr

Sonnwendfeier auf dem Campingplatz

am Richterbichl

WEILHEIM

20.00 Uhr

Theater „Novecento - Die Legende

vom Ozeanpianisten“ im Stadttheater.

Siehe Anzeige links

PEITING

SO 21.06.

13.30 Uhr

55. Gaujugendtag in der Schloßberghalle.

Treffen aller Jugend-

Plattlergruppe des Lechgaus

STEINGADEN

19.00 Uhr

Konzert „Alles hat seine Zeit"

Kaminski, Orff, Whitacre in der

Wieskirche. Chor der Stadt Schongau

und Vokalzirkel München.

Tickets unter www.wieskonzerte.de.

Siehe Anzeige Seite 44 und Seite

30 bis 32

PREM

10.00 bis 17.00 Uhr

Bau-Erlebnistag im Gewerbegebiet

Steinwies. Regionale Bauund

Handwerksbetriebe stellen

sich vor. Siehe Anzeige Seite 21

WEILHEIM

18.00 Uhr

Theater „Novecento - Die Legende

vom Ozeanpianisten“ im Stadttheater.

Siehe Anzeige links

LECHBRUCK

DI 23.06.

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

58 | altlandkreis


20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen, Siebenbürgerstr. 36

mit den Lechbrucker Alphörnern

PEITING

DO 25.06.

17.00 Uhr

Jahresausfahrt der VW Porsche 914

Freunde Oberbayern. Treffpunkt

am Parkplatz vom Gasthaus Dragoner.

Weitere Infos unter 08868 / 881.

Siehe Allerlei Seite 23

LECHBRUCK

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

20.00 bis 21.00 Uhr

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen, Siebenbürgerstr. 36

mit den Lechbrucker Alphörnern

PEITING

FR 26.04.

HEUTE ERSCHEINT

DER NEUE ALTLANDKREIS

SA 27.06.

15.00 bis 18.00

Kirche Kunterbunt unter dem

Motto „Feuer und Flamme“ am

Feuerwehrhaus. Siehe Seit 40 / 41

ROTTENBUCH

19.30 Uhr

Serenade am Campingplatz am

Ritterbichl

SCHONGAU

SO 28.06.

11.00 Uhr

Waldfest im Trachtenheim auf dem

Helgoland in der Perlachstr. 1 mit

der Stadtkapelle Schongau und

Auftritten der Plattlergruppe des

Trachtenvereins und des Schloßbergler

Männerchors

BERNBEUREN

10.00 Uhr

25. Alpenländische Schülermeisterschaft

der Fingerhakler in der

Auerberghalle

LECHBRUCK

ganztags

Kart-Slalom beim Haus der Vereine

in der Siebenbürgerstr. 31

ROTTENBUCH

19.00 Uhr

Rottenbucher Festsommer 2026,

Orgelkonzert mit Peter Waldner in

der Pfarrkirche

DI 30.06.

SCHWABNIEDERHOFEN

18.00 bis 20.00 Uhr

Kill you – Theaterstück zur Suchtprävention

(Spielsucht) im Kulze.

Geeignet ab 13 Jahren. Kosten 9 €

LECHBRUCK

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen in der Lechwiesenstr.

36. Anmeldungen ab zwei Wochen

vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862/987830

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen, Siebenbürgerstr. 36

mit den Lechbrucker Alphörnern

ROTTENBUCH

18.00 Uhr

Sonnwend-Kräuterführung. Treffpunkt

am Rathaus im Klosterhof 42

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LECHBRUCK

18.00 Uhr

Genuss auf der Gsteig – Seafood

& Champagne, Gsteig 1. Kosten

99 €. Aus dem Meer aufs Parkett.

Küchenparty mit DJ, Food & Drinks.

Tischreservierung unter info@

gsteig.de oder 08862/98770

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Anschrift

„altlandkreis“

Birkland 40

86971 Peiting

Tel.: 08869 / 91 22-16

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mai/ juni 2026 | 59

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60 | altlandkreis

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