altlandkreis - das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel Ausgabe Mai Juni 2026
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Ausgabe 95 | Mai / Juni 2026
.de
Eine Produktion von
mit Veranstaltungskalender für zwei Monate
Titelbild: Hans-Helmut Herold
Maibaum aufstellen in Birkland
Auf der Roten Couch
Im Wohnzimmer eines Schlagerstars
Spaziergang mit Ton
Ein bayernweites Pilotprojekt
Sportbegeisterter Schlagerstar
Den
Traum vom Profifußball
haben viele
Buben und Mädchen.
Bis an die
Spitze schaffen es
jedoch die allerwenigsten.
Selbst
Toptalente brauchen
viel Glück, um zur
rechten Zeit am richtigen
Ort zu sein und
von (schweren) Verletzungen
verschont zu bleiben. Ein Ort für den ersten Schritt
in Richtung Profifußball könnte dennoch der des
TSV Murnau oder TSV Landsberg sein. Beide Vereine
haben vor vielen Jahren ihre Nachwuchsabteilungen
komplett umgekrempelt, ziehen massenweise
Spieler in ihren Bann und stellen bis zu vier oder
gar fünf U-Mannschaften des gleichen Jahrgangs.
Wir haben uns mit den Machern unterhalten, aber
auch die Stimmen der umliegenden Vereine gehört.
Fazit: Fluch und Segen zugleich. Letzteres wäre
auch passend als Motto zum bevorstehenden Maibaumaufstellen.
Das Fest an sich möchte niemand
missen, immer strengere Auflagen sowie damit verbundener
Kosten- und Zeitaufwand macht es hiesigen
Dorfvereinen jedoch nicht leichter. Wohl dem,
der wenigstens einen begabten Künstler in seinen
eigenen Reihen hat, der die „Zunfttaferl“ zu noch
erschwinglichen Preisen bemalt. Wir durften einen
rüstigen Rentner besuchen, der mit seinen 88 Jahren
der wohl älteste Maibaummaler Bayerns ist. Bayernweit
einzigartig ist auch ein Sportflugplatz südöstlich
von Murnau. Zum einen aufgrund seiner idyllischen
Lage. Insbesondere aber aus flugtechnischer Sicht.
Süchtig machen nicht nur Segelflüge sondern auch
Bühnenauftritte vor Fans mit Freudentränen im Gesicht.
Noch dazu, wenn dabei die Gage stimmt. Im
großen Interview auf der Roten Couch spricht Schlager-Ikone
Michael Holm von seiner erfolgreichsten
Zeit in den 1970er Jahren, wer sein einst wildes Leben
in geregeltere Bahnen lenkte, ob er sich als Vertriebener
tatsächlich heimisch fühlt inmitten eines
Weilheimer Wohngebiets und wie er es schafft, mit
82 Jahren noch immer auf TV-bekannten Bühnen zu
performen. Um Performance geht es auch im Ladengeschäft
von Benni Schwarz – der Bad Bayersoier hat
sich neben dem Kerngeschäft der Orthopädieschuhtechnik
auf das Besohlen von Schuhen spezialisiert,
bekommt hierfür Kartonagen bis aus der Schweiz
zugeschickt. Guten Grip braucht’s auch für Spaziergänge
durch Wälder. Jäger möchten an dieser Stelle
auf ein immer wiederkehrendes Problem aufmerksam
machen: Wildrisse durch freilaufende Hunde.
Wald mit Wild gehört auch zum Schallhammerhof,
der eine weit und breit einzigartige Sammlung historischer
Schätze aufbewahrt. Wesentlich jünger als
Torfstecher, Breitbeil und Trokar: Eine ganz neue
Form von Gottesdienst, die hier in der Region immer
mehr Anklang findet. Anstelle von Stillsitzen wird
hier gebastelt, getanzt, Theater gespielt. Manchmal
auch draußen in der Natur. Die können Sie, liebe Leserinnen
und Leser, auch im Rahmen eines bayernweiten
Pilotprojekts genießen. Wobei in dieser Frühjahrsausgabe
auch Kultur keinesfalls zu kurz kommt.
Wir verlosen Tickets für Klassik, Electro, Freilichtspiel
und Wohnzimmerkonzert. Losglück wünscht an dieser
Stelle,
Ihr Johannes Schelle
> > > AUS DEM INHALT
Seite 4
Das Erbe der Kelten und
Germanen — rund ums
diesjährige Maibaumaufstellen
Seite 6
Mit ganz spezieller
Thermik — Deutschlands
schönster Flugplatz
Seite 9
Schlagerstar Michael
Holm im großen Interview
auf der Roten Couch
Seite 14
Salzhalle, Hackgut und
Wetterstation — spannende
Einblicke in Straßenmeisterei
Seite 16
Qualvoller Tod:
Über Wildrisse durch
freilaufende Hunde
Seite 18
Zum Besohlen von
Schuhen: Einsendungen
bis aus der Schweiz
Seite 20
Von wegen Weilheim-
Schongau — über den
wahren Pfaffenwinkel
Seite 26
Das Werk der Besessenen:
Über leistungsorientierten
Nachwuchsfußball
Seite 30
Kulturelle Bereicherung:
Zwei rührige Vereine mit
ein und demselben Ziel
Seite 34
Für Haar, Körper, Geist
und Seele — der etwas
andere Friseur
Seite 36
Bayernweites Pilotprojekt
des AELF Weilheim: Ein
Waldspaziergang mit Ton
Seite 40
Kirche Kunterbunt:
Eine neue Form
von Gottesdienst
Seite 42
Brechmühle, Trokar, Breitbeil:
Einzigartige Einblicke in
abgelegenen Bauernhof
ab Seite 50
Welfs Erbe — ein historisches
Freilichtspektakel auf
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mai / juni 2026 | 3
Gelebte Tradition trotz strenger Auflagen
Das Erbe der Kelten
und Germanen
Altlandkreis | Der Brauch des Maibaumaufstellens
ist kein rein bayerischer,
dafür ein uralter. Seine
Ursprünge reichen zurück bis in
die Zeit der Kelten und Germanen,
die in etwa 500 Jahre vor Christus
gelebt haben. Insofern ein heidnischer
Brauch mit schon damals
großer und zu heute sehr ähnlicher
Symbolkraft: Das Aufstellen
junger Bäume, oft Birken oder
Tannen, verkörperte einst Fruchtbarkeit,
den Sieg über zurückliegende
harte Winter, darüber hinaus
sollte es Glück bringen und ein
aufblühendes Frühjahr einläuten.
Auch interessant: Dass der Begriff
„Maibaum“ sich nicht direkt vom
Monat Mai, sondern vom althochdeutschen
„Maien" ableitet – Maien
ist ein Begriff für grüne Zweige
und junge Bäume. Die erste historische
Erwähnung dieses schönen
Brauchs, wie wir ihn in Deutschland
bis heute kennen und pflegen,
geht letztlich auf das Jahr 1224 und
die nordrhein-westfälische Stadt
Aachen zurück. Seither hat sich das
Maibaumaufstellen insbesondere
im südlichen Deutschland sowie
alpenländischen Raum stark verbreitet
und manifestiert. Auch hier
im bayerischen Oberland werden
seit rund 300 Jahren in beinahe allen
Dörfern und Städten alle paar
Jahre Maibäume neu aufgestellt.
Als wir von „altlandkreis“ vor wenigen
Wochen alle hiesigen Rathäuser
angeschrieben und nach
diesjährigen Terminen befragt
hatten, klingelte kurz darauf das
Telefon. „Wir stellen heuer keinen
auf, schneiden dafür unseren alten
um – nach nur zwei Jahren.“ Die
Aussage kam von Kinsaus Bürgermeister
Marco Dollinger, der damit
ganz bewusst auf die Kehrseite dieses
schönen Brauchs aufmerksam
machen möchte: Immer strengere
Auflagen und damit verbundene
Kosten, die es Gemeinden und Ehrenamtlichen
nicht leicht machen,
diese zweifelsohne schöne Tradition
aufrechtzuerhalten.
Gutachter kostet
2 000 Euro
Sobald ein neuer Maibaum fachgerecht
verankert steht, greift
für die Eigentümer oder Verantwortlichen
des Baumes die Verkehrssicherungspflicht.
Heißt: Der
Baum muss erstmals nach einem
Jahr Standzeit von einem Fachkundigen
mit Holzexpertise, zum
Beispiel Schreiner oder Zimmerer,
auf Standsicherheit kontrolliert
werden. Nach zwei Jahren
Standzeit reicht der fachkundige
Handwerker vor Ort nicht mehr
aus, muss der Baum durch einen
Sachkundigen geprüft werden. Das
sind Männer oder Frauen, die beispielsweise
bei der Versicherungskammer
Bayern im Rahmen eines
Maibaum-Seminars gezielt geschult
wurden. Nach drei Jahren ist
diese Kompetenz nach deutschem
Gesetz ebenfalls nicht mehr ausreichend,
muss der Maibaum nun
durch einen öffentlich bestellten
Holz-Sachverständigen (Gutachter)
kontrolliert werden. Der kostet in
etwa 2 000 Euro. Angenommen,
ein Dorf reizt die maximal erlaubte
Standzeit eines Maibaums
von fünf Jahren
aus, summiert
sich da kostentechnisch
für das dritte,
vierte und fünfte Jahr
so einiges auf. Hinzu
kommt, dass der Brauch des
Maibaumaufstellens jede Menge
Freizeit und Manpower abverlangt.
Zunächst muss der perfekte
Baum – kerzengerade, gesund
und oft über 30 Meter lang – gefunden
und im Idealfall schon im
November des alten Jahres bei
abnehmendem Mond geschlagen,
entastet, entrindet und getrocknet
werden. Später wird der Baum aus
dem Wald geholt und an einem
geheimen Ort – meist in Gewerbehallen
oder landwirtschaftlichen
Gebäuden – eingelagert. Von da
an heißt es. Wache schieben! Jeden
Tag, rund um die Uhr! Denn
der Brauch des Maibaumstehlens
ist unter hiesigen Landjugenden,
Burschenvereinen und Trachtenvereinen
mindestens so beliebt
wie das Aufstellen des Baumes
an sich. So mancher Brauchtumsenthusiast
nimmt sich für diese
Zeit sogar den Jahresurlaub.
Aufstellung
noch von Hand
Wenige Wochen vor dem Aufstelltermin
am 1. Mai muss der
Baum schließlich final bearbeitet
und gestaltet werden – einige
verpassen dem Stamm einen
weiß-blauen Anstrich, zum
Teil sogar als Rautenmuster.
Darüber hinaus
werden frischrenovierte i oder gar
neu gefertigte Zunfttaferl angebracht
– letztere bilden Handwerk,
Brauchtum, Vereine und Gemeindewappen
in Form von kunstvoller
Malerei ab. Auch hier sind oft
professionelle Maler am Werk,
was auch mit einem gewissen finanziellen
Aufwand verbunden ist.
All das hat die Kinsauer bereits vor
fünf Jahren dazu bewogen, ihren
Baum eigenverantwortlich nach
jeweils zwei Jahren zu fällen, um
sich so Kosten, Bürokratiewahnsinn
und auch Verantwortungslast
zu ersparen. Aufgeben möchten
sie diese Tradition aber nicht. „Wir
versuchen den fünfjährigen Turnus
beizubehalten.“ Heißt: In Kinsau
steht die kommenden drei Jahre
kein 36 Meter langer Maibaum,
wird 2029 wieder ein neuer aufgestellt.
Dafür haben die Lechrainer
heuer die Qual der Wahl, sich
das Aufstellspektakel in anderen
Gemeinden anzuschauen. Der
Redaktion wurden jede Menge
Termine aus Weilheim-Schongau
sowie den umliegenden Landkreisen
Starnberg, Landsberg am Lech,
Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen
gemeldet. Die meisten davon
sogar mit dem Hinweis, dass noch
traditionell von Hand und mit einem
kräftigen „Hau ruck!“ aufgestellt
wird.
js
4 | altlandkreis
> > > MAIBAUM-FESTE AUF EINEN BLICK
ALTENSTADT: Freitag, 1. Mai, um 13
Uhr am Maibaumplatz gegenüber
der Raiffeisenbank. Weißwurst-
Frühschoppen bereits um 11 Uhr in
beheiztem Zelt, ab Mittag Leberkäse,
Grillgut, Kaltgetränke aus Weizenwagen.
Aufstellung via Autokran.
Es spielt die örtliche Blaskapelle.
Hervorzuheben: Versteigerung von
Möbeln, geschreinert aus altem
Maibaum.
BAD BAYERSOIEN: Freitag, 1. Mai, ab
10.30 Uhr in der Brandstatt (Ortsmitte),
organisiert vom Trachtenverein
„Ammertaler“. Aufstellung traditionell
von Hand, musikalisch umrahmt
von der örtlichen Blaskapelle. Für
leibliches Wohl ist bestens gesorgt.
BIRKLAND: Freitag, 1. Mai, ab 12 Uhr
mit Umzug zum Gasthof Neuwirt
(Birkland 44). Organisiert von der
Landjugend. Aufstellung von Hand,
via Autokran gesichert. Es wird gegrillt
und es spielen die Birkländer
Musikanten.
ECHERSCHWANG (bei Bernbeuren):
Samstag, 2. Mai, ab 13 Uhr mit kleinem
Umzug zum Aufstellplatz, musikalisch
umrahmt von der Musikkapelle
Bernbeuren. Aufstellung durch
Verein „Dorfleben“ von Hand, bei
Regen via Kran. Für Speis und Trank
ist gesorgt.
EPFACH: Freitag, 1. Mai, ab 12.30
Uhr an der Via Claudia, organisiert
von Trachtenverein und Landjugend.
Aufstellung „von allen Epfacher
Männern“ von Hand. Musikalische
Umrahmung übernimmt der Musikverein
Denklingen. Außerdem
geboten: Speis, Trank und Auftritte
der Trachtler.
LEEDER (im Fuchstal): Freitag, 1. Mai,
ab 13.30 Uhr an der Hauptstraße 40
im Ortsteil Leeder, organisiert vom
dortigen Maibaumverein. Aufgestellt
wird von Hand. Es spielt die
örtliche Musikkapelle. Kulinarisch
geboten: Ochsenfetzen, Rahmfleckerl,
Kässpatzn, Bratwürste.
HOHENPEISSENBERG: erst am Sonntag,
10. Mai, gegen 10 Uhr mit Festzug
vom Hetten zum Schächen, Hauptstraße
40. Veranstalter ist der Trachtenverein
Bayerischer Rigi. Aufstellung
bei schönem Wetter von Hand, bei
schlechtem via Kran. Musikalisch umrahmt
die Knappschafts- und Trachtenkapelle.
Außerdem: Auftritte der
Trachtenjugend, Mittagessen, Kaltgetränke
sowie Kaffee und Kuchen.
LUDENHAUSEN: Freitag, 1. Mai, im
Zentrum des Dorfes mit Start um 8 Uhr
durch Schießen der Böllerschützen.
Aufstellung durch Jugendclub von
Hand, gesichert mit Kran. Danach:
Große Maifeier am oder im Happerger
mit Speis, Trank und musikalischer
Umrahmung der Reichlinger
Blaskapelle.
RETTENBACH A. AUERBERG: Freitag,
1. Mai, ab 9.30 Uhr Nähe Rathaus,
Dorfstraße 1. Aufgestellt wird via Autokran.
Die örtliche Blaskapelle sorgt
für musikalische Umrahmung. Für
Getränke, warme Speisen sowie Kaffee
und Kuchen ist gesorgt.
ROTT: Freitag, 1. Mai, um 13 Uhr am
Aufstellplatz in der Weilheimer Straße
gegenüber Hausnummer 8. Aufstellung
durch Trachtenverein und Dorfbewohner
von Hand, musikalische
Umrahmung der örtlichen Musikkapelle.
Für Speis und Trank ist gesorgt.
SCHWABSOIEN: Samstag, 2. Mai, an
der Ecke Kaufbeurer/Füssener Straße,
organisiert von der örtlichen Landjugend.
Es spielt die Blaskapelle. Für
leibliches Wohl ist bestens gesorgt.
STEINGADEN: Freitag, 1. Mai, auf dem
Marktplatz, beginnend um 11 Uhr mit
einem Frühschoppen im frischrenovierten
Gasthof Post. Aufstellung um
13 Uhr via Autokran. Anschließend
musikalisches Huagarten in der Post
mit Auftritten von Trachtenjugend und
Goaßlschnalzern. Es wird gegrillt, gibt
Kaffee und Kuchen. Abschließend:
Ausklang in der Post mit der Kerschla-
Musi.
I
II
Musik im Pfaffenwinkel
Konzerte 2026
Sa., 30. Mai 19 Uhr, Wieskirche
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 40 in g-moll
Samuel Barber
Adagio for Strings
Ludwig van Beethoven
Messe in C-Dur
für Orchester, Chor und Solisten
So., 5. Juli 19:30 Uhr, Wieskirche
Michael Haydn
Requiem in c-moll
für Orchester, Chor und Solisten
Franz Schubert
Große C-Dur Sinfonie
III+IV Sa. + So., 5. + 6. Dezember 16 Uhr, Wieskirche
Musik zum Advent
Festliche Adventsmusik mit Gesangs- und
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mai / juni 2026 | 5
An der A95 – mit Zugspitzblick und Gebirgsthermik
Deutschlands schönster Flugplatz
Murnau | Es gibt viele schöngelegene
Sportflugplätze im bayerischen
Oberland. Der südöstlich
von Murnau toppt sie landschaftlich
aber alle. Wer dort mit Segelflieger,
Motorsegler oder Ultraleichtflugzeug
abhebt, hat bereits
beim Startvorgang Deutschlands
höchsten Berg im Blick. Manchmal
zumindest. „Prinzipiell starten und
landen wir in beide Richtungen –
grundsätzlich heben wir aber
immer gegen den Wind ab, was
meistens Richtung Norden der
Fall ist, insofern mit Zugspitze im
Rücken“, erklärt Stefanie Brockelt,
Pressesprecherin der Sportsegelfliegergruppe
Werdenfels,
die an dieser Stelle ein
weiteres Alleinstellungsmerkmal
des
Sportflugplatzes Ohlstadt, so der
offizielle Name, hervorheben
möchte: „Wir stellen den einzigen
Flugplatz in der Region, der nicht
vor oder an, sondern bereits in
den Bergen liegt.“ In der Tat ist
die 1 000 Meter lange und acht
Meter breite Start- und Landebahn
aus Asphalt regelrecht eingebettet
von Herzogstand und Heimgarten
im Nord-Osten, von Krottenkopf
und Estergebirge im Süd-Osten,
vom Wettersteinmassiv im Süden
sowie von den etwas weiter südwestlich
liegenden Ammergauer
Voralpen mit Laber, Aufacker und
Hörnle. Landschaftlich betrachtet
insofern eine glatte Eins. Aus Sicht
der Segelflieger jedoch vor allem
aufgrund der dort außergewöhnlichen
Thermik reizvoll. „Während
von anderen Sportflugplätzen erst
einige Flugkilometer in
Aus dem Flieger auf fden Segelflieger: In diesem Falle mit Blick in Richtung
der gebirgsabgewandten Seite, direkt auf den Pfaffenwinkel.
Richtung Gebirge zurückgelegt
werden müssen, um die begehrte
Gebirgsthermik zu erreichen,
herrscht sie hier bei uns bereits
vom Start weg.“ Mit Thermik ist
nach oben strömende Luft gemeint,
über die ein Segelflieger
sich frei von motorischer
Unterstützung immer
weiter gen
Himmel
schrauben kann. Passendes Wetter
vorausgesetzt, gibt es diesen Aufwind
auch im Flachland. In und
zwischen den Bergen aber ist er
um ein Vielfaches stärker. Wobei
das, was Segelflieger-Piloten lieben,
für den untenstehenden Zuschauer
nicht wirklich erkennbar
ist. „Vom Boden betrachtet sieht
alles gemütlich, fast schon langweilig
aus.“ Im Flieger sitzend,
reiße die Gebirgsthermik jedoch
regelrecht an den
Tragflächen
des Fliegers.
„Man spürt so richtig, wie der
Flieger nach oben gehoben wird,
erfährt das intensive Gefühl der
Beschleunigung, spürt die Kraft
der Natur.“ An dieser Stelle von
Vorteil: Ein stabiler Magen.
Großer Hangar
mit 22 Fliegern
Gebaut wurde der Flugplatz der
Sportfliegergruppe Werdenfels vor
gerade einmal 15 Jahren. Zuvor
flogen die Aktiven unter dem Namen
„Werdenfelser Segelflieger“
von einem kleineren Flugplatz mit
Start- und Landebahn bei Eschenlohe.
Der befand sich allerdings
auf einem Teil des Murnauer Mooses,
musste aus Naturschutzgründen
zurückgebaut werden. „Dass
wir als Ersatz die Fläche hier erwerben
konnten, ist natürlich ein
riesengroßes Glück für uns gewesen“,
schwärmt Stefanie Brockelt
hier im Namen aller 260 Vereinsmitglieder,
von denen derzeit 110
aktiv sind. „Unsere ältesten Piloten
sind über 80, die jüngsten im
Rahmen unserer vereinseigenen
Flugausbildung erst 14.“ Sie kommen
aus Murnau, aber auch aus
6 | altlandkreis
Auch Doppelsitzer-Segelflieger finden sich am Sportflugplatz Ohlstadt.
Ideal für Rundflüge, aber auch zum Reinschnuppern in die Fliegerei.
Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz,
Weilheim, vereinzelt bis aus der
Schongauer Ecke, Augsburg oder
München. Letztere profitieren von
der einzigartigen Lage des Flugplatzes
im Grunde dreifach: neben
Zugspitzblick und Gebirgsthermik
verläuft die Start- und Landebahn
parallel zu Deutschlands bekanntester
Raser-Autobahn, der A95.
Insofern sind es, je nach Verkehr
und Witterung, nur 30 bis 45 Autominuten
von der Landeshauptstadt
bis zum Flugplatz. Zu sehen
ist der Flugplatz von der Autobahn
aus allerdings nicht – obwohl
nur wenige Meter Luftlinie
dazwischenliegen und auch das
Rauschen des Verkehrs deutlich
zu hören ist, verhindert ein sanfter
Hügel, bepflanzt mit Bäumen und
Sträuchern, die Sicht auf Start- und
Landebahn, Restaurant mit Panoramaverglasung
und großem Hangar
mit Platz für bis zu 22 Fliegern.
Darüber hinaus wird eine weitere,
große Freifläche als Parkplatz für
Fluganhänger genutzt, eine mit
Kies aufgefüllte Fläche als Parkfläche
für Pkw, und auch die Luftrettung
„Christoph Murnau“ nutzt das
Areal zum Üben des Winchens.
Auch auffallend beim Betrachten
des Geländes: Ein großer, alter,
jedoch zu zwei Dritteln eingestürzter
Bauernhof. „Das Wohnhaus
vorne ist unversehrt, wird von uns
auch als erweitertes Vereinsheim
für beispielsweise Grillabende an
lauen Sommerabenden genutzt.“
Der Rest müsste jedoch dringend
saniert werden. Denkmalschutzauflagen
verhinderten dieses kostenintensive
Unterfangen bis
mai / juni 2026 | 7
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Blick auf Hangar, Restaurant und Landebahn.
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dato. Ansonsten aber ist der Flugplatz
nicht nur aufgrund seiner
romantischen Lage mit Bergblick
in einem Topzustand – und dementsprechend
auch bei Nichtmitgliedern
des Vereins sehr beliebt.
700 Kilometer
ohne Motor
Den Sommer über kommen Urlauber
mit Campern und Flugschein
aus ganz Deutschland, um
dieses seltene Angebot der Gebirgsthermik
ab Start zu nutzen.
Stefanie Brockelt, auch erfahrene
Segelflugschein-Ausbilderin, hat
inzwischen 11 000 (!) Flüge hinter
sich. „Gibt nix Schöneres, macht
süchtig – allen voran hier in der
Region, wo du mit Bergen, Seen,
Flachland und den Vierjahreszeiten
landschaftlich und farblich so
ziemlich alles hast.“ Einen Nachteil
hat dieser Standort an den
Bergen aber doch: Dass Lärm,
der von motorisierten Fliegern
ausgeht, etwas deutlicher zu
hören ist. „Deshalb haben wir
unser traditionelles, benzinbetriebenes
Schleppflugzeug, die Robin
DR 400, durch ein topmodernes
Ultraleicht-Schleppflugzeug ersetzt.“
Darüber hinaus besitzt
der Verein einen leistungsfähigen
Doppelsitzer-Segelflieger,
zehn Segelflugzeuge mit einem
Sitzplatz sowie einen Motorsegler.
Heißt: Wer fliegen möchte,
braucht nicht zwingend einen eigenen
Flieger, sondern kann ihn
kostengünstig leihen. 450 Euro
zahlt ein aktives, erwachsenes
Mitglied pro Jahr. Schüler und
Studenten lediglich 150 Euro – und
die bekommen, erlaubt ab 14 Jahren,
im Rahmen dieses Jahresbeitrags
sogar die Grundausbildung
zum Segelfliegen beigebracht.
„Günstiger geht’s wahrscheinlich
nicht“, betont Stefanie Brockelt,
deren großes Ansinnen es schon
immer war, dass möglichst allen
Menschen das Fliegen ermöglicht
wird – dem erfolgreichen
Top-Unternehmer mit Millionen
auf dem Konto ebenso wie
dem einfachen Arbeiter aus der
unteren Mittelschicht. Entsprechend
bereichernd sind auch die
Begegnungen am Flugplatz. „Wir
kommen schulisch, beruflich und
familiär aus den unterschiedlichsten
Verhältnissen, haben vom
Millionär über Arzt, Handwerker
und Pfleger wirklich alles im Verein
– und teilen aber auch allesamt
die gleiche Leidenschaft.“
Das verbinde, egal ob reich oder
eher arm. Noch schöner ist in Brockelts
Augen nur das Fliegen an
sich. Ihre Lieblingsroute: „Von hier
bis in die Schweiz.“ Sie segelte
schon an den Graten der berühmten
Viertausender Piz Bernina
und Piz Palü entlang, war sogar
schon über dem Aletschgletscher.
„Da reden wir dann von insgesamt
knapp 700 Kilometern und
siebeneinhalbstunden Flugzeit.“
Wohlgemerkt alles mit dem Segelflieger,
also ohne motorische Unterstützung.
„Es gibt von unserem
Platz aus auch gelegentlich Flüge
mit über 1 000 Kilometern Strecke
und zwölf Stunden Flugzeit.“ Pinkelpause?
„Fehlanzeige – hilfreich
kann hier das Tragen einer Windel
sein“, so Stefanie Brockelt, die am
Ende eines derart langen Fluges
schon froh ist, wieder unbeschadet
am Ausgangspunkt angekommen
zu sein. Hier am mit schönsten
Flugplatz Deutschlands. Mit
Zugspitzblick und Gebirgsthermik
vom ersten Meter. js
8 | altlandkreis
Auf der Roten Couch
Mister Mendocino
Welch große Ehre: Michael Holm hat uns mit Redakteur, Fotograf
und Roter Couch in sein privates Wohnzimmer gelassen. Die richtige Pose
vor der Kamera ist für den Schlagerstar augenscheinlich Routine. Foto: Felix Baab
mai / juni 2026 | 9
Weilheim | Er schrieb mehr als 1 000
Songs, veröffentlichte 40 Alben und
verkaufte in Summe rund 50 Millionen
Platten weltweit: Sänger,
Songwriter und Musikproduzent
Michael Holm zählt zu den erfolgreichsten
Schlagerstars überhaupt.
Wir von „altlandkreis“ hatten die
große Ehre, den heute 82-Jährigen
zuhause in Weilheim besuchen zu
dürfen. Im großen Interview auf
der Roten Couch verrät der Vater
zweier erwachsener Kinder, wie
er vom Kind der klassischen Musik
zum Genre „Schlager“ kam, wie
wild er in den 1970er Jahren gelebt
hat, dass er noch immer den
Schörghof vermisst und ob er sich
inmitten eines Weilheimer Wohngebiets
tatsächlich heimisch fühlt.
Darüber hinaus spricht der Gewinner
mehrerer goldener Schallplatten
sowie Träger des Bayerischen
Verdienstordens über seinen erfolgreichsten
Song, die Hintergründe
regelmäßiger Fitnessstudio-Besuche,
das Gemüt des Oberbayern
und warum er nach wie vor das
Rampenlicht sucht.
Herr Holm, wie viel Disziplin braucht
es, um nach wie vor so gut performen
zu können?
Die Nachkriegsgeneration, auf die
später viel Hass und Häme abgeladen
wurde, hat unglaublich viel geleistet.
Damals gab’s keine Gastarbeiter,
sondern nur die Frauen, die
Kinder, und die Männer, die nach
und nach aus dem Krieg zurückgekommen
waren. Das hat mich als
Kriegskind, geboren im Jahre 1943,
nachhaltig geprägt. Deshalb war
und ist es für mich bis heute selbstverständlich,
sich erst bemühen
und etwas leisten zu müssen, um
etwas erreichen zu können. Ob das
dann Erfolg einbringt oder nicht,
steht da noch gar nicht zur Debatte.
Achten Sie auch auf ausreichend
Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung?
Der große Vorteil hier: Das Weilheimer,
Wielenbacher und Unterhausener
Moos, hinüber bis zum
Ammersee, was von hier super
erreichbar ist. Die ausgetorften
Seen, aber auch Störche, Reiher,
Blesshühner – ich liebe es, draußen
in der Natur zu sein, sich zu
Fuß oder auf dem Fahrrad zu bewegen,
die Landschaft und Tiere
zu beobachten. Für mich ist das
sogar ein Stück weit der Sinn des
Lebens. Auf Ernährung und Schlaf
achte ich natürlich auch. Nur habe
ich leider keinen guten Schlaf, weil
ich grundsätzlich sehr schwer einschlafe.
Ist dieses Schlafproblem dem
Lebens-Rhythmus eines Schlagerstars
geschuldet?
Als Schüler wirst du zum Frühaufsteher
gezwungen, als Schlagersänger
arbeitest du eher am
Abend und in die Nacht hinein.
Im Rahmen einer Tournee hast
du oft Auftritte, die erst um 22.15
Uhr oder noch später beginnen.
Energielevel und Adrenalin sind
auch danach noch so hoch, dass
du nicht einfach von der Bühne ins
Hotelzimmer gehst und schläfst –
da brauchst du erstmal ein paar
Stunden, bis du runterkommst.
Das macht natürlich was mit dir
und deinem Schlafrhythmus. Auch
an Tagen ohne Auftritt.
Bekannt geworden sind Sie in
erster Linie als Schlagersänger,
arbeiteten aber auch intensiv als
Songwriter und Musikproduzent,
in dieser Funktion auch für andere
Künstler. Welche Rolle hat Ihnen
am meisten Freude bereitet?
Es ist beides toll. Das Singen auf
der Bühne, weil es eine sehr direkte,
persönliche, energetische Sache
ist. Wenn du dich darauf nicht richtig
einstellst, dir ein gewisses Maß
an Mindestenergie und Selbstverliebtheit
fehlt, deshalb nicht
gut genug bist, bekommst du das
anhand der Reaktion des Publikums
sofort zu spüren. Wenn es dir
aber gelingt, kannst du die Freudentränen
in den Gesichtern der
mitsingenden Fans erkennen. Das
gibt einem unglaublich viel zurück.
Aber auch das Schreiben von Melodien
und Texten war großartig,
hat mich insbesondere in meiner
erfolgreichsten Zeit in den 1970er
Jahren mit sehr viel Glück und Zufriedenheit
erfüllt.
Erlangen in unserer
85-Quadratmeter-
Wohnung, in der
wir mit sieben Personen
lebten, ein
Quartett von engagierten
Musikern –
die saßen im Kreis
und machten Hausmusik.
Das konnten
wir fünf Kinder
hautnah miterleben.
Was Sie letztlich
auch zum Musizieren
bewogen hat?
Mein erstes Geld
habe ich noch zu
Zeiten als Schüler
verdient, in dem
ich in der Martin-
Luther-Kirche in Erlangen
ein Solo von
Anton Bruckner in
C-Moll gesungen hatte – dank der
musikalischen Erziehung meines
Vaters – bei uns zuhause wurde
ausschließlich klassische Musik
praktiziert – konnte ich auch vom
Notenblatt singen. Damals war
ich frisch im Stimmbruch, was mir
eine großartige Stimme beschert
hatte. Jedenfalls bekam ich für
diesen Auftritt in der Kirche 750
Mark! In den 1950er Jahren war
das unglaublich viel Geld – ich
fühlte mich wie ein Multimillionär.
Zumal es Taschengeld bei uns zuhause
nur für meine Schwestern
gab. Mein Bruder und ich mussten
selbst schauen, wie wir zu Geld
kommen. Gelungen ist uns das mit
Singen, was obendrein wahnsinnig
viel Spaß gemacht hat. Damals
dachte ich auch zum ersten Mal:
Musik ist geil!
Die guten alten Zeiten: Michael Holm am Mikro.
Hier im Rahmen der ZDF-Hitparade.
Aus dem Lautsprecher ertönte ein
Whop babalubap, al lop bom bom –
Tutti frutti, oh Rudy!‘ Da habe ich
erstmals gehört, dass Musik nicht
nur was fürs Herz und Gehirn ist,
sondern den ganzen Körper bewegt.
Ich war vor Euphorie, Tanz
und Bewegung schweißnass, wollte
daraufhin sofort eine Gitarre. Bis
dahin spielte ich nur Querflöte.
Wie reagierte Ihr Vater damals?
Er war jahrelang enttäuscht von
mir, weil ich Richtung Schlager
und Pop gegangen bin. Erstmals
zufrieden ist er erst mit mir gewesen,
als wir mit meinem Hit
‚Tränen lügen nicht‘ eine symphonische
Aufnahme gemacht hatten –
unter anderem mit dem besten
Bachtrompeter, den es damals gab,
extra eingeflogen aus Paris.
Welch Karriere! Michael Holm vor seinen Platten und Auszeichnungen.
Wie sind Sie überhaupt zur Musik
gekommen?
Mein Vater war ein herausragender
Musiker, hatte unter anderem das
Siemens-Philharmonie-Orchester
gegründet. Ein, zwei Mal die Woche
trafen sich bei uns zuhause in
Aber wie kommt ein Kind der klassischen
Musik zu Schlagern?
So mit 14 Jahren, wo man altersbedingt
ohnehin bereit ist für Neues,
besuchte ich einen Klassenkameraden,
der einen mir bis dato
unbekannten Radiosender hörte.
Zu diesem Zeitpunkt war bereits
klar, dass Sie mit Musik Karriere
machen. Hatten Sie trotzdem einen
beruflichen Plan B in der sprichwörtlichen
Tasche gehabt?
Dass ich beruflich etwas mit Musik
zu tun haben möchte, war mir in
10 | altlandkreis
der Tat früh klar. Dass ich damit
auch Karriere machen kann, allerdings
erst seit ‚Mendocino‘.
Aber ohne diesen Erfolg wäre ich
sicherlich nicht verhungert und
einer derjenigen gewesen, die
in ihrer Verzweiflung nur noch
in der Lage gewesen wären, Mist
zu schaufeln. Jura, was ich sechs
Semester in Berlin und Erlangen
studierte, machte mir auch Spaß –
bis es mit Verwaltungs- und
Staatsrecht losging. Das war so
öde für mich, dass ich mein Studium
abgebrochen hatte. Als mir
dann der Millionen-Seller Mendocino
gelungen war, wurde mir
endgültig klar: Weiterschreiben,
mehr produzieren, mit guten Leuten
zusammenarbeiten, aber auch
immer demütig bleiben.
Wie meinen Sie das mit „demütig
bleiben“?
Bei jedem neuen Projekt wieder
bei null anzufangen und sich nie
auf bisher Erreichtem auszuruhen
und zu glauben, dass es in Zukunft
leichter wird. Wenn du das
tust, hast du schon verloren. An
dieser Stelle hilfreich: Ein gewisses
Mindestmaß an Intelligenz,
um genau das zu erkennen. Oder
gute Freunde und Bekannte, die
entscheidenden Einfluss auf einen
haben, die einen auf den Boden
der Tatsachen wieder zurückholen,
die einen erden.
Ihr Lied „Mendocino“ wurde sogar
zu einem der größten deutschsprachigen
Hits überhaupt. Haben Sie
zum Zeitpunkt der Erscheinung
im Jahre 1969 geahnt, dass dieser
Song derart durch die Decke geht
und auch Jahrzehnte später überall
gesungen wird?
Damals sagte ich zu Giorgio Moroda,
den im Übrigen auch ich in
die Branche brachte: „Weißt Du,
ich habe für einige Sänger riesige
Hits geschrieben, die gut verkauft
wurden. Aber wenigstens einmal
im Leben möchte ich mit einem
Hit 100 000 Platten verkaufen.“ Das
A und O, damit dir das gelingen
kann: Du musst das Herz der Leute
erreichen. Nur dann kaufen sie
auch eine Platte. Bei ‚Mendocino‘
ist mir das gelungen.
‚Barfuß im Regen‘ (1970), ‚El Lute‘
(1972), ‚Baby Du bist nicht allein‘
(1973) oder ‚Tränen lügen nicht‘
(1974): Laut KI-gestützter Recherche
schrieben Sie in Summe mehr
als 1 000 (!) Songs, veröffentlichten
40 Alben und verkauften (weltweit)
mehr als 50 Millionen Tonträger.
Wie stolz sind Sie heute auf das,
was Sie geleistet und erreicht haben?
Ich bin mir durchaus bewusst, dass
ich in Zeiten meines Lebens sehr
erfolgreich war. Das gibt mir bis
heute ein sehr gutes Selbstwertgefühl.
Allerdings würde ich diesen
Erfolg nicht als mein Schicksal
betrachten. Elvis hatte 380 Millionen
verkaufte Platten. Und hier
in Deutschland war zu meiner
Hoch-Zeit Roy Black der absolute
Superstar – wenn der krank war,
versammelten sich seine Fans wochenlang
um das Krankenhaus, in
dem er lag.
Hätten Sie sich diesen Hype nicht
auch gewünscht?
Roy war so populär, dass es nicht
mehr angenehm war. Nur ein Beispiel:
Er kaufte in München Unterhosen
ein, wird erkannt, es ertönte
ein lauter Schrei seines Namens –
Rooooyyyy! – und alle im Kaufhaus
stürmten in den dritten Stock hinauf.
Er konnte sich gerade noch
in die Toilette retten, musste dann
eine halbe Stunde warten, bis ihn
die Feuerwehr mit einer Leiter
über das Toilettenfenster befreien
konnte.
Was passiert, wenn Sie in Weilheim
einkaufen?
Das ist total angenehm. Ab und
zu kommt mal im Vorbeigehen
ein „ah, da Mendocino, wia geht’s
da?“. Dann ich: Guad geht’s ma!
Dann er: „Super!“ Mehr ist es
nicht, was ich an dieser Gegend
hier schon immer sehr geschätzt
habe.
Sind Sie überhaupt regelmäßig
draußen, oder scheuen Sie die Öffentlichkeit
eher?
Selbstverständlich. Ich bin nicht
nur regelmäßig Einkaufen, Spazieren
oder Radfahren, sondern auch
zwei Mal die Woche im Fitnessstudio.
Da sind zwar die Buben, die
viel knackiger aussehen als meine
zwei Freunde und ich. Aber uns
geht es natürlich nicht mehr darum,
Olympiabewerbe gewinnen zu
können.
Wofür trainieren Sie?
In erster Linie, um möglichst lange
in der Lage zu sein, selbstbestimmt
leben zu können. Alles, was du
nicht benutzt, wird abgebaut. So
ist die Natur nun mal. Ich kenne
80-Jährige, die kaum noch laufen
können. Genau das möchte ich
nicht.
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mai / juni 2026 | 11
Wie froh sind Sie, den Peak Ihrer
Karriere in den 1970er Jahren gehabt
zu haben und nicht im heutigen digitalen
Zeitalter, wo Streamingdienste
sehr viele gute Musiker um Lohn und
Brot bringen?
Da bin ich wirklich froh. Meinen
Song ‚Tränen lügen nicht‘ haben
Sonia Liebing, Mickie Krause, Ramon
Roselli und ich erst vergangenes
Jahr in der Show von Giovanni
Zarella gesungen – da haben wir
inzwischen auch mehr als elf Millionen
Klicks, was schön ist. Aber
hey! Elf Millionen verkaufte Platten
für ‚Mendocino‘? Das ist greifbar,
das ist geil!
Stimmt es eigentlich auch, dass Sie
einer der ganz wenigen Künstler
sind, der die Rechte an seinen Songs
bis heute komplett bei sich selbst hat?
Nur als Autor, nicht als Verleger.
Ich habe zwar einen eigenen Musikverlag,
über den wir unter anderem
‚Barfuß im Regen‘, ‚Nur ein
Kuss, Maddalena‘ oder Songs wie
‚El Matador‘ herausgebracht hatten.
Aber die ganz großen Hits wie
‚Musst Du jetzt gerade gehen, Lucille?‘,
‚Wart auf mich‘ oder ‚Mendocino‘
waren letztlich Copyrights
aus Amerika oder Italien. Insofern:
Für einen Teil meiner Songs ja, bei
vielen aber auch nicht.
Dennoch konnten Sie gut davon leben?
Insbesondere in den 1970er Jahren
haben wir alle wahnsinnig verdient.
Lassen Sie uns beim Thema Vermarktung
bleiben: Wie wichtig ist an
dieser Stelle Ihr Künstlername?
Er dient vor allem zu Schutz der
Privatsphäre. Nicht nur meine eigene
betreffend, sondern auch die
meiner Eltern und Geschwister,
was insbesondere zu Hoch-Zeiten
meiner Karriere wertvoll war.
Wobei Sie wahrscheinlich mit Ihrem
bürgerlichen Namen ohnehin
kaum ein Mensch kennt?
Selbst hier bei mir zuhause bin
ich nur Michael Holm und nicht
Lothar Bernhard Walter. Erfunden
habe ich den Namen bereits
in den 1960er Jahren, geprägt von
verschiedenen Einflüssen. Mein
Geburtsort Stettin zum Beispiel
war über 200 Jahre hinweg von
den Schweden besetzt. Darüber
hinaus führte meine erste Reise
nach dem Abitur, gemeinsam mit
zwei Freunden, in einem VW-Käfer,
durch Schweden bis nach Stockholm.
Dieser Roadtrip hat mir sehr
gut gefallen, daher Holm. Und Michael,
weil der Name bereits beim
Aussprechen schon so klingt als
würde man ihn singen. Weil Erzengel
Michael eine äußerst positive
Erscheinung war. Und weil der
damalige Schlagerkönig Michael
Jari hieß.
Wie sah der Alltag des „markenrechtlich
geschützten“ Michael
Holm zu dessen absoluten Hoch-
Zeiten aus?
Wenn man jung ist, hält man Vieles
aus. In den 1970er Jahren war
es völlig normal, dass von morgens
um elf bis nachts um drei Uhr gearbeitet
wurde. An Tagen, an denen
wir nur bis 23 Uhr tätig waren,
ging’s danach noch zum Partymachen,
oft die ganze Nacht durch,
bis morgens um neun Uhr. Dann ab
nach Hause, unter die Dusche, und
ohne Schlaf wieder ins Studio, das
damals in München-Allach war.
Feierten Sie viele wilde Partys?
In den Studios nicht, aber bei mir
Zuhause, wenn man nach zwei Tagen
Hitparade heimkam, nahezu
immer. Ich hatte da in München
eine sehr schöne Villa mit 230 Quadratmetern
Wohnfläche und einem
riesengroßen Wohnzimmer, wo
man super feiern konnte. Der Keller
war voll mit Bier und Schnaps.
Und ich hatte diesen einmaligen
General-Electric-Eisschrank, aus
dem Eiswürfel, Crushed Ice und
Eiswasser rauskamen. Auch der
war super zum Partymachen.
Von elf bis drei Uhr im Studio, exzessive
Partys, hinzukommend die
viele Reiserei, kreischende Fans,
Boulevard-Journalisten, Paparazzi:
Viele Stars kommen mit diesem
Lifestyle nicht lange klar, stürzen
regelrecht ab.
(lacht) Mein Motto war lange Zeit:
Der Journalist ist der natürliche
Feind des Künstlers, weshalb ich
denen gegenüber in gewisser Weise
sehr vorsichtig war. Nachdem
ich aber einige ganz gut kennengelernt
hatte, änderte sich mein
Bild ein bisschen. Und wegen der
Gefahr, abzustürzen: Unter meinen
Berufskollegen sind Freundschaften
entstanden. Wir waren viel bei
mir, ich insofern nie allein und die
Zeit entsprechend eine wunderbare.
Als dann meine Frau Bimbi
in mein Leben kam, mit der ich
inzwischen seit 43 Jahren zusammen
bin, wurde es in geregeltere
Bahnen gelenkt – fortan waren wir
an den Wochenenden beinahe nur
noch draußen auf dem Land.
So sehr, dass Sie fest aufs Land ziehen
wollten?
Die Überlegung ging Anfang der
1980er los, als wir oft bei Freunden
in Seeshaupt waren, die Pferde
hatten – in dieser Zeit lernte ich
sozusagen reitend das wunderschöne
Oberland kennen, schätzen
und lieben. Bimbi und ich suchten
letztlich über fünf Jahre hinweg
nach dem für uns ideal geeigneten
Hof. Das war gar nicht so leicht – je
mehr Anwesen wir uns angesehen
hatten, desto genauer wussten wir,
was wir nicht wollten.
Dann aber entdeckten Sie Gut
Schörghof, östlich von Weilheim?
Ich habe immer von einem bauernhofmäßigen
Anwesen geträumt,
das nicht zu schick und fancy ist.
Genau das war der Schörghof.
Dort lebten Sie stolze 20 Jahre lang.
Vermissen Sie ihn?
Ganz ehrlich: Ja. Manchmal träume
ich sogar noch von ihm.
Für sein herausragendes Engagement im Bereich „Unterhaltung“ hat
Michael Holm im Juli 2025 den Bayerischen Verdienstorden erhalten.
Warum verkauften Sie ihn?
Meine Frau Bimbi war die Wichtigere
am Schörghof – während
ich meine vier bis sechs Wochen
in Amerika war und produzierte,
kümmerte sie sich um den Hof, um
die Pferde. Irgendwann waren die
Arbeit und der finanzielle Aufwand
schlichtweg zu groß für uns.
Trotzdem sind Sie Ihrer Wahlheimat
treu geblieben, leben seit 2008
inmitten eines Weilheimer Wohngebiets,
ganz klassisch in einem
Einfamilienhaus mit Garten.
Mit dem Haus hier haben wir Riesenglück.
Allein deshalb, weil die
Nachbarn richtig sympathisch sind.
Manchmal radeln wir gemeinsam
nach Raisting zum Weißwurstfrühstück
oder grillen in einem unserer
Gärten. Und wir haben hier sehr
viele Kinder allen Alters. Besser
hätten wir es kaum erwischen
können.
Wir fassen zusammen: Geboren im
deutsch-polnischen Stettin, aufgewachsen
in Erlangen, studiert
in Berlin, gelebt und gearbeitet in
München, jedoch seit vielen Jahren
in Weilheim lebend. Fühlen Sie sich
hier im Herzen des Pfaffenwinkels
inzwischen auch heimisch?
Freilich. Als wir entschieden haben,
Gut Schörghof zu verkaufen,
wollte ich gar nicht mehr in eine
andere Region ziehen, sondern
hier in Weilheim bleiben. Hier
fühle ich mich auch deshalb so
wohl, weil der Oberbayer ganz
generell ein sehr angenehmer
Menschenschlag ist. Er läuft nicht
mit angeborenem Minderwertigkeitskomplex
durch die Gegend,
ist dadurch immer selbstbewusst
und in sich ruhend. Deshalb gibt
es hier auch kein Gekreische und
Getatsche. Auch nicht einem Prominenten
gegenüber.
Umso interessanter, dass Sie nach
wie vor das Rampenlicht suchen.
Warum?
Finanziell betrachtet müsste ich
es nicht mehr machen. Doch
wenn die Gage stimmt, was auch
wichtig ist für mein Selbstwertgefühl,
habe ich nach wie vor
großen Spaß, auf der Bühne zu
stehen, professionell zu singen
und zu performen. Ein weiterer
guter Grund: Sobald ich auf
der Bühne stehe, kommt in mir
ein unbeschreibliches Energielevel
hoch. Das möchte ich nicht
missen. Darüber hinaus geht es
schon auch um die Pflege mei-
12 | altlandkreis
nes Images vor dem Hintergrund,
dass nicht nur für dieses Jahr
mehrere Auftritte geplant sind,
sondern auch was Größeres für
2027.
Spannend. Was genau?
Das Projekt für 2027 darf ich leider
noch nicht verraten.
Und dieses Jahr?
Geht’s unter anderem zweimal
auf ein Schiff, einmal auf eine
große Veranstaltung für einen
wohltätigen Zweck, dann auf
Kleintournee mit Stefan Mross
und unter anderem auch auf den
einen oder anderen Galaabend.
Wie bereiten Sie sich auf diese Auftritte
vor?
Früher saß ich beinahe jeden Tag
am Piano, habe dazu gesungen.
Heute mach ich das nur noch selten.
Ich praktiziere mein Können
quasi nur noch auf der Bühne –
und hole mir die dafür notwendige
körperliche Fitness eben im
Sportstudio, beim Radeln, beim
Spazieren.
Brauchen Sie auch kein gezieltes
Training für Ihre Stimme?
Die hat sich natürlich verändert mit
zunehmendem Alter. Ab und an
mache ich auch noch die Übungen,
die mir früher mal ein sehr guter
Gesangslehrer, ein ungarischer Tenor
und Professor, beigebracht hat.
Aber wenn ich Gas gebe, bin ich
nach wie vor gut drauf – auch ohne
gezieltes Training.
Wenn Sie Ihre Auftritte von heute
mit denen aus den 1970er Jahren
vergleichen. Was hat sich am meisten
geändert?
Die Reiserei zu den Veranstaltungen,
die heutzutage viel unangenehmer
ist – die Autobahn ist zu
voll, auf die Eisenbahn kannst du
dich nicht mehr verlassen und im
Flugverkehr musst du mittlerweile
auch hoffen, rechtzeitig oder überhaupt
anzukommen. Auch dieses
Durchschleusen von Menschenmassen
hat es damals noch nicht
gegeben.
Was sich von damals zu heute nicht
verändert hat: Ihre Leidenschaft für
den FC Bayern München. Erst vor
wenigen Wochen waren Sie wieder
mit ihrem Manager Hansi Nahen,
BVB-Fan, im Signal Iduna Park,
schauten den Deutschen Classico.
Als ich in Berlin Jura studiert habe,
sind die Bayern in die erste Bundesliga
aufgestiegen. Sie spielten
damals gegen die Hertha. Da sah
ich zum ersten Mal Franz Beckenbauer,
der da auf dem Platz wirklich
stand wie ein Kaiser. Dann
noch das „kleines dickes Müller“
im Sturm. Alles außergewöhnliche
Persönlichkeiten, die mich
nachhaltig geprägt und begeistert
haben. Seither verfolge ich den FC
Bayern München und mache bis
heute die Erfahrung: Wenn Bayern
gewinnt, habe ich die ganze Woche
über so ein leicht euphorisches Gefühl
in mir. Wenn sie aber verlieren,
bin ich eher traurig gestimmt.
Nicht aus Ärger über die Niederlage,
sondern weil mir die Spieler
leidtun, die trotzdem gekämpft
und geschwitzt haben, sich für
ihre Leistung aber nicht belohnen
konnten. So gesehen bin ich wiederum
froh, Bayern-Fan zu sein,
weil die ja kaum verlieren. Stell
dir mal vor, ich wäre Anhänger von
Nürnberg, Schalke oder 1860. Nicht
auszumalen, was ich da durchmachen
müsste.
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So lässig posiert ein 82-Jähriger! Michael Holm auf der Roten Couch.
Wobei es da noch eine Sache gibt,
die sich wie ein roter Faden durch
Ihr ereignisreiches Leben zieht.
Stichwort „Lampenfi eber“.
(lacht) Das drückt sich bei mir immer
in Form eines Gefühls aus, das
so unangenehm ist, dass ich mir
immer wieder aufs Neue denke:
Warum hat mich meine Mutter
nicht einen anständigen Beruf lernen
lassen? Und dieses Gefühl ist in
der Tat, damals wie heute, gleichgeblieben
– es hört einfach nicht
auf. Anderseits sollte es auch gar
nicht aufhören, weil es dich lebendig
hält, aber auch demütig macht.
Genau das, was du brauchst, um in
der Schlagerbranche langfristigen
Erfolg zu haben.
js
mai / juni 2026 | 13
Zum 50-Jährigen — Straßenmeisterei gewährt spannende Einblicke
Salzhalle, Hackgut, Wetterstation
Peiting | Federführend dafür verantwortlich,
dass hiesige Autound
Lkw-Fahrer bestmöglich von
A nach B kommen: Das Staatliche
Bauamt Weilheim, das ein Netz
von 409 Kilometern Bundesstraßen,
48 Kilometern Staatsstraßen,
355 Kilometern Kreisstraßen und
376 Kilometern Geh- und Radwegen
in den Landkreisen Landsberg
am Lech, Bad Tölz-Wolfratshausen,
Garmisch-Partenkirchen,
Starnberg und Weilheim-Schongau
betreut. Für den effektiven
Straßenbetriebsdienst draußen
vor Ort sorgen in diesem riesengroßen
Zuständigkeitsbereich
wiederum sieben Straßenmeistereien
mit Niederlassungen in
Oberau, Bad Tölz, Wolfratshausen,
Gilching, Landsberg, Weilheim
und Peiting. Letztere wurde vor
50 Jahren eröffnet, lädt anlässlich
dessen Alt und Jung aus Nah
und Fern am Sonntag, 3. Mai, zu
einem vielseitigen Tag der offenen
Tür. Gewährt werden hautnahe
Einblicke in Fahrzeuge, Geräte,
Maschinen und Gebäude ebenso
wie in die darin verbaute Technik.
Ein besonderes Highlight sicherlich:
Der Winterdienst-Simulator,
integriert in einem echten Lkw-
Führerhaus, der den Besucherinnen
und Besuchern realitätsnahes
Schneepflugfahren ermöglicht.
Auch spannend: Verschiedene
Vorführungen aus dem praktischen
Alltag der Straßenmeisterei
– gemeinsam mit Partnerfirmen
wird zum Beispiel demonstriert,
wie Schutzplanken aufgebaut,
Straßenmarkierungen gesetzt
oder Straßenbankette hergestellt
werden. In jedem Falle erfolgt dies
dank technischem Fortschritt heute
ganz anders als am 1. Oktober
1976 – damals wurde die Straßenmeisterei
Peiting offiziell eröffnet,
war bis dato an einem Standort in
Schongau Nähe Papierfabrik stationiert.
Heizen mit Gehölz vom
Straßenrand
Wir von „altlandkreis“ durften
schon vor dem diesjährigen Jubiläum
vorbeischauen an der Ammergauer
Straße 70 – und einen
Eindruck davon gewinnen, wie
innovativ, nachhaltig und technisch-modern
dort mittlerweile
gearbeitet wird. Insbesondere
seit Wahl-Wildsteiger Felix Weiß,
ursprünglich aus Oberfranken,
der 2022 als damals jüngster Straßenmeistereileiter
Bayerns den
Standort in Peiting übernommen
hatte, hat sich dort viel getan.
Hervorzuheben an dieser Stelle:
Der Neubau einer betriebseigenen
Hackschnitzelheizung. „Dank ihr
können wir nun das Gehölz, das
beim Freischneiden des in Summe
240 Kilometer langen Straßennetzes
anfällt, zu Hackgut verarbeiten
und mit damit erzeugter Wärme
alle unsere Hallen und Büros heizen.“
Fortgesetzt soll diese Erneuerung
im Sinne der Nachhaltigkeit
noch dieses Jahr via Installation
einer Photovoltaikanlage auf den
Hallendächern der Gebäude. „In
Kombination mit Batteriespeicher
werden wir dann in der Lage sein,
unseren Standort zu rund 70 Prozent
energieautark zu versorgen.“
Sehenswert ist der Standort in
Peiting auch deshalb, weil sich
dort die größte Streusalzhalle im
bayerischen Oberland befindet.
Fassungsvermögen: 2 400 Tonnen!
Minibagger und Kettcars
für Kinder
Doch zurück zum Tag der offenen
Tür, der auch für Kinder jede Menge
bereithält. Zum Beispiel einen
hydraulisch betriebenen Minibagger
zum aktiven Mitarbeiten
bei geplanten Vorführungen, eine
Rennstrecke für Fahrten mit Kettcars,
einen Sandkasten sowie eine
14 | altlandkreis
Schneepflüge müssen nach jeder Tour gründlich gereinigt werden.
große Hüpfburg. Wer sich doch
kalter, niederschlagsreicher i h Näch-
lieber den großen, orangefarbenen
Fahrzeugen widmen möchte?
te bestmöglich funktioniert. Apropos
Einsatzgebiet: Das erstreckt
Kein Problem. Der Fuhrpark sich für die derzeit 17 Mitarbeiter
der Straßenmeisterei Peiting ist der Straßenmeisterei Peiting mit
mit drei Lkws, Unimog, Radlader,
sieben Transportern für Personenbeförderung
und Straßenmeisterdienstfahrzeugen
bestens bestückt.
Hinzu kommen Winterdienstfahrzeuge,
eine 30-Meter-Hebebühne,
bis zu 40 Jahren Berufserfahrung
wie folgt: Von Kinsau im Norden
bis Trauchgau und Echelsbacher
Brücke im Süden sowie von Peißenberg
im Osten bis nach Lechbruck,
Auerberg und Ingenried im
Lkw-Holzhacker, Straßenmarkierungsmaschine,
Westen. Wobei der Winter, spätesnigungsmaschine,
Traktoren, Ölreitens
am 3. Mai, endgültig vorbei
Bagger und sein sollte. „Wir haben bereits vom
Kehrmaschine von Partnerfirmen. Dreischicht-Betrieb mit Nachtschichten
Mehrere Führungen über den
ab zwei Uhr in der Früh
ganzen Tag verteilt halten auch umgestellt auf die zum Sommer
hierzu entsprechende Informationen
bereit. Gleiches gilt für den
Einblick in die 40 000 Liter fassende
passendere Tagschicht“, betont Felix
Weiß, der sich bereits riesig darauf
freut, die facettenreiche Arbeit
Regenwasser-Zisterne zum einer Straßenmeisterei vorstellen
Befreien der Räumfahrzeuge von zu dürfen. Und dabei auch hofft,
Salz. Oder in die Büros und digitale
Technik – die Straßenmeisterei
Peiting betreibt an vier verschiedenen
mehr Verständnis für seine Männer
in Orange schaffen zu können.
Denn die größte Gefahr für Stra-
Standorten Messstationen ßenwärter geht von immer noch
für Straßenwettervorhersagen in rücksichtsloseren Verkehrsteilnehmern
aus, die weder Warnschilder
Echtzeit, welche in Kombination
mit Daten des DWDs dafür sorgen, noch Schutzkleidung angemessen
dass der Winterdienst inmitten wahr- und ernstnehmen.
js
> > > TAG DER OFFENEN TÜR
Im Rahmen des 50-Jährigen lädt die Straßenmeisterei Peiting am
Sonntag, 3. Mai, von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür. Wo? Auf
dem Areal an der Ammergauer Straße 70 in Peiting. Der Eintritt ist
frei, vorherige Anmeldung nicht notwendig. Es wird gegrillt, gibt
Kaffee und Kuchen. Auch bei schlechtem Wetter – dann in den
wettergeschützten Hallen.
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mai / juni 2026 | 15
Wildrisse durch freilaufende Hunde
Ein qualvoller Tod
Altlandkreis | Ob Reh, Fuchs, Hase:
Nahezu alle heimischen Wildtiere
bringen im Frühjahr ihre Jungen
zur Welt, ziehen die Frischgeborenen
behutsam auf. Jäger und
Naturschützer sprechen an dieser
Stelle von der Setz- und Aufzuchtzeit,
die sich meist von Anfang April
bis Ende Juni erstreckt. Insofern
ein Zeitraum von rund drei Monaten,
in dem die wildlebenden
Tiere im und am Wald besonders
viel Ruhe und Schutz brauchen.
Insbesondere der Mensch sollte
sich in diesen drei Monaten sensibel
und defensiv durch Wälder
sowie auf Wiesen an Waldrändern
bewegen, im Idealfall breitangelegte
Forstwege nicht verlassen.
Allen voran im Beisein eines Hundes.
Der bekanntlich beste Freund
des Menschen ist für Alleinstehende
wertvoller Lebenspartner,
für Kinder coolster Spielgefährte,
in Familien festintegriertes Mitglied
und für Jäger unentbehrlicher
Helfer. Was bei all der Liebe,
Freude und Zuneigung von Menschen
gegenüber Hunden jedoch
nicht vergessen werden darf: Die
Vierbeiner stammen ursprünglich
vom Wolf ab, wurden erstmals vor
bereits rund 30 000 Jahren von
Menschen domestiziert. Heißt: In
jedem Hund, auch wenn er noch
so klein, lieb, brav und gut erzogen
ist, schlummert ein natürlicher
Jagdtrieb, der je nach Rasse
stärker oder schwächer ausgeprägt
sein kann. Und so kommt
es immer wieder mal vor, dass
Hunde im Rahmen von Gassirunden
an und in Wäldern die Fährte
von wildlebenden Tieren aufnehmen,
ihnen nachspüren, sie durch
Wälder und über Wiesen hetzen,
im schlimmsten Falle erwischen,
niederreißen, schwer verletzen
oder töten. „Wildrisse durch freilaufende
Hunde kommen auch
hier in der Region alljährlich vor“,
bestätigt Florian Pfütze, Vorsitzender
des Kreisjagdverbands Weilheim,
der 2025 selbst einen Fall
in seinem Jagdrevier rund um Gut
Achberg bei Oberhausen-Maxlried
zu verzeichnen hatte. In anderen
Ecken der Region nehmen die
Fälle sogar zu. Zum Beispiel im
Südwesten von Peiting, wo Jagdpächter
Peter Kraus in seinem
knapp 600 Hektar großen Revier
vier Wildrisse durch freilaufende
Hunde allein zwischen April 2024
und November 2025 zu verzeichnen
hatte.
Verstörende Bilder
Aus Laiensicht stellt sich die Frage:
Macht es überhaupt einen
Unterschied, ob Rehwild durch Jäger,
Wolf oder Haushund zu Tode
kommt? Die eindeutige Antwort:
Ja. Jäger sorgen durch gezielten
Beschuss für einen möglichst
stress- und schmerzfreien
Tod der Wildtiere – und bejagen
in der Regel auch nur
altersschwache und kranke,
in jedem Falle keine
trächtigen Tiere und keine
frischgebackenen Mütter,
die ihre Jungen aufzuziehen
haben. Hunde machen
an dieser Stelle keinen Unterschied.
Ganz im Gegenteil
sogar. Im hohen Gras
liegende Kitze können noch
nicht fliehen und trächtige
Rehe sind aufgrund ihres
dicken Bauches wesentlich
langsamer und unbeweglicher,
so leichtere Beute für
Hunde. Hinzu kommt, dass Hunde
Rehwild, aber auch Hasen und
andere Wildtiere nicht jagen, um
ihren Hunger zu stillen, sondern
lediglich, um ihren Jagdtrieb zu
befriedigen. „Der Hund spielt mit
den Wildtieren nur“, bekräftigt Peter
Kraus, der die Wildrisse durch
freilaufende Hunde in seinem Revier
lehrbuchmäßig dokumentiert
hat. Das Ergebnis: Zum Teil verstörende
Bilder, weil die gerissenen
Rehe nicht durch gezielten Biss in
die Kehle, wie es Wölfe praktizieren,
schnellstmöglich von ihrem
Leiden erlöst, sondern an unterschiedlichsten
Körperstellen verbissen
und aufgerissen wurden.
Insofern ein qualvoller, schmerzhafter,
langwieriger Tod. Oft sei es
auch so, dass die von Hunden gerissenen
Wildtiere noch Stunden
später am Leben sind, aufgrund
der Schwere ihrer Verletzungen
durch einen Jäger für immer erlöst
werden müssen. Wobei der
qualvolle Tod an dieser Stelle nur
einen Teil dieses Hund-reißt-Reh-
Problems darstellt. Am Boden lebende
Wildtiere stoßen bekanntlich
ihren Nachwuchs ab, sobald
dieser Fremdgeruch annimmt
– bereits das Beschnuppern oder
Ablecken von beispielsweise Rehkitzen
durch freilaufende Hunde
kann dazu führen, dass Kitze verhungern,
weil sie von ihrer Mutter
verstoßen wurden und folglich
nicht mehr gesäugt werden.
Gibt keine Leinenpflicht
Außerdem: Von Hunden gejagte
Rehe verlieren im Rahmen der
Flucht enorm viel Energie. Um
diesen Energiehaushalt wieder
aufzufüllen, fressen sie verstärkt
im Wald, was wiederum zu stärkerem
Verbiss und somit kaputten
Wäldern führt. Hinzu kommt, dass
viele Rehe sich aufgrund
traumatischer Begegnungen
mit Hunden aus der
Tiefe des Waldes gar nicht
mehr heraustrauen, anstelle
des frischen Grases
auf der Wiese ohnehin
nur noch Knospen junger
Bäumer fressen. Das wiederum
erschwert Jägern
das professionelle Jagen,
was letztlich zu einem Ungleichgewicht
zwischen
Qualvoll verendet:
Die Bauchdecke des
Rehbocks wurde von
einem Hund aufgerissen.
16 | altlandkreis
Wildrisse durch freilaufende Hunde werden meist zufällig entdeckt.
Wald und Wild führen kann.
Viele Jäger wünschen sich an dieser
Stelle eine Leinenpflicht an
und in Wäldern. Die gibt es aber,
gesetzlich betrachtet, nicht. Sehr
wohl gesetzlich verankert: Erkennt
ein Jäger einen offensichtlich wildernden
Hund, ist er nicht nur
dazu befugt, sondern sogar dazu
verpflichtet, diesen zu erschießen.
Florian Pfütze erinnert an dieser
Stelle an einen Fall vor wenigen
Jahren, wo ein Jäger gleich drei
Hunde auf einmal erlegt habe,
nach dem diese über mehrere
Wochen hinweg immer wieder
im Verbund nach Rehen gejagt
hätten. Damit sich solche oder
ähnliche Szenarien nicht wiederholen,
hilft im Grunde nur eines:
Ein Appell an die Vernunft der
Hundehalter im Sinne von: Wer
sein Tier (wissentlich) nicht im
Griff hat, sollte es an und in Waldgebieten
freiwillig an die Leine
nehmen. Allen voran jetzt, in Zeiten
des Setzens und Aufziehens,
wo nahezu alle hier heimischen
Wildtiere ihre Jungen gebären
und aufziehen – und Hunde nicht
nur Unruhe in die Natur bringen
würden, sondern auch leichtes
Spiel hätten, ihren Jagdtrieb zu
befriedigen. Wichtig ist den Jägern
an dieser Stelle aber auch,
nicht alle Hundebesitzer bei diesem
Thema über einen Kamm zu
scheren. Oft helfe auch schon ein
kurzes, zwangloses Nachfragen.
„Falls sich Jäger und Gassigeher
draußen in der Natur begegnen
und gewisse Unklarheiten im
Raum stehen – gerne an uns herantreten
und nachfragen“, meint
Peter Kraus, der an dieser Stelle
zwei weitere positive Effekte des
„an die Leine Nehmens“ nicht
unbetont lassen möchte: „Zum
einen landet weniger Hundekot
auf den Wiesen der Landwirte,
die darauf hochwertiges Futter für
ihre Tiere herstellen, zum anderen
verhindert es die Übertragung von
Fuchsräude, die hier in der Region
immer wieder in Umlauf ist.“
Dabei handelt es sich um eine für
Hunde hochansteckende, durch
Milben verursachte parasitäre
Krankheit, die beim besten Freund
des Menschen zu starkem Juckreiz,
Haarausfall sowie zu Krustenbildung
führt. Insofern nicht viel
weniger qualvoll als der Tod von
Rehen durch freilaufende Hunde.
Fachgerechte Analyse: Anhand
des Abstandes zwichen den Bissstellen
konnte Jäger Peter Kraus
beweisen, dass es sich um einen
Wildriss durch Hund handelte.
js
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mai / juni 2026 | 17
Einsendungen bis aus der Schweiz
Die Schuhbesohler
18 | altlandkreis
Bad Bayersoien | Das Neubesohlen
abgelaufener Schuhe ist für Orthopädieschuhtechniker
kein Hexenwerk,
gehört zur eher leichteren
Aufgabe. Dennoch erstaunlich, was
sich dahingehend im Fachgeschäft
von Benjamin Schwarz im Kurort
Bad Bayersoien die vergangenen
Jahre entwickelt hat. Der Orthopädieschuhtechniker-Meister
bekommt
mittlerweile wöchentlich 50
Paar (!) Schuhe aus ganz Deutschland,
Österreich und der Schweiz
zugeschickt mit dem Auftrag, sie
neu zu besohlen. Dabei handelt es
sich überwiegend um Laufschuhe
für die Straße sowie um Laufschuhe
für Trailrunning, auch um
festere Schuhe zum Wandern und
Bergsteigen, vereinzelt auch um
Halbschuhe oder Sneaker. Auf die
Frage, wie dieser schier unglaubliche
Hype entstanden ist, rätselt der
Geschäftsführer selbst ein wenig.
„Angefangen hat alles während
Corona, als uns die Kernarbeit
weggebrochen ist – da niemand
mehr zu uns in den Laden kommen
durfte, musste ich mir überlegen,
anderweitig an Aufträge zu kommen.“
So intensivierte Benjamin
Schwarz die Werbung hinsichtlich
der Neubesohlung von Schuhen,
machte unter anderem auf Social
Media vermehrt darauf aufmerksam.
Dass dies jedoch regelrecht
durch die Decke geht, um diesen
Bereich inzwischen mit mehreren
Mitarbeitern in quasi industrieller
Akkord-Arbeit abzuarbeiten, hätte
er selbst nicht für möglich gehalten.
Schließlich sprechen wir nicht
von einem weltberühmten Orthopädieschuhtechniker
im Herzen
einer namhaften Großstadt wie
München, Berlin oder Hamburg,
sondern nach wie vor vom beschaulichen
1300-Ein-
wohner-Dorf Bad Bayersoien.
„Scheinbar
macht diese Arbeit
kaum noch jemand“,
so Benjamin Schwarz
Vermutung hinter diesem
Hype im kompletten
deutschsprachigen
Raum. Denn: Neben
unzähligen privat eingesandten
oder persönlich
vorbeigebrachten
Schuhen bekommt
er sie inzwischen auch
von namhaften Herstellern
und Outdoor-Sport-Shops
direkt zugesandt. Salomon, Salewa
und Dynafit sind an dieser Stelle
nur drei Beispiele. Warum überhaupt
so viele Schuhe neubesohlt
werden, hat wiederum mehrere
Gründe.
Neue Sohle auf
neuen Schuh
Stapeln sich: Einsendungen zur Neubesohlung.
Bei Laufschuhen, die regelmäßig
genutzt werden, nutzt sich die
meist nur sehr dünne Sohle in der
Regel deutlich schneller ab als der
komplette Schuh an sich. Ähnliches
gilt bei Bergschuhen. „Die müssen
in der Regel erst richtig eingelaufen
werden – und immer dann,
wenn sie endlich perfekt passen,
ist häufig die Sohle durch.“ Hinzu
kommt der finanzielle Aspekt.
Hochwertige Laufschuhe kosten im
UVP oft 200 Euro oder mehr, Bergschuhe
in etwa das doppelte. Die
Neubesohlung im Hause Schwarz
beginnt derweil bei 59 Euro und
steigert sich in Kombination mit
weiteren Reparaturen auf bis zu
80 Euro. Insofern deutlich günstiger
als ein Neukauf, darüber hinaus
auch im Interesse der Nachhaltigkeit
ein sinniges Geschäft.
Allen voran dann, wenn es sich um
den perfekt eingelaufenen, ideal
passenden Lieblingsschuh handelt.
Es gibt aber noch ein ganz
anderes Argument, warum sich
die Schuheinsendungen im Laden
von Benjamin Schwarz stapeln:
Die Qualität der Sohle. Oft passt
der Schuh, die Sohle jedoch absolut
nicht zum Einsatzzweck des
Trägers. Insbesondere bei Trailrunning-Schuhen,
die inzwischen seit
Jahren auch sehr beliebt sind zum
Wandern und Bergsteigen, fehlt es
oft an notwendiger Profiltiefe, an
der idealen Gummimischung und
auch an der Form des Sohlenprofils,
um im Gebirge bestmöglichen
Grip bei unterschiedlichen Bedingungen
zu haben. So kommt es
auch bei Benjamin Schwarz immer
wieder vor, dass Sportler ihre nigelnagelneuen,
noch unbenutzten
Schuhe vorbeibringen mit dem
Wunsch, die Originalsohle durch
eine griffigere zu ersetzen. „Dieses
Problem habe ich auch bei
mir selbst bereits vor vielen Jahren
festgestellt“, bekräftigt Benjamin
Schwarz, der selbst leidenschaftlich
gerne läuft und sich
darüber ärgerte, dass ausgerechnet
sein Lieblingsschuh
hinsichtlich Passform, Halt
und Tragegefühl eine viel zu
schlechte Sohle für Läufe im
Gelände hatte. So ergeht es
letztlich vielen Hobbysportlern,
aber auch Profis, mit
denen Benjamin Schwarz eng
zusammenarbeitet.
Geheimauftrag für
Profiläufer
Die wohl prominentesten
Beispiele dürften die erste
deutsche Olympiasiegerin auf
dem Snowboard in der Halfpipe
sowie ein Ultraläufer und
Red-Bull-Athlet sein. Letzterer ist
unter anderem bekannt für extrem
herausfordernde Läufe auch
abseits gesicherter Rennstrecken.
Während der Corona-Pandemie
(2021) bestritt er beispielsweise
das Projekt „Von Laufen nach Laufen“,
legte dabei in sieben Tagen
550 Kilometer und 10 000 Höhenmeter
zurück. Insofern rund
zwei Marathons pro Tag mit jeder
Menge Anstiegen. Teil der Strecke
war auch ein Abschnitt von Wildsteig
durch Bad Bayersoien aufs
Hörnle, wo ihn Benjamin Schwarz
einige Meter läuferisch begleiten
durfte. Gekannt hatten sich die
beiden schon vorher, weil sich
diese Spezialisierung der Neubesohlung
im Hause Schwarz über
einen gemeinsamen Bekannten in
Kitzbühel herumgesprochen hatte.
Letztlich hatte der Profiläufer
damals einen Laufschuhsponsor,
dessen Schuhsohlen nicht wirklich
griffig und geländetauglich waren,
weshalb die Expertise von Benni
Schwarz und seinem Team einmal
mehr gefragt war. „Und zwar so,
dass beim Laufen, aber auch auf
Fotos und Videos, auf gar keinen
Fall erkennbar sein durfte, dass
es sich letztlich nicht mehr um die
Originalsohle gehandelt hat.“ In
Benni Schwarz im neuen Abmessraum.
diesem Falle wurde das gelbe Logo
des Herstellers der neuen Sohle
mit wasserfestem Schwarzstift
gezielt geschwärzt. Und? „Hat gut
geklappt“, sagt Benni Schwarz, bei
dem die Arbeit des Neubesohlens
nach wie vor immer noch mehr
wird. Das zeigt sich auch beim
Rundgang durch den neuen Laden
samt Werkstätte.
Umzug und topmoderne
Maschinen
Mitte Januar ist Benni Schwarz
mit seinem inzwischen elfköpfigen
Team aus Fachkräften und
fleißigen Quereinsteigern aus der
Brandstatt umgezogen in ein Haus
an der Ludwigstraße 27, das sich
direkt neben der Bundesstraße
befindet. „Und wo wir jetzt doppelt
so viel Platz haben als zuvor“.
Über den Haupteingang gelangt
der Kunde direkt in einen
geräumigen Verkaufsraum.
Dahinter befinden sich zwei
professionell eingerichtete
Räume zum Abmessen und
Analysieren der Füße und
Beinachsen von Kunden. Im
anderen Teil des Gebäudes
befindet sich dagegen die
topausgestattete Werkstätte
mit zum Teil nigelnagelneuen
Maschinen und Werkzeugen.
Eine CNC-Fräse zur Herstellung
maßangepasster Einlegesohlen,
darüber hinaus
stechen mehrere Schleifmaschinen,
eine spezielle Presse
und Heißluftföhne ins Auge.
„Beim Neubesohlen schleifen
wir die alte Sohle entweder
ab oder erhitzen sie gezielt so,
damit wir sie abziehen können.“
Dank mehreren Lagerräumen im
Keller haben die Kunden nun die
Qual der Wahl, können die für sie,
ihren Schuh und das jeweilige
Einsatzgebiet perfekte Sohle von
wiederum unterschiedlichen Herstellern
auswählen. „Die passen
wir dann der Größe des Schuhs
an, tragen jeweils passenden Spezialkleber
auf, klemmen den Schuh
mit neuer Sohle in die Presse und
lassen ihn anschließend trocknen.“
Abschließend: Rechnung
schreiben, transportsicher verpacken
und zurücksenden an die
Kunden, die aus ganz Deutschland,
Österreich und der Schweiz kommen.
Und nicht nur Wert auf eine
neue, griffigere Sohle legen. Auch
das Thema Nachhaltigkeit spielt an
dieser Stelle eine große, zeitgemäße
Rolle.
js
mai / juni 2026 | 19
Gebiet reicht in fünf Landkreise hinein
Der wahre Pfaffenwinkel
Weilheim | Wer den Pfaffenwinkel
geographisch zuordnen müsste,
beschreibt dessen Grenzen oft
deckungsgleich mit denen des
Landkreises Weilheim-Schongau.
Ein Grund dafür: Der Tourismusverband
Pfaffenwinkel, der mit
Ausnahme des Kurortes Bad Bayersoien
ausschließlich für den
Landkreis Weilheim-Schongau
zuständig ist. Ein weiterer: Die
Filialen der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel,
die mit Ausnahme
von Rettenbach am Auerberg im
Landkreis Ostallgäu ausschließlich
im Weilheim-Schongauer Landkreis
(Schwerpunkt Schongauer
Altlandkreis) liegen. Im Detail
betrachtet sind die Grenzen des
Pfaffenwinkels jedoch ganz andere,
weshalb wir von „altlandkreis“
uns auf Spurensuche gemacht
haben. Unter anderem im Archiv
der Stadt Weilheim, dessen Leiter
Dr. Joachim Heberlein uns bereits
mit zwei dicken Büchern in der
Hand freudig in Empfang nimmt.
Es handelt sich um „Vindeliciae
Sacrae Bavaria Capitulum Weilheimense“.
Links das Original in lateinischer
Schrift, rechts die Übersetzung
ins Deutsche. Verfasser
des aus 1756 stammenden Landkapitels
von Weilheim war Franz
Sales Gailler (1685 bis 1766). Und
der schrieb darin auch darüber,
woher der Begriff „Pfaffenwinkel“
kommt – und wie er geographisch
einzuordnen ist. Als „Pfaff“ wurden
anno dazumal Geistliche wie
Pfarrer, Priester, Mönche genannt.
Ein Begriff, der in der heutigen
modernen Sprache eine oft negative
Einstellung gegenüber der Kirche
oder dem Klerus impliziert –
der „Pfaff“ unter den Pfarrern
von heute ist so etwas wie der
„Zeitungsfuzzi“ unter Journalisten
oder der „Bulle“ unter Polizisten.
Der zweite Wortteil „Winkel“ hat
im deutschsprachigen Raum vor
allem eine geografische und topografische
Bedeutung – er bezeichnet
meist eine spezielle Form der
Landschaftsgestaltung oder die
Lage eines Ortes. Kombiniert bedeutet
das Wort „Pfaffenwinkel“
also nichts anders als die Landschaft
der Pfarrer, Priester, Mönche.
Im Landkapitel Weilheim wird
Garmisch-
diese Landschaft des
Pfaffenwinkels wie
folgt geographisch
abgegrenzt: von Dießen
bis Eschenlohe,
von Peißenberg bis in
die Jachenau. Laut dieser Beschrei-
und das sogar in Reimform. So zwölf Klöster lückenlos l und ohne
bung schneidet der Pfaffenwinkel
mit Landsberg am Lech, Bad Tölzheißt
es in Bezug auf den Pfaffenwinkel:
„Fisch, Vögel, Wildbret
Spickzettel aufzählen zu können:
„Da wären zum einen die Benediktinerklöster
Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen
Andechs, Wessobrunn,
kann man schlecht haben, weil
und Weilheim-Schongau sich daran die Klöster laben. Deren Ettal und Benediktbeuern, die
durch gleich vier Landkreise. zwölf in dieser Gegend rum, dies
Ort einschließen um und um.“ Er
Klöster der Augustiner-Chorherren
in Dießen, Polling, Rottenbuch,
Geschichte in Reimform beschreibt mit diesen wenigen Schlehdorf, Beuerberg und Bernried,
das Kloster der Prämons-
Zeilen ganz wunderbar, dass die
hiesigen Klöster damals Fischrechte
tratenser in Steingaden und das
für sich reservierten und eigene Kanoniker-Stift in Habach.“ Wer
Jagdreviere bewirtschafteten – und aufmerksam gelesen hat und sich
dass es innerhalb der Grenzen geographisch ein wenig auskennt
des wahren Pfaffenwinkels zwölf in der Region wird bereits festgestellt
Klöster gab. Dr. Joachim Heberlein
haben, dass der wahre
holt an dieser Stelle tief Luft, um Pfaffenwinkel nicht nur in die vier
anschließend alle Landkreise Landsberg am Lech,
Wer nun meint, dass Franz Sales
Gailler, der seinerzeit erster Heimatforscher
im Pfaffenwinkel war
und witzigerweise auch noch der
siebenfache Urgroßonkel von Dr.
Joachim Heberlein ist, der irrt an
dieser Stelle. Es gibt nämlich eine
noch präzisere Beschreibung des
wahren Pfaffenwinkels, die aus
dem Jahre 1698 stammt. Gemeint
ist ein Auszug aus der damaligen alig
Stadtchronik von Weilheim, die
wiederum verfasst wurde vom damaligen
Weilheimer Stadtschreiber
Johann Sebastian Lienhardt –
Im Norden des Pfaffenwinkels liegend:
Das Kloster Andechs auf dem Heiligen Berg.
20 | altlandkreis
KONRAD MÖMER
MÖBELWERKSTATT + KÜCHEN
Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen
und Weilheim-Schongau,
sondern mit dem Kloster auf dem
Heiligen Berg in Andechs auch
noch in den Landkreis Starnberg
hineinragt.
Kein Vorwurf der
Identifikation
Wir fassen an dieser Stelle, betrachtet
vom Standort Weilheim
aus, nochmals zusammen: Im
Norden grenzen den wahren Pfaffenwinkel
die Orte Andechs (Erling
und Frieding), Dießen am Ammersee
und Wessobrunn ab. Im Osten
und Südosten sind es Beuerberg,
Schlehdorf und Benediktbeuern.
Im Süden das Kloster Ettal. Und
im Westen beziehungsweise Südwesten
Steingaden. So gesehen
gehören im Grunde Schongau und
alle weiteren Orte des Landkreises
Weilheim-Schongau, die westlich
des Lechs liegen, gar nicht dazu
zum wahren Pfaffenwinkel. Wer
sich als Schongauer, Bernbeurener
oder Ingenrieder dennoch mit dem
Pfaffenwinkel identifiziert, kann,
darf und soll dafür nicht verteufelt
werden. Ganz im Gegenteil
sogar. Schließlich befinden sich
im Landkreis Weilheim-Schongau
mit Steingaden, Rottenbuch, Polling
und Wessobrunn die meisten
Klöster des Pfaffenwinkels. Weil
der Landkreis Weilheim-Schongau
obendrein landschaftlich wie architektonisch
stark geprägt ist von
diesen gut erhaltenen Klöstern und
vielen weiteren Kirchen, passt auch
der vom Tourismusverband ganz
bewusst gewählte Name wie die
sprichwörtliche Faust aufs Auge.
„Wir wissen natürlich, dass der
wahre Pfaffenwinkel nicht exakt
den Grenzen des Weilheim-Schongauer
Landkreises entspricht,
finden die Bedeutung des Wortes
– eine Landschaft mit vielen
Klöstern – jedoch in der Tat sehr
treffend“, bekräftigt Susanne Lengger,
Geschäftsführerin des Tourismusverbandes
Pfaffenwinkel, die
dieses Thema nicht nur gegenüber
redaktionellen Anfragen so beantwortet.
Immer wieder gehen
beim Tourismusverband Pfaffenwinkel
Fragen von Einheimischen
wie Urlaubern ein, was es denn
mit dem „Pfaffenwinkel“ namentlich
und geographisch betrachtet
auf sich hat. Dabei hilfreich sind
grafische Darstellungen. Die vom
Tourismusverband bezieht sich
schwerpunktmäßig auf dessen
Zuständigkeitsbereich – also auf
Weilheim-Schongau. Die handgezeichnete
von Dr. Joachim Heberlein
dagegen auf das Pfaffenwinkel-Gebiet,
das im dicken Buch von
Franz Sales Gailler beschrieben
wird. Fehlt insofern nur noch eine
geographische Darstellung: Die
des wahren Pfaffenwinkels. js
Ganz im Süden des Pfaffenwinkels liegend:
Das von Laber und Notkarspitze eingebettete Kloster Ettal.
BAU
ERLEBNIS
TAG PREM
STEINWIES
BAUHANDWERK AUS
NÄCHSTER NÄHE ERLEBEN
Regionale Bau- und Handwerksbetriebe stellen
sich vor, geben Einblicke in ihre Arbeit und
informieren in spannenden Fachvorträgen.
BEWIRTUNG ZUGUNSTEN DER PREMER
VEREINE & DES KINDERGARTENS
Kaffee- & Kuchenverkauf
Grill- & Eisspezialitäten
Getränke & Bier vom Fass
Käse- & Speckverkauf
KINDERPROGRAMM
21.06.2026
UMBAU
SANIEREN
NEUBAU
10.00 BIS
17.00 UHR
JETZT FOLGEN:
Kachelöfen und Herde
mai / juni 2026 | 21
> > > ALLERLEI IM ALTLANDKREIS
Lesend, fahrend und
tanzend in den Mai
Traditioneller Mühlentag
Schwabsoien | Eintauchen
in eine fast
vergessene Zeit: Dafür
steht der Mühlentag
in Schwabsoien,
der traditionell am
Pfingstmontag, 25.
Mai, von 10 bis 17 Uhr
Menschen aus Nah
und Fern in seinen
Bann zieht. Geboten sind halbstündliche h Führungen,
beginnend am Schwabsoiener Rathaus. Hammerschmiede-Museum,
Pröbstlmühle, die ehemalige
Wohlhaupter-Schmiede, die ehemalige Kellermühle,
das Kutschenmuseum, die Schönachquelle – es gibt
in Summe viel zu Entdecken. Dabei helfen auch im
Ort verteilte Infostände mit Mitnehm-Flyern zur besseren
Orientierung. An einigen Stationen ist auch für
Essen und Getränke bestens gesorgt. Unkostenbeitrag
für Erwachsene: 2 Euro. Kinder und
Jugendliche sind frei. Infos auch unter
www.schwabsoien.de.
js
Volkstanz-Seminar
Rottenbuch | Walzer, Polka,
Boarischer: Volkstänze
haben in Bayern eine lange
Tradition. Damit dieser
lebensbejahende Brauch
nicht ausstirbt, organisiert
der Trachtenverein Rottenbuch
auch heuer wieder ein Volkstanz-Seminar
für Alt und Jung aus Nah und Fern –
geeignet auch für Anfänger und Nicht-
Trachtler. Die kostenlosen Proben inklusive
Volkstanzlehrer finden am Mittwoch, 13.
Mai, und Mittwoch, 20. Mai, jeweils um
20 Uhr statt. Der finale Volkstanzabend
(zehn Euro Eintritt) am Samstag, 23. Mai,
beginnt ebenfalls um 20 Uhr. Veranstaltungsort
ist jeweils die Gemeindehalle
Rottenbuch, Franz-von-Heeren-Straße 7.
An allen Abenden spielt eine originelle
Tanzlmusi aus Murnau und/oder
Rottenbuch. Voranmeldung
nicht erforderlich.
js
Ein Knigge für Naturliebhaber
Prem | Schon mal vom Wort „Knigge“ gehört? Damit
gemeint sind Bücher in Form von Ratgebern
zu ganz bestimmten Themen. Wer gerne draußen
in der Natur unterwegs ist, für den könnte „Landwissen!
Der Knigge für alle, die in der Natur unterwegs
sind“, genau der richtige sein. Er stammt
aus der Feder von Spiegelbestsellerautorin Nicola
Förg, die bekanntlich nicht nur Krimis kann. Erhältlich
ist der im Hardcover erschienene 240-
Seiter ab sofort, für 18 Euro, online und in allen
regionalen Buchhandlungen.
js
>>> BÜCHER-VERLOSUNG
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“
verlost außerdem zwei
Exemplare. Schicken Sie uns bis
Mitte Mai eine Postkarte mit
dem Stichwort „Landwissen“
an „altlandkreis“, Birkland 40,
in 86971 Peiting. Oder eine
Mail an info@altlandkreis.de.
Das Los entscheidet, der Rechtsweg
ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!
22 | altlandkreis
Maitanz für Alle
Peiting | Die Lebenshilfe Weilheim-Schongau lädt
gemeinsam mit der Caritas, der Diakonie Herzogsägmühle,
dem Hof Hohenwart, der Mittelschule
Peiting sowie der katholischen und evangelischen
Kirchengemeinde zu einem Maitanz
in die Schloßberghalle Peiting. Der Tanz wurde
erstmals 2015 ins Leben gerufen, steht seither für
ein wertvolles Zeichen rund ums Thema Inklusion.
Für gute Musik, ausgelassene Stimmung und pures
Tanzvergnügen sorgt die gefragte Party- und
Hochzeits-Band Funk Off. Darüber hinaus treten
auch die Peitinger Plattler auf, während die
Schüler der Mittelschule für Essen und Getränke
sorgen. Angesprochen, am Freitag, 8. Mai, ab 18
Uhr vorbeizukommen, sind wirklich alle, die Lust
darauf haben, einen bunten, fröhlichen und unvergessenen
Abend miteinander zu verbringen.
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ohne Handicap. Eintritt: 8 Euro.
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Porsche-Freunde starten in Peiting
Peiting | Seit 1992 treffen
sich die „VW Porsche 914
Freunde Oberbayern“ zu einem
Ausfahrwochenende.
Ausgangspunkt heuer: Die
Marktgemeinde Peiting, weshalb
Oldtimer-Freunde herzlich dazu eingeladen
sind, die kunterbunten Fahrzeuge des Kultsportwagens
Porsche 914 in Augenschein zu nehmen –
und zwar von Donnerstag, 25. Juni, ab rund 17 Uhr
bis Freitag, 26. Juni, bis 9.14 Uhr auf dem großen
Parkplatz des Gasthaues Dragoner, Ammergauer
Straße 11. Von dort machen sich die Flitzer auf
den Weg in die bayerische und österreichische
Alpenwelt mit Endziel Friedrichshafen hafen
am Bodensee. Weitere Infos bei Harald
Mielke unter Tel. 08868 / 881.
js
Rock’n’Roll-Festival
der besonderen Art
Peiting | Es zählt zu den außergewöhnlichsten
Festivals s
in der Region: Das „White
'n' Blue Rockabilly Weekender“,
heuer von Donnerstag,
11. Juni, bis Sonntag, 14.
Juni. Ort des Geschehens sind
mehrere Locations in Peitings Marktgemeinde.
Unter anderem geboten: Tanzkurs, Live-Bands,
DJs, verschiedenste Partys bis hin zu Weißwurstfrühstück.
Los geht’s mit einer Pre-Party
am Donnerstagabend ab 18 Uhr im Egger-Stadl
(Zechenschenke). Alle weiteren Infos zu Tickets,
Locations, Line-Up und Ticketvorverkauf
hält die Internetseite
www.white-n-blue.de bereit.
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alle Ausgaben online unter
www.altlandkreis.de
Les- und hörbare Kultur – die Gewinner
Altlandkreis | Je zwei Konzertkarten für Ganes Vives
gewannen Roland Kellhammer aus Hohenfurch
und Ingrid Aschenbrenner aus Peiting. Zum Sam
Siefert Ensemble durften Petra Rieger aus Ingenried
und Monika Zick aus Altenstadt. Bei Claudia
Koreck waren Maria Brigitte Geiger aus Schwabbruck
und Stefan Link aus Wildsteig. Und für den
krankheitsbedingt verschobenen Termin von Florian
Schröder gewannen je zwei Tickets Berta Neudert
aus Peiting und Alexandra Hiertz aus Wildsteig.
Je ein neuer Alpenkrimi von Nicola Förg mit dem
Titel „Schroffe Klippen“ ging an Ingrid Simmerl
aus Hohenfurch
und Marianne
Straub aus Bernbeuren.
Und je
ein Exemplar von
11 ½ Geschichten
aus der Feder
von Autor Willi Nass gewannen Lore Weiss-
Kral aus Peiting, Markus Sporer aus Schwabsoien
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mai / juni 2026 | 23
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Neu am Krankenhaus Weilheim
Rekonstruktive Orthopädie
Weilheim | Die Krankenhaus GmbH
hat ihr medizinisches Angebot um
einen neuen, hochspezialisierten
Bereich erweitert: Die Sektion „Rekonstruktive
Orthopädie“ mit den
Schwerpunkten Kinder- und Behindertenorthopädie
sowie Allgemeine
und Spezielle Fußchirurgie.
Als Teil der Klinik für Unfallchirurgie
und Orthopädie Weilheim bietet
sie diagnostische und operative
Verfahren für Menschen mit angeborenen
oder erworbenen Fehlstellungen,
neuroorthopädischen
Einschränkungen und schweren
Erkrankungen des Fußes.
Dr. Ludwig Schwering (links) und
Dr. Vanni Tim Förster behandeln
komplexe Fehlstellungen von
Hüfte, Bein und Fuß, außerdem
schlecht verheilte Knochenbrüche.
Sonderveröffentlichung entlic
hungd
der
„Die Sektion schließt eine wichtige
fachliche Lücke und erweitert
unser Behandlungsspektrum um
Leistungen, die für viele Patienten
entscheidend sein können“, betont
Dr. Thomas Löffler, Ärztlicher Direktor
am Krankenhaus Weilheim. Die
besondere Kombination der neuen
Fachgebiete schafft laut dem Chefarzt
der Klinik für Unfallchirurgie
und Orthopädie Behandlungsmöglichkeiten,
die es in dieser Form
am Krankenhaus Weilheim bislang
nicht gab. Dr. Löffler macht deutlich:
„Dies stärkt unseren Standort
nachhaltig und verbessert die
orthopädische Versorgung im gesamten
Landkreis.“
Alltagsnah und
medizinisch fundiert
Geleitet wird die neue Einheit von
Dr. Ludwig Schwering, einem ausgewiesenen
Experten der Kinderund
Behindertenorthopädie sowie
der rekonstruktiven Fußchirurgie.
Er war viele Jahre an Universitätskliniken
tätig und entwickelte
dort Behandlungskonzepte für
komplexe Deformitäten, Wachstumsstörungen
und chronische
Wunden. Sein Stellvertreter ist Dr.
Vanni Tim Förster. Beide verfügen
über langjährige Erfahrungen in
der operativen Therapie des diabetischen
Fußes und im interdisziplinären
Wundmanagement.
Zudem bringen sie ein umfassendes
Know-how in der Behandlung
von Patienten mit besonderen orthopädischen
Herausforderungen
mit. „Wir begleiten viele unserer
Patienten über einen längeren
Zeitraum“, sagt Dr. Schwering.
Ambulante Leistungen wie Untersuchungen vor und nach einer OP sowie
ambulante Operationen finden im Ärztezentrum Schongau statt und
werden vom MVZ-Team professionell begleitet.
Individuelle id Beratung und moderne Behandlungsmöglichkeiten: li hk it In der
neuen Sektion am Krankenhaus Weilheim werden auch komplexe
Fußprobleme gezielt und schonend behandelt.
Dabei entstünden individuelle Fragestellungen,
die ein sehr genaues
Hinsehen erfordern. Dr. Förster
ergänzt: „Unser Anspruch ist es,
für jede Situation eine medizinisch
fundierte und zugleich alltagsnahe
Lösung zu finden.“
Breites Behandlungsspektrum
in Weilheim
Stationär deckt die neue Sektion
ein breites Spektrum ab: Von gelenkerhaltenden
Eingriffen über
Achs- und Rotationskorrekturen bis
hin zu komplexen Rekonstruktionen
bei schweren Fußdeformitäten.
Einen besonderen Stellenwert
erhält die Behandlung des diabetischen
Fußsyndroms und der Charcotarthropathie.
Durch biomechanisch
ausgerichtete Verfahren und
den Einsatz moderner Fixateure
können selbst fortgeschrittene
Befunde
erfolgreich
behandelt werden.
Dr. Schwering erklärt:
„Unser Ziel
ist es, die Fußfunktion
wiederherzustellen
und
> > > KONTAKT
Ein besonderer Schwerpunkt der
neuen Sektion ist die Behandlung
des diabetischen Fußsyndroms.
Amputationen soweit wie möglich
zu vermeiden.“
Ambulante Versorgung
in Schongau
Die ambulanten Leistungen der
neuen Sektion werden im MVZ –
Ärztezentrum Schongau gebündelt.
Dort finden die prä- und
postoperativen Untersuchungen,
Verlaufskontrollen sowie die konservative
orthopädische Betreuung
von Patienten statt. In ihrer
Sprechstunde bieten die beiden
Fachärzte neben klinischen Untersuchungen
auch Röntgendiagnostik,
die Anpassung orthopädischer
Hilfsmittel sowie ein qualifiziertes
Wundmanagement für Patienten
mit diabetischem Fußsyndrom an.
Ambulante und tageschirurgische
Eingriffe erfolgen zusätzlich dazu
im Ambulanten OP-Zentrum des
Medizinischen Zentrums SOGE-
SUND in Schongau.
Die Sprechstunden der neuen
Sektion finden montags und donnerstags
statt. Termine können
direkt über das MVZ–Ärztezentrum
Schongau vereinbart werden.
Dies ist unter der Telefonnummer
08861 / 215-9600 erreichbar.
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Johann-Baur-Straße 4 . 82362 Weilheim
Telefon 0881 / 188-8594 . Telefax 0881 / 188- 4679
E-Mail: zmc-info@kh-gmbh-ws.de
www.meinkrankenhaus2030.de/kliniken/
klinik-fuer-unfallchirurgie-und-orthopaedie
> > > DAS HEIMATRÄTSEL
Hoffnungsvoller Blick
Altlandkreis | Sie war erst 14 Jahre
jung, als sie sich, gemeinsam mit
ihrer Schwester und einer Freundin,
auf den Weg gemacht hatte.
Ziel war das Ufer eines unweit
entfernten Flusses, um dort angeschwemmtes
Treibgut als Feuerholz
zum Heizen und Kochen
zu sammeln. Dann, plötzlich, ein
kräftiger Windstoß in den umliegenden
Bäumen – und beim Blick
auf eine dort felsige Nische eine
schier unglaubliche Entdeckung:
Die Erscheinung einer ganz in
Weiß gekleideten Frau. Zunächst
glaubte das junge Mädchen an
einen Irrtum, rieb sich verwundert
die Augen. Doch auch beim
zweiten Hinschauen: Wieder eine
in weiß gekleidete, imposante Erscheinung.
Von diesem Moment
an wanderte das junge Mädchen
täglich in Richtung Felsnische –
und begegnete der in Weiß gekleideten
Dame über mehrere Monate
hinweg stolze 18 Mal. Meist wortlos.
Nur nicht beim 16. Mal – da
verriet die Erscheinung ihren Namen.
Im Rahmen unseres Heimaträtsels
möchten wir jedoch nichts von
der imposanten Erscheinung in
Weiß wissen, sondern vielmehr:
Wie heißt das hier abgebildete
junge, der Sage nach tatsächlich
erst 14-jährige Mädchen mit Vornamen?
Und wo genau befindet
sich die hier abgebildete Figur mit
diesem ehrfürchtigen aber auch
hoffnungsvollen Blick?
Schicken Sie uns bis Mitte te
Mai
eine Postkarte mit der Lösung
und dem Stichwort
„Heimaträtsel“ an „altlandkreis“,
Birkland 40, in 86971
Peiting. Oder eine Mail an
info@altlandkreis.de. Bitte
unbedingt eine Telefonnummer
mit angeben!
Zu gewinnen gibt es
einmal mehr einen Spezialitätenkorb
der Schönegger
Käse-Alm, herzhaft ha
bestückt mit Almblütenkäse,
Gipfelstürmer, Holunderkäse,
e,
Alprahmkäse, Allgäuzeller ler und
Rübli. Das Los entscheidet, et, der
Rechtsweg ist ausgeschlossen.
ssen
en.
Wir wünschen viel Erfolg!
js
> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG
Der Löwe aus Stahl, den wir in unserer März / April-Ausgabe
abgebildet hatten, steht an der Ecke Flurweg / Lechweg im
Osten von Bernbeuren. Gewusst hatte das unter anderem
Andrea Schröder aus Peiting, der wir an dieser Stelle recht
herzlich zum Gewinn des Spezialitätenkorbes der Schönegger
Käse-Alm mit dem putzigen Titel „Grüße vom Osterhasen“
gratulieren.
> > > IMPRESSUM
der „altlandkreis“ ist ein Medium von
„altlandkreis“
Birkland 40 in 86971 Peiting
Telefon: 08869 / 91 22-16
Fax: 08869 / 91 22-17
Mail: info@altlandkreis.de
Stand bei Drucklegung im April 2026.
Änderungen und Fehler vorbehalten.
Auflage: 28000 Exemplare
Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe Juli / August 2026:
Freitag, 26. Juni 2026 (Anzeigenschluss: 5. Juni 2026)
Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung und keine Erscheinungsgewähr
übernommen.
Herausgeber: Peter Ostenrieder
Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)
Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler
Satz, Layout & Anzeigengestaltung:
Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock, Irmgard Gruber, Alexander Berndt,
Heidi Berndt
Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Str. 23, 84503 Altötting
Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8, 82362 Weilheim
Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte im Altlandkreis
Schongau und einzelnen angrenzenden Gemeinden
Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine und weitere technische
Angaben finden Sie auf unserer Webseite www.altlandkreis.de.
Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, Sebastian Jahn, Adobe Stock, Landjugend Birkland,
Jugendclub Ludenhausen, Gemeinde Hohenpeißenberg, Gemeinde Denklingen, Hans-
Helmut Herold, Segelfliegergruppe Werdenfels, Didi Zill, Autobahn Musik, Bayerische
Staatskanzlei, Felix Weiß, Peter Kraus, Michael Schlögel, Orthopädieschuhtechnik Schwarz,
Stadtarchiv Weilheim / Dr. Joacheim Heberlein, Gemeinde Schwabsoien, Lebenshilfe
Weilheim-Schongau e.V., Jürgen Schallhammer, Harald Mielke, Tjark Lienke, Schönegger
Käse-Alm, Andreas Mayr, TimeCodePic, Musik im Pfaffeninkel e.V., Festlicher Sommer in der
Wies e.V., Federleicht, Micha Schilling, Sima Prodinger, Ben Camden, Kirche Kunterbunt im
Pfaffenwinkel, Bettina Eder, Kulturgemeinschaft Steingaden e.V.
www.altlandkreis.de
mai / juni 2026 | 25
Leistungsorientierter Nachwuchsfußball
Das Werk der
Besessenen
Murnau / Landsberg | Früher
war es bei den Fußballern des
TSV Murnau meist so: Die besten
Nachwuchsspieler wechselten zu
umliegenden Vereinen, weil sie
dort ein, zwei Ligen höher spielen
konnten. Folglich fehlte es im Herrenbereich
der grünen Drachen an
Qualität aus den eigenen Reihen,
was den Fußball in der Marktgemeinde
generell nicht sonderlich
attraktiv machte – weder für Spieler
noch Fans. Michael Adelwart,
Abteilungsleiter, tat diese Beobachtung
in der Seele weh, wollte
das nicht hinnehmen. Mit verdammt
viel Ehrgeiz, Leidenschaft,
den richtigen Leuten an seiner
Seite und einem gewissen Maß
an Besessenheit krempelte er vor
rund 15 Jahren seinen Heimatverein
nahezu vollständig um. Sein
damaliges Ziel: Möglichkeiten und
Rahmenbedingungen zu schaffen,
damit die besten Nachwuchsspieler
keine Gründe mehr finden,
ihren Heimatverein zu verlassen,
stattdessen Lust darauf haben, sich
hier vor Ort weiterzuentwickeln
und mit dem TSVM selbst Großes
zu erreichen. Auf Basis der drei
Säulen Sport, Finanzen und Infrastruktur
wurden qualifiziertere
Trainer engagiert, die nicht nur
fachlich, sondern auch zwischenmenschlich
zur neuen, leistungsorientierteren
Philosophie des
Vereins passen. Es wurde ein Umfeld
geschaffen, in dem sich Spieler
wie Eltern wohlfühlen, ohne
es dabei zu freundschaftlich und
familiär werden zu lassen. Und
es wurde das neue Anspruchsdenken
auch in Bereichen abseits
von Training und Spiel installiert –
angefangen bei der akribischeren
Pflege von Natur- und Kunstrasenplatz
über einheitliches Auftreten
von Spielern und Trainern in vereinseigenen
Trainingsklamotten
bis hin zu respektvollem Umgang
miteinander. Auch an diesem Mittwochabend,
als die „altlandkreis“-
Redaktion zum Interview an die
Poschinger Allee fuhr, viel eine
Sache sofort auf: Ob Eltern, Großeltern,
Trainer, Betreuer, Betreiber
des Stüberls – hier am Trainingsgelände
grüßt jeder jeden nicht
einfach so im Vorbeigehen, sondern
via Handschlag, mit Blick
in die Augen. Dieses Aufrichtige
erzeugt einen ganz besonderen
Geist – und der trägt sicherlich
auch dazu bei, dass der TSV Murnau
zur absoluten Topadresse für
hiesige Nachwuchsfußballer gereift
ist.
Aus 90 Spielern
wurden 400
Als Ende 2009 der Kunstrasenplatz
durch Initiator Phillip Zöpf
erfolgreich eingeweiht wurde
und Michael Adelwart folglich mit
diesem Projekt des Umkrempelns
begonnen hatte, spielten gerade
einmal um die 90 Nachwuchsspieler
beim TSV Murnau – damals sei
man froh gewesen, überhaupt in
allen Altersklassen (von der G- bis
zur A-Jugend) je eine Mannschaft
zusammenzubekommen. Heute
staunt beim Blick auf die Eckdaten
des Vereins selbst der Laie
nicht schlecht: Rund 400 Nachwuchsspieler,
mehr als 30 Trainer
und allein im Bereich der C- und
D-Jugend gleich vier oder fünf
26 | altlandkreis
Mannschaften! Insofern genau das
Gegenteil zu früher – heute wechseln
die Murnauer nicht mehr zu
umliegenden Vereinen, sondern
Spieler aus der Umgebung zum
TSVM. Aktuell stammen sie aus
einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern,
zum Teil darüber hinaus.
Klais, Peiting, Rottenbuch,
Unterammergau, Saulgrub, Garmisch-Partenkirchen,
Peißenberg,
Weilheim, ja sogar aus dem 45
Kilometer entfernten Waakirchen
kommen die Jungs und Mädels
allen Alters an das Trainingsgelände
mit kreuzgenialem Blick in
Richtung Gebirge – oder an den
zusätzlichen Trainingsplatz unten
am Ufer des Staffelsees. Vereinsbusse
oder vom TSV organisierte
Fahrgemeinschaften gibt es ebenso
wenig wie flächendeckende
Fahrgelder. „Spieler und Eltern
sind selbst dafür verantwortlich,
pünktlich zu Trainings und Spielen
zu erscheinen.“ Manche kommen
auch via Zug, haben am Bahnhof
Fahrrad oder E-Scooter deponiert
– oder ortsansässige
Freunde, die sie vom
Bahnhof abholen und
zum Trainingsgelände
hochfahren. Auch
auffallend an diesem
Mittwochabend: Dass
vier Mannschaften
zeitgleich auf ein und
demselben Kunstrasenplatz
trainieren, davon
separiertes Torwarttraining
inklusive. „Infrastrukturell
inzwischen
nicht mehr ideal“, gibt Michael
Adelwart offen zu. Andererseits
spricht intensives Training auf engem
Raum für sich, fordert und
fördert enge und saubere Ballführung,
blitzartiges Erkennen freier
Räume, präzises Flachpassspiel,
ständiges in Bewegung sein und
gute Kommunikation.
Ähnliches Konzept in
Landsberg
Wobei die Murnauer nicht die
einzigen sind, die sich in den
vergangenen Jahren zu einem
Art Leistungsnachwuchszentrum
für hiesige Nachwuchsfußballer
entwickelt haben. Auch der TSV
Landsberg hat vor rund zehn Jahren
seine Nachwuchsabteilung im
Grunde komplett neu aufgestellt.
„Bei uns war es weniger das Problem,
dass gute Nachwuchsspieler
zu anderen Vereinen gewechselt
sind, sondern wir für Talente
selbst aus der eigenen Stadt gar
nicht interessant waren, weil sich
mit unserem Verein kein junger
Spieler identifizieren konnte
– der Fokus lag beim TSV Landsberg
früher einzig und allein auf
dem der ersten Mannschaft“, sagt
Nachwuchsleiter und Nachwuchs-
Trainer Stefan Drischberger, der es
federführend ebenfalls geschafft
hat, den TSV Landsberg dank des
Engagements vieler guter, zum
Teil lizenzierter Trainer zu einer
Topadresse für junge, ambitionierte
Spieler aus der Region
umzukrempeln – von einst nur
80 Spielern im gesamten Nachwuchsbereich
des TSV Landsberg
spielen dort aktuell rund 300, gibt
es ebenfalls bis zu vier Mannschaften
pro Jahrgang. Die Jungs (und
zum Teil auch Mädels) kommen
bis aus Memmingen, Fürstenfeldbruck,
Schwabmünchen, aber
auch aus beispielsweise Schongau,
Peiting, Peißenberg oder Kinsau.
Rein finanziell betrachtet verlangen
die Landsberger von ihren
Spielern, oder besser gesagt deren
Eltern, bis zu 120 Euro im Jahr, was
allein aufgrund der guten Trainer
als günstig zu bewerten ist. „Wir
möchten, dass unser Fußball breitensportzugänglich
bleibt, deshalb
haben wir neben den leistungsorentierten
Teams auch die dritten
und vierten Mannschaften.“ Die
Murnauer verlangen derzeit pauschal
200 Euro pro Kind pro Jahr.
Gemessen am Aufwand, professionellem
Training sowie Drumherum,
zum Beisipel einheitliche
Kleidung in den Vereinsfarben,
ebenfalls keine Unsumme.
mai / juni 2026 | 27
Für die Verantwortlichen, Eltern
und auch Spieler umliegender Vereine
bedeuten diese zwei regionalen
Leistungszentren für Nachwuchsfußballer
letztlich Fluch
und Segen zugleich: Während die
einen froh und dankbar darüber
sind, dass talentierte sowie ambitionierte
Spieler aus umliegenden
Dörfern in Landsberg und Murnau
den für sie nächsthöheren sportlichen
Schritt versuchen können,
ohne dafür noch weitere Wege
bis nach beispielsweise München,
Augsburg, Kempten oder
Memmingen auf sich nehmen zu
müssen, sind andere stinksauer
darüber, dass die Murnauer und
Landsberger derart viele Spieler in
ihren Bann ziehen, dass es für das
Stellen vereinseigener Mannschaften
oft nicht mehr reicht. Verständlich
ist dieser Frust insbesondere
dann, wenn es sich um Spieler
handelt, die qualitativ lediglich für
die dritte und vierte Mannschaft in
Murnau oder Landsberg in Frage
kommen. Dass selbst diese Jungs
(und zum Teil auch Mädels) lieber
dort trainieren und spielen, zeigt
wiederum, was dieses professionellere
Umfeld und Training im
Vergleich zu umliegenden, kleineren
Vereinen für eine starke Anziehungskraft
hat. „Wir haben in der
Tat Spieler, die für die ersten U-
Mannschaften nicht in Frage kommen,
aber trotzdem Bock haben,
hier bei uns zu spielen“, bestätigt
Stefan
28 | altlandkreis
land
Drischberger dieses Phänomen.
„Wobei wir auch da vorsichtig
sein müssen, weil die Kinder oft
unerwartet enorme Entwicklungsschübe
machen, wir nicht nur auf
Technik und Talent, sondern auch
auf Wille, Ehrgeiz und Charakter
achten“, betont Michael Adelwart.
Ein weiterer Grund für den Massenandrang
Richtung Murnau und
Landsberg: Dass viele Eltern der
Nachwuchsspieler immer größeren
Wert auf gute Trainer legen –
und die gibt es in Landsberg und
Murnau mittlerweile durch alle U-
Bereiche hindurch, während umliegende
Vereine oft nur zwei, drei
gute Trainer im Nachwuchsbereich
insgesamt vorzuweisen haben.
Sprich: Eine Saison entwickelt sich
das Kind weiter, hat richtig Bock
auf Fußball, kommt dann in die
nächsthöhere Jahrgangsstufe zu
einem schwächeren Trainer, stagniert
und verliert im schlimmsten
Falle sogar die Freude an der bis
dato größten Leidenschaft.
Wechsel zum
FC Bayern
Insofern eine Situation, die nie allen
gefallen wird. „Und auch bei
uns läuft nicht immer alles nach
Plan, wenn du wie mit unserer
C-Jugend zwei Jahre in Folge absteigst“,
betont Michael Adelwart.
Doch gerade dann gelte es in seinen
Augen dranzubleiben, sich
auch in jungen
Jahren als Spieler
zu hinterfragen und gemein-
sam mit Teamkollegen,
Trainern und Betreuern
den
Turning-Point hin
zu
wieder besserer
Leistung zu schaffen.
Das primäre
Ziel, gute Spieler
für höherklassigen
Herrenfußball
aus den eigenen
Reihen hervorzubringen,
ist den
grünen Drachen
dank dieser akribischen
Nachwuchsarbeit mit drei
Mal die Woche Training jedenfalls
geglückt – in der Ersten Herrenmannschaft,
Landesliga Südost,
spielen aktuell nahezu ausschließlich
Spieler, die aus dem eigenen
Nachwuchs stammen. Und auch
die Landsberger berichten mit
Stolz, die ersten Früchte ernten
zu können, wenigstens ein, zwei
sehr gute Spieler bereits fest in
die erste Herrenmannschaft (Bayernlilga
Süd) integriert haben zu
können. Unter anderem erwähnt
Dennis Destrek an dieser Stelle
Lorenz Edelmann aus Peiting. Und
die, die es nach der A-Jugend oder
auch schon vorher nicht schaffen,
ein gewisses Niveau zu erreichen
oder zumindest zu halten? „An
dieser Stelle können auch die Heimatvereine
der Jungs und Mädels
profitieren“, sind sich Adelwart
und Drischberger einig vor dem
Hintergrund, dass der eine oder
andere gut ausgebildete Spieler
wieder zurückwechselt. Manchmal
aber geht die Entwicklung auch in
eine ganz andere Richtung. Vom
TSV Murnau wechselten bereits
mehrfach Toptalente unter anderem
in den Nachwuchs des FC
Bayern München, gleiches gilt für
den TSV Landsberg. Für Spieler,
die das U13-Alter erreicht haben,
sogar inklusive Ausbildungsentschädigungen.
Insofern nicht nur
sportlich, sondern auch finanziell
lukrativ und in gewisser Weise
die größte Anerkennung, die den
Murnauern und Landsbergern für
ihre Nachwuchsarbeit entgegengebracht
werden kann. Wie hoch
die Summen sind, wird nicht verraten.
Dafür, dass beide Vereine
auch Kooperationen zu anderen
Topvereinen pflegen. Die Murnauer
zur Spielvereinigung Unterhaching,
die Landsberger zum FC
Augsburg. Insofern bleibt es spannend
zu beobachten, wie die Entwicklung
des leistungsorientierten
Nachwuchsfußballs am Lech sowie
an der Loisach weitergehen wird —
im Positiven wie Negativen. js
Electro mit Alpenpanorama
Grüne Sonne
Hoher Peißenberg | Die interessantesten
Fragen rund um das Grüne
Sonne Festival kann, darf und
möchte Initiator Phil Falkner nicht
verraten. Zum Beispiel die über
die echt hohen Gagen der in der
Electro-Szene weltbekannten DJs.
„Fünf-Sterne-Hotel-Übernachtung,
Flugtickets, Fahrdienst sowie Extrawünsche
wie Bügelbrett im
Backstage sind da noch gar nicht
miteingerechnet.“ Die zweite
spannende Frage hinsichtlich Deko
und Bühnenbild bleibt ebenfalls
ein Geheimnis. „Weil mir da der
Überraschungseffekt einfach wichtig
ist“, sagt der Mann, der das
Grüne Sonne Festival zu einem
der bekanntesten und beliebtesten
Electro-Festivals der Welt gemacht
hat. Und auch heuer wieder ein
Line-Up von Künstlern organisieren
konnte, das sich sprichwörtlich
gewaschen hat. „Mit Rush, Kollektiv
Turmstrasse und Dave Clarke reden
wir von absoluten Ikonen der
Electro-Szene.“ In Summe werden
es 20 DJs sein, die heuer am
Samstag, 13. Juni, zwischen 12.30
Uhr mittags und 3 Uhr in der Nacht
auflegen auf dem in der Spitze 988
Meter hohen Hohen Peißenberg.
Wobei hier nicht nur DJs, sondern
auch Gäste aus aller Welt anreisen,
um dieses unbeschreibliche Festivalgefühl
mit Alpenpanoramablick
in vollen Zügen aufsaugen und genießen
zu können.
Mehr Parkplätze
am Bahnhof
Die Teilnehmerzahl ist auf 3 000
Plätze begrenzt. „Mehr gibt das
Gelände nicht her“, betont Phil
Falkner, der an dieser Stelle aber
eine beruhigende Nachricht für die
Locals hat: „Für den Fall, dass wir
online ausverkauft sind, was meist
auch sehr zeitnah der Fall ist, haben
wir extra ein Hardticket-Kontingent
für die Interessenten aus
der Region.“ Die Vorverkaufsstellen
hierfür: Rigialm in Hohenpeißenberg,
Bäckerei Sesar in Peiting,
Bücherei Peissenbuch in Peißenberg,
Sonnendeck in Weilheim,
Löwenhof in Schongau, Brillen
Funk in Kinsau, Engel Haardesign
in Murnau sowie Autohaus Heuberger
in Füssen und Bernbeuren.
Auch erwähnenswert: „Weil die
Festivalbesucher die vergangenen
Jahre wieder verstärkt mit Autos
angereist sind, werden im Bereich
des Bahnhofs in Hohenpeißenberg
zusätzliche Parkflächen zur Verfügung
stehen.“ Die oben am Berg
sind bekanntlich begrenzt. Von
unten fahren dann Shuttlebusse im
Halb-Stundentakt hinauf zum Ort
des Geschehens. Und auch überregional
betrachtet steht der Bus als
Anreisemöglichkeit im Fokus – es
fahren Festivalbusse von Memmingen
über Kempten, Kaufbeuren
und Marktoberdorf, von Augsburg
über Landsberg, von Nürnberg
über Ingolstadt, Pfaffenhofen und
München, von Regensburg über
Landshut, Freising und ebenfalls
München sowie von Wolfratshausen
über Bad Tölz und Penzberg
zum Hohen Peißenberg. Personell
betrachtet arbeiten in Summe rund
250 vor, während und nach dem
Festival. „Allein für die Technik haben
wir schon 30 Leute“, sagt Phil
Falkner. Hinzu kommen ein handwerklich
begabtes, kreatives Deko-
Team, Kasse, Security, Feuerwehr
und viele mehr. Wer heuer mit Zug
anreist und erst zu späterer Stunde
wieder zurückmöchte: Ab 0.30 Uhr
fahren wieder die Busse, jeweils
über Peißenberg sowohl nach
Peiting und Schongau als auch in
die andere Richtung bis Weilheim.
Keine Experimente geht Phil Falkner
beim Thema Catering ein: „Wir
haben da im Grunde seit Jahren
nur fünf Foodtrucks, die liefern
dafür in sehr hoher Qualität und
sind auch in der Lage, die Menge
schnell zu bedienen.“ Während
Shuttlebusfahrten bar bezahlt werden
müssen, gilt auf dem Festivalgelände
ausschließlich bargeldloses
Bezahlen. „Auch da sind die
Festivalbesucher kreativ“, erinnert
Phil Falkner sich an einen Zwei-
Meter-Hünen mit pinkem Feen-
Zauberstab und darin integrierter
Kreditkarte in der Hand. Genau
dafür steht das Grüne-Sonne-Festival:
für Vielfalt, für Kreativität, für
in Trance versetzende Beats bis tief
in die Nacht hinein.
Camping und Haustiere
verboten
Alle weiteren wichtigen Informationen
zum Festival hält die Internetseite
www.gruene-sonne.de
bereit. Dort wird das komplette
Line-up vorgestellt, finden sich
eindrückliche Impressionen aus
den vergangenen Jahren in Bild
und Film, aber auch alles rund
um Tickets, Festivalbus und Histo-
> > > TICKETS ZU GEWINNEN
rie. Und, ganz wichtig, die Rubrik
„Häufigste Fragen“. Phil Falkner
meint an dieser Stelle nur, „dass du
nicht glaubst, was man als Veranstalter
bereits im Vorfeld alles für
Fragen gestellt bekommt“. Einmal
wollte eine im achten Monat hochschwangere
Frau von ihm wissen,
ob es für sie sinnvoll wäre, hinzugehen.
„Natürlich nicht!“ Man
muss auch mindestens 18 Jahre alt
sein, darf keine Tiere, keine Kleinkinder,
kein eigenes Essen oder
Trinken mitbringen, wobei Obst
oder Ähnliches dann doch erlaubt
ist. Was immer wieder versucht
wird: Zu campen. Auch das ist
verboten, weil hierfür schlichtweg
der Platz fehlt. Der zur Verfügung
stehende ist dafür umso beeindruckender.
Allen voran am Abend,
wenn die Sonne untergeht, die
Alpen im Hintergrund anfangen zu
glühen. Und gleichzeitig die in der
Hauptbühne integrierten, schier
unzähligen LED-Lichter anfangen,
passend zum Beat der Musik zu
leuchten und zu blinken. Ganz zu
schweigen von einem Feuerwerk.
Und natürlich den Menschen, die
dort Jahr für Jahr gezeigt haben,
wie wunderbar ein friedliches Miteinander
funktioniert. Selbst dann,
wenn Alkohol und (erlaubte) andere
Drogen im Spiel sind. js
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost 3 x 2 Tickets. Schicken Sie
uns bis Mitte Mai eine Postkarte mit dem Stichwort „Grüne Sonne“
an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail
an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist
ausgeschlossen. Viel Erfolg!
mai / juni 2026 | 29
„Es gibt zwischen uns keinen Streit“
Zwei Vereine, ein Ziel
Altlandkreis | Demografischer
Wandel, Zeitmangel,
schier unzählige Freizeitoptionen,
abschreckende
Bürokratie, abnehmendes
Verantwortungsbewusstsein,
unregelmäßige Arbeitszeiten
und wesentlich weniger
Bereitschaft, sich langfristig
an nur eine Sache binden zu
wollen: Es gibt viele Gründe,
die es Vereinen schwer
machen, ausreichend engagierte
Mitglieder zu gewinnen.
Umso denkwürdiger:
Dass es hier in der Region
mit „Festlicher Sommer in
der Wies e.V.“ und „Musik
im Pfaffenwinkel e.V.“ zwei
Vereine gibt, die im Grunde
für die exakt gleiche Sache stehen:
Das Organisieren und Veranstalten
erstklassiger Klassikkonzerte,
deren Niveau es sonst nur in größeren
Städten zu hören gibt. Um
genau diese Einzigartigkeit aufrechterhalten
zu können, ist von
einzelnen Mitgliedern aus beiden
Vereinen immer wieder mal der
Wunsch zu vernehmen, sich doch
„wieder zusammenzutun, gemeinsame
Sache zu machen“. Um
dieses „wieder“ besser zu verstehen,
gilt es zunächst einzutauchen
in frühere Zeiten. Genaugenommen
ins Jahr 1963. Damals waren
Musikschule, Chor und Orchester
noch fest in den Händen der Stadt
Schongau. Deren städtischer Musikdirektor
war Josef Kraus. Ein
Mann, der für Musik und auch das
Drumherum regelrecht brannte,
obendrein hervorragende Kontakte
zu namhaften Orchestren und
Berufsmusikern in beispielsweise
München pflegte. Genau dieser
Mann hatte damals auch die Idee,
30 | altlandkreis
Von wegen Streit! Monika Soyer-Bauer
(links im Bild) und Andrea Kreipe.
gemeinsam mit den begabtesten
Sängerinnen und Sängern aus
dem Chor der Stadt Schongau sowie
den begnadetsten Musikerinnen
und Musikern des Schongauer
Stadtorchesters in Kooperation mit
professionellen Orchestren und
Solisten Klassikkonzerte in der
weltbekannten Wieskirche zu veranstalten.
Daraus entstand,
ebenfalls im Jahre 1963: Die
Konzertreihe „Festlicher Sommer
in der Wies“, die auf Anhieb
großen Erfolg hatte und
extrem beliebt war bei einem
auserwählten Publikum aus
Nah und Fern.
„Arbeiten gut
zusammen“
Knapp vier Jahrzehnte später,
im Jahre 1990, wurde Josef
Kraus schließlich altersgemäß
pensioniert. Allerdings wollte
der Macher damals gar nicht
aufhören, ja zumindest sein
„Baby“, die Konzertreihe, weiterhin
federführend betreuen.
Weil die Stadt Schongau diesem
Wunsch damals einen Riegel vorschob,
sowohl Musikschule, Orchester,
Chor und somit auch die
Konzertreihe Kraus‘ Nachfolger
Franz Brannekemper zuschrieb,
entstand ein riesengroßer Streit –
ein Streit unter den Aktiven in
Chor und Orchester. Während die
Beiden Vereinen gehören auch ambitionierte Chöre an.
Berufsmusiker kommen auch in kleinen Besetzungen in die Region.
einen mit dem neuen Nachfolger
zusammenarbeiten wollten, hielten
die anderen Josef Kraus die
Treue. Und so kam es tatsächlich
zur Gründung eines neuen Vereins
namens „Musik im Pfaffenwinkel“,
über den die Kraus-Anhänger nun
ihr eigenes Ding machten. Die Folge:
Jahrelanger Konkurrenzkampf
und jahrelanger Streit zwischen
beiden Vereinen. Inzwischen sind
seit dieser Spaltung stolze 36 Jahre
vergangen, ist die Stadt Schongau
als große finanzielle Stütze raus
und Initiator Joseph Krause, der
im Januar 2014 im Alter von 92
Jahren verstarb, längst nicht mehr
unter uns. Und trotzdem kam es
bis heute nicht zur Wiedervereinigung
zwischen dem „Festlichen
Sommer in der Wies“ und „Musik
im Pfaffenwinkel“. Wir vom Regionalmagazin
„altlandkreis“ haben
deshalb die amtierenden Köpfe
beider Vereine an einen Tisch gebeten
und die allesentscheidenden
zwei Fragen gestellt: Wird der
Streit nun ein für alle Mal beendet?
Und kommt es womöglich doch
zur Wiedervereinigung? Monika
Soyer-Bauer, seit November 2024
Vorsitzende des Festlichen Sommers,
zögert an dieser Stelle keine
Sekunde: „Unter den ältesten
Mitgliedern im Chor mag es den
einen oder anderen geben, der
damals dabei war und noch immer
ein wenig nachtragend ist – insgesamt
betrachtet möchte ich an
dieser Stelle jedoch klipp und klar
betonen: Es gibt keinen Streit!“ Ihr
gegenübersitzend: Andrea Kreipe,
Vorsitzende von Musik im Pfaffenwinkel.
Und? „Das kann ich nur
unterschreiben – von einem Streit
kann hier schon lange nicht mehr
die Rede sein.“ Genaugenommen
sei sogar das Gegenteil der Fall.
„In bestimmten Bereichen, was
zum Beispiel Werbung, Organisation
und Programmabsprache
betrifft, arbeiten wir eng und gut
zusammen.“
Zu groß zum Fusionieren?
Die Voraussetzungen für eine Wiedervereinigung
wären insofern
gegeben. „Die ist inzwischen aber
weder notwendig noch sinnvoll“,
betonen Andrea Kreipe und Monika
Soyer-Bauer unisono. Denn:
Beide Vereine seien momentan
personell sehr gut aufgestellt,
haben sowohl in der Vorstandschaft,
im Orga-Team als auch in
den vereinseigenen Chören und
Orchestren ausreichend motivierte,
engagierte und talentierte
Mitglieder. Allein die Chöre beider
Vereine hätten mit rund 60 und 55
Mitgliedern zusammengenommen
fast 120 Mitglieder, „die wir für ein
Konzert gar nicht alle unterbringen
würden in der Wieskirche“.
Stattdessen betonen Kreipe und
Soyer-Bauer, dass dieses rührige
Engagement beider Vereine vielmehr
eine riesengroße kulturelle
Bereicherung für die Region sei,
weil so das Angebot toller Konzerte
quasi doppelt so groß, und im
Detail betrachtet auch bunter und
facettenreicher sei.
Das Programm der Konzertreihen
für 2026 beider Vereine liest sich
in der Tat sehr vielversprechend:
Das von „Musik im Pfaffenwinkel“
umfasst heuer vier Konzerte, die
allesamt in der Wieskirche stattfinden
werden. Beginnend am
Samstag, 30. Mai, um 19 Uhr mit
namhaften Werken von Mozart,
Barber und Beethoven. Es musizieren
Mitglieder des Bayerischen
Staatsorchesters, der Gemischte
Chor im Pfaffenwinkel sowie Solisten
des Opernstudios München.
Letzteres ist eine an die Staatsoper
angegliederte Plattform, die alljährlich
herausragend talentierte
Sänger und Musiker ausbildet
und auf eine große Karriere als
Solisten vorbereitet. Es folgt das
zweite große Konzert am Sonntag,
5. Juli, um 19.30 Uhr mit Werken
von Haydn und Schubert. Hier
spielen Mitglieder der Münchner
Philharmoniker, abermals Solisten
des Opernstudios München
und es singt erneut der Gemischte
Chor im Pfaffenwinkel. Zum Jahresabschluss
gibt’s am Samstag,
5. Dezember, und Sonntag, 6. Dezember,
jeweils um 16 Uhr Festliche
Musik im Advent mit mehreren
alpenländischen und original
volksmusikalischen Gesangs- und
Instrumentalgruppen aus der Region.
Erschwert wurde die jüngste
Durchführung von Konzerten bei
Musik im Pfaffenwinkel durch den
plötzlichen und unerwarteten Tod
des langjährigen und von vielen
sehr geschätzten künstlerischen
Leiters Christian Fröhlich. In dessen
große Fußstapfen wird
*Rechtsberater
Linda Heidemann
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mai / juni 2026 | 31
nun Dirigent Anton Ludwig Pfell
aus Andechs treten – und ein in
Altenstadts Basilika geplantes,
ganz besonderes Konzert deshalb
auf kommendes Jahr verschoben.
Erstmals in Kirche
St. Anna in Schongau
Das Programm des „Festlichen
Sommers“ unter der künstlerischen
Leitung von Markus Bauer
umfasst in Summe gleich sieben
Konzerte. Zwei fanden bereits mit
„Frieden ist der Quell“ am 8. März
in Altenstadts Basilika und „Life
could be a dream“ am 18. April
im Ballenhaus Schongau statt. Es
folgt: „Alte Musik in neuen Händen“
am Sonntag, 17. Mai um 17
Uhr in der Wieskirche. Hier singt
der Jugendchor des Bayerischen
Sängerbundes, gepaart mit solistischen
Werken von echten Profis
an Gitarre, Oboe, Klavier, Cello und
Violine. Weiter geht’s am Sonntag,
21. Juni, um 19 Uhr mit „Alles hat
seine Zeit“ – ein ebenfalls großes
Klassikkonzert in der Wieskirche
mit dem Vokalzirkel München, einem
Streicherquartett aus Mitgliedern
der Münchner Philharmoniker
und dem Chor der Stadt Schongau.
Von ähnlichem Niveau: „In Paradisum“
am Samstag, 25. Juli, um
19.30 Uhr, ebenfalls in der Wieskirche
mit Mitgliedern des Bayerischen
Sängerbundes, der Neuen
Süddeutschen Philharmonie sowie
dem Chor der Stadt Schongau. Das
Herbstkonzert „Quadro Nuevo“ am
Sonntag, 4. Oktober, um 19 Uhr
> > > TICKETS ZU GEWINNEN
Ein Highlight: Die alpenländischen Konzerte zum Advent.
findet dagegen in Schongaus Altstadtkirche
St. Anna (Heilig-Geist)
statt, in der zum ersten Mal überhaupt
erstklassig konzertiert wird.
„Eine Kirche mit hervorragender
Akustik“, schwärmt Monika Soyer-
Bauer voller Vorfreude. Dort findet
nämlich auch der Jahresabschluss
des Festlichen Sommers statt: Ein
Weihnachtsoratorium am 20. Dezember
um 11 Uhr und 17 Uhr mit
dem Barockorchester sowie dem
Chor der Stadt Schongau.
Vorverkaufskarten
in Altstadt
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost für das große Klassikkonzert
von „Musik im Pfaffenwinkel“ am Samstag, 30. Mai, je
zwei Tickets. Ebenfalls für das Wies-Konzert des Festlichen Sommers
am Sonntag, 21. Juni. Schicken Sie uns bis Mitte Mai eine
Postkarte mit dem Stichwort „Festlicher Sommer“ oder „Musik
im Pfaffenwinkel“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting.
Oder eine E-Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet,
der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!
In Summe also noch neun Klassikkonzerte,
entweder in Schongau
oder in der Wieskirche. Manche
kosten Eintritt, wieder andere sind
kostenlos zugänglich, wobei Spenden
an dieser Stelle nicht nur erwünscht,
sondern auch angebracht
sind. Vorverkaufskarten bieten beide
Vereine über den Copy-In-Shop
in Schongaus Altstadt, Lindenplatz
11, an – telefonisch erreichbar
unter 08861 / 9309098.
Darüber
hinaus gibt’s die für den Festlichen
Sommer auch bei Ticket Regional
unter Telefon 0651 / 9790777 oder
online unter www.ticket-regional/
wieskonzerte. Und die für Musik
im Pfaffenwinkel auch bei GAP-
Ticket unter 08821 / 7301995 sowie
bei allen Vorverkaufsstellen von
München Ticket. Weitere Informationen
zum diesjährigen Programm,
aber auch zu den Vereinen
an sich, halten außerdem die Internetseiten
www.wieskonzerte.de
sowie www.musikimpfaffenwinkel.de
bereit. Hier finden Sie,
liebe Leserinnen und Leser, auch
Kontaktdaten, falls Sie die Macher
hintern den Klassikkonzertreihen
der Region finanziell, musikalisch
oder als Helferin oder Helfer aktiv
unterstützen möchten. Denn eines
ist auch klar: Um auch in Zukunft
zwei Vereine mit derselben Aufgabe
so tatkräftig aufrechterhalten zu
können, braucht es immer wieder
auch neue Mitglieder. Wenn die
eines Tages ausgehen: „Können
und wollen wir eine Wiedervereinigung
natürlich nicht ausschließen“,
so Monika Soyer-Bauer und
Andrea Kreipe. Stand jetzt sehen
die beiden aber, da wiederholen
sie sich gerne, keinen Grund
dazu.
js
32 | altlandkreis
Meisterbetrieb für Sanierung, Renovierung & Reparatur
Unsere Partner
Ein Meisterbetrieb wird übergeben.
Zwölf Jahre, ein Handschlag, eine Firma
Die Geschichte einer Übergabe,
die schon 2014 begann.
Es war ein Badezimmer in Weilheim, das alles in
Gang gebracht hat. Damals ließen die Großeltern
von Matthias Balazs ihr Bad von Gerhard
Lehner renovieren. Matthias hatte Ferien –
und half einfach mit. „Die Zusammenarbeit
hat von Anfang an gepasst“, erinnert er sich.
Was folgte, war kein Plan, sondern eine
gewachsene Geschichte: Vom Ferienjob über den
Minijob zum Vollzeitmitarbeiter. Matthias machte
seinen Gesellen , später den Maurermeister und
den staatlich geprüften Bautechniker – und lernte
nebenbei alles, was einen guten Handwerker
ausmacht, direkt von Gerhard Lehner.
Im Februar 2026 war es soweit: Die Übergabe.
Gerhards Traum war immer, dass seine Firma
weiterlebt und seine Kunden gut versorgt
bleiben. Dieser Traum ist jetzt Wirklichkeit – mit
einem Nachfolger, den er selbst mit ausgebildet hat.
Gerhard Lehner bleibt dem Betrieb noch acht Jahre
erhalten. Baustellenbesichtigungen machen die beiden
weiterhin gemeinsam, Bestandskunden haben ihren
gewohnten Ansprechpartner. Was sich geändert hat: der
Name. Alles andere ist geblieben.
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mai / juni 2026 | 33
Für Haar, Körper, Geist und Seele
Der etwas andere Friseur
Böbing | Was neben Schere, Kamm
und Föhn nicht fehlen darf bei einem
Friseur: Ein Spiegel, um sich
und die werdende Frisur stets im
Blick zu haben. Im Salon von Stephanie
Probst findet man diesen
jedoch vergeblich. „Der eine oder
andere Neukunde schaut beim
Betreten meines Salons erstmal
um die Ecke, wieder anderen fällt
es dagegen erst auf, wenn ich mit
dem Schneiden fertig bin“, sagt
die leidenschaftliche Friseurmeisterin,
die den Spiegel inzwischen
ganz bewusst weglässt – und damit
ausnahmslos gute Erfahrungen
macht. „Das hat psychologische
Hintergründe“, betont sie.
Wer in den Spiegel schaue, sei nie
wirklich mit sich selbst zufrieden.
Darüber hinaus treffen sich immer
und immer wieder die Blicke
von Kunde und Friseurin, was die
andauernde Frage in den Raum
wirft: Soll ich jetzt was sagen?
Wollen wir uns überhaupt unterhalten?
Ist das mir auf der Zunge
liegende Thema angebracht? Oder
ist es doch besser, einfach still zu
sein und zu versuchen, die Ruhe
zu genießen? Ohne Spiegel stellen
sich diese Fragen häufig nicht.
„Entweder wir kommen in ein
entspanntes, offenes Gespräch,
oder genießen einfach beide die
Ruhe, was ohne Spiegel in der
Tat viel besser funktioniert.“ Das
Loslassen und Entspannen gelingt
im Salon von Stephanie Probst
ohnehin besonders gut. Anstelle
des Spiegels blicken die Kunden
durch ein von Hand gebürstetes
Altholzfenster hindurch. Im Hintergrund:
Ein atemberaubend schönes
Bergpanorama, das sich über
die komplette Wand des Zimmers
erstreckt. Es zeigt eine rar gesäte
Perspektive, aufgenommen im
unweit entfernten Estergebirge –
und es ist ohne Übertreibung so
schön, dass auch Nichtbergsteiger
ins Schwärmen kommen. Auch
deshalb, weil es dank epischen
Lichteinfalls durch die Sonne viel
Kraft, Lebensfreude und Hoffnung
ausstrahlt. Hinzu kommen wohlriechende,
natürliche Düfte – und
noch vieles mehr. Denn der Salon
von Stephanie Probst ist nicht nur
wegen fehlendem Spiegel, Fensterblick
ins Gebirge und dieser
Düfte viel mehr als ein klassischer
Friseursalon.
Friseur als Psychologe
Die Leidenschaft zum Haareschneiden
hat die heute 37-Jährige
bereits im Kindesalter für
sich entdeckt. Eltern, Geschwister,
Freunde mussten damals sozusagen
„herhalten“. Und auch nach
erfolgreichem Abschluss der Realschule
kam für die Powerfrau
nur eines in Frage: Die Lehre zur
Friseurin. Gegen den Willen ihrer
Eltern verwirklicht sie ihren Traum,
setzt unmittelbar nach Abschluss
der Ausbildung den Meister obendrauf
und krönt sich damit zur
damals jüngsten Friseurmeisterin
überhaupt. Sie macht sich direkt
selbstständig. Zunächst als mobile
Friseurin, anschließend mit eigenem
Salon. Privat läuft’s ebenfalls
rund. Über die Liebe zu Ehemann
Stefan zieht Stephanie Probst,
geborene Anzengruber, von Peißenberg
nach Böbing. „Als Stefan
dann in Ingolstadt studiert hat, ich
meine Kunden zum Haareschneiden
meist am Abend
hatte und mir tagsüber etwas
fehlte, habe ich zusätzlich
eine Vollzeitausbildung
zur Medienkauffrau absolviert.“
Am meisten Freude
aber hat sie nach wie vor
am Friseurhandwerk, empfindet
dies über 21 Jahre
hinweg nie als Arbeit. Parallel
dazu: Zwei Kinder,
inzwischen zehn und 13 Jahre alt.
Und mehrere Weiterbildungen
und Zusatzqualifikationen, „die ich
in erster Linie für mich und meine
Familie gemacht habe“. Unter anderem
die zu „Hairzbalance“ nach
Reinhold Kopp. Dabei handelt es
sich um eine energetische und
ganzheitliche Methode, die über
das klassische Friseurhandwerk
hinausgeht. Und die darauf abzielt,
Körper, Geist und Haar in Einklang
zu bringen. Das dabei vermittelte
Wissen veränderte in Stephanie
Probst plötzlich alles. „Wir als
Friseure werden häufig auch als
Psychologen bezeichnet, weil Kunden
uns oft ihr Herz ausschütten.“
Altholzfenster statt Spiegel: Idyllischer
Panoramablick beim Haareschneiden.
Was für Stephanie Probst lange
Zeit als Bereicherung empfunden
wurde, wird durch neues Wissen
und einen neuen Blickwinkel und
dadurch veränderten Blickwinkel
plötzlich zur Last. Die Folge, ganz
zur Trauer ihrer 150 Stammkunden:
Klarer Cut, Aufgabe der Selbstständigkeit,
stattdessen „nur“ noch:
Ehemann, Kinder, Hausbau sowie –
nebenbei – Sport- und Entspannungskurse
in einem Fitnesssalon.
Eigens konzipierte
Waschliege
Inzwischen ist die Leidenschaft
zurück, die Selbständigkeit wie-
34 | altlandkreis
Die Partnachklamm.
Einzigartig in der Region: Kopfmassage am Head-Spa-Bogen.
der aufgenommen, ihr neuer
Salon am Riedelweg 19 (Böbing)
mehr Wellnessoase als Friseursalon
und so benannt, wie ihn die
Kunden nach ihrem Besuch verlassen:
„Federleicht“. Die Rede
ist von professionellen Massagen
an Kiefer, Kopf und Nacken. Unter
anderem mit Ölen, die die Expertin
handeigen aus den Kräutern
ihres Gartens kredenzt. Während
des Haareschneidens können die
Federleicht-Kunden auch ein spezielles
Elektrolyse-Fußbad zur
Entgiftung des Körpers genießen.
Oder, links davon, die „Haarmonie-Waschliege“,
die wahrscheinlich
sogar weltweit einzigartig
ist in Sachen Form, Funktion und
Design, „weil die von uns selbst
designt und gebaut wurde, so nirgends
auf dem Markt erhältlich
ist“. Direkt daran angeschlossen:
Ein großzügiges Waschbecken mit
sogenanntem Head-Spa-Bogen.
Dabei handelt es sich um ein halbrundes,
dünnes Wasserrohr aus
Kupfer, in das 25 Löcher gebohrt
wurden – die daraus spritzenden
Wasserdüsen massieren zielgenau
den Kopf des Kunden. Gleichzeitig
hat Stephanie Probst beide Hände
frei, um parallel dazu Hand an Kiefer,
Kopf und Nacken anlegen zu
können. Insofern ein bunter Mix
aus ehrbarem Handwerk, Tiefenpsychologie
(Hairzbalance) und
Wellness, mal mehr, mal weniger
mit Energiearbeit angereichert.
Genau das macht den Salon von
Stephanie Probst, der von ihrem
Ehemann Stefan eigenhändig,
perfektionistisch und neben dessen
Hauptberuf als Elektrotechnikingenieur
gebaut wurde, zu einem
in der Region weit und breit einzigartigen.
Eine Konkurrenzanalyse
hat dies bestätigt – Vergleichbares
gibt es erst wieder in großen
Städten wie München und Augsburg.
Allerdings nicht mit
dieser Haarmonie-Waschliege.
Manche Kunden nehmen
deshalb auch weite Wege auf
sich, um in den Genuss dieses
außergewöhnlichen Friseursalons
zu kommen. Bis
aus Immenstadt und München
kommen manche. Ihr
Beweggrund: Dass sie sich
danach mental wie körperlich
einfach viel leichter fühlen.
Leicht wie eine Feder. js
Wilde Wasserfälle, unzählige Regenbogen im Sonnenlicht
des Sommers oder funkelnde Eiszapfen und erstarrte
kristallene Kaskaden im Winter, begleitet
von beeindruckendem Getöse und Naturgewalt pur!
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Stephanie Probst an einer
Stimmgabel.
mai / juni 2026 | 35
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36 | altlandkreis
flowbikesde
verschiedenen Waldbeständen.
Das Besondere dabei: Anders als
bei Walderlebnispfaden findet der
Spaziergänger hier keine großen
Infotafeln, auch keine abenteuerlichen
Spiel- und Turngeräte vor.
Stattdessen weisen unscheinbare,
in den Boden gerammte Holzpfähle
mit angebrachter Nummer und
kleinem Info-Text auf die jeweilige
Station mit dazugehörigem Waldbestand
hin. Wer möchte, kann
sich dem jeweiligen Pfosten nä-
Schwabniederhofen | Wärmere
Durchschnittstemperaturen, die
zu trockeneren Böden und zunehmenden
Extremwetterereignissen
mit Hagel, Sturm und Starkregen
führen: Bereits seit Jahren ist wissenschaftlich
belegt, dass der Klimawandel
einen Umbau hiesiger
Wälder erfordert – weg von monokulturellen
Fichtenbeständen, hin
zu Mischwäldern aus beispielsweise
Buche, Tanne, Eibe, Fichte.
Nur so kann mittel- bis langfristig
die immens wertvolle Funktion
von Wäldern aufrechterhalten
und gewährt werden. Immens
wertvoll aus folgenden Gründen:
Wälder sind CO2-Speicher, nehmen
das für die Klimaerwärmung
ursächliche Kohlendioxid aus der
Luft auf und speichern es als Kohlenstoff
ab. Die Bäume im Wald
produzieren durch Photosynthese
Sauerstoff, den alle Lebewesen
zum Atmen brauchen. Wälder sind
essentiell sent
für
Hochwasserschutz
sers
chut
und Wasserkreislauf, eisl
slau
auf,
wirken wie
ein natürlicher Schwamm, m,
weil
sie Regenwasser se
speichern ern und
Grundwasser ser filtern. e Sie
bieten
unzähligen Pflanzen,
Kräutern, wildlebenden
Vögeln, Säugetieren
und Insekten ein
Zuhause. Sie liefern
den nachhaltigen, weil
nachwachsenden Rohstoff
Holz zum Bau von
Gebäuden sowie zur
Herstellung von beispielsweise
Möbeln und Papier. Sie dienen
uns Menschen als Ort der Erholung,
als Ort des Gesundbleibens
und Gesundwerdens. Sie schützen
Wohnsiedlungen an hiesigen
Hügeln und Schluchten sowie
ganze Dörfer in den unweit entfernten
Bergregionen vor Lawine,
Steinschlag, Erdrutsch, weil in die
Tiefe ragendes Wurzelgeflecht die
Böden zusammenhält. Und sie
liefern hochwertige Lebensmittel
wie beispielsweise Beeren, Pilze
und Wildfleisch. Kurzum: Eine
Erde ohne Wald wäre deutlich
heißer, er, trockener, r, artenärmer,
instabiler iler
– und
somit ein Leben
für uns Menschen, en, wie wir es im
Pfaffenwinkel fenw
noch
schätzen und
lieben en dürfen, kaum möglich.
Acht Stationen auf
2,4 Kilometern
Naturnahe ahe
Mischbestände
aus Laub- und Nadelbaumarten
sind somit die Zukunft.
In diesem Punkt sind
sich
auch die
Försterinnen
und Förster vom Amt für
Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten Weilheim einig.
Deren en schwerpunktmäßige
Aufgabe diesbezüglich:
Hiesige Waldbesitzer beim Umbau
ihrer Wälder individuell zu
beraten und zu unterstützen –
und auch die breite Masse der
Bevölkerung immer und immer
wieder auf einen zukunftsfähigen
Wald und dessen Bedeutung
aufmerksam zu machen, sie zu
sensibilisieren. Dabei hilfreich:
Ein vom AELF Weilheim neu ins
Leben gerufener, bayernweit einzigartiger
Audio-Spaziergang zum
Thema „Waldumbau“. Er befindet
sich nordwestlich von Schwabniederhofen
im gut gepflegten Wald
der dort örtlichen Waldgenossenschaft,
besteht aus acht Stationen,
erstreckt sich über rund
2,4 Kilometern und führt entlang
begehbarer Forstwege zu sechs
Am Ausgangspunkt des 2,4 Kilometer
langen Rundwegs: Pressebeauftragte
Alexandra Rauch (links) und
AELF-Leiter Dr. Kilian Stimm.
hern, den zum dahinterliegenden
Waldbestand passenden Infotext
lesen. So richtig zum Erlebnis
wird der Audio-Spaziergang allerdings
erst in Kombination mit
einer App – der BayernHistory-
App. Sie steht allen Interessierten
kostenlos zum Download bereit,
hält obendrein viele weitere Informationen
rund um Kultur und
Geschichte in ganz Bayern bereit,
weshalb der „Audio-Spaziergang“
im Wald bei Schwabniederhofen
zunächst gar nicht so leicht zu finden
ist. So klappt’s trotzdem: Nach
dem Öffnen der App das Fenster
„BayernHistory“ anklicken, dann
in der Rubrik-Leiste ganz unten
„Rundgänge“ wählen, anschließend
nach unten scrollen und auf
„Waldumbau JETZT!“ klicken.
Bequem
von der Couch
Dank in der App integrierter Landkarte,
in die alle Stationen des
Audio-Spaziergangs eingezeichnet
sind, findet sich der Ausgangspunkt
der Tour. Nicht wundern:
Station eins befindet sich bereits
am westlichen Ortsrand von
Schwabniederhofen, also abseits
des Rundwegs, ziemlich genau
zwischen Wald und Standortübungsplatz
der Deutschen Bundeswehr.
Weiter geht’s von dort
Richtung Norden in den Wald hinein,
vorbei an einem ersten offiziellen
Parkplatz – und
auch an einem Durchfahrtsverbotsschild,
was in
diesem Falle auch via Pkw
passiert werden darf. Am
Parkplatz des eigentlichen
Rundgangs befindet sich
schließlich Station zwei,
von wo aus der Audio-
Spaziergang zu den sechs
spannenden Waldbeständen
beginnt. Das Tolle
dabei: Beim Anklicken der
markierten Punkte in der
App öffnet sich nicht nur
ein zur jeweiligen Station
passender Text, sondern
auch eine Sprachbotschaft,
die via Lautsprecher oder Kopfhörer
angehört werden kann. Zu
Wort kommen: Ludwig Rabl, der
dort ehemalige Revierförster und
Initiator des Projekts. Sonja Scheurer,
die dort amtierende Revierförsterin.
Robert Waldmann, Vorsitzender
der Waldgenossenschaft
Schwabniederhofen. Und Anton
Zick, ebenfalls Mitglied der Waldgenossenschaft
und derjenige,
der diesen Wald seit Jahrzehnten
beobachtet, regelmäßig nach dem
Rechten sieht. Insofern ein bunter
Strauß an Expertise, wiedergegeben
mit echten Stimmen, die wiederum
live vor Ort, also mitten im
Wald, aufgenommen wurden. „Ein
sehr lebendiger Audio-Spaziergang
mit Vogelgezwitscher, knarzenden
Ästen und rauschendem
Wind im Hintergrund“, bekräftigt
an dieser Stelle Wolfgang Hauck,
der gemeinsam mit Alois Kramer
den von den AELF-Mitarbeitern
produzierten Content in Form von
> > > FÜHRUNG VOR ORT
Wichtiges Utensil zur Umsetzung des Projekts
war unter anderem das Smartphone.
Fotos, Kurzfilmen und Sprachaufzeichnungen
in die BayernHistoryApp
eingearbeitet hat – und im
Rahmen der ersten inoffiziellen
Vorstellung dieses bayernweiten
Pilotprojekts die Funktion der App
mit Smartphone, Stativ und kabelloser
Lautsprecherbox voller Begeisterung
demonstrierte. Wichtig,
da am und im Wald bei Schwabniederhofen
das Handynetz oft
schwach oder gar nicht vorhanden
ist: Der Audio-Spaziergang via App
funktioniert auch offline. Insofern
überall. Also auch bequem zuhause
auf der Couch. Somit wird das
Thema Wald der Zukunft allen Interessierten
kostenlos zugänglich
gemacht – den Couchpotatos und
Computerfreaks ebenso sehr wie
all jenen, die sich gerne draußen
an der frischen Luft bewegen. Und
die Vorzeige-Waldbestände der
Waldgenossenschaft Schwabniederhofen
hautnah in Augenschein
nehmen möchten.
js
Zum Thema „Waldumbau JETZT!“ lädt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten Weilheim am Samstag, 13. Juni, um 9 Uhr zu
einer Führung auf den 2,4 Kilometer langen Rundweg. Treffpunkt:
Maibaumplatz Schwabniederhofen (Burgstraße 2), von dort in Fahrgemeinschaften
zum Ausgangspunkt. Dauer: Rund zwei Stunden.
Anmeldung: Nicht erforderlich.
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mai / juni 2026 | 37
Konzertkracher zum Jubiläum
Auf engstem Raum
Bernbeuren | Der in
Kopenhagen wohnhafte
Australier Ben
Camden ist in der Musikszene
längst kein
unbeschriebenes Blatt
mehr. Aktuell tourt er
durch halb England,
Deutschland, Österreich
und die Schweiz,
kurzzeitig auch durch
die Niederlande und
Tschechien. Die Rede
ist von 29 Auftritten
in rund drei Monaten
in ausnahmslos
Wohnzimmerkonzert in Bernbeurens Käsküche.
namhaften Städten. London, Manchester,
Hamburg, Frankfurt, Ut-
Bernbeurens Käsküche hatten vor
Denn die Kulturveranstaltungen in
recht, Bern, St. Gallen und Wien genau zehn Jahren ihren Anfang
sind hier nur wenige Beispiele. gefunden. Die Oberammergauer
Was da so gar nicht in die Reihe Band Kofelgschroa war es damals,
dieser Metropolen passt: Käsküche
Bernbeuren. Auch die ist, merkonzert spielte. Und passend
die dort das allererste Wohnzim-
ganz offiziell, im Rahmen seiner zu diesem Jubiläum kommt nun
Tournee als Auftrittsort gelistet. eben am Mittwoch, 20. Mai, (Beginn
um 20 Uhr) Ben Camden
„Aufmerksam geworden bin ich
auf Ben Camden, weil Spotify ihn nach Bernbeuren. Seine Musik
mir als Interpreten vorgeschlagen steht für Authentizität, viel Gefühl
hat als jemanden, der meinem und nahbare Geschichten. Er ist
Musikgeschmack entspricht“, berichtet
Käsküchen-Inhaber Micha Texte, die seine Erfahrungen aus
bekannt für ehrliche, persönliche
Schilling. Nach Rücksprache mit Beziehungen, Reisen, Selbstzweifeln
sowie den kleinen Momenten
Frau und Töchtern, die ähnlich begeistert
sind von Camdens Musik, des Lebens widerspiegeln. Insofern
ein Interpret, der perfekt zur
schrieb ihn Micha Schilling einfach
mal an. „Ehrlicherweise ohne Wohnzimmerkonzert-Atmosphäre
große Erwartungen.“ Und bekam in der ehemaligen Käsküche hineinpasst,
jedoch nicht der einzige
zur Überraschung aller tatsächlich
eine positive Rückantwort. „Wir sein wird in diesem Jubiläumsjahr.
haben das Glück, das Ben Camden
von seinem Konzert in Zürich Graz, Wien, Bernbeuren
weiter nach München reist, wir
mit Bernbeuren mehr oder weniger
auf dem Weg liegen.“ Insofern tag, 22. Mai, (Beginn um 20 Uhr)
Nur zwei Tage später, am Frei-
ein echter Clou, der dem ehemaligen
Eventmanager hier zur bereits aus Funk und Fernsehen
tritt mit Magdalena Wawra eine
genau richtigen Zeit geglückt ist: bekannte Newcomerin auf, die
ansonsten ebenfalls
eher auf größeren Bühnen
in namhaften Städten
zugegen ist. Hiesige
Kenner der Musikszene
kennen die Künstlerin
vielleicht trotzdem – bereits
mehrfach tritt sie
gemeinsam mit David
Gramberg aus Schwabsoien
auf. Der kann an
diesem Abend allerdings
nicht. Schlimm?
„Magdalena Wawara ist
super“, schwärmt Micha
Schilling. Ihr aus Wien
mitgebrachter Indie-Pop steht
für leise Emotionen statt lauter
Effekte, für poetische, reflektierte
Inhalte sowie minimalistische,
atmosphärische Sounds. Insofern,
ähnlich wie bei Ben Camden,
eine Musik, die tief unter die Haut
geht, die einen packt und sowohl
Lebensfreude versprüht als auch
zum Nachdenken anregt. Graz,
Linz, Innsbruck, Salzburg und
Wien waren die jüngsten Stationen
ihrer diesjährigen Tour in Österreich.
Ab 10. Mai ist sie schließlich
in Deutschland unterwegs,
spielt in München, Dresden, Leipzig,
Berlin, Hamburg, Köln – und
in Bernbeuren!
Gründung eines
Kulturvereins?
Wie genau es Michael Schilling
immer wieder schafft, Musikerinnen
und Musiker mit Weltstar-
Potential aus den großen Städten
ins beschauliche Bernbeuren zu
locken, bleibt sein Geheimnis.
Dazu gehört in jedem Falle mehr
als eine angemessene Gage und
freundlich-professionelles Anfra-
38 | altlandkreis
Spielen sonst nur in großen
Städten: Ben Camden (links)
und Magdalena Wawra, die
schon bald in Bernbeurens
Käsküche auftreten werden.
gen. Hier wohnhafte
Kulturinteressierte sind
ihm in jedem Falle
dankbar – müsste man
sonst oft weitere Wege
auf sich nehmen, um
Musik von ähnlicher
Art und Qualität live
und hautnah erleben zu dürfen,
sind die aus Funk und Fernsehen
bekannten Interpreten plötzlich
so nah. Wobei dieses „nah“ auch
die Künstlerinnen und Künstler
reizt, die Reise ins abgelegene
wie wunderschöne Auerbergland
auf sich zu nehmen. Denn in der
Käsküche Bernbeuren rücken Musiker
und Zuhörer so eng zusammen,
dass quasi der Atem von
Sänger zu Fans spürbar ist. Wer
dieses unvergleichliche Erlebnis
noch nicht kennt. Tickets für
beide Konzerte, jeweils rund 20
Euro, können via E-Mailanfrage
(mail@kaeskueche-bernbeuren.
de) ergattert werden. Schnell sein
lohnt sich, da die Plätze begrenzt
und die Konzertkarten heißbegehrt
sind. Wer dennoch leerausgehen
sollte lte für dieses Jahr
und auch kein Glück im Rahmen
der „altlandkreis“-Ticketverlosung
(siehe unten) hat: Vielleicht gibt es
schon bald in regelmäßigeren Abständen
Konzerte ähnlicher Art in
Bernbeuren. Micha Schilling, seine
Frau und Töchter sowie weitere
Mitstreiter sind gerade ernsthaft
am Überlegen, einen Kulturverein
ins Leben zu rufen, um das
Alternativprogramm zu Blasmusik
und origineller Volksmusik weiter
auszubauen. Als Location könnte
dann nicht nur die kultige Käsküche
im Zentrum des beschaulichen
Dorfes dienen, sondern beispielsweise
auch die Gegend rund um
den Haslacher See, wo Micha
Schilling die auf Stelzen gebauten
Baumhäuser betreibt.
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mai / juni 2026 | 39
Neue Form von Gottesdienst
Kirche Kunterbunt
Locker, offen und vielfältig, dennoch christuszentriert: Dafür stehen die
Gottesdienste von „Kirche Kunterbunt“.
Altlandkreis | Schon mal von „Kirche
Kunterbunt“ gehört? Dabei
handelt es sich um ein total kreatives
Konzept kirchlicher Arbeit,
das insbesondere Familien mit
Kindern den christlichen Glauben
spielerisch, ungezwungen und
vielschichtig nahebringen möchte.
Ursprünglich geboren ist diese
für viele Menschen zeitgemäßere
Form von Gottesdienst im Jahr
2004. Genaugenommen im südenglischen
Portsmouth und unter
dem englischen Begriff „Messy
Church“. Von dort verbreitete sich
das Konzept über die englischen
Landesgrenzen hinweg auch nach
Deutschland, wo es im Jahr 2019
unter „Kirche Kunterbunt“ startete
– und vor gut zwei Jahren
auch Einzug im Pfaffenwinkel
hielt. Treibende Kraft von Kirche
Kunterbunt hier in der Region:
Juliane Häcker, 40, aus Peiting.
Sie studierte praktische Theologie,
ist Mama von vier Kindern
und lebte mit ihrer Familie zuvor
in Nürnberg. „Dort haben wir bereits
positive Erfahrung mit Kirche
Kunterbunt in städtischem Umfeld
sammeln können.“ Diesen
Erfahrungsschatz von Wertevermittlung
und Ausgestaltung des
christlichen Glaubens brachte sie
letztlich mit in den Pfaffenwinkel,
als sie mit ihrer Familie in die
ursprüngliche Heimat ihres Ehemanns
gezogen ist. Das Besondere
dabei: Riesenzuspruch und ein
immer stärker wachsendes Netz
von Kirche-Kunterbunt-Begeisterten
nicht nur in Peiting, Schongau
und beispielsweise Apfeldorf –
seit einem Inspirationstag Ende
März 2026 sind auch Weilheimer
und Huglfinger ernsthaft
daran interessiert, Kirche-Kunterbunt-Gottesdienste
in ihren Orten
zu veranstalten.
Hochbeet-Bau statt
still sitzen
Während traditionelle Abläufe in
der Katholischen und Evangelischen
Kirche meist strikter vorgegeben
sind und die Teilnehmer
häufig während des gesamten
Gottesdienstes einen festen Platz
einnehmen, ist das allgemeine
Motto von Kirche Kunterbunt
„frech und wild und wundervoll“
wortwörtlich Programm. Angefangen
mit einer rund halbstündigen
Willkommenszeit, in der die
Kinder, Eltern und Großeltern erst
einmal in Ruhe ankommen, sich
gegenseitig begrüßen und über
dann aufheiternde Spiele mit beispielsweise
Ball sich körperlich,
geistig und seelisch in Schwung
bringen können. Daraufhin folgt
eine sogenannte Aktivzeit, die
ebenfalls für kreative, sportliche,
schauspielerische, wissenschaftliche
oder auch handwerkliche
Aktivitäten steht – jedoch meist an
einem ganz bestimmten christlichen
Thema wie beispielsweise
„Vielfalt von uns Menschen“ orientiert.
„Wir haben schon Windlichter
bemalt, Blumenkästen und
Mini-Hochbeete geschreinert, Mobiles
gebaut oder Theaterstücke
aufgeführt, bei denen Alt und Jung
verschiedenste Rollen von Gut und
Böse verkörpert haben – und so
auf spielerische Art Werte wie Liebe,
Hilfsbereitschaft und Toleranz
vermitteln.“ In Summe dauert die
Aktivzeit rund 90 Minuten, ehe es
in den vorletzten Teil eines Kirche-
Kunterbunt-Gottesdienstes übergeht:
Die Feierzeit, die meist nochmals
über rund 30 Minuten geht.
40 | altlandkreis
Gottesdienst inmitten der Natur: Hier auf dem Gelände eines Waldkindergartens
im Südosten von Peiting.
„Sie ist am ehesten dem Kern eines
traditionellen Gottesdienstes zuzuordnen“,
meint Juliane Häcker.
Zum Beispiel in Form von Liedern
mit modernen, lebensnahen und
zeitgemäßen Texten anstelle von
bis zu 300 Jahre alten Liedern aus
dem Gotteslob. Den Schluss eines
Kirche-Kunterbunt-Gottesdienstes
bildet schließlich die Essenszeit,
„wofür wir bereits im Vorfeld ein
leckeres Buffet vorbereiten“.
Keine Konkurrenz zum
Traditionellen
Wer bis hierhin aufmerksam gelesen
und in Mathe aufgepasst hat,
wird in Summe auf 150 Minuten
Kirche Kunterbunt ohne Essenszeit
kommen. „Liest sich, vor allem im
Vergleich zu traditionellen Gottesdiensten
von ein bis eineinhalb
Stunden, nach wahnsinnig viel
Zeit, ist aufgrund der kreativen,
feierlichen und generationenübergreifenden
Ausgestaltung jedoch
extrem kurzweilig – meist machen
wir aus freien Stücken sogar noch
länger“, betont Juliane Häcker, die
Kirche Kunterbunt meist persönlich
moderiert, für Vorbereitung
und Umsetzung jedoch von einem
rund 20-köpfigen Team tatkräftig
unterstützt wird. Erfreulich an
dieser Stelle: Dass Kirche Kunterbunt
sowohl mit der Freien Evangelischen
Gemeinde Schongau,
der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde
in Peiting, Schongau
und Herzogsägmühle sowie
auch der Katholischen Kirche in
beispielsweise Rottenbuch, Landsberg,
Oberammergau und Oberau
bereits zusammenarbeitet, sich
auch Pfarrer und Pastoralreferentin
aktiv an der Gestaltung von
Kirche Kunterbunt beteiligen. Juliane
Häcker betont an dieser Stelle
aber ausdrücklich, dass Kirche
Kunterbunt „auf gar keinen Fall“
die traditionellen Formen von
Glauben und Kirche ersetzen oder
gar verdrängen sollen. Vielmehr
gehe es hier um ein zusätzliches
Angebot, um auch Menschen Zugang
zum christlichen Glauben zu
ermöglichen, die mit traditionellen
Formen von Gottesdiensten weniger
anfangen können. Aktuell findet
Kirche Kunterbunt hier in der
Region meist alle zwei Monate in
beispielsweise Schongau und Peiting
mit bis zu 100 Teilnehmern im
Umkreis von 30 Kilometern statt.
Manchmal in Kirchen, manchmal
draußen an der frischen Luft, ab
und an sogar inmitten der Natur.
Die nächsten Termine: Samstag,
25. April, von 15 bis 18 Uhr in und
um der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Peiting, Kleberweg 7. Das
Motto: „Echt Schaf“ mit echten
Schafen, Basteleien aus Wolle, das
Fertigen von Hirtenstäben, einem
Theaterstück, Singen am Lagerfeuer
und vieles mehr. „Hier möchten
wir unter anderem die biblischen
Geschichten vom guten Hirten
und verlorenen Schaf spielerisch
vermittelt.“ Ein weiteres Highlight
dieses Jahr: Kirche Kunterbunt am
Samstag, 27. Juni, von 15 bis 18 Uhr
unter dem Motto „Feuer & Flamme“
in Kooperation mit der Freiwilligen
Feuerwehr Peiting. Voraussichtlicher
Ort des Geschehens:
Rund um das Feuerwehrhaus in
Peiting. Darüber hinaus ebenfalls
fix eingeplant: Kirche Kunterbunt
am Samstag, 17. Oktober, an der
Freien Evangelischen Gemeinde
Schongau mit der berühmten
Hochzeit von Kana als Themenschwerpunkt.
Und die Kirche-
Kunterbunt-Adventswerkstatt am
Samstag, 5. Dezember, mit derzeit
noch offenem Veranstaltungsort.
Insofern noch reichlich Termine für
all jene, die sich dieser besonderen
Form von Gottesdienst annehmen
möchten.
js
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Peiting-Kreut | Die bretterverkleidete
Tür steht bereits offen, lädt
zum Hinaufsteigen einer steilen
Holztreppe ein. „Gut, dass wir ein
neues Geländer hingebaut haben“,
sagt Dr. Volker Zahn, 85, knipst
oben angekommen das Licht an
und erklärt: „Wir befinden uns hier
im ehemaligen Kornkasten – beinahe
alles, was es hier zu entdecken
gibt, stammt direkt von unserem
Hof.“ Gemeint ist der Schallhammerhof
im abgelegenen Peitinger
Ortsteil Kreut, mit dem sich Dr. Volker
Zahn, ehemaliger Gynäkologe
und Leiter einer Klinik, den Traum
vom Leben auf dem Bauernhof
verwirklicht. Das Besondere dabei:
Dass er ihn zu einem Bio-Arche-
Hof umfunktionierte, vom Aussterben
bedrohte, hier einst heimische
Rassen wie die Murnau-Werdenfelser
Rinder oder das Augsburger
Huhn hält und züchtet. Eindruck
macht aber auch der im Original
erhaltene Stadel gegenüberliegend
des Wohnhauses, gebaut im Jahre
1726 – und die ebenfalls im Original
erhaltenen Schätze, die sich darin
verbergen. Die Rede ist von mehr
als 1 000 Exponaten, die unzählige
Geschichten über das frühere
Leben, Treiben und Werkeln auf
dem Schallhammerhof zu erzählen
haben. Mit dabei an diesem Donnerstagvormittag:
Jakob Leicher,
82, viele Jahre Vorsitzender des
Fördervereins der unweit entfernten
Villa Rustica sowie selbst auf
einem kleinen Bauernhof aufgewachsen.
Über vier Monate hinweg
fuhr er beinahe täglich die rund
sechs Autokilometer vom Hauptort
Aus dem Jahre 1726: Der Stadel, in dem sich das Museum befindet.
nach Kreut, um Dr. Volker Zahn
tatkräftig dabei zu unterstützen,
all die geschichtsträchtigen Gegenstände
zu entstauben, sie zu
sortieren, zu kategorisieren, sie
durchzunummerieren, ihnen einen
korrekten Namen zu geben
und sie in einfachen Worten so zu
beschreiben, dass auch nachfolgende
Generationen etwas damit
anzufangen wissen. „Woascht, was
des isch?“, frägt er „altlandkreis“-
Redakteur Schelle und drückt ihm
im Bereich „Tiermedizin“ einen
dolchartigen Gegenstand aus Stahl
in die Hand. „Ein Trokar!“ Damit
Brandeisen fürs Vieh.
wurden aufgeblähte Kühe vor dem
Tod gerettet. „Mit einem gezielten
Stich, zwei Finger breit hinter der
letzten Rippe, sorgte meist der
Landwirt selbst dafür, dass das Gas
aus dem aufgeblähten Pansen entweichen
konnte.“
Spezialsensen für
Getreideernte
Schon vorher in Augenschein genommen
wurden verschiedenste
Heu- und Mistgabeln, Torfschaufeln,
-stecher und -schneider. An
einem an der Decke hängenden
Holzgestell wurden früher frischgebackene
Brote aufgespießt, um
sie so für gefräßige Mäuse unzugänglich
zu machen. Dahinter steht
ein großer Holztrog mit innen abgerundeten
Ecken, damit der darin
angesetzte Sauerteig zum Backen
des Brotes besser entnommen
werden konnte. Auch an der Decke
hängend: Von Hand geflochtene
Reusen aus Hanfseilen, in denen
die im unweit entfernten Lech gefangenen
Fische aufbewahrt und
frischgehalten wurden. Wiederum
an der Wand lehnend: Ein kleiner,
mit Verzierungen bemalter Eierschrank
– die Halterung im Inneren
zeigt, um wie viel kleiner die Eier
früher waren im Vergleich zu heute.
Neben klassischen Sensen zum
Mähen von Gräsern und Kräutern
stechen auch speziell konzipierte
Sensen für die Ernte von Getreide
ins Auge. Oder gusseiserne Waffeleisen,
unter anderem mit herdplattenähnlicher
Unterlage, die
passgenau in die kreisrunde Aussparung
eines Holzofenkochfelds
eingefügt werden konnte. Wenige
Schritte weiter: Zaumzeug und Geschirre
für Ochsen und Pferde, die
bis in die 1950er und 1960er Jahre
hinein wichtigste Arbeitstiere für
Landwirte waren, dann Schritt für
Schritt durch Traktoren ersetzt wurden.
„Und hier eine Nähmaschine –
die erste, die es damals mit Motor
gegeben hat“, betont Dr. Volker
Zahn. Aber auch handgemachte, in
diesem Falle sogar noch nie getragene
Lederstiefel. „Wahrscheinlich
ist derjenige, für den die Stiefel
geschustert wurden, vor dem ersten
Tragen verstorben“, vermutet
Jakob Leicher, der an dieser Stelle
zwei spezielle Halterungen mit
Handgriffen hervorzieht. Es handelt
sich um Anziehhilfen für diese
Stiefel. „Im Schaft der Stiefel sind
extra Schlaufen eingenäht worden,
wo man die Anziehhilfe einhängen
kann.“ Plötzlich: Stolpergefahr!
„Unter diesem Deckel führt ein
Rohr nach unten, über das früher
das hier oben gelagerte Getreide
in Säcken abgefüllt wurde.“
Dazu passend: Eine Brechmühle
zur Herstellung von Schweine- und
Hühnerfutter aus Getreide. „Das
wurde nicht gemahlen, sondern
gebrochen.“
Plötzlich vibriert
der Boden
Wer sich für Geschichte, Landwirtschaft
und altes Handwerk interessiert
(Kontakt: 08861 / 680073,
brigitte.zahn@googlemail.com),
könnte sich hier tagelang aufhalten.
„Wir haben ja noch zwei
Räume“, sagt Dr. Volker Zahn
und macht einen großen Schritt
über den steilen Treppenabgang
hinweg. Nur so gelangt man in
die danebenliegende Schreiner-,
Zimmerer- und Wagnerwerkstätte.
An der Wand über der Werkbank
hängt ein sogenanntes Hohlbeil.
„Das diente zum Aushöhlen von
schlanken Baumstämmen oder
Balken, aus denen früher Dachrinnen
gefertigt wurden.“ Links
davon: Mehr als ein Dutzend bestens
erhaltende Handhobel, auch
breiten- und tiefenverstellbare zur
Herstellung von Nuten. Plötzlich
wird es laut, vibriert der Bretterboden,
als hätte es ein mittelstarkes
Erdbeben. „Mach lieber wieder
aus“, ruft Jakob Leicher Dr. Volker
Schier unzählige Exponate. Hier
im ehemaligen Kornkasten.
Zahn zu. Der Inhaber demonstrierte
kurz, dass die mit Elektromotor
betriebene Transmission für Drechselbank,
Kreis- und Bandsäge sowie
Schleifstein auch heute noch
bestens funktioniert. Jakob Leicher
holt derweil ein anderes, beilähnliches
Werkzeug von der Wand. „A
Broatbeil“. Zu Deutsch: Breitbeil,
mit dem anno dazumal Balken von
Hand auf Maß geschlagen wurden.
Nachdem auch Drill- und Schälbohrer
genauer betrachtet wurden,
ging‘s wieder hinaus aus der Holzwerkstätte.
„Jetzt stehen wir in der
Schlosser- und Metallwerkstätte.“
Wobei das dort liegende Steinbeil
zum Bearbeiten von Tuffstein
verwendet wurde. Der Dengelhammer
daneben diente dagegen
zum Schärfen der Schneiden von
Sensen. Auch verschiedenste Meißel,
Spaltkeile und Lötkolben sind
zu entdecken, ehe es vorsichtig
wieder die steile Treppe hinuntergeht
– auch unten verstecken
sich mit Heuwender, Sämaschine,
Strohschneider sowie schatzkistenähnlicher
Truhe, befüllt mit tischtennisballgroßer
Schmiedekohle,
jede Menge im Original Erhaltenes.
„Diese Vielfalt zeigt, dass der
Schallhammerhof früher einer der
größten und wohlhabendsten in
der Gegend gewesen sein muss
und in der Lage war, sich nahezu
vollständig autark zu versorgen.“
Ob Wagner, Schreiner, Zimmerer,
Schlosser, Schmied, Schuster, Bäcker,
Käser, Milchbauer, Torfstecher,
Agrarlandwirt – hier wurde nahezu
alles professionell praktiziert. Der
2016 verstorbene Pollinger Raritätensammler
Dominikus „Mini“
Weiß meinte sogar, dass es sich
im Stadel des Schallhammerhofs
um die bedeutendste bäuerliche
Sammlung in ganz Oberbayern
handle. Dr. Volker Zahn war es allerdings
nicht nur deshalb wichtig,
diesen geschichtsträchtigen Schatz
zu entstauben. „Wer die Vergangenheit
nicht kennt, kann die Gegenwart
nicht verstehen und die
Zukunft nicht gestalten.“
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mai / juni 2026 | 43
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Saisonal und regional – Spargelrezepte der Hauswirtschafterei
Suppe, Risotto und Arme Ritter
Kohl
rabi
-Spa
parg
el
-Sup
uppe
pe
Altlandkreis | Spargel ist in vielerlei
Hinsicht gesund. Aufgrund seines
hohen Wassergehalts von rund 90 (!)
Prozent gilt er als extrem kalorienarm,
dient insofern gut zum
Abnehmen. Er regt mit Kalium und
Asparaginsäure (sorgt für stinkenden
Urin) die Tätigkeit der Niere
an, sorgt somit für Entwässerung.
Spargel liefert wichtige Nährstoffe
wie Folsäure, Vitamin C, Vitamin
E, Vitamin B sowie Ballaststoffe.
Er ist außerdem leicht verdaulich,
unterstützt auch die Verdauung
und stärkt dank sogenannter Antioxidantien
(Schutzmoleküle, die
Zellen vor Schäden durch sogenannte
„freie Radikale“ bewahren)
das Immunsystem. Die ersten
Stangen konnten bereits Ende
März gestochen werden, so richtig
begonnen hat die Spargelsaison
dann zwischen Anfang und Mitte
April – und da sie noch traditionell
bis zum Johannistag am 24.
Juni anhält, bleibt genug Zeit, um
jede Menge leckere wie gesunde
Spargelgerichte auf den Esstisch
zu zaubern. Wer noch unschlüssig
ist oder ganz generell auf der
Suche nach neuen Rezepten? Die
drei Damen der Hauswirtschafterei
empfehlen im Rahmen dieser Mai /
Juni-Ausgabe eine Kohlrabi-Spargelsuppe,
ein Spargel-Risotto und
ein Gericht, dass Sie, liebe Leserinnen
und Leser, in eine frühere Zeit
versetzen wird: Die Rede ist vom
Gericht „Arme Ritter de luxe“, was
sowohl als Beilage wie auch als
Hauptgericht serviert werden kann.
Kohlrabi-Spargel-Suppe
Sp
ar
gell-Ri
Riso
sott
tto
ZUTATEN:
1 Kohlrabi
150 g weißer Spargel
150 g grüner Spargel 1 l Gemüsebrühe
2 EL Butter
Salz, Pfeffer
100 g Erbsen
50 g Sahne
Zum Anrichten:
Kräuter
ZUBEREITUNG: Den Kohlrabi schälen,
putzen und in Würfel schneiden.
Den weißen Spargel schälen
und putzen, den grünen Spargel
waschen und putzen. Beide Spargelsorten
in Stücke schneiden.
Die Gemüseschalen und die Randstücke
in der heißen Brühe ca. 20
Minuten kochen. Abgießen und
den Sud dabei auffangen.
Das Gemüse in der heißen Butter
anbraten. Mit dem Sud aufgießen.
Würzen und das Gemüse knapp
bissfest kochen. Die Erbsen und
die Sahne zufügen und fünf Minuten
weiterkochen.
Die fertige Suppe dann mit Kräutern
bestreut servieren.
Spargel-Risotto
ZUTATEN:
250 g Risotto-Reis
1 EL Butter
100 ml Weißwein
ca. 500 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
4 Stangen weißer Spargel
4 Stangen grüner Spargel
2 EL Butter
2 – 3 TL Bärlauchpesto
(siehe Rezept weiter rechts!)
Zum Anrichten:
100 g Cocktailtomaten
1 Packung Mini-Mozzarella
(à 125 g)
ZUBEREITUNG: Den Reis in der
heißen Butter anbraten. Mit dem
Wein und 150 ml Brühe ablöschen.
44 | altlandkreis
Ar
me Rit
itte
ter „de
lux
e“
Die Tomaten waschen und
halbieren. Den Mozzarella
abgießen und klein schnei-
den.
Das Pesto unter das Risotto rüh-
ren, Spargel, Tomaten und Mozzarella
unterheben.
eb
Bärlauchpesto
Arme Ritter „de luxe“
ZUTATEN:
8 große Scheiben Toast
Füllung:
400 g grüner Spargel
2 EL Butter
Salz, Pfeffer, Kräuter
100 g geriebener Bergkäse
Das Ganze würzen und
zugedeckt
ca. 25 Minuten bei schwacher
Hitze bissfest kochen. Dabei hin
und wieder umrühren und die
restliche Brühe nach und nach
zugießen.
Den weißen Spargel schälen und
putzen, den grünen Spargel waschen
und putzen. Beide in Stücke
schneiden und in der heißen Butter
anbraten. Mit Salz und Pfeffer
abschmecken.
ZUTATEN:
TE
50 g Bärlauch
4 EL Rapsöl
50 g geriebener Bergkäse
50 g gehackte Wal- oder
Haselnüsse
Salz
ZUBEREITUNG: Für das Pesto den
Bärlauch waschen, putzen und
trockenschleudern. Das Öl zuerst
mit etwas Bärlauch pürieren. Die
restlichen Zutaten nach und nach
dazugeben und so lange pürieren,
bis eine sämige Masse entstanden
ist.
Eiermilch:
4 Eier
200 ml Milch
50 g geriebener Bergkäse
Salz, Pfeffer
ZUBEREITUNG: Für die Füllung
den Spargel waschen und putzen.
In der heißen Butter bissfest braten
und würzen.
Die Zutaten für die Eiermilch gut
verrühren. Vier Scheiben Toast
kurz in der Eiermilch einweichen
und auf ein mit Backpapier ausgelegtes
Backblech legen. Den Spargel
halbieren und auf die Toastscheiben
verteilen. Mit dem Käse
und Kräutern bestreuen.
Den restlichen Toast ebenfalls kurz
in der Eiermilch einweichen und
auf die Füllung legen. Übrige Eiermilch
darauf verteilen und backen.
Die Backzeit beträgt 25 bis 30 Minuten
bei 200 °C (180 °C)
Tipp: Werden die „Armen Ritter“
als Hauptgericht serviert, dann ruhig
ein paar mehr zubereiten. Die
angegebene Rezeptmenge ist für
einen Brunch berechnet.
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“
wünscht gemeinsam mit der
Hauswirtschafterei gutes Gelingen
beim Ausprobieren der Spargelrezepte,
guten Appetit beim Verzehr
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mai / juni 2026 | 45
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„Er fährt sich wie ein Sportwagen“
EIRENSCHMALZ nimmt
Elektro-Sattelzug in Betrieb
Schwabsoien | Seit Anfang Februar
2026 hat die Eirenschmalz
Maschinenbaumechanik & Metallbau
GmbH einen Elektro-Lkw im
Fuhrpark – einen MAN eTGX. Für
das Familienunternehmen ist das
nicht einfach ein technisches Prestigeprojekt,
sondern ein logischer
Schritt innerhalb eines Energiekonzepts,
das über Jahrzehnte gewachsen
ist: eigene Erzeugung, effiziente
Nutzung und der Anspruch,
Energie möglichst im Kreislauf zu
denken und regional sinnvoll einzusetzen.
Firmengründer, Inhaber
und Geschäftsführer Anton Eirenschmalz
bringt diese Haltung im
Gespräch auf den Punkt: „Wir denken
in Kreisläufen.“
Der neue eTGX ist eine zweiachsige
Zugmaschine; mit Auflieger ergibt
das – wie im Fernverkehr üblich –
fünf Achsen. Eingesetzt wird das
Fahrzeug dort, wo die Elektrifizierung
heute besonders gut funktioniert:
auf planbaren Strecken mit
klaren Ladefenstern. „Wir fahren
damit Touren, die zu unserem Tagesablauf
passen – meist 250 bis
300 Kilometer, und am Nachmittag
ist das Fahrzeug wieder am
Standort,“ beschreibt Logistikleiter
Stefan Fedisch (40) die Praxis. Im
Alltag transportiert der E-Lkw vor
allem Metallteile direkt zu Kunden.
Laden am Standort: Ein
Baustein im Energiesystem
Dass ein Elektro-Sattelzug in einem
mittelständischen Betrieb funktioniert,
hängt nicht nur von Reichweite
und Technik ab, sondern von
Infrastruktur und Energielogik. Genau
hier sieht Eirenschmalz einen
entscheidenden Vorteil: „Der Lkw
wird ausschließlich bei uns geladen
– nicht bei Tankstellen oder
irgendwo unterwegs.“ Strom und
Logistik werden damit zusammen
gedacht: Wer am eigenen Standort
Energie erzeugt und steuern kann,
schafft die Grundlage für planbare,
wirtschaftliche E-Transporte.
Im Unternehmen ist dafür bereits
vieles vorhanden: Photovoltaik,
Blockheizkraftwerk und ein Energiemanagement,
das Lasten intelligent
verteilt. So lässt sich das
Laden in Zeiten hoher Eigenerzeugung
legen – oder, falls nötig,
in die Nacht verschieben. Parallel
wird die Ladeinfrastruktur ebenfalls
ausgebaut: „Momentan könnten
wir sogar zwei Fahrzeuge parallel
laden.“ Das ist ein Satz, der zeigt,
dass es nicht bei einem einzelnen
Vorzeige-Lkw bleiben muss –
auch wenn die Verantwortlichen
derzeit bewusst von einem Praxistest
sprechen.
Leise, direkt, digital:
Der eTGX im Alltag
Sohn Markus (v. li.) und Anton Eirenschmalz, Stefan Fedisch und Tim
Brinkmann vereint vor dem Neuzugang im Fuhrpark.
Anton und Alexandra
Eirenschmalz präsentieren
stolz den neuen E-LKW.
Wer Fedisch zuhört, merkt schnell:
Hier spricht jemand, der Fahrzeuge
nicht nur verwaltet, sondern sie
wirklich erlebt. Über das Fahrgefühl
sagt er: „Er fährt sich wie ein
Sportwagen.“ Gemeint ist damit
nicht bloß die Beschleunigung,
sondern die unmittelbare Leistungsentfaltung
und der insgesamt
entspannte Eindruck am Steuer.
Gleichzeitig verändert der elektrische
Antrieb die Wahrnehmung:
„Im Fahrerhaus ist es so leise, dass
man plötzlich Nebengeräusche
stärker hört – und das Einzige, was
richtig laut ist, ist die Hupe.“
Auch die Bedienung ist moderner
als bei vielen Dieselzugmaschinen:
Statt klassischer Außenspiegel
nutzt das Fahrzeug ein Kamerasystem
mit Monitoren. Fedisch
beschreibt die Umstellung so: „Am
Anfang muss man sich daran gewöhnen,
aber danach sieht man
an vielen Stellen mehr – auch weit
nach hinten.“ Für den Alltag in der
Logistik ist das nicht nur Komfort,
sondern kann auch Sicherheitsund
Präzisionsgewinne bringen,
etwa beim Rangieren oder beim
Spurwechsel auf der Autobahn.
Investition und Ausblick:
Erst Praxis, dann Skalierung
Natürlich bleiben Grenzen, die sich
aus Physik und Einsatzprofil ergeben.
Mit voller Beladung sinkt die
Reichweite, das ist im Betrieb einkalkuliert.
Und für bestimmte Touren
ist die Elektrifizierung derzeit
noch schwer darstellbar. Fedisch
formuliert es ohne Beschönigung:
„Wenn wir 500 bis 600 Kilometer
am Tag fahren müssten, müsste
der Lkw unterwegs nachladen –
und das wollen wir eigentlich
nicht.“ Deshalb setzt Eirenschmalz
zunächst auf Strecken, bei denen
das Fahrzeug zuverlässig zum Laden
zurückkommt.
Die neue Zugmaschine, mit 544 PS
und 26 Tonnen Nutzlast, kostete
nach Angaben des Unternehmens
259 000 Euro. Bestellt wurde sie
im Sommer 2025, geliefert Anfang
2026 – und damit zu einem
Zeitpunkt, als der eTGX noch als
eines der frühen Fahrzeuge dieses
Typs gilt. Im Fuhrpark stehen
insgesamt vier weitere große Lkw.
Ob nun Schritt für Schritt weitere
Elektro-Zugmaschinen folgen,
lassen die Verantwortlichen offen.
Der Ansatz ist klar mittelständischpragmatisch:
erst Erfahrungen
sammeln, Daten bewerten, dann
entscheiden.
Dabei schwingt im Gespräch stets
mit, dass das Projekt nicht nur
technisch, sondern auch kulturell
in den Betrieb passen soll. Alexandra
Eirenschmalz betont den
familiären Kern des Unternehmens:
„Uns ist wichtig, dass trotz
aller Größe das Familiäre erhalten
bleibt.“ Der eTGX wirkt vor diesem
Hintergrund nicht wie ein Marketing-Gag,
sondern wie ein weiterer
Baustein in einer langfristigen
Entwicklung – eingebettet in ein
Energiekonzept, das Eirenschmalz
seit Jahren konsequent vorantreibt.
Dietrich Limper
46 | altlandkreis
Gesunde Medienerziehung von Kindern
Smartphonefreie
Grundschulzeit
21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40
Altlandkreis | Weltweite Kommunikation
in Form von Text, gesprochenes
Wort oder via Video. Nahezu
unbegrenzter Wissenszugang
dank Internetverbindung rund um
die Uhr. Kamera, Wecker, Terminkalender
und Navi in einem. Beste
Unterhaltung durch Spiele, Filme,
Musik. Blitzschneller Zugriff zu
Tipps und Tricks für Berufsalltag,
Haushalt, Basteleien. Bequemes
Online-Shopping von der Couch.
Kontaktloses Bezahlen im Café
und an der Supermarktkasse.
Eintrittskarte für Fußballspiele,
Konzerte, Flüge. Die Vorteile, die
Smartphones mit sich bringen,
sind schier grenzenlos, wahnsinnig
praktisch und aus dem Alltag
nicht wegzudenken. Doch wie so
vieles im Leben, bringen diese
multimedialen Allzweckwaffen
im Hosentaschenformat auch jede
Menge Nachteile mit sich. Einer
davon: Die negativen gesundheitlichen
Auswirkungen durch zu viel
Nutzung. Allen voran bei Kindern,
die inmitten ihrer Entwicklung
stecken. Sie gilt es zu allererst vor
zu viel Smartphonekonsum und
damit verbundener Reizüberflutung
und deren Auswirkung auf
Körper, Geist und Seele zu schützen.
Konzentrationsschwäche,
Lernprobleme, Schlafstörungen,
Augenbelastung, Bewegungsmangel,
erhöhte Reizbarkeit,
starke Stimmungsschwankungen,
Sucht, Mobbing, soziale Defizite
aufgrund weniger Interaktion
mit echten Mitmenschen, ständige
Konfrontation mit Fake-News,
Gewalt, Pornos. Die Kehrseite der
Medaille von Smartphonenutzung
ist bereits erwiesenermaßen
schier uferlos. Auch hier in der
Region wird zunehmend dahingehend
sensibilisiert. Mitte März
zum Beispiel veröffentlichte das
Landratsamt Weilheim-Schongau
eine Pressemitteilung zum Thema
„Smartphonefreie Grundschulzeit“,
nachdem bereits im Februar
eine Online-Infoveranstaltung zu
„Erst smart. Dann phone. Für eine
smartphonefreie Grundschulzeit“
stattgefunden hatte – und auf großes
Interesse stieß: 37 Leiterinnen
und Leiter von hiesigen Schulen,
auch Vertreterinnen und Vertreter
von Elternbeiräten sowie Lehrkräfte
informierten sich im Zuge dessen,
wie Kinder und Jugendliche
künftig besser geschützt werden
können vor zu viel Medienkonsum
im Klassenzimmer und auf dem
Pausenhof.
Irland dient hier
als Vorbild
Teil dieses Seminars war auch die
Publikation von Statistiken, die die
Tragweite des Problems von zu
viel Online-Konsum dick und fett
unterstreichen. Laut einer bereits
veralteten KIM-Studie aus 2024
(KIM steht für Kinder, Internet,
Medien) besitzen rund 70 Prozent
aller Zehn- bis Elfjährigen
ein eigenes Smartphone, welches
sie auch nahezu ausnahmslos
bei Treffen mit Freundinnen und
Freunden immer mit dabeihaben
und folglich auch nutzen. Ergebnis:
Nutzungszeit stark ansteigend.
Konkret besorgniserregend
ist eine ebenfalls nicht mehr ganz
aktuelle Studie der DAK aus 2024,
nach der 660000 Kinder und Jugendliche
im Alter von zehn bis 17
Jahren bereits nachweislich Suchtprobleme
aufgrund von (zu viel)
Smartphone-Nutzung aufweisen.
Wobei es dafür gar keinen Blick
mehr in Statistiken braucht. Auch
hier im ländlichen Raum fallen
immer mehr Kinder, Jugendliche
aber auch Erwachsene auf, die
regelrecht ferngesteuert, weil auf
das Handy starrend, die Straßen
entlangspazieren. „Im Internet
gibt es kein Nichtschwimmerbecken“,
sagt dazu Verena Holler,
Gründerin von „Smarter Start ab
14“, was auf einem Erfolgsmodell
aus Irland fußt. Dort setzen
hunderte Schulen auf freiwillige
Elternvereinbarungen, unterstützt
durch die Regierung. Heißt: Eltern
erlauben dort ihrem Kind
im Grundschulalter weder ein
eigenes internetfähiges Smartphone
noch einen eigenen Social
Media-Account. Hierzulande kann
eine ähnliche Umsetzung über
Schulkonferenzen, Elternabende
ab der ersten Klasse sowie über
eine Integration in einen Schulmanager
erfolgen. Insofern ein
spannender Ansatz, der mit Maß
und Ziel sicherlich Früchte tragen
würde hinsichtlich mehr Schlaf,
mehr Bewegung, mehr freie Zeit,
bessere psychische Gesundheit,
stärkere Selbstregulation, gefestigte
soziale Kompetenzen und
Raum für Hobbys und kreative
Entwicklung.
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Alles im Stehen – 38 Motive im Alter von 88
Bayerns ältester
Maibaummaler
Steingaden | Wenn am 1. Mai in
Schongau und Umgebung rund
ein Dutzend frischgeschmückte
Maibäume neu aufgestellt werden,
kann sich Malermeister Roman
Fischer entspannt zurücklehnen
– und voller Stolz beobachten,
wie seine Arbeit einmal mehr auf
die Betrachter wirkt. Der mittlerweile
88-Jährige dürfte mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit Bayerns
ältester Maibaummaler sein. „Eigentlich
habe ich nach 2022 schon
gesagt, dass es mein letztes Mal
gewesen war.“ Doch warum eine
seit 1970 währende Leidenschaft
an den Nagel hängen, wenn diese
vom ganzen Dorf in hohem Maße
geschätzt wird – und es Geist und
Körper nach wie vor zulassen?
Letztlich war es den Vorsitzenden
des Steingadener Trachtenvereins
„Almfrieden“ gelungen, Roman
Fischer ein weiteres Mal zu überreden.
Dass es ausgerechnet zum
Rücktritt des Rücktritts mehr zu
tun gab als jemals zuvor, machte
dem rüstigen Rentner nichts aus.
Ganze 38 Zunfttaferl hat er die
vergangenen Wochen und Monate
restauriert oder komplett neu
bemalt, in Summe 85 Arbeitsstunden
investiert. Das Allerwichtigste
dabei: Ein Auge für Details, ein
tiefgehendes Gespür für Tradition
und Brauchtum, viel Geduld,
Freude bei der Arbeit, Fantasie,
künstlerisches Talent sowie passende
Ausrüstung und geeignetes
Material. Angefangen mit
kräftiger, witterungsbeständiger
Rostschutzfarbe, die auf Alu und
Blech besonders gut haftet. „Zum
Beispiel die Komplementärfarben
Rot, Gelb, Blau, aber auch gebrochenes
Weiß und einen satten
Schwarzton – in Summe reden wir
von rund zwölf Grundfarben, aus
denen ich letztlich jeden Farbton
mischen kann, den ich brauche.“
Gemischt wird, ganz klassisch, auf
dem umgedrehten Deckel eines
Farbkübels.
Wenn’s zu
anstrengend wird
Pinsel, zum Teil noch „die guten
alten aus der Anfangszeit vor 50
Jahren mit im Original erhaltenen
Schweinsborsten“, hat Roman
Fischer Dutzende zur Verfügung.
Ebenso einen Malstock. Er dient
als Auflage der pinselführenden
Hand, ermöglicht ein stabileres
und ruhigeres Führen und verhindert
obendrein ein Verwischen
noch nasser Farbe, da die Hand
nicht direkt auf dem Zunfttaferl
aufliegt. Weil die „Taferl“ recht
groß, schwer, aufgrund rückseitig
angebrachter Halterungen sperrig
und auch unterschiedlich geformt
sind, können sie auch nicht an einer
Staffelei fixiert werden. „Ich
habe hier einen speziellen, Schragen-artigen
Tisch, auf den ich die
Taferl legen kann.“ Roman Fischer
mit seinen jungen 88 Jahren malt
insofern nicht im Sitzen, sondern
im Stehen. „Nach fünf Stunden am
Stück muss ich aufhören, weil’s
dann zu anstrengend wird für
die Füße.“ So lange aber ist der
Künstler damals wie heute tiefenfokussiert,
voll in seinem Element.
„Wenn ich anfange zu Malen, vergesse
ich drumherum alles.“ Ein
Zustand, in dem der Künstler auch
nichts anderes braucht. „Bei mir
läuft auch kein Radio.“ Nur er, die
Malermeister Roman Fischer, 88, beim Bemalen von Zunfttaferln.
48 | altlandkreis
Bereit für das große Aufstellspektakel
am 1. Mai: Gasthof Post, (von
links), Feuerwehrwappen, Metzger
und Holzarbeiter (unten).
Farben, Pinsel, Taferl und entsprechenden
Motive. „Von Gemeindeund
Vereinswappen über Motive
zu traditionellem Handwerk von
früher bis hin zu Ansichten von
Firmen, Landschaften und Ortsansichten,
wie sie heute vorzufinden
sind, ist da alles dabei.“ Insofern
braucht es aus Sicht des Malers
auch stets ein hohes Maß an Offenheit
– Alt und Neu, altmodisch
und modern.
Würde rund
5 000 Euro kosten
Ein absolutes Lieblingsmotiv hat
Roman Fischer deshalb nicht, sieht
in allen Werken etwas Besonderes.
Der Kopf einer Kuh mit zwei sich
kreuzenden Abbildungen eines
Beils sowie einem danebenstehenden
Mann in Schürze stellt das
Metzgerhandwerk dar. Zwei Männer
im Wald, der eine mit Axt, der
andere mit „Wiagsäg“, erinnern
an die Waldarbeiten noch ohne
hochmoderne Maschinen zurück.
Ein unter Denkmalschutz stehendes
Gebäude mit den Aufschriften
„Zur Post“ und „Metzgerei“
zeigen das frischrenovierte Gasthaus
am Marktplatz Steingaden,
worin heuer auch die Maifeier
nach erfolgreichem Aufstellen des
Baumes stattfinden wird. Ein angebundenes
Pferd sowie ebenfalls
in Schürzen gekleidete Männer
stehen an einem Ambos, halten
Hammer, Zange und glühendes
Eisen in der Hand. „Das stellt natürlich
den Beruf des Hufschmieds
darf“, sagt Roman Fischer, der an
dieser Stelle doch noch etwas hervorheben
möchte: „Plattler und
Dreherin unseres Trachtenvereins
– die sind mir besonders wichtig,
weil sie den Brauch seit Jahrzehnten
pflegen und federführend umsetzen
bei uns im Dorf.“ Und Roman
Fischer wahrscheinlich auch
in vier bis fünf Jahren nochmals
versuchen werden zu überreden,
sofern es Alter und Gesundheit
zulassen. Denn eines ist auch
klar: Einen begabten Künstler mit
Herzblut für Tradition, Brauchtum
und Ehrenamt im eigenen Dorf zu
haben, ist allein aus finanzieller
Sicht ein echter Segen. „Wenn wir
die professionellen Malerarbeiten
nach extern vergeben müssten,
wären das bei 85 Stunden Kosten
von rund 5000 Euro – das sind
Summen, die ein Verein ehrenamtlich
kaum stemmen kann“,
betont an dieser Stelle Geog Sieber,
amtierender Vorsitzender des
Trachtenvereins „Almfrieden“. Roman
Fischer sieht das ganz genauso
und hofft natürlich, dass sich –
wann auch immer – ein geeigneter
Nachfolger findet, der ähnlich
wenig verlangt wie er selbst. Denn
eines ist klar: Jünger wird der
älteste Maibaummaler Bayerns
nicht mehr. Er wäre aber sehr erfreut
darüber, dass der Brauch des
Maibaumaufstellens langfristig erhalten
bleibt.
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Dritte Auflage von „Welfs Erbe“ – Premiere am 18. Juli
Historisches Freilichtspektakel
auf Kopfsteinpflaster
Steingaden | Oft braucht es einen
unvoreingenommenen Blick von
außen, um Besonderheiten zu entdecken
– und Potentiale zu entfalten.
Bei Karl Müller-Hindelang war
genau das der Fall, als er vor mehr
als 30 Jahren aus Martinszell im
Allgäu nach Steingaden gezogen
war, um als Wallfahrtsreferent für
die Wieskirche zu arbeiten. „Als ich
den Marktplatz damals zum ersten
Mal entdeckt habe, kam mir sofort
der Gedanke: Das wäre die perfekte
Kulisse für ein historisches
Erdrakete
Freilichttheater.“ Flächendeckendes
Kopfsteinpflaster, denkmalgeschützte
Gebäude, dicke Mauern
mit Zugang zu Friedhof und Kirche,
die gen Himmel ragenden
Türme des Welfenmünsters sowie
ein malerischer Torbogen versetzten
Besucher tatsächlich zurück in
eine längst vergangene Zeit. Wenige
Jahre später wurde aus seiner
Vision Wirklichkeit, die von ihm
verfasste Geschichte „Welfs Erbe“
als Freilichtspiel erstmals inszeniert.
Im Mittelpunkt des Spiels:
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E-Mail: oswald-steingaden@t-online.de
Die Gründung des Klosters Steingaden
im Jahre 1147 durch Welf
VI, ebenso das dramatische Ende
des Klosters durch die Säkularisation
im Jahre 1803. Insofern ein
Stück mit breitem Zeitfenster, das
die Schicksale von Mönchen, Adeligen
und einfachen Dorfbewohnern
über mehrere Jahrhunderte
hinweg miteinander verknüpft.
Und das auf ganz besondere Weise:
Komplett ehrenamtlich mit
Darstellern ausschließlich aus
Steingaden und Umgebung. Weil
bereits die Premiere im Jahre 1997
derart gut angekommen war bei
Einheimischen wie Auswärtigen,
neben den rasch ausverkauften
Fixterminen sogar kurzerhand
organisierte Zusatzvorstellungen
bestens besucht waren, war den
Machern schon damals klar: Dieses
Spiel schreit nach einer Wiederholung.
„Nicht nur wegen des
riesengroßen Andrangs, sondern
Diese Szene stammt aus dem Freilichtspiel im Jahre 2003.
insbesondere auch wegen dem
Geist, der dadurch in unserem Dorf
entfacht wurde.“ Steingaden hat
ein rühriges Vereinsleben, wobei
viele Sparten ihr jeweils eigenes
Ding machen. Im Rahmen dieses
Spiels aber kommen Alt und Jung
aus allen Schichten sowie von unterschiedlichen
Interessen zusammen.
Das schweißt zusammen,
stärkt das Miteinander. Genau das
ist den Machern von „Welfs Erbe“
Als Bühne dient der Marktplatz vor dem Welfenmünster.
auch bei der zweiten Inszenierung
im Jahr 2003 geglückt – und auch
für heuer wieder der wohl größte
Wunsch eines in Summe riesengroßen
Projekts.
Zum Ritter-Shopping
nach Hall
Der Saal im örtlichen Gasthof Graf
war rappelvoll, als im Februar
2025 zum Infoabend für das Freilichtspiel
im Sommer 2026 eingeladen
und gefragt wurde: Wer
hat Lust, aktiv mitzuwirken? Das
Resultat: 45 besetzte Sprechrollen
im Alter von acht bis 68 Jahren,
darunter 14 Frauen und vier Kinder.
80 Männer und Frauen, die
einen Chor bilden werden. Neun
Ritter, hoch zu Ross. Acht Soldaten,
ebenfalls hoch zu Ross (siehe
Seite 52 / 53). In etwa 30 Gaukler,
zwei Kutscher, bis zu 15 Schusser-Kinder
– damit gemeint sind
spielende Kinder. Hinzu kommen
Maskenbildner, Schneider, Lichtund
Tontechniker, Bühnenbildner,
Ticketverkäufer, Caterer sowie viele
weitere fleißige Helfer, die im Hin-
50 | altlandkreis
Spaß, Speis und Trank: Ritter und Gaukler aus 2003.
tergrund ddes Stücks mitarbeiten. bit In erhalten hlt auch hheuer zum Einsatz
23. Juli, Freitag, 24. Juli, Samstag,
Summe wirken bei Welfs Erbe dieses
kommen werden. Lediglich der 25. Juli, Donnerstag, 30. Juli, Freitag,
Jahr rund 300 Menschen mit!
Regie führen: Autor Karl Müller-
Hindelang, die auch im Hauptberuf
als Regisseurin tätige Münchnerin
Giesela Schmitz sowie Dramaturg
Welf wird einen neuen, maßangepassten
Mantel bekommen. Obendrein
ging’s vor wenigen Wochen
zum Ritter-Shopping nach Hall
in Tirol, wo unter anderem neue
31. Juli, Samstag, 1. August,
Freitag, 7. August und Samstag, 8.
August, ebenfalls jeweils um 20.30
Uhr. Vorverkaufskarten sind bereits
erhältlich, können in der Tourist
Christian Schönfelder. Die ersten Kettenhemden aus echtem Stahl Information Steingaden (Dorfmitte
Leseproben, zwei Mal die Woche gekauft wurden.
neben Rathaus) für 43 Euro
im örtlichen Pfarrheim, haben
erworben werden, ebenso online
bereits im Januar begonnen. Ab Tribüne mit 714 Plätzen unter www.welfenbühne.de. Wobei
Schüler und Studenten weni-
Juni geht’s hinaus ins Freie, wird
bereits auf dem Marktplatz selbst Nun heißt es: Weiterhin fleißig ger zahlen. „Ein Preis, der auf den
geprobt – unter anderem dann Proben, um die vielen einzelnen ersten Blick hoch erscheinen mag
auch mit Reiterei, Musik, Statisten Rollen und Szenen, ausschließlich in einer Zeit, in der die Lebenskosten
und allem, was dazugehört. Sorge,
insgesamt sehr hoch sind –
durch Laiendarsteller besetzt, zu
dass im Rahmen dessen schon
im Vorfeld zu viel verraten wird?
„Diesen Gedanken hatten wir bei
den ersten Proben im Freien 1997
auch, stellten hinterher aber fest,
dass dies die wohl beste Werbung
überhaupt war, die Menschen eher
neugierig gemacht, zur offiziellen
Aufführung zu kommen“, bekräftigt
einem homogenen Spiel zusammenzuführen.
Denn Fans aus Nah
und Fern, die noch heute von 1997
oder 2003 schwärmen, haben natürlich
eine durchaus hohe Erwartungshaltung
aufgrund der Erfolge
in der Vergangenheit. Einige scharren
sprichwörtlich schon mit den
Hufen und können es bis zum Tag
gemessen an dem immensen Aufwand,
den wir für dieses in der
Region einzigartige Freilichtspiel
betreiben, müssten wir eigentlich
viel mehr verlangen und sind
obendrein deutlich günstiger als
vergleichbare Kulturveranstaltungen
dieser Größenordnung“, betont
an dieser Stelle Andreas Nöß,
Karl Müller-Hindelang. Eine der Premiere kaum erwarten. Die Vorsitzender der Kulturstiftung
weitere Besonderheit im Rahmen
des Stücks: Die handgenähten Kostüme,
die überwiegend noch aus
der Zeit der Uraufführung bestens
findet statt am Samstag, 18. Juli,
mit Beginn um 20.30 Uhr, gefolgt
von neun weiteren Vorstellungen.
Die sind angesetzt für Donnerstag,
Steingaden. Auch erwähnenswert:
Die 22 Meter breite, 9,5 Meter hohe
und rund 15 Meter tiefe Tribüne,
die für das Spiel auf der Westseite
des Marktplatzes errichtet wird. Sie
> > > TICKETS ZU GEWINNEN
bietet Platz für insgesamt 714 Personen,
darunter auch (ganz unten)
mehrere Plätze für Menschen mit
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost für die Premiere von
„Welfs Erbe“ auf dem Marktplatz in Steingaden 3 x 2 Tickets.
Schicken Sie uns bis Ende Mai eine Postkarte mit dem Stichwort
„Freilichtspiel“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting.
Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der
Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!
Behinderung. Insofern ein kulturhistorisches
Spektakel für Alt und
Jung aus Nah und Fern, dass mit
fast 200 Darstellern, einem riesengroßen
Chor, Blasorchester sowie
echten Pferden tief unter die Haut
gehen wird.
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mai / juni 2026 | 51
Welfs Erbe und die Rolle des Pferdes
Kutscher, Reiter, Ritter
Steingaden | Bis 1 200 nach Christus
lebten im heutigen Deutschland
noch Urwildpferde. Wolf,
Braunbär und Luchs waren damals
deren natürlichen Feinde.
Um sich vor tödlichen Angriffen
dieser Raubtiere zu schützen, war
eine bewährte Methode die Herdenverteidigung
– Stuten stellten
ihre Fohlen in die Mitte eines Kreises
und verteidigten sich sowie
ihren Nachwuchs durch kräftige
Huftritte. Noch bewährter: Die Gefahr
frühzeitig erkennen, ihr aus
dem Weg zu gehen. Dank seitlich
stehender Augen ist Pferden ein
fast vollständiger Rundumblick
möglich, sie hören dank drehbarer
Ohren sehr gut in alle Richtungen
und reagieren äußerst sensibel
auf Bodenerschütterungen. Die
wohl wichtigste Schutzfunktion
von Wildpferden aber war die des
Flüchtens. Mit Sprintgeschwindigkeiten
von bis zu 70 Stundenkilometern,
gepaart mit hoher
Ausdauer, konnten sie sich sogar
vor größeren Wolfsrudeln erfolgreich
in Sicherheit bringen. Den
Kampf verloren haben sie letztlich
nur gegen einen: Den Menschen,
der sie immer stärker bejagt, eingefangen
und mehr und mehr zu
seinen Arbeits- und Haustieren
domestiziert hat. Heute gibt es
von Natur aus echt wildlebende
Pferde nur noch in der Mongolei –
alle anderen wildlebenden Pferde,
zum Beispiel in China, USA,
Kanada, Frankreich und Spanien,
wurden wiederangesiedelt oder
gelten als halbwild. In Deutschland
dienen Pferde heutzutage
nahezu ausschließlich dem Sport,
der Zucht, sowie dem Freizeitvergnügen
von uns Menschen. Trotz
dieser Entwicklung vom wildlebenden
Pferd zum Haustier hat
sich eine Sache von damals zu
heute aber kaum verändert: Das
instinktive Fluchtverhalten von
Pferden. Genau deshalb ist die Arbeit
mit Pferden für uns Menschen
stets mit Vorsicht und Habachtstellung
zu genießen. Und das mit
großer Spannung erwartete Freilichtspiel
in Steingaden eine ganz
besondere Herausforderung. Denn
auch bei „Welfs Erbe“ (siehe Seite
50 / 51) spielen jede Menge echte
Pferde mit.
Nebel, Lichter, Fackeln,
Zuschauer
Da es in Steingaden keinen reinen
Reit- und Fahrverein gibt, „sind
wir von den Ulrichsreitern mit
der ehrenvollen Aufgabe betraut
worden“, sagt Landwirt Thomas
Pfeiffer, erster Vorsitzender der
Ulrichsreiter, selbst leidenschaftlicher
Rosserer und einer, der nichts
dem Zufall überlassen möchte:
Bereits im Herbst 2025 hat er damit
angefangen, regelmäßig von
seinem Hof im Weiler Litzau hinunter
auf den Steingadener Marktplatz
zu reiten. „Damit sich meine
Pferde bestmöglich an den Ort
des Geschehens gewöhnen.“ Mit
seinen „alten Hasen“, ein Wallach
mit 17 Jahren und einer Stute mit
18 Jahren, wäre das wahrscheinlich
gar nicht notwendig. „Die
haben bereits Bühnenerfahrung,
waren bei Wunder Wies und Die
Anstifter dabei.“ Altersbedingt
setzt der Landwirt heuer aber auf
seine beiden jüngeren im Stall –
die Stuten Gloria und Josefa, jeweils
vier Jahre jung und noch
ohne Festspielerfahrung. „Bin
aber sehr zuversichtlich“, sagt ihr
Halter voller Überzeugung. Auch
deshalb, weil sie bereits bei ersten
Umritten erfolgreich dabei
gewesen waren. Nur ein Festspiel
mit 714-Personen-starker
Besuchertribüne? Jede Menge
blendender Scheinwerfer? Künstlich
erzeugtem Nebel? Unebenes
Kopfsteinpflaster als Untergrund?
Mit brennenden Fackeln durch den Nebel: Welf VI. und seine Ritter.
52 | altlandkreis
Aus dem Scheinwerferlicht in die dunkle Nacht:
Reitende Ritter auf Kaltblütern.
Und verdammt viele Menschen
in unmittelbarer Nähe? „Das
wird für alle Pferde, die am Spiel
teilnehmen, absolutes Neuland
sein“, bekräftigt Thomas Pfeiffer
die Wichtigkeit der Festspielproben
mit Pferd, die Anfang Juni beginnen
werden. „Da zeigt es sich
dann, ob die Rösser, die Stand
jetzt vorgesehen sind, auch tatsächlich
dafür geeignet sind.“ Die
Rede ist von insgesamt knapp 20
Pferden, die bei „Welfs Erbe“ zum
Einsatz kommen werden. Überwiegend
handelt es sich dabei um
Rösser der Rasse Süddeutsches
Kaltblut – das einstige Arbeitspferd
hiesiger Landwirte gilt als
vergleichsweise ruhig, kraftvoll
und gutmütig. Darüber hinaus
werden zwei Warmblüter vor eine
Nobelkutsche gespannt. Die gelten
als schlanker, größer, sportlicher
aber auch deutlich temperamentvoller.
zu Ross sein
werden unter
anderem sechs
bis sieben Soldaten
sowie der
Welf, der wiederum
von acht
Rittern begleitet
wird. Während
die einen ganz
gemütlich auf
den Platz reiten,
kommen andere
in flottem Trab
daher und reiten in diesem zügigen
Tempo sogar durch eine Menschenmasse
von Schauspielern,
die kurz vorher nach rechts und
links zur Seite weicht. Allein die
Vorstellung, wie die Ritter in ihren
Rüstungen, hoch zu Ross, mit Fackeln
in der Hand, durch künstlich
erzeugten Nebel hindurchreiten,
ist filmreif. „Manche Pferderollen
werden sogar doppelt besetzt
sein – und es kann auch sein, dass
die kommenden Wochen noch
der eine oder andere Reiter dazukommt.“
Klare Vorgaben gab es
von Seiten der Abteilung „Pferd“
nämlich nicht für die Rollenbesetzung
mit Pferd. „Wir haben es
den Pferdehaltern aus Steingaden
und Umgebung offengelassen, ob
und mit welcher Pferderasse sie
teilnehmen möchten.“ Wichtig sei
nur gewesen, dass die Teilnehmer
ihre Pferde einschätzen können
und für ein solches Spektakel als
geeignet ansehen. „Es gibt, wie
unter uns Menschen auch, Pferde,
die vor oder bei besonderen
Veranstaltungen extrem nervös
werden.“ Ein vor Schreck durchgehendes
Pferd wäre im Rahmen
von „Welfs Erbe“ allein deshalb
fatal, weil es für Ross, Reiter, Kutscher,
Publikum und Schauspieler
kaum Ausweichmöglichkeiten
gibt. Schließlich spielt sich alles
im Zentrum des Marktplatzes von
Steingaden ab, umgeben von hohen
Gebäuden, Mauern, Torbogen
und dieser großen Tribüne.
Insofern eine spektakuläre Kulisse,
die auch den vierbeinigen
Schauspielern sicherlich in ewiger
Erinnerung bleiben wird. Im Idealfall
ohne Fluchtreflex, weshalb
Thomas Pfeiffer bereits in wenigen
Tagen wieder hinunterreiten
wird zum Marktplatz. Und dabei
hofft, dass möglichst viel Trubel
herrscht. „Fußgänger, Radfahrer,
Autos – je mehr, desto besser.“
Dann sollte es auch bei der ersten
Probe mit Pferden Anfang Juni
und bei der Premiere am 18. Juli
unfallfrei klappen mit einem Freiluftspiel,
das unter anderem im 12.
Jahrhundert spielt. Insofern in genau
jener Zeit, in der in Deutschland
die letzten Wildpferde gelebt
haben.
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Freitag
12. Juni
2026
11 - 18 Uhr
Im Trab übers
Kopfsteinpflaster
Ohne zu viel verraten wollen, gibt
Thomas Pfeiffer an dieser Stelle
die einzelnen Rollen von Ross,
Reiter und Kutscher preis: Diese
Nobelkutsche samt Warmblütern
stellt Anton Schmerold aus dem
Steingadener Ortsteil Lauterbach.
Eine weitere, einfachere Kutsche
wird von zwei Kaltblütern gezogen
und von Christian Strauß aus Wildsteig
gelenkt. Alle anderen Pferde
werden im Spiel beritten. Hoch
Ziehen auch heuer die Kutsche: Warmblüter von Familie Schmerold.
mai / juni 2026 | 53
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1. Samstag im Monat 10 bis 16 Uhr
Folgesamstage 10 bis 14 Uhr
11.00 bis 17.00 Uhr
Open Season auf dem Parkplatz
Gustav Klein. Motorradweihe mit
gemeinsamer Ausfahrt und anschließendem
Beisammensein
19.00 bis 21.30 Uhr
Lechliebe – Lyrik, Musik, Bilder
des verstorbenen Autors Hans
Schütz im Ballenhaus am Marienplatz.
Anmeldung über VHS Schongau,
www.vhs-pfaffenwinkel.de
20.00 bis 22.00 Uhr
Themenführung „Mit Wein, Weib
und Wacht durch die Schongauer
Nacht“ Treffpunkt vor der Tourist
Information in der Weinstr. 11.
Kosten: 22 €. Infos und Anmeldung
unter touristinfo@schongau.de
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag
SCHONGAU
SO 03.05.
10.30 bis 15.30 Uhr
Literarischer Spaziergang auf
den Spuren der Henkerstochter
mit Oliver Pötzsch. Treffpunkt am
Rathaus in der Münzstr: 1-3. Kosten
49 €. Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder 08861 / 214181
PEITING
11.00 bis 17.00 Uhr
Tag der offenen Tür in der Straßenmeisterei.
Siehe Seite 12 /13
14.30 bis 18.00 Uhr
Tanz in Peiting im Pfarrsaal St.
Michael, Pfarrweg 1. Die „Original
Tanzfreunde“ laden ein,
das Tanzbein zu schwingen.
Unkostenbeitrag 8 €. Kontakt unter
0176 / 47150446
BERNBEUREN
14.00 bis 15.30 Uhr
Golf-Schnupperkurse auf dem
Golfplatz Stenz. Kosten 229 €.
Infos und Anmeldung unter www.
golfplatz-stenz.de oder 08860 / 582.
Siehe Anzeige Seite 23
LECHBRUCK
16.00 bis 18.00 Uhr
Flößermuseum geöffnet im
Weidach 10. Jeden Sonntag
BAD BAYERSOIEN
17.00 bis 20.00 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Eintritt 2,50 €. Jeden 1. Sonntag
PEISSENBERG
13.30 bis 16.30 Uhr
Bergbaumuseum geöffnet.
Jeden 1. und 3. Sonntag
LUDENHAUSEN
9.00 bis 17.00 Uhr
Preisplatteln der Aktiven des
Lechgaus beim Happerger in der
Hauptstr. 20
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag
PEITING
DI 05.05.
14.00 Uhr
Bankmuseum in der Raiffeisenbank
Pfaffenwinkel eG in der
Bahnhofstraße 26 geöffnet. Besichtigung
nur mit Anmeldung unter
08861 /6760. Jeden 1. Dienstag
LECHBRUCK
Ab 19.30 Uhr
Stammtisch der Motorradfreunde
im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag
STEINGADEN
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof in der
Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.
Jeden Dienstag und Donnerstag
SCHONGAU
MI 06.05.
11.00 bis 17.00 Uhr
Kleiderkammer in der Blumenstraße
2 geöffnet. Jeden Mittwoch
außer in den Ferien
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
PEITING
14.00 bis 17.00 Uhr
Museum im Klösterle geöffnet,
Kapellenstr. 1. Jeden Mittwoch
außer an Feiertagen
15.00 bis 15.30 Uhr
Vorlesestunde in der Bücherei in
der Kapellenstr. 1. Anmeldung unter
08861 / 59613 oder buecherei@
peiting.de
ALTENSTADT
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Veranstaltungen sind
für alle offen und kostenlos. Jeden
Mittwoch
BAD BAYERSOIEN
14.30 bis 17.30 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Eintritt 2,50 €. Jeden Mittwoch
KINSAU
14.45 bis 17.30 Uhr
Bücherstube im Turnraum der
Schule geöffnet. Jeden Mittwoch
15.00 bis 16.00 Uhr
Vorlesestunde im Turnraum der
Schule. Jeden Mittwoch
SCHONGAU
DO 07.05.
14.00 bis 17.00 Uhr
Gesellschafts- & Spielenachmittag
in der AWO. Infos unter
08861 / 3625. Jeden Donnerstag
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
18.00 Uhr
Whisky-Tasting bei Küche und Keller
in der Franz-Rupp-Str. 1. Infos
und Anmeldung unter www.kuechekeller.de.
Siehe Anzeige Seite 27
PETING
20.00 bis 22.00 Uhr
Conny und die Sonntagsfahrer –
Musik liegt in der Luft in der
Schloßberghalle. Tickets bei der
Tourist-Info am Hauptplatz 4 und
unter www.kultur-ticketshop.de
LECHBRUCK
16.00 bis 18.00 Uhr
Flößermuseum geöffnet im
Weidach 10. Jeden Donnerstag
STEINGADEN
14.00 bis 18.00 Uhr
Kameramuseum in der Füssener
Str. geöffnet. Jeden Donnerstag
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof in der
Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.
Jeden Dienstag und Donnerstag
ROTTENBUCH
11.00 bis 12.00 Uhr
Schaukäsen auf der Schönegger
Käse-Alm. Jeden Donnerstag
SCHONGAU
FR 08.05.
13.30 bis 15.30 Uhr
Treffen der Selbsthilfegruppe
Lunge für Asthma und COPD in der
AOK in der Blumenstraße 15. Infos
unter www.shg-lunge.de
15.00 bis 18.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt
von Frauen für Frauen in der
Passage, Münzstr. 9, mit Kunst,
Musik, Tand und viel guter Laune.
Jeden Freitag
PEITING
8.30 bis 12.00 Uhr
Bauernmarkt am oberen Hauptplatz.
Jeden 1. Freitag
19.00 bis 23.30 Uhr
Inklusiver Maitanz in der Schloßberghalle.
Alle tanzfreudigen mit
und ohne Behinderung sind eingeladen.
Die Band Funk Off sorgt
für Tanzlaune. Siehe Seite 23
BURGGEN
8.00 bis 18.00 Uhr
Schatzsuche beim Wichtelteam
im Energiepark 27. Siehe Anzeige
Seite 30
LECHBRUCK
19.30 Uhr
MSC-Clubabend im Gasthof Holler.
Jeden 2. Freitag
SCHONGAU
SA 09.05.
10.00 bis 12.00 Uhr
Kunst und Glaube im Pfaffenwinkel.
Treffpunkt vor der Klosterkirche.
Kosten: 13 €. Infos und Anmeldung
unter touristinfo@schongau.
de oder 08861 / 214181
PEITING
10.00 bis 14.00 Uhr
Familienflohmarkt im Sportstadion
in der Alfons-Peter-Str. 10.
Standgebühr 5 €. Anmeldung unter
ferienprogramm-peiting@web.de
oder per WhatsApp 0172 / 5985875
BIRKLAND
13.00 bis 16.00 Uhr
Pflanzenflohmarkt des OGV, Birkland
15. Infos unter 08869 / 9119983
LECHBRUCK
20.00 Uhr
Jahreskonzert der Musikkapelle in
der Lechhalle im Lechhallenweg 8
ROTTENBUCH
13.00 Uhr
Pflanzen-Flohmarkt im Fohlenhofgarten
BÖBING
14.00 bis 16.00 Uhr
Büchereicafè in der Kirchstr. 18
geöffnet. Kaffee und Kuchen und
viele Tipps für das individuelle
Lesevergnügen
SO 10.05.
Muttertag
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 12.00 Uhr
Tauschtag der Sammlerfreunde
Peiting und Umgebung für Briefmarken,
Postkarten und Münzen
im Rainer-Endisch-Saal
BIRKLAND
10.00 Uhr
Natur für die Frau. Naturkundliche
Wanderung für Frauen mit
Kräuterkunde und Naturkosmetik
in und um Birkland. Kosten: 15 €
Anmeldung und Infos unter www.
alpenwidderchen.de
LECHBRUCK
11.30 bis 14.00 Uhr
Muttertags-Buffet auf der Gsteig,
Gsteig 1. Kosten 42 € Tischreservierung
unter info@gsteig.de oder
08862 / 98770
PEITING
DI 12.05.
Ab 15.00 Uhr
Stammtisch der Frauen-Union
Peiting im Cafè Central am Hauptplatz.
Jeden 2. Dienstag
ROTTENBUCH
MI 13.05.
20.00 Uhr
Volkstanz-Seminar für alle in der
Gemeindehalle. Siehe Seite 22
SCHONGAU
DO 14.05.
Christi Himmelfahrt
14.00 bis 15.30 Uhr
Familien-Erlebnisführung „Mit
Schohu auf grosser Entdeckungsreise“.
Treffpunkt vor der Tourist
Information in der Weinstr. 11.
Kosten 7 €. Infos und Anmeldung
unter touristinfo@schongau.de oder
08861 / 214181
17.00 bis 18.30
Themenführung „Verborgenes,
Verschwundenes und kleine Juwelen“.
Treffpunkt vor der Tourist
Information in der Weinstr. 11.
Kosten 10 €. Infos und Anmeldung
unter touristinfo@schongau.de oder
08861 / 214181
20.00 bis 22.00 Uhr
Themenführung „Mit Wein, Weib
und Wacht durch die Schongauer
Nacht“. Treffpunkt vor der Tourist
Information in der Weinstr. 11.
Kosten 22 €. Infos und Anmeldung
unter touristinfo@schongau.de oder
08861 / 214181
LECHBRUCK
14.00 Uhr
Vatertagsfest im Schützenheim in
der Siebenbürgerstr. 31
> > > BLUTSPENDETERMINE ROTES KREUZ
Mo, 04.Mai 16.00 bis 20.00 Uhr Bad Kohlgrub, Kursaal
Di, 05. Mai 15.30 bis 20.00 Uhr Peißenberg, Tiefstollenhalle
Mi, 27. Mai 16.00 bis 20.00 Uhr Schongau, Jakob-Pfeiffer-Haus
Do, 28. Mai 16.00 bis 20.00 Uhr Ludenhausen, Happerger
Weitere Termine und Reservierung: www.blutspendedienst.com
mai/ juni 2026 | 55
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
SCHONGAU
SA 16.05.
16.00 bis 17.30 Uhr
Museumsführung „Vom Henker bis
zum Abt, von der Essiggurke zum
Gelage“. Treffpunkt im Stadtmuseum
in der Christophstr. 17. Kosten
11 €. Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder 08861 / 214181
LECHBRUCK
18.00 Uhr
Genuss auf der Gsteig – Summer
Opening BBQ, Gsteig 1. Kosten
129 €. Große Outdoor-Session mit
Smoker, Live-Cooking, BBQ, Drinks
und Live-Musik. Reservierung unter
info@gsteig.de oder 08862 / 98770
PEITING
SO 17.05.
10.00 Uhr
Süddeutsche Judomeisterschaften
Männer/Frauen im Sportzentrum
in der Alfons-Peter-Str. 10
BERNBEUREN
15.00 Uhr
Bluatschink-Familienkonzert in der
Auerberghalle. Kosten: 9 € Kinder
bis 16 Jahre, 12 € Erwachsene. Ticket
in der Bücherei oder klb-bernbeuren@outlook.com
LECHBRUCK
11.00 Uhr
Internationaler Museumstag im
Flößermuseum im Weidach 10
STEINGADEN
PEISSENBERG
13.30 bis 16.30 Uhr
Bergbaumuseum geöffnet.
Jeden 1. und 3. Sonntag
PEITING
DI 19.05.
15.00 bis 15.30 Uhr
Vorlesestunde in der Gemeinde-
und Pfarrbücherei in der
Kapellenstr. 1. Anmeldung unter
08861 / 59613 oder buecherei@
peiting.de
BERNBEUREN
18.00 bis 20.30 Uhr
Autorenlesung mit Leonie Kramer
in der Bücherei aus ihrem neusten
Band Fadenkreuz. Gerne können
auch Stricksachen mitgebracht
werden, die Strickeria ist auch am
Start. Eintritt: 8 €
BERNBEUREN
MI 20.05.
20.00 Uhr
Wohnzimmerkonzert mit Ben
Camden in der alten Käsküche.
Tickets zu 20 € unter mail@
kaeskueche-bernbeuren.de.
Siehe Seite 38 / 39
ROTTENBUCH
20.00 Uhr
Volkstanz-Seminar für alle in der
Gemeindehalle. Siehe Seite 22
WEILHEIM
FR 22.05.
BERNBEUREN
20.00 Uhr
Wohnzimmerkonzert mit Magdalena
Wawra in der alten Käsküche.
Tickets zu 20 € unter mail@
kaeskueche-bernbeuren.de.
Siehe Seite 38 / 39
ROTTENBUCH
SA 23.05.
20.00 Uhr
Volkstanz in der Gemeindehalle.
Siehe Allerlei Seite 22
ROTTENBUCH
SO 24.05.
Pfingstsonntag
11.00 Uhr
Standkonzert von Musikkapelle
und Trommlerzug unter den Kastanien
bei der Pfarrkirche. Ausweichtermin
bei schlechtem Wetter: 31.05.
WILDSTEIG
20.00 Uhr
Pfingstsingen mit frischer und
traditioneller Volksmusik in der
Gemeindehalle, Kirchbergstr. 20a
SCHONGAU
MO 25.05.
Pfingstmontag
17.00 bis 18.30 Uhr
Themenführung „Auf den Spuren
der Henkerstochter“. Treffpunkt
vor der Tourist Information in der
Weinstr. 11. Kosten 10 €. Infos und
Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder 08861 / 214181
SCHWABSOIEN
10.00 bos 17.00 Uhr
Mühlentag im ganzen Dorf.
Siehe Allerlei Seite 22
RAISTING
MI 20.05.
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag, in den
Ferien auch mittwochs und freitags
ROTTENBUCH
FR 29.05.
18.00 bis 20.00 Uhr
Klosterdorf- und Kirchenführung
mit Albrecht Bögle. Treffpunkt vor
der ehemaligen Klosterkirche der
Augustiner Chorherren
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag, in den
Ferien auch mittwochs und freitags
WIES
SO 30.05.
19.00 Uhr
Konzert mit Stücken von W.A. Mozart,
Samuel Barber und Ludwig
van Beethofen in der Wieskirche.
Siehe Anzeige Seite 5 und Artikel
Seite 30 bis 32
DI 02.06.
LECHBRUCK
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
Ab 19.30 Uhr
Stammtisch der Motorradfreunde
im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag
STEINGADEN
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof in der
Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.
Jeden Dienstag und Donnerstag
SCHONGAU
WMI 03.06.
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
PEITING
14.00 bis 17.00 Uhr
Museum im Klösterle geöffnet,
Kapellenstr. 1. Jeden Mittwoch
außer an Feiertagen
ALTENSTADT
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Kontakt: info@
fotogruppe-altenstadt.de. Offen für
alle. Jeden Mittwoch
BAD BAYERSOIEN
14.30 bis 17.30 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Eintritt 2,50 €. Jeden Mittwoch
17.00 bis 19.00Uhr
Festlicher Sommer in der Wies –
Alte Musik in jungen Händen mit
dem Jugendchor des Bayerischen
Sängerbundes und Solisten in der
Wieskirche. Karten unter www.wieskonzerte.de.
Siehe Anzeige Seite 44
und Artikel Seite 30 bis 32
14.00 bis 15.30 Uhr
Trauerspaziergang – Ein Angebot
des Hospizvereins Pfaffenwinkel
e.V. Anmeldung und
Bekanntgabe des Treffpunktes
unter 0881 / 9258490 oder info@
hospizverein-pfaffenwinkel.de
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 11.00 Uhr
Feiertags-Frühstücksbuffet im Café
& Wirtshaus Herzog am Dorfplatz.
Reservierung unter 08861 / 219213
oder cateringservice.herzog@
herzogsaegmuehle.de
PEITING
14.00 Uhr
Bankmuseum im Hauptgebäude
der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel
eG in der Bahnhofstraße 26
geöffnet. Besichtigung nur mit
Anmeldung unter 08861 /6760.
Jeden 1. Dienstag
KINSAU
14.45 bis 17.30 Uhr
Bücherstube im Turnraum der
Schule geöffnet. Jeden Mittwoch
15.00 bis 16.00 Uhr
Vorlesestunde im Turnraum der
Schule. Jeden Mittwoch
56 | altlandkreis
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag, in den
Ferien auch mittwochs und freitags
SCHONGAU
DO 04.06.
Fronleichnam
11.00 Uhr
Stadtfest auf dem Marienplatz. Mit
der Stadtkapelle und Auftritten der
Plattlergruppen
14.00 bis 17.00 Uhr
Gesellschafts- & Spielenachmittag
mit Bewirtung in der AWO.
Infos unter 08861 / 3625. Jeden
Donnerstag
LECHBRUCK
17.30 bis 19.00 Uhr
Flößermuseum geöffnet im
Weidach 10. Jeden Donnerstag
STEINGADEN
14.00 bis 18.00 Uhr
Kameramuseum in der Füssener
Str. geöffnet. Jeden Donnerstag
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof in der
Prämonstratenserstr. 3 geöffnet.
Jeden Dienstag und Donnerstag
ROTTENBUCH
11.00 bis 12.00 Uhr
Schaukäsen auf der Schönegger
Käse-Alm. Jeden Donnerstag von
Mai bis Oktober
11.30 Uhr
Gartenfest unter den Kastanien
SCHONGAU
FR 05.06.
13.30 bis 15.30 Uhr
Treffen der Selbsthilfegruppe
Lunge für Asthma und COPD im
Gruppenraum der AOK in der
Blumenstraße 15. Infos unter www.
shg-lunge.de
15.00 bis 18.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt
von Frauen für Frauen in der Passage
Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,
Tand und viel guter Laune. Jeden
Freitag
PEITING
8.30 bis 12.00 Uhr
Bauernmarkt am oberen
Hauptplatz mit Gemüse und Obst
(nach Saison), Schmalzgebäck,
Kesselfleisch und frischem Ziegenfleisch
sowie Produkten aus
der Partnerstadt Calvi dell Umbria
uvm. Jeden 1. Freitag
ROTTENBUCH
11.00 bis 15.00 Uhr
Kässpatzenessen in der Schönegger
Käse-Alm, Schönegg 6 in der
urigen Tenne im Almhüttenstil.
Reservierung unter 08867 / 489.
Jeden Freitag
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag, in den
Ferien auch mittwochs und freitags
SCHONGAU
SA 06.06.
10.00 bis 14.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt in der Passage,
Münzstr. 9. Der Flohmarkt von
Frauen für Frauen mit Kunst,
Musik, Tand und viel guter Laune.
1. Samstag im Monat 10 bis 16 Uhr,
Folgesamstage 10 bis 14 Uhr
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag
BERNBEUREN
SO 07.06.
14.00 bis 15.30 Uhr
Golf-Schnupperkurse auf dem
Golfplatz Stenz. Kosten 229 €.
Infos und Anmeldung unter www.
golfplatz-stenz.de oder 08860 / 582.
Siehe Anzeige Seite 23
LECHBRUCK
17.30 bis 19.00 Uhr
Flößermuseum geöffnet im
Weidach 10. Jeden Sonntag
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Industriedenkmal Radom geöffnet.
Siehe Anzeige Seite 32.
Jeden Samstag und Sonntag
PEITING
DI 09.06.
15.00 Uhr
Stammtisch der Frauen-Union
Peiting im Cafè Central am Hauptplatz.
Jeden 2. Dienstag
LECHBRUCK
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
SCHONGAU
DO 11.06.
18.00 Uhr
Whisky-Tasting bei Küche und Keller
in der Franz Rupp-Str. 1. Infos
und Anmeldung unter www.kuechekeller.de.
Siehe Anzeige Seite 27
PEITING
18.00 Uhr
White’n’ Blue Rockabilly Weekender
– Pre-Party in der Zechenschenke.
Infos unter www.white-nblue.de.
Siehe Allerlei Seite 23
LECHBRUCK
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldungen
ab zwei Wochen vorher in
der Tourist Information unter Tel.
08862 / 987830
PEITING
FR 12.06.
18.00 Uhr
White’n’ Blue Rockabilly Weekender
an und in der Schloßberghalle.
Infos unter www.white-n-blue.de.
Siehe Allerlei Seite 23
HERZOGSÄGMÜHLE
18.00 bis 21.00 Uhr
Schnitzel-Abend im Café &
Wirtshaus Herzog am Dorfplatz 8.
Reservierung unter 08861 / 219213
oder cateringservice.herzog@
herzogsaegmuehle.de
LECHBRUCK
19.00 bis 22.00 Uhr
Tasten, Thesen, Temperamente
Klavier-Kabarett-Improvisationen
im Flößermuseum im Weidach 10.
Platzreservierung in der Tourist-Info
unter 08862 / 987830
19.30 Uhr
MSC-Clubabend im Gasthof Holler.
Jeden 2. Freitag
WILDSTEIG
11.00 bis 18.00 Uhr
Tag der offenen Tür im Innovations-Zentrum
Morgenbach in der
Elle 1. Siehe Anzeige Seite 53
SCHONGAU
SA 13.06.
14.00 bis 15.30 Uhr
Familien-Erlebnisführung „Mit
Schohu auf grosser Entdeckungsreise“.
Treffpunkt vor der Tourist
Information in der Weinstr. 11.
Kosten 7 €. Infos und Anmeldung
unter touristinfo@schongau.de oder
08861 / 214181
PEITING
13.00 Uhr
White’n’ Blue Rockabilly Weekender
an und in der Schloßberghalle.
Infos unter www.white-n-blue.de.
Siehe Allerlei Seite 23
ALTENSTADT
10.00 bis 12.00 Uhr
Kunst und Glaube im Pfaffenwinkel.
Treffpunkt auf dem Parkplatz
vor der Basilika. Kosten: 13 €. Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder 08861 / 214181
HOHENPEISSENBERG
12.30 Uhr
Grüne Sonne – Electro-Festival
auf dem Hohen Peißenberg.
Siehe Seite 29
SCHWABNIEDERHOFEN
9.00 bis 11.30 Uhr
Waldumbau Jetzt! Wie werden
unsere Fichtenwälder fit für den
Klimawandel? Exkursion in den
Wald der Waldgenossenschaft.
Treffpunkt am Maibaum. Infos
unter www.aelf-wm.bayern.de.
Siehe Seite 36 / 37
19.30 Uhr
Wien bleibt Wien. Eine Begegnung
mit Georg Kreisler im Kulze
mai/ juni 2026 | 57
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
ROTTENBUCH
18.00 Uhr
Weinfest im Fohlenhofgarten mit
feinen Weinen, herzhafter Brotzeit
und Live-Musik. Ausweichtermin
bei schlechtem Wetter: 20.06.
PEITING
SO 14.06.
10.00 Uhr
White ’n’ Blue Rockabilly Weekender
– Frühschoppen in der
Zechenschenke. Infos unter
www.white-n-blue.de. Siehe
Allerlei Seite 23
14.30 bis 18.00 Uhr
Tanz in Peiting im Pfarrsaal St.
Michael, Pfarrweg 1. Die „Original
Tanzfreunde“ laden ein, das Tanzbein
zu schwingen. Eintritt: 8 €.
Kontakt unter 0176 / 47150446
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 12.00 Uhr
Tauschtag der Sammlerfreunde
Peiting und Umgebung für Briefmarken,
Postkarten und Münzen
im Rainer-Endisch-Saal
ROTTENBUCH
19.00 Uhr
Rottenbucher Festsommer 2026.
Konzert für Orgel und Sopran in
der Pfarrkirche
PEITING
DI 16.06.
15.00 bis 15.30 Uhr
Vorlesestunde in der Gemeinde-
und Pfarrbücherei in der
Kapellenstr. 1. Anmeldung unter
08861 / 59613 oder buecherei@
peiting.de
LECHBRUCK
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
PREM
14.30 bis 17.00 Uhr
Wandercafé Kaltenbrunnersee.
Infos und Anmeldung beim Bürgerverein
unter 08862 / 9327648
LECHBRUCK
DO 18.06.
10.30 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
WILDSTEIG
15.30 bis 17.00 Uhr
Kinderkino – „Der kleine Rabe
Socke – Das große Rennen“ in der
Gemeindehalle im Heimat- und
Kulturraum. Eintritt: 1,50 €
SCHONGAU
FR 19.06.
17.00 bis 18.30 Uhr
Themenführung „Die wehrhafte
Stadt“ Treffpunkt im Stadtmuseum
in der Christophstr. 57. Kosten: 10
€. Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder 08861 / 214181
SCHONGAU
SA 20.06.
17.00 bis 18.30 Uhr
Themenführung „Alles in Butter“
Treffpunkt vor der Tourist Info in
der Weinstr. 11. Kosten: 10 €. Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder 08861 / 214181
ROTTENBUCH
Ganztags
70 Jahre Kindergarten Rottenbuch
in der Gemeindehalle
19.00 Uhr
Sonnwendfeier auf dem Campingplatz
am Richterbichl
WEILHEIM
20.00 Uhr
Theater „Novecento - Die Legende
vom Ozeanpianisten“ im Stadttheater.
Siehe Anzeige links
PEITING
SO 21.06.
13.30 Uhr
55. Gaujugendtag in der Schloßberghalle.
Treffen aller Jugend-
Plattlergruppe des Lechgaus
STEINGADEN
19.00 Uhr
Konzert „Alles hat seine Zeit"
Kaminski, Orff, Whitacre in der
Wieskirche. Chor der Stadt Schongau
und Vokalzirkel München.
Tickets unter www.wieskonzerte.de.
Siehe Anzeige Seite 44 und Seite
30 bis 32
PREM
10.00 bis 17.00 Uhr
Bau-Erlebnistag im Gewerbegebiet
Steinwies. Regionale Bauund
Handwerksbetriebe stellen
sich vor. Siehe Anzeige Seite 21
WEILHEIM
18.00 Uhr
Theater „Novecento - Die Legende
vom Ozeanpianisten“ im Stadttheater.
Siehe Anzeige links
LECHBRUCK
DI 23.06.
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
58 | altlandkreis
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen, Siebenbürgerstr. 36
mit den Lechbrucker Alphörnern
PEITING
DO 25.06.
17.00 Uhr
Jahresausfahrt der VW Porsche 914
Freunde Oberbayern. Treffpunkt
am Parkplatz vom Gasthaus Dragoner.
Weitere Infos unter 08868 / 881.
Siehe Allerlei Seite 23
LECHBRUCK
10.30 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
20.00 bis 21.00 Uhr
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen, Siebenbürgerstr. 36
mit den Lechbrucker Alphörnern
PEITING
FR 26.04.
HEUTE ERSCHEINT
DER NEUE ALTLANDKREIS
SA 27.06.
15.00 bis 18.00
Kirche Kunterbunt unter dem
Motto „Feuer und Flamme“ am
Feuerwehrhaus. Siehe Seit 40 / 41
ROTTENBUCH
19.30 Uhr
Serenade am Campingplatz am
Ritterbichl
SCHONGAU
SO 28.06.
11.00 Uhr
Waldfest im Trachtenheim auf dem
Helgoland in der Perlachstr. 1 mit
der Stadtkapelle Schongau und
Auftritten der Plattlergruppe des
Trachtenvereins und des Schloßbergler
Männerchors
BERNBEUREN
10.00 Uhr
25. Alpenländische Schülermeisterschaft
der Fingerhakler in der
Auerberghalle
LECHBRUCK
ganztags
Kart-Slalom beim Haus der Vereine
in der Siebenbürgerstr. 31
ROTTENBUCH
19.00 Uhr
Rottenbucher Festsommer 2026,
Orgelkonzert mit Peter Waldner in
der Pfarrkirche
DI 30.06.
SCHWABNIEDERHOFEN
18.00 bis 20.00 Uhr
Kill you – Theaterstück zur Suchtprävention
(Spielsucht) im Kulze.
Geeignet ab 13 Jahren. Kosten 9 €
LECHBRUCK
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
36. Anmeldungen ab zwei Wochen
vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862/987830
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen, Siebenbürgerstr. 36
mit den Lechbrucker Alphörnern
ROTTENBUCH
18.00 Uhr
Sonnwend-Kräuterführung. Treffpunkt
am Rathaus im Klosterhof 42
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LECHBRUCK
18.00 Uhr
Genuss auf der Gsteig – Seafood
& Champagne, Gsteig 1. Kosten
99 €. Aus dem Meer aufs Parkett.
Küchenparty mit DJ, Food & Drinks.
Tischreservierung unter info@
gsteig.de oder 08862/98770
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Anschrift
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Birkland 40
86971 Peiting
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