familie&co 05/2026
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DIE ERSTE BRILLE
Redaktion
12
ZEIT ZUM
NICHTSTUN
Inhalt
4 TYPISCH JUNGS,
TYPISCH MÄDCHEN?
12 ZEIT ZUM NICHTSTUN
16 DIE ERSTE BRILLE
20 DAS PERFEKTE
FAMILIEN-FRÜHSTÜCK
24 KINDERGARTEN-
FREUNDSCHAFTEN
32 LIVING – MIT KINDERN GÄRTNERN
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Jungs tragen blau, sind stark,
wild und laut und gut in Naturwissenschaften.
Mädchen hingegen
lieben Puppen, Einhörner sowie alles,
was rosa und romantisch ist, und
fangen ständig an zu weinen. Die Liste
der Geschlechterklischees, die bis heute
durch unsere Köpfe spuken, ist lang.
Gleichzeitig wirken solche Zuschreibungen
altmodisch und gestrig.
Schließlich klettern heute auch Mädchen
in Jeans auf den höchsten Baum,
während langhaarige Jungs sich fürs
Kochen begeistern. Gibt es „typische
Jungs“ und „typische Mädchen“ also
bald gar nicht mehr? Oder werden die
Unterschiede zumindest kleiner?
Die meisten Eltern würden dies wohl
nicht bestätigen. So ergab etwa eine
Münchner Studie aus dem Jahr 2020,
dass noch immer 94 Prozent der
Mütter finden, ihr Kind entspräche
zumindest größtenteils den gängigen
Geschlechterklischees. Ein geschlechtsneutrales
Verhalten beobachteten gerade
mal fünf Prozent. Dass sie damit
nicht völlig falsch liegen, zeigt etwa
die Kinder-Medien-Studie 2019. Ihr
zufolge interessieren sich 63 Prozent
der Vier- bis 13-Jährigen Mädchen,
aber nur 16 Prozent der gleichaltrigen
Jungen für Mode und Styling. Für
Sport und Fußball hingegen begeisterten
sich 84 Prozent der Jungs und nur
28 Prozent der Mädchen. Ähnlich erfamilie&erziehung
Typisch Mädchen,
Geschlechterklischees begleiten Kinder vom Tag ihrer Geburt an.
Was Eltern darüber wissen sollten, um ihrem Nachwuchs optimale
Entwicklungschancen zu bieten
typisch
4 familie&co 05/2026
Jungs?
familie&erziehung
Tipps für den
Spielzeugkauf
Spielzeug aussuchen, ohne in
Klischees zu verfallen? Gar nicht
so schwer, sagt Daniela
Thörner – wenn man nicht zuerst
an das Geschlecht, sondern
an die Interessen des Kindes
denkt. Was macht ihm Spaß?
Wo braucht es Förderung?
Sie rät zu Spielzeug, dass …
man jedem Kind anbieten
würde, egal, welches
Geschlecht es hat
vielfach einsetzbar ist
vielfältige Kompetenzen
fördert, z. B. Bewegung
(Springseil), Empathie und
Kommunikation (Figuren,
Puppen, Stofftiere, Bücher),
Konzentration (Stifte, Puzzle,
Spiele, Bücher, Sortierspiele)
oder Handwerklich-
Kreatives (Farben,
Instrumente, Werkzeuge)
Kreativität anregt und freies
Spiel ermöglicht (Tücher,
Spielküche, Bausteine,
Figuren)
keine stereotype Abbildung
trägt (es gibt Bälle für
Mädchen oder Jungen und
es gibt schlicht bunte Bälle)
wartbar belegte die Umfrage, dass
Mädchen vor allem Prinzessinnen und
Pferde, Jungs eher Superhelden und
Autos toll finden.
Gene oder Einfluss
von außen?
Doch woher kommen diese markanten
Unterschiede? Haben etwa Gene oder
Hormone die Finger im Spiel – oder
doch eher die Einflüsse der Umwelt?
Ist die Liebe zu rosa Glitzer oder lautem
Motorgrollen tatsächlich von Beginn
an in uns angelegt? Und vor allem:
Was, wenn das nicht so sein
sollte? Würde letzteres nicht bedeuten,
dass unsere Kinder weniger ihren eigenen
Neigungen und Talenten nachgehen,
sondern vor allem der gesellschaftlichen
Erwartung nacheifern?
Die Sozialpädagogin, Fachautorin und
Diversity-Trainerin Daniela Thörner
hat sich mit diesen Fragen gründlich
befasst – und glaubt, dass wir die sozialen
Einflüsse auf die Entwicklung ei-
nes Kindes nicht unterschätzen sollten.
Dies fange schon in der Schwangerschaft
an: „Was wird es denn?“, sei
fast immer die erste Frage an eine
Schwangere. Und auch für die werdenden
Eltern sei oft von großer Bedeutung,
ob ein Junge oder ein Mädchen
im Bauch heranwachse. Eine verständliche
Neugier, die aber auch verrate,
dass Eltern mit dem Geschlecht des
Kindes bereits konkrete Erwartungen
verbinden, so die Expertin.
Dies zeigen auch zahlreiche sogenannte
„Baby-X-Studien“. Sie belegen, dass
Kinder wegen ihres Geschlechts (oft
unbewusst) unterschiedlich behandelt
werden. Je nachdem, ob Babys für
Mädchen oder Jungen gehalten würden,
gäbe es für sie beispielsweise mehr
oder weniger Ansprache, Bewegungsangebote
oder tröstenden Worte, erklärt
Daniela Thörner in ihrem Buch
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6 familie&co 05/2026
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Was bist
du, Baby?
Baby-X-Studien belegen,
dass viele Menschen unbewusst
Unterschiede machen, je nachdem,
ob sie glauben, ein kleines
Mädchen oder einen kleinen Jungen
vor sich zu haben. Eines der
ersten Experimente dieser Art,
durchgeführt 1975 in den USA
von Seavey, Katz, and Zalk, zeigte,
dass Probanden, je nach vermutetem
Geschlecht, unterschiedliche
Spielzeuge für Babys
auswählten. Angebliche Mädchen
bekamen eine Puppe, Jungs einen
Football. Andere Teilnehmer
sollten das Geschlecht eines Babys
raten. Dabei tippten 57 Prozent
der Männer und 70 Prozent
der Frauen auf einen Jungen und
begründeten ihr Vermutung z. B.
mit der Kraft oder dem wenigen
Haar des Kindes. Tatsächlich handelte
es sich um ein Mädchen.
1984 zeigten die amerikanischen
Wissenschaftlerinnen
Carol Tavris und Carol Wades,
dass selbst Mütter, die nicht an
große Unterschiede zwischen den
Geschlechtern glauben, nicht vor
Stereotypen gefeit sind: Einem
Kind, dass ihnen als Adam vorgestellt
wurde, reichten sie mehrheitlich
einen Spielzeugzug,
einem Kind namens Beth eine
Puppe.
Überholte Ergebnisse?
Scheinbar nicht: Einige der frühen
Studien wurden in den letzten
zehn Jahren wiederholt, u. a. im
Rahmen einer BBC-Dokumentation
– mit ähnlichen Ergebnissen.
gangsformen prägen spätere Stärken
und Vorlieben“, so die Autorin. (Mehr
dazu rechts oben)
Kleidung ist selten
geschlechtsneutral
Ein Blick auf die Websites großer
Modefirmen zeigt: Noch immer wird –
vom ersten Tag an – unterschiedliche
Kleidung für Mädchen und Jungen
produziert. Zwar ist längst nicht mehr
alles rosa oder hellblau. Schnitt und
Motivwahl machen dennoch bei den
meisten Stücken eine einfache Zuordnung
möglich. So werden Mädchenkleider
(neben Rüschen und Schleifen)
vor allem von Schmetterlingen und
Pferden/Einhörnern geziert, bei Jungs
sind es Bagger und Dinosaurier. Ähnliche
Unterschiede finden sich beim
Spielzeug. Produkte für Jungen lüden
häufiger zur Bewegung und Umgebungserkundung
ein, während solche
für Mädchen eher soziale Interaktion
und Fürsorglichkeit schulten, so Dani-
ela Thörner. Werden Kinder demnach
auch heute noch in scheinbar überholte
Geschlechterrollen gedrängt? Oder
machen solche, gesellschaftlich festgelegte
Rollenbilder das Leben für Väter,
Mütter, aber auch für Kinder einfacher
und überschaubarer? „Eltern
wollen, dass es ihr Kind nicht unnötig
schwer hat. Das bringt sie unter Umständen
in
ein Dilemma: Sollen sie die allgemein
akzeptierten Geschlechterschubladen
bedienen – oder die individuelle Entwicklung
des Kindes zum Maßstab
machen?“, so die Expertin.
Tatsächlich wächst die Zahl der Väter
und Mütter, die ihrem Kind ein Auf-
8 familie&co 05/2026
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wachsen ohne Stereotype ermöglichen
wollen, damit es sich seinen eigenen
Neigungen gemäß entwickeln kann.
Manche von ihnen lassen sich gar auf
das Abenteuer „Geschlechtsneutrale
Erziehung“ ein, bei dem Eltern versuchen,
ihr Kind zumindest für einige
Jahre ohne erkennbares Geschlecht
großwerden zu lassen. Frisur, Kleidung,
Name, Spielzeug – alles zielt bei dieser
Erziehungsform darauf ab, ein Kind
als Kind zu begreifen und nicht in erster
Linie als Mädchen oder Jungen.
So können Kinder
mitreden
Letzteres ist auch das Anliegen von
Diversity-Expertin Daniela Thörner.
Dass eine geschlechtsneutrale Erziehung
klappen kann, glaubt sie
dennoch nicht: „Unsere Gesellschaft
können wir ja nicht komplett ausblenden.“
Stattdessen plädiert sie
dafür, die Kompetenz von Kindern zu
stärken: „Sie sollten früh erfahren,
dass die Welt da draußen denkt, dass
es typische Jungs- und Mädchenfarben
gibt, und dass es sich ebenso mit
Kleidung, Spielzeug, Hobbys und Berufen
verhält. Gleichzeitig können wir
sie zum kritischen Nachdenken anregen
und fragen: ,Ist das gerecht, dass
nicht alle selbst entscheiden können,
was sie wollen?‘ – Diese Welt, die Erwachsene
da jeden Tag erschaffen, ist
nicht perfekt und oft auch ungerecht.
Das dürfen Kinder hinterfragen lernen.
Sie müssen aber auch wissen, dass das
nicht immer einfach ist.“ Es gelte, Kinder
zu ermächtigen, eigene Entscheidungen
zu treffen – dies unterstützte
sie besser, als einen ahnungslosen kleinen
Jungen mit rosa Ballettkleid in die
Kita gehen zu lassen.
Vor allem aber sollten Väter und Mütter
sich darüber klar sein, welch großen
Einfluss sie selbst auf das Rollenverständnis
ihres Nachwuchses haben.
Denn kaum etwas prägt Kinder so
stark wie das Vorbild der Eltern. Es
lohnt sich also, mal genau darauf zu
schauen, wie zu Hause die Aufgaben
verteilt sind. Denn meist erleben Kinder
ihre Eltern vor allem hier – und
nicht in ihrer Berufswelt: „Es kann
sein, dass eine Frau eine richtig taffe
Businesswoman ist und Kinder sie zu
Hause dennoch meist nur kochen und
aufräumen sehen, vielleicht sogar, weil
sie das entspannend findet.“
Durchaus nicht alle Eltern sympathisieren
damit, die bekannten Geschlechterrollen
aufweichen oder gar abschaffen
zu wollen. Nicht allen leuchtet die
Idee der Genderforschung ein, zwischen
biologischem und dem sozialen
Geschlecht, das nur durch Einflüsse
von außen zustande kommt, zu unterscheiden.
Warum plötzlich bestreiten,
dass ein Junge eben ein Junge und ein
Mädchen ein Mädchen ist, so ihr Einwand.
Und tatsächlich scheint eine
Welt, in der „männlich“ und „weiblich“
gar keine Rolle mehr spielen,
nicht sehr realistisch.
Zum Weiterlesen
Daniela Thörner: Mädchen, Junge, Kind.
familiar faces, 16 Euro und
www.daniela-thoerner.de
Jeder Mensch ist
einzigartig
Bedenkenswert ist jedoch: Weder im
sozialen, noch im biologischen Sinne
gibt es hundertprozentige Frauen und
Männer. Auf wohl kaum einen Menschen
treffen alle Attribute zu, die wir
mit „männlich“ oder „weiblich“ verbinden,
z. B. bezogen auf Stimme,
Körperbau, Temperament oder Talente.
Den Menschen mit seinen individuellen
Eigenheiten, Stärken, Interessen
in den Vordergrund zu stellen und
das Geschlecht als zweitrangig zu begreifen,
macht also durchaus Sinn.
Vor allem bei Kindern, die ja vor der
Aufgabe stehen, ihre eigene Persönlichkeit
zu entwickeln und ihren eigenen
Weg durchs Leben zu suchen.
Und ebenso dies: Das, was wir unter
einem typischen Mädchen oder Jungen
verstehen, hat sich über die Jahrhunderte
immer weiter gewandelt. So stehen
Kindern heute viele Wege offen,
die ihnen früher aufgrund ihres Geschlechts
versperrt waren. Klar, noch
immer sind fußballspielende Mädchen
oder tanzbegeisterte Jungs seltener –
doch sobald es sie überhaupt gibt,
können sie ermutigende Vorreiter für
andere sein. Dabei helfen ihnen verständnisvolle
Eltern, die nicht zurückzucken,
sobald ihr Kind mal ein wenig
aus der gesellschaftlichen Reihe tanzt.
Denn jedes Kind ist einzigartig – und
das ist gut so!
FOTOS: LSOPHOTO, FLAMINGOIMAGES, SERRNOVIK, MONKEYBUSINESSIMAGES, NOURA0427: ISTOCK
10 familie&co 05/2026
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Zeit zum
NICH
12 familie&co 05/2026
Schon Kinder haben heute einen fordernden Alltag –
und benötigen einen Ausgleich. Wie Eltern ihnen dabei
helfen, zu innerer Ruhe und Entspannung zu fi nden
A
n manchen Tagen geht es
Schlag auf Schlag: Kaum
ist das Kind aus der Schule
zurück, wird rasch zu Mittag gegessen,
dann sind die Hausaufgaben
dran – und schon wartet der nächste
Termin. Mal ist es Klavierunterricht,
mal ein Besuch beim Kinderarzt oder
das Training im Sportverein. Zeit zum
Nichtstun: keine übrig.
Viele Kinder haben heute einen Terminplan,
der ebenso voll ist wie der
ihrer Eltern. Dadurch fehlen ihnen
nicht nur Erholungspausen – auf Dauer
verlernen sie überhaupt, einfach mal
innezuhalten. Aber Kinder brauchen
nichtorganisierte Freizeit für ihre Entwicklung.
Nur so lernen sie, etwas mit
sich allein anzufangen.
„Einfach“ mal nichts
tun? So einfach ist das
gar nicht …
Echter Leerlauf im Alltag wird oft
nicht mehr als willkommenes Geschenk,
sondern eher als unangenehm
und langweilig empfunden – und die
Versuchung, die unverplante Zeit mit
Fernsehen, Tablet oder Smartphone
sofort wieder zu füllen, ist groß.
Erziehungsexperte Jan-Uwe Rogge
rät Eltern, ihre Kinder ruhig häufiger
mal dem Nichtstun auszusetzen – und
zwar um wieder neu zu lernen, aus
sich selbst zu schöpfen: „Entschleunigung
ist das Gebot der Stunde. Veranschaulichen
lässt sich das an der
Entwicklung der Begriffe Zerstreuung
und Langeweile, die vor 200 Jahren
noch eine positive Bedeutung hatten
und als wichtig und notwendig galten“,
so der Hamburger Ratgeberautor.
Langeweile, so Rogges Fazit,
sei für Kinder eine echte Quelle der
Kraft.
Sehr ähnlich sieht das die Diplom-
Psychologin Claudia Radermacher-
Lamberty: „Langeweile schafft Platz
für kreative Freiräume.“ Und: Festzustellen,
dass es auch einmal alleine
klarkommt, wenn nichts los ist, stärke
das Selbstbewusstsein eines Kindes
ungemein, so die Aachener Erziehungsberaterin.
Gedankenreisen als
Mini-Urlaub vom Alltag
Doch wie vermittelt man seinem Kind
einen Sinn für die kreative Seite der
Muße? Schließlich schaffen viele Eltern
es selbst kaum, sich Auszeiten zu
gönnen und auch mal ein wenig zu
träumen. Da hilft: Einfach machen!
TSTUN
05/26 familie&co 13
familie&erziehung
INTERVIEW
„Entspannung für Körper
und Geist“
Thomas Bannenberg ist Diplom-
Sozialpädagoge, Buchautor,
Moderator und Yogalehrer mit
Schwerpunkt Kinderyoga
familie&co: Was unterscheidet
Kinder- von Erwachsenenyoga?
Thomas Bannenberg: Eigentlich
gibt es keine Unterschiede in der Zielsetzung.
Für beide Altersgruppen geht
es beim Yoga um innere und äußere
Haltung, um Atmung und Konzentration,
um Entspannung und Dehnung.
Die Vermittlung geschieht jedoch bei
Kindern spielerisch, manchmal in
Form von Geschichten oder Bildern.
Welche Übungen helfen Kindern
gut beim Abschalten? Die sogenannte
„Haltung des Kindes“
(Balasana) ist eine Übung, die bestens
geeignet ist, um schnell bei sich anzukommen
und innere Ruhe zu finden,
Kraft zu schöpfen. Geben die Eltern
ihm eine Anleitung zur Entspannung,
kann das Kind diese in der Rückenoder
Bauchlage am besten genießen.
Wie oft und wie lange sollten
Kinder üben? Schon wer der Meditation
jeden Tag fü nf Minuten Zeit widmet,
kann nachhaltige Effekte erzielen.
Denn nicht die Quantität ist entscheidend,
sondern die Qualitä t. Und das
bedeutet, mit allen Sinnen in eine Haltung
zu gehen, sich darin zu erleben
und sie dann wieder aufzulö sen, loszulassen
– und dann zu spü ren, was dadurch
in Kö rper und Geist in Bewegung
gesetzt wurde.
Was bewirkt Yoga bei Kindern?
Angeleitete Entspannungsphasen
helfen Kindern zu lernen, auch zu
Hause und selbstgesteuert zu entspannen.
Konzentrations- und die
vielfältigen Meditationsübungen
eröffnen auch schon Kindern neue
Möglichkeiten, ihren Geist zu schulen
und somit den Fokus ihrer Aufmerksamkeit
selbst zu bestimmen.
Eine schöne und unkomplizierte Möglichkeit,
im Alltag zu entspannen, sind
Gedankenreisen. Zum Einstieg können
Sie sie mit Ihrem Kind gemeinsam unternehmen.
Sorgen Sie als Erstes dafür, dass digitale
Geräte mal für eine halbe Stunde
schweigen, auch andere Ablenkungen
sollten möglichst abgeschaltet werden.
Dann legen sich die „Reisenden“
gemütlich mit geschlossenen Augen
hin und begeben sich in ihrer Fantasie
gemeinsam an einen schönen Ort.
Für den Anfang ist z. B. der Lieblingsstrand
aus den letzten Ferien gut geeignet.
Wenn alle in Gedanken dort
angekommen sind, wird in loser Folge
reihum erzählt, was der Einzelne gerade
erlebt. Wer sieht das Glitzern der
Wellen? Ist der Sand warm? Fliegen
kreischende Möwen über das Wasser?
Erwachsene und Kinder üben so nach
und nach ein, in ihrer Gedankenwelt
spazieren zu gehen und dort einen Ort
der Erholung zu finden.
Klappt das gut, können Sie Ihr Kind
ermutigen, es auch mal alleine zu probieren.
Für den Anfang können Sie
Unterstützung leisten, indem Sie gemeinsam
einen Ort für die Reise auswählen.
Oder indem Sie dem Kind den
Anfang einer Geschichte erzählen und
es einladen, diese fortzuspinnen. Nicht
alle Kinder haben von Beginn an Spaß
an solchen „entschleunigten Momenten“
– gerade dann, wenn sie sehr gestresst
oder überdreht sind. Hier gilt:
Geduld haben, keinen Druck aufbauen
und erst mal kleine Schritte gehen.
FOTOS: MICHA_H, YULIABULGAKOVA, HALFPOINT, TEKSOMOLIKA: ISTOCK
14 familie&co 05/2026
Meditation hilft
auch Kindern beim
„Runterkommen“
Eine effektive Entspannungshilfe ist die
Meditation. Dabei muss es nicht gleich
um eine spirituelle Reise gehen; Meditation
kann auch einfach bedeuten, auf
angenehme Weise zur Ruhe zu kommen.
Ein guter Einstieg: Lesen Sie Ihrem Kind
eine Geschichte vor, während es mit
geschlossenen Augen auf dem Rücken
liegt. Seine „Aufgabe“ dabei ist, sich
ganz auf die Handlung zu konzentrieren
und alle Alltagsgedanken beiseite zu
lassen. Später können Sie ihm z. B. die
sanften Töne einer Klangschale vorspielen.
Gut geeignet sind auch Playlists mit
passender Musik und einer angeleiteten
Meditation.
Ich bin ganz schwer,
meine Beine sind schön
warm ...
Auch Autogenes Training kann Kindern
beim Stressabbau helfen. Hier wird die
Entspannung mithilfe festgelegter Übungen
herbeigeführt, zum Beispiel durch
Konzentration auf die Schwere des Körpers,
den Atem oder ein angenehmes
Wärmeempfinden. Der Körper befindet
sich dabei in einer Ruheposition, die
Übungen werden meist auf dem Boden
liegend, machmal auch mit geschlossenen
Augen im Sitzen durchgeführt.
Der Effekt beruht auf den wohltuenden
Kräften der eigenen Vorstellungskraft.
Bei Kindern, die einen solchen Ruhezustand
nicht gewöhnt sind, sollte das
Üben zunächst spielerisch ablaufen.
Tatsächlich wird die positive Wirkung
sehr bald erlebbar und es gelingt immer
schneller, einen angenehm gelassenen
Zustand zu erreichen. Am besten wirkt
Autogenes Training, wenn es täglich
praktiziert wird.
Entspannung
durch Bewegung –
mit Kinderyoga
Eine besonders kindgemäße Form der
Entspannung ist Yoga. Hier profitieren
sowohl Kinder, die aufgrund ihres Naturells
ohnehin sehr aktiv sind, als auch
solche, denen es im Alltag an körperlichem
Ausgleich zur Schule fehlt.
Kinderyoga ist eine eigenständige Yogavariante,
bei der Mediation und Ruhephasen
weniger ausführlich praktiziert
werden. „Im Mittelpunkt stehen Haltungen
und Bewegungen, die Kinder in ihrem
natürlichen Bewegungsdrang unterstützen“,
erklärt der Kinderyogalehrer
Thomas Bannenberg (s. auch Interview
Seite 18). Besonders wertvoll sei für sie
das bewusste Erleben des Wechsels von
Anspannung und Entspannung. „Viele
verstehen dadurch erst genau, was
Entspannung eigentlich ist. Gleichzeitig
eröffnen Konzentrations- und Meditationsübungen
Kindern die Möglichkeit,
ihre Aufmerksamkeit selbstbestimmt zu
fokussieren“, so der Experte. Richtig
loslegen können Kinder nach seiner Erfahrung
bereits im Alter von drei Jahren.
Aber auch Kleinkinder können bereits
ihre motorischen Fähigkeiten schulen,
indem sie die Übungen und Bewegungen
spielerisch nachahmen.
Humor und
Gelassenheit im Familienalltag
verankern
Und noch etwas anderes sollten Eltern
im Blick behalten: Entspannender als
jede Entspannungsübung ist ein lockerer
Blick auf den Alltag. Vermitteln Sie
Ihrem Kind, das wir vieles nicht ändern
können – aber immer bestimmen, welche
Haltung wir selbst zu den Dingen
entwickeln. Oder, wie Buddha sagt: „Es
gibt keinen Weg zum Glück, Glücklichsein
ist der Weg.“
5 TIPPS
„Entspannungsübungen
für
Kinder“
1
2
3
4
5
Die Wiese der Ruhe
Die Wiese der Ruhe: Das Kind
stellt sich vor, völlig entspannt auf
einer Wiese zu liegen. Dabei soll es
versuchen, möglichst viele Details
wahrzunehmen.
Wärme Bei der Übung
hält das Kind ein Kissen und
konzentriert sich auf dessen Wärme
und das Gefühl, dass dadurch auch
der eigene Körper warm wird.
Für Zwischendurch
Das Kind setzt sich gerade
auf einen Stuhl und stellt sich vor,
dass es ganze schwer, ruhig und
entspannt ist.
Um nach einer
Entspannungsübung
wieder wach und fit zu werden, darf
das Kind z. B. „Katze“ spielen und
sich beispielsweise räkeln, einen
Buckel machen und fauchen.
Nach jeder Übung
sollte Ihr Kind auf jeden Fall
Gelegenheit haben, über das Erleb-
te zu sprechen.
05/26 familie&co 15
familie&gesundheit
16 familie&co 05/2026
Voller
Durchblick
Immer mehr Kinder benötigen eine Brille. Worauf es bei der
Auswahl von Gestell und Gläsern wirklich ankommt
Meinst du, die haben da auch so
eine blaue Brille, wie der Finn sie
trägt? Die find ich gut! Oder ich
nehme eine mit Muster, so wie der Leon
…“ Seitdem der achtjährige Ben sich mit
seiner Mutter auf den Weg zum Optiker
gemacht hat, reißen seine Überlegungen
zum richtigen Modell nicht ab. Heute
soll er seine erste Brille bekommen. Und
offensichtlich ist Ben deswegen ein bisschen
aufgeregt – aber auch vorfreudig.
Auch, weil eine coole Brille von den anderen
in der Klasse bewundert wird.
Außenseiter sind Kinder mit Brille sind
schon längst nicht mehr. Was auch daran
liegt, dass sich ihre Zahl immer weiter
erhöht. Vor allem die Fälle von Kurzsichtigkeit
(Myopie) nehmen stark zu,
u.a. weil schon Kinder immer mehr Zeit
vor Bildschirmen und immer weniger
Zeit im Freien verbringen. (siehe dazu
auch „3 Fragen an ...“, S. 18) Wichtig ist,
dass Sehschwächen so früh wie möglich
erkannt und optimal ausgeglichen werden,
damit die geistige und körperliche
Entwicklung nicht beeinträchtigt wird.
Genug Zeit beim Optiker
einplanen
Doch nur, wenn die Brille perfekt sitzt
und regelmäßig getragen wird, kann
sie ihre positive Wirkung entfalten. Der
Termin beim Augenoptiker spielt dabei
eine entscheidende Rolle. „Unsere Aufgabe
ist es, eine Brille zu finden, die zur
Kopfform und dem Gesicht des Kindes
passt. Ist dies nicht der Fall, kann das
zu Druckstellen, ständigem Herunterrutschen,
aber auch zu Kopfschmerzen
führen“, erklärt Giovanni Di Noto, Ausschussvorsitzender
des Zentralverbands
der Augenoptiker und Optometristen
(ZVA).
Sehr wichtig ist die richtige Fassungsgröße:
Um sie zu ermitteln, vermisst der
Augenoptiker den exakten Abstand der
Augen. Damit das Gestell den Ausdruck
des Gesichtes möglichst wenig verändert,
sollte der obere Brillenrand knapp unterhalb
der Augenbrauen verlaufen. Zur
Seite hin sollte das Gestell nicht über die
05/26 familie&co 17
familie&gesundheit
3 Fragen an ...
Dr. Viktoria Bau
Berufsverband der Augenärzte (BVA)
familie&co: Warum ist es so wichtig,
Fehlsichtigkeit früh zu entdecken?
Sie ist im Kleinkindalter einer der Hauptfaktoren
für Entwicklungsstörungen des
Sehens. Die Lesesehschärfe entwickelt
sich vor allem in den ersten Lebensjahren,
die Neuronen im Gehirn verschalten
sich unveränderbar. Nach dem 6. bis 10.
Lebensjahr können sich solche entwicklungsbedingten
Sehschwächen (Amblyopien)
nicht mehr bessern.
Woran merke ich, dass mein Kind
schlecht sieht?
Gerade im wichtigen Kleinkindalter ist
eine solche Entwicklungsstörung des
Sehens nicht gut von außen erkennbar,
besonders, wenn es sich um ein einseitiges
Problem handelt. Deshalb haben
die Vorsorgeuntersuchungen, besonders
die U7a, einen so hohen Stellenwert.
Was können Eltern präventiv tun,
um die Sehkraft ihres Kindes
zu erhalten?
Wichtig ist, alle Vorsorgeuntersuchungen
wahrzunehmen und falls nötig eine erforderliche
Therapie mit Brille und / oder
Abkleben eines Auges konsequent
durchzuführen. Um einer Kurzsichtigkeit
vorzubeugen, sollten Kinder mindestens
zwei Stunden pro Tag draußen im
Freien, also im Tageslicht verbringen.
Gleichzeitig sollten sie die Nutzung von
Smartphones/Tablets und langes Lesen
bei schlechter Beleuchtung oder mit geringem
Leseabstand minimieren.
Schläfen hinausragen. Der untere Brillenrand
sollte dort enden, wo die Lidhaut
in die Wange übergeht. Hier sollte
die Brille möglichst wenig aufliegen, um
Druckstellen und ständiges Verschmutzen
durch Hautkontakt zu verhindern.
Entscheidend für den guten Sitz ist der
passende Nasensteg. Jenes Teil also, dass
die Brillengläser in der Mitte verbindet
und stabilisiert. Grundsätzlich unterscheidet
man hier zwischen zwei Modellen:
Der „Sattelsteg“ wird in der Regel
bei Kunststoffbrillen eingesetzt. Er liegt
direkt auf dem Nasenrücken auf und
hat den Vorteil, das Gewicht der Brille
auf einer breiten Auflagefläche zu verteilen.
Beim „Seitensteg“ hingegen ruht die
Brille auf zwei weichen Kunststoffpads,
die auf den Seiten des Nasenrückens
aufliegen. Diese Pads können individuell
justiert und so besonders gut an die
ILLUSTRATIONEN: ELIFLAMRA, ISTOCK
18 familie&co 05/2026
Kurz-
Nasenform angepasst werden. Welches
Modell besser passt, ist von Fall zu Fall
verschieden.
Zeit und Sorgfalt seien auch nötig, um
die optimalen Gläser auszuwählen, erklärt
Augenoptikermeister Giovanni
Di Noto. In der Regel seien für Kinder
Kunststoffgläser die beste Wahl, da sie
leichter und bruchsicherer sind als solche
aus echtem Glas. Bei einer starken
Kurz- oder Weitsichtigkeit könnten die
Gläser entsprechend dünner geschliffen
werden. Eine härtende Beschichtung bietet
Schutz vor allzu schnellem Verkratzen
der etwas weicheren Kunststoffgläser.
Keine Panik vor
Verletzungen
Grundsätzlich sollte beim Kauf einer Kinderbrille
immer auch der Sicherheitsaspekt
eine Rolle spielen: Giovanni Di Noto
rät zu biegsamen Fassungen und unzerbrechlichen
Kunststoffgläsern. Für einen
stabilen Sitz sorgen sogenannte „Sportbügel“.
Sie sind weich und reichen fast
bis zu den Ohrläppchen hinunter. Brillen,
die diese drei Kriterien im Rahmen bestimmter
Normen erfüllen, werden als
„Schulsportbrillen“ akzeptiert. An vielen
Schulen sind Alltagsbrillen beim Sportunterricht
gar nicht zugelassen.
Am einfachsten und preisgünstigsten ist
es, wenn der Nachwuchs auch im Alltag
eine sporttaugliche Brille trägt. So entfällt
ständiges Hin- und Herwechseln, bei dem
schnell mal eine Brille kaputt oder verloren
gehen kann. Außerdem sind Kinder
so auch beim Toben außerhalb der Sportstunden
optimal geschützt. Zu viel Sorge
vor Unfällen ist aber unnötig: „Kinderbrillen
bergen kein höheres Verletzungsrisiko
oder gehen ständig kaputt. Viel
gefährlicher ist es, keine passende Sehhilfe
zu tragen“, sagt Giovanni Di Noto.
sich-
Um sich finanziell gegen Schäden abzusichern,
können Eltern außerdem eine Brillenversicherung
gegen Bruch oder Verlust
abschließen. Experte Di Noto empfiehlt,
sich vom Augenoptiker beraten zu lassen,
ob dies im individuellen Fall infrage
kommt und sinnvoll ist. Auch die Krankenkassen
bieten hierzu Informationen an.
Zumindest die Gläser für eine Kinderbrille
in Standardqualität werden ohnehin
von der Krankenkasse gezahlt – das
gilt auch, wenn die Brille defekt ist oder
nach einer gewissen Frist verloren wurde.
Eltern müssen also nur für das Gestell
bezahlen, oder wenn sie ein Upgrade, z. B.
das Entspiegeln der Gläser, wünschen. Bei
der ersten Brille ist von Kassenseite ein
Besuch beim Augenarzt vorgeschrieben,
danach dürfen auch Optiker prüfen, ob
sich die Sehschärfe geändert hat.
Und Ben? Hat bei dem Termin tatsächlich
seine Traumbrille gefunden: Ein
Kunststoffmodell in durchsichtigem Hellblau,
das bunt und fröhlich aussieht, sein
Gesicht aber trotzdem nicht verdeckt. Seine
Mutter hat dem Achtjährigen bei der
Auswahl möglichst viel mitbestimmen
lassen. Entsprechend stolz ist er jetzt auf
seine gute Wahl – und freut sich schon
auf den ersten Schulbesuch mit vollem
Durchblick.
tig-
keit
auf dem Vormarsch
Im Jahr 2000 gab es weltweit etwa
1,1 Milliarden Menschen mit Myopie
(Kurzsichtigkeit), bis 2050 wird
ein Anstieg auf 3,4 Milliarden erwartet.
In Europa könnte sich ihre
Zahl in diesem Zeitraum von 166
auf 459 Millionen erhöhen. Dann
werde rund jedes dritte Kind kurzsichtig
sein, so Giovanni Di Noto
vom Zentralverband der Augenoptiker
und Optometristen (ZVA).
Eine frühzeitige Behandlung durch
spezielle Brillengläser/Kontaktlinsen
oder Atropin-Augentropfen,
die vom Augenarzt verschrieben
werden, kann das Fortschreiten
der Kurzsichtigkeit aufhalten oder
verringern – damit sinkt auch das
Risiko schwerer Folgeerkrankungen
wie z. B. Netzhautablösung,
Grüner oder Grauer Star.
Kinderärzte sollten Eltern bereits
in den Vorsorgeuntersuchungen
(U-Untersuchungen) auf die Problematik
aufmerksam machen und
eng mit Augenoptikermeistern
und Optometristen zusammenarbeiten,
so der Experte. Von den
Krankenkassen wünscht er sich
mehr finanzielle Unterstützung
für moderne Behandlungsansätze
– so könne man die Sehschärfe
vieler Menschen erhalten und weit
höhere Folgekosten in der Zukunft
einsparen.
05/26 familie&co 19
familie&ernährung
20 familie&co 05/2026
POWER
START
in einen neuen Tag
Was wir morgens essen, ist entscheidend,
denn damit liefern wir unserem Körper Energie für den
Tag. Doch ein reichhaltiges Frühstück ist nicht nur
wichtig für unsere Gesundheit, sondern auch
für den Familienzusammenhalt –
und unsere Psyche
Ein gesundes Frühstück bildet die
Grundlage für einen guten Start in
den Tag. Denn während wir schlafen,
braucht unser Körper seine Energiereserven
auf – wir müssen frühstücken,
um wieder neue Kraft zu tanken
und wichtige Nährstoffe und Vitamine
aufzunehmen. Diese sorgen dafür, dass
wir leistungsfähiger sind und uns besser
konzentrieren können. Gerade Kinder
brauchen diesen Energieschub für ihre
körperliche Entwicklung. Gehen sie
ohne Frühstück aus dem Haus, kann es
Tipps für mehr
Gelassenheit
1 Bloß kein Stress! Das trifft in den meisten
zudem schnell passieren, dass sie in der
Schule oder im Kindergarten unkonzentriert,
gereizt und schlapp sind.
Was gehört zu einem
gesundes Frühstück?
Im Idealfall besteht ein Frühstück aus
vier Komponenten: Flüssigkeit (Kräuter-
und Früchtetee oder Saftschorle),
Getreideprodukte (Vollkornbrot, Müsli),
fettarme Milchprodukte (Milch,
Joghurt oder Käse) und Obst oder Gemüse.
Vor allem Letzteres ist wichtig,
betont die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung (DGE) in ihrer Kampagne
„5 am Tag“. Demnach sollte man drei
Portionen Gemüse (400 g) und zwei
Portionen Obst (250 g) am Tag zu sich
nehmen. Das funktioniert am besten,
wenn man bereits morgens damit beginnt.
Statt zum Toast sollte man zum
Vollkornbrot greifen: Es sättigt viel
länger und enthält mehr Nähr- und
Ballaststoffe als Weißmehlprodukte.
Diplom-Oecotrophologin Isabelle Keller
weist auf den hohen Ballaststoffgehalt
in Vollkornprodukten hin: „Wir
empfehlen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe
pro Tag für Erwachsene, und
allein mit vier Scheiben Vollkornbrot
liegt man schon bei dieser Tagesempfehlung.
Man müsste fünfzehn
Croissants essen, um
dieselbe Menge an Ballast-
Familien vor allem fürs Frühstück zu – als Wunsch, der mit
einer Portion Gelassenheit Wirklichkeit wird.
2 Lassen Sie schöne Musik laufen, die das Frühstück untermalt.
Wie wär’s mit feinen Klängen von Mozart oder Vivaldi?
Gerade kleine Kinder lieben Klassik.
3 Wird was verschüttet? Geht was daneben? Dann tief
durchatmen! Wer trotzdem gut gelaunt bleibt, hat den Tag
als Freund an seiner Seite.
4 Fürs Frühstück gibt’s kein Drehbuch! Soll heißen: Ungeplante
Späße und Blödeleien können ungemein beleben.
5 Grund regel: Mit Humor geht’s besser!
stoffen aufzunehmen.“
05/2026 familie&co 21
familie&ernährung
Rituale amMorgen schaffen
Gemeinsam den Tisch decken Jeder weiß, was er zu tun hat, und hilft mit:
Während Mama Tee und Kaffee kocht und Papa den Kühlschrank plündert,
deckt der Nachwuchs den Tisch mit Besteck, Tellern und Tassen – und stellt am
Sonntag vielleicht sogar ein selbst gemaltes Frühstücksbild dazu.
Das Bild natürlich nur auf freiwilliger Basis …
Kleiner, gemeinsamer Vers zum Einstieg Für kleinere Kinder toll: Wenn sich zu Beginn
alle an den Händen fassen und gemeinsam einen kleinen Vers sprechen. Beispiel:
„Wir reichen uns die Hände / nach guter alter Sitt’ / und wünschen uns zum Essen /
recht guten Appetit!“
Jeder kommt zu Wort und darf ausreden Das A und O am Frühstückstisch ist neben
dem Essen die Kommunikation. Tipp: Reihum darf jeder sagen,
was ihn an diesem Morgen bewegt und wo vielleicht der
Schuh drückt. Dabei sollte keiner dem anderen ins
Wort fallen – alle dürfen ausreden.
Genug Zeit und keine Hektik Soll das
Frühstück gemeinsam gelingen, muss
genügend Zeit vorhanden sein:
Also lieber etwas früher
aufstehen!
Genuss darf sein!
Viele frühstücken allerdings lieber süß:
Ein Croissant mit Nuss-Nougat-Creme,
Marmelade und süße Säfte sind für
viele fester Bestandteil eines guten
Starts in den Tag. Wer nicht auf diese
Leckereien verzichten will, sollte versuchen,
sie zumindest nicht jeden Tag
zu essen. Aber ganz darauf verzichten
muss man nicht, denn genießen gehört
zum Leben dazu! Das bestätigt auch
die DGE: Kinder sollten lernen, dass
das Frühstück schmecken und Lust
machen soll, aber eben auch gesund
sein sollte!
Mit Tricks zur
gesunden Ernährung
Beim gemeinsamen Frühstück mit den
Kindern ist es einfacher, die Vorlieben
für süße Leckereien abzulegen, erklärt
Diplom-Psychologe Michael Thiel:
„Gemeinsam frühstücken ist eine Winwin-Situation
für alle: Die Erwachsenen
verzichten mal auf das süße Essen und
stellen Vollkornprodukte und Obst auf
den Tisch. Die Kinder nehmen sich ein
Vorbild an den Eltern. So nehmen alle,
Eltern und Kinder, ein gesundes Frühstück
zu sich, passen gegenseitig auf sich
und ihre Ernährung auf.“
Trotzdem ist es nicht immer so einfach,
Kinder von einem gesunden Frühstück
zu überzeugen. Die wenigsten freuen
sich auf ein Vollkornbrot oder Kräuter-
Aufstrich.
Mit kleinen Tricks kann man es aber
doch schaffen, die Kinder an ein gesundes
Frühstück heranzuführen: Wenn
sie selbst beim Vorbereiten mitmachen
können, lassen sie sich am ehesten zu
einer nahrhaften und gesunden Mahlzeit
am Morgen überreden. Großen
Spaß macht etwa das Backen von Vollkornbrötchen
in der Muf finform – und
etwas Besonderes ist es auch. Um Kinder
an den Geschmack von Vollkorn
zu gewöhnen, können Sie beim Backen
etwa von Rührkuchen auch schrittweise
das Mehl austauschen. Die Mehltype
1050 enthält deutlich mehr nahrhafte
Substanzen als die Type 405.
Kleine Frühstücksmuffel
an Bord holen
Aber was tun, wenn das Kind morgens
keine Lust auf Frühstück hat? Dann ist
Kreativität gefragt: Schneiden Sie doch
FOTOS: OLNIK_Y, ANDREY_KUZMIN, MARGOUILLATPHOTOS: ISTOCK
22 familie&co 05/2026
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mal ein lustiges Gesicht in eine Gurkenscheibe
oder dekorieren Sie Obst und
Gemüse hübsch, schlägt Michael Thiel
vor. „Die Regel ‚Mit Essen spielt man
nicht‘ gilt hier nicht, denn man kann
das Essen spielerisch sehr interessant
und schmackhaft für Kinder gestalten,
sodass auch aus einer Tomate ein kleines
Kunstwerk wird.“ Denn nicht umsonst
heißt es: Das Auge isst mit!
Frühstück verbindet
und macht stark
Studien haben gezeigt, dass man insbesondere
beim gemeinsamen Essen eher
zu gesünderen Nahrungsmitteln greift.
Und das setzt sich fort: Gerade Kinder
nehmen weniger Fast Food zu sich,
wenn sie regelmäßig gemeinsam mit der
Familie essen, erklärt Michael Thiel.
Beim gemeinsamen Essen wird außerdem
die Bindung zwischen Eltern und
Kindern gestärkt. Im Tischgespräch
tauscht man sich über Probleme und
Sorgen aus und versucht, gemeinsam
eine Lösung zu finden. Aber auch das
kaum zielführende Herumalbern darf
eben nicht fehlen.
„Das miteinander Reden beim Frühstück
stärkt nicht nur den Familienzusammenhalt,
sondern auch die Psyche der Kinder
und Erwachsenen“, betont der Diplom-
Psychologe. Generell gilt beim gemeinsamen
Essen: je öfter, desto besser! Wer
regelmäßig mit der Familie frühstückt,
geht tatsächlich besser gelaunt und motivierter
aus dem Haus. Außerdem wird
durch dieses Ritual die Zusammenarbeit
im Team verbessert, erklärt Thiel. Beim
gemeinsamen Essen lernen die Kinder
nämlich Kommunikation und Empathie.
Das setzt sich auch im Schulalltag fort.
Grund genug also, sich ausreichend Zeit
am Morgen einzuplannen, um gemeinsam
und ganz entspannt mit der Familie in
den neuen Tag zu starten zu können!
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Erste Freundschaftsbande
Schon Babys und Kleinkinder spielen
gerne in Gesellschaft Gleichaltriger. Engere
Beziehungen zueinander entwickeln
die Sprösslinge jedoch erst mit drei Jahren
– also im klassischen Kindergartenal-
Du bist jetzt meine
allerbeste
Freundin
Freundschaften unter Kindergartenkindern folgen eigenen
Gesetzen. Was sie ausmacht, wie sie entstehen – und
welche Rolle Eltern und Erzieher/innen dabei spielen
ter. Denn erst jetzt sind sie sprachlich in
der Lage, sich umfassend mit ihren
Altersgenossen zu verständigen. Sie beginnen,
Streitigkeiten zunehmend auch
mit Worten auszufechten. Sie besprechen,
wer im Spiel welche Rolle übernimmt,
und treffen erste Verabredungen für den
Nachmittag.
Zunächst sind diese Bande allerdings
noch recht kurzlebig und basieren auf
einem anderen Verständnis von Freundschaft,
als wir Erwachsene es haben.
„Ein Freund, das ist für kleine Kinder jemand,
mit dem sie häufig zu tun haben,
der vielleicht in der Nähe wohnt oder
mit dem sie heute gut gespielt haben“,
weiß Prof. Dr. Maria von Salisch,
Entwicklungs psychologin an der Leuphana-Universität
Lüneburg. Was für
Kinder also zunächst zählt, sind Verfügbarkeit
und schöne Spielmomente, weni-
Der David ist mein bester
Freund“, erzählt mir mein
Sohn Luis neulich auf dem
Weg zum Kindergarten. Und als der
Dreijährige seine Gruppe betritt, stürmt
er sofort auf den Jungen zu. Noch am
selben Tag, als ich ihn abhole, verkündet
Luis dann verdrossen: „Der David ist gar
nicht mein Freund. Mit dem spiele ich
nie wieder!“ Aha, denke ich, die beiden
haben gestritten. Doch ich bin mir sicher:
Morgen sieht die Welt wieder anders aus.
Denn Freundschaften unter Kindergartenkindern
funktionieren eben so.
24 familie&co 05/2026
05/2026 familie&co 25
familie&kita
1
2
3
3 Tipps wie
Eltern helfen
können
Kein Druck
Nicht jedes Kind findet leicht
Anschluss. Dann ist Ge duld
gefragt. Schauen Sie genau
hin: Leidet Ihr Kind – oder
spielt es einfach gern alleine?
Meist finden die Kleinen
selbst zueinander. Wenn
nicht: Sprechen Sie mit der
Kita, ermuntern Sie Ihr Kind,
geben Sie Hilfestellungen.
Gelegenheit stiften
Spielnachmittage zu Hause
oder auf dem Spielplatz,
gemeinsame Ausflüge oder
ein Übernachtungsbesuch
schweißen zusammen –
ebenso der Sportverein.
Auf Stärken setzen
Vermitteln Sie Ihrem Kind: Du
bist prima, wie du bist! Denn
wer Selbstvertrauen hat,
findet leichter Freunde.
För dern Sie zudem seine
Neigungen, geben Sie Anregungen
für lustige Spiele.
Kin der mit fantasievollen
Ideen sind begehrt!
FREUNDE FINDEN
ger die Persönlichkeit des Kameraden.
Dementsprechend großzügig gehen Dreibis
Sechsjährige mit dem Wort Freundin/
Freund auch noch um. Jeder, der spontan
ihre Sympathie erweckt oder ihnen einen
Vorteil verschafft, wird schon mal so bezeichnet:
„Darf ich einen Keks haben?
Ich bin doch dein Freund!“ Genauso
schnell, wie neue Freundschaften entstehen,
werden sie aber auch wieder aufgelöst.
„Freunde sind nett. Und ist jemand
mal nicht nett, kann er logischerweise
kein Freund sein. Doch was heute auseinander
ist, ist morgen oft schon wieder
zusammen“, erklärt Maria von Salisch.
Die Entwicklungspsy-cho login weiß: Gerade
junge Kinder sind Meis ter der Versöhnung.
Wer spielt mit wem?
Ein häufiges Hin und Her der Freunde
ist bis zum Grundschulalter daher völlig
normal. Nach und nach merken die Kleinen
jedoch, dass sie mit einem oder mehreren
Kindern besonders gern zusammen
sind und suchen gezielt deren Nähe. Dabei
halten sie sich bevorzugt an Gleichaltrige
mit ähnlichen Interessen. Manche
Kindergartenneulinge suchen sich aber
auch ältere Freunde, die sie mit dieser
fremden Welt vertraut machen oder besonders
gute Spielideen haben. Weniger
kommt es anfangs auf das Geschlecht
des Kameraden an. Doch das ändert sich
mit der nahenden Einschulung. „Freundschaften
zwischen Mädchen und Jungen
werden seltener, weil sich mit dem zunehmenden
Bewusstsein für das eigene
Geschlecht auch die Spiel präferenzen unterschiedlich
entwickeln“, sagt Maria
von Salisch. Nach wie vor spielen Jungs
oft lieber Fußball, die Mädchen tummeln
sich in der Puppenecke.
Training fürs Leben
Die Freundschaft zu Gleichaltrigen ist
wichtig, denn sie fördert die Persönlichkeitsentwicklung
und das soziale Verhalten.
„Eltern und Geschwister bekommt
man sozusagen frei Haus. Freunde hingegen
kann man verlieren. Deshalb muss
man bei ihnen sein Bestes geben, etwa im
Konfliktfall die eigenen Interessen hintenanstellen“,
erläutert die Expertin.
So lernen die Kleinen im täglichen Miteinander
ganz nebenbei, was ihnen Eltern
oft nur mühsam vermitteln: Teilen, aufeinander
eingehen, gemeinsam nach Lösungen
suchen, sich behaupten. Das verlangt
einiges an Selbstständigkeit. Der
Vergleich unter Freunden formt zudem
das Selbstbild des Kindes: Wer läuft
schneller? Wer kann besser malen? Nicht
immer sind Eltern mit den Freunden ihrer
Kinder einverstanden. „Ausgerechnet
der“, denken manche, wenn der Nach-
26 familie&co 05/2026
FOTOS: SFL MARKETING GMBH, ANDREAS KIRSCHNER/DANIELZANGERL.COM.
S
Wo Familienträume wahr werden:
Sommerurlaub
in Serfaus-Fiss-Ladis
erfaus-Fiss-Ladis ist mehr
als nur ein Urlaubsziel – die
Region im Herzen der Tiroler Alpen ist
ein Ort voller Glücksmomente und
Herzlichkeit für Abenteurer und
Erholungssuchende jeden Alters.
Die Langeweile macht woanders Urlaub:
Im Freizeitparadies Serfaus-Fiss-
Ladis gibt es unzählige Möglichkeiten,
die den Sommerurlaub mit der ganzen
Familie unvergesslich machen. In großen
Spielarealen warten mitreißende
Aktivitäten und Attraktionen, die jedes
Kinderherz zum Jubeln bringen. Der
Erlebnispark Hög bietet Spielvergnügen
für kleine Naturentdecker, auf der
Sommerrodelbahn Familien-Coaster-
Schneisenfeger saust man bis zu 40
km/h durch die Serfauser Bergwelt,
und im Sommer-Funpark Fiss sorgt
unter anderem der Fisser Flieger für
Nervenkitzel.
Überall warten Abenteuer
Die panoramareiche Landschaft von
Serfaus-Fiss-Ladis lädt ein, entdeckt zu
werden – zum Beispiel auf spielerischen
Wanderwegen, die kleine und
große Entdecker einladen, die Geheimnisse
der Berge zu erforschen
– vom Hexenweg in Fiss über den
Piratenweg und den Murmliweg
in Serfaus bis hin zum
Forscherpfad in Ladis.
Im Kinder-Bergwerk am
Fisser Joch auf 2.346 Metern
sind Geschicklichkeit und
Die Super.
Sommer. Card.
• Gondelhopping: unlimitierte
Nutzung aller geöffneten
Bergbahnen inklusive
• Wanderbus: bequem alle drei Orte
ohne Auto erreichen
• Kinderanimation im Murmli-Club Serfaus
und im Mini&Maxi Club Fiss-Ladis
• Geführte Wanderungen
• Ermäßigungen auf das All-Mountain-
Bike-Ticket und die Kurse der Bikeschule
Serfaus-Fiss-Ladis
Köpfchen gefragt, um in dem stillgelegten
Steinbruch einen Schatz zu finden.
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Wenn sich die Sonne
mal versteckt
Die riesige Indoor Spiel- & Kletterwelt
Play IN in Serfaus lässt eventuelles
Regenwetter schnell vergessen, und die
Zeit vergeht wie im Flug. In Fiss lockt
außerdem die Indoor Arena Fiss unter
anderem mit einer Minigolf-Anlage und
einem Innenspielplatz mit Kinderkino.
Viele Attraktionen – darunter die Nutzung
aller geöffneten Bergbahnen – sind in der
Super. Sommer. Card. enthalten, die
Gäste in den ausgewiesenen Partnerbetrieben
gegen einen kleinen
Leistungbeitrag erhalten.
serfaus-fiss-ladis.at
familie&kita
INTERVIEW
„Wer passt zu mir?“
Sandra Witte ist Psychologin und Leiterin der
Kita St. Bruno am Beethovenpark in Köln
familie&co: Wie wichtig ist das betreute
Umfeld, damit Kinderfreundschaften entstehen
und sich festigen?
Sandra Witte: Der Kindergarten bietet natürlich eine
tolle Möglichkeit, viele Kinder gleichen Alters kennenzulernen
– mehr als das zu Hause oder auf Spielplätzen
der Fall wäre. Durch die stabilen Gruppen können die
Kinder in Ruhe schauen: Wer passt zu mir? Mit wem
möchte ich öfter spielen? Die Erzieher haben dabei die
Aufgabe, die Kinder zu beobachten, ihnen erst einmal
Zeit für eine Orientierung zu geben und für sie da zu
sein, wenn sie Hilfe brauchen. Dann kann man Spiele
initiieren – aber mit Vorsicht. Zu schnell sollte man nicht
eingreifen. Denn nicht jedes Kind will gleich Freundschaften
schließen. Manche sind sich auch erst mal
selbst genug.
Was kann Neulingen den Einstieg erleichtern?
Bei der Anmeldung fragen wir nach bereits bestehenden
Kontakten und berücksichtigen diese bei der Gruppenzusammensetzung.
Auf jeden Fall sollten hier genügend
gleichaltrige Kinder – auch gleichen Geschlechts – vorhanden
sein. Gute Erfahrungen haben wir mit Patenschaften
gemacht: Ein älteres Kind sucht sich einen
Neuling aus, für den es Ansprechpartner ist und morgens
zum Beispiel einen Platz im Sitzkreis freihält. Dadurch
sind die Kleinen gleich integriert.
Kommt es oft vor, dass Eltern Sie ansprechen, weil
sie sich sorgen, dass ihr Kind keine Freunde findet?
Das kommt vor – und dann muss man gemeinsam nach
Lösungen suchen. Kein Kind wird jedoch einfach so zum
Außenseiter. Da würde man schon den Anfängen wehren.
Die Eltern können das unterstützen, indem sie Verabredungen
einleiten, andere Kinder nach Hause einladen.
Oft ist es zudem so: Wenn sich die Eltern selber gut
in den Kreis der Eltern einfügen, kommt auch das Kind
in seiner Gruppe gut zurecht. Besteht jedoch bei den
Eltern kaum Anschluss, hat es auch das Kind schwerer.
Das muss man dann besprechen.
wuchs ihnen einen ausgesprochenen
Wildfang oder ein Kind anderer sozialer
oder kultureller Herkunft als Lieblingskameraden
präsentiert. „Dann sollte
man ein weites Herz haben“, rät Maria
von Salisch. Denn Kinder haben andere
Maßstäbe und sollten selbst entscheiden
dürfen, mit wem sie ihre Zeit verbringen.
Schließlich müssen sie auch später mit
den unterschiedlichsten Menschen klarkommen.
Daher bereichern gerade
Freundschaften unter gegensätzlichen
Charakteren oft ungemein.
Andersherum versuchen viele Eltern, ihr
Kind mit dem von Freunden zu „verkuppeln“.
„Das ist natürlich unbedenklich,
klappt aber nicht immer“, so die Entwicklungspsychologin.
Was aber, wenn
der Spross keine Freunde findet? „Dann
sollte man erst einmal abwarten und mit
den Erziehern sprechen. Sie werden wissen,
ob tatsächlich Hilfe nötig ist.“ Denn
meist schaffen die Kleinen das ganz alleine
(siehe Tipps S. 36).
Freundschaft in der Krise
Kommt es zum Streit oder zerbricht eine
Freundschaft durch Umzug oder Einschulung,
ist der Kummer der Kinder oft
sehr groß. „Diese Trauer sollte man ernst
nehmen und mit dem Kind darüber reden.
Eltern können den weiteren Kontakt
ja auch unterstützen, indem sie den
Freund mal einladen oder bei Konflikten
Lösungen aufzeigen, wie man sich wieder
vertragen könnte“, rät Maria von Salisch.
Sind gemeinsame Interessen vorhanden,
ist das unbedingt einen Versuch
wert. Ganz so locker, wie es scheint, sind
Kinderfreundschaften nämlich oft nicht.
„Wenn man sich streitet und trotzdem
immer wieder zueinander findet, ist da
eben Sympathie, die einen verbindet“,
betont die Expertin. Und was im Sandkas
ten beginnt, wird mitunter sogar zur
Freundschaft fürs Leben.
ILLUSTRATIONEN: PREZENT, KANKHEM: ISTOCK
28 familie&co 05/2026
KINOTICKETS FÜR DICH & DEINE FREUNDE!
Promotion
Ab 14.
MAI
NUR IM KINO
Das neue Abenteuer der beliebten Kinderbuchheldin kommt
ins Kino. Mit viel Herz, Humor und einer tierisch spannenden
Geschichte macht der Film kleinen und großen Conni-Fans
Lust auf ein großes Leinwanderlebnis rund um Conni, ihren
treuen Begleiter Kater Mau und einen ganz besonderen
gefiederten neuen Freund. Im Haus der Klawitters herrscht
Aufbruchsstimmung. Conni ist aufgeregt. Ihre Eltern fahren
mit ihrem Bruder zu Onkel Albert. Conni wäre nur zu gerne
mitgefahren, aber dann würde sie Semires Geburtstagsparty
verpassen. Natürlich bleiben Conni und Kater Mau nicht
allein zu Hause, denn Opa Willi ist gekommen und Anna und
Simon dürfen sogar bei ihr übernachten. Doch dann landet
ein verletzter Kranich bei ihnen und braucht ihre Hilfe. Denn nicht
nur die Verletzung macht Kranich Klaus zu schaffen, auch der
spießige Nachbar Herr Oswald, der seinen astrein gepflegten Ro-
sengarten in Gefahr sieht, ist hinter Klaus her. Gut, dass Conni und
ihre Freunde Unterstützung von der Tierschützerin Renata und
der Polizistin Selena bekommen. Zum großen Missfallen von
Kater Mau und Anna dreht sich aber nun alles nur noch um
den lustigen Vogel. Werden Conni und ihre Freunde es gemeinsam
schaffen, dass Klaus rechtzeitig gesund wird, um
mit den Zugvögeln nach Süden zu fliegen?
Freut euch auf eine fantasievolle Geschichte über Freundschaft
und Zusammenhalt – großes Kino für Kinder und
die ganze Familie! Zum Kinostart des Animationsfilms
erscheint bei Carlsen das Bilderbuch zum Film.
© 2026 Wild Bunch
MITMACHEN & GEWINNEN
1. bis 5. Preis: 4 Kinogutscheine für den Film Weitere
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Weitere Informationen auf Seite 38. Stichwort: CONNI
Eine Barauszahlung oder Verrechnung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Film
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Erinnerungen werden
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Bei der Familie von Skiweltmeister Michael Walchhofer
wird Freundschaft in den Bergen auf 1.350 Meter gelebt –
seit drei Generationen. Von einer Familie für Familien
mit Kindern, die auf bergige Action stehen. Als Familotel
bietet der Zauchenseehof die Soft- und Hardware für
Erlebnisse – viel besser als Playstation.
Im Zauchenseehof bekommen Sie aktive Erholung
statt normalem Wellness – im Hotel oder draußen auf
den Wanderpfaden. In einzigartiger Lage mitten in der
Natur, mit Sofortzugang zu allen Aktivitäten und
Urlaubsmomenten, die Menschen miteinander verbinden.
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1
Mit Kindern
gärtnern
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ERDBEEREN
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Erdbeeren sind der perfekte
Einstieg ins Gärtnerglück. Sie
sind im Beet oder in Töpfen
leicht zu pflanzen, wachsen
zuverlässig, sind robust und
belohnen über Wochen
mit süßen Früchten
Wie bei Jane Austen:
Elegantes Picknick
Leckere Rezepte für
die ersten Sonnentage
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den britischen
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• Elegante Landhäuser zum Träumen
• Wunderbare Rosenzeit
• Alles für den Start in die Gartensaison
Gefällt Ihnen unsere
Plus-Geschichte
„Mit Kindern gärtnern“ ?
Mehr gibt es in der
aktuellen Ausgabevon
Mein schönes
Landhaus –
jetzt am Kiosk !
Ein kleines Stück Grün schenkt Zeit zum
Beobachten, Staunen und Begreifen. Kinder
erleben im Garten, wie sich Dinge anfühlen,
wie sie wachsen und geerntet werden
Kleine Ernte
Kartoffeln und Rote
Beete – es macht
Kindern Spaß, das
eigene Gemüse zu
verarbeiten
1 Schwung Handbemalt ist der Ton-Gartenzwerg, der fest auf der Schaukel sitzt (Manufactum) 2 Praktisch Tasche mit wichtigen
Garten-Helfern (Kids Concept über Car Möbel) 3 Ideal Die Schaufel liegt gut in Kinderhänden (Kent Stowe) 4 Unterhaltsam Im
Buch „Judiths kleine Farm“ geht es um Tiere, die Gemüse anbauen wollen (Kosmos) 5 Helfer Mit der Kinder-Schubkarre lassen
sich motorische Fähigkeiten trainieren (Car Möbel) 6 Erfolg Kinder lieben es, wenn sie schnell ernten können. Mit den Saatbändern
gelingt das nach 30 Tagen (Manufactum) 7 Blickfang Das Holzhaus ist ein Wohlfühlort für Vögel (Car Möbel) 8 Kuschelig Aus der
Serie „Amuseables“: Stoff-Gießkanne (Jellycat) 9 Sonnig Der Schirm schützt beim Gärtnern (Dobbies Garden Centres)
Fotos: Compo (linke Seite); iStock (links, rechte Seite oben links und rechts); Dehner (rechte Seite, oben Mitte)
4
2
5
3
Tipps
Ein toller Start
• Toll ist ein eigenes Beet. Hier
lernen Kinder, sich zu kümmern,
Verantwortung zu tragen
und stolz darauf zu sein.
• Ein Naschgarten begeistert,
denn Erdbeeren, Radieschen
oder Zuckererbsen laden zum
direkten Probieren ein.
• Tiere zu beobachten, fasziniert
die Kleinen. Egal ob Regenwurm,
Käfer oder Biene.
• Pflanzschilder zu gestalten,
ist eine sinnvolle Beschäftigung,
die hübsch aussieht.
7
8
9
6
Star im Beet
Die Nisthilfen
harmonieren zum
bunten Beet und
machen Bienen
& Co. viel Freude
DIY-Idee
Insekten-Hotel
aus Konserven
Material:
Konservendosen, Rundhölzer,
Gewindestangen, Unterlegscheiben,
Schraubmuttern, Rebdraht, Holzperlen,
bunte Schnur, Kleber, Bambusröhrchen
und eine Bohrmaschine
FAMILIE
PLUS
So wird‘s gemacht:
1. Mit um die Dose gewickelten Rebdraht
insgesamt sechs Beine formen,
je zwei vorne, in der Mitte und hinten.
Anschließend Holzperlen als „Füße“ auf
die Drahtenden fädeln und durch
Umknicken des Drahtes fixieren.
2. Die Dose dicht mit bunter Schnur
umwickeln, bis kein Metall mehr sichtbar
ist. Anschließend zwei weitere Perlen
an die Außenseite der Dose kleben, um
„Augen“ für das Tier zu gestalten.
3. Als Basis in ein Rundholz ein Loch
bohren, eine Gewindestange einsetzen.
4. Ein Loch in den Dosenboden bohren,
die Dose auf die Gewindestange
stecken und mit Unterlegscheibe und
Mutter am Holzstab festschrauben.
5. Die Dose dicht mit Bambusröhrchen
füllen – so entstehen Nisthilfen.
6. Zwischen Geranien und anderen
Blüten platzieren. Fertig ist das kleine
Kunstwerk!
Fotos: Pelargonium for Europe
KINOTICKETS FÜR DICH & DEINE FREUNDE!
Promotion
Nach Ausflügen in die Wildnis Afrikas („Mia und der weiße Löwe“)
und in den Dschungel des Amazonas-Gebietes („Ella und der
schwarze Jaguar“) widmet sich Erfolgsregisseur Gilles de Maistre
in DIE LEGENDE DES WÜSTENKINDES einer packenden Erzählung,
die vor der spektakulären Kulisse der Wüstenlandschaft der Sahara
gedreht wurde – inspiriert von einer wahren Geschichte!
Die 14-jährige Sun hat erfolgreich ein Buch veröffentlicht – inspiriert
von einer Geschichte, die ihr verstorbener Großvater ihr einst erzählte:
die beinahe unglaubliche Legende des Jungen Hadara, der während
eines verheerenden Sandsturms von seiner Karawane getrennt wurde
und von einer Gruppe Strauße gerettet wird. In der unwirtlichen
Weite der Sahara wächst er fortan fernab seiner Familie auf, begleitet
nur von seinem treusten Gefährten, einem jungen Wüstenfuchs. Als
Sun im Rahmen einer Preisverleihung für ihr Buch selbst zu einer
Reise in die Sahara eingeladen wird, begegnet sie dort dem gleichaltrigen
Nomadenmädchen Kharouba – und erkennt bald, dass die
Legende des Wüstenkindes Hadara weit mehr ist als eine einfache
Gute-Nacht-Geschichte …
Für den Tierfilmspezialisten steht in diesem Film erneut die Verbindung
von Mensch, Tier und Natur im Mittelpunkt. Gilles de Maistre
gibt einen spannenden, lehrreichen Einblick in das Tierreich in der
Wüste sowie in das Leben der Nomadenvölker und ihrer Legenden,
die über Generationen mündlich weitergetragen werden.
AB
21. MAI
NUR IM KINO
© 2026 Studiocanal
1. bis 5. Preis: 4 Kinogutscheine für den Film
Weitere Informationen auf Seite 38. Stichwort: LEGENDE
Eine Barauszahlung oder Verrechnung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Film
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1
Früh übt sich
Kindgerechtes
Werkzeug hilft und
liegt gut in der Hand
(Kent & Stowe)
2
3
1 Süß Keramik-Tasse
für sommerliche
Erfrischungen (Gisela
Graham) 2 Komfort
Kinder-Handgabel mit
abgerundeten Zinken
(Kent & Stowe)
3 Wissen Beim Vogel-Quartett
lernt man
eine Menge über heimische
Vögel. Per QR-
Code sind ihre Laute
zu hören (Manufactum)
4 Spiel Hanfspringseil
mit Holzgriffen (Manufactum)
5 Lustig Walfischkorb
zum Pflanzen
(Dunelm) 6 Bunt
Verzinktes Hochbeet
in kindgerechter Höhe
(Manufactum)
Kinder
wollen die Welt
verstehen
DEIN SPIEGEL hilft ihnen
dabei. Jeden Monat erklärt
das Magazin spannende
und komplexe Themen aus
Politik, Gesellschaft, Kultur
und Sport altersgerecht
und unterhaltsam – zum
Selberlesen und als
Anregung für gemeinsame
Gespräche in der Familie.
DEIN SPIEGEL –
durch Wissen wachsen
4
DAS EIGENE
BLUMENBEET
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Passend sind alle ungiftigen
Pflanzen, wie Sonnenblumen
oder Kapuzinerkresse.
Erklären Sie Ihren Kindern
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vom Pflanzen,
über den Zustand der Erde
bis hin zum Gießen
6
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Als Einzelheft oder
im Abo erhältlich:
abo.deinspiegel.de/familie
erscheint bei
IDS Deutschland
Klostergut Fremersberg, 76530 Baden-Baden
Fon 07221-3939-639, Fax 07221-3939-666
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sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich, der
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