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volkshilfe. 01/2026 | Magazin für Menschen | Steiermark

Soziale Sicherheit statt Sozialabbau

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Sozialhilfe: Fakten statt Mythen | 5

Miteinander wirkt: Ehrenamtlich aktiv | 24

Betreuung neu gedacht: Tageseltern in Gemeinden | 29

Magazin für Menschen | Steiermark

01/2026

© istockphoto.com/Olga Bereslavskaya

SOZIALE

SICHERHEIT

STATT

SOZIALABBAU


2

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Editorial

v.l.n.r.: Genoveva Kocher-Schruf, Barbara Gross und Brigitte Schafarik

Gemeinsam für eine

soziale Steiermark!

Der Start ins Jahr 2026 steht im

Zeichen großer gesellschaftlicher

und sozialer Herausforderungen,

die den Alltag vieler

Menschen in der Steiermark

prägen. Globale und regionale

Krisen, wirtschaftliche Unsicherheiten

und wachsende soziale

Ungleichheiten hinterlassen

Spuren – insbesondere bei jenen,

die auf Unterstützung angewiesen

sind. Gerade jetzt zeigt

sich, was wirklich wichtig ist: Solidarität,

Zusammenhalt und das

entschlossene Eintreten für eine

gerechtere Gesellschaft.

Als Volkshilfe Steiermark stehen

wir verlässlich an der Seite der

Menschen, die Hilfe brauchen.

Dass wir dies tagtäglich tun können,

ist Ihrer Unterstützung und

dem großen Einsatz unserer vielen

haupt- und ehrenamtlichen

Mitarbeiter:innen zu verdanken,

die mit Engagement, Kompetenz

und Herz wirken. Denn wir

von der Volkshilfe leben die Idee,

unsere Welt ein Stück gerechter

zu machen. Wir bauen Brücken,

bringen Menschen zusammen

und beseitigen täglich Benachteiligungen.

Diese Ausgabe unseres Magazins

gibt wieder einen Einblick in

unsere vielfältige Arbeit, unsere

Angebote und unsere starke Verwurzelung

in der Steiermark. Es

zeigt, wie viel möglich ist, wenn

Menschen gemeinsam Verantwortung

übernehmen.

Unser aufrichtiger Dank gilt allen,

die diesen Weg mit uns gehen

– unseren Mitarbeiter:innen,

unseren Partner:innen in Politik,

Wirtschaft und Zivilgesellschaft

sowie allen, die sich tagtäglich

für ein solidarisches Miteinander

einsetzen. Gemeinsam können

wir viel bewegen.

Ihre

Barbara Gross,

Brigitte Schafarik,

Genoveva Kocher-Schruf

Mehr Infos finden Sie auf:

www.stmk.volkshilfe.at

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3


Volkshilfe

Steiermark

Sackstraße 20, 8010 Graz

Tel.: 0316/ 8960

stmk.volkshilfe.at

Impressum

Herausgeberin:

Volkshilfe Österreich

1010 Wien

Auerspergstraße 4

Tel.: 01/ 402 62 09

Fax: 01/ 408 58 01

E-Mail: office@volkshilfe.at

www.volkshilfe.at

Redaktion:

Constanze Seidl, Elke Edlinger,

Barbara Porotschnig, Lisa Peres

Medieninhaber,

Layout und

Produktion:

Die Medienmacher GmbH

Oberberg 128

8151 Hitzendorf

Zweigstelle: Römerstraße 8

4800 Attnang

office@diemedienmacher.co.at

www.diemedienmacher.co.at

Druckerei: A.kontext

Bildnachweis:

Volkshilfe Österreich oder

wie angegeben

Neubestellung? Umgezogen?

Abbestellung?

Bei Fragen oder Wünschen

wenden Sie sich bitte an die

Volkshilfe Bundesgeschäftsstelle:

Auerspergstraße 4

1010 Wien

Tel.: 01/ 402 62 09

E-Mail: office@volkshilfe.at

facebook.com/VolkshilfeSteiermark

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Inhalt

Editorial

Gemeinsam für eine soziale Steiermark!

Sozialhilfe – Fakten statt Mythen

Direktor Erich Fenninger klärt auf

Gleichstellung braucht soziale Infrastruktur

Frauentag im hafen*

Pflege zu Hause darf kein Luxus sein

Wenn Hilfe zur Kostenfrage wird

Straße für Maria Matzner

Volkshilfe Mitbegründerin erhielt eigene Straße

Wiederverleihung des Hospiz Gütesiegels

Würdevolle Begleitung bis zuletzt

Was uns bewegt – was wir bewegen

Veranstaltungen, Auszeichnungen, Projekte und Aktionen

Gemeinsam für faire Chancen

10 Jahre Projekt „Dabei sein ist alles“

Bildungswerkstatt 2026/27

Lebenslanges Lernen

Miteinander wirkt

Aktionen der Volkshilfe Steiermark Bezirksvereine

Umgang mit Demenz

Begegnen statt korrigieren

Spenden für soziale Gerechtigkeit

Was Ihre Hilfe bewirkt

Betreuung neu gedacht

Tageseltern in gemeindeeigenen

Räumlichkeiten

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29

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FAKTEN STATT

MYTHEN

FRAGEN &

ANTWORTEN

ZUR SOZIALHILFE

© iStock/2174089612

Im Gespräch mit Volkshilfe-Direktor

Erich Fenninger räumen wir mit gängigen

Mythen rund um die Sozialhilfe auf und

sprechen Klartext darüber, warum eine

armutsfeste Absicherung für die gesamte

Gesellschaft unverzichtbar ist.

Herr Fenninger, was ist die Sozialhilfe

und warum brauchen wir sie?

Und sichert die derzeitige Sozialhilfe das?

Die aktuelle Sozialhilfe ist nicht armutsfest. Sie liegt

unter der Armutsgefährdungsschwelle und reicht oft

nicht zum Leben. Sie verhindert Armut nicht, sondern

verwaltet sie. Deshalb fordert die Volkshilfe eine tiefgreifende

Reform der Sozialhilfe, die Menschen nicht

bestraft, sondern stärkt und ihnen ermöglicht, wieder

auf eigenen Beinen zu stehen.

Die Sozialhilfe ist das letzte Netz

unseres Sozialstaats. Sie greift dann,

wenn Menschen in Not geraten,

etwa durch Jobverlust, Krankheit

oder Trennung und andere Sozialleistungen

nicht oder nicht ausreichend

wirken. Sie soll das Existenzminimum

sichern, also Wohnen,

Ernährung, Kleidung und soziale

Teilhabe.

Wer bekommt eigentlich Sozialhilfe?

Sozialhilfe erhalten Erwachsene, die ihren Lebensunterhalt

- sowie jenen ihrer Kinder - nicht ausreichend

durch Erwerbsarbeit, Ersparnisse, Sozialversicherungsleistungen

oder Unterhaltszahlungen bestreiten

können. In Österreich sind das rund 206.000 Menschen,

das entspricht 2,2% der Bevölkerung.

5


„Sozialhilfe ist

kein Gnadenakt,

sondern beruht

auf dem Recht

auf soziale

Sicherheit,

verankert in der

Europäischen

Sozialcharta.“

(Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe)

6


„Etwa ein

Drittel aller

Menschen in

der Sozialhilfe

sind Kinder.“

Es wird oft behauptet, Sozialhilfebeziehende

wollen einfach nicht

arbeiten. Stimmt dieses Bild?

Nein. Fakt ist: Mehr als die Hälfte

der Sozialhilfebeziehenden kann

dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung

stehen – weil sie Sorgearbeit

leisten, oder krank sind, oder weil es

sich um Kinder handelt. Etwa ein

Drittel aller Menschen in der Sozialhilfe

sind Kinder.

Von jenen, die dem Arbeitsmarkt

zur Verfügung stehen, arbeiten 19%,

verdienen aber so wenig, dass ihr

Einkommen nicht zum Leben reicht

und sie Sozialhilfe zur Aufstockung

benötigen. Das eigentliche Problem

ist also nicht fehlender Arbeitswille,

sondern dass Arbeit wieder existenzsichernd

sein muss.

Warum wird Sozialhilfe so oft mit

Migration und Arbeitsunwilligkeit

verknüpft?

Sie wird leider häufig unter rassistischen

Vorzeichen diskutiert. Oft

wird darauf verwiesen, dass 45% der

erwachsenen Sozialhilfebeziehenden

asylberechtigt oder subsidiär

schutzberechtigt sind. Dabei wird

übersehen, dass viele von ihnen

während des Asylverfahrens nicht

arbeiten dürfen und erst nach einem

positiven Bescheid mit der Jobsuche

beginnen können. Nach den oft

langen Verfahren kann die Arbeitssuche

sehr schwierig sein. Deshalb

beziehen viele anerkannte Schutzberechtigte

zunächst Sozialhilfe,

um grundlegende Bedürfnisse wie

Wohnen und Nahrung zu sichern,

bis der Einstieg in den Arbeitsmarkt

gelingt.

© Johannes Zinner 7


Gibt es Zahlen dazu, wie viele Menschen

in Österreich an Demenz erkrankt sind?

In Österreich gibt es rund 1,4 Millionen Familien mit

Kindern - nur 2,7% davon haben vier oder mehr Kinder.

Nicht einmal jede zehnte kinderreiche Familie

bezieht Sozialhilfe oder Mindestsicherung. In Wien erhielten

2024 lediglich 120 Familien mit sieben Kindern

Sozialhilfe oder Mindestsicherung, und in 110 dieser

Familien gab es zusätzlich ein Erwerbseinkommen.

„Wenn an den falschen

Stellen gespart wird, wird

der Sozialstaat geschwächt.“

Und der gern zitierte Sozialhilfe-Missbrauch?

Die Fakten sprechen eine klare Sprache. 2023 wurden

in Wien 617 Verdachtsfälle von Sozialbetrug gemeldet,

in 108 Fällen kam es zu Rückforderungen. Das entspricht

weniger als 0,08% aller Bezieher*innen. Von

massivem Missbrauch kann also keine Rede sein.

Zudem weist Österreich laut Zahlen des Innenministeriums

bei Sozialbetrug eine Aufklärungsquote von fast

100% auf.

„Eine Gesellschaft

zeigt ihren wahren

Charakter darin, wie sie

mit jenen umgeht,

die Unterstützung

brauchen.“

Zuletzt wurden die Rufe nach Kürzungen

immer lauter. Muss bei der Sozialhilfe

wirklich gespart werden?

Wenn an den falschen Stellen gespart wird,

wird der Sozialstaat geschwächt. Die Ausgaben

für Sozialhilfe machen lediglich 0,27%

des BIP aus. Viele Beziehende arbeiten, andere

leisten unbezahlte Sorgearbeit. Niemand

wird durch Sozialhilfe reich. Bei Menschen,

die ohnehin am wenigsten haben, darf nicht

gespart werden. Diese Kürzungen verursachen

auch langfristig weitaus höhere Folgekosten.

Sinnvoller ist es, Einnahmen dort zu

erhöhen, wo sie gerecht und möglich sind

- etwa bei großen Vermögen, Erbschaften

oder Übergewinnen. Das reichste 1% besitzt

fast 40% des Vermögens, während nur 1,4%

des Steueraufkommens aus vermögensbezogenen

Steuern stammen. Nicht Sozialhilfe

schwächt den Staat, sondern Ungleichheit.

Warum ist eine starke Sozialhilfe für alle wichtig?

Eine starke Sozialhilfe schützt nicht nur Einzelne,

sondern stärkt das soziale Miteinander

insgesamt. Sie verhindert Abstiege und reduziert

langfristige Folgekosten. Die OECD

schätzt die Folgekosten von Kinderarmut auf

18 Milliarden Euro pro Jahr. Armutsbekämpfung

und eine armutsfeste Sozialhilfe ist daher

auch volkswirtschaftlich sinnvoll.

8


© istockphoto.com/Koldunov 9


Alle Fotos © John Kücükcay

Mitarbeiter*innen, Partner*innen und Wegbegleiter*innen der Volkshilfe Wien

Gleichstellung

braucht politischen

Einsatz und soziale

Infrastruktur

Bei der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag der Volkshilfe

Wien diskutierten Frauenministerin Eva Maria Holzleitner und

Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien Tanja Wehsely über strukturelle

Ungleichheiten, Carearbeit und die Rolle sozialer Organisationen

Welche Schritte es für echte Gleichstellung

braucht Anlässlich des Internationalen Frauentags

lud die Volkshilfe Wien Mitarbeiter*innen, Partner*innen

und Wegbegleiter*innen zu einem Austausch

in den hafen* in den 19. Wiener Gemeindebezirk

ein. Der Veranstaltungsort war bewusst

gewählt, denn die Einrichtung der Volkshilfe Wien

unterstützt Frauen und ihre Kinder in schwierigen

Lebenssituationen mit Beratung und Schutz. Gerade

hier wird täglich sichtbar, mit welchen Herausforderungen

Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen

konfrontiert sind.

Im Gespräch wurde rasch deutlich, wie viele gesellschaftliche

Bereiche von Fragen der Gleichstellung

berührt werden. Holzleitner und Wehsely sprachen

über strukturelle Ungleichheiten am Arbeitsmarkt,

über die Verteilung von Carearbeit sowie über die

Rolle sozialer Einrichtungen für gesellschaftliche

Teilhabe.

„Wenn sich die Entwicklung

so fortsetzt wie bisher,

könnte es noch bis 2148

dauern, bis Frauen und

Männer weltweit

gleichgestellt sind.“

10


v.l.n.r.: Dipl.-Ing in Mahboobeh Bayat, MBA, BM in Eva-Maria Holzleitner, Mag. a Tanja Wehsely,

GF VHW, Mag. a Eva Szigetvari, hafen*-Meisterin (Leitung hafen*)

Diese Prognose aus internationalen Gleichstellungsstudien

bildete einen Ausgangspunkt für die

Diskussion. Sie macht deutlich, dass Fortschritte

zwar sichtbar sind, strukturelle Unterschiede jedoch

weiterhin bestehen und Gleichstellung ein

langfristiger gesellschaftlicher Prozess bleibt.

„Viele Rechte, die heute

selbstverständlich

erscheinen, sind

historisch gesehen noch

gar nicht so alt.“

Bundesministerin Holzleitner stellte in diesem Zusammenhang

auch die historische Entwicklung der

Frauenrechte in den Mittelpunkt. Viele Rechte, die

heute selbstverständlich erscheinen, sind das Ergebnis

politischer Auseinandersetzungen der vergangenen

Jahrzehnte. So waren bis in die 1970er

Jahre hinein Frauen in Österreich noch in vielen

Bereichen rechtlich eingeschränkt. Verheiratete

Frauen brauchten etwa die Zustimmung ihres Ehemannes,

wenn sie einer Erwerbsarbeit nachgehen

wollten, die mit ihren sogenannten „ehelichen

Pflichten“ kollidierte.

Diese Perspektive verdeutlicht, dass Fortschritte in

der Gleichstellungspolitik immer wieder politisch

erarbeitet werden mussten. Gleichstellung ist daher

kein automatischer Prozess, sondern das Ergebnis

politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher

Entwicklungen.

Gleichstellung im Arbeitsleben Ein wichtiger Teil

des Gesprächs beschäftigte sich mit der aktuellen

Situation von Frauen am Arbeitsmarkt. Trotz Fortschritten

bestehen weiterhin Einkommensunterschiede

zwischen Frauen und Männern.

Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, sind stärker in

bestimmten Branchen vertreten und übernehmen

weiterhin einen großen Anteil unbezahlter Carearbeit.

Diese strukturellen Unterschiede wirken sich langfristig

auf Einkommen, Karrierechancen und Pensionen

aus. Gleichstellungspolitik steht deshalb in

engem Zusammenhang mit Arbeitsmarktpolitik,

sozialer Absicherung und Fragen der Vereinbarkeit

von Beruf und Familie.

Auch die wirtschaftliche Situation vieler Frauen

wurde angesprochen. Besonders Alleinerziehende

stehen häufig vor der Herausforderung, Erwerbsarbeit,

Kinderbetreuung und finanzielle Verantwor-

11


tung gleichzeitig zu bewältigen. Wirtschaftliche

Unabhängigkeit wurde im Gespräch als wichtige

Voraussetzung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche

Teilhabe beschrieben.

Zur Sprache kam außerdem die Situation von Frauen

mit Migrationsgeschichte. Qualifikationen und

berufliche Abschlüsse können nicht immer unmittelbar

am österreichischen Arbeitsmarkt genutzt

werden. Anerkennungsverfahren dauern teilweise

lange und erschweren den Zugang zu qualifizierter

Beschäftigung.

Carearbeit und ihre Auswirkungen Die Diskussion

widmete sich auch der Frage, wie Carearbeit

in unserer Gesellschaft verteilt ist. Kinderbetreuung

und Pflege von Angehörigen werden nach wie vor

überwiegend von Frauen übernommen. Diese Arbeit

ist gesellschaftlich unverzichtbar, wird jedoch

häufig nicht ausreichend sichtbar gemacht.

Wenn Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihre

Erwerbstätigkeit unterbrechen, hat das langfristige

Auswirkungen auf Einkommen und Pensionen.

Modelle zur besseren Aufteilung von Karenzzeiten

zwischen Elternteilen können dazu beitragen Verantwortung

innerhalb von Familien gerechter zu

verteilen.

Auch Gewalt gegen Frauen wurde im Gespräch angesprochen.

Maßnahmen zur Prävention und zum

Schutz von Betroffenen sind ein wichtiger Bestandteil

frauenpolitischer Arbeit. Beratungsstellen und

soziale Einrichtungen spielen dabei eine zentrale

Rolle, weil sie häufig erste Anlaufstellen für Frauen

sind, die Unterstützung suchen.

Die Rolle sozialer Organisationen Wehsely richtete

den Blick im Gespräch besonders auf die Rolle

sozialer Organisationen. Einrichtungen wie die

Volkshilfe arbeiten täglich mit Menschen in sehr

unterschiedlichen Lebenssituationen.

Beratungsangebote, soziale Dienstleistungen oder

Unterstützung im Alltag zeigen unmittelbar, welche

Herausforderungen viele Frauen betreffen. Gleichzeitig

bringen soziale Organisationen ihre Erfahrungen

aus der Praxis in politische Diskussionen

ein.

„Soziale Organisationen sehen

jeden Tag ganz konkret, welche

Auswirkungen Ungleichheit auf

das Leben von Frauen hat.“

Wehsely sprach auch über die Rahmenbedingungen

sozialer Arbeit. Förderanträge, Projektberichte

und Abrechnungen gehören zum Alltag vieler Einrichtungen

und nehmen einen erheblichen Teil der

verfügbaren Ressourcen in Anspruch.

Diese administrativen Anforderungen stellen für

Organisationen eine große Herausforderung dar.

Längerfristige Förderstrukturen könnten aus ihrer

Sicht dazu beitragen, soziale Organisationen zu

entlasten und mehr Ressourcen direkt für die Arbeit

mit Menschen freizusetzen.

„Ein großer Teil unserer Arbeit

besteht aus Förderanträgen,

Berichten und Abrechnungen.“

Zum Abschluss wurde noch einmal deutlich, wie

wichtig der Austausch zwischen Politik und sozialer

Praxis ist. Viele der Teilnehmer*innen arbeiten

selbst in sozialen Einrichtungen oder Beratungsstellen

und brachten ihre Erfahrungen aus dem Alltag

in die Diskussion ein. Der Internationale Frauentag

bot damit die Gelegenheit, unterschiedliche

Perspektiven zusammenzubringen und über aktuelle

Herausforderungen zu sprechen.

Frauenministerin Eva Maria Holzleitner beendete

das Podiumsgespräch mit folgendem Appell:

„Gleichstellung ist keine Selbstverständlichkeit.

Sie braucht

politische Entscheidungen und

Menschen, die sich jeden Tag

dafür einsetzen.“

Fakten:

Frauen arbeiten 42 Tage im Jahr gratis.

Grund dafür ist der anhaltende Gender

Pay Gap.

Frauen leisten fast um die Hälfte mehr

unbezahlte Care-Arbeit.

Frauen bekommen durchschnittlich

40 % weniger Pension als Männer.

Jede fünfte Frau ab 65 Jahren ist von

Armut betroffen oder armutsgefährdet.

Quellen: Statistik Austria & Momentum

Institut

12



© istockphoto.com/Irina Velichkina

Pflege zu Hause darf

kein Luxus sein

Gute Pflege darf keine Frage des Einkommens

sein. Sie ist eine gesellschaftliche Verantwortung

Wenn Pflege zur Kostenfrage

wird Häusliche Pflege wird

für immer mehr Menschen unleistbar

und zunehmend zum

Armutsrisiko. Pflegebedürftige

und ihre An- und Zugehörigen

werden mit unkalkulierbaren,

langfristigen Kosten allein gelassen.

Ohne ein finanzielles Netz

aus Kindern oder anderen Familienmitgliedern

ist Betreuung zu

Hause für viele nicht mehr möglich.

Selbstbehalte für mobile Dienste,

steigende Kosten der 24-Stunden-Betreuung,

Ausgaben für

Pflegehilfsmittel sowie notwendige

Umbauten in der Wohnung

oder im Haus, damit Pflege

überhaupt möglich ist, sind die

zentralen Kostentreiber. Diese

finanzielle Belastung trifft Pflegehaushalte

oft über viele Jahre

hinweg, meist ohne ausreichende

öffentliche Absicherung. Häusliche Pflege wird damit für viele

Familien zu einer finanziellen Dauerbelastung, die Ersparnisse aufbraucht,

Kredite notwendig macht und langfristig in die Armut führen

kann.

Deutliches Signal an die Politik Die Pflegerealität der Menschen

und die politischen Antworten darauf klaffen weit auseinander. Nahezu

drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass Familien mit der

Pflege ihrer Angehörigen allein gelassen werden.

Besonders deutlich fällt das Urteil bei Menschen mit geringem Einkommen

aus: 89 % halten die bisherigen politischen Maßnahmen zur

Unterstützung pflegender Angehöriger für unzureichend.

Viele Menschen ziehen nicht ins Pflegeheim, weil es medizinisch notwendig

ist, sondern weil sie sich die Betreuung zu Hause schlicht

nicht mehr leisten können. Ein Pflegehimeintritt erfolgt somit häufig

aus finanzieller Überforderung, nicht aus gesundheitlicher Notwendigkeit.

Dabei kostet ein Heimplatz den Staat meist deutlich mehr als

mobile oder häusliche Versorgung. Genau das macht die derzeitige

Situation so widersprüchlich.

Wenn der Staat hier nicht ausreichend entlastet, bleibt die Verantwortung

bei den Familien. Besonders Frauen tragen dann noch mehr

Druck, Stress und noch mehr Verantwortung, obwohl sie ohnehin

schon den größten Teil der Pflege übernehmen.

14


Die Hauptlast tragen Frauen Besonders hoch ist der Druck auf

weibliche Angehörige. Sie übernehmen den Großteil der Betreuung,

reduzieren Erwerbsarbeit, organisieren Pflege, koordinieren Betreuungskräfte

und tragen oft auch das finanzielle Risiko, oft mit geringer

eigenen Pension. Neben der körperlichen Belastung kommt die emotionale

hinzu, wie ständige Anspannung, Sorge und Erschöpfung.

„Das ist ein fulltime Job, ganz ein

schwerer noch dazu.“

Tochter einer schwer pflegebedürftigen Mutter

Ein Beispiel, das Systemversagen sichtbar macht Eine Tochter organisiert

sich eine Heimhilfe für ihre erkrankte Mutter selbst, um Geld

zu sparen. Die Betreuung kommt vom selben Ort und ist eine Bekannte

für ihrer Mutter von früheren Zeiten. Meistens bleibt sie in der

Woche drei bis vier Stunden bei der pflegebedürftigen Mutter, damit

die Tochter Zeit für Vermögensaufstellung, putzen der Wohnung oder

Einkäufe etc. erledigen kann. Das Pflegegeld alleine geht für die Stundenkraft

drauf. Aber es bleiben dann noch Kosten für Pflegeartikel,

Inkontinenz, Pants, Apotheke und Pflegehygieneartikel offen. Selbst

bezieht die Tochter Mindestinvalidenpension mit Ausgleichszulage

und sie weiß oft nicht wie sie finanziell um die Runden kommen kann.

Sie hat auch kein Privatleben mehr. Für Sie ist es oftmals mehr eine

Katastrophe.

Die finanzielle Last wird auf die Angehörigen abgewälzt Im

Schnitt werden rund 3.200 Euro pro Monat allein für Pflegekraft, Medikamente

und Betreuung aufgewendet. Zusätzlich fallen 400 bis 600

Euro für Lebensmittel, Inkontinenzprodukte und Pflegehilfsmittel an.

Heizkosten von 3.000 bis 4.000 Euro pro Jahr verschärfen die Situation

weiter.

Am Monatsende geht sich das Budget gerade so aus. Die Tochter

muss regelmäßig eigenes Geld zuschießen, oft finanziert über einen

Kredit, den sie monatlich zurückzahlt.

„Ich weiß echt

teilweise vorn und

hinten nicht,

wie ich zusammen

komme.“

Pflege darf niemanden in die

Armut treiben Das Pflegegeld

reicht in vielen Fällen nicht aus,

um die tatsächlichen Kosten zu

decken. Wenn Reformen ernst

gemeint sind, muss sich grundlegend

etwas ändern.

Wenn die Politik möchte, dass

Menschen so lange wie möglich

in ihrem Zuhause bleiben können,

muss sie dafür sorgen, dass

sie es sich auch leisten können.

Es braucht:

Pflegende Angehörige mit

eigener Mindestpension

Mehr Investitionen in mobile

Pflegeangebote, damit Menschen

möglichst lange gut

versorgt zu Hause bleiben

können.

Eine ehrliche Evaluierung der

tatsächlichen Kosten häuslicher

Pflege, um die finanzielle

Realität der Betroffenen

sichtbar zu machen.

Eine grundlegende Reform

des Pflegegeldes, damit es

die realen Ausgaben auch

tatsächlich abdeckt.

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15


Eigene Straße

für Volkshilfe Mitbegründerin

Maria Matzner

Große Freude – Maria Matzner, eine der Mitbegründer:innen

und langjährige Vorsitzende der Volkshilfe

Steiermark hat eine eigene Straße erhalten.

Am 5. März wurde im Beisein von Brigitte Schafarik, Geschäftsführerin

der Volkshilfe Steiermark, des ehemaligen

Geschäftsführers Franz Ferner und Vertreter:innen

der Stadt Graz die neue Straßentafel enthüllt. Die ehemalige

Dr.-Karl-Lueger-Straße im Bezirk Graz-Gösting

trägt nun den Namen Maria-Matzner-Straße. Brigitte

Schafarik betont: „Die Benennung einer Straße nach

Maria Matzner ist ein sichtbares Zeichen der Anerkennung

und des Respekts für ihr mutiges und engagiertes

Wirken. Die Erinnerung an Maria Matzner soll auch kommende

Generationen inspirieren, für demokratische

Werte und Solidarität einzutreten.“

„Die Benennung einer

Straße nach Maria Matzner

ist ein sichtbares Zeichen

der Anerkennung und des

Respekts für ihr mutiges und

engagiertes Wirken.“

Geschäftsführerin Brigitte Schafarik

Der Antisemitismus von Karl Lueger ist historisch klar

belegt. Umso wichtiger ist das positive Signal, das

mit der Umbenennung gesetzt wurde: Ein belasteter

oben: Daniela Schlüsselberger (SPÖ

Graz Klubobfrau), Judith Schwentner

(Vizebürgermeisterin)

unten: Franz Ferner (ehem. GF Volkshilfe

Stmk.), Brigitte Schafarik

(GF Volkshilfe Stmk.), Tristan

Ammerer (Gemeinderat)

Straßenname wurde durch den Namen einer

mutigen Widerstandskämpferin ersetzt.

Die neue Namensgeberin Maria Matzner

(1902–1987) war eine zentrale Figur des sozialdemokratischen

Widerstands gegen Austrofaschismus

und Nationalsozialismus. Trotz

mehrfacher Verhaftungen blieb sie politisch

aktiv, engagierte sich nach 1945 maßgeblich

am Wiederaufbau der Demokratie, war Mitbegründerin

der Volkshilfe Steiermark und

wurde 1950 als erste Landesrätin Österreichs

politisch wegweisend. Sie hat in schwierigen

Zeiten Verantwortung übernommen, Haltung

gezeigt und steht bis heute für Zivilcourage,

Menschlichkeit und gesellschaftliches Engagement.

16


Vertreter:innen der ausgezeichneten Pflegeheime präsentieren ihre

verlängerten Hospiz-Gütesiegel

Würdevolle Begleitung bis zuletzt

Wiederverleihung des

Hospiz Gütesiegels

Die Volkshilfe Steiermark setzt weiterhin auf

hohe Standards in der Pflege: Die Seniorenzentren

Frohnleiten, Liezen und Wagna wurden im

Februar erneut mit dem Hospiz-Gütesiegel ausgezeichnet.

Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim –

kurz HPCPH – bedeutet, Menschen mit unheilbaren

Erkrankungen in der letzten Lebensphase

im Pflegeheim bestmöglich zu begleiten und ihre

Lebensqualität zu erhalten. In den ausgezeichneten

Häusern ist das gelebte Praxis. Das Gütesiegel

bestätigt, dass ein Pflegeheim besondere Standards

in der Betreuung schwerkranker und sterbender

Menschen erfüllt. Alle Mitarbeiter:innen – ob Pflege,

Reinigung, Küche oder Verwaltung – werden

regelmäßig geschult und reflektieren gemeinsam

ihre Erfahrungen im Umgang mit Palliativsituationen.

So entsteht ein tragfähiges Netz an fachlicher

Kompetenz und empathischer Zuwendung.

Anfang Februar wurden drei Volkshilfe Seniorenzentren

im Rahmen eines Festaktes erneut mit dem

Gütesiegel ausgezeichnet. Bei den Feierlichkeiten

zur Wiederverleihung war Volkshilfe Steiermark

Präsidentin Barbara Gross persönlich anwesend,

um das Gütesiegel an die engagierten Volkshelfer:innen

zu übergeben. Ausgezeichnet wurden

das Seniorenzentrum Frohnleiten mit Hausleiterin

Silvia Kungl und Pflegedienstleiterin Ingeborg Fank,

das Seniorenzentrum Wagna mit Hausleiterin Klavdija

Golobic-Petek und Pflegedienstleiterin Jasmin

Behr sowie das Seniorenzentrum Liezen mit Hausleiterin

Karin Dlouhy und Pflegedienstleiterin Anna

Krammer. Präsidentin Gross bedankte sich bei allen

Mitarbeiter:innen: „Danke für Ihr Engagement und

Ihren Einsatz für die Bewohner:innen und ihre Angehörigen!“

17


Was uns bewegt –

was wir bewegen

In unseren Einrichtungen ist immer viel los! Ob Veranstaltungen, besondere Auszeichnungen,

Projekte, Feierlichkeiten oder neue Angebote – das Engagement unserer Mitarbeiter:innen

und die Vielfalt des gemeinsamen Miteinanders prägen den Alltag der

Volkshilfe und machen ihn lebendig.

Der ORF zu Besuch im Seniorenzentrum Wagna

Der ORF war im Rahmen der Sendung „Guten Morgen

Österreich“ zu Gast im Seniorenzentrum Wagna

und stellte dort das Konzept „Mode auf Rädern“

vor. Die Bewohner:innen hatten die Gelegenheit,

durch die neue Frühjahrskollektion zu stöbern und

sich am Laufsteg – und damit auch im Fernsehen –

zu präsentieren. Für Begeisterung und jede Menge

gute Laune war gesorgt!

Eröffnung des neuen Standorts für Tageseltern

in gemeindeeigenen Räumen in Kapfenberg

Das Volkshilfe Sozialzentrum Mürzzuschlag feierte

die Fertigstellung und gleichzeitige Eröffnung der

neuen Tageselternstätte in Kapfenberg Stadt. Gemeinsam

mit der Stadtgemeinde Kapfenberg als

Kooperationspartner wurde hier vergangenes Jahr

einiges auf die Beine gestellt. Zwei Tageseltern betreuen

in dieser liebevoll eingerichteten Gemeindewohnung

abwechselnd vorerst vier Tageskinder

– eine individuelle, familiäre Betreuung mit ganz

viel Herz und Leidenschaft für den Beruf. Weitere

Informationen zu diesem Betreuungsmodell finden

Sie auf Seite 29

20 Jahre frisch gekochtes Essen Zuhause in Leoben

Ein Jahr zum Feiern! Seit 2006 versorgt das Team „Essen Zuhause“

des Sozialzentrums Leoben Menschen im Bezirk täglich mit frisch gekochten

Menüs. Rund 320 Mahlzeiten werden jeden Tag von engagierten

Zusteller:innen und Zivildienern direkt in die Wohnungen und

Häuser der Kund:innen geliefert. An 365 Tagen im Jahr stehen vier

Menüs zur Auswahl.

In den vergangenen 20 Jahren wurden so bereits mehr als 2 Millionen

Essensportionen zuverlässig ins Zuhause der Menschen im Bezirk

Leoben gebracht. Ein herzliches Dankeschön gilt Essenkoordinatorin

Sylvia Toih und dem gesamten „Essen Zuhause“-Team für ihren langjährigen,

verlässlichen und beherzten Einsatz.

18


“Klumpat, der Mülltroll“ im

Kindergarten Röthelstein

Mit viel Engagement beschäftigten sich Kinder

und Team intensiv mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Ausgangspunkt war das Bilderbuch

“Klumpat, der Mülltroll!“, das zu Gesprächen über

Müll, Umweltverschmutzung und Verantwortung

anregte. Gemeinsam mit ihren Eltern sammelten

die Kinder alte Gegenstände, die als Symbol zu einem

Müllherz gelegt wurden. Daraus entstand die

Idee eines kostenlosen Spielzeugflohmarkts, bei

dem Spielsachen ein neues Zuhause fanden. Bald

kommt “Klumpat“ persönlich in den Kindergarten

und vertieft das Gelernte spielerisch.

Seit April: “Familienkaffee“ im

Tageszentrum Frohnleiten

Seit April lädt das Tageszentrum Frohnleiten jeden

ersten Mittwoch im Monat herzlich zum “Familienkaffee“

ein. Von 14.00 bis 15.30 Uhr bietet sich in

gemütlicher Atmosphäre Raum für Austausch, Gespräche

und persönliche Begegnungen bei Kaffee

und Kuchen. Angehörige, neue interessierte Gäste

und Familien sind herzlich willkommen. Das Familienkaffee

ist eine gute Gelegenheit, das Tageszentrum

kennenzulernen, Einblicke in die Arbeit

zu erhalten und sich in ungezwungener Runde zu

informieren.

Pizza-Tag als Dankeschön

Im Rahmen des PERMA-Projekts erreichte die Alterserweiterete

Gruppe Knittelfeld vergangenen

Herbst den 2. Platz beim steirischen Kinderrechtepreis.

Dieser Erfolg ist dem großen Engagement

der damaligen Schulanfänger:innen im Kinderbetreuungsjahr

2024/25 zu verdanken. Als Dankeschön

lud das Team die Kinder nach Schulschluss

noch einmal in den Kindergarten ein. Beim gemeinsamen

Pizzabacken, Spielen und Singen des

„PERMA Songs“ wurde viel gelacht. Ein schöner

Nachmittag voller Gemeinschaft, Freude und wertvoller

Erinnerungen.

Beeindruckender Karriereweg in

der Volkshilfe Steiermark

Sylvia Tatzreiter-Mate begann im September 2021

als Heimhilfe im Seniorenzentrum Leoben und absolvierte

dort berufsbegleitend die Ausbildung zur

Pflegeassistentin. Im November 2023 wechselte sie

in das Seniorenzentrum Vordernberg und schloss –

auf eigene Kosten und ebenfalls berufsbegleitend

– erfolgreich das Diplom zur DGKP ab. Seit 1. April

ist sie als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin

im Seniorenzentrum Vordernberg tätig.

Wir gratulieren herzlich zu dieser großartigen Leistung!

19


Der Kindergarten Eibiswald-West war

„Klimabündnis Mitglied des Monats März“

Der Kindergarten Eibiswald West wurde vom Klimabündnis

als Mitglied des Monats März ausgezeichnet.

Klima- und Umweltschutz sind hier

seit vielen Jahren fester Bestandteil der Bildungsarbeit.

In Projekten mit dem Abfallwirtschaftsverband,

beim “Steirischen Frühjahrsputz“ oder als

“Klimadetektiv:innen“ lernen die Kinder spielerisch,

Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen.

Klimameetings, kreatives Arbeiten mit Recyclingmaterialien

und umweltfreundliche Wege im Alltag

zeigen den Kindern: Viele kleine Schritte können

Großes bewirken.

Schulung Meldung und Dokumentation bei

Tageseltern

Tageseltern bieten den Jüngsten ein besonders

familiäres Umfeld. Umso wichtiger sind geschulte

Augen und Ohren, um Kindeswohlgefährdungen

frühzeitig zu erkennen. Deshalb setzt die Volkshilfe

Steiermark auf verpflichtende, speziell auf Tageseltern

zugeschnittene Weiterbildungen zu Sensibilisierung,

Verdachtsmeldungen und Meldewegen.

Kürzlich nahmen 15 Tageseltern aus der gesamten

Steiermark daran teil und brachten ihre langjährige

Erfahrung ein. Das gemeinsame Fazit: bestehendes

Wissen wurde gefestigt, neue Aspekte gewonnen

und mehr Sicherheit im Bereich Kinderschutz geschaffen.

20

Kinderkrippen Heimschuh und Liezen

erfolgreich zertifiziert

Im Leitbild der Volkshilfe ist der achtsame Umgang

mit den individuellen Grundbedürfnissen von Kindern

seit vielen Jahren fest verankert. Jedes Kind

wird dort abgeholt, wo es steht, Vielfalt und Individualität

gelten als Bereicherung im täglichen Miteinander.

Klare Strukturen geben zusätzlich Orientierung

und Sicherheit. Die Kinderkrippen Heimschuh

unter der Leitung von Anja Lenhard und Liezen

unter der Leitung von Petra Rappold haben dieses

Leitbild gemeinsam mit ihren engagierten Teams in

den vergangenen Jahren konsequent umgesetzt.

Im Rahmen einer internen Evaluierung wurden

beide Einrichtungen erfolgreich zertifiziert und im

Zuge eines kleinen Festakts mit dem entsprechenden

Gütesiegel ausgezeichnet.

Musik als Jahresthema im Tageszentrum

Hart bei Graz

Musik begleitet uns ein Leben lang und ist sehr oft

mit besonderen Momenten verknüpft: dem ersten

Tanz, einer großen Liebe oder einem Lied, das früher

im Radio lief und einfach für gute Laune sorgte.

Genau deshalb hat das Tageszentrum Hart bei

Graz „MUSIK“ zu ihrem Jahresthema gewählt, da

sie Türen öffnet zu Erinnerungen, Emotionen und

Gemeinschaft. Vermehrt wollen sie in diesem Jahr

singen, Lieblingslieder aus verschiedenen Jahrzehnten

anhören und kleine Konzerte oder auch

kreative Angebote rund um die Themen Musik und

Rhythmus integrieren.


10 Jahre „Dabei sein ist alles“

Gemeinsam für

faire Chancen

Gemeinsam erleben, lernen

und wachsen: Für viele Kinder

sind Schulveranstaltungen wie

Sportwochen oder Projekttage

prägende Erlebnisse. Doch

nicht für alle sind sie selbstverständlich.

Genau hier setzt

das Projekt „Dabei sein ist alles“

an, welches seit einem

Jahrzehnt von der Volkshilfe

Steiermark gemeinsam mit der

Steiermärkische Verwaltungssparkasse

umgesetzt wird.

Ziel des Projekts ist es, Kindern

aus armutsgefährdeten Familien

die Teilnahme an kostenpflichtigen

schulischen Aktivitäten zu

ermöglichen und ihnen damit

wichtige Erfahrungen von Gemeinschaft,

Zugehörigkeit und

persönlicher Entwicklung zu eröffnen.

Gerade diese Erlebnisse

tragen wesentlich dazu bei, sich

als Teil einer Gruppe zu fühlen

und gleiche Bildungschancen

wahrzunehmen.

Im vergangenen Jahr konnten

351 Kinder mit einer Gesamtsumme

von über 64.000 Euro

unterstützt werden. Auch im

Jahr 2026 wird das Projekt fortgeführt

und setzt damit ein starkes

Zeichen gegen Kinderarmut

und soziale Ausgrenzung.

Volkshilfe Steiermark Präsidentin

Barbara Gross betont die Bedeutung

dieser Zusammenarbeit

und bedankt sich für die verlässliche

Partnerschaft: „Gemeinsam

gelingt es uns, Kindern Chancen

zu eröffnen, die sonst oft unerreichbar

wären.“

Die Kooperation mit der Steiermärkischen

Sparkasse hat eine

noch längere Tradition. Schon

zuvor, seit 2008, wurden gemeinsame

Initiativen umgesetzt,

die Familien in schwierigen Lebenssituationen

entlasten. Mit

„Dabei sein ist alles“ wird dieses

Engagement konsequent weitergeführt.

Auch Walburga Seidl, Vorstandsmitglied

der Steiermärkischen

Sparkasse, unterstreicht die zentrale

Bedeutung des Projekts:

„Der Steiermärkischen Sparkasse

ist es ein großes Anliegen, soziale

Teilhabe und Chancengleichheit

zu fördern. Daher macht es uns

stolz, dass die Steiermärkische

Verwaltungssparkasse – Haupteigentümerin

der Steiermärkische

Bank und Sparkassen AG –

gemeinsam mit der Volkshilfe ein

starkes Zeichen setzt, damit kein

Kind vom schulischen Miteinander

ausgeschlossen wird.“

Denn jedes Kind soll die Möglichkeit

haben, dabei zu sein. Darin

liegt der Schlüssel zu echter

Chancengerechtigkeit.

Mehr Informationen:

Weitere Informationen und das Antragsformular

für „Dabei sein ist alles“ finden Sie auf

www.stmk.volkshilfe.at unter dem Menüpunkt

„Finanzielle Hilfe & Unterstützung“ oder

über den folgenden QR-Code:

Volkshilfe Steiermark

Präsidentin Barbara Gross und

Walburga Seidl, Vorstandsmitglied

der Steiermärkischen

Sparkasse, mit dem

gemeinsamen Anliegen, Kindern

Perspektiven zu eröffnen

– ganz im Sinne von

#glaubanmorgen

© Margit Kundigraber

Wir danken der nachfolgenden Firma und Gemeinde für einen Druckkostenbeitrag:

JHG Gastro Express GmbH, 8020 Graz | Gemeinde Landl, 8931 Landl

21


Bildungswerkstatt

2026/27

Die Bildungswerkstatt 2026/27

steht bereit. Unter dem Motto

„Lebenslanges Lernen“ bietet

sie erneut ein vielfältiges

Angebot an Fort- und Weiterbildungen.

Bewährte Inhalte

werden dabei gezielt mit innovativen

Ansätzen kombiniert.

Die “BiWe“, wie das umfassende

interne Weiterbildungsprogramm

liebevoll genannt wird,

umfasst aktuell über 180 Fortund

Weiterbildungsangebote

und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten

zur persönlichen und

fachlichen Weiterentwicklung.

Mit dem jährlich aktualisierten

Weiterbildungskatalog setzt die

Volkshilfe Steiermark ein klares

Zeichen für die Förderung

ihrer Mitarbeiter:innen. Ziel ist

es, Volkshelfer:innen in ihren

fachlichen, persönlichen und

übergreifenden Kompetenzen

nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig

sollen wichtige inhaltliche

Schwerpunkte für qualitativ

hochwertige Angebote in der

Kinderbildung und -betreuung

sowie in der Pflege und Betreuung

gesetzt werden.

Zu den Schwerpunkten in der

Kinderbildung und -betreuung

zählen unter anderem Gesundheit

und Bewegung, Achtsamkeit

und Bedürfnisbegleitung, Neue

Autorität sowie Kinderschutz. In

der Pflege und Betreuung stehen

Fortbildungen zu Themen

wie Demenz, Ernährung, Mobilität,

Gewaltschutz sowie Hospiz

und Palliative Care im Fokus. Ein

besonderes Augenmerk liegt zudem

auf der physischen und psychischen

Gesundheit der über

3.500 Mitarbeiter:innen. Darüber

hinaus bietet die Bildungswerkstatt

die Möglichkeit, gesetzlich

verpflichtende Fortbildungen zu

absolvieren.

Jetzt entdecken!

Die Bildungswerkstatt

2026/27 ist in analoger und

digitaler Form verfügbar.

Blättern Sie sich hier durch

über 170 Seiten. Viel Freude

beim Entdecken und allen

Volkshelfer:innen viel Spaß

beim Weiterbilden!

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22


Hohe Betreuungsqualität durch

externes Audit bestätigt

Auch heuer konnte die Volkshilfe Steiermark

ihre hohen Qualitätsstandards eindrucksvoll

unter Beweis stellen: Das jährliche externe Audit

durch die Quality Austria wurde erfolgreich

abgeschlossen – und das mit beeindruckendem

Feedback der Auditorinnen.

Die Seniorenzentren Bairisch Kölldorf, Graz-Eggenberg,

Graz-Wetzelsdorf, Neudau, Pöllau, Wagna

und Weiz sowie die Sozialzentren Graz, Leibnitz,

Südoststeiermark und Weiz/Hartberg stellten sich

den umfassenden Prüfungen mit großer Professionalität

und Offenheit. Besonders hervorgehoben

wurde die hohe Qualität der Betreuung sowie der

wertschätzende Umgang mit Kund:innen und deren

An- und Zugehörigen – ein schönes Kompliment

an alle Teams vor Ort. Die Leiterin des Qualitätsmanagements,

Kristin Wiener-Zeilinger, betont:

„Ein externes Audit ist immer mit Aufwand, etwas

Ungewissheit und einer gewissen Spannung verbunden.

Aber durch die gute Vorbereitung und die

offene Kommunikation konnten die Teams vor Ort

den Auditprozess hervorragend meistern.“

Auch die Geschäftsführerinnen Genoveva Kocher-

Schruf und Brigitte Schafarik zeigen sich erfreut:

„Wir sind unglaublich stolz auf die großartige Arbeit

und die hervorragende Unterstützung in unseren

Einrichtungen.“ Ein herzliches Dankeschön an alle

Mitarbeiter:innen, die durch ihre tägliche Arbeit

diesen Erfolg möglich machen. Dank dieses Einsatzes

setzt die Volkshilfe weiterhin klare Maßstäbe für

Qualität und Verlässlichkeit.

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MITEINANDER

WIRKT

Bezirksverein Graz

Staffelübergabe nach einem

Vierteljahrhundert

Bei der Generalversammlung des Volkshilfe Bezirksvereins Graz stand

ein besonderer Moment im Mittelpunkt: Nach mehr als 25 Jahren an

der Spitze übergab Edeltraud Meißlitzer den Vorsitz an Helga Gaube.

Über ein Vierteljahrhundert hinweg hat Edeltraud Meißlitzer die Arbeit

des Bezirksvereins mit großem Engagement, Verlässlichkeit und Herzblut

geprägt. In ihrem Rückblick ließ sie zahlreiche Initiativen Revue

passieren, die das Vereinsleben bereichert und das soziale Miteinander

gestärkt haben. Dazu zählen unter anderem Senior:innenreisen,

Flohmärkte sowie vielfältige Veranstaltungen für die Gemeinschaft.

Mit Helga Gaube übernimmt eine erfahrene Nachfolgerin die Leitung.

Sie war bereits als Kassierin tätig und gestaltete die regelmäßigen

Sprechstunden aktiv mit. Dadurch kennt sie die Anliegen der Menschen,

die sich an die Volkshilfe wenden, aus erster Hand und bringt

wertvolle Erfahrung in ihre neue Funktion ein.

Volkshilfe Steiermark Geschäftsführerin Brigitte Schafarik dankte allen

Ehrenamtlichen für ihren langjährigen Einsatz und betonte die große

Bedeutung freiwilligen Engagements, das heute keine Selbstverständlichkeit

mehr ist.

Volkshilfe Geschäftsführerin

Brigitte Schafarik dankte

Edeltraud Meißlitzer (Mitte)

und wünschte Helga

Gaube (r.) alles Gute

Ein besonderer Höhepunkt der

Versammlung waren die Ehrungen:

Edeltraud Meißlitzer wurde

für ihr langjähriges Wirken

mit der Josef-Afritsch-Medaille,

der höchsten Auszeichnung

der Volkshilfe Österreich, geehrt.

Auch Hilde Jurschitz, Eva

Maria Johs, Marianne Hierzer

und Franz Pfeffer wurden für ihr

Engagement mit der Goldenen

Ehrennadel der Volkshilfe ausgezeichnet.

Gabriele Immerl (4.v.l.) übergab

Vorsitz an Rene Strohmeier

(4.v.r.), Präsidentin Barbara

Gross (3.v.r.) gratulierte.

Bezirksverein

Graz-Umgebung Süd

Wechsel an der

Spitze und viel

Engagement vor Ort

Die Generalversammlung des

Volkshilfe Bezirksvereins Graz-

Umgebung Süd stand im Zeichen

von Dankbarkeit und Aufbruch.

Gabriela Immerl übergab

den Vorsitz an Rene Strohmeier,

der gemeinsam mit dem neuen

Vorstandsteam einstimmig gewählt

wurde.

Volkshilfe Steiermark Präsidentin

Barbara Gross würdigte den

langjährigen Einsatz der scheidenden

Vorsitzenden und ihres

Teams. In ihrem Bericht spannte

sie den Bogen von den Anfängen

der Volkshilfe bis zu den aktuellen

Herausforderungen und

machte deutlich, wie wichtig engagierte

Bezirksvereine für den

sozialen Zusammenhalt sind.

Gabriela Immerl blickte auf zahlreiche

erfolgreiche Aktivitäten

zurück, die weit über die Region

hinaus wirken. Dazu zählen unter

anderem – neben den Unterstützungen

für von Armut betroffenene

Familien – verschiedene

Benefiz-Initiativen wie der

Suppenverkauf beim beliebten

Ostermarkt in Laßnitzhöhe oder

die „Gugelhupf-Sonntage“ in

Kalsdorf.

Ein sichtbares Zeichen dieses

Engagements wurde im Rahmen

der Versammlung gesetzt: Der

Erlös des erstmals veranstalteten

„Feldkirchner Gugelhupf-

Sonntags“ wurde übergeben und

kommt Familien in der Region

zugute, die Unterstützung benötigen.

Der Bezirksverein Graz-Umgebung

Süd zeigt damit eindrucksvoll,

wie viel durch ehrenamtliches

Engagement bewegt

werden kann. Ein herzliches

Danke gilt allen, die dazu beitragen,

dass Hilfe dort ankommt,

wo sie gebraucht wird.

24


Bezirksverein

Ausseerland-Salzkammergut

Ein Jubiläum mit Blick zurück und

nach vorne

Der Volkshilfe Bezirksverein Ausseerland-Salzkammergut

beging sein 40-jähriges Bestehen mit einer

Feier, die Gelegenheit bot, auf vier Jahrzehnte engagierter

Arbeit in der Region zurückzublicken.

Seit der Gründung im November 1985 hat sich der

Bezirksverein zu einem wichtigen Teil der sozialen

Infrastruktur entwickelt. Die Angebote wurden laufend

erweitert und werden bis heute von hauptberuflichen

Kräften und Ehrenamtlichen getragen.

Vorsitzende Johanna Erhart und ihr Team führen

diese Arbeit in enger Verbindung mit den Menschen

vor Ort weiter.

Volkshilfe Steiermark Präsidentin Barbara Gross erinnerte

an zentrale Entwicklungsschritte, vom Aufbau

der Mobilen Dienste bis zum heutigen Seniorenzentrum

in Bad Aussee. Auch aktuelle Angebote

zeigen, wie sich der Bezirksverein an den Bedürfnissen

der Region orientiert.

Präsidentin Barbara Gross (li.) gratulierte dem

gesamten Team um Bezirksvereinsvorsitzende

Johanna Erhart (2.v.r.) sowie ebenso dem

Buchautor Fritz Zauner (re.)

Ein Höhepunkt des Abends war die Präsentation des

Gedichtbands „Durch’s Ausseer Joahr wunderboar“.

Autor Fritz Zauner las ausgewählte Texte. Der Erlös

des Buches kommt sozialen Projekten zugute.

Das Jubiläum machte sichtbar, wie viel über die Jahre

entstanden ist und wie viele Menschen dazu beigetragen

haben. Diese gewachsene Gemeinschaft

bildet die Grundlage dafür, dass Unterstützung auch

künftig dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Ingrid Rieder (1.v.r.) und

Katharina Ernecker (stehend)

haben mit dem Erzähl-Café

Liezen einen beliebten Treffpunkt

geschaffen

Bezirksverein Liezen

Erzähl-Café Liezen als

Ort der Begegnung

Ein Ort zum Zuhören, Erzählen

und für Gemeinschaft: Das

Erzähl-Café Liezen hat sich seit

seinem Start im Herbst zu einem

beliebten Treffpunkt entwickelt.

Monat für Monat kommen Menschen

zusammen, um Erinnerungen

zu teilen, Erfahrungen

auszutauschen und gemeinsam

Zeit zu verbringen.

Erinnerungen teilen, Gemeinschaft

erleben In gemütlicher

Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen

widmen sich die Teilnehmer:innen

jeweils einem Thema

und machen einen Streifzug

vom Leben früherer Zeiten bis ins

Heute. Dabei entstehen lebendige

Gespräche, die oft weit über

das ursprüngliche Thema hinausführen.

So stand etwa ein Treffen ganz im

Zeichen von „Schule und Lehre –

damals und heute“. Persönliche

Erinnerungen an die Volksschulzeit

sorgten für viele heitere Momente.

Wertvolle Impulse lieferte

dabei Katharina Ernecker vom

Stadtarchiv Liezen, die für jedes

Treffen passende historische

Materialien vorbereitet. Mit alten

Klassenbüchern, Schreibutensilien

und Zeitdokumenten machte

sie den Schulalltag früherer

Jahrzehnte anschaulich erlebbar.

Auch die Erfahrungen rund um

die Lehrzeit zeigten, wie sehr sich

Lebens- und Arbeitsbedingungen

verändert haben.

Das Erzähl-Café lebt von den

Menschen, die daran teilnehmen.

Ihre Geschichten machen Vergangenheit

greifbar und schaffen

Verbindung. Es entsteht ein

Raum, in dem Erinnerungen

wertgeschätzt werden und neue

Begegnungen möglich sind.

Organisiert wird das Erzähl-

Café vom engagierten Team des

Volkshilfe Bezirksvereins Liezen

rund um die Vorsitzende Ingrid

Rieder. Mit viel Herz und Einsatz

gelingt es, ein niederschwelliges

Angebot zu schaffen, das Menschen

zusammenbringt und Gemeinschaft

stärkt.

Das stetig wachsende Interesse

zeigt, dass der Bedarf an solchen

Begegnungsräumen groß ist. Das

Erzähl-Café ist damit weit mehr

als ein gemütlicher Nachmittag:

Es ist ein lebendiges Beispiel dafür,

wie einfach Gemeinschaft

entstehen kann.

25


©Foto Eder

Viele Teilnehmer:innen fanden sich in den von

Hildegard Nachum beschriebenen Situationen

wieder und nahmen zugleich neue Impulse für

ihren Alltag mit

In einigen Volkshilfe Seniorenzentren wurde

der Vortrag gemeinsam von hauptamtlichen

und freiwilligen Mitarbeiter:innen verfolgt

Umgang mit Demenz:

Begegnen statt

korrigieren

Eine Frau fragt immer wieder nach ihrer Mutter.

Obwohl diese längst verstorben ist. Die naheliegende

Reaktion wäre, die Wahrheit zu erklären.

Doch genau darin liegt oft das Problem.

Denn hinter solchen Fragen stehen Gefühle, keine

Fakten. Sehnsucht, Unsicherheit, manchmal Angst.

Wer darauf mit Korrektur reagiert, erreicht Menschen

mit demenziellen Veränderungen oft nicht.

Wer hingegen versucht zu verstehen, kann Verbindung

schaffen.

Genau diesen Perspektivenwechsel vermittelte

Hildegard Nachum, eine der profiliertesten Stimmen

im Bereich der Demenzbegleitung, im Rahmen

einer Online-Veranstaltung auf Einladung des

Volkshilfe Büros für Soziales. Mehr als 170 Teilnehmer:innen

nutzten die Gelegenheit, sich mit einem

Zugang auseinanderzusetzen, der den Menschen

in den Mittelpunkt stellt.

Verstehen, was hinter dem Verhalten liegt Nachum

arbeitet nach der Methode der Validation,

entwickelt von Naomi Feil. Ihr Ansatz geht davon

aus, dass scheinbar „irrationale“ Verhaltensweisen

einen Sinn haben. Sie sind Ausdruck unerledigter

Lebensthemen und emotionaler Bedürfnisse.

Statt zu korrigieren oder zu widersprechen, lädt

Validation dazu ein, Gefühle ernst zu nehmen und

anzusprechen. Oft reichen schon ein Satz, ein Blick

oder eine kleine Geste, um Sicherheit zu vermitteln.

Haltung statt Technik Was den Abend besonders

machte, war weniger die Vermittlung einzelner

Methoden als vielmehr die Haltung dahinter. Validation

ist kein Werkzeug, das man einfach anwendet,

sondern ein Zugang, der auf Respekt, Empathie

und echtem Zuhören basiert.

Diese Haltung prägt auch die Arbeit von Hildegard

Nachum. Mit Klarheit, Humor und großer Nähe zu

den Menschen gelang es ihr, auch komplexe Inhalte

verständlich und greifbar zu machen. Die Reaktionen

der Teilnehmer:innen zeigten, wie groß der

Bedarf an solchen Zugängen ist. Viele berichteten

von Einsichten, die sie unmittelbar in ihren Alltag

mitnehmen konnten.

Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen Besonders

eindrucksvoll war, dass die Veranstaltung nicht

nur individuell verfolgt wurde. In mehreren Volkshilfe

Seniorenzentren kamen hauptamtliche und

freiwillige Mitarbeiter:innen zusammen, um den

Vortrag gemeinsam zu sehen und anschließend

darüber ins Gespräch zu kommen.

So wurde aus der Online-Veranstaltung ein verbindendes

Erlebnis. Eines, das Wissen vermittelt und

zugleich Mut macht.

Buchtipp:

Hildegard Nachum: „Die Weisheit der Demenz.

Wegweiser zum würdevollen Umgang mit desorientierten

Menschen“, Styria/Kneipp Verlag, 2022.

26


Was Ihre Hilfe bewirkt

Mitglieder und Spender:innen

der Volkshilfe Steiermark

haben es uns auch im Jahr

2025 ermöglicht, Menschen in

schwierigen Lebenssituationen

rasch zur Seite zu stehen,

unbürokratisch und genau

dort, wo es gebraucht wird.

Hinter jeder Zahl steht ein

Mensch. Ein Kind, das bei der

Sportwoche dabei sein kann.

Eine Familie, die ihre Stromrechnung

bezahlen kann. Ein

Mensch, der eine neue Wohnung

beziehen darf. Was für

viele selbstverständlich ist, wird

für andere manchmal erst durch

Unterstützung möglich.

So konnten 1.287 Kinder aus armutsbedrohten

Familien zum

Beispiel Zuschüsse für Schulmaterialien

oder notwendige Gesundheitsausgaben

in Höhe von

121.644 Euro erhalten. Für viele

bedeutet das soziale Teilhabe

ohne ausgeschlossen zu sein.

In akuten Notlagen wurden 920

Familien mit insgesamt 134.259

Euro unterstützt. Wenn Fixkosten

zur Belastung werden, entscheidet

schnelle Hilfe darüber,

ob sich eine Situation stabilisiert.

Auch Auszeiten schaffen neue

Perspektiven: 37 Alleinerziehende

und 57 Kinder konnten durch

eine Urlaubswoche neue Kraft

tanken und Abstand vom Alltag

gewinnen.

Für 196 Menschen wurde mit

184.004 Euro die Kaution für

eine neue Wohnung möglich

gemacht. Damit verbunden ist

oft mehr als ein Umzug: Es ist die

Chance auf einen neuen Anfang.

Neben diesen finanziellen Hilfen

trägt auch das ehrenamtliche

Engagement wesentlich

dazu bei, Einsamkeit zu lindern

und Gemeinschaft zu stärken.

Begegnungsangebote und Besuchsdienste

schaffen Räume, in

denen Menschen gesehen und

gehört werden.

Unterstützung verändert Leben.

Manchmal leise, aber nachhaltig.

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28


Betreuung

neu gedacht:

Tageseltern in gemeindeeigenen Räumen

Das Modell der Tageseltern in gemeindeeigenen

Räumlichkeiten, das in der Steiermark seit 2023

gesetzlich verankert ist, verbindet die familiäre

Qualität der Tageselternbetreuung mit der strukturellen

Stärke öffentlicher Infrastruktur. Gemeinden

können geeignete Räume bereitstellen, in denen

bis zu acht Kinder von maximal zwei Tageseltern

gleichzeitig betreut werden. Dieses überschaubare

Setting schafft eine besonders persönliche, stabile

und bindungsorientierte Betreuungssituation – ein

zentraler Faktor für die frühkindliche Entwicklung.

Flexibel für Familien, wirksam für Gemeinden

Für Familien bedeutet das Modell vor allem Flexibilität

und Verlässlichkeit. Tageseltern gestalten

einen familienähnlichen Alltag mit klaren Strukturen,

wiederkehrenden Ritualen und individueller

Zuwendung. Freies Spiel, Bewegung, Ruhephasen

und gemeinsames Lernen wechseln sich ab und

orientieren sich an den Bedürfnissen der Kinder.

Besonders für Kinder unter drei Jahren oder mit

erhöhtem Betreuungsbedarf entsteht so ein geschützter

Rahmen, der Geborgenheit und Entwicklung

gleichermaßen fördert.

Auch Gemeinden profitieren: Betreuungsplätze

können vergleichsweise rasch und kosteneffizient

geschaffen werden, ohne lange Vorlaufzeiten klassischer

Einrichtungen. Bestehende Räumlichkeiten

lassen sich nutzen oder adaptieren, wodurch Kommunen

flexibel auf steigenden Bedarf reagieren

können. Gleichzeitig arbeiten Tageseltern in professionell

ausgestatteten Räumen in einem Angestelltenverhältnis

mit höherer sozialer Absicherung

– bei weiterhin großer pädagogischer Freiheit.

Best Practice: Pöls-Oberkurzheim zeigt, wie es

geht Wie erfolgreich dieses Modell umgesetzt werden

kann, zeigt die Gemeinde Pöls-Oberkurzheim.

Aufgrund einer fehlenden Kinderkrippe entschied

man sich 2023 für das damals neue Konzept. Gemeinsam

mit der Firma Heinzel Pöls wurde die Idee

weiterentwickelt und mit der Volkshilfe als erfahrene

Betriebsführerin umgesetzt. In angemieteten

Räumlichkeiten konnten bereits ab dem ersten Tag

der gesetzlichen Möglichkeit Kinder von ortsansässigen

Familien sowie von Mitarbeiter:innen des

Unternehmens betreut werden.

Zwei Tagesmütter kümmern sich liebevoll um zehn

„Papierzwerge“ in einer echten Wohlfühl-Oase. Das

ehemalige Direktionshaus der Firma Heinzel bietet

zwei Gruppenräume, zwei Ruheräume, eine große

Wohnküche mit frisch gekochter Verpflegung,

Sanitärräume sowie einen eigenen eingezäunten

Garten mit Spielgeräten. Die zentrumsnahe und zugleich

idyllische Lage unterstreicht den familiennahen

Charakter. Besucher:innen bezeichnen solche

Standorte nicht selten als „kleinste Kinderbildungsund

-betreuungseinrichtungen“, da sie in Struktur

und Ausstattung einem Kindergarten ähneln.

Ein Modell mit Zukunft Die Erfahrungen aus Pöls-

Oberkurzheim und weiteren Standorten zeigen

deutlich: Tageseltern in gemeindeeigenen Räumlichkeiten

sind ein Erfolgsmodell für Gemeinden,

Familien sowie pädagogische Fachkräfte – und in

diesem Fall auch für Unternehmen. Es ist mehr als

eine organisatorische Neuerung: ein zukunftsweisender

Ansatz, der Betreuung neu denkt und die

Bedürfnisse von Kindern und Familien in den Mittelpunkt

stellt.

Das Betreuungsmodell im Überblick

Modell seit 2023 möglich

Familienähnlich und flexibel

Bedarfsorientierte, rasch umsetzbare

Form der Kinderbetreuung

Schafft hochwertige Betreuungsplätze,

aber auch Arbeitsplätze in Gemeinden

Nutzung von vorhandenem Wohnraum

oder Leerstand

Abdeckung von vorrübergehenden

Betreuungsspitzen

Attraktivierung der Gemeinde durch

bessere Vereinbarkeit von Beruf und

Familie

Volkshilfe als erfahrene und professionelle

Betriebsführerin unterstützt

Interesse? Wir beraten Sie gerne und

freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme per

E-Mail an office@stmk.volkshilfe.at.

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Volkshilfe Steiermark in Zahlen

Volkshilfe Steiermark in Zahlen

Landesverein & Gemeinnützige Betriebs GmbH 2025

Landesverein & Gemeinnützige Betriebs GmbH 2025

Soziales Kapital in steirischen Regionen – unser Umsatz

Anzahl angestellter Mitarbeiter:innen

Soziales Kapital in steirischen Regionen – unser Umsatz

€ 193 Mio.

€ 193 Mio.

Frauenanteil angestellter Mitarbeiter:innen

Anzahl angestellter Mitarbeiter:innen

3.500

3.500

Frauenanteil angestellter Mitarbeiter:innen

Frauenanteil in Führungspositionen

Frauenanteil in Führungspositionen

91 % 86 %

91 % 86 %

EHRENAMT

EHRENAMT

Ehrenamtliche Mitarbeiter:innen

Ehrenamtliche Mitarbeiter:innen

700

700

Spenden an den Volkshilfe-Verein

Spenden an den Volkshilfe-Verein

€ 433.690

€ 433.690

Mehr als 14.000 betreute Menschen täglich

Mehr als 14.000 betreute Menschen täglich

in der Pflege Zuhause, in 24 Pflegeheimen, in mehr als 200 Gruppen in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen,

in 38 Betreuten Wohnen, durch 3 Mobile Palliativteams, in 6 Tageszentren, in der Kinderdrehscheibe, im Kinderschutzin

der Pflege Zuhause, in 24 Pflegeheimen, in mehr als 200 Gruppen in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen,

Zentrum Liezen, bei VIVID und durch die ehrenamtlichen Aktivitäten unserer 19 Regional- und Bezirksvereine.

in 38 Betreuten Wohnen, durch 3 Mobile Palliativteams, in 6 Tageszentren, in der Kinderdrehscheibe, im Kinderschutz-

Zentrum Liezen, bei VIVID und durch die ehrenamtlichen Aktivitäten unserer 19 Regional- und Bezirksvereine.

Bewohner:innen in 24 Pflegeheimen

Bewohner:innen in 24 Pflegeheimen

Bewohner:innen im Betreuten Wohnen

Bewohner:innen im Betreuten Wohnen

2.190 440

2.190 440

Betreute Kinder bei Tageseltern

Betreute Kinder bei Tageseltern

341

341

Anzahl Mitglieder Verein

Anzahl Mitglieder Verein

3.942

3.942

Anzahl Einrichtungen

Betreutes Wohnen

Anzahl Einrichtungen

Betreutes Wohnen

38

38

Betreute Kinder in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen

Betreute Kinder in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen

Unterstützte armutsgefährdete Menschen

Unterstützte armutsgefährdete Menschen

rd. 3.200 2.538

rd. 3.200 2.538

Geleistete Stunden in der Pflege Zuhause – Hauskrankenpflege | Pflegeassistenz | Heimhilfe | Alltagsbegleitung

Geleistete Stunden in der Pflege Zuhause – Hauskrankenpflege | Pflegeassistenz | Heimhilfe | Alltagsbegleitung

mehr als 424.000 Stunden

mehr als 424.000 Stunden

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Österreichische Post AG / P.b.b, MZ 23Z043881 M

Erscheinungsort, Verlagspostamt 4800 Attnang-Puchheim

Titel: Volkshilfe - Retouren an Postfach 555, 1008 Wien

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