Biber Magazin 2026-05
Das neue Biber. Scharf und Schärfer. Hier die erste Ausgabe 2026.
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FOTO Isaac Quesada, Jordan González / unsplash.com
Während frühere Generationen politische
Diskussionen oftmals stärker von persönlichen
Beziehungen getrennt haben, verschwimmen
diese Grenzen heute stärker.
68 %
Egoismus
Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass
viele der Befragten die gesellschaftliche
Stimmung insgesamt kritisch wahrnehmen.
Im Alltag berichten sie eher von Egoismus
als von Solidarität. Der Eindruck, dass sich
gesellschaftliche Debatten verschärfen, ist
weit verbreitet. Möglicherweise sind Konflikte
in der Öffentlichkeit aber auch einfach
sichtbarer als die vielen funktionierenden
Beziehungen im Alltag.
Spürst du im Alltag derzeit mehr …
Im Alltag wird derzeit deutlich häufiger Egoismus als Solidarität
wahr genommen.
9 %
Weiß nicht,
keine Angabe
23 %
Solidarität
Was also hält Österreich laut unserer Community
zusammen? Vor allem unpolitische
Dinge, die gemeinsame Sprache zum Beispiel,
aber auch Feste und Feiern, Kultur,
Essen und Humor.
Es sind die kleinen Dinge des Alltags
– Momente, in denen Menschen gemeinsam
lachen, feiern oder sich austauschen –
die den gesellschaftlichen Zusammenhalt
ausmachen.
Gleichzeitig herrscht Unsicherheit, wohin
sich die Gesellschaft entwickelt. Fast zwei
Drittel der Befragten glauben, dass die
Menschen in Österreich in Zukunft eher
nebeneinander leben könnten als miteinander.
Das heißt jedoch nicht zwangsläufig,
dass die Gesellschaft tatsächlich auseinanderdriftet.
Vielmehr zeigt sich ein Spannungsfeld:
Während Vielfalt im persönlichen
Alltag funktioniert, wächst gleichzeitig die
Sorge, dass gesellschaftliche Konflikte
stärker werden könnten.
Gerade deshalb wird die Fähigkeit
zum Dialog immer wichtiger. Unterschiede
verschwinden nicht – und das sollten sie
auch gar nicht. Entscheidend ist vielmehr,
wie wir mit ihnen umgehen.
Andrea Fronaschütz, Geschäftsleiterin des
österreichischen Gallup-Instituts, sieht darin
eine zentrale Herausforderung für die
Zukunft:
ZWISCHEN ZUSAMMENHALT
UND NEBENEINANDER
„Im persönlichen Alltag scheint das
Zusammenleben besser zu
funktionieren, als es die häufig
polarisierte mediale Darstellung vermuten
lässt. Trotzdem besteht das
Bewusstsein, dass Vielfalt allein kein
Garant für Zusammenhalt ist.
Entscheidend ist, ob es gelingt, das
Verbindende zu stärken und auch
bei schwierigen Themen im Dialog
zu bleiben.“
Mag. Dr. Andrea Fronaschütz
Geschäftsleiterin und Gesellschafterin
Österreichisches Gallup-Institut
Vielleicht besteht genau hier die eigentliche
Verbindung zwischen den Menschen:
nicht im Teilen der gleichen Meinung – sondern
darin, dass sie trotzdem miteinander
reden.
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Politik
& Gesellschaft
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