Biber Magazin 2026-05
Das neue Biber. Scharf und Schärfer. Hier die erste Ausgabe 2026.
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Am ESC-Wochenende hofft Wien auf
strahlenden Sonnenschein für uns und
unsere BesucherInnen, die Vorauswahl hingegen
fand unter weniger einladenden Bedingungen
statt. Während der Winter Wien
und weite Teile Österreichs weiß einkleidete,
wurde am 20. Februar im ORF-Zentrum
der/die diesjährige VertreterIn für den
Eurovision Song Contest gewählt. „Vienna
Calling“ hieß die Show, bei der zwölf heimische
Acts die Chance hatten, sich das Ticket
für den ESC zu holen.
Ein Stern strahlte dabei besonders
hell – und zwar nicht ausschließlich der
blaue in COSMÓs Gesicht, sondern auch
er selbst. In einem Glitzeroberteil aus Pailletten
und einer schwarz glitzernden Hose
VOM
LEGO-ESC AUF
DIE GROSSE
BÜHNE
COSMÓ heißt mit bürgerlichem Namen
Benjamin Gedeon und verbindet viele besondere
Momente mit dem Song Contest.
Der größte sei für ihn Conchitas Sieg 2014
gewesen, damals hatte er als Kind noch
vor dem Fernseher gesessen und die Teilnahme
anschließend mit Lego nachgebaut.
Auch den Song und die Message von Teya
Das wird zum Glück nicht nötig sein,
denn COSMÓ ist jetzt mittendrin. Er sieht
die Aufgabe als seinen zweiten, „noch krasseren
Zivildienst“. Denn es sei eine große
Verantwortung, ein Land zu vertreten. Sein
Lied soll einen „Ort der Gemeinschaft, wo
jeder willkommen ist“, bieten und fordert
zum Tanz auf. „Tanzschein“ ist sein erster
Song unter dem neuen Künstlernamen. Dieser
soll Weltoffenheit und ein Miteinander
von Kultur und Vielfalt symbolisieren, und
begründet sich auch in der Herkunft des
Künstlers: In Ungarn geboren, im Alter von
zwei Jahren nach Österreich gezogen, der
Vater aus Deutschland, die Mutter aus Budapest,
vereint COSMÓ nun hier die Einflüsse
dieser drei Länder. Und dann ist da
Im echten Leben studiert COSMÓ
Zahnmedizin. Während seiner Teilnahme
beim ESC möchte er sein Studium jedoch
zunächst pausieren. Außerdem ist der junge
Künstler leidenschaftlicher Läufer. Es war
ein Lauf durch den Wiener Prater, der den
Anstoß für seinen Song lieferte – plötzlich
ließ ihn das Wort „Tanzschein“ nicht mehr
los und wurde dann auch zum Titel. Sogar
passende T-Shirts zum Song hat COSMÓ
direkt entworfen. Warum auch nicht, immerhin
malen, musizieren und designen
auch andere Künstler, wie etwa Cro. Ein
Gesamtbild rund um Musik zu erstellen und
mitzugestalten, ist COSMÓ ein Anliegen.
Sein Bühnenbild erarbeitete er gemeinsam
mit dem Produktionsteam detailgenau. „Wir
ENDLICH
WIEDER EIN
DEUTSCH-
SPRACHIGER
SONG FÜR
ÖSTERREICH
B i s
vor Kurzem
hatte COSMÓ ausschließlich
auf Englisch
gesungen. Unabhängig vom ESC
war der Musiker im vorigen Jahr mit
seinem Produzenten Max Perner in
einer Sackgasse, denn englischsprachige
Musik hätten die beiden „nicht ganz
überzeugte er sowohl Jury als auch Publi-
& Salena 2023 mochte er. Ein besonders
noch sein blauer Stern: „Das eine Ding, das
hatten eine wunderbare Zusammenarbeit,
Eine Maskenbildnerin fertigte die Köpfe für
gefühlt“. Auf den Rat hin, seiner Kreativi-
kum mit seinem deutschen Pop-Song „Tanz-
großer Inspirationsmoment sei für ihn zu-
für COSMÓ steht.“ Seine Faszination für
weil das Produktionsteam so lieb und offen
die Bandmitglieder an. Um eine Geschichte
tät freien Lauf zu lassen, kam COSMÓ zu
schein“. Auf der Bühne kann er seiner ver-
letzt JJs Sieg gewesen. COSMÓ war klar,
Sternenbilder wird so zu seinem Wieder-
für meine Ideen war“, freut sich der Musiker.
erzählen und vermitteln zu können, brauch-
deutschsprachiger Musik, die laut Perner
meintlichen Schüchternheit entkommen,
dass er heuer Teil dieser Musikshow sein
erkennungsmerkmal.
te COSMÓ die Tiere. „Es ging mir ums Sto-
authentischer transportiert werde. Mit
performt souverän und gelassen, seine
möchte, da die Bühne
dort voller Ins-
rytelling. Meine wunderbare Band hat dann
einem deutschsprachigen Lied beim Song
BandkollegInnen tanzen mit, verkleidet als
Gorilla, Löwe und Gazelle.
piration stecke. Wenn
er die Qualifikation
für den Auftritt
nicht geschafft
hätte, wäre er mit seiner Mutter
zu einer General-
probe gegangen.
„TANZSCHEIN“
WURDE IM
WIENER PRA-
TER GEBOREN
mit Masken geschauspielert“, erzählt der
Künstler.
Content unterbricht COSMÓ vierzehn
Jahre englischer Beiträge für Österreich.
Mit einer eingängigen Melodie, einprägsamen
Moves und positiven Vibes
sorgt der Musiker für Stimmung. Gerade
wegen der simplen Inszenierung lädt das
Lied zum Tanzen ein. Und möglicherweise
tanzt Österreich nicht nur beim ESC, sondern
auch durch diesen Sommer.
Bereits als Kind wollte COSMÓ auf der
Bühne stehen und für Entertainment sorgen
– egal, ob als Tänzer, Sänger oder sonst
wie. „Es gibt Videos von mir als Kind, wie ich
eine halbe Stunde einfach Quatsch vor der
Kamera mache“, erinnert er sich. Am Musical
„Mamma Mia“ fasziniert ihn die Kombination
aus Tanz und Gesang im Film. Mit
Musik beschäftigt er sich dann beim Klavierunterricht
eingehender. „Meine Mama
hat mich eigentlich zum Klavierunterricht
angemeldet, damit ich gescheit werde und
gute Noten schreibe. Wohl kaum mit dem
Hintergedanken, dass ich mich mal für den
ESC bewerbe“, sagt COSMÓ.
FOTO ORF / Hans Leitner
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