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Biber Magazin 2026-05

Das neue Biber. Scharf und Schärfer. Hier die erste Ausgabe 2026.

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DAS BESTE DATE

MEINES LEBENS

Es war Dezember 2014, ich saß

bei einem Date in der Wiener

Innenstadt und erfuhr zwischen

Vorspeise und peinlicher

Gesprächspause, dass

man sich als Volunteer, als

freiwilliger Helfer, für den

Eurovision Song Contest

2015 bewerben kann –

auch als Nichtösterreicherin.

Es wurde nichts

zwischen ihm und mir,

trotzdem hat dieses Date

alles verändert.

Im Mai 2015 stand ich mit

meinen 19 Jahren plötzlich auf der ESC-Bühne für das Gruppenfoto

mit rund 800 Volunteers. Wenige Monate zuvor war ich erst

aus Barcelona nach Wien gezogen, kannte hier kaum jemanden

und war plötzlich Teil der größten Musikshow Europas.

Meine Aufgabe: Delegation Host für Spanien. Ich durfte

acht Tage lang „meine“ Spanier durch Wien führen, Kutschenfahrten

planen, im Heurigen meinen ersten Liptauer mit ihnen

probieren oder in letzter Minute einen großen Lautsprecher für

einen Flashmob im Burggarten organisieren ( ja, damals war das

noch cool). Ich kann mich an jeden einzelnen Tag erinnern.

Wenn mich heute jemand fragt, was ich an meinem ersten

Song Contest so geliebt habe, sage ich nicht „die Show“. Das „Te

Deum“ erstmals live zu hören, ist natürlich beeindruckend, aber

ESC-SPECIAL

Die Kulturjournalistin und TV-Reporterin

Annie Müller Martínez war bereits 2015

beim ersten ESC in Wien dabei und erzählt

uns, warum die Veranstaltung für sie so

magisch ist.

von

ANNIE MÜLLER MARTINEZ

das wirklich Besondere

passiert backstage:

wenn Italiener

mit Belgiern jammen, wenn

Fans aus Norwegen und Griechenland leidenschaftlich „Dancing

Lasha Tumbai“ grölen, wenn alle im Delegationsbereich plötzlich

aufgeregt tuscheln, weil der fesche Schwede Måns Zelmerlöw

(der damals gewonnen hat) vorbeikommt … Für eine Woche im Jahr

scheint Europa auch wirklich zu halten, was es verspricht: Verbundenheit.

Für mich war der Song Contest 2015 mehr als ein Event. Es

war ein Ankommen: in einer neuen Stadt, in einem Berufswunsch

(ich wollte immer etwas mit Fernsehen machen) und in einer Community,

in der es egal ist, woher du kommst, wen du liebst oder wie

crazy deine Outfits sind. Ich habe in dieser Zeit Freundschaften

geschlossen, die elf Jahre später noch halten. Natürlich hat sich

der ESC verändert. Ich sehe manches kritischer als damals. Aber

eines ist geblieben: dieser ganz eigene Spirit, den man nicht erklären

kann. Und die Begeisterung von tausenden Menschen, die

das alles mit Herzblut möglich machen.

Heuer nimmt das Eurovision-Fieber wieder ganz Wien ein.

Die Stadt, in der für mich und so viele andere alles begonnen hat.

Und plötzlich denke ich wieder an dieses eigentlich ziemlich unspektakuläre

Dezember-Date zurück. Ganz ohne Funken war es

dennoch der Anfang einer Beziehung, die bis heute hält: meine

Liebe zum Eurovision Song Contest.

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