Biber Magazin 2026-05
Das neue Biber. Scharf und Schärfer. Hier die erste Ausgabe 2026.
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WAS,
LASST
UNS
WENN
ARBEIT
FAIR
..
WARE?
#RedenWir
über faire Teilzeit
1,4 Millionen Menschen arbeiten in Österreich Teilzeit.
Viele leisten regelmäßig mehr Stunden als vereinbart –
ohne entsprechende Bezahlung.
Die AK steht für faire Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten.
Jetzt Petition
unterschreiben!
mitmachen.ak.at
WIEN
Was
hält eine Gesellschaft
zusammen? Verfassung und Gesetze,
würden manche argumentieren,
doch am Ende braucht es mehr als juristische
Texte, um ein echtes Wir-Gefühl aufkommen zu lassen.
Sprache, würden andere behaupten, doch auch
die Sprache ist am Ende nur ein Vehikel. Immerhin bedienen
sich auch islamistische Prediger in den sozialen
Medien der deutschen Sprache – und das (leider) gar nicht
schlecht. Nein, da muss es doch etwas geben, das tiefer
geht und ein echtes Wir-Gefühl aufkommen lässt. Die
Antwort auf die Frage brachte mir das Christkind.
Ich hatte ein wundervolles Weihnachtsfest. Es gab
Geschenke, dichten Schneefall, leckeres Essen, viel zu
trinken und gute Gespräche. Als ich am Weihnachtsmorgen
aufstand und vorsichtig die Treppe hinunterstieg,
war es in der Wohnstube noch kalt. Aber ich
fror nicht, denn mich wärmte die plötzliche Erkenntnis,
dass ich in jenem Augenblick etwas mit
so vielen Menschen in Österreich teilen durfte:
das Geschenk einer geteilten Erfahrung. Wir
feierten ein Fest des besinnlichen Miteinanders,
ob wir nun in Traun, Kufstein, Wien
oder Hartberg waren. In diesem Moment
fühlte ich mich auf eine be sondere
Art und Weise mit dem ganzen
Land verbunden. Als würde
uns ein unsichtbares Band
zusammen halten.
Ich selbst bin das
Kind einer muslimischen
Gastarbeiterfamilie.
von
TIMUR AKSAK
Ruşen Timur Aksak ist selbständiger Medienberater.
Zuvor arbeitete er als Journalist und
TV-Redakteur und war später Pressesprecher der
GEMEINSAM
Weihnachten
war die
meiste Zeit meines Lebens das
Fest der „Anderen“ – oder besser gesagt,
eine Angelegenheit der „Österreicher“. Früher
mied ich sogar Weihnachtsmärkte, mutierte über
die Festtage zu einem kleinen Grinch und sehnte mich
danach, dass die ganze Sache mit Weihnachten schnellstmöglich
vorbei war. Das Land meiner Geburt erschien mir
während dieser besinnlichen Zeit seltsam „fremd“. Als
gäbe es eine Party, zu der ich als Einziger nicht eingeladen
war. Heute weiß ich, dass ich es war, der sich selbst ausgeladen
hat.
Gemeinsame Rituale und Feste sind wichtig. Das
wussten schon die alten Römer. Ihre Feste waren zwar
von religiöser Natur, doch entscheidend war ihre gesellschaftliche
Funktion. Bei allen Gegensätzen und
Widersprüchen waren es gerade diese gemeinsamen
Rituale und Feste, die die römische Gesellschaft
zusammenhielten. Ob reich, arm, alt- römisch
oder aus den Provinzen immigriert, es gab einen
gemeinsamen Kitt, der den Zement Roms erst
härten ließ. Auch unsere Gesellschaft ist
eine, die stärker polarisiert ist. Unsere
Gegensätze – über die Themen von Migration
und Zusammenleben hinaus –
sind nicht zu übersehen. Und genau
deswegen ist es wichtig, dass
wir wieder mehr Mut zur
Gemeinsamk eit finden. Wir
leben gemeinsam, also
feiern wir auch gemeinsam.
FEIERN!
5 Islamischen Glaubensgemeinschaft.
Kolumne