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Biber Magazin 2026-05

Das neue Biber. Scharf und Schärfer. Hier die erste Ausgabe 2026.

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WIEN DURCH DIE AUGEN VON

ALIZ BUZAS

HAUPTBAHNHOF

In den Hauptbahnhof

habe ich mich auf den ersten

Blick verliebt. Er ist

so viel sauberer als jeder

Bahnhof in Budapest,

offen und luftig. Wenn

der Zug einfährt, habe

ich seltsamerweise immer

das wohlig-warme Gefühl,

zuhause anzukommen.

Was hat dich nach Wien geführt?

Wir leben nun seit fast drei Jahren

mit meiner Familie in Wien. Der Hauptgrund

für unseren Umzug war, unserer

Tochter bessere Möglichkeiten

zu bieten. Es war uns wichtig, dass

sie Deutsch auf muttersprachlichem

Niveau lernen kann und wir weniger

stressig leben. Ich habe Österreich

als ein deutlich ruhigeres Land kennengelernt

als Ungarn, und das spürt

man auch im Alltag.

Was bewunderst du an Wien?

Ich bewundere jeden Tag, wie viel

freund licher die Menschen hier

miteinander umgehen als zum Beispiel

in Budapest. Im Geschäft hat die

Verkäuferin oder der Verkäufer immer

ein freundliches Wort oder ein

Lächeln für mich. Wenn ich nicht weiß,

wo etwas ist, helfen mir die Leute

stets freundlich. Ich habe das Gefühl,

dass man hier mehr aufeinander

achtet und sich aufeinander verlassen

kann. Das mag hier ganz alltäglich

sein, aber für mich ist es jeden Tag ein

sehr schönes Gefühl, das zu erleben.

Was vermisst du in Wien?

Leider habe ich hier noch nicht so

viele persönliche Kontakte. In Budapest

habe ich etwa zwölf Jahre gelebt

und wusste genau, wo die beste

Druckerei ist oder welchen Handwerker

ich anrufen kann, wenn etwas

kaputtgeht. Hier muss ich mir das

alles erst noch erarbeiten und die

Stadt besser kennenlernen.

Was könnte sich Österreich von

Ungarn abschauen?

Wenn die Österreicherinnen und Österreicher

nicht für Pressefreiheit

und unabhängige Medien eintreten,

ist Ungarn leider ein gutes Beispiel

dafür, was aus Österreich werden

könnte.

Aliz Buzas ist eine ungarische Illustratorin, die

in Wien lebt und arbeitet. Sie hat bereits mit

namhaften Medienhäusern wie dem New Yorker

oder der Washington Post zusammengearbeitet.

Derzeit arbeitet sie an Wandbildern zu den

verschiedenen Nationalitäten, die in Wien leben.

Das Projekt soll sichtbar machen, wie verschiedene

Kulturen Wien tagtäglich prägen – und

eines Tages vielleicht das Stadtbild schmücken.

Mehr Infos: alizbuzas.com

Interview von

Illustrecke DAMITA PRESSL

88 89 Illustrecke

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