40plus Mai 2026
Wein. Alles voller Wein und was so dazugehört. Welcher Wein rockt den Sommer? Der 40plus Weintalk hat entschieden. Wo Geschmack stattfindet. Triest, Straden, Reichenau, Graz etc.
Wein. Alles voller Wein und was so dazugehört. Welcher Wein rockt den Sommer? Der 40plus Weintalk hat entschieden. Wo Geschmack stattfindet.
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WIE LEBEN GEHT.
40plus
AUSGABE #2 | MAI 2026
A star is born. ARIA von Cristallo.
Wein.
ALLES VOLLER WEIN UND
WAS SO DAZUGEHÖRT.
Welcher Wein
rockt den Sommer?
DER 40PLUS WEINTALK
HAT ENTSCHIEDEN.
Wo Geschmack
stattfindet.
TRIEST, STRADEN,
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AUSGABE #2 | MAI 2026
08
Inhalt
40plus Weintalk: Teil 1 Wien.
04 Editorial.
05 Die Heurigen von Triest.
06 Vom Ottitsch.
16 Cristallo Glaskultur.
17 Genussgut Krispel.
32 Radikaler Ideenreichtum.
36 40plus Weintalk: Teil 2 Graz.
13
41 Stolzer Blick.
42 Schöne Aussichten.
44 HoHo.
Das kleine
Weinmaleins.
30
46 Hohensinners Marathon.
50 MediaMarkt.
Die Käse
Freaks.
52 AllergoSan.
54 Schachner erklärt.
55 Unter 40.
Medieninhaber und Herausgeber: Madison Werbeagentur Marketingund
Werbeberatungs-GmbH, Stiftingtalstraße 60, 8010 Graz,
www.madison.at Herausgeber: Gerhard Kroell.Herstellungsort:
Walstead Leykam Druck GmbH, Zweigniederlassung NP Druck, Gutenbergstraße
12, 3100 St. Pölten, walstead-npdruck.com. Entwicklung
und Konzept: Madison Werbeagentur GmbH und Martin G. Wanko.
Chefredaktion: Martin G. Wanko. Beiträge: Clarissa Berner, Georges
Desrues, Petra Schachner-Kröll, Oliver Ottitsch, Julia Strempfl. Cover:
Florian Lierzer. Editorial Design: Adnan Mujadžić. Fotos: Die Bildhinweise
befinden sich direkt beim jeweilig verwendeten Foto.
Entgeltliche Beiträge sind gem. § 26 MedienG als „Entgeltliche Einschaltung“
gekennzeichnet. Interviews, Zitate, Meinungstexte und
Gastbeiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion und dem
Medieninhaber einhergehen. Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit
wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher
Sprachform verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten
gleichermaßen für beiderlei Geschlechter. Bei sämtlichen Gewinnspielen
gilt der Ausschluss der Madison-Mitarbeiter*innen und Verwandte,
sowie die, der Preisstifter.
Mondäne
Welten.
48
Genuss,
Genuss,
Genuss.
Wein ist nicht
gleich Wein,
Tomaten sind
ein feines
Gemüse und
die Alk-Hasser
sind auf Winterpause.
TEXT MARTIN G. WANKO
FOTO CLARISSA BERNER
Wein ist weit mehr als nur
Alkohol. Er ist ein Spiegelbild
seiner Herkunft. Mit
jedem Schluck erleben Sie
das Terroir – die einzigartige Kombination
aus Boden, Klima und der Handschrift des
Winzers. Deshalb schmeckt dieselbe Sorte
oft schon einen Hügel weiter völlig anders.
Wein bedeutet aber auch Geselligkeit. Das
gemeinsame Glas unter Freunden hat oft
etwas von einem Ritual, ein entspannender
Moment des Genießens. Und dafür braucht
es nicht einmal unbedingt einen zweiten
– ein Glas Wein, dazu einen entspannten
Blick in die Ferne, das kann schon einen
Genussmoment auslösen.
Braucht man zum Genießen einen Wein?
Nein, natürlich nicht. Wir können auch
Tomaten essen, sie schmecken aus dem
Marchfeld definitiv anders als aus Blumau
oder San Marzano in der Nähe von Neapel –
ein wunderbares Gemüse, das ich nie
missen möchte. Ich stelle es mir jedoch
lustig vor, wenn alle an Tomaten lutschend
in einer Runde stehen und sich ankleckern.
Was für ein Bild!
In diesem Sinne begrüße ich Sie herzlich zu
unserer 40plus-Sommerausgabe, die sich
ganz dem Genuss widmet. Wir haben uns
intensiv mit Wein und seinen Begleitern
auseinandergesetzt: Es wurde verkostet,
mit Winzern gesprochen und die perfekte
Harmonie zwischen Wein und Käse ausgelotet.
Doch was wäre der größte Genuss
ohne die passende Präsentation? Daher
beleuchten wir auch die Tischkultur und
sprechen mit einer Expertin aus dem glasproduzierenden
Gewerbe.
Abgerundet wird die Ausgabe durch unser
kleines Wein-Alphabet, das informiert und
unterhält.
Großes
Sommergewinnspiel
8 Weinpakete zu gewinnen!
Kurzer, entspannter Nachtrag: Die notorische
Wein-Bashing-Mafia hat sich offenbar
in die Winterpause verabschiedet und ist
erst ab Dezember wieder zu erwarten. Wie
merkwürdig!
Ich wünsche Ihnen einen herrlichen Vorsommer
– genießen Sie die Zeit, ob mit
einem Glas Wein oder zwei. +
Martin G. Wanko
Chefredakteur
04
E D I T O R I A L
Es ist ein ganz besonderes
Vergnügen, mit dem Auto die
steilen und kurvigen Straßen
von Triest hinauf aufs Karstplateau
zu fahren und nach
den Zweig-Büscheln und hölzernen Pfeilen
Ausschau zu halten, die den Weg zu den
Osmize weisen. Darunter versteht man
die lokale Version der Buschenschanken
beziehungsweise Heurigen, wie man sie aus
Ostösterreich kennt. Ihr Name leitet sich
vom slowenischen Wort „osme“ – acht – ab
und rührt daher, dass sie ursprünglich nur
acht Tage am Stück geöffnet beziehungsweise
„ausgesteckt“ hatten.
Das war gegen Ende des 18.
Jahrhunderts, als der Habsburgerkaiser
Josef II seine
berühmte Zirkularverordnung
– auch Heurigen-
Patent genannt – erließ,
die es den Winzern unter
seinen Untertanen erlaubte,
ihren Wein selbst und
am eigenen Hof auszuschenken.
Zu besagten
Untertanen zählten damals
bekanntlich auch die Bewohner
des „Adriatischen
Küstenlandes“ in und um
Triest – und somit auch die
vorwiegend slowenischsprachigen
Winzer am
Karstplateau.
Vom Karst- bis zum
Starwinzer.
des für Italien nicht unüblichen bürokratischen
Auflagen-Dschungels nicht immer
genau bestimmen, abgesehen davon, dass
sie offenbar von Gemeinde zu Gemeinde
unterschiedlich ausfallen können. In der
Regel dürfen die Osmize ausschließlich
Wein, Wasser und hausgemachte Säfte anbieten.
Und auch die Speisen, wie Prosciutto,
Salami etc., müssen im Haus beziehungsweise
am Hof erzeugt werden. Ausnahmen
gibt es lediglich für den Käse, der zugekauft
werden darf. Warme Gerichte sind in der
Regel nicht zugelassen, es sei denn, es handelt
sich laut offizieller Terminologie nicht
um eine Osmiza, sondern um einen Betrieb
mit Agriturismo-Lizenz.
Die
Heurigen
Sie sind es, die diese Tradition
bis heute am Leben
halten – wenngleich die
Dauer des Aussteckens inzwischen
längst nicht mehr
auf acht Tage beschränkt
ist. Die Betreiber der
Osmize (Einzahl Osmiza,
Slowenisch Osmica) lassen
sich in drei Kategorien
unterteilen. Da gibt es,
zum einen, jene, die Wein
ausschließlich für den
Heurigenbetrieb erzeugen,
diesen also auch gar nicht
in Flaschen abfüllen, sondern
lediglich direkt vom
Fass ausschenken. Dann sind da solche, die
zudem eine – meist bescheidene – Menge
an Flaschen erzeugen und etikettieren. Und
schließlich gibt es auch noch einige sogenannte
Starwinzer, die neben ihren hochpreisigen
Bouteillen, die sich in manchen
Fällen in den angesagtesten Restaurants
von Tokio bis New York finden, auch noch
einen günstigeren Fasswein speziell für den
Heurigenbetrieb anbieten.
Welchen gesetzlichen Beschränkungen die
Betriebe unterliegen, lässt sich angesichts
von
Tr est.
Slowenische Einflüsse
außerhalb Sloweniens.
Immer wieder kommt es vor, dass Besucher
aus Slowenien sich darüber wundern, dass
es in und um Triest derartige, von Slowenischsprachigen
betriebene Buschenschanken
gibt, die sie aus ihrer eigenen Heimat
nicht kennen. Dabei gab es in früheren Zeiten
freilich auch in Slowenien Osmize. Diese
fielen allerdings der sozialistischen Planwirtschaft
zum Opfer, für die ein Direktver-
kauf von Wein oder sonstigen Waren aus
ideologischen Gründen naturgemäß stets
ein Ding der Unmöglichkeit war. Vielmehr
mussten die Weinbauern zu Zeiten Jugoslawiens
ihre Trauben an eine Kooperative
abliefern, die sie presste, den Wein abfüllte
und vermarktete.
Seit der Unabhängigkeit Sloweniens hat
sich das geändert, doch wie immer ist es
schwer, verschwundene Traditionen wieder
aufleben zu lassen – wenngleich sich heutzutage
auch auf der in Slowenien liegenden
Seite des Karstplateaus immer wieder der
eine oder andere Buschen blicken lässt.
In Triest und seinem Umland
indessen erfreuen
sich die Osmize gewaltiger
Beliebtheit. Verständlicherweise
lieben es die Triester,
an sonnigen Frühlingstagen
in Weingärten unter
blühenden Apfelbäumen zu
sitzen; an heißen Sommertagen
vor der Hitze der
Stadt zu flüchten; sich an
windigen Herbst- oder
eisigen Wintertagen in den
Stuben zu wärmen.
Dazu nutzen sie freilich
nicht immer das Auto, sondern
auch gerne die öffentlichen
Verkehrsmittel. Und
zudem eine sehr kommode
App, die nicht nur jene Osmize
listet, die gerade ausgesteckt
haben, sondern
zudem, was sie anbieten
und mit welcher Buslinie
(beziehungsweise mit der
einzigen Straßenbahnlinie,
falls die nicht wieder einmal
außer Funktion ist) sie zu
erreichen sind. +
TEXT GEORGE DESRUES
FOTO MARTIN G. WANKO
Auf dieser Homepage
beziehungsweise der dazugehörigen
App werden die
Aussteck- und Öffnungszeiten
der Osmize gelistet.
www.osmize.com
T R I E S T
05
06 Vom Ottitsch!
O L I V E R O T T I T S C H . C O M
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Weintalk.
Teil 1 Wien im HoHo.
Die Steirer erobern
Wien. Natürlich nicht mit Helm
und Schwert, sondern mit Wein.
Ganze sieben Flaschen steirischen
Wein und einen Burgenländer
brachten die Steirer nach Wien,
um ihn im Holzhochhaus bei
ViennaEstate verkosten zu lassen.
MODERATION & WEINAUSWAHL MARTIN G. WANKO
FOTOS FLORIAN LIERZER
Hinten v.l.n.r.
Rudi Križan Weinexperte
Mario Klikovits Diözese Eisenstadt
Roland Schwärzler Sanoptis AG
Susanne Stiastny Unternehmensberaterin
Thomas Spann WKO
Sanda Schaefer HERZ Armaturen
Walter Lenz WL Transparent
Elisabeth Rein Deutsche Bank
Gerhard Glinzerer HERZ Armaturen
Victoria Reichard ViennaEstate
Susanne Juza HERZ Armaturen
Leo Schneemann Sommelier
Reinhard Mues Deutsche Bank
Martin Mair Unternehmensberater
Peter Lazar ViennaEstate
Christian Rebernig IUCAB
Gerhard Kroell 40plus
Martin G. Wanko 40plus (vorne)
08 T A
Hainzl-Jauk
Blauer Wildbacher (Schilcher)
Weststeiermark DAC | Ried
Wildbachberg | 2024 | 11,8 %
Besonderheit: Autochthone
Rebsorte, typisch für Weststeiermark
– Leo Schneemann: Eine tolle Interpretation,
doch eine knackige Säure, Mundgefühl
wie es sein soll. Ein perfekter Einstiegswein
für jeden gesellschaftlichen Abend, mit dem
man außerhalb der Steiermark überraschen
kann.
– Rudi Križan: Farbe kräftiges Rosa,
zarter oranger Stich. Duft etwas verhalten,
Gaumen kernig und nicht zu säurebetont.
Als Aperitif mit Verhackertem. Ich persönlich
hab Beißende lieber.
– Martin G. Wanko: Mineralische Urgesteinsböden
der Koralpenausläufer sind
bekannt für ihre Eignung für den Weinbau,
insbesondere für Schilcher.
– Martin Mair: Ein feiner Aperitif, sehr angenehm.
Schmeckt vermutlich meiner Frau
noch viel besser als mir.
– Mario Klikovits: Auffallend milde Säure,
charmant am Gaumen, die Riede sorgt für
ein reiferes Aromabild.
– Peter Lazar: Ich komme aus dieser Gegend.
Zum Hainzl-Jauk: Reife Frucht, liegt
südlich von Stainz, dadurch etwas milder.
„Ich komme
aus dieser
Gegend. Zum
Hainzl-Jauk:
Reife Frucht,
liegt südlich von
Stainz, dadurch
etwas milder.“
Peter Lazar
ViennaEstate
Assigal
Sauvignon Blanc
Kitzeck im Sausal | Südsteiermark
| 2024 | 13 %
Boden: Schiefer
Lage: Steile Weinberge, 564 m
Seehöhe
Besonderheit: Einer der
höchstgelegenen Weinbauorte
Europas
– Rudi Križan: Mittleres Grün bis helles
Gelb. Im Duft eher reiferer.
– Martin G. Wanko: Weder Schärfe noch
Gras in der Nase, er ist gut strukturiert.
Bilderbuch SB, unglaublich frisch, stabile
Säure, das verleiht ihm etwas Junges, aber
nicht übermütig, macht Lust auf den nächsten
Schluck.
– Leo Schneemann: Da bin ich bei dir.
Dazu bin ich total erstaunt, dass er so klar
ist, ein SB wie er im Buche steht, so wie er
im klassischen Bereich sein soll.
– Elisabeth Rein: Ich schmecke Litschi-
Töne heraus. Ich stelle mir das gut zu einer
Vorspeise vor oder einem kleinen Happen.
– Thomas Spann: Klassischer SB, Stachelbeere,
Paprika, saftig, typisch steirisch!
– Gerhard Glinzerer: Hat etwas mehr Säure,
weil Kitzeck in der Nacht ziemlich kühl ist,
Schiefer sorgt für einen strafferen Körper.
L
K
09
Kegley & Lexer
„Auf der Leiten”
Chardonnay
Klagenfurt | 2021| 13,5 %
Boden: Urgestein
Klima: Alpen-Mikroklima
(warme Tage, kühle Nächte)
Stil: Trocken
– Leo Schneemann: Sehr überraschend.
Wunderbar reif, Mango, tropische Frucht,
abgerundet am Gaumen, langer Nachhall.
Gut vorstellbar zu Hühnergerichten,
weißes Fleisch, der Wein hat die Kraft und
Struktur, die auch dagegen hält.
– Rudi Križan: Eher der exotischere Typ von
CH. Elegant, helles Grüngelb, Duft für CH
atypisch, aber reif ist er. Am Gaumen verhalten.
– Martin G. Wanko: Wein aus Kärnten
ist kein Witz mehr, wenn man bedenkt,
dass man im Mittelalter bereits Wein nach
Italien exportiert hat. Die Wärme spürt
man sicher im Wein, aber durch die kalten
Nächte im Herbst hat er auch eine Säurestruktur.
– Gerhard Kroell: Recht reife Frucht,
fülligerer Körper, kommt aus einem warmen
Klima, Säure niedriger als in der Stmk.
Dennoch: Gute Balance zwischen Säure
und Frucht, eine schöne reife Frucht.
Reinhard Muster
Illyr Sauvignon Blanc
Südsteiermark (illyrischer Klimaraum) |
2024 | 13 %
Boden: Kalkhaltiger, sandiger Lehm
Klima: Illyrisch (mediterran + alpin)
– Rudi Križan: War gut, kräftiges Grüngelb,
anfänglich leicht reduktiv, nach 10
Minuten Luftkontakt, wunderschöne reife
SB-Aromatik. Am Gaumen vielschichtig,
wunderschöner, reifer SB.
– Leo Schneemann: Eine Interpretation
eines wirklich langen SB. Braucht unbedingt
20 Minuten Zeit, verhaltene SB Noten, war
nicht laut, stimmig, Heunoten, Litschi, Säure
war wunderbar eingebunden. Man versteht,
dass er ein Weltmeister ist.
– Martin G. Wanko: Der Muster Illyr SB
zählt eindeutig zu den Leistungsträger
des SB Südsteiermark. Ich sag einmal, sein
Geschmack macht ihn zum Trapezkünstler,
man merkt dem Reinhard Muster sein
Gespür für den individuellen Einsatz von
Stahltank und Holz an, der die Betonung
draußen hat, mit nicht zu viel und nicht
zu wenig. Der Alkohol ist sicher ein Geschmacksverstärker,
aber er ist gut in den
Wein integriert.
– Peter Lazar: Etwas Holz, schöne Typizität,
guter Sortenausdruck, bekommt mehr Komplexität
auf Grund des Ausbaus im Holz, die
einen höheren Sauerstoffaustausch ermöglicht.
Wunderbar, wenn man ihm Zeit zum
Atmen lässt. Bis jetzt mein Lieblingswein.
– Roland Schwärzler: Temperaturunterschied
Tag-Nacht, aufgrund dessen behalten
die Steiermark-Weine die Säure. Auch
im Herbst, am Tag schön, am Abend kühl,
auch bei hoher Reife behält der Wein seine
stützende Säure, Frische und Klarheit.
„Auch bei hoher Reife behält
der Wein seine stützende Säure,
Frische und Klarheit.“
Roland Schwärzler
Sanoptis AG
010
T
A
Krispel
Weißburgunder
Vulkanland Steiermark DAC |
Ried Neusetzberg | 2021| 12,5 %
Ausbau: Großes und kleines Holz
Klima:Pannonisch + illyrisch
(warme Tage, kühle Nächte)
– Rudi Križan: Ist super! Helles Grün,
unglaublich fruchtige Aromatik, ebenso
phantastische Frucht am Gaumen, toller
Wein, ist wirklich sehr gut.
– Leo Schneemann: Auch wieder eine erste
Lage, sehr spannend, weinig, hat Kraft,
Struktur, Rundheit, alles schön eingebunden,
für ein asiatisches Essen ein perfekter
Begleiter. Von der Nase bis zum Abgang
positive Kraft, wahrscheinlich der Stärkste.
– Martin G. Wanko: Vulkangestein bringt
prinzipiell eine reichhaltige mineralische
Note. Schöner Schmelz!
– Martin Mair: Der Krispel ist ausgezeichnet,
genau meins. Fantastisch fruchtig,
angenehm im Abgang, wenig Säure, genau
meine Art von Wein!
– Reinhard Mues: Sehr harmonisch, gekonnter
Holzeinsatz, schafft es im warmen
Klima schöne Frische zu halten, harmonisch
zwischen Holz, Frucht und Säure.
– Susanne Juza: Dieser WB zeigt mir die
Möglichkeiten, wie geschmeidig Wein sein
kann. Dazu verleiht das Vulkangestein dem
Wein eine unglaubliche Cremigkeit.
Susanne Juza
HERZ Armaturen
„Dieser WB
zeigt mir die
Möglichkeiten,
wie geschmeidig
Wein sein kann.“
Gerngross
Morillon Reserve
Sausal | Südsteiermark |
Hochbrudersegg | 2021 | 13,5 %
Ausbau: 500 l Fass
Boden: Schiefer
Besonderheit: Bioweinbau,
steile Lagen bis 650 m
Weinverkostung mit Ausblick.
– Leo Schneemann: Andere Art von Chardonnay,
als der Kärntner. Er war nicht laut,
das ist das hohe Gut des Morillons in der
Stmk. Er hat mehr Zug, strukturiert, geradlinig,
wahnsinnige Trinkfreude.
– Rudi Križan: Helles Gelb, reifer, kräftiger
Duft, kompakt, vielschichtig am Gaumen.
– Martin G. Wanko: Dieser Wein ist
sehr fein, um nicht zu sagen fragil, weil die
Aromatik kommt quasi durchs Hintertürl,
ist sie jedoch einmal da, erreicht sie einen
vollkommen. Zum Schiefer: Straffe Säure,
Rauchigkeit, helle mineralische Noten,
weißer Rauch. Lagerpotenzial!
– Sanda Schaefer: Hier spürt man die
steilen Lagen, die kargen Schieferböden,
wo die Rebe sich anstrengen muss, um zu
genügend Nährstoffen zu kommen.
– Thomas Spann: Ein richtig cooler Wein
und letztlich ein typischer Vertreter seiner
Sorte.
L K 011
Weinschloss
Thaller
Shiraz
Vulkanland Steiermark | 2019 | 13,5 %
Klima: Pannonisch-illyrisch geprägt
Besonderheit: Rotweinspezialist
der Steiermark
– Leo Schneemann: Star des Abends! Da
tippt keiner auf die Steiermark. Diese Reife,
schwarze Fruchtnoten, am Gaumen sehr
zart, Nachhaltigkeit beim Abgang, Tannine
gut eingebunden. Straff auch noch. Schwarze
Ribisel, leichte rote Frucht, Sauerkirsche,
Brombeere, das Spiel zwischen
Schwarz und Rot, Genuss und spannend
am Gaumen, überwältigend!
– Rudi Križan: Mittleres Rot mit zartem
Orange. Reifer, sehr eleganter Duft, unglaublich
milder, vielschichtiger Shiraz am
Gaumen. Super Wein! Ich hätte bei einer
Blindverkostung auf Burgund getippt.
– Martin G. Wanko: Dieser Wein ist der
kulturelle Schmelztiegel, im positiven Sinne.
Die Traube kommt von weit her, Südfrankreich
und hat sich hier ihre Existenz erkämpft,
indem sie sich mit dem Terroir im
Vulkanland gepaart hat. Dazu das Klima,
das doch eine andere Säure hergibt, als in
Südfrankreich üblich. So bekommt der
intensive Shiraz eine auflockernde Note,
das macht ihn zu einem bunten Hund, im
besten Sinne des Wortes.
– Christian Rebernig: Äußerst selten
angebaut, weil es warmes Klima benötigt.
Von intensiver Frucht geprägt, schöne
Würze, nicht üppig, aber intensiv, sehr
gekonnter Holzeinsatz, Olivennoten, macht
Lust auf gegrilltes Fleisch.
Krutzler
Perwolff
Deutsch-Schützen | Südburgenland
(Eisenberg) | 2023 |
13 %
Ausbau: 19 Monate Barrique
und 500 L Fass
Boden: Eisenhaltiger Schiefer
Klima: Kühle Winde und
sonnige Tage
Besonderheit: Top-Rotwein
seit 1992
– Leo Schneemann: Ein Blaufränkischer
wie er im Buche steht, Geruch: leichte
Würze, schwarzer Pfeffer, Dörrzwetschge,
Brombeere, Rauchigkeit vom Fass, hat ein
enormes Lagerpotential, zeigt in 5-6 Jahren
seine Tugenden. Ausbalanciertheit am
Gaumen: Daraus wird ein großer Wein.
– Rudi Križan: Kräftiges Rot, typischer
Blaufränk. aus Deutsch Schützen, am Gaumen
sehr kernig, kräftiger Gerbstoff, hohes
Reifepotential.
– Martin G. Wanko: Der Wein vom anderen
Stern, oder der 7. Himmel im Reigen
der Genüsse. Volles Bouquet, da saugt man
die Geschmäcker der Welt ein, zerfließt
am Gaumen und bleibt doch erhalten. Gibt
schön Druck. Im Abgang kommen dunkle
Röstaromen und Kakaobohnen.
– Christian Rebernig: Perwolff im
Wordrap: Blaufränkische Legende, aus
Eisenberg, viel Kraft gepaart mit schöner
Frische, kerniger Struktur, markantes
reifes Tannin, linkes Ufer Bordeaux, dunkle
Frucht, Beeren, dunkle Kirsche, Wacholder,
mit einer schönen Würze. +
Leo Schneemann
Sommelier und Weinliebhaber
Leopold Schneemann führte
durch den 40plus Weintalk in
Wien. Er ist ein international
anerkannter Sommelier, der
sich auf hochwertige private
Weinreisen spezialisiert hat.
Sein Angebot umfasst sowohl
Incentive-Programme für
Firmen als auch exklusive
Touren für Privatpersonen,
beispielsweise in die Wachau,
das Nordburgenland oder
nach Wien. Zu den Touren, die
er persönlich in deutscher
oder englischer Sprache betreut,
zählen die „Neusiedler
See Wine Tour“, die „Wachau
Valley Wine Tour“ sowie das
„Private Nussberg Dining“.
012
T A L K
A
wie Arrogant
Frog
Weingut in Südfrankreich,
traditioneller Wein, freche
Aufmachung.
D
wie dekantieren
Das Verstecken einer billigen
Flasche – kleiner Scherz!
Das Umfüllen des Weins aus
der Flasche in eine Karaffe,
um ihn vom Bodensatz (Bordeaux)
zu trennen und ihn
mit Sauerstoff zu bereichern.
B
wie Bukett
Mit Bukett meint der
Genießer den charakteristischen
Duft von Wein im
Glas. „Der Wein besticht
durch seine gute Nase“,
heißt es in Verkostungen.
C
wie Chardonnay
„Anything but Chardonnay“
hieß es in den 1980er-Jahren
Bezug nehmend auf die zu
starken Röstnoten im US-
Chardonnay. Doch die Zeiten
sind vorbei, Holz ging zurück
in den Hintergrund
und die Traube erfreut sich
wieder größter Beliebtheit.
E
wie Edelfäule
Ein Edelschimmelpilz, der
im Frühherbst die Beerenhaut
durchdringt, Wasser
aufsaugt und so den Wein
edelsüß macht.
Das kleine
Weinmaleins
TEXT MARTIN G. WANKO
G
wie Grand Cru
F
wie Furmint
Heißer Tipp für Weißwein-Liebhaber
abseits des
Konventionellen.
Auf Deutsch: „Großes
Gewächs“. Bezeichnung der
höchstmöglichen Qualität
von Weingärten, aus dem
Burgund kommend und in
ganz Europa praktiziert.
H
wie Hefe
Mit dem Zutun von Reinzuchthefe
wird die Gärung
kontrolliert und der Wein
konventionell. Durch wilde
Hefe kommt es zur Spontangärung
und der Wein
wird biodynamisch.
W E I N A L P H A B E T
013
I
wie IGT
ist keine neue Bezeichnung
für einen Golf, sondern
„Indicazione Geografica
Tipica“, italienischer Landwein,
eine Qualitätsstufe
im italienischen Weinrecht.
J
wie Jahrgang
Wird bei Genießern über
den Jahrgang gesprochen,
geht es nicht um den Jahrgang
der Genießer, sondern
über das Erntejahr des
Weins, vermerkt auf dem
Etikett. Diverse Bordeaux-
Jahrgänge sind schon
legendär.
K
wie Kirchenfenster
Schlieren, die beim
Schwenken des Weinglas
durch den Wein auf den
Innenwänden der Gläser
entstehen.
L
wie Lagenwein
Es ist eine Frage der Lage
und des Winzers Stolz, was
uns wieder zu den „Großen
Gewächsen“ zurückführt.
Weine aus Lagen sind
oft Teile unvergesslicher
Abende und als Geschenke
unerlässlich.
M
wie Maische
Eine Mischung aus Traubenhaut,
Saft, Fruchtfleisch
und Kerne. Gärt der Rotwein
einige Zeit samt der
Maische, wird diese bei der
Weißwein-Vinifikation vor
der Gärung entfernt. Es gibt
Ausnahmen, siehe Orange
Wines.
N
wie No-No-
Juice
Wort für Alkohol aus der
US-Kultserie Community.
O
wie Orange
Wine
Weißwein, der wie Rotwein
erzeugt wird. Also mit der
Maische auf Vollgas. Fans
trinken nichts anderes mehr.
P
wie PIWI
Abkürzung für pilzwiderstandsfähige
Rebsorten.
Muss man mögen – immer
mehr mögen ihn.
Q
wie Querulant
Man sollte Alkohol nur
in Maßen genießen, auch
Querulanten.
014 W E I N A L
R
wie Rotwein
„Wenn es nicht anders geht,
mach kalt!“ Der Rotwein erwacht
gekühlt oder mit Eis
zu neuem Leben.
S
wie Spritzwein
Weiß Sauer oder Mischung,
je nachdem, wo Sie sich gerade
in Österreich befinden.
Die Urform des österreichischen
Longdrinks Weißwein
und Soda. Dennoch,
trotz Soda, zu viele G’spritzte
machen im Zweifelsfalle
auch blunznfett (wienerisch
für betrunken).
T
wie Tannin
Tannine sind Gerbstoffe, die
in vielen Pflanzen vorkommen,
besonders in Traubenschalen,
Kernen und Stielen.
Der Wein wird durch sie
haltbar, was gerade in Urzeiten
dringend nötig war.
Mit den Jahren werden
die Tannine geschmeidig
und machen den Roten zu
einem Roten. Zartbesaitete
Menschen bekommen von
ihnen Kopfschmerzen, wofür
jedoch eher Histamine
zuständig sind.
U
wie Uhudler
Eine autochthone burgenländische
Rotweinsorte.
Kommt ursprünglich aus
den USA, wurde nach der
Reblausplage importiert und
ist im Südburgenland geblieben.
Ärgert regelmäßig
die EU-Landwirtschaftsbehörden.
X
wie Xarel·lo
Die Google-KI meint dazu:
Eine sehr bekannte weiße
Rebsorte aus Katalonien,
die ein Hauptbestandteil
des Cava-Schaumweins ist.
V
wie Verschnitt
Klingt jetzt nicht sehr
schön, aber eine Cuvée hat
ja dann doch einen schöneren
Klang. Der Kellermeister
kann aufgeigen,
der Konsument kann auf
Entdeckungsreise gehen.
Die Kunst des Verschnitts
stammt aus dem Bordelais,
wo sie noch immer zelebriert
wird, die Supertoskaner
zogen nach – aber
im Grunde ist ein ausgezeichneter
Gemischter Satz
eine gute Wahl.
Y
wie Yarra
Valley
Eine bekannte Weinregion
in Australien (Bundesstaat
Victoria), die für kühleres
Klima und hochwertige
Weine bekannt ist. Hält sich
tapfer, auch bezüglich der
Bodenversiegelung.
Melbourne liegt ja gleich
um die Ecke.
W
wie Wein und
seine Trinktemperatur
Weißwein zwischen 8 und
12 Grad. Rotwein: 12 bis
16 Grad. Im Sommer den
Roten je nach Geschmack
einkühlen. Grundsätzlich
gilt Rotwein 30 Minuten vor
dem Öffnen in den Kühlschrank
stellen, Weißwein
30 Minuten vor dem Öffnen
aus dem Kühlschrank
nehmen.
Z
wie Zum
Wohl sein!
P H A B E T
015
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Glas in all seinen
Facetten.
TEXT JULIA STREMPFL
FOTOS STEFAN LEITNER | MICHAELA LORBER
Ein fein komponiertes Ensemble
aus fließenden Stoffen, stilvollen
Blumengestecken und zartem
Porzellan – doch der Blick fällt auf
die Weinflasche. Ihre unverwechselbare
Silhouette – elegant, schlank und zugleich
ausdrucksstark – wird durch die schimmernde
Veredelung in Szene gesetzt. Unweigerlich
wird sie zum Centerpiece. Wenn
der Wein in das sorgfältig gefertigte Glas
fließt und beim Schwenken feine Schlieren
an der glatten Oberfläche bildet, erzählt
das Glas von handwerklicher Raffinesse.
Die Kunst, Aromen zu formen.
Dass Form und Oberfläche der Gläser zum
Geschmackserlebnis beitragen, ist kein Zufall,
sondern das Ergebnis jahrzehntelanger
Erfahrung. „Jedes Getränk zeichnet sich
durch einzigartige Charakteristika aus.
Darum ist es notwendig, die Form optimal
auf ihren Inhalt abzustimmen. Weißweine
etwa trinken sich gut aus einem apfelförmigen
Glas mit leicht verengter Öffnung.
So bleibt das Bouquet im Weinglas,“ erzählt
Kerstin Wratschko. „Die ideale Verpackung
sollte die Seele des Produktes nach außen
tragen. Herauszufinden, wie diese aussieht
– darin liegt unsere Aufgabe,“ fügt sie hinzu.
Die neue, exklusive Serie „ARIA“ ist die
klare Empfehlung für gehobene Tisch- und
Trinkkultur. Ihre klassische Linienführung
zeugt von zeitloser Eleganz und macht
sie zum idealen Begleiter für gehaltvolle
Weine.
Ein Zusammenspiel aus
Erfahrung und Innovation.
Arnold Wratschko Junior und seine Frau
Kerstin führen das Unternehmen in dritter
Generation. Angefangen hat alles in den
50er-Jahren und führte in den 90er-Jahren
zur Entstehung der Marke CRISTALLO.
Heute ist das Unternehmen im gesamten
mitteleuropäischen Raum tätig. Den
Geschäftsführer begeistern vor allem die
grenzenlose Formbarkeit und die Designmöglichkeiten:
„Egal ob Wein-, Sekt-,
Champagner-, Schnaps- bzw. Spirituosenoder
Wassergläser und Karaffen – die Zeit
der Uniformität ist vorbei.“ Veredelungen
wie Lackierungen, Beschichtungen oder
Prägungen geben dem Produkt den finalen
Schliff und sorgen für einen unvergesslichen
Auftritt. +
Bei Cristallo taucht man in die Welt der
Glaskultur ein. Der traditionsreiche
Betrieb aus dem südsteirischen
Weinland verfolgt die Vision der individuellsten
Glasverpackung – und
verbindet dabei Design mit Präzision.
Cristallo Glas GmbH
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23.06. | 30.06. | 07.07. |
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04.08. | 11.08. | 18.08. |
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24.06. | 01.07. | 08.07. |
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05.08. | 12.08. | 19.08. |
26.08. | 02.09. | 09.09. |
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029
Käse-Sommeliers:
Die letzten Freaks
der Extraklasse.
INTERVIEW MARTIN G. WANKO
FOTOS KASALM | | FLORIAN LIERZER
Ernst Koschuch ist Weinund
Käse-Sommelier.
Dazu zählt er mit seinem
Käsefachhandel KASALM
zu den aufmerksamsten
Käsehändlern in ganz
Österreich. 40plus Chefredakteur
Martin G. Wanko
schaute vorbei und sinnierte
mit ihm über Käse,
Wein und die Welt.
Grundsätzlich einmal: Wohin geht
beim Käse der Trend?
– Ernst Koschuch: Es gibt keinen typischen
Trend. Die Hedonisten suchen sich
ihre Teile und wollen sich überraschen und
situationsadäquat verwöhnen lassen. Die
jüngeren Generationen kommen mit dem
Thema Genuss kaum in Berührung, finde
ich persönlich schade.
Vorreiter für Regionales waren früher
Franzosen und Italiener. Heute haben
wir in Österreich auch viel Regionales,
oder?
– Koschuch: Mengenmäßig und imagemäßig
zweifelsfrei. Trotzdem muss man sagen, es hat
jedes Land in Europa seine Stärken. Dort wo
Käse in Österreich Tradition hat, zum Beispiel
im Bregenzerwald, hat man uns nichts erklären
müssen, das wird auch in Zukunft so bleiben.
Trotzdem: Wir müssen einfach mehr Mut für
verrückte Geister haben, dann gibt es viel mehr.
030 G E N
Gibt es bei „Wein und Käse“
Faustregeln?
– Koschuch: Die einzige Regel, die es gibt,
ist, dass es keine Regel gibt. Erlaubt ist, was
gefällt. Eines vielleicht: Wenn ich frischen
Käse habe, der jung und zart ist, brauche
ich einen jungen Wein dazu, der nicht zu intensiv
ist. Hier ist die Balance wichtig, dann
wird aus der Paarung 1+1 mehr als zwei.
Gibt es Alleskönner beim Käse?
– Koschuch: Für mich der Emmentaler. Er
funktioniert in weiten Teilen gut.
Wenn der Wein aus derselben Region
wie der Käse kommt,
macht man nichts falsch,
oder?
– Koschuch: Elsass hat zum
Beispiel sanfte Weine, nur
Granit und kaum Kalk in den
Böden. Sanftere, rundere
weiße, oder ein intensiver
roter Käse, das sind lässige
Kombination zum regionalen
Riesling. Aber auch
hier muss man sich mit der
Kausalität zurückhalten: Es
geht auch ein französischer
Munster mit einem Rioja, der
genug Holzreife hat.
Vorher der Wein und dann
der Käse, oder umgekehrt?
Wie macht man es richtig?
– Koschuch: Wichtig ist bei
Wein und Käse: Zuerst den
Gaumen mit dem Getränk
kalibrieren und schlucken.
Nun kommt der Käse, kauen,
dann einen Schluck Wein dazu, einwirken
lassen, auch retronasal, wenn das eingetreten
ist, dann passt es.
Käse und Bier?
– Koschuch: Ja. In der Auswahl der Käse
sind wir nicht mehr so frei, aber wir finden
immer etwas, was dazu passt. Übrigens,
wenn Alkohol stresst, kann auch mit
Säften wunderbar verkostet werden. Wir
finden den passenden Käse!
Was würden Sie Neulingen empfehlen?
– Koschuch: Schauen, was einem
schmeckt - grundsätzlich aber: Egal wo
man den Käse kauft, die wichtigste Regel
ist, den Käse warm werden zu lassen.
Und für Fortgeschrittene lebt das
Experiment, oder?
– Koschuch: Wir versuchen unseren
Kunden immer neue Dinge näherzubringen,
sonst brauche ich mein Geschäft nicht
machen, ich weiß aber auch, dass alle
Genussmenschen ohnehin sehr offen sind.
Für den klassischen Wein und Käse
Abend, auf was achtet man gelegentlich
nicht?
– Koschuch: Es muss auch die Reife von
Wein und Käse harmonieren. Vorher zu
kosten macht also Sinn.
Es kommt der Sommer: Oliven, Tomaten,
Mozzarella sind oft auf einem Teller.
Welchen Wein würden Sie empfehlen?
– Koschuch: Es ist alles situativ abhängig.
Heute ist es noch kühl, morgen ist es heiß.
Ein Pinot Grigio kann jedoch selten falsch
sein.
Sie haben über 400 Sorten Käse, ist
das nicht übertrieben?
– Koschuch: Nein. Ich habe 400 permanent
lagernd. Auf meiner Liste habe ich
2500. Aber wichtiger ist, dass ich meine
Kundschaft anlassbezogen beraten kann,
dass ich sie zu den Sorten bringe, die sie
haben mögen. Für das brauche ich ein breites
Sortiment. Wir haben genug, dass jede
Person bei uns findet, was sie finden will.
Erleichtert das Internet mit seinen
Vorschlägen ihre Beratungstätigkeit
oder bereitet es eher Kopfzerbrechen?
– Koschuch: Sowohl als auch. Im Internet
findet man viel Gescheites und auch das
Gegenteil. Das Individuum hat hier Entscheidungsfreiheit,
sich aber auf den eigenen
Geschmack zu verlassen, zahlt sich immer
aus.
Herr Koschuch, 40plus bedankt sich
für das Gespräch. +
U S S
031
TEXT MARTIN G. WANKO
FOTOS ÖWM / ROBERT HERBST |
ÖWM / WSNA | CHAT GPT |
ÖWM / WWW.POV.AT
Obwohl weltweit weniger Alkohol, und somit
auch weniger Wein konsumiert wird, ist der
Rückgang in Österreich weniger stark ausgeprägt.
Dies liegt daran, dass etwa 80 %
des hierzulande getrunkenen Weins aus
Österreichische W
Radikaler Ideenr
Wein gilt oft als prestigeträchtig
und symbolisiert einen
gehobenen Lebensstandard
sowie eine vornehme
Tischkultur, was jedoch auch abschreckend
wirken kann. Wie erreicht man die Interessierten?
Stefan Krispel, Winzer aus dem Vulkanland,
meint dazu: „Das Gebot der Stunde
ist, das Publikum dort abzuholen, wo es
steht – mit einfachen Zugängen, echten
Erlebnissen und der Erlaubnis, Wein ganz
individuell zu genießen. Es gibt kein ,richtig‘
oder ,falsch‘ beim Wein – Geschmack ist
subjektiv.“
Für Kerstin Wratschko, Miteigentümerin
von Cristallo, ist es entscheidend, dass sich
jeder angesprochen fühlt, unabhängig vom
Lebensstandard. Sie betont: „Daher ist die
Frage nicht, wo genau man jemanden abholt,
sondern eher wichtig, den Zugang zu
schaffen, dass sich jeder abholen lässt.“
„Wein trinken muss einfacher werden“, hört
man oft, und Kerstin Wratschko stimmt
dem zu. „Wir, als Cristallo, versuchen alle
unterschiedlichen Bereiche abzudecken
und so die Kunden auf allen Ebenen abzuholen.
Auch bei unkomplizierten Settings
am Pool oder im Barbereich“, erklärt sie.
Besonders für junge Menschen sollte der
Markt zugänglicher werden, da „eine zu
große Vielfalt auch für Verunsicherung
sorgen kann, Falsches zu tun“, so Wratschko.
Stefan Krispel betont ebenfalls die
Zugänglichkeit: „Ein Wein darf einfach zu
trinken sein, ohne simpel zu schmecken.“
Er sieht die Winzer in der Pflicht, auf den
veränderten Markt zu reagieren: „Jüngere
Generationen trinken weniger Alkohol, der
Wunsch nach Leichtigkeit statt Komplexität
ist gegeben.“ Dennoch dürfe Wein seinen
Charakter nicht verlieren: „Jedoch sollte
Wein behalten, was ihn besonders macht:
Herkunft, Charakter, Ecken und Kanten.“
Einfach Wein?
032 G E N
Österreich stammt. Anstatt zu klagen, sind
wichtige Schritte zu tun. Der Tradition
treu zu bleiben, gleichzeitig neue Trends
aufzugreifen und den Fokus konsequent
auf die Kunden auszurichten.
inzer:
eichtum.
Wein aus der Dose?
Qualitätswein in Dosen ist ein aufkommender
Trend, dessen Akzeptanz jedoch diskutiert
wird. Chris Yorke, Geschäftsführer
des Österreich Wein-Marketing (ÖWM),
räumt ein: „Die Dose wäre nicht meine erste
Wahl, aber Genuss ist immer individuell,
und darauf kommt’s ja an. Als Einzelmenge
ist die Dose für den Handel durchaus ein
Thema.“ Helmut Gramer, Präsident des
Steirischen Sommeliervereins, liefert dazu
beeindruckende Zahlen: „Die Verkäufe von
Dosenwein in den USA stiegen von 2 Mio.
Dollar im Jahr 2012 auf 183 Mio. Dollar im
Jahr 2021. Weltweit wurde 2024 Dosenwein
im Wert von 643 Mio. Dollar konsumiert,
wobei für 2034 sogar eine Verfünffachung
prognostiziert wird. Die Dose punktet
dabei mit einfachem Transport und guter
Kühlung.“ Für lagerfähigen Qualitätswein
ist die Dosenabfüllung jedoch nicht geeignet,
da der Wein laut Gramer in der Dose
maximal 18 Monate haltbar sein sollte.
U S S
033
Roter mit Eis, roter Spritzer oder
„Tinto de Verano” gefällig?
Der Konsum von Rotwein befindet sich im
Wandel, wobei gekühlte Varianten zunehmend
an Beliebtheit gewinnen. Im Sommer
ist der gekühlte Rote – sei es die heimische
Rote Mischung oder der spanische „Tinto
de Verano“ – immer öfter anzutreffen.
Christoph Artner, Winzer aus dem
Carnuntum, betont, dass der Trend zum
gekühlten Rotwein die Aufmerksamkeit
auf die richtige Trinktemperatur lenkt. Er
kritisiert, dass Rotweine in der Gastronomie,
auch in Österreich, oft zu warm
serviert werden: „Ideal ist eine Temperatur
von 14–18 °C, im Sommer sogar darunter.“
Harald Lieleg vom Kollerhof (Leutschach)
bestätigt: „Gekühlter Rotwein macht rich-
tig Spaß und wird so zum Alltagsbegleiter.“
Der hochprozentige Anlasswein tritt somit
immer mehr in den Hintergrund.
Zur Entwicklung der Rotweinstile: Mathias
Wenzel vom Weinschloss Thaller sieht
einen Trend zu eleganteren Rotweinen aus
kühlen Klimazonen, wie dem Vulkanland
Südoststeiermark. Reinhold Krutzler,
Winzer aus Deutsch Schützen, ergänzt:
„Die Welt ist im Wandel, der Wein auch.
Die Weine werden weniger auf Gerbstoff
ausgebaut, sondern viel mehr auf Frische
und Frucht.“
Der Trend zu leichteren Rotweinen mit geringerem
Alkoholgehalt ist unübersehbar
und hat sogar Bordeaux mit dem jungen
Wein Claret Bordeaux erreicht. Helmut
Gramer sieht einen klaren Zusammenhang
mit dem Zeitgeist: „Durch die Verlängerung
der warmen Jahreszeit in den Herbst wird
die Zeit, in der kräftigere Rotweine gerne
getrunken werden, immer kürzer. Auch
wird durch Trends zur gesünderen Ernährung,
leichter Wein in Zukunft eine höhere
Nachfrage haben.“ Reinhold Krutzler bestätigt
diesen Ansatz: „Wir versuchen früher
zu lesen, um den Alkoholgehalt nicht zu
übertreiben. Weine für den Alltag haben
bei uns max. 12,5 % Alk.“ Mathias Wenzel
vom Weinschloss Thaller nimmt den Trend
zum leichteren Wein wahr, will ihm aber
nicht kurzfristigen nachlaufen: „Weinbau
ist etwas, wo man nur über Generationen
etwas Großes erreichen kann.“ Für den
burgenländischen Winzer Markus Iro ist
der Alkoholgehalt von untergeordneter Bedeutung:
„Wichtig ist, dass der Alkohol gut
eingebunden ist und der Wein harmonisch
schmeckt.“
Anderer Geschmack bei Wein
mit geringem Alkohol?
Entalkoholisierter oder alkoholreduzierter
Wein unterscheidet sich geschmacklich
von „normalem“ Wein. Stefan Krispel
erklärt: „Alkohol ist Geschmacksträger
Nummer eins, vergleichbar mit Fett beim
Fleisch. Eine schonende Entalkoholisierung
kann jedoch mehr Geschmack
bewahren, wobei Zucker als Hilfsmittel
zur Geschmacksverbesserung eingesetzt
wird.“ Bei natürlich hergestellten, alkoholarmen
Weinen sieht Helmut Gramer
ebenfalls einen differenzierten Geschmack,
da die Trauben in der Regel früher geerntet
werden, „wenn die Aromenvorläufer
oft noch nicht voll entwickelt sind“, so der
Sommelier.
Trotzdem hat sich entalkoholisierter Wein
am Markt etabliert. ÖWM Geschäftsführer
Chris Yorke betont: „Entalkoholisierter
Wein hat eine Marktnische besetzt, die von
Konsumenten nachgefragt wird, die ihren
Alkoholkonsum reduzieren, aber nicht auf
Wein verzichten möchten.“ Der Grazer
Weinhändler Anton Kohlbacher macht den
zukünftigen Erfolg von der Qualität abhängig:
„Der Marktanteil von entalkoholisiertem
Wein wird wahrscheinlich zunehmen,
da sich die Technik ständig verbessert und
die Ergebnisse besser werden. Ob die Herstellung
eines so aufwendigen und ressourcenintensiven
Produkts sinnvoll ist, halte
ich jedoch für eine berechtigte Frage.“
034 G E N
Immer mehr Bio!
„Nachhaltig Austria“ ist bei 28 % der Winzer
bereits Standard. 25 % von ihnen sind
Bio-Winzer. Da sind die österreichischen
Winzer Pioniere: „Für uns als BIO-zertifizierter
Betrieb ist das kein Trend, sondern
eine konsequente Haltung, die Qualität,
Herkunft und Ressourcenschonung verbindet
und wir sind überzeugt, dass der
Anteil an nachhaltig und biologisch arbeitenden
Weingütern weiter steigen wird“,
so Carnuntum-Winzer Christoph Artner.
So bleiben viele Winzer im Grunde positiv,
auch wenn Alltägliches oft aufwändig
wird, wie zum Beispiel die Bewirtschaftung
von Steillagen, die gerade in der Steiermark
zum Landschaftsbild zählen, weiß Mathias
Prugmaier vom Weingut Assigal zu
berichten: „Wir versuchen in der Bewirtschaftung
viel zu optimieren und innovativ
zu denken, um noch möglichst lange den
Wein in der Steillage anbauen zu können.“
Die österreichischen Winzer nehmen eine
Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit ein:
Für 28 % ist das „Nachhaltig Austria“-Programm
bereits Standard, 25 % arbeiten sogar
biologisch. Christoph Artner, Winzer
aus Carnuntum und selbst BIO-zertifiziert,
betont: „Für uns ist das kein Trend, sondern
eine konsequente Haltung, die Qualität,
Herkunft und Ressourcenschonung verbindet.
Wir sind überzeugt, dass der Anteil
an nachhaltig und biologisch arbeitenden
Weingütern weiter steigen wird.“
Trotz des oft hohen Aufwands im Alltag,
etwa bei der Bewirtschaftung von Steillagen,
die besonders in der Steiermark prägend
sind, bleibt die Stimmung positiv. Mathias
Prugmaier vom Weingut Assigal erklärt
dazu: „Wir versuchen, in der Bewirtschaftung
viel zu optimieren und innovativ zu
denken, um noch möglichst lange den Wein
in der Steillage anbauen zu können.“ +
Die Jungen kommen!
Lena Skringer, Mathias Prugmaier und
Florian Dillinger, drei engagierte Jungwinzern,
sprechen mit 40plus über ihre
Motivation:
– Lena Skringer:
„Der Antrieb ist oft die
enge Verbundenheit zur
eigenen Herkunft und
den familieneigenen
Weingärten. Das Ziel ist
es, die Qualität stetig weiterzuentwickeln
und den
Weinen eine ganz persönliche
Note zu verleihen.“
– Mathias Prugmaier, Assigal:
„Am Ende des Tages ein
hervorragendes Glas Wein
zu produzieren – das
ist der größte Ansporn.
Wobei der Weg dorthin
durchaus auch einmal
Umwege nehmen darf.“
U S S
– Florian Dillinger:
„Mich motiviert die ganzjährige
Arbeit im Weingarten
im Einklang mit
der Natur. Die Krönung
ist, am Jahresende ein
fertiges, selbst erzeugtes
Produkt in Händen zu
halten, das bei den Kunden
Anerkennung und
Wertschätzung findet.“
035
Weintalk.
Teil 2 Graz bei Kohlbacher.
Einmal mehr bietet
Anton Kohlbacher mit seinem
Weinhandel in der Leonhardstraße
dem 40plus Verkosterteam den
idealen Platz um 8 sehr unterschiedliche
Weine zu beurteilen.
MODERATION & WEINAUSWAHL MARTIN G. WANKO
FOTOS FLORIAN LIERZER
Hinten v.l.n.r.
Gerhard Kroell 40plus
Kurt Mayer Elektrofachhändler
Michael Feiertag Steirisches Tourismusmarketing
Helmut Gramer Steirischer Sommelierverein
Anton Kohlbacher Weinhandel Kohlbacher
Gerhard Mann Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Frank Dicker Servus Abfall
Georg Lexer Weingut Kegley und Lexer
Sabine Flieser-Just Genusscoach
Gerhard Koch ORF
Matthias Kroell My Premium Pellets
Ernst Koschuch KASALM
Martin G. Wanko 40plus (vorne)
036 T A
Skringer
Sauvignon Blanc by Lena
2025 | Südsteiermark | 12 %
Lage: Steile Hanglagen am
Pössnitzberg
Ausbau: 6 Monate Stahltank
Besonderheit: Signaturwein
der jungen Winzerin
Georg Lexer
Weingut Kegley
und Lexer
– Helmut Gramer: Eine junge Winzerin
vom Eichberg. Stachelbeer-Aromen und ein
wenig Reduktion, wie sie zur Zeit in Mode
ist. Das gibt dem Wein Straff heit. Wir
haben hier viel Präzision und durch den
Kalkboden am Pössnitzberg bekommt er
eine sehr elegante Frische, mit Zitrusnoten
am Gaumen.
– Michael Feiertag: Das ist unsere steirische
Visitenkarte!
– Gerhard Mann: Von der Typizität passt
er genau zur Herkunft. Eine sehr runde
Geschichte.
– Kurt Mayer und Matthias Kroell: Der
klassische Sauvignon Blanc für zu Mittag
zum Backhendl.
– Gerhard Koch: Für einen Sauvignon
Blanc Freund, der ich bin, ein Geschenk.
– Ernst Koschuch: Frisch. Zarte, bittere
Mandel, toller Sommerwein. Gefällt mir
sehr gut.
– Georg Lexer: Super schöner Südsteirer.
Kann man den ganzen Tag trinken.
– Frank Dicker: Es gibt drei Sorten Wein,
haben mir die Italiener erklärt: Den Swimmingpool-Wein,
den Pasta-Wein und den
Fleisch-Wein. Diesen Wein würde ich unter
den Swimmingpool-Weinen in Richtung
Pasta-Wein einreihen.
– Sabine Flieser-Just: Es sind diese Kühle
und Frische, die diesen Wein ausmachen. Die
kalten Winde der Koralm kommen hier sehr
gut zum Vorschein. Das Aroma ist brillant
und klar. Er bleibt schön am Gaumen, für
Spargel ist er zum Beispiel prädestiniert!
„Super
schöner
Südsteirer.
Kann man
den ganzen
Tag trinken.“
Artner
Cuvée: Grüner Veltliner
und Chardonnay |
Höflein Weiß
Höflein, Carnuntum, NÖ |
2024 | 13,5 %
Boden: Sandiger Löss
Ausbau: Edelstahltank
– Dicker: Bei dem freue ich mich schon auf
den Käse!
– Koschuch: Ich finde ihn für die Breite, die
er zu Beginn im Mund hat, etwas zu kurz.
Toller Alltagswein. Er will nicht zu viel von
einem und das ist gut so.
– Kroell: Für mich ein Speisenbegleiter, mit
der Burgunderunterstützung ist das super!
– Koch: Schöne Exotik in der Nase, ich
rieche Passionsfrucht heraus, gut zu
Fleisch.
– Flieser-Just: Carnuntum lässt grüßen.
Veltliner dominiert. Sehr birnig, Kräuterfrisch,
der Chardonnay stützt ihn schön.
Wahrscheinlich eine kurze Maischestandzeit,
hat so einen leichten Gerbstoff am
Gaumen, das stützt den Wein etwas.
– Mann: Ich schmecke Niederösterreich
heraus. Gut zum Trinken, keine Überlänge,
kann auch zu Deftigem gut funktionieren.
Exotische Note: Ananas.
– Gramer: Das Auffallendste ist der Gerbstoff,
das tut ihm gut. In der Nase würzig
und reif, am Gaumen recht frisch. Hat eine
gute Länge und einen schönen Druck am
Gaumen.
L
K
037
Kopfensteiner
Cuvée: Weißburgunder, Grüner
Veltliner und Welschriesling
Deutsch-Schützen | Südburgenland
| Saybritz | 2022 | 12 %
Boden: Braunerde mit Felsen
und Schiefer
Vergärung: 12 Stunden
Maischestandzeit
Ausbau: 12 Monate
großes Holzfass
– Gramer: Extrem burgundisch, elegantes
Holz, sehr harmonisch, schöne Frische am
Gaumen. Ein großartiger Wein mit sehr
guter Balance.
– Feiertag: Spannende Cuvée. Muss Meinung
revidieren, dass das Burgenland nur
für Rotwein gut ist.
– Mann: Am Rande nehme ich den Welsch
mit. Ausgezeichnet!
– Koch: Welsch gut eingebunden, ein
lockerer Wein für den Nachmittag.
– Koschuch: Hält die Spannung aufrecht,
mir gefällt die Rauchigkeit. Wenn Burgenland,
dann dort!
– Lexer: Kombination ist spannend, erinnert an
Frankreich, definitiv. Für mich ein toller Wein.
– Flieser-Just: Könnte man tatsächlich
in ein großes Burgunderglas geben. Er
schießt in keine Aromatik hinaus, er vereint
sehr schön Apfel-Birne-Töne, verschiedene
Apfelsorten, Kräuter und eben die
leichte Rauchigkeit. Geht auch zu Spargel
mit einer Sauce Hollandaise.
Riegelnegg
Olwitschhof
Sauvignon Blanc
Südsteiermark, Sernauberg |
2024 | 13,5 %
Ausbau: 18 Monate Stahltank
– Kroell: Der erinnert mich im Guten an
eine Zeit zurück, wo ich gerne SB getrunken
habe. Da würde ich wieder einsteigen.
– Mayer: Er entwickelt sich im Glas.
Wirklich ein Genuss! Kann mich meinen
Vorgängern nur anschließen.
– Koch: Ich finde die Etiketten vom Riegelnegg
beeindruckend! Wunderbar am Gaumen.
Schmeckt schon heute sensationell.
– Flieser-Just: Ein Klassiker seit Jahrzehnten.
Unglaubliches Aromenbouquet in der
Nase, sehr dicht am Gaumen, superschöne
Länge, das Holz wunderbar eingebunden.
Komplex, hochelegant. Lagerpotenzial um
die 15 Jahre.
– Lexer: Traumhaft! In 10 Jahren sollten
wir uns treffen, um den Wein nochmals zu
trinken.
– Koschuch: Traumhaft und fast ein Verbrechen,
ihn jetzt zu verkosten. Wenn der
Keller passt, gehen sich 20 Jahre aus.
– Mann: Zu einem Kalbsgulasch wäre das
jetzt wunderbar. Für den Reiferen dann
Rindsgulasch.
– Feiertag: Super präzise auf der Frucht,
Sauvignon Blanc pur. Man sieht schon,
warum sie einmal Weltmeister waren.
– Dicker: Ein Traum. Ich würde ihn jetzt
auch schon trinken, weil er jetzt schon
Spaß macht.
– Gramer: Ganz großartiger Wein.
Fruchtbetont, das bewirken die Sandböden
und der Ausbau im Stahltank. Ich würde
den jetzt schon mit Vergnügen trinken und
über die nächsten 5 Jahre. Sehr harmonisch.
038
T
A
Kollerhof
Souvignier Gris (PIWI) |
Bahnbrechend
Eichberg bei Leutschach,
Südsteiermark | 2023 | 13,5 %
Ausbau: Kleines Holzfass
Besonderheiten: PIWI
(pilzwiderstandsfähig) |
Innovation + Tradition
Gerhard Mann
Landesbank
Steiermark
„Schöner, runder Wein.
Man muss ihn liegen
lassen und schauen,
wie er sich entwickelt.“
– Gramer: Vom Ausbau im kleinen Holzfass
geprägt. Hat aber genug Extrakt um
das ausgleichen zu können. Länge und Intensität
sind vorhanden, braucht aber noch
etwas Zeit. Ein sehr guter Wein.
– Dicker: Finde ich auch. Kann man trinken.
– Mann: Dieser PIWI geht schon in Richtung
klassischer Wein, aber es wird noch
eine Zeit brauchen, bis wir uns an diesen
Wein gewöhnen. Es werden mehr PIWIs
werden, finde ich auch gut.
– Koch: Ohne die Einbegleitung hätte ich
den nicht als Piwi eingeordnet. Der erste
dieser Art, den ich für gut trinkbar halte.
Frei nach einem ehemaligen Landeshauptmann:
„Hät i ma net denkt“.
– Koschuch: Mit unseren klassischen Geschmackskanon
bezüglich Fruchtigkeit und
Kräuternoten gehen die PIWIS durchaus
analog. Ob der jetzt ein PIWI ist oder nicht,
ist vom Geschmack her eher nebensächlich.
– Lexer: Mir schmeckt der Wein ausgezeichnet.
Ich gebe besonders dieser Sorte
viele Chancen und hoffe, dass das in diese
Richtung weitergeht.
– Flieser-Just: Harald Lieleg experimentiert
sehr gerne. Das Holz wird in den Jahren vergehen
müssen, die Frische gefällt mir gut.
Dillinger
Sauvignon Blanc
Südsteiermark | Hoch
Pössnitzberg | 2022 | 13 %
Ausbau: kleines Holzfass
– Koschuch: Ja. Sauber perfekter Wein,
aber deshalb muss mich kein Wein umhauen.
– Mayer: Für mich ist es der schönste Wein
bisher! Ich bin nicht der riesige SB-Liebhaber,
aber der hier ist schön zu trinken! Fühlt
sich für mich nicht zu jung an. Das ist heute
mein Wein!
– Koch: Finde die Nase sehr gut eingebunden,
geschmacklich wird er wahrscheinlich
im Keller zulegen.
– Flieser-Just: Tolle Nase, schöne Frucht.
Extrem traubig, Cassis-Noten, Stachelbeere.
Sehr grün aromatisch, aber reif. Am
Gaumen gute Balance, schöne Ausgewogenheit,
am Holz unterstützend, hat ein
Lagerpotential. Sehr schön ausbalanciert,
sehr schön Steiermark.
– Lexer: Das Schöne ist, er harmoniert in
sich, nichts überbordend. Einfach sauber
gemacht: Hier sieht man, dass ein spontanvergorener
Wein auch klar sein kann.
– Mann: Schöner, runder Wein. Man muss ihn
liegen lassen und schauen, wie er sich entwickelt.
– Feiertag: Spannende Balance zwischen
Reife, Frucht und Holz. Ich bin kein großer
Holz-Freund, hier unterstützt es aber!
– Dicker: Total schöner Wein, Frische, mit
dem Holz gut gemacht.
– Gramer: 500 l Fässer, also nicht ganz
kleine. Am Gaumen zeigt er eine schöne
Frische, ist geprägt von der Kühle der Eichberg-Region.
Ein junger Wein, der noch
etwas Zeit braucht um das Holz besser zu
integrieren.
L
K
039
Schiefer
Blaufränkisch
Eisenberg | Südburgenland |
Ried Szapary | 2020 | 13 %
Boden: Tonschiefer, Quarz,
eisenhaltiger Lehm
Vergärung: Spontangärung
Ausbau: 42 Monate großes Holz
Flaschenreife: 6-10 Monate
Besonderheit: „Großes Terroir“
– Gramer: Ried Szapary kennt man. Typischer
Eisenberger, straff, klar, präzise Frucht,
Intensität, Länge, feiner Gerbstoff, sehr guter
Wein. Mich stört etwas diese leicht animalische
Note, die anderen durchaus gefallen
mag. Ganz klar spontan vergoren. Grundsätzlich
ein sehr hochwertiger Wein.
– Feiertag: Easy drinking geht einfacher,
nehme ich an. Gar nicht gewusst, dass ein
Wein animalisch sein kann.
– Mann: Er ist extrem, Eisenberg bringt
auch die nötige Mineralik mit. Das Animalisch-Subversive
gefällt mir gut.
– Koch: Das Animalische lässt den Tisch
offenbar näher zusammenrücken. Sehr gut
zu trinken, zu rotem Fleisch, auch Zigarillo
dazu.
– Mayer: Schön zu trinken, ich spüre nichts
Animalisches, aber mit einer Zigarre diesen
Wein zu trinken, macht sicher Spaß. Und
die Welt ist wieder gut.
– Kroell: Ich liebe Blaufränkischen aus der
Ecke unten, gibt’s nix zu meckern!
– Koschuch: Schmeckt mir. Ich mag diese
Stilistik. Typisch Eisenberg, perfekt umgesetzt.
Viel schöner geht das gar nicht mehr.
– Flieser-Just: Wenn rot, dann blaufränkisch.
Kark, pur, elegant, durchsichtig am
Gaumen. Großartig, da brennt der Griller,
da liegt ein Stück Fleisch für mich drauf.
Sabine Flieser-Just
Genusscoach
„Wenn rot, dann blaufränkisch.
Kark, pur,
elegant, durchsichtig
am Gaumen.“
Iro
Cuvée: Zweigelt, Cabernet
Franc und Merlot |
Meisterwerk
Gols | Neusiedlersee | 2024 |
14,5 %
Boden: Donauschotter,
Schwarzerde
Ausbau: 11 Monate kleines
neues Holzfass
– Flieser-Just: Er ist elegant, ist dicht,
bleibt schön kompakt. Mich stört noch
ein bisschen das Feinkörnige. Passt gut,
braucht als Speisenbegleiter auch etwas
am Teller, Gemüse, Fleisch mit einer guten
Sauce, oder einen wunderbaren Rotschimmelkäse.
– Dicker: Vollmundiger Wein, etwas Süße,
in der Nase als erstes etwas Karamell, Maraschino
Kirsche, sicher gut zur dunklen
aufgebutterten Sauce.
– Lexer: In einer Publikumsverkostung
ist er sicher unter den Top-3-Weinen des
Abends. Er hat alles: Süße, Alkohol, Holz,
Cuvée. Es ist ein sauberer Wein, mir fast zu
sauber. Er ist kommerziell gut.
– Koschuch: Meiner ist er nicht. Ich bleib
beim Spontanvergorenem vom Eisenberg.
– Kroell: Optimaler Wein für das Weinregal
im Großhandel, ein toller Wein für ein
breites Publikum.
– Mann: Durch die Cuvée wird er zum Trinken
gefällig, die Süße, die mitschwingt, macht
ihn kommerziell erfolgreich. Ein schöner,
voller Wein – kantiger wäre er mir lieber.
– Feiertag: Harmonischer Wein, gibt ordentlich
Druck. So schmeckt Gols.
– Gramer: Perfekt gemachter Wein. Merlot
und Zweigelt kommen gut hervor, der Cabernet
Franc gibt ihm etwas Würziges. Sehr harmonisch,
gut balanciert, gute Länge, gute
Intensität. Eine gewisse Süßlichkeit. Wein für
klassische Rotweintrinker aus dem Burgenland.
Handwerklich perfekt. +
040 T A L K
ADVERTORIAL
Ein Blick zurück
und nach vorn:
60 Jahre
sehen!wutscher.
Was 1966 mit
einem kleinen
Kiosk in Eisenerz
begann, ist heute
Österreichs größter
traditioneller
Fachoptiker mit
rund 125 Filialen.
Heuer feiert das Familienunternehmen
sehen!wutscher sein
60-jähriges Jubiläum – ein
Meilenstein, der Tradition und
stetige Erneuerung zelebriert. Hinter dieser
Geschichte stehen vor allem Menschen:
Kund:innen, die dem Unternehmen seit
Generationen vertrauen, leidenschaftliche
Mitarbeiter:innen und eine Familie, die ihre
Vision konsequent verfolgt.
prägt das Handeln bis heute. Ab dem Jahr
2000 weitete Fritz Wutscher das Filialnetz
konsequent von neun Standorten auf ganz
Österreich aus. Auch mit der Eröffnung
großzügiger Flagship-Stores in Wien, Linz,
Graz und Salzburg setzte das Unternehmen
neue Maßstäbe in Sachen Qualität und
modischer Vielfalt. Auch die Hörakustik,
seit 1966 Teil des Portfolios, wurde unter
der Marke hören!wutscher gestärkt und ist
heute an über 20 Standorten vertreten.
Drei Generationen,
ein gemeinsamer Weg.
rückte, entwickelte Fritz jr. die Markenwelt
mit der erfolgreichen Exklusivmarke
FR!TZ EYEWEAR weiter. Der operative
Wechsel an der Spitze 2024 markierte den
nächsten Schritt in der Familiengeschichte.
Mit Investitionen in ein modernes Logistik-
und Ausbildungszentrum in Lebring
werden gemeinsam die Weichen für die
Zukunft in den Bereichen Digitalisierung
und Servicequalität gestellt.
Ausgezeichnete Qualität.
Die Bilanz nach sechs Jahrzehnten umfasst
heute mehr als 125 Filialen und rund 700
Mitarbeiter:innen. Dass dieser Weg von hoher
Servicequalität begleitet wird, spiegelt
sich in zahlreichen Auszeichnungen wider,
wie die zehnfache Ehrung als Service
Champion oder der Testsieger im ÖGVS-
Qualitätstest. Nach 60 Jahren steht die
Marke sehen!wutscher heute mehr denn je
für Qualität, Stil und Persönlichkeit. +
Bereits 2006 stieg die dritte Generation mit
Alexandra Wutscher-Hold und Fritz Wutscher
jr. in das Unternehmen ein und setzte
in den folgenden Jahren eigene Akzente.
Während Alexandra mit der Alexandra
Wutscher-Akademie die Aus- und Weiterbildung
der Mitarbeiter:innen ins Zentrum
Beständigkeit und Weitblick.
1966 legten Fritz sen. und Erika Wutscher
in Eisenerz den Grundstein. Ihr
Ziel, Menschen durch besseres Sehen und
Hören mehr Lebensqualität zu schenken,
FOTOS SEHEN!WUTSCHER
J U B I L Ä U M
041
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Klarer Blick.
Besser leben.
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042 G E S U N
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korrigiert, das Gesichtsfeld verbessert und
oft zugleich verjüngend wirkt, kann hier
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Der Graue Star (Katarakt) ist eine Augenkrankheit,
bei der es ab dem Alter von ca.
60 Jahren zu einer allmählichen Eintrübung
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Kataraktoperation, der weltweit häufigste
chirurgische Eingriff. In Kombination mit
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Alterssichtigkeit, Hornhautverkrümmung
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Die Alterssichtigkeit ist ein natürlicher
Prozess, der ab dem 40. Lebensjahr einsetzt.
Plötzlich wird das Lesen kleiner
Schriften zur Anstrengung, das Smartphone
muss weiter weggehalten werden,
und die einst klare Nahsicht verschwimmt.
Viele greifen dann zur Lesebrille. Ab ca.
dem 50. Lebensjahr kann mit modernen
Multifokallinsen die Alterssichtigkeit dauerhaft
und brillenfrei korrigiert werden. +
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D H E I T
043
Wo Arbeit
neue Höhen
erreicht.
TEXT ROMANA HOFFMANN
FOTOS DERFRITZ | THOMAS LERCH |
KITO PHOTOGRAPHY
Vom Stadtzentrum führt
die U2 direkt zur Station
„Seestadt“ – einem der
größten Stadtentwicklungsgebiete
Europas.
Schon beim Aussteigen
fällt der Blick auf ein
markantes Wahrzeichen:
das Holzhochhaus HoHo
Wien, Zentrum des neuen
Business‐Viertels und
Symbol für den Wandel
moderner Arbeitswelten.
Rund um den See zeigt sich die
Seestadt als familienfreundlicher,
überraschend grüner Ruhepol
mit hoher Lebensqualität. Gleichzeitig
arbeiten hier rund 300 Unternehmen
in einem urbanen Umfeld, das Themen wie
Work-Life-Balance und Smart-City-Strategien
konsequent mitdenkt. Denn Arbeit ist
längst Teil unserer Lebenszeit – und kein
abgespaltener Bereich mehr. Entsprechend
verändern sich auch die Orte, an denen wir
arbeiten.
Eine kühne Idee.
Ein 84 Meter hoher Turm aus Holz, mitten
in einem neuen Stadtteil Wiens – in der
Seestadt Wien. Doch was zu nächst wie ein
Traum klang, wurde mit Mut, Innovationsgeist
und einem starken Team von Profis
Realität. Strenge Bauvorschriften oder
technische Her ausforderungen waren kein
Hindernis für den Bau des HoHo Wien.
Im Gegenteil: Holz wurde als nachhaltiger
Baustoff erkannt – ökologisch, effizient
und atmosphärisch einzigartig eingesetzt!
Heute, zehn Jahre später, zeigt das HoHo
Wien noch immer, dass große Visionen
Wirklichkeit werden können – wenn man
an sie glaubt. Auf rund 19.500 m 2 Nutzfläche
treffen moderne Arbeitswelten auf die
Natürlich keit von Holz.
Business
meets Holz.
Viele Jahre schien es, als wäre Holz – einer
der ältesten Werkstoffe der Welt – in
Vergessenheit geraten. Zu Unrecht. Denn
kaum ein anderer Baustoff verbindet
Atmosphäre, Natürlichkeit und technische
Leistungsfähigkeit so überzeugend. Holz
ist warm und gemütlich, zugleich aber hoch
044
N A C H H A L
belastbar bei geringem Eigengewicht. Es
vereint Stabilität und Elastizität, ist vielseitig
einsetzbar und wirkt sich positiv auf
das Raumklima aus, indem es Feuchtigkeit
aufnimmt und wieder abgibt. Büro- und
Gewerbeflächen in dieser Form sind einzigartig:
Das HoHo Wien besteht zu 75 % aus
naturbelassenem Fichtenholz. „Studien wie
etwa jene von Joanneum Research zeigen,
dass die Raumluftqualität in Holzhäusern
als sehr gut bewertet wird. Die Holzatmosphäre
wirkt außerdem nachweislich positiv
auf Lebensqualität, die persönliche Empfindung
und Gesundheit“, betont Peter Lazar,
Vorstandsvorsitzender der ViennaEstate
Immobilien AG, der das HoHo Wien-Projektteam
von Beginn an begleitete. Und was
macht nun die ViennaEstate im HoHo
Wien genau?
Holz revolutioniert
den Arbeitsalltag.
So modern die Idee des HoHo Wien auch
ist, so zukunftsorientiert agiert auch die
ViennaEstate-Gruppe: sowohl die Hausverwaltung
als auch das Asset Management
des Holzhochhauses liegen in der Verantwortung
der ViennaEstate-Gruppe, die
so mit ihrem HoHo Wien-Firmensitz selbst
tief mit dem Standort verbunden ist. Diese
Nähe unterstreicht die Firmen-Philosophie:
Immobilien-Expertise wird hier nicht nur
beraten, sondern täglich gelebt. Obwohl die
ViennaEstate tief im klassischen Wiener
Zinshausmarkt verwurzelt ist und dort
auch in volatilen Zeiten gezielt Potenziale
hebt, zeigt sie sich am Puls der Zeit. Der
Übergang von historischer Bausubstanz
zum Management nachhaltiger Zukunftsprojekte
wie dem HoHo Wien ist dabei kein
Widerspruch, sondern Ausdruck eines
ganzheitlichen Ansatzes. Von Investment
und Entwicklung bis zur Bewirtschaftung
deckt das Team den gesamten Lebenszyklus
ab – mit fachlicher Präzision und
der nötigen Agilität für moderne Marktanforderungen.
Die Seestadt ist vielleicht
nicht mitten in der Innenstadt, aber dafür
ein echtes Zukunftsviertel mit Charakter.
Ökologische Aspekte.
Die wachsende Aufmerksamkeit der Baubranche
für Holz als natürliche Ressource
ist ein positives Signal für eine zukunftsorientierte
Bauweise. Immerhin verursacht
die Herstellung von Zement knapp 8 % der
weltweiten CO₂‐Emissionen – mehr als
Flugverkehr und Rechenzentren zusammen,
wird vom World Economic Forum,
der Internationalen Energieagentur (IEA)
und Our World in Data bestätigt. Ein Umdenken
ist daher unumgänglich. Gerade
Österreich bietet für den Holzbau, auch im
Gewerbebereich, dafür hervorragende Voraussetzungen.
Jährlich wachsen hier rund
30 Mio. Kubikmeter Holz nach, von denen
etwa 26 Mio. Kubikmeter genutzt werden.
Die verbleibenden vier Mio. Kubikmeter
bleiben im Wald und lassen den Holzvorrat
kontinuierlich anwachsen. Umgerechnet
bedeutet das: In jeder Sekunde wächst
ein Kubikmeter Holz nach. „Das gesamte
HoHo Wien ist in nur einer Stunde und 17
Minuten in unseren heimischen Wäldern
nachgewachsen“, unterstreicht Peter Lazar
erfreut. Die Holzbauweise spart gegenüber
einer Ausführung in Stahlbeton rund
2.800 Tonnen CO₂‐Äquivalente ein. Das
entspricht etwa 20 Mio. Pkw‐Kilometern
oder 1.300 Jahren täglicher Autofahrten
von jeweils 40 Kilometern. „Es war uns
wichtig zu zeigen, dass Holz als nachhaltiger
Baustoff durchaus auch im innerstädtischen
Hochhausbau ernst genommen
– und ökonomisch, wirtschaftlich und
ökologisch effizient eingesetzt – werden
kann“, ergänzt Peter Lazar.
Wirtschaftsstandort Seestadt –
Zukunft im HoHo Wien.
Die Seestadt Wien hat sich längst vom
Geheimtipp zum Schaufenster moderner
Stadtentwicklung gewandelt. Zwischen
Start-ups, Kreativschmieden und internationalen
Playern weht hier ein frischer
Wind, der die tägliche Arbeit beflügelt.
So vielfältig wie das Konzept ist auch das
Umfeld – und das in einem der höchsten
Holzhochhäuser der Welt.
Die Gewerbeflächen im HoHo Wien sind
sehr ge mischt: 35 % gehören dem Hotel,
6 % Fitness, 54 % Gewerbe und 5 % Retail.
Die noch wenigen freien hochwertigen
Gewerbeflächen zwischen 150 und 1.000 m 2
im Edelrohbau können flexibel nach Mieter*innenwunsch
ausgebaut werden. Die
Wand- und Deckenelemente aus Fichtenholz
bleiben im Inneren unverkleidet
und behalten ihren intensiven, sinnlichen
Holzcharakter. Ob moderne Praxis oder
exklusives Studio – die Flächen lassen sich
an individuelle Visionen anpassen. Immerhin
mietet man nicht nur Quadratmeter,
sondern auch stets ein Feeling, das man
nicht nur sieht, sondern fühlt. Mehr Infos
unter www.hoho-wien.com +
T I G K E I T
045
Politik muss wieder
Probleme lösen,
FOTOS
MARKUS JÖBSTL |
BENJAMIN GASSER
statt welche zu schaffen!
Kurt Hohensinner geht bei der Grazer Gemeinderatswahl
am 28. Juni als VP-Spitzenkandidat ins Rennen. Und das
im wahrsten Sinne des Wortes. Der 47-Jährige ist begeisterter
Läufer. Also hat sich 40plus ein besonderes Interview-Format
überlegt: So wie ein Halbmarathon über 21
Kilometer ausgetragen wird, stellt 40plus 21 Fragen rund
um Graz. Unterstützung erhält 40plus von Landeshauptmann-Stv.
Manuela Khom.
1. Welche Bedeutung hat
das Laufen für Sie?
– Kurt Hohensinner: Das Laufen hält
mich körperlich und mental in Bewegung
und ist ein wichtiger Ausgleich. Es hilft mir,
Gedanken zu sortieren und neue Ideen zu
entwickeln. So wie in der Politik braucht es
auch da klare Ziele und Beständigkeit.
2. Ist Kurt Hohensinner politisch
so konsequent wie beim Laufen?
– Manuela Khom: Ja, und das merkt man
tagtäglich. Kurt Hohensinner arbeitet
Themen konsequent ab und verliert dabei
das Ziel nicht aus den Augen. Genau diese
Klarheit fehlt in Graz derzeit oft. Viele
Menschen spüren einen Stillstand in der
Landeshauptstadt. Ich bin überzeugt:
Kurt Hohensinner kann das ändern.
3. Wie würden Sie die aktuelle
Stimmung in Graz beschreiben?
– Hohensinner: Die Stimmung ist leider
eindeutig, auch die Zahlen sprechen eine
klare Sprache. Viele Grazerinnen und
Grazer sind unzufrieden, für zwei Drittel
hat sich die Lage in den letzten Jahren
verschlechtert oder stagniert. Das ist ein
klares Signal: Graz bleibt derzeit unter
seinen Möglichkeiten.
4. Wie ist die Zusammenarbeit
zwischen Stadt und Land?
– Khom: Aus meiner Sicht wird vielen
wichtigen Zukunftsthemen, die Graz, aber
auch die gesamte Steiermark betreffen, zu
wenig Bedeutung beigemessen. Das betrifft
gerade die Wirtschaft in unserer Landeshauptstadt,
denn damit sind Arbeitsplätze,
Wohlstand und ein selbstbestimmtes
Leben eng verbunden.
5. Was läuft konkret schief?
– Hohensinner: In Graz fehlt derzeit ein
klarer Plan. Die Menschen spüren das im
Verkehr mit Stau, Baustellenchaos und
schlechter Erreichbarkeit, in einer Innenstadt,
die an Dynamik verliert, und in
einer Wirtschaft, die für die Stadtspitze
keine Priorität hat. Gleichzeitig wird oft an
falschen Stellen gespart, etwa bei Schulbauten
und Kinderbetreuung.
6. Was muss sich in Graz unter
Kurt Hohensinner ändern?
– Khom: Graz braucht wieder eine Politik mit
Hausverstand. Verlässliche Entscheidungen,
klare Prioritäten und pragmatische Lösungen
statt Ideologie und Unberechenbarkeit. Kurt
Hohensinner steht genau für diesen Zugang
und für einen echten Kurswechsel.
7. Was braucht der Wirtschaftsstandort
Graz jetzt konkret?
– Hohensinner: Drei Dinge: Erstens,
schnellere Verfahren, damit Projekte nicht
an Bürokratie scheitern. Zweitens, gezielte
Unterstützung für Betriebe. Und drittens,
eine aktive Standortpolitik – vor allem für
die Innenstadt, die nicht nur Lippenbekenntnisse,
sondern echte Maßnahmen braucht.
8. Wo sehen Sie aktuell die größten
wirtschaftlichen Chancen für Graz?
– Khom: Graz ist das starke Herz der
Steiermark und hat enormes Potential in
vielen Bereichen wie Forschung, Techno-
046 P O L
logie und Industrie. Mit Kurt Hohensinner
und seinem Team kann endlich wieder
diese wirtschaftliche Kompetenz an die
Spitze der Stadtregierung gelangen, die
diese Stadt so dringend braucht: Stärkung
von Innovation, Förderung von Kooperationen
und bessere Rahmenbedingungen
für unsere Betriebe.
9. Sie sind Bildungsstadtrat.
Wo sehen Sie in diesem Bereich
aktuell die größten Herausforderungen?
– Hohensinner: Wir brauchen in Graz endlich
eine Verkehrspolitik, die alle mitnimmt
statt ideologischer Einseitigkeit. Konkret
heißt das: ein funktionierendes Baustellenmanagement,
mehr Park&Ride-Angebote
und ein intelligentes Parkleitsystem, damit
man nicht ewig einen Parkplatz suchen muss.
Gleichzeitig müssen Öffis gezielt ausgebaut
werden. Es geht nicht um Entweder-oder,
sondern um ein Miteinander aller Verkehrsmittel
– mit dem klaren Ziel, den Alltag für
die Menschen spürbar zu verbessern.
13. Warum werden diese Probleme
aktuell nicht besser gelöst?
– Khom: Mein Eindruck ist, dass man
nicht an alle Verkehrsteilnehmer denkt. Es
braucht nicht nur ein Zusammenspiel aus
Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern,
man muss in der Stadt auch die Pendler aus
dem Umland mitdenken. Auf die vergisst
man aus meiner Sicht komplett!
14. Inwiefern hat die Wahlbeteiligung
für Sie einen Einfluss auf das Ergebnis?
– Hohensinner: Unter Bürgermeisterin
Kahr haben wir 500 Kinderbetreuungsplätze
verloren. Dabei bräuchten wir jetzt
einen starken Ausbaukurs. Gleichzeitig
wurden bereits fertig geplante Schulausbauten
abrupt gestoppt. Hier wird an der
falschen Stelle gespart. Ich stehe für eine
Politik, die in Kindern Zukunft sieht, und
nicht nur einen Kostenfaktor.
10. Was zeichnet Kurt Hohensinners
Bildungspolitik aus?
– Khom: Während der Ausbau des Bildungsangebotes
in der Steiermark voranschreitet,
gibt es in Graz noch viel zu tun.
Kurt Hohensinner steht für einen echten
Kurswechsel. Mehr Kinderbildungsplätze,
moderne Infrastruktur, bessere Vereinbarkeit.
Das ist nicht nur Bildungspolitik,
sondern gleichzeitig auch Sozial- und Wirtschaftspolitik.
11. Was würden Sie im Bildungsbereich
konkret zuerst umsetzen?
– Hohensinner: Der Ausbau der Kinderbetreuung
muss Priorität haben. Nur
so schaffen wir echte Vereinbarkeit von
Familie und Beruf. Ich habe einen umfangreichen
Ausbauplan vorgelegt. Der muss
endlich umgesetzt werden.
12. Kommen wir zum Verkehr.
Was muss sich ändern?
– Khom: Das wird entscheidend sein. Bei der
letzten Gemeinderatswahl haben nicht einmal
4.000 Stimmen Platz 1 von Platz 2 getrennt –
und das in einer Stadt mit über 200.000 Wahlberechtigten.
Es kommt also auf jede einzelne
Stimme an, um über die künftige Ausrichtung
der Stadtregierung zu entscheiden.
15. Wie sprechen Sie gezielt
junge Menschen an?
– Hohensinner: Indem wir ihre Themen
ernst nehmen: leistbares Wohnen, gute
Ausbildung und sichere Jobs. Wenn diese
Rahmenbedingungen stimmen, bleiben
junge Menschen auch in Graz.Und indem
wir sie einbinden, nicht nur vor Wahlen. +
Hier geht der Fragemarathon
weiter!
T I K
047
ADVERTORIAL
Seit den Zeiten der
Monarchie ist Reichenau
mit dem MARIENHOF
ein beliebter Treffpunkt
für Genießer, Naturfreunde
und Kulturinteressierte.
FOTOS FLORIAN LIERZER
Savoir-vivre:
Wo Geschichte
auf mondänen
Style trifft.
Es war der Südbahn zu verdanken,
die Reichenau zur Jahrhundertwende
als Bahnstation zu einem
Zentrum für Entwicklung und
Wohlstand machte. Wie MARIEN-
HOF-Hoteldirektor Stefan Pirker erklärt,
entwickelte sich Reichenau in kurzer Zeit
zum „kulturellen Hotspot der Monarchie“.
Diese Ära zog das „Who is Who“ der Jahrhundertwende
an – von Kaiser Franz Josef
über Sigmund Freud bis zu Musil – die sich
im heutigen MARIENHOF ihr Stelldichein
gaben. Die renommierten „Festspiele Reichenau“
im Juli zeugen heute noch davon.
Gelegen am Fuße der Alpen, bietet Reichenau
neben Kultur auch vielfältige Möglichkeiten
für Aktivitäten in der Natur. Ausflüge
in die beeindruckende Rax-Region
und entspannte Abende in den stilvollen
Räumen des Hauses prägen bis heute den
Aufenthalt der Gäste.
Ein Rückzugsort für
anspruchsvolle Gäste.
Der MARIENHOF empfängt seine Gäste
mit 59 einladenden Zimmern und Suiten,
die zum Relaxen einladen. Eingebettet in
die Natur von Reichenau an der Rax, bietet
das Hotel einen Ort, um „tief durchzuatmen
und Momente der Entspannung zu genießen.“
Das Haus lässt keine Wünsche offen: Neben
der À-la-carte-Küche, serviert in einem
opulenten Speisesaal und einem einladenden
Park, gehören ein feiner Spa-Bereich und
die legendäre Rote Bar, die bereits seit der
Jahrhundertwende ein gesellschaftlicher
Fixpunkt ist, zur Ausstattung.
Ob für die Sommerfrische in den Bergen,
ein romantisches Wochenende oder einen
kulturellen Kurzurlaub rund um die Festspiele
– der MARIENHOF ist der ideale
Rückzugsort für anspruchsvolle Gäste,
die Authentizität schätzen. Der Direktor
hebt hervor, dass die Gäste besonders „den
048 G E N
ADVERTORIAL
Charme unseres Hauses und die außergewöhnliche
Mischung aus Geschichte, Gastlichkeit
und Genuss“ schätzen. Savoir-vivre,
wie man es in Frankreich nennt: Es steht
als Synonym für Lebenskunst, Genuss und
stilvolle Lebensart.
Jaguar-Ausfahrt: GB PREMIUM CARS
erkundet den Marienhof in Reichenau.
GB PREMIUM CARS, ein sympathisches
Familienunternehmen und Experte für die
britischen Edelmarken JAGUAR , LAND
ROVER und RANGE ROVER, sucht aktuell
nach einem passenden Ort für ihre nächste
„Jaguar-Ausfahrt“. Wie Julia Gaberszik, Tochter
des Hauses und verantwortlich für Marketing,
und Christian Walcher, Verkaufsleiter, erzählten,
veranstaltet das Unternehmen
zumindest zwei dieser Ausfahrten jährlich
für ihre Kunden und „Jaguaristi“.
Der Tipp eines Freundes führte uns zum
Marienhof in Reichenau. „Der Grund, warum
wir in Reichenau sind, ist, dass wir uns das
Hotel Marienhof anschauen wollten, als
nächstes Ziel für unsere Jaguar-Ausfahrt“,
so Julia Gaberszik und Christian Walcher.
Gesucht wird ein Haus, das sowohl traditionelle
Werte verkörpert, die Jaguar-Besitzer
schätzen, als auch zeitgemäß ist. Christian
Walcher zeigte sich angetan: „Das wäre
tatsächlich sehr reizvoll. Das Hotel hat alles,
was unsere Kunden und Freunde schätzen.
Hier legt man Wert auf Tradition und steht
doch mit einem Bein in der heutigen Zeit.
Wunderbar!“ Er betonte, dass die Liebe zum
Beruf und zu den Marken JAGUAR, LAND
ROVER und RANGE ROVER die zentrale
Botschaft des Autohauses sei.
Mehr als nur Autos: Kundenservice
und britische Lebensart.
Die Begeisterung für die britischen Marken
geht bei GB PREMIUM CARS über den
Verkauf hinaus. Julia Gaberszik unterstrich
die Bedeutung des After Sales-Bereichs:
„Unser After Sales-Bereich mit Werkstatt,
Ersatzteillager und umfangreichem
Kundenservice sorgt zudem dafür, dass
die Freude unserer Kunden darüber auch
viele Jahre nach dem Kauf noch anhält bzw.
sogar größer wird.“ Speziell ausgebildete
Mechaniker kümmern sich um neueste
Modelle ebenso wie um Oldtimer, was
Kunden aus ganz Österreich und aus Nachbarländern
anzieht.
Neben dem Marienhof schätzen Julia
Gaberszik und Christian Walcher auch die
einzigartige Umgebung, wie zum Beispiel
„Kaizar Art & Tweed“, einige Minuten
vom Marienhof entfernt. Dieses Kleinod
im alten Gewölbe des Schlosses Reichenau
bietet handgefertigte Dinge von seltener
Qualität, darunter Seidenkrawatten,
maßgefertigte Schuhe, britische Kleidung,
zeitgenössische Kunst sowie erlesenen Sekt
und Weine. +
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Ihr Ansprechpartner:
Christian Walcher
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MARIENHOF
2651 Reichenau an der Rax
Hauptstraße 71-73
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MediaMarkt Graz ShoppingCity
Seiersberg war schon immer
einer der Impulsgeber auf
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TEXT JASMIN NEBELHORN
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C H A F T
051
Bakterien und
Prof. Mag.
Anita Frauwallner
Gründerin des Instituts AllergoSan
052 G E S U N
Bauchgefühl.
FOTO CHRISTIAN JUNGWIRTH |
INSTITUT ALLERGOSAN
Was vor drei Jahrzehnten mit einem
Schicksalsschlag, einer großen Portion
Mut und einem völlig neuen Forschungsansatz
begann, ist heute die erfolgreichste
Probiotikamarke Europas*.
Manche Geschichten kann man
sich nicht ausdenken. Jene zur
Entwicklung Anita Frauwallners
von der studierten Germanistin
mit besonderer Liebe zur Literatur
hin zur führenden Expertin in Sachen
Darmgesundheit ist so eine Story. Als Anita
Frauwallner 1995 mit OMNi-BiOTiC® 6
das weltweit erste Multispezies-Probiotikum
entwickelte, tat sie das nicht aus einer
Geschäftsidee heraus, sondern weil es ihr
wirklich wichtig war.
Ihr Mann und Vater des gemeinsamen
Sohnes war mit nur 40 Jahren an Darmkrebs
verstorben, die junge Witwe in
höchster Sorge um ihr Kind. Was, wenn die
Krankheit in den Genen liegt? Eine unvergleichliche
Forschungsreise begann – der
Darm, seine Bakterien und ihr gewaltiger
Einfluss auf unsere Gesundheit wurden
zum Mittelpunkt ihrer Leidenschaft: „Als
ich das Sterben meines Mannes miterleben
musste, wurde mir klar: Im Darm muss
etwas liegen, das wir bis dahin übersehen
hatten. Und als ich das erste Mal beim Blick
durch das Mikroskop die Welt der Bakterien
sah, wusste ich einfach, dass hier ein
riesiges, unterschätztes Potenzial liegt. Diese
winzigen Organismen beeinflussen so
viele zentrale Funktionen unseres Körpers
– hätten wir dieses Wissen früher gehabt,
hätte es vielleicht eine Chance für meinen
Mann gegeben, weiterzuleben.“
Das Prinzip, den Darm als Zentrum unserer
Gesundheit zu betrachten, war in den 90er-
Jahren revolutionär. Noch ungewöhnlicher
aber war der Forschungsansatz: Die darin
lebenden Bakterien als nützliche Helfer zu
betrachten und sie gezielt zu Teams zu formieren,
die wie eine gut trainierte Fußballmannschaft
zusammenspielen. Ein echter
Gamechanger in der Darmforschung.
Konsequenz und Kompetenz.
Es entstanden große Forschungskooperationen
mit niederländischen Universitätskliniken,
aus denen weltweit beachtete
Grundlagen-Studien resultierten – das von
Anita Frauwallner gegründete Institut
AllergoSan in Graz entwickelte sich zu
einem internationalen Kompetenzzentrum
für Mikrobiomforschung. „Ich war stets
von der tiefen Überzeugung getragen,
dass unsere Arbeit wichtig ist, sowie
vom Mut, weiterzugehen, auch wenn es
finanziell manchmal sehr schwer war
und ich einen mächtigen Gegner hatte:
Big Pharma war nicht gerade begeistert
von unseren Erfolgen“, erinnert sich die
Gründerin. Inzwischen wurden über 150
Studien abgeschlossen, 70 Universitäten
und renommierteste Forschungseinrichtungen
weltweit zählen zu den Partnern
des Institut AllergoSan: darunter die
Charité Berlin und das Universitätsspital
Zürich. Internationale Erfolge – etwa der
NutraIngredients Award für das beste Probiotikum
des Jahres 2021 oder der Ritterschlag
als „herausragendste Studie“ unter
10.000 eingereichten Forschungsarbeiten
für die wissenschaftliche Publikation mit
OMNi-BiOTiC® HETOX als Auszeichnung
auf der „AmericannLiver Week“ – erzählen
die Erfolgsgeschichte weiter.
Longevity und Therapie-Begleitung.
Heute sind Probiotika längst im Trend und
gelten unter anderem als maßgebliche Unter-
stützung für ein langes und gutes Leben:
Eine aktuelle Auswertung von Daten des
amerikanischen National Health and Nutri
tion Examination Survey (NHANES) liefert
klare Aussagen dazu, dass die regelmäßige
Einnahme von Probiotika über Jahre mit
enorm positiver Auswirkung auf die Gesundheit
und Langlebigkeit verbunden ist. Wesentlicher
Faktor: das wissenschaftliche Fundament.
„Wir forschen jahrelang, um die beste
Bakterienkombination für jede Indikation
zu finden.“, erzählt Anita Frauwallner. Ein
zentrales Thema der aktuellen Forschung
ist der Bereich der Onkologie. Hier geht es
etwa um die Entwicklung von Begleittherapien
zu den starken Krebs-Medikamenten,
um deren Nebenwirkungen abzumildern
und den Erfolg der therapeutischen Maßnahmen
zu optimieren.
Wissen und Wachstum.
OMNi-BiOTiC® ist derzeit in über 50
Ländern vertreten, die Probiotikamarke
Nummer 1 in Europa und die Nummer drei
der Welt – ein Erfolg, der auf Liebe gebaut
ist, mit Vision entwickelt, mit viel Wissen
genährt und über drei Jahrzehnte aufgebaut.
Für Anita Frauwallner kein Grund,
sich auszuruhen. Ihr erklärtes Ziel: „Medizinisch
relevante Probiotika zu einem ganz
selbstverständlichen Teil unseres Gesundheitssystems
werden zu lassen.“
Hippokrates, der berühmteste Arzt der
Antike, sagte einst: „Der Darm ist die
Wurzel aller Gesundheit“. Die Probiotika-
Pionierin ergänzt: „und mit den richtigen
Bakterien im Darm bringen wir optimales
Leben in unser Leben.“ +
D H E I T
053
ADVERTORIAL
Wein als
Betriebsausgabe
–
was wirklich
absetzbar ist.
TEXT PETRA SCHACHNER-KRÖLL
FOTO FLORIAN LIERZER
Der Gesetzgeber definiert
den Begriff der
steuerlichen Betriebsausgabe
mit „Aufwendungen
oder Ausgaben,
die durch den Betrieb
veranlasst sind“. Schenkt
der Unternehmer daher
seinen Kunden, Geschäftspartnern
oder
anderen Stakeholdern
Wein, dann wird dies
wohl meist betrieblich
veranlasst sein.
Dennoch kann man diese Weingeschenke
steuerlich nicht geltend
machen. Bei Wein handelt es
sich nach Ansicht des Gesetzgebers,
der Finanzverwaltung und auch dem
Verwaltungsgerichtshof um so genannte
„Repräsentationsaufwendungen“, die
einem gesetzlichen Abzugsverbot unterliegen.
Repräsentationsaufwendungen
sind alle Aufwendungen, die zwar durch
den Beruf des Steuerpflichtigen bedingt
sind und mit diesem in Zusammenhang
stehen, aber auch sein gesellschaftliches
Ansehen fördern, es ihm also ermöglichen
zu „repräsentieren“. Den Motiven, warum
der Wein geschenkt wird, kommt keine
Bedeutung zu. Es ist auch unmaßgeblich,
ob der Aufwand ausschließlich betrieblich
oder beruflich bedingt ist, unerheblich ist
auch, ob man sich dem Geschenk entziehen
hätte können. Der Verwaltungsgerichtshof
geht sogar einen Schritt weiter und zählt
Gelegenheitsgeschenke, zu denen auch der
Wein zählt, zu den Aufwendungen der privaten
Lebensführung. Zahlreiche Erkenntnisse
des Verwaltungsgerichtshofs haben
in der Vergangenheit Sachgeschenken und
auch Weihnachtsgeschenken ohne Werbewirksamkeit
die Abzugsfähigkeit versagt.
Darunter fallen auch Weingeschenke. Die
Konsequenz ist immer die gleiche: die klassische
Weinflasche an Geschäftspartner ist
nicht abzugsfähig.
Möchte man den Wein dennoch absetzen,
wäre es erforderlich diesen mit einer Werbewirksamkeit
zu versehen. Dies ist zum
Beispiel dann der Fall, wenn die Firmenaufschrift
auf der Weinflasche aufgedruckt ist.
Randzahl 4810 der Einkommensteuerrichtlinien
halten zB fest, dass Gegenstände,
die aus Gründen der Werbung überlassen
werden, dann abzugsfähig sind, wenn sie
eine entsprechende Werbewirksamkeit
entfalten. Dazu zählt auch die Weinflasche
mit Firmenaufdruck. Vorsicht ist sicherlich
bei teuren Weinen geboten. Diese werden
wohl immer eine entsprechende Repräsentationskomponente
aufweisen und damit
nicht abzugsfähig sein.
Anders zu beurteilen ist der Wein bei
Unternehmen deren Gegenstand der
Weinbau ist bzw. deren Umsatzerzielung in
Zusammenhang mit Wein steht.
Weinreisen, die ein Steuerpflichtiger unternimmt,
teilen das steuerliche Schicksal der
Weinflasche. Derartige Weinreisen sind
nur bei Betrieben steuerlich anerkannt, die
daraus auch Einnahmen erzielen (Fortbildungsreise
eines Weinbauern oder eines
Weinjournalisten). Bei diesen Reisen ist
jedoch auch darauf zu achten, dass sich
das Programm der Reise überwiegend dem
Wein widmet. Eine private Mitveranlassung
kann bereits dazu führen, dass die gesamte
Reise steuerlich nicht anerkannt wird.
Auch wenn der Aufwand steuerlich nicht
abzugsfähig ist, zählt der bei entsprechender
betrieblicher Veranlassung als unternehmensrechtlich
zulässiger Aufwand, der nur über die
Steuerberechnung zu korrigieren ist. +
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054
K O L U
TEXT CLARISSA BERNER
FOTOS CLARISSA BERNER | CHAT GPT
Die lässigsten Feste sind bekanntlich die
nicht geplanten, vor allem wenn der Sommer
Fahrt aufnimmt.
Heute ist das Wetter wunderschön!
Anlass genug, nach dem langen
Bürotag noch etwas Vitamin D zu
tanken. Während unseres Spaziergangs
bemerken mein Freund und ich, dass die
Gastgarten-Saison bereits begonnen hat.
Die müssen wohl in den letzten Tagen aufgesperrt
haben. Lange dauert es nicht, und
wir sitzen an einem Tisch eines Marktstands
am Lendplatz. Der Kellner kommt,
und wir bestellen einen Spritzer und ein
Bier. Wahnsinn, heute schmeckt’s besonders
gut! Auch am Abend lässt es sich im
Freien mittlerweile gut aushalten.
Die Stimmung ist großartig.
Eine milde Brise weht über den
Marktplatz, und Skater üben
ihre Tricks. Die Stimmung
ist großartig: Kein Tisch ist
leer, und auch im Umkreis der
Marktstände stehen Menschen
in Trauben und trinken mitgebrachte
Getränke. Im Hintergrund geht die
Sonne unter und erzeugt ein orange-blaues
Licht. Die gelben, langsam
heller werdenden Strahlen der Straßenbeleuchtung
fügen sich passend in das
frühlingshafte Szenario ein.
Auf einmal kommen zwei Gestalten
direkt auf uns zu: unsere alten Bekannten
Marli und Jonas. Natürlich
wollen wir auf unser spontanes Treffen
anstoßen. Während ich den nächsten
Spritzer trinke, merke ich, wie lange wir
uns eigentlich nicht mehr gesehen haben:
Marli, die Langzeitstudentin, hat mittlerweile
ihre Masterprüfung mit „sehr gut“
abgeschlossen und arbeitet im Sozialbereich,
und Jonas, der mit seinem Bürojob
nie wirklich zufrieden war, hat sich dazu
entschlossen, nun doch zu studieren. Kurz
nach Mitternacht machen wir uns auf den
Heimweg. Nüchtern sind wir nicht mehr
– eigentlich wollten wir ja nur „auf eines
gehen“. Komatös fallen wir ins Bett.
Biep, biep, biep. Es ist sieben Uhr in der
Früh. Der Wecker läutet. Oh Mann, am
liebsten würde ich im Bett liegen bleiben.
Hilft nix! Wer saufen kann, kann auch
arbeiten. Ich quäle mich aus dem Bett und
bereite mir ein elektrolythaltiges Brausegetränk
vor – das soll angeblich gegen den
Kater helfen. Alkohol dehydriert den Körper
und entzieht ihm wichtige Nährstoffe.
Während ich warte, dass sich die Tablette
auflöst, surfe ich im Internet. Wie gehen
andere Kulturen mit einem dicken Kopf
um? In den meisten Ländern wird nach
einem Rausch deftig gegessen. Die Briten
bestehen auf ihr „Full English Breakfast“.
Spiegeleier, gegrillte Tomaten, gebratene
Würstchen, Pilze, Speck, Toast und Baked
Beans sollen dem Kopfweh den Garaus machen.
In Mexiko wird zu „Chilaquiles“,
also aufgebackenen oder frittierten
Tortilla-Chips mit Saucen, Käse, Sauerrahm,
Zwiebeln und wahlweise Fleisch,
gegriffen. Die Türken, sofern sie Alkohol
trinken, und Koreaner kochen sich am
Hangover-Tag Suppen. In der Türkei
ist es eine Suppe aus Kopf und Klauen
vom Schaf oder Hufen vom Rind. Löblich,
dass alle Teile des Tieres verwertet
werden, aber an diese Suppe traue ich mich
nicht heran. In Südkorea ist es eine salzige
Rindsknochensuppe. Lachen muss ich bei
den Dänen. In Dänemark gibt es nämlich
kein typisches Katerfrühstück. Die Dänen
sprechen, wenn sie einen Kater haben, von
Zimmermännern, die im Kopf hämmern
und so das Kopfweh erzeugen. Das beste
Heilmittel ist ein Konterbier, „reparationsbajer“,
das die Schäden der Zimmermänner
reparieren soll. Ehrlicher geht’s nicht!
Schmunzelnd bemerke ich, dass sich die
Brausetablette mittlerweile aufgelöst hat.
Ich drehe das Glas, denke an das dänische
Konterbier, entscheide mich aber dazu, die
chemisch schmeckende Flüssigkeit zu trinken,
und hoffe, dass ich bald wieder bei alten
Kräften bin. Ob es gescheit war, gestern so
viel zu trinken? Nein, auf keinen Fall! Aber
solche Abende müssen auch sein – besonders,
wenn man alte Bekannte trifft. +
M N E N
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