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DLRG Bayern aktuell 2-2026

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Bayern aktuell

Die Zeitschrift der DLRG Bayern 2 . 2026

Rund um die Uhr:

Foto: DLRG Geretsried

Die schnellen

Retter


editorial

Leistungsfähig

Mit dem Beginn der Badesaison sorgt die DLRG auch in diesem

Jahr wieder an zahlreichen Seen und Gewässern in Bayern für

Sicherheit. Doch so wichtig unsere stationären Wachen sind –

sie können nicht überall vorhanden sein. Genau hier kommen

unsere SchnellEinsatzGruppen ins Spiel: flexibel, hochqualifiziert

und längst ein fester Bestandteil des bayerischen Rettungsdienstes.

In diesem Heft nehmen wir Sie mit zu ihren wahrlich

fordernden Einsätzen und gewähren Ihnen zugleich einen Blick

hinter die Kulissen dieser wichtigen Arbeit.

Dr. Manuel Friedrich

Präsident der DLRG Bayern

Foto: Privat

Die Grundlage all dessen ist und bleibt die Schwimmausbildung.

Sie ist der erste Schritt auf dem Weg zum Rettungsschwimmer

und schließlich zur Wasserretterin oder zum Wasserretter. Umso

dankbarer bin ich, dass der Deutsche Bundestag nun ein Förderprogramm

in Höhe von 250 Millionen Euro zur Sanierung von

Schwimmbädern auf den Weg gebracht hat. Auch darauf machen

wir in dieser Ausgabe aufmerksam – nicht zuletzt, weil der

Einsendeschluss für Förderanträge bereits am 19. Juni endet. Ich

wünsche mir sehr, dass möglichst viele dieser dringend benötigten

Mittel nach Bayern fließen.

Welche Freude, welche sportliche Leistungsfähigkeit und welche

gesellschaftliche Bedeutung intakte Schwimmbäder haben, zeigen

eindrucksvoll die Beiträge aus unseren bayerischen Regionen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe!

bayern.dlrg.de

facebook.com/dlrg.bayern

instagram.com/dlrg.bayern

2 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


inhalt

20

Foto: Presse - DLRG

4

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026

Foto: Archiv DLRG Bayern

27

Foto: DLRG Mühldorf am Inn

Bayern |

4 Rund um die Uhr - die schnellen Retter

Schnell-Einsatz-Gruppen der DLRG Bayern

6 Gedanken eines Strömungsretters

9 Bei Tag und Nacht:

Einsätze in Niederbayern

11 Flüsse, Seen, Anspruchsdenken:

Wie sich Wasserrettung weiterentwickelt

14 Alarm im Oberland:

Tragische Ereignisse

16 Fachinformation PSNV:

Kümmere dich!

18 Chance für Kommunen und DLRG

250 Millionen Euro für Schwimmbäder

21 Leistungsbilanz der DLRG Bayern

Jugend aktuell |

in der Heftmitte

Regionales |

22 DLRG Traunstein-Siegsdorf

Gefangen in der Teufelsschlucht

24 DLRG Bezirksverband Oberpfalz

Postitives Fazit beim Oberpfalztag

27 DLRG Mühldorf am Inn

Einsatzkräfte trainieren am Inn

29 DLRG Pöcking-Starnberg

Markus Wiedergrün neuer Vorsitzender

DLRG Memmingen/Unterallgäu

Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

30 DLRG Kronach

Abschied voller Dankbarkeit

31 DLRG Schonungen

50 Jahre DLRG Schonungen

32 DLRG Burgkunstadt

Zweckverband Schulschwimmhalle gegründet

34 DLRG Wunsiedel

Lebensrettende Maßnahmen geübt

35 DLRG Nördlingen

Kraterbad eröffnet

Information |

37 Termine

38 Impressum | Spenden

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 3


bayern

Rund um die Uhr:

Die schnellen

Retter

Foto: Archiv DLRG Bayern

Zur Suche und Rettung Ertrinkender und

auch zur Bergung von Personen oder

Fahrzeugen aus dem Wasser werden

die Schnell-Einsatz-Gruppen der DLRG

alarmiert. Sie sind speziell mit Rettungsgeräten

wie Motorrettungsbooten, Eisrettungsschlitten,

Wurfsäcken, Rettungsbojen

und Tauchgeräten ausgerüstet.

Ihre Einsatzkräfte verfügen typischerweise

sowohl über eine Ausbildung zum

Sanitäter als auch zum Wasserretter.

4 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 5

bayern


bayern

Schwimmende Möbel,

Heizöl im Gesicht

Gedanken eines

Strömungsretters

Vor genau zehn Jahren sorgte

Starkregen in Niederbayern für ein

massives Hochwasser, das in der

Stadtgeschichte von Simbach am Inn

unvergleichbar war. Felix Fendt rückte

damals als Strömungsretter mit der

DLRG aus und hat bis tief in die Nacht

mit seinen Kameraden Menschen

evakuiert, medizinisch erstversorgt

und gerettet. Seine Eindrücke hat er

damals schriftlich festgehalten. Solche

Hochwasser können jederzeit wieder

auftreten.

Eine Szene vom Hochwassereinsatz in Simbach.

Kurz darauf der erste Einsatzauftrag:

Familie mit Kindern aus Wohnhaus retten.

Der kürzeste Weg? Versperrt durch den reißenden

Simbach. Einzige Alternative: der Weg über die

teils abgerutschte Bundesstraße B12. Fußtrupp

vorausschicken. Nach Einschätzung zur Überfahrt noch

geeignet. Im Anschluss wenige Minuten Fahrzeit. In

der Wohnsiedlung angekommen bietet sich wieder

dasselbe Bild: Wasser, Wasser, Wasser.

Wir sind die erste Wasserrettungseinheit in dem

Wohngebiet. Was wird uns erwarten? Keine Zeit zum

Grübeln. Passende Einsatzstelle finden, Boot einsetzen.

Das Wasser steht mir bis zum Bauch. Die Beine teils bis

zu den Knien im Schlamm. Wir waten vorwärts. Gegen

die Strömung.

Bäume und Bretter, mehrere Meter hoch gestapelt

wie bei einem Mikado-Spiel. Eine überregionale

Bundesstraße, abgerutscht und von den Fluten verschlungen.

Schlamm, Möbel, Unrat überall. Lastwägen,

Personenwägen, teilweise auf der Seite liegend, andere

auf dem Dach, andere an Hauswänden angelehnt. Schockierte

Anwohner.

Das sah ich in den ersten Minuten nach meinem

Eintreffen mit meinem Strömungsretter-Trupp.

Als ich am Nachmittag nach der Alarmierung unserer

Wasserrettungskomponente meine Arbeitsstelle

verließ, ahnte ich nicht ansatzweise, was mich erwartete

- nämlich das Szenario, auf das ich mich in hunderten

Stunden Aus- und Fortbildung und in Übungen

vorbereitet hatte: Hochwasser, unberechenbare

Strömungen, unsichtbare Gefahren, Menschen und

Tiere in Not.

Alle Sinne öffnen. Von meiner Ausbildung weiß

ich, ausgehobene Gullideckel können zur tödlichen

Gefahr werden - erst am Wochenende vorher ist ein

Feuerwehrmann bei einem Rettungsversuch in die

Tiefe gezogen worden. Wir beobachten die Umgebung

ständig auf Gefahren. Treibt ein Baumstamm entgegen?

Steigt der Wasserstand? Strömungsveränderung?

Bei einem Schritt Schlamm, beim nächsten Kies, dann

Teerstraße. Nur den Halt nicht verlieren.

Wir sehen die ersten Personen an den Fenstern stehen.

Ein junger Mann steht am Gartenzaun. „Alles okay bei

Ihnen?“- Im Moment alles klar. Die Leute sind nicht in

akuter Gefahr. Weiter zur Familie.

Am Wohnhaus angelangt. Alle Personen wohlauf.

Erste Überfahrt: zwei Säuglinge, die Mutter und

eine Jugendliche. Geschafft. Zweite Überfahrt: vier

Erwachsene. Einsatzauftrag abgeschlossen.

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Fotos: Archiv DLRG Bayern

Strömungsretter beim Hochwassereinsatz 2024

Zurück zu unserer Einsetzstelle. Hier melden sich immer

wieder besorgte Anwohner. Weitere Kinder hier, eine

ältere Dame dort. Zurück in die Strömung und weiter zu

den Häusern.

Immer wieder neue Häuser, an denen Personen

an den Fenstern im ersten Stock stehen. Über uns

Hubschrauberrotoren zum Retten von Personen von

Häuserdächern. Es wird lauter, der Wind peitscht um

die Ohren. Wasser wird aufgewirbelt. Der sogenannte

Downwash. Kein Problem, aber im Kopf geht eine

Gefahrenlampe an: auf umherfliegende Gegenstände

achten, zum Umgebungsscan hinzufügen. Rufe von

links:

„Nehmen Sie uns mit?“ - „Ja, wir

kommen nochmal vorbei! - Wir können

leider nicht alle auf einmal mitnehmen.“

Weiter in der Strömung. - Nach einigen Transporten

die erste Trinkpause. Trinkwasser! Erst einmal das

Heizöl aus dem Gesicht spülen. Trinken. Schnell einen

Eiweißriegel.

Ein Anwohner vermisst seinen Vater. Er sei ein paar

Straßen weiter ins Wasser, um zu seinem vierjährigen

Enkel zu schwimmen. Zurück ins braune Nass. Die

Straße runter. Starke Querströmung. Es dämmert. Die

ersten Anwohner leuchten mit Taschenlampen aus

dem Fenstern, um auf sich aufmerksam zu machen.

Doch hier müssen wir zunächst vorbeifahren. Wo ist

der Mann? Hier könnte die gesuchte Querstraße sein.

Ein Mann macht sich bemerkbar. Er ist der gesuchte.

Er ist wohlauf. Sein Enkel auch. Passende Stelle zur

Personenübergabe suchen. Per Funk werden die

Kollegen an Land hingelotst. Personen übergeben.

Zu unserer ursprünglichen Einsatzstelle ist wegen der

starken Strömung kein Zurückkommen. Wir waten so

weit zurück wie möglich, nehmen eine junge Dame auf.

Badehose, T-Shirt, Handtasche- alles was sie dabeihat.

„Brauch ich noch was?“, fragt sie. „Sie bekommen das

Nötigste in der Notunterkunft!“. „Meine Nachbarin

ist auch noch im Haus!“. Wir machen uns bemerkbar.

Eine ältere Dame öffnet das Fenster im ersten Stock.

Sie sagt, sie könne nicht ins Erdgeschoss. Alle Möbel

lägen kreuz und quer. Die Tür sei durch einen Schrank

blockiert. „Ja!“, sie möchte unbedingt mitkommen.

Mein Kamerad nimmt Anlauf, die Haustür springt auf.

Noch eine Tür, diesmal aus Sicherheitsglas. Dahinter

der besagte Schrank. Wir haben keine Wahl. Eine Trage,

die wir mitführen, wird als Rammbock angesetzt. „Eins -

zwei - drei!“ - das Glas zersplittert. Mit der Trage bauen

wir einen Übergang über die Möbel. Dame gerettet.

So geht es bis Mitternacht weiter. Durch Schlamm,

Heizöl, Möbel, Unrat, Gestrüpp. Nur nicht mehr bei

Tageslicht, sondern im Schein von Taschenlampen.

Zwischendrin nichts zur Routine werden lassen,

Konzentration halten, Umgebung scannen, auf die

Kameraden achten.

Trotz allem überraschen uns immer wieder Gefahren.

Eine Dame möchte durch die Gartentür auf die Terrasse

treten. Ich komme näher. Die Terrassenplatten versacken

im Boden. Ein Sprung zurück. Tief durchatmen. Diesmal

alles gut gegangen. Gefahr unterschätzt - abspeichern!

Für die Zukunft merken! Eine angeschwemmte Tür

dient als Steg.

Nach knapp sechs Stunden im Hochwasser sinken

Konzentration und Kraft.

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bayern

Training macht die Retter

fit für den Ernstfall.

In der direkten Umgebung konnten wir keine

Personen mehr ausfindig machen. Boot aussetzen.

Gott sei Dank sind Kollegen der Feuerwehr da.

Fotos: Dominik Schneider

Sie haben vorher mit einem Notstromaggregat

ein wenig Beleuchtung aufgebaut. So haben wir

wenigstens bei der Personenübergabe etwas

Licht. Sie helfen uns, das Boot den Hang hoch zum

Fahrzeug zu tragen. Kameradschaft - arbeiten Hand

in Hand - unbezahlbar!

Oben an der Straße ein Feuerwehrfahrzeug.

„Wasser marsch!“ Etwas den Kopf mit sauberem

Wasser waschen. Zurück zur Sammelstelle, wo

alles angefangen hat. Etwas warmen Tee und

Kartoffelsuppe in den Mund - das tut gut.

Nun geht es zurück in die Heimat. Material

etwas abspülen. Es könnte ja in den nächsten

Stunden erneut ein Alarm eingehen. Doch

die Ausrüstung muss später sowieso entsorgt

werden. Neoprenanzüge, Helme, Klettergurte, Rettungsleinen.

Alles was im Kontakt mit dem Wasser

stand. Heizöl, Fäkalien, Müll und Chemikalien, die

irgendwo im Hochwassergebiet ins Wasser gelangt

sind. Nicht nur eine akute gesundheitliche Gefahr.

Die Ausrüstung ist die Lebensversicherung eines

jeden Strömungsretters, darf keine Fehler aufweisen.

Die Chemikalien greifen die Materialen an.

Die Ausrüstung im Wert von mehreren hundert

Euro ist kontaminiert, nach dem Hochwasser nicht

mehr einsatzfähig.

Gegen drei Uhr falle ich ins Bett. Müde? Ja!

Schlafen? Nein. Handy an. Nachrichten lesen. Die

ersten Toten werden gemeldet. Haben wir alles

getan? Ich beginne zu grübeln. Letztendlich weiß

ich: ja.

Hunderte Stunden Aus- und Fortbildungen. Hunderte

Stunden Übungen, Lesen, Lernen - ehrenamtlich,

seit 15 Jahren mittlerweile. In meiner Freizeit,

während andere mit Freunden oder Familien grillen

oder ins Kino gehen. War es das wert? Ich weiß sofort:

auf alle Fälle! Ich weiß auch: Für die Betroffenen war

es erst der Anfang. Für diese wird das Hochwasser

noch Monate bis Jahre Auswirkungen haben.

Ich werde schläfrig, die letzten Planungen für

morgen. Die Abwesenheit und Fehlstunden

mit dem Arbeitgeber klären, Fahrzeuge tanken,

verbleibendes Material einsatzklar machen. Und

abends: Schwimmen. Diesmal im Freibad. In klarem

Wasser. Um trainiert zu sein - für den nächsten

Einsatz.

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Bei Tag und Nacht

Foto: Tobias Ramesberger

bayern

Tobias Ramesberger, Ausbilder bei der

DLRG Büchlberg, ist in Niederbayern

ständig im Einsatz.

Suche

in der Winternacht

Start im der Dunkelheit. Mitten in einer kalten Dezembernacht

werden die Einsatzkräfte der DLRG im Landkreis

Passau unsanft geweckt: Personensuche am Fluss

Ilz um vier Uhr nachts – definitiv keine alltägliche Entscheidung

um diese Zeit die Wasserrettung zu einer

Suchaktion hinzuzuziehen. Sofort machen sich sieben

Einsatzkräfte der DLRG auf den Weg zu ihren beiden

Stützpunkten. Die Büchlberger DLRG rückt mit ihrem

Einsatzwagen samt Geräteanhänger Wasserrettung

zum Einsatzort aus. Ziel ist die Ilzbrücke bei Kalteneck,

wo sie mit einem Großaufgebot weiterer Rettungskräfte

zusammentrifft.

Die Brücke. Zuletzt ist der Vermisste nahe einer Brücke

an der Ilz geortet worden. Nach Absprache mit der

Einsatzleitung beginnen die Wasserretter gegen

fünf Uhr morgens die Ilz vom Pegelhaus Kalteneck

aus flussabwärts abzusuchen. Eingesetzt sind zwei

Boote, die von Wasserrettern gepaddelt werden. Der

leicht erhöhte Wasserstand der Ilz und die nächtliche

Dunkelheit erschweren die Suche. Immer wieder

steigen die Wasserretter aus und durchsuchen ufernahe

Bereiche, die von allerlei Geschwemmsel gesäumt sind.

Regelmäßig müssen sie dabei größeren Felsen im Fluss

ausweichen.

Endlich fündig. Nach einer halben Stunde finden sie den

Vermissten leblos auf der linken Flussseite im Wasser.

Nahe dieser Stelle hat zuvor bereits ein Überflug mit

Wärmebildkamera einen Menschen im Wasser vermuten

lassen. Sofort eilt auch das zweite Rettungsboot von der

rechten Flussseite zu Hilfe. Gemeinsam bergen mehrere

Wasserretter den Vermissten, während die Übrigen das

eine Rettungsboot in der Strömung sichern und das

zweite Boot ans linke Ufer bringen.

Wasserrettung, Bergrettung. Nun stellt sich im

Morgengrauen die Frage, an welcher Stelle genau

der Vermisste an Land übergeben werden soll. Das

gestaltet sich an der Ilz schwierig, denn auf der

linken Flussseite verläuft eine Bahnlinie, alle anderen

Zuwege auf der gegenüberliegenden Uferseite. Die

starke Strömung und die vielen Felsen machen eine

Die Einsatzkräfte machen

sich startklar.

gefahrlose Überfahrt hier unmöglich. So entscheidet

die Einsatzleitung schließlich, die ebenfalls an der

Suche beteiligte Bergwacht mit ihrer Hochgebirgstrage

durch das unwegsame Gelände des linken Ilzufers zu

den Wasserrettern zu schicken. Danach ist der Einsatz

für die Wasserretter abgeschlossen.

Ertrunken

im Steinbruch

Die Samstage im Juli sind für die Ehrenamtlichen

der DLRG oft mit Übungen, Ausbildungen und Wachdiensten

im örtlichen Freibad verbunden. Nicht selten

kommen dabei auch reale Einsätze dazu. So passiert

es auch den Rettern der DLRG Büchlberg, die gerade

eine Bootsübung an der Donau beendet haben, als der

Alarmmelder sie zu einem Ertrinkungsunfall an den

Büchlberger Steinbruch-Weiher ruft. In Windeseile

bringen sie ihr Hochwasserboot auf den Anhänger und

fahren mit ihrem Mehrzweckfahrzeug zum Einsatzort.

Gleichzeitig macht sich ein Teil der Einsatzkräfte vom

Wachdienst im Freibad auf den Weg zur Fahrzeughalle

und besetzt dort den Einsatzwagen, der mit umfangreicher

Tauchausrüstung ausgestattet ist.

Als erste Einheit nach der Ortsfeuerwehr befragen die

Führungskräfte der DLRG sofort diejenigen Personen,

die den Rettungsdienst alarmiert haben, wo sie die

untergegangene Person zuletzt gesehen haben. Eine

Vielzahl an Menschen, die sich trotz Badeverbot am

Steinbruchsee gebadet haben, erschwert dabei die

genaue Eingrenzung des Suchbereichs. >

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 9


bayern

Währenddessen beginnt die DLRG zunächst mit der

Suche von Land aus. Sobald der Tauchtrupp samt

Rettungsboot einsatzklar ist, suchen die Taucher im See

vom Boot aus die vermutete Untergangsstelle ab.

Der Taucher bekommt seine

Ausrüstung angelegt.

Foto: Christoph Anetzberger

Das schlammige Wasser des Steinbruchsees - und

die zahlreichen Pflanzen und Unterwasserhindernisse

- erschweren die Suchmaßnahmen deutlich. Mithilfe

eines Dolmetschers rekonstruiert die DLRG aus den

Angaben von Arbeitskollegen des Vermissten dessen

Schwimmroute und markiert sie mittels Leinen.

Mittlerweile ist auch ein Sonargerät eingetroffen. Die

DLRG nimmt es an Bord, fährt mit ihm die Route ab und

identifiziert mögliche Punkte, wo der Vermisste liegen

könnte. Anschließend untersuchen von Taucher diese

Stellen, jedoch ohne fündig zu werden.

Nachdem die Abenddämmerung beginnt, bricht der

Einsatzleiter Wasserrettung den Einsatz ergebnisoffen

ab. Zwei Tage später führen ihn Polizeitaucher weiter.

Durch die vorausgegangenen Suchmaßnahmen und

die umfangreiche Sonarausstattung der Polizei kann die

Suche sehr punktuell erfolgen und ist schließlich nach

wenigen Stunden erfolgreich beendet.

Sucheinsatz am Steinbruch

Foto: Jan Buhl

10 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


Mit aller Kraft im Gebirgsfluss:

Strömungsretter mit ihrem Raft.

bayern

Flüsse, Seen,

Anspruchsdenken

Fotos: DLRG Geretsried

Wie sich Wasserrettung

weiterentwickelt

Ein Einsatzgebiet mit über 20 idyllischen

Flusskilometern an der Isar,

Abschnitte der Loisach, malerisch

gelegene Weiher und Seen - und

den südlichen Teil des Starnberger

Sees - deckt die Geretsrieder DLRG ab.

Aber auch im noch weiteren Umkreis

wird sie alarmiert. Stefanie Köppl

beschreibt einen typischen Einsatz

und die Herausforderungen für ihre

Kameraden.

Die ersten Eintreffenden bereiten einen der Einsatzwagen

vor, einen Mercedes Sprinter mit Allradantrieb,

und kuppeln den Strömungsretter-Anhänger an.

Die Leiter der Schnell-Einsatz-Gruppe sammeln in

der Zwischenzeit Informationen über die Lage und

ob weitere Rettungskräfte aus der Umgebung zur

Verfügung stehen.

An alles gedacht. Sobald das Fahrzeug voll besetzt ist,

macht es sich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt,

einer Brücke über die Isar. Hier statten die Retter ihr Raft

mit Paddeln, einer wasserdichten Sanitätsausrüstung

und vorsorglich mit Getränken für den eigenen Bedarf

aus. Die Führungskräfte informieren weisen ihre

Strömungsretter an, wonach sie Ausschau halten sollen.

Zwei Rafts – besonders stabile Schlauchboote –

werden in den Fluss eingesetzt und insgesamt sechs

Strömungsretter machen sich mit ihnen auf den Weg

flussabwärts.

Alarm. Passanten sehen, dass ein Mensch in Höhe der Die Rettung. Eine Raft-Besatzung findet den verunfallten

Stadt Geretsried – südlich von München gelegen - in Mann, die zweite kommt hinzu. Ein mit Leine gesicherter

der eiskalten Isar treibt. Von der Integrierten Leitstelle Strömungsretter holt ihn ans Ufer. Die Untersuchung

alarmiert, machen sich elf Einsatzkräfte der DLRG durch einen der DLRG-Sanitäter ergibt, dass der Mann

Geretsried sofort auf den Weg zu ihrem Einsatzzentrum. stark unterkühlt ist.

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DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 11


bayern

Deshalb fordert der Einsatzleiter einen

Rettungshubschrauber an, der schon nach wenigen

Minuten auf einer nahe gelegenen Kiesbank landet.

Dort übergeben die Strömungsretter den Patienten an

die Hubschrauber-Crew. An der nächsten geeigneten

Uferstelle verladen sie ihre Rafts wieder auf den

Anhänger und kehren zu ihrer Dienstelle zurück.

So verläuft ein typischer Einsatz der DLRG aus

Geretsried und in allen Teilen Bayerns.

Moderne Zeiten. Seit 25 Jahren besteht die Geretsrieder

SEG. „Wir haben uns dabei laufend weiterentwickelt,

und zwar deutlich“ stellt der Leiter Einsatz, Florian

Martin, fest. „Wir sind stark gewachsen – zahlenmäßig

und in der Professionalität. Auch viele Arbeitsabläufe

haben sich verändert.“

Zusätzlich brachte ein erster Quereinsteigerkurs im

vergangenen Sommer neue erwachsene Einsatzkräfte

in die Mannschaft. Einige von ihnen verfügen bereits

über Einsatzerfahrung aus anderen Organisationen,

etwa aus der Feuerwehr.

„Allerdings sehen wir eine deutliche Lücke in den

Jahrgängen von 2003 bis 2008, die wir auf die Corona-

Pandemie zurückführen“, erklärt Martin. „Trotzdem

sind wir personell insgesamt sehr gut aufgestellt.“

Der harte Kern. Ein wichtiger Bestandteil dieser

Stabilität ist der „harte Kern“ der Gruppe: Einsatzkräfte,

die bereits seit mehr als zehn Jahren in der Geretsrieder

Wasserrettung aktiv sind.

Moderne Fahrzeuge, klare Abläufe. Auch der Fuhrpark

hat sich weiterentwickelt. Neben dem Einsatzfahrzeug

Wasserrettung verfügt die DLRG Geretsried heute

über einen Mannschaftstransportwagen sowie einen

geländegängigen Nissan Navara. Im Anhänger ist

auch ein Rescue Sled verstaut, das auf Fließgewässern

und auf Eis vielfältig Hilfe ermöglicht. Beladen ist er

außerdem mit einem Raft. Ein zweites Raft wird oben

auf einem der Rettungsboote, einem Inflatable Rescue

Boat, transportiert. Der Vorteil dieses Systems: Bei einer

Alarmierung können zwei Trupps von Strömungsrettern

unabhängig voneinander eingesetzt werden.

Für Einsätze auf Seen und Weihern stehen der Schnell-

Einsatz-Gruppe außerdem zwei Motorrettungsboote,

darunter ein großes der „Kategorie 2“ sowie ein

zusätzliches Inflatable Rescue Boat zur Verfügung.

Sobald die Alarmierung eingeht – inzwischen auch

über die Alarmierungs-App „FF-Agent“ – sind die

nächsten Schritte dank der entwickelten Ausrücke-

Ordnung klar festgelegt. Die ersten Einsatzkräfte am

Einsatzzentrum, wo Fuhrpark und Material der DLRG

Geretsried untergebracht sind, wissen direkt, mit

welcher Fahrzeug-Kombination, welchen Einsatzmitteln

und welcher Mannschaftsstärke sie auszurücken haben.

Dank Alarmierungs-Apps sehen die Einsatzkräfte zudem

direkt auf dem Smartphone, wie viele Kolleginnen und

Kollegen bereits unterwegs sind und wann diese am

Einsatzzentrum eintreffen werden. So ist ersichtlich,

wann das erste Fahrzeug ausrückt.

Kräftig Nachwuchs. „Die personelle Entwicklung

unserer Einsatzmannschaft ist wirklich positiv“, freut

sich Florian Martin. In den vergangenen zehn Jahren

haben drei „Generationen“ des Jugend-Einsatz-Teams

ihre Ausbildung abgeschlossen, eine vierte ist schon am

Lernen. Dadurch rücken kontinuierlich junge Mitglieder

in die SEG nach.

Auch der Ausbildungsstand ist heute deutlich höher

als früher. Die SEG verfügt mittlerweile über mehrere

Einsatzleiter, Gruppenführer und Truppführer.

Zudem sind nahezu alle Einsatzkräfte ausgebildete

Strömungsretter.

Gut vernetzt. Eine große Stärke der Geretsrieder SEG

ist zudem die enge Zusammenarbeit mit anderen

Organisationen. Mit den Nachbargliederungen

am Starnberger See sowie mit dem gesamten

Bezirksverband Alpenland besteht ein regelmäßiger

Austausch. Auch mit den anderen Hilfsorganisationen

ist sie gut vernetzt. Gemeinsame Übungen und

Abstimmungen sorgen dafür, dass im Ernstfall alle

Kräfte effizient zusammenarbeiten.

Draufzahlgeschäft. Nicht nur die Professionalität

steigt, sondern auch die Herausforderungen.

„Die Wasserrettung ist für uns schon immer ein

Draufzahlgeschäft gewesen“, bilanziert Martin. Die

pauschalen Vergütungen der Krankenkassen für

Einsätze reichen bei Weitem nicht aus, um erfolglose

Suchen oder Fehlfahrten auszugleichen. Noch immer

müssen die Retter ihre Einsatzkleidung zum Teil aus

privater Tasche bezahlen.

Immer mehr Leichtsinn. Parallel beobachten die

Ehrenamtlichen auch gesellschaftliche Veränderungen.

Der Trend zum Stand-Up-Paddling und die immer

heißeren Sommer führen dazu, dass sich zunehmend

Ungeübte oder sogar Nichtschwimmer auf Gewässer

wagen – oft ohne die Gefahren von Strömungen richtig

einschätzen zu können.

Dabei beobachten die Einsatzkräfte bei Verunfallten eine

besorgniserregende Erwartungshaltung, die die riskante

Arbeit der Freiwilligen oft als selbstverständliche

Dienstleistung wahrnehmen. >

12 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


Aufklären und warnen. Um dem entgegenzuwirken, setzt

die Geretsrieder DLRG verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit.

Über Social Media, die eigene Webseite, Pressearbeit

und Informationsflyer klärt sie über ihre Arbeit auf

und wirbt für mehr Verantwortungsbewusstsein beim

Wassersport. Diese Präsenz hat dazu beigetragen, dass

die DLRG heute sowohl in der Öffentlichkeit als auch

in der Regionalpolitik einen hohen Stellenwert genießt.

bayern

Steigende Anforderungen. Die DLRG wird in den

kommenden Jahren mit neuen Herausforderungen

konfrontiert sein: zunehmende Wetterextreme

und Naturkatastrophen durch den Klimawandel,

immer komplexere Technik und steigende

Ausbildungsanforderungen.

Dennoch ist die Motivation der ehrenamtlichen

Helferinnen und Helfer ungebrochen. Die Geretsrieder

DLRG baut ihre Schnell-Einsatz-Gruppe weiter

aus. Geplant sind unter anderem der Aufbau eines

Drohnenteams, der Neubau der Wasserr ettungsstation

am Starnberger See sowie die Ausbildung einer

Tauchergruppe.

Die Grundlage dafür bleibt jedoch dieselbe wie seit

jeher: engagierte Nachwuchsarbeit und eine starke

Schwimmausbildung. Denn die Schwimmanfänger von

heute sind die Rettungskräfte von morgen.

Gut ausgebildet und gut ausgerüstet:

Die Schnell-Einsatz-Gruppe

der DLRG Geretsried.

Fotos: DLRG Geretsried

Mit dem Rescue Sled auf der Isar.

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 13


bayern

Foto: Archiv DLRG Bayern

Alarm im

Oberland

Wie tragische Ereignisse die Retter prägen

Einsätze der Schnell-Einsatz-Gruppen der DLRG

sind geprägt von Professionalität, Teamarbeit

und dem gemeinsamen Ziel, Menschen in Not

zu helfen. Doch bei Weitem nicht jeder Einsatz

endet mit einer Rettung. Caroline Amann,

Einsatztaucherin bei der DLRG Gmund am

Tegernsee, weiß: Vermisstensuchen mit tragischem

Ausgang oder schwere Unglücke hinterlassen

Eindrücke, die Einsatzkräfte oft noch lange

begleiten. Umso wichtiger ist es, dass auch für

die Helfer selbst Unterstützung bereitsteht.

Ein Einsatz am

helllichten Tag

Die Sonne steht hoch am Himmel, als

erste Einsatzfahrzeuge am Tegernsee

eintreffen. Der See wirkt ruhig, fast

friedlich. Spaziergänger bleiben

stehen, Boote liegen still am Ufer. Auf

den ersten Blick wirkt alles wie ein

gewöhnlicher Sommertag. Doch für

die Einsatzkräfte beginnt in diesem

Moment eine Vermisstensuche: Ein

17-Jähriger ist aus seinem Kanu

gefallen und seitdem nicht mehr

aufgetaucht. >

14 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


Wasserrettung und weitere

Kräfte sind alarmiert. Boote

gehen zu Wasser, Taucher

bereiten ihre Ausrüstung

vor, Suchbereiche werden

eingeteilt.

Während am Ufer Angehörige

bedrückt warten, arbeiten die

Einsatzkräfte konzentriert ihre

Abläufe ab. Jeder Handgriff

sitzt, jedes Suchmuster ist

trainiert. Die Hoffnung auf eine

Rettung bleibt – auch wenn mit

jeder Stunde, die vergeht, die

Wahrscheinlichkeit sinkt.

Die Suche wird über Stunden

fortgesetzt. Am nächsten Tag

gehen Taucher erneut ins

Wasser. Wenig später folgt

dann die traurige Gewissheit:

Ein Taucher der DLRG – auch

er ein Ehrenamtlicher – kann

den vermissten Jugendlichen

nur noch tot bergen. Für

Außenstehende endet der

Einsatz mit dem Abrücken der

Einsatzkräfte. Doch für diese

beginnt im gleichen Moment

die psychische Verarbeitung

des Erlebten.

Vermisstensuchen gehören zu den schwierigsten

Aufgaben in der Wasserrettung. Sie beginnen fast

immer mit Hoffnung – für Angehörige, aber auch für die

Einsatzkräfte selbst.

Die Teams arbeiten strukturiert und professionell:

Boote fahren Suchmuster, Taucher werden vorbereitet,

Einsatzleitungen koordinieren die Maßnahmen.

Moderne Technik unterstützt die Arbeit, doch

entscheidend bleiben Erfahrung, Teamarbeit und

Ausdauer. Gleichzeitig wissen erfahrene Einsatzkräfte,

dass mit zunehmender Zeit die Chancen auf eine

Rettung sinken. Trotz dieses Wissens führen sie jeden

Einsatz mit derselben Entschlossenheit durch – bis

Gewissheit besteht.

Tod im Schacht

Besonders eindrücklich in Erinnerung geblieben

ist vielen Einsatzkräften im Landkreis Miesbach ein

tragischer Arbeitsunfall im Jahr 2023. Auf dem Gelände

eines Unternehmens in Weyarn waren drei junge

Mitarbeiter in einen Schacht gestiegen. Nachdem einer

der Männer in den Schacht hinabgestiegen war, folgten

zwei Kollegen, um ihm zu helfen. Kurz darauf gab es

von allen drei Männern kein Lebenszeichen mehr. Trotz

eines umfangreichen Rettungseinsatzes konnten die

drei jungen Männer nur noch tot geborgen werden.

Für die Einsatzkräfte, auch die DLRG, war dieser Einsatz

besonders belastend. Nicht nur die dramatischen

Umstände, sondern auch das junge Alter der betroffenen

Männer und die Nähe zum eigenen Heimatort machten

die Situation emotional schwer verarbeitbar.

Belastungen, über die

selten gesprochen wird

In der Öffentlichkeit wird meist nur der Einsatz selbst

wahrgenommen: Blaulichtautos, Einsatzkräfte. Weniger

sichtbar ist, was danach bleibt. Bilder eines Einsatzes,

Gespräche mit Angehörigen oder der Moment einer

Bergung können Einsatzkräfte noch lange beschäftigen.

Gerade bei Einsätzen mit tödlichem Ausgang oder

jungen Betroffenen bleiben Eindrücke besonders

präsent. Die ehrenamtlichen Helfer kehren nach solchen

Einsätzen direkt in ihren Alltag zurück – zur Familie, zur

Arbeit oder zu anderen Verpflichtungen. Das Erlebte

können sie jedoch nicht einfach abschalten, oftmals

jahrelang nicht.

Kameradschaft und Professionalität

Die DLRG steht für professionelle Wasserrettung,

qualifizierte Ausbildung und ein starkes

ehrenamtliches Engagement. Dazu gehört auch der

verantwortungsvolle Umgang mit den psychischen

Belastungen, die Einsätze mit sich bringen können.

Was enorm hilft, ist die Kameradschaft innerhalb der

Einsatzgruppen. Gemeinsame Gespräche nach einem

Einsatz, gegenseitiges Zuhören und das Wissen, nicht

allein mit belastenden Eindrücken zu sein, helfen beim

Verarbeiten. Gerade in der DLRG, in der alle Arbeit

ehrenamtlich geleistet wird, ist dieser Zusammenhalt

ein wichtiger Bestandteil der Einsatzkultur.

Einsatznachsorge ist Teil der modernen

Gefahrenabwehr. Der zweite wichtige Bestandteil

davon ist die Unterstützung durch psychologisch

geschulte Teams. Denn eines ist klar: Manche Einsätze

sind mehr als ein Einsatz – sie bleiben. Mehr über die

Einsatznachsorge auf Seite 16.

bayern

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 15


bayern

Fachinformation

Kümmere dich!

Foto: Archiv DLRG Bayern

Die Psychosoziale Notfallversorgung

in der

DLRG Bayern

Mit dem Beginn der Badesaison

steigt das Risiko, mit belastenden

Situationen konfrontiert zu

werden – bei Rettungseinsätzen und

Vermisstensuchen. Und jeder Mensch

reagiert anders auf Belastungen.

Silke Valbert und Michael Schneider

leiten das Team der Psychosozialen

Notfallversorgung der DLRG Bayern.

Belastende Situationen

Belastende Situationen können sich auf ganz

unterschiedliche Weise bemerkbar machen: durch

erhöhten Herzschlag, Muskelanspannung, Schlaf- oder

Konzentrationsstörungen, aber auch durch Gefühle wie

Angst, Wut, Trauer oder innere Unruhe. Ebenso können

Phasen von Überforderung oder das Gefühl, nicht

ausreichend helfen zu können, psychisch beanspruchen.

All diese Reaktionen sind normale Antworten auf

außergewöhnliche Ereignisse. Entscheidend ist jedoch,

wie wir damit umgehen.

Unsere Mission: Unterstützen, stärken,

vorbeugen

Wie wichtig psychosoziale Unterstützung ist, hat sich

zuletzt auch beim Hochwasser 2024 gezeigt. Zahlreiche

Einsatzkräfte waren über Tage hinweg im Dauereinsatz.

Das Team für Psychosoziale Notfallversorgung der

DLRG Bayern hat in dieser Zeit Kameradinnen und

Kameraden begleitet und betreut – in Einzelgesprächen

und Gruppennachsorgen. Diese Erfahrungen haben

erneut deutlich gemacht: Psychosoziale Fürsorge ist ein

wichtiger Bestandteil professioneller Einsatzarbeit.

Ziel der Psychosozialen Notfallversorgung ist es,

Einsatzkräfte bei der Bewältigung belastender

Erlebnisse zu unterstützen, ihre Einsatzfähigkeit zu

erhalten oder wiederherzustellen und langfristigen

Folgen vorzubeugen.

Was die Psychosoziale Notfallversorgung

leistet

Die Psychosoziale Notfallversorgung - kurz PSNVumfasst

drei Bereiche:

1. Prävention und Vorbereitung

Durch Schulungen, Präventionsveranstaltungen und

Ausbildungsanteile in der Grundausbildung (z.B.

Lehrgang 401) und Führungskräfteausbildung werden

Einsatzkräfte bereits auf mögliche Belastungen

vorbereitet. Themen wie Stressbewältigung,

Psychohygiene und der Umgang mit extremen

Situationen stärken die persönliche Resilienz und

schaffen Sicherheit im Umgang mit belastenden

Ereignissen.

2. Einsatzbegleitung

Führungskräfte tragen eine besondere Verantwortung:

Sie müssen Belastungen erkennen und einschätzen

können. Das PSNV-Team steht ihnen dabei auf Wunsch

beratend zur Seite.

3. Einsatznachsorge

Nach belastenden Einsätzen bietet das PSNV-Team

Einzel- und/oder Gruppengespräche an - ganz nach

Bedarf. Diese Gespräche ergänzen die taktische

Nachbesprechung um den persönlichen Austausch

über das Erlebte und unterstützen bei der Entwicklung

hilfreicher Bewältigungsstrategien. Wichtig: Die

Teammitlieder sollen den Betroffenen solche

Unterstützung ganz selbstverständlich und ohne

irgendwelche Hürden von sich aus aktiv anbieten. >

16 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


Denn Einsatzkräfte melden sich selten von sich aus, z.B.

aus Scham, die Einzigen zu sein, die Hilfe brauchen,

oder als schwach zu gelten.

Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Einsatzkräfte

der DLRG. Andere Personen oder Organisationen

gehören nicht zu unserem Zuständigkeitsbereich.

Dieselbe Sprache sprechen

Das DLRG-interne Beratungsangebot hat viele gute

Gründe:

· Entlastung der Führungskräfte: Für psychosoziale

Fragestellungen unterstützt und berät sie das PSNV-

Team professionell.

· Erhalt der Einsatzfähigkeit: Eine strukturierte

Nachsorge reduziert nachweislich Ausfallzeiten und

Leistungsbeeinträchtigungen.

· Vertrauen und Zusammenhalt: Ein internes

Peer-System schafft „Nähe durch Verständnis“.

Kameradinnen und Kameraden sprechen dieselbe

Sprache und kennen die besonderen Anforderungen

unserer Organisation.

· Wertschätzung und Fürsorge: Psychosoziale

Unterstützung signalisiert Anerkennung und erfüllt

zugleich die gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht.

Nicht zuletzt hilft ein internes Angebot, mögliche

Hemmschwellen abzubauen. Niemand muss befürchten,

als „schwach“ zu gelten, wenn Unterstützung

in Anspruch genommen wird. Im Gegenteil: Ein

verantwortungsvoller Umgang mit Belastungen ist

Ausdruck von Professionalität.

Wer wir sind

Drei Qualifikationsstufen werden

unterschieden:

Peers sind speziell ausgebildete Kameradinnen und

Kameraden (nach neuer Prüfungsordnung mit sogar

100 Unterrichtseinheiten), die als psychologische

Ersthelfer fungieren. Sie sind bayernweit präsent und

erste Ansprechpartner vor Ort. Der Begriff Peer stammt

aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Gleicher

unter Gleichen“.

Psychosoziale Fachkräfte verfügen zusätzlich über

eine akademische Qualifikation, etwa im Bereich

Psychologie, Pädagogik, Theologie oder Sozialer Arbeit.

Mental Health Professionals sind Psychologinnen,

Psychologen oder Ärztinnen und Ärzte mit

psychiatrischer Erfahrung und entsprechender

Weiterbildung im Bereich Notfallpsychologie.

Die Ausbildung zum Peer

Die Ausbildung zum Peer findet an vier Wochenenden

sowie an zusätzlichen Onlineterminen statt und

verbindet theoretische Grundlagen mit praktischer

Handlungskompetenz. Inhalte sind unter anderem:

· Erkennen belastender Einsätze und Stresssymptome

· Grundlagen zu Trauma und Belastungsstörungen

· Gesprächsführung und Akutintervention

· Präventionsarbeit und eigenständige Durchführung

von Schulungen

Damit leisten Peers einen wichtigen Beitrag zur Stärkung

der psychosozialen Kompetenz innerhalb der DLRG.

Vertraulich und unkompliziert

Jede Führungskraft, jede Kameradin und jeder Kamerad

kann sich jederzeit an uns wenden – vertraulich und

unkompliziert.

bayern

Das Einsatznachsorgeteam der DLRG Bayern besteht

aus Einsatzkräften mit zusätzlicher Qualifikation im

Bereich der psychosozialen Akuthilfe.

Einige Mitglieder unseres Teams bringen ihre fachliche

Kompetenz inzwischen sogar deutschlandweit in der

DLRG ein und engagieren sich in der telefonischen

Unterstützungsstruktur des Bundesverbandes.

Dort stehen sie Einsatzkräften aus dem gesamten

Bundesgebiet als telefonische Ansprechpartner zur

Verfügung. Dieses Engagement unterstreicht die

Erfahrung und Qualität unseres Teams aus Bayern.

PSNV-Hotline der DLRG Bayern (rund um die Uhr):

09181/3201-333

E-Mail: psnv@bayern.dlrg.de

Interessenten an einer Ausbildung zum Peer oder an

Schulungen für Ortsgliederungen können sich unter

dieser E-Mail-Adresse an das PSNV-Team wenden.

Mit Beginn der Badesaison steigt die Einsatzfrequenz –

und damit auch die Verantwortung füreinander. Achtet

auf euch und aufeinander. Eine starke Organisation lebt

nicht nur von Einsatzbereitschaft, sondern auch von

gegenseitiger Fürsorge.

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 17


bayern

Chance für

Kommunen und DLRG

250 Millionen Euro für Schwimmbäder

Der Bund stellt im Jahr 2026 im Rahmen des Sondervermögens

Infrastruktur und Klimaneutralität insgesamt 250 Millionen Euro

für die Sanierung von Schwimmbädern bereit. Mit diesem

Programm stärkt der Deutsche Bundestag gezielt die kommunale

Schwimmbadinfrastruktur und setzt ein wichtiges Zeichen für die

Zukunft der Schwimmausbildung in Deutschland.

Schwimmbäder besitzen für die Arbeit der DLRG

eine zentrale Bedeutung. Sie ermöglichen eine qualifizierte

Schwimmausbildung und sichern den Erhalt der

Schwimmfähigkeit in allen Altersgruppen. Gleichzeitig

schaffen sie Orte der Gesundheitsförderung, der

Prävention und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Schwimmen lernen rettet Leben. Schwimmen ist eine

lebenswichtige Grundfähigkeit. Wer sicher schwimmen

und sich in Gefahrensituationen im Wasser selbst helfen

kann, senkt das Risiko eines Ertrinkungsunfalls deutlich.

Besonders für Kinder stellt das Schwimmenlernen

einen entscheidenden Schutzfaktor dar. Es vermittelt

Sicherheit, stärkt das Selbstvertrauen und ermöglicht

ein verantwortungsbewusstes Verhalten am Wasser.

Fehlende Schwimmfähigkeit zeigt langfristige

Auswirkungen. Viele Menschen holen versäumtes

Schwimmenlernen nicht mehr nach. Dies betrifft

nicht nur die einzelne Person, sondern wirkt sich auf

die gesamte Gesellschaft aus. Eine flächendeckende

Schwimmausbildung bildet deshalb einen zentralen

Bestandteil der Präventionsarbeit der DLRG. Dafür

braucht es gut erreichbare und funktionsfähige

Schwimmbäder.

Schwimmen ermöglicht Teilhabe. Schwimmen bedeutet

mehr als Sicherheit. Es eröffnet gesellschaftliche

Teilhabe. Schwimmbäder bringen Menschen aller

Altersgruppen und sozialer Hintergründe zusammen.

Wer nicht schwimmen kann, bleibt von vielen Aktivitäten

ausgeschlossen - Freibadbesuche, Schulschwimmen,

Vereinssport, Klassenfahrten oder gemeinsame

Freizeitaktivitäten. Sichere Schwimmfähigkeit eröffnet

Chancen für Bewegung, Begegnung, Integration und

persönliche Entwicklung.

Auch Menschen mit Behinderungen, sozial benachteiligte

Familien und Zugewanderte profitieren von

wohnortnahen und barrierearmen Schwimmstätten.

Diese Orte ermöglichen Zugang zu Sport, Gesundheitsförderung

und gemeinschaftlichem Erleben

unabhängig von Einkommen, Herkunft oder individuellen

Voraussetzungen.

Sanierungsstau abbauen - Schwimmausbildung

sichern. Viele Schwimmstätten in Bayern weisen

einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Das neue

Förderprogramm eröffnet Kommunen die Möglichkeit,

ihre Bäder dauerhaft zukunftsfähig aufzustellen.

Das Programm unterstützt kommunale Schwimmstätten

wie Hallen- und Freibäder, Kombibäder und

Lehrschwimmbecken. Der Schwerpunkt bei Hallenbädern

liegt auf der energetischen Sanierung,

bei Freibädern insbesondere Schritte hin zu einer

klimaneutralen Wärmeversorgung. >

18 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


bayern

Auch Vereine können profitieren

Achtung Termin: Städte, Gemeinden und Landkreise

als Eigentümer der Einrichtungen können bis zum

19. Juni 2026 Förderanträge in digitaler Form beim

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

einreichen. Das Programm erlaubt ausdrücklich die

Weiterleitung der Mittel an Dritte, etwa an Vereine.

Dadurch entstehen auch für DLRG-Gliederungen neue

Möglichkeiten, gemeinsam mit Kommunen tragfähige

Sanierungskonzepte zu entwickeln und bestehende

Schwimmstätten zu sichern.

Mehr zum neuen

Förderprogramm:

DLRG Bayern:

Jetzt Förderchance nutzen!

Die DLRG Bayern begrüßt die Bereitstellung der

Mittel ausdrücklich. Nur mit ausreichend verfügbaren

und modernen Schwimmbädern gelingt eine

flächendeckende Schwimmausbildung und eine

gleichberechtigte Nutzung von Wasser als Freizeit- und

Lebensraum.

Die kommenden Wochen entscheiden über die Zukunft

vieler Schwimmstätten. Jetzt braucht es engagierte

https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/

forschung/aufrufe/aktuelle-meldungen/

sks-sb.html

Kommunen, starke Partnerschaften und konkrete

Projektideen für sichere Schwimmangebote in Bayern.

Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Projekt!

Dominik Schneider

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 19


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Über die DLRG Bayern

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)

ist mit über 1,9 Millionen Mitgliedern und Förderern

die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der

Welt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1913 hat sie es sich

zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu

bewahren.

In Bayern hat die DLRG rund 220.000 Mitglieder und

Förderer. Die Ehrenamtlichen der DLRG geben

Hinweise zur Sicherheit am Wasser und bilden jährlich

über 30.000 Menschen im Schwimmen und Retten

aus. Ein Netz von Rettungsstationen, Schnell-Einsatz-

Gruppen und Wasserrettungszügen ermöglicht

jederzeit kompetente Hilfe. Dabei arbeiten wir mit

den anderen Hilfsorganisationen Hand in Hand. Die

gesamte Arbeit wird vom Ehrenamt getragen, in über

100 Ortsgliederungen.

Unterstützen Sie die DLRG Bayern

mit Ihrer Spende.

Spendenkonto

bei der Sparkasse Fürth:

IBAN:

DE78 7625 0000 1212 1212 12

Mehr Informationen unter

bayern.dlrg.de

20 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


Bayern

Jugend aktuell

Die Zeitschrift der DLRG-Jugend Bayern 2 . 2026

60 Jahre DLRG-Jugend Bayern

Seit 1966 mit euch auf großer Mission

Wir feiern Jubiläum! Vor 60 Jahren gründete sich die

DLRG-Jugend Bayern im Jahr 1966 und legte somit den

Grundstein für den Kinder- und Jugendverband, der wir

heute sind. Mittlerweile zählen wir mehr als 23.000 Mitglieder

bis einschließlich 26 Jahren. Mehr als die Hälfte

der Mitglieder der DLRG Bayern zählen sich zur Jugend.

Das verdeutlicht eindrücklich, wie prägend junge Menschen

für die Entwicklung und das Selbstverständnis

unseres Verbandes sind.

In allen acht Bezirken engagieren sich demokratisch gewählte

Jugendvorstände. Sie vertreten die Interessen

der jungen Mitglieder gegenüber den Ortsverbänden

und dem Landesverband und bringen frische Ideen ein.

Bei regelmäßigen Netzwerktreffen sorgen die Bezirksjugenden

dafür, dass sich Nachwuchskräfte kennenlernen

und austauschen – von zukünftigen Ausbilder*innen

über Zugführer*innen bis hin zu Einsatzkräften. So

entsteht ein starkes Netzwerk für die Zukunft der DLRG.

Gleichzeitig stehen wir heute vor neuen Herausforderungen.

Globale Entwicklungen wirken sich auch auf

unsere Arbeit und das gesellschaftliche Miteinander

aus. Geflüchtete Familien, etwa durch den Krieg in der

Ukraine, bringen einen erhöhten Bedarf an Schwimmausbildung

mit sich – oft erschwert durch Sprachbarrieren.

Der Klimawandel macht sich durch häufigere und

intensivere Einsätze bemerkbar, etwa bei Hochwasserkatastrophen.

Und auch die Digitalisierung verändert

unseren Alltag: Kommunikation läuft schneller, verlagert

sich stärker ins Digitale und verändert, wie wir miteinander

in Kontakt treten.

Für viele junge Menschen eröffnen sich heute zudem

durch offene Grenzen, vielfältige Ausbildungswege oder

Studienangebote zahlreiche Möglichkeiten. Das ist eine

große Chance, stellt aber auch das Ehrenamt vor Herausforderungen.

Verbindliches Engagement wird seltener.

Während früher noch mehrere Kandidat*innen um

Vorstandspositionen konkurrierten, ist man heute oft

schon froh, alle notwendigen Posten für die folgende

Legislaturperiode besetzen zu können. All das zeigt, wie

sich unsere Gesellschaft verändert – und wir verändern

uns mit ihr.

Diese Entwicklungen zeigen, dass sich sowohl die Gesellschaft

als auch unser Verband stetig im Wandel

befindet. So wie schon in den 70er Jahren mit der ersten

Mondlandung ein bedeutender Meilenstein erreicht

wurde, startet heute mit der Artemis II erneut eine Mission

zum Mond – dieses Mal mit der ersten Frau an Bord.

Ein starkes Zeichen dafür, wie sich Fortschritt und Perspektiven

weiterentwickeln. Und genau wie damals sind

auch wir heute immer noch gemeinsam mit euch auf

großer Mission unterwegs.

Felix Schneider

bayern.dlrg-jugend.de

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DLRG-Jugend aktuell 2 . 2026 Ɩ 1


Neuwahlen, Meisterschaften und Ausblick

Der DLRG-Jugend Bezirk Schwaben auf voller Fahrt

Die neue Bezirksjugendvorstandschaft wurde am

21.09.2025 gewählt. Aufgestellt sind wir nun mit unserem

Vorsitzenden Raphael Götz und den Stellvertreter*innen

Luca Hörmann und Janina Häufele. Die Kasse

wird vom Matthias Kraus und seinem Stellvertreter

Bernd Bohlmann betreut. Mit Christian Mack, Vertreter

aus dem Stammverband, ist die Bezirksjugend Schwaben

komplett.

Nachdem die restlichen Vorbereitungen am Vortag der

Meisterschaften abgeschlossen wurden, konnte noch

am Abend das Bad hergerichtet werden. Am Sonntag,

dem Wettkampftag, ging es für uns am frühen Morgen

im Bad weiter. Nachdem die Besprechungen der Kampfrichter*innen

und Mannschaftsführer*innen abgehalten

wurden, konnte mit dem ersten Start begonnen werden.

Nach den Einzel- und Mannschaftswettbewerben gab

es eine verdiente Stärkung, bevor die Siegerehrung im

Anschluss daran durchgeführt wurde.

Foto: Mirko Schultheiß

Foto: Janina Häufele

Als erste große Aufgabe standen die Schwäbischen

Meisterschaften am 29. März 2026 in Dillingen an.

Die Vorbereitung war anspruchsvoll, da viele von uns

diese Veranstaltung zum ersten Mal organisiert haben.

Die verschiedenen Aufgaben wurden verteilt und es

fand ein regelmäßiger Austausch untereinander statt.

Dabei wurde vor allem besprochen, wie weit die einzelnen

Ressorts in der Planung sind.

Wir blicken zufrieden auf eine erfolgreich durchgeführte

Schwäbische Meisterschaft mit ca. 200 Teilnehmer*innen

sowie 60 Helfer*innen und Kampfrichter*innen zurück.

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Für das restliche Jahr haben wir ein Juleica-Wochenende

im April und ein JET-Wochenende im September geplant.

Raphael Götz

Save the Date

Bayerische Mehrkampf-Meisterschaften

im Rettungsschwimmen

mit Landesjugendtreffen

03. bis 05. Juli 2026 in Zirndorf

VKB ResQ-Cup

24. bis 26. Juli 2026

am Brombachsee

Foto: Mirko Schultheiß

2 Ɩ DLRG-Jugend aktuell 2 . 2026


Internationale Jugendarbeit

Was ist das überhaupt?

Internationale Jugendarbeit ist im SGB VIII, §11 als einer

von sechs Schwerpunkten der Jugendarbeit gesetzlich

verankert. Sie fördert Begegnungen und den Austausch

junger Menschen über Ländergrenzen hinweg in verschiedenen

Formaten wie z.B. Austauschprogrammen, bi-, trioder

multinationalen Jugendbegegnungen, Workcamps,

Freiwilligendiensten usw. Gefördert werden durch diese

Bildungsformate nicht nur die persönliche und soziale

Entwicklung der Teilnehmenden, sondern ebenso interkulturelle

und Fremdsprachenkompetenz und Toleranz.

Internationale Jugendarbeit

ist gelebte

Anti-Rassismusarbeit,

denn

durch die gemeinsame

Arbeit an

globalen Themen

wird die eigene

Kultur reflektiert,

Vorurteile werden

abgebaut und

Völkerverständigung

und Demokratie

gefördert.

Gemeinsam mit

den Projektverantwortlichen

reflektieren

die Teilnehmenden

ihre

erworbenen Kompetenzen und dokumentieren sie im

YouthPass als Nachweis für ihre Weiterentwicklung und

zur Sichtbarmachung von informellem und non-formalem

Lernen in Jugendprojekten.

Anders als bei organisierten Reisen (wie z.B. Klassenfahrten

oder Ausflüge in Partnerstädte) sind die Teilnehmenden

dabei von Anfang an aktive Mitgestalter*innen.

Sie werden von erfahrenen Fachkräften begleitet und

unterstützt, übernehmen Verantwortung und bringen

sich mit ihren Fähigkeiten in das gemeinsame Projekt

ein. Studien zeigen, dass die dabei gemachten Erfahrungen

aller Beteiligten oft prägend für deren weiteres

Leben sind. Darüber hinaus profitieren auch die Organisationen

von internationalen Projekten. Sie erweitern

ihre Bildungsangebotspalette, knüpfen ein internationales

Netzwerk und sind Impulsgeber für lokale Projekte.

Und warum dauert es so lange, bis eine Begegnung

stattfinden kann?

Es braucht ein Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitenden

und hauptberuflichen Fachkräfte, eine passende

Partnerorganisation, einen Austragungsort für die Begegnung

und die Akquise und Auswahl interessierter

Komplexität von Jugendbegnungen

Planung &

Logistik

Sprache

Finanzierung

Aktivitäten & Gruppendynamik

Bewerber*innen. Die gesicherte Finanzierung eines internationalen

Jugendaustauschs erfolgt i.d.R. aus einem

Mix an Eigen- und Fremdkapital. Fördermöglichkeiten

bieten der KJP (Kinder- und Jugendplan) der Bundesregierung,

Erasmus+, Jugendwerke und Stiftungen. Jungen

Menschen mit geringeren Chancen aufgrund sozialer,

wirtschaftlicher, geografischer Benachteiligung oder

sonstiger Benachteiligung wird über Erasmus+ eine besondere

Förderung zuteil.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation St. John Am-

bulance & Rescue

aus Malta plant

die DLRG-Jugend

Sicherheit &

Verantwortung

Organisation &

Qualität

Ressourcen

Bayern

gemäß

dem

Grundsatz

der

Gegenseitigkeit

und Gleichrangigkeit

eine

OUT-Begegnung

in Malta im August

2026 und

eine

IN-Begegnung

in Bayern

im Sommer 2027.

Für beide Begegnungen

wurden

bereits

Förderanträge

bei der

Fachstelle für In-

ternationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland

e.V. (IJAB) eingereicht. Die Antragstellung umfasste

pro Antrag ca. 50 Seiten auf Englisch inkl.

detaillierter Kostenkalkulation, Programm- und Ablaufplanung,

Konzept zur Bekanntmachung des Projekts,

seiner Ziele und Ergebnisse sowie eine umfassende

Evaluation und Ergebnisdokumentation.

Unsere Bildungsreferentin Anke Skowronek gibt interessierten

Gliederungen unter anke.skowronek@dlrgjugend.bayern

oder am Telefon 09181 3201225 gerne

Starthilfe für die eigenständige Planung einer eigenen

Jugendbegegnung. Bei entsprechendem Bedarf bietet

sie gern ein Seminar oder Webinar zu diesem Thema an.

Unser Ziel ist es, mittel- und langfristig möglichst vielen

Jugendlichen eine Austauscherfahrung zu ermöglichen.

Dafür suchen wir noch Verstärkung für unser Team Internationales.

Unsere Kontaktdaten und weitere Informationen

findet ihr auf unserer Website. Kommt gern

auf uns zu. Wir freuen uns auf Zuwachs!

Anke Skowronek

1 JAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

DLRG-Jugend aktuell 2 . 2026 Ɩ 3


20 neue Ausbildungsassistent*innen in Niederbayern

DLRG-Bezirksjugend qualifiziert engagierte Ausbilderinnen und Ausbilder von morgen

Vom 20. Februar bis 11. März 2026 führte die Bezirksjugend

Niederbayern erfolgreich den Ausbildungsassistentenlehrgang

Schwimmen und Rettungsschwimmen durch.

An insgesamt zwei Wochenenden sowie zwei zusätzlichen

Abendterminen wurden 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen

auf ihre zukünftige Tätigkeit in der Ausbildung vorbereitet.

Veranstaltungsorte waren das Wasserrettungszentrum

der DLRG Neustadt an der Donau sowie das Hallenbad in

Neustadt an der Donau.

Zum Auftakt beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der

Unterrichtsplanung und -organisation sowie Grundlagen

der Fehlerkorrektur. Diese Inhalte bildeten die Basis für die

anschließenden Praxiseinheiten im Wasser.

Kraul- und Rückenschwimmen, aber auch Rettungstechniken

wie Tauchen, Befreiungsgriffe und der Umgang mit

Rettungsgeräten auf dem Programm. Neben dem eigenen

Training im Wasser ging es auch darum, Übungen verständlich

aufzubauen und sicher anzuleiten. Die Teilnehmenden

wurden darauf vorbereitet, dass sie künftig in der

Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung aktiv mitwirken

dürfen.

Zudem wurde die Ausbildung durch Themen wie die Aufsichtspflicht,

die Sicherheitsvorschriften sowie den medizinischen

Grundlagen, darunter die Herz-Lungen-Wiederbelebung,

ergänzt. Ebenso wurde im Theorieunterricht unter

anderem die altersgerechte Leistungsentwicklung sowie

die Möglichkeiten zur Leistungssteigerung vertieft.

„Wir freuen uns sehr, dass sich so viele motivierte Jugendliche

für eine weiterführende Ausbildung engagieren – gerade

in einer Zeit, in der das Ehrenamt zunehmend vor Herausforderungen

in der Nachwuchsgewinnung steht. Die

Fotos: Selina Gietl

Dort standen zunächst Wassergewöhnung und Wasserbewältigung

sowie das Brustschwimmen im Mittelpunkt. Die

Inhalte wurden dabei nicht nur praktisch erarbeitet, sondern

auch mit Blick auf die spätere Vermittlung reflektiert. Durch

die Einbindung in einen laufenden Schwimmkurs konnten

die Teilnehmenden das Gelernte direkt anwenden und erste

Erfahrungen in der Ausbildung sammeln.

Ergänzt wurde dieses Wochenende durch Theorieeinheiten

zu Themen wie Auftrieb, Wasserwiderstand, Bewegungslehre,

methodische Übungsreihen und Leistungssteigerung.

Am zweiten Wochenende standen unter anderem Brust-,

Foto: Selina Gietl

Impressum

4 Ɩ DLRG-Jugend aktuell 2 . 2026

Fotos: Selina Gietl

DLRG verfolgt das zentrale Ziel, Ertrinkungsunfälle zu verhindern

und die Sicherheit im und am Wasser zu erhöhen.

Genau hier setzen unsere neu ausgebildeten Ausbildungsassistent*innen

an: Sie unterstützen aktiv die Schwimmund

Rettungsschwimmausbildung, vermitteln wichtige

Grundlagen und begeistern Kinder und Jugendliche für

den sicheren Umgang mit dem Wasser. Damit leisten sie

einen entscheidenden Beitrag zur Prävention und legen

den Grundstein für die nächste Generation von Rettungsschwimmern

und Rettungsschwimmerinnen.“, erklären die

Bezirksjugendvorsitzende Selina Gietl und die Ausbildungsleiterin

Kerstin Kallmünzer.

Mit dem erfolgreichen Abschluss stehen den Ortsverbänden

im Bezirk Niederbayern nun 20 neue Ausbildungsassistent*innen

zur Verfügung, die künftig eine wichtige Stütze

in der Ausbildung darstellen. Die Bezirksjugendvorstandschaft

Niederbayern freut sich sehr, dass die Ausbildung so

positiv angenommen wurde und wünscht den ausgebildeten

Teilnehmern und Teilnehmerinnen viel Spaß und Erfolg.

Selina Gietl

Redaktion Vorstand DLRG-Jugend Bayern Redaktionsanschrift DLRG-Jugend Bayern I Woffenbacher Straße 34 I 92318 Neumarkt

Telefon 09181 3201200 E-Mail jjugendaktuell@bayern.dlrg-jugend.de Layout, Bildbearbeitung, Satz Anja Stigler


Grafik: Canva | Carolin Richard

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 21


regionales

DLRG TRAUNSTEIN-SIEGSDORF |

Einsatz im Salzburger Land

Gefangen in der

Teufelsschlucht

Am Abend des 31. März, einem Dienstag, wurde

die DLRG Traunstein auf Anforderung der

Leitstelle Salzburg zu einem hilflosen Kajakfahrer

in die Nähe von Lofer in Österreich alarmiert. Mit

drei Fahrzeugen rückte sie an die Saalach aus und

unterstützte die österreichischen Einsatzkräfte

dort in der sogenannten Teufelsschlucht.

Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit sowie

der Gefährdungslage vor Ort musste der Einsatz gegen

22 Uhr vorerst unterbrochen werden. In den frühen

Morgenstunden des nächsten Tages wurde die Suche

fortgesetzt. Im weiteren Verlauf konnten die Retter den

verunfallten 17-jährige Kajakfahrer aus den USA, unter

technisch äußerst anspruchsvollen Bedingungen und

bei starker Strömung, nur noch tot bergen.

Extreme Bedingungen. Hinter den nüchternen Fakten

verbirgt sich ein Einsatz, der Mensch und Material alles

abverlangte. Laut der Österreichischen Wasserrettung

war die Situation vor Ort für die Spezialisten der

Wildwasserrettung psychisch wie physisch extrem

fordernd. Obwohl die Position des Verunfallten

frühzeitig lokalisiert werden konnte, blieb er für die

Retter lange Zeit unerreichbar.

​Strömung und Kälte. Der Jugendliche war unter

einem massiven Felsen im Hauptstrom verkeilt. In

derart wuchtiger Strömung wirken tonnenschwere

Kräfte, die eine Bergung ohne präzise Sicherung der

eigenen Kräfte nahezu unmöglich machen. Ein oft

unterschätzter Gegner bei solchen Einsätzen ist die

Auskühlung des Körpers. Die Wassertemperaturen

der Saalach im Frühjahr liegen nur knapp über dem

Gefrierpunkt. Für die Einsatzleitung war dies eine

logistische Gratwanderung: ​Einsatzkräfte können selbst

in speziellen Trockenanzügen nur begrenzte Zeit im

Wasser agieren. Wer auskühlt, verliert die Feinmotorik

und die Konzentrationsfähigkeit.

Die Traunsteiner DLRG im Einsatz an der Saalach.

Sicherheitsrisiko. In einem technisch so anspruchsvollen

Abschnitt führen kleinste Fehler sofort zur

Eigengefährdung. Die konsequente Überwachung

der Einsatzdauer pro Retter war essenziell, um die

Einsatzbereitschaft auf dem höchsten Niveau zu halten.

So war letztlich auch die Koordination der Wasserretter

aus dem Salzburger Land und aus Bayern entscheidend,

um den Körper überhaupt befreien zu können.

​Die emotionale Last. ​Besonders schwer wiegt für

die Beteiligten die Tatsache, dass es sich bei dem

Verstorbenen um einen so jungen Mann handelt. Für

die Bergungskräfte ist die Konfrontation mit einem so

jungen Leben, das viel zu früh endete, eine enorme

psychische Belastung. Viele der Retter sind selbst

Eltern; die Identifikation mit dem Schicksal des Jungen

und der Schmerz der weit entfernten Angehörigen in

den USA lassen niemanden kalt.

​„Einen jungen Menschen zu bergen, der sein ganzes

Leben noch vor sich hatte, hinterlässt Spuren, die man

nicht mit dem Ablegen der Einsatzweste abstreift,“

sagt ein Helfer der Österreichischen Wasserrettung. ​

Um die Erlebnisse dieses Einsatzes zu verarbeiten, hat

die psychosoziale Notfallversorgung der Wasserretter

gegriffen, wie sie in Salzburg ebenso wie in Bayern

besteht.

​ÖWR / Red.

22 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


Später sieht Früher

immer alt aus.

Zukunft braucht neue IT. Wir finanzieren sie.

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sie ans Netz. Damit Innovation nicht nur gedacht,

sondern gemacht wird – und Deutschland nicht stehen bleibt.

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regionales

DLRG BEZIRKSVERBAND OBERPFALZ |

Positives Fazit beim „Oberpfalztag“

Austausch, Engagement und

neue Impulse

Wie sieht die DLRG im Jahr 2030 aus

und welche Themen bewegen unsere

Ehrenamtlichen heute? Antworten darauf

suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

beim ersten „Oberpfalztag“.

Rund 65 Kameradinnen und Kameraden

aus der gesamten Oberpfalz, ergänzt

durch Gäste aus anderen Bezirken, trafen

sich vom 8. bis 9. November 2025 in der

Feuerwehrschule in Lappersdorf, um sich

auszutauschen.

Die Teilnehmer am Oberpfalztag.

Foto: Lisa Kleber

Der DLRG-Bezirksverband Oberpfalz organisierte

das Wochenende mit spannenden Themen, intensiven

Diskussionen und herzlichen Begegnungen. „Es

ist schön, dass so viele Engagierte hier zusammenkommen,

um gemeinsam die Zukunft unserer DLRG zu

gestalten“, betonte der Bezirksvorsitzende Michael Trifellner

und begrüßte insbesondere den Ehrenpräsidenten

der DLRG Bayern, Ingo Flechsenhar, sowie den Ehrenvorsitzenden

des DLRG-Bezirksverbands Oberpfalz,

Walter Mühlberger.

Das Programm - so vielfältig wie die Aufgaben der

DLRG. In vier parallel verlaufenden Lehrsälen wurden

Themen der Psychosozialen Notfallversorgung, Verbandskommunikation,

Bereich Einsatz allgemein

und die Zusammenarbeit mit der Polizei, Inklusion

und Risikobewertung in der Schwimmausbildung

behandelt. Außerdem erörterte man Möglichkeiten,

auf welche Weise die Jugend in den Ortsverbänden

gestärkt werden kann.

Die lebhafte, teils kontroverse Diskussion des Vortrags

„DLRG im Katastrophenschutz“ zeigte, wie engagiert

die Ehrenamtlichen ihre Rolle im Bevölkerungsschutz

verstehen. „Wir müssen uns heute die Frage stellen,

welche Strukturen wir brauchen, um auch morgen

helfen zu können“, so Referent und TL Einsatz des

Bezirkes Oberpfalz, Maximilian Naumann.

Viele Teilnehmende nahmen Denkanstöße für die eigene

Gliederung mit. Mit großem Einfühlungsvermögen

berichtete Stefanie Mesch, Kreisfachdienstleiterin des

BRK Kronach, zum Thema PSNV aus ihrer Arbeit vor

Ort. Im Workshop „Verbandskommunikation und Social

Media“ gaben Lisa Kleber und Armin Sandner wertvolle

Tipps, wie wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit gelingt.

„Gerade im Ehrenamt ist Sichtbarkeit entscheidend“,

fasste Lisa Kleber zusammen.

Besuch aus der Politik. Am Samstagnachmittag folgte -

nach dem Vorbild von „Jetzt red i“ - der politische Teil

des Wochenendes, moderiert von Michael Trifellner

und Antje Bärnthol. Zu Gast waren unter anderem Gaby

Schmidt, MdL (Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen

Staatsregierung), Stadtrat Dr. Thomas Burger, Jürgen

Eberwein, MdL und Landrätin Tanja Schweiger. In ihren

Grußworten betonten sie die enorme Bedeutung des

Ehrenamtes für Bayern. „Bayern ist Ehrenamtsland und

die DLRG ist ein herausragendes Beispiel dafür, was

gelebte Verantwortung bedeutet“, hob Gaby Schmidt

hervor.

Fortsetzung auf Seite 26

24 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


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DLRG Bayern aktuell 1 . 2026 | 25


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Fortsetzung von Seite 24

Die neue Vorstandschaft ist gewählt.

Foto: Sebastian Moritz

In der anschließenden Diskussionsrunde standen

aktuelle Herausforderungen im Mittelpunkt - wie

etwa die Förderung von Schwimmkursen, die

Kostenproblematik bei Schwimmbadmieten oder die

Bürokratie rund um das erweiterte Führungszeugnis.

Stadtrat Dr. Burger versprach, sich für eine Entlastung

bei den Schwimmbadkosten in Regensburg einzusetzen,

während Gaby Schmidt und Jürgen Eberwein

ankündigten, das Thema Schwimmkursgutscheine im

Innenausschuss erneut aufzugreifen.

Auch die Zivil-Militärische Zusammenarbeit wurde von

Thomas Benner (Bundesbeauftragter Katastrophenmedizin,

Zivilschutz und Gesamtverteidigung) vorgestellt,

ein Bereich, der für die Einsatzfähigkeit im

Katastrophenfall zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Nach einem intensiven Tag bot sich nach dem

gemeinsamen Essen Gelegenheit für persönliche

Gespräche.

Moderierte während des Politikbesuchs:

Stellv. Bezirksvorsitzende Antje Bärnthol.

Foto: Veronika Thum

Neues Vorstandsteam. Am Sonntag folgte der

Bezirkstag mit Neuwahlen: Rund 70 Delegierte und

Interessierte nahmen teil. Michael Trifellner wurde als

Bezirksvorsitzender im Amt bestätigt.

Er dankte für das Vertrauen und zeigte sich erfreut über

sein neues Vorstandsteam: „Wir haben ein engagiertes

Team, das in den nächsten drei Jahren viel bewegen

will. Der Oberpfalztag hat gezeigt, wie viel Motivation

und Herzblut in unserer Gemeinschaft stecken.“

Bezirksvorsitzender Michael Trifellner wurde im Amt bestätigt.

Foto: Lisa Kleber

Dank an alle Beteiligten. Der Bezirksvorstand übernahm

nicht nur organisatorisch die Verantwortung für den

Oberpfalztag, sondern gestaltete auch inhaltlich etliche

Themenblöcke. Unterstützung gab es von weiteren

Referenten vom BRK, von der Polizei, der DLRG

Bayern, der DLRG-Bezirksjugend und aus anderen

Ortsverbänden der DLRG. Die Räumlichkeiten der

Feuerwehrschule boten den optimalen Rahmen für

die Veranstaltung – und die Teilnehmenden zogen ein

durchweg positives Fazit: „Man spürt, dass hier etwas

in Bewegung ist und der persönliche Austausch war

äußerst wichtig,“ so eine Stimme.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete ein

Wochenende, das zeigte, was die DLRG Oberpfalz

auszeichnet: Engagement, Gemeinschaft und der Wille,

gemeinsam Neues anzustoßen. Antje Bärnthol

26 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


DLRG MÜHLDORF AM INN |

Einsatzkräfte

trainieren am Innkanal

Im ersten Übungsszenario stand die

Wasserrettung am Innkanal im Mittelpunkt. Die

Einsatzkräfte übten, Personen aus dem fließenden

Gewässer zu retten - von der Alarmierung über

die Suchfahrt mit dem Motorrettungsboot bis hin

zur Bergung aus dem Wasser. Auch der präzise

Einsatz des Wurfsacks als schnelles Rettungsmittel

für Personen im Wasser wurde intensiv trainiert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Übung war die

Seiltechnik und das Abseilen. Die Strömungsretter

trainierten das kontrollierte Abseilen zu verunfallten

Personen an steilen und schwer zugänglichen

Uferbereichen sowie den sicheren Umgang

mit Seilsicherungssystemen. An einer Erste-

Hilfe-Station übten die Einsatzkräfte außerdem

die Herzdruckmassage und Wiederbelebung –

Basiskompetenzen, die im Einsatz entscheidend

sein können. Erstmals mit dabei war in diesem Jahr

das Jugend-Einsatz-Team der DLRG Mühldorf,

das engagiert an allen Stationen teilnahm und

wertvolle Erfahrungen sammelte.

Am 3. April trafen sich rund 25 Einsatzkräfte

der DLRG Mühldorf zur traditionellen Karfreitagsübung

am Innkanal. Der DLRG Kreisverband

Mühldorf nutzt diesen Feiertag seit

Jahren für realitätsnahe Einsatzübungen,

bei denen Rettungsmaßnahmen aus Fließgewässern,

Seiltechnik und notfallmedizinische

Versorgung trainiert werden.

Strömungsretter

üben das Abseilen.

Fotos: A. Fendt

Matthias Grotemeyer, Technischer Leiter Einsatz

im DLRG Kreisverband Mühldorf, zeigte sich

sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung:

„Solche Einsatzübungen sind ein unverzichtbarer

Bestandteil unserer Ausbildung. Es freut mich

besonders, dass unser Jugend-Einsatz-Team

mit so viel Begeisterung dabei war – das ist die

Zukunft unserer Wasserrettung.“ Nach einem

anstrengenden und lehrreichen Übungstag ließen

die Einsatzkräfte den Abend beim gemeinsamen

Steckerlfischessen gemütlich ausklingen.

Alexander Fendt

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 27


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Herausgeber: DLRG e.V. Materialstelle Stand: Apr. 2025

28 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


DLRG PÖCKING-STARNBERG |

Generationenwechsel:

Markus Wiedergrün

neuer Vorsitzender

regionales

Im März hat die DLRG Pöcking-Starnberg die

Weichen für die kommenden Jahre gestellt.

Nach neun Jahren an der Spitze übergab

Walter Kohlenz den Vorsitz planmäßig an

Markus Wiedergrün.

Erfolgsbilanz und Kontinuität. Unter der Führung

von Walter Kohlenz, der 2017 in einer kritischen

Phase übernahm, verzeichnete der Verein einen

Mitgliederzuwachs von über 70 Prozent und erreichte

die höchste finanzielle sowie strukturelle Stabilität

seiner über 100-jährigen Geschichte. Kohlenz bleibt

dem Vorstand als 1. stellvertretender Vorsitzender und

zudem als erfahrene Einsatzführungskraft aktiv: Als einer

der vom Landrat bestimmten Örtlichen Einsatzleiter

bleibt er weiterhin für den Landkreis Starnberg tätig.

Markus Wiedergrün (links) übernimmt von Walter Kohlenz den

Vorsitz der DLRG im Landkreis Starnberg.

Als 2. Stellvertreter wurde Jürgen Römmler im Amt

bestätigt. Eckart von der Gönna schied aus dem aktiven

Vorstand aus und wurde zum Ehrenvorsitzenden

ernannt.

Neuaufstellung der Fachbereiche. Das neue

Führungsteam wird durch Sebastian Rusche als

Schatzmeister (Stv. Lina Vogl und 2. Stv. Alexander

Rusche) ergänzt. Sascha Hartmann leitet den Bereich

Einsatz (Stv. Tim Schmitz), während Daniel Jansen als

Leiter Ausbildung fungiert. Und auch die Jugend wählte

am selben Tag ihre Vorstandschaft neu: Kira Brinkmann

wurde als Jugendvorsitzende bestätigt.

DLRG MEMMINGEN/UNTERALLGÄU |

Bundesverdienstkreuz für

Jürgen Bonnemann

Die DLRG Memmingen/Unterallgäu feiert ihr

langjähriges Mitglied Jürgen Bonnemann:

Er wurde für sein herausragendes Engagement

im Rettungswesen und im internationalen

Rettungssport mit dem Verdienstkreuz

am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik

Deutschland, kurz Bundesverdienstkreuz,

ausgezeichnet.

Feierliche Zeremonie. Im Münchner Prinz-Carl-Palais

nahm Jürgen Bonnemann die Auszeichnung von

Staatsminister Eric Beißwenger entgegen. Verliehen

wurde der Orden durch Bundespräsident Frank-

Walter Steinmeier auf Vorschlag des Bayerischen

Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder. Jürgen

Bonnemann ist seit seiner Jugend aktiv im Kreisverband

und eine tragende Säule der örtlichen DLRG. Ob in der

Ausbildung, als aktiver Wasserretter und Bootsführer

in der Schnelleinsatzgruppe, ob als Einsatzleiter

Wasserrettung – oder auch in seinem über 40-jährigen

Engagement in der Verbandskommunikation: Er hat

über Jahrzehnte unzählige Stunden investiert, um

unsere Gewässer sicherer

zu machen. Und sein Wirken

reicht über die Region

hinaus. Selbst ehemaliger

mehrfacher Weltmeister

und Vizeweltmeister im

Rettungsschwimmen, blieb

er dem Rettungssport zuerst

als Teammanager der Nationalmannschaft und seit

2006 als internationaler Kampfrichter treu. In der

Regelwerkskommission des Weltverbandes (ILS)

gestaltet er die weltweite Entwicklung des Sports

maßgeblich mit. Seit Jahren ist er zudem aktives

Mitglied im europäischen Schiedsrichterkollegium.

Staatsminister Beißwenger nannte ihn in seiner

Laudatio treffend den „Franz Beckenbauer des

Rettungssports“. Trotz der großen Ehre bleibt Jürgen

gewohnt bescheiden. Er betonte, dass eine solche

Leistung nur mit der Unterstützung seiner vielen

Weggefährten und vor allem seiner Familie möglich sei,

die ihm über die Jahre den nötigen Freiraum für das

zeitintensive Ehrenamt gab.

Tobias Eßmann

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 29


regionales

DLRG KRONACH |

Abschied

voller Dankbarkeit und

bewegender Momente

Nach fast 20 Jahren Jahren Schwimmunterricht

wurden Marliese und Richard

Bär von der Lucas-Cranach-Schule verabschiedet:

Seit dem Jahr 2006 waren

sie als „Helfer in der Not“ eingesetzt,

weil Schwimmlehrkräfte für die neu eingeführte

Ganztagesklasse fehlten - und

Schwimmen schon ab der ersten Klasse

auf dem Lehrplan stand. Im Rahmen des

Projekts „Sichere Schwimmer“ leisteten

sie seit 2013 bis heute unzählige Stunden

als zusätzliche Schwimmtrainer.

In der festlich und liebevoll geschmückten Turnhalle

der Lucas-Cranach Grundschule Kronach lag an diesem

Tag eine ganz besondere Stimmung in der Luft.

Erwartung, Freude, aber auch leise Wehmut begleiteten

Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Ehrengäste und

Wegbegleiter, die zusammengekommen waren, um

zwei außergewöhnliche Menschen zu verabschieden:

Marliese und Richard Bär, die nach fast zwei Jahrzehnten

ehrenamtlicher Schwimmtätigkeit ihren wohlverdienten

Ruhestand antreten.

Im Namen der Schulleitung begrüßte Melanie Simon

stellvertretend alle Anwesenden. Ihre Worte machten

von Beginn an deutlich, dass dieser Abschied kein

gewöhnlicher war. Anschließend übergab sie an Philipp

Montag, Lehrer und Sportlehrer der Schule, der mit

spürbarer Herzlichkeit durch das Programm führte.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

blickte die Schulfamilie auf 18 Jahre ehrenamtliche

Schwimmunterstützung zurück: Achtzehn Jahre, die

geprägt waren von unzähligen Bahnen im Wasser,

von zittrigen ersten Schritten am Beckenrand, von

überwundenen Ängsten, stolzen Seepferdchen-

Prüfungen und leuchtenden Kinderaugen.

Ein besonders rührender Moment war der Auftritt

der jüngsten Schwimmerinnen und Schwimmer.

Marliese und Richard Bär: Dank ihrer warmen,

zugewandten Art wurde das Schwimmenlernen

für viele Kinder zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die Kinder überreichten im Kunstunterricht gestaltete

Dankessprüche und im Hintergrund erfüllte das Lied

„Danke, 18 Jahre die Bärs!“ die Turnhalle - und sorgte

bei vielen Gästen für feuchte Augen. Im weiteren Verlauf

wurde deutlich, wie viele Menschen und Institutionen

diese besondere Arbeit über all die Jahre begleitet

und unterstützt haben: Christian Grebner von der AOK,

langjähriger Kooperationspartner der Aktion „Sichere

Schwimmer“, Schulamtsdirektorin Kerstin Zapf sowie

Marco Friedrich, Arbeitskreisvorsitzender „Sport in

Schule und Verein“ des Schulamts Kronach u.v.m.. Von

Seiten der Stadt Kronach würdigte Bürgermeisterin

Angela Hofmann den Einsatz der beiden mit

persönlichen Dankesworten. Sebastian Küpferling vom

Bad Crana Mare – für Marliese und Richard fast ein

„zweites Wohnzimmer“ – schloss sich ebenfalls den

anerkennenden Worten an.

Was Marliese und Richard Bär im Kern auszeichnete:

Vertrauen und Förderung. Vertrauen der Kinder, die

sich zum ersten Mal ins Wasser wagten. Vertrauen

der Eltern, die ihre Kinder in besten Händen wussten.

Vertrauen der Schule und der Partner, die sich stets auf

ihre Erfahrung verlassen konnten. Und Förderung im

besten Sinne – jedes Kind dort abzuholen, wo es steht,

Mut zu machen und Entwicklung zu ermöglichen, weit

über das Schwimmbecken hinaus. Ihr Wirken ging

weit über Technik und Abzeichen hinaus: Sie waren

geduldige Erklärer, ruhige Mutmacher, motivierende

Begleiter und tröstende Zuhörer, wenn der Mut

einmal fehlte. Zum Abschluss richtete Philipp Montag

auch persönliche Worte aus Sicht der Lehrkräfte an

die beiden. Er dankte nicht nur für das große fachliche

Können, sondern auch für die Inspiration, die sie selbst

daraus ziehen durften. Mit den besten Wünschen für

Gesundheit, Freude und viele entspannte Stunden

endete diese bewegende Feier.

Autor/Fotos: Steffen Mahr / Red.

30 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


regionales

Schwimmen zu können ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine lebenswichtige

Fähigkeit. Auch die Bürgermeisterin der Stadt Kronach bedankte sich im Namen der

Stadt Kronach für das Wirken von Marliese und Richard Bär.

DLRG SCHONUNGEN |

50 Jahre

DLRG

Schonungen

Foto: DLRG Schonungen

Als Ehrengäste begrüßte Landrat und Schirmherr

Florian Töpper die Landtagsabgeordnete Martina

Gießübel, Bürgermeister Stefan Rottmann sowie den

Präsidenten der DLRG Bayern, Dr. Manuel Friedrich.

Gegründet wurde die DLRG Schonungen am 17. Oktober

1975 von 21 engagierten Mitgliedern. In den vergangenen

fünf Jahrzehnten entwickelte sich der Verein zu

einem der größten der Gemeinde. Früh übernahm

man Verantwortung in der Schwimmausbildung, der

Badeaufsicht sowie im Wasserrettungsdienst. Die

Gründung der Schnellen Einsatzgruppe und des Jugend-

Einsatz-Teams unterstreicht bis heute die Bedeutung

von Nachwuchsarbeit und Katastrophenschutz.

Auch sportlich setzte der Ortsverband Maßstäbe.

Herausragend waren die Erfolge von Lucy Kunz

mit mehreren Welt- und Deutschen Meistertiteln

sowie Niklas Hock mit internationalen Medaillen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Einweihung des

neuen Vereinsheims im Jahr 2007, das in tausenden

ehrenamtlichen Arbeitsstunden entstand. Das

Jubiläumsjahr 2025 brachte weitere Höhepunkte:

Zwei vom Rekord-Institut für Deutschland anerkannte

Weltrekorde im Rettungsschwimmen sowie der erste

Platz bei den Bayerischen Meisterschaften mit sieben

bayerischen Rekorden markieren den sportlichen

Höhepunkt der Vereinsgeschichte.

Im Rahmen der Feier wurden zahlreiche Mitglieder

für langjährige Mitgliedschaft und besondere

Verdienste geehrt. Besonders ausgezeichnet wurden

die Gründungsmitglieder Herta Hepp, Günther Kuhn

und Frieder Reuß. Letztgenannter wurde zudem zum

Ehrenvorsitzenden ernannt. Eine besondere Würdigung

erhielt Carolin Reuter, die seit rund 48 Jahren mit

außergewöhnlichem Engagement die Jugend- und

Wettkampfarbeit des Ortsverbands prägt.

Nele Fröderking

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 31


regionales

DLRG BURGKUNSTADT |

Foto: DLRG Burgkunstadt

Stadt Burgkunstadt, Markt Mainleus

und DLRG Burgkunstadt

gründen Zweckverband Schulschwimmhalle.

Wichtiger Schritt

in die richtige Richtung

Einen wichtigen Vertrag zur Gründung eines

Zweckverbands unterschrieben die beteiligten

Kommunen und die DLRG in diesen Tagen. Der

Vorsitzende der Burgkunstadter DLRG, Thomas

Schneider, wies vor Unterzeichnung der notwendigen

Unterlagen auf die Tragweite hin: „Durch die Gründung

eines Zweckverbandes konnte für die Realisierung

eines neuen Lehrschwimmbeckens Außergewöhnliches

erreicht werden.“

Rechtlicher Rahmen geschaffen. Bürgermeisterin

Christine Frieß aus Burgkunstadt und Bürgermeister

Robert Bosch aus der Gemeinde Mainleus

waren gekommen, um zu unterschreiben.

Bezirksverbandsvorsitzender Christian Döres,

Thomas Siebenaller von der Karin-Schöpf-Stiftung,

Vorstandsmitglied Jan Eisele von der Sparkasse

Coburg-Lichtenfels, die Vertreter der Wasserwacht

aus Mainleus sowie viele Gemeinde- und Stadträte

aus den beiden genannten Kommunen, verfolgten das

Geschehen.

„Wir freuen uns über den positiven Stadtratsbeschluss

und danken allen Mandatsträgern für das Vertrauen

in das Projekt. Dies ist ein Meilenstein, auf den seit 15

Jahren zugearbeitet wurde. Sachliche Diskussionen

und kritische Rückfragen sind bei einem solchen Projekt

absolut notwendig“, so Schneider. Weiter erklärte er:

„Mit der Gründung eines Zweckverbands ist schon

einiges erreicht worden, doch der Bau eines Bades ist

deswegen noch nicht in Stein gemeißelt. Damit können

erst einmal konkrete Kosten ermittelt und Fördergelder

angefragt werden. Erst wenn diese Informationen

verbindlich vorliegen, kann final über den Bau

entschieden werden.“

Schulschwimmen ist Pflichtunterricht. Mit den

beiden Kommunen ist mit der DLRG Burgkunstadt

zum ersten Mal ein bayerischer DLRG-Ortsverband

Mitglied eines kommunalen Zweckverbands. Das

Schulschwimmbad soll nun nach allen Berechnungen

gemeinsam realisiert werden, um für die Schulen und

Vereine eine Ausbildungsmöglichkeit zu schaffen. Beim

Betrieb bringt sich die DLRG durch Manpower und

Fachkompetenz ein. Feststellend betonte Schneider,

dass das Schulschwimmbad neben diesem Zweck,

denn Schulschwimmen ist Pflichtunterricht, von allen

Schwimmerinnen und Schwimmern, Familien, Senioren

und Kindern nutzbar sein wird. Aber auch klar ist, dass

zuerst die Schulen und Vereine ihre Nutzungszeiten

erhalten, freie Zeiten können dann zum Individualsport

genutzt werden. Mit der DLRG am Beckenrand werden

den Kommunen keine Kosten für die Wassersicherheit

entstehen.

Projekt Schulschwimmbad geht in die nächste Runde.

Mit diesem Beschluss könne die DLRG Burgkunstadt

ihr lange geplantes Projekt Schulschwimmbad weiter

vorantreiben und in die Detailplanung gehen, so der

Vorsitzende. Nun können weitere Schritte und die

Detailplanung folgen. Schneiders besonderer Dank

galt dem Ehrenvorsitzenden der DLRG Burgkunstadt,

Werner Schneider, Karl-Erwin Lutz, Referent für Bäder

und Bauten im Bayerischen Schwimmverband, allen

Unterstützern und allen in der Politik, die das Projekt so

weit getragen haben.

Thomas Schneider / Red.

32 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


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Foto: DLRG Wunsiedel

DLRG WUNSIEDEL |

Lebensrettende Maßnahmen geübt

Gemeinsame Reanimationsausbildung

von DLRG und Bergwacht.

Wichtige Fakten aus den

Reanimationsrichtlinien 2025 -

das wurde geübt:

Am 02.04.2026 fand in der Bergrettungswache

Mehlmeisel eine praxisnahe Reanimationsausbildung

für Einsatzkräfte statt. Besonders hervorzuheben ist

die enge Zusammenarbeit zwischen der Bergwacht

Mehlmeisel und der DLRG Wunsiedel, die bei dieser

Ausbildung gemeinsam teilnahmen.

Im Fokus standen die aktuellen Algorithmen der

Reanimationsrichtlinien 2025, praxisnahe Übungen

sowie Materialkunde. Neue Einsatzkräfte erhielten eine

Ersteinweisung in den Defibrillator Meducore Standard,

um im Ernstfall sicher und effektiv handeln zu können.

Ein besonderes Highlight war die Reanimation im

Bergrettungsfahrzeug, die den Teilnehmenden die

besonderen Herausforderungen unter realistischen

Bedingungen verdeutlichte.

Die gemeinsame Ausbildung zeigte einmal mehr,

wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit in der

BOS-Familie ist. Durch das Üben unter realistischen

Bedingungen und den Austausch zwischen den

Organisationen konnten alle Teilnehmerinnen und

Teilnehmer wertvolle Erfahrungen sammeln – für die

Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Bevölkerung.

· Priorität der Herzdruckmassage:

Sofortiges Beginnen der Herzdruckmassage,

da das Gehirn schon nach ca. 3 Minuten ohne

Durchblutung irreversible Schäden erleidet.

· Defibrillation:

Bei Kammerflimmern kann eine schnelle

Defibrillation die geordnete Herztätigkeit

wiederherstellen. Einsatz von AEDs alle 2

Minuten zur Rhythmusüberprüfung empfohlen.

· Beatmung:

Unterstützt die Sauerstoffzufuhr, erfolgt nach

Herzdruckmassage und Defibrillation; Einsatz

von i-gel® Masken (SGA) möglich.

· Reanimationszyklus:

30 Herzdruckmassagen | 2 Beatmungen

fortlaufend, bis der Kreislauf wieder stabil ist

oder professionelle Hilfe übernimmt.

· Teamarbeit & Kommunikation:

Klare Rollenverteilung, kontinuierliche

Rhythmuskontrolle und koordiniertes Vorgehen

verbessern die Überlebenschancen deutlich.

Alexander Nelkel

34 | DLRG Bayern aktuell 1 . 2026


DLRG NÖRDLINGEN |

Kraterbad

eröffnet

regionales

Nach vielen Diskussionen und Jahren

der Planung ist das neue Nördlinger

„Kraterbad“ nun eröffnet. - Ein Moment,

der sich für viele Bürgerinnen und Bürger

ein wenig wie ein Neuanfang anfühlte.

Denn in einer Zeit, in der deutschlandweit

Schwimmbäder schließen, setzt

Nördlingen bewusst ein Zeichen – für

Lebensqualität, für Sport und vor allem

für die Menschen.

Das neue Hallenbad

in Nördlingen.

Foto: DLRG Nördlingen

Mit dem neuen Bad endet die Ära des alten

Hallenbads aus dem Jahr 1967, das zwar Generationen

begleitete, aber am Ende nicht mehr den Anforderungen

entsprach. Das Kraterbad hingegen wirkt vom ersten

Augenblick an offen, hell und einladend. Das 25-Meter-

Becken mit fünf Bahnen verleiht dem Gebäude sportliche

Energie, das Kursbecken - mit variablem Hubboden

- eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Ausbildung und

Therapie - und im warmen Kinderbereich leuchten täglich

unzählige Kinderaugen an der kleinen Rutsche. Die großzügige

Saunalandschaft rundet das Gefühl ab, dass hier

etwas für die nächsten Jahrzehnte geschaffen wurde.

Besonders spürbar ist die Veränderung durch die

wesentlich längeren Öffnungszeiten. Für viele Menschen

bedeutet das zum ersten Mal seit langem wieder

Flexibilität: Schwimmen vor der Arbeit, ein Besuch am

Abend oder ein spontaner Familiennachmittag – all das

ist nun möglich und wird bereits intensiv genutzt.

Auch für die Vereine hat sich etwas bewegt, wenn

auch die Wasserzeiten insgesamt weiterhin knapp

sind. Für uns als DLRG Nördlingen bedeutet das neue

Bad dennoch einen großen Schritt nach vorne. Im

Jugendtraining konnten wir unsere Bahnstunden

verdoppeln – ein Erfolg, der für uns weit mehr ist als

nur ein organisatorischer Vorteil: Dies bedeutet, dass

wir endlich wieder mehr Kindern, die schwimmen

lernen wollen, einen Platz geben können. Wir können

Wartezeiten abbauen und die Sicherheit im Wasser

aktiv stärken. Und letztlich bedeutet dies, dass wir

unsere Aufgabe - als Lebensretter von morgen - noch

besser erfüllen können.

Zur Eröffnungswoche wollten wir der Stadt etwas

zurückgeben und gleichzeitig zeigen, wofür wir stehen.

An zwei Nachmittagen füllte sich das neue Bad mit

Neugier, Kinderlachen und viel Begeisterung. Beim

Unterwasser-Memory wagten sich viele kleine Gäste

erstmals mutig in die Tiefe. Auf dem Rettungsbrett

erlebten Jung und Alt, wie sich echte Rettungsarbeit

anfühlt. Und mit dem Eisrettungsschlitten wurde im

Team um die Wette gepaddelt, oft begleitet von lautem

Gelächter und dem Stolz, etwas Neues ausprobiert zu

haben. Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, um

wertvolle Tipps zur Schwimmtechnik zu geben – ein

Angebot, das dankbar angenommen wurde.

„Das Kraterbad ist mehr als ein neues Gebäude. Es

ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, an

dem Kinder wachsen, an dem Sicherheit entsteht. Für

Nördlingen bedeutet es ein starkes Bekenntnis zur

Bedeutung des Schwimmens – und für uns als DLRG

eine Grundlage, auf der wir in den kommenden Jahren

viel bewegen können. Wir freuen uns auf alles, was

noch kommt.“

Christine Reimlinger

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 35


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Termine ohne Gewähr | Aktueller Stand siehe Internet | bayern.dlrg.de

ab Mai

ab Juni

ab Juli

Termine 2026

02.05. Rettungshunde Wasserortungsprüfung, Ort gemäß Teiln.bestätigung | DLRG Bayern

09.05. Treffen der Leiter der bayerischen Rettungshundestaffeln, Augsburg | DLRG Bayern

16.05. Rettungshunde Mantrailerprüfung, Starnberg | DLRG Bayern

21. - 26.05. DLRG-Ausbilder Gerätetauchen..., Crossover Lehrtaucher zum Tauchlehrer, Berg | DLRG Bayern

22. - 24.05. KJS-Teamertreffen - Wir für uns!, Augsburg | DLRG-Jugend Bayern

24.05. Rettungshunde Mantrailerprüfung, Nürnberg | DLRG Bayern

28.05. Gesund Grenzen setzen - Ja zu sich selbst, online | DLRG-Jugend Bayern

30.05. Bildungsplanung #2027, Neumarkt/OPf. | DLRG-Jugend Bayern

06. - 07.06. “Train the Trainer” für die Bevölkerungsschulung im Selbst- und Zivilschutz, Burgsinn | DLRG Bayern

09.06. - 26.07. Ausbildungsassistent Schwimmen und Rettungsschwimmen, Burgbernheim u. online | DLRG Bayern

13. - 21.06. “Schwimmabzeichentage 2026”

23. - 27.06. Fortbildung für Ausbilder WRD, Boot, Tauchen, KatS und SR für den WRD, Regensburg. und online |

DLRG Bayern

25.06. Werte und persönliche Stärken, online | DLRG-Jugend Bayern

03. - 05.07. Bayerische Mehrkampf-Meisterschaften und -Seniorenmeisterschaften im Rettungsschwimmen mit

Landesjugendtreffen, Zirndorf | DLRG-Jugend Bayern

03. - 05.07. Modul Seiltechnik, Traunstein | DLRG Bayern

24. - 26.07. ResQ-Cup am Brombachsee, Allmannsdorf | DLRG-Jugend Bayern/Versicherungskammer Bayern

30.07. - 27.09. Ausbilder DLRG-Bootsführerschein A (581), Neustadt a.d. Donau und online | DLRG Bayern

30.07. Prioritätenspiegel im Alltagstest, online | DLRG-Jugend Bayern

information

DLRG Bayern - Tag der Wasserrettung und Eröffnung der Landesschule Scheinfeld

am Freitag, 9. Oktober 2026, ab 10:00 Uhr

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe DLRG Bayern aktuell: 05.07.2026

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85540 Haar · Gärtnerweg 8 · Tel. 089 25544830-0

DLRG Bayern aktuell 2 . 2026 | 37


impressum

DLRG Bayern aktuell erscheint in jedem Quartal für die

rund 220.000 Mitglieder und Förderer der DLRG in Bayern.

Die Zeitschrift wird an alle Gliederungen der DLRG in Bayern,

an ausgewählte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, an

Landtagsabgeordnete sowie Gemeinden u. Landkreise, in deren

Bereich DLRG-Gliederungen wirken, versandt. Auch unsere Bäder

in Bayern, andere Hilfsorganisationen und Integrierte Leitstellen

erhalten eine Ausgabe. Neben der Printversion wird die Zeitschrift

digital als E-Paper zur Verfügung gestellt und per Socialmedia

beworben.

Herausgeber | Präsidium der Deutschen Lebens-Rettungs-

Gesellschaft (DLRG) Landesverband Bayern e.V.

Vereinsregister | VR 6061

Redaktion | Michael Förster (verantwortlich), Carolin Richard

Redaktionsanschrift |

DLRG Landesverband Bayern e.V.

DLRG Bayern aktuell

Woffenbacher Straße 34 | 92318 Neumarkt i.d. OPf.

Telefon: 09181 - 3201-0

E-mail: bayernaktuell@bayern.dlrg.de

Internet: bayern.dlrg.de

Layout, Bildbearbeitung, Satz | Carolin Richard

Hinweise | Die Redaktion ist bemüht, alle eingereichten Beiträge

zu verwerten. Voraussetzung dafür ist, dass sie zuvor mit

der Redaktion abgestimmt werden. Eingesandte Texte und Bilder

müssen den Hinweisen für Autoren und Fotografen entsprechen.

Diese sind im Internet veröffentlicht unter bayern.dlrg.de/informieren/verbandszeitschrift.

Die Redaktion behält es sich vor, Texte von Manuskripten zu ändern

und zu kürzen. Eine Gewähr, dass nicht angeforderte Beiträge veröffentlicht

werden, besteht nicht.

Teile der DLRG Bayern aktuell werden mit KI erstellt.

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die Redaktion den Abdruck der Bilder zur Illustration von Berichten

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38 | DLRG Bayern aktuell 2 . 2026


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