Kinder und Eltern 2/26
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Kinder und Eltern
DIE ZEITSCHRIFT DER WIENER KINDERFREUNDE
Nr. 2 / Mai 2026
www.wien.kinderfreunde.at
www.wienerkinderfreunde-aktiv.at
Helft uns, das Robbiton
wieder aufzubauen!
Seite 3
Sommer mit
den Kinderfreunden
Seiten 4, 5, 20, 21 & 24
Wut:
Ein so starkes Gefühl
Seite 14 & 15
Foto: Philipp Tomsich
EDITORIAL
AKTUELL
Vorlesetag 2026................................................2
Helft uns, das Robbiton wieder aufzubauen......3
Sommer mit den Kinderfreunden................. 4–5
ELEMENTARBILDUNG
Geschichten aus den Häusern............................7
Sozialarbeit im Kindergarten.............................8
Noch mehr Geschichten aus den Häusern....9–11
Kinder zwischen mehreren Welten .................13
BERATUNG
Mut zu Wut...............................................14–15
Die Kraft der Musik.......................................... 17
FREIZEIT
Offene Jugendarbeit........................................ 19
Barrierefreier Spaß..........................................20
Sevi & Robi im Sommer...................................21
Die Roten Falken..............................................22
Familienzeit....................................................23
Bücherseite.....................................................24
Impressum......................................................24
Im Sinne des Kinderschutzes und unserer Verantwortung
gegenüber Kindern und Jugendlichen finden Sie in dieser
Zeitung keine Namen von auf Fotos abgebildeten Kindern
und Jugendlichen.
Bei der redaktionellen Gestaltung dieser Zeitschrift verzichten
wir bewusst auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
In dieser Ausgabe der Kinder und Eltern berichten wir
aus unserem breiten Angebot und zeigen damit, was
uns Kinderfreunden besonders wichtig ist: beispielsweise,
allen Kindern einen schönen Sommer zu ermöglichen
(Seiten 4, 5, 20, 21), Eltern in schwierigen
Situationen zu unterstützen (Seiten 8, 14–15) oder
mehrsprachige Kinder zu bestärken, auf alle Sprachen,
die sie sprechen, stolz zu sein (Seite 13).
All das hat zum Ziel, Kinder in gar nicht einfachen Zeiten
zu stärken und zu ermutigen, sich Herausforderungen
zu stellen. Dazu brauchen sie eine unbeschwerte
Frei- und Ferienzeit, in der sie mit anderen Kindern
schöne Erlebnisse teilen. Sie benötigen starke, verständnisvolle
und handlungsfähige Eltern und das
Vertrauen, dass sie selbst etwas bewirken können. In
den Kindergärten und Horten, in der offenen Kinderund
Jugendarbeit für junge Menschen mit und ohne
Behinderungen und in den Falkengruppen vermitteln
wir das vielen tausenden Kindern täglich – auch das
wird in diesem Heft beschrieben.
Abg. z. NR Christian Oxonitsch,
Vorsitzender
der Wiener Kinderfreunde
KEINE KINDERFREUNDE
OHNE EHRENAMT
Was ich an dieser Stelle auch besonders hervorheben
möchte, ist die wertvolle Arbeit unserer vielen ehrenamtlich
Mitarbeitenden, die vor allem in den Kinderfreunde-Bezirksorganisationen
tatkräftig für Familien
ihrer Bezirke aktiv sind. Sie veranstalten Kinderfreizeitangebote
vom Osterferienspiel bis zum Weihnachtsbasteln,
organisieren Kinderflohmärkte oder
Kleidertausch-Aktionen, führen offene Lebensmittelkühlschränke,
sind Lesepat:innen oder Vorleser:innen
in Kindergärten, laden jedes Jahr zum großen Welttag-des-Kindes-Familienfest
in jedem Bezirk ein, organisieren
Faschingsfeste, leiten Rote-Falken-Gruppen
und vieles mehr. Ich möchte mich an dieser Stelle
von ganzem Kinderfreundeherzen bei euch bedanken.
Ohne das Ehrenamt gäbe es keine Kinderfreunde.
Christian Oxonitsch
Foto: Martin Votava
Begeisterung fürs Lesen
wecken am Vorlesetag 2026
Foto: Philipp Tomsich
Alexandra Fischer, Geschäftsführerin der Wiener Kinderfreunde
und Robert Winklehner, Koordinator der Vorleser:innen-Gruppe
(mit Kamera) waren beim Kinderfreunde-Vorlesenachmittag
Auch in diesem Jahr haben die Wiener Kinderfreunde den Österreichischen Vorlesetag
mitgefeiert und Ende März zum Vorlesenachmittag ins Westfield Donau Zentrum
in der Donaustadt eingeladen. Mit der Aktion wollen wir die Begeisterung für das Lesen
fördern und die Wichtigkeit des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern in den
Mittelpunkt rücken. Den ganzen Tag über wurden Bücher des Verlags Jungbrunnen
(u. a. „Das kleine Ich bin Ich“, „Das Glück ist ein Punkt“ und „Das kleine Hokuspokus“)
vorgelesen. Dabei zogen unsere Geschäftsführer:innen Alexandra Fischer und Daniel
Bohmann sowie unsere ehrenamtlichen Vorleser:innen Robert Winklehner, Klaudia
Frieben, Manuela Mayr und Josef Zorn rund 140 Kinder aus Kindergärten und Horten
der Umgebung in den Bann – aber auch Familien, die extra für den Vorlesetag ins
Westfield Donau Zentrum kamen. Ergänzt wurde die Aktion durch eine Lesezeichen-
Bastelstation und ein Bücher-Gewinnspiel.
2
WIEN
Auf die Plätze, Renovierung, los:
Ida Kemethofer (Robi -Team),
Kinderfreunde-Wien-Vorsitzender
NR-Abg. Christian Oxonitsch, WKF-
GF Alexandra Fischer, Robi-Leitung
Anna Kiffmann und ihre Stellvertreterin
Petra Sallaba sowie WKF-GF
Daniel Bohmann (v. l. n. r.) freuen
sich auf Unterstützung
AKTUELL
Das Robbiton muss wieder
Ort der Gemeinschaft werden
Dieses Jahr wird der Kinderfreunde-Robinsonspielplatz
60 Jahre alt, was im
September natürlich groß gefeiert wird
(Seite 21)! Bis dahin haben Leiterin Anna
Kiffmann und ihr Team allerdings noch
eine enorme Aufgabe zu stemmen: den
Wiederaufbau des Robbiton. Und dafür
brauchen sie Unterstützung – vor allem
durch Spenden!
Das Gebäude, das aus einer Holzkonstruktion
mit Wänden aus Strohballen mit
Lehmverputz gebaut wurde und ein begrüntes
Dach hat, ist im Februar 2025 abgebrannt
(wir haben berichtet). Dabei entstand
ein Schaden von rund 200.000 Euro,
da hier über den Winter auch alle Gerätschaften,
Spielgeräte und Maschinen eingelagert
wurden.
Warum ist das Robbiton so wichtig für
den Robinsonspielplatz? Nun, zum einen
war es eine große, auch von den Kindern
genutzte Werkstatt inkl. Werkzeug- und
Materiallager. Im Winter beherbergte es
Workshops (z. B. Adventkranzbinden, Batiken,
Filzen), zu Halloween haben es die
Kinderfreunde Döbling in eine legendäre
Gruseltour verwandelt, es gab einen kleinen
Büroarbeitsplatz und es war Rückzugsort
für die Mitarbeiter:innen.
Es war aber auch ein Symbol der Gemeinschaft
und der Partizipation, betont Anna
Kiffmann: „Die Kinder waren beim Bau
von Anfang an mit einbezogen: In der Planungsphase
sammelten sie Ideen für die
Gestaltung, zeichneten und bastelten die
ersten Modelle, und sie haben mitgebaut.
Das Robbiton ist ein Ort der Begegnung
und steht symbolisch für die gemeinsame
Zeit. Und das soll es wieder werden!“
HELFT BITTE ALLE MIT!
Und um Gemeinschaft geht es auch beim
Wiederaufbau! Geplant ist, so gut wie
möglich zu recyceln und viele Menschen
zu beteiligen, etwa Student:innen der Universität
für Bodenkultur (BOKU) und
natürlich die Kinder. Das Engagement ist
spürbar, berichtet das Team: „Familien, die
rund um den Robi wohnen, wollen mithelfen.
Dazu kommen Experten, von Baumeister
und Bauleiter Robert Scharf über
den Architekten Franz Ryznar bis hin zu
Karsten Bäsmann und Gerhard Scheerbaum
vom Verein ‚Handkraft‘, die uns
schon seit vielen Jahren u. a. bei Renovierungen
unterstützen.“
Um das alles finanzieren zu können, haben
wir eine Crowdfunding-Seite eingerichtet.
Für alle Helfenden gibt
es natürlich ein Dankeschön.
Die kleinste Spende
hilft mit, das Robbiton
wieder aufzubauen.
DANKE!
Michael Elsner
„Die Kinderfreunde Wien und
das gesamte Team um den
Robinsonspielplatz sind dankbar
für jede Hilfe, sei sie auch
noch so klein. Denn im Robbiton
sollen auch in Zukunft viele
Kinder ihre ersten Erfahrungen
mit Werkzeugen, Materialien
und Co. machen!“
Anna Kiffmann
Spielplatz-Leitung
Fotos: Philipp Tomsich
WIEN
3
AKTUELL
GEWINNSPIEL:
WIR VERLOSEN 3 MAL FROG
SPLASH VON PIATNIK
So geht Sommer mit
Neun Wochen Ferien sind ganz schön lang für Kinder
und Eltern. Gut, dass es die vielen Freizeit- und
Ferienangebote der Kinderfreunde gibt.
Wer schnappt Froggy die meisten Mücken
weg, ohne von ihm erwischt zu werden? Mit
etwas Würfelglück und geschicktem Ausspielen
der eigenen Karten ist das möglich!
Doch auch wenn es so aussieht, als ob Froggy
ganz friedlich auf seinem Seerosenblatt sitzt:
Es ist schwer abschätzen, wann seine Geduld
zu Ende ist und er uns mit einem kräftigen
Wasserstrahl erwischt. Ein lustiges Spiel für
aufmerksame Spieler:innen!
Alter: ab 5 Jahren
Spieler:innen: 2–5
Fotos: Philipp Tomsich
TEILNAHMESCHEIN:
„FROG SPLASH – ACHTUNG VOR DEM
FROSCH!“ VON PIATNIK
Name d. Kindes: _________________
Alter d. Kindes:__________________
Straße:_______________________
Postleitzahl:____________________
Ort: _________________________
Tel./E-Mail: ____________________
Die angegebenen Daten werden für Abwicklungszwecke
von den Österreichischen Kinderfreunden
– Landesorganisation Wien aufbewahrt. Nähere
Infos unter: kinderfreunde.at/datenschutz/landesorganisation-wien
Ich bin damit einverstanden,
dass die Österreichischen Kinderfreunde – LO Wien
meine Daten für eine eventuelle Zusendung des
Gewinns verwenden.
Teilnahmescheine sind an die Wiener Kinderfreunde,
„Redaktion Kinder und Eltern“, Kennwort „Frog
Splash – Achtung vor dem Frosch von Piatnik“,
Albertgasse 23, 1080 Wien, zu senden. Teilnahme
per E-Mail: redaktion@wien.kinderfreunde.
at. Einsendeschluss ist der 26. Juni 2026. Der
Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barablöse des
Gewinns ist nicht möglich. Die Gewinner:innen
werden schriftlich verständigt.
Restplätze in den Kinderfreunde-
Sommerakademien:
In den einwöchigen und ganztägigen
Ferienangeboten können Kinder von
vier bis 14 Jahren ihren Interessen
nachgehen, Talente und Leidenschaften
entdecken. Alle Infos zu den Angeboten
sind hier zu finden: kinderfreunde.at/
sommerakademie
Freie Plätze gibt es noch für folgende
Angebote:
Im „Volleyball-Camp“ (4–14 Jahre
/ 17.–21.08.) heißt es: springen,
pritschen, smashen – und die Sports
Monkeys zeigen, wie viel Spaß diese
Sportart macht.
Das „Camp der kleinen Forschenden“
(6–12 Jahre / 31.08.-04.09.)
zeigt die Wunderwelt der Chemie. Es
erklärt, wie Sterne leuchten, Farben
entstehen und Medikamente wirken.
Im „Sportmix-Camp“
(6–14 Jahre / 27.–31.07.)
können die Kinder viele
coole Ballsportarten ausprobieren
– und neue
Lieblingsspiele entdecken!
Beim „Fußball-Camp
Spitalgasse“ (4–14
Jahre / 20.–24.08.) an
der „Football School“
erleben die Kinder den
Sport spielerisch und
ohne Leistungsdruck.
Bei „Turnen und Akrobatik“ (6–14 Jahre /
24.08.–28.08.) lernen Kinder erste akrobatische
Tricks und verbessern spielerisch Kraft, Beweglichkeit
und Körpergefühl.
Findet uns auch auf Social Media:
/KinderfreundeWien
@KinderfreundeWien
/WienerKinderfreundeAktiv
Viele Bezirksorganisationen
sind auf Facebook
oder Instagram vertreten,
und hier findet ihr einen
Überblick über alle 23
Organisationen:
4
WIEN
AKTUELL
den Wiener Kinderfreunden
Neben den Sommerakademien könnt ihr in der warmen
Jahreszeit viele andere Angebote der Kinderfreunde
in Wien nutzen:
Je nach Wetter den Kinderfreunde-Robinsonspielplatz,
den
Kinderfreunde-Indoorspielplatz
Seversaal (siehe S. 21) sowie
den Wasserspielplatz auf der
Donauinsel: kinderfreunde.at/
wasserspielplatz
Kinderfreunde-Computerclubhäuser
im 3. und 16. Bezirk:
kinderfreunde.at/ccv3 und
kinderfreunde.at/ccv16
Die Parkbetreuung der Wiener
Kinderfreunde aktiv ist in 50 Wiener
Parks und Grünanlagen für euch da
(siehe S. 19) kinderfreunde.at/
parkbetreuung
Hoch am Berg und dennoch nahe
bei Wien: Die Anton-Proksch-
Wanderherberge der Wiener
Kinderfreunde ist eine gut ausgestattete
Selbstversorgerhütte
auf der Hohen Wand, umgeben
von viel Grün – ideal für Familienurlaub
von bis zu 20 Personen.
kinderfreunde.at/hohewand
Illustrationen: Karin Blum
Auf der Kinderfreunde-Insel
am Donauinselfest 2026 …
… ist wieder jede Menge für Kinder und Familien los: Da
präsentiert etwa die Puppenbühne der Wiener Kinderfreunde
die neuesten Abenteuer von Kasperl und seinen
Freund:innen, unser Spielbus wartet mit tollen Mitmachspielen
(z. B. Luftwurst, Fallschirm, Kraxelschlauch) und die
Wasserbaustelle lädt zur Abkühlung und zum Pritscheln
ein. Für 1 Euro Spende zugunsten des Wiederaufbaus des
Robbitons könnt ihr am Glücksrad nette Kleinpreise gewinnen.
Was wir noch für euch vorbereitet haben:
• die ANKER Kinderbackstube
• das Haus des Meeres-Kinderschminken
• das Spiele- und Malzelt mit bunten Stabilo-Stiften und
Spielen von Piatnik
• Spielestationen von Spielwaren HEINZ und Playmais
• kreatives Werken mit THE COOL TOOL
• Kinderyoga
• das ORF KIDS-Familienfest mit Stars aus dem ORF-1-Kinderprogramm,
Hüpfburg, Hindernisparcours, Bällebecken,
einer Riesenlaufrutsche und vielem mehr
Die Kinderfreunde-Insel befindet
sich gleich stromaufwärts der S-Bahnbrücke,
öffentlich gut erreichbar mit
U6, Station Neue Donau oder S-Bahn,
Station Handelskai.
Auf der Kinderfreunde-Showbühne erwarten euch tolle Show-Acts
wie die ORF KIDS-Spieleshow, die Kids-Popband „Young Republic“, der
Zauberclown Popo, ein Konzert der „Donaupiraten“, TaeKwonDo-Vorführungen,
Franz Löchinger & Drumbella – das sprechende Schlagzeug
oder Kinderliedermacher Bernhard Fibich.
WIEN
5
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ELEMENTARBILDUNG
Die neuen Kinderfreunde-
Kindergärten: Jetzt anmelden!
Ein besonderer Kindergarten startet im
Herbst in der Attemsgasse (Donaustadt):
Die Arkaden verleihen dem Gebäude eine
einladende Atmosphäre und schaffen
geschützte Wege zum Ankommen. Im
großen und hellen Bistro können die Kinder
gemeinsam essen. Wesentlicher Bestandteil
des pädagogischen Konzeptes ist Inklusion,
Leiterin Carina Divos
betont Leiterin Carina Divos: „Wir passen den
Alltag an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder an und schaffen Möglichkeiten,
damit alle Kinder aktiv teilhaben können.“ Auf der Dachterrasse entsteht
ein Garten, in dem Kinder zusammen mit den Menschen aus dem Grätzel pflanzen,
pflegen und ernten können. Im Spiel-Garten gibt es viel Platz zum Entdecken
und Bewegen. Eine Familiengruppe für ein- bis sechsjährige Kinder startet im
September, eine Kleinkindergruppe (bis drei Jahre) folgt im Jänner; im September
2027 kommen eine Integrationsgruppe und eine Kindergartengruppe
dazu.
Mehr Infos und Anmeldung:
attemsgasse@wien.kinderfreunde.at
Bald wird im weitläufigen Garten alles grün sprießen
Fotos: Philipp Tomsich | Illustrationen: Katharina Bauer
Die hellen Räume werden gerade eingerichtet
Seit der Schlüsselübergabe Mitte
März sind Elisabeth Neumeister und
ihr Team mit Hochdruck dabei, den
neuen Kinderfreunde-Kindergarten
Gallitzinstraße 12 in Ottakring
für die Eröffnung im Juli startklar zu
machen. Die Leiterin freut sich sehr:
Leiterin Elisabeth Neumeister
„Es ist eine tolle Herausforderung,
einen neuen Kindergarten mit Leben zu füllen.“ Der Neubau entspricht in allen
Bereichen aktuellen Standards: So gibt es mit dem Bistro einen separaten Raum
für die Mahlzeiten, einen Bewegungsraum für Schlechtwettertage und einen
Garten mit Spielgeräten und Hochbeeten. Besonders stolz ist Neumeister aber auf
die geplante Kooperation mit dem nahen Pensionistenwohnheim. Bei Spiel- und
Bastelnachmittagen, Lese-Vormittagen, Turnstunden und dem Werkeln im Garten
können die Generationen zusammenfinden. Beide Seiten werden davon profitieren,
ist Neumeister überzeugt.
Mehr Infos inkl. der unverbindlichen Anmeldung für den
Kindergarten gibt es hier: kinderfreunde.at/angebote/
detail/16-gallitzinstrasse-12
WIEN
7
ELEMENTARBILDUNG
Foto: Philipp Tomsich
Mobile Sozialarbeiterin
in Kindergärten und Horten
Melissa Pomberger (rechts)
berät Eltern direkt im
Kindergarten und Hort
Wo beantrage ich diese Unterstützung?
Welche Formulare muss ich ausfüllen und
welche Dokumente besorgen? Und was
muss ich ins Feld „08/15/E“ eintragen? Viele
von uns fühlen sich verloren im Bürokratie-Dschungel.
Um das zu verhindern,
haben die Wiener Kinderfreunde ein neues
Angebot geschaffen: Unsere mobile Sozialarbeiterin
Melissa Pomberger bietet Beratung
und Unterstützung für Familien in
solch herausfordernden Situationen – persönlich,
vertraulich und kostenlos.
IHR ANGEBOT UMFASST:
• Unterstützung bei Kontakten mit Ämtern
und Behörden (u. a. AMS, Kinder-
und Jugendhilfe, Sozialamt) durch
Unterstützung beim Ausfüllen und Einreichen
von Anträgen, Kontaktaufnahme
mit Ämtern und öffentlichen Stellen, Beratung
und Begleitung bei Behördenangelegenheiten
und Beratung zu finanziellen
und rechtlichen Ansprüchen
• Beratung rund um Kinder mit einer
Diagnose nach ICD-10 oder ICD-11:
Informationen bezüglich finanzieller und
rechtlicher Ansprüche (erhöhte Familienbeihilfe,
Pflegegeld, Fahrtendienst etc.)
und Unterstützung bei der Suche nach
geeigneten Therapieangeboten, Klärung
von Fragen zum Schuleintritt, u. a. Unterstützung
beim Schriftverkehr mit der
Bildungsdirektion, oder auch: „Was ist
das FIDS?“ (Fachbereich für Inklusion,
Diversität und Sonderpädagogik)
• Beratung bei Überforderung und
Krisen: u. a. Entlastungsgespräche bei
Überforderung, Beratung bei familiären
Krisen wie einer Trennung oder einem
Todesfall, Vernetzung mit anderen Einrichtungen
(Kinder- und Jugendhilfe,
Frühe Hilfen, Therapiezentren, Schulsozialarbeit,
Caritas, Wiener Sozialdienste)
und bei Bedarf Begleitung zu Terminen
Als Elementarpädagogin hat Melissa Pomberger
seit vielen Jahren in unterschiedlichen
Gruppenformen gearbeitet. 2018 hat
sie ihr Bachelorstudium „Soziale Arbeit“
abgeschlossen, 2023 das Masterstudium
„Kinder- und familienzentrierte soziale Arbeit“.
Seit 2023 ist sie als Sozialarbeiterin
für die Wiener Kinderfreunde tätig, u. a.
2,5 Jahre im Leuchtturm-Kindergarten.
In ihrer neuen Aufgabe steht sie nun für
alle Eltern in Kinderfreunde-Kindergärten
und Horten zur Verfügung, die mit bürokratischen
Herausforderungen kämpfen.
„Ich unterstütze sie dabei, einen Überblick
über das System zu bekommen, informiere
über Ansprüche und helfe, Barrieren zu
überwinden. Als Sozialarbeiterin ist es aber
auch meine Aufgabe, strukturelle Benachteiligung
(z. B. Sprachbarrieren, Bildungsnachteile,
psychische Belastung, Migrations-
und Fluchterfahrung) zu erkennen
und dann gezielt zu unterstützen. Dadurch
wird die Handlungskompetenz der Eltern
gestärkt“, erklärt Pomberger.
Das Angebot ist freiwillig, kostenlos und
ergänzend zu bestehenden Strukturen. Die
Beratungsgespräche finden im jeweiligen
Kindergarten statt. Terminvereinbarung
unter: melissa.pomberger@wien.kinderfreunde.at
und 0689/0508751.
Michael Elsner
8
WIEN
ELEMENTARBILDUNG
Unsere Töchter sollen
naturverbunden aufwachsen
„Nach unserer Besichtigung hatten meine Frau Martina und ich Tränen in den
Augen. Der Waldkindergarten ist wirklich traumhaft.“ Bettina ist Mutter der
beiden Zwillinge Ella und Sara (3) und in einem 500-Seelen-Dorf aufgewachsen.
Für sie war immer klar, ihre Kinder sollen ebenfalls naturverbunden aufwachsen:
„Ella und Sara sollen toughe Mädels werden, ein gutes Körpergefühl bekommen,
Selbstbewusstsein und Kreativität entwickeln, wenn sie etwas bauen oder Äste zu
ihrem Spielzeug erklären.“
Der neue Waldkindergarten der Wiener Kinderfreunde bietet dafür
die idealen Bedingungen, sagt Bettina: „Es gibt nicht nur den Wald selbst, das
Gesamtkonzept stimmt einfach. Das Team ist sehr sympathisch, auf dem Areal
gibt es ein Tipi und das Gebäude für Schlechtwetter, wo es auch ein Klo gibt. Und
natürlich die nahegelegene Tierfarm.“
Für Ella und Sara startet das Angebot im September. Der Waldkindergarten beim
Europahaus des Kindes am Gallitzinberg in Ottakring hat bereits im April
eröffnet – und noch sind Plätze frei! Alle Infos gibt es bei
der Kindergartenleiterin Sabine Mucha: kdg.europahaus@
wien.kinderfreunde.at bzw. unter kinderfreunde.at/
wien-1/waldgruppe-16-vogeltenngasse
Fotos: Philipp Tomsich
Zweiter neuer
Klimafit-Standort
Seit fast 15 Jahren werden im Kindergarten Atzgersdorfer
Straße Hochbeete bepflanzt, Gemüse geerntet und gemeinsam
verarbeitet und gegessen
Wie in der Ausgabe 01/26 bereits berichtet: Drei weitere Einrichtungen der Wiener
Kinderfreunde wurden als Klimafit-Standorte ausgezeichnet; tatkräftig unterstützt
von der Wiener Städtischen als Sponsorin der Aktion. Zu diesen gehört auch
der Kindergarten Atzgersdorfer Straße in Meidling, wo im Rahmen von
Renovierungsarbeiten u. a. eine Photovoltaikanlage, Kühlkonvektoren und elektrische
Jalousien zur Außenbeschattung installiert wurden – sowie: eine Luftwärmepumpe,
freut sich Leiterin Rita Glück: „Sie schafft eine stabile Raumtemperatur
und zeigt unser sichtbares Engagement für Nachhaltigkeit!“
Mit den Kindern werden umweltrelevante Fragen – wie etwa, wo unsere Wärme
herkommt – natürlich auch behandelt, betont Glück: „Insgesamt binden wir
Themen wie Energie, Wärme, Strom und Umweltschutz in kindgerechte Projekte
ein, durch Ausflüge und Experimente, aber auch gelebt im Alltag u. a. durch Mülltrennung
und Recycling. Damit vermitteln wir den Kindern: Wer die Natur liebt,
schützt sie – heute, morgen und für immer!“
WIEN
9
ELEMENTARBILDUNG
Wenn der Kindergarten zum
Gourmetrestaurant wird
Das klingt wirklich fein: „Samtiges Knuspersüppchen vom weißen Knoblauch“
gefolgt von „Pasta in einem Zusammenspiel mit Tomaten, bedeckt von Parmesan“,
gekrönt durch „Ein beeriger Wolkentraum“: In einem außergewöhnlichen Projekt
verwandelten die Schubidu-Kinder* des Magenta-Betriebskindergartens
im 3. Bezirk den Bewegungsraum in ein Hauben-Lokal. Sie luden ihre Eltern zum
Mehr-Gänge-Menü und präsentierten zwischen den Gängen Musik und Tanz. Konzipiert
wurde dieses Herzensprojekt von den Pädagoginnen Magdalena Tobisch
und Sara Benbrik, unterstützt von Margit Posch, Leiterin des Kindergartens. Die
Kinder gestalteten Menükarten und Dekoration, stellten Einkaufslisten zusammen,
kochten alles selbst und probten in jeder freien Minute ihre Tänze und Lieder.
„Durch diese Einbindung fördern wir die Selbstwirksamkeit der Kinder“, erklären
die beiden Pädagoginnen: „Sie erleben unmittelbar, dass ihre eigenen Ideen und
ihr Handeln ein wertvolles Ergebnis für andere sein können.“
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ELEMENTARBILDUNG
Foto: Philipp Tomsich
Kinderrechte-Logbuch:
And the winner is …
Glückwunsch an den Kinderfreunde-Kindergarten
Franz-Koci-Straße 4 in Favoriten: Ihr Kinderrechte-
Logbuch hat am meisten beeindruckt, die Einrich tung
wurde dafür nun von unseren beiden Geschäftsführenden
Alexandra Fischer (am Foto ganz rechts)
und Daniel Bohmann (am Foto links) ausgezeichnet.
Ausgegeben wurden die Logbücher im Herbst 2024
anlässlich des 35. Geburtstags der UN-Kinderrechtskonvention
an alle Teilnehmer:innen unseres
Kinderrechte-Symposiums „Das Recht auf Zukunft“.
Über ein Jahr konnten die Kindergärten ihre „Recht
auf Zukunft“-Projekte dokumentieren. Die Kinder
haben sich riesig gefreut, aber auch das Team, betont
Leiterin Silvia Bruckner (am Foto ganz links): „Wir alle
haben so viel Wertschätzung erfahren. Wichtiger ist
jedoch: Durch die Aktion bekommen die Kinder ein
Gefühl für den Klimaschutz; und dass es um ihre Zukunft
und die unserer Erde geht.“ Und: Umweltschutz
beginnt im Kleinen, u. a. mit der Her-mit-Leer-Aktion
und den Bienen- und Pflanztagen am Laaerberg, die
Naturverbundenheit, Verantwortung, Biodiversität
und Umweltbewusstsein gestärkt haben.
Kindergarten-Bibliothek
fördert den Spaß am Lesen
Im Kinderfreunde-Kindergarten in der Favoritner Neilreichgasse 115
sind alle stolz auf das neue Projekt: die „Kindergarten-Bibliothek“,
aufgebaut in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Teach For Austria“
(kurz: TFA)*. Simone Eutebach, im Bild rechts mit einer begeisterten
Nutzerin der Kindergarten-Bibliothek, ist eine von 12 TFA-Fellows,
die aktuell in unseren Kindergärten und Horten aktiv sind. „Familien
haben bei uns die Möglichkeit, sich pädagogisch wertvolle und mehrsprachige
Bilderbücher sowie Erstlesebücher auszuborgen“, berichtet
Leiterin Bianca Korn. Die Bibliothek umfasst schon 300 Bücher. Der
Verleih ist für zwei Wochen möglich, bei Bedarf auch länger. Schon
die Eröffnungsfeier war ein großer Erfolg und rund 40 Bücher wurden
am ersten Tag ausgeliehen. Projektziel: den Familien den Zugang zu
(mehrsprachigen) Bilderbüchern zu erleichtern und somit die (Vor-)
Lesefreude zu erhöhen, betont Korn: „Wir möchten, dass Lesen Spaß
macht und Kinder wertvolle Erfahrungen mit Büchern machen können.“
Und dabei hilft sicher auch ein „Tipp“ von J.K. Rowling: „Wenn
du nicht gerne liest, hast du nicht das richtige Buch gefunden.“
* Teach For Austria ist eine gemeinnützige
Organisation und Teil des
internationalen Netzwerks Teach
For All. Das Netzwerk ist in mehr als
60 Ländern weltweit vertreten und
setzt sich für Bildungsfairness ein.
WIEN
11
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hinaus 0,010 % p. a. fix. Maximale Einlagenhöhe 15.000 Euro. Nach dem 10. Geburtstag wird das
gesamte Guthaben mit 0,010 % p. a. fix verzinst. Pro Kind kann das 4 % Smart Sparen Sparefroh nur
einmal abgeschlossen werden, und zwar ausschließlich von der gesetzlichen Vertreter:in.
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ELEMENTARBILDUNG
Saya Bajalan-Song arbeitet
im Kindergarten Steinbauergasse
Foto: Philipp Tomsich
Kinder sollen stolz
auf ihre Mehrsprachigkeit sein
Die Eltern von Saya Bajalan-Song sind in
den 90er-Jahren aus Südkorea nach Wien
gekommen, sie selbst ist hier geboren
und aufgewachsen. Wir haben mit der
Pädagogin im Kindergarten Steinbauergasse
in Meidling darüber gesprochen,
welch besonderen Blick sie dadurch auf
Kinder hat, deren Familien aus anderen
Ländern nach Österreich gezogen sind.
Saya, du bist mit zwei Kulturen aufgewachsen
…
Sogar mit vielen … Zuhause habe ich die
koreanische Kultur sehr bewusst gelebt: die
Sprache, Werte wie Respekt, Fleiß und Bildung,
das starke Gemeinschaftsgefühl und
eine klare familiäre Struktur. Gleichzeitig
ging ich in Meidling und Margareten zur
Schule, dort war kulturelle Vielfalt der Alltag.
Deshalb sehe ich Unterschiede nicht
als Trennung, sondern als Erweiterung.
Natürlich hatte ich in meiner Jugend auch
meine Struggles: „Wohin gehöre ich?“ oder
„Wer oder was bin ich?“ Heute weiß ich:
Identität ist nichts Starres. Sie ist dynamisch,
vielschichtig – und sie darf wachsen.
Ich habe gelernt, dass Identität kein Entweder-oder
ist. Ich habe verstanden, dass ich
nicht „halb“ von etwas bin, sondern „ganz“
ich selbst. Und einzigartig. Diese innere
Ruhe zu finden, war ein Prozess.
Wie prägt das deine pädagogische Haltung,
was möchtest du den Kindern vermitteln?
Da viele Kinder heute mit mehreren kulturellen
Einflüssen aufwachsen, ist mir besonders
wichtig: Mehrere Identitäten sind
erlaubt. Mehrsprachigkeit ist ein Schatz.
Anders zu sein ist nicht nur okay – es ist
etwas Besonderes. Jedes Kind darf so sein,
wie es ist.
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn
zuhause andere Werte und Kommunikationsformen
gelten, habe ich ein feines Gespür
für Kinder, die zwischen mehreren
Welten stehen. Ich erkenne, wenn ein Kind
sich sprachlich zurücknimmt, wenn es unsicher
wird, weil es „anders“ wirkt, oder
wenn es besonders bemüht ist, dazuzugehören.
Meine Geschichte hilft mir, nicht
defizitorientiert zu denken.
Wenn ein Kind zwischen Sprachen wechselt,
sehe ich darin keine Schwäche, sondern
Kompetenz. Ich achte bewusst darauf,
Mehrsprachigkeit sichtbar und hörbar zu
machen, indem ich kulturelle Feste thematisiere
oder vermittle, dass mehrere Identitäten
nebeneinander existieren dürfen.
Was beobachtest du, wie die Kinder selbst
damit umgehen?
Es macht mich traurig, wenn manche Kinder
sich nicht zu sagen trauen, dass sie zuhause
eine andere Sprache sprechen als im
Kindergarten. Ich glaube, das liegt daran,
dass Mehrsprachigkeit im Alltag noch zu
wenig wertgeschätzt wird.
Was kannst du den Eltern dieser Kinder
mitgeben?
Eltern sollen spüren, dass ihre Kinder
nichts „zurücklassen“ müssen, um dazuzugehören.
Ein prägendes Erlebnis war ein
Elterngespräch zur Schuleinschreibung.
Das Kind lebt auch zwischen zwei Kulturen
und Sprachen und der Vater hatte große
Sorge, ob die Deutschkenntnisse für die
Schule ausreichen würden. Mir war wichtig,
den Fokus zu verschieben: Nicht die
Defizite zu sehen, sondern die Ressourcen.
Zwei Sprachen zu sprechen ist kein Nachteil,
sondern eine enorme Stärke. Wenn ein
Kind in seiner Identität gestärkt ist, hat es
auch den Mut, Fragen zu stellen, wenn es
etwas nicht versteht. Und genau das ist die
Basis für nachhaltiges Lernen.
Das Gespräch führte Michael Elsner.
WIEN
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BERATUNG
Foto: Freepik - Magnific.com
Wut:
Ein so starkes Gefühl
Roter Kopf, laute Stimme, alles im Körper
scheint zu explodieren: Wut ist ein
sehr kraftvolles Gefühl und entsteht
meist aus Frustration, Überforderung
oder einem Empfinden von Ungerechtigkeit.
Bei einem Kind etwa, wenn es
etwas allein tun möchte, es aber noch
nicht schafft oder es nicht darf, wenn ein
Wunsch nicht erfüllt wird, beim Spielen
etwas misslingt; oder wenn es sich nicht
verstanden oder ernst genommen fühlt.
Ausstellung
„EXPEDITION WUT braucht MUT“
Wer mehr übers Thema „Wut“ lernen und
reflektieren möchte: Die interaktive Wanderausstellung
EXPEDITION WUT braucht MUT ist bis
Ende Juni im Kinderfreunde-Bildungszentrum
Ballgasse zu besichtigen. Anmeldung bitte an
alexandra.csar@wien.kinderfreunde.at
oder rosa.csar@wien.kinderfreunde.at.
Durch die Brille der menschlichen Entwicklung
betrachtet, ist Wut eine Schutzfunktion.
Sie bereitet unseren Körper darauf
vor, sich gegen Bedrohungen durch
Kampf (schlagen, stoßen, treten, schreien,
beschimpfen) oder Flucht (weglaufen, erstarren)
zu schützen. Wut setzt starke Energie
frei und kann uns helfen, unsere Grenzen
zu verteidigen und etwas zu ändern,
um uns wieder wohlzufühlen. Deswegen
soll sie nicht verdrängt werden; gleichzeitig
ist es hilfreich, sich nicht von ihr überwältigen
zu lassen. Die Fähigkeit, Wut zu
regulieren, entwickelt sich schrittweise und
über Jahre hinweg.
WUT ENTSTEHT IM GEHIRN
Wut entsteht durch ein Zusammenspiel von
mehreren Hirnregionen und Hormonen.
Auslöser ist ein Reiz, der als bedrohlich, unfair
oder verletzend wahrgenommen wird.
Aktiviert wird zunächst die Gehirnregion
namens Amygdala (Mandelkern). Meldet
sie „Gefahr“, werden die Stresshormone
Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Sie
versetzen den Körper in einen handlungsbereiten
Alarmzustand. Gleichzeitig verarbeitet
der präfrontale Cortex (ein Teil des
Gehirns, der fürs Denken/Planen und die
Impulskontrolle zuständig ist) dieselben
Reize. Er kann beruhigend auf den Alarmzustand
wirken; wir bleiben beherrscht und
handeln rational.
Bei der Wutregulation geht es darum,
welcher Gehirnteil sich durchsetzt: Die
Fähigkeit, trotz Alarmzustand das „Denkhirn
eingeschaltet“ zu lassen, entwickelt
sich aber erst Schritt für Schritt im ersten
Lebensjahrzehnt und ist erst im jungen Erwachsenenalter
vollständig gereift. Kinder
sind schneller wütend, weil die Amygdala
sehr früh aktiv ist, der präfrontale Cortex
hingegen noch unreif ist. Plus: Kinder können
ihre Gefühle sprachlich noch nicht so
gut ausdrücken und die Frustrationstoleranz
wächst erst mit der Zeit.
WIE KÖNNEN ELTERN IHRE KINDER
BEI DER WUTREGULATION UNTER-
STÜTZEN?
In den ersten sechs Lebensjahren handeln
Kinder oft unbedacht, da ihr Denkhirn
noch nicht so gut „bremsen“ kann, sie ihre
Gefühle noch nicht gut kontrollieren und
sprachlich ausdrücken können. Erwachsene
können Kinder in diesen Situationen
unterstützen, indem sie:
• Gefühle benennen: „Du bist wütend,
weil …“
• verlässliche Routinen (Schlaf, Essen,
Übergänge) und damit Orientierung
schaffen
• nicht zu viele Anforderungen auf einmal
stellen, das überfordert das frühkindliche
Gehirn
14
WIEN
BERATUNG
Beratung tut gut
An insgesamt sechs barrierefreien Standorten bieten die Wiener
Kinderfreunde aktiv kostenfrei und auf Wunsch anonym Beratung in
allen Lebenslagen an: etwa bei Problemen in der Schule, Krisen durch
Verlust oder Scheidung, Belastungen durch Krankheit, bei Fragen zu
rechtlichen Themen oder zum Umgang mit den sozialen Medien und
vielem mehr. Mehr Infos finden Sie unter
kinderfreunde.at/familienberatung
1100 Wien, Maria-Rekker-Gasse 3–5
im Kindergarten der Wiener Kinderfreunde (WKF)
Tel.: +43 1/40125-51001 oder +43 664 88455329
Beratungszeit: Dienstag jeweils von 18.00 bis 20.00 Uhr
1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 34/1/R06
Tel.: +43 1/40125-511010
Beratungszeit: Dienstag jeweils von 17.00 bis 19.00 Uhr
1140 Wien, Käthe-Dorsch-Gasse 17/Stiege 1
mit Rechtsberatung
Tel.: +43 1/40125-51401 oder +43 664 88461586
Beratungszeit: Mittwoch jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr
1160 Wien, Neulerchenfelder Str. 83
im Treffpunkt der WKF mit Rechtsberatung
Tel.: +43 1/40125-51601 oder +43 664 88455332
Beratungszeit: Montag jeweils von 17.00 bis 19.00 Uhr
1210 Wien, Dattlergasse 8, bei Stiege 11
im Kindergarten der WKF
Tel.: +43 1/40125-52101 oder +43 664 8304540
Beratungszeit: Dienstag jeweils von 17.00 bis 19.00 Uhr
1220 Wien, Wulzendorfstraße 87
im Kindergarten der WKF mit Rechtsberatung
Tel.: +43 1/40125-52201 oder +43 678 6705468
Beratungszeit: Mittwoch
jeweils von 17.00 bis 19.00 Uhr
• mit Kindern auch über Gefühle sprechen;
Mit wachsendem Wortschatz kann
das Kind Gefühle zunehmend besser
beschreiben.
• Vorbildwirkung zeigen: Kinder beobachten,
wie Erwachsene mit Wut umgehen.
• Strategien erarbeiten: Wie gelingt es,
die akute Wut zu stoppen, damit der
Kopf wieder klarer wird (z. B. fünf tiefe
Atemzüge nehmen, die Hände wiederholt
ballen, langsam bis 10 zählen und
wieder zurück).
Im Alter von sechs bis zwölf Jahren werden
viele Fähigkeiten stabiler. Die Kinder können
sich länger konzentrieren, besser planen, Gefühle
etwas besser einordnen und benennen,
Aufgaben strukturierter meistern. Trotzdem
kommt es auch in diesem Alter schnell zu
Überwältigung, z. B. durch Hausaufgaben,
Freundschaften oder Konflikte. Hier helfen:
• klare Strukturen und Routinen
• verständliche Grenzen
• gemeinsam strukturieren: Hausaufgaben
in kleine Schritte aufteilen, To-do-Listen
nutzen
• fixe Abläufe schaffen: z. B. „Nach der
Schule 30 Minuten Pause, dann Hausaufgaben“
• über Gefühle nachdenken und sprechen:
„Was hat dir geholfen, wieder ruhig zu
werden?“
• Konflikte begleiten statt lösen: „Was
wäre eine gute Idee?“
• Erwartungen realistisch halten: Grundschulkinder
können noch nicht so vorausschauend
handeln wie Jugendliche.
UND WENN ES KRACHT?
Wenn Kinder wütend sind, brauchen sie
keine Strafe. Sie brauchen Erwachsene, die
mit ihnen gemeinsam ihre starken Gefühle
aushalten, benennen und einordnen können.
Hilfreich ist:
• laut und klar „Stopp“ sagen
• Beruhigen Sie zuerst sich selbst – Ihr
Kind reguliert sich auch über Ihre Ruhe.
• kurze Sätze benutzen wie: „Ich bin da“;
Mehr versteht ein aufgewühltes Kind
nicht.
• beim Kind bleiben, auch wenn es sich
abwendet – Nähe signalisieren, aber
nicht aufdrängen
• Körperkontakt anbieten: tragen, kuscheln,
Hand halten – wenn das Kind
das möchte
• körperliche Sicherheit gewährleisten: das
Kind schützen, ohne es zu fixieren
• keine langen Erklärungen, solange das
Kind mitten im Gefühlssturm steckt
• NACH der Wut: gemeinsam Lösungen
finden
Mit der Zeit gelingt es dem Kind immer
besser, Wut zu erkennen, auszuhalten, zu
benennen und in angemessene Handlungen
umzuwandeln – eine zentrale Fähigkeit für
Konfliktfähigkeit und Selbstbewusstsein.
So lernen Kinder: Wut ist erlaubt, aber schadet
niemandem und vergeht wieder.
Sandra Geisler
Abteilungsleitung Erziehungsberatung
& Entwicklungsbegleitung
sowie Familienberatungsstellen
Foto: Philipp Tomsich
WIEN
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BERATUNG
Foto: pvproductions - Magnific.com
Foto: Kerstin Flake
Univ.-Prof. in Dr. in Stefanie Höhl,
Leiterin des Arbeitsbereichs Entwicklungspsychologie
an der Fakultät für
Psychologie der Universität Wien
MUSIK BEREICHERT DIE
ENTWICKLUNG DES BABYS
In unserer Forschung wollten wir herausfinden,
was im Gehirn von Babys passiert,
wenn sie Musik hören. Dabei interessierte
uns besonders, wie Babys es wahrnehmen,
wenn ihre Mütter ihnen vorsingen. Wir luden
7 Monate alte Babys mit ihren Müttern
zu den Wiener Kinderstudien ein und baten
die Mütter, ihrem Kind je ein bekanntes
Schlaflied („Schlaf, Kindlein, schlaf“)
sowie ein Spiellied („Es tanzt ein Bi-Ba-
Butzemann“) vorzusingen. Währenddessen
beobachteten wir das Verhalten der Kleinen
und zeichneten ihre Gehirnaktivitäten
mit einem EEG auf. Wir fanden heraus,
dass die Babys dem Gesang ihrer Mütter
aufmerksam folgten. Der Gesang spiegelte
sich in ihren Gehirnaktivitäten wider! Dies
war vor allem beim Schlaflied der Fall, das
im Vergleich zum Spiellied langsamer und
mit besonders regelmäßigem Tempo und
in gleichmäßiger Tonhöhe gesungen wurde.
Dadurch fiel es den Babys vermutlich
leichter, dem Gesang zu folgen. Beim abwechslungsreicher
gesungenen „Bi-Ba-Butzemann“
schauten die Babys dagegen mehr
zu ihrer Mutter, was zeigt, dass das Spiellied
ihre Aufmerksamkeit stärker fesselte.
Zudem bewegten sie sich dabei mehr als
beim Schlaflied – sie tanzten mit!
MEIN KIND BESSER VERSTEHEN
UNSERE SERIE – TEIL 30
Warum Babys Musik lieben
Musik verbindet und bewegt Menschen
in allen Kulturen, und das schon von
klein auf. Wenn Musik erklingt, horchen
viele Babys auf und wippen oder klatschen
mit. Schon bei Föten im letzten
Schwangerschaftsdrittel wurde in Studien
mit Ultraschall beobachtet, dass
sie beginnen, sich zu bewegen, wenn
ihnen Musik vorgespielt wird.
Kein Wunder also, dass Eltern auf der
ganzen Welt musikalisch mit ihren Kindern
interagieren. Dabei verwenden sie oft
Schlaflieder, um ihr Kind zu beruhigen
oder um im Rahmen der Abendroutine
zu signalisieren, dass der Tag nun zu Ende
geht. Beliebt sind aber auch lebhafte musikalische
Interaktionen mit Spielliedern,
die Aufmerksamkeit wecken und zum gemeinsamen
Spiel animieren. Gerade wenn
Babys aufgeregt und gestresst sind, kann
es sogar sinnvoller sein, die Gefühlswogen
mit einem energiegeladenen Spiellied wieder
einzufangen als mit einem entspannten
Schlaflied, das gar nicht zur aktuellen
Gefühlslage passt. Studien zeigen, dass
Schlaflieder auf Mütter und Babys vor allem
dann beruhigend wirken, wenn sie
schon entspannt sind. Sind sie gestresst, reagieren
Babys dagegen mehr auf Spiellieder
und lassen sich eher durch diese ablenken
und wieder beruhigen.
Etwa ein Jahr nach der Studie baten wir
die Mütter, das Sprachvermögen ihrer nun
20 Monate alten Babys einzuschätzen. Jene
Kinder, die als Baby beim Spiellied besonders
aktiv „getanzt“ hatten und deren
Gehirnaktivitäten gerade dem schwierigeren
Spiellied gut folgen konnten, hatten
später einen größeren Wortschatz. Auch
bei älteren Kindern ist gut belegt, dass musikalische
Fähigkeiten mit der Sprachentwicklung
und den Lesefertigkeiten zusammenhängen.
Vermutlich wird das kindliche
Gehirn durch Musik darauf trainiert, auch
Rhythmen in der Sprache besonders präzise
wahrzunehmen. Das macht es ihnen
leichter, sprechen und später auch lesen zu
lernen. Musik ist also schon für die Kleinsten
eine Bereicherung. Wissenschaftliche
Beweise für den sogenannten „Mozart-Effekt“,
wonach vor allem klassische Musik
das frühe Lernen fördert, gibt es aber
nicht. Einflüsse des Musikhörens auf die
Intelligenz und sprachlichen Fähigkeiten
von Kindern sind nicht auf klassische Musik
beschränkt. Werdende Eltern müssen
ihren Musikgeschmack also keineswegs
überdenken. Ob Klassik, Kinderlieder oder
Hip-Hop: Musik wirkt generell anregend!
Forschung zum Mitmachen!
Die Wiener Kinderstudien laden Familien mit
Kindern herzlich ein, sich auf der Website zu
informieren oder unverbindlich zu melden:
Tel.: 01/4277-47480
Web: www.kinderstudien.at
E-Mail: kinderstudien@univie.ac.at
WIEN
17
Die Zukunft
wird mega.
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auf megacard.at. Diese Marketingmitteilung wurde von der UniCredit Bank Austria AG, Rothschildplatz 1, 1020 Wien, erstellt. Irrtum und Druckfehler vorbehalten.
Stand: April 2026
FREIZEIT
EFJUCA-Obfrau Sylvia Gauster-Fuchsberger
(links) bei der Übergabe der Jungen Box
Aspern an WKF aktiv-Bezirkskoordinatorin
Theresa Kranzler (rechts) gemeinsam mit den
Parkbetreuerinnen Gloria (2. v. li) und Julia
(2. v. re.). Im Kinder- und Jugendtreff Bassena
Stuwerviertel (2., Wolfgang-Schmälzl-Gasse
12/2) ist von Montag bis Freitag von 15:00 bis
18:30 Uhr immer etwas los.
Die Wiener Kinderfreunde aktiv
wachsen weiter
In der Leopoldstadt, in Meidling und in
der Donaustadt haben einige Vereine
ihre Angebote in die Hände von Wiener
Kinderfreunde aktiv gelegt. Für die
Kinder und Jugendlichen bedeutet das:
Alles, was ihnen gefällt und wichtig ist,
bleibt bestehen – und gleichzeitig entstehen
neue Möglichkeiten.
In der Leopoldstadt wurden seit
vielen Jahren beliebte Standorte
von den Vereinen Kinderfreunde
Leopoldstadt und Bassena Stuwerviertel
betreut. Bei den Kinderfreunden
bleiben die Parkbetreuungen, das Fair-
Play-Team, das Kinder-, Jugend- und Familienzentrum
friends, der Clubraum Hillerstraße
und der Kinder- und Jugendtreff
Bassena mit unveränderten Teams. Kreative
Freizeitangebote wie Spielen, Basteln,
Bewegen, Mitbestimmen, neue Freund:innen
kennenlernen und Abenteuer erleben,
all das geht wie gewohnt weiter.
Die Parkbetreuung findet an folgenden
Orten statt: im Manès-Sperber-Park, im
Odeonpark, in der Venediger Au (inkl.
Mädchen*-/tin*-Freiraum), in der Wohnhausanlage
Handelskai 214, im Mexikopark
und im Fritzi-Massary-Park.
Das Fair-Play-Team ist auch weiterhin
Ansprechpartner für Anliegen und Bedürfnisse
im öffentlichen Raum Leopoldstadt
und leistet wichtige Arbeit in den
Grätzln. Durch die Bündelung
aller Angebote unter einem gemeinsamen
Träger entsteht eine
gut vernetzte Offene Kinder- und
Jugendarbeit (OKJA) im Bezirk.
Die Teams können ihr Wissen nun besser
teilen, Fortbildungen und Projekte gemeinsam
planen und auch bestehende Angebote
lassen sich unter der gemeinsamen
Leitung noch einfacher koordinieren. Koordiniert
wird die OKJA im Bezirk nun
von Gerd Andrä, für das Fair-Play-Team ist
Lynn Claude ab sofort die Ansprechperson.
NEU IN MEIDLING
UND DER DONAUSTADT
Auch im 12. und im 22. Bezirk sind seit
Anfang des Jahres zwei ehemalige Vereine
Teil der Kinderfreunde-Gemeinschaft: In
Meidling übernehmen die Kinderfreunde
die Kinder- und Jugendbetreuung des Vereins
VZA (Verein Zentrum Aichholzgasse),
der vierzig Jahre lang im Bezirk großartige
Arbeit geleistet hat. In Zukunft wird die
Betreuung in den Kinderfreunde-Lokalen
Krichbaumgasse 14 (Jugend) und 38 (Kinder)
stattfinden. Wir freuen uns, neben der
Parkbetreuung hier nun auch für Jugendliche
Angebote zu setzen.
In der Donaustadt hat der Verein EFJUCA
die „Junge Box Aspern“ am Heldenplatz in
Aspern in unsere Hände übergeben. Kinder
und Jugendliche dürfen sich also weiterhin
auf Freizeit-Orte freuen, an denen
sie willkommen sind, wachsen dürfen und
mitbestimmen können. Wir danken allen
Vereinen für ihr jahrelanges Engagement
für junge Menschen in Wien!
Alle Infos zu den Angeboten unter:
wien.kinderfreunde.at/parkbetreuung
Carola Edinger
WIEN
19
FREIZEIT
Ein unvergesslicher
Ferienspaß
Jeweils 14 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren können im
August in den zwei Sommercamps unserer freizeitpädagogischen Betreuung
für Kinder mit Behinderungen einen unvergesslichen Ferienaufenthalt erleben.
Von Wien aus geht es mit dem Reisebus in die Steiermark, zum JUFA Gästehaus
Leibnitz. Auf dem Programm stehen u. a. spannende Workshops, lustige
Spiele, Minigolf und Schwimmen. Nach Abschluss des Camps erhalten alle
Familien ein Camp-Tagebuch mit den Erlebnissen vor Ort: für Einblick in und
Erinnerungen an die gemeinsame Zeit.
TERMINE:
SOMMERCAMP 1: 21.–28.08.2026
SOMMERCAMP 2: 30.08.–04.09.2026
Alle Infos gibt’s auch hier:
Kinderfreunde.at/barrierefrei
Die Anmeldung ist nur
schriftlich möglich.
Detailinformation über Ablauf, Termine
und Anmeldemodalitäten erhalten
Sie von Sabine Raab, Leiterin Freizeitpädagogik barrierefrei,
Betreuung für Kinder & Jugendliche mit Behinderungen:
01/40125-20100 | sabine.raab@wien.kinderfreunde.at
UNSER WINTERCAMP 2026:
LAGERFEUER UND LEBENSFREUDE
Viel Schnee und strahlender Sonnenschein prägten das Wintercamp
2026 in Klaffer am Hochficht/OÖ, an dem zwölf Kinder und Jugendliche
sowie acht Betreuungspersonen teilnahmen. Neben der inzwischen
traditionellen Faschingsparty, dem Lagerfeuer mit Schokobananen
und Gitarrenmusik waren Ausflüge ins Museum Villa Sinnenreich und
ins Schwimmbad Passau echte Highlights. Untergebracht war die
Gruppe erneut im MühlFunViertel (Kinderfreunde-Haus). Mit dabei
war auch Viktoria Häck von der Abteilung Freizeitpädagogik barrierefrei,
Projektleitung Summer City Camps/unterjährige Ferien: „Ich
durfte zum ersten Mal Campluft schnuppern. Die Atmosphäre, geprägt
durch Zusammenhalt, Lebensfreude und viel gemeinsames Lachen,
war für mich ein einzigartiges Erlebnis. Das Camp hat mir einmal mehr
gezeigt, wie wertvoll solche gemeinsamen Erlebnisse für Kinder und
Jugendliche, aber auch für die erwachsenen Personen sind.“
Foto: Philipp Tomsich
20
WIEN
FREIZEIT
Sevi und Robi
im Sommer
Für alle, die im Sommer gerne unabhängig vom Wetter und in wohltemperierter
Umgebung spielen möchten, ist der Indoorspielplatz
Seversaal der Wiener Kinderfreunde aktiv in Ottakring genau das
Richtige! Sicherheit, Sauberkeit und eine herzliche Atmosphäre stehen
im Sevi bei jeder Menge Spielmöglichkeiten an erster Stelle.
Achtung, Sommeröffnungszeiten: Ab dem 4. Juli hat der Sevi
von Dienstag bis Freitag geöffnet. Von 15. August bis einschließlich
7. September bleibt er geschlossen.
Ab dem 8. September ist der Sevi wieder dienstags bis sonntags
(ausgenommen Feiertage) geöffnet!
Illustration: Katharina Bauer
GEWINNSPIEL:
WIR VERLOSEN 3 FAMILIEN-
EINTRITTSKARTEN FÜR DAS
HAUS DES MEERES
Wer kennt es nicht, das abenteuerliche Haus
des Meeres mitten im 6. Wiener Gemeindebezirk
am Fritz-Grünbaum-Platz 1? Wir dürfen
3 Eintritte für Familien (jeweils Tickets für
2 Erwachsene und 2 Kinder) verlosen. Viele
Menschen in der Stadt kennen das Haus des
Meeres auch schon von innen, vielleicht waren
aber einige unserer Leser:innen noch nie
dort, um Meeresschildkröten, Hammerhaie
oder Rochen zu bewundern und auch das angeschlossene
Tropenhaus und die Terrarienabteilung
zu besuchen. Auf die Gewinner:innen
wartet ein unvergesslicher Besuch!
TEILNAHMESCHEIN:
HAUS DES MEERES
Sommer ist am Kinderfreunde-Robinsonspielplatz
Hochsaison. Auch heuer gibt es von Montag
bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr jede Menge
Programm mit verschiedenen Schwerpunkten
wie Bewegung und Sport, Kreativwoche, Kochen,
Werklwoche, Survival-Skills oder „Generationen
spielen und bauen gemeinsam“. Jeden Montag und
Dienstag könnt ihr Sticker für das WIENXTRA-Ferienspiel
sammeln. Näheres dazu unter wienxtra.at/
kinderaktiv
Wenn ihr als Gruppe (ab 8 Personen) kommen
möchtet, müsst ihr euch bitte anmelden unter
0664/88461756 oder robinson@wien.kinderfreunde.at
Auch das Bezirksferienspiel findet 2026 wieder am
Robi statt: Am 15. Juli heißt es Kochen mit der Natur,
am 26. August geht es um Survival-Skills vom Feuermachen
bis zur Orientierung, und am 3. September
steht generationenübergreifendes Spielen und
Werkeln im Mittelpunkt.
Und am 18. September feiert der Robi von
14.00 bis 18.00 Uhr seinen 60. Geburtstag!
Unbedingt vormerken, denn ihr seid
alle eingeladen! Mehr Infos dazu gibt es in
der nächsten Kinder und Eltern!
Foto: Philipp Tomsich
Name d. Kindes: _________________
Alter d. Kindes:__________________
Straße:_______________________
Postleitzahl:____________________
Ort: _________________________
Tel./E-Mail: ____________________
Die angegebenen Daten werden für Abwicklungszwecke
von den Österreichischen Kinderfreunden
– Landesorganisation Wien aufbewahrt. Nähere
Infos unter kinderfreunde.at/datenschutz/landesorganisation-wien.
Ich bin damit einverstanden,
dass die Österreichischen Kinderfreunde – LO Wien
meine Daten für eine eventuelle Zusendung des
Gewinns verwenden.
Teilnahmeschein ausfüllen und an die Wiener Kinderfreunde,
„Redaktion Kinder und Eltern“, Albertgasse
23, 1080 Wien senden. Kennwort „Haus des
Meeres”; Teilnahme auch per E-Mail: redaktion@
wien.kinderfreunde.at möglich. Einsendeschluss
ist der 26. Juni 2026. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Eine Barablöse des Gewinns ist nicht
möglich. Die Gewinner:innen werden schriftlich
verständigt.
WIEN
21
Foto: Gert Perauer
Wir wollen
die Rosen dazu!
In Steinbrunn im Burgenland findet
vom 23. bis 25. Mai 2026 das Landespfingstlager
der Roten Falken mit dem
Motto „Wir wollen die Rosen dazu!“
statt. Worum es dabei geht, haben wir
mit Hannah Müllner vom Landessekretariat
Rote Falken Wien besprochen.
Was steckt hinter „Wir wollen die Rosen
dazu!“?
Das ist eine Textpassage aus dem Lied „Brot
und Rosen“, das 1912 durch einen Streik von
Textilarbeiterinnen bekannt wurde. Im Lied
gibt es auch die Zeile „Her mit dem ganzen
Leben!“, weil sich der Streik gegen Hungerlöhne
und Kinderarbeit richtete – und
grundsätzlich Gleichberechtigung forderte.
Mit dem Motto wollen wir zeigen, dass diese
noch immer nicht besteht und der Kampf
weitergehen muss. Dass Reiche immer reicher
werden, dass Frauen noch immer nicht
die gleichen Chancen haben, Carearbeit an
ihnen hängen bleibt und sie am meisten von
Gewalt betroffen sind, können und wollen
wir nicht länger hinnehmen. Wir wollen
unsere Mädchen in ihrem Tun und Sein aktiv
stärken und unsere Jungs über ihre Privilegien
aufklären.
Was passiert dazu beim Pfingstlager?
Heuer machen wir unser Landespfingstlager
gemeinsam mit den Kinderfreunden
Burgenland. Grundsätzlich wird viel Fokus
auf Empowerment und Aufklärung gelegt.
Es wird mehrere Workshops geben, u. a. zu
Geschlechterrollen und Queerfeminismus,
kritischen Männlichkeiten, feministischen
Perspektiven auf Krieg; im Liederworkshop
werden wir etwa auch Texte kritisch
betrachten und umschreiben.
Welche weiteren Aktionen gab und gibt es
2026 zu eurer Empowerment-Kampagne?
Zum Start haben wir für unsere Bezirksgruppen
ein Gruppenstundenpaket zusammengestellt.
Darin ist ein feministisches
Gruppenstundenkonzept zu finden, das
über zehn unterschiedliche Methoden beinhaltet,
die für Gruppenstunden geeignet
sind (rotefalken.at/wien/kampagnen/
wir-wollen-die-rosen-dazu/materialien).
Zudem gibt es Kampagnen-Merchandise,
u. a. die „alerta feminista“-Kappe (rotefalken.at/wien/merch).
Es gab bereits einen gemeinsamen feministischen
Filmabend, bei dem wir „Barbie“
angeschaut haben; außerdem ein feministisches
Tagesseminar mit zwei Workshops:
Zu Frauenfeindlichkeit war es „Digitale
Zivilcourage: Feministisch kontern statt
scrollen“, bei dem misogyne Internetvideos,
Reels und Social-Media-Content
analysiert wurden. Untersucht haben wir
typische Narrative der antifeministischen
Mythen, ihre emotionale Wirkung und die
Rolle des Algorithmus bei der Verbreitung.
Der andere Workshop „Jin, Jiyan, Azadî!“
hatte den Fokus auf die gesellschaftliche
und politische Entwicklung in Rojava, der
autonomen Selbstverwaltung in Nord- und
Hannah Müllner
Landessekretariat Rote Falken Wien
Ostsyrien. Im Fokus stand die Rolle der
Frauen in der Revolution und die Idee eines
feministischen Befreiungskampfes.
Wir planen noch einen feministischen
Stadtspaziergang, einen Reflexionsraum
für unsere Betreuer:innen sowie einen
„Gossip-Tisch“, wo sich FLINTA*-Betreuer:innen
in einem Wiener Beisl treffen
und gemeinsam politisieren. Mehr Infos
zur Kampagne gibt es hier: rotefalken.at/
wien/kampagnen/wir-wollen-die-rosendazu
Zum Sommercamp in Döbriach laden die
Roten Falken in diesem Jahr vom 18. Juli
bis zum 1. August ein. Mehr Infos dazu
sind demnächst zu finden: rotefalken.at/
mach-mit/veranstaltungen-2
Das Gespräch führte Michael Elsner.
* FLINTA steht für Frauen, Lesben, Inter-
Menschen, nichtbinäre Menschen, Transmenschen
und Agender-Menschen.
Foto: Philipp Tomsich
22
WIEN
FREIZEIT
Eiskalte Hilfe
einfach selbst gemacht
Fotos: Philipp Tomsich
Beim Toben ist es schnell passiert: Eine kleine Prellung oder
Verstauchung ist kein Weltuntergang, aber schmerzt doch
sehr. Zur Linderung hilft am besten Kühlen, wie auch bei allzu
großer Sommerhitze. Wir zeigen, wie man eine Gelkompresse
aus dem Gefrierfach ganz einfach selbst bastelt – und das sogar
in der Lieblingsfarbe.
DAS WIRD GEBRAUCHT:
• 1 kleiner Kochtopf und eine Herdplatte
• 160 ml kaltes Wasser
• 55 g Salz
• 25 g Speisestärke
• Lebensmittelfarbe
• 1 Schneebesen
• 2 kleine (ca. 10 × 15 cm) oder
1 größerer Plastikbeutel mit Druckverschluss
(Zipper-Sackerl)
• 1 Löffel & 1 Schüssel
Die Menge reicht für zwei kleine
oder ein größeres Kühlpad.
SO WIRD’S GEMACHT:
1. Gib Wasser, Salz und Speisestärke
in den Kochtopf und verrühre die
Mischung.
2. Erhitze die Mischung unter ständigem
Rühren vorsichtig, bis sich
ein Gel bildet. (Lass dir dabei von
einem:einer Erwachsenen helfen!)
3. Gib einige Spritzer Lebensmittelfarbe
dazu – je mehr, desto intensiver
die Farbe.
4. Lass das Gel etwas abkühlen und
fülle es dann mit einem Löffel in den
Plastikbeutel.
5. Tipp: Stell den Beutel in eine kleine
Schüssel, dann geht’s einfacher.
6. Drücke die Luft aus dem Beutel und
verschließe ihn gut mit dem Druckverschluss.
Schon ist die Gelkompresse fertig
und kann ins Gefrierfach!
Aufgepasst: Das Kühlpad frisch aus
dem Gefrierfach ist zunächst sehr kalt;
also nicht auf nackter Haut verwenden
und z. B. Geschirrtuch darum wickeln.
Viel Spaß beim gemeinsamen Ausprobieren
wünschen euch Emil, Michael und Philipp!
WIEN
23
Unsere Lieblingsbücher
für den Sommer
Illustration: Katharina Bauer
Coco freut sich auf die Sommerferien im neuen
Haus, in das sie mit ihrer Familie gezogen ist. Doch
mit dem neuen Zuhause gibt es natürlich auch neue
Nachbarn, wie Maik, der etwas jünger als Coco ist
und mit schweren Stimmungsschwankungen kämpft.
Maiks Alltag scheint so ganz anders als der von Coco.
Sie hat es mit ihrer lustigen Patchwork-Familie gut
getroffen, Maik hingegen wird von seinen Eltern
kaum unterstützt. In diesem packenden Buch werden
bewegende Themen behandelt, die gerade in der
Pubertät so wichtig sind.
Armin Kastner: … und dazwischen Coco
Verlag Jungbrunnen 2026, ISBN: 978-3-7026-6029-1,
€ 18,00, ab 9 Jahren
Warum nennt die Oma ihren
Enkel auf einmal John, obwohl
der gar nicht so heißt?
Auch ihr Vertrauen in die
Bank ist plötzlich dahin. Sie
hebt alles ab und ihr Enkel
übernimmt Verantwortung
für das viele Geld, das Oma
nun bei sich zu Hause hat.
Zum Glück kommt schließlich
der Arzt vorbei und kann
Oma helfen. Ihr Gedächtnis
ist zurück. Ulf Nilsson erzählt auf behutsame Weise
von Krankheit in der Familie und die dadurch entstehende
Überforderung von Kindern. Nilsson setzt
sich in diesem wichtigen Buch für Erstleser:innen
dafür ein, mit Kindern über Erkrankungen altersgerecht
zu sprechen, damit es nicht zur Überforderung
kommt.
Ulf Nilsson: Als die Oma seltsam wurde
Moritz Verlag 2026, ISBN: 978-3-89565-501-2
€ 13,00, ab 8 Jahren
Jetzt ist es also passiert: Der Räuber
Hotzenplotz ist aus dem Spritzenhaus ausgebrochen
und hat die Großmutter entführt!
Kasperl, Seppel und Wachtmeister
Dimpfelmoser werden, wie wir aus diesem
Kinderbuchklassiker wissen, alles daran
setzen, sie mit List aus den Fängen des
Räubers zu befreien. Für die Reihe „Kleine
Lesehelden“ des Thienemann Verlags
wurde die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz
vereinfacht, etwas gekürzt und mit
vielen Rätseln zum spielerischen Lernen
für kleine Leseheld:innen aus der 2. und
3. Schulstufe ergänzt. Die zahlreichen lustigen Illustrationen
stammen von Thorsten Saleina.
Otfried Preußler, Thorsten Saleina: Neues vom Räuber Hotzenplotz
Reihe Kleine Lesehelden, Thienemann Verlag 2026, ISBN: 978-
3-522-18674-2, € 11,00
Österreichische Post AG, MZ 02Z032251 M Verlagspostamt 1080 Wien, Erscheinungsort Wien
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Albertgasse 23, 1080 Wien, Tel.: 01/401 25, ZVR: 493711481. Geschäftsführung: Alexandra
Fischer, Daniel Bohmann, Chefredaktion: Michaela Müller-Wenzel, CvD: Evelyn
Steinthaler, Anzeigen: Marion Pregesbauer, Redaktion: Michael Elsner, Fotoredaktion
und Familienzeit: Philipp Tomsich, Layout und Satz: Ronny Günl; Fotos (sofern nicht
anders angegeben): Wiener Kinderfreunde. Druck: Gutenberg-Werbering GmbH, Anastasius-Grün-Straße
6, 4021 Linz.
Erscheinungsdatum: Mai 2026
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