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Spielzeitheft 2026/2027 des Schauspiel Leipzig

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VORWORTE ———> 2

GRUßWORTE ———> 6

ENSEMBLE & GÄSTE ———> 1 2

PREMIEREN &

WIEDERAUFNAHMEN ———> 2 0

OPEN-AIR-THEATER ———> 24

SCHAUSPIELHAUS ———> 29

DISKOTHEK ———> 52

RESIDENZ ———> 70

FOYER 1 ———> 78

PARTIZIPATION ———> 8 2

INKLUSION ———> 9 0

Schauspielstudio ———> 86

Kooperationen ———> 8 8

Das Haus ———> 92

P reise ———> 9 6

Saalplan ———> 9 8

Abonnements ———> 99

Ser v ice ———> 10 2

Kontakte ———> 104

Impressum ———> 104


Liebe Freundinnen und Freunde

des Schauspiel Leipzig,

lieber Enrico Lübbe,

das Schauspiel Leipzig hat sich unter Ihrer Leitung zu einer

Bühne von überregionalem und international wahrgenommenem

Renommee entwickelt. Mit großer künstlerischer Neugier,

ästhetischer Konsequenz und gesellschaftlicher Relevanz setzen

Sie Maßstäbe, die weit über die Stadt hinaus wahrgenommen

werden. Damit tragen Sie entscheidend dazu bei, Leipzig

als lebendige und zukunftsorientierte Kulturstadt zu repräsentieren.

Und auch die Leipzigerinnen und Leipziger wissen das

zu schätzen — der Erfolg zeigt sich nicht zuletzt im großen

Publikumszuspruch, die Auslastungszahlen befinden sich seit

Jahren auf einem bemerkenswert hohen Niveau.

Besonders sichtbar wird die Strahlkraft Ihres Hauses

auch bei den wichtigen Theaterfestivals im deutschsprachigen

Raum und darüber hinaus. Die Einladung zum Berliner Theatertreffen

2026 mit „Drei Mal links ist rechts“ von Julian Hetzel

würdigt eine künstlerisch herausragende Arbeit ebenso wie

das programmatische Profil der Spielstätte Residenz. Solche

Einladungen sind immer auch eine Anerkennung für die kontinuierliche

künstlerische Entwicklung eines Hauses und ein

starkes Signal für die Bedeutung des Schauspiel Leipzig innerhalb

der deutschen Theaterlandschaft.

Ähnliches gilt für die wiederholten Einladungen zu

den Mülheimer Theatertagen, dem wichtigsten Festival für

Gegenwartsdramatik. Dass in diesem Jahr gleich zwei Stücke

aus dem Schauspiel Leipzig eingeladen wurden — „Der Girschkarten“

und „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ —

ist außergewöhnlich. Zugleich sind diese Inszenierungen bereits

die Einladungen Nummer neun und zehn zum Mülheimer

Festival in Ihrer Intendanz. Auch dazu gratuliere ich Ihnen

sehr herzlich.

Das Schauspiel Leipzig ist nicht nur für das Publikum unserer

Stadt ein wichtiger kultureller Ort, sondern setzt auch überregional

Impulse und prägt künstlerische Entwicklungen. Dabei

ist das Theater weit mehr als ein Ort der Aufführung: Es

ist ein Raum für gesellschaftliche Debatte, für künstlerische

Experimente und für gemeinsames Nachdenken über unsere

Gegenwart.

Gerade in einer wachsenden und vielfältigen Stadt wie

Leipzig ist diese Funktion von unschätzbarem Wert. Theater

schafft Begegnung zwischen unterschiedlichen Perspektiven

und Lebenswirklichkeiten und stärkt damit die kulturelle Identität

unserer Stadt.

Zugleich wissen wir, dass die kommenden Jahre für

öffentliche Haushalte herausfordernd sein werden. Auch die

Kultur wird mit knapperen Ressourcen umgehen müssen.

Umso wichtiger ist es, sich immer wieder bewusst zu machen,

welchen Wert Einrichtungen wie das Schauspiel Leipzig für

eine Stadtgesellschaft haben. Gerade die Kunst hat immer wieder

gezeigt, dass Kreativität, Zusammenarbeit und Offenheit

für neue Wege auch unter schwierigen Bedingungen außergewöhnliche

Ergebnisse hervorbringen können.

Für Ihr großes Engagement in all den Jahren danke

ich Ihnen ausdrücklich. Die zahlreichen Einladungen zu bedeutenden

Festivals sind nicht nur ein Erfolg für Ihr Haus, sondern

auch ein starkes Signal für die Bedeutung der Kulturstadt

Leipzig.

Ich wünsche Ihnen, Ihrem Ensemble und dem gesamten

Team Hals- und Beinbruch für die neue Spielzeit.

Dr. Skadi Jennicke

Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig

2


Liebe Leipzigerinnen und Leipziger,

sehr verehrtes Publikum,

bevor ich Ihnen die letzte Spielzeit des Schauspiel Leipzig unter

meiner Leitung vorstellen darf, möchte ich mit großer

Dankbarkeit noch einmal auf die vergangenen vierzehn Jahre

zurückblicken.

Zur Spielzeit 2013 / 14 sind wir gemeinsam als Team mit dem

Ziel angetreten, das Schauspiel Leipzig als Theater für die

Stadt zurückzugewinnen — als offenen, kommunikativen Ort

im Herzen Leipzigs, der sich vielfältigen Interessen und einem

ebenso vielfältigen Publikum öffnet.

Dieser Weg begann mit einer deutlichen Öffnung in

die Stadt hinein. Zahlreiche Kooperationen — unter anderem

mit dem Gewandhausorchester, dem Zoo Leipzig, der Freien

Szene und dem Ballett der Oper Leipzig — initiierten wir gleich

zu Beginn. Aus vielen dieser Begegnungen sind über die Jahre

feste, oft freundschaftliche Partnerschaften entstanden, weitere

kamen hinzu. Weggefährtinnen und Weggefährten aus

diesen langjährigen Kooperationen haben noch einmal Grußworte

wie schon zu Intendanzbeginn verfasst, die Sie auf den

folgenden Seiten lesen können. Dafür und für die vertrauensvolle

Zusammenarbeit danke ich allen ganz herzlich.

Bereits 2013 / 14 etablierten wir am Schauspiel Leipzig drei neue

Formate, die wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit wurden

und blieben: Mit der Diskothek schufen wir einen eigenen Ort

für zeitgenössische Dramatik, der 2017 eine neu gebaute Spielstätte

erhielt. Auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei

entstand mit der Residenz ein bis dahin einzigartiges

Artists-in-Residence-Programm, das nationale und internationale

Künstlerinnen und Künstler mit den Strukturen eines

deutschen Stadttheaters verband und über die Jahre nachhaltige

künstlerische Synergien entwickelte. Vorreiter wurde das

Schauspiel Leipzig zudem im Bereich Inklusion mit der festen

Institutionalisierung der Audiodeskription. In den vergangenen

Spielzeiten kamen weitere inklusive Angebote hinzu, etwa

mit „Altbau in zentraler Lage“ eine eigens in Auftrag gegebene

Produktion in Deutscher Gebärden- und Lautsprache,

die beispielhaft für unsere Arbeit im Bereich Inklusion ausgezeichnet

wurde.

Unser Schwerpunkt „Pay Attention!“ führte uns hinaus

in die Stadt Leipzig, in Räumlichkeiten wie die ehemalige

Stasi-Sauna auf dem Matthäikirchhof, das Stadtarchiv oder

sogar in die Straßenbahn der LVB. Unsere Interimsspielstätte

auf dem agra Messepark Leipzig schloss die Gegenwart kurz

mit der Geschichte der agra-Landwirtschaftsausstellung der

DDR und der Geschichte dieses Areals.

Unsere künstlerische Arbeit fand weit über Leipzig hinaus

große Resonanz und Anerkennung. So erhielt das Schauspiel

Leipzig in den vergangenen Jahren mehr als 40 Festivaleinladungen,

darunter wiederholt zum Berliner Theatertreffen,

zu den Mülheimer Theatertagen, den Autor:innentheatertagen

Berlin, dem Heidelberger Stückemarkt, dem Impulse Festival,

den Ruhrfestspielen sowie zur Biennale in Venedig. Zudem

wurden wir mit renommierten Auszeichnungen wie dem

Martin-Linzer-Theaterpreis und dem Deutschen Theaterpreis

DER FAUST geehrt.

Der wichtigste Ansporn unserer Arbeit aber war stets

Ihr Interesse. Dieses zu gewinnen und kontinuierlich zu steigern

ist uns gelungen: Die Auslastung unserer Angebote wuchs

über die Jahre hinweg und erreichte 2025 mit 83 Prozent einen

neuen Höchstwert in der Geschichte des Hauses.

Solche Erfolge sind und waren nur möglich dank eines

herausragenden, hochmotivierten Teams. In allen Abteilungen

des Hauses haben großartige Kolleginnen und Kollegen unsere

Arbeit über Jahre hinweg getragen und entscheidend mitgestaltet.

Stellvertretend seien genannt die Gewerke Licht, Ton/

Video und Bühnentechnik, die die Produktionen in allen Spielstätten

gleichwertig hochqualitativ betreut haben. Ohne diese

Gewerke wäre die ag(o)ra nicht in dieser Qualität zu bespielen

gewesen. Aber auch unserer Maskenabteilung sowie den

Theaterwerkstätten, die uns über Jahre Bühnen- und Kostümbilder

in einer unglaublichen Qualität gestaltet haben, möchte

ich an dieser Stelle sehr danken. Unser Schauspielensemble

sowie zahlreiche künstlerische Weggefährtinnen und Weggefährten,

die Leipzig geprägt haben — und von Leipzig geprägt

wurden —, machten das Schauspiel Leipzig zu einem der

renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Und

nicht zuletzt wussten wir Sie, unser Publikum, immer an unserer

Seite. Gemeinsam haben wir große Herausforderungen

bewältigt: die Corona-Pandemie, umfangreiche Umbau- und

Sanierungsarbeiten, Interimsspielorte. Sie sind uns dabei treu

geblieben und haben unsere Arbeit hier wie dort begleitet. Dafür

danke ich Ihnen sehr herzlich.

3


In der kommenden Spielzeit setzen wir unser Spielzeit-Motto

„Wir-Gesänge“ fort; stellvertretend für die Neuproduktionen

möchte ich hier drei Titel nennen. Wir eröffnen mit einem

großen, zweiteiligen Epos der Gegenwart: „Das Vermächtnis“

von Matthew Lopez. Wolfram Höll, der uns von Beginn an begleitet

hat, hat uns ein weiteres Auftragswerk geschrieben, das

über mehrere Jahrzehnte deutscher Geschichte gespannt ist:

„OST“. Am Ende der Spielzeit laden wir Sie zu einer Produktion

ein, die besondere und sonst selten zugängliche Räume des

Hauses bespielt, Sie durch das gesamte Theater führt und noch

einmal das ganze Ensemble präsentiert: „Schöne Vorstellung“.

Daneben haben wir in der kommenden Spielzeit viele

erfolgreiche Produktionen unseres Repertoires im Programm.

Was bleibt?

Diese Frage beschäftigt uns Theaterleute seit jeher. Denn unsere

Kunst entsteht im Moment und vergeht mit ihm. Sie lässt

sich nur schwer bewahren — was bei besonders gelungenen

Momenten schmerzlich sein kann und doch zu ihrem Wesen

gehört. Wir Theatermenschen sind geübt im Loslassen und

darin, uns immer wieder neu auf die Suche zu machen. Denn

Theater braucht, um lebendig zu bleiben, Veränderung: neue

Impulse, andere Perspektiven, Erzähl- und Denkräume.

Ich persönlich freue mich sehr, am Ende meiner Intendanz

das Schauspiel Leipzig als ein bestens aufgestelltes

Haus mit großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu

wissen — und Ihnen allen möchte ich von Herzen danken: für

Ihre Unterstützung, Ihr Vertrauen, Ihre Loyalität und Ihre

Treue.

Herzlichst,

Ihr

Leipzig, Frühjahr 2026

Enrico Lübbe

4


5


GRUßWORTE

SEHR GEEHRTE,

LIEBE FREUNDINNEN

UND FREUNDE DES

LEIPZIGER

SCHAUSPIELS,

hoch lag die Latte: Das Schauspiel starte „in eine neue Ära“, so

kündigte ich es damals im Spielzeitheft an, als Enrico Lübbe

2013 als Intendant begann. Nach fast anderthalb Jahrzehnten

mit ihm stellen wir glücklich fest: Als Stadt hatten wir große

Erwartungen — und sie wurden erfüllt. Das Schauspielhaus

wurde unter seiner Führung zu einem „Theater für eine Stadtgesellschaft,

das Jüngere wie Ältere, Freunde traditioneller wie

postmoderner Interpretationen begeistert, verbindet, mit einander

ins Gespräch bringt“.

Etwa über Gier, Verführung und den Verlust von

Menschlichkeit. In der vergangenen Spielzeit nahm Enrico

Lübbe seine Inszenierung von 2022, „Das kalte Herz“, wieder

in den Spielplan auf — das Märchen von Peter Munk, der sein

Herz gegen Reichtum eintauscht. Obwohl fast 200 Jahre alt,

spricht der Stoff unmittelbar in unsere Gegenwart, in der Macht

und ökonomische Interessen allzu oft über alles andere gestellt

werden. „Hol dir dein Herz zurück und werde ein besserer

Mensch!“, mahnt darin der gute Waldgeist, das Glasmännlein.

Theater kann uns verändern. Die Schauspielerinnen

und Schauspieler lassen uns Konflikte, Ängste und Hoffnungen

erleben — aus nächster Nähe, live — im Großen Haus, auf den

kleineren Bühnen der Diskothek und Residenz. Moralische

Zaubertränke werden nicht verabreicht, doch wir spüren

etwas, wir fühlen mit, wir denken und wir zweifeln. Mit

Begeisterung: Die Vorstellungen sind gut besucht, oft ausverkauft.

Enrico Lübbe hat bewiesen, dass Leipzig auch Theater stadt

ist — eine, die nach außen und nach innen wirkt. Da sind die

Auszeichnungen und Einladungen zu großen Festivals wie

dem Berliner Theatertreffen, den Mülheimer Theatertagen und

zur Biennale in Venedig. Und das zeigen die Kooperatio nen

mit Leipziger Institutionen wie dem Gewandhaus und der

Oper, mit dem Zoo, dem Museum der bildenden Künste oder

der Freien Kulturszene. In der Corona-Zeit musste das Schauspiel

sich neu erfinden und streamte Theaterstücke. Enrico

Lübbe hat sein Haus gut durch die Pandemie geführt und —

noch viel wichtiger — er hat es geschafft, es danach auch wieder

mit Zuschauerinnen und Zuschauern zu füllen.

Für all das gilt ihm mein größter Dank. Ich wünsche

ihm eine erfolgreiche letzte Spielzeit und uns, dem Publikum,

viele intensive und eindrückliche Theaterabende!

Ihr Burkhard Jung

Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

6


ALLES NUR THEATER,

ODER NICHT?

WAS SOLL, KANN

UND DARF

STADTTHEATER HEUTE?

In deiner Zeit am Schauspiel Leipzig bist du diesen Fragen unentwegt

nachgegangen, hast Menschen zusammen- und Stücke

auf die Bühne gebracht, die einige Preise mit nach Hause

brachten. In der aktuellen Zeit, in der die Rolle von Kunst und

Kultur ständig unter Druck steht, braucht es kontinuierliche

Wegbegleiter, die für die Kunst einstehen. Was heißt es in

Zeiten wie diesen, Intendant zu sein? Muss man — neben der

künstlerischen Handschrift, mit der man als Leitung das Theater

mitten in der Stadt prägt — nicht auch ein Vermittler in

viele Richtungen sein? So habe ich dich in den letzten Jahren

erlebt: nicht laut und im Bann der Emotionen, sondern mit

langem Atem und als verlässlicher Garant. Die Emotionalität

überlässt du den Protagonist*innen auf der Bühne!

Auch wir blicken im Schulterschluss des Schauspiels

und der Freien Szene auf gelungene gemeinsame Erinnerungen,

sei es die KATAPULT-Plattform oder das Festival Politik im

Freien Theater, auf das wir mehr als drei Jahre hingearbeitet

hatten. Ich danke dir, dass du der Freien Theaterszene so offen

gegenüberstehst und damit einen Marker für künftige Generationen

in der Bosestraße gelegt hast.

14 Jahre Leitung eines beachtlichen Stadttheaters in der Bundes

republik, welches du nach dem letzten Intendanzwechsel

wieder in verlässliche Fahrwasser manövriert hast. Dass das

Schauspiel Leipzig heute so dasteht und sich einen Namen in

der Szene gemacht hat, ist nicht zuletzt dein Verdienst und dafür

gilt es DANKE zu sagen.

Euphorie und Traurigkeit wohnen dem Theater jeher inne

und auch wenn der Wind die ersten Brisen des Abschieds

hereinweht, wünsche ich dir, lieber Enrico, und dem gesamten

Team des Schauspiel Leipzig eine unvergessliche Abschlusssaison

mit vielen großen Emotionen, aber auch den leisen

Klängen, die von Herzen kommen. Ich bin gespannt, auf was

wir uns alles freuen können. TOI TOI TOI für die letzten Vorhänge!

IHR HABT ORTE

AKTIVIERT UND

NEUES, HISTORISCH

WERTVOLLES

ENTDECKT

Lieber Enrico,

ich danke Dir für Deine Zeit hier in Leipzig am Schauspiel!

Du hast es geschafft, wieder junge Leute ins Theater zu holen

— und nicht nur die. Auch die, die vorher nichts mit Theater zu

tun hatten, die sind wieder ins Schauspiel gekommen, weil Du

mit Deinem Team ein neues Programm konsequent und permanent

aufgebaut hast!

Du hast das geschafft, weil das Schauspiel unter Deiner

Führung wieder Teil des kulturellen Lebens Leipzigs geworden

ist, Du hast in die Stadt hinein agiert, mit den verschiedenen

Akteuren gesprochen, Institutionen und Personen

aus Kunst, Kultur und Politik durch Kooperationen mit genommen

und somit die unterschiedlichsten Kreise erreicht.

Nur um zwei Beispiele zu nennen, eins, was uns konkret

betraf: Titus Schade! Nach seinem Entwurf des Bühnenbilds

zum Stück „Wolken.Heim“ von Elfriede Jelinek konnte

während der Spielpause dieses tolle Werk im Museum der bildenden

Künste gezeigt werden. Seine Kunst war noch einmal

anders begreifbar und konnte ganz neu erlebt werden, und das

durch Dein Engagement.

Auch Deine Inszenierung auf dem Agra-Gelände war

unglaublich! Und durch den Fund so eine Bereicherung für

das Archiv Leipzigs. Ihr habt Orte aktiviert und Neues, historisch

Wertvolles entdeckt.

Anne-Cathrin Lessel

Künstlerische Leiterin LOFFT — DAS THEATER

Danke für diese Energie und diese Kraft!

Dein Judy

Gerd Harry Lybke

Galerie EIGEN + ART

7


ES IST DAS

SCHAUSPIEL

DES MENSCH-SEINS

UND

MENSCH-BLEIBENS,

DAS IM MITTEL-

PUNKT DIESER

„WIR-GESÄNGE“

STEHT

Das Leben in einer europäischen Stadt und besonders im

liebenswert in die eigene Größe vernarrten Weltdorf Leipzig

war immer schon großes Theater.

Wie viel davon sich aber auf den städtischen Bühnenbrettern

wiederfindet, hängt davon ab, wie gut dessen Macherinnen

und Macher den Puls der Gesellschaft fühlen und ob es ihnen

gelingt, das aus Worten und Regieanweisungen bestehende

Dramenerbe Abend für Abend ebenso respektvoll wie gegenwartsorientiert

neu anzutreten. Das haben Theater mit

Geschichtsmuseen gemein, deren historische Bauzeugen und

Objektbestände ebensolche „Bühnenbilder“ und „Texte“ bereitstellen,

aus denen es für Besuchende von heute Relevantes in

Szene zu setzen gilt. In diesem ebenso lustvollen wie herausfordernden

Bestreben fühlen wir uns als Museumsverantwortliche

seit Langem eins mit Enrico Lübbe, Torsten Buß und

ihrem ganzen Team — ob es nun um den tragischen Mörder

Woyzeck, die transformationskritische Aneignung des Faust

oder auch die Geheimnisse des Matthäikirchhofs und Coffe

Baums geht. Immer ist es das Schauspiel des Mensch-Seins

und Mensch-Bleibens, das im Mittelpunkt dieser „Wir-Gesänge“

steht, die in den Resonanzräumen gemeinsamer Projekte

noch widerklingen werden, wenn wir alle längst in das Lieto

fine neuer Herausforderungen und Lebensphasen eingestimmt

haben. In diesem Sinne Vorhang auf für alles, was bleiben wird

und kommt!

THEATER KANN

ORTE VERWANDELN

UND EINER

STADT NEUE

PERSPEKTIVEN AUF

SICH SELBST

ERÖFFNEN

Liebe Freundinnen und Freunde des Schauspiel Leipzig,

mit dem Ende dieser Spielzeit verabschieden wir uns von Enrico

Lübbe — und damit von einer Intendanz, die dieses Haus

und diese Stadt nachhaltig geprägt hat.

Ich schreibe das nicht nur als Kollege, sondern auch

als Leipziger und als Zuschauer. Und in dieser Rolle kann ich

ganz sagen: Ich habe hier in den vergangenen Jahren großartiges

Theater erlebt. Enrico Lübbe hat ein Programm verantwortet,

das neugierig, klug und mutig war — im Großen

Haus ebenso wie in kleineren Räumen, etwa in der Diskothek.

Besonders eindrücklich bleibt mir die Zeit auf dem

agra-Gelände. Dieses Interim hat auf wunderbare Weise gezeigt,

was Theater kann: wie es Orte verwandelt, wie es einer

Stadt neue Perspektiven auf sich selbst eröffnet und wie stark

es Menschen zusammenbringen kann.

Als Regisseur hat Enrico Lübbe nicht nur im eigenen

Hause Spuren hinterlassen: Mit seiner Deutung von Richard

Wagners „Tristan und Isolde“ hat Enrico Lübbe der Oper

Leipzig eine zeitlose Inszenierung geschenkt — ein Glanzpunkt

des Festivals Wagner 22 und ein Werk, das unser Repertoire

noch lange bereichern wird.

Lieber Enrico Lübbe, ich danke dir und ich danke deinem

Team für alles, was ihr diesem Haus, dieser Stadt und ihrem

Publikum gegeben habt.

Und Ihnen, liebes Publikum, wünsche ich eine rauschende,

sinnliche, fröhliche, nostalgische und unvergessliche

Saison.

Tobias Wolff

Intendant Oper Leipzig

Anselm Hartinger

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

8


Lieber Enrico,

WEIT ÜBER

LEIPZIG HINAUS

SICHTBAR

nach vierzehn Jahren an der Spitze des Schauspiels geht eine

Zeit zu Ende, in der Du das Theater unserer Stadt nachhaltig

geprägt und weit über Leipzig hinaus sichtbar gemacht hast.

Im Namen des Gewandhauses möchte ich Dir herzlich für die

vertrauensvolle, inspirierende und stets konstruktive Zusammenarbeit

danken.

Mögen Dich die Erfahrungen aus Leipzig begleiten

und mögest Du unsere Stadt immer in guter Erinnerung behalten.

Prof. Andreas Schulz

Gewandhausdirektor

WAS FÜR EINE

UNGLAUBLICHE

JUNGE

THEATERKRAFT IN

LEIPZIG STECKT

Liebes Team des Schauspiel Leipzig,

Lieber Enrico Lübbe,

„It ain’t over ’till it’s over“, singt Lenny Kravitz. Diese Songzeile

beschreibt ganz treffend die Hartnäckigkeit und Ausdauer,

mit der ich eure Arbeit in den letzten Jahren wahrgenommen

habe. Gerade auch im Hinblick auf Theaterkunst für junges

Publikum.

Leipzig ist in den letzten zehn Jahren auf vielen Ebenen eine

ausgesprochene Theaterstadt für junge Menschen geworden,

und daran habt auch ihr einen großen Anteil. Sei es, junge Erwachsene

für moderne Klassikerinszenierungen oder aktuelle

Gegenwartsdramatik zu begeistern, oder in der Residenz

eine Heimat für jung denkende Performancekunst zu etablieren

— all das habt ihr zum Teil eures Theaterschaffens gemacht

und damit auch die Arbeit der TDJW-Theater-Erstbegeisterung

engagiert weitergeführt.

Mein absolutes Highlight aber war die Umsetzung der

ClubFusion, des Festivals für die Leipziger Theaterclubs von

Schauspiel, Oper Leipzig und TDJW. Gerade dieses Festival

macht seit 2021 regelmäßig sichtbar, was für eine unglaubliche

junge Theaterkraft in Leipzig steckt. Die Zusammenarbeit an

der ClubFusion hat zudem den Austausch unserer Theaterteams

intensiviert und war einer der Eckpfeiler unserer verlässlichen

Allianz, die gerade in den gesellschaftspolitischen

Veränderungsprozessen der jüngeren Zeit so wichtig wurde.

Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist. Ich wünsche euch eine erfüllende

letzte Spielzeit, in der ihr noch einmal mehr gemeinsam

über euch hinauswachst. Ich wünsche euch einen weitsichtigen

Austausch mit dem neuen Team und Gelassenheit in

den herausfordernden Momenten eines Intendanzwechsels.

Aber vor allem: Feiert euch selbst!

Toi Toi Toi,

Winnie Karnofka

Dramaturgin und ehemalige Intendantin des

Theater der Jungen Welt Leipzig

9


EIN

UNVERZICHTBARER

ORT DER

KÜNSTLERISCHEN

AUSEINANDER-

SETZUNG MIT

HOCHRELEVANTEN

THEMEN

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebes Schau spiel-Team, lieber Enrico Lübbe,

EIN ORT DER

DEBATTE,

DER ÄSTHETISCHEN

NEUGIER

UND DER KLAREN

HALTUNG

mit Vorfreude und gespannter Erwartung blicke ich auf die

Spielzeit 2026 / 2027. Ich erlebe das Schauspiel Leipzig als unverzichtbaren

Ort der künstlerischen Auseinandersetzung mit

gesellschaftlich hochrelevanten Themen, des Austauschs darüber

und der Begegnung. Eindrucksvoll bestätigt wird dies

durch eine konstant hohe Auslastung der Vorstellungen in

allen Spielstätten, und ich bin begeistert vom großen Interesse,

auch und insbesondere von Jugendlichen und jungen

Erwachsenen, an den vielfältigen Angeboten des Leipziger

Stadttheaters.

Sehr gern erinnere ich mich an die Mitwirkung von

Schülerinnen und Schülern unserer Musikschule bei den Inszenierungen

von „Kasimir und Karoline“ sowie „Faust“ in

den Jahren 2017 und 2018. Mit diesen Kooperationen, die für

die beteiligten Kinder unvergessliche und prägende Erlebnisse

waren, konnten wir unserer Verbundenheit mit dem Leipziger

Schauspiel auf die uns mögliche Weise besonderen Ausdruck

verleihen.

Auch im Namen der Musikschule wünsche ich dem

Haus eine gute neue Spielzeit, zahlreiche ausverkaufte Abende

und dem Publikum viele berührende, inspirierende und

zum Nachdenken anregende Theatererlebnisse.

Matthias Wiedemann

Leiter der Musikschule Leipzig

„Johann Sebastian Bach“

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kulturliebhaber und Förderer,

die Erinnerung an 2013 / 2014, die erste Spielzeit von Enrico

Lübbe als Intendant, ist noch frisch, und doch ist viel Zeit vergangen.

Gemeinsam mit ihm und seinem Team konnten wir

im Zoo Leipzig spannende Projekte umsetzen und mehrfach

Schauspielkunst in den Zoo holen. Unvergessen bleibt für

mich das legendäre „Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling —

aufgeführt mitten im Zoo und mit großer Begeisterung angenommen.

Schon vor über hundert Jahren wusste man hier in

Leipzig: Begeisterung ist nur der Anfang, danach beginnt die

Prüfung. Diese Haltung ist kein Makel, sie ist ein Motor. Sie

hält wach — die Häuser ebenso wie ihr Publikum und ihre Gäste.

Diese Gemeinsamkeit teilen wir mit dem Schauspiel.

Das Schauspiel Leipzig hat sich in den vergangenen

Jahren diesem Anspruch mit Offenheit, Mut und künstlerischer

Konsequenz gestellt. Unter der Intendanz von Enrico Lübbe

wurde das Haus zu einem Ort der Debatte, der ästhetischen

Neugier und der klaren Haltung. Die Arbeiten waren geprägt

von zeitgenössischen Fragestellungen, starken Bildern und

einem Ensemble, das die Stadtgesellschaft immer wieder neu

gespiegelt hat — manchmal herausfordernd, oft beglückend,

immer relevant.

Diese Spielzeit ist nun eine besondere: Sie markiert

zugleich den Abschluss einer Intendanz und öffnet den Blick

nach vorn. Sie lädt ein, zurückzuschauen auf Geleistetes, auf

gewagte Experimente und gewonnene Diskurse — und zugleich

darauf zu vertrauen, dass Theater sich immer wieder

neu erfindet. Leipzig hat bewiesen, dass es seine eigenen Bühnen

trägt, schützt und fordert.

Ich danke Enrico Lübbe und seinem Team von Herzen

für ihre Arbeit, ihre Energie und ihre künstlerische Handschrift.

Und ich wünsche dem Publikum eine Spielzeit voller

Neugier, Reibung und intensiver Theatermomente im Schauspiel

Leipzig.

Ihr Jörg Junhold

Direktor Zoo Leipzig

10


DIESE GESCHICHTEN

WERDEN

WEITERWIRKEN

Lieber Enrico,

auch wenn unsere beiden Kunstformen unterschiedlich sind

— Ballett und Schauspiel —, leben und lernen wir voneinander.

Wir ergänzen einander, bereichern uns gegenseitig. Du warst

in Deiner Intendanz stets offen für andere künstlerische Sprachen

und hast ihnen die Tür in Dein Haus geöffnet. So auch

dem Leipziger Ballett — über die Jahre hinweg und in wertvollem

Austausch miteinander.

Wie schön, dass wir in dieser letzten Spielzeit mit dem

Abend „Elegien — Black Box II“ noch einmal bei Euch zu Gast

im Schauspielhaus sein dürfen und unserer Zusammenarbeit

so erneut Ausdruck verleihen können — eine Begegnung, die

zeigt, welche Kraft im künstlerischen Miteinander liegt.

Du und Dein Team, Ihr habt die kulturelle Landschaft

dieser Stadt über ein Jahrzehnt geprägt. Diese solide Basis

wird eine Stärke für die Zukunft bleiben, für Leipzig, für unsere

Kunstformen. Denn auch wenn unsere künstlerischen

Sprachen unterschiedlich sind — das gesprochene Wort, die

Bewegung —, erzählen wir doch beide aus uns heraus, erzählen

von uns und ermöglichen Räume für unser Publikum, in

denen tief gefühlt werden kann. Diese Geschichten werden weiterwirken.

Ich sage Danke für die gemeinsame Zeit.

INNOVATIV,

INSPIRIEREND,

BEISPIELGEBEND

Sehr geehrter Herr Lübbe,

eine neue Spielzeit steht bevor und ich fühle mich geehrt, anlässlich

Ihres Wirkens einige dankbare und würdigende Worte

verfassen zu dürfen.

Sie können auf eine bewegte und erfolgreiche Zeit an einem

Haus blicken, das zu den innovativsten und inspirierendsten

Kulturstätten Sachsens zählt. Zahlreiche erinnerungswürdige

Premieren und Aufführungen prägten und prägen die Zeit Ihrer

Intendanz, die inhaltlich-programmatische Bandbreite der

Themen gelingt Ihnen geradezu beispielgebend.

Dass sich Leipzig nicht nur als Stadt der Musik, sondern

in Sachen Kunst und Kultur insgesamt als umfassend

gut aufgestellt bezeichnen darf, ist auch Ihr Werk!

Rémy Fichet

Direktor Leipziger Ballett

Wir sind glücklich und dankbar für die seit vielen Jahren gelebte

inspirierende Partnerschaft, die sich zwischen Ihrem Ensemble

und unseren Studierenden am Institut für Schauspiel

„Hans Otto“ erfolgreich entwickelt hat. Sie bieten den HMT-

Absolventinnen und -Absolventen des 2. Studienjahres durch

die Integration in bestehende Ensembles eine durch nichts zu

ersetzende Plattform der Berufspraxis, die für künftige Generationen

von Schauspielerinnen und Schauspielern unverzichtbar

ist.

Ich danke Ihnen von Herzen für Ihr Engagement und wünsche

eine gelingende neue Spielzeit!

Ihr

Gerald Fauth

Rektor der Hochschule für Musik und Theater

Leipzig

11


ENSEMBLE &

GÄSTE

MERIAM ABBAS JACOB AGHA EBRAHIM

ALI AYKAR WENZEL BANNEYER

JEREMIAS BECKFORD PAULINA BITTNER THOMAS BRAUNGARDT LARISSA AIMÉE

BREIDBACH

12


ANNE CATHRIN BUHTZ

VANESSA CZAPLA

MANUEL EISTETTER

JULIUS FORSTER

KATJA GAUDARD

YVES HINRICHS

SONJA ISEMER

ROMAN KANONIK

EYK KAULY

ANDREAS KELLER

TILO KRÜGEL

IRENE KUGLER

13


ATHENA LANGE

DIRK LANGE

MARKUS LERCH

PAULINE MALKOWSKI

LISA-KATRINA MAYER

CHRISTOPH MÜLLER

JULI NIEMANN

MICHAEL PEMPELFORTH

DENIS PETKOVIĆ

KONSTANTIN

PFRÖTZSCHNER

EMMELINE PUNTSCH

ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ

ROSERO

14


SAMUEL SANDRIESSER ANNETT SAWALLISCH TERESA SCHERGAUT BETTINA SCHMIDT

LILLI SCHNABEL

NICOLAS STREIT

ALANA LU WENDSCHE

NIKLAS WETZEL

PAULA WINTELER

HANNA ZÜRN

15


RÜCKBLICK

2013—2026

AUSZEICHNUNGEN &

FESTIVALEINLADUNGEN FÜR DAS

SCHAUSPIEL LEIPZIG

BERLINER

THEATERTREFFEN

2017

/ 90

nach dem Roman von Peter Richter

Für die Bühne bearbeitet von Claudia Bauer

und Matthias Huber

2019

ORATORIUM

KOLLEKTIVE ANDACHT ZU EINEM

WOHLGEHÜTETEN GEHEIMNIS

von She She Pop

2020

SÜßER VOGEL

JUGEND

von Tennessee Williams

2026

DREI MAL LINKS

IST RECHTS

von Julian Hetzel

DEUTSCHER

THEATERPREIS

DER FAUST

2022

Eidin Jalali, Preisträger in der Kategorie

„Darsteller:in Theater für junges Publikum“ für

DIE LEIDEN DES

JUNGEN AZZLACK

von Marco Damghani

2022

Christoph Ernst,

nominiert in der Kategorie „Raum“ mit

WHITE

PASSING

von Sarah Kilter

2024

nominiert in der Kategorie „Genrespringer“

GOLDIE

EIN DIGITALES REQUIEM

von Emre Akal

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

16


MÜLHEIMER

THEATERTAGE

2014

AM BEISPIEL

DER BUTTER

von Ferdinand Schmalz

2014

UND DANN

von Wolfram Höll

Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikpreises 2014

2016

DREI SIND WIR

von Wolfram Höll

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikpreises 2016

2019

ATLAS

von Thomas Köck

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikpreises 2019

2019

DISKO

von Wolfram Höll

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

2022

WHITE PASSING

von Sarah Kilter

2023

DIE KUNST

DER WUNDE

von Katja Brunner

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

2025

ALTBAU IN

ZENTRALER LAGE

EINE SCHAUEROPER

von Raphaela Bardutzky

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

17

2026

AUFZEICHNUNGEN

AUS EINEM WEIẞEN

ZIMMER

von Anna Behringer

2026

DER GIRSCHKARTEN

von Lukas Rietzschel

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

THEATER-

TREFFEN DER

JUGEND BERLIN

2016

WUNDERLAND

nach Texten von Gesine Danckwart

Produktion des Theaterjugendclubs „Sorry, eh!“

am Schauspiel Leipzig

2018

EINIGE

NACHRICHTEN

AN DAS ALL

von Wolfram Lotz

Produktion des Theaterjugendclubs „Sorry, eh!“

am Schauspiel Leipzig

2023

„SO LANG ICH

LEBE, LEBT

GERECHTIGKEIT.“

Produktion des Theaterjugendclubs „Sorry, eh!“

am Schauspiel Leipzig


HEIDELBERGER

STÜCKEMARKT

2014

UND DANN

von Wolfram Höll

2015

DAS TIERREICH

von Nolte Decar

2018

GEISTER SIND

AUCH NUR

MENSCHEN

von Katja Brunner

Nominiert für den Nachspielpreis

des Stückemarktes

2020

FRAU ADA DENKT

UNERHÖRTES

von Martina Clavadetscher

2022

WHITE PASSING

von Sarah Kilter

2023

ZWEI HERREN VON

REAL MADRID

von Leo Meier

Ausgezeichnet mit dem Nachspielpreis

des Stückemarktes

2025

GOLDIE

EIN DIGITALES REQUIEM

von Emre Akal

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

F E ST I VA L

„RADIKAL JUNG“

2015

DAS TIERREICH

von Nolte Decar

AUTOR:INNEN-

THEATERTAGE AM

DEUTSCHEN

THEATER BERLIN

2014

UND DANN

von Wolfram Höll

2017

KRUSO

nach dem gleichnamigen Roman von Lutz Seiler

Für die Bühne bearbeitet von

Armin Petras und Ludwig Haugk

2019

ATLAS

von Thomas Köck

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

2023

ANOUK &

ADOFA

von Marco Damghani

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

2024

ZWEI HERREN VON

REAL MADRID

von Leo Meier

2024

SOCIÉTÉ ANONYME

von Stefan Kaegi / Rimini Protokoll

2025

INTEREUROVISION

von BOYS* IN SYNC

MARTIN-LINZER-

THEATERPREIS

2017

an das Schauspiel Leipzig für herausragende

künstlerische Leistungen eines Ensembles im

deutschsprachigen Raum

18


RUHRFESTSPIELE

RECKLINGHAUSEN

2016

DIE SCHUTZ-

FLEHENDEN /

DIE SCHUTZ-

BEFOHLENEN

von Aischylos / Elfriede Jelinek

2017

DIE MAßNAHME /

DIE PERSER

von Bertolt Brecht / Hanns Eisler

und Aischylos

F E ST I VA L

POLITIK IM FREIEN

THEATER

2018

CREATION

(PICTURES FOR DORIAN)

von Gob Squad

2018

ORATORIUM

KOLLEKTIVE ANDACHT ZU

EINEM WOHLGEHÜTETEN GEHEIMNIS

von She She Pop

2022

HEXPLOITATION

von She She Pop

BIENNALE

VENEDIG

2017

UND DANN

von Wolfram Höll

2019

ALL INCLUSIVE

von Julian Hetzel

2019

EVERY BODY

ELECTRIC

von Doris Uhlich

IMPULSE

THEATER FESTIVAL

2018

ORATORIUM

KOLLEKTIVE ANDACHT ZU

EINEM WOHLGEHÜTETEN GEHEIMNIS

von She She Pop

2019

ALL INCLUSIVE

von Julian Hetzel

19

INKLUSION

2018

INKLUSIONSPREIS

MOSAIK AUS

MITTELDEUTSCHLAND

Sonderpreis der Jury für das Programm der

Audiodeskription am Schauspiel Leipzig

2018

EHRENPREIS DES

BLINDEN- UND

SEHBEHINDERTEN-

VERBANDES SACHSEN

für das Programm der Audiodeskription

am Schauspiel Leipzig

2025

inkl. — Festival für Theater, Tanz und Performance

eingeladen mit

ALTBAU IN

ZENTRALER LAGE

EINE SCHAUEROPER

von Raphaela Bardutzky

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

STAND APRIL 2026


PREMIEREN

& WIEDER-

AUFNAHMEN

2026⁄2727

SCHAUSPIELHAUS

OPEN-AIR-THEATER

AUF DEM

GELÄNDE DES

AGRA MESSEPARK

LEIPZIG

ICH DENK

SCHON WIEDER

(NUR AN DICH)

Stückentwicklung mit Texten von Liv Strömquist,

Ada Berger, Ellen Neuser und Ensemble

Wiederaufnahme ———> 25

DAS VERMÄCHTNIS

(THE INHERITANCE)

Matthew Lopez

Premiere 3. 10. 26 ———> 30

BERNARDA

ALBAS HAUS

Federico García Lorca

Premiere 16. 10. 26 ———> 32

ALICE HINTER DEN

SPIEGELN

Stephan Beer und Georg Burger nach Lewis Carroll

Premiere 22. 11. 26 ———> 33

ONKEL WANJA

Anton Tschechow

Premiere 4. 3. 27 ———> 34

ELEGIEN —

BLACK BOX II

Eine Koproduktion von Leipziger Ballett/Oper Leipzig

und Schauspiel Leipzig

Premiere 3. 4. 27 ———> 35

SCHÖNE

VORSTELLUNG

Premiere 8. 5. 27 ———> 36

20


ARSEN UND

SPITZEN-

HÄUBCHEN

Joseph Kesselring

Wiederaufnahme ———> 40

DAS KALTE

HERZ

Wilhelm Hauff

Wiederaufnahme ———> 41

DEUTSCHE

MÄRCHEN

(& SUPER CREEPS)

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Thomas Köck

Wiederaufnahme ———> 42

DIE JUNGFRAU

VON ORLEANS

Friedrich Schiller

Wiederaufnahme ———> 43

MEDEA

Euripides

Wiederaufnahme ———> 46

RICHARD III

William Shakespeare

Wiederaufnahme ———> 47

WAS IHR

WOLLT

(A TORTURED LOVER’S VERSION)

William Shakespeare

Wiederaufnahme ———> 48

WOYZECK

Georg Büchner

Wiederaufnahme ———> 50

CLUBFUSION

Festival der Theaterspielclubs

von Schauspiel Leipzig, TDJW und

Oper Leipzig

———> 84

URAUFFÜHRUNG

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

ZU AUSGEWÄHLTEN VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

ENGLISCHE ÜBERTITELUNG

GEBÄRDENSPRACHE

21


DISKOTHEK

DOKUMENTAR-

THEATERPROJEKT

VON DURA &

KROESINGER

Premiere 1. 10. 26 ———> 54

COMPANIA

SINCARA SPIELT:

DER DRACHE

frei nach Jewgeni Schwarz

In Koproduktion mit Schauspiel Leipzig

und Schaubühne Lindenfels

Premiere Oktober 2026 ———> 55

OST

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Wolfram Höll

Premiere 11. 12. 26 ———> 56

DER RISS

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Marco Damghani

Premiere 4. 2. 27 ———> 57

ALTBAU IN

ZENTRALER

LAGE

EINE SCHAUEROPER

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Raphaela Bardutzky

Wiederaufnahme ———> 60

AUFZEICHNUNGEN

AUS EINEM

WEIßEN ZIMMER

Anna Behringer

Wiederaufnahme ———> 61

BU SÖZLER B Z M —

DIE WORTE

GEHÖREN UNS

Yade Yasemin Önder

Wiederaufnahme ———> 62

DER GIRSCHKARTEN

Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Lukas Rietzschel

Komödie nach Anton Tschechow

Wiederaufnahme ———> 63

LETZTE STATION

TORGAU. EINE KALTE

UMARMUNG

Dokumentartheaterprojekt von dura & kroesinger

Wiederaufnahme ———> 64

LIEBE / EINE

ARGUMENTATIVE

ÜBUNG

Studioinszenierung 2026

Sivan Ben Yishai

Wiederaufnahme ———> 65

STAUBFRAU

Maria Milisavljević

Wiederaufnahme ———> 66

WHITE PASSING

Sarah Kilter

Wiederaufnahme ———> 67

WÜSTE

Sam Max

Wiederaufnahme ———> 68

22


RESIDENZ

NATURE THEATER OF

OKLAHOMA

PIZZA OR A DOOR IN THE DARK DOES NOT DANCE

OR THE MEANING OF LIFE

Leipzig-Premiere 10. 9. 26 ———> 72

TRUECOLOURS

BALLROOM SHOWCASE & QUEER PERFORMANCE NIGHT

Premiere 2. 10. 26 ———> 73

VORSCHLAG:HAMMER

KINDHEITEN

Leipzig-Premiere 20. 11. 26 ———> 74

EVA MEYER-KELLER

BITCH, I EVOLVED!

Premiere März 2027 ———> 75

FARN /

GEORGE BELE /

BODENPROBEN

CUT THE ROPE!

EIN RITUAL (AT)

Premiere Mai 2027 ———> 76

JULIAN HETZEL

DREI MAL LINKS IST RECHTS

Wiederaufnahme April 2027

FOYER 1

Der besondere Raum für

besondere Formate ———> 78

KATAPULT

PERFORMANCE PLATTFORM LEIPZIG

Eine Kooperation mit LOFFT — DAS THEATER

und Schaubühne Lindenfels

24. — 27. 6. 27 ———> 77

23



WIEDER-

ICH DENK

SCHON WIEDER

(NUR AN DICH)

AUFNAHME

Wer kennt es nicht? Die Gedanken kreisen, gebeutelt vom

Herzschmerz wälzen wir uns nachts hin und her und beim

siebzehnten Kissenaufschütteln taucht vor dem inneren Auge

plötzlich dieses Bild auf: die Wunschvorstellung der perfekten

Beziehung. Und dann fallen uns die vielen Menschen ein, die

diese Beziehungen vor uns geführt haben oder es bis heute

tun: Elisabeth Bennett und Mr. Darcy zum Beispiel oder Jesus

und Maria Magdalena oder Angela Merkel und Joachim Sauer

oder Björn und Agnetha oder — ach, ist ja auch egal. Es sind

doch eh immer nur die anderen, die die perfekten Beziehungen

führen, und nie wir selbst. Und na klar, wir wissen doch, dass

das nur Bilder sind, unerreichbare Ideale, die uns im Weg stehen.

Aber irgendwas daran lässt uns nicht los. Vielleicht ist es

ja doch möglich, vielleicht müssen wir es nur genug wollen,

uns nur ein bisschen mehr anstrengen, die Hoffnung nicht

aufgeben. Aber wie soll das gehen? Und worauf hoffen wir

eigentlich?

Entlang an Texten von Liv Strömquist und Ada Berger

begeben sich die Figuren auf die Suche nach der „großen Liebe“

und allem, was dazugehört. Sie führt sie durch die Hochs und

Tiefs von Paarbeziehungen, Ideale werden zu Horrorszenarien

und umgekehrt. Und schließlich landen sie in der komplizierten

und unergründlichen Welt der Gefühle.

Mit einem ebenso humorvollen wie kritischen Blick

hat Ellen Neuser einen Abend entlang popkultureller Referenzen,

improvisierter Beziehungsdramen und hoffnungsvoller

Blicke in die Zukunft inszeniert. Nach 16 restlos ausverkauften

Vorstellungen kehrt „Ich denk schon wieder (nur an dich)“ nun

noch einmal auf den agra Messepark zurück und verwandelt

die sommerliche Wiese wieder in einen glänzend pinken

Jahrmarkt.

MANCHMAL IST ES

EGAL, WIE SEHR

MAN AN JEMANDEN

DENKT, ES GEHT

TROTZDEM DEN

BACH RUNTER, ABER

MANCHMAL

MACHT ES

DEN GRÖßTEN

UNTERSCHIED DER

WELT AUS.

STÜCKENTWICKLUNG MIT TEXTEN VON

LIV STRÖMQUIST, ADA BERGER, ELLEN NEUSER

UND ENSEMBLE

URAUFFÜHRUNG

„90 Minuten politisches Theater im Sommergewand“

MDR KULTUR

REGIE ......................................... ELLEN NEUSER

BÜHNE & KOSTÜME ...................... RAGNA HEMMERSBACH

DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER

„Perfektes Sommertheater“

MEPHISTO 97.6

MIT: PAULINA BITTNER, CHRISTOPH MÜLLER, EMMELINE

PUNTSCH, SAMUEL SANDRIESSER, PAULA WINTELER

„Das gesamte Ensemble wirft sich mit größter

Leidenschaft und Energie in die Figuren.“

THEATER DER ZEIT

25

WIEDERAUFNAHME 22. 8.

23. 8.

26. 8.

27. 8.

28. 8.

2. 9.

3. 9.

4. 9.

5. 9.



Ich denk schon wieder (nur an dich) LIV STRÖMQUIST, ADA BERGER, ELLEN NEUSER UND ENSEMBLE


Woyzeck GEORG BÜCHNER



DAS

VERMÄCHTNIS

(THE INHERITANCE)

Ein so groß angelegtes Gegenwartspanorama wie Matthew Lopez’ „Das Vermächtnis“ ist

etwas Außer gewöhnliches in der zeitgenössischen Dramatik. In der Summe der Episoden,

Figuren und ihrer Geschichten entfaltet das Stück einen so atmosphärischen wie berührenden

Blick auf die Zeit der 2010er und 2020er Jahre — ein intensiv erzähltes Theatererlebnis für ein

großes Spielensemble.

Das Schauspiel Leipzig verdichtet dieses Erlebnis noch: Das zweiteilige Stück ist als ca.

siebenstündige Aufführung an einem Tag zu erleben. „Das Vermächtnis“, als wahrlich großer

Gesang auf die Gegenwart, eröffnet die Saison 2026 / 27 „Wir-Gesänge“ auf der Großen Bühne.

MATTHEW LOPEZ

AUS DEM AMERIKANISCHEN VON HANNES BECKER

REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE

BÜHNE ....................................... KATRIN NOTTRODT

KOSTÜME .................................... SABINE

BLICKENSTORFER

MUSIK ........................................ BERT WREDE

DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß

Ein Vermächtnis ist zunächst eine Regelung im Erbrecht, mit

der einzelne Werte aus dem eigenen Besitz gezielt jemandem

zugesprochen werden können, losgelöst von der restlichen Erbschaft.

Ein solches Vermächtnis ist das abgelegene Farmhaus,

das Walter dem jungen Eric zuerkennt.

Beide lernen sich eher zufällig kennen, beide sind auf

ihre Art allein: Walter ist es gewohnt, dass sein Mann Henry

für Geschäftsverhandlungen in der ganzen Welt unterwegs ist;

Erics Freund Toby ist seit Wochen versunken in den Proben

für das Stück, das gerade aus seinem Erfolgsroman „Loved Boy“

entsteht. Die neue Freundschaft zwischen Walter und Eric aber

endet jäh, als Walter plötzlich stirbt. Plötzlich zumindest für

alle anderen: Er hatte niemandem von seiner Krebserkrankung

erzählt. Aber er hat Eric eine unbekannte Welt eröffnet.

BEIDE TEILE

PREMIERE 3. 10.

BEIDE TEILE AN

15. 5. 15 00

EINEM TAG:

AN ZWEI TAGEN:

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE A 24. 10. 15 00

9. 1. 19 30

14. 11. 15 00

10. 1. 16 00

5. 12. 15 00

30. 1. 15 00

10. 4. 19 30

20. 2. 15 00

11. 4. 16 00

6. 3. 15 00

ZWISCHEN BEIDEN

TEILEN GIBT ES EINE

LÄNGERE PAUSE

VON CA. EINER STUNDE.

30


Beginnend im New York des Jahres 2015 kreuzen sich die Wege

der Figuren: Zwei Paare stehen im Zentrum der Episoden,

Walter und Henry sowie Eric und Toby. Viele weitere Figuren

ergänzen das „Vermächtnis“.

In Szenen und Monologen, Rückblenden und Traumsequenzen

begleiten wir sie alle über Jahre — ihre Hoffnungen,

ihre Sehnsüchte und Ängste, ihre sehr verschiedenen Ansichten

und Lebensentwürfe. Erfolg oder Geborgenheit, Privates

oder Politisches — gibt es das nur einzeln oder auch zusammen?

Die Lebenswege der Figuren werden geprägt von individuellen

Entscheidungen — aber mehr noch von Umständen

und Bedingungen, die lange vor ihnen selbst in Geltung getreten

sind. Vermächtnisse gewissermaßen.

Mit Walter, Mitte 60, und Eric, Anfang 30, begegnen sich auch

zwei Generationen eines Lebensentwurfs, die unterschiedlicher

geprägt kaum sein könnten: Die Offenheit und Selbstverständlichkeit,

mit der Eric, Toby und beider Freundeskreis ihr

Leben leben, war für Walter nie vorstellbar. Schweigen und

Verschweigen war für ihn in seiner Jugend eine Lebensstrategie,

als schwuler Mann in der US-Provinz. New York war für

ihn die Zuflucht. Als er dort seinen späteren Mann Henry traf,

lebte der noch mit Ehefrau und Kindern.

Zudem trennt ein großer Einschnitt die Generationen

von Walter und Eric: HIV. Das Aids-Virus, das seit Ende der

1980er Jahre zahlreiche Leben kostete. Die Panik und Ausgrenzung,

mit der die Gesellschaft auf diese Pandemie reagierte, hat

das Leben von Walter und Henry geprägt. Walter stellte das

Farmhaus dennoch all den Erkrankten zur Verfügung und

kümmerte sich um sie, die sonst keinen Ort mehr hatten zum

Bleiben und zum Sterben. Es war eine Zeit, in der Liebe immer

auch Angst bedeutete. Walter und Henry haben es überlebt,

aber der Preis war hoch.

Eric, Toby und ihre Freunde suchen ihren Platz im

Leben. Sie glauben, dass ihnen die Welt offensteht. Sie nutzen

ihre Freiheit. In ihrer Lebenswelt ist HIV beherrschbar. Verschwunden

ist es nicht, und ist im Fall des Falles immer noch

ein Vermächtnis, das über Generationen weitergegeben wird

und das Leben desjenigen bestimmt. Etwa das Leben des jungen

Leo.

Während die politischen Gewissheiten einen jähen Bruch

finden durch die Wahl des Präsidenten Trump im Jahr 2016,

werden die privaten Gewissheiten am meisten verändert durch

das Verhalten jedes Einzelnen selber: Das Zusammenleben von

Eric und Toby gerät unter den Schatten der Karriere, die sich

Toby vom Erfolg am Theater erhofft. Sein größter Gegner dabei

ist er selbst, während Henry beginnt, Interesse für Eric zu

entwickeln. Und zwischen allen steht der junge Leo, auf unerwartete

Weise mit mehreren von ihnen verbunden. Der Roman,

den er aus seinem Leben am Ende schreiben wird, trägt den

Titel: „Das Vermächtnis“.

Ausgezeichnet mit dem Tony Award 2021 für das beste Broadway-Drama,

entfaltet „Das Vermächtnis“ in seinen beiden

Teilen ein Gesellschaftspanorama, das über seine erzählte Zeit

weit hinausreicht.

Als Vermächtnis an uns alle erweisen sich dabei auch

jene Erfahrungen kollektiver Verwundbarkeit, wenn sich Unterschiede

von Status, Begehren oder Lebensentwürfen auflösen

in Zeiten von Krankheit, Angst oder Verlust. Und trotzdem

gibt das Stück nie auf. Es glaubt daran, dass Menschen sich

begegnen können. Dass Fürsorge möglich ist. Dass Gemeinschaft

möglich ist.

„Das Vermächtnis“ erinnert daran, dass Gemeinschaft

sich nicht in Selbstbildern bewährt, sondern im Umgang mit

der eigenen Verletzlichkeit. Wir alle leben in einem Vermächtnis.

Wir sind nicht die Ersten. Und wir werden nicht die Letzten

sein.

DIE ANTWORT WAR

NICHT, DIE WELT

AUSZUSPERREN,

SONDERN DIE TÜREN

AUFZUREIßEN

UND DIE WELT

HINEINZUBITTEN.

Mit dieser Inszenierung eröffnet Enrico Lübbe die letzte Spielzeit

seiner Intendanz am Schauspiel Leipzig. Zum Regieteam

gehören die Bühnenbildnerin Katrin Nottrodt, die nach „Luna

Luna“ ans Schauspiel Leipzig zurückkehrt, sowie die Kostümbildnerin

Sabine Blickenstorfer und Bert Wrede für die Musik

— beide wirkten zuletzt an Shakespeares „Richard III“ mit.

31


BERNARDA

ALBAS HAUS

FEDERICO GARCÍA LORCA

DEUTSCH VON HANS MAGNUS ENZENSBERGER

REGIE & CHOREOGRAPHIE ............ SALOME SCHNEEBELI

BÜHNE ....................................... DEMIAN WOHLER

KOSTÜME & VIDEO ....................... HETA MULTANEN

DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE

PREMIERE 16. 10.

30. 10.

GROßE BÜHNE

15. 11. 18 00

PREISKATEGORIE B

20. 12. 18 00

16. 1.

7. 2. 18 00

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

27. 2.

21. 3. 18 00

LIVE-AUDIODESKRIPTION

ENGLISCHE ÜBERTITELUNG

17. 4.

30. 4.

5. 6.

Federico García Lorca schrieb „Bernarda Albas Haus“ 1936

kurz vor seiner Ermordung durch Faschisten zu Beginn des

Spanischen Bürgerkriegs. Es ist nicht nur sein letztes, sondern

wohl auch sein radikalstes Theaterstück. Symbolisch verdichtet

erzählt dieses „Drama von den Frauen in Spaniens Dörfern“

sehr konkrete Schicksale und legt dabei zeitlose Zusammenhänge

frei. Wo akzeptieren wir Regeln, die uns schützen sollen?

Wann beginnt dieses Regelwerk uns zu ersticken? Wer profitiert

von einem System, das Ordnung über Lebendigkeit stellt?

Welche Sehnsüchte werden unterdrückt, pathologisiert, moralisch

sanktioniert? Und wem wird ein selbstbestimmtes Leben

gewährt?

Unmittelbar nachdem ihr zweiter Mann unter die Erde gebracht

ist, verhängt Bernarda Alba eine achtjährige Trauerzeit über

ihr Haus und schließt die Tür zu. Ihre fünf erwachsenen

Töchter werden von der Außenwelt abgeschnitten. Begegnungen

und Begierden werden für die älteste Tochter streng kontrolliert,

für die übrigen gleich strikt unterbunden. Das Haus

wird zum geschlossenen System, Bernarda darin zur Vollstreckerin

von Tradition und Ehrbegriff. Das Dorfleben wird aus

dem Haus ausgesperrt und die Angst vor Gerede scheint dadurch

nur größer zu werden. In Trauerkleider eingezwängt

überwachen die Töchter sich gegenseitig und neiden einander

das kleinste Stück erträumter Freiheit. Nur den Abend dürfen

sie im Hof verbringen und hören dort den Hengst im Stall mit

den Hufen schlagen, weil er die Stute des Nachbarn wittert.

Doch mit der Unterdrückung und der Rivalität wächst im

Haus auch die Gier nach Sinnlichkeit, die Sehnsucht nach Liebe

und Berührung, nach Freiheit und einem Leben jenseits

der Mauern. Sie staut sich an, wird kompromisslos und bedrohlich,

bäumt sich auf, um das System zu sprengen.

Salome Schneebeli und ihr Team widmen sich dem Kosmos von

Bernarda Albas Haus in einer choreographischen Inszenierung

auf der Großen Bühne. Schneebeli arbeitete international

als Tänzerin, Performerin und Choreographin an zahlreichen

Häusern. Als Regisseurin inszenierte sie zuletzt u. a. am Staatstheater

Nürnberg und nun bereits zum vierten Mal am Schauspiel

Leipzig. Gemeinsam mit Heta Multanen und Demian

Wohler bildet sie das Kollektiv „Das morphologische Institut“.

WAS GEHT MICH

DER STERNEN-

HIMMEL AN?

MIR REICHT SCHON

DAS, WAS

HIER IM HAUS

PASSIERT.

32


ALICE HINTER

DEN SPIEGELN

So ein Spiegel ist schon eine verrückte Sache, denkt sich Alice

— er dreht die vertrauten Dinge um, erlaubt einen Blick in eine

zweite Welt, in der die Rückseiten der Gegenstände sichtbar

sind, aber nicht ihre Vorderseiten — und wie mag das Haus

hinterm Spiegel dort aussehen, wo der Blick durch den kleinen

Ausschnitt des Spiegelrahmens nicht hinkommt? Vielleicht ist

mehr zu sehen, wenn man ganz nah an die glatte Oberfläche

rangeht?

Und — schwupps — wird das harte Glas durchlässig,

und das neugierige Mädchen findet sich auf der anderen Seite

wieder. Eigentlich sollte sie ja an skurrile Abenteuer mit verdrehten

Menschen, Tieren und Pflanzen gewöhnt sein, hat sie

doch schließlich im Wunderland schon einige merkwürdige

Erlebnisse gehabt. Aber hier, hinter den Spiegeln, werden die

Dinge nur noch merkwürdiger und merkwürdiger.

DU MAGST DAS

„UNSINN“ NENNEN,

WENN DU

WILLST, ABER ICH

HABE SCHON

UNSINN GEHÖRT,

DAGEGEN IST DAS SO

LOGISCH WIE

DAS EINMALEINS!

STEPHAN BEER UND GEORG BURGER

NACH LEWIS CARROLL

REGIE ......................................... STEPHAN BEER

BÜHNE ........................................ GEORG BURGER

KOSTÜME .................................... KRISTINA BÖCHER

MUSIK ........................................ JÖRG WOCKENFUß &

CHOREOGRAPHIE ........................ SIBYLLE UTTIKAL

DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER

PREMIERE 22. 11. 16 00

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE D

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

Nicht nur — das wäre ja fast zu erwarten gewesen — sind die

Bücher in Spiegelschrift geschrieben, auch die Zeit ist seltsam

verdreht, Erinnerung geht vorwärts statt rückwärts und wer

mit Höchstgeschwindigkeit um sein Leben läuft, bleibt gerade

mal so am selben Ort. Und dann scheint die ganze Spiegelwelt

auch noch eine große Schachpartie mit sich selbst zu spielen,

in der Alice kurzerhand als Bauer eingesetzt wird. Alice parliert

mit Königinnen, trifft auf erfinderische Ritter, auf ewig

streitende Geschwister, auch auf ein paar Bekannte aus anderen

Abenteuern, und nicht zuletzt auf ein großes sprechendes

JAN-S. BEYER

Ei, dem die Sprache aufs Wort gehorcht.

1872, sieben Jahre nach dem Bestseller „Alice im Wunderland“,

schrieb der Oxforder Mathematikdozent Charles L. Dodgson

23. 11. 9 00

unter dem mittlerweile weltberühmten Pseudonym Lewis

24. 11. 10 00

Carroll den zweiten Band „Alice hinter den Spiegeln“. Weit

25. 11. 9 00 / 11 30 mehr als eine Fortsetzung, entführt die Geschichte in eine

30. 11. 10 00

Welt voller Paradoxien, logisch-philosophischer Rätsel und

1. 12. 9 00 / 11 30 liebenswürdig-skurriler Zeitgenossen.

2. 12. 9 00

Stephan Beer und Georg Burger, seit 2014 als Regie-

3.12. 9 00

und Autorenteam eine feste Größe im Programm des Schauspiel

6.12. 17 00

Leipzig, holen nun zum mittlerweile neunten Streich aus —

7.12. 9 00

und beleuchten eine der ganz großen Figuren der Kinder- und

8.12. 9 00

Weltliteratur von ihrer zu Unrecht unbekannteren (Spiegel-)

11.12. 10 00

Seite.

12.12. 18 00

22.12. 9 00 / 11 30

33


ONKEL

WANJA

Es ist ein Kommen und Gehen auf dem Landgut. Wobei, wer

erst mal dort angekommen ist, mag eigentlich gar nicht wieder

gehen. Höchstens für ganz kurze Zeit, um woanders wichtige

Dinge zu erledigen. So wie der Arzt Astrov, der sich um die

Kranken des Distrikts kümmert — und um seinen Wald, der

in Astrovs Augen eigentlich sein akutester Patient ist, bedroht

durch Raubbau und Flächenfraß.

Onkel Wanja verwaltet das etwas heruntergekommene Gut —

und ein bisschen auch die Menschen, die dort nach und nach

aufgelaufen sind: Wanjas Mutter, die auf dem abgelegenen

Landgut trotzdem Anschluss halten möchte an die gedanklichen

Strömungen der Zeit. Wanjas Schwager, den Professor,

der nach seiner Pensionierung weiter seinen Publikationen

und Korrespondenzen nachgeht. Oder die zweite Frau des

Professors, die junge und rätselhafte Elena, die die Tage auf

dem Gut in Gedanken versunken verbringt.

So geschäftig und beschäftigt all diese Personen sind, mit dem

Bereden ihrer Taten und dem Klagen über die Zumutungen,

die die Welt ihnen dabei entgegenstellt — es kommt der Tag, an

dem Onkel Wanja dämmert, dass all diese Personen in Wirklichkeit

vielleicht: gar nichts tun. Vor allem nichts Bedeutendes.

Und mit dieser Ahnung wird, einem chemischen Experiment

gleich, eine Kettenreaktion freigesetzt: Eine bemerkenswerte

Dynamik entsteht — aber sie verläuft anders als erwartet.

ANTON TSCHECHOW

DEUTSCH VON ANGELA SCHANELEC

WENN MAN

KEIN WIRKLICHES

LEBEN HAT,

DANN NIMMT MAN

EBEN DIE

ILLUSION. DAS IST

BESSER

ALS GAR NICHTS.

Anton Tschechow gelang es von 1895 bis 1904, sich mit den vier

Stücken „Die Möwe“, „Onkel Wanja“, „Drei Schwestern“ und

„Der Kirschgarten“ dauerhaft in die Theater- und Kulturgeschichte

einzuschreiben. Arzt, der er war, sind seine Stücke

von einem analytischen und genauen Blick auf die Gesellschaft

geprägt. Was sein Blick dabei einfing, war seiner Zeit weit

voraus — und führt tief in die theatralen Welten eines Samuel

Beckett oder Jean-Paul Sartre.

REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE

BÜHNE ....................................... ETIENNE PLUSS

KOSTÜME .................................... BIANCA DEIGNER

MUSIK ....................................... BERT WREDE

DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß

PREMIERE 4. 3.

10. 3.

GROßE BÜHNE

20. 3.

PREISKATEGORIE B

15. 4.

12. 5.

26. 5.

10. 6.

2. 7.

Enrico Lübbe inszeniert Tschechows Drama noch einmal im

Team mit Bühnenbildner Etienne Pluss und Kostümbildnerin

Bianca Deigner. Seit 2013 entstanden in dieser Zusammenarbeit

am Schauspiel Leipzig Inszenierungen, die das Haus

prägten, wie etwa „Die Maßnahme / Die Perser“, „Faust 1 + 2“,

„Woyzeck“ oder „Das kalte Herz“. Zugleich arbeitete Etienne

Pluss u. a. an der Metropolitan Opera New York, am Royal

Opera House Covent Garden London oder bei den Salzburger

Festspielen; Bianca Deigner entwarf Kostümbilder für die Oper

Frankfurt, das Residenztheater München, die Nationaloper

Oslo oder die Opéra de Lille / Festival d’Automne Paris. Zum

Regieteam gehört ebenso Bert Wrede für die Musik — auch er

ein prägender Gast am Haus für Inszenierungen wie „Richard

III“ oder die Uraufführung von „Zeiten des Aufruhrs“.

34


ELEGIEN —

BLACK BOX II

Eine Black Box beschreibt im Theater typischerweise einen

einfachen Aufführungsraum, meist quadratisch mit schwarzen

Wänden. Es ist die Einfachheit des Raumes, die eine Vielzahl

von Möglichkeiten in der Konfiguration der Bühnen- und

Publikumsinteraktion schafft — ein offener Rahmen für künstlerische

Experimente.

Für die zweite Ausgabe der von Ballettdirektor Rémy Fichet

entwickelten Reihe „Black Box“ wird erneut ein schwarzer

Bühnenraum zum Fokusraum verschiedener choreographischer

Sprachen — dieses Mal auf der Großen Bühne im Schauspiel

Leipzig. Aus den Reihen des Ballett-Ensembles entstehen

dabei drei Arbeiten, die sich diesmal Rainer Maria Rilkes

„Duineser Elegien“ zuwenden. Das Leipziger Ballett wird zum

Kreativlabor choreographischer Innovation zwischen Tanz

und Literatur.

Rilkes „Elegien“ kreisen um existenzielle Fragen: die Sehnsucht

nach dem Transzendenten, die Konfrontation mit Vergänglichkeit,

die Notwendigkeit der Verwandlung.

Drei Choreograph:innen lesen Rilke — und drei Mal

ist es eine andere Wunde, die sich öffnet. Andrea Carino folgt

dem Begehren: wie Liebe zur Projektion wird, wie wir nicht

den anderen lieben, sondern das Bild, das wir uns von ihm

erschaffen haben. Begehren, das trägt — und das zerstört. Die

Bewegung wird zum Spiegel — zwischen Anziehung und Auflösung,

zwischen dem Wunsch zu halten und der Unfähigkeit

loszulassen.

Vincenzo Timpa hält inne vor dem Abgrund zwischen

Mensch und Absolutem — vor Rilkes überwältigenden Engeln,

vor der Flüchtigkeit der Kindheit, vor dem Tod als Reifung statt

als Ende. Dazwischen: das kurze, offene Leuchten des Kindseins,

bevor die Welt sich zur Interpretation schließt. Timpa

fragt, was wir verlieren, wenn wir aufhören, offen zu sein.

Marcelino Libao wiederum liest die Vierte Elegie als

Diagnose unserer Gegenwart: In der leblosen Puppe, die Rilke

beschwört, erkennt Libao die Künstliche Intelligenz — ein Spiegel

einer Gesellschaft, die sich ans Makellose bindet und dabei

verlernt, was Menschen einander bedeuten können. Es ist das

Menschliche selbst, das hier auf dem Spiel steht.

So verschieden die Zugänge, so verwandt ihre Fragen: Was

bleibt von uns? Wonach greifen wir, wenn wir lieben, wenn

wir uns sehnen, wenn wir uns an das Leblose klammern?

„Elegien — Black Box II“ ist eine choreographische

Erkundung von Rilkes verdichteter Sprache. Ganz nah am Publikum,

zwischen klassischer Technik und zeitgenössischem

Ausdruck.

3-TEILIGER BALLETTABEND VON ANDREA CARINO,

MARCELINO LIBAO UND VINCENZO TIMPA

EINE KOPRODUKTION ZWISCHEN LEIPZIGER BALLETT

UND SCHAUSPIEL LEIPZIG

CHOREOGRAPHIE I ...................... ANDREA CARINO

CHOREOGRAPHIE II ..................... MARCELINO LIBAO

CHOREOGRAPHIE III .................... VINCENZO TIMPA

IDEE & KONZEPT .......................... RÉMY FICHET

KOSTÜME .................................... MELCHIOR SILBERSACK

DRAMATURGIE ............................. ANNA ELISABETH

LEIPZIGER BALLETT

PREMIERE 3. 4.

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE A

DIEPOLD

4. 4. 18 00

8. 4.

14. 4.

22. 4.

HIERSEIN

IST

HERRLICH.

35


SCHÖNE

VORSTELLUNG

In den vergangenen Jahren haben wir besondere Orte und

Räume dieser Stadt aufgesucht, die sonst meist verschlossen

bleiben, um dort für Sie Theater zu machen: vom Matthäikirchhof

über das Völkerschlachtdenkmal, von der Anatomie

des Universitätsklinikums bis zum agra Messepark Leipzig.

Nun kehren wir noch mal zurück an einen ganz besonderen

Ort, der all das erst möglich gemacht hat: das Schauspiel

Leipzig. Wir führen Sie dorthin, wo Theater entsteht — in

Räume, die dem Publikum normalerweise verborgen bleiben:

in die Klimazentrale, die Unterbühne, den Kostümfundus. An

Orte, die das unsichtbare Herz des Theaters sind.

Aber auch dieses Herz schlägt für die Vorstellungen — und

jede Vorstellung gibt wiederum dem Theater den Herzschlag

vor, und das weit vor dem jeweiligen Stückbeginn. „Noch 30

Minuten bis zur Vorstellung!“ ist am Abend ein gewohnter

Einruf im Backstage-Bereich des Theaters — aber was geschieht,

damit sich auf der Bühne der Vorhang hebt? Das Innerste

des Theaters hält dazu viele Geschichten bereit, Spuren

und Erinnerungen, aus naher und entfernterer Zeit. Wenn es

kurz vor Stückbeginn heißt: Schöne Vorstellung!, dann ist das

mehr als ein Gruß hinter der Bühne. Es ist ein Wunsch. Ein

Ritual. Ein Versprechen. Eine besondere Welt wird sich für

Sie öffnen.

KÜNSTLERISCHE LEITUNG ............. FALK RÖẞLER,

HUBERT WILD &

SALOME SCHNEEBELI

AUSSTATTUNG ............................. HUGO GRETLER

IDEE & DRAMATURGIE .................. JULIA BUCHBERGER,

MATTHIAS DÖPKE,

MARLEEN ILG,

GEORG MELLERT SOWIE

TORSTEN BUẞ &

ENRICO LÜBBE

PROJEKTBERATUNG ...................... STEFAN KAEGI

PREMIERE 8. 5.

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE EVENT B

AUFGRUND DER BAULICHEN

SITUATION DES HAUSES

IST DIE PRODUKTION NICHT

BARRIEREFREI ZUGÄNGLICH.

9. 5. 16 00

Auf dem Weg zur Vorstellung erleben Sie weit mehr als nur

30 Minuten — wir werden Jahre und Jahrzehnte zurücklegen,

erzählen von Theatergeschichte und Theatergeschichten, von

Momenten des Gelingens und Momenten des Scheiterns, von

echten und erträumten Träumen.

Und wenn es dann schließlich auch bei uns am Abend Die künstlerische Leitung dieser Produktion übernehmen Falk

heißen wird: „Schöne Vorstellung!“, dann beginnt sie auch — Rößler, Hubert Wild und Salome Schneebeli.

vielleicht anders als erwartet, aber mit dem gesamten Ensemble

und mit Ihnen.

für die ag(o)ra auf dem Gelände des agra Messepark Leipzig

Falk Rößler entwickelte zuletzt am Schauspiel Leipzig

„Die Gläserne Kuh. Prüfbegehung der agra-Landwirtschaftsausstellung

1981“. Hubert Wild war mehrfach in Produktionen

des Schauspiel Leipzig als Sänger und Schauspieler zu

Gast (u. a. „Wolken.Heim“ und „Die Rättin“), zudem inszenierte

er „Cabaret“ und „Lazarus“. Die Choreographin Salome

Schneebeli inszenierte u. a. die Uraufführungen von Giorgio

Ferrettis „America“ und Raphaela Bardutzkys „Altbau in

zentraler Lage“ in der Diskothek sowie in dieser Spielzeit

„Bernarda Albas Haus“ auf der Großen Bühne. Hugo Gretler

war von 2013 bis 2024 Ausstattungsleiter am Schauspiel Leipzig

und hat mit zahlreichen Bühnenbildern das Erscheinungsbild

des Hauses geprägt. Stefan Kaegi ist, auch als Teil der

Gruppe „Rimini Protokoll“, Experte für Recherche-Produktionen

und Bespielungen an besonderen Orten. In der Residenz

war von ihm die Produktion „Société Anonyme“ zu sehen.

21. 5.

22. 5.

23. 5. 16 00

28. 5.

29. 5.

3. 6.

8. 7.

9. 7.

36


37

Richard III WILLIAM SHAKESPEARE



Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version) WILLIAM SHAKESPEARE


WIEDER-

AUFNAHME

ARSEN UND

SPITZEN-

HÄUBCHEN

Im New York der 1940er, gleich hinter der Brooklyn Bridge,

zwischen Pfarrhaus und dem alten Friedhof, steht ein kleines

unscheinbares Haus. Hier leben die Schwestern Abby und

Martha Brewster, die guten Seelen der Nachbarschaft. Bei ihnen

wohnt außerdem ihr Neffe Teddy, der sich für Präsident

Roosevelt hält und im Keller den Panama-Kanal aushebt. Doch

das stört hier niemanden, im Gegenteil: Das Haus gleicht einer

friedlichen Oase inmitten einer rauen Welt.

Doch eines Tages tritt in Abbys und Marthas Leben

ein Schatten: ihr zweiter Neffe Jonathan. Er war schon immer

das Sorgenkind der Familie, inzwischen ist er ein international

gesuchter Serienmörder und will Rache an den Tanten und

an seinem Bruder Mortimer, dem dritten Neffen und ewigen

Glückskind der Familie.

Als Mortimer nun in der großen Truhe im Wohnzimmer

eine Leiche entdeckt, werden die Dinge kompliziert. Abby

und Martha können Mortimers Aufregung darüber seltsamerweise

so gar nicht verstehen. Umso mehr versucht er verzweifelt,

seine geliebten Tanten und Teddy vor dem Gesetz zu bewahren

— gar nicht so einfach, wenn ständig die Polizei zum

Tee vorbeikommt.

Nach und nach wird sowohl Jonathan als auch Mortimer klar,

dass die großzügige Gastfreundschaft der Tanten nicht nur

ihren Plänen im Weg steht. Tatsächlich scheinen die Tanten

gar nicht so ungefährlich zu sein, denn nicht alle, die bei ihnen

zu Besuch waren, haben das überlebt. Auch Abby und Martha

haben eine Leiche im Keller. Oder, nun ja, möglicherweise auch

mehrere …

HIER IN DIESER

TRUHE IST

EINE LEICHE.

— JA, LIEBLING,

DAS WISSEN WIR

SCHON.

JOSEPH KESSELRING

DEUTSCH VON HELGE SEIDEL

REGIE ......................................... TINA LANIK

BÜHNE & KOSTÜME ...................... STEFAN HAGENEIER

MUSIK ........................................ JÖRG GOLLASCH

CHOREOGRAPHIE ......................... ROMY AVEMARG

DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER

„Großes Kino“

MDR

„So gelingt eine exakt gebaute, gut gespielte Komödie,

die sich längerfristig im Spielplan einnisten könnte.“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

MIT: ANNE CATHRIN BUHTZ, VANESSA CZAPLA,

JULIUS FORSTER, ROMAN KANONIK, ANDREAS KELLER,

TILO KRÜGEL, CHRISTOPH MÜLLER, DENIS PETKOVIĆ,

BETTINA SCHMIDT, NIKLAS WETZEL

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE B

30. 12.

17. 1.

26. 2.

18 00

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

ENGLISCHE ÜBERTITELUNG

40


WIEDER-

AUFNAHME

DAS KALTE

HERZ

Peter, wie schon sein Vater und dessen Vater Kohlenbrenner

im Schwarzwald, erträgt es nicht länger, dass alle anderen um

ihn herum „so unmenschlich reich sind“, während er bleibt,

was er ist. Seine Überlegungen, wie sich das ändern könnte,

nehmen eine ungeahnte Wendung: Er erfährt, dass er als

Sonntagskind das Glasmännlein aufsuchen darf, das tief im

Schwarzwald lebt. Bei ihm hat er drei Wünsche frei. Wie einfach

ist das!

Doch Peters Wunsch, immer genauso viel Geld zu haben

wie der erfolgreiche Ezechiel, erweist sich als Fehlspekulation:

Peter nimmt ihm beim Würfeln das Geld ab. So lange,

bis keiner von beiden mehr einen Taler hat. Und Peter steht

mit leeren Taschen da. Seine Wut darüber will Peter am Glasmännlein

auslassen.

WILHELM HAUFF

FÜR ALLE AB 10 JAHREN

REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE

BÜHNE ........................................ ETIENNE PLUSS

KOSTÜME .................................... BIANCA DEIGNER

MUSIK ........................................ PHILIP FRISCHKORN

DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUẞ

MIT: WENZEL BANNEYER, TILO KRÜGEL,

CHRISTOPH MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH,

DENIS PETKOVIĆ, NIKLAS WETZEL,

HANNA ZÜRN SOWIE PHILIP FRISCHKORN

Aber wo das Glasmännlein ist, da wartet auch der Holländer-

Michel in der Nähe — ein skrupelloser Wunsch-Erfüller für

alle, die die große Gier umtreibt. Lebendiges Herz gegen unbegrenzten

Kredit, lautet Holländer-Michels Geschäftsmodell.

Peter willigt ein und trägt ab da Stein statt Herz.

Peters Aufstieg beginnt. Bis er realisiert: Fast niemand

um ihn herum hat überhaupt noch ein Herz. Aber einen Wunsch

hat Peter beim Glasmännlein bis zuletzt immer noch frei …

Der Schwarzwald in Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“ ist ein

sagenhafter Zauberwald. Ein Ort, an dem Holz zu Kohle und

Glas verwandelt wird — und zu Geld und Erfolg. Eine Fabrik

der Träume vom schnellen Aufstieg. Gehandelt wird alles, was

das Herz begehrt — Glück, Gier und ganze Lebenswege. Ein

sehr erwachsenes Märchen über den schönen Schein und ein

Herz aus Stein.

Hauffs „Das kalte Herz“, erschienen 1827, entfaltet diese

Erzählung in faszinierend dunkel leuchtender Sprache. In

eindrücklichen Bildern inszeniert Intendant Enrico Lübbe es

auf der Großen Bühne des Schauspiel Leipzig — im Team mit

dem Bühnenbildner Etienne Pluss, Kostümbildnerin Bianca

Deigner und dem Leipziger Jazz-Musiker Philip Frischkorn,

der die Inszenierung live am Flügel begleitet.

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE C

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

16. 12. 10 00

17. 12. 10 00 / 19 30

18. 12. 10 00

23. 12. 17 00

25. 12. 15 00 / 18 00

27. 3. 19 30

28. 3. 16 00

„Die Inszenierung besticht durch starke,

stimmungs reiche Bilder und auch durch klug

gesetzte musikalische Effekte.“

MDR

„Stehende Ovationen für Enrico Lübbes Inszenierung

‚Das kalte Herz‘ im Schauspiel Leipzig“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

JETZT HAB ICH’S,

WIE ICH’S WOLLTE.

41


WIEDER-

AUFNAHME

DEUTSCHE

MÄRCHEN

(& SUPER CREEPS)

Es waren einmal phantastische Geschichten von sprechenden

Tieren, von düsteren Wäldern, prachtvollen Schlössern, bevölkert

von hinterlistigen und heldenhaften Gestalten. Als die

Grimms viele davon zusammentrugen, begründeten sie so die

deutschen Märchen. Doch dieser Horizont gemeinsamer Bilderwelten

war letztlich bloß eine Version dieser Geschichten: Da

wurden aus den kinderverstoßenden Müttern schlicht Stiefmütter

gemacht, um nicht am Image der Familie zu kratzen.

Später zogen einige Märchenfiguren weiter ins Kino.

Aschenputtel sogar mehrfach: ergänzt um verzauberte Haselnüsse

als ‚Aschenbrödel‘ und von Walt Disney gezeichnet als

‚Cinderella‘. Für Letztere gab es einen gläsernen Schuh, drei

Oscar-Nominierungen und eine eigene Barbie-Ausgabe.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben die

Märchen noch heute. Werden mit und ohne Spindel weitergesponnen,

von einigen gar zum roten Faden nationaler Gedanken

getrimmt: werden von einer Version der Geschichte zum

Kern der einen Identität gedichtet …

Mit „deutsche märchen“ widmet sich Thomas Köck diesem

vermeintlich zeitlosen Kulturgut, um es in unserer Gegenwart

zu spiegeln. Welche Märchen kursieren heute? Überlieferte

wie politische? Und wo wird das kulturelle Erbe kaschiert und

vergoldet, um am Ende der Schatz zu sein, den zu finden man

ausgezogen war …

SO WAR DAS

HEUTE UND SO

WAR DAS

IMMER SCHON

IN DIESEM

ENDLOS

WEIT UNENDLICH

GÜLTIGEN

DAMALS

THOMAS KÖCK

URAUFFÜHRUNG

AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG

REGIE ......................................... ELSA-SOPHIE JACH

BÜHNE ....................................... JESSICA ROCKSTROH

KOSTÜME .................................... SIBYLLE WALLUM

MUSIK ........................................ MAX KÜHN

DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG

MIT: THOMAS BRAUNGARDT, ANNE CATHRIN BUHTZ,

VANESSA CZAPLA, CHRISTOPH MÜLLER, EMMELINE PUNTSCH,

TERESA SCHERGAUT, BETTINA SCHMIDT UND JACOB AGHA

EBRAHIM, MANUEL EISTETTER, PAULINE MALKOWSKI,

KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER, ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ

ROSERO, LILLI SCHNABEL, ALANA LU WENDSCHE, HANNA

ZÜRN SOWIE SOPHIA GÜNST, ERIC SACHER

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE B

13. 9.

18. 10. 16 00

31. 10.

13. 12. 18 00

20. 1.

21. 2. 18 00

42


AUFNAHME

WIEDER-

DIE JUNGFRAU

VON ORLEANS

Frankreich, 1429: Inmitten von Kriegswirren wächst eine junge

Frau auf — Johanna. Sie ist Tochter eines reichen Landmannes,

der sie zu ihrem eigenen Schutz verheiraten will. Doch

Johanna macht nicht mit. Sie ist zu Höherem bestimmt — das

hat ihr die Muttergottes selbst in einer Vision verraten: Ihr

Schicksal ist es, die französische Nation zur Einheit zu führen

und dem Kronprinzen Karl zur Königskrönung zu verhelfen.

Dieser hat es nicht nur mit einem starken äußeren Feind zu

tun — dem englischen König, der ebenfalls die legitime Herrschaft

über Frankreich für sich beansprucht —, sondern auch

mit dem mächtigen Herzog von Burgund, der sich aus Rache

auf die Seite der Engländer geschlagen hat, und sogar mit der

eigenen Mutter, die Karl kurzerhand enterbt hat.

Johanna ist dem verzagten Kronprinzen und seinen Heerführern

zunächst nützlich, sowohl für die königliche Propagandamaschine

als auch auf dem Schlachtfeld, wo sie die Invasorenarmee

in Angst und Schrecken versetzt.

Doch Johanna ist kompromisslos von ihrer Sendung

überzeugt, und: Sie ist eine Spielerin, die wie im Rausch bereit

ist, immer höhere Einsätze auf eine einzige Karte zu setzen.

Ihr Fanatismus lässt sie ihren vormaligen Bundesgenossen

unheimlich werden. Sie, die gerade noch die Massen

begeistert hat, soll durch Heirat dem gängigen Weiblichkeitsideal

angepasst und ins bestehende Gesellschaftssystem eingegliedert

werden.

Aber nur Johanna selbst kann Johanna aus der Bahn werfen.

Eine Begegnung auf dem Schlachtfeld erinnert sie daran, dass

sie ein Mensch mit Sehnsüchten und Begehrensfähigkeit ist.

In ihrem Selbstbild erschüttert, wird sie zur leichten Zielscheibe

für Anfeindungen von Freund und Feind, bis hin zum

Vorwurf der Teufelsanbetung. Sie muss fliehen, gerät schließlich

in englische Gefangenschaft. Das Schlimmste scheint bevorzustehen

— doch nur Johanna selbst kann Johanna wieder

aufrichten …

FRIEDRICH SCHILLER

REGIE ......................................... NURAN DAVID CALIS

BÜHNE ....................................... IRINA SCHICKETANZ

KOSTÜME .................................... JOHANNA STENZEL

KÜNSTLER. MITARB. KOSTÜME ....... MARIAM HAAS

MUSIK ......................................... VIVAN BHATTI

DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT

MIT: LARISSA AIMÉE BREIDBACH, MANUEL EISTETTER, ROMAN

KANONIK, TILO KRÜGEL, DIRK LANGE, PAULINE MALKOWSKI,

CHRISTOPH MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH, KONSTANTIN

PFRÖTZSCHNER, EMMELINE PUNTSCH, ÁLVARO JOSÉ

SÁNCHEZ ROSERO, SAMUEL SANDRIESSER, BETTINA SCHMIDT,

PAULA WINTELER, HANNA ZÜRN

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE A

28. 11.

9. 12.

7. 1.

22. 1.

18. 2.

6. 4.

23. 4.

19. 5.

6. 6. 18 00

ICH BIN NUR

EINES HIRTEN

NIEDRE TOCHTER,

ICH BIN DIE

KRIEGERIN DES

HÖCHSTEN GOTTES,

UND KEINEM

MANNE KANN ICH

GATTIN SEIN.

43



Der Girschkarten LUKAS RIETZSCHEL


WIEDER- WIEDER-

AUFNAHME

AUFNAHME

MEDEA

Die stolze Königstochter Medea hat sich unsterblich in den

Griechen Jason verliebt und hilft ihm, das Goldene Vlies zu

rauben. Medea opfert ihre Familie und Heimat für Jason. Sie

folgt ihm in die Fremde, nach Griechenland. Hier leben sie

glücklich, hier kommen ihre Kinder zur Welt. Doch als sich

Jason eine höhere Stellung am Hofe König Kreons erhofft, wendet

er sich schließlich dessen junger Tochter zu und lässt Medea

und seine Familie im Stich. Medea verzweifelt. Sie findet

sich allein in einem Land zurückgelassen, auf das sie ihre gesamte

Zukunft baute. Für Jason hat sie alles geopfert. Jetzt will

man sie, durch Treuebruch, Verrat und Entzug ihrer Rechte,

zum Exil zwingen, besser noch zur Selbstauslöschung. In die

Ecke gedrängt, greift Medea zur radikalsten Tat: Sie tötet ihre

eigenen Kinder.

Wer ist Medea? Euripides konfrontiert uns mit einer

Figur, die uns — auch über 2.400 Jahre nach ihrem Entstehen

— drastisch und radikal erscheint. Medea ist sich ihrer grausamen

Tat bewusst. Sie denkt sie. Sie formuliert sie. Sie erschrickt

vor ihr als letztlich irrationalem Schritt. Sie entscheidet

sich dennoch, diesen zu gehen. Eine Handlung, die das

Private weit verlässt und gegen gesellschaftliche Erwartungen

und Strukturen angeht, durch die Medea weit ins Abseits gedrängt

wird.

EURIPIDES

DEUTSCH VON PETER KRUMME

REGIE ......................................... MARKUS BOTHE

BÜHNE ....................................... KATHRIN FROSCH

KOSTÜME .................................... SABINE BLICKENSTORFER

DRAMATURGIE ............................. BENJAMIN GROẞE

MIT: LARISSA AIMÉE BREIDBACH, ANNE CATHRIN BUHTZ,

MANUEL EISTETTER, YVES HINRICHS, CHRISTOPH MÜLLER,

MICHAEL PEMPELFORTH, DENIS PETKOVIĆ, ÁLVARO JOSÉ

SÁNCHEZ ROSERO, ANNETT SAWALLISCH, HANNA ZÜRN

SOWIE KINDERSTATISTERIE

„Bothe ist eine ‚Medea‘ gelungen, die wohltuend unprätentiös

und aufs Wesentliche konzentriert daherkommt.“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

„Wer Medea ist, fragen wenige, oder nehmen sie als

fühlendes Wesen ernst. Hier setzt Regisseur Bothe an.

Statt also den Mythos zu modernisieren, bringt er

ihn zum Sprechen.“

FREIE PRESSE

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE C

14. 1.

21. 1.

8. 3.

9. 3.

16. 3.

5. 4.

DOCH

MÄCHTIGER ALS

MEINE PLÄNE /

IST LEIDENSCHAFT, /

DEN MENSCHEN

DIE QUELLE

GRÖẞTER ÜBEL.

46


WIEDER-

AUFNAHME

RICHARD III

ICH TUE

UNRECHT,

ABER SCHREI

ZUERST.

Es sind unsichere Zeiten. Niemand weiß, was morgen sein

wird: Wer wird herrschen, wer wird gestürzt? Wer ist noch

dabei im Spiel um die Macht, und wer hat schon verloren?

Richard, Herzog von Gloster, will dabei nicht nur eine Spielfigur

sein. Er will der entscheidende Spieler sein. Der Sieger

über alle.

Der Krieg ist zwar vorbei, aber mit den neuen Zeiten

kann Gloster nichts anfangen. Was anderes als Krieg kann er

nicht. Was soll er, der Außenseiter, in der Gesellschaft? Mit

seinem Wesen würde er keine Chance haben, das hört er schon

sein Leben lang, angefangen bei seiner eigenen Mutter. Also

bleibt er im Kriegsmodus und beschließt, sein Stück aufzuführen:

Gesellschaft als Schlacht, Leben als Nahkampf — mit

den Waffen: Lügen, Tricksen, Intrigieren.

Und niemand ahnt, wie gut er genau damit in die Gesellschaft

passt. Gloster ist klug, er ist schnell, er ist brutal. Zug

um Zug wird er schließlich König Richard III., durch eigener

und vieler anderer Hände schmutzige Taten.

William Shakespeares „Richard III“ ist ein gewaltiges Stück

Theater über Hybris, Skrupellosigkeit und das Überschreiten

aller Normen. In der Übersetzung von Thomas Brasch ist es

ein dunkles Schauerstück genauso wie ein scharfes Psychogramm.

Allein ist Gloster bei seinem Aufstieg nie — er weiß sich immer

wieder neue Verbündete zu schaffen: nicht nur die Figuren im

Stück, sondern auch uns, das Publikum. Aber je mehr sich

Glosters Aufstieg fortsetzt, desto stärker wird er konfrontiert

mit einer Reihe starker Frauenfiguren wie Lady Anne, Königin

Elisabeth, Königin Margaret oder seiner Mutter, der

Herzogin von York. Ob Witwe oder Mutter, Ehefrau oder gewesene

Regentin (und oftmals alles zugleich) — sie haben Regierungen

und Könige überlebt, sie können erzählen vom Verlust

der Macht und vom Danach. Und so begleiten sie Glosters Aufund

Abstieg: Auch Richard III. ist am Ende nur eine Figur

unter vielen. Auch er wird wieder vom Spielfeld gewischt.

WILLIAM SHAKESPEARE

DEUTSCH VON THOMAS BRASCH

LEIPZIGER FASSUNG VON MARION TIEDTKE

REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE

BÜHNE ....................................... MARTIN ZEHETGRUBER

KOSTÜME .................................... SABINE

BLICKENSTORFER

MUSIK ........................................ BERT WREDE

VIDEO ........................................ ROBI VOIGT

DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß

„Das Leipziger Publikum feiert Buhtz und das

Ensemble stehend, selbst dann noch, als die Türen

schon lange wieder offen sind.“

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

„Eine groß aufgefahrene Theatermaschine,

ein Theater erlebnis.“

KREUZER

„Ein Geniestreich. Triumphaler Saisonstart,

frenetisch bejubelt.“

MDR

MIT: WENZEL BANNEYER, LARISSA AIMÉE BREIDBACH,

ANNE CATHRIN BUHTZ, VANESSA CZAPLA, KATJA GAUDARD,

TILO KRÜGEL, CHRISTOPH MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH,

DENIS PETKOVIĆ, SAMUEL SANDRIESSER, BETTINA SCHMIDT,

NIKLAS WETZEL

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

23. 1.

28. 2. 18 00

PREISKATEGORIE B

13. 3.

25. 4. 16 00

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

ENGLISCHE ÜBERTITELUNG

13. 5.

47


WIEDER-

AUFNAHME

WAS IHR WOLLT

Die Grafentochter Olivia hat ein Problem: Sie ist total verknallt

in Cesario. Eines Tages kam er einfach so in ihre Kammer

spaziert, um eine Nachricht des Herzogs Orsino an sie zu

überbringen. Doch Olivia ist an dieser Nachricht (eine Liebeserklärung

von Orsino) viel weniger interessiert als an dem

Überbringer, denn Cesario ist (anders als Orsino) klug, schön,

gewitzt und kann obendrein auch noch singen … und seien wir

mal ehrlich, manchmal ist die „eigentliche“ Nachricht einfach

weniger wichtig als das, was im Moment des Überbringens geschieht.

Es könnte also der Beginn einer wundervollen Romanze

sein, befänden wir uns nicht in einer klassischen Shakespeare-Komödie.

Denn hier ist nichts einfach, schon gar nicht

die Liebe. Olivia weiß nämlich nicht, dass Cesario eigentlich

Viola heißt und auch kein Bote, sondern — oh Schreck — eine

Botin ist. Erst vor wenigen Stunden wurde sie nach einem

Schiffbruch am Ufer der Insel Illyrien angeschwemmt und

hat sich für ihre Zeit auf der Insel kurzerhand ein Alter Ego

mit dem schönen Namen „Cesario“ ausgedacht. Kann ja niemand

ahnen, dass sich Olivia direkt verliebt. Und sie soll damit

auch nicht alleine bleiben, denn auf Illyrien wird sich verliebt,

was das Zeug hält. Genauso wie verkleidet, bespäht, verspottet,

auf falsche Fährten geführt — eben alles, was es braucht, damit

nichts (wirklich gar nichts) eindeutig ist.

WILLIAM SHAKESPEARE

DEUTSCH VON JENS ROSELT

FASSUNG VON PIA RICHTER & JULIA BUCHBERGER

REGIE ......................................... PIA RICHTER

BÜHNE ....................................... JULIA NUSSBAUMER

KOSTÜME .................................... LISE KRUSE

MUSIKALISCHE LEITUNG ............... MARIA MOLING

CHOREOGRAPHIE ......................... VASILIKI BARA

DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER

MIT: VANESSA CZAPLA, JULI NIEMANN, DENIS PETKOVIĆ,

EMMELINE PUNTSCH, SAMUEL SANDRIESSER, TERESA

SCHERGAUT SOWIE ANTON BERMAN, ANNA EMMERSBERGER

UND MARIA MOLING

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE B

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

(A TORTURED LOVER’S VERSION)

ENGLISCHE ÜBERTITELUNG

21. 10.

1. 11.

19. 12.

27. 12.

15. 1.

28. 1.

6. 2.

7. 3.

29. 3.

21. 4.

2. 5. 18 00

1. 7.

48

SO VOLLER

HIRNGESPINSTE

IST DIE LIEBE,

DASS MAN

SIE AM ENDE

SELBST

FÜR EINBILDUNG

HÄLT.

Zwar hat sich unsere Lebensrealität seit dem 17. Jahrhundert

drastisch verändert, doch das zutiefst menschliche Bedürfnis,

die eigenen Gefühlswelten in Kunst und (Pop-)Kultur wiederzuerkennen,

bleibt bis heute. Wie damals Shakespeares Stücke

bieten heutzutage die Songs von Taylor Swift Spiegel und Projektionsfläche

für ihr Publikum von jung bis alt, von queer bis

hetero, von Footballer bis Countrygirl.

Wirklichkeit und Spiel, Wahrheit und Lüge, doppelte

Böden, Alter Egos und die Uneindeutigkeit zwischen Gezeigtem

und Gesehenem sind in ihren Songs dabei ähnlich alltäglich

wie in „Was ihr wollt“.

„Sie macht Spaß, diese ‚Tortured Lover’s Version‘

nach Shakespeare. Wie Shakespeare schon wusste:

Musik ist der Liebe Nahrung. Taylor gibt sie uns.“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

„Wir sollen und dürfen uns an diesem Abend in den

Figuren wiederentdecken. Dürfen herzlich lachen

— über die Figuren und damit über uns —, cringen,

mitleiden, sie und ihr Verhalten kritisieren.“

THEATER DER ZEIT


49

Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer ANNA BEHRINGER


WIEDER-

AUFNAHME

WOYZECK

GEORG BÜCHNER

„Immerzu. Immerzu.“ Das Leben ist ein Mühlrad, das sich

ständig dreht. Menschen ziehen vorbei, Lichter, Stimmen.

An Woyzeck dreht es sich nur vorbei, das Leben. „Wenn wir

in den Himmel kämen, müssten wir Donnern helfen“, sagt

er. Hier auf Erden aber hat Woyzeck sich verpflichtet, dem

Doktor zur Verfügung zu stehen bei dessen medizinischen

Experimenten. Ebenso muss Woyzeck täglich zum Hauptmann

und ihm zu Hilfe sein. Danach muss Woyzeck zum

Dienst in die Kaserne. Und dann ist da Marie, die er liebt

und mit der er einen Sohn hat. Bei Marie sollte er viel öfter

sein. Mehr, als er es ist. Aber egal, was Woyzeck tut oder tun

wird — genügen wird es nie.

Immerzu gibt es auch die Stimmen in Woyzecks

Kopf, flüstert sogar die Erde auf den Feldern. Und diese

Stimmen sagen ihm noch ganz andere Dinge ein, die er tun

soll. Das Mühlrad dreht sich immer schneller und schneller

unter einem großen Mond, der rot ist „wie ein blutig Eisen“.

Und am Ende werden Marie und Woyzeck von der Ausweglosigkeit

mitgerissen. „Der Mensch ist ein Abgrund.“

Ein Abgrund ist allerdings auch die Gesellschaft,

wie Georg Büchner sie in seinem Drama entwirft und in der

Woyzeck und Marie leben. Die Inszenierung nimmt das Gesellschafts-Geflecht

in den Blick, ebenso wie die Perspektiven

Woyzecks und Maries auf das Geschehen.

Schlaglichtartig reiht Büchners „Woyzeck“ in expressiver

Zuspitzung Stationen einer Eskalation auf. Büchners Drama

ist Fragment geblieben — aber gerade in seiner Fragment-

Struktur entspricht es den Besonderheiten dieser Geschichte.

REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE

BÜHNE ....................................... ETIENNE PLUSS

KOSTÜME .................................... BIANCA DEIGNER

VIDEO ........................................ ROBI VOIGT

MUSIK ........................................ PHILIP FRISCHKORN &

ANGELA REQUENA

FUENTES

DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß

MIT: THOMAS BRAUNGARDT, TILO KRÜGEL, CHRISTOPH

MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH, SAMUEL SANDRIESSER,

BETTINA SCHMIDT, NIKLAS WETZEL, PAULA WINTELER

UND JACOB AGHA EBRAHIM, MANUEL EISTETTER, PAULINE

MALKOWSKI, KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER, ÁLVARO JOSÉ

SÁNCHEZ ROSERO, ALANA LU WENDSCHE

SOWIE PHILIP FRISCHKORN, ANGELA REQUENA FUENTES

WIEDERAUFNAHME

GROßE BÜHNE

PREISKATEGORIE B

27. 1.

5. 2.

14. 3.

13. 4.

16 00

ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

ENGLISCHE ÜBERTITELUNG

27. 5.

4. 6.

„Büchners Bruch- als Bravourstück“

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

„Wahnsinns-‚Woyzeck‘“

THEATER DER ZEIT

„Visuelle Wucht und Verdichtung, Rhythmus und

Tempo sind die Mittel, mit denen Enrico Lübbe

das ‚Woyzeck‘-Fragment in Leipzig zu einem ganzen,

ja: ganz hervorragenden Abend ins Bild setzt.“

NACHTKRITIK

50


DER FALL

WOYZECK

1821 erstach Johann Christian Woyzeck in der Leipziger Vorstadt

seine Geliebte, die Witwe Woost. Er war bereits in Leipzig

in die Lehre gegangen, und nach Jahren als Soldat, die er im

Hin und Her der napoleonischen Befreiungskriege in Armeen

verschiedenster Staaten verbracht hatte, war er wieder in die

Stadt zurückgekommen.

Mit dem Fall Woyzeck verbanden sich bereits damals

wie unter einem Brennglas Fragen, die noch nicht allzu lange

diskutiert wurden: Fragen nach Schuldfähigkeit ebenso wie

soziale Fragen nach Lebensbedingungen und Lebenschancen.

Woyzeck wurde 1824 für den Mord auf dem Leipziger

Marktplatz öffentlich hingerichtet. Allerdings führten die Diskussionen

und Umstände nicht zuletzt um diesen konkreten

Fall dazu, dass das danach in Leipzig in dieser Weise nicht

wieder geschah. Und Georg Büchners Drama brachte den Fall

Woyzeck in die Weltliteratur.

In Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig folgt ein

Rundgang des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig den Spuren

und Stationen des historischen Woyzeck in der Innenstadt.

Der Rundgang thematisiert dabei die damaligen Diskussionen

des Falles ebenso wie heutige Fragestellungen und beleuchtet

die Veränderungen, die Büchner an der realen Geschichte

vornahm.

In zeitlicher Nähe zu den Vorstellungsterminen richtet

sich dieses Angebot an Schulklassen und an ausgewählten

Tagen auch an alle Interessierten. Dauer: ca. 90 Minuten, Treffpunkt:

Altes Rathaus.

TERMINE

(BEGRENZTE PLATZZAHL, NUR NACH BUCHUNG

IM STADTGESCHICHTLICHEN MUSEUM LEIPZIG)

Rundgang für alle Interessierten

SO 24. 1. ......................................... 11 00

FR 5. 2. ........................................... 16 00

SO 14. 3. ......................................... 13 00

DO 27. 5. ........................................ 16 00

FR 4. 6. ........................................... 16 00

PREIS 5,—

Rundgang für Schulklassen

VARIABEL MÖGLICH IN DER ZEIT VON DI BIS FR,

9 — 18 UHR, BUCHUNG AUF ANFRAGE

PREIS FÜR SCHULKLASSEN

PRIVATE GRUPPEN 70,—

1,— PRO PERSON

ANFRAGEN & TICKETBUCHUNG

nur direkt beim Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

Kontakt: 0341 / 9651 500 sowie

vermittlung.stadtmuseum@leipzig.de

MORAL DAS

IST WENN

MAN

MORALISCH

IST,

VERSTEHT

ER!

51



2013 starteten wir mit der Diskothek als einem

Spielraum, der allein der Gegenwartsdramatik gewidmet

ist. Damals noch unterm Dach des Schauspielhauses,

auf der Probebühne 1 — schon mit der

Perspektive, ins Erdgeschoss an den Ring umzuziehen,

in die ehemalige Diskothek „Schauhaus“,

was dann 2017 auch geschah. Mithin können wir

in dieser Saison den 10. Geburtstag der Räumlichkeiten

feiern.

Das wollen wir auch tun: Wir werden die Diskothek noch einmal

in eine Diskothek verwandeln, mit Musik und Party —

und anlässlich des Geburtstages bauen wir noch einmal den

großartigen Bühnenraum zur Inszenierung von Elfriede

Jelineks „Wolken.Heim“ auf, der aus einem Bild des Leipziger

Malers Titus Schade entstand. Sie sind eingeladen, diesen

eindrucksvollen Bühnenbild-Raum zu begehen — Sound-Installationen

des Textes begleiten Sie dabei.

Wir freuen uns sehr, dass erneut Produktionen aus dem Programm

der Diskothek Festivaleinladungen erhielten: Es ist eine

große Ehre, mit gleich zwei Produktionen zu den sieben Texten

zu zählen, die dieses Jahr zu den Mülheimer Theatertagen

eingeladen werden, dem zentralen Festival für Gegenwartsdramatik:

„Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ von

Anna Behringer sowie „Der Girschkarten“, ein Auftragswerk

des Schauspiel Leipzig an Lukas Rietzschel, gehen damit ins

Rennen für den Mülheimer Dramatikpreis 2026 — den wichtigsten

Preis für deutschsprachige Gegenwartsdramatik.

Seit 2013 waren damit zehn Produktionen der Diskothek

nach Mülheim eingeladen; drei davon gewannen den

Dramatikpreis.

In der Saison 2026 / 27 führen wir noch einmal konzentriert

die Zusammenarbeit fort mit Menschen, die diese Spielstätte

geprägt haben: Thirza Bruncken, vielfach zu Gast mit ihrer

unverkennbaren Regie-Handschrift, wird nach „Drei sind wir“

2016 auch das neue Auftragswerk des Schauspiel Leipzig an

Wolfram Höll inszenieren, der uns mit seinen Texten seit 2013

begleitet. Marco Damghani, auch er eine Säule in der Programmatik

der Spielstätte, inszeniert einen neuen eigenen Text, der

gleichfalls als Auftragswerk des Schauspiel Leipzig entsteht.

Und auch das Dokumentartheater-Team Regine Dura und Hans-

Werner Kroesinger, auf immer wieder besondere und dokumentarische

Art in den Spuren der Gegenwart unterwegs, zeigt

eine neue Arbeit.

Zusammen mit dem Repertoire, Stücken von Yade Yasemin

Önder, Sam Max, Sivan Ben Yishai, Maria Milisavljević oder

Sarah Kilter (deren „White Passing“ bereits über 50 Aufführungen

erlebt hat), laden diese Produktionen und lädt die

Disko thek ein, die Gegenwart theatral zu entdecken. In ihren

verschiedenen Themen, Widersprüchen, Fragen und Herausforderungen.

53


DOKUMENTAR-

THEATER-

PROJEKT VON

DURA &

KROESINGER

Im Programm der Diskothek vertreten sie einen konsequent

dokumentarischen Ansatz: Regine Dura und Hans-Werner

Kroesinger, die als dura & kroesinger seit über 25 Jahren im

deutschsprachigen Raum wie international für ihre Recherchetheaterprojekte

bekannt sind. In ihren Arbeiten widmen sie

sich historischen Ereignissen, gesellschaftlichen Erfahrungen,

fördern teils Verdrängtes und Vergessenes zutage. Interviews

mit Zeitzeugen, Quellen- und Archivmaterialien verdichten

sich zu theatralen Versuchsanordnungen, welche die den Themen

innewohnende Dramatik herausarbeiten.

Am Schauspiel Leipzig haben sich dura & kroesinger

bereits 2020 mit der Geschichte des Braunkohletagebaus um

Leipzig sowie 2022 mit den Jugendwerkhöfen in der DDR auseinandergesetzt.

Für ihr neues Projekt machen sie sich auf die

Spur eines so phantomhaften wie wirkmächtigen Phänomens:

nach dem Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.

Wenn die Rede ist von einem verlorengegangenen

oder zerbröckelnden gesellschaftlichen Zusammenhalt — gab

es ihn, gibt es ihn noch? Wie wird er hergestellt, inszeniert,

reflektiert? Und wo sollte man nach ihm oder seinen Spuren

suchen?

dura & kroesinger gehen dorthin, wo gesellschaftliche Zusammenhänge

konkret erlebt werden — dorthin, wo sich Menschen

zusammenfinden, um Interessen auszuhandeln, Konflikte zu

lösen oder zu schüren, zu den Organisationen, Vereinen, Initiativen,

die Zusammenleben strukturieren.

Das Ergebnis dieser Forschungsreise wird ab Oktober

in der Diskothek zu sehen sein.

REGIE ......................................... HANS-WERNER

KROESINGER &

REGINE DURA

KONZEPT & TEXT .......................... REGINE DURA

BÜHNE & KOSTÜME ...................... HUGO GRETLER

MUSIK ........................................ JONAS MARC

ANTON WEHNER

DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT

PREMIERE 1. 10.

DISKOTHEK

54


COMPANIA

SINCARA SPIELT:

DER DRACHE

FREI NACH JEWGENI SCHWARZ

Die Zeiten sind verworren, die Zeiten sind hart. Die Menschen

scheinen orientierungslos. In so einer Situation wünschen

manche sich einen Helden, der die Richtung vorgibt und Lösungen

bringt. Doch Helden sind keine im Angebot, dafür aber

drei Clowns — Waldemar, Eusebius und Kerbel. Immerhin.

REGIE & SZENARIUM ..................... RICO DIETZMEYER

BÜHNE & AUSSTATTUNG ............... LISA-MARIA TOTZKE

MASKEN & SZENOGRAPHIE ........... FRANZISKA E. SCHUBERT

CO-REGIE & LICHT ........................ CHRISTOPH PÜNGEL

MITARBEIT ................................... GERDA BAUMBACH

MUSIK ........................................ JOHANNES COTTA,

ANNEGRET ENDERLE,

CHRISTOPH PÜNGEL

MIT: RICO DIETZMEYER, FELICITAS ERBEN, RONJA OEHLER

DISKOTHEK 14. / 15. 11.

EINE PRODUKTION VON COMPANIA SINCARA

IN KOPRODUKTION MIT SCHAUSPIEL LEIPZIG

UND SCHAUBÜHNE LINDENFELS,

GEFÖRDERT VOM KULTURAMT DER STADT LEIPZIG

Da sind sie wieder. Erneut steigen sie bei uns ab, um sich zu

wundern — über uns und unsere Art mit den Dingen. Sie verstehen

zwar nicht viel vom Heldentum, aber sie sind bereit, es

zu versuchen — für uns: „Der Held ist eine Rolle, die man spielen

kann.“ Sie wollen die Toten wecken und das Zerschlagene

zusammenfügen, zumindest für einen kurzen Augenblick. Dafür

nehmen sie sich ein Stück, das schonungslos erzählt, wie

weit unsere Trümmerhaufen nicht nur in den Himmel ragen,

sondern auch in unsere Köpfe und Herzen. Es gilt einen Drachen

zu besiegen. Und dann noch einen. Und noch einen. Also

schwingen sie sich auf und nehmen uns bei der Hand.

Jewgeni Schwarz’ Märchen um den tyrannischen Drachen und

die Gefahren des Duckmäusertums hat auch mehr als 80 Jahre

nach seiner Entstehung nichts an Aktualität eingebüßt. Im

Gegenteil. Überall auf der Welt findet man sie, die Drachen.

Noch immer. Und es werden mehr — ähnlich vielgestaltig

wie der Drache in der Parabel: Auch sie haben mehrere Köpfe,

können sich verwandeln und mit größter Überzeugungskraft

Ja-Sager und Mitläufer um sich scharen. Ein Drache, und sein

Rückgrat gebaut aus all den Rückgratlosen. Für die drei Clowns

ist das der Auftakt zum eigentlichen Spiel — ein rebellisches

Spiel gegen den Opportunismus.

Doch, wie stürzt man Drachen? Und was tun, wenn

sie gestürzt sind? Wie umgehen mit denen, die einem Drachen

folgen? Und was ist, wenn der Drache, den man erschlagen

will, im Inneren sitzt? Ist ein Drache manchmal einfach nur

ein Schweinehund und überwindbar? Über all das kann man

mit dem Märchen von Jewgeni Schwarz wunderbar philosophieren.

Und das machen die Clowns auf ihre eigene ganz

spezielle, liebevolle Art.

Die Compania Sincara feiert ihr zehnjähriges Bestehen, und

das fünfte Mal in Folge entsteht eine Produktion der Compagnie

in Koproduktion mit Schauspiel Leipzig und Schaubühne

Lindenfels.

55


OST

WOLFRAM HÖLL

Mascha bleibt nicht mehr viel, als zu zählen: Wer außer ihr ist

noch da und wer ist schon gegangen? Wie viele Körner gibt

eine Sonnenblume noch her, welche davon sind zu essen oder

der Erde anzuvertrauen, so dass eines fernen Tages viele daraus

wachsen? Wer wird es bis zu diesem Tag schaffen? Das

Magenknurren ist außen kaum zu hören, alles Getier samt seinen

Geräuschen schon getilgt und selbst die Saiten der Bandura

hat Väterchen Stalin geschluckt. Mascha hungert in der Stille

in diesem Jahr 1933 in Charkiw.

1941/42: Die „Internationale“ in den Klassenzimmern

ist ebenfalls verstummt. Wer abtransportiert wird nach Deutschland,

ist OST-Arbeiter. So wie Dussja und wieder Mascha. Sie

sind die Fracht in diesen Waggons, welche sie liefern an die

Rüstungsfabrik in Coswig/Anhalt. Zumindest zusammen. Das

sind sie. Es ist, was bleibt. Dort müssen sie das Schwarze messen,

das Gelbe pressen. Ab jetzt von früh bis spät. Nebeneinander.

Bis eine mitgenommen wird.

Am Küchentisch in Coswig kommt 1962 die Familie

zusammen. Die „Internationale“ wieder in der Luft, jedem Kind

eine Bemme auf den Teller. Vom Vater eigenhändig — nein,

einhändig, also mit einer nur — geschmiert. Aber wie? Eine

Hand fehlt. Und im Jahr 2000 fehlt der zweite Teller. Die Mutter

isst nicht mit. Leistet Gesellschaft und Vorschub dem Kind,

damit es tüchtig essen kann. Weil es nicht reicht, das Essen,

an diesem Tisch, für zwei.

AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG

URAUFFÜHRUNG

REGIE, BÜHNE & KOSTÜME ............ THIRZA BRUNCKEN

DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG

PREMIERE 11. 12.

DISKOTHEK

Wolfram Hölls Schreiben zeichnet sich durch präzise Rhythmik

und eine feine Konturierung seiner Geschichten aus. In

diesem Stil legt er mit „OST“ einen kaleidoskopischen Theatertext

vor. Seine Szenen verorten sich zwischen der Ukraine, Polen,

der DDR und dem heutigen Osten Deutschlands. Über einen

zeitlichen Bogen von 1933 bis ins Jahr 2025 legen die

verschiedenen Zeitebenen historische Momentaufnahmen frei,

denen — zum Teil biographisches — Archivmaterial zugrunde

liegt. Die Poesie der Sprache behauptet sich hier in einem produktiven

Kontrast zum brutalen Geschehen, von dem sie erzählt.

Im Zentrum steht die Frage, wie sich solche historischen

Erfahrungen fortschreiben — nicht nur in politischen Strukturen,

sondern in Biographien, Familien und Erinnerungen.

Wolfram Höll ist Autor und Hörspielregisseur. Für das Schauspiel

Leipzig ist „OST“ seit 2013 bereits die fünfte Uraufführung

eines seiner Texte in der Diskothek. Drei dieser Stücke

wurden zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, wobei

Wolfram Höll zwei Mal den Mülheimer Dramatikpreis erhielt.

Für diese Uraufführung zeichnet die Regisseurin

Thirza Bruncken verantwortlich, die bereits „Drei sind wir“

(2016) für das Leipziger Publikum umsetzte. Andere Inszenierungen

führten sie u. a. an das Schauspiel Köln, Volkstheater

Wien, Schauspiel Frankfurt, Theater Dortmund, Nationaltheater

Weimar, Düsseldorfer Schauspielhaus, Residenztheater

München und an die Münchner Kammerspiele. 2021 war sie

mit ihrer Inszenierung von Sarah Kilters „White Passing“ vom

Schauspiel Leipzig bei den Autor:innentheatertagen Berlin eingeladen.

Mit bereits über 50 Vorstellungen ist dieses Stück fester

Teil des Diskothek-Repertoires.

NICHT

SPRECHEN

NICHT REDEN

NICHT ERZÄHLEN

NUR

ZÄHLEN

56


DER RISS

MARCO DAMGHANI

Willkommen in Lümow — ein kleines, ländliches Idyll. Ein

Dorf, umgeben von Natur, wo der Puls der Zeit noch nicht den

Takt diktiert. Alle kennen sich. Alles hat seine Ordnung. Gemeinsame

Angelegenheiten werden in regelmäßigen Versammlungen

in Angriff genommen. Zugepackt wird, wo es nötig ist.

Wo Meinungsverschiedenheiten auftreten, wird weiterdiskutiert.

Und weiter. Bis es einen Kompromiss gibt. Gelebte Basisdemokratie

also. Deswegen dürfen die Enten im Dorfteich beispielsweise

nur noch mit Cola zero KF, zucker- und koffeinfrei,

aufgepäppelt werden.

Allerdings erfährt das ein oder andere Vorhaben einen

direkten Dämpfer. Denn die leeren Kassen bremsen jedes

kostspielige Projekt von vornherein aus. So bleibt auch der

neue Riss im Asphalt der Dorfstraße erst einmal, wo er ist —

halb so wild, darüber sieht man hinweg. Als neue Fahrbahnmarkierung

hat er sogar einen Zweck! Die Not wird zur Tugend

und alles geht seinen gewohnten Gang.

Bis Anna auftaucht. Sie hat Lümow als Ausgangspunkt

für ihre vielversprechenden unternehmerischen Pläne

ausgesucht. Im alten Kornspeicher soll bald ihr Start-up entstehen,

Raum für kreative Köpfe bieten und ganz nebenbei für

etwas Aufschwung vor Ort sorgen. Wer weiß, vielleicht hält

damit sogar ein kleiner Wohlstand Einzug im Dorf. Die Aussicht

auf Veränderung, vielleicht Risiko, sorgt für Unruhe im

ländlichen Leben. Mit ihren innovativen Vorhaben stößt die

junge Unternehmerin auf ein geteiltes Echo in der Gemeinde.

Die Meinungen gehen auseinander. Und während man sich

hitzig über eine Neuausrichtung der kommunalen Wirtschaft

auseinandersetzt, gerät ein anderer Schauplatz etwas aus dem

Blick und zunehmend außer Kontrolle. Denn der Riss wächst

stetig an. Vom Schönheitsfehler im Straßenbild zum lästigen

Verkehrshindernis, weiter zur räumlichen Trennung im Dorf

und zur ideologischen Frage, an der sich die Geister scheiden.

AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG

MEIN VORSCHLAG:

DER RISS

ERSETZT BIS AUF

WEITERES

DIE FAHRBAHN-

MARKIERUNG DER

HAUPTSTRAẞE.

Marco Damghanis neues Auftragswerk über ein zunehmend

raumgreifendes Problem, das von den Betroffenen angestrengt

wegignoriert wird, kommt als humoristische Groteske auf die

Bühne. Wie in vorangegangenen Arbeiten beschäftigt er sich

als Autor und Regisseur fortlaufend mit Fragen des Politischen

sowie der Verbindung von Persönlichem und Systemischem.

Seine am Schauspiel Leipzig entstandenen Arbeiten „Die

Leiden des jungen Azzlack“ und „Anouk & Adofa“ wurden

u. a. mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet

und zu den Autor:innentheatertagen des DT Berlin eingeladen.

Mit „Die Allerletzten“ vom Maxim Gorki Theater gastierte

er zuletzt beim Festival „radikal jung“ 2026.

URAUFFÜHRUNG

REGIE ......................................... MARCO DAMGHANI

BÜHNE ....................................... HUGO GRETLER

KOSTÜME ................................... RAGNA HEMMERSBACH

DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG

PREMIERE 4. 2.

DISKOTHEK

57



Staubfrau MARIA MILISAVLJEVIĆ


WIEDER-

AUFNAHME

ALTBAU

IN ZENTRALER

LAGE

EINE SCHAUEROPER

RAPHAELA BARDUTZKY

AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG

KÜNSTLERISCHE MITARBEIT: ATHENA LANGE

URAUFFÜHRUNG

REGIE & CHOREOGRAPHIE ............. SALOME SCHNEEBELI

BÜHNE, KOSTÜME & VIDEO ............ HETA MULTANEN

DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE

MIT: SONJA ISEMER, EYK KAULY, ATHENA LANGE, MICHAEL

PEMPELFORTH, SAMUEL SANDRIESSER, PAULA WINTELER

WIEDERAUFNAHME SEPTEMBER 2026

DISKOTHEK

ALLE VORSTELLUNGEN MIT:

DEUTSCHER GEBÄRDENSPRACHE

ZU AUSGEWÄHLTEN VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

EINGELADEN ZU DEN 50. MÜLHEIMER

THEATERTAGEN — STÜCKE 2025

EINGELADEN ZUM INKL.-FESTIVAL AM

DEUTSCHEN THEATER BERLIN 2025

Aus ihrer kleinen Altbauwohnung wollen Zoey nicht nur die

Eigentümer vertreiben, sondern neuerdings auch noch musizierende

Gespenster aus dem 19. Jahrhundert. Die Angebote

des Vermieters, ihr bei Auszug eine Abfindung zu zahlen, hat

sie ignoriert — wohl wissend, dass es nahezu unmöglich sein

wird, eine neue Wohnung in ihrer Gegend zu finden, die sie sich

leisten kann. Doch um sie herum ziehen immer mehr Menschen

aus und Gespenster treten nun mal vermehrt bei Leerstand auf.

Leider denkt ihr Vermieter gar nicht an eine Geisterbejagung.

Einen massiven Gespensterbefall sieht er vielmehr als Chance,

das kontrollierte Abbrennen des Gebäudes zu beantragen, um

danach neu bauen und teuer verkaufen zu können.

Gegen die akustischen Angriffe der Gespenster wehrt sich

Zoey deshalb mit lautem Techno — sehr zum Leidwesen ihrer

Nachbarin Trisha. Die nimmt die Gespenstermusik nicht wahr,

wohl aber die Bässe von nebenan, mitten in der Nacht.

In ihrem Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig erzählt

Raphaela Bardutzky vom ganz alltäglichen Grauen am Wohnungsmarkt

und mischt dabei Ästhetiken der Schaueroper,

des Groschenromans und der Clubkultur miteinander ab. Wie

schon ihr Stück „Fischer Fritz“ untersucht „Altbau in zentraler

Lage“ das Verhältnis von Sprache und Macht — und bietet

zwei verschiedenen Sprachen eine gemeinsame Bühne: in diesem

Fall der deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache.

„Wummernde Beats, ausdrucksstarke Mimik und viele

visuelle Elemente in einem sehr emotionalen

Stück — was willst du als tauber Theater-Gast mehr?“

DEUTSCHE GEHÖRLOSENZEITUNG

GEFÖRDERT IN:

GEFÖRDERT VON:

„Erzählt wird ein modernes Entmietungsdrama —

Luxuskernsanierung oder Abriss/Neubau — teilweise

aus Perspektive der Gründerzeit. Die Kommunikation

auf allen Ebenen zwischen der hörenden Zoey (Paula

Winteler) und der tauben Trisha (Athena Lange) wird

zum zweiten Hauptthema, das viel über menschliche

Verständigung erzählt.“

THEATER HEUTE

60


AUFZEICH-

NUNGEN AUS

EINEM WEIßEN

ZIMMER

ANNA BEHRINGER

WIEDER-

AUFNAHME

URAUFFÜHRUNG

„Was sind Normen? Welche Macht haben sie über

Menschen? Wer darf darüber mitbestimmen?

Diesen Fragen geht Thirza Bruncken mit ihrem

Ensemble in einem atmosphärisch dichten wie

emotional packenden Abend nach.“

NACHTKRITIK

Manches, was gesagt wird, ist richtig: Das Wasser ist nass. Anderes

ist falsch: Die Haare sind rot. Aber die Haare sind orange.

Doch man sagt, die Haare sind rot. ‚Nicht lügen‘ ist eine Regel.

Doch wenn man gefragt wird, woran man denkt, und man

denkt, dass der Mann gegenüber nach Zigaretten und Schweiß

riecht — also stinkt —, soll man das nicht sagen. Man soll nicht

lügen. Und die Wahrheit soll man nicht sagen, wenn sie jemanden

unangenehm fühlen lässt.

Das ist schwer zu fassen. Ebenso wie viele andere

ungeschriebene Regeln des sozialen Miteinanders. Deshalb

kommt es für die beiden Schwestern dieser Geschichte auch

immer wieder zu Problemen. Plötzlich sind sie zeitweise in

einem weißen Zimmer untergebracht. Umgeben von Ärzteschaft

und Pflegepersonal. Es ist ein Leben nach den Parametern

einer Gesellschaft, deren Prämissen sie nicht teilen, an

deren Maßstäben sie aber gemessen werden.

Der Text von Anna Behringer wird für Thirza Bruncken zum

Ausgangspunkt einer raumgreifenden szenischen Auseinandersetzung

mit dem ‚Anders-Sein‘ und seinem Gegenüber.

Leipziger Inszenierungen der Regisseurin waren unter anderem

zu den Autor:innentheatertagen Berlin, den Mülheimer

Theatertagen und dem Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

61

REGIE & KOSTÜME ........................ THIRZA BRUNCKEN

RAUM .......................................... THIRZA BRUNCKEN

EINGELADEN ZU DEN 51. MÜLHEIMER

THEATERTAGEN — STÜCKE 2026

MIT ENSEMBLE & TEAM

TANZ ........................................... ROMY AVEMARG

DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG

MIT: VANESSA CZAPLA, SAMUEL SANDRIESSER,

BETTINA SCHMIDT

WIEDERAUFNAHME

DISKOTHEK

IM HERBST/WINTER

DIESE INSZENIERUNG BIETEN WIR ZU AUSGEWÄHLTEN

VORSTELLUNGEN ALS RELAXED PERFORMANCE AN. NÄHERE

INFORMATIONEN FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSITE.

DIE MENSCHEN

HABEN IHRE

EIGENEN GEFÜHLE

INNEN IN SICH

DRINNEN UND

DRÜCKEN SIE

AUßEN AUF IHREM

GESICHT AUS

SICH HERAUS AUS


WIEDER-

AUFNAHME

BU SÖZLER

B Z M —

DIE WORTE

GEHÖREN UNS

YADE YASEMIN ÖNDER

„wir wohnen irgendwo in deutschland“ — so beginnt Yade Yasemin

Önders Stück. Doch in dem Land, das für die Familie

von Lale und Lilo ein Zufluchtsort ist, scheint im familiären

Mikrokosmos nichts zu stimmen: Mama liegt nur noch auf der

Couch, seit Papa ihr das Schreiben verboten hat. Lilo muss damit

klarkommen, dass er einen „Mädchennamen“ trägt. Und

als Einzige in der Familie spricht Lale kein Türkisch. Als die

Dinge um sie herum zu verschwinden beginnen und schließlich

sogar Mama nicht mehr zu finden ist, scheint der letzte

Halt für die beiden Kinder verloren.

Warum Lale mit ihrer Elternsprache so gar nichts anfangen

kann, warum Mamas Schreiben alle in Gefahr bringt,

wieso die Wörter und die Sätze zu einzelnen Buchstaben zerfallen

— und was dieses Zerfallen mit der Politik in der Türkei,

dem Land, aus dem Lales und Lilos Eltern fliehen mussten, zu

tun hat — das finden die beiden Geschwister mit der Hilfe eines

ganz unerwarteten, neuen und doch uralten Freundes heraus:

ein sprechendes und fliegendes Sofa, das sie auf eine

märchenhafte Reise durch ganz Europa entführt.

Die Reise der Geschwister bringt sie räumlich ihrer

Herkunft näher, führt sie durch die Zeit und vor allem an den

Grenzen der Sprache entlang. Türkisch und Deutsch fließen

poetisch ineinander, das Spiel mit den Sprachen wird zu einer

Auseinandersetzung mit der Frage nach Identitäten.

Mit „Bu sözler bizim“ bringt das Schauspiel Leipzig bereits

zum vierten Mal in Kooperation mit den WIENER WORT­

STAETTEN das Preisträgerstück des zweijährig ausgeschriebenen

exil-Dramatiker*innenpreises zur Uraufführung.

EXIL-DRAMATIKER*INNENPREIS 2024

URAUFFÜHRUNG

REGIE ......................................... EBRU TARTICI BORCHERS

BÜHNE & KOSTÜME ...................... SAM BEKLIK

VIDEO ......................................... CHRISTIAN BORCHERS

MUSIK ........................................ DANI CATALÁN

DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT

MIT: ALI AYKAR, DENIS PETKOVIĆ, PAULA WINTELER

WIEDERAUFNAHME

DISKOTHEK

IM HERBST/ WINTER

WENN DIE

DINGE NICHT

MEHR STIMMEN,

MÜSSEN SIE

SICH NEU

VERBINDEN

62


DER GIRSC H-

KARTEN

LUKAS RIETZSCHEL

WIEDER-

AUFNAHME

Zwei Neubausiedlungen, die sich scharf gegenüberstehen. Gleißend

helle Straßenlampen. Doch dazwischen steht noch ein

altes Haus in seinem verwilderten Garten. Dort trifft sich die

Familie, um zu beraten, wie es weitergeht mit diesem Haus:

Man könnte es richtig renovieren. Man könnte es verpachten

als Ferienhaus. Oder es verkaufen an die Bauträger rundherum.

Aber hinter den guten Vorschlägen lauern verstrickte

Fragen: Wer würde sich um das Haus kümmern? Wer würde

einziehen wollen? Und wem würde das Geld vom Verkauf

zustehen? Emotionen und Erinnerungen stehen einer neuen

Wirklichkeit gegenüber, und allmählich ziehen Unschärfen in

die Debatte: Wie intakt oder kaputt ist das Haus? Wie viele

Quadratmeter hat das Grundstück wirklich?

WARUM IST

ALLES,

DAS MAL WAR,

SO VIEL

SCHÖNER

ALS DAS JETZT.

Es war einmal ein prächtiger Kirschgarten. Der schönste im

ganzen Bezirk, er wurde sogar in Reiseführern erwähnt. Aber

er hatte keine Zukunft, denn die Familie, die ihn besaß, war

pleite. Der Kirschgarten wurde verkauft und gefällt, das Areal

in Parzellen aufgeteilt. So schrieb es Anton Tschechow 1904 in

seinem letzten Stück „Der Kirschgarten“. Eine tragische Komödie

über vertane Chancen und den Wert der Erinnerungen.

Nun widmet sich Lukas Rietzschel dem Erbe dieses Kirschgartens,

gesetzt in die Bedingungen der Gegenwart: Die letzte

der Parzellen, sie hat die Zeiten bis hierhin überstanden. Erneut

ist das Haus Gegenstand von Möglichkeiten und Emotionen,

Erinnerungen und Widersprüchen. Eine Komödie über

den Wandel der Zeit und den Umgang mit der Realität: „Eins

und eins ergibt zwei; das ist doch eine klare Sache.“ — „Für

manche nicht mehr.“

AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG

KOMÖDIE NACH ANTON TSCHECHOW

URAUFFÜHRUNG

REGIE & BÜHNE ........................... ENRICO LÜBBE

KOSTÜME ................................... TERESA VERGHO

MUSIK ........................................ PEER BAIERLEIN &

THIBAULT MADELINE

DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß

„Alles in dieser Inszenierung ist Komödie.

Und zwar eine bitterböse.“

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

MIT: THOMAS BRAUNGARDT, VANESSA CZAPLA,

KATJA GAUDARD, TILO KRÜGEL, DIRK LANGE,

LISA-KATRINA MAYER, NIKLAS WETZEL

„Getragen wird der Abend von einem

wunderbaren Ensemble.“

DIE DEUTSCHE BÜHNE

„Lukas Rietzschels Tschechow-Interpretation

bringt Enrico Lübbe brillant auf die Bühne.“

KREUZER

WIEDERAUFNAHME

IM HERBST/ WINTER

DISKOTHEK

EINGELADEN ZU DEN 51. MÜLHEIMER THEATERTAGEN —

STÜCKE 2026

EINGELADEN ZUM 13. SÄCHSISCHEN THEATERTREFFEN

AM GEHART-HAUPTMANN-THEATER GÖRLITZ-ZITTAU

63


WIEDER-

AUFNAHME

LETZTE STATION

TORGAU.

EINE KALTE

UMARMUNG

DOKUMENTARTHEATERPROJEKT

VON DURA & KROESINGER

Sie sind ein dunkles Kapitel in der jüngeren deutschen Geschichte

und wirken bei den Betroffenen bis heute fort: Die sogenannten

„Jugendwerkhöfe“ der DDR-Jugendhilfe. Hier sollten

„schwererziehbare“ Jugendliche zu sozialistischen Persönlichkeiten

umerzogen werden. Wer hier eingewiesen wurde, hatte

oft bereits eine Heimkarriere hinter sich.

Unter dem Tarnbegriff „Arbeitserziehung“ wurden

die Insassen zu einem Hungerlohn als „Hilfsarbeiter“ ausgebildet

— und so als Teil eines Systems der Zwangsarbeit

ausgebeutet. Hergestellt wurden unter anderem Bauteile für

Selbstbaumöbel großer westlicher Konzerne — was dem Arbeiter-und-Bauern-Staat

wertvolle Devisen und der „freien

Welt“ kostengünstige Wohlfühl-Wohnatmosphäre einbrachte.

Und wer im Jugendwerkhof immer noch nicht funktionierte,

für den gab es als letzte Drohung den Geschlossenen

Jugendwerkhof Torgau. Hier waren militärische Verhaltensregeln

an der Tagesordnung. Kontrolle bis ins kleinste Detail,

Zwangssport und Zwangsarbeit, ein hartes Bestrafungssystem,

Gewalt seitens der Erzieher und untereinander, bis hin

zum blanken Sadismus, prägten den Alltag der Jugendlichen.

Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger sind für

das Rechercheprojekt den Geschichten rund um Torgau nachgegangen:

in zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen, mit

Menschen, die sich der Aufarbeitung der Geschichte verpflichtet

haben, in intensiven Archivrecherchen.

KENNST DU DIE STADT,

IN DER DIE

SONNE NIE LACHT,

DAS IST TORGAU,

WO MAN AUS

MENSCHEN IDIOTEN

MACHT.

64

URAUFFÜHRUNG

INSZENIERUNG ............................ HANS-WERNER

KROESINGER &

REGINE DURA

KONZEPT & TEXT .......................... REGINE DURA

BÜHNE & KOSTÜME ...................... HUGO GRETLER

MUSIK ........................................ JONAS MARC ANTON

WEHNER

DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT

MIT: PAULINA BITTNER, CHRISTOPH MÜLLER,

SAMUEL SANDRIESSER, TERESA SCHERGAUT,

NICOLAS STREIT, PAULA WINTELER

WIEDERAUFNAHME

DISKOTHEK

IM HERBST/ WINTER

„Indem die Schauspieler immer wieder die anarchische

Wut, den Selbstbehauptungswillen der internierten

Jugendlichen und ihren Kampf für die Selbstachtung

zeigen, geben sie ihnen genau das, was Torgau ihnen

nehmen wollte: ihre Würde.“

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

„Dieser Abend ist ein ebenso bedrückendes wie wichtiges

Statement zu einem sehr dunklen Kapitel der DDR.“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

„Entstanden ist ein Stück, das in seiner kalten Wucht

fast sprachlos macht.“

MÄRKISCHE ODERZEITUNG


WIEDER-

LIEBE EINE

ARGUMENTATIVE

ÜBUNG

SIVAN BEN YISHAI

AUFNAHME

DAS SIND DIE

TAGE DES

KAPITALISMUS

UND SCHAM

LÄSST DEINE

AKTIEN SINKEN

Olivia Öl ist stark, eigenständig und Romanautorin. Popeye,

der Seemann, ist muskulös, tätowiert und will Filmregisseur

werden. Die beiden lernen sich im Sprachkurs kennen und obwohl

Popeye grade eine schwierige Trennung zu verarbeiten

hat, bekommt Olivia bald eine der Hauptrollen in seiner Serie:

das Girlfriend. Damit die Beziehung mit diesem Prachtexemplar

von einem Mann gelingt, geht Olivia Kompromisse ein.

Eigentlich wollte sie sich nie eine Wohnung oder ein Konto teilen.

Popeyes Drehbuch ist zwar nie über die ersten zwei Seiten

hinausgekommen und Olivias Romane hat er gar nicht erst gelesen.

Doch wer würde behaupten, dass eine Beziehung nicht

auch Arbeit und Verzicht bedeutet? Als Autorin kämpft Olivia

lautstark gegen das Patriarchat, zu Hause ist sie besorgt, dass

ihre schrille Stimme Popeye nerven könnte. Doch eines Tages

gerät sie in eine mythische Rage.

Tatsächlich war Olivia Öl bereits zehn Jahre lang eine der

Hauptfiguren in E. C. Segars Comic „Thimble Theatre“ gewesen,

als dort 1929 Popeye seinen ersten Auftritt hatte. Zunächst

als Nebenfigur konzipiert, von der Olivia sich noch unbeeindruckt

gezeigt hatte, kaperte der Seemann mit den grotesken

Armen bald den gesamten Streifen, der wenige Jahre später

nur noch „Popeye“ hieß.

Virtuos entlarvend und humorvoll durchleuchtet

Sivan Ben Yishai die zweidimensionalen Oberflächen dieser

beiden Comicfiguren für eine argumentative Übung, die radikal

und explizit unsere Ideen von Liebe, modernen Paar beziehungen

und tradierten Mustern befragt.

DEUTSCH VON MAREN KAMES

STUDIOINSZENIERUNG 2026

REGIE ......................................... KATRIN PLÖTNER

BÜHNE ....................................... JIL BERTERMANN

KOSTÜME .................................... JOHANNA HLAWICA

MUSIK ........................................ PAUL PÖTSCH

DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE

„Sich einer Comicfigur fast psychoanalytisch zu

nähern, in ihrer fiktiven Vorgeschichte mit all

den Warnungen der Oma und des Vaters zu wühlen,

ist originell. Die Botschaft wird greifbar.“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

MIT: JACOB AGHA EBRAHIM, MANUEL EISTETTER,

PAULINE MALKOWSKI, KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER,

ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ ROSERO, LILLI SCHNABEL,

ALANA LU WENDSCHE, HANNA ZÜRN

WIEDERAUFNAHME SEPTEMBER 2026

DISKOTHEK

65


WIEDER-

AUFNAHME

STAUBFRAU

MARIA MILISAVLJEVIĆ

Für das Außen ist das Leben der Staubfrau perfekt: Sie hat

einen liebevollen Partner, zwei tolle Kinder, eine schöne Wohnung,

einen Halbzeitjob. Doch das Außen sieht nicht, in welcher

Gefahr sie sich in ihrem Zuhause befindet, denn dort ist

sie immer wieder psychischer und körperlicher Gewalt durch

ihren Partner ausgesetzt. Eines Abends beschließt sie, dass

es so nicht weitergehen kann, und begibt sich in ihrem Inneren

auf die Suche nach Auswegen.

Dort, in ihrem Inneren, ist sie nicht allein. In ihr begegnen

sich viele verschiedene Stimmen und Generationen:

Es sind Stimmen von Freundinnen, Nachbarn, Lehrerinnen,

Philosophen und Therapeutinnen. Es ist die Großmutter, deren

beste Freundin als junges Mädchen Opfer eines Femizids

wurde. Es ist die Mutter, die lernen musste, Beleidigungen

und Demütigungen still zu ertragen. Die Lebensgeschichten

der Frauen scheinen einer vorgezeichneten Bahn zu folgen,

ge prägt vom reißenden Strom der Gewalt, der sie mit sich

zieht und aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Wie

ein Fluss die Landschaft, so formt die Gewalt die Körper, Erinnerungen

und Entscheidungen, wenn auch auf unterschiedliche

Weise.

Aber es muss doch möglich sein, den Strom zu stoppen,

ihn umzulenken, neue Abzweige zu finden. Doch um

diese zu finden, muss sie am Schweigen der Gesellschaft kratzen,

das sich wie Staub über die Vergangenheit gelegt hat. Sie

öffnet sich den Konflikten mit ihren Vorfahren, hört zu, erwidert,

hält aus. Immer wieder stemmt sie sich gegen den Sog,

der ihren Lebensweg zurück in seine vorgegebene Bahn ziehen

will. Ihr Versuch, den Fluss in eine neue Richtung zu treiben,

erfordert Mut, kostet Kraft, scheint zum Scheitern verurteilt.

Schnell wird klar: Es gibt keine einfachen Antworten,

nur die Entscheidung, sich nicht mehr treiben zu lassen.

Die Texte von Maria Milisavljević werden nicht nur im deutschsprachigen

Raum, sondern auch international an renommierten

Theatern aufgeführt. Mit „Staubfrau“ gewann sie 2025

sowohl den Publikums- als auch den Jurypreis der Mülheimer

Theatertage.

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

„Unbedingt sehenswert.“

MDR KULTUR

„Eine stimmige Versuchsanordnung, die in ihrer klaren

Rationalität und Nüchternheit den Figuren genau

den Raum lässt für ihre Geschichten, Gedanken und

Emotionen. Ein starkes Zusammenspiel, in dem alle

drei Spielerinnen brillieren.“

DIE DEUTSCHE BÜHNE

ICH BIN EINE

GUTE MUTTER.

IMMER

NOCH UND TROTZ

ALLEM. EINE

GUTE MUTTER.

DASS IHR

ES NUR WISST.

REGIE ......................................... KAMILA POLÍVKOVÁ

BÜHNE ....................................... ANTONÍN ŠILAR

KOSTÜME .................................... LISA DÄßLER

MUSIK ........................................ PETER FASCHING

DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER

MIT: PAULINA BITTNER, KATJA GAUDARD, IRENE KUGLER

WIEDERAUFNAHME

DISKOTHEK

IM HERBST/ WINTER

66


WIEDER-

AUFNAHME

WHITE

PASSING

SARAH KILTER

Wer eine teure Handtasche trägt, dem traut man keine antikapitalistische

Gesinnung zu. Hat man allerdings ein kostspieliges

Tattoo, sagen wir, für mehr als 500 €, kratzt das landläufig

nicht am linken Image — solange das Motiv stimmt. Ihmchen

findet das scheinheilig. Wie so vieles andere, das sie ihrer deutschen

Heimat attestiert. Wieso Ihmchen dafür einen geschärften

Blick hat? Sie steht eben nur mit einem Bein in der deutschen

Mehrheitsgesellschaft. Mit dem anderen steht sie auf

der Badstraße im Wedding, wo sie zeitweise beim algerischen

Vater aufgewachsen ist. Dieser Teil von ihr ist gewissermaßen

undercover, denn irgendwie „sieht man das nicht bei ihr“, das

Migrantische. Daher bietet sie einen Perspektivwechsel an.

Und eine erweckende Nacht im (anders) geteilten Berlin.

Sarah Kilter arbeitet als freiberufliche Autorin für Theater

und Hörspiel sowie als Drehbuchautorin für Film und Fernsehen.

Von 2016 bis 2020 studierte sie Szenisches Schreiben an

der Universität der Künste Berlin. Ihr Theaterstück „White

Passing“ ist eines von drei Gewinnerstücken der Berliner Autor:innentheatertage

2021 und wurde in der Regie von Thirza

Bruncken am Schauspiel Leipzig uraufgeführt. Zudem wurde

Kilter 2022 mit „White Passing“ für den 47. Mülheimer Dramatikpreis

nominiert. Am Schauspiel Leipzig ist das Stück mit

bereits über 50 Vorstellungen fester Teil des Diskothek-Repertoires.

In der Kritiker:innen-Umfrage der Zeitschrift Theater

heute wurde Sarah Kilter zur Nachwuchsdramatikerin 2022

gewählt. Die von ihr geschriebene Serie „Lamia“ war im Programm

der ARD zu sehen.

IN DEUTSCHLAND

WEIß ICH

MANCHMAL

NICHT, OB

ABDELLATIF EIN

MÄNNLICHER

VORNAME

ODER EIN

RHETORISCHES

STILMITTEL IST.

„Das sprachlich stärkste Stück kommt an diesem Abend

von der Dramatikerin Sarah Kilter. Ihr Stück ist ein

großes Spiel mit Zuschreibungen, das, hoch aufgedreht

und inszenatorisch verfremdet, die Fallstricke von

Identitäts-Konstruktionen offenlegt. Und wenig Angst

vor der Provokation hat.“

NACHTKRITIK

„Das sprudelnde Texttheater mit Perspektiv-Wechseln

und Meta-Ebene lässt sich zwischen Milieu-Analyse und

frecher Ironie kaum fassen. Bruncken und ihr Team

finden mit der surrealen Reisetaschen-Welt und Puppenfiguren

eine spielerische Entsprechung. Und arbeiten

aus dem artifiziellen Setting doch einen klaren Handlungsstrang

und eine Protagonistin als Kulminationspunkt

unterschiedlicher Pole heraus.“

LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

URAUFFÜHRUNG

REGIE ......................................... THIRZA BRUNCKEN

BÜHNE & KOSTÜME ...................... CHRISTOPH ERNST

DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG

MIT: MERIAM ABBAS, ANNE CATHRIN BUHTZ,

BETTINA SCHMIDT

WIEDERAUFNAHME

IM HERBST/ WINTER

DISKOTHEK

STÜCKEWETTBEWERB DER AUTOR:INNENTHEATERTAGE AM

DEUTSCHEN THEATER BERLIN 2021

EINGELADEN ZUM HEIDELBERGER STÜCKEMARKT 2022

EINGELADEN ZU DEN 47. MÜLHEIMER THEATERTAGEN —

STÜCKE 2022

67


WIEDER-

AUFNAHME

WÜSTE

SAM MAX

ES WIRD MEHRERE

KAMERAS

GEBEN, JA.

ER WILL ES DREHEN

WIE EIN

THEATERSTÜCK.

Die Wüste von Arizona, darin ein einsames Motel, in dessen

Nähe ein Filmset. Chloe und Tom sind ein Paar, beide sind in

dem Film besetzt, wenngleich in unterschiedlich großen Rollen.

Während Tom mal wieder glänzen kann, sitzt Chloe im

Motelzimmer fest, geht mit ihrer Assistentin Hannah immer

wieder den Text des Drehbuchs durch und wartet darauf, dass

ihre Narben nach einer aufwendigen Schönheitsoperation verheilen.

Bandagiert und nahezu blind, ist Chloe mehr denn je

auf Hannah angewiesen. Da trifft es sich äußerst ungünstig,

dass Hannah aus unerklärlichen Gründen immer wieder abtaucht

und an anderer Stelle wieder aufwacht.

Sam Max lebt in New York und arbeitet in den Bereichen Text,

Regie, Musik, Kunst und Performance. „Wüste“ wurde von

Sam Max selbst 2024 am Deutschen Theater Berlin inszeniert

und uraufgeführt. In der Diskothek des Schauspiel Leipzig

wird es inszeniert von Wilke Weermann. Er studierte Regie an

der ADK Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sein Drama

„Abraum“ wurde nominiert für den Retzhofer Dramapreis 2015

und 2016 ausgezeichnet mit dem Münchner Förderpreis für

deutschsprachige Dramatik. Seine Inszenierung „Fahrenheit

451“ am Schauspiel Stuttgart war eingeladen zum Festival

„radikal jung“ 2018 in München. Wilke Weermann arbeitete

u. a. am ETA Hoffmann Theater Bamberg, Schauspiel Köln,

Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Frankfurt und am Deutschen

Theater Berlin.

Hannah, Chloe und Tom begegnen sich nicht nur in einem

Dreieck aus Begierden und Abhängigkeiten, sondern auch in

einer lückenhaften Wirklichkeit, in der ihnen jeweils aus unterschiedlichen

Gründen Dinge entgehen, die sich vor ihren

eigenen Augen abspielen. Wobei diese blinden Flecken von den

jeweils Anderen auch mal schamlos ausgenutzt werden. Das

mittelmäßige Filmskript hingegen scheint verdächtig nah an

ihrer eigenen Lebensrealität geschrieben zu sein und zunehmend

damit zu verschwimmen. Mitten in der leeren Wüste, die

offenbar Menschen verschluckt und wieder aus spuckt, versuchen

sie ihre Rollen so intensiv wie möglich auszufüllen, angetrieben

von einem Bedürfnis, das alles zu verzehren scheint:

Bestätigung durch Andere, um die eigene Leere zu füllen.

DEUTSCH VON MARIA MILISAVLJEVIĆ

REGIE ......................................... WILKE WEERMANN

BÜHNE ........................................ ALEXANDER NAUMANN

KOSTÜME .................................... ANNIKA LU

MUSIK ......................................... CONSTANTIN JOHN

DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE

MIT: JACOB AGHA EBRAHIM, PAULINA BITTNER,

ANNE CATHRIN BUHTZ, MARKUS LERCH

WIEDERAUFNAHME

IM HERBST/ WINTER

DISKOTHEK

ZU AUSGEWÄHLTEN VORSTELLUNGEN:

LIVE-AUDIODESKRIPTION

68


69

Drei Mal links ist rechts JULIAN HETZEL



Freude! Mit „Drei Mal links ist rechts“ („Three

times left is right“) von Julian Hetzel ist eine

Residenz-Produktion beim Berliner Theatertreffen

2026 eingeladen. Die in Koproduktion mit den

Wiener Festwochen entstandene Performance ist

von der Festivaljury unter die „zehn bemerkenswer

testen Inszenierungen“ des deutschsprachigen

Raums gewählt worden. Gratulation an das Team

um Julian Hetzel zu einer herausragenden Auszeichnung,

die mit einer Wiederaufnahme des

Stückes in dieser Spielzeit (April 2027) gefeiert

wird!

Und nicht nur diese Einladung zum Theatertreffen bestätigt

die Relevanz der Spielstätte mit festem Platz zwischen Kunst

und Kultur auf dem international beachteten Spinnereigelände.

Die Residenz ist innerhalb der Leipziger Theaterlandschaft

und weit darüber hinaus fest verankert sowie für ihr künstlerisches

und konzeptionelles Profil bekannt, das sich der zeitgenössischen

Performance verschrieben hat und das großen

Anklang beim Publikum findet. Mit der Anbindung der frei

produzierenden Theaterszene ans Stadttheater ist die Residenz

ein einzigartiges Modell und Performance-Kollektive schätzen

die Möglichkeit, während eines mehrwöchigen Produktionsaufenthaltes

vor Ort an ihren Projekten arbeiten zu können.

KOPRODUKTIONSPARTNER:

GOLD & PECH THEATER HÖF-PRÄBACH (AT)

BALLHAUS OST

RINGLOKSCHUPPEN RUHR

PUMPENHAUS MÜNSTER

ROXY BIRSFELDEN (CH)

WERKRAUM SCHÖPFLIN

LOFFT — DAS THEATER

SCHAUBÜHNE LINDENFELS

WIENER FESTWOCHEN

71

Auch in dieser Spielzeit lädt die Residenz dazu ein, Performancekunst

ganz unmittelbar zu erleben und eine ganze Bandbreite

möglicher Formen des Miteinanders zu erfahren: Das international

gefeierte und charmante NATURE THEATER OF

OKLAHOMA isst mit dem Publikum Pizza, singt mit einem

lokalen Chor Lieder zur Geistervertreibung und widmet sich

mit viel Witz und Aerobic dem Sinn des Lebens. Die Leipziger

Ballroom-Community TrueColours hat sich seit ihrem Bestehen

der Gemeinschaftsbildung verschrieben, sie stellen BiPoC/

Queer-Künstler:innen in den Mittelpunkt ihres Showcase und

geben in einer Podiumsdiskussion Einblicke in die Ballroom-

Kultur als gelebte Praxis. Gleich drei Kollektive — George Bele,

FARN und Bodenproben — kommen für das Vorhaben zusammen,

sich gemeinsam mit dem Publikum im Verabschieden

und Loslassen zu üben. Und während die Choreographin Eva

Meyer-Keller in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Max-

Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie eine feministische

Perspektive auf Evolutionstheorien wirft, entwickelt

vorschlag:hammer aus biographischen Interviews, die das Performance-Kollektiv

mit Kindern aus Leipzig, Zürich, Duisburg

und Berlin geführt hat, eine vielstimmige Inszenierung über

Kindheit(en).

Zudem präsentiert die Leipziger Autorin und Performerin

Martina Hefter in Begleitung einer Band am 17. 10. ihren

neuen Roman und es wird überall gemunkelt, dass uns auch

in dieser Spielzeit die fabelhaften #BBF aus Leipzig mit einer

wilden Überraschung im Winter die Herzen wärmen werden.

Last, but not least schließen sich für die bereits vierte Ausgabe

des Projektes „KATAPULT — Performance Plattform Leipzig“

Residenz Schauspiel Leipzig, Schaubühne Lindenfels und

LOFFT — DAS THEATER zusammen und bieten in Eigeninitiative

der lokalen Performance-Szene eine Plattform für die

unterschiedlichsten Performance-Formate. Die Präsentation

bildet den krönenden Abschluss der Spielzeit 2026 / 27 und die

drei Spielstätten werden mit dem Publikum ein fulminantes

Performance-Fest feiern!


NATURE

THEATER OF

OKLAHOMA

PIZZA OR A DOOR IN THE DARK

DOES NOT DANCE

OR THE MEANING OF LIFE

NEW YORK

„Pizza or A Door In The Dark Does Not Dance Or The Meaning

Of Life “ ist eine Kammeroper, klein im physischen Maßstab,

aber kompromisslos episch und überdimensional in ihrem inhaltlichen

Umfang und ihren Ambitionen, mit einzigartigem

Gesang und tänzerischen Meisterleistungen. Das Publikum

sieht und hört, im Grunde genommen kauft es zwei Shows —

mindestens zwei, wahrscheinlich sogar mehr! — zum Preis von

einer, eine Tatsache, die in diesen wirtschaftlich schwierigen

Zeiten nicht zu verachten ist.

Der erste Akt spielt auf einer Pizza-Party, die harmlos

beginnt, aber als eine Person offenbart, dass sie an einer mysteriösen

Krankheit stirbt, und von den Feierlichkeiten verschwindet,

wird ihr vermuteter Tod zu einem Portal in eine

andere Welt, bewohnt von Geistern anderer toter (oder möglicherweise

toter) Wesen, die noch Rechnungen zu begleichen

und Fragen zu klären haben.

Die Pizza wird von der örtlichen Pizzeria geliefert und

alle bekommen ein leckeres Stück — vielleicht sogar eine geheime

Botschaft oder einen hilfreichen Tipp fürs Leben vom

Lieferanten. Aber ist er auch tot? Oder nur einer der vielen

Geister, die das vorübergehend offene und unbewachte Tor

zwischen Leben und Tod nutzen, um sich in unsere Welt zu

schleichen und uns noch verwirrter zu machen, als wir ohnehin

schon sind?

Verloren in der Sauce (Marinara), schwebend zwischen

zwei gegensätzlichen Zuständen, unsicher über unsere geistige

Verfassung und unsere Körpergrenzen ... Es ist schwer,

nicht wahr? Aber es ist einfacher, damit umzugehen, wenn wir

alle zusammen sind, wenn alle auf der Bühne und im Publikum

diese seltsame Pizza gemeinsam genießen.

Nature Theater of Oklahoma ist eine preisgekrönte New Yorker

Kunst- und Performance-Unternehmung unter der Leitung

von Pavol Liska und Kelly Copper. Mit jedem neuen Projekt

versuchen sie sich selbst, dem Publikum und ihren Mitarbeitenden

eine unmögliche Herausforderung zu stellen — indem

sie innerhalb der Codes und Grenzen etablierter Genres arbeiten

und diese sprengen. Kein Projekt gleicht dem anderen, aber

die Arbeiten sind immer voller Humor, auch Ernsthaftigkeit

und Strenge, und das Publikum spielt immer eine wesentliche

Rolle.

Mit vorgefertigtem Material, gefundenen Räumen, geschenkten

Requisiten, kosmischen Zufällen, extremer formaler

Manipulation und schlicht harter Arbeit schafft das Nature

Theater of Oklahoma Kunst, die eine Veränderung in der

Wahrnehmung der alltäglichen Realität bewirkt, die über den

Ort der Aufführung hinaus in die Welt hineinreicht.

www.oktheater.org

LEIPZIG-PREMIERE 10. 9.

72


TRUE

COLOURS

BALLROOM SHOWCASE &

QUEER PERFORMANCE NIGHT

LEIPZIG

PREMIERE 2. 10.

TrueColours ist eine lokale Ballroom-Initiative, die sich für

den Aufbau von Gemeinschaften, Fürsorge und kulturelle

Arbeit einsetzt. Seit 2021 schaffen und erhalten sie aktiv Räume

für queere/BiPoC-Personen und Menschen mit Migrationshintergrund

in Leipzig. Ihre Arbeit geht weit über Ballroom-

Veranstaltungen hinaus: Sie organisieren Workshops, Bildungsdiskussionen,

Ausstellungen sowie Community-Treffen und

sammeln gleichzeitig Spenden, um queere/BiPoC-Anliegen zu

unterstützen.

TrueColours, die Ballroom-Community aus Leipzig, bringen

einen kuratierten Abend mit Performances ausgewählter

Künstler:innen aus der deutschen Ballroom-Szene in die Residenz.

Die Kurzauftritte spiegeln verschiedene Elemente der

Ballroom-Kultur wider — Bewegung, Geschichtenerzählen,

Haltung, Mode und verkörperten Widerstand. Jeder Auftritt

trägt zu einer gemeinsamen Erzählung über Präsenz, Resilienz

und Vorstellungskraft von BiPoC/Queer bei.

Im Mittelpunkt von TrueColours steht die Überzeugung,

dass Ballroom nicht nur Performance ist, sondern ein

Instrument für Empowerment, Bildung und kollektives Überleben.

Als Subkultur, die in New York City von schwarzen und

lateinamerikanischen Transfrauen ins Leben gerufen wurde,

entstand Ballroom als sicherer Raum, in dem BiPoC/Queer-

Personen — die systematisch aus der Mainstream-Gesellschaft

und oft auch aus weißen Queer-Räumen ausgeschlossen sind

Diese Veranstaltung ist eine Show — und sie ist auch — Raum einnehmen, Sichtbarkeit einfordern und ihre Exzellenz

ein Statement. Es geht darum, die Wurzeln der Ballroom-Kultur

als gelebte Praxis hervorzuheben, Stimmen zu verstärken,

die Wurzeln von Ballroom zu würdigen und gleichzeitig seine

Zukunft zu unterstützen. TrueColours möchten in der Residenz

nach ihren eigenen Vorstellungen feiern können. Als

selbst organisierte Alternative hat Ballroom seit jeher Raum

für Selbstdefinition, gewählte Familie, kollektive Fürsorge

und radikale Sichtbarkeit geboten.

einen Moment der kollektiven Präsenz schaffen, in dem

queere/BiPoC-Künstler:innen im Mittelpunkt stehen, gefeiert

und respektiert werden. An diesen Abenden sollen Träume

auf der Tanzfläche verwirklicht werden können.

Zusätzlich zu den Performances findet eine Podiumsdiskussion

statt, die Raum für Lernen und Austausch bietet.

Sie wird den historischen und kulturellen Kontext rund um

Ballroom beleuchten, Fragen der Aneignung, Sichtbarkeit und

Gemeinschaftspflege behandeln und Einblicke in die heutige

Bedeutung von Community geben.

73


VORSCHLAG:

HAMMER

KINDHEITEN

DUISBURG /

BERLIN / ZÜRICH

In vielen wohlhabenden Gesellschaften, darunter auch Deutschland,

werden Kinder zunehmend zu einer Minderheit. Was

bedeutet es, Kind zu sein in einer Gesellschaft, die immer älter

wird? Wie blicken Kinder auf die Welt, die wir ihnen hinterlassen?

Was wünschen sie sich? Und wie hören wir ihnen zu,

ohne sie sofort zu deuten, zu verbessern, zu normieren? In seiner

Arbeit entwickelt das Kollektiv vorschlag:hammer aus

biographischen Interviews mit Kindern aus Leipzig, Zürich,

Duisburg und Berlin eine vielstimmige Inszenierung über

Kindheit(en) im Jahr 2025. Die Kinder erzählen von sich, ihren

Beobachtungen, Sehnsüchten und Widersprüchen — mal erwartbar,

mal überraschend, mal trotzig und oft unbequem. Es

entsteht ein eigenwilliges Bild aus kleinen Biographemen, das

gleichermaßen authentisch wie phantasievoll erscheint. Mit

feinem Gespür für die Risse, Brüche und poetischen Momente

im Alltäglichen entwirft vorschlag:hammer ein vielschichtiges

Panorama über Kindheiten heute — und über das Spiel als

Möglichkeitsform, sich Welt gemeinsam zu erschließen. Ein

Abend, der sich auf das Risiko einlässt, Kinder ernst zu nehmen.

Nicht als Zukunft, sondern jetzt — als Spiegel unserer Gegenwart.

LEIPZIG-PREMIERE 20. 11.

vorschlag:hammer entwickelt seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen.

Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den

vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien

geöffnet, zu visuell-atmosphärischen, filmischen oder

körperfokussierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie frei bereits

existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen

zu immer neuen Themenfeldern. Seit 2015 erhält

vorschlag:hammer die Spitzenförderung des Landes NRW.

vorschlag:hammer studierte Kulturwissenschaften und ästhetische

Praxis in Hildesheim sowie Schauspiel in Bern und Zürich.

Der sich stets ergänzende vorschlag:hammer-Kern besteht

aus Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan

Stock. vorschlag:hammer ist Teil des Netzwerks cobratheater.

cobra.

74


EVA MEYER-

BERLIN

KELLER

BITCH, I EVOLVED!

„BITCH, I EVOLVED!“ nimmt eine feministische Perspektive

auf verschiedenste Evolutionstheorien ein, beleuchtet deren

Entstehung und fragt, welche Körper in den gängigen Erzählungen

nicht vorkommen, welche Reproduktionsformen ausgelassen

und welche Mythen nie geschrieben wurden.

Neuere Forschungen aus Evolutionsbiologie, Zoologie,

Geschlechterforschung und Wissenschaftsgeschichte zeigen,

wie stark der Fokus auf den männlichen Körper aus männlicher

Sicht die Erzählungen über Ursprung, Fortpflanzung,

Sexualität und Körper geprägt hat — und wie sehr die Evolution

des weiblichen und nicht-binären Körpers marginalisiert oder

verzerrt wurde. Aktuelle Forschungslinien beschreiben das

Leben vielmehr als ein Geflecht wechselseitiger Abhängigkeiten

und betonen die soziale und kulturelle Prägung. Wie Individuen

interagieren, wie sich Gemeinschaften organisieren

und welche Rollenverteilungen bestehen, kann entscheidend

für evolutionäre Anpassungen sein. So treten durchlässige

Modelle, die evolutionäre Entwicklungen als intersektionale

Beziehung unter- und miteinander denken, an die Stelle überholter

Leitbilder wie „Überleben des Stärkeren“.

Was wissen wir wirklich über unsere Herkunft und die evolutionären

Prozesse, die uns geformt haben? Welche Denkweisen,

Hierarchien und sozialen Geschlechterkonstrukte prägen die

wissenschaftliche Wahrnehmung unserer evolutionären Herkunft?

Warum fehlt die Evolution des weiblichen Körpers in

vielen Erzählungen? Wie kam es zum ersten Uterus, zu Brüsten

und Vulven? Warum ist der Mensch ein Säugetier und legt

nicht wie 99 % aller Tierarten Eier?

Eva Meyer-Keller ist eine Berliner Choreographin, deren Arbeitsweise

von einer konstruktiven Missachtung der Genregrenzen

(bildende Kunst, darstellende Kunst, Wissenschaft)

geprägt ist. Charakteristisch sind die minutiöse Aufmerksamkeit,

die auf Details gelegt wird, und die Verwendung von Alltagsobjekten.

Vor ihrem Abschluss in Tanz und Choreographie

an der SNDO in Amsterdam (1999) studierte sie Fotografie

in Berlin und London. Zu ihren zahlreichen eigenen Arbeiten

zählt u. a. „Death is certain“, das seit 2002 an mehr als 250 Orten

weltweit aufgeführt wurde. Seit 2017 setzt sie sich in Performances

wie „Some Significance“, „Living Matters“ und „Out

of Mind“ mit naturwissenschaftlichen Modellen auseinander

und dokumentiert ihre Forschung in künstlerischen Publikationen:

„LM: M-M-A-E“, „Give me your bones“ und „Scores of

Matters“. Gemeinsam mit der feministischen Untersuchung des

weiblichen Alterns „Turn the P/age“ (2025) lässt sich „BITCH, I

EVOLVED!“ als Fortsetzung einer Forschung lesen, die nach

Wegen sucht, kulturell verfestigte Narrative über Körper, Geschlecht

und Zeit neu zu verhandeln.

PREMIERE MÄRZ 2027

75


FARN/

GEORGE BELE/

BODEN-

PROBEN

CUT THE ROPE!

EIN RITUAL (AT)

LEIPZIG / BERLIN /

FREIBURG

Abschiede. Die kleinen, die großen. Jene, die leichtfüßig und

routiniert vollzogen werden, und jene, die gefürchtet sind und

viel zu groß. Abschiede, die Zeit brauchen, oft mehr, als vorhanden

zu sein scheint.

Wovon verabschieden wir uns fälschlicherweise, und

wovon wollen wir uns verabschieden? Wovon müssen wir uns

endlich verabschieden, weil es uns schon zu lange vorenthalten

oder genommen wurde? Wer und was hat einen schönen,

würdigen, feierlichen Abschied verdient und wird ihn deshalb

an diesem Abend bekommen? Wer und was ist schon zu

lange da und hatte noch nie das konstruktive, fröhliche, gleichberechtigte

Miteinander, sondern immer nur Menschenfeindlichkeit

im Sinn?

Cut the Rope praktiziert das Verabschieden, das geübt, das erlernt

werden kann und muss, weil es eine benötigte Handlung,

ein sinnvolles Werkzeug ist. Dingen, die ein Ende finden müssen,

wird ein Ende bereitet. Fäden und Seile all der Handlungen

und Strukturen, die tödlich sind, werden durchtrennt.

Gefeiert werden die, die angemessen zu betrauern viel zu oft,

viel zu lange vergessen wurde. Wir fangen mit dem Beenden

an.

PREMIERE MAI 2027

Für die Produktion „Cut the Rope!“ schließen sich die Kollektive

FARN, George Bele und Bodenproben zusammen, um

sich gemeinsam im Verabschieden zu üben: Das Performance-

Kollektiv „FARN“ um Moritz Bossmann, Nadja Sofie Eller,

Sandra Hüller, Tom Schneider sowie Aline Bucher begreift

das Theater als kollektive Praxis des Denkens und Handelns.

Innerhalb des Kollektivs gibt es keine festgelegten Strukturen

und Hierarchien, keine Sicherheiten und Wahrheiten, auf die

man sich verlassen könnte oder wollte. Als „George Bele“ finden

sich die Schauspielerin Charlotte Puder und die Autorin

Heike Geißler zusammen. Sie entwickelten u. a. Interventionsformate

in und für Schaufenster und ein Stück („Göttinnen

oder: Die Arbeit am Wetter von morgen“, UA Residenz Leipzig).

Sie verstehen den Namen George Bele als fiktive, aber anwesend

gedachte Figur, die be fähigt ist, sich zu verselbstständigen,

und daran erinnert, dass künstlerische Arbeit eine spezifische

Form von Leben erzeugen kann. Als „Bodenproben“

erkundet Uwe Gössel mit künstlerischen Projekten die Grundlagen

des Lebens. In unterschiedlichen Konstellationen werden

die verschiedensten „Böden“ erprobt: die physischen, die

ideologischen, die gesellschaftlichen und die zukünftigen.

76


KATAPULT

PERFORMANCE PLATTFORM

LEIPZIG

„KATAPULT — Performance Plattform Leipzig“ geht in die

vierte Runde. Nach drei erfolgreichen Ausgaben nimmt der

Zusammenschluss von LOFFT — DAS THEATER, Residenz

Schauspiel Leipzig und Schaubühne Lindenfels erneut Anlauf

und bietet der Performance-Szene in Leipzig eine Plattform,

die offen für die unterschiedlichsten Formate im Bereich Performance

ist.

24. — 27. 6. 27

KATAPULT ermöglicht es der lokalen Szene, vielfältige Zugänge

zu zeitgenössischer Performance auszuloten, Vernetzungen

zu stärken, gesellschaftlich relevante Themenfelder

zu erforschen sowie Formate und Arbeitsweisen auszuprobieren.

Im Vordergrund steht das Produzieren, welches von einem

Abschlussformat gerahmt wird, das die verschiedensten

Präsentationsformen begrüßt.

Für die Realisierung werden die Projekte mit einem

Budget, einer mehrwöchigen Arbeitsresidenz an einem der

drei Häuser, dramaturgischer Begleitung oder einem Mentoring

und organisatorisch-technischer Betreuung unterstützt.

Die Abschlussformate werden im Juni 2027 präsentiert.

CARD

SO OFT IN DIE RESIDENZ, WIE SIE WOLLEN:

DIE RESIDENZ-CARD MACHTS MÖGLICH.

FÜR EINMALIG 45,– ERHALTEN SIE FÜR EINE

SPIELZEIT FREIEN EINTRITT IN DER RESIDENZ.

Gegen Vorlage der Residenz-Card erhalten Sie Residenztickets an der Theaterkasse in der Bosestraße oder an der

Abendkasse vor Ort, solange der Vorrat reicht. Ausgeschlossen sind Veranstaltungen mit Sonderpreisen. Die Residenz­

Card ist für eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person und ist nicht übertragbar.



DER RAUM

FÜR BESONDERE

FORMATE

Das Foyer 1 feiert Geburtstag — seit fünf Jahren

gibt es die Experimentierbühne des Schauspiel

Leipzig.

DAS JEWEILIGE PROGRAMM ENTNEHMEN

SIE BITTE UNSERER WEBSITE

SOWIE DEN MONATSSPIELPLÄNEN.

Initiativen aus den Reihen des Ensembles, des Schauspielstudios,

der Assistierenden, des ganzen Hauses erobern die

Bühne — dabei entstehen eigene Inszenierungen, wie der Dauerbrenner

„Spieglein, Spieglein, halt’s Maul, wir müssen nachdenken“

(bei Redaktionsschluss: bislang 40 Vorstellungen),

und wenn die Katze aus dem Sack gelassen wird, kriegt selbst

Godzilla weiche Knie. Direkt, roh, oft ungeschliffen — aber

immer mit Herz und Haltung. Und alles zum unschlagbaren

Jubiläumspreis von weiterhin 5 Euro.

Willkommen im Foyer 1.

Die Verwirrungen des Zöglings Törl eß ROBERT MUSIL

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SPIEGLEIN,

SPIEGLEIN, HALT’S

MAUL, WIR MÜSSEN

NACHDENKEN

MIT TEXTEN VON ADA BERGER UND LIV STRÖMQUIST

Die Titelfigur von Grimms Märchen „Schneewittchen“ zeichnet VON FELIX KRAKAU

sich vor allem durch eines aus: ihre außerordentliche Schönheit.

Ihre böse Stiefmutter fühlt sich in ihrer Existenz bedroht Stau? Wenn alle Stricke reißen, klingelt bei ihm das Telefon.

Hauptdarstellerin erkrankt? Chor im Streik? Orchester im

und will sich die junge Nachfolgerin vom Leib schaffen. Der Bevor die Vorstellung ausfallen muss, rettet er dem Publikum

Mordversuch scheitert am Ende nur an sieben Zwergen und — und dem Theater — den Abend: Der Universalschauspieler!

der Erlösung durch einen jungen Mann und seinen Kuss aus Er setzt sich innerhalb von fünf Minuten ins Taxi, um abends

aufrichtiger Liebe. Von weiblicher Solidarität oder der Relevanz

innerer Werte kann hier keine Rede sein. Umstände, die Kollegen. Er spielt allabendlich um sein Leben und bleibt

auf der Bühne zu stehen, in Vertretung eines ausgefallenen

auch den heutigen Attraktivitätsmarkt bestimmen.

doch unsichtbar.

Frau muss daher nicht die böse Stiefmutter sein, um

Felix Krakaus berstend komischer und abgrundtief

einen Horror vor dem zu bekommen, was der Spiegel der Gesellschaft

ihr täglich mitteilt. Bei Ada Berger und Liv Ström­

für Tilo Krügel und Denis Petković Ausgangspunkt für eine

trauriger Monolog über die Brüchigkeit des Daseins wird

quist kommen viele verschiedene Frauen zu Wort, die sich Reflexion über das Theater, das Leben und den ganzen Rest.

Gedanken über diese gesellschaftlichen Erwartungen machen

— alle gespielt von Paulina Bittner.

DIE VERWIRRUNGEN

DES ZÖGLINGS

TÖRL Eß

NACH DEM ROMAN VON ROBERT MUSIL

Pubertät ist Krieg. Zwischen Zärtlichkeit und Sadismus, Verletzlichkeit

und Gruppenzwang, Tätern und Opfern — zumindest

in dem Internat aus Robert Musils klaustrophobisch­

dunkler Erzählung. Konfrontiert mit übermächtigen

Empfindungen, für die er überhaupt erst eine Sprache finden

muss, wird der junge Törleß Teil einer Clique, die mit eiskaltem

Kalkül die Demütigung eines Mitschülers vorantreibt —

und muss sich selbst fragen, welche Rolle er im düsteren Spiel

einnimmt. Robert Musils Erstlingswerk von 1906 analysiert

im Kleinen die Dynamik einer Verrohung, die wenige Jahrzehnte

später in einen gesellschaftlich organisierten Sadismus

münden sollte.

IMMER EINE

MEHR ALS DU

LINA WEGNER

Ava und Emmi kennen das Leben nur zu zweit. Sie sind

Schwestern, Freundinnen, Verbündete im Kampf gegen die

Ungerechtigkeiten der Welt. Doch als Ava zum Studieren in

eine neue Stadt zieht, wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt.

Wieso ist Ava plötzlich immer so wütend auf alles? Wieso

meldet sich Emmi nur noch, wenn sie mal wieder Hilfe braucht?

Wo sind sie geblieben, die Schwestern, die immer da waren?

Lina Wegner, Regieassistentin am Schauspiel Leipzig,

bringt ihren eigenen Text über die Höhen und Tiefen

schicksalhafter Verbundenheit im Foyer 1 zur Uraufführung.

80

SHOWTIME

(EIN ENT-

TÄUSCHENDER

ABEND)

OPHELIAS TRÄNEN

EIN ABEND ÜBER UND UNTER WASSER FÜR ALLE SÜßEN MÄUSE

VON UND MIT PAULA WINTELER

In der Regel wird Ophelia als die liebliche Frau an der Seite

des großen Titelhelden gedacht. Oder als die schöne, leblose

Silhouette, die der Fluss umspült. In der Kunstwelt tummelt

sich diese morbid-sinnliche Ikonographie zuhauf. Allen diesen

Ophelias gemein ist: Sie sind (meistens) still. In Paula

Wintelers Soloabend gehört die Bühne Ophelia selbst. Mit

und entgegen allen lieblich zarten Bildern von ihr. Ihre Perspektive

bildet das Zentrum. Und muss vielleicht auch erst gefunden

werden.

Denn wie so oft stellt sich Ophelia die stille Frage:

„Weinen oder lieber nicht?“ Damit sich alle gut fühlen, wird

meist ganz alleine unter der Dusche geheult. Doch dann beginnt

sie ihre Tränen zu sammeln und aufzukochen. Nebst süßen

Mäusen und personifizierten Zweifeln sind natürlich auch

Sad-Girl-Pop-Ikonen wie Lana Del Rey geladen zu einem

Abend über Urgewalt, Verwandlung und Zärtlichkeit, über

Oberflächlichkeit und Abgrundtiefe. Und alles ist wahnsinnig

traurig.

KATZE IM SACK

Jedes Mal neu, jedes Mal anders und immer eine Überraschung

— das Ensemble des Schauspiel Leipzig lässt die Katze

aus dem Sack.

UND VIELES MEHR …

Karaoke-Fever, Expertengespräche, Spielclubprojekte, Premierenfeiern,


81

Arsen und Spitzenhäubchen JOSEPH KESSELRING



THEATER–

PÄDAGOGIK

Hier am Schauspiel Leipzig er öffnen wir weitere

Räume, sich über den Vorstellungsbesuch hinaus

mit Fragen, Zusammen hängen und Arbeits weisen

rund um das Theater zu beschäftigen. Wir laden

Menschen jeden Alters ein, mit uns in parti zi pativen

Workshops, Ge sprächen, Fort bildungen,

künstlerischen Projek ten und Koope rationen in

einen offenen und lebendigen Austausch zu treten.

Unsere Theaterspielclubs für Menschen zwischen 12 und 99

Jahren bieten die Möglichkeit, sich als Teil einer Gruppe intensiv

und performativ mit einem Thema zu beschäftigen. Alle

unsere An ge bote verstehen sich als inklusiv. Weiterführendes

zu den Angeboten der Theaterpädagogik wie auch Informationen

zur Anmeldung für unseren News letter finden Sie in unserer

theaterpäda gogischen Broschüre oder auf der Website

des Schauspiel Leipzig.

AUF UNSEREM THEATERPÄDAGOGIK-BLOG

BERICHTEN WIR VON UNSEREM THEATERALLTAG

HINTER DEM ROTEN VORHANG.

NOCH MEHR INFORMATIONEN RUND UM UNSERE

VIELFÄLTIGEN THEATERPÄDAGOGISCHEN ANGEBOTE,

WIE Z. B. UNSER FORTBILDUNGSPROGRAMM,

DAS PROBEGUCKEN FÜR PÄDAGOGINNEN UND

PÄDAGOGEN ODER DIE THEATERFÜHRUNGEN FINDEN

SIE IN UNSERER THEATERPÄDAGOGIK-BROSCHÜRE.

Gern stehen wir auch direkt für Informationen

und Anmeldungen zur Verfügung:

theaterpaedagogik@schauspiel-leipzig.de

Amelie Gohla

0341 / 12 68 495

amelie.gohla@schauspiel-leipzig.de

Rosa Preiß

0341 / 12 68 497

rosa.preiss@schauspiel-leipzig.de

83


STÜCKVERMITTLUNG

Eine MATERIALMAPPE zum Stück, VOR- ODER NACHGESPRÄCH für

offene Fragen und individuelle Sichtweisen oder ein SZENI-

SCHER WORKSHOP: Wir stehen Ihnen für eine spielerische und

individuelle Bearbeitung des Theaterbesuchs zur Verfügung

und schlagen die Brücke vom künstlerischen Zugriff zur eigenen

Lebenswelt der Gruppe.

Als Schnittstelle zwischen Theater und Publikum

möchten wir neben Schulklassen auch weitere Gruppen und

Bildungseinrichtungen einladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Formate der Stückvermittlung sind in Verbindung mit

einem Vorstellungsbesuch kostenfrei.

SPIELPLAN-

VORSTELLUNG

FÜR LEHRKRÄFTE

Am 2. September 2026 um 18 Uhr laden wir Sie zu einer Vorstellung

unserer Spielzeit ein. Wir informieren Sie über Premieren,

das theaterpädagogische Begleitprogramm und mögliche Anbindungen

unserer Produktionen an den Schulunterricht.

Anmeldung per E-Mail erwünscht:

theaterpaedagogik@schauspiel-leipzig.de

KOOPERATIONS-

SCHULEN

Wir freuen uns darauf, in der Spielzeit 2026 / 27 unsere bestehenden

Kooperationen mit dem Immanuel-Kant-Gym nasium,

Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha, F.-A.-Brockhaus-Gym ­

nasium, Gymnasium Schkeuditz, Christian-Gottfried­ Ehrenberg-Gymnasium

Delitzsch, Gerda-Taro-Gymnasium, Gustav-

Hertz-Gymnasium, Leipzig-Kolleg, Gymnasium Borna, der

Werner-Heisenberg-Schule, der International School, dem

Goethe-Gymnasium und der Leibnizschule weiterzuführen.

Die Vereinbarung ist kombiniert mit dem Schul-Abo Spezial

(siehe Seite 99).

BÜHNENFÜHRUNG

Was passiert eigentlich, wenn der Vorhang fällt? Im Anschluss

an ausgewählte Vorstellungstermine bieten wir Ihnen einen

exklusiven, technischen Blick hinter die Kulissen der Großen

Bühne. Seien es Kulissen im gerade noch bespielten Bühnenbild,

Überbleibsel der Requisite, Spuren des Ensembles oder

die besondere Atmosphäre unmittelbar nach dem Applaus —

erleben Sie hier einen Einblick, der dem Publikum meist verborgen

bleibt.

Die aktuellen Termine entnehmen Sie bitte unserer

Website sowie den Monatsspielplänen.

Dauer ca. 60 Minuten, begrenzte Platzzahl

KINDER-

BETREUUNG 3 +

In Kooperation mit WIESENKNOPF® private Kinderbetreuung

Wir bieten Ihnen, während Sie im Theater sind, eine professionelle

Betreuung für Ihre Kinder durch WIESENKNOPF® an.

An den genannten Terminen können Sie Ihre Kinder 60 Minuten

vor Vorstellungsbeginn (bei Vorstellungen in der Diskothek

30 Minuten) in der Obhut von qualifizierten Personen

lassen, während Sie eine Vorstellung des Schauspiel Leipzig

besuchen. Unter Anleitung wird dann gebastelt und gespielt.

Das Mindestalter der Kinder beträgt drei Jahre.

Die aktuellen Termine entnehmen Sie bitte unserer Website sowie

den Monatsspielplänen.

DEUTSCHE MÄRCHEN 18. 10. 16 00

WOYZECK 14. 3. 16 00

DAS KALTE HERZ 28. 3. 16 00

CLUBFUSION

FESTIVAL DER

THEATERSPIELCLUBS

VON SCHAUSPIEL

LEIPZIG, TDJW

UND OPER LEIPZIG

Freut euch auf den siebten Streich!

Auch in dieser Spielzeit werden unsere Spielclubs

wieder die Bühnen Leipzigs erobern — freut euch auf neue Fusionen

und ganz viel Theater! Die ClubFusion steht für Sichtbarkeit,

generationsübergreifende Teilhabe, vielzählige Perspektiven,

Austausch und Spaß am Spiel. In ästhetischer Vielfalt

zeigen die Clubs des Festivals, was sie bewegt, und bringen

ihre Themen und Formate für euch auf die Bühne.

Das Schauspiel Leipzig, die Oper Leipzig, das Theater

der Jungen Welt und das Gewandhaus zu Leipzig laden ein zu

lockeren Begegnungsformaten, fulminanten Theatermomenten

und jeder Menge Konfetti!

Bleibt gespannt für die ClubFusion 2027!

DIE CLUBS

Kommt, spielt mit uns in den Clubs #noname, „Sorry, eh!“,

Club ü31 und Die Spielfreudigen! Weitere Infos und alles zur

Anmeldung gibt es auf unserer Website.

84


Gemeinsam

wirken.

200 Jahre Sparkasse Leipzig bedeuten auch 200 Jahre

Verantwortung für unsere Region. Dafür investieren wir

in Menschen, Bildung und nachhaltige Vorhaben – fördern

Projekte und gemeinnützige Institutionen.

Von Herzen gern unterstützen wir das

Schauspiel Leipzig und freuen uns auf

weitere inspirierende Theaterabende.

200-sparkasse-leipzig.de


SCHAUSPIEL–

STUDIO

Auch in dieser Spielzeit setzt das Schauspiel Leipzig eine Kooperation

fort, die seit 1965 besteht: das Studio Leipzig. Nach

ihrem zweijährigen Grundstudium an der Hochschule für

Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ werden

acht Studierende des Schauspielinstituts „Hans Otto“ im Studio

Leipzig und somit mitten im Theaterbetrieb weiter ausgebildet.

Während der zweiten Hälfte ihrer Ausbildung spielen

die Studierenden in Produktionen innerhalb des Repertoires,

erhalten Unterricht von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen

aus dem Ensemble und zeigen die Ergebnisse in öffentlichen

Vorspielen sowie einer eigenen Produktion in der Diskothek,

der Studioinszenierung. Geleitet wird das Studio Leipzig von

Schauspielerin Annett Sawallisch und Dramaturg Matthias

Döpke.

Unter dem Titel „Studio“ präsentieren sich die Studierenden

auf verschiedenen Bühnen des Hauses regelmäßig mit ihren

Szenen- und Monologstudien, in ihren Studioabenden, die

komplett in Eigenregie entstehen, oder mit kleineren szenischen

Arbeiten und musikalischen Projekten.

Für die acht Studierenden des aktuellen Studios ist ein besonderer

Höhepunkt ihres letzten Ausbildungsjahres das Absolvierendenvorspiel

auf der Großen Bühne am Vormittag des

8. Oktober 2026, in dessen Rahmen sie sich mit ihren besten

Szenen, Monologen und Chansons präsentieren, mit denen sie

sich auch für ihre ersten Engagements in der deutschsprachigen

Theaterlandschaft bewerben. Weiterhin bleiben die Studierenden

in dieser Spielzeit mit ihrer Studioinszenierung im

Spielplan der Diskothek vertreten: „LIEBE / Eine argumentative

Übung“ von Sivan Ben Yishai, in der Inszenierung von

Katrin Plötner. Außerdem stehen sie u. a. in „Das Vermächtnis“,

„Bernarda Albas Haus“, „deutsche märchen“, „Medea“

und „Woyzeck“ auf der Großen Bühne des Schauspiel Leipzig.

Die Mitglieder des Studio Leipzig sind:

JACOB AGHA EBRAHIM

MANUEL EISTETTER

PAULINE MALKOWSKI

KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER

ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ ROSERO

LILLI SCHNABEL

ALANA LU WENDSCHE

HANNA ZÜRN

86


LIEBE / Eine argumentative Übung SIVAN BEN YISHAI


KOOPERATI–

ONEN

Das Schauspiel Leipzig arbeitet in neuen und fortgesetzten Kooperationen mit zahlreichen kulturellen,

wissenschaftlichen und sozialen Institutionen und Einrichtungen in der Stadt Leipzig zusammen:

GEWANDHAUS

ZU LEIPZIG

OPER LEIPZIG

THEATER

DER JUNGEN

WELT

SCHAUBÜHNE

LINDENFELS

LOFFT —

DAS THEATER

COMPANIA

SINCARA

KLASSIK

UNDERGROUND

EURO-SCENE

LEIPZIG



HOCHSCHULE

FÜR MUSIK

UND THEATER

„FELIX

MENDELSSOHN

BARTHOLDY“

LEIPZIG

INSTITUT FÜR

ANGEWANDTE

LINGUISTIK

UND

TRANSLATOLOGIE

DER UNIVERSITÄT

LEIPZIG

GALERIE

EIGEN + ART

LEIPZIG

CENTRE

OF COMPETENCE

FOR THEATRE

DER UNIVERSITÄT

LEIPZIG

DAS

DIAKONISCHE

WERK LEIPZIG

VOLKS-

SOLIDARITÄT

LEIPZIG

LACHMESSE

JAZZCLUB

LEIPZIG

WIESENKNOPF ®

HUGENDUBEL

STADT-

GESCHICHTLICHES

MUSEUM LEIPZIG

AGRA

MESSEPARK

LEIPZIG

WIR FREUEN UNS AUF

WEITERE KOOPERATIONEN IN

DER SPIELZEIT 2026 / 27

88


VORHANG AUF!

FÜR SPONSORING UND

FÖRDERUNG

Das Schauspiel Leipzig bietet vielfältige und individuell angepasste

Möglichkeiten des Sponsorings und der Unterstützung.

Von den klassischen Sponsoringpaketen bis hin zu projektbezogenem

oder Sachleistungs-Sponsoring ist vieles möglich.

Gern finden wir mit Ihnen auch ganz individuelle Lösungen,

die explizit den Bedürfnissen Ihres Unternehmens entsprechen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge

und Ideen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

Dr. Stephanie Garling

0341 / 12 68 480

stephanie.garling@schauspiel-leipzig.de

DAS SCHAUSPIEL LEIPZIG

DANKT HERZLICH FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG

DER SPIELZEIT 2026 / 27!

89


INKLUSION

AUDIO-

DESKRIPTION

Das Schauspiel Leipzig versteht sich als Stadttheater, das offen

für ein diverses Publikum ist. Im Sinne der sozialen Inklusion

gehört das Projekt Audiodeskription seit 2013 zu diesem Selbstverständnis

dazu. Audiodeskription (AD) kann mit „Hörbeschreibung“

übersetzt werden und ermöglicht blinden und

sehbehinderten Menschen bessere Teilhabe. Am Schauspiel

Leipzig findet jeden Monat mindestens eine Vorstellung mit

live eingesprochener Audiodeskription statt. Das kostenfreie

Angebot wird im Durchschnitt von zehn Personen pro Vorstellung

genutzt. Ein erfahrenes Team aus blinden und sehenden

Autorinnen und Autoren erstellt in jeder Spielzeit Audioskripte

für drei neue Inszenierungen, darunter stets für das

jeweilige Familienstück zur Weihnachtszeit.

Jede Vorstellung mit Audiodeskription hat einen speziellen

Vorlauf, der in der Regel eine taktile Bühnenführung, eine blindengerechte

Stückeinführung und das Ertasten von Requisiten

und Kostümen beinhaltet. Nach Ausgabe der Empfangsgeräte

und Kopfhörer kann vor Beginn der Vorstellung zudem

eine kompakte vorproduzierte Einführung mit Beschreibung

des Bühnenbildes und der Kostüme angehört werden, in der

auch die jeweilige Besetzung durch kurze Einspielungen der

Stimmen vorgestellt wird. Während der Aufführung beschreiben

professionelle Sprecherinnen und Sprecher die Vorgänge

auf der Bühne anhand des Audioskripts live.

Das Schauspiel Leipzig nimmt mit diesem regelmäßigen und

kontinuierlich erweiterten Angebot eine Vorreiterrolle in der

deutschsprachigen Theaterlandschaft ein und wurde hierfür

2018 mit dem Inklusionspreis Mosaik aus Mitteldeutschland

und mit dem Ehrenpreis des Blinden- und Sehbehindertenverbands

Sachsen ausgezeichnet.

Die barrierefreien Zugänge ins Schauspielhaus wurden um

ein blindengerechtes taktiles Leitsystem mit einem ins Haus

führenden Aufmerksamkeitsstreifen, Handläufen sowie Relieftafeln

für Erdgeschoss und Parkettgeschoss erweitert. Assistenzhunde

sind willkommen und dürfen je nach Wunsch

entweder in den Saal mitkommen oder werden während der

Vorstellung durch unser Abenddienstpersonal im Foyer betreut.

Diese Vorstellungen werden in der Spielzeit 2026 / 27 mit Live-

Audiodeskription angeboten:

SEPTEMBER 26 ...... ALTBAU IN ZENTRALER LAGE

OKTOBER 26 ........ WÜSTE

6. 12. 17 00 ......... ALICE HINTER DEN SPIEGELN

11. 12. 10 00 ......... ALICE HINTER DEN SPIEGELN

12. 12. 18 00 ......... ALICE HINTER DEN SPIEGELN

17. 12. 19 30 ......... DAS KALTE HERZ

17. 1. 18 00 ......... ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN

27. 2. 19 30 ......... BERNARDA ALBAS HAUS

21. 3. 18 00 ......... BERNARDA ALBAS HAUS

17. 4. 19 30 ......... BERNARDA ALBAS HAUS

27. 5. 19 30 ......... WOYZECK

4. 6. 19 30 ......... WOYZECK

90


DEUTSCHE

GEBÄRDEN-

SPRACHE

Gebärdensprache kann die Theaterästhetik bereichern. Hiervon

ist das Schauspiel Leipzig überzeugt, durch kontinuierliche

Zusammenarbeit mit Menschen, die gebärdensprachlich

kommunizieren.

Das Auftragswerk „Altbau in zentraler Lage. Eine Schaueroper“

von Raphaela Bardutzky steht weiterhin auf dem Spielplan

der Diskothek. Ein Team aus Tauben und Hörenden

spielt dieses Stück gemeinsam in Laut- und Gebärdensprache.

Alle Aufführungen finden auf diese Weise zweisprachig für

ein diverses Publikum statt. Ausgewählte Vorstellungen werden

darüber hinaus auch mit live eingesprochener Audiodeskription

für Blinde und Sehbehinderte angeboten.

RELAXED

PERFORMANCE

Dieses Format ist offen für alle. Es orientiert sich aber in seinen

Rahmenbedingungen speziell an einem Publikum, das

von einer entspannteren Veranstaltungsatmosphäre profitiert.

Mit Relaxed Performances bieten wir eine Inszenierung aus

unserem Programm zusätzlich mit entsprechend angepasstem

Umfeld an. Beispielsweise sind weniger Karten im Verkauf,

um mehr Abstände im Publikum zu ermöglichen. Früherer

Einlass in den Saal entspannt den Besuch und bietet Zeit zur

Orientierung. Das Verlassen der laufenden Vorstellung sowie

die Rückkehr in den Saal sind möglich und werden von

u nserem Einlass­ Team unterstützt. Auf harte Licht- und Ton-

Wechsel sowie Stroboskop und ähnliche Effekte wird verzichtet.

Zusätzliche Hilfsmittel wie beispielsweise Noise­ Cancelling-

Kopfhörer sind ausdrücklich willkommen. Bringen Sie diese

gerne mit!

Mit Thirza Brunckens Bearbeitung von „Aufzeichnungen aus

einem weißen Zimmer“ bietet das Schauspiel Leipzig erstmals

eine Inszenierung zusätzlich auch als Relaxed Performance

an. Nähere Informationen zu den Vorstellungsterminen, dem

zeitlichen Ablauf und den räumlichen Gegebenheiten sowie

Angaben zu sensorischen Reizen und sensiblen Inhalten finden

Sie auf unserer Website.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gern

unter dramaturgie@schauspiel-leipzig.de.

ÜBERTITELUNG /

ENGLISH

SURTITLES

Für Gäste der Stadt und Publikum mit internationalem Hintergrund

bietet das Schauspiel Leipzig regelmäßig Vorstellungen

mit englischen Übertiteln an. Darüber hinaus erfahren Sie in

englischsprachigen Stückeinführungen Wissenswertes über

die Stücke und Inszenierungen.

Diese Stücke werden in der Spielzeit 2026 / 27 mit englischen

Übertiteln angeboten:

ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN

BERNARDA ALBAS HAUS

RICHARD III

WAS IHR WOLLT (A TORTURED LOVER’S VERSION)

WOYZECK

In Kooperation mit dem Institut für Angewandte Linguistik

und Translatologie der Universität Leipzig. Mit freundlicher

Unterstützung des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e. V.

91


DAS HAUS

Theaterleitung

Enrico Lübbe (Intendant & 1. Betriebsleiter)

Dr. Stephanie Garling (Verwaltungsdirektorin & 2. Betriebsleiterin)

Torsten Buß (Chefdramaturg & Stellvertreter des Intendanten)

Konstantin Müller (Technischer Direktor)

Bianca Hessel (Produktionsleiterin)

Vera Högemann (Künstlerische Betriebsdirektorin / Leiterin KBB)

Sarah Schramm (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit & Pressesprecherin)

Intendanz

Enrico Lübbe (Intendant)

Tatjana Komár-Schöbe (Referentin des Intendanten)

Dramaturgie

Torsten Buß (Chefdramaturg)

Julia Buchberger (Dramaturgin)

Matthias Döpke (Dramaturg)

Marleen Ilg (Dramaturgin)

Georg Mellert (Dramaturg)

Franziska Kaufmann (Mitarbeiterin Dramaturgie)

Residenz

Melanie Albrecht (Künstlerische Leiterin Residenz)

Verena Strasser (Produktionsleiterin Residenz)

Theaterpädagogik

Amelie Gohla (Theaterpädagogin & Leiterin „Sorry, eh!“

und Die Spielfreudigen)

Rosa Preiß (Theaterpädagogin & Leiterin #noname)

Yves Hinrichs (Leiter „Sorry, eh!“)

Simone Neubauer (Leiterin Club ü31)

Künstlerisches Betriebsbüro

Vera Högemann (Künstlerische Betriebsdirektorin)

Rieka Pauer (Mitarbeiterin)

Steffi Waschina (Mitarbeiterin)

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Sarah Schramm (Leiterin & Pressesprecherin)

Juliane Gölzner (Referentin)

Marie Kemmner (Referentin)

Theresa Schmidtke (Online-Kommunikation)

Doreen Schuster (Video)

Christiane Schletter (Leiterin Satzbüro)

Rolf Arnold (Fotograf)

Anke Neumann (Gebrauchswerberin)

Valeria Slizevic (Mitarbeiterin)

Besucherservice & Abenddienst

Besucherservice & Abenddienst

Heidrun Nodurft (Leiterin Besucherservice)

Elke Ahlemann (stellv. Leiterin Besucherservice)

Birgit Berthel

Carola Seilheimer

Martina Sobeck

Stephanie Werner

Nathalie Stein (Leiterin Abenddienst)

92


Regie

Stephan Beer

Ebru Tartıcı Borchers

Markus Bothe

Thirza Bruncken

Nuran David Calis

Marco Damghani

dura & kroesinger

Yves Hinrichs

Elsa-Sophie Jach

Lukas Leon Krüger

Tina Lanik

Enrico Lübbe

Ellen Neuser

Katrin Plötner

Kamila Polívková

Pia Richter

Falk Rößler

Salome Schneebeli

Wilke Weermann

Lina Wegner

Hubert Wild

Artists in Residence

FARN / George Bele / Bodenproben

Eva Meyer-Keller

Nature Theater of Oklahoma

TrueColours

vorschlag:hammer

Choreographie

Romy Avemarg

Vasiliki Bara

Salome Schneebeli

Sibylle Uttikal

Musik

Peer Baierlein

Anton Berman

Jan-S. Beyer

Vivan Bhatti

Dani Catalán

Anna Emmersberger

Peter Fasching

Philip Frischkorn

Jörg Gollasch

Sophia Günst

Constantin John

Max Kühn

Thibault Madeline

Maria Moling

Paul Pötsch

Angela Requena Fuentes

Eric Sacher

Jonas Marc Anton Wehner

Jörg Wockenfuß

Bert Wrede

Bühne, Kostüme & Video

Hannes Barginde

Sam Beklik

Jil Bertermann

Sabine Blickenstorfer

Kristina Böcher

Christian Borchers

Thirza Bruncken

Georg Burger

Lisa Däßler

Bianca Deigner

Christoph Ernst

Kathrin Frosch

Hugo Gretler

Mariam Haas

Stefan Hageneier

Ragna Hemmersbach

Yves Hinrichs

Johanna Hlawica

Lise Kruse

Annika Lu

Enrico Lübbe

Heta Multanen

Alexander Naumann

Katrin Nottrodt

Julia Nussbaumer

Etienne Pluss

Jessica Rockstroh

Irina Schicketanz

Antonin Šilar

Johanna Stenzel

Teresa Vergho

Robi Voigt

Stella Vollmer

Sibylle Wallum

Meta Witte

Demian Wohler

Martin Zehetgruber

Schauspielensemble

Wenzel Banneyer

Paulina Bittner

Thomas Braungardt

Larissa Aimée Breidbach

Anne Cathrin Buhtz

Vanessa Czapla

Yves Hinrichs

Roman Kanonik

Tilo Krügel

Dirk Lange

Markus Lerch

Christoph Müller

Michael Pempelforth

Denis Petkovic

Emmeline Puntsch

Samuel Sandriesser

Teresa Schergaut

Bettina Schmidt

Nicolas Streit

Niklas Wetzel

Paula Winteler

Gäste

Meriam Abbas

Ali Aykar

Jeremias Beckford

Julius Forster

Katja Gaudard

Sonja Isemer

Eyk Kauly

Andreas Keller

Irene Kugler

Athena Lange

Lisa-Katrina Mayer

Juli Niemann

Annett Sawallisch

Schauspiel-Studio des

Schauspielinstituts „Hans Otto“

der HMT Leipzig

Matthias Döpke (Studioleitung)

Annett Sawallisch (Studioleitung)

Jacob Agha Ebrahim

Manuel Eistetter

Pauline Malkowski

Konstantin Pfrötzschner

Álvaro José Sánchez Rosero

Lilli Schnabel

Alana Lu Wendsche

Hanna Zürn

Inklusion

Matthias Döpke (Projektleitung

Audio deskription & Gebärdensprache)

Maila Giesder-Pempelforth

(freie Mitarbeiterin Audiodeskription)

93


Künstlerischer &

technischer Betrieb

Regieassistenz

Lukas Leon Krüger

Lina Wegner

Lara-Chayenne Zwickert

Emily Huber (Gast)

Ausstattungsassistenz

Sabine Born

Jenny Fischer

Meta Witte

Rayén Zapata-Gundermann

Elsa Zulauf

Inspizienz

Jens Glanze (Leitung Statisterie)

Ulrich Hänsch

Ute Neas

Luisa Rubel

Soufflage

Marie-Luise Kupka

Ditte Trischan

Christiane Wittig

Technische Leitung

Konstantin Müller (Technischer

Direktor)

Romy Avemarg (Assistentin des

Technischen Direktors)

Bühnen- & Veranstaltungstechnik

Mike Bäder (Bühneninspektor)

Julius Besen (Bühnenmeister)

Patrick Ernst (Bühnenmeister)

Jule Fahrenkrog-Petersen

(Bühnenmeisterin)

Thomas Kalz (Technischer Leiter

Diskothek)

Mattheo Fehse (Bühnenmeister

Diskothek)

Tilo Münster (komm. Bühnenmeister)

Thorsten Kandziora

(Vorarbeiter Obermaschinerie)

Sven Krötzsch

(Vorarbeiter Obermaschinerie)

Reinhold Drechsler (Vorarbeiter)

Roland Keup (Vorarbeiter)

Oliver Nell (Vorarbeiter)

Dirk Rademacher (Vorarbeiter)

Philipp Röwer (Vorarbeiter)

Ronny Seckendorf (Vorarbeiter)

Christian Brade

Sebastian Elster

Eckhard Fellbrich

Kevin Goldmann

André Hessel

Dominik Kaiser

Uwe Kiesl

Thomas Klapproth

Martin Kleine

André Köhler

Isaak Künzel

Jeff Leuschel

André Nerlich

Dimitri Paulin

Christian Pfeifer

Frank-Uwe Pietsch

Arjun Aaron Prautsch

Martin Rittner

Clemens Schlegel

Mike Schneider

Lena Sarina Seckendorf

Ingo Tausch

Benjamin van Teijlingen

Thomas Voigt

Shuray Wache

René Wandelt

Daniel Wingenfeld

Lukas Zeidler

Beleuchtung

Carsten Rüger (Leiter der Abteilung

Beleuchtung)

Jörn Langkabel (stellv. Leiter der

Abteilung Beleuchtung)

Veit-Rüdiger Griess

(Beleuchtungsmeister)

Daniel Starke (Oberbeleuchter)

Erik Bossenz

Oleksii Dashkov

André Dirla

Jens Erdmann

Rüdiger Heyne

Sebastian Köhler

Lisa Kruber

Richard Kühne

Max Neumann

Lilian Rezny

Steffen Rothe

Sven Scheffler

Thilo Stolle

Tontechnik

Nico Teichmann (Leiter der

Abteilung Tontechnik)

Anko Ahlert

Alexander Nemitz

André Rauch

Udo Schulze

Gregory Weis

Heribert Weitz

Videotechnik

Gabriel Arnold (Leiter der

Videoabteilung)

Hannes Barginde

Matthias Gruner

Kai Schadeberg

Philip Schroeder

Auszubildende zur Fachkraft

für Veranstaltungstechnik

Leonie Mara Flottrong

Friedrich Hofmann

Carl Friedrich Hölzer

Helene Richter

Alexander Winkler

94

Ankleidung

Almuth Mikutta (Leiterin der Abteilung

Ankleidung)

Makhigul Gershkovich

Barbara Gundlach

Simone Heinzel

Ulrike Jaßlauk

Weerasak Karnchuang

Swetlana Rheia

Agata-Maria Trofimiak

Maske

Barbara Zepnick (Chefmaskenbildnerin)

Norbert Ballhaus

Anja Engert

Lena Hofmann

Donka Holeček

Cordula Kreuter

Julia Markow

Ann Müller

Astrid Storch

Requisite

Sven-Sebastian Hubel

(Chefrequisiteur)

Steffen Schädel-Mechsner

Jörg Schirmer

André Sproete

Thomas Weinhold

Fundusverwaltung

Katharina Stefanek

Verwaltung

Dr. Stephanie Garling

(Verwaltungsdirektorin)

Grit Meier (Leiterin Rechnungswesen)

Ilka Gapp (Leiterin Personal und Recht)

Sylvia Wenzel (Sachbearbeiterin

Honorar- und Gästeabrechnung, Verlagsund

Vertragswesen)

Mario Höhne (Controller)

Yvonne Kerner (Sachbearbeiterin

Buchhaltung)

Peggy Scherf (Sachbearbeiterin

Buchhaltung)

Denise Ziegler (Sachbearbeiterin

Verwaltung)

Gebäudemanagement

Mirko Holze (Leiter bauliche Anlagen /

Hausverwaltung)

Bernhard Jahnke (Kraftfahrer)

Karsten Naumann (Betriebshandwerker)

Rainer Stemmler (Betriebshandwerker)

Remo Uta (Hausmeister)

Jens Eichler (Leiter haustechnische Anlagen)

Steffen Lindemann (Leiter Abteilung

Klimatechnik)

André Lautner (Klimatechniker)


3.– 8.

NOV 2026

www.euro-scene.de

⁄ festivaleuroscene

36. INTERNATIONALES

TANZ- UND

THEATERFESTIVAL


PREISE

GROẞE BÜHNE

PREISKATEGORIE PREMIERE REPERTOIRE PREMIERE REPERTOIRE PREMIERE REPERTOIRE PREMIERE REPERTOIRE

A

PLATZGRUPPE

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

I

49,–

35,–

20,–

I

46,–

32,–

17,–

II

41,–

30,–

20,–

II

38,–

27,–

17,–

III

33,–

24,–

20,–

III

30,–

21,–

17,–

IV

23,–

17,–

20,–

IV

20,–

14,–

17,–

B

PLATZGRUPPE

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

I

38,–

28,–

16,–

I

35,–

25,–

13,–

II

33,–

24,–

16,–

II

30,–

21,–

13,–

III

27,–

20,–

16,–

III

24,–

17,–

13,–

IV

19,–

14,–

16,–

IV

16,–

11,–

13,–

C

PLATZGRUPPE

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

I

34,–

25,–

13,–

I

31,–

22,–

10,–

II

30,–

22,–

13,–

II

27,–

19,–

10,–

III

23,–

17,–

13,–

III

20,–

14,–

10,–

IV

15,–

11,50

13,–

IV

12,–

8,50

10,–

D

PLATZGRUPPE

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

Kinder bis 14 J.

I

29,–

22,–

13,–

12,–

I

26,–

19,–

10,–

9,–

II

24,–

18,50

13,–

12,–

II

21,–

15,50

10,–

9,–

III

19,–

14,50

13,–

12,–

III

16,–

11,50

10,–

9,–

IV

13,–

10,–

13,–

12,–

IV

10,–

7,–

10,–

9,–

Einen Saalplan finden

Sie auf Seite 98.

EVENT, KONZERT

EINHEITSPREIS

Vollpreis

ermäßigte Karten

A B C D E F G H I

39,– 32,– 28,– 24,– 20,– 17,– 13,– 9,– 5,–

27,– 22,– 19,– 16,– 14,– 12,– 19,– 5,– —

Platzwahl frei

96


FOYER 1

Einheitspreis

(abweichende Preise bei

Gastspielen)

5,–

Platzwahl frei

DISKOTHEK

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

RESIDENZ

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

PREMIERE

19,–

14,–

12,–

17,–

12,–

10,–

Platzwahl frei

REPERTOIRE

OPEN-AIR-THEATER

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

17,–

12,50

10,–

Platzwahl frei

24,–

17,–

10,–

Platzwahl frei

THEATERSPIELCLUBS

Kostenfreie Fahrt mit dem ÖPNV

Mit Ihrer Theaterkarte können Sie alle Verkehrsmittel des

MDV in der Zone 110 und einer angrenzenden Zone (151, 156,

162, 164, 168) drei Stunden vor und drei Stunden nach der Vorstellung

nutzen (nicht bei Gastspielen und Hausvermietungen).

Bitte beachten Sie beim Onlinekauf die gesonderten Hinweise

zur Fahrtberechtigung.

Ermäßigungen

Ermäßigungsberechtigt sind Auszubildende, Gäste im Rollstuhl,

Schwerbehinderte, Freiwillige (Bundesfreiwilligendienst

/Freiwilliges Soziales Jahr/Freiwilliger Wehrdienst) und Geflüchtete.

Bürgergeld-Empfangende erhalten an der Abendkasse

Karten zum Preis von 3,–. Inhaberinnen und Inhaber eines

gültigen Leipzig-Passes erhalten 50 % Ermäßigung.

Ermäßigungen werden nach Verfügbarkeit sowie nach

Vorlage des entsprechenden Ausweises gewährt. Ermäßigungen

sind nicht kombinierbar.

Einzelne Veranstaltungen können von Ermäßigungen

ausgeschlossen sein.

Gruppentarife

Ab 10 Personen gilt für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende

ein Gruppentarif ab 9,– pro Person. Schülerinnen

und Schüler sowie Studierende erhalten auch Vergünstigungen

im Rahmen des Großen und des Kleinen Schul-Abos (siehe

Seite 99) bzw. des Studierenden-Abos 6 TIX (siehe Seite 99).

Theatertag

Am Theatertag kosten alle Karten 13,– auf allen Plätzen der

Großen Bühne; in der Diskothek und in der Residenz 9,–. Für

„Das Vermächtnis“ gilt die Preiskategorie Event D. Termine

finden Sie in unseren Monatsspielplänen und auf der Website.

Vollpreis

ermäßigte Karten

Schülerinnen und Schüler

/ Studierende

CLUBFUSION

9,–

5,–

5,–

5,–

Platzwahl frei

97


BÜHNE

PARKETT

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

R

R

R

18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

R

R

R

11

12

13

14

15

29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

12

13

14

15

16

29 28 27 26

25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

16

RANG

1

2

3

4

5

6

7

8

L L L 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 L L L

31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

32 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

1

2

3

4

5

6

7

8

Platzgruppe I Platzgruppe II Platzgruppe III Platzgruppe IV R = Rollstuhlstellplatz L = Loge

98

Bei einzelnen Inszenierungen

abweichender Saalplan möglich.


ABONNEMENTS

PREMIEREN-ABO

Erleben Sie VIER GROẞE-BÜHNE-PREMIEREN der Spielzeit 2026 / 27

IM SCHAUSPIELHAUS und

— erhalten Sie bis zu 30 % PREISVORTEIL

— erhalten Sie KOSTENFREIE FAHRT ins Theater und wieder

nach Hause innerhalb des ausgewiesenen MDV-Bereichs

— erfahren Sie mehr: Sie erhalten das PROGRAMMHEFT

zur Vorstellung kostenfrei

— bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand:

Sie erhalten regelmäßig und kostenfrei den MONATS-

SPIELPLAN und das SPIELZEITHEFT

— erhalten Sie einen GUTSCHEIN FÜR EIN FREIGETRÄNK in der

Theatergastronomie.

DAS VERMÄCHTNIS .............................................................. 3. 10.

BERNARDA ALBAS HAUS ....................................................... 16. 10.

ONKEL WANJA ......................................................,............... 4. 3.

SCHÖNE VORSTELLUNG ......................................................... 8. 5.

I 124,– II 104,– III 88,–

VERGÜNSTIGUNGEN

FÜR

ABONNENTINNEN

UND ABONNENTEN

Über die Vorteile der besonderen Angebote hinaus erhalten

Abonnentinnen und Abonnenten beim Kauf weiterer Karten

eine Ermäßigung von 10 %. Ausgenommen sind Gastspiele

und Veranstaltungen mit Sonderpreisen.

SCHUL-ABOS

Nutzen Sie die besonders attraktiven Preise unserer Schul-

Abos! Von diesen ausgenommen sind Premieren, Gastspiele

und Sonderveranstaltungen. Im Open-Air-Theater gilt ein begrenztes

Kontingent von Tickets für Schülerinnen und Schüler.

KOMBI-ABO

MIT DER OPER

Wahl-Abo 2 × Oper und/oder Leipziger Ballett, 2 × Musikalische

Komödie und 2 × Schauspiel Leipzig. Erhältlich in allen beteilig

ten Häusern. Freie Wahl bei Repertoire-Vorstellungen auf

der Großen Bühne im Schauspielhaus. Bei Vorstellungen mit

erhöhten Preisen kann eine Zuzahlung verlangt werden. Ausgenommen

sind Premieren, Gastspiele und Veranstaltungen

mit Sonderpreisen.

I 52,–

II 46,–

III 38,–

IV 24,–

SCHAUSPIEL-ANTEIL

6 TIX

UNSER ABO FÜR STUDIERENDE

Sechs Repertoire-Vorstellungen auf der Großen Bühne, in der

Diskothek und in der Residenz. Einlass nur mit Studierendenausweis.

Ausgenommen sind Premieren, Gastspiele und Veranstaltungen

mit Sonderpreisen.

Kleines Schul-Abo

Gültig ab Klasse 8. Zwei Vorstellungen pro Schuljahr inklusive

Einführungen und Nachgesprächen zu den Vorstellungen.

Freie Terminwahl.

PREIS PRO SCHÜLERIN/SCHÜLER 7,–

Großes Schul-Abo

Gültig ab Klasse 8. Drei Vorstellungen pro Schuljahr inklusive

Einführungen und Nachgesprächen zu den Vorstellungen.

Freie Terminwahl.

PREIS PRO SCHÜLERIN/SCHÜLER 6,50

Schul-Abo Spezial (Kooperationsschulen)

Gültig für eine ganze Schule. Alle Schülerinnen und Schüler

ab Klasse 8 haben die Möglichkeit, pro Schuljahr zwei Vorstellungen

anzuschauen. Laufzeit 3 Jahre. Außerdem: Theaterführung,

Einführungen und Nachgespräche zu den Vorstellungen

inklusive. Freie Terminwahl. Bevorzugte Teilnahme an Projekten

wie Patenklassen. Darüber hinaus möglich: Spielplanvorstellung

in der Schule, Fortbildungen, Unterstützung im

künstlerischen Profil, professionelle Begleitung von schulischen

Theaterprojekten u. v. m.

PREIS PRO SCHÜLERIN/SCHÜLER 6,50

PREIS 48,–

99


SCHAUSPIEL-

CARD 50

Die volle Flexibilität. Für einmalig 200,– erhalten Sie freien

Eintritt für alle Vorstellungen in allen Spielstätten. Ausgenommen

sind Veranstaltungen mit Sonderpreisen, Konzerte

und Gastspiele. Zudem erhalten Sie 10 % Ermäßigung beim

Ticketkauf auf Eigenveranstaltungen in der Oper Leipzig und

im Gewandhaus zu Leipzig. Die Schauspiel-Card 100 ist für

eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person und ist nicht übertragbar.

RESIDENZ-

CARD

Flexibilität zum halben Preis. Für einmalig 50,– erhalten Sie

50 % Ermäßigung auf frei wählbare Vorstellungen auf der

Großen Bühne. In allen anderen Spielstätten erhalten Sie 25 %

Ermäßigung. Ausgenommen sind Veranstaltungen mit Sonderpreisen,

Konzerte und Gastspiele. Zudem erhalten Sie 10 %

Ermäßigung beim Ticket kauf auf Eigenveranstaltungen in

der Oper Leipzig und im Gewandhaus zu Leipzig. Die Schauspiel-Card

50 ist für eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person

und ist nicht übertragbar.

PREIS 50,–

SCHAUSPIEL-

CARD 100

So oft in die Residenz, wie Sie wollen: Für einmalig 45,– erhalten

Sie für eine Spielzeit freien Eintritt in der Residenz.

Gegen Vorlage der Residenz-Card erhalten Sie Tickets

an der Theaterkasse in der Bosestraße oder an der Abendkasse

vor Ort, solange der Vorrat reicht. Ausgenommen sind Veranstaltungen

mit Sonderpreisen. Zudem erhalten Sie 10 % Ermäßigung

beim Ticketkauf auf Eigenveranstaltungen in der

Oper Leipzig und im Gewandhaus zu Leipzig. Die Residenz­

Card ist für eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person und ist

nicht übertragbar.

PREIS 45,–

Interesse? Dann wenden Sie sich bitte

an unseren Besucherservice:

0341 / 12 68 168

besucherservice@schauspiel-leipzig.de

Sie erhalten die Cards auch in

unserem Webshop:

www.schauspiel-leipzig.de

PREIS 200,–

Zeit für Themen

Im Mittelweg 36 nehmen wir uns Zeit für Themen, die

interessieren, und machen Hefte, die wir selber gerne lesen.

Wir bringen Autorinnen und Autoren miteinander ins Gespräch

und veröffentlichen Texte, die etwas zu sagen haben.

Seit über 30 Jahren begleiten wir mit unserer Zeitschrift

die Arbeit des Hamburger Instituts für Sozialforschung und

setzen dabei immer wieder eigene inhaltliche Akzente.

Archiv, Abstracts & Leseproben unter:

www.mittelweg36.de

Einzelheft Print 14 € | E-Journal 9 €

Mini-Abo (3 Ausg.) Print 28 € | E-Journal 21 €

Jahres-Abo (6 Ausg.) Print 60 € | E-Journal 45 €

Kombi-Abo (6 Ausg., Print und Digital) 80 €

Mittelweg 36

Zeitschrift des Hamburger

Instituts für Sozialforschung


FREUNDESKREIS

SCHAUSPIEL LEIPZIG

VERSCHENKEN

SIE THEATER

DAS GANZE JAHR ÜBER

GUTSCHEINE

Eine besondere Geschenkidee für jeden Geldbeutel sind unsere Gutscheine,

die Sie an der Theaterkasse oder in unserem Webshop erwerben können.

Der Gutschein kann für Veranstaltungen des Schauspiel Leipzig in allen Spielstätten eingelöst werden.

Ausgenommen sind Gastspiele und Sonderveranstaltungen.

SPEZIELL ZUR WEIHNACHTSZEIT

WEIHNACHTSABO

„DREI WÜNSCHE FREI“

Verschenken Sie drei Vorstellungen aus dem Repertoire des Schauspiel Leipzig

auf der Großen Bühne. Das Abo kostet 75,– (Platzgruppe I) und beinhaltet drei Gutscheine.

Erhältlich vom 1. 11. bis 31. 12. 26

UNSER BESUCHERSERVICE BERÄT SIE GERNE!


KARTENVERKAUF &

SERVICE

Unser Besucherservice berät Sie gerne bei allen Fragen rund

um Ihren Vorstellungsbesuch.

besucherservice@schauspiel-leipzig.de

0341 / 12 68 168

Vorstellungstermine und allgemeine Informationen finden Sie

auch online:

www.schauspiel-leipzig.de

KASSEN-

ÖFFNUNGSZEITEN

Theaterkasse im Schauspiel Leipzig

Schauspielhaus, Bosestraße 1, 04109 Leipzig

Montag bis Freitag: 10 ºº – 19 ºº

Samstag: 10 ºº – 14 ºº

Feiertags geschlossen

Bitte beachten Sie unsere geänderten Öffnungszeiten während

der Spielzeitpause.

Im Webshop ist ein Kartenkauf jederzeit möglich.

WEBSHOP

Sie können Ihre Tickets bequem online über unseren Webshop

unter www.schauspiel-leipzig.de kaufen. Online-Kartenkauf

ist mit Kreditkarte (VISA, Euro-/Mastercard) und EC-Karte

sowie PayPal möglich. Die Karten liegen je nach Kaufdatum

an der Abendkasse zur Abholung bereit oder werden an die

von Ihnen angegebene Adresse gesendet. Außerdem können

Karten per ticketdirect zum Selbstausdruck bzw. als digitales

Ticket erworben werden.

KARTEN-

RESERVIERUNG

Reservierte Karten sind bis zu dem bei der Reservierung mitgeteilten

Termin an der Theaterkasse abzuholen. Nach Ablauf

dieser Frist erlischt die Reservierung.

RESTKARTEN

Für Vorstellungen, die nicht mehr online buchbar sind, erhalten

Sie bei unserem Besucherservice Informationen über

eventuelle Restkarten.

VORVERKAUFS-

BEGINN

Der Vorverkauf für die Spielzeit 2026 / 27 beginnt für ausgewählte

Vorstellungen am 21. 5. 26. Für alle weiteren Vorstellungen

beginnt der Vorverkauf mit der Veröffentlichung der

Monatsspielpläne. Der vollständige Monatsplan wird bis zum

5. des Vormonats auf der Website des Theaters veröffentlicht.

SPIELSTÄTTEN &

KARTENABHOLUNG

Große Bühne

Der Kartenverkauf an der Abendkasse beginnt eine Stunde

vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen Sie reservierte Karten

bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ab. Bei späterer Abholung

besteht keine Platzgarantie.

Diskothek

Schauspielhaus, Eingang Bosestraße/Ecke Dittrichring. Kassenöffnungszeit:

30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Bitte

holen Sie reservierte Karten bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

ab.

Foyer 1

Schauspielhaus, Bosestraße 1, Kassenöffnungszeit: 30 Minuten

vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen Sie reservierte Karten

bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ab.

Residenz (in der Spinnerei)

Halle 18 (Aufgang E), Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig. Kassenöffnungszeit:

30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen

Sie reservierte Karten bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

ab.

Open-Air-Theater

Auf dem Gelände des agra Messepark Leipzig, Bornaische

Straße 210, 04279 Leipzig

Der Kartenverkauf an der Abendkasse beginnt 30 Minuten

vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen Sie reservierte

Karten bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ab.

102


BARRIEREFREIHEIT

Barrierefreiheit ist uns ein großes Anliegen. Deshalb sind wir

bemüht, unser Angebot dahingehend stetig zu erweitern. Derzeit

bieten wir mehrere Spielstätten mit Rollstuhlplätzen an

sowie ein taktiles Leitsystem im Großen Haus. Ausgewählte

Inszenierungen gibt es mit Audiodeskription, Deutscher Gebärdensprache

oder als Relaxed Performance.

Bitte informieren Sie sich für die jeweilige Vorstellung

und Spielstätte auf unserer Website oder beim Besucherservice!

www.schauspiel-leipzig.de/inklusion

ANFAHRT

Wir empfehlen Ihnen die Anreise mit dem ÖPNV. Mit Ihrer

Theaterkarte können Sie alle Verkehrsmittel des MDV in der

Zone 110 und einer angrenzenden Zone (151, 156, 162, 164, 168)

drei Stunden vor und drei Stunden nach der Veranstaltung

kostenfrei nutzen (nicht bei Gastspielen und Hausvermietungen).

Schauspielhaus

Die Spielstätten Große Bühne, Diskothek und Foyer 1 sind mit

dem ÖPNV erreichbar (Linien 1 & 14, Haltestelle Gottschedstraße;

Linien 9 & 89, Haltestelle Thomaskirche). Für die

Anreise mit dem PKW nutzen Sie bitte die Parkhäuser in der

Zentralstraße 7 und in der Thomasiusstraße 16–18.

Residenz

Die Residenz des Schauspiel Leipzig in der Spinnerei ist mit

dem ÖPNV erreichbar (Linie 14, Haltestelle S-Bahnhof Plagwitz;

Linien 8 & 15, Haltestelle Lindenau Bushof; Bus Linie 60,

Haltestelle S-Bahnhof Plagwitz; S 1, S 11 Haltestelle Plagwitz).

Open-Air-Theater

Das Open-Air-Theater auf dem Gelände des agra Messepark

Leipzig ist mit dem ÖPNV (Linie 11, Haltestelle Dölitz Straßenbahnhof)

erreichbar. Der Haupteingang befindet sich einen

kurzen Fußweg von der Haltestelle entfernt. Der Weg ab dem

Eingangstor agra Messepark Leipzig ist ausgeschildert.

WEITERE

VOR VERKAUFS-

STELLEN

Leipzig Ticket im Hugendubel, Petersstraße 12–14

CULTON Ticket, Peterssteinweg 9

Ticketgalerie, LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19

Ticketgalerie, Barthels Hof, Hainstraße 1

Musikalienhandlung M. OELSNER, Schillerstraße 5

Tourist-Information Wurzen, Domgasse 2

Tourist-Information Delitzsch, Schloßstraße 31

GASTRONOMIE

Vor den Vorstellungen und in den Pausen hält das Team von

ENK Leipzig GmbH in den Foyers des Schauspielhauses Snacks

und Getränke für Sie bereit. Gerne können Sie vor der Vorstellung

am Tresen eine Bestellung für die Pause aufgeben.

Bei Vorstellungen auf der Großen Bühne hat die Gastronomie

jeweils ab eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn für

Sie geöffnet. In der Diskothek und in der Residenz sowie bei

Veranstaltungen im Foyer 1 öffnet die Bar für Sie ab 30 Minuten

vor Vorstellungsbeginn.

Täglich das beste Programm genießen.

www.luru-kino.de

Täglich das schönste Kino mieten.

www.kino-vermietung.de


KONTAKTE

Postanschrift

Schauspiel Leipzig, Bosestraße 1, 04109 Leipzig

Besucherservice & Karten

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IMPRESSUM

Schauspiel Leipzig, Eigenbetrieb der Stadt Leipzig

Bosestraße 1, 04109 Leipzig

Intendant: Enrico Lübbe

Redaktion: Dramaturgie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,

Künstlerisches Betriebsbüro

Redaktionsleitung: Juliane Gölzner

Gestaltung: HawaiiF3 & Bureau Est, Leipzig

Fotos: © Rolf Arnold

Produktion: druckhaus köthen GmbH & Co. KG

Redaktionsschluss: 14. 4. 26

Änderungen vorbehalten.

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