Spielzeitheft 2026/2027 des Schauspiel Leipzig
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VORWORTE ———> 2
GRUßWORTE ———> 6
ENSEMBLE & GÄSTE ———> 1 2
PREMIEREN &
WIEDERAUFNAHMEN ———> 2 0
OPEN-AIR-THEATER ———> 24
SCHAUSPIELHAUS ———> 29
DISKOTHEK ———> 52
RESIDENZ ———> 70
FOYER 1 ———> 78
PARTIZIPATION ———> 8 2
INKLUSION ———> 9 0
Schauspielstudio ———> 86
Kooperationen ———> 8 8
Das Haus ———> 92
P reise ———> 9 6
Saalplan ———> 9 8
Abonnements ———> 99
Ser v ice ———> 10 2
Kontakte ———> 104
Impressum ———> 104
Liebe Freundinnen und Freunde
des Schauspiel Leipzig,
lieber Enrico Lübbe,
das Schauspiel Leipzig hat sich unter Ihrer Leitung zu einer
Bühne von überregionalem und international wahrgenommenem
Renommee entwickelt. Mit großer künstlerischer Neugier,
ästhetischer Konsequenz und gesellschaftlicher Relevanz setzen
Sie Maßstäbe, die weit über die Stadt hinaus wahrgenommen
werden. Damit tragen Sie entscheidend dazu bei, Leipzig
als lebendige und zukunftsorientierte Kulturstadt zu repräsentieren.
Und auch die Leipzigerinnen und Leipziger wissen das
zu schätzen — der Erfolg zeigt sich nicht zuletzt im großen
Publikumszuspruch, die Auslastungszahlen befinden sich seit
Jahren auf einem bemerkenswert hohen Niveau.
Besonders sichtbar wird die Strahlkraft Ihres Hauses
auch bei den wichtigen Theaterfestivals im deutschsprachigen
Raum und darüber hinaus. Die Einladung zum Berliner Theatertreffen
2026 mit „Drei Mal links ist rechts“ von Julian Hetzel
würdigt eine künstlerisch herausragende Arbeit ebenso wie
das programmatische Profil der Spielstätte Residenz. Solche
Einladungen sind immer auch eine Anerkennung für die kontinuierliche
künstlerische Entwicklung eines Hauses und ein
starkes Signal für die Bedeutung des Schauspiel Leipzig innerhalb
der deutschen Theaterlandschaft.
Ähnliches gilt für die wiederholten Einladungen zu
den Mülheimer Theatertagen, dem wichtigsten Festival für
Gegenwartsdramatik. Dass in diesem Jahr gleich zwei Stücke
aus dem Schauspiel Leipzig eingeladen wurden — „Der Girschkarten“
und „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ —
ist außergewöhnlich. Zugleich sind diese Inszenierungen bereits
die Einladungen Nummer neun und zehn zum Mülheimer
Festival in Ihrer Intendanz. Auch dazu gratuliere ich Ihnen
sehr herzlich.
Das Schauspiel Leipzig ist nicht nur für das Publikum unserer
Stadt ein wichtiger kultureller Ort, sondern setzt auch überregional
Impulse und prägt künstlerische Entwicklungen. Dabei
ist das Theater weit mehr als ein Ort der Aufführung: Es
ist ein Raum für gesellschaftliche Debatte, für künstlerische
Experimente und für gemeinsames Nachdenken über unsere
Gegenwart.
Gerade in einer wachsenden und vielfältigen Stadt wie
Leipzig ist diese Funktion von unschätzbarem Wert. Theater
schafft Begegnung zwischen unterschiedlichen Perspektiven
und Lebenswirklichkeiten und stärkt damit die kulturelle Identität
unserer Stadt.
Zugleich wissen wir, dass die kommenden Jahre für
öffentliche Haushalte herausfordernd sein werden. Auch die
Kultur wird mit knapperen Ressourcen umgehen müssen.
Umso wichtiger ist es, sich immer wieder bewusst zu machen,
welchen Wert Einrichtungen wie das Schauspiel Leipzig für
eine Stadtgesellschaft haben. Gerade die Kunst hat immer wieder
gezeigt, dass Kreativität, Zusammenarbeit und Offenheit
für neue Wege auch unter schwierigen Bedingungen außergewöhnliche
Ergebnisse hervorbringen können.
Für Ihr großes Engagement in all den Jahren danke
ich Ihnen ausdrücklich. Die zahlreichen Einladungen zu bedeutenden
Festivals sind nicht nur ein Erfolg für Ihr Haus, sondern
auch ein starkes Signal für die Bedeutung der Kulturstadt
Leipzig.
Ich wünsche Ihnen, Ihrem Ensemble und dem gesamten
Team Hals- und Beinbruch für die neue Spielzeit.
Dr. Skadi Jennicke
Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig
2
Liebe Leipzigerinnen und Leipziger,
sehr verehrtes Publikum,
bevor ich Ihnen die letzte Spielzeit des Schauspiel Leipzig unter
meiner Leitung vorstellen darf, möchte ich mit großer
Dankbarkeit noch einmal auf die vergangenen vierzehn Jahre
zurückblicken.
Zur Spielzeit 2013 / 14 sind wir gemeinsam als Team mit dem
Ziel angetreten, das Schauspiel Leipzig als Theater für die
Stadt zurückzugewinnen — als offenen, kommunikativen Ort
im Herzen Leipzigs, der sich vielfältigen Interessen und einem
ebenso vielfältigen Publikum öffnet.
Dieser Weg begann mit einer deutlichen Öffnung in
die Stadt hinein. Zahlreiche Kooperationen — unter anderem
mit dem Gewandhausorchester, dem Zoo Leipzig, der Freien
Szene und dem Ballett der Oper Leipzig — initiierten wir gleich
zu Beginn. Aus vielen dieser Begegnungen sind über die Jahre
feste, oft freundschaftliche Partnerschaften entstanden, weitere
kamen hinzu. Weggefährtinnen und Weggefährten aus
diesen langjährigen Kooperationen haben noch einmal Grußworte
wie schon zu Intendanzbeginn verfasst, die Sie auf den
folgenden Seiten lesen können. Dafür und für die vertrauensvolle
Zusammenarbeit danke ich allen ganz herzlich.
Bereits 2013 / 14 etablierten wir am Schauspiel Leipzig drei neue
Formate, die wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit wurden
und blieben: Mit der Diskothek schufen wir einen eigenen Ort
für zeitgenössische Dramatik, der 2017 eine neu gebaute Spielstätte
erhielt. Auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei
entstand mit der Residenz ein bis dahin einzigartiges
Artists-in-Residence-Programm, das nationale und internationale
Künstlerinnen und Künstler mit den Strukturen eines
deutschen Stadttheaters verband und über die Jahre nachhaltige
künstlerische Synergien entwickelte. Vorreiter wurde das
Schauspiel Leipzig zudem im Bereich Inklusion mit der festen
Institutionalisierung der Audiodeskription. In den vergangenen
Spielzeiten kamen weitere inklusive Angebote hinzu, etwa
mit „Altbau in zentraler Lage“ eine eigens in Auftrag gegebene
Produktion in Deutscher Gebärden- und Lautsprache,
die beispielhaft für unsere Arbeit im Bereich Inklusion ausgezeichnet
wurde.
Unser Schwerpunkt „Pay Attention!“ führte uns hinaus
in die Stadt Leipzig, in Räumlichkeiten wie die ehemalige
Stasi-Sauna auf dem Matthäikirchhof, das Stadtarchiv oder
sogar in die Straßenbahn der LVB. Unsere Interimsspielstätte
auf dem agra Messepark Leipzig schloss die Gegenwart kurz
mit der Geschichte der agra-Landwirtschaftsausstellung der
DDR und der Geschichte dieses Areals.
Unsere künstlerische Arbeit fand weit über Leipzig hinaus
große Resonanz und Anerkennung. So erhielt das Schauspiel
Leipzig in den vergangenen Jahren mehr als 40 Festivaleinladungen,
darunter wiederholt zum Berliner Theatertreffen,
zu den Mülheimer Theatertagen, den Autor:innentheatertagen
Berlin, dem Heidelberger Stückemarkt, dem Impulse Festival,
den Ruhrfestspielen sowie zur Biennale in Venedig. Zudem
wurden wir mit renommierten Auszeichnungen wie dem
Martin-Linzer-Theaterpreis und dem Deutschen Theaterpreis
DER FAUST geehrt.
Der wichtigste Ansporn unserer Arbeit aber war stets
Ihr Interesse. Dieses zu gewinnen und kontinuierlich zu steigern
ist uns gelungen: Die Auslastung unserer Angebote wuchs
über die Jahre hinweg und erreichte 2025 mit 83 Prozent einen
neuen Höchstwert in der Geschichte des Hauses.
Solche Erfolge sind und waren nur möglich dank eines
herausragenden, hochmotivierten Teams. In allen Abteilungen
des Hauses haben großartige Kolleginnen und Kollegen unsere
Arbeit über Jahre hinweg getragen und entscheidend mitgestaltet.
Stellvertretend seien genannt die Gewerke Licht, Ton/
Video und Bühnentechnik, die die Produktionen in allen Spielstätten
gleichwertig hochqualitativ betreut haben. Ohne diese
Gewerke wäre die ag(o)ra nicht in dieser Qualität zu bespielen
gewesen. Aber auch unserer Maskenabteilung sowie den
Theaterwerkstätten, die uns über Jahre Bühnen- und Kostümbilder
in einer unglaublichen Qualität gestaltet haben, möchte
ich an dieser Stelle sehr danken. Unser Schauspielensemble
sowie zahlreiche künstlerische Weggefährtinnen und Weggefährten,
die Leipzig geprägt haben — und von Leipzig geprägt
wurden —, machten das Schauspiel Leipzig zu einem der
renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Und
nicht zuletzt wussten wir Sie, unser Publikum, immer an unserer
Seite. Gemeinsam haben wir große Herausforderungen
bewältigt: die Corona-Pandemie, umfangreiche Umbau- und
Sanierungsarbeiten, Interimsspielorte. Sie sind uns dabei treu
geblieben und haben unsere Arbeit hier wie dort begleitet. Dafür
danke ich Ihnen sehr herzlich.
3
In der kommenden Spielzeit setzen wir unser Spielzeit-Motto
„Wir-Gesänge“ fort; stellvertretend für die Neuproduktionen
möchte ich hier drei Titel nennen. Wir eröffnen mit einem
großen, zweiteiligen Epos der Gegenwart: „Das Vermächtnis“
von Matthew Lopez. Wolfram Höll, der uns von Beginn an begleitet
hat, hat uns ein weiteres Auftragswerk geschrieben, das
über mehrere Jahrzehnte deutscher Geschichte gespannt ist:
„OST“. Am Ende der Spielzeit laden wir Sie zu einer Produktion
ein, die besondere und sonst selten zugängliche Räume des
Hauses bespielt, Sie durch das gesamte Theater führt und noch
einmal das ganze Ensemble präsentiert: „Schöne Vorstellung“.
Daneben haben wir in der kommenden Spielzeit viele
erfolgreiche Produktionen unseres Repertoires im Programm.
Was bleibt?
Diese Frage beschäftigt uns Theaterleute seit jeher. Denn unsere
Kunst entsteht im Moment und vergeht mit ihm. Sie lässt
sich nur schwer bewahren — was bei besonders gelungenen
Momenten schmerzlich sein kann und doch zu ihrem Wesen
gehört. Wir Theatermenschen sind geübt im Loslassen und
darin, uns immer wieder neu auf die Suche zu machen. Denn
Theater braucht, um lebendig zu bleiben, Veränderung: neue
Impulse, andere Perspektiven, Erzähl- und Denkräume.
Ich persönlich freue mich sehr, am Ende meiner Intendanz
das Schauspiel Leipzig als ein bestens aufgestelltes
Haus mit großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu
wissen — und Ihnen allen möchte ich von Herzen danken: für
Ihre Unterstützung, Ihr Vertrauen, Ihre Loyalität und Ihre
Treue.
Herzlichst,
Ihr
Leipzig, Frühjahr 2026
Enrico Lübbe
4
5
GRUßWORTE
SEHR GEEHRTE,
LIEBE FREUNDINNEN
UND FREUNDE DES
LEIPZIGER
SCHAUSPIELS,
hoch lag die Latte: Das Schauspiel starte „in eine neue Ära“, so
kündigte ich es damals im Spielzeitheft an, als Enrico Lübbe
2013 als Intendant begann. Nach fast anderthalb Jahrzehnten
mit ihm stellen wir glücklich fest: Als Stadt hatten wir große
Erwartungen — und sie wurden erfüllt. Das Schauspielhaus
wurde unter seiner Führung zu einem „Theater für eine Stadtgesellschaft,
das Jüngere wie Ältere, Freunde traditioneller wie
postmoderner Interpretationen begeistert, verbindet, mit einander
ins Gespräch bringt“.
Etwa über Gier, Verführung und den Verlust von
Menschlichkeit. In der vergangenen Spielzeit nahm Enrico
Lübbe seine Inszenierung von 2022, „Das kalte Herz“, wieder
in den Spielplan auf — das Märchen von Peter Munk, der sein
Herz gegen Reichtum eintauscht. Obwohl fast 200 Jahre alt,
spricht der Stoff unmittelbar in unsere Gegenwart, in der Macht
und ökonomische Interessen allzu oft über alles andere gestellt
werden. „Hol dir dein Herz zurück und werde ein besserer
Mensch!“, mahnt darin der gute Waldgeist, das Glasmännlein.
Theater kann uns verändern. Die Schauspielerinnen
und Schauspieler lassen uns Konflikte, Ängste und Hoffnungen
erleben — aus nächster Nähe, live — im Großen Haus, auf den
kleineren Bühnen der Diskothek und Residenz. Moralische
Zaubertränke werden nicht verabreicht, doch wir spüren
etwas, wir fühlen mit, wir denken und wir zweifeln. Mit
Begeisterung: Die Vorstellungen sind gut besucht, oft ausverkauft.
Enrico Lübbe hat bewiesen, dass Leipzig auch Theater stadt
ist — eine, die nach außen und nach innen wirkt. Da sind die
Auszeichnungen und Einladungen zu großen Festivals wie
dem Berliner Theatertreffen, den Mülheimer Theatertagen und
zur Biennale in Venedig. Und das zeigen die Kooperatio nen
mit Leipziger Institutionen wie dem Gewandhaus und der
Oper, mit dem Zoo, dem Museum der bildenden Künste oder
der Freien Kulturszene. In der Corona-Zeit musste das Schauspiel
sich neu erfinden und streamte Theaterstücke. Enrico
Lübbe hat sein Haus gut durch die Pandemie geführt und —
noch viel wichtiger — er hat es geschafft, es danach auch wieder
mit Zuschauerinnen und Zuschauern zu füllen.
Für all das gilt ihm mein größter Dank. Ich wünsche
ihm eine erfolgreiche letzte Spielzeit und uns, dem Publikum,
viele intensive und eindrückliche Theaterabende!
Ihr Burkhard Jung
Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
6
ALLES NUR THEATER,
ODER NICHT?
WAS SOLL, KANN
UND DARF
STADTTHEATER HEUTE?
In deiner Zeit am Schauspiel Leipzig bist du diesen Fragen unentwegt
nachgegangen, hast Menschen zusammen- und Stücke
auf die Bühne gebracht, die einige Preise mit nach Hause
brachten. In der aktuellen Zeit, in der die Rolle von Kunst und
Kultur ständig unter Druck steht, braucht es kontinuierliche
Wegbegleiter, die für die Kunst einstehen. Was heißt es in
Zeiten wie diesen, Intendant zu sein? Muss man — neben der
künstlerischen Handschrift, mit der man als Leitung das Theater
mitten in der Stadt prägt — nicht auch ein Vermittler in
viele Richtungen sein? So habe ich dich in den letzten Jahren
erlebt: nicht laut und im Bann der Emotionen, sondern mit
langem Atem und als verlässlicher Garant. Die Emotionalität
überlässt du den Protagonist*innen auf der Bühne!
Auch wir blicken im Schulterschluss des Schauspiels
und der Freien Szene auf gelungene gemeinsame Erinnerungen,
sei es die KATAPULT-Plattform oder das Festival Politik im
Freien Theater, auf das wir mehr als drei Jahre hingearbeitet
hatten. Ich danke dir, dass du der Freien Theaterszene so offen
gegenüberstehst und damit einen Marker für künftige Generationen
in der Bosestraße gelegt hast.
14 Jahre Leitung eines beachtlichen Stadttheaters in der Bundes
republik, welches du nach dem letzten Intendanzwechsel
wieder in verlässliche Fahrwasser manövriert hast. Dass das
Schauspiel Leipzig heute so dasteht und sich einen Namen in
der Szene gemacht hat, ist nicht zuletzt dein Verdienst und dafür
gilt es DANKE zu sagen.
Euphorie und Traurigkeit wohnen dem Theater jeher inne
und auch wenn der Wind die ersten Brisen des Abschieds
hereinweht, wünsche ich dir, lieber Enrico, und dem gesamten
Team des Schauspiel Leipzig eine unvergessliche Abschlusssaison
mit vielen großen Emotionen, aber auch den leisen
Klängen, die von Herzen kommen. Ich bin gespannt, auf was
wir uns alles freuen können. TOI TOI TOI für die letzten Vorhänge!
IHR HABT ORTE
AKTIVIERT UND
NEUES, HISTORISCH
WERTVOLLES
ENTDECKT
Lieber Enrico,
ich danke Dir für Deine Zeit hier in Leipzig am Schauspiel!
Du hast es geschafft, wieder junge Leute ins Theater zu holen
— und nicht nur die. Auch die, die vorher nichts mit Theater zu
tun hatten, die sind wieder ins Schauspiel gekommen, weil Du
mit Deinem Team ein neues Programm konsequent und permanent
aufgebaut hast!
Du hast das geschafft, weil das Schauspiel unter Deiner
Führung wieder Teil des kulturellen Lebens Leipzigs geworden
ist, Du hast in die Stadt hinein agiert, mit den verschiedenen
Akteuren gesprochen, Institutionen und Personen
aus Kunst, Kultur und Politik durch Kooperationen mit genommen
und somit die unterschiedlichsten Kreise erreicht.
Nur um zwei Beispiele zu nennen, eins, was uns konkret
betraf: Titus Schade! Nach seinem Entwurf des Bühnenbilds
zum Stück „Wolken.Heim“ von Elfriede Jelinek konnte
während der Spielpause dieses tolle Werk im Museum der bildenden
Künste gezeigt werden. Seine Kunst war noch einmal
anders begreifbar und konnte ganz neu erlebt werden, und das
durch Dein Engagement.
Auch Deine Inszenierung auf dem Agra-Gelände war
unglaublich! Und durch den Fund so eine Bereicherung für
das Archiv Leipzigs. Ihr habt Orte aktiviert und Neues, historisch
Wertvolles entdeckt.
Anne-Cathrin Lessel
Künstlerische Leiterin LOFFT — DAS THEATER
Danke für diese Energie und diese Kraft!
Dein Judy
Gerd Harry Lybke
Galerie EIGEN + ART
7
ES IST DAS
SCHAUSPIEL
DES MENSCH-SEINS
UND
MENSCH-BLEIBENS,
DAS IM MITTEL-
PUNKT DIESER
„WIR-GESÄNGE“
STEHT
Das Leben in einer europäischen Stadt und besonders im
liebenswert in die eigene Größe vernarrten Weltdorf Leipzig
war immer schon großes Theater.
Wie viel davon sich aber auf den städtischen Bühnenbrettern
wiederfindet, hängt davon ab, wie gut dessen Macherinnen
und Macher den Puls der Gesellschaft fühlen und ob es ihnen
gelingt, das aus Worten und Regieanweisungen bestehende
Dramenerbe Abend für Abend ebenso respektvoll wie gegenwartsorientiert
neu anzutreten. Das haben Theater mit
Geschichtsmuseen gemein, deren historische Bauzeugen und
Objektbestände ebensolche „Bühnenbilder“ und „Texte“ bereitstellen,
aus denen es für Besuchende von heute Relevantes in
Szene zu setzen gilt. In diesem ebenso lustvollen wie herausfordernden
Bestreben fühlen wir uns als Museumsverantwortliche
seit Langem eins mit Enrico Lübbe, Torsten Buß und
ihrem ganzen Team — ob es nun um den tragischen Mörder
Woyzeck, die transformationskritische Aneignung des Faust
oder auch die Geheimnisse des Matthäikirchhofs und Coffe
Baums geht. Immer ist es das Schauspiel des Mensch-Seins
und Mensch-Bleibens, das im Mittelpunkt dieser „Wir-Gesänge“
steht, die in den Resonanzräumen gemeinsamer Projekte
noch widerklingen werden, wenn wir alle längst in das Lieto
fine neuer Herausforderungen und Lebensphasen eingestimmt
haben. In diesem Sinne Vorhang auf für alles, was bleiben wird
und kommt!
THEATER KANN
ORTE VERWANDELN
UND EINER
STADT NEUE
PERSPEKTIVEN AUF
SICH SELBST
ERÖFFNEN
Liebe Freundinnen und Freunde des Schauspiel Leipzig,
mit dem Ende dieser Spielzeit verabschieden wir uns von Enrico
Lübbe — und damit von einer Intendanz, die dieses Haus
und diese Stadt nachhaltig geprägt hat.
Ich schreibe das nicht nur als Kollege, sondern auch
als Leipziger und als Zuschauer. Und in dieser Rolle kann ich
ganz sagen: Ich habe hier in den vergangenen Jahren großartiges
Theater erlebt. Enrico Lübbe hat ein Programm verantwortet,
das neugierig, klug und mutig war — im Großen
Haus ebenso wie in kleineren Räumen, etwa in der Diskothek.
Besonders eindrücklich bleibt mir die Zeit auf dem
agra-Gelände. Dieses Interim hat auf wunderbare Weise gezeigt,
was Theater kann: wie es Orte verwandelt, wie es einer
Stadt neue Perspektiven auf sich selbst eröffnet und wie stark
es Menschen zusammenbringen kann.
Als Regisseur hat Enrico Lübbe nicht nur im eigenen
Hause Spuren hinterlassen: Mit seiner Deutung von Richard
Wagners „Tristan und Isolde“ hat Enrico Lübbe der Oper
Leipzig eine zeitlose Inszenierung geschenkt — ein Glanzpunkt
des Festivals Wagner 22 und ein Werk, das unser Repertoire
noch lange bereichern wird.
Lieber Enrico Lübbe, ich danke dir und ich danke deinem
Team für alles, was ihr diesem Haus, dieser Stadt und ihrem
Publikum gegeben habt.
Und Ihnen, liebes Publikum, wünsche ich eine rauschende,
sinnliche, fröhliche, nostalgische und unvergessliche
Saison.
Tobias Wolff
Intendant Oper Leipzig
Anselm Hartinger
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
8
Lieber Enrico,
WEIT ÜBER
LEIPZIG HINAUS
SICHTBAR
nach vierzehn Jahren an der Spitze des Schauspiels geht eine
Zeit zu Ende, in der Du das Theater unserer Stadt nachhaltig
geprägt und weit über Leipzig hinaus sichtbar gemacht hast.
Im Namen des Gewandhauses möchte ich Dir herzlich für die
vertrauensvolle, inspirierende und stets konstruktive Zusammenarbeit
danken.
Mögen Dich die Erfahrungen aus Leipzig begleiten
und mögest Du unsere Stadt immer in guter Erinnerung behalten.
Prof. Andreas Schulz
Gewandhausdirektor
WAS FÜR EINE
UNGLAUBLICHE
JUNGE
THEATERKRAFT IN
LEIPZIG STECKT
Liebes Team des Schauspiel Leipzig,
Lieber Enrico Lübbe,
„It ain’t over ’till it’s over“, singt Lenny Kravitz. Diese Songzeile
beschreibt ganz treffend die Hartnäckigkeit und Ausdauer,
mit der ich eure Arbeit in den letzten Jahren wahrgenommen
habe. Gerade auch im Hinblick auf Theaterkunst für junges
Publikum.
Leipzig ist in den letzten zehn Jahren auf vielen Ebenen eine
ausgesprochene Theaterstadt für junge Menschen geworden,
und daran habt auch ihr einen großen Anteil. Sei es, junge Erwachsene
für moderne Klassikerinszenierungen oder aktuelle
Gegenwartsdramatik zu begeistern, oder in der Residenz
eine Heimat für jung denkende Performancekunst zu etablieren
— all das habt ihr zum Teil eures Theaterschaffens gemacht
und damit auch die Arbeit der TDJW-Theater-Erstbegeisterung
engagiert weitergeführt.
Mein absolutes Highlight aber war die Umsetzung der
ClubFusion, des Festivals für die Leipziger Theaterclubs von
Schauspiel, Oper Leipzig und TDJW. Gerade dieses Festival
macht seit 2021 regelmäßig sichtbar, was für eine unglaubliche
junge Theaterkraft in Leipzig steckt. Die Zusammenarbeit an
der ClubFusion hat zudem den Austausch unserer Theaterteams
intensiviert und war einer der Eckpfeiler unserer verlässlichen
Allianz, die gerade in den gesellschaftspolitischen
Veränderungsprozessen der jüngeren Zeit so wichtig wurde.
Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist. Ich wünsche euch eine erfüllende
letzte Spielzeit, in der ihr noch einmal mehr gemeinsam
über euch hinauswachst. Ich wünsche euch einen weitsichtigen
Austausch mit dem neuen Team und Gelassenheit in
den herausfordernden Momenten eines Intendanzwechsels.
Aber vor allem: Feiert euch selbst!
Toi Toi Toi,
Winnie Karnofka
Dramaturgin und ehemalige Intendantin des
Theater der Jungen Welt Leipzig
9
EIN
UNVERZICHTBARER
ORT DER
KÜNSTLERISCHEN
AUSEINANDER-
SETZUNG MIT
HOCHRELEVANTEN
THEMEN
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebes Schau spiel-Team, lieber Enrico Lübbe,
EIN ORT DER
DEBATTE,
DER ÄSTHETISCHEN
NEUGIER
UND DER KLAREN
HALTUNG
mit Vorfreude und gespannter Erwartung blicke ich auf die
Spielzeit 2026 / 2027. Ich erlebe das Schauspiel Leipzig als unverzichtbaren
Ort der künstlerischen Auseinandersetzung mit
gesellschaftlich hochrelevanten Themen, des Austauschs darüber
und der Begegnung. Eindrucksvoll bestätigt wird dies
durch eine konstant hohe Auslastung der Vorstellungen in
allen Spielstätten, und ich bin begeistert vom großen Interesse,
auch und insbesondere von Jugendlichen und jungen
Erwachsenen, an den vielfältigen Angeboten des Leipziger
Stadttheaters.
Sehr gern erinnere ich mich an die Mitwirkung von
Schülerinnen und Schülern unserer Musikschule bei den Inszenierungen
von „Kasimir und Karoline“ sowie „Faust“ in
den Jahren 2017 und 2018. Mit diesen Kooperationen, die für
die beteiligten Kinder unvergessliche und prägende Erlebnisse
waren, konnten wir unserer Verbundenheit mit dem Leipziger
Schauspiel auf die uns mögliche Weise besonderen Ausdruck
verleihen.
Auch im Namen der Musikschule wünsche ich dem
Haus eine gute neue Spielzeit, zahlreiche ausverkaufte Abende
und dem Publikum viele berührende, inspirierende und
zum Nachdenken anregende Theatererlebnisse.
Matthias Wiedemann
Leiter der Musikschule Leipzig
„Johann Sebastian Bach“
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kulturliebhaber und Förderer,
die Erinnerung an 2013 / 2014, die erste Spielzeit von Enrico
Lübbe als Intendant, ist noch frisch, und doch ist viel Zeit vergangen.
Gemeinsam mit ihm und seinem Team konnten wir
im Zoo Leipzig spannende Projekte umsetzen und mehrfach
Schauspielkunst in den Zoo holen. Unvergessen bleibt für
mich das legendäre „Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling —
aufgeführt mitten im Zoo und mit großer Begeisterung angenommen.
Schon vor über hundert Jahren wusste man hier in
Leipzig: Begeisterung ist nur der Anfang, danach beginnt die
Prüfung. Diese Haltung ist kein Makel, sie ist ein Motor. Sie
hält wach — die Häuser ebenso wie ihr Publikum und ihre Gäste.
Diese Gemeinsamkeit teilen wir mit dem Schauspiel.
Das Schauspiel Leipzig hat sich in den vergangenen
Jahren diesem Anspruch mit Offenheit, Mut und künstlerischer
Konsequenz gestellt. Unter der Intendanz von Enrico Lübbe
wurde das Haus zu einem Ort der Debatte, der ästhetischen
Neugier und der klaren Haltung. Die Arbeiten waren geprägt
von zeitgenössischen Fragestellungen, starken Bildern und
einem Ensemble, das die Stadtgesellschaft immer wieder neu
gespiegelt hat — manchmal herausfordernd, oft beglückend,
immer relevant.
Diese Spielzeit ist nun eine besondere: Sie markiert
zugleich den Abschluss einer Intendanz und öffnet den Blick
nach vorn. Sie lädt ein, zurückzuschauen auf Geleistetes, auf
gewagte Experimente und gewonnene Diskurse — und zugleich
darauf zu vertrauen, dass Theater sich immer wieder
neu erfindet. Leipzig hat bewiesen, dass es seine eigenen Bühnen
trägt, schützt und fordert.
Ich danke Enrico Lübbe und seinem Team von Herzen
für ihre Arbeit, ihre Energie und ihre künstlerische Handschrift.
Und ich wünsche dem Publikum eine Spielzeit voller
Neugier, Reibung und intensiver Theatermomente im Schauspiel
Leipzig.
Ihr Jörg Junhold
Direktor Zoo Leipzig
10
DIESE GESCHICHTEN
WERDEN
WEITERWIRKEN
Lieber Enrico,
auch wenn unsere beiden Kunstformen unterschiedlich sind
— Ballett und Schauspiel —, leben und lernen wir voneinander.
Wir ergänzen einander, bereichern uns gegenseitig. Du warst
in Deiner Intendanz stets offen für andere künstlerische Sprachen
und hast ihnen die Tür in Dein Haus geöffnet. So auch
dem Leipziger Ballett — über die Jahre hinweg und in wertvollem
Austausch miteinander.
Wie schön, dass wir in dieser letzten Spielzeit mit dem
Abend „Elegien — Black Box II“ noch einmal bei Euch zu Gast
im Schauspielhaus sein dürfen und unserer Zusammenarbeit
so erneut Ausdruck verleihen können — eine Begegnung, die
zeigt, welche Kraft im künstlerischen Miteinander liegt.
Du und Dein Team, Ihr habt die kulturelle Landschaft
dieser Stadt über ein Jahrzehnt geprägt. Diese solide Basis
wird eine Stärke für die Zukunft bleiben, für Leipzig, für unsere
Kunstformen. Denn auch wenn unsere künstlerischen
Sprachen unterschiedlich sind — das gesprochene Wort, die
Bewegung —, erzählen wir doch beide aus uns heraus, erzählen
von uns und ermöglichen Räume für unser Publikum, in
denen tief gefühlt werden kann. Diese Geschichten werden weiterwirken.
Ich sage Danke für die gemeinsame Zeit.
INNOVATIV,
INSPIRIEREND,
BEISPIELGEBEND
Sehr geehrter Herr Lübbe,
eine neue Spielzeit steht bevor und ich fühle mich geehrt, anlässlich
Ihres Wirkens einige dankbare und würdigende Worte
verfassen zu dürfen.
Sie können auf eine bewegte und erfolgreiche Zeit an einem
Haus blicken, das zu den innovativsten und inspirierendsten
Kulturstätten Sachsens zählt. Zahlreiche erinnerungswürdige
Premieren und Aufführungen prägten und prägen die Zeit Ihrer
Intendanz, die inhaltlich-programmatische Bandbreite der
Themen gelingt Ihnen geradezu beispielgebend.
Dass sich Leipzig nicht nur als Stadt der Musik, sondern
in Sachen Kunst und Kultur insgesamt als umfassend
gut aufgestellt bezeichnen darf, ist auch Ihr Werk!
Rémy Fichet
Direktor Leipziger Ballett
Wir sind glücklich und dankbar für die seit vielen Jahren gelebte
inspirierende Partnerschaft, die sich zwischen Ihrem Ensemble
und unseren Studierenden am Institut für Schauspiel
„Hans Otto“ erfolgreich entwickelt hat. Sie bieten den HMT-
Absolventinnen und -Absolventen des 2. Studienjahres durch
die Integration in bestehende Ensembles eine durch nichts zu
ersetzende Plattform der Berufspraxis, die für künftige Generationen
von Schauspielerinnen und Schauspielern unverzichtbar
ist.
Ich danke Ihnen von Herzen für Ihr Engagement und wünsche
eine gelingende neue Spielzeit!
Ihr
Gerald Fauth
Rektor der Hochschule für Musik und Theater
Leipzig
11
ENSEMBLE &
GÄSTE
MERIAM ABBAS JACOB AGHA EBRAHIM
ALI AYKAR WENZEL BANNEYER
JEREMIAS BECKFORD PAULINA BITTNER THOMAS BRAUNGARDT LARISSA AIMÉE
BREIDBACH
12
ANNE CATHRIN BUHTZ
VANESSA CZAPLA
MANUEL EISTETTER
JULIUS FORSTER
KATJA GAUDARD
YVES HINRICHS
SONJA ISEMER
ROMAN KANONIK
EYK KAULY
ANDREAS KELLER
TILO KRÜGEL
IRENE KUGLER
13
ATHENA LANGE
DIRK LANGE
MARKUS LERCH
PAULINE MALKOWSKI
LISA-KATRINA MAYER
CHRISTOPH MÜLLER
JULI NIEMANN
MICHAEL PEMPELFORTH
DENIS PETKOVIĆ
KONSTANTIN
PFRÖTZSCHNER
EMMELINE PUNTSCH
ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ
ROSERO
14
SAMUEL SANDRIESSER ANNETT SAWALLISCH TERESA SCHERGAUT BETTINA SCHMIDT
LILLI SCHNABEL
NICOLAS STREIT
ALANA LU WENDSCHE
NIKLAS WETZEL
PAULA WINTELER
HANNA ZÜRN
15
RÜCKBLICK
2013—2026
AUSZEICHNUNGEN &
FESTIVALEINLADUNGEN FÜR DAS
SCHAUSPIEL LEIPZIG
BERLINER
THEATERTREFFEN
2017
/ 90
nach dem Roman von Peter Richter
Für die Bühne bearbeitet von Claudia Bauer
und Matthias Huber
2019
ORATORIUM
KOLLEKTIVE ANDACHT ZU EINEM
WOHLGEHÜTETEN GEHEIMNIS
von She She Pop
2020
SÜßER VOGEL
JUGEND
von Tennessee Williams
2026
DREI MAL LINKS
IST RECHTS
von Julian Hetzel
DEUTSCHER
THEATERPREIS
DER FAUST
2022
Eidin Jalali, Preisträger in der Kategorie
„Darsteller:in Theater für junges Publikum“ für
DIE LEIDEN DES
JUNGEN AZZLACK
von Marco Damghani
2022
Christoph Ernst,
nominiert in der Kategorie „Raum“ mit
WHITE
PASSING
von Sarah Kilter
2024
nominiert in der Kategorie „Genrespringer“
GOLDIE
EIN DIGITALES REQUIEM
von Emre Akal
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
16
MÜLHEIMER
THEATERTAGE
2014
AM BEISPIEL
DER BUTTER
von Ferdinand Schmalz
2014
UND DANN
von Wolfram Höll
Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikpreises 2014
2016
DREI SIND WIR
von Wolfram Höll
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikpreises 2016
2019
ATLAS
von Thomas Köck
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikpreises 2019
2019
DISKO
von Wolfram Höll
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
2022
WHITE PASSING
von Sarah Kilter
2023
DIE KUNST
DER WUNDE
von Katja Brunner
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
2025
ALTBAU IN
ZENTRALER LAGE
EINE SCHAUEROPER
von Raphaela Bardutzky
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
17
2026
AUFZEICHNUNGEN
AUS EINEM WEIẞEN
ZIMMER
von Anna Behringer
2026
DER GIRSCHKARTEN
von Lukas Rietzschel
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
THEATER-
TREFFEN DER
JUGEND BERLIN
2016
WUNDERLAND
nach Texten von Gesine Danckwart
Produktion des Theaterjugendclubs „Sorry, eh!“
am Schauspiel Leipzig
2018
EINIGE
NACHRICHTEN
AN DAS ALL
von Wolfram Lotz
Produktion des Theaterjugendclubs „Sorry, eh!“
am Schauspiel Leipzig
2023
„SO LANG ICH
LEBE, LEBT
GERECHTIGKEIT.“
Produktion des Theaterjugendclubs „Sorry, eh!“
am Schauspiel Leipzig
HEIDELBERGER
STÜCKEMARKT
2014
UND DANN
von Wolfram Höll
2015
DAS TIERREICH
von Nolte Decar
2018
GEISTER SIND
AUCH NUR
MENSCHEN
von Katja Brunner
Nominiert für den Nachspielpreis
des Stückemarktes
2020
FRAU ADA DENKT
UNERHÖRTES
von Martina Clavadetscher
2022
WHITE PASSING
von Sarah Kilter
2023
ZWEI HERREN VON
REAL MADRID
von Leo Meier
Ausgezeichnet mit dem Nachspielpreis
des Stückemarktes
2025
GOLDIE
EIN DIGITALES REQUIEM
von Emre Akal
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
F E ST I VA L
„RADIKAL JUNG“
2015
DAS TIERREICH
von Nolte Decar
AUTOR:INNEN-
THEATERTAGE AM
DEUTSCHEN
THEATER BERLIN
2014
UND DANN
von Wolfram Höll
2017
KRUSO
nach dem gleichnamigen Roman von Lutz Seiler
Für die Bühne bearbeitet von
Armin Petras und Ludwig Haugk
2019
ATLAS
von Thomas Köck
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
2023
ANOUK &
ADOFA
von Marco Damghani
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
2024
ZWEI HERREN VON
REAL MADRID
von Leo Meier
2024
SOCIÉTÉ ANONYME
von Stefan Kaegi / Rimini Protokoll
2025
INTEREUROVISION
von BOYS* IN SYNC
MARTIN-LINZER-
THEATERPREIS
2017
an das Schauspiel Leipzig für herausragende
künstlerische Leistungen eines Ensembles im
deutschsprachigen Raum
18
RUHRFESTSPIELE
RECKLINGHAUSEN
2016
DIE SCHUTZ-
FLEHENDEN /
DIE SCHUTZ-
BEFOHLENEN
von Aischylos / Elfriede Jelinek
2017
DIE MAßNAHME /
DIE PERSER
von Bertolt Brecht / Hanns Eisler
und Aischylos
F E ST I VA L
POLITIK IM FREIEN
THEATER
2018
CREATION
(PICTURES FOR DORIAN)
von Gob Squad
2018
ORATORIUM
KOLLEKTIVE ANDACHT ZU
EINEM WOHLGEHÜTETEN GEHEIMNIS
von She She Pop
2022
HEXPLOITATION
von She She Pop
BIENNALE
VENEDIG
2017
UND DANN
von Wolfram Höll
2019
ALL INCLUSIVE
von Julian Hetzel
2019
EVERY BODY
ELECTRIC
von Doris Uhlich
IMPULSE
THEATER FESTIVAL
2018
ORATORIUM
KOLLEKTIVE ANDACHT ZU
EINEM WOHLGEHÜTETEN GEHEIMNIS
von She She Pop
2019
ALL INCLUSIVE
von Julian Hetzel
19
INKLUSION
2018
INKLUSIONSPREIS
MOSAIK AUS
MITTELDEUTSCHLAND
Sonderpreis der Jury für das Programm der
Audiodeskription am Schauspiel Leipzig
2018
EHRENPREIS DES
BLINDEN- UND
SEHBEHINDERTEN-
VERBANDES SACHSEN
für das Programm der Audiodeskription
am Schauspiel Leipzig
2025
inkl. — Festival für Theater, Tanz und Performance
eingeladen mit
ALTBAU IN
ZENTRALER LAGE
EINE SCHAUEROPER
von Raphaela Bardutzky
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
STAND APRIL 2026
PREMIEREN
& WIEDER-
AUFNAHMEN
2026⁄2727
SCHAUSPIELHAUS
OPEN-AIR-THEATER
AUF DEM
GELÄNDE DES
AGRA MESSEPARK
LEIPZIG
ICH DENK
SCHON WIEDER
(NUR AN DICH)
Stückentwicklung mit Texten von Liv Strömquist,
Ada Berger, Ellen Neuser und Ensemble
Wiederaufnahme ———> 25
DAS VERMÄCHTNIS
(THE INHERITANCE)
Matthew Lopez
Premiere 3. 10. 26 ———> 30
BERNARDA
ALBAS HAUS
Federico García Lorca
Premiere 16. 10. 26 ———> 32
ALICE HINTER DEN
SPIEGELN
Stephan Beer und Georg Burger nach Lewis Carroll
Premiere 22. 11. 26 ———> 33
ONKEL WANJA
Anton Tschechow
Premiere 4. 3. 27 ———> 34
ELEGIEN —
BLACK BOX II
Eine Koproduktion von Leipziger Ballett/Oper Leipzig
und Schauspiel Leipzig
Premiere 3. 4. 27 ———> 35
SCHÖNE
VORSTELLUNG
Premiere 8. 5. 27 ———> 36
20
ARSEN UND
SPITZEN-
HÄUBCHEN
Joseph Kesselring
Wiederaufnahme ———> 40
DAS KALTE
HERZ
Wilhelm Hauff
Wiederaufnahme ———> 41
DEUTSCHE
MÄRCHEN
(& SUPER CREEPS)
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Thomas Köck
Wiederaufnahme ———> 42
DIE JUNGFRAU
VON ORLEANS
Friedrich Schiller
Wiederaufnahme ———> 43
MEDEA
Euripides
Wiederaufnahme ———> 46
RICHARD III
William Shakespeare
Wiederaufnahme ———> 47
WAS IHR
WOLLT
(A TORTURED LOVER’S VERSION)
William Shakespeare
Wiederaufnahme ———> 48
WOYZECK
Georg Büchner
Wiederaufnahme ———> 50
CLUBFUSION
Festival der Theaterspielclubs
von Schauspiel Leipzig, TDJW und
Oper Leipzig
———> 84
URAUFFÜHRUNG
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
ZU AUSGEWÄHLTEN VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
ENGLISCHE ÜBERTITELUNG
GEBÄRDENSPRACHE
21
DISKOTHEK
DOKUMENTAR-
THEATERPROJEKT
VON DURA &
KROESINGER
Premiere 1. 10. 26 ———> 54
COMPANIA
SINCARA SPIELT:
DER DRACHE
frei nach Jewgeni Schwarz
In Koproduktion mit Schauspiel Leipzig
und Schaubühne Lindenfels
Premiere Oktober 2026 ———> 55
OST
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Wolfram Höll
Premiere 11. 12. 26 ———> 56
DER RISS
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Marco Damghani
Premiere 4. 2. 27 ———> 57
ALTBAU IN
ZENTRALER
LAGE
EINE SCHAUEROPER
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Raphaela Bardutzky
Wiederaufnahme ———> 60
AUFZEICHNUNGEN
AUS EINEM
WEIßEN ZIMMER
Anna Behringer
Wiederaufnahme ———> 61
BU SÖZLER B Z M —
DIE WORTE
GEHÖREN UNS
Yade Yasemin Önder
Wiederaufnahme ———> 62
DER GIRSCHKARTEN
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Lukas Rietzschel
Komödie nach Anton Tschechow
Wiederaufnahme ———> 63
LETZTE STATION
TORGAU. EINE KALTE
UMARMUNG
Dokumentartheaterprojekt von dura & kroesinger
Wiederaufnahme ———> 64
LIEBE / EINE
ARGUMENTATIVE
ÜBUNG
Studioinszenierung 2026
Sivan Ben Yishai
Wiederaufnahme ———> 65
STAUBFRAU
Maria Milisavljević
Wiederaufnahme ———> 66
WHITE PASSING
Sarah Kilter
Wiederaufnahme ———> 67
WÜSTE
Sam Max
Wiederaufnahme ———> 68
22
RESIDENZ
NATURE THEATER OF
OKLAHOMA
PIZZA OR A DOOR IN THE DARK DOES NOT DANCE
OR THE MEANING OF LIFE
Leipzig-Premiere 10. 9. 26 ———> 72
TRUECOLOURS
BALLROOM SHOWCASE & QUEER PERFORMANCE NIGHT
Premiere 2. 10. 26 ———> 73
VORSCHLAG:HAMMER
KINDHEITEN
Leipzig-Premiere 20. 11. 26 ———> 74
EVA MEYER-KELLER
BITCH, I EVOLVED!
Premiere März 2027 ———> 75
FARN /
GEORGE BELE /
BODENPROBEN
CUT THE ROPE!
EIN RITUAL (AT)
Premiere Mai 2027 ———> 76
JULIAN HETZEL
DREI MAL LINKS IST RECHTS
Wiederaufnahme April 2027
FOYER 1
Der besondere Raum für
besondere Formate ———> 78
KATAPULT
PERFORMANCE PLATTFORM LEIPZIG
Eine Kooperation mit LOFFT — DAS THEATER
und Schaubühne Lindenfels
24. — 27. 6. 27 ———> 77
23
WIEDER-
ICH DENK
SCHON WIEDER
(NUR AN DICH)
AUFNAHME
Wer kennt es nicht? Die Gedanken kreisen, gebeutelt vom
Herzschmerz wälzen wir uns nachts hin und her und beim
siebzehnten Kissenaufschütteln taucht vor dem inneren Auge
plötzlich dieses Bild auf: die Wunschvorstellung der perfekten
Beziehung. Und dann fallen uns die vielen Menschen ein, die
diese Beziehungen vor uns geführt haben oder es bis heute
tun: Elisabeth Bennett und Mr. Darcy zum Beispiel oder Jesus
und Maria Magdalena oder Angela Merkel und Joachim Sauer
oder Björn und Agnetha oder — ach, ist ja auch egal. Es sind
doch eh immer nur die anderen, die die perfekten Beziehungen
führen, und nie wir selbst. Und na klar, wir wissen doch, dass
das nur Bilder sind, unerreichbare Ideale, die uns im Weg stehen.
Aber irgendwas daran lässt uns nicht los. Vielleicht ist es
ja doch möglich, vielleicht müssen wir es nur genug wollen,
uns nur ein bisschen mehr anstrengen, die Hoffnung nicht
aufgeben. Aber wie soll das gehen? Und worauf hoffen wir
eigentlich?
Entlang an Texten von Liv Strömquist und Ada Berger
begeben sich die Figuren auf die Suche nach der „großen Liebe“
und allem, was dazugehört. Sie führt sie durch die Hochs und
Tiefs von Paarbeziehungen, Ideale werden zu Horrorszenarien
und umgekehrt. Und schließlich landen sie in der komplizierten
und unergründlichen Welt der Gefühle.
Mit einem ebenso humorvollen wie kritischen Blick
hat Ellen Neuser einen Abend entlang popkultureller Referenzen,
improvisierter Beziehungsdramen und hoffnungsvoller
Blicke in die Zukunft inszeniert. Nach 16 restlos ausverkauften
Vorstellungen kehrt „Ich denk schon wieder (nur an dich)“ nun
noch einmal auf den agra Messepark zurück und verwandelt
die sommerliche Wiese wieder in einen glänzend pinken
Jahrmarkt.
MANCHMAL IST ES
EGAL, WIE SEHR
MAN AN JEMANDEN
DENKT, ES GEHT
TROTZDEM DEN
BACH RUNTER, ABER
MANCHMAL
MACHT ES
DEN GRÖßTEN
UNTERSCHIED DER
WELT AUS.
STÜCKENTWICKLUNG MIT TEXTEN VON
LIV STRÖMQUIST, ADA BERGER, ELLEN NEUSER
UND ENSEMBLE
URAUFFÜHRUNG
„90 Minuten politisches Theater im Sommergewand“
MDR KULTUR
REGIE ......................................... ELLEN NEUSER
BÜHNE & KOSTÜME ...................... RAGNA HEMMERSBACH
DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER
„Perfektes Sommertheater“
MEPHISTO 97.6
MIT: PAULINA BITTNER, CHRISTOPH MÜLLER, EMMELINE
PUNTSCH, SAMUEL SANDRIESSER, PAULA WINTELER
„Das gesamte Ensemble wirft sich mit größter
Leidenschaft und Energie in die Figuren.“
THEATER DER ZEIT
25
WIEDERAUFNAHME 22. 8.
23. 8.
26. 8.
27. 8.
28. 8.
2. 9.
3. 9.
4. 9.
5. 9.
Ich denk schon wieder (nur an dich) LIV STRÖMQUIST, ADA BERGER, ELLEN NEUSER UND ENSEMBLE
Woyzeck GEORG BÜCHNER
DAS
VERMÄCHTNIS
(THE INHERITANCE)
Ein so groß angelegtes Gegenwartspanorama wie Matthew Lopez’ „Das Vermächtnis“ ist
etwas Außer gewöhnliches in der zeitgenössischen Dramatik. In der Summe der Episoden,
Figuren und ihrer Geschichten entfaltet das Stück einen so atmosphärischen wie berührenden
Blick auf die Zeit der 2010er und 2020er Jahre — ein intensiv erzähltes Theatererlebnis für ein
großes Spielensemble.
Das Schauspiel Leipzig verdichtet dieses Erlebnis noch: Das zweiteilige Stück ist als ca.
siebenstündige Aufführung an einem Tag zu erleben. „Das Vermächtnis“, als wahrlich großer
Gesang auf die Gegenwart, eröffnet die Saison 2026 / 27 „Wir-Gesänge“ auf der Großen Bühne.
MATTHEW LOPEZ
AUS DEM AMERIKANISCHEN VON HANNES BECKER
REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE
BÜHNE ....................................... KATRIN NOTTRODT
KOSTÜME .................................... SABINE
BLICKENSTORFER
MUSIK ........................................ BERT WREDE
DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß
Ein Vermächtnis ist zunächst eine Regelung im Erbrecht, mit
der einzelne Werte aus dem eigenen Besitz gezielt jemandem
zugesprochen werden können, losgelöst von der restlichen Erbschaft.
Ein solches Vermächtnis ist das abgelegene Farmhaus,
das Walter dem jungen Eric zuerkennt.
Beide lernen sich eher zufällig kennen, beide sind auf
ihre Art allein: Walter ist es gewohnt, dass sein Mann Henry
für Geschäftsverhandlungen in der ganzen Welt unterwegs ist;
Erics Freund Toby ist seit Wochen versunken in den Proben
für das Stück, das gerade aus seinem Erfolgsroman „Loved Boy“
entsteht. Die neue Freundschaft zwischen Walter und Eric aber
endet jäh, als Walter plötzlich stirbt. Plötzlich zumindest für
alle anderen: Er hatte niemandem von seiner Krebserkrankung
erzählt. Aber er hat Eric eine unbekannte Welt eröffnet.
BEIDE TEILE
PREMIERE 3. 10.
BEIDE TEILE AN
15. 5. 15 00
EINEM TAG:
AN ZWEI TAGEN:
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE A 24. 10. 15 00
9. 1. 19 30
14. 11. 15 00
10. 1. 16 00
5. 12. 15 00
30. 1. 15 00
10. 4. 19 30
20. 2. 15 00
11. 4. 16 00
6. 3. 15 00
ZWISCHEN BEIDEN
TEILEN GIBT ES EINE
LÄNGERE PAUSE
VON CA. EINER STUNDE.
30
Beginnend im New York des Jahres 2015 kreuzen sich die Wege
der Figuren: Zwei Paare stehen im Zentrum der Episoden,
Walter und Henry sowie Eric und Toby. Viele weitere Figuren
ergänzen das „Vermächtnis“.
In Szenen und Monologen, Rückblenden und Traumsequenzen
begleiten wir sie alle über Jahre — ihre Hoffnungen,
ihre Sehnsüchte und Ängste, ihre sehr verschiedenen Ansichten
und Lebensentwürfe. Erfolg oder Geborgenheit, Privates
oder Politisches — gibt es das nur einzeln oder auch zusammen?
Die Lebenswege der Figuren werden geprägt von individuellen
Entscheidungen — aber mehr noch von Umständen
und Bedingungen, die lange vor ihnen selbst in Geltung getreten
sind. Vermächtnisse gewissermaßen.
Mit Walter, Mitte 60, und Eric, Anfang 30, begegnen sich auch
zwei Generationen eines Lebensentwurfs, die unterschiedlicher
geprägt kaum sein könnten: Die Offenheit und Selbstverständlichkeit,
mit der Eric, Toby und beider Freundeskreis ihr
Leben leben, war für Walter nie vorstellbar. Schweigen und
Verschweigen war für ihn in seiner Jugend eine Lebensstrategie,
als schwuler Mann in der US-Provinz. New York war für
ihn die Zuflucht. Als er dort seinen späteren Mann Henry traf,
lebte der noch mit Ehefrau und Kindern.
Zudem trennt ein großer Einschnitt die Generationen
von Walter und Eric: HIV. Das Aids-Virus, das seit Ende der
1980er Jahre zahlreiche Leben kostete. Die Panik und Ausgrenzung,
mit der die Gesellschaft auf diese Pandemie reagierte, hat
das Leben von Walter und Henry geprägt. Walter stellte das
Farmhaus dennoch all den Erkrankten zur Verfügung und
kümmerte sich um sie, die sonst keinen Ort mehr hatten zum
Bleiben und zum Sterben. Es war eine Zeit, in der Liebe immer
auch Angst bedeutete. Walter und Henry haben es überlebt,
aber der Preis war hoch.
Eric, Toby und ihre Freunde suchen ihren Platz im
Leben. Sie glauben, dass ihnen die Welt offensteht. Sie nutzen
ihre Freiheit. In ihrer Lebenswelt ist HIV beherrschbar. Verschwunden
ist es nicht, und ist im Fall des Falles immer noch
ein Vermächtnis, das über Generationen weitergegeben wird
und das Leben desjenigen bestimmt. Etwa das Leben des jungen
Leo.
Während die politischen Gewissheiten einen jähen Bruch
finden durch die Wahl des Präsidenten Trump im Jahr 2016,
werden die privaten Gewissheiten am meisten verändert durch
das Verhalten jedes Einzelnen selber: Das Zusammenleben von
Eric und Toby gerät unter den Schatten der Karriere, die sich
Toby vom Erfolg am Theater erhofft. Sein größter Gegner dabei
ist er selbst, während Henry beginnt, Interesse für Eric zu
entwickeln. Und zwischen allen steht der junge Leo, auf unerwartete
Weise mit mehreren von ihnen verbunden. Der Roman,
den er aus seinem Leben am Ende schreiben wird, trägt den
Titel: „Das Vermächtnis“.
Ausgezeichnet mit dem Tony Award 2021 für das beste Broadway-Drama,
entfaltet „Das Vermächtnis“ in seinen beiden
Teilen ein Gesellschaftspanorama, das über seine erzählte Zeit
weit hinausreicht.
Als Vermächtnis an uns alle erweisen sich dabei auch
jene Erfahrungen kollektiver Verwundbarkeit, wenn sich Unterschiede
von Status, Begehren oder Lebensentwürfen auflösen
in Zeiten von Krankheit, Angst oder Verlust. Und trotzdem
gibt das Stück nie auf. Es glaubt daran, dass Menschen sich
begegnen können. Dass Fürsorge möglich ist. Dass Gemeinschaft
möglich ist.
„Das Vermächtnis“ erinnert daran, dass Gemeinschaft
sich nicht in Selbstbildern bewährt, sondern im Umgang mit
der eigenen Verletzlichkeit. Wir alle leben in einem Vermächtnis.
Wir sind nicht die Ersten. Und wir werden nicht die Letzten
sein.
DIE ANTWORT WAR
NICHT, DIE WELT
AUSZUSPERREN,
SONDERN DIE TÜREN
AUFZUREIßEN
UND DIE WELT
HINEINZUBITTEN.
Mit dieser Inszenierung eröffnet Enrico Lübbe die letzte Spielzeit
seiner Intendanz am Schauspiel Leipzig. Zum Regieteam
gehören die Bühnenbildnerin Katrin Nottrodt, die nach „Luna
Luna“ ans Schauspiel Leipzig zurückkehrt, sowie die Kostümbildnerin
Sabine Blickenstorfer und Bert Wrede für die Musik
— beide wirkten zuletzt an Shakespeares „Richard III“ mit.
31
BERNARDA
ALBAS HAUS
FEDERICO GARCÍA LORCA
DEUTSCH VON HANS MAGNUS ENZENSBERGER
REGIE & CHOREOGRAPHIE ............ SALOME SCHNEEBELI
BÜHNE ....................................... DEMIAN WOHLER
KOSTÜME & VIDEO ....................... HETA MULTANEN
DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE
PREMIERE 16. 10.
30. 10.
GROßE BÜHNE
15. 11. 18 00
PREISKATEGORIE B
20. 12. 18 00
16. 1.
7. 2. 18 00
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
27. 2.
21. 3. 18 00
LIVE-AUDIODESKRIPTION
ENGLISCHE ÜBERTITELUNG
17. 4.
30. 4.
5. 6.
Federico García Lorca schrieb „Bernarda Albas Haus“ 1936
kurz vor seiner Ermordung durch Faschisten zu Beginn des
Spanischen Bürgerkriegs. Es ist nicht nur sein letztes, sondern
wohl auch sein radikalstes Theaterstück. Symbolisch verdichtet
erzählt dieses „Drama von den Frauen in Spaniens Dörfern“
sehr konkrete Schicksale und legt dabei zeitlose Zusammenhänge
frei. Wo akzeptieren wir Regeln, die uns schützen sollen?
Wann beginnt dieses Regelwerk uns zu ersticken? Wer profitiert
von einem System, das Ordnung über Lebendigkeit stellt?
Welche Sehnsüchte werden unterdrückt, pathologisiert, moralisch
sanktioniert? Und wem wird ein selbstbestimmtes Leben
gewährt?
Unmittelbar nachdem ihr zweiter Mann unter die Erde gebracht
ist, verhängt Bernarda Alba eine achtjährige Trauerzeit über
ihr Haus und schließt die Tür zu. Ihre fünf erwachsenen
Töchter werden von der Außenwelt abgeschnitten. Begegnungen
und Begierden werden für die älteste Tochter streng kontrolliert,
für die übrigen gleich strikt unterbunden. Das Haus
wird zum geschlossenen System, Bernarda darin zur Vollstreckerin
von Tradition und Ehrbegriff. Das Dorfleben wird aus
dem Haus ausgesperrt und die Angst vor Gerede scheint dadurch
nur größer zu werden. In Trauerkleider eingezwängt
überwachen die Töchter sich gegenseitig und neiden einander
das kleinste Stück erträumter Freiheit. Nur den Abend dürfen
sie im Hof verbringen und hören dort den Hengst im Stall mit
den Hufen schlagen, weil er die Stute des Nachbarn wittert.
Doch mit der Unterdrückung und der Rivalität wächst im
Haus auch die Gier nach Sinnlichkeit, die Sehnsucht nach Liebe
und Berührung, nach Freiheit und einem Leben jenseits
der Mauern. Sie staut sich an, wird kompromisslos und bedrohlich,
bäumt sich auf, um das System zu sprengen.
Salome Schneebeli und ihr Team widmen sich dem Kosmos von
Bernarda Albas Haus in einer choreographischen Inszenierung
auf der Großen Bühne. Schneebeli arbeitete international
als Tänzerin, Performerin und Choreographin an zahlreichen
Häusern. Als Regisseurin inszenierte sie zuletzt u. a. am Staatstheater
Nürnberg und nun bereits zum vierten Mal am Schauspiel
Leipzig. Gemeinsam mit Heta Multanen und Demian
Wohler bildet sie das Kollektiv „Das morphologische Institut“.
WAS GEHT MICH
DER STERNEN-
HIMMEL AN?
MIR REICHT SCHON
DAS, WAS
HIER IM HAUS
PASSIERT.
32
ALICE HINTER
DEN SPIEGELN
So ein Spiegel ist schon eine verrückte Sache, denkt sich Alice
— er dreht die vertrauten Dinge um, erlaubt einen Blick in eine
zweite Welt, in der die Rückseiten der Gegenstände sichtbar
sind, aber nicht ihre Vorderseiten — und wie mag das Haus
hinterm Spiegel dort aussehen, wo der Blick durch den kleinen
Ausschnitt des Spiegelrahmens nicht hinkommt? Vielleicht ist
mehr zu sehen, wenn man ganz nah an die glatte Oberfläche
rangeht?
Und — schwupps — wird das harte Glas durchlässig,
und das neugierige Mädchen findet sich auf der anderen Seite
wieder. Eigentlich sollte sie ja an skurrile Abenteuer mit verdrehten
Menschen, Tieren und Pflanzen gewöhnt sein, hat sie
doch schließlich im Wunderland schon einige merkwürdige
Erlebnisse gehabt. Aber hier, hinter den Spiegeln, werden die
Dinge nur noch merkwürdiger und merkwürdiger.
DU MAGST DAS
„UNSINN“ NENNEN,
WENN DU
WILLST, ABER ICH
HABE SCHON
UNSINN GEHÖRT,
DAGEGEN IST DAS SO
LOGISCH WIE
DAS EINMALEINS!
STEPHAN BEER UND GEORG BURGER
NACH LEWIS CARROLL
REGIE ......................................... STEPHAN BEER
BÜHNE ........................................ GEORG BURGER
KOSTÜME .................................... KRISTINA BÖCHER
MUSIK ........................................ JÖRG WOCKENFUß &
CHOREOGRAPHIE ........................ SIBYLLE UTTIKAL
DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER
PREMIERE 22. 11. 16 00
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE D
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
Nicht nur — das wäre ja fast zu erwarten gewesen — sind die
Bücher in Spiegelschrift geschrieben, auch die Zeit ist seltsam
verdreht, Erinnerung geht vorwärts statt rückwärts und wer
mit Höchstgeschwindigkeit um sein Leben läuft, bleibt gerade
mal so am selben Ort. Und dann scheint die ganze Spiegelwelt
auch noch eine große Schachpartie mit sich selbst zu spielen,
in der Alice kurzerhand als Bauer eingesetzt wird. Alice parliert
mit Königinnen, trifft auf erfinderische Ritter, auf ewig
streitende Geschwister, auch auf ein paar Bekannte aus anderen
Abenteuern, und nicht zuletzt auf ein großes sprechendes
JAN-S. BEYER
Ei, dem die Sprache aufs Wort gehorcht.
1872, sieben Jahre nach dem Bestseller „Alice im Wunderland“,
schrieb der Oxforder Mathematikdozent Charles L. Dodgson
23. 11. 9 00
unter dem mittlerweile weltberühmten Pseudonym Lewis
24. 11. 10 00
Carroll den zweiten Band „Alice hinter den Spiegeln“. Weit
25. 11. 9 00 / 11 30 mehr als eine Fortsetzung, entführt die Geschichte in eine
30. 11. 10 00
Welt voller Paradoxien, logisch-philosophischer Rätsel und
1. 12. 9 00 / 11 30 liebenswürdig-skurriler Zeitgenossen.
2. 12. 9 00
Stephan Beer und Georg Burger, seit 2014 als Regie-
3.12. 9 00
und Autorenteam eine feste Größe im Programm des Schauspiel
6.12. 17 00
Leipzig, holen nun zum mittlerweile neunten Streich aus —
7.12. 9 00
und beleuchten eine der ganz großen Figuren der Kinder- und
8.12. 9 00
Weltliteratur von ihrer zu Unrecht unbekannteren (Spiegel-)
11.12. 10 00
Seite.
12.12. 18 00
22.12. 9 00 / 11 30
33
ONKEL
WANJA
Es ist ein Kommen und Gehen auf dem Landgut. Wobei, wer
erst mal dort angekommen ist, mag eigentlich gar nicht wieder
gehen. Höchstens für ganz kurze Zeit, um woanders wichtige
Dinge zu erledigen. So wie der Arzt Astrov, der sich um die
Kranken des Distrikts kümmert — und um seinen Wald, der
in Astrovs Augen eigentlich sein akutester Patient ist, bedroht
durch Raubbau und Flächenfraß.
Onkel Wanja verwaltet das etwas heruntergekommene Gut —
und ein bisschen auch die Menschen, die dort nach und nach
aufgelaufen sind: Wanjas Mutter, die auf dem abgelegenen
Landgut trotzdem Anschluss halten möchte an die gedanklichen
Strömungen der Zeit. Wanjas Schwager, den Professor,
der nach seiner Pensionierung weiter seinen Publikationen
und Korrespondenzen nachgeht. Oder die zweite Frau des
Professors, die junge und rätselhafte Elena, die die Tage auf
dem Gut in Gedanken versunken verbringt.
So geschäftig und beschäftigt all diese Personen sind, mit dem
Bereden ihrer Taten und dem Klagen über die Zumutungen,
die die Welt ihnen dabei entgegenstellt — es kommt der Tag, an
dem Onkel Wanja dämmert, dass all diese Personen in Wirklichkeit
vielleicht: gar nichts tun. Vor allem nichts Bedeutendes.
Und mit dieser Ahnung wird, einem chemischen Experiment
gleich, eine Kettenreaktion freigesetzt: Eine bemerkenswerte
Dynamik entsteht — aber sie verläuft anders als erwartet.
ANTON TSCHECHOW
DEUTSCH VON ANGELA SCHANELEC
WENN MAN
KEIN WIRKLICHES
LEBEN HAT,
DANN NIMMT MAN
EBEN DIE
ILLUSION. DAS IST
BESSER
ALS GAR NICHTS.
Anton Tschechow gelang es von 1895 bis 1904, sich mit den vier
Stücken „Die Möwe“, „Onkel Wanja“, „Drei Schwestern“ und
„Der Kirschgarten“ dauerhaft in die Theater- und Kulturgeschichte
einzuschreiben. Arzt, der er war, sind seine Stücke
von einem analytischen und genauen Blick auf die Gesellschaft
geprägt. Was sein Blick dabei einfing, war seiner Zeit weit
voraus — und führt tief in die theatralen Welten eines Samuel
Beckett oder Jean-Paul Sartre.
REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE
BÜHNE ....................................... ETIENNE PLUSS
KOSTÜME .................................... BIANCA DEIGNER
MUSIK ....................................... BERT WREDE
DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß
PREMIERE 4. 3.
10. 3.
GROßE BÜHNE
20. 3.
PREISKATEGORIE B
15. 4.
12. 5.
26. 5.
10. 6.
2. 7.
Enrico Lübbe inszeniert Tschechows Drama noch einmal im
Team mit Bühnenbildner Etienne Pluss und Kostümbildnerin
Bianca Deigner. Seit 2013 entstanden in dieser Zusammenarbeit
am Schauspiel Leipzig Inszenierungen, die das Haus
prägten, wie etwa „Die Maßnahme / Die Perser“, „Faust 1 + 2“,
„Woyzeck“ oder „Das kalte Herz“. Zugleich arbeitete Etienne
Pluss u. a. an der Metropolitan Opera New York, am Royal
Opera House Covent Garden London oder bei den Salzburger
Festspielen; Bianca Deigner entwarf Kostümbilder für die Oper
Frankfurt, das Residenztheater München, die Nationaloper
Oslo oder die Opéra de Lille / Festival d’Automne Paris. Zum
Regieteam gehört ebenso Bert Wrede für die Musik — auch er
ein prägender Gast am Haus für Inszenierungen wie „Richard
III“ oder die Uraufführung von „Zeiten des Aufruhrs“.
34
ELEGIEN —
BLACK BOX II
Eine Black Box beschreibt im Theater typischerweise einen
einfachen Aufführungsraum, meist quadratisch mit schwarzen
Wänden. Es ist die Einfachheit des Raumes, die eine Vielzahl
von Möglichkeiten in der Konfiguration der Bühnen- und
Publikumsinteraktion schafft — ein offener Rahmen für künstlerische
Experimente.
Für die zweite Ausgabe der von Ballettdirektor Rémy Fichet
entwickelten Reihe „Black Box“ wird erneut ein schwarzer
Bühnenraum zum Fokusraum verschiedener choreographischer
Sprachen — dieses Mal auf der Großen Bühne im Schauspiel
Leipzig. Aus den Reihen des Ballett-Ensembles entstehen
dabei drei Arbeiten, die sich diesmal Rainer Maria Rilkes
„Duineser Elegien“ zuwenden. Das Leipziger Ballett wird zum
Kreativlabor choreographischer Innovation zwischen Tanz
und Literatur.
Rilkes „Elegien“ kreisen um existenzielle Fragen: die Sehnsucht
nach dem Transzendenten, die Konfrontation mit Vergänglichkeit,
die Notwendigkeit der Verwandlung.
Drei Choreograph:innen lesen Rilke — und drei Mal
ist es eine andere Wunde, die sich öffnet. Andrea Carino folgt
dem Begehren: wie Liebe zur Projektion wird, wie wir nicht
den anderen lieben, sondern das Bild, das wir uns von ihm
erschaffen haben. Begehren, das trägt — und das zerstört. Die
Bewegung wird zum Spiegel — zwischen Anziehung und Auflösung,
zwischen dem Wunsch zu halten und der Unfähigkeit
loszulassen.
Vincenzo Timpa hält inne vor dem Abgrund zwischen
Mensch und Absolutem — vor Rilkes überwältigenden Engeln,
vor der Flüchtigkeit der Kindheit, vor dem Tod als Reifung statt
als Ende. Dazwischen: das kurze, offene Leuchten des Kindseins,
bevor die Welt sich zur Interpretation schließt. Timpa
fragt, was wir verlieren, wenn wir aufhören, offen zu sein.
Marcelino Libao wiederum liest die Vierte Elegie als
Diagnose unserer Gegenwart: In der leblosen Puppe, die Rilke
beschwört, erkennt Libao die Künstliche Intelligenz — ein Spiegel
einer Gesellschaft, die sich ans Makellose bindet und dabei
verlernt, was Menschen einander bedeuten können. Es ist das
Menschliche selbst, das hier auf dem Spiel steht.
So verschieden die Zugänge, so verwandt ihre Fragen: Was
bleibt von uns? Wonach greifen wir, wenn wir lieben, wenn
wir uns sehnen, wenn wir uns an das Leblose klammern?
„Elegien — Black Box II“ ist eine choreographische
Erkundung von Rilkes verdichteter Sprache. Ganz nah am Publikum,
zwischen klassischer Technik und zeitgenössischem
Ausdruck.
3-TEILIGER BALLETTABEND VON ANDREA CARINO,
MARCELINO LIBAO UND VINCENZO TIMPA
EINE KOPRODUKTION ZWISCHEN LEIPZIGER BALLETT
UND SCHAUSPIEL LEIPZIG
CHOREOGRAPHIE I ...................... ANDREA CARINO
CHOREOGRAPHIE II ..................... MARCELINO LIBAO
CHOREOGRAPHIE III .................... VINCENZO TIMPA
IDEE & KONZEPT .......................... RÉMY FICHET
KOSTÜME .................................... MELCHIOR SILBERSACK
DRAMATURGIE ............................. ANNA ELISABETH
LEIPZIGER BALLETT
PREMIERE 3. 4.
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE A
DIEPOLD
4. 4. 18 00
8. 4.
14. 4.
22. 4.
HIERSEIN
IST
HERRLICH.
35
SCHÖNE
VORSTELLUNG
In den vergangenen Jahren haben wir besondere Orte und
Räume dieser Stadt aufgesucht, die sonst meist verschlossen
bleiben, um dort für Sie Theater zu machen: vom Matthäikirchhof
über das Völkerschlachtdenkmal, von der Anatomie
des Universitätsklinikums bis zum agra Messepark Leipzig.
Nun kehren wir noch mal zurück an einen ganz besonderen
Ort, der all das erst möglich gemacht hat: das Schauspiel
Leipzig. Wir führen Sie dorthin, wo Theater entsteht — in
Räume, die dem Publikum normalerweise verborgen bleiben:
in die Klimazentrale, die Unterbühne, den Kostümfundus. An
Orte, die das unsichtbare Herz des Theaters sind.
Aber auch dieses Herz schlägt für die Vorstellungen — und
jede Vorstellung gibt wiederum dem Theater den Herzschlag
vor, und das weit vor dem jeweiligen Stückbeginn. „Noch 30
Minuten bis zur Vorstellung!“ ist am Abend ein gewohnter
Einruf im Backstage-Bereich des Theaters — aber was geschieht,
damit sich auf der Bühne der Vorhang hebt? Das Innerste
des Theaters hält dazu viele Geschichten bereit, Spuren
und Erinnerungen, aus naher und entfernterer Zeit. Wenn es
kurz vor Stückbeginn heißt: Schöne Vorstellung!, dann ist das
mehr als ein Gruß hinter der Bühne. Es ist ein Wunsch. Ein
Ritual. Ein Versprechen. Eine besondere Welt wird sich für
Sie öffnen.
KÜNSTLERISCHE LEITUNG ............. FALK RÖẞLER,
HUBERT WILD &
SALOME SCHNEEBELI
AUSSTATTUNG ............................. HUGO GRETLER
IDEE & DRAMATURGIE .................. JULIA BUCHBERGER,
MATTHIAS DÖPKE,
MARLEEN ILG,
GEORG MELLERT SOWIE
TORSTEN BUẞ &
ENRICO LÜBBE
PROJEKTBERATUNG ...................... STEFAN KAEGI
PREMIERE 8. 5.
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE EVENT B
AUFGRUND DER BAULICHEN
SITUATION DES HAUSES
IST DIE PRODUKTION NICHT
BARRIEREFREI ZUGÄNGLICH.
9. 5. 16 00
Auf dem Weg zur Vorstellung erleben Sie weit mehr als nur
30 Minuten — wir werden Jahre und Jahrzehnte zurücklegen,
erzählen von Theatergeschichte und Theatergeschichten, von
Momenten des Gelingens und Momenten des Scheiterns, von
echten und erträumten Träumen.
Und wenn es dann schließlich auch bei uns am Abend Die künstlerische Leitung dieser Produktion übernehmen Falk
heißen wird: „Schöne Vorstellung!“, dann beginnt sie auch — Rößler, Hubert Wild und Salome Schneebeli.
vielleicht anders als erwartet, aber mit dem gesamten Ensemble
und mit Ihnen.
für die ag(o)ra auf dem Gelände des agra Messepark Leipzig
Falk Rößler entwickelte zuletzt am Schauspiel Leipzig
„Die Gläserne Kuh. Prüfbegehung der agra-Landwirtschaftsausstellung
1981“. Hubert Wild war mehrfach in Produktionen
des Schauspiel Leipzig als Sänger und Schauspieler zu
Gast (u. a. „Wolken.Heim“ und „Die Rättin“), zudem inszenierte
er „Cabaret“ und „Lazarus“. Die Choreographin Salome
Schneebeli inszenierte u. a. die Uraufführungen von Giorgio
Ferrettis „America“ und Raphaela Bardutzkys „Altbau in
zentraler Lage“ in der Diskothek sowie in dieser Spielzeit
„Bernarda Albas Haus“ auf der Großen Bühne. Hugo Gretler
war von 2013 bis 2024 Ausstattungsleiter am Schauspiel Leipzig
und hat mit zahlreichen Bühnenbildern das Erscheinungsbild
des Hauses geprägt. Stefan Kaegi ist, auch als Teil der
Gruppe „Rimini Protokoll“, Experte für Recherche-Produktionen
und Bespielungen an besonderen Orten. In der Residenz
war von ihm die Produktion „Société Anonyme“ zu sehen.
21. 5.
22. 5.
23. 5. 16 00
28. 5.
29. 5.
3. 6.
8. 7.
9. 7.
36
37
Richard III WILLIAM SHAKESPEARE
Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version) WILLIAM SHAKESPEARE
WIEDER-
AUFNAHME
ARSEN UND
SPITZEN-
HÄUBCHEN
Im New York der 1940er, gleich hinter der Brooklyn Bridge,
zwischen Pfarrhaus und dem alten Friedhof, steht ein kleines
unscheinbares Haus. Hier leben die Schwestern Abby und
Martha Brewster, die guten Seelen der Nachbarschaft. Bei ihnen
wohnt außerdem ihr Neffe Teddy, der sich für Präsident
Roosevelt hält und im Keller den Panama-Kanal aushebt. Doch
das stört hier niemanden, im Gegenteil: Das Haus gleicht einer
friedlichen Oase inmitten einer rauen Welt.
Doch eines Tages tritt in Abbys und Marthas Leben
ein Schatten: ihr zweiter Neffe Jonathan. Er war schon immer
das Sorgenkind der Familie, inzwischen ist er ein international
gesuchter Serienmörder und will Rache an den Tanten und
an seinem Bruder Mortimer, dem dritten Neffen und ewigen
Glückskind der Familie.
Als Mortimer nun in der großen Truhe im Wohnzimmer
eine Leiche entdeckt, werden die Dinge kompliziert. Abby
und Martha können Mortimers Aufregung darüber seltsamerweise
so gar nicht verstehen. Umso mehr versucht er verzweifelt,
seine geliebten Tanten und Teddy vor dem Gesetz zu bewahren
— gar nicht so einfach, wenn ständig die Polizei zum
Tee vorbeikommt.
Nach und nach wird sowohl Jonathan als auch Mortimer klar,
dass die großzügige Gastfreundschaft der Tanten nicht nur
ihren Plänen im Weg steht. Tatsächlich scheinen die Tanten
gar nicht so ungefährlich zu sein, denn nicht alle, die bei ihnen
zu Besuch waren, haben das überlebt. Auch Abby und Martha
haben eine Leiche im Keller. Oder, nun ja, möglicherweise auch
mehrere …
HIER IN DIESER
TRUHE IST
EINE LEICHE.
— JA, LIEBLING,
DAS WISSEN WIR
SCHON.
JOSEPH KESSELRING
DEUTSCH VON HELGE SEIDEL
REGIE ......................................... TINA LANIK
BÜHNE & KOSTÜME ...................... STEFAN HAGENEIER
MUSIK ........................................ JÖRG GOLLASCH
CHOREOGRAPHIE ......................... ROMY AVEMARG
DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER
„Großes Kino“
MDR
„So gelingt eine exakt gebaute, gut gespielte Komödie,
die sich längerfristig im Spielplan einnisten könnte.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
MIT: ANNE CATHRIN BUHTZ, VANESSA CZAPLA,
JULIUS FORSTER, ROMAN KANONIK, ANDREAS KELLER,
TILO KRÜGEL, CHRISTOPH MÜLLER, DENIS PETKOVIĆ,
BETTINA SCHMIDT, NIKLAS WETZEL
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE B
30. 12.
17. 1.
26. 2.
18 00
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
ENGLISCHE ÜBERTITELUNG
40
WIEDER-
AUFNAHME
DAS KALTE
HERZ
Peter, wie schon sein Vater und dessen Vater Kohlenbrenner
im Schwarzwald, erträgt es nicht länger, dass alle anderen um
ihn herum „so unmenschlich reich sind“, während er bleibt,
was er ist. Seine Überlegungen, wie sich das ändern könnte,
nehmen eine ungeahnte Wendung: Er erfährt, dass er als
Sonntagskind das Glasmännlein aufsuchen darf, das tief im
Schwarzwald lebt. Bei ihm hat er drei Wünsche frei. Wie einfach
ist das!
Doch Peters Wunsch, immer genauso viel Geld zu haben
wie der erfolgreiche Ezechiel, erweist sich als Fehlspekulation:
Peter nimmt ihm beim Würfeln das Geld ab. So lange,
bis keiner von beiden mehr einen Taler hat. Und Peter steht
mit leeren Taschen da. Seine Wut darüber will Peter am Glasmännlein
auslassen.
WILHELM HAUFF
FÜR ALLE AB 10 JAHREN
REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE
BÜHNE ........................................ ETIENNE PLUSS
KOSTÜME .................................... BIANCA DEIGNER
MUSIK ........................................ PHILIP FRISCHKORN
DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUẞ
MIT: WENZEL BANNEYER, TILO KRÜGEL,
CHRISTOPH MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH,
DENIS PETKOVIĆ, NIKLAS WETZEL,
HANNA ZÜRN SOWIE PHILIP FRISCHKORN
Aber wo das Glasmännlein ist, da wartet auch der Holländer-
Michel in der Nähe — ein skrupelloser Wunsch-Erfüller für
alle, die die große Gier umtreibt. Lebendiges Herz gegen unbegrenzten
Kredit, lautet Holländer-Michels Geschäftsmodell.
Peter willigt ein und trägt ab da Stein statt Herz.
Peters Aufstieg beginnt. Bis er realisiert: Fast niemand
um ihn herum hat überhaupt noch ein Herz. Aber einen Wunsch
hat Peter beim Glasmännlein bis zuletzt immer noch frei …
Der Schwarzwald in Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“ ist ein
sagenhafter Zauberwald. Ein Ort, an dem Holz zu Kohle und
Glas verwandelt wird — und zu Geld und Erfolg. Eine Fabrik
der Träume vom schnellen Aufstieg. Gehandelt wird alles, was
das Herz begehrt — Glück, Gier und ganze Lebenswege. Ein
sehr erwachsenes Märchen über den schönen Schein und ein
Herz aus Stein.
Hauffs „Das kalte Herz“, erschienen 1827, entfaltet diese
Erzählung in faszinierend dunkel leuchtender Sprache. In
eindrücklichen Bildern inszeniert Intendant Enrico Lübbe es
auf der Großen Bühne des Schauspiel Leipzig — im Team mit
dem Bühnenbildner Etienne Pluss, Kostümbildnerin Bianca
Deigner und dem Leipziger Jazz-Musiker Philip Frischkorn,
der die Inszenierung live am Flügel begleitet.
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE C
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
16. 12. 10 00
17. 12. 10 00 / 19 30
18. 12. 10 00
23. 12. 17 00
25. 12. 15 00 / 18 00
27. 3. 19 30
28. 3. 16 00
„Die Inszenierung besticht durch starke,
stimmungs reiche Bilder und auch durch klug
gesetzte musikalische Effekte.“
MDR
„Stehende Ovationen für Enrico Lübbes Inszenierung
‚Das kalte Herz‘ im Schauspiel Leipzig“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
JETZT HAB ICH’S,
WIE ICH’S WOLLTE.
41
WIEDER-
AUFNAHME
DEUTSCHE
MÄRCHEN
(& SUPER CREEPS)
Es waren einmal phantastische Geschichten von sprechenden
Tieren, von düsteren Wäldern, prachtvollen Schlössern, bevölkert
von hinterlistigen und heldenhaften Gestalten. Als die
Grimms viele davon zusammentrugen, begründeten sie so die
deutschen Märchen. Doch dieser Horizont gemeinsamer Bilderwelten
war letztlich bloß eine Version dieser Geschichten: Da
wurden aus den kinderverstoßenden Müttern schlicht Stiefmütter
gemacht, um nicht am Image der Familie zu kratzen.
Später zogen einige Märchenfiguren weiter ins Kino.
Aschenputtel sogar mehrfach: ergänzt um verzauberte Haselnüsse
als ‚Aschenbrödel‘ und von Walt Disney gezeichnet als
‚Cinderella‘. Für Letztere gab es einen gläsernen Schuh, drei
Oscar-Nominierungen und eine eigene Barbie-Ausgabe.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben die
Märchen noch heute. Werden mit und ohne Spindel weitergesponnen,
von einigen gar zum roten Faden nationaler Gedanken
getrimmt: werden von einer Version der Geschichte zum
Kern der einen Identität gedichtet …
Mit „deutsche märchen“ widmet sich Thomas Köck diesem
vermeintlich zeitlosen Kulturgut, um es in unserer Gegenwart
zu spiegeln. Welche Märchen kursieren heute? Überlieferte
wie politische? Und wo wird das kulturelle Erbe kaschiert und
vergoldet, um am Ende der Schatz zu sein, den zu finden man
ausgezogen war …
SO WAR DAS
HEUTE UND SO
WAR DAS
IMMER SCHON
IN DIESEM
ENDLOS
WEIT UNENDLICH
GÜLTIGEN
DAMALS
THOMAS KÖCK
URAUFFÜHRUNG
AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG
REGIE ......................................... ELSA-SOPHIE JACH
BÜHNE ....................................... JESSICA ROCKSTROH
KOSTÜME .................................... SIBYLLE WALLUM
MUSIK ........................................ MAX KÜHN
DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG
MIT: THOMAS BRAUNGARDT, ANNE CATHRIN BUHTZ,
VANESSA CZAPLA, CHRISTOPH MÜLLER, EMMELINE PUNTSCH,
TERESA SCHERGAUT, BETTINA SCHMIDT UND JACOB AGHA
EBRAHIM, MANUEL EISTETTER, PAULINE MALKOWSKI,
KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER, ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ
ROSERO, LILLI SCHNABEL, ALANA LU WENDSCHE, HANNA
ZÜRN SOWIE SOPHIA GÜNST, ERIC SACHER
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE B
13. 9.
18. 10. 16 00
31. 10.
13. 12. 18 00
20. 1.
21. 2. 18 00
42
AUFNAHME
WIEDER-
DIE JUNGFRAU
VON ORLEANS
Frankreich, 1429: Inmitten von Kriegswirren wächst eine junge
Frau auf — Johanna. Sie ist Tochter eines reichen Landmannes,
der sie zu ihrem eigenen Schutz verheiraten will. Doch
Johanna macht nicht mit. Sie ist zu Höherem bestimmt — das
hat ihr die Muttergottes selbst in einer Vision verraten: Ihr
Schicksal ist es, die französische Nation zur Einheit zu führen
und dem Kronprinzen Karl zur Königskrönung zu verhelfen.
Dieser hat es nicht nur mit einem starken äußeren Feind zu
tun — dem englischen König, der ebenfalls die legitime Herrschaft
über Frankreich für sich beansprucht —, sondern auch
mit dem mächtigen Herzog von Burgund, der sich aus Rache
auf die Seite der Engländer geschlagen hat, und sogar mit der
eigenen Mutter, die Karl kurzerhand enterbt hat.
Johanna ist dem verzagten Kronprinzen und seinen Heerführern
zunächst nützlich, sowohl für die königliche Propagandamaschine
als auch auf dem Schlachtfeld, wo sie die Invasorenarmee
in Angst und Schrecken versetzt.
Doch Johanna ist kompromisslos von ihrer Sendung
überzeugt, und: Sie ist eine Spielerin, die wie im Rausch bereit
ist, immer höhere Einsätze auf eine einzige Karte zu setzen.
Ihr Fanatismus lässt sie ihren vormaligen Bundesgenossen
unheimlich werden. Sie, die gerade noch die Massen
begeistert hat, soll durch Heirat dem gängigen Weiblichkeitsideal
angepasst und ins bestehende Gesellschaftssystem eingegliedert
werden.
Aber nur Johanna selbst kann Johanna aus der Bahn werfen.
Eine Begegnung auf dem Schlachtfeld erinnert sie daran, dass
sie ein Mensch mit Sehnsüchten und Begehrensfähigkeit ist.
In ihrem Selbstbild erschüttert, wird sie zur leichten Zielscheibe
für Anfeindungen von Freund und Feind, bis hin zum
Vorwurf der Teufelsanbetung. Sie muss fliehen, gerät schließlich
in englische Gefangenschaft. Das Schlimmste scheint bevorzustehen
— doch nur Johanna selbst kann Johanna wieder
aufrichten …
FRIEDRICH SCHILLER
REGIE ......................................... NURAN DAVID CALIS
BÜHNE ....................................... IRINA SCHICKETANZ
KOSTÜME .................................... JOHANNA STENZEL
KÜNSTLER. MITARB. KOSTÜME ....... MARIAM HAAS
MUSIK ......................................... VIVAN BHATTI
DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT
MIT: LARISSA AIMÉE BREIDBACH, MANUEL EISTETTER, ROMAN
KANONIK, TILO KRÜGEL, DIRK LANGE, PAULINE MALKOWSKI,
CHRISTOPH MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH, KONSTANTIN
PFRÖTZSCHNER, EMMELINE PUNTSCH, ÁLVARO JOSÉ
SÁNCHEZ ROSERO, SAMUEL SANDRIESSER, BETTINA SCHMIDT,
PAULA WINTELER, HANNA ZÜRN
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE A
28. 11.
9. 12.
7. 1.
22. 1.
18. 2.
6. 4.
23. 4.
19. 5.
6. 6. 18 00
ICH BIN NUR
EINES HIRTEN
NIEDRE TOCHTER,
ICH BIN DIE
KRIEGERIN DES
HÖCHSTEN GOTTES,
UND KEINEM
MANNE KANN ICH
GATTIN SEIN.
43
Der Girschkarten LUKAS RIETZSCHEL
WIEDER- WIEDER-
AUFNAHME
AUFNAHME
MEDEA
Die stolze Königstochter Medea hat sich unsterblich in den
Griechen Jason verliebt und hilft ihm, das Goldene Vlies zu
rauben. Medea opfert ihre Familie und Heimat für Jason. Sie
folgt ihm in die Fremde, nach Griechenland. Hier leben sie
glücklich, hier kommen ihre Kinder zur Welt. Doch als sich
Jason eine höhere Stellung am Hofe König Kreons erhofft, wendet
er sich schließlich dessen junger Tochter zu und lässt Medea
und seine Familie im Stich. Medea verzweifelt. Sie findet
sich allein in einem Land zurückgelassen, auf das sie ihre gesamte
Zukunft baute. Für Jason hat sie alles geopfert. Jetzt will
man sie, durch Treuebruch, Verrat und Entzug ihrer Rechte,
zum Exil zwingen, besser noch zur Selbstauslöschung. In die
Ecke gedrängt, greift Medea zur radikalsten Tat: Sie tötet ihre
eigenen Kinder.
Wer ist Medea? Euripides konfrontiert uns mit einer
Figur, die uns — auch über 2.400 Jahre nach ihrem Entstehen
— drastisch und radikal erscheint. Medea ist sich ihrer grausamen
Tat bewusst. Sie denkt sie. Sie formuliert sie. Sie erschrickt
vor ihr als letztlich irrationalem Schritt. Sie entscheidet
sich dennoch, diesen zu gehen. Eine Handlung, die das
Private weit verlässt und gegen gesellschaftliche Erwartungen
und Strukturen angeht, durch die Medea weit ins Abseits gedrängt
wird.
EURIPIDES
DEUTSCH VON PETER KRUMME
REGIE ......................................... MARKUS BOTHE
BÜHNE ....................................... KATHRIN FROSCH
KOSTÜME .................................... SABINE BLICKENSTORFER
DRAMATURGIE ............................. BENJAMIN GROẞE
MIT: LARISSA AIMÉE BREIDBACH, ANNE CATHRIN BUHTZ,
MANUEL EISTETTER, YVES HINRICHS, CHRISTOPH MÜLLER,
MICHAEL PEMPELFORTH, DENIS PETKOVIĆ, ÁLVARO JOSÉ
SÁNCHEZ ROSERO, ANNETT SAWALLISCH, HANNA ZÜRN
SOWIE KINDERSTATISTERIE
„Bothe ist eine ‚Medea‘ gelungen, die wohltuend unprätentiös
und aufs Wesentliche konzentriert daherkommt.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
„Wer Medea ist, fragen wenige, oder nehmen sie als
fühlendes Wesen ernst. Hier setzt Regisseur Bothe an.
Statt also den Mythos zu modernisieren, bringt er
ihn zum Sprechen.“
FREIE PRESSE
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE C
14. 1.
21. 1.
8. 3.
9. 3.
16. 3.
5. 4.
DOCH
MÄCHTIGER ALS
MEINE PLÄNE /
IST LEIDENSCHAFT, /
DEN MENSCHEN
DIE QUELLE
GRÖẞTER ÜBEL.
46
WIEDER-
AUFNAHME
RICHARD III
ICH TUE
UNRECHT,
ABER SCHREI
ZUERST.
Es sind unsichere Zeiten. Niemand weiß, was morgen sein
wird: Wer wird herrschen, wer wird gestürzt? Wer ist noch
dabei im Spiel um die Macht, und wer hat schon verloren?
Richard, Herzog von Gloster, will dabei nicht nur eine Spielfigur
sein. Er will der entscheidende Spieler sein. Der Sieger
über alle.
Der Krieg ist zwar vorbei, aber mit den neuen Zeiten
kann Gloster nichts anfangen. Was anderes als Krieg kann er
nicht. Was soll er, der Außenseiter, in der Gesellschaft? Mit
seinem Wesen würde er keine Chance haben, das hört er schon
sein Leben lang, angefangen bei seiner eigenen Mutter. Also
bleibt er im Kriegsmodus und beschließt, sein Stück aufzuführen:
Gesellschaft als Schlacht, Leben als Nahkampf — mit
den Waffen: Lügen, Tricksen, Intrigieren.
Und niemand ahnt, wie gut er genau damit in die Gesellschaft
passt. Gloster ist klug, er ist schnell, er ist brutal. Zug
um Zug wird er schließlich König Richard III., durch eigener
und vieler anderer Hände schmutzige Taten.
William Shakespeares „Richard III“ ist ein gewaltiges Stück
Theater über Hybris, Skrupellosigkeit und das Überschreiten
aller Normen. In der Übersetzung von Thomas Brasch ist es
ein dunkles Schauerstück genauso wie ein scharfes Psychogramm.
Allein ist Gloster bei seinem Aufstieg nie — er weiß sich immer
wieder neue Verbündete zu schaffen: nicht nur die Figuren im
Stück, sondern auch uns, das Publikum. Aber je mehr sich
Glosters Aufstieg fortsetzt, desto stärker wird er konfrontiert
mit einer Reihe starker Frauenfiguren wie Lady Anne, Königin
Elisabeth, Königin Margaret oder seiner Mutter, der
Herzogin von York. Ob Witwe oder Mutter, Ehefrau oder gewesene
Regentin (und oftmals alles zugleich) — sie haben Regierungen
und Könige überlebt, sie können erzählen vom Verlust
der Macht und vom Danach. Und so begleiten sie Glosters Aufund
Abstieg: Auch Richard III. ist am Ende nur eine Figur
unter vielen. Auch er wird wieder vom Spielfeld gewischt.
WILLIAM SHAKESPEARE
DEUTSCH VON THOMAS BRASCH
LEIPZIGER FASSUNG VON MARION TIEDTKE
REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE
BÜHNE ....................................... MARTIN ZEHETGRUBER
KOSTÜME .................................... SABINE
BLICKENSTORFER
MUSIK ........................................ BERT WREDE
VIDEO ........................................ ROBI VOIGT
DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß
„Das Leipziger Publikum feiert Buhtz und das
Ensemble stehend, selbst dann noch, als die Türen
schon lange wieder offen sind.“
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
„Eine groß aufgefahrene Theatermaschine,
ein Theater erlebnis.“
KREUZER
„Ein Geniestreich. Triumphaler Saisonstart,
frenetisch bejubelt.“
MDR
MIT: WENZEL BANNEYER, LARISSA AIMÉE BREIDBACH,
ANNE CATHRIN BUHTZ, VANESSA CZAPLA, KATJA GAUDARD,
TILO KRÜGEL, CHRISTOPH MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH,
DENIS PETKOVIĆ, SAMUEL SANDRIESSER, BETTINA SCHMIDT,
NIKLAS WETZEL
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
23. 1.
28. 2. 18 00
PREISKATEGORIE B
13. 3.
25. 4. 16 00
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
ENGLISCHE ÜBERTITELUNG
13. 5.
47
WIEDER-
AUFNAHME
WAS IHR WOLLT
Die Grafentochter Olivia hat ein Problem: Sie ist total verknallt
in Cesario. Eines Tages kam er einfach so in ihre Kammer
spaziert, um eine Nachricht des Herzogs Orsino an sie zu
überbringen. Doch Olivia ist an dieser Nachricht (eine Liebeserklärung
von Orsino) viel weniger interessiert als an dem
Überbringer, denn Cesario ist (anders als Orsino) klug, schön,
gewitzt und kann obendrein auch noch singen … und seien wir
mal ehrlich, manchmal ist die „eigentliche“ Nachricht einfach
weniger wichtig als das, was im Moment des Überbringens geschieht.
Es könnte also der Beginn einer wundervollen Romanze
sein, befänden wir uns nicht in einer klassischen Shakespeare-Komödie.
Denn hier ist nichts einfach, schon gar nicht
die Liebe. Olivia weiß nämlich nicht, dass Cesario eigentlich
Viola heißt und auch kein Bote, sondern — oh Schreck — eine
Botin ist. Erst vor wenigen Stunden wurde sie nach einem
Schiffbruch am Ufer der Insel Illyrien angeschwemmt und
hat sich für ihre Zeit auf der Insel kurzerhand ein Alter Ego
mit dem schönen Namen „Cesario“ ausgedacht. Kann ja niemand
ahnen, dass sich Olivia direkt verliebt. Und sie soll damit
auch nicht alleine bleiben, denn auf Illyrien wird sich verliebt,
was das Zeug hält. Genauso wie verkleidet, bespäht, verspottet,
auf falsche Fährten geführt — eben alles, was es braucht, damit
nichts (wirklich gar nichts) eindeutig ist.
WILLIAM SHAKESPEARE
DEUTSCH VON JENS ROSELT
FASSUNG VON PIA RICHTER & JULIA BUCHBERGER
REGIE ......................................... PIA RICHTER
BÜHNE ....................................... JULIA NUSSBAUMER
KOSTÜME .................................... LISE KRUSE
MUSIKALISCHE LEITUNG ............... MARIA MOLING
CHOREOGRAPHIE ......................... VASILIKI BARA
DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER
MIT: VANESSA CZAPLA, JULI NIEMANN, DENIS PETKOVIĆ,
EMMELINE PUNTSCH, SAMUEL SANDRIESSER, TERESA
SCHERGAUT SOWIE ANTON BERMAN, ANNA EMMERSBERGER
UND MARIA MOLING
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE B
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
(A TORTURED LOVER’S VERSION)
ENGLISCHE ÜBERTITELUNG
21. 10.
1. 11.
19. 12.
27. 12.
15. 1.
28. 1.
6. 2.
7. 3.
29. 3.
21. 4.
2. 5. 18 00
1. 7.
48
SO VOLLER
HIRNGESPINSTE
IST DIE LIEBE,
DASS MAN
SIE AM ENDE
SELBST
FÜR EINBILDUNG
HÄLT.
Zwar hat sich unsere Lebensrealität seit dem 17. Jahrhundert
drastisch verändert, doch das zutiefst menschliche Bedürfnis,
die eigenen Gefühlswelten in Kunst und (Pop-)Kultur wiederzuerkennen,
bleibt bis heute. Wie damals Shakespeares Stücke
bieten heutzutage die Songs von Taylor Swift Spiegel und Projektionsfläche
für ihr Publikum von jung bis alt, von queer bis
hetero, von Footballer bis Countrygirl.
Wirklichkeit und Spiel, Wahrheit und Lüge, doppelte
Böden, Alter Egos und die Uneindeutigkeit zwischen Gezeigtem
und Gesehenem sind in ihren Songs dabei ähnlich alltäglich
wie in „Was ihr wollt“.
„Sie macht Spaß, diese ‚Tortured Lover’s Version‘
nach Shakespeare. Wie Shakespeare schon wusste:
Musik ist der Liebe Nahrung. Taylor gibt sie uns.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
„Wir sollen und dürfen uns an diesem Abend in den
Figuren wiederentdecken. Dürfen herzlich lachen
— über die Figuren und damit über uns —, cringen,
mitleiden, sie und ihr Verhalten kritisieren.“
THEATER DER ZEIT
49
Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer ANNA BEHRINGER
WIEDER-
AUFNAHME
WOYZECK
GEORG BÜCHNER
„Immerzu. Immerzu.“ Das Leben ist ein Mühlrad, das sich
ständig dreht. Menschen ziehen vorbei, Lichter, Stimmen.
An Woyzeck dreht es sich nur vorbei, das Leben. „Wenn wir
in den Himmel kämen, müssten wir Donnern helfen“, sagt
er. Hier auf Erden aber hat Woyzeck sich verpflichtet, dem
Doktor zur Verfügung zu stehen bei dessen medizinischen
Experimenten. Ebenso muss Woyzeck täglich zum Hauptmann
und ihm zu Hilfe sein. Danach muss Woyzeck zum
Dienst in die Kaserne. Und dann ist da Marie, die er liebt
und mit der er einen Sohn hat. Bei Marie sollte er viel öfter
sein. Mehr, als er es ist. Aber egal, was Woyzeck tut oder tun
wird — genügen wird es nie.
Immerzu gibt es auch die Stimmen in Woyzecks
Kopf, flüstert sogar die Erde auf den Feldern. Und diese
Stimmen sagen ihm noch ganz andere Dinge ein, die er tun
soll. Das Mühlrad dreht sich immer schneller und schneller
unter einem großen Mond, der rot ist „wie ein blutig Eisen“.
Und am Ende werden Marie und Woyzeck von der Ausweglosigkeit
mitgerissen. „Der Mensch ist ein Abgrund.“
Ein Abgrund ist allerdings auch die Gesellschaft,
wie Georg Büchner sie in seinem Drama entwirft und in der
Woyzeck und Marie leben. Die Inszenierung nimmt das Gesellschafts-Geflecht
in den Blick, ebenso wie die Perspektiven
Woyzecks und Maries auf das Geschehen.
Schlaglichtartig reiht Büchners „Woyzeck“ in expressiver
Zuspitzung Stationen einer Eskalation auf. Büchners Drama
ist Fragment geblieben — aber gerade in seiner Fragment-
Struktur entspricht es den Besonderheiten dieser Geschichte.
REGIE ......................................... ENRICO LÜBBE
BÜHNE ....................................... ETIENNE PLUSS
KOSTÜME .................................... BIANCA DEIGNER
VIDEO ........................................ ROBI VOIGT
MUSIK ........................................ PHILIP FRISCHKORN &
ANGELA REQUENA
FUENTES
DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß
MIT: THOMAS BRAUNGARDT, TILO KRÜGEL, CHRISTOPH
MÜLLER, MICHAEL PEMPELFORTH, SAMUEL SANDRIESSER,
BETTINA SCHMIDT, NIKLAS WETZEL, PAULA WINTELER
UND JACOB AGHA EBRAHIM, MANUEL EISTETTER, PAULINE
MALKOWSKI, KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER, ÁLVARO JOSÉ
SÁNCHEZ ROSERO, ALANA LU WENDSCHE
SOWIE PHILIP FRISCHKORN, ANGELA REQUENA FUENTES
WIEDERAUFNAHME
GROßE BÜHNE
PREISKATEGORIE B
27. 1.
5. 2.
14. 3.
13. 4.
16 00
ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
ENGLISCHE ÜBERTITELUNG
27. 5.
4. 6.
„Büchners Bruch- als Bravourstück“
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
„Wahnsinns-‚Woyzeck‘“
THEATER DER ZEIT
„Visuelle Wucht und Verdichtung, Rhythmus und
Tempo sind die Mittel, mit denen Enrico Lübbe
das ‚Woyzeck‘-Fragment in Leipzig zu einem ganzen,
ja: ganz hervorragenden Abend ins Bild setzt.“
NACHTKRITIK
50
DER FALL
WOYZECK
1821 erstach Johann Christian Woyzeck in der Leipziger Vorstadt
seine Geliebte, die Witwe Woost. Er war bereits in Leipzig
in die Lehre gegangen, und nach Jahren als Soldat, die er im
Hin und Her der napoleonischen Befreiungskriege in Armeen
verschiedenster Staaten verbracht hatte, war er wieder in die
Stadt zurückgekommen.
Mit dem Fall Woyzeck verbanden sich bereits damals
wie unter einem Brennglas Fragen, die noch nicht allzu lange
diskutiert wurden: Fragen nach Schuldfähigkeit ebenso wie
soziale Fragen nach Lebensbedingungen und Lebenschancen.
Woyzeck wurde 1824 für den Mord auf dem Leipziger
Marktplatz öffentlich hingerichtet. Allerdings führten die Diskussionen
und Umstände nicht zuletzt um diesen konkreten
Fall dazu, dass das danach in Leipzig in dieser Weise nicht
wieder geschah. Und Georg Büchners Drama brachte den Fall
Woyzeck in die Weltliteratur.
In Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig folgt ein
Rundgang des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig den Spuren
und Stationen des historischen Woyzeck in der Innenstadt.
Der Rundgang thematisiert dabei die damaligen Diskussionen
des Falles ebenso wie heutige Fragestellungen und beleuchtet
die Veränderungen, die Büchner an der realen Geschichte
vornahm.
In zeitlicher Nähe zu den Vorstellungsterminen richtet
sich dieses Angebot an Schulklassen und an ausgewählten
Tagen auch an alle Interessierten. Dauer: ca. 90 Minuten, Treffpunkt:
Altes Rathaus.
TERMINE
(BEGRENZTE PLATZZAHL, NUR NACH BUCHUNG
IM STADTGESCHICHTLICHEN MUSEUM LEIPZIG)
Rundgang für alle Interessierten
SO 24. 1. ......................................... 11 00
FR 5. 2. ........................................... 16 00
SO 14. 3. ......................................... 13 00
DO 27. 5. ........................................ 16 00
FR 4. 6. ........................................... 16 00
PREIS 5,—
Rundgang für Schulklassen
VARIABEL MÖGLICH IN DER ZEIT VON DI BIS FR,
9 — 18 UHR, BUCHUNG AUF ANFRAGE
PREIS FÜR SCHULKLASSEN
PRIVATE GRUPPEN 70,—
1,— PRO PERSON
ANFRAGEN & TICKETBUCHUNG
nur direkt beim Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig
Kontakt: 0341 / 9651 500 sowie
vermittlung.stadtmuseum@leipzig.de
MORAL DAS
IST WENN
MAN
MORALISCH
IST,
VERSTEHT
ER!
51
2013 starteten wir mit der Diskothek als einem
Spielraum, der allein der Gegenwartsdramatik gewidmet
ist. Damals noch unterm Dach des Schauspielhauses,
auf der Probebühne 1 — schon mit der
Perspektive, ins Erdgeschoss an den Ring umzuziehen,
in die ehemalige Diskothek „Schauhaus“,
was dann 2017 auch geschah. Mithin können wir
in dieser Saison den 10. Geburtstag der Räumlichkeiten
feiern.
Das wollen wir auch tun: Wir werden die Diskothek noch einmal
in eine Diskothek verwandeln, mit Musik und Party —
und anlässlich des Geburtstages bauen wir noch einmal den
großartigen Bühnenraum zur Inszenierung von Elfriede
Jelineks „Wolken.Heim“ auf, der aus einem Bild des Leipziger
Malers Titus Schade entstand. Sie sind eingeladen, diesen
eindrucksvollen Bühnenbild-Raum zu begehen — Sound-Installationen
des Textes begleiten Sie dabei.
Wir freuen uns sehr, dass erneut Produktionen aus dem Programm
der Diskothek Festivaleinladungen erhielten: Es ist eine
große Ehre, mit gleich zwei Produktionen zu den sieben Texten
zu zählen, die dieses Jahr zu den Mülheimer Theatertagen
eingeladen werden, dem zentralen Festival für Gegenwartsdramatik:
„Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ von
Anna Behringer sowie „Der Girschkarten“, ein Auftragswerk
des Schauspiel Leipzig an Lukas Rietzschel, gehen damit ins
Rennen für den Mülheimer Dramatikpreis 2026 — den wichtigsten
Preis für deutschsprachige Gegenwartsdramatik.
Seit 2013 waren damit zehn Produktionen der Diskothek
nach Mülheim eingeladen; drei davon gewannen den
Dramatikpreis.
In der Saison 2026 / 27 führen wir noch einmal konzentriert
die Zusammenarbeit fort mit Menschen, die diese Spielstätte
geprägt haben: Thirza Bruncken, vielfach zu Gast mit ihrer
unverkennbaren Regie-Handschrift, wird nach „Drei sind wir“
2016 auch das neue Auftragswerk des Schauspiel Leipzig an
Wolfram Höll inszenieren, der uns mit seinen Texten seit 2013
begleitet. Marco Damghani, auch er eine Säule in der Programmatik
der Spielstätte, inszeniert einen neuen eigenen Text, der
gleichfalls als Auftragswerk des Schauspiel Leipzig entsteht.
Und auch das Dokumentartheater-Team Regine Dura und Hans-
Werner Kroesinger, auf immer wieder besondere und dokumentarische
Art in den Spuren der Gegenwart unterwegs, zeigt
eine neue Arbeit.
Zusammen mit dem Repertoire, Stücken von Yade Yasemin
Önder, Sam Max, Sivan Ben Yishai, Maria Milisavljević oder
Sarah Kilter (deren „White Passing“ bereits über 50 Aufführungen
erlebt hat), laden diese Produktionen und lädt die
Disko thek ein, die Gegenwart theatral zu entdecken. In ihren
verschiedenen Themen, Widersprüchen, Fragen und Herausforderungen.
53
DOKUMENTAR-
THEATER-
PROJEKT VON
DURA &
KROESINGER
Im Programm der Diskothek vertreten sie einen konsequent
dokumentarischen Ansatz: Regine Dura und Hans-Werner
Kroesinger, die als dura & kroesinger seit über 25 Jahren im
deutschsprachigen Raum wie international für ihre Recherchetheaterprojekte
bekannt sind. In ihren Arbeiten widmen sie
sich historischen Ereignissen, gesellschaftlichen Erfahrungen,
fördern teils Verdrängtes und Vergessenes zutage. Interviews
mit Zeitzeugen, Quellen- und Archivmaterialien verdichten
sich zu theatralen Versuchsanordnungen, welche die den Themen
innewohnende Dramatik herausarbeiten.
Am Schauspiel Leipzig haben sich dura & kroesinger
bereits 2020 mit der Geschichte des Braunkohletagebaus um
Leipzig sowie 2022 mit den Jugendwerkhöfen in der DDR auseinandergesetzt.
Für ihr neues Projekt machen sie sich auf die
Spur eines so phantomhaften wie wirkmächtigen Phänomens:
nach dem Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.
Wenn die Rede ist von einem verlorengegangenen
oder zerbröckelnden gesellschaftlichen Zusammenhalt — gab
es ihn, gibt es ihn noch? Wie wird er hergestellt, inszeniert,
reflektiert? Und wo sollte man nach ihm oder seinen Spuren
suchen?
dura & kroesinger gehen dorthin, wo gesellschaftliche Zusammenhänge
konkret erlebt werden — dorthin, wo sich Menschen
zusammenfinden, um Interessen auszuhandeln, Konflikte zu
lösen oder zu schüren, zu den Organisationen, Vereinen, Initiativen,
die Zusammenleben strukturieren.
Das Ergebnis dieser Forschungsreise wird ab Oktober
in der Diskothek zu sehen sein.
REGIE ......................................... HANS-WERNER
KROESINGER &
REGINE DURA
KONZEPT & TEXT .......................... REGINE DURA
BÜHNE & KOSTÜME ...................... HUGO GRETLER
MUSIK ........................................ JONAS MARC
ANTON WEHNER
DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT
PREMIERE 1. 10.
DISKOTHEK
54
COMPANIA
SINCARA SPIELT:
DER DRACHE
FREI NACH JEWGENI SCHWARZ
Die Zeiten sind verworren, die Zeiten sind hart. Die Menschen
scheinen orientierungslos. In so einer Situation wünschen
manche sich einen Helden, der die Richtung vorgibt und Lösungen
bringt. Doch Helden sind keine im Angebot, dafür aber
drei Clowns — Waldemar, Eusebius und Kerbel. Immerhin.
REGIE & SZENARIUM ..................... RICO DIETZMEYER
BÜHNE & AUSSTATTUNG ............... LISA-MARIA TOTZKE
MASKEN & SZENOGRAPHIE ........... FRANZISKA E. SCHUBERT
CO-REGIE & LICHT ........................ CHRISTOPH PÜNGEL
MITARBEIT ................................... GERDA BAUMBACH
MUSIK ........................................ JOHANNES COTTA,
ANNEGRET ENDERLE,
CHRISTOPH PÜNGEL
MIT: RICO DIETZMEYER, FELICITAS ERBEN, RONJA OEHLER
DISKOTHEK 14. / 15. 11.
EINE PRODUKTION VON COMPANIA SINCARA
IN KOPRODUKTION MIT SCHAUSPIEL LEIPZIG
UND SCHAUBÜHNE LINDENFELS,
GEFÖRDERT VOM KULTURAMT DER STADT LEIPZIG
Da sind sie wieder. Erneut steigen sie bei uns ab, um sich zu
wundern — über uns und unsere Art mit den Dingen. Sie verstehen
zwar nicht viel vom Heldentum, aber sie sind bereit, es
zu versuchen — für uns: „Der Held ist eine Rolle, die man spielen
kann.“ Sie wollen die Toten wecken und das Zerschlagene
zusammenfügen, zumindest für einen kurzen Augenblick. Dafür
nehmen sie sich ein Stück, das schonungslos erzählt, wie
weit unsere Trümmerhaufen nicht nur in den Himmel ragen,
sondern auch in unsere Köpfe und Herzen. Es gilt einen Drachen
zu besiegen. Und dann noch einen. Und noch einen. Also
schwingen sie sich auf und nehmen uns bei der Hand.
Jewgeni Schwarz’ Märchen um den tyrannischen Drachen und
die Gefahren des Duckmäusertums hat auch mehr als 80 Jahre
nach seiner Entstehung nichts an Aktualität eingebüßt. Im
Gegenteil. Überall auf der Welt findet man sie, die Drachen.
Noch immer. Und es werden mehr — ähnlich vielgestaltig
wie der Drache in der Parabel: Auch sie haben mehrere Köpfe,
können sich verwandeln und mit größter Überzeugungskraft
Ja-Sager und Mitläufer um sich scharen. Ein Drache, und sein
Rückgrat gebaut aus all den Rückgratlosen. Für die drei Clowns
ist das der Auftakt zum eigentlichen Spiel — ein rebellisches
Spiel gegen den Opportunismus.
Doch, wie stürzt man Drachen? Und was tun, wenn
sie gestürzt sind? Wie umgehen mit denen, die einem Drachen
folgen? Und was ist, wenn der Drache, den man erschlagen
will, im Inneren sitzt? Ist ein Drache manchmal einfach nur
ein Schweinehund und überwindbar? Über all das kann man
mit dem Märchen von Jewgeni Schwarz wunderbar philosophieren.
Und das machen die Clowns auf ihre eigene ganz
spezielle, liebevolle Art.
Die Compania Sincara feiert ihr zehnjähriges Bestehen, und
das fünfte Mal in Folge entsteht eine Produktion der Compagnie
in Koproduktion mit Schauspiel Leipzig und Schaubühne
Lindenfels.
55
OST
WOLFRAM HÖLL
Mascha bleibt nicht mehr viel, als zu zählen: Wer außer ihr ist
noch da und wer ist schon gegangen? Wie viele Körner gibt
eine Sonnenblume noch her, welche davon sind zu essen oder
der Erde anzuvertrauen, so dass eines fernen Tages viele daraus
wachsen? Wer wird es bis zu diesem Tag schaffen? Das
Magenknurren ist außen kaum zu hören, alles Getier samt seinen
Geräuschen schon getilgt und selbst die Saiten der Bandura
hat Väterchen Stalin geschluckt. Mascha hungert in der Stille
in diesem Jahr 1933 in Charkiw.
1941/42: Die „Internationale“ in den Klassenzimmern
ist ebenfalls verstummt. Wer abtransportiert wird nach Deutschland,
ist OST-Arbeiter. So wie Dussja und wieder Mascha. Sie
sind die Fracht in diesen Waggons, welche sie liefern an die
Rüstungsfabrik in Coswig/Anhalt. Zumindest zusammen. Das
sind sie. Es ist, was bleibt. Dort müssen sie das Schwarze messen,
das Gelbe pressen. Ab jetzt von früh bis spät. Nebeneinander.
Bis eine mitgenommen wird.
Am Küchentisch in Coswig kommt 1962 die Familie
zusammen. Die „Internationale“ wieder in der Luft, jedem Kind
eine Bemme auf den Teller. Vom Vater eigenhändig — nein,
einhändig, also mit einer nur — geschmiert. Aber wie? Eine
Hand fehlt. Und im Jahr 2000 fehlt der zweite Teller. Die Mutter
isst nicht mit. Leistet Gesellschaft und Vorschub dem Kind,
damit es tüchtig essen kann. Weil es nicht reicht, das Essen,
an diesem Tisch, für zwei.
AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG
URAUFFÜHRUNG
REGIE, BÜHNE & KOSTÜME ............ THIRZA BRUNCKEN
DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG
PREMIERE 11. 12.
DISKOTHEK
Wolfram Hölls Schreiben zeichnet sich durch präzise Rhythmik
und eine feine Konturierung seiner Geschichten aus. In
diesem Stil legt er mit „OST“ einen kaleidoskopischen Theatertext
vor. Seine Szenen verorten sich zwischen der Ukraine, Polen,
der DDR und dem heutigen Osten Deutschlands. Über einen
zeitlichen Bogen von 1933 bis ins Jahr 2025 legen die
verschiedenen Zeitebenen historische Momentaufnahmen frei,
denen — zum Teil biographisches — Archivmaterial zugrunde
liegt. Die Poesie der Sprache behauptet sich hier in einem produktiven
Kontrast zum brutalen Geschehen, von dem sie erzählt.
Im Zentrum steht die Frage, wie sich solche historischen
Erfahrungen fortschreiben — nicht nur in politischen Strukturen,
sondern in Biographien, Familien und Erinnerungen.
Wolfram Höll ist Autor und Hörspielregisseur. Für das Schauspiel
Leipzig ist „OST“ seit 2013 bereits die fünfte Uraufführung
eines seiner Texte in der Diskothek. Drei dieser Stücke
wurden zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, wobei
Wolfram Höll zwei Mal den Mülheimer Dramatikpreis erhielt.
Für diese Uraufführung zeichnet die Regisseurin
Thirza Bruncken verantwortlich, die bereits „Drei sind wir“
(2016) für das Leipziger Publikum umsetzte. Andere Inszenierungen
führten sie u. a. an das Schauspiel Köln, Volkstheater
Wien, Schauspiel Frankfurt, Theater Dortmund, Nationaltheater
Weimar, Düsseldorfer Schauspielhaus, Residenztheater
München und an die Münchner Kammerspiele. 2021 war sie
mit ihrer Inszenierung von Sarah Kilters „White Passing“ vom
Schauspiel Leipzig bei den Autor:innentheatertagen Berlin eingeladen.
Mit bereits über 50 Vorstellungen ist dieses Stück fester
Teil des Diskothek-Repertoires.
NICHT
SPRECHEN
NICHT REDEN
NICHT ERZÄHLEN
NUR
ZÄHLEN
56
DER RISS
MARCO DAMGHANI
Willkommen in Lümow — ein kleines, ländliches Idyll. Ein
Dorf, umgeben von Natur, wo der Puls der Zeit noch nicht den
Takt diktiert. Alle kennen sich. Alles hat seine Ordnung. Gemeinsame
Angelegenheiten werden in regelmäßigen Versammlungen
in Angriff genommen. Zugepackt wird, wo es nötig ist.
Wo Meinungsverschiedenheiten auftreten, wird weiterdiskutiert.
Und weiter. Bis es einen Kompromiss gibt. Gelebte Basisdemokratie
also. Deswegen dürfen die Enten im Dorfteich beispielsweise
nur noch mit Cola zero KF, zucker- und koffeinfrei,
aufgepäppelt werden.
Allerdings erfährt das ein oder andere Vorhaben einen
direkten Dämpfer. Denn die leeren Kassen bremsen jedes
kostspielige Projekt von vornherein aus. So bleibt auch der
neue Riss im Asphalt der Dorfstraße erst einmal, wo er ist —
halb so wild, darüber sieht man hinweg. Als neue Fahrbahnmarkierung
hat er sogar einen Zweck! Die Not wird zur Tugend
und alles geht seinen gewohnten Gang.
Bis Anna auftaucht. Sie hat Lümow als Ausgangspunkt
für ihre vielversprechenden unternehmerischen Pläne
ausgesucht. Im alten Kornspeicher soll bald ihr Start-up entstehen,
Raum für kreative Köpfe bieten und ganz nebenbei für
etwas Aufschwung vor Ort sorgen. Wer weiß, vielleicht hält
damit sogar ein kleiner Wohlstand Einzug im Dorf. Die Aussicht
auf Veränderung, vielleicht Risiko, sorgt für Unruhe im
ländlichen Leben. Mit ihren innovativen Vorhaben stößt die
junge Unternehmerin auf ein geteiltes Echo in der Gemeinde.
Die Meinungen gehen auseinander. Und während man sich
hitzig über eine Neuausrichtung der kommunalen Wirtschaft
auseinandersetzt, gerät ein anderer Schauplatz etwas aus dem
Blick und zunehmend außer Kontrolle. Denn der Riss wächst
stetig an. Vom Schönheitsfehler im Straßenbild zum lästigen
Verkehrshindernis, weiter zur räumlichen Trennung im Dorf
und zur ideologischen Frage, an der sich die Geister scheiden.
AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG
MEIN VORSCHLAG:
DER RISS
ERSETZT BIS AUF
WEITERES
DIE FAHRBAHN-
MARKIERUNG DER
HAUPTSTRAẞE.
Marco Damghanis neues Auftragswerk über ein zunehmend
raumgreifendes Problem, das von den Betroffenen angestrengt
wegignoriert wird, kommt als humoristische Groteske auf die
Bühne. Wie in vorangegangenen Arbeiten beschäftigt er sich
als Autor und Regisseur fortlaufend mit Fragen des Politischen
sowie der Verbindung von Persönlichem und Systemischem.
Seine am Schauspiel Leipzig entstandenen Arbeiten „Die
Leiden des jungen Azzlack“ und „Anouk & Adofa“ wurden
u. a. mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet
und zu den Autor:innentheatertagen des DT Berlin eingeladen.
Mit „Die Allerletzten“ vom Maxim Gorki Theater gastierte
er zuletzt beim Festival „radikal jung“ 2026.
URAUFFÜHRUNG
REGIE ......................................... MARCO DAMGHANI
BÜHNE ....................................... HUGO GRETLER
KOSTÜME ................................... RAGNA HEMMERSBACH
DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG
PREMIERE 4. 2.
DISKOTHEK
57
Staubfrau MARIA MILISAVLJEVIĆ
WIEDER-
AUFNAHME
ALTBAU
IN ZENTRALER
LAGE
EINE SCHAUEROPER
RAPHAELA BARDUTZKY
AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG
KÜNSTLERISCHE MITARBEIT: ATHENA LANGE
URAUFFÜHRUNG
REGIE & CHOREOGRAPHIE ............. SALOME SCHNEEBELI
BÜHNE, KOSTÜME & VIDEO ............ HETA MULTANEN
DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE
MIT: SONJA ISEMER, EYK KAULY, ATHENA LANGE, MICHAEL
PEMPELFORTH, SAMUEL SANDRIESSER, PAULA WINTELER
WIEDERAUFNAHME SEPTEMBER 2026
DISKOTHEK
ALLE VORSTELLUNGEN MIT:
DEUTSCHER GEBÄRDENSPRACHE
ZU AUSGEWÄHLTEN VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
EINGELADEN ZU DEN 50. MÜLHEIMER
THEATERTAGEN — STÜCKE 2025
EINGELADEN ZUM INKL.-FESTIVAL AM
DEUTSCHEN THEATER BERLIN 2025
Aus ihrer kleinen Altbauwohnung wollen Zoey nicht nur die
Eigentümer vertreiben, sondern neuerdings auch noch musizierende
Gespenster aus dem 19. Jahrhundert. Die Angebote
des Vermieters, ihr bei Auszug eine Abfindung zu zahlen, hat
sie ignoriert — wohl wissend, dass es nahezu unmöglich sein
wird, eine neue Wohnung in ihrer Gegend zu finden, die sie sich
leisten kann. Doch um sie herum ziehen immer mehr Menschen
aus und Gespenster treten nun mal vermehrt bei Leerstand auf.
Leider denkt ihr Vermieter gar nicht an eine Geisterbejagung.
Einen massiven Gespensterbefall sieht er vielmehr als Chance,
das kontrollierte Abbrennen des Gebäudes zu beantragen, um
danach neu bauen und teuer verkaufen zu können.
Gegen die akustischen Angriffe der Gespenster wehrt sich
Zoey deshalb mit lautem Techno — sehr zum Leidwesen ihrer
Nachbarin Trisha. Die nimmt die Gespenstermusik nicht wahr,
wohl aber die Bässe von nebenan, mitten in der Nacht.
In ihrem Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig erzählt
Raphaela Bardutzky vom ganz alltäglichen Grauen am Wohnungsmarkt
und mischt dabei Ästhetiken der Schaueroper,
des Groschenromans und der Clubkultur miteinander ab. Wie
schon ihr Stück „Fischer Fritz“ untersucht „Altbau in zentraler
Lage“ das Verhältnis von Sprache und Macht — und bietet
zwei verschiedenen Sprachen eine gemeinsame Bühne: in diesem
Fall der deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache.
„Wummernde Beats, ausdrucksstarke Mimik und viele
visuelle Elemente in einem sehr emotionalen
Stück — was willst du als tauber Theater-Gast mehr?“
DEUTSCHE GEHÖRLOSENZEITUNG
GEFÖRDERT IN:
GEFÖRDERT VON:
„Erzählt wird ein modernes Entmietungsdrama —
Luxuskernsanierung oder Abriss/Neubau — teilweise
aus Perspektive der Gründerzeit. Die Kommunikation
auf allen Ebenen zwischen der hörenden Zoey (Paula
Winteler) und der tauben Trisha (Athena Lange) wird
zum zweiten Hauptthema, das viel über menschliche
Verständigung erzählt.“
THEATER HEUTE
60
AUFZEICH-
NUNGEN AUS
EINEM WEIßEN
ZIMMER
ANNA BEHRINGER
WIEDER-
AUFNAHME
URAUFFÜHRUNG
„Was sind Normen? Welche Macht haben sie über
Menschen? Wer darf darüber mitbestimmen?
Diesen Fragen geht Thirza Bruncken mit ihrem
Ensemble in einem atmosphärisch dichten wie
emotional packenden Abend nach.“
NACHTKRITIK
Manches, was gesagt wird, ist richtig: Das Wasser ist nass. Anderes
ist falsch: Die Haare sind rot. Aber die Haare sind orange.
Doch man sagt, die Haare sind rot. ‚Nicht lügen‘ ist eine Regel.
Doch wenn man gefragt wird, woran man denkt, und man
denkt, dass der Mann gegenüber nach Zigaretten und Schweiß
riecht — also stinkt —, soll man das nicht sagen. Man soll nicht
lügen. Und die Wahrheit soll man nicht sagen, wenn sie jemanden
unangenehm fühlen lässt.
Das ist schwer zu fassen. Ebenso wie viele andere
ungeschriebene Regeln des sozialen Miteinanders. Deshalb
kommt es für die beiden Schwestern dieser Geschichte auch
immer wieder zu Problemen. Plötzlich sind sie zeitweise in
einem weißen Zimmer untergebracht. Umgeben von Ärzteschaft
und Pflegepersonal. Es ist ein Leben nach den Parametern
einer Gesellschaft, deren Prämissen sie nicht teilen, an
deren Maßstäben sie aber gemessen werden.
Der Text von Anna Behringer wird für Thirza Bruncken zum
Ausgangspunkt einer raumgreifenden szenischen Auseinandersetzung
mit dem ‚Anders-Sein‘ und seinem Gegenüber.
Leipziger Inszenierungen der Regisseurin waren unter anderem
zu den Autor:innentheatertagen Berlin, den Mülheimer
Theatertagen und dem Heidelberger Stückemarkt eingeladen.
61
REGIE & KOSTÜME ........................ THIRZA BRUNCKEN
RAUM .......................................... THIRZA BRUNCKEN
EINGELADEN ZU DEN 51. MÜLHEIMER
THEATERTAGEN — STÜCKE 2026
MIT ENSEMBLE & TEAM
TANZ ........................................... ROMY AVEMARG
DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG
MIT: VANESSA CZAPLA, SAMUEL SANDRIESSER,
BETTINA SCHMIDT
WIEDERAUFNAHME
DISKOTHEK
IM HERBST/WINTER
DIESE INSZENIERUNG BIETEN WIR ZU AUSGEWÄHLTEN
VORSTELLUNGEN ALS RELAXED PERFORMANCE AN. NÄHERE
INFORMATIONEN FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSITE.
DIE MENSCHEN
HABEN IHRE
EIGENEN GEFÜHLE
INNEN IN SICH
DRINNEN UND
DRÜCKEN SIE
AUßEN AUF IHREM
GESICHT AUS
SICH HERAUS AUS
WIEDER-
AUFNAHME
BU SÖZLER
B Z M —
DIE WORTE
GEHÖREN UNS
YADE YASEMIN ÖNDER
„wir wohnen irgendwo in deutschland“ — so beginnt Yade Yasemin
Önders Stück. Doch in dem Land, das für die Familie
von Lale und Lilo ein Zufluchtsort ist, scheint im familiären
Mikrokosmos nichts zu stimmen: Mama liegt nur noch auf der
Couch, seit Papa ihr das Schreiben verboten hat. Lilo muss damit
klarkommen, dass er einen „Mädchennamen“ trägt. Und
als Einzige in der Familie spricht Lale kein Türkisch. Als die
Dinge um sie herum zu verschwinden beginnen und schließlich
sogar Mama nicht mehr zu finden ist, scheint der letzte
Halt für die beiden Kinder verloren.
Warum Lale mit ihrer Elternsprache so gar nichts anfangen
kann, warum Mamas Schreiben alle in Gefahr bringt,
wieso die Wörter und die Sätze zu einzelnen Buchstaben zerfallen
— und was dieses Zerfallen mit der Politik in der Türkei,
dem Land, aus dem Lales und Lilos Eltern fliehen mussten, zu
tun hat — das finden die beiden Geschwister mit der Hilfe eines
ganz unerwarteten, neuen und doch uralten Freundes heraus:
ein sprechendes und fliegendes Sofa, das sie auf eine
märchenhafte Reise durch ganz Europa entführt.
Die Reise der Geschwister bringt sie räumlich ihrer
Herkunft näher, führt sie durch die Zeit und vor allem an den
Grenzen der Sprache entlang. Türkisch und Deutsch fließen
poetisch ineinander, das Spiel mit den Sprachen wird zu einer
Auseinandersetzung mit der Frage nach Identitäten.
Mit „Bu sözler bizim“ bringt das Schauspiel Leipzig bereits
zum vierten Mal in Kooperation mit den WIENER WORT
STAETTEN das Preisträgerstück des zweijährig ausgeschriebenen
exil-Dramatiker*innenpreises zur Uraufführung.
EXIL-DRAMATIKER*INNENPREIS 2024
URAUFFÜHRUNG
REGIE ......................................... EBRU TARTICI BORCHERS
BÜHNE & KOSTÜME ...................... SAM BEKLIK
VIDEO ......................................... CHRISTIAN BORCHERS
MUSIK ........................................ DANI CATALÁN
DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT
MIT: ALI AYKAR, DENIS PETKOVIĆ, PAULA WINTELER
WIEDERAUFNAHME
DISKOTHEK
IM HERBST/ WINTER
WENN DIE
DINGE NICHT
MEHR STIMMEN,
MÜSSEN SIE
SICH NEU
VERBINDEN
62
DER GIRSC H-
KARTEN
LUKAS RIETZSCHEL
WIEDER-
AUFNAHME
Zwei Neubausiedlungen, die sich scharf gegenüberstehen. Gleißend
helle Straßenlampen. Doch dazwischen steht noch ein
altes Haus in seinem verwilderten Garten. Dort trifft sich die
Familie, um zu beraten, wie es weitergeht mit diesem Haus:
Man könnte es richtig renovieren. Man könnte es verpachten
als Ferienhaus. Oder es verkaufen an die Bauträger rundherum.
Aber hinter den guten Vorschlägen lauern verstrickte
Fragen: Wer würde sich um das Haus kümmern? Wer würde
einziehen wollen? Und wem würde das Geld vom Verkauf
zustehen? Emotionen und Erinnerungen stehen einer neuen
Wirklichkeit gegenüber, und allmählich ziehen Unschärfen in
die Debatte: Wie intakt oder kaputt ist das Haus? Wie viele
Quadratmeter hat das Grundstück wirklich?
WARUM IST
ALLES,
DAS MAL WAR,
SO VIEL
SCHÖNER
ALS DAS JETZT.
Es war einmal ein prächtiger Kirschgarten. Der schönste im
ganzen Bezirk, er wurde sogar in Reiseführern erwähnt. Aber
er hatte keine Zukunft, denn die Familie, die ihn besaß, war
pleite. Der Kirschgarten wurde verkauft und gefällt, das Areal
in Parzellen aufgeteilt. So schrieb es Anton Tschechow 1904 in
seinem letzten Stück „Der Kirschgarten“. Eine tragische Komödie
über vertane Chancen und den Wert der Erinnerungen.
Nun widmet sich Lukas Rietzschel dem Erbe dieses Kirschgartens,
gesetzt in die Bedingungen der Gegenwart: Die letzte
der Parzellen, sie hat die Zeiten bis hierhin überstanden. Erneut
ist das Haus Gegenstand von Möglichkeiten und Emotionen,
Erinnerungen und Widersprüchen. Eine Komödie über
den Wandel der Zeit und den Umgang mit der Realität: „Eins
und eins ergibt zwei; das ist doch eine klare Sache.“ — „Für
manche nicht mehr.“
AUFTRAGSWERK DES SCHAUSPIEL LEIPZIG
KOMÖDIE NACH ANTON TSCHECHOW
URAUFFÜHRUNG
REGIE & BÜHNE ........................... ENRICO LÜBBE
KOSTÜME ................................... TERESA VERGHO
MUSIK ........................................ PEER BAIERLEIN &
THIBAULT MADELINE
DRAMATURGIE ............................. TORSTEN BUß
„Alles in dieser Inszenierung ist Komödie.
Und zwar eine bitterböse.“
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
MIT: THOMAS BRAUNGARDT, VANESSA CZAPLA,
KATJA GAUDARD, TILO KRÜGEL, DIRK LANGE,
LISA-KATRINA MAYER, NIKLAS WETZEL
„Getragen wird der Abend von einem
wunderbaren Ensemble.“
DIE DEUTSCHE BÜHNE
„Lukas Rietzschels Tschechow-Interpretation
bringt Enrico Lübbe brillant auf die Bühne.“
KREUZER
WIEDERAUFNAHME
IM HERBST/ WINTER
DISKOTHEK
EINGELADEN ZU DEN 51. MÜLHEIMER THEATERTAGEN —
STÜCKE 2026
EINGELADEN ZUM 13. SÄCHSISCHEN THEATERTREFFEN
AM GEHART-HAUPTMANN-THEATER GÖRLITZ-ZITTAU
63
WIEDER-
AUFNAHME
LETZTE STATION
TORGAU.
EINE KALTE
UMARMUNG
DOKUMENTARTHEATERPROJEKT
VON DURA & KROESINGER
Sie sind ein dunkles Kapitel in der jüngeren deutschen Geschichte
und wirken bei den Betroffenen bis heute fort: Die sogenannten
„Jugendwerkhöfe“ der DDR-Jugendhilfe. Hier sollten
„schwererziehbare“ Jugendliche zu sozialistischen Persönlichkeiten
umerzogen werden. Wer hier eingewiesen wurde, hatte
oft bereits eine Heimkarriere hinter sich.
Unter dem Tarnbegriff „Arbeitserziehung“ wurden
die Insassen zu einem Hungerlohn als „Hilfsarbeiter“ ausgebildet
— und so als Teil eines Systems der Zwangsarbeit
ausgebeutet. Hergestellt wurden unter anderem Bauteile für
Selbstbaumöbel großer westlicher Konzerne — was dem Arbeiter-und-Bauern-Staat
wertvolle Devisen und der „freien
Welt“ kostengünstige Wohlfühl-Wohnatmosphäre einbrachte.
Und wer im Jugendwerkhof immer noch nicht funktionierte,
für den gab es als letzte Drohung den Geschlossenen
Jugendwerkhof Torgau. Hier waren militärische Verhaltensregeln
an der Tagesordnung. Kontrolle bis ins kleinste Detail,
Zwangssport und Zwangsarbeit, ein hartes Bestrafungssystem,
Gewalt seitens der Erzieher und untereinander, bis hin
zum blanken Sadismus, prägten den Alltag der Jugendlichen.
Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger sind für
das Rechercheprojekt den Geschichten rund um Torgau nachgegangen:
in zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen, mit
Menschen, die sich der Aufarbeitung der Geschichte verpflichtet
haben, in intensiven Archivrecherchen.
KENNST DU DIE STADT,
IN DER DIE
SONNE NIE LACHT,
DAS IST TORGAU,
WO MAN AUS
MENSCHEN IDIOTEN
MACHT.
64
URAUFFÜHRUNG
INSZENIERUNG ............................ HANS-WERNER
KROESINGER &
REGINE DURA
KONZEPT & TEXT .......................... REGINE DURA
BÜHNE & KOSTÜME ...................... HUGO GRETLER
MUSIK ........................................ JONAS MARC ANTON
WEHNER
DRAMATURGIE ............................. GEORG MELLERT
MIT: PAULINA BITTNER, CHRISTOPH MÜLLER,
SAMUEL SANDRIESSER, TERESA SCHERGAUT,
NICOLAS STREIT, PAULA WINTELER
WIEDERAUFNAHME
DISKOTHEK
IM HERBST/ WINTER
„Indem die Schauspieler immer wieder die anarchische
Wut, den Selbstbehauptungswillen der internierten
Jugendlichen und ihren Kampf für die Selbstachtung
zeigen, geben sie ihnen genau das, was Torgau ihnen
nehmen wollte: ihre Würde.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
„Dieser Abend ist ein ebenso bedrückendes wie wichtiges
Statement zu einem sehr dunklen Kapitel der DDR.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
„Entstanden ist ein Stück, das in seiner kalten Wucht
fast sprachlos macht.“
MÄRKISCHE ODERZEITUNG
WIEDER-
LIEBE EINE
ARGUMENTATIVE
ÜBUNG
SIVAN BEN YISHAI
AUFNAHME
DAS SIND DIE
TAGE DES
KAPITALISMUS
UND SCHAM
LÄSST DEINE
AKTIEN SINKEN
Olivia Öl ist stark, eigenständig und Romanautorin. Popeye,
der Seemann, ist muskulös, tätowiert und will Filmregisseur
werden. Die beiden lernen sich im Sprachkurs kennen und obwohl
Popeye grade eine schwierige Trennung zu verarbeiten
hat, bekommt Olivia bald eine der Hauptrollen in seiner Serie:
das Girlfriend. Damit die Beziehung mit diesem Prachtexemplar
von einem Mann gelingt, geht Olivia Kompromisse ein.
Eigentlich wollte sie sich nie eine Wohnung oder ein Konto teilen.
Popeyes Drehbuch ist zwar nie über die ersten zwei Seiten
hinausgekommen und Olivias Romane hat er gar nicht erst gelesen.
Doch wer würde behaupten, dass eine Beziehung nicht
auch Arbeit und Verzicht bedeutet? Als Autorin kämpft Olivia
lautstark gegen das Patriarchat, zu Hause ist sie besorgt, dass
ihre schrille Stimme Popeye nerven könnte. Doch eines Tages
gerät sie in eine mythische Rage.
Tatsächlich war Olivia Öl bereits zehn Jahre lang eine der
Hauptfiguren in E. C. Segars Comic „Thimble Theatre“ gewesen,
als dort 1929 Popeye seinen ersten Auftritt hatte. Zunächst
als Nebenfigur konzipiert, von der Olivia sich noch unbeeindruckt
gezeigt hatte, kaperte der Seemann mit den grotesken
Armen bald den gesamten Streifen, der wenige Jahre später
nur noch „Popeye“ hieß.
Virtuos entlarvend und humorvoll durchleuchtet
Sivan Ben Yishai die zweidimensionalen Oberflächen dieser
beiden Comicfiguren für eine argumentative Übung, die radikal
und explizit unsere Ideen von Liebe, modernen Paar beziehungen
und tradierten Mustern befragt.
DEUTSCH VON MAREN KAMES
STUDIOINSZENIERUNG 2026
REGIE ......................................... KATRIN PLÖTNER
BÜHNE ....................................... JIL BERTERMANN
KOSTÜME .................................... JOHANNA HLAWICA
MUSIK ........................................ PAUL PÖTSCH
DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE
„Sich einer Comicfigur fast psychoanalytisch zu
nähern, in ihrer fiktiven Vorgeschichte mit all
den Warnungen der Oma und des Vaters zu wühlen,
ist originell. Die Botschaft wird greifbar.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
MIT: JACOB AGHA EBRAHIM, MANUEL EISTETTER,
PAULINE MALKOWSKI, KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER,
ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ ROSERO, LILLI SCHNABEL,
ALANA LU WENDSCHE, HANNA ZÜRN
WIEDERAUFNAHME SEPTEMBER 2026
DISKOTHEK
65
WIEDER-
AUFNAHME
STAUBFRAU
MARIA MILISAVLJEVIĆ
Für das Außen ist das Leben der Staubfrau perfekt: Sie hat
einen liebevollen Partner, zwei tolle Kinder, eine schöne Wohnung,
einen Halbzeitjob. Doch das Außen sieht nicht, in welcher
Gefahr sie sich in ihrem Zuhause befindet, denn dort ist
sie immer wieder psychischer und körperlicher Gewalt durch
ihren Partner ausgesetzt. Eines Abends beschließt sie, dass
es so nicht weitergehen kann, und begibt sich in ihrem Inneren
auf die Suche nach Auswegen.
Dort, in ihrem Inneren, ist sie nicht allein. In ihr begegnen
sich viele verschiedene Stimmen und Generationen:
Es sind Stimmen von Freundinnen, Nachbarn, Lehrerinnen,
Philosophen und Therapeutinnen. Es ist die Großmutter, deren
beste Freundin als junges Mädchen Opfer eines Femizids
wurde. Es ist die Mutter, die lernen musste, Beleidigungen
und Demütigungen still zu ertragen. Die Lebensgeschichten
der Frauen scheinen einer vorgezeichneten Bahn zu folgen,
ge prägt vom reißenden Strom der Gewalt, der sie mit sich
zieht und aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Wie
ein Fluss die Landschaft, so formt die Gewalt die Körper, Erinnerungen
und Entscheidungen, wenn auch auf unterschiedliche
Weise.
Aber es muss doch möglich sein, den Strom zu stoppen,
ihn umzulenken, neue Abzweige zu finden. Doch um
diese zu finden, muss sie am Schweigen der Gesellschaft kratzen,
das sich wie Staub über die Vergangenheit gelegt hat. Sie
öffnet sich den Konflikten mit ihren Vorfahren, hört zu, erwidert,
hält aus. Immer wieder stemmt sie sich gegen den Sog,
der ihren Lebensweg zurück in seine vorgegebene Bahn ziehen
will. Ihr Versuch, den Fluss in eine neue Richtung zu treiben,
erfordert Mut, kostet Kraft, scheint zum Scheitern verurteilt.
Schnell wird klar: Es gibt keine einfachen Antworten,
nur die Entscheidung, sich nicht mehr treiben zu lassen.
Die Texte von Maria Milisavljević werden nicht nur im deutschsprachigen
Raum, sondern auch international an renommierten
Theatern aufgeführt. Mit „Staubfrau“ gewann sie 2025
sowohl den Publikums- als auch den Jurypreis der Mülheimer
Theatertage.
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
„Unbedingt sehenswert.“
MDR KULTUR
„Eine stimmige Versuchsanordnung, die in ihrer klaren
Rationalität und Nüchternheit den Figuren genau
den Raum lässt für ihre Geschichten, Gedanken und
Emotionen. Ein starkes Zusammenspiel, in dem alle
drei Spielerinnen brillieren.“
DIE DEUTSCHE BÜHNE
ICH BIN EINE
GUTE MUTTER.
IMMER
NOCH UND TROTZ
ALLEM. EINE
GUTE MUTTER.
DASS IHR
ES NUR WISST.
REGIE ......................................... KAMILA POLÍVKOVÁ
BÜHNE ....................................... ANTONÍN ŠILAR
KOSTÜME .................................... LISA DÄßLER
MUSIK ........................................ PETER FASCHING
DRAMATURGIE ............................. JULIA BUCHBERGER
MIT: PAULINA BITTNER, KATJA GAUDARD, IRENE KUGLER
WIEDERAUFNAHME
DISKOTHEK
IM HERBST/ WINTER
66
WIEDER-
AUFNAHME
WHITE
PASSING
SARAH KILTER
Wer eine teure Handtasche trägt, dem traut man keine antikapitalistische
Gesinnung zu. Hat man allerdings ein kostspieliges
Tattoo, sagen wir, für mehr als 500 €, kratzt das landläufig
nicht am linken Image — solange das Motiv stimmt. Ihmchen
findet das scheinheilig. Wie so vieles andere, das sie ihrer deutschen
Heimat attestiert. Wieso Ihmchen dafür einen geschärften
Blick hat? Sie steht eben nur mit einem Bein in der deutschen
Mehrheitsgesellschaft. Mit dem anderen steht sie auf
der Badstraße im Wedding, wo sie zeitweise beim algerischen
Vater aufgewachsen ist. Dieser Teil von ihr ist gewissermaßen
undercover, denn irgendwie „sieht man das nicht bei ihr“, das
Migrantische. Daher bietet sie einen Perspektivwechsel an.
Und eine erweckende Nacht im (anders) geteilten Berlin.
Sarah Kilter arbeitet als freiberufliche Autorin für Theater
und Hörspiel sowie als Drehbuchautorin für Film und Fernsehen.
Von 2016 bis 2020 studierte sie Szenisches Schreiben an
der Universität der Künste Berlin. Ihr Theaterstück „White
Passing“ ist eines von drei Gewinnerstücken der Berliner Autor:innentheatertage
2021 und wurde in der Regie von Thirza
Bruncken am Schauspiel Leipzig uraufgeführt. Zudem wurde
Kilter 2022 mit „White Passing“ für den 47. Mülheimer Dramatikpreis
nominiert. Am Schauspiel Leipzig ist das Stück mit
bereits über 50 Vorstellungen fester Teil des Diskothek-Repertoires.
In der Kritiker:innen-Umfrage der Zeitschrift Theater
heute wurde Sarah Kilter zur Nachwuchsdramatikerin 2022
gewählt. Die von ihr geschriebene Serie „Lamia“ war im Programm
der ARD zu sehen.
IN DEUTSCHLAND
WEIß ICH
MANCHMAL
NICHT, OB
ABDELLATIF EIN
MÄNNLICHER
VORNAME
ODER EIN
RHETORISCHES
STILMITTEL IST.
„Das sprachlich stärkste Stück kommt an diesem Abend
von der Dramatikerin Sarah Kilter. Ihr Stück ist ein
großes Spiel mit Zuschreibungen, das, hoch aufgedreht
und inszenatorisch verfremdet, die Fallstricke von
Identitäts-Konstruktionen offenlegt. Und wenig Angst
vor der Provokation hat.“
NACHTKRITIK
„Das sprudelnde Texttheater mit Perspektiv-Wechseln
und Meta-Ebene lässt sich zwischen Milieu-Analyse und
frecher Ironie kaum fassen. Bruncken und ihr Team
finden mit der surrealen Reisetaschen-Welt und Puppenfiguren
eine spielerische Entsprechung. Und arbeiten
aus dem artifiziellen Setting doch einen klaren Handlungsstrang
und eine Protagonistin als Kulminationspunkt
unterschiedlicher Pole heraus.“
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG
URAUFFÜHRUNG
REGIE ......................................... THIRZA BRUNCKEN
BÜHNE & KOSTÜME ...................... CHRISTOPH ERNST
DRAMATURGIE ............................. MARLEEN ILG
MIT: MERIAM ABBAS, ANNE CATHRIN BUHTZ,
BETTINA SCHMIDT
WIEDERAUFNAHME
IM HERBST/ WINTER
DISKOTHEK
STÜCKEWETTBEWERB DER AUTOR:INNENTHEATERTAGE AM
DEUTSCHEN THEATER BERLIN 2021
EINGELADEN ZUM HEIDELBERGER STÜCKEMARKT 2022
EINGELADEN ZU DEN 47. MÜLHEIMER THEATERTAGEN —
STÜCKE 2022
67
WIEDER-
AUFNAHME
WÜSTE
SAM MAX
ES WIRD MEHRERE
KAMERAS
GEBEN, JA.
ER WILL ES DREHEN
WIE EIN
THEATERSTÜCK.
Die Wüste von Arizona, darin ein einsames Motel, in dessen
Nähe ein Filmset. Chloe und Tom sind ein Paar, beide sind in
dem Film besetzt, wenngleich in unterschiedlich großen Rollen.
Während Tom mal wieder glänzen kann, sitzt Chloe im
Motelzimmer fest, geht mit ihrer Assistentin Hannah immer
wieder den Text des Drehbuchs durch und wartet darauf, dass
ihre Narben nach einer aufwendigen Schönheitsoperation verheilen.
Bandagiert und nahezu blind, ist Chloe mehr denn je
auf Hannah angewiesen. Da trifft es sich äußerst ungünstig,
dass Hannah aus unerklärlichen Gründen immer wieder abtaucht
und an anderer Stelle wieder aufwacht.
Sam Max lebt in New York und arbeitet in den Bereichen Text,
Regie, Musik, Kunst und Performance. „Wüste“ wurde von
Sam Max selbst 2024 am Deutschen Theater Berlin inszeniert
und uraufgeführt. In der Diskothek des Schauspiel Leipzig
wird es inszeniert von Wilke Weermann. Er studierte Regie an
der ADK Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sein Drama
„Abraum“ wurde nominiert für den Retzhofer Dramapreis 2015
und 2016 ausgezeichnet mit dem Münchner Förderpreis für
deutschsprachige Dramatik. Seine Inszenierung „Fahrenheit
451“ am Schauspiel Stuttgart war eingeladen zum Festival
„radikal jung“ 2018 in München. Wilke Weermann arbeitete
u. a. am ETA Hoffmann Theater Bamberg, Schauspiel Köln,
Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Frankfurt und am Deutschen
Theater Berlin.
Hannah, Chloe und Tom begegnen sich nicht nur in einem
Dreieck aus Begierden und Abhängigkeiten, sondern auch in
einer lückenhaften Wirklichkeit, in der ihnen jeweils aus unterschiedlichen
Gründen Dinge entgehen, die sich vor ihren
eigenen Augen abspielen. Wobei diese blinden Flecken von den
jeweils Anderen auch mal schamlos ausgenutzt werden. Das
mittelmäßige Filmskript hingegen scheint verdächtig nah an
ihrer eigenen Lebensrealität geschrieben zu sein und zunehmend
damit zu verschwimmen. Mitten in der leeren Wüste, die
offenbar Menschen verschluckt und wieder aus spuckt, versuchen
sie ihre Rollen so intensiv wie möglich auszufüllen, angetrieben
von einem Bedürfnis, das alles zu verzehren scheint:
Bestätigung durch Andere, um die eigene Leere zu füllen.
DEUTSCH VON MARIA MILISAVLJEVIĆ
REGIE ......................................... WILKE WEERMANN
BÜHNE ........................................ ALEXANDER NAUMANN
KOSTÜME .................................... ANNIKA LU
MUSIK ......................................... CONSTANTIN JOHN
DRAMATURGIE ............................. MATTHIAS DÖPKE
MIT: JACOB AGHA EBRAHIM, PAULINA BITTNER,
ANNE CATHRIN BUHTZ, MARKUS LERCH
WIEDERAUFNAHME
IM HERBST/ WINTER
DISKOTHEK
ZU AUSGEWÄHLTEN VORSTELLUNGEN:
LIVE-AUDIODESKRIPTION
68
69
Drei Mal links ist rechts JULIAN HETZEL
Freude! Mit „Drei Mal links ist rechts“ („Three
times left is right“) von Julian Hetzel ist eine
Residenz-Produktion beim Berliner Theatertreffen
2026 eingeladen. Die in Koproduktion mit den
Wiener Festwochen entstandene Performance ist
von der Festivaljury unter die „zehn bemerkenswer
testen Inszenierungen“ des deutschsprachigen
Raums gewählt worden. Gratulation an das Team
um Julian Hetzel zu einer herausragenden Auszeichnung,
die mit einer Wiederaufnahme des
Stückes in dieser Spielzeit (April 2027) gefeiert
wird!
Und nicht nur diese Einladung zum Theatertreffen bestätigt
die Relevanz der Spielstätte mit festem Platz zwischen Kunst
und Kultur auf dem international beachteten Spinnereigelände.
Die Residenz ist innerhalb der Leipziger Theaterlandschaft
und weit darüber hinaus fest verankert sowie für ihr künstlerisches
und konzeptionelles Profil bekannt, das sich der zeitgenössischen
Performance verschrieben hat und das großen
Anklang beim Publikum findet. Mit der Anbindung der frei
produzierenden Theaterszene ans Stadttheater ist die Residenz
ein einzigartiges Modell und Performance-Kollektive schätzen
die Möglichkeit, während eines mehrwöchigen Produktionsaufenthaltes
vor Ort an ihren Projekten arbeiten zu können.
KOPRODUKTIONSPARTNER:
GOLD & PECH THEATER HÖF-PRÄBACH (AT)
BALLHAUS OST
RINGLOKSCHUPPEN RUHR
PUMPENHAUS MÜNSTER
ROXY BIRSFELDEN (CH)
WERKRAUM SCHÖPFLIN
LOFFT — DAS THEATER
SCHAUBÜHNE LINDENFELS
WIENER FESTWOCHEN
71
Auch in dieser Spielzeit lädt die Residenz dazu ein, Performancekunst
ganz unmittelbar zu erleben und eine ganze Bandbreite
möglicher Formen des Miteinanders zu erfahren: Das international
gefeierte und charmante NATURE THEATER OF
OKLAHOMA isst mit dem Publikum Pizza, singt mit einem
lokalen Chor Lieder zur Geistervertreibung und widmet sich
mit viel Witz und Aerobic dem Sinn des Lebens. Die Leipziger
Ballroom-Community TrueColours hat sich seit ihrem Bestehen
der Gemeinschaftsbildung verschrieben, sie stellen BiPoC/
Queer-Künstler:innen in den Mittelpunkt ihres Showcase und
geben in einer Podiumsdiskussion Einblicke in die Ballroom-
Kultur als gelebte Praxis. Gleich drei Kollektive — George Bele,
FARN und Bodenproben — kommen für das Vorhaben zusammen,
sich gemeinsam mit dem Publikum im Verabschieden
und Loslassen zu üben. Und während die Choreographin Eva
Meyer-Keller in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Max-
Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie eine feministische
Perspektive auf Evolutionstheorien wirft, entwickelt
vorschlag:hammer aus biographischen Interviews, die das Performance-Kollektiv
mit Kindern aus Leipzig, Zürich, Duisburg
und Berlin geführt hat, eine vielstimmige Inszenierung über
Kindheit(en).
Zudem präsentiert die Leipziger Autorin und Performerin
Martina Hefter in Begleitung einer Band am 17. 10. ihren
neuen Roman und es wird überall gemunkelt, dass uns auch
in dieser Spielzeit die fabelhaften #BBF aus Leipzig mit einer
wilden Überraschung im Winter die Herzen wärmen werden.
Last, but not least schließen sich für die bereits vierte Ausgabe
des Projektes „KATAPULT — Performance Plattform Leipzig“
Residenz Schauspiel Leipzig, Schaubühne Lindenfels und
LOFFT — DAS THEATER zusammen und bieten in Eigeninitiative
der lokalen Performance-Szene eine Plattform für die
unterschiedlichsten Performance-Formate. Die Präsentation
bildet den krönenden Abschluss der Spielzeit 2026 / 27 und die
drei Spielstätten werden mit dem Publikum ein fulminantes
Performance-Fest feiern!
NATURE
THEATER OF
OKLAHOMA
PIZZA OR A DOOR IN THE DARK
DOES NOT DANCE
OR THE MEANING OF LIFE
NEW YORK
„Pizza or A Door In The Dark Does Not Dance Or The Meaning
Of Life “ ist eine Kammeroper, klein im physischen Maßstab,
aber kompromisslos episch und überdimensional in ihrem inhaltlichen
Umfang und ihren Ambitionen, mit einzigartigem
Gesang und tänzerischen Meisterleistungen. Das Publikum
sieht und hört, im Grunde genommen kauft es zwei Shows —
mindestens zwei, wahrscheinlich sogar mehr! — zum Preis von
einer, eine Tatsache, die in diesen wirtschaftlich schwierigen
Zeiten nicht zu verachten ist.
Der erste Akt spielt auf einer Pizza-Party, die harmlos
beginnt, aber als eine Person offenbart, dass sie an einer mysteriösen
Krankheit stirbt, und von den Feierlichkeiten verschwindet,
wird ihr vermuteter Tod zu einem Portal in eine
andere Welt, bewohnt von Geistern anderer toter (oder möglicherweise
toter) Wesen, die noch Rechnungen zu begleichen
und Fragen zu klären haben.
Die Pizza wird von der örtlichen Pizzeria geliefert und
alle bekommen ein leckeres Stück — vielleicht sogar eine geheime
Botschaft oder einen hilfreichen Tipp fürs Leben vom
Lieferanten. Aber ist er auch tot? Oder nur einer der vielen
Geister, die das vorübergehend offene und unbewachte Tor
zwischen Leben und Tod nutzen, um sich in unsere Welt zu
schleichen und uns noch verwirrter zu machen, als wir ohnehin
schon sind?
Verloren in der Sauce (Marinara), schwebend zwischen
zwei gegensätzlichen Zuständen, unsicher über unsere geistige
Verfassung und unsere Körpergrenzen ... Es ist schwer,
nicht wahr? Aber es ist einfacher, damit umzugehen, wenn wir
alle zusammen sind, wenn alle auf der Bühne und im Publikum
diese seltsame Pizza gemeinsam genießen.
Nature Theater of Oklahoma ist eine preisgekrönte New Yorker
Kunst- und Performance-Unternehmung unter der Leitung
von Pavol Liska und Kelly Copper. Mit jedem neuen Projekt
versuchen sie sich selbst, dem Publikum und ihren Mitarbeitenden
eine unmögliche Herausforderung zu stellen — indem
sie innerhalb der Codes und Grenzen etablierter Genres arbeiten
und diese sprengen. Kein Projekt gleicht dem anderen, aber
die Arbeiten sind immer voller Humor, auch Ernsthaftigkeit
und Strenge, und das Publikum spielt immer eine wesentliche
Rolle.
Mit vorgefertigtem Material, gefundenen Räumen, geschenkten
Requisiten, kosmischen Zufällen, extremer formaler
Manipulation und schlicht harter Arbeit schafft das Nature
Theater of Oklahoma Kunst, die eine Veränderung in der
Wahrnehmung der alltäglichen Realität bewirkt, die über den
Ort der Aufführung hinaus in die Welt hineinreicht.
www.oktheater.org
LEIPZIG-PREMIERE 10. 9.
72
TRUE
COLOURS
BALLROOM SHOWCASE &
QUEER PERFORMANCE NIGHT
LEIPZIG
PREMIERE 2. 10.
TrueColours ist eine lokale Ballroom-Initiative, die sich für
den Aufbau von Gemeinschaften, Fürsorge und kulturelle
Arbeit einsetzt. Seit 2021 schaffen und erhalten sie aktiv Räume
für queere/BiPoC-Personen und Menschen mit Migrationshintergrund
in Leipzig. Ihre Arbeit geht weit über Ballroom-
Veranstaltungen hinaus: Sie organisieren Workshops, Bildungsdiskussionen,
Ausstellungen sowie Community-Treffen und
sammeln gleichzeitig Spenden, um queere/BiPoC-Anliegen zu
unterstützen.
TrueColours, die Ballroom-Community aus Leipzig, bringen
einen kuratierten Abend mit Performances ausgewählter
Künstler:innen aus der deutschen Ballroom-Szene in die Residenz.
Die Kurzauftritte spiegeln verschiedene Elemente der
Ballroom-Kultur wider — Bewegung, Geschichtenerzählen,
Haltung, Mode und verkörperten Widerstand. Jeder Auftritt
trägt zu einer gemeinsamen Erzählung über Präsenz, Resilienz
und Vorstellungskraft von BiPoC/Queer bei.
Im Mittelpunkt von TrueColours steht die Überzeugung,
dass Ballroom nicht nur Performance ist, sondern ein
Instrument für Empowerment, Bildung und kollektives Überleben.
Als Subkultur, die in New York City von schwarzen und
lateinamerikanischen Transfrauen ins Leben gerufen wurde,
entstand Ballroom als sicherer Raum, in dem BiPoC/Queer-
Personen — die systematisch aus der Mainstream-Gesellschaft
und oft auch aus weißen Queer-Räumen ausgeschlossen sind
Diese Veranstaltung ist eine Show — und sie ist auch — Raum einnehmen, Sichtbarkeit einfordern und ihre Exzellenz
ein Statement. Es geht darum, die Wurzeln der Ballroom-Kultur
als gelebte Praxis hervorzuheben, Stimmen zu verstärken,
die Wurzeln von Ballroom zu würdigen und gleichzeitig seine
Zukunft zu unterstützen. TrueColours möchten in der Residenz
nach ihren eigenen Vorstellungen feiern können. Als
selbst organisierte Alternative hat Ballroom seit jeher Raum
für Selbstdefinition, gewählte Familie, kollektive Fürsorge
und radikale Sichtbarkeit geboten.
einen Moment der kollektiven Präsenz schaffen, in dem
queere/BiPoC-Künstler:innen im Mittelpunkt stehen, gefeiert
und respektiert werden. An diesen Abenden sollen Träume
auf der Tanzfläche verwirklicht werden können.
Zusätzlich zu den Performances findet eine Podiumsdiskussion
statt, die Raum für Lernen und Austausch bietet.
Sie wird den historischen und kulturellen Kontext rund um
Ballroom beleuchten, Fragen der Aneignung, Sichtbarkeit und
Gemeinschaftspflege behandeln und Einblicke in die heutige
Bedeutung von Community geben.
73
VORSCHLAG:
HAMMER
KINDHEITEN
DUISBURG /
BERLIN / ZÜRICH
In vielen wohlhabenden Gesellschaften, darunter auch Deutschland,
werden Kinder zunehmend zu einer Minderheit. Was
bedeutet es, Kind zu sein in einer Gesellschaft, die immer älter
wird? Wie blicken Kinder auf die Welt, die wir ihnen hinterlassen?
Was wünschen sie sich? Und wie hören wir ihnen zu,
ohne sie sofort zu deuten, zu verbessern, zu normieren? In seiner
Arbeit entwickelt das Kollektiv vorschlag:hammer aus
biographischen Interviews mit Kindern aus Leipzig, Zürich,
Duisburg und Berlin eine vielstimmige Inszenierung über
Kindheit(en) im Jahr 2025. Die Kinder erzählen von sich, ihren
Beobachtungen, Sehnsüchten und Widersprüchen — mal erwartbar,
mal überraschend, mal trotzig und oft unbequem. Es
entsteht ein eigenwilliges Bild aus kleinen Biographemen, das
gleichermaßen authentisch wie phantasievoll erscheint. Mit
feinem Gespür für die Risse, Brüche und poetischen Momente
im Alltäglichen entwirft vorschlag:hammer ein vielschichtiges
Panorama über Kindheiten heute — und über das Spiel als
Möglichkeitsform, sich Welt gemeinsam zu erschließen. Ein
Abend, der sich auf das Risiko einlässt, Kinder ernst zu nehmen.
Nicht als Zukunft, sondern jetzt — als Spiegel unserer Gegenwart.
LEIPZIG-PREMIERE 20. 11.
vorschlag:hammer entwickelt seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen.
Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den
vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien
geöffnet, zu visuell-atmosphärischen, filmischen oder
körperfokussierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie frei bereits
existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen
zu immer neuen Themenfeldern. Seit 2015 erhält
vorschlag:hammer die Spitzenförderung des Landes NRW.
vorschlag:hammer studierte Kulturwissenschaften und ästhetische
Praxis in Hildesheim sowie Schauspiel in Bern und Zürich.
Der sich stets ergänzende vorschlag:hammer-Kern besteht
aus Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan
Stock. vorschlag:hammer ist Teil des Netzwerks cobratheater.
cobra.
74
EVA MEYER-
BERLIN
KELLER
BITCH, I EVOLVED!
„BITCH, I EVOLVED!“ nimmt eine feministische Perspektive
auf verschiedenste Evolutionstheorien ein, beleuchtet deren
Entstehung und fragt, welche Körper in den gängigen Erzählungen
nicht vorkommen, welche Reproduktionsformen ausgelassen
und welche Mythen nie geschrieben wurden.
Neuere Forschungen aus Evolutionsbiologie, Zoologie,
Geschlechterforschung und Wissenschaftsgeschichte zeigen,
wie stark der Fokus auf den männlichen Körper aus männlicher
Sicht die Erzählungen über Ursprung, Fortpflanzung,
Sexualität und Körper geprägt hat — und wie sehr die Evolution
des weiblichen und nicht-binären Körpers marginalisiert oder
verzerrt wurde. Aktuelle Forschungslinien beschreiben das
Leben vielmehr als ein Geflecht wechselseitiger Abhängigkeiten
und betonen die soziale und kulturelle Prägung. Wie Individuen
interagieren, wie sich Gemeinschaften organisieren
und welche Rollenverteilungen bestehen, kann entscheidend
für evolutionäre Anpassungen sein. So treten durchlässige
Modelle, die evolutionäre Entwicklungen als intersektionale
Beziehung unter- und miteinander denken, an die Stelle überholter
Leitbilder wie „Überleben des Stärkeren“.
Was wissen wir wirklich über unsere Herkunft und die evolutionären
Prozesse, die uns geformt haben? Welche Denkweisen,
Hierarchien und sozialen Geschlechterkonstrukte prägen die
wissenschaftliche Wahrnehmung unserer evolutionären Herkunft?
Warum fehlt die Evolution des weiblichen Körpers in
vielen Erzählungen? Wie kam es zum ersten Uterus, zu Brüsten
und Vulven? Warum ist der Mensch ein Säugetier und legt
nicht wie 99 % aller Tierarten Eier?
Eva Meyer-Keller ist eine Berliner Choreographin, deren Arbeitsweise
von einer konstruktiven Missachtung der Genregrenzen
(bildende Kunst, darstellende Kunst, Wissenschaft)
geprägt ist. Charakteristisch sind die minutiöse Aufmerksamkeit,
die auf Details gelegt wird, und die Verwendung von Alltagsobjekten.
Vor ihrem Abschluss in Tanz und Choreographie
an der SNDO in Amsterdam (1999) studierte sie Fotografie
in Berlin und London. Zu ihren zahlreichen eigenen Arbeiten
zählt u. a. „Death is certain“, das seit 2002 an mehr als 250 Orten
weltweit aufgeführt wurde. Seit 2017 setzt sie sich in Performances
wie „Some Significance“, „Living Matters“ und „Out
of Mind“ mit naturwissenschaftlichen Modellen auseinander
und dokumentiert ihre Forschung in künstlerischen Publikationen:
„LM: M-M-A-E“, „Give me your bones“ und „Scores of
Matters“. Gemeinsam mit der feministischen Untersuchung des
weiblichen Alterns „Turn the P/age“ (2025) lässt sich „BITCH, I
EVOLVED!“ als Fortsetzung einer Forschung lesen, die nach
Wegen sucht, kulturell verfestigte Narrative über Körper, Geschlecht
und Zeit neu zu verhandeln.
PREMIERE MÄRZ 2027
75
FARN/
GEORGE BELE/
BODEN-
PROBEN
CUT THE ROPE!
EIN RITUAL (AT)
LEIPZIG / BERLIN /
FREIBURG
Abschiede. Die kleinen, die großen. Jene, die leichtfüßig und
routiniert vollzogen werden, und jene, die gefürchtet sind und
viel zu groß. Abschiede, die Zeit brauchen, oft mehr, als vorhanden
zu sein scheint.
Wovon verabschieden wir uns fälschlicherweise, und
wovon wollen wir uns verabschieden? Wovon müssen wir uns
endlich verabschieden, weil es uns schon zu lange vorenthalten
oder genommen wurde? Wer und was hat einen schönen,
würdigen, feierlichen Abschied verdient und wird ihn deshalb
an diesem Abend bekommen? Wer und was ist schon zu
lange da und hatte noch nie das konstruktive, fröhliche, gleichberechtigte
Miteinander, sondern immer nur Menschenfeindlichkeit
im Sinn?
Cut the Rope praktiziert das Verabschieden, das geübt, das erlernt
werden kann und muss, weil es eine benötigte Handlung,
ein sinnvolles Werkzeug ist. Dingen, die ein Ende finden müssen,
wird ein Ende bereitet. Fäden und Seile all der Handlungen
und Strukturen, die tödlich sind, werden durchtrennt.
Gefeiert werden die, die angemessen zu betrauern viel zu oft,
viel zu lange vergessen wurde. Wir fangen mit dem Beenden
an.
PREMIERE MAI 2027
Für die Produktion „Cut the Rope!“ schließen sich die Kollektive
FARN, George Bele und Bodenproben zusammen, um
sich gemeinsam im Verabschieden zu üben: Das Performance-
Kollektiv „FARN“ um Moritz Bossmann, Nadja Sofie Eller,
Sandra Hüller, Tom Schneider sowie Aline Bucher begreift
das Theater als kollektive Praxis des Denkens und Handelns.
Innerhalb des Kollektivs gibt es keine festgelegten Strukturen
und Hierarchien, keine Sicherheiten und Wahrheiten, auf die
man sich verlassen könnte oder wollte. Als „George Bele“ finden
sich die Schauspielerin Charlotte Puder und die Autorin
Heike Geißler zusammen. Sie entwickelten u. a. Interventionsformate
in und für Schaufenster und ein Stück („Göttinnen
oder: Die Arbeit am Wetter von morgen“, UA Residenz Leipzig).
Sie verstehen den Namen George Bele als fiktive, aber anwesend
gedachte Figur, die be fähigt ist, sich zu verselbstständigen,
und daran erinnert, dass künstlerische Arbeit eine spezifische
Form von Leben erzeugen kann. Als „Bodenproben“
erkundet Uwe Gössel mit künstlerischen Projekten die Grundlagen
des Lebens. In unterschiedlichen Konstellationen werden
die verschiedensten „Böden“ erprobt: die physischen, die
ideologischen, die gesellschaftlichen und die zukünftigen.
76
KATAPULT
PERFORMANCE PLATTFORM
LEIPZIG
„KATAPULT — Performance Plattform Leipzig“ geht in die
vierte Runde. Nach drei erfolgreichen Ausgaben nimmt der
Zusammenschluss von LOFFT — DAS THEATER, Residenz
Schauspiel Leipzig und Schaubühne Lindenfels erneut Anlauf
und bietet der Performance-Szene in Leipzig eine Plattform,
die offen für die unterschiedlichsten Formate im Bereich Performance
ist.
24. — 27. 6. 27
KATAPULT ermöglicht es der lokalen Szene, vielfältige Zugänge
zu zeitgenössischer Performance auszuloten, Vernetzungen
zu stärken, gesellschaftlich relevante Themenfelder
zu erforschen sowie Formate und Arbeitsweisen auszuprobieren.
Im Vordergrund steht das Produzieren, welches von einem
Abschlussformat gerahmt wird, das die verschiedensten
Präsentationsformen begrüßt.
Für die Realisierung werden die Projekte mit einem
Budget, einer mehrwöchigen Arbeitsresidenz an einem der
drei Häuser, dramaturgischer Begleitung oder einem Mentoring
und organisatorisch-technischer Betreuung unterstützt.
Die Abschlussformate werden im Juni 2027 präsentiert.
CARD
SO OFT IN DIE RESIDENZ, WIE SIE WOLLEN:
DIE RESIDENZ-CARD MACHTS MÖGLICH.
FÜR EINMALIG 45,– ERHALTEN SIE FÜR EINE
SPIELZEIT FREIEN EINTRITT IN DER RESIDENZ.
Gegen Vorlage der Residenz-Card erhalten Sie Residenztickets an der Theaterkasse in der Bosestraße oder an der
Abendkasse vor Ort, solange der Vorrat reicht. Ausgeschlossen sind Veranstaltungen mit Sonderpreisen. Die Residenz
Card ist für eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person und ist nicht übertragbar.
DER RAUM
FÜR BESONDERE
FORMATE
Das Foyer 1 feiert Geburtstag — seit fünf Jahren
gibt es die Experimentierbühne des Schauspiel
Leipzig.
DAS JEWEILIGE PROGRAMM ENTNEHMEN
SIE BITTE UNSERER WEBSITE
SOWIE DEN MONATSSPIELPLÄNEN.
Initiativen aus den Reihen des Ensembles, des Schauspielstudios,
der Assistierenden, des ganzen Hauses erobern die
Bühne — dabei entstehen eigene Inszenierungen, wie der Dauerbrenner
„Spieglein, Spieglein, halt’s Maul, wir müssen nachdenken“
(bei Redaktionsschluss: bislang 40 Vorstellungen),
und wenn die Katze aus dem Sack gelassen wird, kriegt selbst
Godzilla weiche Knie. Direkt, roh, oft ungeschliffen — aber
immer mit Herz und Haltung. Und alles zum unschlagbaren
Jubiläumspreis von weiterhin 5 Euro.
Willkommen im Foyer 1.
Die Verwirrungen des Zöglings Törl eß ROBERT MUSIL
79
SPIEGLEIN,
SPIEGLEIN, HALT’S
MAUL, WIR MÜSSEN
NACHDENKEN
MIT TEXTEN VON ADA BERGER UND LIV STRÖMQUIST
Die Titelfigur von Grimms Märchen „Schneewittchen“ zeichnet VON FELIX KRAKAU
sich vor allem durch eines aus: ihre außerordentliche Schönheit.
Ihre böse Stiefmutter fühlt sich in ihrer Existenz bedroht Stau? Wenn alle Stricke reißen, klingelt bei ihm das Telefon.
Hauptdarstellerin erkrankt? Chor im Streik? Orchester im
und will sich die junge Nachfolgerin vom Leib schaffen. Der Bevor die Vorstellung ausfallen muss, rettet er dem Publikum
Mordversuch scheitert am Ende nur an sieben Zwergen und — und dem Theater — den Abend: Der Universalschauspieler!
der Erlösung durch einen jungen Mann und seinen Kuss aus Er setzt sich innerhalb von fünf Minuten ins Taxi, um abends
aufrichtiger Liebe. Von weiblicher Solidarität oder der Relevanz
innerer Werte kann hier keine Rede sein. Umstände, die Kollegen. Er spielt allabendlich um sein Leben und bleibt
auf der Bühne zu stehen, in Vertretung eines ausgefallenen
auch den heutigen Attraktivitätsmarkt bestimmen.
doch unsichtbar.
Frau muss daher nicht die böse Stiefmutter sein, um
Felix Krakaus berstend komischer und abgrundtief
einen Horror vor dem zu bekommen, was der Spiegel der Gesellschaft
ihr täglich mitteilt. Bei Ada Berger und Liv Ström
für Tilo Krügel und Denis Petković Ausgangspunkt für eine
trauriger Monolog über die Brüchigkeit des Daseins wird
quist kommen viele verschiedene Frauen zu Wort, die sich Reflexion über das Theater, das Leben und den ganzen Rest.
Gedanken über diese gesellschaftlichen Erwartungen machen
— alle gespielt von Paulina Bittner.
DIE VERWIRRUNGEN
DES ZÖGLINGS
TÖRL Eß
NACH DEM ROMAN VON ROBERT MUSIL
Pubertät ist Krieg. Zwischen Zärtlichkeit und Sadismus, Verletzlichkeit
und Gruppenzwang, Tätern und Opfern — zumindest
in dem Internat aus Robert Musils klaustrophobisch
dunkler Erzählung. Konfrontiert mit übermächtigen
Empfindungen, für die er überhaupt erst eine Sprache finden
muss, wird der junge Törleß Teil einer Clique, die mit eiskaltem
Kalkül die Demütigung eines Mitschülers vorantreibt —
und muss sich selbst fragen, welche Rolle er im düsteren Spiel
einnimmt. Robert Musils Erstlingswerk von 1906 analysiert
im Kleinen die Dynamik einer Verrohung, die wenige Jahrzehnte
später in einen gesellschaftlich organisierten Sadismus
münden sollte.
IMMER EINE
MEHR ALS DU
LINA WEGNER
Ava und Emmi kennen das Leben nur zu zweit. Sie sind
Schwestern, Freundinnen, Verbündete im Kampf gegen die
Ungerechtigkeiten der Welt. Doch als Ava zum Studieren in
eine neue Stadt zieht, wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt.
Wieso ist Ava plötzlich immer so wütend auf alles? Wieso
meldet sich Emmi nur noch, wenn sie mal wieder Hilfe braucht?
Wo sind sie geblieben, die Schwestern, die immer da waren?
Lina Wegner, Regieassistentin am Schauspiel Leipzig,
bringt ihren eigenen Text über die Höhen und Tiefen
schicksalhafter Verbundenheit im Foyer 1 zur Uraufführung.
80
SHOWTIME
(EIN ENT-
TÄUSCHENDER
ABEND)
OPHELIAS TRÄNEN
EIN ABEND ÜBER UND UNTER WASSER FÜR ALLE SÜßEN MÄUSE
VON UND MIT PAULA WINTELER
In der Regel wird Ophelia als die liebliche Frau an der Seite
des großen Titelhelden gedacht. Oder als die schöne, leblose
Silhouette, die der Fluss umspült. In der Kunstwelt tummelt
sich diese morbid-sinnliche Ikonographie zuhauf. Allen diesen
Ophelias gemein ist: Sie sind (meistens) still. In Paula
Wintelers Soloabend gehört die Bühne Ophelia selbst. Mit
und entgegen allen lieblich zarten Bildern von ihr. Ihre Perspektive
bildet das Zentrum. Und muss vielleicht auch erst gefunden
werden.
Denn wie so oft stellt sich Ophelia die stille Frage:
„Weinen oder lieber nicht?“ Damit sich alle gut fühlen, wird
meist ganz alleine unter der Dusche geheult. Doch dann beginnt
sie ihre Tränen zu sammeln und aufzukochen. Nebst süßen
Mäusen und personifizierten Zweifeln sind natürlich auch
Sad-Girl-Pop-Ikonen wie Lana Del Rey geladen zu einem
Abend über Urgewalt, Verwandlung und Zärtlichkeit, über
Oberflächlichkeit und Abgrundtiefe. Und alles ist wahnsinnig
traurig.
KATZE IM SACK
Jedes Mal neu, jedes Mal anders und immer eine Überraschung
— das Ensemble des Schauspiel Leipzig lässt die Katze
aus dem Sack.
UND VIELES MEHR …
Karaoke-Fever, Expertengespräche, Spielclubprojekte, Premierenfeiern,
…
81
Arsen und Spitzenhäubchen JOSEPH KESSELRING
THEATER–
PÄDAGOGIK
Hier am Schauspiel Leipzig er öffnen wir weitere
Räume, sich über den Vorstellungsbesuch hinaus
mit Fragen, Zusammen hängen und Arbeits weisen
rund um das Theater zu beschäftigen. Wir laden
Menschen jeden Alters ein, mit uns in parti zi pativen
Workshops, Ge sprächen, Fort bildungen,
künstlerischen Projek ten und Koope rationen in
einen offenen und lebendigen Austausch zu treten.
Unsere Theaterspielclubs für Menschen zwischen 12 und 99
Jahren bieten die Möglichkeit, sich als Teil einer Gruppe intensiv
und performativ mit einem Thema zu beschäftigen. Alle
unsere An ge bote verstehen sich als inklusiv. Weiterführendes
zu den Angeboten der Theaterpädagogik wie auch Informationen
zur Anmeldung für unseren News letter finden Sie in unserer
theaterpäda gogischen Broschüre oder auf der Website
des Schauspiel Leipzig.
AUF UNSEREM THEATERPÄDAGOGIK-BLOG
BERICHTEN WIR VON UNSEREM THEATERALLTAG
HINTER DEM ROTEN VORHANG.
NOCH MEHR INFORMATIONEN RUND UM UNSERE
VIELFÄLTIGEN THEATERPÄDAGOGISCHEN ANGEBOTE,
WIE Z. B. UNSER FORTBILDUNGSPROGRAMM,
DAS PROBEGUCKEN FÜR PÄDAGOGINNEN UND
PÄDAGOGEN ODER DIE THEATERFÜHRUNGEN FINDEN
SIE IN UNSERER THEATERPÄDAGOGIK-BROSCHÜRE.
Gern stehen wir auch direkt für Informationen
und Anmeldungen zur Verfügung:
theaterpaedagogik@schauspiel-leipzig.de
Amelie Gohla
0341 / 12 68 495
amelie.gohla@schauspiel-leipzig.de
Rosa Preiß
0341 / 12 68 497
rosa.preiss@schauspiel-leipzig.de
83
STÜCKVERMITTLUNG
Eine MATERIALMAPPE zum Stück, VOR- ODER NACHGESPRÄCH für
offene Fragen und individuelle Sichtweisen oder ein SZENI-
SCHER WORKSHOP: Wir stehen Ihnen für eine spielerische und
individuelle Bearbeitung des Theaterbesuchs zur Verfügung
und schlagen die Brücke vom künstlerischen Zugriff zur eigenen
Lebenswelt der Gruppe.
Als Schnittstelle zwischen Theater und Publikum
möchten wir neben Schulklassen auch weitere Gruppen und
Bildungseinrichtungen einladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.
Formate der Stückvermittlung sind in Verbindung mit
einem Vorstellungsbesuch kostenfrei.
SPIELPLAN-
VORSTELLUNG
FÜR LEHRKRÄFTE
Am 2. September 2026 um 18 Uhr laden wir Sie zu einer Vorstellung
unserer Spielzeit ein. Wir informieren Sie über Premieren,
das theaterpädagogische Begleitprogramm und mögliche Anbindungen
unserer Produktionen an den Schulunterricht.
Anmeldung per E-Mail erwünscht:
theaterpaedagogik@schauspiel-leipzig.de
KOOPERATIONS-
SCHULEN
Wir freuen uns darauf, in der Spielzeit 2026 / 27 unsere bestehenden
Kooperationen mit dem Immanuel-Kant-Gym nasium,
Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha, F.-A.-Brockhaus-Gym
nasium, Gymnasium Schkeuditz, Christian-Gottfried Ehrenberg-Gymnasium
Delitzsch, Gerda-Taro-Gymnasium, Gustav-
Hertz-Gymnasium, Leipzig-Kolleg, Gymnasium Borna, der
Werner-Heisenberg-Schule, der International School, dem
Goethe-Gymnasium und der Leibnizschule weiterzuführen.
Die Vereinbarung ist kombiniert mit dem Schul-Abo Spezial
(siehe Seite 99).
BÜHNENFÜHRUNG
Was passiert eigentlich, wenn der Vorhang fällt? Im Anschluss
an ausgewählte Vorstellungstermine bieten wir Ihnen einen
exklusiven, technischen Blick hinter die Kulissen der Großen
Bühne. Seien es Kulissen im gerade noch bespielten Bühnenbild,
Überbleibsel der Requisite, Spuren des Ensembles oder
die besondere Atmosphäre unmittelbar nach dem Applaus —
erleben Sie hier einen Einblick, der dem Publikum meist verborgen
bleibt.
Die aktuellen Termine entnehmen Sie bitte unserer
Website sowie den Monatsspielplänen.
Dauer ca. 60 Minuten, begrenzte Platzzahl
KINDER-
BETREUUNG 3 +
In Kooperation mit WIESENKNOPF® private Kinderbetreuung
Wir bieten Ihnen, während Sie im Theater sind, eine professionelle
Betreuung für Ihre Kinder durch WIESENKNOPF® an.
An den genannten Terminen können Sie Ihre Kinder 60 Minuten
vor Vorstellungsbeginn (bei Vorstellungen in der Diskothek
30 Minuten) in der Obhut von qualifizierten Personen
lassen, während Sie eine Vorstellung des Schauspiel Leipzig
besuchen. Unter Anleitung wird dann gebastelt und gespielt.
Das Mindestalter der Kinder beträgt drei Jahre.
Die aktuellen Termine entnehmen Sie bitte unserer Website sowie
den Monatsspielplänen.
DEUTSCHE MÄRCHEN 18. 10. 16 00
WOYZECK 14. 3. 16 00
DAS KALTE HERZ 28. 3. 16 00
CLUBFUSION
FESTIVAL DER
THEATERSPIELCLUBS
VON SCHAUSPIEL
LEIPZIG, TDJW
UND OPER LEIPZIG
Freut euch auf den siebten Streich!
Auch in dieser Spielzeit werden unsere Spielclubs
wieder die Bühnen Leipzigs erobern — freut euch auf neue Fusionen
und ganz viel Theater! Die ClubFusion steht für Sichtbarkeit,
generationsübergreifende Teilhabe, vielzählige Perspektiven,
Austausch und Spaß am Spiel. In ästhetischer Vielfalt
zeigen die Clubs des Festivals, was sie bewegt, und bringen
ihre Themen und Formate für euch auf die Bühne.
Das Schauspiel Leipzig, die Oper Leipzig, das Theater
der Jungen Welt und das Gewandhaus zu Leipzig laden ein zu
lockeren Begegnungsformaten, fulminanten Theatermomenten
und jeder Menge Konfetti!
Bleibt gespannt für die ClubFusion 2027!
DIE CLUBS
Kommt, spielt mit uns in den Clubs #noname, „Sorry, eh!“,
Club ü31 und Die Spielfreudigen! Weitere Infos und alles zur
Anmeldung gibt es auf unserer Website.
84
Gemeinsam
wirken.
200 Jahre Sparkasse Leipzig bedeuten auch 200 Jahre
Verantwortung für unsere Region. Dafür investieren wir
in Menschen, Bildung und nachhaltige Vorhaben – fördern
Projekte und gemeinnützige Institutionen.
Von Herzen gern unterstützen wir das
Schauspiel Leipzig und freuen uns auf
weitere inspirierende Theaterabende.
200-sparkasse-leipzig.de
SCHAUSPIEL–
STUDIO
Auch in dieser Spielzeit setzt das Schauspiel Leipzig eine Kooperation
fort, die seit 1965 besteht: das Studio Leipzig. Nach
ihrem zweijährigen Grundstudium an der Hochschule für
Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ werden
acht Studierende des Schauspielinstituts „Hans Otto“ im Studio
Leipzig und somit mitten im Theaterbetrieb weiter ausgebildet.
Während der zweiten Hälfte ihrer Ausbildung spielen
die Studierenden in Produktionen innerhalb des Repertoires,
erhalten Unterricht von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen
aus dem Ensemble und zeigen die Ergebnisse in öffentlichen
Vorspielen sowie einer eigenen Produktion in der Diskothek,
der Studioinszenierung. Geleitet wird das Studio Leipzig von
Schauspielerin Annett Sawallisch und Dramaturg Matthias
Döpke.
Unter dem Titel „Studio“ präsentieren sich die Studierenden
auf verschiedenen Bühnen des Hauses regelmäßig mit ihren
Szenen- und Monologstudien, in ihren Studioabenden, die
komplett in Eigenregie entstehen, oder mit kleineren szenischen
Arbeiten und musikalischen Projekten.
Für die acht Studierenden des aktuellen Studios ist ein besonderer
Höhepunkt ihres letzten Ausbildungsjahres das Absolvierendenvorspiel
auf der Großen Bühne am Vormittag des
8. Oktober 2026, in dessen Rahmen sie sich mit ihren besten
Szenen, Monologen und Chansons präsentieren, mit denen sie
sich auch für ihre ersten Engagements in der deutschsprachigen
Theaterlandschaft bewerben. Weiterhin bleiben die Studierenden
in dieser Spielzeit mit ihrer Studioinszenierung im
Spielplan der Diskothek vertreten: „LIEBE / Eine argumentative
Übung“ von Sivan Ben Yishai, in der Inszenierung von
Katrin Plötner. Außerdem stehen sie u. a. in „Das Vermächtnis“,
„Bernarda Albas Haus“, „deutsche märchen“, „Medea“
und „Woyzeck“ auf der Großen Bühne des Schauspiel Leipzig.
Die Mitglieder des Studio Leipzig sind:
JACOB AGHA EBRAHIM
MANUEL EISTETTER
PAULINE MALKOWSKI
KONSTANTIN PFRÖTZSCHNER
ÁLVARO JOSÉ SÁNCHEZ ROSERO
LILLI SCHNABEL
ALANA LU WENDSCHE
HANNA ZÜRN
86
LIEBE / Eine argumentative Übung SIVAN BEN YISHAI
KOOPERATI–
ONEN
Das Schauspiel Leipzig arbeitet in neuen und fortgesetzten Kooperationen mit zahlreichen kulturellen,
wissenschaftlichen und sozialen Institutionen und Einrichtungen in der Stadt Leipzig zusammen:
GEWANDHAUS
ZU LEIPZIG
OPER LEIPZIG
THEATER
DER JUNGEN
WELT
SCHAUBÜHNE
LINDENFELS
LOFFT —
DAS THEATER
COMPANIA
SINCARA
KLASSIK
UNDERGROUND
EURO-SCENE
LEIPZIG
HOCHSCHULE
FÜR MUSIK
UND THEATER
„FELIX
MENDELSSOHN
BARTHOLDY“
LEIPZIG
INSTITUT FÜR
ANGEWANDTE
LINGUISTIK
UND
TRANSLATOLOGIE
DER UNIVERSITÄT
LEIPZIG
GALERIE
EIGEN + ART
LEIPZIG
CENTRE
OF COMPETENCE
FOR THEATRE
DER UNIVERSITÄT
LEIPZIG
DAS
DIAKONISCHE
WERK LEIPZIG
VOLKS-
SOLIDARITÄT
LEIPZIG
LACHMESSE
JAZZCLUB
LEIPZIG
WIESENKNOPF ®
HUGENDUBEL
STADT-
GESCHICHTLICHES
MUSEUM LEIPZIG
AGRA
MESSEPARK
LEIPZIG
WIR FREUEN UNS AUF
WEITERE KOOPERATIONEN IN
DER SPIELZEIT 2026 / 27
88
VORHANG AUF!
FÜR SPONSORING UND
FÖRDERUNG
Das Schauspiel Leipzig bietet vielfältige und individuell angepasste
Möglichkeiten des Sponsorings und der Unterstützung.
Von den klassischen Sponsoringpaketen bis hin zu projektbezogenem
oder Sachleistungs-Sponsoring ist vieles möglich.
Gern finden wir mit Ihnen auch ganz individuelle Lösungen,
die explizit den Bedürfnissen Ihres Unternehmens entsprechen.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge
und Ideen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Dr. Stephanie Garling
0341 / 12 68 480
stephanie.garling@schauspiel-leipzig.de
DAS SCHAUSPIEL LEIPZIG
DANKT HERZLICH FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG
DER SPIELZEIT 2026 / 27!
89
INKLUSION
AUDIO-
DESKRIPTION
Das Schauspiel Leipzig versteht sich als Stadttheater, das offen
für ein diverses Publikum ist. Im Sinne der sozialen Inklusion
gehört das Projekt Audiodeskription seit 2013 zu diesem Selbstverständnis
dazu. Audiodeskription (AD) kann mit „Hörbeschreibung“
übersetzt werden und ermöglicht blinden und
sehbehinderten Menschen bessere Teilhabe. Am Schauspiel
Leipzig findet jeden Monat mindestens eine Vorstellung mit
live eingesprochener Audiodeskription statt. Das kostenfreie
Angebot wird im Durchschnitt von zehn Personen pro Vorstellung
genutzt. Ein erfahrenes Team aus blinden und sehenden
Autorinnen und Autoren erstellt in jeder Spielzeit Audioskripte
für drei neue Inszenierungen, darunter stets für das
jeweilige Familienstück zur Weihnachtszeit.
Jede Vorstellung mit Audiodeskription hat einen speziellen
Vorlauf, der in der Regel eine taktile Bühnenführung, eine blindengerechte
Stückeinführung und das Ertasten von Requisiten
und Kostümen beinhaltet. Nach Ausgabe der Empfangsgeräte
und Kopfhörer kann vor Beginn der Vorstellung zudem
eine kompakte vorproduzierte Einführung mit Beschreibung
des Bühnenbildes und der Kostüme angehört werden, in der
auch die jeweilige Besetzung durch kurze Einspielungen der
Stimmen vorgestellt wird. Während der Aufführung beschreiben
professionelle Sprecherinnen und Sprecher die Vorgänge
auf der Bühne anhand des Audioskripts live.
Das Schauspiel Leipzig nimmt mit diesem regelmäßigen und
kontinuierlich erweiterten Angebot eine Vorreiterrolle in der
deutschsprachigen Theaterlandschaft ein und wurde hierfür
2018 mit dem Inklusionspreis Mosaik aus Mitteldeutschland
und mit dem Ehrenpreis des Blinden- und Sehbehindertenverbands
Sachsen ausgezeichnet.
Die barrierefreien Zugänge ins Schauspielhaus wurden um
ein blindengerechtes taktiles Leitsystem mit einem ins Haus
führenden Aufmerksamkeitsstreifen, Handläufen sowie Relieftafeln
für Erdgeschoss und Parkettgeschoss erweitert. Assistenzhunde
sind willkommen und dürfen je nach Wunsch
entweder in den Saal mitkommen oder werden während der
Vorstellung durch unser Abenddienstpersonal im Foyer betreut.
Diese Vorstellungen werden in der Spielzeit 2026 / 27 mit Live-
Audiodeskription angeboten:
SEPTEMBER 26 ...... ALTBAU IN ZENTRALER LAGE
OKTOBER 26 ........ WÜSTE
6. 12. 17 00 ......... ALICE HINTER DEN SPIEGELN
11. 12. 10 00 ......... ALICE HINTER DEN SPIEGELN
12. 12. 18 00 ......... ALICE HINTER DEN SPIEGELN
17. 12. 19 30 ......... DAS KALTE HERZ
17. 1. 18 00 ......... ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN
27. 2. 19 30 ......... BERNARDA ALBAS HAUS
21. 3. 18 00 ......... BERNARDA ALBAS HAUS
17. 4. 19 30 ......... BERNARDA ALBAS HAUS
27. 5. 19 30 ......... WOYZECK
4. 6. 19 30 ......... WOYZECK
90
DEUTSCHE
GEBÄRDEN-
SPRACHE
Gebärdensprache kann die Theaterästhetik bereichern. Hiervon
ist das Schauspiel Leipzig überzeugt, durch kontinuierliche
Zusammenarbeit mit Menschen, die gebärdensprachlich
kommunizieren.
Das Auftragswerk „Altbau in zentraler Lage. Eine Schaueroper“
von Raphaela Bardutzky steht weiterhin auf dem Spielplan
der Diskothek. Ein Team aus Tauben und Hörenden
spielt dieses Stück gemeinsam in Laut- und Gebärdensprache.
Alle Aufführungen finden auf diese Weise zweisprachig für
ein diverses Publikum statt. Ausgewählte Vorstellungen werden
darüber hinaus auch mit live eingesprochener Audiodeskription
für Blinde und Sehbehinderte angeboten.
RELAXED
PERFORMANCE
Dieses Format ist offen für alle. Es orientiert sich aber in seinen
Rahmenbedingungen speziell an einem Publikum, das
von einer entspannteren Veranstaltungsatmosphäre profitiert.
Mit Relaxed Performances bieten wir eine Inszenierung aus
unserem Programm zusätzlich mit entsprechend angepasstem
Umfeld an. Beispielsweise sind weniger Karten im Verkauf,
um mehr Abstände im Publikum zu ermöglichen. Früherer
Einlass in den Saal entspannt den Besuch und bietet Zeit zur
Orientierung. Das Verlassen der laufenden Vorstellung sowie
die Rückkehr in den Saal sind möglich und werden von
u nserem Einlass Team unterstützt. Auf harte Licht- und Ton-
Wechsel sowie Stroboskop und ähnliche Effekte wird verzichtet.
Zusätzliche Hilfsmittel wie beispielsweise Noise Cancelling-
Kopfhörer sind ausdrücklich willkommen. Bringen Sie diese
gerne mit!
Mit Thirza Brunckens Bearbeitung von „Aufzeichnungen aus
einem weißen Zimmer“ bietet das Schauspiel Leipzig erstmals
eine Inszenierung zusätzlich auch als Relaxed Performance
an. Nähere Informationen zu den Vorstellungsterminen, dem
zeitlichen Ablauf und den räumlichen Gegebenheiten sowie
Angaben zu sensorischen Reizen und sensiblen Inhalten finden
Sie auf unserer Website.
Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gern
unter dramaturgie@schauspiel-leipzig.de.
ÜBERTITELUNG /
ENGLISH
SURTITLES
Für Gäste der Stadt und Publikum mit internationalem Hintergrund
bietet das Schauspiel Leipzig regelmäßig Vorstellungen
mit englischen Übertiteln an. Darüber hinaus erfahren Sie in
englischsprachigen Stückeinführungen Wissenswertes über
die Stücke und Inszenierungen.
Diese Stücke werden in der Spielzeit 2026 / 27 mit englischen
Übertiteln angeboten:
ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN
BERNARDA ALBAS HAUS
RICHARD III
WAS IHR WOLLT (A TORTURED LOVER’S VERSION)
WOYZECK
In Kooperation mit dem Institut für Angewandte Linguistik
und Translatologie der Universität Leipzig. Mit freundlicher
Unterstützung des Freundeskreis Schauspiel Leipzig e. V.
91
DAS HAUS
Theaterleitung
Enrico Lübbe (Intendant & 1. Betriebsleiter)
Dr. Stephanie Garling (Verwaltungsdirektorin & 2. Betriebsleiterin)
Torsten Buß (Chefdramaturg & Stellvertreter des Intendanten)
Konstantin Müller (Technischer Direktor)
Bianca Hessel (Produktionsleiterin)
Vera Högemann (Künstlerische Betriebsdirektorin / Leiterin KBB)
Sarah Schramm (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit & Pressesprecherin)
Intendanz
Enrico Lübbe (Intendant)
Tatjana Komár-Schöbe (Referentin des Intendanten)
Dramaturgie
Torsten Buß (Chefdramaturg)
Julia Buchberger (Dramaturgin)
Matthias Döpke (Dramaturg)
Marleen Ilg (Dramaturgin)
Georg Mellert (Dramaturg)
Franziska Kaufmann (Mitarbeiterin Dramaturgie)
Residenz
Melanie Albrecht (Künstlerische Leiterin Residenz)
Verena Strasser (Produktionsleiterin Residenz)
Theaterpädagogik
Amelie Gohla (Theaterpädagogin & Leiterin „Sorry, eh!“
und Die Spielfreudigen)
Rosa Preiß (Theaterpädagogin & Leiterin #noname)
Yves Hinrichs (Leiter „Sorry, eh!“)
Simone Neubauer (Leiterin Club ü31)
Künstlerisches Betriebsbüro
Vera Högemann (Künstlerische Betriebsdirektorin)
Rieka Pauer (Mitarbeiterin)
Steffi Waschina (Mitarbeiterin)
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Sarah Schramm (Leiterin & Pressesprecherin)
Juliane Gölzner (Referentin)
Marie Kemmner (Referentin)
Theresa Schmidtke (Online-Kommunikation)
Doreen Schuster (Video)
Christiane Schletter (Leiterin Satzbüro)
Rolf Arnold (Fotograf)
Anke Neumann (Gebrauchswerberin)
Valeria Slizevic (Mitarbeiterin)
Besucherservice & Abenddienst
Besucherservice & Abenddienst
Heidrun Nodurft (Leiterin Besucherservice)
Elke Ahlemann (stellv. Leiterin Besucherservice)
Birgit Berthel
Carola Seilheimer
Martina Sobeck
Stephanie Werner
Nathalie Stein (Leiterin Abenddienst)
92
Regie
Stephan Beer
Ebru Tartıcı Borchers
Markus Bothe
Thirza Bruncken
Nuran David Calis
Marco Damghani
dura & kroesinger
Yves Hinrichs
Elsa-Sophie Jach
Lukas Leon Krüger
Tina Lanik
Enrico Lübbe
Ellen Neuser
Katrin Plötner
Kamila Polívková
Pia Richter
Falk Rößler
Salome Schneebeli
Wilke Weermann
Lina Wegner
Hubert Wild
Artists in Residence
FARN / George Bele / Bodenproben
Eva Meyer-Keller
Nature Theater of Oklahoma
TrueColours
vorschlag:hammer
Choreographie
Romy Avemarg
Vasiliki Bara
Salome Schneebeli
Sibylle Uttikal
Musik
Peer Baierlein
Anton Berman
Jan-S. Beyer
Vivan Bhatti
Dani Catalán
Anna Emmersberger
Peter Fasching
Philip Frischkorn
Jörg Gollasch
Sophia Günst
Constantin John
Max Kühn
Thibault Madeline
Maria Moling
Paul Pötsch
Angela Requena Fuentes
Eric Sacher
Jonas Marc Anton Wehner
Jörg Wockenfuß
Bert Wrede
Bühne, Kostüme & Video
Hannes Barginde
Sam Beklik
Jil Bertermann
Sabine Blickenstorfer
Kristina Böcher
Christian Borchers
Thirza Bruncken
Georg Burger
Lisa Däßler
Bianca Deigner
Christoph Ernst
Kathrin Frosch
Hugo Gretler
Mariam Haas
Stefan Hageneier
Ragna Hemmersbach
Yves Hinrichs
Johanna Hlawica
Lise Kruse
Annika Lu
Enrico Lübbe
Heta Multanen
Alexander Naumann
Katrin Nottrodt
Julia Nussbaumer
Etienne Pluss
Jessica Rockstroh
Irina Schicketanz
Antonin Šilar
Johanna Stenzel
Teresa Vergho
Robi Voigt
Stella Vollmer
Sibylle Wallum
Meta Witte
Demian Wohler
Martin Zehetgruber
Schauspielensemble
Wenzel Banneyer
Paulina Bittner
Thomas Braungardt
Larissa Aimée Breidbach
Anne Cathrin Buhtz
Vanessa Czapla
Yves Hinrichs
Roman Kanonik
Tilo Krügel
Dirk Lange
Markus Lerch
Christoph Müller
Michael Pempelforth
Denis Petkovic
Emmeline Puntsch
Samuel Sandriesser
Teresa Schergaut
Bettina Schmidt
Nicolas Streit
Niklas Wetzel
Paula Winteler
Gäste
Meriam Abbas
Ali Aykar
Jeremias Beckford
Julius Forster
Katja Gaudard
Sonja Isemer
Eyk Kauly
Andreas Keller
Irene Kugler
Athena Lange
Lisa-Katrina Mayer
Juli Niemann
Annett Sawallisch
Schauspiel-Studio des
Schauspielinstituts „Hans Otto“
der HMT Leipzig
Matthias Döpke (Studioleitung)
Annett Sawallisch (Studioleitung)
Jacob Agha Ebrahim
Manuel Eistetter
Pauline Malkowski
Konstantin Pfrötzschner
Álvaro José Sánchez Rosero
Lilli Schnabel
Alana Lu Wendsche
Hanna Zürn
Inklusion
Matthias Döpke (Projektleitung
Audio deskription & Gebärdensprache)
Maila Giesder-Pempelforth
(freie Mitarbeiterin Audiodeskription)
93
Künstlerischer &
technischer Betrieb
Regieassistenz
Lukas Leon Krüger
Lina Wegner
Lara-Chayenne Zwickert
Emily Huber (Gast)
Ausstattungsassistenz
Sabine Born
Jenny Fischer
Meta Witte
Rayén Zapata-Gundermann
Elsa Zulauf
Inspizienz
Jens Glanze (Leitung Statisterie)
Ulrich Hänsch
Ute Neas
Luisa Rubel
Soufflage
Marie-Luise Kupka
Ditte Trischan
Christiane Wittig
Technische Leitung
Konstantin Müller (Technischer
Direktor)
Romy Avemarg (Assistentin des
Technischen Direktors)
Bühnen- & Veranstaltungstechnik
Mike Bäder (Bühneninspektor)
Julius Besen (Bühnenmeister)
Patrick Ernst (Bühnenmeister)
Jule Fahrenkrog-Petersen
(Bühnenmeisterin)
Thomas Kalz (Technischer Leiter
Diskothek)
Mattheo Fehse (Bühnenmeister
Diskothek)
Tilo Münster (komm. Bühnenmeister)
Thorsten Kandziora
(Vorarbeiter Obermaschinerie)
Sven Krötzsch
(Vorarbeiter Obermaschinerie)
Reinhold Drechsler (Vorarbeiter)
Roland Keup (Vorarbeiter)
Oliver Nell (Vorarbeiter)
Dirk Rademacher (Vorarbeiter)
Philipp Röwer (Vorarbeiter)
Ronny Seckendorf (Vorarbeiter)
Christian Brade
Sebastian Elster
Eckhard Fellbrich
Kevin Goldmann
André Hessel
Dominik Kaiser
Uwe Kiesl
Thomas Klapproth
Martin Kleine
André Köhler
Isaak Künzel
Jeff Leuschel
André Nerlich
Dimitri Paulin
Christian Pfeifer
Frank-Uwe Pietsch
Arjun Aaron Prautsch
Martin Rittner
Clemens Schlegel
Mike Schneider
Lena Sarina Seckendorf
Ingo Tausch
Benjamin van Teijlingen
Thomas Voigt
Shuray Wache
René Wandelt
Daniel Wingenfeld
Lukas Zeidler
Beleuchtung
Carsten Rüger (Leiter der Abteilung
Beleuchtung)
Jörn Langkabel (stellv. Leiter der
Abteilung Beleuchtung)
Veit-Rüdiger Griess
(Beleuchtungsmeister)
Daniel Starke (Oberbeleuchter)
Erik Bossenz
Oleksii Dashkov
André Dirla
Jens Erdmann
Rüdiger Heyne
Sebastian Köhler
Lisa Kruber
Richard Kühne
Max Neumann
Lilian Rezny
Steffen Rothe
Sven Scheffler
Thilo Stolle
Tontechnik
Nico Teichmann (Leiter der
Abteilung Tontechnik)
Anko Ahlert
Alexander Nemitz
André Rauch
Udo Schulze
Gregory Weis
Heribert Weitz
Videotechnik
Gabriel Arnold (Leiter der
Videoabteilung)
Hannes Barginde
Matthias Gruner
Kai Schadeberg
Philip Schroeder
Auszubildende zur Fachkraft
für Veranstaltungstechnik
Leonie Mara Flottrong
Friedrich Hofmann
Carl Friedrich Hölzer
Helene Richter
Alexander Winkler
94
Ankleidung
Almuth Mikutta (Leiterin der Abteilung
Ankleidung)
Makhigul Gershkovich
Barbara Gundlach
Simone Heinzel
Ulrike Jaßlauk
Weerasak Karnchuang
Swetlana Rheia
Agata-Maria Trofimiak
Maske
Barbara Zepnick (Chefmaskenbildnerin)
Norbert Ballhaus
Anja Engert
Lena Hofmann
Donka Holeček
Cordula Kreuter
Julia Markow
Ann Müller
Astrid Storch
Requisite
Sven-Sebastian Hubel
(Chefrequisiteur)
Steffen Schädel-Mechsner
Jörg Schirmer
André Sproete
Thomas Weinhold
Fundusverwaltung
Katharina Stefanek
Verwaltung
Dr. Stephanie Garling
(Verwaltungsdirektorin)
Grit Meier (Leiterin Rechnungswesen)
Ilka Gapp (Leiterin Personal und Recht)
Sylvia Wenzel (Sachbearbeiterin
Honorar- und Gästeabrechnung, Verlagsund
Vertragswesen)
Mario Höhne (Controller)
Yvonne Kerner (Sachbearbeiterin
Buchhaltung)
Peggy Scherf (Sachbearbeiterin
Buchhaltung)
Denise Ziegler (Sachbearbeiterin
Verwaltung)
Gebäudemanagement
Mirko Holze (Leiter bauliche Anlagen /
Hausverwaltung)
Bernhard Jahnke (Kraftfahrer)
Karsten Naumann (Betriebshandwerker)
Rainer Stemmler (Betriebshandwerker)
Remo Uta (Hausmeister)
Jens Eichler (Leiter haustechnische Anlagen)
Steffen Lindemann (Leiter Abteilung
Klimatechnik)
André Lautner (Klimatechniker)
3.– 8.
NOV 2026
www.euro-scene.de
⁄ festivaleuroscene
36. INTERNATIONALES
TANZ- UND
THEATERFESTIVAL
PREISE
GROẞE BÜHNE
PREISKATEGORIE PREMIERE REPERTOIRE PREMIERE REPERTOIRE PREMIERE REPERTOIRE PREMIERE REPERTOIRE
A
PLATZGRUPPE
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
I
49,–
35,–
20,–
I
46,–
32,–
17,–
II
41,–
30,–
20,–
II
38,–
27,–
17,–
III
33,–
24,–
20,–
III
30,–
21,–
17,–
IV
23,–
17,–
20,–
IV
20,–
14,–
17,–
B
PLATZGRUPPE
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
I
38,–
28,–
16,–
I
35,–
25,–
13,–
II
33,–
24,–
16,–
II
30,–
21,–
13,–
III
27,–
20,–
16,–
III
24,–
17,–
13,–
IV
19,–
14,–
16,–
IV
16,–
11,–
13,–
C
PLATZGRUPPE
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
I
34,–
25,–
13,–
I
31,–
22,–
10,–
II
30,–
22,–
13,–
II
27,–
19,–
10,–
III
23,–
17,–
13,–
III
20,–
14,–
10,–
IV
15,–
11,50
13,–
IV
12,–
8,50
10,–
D
PLATZGRUPPE
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
Kinder bis 14 J.
I
29,–
22,–
13,–
12,–
I
26,–
19,–
10,–
9,–
II
24,–
18,50
13,–
12,–
II
21,–
15,50
10,–
9,–
III
19,–
14,50
13,–
12,–
III
16,–
11,50
10,–
9,–
IV
13,–
10,–
13,–
12,–
IV
10,–
7,–
10,–
9,–
Einen Saalplan finden
Sie auf Seite 98.
EVENT, KONZERT
EINHEITSPREIS
Vollpreis
ermäßigte Karten
A B C D E F G H I
39,– 32,– 28,– 24,– 20,– 17,– 13,– 9,– 5,–
27,– 22,– 19,– 16,– 14,– 12,– 19,– 5,– —
Platzwahl frei
96
FOYER 1
Einheitspreis
(abweichende Preise bei
Gastspielen)
5,–
Platzwahl frei
DISKOTHEK
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
RESIDENZ
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
PREMIERE
19,–
14,–
12,–
17,–
12,–
10,–
Platzwahl frei
REPERTOIRE
OPEN-AIR-THEATER
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
17,–
12,50
10,–
Platzwahl frei
24,–
17,–
10,–
Platzwahl frei
THEATERSPIELCLUBS
Kostenfreie Fahrt mit dem ÖPNV
Mit Ihrer Theaterkarte können Sie alle Verkehrsmittel des
MDV in der Zone 110 und einer angrenzenden Zone (151, 156,
162, 164, 168) drei Stunden vor und drei Stunden nach der Vorstellung
nutzen (nicht bei Gastspielen und Hausvermietungen).
Bitte beachten Sie beim Onlinekauf die gesonderten Hinweise
zur Fahrtberechtigung.
Ermäßigungen
Ermäßigungsberechtigt sind Auszubildende, Gäste im Rollstuhl,
Schwerbehinderte, Freiwillige (Bundesfreiwilligendienst
/Freiwilliges Soziales Jahr/Freiwilliger Wehrdienst) und Geflüchtete.
Bürgergeld-Empfangende erhalten an der Abendkasse
Karten zum Preis von 3,–. Inhaberinnen und Inhaber eines
gültigen Leipzig-Passes erhalten 50 % Ermäßigung.
Ermäßigungen werden nach Verfügbarkeit sowie nach
Vorlage des entsprechenden Ausweises gewährt. Ermäßigungen
sind nicht kombinierbar.
Einzelne Veranstaltungen können von Ermäßigungen
ausgeschlossen sein.
Gruppentarife
Ab 10 Personen gilt für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende
ein Gruppentarif ab 9,– pro Person. Schülerinnen
und Schüler sowie Studierende erhalten auch Vergünstigungen
im Rahmen des Großen und des Kleinen Schul-Abos (siehe
Seite 99) bzw. des Studierenden-Abos 6 TIX (siehe Seite 99).
Theatertag
Am Theatertag kosten alle Karten 13,– auf allen Plätzen der
Großen Bühne; in der Diskothek und in der Residenz 9,–. Für
„Das Vermächtnis“ gilt die Preiskategorie Event D. Termine
finden Sie in unseren Monatsspielplänen und auf der Website.
Vollpreis
ermäßigte Karten
Schülerinnen und Schüler
/ Studierende
CLUBFUSION
9,–
5,–
5,–
5,–
Platzwahl frei
97
BÜHNE
PARKETT
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
R
R
R
18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
R
R
R
11
12
13
14
15
29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
12
13
14
15
16
29 28 27 26
25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
16
RANG
1
2
3
4
5
6
7
8
L L L 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 L L L
31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
32 31 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
1
2
3
4
5
6
7
8
Platzgruppe I Platzgruppe II Platzgruppe III Platzgruppe IV R = Rollstuhlstellplatz L = Loge
98
Bei einzelnen Inszenierungen
abweichender Saalplan möglich.
ABONNEMENTS
PREMIEREN-ABO
Erleben Sie VIER GROẞE-BÜHNE-PREMIEREN der Spielzeit 2026 / 27
IM SCHAUSPIELHAUS und
— erhalten Sie bis zu 30 % PREISVORTEIL
— erhalten Sie KOSTENFREIE FAHRT ins Theater und wieder
nach Hause innerhalb des ausgewiesenen MDV-Bereichs
— erfahren Sie mehr: Sie erhalten das PROGRAMMHEFT
zur Vorstellung kostenfrei
— bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand:
Sie erhalten regelmäßig und kostenfrei den MONATS-
SPIELPLAN und das SPIELZEITHEFT
— erhalten Sie einen GUTSCHEIN FÜR EIN FREIGETRÄNK in der
Theatergastronomie.
DAS VERMÄCHTNIS .............................................................. 3. 10.
BERNARDA ALBAS HAUS ....................................................... 16. 10.
ONKEL WANJA ......................................................,............... 4. 3.
SCHÖNE VORSTELLUNG ......................................................... 8. 5.
I 124,– II 104,– III 88,–
VERGÜNSTIGUNGEN
FÜR
ABONNENTINNEN
UND ABONNENTEN
Über die Vorteile der besonderen Angebote hinaus erhalten
Abonnentinnen und Abonnenten beim Kauf weiterer Karten
eine Ermäßigung von 10 %. Ausgenommen sind Gastspiele
und Veranstaltungen mit Sonderpreisen.
SCHUL-ABOS
Nutzen Sie die besonders attraktiven Preise unserer Schul-
Abos! Von diesen ausgenommen sind Premieren, Gastspiele
und Sonderveranstaltungen. Im Open-Air-Theater gilt ein begrenztes
Kontingent von Tickets für Schülerinnen und Schüler.
KOMBI-ABO
MIT DER OPER
Wahl-Abo 2 × Oper und/oder Leipziger Ballett, 2 × Musikalische
Komödie und 2 × Schauspiel Leipzig. Erhältlich in allen beteilig
ten Häusern. Freie Wahl bei Repertoire-Vorstellungen auf
der Großen Bühne im Schauspielhaus. Bei Vorstellungen mit
erhöhten Preisen kann eine Zuzahlung verlangt werden. Ausgenommen
sind Premieren, Gastspiele und Veranstaltungen
mit Sonderpreisen.
I 52,–
II 46,–
III 38,–
IV 24,–
SCHAUSPIEL-ANTEIL
6 TIX
UNSER ABO FÜR STUDIERENDE
Sechs Repertoire-Vorstellungen auf der Großen Bühne, in der
Diskothek und in der Residenz. Einlass nur mit Studierendenausweis.
Ausgenommen sind Premieren, Gastspiele und Veranstaltungen
mit Sonderpreisen.
Kleines Schul-Abo
Gültig ab Klasse 8. Zwei Vorstellungen pro Schuljahr inklusive
Einführungen und Nachgesprächen zu den Vorstellungen.
Freie Terminwahl.
PREIS PRO SCHÜLERIN/SCHÜLER 7,–
Großes Schul-Abo
Gültig ab Klasse 8. Drei Vorstellungen pro Schuljahr inklusive
Einführungen und Nachgesprächen zu den Vorstellungen.
Freie Terminwahl.
PREIS PRO SCHÜLERIN/SCHÜLER 6,50
Schul-Abo Spezial (Kooperationsschulen)
Gültig für eine ganze Schule. Alle Schülerinnen und Schüler
ab Klasse 8 haben die Möglichkeit, pro Schuljahr zwei Vorstellungen
anzuschauen. Laufzeit 3 Jahre. Außerdem: Theaterführung,
Einführungen und Nachgespräche zu den Vorstellungen
inklusive. Freie Terminwahl. Bevorzugte Teilnahme an Projekten
wie Patenklassen. Darüber hinaus möglich: Spielplanvorstellung
in der Schule, Fortbildungen, Unterstützung im
künstlerischen Profil, professionelle Begleitung von schulischen
Theaterprojekten u. v. m.
PREIS PRO SCHÜLERIN/SCHÜLER 6,50
PREIS 48,–
99
SCHAUSPIEL-
CARD 50
Die volle Flexibilität. Für einmalig 200,– erhalten Sie freien
Eintritt für alle Vorstellungen in allen Spielstätten. Ausgenommen
sind Veranstaltungen mit Sonderpreisen, Konzerte
und Gastspiele. Zudem erhalten Sie 10 % Ermäßigung beim
Ticketkauf auf Eigenveranstaltungen in der Oper Leipzig und
im Gewandhaus zu Leipzig. Die Schauspiel-Card 100 ist für
eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person und ist nicht übertragbar.
RESIDENZ-
CARD
Flexibilität zum halben Preis. Für einmalig 50,– erhalten Sie
50 % Ermäßigung auf frei wählbare Vorstellungen auf der
Großen Bühne. In allen anderen Spielstätten erhalten Sie 25 %
Ermäßigung. Ausgenommen sind Veranstaltungen mit Sonderpreisen,
Konzerte und Gastspiele. Zudem erhalten Sie 10 %
Ermäßigung beim Ticket kauf auf Eigenveranstaltungen in
der Oper Leipzig und im Gewandhaus zu Leipzig. Die Schauspiel-Card
50 ist für eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person
und ist nicht übertragbar.
PREIS 50,–
SCHAUSPIEL-
CARD 100
So oft in die Residenz, wie Sie wollen: Für einmalig 45,– erhalten
Sie für eine Spielzeit freien Eintritt in der Residenz.
Gegen Vorlage der Residenz-Card erhalten Sie Tickets
an der Theaterkasse in der Bosestraße oder an der Abendkasse
vor Ort, solange der Vorrat reicht. Ausgenommen sind Veranstaltungen
mit Sonderpreisen. Zudem erhalten Sie 10 % Ermäßigung
beim Ticketkauf auf Eigenveranstaltungen in der
Oper Leipzig und im Gewandhaus zu Leipzig. Die Residenz
Card ist für eine Spielzeit gültig, gilt für eine Person und ist
nicht übertragbar.
PREIS 45,–
Interesse? Dann wenden Sie sich bitte
an unseren Besucherservice:
0341 / 12 68 168
besucherservice@schauspiel-leipzig.de
Sie erhalten die Cards auch in
unserem Webshop:
www.schauspiel-leipzig.de
PREIS 200,–
Zeit für Themen
Im Mittelweg 36 nehmen wir uns Zeit für Themen, die
interessieren, und machen Hefte, die wir selber gerne lesen.
Wir bringen Autorinnen und Autoren miteinander ins Gespräch
und veröffentlichen Texte, die etwas zu sagen haben.
Seit über 30 Jahren begleiten wir mit unserer Zeitschrift
die Arbeit des Hamburger Instituts für Sozialforschung und
setzen dabei immer wieder eigene inhaltliche Akzente.
Archiv, Abstracts & Leseproben unter:
www.mittelweg36.de
Einzelheft Print 14 € | E-Journal 9 €
Mini-Abo (3 Ausg.) Print 28 € | E-Journal 21 €
Jahres-Abo (6 Ausg.) Print 60 € | E-Journal 45 €
Kombi-Abo (6 Ausg., Print und Digital) 80 €
Mittelweg 36
Zeitschrift des Hamburger
Instituts für Sozialforschung
FREUNDESKREIS
SCHAUSPIEL LEIPZIG
VERSCHENKEN
SIE THEATER
DAS GANZE JAHR ÜBER
GUTSCHEINE
Eine besondere Geschenkidee für jeden Geldbeutel sind unsere Gutscheine,
die Sie an der Theaterkasse oder in unserem Webshop erwerben können.
Der Gutschein kann für Veranstaltungen des Schauspiel Leipzig in allen Spielstätten eingelöst werden.
Ausgenommen sind Gastspiele und Sonderveranstaltungen.
SPEZIELL ZUR WEIHNACHTSZEIT
WEIHNACHTSABO
„DREI WÜNSCHE FREI“
Verschenken Sie drei Vorstellungen aus dem Repertoire des Schauspiel Leipzig
auf der Großen Bühne. Das Abo kostet 75,– (Platzgruppe I) und beinhaltet drei Gutscheine.
Erhältlich vom 1. 11. bis 31. 12. 26
UNSER BESUCHERSERVICE BERÄT SIE GERNE!
KARTENVERKAUF &
SERVICE
Unser Besucherservice berät Sie gerne bei allen Fragen rund
um Ihren Vorstellungsbesuch.
besucherservice@schauspiel-leipzig.de
0341 / 12 68 168
Vorstellungstermine und allgemeine Informationen finden Sie
auch online:
www.schauspiel-leipzig.de
KASSEN-
ÖFFNUNGSZEITEN
Theaterkasse im Schauspiel Leipzig
Schauspielhaus, Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Montag bis Freitag: 10 ºº – 19 ºº
Samstag: 10 ºº – 14 ºº
Feiertags geschlossen
Bitte beachten Sie unsere geänderten Öffnungszeiten während
der Spielzeitpause.
Im Webshop ist ein Kartenkauf jederzeit möglich.
WEBSHOP
Sie können Ihre Tickets bequem online über unseren Webshop
unter www.schauspiel-leipzig.de kaufen. Online-Kartenkauf
ist mit Kreditkarte (VISA, Euro-/Mastercard) und EC-Karte
sowie PayPal möglich. Die Karten liegen je nach Kaufdatum
an der Abendkasse zur Abholung bereit oder werden an die
von Ihnen angegebene Adresse gesendet. Außerdem können
Karten per ticketdirect zum Selbstausdruck bzw. als digitales
Ticket erworben werden.
KARTEN-
RESERVIERUNG
Reservierte Karten sind bis zu dem bei der Reservierung mitgeteilten
Termin an der Theaterkasse abzuholen. Nach Ablauf
dieser Frist erlischt die Reservierung.
RESTKARTEN
Für Vorstellungen, die nicht mehr online buchbar sind, erhalten
Sie bei unserem Besucherservice Informationen über
eventuelle Restkarten.
VORVERKAUFS-
BEGINN
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2026 / 27 beginnt für ausgewählte
Vorstellungen am 21. 5. 26. Für alle weiteren Vorstellungen
beginnt der Vorverkauf mit der Veröffentlichung der
Monatsspielpläne. Der vollständige Monatsplan wird bis zum
5. des Vormonats auf der Website des Theaters veröffentlicht.
SPIELSTÄTTEN &
KARTENABHOLUNG
Große Bühne
Der Kartenverkauf an der Abendkasse beginnt eine Stunde
vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen Sie reservierte Karten
bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ab. Bei späterer Abholung
besteht keine Platzgarantie.
Diskothek
Schauspielhaus, Eingang Bosestraße/Ecke Dittrichring. Kassenöffnungszeit:
30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Bitte
holen Sie reservierte Karten bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn
ab.
Foyer 1
Schauspielhaus, Bosestraße 1, Kassenöffnungszeit: 30 Minuten
vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen Sie reservierte Karten
bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ab.
Residenz (in der Spinnerei)
Halle 18 (Aufgang E), Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig. Kassenöffnungszeit:
30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen
Sie reservierte Karten bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn
ab.
Open-Air-Theater
Auf dem Gelände des agra Messepark Leipzig, Bornaische
Straße 210, 04279 Leipzig
Der Kartenverkauf an der Abendkasse beginnt 30 Minuten
vor Veranstaltungsbeginn. Bitte holen Sie reservierte
Karten bis 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ab.
102
BARRIEREFREIHEIT
Barrierefreiheit ist uns ein großes Anliegen. Deshalb sind wir
bemüht, unser Angebot dahingehend stetig zu erweitern. Derzeit
bieten wir mehrere Spielstätten mit Rollstuhlplätzen an
sowie ein taktiles Leitsystem im Großen Haus. Ausgewählte
Inszenierungen gibt es mit Audiodeskription, Deutscher Gebärdensprache
oder als Relaxed Performance.
Bitte informieren Sie sich für die jeweilige Vorstellung
und Spielstätte auf unserer Website oder beim Besucherservice!
www.schauspiel-leipzig.de/inklusion
ANFAHRT
Wir empfehlen Ihnen die Anreise mit dem ÖPNV. Mit Ihrer
Theaterkarte können Sie alle Verkehrsmittel des MDV in der
Zone 110 und einer angrenzenden Zone (151, 156, 162, 164, 168)
drei Stunden vor und drei Stunden nach der Veranstaltung
kostenfrei nutzen (nicht bei Gastspielen und Hausvermietungen).
Schauspielhaus
Die Spielstätten Große Bühne, Diskothek und Foyer 1 sind mit
dem ÖPNV erreichbar (Linien 1 & 14, Haltestelle Gottschedstraße;
Linien 9 & 89, Haltestelle Thomaskirche). Für die
Anreise mit dem PKW nutzen Sie bitte die Parkhäuser in der
Zentralstraße 7 und in der Thomasiusstraße 16–18.
Residenz
Die Residenz des Schauspiel Leipzig in der Spinnerei ist mit
dem ÖPNV erreichbar (Linie 14, Haltestelle S-Bahnhof Plagwitz;
Linien 8 & 15, Haltestelle Lindenau Bushof; Bus Linie 60,
Haltestelle S-Bahnhof Plagwitz; S 1, S 11 Haltestelle Plagwitz).
Open-Air-Theater
Das Open-Air-Theater auf dem Gelände des agra Messepark
Leipzig ist mit dem ÖPNV (Linie 11, Haltestelle Dölitz Straßenbahnhof)
erreichbar. Der Haupteingang befindet sich einen
kurzen Fußweg von der Haltestelle entfernt. Der Weg ab dem
Eingangstor agra Messepark Leipzig ist ausgeschildert.
WEITERE
VOR VERKAUFS-
STELLEN
Leipzig Ticket im Hugendubel, Petersstraße 12–14
CULTON Ticket, Peterssteinweg 9
Ticketgalerie, LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19
Ticketgalerie, Barthels Hof, Hainstraße 1
Musikalienhandlung M. OELSNER, Schillerstraße 5
Tourist-Information Wurzen, Domgasse 2
Tourist-Information Delitzsch, Schloßstraße 31
GASTRONOMIE
Vor den Vorstellungen und in den Pausen hält das Team von
ENK Leipzig GmbH in den Foyers des Schauspielhauses Snacks
und Getränke für Sie bereit. Gerne können Sie vor der Vorstellung
am Tresen eine Bestellung für die Pause aufgeben.
Bei Vorstellungen auf der Großen Bühne hat die Gastronomie
jeweils ab eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn für
Sie geöffnet. In der Diskothek und in der Residenz sowie bei
Veranstaltungen im Foyer 1 öffnet die Bar für Sie ab 30 Minuten
vor Vorstellungsbeginn.
Täglich das beste Programm genießen.
www.luru-kino.de
Täglich das schönste Kino mieten.
www.kino-vermietung.de
KONTAKTE
Postanschrift
Schauspiel Leipzig, Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Besucherservice & Karten
0341 / 12 68 168
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IMPRESSUM
Schauspiel Leipzig, Eigenbetrieb der Stadt Leipzig
Bosestraße 1, 04109 Leipzig
Intendant: Enrico Lübbe
Redaktion: Dramaturgie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Künstlerisches Betriebsbüro
Redaktionsleitung: Juliane Gölzner
Gestaltung: HawaiiF3 & Bureau Est, Leipzig
Fotos: © Rolf Arnold
Produktion: druckhaus köthen GmbH & Co. KG
Redaktionsschluss: 14. 4. 26
Änderungen vorbehalten.
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