LE-2-2026-Journal Transport & Logistik
LE-2-2026-Journal Transport & Logistik
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LOGISTIK EXPRESS JOURNAL 2/2026
TRANSPORT & LOGISTIK
Herausforderungen im
globalen Wandel
LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT
LOGISTIK-EXPRESS T&L2/26 | S2
Journal T&L 2/26
04 Die Straße von Hormus: Schlüsselroute im Welthandel
06 Straße von Hormus: Lage bleibt angespannt
08 US-Zoll Rückerstattung: Hoffen auf Milliardenzahlungen
10 Handelsbeziehungen im Spannungsfeld: Der Zollstreit zwischen
den USA und der EU
14 Resiliente Lieferketten in unsicheren Zeiten
16 Teurer Diesel: Kostenanstieg noch nicht einpreisen
18 Spritpreisbremse-Aus macht Gewerbediesel dringlicher
20 Dachser: Rekordumsatz und Investitionsoffensive
22 Firmenjubiläum bei B+S – 25 Jahre
24 25 starke Jahre für LogServ und CargoServ
26 Erster Spatenstich: Hafenbahnhofs Speckenbüttel startet
28 Spatenstich in Enns: Amazon baut neues Verteilzentrum
32 Arvato stärkt grenzüberschreitende Logistikkompetenzen
34 „Timmy“ setzte auf die Wasserstraßenlogistik
38 60 Jahre Container: Ankunft des ersten Containers und der
Beginn einer neuen Ära
40 EU droht Engpass bei Rohstoffen
42 Lieferketten: Fragmentierung statt Globalisierung
44 Zukunftstrends: Vielfältige Wege zu nachhaltiger Mobilität
46 Mobilitätsforum 2026: Zukunft der Antriebstechnologien
48 eFuels, Verbrenner-Aus und Europas Industrie
LE 2/2026
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S4
Die Straße von Hormus:
Schlüsselroute im Welthandel
Rund 20 % des globalen Öltransports passieren
diese Meerenge – eine Blockade könnte
Lieferketten, Preise und Volkswirtschaften
weltweit massiv beeinträchtigen.
Die Straße von Hormus zählt zu den
wichtigsten Nadelöhren des Welthandels
– rund 20 % des globalen
Öltransports passieren diese strategisch
bedeutende Meerenge. Sie verbindet
den Persischen Golf mit dem Golf von Oman
und dem Arabischen Meer und spielt eine zentrale
Rolle für die weltweite Energieversorgung.
Jede Störung entlang dieser Route hat
unmittelbare Auswirkungen auf Lieferketten,
Rohstoffpreise und ganze Volkswirtschaften.
Aktuelle Spannungen in der Region zeigen eindrücklich,
wie schnell ein regionaler Konflikt
globale Handelsströme ins Wanken bringen
kann. Schon kleine Zwischenfälle oder Blockaden
führen zu steigenden Ölpreisen, verlängerten
Lieferzeiten und spürbaren Produktionsverzögerungen
bei Unternehmen weltweit. Diese
Entwicklungen verdeutlichen, wie eng vernetzt
und gleichzeitig anfällig unser globales Handelssystem
ist.
Viele Lieferketten sind auf maximale Effizienz
optimiert, nicht auf Krisenfestigkeit. Wenn
ein zentraler Knoten wie Hormus ins Wanken
gerät, spürt das die gesamte Weltwirtschaft
sofort. Die Abhängigkeit von wenigen
kritischen Handelswegen macht das globale
Wirtschaftssystem verletzlich. Vor diesem
Hintergrund wird klar, wie wichtig es ist, Risiken
frühzeitig zu erkennen und Strategien zur
Absicherung von Lieferketten zu entwickeln.
Unternehmen sollten nicht nur auf Effizienz
setzen, sondern auch auf Resilienz, um besser
auf unerwartete Krisen reagieren zu können.
Die Situation rund um die Straße von Hormus
macht deutlich: Globale Handelsströme sind
fragil, und regionale Konflikte können schnell
weltweite wirtschaftliche Folgen haben. Ein
Umdenken in der Gestaltung von Lieferketten
und Handelsbeziehungen ist daher
unerlässlich, um die Stabilität des globalen
Wirtschaftssystems langfristig zu sichern.
Eine Blockade der Straße von Hormus hätte
erhebliche wirtschaftliche Folgen weltweit, vor
allem wegen ihrer Schlüsselrolle im globalen
Öltransport. Rund 20 % des weltweiten Rohöls
passieren diese Meerenge, weshalb eine
Unterbrechung direkt die Versorgung mit Energie
beeinträchtigt.
Die wirtschaftlichen Folgen einer Blockade
Steigende Ölpreise: Da die Ölversorgung verknappt
wird, steigen die Preise an den globalen
Märkten schnell an. Höhere Energiekosten wirken
sich auf fast alle Wirtschaftsbereiche aus,
von der Industrieproduktion bis zum Transport.
Unterbrechung von Lieferketten: Viele Industrien
sind auf eine stabile und planbare Energieversorgung
angewiesen. Verzögerungen oder
Engpässe führen zu Produktionsstopps, höheren
Kosten und Lieferverzögerungen bei Waren.
Inflationäre Effekte: Steigende Energie- und
Transportkosten treiben die Preise für Konsumgüter
nach oben, was zu einer allgemeinen Inflation
führen kann. Das schmälert die Kaufkraft der
Verbraucher und belastet Volkswirtschaften.
Globale Unsicherheit und Marktvolatilität:
Finanzmärkte reagieren sensibel auf solche
geopolitischen Risiken. Aktienkurse können
fallen, Investitionen zurückgehen, und Unternehmen
könnten ihre Geschäftspläne anpassen
oder zurückhalten.
Wirtschaftliche Belastung abhängige Länder:
Besonders Länder, die stark auf Ölimporte angewiesen
sind, spüren die Folgen unmittelbar
durch steigende Importkosten und mögliche
Energieknappheit, was das Wirtschaftswachstum
hemmt.
Es zeigt sich, dass eine Blockade in der Straße
von Hormus nicht nur regional, sondern global
weitreichende wirtschaftliche Störungen auslösen
kann, die Lieferketten, Preise und die Stabilität
ganzer Volkswirtschaften bedrohen. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S6
zeigen neue Daten von Dun & Bradstreet, dass
die Auswirkungen bereits in den operativen
Abläufen ankommen: Entlang zentraler Schifffahrtsrouten
in der Region häufen sich verspätete
Ankünfte und Buchungsstornierungen im
Öltransport.
Straße von Hormus:
Lage bleibt angespannt
und die Unsicherheit für
globale Energie- und
Lieferketten hoch
Nach den jüngsten Entwicklungen rund um
eine Waffenruhe zwischen den USA und dem
Iran richtet sich die Aufmerksamkeit erneut
auf eine der sensibelsten Handelsrouten der
Welt: die Straße von Hormus.
Denn unabhängig von politischen
Annäherungen zeigen neue Daten
von Dun & Bradstreet, dass die Auswirkungen
bereits in den operativen
Abläufen ankommen: Entlang zentraler Schifffahrtsrouten
in der Region häufen sich verspätete
Ankünfte und Buchungsstornierungen im
Öltransport. Nach den jüngsten Entwicklungen
rund um eine Waffenruhe zwischen den USA
und dem Iran richtet sich die Aufmerksamkeit
erneut auf eine der sensibelsten Handelsrouten
der Welt: die Straße von Hormus.
Auch wenn diplomatische Signale aktuell für
eine gewisse Entspannung sorgen, bleibt die
Lage angespannt und die Unsicherheit für
globale Energie- und Lieferketten hoch.Denn
unabhängig von politischen Annäherungen
Breite Betroffenheit
Die aktuellen Daten zeigen sehr deutlich, dass
sich geopolitische Spannungen rund um die
Straße von Hormus nicht nur auf politischer
Ebene abspielen, sondern bereits konkret in
den operativen Abläufen globaler Lieferketten
sichtbar werden. Auffällig ist vor allem die
Breite der Betroffenheit: In einzelnen Märkten
sind bereits bis zu 100 Prozent der Ölunternehmen
von Störungen betroffen. Auch in Europa
zeigt sich eine hohe Durchdringung etwa mit 76
Prozent in Belgien und 59 Prozent in den Niederlanden.
Gleichzeitig sehen wir, dass selbst
große Industrienationen deutlich betroffen
sind. In Deutschland liegt der Anteil der betroffenen
Ölunternehmen bei rund 44 Prozent, auf
einem vergleichbaren Niveau wie in den USA
(44 Prozent) oder Saudi-Arabien (44 Prozent). In
China sind es 46 Prozent, im Vereinigten Königreich
39 Prozent. Das zeigt: Die Störungen sind
kein regionales Phänomen, sondern greifen
über zentrale Handelsrouten hinweg tief in die
global vernetzte Industrie ein.
Störungen werden auf sichtbar
Besonders relevant ist dabei, dass die Analyse
nicht auf aggregierten Handelsvolumina
basiert, sondern auf Unternehmensebene
misst, wie stark sich die Störungen innerhalb
nationaler Ölsektoren verbreiten. In Ländern
wie Belgien oder Oman (71 Prozent) bedeutet
das, dass ein Großteil der betroffenen Unternehmen
entlang dieser Routen bereits operative
Einschränkungen spürt.
Relevanz für industrielle Lieferketten
Für Unternehmen ergibt sich daraus ein klares
Bild: Risiken entstehen nicht erst auf Makroebene,
sondern entlang konkreter Lieferbeziehungen
und Transportkorridore. Gerade für
stark vernetzte Volkswirtschaften wie Deutschland
ist das entscheidend. Wenn bereits knapp
die Hälfte der betroffenen Ölunternehmen Einschränkungen
im Transport sieht, kann sich das
schnell auf nachgelagerte Industrien auswirken.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S8
US-Zoll Rückerstattung:
Unternehmen hoffen auf
Milliardenzahlungen
Nach einem historischen Gerichtsurteil könnten
Firmen bis zu 175 Milliarden Dollar an
gezahlten Sonderzöllen zurückfordern – ein
unerwarteter Liquiditätsschub für gut vorbereitete
Unternehmen.
Die US-Regierung hat ein Online-Verfahren
gestartet, mit dem Importeure
unrechtmäßig gezahlte US-Zölle
zurückfordern können. Schätzungen
zufolge haben Unternehmen rund 166 Milliarden
Dollar an solchen Zöllen gezahlt. Seit
Anfang dieser Woche können betroffene Firmen
über ein Portal der US-Zollbehörde Customs
and Border Protection (CBP) Anträge auf Erstattung
stellen. Die Rückzahlungen sollen innerhalb
von 60 bis 90 Tagen erfolgen, jedoch nicht
automatisch, sondern nur nach Antragstellung.
Aktuell wird nur die erste Phase des Erstattungsverfahrens
bearbeitet. Dabei können
nur Zölle zurückgefordert werden, die
maximal 80 Tage zurückliegen oder deren
Berechnung noch nicht abgeschlossen ist.
Weitere Phasen sind geplant, aber der Starttermin
ist noch unbekannt. Experten warnen,
dass die Fristen eng sind und das Portal
durch viele Anträge überlastet werden könnte.
Das Verfahren läuft über das System „Consolidated
Administration and Processing of Entries“
(CAPE), das Importeure nutzen, um Listen
ihrer Zollanmeldungen hochzuladen und so
eine Gesamterstattung zu beantragen. Voraussetzung
für die Teilnahme ist eine Registrierung
im elektronischen Zahlungssystem der CBP,
die bislang nur von etwa einem Sechstel der
betroffenen Importeure abgeschlossen wurde.
Zudem gibt es eine laufende Debatte in den
USA, ob die Rückerstattungen den Unternehmen
oder den Verbrauchern zustehen.
Wichtige Punkte:
US-Regierung nimmt Anträge auf Zollerstattungen
für unrechtmäßige Zölle an.
Erstattungen erfolgen nicht automatisch, sondern
nur auf Antrag über ein Online-Portal.
Zunächst nur Zölle der letzten 80 Tage oder
noch nicht final berechnete Zölle erstattungsfähig.
Fristen und mögliche Systemüberlastungen sorgen
für Unsicherheiten. Registrierung im elektronischen
Zahlungssystem der US-Zollbehörde
ist Pflicht. Rund 330.000 Unternehmen sind
betroffen, aber bisher nur etwa 56.000 registriert.
Debatte über Anspruchsberechtigung zwischen
Unternehmen und Verbrauchern.
Hier eine detaillierte Anleitung, wie Importeure
den Antrag auf Zollerstattung bei der
US-Zollbehörde (Customs and Border Protection,
CBP) über das Online-Verfahren ausfüllen:
1. Vorbereitung
Registrierung im elektronischen Zahlungssystem:
Bevor du den Antrag stellen kannst,
musst du dich bei der CBP für das elektronische
Zahlungssystem registrieren. Ohne diese
Registrierung ist keine Erstattung möglich.
Zollanmeldungen sammeln: Sammle alle relevanten
Zollanmeldungen (Entries), für die du
eine Erstattung beantragen möchtest. Diese
müssen im System hochgeladen werden.
2. Zugang zum Online-Portal
Gehe auf das offizielle Online-Portal der CBP,
das das System „Consolidated Administration
and Processing of Entries“ (CAPE) nutzt.
Melde dich mit deinen Zugangsdaten an, die du
bei der Registrierung erhalten hast.
3. Antrag erstellen
Liste der Zollanmeldungen hochladen: Lade
eine Datei hoch, die alle Zollanmeldungen
enthält, für die du eine Erstattung beantragen
möchtest. Die Datei muss im vorgegebenen
Format sein (meist CSV oder Excel).
Die Liste sollte folgende Angaben enthalten:
• Entry-Nummer (Zollanmeldung)
• Datum der Zahlung der Zölle
• Betrag der gezahlten Zölle
• Weitere Identifikationsmerkmale,
falls erforderlich
Überprüfung der Daten: Das System prüft automatisch,
ob die Einträge für die erste Phase des
Verfahrens berechtigt sind (z.B. Zahlung nicht
älter als 80 Tage oder noch nicht final berechnet).
4. Antrag ausfüllen
Angaben zum Antragsteller: Trage deine
Unternehmensdaten ein, wie Firmenname,
Adresse, Steuer-ID und Kontaktinformationen.
Bankverbindung: Gib die Bankdaten an, auf
die die Erstattung überwiesen werden soll.
Die Angaben müssen genau und aktuell sein.
Bestätigung und Erklärung: Du musst bestätigen,
dass die Angaben korrekt sind und dass du
berechtigt bist, die Erstattung zu beantragen.
5. Antrag absenden
Nach dem Hochladen und Ausfüllen aller erforderlichen
Felder kannst du den Antrag elektronisch
absenden. Das System gibt eine Eingangsbestätigung
mit einer Referenznummer
aus, die du für Rückfragen aufbewahren solltest.
6. Nachverfolgung
Über das Portal kannst du den Status deines
Antrags verfolgen. Die CBP strebt an, innerhalb
von 60 bis 90 Tagen erste Erstattungen
auszuzahlen, sofern alle Angaben korrekt sind.
Wichtige Hinweise:
Fristen beachten: Anträge für Zölle, die älter
als 80 Tage sind, können in dieser ersten
Phase nicht berücksichtigt werden. Verzögerungen
können dazu führen, dass dein Antrag
erst in späteren Phasen bearbeitet wird.
Systemüberlastung: Aufgrund der hohen
Anzahl von Anträgen kann es zu Verzögerungen
kommen. Sorgfältige Prüfung: Fehlerhafte
oder unvollständige Anträge können abgelehnt
oder verzögert werden. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S10
Handelsbeziehungen im
Spannungsfeld: Der Zollstreit
zwischen den USA
und der EU
Wie aktuelle Entwicklungen und historische
Verhandlungen die transatlantischen Handelsbeziehungen
prägen und welche Folgen
die jüngsten Drohungen von Präsident Trump
für die globale Wirtschaft haben könnten.
Die Handelsbeziehungen zwischen
den Vereinigten Staaten und der
Europäischen Union sind seit jeher
von großer Bedeutung für die globale
Wirtschaft. Doch in jüngster Zeit ist das
Verhältnis zunehmend von Spannungen und
Konflikten geprägt, die vor allem durch den
Zollstreit zwischen den USA und der EU sichtbar
werden. Aktuell hat US-Präsident Donald Trump
eine klare Frist gesetzt, die die Handelsvereinbarung
zwischen beiden Wirtschaftsräumen
auf die Probe stellt – mit weitreichenden Konsequenzen.
Der Hintergrund des Zollstreits
Der Konflikt wurzelt in langjährigen Verhandlungen
über Handelszölle, insbesondere auf
Autos und Lastwagen, die zwischen der EU und
den USA gehandelt werden. Bereits in der Vergangenheit
gab es immer wieder Streitpunkte,
da beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen
von fairen Handelsbedingungen hatten. Die EU
kritisierte US-Zölle als protektionistisch, während
die USA ihrerseits auf vermeintlich unfaire
Handelspraktiken der EU hinwiesen.
Vor einiger Zeit wurde ein Zolldeal ausgehandelt,
der vorsah, dass die EU ihre Zölle auf
bestimmte US-Importe auf null senkt, um den
Handel zu erleichtern und Spannungen abzubauen.
Doch die Umsetzung dieses Abkommens
gestaltet sich schwierig und stockt seit
Monaten.
Aktuelle Entwicklungen: Trumps Ultimatum
Am 7. Mai 2026 hat Präsident Trump nun eine
klare Frist gesetzt: Sollte die EU ihren Teil des
Handelsabkommens nicht bis zum 4. Juli, dem
Unabhängigkeitstag der USA, erfüllen, drohen
sofortige und drastische Zollerhöhungen. Konkret
sollen die Zölle auf Autos und Lastwagen,
die aus der EU in die USA eingeführt werden,
von bisher 15 auf 25 Prozent steigen.
Trump begründet diese Drohung mit seiner
Geduld, die er bereits gezeigt habe, und der
Erwartung, dass die EU endlich ihre Zusagen
einhält. Er betonte, dass es ein „sehr gutes
Gespräch“ mit EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen gab, doch offenbar reichten
diese Gespräche bislang nicht aus, um eine
Einigung herbeizuführen.
Verhandlungen in der EU:
Uneinigkeit und Herausforderungen
Innerhalb der EU sind die Verhandlungen zwischen
AMPHIBUS dem Europaparlament TAXI
und den Mitgliedsstaaten
über die vollständige Umsetzung
des Zolldeals weiterhin schwierig. Ein Treffen
von Vertretern am Vortag der Ankündigung
Trumps brachte keine Einigung. Die unterschiedlichen
Interessen und Prioritäten der
Mitgliedsländer erschweren eine schnelle und
einheitliche Entscheidung.
Diese Verzögerungen haben die Geduld der USA
strapaziert und die Gefahr eines eskalierenden
Handelskonflikts erhöht, der nicht nur die
transatlantischen Beziehungen, sondern auch
die globale Wirtschaft destabilisieren könnte.
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S12
Historische Perspektive und mögliche Folgen
Der transatlantische Handel ist seit Jahrzehnten
ein Motor für Wirtschaftswachstum und Wohlstand
auf beiden Seiten des Atlantiks. Handelsabkommen
und Zollsenkungen haben den
Austausch von Waren und Dienstleistungen
erleichtert und Arbeitsplätze geschaffen. Doch
Handelskonflikte wie dieser Zollstreit können
das Vertrauen untergraben und zu Gegenmaßnahmen
führen, die den freien Handel behindern.
Eine Eskalation der Zölle könnte zu höheren
Preisen für Verbraucher und Unternehmen
führen, Lieferketten stören und Investitionen
hemmen. Auch andere Länder könnten sich
gezwungen sehen, Partei zu ergreifen oder
eigene Handelsbarrieren zu errichten, was die
weltweite wirtschaftliche Vernetzung belastet.
Konkrete wirtschaftliche
Folgen des Zollstreits
Sollten die Zölle wie von Präsident Trump angedroht
von 15 auf 25 Prozent steigen, sind die
wirtschaftlichen Auswirkungen auf beiden Seiten
des Atlantiks erheblich:
Steigende Produktionskosten:
Europäische Autohersteller und Zulieferer,
die in den US-Markt exportieren, müssten mit
deutlich höheren Kosten rechnen. Diese Mehrkosten
könnten an die Verbraucher weitergegeben
werden, was die Preise für Fahrzeuge in
den USA steigen lässt.
Rückgang der Nachfrage:
Höhere Preise für importierte Fahrzeuge führen
in der Regel zu einem Nachfragerückgang. Dies
kann Absatzverluste für europäische Hersteller
bedeuten und damit auch negative Auswirkungen
auf Arbeitsplätze und Investitionen in der
Automobilindustrie.
Störungen in globalen Lieferketten:
Die Automobilbranche ist stark global verflochten.
Zölle erhöhen die Komplexität und Kosten
der Lieferketten, was zu Verzögerungen und
Effizienzverlusten führt. Auch US-Hersteller,
die Teile aus der EU beziehen, könnten betroffen
sein.
Gegenzölle und Handelskonflikte:
Die EU könnte als Reaktion eigene Zölle auf US-
Produkte erhöhen, was weitere Branchen trifft,
etwa die Landwirtschaft oder den Maschinenbau.
Dies würde die wirtschaftlichen Spannungen
weiter verschärfen und die Handelsbeziehungen
langfristig belasten.
Investitionszurückhaltung:
Unternehmen könnten angesichts der Unsicherheit
Investitionen in transatlantische Projekte
zurückstellen oder verlagern. Dies hemmt
Innovation und Wachstum auf beiden Seiten.
Negative Auswirkungen auf Verbraucher:
Letztlich könnten Verbraucher in beiden Regionen
mit höheren Preisen und weniger Auswahl
konfrontiert sein, was die Kaufkraft und das
Konsumklima beeinträchtigt.
Ausblick: Chancen für Dialog und Kompromiss
Trotz der angespannten Lage besteht weiterhin
die Möglichkeit, durch Dialog und Kompromisse
eine Eskalation zu vermeiden. Beide Seiten profitieren
von stabilen Handelsbeziehungen und
könnten durch konstruktive Verhandlungen
eine Lösung finden, die den Interessen beider
gerecht wird.
Die Frist bis zum 4. Juli setzt einen klaren Zeitrahmen,
der als Ansporn dienen kann, die Differenzen
zu überbrücken. Beobachter hoffen,
dass die politischen Entscheidungsträger in
Brüssel und Washington die Bedeutung des
transatlantischen Handels erkennen und den
Weg für eine nachhaltige Einigung ebnen.
Die aktuellen Entwicklungen im Zollstreit zwischen
den USA und der EU zeigen eindrücklich,
wie komplex und sensibel internationale Handelsbeziehungen
sind. Die nächsten Wochen
werden entscheidend sein, um eine Eskalation
zu verhindern und den transatlantischen Handel
auf eine stabile Grundlage zu stellen. Für
Unternehmen, Verbraucher und die globale
Wirtschaft insgesamt ist es essenziell, dass
beide Seiten konstruktiv zusammenarbeiten
und Lösungen finden, die langfristig Frieden
und Wohlstand sichern.
(RED)
Gamechanger
ecommerce-day.at
11. JUNI
eCOMMERCE
DAY2026
ARIANA SEESTADT, WIEN
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S14
Resiliente Lieferketten in
unsicheren Zeiten
Geopolitische Herausforderungen erfordern
flexible, nachhaltige und digitale Lösungen
für stabile, effiziente Transport- und Lieferprozesse.
Herausforderungen in der
heutigen Transportlogistik
Die Komplexität der Transportlogistik steigt stetig.
Unternehmen müssen nicht nur Kosten senken
und Termintreue gewährleisten, sondern
auch Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen
und technologische Innovationen integrieren.
Gleichzeitig erschweren regulatorische Vorgaben
und die Notwendigkeit zur Flexibilität die
Planung. Besonders in geopolitisch bewegten
Zeiten kommen weitere Herausforderungen
hinzu:
In einer zunehmend vernetzten und globalisierten
Welt sind Transportlogistik und
Supply Chain Management (SCM) zentrale
Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Doch
gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten
– geprägt von Handelskonflikten, politischen
Spannungen, Sanktionen und globalen Krisen
– stehen Lieferketten vor enormen Herausforderungen.
Die Fähigkeit, trotz solcher Turbulenzen
stabil und flexibel zu agieren, wird zur
entscheidenden Kompetenz: die Resilienz der
Lieferketten.
Das Rückgrat der Lieferkette
Transportlogistik umfasst die Planung, Steuerung
und Kontrolle aller Transportprozesse,
um Güter effizient, sicher und termingerecht
zu bewegen. Dabei gilt es, die passenden Verkehrsträger
– Straße, Schiene, Luft und Wasser
– optimal zu kombinieren, Kosten zu kontrollieren
und gesetzliche Vorgaben einzuhalten.
Die Transportlogistik ist somit ein essenzieller
Baustein im Supply Chain Management, der
maßgeblich zur Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit
beiträgt.
• Störungen durch politische Konflikte: Sanktionen,
Handelsbeschränkungen oder
Grenzschließungen können Transportwege
plötzlich blockieren oder verteuern.
• Unsicherheit bei internationalen Partnerschaften:
Politische Spannungen können
Lieferantenbeziehungen belasten und alternative
Bezugsquellen notwendig machen.
• Schwankende Nachfrage und volatile
Märkte: Geopolitische Ereignisse beeinflussen
Märkte und Konsumverhalten, was flexible
Anpassungen in der Logistik erfordert.
Supply Chain Management
als strategischer Hebel
Ein ganzheitliches Supply Chain Management
geht über die reine Transportlogistik hinaus
und umfasst die Steuerung aller Wertschöpfungsstufen
– von der Beschaffung über Produktion
bis zur Auslieferung. In unsicheren Zeiten
gewinnt das SCM an Bedeutung, indem es
Transparenz schafft, Risiken identifiziert und
Strategien zur Risikominderung entwickelt.
Wichtige Maßnahmen sind:
• Diversifikation der Lieferanten und Transportwege:
Abhängigkeiten von einzelnen
Ländern oder Routen werden reduziert.
• Einsatz digitaler Technologien: Echtzeit-Tracking,
KI-gestützte Prognosen und automatisierte
Steuerung erhöhen die Reaktionsfähigkeit.
• Bestandsmanagement und Puffer: Strategische
Lagerhaltung kann kurzfristige Lieferengpässe
abfedern.
• Kooperation und Kommunikation: Enge
Zusammenarbeit mit Partnern und Stakeholdern
verbessert die Abstimmung und Krisenbewältigung.
Widerstandsfähigkeit in der Praxis
Resilienz bedeutet, Lieferketten so zu gestalten,
dass sie Störungen nicht nur überstehen, sondern
sich auch schnell erholen und anpassen
können. Dies erfordert eine Kombination aus
strategischer Planung, operativer Flexibilität
und kontinuierlichem Monitoring.
Beispiele für resiliente Praktiken sind:
• Multimodale Transportlösungen: Flexibler
Wechsel zwischen Verkehrsträgern bei Störungen.
• Echtzeitdaten und Transparenz: Schnelle
Erkennung von Problemen und proaktive
Steuerung.
• Szenarienplanung und Simulation: Vorbereitung
auf verschiedene Krisensituationen.
• Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil:
Umweltfreundliche und zugleich stabile
Lieferketten erhöhen die Akzeptanz und
Zukunftsfähigkeit.
Fazit: In geopolitisch bewegten Zeiten ist die
Kombination aus effizienter Transportlogistik,
strategischem Supply Chain Management
und resilienten Lieferketten entscheidend für
den Unternehmenserfolg. Wer seine Logistikprozesse
flexibel, transparent und nachhaltig
gestaltet, kann Risiken besser managen, Kunden
zuverlässig bedienen und sich Wettbewerbsvorteile
sichern. (RED)
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S16
Teurer Diesel: Transporteure
konnten
Kostenanstieg noch
nicht einpreisen
Energiepreis erreicht den Transportmarkt
zeitverzögert – steigende Dieselpreise schlagen
im Spotmarkt noch nicht ganz durch.
Die stark gestiegenen Energiepreise
infolge der geopolitischen Spannungen
im Nahen Osten erhöhen
den Kostendruck im europäischen
Straßengüterverkehr. Während der Dieselpreis
seit Beginn des Iran-Konflikts deutlich gestiegen
ist, reagieren die Preise für kurzfristig vergebene
Transporte mit Verzögerung, wie die
Daten der TIMOCOM Frachtenbörse zeigen.
Forderungen für Transporte legen langsam zu
Nach Auswertungen der Spotmarktpreise in der
TIMOCOM Frachtenbörse lag der von Frachtführern
durchschnittlich verlangte Kilometerpreis
für europaweite Transporte in Kalenderwoche
9 zunächst auf einem Jahrestief von 1,49 Euro/
km. In KW 10 stieg dieser Wert auf 1,52 Euro
und erreichte in KW 11 bereits rund 1,59 Euro/
km. Damit erhöhten sich die durchschnittlichen
Preisforderungen der Transporteure innerhalb
von zwei Wochen um rund 6,7 Prozent.
Im deutschen Binnenmarkt fiel der Anstieg
etwas stärker aus. Hier stiegen die durchschnittlichen
Preisforderungen der Frachtführer
von 1,62 Euro pro Kilometer in KW 9 auf 1,68
Euro in KW 10 und lagen in KW 11 im Schnitt
bei 1,76 Euro. Das entspricht einem Anstieg von
rund 8,6 Prozent innerhalb von zwei Wochen.
Zu Beginn der Kalenderwoche 12 erreichte der
geforderte Durchschnittspreis bereits fast 1,80
Euro/km.
Dieselpreisanstieg noch nicht vollständig im
Spotmarkt angekommen
Im gleichen Zeitraum ist der Dieselpreis deutlich
stärker gestiegen. Seit Kalenderwoche 9 legte
er in Deutschland um rund 32 Prozent zu. „Viele
Transportunternehmen spüren diese Entwicklung
jedoch nicht unmittelbar in voller Höhe.
Größere Flotten verfügen häufig über eigene
Betriebshof-Tankstellen mit langfristigen Lieferverträgen
oder festen Kontingenten. Zudem
tanken viele Frachtführer regelmäßig im Ausland,
wo die Kraftstoffpreise teilweise niedriger
sind“, sagt Gunnar Gburek, Head of Business
Affairs bei TIMOCOM. Kurzfristige Preissprünge
wirken sich deshalb oft erst zeitverzögert auf
die Transportpreise des Spotmarktes aus.
„Falls die Dieselpreise langfristig auf dem hohen
Niveau bleiben, dürfte dies einen deutlicheren
Anstieg der Transportpreise nach sich ziehen“,
so Gunnar Gburek. Fraglich bleibe aber, ob es
den Transporteuren gelingen wird, die insgesamt
steigenden Betriebskosten an die Auftraggeber
weiterzuleiten – insbesondere vor
dem Hintergrund des damit einhergehenden
schwachen Wirtschaftswachstums.
(RED)
Shops, Stores
& Spaces
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S18
Spritpreisbremse-Aus
macht Gewerbediesel
umso dringlicher
Der Brent-Ölpreis erreicht neues Rekordniveau
– Transportbranche braucht Entlastung
bei Mineralölsteuer und CO2-Abgabe.
Die gescheiterten Verhandlungen
über eine Verlängerung
der Spritpreisbremse
verdeutlichen die
Dringlichkeit der Einführung
eines Gewerbediesels.
Ohne eine Senkung
der Mineralölsteuer sind
die steigenden Dieselpreise
für die Transportwirtschaft
kaum noch
tragbar, betont Alexander
Klacska, Obmann der Bundessparte
Transport und Verkehr
in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ). Auch wenn sich die Situation
an den Tankstellen zeitweise entspannt,
zeichnen sich weitere Preiserhöhungen ab: So
ist der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent aufgrund
anhaltender geopolitischer Spannungen
auf ein mehrjähriges Hoch gestiegen.
Klacska fordert daher ein Aussetzen der CO2-
Abgabe sowie eine vorübergehende Senkung
der Mineralölsteuer auf das EU-Mindestniveau.
Eine Beschränkung auf gewerblich genutzten
Diesel sei technisch problemlos umsetzbar. Als
praktikable Lösung schlägt er eine pauschale
Rückvergütung vor, die Unternehmen bei den
aktuellen Preisen eine Rückerstattung von rund
205 Euro pro 1.000 Liter gewerblich getanktem
Diesel ermöglichen würde.
Ähnlich wie beim Agrardiesel für die Landwirtschaft
sei ein Gewerbediesel notwendig, um
die Leistungsfähigkeit der gesamten Transportbranche
zu sichern. Bereits vor den
jüngsten Preissteigerungen war die
Branche aufgrund schwacher
Konjunktur und hoher Kosten für
Energie, Lkw-Maut und CO2-
Abgabe stark belastet. Dies
betrifft nicht nur den Straßengüterverkehr,
sondern auch
Taxi- und private Busunternehmen,
die beispielsweise
im Schülertransport wichtige
öffentliche Aufgaben übernehmen.
Um diese Leistungen sowie die
Versorgung der Bevölkerung mit Gütern
des täglichen Bedarfs zu gewährleisten, müssen
die aktuellen Kostensteigerungen abgefedert
werden. Klacska bringt es auf den Punkt:
„Was für die Landwirtschaft mit dem Agrardiesel
möglich ist, sollte auch für Gewerbetreibende
gelten.“ (RED)
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S20
die europäischen Kernmärkte stagnierten und
von hohem Kosten- und Wettbewerbsdruck
geprägt waren, sorgte die US-Zollpolitik für
zusätzliche Unsicherheiten im internationalen
Handel. In diesem Umfeld gelang es Dachser
dennoch, organisch zu wachsen und im Landverkehr
sogar Marktanteile zu gewinnen. CEO
Burkhard Eling betont: „Unser Geschäftsmodell
basiert auf Integration, Qualität und Innovation
– genau diese Faktoren haben uns geholfen,
auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich
zu sein.“
Dachser: Rekordumsatz
und Investitionsoffensive
für nachhaltiges
Wachstum
Dachser erzielt 2025 Rekordumsatz von 8,3
Mrd. EUR und setzt mit über 325 Mio. EUR
Investitionen in Netz, Digitalisierung und
Nachhaltigkeit auf nachhaltiges Wachstum
und Marktstärkung.
Das Jahr 2025 war für den Logistikdienstleister
Dachser ein Meilenstein
in der Unternehmensgeschichte.
Mit einem Rekordumsatz
von rund 8,3 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen
ein Wachstum von 3,1 Prozent gegenüber
dem Vorjahr – ein klares Zeichen für die
Stärke und Resilienz des Geschäftsmodells
in einem herausfordernden wirtschaftlichen
Umfeld. Doch der Erfolg spiegelt sich nicht
nur in den Zahlen wider, sondern auch in der
strategischen Ausrichtung und den umfangreichen
Investitionen, mit denen Dachser
seine Wettbewerbsposition langfristig stärkt.
Wachstum trotz schwieriger
Rahmenbedingungen
Die globalen Märkte präsentierten sich 2025
weiterhin volatil und anspruchsvoll. Während
Erfolgreiche Integration von Zukäufen
Ein wesentlicher Wachstumstreiber waren die
Zukäufe in strategisch wichtigen Regionen.
Die Übernahmen von Fercam Italia in Italien,
Brummer in Süddeutschland und Österreich
sowie Frigoscandia in den nordischen Ländern
trugen 2025 erstmals voll zum Konzernumsatz
bei. Ohne diese Akquisitionen hätte das organische
Wachstum nur 0,3 Prozent betragen.
Diese gezielten Erweiterungen stärken Dachser
nicht nur regional, sondern erweitern auch das
Dienstleistungsportfolio und die Marktpräsenz.
Starke Geschäftsfelder mit
differenzierten Entwicklungen
Die Business Line European Logistics erreichte
mit 5,1 Milliarden Euro erstmals die Umsatzmarke
von 5 Milliarden Euro und wuchs um 5,9 Prozent.
Besonders hervorzuheben ist die Lebensmittellogistik,
die dank der Zukäufe um 10,1 Prozent auf
über 1,8 Milliarden Euro zulegte. Diese Entwicklung
zeigt, wie wichtig spezialisierte Logistiklösungen
in wachstumsstarken Segmenten sind.
Im Gegensatz dazu stand das Business Field
Air & Sea Logistics vor Herausforderungen: Die
Seefrachtraten, insbesondere auf der Hauptroute
von Asien nach Europa, gingen stark
zurück, und auch die Luftfrachtraten sanken
leicht. Dies führte zu einem Umsatzrückgang
von 12,6 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro,
nachdem das Geschäftsfeld im Vorjahr noch
deutlich gewachsen war.
Ausbau der Lagerkapazitäten
und Digitalisierung
Dachser investiert konsequent in die Erweiterung
seiner Infrastruktur. Im Bereich Kontraktlogistik
wurden 2025 an 174 Warehouse-Standorten
weltweit rund 240.000
zusätzliche Palettenpositionen geschaffen.
Damit überschritt das Unternehmen erst-
mals die Marke von 4 Millionen Palettenstellplätzen
für Industriegüter und Lebensmittel.
Diese Kapazitätserweiterung ist ein wichtiger
Baustein, um den steigenden Anforderungen
der Kunden gerecht zu werden und
flexible, effiziente Lagerlösungen anzubieten.
Parallel dazu fließen erhebliche Mittel in Digitalisierung
und Klimaschutzmaßnahmen. Rund
325 Millionen Euro investierte Dachser 2025
in den Ausbau seines Netzes, die Weiterentwicklung
der Mitarbeitenden sowie innovative
Technologien. Für 2026 plant das Unternehmen,
das Investitionsvolumen auf über 350 Millionen
Euro zu erhöhen, um seine Wettbewerbsfähigkeit
weiter auszubauen und nachhaltige Standards
zu setzen.
Starke Präsenz in Österreich
Auch Dachser Austria konnte 2025 seine
Marktposition festigen. Mit 2,1 Millionen transportierten
Sendungen und einem Gesamtgewicht
von 1,0 Million Tonnen erzielte das Unternehmen
einen Umsatz von 234,4 Millionen Euro
– ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.
An neun Standorten sind aktuell 796 Mitarbeitende
beschäftigt, die mit ihrem Engagement
zum Erfolg beitragen.
Fazit: Dachser zeigt eindrucksvoll, wie ein
Logistikdienstleister in einem herausfordernden
Marktumfeld erfolgreich wachsen kann.
Die Kombination aus organischem Wachstum,
gezielten Zukäufen, konsequentem Ausbau der
Infrastruktur und Investitionen in Digitalisierung
und Nachhaltigkeit bildet die Basis für eine
starke Wettbewerbsposition.
Mit der Erhöhung des Investitionsvolumens für
2026 unterstreicht Dachser seinen Anspruch,
auch künftig als Innovationsführer und verlässlicher
Partner in der Logistikbranche zu agieren.
Für Unternehmen und Kunden bedeutet dies: Ein
leistungsfähiger, zukunftsorientierter Logistikdienstleister,
der flexibel auf Marktveränderungen
reagiert und nachhaltige Lösungen bietet –
ein echter Gewinn für die gesamte Lieferkette.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S22
Firmenjubiläum bei B+S
– 25 Jahre Leidenschaft
für Logistik
Seit der Gründung im Jahr 2001 in Beelen hat
sich B+S als verlässlicher Partner für ganzheitliche
Logistiklösungen etabliert – insbesondere
im Bereich der Multichannel-Logistik
für Food- & Near-Food in ganz Europa.
Von den bescheidenen Anfängen mit
nur drei Mitarbeitenden und 5.000
m2 Lagerfläche hat sich B+S kontinuierlich
weiterentwickelt. Heute
beschäftigt das Unternehmen rund 1.200 Mitarbeitende
an 14 Standorten und verwaltet
500.000 m2 Logistikfläche. Als 100-prozentige
Tochter der Nagel-Group ist B+S seit 2022 Teil
des europaweiten Netzwerks für temperaturgeführte
Logistik und vollständig darin integriert.
Durch diese Einbindung stärkt das Unternehmen
seine Marktposition und profitiert von
zusätzlichen Synergien und einer leistungsfähigen
Infrastruktur. Als Komplettanbieter
steuert B+S die gesamte Supply Chain – von
Warehouse-Management über Lagerung in
verschiedenen Temperaturbereichen sowie
E-Commerce Fulfillment und Value Added
Services bis hin zu individuellen Transportlösungen.
Das Unternehmen ist insbesondere in
den Bereichen Lebensmittel, Tiernahrung und
Healthcare tätig und bedient dabei verschiedene
Vertriebskanäle wie Marktplätze, den
stationären Handel sowie B2B- und B2C-Webshops.
Gemeinsam den Wandel vorantreiben
Die Grundlage dieser Leistungsfähigkeit bildet
das Zusammenspiel aus erfahrenen Teams,
moderner Infrastruktur und einer klaren strategischen
Ausrichtung. Das heutige Führungsteam
legt dabei großen Wert auf eine konsequente
Weiterentwicklung dieser Strukturen:
Clemens von Ketteler fokussiert sich in seiner
Rolle als Sprecher der Geschäftsführung auf
die strategische Unternehmensentwicklung
und den Vertrieb, Cordula Brockmeyer leitet
den operativen Bereich und Christian Voß verantwortet
die Bereiche Finanzen, Personal und
Administration. Clemens von Ketteler betont:
„25 Jahre B+S stehen für Dynamik, Innovations-
kraft und verlässliche Partnerschaften. Unser
starkes Team sowie die volle Integration in das
europaweite Nagel-Group-Netzwerk ermöglichen
es uns, flexible Logistiklösungen für
unsere Kunden anzubieten. Unser Anspruch ist
es, die Multichannel-Logistik von morgen aktiv
mitzugestalten und neue Maßstäbe für Effizienz,
Flexibilität und Kundenorientierung im
europäischen Markt zu setzen.“
25 Jahre Engagement und Verbundenheit
Zum Firmenjubiläum feiert B+S nicht nur 25
Jahre Erfolg, sondern auch die Treue und das
Engagement seiner Mitarbeitenden. Nadine
Stahl, Leiterin der zentralen Abrechnung, gehört
seit 25 Jahren zum Unternehmen und ist ein Beispiel
für die enge Verbundenheit in der Belegschaft.
„Es ist ein besonderes Gefühl, seit der
Gründung Teil des Teams zu sein. Ich habe die
Entwicklung des Unternehmens hautnah miterlebt
– mit vielen Veränderungen, Wachstum
und gemeinsamen Erfolgen. Ich freue mich darauf,
auch in Zukunft Teil dieses Weges zu bleiben.“
sagt Nadine Stahl. Ihr langjähriger Einsatz
steht beispielhaft für die Unternehmenskultur
bei B+S, die auf Vertrauen, Wertschätzung und
gemeinsamer Verantwortung basiert.
Innovation und Nachhaltigkeit im Blick
Auch künftig setzt B+S auf die konsequente
Weiterentwicklung ihrer Logistiklösungen. Im
Fokus stehen dabei intelligente Automatisierung,
nachhaltige Prozesse und maximale Flexibilität.
Ziel ist es, Kundenanforderungen noch
schneller, effizienter und ressourcenschonender
umzusetzen. 25 Jahre B+S sind ein Grund
zum Feiern und zugleich ein Versprechen für
die Zukunft: Gemeinsam mit Kundinnen und
Kunden sowie Mitarbeitenden will B+S den
Wandel in der Logistik aktiv gestalten. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S24
25 starke Jahre für
LogServ und CargoServ
25 Jahre Logistikkompetenz: Wie LogServ
und CargoServ den Wandel in der Transportwelt
mit Innovation, Nachhaltigkeit und
Kundenfokus gestalten.
Am 1. April 2026 feiern die Logistik
Service GmbH (LogServ) und ihre
100-prozentige Tochtergesellschaft
Cargo Service GmbH (CargoServ)
ein beeindruckendes Jubiläum: 25 Jahre erfolgreiche
Unternehmensgeschichte. Was im Jahr
2001 mit 511 Mitarbeitenden begann, hat sich
heute zu einem der führenden Dienstleister im
Bereich Transport und Logistik mit rund 1.100
Beschäftigten entwickelt. Dieses Wachstum ist
nicht nur ein Beleg für die starke Marktposition,
sondern auch für die Innovationskraft und den
unermüdlichen Einsatz aller Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter.
Starke Partnerschaften – vielfältige Kunden
LogServ und CargoServ sind längst nicht mehr
nur Dienstleister für den voestalpine-Konzern,
sondern haben sich auch als verlässliche Partner
für zahlreiche Drittkunden etabliert. Knapp
ein Viertel des Jahresumsatzes von annähernd
500 Millionen Euro werden mit namhaften Kunden
wie Primetals Technologies, WFL Milturn
und Voith Hydro erwirtschaftet. Auch im Chemiepark
Linz genießen die beiden Unternehmen
einen exzellenten Ruf – ein Beweis für ihre
Kompetenz und Flexibilität. Doch der wichtigste
Kunde bleibt das Linzer Stahlwerk.
Mit einem Bedarf von 16,1 Millionen Tonnen an
ein- und ausgehenden Frachten jährlich, davon
11,6 Millionen Tonnen im Inbound-Verkehr und
5 Millionen im Outbound, also gesamt 16,6 Millionen
Tonnen stellt das Stahlwerk eine enorme
logistische Herausforderung dar, welche die
LogServ und CargoServ mit Bravour meistern.
Unsichtbare Helden: Die internen Transporte
Was oft übersehen wird, sind die betriebsinternen
Transporte auf dem weitläufigen Gelände
der voestalpine Stahl GmbH in Linz. Mit einem
Volumen von 65 Millionen Tonnen jährlich, verteilt
auf Schiene, Straße und Wasserweg, sind
diese Transporte ein wesentlicher Bestandteil
der Logistikleistung. Geschäftsführer Christian
Janecek und Markus Schinko betonen die Verantwortung,
die ihre Unternehmen für diese
internen Verkehre tragen – vom Transport von
Rohstoffen über Halbfabrikate bis hin zu Fertigprodukten
und Nebenprodukten wie Schlacken.
Automatisierung und Digitalisierung sind dabei
keine Zukunftsvisionen, sondern gelebter Alltag.
Die Unternehmen setzen konsequent auf
moderne Technologien, um Prozesse effizienter,
transparenter und nachhaltiger zu gestalten.
Nachhaltigkeit und Zukunftsvisionen
Ein zentrales Ziel von LogServ und CargoServ ist
die Verlagerung weiterer Güterströme auf die
Schiene. Mit dem bereits erfolgreich eingesetzten
„Mobiler“-System der ÖBB Rail Cargo Group
zeigen sie, wie kombinierter Verkehr praktisch
und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Die
Geschäftsführer blicken gespannt auf weitere
Innovationen, die den Schienenverkehr noch
attraktiver machen und so einen wichtigen Beitrag
zum Klimaschutz leisten.
Ein Vierteljahrhundert Erfolg
durch Teamgeist und Innovation
Das 25-jährige Bestehen von LogServ und
CargoServ ist ein Meilenstein, der die beeindruckende
Entwicklung von einem mittelgroßen
Dienstleister zu einem unverzichtbaren
Partner in der internationalen Logistikbranche
dokumentiert. Die Kombination aus erfahrenen
Mitarbeitenden, innovativen Technologien und
einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit macht
die Unternehmen fit für die Herausforderungen
der Zukunft. Wer auf der Suche nach einem verlässlichen,
leistungsstarken und zukunftsorientierten
Logistikpartner ist, findet in LogServ und
CargoServ zwei Unternehmen, die Tradition und
Fortschritt erfolgreich verbinden.
(RED)
Logistik als Wettbewerbsvorteil
Noch vor 25 Jahren wurde Logistik oft nur als
Kostenfaktor gesehen. Heute ist sie ein entscheidender
Erfolgsfaktor im internationalen
Wettbewerb. LogServ und CargoServ haben
diesen Wandel aktiv mitgestaltet. Durch innovative
Maßnahmen zur Stabilisierung der
Lieferketten, zur optimalen Auslastung der
Transportmittel und zur kontinuierlichen Verbesserung
der Schnittstellen und Kommunikationssysteme
haben sie die Logistik auf ein
neues Niveau gehoben.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S26
Erster Spatenstich: Ausbau
des Hafenbahnhofs
Speckenbüttel startet
Mit dem ersten Spatenstich startet ein zentrales
Infrastrukturprojekt für die Bremischen
Häfen in Bremerhaven.
Im Mittelpunkt des aktuellen Projekts steht
nun die nächste Erweiterung des Bahnhofsteils
Speckenbüttel. Dort entsteht mit der sogenannten
„20er Gruppe“ eine neue Vorstellanlage mit
sieben zusätzlichen, jeweils rund 740 Meter
zuglangen Gleisen. Diese werden künftig für die
Abfertigung von Container-, Automobil- und
Militärtransporten genutzt und ermöglichen
unter anderem eine deutlich effizientere Zugbildung
sowie Zwischenabstellung. Die neuen
Gleise werden vollständig elektrifiziert und mit
moderner Infrastruktur ausgestattet, darunter
Bremsprobeanlagen, Weichenheizungen und
zeitgemäße Beleuchtung. Parallel dazu wird die
bestehende Infrastruktur umfassend digitalisiert,
in dem die Leit- und Sicherungstechnik in
das digitale Stellwerk integriert wird.
Rund 56 Millionen Euro fließen dort
in zusätzliche Gleiskapazitäten,
moderne Leit- und Sicherungstechnik
sowie die Digitalisierung der
Anlagen, um den Schienengüterverkehr nachhaltig
zu stärken und den Hafen noch leistungsfähiger
an das Hinterland anzubinden.
Der Bahnhof Speckenbüttel wurde bereits von
1913-16 errichtet und 1982-85 ausgebaut und
modernisiert.
Die Gesamtmaßnahme ist eng verzahnt mit den
Planungen der Deutschen Bahn zur Einrichtung
eines sogenannten Hochleistungskorridors
zwischen Bremen und Bremerhaven. Durch die
abgestimmte Umsetzung beider Maßnahmen
entstehen erhebliche Synergieeffekte: Während
die Deutsche Bahn die Leistungsfähigkeit
der Strecke im Hinterland steigert, schafft
Bremerhaven im Hafen selbst die notwendigen
Kapazitäten, um zusätzliche Verkehre effizient
aufnehmen und abwickeln zu können.
Mit dem Ausbau des Hafenbahnhofs Speckenbüttel
investiere man mit Nachdruck in die
Zukunft der Häfen, erklärt dazu Kristina Vogt,
Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation:
„Die Investitionen von rund 56 Millionen
Euro für den Schienengüterverkehr im
Hafenhinterland sind wichtig, damit Bremerhaven
auch langfristig ein starker, moderner
und wettbewerbsfähiger Standort bleibt. Wir
brauchen eine leistungsfähige Infrastruktur, die
mit den Anforderungen wächst. Wir schaffen
in Speckenbüttel nicht nur mehr Kapazitäten,
sondern sorgen auch dafür, dass Abläufe einfacher,
schneller und zuverlässiger werden.
Das hilft den Unternehmen vor Ort ganz konkret
und stärkt gleichzeitig unsere Position im internationalen
Wettbewerb. Für uns ist das eine
Investition, die sich für den Standort und seine
Beschäftigten insgesamt auszahlt.“ Auch der
Bremerhavener Bürgermeister Torsten Neuhoff
griff beim heutigen Startschuss mit Überzeugung
zum Spaten: „Für Bremerhaven ist es ein
überaus gutes Signal, dass im Hafen weiterhin
klimafreundlich auf die Schiene gesetzt wird
– damit werden zusätzliche LKW-Verkehre
über die Straßen unserer Stadt vermieden und
gleichzeitig wird sichergestellt, dass Bremerhaven
ein leistungsfähiger Hafenstandort bleibt.“
Der bremenports-Geschäftsführer Robert Howe
ergänzt: „Der durch Senat und Bürgerschaft
beschlossene Ausbau unseres Hafenbahnhofs
ist ein klares Bekenntnis für den Standort und
stärkt die Zukunftsfähigkeit Bremerhavens –
wirtschaftlich, logistisch und auch im Hinblick
auf neue sicherheitspolitische Anforderungen.“
Bereits heute gilt Bremerhaven als einer der
bedeutendsten Eisenbahnhäfen Europas. Mehr
als 50 Prozent der Containertransporte werden
über die Schiene abgewickelt. Im Hinterlandverkehr
des Ro-Ro-Sektors liegt der Bahnanteil
sogar bei über 80 Prozent – von PKW über
schwere Landmaschinen bis hin zu Militärfahrzeugen.
Auch im Zuge des Ausbaus Bremerhavens zu
einem sogenannten Deployment Hub für den
Umschlag militärischer Güter und Fahrzeuge
kommt der leistungsfähigen Bahninfrastruktur
eine Schlüsselrolle zu. Mit der Erweiterung
der Vorstellkapazitäten wird ein zentrales Vorhaben
des Masterplans Hafeneisenbahn und
des Hafenentwicklungskonzepts 2035 umgesetzt.
Ziel ist es, zusätzliche Verkehre effizient
abzuwickeln, die Digitalisierung voranzutreiben
und die Rolle Bremerhavens als leistungsfähiger
und nachhaltiger Logistikstandort weiter zu
stärken. (RED)
Luftaufnahme des Hafenbahnhofs
Speckenbüttel
in Bremerhaven.
Den Spatenstich übernahmen
unter anderem
Torsten Neuhoff vom
Magistrat Bremerhaven,
Kristina Vogt, Senatorin
für Wirtschaft, Häfen und
Transformation sowie
Robert Howe, Geschäftsführer
der bremenports
gemeinsam mit den Vorort
zuständigen Bauprojektpartnern.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S28
Spatenstich in Enns:
Amazon baut neues
Verteilzentrum für den
Großraum Linz
Amazon investiert rund 70 Millionen Euro in
den Bau eines neuen, nachhaltigen Verteilzentrums
in Enns. Die Stadtgemeinde profitiert
von umfangreichen lokalen Investitionen,
die nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze schaffen,
sondern auch die regionale Wirtschaft
langfristig stärken und den Großraum Linz
effizienter mit Waren versorgen.
Mit dem Spatenstich gibt Amazon
den offiziellen Startschuss für
den Bau des neuen Verteilzentrums
(DAP1) in Enns. Das Bauund
Dienstleistungsunternehmen Goldbeck
Rhomberg Österreich realisiert das Projekt im
Auftrag von Amazon. Nachdem erste vorbereitende
Arbeiten bereits Anfang April begannen,
schritten Christian Deleja-Hotko, Bürgermeister
der Stadtgemeinde Enns, Werner Pamminger,
Geschäftsführer von Business Upper Austria,
Valentin Oswald, Niederlassungsleiter und
Prokurist bei Goldbeck Rhomberg und Jordan
Kremnitzer, Regionalleiter für Österreich bei
Amazon Logistics heute selbst zur Tat, um die
rund einjährige Bauphase bis zur Fertigstellung
des nun sechsten Amazon Verteilzentrums
in Österreich offiziell einzuleiten. Im Frühjahr
2027 soll das neue Verteilzentrum auf einer
Gebäudefläche von 6.900 m2 im Gewerbegebiet
Ennshafen mit mehr als Einhundert direkten
Arbeitsplätzen in Betrieb gehen. Darüber
hinaus entstehen bei lokalen Lieferpartnern
mehrere Hundert Jobs für Fahrer und Fahrerinnen.
Insgesamt investiert Amazon rund 70
Millionen Euro in den neuen Standort und setzt
damit ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort
Oberösterreich.
Schnelle, flexible Lieferung dank
lokaler Amazon Logistik
Verteilzentren wie in Enns übernehmen
eine wichtige Aufgabe innerhalb der Amazon
Logistik: Sie sind für die sogenannte
‚letzte Meile‘, also den letzten Lieferabschnitt
und die Zustellung der Pakete bis zur Haustür
der Kunden und Kundinnen verantwortlich.
Bereits seit 2018 betreibt Amazon
Logistik eigene Verteilzentren in Österreich.
„Unsere österreichischen Kunden und Kundinnen
schätzen unsere schnelle und zuverlässige
Lieferung sehr und wir investieren laufend in
die Modernisierung unserer bestehenden Verteilzentren
sowie in neue Standorte“, sagt Jordan
Kremnitzer, Senior Operations Manager bei
Amazon Logistik und verantwortlich für die bisherigen
fünf Verteilzentren in Premstätten, Klagenfurt,
Wien (Wien-Liesing, Wien-Simmering)
und Großebersdorf.
„Wir freuen uns sehr über diesen neuen Standort,
mit dem wir den Raum Linz und Umgebung
beliefern werden und bedanken uns herzlich
bei der Stadtgemeinde Enns für die gute partnerschaftliche
Zusammenarbeit in den letzten
Monaten.“
Ein Projekt mit Mehrwert für Stadtgemeinde,
Region und den Wirtschaftsstandort
Das Projekt bringt auch für die Stadtgemeinde
Enns und den Ennshafen selbst Vorteile. Die
eigens für dieses Projekt definierte Grundstücksform
wurde im Einvernehmen mit der
Stadtgemeinde so festgelegt, dass künftig eine
Erschließung des Hafenbeckens aus südlicher
Richtung möglich ist. Neben der Ansiedlung und
den neu geschaffenen Arbeitsplätzen, errichtet
Amazon auf eigene Kosten einen Radweg entlang
der Mainstraße sowie eine neue Bushaltestelle
für die Stadtgemeinde Enns. Damit leistet
das Unternehmen einen Beitrag zur lokalen Infrastruktur
und zeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung
und Mehrwert für Kommunen Hand
in Hand gehen können. Ergänzt wird dieses
Engagement durch ein umfassendes Verkehrskonzept,
das sicherstellt, dass der neue Standort
zu keiner spürbaren Mehrbelastung des
bestehenden Straßennetzes in Enns führt.
Ein konkreter Baustein: asynchrone Fahrtzeiten.
Die Lieferfahrzeuge fahren bewusst außerhalb
der Hauptverkehrszeiten – dann, wenn
auf den Straßen weniger los ist. Bürgermeister
der Stadtgemeinde Enns, Christian Deleja-
Hotko, zur Ansiedlung von Amazon Logistik:
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S30
„Die Betriebsansiedlung des Verteilzentrums
von Amazon in Enns hat, nicht zuletzt aufgrund
der Diskussionen um einen anderen Standort in
Niederösterreich, zu Verunsicherung der Ennser
Bevölkerung geführt.
Als Bürgermeister war es mir bereits im Vorfeld
ein zentrales Anliegen, diese Sorgen zu
adressieren und unsere Anwohner vor zusätzlicher
Verkehrsbelastung zu schützen. Die Vereinbarung
mit Amazon hält daher fest, dass
der Lieferverkehr – abgesehen von der direkten
Belieferung der Anwohner – nicht durch
das Stadtgebiet führen wird. Darüber hinaus
wird Amazon einen neuen Radweg entlang der
Grundstücksgrenzen und eine neue Bushaltestelle
bauen und eine eventuell notwendige
Neugestaltung der Kreuzung Mainstraße/Ennshafenstraße
mitfinanzieren.
Grundsätzlich ist der Ennshafen als Logistikdrehscheibe
mit der Anbindung an das überregionale
Verkehrsnetz ein geeigneter Standort
für das neue Verteilzentrum von Amazon.
Auch schaffen die entstehenden Arbeitsplätze
neue Perspektiven für die Menschen in unserer
Region. Ich bedanke mich bei den Verantwortlichen
von Amazon für die konstruktiven Verhandlungen
und freue mich auf die künftige
Zusammenarbeit.“
Werner Pamminger, Geschäftsführer von Business
Upper Austria begrüßt die Ansiedlung
von Amazon als starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort
Oberösterreich: „Der Spatenstich
ist mehr als ein Baustart. Er steht für neue
Arbeitsplätze in der Region und bestätigt Oberösterreich
als attraktives Ziel für Betriebsansiedlungen
– auch im internationalen Wettbewerb.
Als oberösterreichische Standortagentur
begleiten wir Unternehmen dabei, hier erfolgreich
zu wachsen.“
Ökologische Verantwortung trifft
moderne Infrastruktur
Nachhaligkeit ist ein zentraler Bestandteil des
Projekts. So sind unter anderem eine Photovoltaikanlage
mit 280 kWp, die Nutzung von
überwiegend erneuerbarer Energie aus dem
zentralen Fernwärmenetz, der Einsatz von CO2-
reduzierten Baumaterialien sowie eine umfassende
Begrünung von Dach- und Freiflächen
vorgesehen. Bei der Bepflanzung verzichtet die
Anlage auf Industrierasen und setzt anstelle
dessen auf eine Wildblumenwiese, die ausschließlich
heimische Arten aus Oberösterreich
nutzt und durch Bienen- und Insektenhotels zur
Förderung heimischer Bestäuber beiträgt. Alle
Grünflächen werden über eine Regenwassersammlung
bewässert. Damit entsteht in Enns
ein Standort, der ökologische Verantwortung
und moderne Infrastruktur verbindet. Das Projekt
ist Teil von Amazons Climate Pledge: Als
Mitbegründer dieser Iniiaive hat sich Amazon
verpflichtet, bis 2040 – zehn Jahre früher als
im Pariser Klimaschutzabkommen vorgesehen
– in allen Geschäftsbereichen CO2-neutral zu
arbeiten. Ein zentraler Baustein auf diesem Weg
ist die schrittweise Elektrifizierung der Lieferzone.
Das neue Verteilzentrum in Enns wird
dafür die erforderliche Ladeinfrastruktur bereitstellen.
Valentin Oswald, Niederlassungsleiter und
Prokurist Goldbeck Rhomberg in Österreich,
unterstreicht: „Vom energieeffizienten Gebäudekonzept
über den Einsatz emissionsarmer
Materialien bis hin zur Begrünung und Regenwassernutzung:
Wir richten jede Entscheidung
in Planung und Bau auf eine möglichst ressourcenschonende
Wirkung aus. Wir realisieren
einen Standort, der moderne Logistikleistung
mit einem verantwortungsvollen Umgang mit
Ressourcen verbindet.“
Oberösterreichische Unternehmen stark
im internationalen Vertrieb durch Amazon
Mit dem neuen Verteilzentrum baut Amazon
sein Engagement in Österreich und speziell in
Oberösterreich weiter aus. Bereits heute nutzen
rund 400 oberösterreichische Klein- und Mittelbetriebe
Amazon als digitalen Vertriebskanal.
2024 wurden mehr als 2,4 Millionen Produkte
von oberösterreichischen Unternehmen über
Amazon verkauft – rund vier pro Minute. Das
zeigt die wirtschaftliche Dynamik und unternehmerische
Kraft der Region. Auch der neue
Standort in Enns soll die lokale Wertschöpfung
unterstützen: Er schafft neue Beschäftigungsperspektiven,
stärkt die regionale Entwicklung
und unterstreicht die Rolle Oberösterreichs als
attraktiven Standort für Innovation, moderne
Infrastruktur und nachhaltiges Wachstum.
(RED)
#ECOMLOG26
ECOM-
LOG26
E-COMMERCE
LOGISTIK-DAY
SAVE THE DATE:
21.09. 2026
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S32
Arvato stärkt grenzüberschreitende
Logistikkompetenzen in
der Türkei
Neues Zolllager erweitert Arvatos Zoll-Logistikleistungen
– strategischer Ausbau im
Herzen der wachsenden Drehscheibe zwischen
Europa und Asien.
Die Türkei gewinnt weiter an Bedeutung
als Logistikdrehscheibe für
den grenzüberschreitenden Handel
zwischen Europa und Asien. Daher
stärkt Arvato gezielt seine zollbezogenen Logistikkompetenzen.
Ziel ist es, internationalen
Warenverkehr für Kunden schneller, zuverlässiger
und besser steuerbar zu machen. Mit der
Eröffnung seines ersten allgemeinen Typ-A-
Zolllagers in der Türkei sowie dem Ausbau seines
landesweiten Logistiknetzwerks festigt Arvato
systematisch seine Rolle als zentraler Umsetzungspartner
für grenzüberschreitende Lieferketten
innerhalb seines globalen Netzwerks.
Das neu eröffnete Zolllager im Istanbuler
Stadtteil Tuzla verfügt über 5.000 Quadratmeter
überdachte Lagerfläche und ergänzt die
bestehenden Logistikaktivitäten von Arvato in
der Region. Es ermöglicht Kunden, grenzüberschreitende
Warenströme effizienter zu steuern,
Durchlaufzeiten zu verkürzen und mehr
Transparenz sowie operative Sicherheit in
Zoll- und Distributionsprozessen zu gewinnen.
Mit der Erweiterung seines Leistungsportfolios
bietet Arvato nun integrierte Zoll- und Nicht-
zolllagerlösungen, Zolldienstleistungen, Transportkoordination
sowie Value-Added-Services
wie Etikettierung, Verpackung und Qualitätskontrollen
an. Kunden profitieren von einer
schnelleren Zollabfertigung, flexibler Kapazitätssteuerung
und durchgängigen Logistiklösungen,
die auf die Anforderungen des internationalen
Handels zugeschnitten sind.
Parallel dazu baut Arvato ein landesweites
Netzwerk aus Zoll- und Nichtzoll-Lagerpartnern
in der Türkei weiter aus. Dieses Netzwerk erhöht
die Flexibilität und Resilienz und ermöglicht es
Kunden, Kapazitäten schnell zu skalieren und
auf schwankende grenzüberschreitende Volumina
zu reagieren – ohne Abstriche bei der
Servicequalität. „Zoll-Logistik ist ein zentraler
Enabler für grenzüberschreitendes Wachstum“,
sagt Umur Özkal, Managing Director bei Arvato
in der Türkei & den Vereinigten Arabischen Emiraten.
„Mit dieser Investition positionieren wir
die Türkei gezielt als strategischen Hub innerhalb
unseres globalen Netzwerks. So unterstützen
wir die internationalen Handelsstrategien
unserer Kunden mit mehr Geschwindigkeit,
Kontrolle und Resilienz – gerade in einer Zeit, in
der grenzüberschreitende Lieferketten zunehmend
komplexer und dynamischer werden.“
Die Zoll-Logistik bedient zentrale Branchen wie
Fashion, Technologie, Healthcare und Automotive
und ermöglicht es Arvato, als End-to-End-
Logistikpartner von der Import- und Zollabfertigung
bis hin zu Fulfillment und Distribution zu
agieren.Der türkische Logistikmarkt – getragen
von einem E-Commerce-Volumen von rund
90 Milliarden US-Dollar, davon etwa 8 Milliarden
US-Dollar im grenzüberschreitenden
Handel – zählt weiterhin zu den strategischen
Wachstumsmärkten von Arvato. Der Ausbau
der Logistikpräsenz stärkt nicht nur die Marktposition
des Unternehmens, sondern schafft
auch lokale Beschäftigung. Bereits in der ersten
Phase entstehen neue Arbeitsplätze, wodurch
Arvato seine operative Präsenz im Land weiter
festigt.
Heute betreibt Arvato in der Türkei ein groß
angelegtes Logistiknetzwerk mit mehr als
3.000 Mitarbeitenden. Mit der Erweiterung um
mehr als 90.000 Quadratmeter an Zoll- und
Nichtzollkapazitäten stärkt das Unternehmen
seine Fähigkeit erheblich, grenzüberschreitendes
Wachstum und komplexe internationale
Handelsanforderungen als Teil seines globalen
Netzwerks zu unterstützen.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S34
Mit einem Tiefgang von knapp über einen Meter, kann
dieser Transportschubleichter selbst bei niedrigsten
Pegelständen große Lasten auf Wasserstraßen und
sogar auf Küstenwasserstraßen transportieren. © SET
„Timmy“ setzte auf die
Wasserstraßenlogistik
Seit der spektakulären Rettung des Buckelwals
„Timmy“ weiß die ganze Welt, dass man
mit Binnenschiffen nicht nur Kohle und Container
transportieren, sondern auch tierische
Rettungsaktionen durchführen kann. Ob die
Aktion für die Wasserstraßenlogistik eine
gute Werbung war, bleibt abzuwarten.
PETER BAUMGARTNER
Gebaut hat das „Wal-Rettungsboot“
die SET Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft
Tangermünde
GmbH., welche zur Unternehmensgruppe
Heinrich Rönner (HR), gehört. HR ist ein
führender Spezialist in Deutschland im Schiffsund
Stahlbau. Gebaut wurde das Transportdock
mit dem Namen „Jürgen“, um Spezialtransorte
bei niedrigsten Wasserständen durchführen zu
können. Mit diesem Transportdock, dass 400
Tonnen Gewicht aufnehmen kann, werden beispielsweise
Schiffsneubauten von der Werft
an ihren Bestimmungsort transportiert – und
wenn es sein muss, eben auch Meeressäuger.
Für das 50 Meter lange und 13 Meter breite
Binnenschiff war dieser Moby Dick mit seinen
12,35 Metern und 12 Tonnen Gewicht nur ein
kleiner Fisch. Trotzdem, die größte öffentliche
Aufmerksamkeit bekam „Timmy“.
Das Transportdock erlitt die schon übliche
geringe Aufmerksamkeit, wie man
sie in der Binnenschifffahrt und in der
Wasserstraßenlogistik nahezu in ganz
Europa kennt.
Die Statistik Austria veröffentlicht regelmäßig
aktuelle Ergebnisse über den Güterverkehr
auf der Donau in Österreich zwischen
Hainburg und Passau. 2025 wurden demnach
5,8 Mio. Tonnen Güter mit Binnenschiffen in der
Hafenausbaggerung in Lindau am Bodensee
Bildquelle: Zech Kies
Wasserstraßenlogistik verzeichnet. Das ist ein
historischer Tiefstand. Selbst zu Zeiten einer
staatlichen Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft,
betrug das Transportaufkommen ein
Vielfaches der heutigen Mengen. Vor 20 Jahren
waren es 12 Mio. Tonnen. Die durchschnittliche
Auslastung pro Schiff liegt heute gerade mal
bei 54 Prozent. Entsprechend katastrophal entwickelte
sich auch der Hafenumschlag in den
österreichischen Häfen. Mit einem Minus von
25 Prozent hat der Hafen Enns die rote Laterne
und insgesamt verzeichnete das Industrieland
Oberösterreich 2025 eine Abkehr von der Wasserstraßenlogistik.
Die offizielle Schuld, warum
die Wasserstraßenlogistik derart unbedeutend
ist, wird Putin in die Schuhe geschoben. Die
Geo- und Sicherheitspolitik scheint derzeit eine
Bank zu sein, auf die die heimische Bundesregierung
und Wirtschaft alle eigenen Versäumnisse
einzahlen kann.
Der Binnenschiffsstatistik gegenüber steht in
Österreich eine insgesamt beförderte Transportmenge
von mehr als 700 Mio. Tonnen –
hauptsächlich auf der Straße. Selbst die Bahn
mit 96,2 Mio. Tonnen transportierten Gütern,
bekam nur einen kleinen Teil vom Kuchen ab.
Die 5,8 Mio. Tonnen, die mit dem Binnenschiff
transportiert wurden, sind vergleichsweise ein
Fliegenschiss und rangieren in der Statistik
knapp über der Wahrnehmungsgrenze. Berücksichtigt
man dabei jene Güter, die besonders für
die Wasserstraßenlogistik geeignet sind, ergibt
sich ein noch düsteres Bild. Der PKW-Bestand
in Österreich wächst. 2025 wurden 285 000
PKW neu zugelassen. Kein Auto wurde mit
dem Binnenschiff importiert. Container fahren
grundsätzlich einen großen Bogen um die
Leistung des Güterverkehrs auf Wasserstraßen
in Europa (GB und Italien
keine Daten) © EUROSTAT, OECD
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S36
Bildquelle: Zech Kies
Donau. Und verirrt sich mal ein Schwertransport
auf die Wasserstraße, ist es eine Sensation.
Unverdrossen spricht der Verkehrsminister
Peter Hanke von einer Wasserstraße Donau,
die eine „zentrale Rolle“ in Zeiten des Klimawandels
spielt, weil sie ein echter Vorteil im
Gesamtgefüge eines nachhaltigen Logistiksystems
ist. Tatsächlich könnte man ohne Erze und
landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Donau
eine Autobahn machen. Offensichtlich ist, dass
die verladende Wirtschaft zwar bei jeder Gelegenheit
einen Ausbau der Infrastruktur fordert,
aber nicht bereit oder in der Lage ist, die vorhandene
Infrastruktur auszuschöpfen.
Zur Statistik sagt man heute ja „Data Science“,
obwohl sich das Ziel, Wissen aus Daten zu
generieren, nicht verändert hat. Man sagt auch
nicht mehr Daten sammeln, sondern „Data-
Mining“. In der Wasserstraßenlogistik weiß
man überhaupt nicht so genau, wofür Statistik
eigentlich nützlich sein soll. „Big-Data“ spielt
sowieso keine Rolle. Eher kann man in der „nassen
Logistik“ noch die Gottfried Achenwall-
Definition von Statistik erkennen. Demnach ist
es dann nur noch eine „umfangreiche Beschreibung
der gesellschaftlichen, politischen und
wirtschaftlichen Eigenschaften eines Staates“.
Vereinfacht könnte man frei nach Achenwall
sagen, die Binnenschifffahrt und die Wasserstraße
ist für die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft
in Österreich bedeutungslos.
Erstaunlich ist dabei, dass man nicht wenigstens
den Versuch macht, die Binnenschiffsstatistik
dadurch aufzuwerten, indem man Big-
Data nützt und alle verfügbaren Daten – nicht
nur auf der Donau, sammelt.
Schiffstransport spielt sich in Österreich nämlich
auch abseits der Donau auf anderen Flüssen
und Seen ab. Oft sind es im Einzelfall nur
kleinere Mengen zur Versorgung von touristischen
Einrichtungen, aber in der Gesamtschau
würden durchaus beträchtliche Mengen
zusammenkommen. Mit signifikanten Tonnagen
ist im Bereich der Rohstoffgewinnung und
im Wassermanagement zu rechnen. In vielen
Wasserbereichen (Flüsse/Seen), müssen laufend
umfangreiche Anlandungen beseitigt und
gemanagt werden. Das findet natürlich mit entsprechend
angepassten Wasserfahrzeugen
statt – findet in der Schiffsstatistik aber keinen
Niederschlag. Von großer Bedeutung ist beispielsweise
die Sand- und Kiesgewinnung bei
der Rheinmündung in Vorarlberg. Auf Spezialanlagen
im See wird der gewonnene Rohstoff
aufbereitet und mit Schiffen ans Ufer transportiert,
von wo aus er zur weiteren Verwendung
in die Transportlogistik kommt. Würde man alle
Transporte aus der „nassen Logistik“ in Österreich
veröffentlichen, hätte man noch keine
haushohe Transporterweiterung, aber eine
Gesamtschau über die Wasserstraßenlogistik
in Österreich. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S38
60 Jahre Container:
Ankunft des ersten Containers
und der Beginn
einer neuen Ära
Am 6. Mai 1966 setzte die BLG im Bremer
Überseehafen erstmals einen Container
in einem deutschen Hafen an Land – ein
Moment, der die Logistikwelt grundlegend
veränderte.
Für die deutsche Hafenwirtschaft markierte
die Einführung des Containers
den Beginn einer neuen Zeitrechnung:
Güter konnten schneller, sicherer und
effizienter transportiert werden als je zuvor.
Auch für BLG LOGISTICS war die Containerisierung
ein entscheidender Meilenstein. Das
Unternehmen und die Stadt Bremen positionierten
sich früh als Pioniere für den Containerumschlag
in Europa und legten damit die
Grundlage für die bis heute starke Rolle im
internationalen Seeverkehr. Was in den 1960er
Jahren mit ersten standardisierten Stahlboxen
begann, entwickelte sich zu einem globalen
Erfolgsmodell und zu einer zentralen Grundlage
moderner Lieferketten.
„Der Container hat die Weltwirtschaft grundlegend
verändert. Er hat Transportprozesse standardisiert,
beschleunigt und Kosten erheblich
reduziert – und damit globale Warenströme in
einer zuvor nicht erreichten Leistungsfähigkeit
vernetzt“, sagt Matthias Magnor, Vorstands-
vorsitzender der BLG-Gruppe. Heute werden
nahezu alle Güter in Containern transportiert.
Weltweit sind aktuell rund 35 Millionen Container
im Umlauf. Allein im Jahr 2025 wurden
in den deutschen Seehäfen rund 15 Millionen
Standardcontainer (TEU) umgeschlagen.
Mit dem Siegeszug des Containers wandelten
sich auch die Häfen. Bereits Ende der 1960er
Jahre entstand im Neustädter Hafen unter
Regie der BLG ein Containerterminal. Ein entscheidender
Schritt war der Bau der ersten
Containerbrücke im Jahr 1967. Sie ermöglichte
erstmals einen schnellen und standardisierten
Umschlag und machte den Containerverkehr
im größeren Maßstab überhaupt erst möglich.
Auf dieser Entwicklung baut auch die spätere
Gründung von EUROGATE im Jahr 1999 auf, dem
Joint Venture von BLG LOGISTICS und EUROKAI.
EUROGATE zählt heute zu den führenden Containerterminalbetreibern
in der Nordrange und
ist ein zentraler Bestandteil der europäischen
Hafen- und Logistikinfrastruktur.
„Gleichzeitig steht die Branche erneut vor
großen Veränderungen. Themen wie Digitalisierung,
Automatisierung und Nachhaltigkeit
prägen die Zukunft der Logistik. Moderne Containerterminals
arbeiten zunehmend datengetrieben,
emissionsärmer und vernetzter", so
Matthias Magnor weiter.
„Die Geschichte des Containers ist noch lange
nicht zu Ende. Gerade in Zeiten globaler Herausforderungen
zeigt sich, wie wichtig resiliente
Lieferketten und leistungsfähige Häfen
sind. Rund 90 Prozent des weltweiten Gütertransports
erfolgen über den Seeweg, etwa 70
Prozent davon in Containern. Der Container
bleibt damit das Rückgrat des Welthandels.“
Anlässlich dieses Jubiläums blickt die BLG nicht
nur auf sechs Jahrzehnte Containerisierung
zurück, sondern auch nach vorn: Die Zukunft
der Logistik wird intelligenter, nachhaltiger und
internationaler vernetzt.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S40
EU droht Engpass bei
Rohstoffen für
erneuerbare Energien
Die EU hat Schwierigkeiten, die Versorgung
mit den für die Energie- und Klimaziele notwendigen
Rohstoffen sicherzustellen.
Bisherige Schritte der EU zur Diversifizierung
der Einfuhren führten demnach
nicht zu greifbaren Ergebnissen,
Engpässe hemmten die heimische
Produktion, und das Recycling stecke noch in
den Kinderschuhen. Angesichts dessen halten
es die Prüfer für unwahrscheinlich, dass
viele EU-geförderte Projekte noch im geplanten
Zeitrahmen umgesetzt werden können. Die
Energiewende in der EU hängt stark von technischen
Komponenten wie Batterien, Windturbinen
und Solarpaneelen ab. Für all diese Geräte
werden Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt,
Kupfer und seltene Erden benötigt. Die meisten
davon sind derzeit entweder nur in einem einzigen
oder in einer Handvoll Nicht-EU-Ländern
wie China, der Türkei und Chile vorhanden. Um
der damit verbundenen Anfälligkeit zu begegnen,
hat die EU 2024 eine Verordnung zu sogenannten
kritischen Rohstoffen verabschiedet.
Sie soll die langfristige Versorgung mit 26 Rohstoffen
sichern, die für die Energiewende als
unverzichtbar eingestuft werden.
"Ohne kritische Rohstoffe wird es keine Energiewende,
keine Wettbewerbsfähigkeit und
keine strategische Autonomie geben. Leider
sind wir bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen
heute in gefährlicher Weise von einer
Handvoll Ländern außerhalb der EU abhängig",
so Keit Pentus-Rosimannus, die als Mitglied des
Rechnungshofs für die Prüfung zuständig war.
"Daher ist es für die EU entscheidend, sich stärker
ins Zeug zu legen und ihre Verwundbarkeit
auf diesem Gebiet zu verringern."
Eine sichere Versorgung, so die Prüfer, könne
durch diversifizierte Einfuhren, eine Steigerung
der heimischen Produktion und durch Recycling
erreicht werden. In der Verordnung über kritische
Rohstoffe seien aber nur unverbindliche
Ziele bis 2030 festgelegt worden. Diese würden
außerdem nur für einige wenige Rohstoffe
gelten, die aufgrund ihrer großen wirtschaftlichen
Bedeutung und der Versorgungsrisiken
als "strategisch" eingestuft wurden. Unklar sei
auch, nach welchen Kriterien die Zielvorgaben
bis 2030 festgelegt wurden. Hinzu komme,
dass dies noch in weiter Ferne liege und dass es
für die EU schwierig werde, die Versorgung mit
den nötigen strategischen Rohstoffen bis zum
Ende des Jahrzehnts zu sichern.
Mit der Verordnung über kritische Rohstoffe
will die EU ihre Abhängigkeit von nur wenigen
Lieferländern verringern. Ihre Bemühungen
um eine Diversifizierung der Einfuhren hätten
jedoch noch nicht zu greifbaren Ergebnissen
geführt. So habe die EU in den letzten fünf Jahren
14 strategische Rohstoffpartnerschaften
unterzeichnet, sieben davon mit Ländern mit
als wenig verlässlich geltenden Regierungen.
Die Einfuhren aus diesen Partnerländern seien
zwischen 2020 und 2024 bei rund der Hälfte
der untersuchten Rohstoffe jedoch zurückgegangen.
Andere Initiativen der EU lägen derzeit
auf Eis, etwa die Verhandlungen mit den USA
(2024 ausgesetzt), oder seien noch nicht vollständig
unter Dach und Fach, wie das Abkommen
zwischen der EU und dem Mercosur (mit
den an kritischen Rohstoffen reichen Ländern
Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay), das
von allen EU-Ländern ratifiziert werden muss.
In der Verordnung zu kritischen Rohstoffen ist
außerdem festgelegt, dass bis 2030 mindestens
25 % der strategischen Rohstoffe in der EU
aus Recyclingquellen stammen sollten. Doch
auch hier sehen die Prüfer Probleme: Bei sieben
von 26 Rohstoffen, die für die Energiewende
benötigt werden, lägen die Recyclingquoten
derzeit zwischen 1 % und 5 %, und zehn Rohstoffe
würden überhaupt nicht wiederaufbereitet.
Darüber hinaus handele es sich bei den
meisten Recyclingzielen der EU nicht um spezifische
Vorgaben für einzelne Rohstoffe. Daher
schafften sie keine Anreize für das Recycling
einzelner Materialien – insbesondere solcher,
die schwerer wiederzugewinnen seien, wie seltene
Erden aus Elektromotoren oder Palladium
aus Elektronikgeräten. Auch förderten sie nicht
die Nutzung recycelter Rohstoffe. Die Prüfer
betonen, dass die europäischen Recyclingunternehmen
unter hohen Verarbeitungskosten,
geringen verfügbaren Mengen sowie unter
technologischen und regulatorischen Hindernissen
leiden, was ihre Wettbewerbsfähigkeit
beeinträchtige.
Die EU will auch vermehrt strategische Rohstoffe
in der EU fördern und so 10 % ihres Verbrauchs
decken. Faktisch sei die Erkundung
von Rohstoffen jedoch unterentwickelt. Und
selbst wenn neue Vorkommen gefunden würden,
könne es bis zu 20 Jahre dauern, bis ein
Bergbauprojekt in der EU in Betrieb genommen
werde. Ein konkreter Beitrag bis 2030 sei
daher nur schwer vorstellbar. Außerdem würden
trotz des Ziels, bis 2030 40 % der in der
EU verbrauchten strategischen Rohstoffe auch
innerhalb der EU zu verarbeiten, entsprechende
Anlagen stillgelegt. Dies sei zum Teil auf die
hohen Energiekosten zurückzuführen, die sich
negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkten.
Die Warnung der Prüfer: Die EU könnte in
einen Teufelskreis geraten, in dem eine mangelnde
Versorgung mit Rohstoffen den Ausbau
der Verarbeitung hemmt, was wiederum den
Anreiz zur Sicherung der Versorgung verringert.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S42
Prof. John Manners-Bell
https://youtube.com/watch?v=EvzDtfM0olY
Prof. Dr. Andreas Kaplan
https://youtube.com/watch?v=ZDHFLUawwrE
Lieferketten Umbruch:
Fragmentierung statt
Globalisierung
20. Logistiktag der Kühne-Stiftung an der
Kühne Logistics University.
Die Ära der globalisierten Lieferketten
ist vorbei. Was jahrzehntelang
als das beste Modell galt – globale
Just-in-Time-Lieferketten –
ist heute nur noch eine von vielen Optionen.
Unternehmen bauen ihre Lieferketten um: Sie
verlagern Produktion in Nachbarländer (Nearshoring),
holen sie zurück nach Europa oder in
die USA (Re-Industrialisierung) oder setzen auf
regionale Partnerschaften. Das Ergebnis: fragmentierte,
komplexere und teurere Lieferketten
– aber auch resilientere. Und das erfordert
eine neue Art zu führen: Führungskräfte optimieren
nicht mehr auf Kosten, sondern bringen
konkurrierende Ziele wie kurzfristige Rendite
und langfristige Stabilität in Einklang. Das war
die zentrale Botschaft beim 20. Logistiktag der
Kühne-Stiftung am 17. April 2026 an der Kühne
Logistics University (KLU) in Hamburg. Mehr als
200 Fach- und Führungskräfte diskutierten
unter dem Motto „From Disruption to Direction:
Leading the Future of Logistics and Supply
Chain Management", wie Unternehmen unter
Unsicherheit navigieren können – und welche
neuen Führungskompetenzen dafür nötig sind.
Logistik als Vorreiter mit Ungewissheit
„Disruption ist nicht mehr die Ausnahme, sondern
die Norm. Unternehmen brauchen Orientierung
und Urteilsvermögen", sagte Prof. Dr.
Andreas Kaplan, Präsident der KLU, zur Eröffnung.
„Logistik war schon immer gut darin, Zielkonflikte
abzuwägen: Geschwindigkeit versus
Nachhaltigkeit, Resilienz versus Effizienz, Automatisierung
versus menschliches Urteil. Wenn
jemand exzellent aufgestellt ist, in ungewissen
Zeiten zu führen, dann sind es die Verantwortlichen
in Logistik- und Supply-Chain-Management."
Fotocredit: KLU Logistiktag 2026
Globalisierung am Wendepunkt
Prof. John Manners-Bell, Gründer der Foundation
for Future Supply Chains, London, und
CEO von Ti Insight, skizzierte in seiner Keynote
einen Paradigmenwechsel: „Globale Lieferketten
haben Millionen aus der Armut befreit und
Wirtschaftswachstum vorangetrieben. Doch
das Modell ist unter Druck geraten. Lieferketten
werden zunehmend als politisches Druckmittel
eingesetzt." Der Welthandel habe sich in
den letzten zehn Jahren durch Protektionismus,
Handelskonflikte und geopolitische Spannungen
grundlegend verändert. „Global integrierte
Lieferketten galten früher als das beste Modell.
Heute sind sie nur noch eine von vielen Optionen
– neben Re-Industrialisierung, Near-Shoring
oder Kreislaufwirtschaft", so Manners-Bell.
Die neuen Modelle seien resilienter, aber komplexer
und kostspieliger.
Die Zahlen sprechen für sich: Chinesische
Exporte in die USA sanken 2025 um 29,7 Prozent
aufgrund von Zöllen, während Exporte aus
Südostasien (ASEAN) um 28,9 Prozent stiegen.
„Das ist kein Rückgang des Welthandels, sondern
eine Umverteilung – Unternehmen bauen
ihre Lieferketten aktiv um", so Manners-Bell.
Beispiel Nike: 1 Milliarde Dollar Mehrkosten
Ein konkretes Beispiel lieferte Manners-Bell mit
dem weltgrößten Sportartikelhersteller Nike:
Zölle auf chinesische Exporte verursachten
dem Unternehmen rund eine Milliarde Dollar
Mehrkosten.
Der Anteil der Produktion in China sinkt bei Nike
seit Jahren deutlich, während die Produktion
nach Vietnam (50 Prozent der Schuhe), Indonesien
und auf die Philippinen verlagert wird.
„Nike hat eine auf fünf Jahre angelegte Supply-
Chain-Transformation gestartet – und steht vor
der Wahl: Preise erhöhen, Produktion in andere
Teile Asiens, in die USA (Reshoring) oder nach
Mexiko im Sinne von Near-Sourcing verlagern
oder die Margen senken", so Manners-Bell. Mit
Verweis auf die WTO warnte er: „Wenn Unternehmen
nicht wissen, welche Zölle morgen
gelten, investieren sie weniger. Das schadet
dem Handel – und den Verbrauchern."
Mit Blick auf den Iran-Konflikt betonte Manners-
Bell die Komplexität: „Viele Folgen werden erst
in zwei bis sechs Monaten spürbar – von reduzierten
Ernten in Afrika durch fehlende Düngemittel
bis zu Engpässen in der Chip-Industrie
durch fehlende Helium-Exporte."
Leadership neu definiert: Verantwortung für
unsichtbare Strukturen
Dr. Niklas Wilmking, Geschäftsführer der
Kühne-Stiftung und ehemaliger Logistikvorstand
bei DB Schenker, fasste zusammen: „Es
geht nicht mehr hauptsächlich darum, Waren
effizient zu bewegen, sondern strategische
Ziele unter Unsicherheit umzusetzen. Die besten
Führungskräfte werden diejenigen sein, die
Verantwortung für unsichtbare Strukturen und
unbequeme Zielkonflikte übernehmen." Mit
Blick auf KI sagte er: „Der Engpass ist künftig
nicht mehr die Rechenleistung, sondern Führung
im Sinne von Priorisierung und Verantwortlichkeit."
Der Logistiktag der Kühne Stiftung wird inhaltlich
und organisatorisch von der KLU getragen
und fand 2026 auf dem Campus Hamburg in
Zusammenarbeit mit HELP Logistics und dem
Kuehne Climate Center (KCC) statt. Mehr als
200 Teilnehmende diskutierten beim Tag der
Logistik der Kühne-Stiftung in spezialisierten
Sessions über KI in der Supply-Chain-Planung,
CO2-Entnahme-Technologien, humanitäre
Logistik und die Rolle von Elektro-Lkw in Afrika.
Ein zentrales Thema: Wie können Unternehmen
Resilienz und Nachhaltigkeit vereinbaren –
ohne die Kosten explodieren zu lassen?
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S44
Zukunftstrends der
Antriebstechnologien:
Vielfältige Wege zu
nachhaltiger Mobilität
Das 47. Internationale Wiener Motorensymposium
zeigt, wie Elektrifizierung, KI, modulare
Systeme und ein technologieoffenes Portfolio
die Mobilität von morgen prägen.
Fokus. Dies führt zu einer Abkehr von einfachen
„Entweder-oder“-Entscheidungen hin zu einem
robusten, resilienten Technologieportfolio, das
verschiedene Antriebsarten kombiniert.
Elektrifizierung und neue Energien
Elektrische Antriebe bleiben ein zentraler Trend,
insbesondere unterstützt durch die Entwicklung
hocheffizienter Batterien, Elektromotoren
und elektronischer Steuerungen. China als
größter Automobilmarkt treibt diesen Wandel
mit seiner „Roadmap 3.0“ aktiv voran, die neben
der Elektrifizierung auch die Integration von
künstlicher Intelligenz (KI) in Fahrzeugsteuerungen
fördert.
Die Zukunftstrends der Antriebstechnologien,
wie sie auf dem 47.
Internationalen Wiener Motorensymposium
und im begleitenden
Fachforum dargestellt wurden, zeichnen
sich durch eine vielfältige, technologieoffene
und nachhaltigkeitsorientierte Entwicklung
aus. Hier eine umfassende Beschreibung der
wesentlichen Trends:
Ganzheitliche Betrachtung
Antriebstechnologien
Die Diskussion über Antriebe wird zunehmend
als komplexes Zusammenspiel verschiedener
Faktoren verstanden. Nicht nur der reine Antrieb
selbst, sondern auch die Energieverfügbarkeit,
der gesamte Treibhausgasausstoß und die
Nachhaltigkeit der Energiequellen stehen im
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung
KI spielt eine immer größere Rolle bei der
Steuerung und Optimierung von Antriebssystemen.
Die Digitalisierung ermöglicht intelligente,
adaptive Antriebe, die effizienter und umweltfreundlicher
arbeiten können. Dies umfasst
sowohl die Fahrzeugtechnik als auch die
gesamte Wertschöpfungskette der Mobilität.
Modulare skalierbare Antriebsarchitekturen
Besonders im Nutzfahrzeugbereich wird auf
modulare Systeme gesetzt, die verschiedene
Antriebstechnologien (batterieelektrisch, konventionell,
alternative Kraftstoffe) in einer flexiblen
und skalierbaren Architektur vereinen.
Dies erlaubt eine schnelle Anpassung an technologische
Innovationen und geopolitische
Veränderungen sowie die Nutzung von Synergien
in der Entwicklung.
Vielfalt der Antriebstechnologien
Statt sich auf eine einzige Technologie zu konzentrieren,
setzen Hersteller auf ein breites
Spektrum von Antrieben, darunter batterieelektrische,
Range-Extender, alternative Kraftstoffe
und konventionelle Verbrennungsmotoren
mit verbesserten Effizienztechnologien.
Diese Vielfalt soll den unterschiedlichen Marktanforderungen
und regulatorischen Rahmenbedingungen
gerecht werden.
Kultur der Bescheidenheit und
Lernbereitschaft
Unternehmen wie Hyundai betonen eine offene
Haltung gegenüber neuen Technologien und
die Bereitschaft, von globalen Entwicklungen
zu lernen. Diese Kultur fördert Innovationen
und die kontinuierliche Weiterentwicklung von
Antriebssystemen, um zukunftssichere Mobilitätslösungen
zu schaffen.
Nachhaltigkeit als Leitprinzip
Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Ziel, sondern ein
integraler Bestandteil der Entwicklung neuer
Antriebstechnologien. Dies umfasst die Reduktion
des gesamten CO2-Fußabdrucks über den
Lebenszyklus der Fahrzeuge hinweg, die Nutzung
erneuerbarer Energien und die Berücksichtigung
ökologischer und sozialer Aspekte
in der Produktion und Nutzung.
Insgesamt zeigt sich, dass die Zukunft der
Antriebstechnologien durch eine Kombination
aus Elektrifizierung, Digitalisierung, modularen
Systemen und einem breiten Technologieportfolio
geprägt sein wird. Diese Trends spiegeln
die komplexen Anforderungen der globalen
Mobilitätswende wider und zielen darauf ab,
eine nachhaltige, effiziente und flexible Mobilität
für unterschiedliche Fahrzeugklassen und
Märkte zu ermöglichen. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S46
Mobilitätsforum 2026:
Zukunft der Antriebstechnologien
im Fokus
Rund 1.000 Experten aus über 20 Ländern
diskutieren in der Wiener Hofburg innovative
Lösungen für nachhaltige Mobilität in Pkw,
Nutzfahrzeugen, Schienen- und Luftverkehr
beim Internationalen Wiener Motorensymposium
2026.
Das 47. Internationale Wiener Motorensymposium
fand in der Wiener
Hofburg statt und versammelte rund
1.000 internationale Gäste sowie
etwa 100 Vortragende aus über 20 bedeutenden
Automobilnationen wie China, Deutschland,
Frankreich, Indien, Italien, Japan, Korea und den
USA. Die Veranstaltung bot einen umfassenden
Überblick über die neuesten Entwicklungen
bei Antriebstechnologien für verschiedene
Fahrzeugtypen, darunter Personenkraftwagen,
Nutzfahrzeuge, Schienenfahrzeuge, Schiffe und
Flugzeuge. Erstmals kamen fast 50 Prozent der
Fachvorträge von Herstellern (OEMs), was das
bislang breiteste Themenspektrum bei den Einreichungen
widerspiegelt.
Univ.-Prof. Dr. Bernhard Geringer, Vorsitzender
des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik
(ÖVK), rief zu einer neutralen und
ganzheitlichen Diskussion über Antriebstechnologien
auf. Dabei solle nicht nur der reine
Antrieb betrachtet werden, sondern auch die
Verfügbarkeit der Energie und der gesamte
Treibhausgasausstoß. Dies unterstreicht die
Notwendigkeit, nachhaltige Mobilitätslösungen
mit unterschiedlichen Energiequellen umfassend
zu bewerten.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung fand das
„Forum on Powertrain for Sustainable Mobility“
statt, eine Fachveranstaltung des ÖVK in
Kooperation mit der chinesischen Society of
Automotive Engineers (SAE), China SAE. Dort
wurde insbesondere die Rolle Chinas als weltweit
größter Automobilmarkt hervorgehoben.
Ruiping Wang, Senior Vice President von Geely
Auto, berichtete, dass China an der Spitze der
Elektrifizierungsentwicklung steht und durch
Digitalisierung den Wandel hin zu KI-gesteuerter
Intelligenz beschleunigt. Die im Vorjahr veröffentlichte
„Roadmap 3.0 für energiesparende
neue Kraftfahrzeugtechnologien“ definiert Chinas
zukünftige technologische Schwerpunkte,
darunter hocheffiziente Antriebsstränge, Batterien,
Elektromotoren, elektronische Steuerungen
und KI-Anwendungen.
Univ.-Prof. Stefan Pischinger von der RWTH
Aachen und Aufsichtsratsvorsitzender von FEV
betonte, dass die Diskussion über Antriebstechnologien
nicht als einfache „Entwederoder“-Frage
zu sehen sei. Stattdessen handle
es sich um ein komplexes Zusammenspiel von
Regulierung, Marktanforderungen, technologischer
Reife und industrieller Umsetzungsgeschwindigkeit.
Daraus folge, dass die Industrie
ein robustes und resilientes Technologieportfolio
entwickeln müsse, anstatt sich auf eine einzelne
Antriebstechnologie zu fokussieren.
Donghee Han, Executive Vice President der
Hyundai Motor Company aus Südkorea, erläuterte
die Unternehmensphilosophie, die von
einer „Kultur der Bescheidenheit“ geprägt sei.
Hyundai strebe danach, durch Lernen von der
Welt um sich herum zu wachsen. Die Frage des
Gründers „Habt ihr es überhaupt versucht?“
Inspiriere das Unternehmen weiterhin bei der
Entwicklung von Elektroantrieben und Range-
Extender-Technologien der nächsten Generation,
um eine zukunftssichere Mobilitätsvision
zu gestalten.
Niklas Klingenberg, Vorstandsmitglied der TRA-
TON Group, stellte die Zukunft des Antriebsstrangs
bei Nutzfahrzeugen vor. Unter dem
Dach der TRATON Group mit 12.000 Mitarbeitern
wird das TRATON Modular System entwickelt,
das batterieelektrische, konventionelle
und alternative Antriebe in einer modularen,
skalierbaren Architektur vereint. Dieses System
ermöglicht es, technologische Synergien zu
nutzen, Entwicklungsarbeit effizient zu bündeln
und flexibel auf geopolitische sowie technologische
Veränderungen zu reagieren.
Zusammenfassend zeigt das Symposium eine
klare Tendenz zu einer vielfältigen, technologieoffenen
Herangehensweise an nachhaltige
Mobilität, die verschiedene Antriebstechnologien
und Energiequellen integriert und dabei
ökologische sowie ökonomische Aspekte
berücksichtigt. Die internationale Beteiligung
und das breite Themenspektrum spiegeln die
Komplexität und Dynamik der globalen Transformation
im Mobilitätssektor wider.
(RED)
Gruppenfoto: v.l. Niklas Klingenberg,
Stefan Pischinger,
Donghee Han, Ruiping Wang,
Bernhard Geringer (Credit:
ÖVK Ranger)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S48
Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG
und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich
eFuels, Verbrenner-Aus
und Europas Industrie-Zukunft:
Experten
fordern Kurskorrektur
bei EU-Autopolitik
Die Vorschläge der Europäischen Kommission
zum neuen Automotiv-Paket stoßen in Wirtschaft
und Wissenschaft auf Kritik.
Kritisiert wird vor allem, dass die Vorschläge
der Kommission keine tatsächliche
Abkehr vom „Zero-Emission-Ansatz“
erkennen lassen. Die
Europäischen Kommission bekannte sich zwar
zur Technologieoffenheit, die Inhalte zielen
aber in die Gegenrichtung. Im Rahmen einer
exklusiven Medienrunde am 5. Mai 2026 in
Wien sowie der darauffolgenden „Energy Transition
Innovation Talks“ am 6. Mai 2026 brachten
hochkarätige Experten ihre Positionen in die
aktuelle Diskussion ein – und ordneten die zentralen
Streitpunkte strategisch ein.
Wissenschaft sieht Defizite im EU-Ansatz
Christian Beidl, Leiter am Institut für Verbrennungskraftmaschinen
und Fahrzeugantriebe
an der TU Darmstadt, formuliert das aktuelle
Dilemma so: „Leider erleben wir eine polarisierte
unsymmetrische Diskussion zu E-Mobilität.
Aber E- Antriebe und Verbrennungsmotoren
ergänzen sich. Ohne speicherbare grüne
Moleküle gibt es in Zukunft kein stabiles Energiesystem
und ohne Technologievielfalt keine
Resilienz.“ Eine Überarbeitung des Automotiv-Pakets
sei daher entscheidend für Euro-
Robert Bosch AG/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz
pas Zukunft. Unter anderem fordert er, dass
Fahrzeuge, die mit nachhaltigen Kraftstoffen
betrieben werden, hinsichtlich ihrer Klimawirkung
gleichwertig zu E- Fahrzeugen behandelt
werden müssen. Auch die „Hard-to-Abate-
Sektor“- Diskussion sei nicht zielführend. Beidl
betont vielmehr: „Wirksamer Klimaschutz im
Einklang mit wirtschaftlicher Stabilität kann
ohne erneuerbare Kraftstoffe nicht gelingen.“
Technologieoffenheit statt Verbote
Einen Technologiepfad festzulegen, bedeutet,
dass man sich von technischem Fortschritt
abkoppelt. „Innovation bedeutet Wohlstand.
Technologieverbote verhindern Innovation und
schaden damit uns allen“, stellt Christian Holzhauser,
Obmann der Sparte Transport und Verkehr
der Wirtschaftskammer Wien, klar.
Wolfgang Böhm, Fachgruppenobmann der
Transporteure in der Wirtschaftskammer Wien,
ergänzt: „In der Transportwirtschaft zählen
Pünktlichkeit und Effizienz. Die erreichen wir
nur, wenn wir die besten Lösungen nutzen dürfen
– dafür brauchen wir Technologieoffenheit
und keine Verbote. “
Jürgen Roth, Präsident der eFuel Alliance Österreich,
unterstreicht die Bedeutung eines breiten
Ansatzes: „Es fahren gerade einige Züge aus
dem Bahnhof, die sollte die EU nicht verpassen.
Nichtfossile Kraftstoffe sind ein Schlüssel zur
Verminderung der Abhängigkeit von Erdölimporten
und haben am meisten Reduktionspotenzial.
Für ein Land wie Österreich, das
schneller als die anderen klimaneutral werden
will (2040 statt 2050), sind diese innovativen
Kraftstoffe ein Muss.“ Deutschland hat den Weg
zu eFuels bereits eingeschlagen, bis 2030 sollen
allein für den Straßenverkehr 670 Millionen
Liter bereitgestellt werden. China macht
sich auf den Weg, um den Verbrenner neu zu
erfinden, in hocheffizienten klimaneutralen
gewichtsreduzierten Motoren mit elektrischem
Antrieb und Verbrenner.
Mehrgleisige Transformationspfade
Auch aus Sicht der Industrie ist eine Nachjustierung
notwendig. Für Maximilian Schwenke
von der BMW Group München läuft das aktuelle
Automotiv-Paket „faktisch auf ein Verbrennerverbot
hinaus – lediglich versehen mit kosmetischen
Korrekturen“.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 2/26 | S50
Die Vorschläge der Kommission würden die
realen Rahmenbedingungen von Markt, Infrastruktur
und globalem Wettbewerb nicht
ausreichend berücksichtigen. Für eine erfolgreiche
Transformation brauche es ein breiteres
Instrumentarium. „Erneuerbare Kraftstoffe
sind ein unverzichtbarer Hebel – nicht nur für
Neufahrzeuge, sondern vor allem auch für die
bestehende Fahrzeugflotte“, so Schwenke. Klimaschutz
und Wettbewerbsfähigkeit seien
kein Widerspruch, wenn Regulierung technologieoffen
gestaltet werde.
Versorgungssicherheit und Resilienz
sprechen auch für eFuels
Neben Klimaschutz und Industriepolitik gewinnt
ein weiterer Aspekt zunehmend an Bedeutung:
Die Energie- und Versorgungssicherheit Europas.
eFuels könnten hier eine strategische Rolle
spielen – etwa als Absicherung gegen drohende
Engpässe bei Erdöllieferungen. Stephan
Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance
Österreich und Dozent an der Wirtschaftsuniversität
Wien mit Schwerpunkt Umwelt- und
Klimarecht, hebt hervor: „Eine nachhaltige
Energie- und Mobilitätsstrategie muss immer
auch geopolitische Risiken berücksichtigen.
Europa braucht Lösungen, die nicht nur klimaverträglich,
sondern auch krisenfest und global
skalierbar sind. Wir begrüßen, dass Wirtschaftsminister
Wolfgang Hattmannsdorfer
eine Importstrategie mit Schwerpunkt Wasserstoff
und eFuels angekündigt hat. Wenn wir
schon importierten müssen, dann bitte diversifiziert
und nichtfossil.“
Europa muss Risiken balancieren
Die europäische Automobilindustrie steht unter
massivem Druck. Zwischen verschärften Klimavorgaben,
globalem Wettbewerb und strukturellem
Wandel drohen weitere Standortverluste.
„Es geht darum, global wettbewerbsfähig
zu bleiben und gleichzeitig die Klimaziele zu
erreichen“, betont Hans Jürgen Salmhofer aus
dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität
und Infrastruktur. Das Automotiv-Paket
könne dafür wichtige Impulse setzen.
Roman Haider, FPÖ-Abgeordneter zum Europäischen
Parlament, fordert ebenfalls ein
rasches Umdenken: „Solange der Green Deal
und das Netto-Null-Ziel den politischen Kompass
bestimmen, bekämpfen wir Symptome
statt Ursachen – und treiben Europas Wirtschaft
sehenden Auges in die Sackgasse.“ MEP
Jens Gieseke (EPV) und Berichterstatter des
Europäischen Parlaments begrüßt das Tätigwerden
der Kommission, sieht aber erheblichen
Verbesserungsbedarf. Auch er fordert echte
Technologieoffenheit und Verzicht auf kleinteilige
Einschränkungen." Es brauche Regeln,
die in der Praxis umsetzbar sind. Alles andere
schwäche den heimischen Standort und helfe
dem ausländischen Mitbewerb. „Der Gesetzgeber
hat auf den Kunden vergessen. Jeder Kunde
hat eigene Bedürfnisse, und nicht für alle sind
E-Autos die beste Lösung “, sagt der Vorsitzende
der Automobilimporteure und stv. Obmann des
Fahrzeughandels in der WKÖ Günther Kerle.
Stephan Schwarzer warnt vor einem weiteren
Zeitverlust und fordert entschlossenes Handeln:
„Die EU muss jetzt rasch Eckpflöcke einschlagen,
um weiteren Schaden abzuwenden,
Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig wirksamen
Klimaschutz voranzubringen. Hätten wir
vor zehn Jahren begonnen, in eFuels zu investieren,
stünde Europa angesichts der drohenden
Sperre wichtiger Handelswege wesentlich
besser da." (RED)
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