ChefHeads Magazin Mai 2026 – Matthias Diether | 180 Degrees Tallin
ChefHeads ist das Magazin für Spitzenköche, hochwertige Kulinarik und außergewöhnliche Gastro‑Konzepte. In der Mai-Ausgabe 2026 steht Küchenchef Matthias Diether vom Restaurant 180 Degrees in Tallin im Mittelpunkt. Dazu gibt es spannende Einblicke in moderne Gastronomie, multisensorische Küche im The Kitchen in London und kulinarische Reiseziele wie Kreta & Malta.
ChefHeads ist das Magazin für Spitzenköche, hochwertige Kulinarik und außergewöhnliche Gastro‑Konzepte. In der Mai-Ausgabe 2026 steht Küchenchef Matthias Diether vom Restaurant 180 Degrees in Tallin im Mittelpunkt. Dazu gibt es spannende Einblicke in moderne Gastronomie, multisensorische Küche im The Kitchen in London und kulinarische Reiseziele wie Kreta & Malta.
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ISSN 3054-1778
ChefHeads
Nr. 5 - Mai 2026
5,90 EURO
Food and Journey
SIGNATURE DISHS - STARCHEFS - INTERVIEWS - REPORTAGE
Matthias Diether
180 Degrees | Tallin
Travel & Kulinarik
Taste History
Malta & Kreta
Jozef Youssef
Kitchen Theory | London-
Sensory Dining
WWW.CHEFHEADSMAGAZIN.DE
Contents Mai 2026
4 | News: Aktuelles aus der Branche
• Mehr als Nachhaltig - Ausblick
• Film-Tipp: Betty Bossi
• Messe VinVin in Mainz
• Guide Michelin 2026 | Belgien & Luxemburg
36 | Neues aus der Hauptstadt:
NAMPAN - Vietnam in Berlin
46 | Titel-Storie:
Matthias Diether im Porträt & Interview
68 | Travel & Kulinarik:
Jozef Youssef | The Kitchen in London
84 | Travel & Kulinarik:
Lorenzo Turina | Schokolade von Casa Cacao
92 | Travel & Kulinarik:
Giannis Tzortzis | Minos Palace auf Kreta
102 | Vorstellung:
Taste History | Heritage auf Malta
112 | Reportage | Travel:
So schmeckt Malta
124 | Personal | Recruiting:
Köche von Morgen - Internationaler Nachwuchs
130 | Buch - Tipps:
Unsere Buchempfehlungen
134 | Impressum
68
TITELFOTO Credits © lauri laan
46
112
CHEFHEADS-MAGAZIN
Liebe Leserinnen und Leser,
der Mai bringt frischen Schwung
in die Branche – eine Zeit, in der
Kreativität, Mut und neue Wege
besonders sichtbar werden.
Genau diesen Geist möchten wir in der aktuellen Ausgabe
des ChefHeads-Magazins einfangen. Im Mittelpunkt
steht diesmal ein ausführliches Porträt samt Interview
mit Zwei-Sternekoch Matthias Diether, der mit Präzision,
Emotion und einer klaren kulinarischen Haltung begeistert.
Sein Weg, seine Vision und sein Verständnis moderner
Spitzenküche geben eindrucksvolle Einblicke in ein
außergewöhnliches Kochhandwerk.
102
Auch abseits der Titelstory erwartet Euch ein breites
Spektrum an Themen: In Neues aus der Hauptstadt berichtet
Anke Sademann über Entwicklungen, Trends und
gastronomische Persönlichkeiten, die Berlin derzeit prägen.
Für alle, die Genuss und Reisen verbinden, führen unsere
Kulinarik-Reportagen quer durch Europa: von The Kitchen
in London mit Jozef Youssef über Casa Cacao und Schokoladenkünstler
Lorenzo Turina bis hin zum Minos Palace auf
Kreta mit Giannis Tzortzis. Zudem nehmen wir Euch mit
auf eine geschmackvolle Entdeckungsreise nach Malta –
sowohl historisch als auch kulinarisch.
Aktuelle News aus der Branche, der Blick auf die VinVin-
Messe in Mainz, ein Film-Tipp zu Betty Bossi sowie ein Update
zum Guide Michelin 2026 für Belgien & Luxemburg
runden diese Mai-Ausgabe ab.
Sie steht ganz im Zeichen von Inspiration, Internationalität
und der Freude, immer wieder Neues zu entdecken.
Viel Vergnügen beim Lesen
Guido Fritz
3
370 NACHHALTIGKEIT GRAD 2026 2.0
Mehr als nachhaltig
Warum regenerative Gastronomie die Zukunft
der Branche neu definiert
Text: Guido Fritz
CHEFHEADS-MAGAZIN
Foto KI-generiert“
AKTUELLES
Es beginnt oft unspektakulär. Ein Karottenfeld, das nicht mehr jedes Jahr umgepflügt wird.
Ein Koch, der plötzlich wissen will, wie der Boden beschaffen ist, auf dem sein Gemüse
wächst. Ein Restaurant, das entscheidet, nicht mehr einfach zu bestellen – sondern Beziehungen
aufzubauen.
Was sich hier andeutet, ist mehr als ein weiterer Food-Trend. Es ist ein grundlegender Perspektivwechsel:
**Gastronomie versteht sich nicht länger nur als Verbraucher von Ressourcen,
sondern als aktiver Teil eines regenerativen Systems.**
Nach Jahren, in denen Nachhaltigkeit vor allem bedeutete, weniger Schaden anzurichten, geht
die Branche einen Schritt weiter.
Regenerative Gastronomie fragt nicht mehr:
*Wie können wir reduzieren?*
Sondern:
**Wie können wir verbessern, zurückgeben, aufbauen?**
Vom Verzicht zur Wirkung
Die klassische Nachhaltigkeitslogik ist defensiv. Weniger Plastik, weniger Abfall, weniger
Energieverbrauch. All das bleibt wichtig – aber es reicht vielen führenden Akteuren der Branche
nicht mehr aus.
Regeneration bedeutet, Systeme aktiv zu stärken. Böden werden fruchtbarer statt ausgelaugt,
Lieferketten stabiler statt anfälliger, Beziehungen langfristiger statt transaktional.
Restaurants beginnen, sich als Teil eines größeren ökologischen und sozialen Gefüges zu
verstehen.
Diese Haltung verändert Entscheidungen auf allen Ebenen: Einkauf, Menügestaltung, Preisstruktur,
Personalführung.
Und sie verändert die Rolle des Kochs selbst.
Der neue Blick auf das Produkt
Früher endete die Verantwortung oft an der Küchentür. Heute beginnt sie weit davor. Wer regenerativ
denkt, interessiert sich nicht nur für Qualität und Geschmack, sondern für Herkunft,
Anbaumethoden und ökologische Auswirkungen.
Das hat Konsequenzen.
Produzenten werden zu Partnern, nicht zu Lieferanten. Es entstehen direkte Beziehungen,
häufig über Jahre hinweg. Köche sprechen mit Landwirten über Sorten, Erntezyklen und Bo-
5
NACHHALTIGKEIT 2.0
denbeschaffenheit. Manchmal wird gemeinsam entschieden, was überhaupt angebaut wird.
Das Resultat ist eine Küche, die näher an der Realität der Natur arbeitet. Verfügbarkeiten
geben den Takt vor – nicht umgekehrt.
Für Gäste wird das spürbar. Nicht unbedingt in Form von Verzicht, sondern durch eine neue
Form von Tiefe. Produkte erzählen Geschichten, Gerichte haben Kontext.
Kreativität durch Einschränkung
Interessanterweise führt gerade diese stärkere Bindung an natürliche Prozesse zu mehr kulinarischer
Innovation.
Wenn nicht jederzeit alles verfügbar ist, entsteht ein kreativer Druck. Küchen beginnen, intensiver
zu konservieren, zu fermentieren, zu transformieren. Techniken, die lange als Nischenwissen
galten, werden zum Standardwerkzeug.
Ein Kohl wird nicht mehr nur als Beilage gedacht, sondern vollständig verarbeitet: Blätter,
Strunk, Fermente, Öle. Ein Tier wird ganzheitlich genutzt, nicht aus moralischem Druck, sondern
aus handwerklichem Anspruch.
Was früher als „Verwertung“ galt, wird heute zum Ausdruck von Können.
Das Restaurant als Teil eines Systems
Mit der Zeit verschiebt sich der Fokus weiter. Regenerative Gastronomie endet nicht beim
Produkt, sondern umfasst das gesamte Geschäftsmodell.
Einige Betriebe beginnen, eigene Anbauflächen zu integrieren. Andere arbeiten so eng mit
Produzenten zusammen, dass die Grenzen zwischen Landwirtschaft und Gastronomie verschwimmen.
Wieder andere investieren in Projekte, die aktiv CO₂ binden oder Biodiversität
fördern.
Das Restaurant wird damit zu einem Knotenpunkt: zwischen Stadt und Land, zwischen Konsum
und Produktion, zwischen Wirtschaft und Ökologie.
Diese Rolle bringt Verantwortung – aber auch neue Möglichkeiten der Differenzierung.
Der Gast verändert sich mit
Parallel dazu verändert sich auch das Publikum. Gäste sind informierter, kritischer und zunehmend
interessiert an den Hintergründen dessen, was sie konsumieren.
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Deine Checkliste: Regenerative Gastronomie im Betrieb umsetzen
Strategischer Einstieg
O Mit wenigen, gezielten Produzentenpartnerschaften starten
O Regenerative Produkte zunächst in einzelnen Gerichten testen
O Langfristige Vision definieren statt kurzfristiger Maßnahmen
Einkauf & Produktstrategie
O Direkte Beziehungen zu Produzenten aufbauen
O Saisonalität und Verfügbarkeit als Menübasis nutzen
O „Unperfekte“ Produkte bewusst integrieren
Küche & Handwerk
O Ganzheitliche Produktverwertung (Nose-to-Tail / Root-to-Stem) etablieren
O Fermentation und Konservierungstechniken ausbauen
O Nebenprodukte kreativ in eigene Gerichte überführen
Menügestaltung
O Flexible, saisonale Menüs (tages- oder wochenbasiert) entwickeln
O Gerichte vom Produkt her denken, nicht vom Konzept
O Komplexität reduzieren, Qualität erhöhen
Wirtschaftlichkeit
O Wareneinsatz ganzheitlich kalkulieren (inkl. Waste-Reduktion)
O Margen über vollständige Produktnutzung optimieren
O Nachhaltigkeit als Werttreiber im Pricing berücksichtigen
Kommunikation & Marke
O Herkunft und Produzenten transparent sichtbar machen
O Storytelling in Menü, Service und digitaler Kommunikation integrieren
O Gäste aktiv in das Konzept einbinden (Erklärung statt Belehrung)
Team & Kultur
O Mitarbeitende zu nachhaltigen Techniken schulen
O Team in Entscheidungsprozesse einbinden
O Klare Werte und Haltung im Betrieb verankern
7
NACHHALTIGKEIT 2.0
Dabei geht es nicht nur um Moral. Es geht um Qualität, Authentizität und Vertrauen.
Ein Gericht gewinnt an Wert, wenn seine Herkunft nachvollziehbar ist. Ein Menü wird relevanter,
wenn es in einen größeren Kontext eingebettet ist. Transparenz wird zur Währung.
Restaurants, die diese Entwicklung ernst nehmen, kommunizieren anders. Sie erklären, ohne
zu belehren. Sie erzählen, ohne zu inszenieren. Und sie schaffen es, komplexe Zusammenhänge
greifbar zu machen.
Wirtschaftlicher Realismus statt Idealismus
So visionär das Konzept klingt – regenerative Gastronomie funktioniert nur, wenn sie wirtschaftlich
tragfähig ist.
Genau hier liegt eine ihrer größten Stärken
Durch engere Beziehungen zu Produzenten entstehen stabilere Preise und weniger Abhängigkeit
von globalen Märkten. Durch konsequente Nutzung von Produkten sinkt der Wareneinsatz
pro Gericht. Durch klare Positionierung steigt die Zahlungsbereitschaft der Gäste.
Langfristig geht es weniger um Mehrkosten als um **bessere Wertschöpfung**.
Natürlich bleibt der Einstieg anspruchsvoll. Prozesse müssen angepasst, Teams geschult,
Lieferketten neu aufgebaut werden. Doch viele Betriebe berichten, dass sich die Investition
nicht nur ideell, sondern auch ökonomisch auszahlt.
Eine Frage der Haltung
Am Ende ist regenerative Gastronomie weniger eine Methode als eine Haltung.
Sie verlangt, Entscheidungen nicht isoliert zu treffen, sondern im Kontext eines größeren
Systems zu denken. Sie fordert Geduld, weil Ergebnisse nicht sofort sichtbar sind. Und sie erfordert
Konsequenz, weil Halbherzigkeit schnell erkennbar wird.
Doch genau darin liegt ihre Kraft.
In einer Branche, die lange von Geschwindigkeit, Effizienz und Margendruck geprägt war, eröffnet
sie eine neue Perspektive: Qualität entsteht nicht nur auf dem Teller, sondern entlang
der gesamten Wertschöpfungskette.
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Der Beginn einer neuen Normalität
Noch ist regenerative Gastronomie nicht flächendeckend angekommen. Aber die Dynamik ist
eindeutig. Was heute als innovativ gilt, könnte schon bald zum Standard werden.
Die Frage ist nicht mehr, ob sich die Branche verändert – sondern wie schnell.
Für Gastronomen und Hoteliers eröffnet sich damit eine strategische Chance: Wer früh beginnt,
sich mit regenerativen Konzepten auseinanderzusetzen, positioniert sich nicht nur als
Vorreiter, sondern baut ein System auf, das langfristig tragfähig ist.
Denn am Ende geht es um mehr als Trends.
Es geht um die Fähigkeit einer Branche, sich neu zu erfinden – und dabei nicht weniger, sondern
**mehr Wirkung zu entfalten**.
Foto KI-generiert“
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FILM-TIPP | HELLO BETTY
© C-FILMS / Aliocha Merker
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Betty Bossi –
Die Frau, die es nie gab, und die
dennoch eine ganze Nation prägte
Als 1956 in der Schweiz die Kunstfigur Betty Bossi geboren wurde, ahnte niemand, dass sie
bald zur bekanntesten Hausfrau des Landes avancieren würde – und zu einem Symbol gesellschaftlichen
Wandels. Hinter der erfundenen Figur stand eine echte Frau mit Vision: die
Werbetexterin Emmi Creola, die mit Mut, Verstand und Gespür für den Zeitgeist etwas schuf,
das weit über eine Marketingkampagne hinausging.
Betty Bossi wurde zur „Freundin in der Küche“ – modern, hilfsbereit, verlässlich. Sie verkörperte
die ideale Mischung aus praktischer Vernunft und freundlicher Autorität, die den Frauen
der Nachkriegszeit half, den Alltag zu meistern und zugleich einen Hauch von Selbstbewusstsein
zu gewinnen. Mit ihren Rezeptideen, Tipps und Zeitschriften brachte sie das Kochen auf
eine neue Ebene: weg von der reinen Pflicht, hin zu einem Ausdruck von Kreativität, Stolz und
Gemeinschaft.
Doch während Betty das Land eroberte, blieb ihre Schöpferin Emmi Creola lange im Schatten.
Der Film „Hallo Betty“ von Regisseur Pierre Monnard rückt diese faszinierende Frauenfigur
nun ins Scheinwerferlicht. Schauspielerin Sarah Spale verkörpert Creola als kluge, feinfühlige
Pionierin, die in einer männerdominierten Werbewelt ihren Weg sucht und dabei zur unfreiwilligen
Symbolfigur der Schweizer Nachkriegsgesellschaft wird.
„Hallo Betty“ zeigt, wie aus einer Idee ein kulturelles Phänomen entstand – und stellt die entscheidende
Frage: Kann eine Frau, die das perfekte Bild der Hausfrau erschafft, selbst emanzipiert
leben? Der Film tastet sich mit Warmherzigkeit und Retro-Charme an diese Ambivalenz
heran und erinnert daran, dass Fortschritt oft dort beginnt, wo jemand das Selbstverständliche
neu denkt.
Mehr als 70 Jahre später ist Betty Bossi längst eine Marke, ein Mythos – aber auch ein Stück
kollektives Gedächtnis. Sie steht für den Beginn einer neuen Esskultur, für weibliche Kreativität
und für die Sehnsucht, Alltag und Selbstverwirklichung in Einklang zu bringen.
„Hallo Betty“ – ab 25. Juni 2026 im Kino.
Ein Film über Mut, Erfindungsgeist und die Frau
hinter einer Legende.
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FILM-TIPP | HELLO BETTY
© C-FILMS / Aliocha Merker
Emmi Creola (Sarah Spale)
Fotos aus dem Film - HALLO BETTY / Start: 25. Juni 2026
Emmi Creola (Sarah Spale)
© C-FILMS / Aliocha Merker
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Die Supermarkteröffnung
© C-FILMS / Aliocha Merker
Emmi Creola (Sarah Spale)
© C-FILMS / Aliocha Merker
V.r.n.l. Cecilia (Viviana Zappa), Maxi
Bossert (Rabea Egg) Emmi Creola
(Sarah Spale) in der Testküche
© C-FILMS / Aliocha Merker
© C-FILMS / Aliocha Merker
Emmi Creola (Sarah Spale) bei der
Supermarkteröffnung
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INTERVIEW | SARAH SPALE
Interview mit Sarah Spale
Fragen von Guido Fritz
CHEFHEADS-MAGAZIN
© C-FILMS / Aliocha Merker
AKTUELLES
ChefHeads: Wie haben Sie sich der Figur Emmi Creola beziehungsweise Betty Bossi genähert
– eher über die historische Person oder über das Symbol, das sie geworden ist?
Sarah Spale: Mein Fokus galt Emmi Creola. Eine berufstätige Frau und Mutter, die trotz
widriger Umstände ihren Weg geht. Der Film spielt in den 1950er Jahren. Eine Zeit, in der die
Frau noch die Unterschrift des Mannes brauchte, um arbeiten zu gehen. Ich habe mich auf
ihre Entwicklung konzentriert, von der unsichtbaren Person zu einer Frau, die beruflich etwas
erreicht hat, erfolgreich ist und plötzlich gesehen wird. Die Geschichte von Emmi Creola
ist auch eine Liebesgeschichte. Ihr Mann, Ernst, und sie waren ein emanzipiertes Paar, haben
sich gegenseitig respektiert, geschätzt und unterstützt. Es war mir sehr wichtig, dass wir
diese Liebe zeigen können.
ChefHeads: Betty Bossi ist zugleich Kunstfigur und Projektionsfläche. Wie haben Sie diese
Doppelrolle schauspielerisch umgesetzt?
Sarah Spale: Emmi Creola war eine Werbetexterin, emanzipiert und hat sich dafür eingesetzt,
dass das Leben von den Frauen einfacher wird. Sie war weit davon entfernt Betty
Bossi zu sein. Wie gesagt, war es eine Kunstfigur. Meine Aufgabe war es also auch diesen
Unterschied zwischen Emmi und Betty Bossi zu verdeutlichen.
ChefHeads: Was war für Sie die größte Herausforderung bei der Darstellung einer Figur, die
zwischen Öffentlichkeit und persönlicher Identität steht?
Sarah Spale: Emmi lebte kein großes und offensichtliches Drama. Es war herausfordernd,
alle Gefühle zu haben und einen Weg zu finden diese auch zu zeigen, obwohl die meisten
Gefühle nicht offen ausgesprochen wurden. Emmi war keine Kämpferin für die Emanzipation,
sie hat emanzipiert gelebt. Darin steckt ihre Größe. Es hat etwas Unspektakuläres und
gleichzeitig galt es dies im Film spektakulär zu würdigen.
ChefHeads: Gab es bestimmte Szenen oder Momente im Film, in denen Sie das Gefühl hatten,
die Figur besonders „verstanden“ zu haben?
Sarah Spale: Ich bin Mutter und berufstätig. Ich verstehe sehr gut, was es bedeutet, alles
unter einen Hut kriegen zu wollen oder müssen. Es ist ein Spagat, den auch Emmi als solchen
beschrieben hat.
ChefHeads: Wie haben Sie sich auf die Zeit der 1950er/60er Jahre vorbereitet – insbesondere
im Hinblick auf Rollenbilder und Sprache?
Sarah Spale: André Küttel, der Autor des Buches, hat sehr gut recherchiert. Die Sprache
war also zum großen Teil vorgegeben. Da ich Baslerin bin, habe ich mir den Zürcher Dialekt
erarbeiten müssen. Die Kostüme halfen viel für die Haltung der Figuren. Auch die Maske, die
Frisur zum Beispiel, haben geholfen sich in diese Zeit einzufühlen. Ich habe recherchiert, viel
von Ines Diacon, der älteren Tochter von Emmi, über die Familie und die damalige Zeit erfahren.
Das war eine große Hilfe.
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INTERVIEW | SARAH SPALE
ChefHeads: Welche Rolle spielt Kochen in Ihrem eigenen Leben – Leidenschaft oder eher
pragmatischer Alltag?
Sarah Spale: Ich koche gern und viel. Mit zwei Kindern hat es oft auch einen pragmatischen
Ansatz, es muss schnell und unkompliziert gehen. Ich nehme mir aber auch gern Zeit, koche
nie nach Rezept und probiere gern aus.
ChefHeads: Mussten Sie für die Rolle konkret kochen lernen oder Ihre Fähigkeiten vertiefen?
Sarah Spale: Nein, wie gesagt, Emmi war Werbetexterin. Sie hatte die Ideen und hat beruflich
andere kochen lassen.
ChefHeads: Gibt es ein Gericht aus dem Film oder aus der Betty-Bossi-Welt, das Sie besonders
begeistert hat?
Sarah Spale: Mich begeistert, dass die Rezepte von Betty Bossi tatsächlich „gelingsicher“
sind. Das war die Idee von Emmi Creola, und das hat auch funktioniert.
ChefHeads: Was macht für Sie den kulturellen Einfluss von Betty Bossi aus – warum hat
diese Figur so viele Menschen erreicht?
Sarah Spale: Emmi wollte das Kochen für alle einfacher machen und dazu einladen, dass
alle kochen können. Sie war eine Art Influencerin der damaligen Zeit, beantwortete Leserbriefe
mit Fragen zum Kochen, Familie, zum Leben allgemein. Ihre Art nicht aktiv zu kämpfen,
vielmehr einzuladen und vorzuleben kam und kommt bis heute gut an.
ChefHeads: Glauben Sie, dass Kochen heute noch dieselbe gesellschaftliche und emotionale
Bedeutung hat wie damals?
Sarah Spale: Ich glaube, dass die Sehnsucht nach Kochen und zusammen essen groß ist.
Leider nehmen sich die Menschen im Alltag nicht mehr, oder viel weniger, die Zeit dazu.
ChefHeads: Im Film behauptet sich Emmi/Betty in einer männerdominierten Branche. Wo
sehen Sie Parallelen zur heutigen Zeit?
Sarah Spale: Wir sind leider noch nicht so viel weiter. Nach wie vor ist die Welt männerdominiert
und in vielen Branchen sind die Männer in den Machtpositionen. Die Familienpolitik
in der Schweiz hat noch viel Entwicklungspotenzial. Die Verantwortung für die Familie wird
immer noch hauptsächlich den Frauen zugeschrieben.
ChefHeads: Hat sich die Situation für Frauen in kreativen oder medialen Berufen Ihrer Meinung
nach nachhaltig verbessert?
Sarah Spale: Wir sind auf dem Weg, aber noch lange nicht angekommen.
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
ChefHeads: Welche Aspekte der damaligen Rollenbilder haben Sie beim Dreh besonders
überrascht oder vielleicht irritiert?
Sarah Spale: Betty Bossi ist eine Erfolgsgeschichte. In der Schweiz kennen alle Betty
Bossi. Doch bis dahin wusste fast niemand, wer hinter dieser Erfindung steckt. Das ist erstaunlich
und ich frage mich, ob diese Unkenntnis über die Erfinderin auch da wäre, wenn
ein Mann Betty Bossi ins Leben gerufen hätte.
ChefHeads: Betty Bossi wurde zur Ikone der Hausfrau – würden Sie sagen, diese Zuschreibung
ist heute eher Befreiung oder Einschränkung?
Sarah Spale: Die Beschreibung „Hausfrau“ meint nach wie vor die unbezahlte Arbeit, Carearbeit
und Haushaltsarbeit, die von Seiten der Frau getätigt wird. Die Bezeichnung verortet
diese Aufgabe fraglos bei der Frau. Ich denke, es ist an der Zeit, eine andere Beschreibung
für die Aufgaben zuhause und für die Familie zu finden.
ChefHeads: Was können junge Frauen heute aus der Geschichte von Emmi Creola lernen?
Sarah Spale: Emmi zeigt, dass es sich lohnt für sich einzustehen, den eigenen Weg zu
gehen. Auch ist die Beziehung von Emmi und Ernst, meiner Meinung nach, modern. Es tut
gerade heute gut zu sehen, dass es um ein Miteinander geht und nicht gegeneinander.
ChefHeads: Was nehmen Sie persönlich aus dieser Rolle mit – hat sie Ihren Blick auf Arbeit,
Öffentlichkeit oder Identität verändert?
Sarah Spale: Ich bin froh, Emmi Creola kennengelernt zu haben. Sehr gern wäre ich ihr
persönlich begegnet. Ihre Bodenständigkeit und ihren Pragmatismus finde ich bewundernswert.
Ich habe das Gefühl genossen, mit ihr zusammen einen Moment lang meinen Weg zu
gehen.
ChefHeads: Wie hat sich Ihre Wahrnehmung von „Erfolg“ durch die Arbeit an diesem Film
verändert?
Sarah Spale: Es war eine sehr schöne Drehzeit. Eine gute Zeit zu erleben ist mir viel wert
und am Ende des Tages mein persönlicher Erfolg.
ChefHeads: Wenn Sie Betty Bossi heute begegnen könnten – was würden Sie sie fragen?
Sarah Spale: Ich würde lieber Emmi Creola begegnen. Ich würde sie einladen auf ein Glas
Wein, oder ein Bier, und mich auf den Austausch freuen, den wir gemeinsam haben.
ChefHeads: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für den Filmstart am 25. Juni.
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VIN VIN | MAINZ
Besuchsbericht: Vin Vin in Mainz –
Wein, Engagement und Perspektiven
für den guten Zweck
© Guido Fritz
Im Rahmen der diesjährigen „Vin Vin-Messe“ am 25. April 2026 in Mainz präsentierte sich die
nationale und internationale Weinszene einmal mehr als lebendige Plattform für Austausch,
Genuss und Kooperation. Die „Vin Vin“ ist dabei als kuratierte Fachmesse für Herkunftsweine
konzipiert und richtet sich gezielt an Fachbesucher aus Gastronomie, Handel, Sommellerie
und Medien.
Im Alten Postlager in Mainz trafen sich Winzerinnen und Winzer aus renommierten deutschen
Anbaugebieten wie Rheinhessen, Nahe, Pfalz, Mosel, Ahr und Mittelrhein, um ihre aktuellen
Jahrgänge zu präsentieren und den direkten fachlichen Dialog zu fördern. Im Mittelpunkt
standen Weine mit klarer Herkunftsprägung, handwerklicher Handschrift und hoher Qualitätsorientierung
– ohne Inszenierung, sondern mit Fokus auf Substanz und Austausch.
Für Guido Fritz, Präsident & Gründer der ChefHeads, sowie Sylvia Paul, Geschäftsführerin der
Stiftung KinderHerz stand der Messebesuch jedoch unter einem besonderen Vorzeichen: Im
Fokus lag die gezielte Ansprache von Winzerinnen und Winzern, die sich künftig als Partner
für Charity-Veranstaltungen zugunsten der Stiftung KinderHerz engagieren möchten.
Die Gespräche auf der Messe waren geprägt von Offenheit, Interesse und einer spürbaren
Bereitschaft, soziale Verantwortung mit unternehmerischem Handeln zu verbinden. Gerade
das Konzept der „Vin Vin“ als Netzwerk- und Fachforum erwies sich dabei als idealer Rahmen,
um neue Partnerschaften anzustoßen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Zahlreiche Winzer zeigten sich aufgeschlossen gegenüber der Idee, kommende Charity-
Events aktiv zu unterstützen – sei es durch Weinspenden, persönliche Präsenz oder kooperative
Formate. Für dieses Engagement sprechen Guido Fritz und Sylvia Paul allen beteiligten
Betrieben ihren herzlichen Dank aus und blicken optimistisch auf mögliche Kooperationen im
Sinne der sogenannten „HerzKinder“.
Ein besonderer Moment ergab sich am Stand der Ahr-Winzer. Dort trafen die beiden Besucher
auf den amtierenden Ahr-Weinkönig Felix Lüdenbach sowie die Ahr-Weinprinzessin Katharina
Bongart. In einem persönlichen Austausch wurde nicht nur die Bedeutung des Weinbaus für
die Region hervorgehoben, sondern auch die Hoffnung auf eine positive Entwicklung an der
Ahr nach den einschneidenden Ereignissen der vergangenen Jahre geteilt.
Fünf Jahre nach dem verheerenden Ahr-Hochwasser richtet sich der Blick der Winzer wieder
nach vorn – verbunden mit der Erwartung, künftig erneut zahlreiche Touristen und Weinliebhaber
in der Region begrüßen zu dürfen.
Die „Vin Vin-Messe“ erwies sich somit nicht nur als Schaufenster hochwertiger Weinkultur,
sondern auch als Ort, an dem wirtschaftliches Engagement und gesellschaftliche Verantwortung
sinnvoll zusammenfinden. Als Initiative von Maxime Herkunft Rheinhessen und Weinland
Nahe steht die Veranstaltung exemplarisch für einen modernen, qualitätsorientierten
Weinbau, der Herkunft als zentrales Qualitätsversprechen versteht und zugleich neue Wege
der Zusammenarbeit eröffnet.
Der Besuch hat gezeigt: Die Bereitschaft zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte ist in
der Weinbranche fest verankert – eine vielversprechende Grundlage für kommende Charity-
Initiativen zugunsten der Stiftung KinderHerz.
© Guido Fritz © Guido Fritz
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VIN VIN | MAINZ
© Guido Fritz
© Guido Fritz
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Guido Fritz
Weingut Sermann | Altenahr
AKTUELLES
Das Weingut Sermann zählt zu den traditionsreichen
Betrieben im Ahrtal und steht zugleich
für eine Generation von Winzern, die Herkunft,
Handwerk und Zukunftsorientierung miteinander
verbinden. In Altenahr gelegen, vereint
das Familienweingut jahrhundertealte Wurzeln
mit einer klaren, modernen Handschrift.
Die Geschichte der Familie reicht bis ins Jahr 1775
zurück, als bereits an der Mosel Weinbau betrieben
wurde. Mit der Gründung des Weinguts an der
Ahr im Jahr 1936 durch Großvater Theo Sermann
verlagerte sich der Fokus dauerhaft in eine der renommiertesten
Rotweinregionen Deutschlands.
Heute führt Lukas Sermann das Weingut in siebter Generation. Mit großem Engagement
und einer klaren Vision hat er den Betrieb kontinuierlich weiterentwickelt und zählt mittlerweile
zu den prägenden Stimmen der Region. Die Weinberge des Weinguts liegen in klassischen
Spitzenlagen der Ahr, darunter Dernauer Pfarrwingert, Marienthaler Trotzenberg oder Altenahrer
Eck. Geprägt von steilen Hängen, Schieferböden und einem kühlen Mikroklima bieten sie
ideale Voraussetzungen für charakterstarke, terroirgeprägte Weine. Im Mittelpunkt der Arbeit
stehen dabei klassische Rebsorten der Region, allen voran Spätburgunder und Frühburgunder,
ergänzt durch Riesling und ausgewählte weiße Burgundersorten. Die Weine zeichnen sich
durch Eleganz, Finesse und eine präzise Struktur aus – typisch für die kühle Stilistik der Ahr.
Philosophisch folgt Lukas Sermann einem bewusst reduzierten Ansatz: Im Weinberg wie im
Keller geht es um Konzentration auf das Wesentliche, um die unverfälschte Abbildung von
Lage, Jahrgang und Rebsorte. Technik tritt in den Hintergrund, zugunsten eines handwerklich
geprägten, puristischen Weinverständnisses. Besonders prägend für die jüngere Entwicklung
des Weinguts war das Ahr-Hochwasser 2021, das Betrieb und Region schwer getroffen
hat. Doch der Wiederaufbau gelang mit bemerkenswerter Energie und Entschlossenheit.
Neben der Wiederherstellung der Weinproduktion wurde auch das gastronomische Konzept
– unter anderem mit dem Restaurant „Thüres“ – zügig neu belebt und weiterentwickelt.
Heute steht das Weingut Sermann für einen modernen Ahr-Stil: tief verwurzelt in der Tradition,
geprägt von den extremen Bedingungen der Steillagen und getragen von einer neuen
Generation, die den Blick klar nach vorne richtet. Die Weine sind Ausdruck dieser Haltung –
präzise, charaktervoll und eng verbunden mit einer Region, die sich nach großen Herausforderungen
eindrucksvoll neu positioniert.
Kontakt & Web: https://www.sermann.de/pages/weingut/#weingut
© Hamburg Messe und Congress/Autor
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VIN VIN | MAINZ
© Guido Fritz
Weingut Bianka und Daniel Schmitt
Das Weingut Bianka und Daniel Schmitt steht
exemplarisch für eine neue Generation des deutschen
Weinbaus, die Tradition, Internationalität
und konsequente Nachhaltigkeit zu einem eigenständigen
Stil verbindet. Im rheinhessischen
Wonnegau beheimatet, vereint der Betrieb
die Perspektiven zweier Kulturen – und prägt
daraus eine unverwechselbare Handschrift.
Bianka Schmitt bringt dabei ihre Wurzeln aus
Ungarn in das Weingut ein. Aufgewachsen und
ausgebildet in einer traditionsreichen Weinbauregion,
kam sie im Rahmen eines Praktikums
nach Rheinhessen, wo sie auf Daniel Schmitt
traf. Aus dieser Begegnung entwickelte sich
nicht nur eine persönliche Partnerschaft, sondern
auch eine gemeinsame Vision von Weinbau,
die heute das Fundament des Weinguts bildet.
Diese deutsch-ungarische Verbindung ist mehr
als biografisches Detail – sie ist programmatisch.
Das Weingut versteht Herkunft nicht als statische Größe, sondern als „offenes Terroir“: eine Idee,
die kulturelle Einflüsse, Erfahrungen und unterschiedliche Weintraditionen bewusst integriert.
Auch im Rebsortenspiegel wird diese Philosophie sichtbar. Neben klassischen rheinhessischen
Sorten wie Riesling oder Spätburgunder spielen mit Furmint und Blaufränkisch gezielt
Rebsorten aus Biankas ungarischer Heimat eine zentrale Rolle. Sie gelten als besonders
terroirgeprägt und verleihen den Weinen eine eigenständige, internationale Dimension.
Seit 2012 führen Bianka und Daniel Schmitt das traditionsreiche Familienweingut gemeinsam
und haben es konsequent auf biodynamischen Weinbau nach Demeter-Richtlinien ausgerichtet.
Dabei verfolgen sie einen radikal qualitätsorientierten Ansatz: Handarbeit im Weinberg,
minimale Eingriffe im Keller und ein klares Bekenntnis zu naturbelassenen, lebendigen Weinen.
Früh machten sie sich zudem als Pioniere der deutschen Naturweinbewegung einen Namen. Mit
experimentellen Ansätzen wie Amphorenausbau, langen Maischestandzeiten und dem bewussten
Verzicht auf Schönung, Filtration und Schwefelung entwickelten sie einen Stil, der gleichermaßen
polarisiert und begeistert – und inzwischen weit über Deutschland hinaus Beachtung findet.
Heute steht das Weingut für eine klare Haltung: Wein als Ausdruck von Herkunft, Handwerk
und Persönlichkeit. Oder, wie es Bianka und Daniel selbst formulieren, als Ergebnis eines Zusammenspiels
von Mensch, Natur und Zeit. Ihre Weine sind damit nicht nur Produkte, sondern
Botschafter einer Philosophie, die auf Nachhaltigkeit, Vielfalt und kulturelle Offenheit setzt.
Kontakt & Web: https://biankaunddaniel.de/de/pages/kontakt
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Weingut Lukas Hammelmann - 3M2N
Das Weingut von Lukas Hammelmann steht exemplarisch
für eine junge, unabhängige Generation
deutscher Winzer, die bewusst eigene Wege
geht und traditionelle Strukturen hinterfragt. In
Zeiskam in der Südpfalz entstehen unter dem
Label „3M2N“ Weine, die sich durch Individualität,
Präzision und eine klare Haltung auszeichnen.
© Guido Fritz
Bemerkenswert ist dabei der Werdegang des
Winzers selbst: Ohne familiären Hintergrund im
Weinbau begann Lukas Hammelmann bereits im
Alter von 15 Jahren eine Winzerlehre und entwickelte
früh den Anspruch, seinen eigenen Stil zu
finden. Nach Stationen als Kellermeister – unter
anderem bei renommierten Betrieben der Pfalz –
gründete er 2016 seine eigene Weinmanufaktur
zunächst in sehr kleinem Maßstab. Aus anfänglich
wenigen tausend Flaschen ist heute ein Betrieb
mit rund fünf Hektar Rebfläche und einer Produktion
von etwa 30.000 Flaschen gewachsen.
Im Zentrum seiner Arbeit steht ein kompromissloser Fokus auf Terroir. Die Weinberge rund
um Zeiskam, Hochstadt und Hambach sind geprägt von Böden wie Löss, Kalk und Buntsandstein
– geologische Voraussetzungen, die den Weinen Struktur, Mineralität und Eigenständigkeit
verleihen. Hammelmann versteht jede Lage als individuellen Ausdrucksort: „Jeder
Wein, jede Lage ein Charakterkopf“ – ein Leitmotiv, das seine Philosophie treffend beschreibt.
Die stilistische Handschrift ist bewusst puristisch und minimalistisch. Im Weinberg dominiert konsequente
Handarbeit, im Keller verfolgt Hammelmann den Ansatz der minimalen Intervention:
spontane Vergärung, langer Hefekontakt, kaum Filtration und nur sehr zurückhaltender Schwefeleinsatz.
Ziel ist es, Weine entstehen zu lassen, die nicht konstruiert wirken, sondern als unmittelbarer
Ausdruck von Jahrgang, Lage und persönlicher Interpretation gelesen werden können.
Im Rebsortenspiegel bilden Riesling, Chardonnay und Spätburgunder das Rückgrat
des Sortiments. Die Weine zeichnen sich durch Klarheit, Frische und eine markante,
oft kräutrig-mineralische Stilistik aus, die ihnen eine hohe Wiedererkennbarkeit
verleiht. Dabei verzichtet Hammelmann bewusst auf standardisierte Methoden oder stilistische
Vorgaben – jeder Jahrgang wird neu gedacht, jede Cuvée individuell entwickelt.
Sein Ansatz folgt keiner Dogmatik, sondern einer klaren inneren Logik: Wein entsteht im
Spannungsfeld von Natur, Handwerk und Intuition. Diese Haltung, gepaart mit handwerklicher
Präzision und Mut zur Eigenständigkeit, macht Lukas Hammelmann zu einer der spannendsten
Stimmen innerhalb der jungen deutschen Weinszene.
Kontakt & Web: https://3m2n.de/
23
VIN VIN | MAINZ
Weingut Katja und Axel Neiss
Das Weingut Neiss zählt heute zu den profilierten
Betrieben der nördlichen Pfalz und steht
exemplarisch für einen modernen, qualitätsorientierten
Weinbau, der Herkunft, Klima und
Boden präzise in den Mittelpunkt stellt. In Kindenheim,
einer eher kühlen Randlage des Anbaugebiets,
entstehen Weine, die sich bewusst von
der oft kraftvollen Stilistik der Südpfalz abheben.
© Guido Fritz
Verantwortlich für diese klare Ausrichtung sind
Axel und Katja Neiss, die das traditionsreiche
Familienweingut heute gemeinsam führen. Der
Betrieb blickt auf eine lange Entwicklung zurück
und wird inzwischen in sechster Generation bewirtschaftet.
Unter der Leitung von Axel Neiss
hat sich das Weingut konsequent von einem
landwirtschaftlich geprägten Mischbetrieb zu einem
spezialisierten Qualitätsweingut entwickelt,
das heute rund 47 Hektar Rebfläche umfasst.
Katja Neiss prägt dabei nicht nur die kommunikative und strategische Ausrichtung
des Hauses, sondern steht auch für das Selbstverständnis des Weinguts
als „Cool-Climate“-Betrieb. Die vergleichsweise kühlen Bedingungen der
Nordpfalz, kombiniert mit windoffenen Lagen, verlängern die Reifephase der
Trauben und ermöglichen eine differenzierte Aromenausbildung bei moderaten Alkoholwerten.
Zentral für den Stil der Neiss-Weine ist zudem der hohe Kalksteinanteil der Böden. Er verleiht
den Weinen ihre charakteristische Mineralität, Spannung und Struktur. Besonders
Riesling sowie die Burgundersorten – darunter Weißburgunder, Chardonnay und Spätburgunder
– bilden das Rückgrat des Sortiments. Ergänzt wird dieses durch internationale Rebsorten
wie Cabernet Sauvignon oder Merlot, die dem Portfolio zusätzliche Tiefe verleihen.
Die Handschrift des Weinguts ist geprägt von Klarheit, Präzision und Herkunftstreue. Durch
naturnahes Arbeiten im Weinberg, selektive Lese und einen bewusst zurückhaltenden Ausbau
im Keller entstehen Weine mit Frische, Eleganz und Ausdruckskraft. Dieses Qualitätsstreben
blieb nicht unbeachtet: Mit Auszeichnungen wie dem vierten Stern im Vinum-Weinführer und
der Ehrung als „Aufsteiger des Jahres Pfalz“ zählt das Weingut heute zur Spitze der Region.
Das Weingut Neiss steht damit für einen Stil, der die Pfalz aus einer anderen Perspektive
interpretiert: weniger opulent, dafür präziser, mineralischer und kühler gedacht. In dieser konsequenten
Verbindung aus Terroir, Klima und handwerklichem Anspruch liegt die besondere
Stärke des Betriebs – und seine wachsende Bedeutung innerhalb der deutschen Weinlandschaft.
Kontakt & Web: https://www.weingut-neiss.de/weingut
CHEFHEADS-MAGAZIN
AKTUELLES
Weingut K. H. Schneider
Das Weingut K. H. Schneider zählt zu den profilierten
Familienbetrieben an der Nahe und
steht für eine klare, präzise Stilistik, die konsequent
auf Herkunft und Terroir ausgerichtet ist.
In Bad Sobernheim verwurzelt, verbindet der
Betrieb handwerkliche Tradition mit einer modernen,
qualitätsorientierten Weinphilosophie.
© Guido Fritz
Gegründet wurde das Weingut im Jahr 1956 von
Karlheinz Schneider und wird heute als klassischer
Familienbetrieb in der nächsten Generation weitergeführt.
Verantwortlich für die stilistische Ausrichtung
im Keller ist insbesondere Andi Schneider,
der gemeinsam mit seinem Bruder Christoph und
den Eltern die Entwicklung des Weinguts prägt.
Die rund 15 Hektar Rebfläche erstrecken sich über
renommierte Lagen in Bad Sobernheim und Schloßböckelheim.
Vulkanische Gesteine, roter Tonschiefer
und steinige Böden prägen und bilden die Grundlage
für Weine mit ausgeprägter Mineralität und Struktur.
Im Zentrum der Arbeit steht dabei eine kompromisslose Qualitätsphilosophie:
Ziel ist es, die optimale physiologische Reife der Trauben zu erreichen
und das jeweilige Terroir möglichst unverfälscht ins Glas zu bringen. Die Vinifikation
folgt diesem Ansatz konsequent – mit Spontangärung, langem
Hefelager und einem bewussten Einsatz traditioneller Ausbauformen wie großen Holzfässern.
Stilistisch stehen die Weine des Hauses für Klarheit und Präzision. Sie zeigen sich schlank,
mineralisch und elegant, mit einer feinen, oft spannungsgeladenen Struktur. Insbesondere
die Rieslinge gelten als Aushängeschild des Weinguts: geprägt von Frische, Finesse und
einer markanten Herkunftscharakteristik. Ergänzt wird das Portfolio durch Rebsorten wie
Grauburgunder, Sauvignon Blanc oder Spätburgunder, die das Spektrum sinnvoll erweitern.
Diese konsequente Ausrichtung auf Qualität und Eigenständigkeit hat dem
Weingut auch international Aufmerksamkeit verschafft. So wurde es unter
anderem in den Kreis der „Unique Wineries of the World“ aufgenommen –
ein Beleg für die wachsende Bedeutung des Betriebs über die Region hinaus.
Das Weingut K. H. Schneider steht damit für einen modernen Nahe-Stil: präzise, terroirgeprägt
und kompromisslos auf Qualität fokussiert. Ein Betrieb, der zeigt, wie sich familiäre Kontinuität
und zeitgemäße Weininterpretation zu einer klaren, eigenständigen Handschrift verbinden
lassen.
Kontakt & Web: https://www.weingut-schneider.com/
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CHARITY - HOTEL DEIMANN
TICKET BESTELLEN
CHEFHEADS-MAGAZIN
ANKÜNDIGUNG
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4-HAND-DINNER | KÖLN
© KölnSKY
Matthias Diether & Sönke Höltgen
Ein besonderer Abend, zwei außergewöhnliche Köche – und eine gemeinsame Geschichte.
Am Samstag, den 20. Juni 2026, begrüßen wir im KölnSKY den renommierten Zwei-Sterne-Koch
Matthias Diether vom Restaurant 180° in Tallinn – Estland. Gemeinsam mit unserem
Küchenchef Sönke Höltgen gestaltet er ein exklusives 4 Hands Dinner, das kulinarische
Handschrift, gemeinsame Erinnerungen und große Produkte verbindet.
Die beiden Köche vereint eine besondere Vergangenheit: Vor vielen Jahren standen sie bereits
gemeinsam am Herd – im legendären Drei-Sterne-Restaurant Schloss Lerbach unter der
Leitung von Dieter Müller. Nun treffen sie sich im KölnSKY wieder und kreieren gemeinsam ein
Menü für einen außergewöhnlichen Abend über den Dächern von Köln.
Freuen Sie sich auf ein 5-Gang-Menü, geprägt von moderner, französisch inspirierter Küche,
bei dem beide Köche ihre Ideen und Handschriften miteinander verbinden. Aufgrund der langjährigen
Freundschaft der Familie Höltgen mit Matthias Diether ist es uns möglich, Ihnen
dieses außergewöhnliche kulinarische Erlebnis zu einem besonders attraktiven Preis anzubieten.
Samstag, 20. Juni 2026
Beginn: 19:00 – 23:00 Uhr
TICKET BESTELLEN
5-Gang-Menü
10 begleitende Weine von zwei Gastwinzern
289 € pro Person
Die Plätze für dieses Dinner sind begrenzt.
CHEFHEADS-MAGAZIN
ANKÜNDIGUNG
© Guido Fritz
© KölnSKY
Gastgeber im KölnSKY: Küchenchef Sönke Höltgen
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CHARITY - VERVE5 KREFELD
Herzensangelegenheit: Spitzenkulinarik für
den guten Zweck im Restaurant Verve
in Krefeld
Spitzenköche kochen beim „Verve Herzenssache –
HerzKinder Charitylunch" am 30. August 2026
für herzkranke Kinder +++ 50 Euro pro Ticket fließen direkt
an die Stiftung KinderHerz
Krefeld, im Mai 2026 – Die Verve in Krefeld setzt am Sonntag, den 30. August 2026 ein
starkes Zeichen: Beim „Verve Herzenssache – HerzKinder Charitylunch" vereint das
Spitzenrestaurant Köche aus der deutschen Sterne- und Spitzengastronomie mit herausragenden
Winzern für einen außergewöhnlichen kulinarischen Nachmittag.
Die Verve, Restaurant und exklusive Eventlocation mit hochkarätigem Catering in Krefeld präsentiert
im Walking-Lunch-Format zahlreiche Köche, die live an individuellen Kochstationen
ihre Signature-Gerichte zubereiten. Dazu werden ausgewählte Wein- und Getränkespezialitäten
gereicht. Bis zu 200 Gäste erleben Spitzenkulinarik hautnah, begegnen den Machern
hinter den Gerichten und leisten gleichzeitig einen direkten Beitrag für Kinder mit angeborenem
Herzfehler: 50 Euro pro verkauftes Ticket gehen unmittelbar an die Stiftung KinderHerz.
Stiftung KinderHerz: Gemeinsam für herzkranke Kinder
Die Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren bundesweit für Forschung, Versorgung und
Aufklärung rund um angeborene Herzfehler, eine der häufigsten angeborenen Erkrankungen
bei Kleinkindern in Deutschland. Ziel des HerzKinder Charitylunch im Verve ist es vor allem, die
Aufmerksamkeit für die Arbeit der Stiftung und die betroffenen Familien zu schaffen. Sylvia
Paul, Vorstand und Gründerin der Stiftung KinderHerz, ist persönlich vor Ort und wird darüber
informieren, was der Stiftung so am Herzen liegt. Tatkräftig unterstützt wird der Walking
Lunch zudem auch von Guido Fritz, Herausgeber des ChefHeads-Magazins, der mit seinem
Club der Küchenchefs die anwesenden Köche mit angesprochen hat.
Verve Herzenssache: Genuss mit allen Sinnen
Gastgeber Ingo Sperling und Küchenchef Philip Rümmele, beide mit langjähriger Erfahrung
in der Spitzen- und Sternegastronomie, machen mit diesem Format deutlich, dass Kulinarik
weit mehr kann als begeistern: „Wir sind überaus stolz, Teil dieses Projekts zu sein und
sind uns sicher, dass unsere Gäste sich dieses Event nicht entgehen lassen werden, denn die
Kinder stehen an diesem Tag im Mittelpunkt."
CHEFHEADS-MAGAZIN
Walking-Gourmet-Lunch: Schlemmen und Gutes tun!
Die Gäste erwartet am 30. August 2026 in der historisch-modernen Atmosphäre der Verve-
Eventlocation zahlreiche Koch- und Getränkestationen an denen sie entlang flanieren, genießen
und dabei gleichzeitig etwas Gutes tun können.
Für den Verve Charitylunch haben sich folgende Herzensköche bereits angekündigt, um diese
einzigartige Aktion zu unterstützen:
• Herbert Brockel & Tobias Schlimbach | Burgrestaurant Nideggen (1 MICHELIN Stern)
• Benedikt Faust | TV-Koch & Entertainer (ehem. 1 MICHELIN Stern)
• Christian Krüger | Faktorei21, Duisburg (ehem. 1 MICHELIN Stern)
• Philip Rümmele | Verve, Krefeld (ehem. 1 MICHELIN Stern)
• Philipp Ferber | The Duchy, Breidenbacher Hof, Düsseldorf
• Victoria Fonseka | Port Victoria, Neuss (bekannt aus TV-Format)
• Stefania Lettini | Lettinis - Botschafterin für die authentische italienische Küche
• Chef Tomo | Japanese Style, Düsseldorf
• Köstliche Foodpartner: Chefs Culinar und Rungis Express
Freuen Sie sich auf ein Walking-Gourmet-Lunch, das Sie mit den Signature-Gerichten unserer
Spitzenköche berührt, mit Aromen, die begeistern, und Momenten, die in Erinnerung bleiben.
Für das flüssige Wohl sorgen großartige Partner wie der Champagner Club u. a. mit seinen
Partnern Philippe Fourrier und Henri Abelé 1757 sowie die Weingüter Antinori, Dr.
Loosen, Gerard Bertrand, Pure Weine aus Krefeld und Wein Wolf sowie Staatlich Fachingen.
Verve – Kulinarik und Raum für besondere Momente
Mit moderner Küche, besonderer Architektur, vielseitigen Veranstaltungssälen und Krefelds
einziger Rooftopbar bietet die Verve die ideale Bühne für ein Charity-Event dieser Klasse.
Das Niederrhein-Gebiet bekommt damit einen kulinarischen Termin, der weit über die Region
hinaus Strahlkraft hat.
Eventdaten auf einen Blick
Location: Verve, Zur Feuerwache 5, 47805 Krefeld
Datum: Sonntag, 30. August 2026
Uhrzeit: 12:00 bis 16:00 Uhr
Gäste: bis 200 Personen
ANKÜNDIGUNG
Preis: 189,– EUR pro Person (davon 50,– EUR direkt an die Stiftung KinderHerz)
Tickets & Informationen: vor Ort in der Verve,
telefonisch unter 02151 / 93 60 800 oder per Mail an info@verve5.de
Weitere Informationen zum Event auf www.verve5.de, auf Instagram oder zum guten
Zweck über den Spendenempfänger auf www.stiftung-kinderherz.de.
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GUIDE MICHELIN | BELGIEN & LUXEMBURG
Credit: „KI-generiertes Bild – erstellt mit OpenAI GPT‐5“
2026 Ein Jahrgang mit klaren Signalen
Der Guide Michelin meldet für 2026 insgesamt 115 Restaurants mit einem Stern in Belgien
und Luxemburg, dazu 23 Zwei-Sterne-Adressen und weiterhin drei Restaurants mit drei Sternen,
die allesamt in Belgien zu finden sind.
.
Ein starkes Jahr für Zwei-Sterne-Häuser
Besonders auffällig ist die Aufwertung zweier belgischer Betriebe:
Cuines 33 und The Jane wurden mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und zählen damit
zu den wichtigsten Aufsteigern der diesjährigen Selektion.
.
Beide Häuser stehen stellvertretend für eine kraftvolle, moderne belgische Küche:
Cuines 33 überzeugt seit Jahren mit seinem Stil zwischen mediterranen, asiatischen und
lokalen Noten.
The Jane, längst ein ikonisches Restaurant in Antwerpen, zeigt erneut seine Konstanz und
Innovationsfreude.
Dass Belgien 2026 gleich zwei neue Zwei-Sterne-Betriebe vorweisen kann, stärkt seine Rolle
als eine der führenden kulinarischen Destinationen Europas.
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CHEFHEADS-MAGAZIN
NEWS
Die neuen Ein-Sterne-Restaurants & Luxemburg im Fokus
Zehn neue Ein-Sterne-Restaurants
Der Guide Michelin 2026 verzeichnet zehn neue Restaurants, die erstmals einen Stern erhalten
haben. Damit bleibt die Region ein attraktiver Nährboden für junge und progressive
Küchenchefs.
Besonders im belgischen Landesteil spiegelt sich eine lebendige Szene wider, die sich zunehmend
durch Nachhaltigkeit, radikale Produktorientierung und regionale Handschrift definiert.
Luxemburg: ein kleiner Markt mit großen Ambitionen
Während Luxemburg weiterhin eine deutlich kleinere Szene hat, sorgt ein Newcomer für besonderes
Aufsehen:
Le Lys in Luxemburg-Stadt erhält nicht einmal ein Jahr nach der Eröffnung seinen ersten
Stern – ein bemerkenswerter Erfolg für Küchenchef Kim de Dood, der bei der Verleihung
sichtlich bewegt war.
.
Luxemburg ist traditionell ein anspruchsvoller, aber eng begrenzter Markt. Neue Sterne sind
rar, umso mehr zeigt dieser Erfolg, dass neue Küchenkonzepte – präzise, leicht modernisiert,
weltoffen – auch dort Rückenwind erhalten.
Bib Gourmand 2026: Belgien stark, Luxemburg leer aus
Neben den Sternen liefert der Bib Gourmand auch in diesem Jahr wertvolle Hinweise auf
Trends im bezahlbaren Genusssegment. 2026 wurden sieben neue Restaurants in Belgien
ausgezeichnet – jedoch kein einziges neues in Luxemburg.
.
Belgische Vielfalt im Aufwind
Auffällig ist der verstärkte Einzug asiatischer Küchen in die Bib-Auswahl. Laut den Berichten
gehören 2026 erstmals mehrere asiatische Konzepte zur Auswahl – ein klares Zeichen dafür,
dass die belgische Gastronomie immer internationaler wird.
.
Auch das passt ins Gesamtbild:
Belgien zeigt sich als kulinarisches Labor, das Innovation und kulturelle Vielfalt stärker zulässt
als viele andere europäische Länder.
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GUIDE MICHELIN | BELGIEN & LUXEMBURG
Luxemburg: Strukturelle Herausforderung
im Mittelpreissegment
Dass Luxemburg erneut leer ausgeht, ist ein wiederkehrendes Muster. Die Gründe liegen nicht
im gastronomischen Anspruch des Landes, sondern vielmehr im Markt:
• kleines Angebot im Mittelpreissegment
• hohe Betriebskosten
• Fokus auf Fine Dining oder gehobene Brasserie-Kultur
Damit fällt Luxemburg bei den Bibs hinter Belgien zurück – bleibt aber im Premiumsegment
hoch relevant.
Trends, Einordnung und der Blick nach vorn
Stilistische Tendenzen 2026
Die diesjährige Selektion bestätigt mehrere Trends:
• Regionalität bleibt Leitthema, wird aber lockerer interpretiert: weniger Dogma, mehr Freiheit.
• Asiatischer Einfluss ist fester Bestandteil sowohl in Spitzenküchen als auch im Bib-Segment.
• Nachhaltigkeit rückt weiter in die praktische, nicht in die theoretische Dimension: ressourcenschonende
Menüs, lokale Produzenten, Nose-to-Tail-Inspirationen.
• Junge Küchenchefs erhalten zunehmend schneller Anerkennung – wie das Beispiel Le Lys
zeigt.
Belgien als kulinarisches Kraftzentrum
Belgien festigt 2026 seine Position als eine der führenden Food-Destinationen Europas.
Die Kombination aus etablierten Häusern, neuen Konzepthighlights und stilistischer Vielfalt
macht die Region extrem spannend für Gourmets.
Luxemburg zwischen Nische und Neudefinition
Trotz kleinerer Zahlen bleibt Luxemburg ein Ort außergewöhnlicher kulinarischer Qualität. Der
neue Stern für Le Lys zeigt, dass frische Ideen die Tür zum Guide weit öffnen können. Gleichzeitig
verdeutlicht der Ausfall im Bib-Segment die strukturellen Grenzen des Marktes – ein
Thema, das in der Branche zunehmend diskutiert wird.
CHEFHEADS-MAGAZIN
NEWS
Fazit
Der Guide Michelin 2026 für Belgien und Luxemburg demonstriert, dass die gastronomische
Dynamik der Region weiter zunimmt. Neue Sterne, starke belgische Aufsteiger im Zwei-Sterne-Bereich
und ein vielschichtiges Bib-Segment zeigen eine Szene im Aufbruch.
Für Belgien bedeutet 2026 ein weiteres Rekordjahr voller Vielfalt und Innovationskraft. Luxemburg
zeigt zwar weniger Breite, aber dafür eine bemerkenswerte Tiefe im Fine-Dining-
Bereich – und mit Le Lys ein starkes Signal für eine neue Generation luxemburgischer Küchenchefs.
Die Region bleibt damit einer der spannendsten gastronomischen Hotspots Europas
– und 2026 ein Jahr, das die kulinarische Karte erneut ein gutes Stück neu zeichnet.
Offizielle Zahlen 2026 (Belgien & Luxemburg)
764 Restaurants insgesamt
2 Restaurants mit 3 Sternen (unverändert)
22 Restaurants mit 2 Sternen (2 neue)
115 Restaurants mit 1 Stern (10 neue)
113 Bib Gourmand (7 neue)
Die NEUEN Sterne 2026
• Ein-Stern-Restaurants (10 neue)
Bloesem in Antwerpen
La Table – Lasne by Alain Bianchin in Lasne (Brussel)
Agnes in Dilbeek (Brussel)
Atelier Noun in Bertem (Leuven)
Komaf in Wommelgem (Antwerpen)
Moscou in Gent
Subtiel in De Panne
Vintage in Kontich (Antwerpen)
Restaurant EST in Leuven
Restaurant Le Lys in Luxemburg
• Zwei-Sterne-Restaurants (2 neue)
Cuines 33 – Knokke
The Jane – Antwerpen
Sonderpreise 2026
MICHELIN Young Chef Award
Abel Demeestere – EST, Heverlee
MICHELIN Sommelier Award
Nicolas Campus – Les Gribaumonts, Mons
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NAMPAN | BERLIN
MÂM COM GIA ĐÌNH
Vietnamesischer Familientisch im NAMPAN
Eine authentische Reise durch die Landesküche Vietnams
Text: Anke Sademann
Fotos: Anke Sademann / NAMPAN
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Anke Sademann
NEUES AUS DER HAUPTSTADT
Erst- und einmalig in Deutschland bietet das Restaurant NAMPAN in der Oranienburger
Straße mit dem „Vietnamesischen Familientisch” ein neuartiges Gastronomiekonzept an.
Die Idee dahinter ist, eine unverfälschte Form des vietnamesischen Essens nach Berlin
zu bringen. Nicht als Inszenierung, sondern als kulinarischen Alltag – konsequent authentisch.
Sie nennen es MÂM COM GIA ĐÌNH - das steht für die Vietnamesen für ein „Stück Heimat, ein
Gefühl von Zuhause“. Und diesen Hunger stillt man am besten über eine unverfälschte, authentische
Esskultur, die tief im Alltag der jeweiligen Gesellschaft verankert ist – und das gilt
für alle Länder dieser Welt. Diese Erkenntnis stellt das NAMPAN in Berlin-Mitte in den Mittelpunkt.
In Berlin gibt es mittlerweile hervorragende vietnamesische Restaurants wie Sand am
Meer. Weit mehr als 30.000 Menschen zählen zur Community. Da ergibt es durchaus Sinn sich
von einer europäisch adaptierten Aromaküche, Fusion oder Sushi zu distanzieren und mutig
neue Wege zu beschreiten.
Teilen, Kombinieren, Zusammensitzen
„Bei diesem Herzensprojekt geht es uns im NAMPAN nicht um einzelne Gerichte, sondern
um das, was zwischen ihnen passiert: das Teilen, das Kombinieren, das Zusammensitzen. Der
Name steht sinnbildlich für den vietnamesischen Esstisch, an dem verschiedene Speisen
gleichzeitig serviert und gemeinsam verzehrt werden“, erklärt Inhaber Trinh Đình Tuân. Er
stammt aus der Provinz Thái Bình in Vietnam und lebt seit 2005 in Deutschland. Seine gastronomische
Laufbahn begann er mit großer Leidenschaft für die vietnamesische Küche.
Nach mehreren Jahren Erfahrung eröffnete er 2017 sein erstes Restaurant unter dem Namen
„Pho Co“. Im Jahr 2020 folgte die Gründung von NAMPAN in Berlin, das er mit seiner Partnerin
Thi Lieu Tran betreibt. Zunächst als Klassiker mit Sushi (deswegen der Name VietNAM/
JaPAN). Seit diesem Frühjahr haben die beiden mit Hilfe der extra aus Vietnam gebuchten Küchenchefs
Nguyen The Quyen und Duc Dan Tong und Team ihr neues Konzept auf den Weg
gebracht. „Wir sind mit diesen Tischen aufgewachsen. Es ging nie darum, wer was bestellt,
sondern darum, dass alles in der Mitte steht und geteilt wird. Genau dieses Gefühl möchten
wir hier schaffen – und wir glauben, dass Berlin bereit ist, vietnamesische Küche auf diese Art
zu erleben“, so Trinh Đình Tuân.
Ein Indiz für den Erfolg ist laut Restaurantleiter Ta Luc Vo, dass die vietnamesische Community
bereits seit Beginn der ersten Testphase hier ein und aus geht, denn hier sind sie kulinarisch
zu Hause. Das spricht sich herum. Jetzt soll das Konzept in der bisher noch sehr touristischen,
aber mittlerweile wieder szenigeren Ecke Oranienburger Straße 66 umgesetzt werden.
Mâm com gia đình – das Familienessen
Im Zentrum steht das Mâm com gia đình, das Familienessen. Dabei kommen mehrere Gerichte
gleichzeitig auf den Tisch: Fleisch, Gemüse, eingelegte Beilagen und Reis. Nichts ist für
sich allein gedacht, alles ist Teil eines Ganzen. Das Menü wechselt regelmäßig und orientiert
sich daran, was in vietnamesischen Haushalten gekocht wird. Dabei greift die Küche bewusst
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NAMPAN | BERLIN
© Anke Sademann © Anke Sademann
Definition: MÂM COM GIA ĐÌNH
Mâm com gia đình ist ein kostbarer Schatz der vietnamesischen Kultur. Übersetzt bedeutet er „Ein
Stück Heimat – Ein Gefühl von Zuhause“ und steht für Liebe, Nähe und das tiefe Band zwischen den
Generationen. Am gemeinsamen Tisch wird nicht nur gegessen, sondern auch Erinnerungen geteilt,
Geschichten erzählt und Herzen verbunden. Für viele Vietnames:innen, die fern der Heimat leben, ist
Mâm com gia đình ein vertrauter Trost und ein Stück Zuhause in der Ferne. Denn egal, wo man lebt –
die Seele kehrt immer an den Familientisch zurück.
CHEFHEADS-MAGAZIN
© Anke Sademann © Anke Sademann
NEUES AUS DER HAUPTSTADT
auf unterschiedliche Regionen Vietnams zurück: die eher klare, zurückhaltende Aromatik des
Nordens, die kräftigeren, würzigeren Einflüsse Zentralvietnams und die offeneren, kräuterreichen
und leicht süßlichen Nuancen des Südens. Im NAMPAN kommen diese Unterschiede
auf einem Tisch zusammen.
Nhìn mâm com quê huong quá!
Dieses Verständnis von vietnamesischer Esskultur findet auch über Deutschland hinaus Aufmerksamkeit.
So berichtete die vietnamesische Tageszeitung Thanh Niên kürzlich über das
NAMPAN in Berlin. Sie hebt es als Beispiel für ein Restaurant hervor, das den Gedanken des
Mâm com gia đình authentisch und in dieser Form bisher einmalig im Ausland weiterführt. In
dem Beitrag kommen auch vietnamesische Gäste zu Wort. „Nhìn mâm com quê huong quá!“
– „Das sieht aus wie ein richtiges Essen aus der Heimat“, beschreibt eine Besucherin ihre Eindrücke.
Das Familienmenue in vier Akten - Woche Vier ist der Mix
Das Familienmenü wechselt wöchentlich. Jede Region Norden, Süden, Zentralvietnam bekommt
eine feste Woche, in der vierten Woche gibt es einen Mix aus allen Regionen. Die Beilagen
bleiben gleich, ebenso der geschmorte, extrem krustige Schweinebauch als Signature-
Gericht. In der vierten Woche vereint das Mix-Familienmenü die kulinarischen Besonderheiten
aus Nord-, Mittel- und Südvietnam – harmonisch zusammengestellt auf einem Tisch.
Jedes Gericht erzählt seine eigene Geschichte:
• die feine, ausgewogene Leichtigkeit aus dem Norden,
• die würzige und tiefgründige Note der Mitte,
• und die leicht süßliche, sanft scharfe Frische aus dem Süden.
Gerichte im Familienmenü:
• In allen vier Wochen dabei: THIT BA CHI RANG CHÁY CANH: „Bauchfleisch, scharf angebraten,
bis die Ränder knusprig/leicht angebräunt sind“
• Knusprig gebratener karamelisierter Schweinebauch – Signature-Spezialität bei NAMPAN
• Süß-sauer gebratene Schweinerippchen – typisch Nordvietnam, harmonisch zwischen süß
und sauer
• Flaschenkürbissuppe mit Garnelen – leicht und fein, ein Klassiker aus Zentralvietnam
• Kho Quet mit gekochtem Gemüse – kräftig und rustikal, ein echtes Highlight aus Südvietnam
oder CANH CUA Krabbensuppe
• Geröstete Erdnüsse & verschiedene eingelegte und leicht gegarte Gemüse wie ĐAU HŨ
SOT CÀ CHUA Tofu mit Tomatensoße oder RAU MUONG XÀO TOI Gebratener Wasserspinat
mit Knoblauch – sind ein fester Bestandteil der vietnamesischen Esskultur
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NAMPAN | BERLIN
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CHEFHEADS-MAGAZIN
NEUES AUS DER HAUPTSTADT
Die festen BEILAGEN / SIDE DISHES
• CÀ PHÁO MUOI - Eingelegte Viet-Auberginen
• DUA CAI MUOI - Eingelegter Senfkohl
• LAC RANG KIEU VET NAM - Geröstete Erdnüsse Vietnamesischer Stil
• NUOC MAM TOI OT - Fischsauce mit Knoblauch und Chili
• COM Reis in zwei Varianten klassisch und getrocknet und sanft geröstet
Typische Gerichte à la Carte
Das Familienmenü wird durch Gerichte ergänzt, die dieses Prinzip weiterführen. Dazu gehört
der vietnamesische Feuertopf (Lau), bei dem Brühe und Zutaten gemeinsam am Tisch gegart
werden. Gegrillte Austern bringen die Nähe zur Küste ins Spiel, während Bánh xèo, ein knuspriger
Reispfannkuchen, am Tisch geteilt wird. Auch die größeren Grillgerichte sind bewusst für
mehrere Personen ausgelegt.
Signature KHO QUET – Die Essenz der Einfachheit
aus Südvietnam
Würziger vietnamesischer Schmordip mit Fischsauce, Karamell
und Schweinebauch.
Kho quet ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Philosophie der vietnamesischen Küche: Aus
den schlichtesten Zutaten entstehen Aromen von bemerkenswerter Tiefe und emotionaler
Kraft. Ursprünglich stammt dieses Gericht aus dem Süden Vietnams – einer Region, die für
ihre Fruchtbarkeit ebenso bekannt ist wie für ihre bodenständige, herzliche Esskultur, in der
jede Mahlzeit ein Ausdruck von Gemeinschaft und Wärme ist.
Seinen Ursprung hat Kho quet in der sparsamen und zugleich kreativen Alltagsküche der
Menschen im Mekong-Delta. Aus übrig gebliebenem Schweinefett, kombiniert mit Fischsauce
und getrockneten Garnelen, entstand ein einfaches, aber intensives Gericht, das traditionell
mit gedünstetem Gemüse oder frisch gekochtem Reis serviert wurde. Aus dieser bescheidenen
Grundlage entwickelte sich im Laufe der Zeit eine kulinarische Spezialität mit regionalem
Charakter.
In seiner heutigen, verfeinerten Form ist Kho quet weit mehr als ein einfaches Alltagsgericht.
Es steht für Präzision, Sorgfalt und ein tiefes Verständnis für die Balance von Aromen.
Jede Zutat wird mit Bedacht ausgewählt: Der Schweinebauch muss das ideale Verhältnis von
Fleisch und Fett aufweisen, um sowohl Knusprigkeit als auch Geschmeidigkeit zu gewährleisten,
während die getrockneten Garnelen durch ihre natürliche Süße und Intensität das
Geschmacksprofil abrunden.
Der Kochprozess erfordert ein feines Gespür für Temperatur und Timing. Das Fett wird lang-
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NAMPAN | BERLIN
© Anke Sademann
© Anke Sademann
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NEUES AUS DER HAUPTSTADT
sam ausgelassen, das Fleisch behutsam karamellisiert, und die Mischung aus Fischsauce und
Zucker reduziert sich schrittweise zu einer glänzenden, viskosen Konsistenz. Jeder Schritt
verlangt Aufmerksamkeit und Erfahrung – kleinste Abweichungen können die Balance des
Gerichts verändern.
Heute findet Kho quet nicht nur seinen Platz am heimischen Esstisch in Südvietnam, sondern
auch in modernen gastronomischen Konzepten, wo es als repräsentatives Element vietnamesischer
Esskultur neu interpretiert wird. Seine vollendete Harmonie entfaltet sich besonders
in Kombination mit saisonalem, gedünstetem Gemüse – ein Zusammenspiel von intensiver
Würze und natürlicher Frische, das ein zugleich elegantes und authentisches Geschmackserlebnis
schafft.
Signature CÀ MUOI – Auberginen
Die Kunst der Fermentation in der vietnamesischen Küche
Cà muoi verkörpert die traditionelle Kunst der Fermentation, die seit Generationen ein fester
Bestandteil der vietnamesischen Küche ist. Hinter seiner schlichten Erscheinung verbirgt sich
eine bemerkenswerte Raffinesse – geprägt durch die sorgfältige Auswahl der Zutaten und
die präzise Kontrolle von Zeit und Prozess.
Ursprünglich entstand Cà muoi aus der Notwendigkeit heraus, Lebensmittel unter natürlichen
Bedingungen haltbar zu machen. Besonders in Nord- und Zentralvietnam entwickelte
sich diese Methode zu einer eigenständigen kulinarischen Tradition. Kleine vietnamesische
Auberginen werden durch Fermentation in ein Produkt verwandelt, das durch seine charakteristische
Kombination aus Frische, Säure und leichter Salzigkeit besticht.
Die Qualität des Endprodukts beginnt bei der Auswahl der Rohstoffe. Die Auberginen müssen
frisch, fest und gleichmäßig sein, um die gewünschte Textur zu gewährleisten. Die Salzlake
wird in einem präzisen Verhältnis hergestellt, um ein stabiles Fermentationsumfeld zu schaffen,
während Knoblauch und Chili gezielt eingesetzt werden, um dem Geschmacksprofil zusätzliche
Tiefe zu verleihen.
Die Fermentation selbst ist ein Prozess, der Geduld und Erfahrung erfordert. Temperatur, Zeit
und Hygiene spielen eine entscheidende Rolle für das Gelingen. Erst wenn diese Faktoren im
Einklang stehen, entsteht ein Produkt mit ausgewogener Farbe, knackiger Konsistenz und
einer feinen, harmonischen Säure.
In der modernen Gastronomie wird Cà muoi längst nicht mehr nur als einfache Beilage verstanden,
sondern als bewusst eingesetztes Element zur geschmacklichen Balance. In Kombination
mit kräftigen Schmorgerichten oder schlichtem Reis schafft es einen spannenden
Kontrast, der die einzelnen Komponenten eines Menüs harmonisch verbindet. Mehr als nur ein
Gericht ist Cà muoi Ausdruck einer kulturellen Identität – eine Verbindung von Tradition und
Technik, die in der heutigen Küche auf elegante Weise neu interpretiert wird.
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NAMPAN | BERLIN
© Nampam
CHEFHEADS-MAGAZIN
NEUES AUS DER HAUPTSTADT
NAMPAN Raumkonzept
Das Raumkonzept mit dem offenachsigen großen Raum, der offenen Küche und dem botanisch
ausgeschmückten Wintergarten unterstützt das Konzept hin zum Ursprung. Geschmack
und Ambiente sollen wie eine Reise quer durchs Land sein. Das NAMPAN wurde mit dem Konzeptlaunch
komplett saniert und adaptiert. Alles wurde bis ins Detail designt und umgesetzt.
Man soll sich mit den gedämpften Farben und sinnlichen Eindrücken wie in einer Straße und
einem stilisierten Innenhofgarten wie mitten im Streetlife von Vietnam fühlen. Die Atmosphäre
ist cosy mit Blick in die offene Küche und einem fancy beleuchteten Altar. Vom sanft
lächelnden Buddha und einer Kollektion an glücksbringenden Winke-Katzen: alles ist vertreten.
Der Weg zum „stillen Ort“ ist wie ein Zug gestaltet und gibt den Blick auf vietnamesische
Landschaften frei. NAMPAN ist ein Ort, an dem man sitzen bleibt, sich Zeit nimmt und dabei
geschmacklich durch alle Regionen Vietnams reist.
Adresse & Öffnungszeiten
NAMPAN - Oranienburger Straße 66, 10117 Berlin
Täglich 11:30 – 23:00 Uhr
Telefon: 030 280 472 00
Instagram: @nampan_berlin
Web: nampan-restaurant.de
PREISE COM NHÀ
Familien-Menü für 2 - Family Menu for 2: 45,00 €
Jede weitere Person + 20 € - Each additional guest + 20 €
Zusätzliches Hauptgericht: 10 € / Portion - Extra main dish: 10 € per portion
Zusätzliche Beilage: 3 € / Portion - Extra side dish: 3 € per Portion
© Anke Sademann
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MATTHIAS DIETHER
Matthias Diether
Der Architekt der Präzision
im Restaurant 180 Degrees in Tallin
Text: Guido Fritz
Credits © lauri laan
CHEFHEADS-MAGAZIN
TITELSTORY
Es gibt Köche, die suchen den richtigen Ort für ihre Karriere. Und es gibt jene, die sich ihren
Ort selbst schaffen. Matthias Diether gehört zur zweiten Kategorie. Dass Tallinn heute
auf der kulinarischen Weltkarte eine Rolle spielt, ist nicht allein das Ergebnis eines Trends
– es ist das Resultat einer klaren Entscheidung. Diether hat sich bewusst für einen Standort
außerhalb der klassischen Gourmetzentren entschieden. Und dort etwas aufgebaut, das Bestand
hat.
Klassische Schule, kompromisslos verinnerlicht
Der Grundstein für diesen Weg wurde früh gelegt – in der klassischen französischen Küche, in
der Disziplin nicht verhandelbar ist. Nach seiner Ausbildung führte ihn sein Weg 1996 zu Lothar
Eiermann ins Zwei-Sterne-Restaurant im Wald- & Schlosshotel Friedrichsruhe. Es folgte
1998 das Ristorante da Gianni in Berlin – eine erste Erweiterung seines kulinarischen Blicks.
Im Jahre 2000 arbeitete Diether in der Schwarzwaldstube unter Harald Wohlfahrt – einer
der prägendsten Adressen der deutschen Haute Cuisine. Ein Jahr später wechselte
er zu Dieter Müller ins Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach. Diese Stationen sind
mehr als Namen. Sie stehen für eine Schule, die bis heute in seiner Küche sichtbar ist:
• absolute Produktorientierung
• präzise Saucenarbeit
• klare Hierarchien und Prozesse
2003 folgte der nächste Schritt: Souschef im Restaurant Aqua unter Sven Elverfeld in Wolfsburg.
Hier beginnt die Phase, in der Diether nicht nur Technik perfektioniert, sondern Verantwortung
übernimmt.
Der Schritt in die Eigenverantwortung
Seit 2005 steht Diether selbst an der Spitze von Küchen – zunächst international. Im „La
Baie“ im The Ritz-Carlton Dubai, später in Abu Dhabi und in Schottland, erweitert er seinen
Horizont. Unterschiedliche Märkte, unterschiedliche Gäste, unterschiedliche Erwartungen
– und die Notwendigkeit, ein System zu entwickeln, das überall funktioniert.
Diese Jahre prägen seinen Stil nachhaltig: international gedacht, aber technisch klar verankert.
2008 kehrt er nach Deutschland zurück und übernimmt das Töpferhaus in Alt Duvenstedt.
Berlin – Sichtbarkeit und Stern
Mit dem Wechsel 2010 ins First Floor erreicht seine Karriere eine neue Phase. Als Küchenchef
führt er das Restaurant zu einem Michelin-Stern und etabliert es als feste
Größe in der Hauptstadt. Hier wird seine Handschrift erstmals klar sichtbar: eine Verbindung
aus klassischer Technik und moderner Reduktion, aus Struktur und Klarheit.
Die Schließung des Restaurants Ende 2015 markiert keinen Bruch, sondern einen Übergang.
47
MATTHIAS DIETHER
Credits © Lauri Laan
CHEFHEADS-MAGAZIN
TITELSTORY
Tallinn – Konzentration auf das Wesentliche
Seit 2016 arbeitet Diether in Tallinn – und verdichtet hier alles, was seine Laufbahn geprägt
hat. Im 180 Degrees entsteht eine Küche, die sich konsequent auf das Wesentliche konzentriert:
Produkt, Technik, Balance. Mit der Einführung des Guide Michelin in Estland 2022 erhält
das Restaurant auf Anhieb einen Stern – ein historischer Moment für das Land. 2023 folgt
der zweite Stern. Damit ist Diether der erste Zwei-Sterne-Koch im Baltikum – und endgültig
eine Referenz über die Region hinaus.
Stil und Haltung
Was Matthias Diether heute auszeichnet, ist weniger eine spektakuläre Inszenierung als
eine klare Haltung.
Seine Küche ist:
• reduziert, aber nicht minimalistisch im Sinne von Verzicht
• technisch präzise, ohne kühl zu wirken
• international geprägt, ohne beliebig zu sein
Im Zentrum steht immer die Frage:
Was braucht ein Gericht wirklich – und was kann weg?
Führung und Verantwortung
Diether ist nicht nur Koch, sondern auch Architekt eines Systems. In Tallinn hat er ein internationales
Team aufgebaut, Strukturen geschaffen und Standards etabliert, die in dieser Form
im Baltikum lange nicht selbstverständlich waren.
Sein Ansatz ist klar:
Präzision ist nicht verhandelbar. Entwicklung schon.
Schlussbild
Am Ende bleibt kein großes Narrativ, keine Inszenierung seiner Person.
Matthias Diether definiert sich über das Ergebnis. Über den Teller. Über den Moment, in dem
alles stimmt.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sein Einfluss so weit reicht:
Weil er nicht versucht, sichtbar zu sein – sondern relevant.
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MATTHIAS DIETHER
CHOCOLATE - CHERRY - CREAM
Credits © Lauri Laan
CHEFHEADS-MAGAZIN
RHUBARB - BURNT CELERY - BUTTERMILK
Credits © Lauri Laan
TITELSTORY
KYUSHU WAGYU - WHITE ASPARAGUS - CAFÉ DE PARIS
Credits © Lauri Laan
DUO OF RABBIT - CELTUCE - SAINTE MAURE
Credits © Lauri Laan
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MATTHIAS DIETHER
180 Degrees Team
Credits © Anna-Liisa Piiroja
CHEFHEADS-MAGAZIN
180° BANANA
Credits © Lauri Laan
TITELSTORY
180 Degrees
Bühne für Präzision – und ein Restaurant,
das Geschichte geschrieben hat
Das 180 Degrees ist mehr als ein Fine-Dining-Restaurant. Es ist ein Ort, an dem sich eine
Idee materialisiert hat: internationale Spitzenküche bewusst außerhalb der klassischen Zentren
zu etablieren – und dabei neue Maßstäbe zu setzen.
Im ehemaligen Industrieareal des Noblessner-Hafens, direkt am Meer gelegen, steht das
Restaurant sinnbildlich für Wandel. Wo einst U-Boote gebaut wurden, ist heute eine der
präzisesten Küchen Nordeuropas zuhause.
Ein Restaurant, das ein Land verändert hat
Als der Guide Michelin 2022 erstmals nach Estland kam, wurde das 180 Degrees sofort ausgezeichnet
– ein historischer Moment. Zum ersten Mal erhielt ein Restaurant im Land einen
Michelin-Stern. Nur ein Jahr später folgte der nächste Schritt: zwei Sterne. Damit wurde das
Restaurant nicht nur zur nationalen Referenz, sondern zum ersten Zwei-Sterne-Haus im
gesamten Baltikum.
Die Wirkung war unmittelbar spürbar. Nach der ersten Auszeichnung war das Restaurant
praktisch über Nacht ausgebucht – internationale Gäste, neue Aufmerksamkeit, ein spürbarer
Schub für die gesamte Szene.
Das 180 Degrees hat damit nicht nur sich selbst etabliert, sondern Estland auf die kulinarische
Landkarte gebracht.
Architektur und Konzept: Küche als Bühne
Im Zentrum steht die offene Küche – nicht als Gimmick, sondern als Grundprinzip. Die Gäste
sitzen in einem Halbkreis um das Geschehen, jede Bewegung ist sichtbar. Dieses Setup ist
kein Zufall. Es zwingt zu absoluter Präzision. Fehler lassen sich hier nicht verstecken – und
genau das macht den Reiz aus. Der Abend folgt einer klaren Dramaturgie: Empfang, Übergang,
Menü. Ein Ablauf, der weniger an klassische Restaurantbesuche erinnert als an eine
Inszenierung.
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MATTHIAS DIETHER
GOOSE LIVER GATEAU - CHERRY - WOODRUFF
CHEFHEADS-MAGAZIN
Credits © Lauri Laan
TITELSTORY
PIGEON - TARRAGON - CAULIFLOWER
Credits © Lauri Laan
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MATTHIAS DIETHER
HAND DIVED SCALLOP - KOHLRABI - SWEETBREAD
CHEFHEADS-MAGAZIN
Credits © Lauri Laan
TITELSTORY
ATLANTIC MONKFISH - VIOLET MUSTARD - PERIGORD TRUFFLE
Credits © Lauri Laan
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MATTHIAS DIETHER
Gäste, die an einzelnen Tischen sitzen, können den Blick auf das Meer genießen.
Entdecken Sie das Erlebnis am Chef‘s Table, das Ihnen einen ganz nahen
Einblick in die 180°-Küche bietet, wo Sie das Spektakel des „Gesamten Menüs
von Matthias Diether“ genießen können. Verfügbar für bis zu zehn Gäste.
Zur Ergänzung des Menüs bietet Ihnen unser Sommelier eine Weinbegleitung und eine Premium-Weinbegleitung
an.
Mehr erfahren >>
CHEFHEADS-MAGAZIN
Stilistik: Klassik, verdichtet
Der Guide Michelin beschreibt die Küche als „ambitioniert“ und visuell präzise, geprägt von
klaren Kontrasten in Geschmack und Textur.
Was das konkret bedeutet, zeigt sich auf dem Teller:
• klassische französische Basis
• moderne Techniken, gezielt eingesetzt
• intensive, klar geführte Aromen
• Kontraste als strukturelles Element
Gerichte wie Makrele mit Kräutern und Quitte oder Wolfsbarsch mit Bohnen und Chorizo verbinden
klassische Produktarbeit mit internationaler Perspektive.
Gleichzeitig bleibt die Philosophie klar formuliert: Das Produkt steht im Mittelpunkt, alles
andere ist untergeordnet.
Team und Kultur
Ein oft unterschätzter Faktor ist das Team hinter dem Konzept. Das 180 Degrees arbeitet
mit einer internationalen Brigade – bewusst zusammengestellt, bewusst geführt. Englisch ist
Küchensprache, Herkunft zweitrangig. Für Matthias Diether ist das Restaurant nicht nur ein
Arbeitsplatz, sondern ein Entwicklungsraum. Junge Köche sollen hier nicht nur funktionieren,
sondern wachsen. Diese Haltung prägt auch den Stil: strukturiert, fordernd, aber langfristig
gedacht.
Mehr als ein Restaurant
Das 180 Degrees ist kein klassischer Gourmettempel. Es ist ein Ort, an dem sich mehrere
Ebenen überlagern:
• kulinarische Präzision auf höchstem Niveau
• ein klar durchdachtes Erlebniskonzept
• ein Beitrag zur Entwicklung einer ganzen Region
Aktuelles Menü
TITELSTORY
Oder anders gesagt:
Hier wird nicht nur gekocht. Hier wird ein Standort definiert.
Credits © Lauri Laan
Credits © Lauri Laan
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MATTHIAS DIETHER
Credits © Lauri Laan
CHEFHEADS-MAGAZIN
KÖCHE-INTERVIEW
Interview
Guido Fritz im Gespräch mit Matthias Diether – Restaurant 180 Degrees
Manche Gespräche entstehen nicht einfach aus einem Interviewtermin, sondern aus einem
Moment, der zeigt, dass sich in der Spitzengastronomie etwas verändert. Das Restaurant
180 Degrees in Tallinn ist genau so ein Ort. Es steht für eine Küche, die sich bewusst von
klassischen Mustern löst und gleichzeitig höchste Präzision und Produktfokus lebt.
In einer Stadt, die kulinarisch zunehmend international wahrgenommen wird, prägt Matthias
Diether diesen Wandel maßgeblich mit.
Matthias Diether ist kein Koch, der Trends hinterherläuft. Seine Handschrift ist klar, reduziert
und geprägt von einem tiefen Verständnis für Produkt, Textur und Balance. Wer seine Küche
erlebt, merkt schnell, dass hier nicht Effekte im Vordergrund stehen, sondern eine konsequente
Idee von Geschmack und Struktur. Seine Erfahrung aus international renommierten
Häusern verbindet sich dabei mit einer eigenständigen Perspektive, die das Restaurant 180
Degrees zu einer der spannendsten Adressen Nordeuropas macht.
Was mich an Matthias Diether interessiert, ist genau dieser Punkt zwischen internationaler
Prägung und persönlicher Handschrift. Wie entwickelt man eine Küche fernab der klassischen
Gourmet-Metropolen und setzt dennoch Maßstäbe? Welche Freiheit bietet ein Standort
wie Tallinn – und welche Herausforderungen bringt er mit sich? Und wie definiert man
heute Fine Dining, wenn man bewusst auf Klarheit statt Inszenierung setzt?
Dieses Gespräch ist deshalb kein Blick auf Stationen oder Auszeichnungen, sondern ein
Austausch über Haltung, Präzision und die Frage, wie moderne Spitzenküche heute gedacht
wird – reduziert, fokussiert und kompromisslos auf Geschmack ausgerichtet.
„Die Basis ist und bleibt das Handwerk.“
ChefHeads: Beginnen wir mit der ersten Frage: Welche Technik aus deiner klassischen Ausbildung
begleitet dich bis heute, ohne dass du sie je hinterfragt hast?
Matthias Diether: Was ich nie hinterfragt habe – und worauf ich wirklich stolz bin –, ist die
klassische Technik, fachgerecht Fonds anzusetzen. Das habe ich von den alten Meistern
gelernt, und das ist bis heute die Grundlage allen Kochens. Fonds und Soßen sind die Basis
guter Küche. Wenn du solide Fonds hast, kannst du fast alles aufbauen. Eine gute Soße zu
kochen ist immer ein Ergebnis dieser Basis.
Was ich heute oft sehe, ist leider ein Verlust dieses Wissens. Gerade bei der nachkommenden
Generation, was in den Berufsschulen vermittelt wird – da hapert es oft schon am
Grundverständnis. Als ich nach Tallinn kam, war das für mich eine große Umstellung: Hier
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MATTHIAS DIETHER
gibt es keine klassische Lehre wie in Deutschland. Die Ausbildung läuft in privaten Schulen
ab, meist zwei oder drei Jahre, und das Niveau ist oft sehr unterschiedlich. Da fehlt es einfach
an handwerklichem Fundament.
„Kochen kann man nicht neu erfinden – es wird immer noch mit Wasser gekocht.“
ChefHeads: Gab es einen Moment, in dem du dich bewusst von der klassischen französischen
Schule gelöst hast?
Matthias Diether: Nein, nie. Die Basis, wie ich Gerichte aufbaue und ansetze, stammt noch
immer daraus. Natürlich haben sich über die Jahre Techniken verändert, die Herangehensweise
auch. Moderne Hilfsmittel von Firmen wie Sosa sind hilfreich, und man sollte zeitgemäß
bleiben. Aber Kochen an sich lässt sich nicht neu erfinden – am Ende wird immer noch mit
Wasser gekocht. Für mich war das nie eine Frage des Abkehrens, sondern der Weiterentwicklung
auf Basis des Gelernten.
CHEFHEADS-MAGAZIN
„Luxus auf dem Teller ist Respekt vor dem Produkt.“
ChefHeads: Wie definierst du Luxus auf dem Teller?
Matthias Diether: Luxus muss kein Kaviar sein. Für mich ist Luxus, wenn du ein Produkt respektierst,
mit Liebe und Leidenschaft kochst und deine Emotionen mit einfließen lässt. Natürlich
spielt auch die Komposition der Gerichte eine Rolle, aber ich finde, Luxus hängt nicht
vom Preis ab. Jedes Produkt kann zum Luxusprodukt werden, wenn man es richtig behandelt.
Ein geschmortes Schweinegericht kann genauso edel sein wie ein Rinderfilet. Früher galt
das Mittelstück vom Filet als das Maß aller Dinge – diese Zeiten sind vorbei. Ich bin jetzt seit
über neun Jahren selbstständig und muss natürlich auch wirtschaftlich denken. Ich kann mir
heute nicht mehr die teuersten Stücke leisten, also setze ich auf Kreativität und Umdenken.
Daraus entstehen oft die spannendsten Gerichte.
„Ein Gericht ist fertig, wenn alles in Balance ist.“
ChefHeads: Woran merkst du, dass ein Gericht wirklich fertig ist? Gibt es einen klaren
Punkt?
Matthias Diether: Wenn ich eine neue Karte schreibe, dauert der ganze Prozess rund zwei
Monate. Ich arbeite in sechs Etappen. Zuerst stelle ich alle Ideen zusammen, dann bespreche
ich mich mit den Lieferanten – die meisten Produkte kommen aus Deutschland, weil Estland
nicht die gleichen landwirtschaftlichen Strukturen hat. Ich plane langfristig, weil ich meine
Menüs aufwendig drucken lasse und ständig verfügbare Ware brauche.
Dann geht es in die Teamarbeit: Wir treffen uns am Flipchart und besprechen jedes Gericht
im Detail – Textur, Salzigkeit, Süße, Raucharomen, Balance. Danach folgen die Vorbereitung,
ein Meeting mit dem Service, dann mit dem Sommelier und dem Barmann – wir haben auch
KÖCHE-INTERVIEW
aufwendig abgestimmte Cocktails zum Menü.
Beim Tasting sehe ich sofort, ob das Gericht funktioniert. Ich habe es beim Schreiben bereits
gedanklich geschmeckt. Am Ende geht es nur noch um Feinheiten: Portionsgrößen, Balance,
Konsistenz. Nach zwei Tagen Feinarbeit steht das Gericht – dann ist es fertig.
ChefHeads: Und wie lange bleibt es dann auf der Karte?
Matthias Diether: Drei Monate.
„Säure ist für mich elementar.“
ChefHeads: Welche Rolle spielt Säure in deiner Küche?
Matthias Diether: Eine große. Ich bin ein Fan von Fruchtaromen. Ich arbeite viel mit Früchten,
weil sie natürliche Säure mitbringen, die dem Gericht Lebendigkeit verleiht. Säure ist für
mich essenziell – sie muss harmonisch und perfekt ausbalanciert sein.
„Erinnerung, Idee, Produkt – alles spielt eine Rolle.“
ChefHeads: Entstehen deine Gerichte eher aus dem Produkt heraus oder aus einer Erinnerung?
Matthias Diether: Aus allem ein bisschen. Das aktuelle Menü etwa basiert auf Kindheitserinnerungen
– Gerichte, die ich von meiner Oma oder Mutter kenne, aber modern interpretiert.
Die Techniken von heute mit Erinnerungen von damals zu verbinden, finde ich spannend.
Natürlich spielen Produkte eine wichtige Rolle. Ich will, dass meine Jungs jedes Produkt über
Monate hinweg verarbeiten, um es wirklich zu verstehen. Nach zweimal Filetieren kennt man
keinen Zander – das braucht Wiederholung. Wie ein Ronaldo, der im Training fünfzigmal aufs
Tor schießt. Unser Beruf lebt von Praxis, nicht von Theorie.
„Ich mische Kulturen und Küchen.“
ChefHeads: In Tallinn hast du ja eher eine nordisch geprägte Küche, oder?
Matthias Diether: Ein bisschen, ja. Die estnische Küche ist historisch stark beeinflusst –
von Schweden, Finnen, Deutschen, Russen. Eine rein nationale Kochtradition gibt es kaum.
Das Produktangebot ist ähnlich wie in Deutschland, aber Fermentation ist hier ein großes
Thema.
Ich lasse alles einfließen: nordische, asiatische, indische, deutsche Einflüsse. Ich mag Vielfalt
– zwölf nordische Gänge hintereinander wären mir zu langweilig. Ich will bei einem Menü
Spannung und Kontraste. Diese Mischung verdanke ich auch meinen Wanderjahren, in denen
ich viele Küchenstile kennengelernt habe.
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MATTHIAS DIETHER
180° BANANA
Credits © Lauri Laan
CHEFHEADS-MAGAZIN
KÖCHE-INTERVIEW
„Sechs Schritte bis zum fertigen Gericht.“
ChefHeads: Wie viele Entwicklungsschritte braucht ein Gericht, bis es auf der Karte steht?
Matthias Diether: Es sind sechs. Erst das Ausarbeiten, dann der Kontakt mit Lieferanten,
das Küchen-Meeting, die Vorbereitung, das Meeting mit Service und Sommelier, und schließlich
das Tasting mit anschließender Feinanpassung. Danach geht es online.
„Das Schwierigste ist Teamarbeit und Management.“
ChefHeads: Welche Komponente eines Gerichts ist am anfälligsten für Fehler?
Matthias Diether: Technisch gesehen würde man sagen Fisch – aber für mich ist das Routine.
Die größte Herausforderung ist Teamarbeit. Es geht darum, Wissen weiterzugeben,
Training zu machen, ständig zu kontrollieren. Wenn das Menü einmal fertig erklärt ist, fängt
der Prozess am nächsten Tag wieder von vorne an. Nur so bleibt die Qualität konstant.
„Ich fermentiere gezielt – nicht aus Prinzip.“
ChefHeads: Gibt es eine Technik, die du aktuell hinterfragst oder neu denkst?
Matthias Diether: Ich fermentiere gezielt ein oder zwei Produkte im Menü. Ich wiederhole
keine Techniken mehrfach. Ich hinterfrage weniger alte Methoden wie Schmoren oder das
Marinieren von Gänseleber – die sprechen für sich. Frittieren ist nicht so meins – aber das ist
Geschmackssache.
„Ein guter Koch kann überall kochen.“
ChefHeads: Was kannst du in Tallinn umsetzen, was in klassischen Gourmet-Metropolen
schwieriger wäre?
Matthias Diether: Eigentlich kein Unterschied. Ein guter Koch kann überall kochen, solange
Strom und Herd da sind. Man muss sich organisieren und an die Gegebenheiten anpassen.
Ich bekomme hier alles, was ich brauche – europäisch gesehen ist das kein Problem.
ChefHeads: Sind die Esten offen für Neues?
Matthias Diether: Sehr. Sie sind neugierig und probierfreudig. Nur die wirtschaftliche Lage
ist schwierig – die Durchschnittslöhne liegen bei 1300 bis 1400 Euro. Wenn ein Paar dann
700 bis 800 Euro fürs Essen bezahlt, ist das viel. Durch die wirtschaftliche Lage und den
Krieg in der Ukraine ist der Tourismus aktuell schwächer.
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MATTHIAS DIETHER
„Regional ist schön – wenn man’s kann.“
ChefHeads: Inwiefern beeinflusst der Standort Tallin deine Produktauswahl?
Matthias Diether: Gar nicht. Ich kaufe international ein. Das Thema „regional und saisonal“
– ja, schön und gut, wenn es funktioniert. Aber hier ist das schwierig. Ich habe es anfangs
versucht, doch die Bauern konnten die Qualität oder Menge nicht konstant liefern. Ein Lieferstopp
oder gefrorene Ware – das geht in meinem Konzept nicht. Also arbeite ich mit verlässlichen
Produzenten im Ausland.
„Charakter zählt mehr als Lebenslauf.“
ChefHeads: Was erwartest du heute von deinem Sous-Chef – fachlich und menschlich?
Matthias Diether: Früher habe ich auf Lebensläufe geachtet. Heute nicht mehr. Man weiß
nie, was jemand wirklich gemacht hat. Mir sind Charakter und Loyalität wichtiger. Ich brauche
Leute, die verlässlich sind, die Verantwortung übernehmen.
Ein schlechter Charakter kann ein Team zerstören. Ein guter Sous-Chef muss loyal sein, ehrlich
und diszipliniert, mit Führungsqualität. Ich habe das Glück, mit großen Chefs wie Sven
Elverfeld, Harald Wohlfahrt oder Hans Stefan Steinheuer gearbeitet zu haben – alle ruhig,
fein, menschlich. Diese Ruhe gebe ich an mein Team weiter. Sie bringt Gelassenheit und
Sicherheit in die Küche. So soll mein Sous-Chef auch sein.
„Kreativität braucht Vertrauen.“
ChefHeads: Wie schaffst du es, Präzision einzufordern und gleichzeitig Kreativität zuzulassen?
Matthias Diether: Indem ich mein Team einbeziehe. Wir machen Menügespräche gemeinsam
– sieben Köpfe sind klüger als einer. Jeder darf Ideen einbringen, solange sie ins Konzept
passen. Natürlich braucht es Disziplin und Hierarchie, aber auch Vertrauen und Wertschätzung.
Jeder im Team muss spüren, dass er wichtig ist.
ChefHeads: Wie groß ist dein Team?
„Kochen mit Leben.“
Matthias Diether: Insgesamt 18 Personen. Wir haben vier Tage geöffnet – Mittwoch bis
Samstag –, kochen für durchschnittlich 28 Gäste und bieten ein sechsgängiges Menü.
ChefHeads: Und wenn du deine Küche einem Kollegen in einem Satz beschreiben müsstest?
CHEFHEADS-MAGAZIN
KÖCHE-INTERVIEW
Matthias Diether: Kochen mit Leben.
Mit Respekt vor dem Produkt. Wenn ich sehe, dass eine Lieferung ankommt und der Spargel
steht zehn Minuten ungekühlt herum, werde ich sauer. Meine Leute müssen das Produkt
schätzen und respektieren – das ist der Kern von allem.
ChefHeads: Lieber Matthias, vielen Dank für das Gespräch.
„Kochen mit Leben“ – das beschreibt Matthias Diethers Philosophie auf den Punkt.
Leidenschaft, Disziplin, Respekt und Handwerk – getragen von Erfahrung und Neugier.
Restaurant 180 Degrees
Credits © Lauri Laan
Staapli 4
Port Noblessner
Tallinn, Estonia
Tel.: +372 661 0180
Mail: info@180degrees.ee
Web: https://www.180degrees.ee/
ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch bis Samstag
ab 18:00 bis 23:00 Uhr
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Jozef Youssef
– Der Regisseur der Sinne -
Kitchen Theory
Text: Guido Fritz
CHEFHEADS-MAGAZIN
credits © kitchen theory
TRAVEL & KULINARIK
Wer über die Zukunft der Gastronomie spricht, kommt an Jozef Youssef kaum vorbei.
Der in London arbeitende Küchenchef ist kein klassischer Vertreter der Haute Cuisine
– vielmehr bewegt er sich an der Schnittstelle von Kulinarik, Wissenschaft und Experience
Design. Mit Kitchen Theory hat er ein Konzept geschaffen, das die Rolle des Kochs neu
definiert: nicht nur als Produzent von Gerichten, sondern als Gestalter von Wahrnehmung.
Vom Koch zum Konzeptentwickler
Youssefs Karriere begann durchaus klassisch – in professionellen Küchen, geprägt von Technik,
Produktfokus und handwerklicher Präzision. Doch früh wurde ihm klar, dass Geschmack
allein nicht erklärt, warum ein Gericht begeistert oder enttäuscht. Diese Erkenntnis markiert
einen Wendepunkt: Youssef begann, sich intensiv mit Psychologie, Neurowissenschaften und
sensorischer Forschung auseinanderzusetzen.
Sein Interesse verlagerte sich von der Frage „Wie koche ich ein perfektes Gericht?“ hin zu
„Wie entsteht Genuss im Kopf?“.
Gastronomie trifft Wissenschaft
Die Arbeit von Youssef ist eng mit dem Forschungsfeld der Gastrophysik verknüpft – also
der wissenschaftlichen Untersuchung von Geschmack und Wahrnehmung. In Zusammenarbeit
mit Wissenschaftlern und Institutionen entwickelte er Methoden, um gezielt mit
Sinneseindrücken zu arbeiten.
Bei Kitchen Theory wird dieser Ansatz konsequent umgesetzt: Ein Gericht ist nie isoliert zu
betrachten, sondern Teil eines komplexen Systems aus visuellen Reizen, Klang, Temperatur,
Textur und Erwartung. Der Teller wird zur Bühne, der Raum zur Inszenierung.
Youssef agiert dabei wie ein Regisseur – er komponiert nicht nur Aromen, sondern orchestriert
Eindrücke.
Die Inszenierung als Erweiterung der Küche
Im Zentrum seiner Arbeit steht die Überzeugung, dass Geschmack formbar ist. Farben können
Süße verstärken, Klänge die Wahrnehmung von Frische beeinflussen, Licht die Intensität
von Aromen verändern.
Diese Erkenntnisse nutzt Youssef nicht als Spielerei, sondern als präzises Werkzeug. Ziel ist
es, das kulinarische Erlebnis zu intensivieren – nicht zu überdecken.
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Die Technik bleibt Mittel zum Zweck, die Küche das Fundament. Gerade darin liegt die Besonderheit
seines Ansatzes: Trotz aller Inszenierung bleibt die handwerkliche Qualität der
Gerichte zentral. Innovation ersetzt nicht das Produkt, sondern erweitert dessen Wirkung.
Vision über den Teller hinaus
Youssefs Arbeit erschöpft sich nicht im Fine Dining. Seine Vision ist weiter gefasst:
Er versteht Gastronomie als Hebel für gesellschaftliche Veränderung. Wenn
Wahrnehmung gezielt beeinflusst werden kann, lassen sich auch Essgewohnheiten
verändern – etwa hin zu nachhaltigeren oder gesünderen Entscheidungen.
Damit positioniert er sich in einer neuen Generation von Köchen, die Verantwortung
nicht nur auf dem Teller sehen, sondern im gesamten Ernährungssystem.
Ein neuer Typus Küchenchef
Jozef Youssef steht exemplarisch für einen Paradigmenwechsel:
Der Koch der Zukunft ist nicht nur Handwerker, sondern auch Forscher, Designer und Erzähler.
Mit Kitchen Theory hat er ein Format geschaffen, das weniger Restaurant als vielmehr
Denkraum ist – für Gäste ebenso wie für die Branche. Seine Arbeit zeigt, dass Gastronomie
längst mehr sein kann als Genuss: nämlich Erkenntnis, Emotion und Experiment zugleich.
Ein Küchenchef, der nicht nur Geschmack kreiert –
sondern Wahrnehmung gestaltet.
Interview
Guido Fritz im Gespräch mit Jozef Youssef – Kitchen Theory, London
Manche Gespräche beginnen mit der Frage nach Geschmack – und führen sehr schnell
zu einer viel grundsätzlicheren Auseinandersetzung darüber, wie wir Essen überhaupt
wahrnehmen. Jozef Youssef steht genau für diesen Perspektivwechsel. Mit Kitchen
Theory hat er einen Ort geschaffen, der sich bewusst von klassischen Restaurantkonzepten
entfernt und stattdessen Essen als multisensorisches Erlebnis denkt.
In London, einer der dynamischsten Food-Metropolen der Welt, verfolgt Youssef einen Ansatz,
CHEFHEADS-MAGAZIN
TRAVEL & KULINARIK
der Wissenschaft, Design und Kulinarik miteinander verbindet. Seine Arbeit bewegt sich an der
Schnittstelle von Gastrophysik, Wahrnehmungsforschung und kreativer Küche – mit dem Ziel,
nicht nur Gerichte zu servieren, sondern Erlebnisse zu gestalten, die alle Sinne einbeziehen.
Was dabei entsteht, ist keine Inszenierung um der Inszenierung willen, sondern eine präzise
entwickelte Dramaturgie aus Geschmack, Textur, Klang, Duft und visuellen Impulsen.
Das klassische Verständnis von Fine Dining wird dabei bewusst erweitert: Der Teller ist
nicht mehr alleiniger Mittelpunkt, sondern Teil eines größeren konzeptionellen Rahmens.
Was mich an Jozef Youssef besonders interessiert, ist genau diese Verbindung aus
wissenschaftlicher Neugier und kulinarischer Praxis. Wie verändert sich die Rolle
des Kochs, wenn er beginnt, wie ein Designer oder sogar wie ein Forscher zu arbeiten?
Welche Bedeutung haben Sinneseindrücke jenseits von Geschmack und Geruch
für unser kulinarisches Erleben? Und wie lässt sich ein solch komplexer Ansatz so umsetzen,
dass er für den Gast nicht theoretisch, sondern unmittelbar erfahrbar wird?
Dieses Gespräch ist daher weniger ein klassisches Küchenporträt als vielmehr ein Einblick in
eine Denkweise, die Gastronomie neu definiert – als interdisziplinäres Feld, das weit über das
Kochen hinausgeht und Essen als ganzheitliche Erfahrung begreift.
ChefHeads: Kitchen Theory bezeichnet sich als „multisensorisches Gastronomie-Designstudio“.
Wann wurde Ihnen klar, dass ein klassisches Restaurantformat für Ihre Ideen nicht
mehr ausreicht?
Jozef Youssef: Die entscheidende Zäsur war die Begegnung mit Professor Charles Spence
und die Erkenntnis, welche zentrale Rolle sensorisches Design für das kulinarische Erleben
spielt. Jahrelange Forschung hat uns schließlich zu einem Ansatz geführt, der weit über das
bloße Servieren von gutem Essen hinausgeht. Unser Ziel ist es, Erlebnisse zu schaffen, die
unsere Gäste stimulieren, ihre Sinne aktiv einbinden, Neugier wecken und sie im besten Fall
bereichert zurücklassen.
Um diese Vision umzusetzen und Gäste wirklich auf eine immersive Reise mitzunehmen,
wurde schnell deutlich, dass ein klassisches Restaurantsetting nicht ausreicht. Das Chef’s-
Table-Format bietet uns die Möglichkeit, das Erlebnis deutlich präziser zu kuratieren und
gezielt zu steuern.
ChefHeads: Was hat Ihr Interesse an der Gastrophysik und der Wahrnehmungsforschung
ursprünglich geweckt?
Jozef Youssef: Ein Schlüsselmoment war 2011 die Begegnung mit dem experimentellen
Psychologen Professor Charles Spence von der Universität Oxford. Seine Perspektiven auf
Verhaltenspsychologie und insbesondere auf die sensorischen und psychologischen Beziehungen,
die wir zu Lebensmitteln haben, haben unsere Arbeit nachhaltig geprägt – und tun
es bis heute.
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Jozef Youssef
CHEFHEADS-MAGAZIN
Credits © kitchen theory
TRAVEL & KULINARIK
Sobald man beginnt, Essen nicht nur als Nahrungsaufnahme zu begreifen, sondern als komplexes
Zusammenspiel sensorischer, emotionaler, kultureller und sogar ökologischer Faktoren,
verändert sich auch die Herangehensweise an kulinarische Gestaltung grundlegend. Sie
wird tiefgründiger, vielschichtiger und bedeutungsvoller.
ChefHeads: Wie definieren Sie persönlich „Geschmack“ – eher als physiologische Empfindung
oder als kognitive Konstruktion?
Jozef Youssef: Geschmack ist für mich ein multisensorisches Konstrukt des Gehirns. Er
entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Sinneseindrücke – dem, was wir sehen,
riechen, hören, fühlen und schließlich tatsächlich schmecken. Erst diese Kombination ergibt
das, was wir als „Flavor“ wahrnehmen.
ChefHeads: Welcher der fünf Sinne wird Ihrer Meinung nach in der Gastronomie am meisten
unterschätzt?
Jozef Youssef: Der Tastsinn – genauer gesagt: Textur. Geschmack und Geruch stehen meist
im Vordergrund, doch die Bedeutung von Textur für das Genusserlebnis kann kaum überschätzt
werden. Ob frisches Gemüse, feines Gebäck oder perfekt gegartes Fleisch – all diese
Produkte benötigen eine bestimmte Konsistenz, um als stimmig wahrgenommen zu werden.
Ein Macaron ohne Knusper oder eine Crème brûlée ohne knackige Karamellschicht verfehlen
schlicht ihre Wirkung.
ChefHeads: Wie eng arbeiten Sie mit Wissenschaftlern zusammen – und wie konkret fließen
Forschungsergebnisse in Ihre Menüentwicklung ein?
Jozef Youssef: Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und akademischen Partnern ist
ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Viele unserer Gerichte entstehen direkt aus diesen
Kooperationen heraus.
Ein Beispiel ist unser Quallen-Gericht: Es soll Gästen ein bislang wenig bekanntes, zugleich
aber äußerst nachhaltiges Lebensmittel näherbringen. Dabei greifen wir gezielt auf Erkenntnisse
zur auditiven und texturalen Wahrnehmung zurück, um das Geschmackserlebnis
zu intensivieren.
ChefHeads: Gab es Momente, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse Ihre kreativen Instinkte
infrage gestellt haben?
Jozef Youssef: Eher im Gegenteil. Unsere Forschung eröffnet uns kontinuierlich neue Perspektiven,
die kreative Prozesse eher beflügeln als einschränken. Sie hilft uns zudem, besser
zu verstehen, wie unsere Gäste denken und wahrnehmen.
ChefHeads: Welches Experiment hat Ihre eigene Wahrnehmung von Geschmack nachhaltig
verändert?
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Jozef Youssef: Der sogenannte Jellybean-Test ist ein erstaunlich simples, aber äußerst
wirkungsvolles Experiment: Man hält sich die Nase zu und isst eine Jellybean. Erst wenn man
die Nase wieder freigibt, wird deutlich, wie stark unser Geschmacksempfinden vom Geruchssinn
abhängt. Dieser Moment ist so eindrücklich, dass wir das Experiment bis heute zu Beginn
jedes Menüs mit unseren Gästen durchführen.
ChefHeads: Wenn Sie ein neues kulinarisches Erlebnis entwickeln: Was steht am Anfang –
Geschmack, Emotion oder eine wissenschaftliche Fragestellung?
Jozef Youssef: In der Regel beginnt alles mit einem Konzept oder einer Idee, die uns fasziniert
– etwa die Assoziationen zwischen Geschmack und Farbe. Von dort aus entwickeln wir
das Thema weiter, arbeiten mit saisonalen Zutaten und spannenden Aromenkombinationen,
bis schließlich ein stimmiges Gesamterlebnis entsteht.
ChefHeads: Wie verhindern Sie, dass immersive Elemente den kulinarischen Kern eines Gerichts
überlagern?
Jozef Youssef: Jeder Gang steht im Zentrum und ist der eigentliche Protagonist. Elemente
wie Projektionen, Klanglandschaften oder Duftinszenierungen dienen ausschließlich dazu,
die erzählte Geschichte zu unterstützen und die Immersion zu vertiefen. Sie sollen niemals
ablenken oder überwältigen.
ChefHeads: Welche Rolle spielt Storytelling in Ihren Konzepten?
Jozef Youssef: Storytelling ist das strukturelle Rückgrat unserer Arbeit. Menschen jeden
Alters reagieren auf Geschichten – sie schaffen Verbindung und Orientierung. Jeder Gang
fügt dem Gesamtbild eine neue Perspektive hinzu und lädt die Gäste dazu ein, sich aktiv mit
dem Erlebten auseinanderzusetzen.
ChefHeads: Was sollen Gäste idealerweise aus einem Besuch bei Kitchen Theory mitnehmen?
Jozef Youssef: Im Idealfall ein Gefühl kindlicher Neugier und Begeisterung für Essen, Geschmack
und die eigenen Sinne. Viele Gäste berichten, dass sich ihre Wahrnehmung von
Essen und Gastronomie nachhaltig verändert.
ChefHeads: Gab es Reaktionen von Gästen, die Ihre Arbeit besonders geprägt haben?
Jozef Youssef: Eine der wichtigsten Erkenntnisse war die Bedeutung der sogenannten
Kommensalität – also des gemeinsamen Essens. Menschen an einem Tisch zusammenzubringen,
selbst wenn sie sich zuvor nicht kannten, schafft ein soziales Erlebnis, das weit
über das Essen hinausgeht. Dieses Prinzip haben wir gezielt in unserem Chef’s-Table-Konzept
verankert, um die gemeinsame Erfahrung zu stärken.
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ChefHeads: Ist multisensorische Gastronomie ein Nischenthema – oder Teil der Zukunft
der Spitzengastronomie?
Jozef Youssef: Ich sehe sie keineswegs als Nische. Essen ist per se ein multisensorischer
Vorgang. Zahlreiche Studien belegen, dass Faktoren wie Musiklautstärke, Raumduft oder
Lichtverhältnisse die Wahrnehmung und Bewertung von Speisen maßgeblich beeinflussen.
Viele der innovativsten Fine-Dining-Restaurants arbeiten heute bewusst mit solchen Elementen,
um intensivere und nachhaltigere Erlebnisse zu schaffen. Die Integration von Klang,
Licht, Duft und Textur erfolgt zunehmend gezielt – nicht nur aus ästhetischen Gründen,
sondern zur inhaltlichen Vertiefung.
ChefHeads: Wie kann Ihr Ansatz zu nachhaltigeren oder gesünderen Ernährungsweisen
beitragen?
Jozef Youssef: Indem wir die sensorischen und psychologischen Mechanismen hinter
unseren Essgewohnheiten besser verstehen, können wir gezielt neue, optimierte Essumgebungen
gestalten – etwa in Schulen, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern. Ziel ist es,
gesündere und nachhaltigere Entscheidungen zu fördern, ohne dabei auf Genuss zu verzichten.
ChefHeads: Wie wird sich die Rolle des Kochs in den kommenden zehn Jahren verändern?
Jozef Youssef: Ich bin überzeugt, dass Köche zunehmend interdisziplinär arbeiten werden
– in enger Zusammenarbeit mit Produzenten, Künstlern, Psychologen und Wissenschaftlern.
Gemeinsam entstehen so Erlebnisse, die weit über die reine Sättigung hinausgehen und
den Gast auch intellektuell ansprechen.
ChefHeads: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Zum Abschluss des Gesprächs möchte ich mich herzlich bei Jozef Youssef für seine Zeit, seine
Offenheit und die inspirierenden Einblicke bedanken. Seine Perspektive zeigt eindrucksvoll,
wie weit sich Gastronomie heute über das reine Kochen hinausentwickelt hat – hin zu
einem interdisziplinären Verständnis von Wahrnehmung, Gestaltung und Erlebnis. Das Gespräch
macht deutlich, dass Konzepte wie bei Kitchen Theory keine kurzfristigen Trends
sind, sondern Teil einer grundlegenden Bewegung innerhalb der Spitzengastronomie.
Es geht nicht mehr nur um Perfektion auf dem Teller, sondern um die bewusste Auseinandersetzung
mit dem, was Essen für uns bedeutet – sensorisch, emotional und kulturell.
Gerade dieser Ansatz eröffnet spannende Perspektiven für die Zukunft: für Köche, die neue
Wege gehen wollen, ebenso wie für Gäste, die bereit sind, sich auf ein erweitertes Verständnis
von Genuss einzulassen.
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Credits © kitchen theory
Credits © kitchen theory
Credits © kitchen theory
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Kitchen Theory, London – Wenn Gastronomie
zur multisensorischen Inszenierung wird
London gehört seit Jahren zu den wichtigsten Laboren der internationalen
Avantgarde-Gastronomie. Mit Kitchen Theory hat sich dort ein Konzept
etabliert, das die Grenzen klassischer Restaurantkultur bewusst hinter
sich lässt. Was Gäste erwartet, ist weniger ein Restaurantbesuch als vielmehr eine
kuratierte Erfahrung – ein Zusammenspiel aus Kulinarik, Wissenschaft, Design und Emotion.
Ein Restaurant als Forschungsraum
Kitchen Theory versteht sich nicht primär als Restaurant im klassischen Sinne, sondern als
„multisensory gastronomy design studio“.
Seit der Gründung im Jahr 2010 verfolgt das Team die Idee, Essen als ganzheitliches, sensorisches
Erlebnis zu begreifen. Geschmack entsteht hier nicht allein auf der Zunge, sondern im
Zusammenspiel aller Sinne:
Sehen, Hören, Riechen, Fühlen – und sogar Erwartungshaltungen werden gezielt beeinflusst.
Die Inszenierung erfolgt mit technischer Präzision:
• Projection Mapping auf dem Tisch
• speziell komponierte Soundscapes
• Lichtdramaturgie und Düfte
• experimentelle Texturen und Temperaturen
Das Ergebnis ist eine immersive Dining Experience, die sich bewusst an der Schnittstelle
von Gastronomie, Kunstinstallation und wissenschaftlichem Experiment bewegt.
Das Chef’s Table Erlebnis: Acht Gänge, unzählige Eindrücke
Im Zentrum des Konzepts steht der regelmäßig stattfindende Chef’s Table im Londoner Stadtteil
Holborn. Ein Menü mit acht (historisch auch bis zu 13) Gängen führt die Gäste durch eine
dramaturgisch aufgebaute Reise, bei der jede Komponente – vom Klang bis zur Farbgebung
– integraler Bestandteil des Gerichts ist.
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Credits © kitchen theory
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Credits © kitchen theory
Credits © kitchen theory
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
Credits © kitchen theory
Credits © kitchen theory
Credits © EOS FlorianAndergassen
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Dabei wird das Publikum aktiv eingebunden:
Geschmackstests, visuelle Irritationen oder akustische Impulse verändern bewusst die
Wahrnehmung einzelner Zutaten. Die Küche wird so zum Medium der Erkenntnis – und der
Genuss zur intellektuellen Erfahrung.
Medien wie The Guardian oder The New Yorker beschreiben das Format treffend als Beleg
dafür, dass „die Sinne nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel arbeiten“.
Jozef Youssef – Der Architekt der sensorischen Küche
Hinter Kitchen Theory steht Jozef Youssef – ein Koch, der klassische Haute Cuisine mit wissenschaftlicher
Neugier verbindet.
Vom Fine Dining zur Gastrophysik
Youssef arbeitete zunächst in renommierten Londoner Spitzenküchen, bevor er sich zunehmend
für die Frage interessierte, warum wir Geschmack so wahrnehmen, wie wir ihn wahrnehmen.
Seine Antwort führte ihn in die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern
– unter anderem mit Oxford-Forschern im Bereich der experimentellen Psychologie.
Das Ergebnis ist eine Küche, die nicht nur Produkte verarbeitet, sondern Wahrnehmung gestaltet.
Mission: Gastronomie als Werkzeug für
gesellschaftlichen Wandel
Youssefs Ansatz geht über Ästhetik hinaus. Seine erklärte Vision:
„Improving global wellbeing through innovations in gastronomy.“
Dahinter steht die Überzeugung, dass ein besseres Verständnis von Geschmack und Wahrnehmung
auch Auswirkungen auf:
• Ernährungsgewohnheiten
• Nachhaltigkeit
• Gesundheitsverhalten
haben kann. Entsprechend arbeitet Kitchen Theory nicht nur im Fine-Dining-Kontext, sondern
auch mit Institutionen, Marken und Forschungseinrichtungen.
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JOZEF YOUSSEF | KITCHEN THEORY LONDON
credits © kitchen theory
credits © kitchen theory
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Zwischen Dinner und Erkenntnis:
Ein neues Genre der Gastronomie
Kitchen Theory ist exemplarisch für eine Entwicklung, die die internationale Spitzengastronomie
zunehmend prägt: die Verschmelzung von Küche, Wissenschaft und Experience Design.
Das Konzept verzichtet bewusst auf klassische Kategorien wie „Signature Dish“ oder „Cuisine
Style“. Stattdessen steht die Frage im Mittelpunkt:
Wie lässt sich Wahrnehmung gestalten – und wie verändert das unseren Genuss?
Damit positioniert sich Kitchen Theory als eine Art kulinarisches Labor, in dem nicht nur gekocht,
sondern geforscht, getestet und inszeniert wird.
Fazit für ChefHeads
Kitchen Theory gehört zu den spannendsten Konzepten der Gegenwart, weil es Gastronomie
radikal neu denkt: nicht als Produkt, sondern als Erlebnisraum für Sinne und Bewusstsein.
Jozef Youssef agiert dabei weniger als klassischer Küchenchef, sondern als Regisseur eines
multisensorischen Gesamtkunstwerks. Für die internationale Szene liefert sein Ansatz wichtige
Impulse – insbesondere für die Zukunft einer Gastronomie, die zunehmend zwischen Erlebnis,
Wissenschaft und gesellschaftlicher Relevanz operiert.
Kitchen Theory
33 John’s Mews,
Holborn,
WC1N 2NA
Tel.: 02046214406
Mail: admin@kitchen-theory.com
Web: https://kitchen-theory.com/
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CASA CACAO | GIRONA
- Die Bohne entscheidet —
Lorenzo Turina und die Schokolade von Casa Cacao
60 Prozent der Qualität liegt in der Bohne. Den Rest entscheidet Lorenzo
Turina. Bei Casa Cacao in Girona beginnt Schokolade nicht am Kessel,
sondern bei den Bauern in Ecuador, Mexiko und Peru.
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© Tanja Neumann
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Die heiße Trinkschokolade steht in einer weißen Porzellantasse auf dem Tisch. Auf der
Untertasse liegt eine einzelne Kakaobohne. Lorenzo Turina schlägt ein spiralgebundenes
Heft auf. Darin sieht man die Zeichnung eines Theobroma-Cacao-Baums, fein gestrichelt
auf cremefarbenem Papier. Er legt es auf den Tisch und beginnt zu erklären. Turina
ist gerade mal 30 Jahre alt und leitet die Schokoladenproduktion von der weltberühmten Casa
Cacao am Plaça Catalunya in Girona. Das Haus gehört zum Roca-Universum. Jordi Roca, Dessert-Chef
des Celler de Can Roca, hat es 2021 eröffnet. Was hier entsteht, ist Bean-to-Bar-
Schokolade - von der rohen Bohne bis zur fertigen Tafel.
Aus Turin über Bergamo und Belgien
Turina hat seine Karriere wie ein Puzzle gebaut, sagt er selbst. Jede Station sollte eine andere
Seite der Schokolade zeigen. Bei Selmi, dem italienischen Maschinenhersteller, ging es um die
Mechanik. Er lernte, wie aus Bohne und Zucker eine glatte Masse wird und was eine Walze
oder eine Kugelmühle leistet. Bei Davide Comaschi in Belgien arbeitete er an der Bonbon- und
Dessertproduktion. Was ihm danach fehlte, war die Verarbeitung ab der Bohne. Genau deshalb
kam er 2022 zu Casa Cacao.
60 Prozent liegt in der Bohne
Lorenzo Turina verantwortet bei Casa Cacao das Sourcing. Er bestellt keine Ware über Großhändler.
Er arbeitet mit kleinen Importeuren — Gaia Cacao, Silva Cacao oder Crafting Market
—, die direkt mit Bauern in Kolumbien, Mexiko, Ecuador, Peru, Indonesien und Vietnam zusammenarbeiten.
Jede Lieferung bekommt er als Sample. Er kostet, bewertet und entscheidet.
Erst dann wird die Charge bestellt. Seine Formel ist klar: 60 Prozent der Qualität liegt in der
Genetik der Bohne. 30 Prozent im Röstprozess. Der Rest verteilt sich auf alles, was danach
kommt. Der Röster in der Werkstatt ist ein schwarzer Probat. Das ist ein präzises Gerät mit
schwerem Gehäuse. Turina nennt ihn ihren Ferrari. „Das ist wie ein Bäcker, der sein eigenes
Mehl mahlt“, sagt er über das Bean-to-Bar-Prinzip. „Mehl mahlen und Brot backen, das sind
zwei verschiedene Berufe.“
Was Casa Cacao von Industrieherstellern unterscheidet, ist die Entscheidung, was nicht getan
wird. Es gibt keine Aromazusätze, keine fremde Kuvertüre und kein zugekauftes Pralinenfüllmaterial.
Turina röstet die Nüsse selbst, karamellisiert sie und stellt die Pralinenmassen
im Haus her. Auch die Verpackung kommt aus der Produktion: Die Schalen, die beim Schälen
der Bohnen anfallen, werden zu Kakaopapier verarbeitet. Daraus stellt Casa Cacao die Verpackungen
der hauseigenen Schokoladen her.
Was eine helle Tafel bedeutet
Auf dem weißen Marmorbrett vor ihm liegen zwei Schokoladensorten. Beide haben die helle
Farbe von Milchschokolade. Beide sind dunkel: die eine mit 75 Prozent Kakaoanteil, die andere
mit 68. Die Farbe sagt hier nichts über den Gehalt aus.
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CASA CACAO | GIRONA
Turina schiebt die hellere herüber: Criollo Porcelana, Finca La Rioja, Chiapas, Mexiko. Die Schokolade
schmilzt langsam auf der Zunge. Zuerst kommt Zitrusakidität - Yuzu, Bergamotte und
ein Hauch bitterer Schale. Dann folgen Harz, Honig und weiße Blüten. Am Ende schmeckt
man getrocknete Mandel und eine leichte Schärfe. Es gibt keine Bitterkeit. Turina sagt, erfahrene
Verkoster zählen bis zu 18 verschiedene Aromanoten.
Die andere Tafel: Arriba Nacional, Hacienda Victoria, Ecuador, 68 Prozent. Sie schmilzt anders
- cremiger und schwerer. Die Arriba-Genetik enthält einen hohen Anteil an Ölsäure im
Kakaofett, was die Textur verändert. Der Geschmack erinnert an Himbeere und Cassis, dann
folgen natürliche Vanille ohne Zusatz, Walnuss, Kaffee und Karamell. „Wir haben viel Aroma.
Wir müssen es nur bewahren.“
Fünf Pralinen, vier Pfeffersorten
Fünf Sorten stehen zur Verkostung bereit. Sie zeigen die Bandbreite der Kollektion. Cashew
und Jalapeño: Turina hat den Schärfegrad für den katalanischen Gaumen angepasst. Der Jalapeño-Kick
setzt kurz ein und klingt dann sanft aus. Marcona-Mandel mit grob gehacktem
Meersalz, die Textur ist Absicht. Timut-Pfeffer-Karamell: Der Timut ist ein Verwandter des
Sichuan-Pfeffers, kaum scharf, mit einem Aroma nach Bergamotte. Er wurde kalt in Sahne
infundiert und dann karamellisiert. Obwohl kein Obst im Rezept enthalten ist, schmeckt es
tropisch. Die Lavendel-Praline stellt er ganz ohne Milch her. Die Ganache basiert auf Wasser.
Der Grund dafür ist kein Veganismus-Kalkül, sondern der Geschmack: Milch hätte das Lavendel-Aroma
überdeckt. Wasser öffnet es.
Insgesamt nutzt Turina vier verschiedene Pfeffer in der Kollektion: Sichuan, Java, Timut und
Jamaica.
Jordi Roca kostet zuerst
Jordi Roca ist der jüngste der drei Roca-Brüder und Pâtissier des El Celler de Can Roca. Während
sein Bruder Joan die Küche leitet und Josep den Weinkeller verantwortet, ist er für die
süße Seite des mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants zuständig. Das Restaurant
wurde 2013 und 2015 zum besten der Welt gewählt. 2014 erhielt er selbst den Titel
„World's Best Pastry Chef”. Sein Mentor war der britische Pâtissier Damian Allsop. Dieser leitete
bis 2023 die Schokoladenproduktion bei Casa Cacao, bevor Turina die Leitung übernahm.
Casa Cacao ist Rocas Bean-to-Bar-Projekt. Es wurde 2021 eröffnet und geht auf eine Reise
zu lateinamerikanischen Kakaobauern zurück.
Neue Schokoladen entwickelt Turina allerdings weitgehend eigenständig. Wenn er eine interessante
Bohne gefunden hat, verarbeitet er sie. Das Ergebnis legt er Roca vor. Dieser entscheidet
schließlich, ob sie ins Sortiment kommt. Die Arbeitsteilung ist klar: Turina sucht, verarbeitet
und schlägt vor. Roca gibt die Sorten frei. Dabei stellt sich Turina bewusst auf den
Geschmack des Sterne-Pâtissiers ein.
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CASA CACAO | GIRONA
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Wenn ein Lieferant ihm eine besondere weiße Bohne anbietet, prüft er sie nicht nur auf Qualität.
Er schaut auch, ob sie zu dem passt, was Roca mag.
Das Team in der Produktion bleibt überschaubar. Vier Personen arbeiten an der Schokolade,
dazu kommen ein bis zwei Praktikanten. Zwei weitere Personen verpacken ausschließlich.
Drei Mitarbeiter sind im Laden tätig. Die Pralinenproduktion ist mittlerweile in eine zweite
Werkstatt umgezogen, da das Stammhaus zu klein geworden ist.
Hinter der Glaswand
Wer die Werkstatt betreten möchte, zieht blaue Schuhüberzieher an und setzt eine Haarhaube
auf. Turina führt durch den Raum, vorbei an Edelstahlbehältern und Rohrleitungen. Vor
dem Probat-Röster bleibt er stehen. Die mattschwarze Maschine verfügt über ein großes,
rundes Bullauge und eine flache Kühlpfanne darunter. Daneben steht der Aufbrechcontainer,
der die gerösteten Bohnen vom Bruch trennt. Die Schale läuft auf der einen Seite ab, die Nibs
auf der anderen.
Ein paar Meter weiter wirft Turina einen Blick durch eine kleine Luke. Im Inneren bewegen
sich hunderte kleine Stahlkugeln in einer rotbraunen Masse. Die Ball Mill mahlt eine Charge
Kuvertüre. Was eine traditionelle Walze in drei Tagen schafft, erledigt diese Maschine in zwei
Stunden – sie arbeitet schneller, aber das Aroma ist vollmundiger sowie grober. Für Tafeln
nutzt Turina sie nicht. Hier kommt nur Kuvertüre zum Einsatz, bei der auch das Fließverhalten
wichtiger ist als die Aromentiefe.
Ein Gespür für Systeme
Mit 30 Jahren leitet Turina eine der wenigen Manufakturen Europas, die alles selbst machen.
Er kennt die Bauern, die seine Bohnen liefern. Er weiß, wie sich die Ölsäure einer Arriba Nacional
auf die Schmelze auswirkt. Er hat ursprünglich mit Informatik angefangen. Geblieben
ist davon eine Eigenschaft, die in seinem Beruf hilft: ein Gespür für Systeme, in denen jeder
Schritt einen Effekt hat. Schokolade ist so ein System. Er hat es verstanden.
Info-Box
Casa Cacao, Plaça Catalunya 23, 17002 Girona
Website: casacacaogirona.com
Anreise: Girona liegt rund 100 Kilometer nordöstlich von Barcelona. Per Bahn ist die Stadt von
Barcelona Sants in 38 Minuten mit dem Hochgeschwindigkeitszug erreichbar. Der Flughafen
Girona-Costa Brava ist 13 Kilometer entfernt.
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CASA CACAO | GIRONA
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Hotel im Haus: In den oberen Etagen der angrenzenden Bar desselben denkmalgeschützten
Gebäudes liegt das Hotel Casa Cacao mit 15 Zimmern und einer Dachterrasse mit Blick auf
die Altstadt.
Geführt wird es von Anna Payet, der Frau Joan Rocas. hotelcasacacao.com
Gourmet-Tipp: Einen Tisch im Weltklasse-Restaurant genießen. El Celler de Can Roca verlangt
eine Reservierung, die Monate im Voraus getätigt werden muss. https://cellercanroca.
com
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MINOS PALACE | KRETA
Was bleibt, wenn Butter wegfällt:
Giannis Tzortzis im Minos Palace auf Kreta
Fotos & Text: Tanja Neumann
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Kein Fett als Träger, kein Kompromiss beim Geschmack: Executive Chef Giannis Tzortzis
kocht im Minos Palace auf Kreta eine kretische Küche, die Reduktion als Methode versteht
– und eine Brigade, die mitkostet, bevor der erste Teller den Pass verlässt.
Die Marinade steht in einer flachen Schale auf dem Pass. Daneben stehen ein Schälchen mit
Apfelessig, eine Karaffe mit Olivenöl und ein Bund Thymian bereit. Giannis Tzortzis kostet,
nickt knapp und tauscht die Zitrone gegen Apfelessig aus. Eine kleine Korrektur - das Aroma
wird runder, tiefer. Tzortzis ist Executive Chef im Minos Palace Resort, einem luxuriösen Hideaway
auf einer privaten Halbinsel oberhalb der Mirabello-Bucht bei Agios Nikolaos. Die Küche
des Hauses liegt nah am Meer, nah an den Erzeugern der Insel - und nah an dem Ort, an dem
Tzortzis aufgewachsen ist.
Aufgewachsen zwischen Herd und Hafen
Sein Vater stand am Herd, die Küche war der Ort, an dem er aufgewachsen ist. Nach der
Schule folgten Stationen in Luxushotels auf Kreta, in denen er gelernt hat, Brigaden zu organisieren
und Abläufe zu takten. Die Rückkehr in den Minos Palace ist keine Rückkehr in eine
Hotelküche, sondern in die Landschaft seiner Kindheit: Fisch aus der Bucht, Käse aus den
Dorfkäsereien, Gemüse aus den Gärten der Insel.
Eine kretische Küche ohne Butter
Was Tzortzis in den Restaurants des Hauses umsetzt, ist eine konsequente Neuausrichtung
der mediterranen Hotelküche. Butter hat er aus den Rezepturen genommen. Sahne ersetzt er
durch Joghurt. Pflanzliches dominiert: Bohnen, Linsen, Zucchini, Kräuter aus dem hauseigenen
Garten. Fisch und Meeresfrüchte tragen die Karte, Fleisch ist Ergänzung, nicht Mittelpunkt.
Viele Produkte stammen von Erzeugern, mit denen das Haus seit Jahren arbeitet.
Das Minos Palace setzt mit seinem Wellbeing-Zentrum Nao auf Longevity-Küche. Tzortzis
übersetzt das in kulinarische Entscheidungen, nicht in Diätregeln. Was er eine kretische Logik
nennt: saisonal, pflanzenreich, reduziert. Gemüse wird häufig im Vakuum mariniert – Zucchini
etwa mit Apfelessig, um Aroma zu verdichten, ohne mit Fett zu arbeiten. Vieles wird bei niedriger
Temperatur gegart. Fermentiertes setzt er punktuell als Tiefenakzent: ein Löffel Kimchi,
eine Spur Sauerkraut, manchmal nur als Säurekorrektur, manchmal als zweite Geschmacksebene.
„Das hat weniger mit Trends zu tun als mit Balance."
Longevity-Küche ohne Kompromiss
Im 5-Sterne-Resort Minos Palace gehört das Wellbeing-Zentrum Nao zum Konzept des Hauses.
Es bietet Programme rund um Ernährung, Bewegung und Longevity an. Auf den Buffets
werden alle Speisen mit Symbolen gekennzeichnet.
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MINOS PALACE | KRETA
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© Tanja Neumann
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Diese weisen die Nährstoffdichte, den Kaloriengehalt und den Ballaststoffanteil aus. Für die
Küche bedeutet das: Jedes Gericht muss in dieser Matrix funktionieren, ohne kulinarisch dünn
zu werden. Drei Beispiele aus der aktuellen Karte: Der Tagesfang vom Grill kommt mit Gemüse,
das im Vakuum mit Apfelessig mariniert wurde. Dazu gibt es einen Löffel hausgemachter
Fermente. Ein Salat aus Kichererbsen und Quinoa wird mit Kräutern aus dem Hotelgarten
und gepufften Körnern für Textur abgeschmeckt. Das Dessert besteht aus Schafsjoghurt mit
Chia, fein gesäuert und mit einem Hauch Olivenöl.
"Manchmal reichen drei Komponenten, wenn sie gut sind."
Die Brigade als Verkostungsteam
Vor jeder Saison probiert Tzortzis die neue Karte gemeinsam mit der Brigade. Die Teller kommen
nebeneinander auf den Pass. Es wird verglichen, angepasst und verworfen. Ein Gemüse
wird feiner geschnitten, eine Sauce einen Tick säuerlicher abgeschmeckt oder ein Gewürz
reduziert. Die Richtung gibt Tzortzis vor, doch die Detailentscheidungen fallen im Team. Er
gibt die Linie vor, lässt aber Raum. „Ich sage: Probiert es so. Wenn es besser wird, dann machen
wir es so." Das ist kein Diktat, sondern ein Prozess. Dieser endet erst, wenn alle am Tisch
überzeugt sind.
Was die Kochkurse zeigen
Im Hotel-Restaurant MOM gibt Tzortzis regelmäßig Einblick in seine Arbeitsweise. In kleinen
Gruppen bereitet er vier Gerichte der kretischen Küche zu. Was dabei vermittelt wird, sind
keine Grundlagen für Hobbyköche. Es sind handwerkliche Entscheidungen, die auch in einer
Profiküche zählen.
Knoblauch wird gehackt, nicht gepresst. Beim Pressen bricht die Zellstruktur auf und das Aroma
wird aggressiver. Die Gurke für das Tzatziki zieht über Nacht in einer fünfprozentigen
Salzlake, damit der Joghurt nicht verwässert. Der Mizithra-Teig wird mit feuchten Händen geformt,
nicht mit Mehl. Das hält ihn geschmeidig, ohne die Konsistenz zu verändern. Dakos wird
vor dem Belegen mit Wasser angefeuchtet. So nimmt das Gerstenbrot Olivenöl und Tomate
auf, ohne zu zerfallen. Die Garnelen kommen kurz und heiß in die Pfanne. Bei zu langer Zeit
geht die Textur verloren.
Was kein Großhändler liefert
Auf den Märkten der Insel nimmt Tzortzis Tomaten in die Hand. Er prüft Schalen, kostet Käse
und spricht mit Erzeugern über die Saison. Die ältere Generation in den Bergdörfern liefert
ihm Rezepte, die nur mündlich weitergegeben werden. Das ist Wissen, das in keinem Warensystem
auftaucht.
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MINOS PALACE | KRETA
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MINOS PALACE | KRETA
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MINOS PALACE | KRETA
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CHEFHEADS-MAGAZIN
TRAVEL & KULINARIK
Auf Reisen probiert er darüber hinaus Produkte und Techniken, die er später auf Kreta adaptiert.
Was passt, kommt in die Küche. Was nicht zur Insel gehört, bleibt draußen.
„Alles beginnt mit dem, was wir hier haben.
Und daraus entsteht, was wir brauchen."
Der Antrieb nach innen
Tzortzis denkt in Schritten, nicht in Konzepten. Was ihn antreibt, ist kein Ehrgeiz nach oben.
Es ist ein Ehrgeiz nach innen: präziser werden, Schicht für Schicht. Am Ende des Tages wischt
er den Rand eines letzten Tellers und schaut kurz auf. Morgen beginnt es wieder mit einer
Entscheidung, die kein Gast bemerken wird.
INFOBOX
Minos Palace Resort
Fünf-Sterne-Adults-only-Resort auf einer privaten Halbinsel oberhalb der Mirabello-Bucht
bei Agios Nikolaos. Das Hotel bietet Zimmer, Suiten und Bungalows mit Meerblick oder privatem
Pool an.
Restaurants & Bars
Amar Restaurant: mediterrane Küche direkt am Strand. Mom Restaurant: Indoor-Outdoor-
Konzept mit Fokus auf Longevity und Ernährungswissenschaft. Nama Pool Bar: Cocktails von
Baba au Rum, gelistet unter The World's 50 Best Bars. Mosa Beach Bar: Cocktails und Mocktails
mit Meerblick.
Nao Longevity
Das Wellbeing-Zentrum des Hauses arbeitet mit einem wissenschaftlich basierten Ansatz.
Dieser ist auf die zwölf biologischen Hallmarks of Aging ausgerichtet. Es gibt Programme
von einem bis 14 Tagen, die individuell auf Biomarker abgestimmt werden. Zur Ausstattung
gehören eine Infrarotsauna, Kryotherapie, ein Brain Gym, ein Vitality Pool und acht Behandlungsräume.
Web: minospalace.com
Reiseblog Vielweib on Tour -
Tanja Neumann
www.genussreise-magazin.de
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HERITAGE | MALTA
Taste History
Maltas Geschichte erschmecken
- Wenn Geschichte auf den Teller kommt-
Text: Anke Sademann
Fotos: Heritage Malta
CHEFHEADS-MAGAZIN
Foto © Heritage Malta
TRAVEL & KULINARIK
Das Projekt Taste History von Heritage Malta – Maltas nationale Kulturinstitution für Museen,
Denkmalschutz und kulturelles Erbe – übersetzt historische Quellen in kulinarische Praxis:
In Museen und kulturhistorischen Stätten entstehen Menüs, die auf Archivdokumenten,
Rezeptbüchern, Inventaren und archäologischen Funden beruhen. Aus Metzgerrechnungen,
Kücheninventaren oder Produktionsquittungen werden Gerichte entwickelt, die zeigen, wie
in Malta über die Jahrhunderte gekocht, gegessen und getrunken wurde.
Im Zentrum steht die enge Zusammenarbeit von Kuratoren, Historikern und Köchen. Verarbeitet
werden saisonale Produkte und Zubereitungen, die sich an historischen Vorbildern orientieren
und zugleich in eine heutige kulinarische Form übersetzt werden. So reicht die Palette
von einfachen Speisen der armen Bevölkerung über die Tafelkultur der Korsaren bis hin zu
Weinbezügen des Großmeisters oder Fastengerichten aus dem Umfeld der Inquisition.
Erlebbar wird das Projekt für jeden zugänglich und buchbar in Form von History Dinners, die
an historischen Orten stattfinden und Forschung unmittelbar auf den Teller bringen. Dort
wird Vergangenheit nicht museal ausgestellt, sondern über Geschmack, Produktwahl und
handwerkliche Präzision erfahrbar gemacht. Taste History ist damit weniger ein Event als
eine kulinarische Rekonstruktionsarbeit, sondern eine präzise sensorische Annäherung an
Maltas Geschichte.
Weitere Informationen:
heritagemalta.mt/subsidiaries/taste-history/
https://tastehistory.mt/
„Wir kochen nicht traditionell – wir kochen historisch“
Interview mit Malcolm Baldacchino
Im Gespräch mit ChefHeads-Autorin Anke Sademann erklärt Malcolm Baldacchino, wie aus Archivrecherche,
Warenkunde und kulinarischem Handwerk ein historisch fundiertes Menü entsteht
– und warum das Projekt für professionelle Küchen weit mehr ist als reines Storytelling.
Malcolm Baldacchino ist einer der Köche, die für das Projekt Taste History von Heritage Malta
Gerichte aus Maltas Vergangenheit auf Basis historischer Quellen rekonstruiert. Er arbeitet
an der Schnittstelle von Küche, Wein und historischer Recherche.
Für Heritage Maltas Projekt „Taste History“ entwickelt er gemeinsam mit Historikern und
Kuratoren Gerichte, die auf Archiven, Rechnungen, Inventaren und archäologischen Funden
basieren. Er ist klassisch, sprich technisch in der französischen Küche ausgebildet und bringt
dieses Wissen gezielt in die Rekonstruktion historischer Speisen und Getränke ein. Ausserdem
besitzt er ein kleines Weingut auf der Insel.
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HERITAGE | MALTA
Foto © Heritage malta
CHEFHEADS-MAGAZIN
TRAVEL & KULINARIK
ChefHeads: Herr Baldacchino, was ist Taste History in einem Satz?
Malcolm Baldacchino: Taste History ist der Versuch, Geschichte kulinarisch belastbar zu
rekonstruieren. Wir kochen nicht einfach „inspiriert von früher“, sondern arbeiten auf Grundlage
historischer Quellen, archäologischer Funde und wissenschaftlicher Forschung. Es geht
darum, Gerichte so nah wie möglich an ihren ursprünglichen Kontext heranzuführen.
CH: Wie ist das Projekt entstanden?
MB: Die Idee entstand vor etwa acht Jahren aus einer Zusammenarbeit zwischen Lebensmittelforschern
und Historikern, darunter auch Spezialisten für die Korsarenzeit. Vor uns hat
das auf Malta niemand in dieser Form gemacht. Der Ansatz war von Anfang an interdisziplinär:
Historiker, Forscher, Kuratoren und Köche arbeiten zusammen, um aus fragmentarischen
Quellen ein stimmiges kulinarisches Gesamtbild zu entwickeln.
CH: Wie sind Sie selbst in dieses Projekt hineingekommen?
MB: Ich komme aus der klassischen französischen Küche und arbeite außerdem mit Wein;
ich besitze ein kleines Weingut in Malta. Vor etwa fünf Jahren habe ich Liam Gauci kennengelernt,
der historisch zu Wein forschte. Aus Gesprächen über Rebsorten, Handelswege und
die Geschichte der Insel entstand der Kontakt. Er fragte mich schließlich, ob ich mein Wissen
über französische und mediterrane Küche in das Projekt einbringen wolle. Seit rund zwei
Jahren arbeite ich Vollzeit für Taste History.
CH: Wie ist die Arbeit zwischen Forschung und Küche aufgeteilt?
MB: Liam Gauci ist der wissenschaftliche und historische Kopf des Projekts. Er arbeitet mit
Quellen, Kontexten und historischen Zusammenhängen. In der Küche übersetzen wir diese
Forschung in servierbare Gerichte. Genau darin liegt der Kern des Projekts: Die Historiker liefern
nicht einfach nur Informationen, und die Köche kochen nicht frei daraus los – wir entwickeln
gemeinsam eine Version, die historisch plausibel und zugleich praktisch umsetzbar ist.
CH: Wo finden Sie Ihre Quellen?
MB: In den meisten Fällen finden wir keine Rezepte im modernen Sinn. Wir arbeiten mit sehr
unterschiedlichen Materialien: mit Gerichtsakten aus der Zeit der Inquisition, mit Rechnungen,
Inventaren, Archiven und Einzelhinweisen zu Speisen oder Zutaten. Ein echtes Rezeptbuch
haben wir nur einmal gefunden: The Book of Secrets, das im Inquisitorenpalast aufbewahrt
wird. Für uns ist dieses Buch besonders wertvoll, vor allem für Desserts, Gebäck und
Eiszubereitungen.
CH: Wie wird aus solchen Fragmenten ein konkretes Gericht?
MB: Genau das ist die eigentliche Arbeit. Manchmal haben wir DNA-Spuren aus prähistorischen
Töpfen, manchmal nur einen Eintrag in einer Metzgerrechnung oder den Hinweis, was
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HERITAGE | MALTA
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Foto © Heritage Malta
Foto © Heritage Malta
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auf einem Teller gelegen hat. Ein Beispiel ist ein Lamm-Eintopf, den wir anhand von DNA-
Rückständen aus einem Topf rekonstruieren konnten. In einem anderen Fall hatten wir nur
die Rechnung eines Metzgers und mussten daraus ein luftgetrocknetes Wurstprodukt entwickeln.
Wir bewegen uns also ständig zwischen Quelle, Interpretation und handwerklicher
Übersetzung.
CH: Wo endet für Sie Rekonstruktion und wo beginnt Interpretation?
MB: Wir interpretieren nur so weit, wie es unbedingt nötig ist. Unser Anspruch ist nicht, eine
romantisierte „Traditionsküche“ zu erzählen, sondern historisch glaubwürdig zu arbeiten.
Deshalb verwenden wir zum Beispiel keine Zutaten wie Kartoffeln oder Tomaten, wenn sie
für den jeweiligen Zeitraum nicht passen. Gleichzeitig muss ein Gericht heute natürlich in
eine reale Küchenpraxis übersetzt werden. Die Kunst besteht darin, diese Lücke so klein wie
möglich zu halten.
CH: Welche Rolle spielen Produktverfügbarkeit und Beschaffung?
MB: Eine sehr große. Einige Getreidesorten, mit denen wir arbeiten, gibt es heute kaum
noch. Deshalb kooperieren wir sogar mit einer Gruppe von Studenten, die alte Sorten für uns
anbauen. Historisches Kochen ist eben nicht nur eine Frage der Rezeptur, sondern auch der
Verfügbarkeit von Rohstoffen. Wer glaubwürdig rekonstruieren will, muss sich mit Anbau,
Herkunft und Warenkunde genauso intensiv beschäftigen wie mit dem Kochen selbst.
CH: Arbeiten Sie dabei komplett historisch – oder nutzen Sie moderne Küchenstrukturen?
MB: Wir arbeiten an einigen Standorten in professionellen Großküchen, weil wir dort unter
realen Bedingungen produzieren und servieren können. Aber die Infrastruktur ist nur das
Werkzeug. Die entscheidende Frage ist immer: Was sagt die Quelle, und wie nah können
wir daran bleiben? Manchmal geht es um Zutaten, manchmal um Kochtechniken, manchmal
sogar um Zeitangaben.
Bei einer historischen Sorbet-Zubereitung war die Ziehzeit zum Beispiel nicht in Minuten
angegeben, sondern so lange, wie das Glaubensbekenntnis auf Latein dauert. Auch solche
Details müssen wir ernst nehmen.
CH: Wie flexibel sind Sie in der Menüentwicklung?
MB: Wir haben Standardformate, können Menüs aber auch individuell entwickeln. Wenn
Gäste oder Partner einen bestimmten kulturellen Bezug wünschen, recherchieren unsere
Forscher und Kuratoren nach realen historischen Verbindungen – etwa zu einem Land, einer
Person oder einer Handelsbeziehung – und daraus entsteht ein Menü.
Wichtig ist: Wir erfinden keine Geschichten. Jede Dramaturgie muss sich aus echten Quellen
oder historischen Zusammenhängen ableiten lassen.
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HERITAGE | MALTA
Foto © Heritage Malta
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Foto © Heritage Malta
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HERITAGE | MALTA
Foto © Heritage Malta
Foto © Heritage Malta
Foto © Heritage Malta
Foto © Heritage Malta
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CH: Was können andere Köche aus Taste History lernen?
MB: Vor allem, wie produktiv Recherche für die Küche sein kann. Für viele Köche ist der Teller
der Ausgangspunkt. Bei uns beginnt die Arbeit oft im Archiv. Das verändert den Blick auf
Zutaten, auf Technik, auf Produktentwicklung und auf das Erzählen eines Menüs. Wir hatten
zum Beispiel auch schon eine Zusammenarbeit mit einem Michelin-Sterne-Restaurant: Wir
haben die historische Vorspeise entwickelt, und der Sternekoch hat daraus seine eigene moderne
Version gebaut. Genau darin liegt für mich die Relevanz – Geschichte wird nicht zum
Museum, sondern zum Ausgangspunkt für neue kulinarische Arbeit.
CH: Vielen Dank für das Gespräch.
Foto © Heritage Malta
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MALTA | KULINARISCH
So schmeckt Malta
Text: Anke Sademann
Fotos: Anke Sademann und Visit Malta
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© Anke Sademann
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Die Insel Malta ist vielen für ihre Invasion an Sprachhungrigen bekannt, die zum Lingualen
Kurs, aber auch zum Feiern und Schlemmen kommen. Wer sich näher mit der Geschichte
des kleinen Inselstaats befasst, stößt auf ein vibrierendes Potpourri voller Kunst, Kultur
und Traditionen. Man fragt sich, wo die Malteser:innen eigentlich ihre Wurzeln haben. 520.000
Menschen leben auf Malta, einem der am dichtesten besiedelten Länder Europas.
Zoomen wir doch einmal hinein in das ebenso kompakte wie zersplitterte Inselareal, in dem
die Sonne rund ums Jahr scheint. Malta liegt geografisch unter dem Dach Südeuropas, 100
Kilometer südlich von Sizilien und etwa 300 Kilometer nördlich von Libyen in Nordafrika. Auf
der Landkarte sollte man lieber achtsam mit dem kleinen Finger darüberfahren, um die vom
Blau des Mittelmeers und des Golfs von Tunis umgebenen Punkte nicht zu erdrücken. Das
Dreiergespann des Archipels besteht aus den drei Inseln Malta (246 km²), Gozo (67 km²), geprägt
von Landwirtschaft, Fischfang und Handwerk, und Comino (3 km²), das unbewohnt ist.
Mit 316 km² ist das maltesische Inselagglomerat etwa so groß wie München und ein Drittel
so groß wie Berlin.
Auf Malta war schon immer viel los: Aufgrund seiner Lage ist die Insel ein bunter Schmelztiegel
voller Einwanderer- und Eroberer-Geschichten. Schon vor rund 7.000 Jahren, also lange
bevor die Pyramiden Ägyptens gebaut wurden, siedelten sich hier Menschen an. Als logistisch
günstiger Knotenpunkt für Handel, Eroberungen und kulturellen Austausch wurde Malta zum
Dreh- und Angelpunkt zwischen Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Vor dem Bau des Suezkanals
im Jahr 1869 mussten die Schiffe der Seemächte Großbritannien, Frankreich und des
Osmanischen Reichs auf ihrer Route von der Arabischen Halbinsel oder aus Indien nach Europa
lange Umwege in Kauf nehmen. Malta war der perfekte Ort für Proviantaufnahmen und
Reparaturen. Kein Wunder, dass es auf den vielen kleinen Restaurants und Märkten, etwa an
der Wasserkante der Fischerstadt Marsaxlokk, viel um Essen und folkloristische Mitbringsel
geht.
In Maltas Straßen sind viele Sprachen zu Hause
Der stetige Strom von Eroberern, Herrschern und Durchreisenden hat sich bis heute auch in
der Küche niedergeschlagen. Ab dem 16. Jahrhundert richtete der Johanniterorden mit seinem
heraldischen Kreuz seinen Sitz auf Malta ein und zog Ritter aus ganz Europa an. In dieser Zeit
entstand ein kulturelles Geflecht, in dem italienische, französische und spanische Einflüsse
miteinander verschmolzen. Später kamen die Briten und brachten der Insel nicht nur Tee und
Rechtsverkehr, sondern auch die englische Sprache, die neben Maltesisch, einer semitischen
Sprache, bis heute offizielle Amtssprache ist. Der Einfluss der Römer, Araber und Briten ist
noch immer hörbar – in jedem Gespräch meint man, mehrere Sprachen gleichzeitig zu vernehmen.
Genauso muss man sich auch die Küche vorstellen.
Die Küche des unabhängigen Inselstaats – der Schmelztiegel der Kulturen
auf dem Teller
Malta schmeckt nach Kreuzungspunkt. Wer hier isst, merkt schnell: Die Inseln sind klein, aber
ihr kulinarisches Gedächtnis ist riesig. Über Jahrhunderte kamen Händler, Seefahrer, Ritter und
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MALTA | KULINARISCH
Pastizzi (blättrige Teigtaschen)
Maltesisches Streetfood: buttrigknuspriger
Blätterteig (europäische
Backtradition) trifft auf Füllungen
wie Ricotta oder Erbsenpüree (klar
mediterran). Gegessen wird’s im
Stehen oder in den urigen kleinen
Cafés.
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Ħobż biż-Żejt (Brot mit Öl – aber
eigentlich ein Manifest)
Ein rustikales Brot, eingerieben mit
Tomatenpaste (kunserva), dazu Olivenöl,
Kapern, Thunfisch, Zwiebeln.
Italienische Vorratsküche? Ja. Auch
hier sind die Spuren der Römer
nachzuschmecken.
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Kolonialmächte – und mit ihnen Zutaten, Techniken und Vorlieben. Herausgekommen ist keine
„Fusion-Küche“ im modernen Sinn, sondern etwas Eigenes: mediterran im Herzen, mit arabischen
Schatten, italienischer Handschrift und einem kleinen britischen Augenzwinkern.
Die maltesische Küche ist bodenständig und pragmatisch: Was das Meer hergibt, was auf
kargem Boden wächst, was sich gut lagern lässt. Olivenöl, Tomaten, Kapern, Knoblauch und
Kräuter wirken klar italienisch-mediterran. Gleichzeitig tauchen süß-würzige Noten auf, wie
man sie eher aus Nordafrika und dem Nahen Osten kennt: Datteln, Zitrus, Anis, Zimt und
Honig. Und dann sind da Gerichte, die an britische Comfort-Food-Logik erinnern: herzhaft gebackene
Formen, Pies und sättigende Ofengerichte.
Links und Infos über die Insel Malta: https://www.visitmalta.com/de/
Tellerblick: Maltas Spezialitäten
Ftira (Gozo) / Qassatat (pikante Teigtaschen)
Die ftira – ringförmig, oft üppig belegt oder gefüllt – wirkt wie eine maltesische Antwort auf
Focaccia und Pizza. Qassatat (gefüllte Teigtaschen) erinnern an mediterrane und nahöstliche
Teigkultur: portable Mahlzeiten für unterwegs, gefüllt mit Spinat, Ricotta oder Fleisch.
Timpana (gebackene Pasta im Teigmantel)
Hier kommt der Kulturmix besonders deutlich: Pasta und Ragù – sehr italienisch. Aber dann
wird das Ganze in einen Teigmantel gepackt und im Ofen gebacken, bis es wie ein festliches
Herzstück auf dem Tisch steht. Ein Gericht wie ein historischer Kompromiss: italienische Seele,
maltesischer Hang zum Üppigen und Praktischen.
Imqarrun il-Forn (gebackene Pasta)
Wenn Timpana die festive Geste ist, dann ist Imqarrun il-Forn der Alltag dazu: gebackene
Pasta mit Sauce, kräftig, sättigend, familienfest. Ein Gericht, das zeigt, wie tief italienische
Formen in Malta angekommen sind – und wie eigenständig sie dort weiterleben.
Lampuki Pie (Fisch-Pie)
Saisonaler Goldstandard, oft mit Lampuki (Goldmakrele/Mahi-Mahi): Fisch, Gemüse, manchmal
Rosinen oder Gewürze – und wieder wie so vieles auf Malta in der praktischen Pie-Form, die
an britische Esskultur erinnert. Mediterran trifft smarte „british-like pie culture“.
Aljotta (Fischsuppe mit Knoblauch und Kräutern)
Eine klare, aromatische Suppe, die nach Hafen und 360 Grad Meerumrahmung schmeckt: viel
Knoblauch, Kräuter, Zitrone. Diese ikonische Suppe erzählt von Fischeralltag und mediterraner
Leichtigkeit – und davon, wie Zitrus und Kräuter auch in südlicher, teils arabisch geprägter
Küche als Frische-Booster funktionieren.
Stuffat tal-Fenek (Kaninchenragout)
Das Nationalgericht ist kein Zufall: Kaninchen passt zur Inselökonomie und zur ländlichen Tradition.
Die Zubereitung wirkt mediterran-europäisch (Schmorgericht mit Wein, Tomate, Kräutern),
aber die Tiefe der Würzung – manchmal mit süßlichen Noten – zeigt, dass Malta immer
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MALTA | KULINARISCH
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Foto Unten links: Vorspeisenteller | Wurst | Pasten und Oliven | Fermentiertes
Foto Unten rechts: Mixed Pickeles | Typisches Frühstuck
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© Anke Sademann
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Foto Oben links: Bragioli (Rinderrouladen)
Foto Oben rechts: Maltesischer Käse
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MALTA | KULINARISCH
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Mellieħa - Malta
Stuffat tal Fenek - Kaninchenragout
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Hafen Valetta
© Visit Malta
Valetta und seine Balkone
© Visit Malta
Insel Gozo Ramla Bay
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MALTA | KULINARISCH
Bucht auf Gozo
© Anke Sademann
Caffé Cordina in Valetta
Fischplatte im Xerri il-Bukkett, Gozo
© Anke Sademann © Anke Sademann
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näher an vielen Küchen lag, als die Karte vermuten lässt.
Bragioli (gefüllte Rinderrouladen)
Maltesische Hausmannskost: dünn geklopftes Rindfleisch, gefüllt und langsam geschmort.
Das Gericht wirkt wie ein Verwandter mediterraner Schmortraditionen, hat in Malta aber diesen
eigenen Zug zur Sattheit, Würze und Sonntagswürdigkeit, denn in jedem Dorf wird jedes
Wochenende ein anderer Heiliger gefeiert.
Bigilla (Bohnendip) & Gbejniet (kleine Käse)
Bigilla (Bohnen, Knoblauch, Öl) hat etwas vom mediterranen Meze-Gedanken: teilen, dippen,
snacken. Dazu gbejniet – kleine Schaf- oder Ziegenkäse, frisch oder gereift, manchmal pfeffrig.
Das ist Malta als Brotzeit: einfach, salzig, sozial.
Imqaret (Dattelgebäck)
Wenn ein Gebäck nach Handelsrouten schmecken kann, dann dieses: frittierter Teig, Dattelfüllung,
Anis/Zitrus. Das ist der Moment, in dem Malta ganz kurz nach südlicheren Küsten ruft.
Qagħaq tal-Għasel (Honigringe / Sirupröllchen)
Süß, würzig, oft mit dunklem Sirup und Gewürzen. Das fühlt sich weniger nach „Kuchen“ an als
nach Winter, Gewürz und Vorratsglas – ein Echo alter Festtage und einer Region, in der Honig,
Sirup und Gewürze traditionell zusammengehören.
Maltesische Küche ist keine kitschige Mittelmeer-Postkarte, sie ist ein multikulturelles Logbuch.
Jede Teigtasche, jede Suppe, jedes Ofengericht erzählt von Inselrealität: Wind, Wasser,
Handel, Belagerung, Durchreise – und davon, wie man aus Einflüssen etwas Authentisches
kreiert. Wer den Kulturmix auf dem Teller sucht, findet ihn am schnellsten dort, wo Malta am
maltesischsten ist: im Gebackenen, im Geschmorten, im Teilen am Tisch – und in Süßigkeiten,
die noch immer ein bisschen nach Karawane und Hafen riechen.
Restaurant Tipps:
Ta’ Kris
Wer Malta nicht nur sehen, sondern auch schmecken möchte, ist bei Ta’ Kris gut aufgehoben.
Das traditionsbewusste Restaurant steht für ehrliche maltesische Küche, handschriftliche
Tagesempfehlungen mit gefüllten Paprika, Schweinebauch oder lokalem Fisch unterstreichen
den angenehm bodenständigen Charakter. Gewusel und Adresse: 154, Triq ix-Xatt,
Gżira, Malta. https://www.takrisrestaurant.com
Xerri il-Bukkett, Gozo
Meerblick, frischer Fisch und eine große, entspannte Terrasse: Xerri il-Bukkett gehört zu den
Adressen auf Gozo, die weniger über Inszenierung als über Lage und Atmosphäre funktionieren.
Auf der Karte stehen maltesische Gerichte ebenso wie Pasta, Pizza, Fleisch und Fisch,
dazu wechselnde Specials. Ein unkomplizierter Ort für alle, die den Blick aufs Wasser gern mit
einer entspannten Einkehr verbinden. Adresse: 4 Triq iz-Zewwieqa, Qala, Gozo QLA 1433,
Malta. https://www.facebook.com/XerriLBukkett
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MALTA | KULINARISCH
Restaurant Il Pirata, Mellieha
© Tanja Neumann
© Anke Sademann
Seaview Café, Mellieha
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Caffè Cordina
Caffè Cordina bringt jenen historischen Glanz mit, der zu Valletta so gut passt. Marmortreppe,
Spiegel, vergoldete Ornamente und das elegante Café-Ambiente machen den Ort nicht nur zu
einer Adresse für Kaffee und Süßes, sondern auch zu einer kleinen Zeitreise in die mondäne
Vergangenheit der Stadt. Zur Mittagszeit ist das traditionsreiche Café ideal für einen kleinen
Hunger. Die Snackkarte bietet günstige, typisch maltesische Optionen wie Qassata oder Pastizzi.
Adresse: 244–245 Republic Street, Valletta, Malta VLT 1114. https://caffecordina.com
Il Pirata
Il Pirata steht für mediterrane Küche in entspannter, zeitgemäßer Form und verbindet Fisch,
Pasta, Pizza und italienisch geprägte Klassiker mit einer Lage, die auf Malta oft vom Wasser
mitgeprägt ist. Gerade diese Mischung aus unkomplizierter Atmosphäre, solider Küche und
maritimem Umfeld macht das Restaurant zu einer Adresse für alle, die es genussvoll, aber
nicht steif mögen. Laut offizieller Website gibt es mehrere Standorte auf Malta, darunter Valletta,
Senglea und Mellieħa
Bay. Adresse (Valletta): Santa Lucija Street, Valletta, Malta. ilpirata.com.mt
Seaview Cafe, Mellieħa (Lieblingsadresse)
Das Seaview Cafe lebt vor allem von seiner Lage: ein kleines, unkompliziertes Café mit Blick
über die Mellieħa Bay, das sich für Lunch, Dinner, Snacks, Kaffee und Drinks anbietet. Gerade
diese entspannte Kombination aus Aussicht und legerer Einkehr macht den Reiz der Adresse
aus. Adresse: Sea View Cafe/Bar, Triq Salvinu Vella, Mellieħa, Malta.
https://www.facebook.com/seaviewcafemellieha/
Auf Malta wird Kaffee mitunter zur kleinen Gewürzreise: Chicorée, Anis, Nelke und Zitruszeste
verleihen ihm Tiefe, ein klarer Anislikör setzt dazu den passenden Akzent.
Tipp für Weinkenner: Besuch der Marsovin Winery
Mehr als 100 Jahre sind vergangen, als Chevalier Anthony Cassar als kleiner Weinproduzent
begann, Trauben von lokalen Landwirten zu sammeln und Wein herzustellen, der anschließend
mit Pferdewagen an Geschäfte ausgeliefert und verkauft wurde. Über mehrere Generationen
hinweg wurden Technologie und Standards weiterentwickelt, sodass aus dem Betrieb
ein moderneres Weingut mit höherer Qualität wurde, das sich den Anforderungen der Zeit
anpasste. Heute wird diese Tradition fortgeführt: Marsovin zählt als modernes Weingut mit
Premiumweinen zu den führenden Häusern des Landes, unter der Leitung von Jeremy Cassar,
dem Urenkel des Gründers.
https://marsovinwinery.com/
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Credit © Adel Kabrel Mvoto Tchouta
Die Köche von morgen – Internationaler
Nachwuchs in der Küche
Viele Betriebe der lebensmittelnahen Branche finden am heimischen Markt kaum noch
ausreichend Bewerberinnen und Bewerber für ihre Ausbildungsplätze. In Hotels, Restaurants,
Produktionsküchen, Bäckereien, Metzgereien und im Lebensmittelhandel wird
die Nachwuchsgewinnung dadurch zu einer zentralen Zukunftsfrage. Gleichzeitig wächst die
Zahl junger Menschen aus dem Ausland, die den Weg nach Deutschland suchen, um hier eine
qualifizierte Ausbildung zu absolvieren und sich langfristig eine berufliche Perspektive aufzubauen.
Damit aus diesem Interesse ein tragfähiger Ausbildungsweg wird, braucht es mehr als eine
reine Vermittlung. Entscheidend ist, ob junge Menschen fachlich, sprachlich und kulturell so
vorbereitet werden, dass sie im Betrieb ankommen, im Ausbildungsalltag bestehen und die
Chance erkennen, die ihnen eine duale Ausbildung eröffnet. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet
das von Daniel Hirsch gegründete Unternehmen PS-Solutions4You: als Bildungsträger
mit eigenen Schulstrukturen, klarer Branchenorientierung und einem Prozess, der Betriebe
wie Auszubildende über die eigentliche Anbahnung hinaus begleitet.
Ausbildung beginnt nicht erst am ersten Arbeitstag
Gerade in der Gastronomie zeigt sich, wie anspruchsvoll eine erfolgreiche Integration in
Ausbildung ist. Wer eine Ausbildung als Koch oder Köchin beginnt, muss nicht nur Deutsch
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ADVERTORIAL
sprechen, sondern auch Arbeitsabläufe verstehen, Küchenorganisation einordnen, Hygieneanforderungen
beachten, Fachbegriffe sicher anwenden und sich in einer oft schnellen, körperlich
fordernden Arbeitsumgebung zurechtfinden. In der Hotellerie und im Restaurantfach
kommen Gästekontakt, Serviceverständnis, Teamkommunikation und kulturelle Erwartungen
hinzu.
PS-Solutions4You setzt deshalb vor dem Ausbildungsstart an. Die jungen Menschen werden
in berufsspezifischen Gruppen vorbereitet. Dabei geht es nicht allein um allgemeine Sprachkenntnisse,
sondern um den Wortschatz und die Situationen, die im späteren Betrieb tatsächlich
relevant sind. In der lebensmittelnahen Branche gehören dazu Begriffe und Abläufe aus
Küche, Verkauf, Warenkunde, Hygiene, Lagerung, Produktion und Service. Die Vorbereitung
soll den Übergang in den Betrieb erleichtern und verhindern, dass Azubis zwar formal einreisen,
im Alltag aber ohne ausreichende Orientierung bleiben.
Der Ansatz folgt einem klaren Grundgedanken: Eine Ausbildung kann nur dann gelingen,
wenn beide Seiten vorbereitet sind. Betriebe brauchen junge Menschen, die motiviert sind
und eine realistische Vorstellung vom Beruf haben. Die Auszubildenden wiederum brauchen
eine belastbare sprachliche und fachliche Grundlage, Ansprechpartner und eine Begleitung,
die über den Visumprozess hinausreicht.
Der Schwerpunkt: Gastronomie, Hotellerie und das Berufsbild Koch/Köchin
Der Ursprung des Programms liegt in den gastronomienahen Berufen. Besonders das Berufsbild
Koch/Köchin steht exemplarisch für die Anforderungen, die internationale Nachwuchsgewinnung
heute erfüllen muss. Die Küche ist ein Ausbildungsort, an dem Sprache und
Handwerk unmittelbar zusammenkommen: Rezepturen, Vorbereitung, Mise en Place, Garverfahren,
Hygiene, Teamabsprachen, Warenannahme, Lagerung und Zeitdruck greifen täglich
ineinander.
Für die Vorbereitung auf diesen Bereich nutzt das Unternehmen unter anderem Lehrbücher
des HT Verlags. Ergänzend werden Inhalte aus spezialisierten Pauli Apps einbezogen, um
fachliche Grundlagen, Küchenwissen und berufsspezifische Begriffe schon vor dem Ausbildungsstart
greifbarer zu machen. Damit wird die Sprachvermittlung stärker an der späteren
Ausbildungspraxis ausgerichtet und nicht als losgelöster Deutschkurs verstanden.
Hinzu kommt ein weiterer Baustein: Schülerinnen und Schüler absolvieren vorab Praktika.
Diese praktische Erfahrung ist besonders in gastronomischen Berufen wichtig, weil sie ein
realistischeres Bild vom Arbeitsalltag vermittelt. Wer vor der Einreise bereits Einblicke in Abläufe,
Belastungen und Erwartungen erhalten hat, kann bewusster entscheiden und startet
mit einer anderen Ernsthaftigkeit in die Ausbildung.
Am Standort Madagaskar ist zudem eine eigene Schulküche in Planung. Damit soll die berufliche
Vorbereitung weiter vertieft werden. Gleichzeitig werden verstärkt berufserfahrene
Kandidatinnen und Kandidaten aus Hotels für Sprachkurse und Vorbereitungsprogramme gewonnen.
Gerade für Hotels, Restaurants und Produktionsküchen ist dieser Punkt relevant:
Vorerfahrung ersetzt keine deutsche Ausbildung, kann aber den Einstieg erleichtern, wenn
sie mit Sprache, Fachbegriffen und kultureller Vorbereitung verbunden wird.
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Credit © Adel Kabrel Mvoto Tchouta
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ADVERTORIAL
Warum reine Vermittlung zu kurz greift
Der Markt rund um internationale Fachkräfte und Auszubildende ist unübersichtlich geworden.
Für Betriebe ist es schwer zu erkennen, wer seriös arbeitet, wer Verantwortung übernimmt
und wer lediglich Kontakte herstellt. Gerade dort, wo der Druck groß ist, Ausbildungsplätze zu
besetzen, entstehen Risiken: unzureichende Sprachkenntnisse, fehlende Vorbereitung, unklare
Zuständigkeiten, hohe Erwartungen auf beiden Seiten und Enttäuschungen, wenn die
Realität im Betrieb nicht zu dem passt, was im Vorfeld versprochen wurde.
PS-Solutions4You positioniert sich bewusst nicht als klassischer Vermittlungsanbieter, sondern
als Bildungsträger mit eigenem Schulbetrieb und direkter Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben.
Der Unterschied liegt im Prozess: Von der sprachlichen und berufsspezifischen
Vorbereitung über behördliche Themen bis zur Organisation der Einreise und der
Begleitung nach Ausbildungsstart kommen die wesentlichen Schritte aus einer Hand. Zeitarbeitsfirmen
oder externe Vermittler werden nicht einbezogen.
Dieser Anspruch ist besonders für kleinere und mittelständische Betriebe bedeutsam. Ein
Hotel, ein Restaurant, eine Produktionsküche oder ein familiengeführter Lebensmittelbetrieb
verfügt häufig nicht über eigene internationale Rekrutierungsstrukturen. Wenn ein externer
Partner dann lediglich einen Kontakt herstellt, bleiben viele operative Fragen beim Betrieb
hängen. Das Konzept von PS-Solutions4You setzt deshalb darauf, Verantwortung nicht an
der Schwelle des Vorstellungsgesprächs enden zu lassen.
Professionelle Unterstützung entlastet die Ausbildungsbetriebe
Ein zentrales Profilmerkmal ist die Bündelung vieler Aufgaben, die sonst einzeln organisiert
werden müssten. Das beginnt bei der Auswahl und Vorbereitung geeigneter Kandidatinnen
und Kandidaten und reicht bis zu den formalen und praktischen Schritten vor der Einreise.
Ausbildungsbetriebe teilen zunächst mit, für welche Berufsbilder sie Nachwuchs suchen. Anschließend
werden Bewerbungsunterlagen bereitgestellt und Vorstellungsgespräche organisiert,
die auf Deutsch geführt und begleitet werden.
Übernommen werden darüber hinaus behördliche Themen und Visa-Verfahren in Deutschland
sowie im jeweiligen Herkunftsland, die Organisation der Anreise, der Abschluss notwendiger
Versicherungen sowie – soweit möglich – weitere vorbereitende Schritte wie SIM-Karte
oder Handyvertrag. Auch nach der Ankunft bleiben Aufgaben zu koordinieren: Bankkonto,
Einwohnermeldeamt und die einmalige Registrierung bei der Ausländerbehörde vor Ort gehören
zu den praktischen Themen, die für einen gelungenen Start relevant sind.
Für den Betrieb bleibt dennoch Verantwortung: Vor der Ankunft ist insbesondere Wohnraum
zu organisieren. Bei Ankunft müssen örtliche Schritte wie Kontoeröffnung, Anmeldung und
Behördenkontakt umgesetzt werden. Der Unterschied liegt darin, dass der Ausbildungsbetrieb
diese Themen nicht ohne vorbereitete Struktur angehen muss. Er erhält einen Prozess,
der die vielen Einzelbausteine bündelt und die Komplexität reduziert.
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ADVERTORIAL
Kosten entstehen transparent: Der Ausbildungsbetrieb entrichtet pro Auszubildendem ein
Honorar in Höhe von 1.500 Euro netto. Hinzu kommen 411 Euro Gebühr für das beschleunigte
Fachkräfteverfahren in den Behörden. Das Honorar umfasst unter anderem die Durchführung
behördlicher Verfahren, die berufsspezifische Vorbereitung auf die Ausbildung, die
Organisation und Koordination der Anreise sowie den berufsbegleitenden Sprachkurs in den
ersten Monaten der Ausbildung. Die Gebühr wird nach Erteilung des Visums in Rechnung gestellt,
sodass der Betrieb nicht in Vorleistung geht.
Sprache, Alltag und Werte: Begleitung im ersten halben Jahr
Ein besonders wichtiger Baustein ist die Begleitung nach Ausbildungsstart. Alle Auszubildenden
erhalten für ein halbes Jahr einen Online-Sprachkurs. In dieser Phase werden Themen
vertieft, die für das Leben und Arbeiten in Deutschland entscheidend sind. Dazu gehören
nicht nur berufliche Kommunikation und fachliche Sprache, sondern auch Alltagswissen, Werteverständnis
und Orientierung im deutschen System.
Behandelt werden beispielsweise Mülltrennung, Lohnnebenkosten, das Gesundheitssystem,
Zusatzleistungen, Versicherungen, Vermittlungen und weitere praktische Fragen des täglichen
Lebens. Grundlagen werden bereits vorab vermittelt. Das erste halbe Jahr wird jedoch
bewusst intensiv genutzt, um wichtige Bausteine zu festigen und Kulturunterschiede zu
überbrücken. Für Betriebe ist das ein zentraler Punkt: Integration endet nicht mit der Ankunft,
sondern beginnt im Alltag des ersten Ausbildungsjahres.
Gerade in Küchen, Restaurants und Hotels ist diese Nachbetreuung relevant. Arbeitszeiten,
Teamstrukturen, Hierarchien, Pausenkultur, Kommunikation mit Ausbildern und die Erwartungen
an Zuverlässigkeit unterscheiden sich häufig von den Erfahrungen, die junge Menschen
aus ihren Herkunftsländern mitbringen. Werden solche Unterschiede nicht erklärt, entstehen
Missverständnisse. Werden sie begleitet, können sie Teil eines Lernprozesses werden.
Schulen vor Ort und ein klarer Länderbezug
Das Unternehmen betreibt Sprachschulen in verschiedenen afrikanischen Ländern sowie in
Indien. Genannt werden Madagaskar, Kamerun, Togo/Benin sowie Indien als Kooperationsprojekt.
In jeder Schule soll ein studierter Germanist eingebunden sein, der beide Sprachen
sicher beherrscht. Diese sprachliche und kulturelle Brücke ist für den Ansatz entscheidend,
weil viele Fragen nicht erst in Deutschland entstehen, sondern bereits während der Vorbereitung
im Herkunftsland.
Der Schulbetrieb ermöglicht eine andere Form der Steuerung als eine reine Bewerberdatenbank.
Lehrkräfte, Ansprechpartner und Kandidaten befinden sich im direkten Austausch. Die
berufsspezifische Beschulung kann auf Zielbranchen ausgerichtet werden. Für Gastronomie
und Küche bedeutet das: Fachsprache, typische Situationen und Erwartungen können systematisch
vorbereitet werden, bevor der Ausbildungsvertrag im Alltag auf die Probe gestellt
wird.
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ADVERTORIAL
Seit Unternehmensgründung haben über 1.000 junge Menschen nach Besuch der Schulen
eine berufliche Zukunft in Deutschland gefunden. Mehr als 90 Prozent schließen die Ausbildung
erfolgreich ab. Diese Zahlen sind vor allem deshalb relevant, weil sie nicht nur die Anzahl
der Einreisen beschreiben, sondern den Blick auf den Ausbildungserfolg lenken.
Partner aus der Praxis
Rund 50 Betriebe arbeiten pro Jahr mit dem Bildungsträger zusammen; daraus entstehen
etwa 250 Auszubildende jährlich. Das Spektrum reicht von Hotellerie und Gastronomie über
Bäckereien, Metzgereien und Supermärkte bis hin zu weiteren Unternehmen der lebensmittelnahen
Branche. Für die gastronomische Zielgruppe ist besonders wichtig, dass darunter
bekannte Häuser und Betriebe aus der Praxis sind.
Zu den genannten Referenzen gehören Becka Beck, ausgezeichnet als Bäcker des Jahres
2021, der Hofbräukeller, betrieben von der Oktoberfest-Wirtsfamilie Steinberg, das mehrfach
ausgezeichnete Wellnesshotel Reischlhof in Wegscheid im Passauer Land sowie die Albmetzgerei
Failenschmid von der Schwäbischen Alb. Hinzu kommen Edeka-Kaufmannsfamilien wie
Jens und Süllau in Schleswig-Holstein sowie Leeb und Dirnberger in Bayern. Die Referenzen
zeigen die Breite des Ansatzes: Es geht nicht um beliebige Branchen, sondern um Betriebe,
in denen Lebensmittel, Gastlichkeit, Handwerk und Ausbildung zum Kerngeschäft gehören.
Neben den Betrieben nennt das Unternehmen weitere Einbindungen: Partnerschaften und
Empfehlungen aus dem Edeka-Umfeld, die Empfehlung durch die Geschäftsführung des BKV
Nord, die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern sowie regelmäßige Auftritte
auf Arbeitskreistreffen des Bäcker- und Metzgereihandwerks. Hinzu kommen Mitgliedschaften
im ERFA-Foodservice sowie im ERFA-Freizeitpark. Für Ausbildungsbetriebe kann
diese Einbettung ein Hinweis darauf sein, dass der Ansatz nicht isoliert entwickelt wurde,
sondern in Austausch mit der Praxis steht.
Ein Angebot an Hotels, Restaurants und Produktionsküchen
Für Hotels, Restaurants und Produktionsküchen stellt sich die Nachwuchsfrage besonders
dringlich. Küchen brauchen junge Menschen, die bereit sind, ein anspruchsvolles Handwerk zu
lernen. Restaurants benötigen Persönlichkeiten, die Service, Sprache und Gastorientierung
verbinden. Hotels suchen Auszubildende, die sich in komplexe Abläufe einfinden und mehrere
Bereiche verstehen. Produktionsküchen wiederum benötigen zuverlässige Nachwuchskräfte,
die strukturiert arbeiten und hygienische Standards sicher einhalten.
Genau für diese Zielgruppe soll der Artikel am Ende eine Einladung sein: Betriebe, die internationale
Ausbildung nicht als kurzfristige Lückenfüllung verstehen, sondern als langfristigen
Baustein der Nachwuchsgewinnung, benötigen einen Partner mit Branchenfokus, Vorbereitungstiefe
und Begleitung. Der Ansatz richtet sich an Unternehmen, die jungen Menschen
eine echte Chance geben wollen und zugleich erwarten, dass diese Chance professionell vorbereitet
wird.
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ADVERTORIAL
„Wir sind der lebensmittelnahen Branche bis heute treu geblieben. Unser Ursprung sind die
Gastronomie Berufe und damit auch Köchin/Koch. Die letzten Jahre haben wir zunehmend
Partner in anderen Branchen gewonnen. Ich wünsche mir für 2027 wieder mehr Ausbildungsbetriebe,
die unseren Schülern eine Chance auf eine Ausbildung geben - als Koch, Restaurant/
Hotelfachmann oder frau und gerne auch in anderen Berufen“, Daniel Hirsch (Geschäftsführer
PS-Solutions4You)
Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler für das Ausbildungsjahr 2027 läuft bereits. Angesprochen
sind insbesondere Hotels, Restaurants und Produktionsküchen, die einen starken
Partner mit konsequentem Branchenfokus, gewachsener Erfahrung und umfangreichen Referenzen
suchen. Für sie kann internationale Ausbildung ein neuer Weg sein, um Nachwuchs
zu gewinnen – vorausgesetzt, sie wird nicht dem Zufall überlassen, sondern als Bildungsaufgabe
verstanden.
„Unsere Konkurrenten haben mehr Kapital, sind selten inhabergeführt und vermitteln in alle
Branchen. Mir liegt der einzelne Kunde am Herzen. Für uns ist es wichtig, dass er immer wieder
zu uns kommt. Der Großteil unserer knapp 50 jährlichen Partner arbeitet schon im dritten
oder sogar vierten Ausbildungsjahr mit uns zusammen. Darauf sind wir stolz“, Gründer und
Alleininhaber Daniel Hirsch von PS-Solutions4You
Kontakt
PS-Solutions4You GmbH
Ulmenweg 17
92721 Störnstein
Geschäftsführer/Inhaber: Daniel Hirsch
Telefon: +49 157 83929333
E-Mail: d.hirsch@ps-solutions4you.de
Web: https://www.ps-solutions4you.de/
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FRIESENKRONE
© Friesenkrone © Friesenkrone
Hering – das wahre Superfood
aus der Nordsee
Omega-3-Depot, Vitamin-Boost und Protein-Power:
Friesenkrone rückt den heimischen Star der Meere in den Fokus
einer bewussten Ernährung.
Beim Wort „Superfood“ denken die meisten vermutlich an exotische Lebensmittel wie Avocado
oder Chia-Samen. Dabei kommt ein unterschätzter Nährstoff-Lieferant aus der Nordsee:
der Hering. Denn das einstige „Arme-Leute-Essen“ hat es in sich. Von Omega-3-Fettsäuren
über Proteine bis zu Vitamin D und B12 - der kleine, silberne Fisch ist eines der nährstoffreichsten
Lebensmittel überhaupt. Als führender Fischfeinkosthersteller setzt sich Friesenkrone
für eine bewusste Ernährung ein und erklärt, warum der Hering der unangefochtene
Star auf dem Teller ist.
Power-Paket für Herz und Hirn
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, mindestens zweimal pro Woche
Fisch zu essen. Ein ausschlaggebender Grund sind die enthaltenen „guten Fette“. Hering ist
einer der besten Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren, die das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
reduzieren. Darüber hinaus ist Omega-3 ein wichtiger Baustein für Nervenzellen
und unterstützt so die Gehirnfunktion.
„Vitamin-Sea“ gegen das Winter-Tief
Besonders in den Winter-Monaten ist Vitamin-D-Mangel weit verbreitet. Auch hier punktet
der Hering mit großen Mengen des „Sonnen-Vitamins“. Obendrein enthält Hering auch noch
Vitamin B12, das die Blutbildung und Nervenfunktionen unterstützt. Schon eine Portion kann
einen Großteil des Tagesbedarfs Vitamin D und B12 decken und so das Immun- und Nervensystem
stärken.
CHEFHEADS-MAGAZIN
PARTNER-WERBUNG
„High-Protein“ by Nature
Ohne Proteine geht es nicht - sie sind ein essenzieller Baustoff des Körpers, unterstützen
Stoffwechsel und Immunabwehr. Der Hering zeichnet sich durch einen hohen Anteil an hochwertigem
Eiweiß aus. Hundert Gramm Hering enthalten in etwa so viel Protein wie ein Proteinshake
– jedoch ohne künstliche Aromen, dafür mit vollem Geschmack und natürlicher Bioverfügbarkeit.
Gesunde Ernährung dank gesunder Fischbestände
© Friesenkrone
Christian Strasoldo, Geschäftsführer von Friesenkrone
Gesundheit hört nicht beim eigenen Körper auf. Die Heringe von Friesenkrone stammen aus
Beständen, die sich schnell regenerieren, und werden mit schonenden Fangmethoden gefischt.
Wer Hering genießt, entscheidet sich
also nicht nur für sein eigenes Wohlbefinden,
sondern auch für einen bewussten Umgang
mit maritimen Ressourcen.
Gesunde Produkte durch gute
Zutaten
Hering und Matjes sind die Grundlage für fast
alle Friesenkrone-Produkte - ob PUR, als Marinade
oder in verschiedenen Brat-Variationen.
Neu im Sortiment sind die Küstensalate, und auch hier legt Friesenkrone den Fokus auf eine
bewusste Ernährung. Die Salate sind frei von unnötigen Zusatzstoffen und als Saucenbasis
kommen Crème fraîche, Joghurt und Magerquark statt reiner Mayonnaise zum Einsatz. Alle
Zutaten wie knackiges Gemüse und aromatische Kräuter sind frisch. So wird der klassische
Fischsalat zum festen Bestandteil eines ausgewogenen Frühstücks.
Christian Strasoldo, Geschäftsführer von Friesenkrone:
„Der Hering ist das Vitalstoffdepot der Natur. Er hat einen hohen Anteil an Nährstoffen, den
man in kaum einem anderen Lebensmittel findet - und das bei einer hervorragenden CO2-
Bilanz im Vergleich zu Fleischprodukten. Deshalb setzen wir bei Friesenkrone auf Hering
und Matjes von höchster Qualität. Dazu kommen frische Zutaten und leichte Saucen - wie in
unseren neuen Küstensalaten.“
Weitere Informationen zu Friesenkrone finden sich auch auf Facebook, Instagram, LinkedIn
und www.friesenkrone.com
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WERBUNG
90 JAHRE ERBE UND INNOVATION
CHEFHEADS-MAGAZIN
Credit: © BRAGARD
WERBUNG
Credit: © BRAGARD
1933 GEGRÜNDET: DAS HAUS DER
EXZELLENZ IN DEN VOGESEN
1976 entwickelten Bragard und Paul Bocuse gemeinsam die ikonische Jacke Grand Chef®. Mit
ihrer Eleganz und technischen Perfektion wurde sie zu einem zeitlosen Klassiker, der seit über
45 Jahren in der Spitzengastronomie Bestand hat. Als erste Jacke speziell für Spitzenköchinnen
und Spitzenköche entwickelt, ermöglichte sie Bragard den weltweiten Durchbruch in der
Gastronomie. Auch heute noch werden neue Kollektionen aus dem Hause Bragard von dieser
besonderen Jacke inspiriert, die bis heute großen Erfolg genießt.
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WERBUNG
Credit: © BRAGARD
CHEFHEADS-MAGAZIN
WERBUNG
Credit: © BRAGARD
DIE IKONISCHE JACKE
Präsentation der Jacke GRAND CHEF ®, entwickelt in Zusammenarbeit mit Monsieur Paul Bocuse.
Diese Jacke vereint Eleganz und technische Perfektion und absolutes Must-have in der
Garderobe von Köchinnen und Köchen auf der ganzen Welt.
Bragard
Lazarus-Mannheimer-Str.6
77694 Kehl
Deutschland
Rufen Sie uns an: +49 (0) 7851 899949 0
Mailen Sie uns: info.de@bragard.com
Web: www.bragard.de/
ChefHeads-Club der Küchenchefs
Rosenweg 43
51519 Odenthal
Deutschland
Tel.: +49 (0) 2174 892 72 27
E-Mail.: info@chefheads.de
Web: www.chefheads.eu
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BUCH-TIPP
BÜCHER-TIPP
unsere
EMPFEHLUNGEN
CHEFHEADS-MAGAZIN
BUCH-TIPP
Modernist Cuisine at Home, von Nathan Myhrvold und Maxime
Bilet, setzt einen neuen Maßstab für Kochbücher im
privaten Bereich. In diesem 456 Seiten starken Band haben
die Autoren alle wesentlichen Informationen zusammengetragen,
die ein Koch benötigt, um eine moderne Küche
auszustatten, Modernist-Techniken zu beherrschen und
Hunderte beeindruckender Rezepte zuzubereiten. Das Buch
enthält zudem ein spiralgebundenes Küchenhandbuch, das
alle Rezepte und Referenztabellen auf abwaschbarem, reißfestem
Papier wiedergibt.
Die kulinarische Revolution, die Restaurantmenüs weltweit
verändert hat, hält nun auch Einzug in die heimischen Küchen.
The Cooking Lab, Herausgeber des enzyklopädischen
zweibändigen Standardwerks Modernist Cuisine, das zum
Referenzwerk dieser Revolution wurde, hat jetzt einen
prächtig illustrierten Leitfaden für Hobbyköche veröffentlicht
– mit komplett neuen Rezepten, zugeschnitten auf
Kochbegeisterte aller Erfahrungsstufen.
Mit der gleichen Leidenschaft für Perfektion, die Modernist
Cuisine auszeichnet, überträgt Modernist Cuisine at Home
die Innovationen von The Cooking Lab auf klassische Hausgerichte
– von Burgern und Chicken Wings bis zu Makkaroni
und Käse. Über 400 neue Rezepte sind enthalten, die meisten
mit Schritt-für-Schritt-Fotos, die es leicht machen, Spitzenküche
an den heimischen Esstisch zu bringen.
Modernist Cuisine at Home
Dr. Nathan Myhrvold and Maxime
Bilet
Sprache: Englisch
Format: Hardback
Dimensions: x
Brand: Modernist Cuisine
Series: MODERNIST CUISINE
ISBN: 9780982761014
PHAIDON
Zu den faszinierenden Techniken, die vorgestellt werden, gehören unter anderem:
Wie man Fisch und Steak jedes Mal perfekt gart – egal ob in der Küche, im Garten oder beim
Grillen im Freien. Wie man mit einem Schnellkochtopf Fonds in einem Bruchteil der üblichen
Zeit zubereitet und dabei noch mehr Geschmack einfängt. So erfährt man etwa, wie man
Fisch und Gemüse perfekt in der Mikrowelle dämpft, erstklassiges Beef Jerky herstellt oder
empfindliche Kräuter frittiert.
Tipp:
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BUCH-TIPP
Inmitten der Schweizer Alpen thront das Drei-Sterne-Restaurant
Schloss Schauenstein als Symbol für kulinarische Kunstfertigkeit,
kulturelles Erbe und kreatives Miteinander. Dort arbeitet
ein eingespieltes Team auf höchstem Niveau – getragen
von einer Philosophie, die das Terroir durch langfristige Partnerschaften
mit den Erzeugern würdigt, die es bewirtschaften.
Die renommierten Spitzenköche Andreas Caminada und
Marcel Skibba gewähren einen Einblick hinter die Kulissen
einer der weltweit führenden Gourmet-Adressen. In Form
einer zweibändigen Monographie präsentiert Beyond Peaks
den Geist dieser bemerkenswerten Destination – anhand von
Geschichten, Rezepten, Menschen und Landschaft, von früher
und von heute. Dies ist weit mehr als ein Kochbuch: Es ist eine
Hommage an die alpine Kultur, an meisterliches Handwerk und
an kulinarische Innovation, eingebettet in die einzigartige Welt
von Schloss Schauenstein, die Andreas Caminada vor 22 Jahren
zum Leben erweckte.
Das mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Schloss Schauenstein
ist mehr als nur ein Restaurant:
Es ist ein Schloss aus dem 18. Jh., das als kulinarisches Wahrzeichen
wiedererstanden ist.
Die renommierten Spitzenköche Andreas Caminada und Marcel
Skibba gewähren einen Einblick hinter die Kulissen einer der
Caminada/Skibba/Vallejo
Beyond Peaks –
Deutsche Ausgabe
Die Küche von Schloss Schauenstein
332 Seiten, 4-farbig,
21,4 x 29 cm, Hardcover
ISBN 978-1-83729-178-6
Artikelnummer 91119141
Trauner Verlag
weltweit führenden Gourmet-Adressen.
Band I: Geschichten zeigt ein facettenreiches Porträt der Menschen und Zutaten hinter den
Gerichten – mit beeindruckenden Aufnahmen des Schweizer Fotografen Joan Minder.
Band II: Rezepte enthält eine ausgewählte Sammlung saisonaler Degustationsmenüs sowie
Grundrezepte, die praxisnahe Einblicke in das Handwerk der beiden gefeierten Küchenchefs
geben.
Tipp:
CHEFHEADS-MAGAZIN
BUCH-TIPP
Vom gefeierten Küchenchef Julien Royer – eine Hommage
an Herkunft, Saisonalität und Terroir, die den Geist von Odette,
Royers mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnetem Restaurant
in der National Gallery von Singapur, widerspiegelt.
„Dieses Buch lädt uns ein in Odettes intime und großzügige
Welt, in der jede Seite die Magie vermittelt, die Köche auf der
ganzen Welt weiterhin inspiriert.“ – Jorge Vallejo, Küchenchef
und Inhaber von Quintonil.
Als Küchenchef und Inhaber des Odette – eines der renommiertesten
Restaurants Asiens und regelmäßig auf der Liste
der World’s 50 Best Restaurants vertreten – verbindet Julien
Royer französische Kochkunst mit dem südostasiatischen
Terroir. So entsteht eine Küche, die von Anmut, Klarheit und
emotionaler Tiefe geprägt ist. Benannt nach seiner geliebten
Großmutter, zieht Odette Gäste aus aller Welt an, fasziniert
durch seine erfrischende Sicht auf moderne Haute
Cuisine.
Odette: Terroir to Table, Heart to Plate ist eine intime und
elegante Hommage an die Menschen, Orte und Philosophien,
die Royers kulinarischen Weg geprägt haben. Das Buch beginnt
mit einer Reihe tief persönlicher Essays, die Royers
Kindheit im ländlichen Frankreich, prägende kulinarische Einflüsse
und die Werte seines Restaurants beleuchten – von
Gastfreundschaft und Mentorschaft bis hin zu Design und
Storytelling.
Odette:
Terroir to Table, Heart to Plate [A
Cookbook]
Julien Royer, with forewords by Daniel
Boulud and Dominique Crenn
Sprache: Engisch
Format: Hardback
Dimensions: 290mm x 214mm
Pages: 272
Brand: Phaidon
ISBN: 9781837291090
PHAIDON
Gemeinsam bieten diese Texte einen Einblick in eine kreative Praxis, die auf Erinnerung, Emotion
und dem Streben nach Exzellenz beruht. Der zweite Teil des Buches ist über 80 Rezepten
gewidmet, die dem Rhythmus eines Menüs bei Odette folgen – von verspielten Vorspeisen
über Gemüsegerichte, Fisch und Meeresfrüchte bis hin zu Fleisch, Geflügel und Desserts. Ikonische
Gerichte wie Mushroom Tea with Sabayon, Rosemary-Smoked Organic Egg sowie Pigeon,
Beetroot, Cherry and Marukyo Uni sind hier zu finden, ergänzt durch beeindruckende
Fotografien und begleitende Texte über die Inspiration hinter jedem Teller.
Tipp:
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REDAKTIONELLES
Das ChefHeads-Magazin ist das monatlich erscheinende Online-Magazin für Führungskräfte,
Küchenchefs, Gastronomen und Entscheider der Hospitality-Branche. Als offizielles
Magazin des ChefHeads-Club der Küchenchefs – dem Netzwerk der Küchenchefs – bietet
es fundierte Einblicke in die zeitgenössische Gastronomie, Hotellerie und Food-Szene.
Jede Ausgabe vereint exklusive Interviews, inspirierende Porträts, fundierte Branchenanalysen
sowie Best-Practice-Beispiele und Trendthemen. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen
aus Küche und Management ebenso wie Themen rund um Digitalisierung, Nachhaltigkeit,
Arbeitswelt und Food-Innovation.
Das ChefHeads-Magazin versteht sich dabei als kuratierte Wissens- und Inspirationsplattform
für alle, die gastronomische Qualität mit unternehmerischer Verantwortung verbinden.
Mit hochwertigen Inhalten, praxisnaher Relevanz und einem klaren Fokus
auf Führung, Qualität und Zukunftsfähigkeit schafft das ChefHeads-Magazin
einen nachhaltigen Mehrwert. Es verbindet kulinarische Kompetenz mit modernem
Leadership und bietet Orientierung in einem sich wandelnden Marktumfeld.
Das Magazin erscheint ausschließlich digital, ist jederzeit auf www.chefheads-magazin.de
abonnierbar – und richtet sich an Menschen, die die Branche aktiv mitgestalten wollen: informiert,
vernetzt und zukunftsorientiert.
ChefHeads-Club der Küchenchefs
Rosenweg 43 – 51519 Odenthal
Impressum
T: +49 (0) 2174 892 7227
M: info@chefheadsmagazin.de
W : www.chefheadsmagazin.de
Redaktion: Guido Fritz
Lektorat: Christine-Anja Möcklinghoff
Design: Guido Fritz
Fotografie: Anke Sademann • Friesenkrone • Tanja Neumann • C-FILMS / Aliocha Merker
• Lauri Laan • Anna-Liisa Piiroja • kitchen theory • Minos Palace • Guido Fritz • Bragard • Visit Malta
• Heritage Malta
An dieser Ausgabe haben mitgewirkt:
Anke Sademann •Tanja Neumann • Guido Fritz
Copyright: Das Urheberrecht an den Inhalten,
Bildern und Designs der Zeitschrift liegt bei ChefHeads-Club der Küchenchefs
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Datenschutz >>>
CHEFHEADS-MAGAZIN
REDAKTIONELLES
Themen & Termine 2026
Neben den ständigen Themenbereichen bieten wir Ihnen 2026 wieder eine große Auswahl an Themen und Berichten:
ChefHeads ist das Magazin für Exzellenz,
Inspiration und Haltung.
Jeden Monat präsentieren wir herausragende
Arbeiten aus Kulinarik, Gastronomie,
Hotellerie, Fooddesign, Corporate
Design, Gemeinschaftsverpflegung,
Catering und Küchentechnik – kuratiert,
hochwertig inszeniert und mit journalistischem
Anspruch umgesetzt. Jede
Ausgabe widmet sich zudem einem
klar definierten Fokusthema, das auf
bis zu 150 Seiten fundiertes Wissen
mit visueller Inspiration verbindet.
Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten,
Projekte und Produkte mit Substanz. Im
kulinarischen Teil zeigen wir Küchenchefs
und ihre Arbeit aus neuen, oft überraschenden
Perspektiven. Kulinarische Projekte
erhalten im Rezeptteil eine Bühne,
getragen von anspruchsvoller Fotografie
und präziser Redaktion. Der Bereich Produktion
& Einkauf stellt bemerkenswerte
Produzenten und Anbieter vor und vermittelt
tiefe Einblicke in Herkunft, Erzeugung,
Veredelung und Produktionsprozesse.
In der Rubrik Design & Lifestyle
greifen wir neue Gestaltungsansätze, ex-
Januar
ChefHeads-Magazin #01/26
ET: 15. Januar 2026
AS: 10. Januar 2026
RS: 10. Januar 2026
März
ChefHeads-Magazin #03/26
ET: 15. März 2026
AS: 10. März 2026
RS: 10. März 2026
Mai
ChefHeads-Magazin #05/26
ET: 15. Mai 2026
AS: 10. Mai 2026
RS: 10. Mai 2026
Juli
ChefHeads-Magazin #07/26
ET: 15. Juli 2026
AS: 10. Juli 2026
RS: 10. Juli 2026
September
ChefHeads-Magazin #09/26
ET: 15. September 2026
AS: 10. September 2026
RS: 10. September 2026
ET = Erscheinungstermin
AS = Anzeigenschluss
RS = Redaktionsschluss
perimentelle Formate und zeitgemäße Denkweisen auf.
Eine Anzeige im ChefHeads-Magazin bedeutet Sichtbarkeit
im richtigen Umfeld.
Sie erreichen eine anspruchsvolle, fachlich versierte Zielgruppe
aus Entscheidern, Kreativen und Meinungsbildnern – in einem
Umfeld, das Qualität, Relevanz und Glaubwürdigkeit transportiert.
Wer im ChefHeads-Magazin wirbt, positioniert sich nicht
laut, sondern nachhaltig.
Kontaktaufnahme: werbung@chefheadsmagazin.de
Februar
ChefHeads-Magazin #02/26
ET: 15.Februar 2026
AS: 10. Februar 2026
RS: 10. Februar 2026
April
ChefHeads-Magazin #04/26
ET: 15. April 2026
AS: 10. April 2026
RS: 10. April 2026
Juni
ChefHeads-Magazin #06/26
ET: 15. Juni 2026
AS: 10. Juni 2026
RS: 10. Juni 2026
August
ChefHeads-Magazin #08/26
ET: 15. August 2026
AS: 10. August 2026
RS: 10. August 2026
Oktober
ChefHeads-Magazin #10/26
ET: 15. Oktober 2026
AS: 10. Oktober 2026
RS: 10. Oktober 2026
November
ChefHeads-Magazin #11/26
ET: 15. November 2026
AS: 10. November 2026
RS: 10. November 2026
Dezember
ChefHeads-Magazin #12/26
SONDERAUSGABE
ET: 15. Dezember 2026
AS: 10. Dezember 2026
RS: 10. Dezember 2026
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Bennett – die Reanimation holt
sein kleines Herz zurück ins Leben
Liebe Freundinnen und Freunde der Stiftung
KinderHerz,
eigentlich glauben Sie nicht an Wunder? Dann
möchte ich Ihnen gerne Bennett vorstellen –
einen fröhlichen Jungen, der die Natur liebt,
gerne auf Bäume klettert und wie jeder fast
Achtjährige auch mal mit einer Schürfwunde
am Knie nach Hause kommt. Denn dass dieser
kleine Mann heute so gesund und munter ist,
das grenzt wirklich an ein Wunder!
Bennett wird mit der Fallot-Tetralogie
geboren, einem schweren Herzfehler, der
durch vier anatomische Fehlbildungen des
Herzens gekennzeichnet ist. Er ist gerade
einmal ein halbes Jahr alt, als die Ärzte
im Kinderherzzentrum Leipzig in einer
aufwendigen Operation am offenen Herzen
die Anomalien beheben. Doch kurz nach der
OP versagt sein Herz-Kreislauf-System und
Bennett muss umgehend reanimiert werden:
90 Minuten lang kämpfen die Ärzte mit aller
Kraft, um sein kleines Herz wieder zum
Schlagen zu bringen. Und sie schaffen es:
Sechs Monate nach seiner Geburt schenken
sie ihm zum zweiten Mal das Leben.
Heute erinnert nur noch die große Narbe,
die Bennett auf seiner Brust trägt, an die
dramatischen Ereignisse, die dieser tapfere
kleine Mann überstanden hat – lesen Sie die
ganze Geschichte von Bennett auf unserer
Website.
Es sind genau diese Wunder der modernen
Herzmedizin, die uns jeden Tag antreiben.
Und darum fördern wir wegweisende Projekte
wie die Studie am Herzzentrum Leipzig zur
Erforschung der Gründe und Auswirkungen
von Reanimationen bei Neugeborenen und
Kindern mit angeborenen Herzfehlern.
Auch Sie können helfen, die Überlebensund
Entwicklungschancen unserer Herzkinder
zu optimieren – mit Ihrer Spende und Ihrer
Unterstützung können wir gemeinsam Wunder
wahr werden lassen.
Sylvia Paul
Vorstand Stiftung KinderHerz
89 Euro
Übrigens: Mit 89 Euro können Sie eine wertvolle
Forschungsstunde finanzieren
stiftung-kinderherz.de/spenden
SPENDENKONTO Deutsche Bank AG
IBAN: DE41 1007 0024 0053 1616 00
CHEFHEADS-MAGAZIN
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Reanimation von Neugeborenen und
Kindern mit angeborenen Herzfehlern
Als hätten es Kinder mit einem angeborenen
Herzfehler nicht schon schwer genug, müssen
sie oft auch noch Situationen mit akutem
Herz-Kreislauf-Versagen ertragen und
wiederbelebt werden.
Überleben dank Reanimation
Ein Baby kommt mit einem Herzfehler auf
die Welt und muss sofort wiederbelebt
werden. Solche Reanimationsereignisse sind
oft lebensrettend, aber auch belastend. Wie
viele Kinder in Deutschland betroffen sind, ist
nicht belegbar. Fakt ist aber, dass Kinder mit
einem angeborenen Herzfehler, im Vergleich
zu gesunden Kindern, etwa drei Mal häufiger
von Reanimationsereignissen betroffen sind.
Geschichten wie die von Bennett machen
schlagartig klar, wie traumatisch diese
Situationen für die ganze Familie sind.
Projektorte: Herzzentrum Leipzig,
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Zeitplan: Zwei Jahre
Projektleitung: Dr. Franziska Markel, Dr. Peter Kramer
Fördervolumen: 50.000 Euro
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Weil Geschmack verbindet
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ChefHeads-Club der Küchenchefs
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