Körper & Geist Kärnten
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Mit Poster zum
Herausnehmen
Medizin der
Geschlechter
Warum es wichtig ist, zwischen
Männern und Frauen zu
unterscheiden.
Seite 4
Zwischen den Welten
Buben und Mädchen erleben ihre
Pubertät unterschiedlich.
Wie Eltern unterstützen können.
Seite 12
14 Lebensjahre mehr
Das weibliche Herz sendet oft
andere, leicht übersehbare
Warn signale. Wir verraten, welche.
Seite 22
Seelisch anders
Depression, Angst, Sucht – Unterschiede
zwischen den Geschlechtern
bei psychischen Erkrankungen.
Seite 30
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Inhalt
Körper & Geist
4 Medizin der Geschlechter
Moderne Gendermedizin zeigt,
warum es wichtig ist, Männer und Frauen
unterschiedlich zu behandeln.
8 Schmerz, lass nach!
Frauen und Männer haben ein
ungleiches Schmerzempfinden.
30 Seelisch anders
Lesen Sie alles rund um
„Körper & Geist“
auch online
Depression, Angst, Sucht –
Frauen und Männer reagieren verschieden
auf psychische Erkrankungen.
10 Mind the (Gender-)Gap
Wie die Österreichische Gesellschaft
für geschlechterspezifische Medizin
Behandlungen präziser macht.
12 Zwischen den Welten
Buben und Mädchen erleben ihre Pubertät
unterschiedlich. Wie Eltern ihre Kinder
unterstützen können.
16 Was Frau – und Mann – über
die Wechseljahre wissen sollte
Vielschichtiges Wissen über die Wechseljahre hilft,
diese so gut wie möglich bewältigen zu können.
22 Wie Frauen ihr Herz schützen können
Fünf Faktoren können das Risiko für
Herz- Kreislauf-Erkrankungen massiv erhöhen.
Wie Frauen gegensteuern können.
34 Zwischen Tradwife und Tinder:
Ist die Liebe am Limit?
Warum Gleichberechtigung mehr ist als 50/50
und was es wirklich braucht, damit zwei Menschen
einander nicht verlieren.
38 Vorsorge rettet Leben
Viele Krebsarten lassen sich gut behandeln,
wenn man sie früh erkennt. Welche
Untersuchungen sinnvoll sind.
44 Wenn Essen krank macht
Essstörungen gelten immer noch als Frauenkrankheit,
dabei sind auch viele Männer betroffen.
48 Gute Nacht!?
Dass Frauen schlechter schlafen als Männer,
liegt an der mentalen Belastung im Alltag.
50 Die Natur denkt nicht in Schubladen
Zwischen Frauen- und Männerkräutern:
Warum Phytotherapie heute differenziert gedacht
werden muss und genau darin ihre Stärke liegt.
IMPRESSUM
Medieninhaber & Herausgeber: Kleine Zeitung GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz. Projektleitung & Koordination: Melanie Kuehs und Christian Schneebauer. Art Direktion & Layout: Bianca Höller.
Texte: Angelika Kraft, Margot Hohl und Martina Marx. Titelseite: AdobeStock/insta_photos, MDShawon, AKTAR, Paper Trident. Icon: AdobeStock/MDShawon. Bildbearbeitung: Winona Pilat.
Werbemarkt: Julia Blasl, Doris Gassmann, Harald Käfer, Nadja Karner-Waiguny, Marion Kindermann, Andreas Prückler, Heimo Reschun, Jacqueline Resch, Christian Schneebauer, Tadej Titan, Anja Triebl.
Herstellung: Druck Carinthia GmbH & Co KG, Industrieparkstraße 6, 9300 St. Veit an der Glan. Erscheinungstag: 17.05.2025. Die inhaltliche Verantwortung bezahlter Anzeigen liegt beim Auftraggeber.
Für allfällige Fehler wird keine Haftung übernommen. kleinezeitung.at
Körper & Geist
3
MEDIZIN DER
GESCHLECHTER
FRAUEN SIND KEINE KLEINEN MÄNNER
UND MÄNNER KEINE GROSSEN FRAUEN.
Moderne Gendermedizin zeigt, wie stark biologische
und soziale Unterschiede Gesundheit, Krankheit und
Therapie beeinflussen.
Buchtipp
Caroline Criado Perez:
„Unsichtbare Frauen –
Wie eine von Daten
beherrschte Welt die Hälfte
der Bevölkerung ignoriert“
Das Buch zeigt eindrücklich,
wie sehr Datenlücken Frauen
in Alltag, Medizin und Technik
benachteiligen. Ein internationaler
Bestseller über die
blinden Flecken der vermeintlich
objektiven Welt.
Körper & Geist
Gender Health Gap
Studien zeigen, dass Frauen zwar im Schnitt
länger leben als Männer, diese zusätzlichen
Lebensjahre jedoch häufiger mit gesundheitlichen
Einschränkungen verbunden sind, etwa durch
chronische Erkrankungen oder Schmerzen.
Fach leute sprechen hier vom sogenannten „Gender
Health Gap“. Er beschreibt nicht nur Unterschiede
in der Lebenserwartung, sondern vor allem in der
Qualität der gewonnenen Lebensjahre.
Soziales
Geschlecht
(gender):
Geschlechteridentität, Rollenbilder,
Verhalten, Gesundheitsbewusstsein
und Zugang zur Versorgung. Kann
unter anderem beeinflussen, wie
früh Menschen Symptome
wahrnehmen oder medizinische
Hilfe suchen.
Gendermedizin
Biologisches
Geschlecht (sex):
Chromosomen, Geschlechtshormone,
innere und äußere
Geschlechtsorgane. Kann unter
anderem Krankheitsrisiken,
Medikamentenwirkung und
physiologische Prozesse
beeinflussen.
btb Verlag, AdobeStock/julymilks
Die moderne Medizin wirkt auf den
ersten Blick objektiv, präzise und universal
gültig. Doch ein großer Teil ihres
Wissens basiert historisch auf einem
sehr einseitigen Bild: dem männlichen
Körper. Er war über Jahrzehnte
der Standard in Studien, in Lehrbüchern
sowie in der klinischen Praxis
und ist es häufig weiterhin. Werte wurden
und werden an ihm gemessen,
Symptome an ihm beschrieben, Therapien
an ihm getestet und Medikamente
an ihm dosiert. Dieses medizinische
Modell hatte einen Namen, der heute
kritisch betrachtet wird: der „Norm-
Mann“. Er ist biologisch männlich, jung,
durchschnittlich gesund – und er prägte
über Jahrzehnte die Vorstellung
davon, wie Krankheiten aussehen und
wie sie behandelt werden, und tut das
auch häufig noch heute.
Das Problem daran ist: Wenn ein
System davon ausgeht, dass alle Körper
im Wesentlichen gleich funktionieren,
wird – wie in diesem Fall – etwa
die Hälfte der Bevölkerung, die Frauen,
oft schlicht nur mitgemeint, aber nicht
wirklich mitgedacht. Geschlechterunterschiede
werden dadurch leicht
übersehen oder nicht ausreichend in
Diagnostik und Behandlung berücksichtigt.
Dieses Phänomen hat mittlerweile
einen Namen: Der sogenannte
„Gender Health Gap“ bezeichnet die
gesundheitliche Ungleichheit zwischen
den Geschlechtern und macht deutlich,
dass es nicht „die eine“ Medizin für
alle Menschen geben kann.
Wenn Gleiches ungleich wirkt
Gendermedizin bzw. die geschlechter-
und diversitätssensible Medizin
setzt genau hier an. Sie geht davon
aus, dass biologische Geschlechterunterschiede
– etwa bei Chromosomen,
Geschlechtshormonen und
körperlichen Voraussetzungen – einen
direkten Einfluss auf Gesundheit und
Krankheit haben. Das klingt selbstverständlich,
ist es aber erst seit relativ
kurzer Zeit in der medizinischen Forschung.
„Es hat lange gedauert, bis die
Medizin verstanden hat, dass Frauen
keine kleinen Männer sind und dass
Studienergebnisse am ‚Norm-Mann‘
nicht automatisch für alle Menschen
gelten“, sagt Sabine Ludwig, Professorin
für Diversität in der Medizin und
Direktorin des gleichnamigen Instituts
an der Medizinischen Universität
Innsbruck. „Heute weiß man: Für manche
Erkrankungen berichten Frauen
andere Symptome als Männer, Krankheitsverläufe
können sich unterscheiden
und Medikamente anders wirken,
sodass auch Nebenwirkungen auftreten
können.“ Besonders deutlich zeigt
sich das am Beispiel des Herzinfarkts.
Während bei Männern häufig der klassische
starke Brustschmerz im Vordergrund
steht, berichten Frauen öfter
über Symptome wie Rückenschmerzen,
Atemnot, Übelkeit oder extreme
Müdigkeit. Diese Unterschiede sind
medizinisch entscheidend, sie können
darüber bestimmen, ob eine lebensbedrohliche
Erkrankung rechtzeitig
erkannt wird oder nicht.
Körper & Geist
5
Das Problem kann sich auch auf der
anderen Seite zeigen: Männer sind
etwa bei psychischen Erkrankungen
oft unterdiagnostiziert, weil gesellschaftliche
Rollenbilder häufig den
Zugang zu Hilfe erschweren. Gendermedizin
richtet den Blick deshalb nicht
nur auf Geschlechterunterschiede, sondern
auch auf blinde Flecken in beiden
Richtungen. „Wichtig ist, dass bei der
Gendermedizin bzw. der geschlechterund
diversitätssensiblen Medizin alle
Geschlechter adäquat berücksichtigt
werden – es geht um eine insgesamt
präzisere, individualisierte und chancengerechte
Medizin und Gesundheitsversorgung“,
betont Ludwig. In
der geschlechter- und diversitätssensiblen
Medizin spielt sowohl die
biologische als auch die soziokulturelle
Geschlechterdimension eine Rolle.
Gesellschaftliche Rollenbilder, Lebensrealitäten
und Verhaltensmuster haben
auch Einfluss auf die Gesundheit, da
sie zum Beispiel bestimmen, wie früh
Menschen Symptome ernst nehmen,
wie sie mit Belastung umgehen oder
wann sie medizinische Hilfe suchen.
„Nur wer all diese Faktoren berücksichtigt,
kann eine adäquate Gesundheitsversorgung
für jeden Einzelnen
schaffen“, ist Ludwig überzeugt.
Ein Umdenken in der Medizin
Gendermedizin bzw. die geschlechter-
und diversitätssensible Medizin
ist heute ein Fachgebiet im Aufbruch.
Die Datenlage wächst, das Bewusstsein
in der Forschung nimmt zu und
auch in der Ausbildung von Medizinerinnen
und Medizinern wird das Thema
zunehmend verankert. Internationale
Institutionen wie die European Medicines
Agency (EMA) fordern mittlerweile
ausdrücklich eine stärkere Berücksichtigung
von Geschlechterunterschieden
in Studien und Zulassungsverfahren.
Trotzdem ist der Wandel noch
nicht abgeschlossen. Viele medizinische
Standards stammen weiterhin
aus einer Zeit, in der der Blick auf den
menschlichen Körper deutlich enger
war. Entsprechend langsam verändert
sich auch die Praxis im Alltag. „Es geht
nicht darum, Medizin neu zu erfinden“,
sagt Ludwig, „es geht darum, sie chan-
14 Prozent
Studien zeigen, dass Frauen bei
einem Herz-Kreislauf-Stillstand eine
rund 14 Prozent geringere Chance
als Männer haben, reanimiert zu
werden. Dahinter stehen keine
bewussten Entscheidungen, sondern
mehrere Faktoren im Zusammenspiel:
In der Ausbildung wird meist mit
männlichen Übungspuppen trainiert,
wodurch im Ernstfall weniger Routine
im Umgang mit weiblichen Körpern
besteht. Dazu kommen Unsicherheiten
im öffentlichen Raum und auch
gesellschaftliche Hemmungen,
die dazu führen können, dass seltener
sofort eingegriffen wird.
cengerechter und diversitätssensibel
zu machen.“ Denn je genauer die
Medizin hinsieht, desto besser kann
sie behandeln. Und je weniger sie vom
Durchschnittsmenschen ausgeht, desto
näher kommt sie der Realität: einer
Vielfalt an Körpern, Lebensweisen und
gesundheitlichen Bedürfnissen.
„Gesundheit und Krankheit sind nie bei
allen Menschen gleich. Sie entstehen
aus einem Zusammenspiel von
biologischen Faktoren und sozialen
Lebensrealitäten. Nur wenn wir beides
berücksichtigen, können wir eine
Medizin schaffen, die wirklich präzise
und gerecht ist.“
Sabine Ludwig,
Professorin für Diversität in der Medizin, Direktorin des Instituts für
Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck
MUI_D. Bullock, AdobeStock/julymilks, alex83m, yosuke14
6 Körper & Geist
CHECKLISTE
Achten Sie auf atypische Symptome –
etwa Müdigkeit, Übelkeit, Atemnot oder
Rückenschmerzen, auch wenn sie zunächst
harmlos wirken.
Nehmen Sie Beschwerden ernst,
auch wenn sie nicht dem klassischen
Krankheitsbild entsprechen.
Beobachten Sie Veränderungen im Körper
bewusst und über längere Zeit hinweg.
Sprechen Sie bei Arztbesuchen aktiv an,
wenn sich etwas „anders als sonst“ anfühlt.
Fragen Sie gezielt nach Diagnostik, die
Geschlechterunterschiede berücksichtigt.
Lassen Sie sich erklären, ob bei Unter suchungen
oder Referenzwerten auch Ihr Geschlecht
berücksichtigt wird.
Sprechen Sie Nebenwirkungen von
Medikamenten frühzeitig an – auch wenn
sie unspezifisch wirken.
Holen Sie im Zweifel eine zweite
medizinische Meinung ein.
Gehen Sie bei Unsicherheit lieber früher
als später zur Ärztin oder zum Arzt.
Vertrauen Sie Ihrem Körpergefühl – auch
dann, wenn Befunde zunächst unauffällig sind.
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Gendermedizin
EIN STICH IM RÜCKEN, KOPFSCHMERZEN
ODER DIE GEBURT EINES KINDES –
Schmerz ist immer subjektiv und doch
reagieren Männer und Frauen darauf
messbar unterschiedlich. Gendermedizin
zeigt, dass dabei Hormone, Gene und
Rollenbilder kräftig mitmischen.
„Schmerz muss
immer bio psychosozial
betrachtet
werden, sonst wird
er nicht richtig
verstanden.“
Rudolf Likar,
Leiter der Abteilung für Schmerztherapie
am Klinikum Klagenfurt
Warum Schmerz so
unterschiedlich wirkt
Schmerz entsteht nicht nur im Körper,
sondern auch im Gehirn. Dort werden
Signale aus Nervenfasern bewertet,
verstärkt oder abgeschwächt.
Stress, Schlafmangel oder Angst
können Schmerz verstärken,
Ablenkung oder positive Emotionen
ihn hingegen dämpfen.
Im Wartezimmer einer Notfallambulanz ist es selten still.
Seiten werden in Zeitschriften umgeblättert, jemand tippt
nervös aufs Handy, ein Kind rutscht unruhig auf dem Sessel
hin und her. Dann kommt die Frage der Ärztin oder des
Arztes: „Wie stark sind Ihre Schmerzen auf einer Skala von
null bis zehn?“ Eine Frau denkt kurz nach und sagt: „Sechs,
vielleicht auch sieben – es zieht bis in den Rücken, und nachts
wache ich davon auf.“ Neben ihr zuckt ein Mann mit den
Schultern: „Wird schon wieder, ist nicht so schlimm.“ Zwei
Menschen, ähnliche Beschwerden – und doch zwei völlig
unterschiedliche Arten, damit umzugehen.
Schmerz ist eigentlich etwas sehr Konkretes: Da ist ein
Signal im Körper, etwas stimmt nicht, etwas braucht Aufmerksamkeit.
Und trotzdem wirkt er nie nur körperlich. Er
wird bewertet, eingeordnet, manchmal heruntergespielt,
manchmal überbetont. Schon kleine Unterschiede im Sprechen
darüber können zeigen, wie verschieden Menschen
Schmerz wahrnehmen und wie sehr auch Erziehung, Erfahrung
und Rollenbilder hineinspielen. Gerade hier beginnt
die spannende Frage der Gendermedizin: Warum berichten
Frauen häufiger und differenzierter über Schmerzen? Warum
neigen Männer eher dazu, sie auszuhalten? Und was sagt
das über unseren Körper und über unsere Gesellschaft aus?
Biologie im Schmerzsystem
„Chronische Schmerzen treten bei Frauen deutlich häufiger
auf als bei Männern“, erklärt Rudolf Likar, Leiter der Abteilung
für Schmerztherapie am Klinikum Klagenfurt. Die Unterschiede
sind nicht nur subjektiv wahrnehmbar, sondern auch
statistisch klar belegt: Migräne ist bei Frauen rund 2,5-mal
häufiger, Spannungskopfschmerz tritt dreimal so oft auf,
chronische Verlaufsformen sogar bis zu zehnmal häufiger.
Auch Erkrankungen wie Fibromyalgie oder rheumatoide
Arthritis betreffen Frauen deutlich stärker.
Die Ursachen sind vielschichtig. Schmerz entsteht nicht
nur dort, wo etwas „weh tut“, sondern im Zusammenspiel
von Nerven, Gehirn, Hormonen und Psyche. Besonders das
Sissi Furgler, AdobeStock/Angelina-Bambina
8 Körper & Geist
Hormon Östrogen spielt eine zentrale Rolle in der Schmerzverarbeitung.
„Schwankungen des Östrogenspiegels führen
zu einer niedrigeren Schmerztoleranz bei Frauen“, so Likar.
Diese hormonellen Veränderungen beeinflussen die Reizweiterleitung
im Nervensystem und damit auch die Intensität,
mit der Schmerz wahrgenommen wird. Hinzu kommen genetische
Unterschiede sowie Erfahrungen, die sich über Jahre
im sogenannten Schmerzgedächtnis verankern können.
Auch psychologische Faktoren wie Angst oder depressive
Verstimmungen verstärken die Wahrnehmung.
„Die Schmerz- und
Toleranzschwelle
ist bei Frauen
im Durchschnitt
niedriger als bei
Männern.“
Rudolf Likar
Gleich persönlich
oder online
informieren.
Rollenbilder und Schmerzverhalten
Neben biologischen Faktoren beeinflussen auch gesellschaftliche
Prägungen das Schmerzerleben erheblich.
„Frauen und Männer haben unterschiedliche Strategien im
Umgang mit Schmerz“, sagt Likar. Frauen nehmen Beschwerden
häufig früher ernst, suchen eher ärztliche Hilfe und können
Schmerzarten differenzierter beschreiben. Sie sind auch
eher offen für ganzheitliche oder ergänzende Therapieformen.
Männer hingegen tendieren häufiger dazu, Schmerzen
auszuhalten oder sie zu verdrängen. Selbstbehandlung,
etwa mit Schmerzmitteln ohne ärztliche Abklärung, ist ebenso
verbreitet wie das Ignorieren erster Symptome. Problematisch
daran: Schmerzen werden dadurch oft später diagnostiziert
und behandelt.
Gesellschaftliche Rollenbilder verstärken dieses Verhalten
zusätzlich. Das alte Motto „Ein Indianer kennt keinen
Schmerz“ wirkt bis heute nach – oft subtil, aber wirksam.
Schmerz zu zeigen, gilt bei Männern noch immer häufiger
als Zeichen von Schwäche, während bei Frauen die Kommunikation
über Beschwerden gesellschaftlich akzeptierter
ist. Dass Frauen bei der Geburt eines Kindes oft als „übermenschlich“
schmerzresistent beschrieben werden, erklärt
Likar übrigens mit dem sogenannten „positive outcome“: Die
Schmerzen sind mit einem schönen Erlebnis verbunden und
werden dadurch deutlich besser ausgehalten als Schmerzen
im Krankheitskontext.
Schmerz neu gedacht
Für die moderne Medizin ergeben sich daraus klare Konsequenzen.
„Wichtig ist es, Schmerz ernst zu nehmen, auch
wenn er subjektiv ist“, betont Likar. Unterschiedliche Wirkungen
von Medikamenten spielen dabei ebenfalls eine Rolle:
Opioide wirken bei Frauen etwa zwei- bis dreimal stärker,
gehen aber auch häufiger mit Nebenwirkungen einher. Auch
bei Wirkstoffen wie Gabapentin oder Pregabalin zeigen sich
geschlechterspezifische Unterschiede in der Pharmakokinetik,
also der Verarbeitung im Körper. Gleichzeitig gilt: Angst,
Depression und Stress müssen früh erkannt und mitbehandelt
werden, da sie das Schmerzerleben massiv verstärken
können. Moderne Schmerztherapie bedeutet daher immer
auch psychologische und soziale Begleitung.
Am Ende zeigt sich ein klares Bild: Schmerz ist kein einheitliches
Signal, sondern ein hochindividuelles Zusammenspiel
aus Biologie, Psyche und Gesellschaft. Oder wie es
Likar zusammenfasst: „Erst das Verständnis all dieser Ebenen
macht eine wirklich geschlechtersensible Schmerzmedizin
möglich.“
Körper & Geist
KURIOSUM
Frauen sprechen im
Schnitt deutlich mehr
Schmerz beschreibungen
aus als Männer –
in Studien äußern
sie teilweise bis zu
doppelt so viele unterschiedliche
Begriffe für
ihre Beschwerden.
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MIND THE
(GENDER-)GAP
Gendermedizin
MEDIZIN IST NICHT FÜR ALLE GLEICH – und genau das
macht den Unterschied. Die Österreichische Gesellschaft
für geschlechtsspezifische Medizin setzt sich dafür ein, dass
Behandlungen besser auf Frauen und Männer abgestimmt
werden – für mehr Treffsicherheit in Diagnose und Therapie.
Hier finden Sie
fundierte Informationen
rund um geschlechtsspezifische
Medizin und
aktuelle Forschung:
gendermedizin.at
Die Österreichische Gesellschaft
für geschlechtsspezifische Medizin
(ÖGGSM) ist eine interdisziplinäre
Fachgesellschaft, die 2007 von Ärztinnen,
Ärzten und in der Wissenschaft
Tätigen gegründet wurde. Ihr Ziel ist
es, die medizinische Versorgung zu
verbessern, indem Unterschiede, aber
auch Gemeinsamkeiten zwischen den
Geschlechtern stärker berücksichtigt
werden. Die Gesellschaft ist in Österreich
verankert und vernetzt sich international,
etwa über die International
Society for Gender Medicine.
Medizin, die
genauer hinschaut
Im Zentrum der Arbeit steht die
sogenannte Gendermedizin. Sie
untersucht, wie biologische Faktoren
(sex) und psychosoziale Einflüsse
(gender) Gesundheit und Krankheit
beein flussen. Dabei geht es etwa um
folgende Fragen: Wie verschieden
äußern sich Krankheiten? Welche Therapieansätze
sind je nach Geschlecht
besonders wirksam? Und warum
reagieren Frauen und Männer unterschiedlich
auf Medikamente? „In der
Gendermedizin geht es darum, jedem
Menschen die individuell richtigen
medizinischen Angebote zugänglich
zu machen“, erklärt Obfrau Alexandra
Kautzky-Willer. Die ÖGGSM fördert
Forschung, Austausch und Fortbildung
und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse
in die Praxis, in Leitlinien und in
die öffentliche Diskussion einfließen.
Ihr persönlicher Nutzen
Für Patientinnen und Patienten
bedeutet das vor allem eines: bessere
Medizin. „Wenn Unterschiede
zwischen den Geschlechtern berücksichtigt
werden, können Fehldiagnosen,
falsche Dosierungen oder
Nebenwirkungen reduziert werden“,
so Kautzky-Willer. Therapien werden
individueller und wirksamer, die Patientensicherheit
steigt. Kurz gesagt:
Die Arbeit der ÖGGSM trägt dazu bei,
dass medizinische Behandlung passgenauer
wird – und damit die Lebensqualität
für alle verbessert.
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10 Körper & Geist
Meine Welt.
ZWISCHEN
DEN WELTEN
Pubertät
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Jesper Juul: „Pubertät – Wenn
Erziehen nicht mehr geht“
Entspannt durch die Pubertät:
Jesper Juul zeigt, wie Eltern
Konflikte gelassener meistern,
Grenzen sinnvoll setzen und
Vertrauen aufbauen. Mit vielen
praxisnahen Tipps hilft der
Ratgeber, die oft stürmische
Phase gemeinsam zu
bewältigen und die Eltern-
Kind- Beziehung nachhaltig
zu stärken.
Fotocredit
12
WENN DIE KLEINEN PLÖTZLICH WACHSEN, Türen knallen und die Stimmung
Achterbahn fährt, ist sie da: die Pubertät. Was bei Mädchen anders läuft als bei
Buben und wie Eltern ihre Kinder in dieser schwierigen Phase unterstützen können,
hat uns Kinderarzt Werner Schlegel verraten.
Gefühlt war es erst gestern, als Ihnen Ihr Kind stolz ein
schiefes Herz aus rotem Buntpapier geschenkt hat, heute
knallt es die Tür so laut zu, dass die Bilder an der Wand
wackeln. Dazu ein vielsagendes „Chill mal!“ – und das nur,
weil Sie es darum gebeten haben, das von ihm angerichtete
Chaos im Badezimmer zu beseitigen, vom Wohnzimmer
gar nicht erst zu reden. Hier auf dem Sofa liegen noch ein
Hoodie, ein halb gegessener Apfel und ein Deo, das aktuell
im Minuten takt benutzt wird.
„Jugendliche
verhalten sich in
der Pubertät gleichzeitig
kindlich und
erwachsen – das ist
für Eltern oft schwer
auszuhalten.“
Werner Schlegel,
Facharzt für Kinder- und
Jugendheilkunde
Willkommen in der Pubertät! Wo früher „Mamaaa!“ durch die
Wohnung hallte, bekommt man jetzt nur noch ein genervtes
„Echt jetzt, Digga?“, begleitet von Augen rollen auf Oscarniveau.
Und während Sie noch versuchen herauszufinden,
wann genau Ihr süßes Kind gegen dieses schwer durchschaubare
Wesen ausgetauscht wurde, steckt es längst
mittendrin: irgendwo zwischen Kuschelbedarf und maximalem
Rückzug, zwischen kindlich und ziemlich erwachsen.
Fotocredit
Der Wachstumsschub in der
Pubertät ist die zweit stärkste
Wachstumsphase im Leben.
Nur im ersten Lebensjahr
wachsen Kinder noch
schneller
Frühstarter und Spätzünder
Egal ob Mädchen oder Buben, die Pubertät machen alle
irgendwann einmal durch. „Die großen Unterschiede liegen
vor allem im Startzeitpunkt“, erklärt Werner Schlegel,
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien. Während
bei Mädchen erste Anzeichen oft schon ab acht Jahren
auftreten, beginnt die Entwicklung bei Buben im Schnitt
etwas später. Das sorgt nicht selten für eine gefühlte Schieflage
im Alltag: Hier die Tochter, die plötzlich erwachsen
wirkt und über Makeup-Routinen und die aktuellsten Modetrends
spricht, dort der Sohn, der noch tiefenentspannt
mit seinem Lego spielt. Wissenschaftlich ist nicht eindeutig
geklärt, warum das so ist. Klar ist aber: Der berühmte
Wachstumsschub kommt bei beiden – nur eben zeitversetzt.
Für Jugendliche bedeutet das: Der Körper verändert
sich und fühlt sich dabei nicht immer wie der eigene an.
Körper & Geist
13
Hormone, Haare und Herausforderungen
Im Hintergrund läuft ein hochkomplexes hormonelles
Programm, das den Körper komplett umkrempelt. Zu
Beginn werden sowohl männliche als auch weibliche
Geschlechtshormone in kleinen Mengen ausgeschüttet.
Sie geben den Startschuss für Wachstum und Reifung.
Sichtbar wird das bei Mädchen etwa durch Brustentwicklung
und veränderte Körperformen, bei Buben
durch Stimmbruch, Muskelaufbau und erste Barthaare.
Klingt nach Bio logieunterricht, fühlt sich im Alltag aber
eher nach Dauerbaustelle an – inklusive Stimmungsschwankungen,
die schneller wechseln als die Lieblings-
Playlist auf Spotify. Gerade bei Mädchen kann eine
Diskrepanz entstehen: körperlich schon weit, innerlich
noch zurück. „Das kann zu Unsicherheiten führen“, sagt
Schlegel. Doch auch Buben kämpfen – oft weniger
sichtbar – mit Druck, Erwartungen und Gefühlen, die
sich nicht so leicht in Worte fassen lassen.
Zwischen kindlich und erwachsen
Für Eltern ist diese Zeit vor allem eines: widersprüchlich.
Eben noch wird gekuschelt, im nächsten Moment ist Nähe
„cringe“. Gespräche schwanken zwischen tiefgründig
und „six-seven“ (übersetzt: Ist mir egal). Die Laune kippt
schneller als das WLAN, und manchmal wirkt alles wie ein
einziger Stresstest für die Nerven. „Jugendliche verhalten
sich in der Pubertät gleichzeitig kindlich und erwachsen,
was für Außenstehende oft unlogisch erscheint“, erklärt
Schlegel. Genau das macht die Begleitung so herausfordernd
– und so wichtig. Es braucht Geduld, Humor
und jede Menge Einfühlungsvermögen. Entscheidend
ist, die Kommunikation anzupassen, auf Augenhöhe zu
sprechen, zuzuhören und Verständnis zu zeigen, ohne
sofort zu belehren. „Diese Balance ist entscheidend, um
die Pubertät für Ihre Kinder möglichst angenehm und
unterstützend zu gestalten“, so der Kinderarzt.
Die gute Nachricht: Die Pubertät geht vorbei. Die n och
bessere: Irgendwo zwischen „Chill mal“, Türknallen und
Deo-Wolken entstehen Persönlichkeit, Selbstständigkeit
und ein neuer Blick auf die Welt. Und wenn Sie zwischendurch
das Gefühl haben, Ihr „Puber-Tier“ sei ein kleines
Rätsel geworden – keine Sorge: Es ist gerade dabei, sich
selbst neu zu erfinden. Und das ist, bei aller Anstrengung,
eigentlich ziemlich beeindruckend. Checkst du?
Pubertät und
Vorsorge
Während Kleinkinder im
Rahmen des Mutter-Kind-
Passes regelmäßig untersucht
werden und Erwachsene
ins Gesundheitsvorsorgeprogramm
eingebunden
sind, gibt es für Jugendliche
kaum ver pflichtende Checks.
Dabei wäre gerade diese
Phase medizinisch besonders
relevant. Ver änderungen
wie sehr frühe oder sehr
späte Pubertät, ausbleibende
Entwicklung oder starke Beschwerden
sollten ärztlich abgeklärt
werden. Spezialisierte
Jugendsprechstunden helfen,
Hemm schwellen abzubauen.
CHECKLISTE
Was Eltern tun können, um ihre
Kinder gut durch die Pubertät
zu begleiten.
Gespräche anbieten,
aber nicht erzwingen.
Humor behalten.
Rückzug akzeptieren,
ohne sich zurückzuziehen.
Körperliche
Ver änderungen
offen erklären.
Grenzen setzen
und gleichzeitig
Verständnis zeigen.
AdobeStock/Yaryn, supplement, alex83m, yosuke14
14
RSV
WAS IST RSV?
RSV steht für Respiratorisches Synzytial Virus und ist ein hochansteckendes, weltweit verbreitetes Virus mit den Subtypen
A und B. Eine RSV-Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und vor allem für Säuglinge und Erwachsene ab 60
Jahren sehr gefährlich werden. RSV kann zu schweren Erkrankungen der unteren Atemwege wie einer Lungenentzündung
oder Bronchitis führen, oft in Verbindung mit Krankenhausaufenthalten. Auch tödliche Ausgänge sind möglich.
In Europa führt RSV bei Erwachsenen ab 60 Jahren jährlich geschätzt zu mehr als 270.000 Krankenhauseinweisungen und
etwa 20.000 Todesfällen im Krankenhaus.
WODURCH WIRD RSV VERURSACHT?
Übertragen wird das Virus hauptsächlich über Tröpfcheninfektion: Schon das Niesen oder Husten einer infizierten Person
im selben Raum oder in öffentlichen Bereichen können für eine Ansteckung ausreichen. Aber auch eine Übertragung über
kontaminierte Hände, Gegenstände oder Oberflächen sind möglich.
Die Inkubationszeit variiert, durchschnittlich beträgt sie 5 Tage, kann aber bei 2 bis 8 Tagen liegen. Das Virus kann bereits
übertragen werden, bevor man erste Anzeichen einer Infektion oder Erkrankung bemerkt. Im Durchschnitt steckt eine infizierte
Person drei weitere an.
WELCHE SYMPTOME TRETEN AUF?
Eine akute RSV-Erkrankung dauert meist 3 bis 12 Tage. Zu den Symptomen zählen v.a. Atemnot, Fieber, Halsschmerzen,
Heiserkeit, Husten, Kopfschmerzen, starke Schleimbildung und Schnupfen. Manche Symptome wie Husten können
auch über mehr als 4 Wochen anhalten. Infizierte Personen bleiben in der Regel 3 bis 8 Tage ansteckend und können das
Virus auch schon einen Tag nach Ansteckung, noch vor Auftreten der ersten Symptome, weiterverbreiten.
WER IST BESONDERS BETROFFEN?
Personen ab 60, besonders jene mit vorbestehenden Grunderkrankungen oder geschwächtem Immunsystem, haben
ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV zu erkranken. Zudem kann RSV bestehende Erkrankungen wie z.B. Lungen- oder Herzkreislauferkrankungen
dauerhaft verschlechtern und zu Krankenhausaufenthalten oder sogar zum Tod führen.
Erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen
bei Personen ab 60 mit:
Asthma
COPD
Diabetes
chronischem Nierenversagen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
chronischen Lebererkrankungen
IMPFEMPFEHLUNG IN ÖSTERREICH
Im Österreichischen Impfplan wird die RSV-Impfung für Menschen ab 60 Jahren allgemein empfohlen. Die RSV-Impfung
wird aufgrund des hohen Risikos (+++) außerdem für das Personal des Gesundheitswesens ab 60 Jahren - u.a. für:
Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen, Ordinationsassistenz, Laborpersonal, Rettungs- und Krankentransportdienste, Sozialund
Fürsorgepersonal, Reinigungsdienst, Apotheker*innen - empfohlen.
Auch weitere Guidelines empfehlen die RSV-Impfung für Patient*innen ab 60 Jahren z.B. GINA 1 , GOLD 2 , ADA 3 , STIKO 4 .
Interessierte und Betroffene können sich bei Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin oder unter www.rsv-schutz.at informieren.
1
GINA (Global Initiative for Asthma; internationale Asthma Guidelines): RSV-Impfempfehlung für Asthmatiker*innen ab 60 Jahren. Die Guideline führt den adjuvantierten
RSV-Impfstoff an. 2 GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease; internationale Guidelines für COPD): RSV-Impfempfehlung für Personen ab
60 Jahren mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen. Diese wurde als „Evidence A“ Empfehlung (höchster Evidenz-Grad) klassifiziert. 3 ADA (American Diabetes
Association; amerikanische Leitlinie zur Behandlung von Diabetes): RSV-Impfung für Erwachsene ab 60 Jahren mit Diabetes empfohlen. 4 STIKO (Ständige Impfkommission
Deutschland): RSV-Impfung für Erwachsene ab 75 Jahren allgemein sowie für Personen ab 60-74 Jahren mit Risikofaktoren empfohlen.
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WAS FRAU – UND MANN –
ÜBER DIE WECHSELJAHRE
WISSEN SOLLTE
Wechseljahre
Hier finden Sie weitere
Informationen zu
den aktuellen Studien des
Robert-Koch- Instituts
Im Schnitt beginnen die Wechsel jahre
zwischen 40 und 50. In selteneren
Fällen können aber auch Frauen in
den 30erJahren ihres Lebens
schon in den Wechsel kommen
AdobeStock/fizkes
16 Körper & Geist
UM DIE WECHSELJAHRE
SO GUT WIE MÖGLICH
BEWÄLTIGEN ZU KÖNNEN,
braucht es vor allem eines:
Wissen. Die wichtigsten
Fakten zum Klimakterium.
Und: Kommen auch Männer
in den Wechsel?
1
der
Wechseljahre:
Was ist das
überhaupt?
ANTWORT: Beginnen wir mit den
Begrifflichkeiten. Medizinisch werden
die Wechseljahre als Klimakterium
bezeichnet. Die Menopause setzt diesen
quasi den Schlusspunkt: So wird
die letzte Regelblutung im Leben einer
Frau bezeichnet, sie kann erst im Nachhinein
bestimmt werden. Grundsätzlich
beschreiben die Wechseljahre den
Übergang von den fruchtbaren zu den
unfruchtbaren Jahren im Leben einer
Frau. Sie sind in vier Phasen unterteilt:
Prämenopause, Perimenopause, Menopause,
Postmenopause. Diese Zeit ist
das Gegenstück zur Pubertät, in der
sich das Hormonsystem auf die Möglichkeit,
schwanger zu werden, vorbereitet.
Vor allem die Sexualhormone
Östrogen, Progesteron sowie Testosteron
spielen wichtige Rollen. Während
Wechseljahre nimmt der Hormonspiegel
wieder ab, die Menstruation
wird seltener, unregelmäßiger, bis sie
schließlich ganz ausbleibt.
2Wann beginnen
die Wechseljahre?
Das ist von Frau zu Frau äußerst individuell.
Im Allgemeinen sagt man, dass
die Wechseljahre zwischen dem 40.
und 50. Geburtstag beginnen. Seltener
ist ein Beginn schon in den 30er-Jahren,
bei manchen Frauen beginnt der
Wechsel auch erst in einem Alter über
50. Laut einer Studie des Robert-Koch-
Instituts hatte fast die Hälfte der Frauen
ab 50 Jahren (47,2 Prozent), die 2020
eine Frauenarztpraxis aufsuchten,
noch ihre Regelblutung. Wie viel Zeit
die Hormonumstellung in Anspruch
nimmt, ist ebenso von Frau zu Frau
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Krafttraining ist wichtig,
um die Knochendichte
hoch zu halten und
dem Osteoporose risiko
vorzubeugen
Menstruation
Die Regelblutung ist Teil des
weiblichen Zyklus, zwischen
fünf und sieben Tagen dauert
die Periode durchschnittlich
an. Auch der Zyklus an
sich kann sich von Frau zu
Frau stark unterscheiden und
zwischen 24 und 38 Tagen
lang sein (im Schnitt 28 Tage).
Laut Definition beginnt dieser
am ersten Tag der Blutung.
Er endet am Tag vor der
nächsten Periode.
47,2 Prozent
Laut einer Studie des Robert-Koch-
Instituts hatte fast die Hälfte der
Frauen ab 50 Jahren (47,2 Prozent),
die 2020 eine Frauenarztpraxis aufsuchten,
noch ihre Regelblutung.
unterschiedlich. Im Schnitt dauern die
Wechseljahre (alle vier Phasen zusammen)
zwischen zehn und 15 Jahre, bei
manchen können sie sich aber etwa
auch auf fünf Jahre beschränken.
3
Welche Symptome
bringt der Wechsel
mit sich?
Hitzewallungen, Schlafstörungen sowie
Stimmungsschwankungen sind die häufigsten
Symptome, die mit Wechseljahren
in Verbindung gebracht werden.
Ebenso können depressive Verstimmungen
und Konzentrationsstörungen
den Alltag erschweren, auch Libidoverlust
oder Wassereinlagerungen
sind möglich. Dabei ist auch hier wichtig
zu betonen: Nicht jede Frau erlebt
die gleichen Symptome. Gemeinhin
wird angenommen, dass ein Drittel der
Frauen den Wechsel mit sehr starken
Beschwerden erlebt, ein Drittel mit mittelstarken
sowie ein Drittel kaum unter
Symptomen zu leiden hat. Auch sind die
typischen Wechselbeschwerden nicht
immer sehr eindeutig – Hitzewallungen
und Co können auch andere Ursachen
haben. Hier gilt es, mit der Ärztin, dem
Arzt offen zu sprechen und den Wechsel
als Ursache in Betracht zu ziehen.
4
Was kann gegen die
Wechselbeschwerden
helfen?
Die kurze Antwort lautet: Wissen und
Vorbereitung. Je mehr ich als Frau über
die Wechseljahre und die damit einhergehenden
Veränderungen weiß, umso
besser kann ich mich darauf einstellen
und werde davon nicht überrascht. Und
man kann schon vor dem Beginn des
Wechsels die Grundlagen legen, um
die Jahre der Umstellung besser bewältigen
zu können. Diese Vorbereitung
fußt auf drei Säulen. Erstens ist dies
eine ausgewogene Ernährung, die eher
pflanzenbasiert und zuckerreduziert
ist. Zweitens gilt es, sich ausreichend zu
bewegen – die WHO empfiehlt gesunden
Erwachsenen wöchentlich min-
destens 150 bis 300 Minuten moderate
oder 75 bis 150 Minuten höhere
Anstrengung. Zusätzlich sollte man an
zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende
Übungen durchführen. Ernährung
und Bewegung helfen, um Säule
drei aufzubauen bzw. stabil zu halten:
ein gesundes Gewicht. Denn durch die
Hormonumstellung wird es im Wechsel
etwas schwieriger sein, das Gewicht zu
halten. Und gerade am Bauch sammelt
sich dann eher das zusätzliche Fettgewebe.
Dieses gilt als sehr ungesund, da
sich dort vermehrt entzündungsfördernde
Stoffe bilden, die das Risiko für
Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen
ansteigen lassen.
5
Apropos Krank heiten:
Welche gesundheitlichen
Risiken
nehmen mit den
Wechseljahren zu?
Wie oben erwähnt, steigt das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Frauen
im bzw. nach dem Wechsel (siehe
dazu auch Seite 22). Manche gesundheitlichen
Probleme können auch
Wechselbeschwerden verstärken. Etwa
zeigte sich in Studien, dass Frauen, die
AdobeStock/inspiring.team, icon_art
18 Körper & Geist
starke Blutzuckerschwankungen aufweisen,
auch unter heftigeren Hitzewallungen
leiden. Vor allem aber steigt das
Risiko für Osteopenie (verringerte Knochendichte)
bzw. in Folge für Osteoporose
(Knochenschwund). Grundsätzlich
nimmt die Knochendichte im Lauf des
Lebens ab, mit dem Wechsel beschleunigt
sich dies aber. Im Schnitt verlieren
Frauen während der ersten fünf Jahre
des Wechsels zehn Prozent ihrer Knochendichte.
Vorbeugen bzw. gegensteuern
kann man einerseits über die
Ernährung, indem man ausreichend
Kalzium zu sich nimmt. Wichtig für die
Kalziumaufnahme ist aber, dass man
nicht an Vitamin-D-Mangel leidet. Zweitens
stärkt Bewegung die Knochendichte.
Laufen, schnelles Gehen, aber
auch Hüpfen bzw. Seilspringen wirken
sich ebenso positiv aus. Zusätzlich sollte
man an zwei nicht aufeinanderfolgenden
Tagen Krafttraining in den Alltag
integrieren. Ebenso raten Fachärzte
und -ärztinnen, zu Beginn des Wechsels
den Eisenstatus überprüfen und auch
die Schilddrüse untersuchen zu lassen,
denn Schilddrüsenerkrankungen brechen
häufig bei Hormonschwankungen
aus. Hitzewallungen können nämlich
auch Folge von Problemen mit der
Schild drüse sein.
6Was ist die
Hormon ersatztherapie?
Sind die Wechselbeschwerden stark,
kann eine sogenannte Hormonersatztherapie
eingesetzt werden. Dabei können
verschiedene Präparate, welche
die Hormone Progesteron, Östrogen
und/oder Gestagen enthalten, zum Einsatz
kommen. Die Verabreichungsform
kann ebenso unterschiedlich sein. Es
gibt Tabletten, Gels, Cremen oder auch
Pflaster. Tendenziell sollte die Hormonersatztherapie
zu Beginn der Wechselbeschwerden
eingesetzt werden, empfehlen
Fachärztinnen und Fachärzte.
Mit ihnen sollte auch besprochen werden,
ob eine Hormonersatztherapie
individuell sinnvoll ist und welche
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Bei starken Wechselbeschwerden
kann eine
Hormonersatztherapie
Linderung verschaffen
Wirkungen und Nebenwirkungen zu
erwarten sind. Vor allem durch die
sogenannte „Women’s Health Initiative“-Studie,
die im Jahr 2002 veröffentlicht
wurde, hat die Hormonersatztherapie
einen schlechten Ruf bekommen
– diese solle vor allem das Risiko für
Brustkrebs erhöhen. Aber mittlerweile
wurde diese Interpretation der Daten
widerlegt und die Hormonersatztherapie
als weniger riskant eingeschätzt.
7Muss ich noch
verhüten, wenn ich
im Wechsel bin?
Mehr als ein Viertel der Österreicherinnen
gab im Vorjahr bei einer repräsentativen
Umfrage an, dass Verhütung
während des Wechsels überflüssig sei.
Dem ist nicht so. Denn bis zum letzten
Eisprung kann man als Frau schwanger
werden, auch wenn die Regel sich
2 Jahre
So lange sollte man, wenn man
unter 50 Jahre alt ist, keine
Regelblutung gehabt haben, um auf
die Verhütung verzichten zu können.
Über 50 sollte es laut Fachleuten
zumindest ein Jahr sein.
in den Monaten zuvor nicht mehr ganz
so regelmäßig eingestellt hat. Aus diesem
Grund empfehlen Fachleute, unter
50 Jahren zumindest zwei Jahre regelfrei
zu sein, bevor man auf Verhütung
verzichtet, über 50 sollte es zumindest
ein Jahr sein. Um solche Muster bzw.
Abweichungen davon erkennen zu
können, empfiehlt es sich, schon vor
dem Wechsel über den eigenen Zyklus
Bescheid zu wissen. Man kann ein
spezielles Tagebuch samt Symptomen
führen oder auch Tracking-Apps verwenden.
Hormonumstellung auch beim Mann
Auch bei Männern sinkt der Testosteronspiegel
im Verlauf des Lebens. Dennoch ist die
Andropause mit den Wechseljahren kaum
gleichzusetzen.
Kommen auch Männer in die Wechseljahre? Das
ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Die
Antwort der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(DGE) bzw. jener für Urologie e. V. (DGU)
fällt recht eindeutig aus: Nein. Einem Vergleich mit
den Wechseljahren der Frau hält die sogenannte
Andropause nicht stand. Aber auch der Hormonhaushalt
von Männern verändert sich im Lauf ihres
Lebens. Vor allem der Testosteronspiegel sinkt,
allerdings nicht in einer konzentrierten Lebensphase
wie bei der Frau, sondern viel langsamer
und kontinuierlicher. Bei gesunden Männern führt
dieses Absinken normalerweise auch nicht zu
einem Testosteronmangel, wie es bei Frauen vor
allem in Bezug auf Östrogen aber sehr wohl der
Fall sein kann.
Symptome wie Müdigkeit, Libidoverlust, Erektionsprobleme,
Schlafstörungen, Hitzewallungen oder
verminderte Knochendichte können auch bei
Männern ab 40, 50 Jahren auftreten, haben sehr
häufig aber andere Ursachen als der Wechsel bei
der Frau. Treten Beschwerden auf, sollten diese
beim Hausarzt oder Urologen abgeklärt werden.
Dieser kann etwa durch einen Test feststellen,
ob ein Testosteronmangel vorliegt oder andere
organische Ursachen eine Rolle spielen.
AdobeStock/inspiring.team
20 Körper & Geist
WIE FRAUEN IHR
HERZ SCHÜTZEN
KÖNNEN
Herzgesundheit
FAST 15 GESUNDE LEBENSJAHRE
MEHR KÖNNEN FRAUEN ERREICHEN,
wenn sie gut auf ihr Herz achten. Wie man
das Cholesterin in Zaum hält und was es
mit Lipoprotein (a) auf sich hat.
1
Wieso sind Frauen in Bezug auf
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
besonders gefährdet?
ANTWORT: 34 Prozent aller Todesfälle gingen 2024 laut Statistik
Austria auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Damit
sind diese in Österreich die häufigste Todesursache. Zu ihnen
zählen Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt,
Schlaganfall sowie Arteriosklerose. Dies betrifft Männer
wie Frauen. Aber: Mehr noch als Männer profitieren Frauen
davon, wenn sie fünf Risikofaktoren unter Kontrolle halten:
Diabetes, Bluthochdruck, ein hohes LDL-Cholesterin, Übergewicht
sowie Rauchen. Diese fünf Faktoren sind für 60 Prozent
der Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich und für
etwa ein Viertel aller Todesfälle von Frauen. Das ist mehr als
bei Männern“, sagt Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin
der MedUni Wien und Mitinitiatorin von #GoRed Austria
– dies ist eine österreichweite Awareness-Kampagne, die die
Herzgesundheit von Frauen in den Mittelpunkt rückt.
„Mehr noch als
Männer profitieren
Frauen davon, wenn
sie fünf Risikofaktoren
unter
Kontrolle halten.“
Alexandra Kautzky-
Willer, Gender medizinerin
der MedUni Wien
und Mitinitiatorin von
#GoRed Austria
Med Uni Wien/feel image – Fotografie, AdobeStock/mast3r
22 Körper & Geist
2
Welche Faktoren haben den
größten Einfluss auf das
kardio vaskuläre Risiko?
Würden alle fünf Risikofaktoren im Alter von 50 Jahren eliminiert
werden, könnten Frauen 14 Jahre länger leben. Betrachtet
man diese Faktoren einzeln, hat Nichtrauchen die größte
Auswirkung auf die Lebenserwartung – sprich: Nichtrauchen
heißt länger leben. Den stärksten Effekt auf das Herz-Kreislauf-Risiko,
wenn man nur einen Faktor entfernen könnte,
hat der zu hohe Blutdruck, nämlich 30 Prozent. Je früher ein
zu hoher Blutdruck behandelt wird, umso weniger Schaden
kann dieser anrichten.
Herz-Kreislauf-
Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder
kardiovaskuläre Erkrankungen sind
Krankheiten des Herzens und der
Blutgefäße. Dazu zählen unter
anderem: Bluthochdruck, koronare
Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall,
Arteriosklerose.
3
Woher weiß ich, wie hoch mein
Herz-Kreislauf-Risiko ist?
Im Gegensatz zu Männern, welche die Musterung beim Bundesheer
durchlaufen müssen, fehlt bei Frauen ein solcher
Gesundheitscheck im jungen Erwachsenenalter. Umso wichtiger
ist es, die jährliche kostenfreie Vorsorgeuntersuchung
(Gesundenuntersuchung) in Anspruch zu nehmen. Hier können
Risikofaktoren besprochen und auch die gesundheitliche
Familiengeschichte – etwa im Hinblick auf familiäre Hypercholesterinämie
oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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Die Grenzwerte
für Bluthochdruck
Normalblutdruck:
weniger als 120/80 mmHg
Erhöhter Blutdruck:
Werte von 120 bis 129/80 mmHg
Hypertonie Stufe 1:
130 bis 139 zu 80 bis 89 mmHg
– erkundet werden. Aber auch Schwangerschaftsdiabetes
oder -bluthochdruck können auf ein erhöhtes Risiko hindeuten,
ebenso wie starke Zyklusschwankungen oder ein Ausbleiben
der Menstruation.
4
Hohe Cholesterin werte:
Wie kann ich diese senken?
Ein gesundes Körpergewicht mit einem Body-Mass-Index
unter 25 ist notwendig, damit sich nicht zu viel Fett im Körper
anlagert. Denn bei einem Cholesterinüberschuss kann sich
dieses an den Gefäßen ablagern. Sogenannte Plaques können
Verengungen verursachen – die Folgen können Herzinfarkt,
Schlaganfall oder Verschlüsse in den Beingefäßen sein.
Aus diesem Grund ist es wichtig, die LDL- und HDL-Cholesterinwerte
regelmäßig im Blick zu haben. Idealerweise sollte
das Gesamtcholesterin unter 190 mg/dl liegen, jener Wert
des LDL-Cholesterins unter 130 mg/dl. Hochrisikopatientinnen
oder -patienten mit bereits vorhandenen Gefäßverengungen
sollten einen LDL-Cholesterinwert von unter 55 mg/
dl haben. Die Ernährung kann eine Reduktion des LDL-Cholesterins
von rund zehn Prozent bringen. Aber im Hochrisikobereich
ist dies meist zu wenig. Dann können sogenannte
Statine helfen, also cholesterinsenkende Medikamente. „Wir
wissen, dass Frauen mit diesen Präparaten sehr vorsichtig
Frauen sollten schon im
jungen Erwachsenenalter
regelmäßig zur jährlichen
Vorsorgeuntersuchung
gehen, auch um ihr
kardiovaskuläres Risiko
abzuklären
AdobeStock/Dusan Petkovic, mast3r
24 Körper & Geist
sind, oft werden sie nicht in den richtigen Dosierungen eingenommen
oder die Behandlung abgebrochen“, weiß Kautzky-
Willer. „Aber Frauen profitieren immens von dieser Therapie,
denn diese ist lebensverlängernd.“ Wird eine Art von Statinen
nicht vertragen, dann kann man auf ein anderes Präparat
wechseln oder unterschiedliche kombinieren. In den meisten
Fällen hilft das gegen die Beschwerden.
5
Was steckt eigentlich
hinter Lipoprotein (a)?
Lipoprotein (a) ist ein Transporteiweiß für Fette im Blut, also
auch für Cholesterin. Diese Teilchen können uns gefährlich
werden, da sie sich an den Gefäßen ablagern, Entzündungen
in den Wänden der Blutgefäße verursachen können und die
Bildung von Blutgerinnseln fördern. Immer mehr kristallisiert
sich heraus, dass Lp (a) ein Biomarker für das Herz-Kreislauf-
Risiko ist. Dieser Wert sollte einmal im Leben bestimmt werden,
er ist zum Großteil genetisch bedingt. Über die Lebensspanne
bleibt er praktisch gleich – mit wenigen Ausnahmen,
zum Beispiel bestimmten Erkrankungen oder hormonellen
Veränderungen. Deswegen wird Frauen angeraten, den Wert
nach dem Wechsel noch einmal prüfen zu lassen, besonders
dann, wenn in der Familie schon Herzinfarkte oder Schlaganfälle
vorgekommen sind bzw. familiäre Hypercholeste-
rinämie vorliegt. Befindet er sich im Normalbereich (unter
30 mg/dl), braucht man sich nicht weiter damit zu beschäftigen.
Beträgt der Wert mehr als 50 mg/dl, dann ist das Risiko
für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zu zweifach höher. Das
entspricht in etwa jener Erhöhung, die auch Raucher aufweisen.
Noch gibt es keine Medikamente am Markt, die diesen
Wert beeinflussen können. Aus diesem Grund gilt es, alle
anderen Faktoren zu minimieren, die man selbst über den
Lebensstil beeinflussen kann.
6Lebensstilmaßnahmen:
Was bedeutet das in Bezug auf
Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Eine der wichtigsten Lebensstilmaßnahmen, die man ergreifen
kann, ist, nicht zu rauchen – siehe auch Frage 2. Alkohol
sollte man gar nicht oder nur in Maßen trinken. Im Mittelpunkt
von Lebensstilmaßnahmen stehen ein gesundes
Körpergewicht, Ernährung und Bewegung. Diese drei Punkte
kann man auch individuell am einfachsten beeinflussen.
In Bezug auf Blutzucker und -fette bedeutet das vor allem,
Fett und Zucker zu reduzieren – insbesondere Fruchtzucker,
der die Fettleber begünstigt. Orientieren kann man sich an
der mediterranen Ernährung. Diese enthält hohe Anteile an
pflanzlichen sowie frischen Komponenten und weniger tierische
Lebensmittel. Wenig Fertiggerichte und viel frisch
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Anwendung bei beginnender altersbedingter Leistungsverminderung
des Herzens mit Symptomen wie Abgeschlagenheit
und Müdigkeit bei Belastung. Dieses Arzneimittel ist ein
traditionelles pflanzliches Arzneimittel, das ausschließlich
auf Grund langjähriger Verwendung für das genannte Anwendungsgebiet
registriert ist. Über Wirkung und mögliche
unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation,
Arzt oder Apotheker.
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Gekochtes sorgen zudem für größere Mengen an sekundären
Pflanzenstoffen, Vitaminen sowie funktionellen Inhaltsstoffen,
die das Immunsystem stärken. Zu den Lebensmitteln,
die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, zählen
etwa hochwertige Öle: Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl und Leinöl
enthalten alpha-Linolensäuren, die sich positiv auswirken.
Auch Äpfel können den LDL-Cholesterinspiegel senken,
zurückgeführt wird das vor allem auf den unlöslichen Ballaststoff
Pektin. Ebenso wirkt sich Knoblauch positiv auf
Gesamt- wie LDL-Cholesterin aus.
7
Wie viel sollte ich mich bewegen,
um mein kardiovaskuläres Risiko
zu senken?
Neben der ausgewogenen Ernährung ist die Bewegung
essenziell. Sinnvoll sind Ausdauersportarten wie Walking,
Radfahren, gemütliches Schwimmen oder langsames Laufen.
Bewegung wirkt sich auch auf den Blutdruck positiv
aus. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollten
erwachsene Personen 150 bis 300 Minuten pro Woche aktiv
sein, und zwar bei moderater Intensität. Moderat bedeutet,
dass man sich etwa beim Laufen noch unterhalten
kann. Zusätzlich sollte man an zwei Tagen pro Woche auch
Krafttraining durchführen. Zudem hat ein Wissenschaftlerteam
herausgefunden, dass
die wichtigsten positiven
Gesundheitsauswirkungen
bei 7000 Schritten täglich
eintreten. Durch diese tägliche
Schrittzahl sinkt vor allem
das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Herzinfarkt- Symptome
Erleidet eine Frau einen Herzinfarkt,
so wird dieser von Medizinern oft
schwerer erkannt als bei Männern.
Neben den klassischen Symptomen
wie Brustschmerzen haben Frauen
oft auch Schmerzen im Schulter-,
Bauch- und Kieferbereich, Atemnot,
geschwollene Füße und Knöchel.
Sie fühlen sich auch insgesamt
abgeschlagen und erbrechen.
#GoRed Austria
#GoRed Austria ist eine
österreichweite Awareness-
Kampagne, die die Herzgesundheit
von Frauen in den Mittelpunkt rückt
und über geschlechtsspezifische
Risiken, Symptome und Prävention
informiert. Die Initiative umfasst
Informationsangebote und den
jährlichen #GoRed Day (6. Februar
2026), an dem Menschen mit roten
Kleidungsstücken oder Accessoires
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Die Kampagne wurde von
Expertinnen aus Medizin,
Kommunikation und Gesundheitsorganisationen
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26
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betreffen Frauen und Männer unterschiedlich. Nicht nur in
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damit zeigt sich das deutlich. Warum das so ist und was es
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Körper & Geist
Psychische Erkrankungen
„Psychische Erkrankungen
ver laufen nicht bei allen Menschen
gleich. Wer geschlechterspezifische
Unterschiede berücksichtigt,
kann sie früher erkennen und
gezielter behandeln.“
Katharina Hotter
Klinische und Gesundheits psychologin am
Institut für Frauen- und Männer gesundheit
Sophie Leopold, Melanie Eugenie Ziegler, AdobeStock/nicevectors, Svetlana
Anna fühlt sich seit Wochen erschöpft,
antriebslos und traurig. Sie schläft
schlecht, ist erschöpft, zieht sich
zurück. Schließlich fasst sie sich ein
Herz, sucht Hilfe bei der Hausärztin
und bekommt die Diagnose Depression.
Markus dagegen wird zunehmend
gereizt, trinkt mehr, reagiert aggressiv.
Dass dahinter eine Depression stecken
könnte, kommt lange niemandem
in den Sinn – ihm selbst am wenigsten.
Zwei Lebensrealitäten, die zeigen:
Psychische Erkrankungen haben viele
Gesichter – und oft auch ein Geschlecht.
Frauen, Männer, Unterschiede
Laut dem Gender-Gesundheitsbericht
„Psychische Gesundheit“ erkranken
Frauen häufiger an Depressionen,
Angst- und Essstörungen, Männer
hingegen leiden häufiger an Suchterkrankungen.
Besonders betroffen
sind sie von Alkohol- und Substanzabhängigkeiten.
Die Gründe für diese
Unterschiede liegen weniger in der
22,7 Prozent
der österreichischen Bevölkerung
leiden an einer psychischen Erkrankung
– das entspricht mehr als zwei
Millionen Menschen. Bei Frauen liegt
der Anteil sogar bei 25 Prozent.
Biologie als in gesellschaftlichen Normen.
Im Laufe unserer Entwicklung
lernen wir je nach Geschlecht unterschiedlich
mit Gefühlen und Problemen
umzu gehen. „Frauen stehen
unter einem stärkeren gesellschaftlichen
Druck, einem be stimmten Schönheitsideal
zu entsprechen, was zur
vermehrten Entwicklung von Essstörungen
beiträgt“, erklärt Katharina
Hotter, klinische und Gesundheitspsychologin
am Institut für Frauen- und
Männergesundheit in Wien. „Riskantes
Verhalten, unter anderem was Alkoholund
Drogenkonsum betrifft, ist leider
häufig mit dem gesellschaftlichen Bild
von Männlichkeit verbunden, was die
Wahrscheinlichkeit, eine Suchterkrankung
zu entwickeln, erhöht.“ Diese
unterschiedlichen Prägungen beeinflussen
maßgeblich, welche psychischen
Erkrankungen sich eher zeigen.
Verborgene Zeichen
So weit zu den Unterschieden in
der Erkrankung, aber selbst ein und
dasselbe Leiden kann sich je nach
Geschlecht sehr unterschiedlich
äußern. Besonders deutlich wird das
bei der Depression. Während Frauen
häufiger klassische Symptome wie
Niedergeschlagenheit, Traurigkeit,
Rückzug und Erschöpfung zeigen, fallen
Männer oft durch ein ganz anderes
Verhalten auf. „Statt Traurigkeit zeigen
Männer oft Gereiztheit, Wut oder
sogar Aggression. Auch riskantes Verhalten
oder erhöhter Alkohol- und
Drogenkonsum können Hinweise auf
eine zugrundeliegende Depression
Körper & Geist
31
CHECKLISTE
Wenn Sie das Gefühl haben, dass es jemandem in Ihrem Umfeld
psychisch nicht gut geht, sind Sie oft unsicher: Soll ich etwas sagen?
Und wenn ja, wie? Diese Hinweise helfen, sensibel und unterstützend
zu reagieren.
Ansprechen, aber
behutsam: Sprechen Sie Ihre
Beobachtungen ruhig und
wertschätzend an. For mulieren
Sie aus Ihrer Perspektive und
vermeiden Sie Vorwürfe.
Hilfe anbieten – konkret:
Unterstützen Sie praktisch,
etwa bei der Termin -
vereinbarung oder indem
Sie der betroffenen Person
Begleitung anbieten.
Warnsignale ernst nehmen:
Bei Hinweisen auf akute
Krisen oder Suizidgedanken
sollten Sie rasch professionelle
Hilfe einschalten und die
Person nicht allein lassen.
Zuhören statt lösen wollen:
Sie müssen keine Antworten
liefern. Oft ist es das Wichtigste,
einfach da zu sein und
ernsthaft zuzuhören.
Grenzen respektieren:
Nicht jede Person ist sofort
bereit für Hilfe. Bleiben Sie
im Kontakt, aber üben Sie
keinen Druck aus.
Auch auf sich selbst achten:
Vergessen Sie Ihre eigenen
Bedürfnisse nicht. Unterstützung
ist wichtig, aber sie
hat auch Grenzen.
Quelle: ÖGPP – Österreichische Gesellschaft für
Psychiatrie, Psycho therapie und Psycho somatik
sein“, so die Expertin. Das hat Folgen
für die Diagnostik: Viele dieser Anzeichen
werden nicht sofort als psychische
Erkrankung erkannt. Betroffene
geraten dadurch später oder gar nicht
in Behandlung – ein Umstand, der das
Risiko für schwere Verläufe erhöht.
10 Prozent
der Bevölkerung sind von
Depressionen betroffen. 7 Prozent
leiden an Angststörungen,
4 Prozent an Alkoholmissbrauch
bzw. -abhängigkeit.
Zu Hilfe!
Auch der Weg nach dem Erkennen von
Symptomen verläuft unterschiedlich.
„Frauen suchen viel früher und häufiger
professionelle Hilfe beim Hausarzt
oder bei der Psychotherapeutin. Auch
infor melle Unterstützungsangebote wie
Selbst hilfe gruppen oder Gespräche mit
Freundinnen oder Freunden werden
von Frauen deutlich besser angenommen“,
sagt Hotter und findet es schade,
dass viele Männer zögern, sich frühzeitig
Hilfe zu suchen. „Männer werden oft
erst durch körperliche Symptome oder
akute Krisen wie zum Beispiel ernst hafte
Suizid gedanken dazu bewegt, sich professionelle
Unterstützung zu holen“,
bedauert sie.
Diese Zurückhaltung hat viel mit
gesellschaftlichen Vorstellungen von
Männlichkeit zu tun. Wer gelernt hat,
Probleme alleine lösen zu müssen,
empfindet das Eingestehen von Überforderung
oft als Schwäche. Genau das
erschwert jedoch den rechtzeitigen
Zugang zu Hilfe. Tatsächlich ist die Suizidrate
bei Männern signifikant höher,
obwohl sie seltener wegen psychischer
Erkrankungen in Behandlung sind.
Therapie nach Maß
In der Behandlung zeigt sich: Eine
Patentlösung für alle psychischen
Erkrankungen gibt es nicht. „Wie bei
jeder Therapie braucht es auch hier ein
maßgeschneidertes Konzept, das auf
die individuellen Gegebenheiten der
Person eingeht“, betont Hotter. Tatsächlich
gibt es aber geschlechterspezifische
Unterschiede in der Wirksamkeit
verschiedener Ansätze. Frauen
profitieren häufig von Therapien, die
emotionale Verarbeitung, Beziehungen
und soziale Unterstützung in den Mittelpunkt
stellen. Männer sprechen oft
besser auf strukturierte, zielorientierte
Methoden an, die konkrete Handlungsstrategien
vermitteln.
Psychische Gesundheit ist kein Thema,
das sich über einen Kamm scheren
lässt. Wer Unterschiede zwischen Frauen
und Männern ernst nimmt, schafft
die Grundlage für bessere Diagnosen,
wirksamere Therapien und vor allem
für mehr Verständnis im Alltag. Denn
manchmal ist es genau dieses Verständnis,
das den entscheidenden ersten
Schritt erleichtert: darüber zu sprechen
und sich Hilfe zu holen.
AdobeStock/JJ-Chamon, Svetlana, alex83m, yosuke14
32 Körper & Geist
Die häufigsten
psychischen Erkrankungen
Depression
Anhaltende gedrückte
Stimmung und
Interessen verlust
Typische Symptome: Traurigkeit,
Erschöpfung, Schlaf störungen,
Konzentrations probleme
Behandlung: Psychotherapie,
ggf. Anti depressiva, Bewegung
und Tagesstruktur
Angststörungen
Über mäßige,
oft unbegründete
Angstreaktionen
Typische Symptome: Innere Unruhe,
Herzrasen, Vermeidung bestimmter
Situationen
Behandlung: Psycho therapie (v. a.
Verhaltenstherapie), Entspannungsverfahren,
ggf. Medikamente
Suchterkrankungen
Abhängigkeit von Substanzen
oder Verhaltensweisen
Typische Symptome: Kontrollverlust,
starkes Verlangen („Craving“),
Vernachlässigung anderer
Lebensbereiche
Behandlung: Entzug, Psycho therapie,
Selbsthilfe gruppen, langfristige
Begleitung
Essstörungen
Gestörtes Ver hältnis zu
Essen und zum eigenen
Körperbild
Typische Symptome: Starkes
Kontrollverhalten beim Essen,
Gewichts schwankungen, verzerrte
Körperwahrnehmung
Behandlung: Psychotherapie,
Ernährungs beratung, medizinische
Betreuung
Burnout
Zustand emotionaler,
körperlicher und geistiger
Erschöpfung durch anhaltende
Überlastung
Typische Symptome: Ausgebranntsein,
innere Leere, Leistungsabfall,
Distanz zur Arbeit
Behandlung: Entlastung im Alltag,
Psychotherapie, Anpassung der
Lebens- und Arbeitsbedingungen
Chronischer Stress
Dauerhafte
Über forderung ohne
aus reichende Erholungsphasen
Typische Symptome: Nervosität,
Schlaf probleme, Reizbarkeit,
körperliche Beschwerden (z. B.
Kopfschmerzen)
Behandlung: Stress management,
Entspannungstechniken, Bewegung,
ggf. psychologische Unterstützung
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ZWISCHEN TRADWIFE
UND TINDER:
Petra Sophie Plank, Mentorin und
Coach für gelingende Beziehungen;
Lebens- und Sozialberaterin.
Arbeitet mit Paaren in Umbruchphasen.
Lebt in der Südsteiermark.
Fokus: Kommunikation, Bedürfnisse,
Augen höhe. Natur workshops für Paare.
Über zeugung: Beziehung ist keine
Glückssache, sondern eine bewusste
Entscheidung.
Ich mit mir.
Beziehung beginnt nicht beim
anderen, sondern im eigenen Inneren.
Mit der Frage, die selten laut gestellt
wird, aber alles prägt: Was passt
eigentlich zu mir? Entscheidend ist
nicht, alles zu wissen, sondern sich
selbst ernst zu nehmen. Wie soll Nähe
gelingen, wenn der Umgang mit sich
selbst hart bleibt? Außen klärt sich,
was innen begonnen hat.
Petra Sophie Plank, AdobeStock/Angelina-Bambina, Good Studio, Paper Trident
34
IST DIE LIEBE
AM LIMIT?
Beziehung
Nähe ohne
Verschmelzung.
NOCH NIE WAR BEZIEHUNG SO FREI –
und gleichzeitig so kompliziert. Alte Rollen
lösen sich auf, neue sind kaum in Sicht, und
irgendwo dazwischen versuchen Paare,
ein gemeinsames Leben zu bauen. Warum
Gleichberechtigung mehr ist als 50/50 –
und was es wirklich braucht, damit zwei
Menschen einander nicht verlieren.
Das alte Bild vom „einen Baum“, der
aus zwei Menschen entsteht, trägt
nicht mehr weit. Zeitgemäßer ist ein
anderes: zwei Bäume, eigenständig
gewachsen, tief verwurzelt – nah
genug, um sich zu berühren, stabil
genug, um sich nicht zu verlieren.
Jeder bleibt bei sich – und genau
dadurch entsteht echte Verbindung.
Es ist eine dieser Fragen,
die harmlos beginnt und
erstaunlich flott eskaliert:
Wer bringt den Müll hinaus?
Das wird nicht selten zum
Beziehungsthema. Nicht
weil unser Abfall politisch
wäre, sondern weil er symbolisch
ist – für Fairness,
Verantwortung und die Frage,
ob man im Alltag wirklich
auf Augenhöhe lebt.
Genau hier beginnt das
eigentliche Problem moderner
Liebe. „Viele glauben,
man müsse nur den einen
„Viele glauben, man
müsse nur den
einen richtigen
Menschen finden.
Sorry, aber das ist
es nicht.“
Petra Sophie Plank
Körper & Geist
richtigen Menschen
finden. Sorry, aber das
ist es nicht“, sagt Petra
Sophie Plank, Coach
für gelingende Beziehungen.
Denn selbst
mit dem „richtigen“
Menschen bleibt die
zentrale Frage offen:
Wie leben wir eigentlich
zusammen? „Wir
brechen heutzu tage
Rollenbilder auf,
haben die Idee von
einem Ergebnis. Aber wie
kommen wir dorthin?“
Früher war vieles klarer.
Nicht unbedingt gerechter,
aber eindeutig geregelt.
„Die Rollen zwischen Frau
und Mann waren sehr eindeutig
– da hat man nicht
diskutiert“, sagt die Expertin.
Heute ist das anders
– und besser: „Jetzt darf
jeder seine Vorstellung vom
Leben einbringen.“ Nur gibt
Spannung statt
Auflösung.
Beziehungen leben nicht von
Gleichheit, sondern von Unterschied.
Rollenbilder lösen sich auf,
Fähig keiten werden beweglicher.
Doch etwas bleibt: Spannung.
Nicht als Konflikt, sondern als
lebendige Differenz, die Beziehung
in Bewegung hält. Gleichwertig,
nicht gleich förmig.
es dafür keinen Plan, keine
Anleitung, kaum Vorbilder.
Paare stehen damit vor einer
Art Beziehungbausatz ohne
Gebrauchsanweisung, in
dem alles gleichzeitig erfüllt
werden soll: Gleichberechtigung,
Individualität, Nähe,
Freiheit und Alltagstauglichkeit.
Das Ergebnis ist oft
kein entspanntes Miteinander,
sondern ein permanentes
Aushandeln. „Viele sind
orientierungslos: Wie
handle ich aus, was mir
wichtig ist – und wie
mache ich das für den
anderen sichtbar?“
Wann ist
etwas fair?
Besonders hartnäckig
hält sich dabei die
Idee von 50/50. Halbe-halbe
als scheinbar
gerechte Lösung
für alles. Doch so einfach
ist es nicht. „Wann
ist etwas überhaupt fair?
Wann empfinden wir es
so?“, gibt Plank zu bedenken.
Denn Gleichberechtigung
bedeutet nicht, dass
beide exakt dasselbe leisten,
sondern dass beide
sich gesehen und wertgeschätzt
fühlen. „Gleichwertigkeit
beginnt immer in
der eigenen Haltung.“ Fairness
ist damit kein Rechen-
35
Haltung statt Harmonie.
Stabile Beziehungen entstehen selten
aus Harmonie, sondern aus der
Fähigkeit, Unterschied auszu halten
und zu verstehen. Entscheidend
ist weniger, was passiert, sondern
wie damit umgegangen wird.
Eine zentrale Haltung dabei: die
konsequent positive Unterstellung.
Also der stille Ausgangspunkt, dass
der andere es gut meint mit mir –
auch wenn es gerade nicht so wirkt.
Für weitere Infos zu
Petra Sophie Plank einfach
QR-Code scannen
modell, sondern etwas
zutiefst Emotionales. Ein
weiterer Klassiker moderner
Beziehungen sind Missverständnisse
in der Kommunikation.
„Männer sind
oft sehr schnell lösungsorientiert.
Frauen suchen Verbindung,
wollen verstanden
werden.“ Was dann passiert,
ist fast ritualisiert: Er
bietet rasch eine Lösung an,
sie fühlt sich in der Darlegung
ihrer Emotionen nicht
gehört. „Was fehlt, ist ein
Zwischenschritt. Das Anerkennen
der Emotion
erzeugt dieses einfache
‚Ja, genau, so
fühle ich mich.‘“ Die
Empfehlung: langsamer
werden, nachfragen,
spiegeln, wirklich
verstehen, bevor man
reagiert. Alles davor
ist meist nur ein Pingpong
aus Annahmen
und führt häufig zu
Missverständnissen.
Konflikte selbst
sind dabei kein Fehler
im System. „Konflikt
ist eine Chance“,
sagt Plank. Eine Chance,
sich selbst und den anderen
besser zu verstehen –
Drei Beziehungsräume:
Ich. Du. Wir.
Ich mit mir, du mit dir, wir mit
einander: Dieser gemeinsame Raum
ist kein Selbstläufer. Er will gepflegt
werden – besonders nach Reibung.
Verbindung entsteht dabei oft
unscheinbar: ein Blick, ein Lächeln,
ein Schritt zurück aufeinander zu.
Nicht Konfliktfreiheit ist das Ziel,
sondern die Fähigkeit, immer wieder
zueinanderzufinden.
wenn man weiß, wie. Nicht
angreifen, sondern sanft
einsteigen. Humor zulassen.
Pausen machen, bevor
Emotionen kippen. Und vor
allem erkennen, worum es
wirklich geht. Denn hinter
vielen Streitigkeiten steht
selten der konkrete Anlass,
es geht auch nicht darum,
wer Recht hat oder schuldig
ist, sondern meist um ein
unerfülltes Bedürfnis, etwa
nach Nähe, Wertschätzung
oder Entlastung. Damit verschiebt
sich auch die eigentliche
Frage: Wir reden von
Gleichberechtigung, meinen
aber oft etwas Tieferes. „Im
Grunde geht es um Würde
und Bedürfnisse“, sagt die
Expertin. Entscheidend ist
die Haltung: einander ernst
nehmen, Unterschiede nicht
glätten, sondern verstehen
lernen. Und dafür einen
Raum schaffen, in dem
jeder sicher und zufrieden
ist. „Gleichberechtigung auf
Augenhöhe“, nennt es Petra
Sophie Plank.
Kurzfristiger Halt
Gleichzeitig wirken von
außen neue Spannungen:
Social Media vermittelt
oft, Beziehung sei Einschränkung
von Freiheit,
während gleichzeitig
alte Rollenbilder
– etwa klassische Tradwives
und Alphamen
– ein Comeback erleben.
Beide Extreme
versprechen Orientierung,
erzeugen aber
neue Verwirrung. „Es
kann kurzfristig Halt
geben, weil es vertraut
ist“, sagt Plank,
„aber es löst die heutigen
Fragen nicht.“
Dazwischen bleibt die Realität:
zwei Menschen, die
ihren Weg finden müssen.
Früher hat die Gesellschaft
diesen Weg vorgegeben,
heute liegt er bei den Paaren
selbst. „Man ist individuell
gefordert: Wie sieht unsere
Beziehung aus?“, sagt Plank.
Das klingt nach Freiheit, ist
aber auch Verantwortung.
Denn echte Augenhöhe entsteht
nicht automatisch. Sie
braucht Klarheit, Gespräche
und Entscheidungen. „Viele
wollen das Ergebnis leben –
aber nicht den Weg dorthin
gehen.“
Die ehrlichste
Form von Liebe
Genau darin liegt die eigentliche
Spannung moderner
Liebe: Freiheit ohne Ausrede,
Beziehung ohne vorgefertigtes
Drehbuch, aber
mit der ständigen Aufgabe,
sich zu verständigen. Am
Ende bleibt nichts Abstraktes,
sondern etwas sehr Konkretes:
zwei Menschen, die
klären müssen, was ihnen
jeweils wichtig ist – und
was sie gemeinsam daraus
machen. Klingt anstrengend.
Ist es auch. Aber vielleicht
ist genau das die ehrlichste
Form von Liebe. Und wir dürfen
sie gerade lernen.
AdobeStock/Angelina Bambina, Good Studio, MD
36 Körper & Geist
Besser streiten in 4 Schritten
Der erste Satz entscheidet.
Viele Gespräche scheitern nicht am Inhalt, sondern am Einstieg. Ein
Vorwurf setzt ein Gespräch in Abwehr. Ein klarer, persönlicher Satz öffnet
es. „Du kommst immer zu spät“ macht zu. „Ich bin gerade gestresst, weil mir Pünktlichkeit
wichtig ist“ macht auf. Dazu: AAA – Ansprache (den anderen beim Namen
nennen), Augenkontakt, Atmen (einmal bewusst, bevor man losredet).
SCHON
GEHÖRT?
Nicht reagieren, sondern anerkennen.
Im Konflikt hören wir oft nur eines: Bin ich gemeint – oder werde ich
angegriffen? Wirkliches Zuhören verschiebt den Fokus. Weg von der Selbstverteidigung,
hin zum Verstehen. Nicht sofort bewerten, nicht sofort antworten –
sondern wahrnehmen: Da ist Emotion. Da ist ein Mensch. „Ich sehe, du bist verärgert“
ist manchmal mehr Verbindung als jede Lösung.
Pause als Kontakt.
Wenn es kippt, hilft kein Dranbleiben um jeden Preis. Manchmal hilft nur
ein Schnitt: kurz raus, kurz atmen, kurz Abstand. „Ich brauche einen Moment
und komme zurück“ ist kein kommentierter Rückzug, sondern Struktur im Gefühl
bzw. Verantwortung für die eigene Emotion – und gibt dem anderen Orientierung.
Emotional bleiben, verbunden bleiben.
Gewaltfreies Streiten heißt nicht, ruhig zu bleiben. Es heißt, bei sich
zu bleiben – und den anderen trotzdem nicht aus dem Blick zu verlieren.
Genau dort entsteht Beziehung: nicht im Konsens oder im Kompromiss, sondern im
bewussten Umgang mit Unterschied. So kann die Liebe im Alltag lebendig bleiben.
HÖR GERÄTE
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37
VORSORGE
RETTET LEBEN
Krebsvorsorge
Buchtipp
Matthias Beck:
„Krebs – Körper, Geist und
Seele einer Krankheit“
Ein einfühlsames Buch über
den Umgang mit der Diagnose
Krebs, das medizinische,
psychologische und philosophische
Perspektiven verbindet
und dazu ermutigt, sich neben
der körperlichen Behandlung
auch mit existenziellen Fragen,
inneren Konflikten und möglichen
Sinnzusammenhängen
auseinanderzusetzen.
Bei der Hautkrebsuntersuchung nimmt sich
die Dermatologin oder der Dermatologe
Zeit für jedes einzelne Muttermal. So können
selbst kleinste Veränderungen frühzeitig
erkannt und die beste Grundlage für eine
rechtzeitige und erfolgreiche Behandlung
geschaffen werden
38 Körper & Geist
VIELE KREBSARTEN LASSEN SICH FRÜH
GUT BEHANDELN, wenn man rechtzeitig
zur Vorsorge geht. Doch genau diese Termine
werden häufig hinausgezögert. Was wichtig
zu wissen ist, ab wann Untersuchungen sinnvoll
sind und welche Checks Sie unbedingt
machen sollten, erfahren Sie hier.
44.000
Österreicher und
Österreicherinnen erhalten
jedes Jahr die Diagnose
Krebs, rund
440.000
Menschen leben aktuell mit
der Erkrankung. Am häufigsten
sind Darm-, Lungen-,
Brust- und Prostatakrebs.
Styria Verlag, Marina Probst, ÄK Wien/Oliver Topf, AdobeStock/Angelina Bambina, Mediteraneo
Maria holt wie jeden Morgen die Post aus dem Briefkasten.
Neben Rechnungen und Werbung ist dieses Mal auch
die Erinnerung an die Mammografie dabei, die in Österreich
ab dem 45. Lebensjahr alle zwei Jahre durchgeführt werden
soll. „Stimmt, das sollte ich wieder machen“, denkt die
52-Jährige und legt den Brief zur Seite. Wochen werden zu
Monaten, der Termin ist längst in Vergessenheit geraten, bis
eine gute Freundin von ihrer Krebsdiagnose erzählt. Maria
ruft noch am selben Tag im Röntgeninstitut an. Tatsächlich
wird auch bei ihr ein Tumor entdeckt – rechtzeitig, weil noch
klein und damit gut behandelbar.
„Dank Fortuna wurde der Krebs bei mir so früh diagnostiziert“,
erzählt Maria später in der Turngruppe. Doch eigentlich
handelt es sich hier nicht um Glück oder Zufall, es ist vielmehr
das Ergebnis regelmäßiger Vorsorge.
„Zu diesem
Thema braucht
es noch mehr und
noch gezieltere,
ziel gruppen gerechte
Aufklärung.“
Paul Sevelda,
Präsident der
Öster reichischen
Krebshilfe
Zahlen, die wachrütteln
Laut Österreichischem Krebsreport erhalten jedes Jahr rund
44.000 Österreicherinnen und Österreicher die Diagnose
Krebs, besonders häufig sind bei Frauen Brust-, Darm- und
Lungenkrebs, bei Männern Prostata-, Lungen- und Darmkrebs
. Damit ist Krebs eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen
unserer Zeit. Etwa 20.000 Menschen sterben
jährlich an den Folgen der Erkrankung, dabei zeigen internationale
Studien wie jene des Medizinjournals „The Lancet“,
„Je früher ein
bösartiger Tumor
entdeckt und
behandelt wird,
desto besser sind
die Chancen auf
Heilung.“
Johannes Steinhart,
Präsident der Österreichischen
Ärztekammer
dass vier von zehn dieser Todesfälle vermeidbar wären – vorausgesetzt,
Vorsorge- und Früherkennungsangebote werden
genutzt. „In jedem Lebensalter gilt: Je früher ein bösartiger
Tumor entdeckt und behandelt wird, desto besser sind
die Chancen auf Heilung, auf Überlebensgewinn, jedenfalls
aber auf eine Verbesserung der Lebensqualität“, ist Johannes
Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer,
überzeugt. Doch genau hier liegt die Herausforderung:
Körper & Geist
39
Das Wissen ist da, die Angebote sind es auch, aber sie werden
nicht konsequent in Anspruch genommen, weshalb auch Paul
Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe, an die
Gesundheitspolitik appelliert: „Zu diesem Thema braucht es
noch mehr und noch gezieltere, zielgruppengerechte Aufklärung.“
Beim Prostatakrebs etwa, der häufigsten Krebserkrankung
bei Männern, deren Erkrankungsrisiko ab 65 deutlich
steigt, liegt der Anteil jener Männer über 60, die zumindest
einmal bei der Vorsorgeuntersuchung waren, bei nur 63 Prozent.
Das ist gerade bei dieser Krebsart problematisch, da frühe
Stadien meist keine Beschwerden verursachen. Wer erst
bei Symptomen zum Arzt geht, kommt oft spät.
„Vorsorge ist kein
Zeichen von Angst,
sondern von
Verantwortung –
für sich selbst, für
die Familie und für
die Zukunft.“
Shahrokh F. Shariat,
Direktor des Comprehensive
Cancer Center Vienna
Frauen nehmen Vorsorgeangebote im Vergleich zu Männern
häufiger wahr, wie Shahrokh F. Shariat, Direktor des Comprehensive
Cancer Center Vienna, bestätigt. Dafür gibt es auch
strukturelle Gründe: „Frauen haben meist früher und regelmäßiger
Kontakt mit dem Gesundheitssystem. Sie sind zum
Beispiel durch regelmäßige gynäkologische Unter suchungen
oder das Mammografie-Screening seit Jahren viel stärker in
organisierte Vorsorgeprogramme eingebunden und Vorsorge
wird viel stärker zur Normalität“, so Shariat. Gerade
bei Brustkrebs zeigt sich sehr gut, was Früherkennung leisten
kann: Werden die Tumore früh entdeckt, steigen die Heilungschancen
auf bis zu 95 Prozent. „Bei Männern passiert
die Früherkennung von zum Beispiel Prostatakrebs hingegen
noch viel zu oft zufällig und unsystematisch. Oft gehen
sie erst zum Arzt, wenn Beschwerden da sind.“ Dass Vorsorge
häufig aufgeschoben wird, hat unterschiedliche Gründe
– von Zeitmangel bis hin zu Unsicherheit im Umgang mit
möglichen Befunden. Umso wichtiger sei ein Umdenken:
„Vorsorge ist keineswegs ein Zeichen von Angst, sondern
von Verantwortung – für sich selbst, für die Familie und für
die Zukunft“, betont Shariat.
Doch welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll, ab welchem
Alter und in welchem Rhythmus? Um diese Fragen zu
klären, haben wir bei der Österreichischen Krebshilfe nachgefragt
und die aktuellen Empfehlungen zusammengefasst:
Bei der Mammografie-
Auswertung begutachtet
die Ärztin bzw. der Arzt das
hoch auflösende Röntgenbild
am Computer, analysiert selbst
feinste Gewebeveränderungen
und erkennt mögliche Auffälligkeiten
frühzeitig
Krebsvorsorge
Krebsvorsorge bedeutet mehr als
nur „nachschauen lassen“. Sie verfolgt
zwei zentrale Ziele: Prävention,
also Krankheiten möglichst zu
verhindern, oder sie so früh
zu entdecken, dass sie noch
gut behandelbar sind
(Früherkennung).
MedUni Wien/feelimage, AdobeStock/Angelina Bambina, Florent, Gorodenkoff
40 Körper & Geist
Für Frauen
Die häufigsten Krebsarten bei Frauen sind Brustkrebs, Darmkrebs,
Lungenkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Eierstockkrebs,
wobei Brustkrebs nach wie vor die führende Diagnose
stellt. Umso wichtiger ist es, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
wahrzunehmen, die eine frühzeitige Erkennung
ermöglichen und die Heilungschancen deutlich verbessern.
Für Gebärmutterhalskrebs sollte ab dem 20. Geburtstag
jährlich ein Krebsabstrich (PAP-Test) im Rahmen der gynäkologischen
Untersuchung erfolgen. Ab dem 30. Lebensjahr
wird zusätzlich alle drei Jahre ein HPV-Test empfohlen,
wobei Abstrich und Test abwechselnd durchgeführt werden
sollten, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Parallel
dazu schützt die HPV-Impfung vor Infektionen mit Humanen
Papillomviren, die neben Gebärmutterhalskrebs auch andere
Krebsvorstufen im Genitalbereich sowie Krebs im Rachenund
Kehlkopfbereich verursachen können. Die Impfung wird
Mädchen, Buben, Frauen und Männern ab dem 9. Lebensjahr
empfohlen und ist in Österreich seit Februar 2023 für alle bis
zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenlos verfügbar.
Prävention
Krankheiten möglichst
verhindern, zum Beispiel
durch Bewegungsprogramme,
Raucherentwöhnung
oder
HPV- Impfung.
Die Früherkennung von Brustkrebs
erfolgt über die Mammografie,
mit der kleine, noch nicht tastbare
Tumore entdeckt werden können. Frauen ab 40 Jahren
wird geraten, alle zwei Jahre eine Mammografie durchführen
zu lassen, während das nationale Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
Frauen zwischen 45 und 74 Jahren automatisch
alle 24 Monate eine Einladung zusendet. Eigenes
Abtasten der Brust stärkt das Bewusstsein für Veränderungen,
ersetzt aber keine Früherkennung.
Darmkrebs lässt sich ab dem 45. Geburtstag durch regelmäßige
Vorsorge reduzieren: Eine Koloskopie sollte alle sieben
bis zehn Jahre bei einer zertifizierten Stelle erfolgen,
alternativ kann der jährliche bis zweijährliche FIT-Stuhltest
durchgeführt werden.
Und schließlich sollte auch die Haut regelmäßig auf Veränderungen
überprüft werden – eine Selbstuntersuchung
vor und nach den Sommermonaten hilft, Auffälligkeiten früh
zu erkennen.
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Hochkalorische Trinknahrung
FRESUBIN UNTERSTÜTZT
WÄHREND DER KREBSTHERAPIE
Die Krebstherapie beeinflusst
Stoffwechsel, Appetit und
Verdauung. Eine gezielte Ernährung
während der Therapie ist wichtig, um
den Körper bestmöglich zu unterstützen.
Hochkalorische Mahlzeiten
helfen dabei, den erhöhten Energiebedarf
zu decken und Gewichtssowie
Muskelverlust vorzubeugen.
Da viele Patient:innen während der
Krebsbehandlung unter Appetitlosigkeit,
Übelkeit oder Geschmacksveränderungen
leiden, sind klassische
Mahlzeiten oft schwer umsetzbar. In
solchen Fällen bietet medizinische
Ernährungstherapie in Form von hochkalorischer
Trinknahrung und Sondennahrung
eine wertvolle Unterstützung.
Sie liefert in kleinen Portionen eine
konzentrierte Dosis an Energie und
Protein und ist leicht zu konsumieren.
Hoch konzentrierte Produkte können
in relativ kleinen Mengen die Ernährung
ergänzen bzw. in entsprechender
Dosierung als ausschließliche Nahrungsquelle
dienen, um den Körper mit
wichtigen Nährstoffen und ausreichend
Energie zu versorgen. Zudem sind sie
für spezielle Indikationen konzipiert,
wobei das Basisziel ist, der Mangelernährung
entgegenzuwirken. Ein
weiterer Vorteil von Fresubin liegt in
der unkomplizierten Anwendung: Für
Patient:innen, denen das Kauen oder
Schlucken schwerfällt, bieten flüssige
Produkte eine gut verträgliche und einfach
umsetzbare Alternative im Alltag.
Warnsignale während der Therapie
können wichtige Hinweise darauf geben,
dass der Körper Unterstützung benötigt.
Besonders aufmerksam sollte man bei
Anzeichen wie ungewolltem Gewichtsverlust,
anhaltender Appetitlosigkeit,
Fresubin versorgt den Körper mit Energie
starker Übelkeit oder wiederkehrendem
Durchfall werden. Auch dauerhafte
Müdigkeit, zunehmende Schwäche und
sichtbarer Muskelabbau zählen zu den
ernst zu nehmenden Alarmsignalen. Eine
gezielte Ernährungstherapie hilft dabei,
den Körper ausreichend mit Energie zu
versorgen. Ein guter Ernährungszustand
kann den Therapieverlauf positiv beeinflussen.
Mehr Infos: www.fresubin.at
OE3440 01 Mai 2026
Körper & Geist
41
Für Männer
CHECKLISTE
Auch für Männer spielt Vorsorge eine
wichtige Rolle, um Krebs frühzeitig zu
erkennen und die Heilungschancen
zu verbessern. Die häufigsten Krebsarten
bei Männern sind Prostatakrebs,
Lungenkrebs, Darmkrebs,
Blasenkrebs und Nierenkrebs.
Ein zentraler Bestandteil der
Früherkennung ist die monatliche
Selbstuntersuchung der Hoden, die ab
dem 14. Geburtstag durchgeführt werden
sollte, um Veränderungen möglichst
früh zu bemerken. Ab dem 45. Geburtstag wird
Männern empfohlen, regelmäßig eine Prostatauntersuchung
beim Arzt wahrzunehmen, die neben einem Gespräch zur
Kranken geschichte auch den PSA-Test umfasst.
Wie bei Frauen ist auch die Darmkrebsfrüherkennung
ab dem 45. Geburtstag wichtig: Dabei kann alle sieben bis
zehn Jahre eine Koloskopie bei einer zertifizierten Untersuchungsstelle
erfolgen oder alternativ ein FIT-Stuhltest
jährlich bzw. mindestens alle zwei Jahre durchgeführt
werden.
Darüber hinaus sollten Männer ihre Haut mindestens
zweimal jährlich, vor und nach den Sommermonaten, selbst
auf auffällige Veränderungen kontrollieren. Ein weiterer
Schutz ist die HPV-Impfung, die Infektionen mit Humanen
Papillom viren verhindert. HPV kann bei Männern zu Krebsvorstufen
und Tumoren am Penis, Anus sowie im Rachenund
Kehlkopfbereich führen. Die Impfung wird ab dem 9.
Lebensjahr empfohlen und ist in Österreich bis zum vollendeten
21. Lebensjahr kostenlos verfügbar.
Früherkennung
Krankheiten so früh
erkennen, dass sie noch
gut behandelbar sind,
zum Beispiel durch Mammografie,
Prostata vorsorge
oder Darmspiegelung.
Nutzen Sie Einladungen
zu Vorsorge untersuchungen
konsequent.
Vereinbaren Sie
fixe jährliche
Gesundheits-Checks.
Achten Sie auf
Veränderungen Ihres
Körpers.
Sprechen Sie offen mit
Ärztinnen und Ärzten
über Risiken.
Nehmen Sie auch kleine
Beschwerden ernst.
Hürden im Kopf
Krebsvorsorge bedeutet nicht, ständig an Krankheit zu denken,
sondern bewusst für die eigene Gesundheit zu sorgen.
Es geht um Klarheit statt Unsicherheit, um rechtzeitiges
Handeln statt spätes Reagieren. Am Ende ist es eine einfache
Entscheidung mit großer Wirkung: den Termin nicht
aufzuschieben, sondern wahrzunehmen. Denn Vorsorge ist
keine lästige Pflicht, sondern eine der wirksamsten Möglichkeiten,
die eigene Gesundheit langfristig zu schützen.
Pink Ribbon
Brustkrebs-Aufklärung, Spenden aktionen
und Screening- Informationen für Frauen.
Movember
Männergesundheit, vor allem Prostatakrebs
und psychische Gesundheit bei Männern.
Initiativen, die bewegen
Grüne Socken
Fokus auf Darmkrebs- Früh erkennung
und Prävention.
Loose Tie
Männergesundheit, insbesondere Prostataund
Darmkrebs, niedrig schwellige Aufklärung.
AdobeStock/Angelina Bambina, djvstock, Florent, Janica, kavya, alex83m, yosuke14
42 Körper & Geist
Mehr gesunde Jahre mit speak23
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speak23 mit dem Grazer
Labor Dr. Petek. Dessen
Leiter Dr. Thomas Petek
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klar einen Wandel. Gesundheit,
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rücken immer
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regelmäßigen Testungen,
wie sie in der Kooperation
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werden, ist es möglich,
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frühzeitig zu erkennen.“
© Hanschitz
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43
WENN ESSEN
KRANK MACHT
Ernährung
ESSSTÖRUNGEN GELTEN IMMER NOCH ALS
„FRAUEN KRANKHEIT“. Auch Männer sind betroffen,
nur werden sie bei ihnen oft später erkannt. Warum das
so ist und worauf Sie achten sollten, wenn Sie vermuten,
dass jemand in Ihrem Umfeld betroffen ist.
44 Körper & Geist
Hotline für Essstörungen –
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Mo. bis Do., von 12 bis 17 Uhr
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trainiert viel, achtet auf seine
Ernährung, wirkt kontrolliert,
manchmal vielleicht ein
wenig zu perfektionistisch.
Im Freundeskreis gilt er als
ehrgeizig, im Job als verlässlich.
Niemand würde vermuten,
dass genau hinter dieser
Fassade etwas aus dem
Gleichgewicht geraten ist.
Genau das ist das Problem:
Ein gestörtes Essverhalten
sieht man nicht immer
auf den ersten Blick. Es versteckt
sich oft gut – hinter
vermeintlich gesunden Routinen,
hinter Leistungs willen
oder dem Wunsch, „alles
richtig zu machen“. Essstörungen
haben kein einheitliches
Gesicht und bei
Männern werden sie deshalb
besonders leicht übersehen.
etwas später, was aber möglicherweise
an einer verzögerten
Diagnose liegt. Viele
Frage bögen und Screening-
Verfahren orientieren sich
noch immer stark an weiblichen
Symptommustern.
Gleichzeitig wird Essverhalten
bei Männern weniger
kritisch hinterfragt – weder
im Alltag noch in der ärztlichen
Praxis. Wer viel isst, gilt
schnell als „guter Esser“, wer
Gewicht zunimmt, als „kräf-
sehen. Besonders deutlich
zeigt sich das beim Binge-
Eating, einer Essstörung, bei
der Betroffene wiederholt
große Mengen an Nahrung
in kurzer Zeit zu sich nehmen.
Diese Form der Essstörung
wird bei Männern häufig
erst dann erkannt, wenn
bereits Folgeerkrankungen,
wie Adipositas, Bluthochdruck
oder Stoffwechselprobleme
bestehen. Nicht
selten kommt die Diagnose
eher zufällig zustande, etwa
im Rahmen eines anderen
medizinischen Vorfalls.
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„Viele Betroffene
kommen erst dann
zur Behandlung,
wenn bereits
Folgeerkrankungen
bestehen.“
Christof Argeny
Dabei unterscheiden sich die
Ursachen zwischen Männern
und Frauen kaum. Leistungsdruck,
Schön heit sideale und
ein fragiles Selbstwertgefühl
spielen bei beiden eine zentrale
Rolle.
Robert Harson, AdobeStock/Paper Trident, Macrovector
Späte Diagnose,
ähnliche Ursachen
Ein Blick auf die Zahlen
zeigt: Essstörungen beginnen
meist schon in jungen
Jahren – allerdings nicht bei
allen gleich. „Bei den 13- bis
18-Jährigen sind rund 2,4
Prozent der Mädchen und
0,9 Prozent der Burschen
betroffen – Tendenz steigend“,
sagt Christof Argeny,
Facharzt für Psychiatrie und
ärztlicher Leiter von sowhat,
dem Kompetenzzentrum für
Menschen mit Essstörungen
in Wien, St. Pölten und
Mödling. Auffallend: Mädchen
erkranken meist schon
im frühen Teenageralter, bei
Buben zeigt sich die Symptomatik
im Durchschnitt
Körper & Geist
„Essstörungen bei
Männern bleiben oft
lange unentdeckt,
weil sie sich anders
zeigen und weniger
hinterfragt werden.“
Christof Argeny,
Facharzt für Psychiatrie
tig gebaut“. Hinzu kommt
ein biologischer Faktor:
Männer haben von Natur aus
einen geringeren Körperfettanteil.
„Das führt dazu,
dass sie selbst bei einem
scheinbar unauffälligen BMI
bereits deutlich abgemagert
sein können“, erklärt
Argeny. Warn signale werden
dadurch leichter über-
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Essstörungen bei
Männern
Bei Männern treten Essstörungen
seltener auf, verlaufen aber häufig
schwerer. Ein Grund: Sie werden
später erkannt. Zudem leiden Männer
häufiger an zusätzlichen psychischen
Erkrankungen wie Depressionen,
Angststörungen oder Suchterkrankungen.
Diese überdecken die
Essstörung oft lange. Auch körperliche
Unterschiede spielen eine Rolle:
Durch den geringeren Körperfettanteil
können kritische Gewichtsverläufe
länger unauffällig bleiben.
„Essstörungen sind eng
mit Selbstwert themen verknüpft
und können als eine
Art Bewältigungsstrategie
verstanden werden“, sagt
Claudia Fuchs, Leiterin der
Psychotherapie bei so what.
Social Media verstärkt diesen
Druck – mit perfekt
inszenierten Körper bildern,
die oft unerreichbar bleiben.
Zwischen Rückzug
und Sprachlosigkeit
Was nach außen oft
un scheinbar wirkt, ist für
Betroffene innerlich hoch
belastend. Gerade Männer
entwickeln Strategien, um
ihre Probleme zu verstecken
oder sie gar nicht erst
zu benennen. „Viele können
gar nicht sagen, wie es
ihnen geht. Diese Sprachlosigkeit
erleben wir sehr
häufig“, so Fuchs.
Für Angehörige ist das eine
Herausforderung. Denn Essstörungen
zeigen sich nicht
immer offen. Stattdessen
sind es oft kleine Veränderungen:
Jemand zieht
sich zurück, wird stiller,
gereizter oder wirkt plötzlich
sehr kontrolliert. Vielleicht
wird das gemeinsame
Essen vermieden, vielleicht
auch übermäßig trainiert.
Der wichtigste Schritt ist
dann, diese Veränderungen
ernst zu nehmen und das
Gespräch zu suchen. Allerdings
nicht mit Fokus auf
„Angehörige sollten
signalisieren: Du
kannst jederzeit zu
mir kommen.“
Claudia Fuchs
Buchtipp
Nasim RöhrichMofidian:
„Essstörungen verstehen“
Ein verständlicher therapeutischer
Leitfaden für Betroffene und
Angehörige. Das Buch erklärt,
warum Essstörungen entstehen, wie
sie im Gehirn wirken und weshalb
klassische Ratschläge oft nicht
helfen. Einfühlsam und wissenschaftlich
fundiert zeigt es moderne Wege
der Behandlung und unterstützt den
Schritt in Richtung Genesung.
„Wichtig ist, mit
dem Betroffenen
ins Gespräch zu
kommen – aber
nicht über Essen
oder den Körper.“
Claudia Fuchs,
Psychotherapeutin
Essen oder Gewicht. „Essstörungen
sind psychosomatische
Erkrankungen.
Wenn man zu sehr über das
Essverhalten spricht, verstärkt
man oft nur die Symptomatik“,
warnt Fuchs. Viel
hilfreicher ist es, echtes Interesse
zu zeigen und Raum
für Gespräche zu schaffen.
Das braucht Geduld. Viel
Geduld. Denn wer betroffen
ist, reagiert anfangs oft
mit Abwehr. „Das ist völlig
normal. Wichtig ist, sich
davon nicht abschrecken zu
lassen“, sagt Fuchs. Es geht
nicht darum, täglich nachzufragen
oder Druck aufzubauen,
sondern darum, verlässlich
da zu sein und immer
wieder zu signalisieren: Ich
sehe dich, und du kannst mit
mir sprechen. Vertrauen ent-
Nasim Röhrich-Mofidian, Robert Harson, AdobeStock/Macrovector, alex83m, yosuke14
Körper & Geist
CHECKLISTE
Achten Sie auf Veränderungen
im Verhalten oder Rückzug.
steht nicht über Nacht. In der
therapeutischen Praxis zeigt
sich, dass es manchmal Jahre
dauern kann, bis sich jemand
wirklich öffnet. Umso wichtiger
ist ein Umfeld, das dranbleibt,
ohne zu drängen.
In der therapeutischen
Behandlung selbst wird
bewusst nicht zwischen
Männern und Frauen unterschieden.
Im Gegenteil: Der
Austausch in gemischten
Gruppen wird oft als besonders
entlastend erlebt. Zu
hören, dass andere ähnliche
Gedanken und Gefühle
haben, nimmt vielen Betroffenen
das Gefühl, allein zu sein.
Hinsehen macht den
Unterschied
Essstörungen sind komplex
und sie betreffen Frauen wie
Männer. Der entscheidende
Unterschied liegt oft nicht
in der Erkrankung selbst,
sondern darin, wie früh sie
erkannt wird. Genau deshalb
lohnt es sich, genauer
hinzuschauen. Manchmal
beginnt Hilfe mit einer einfachen
Frage: „Wie geht es dir
eigentlich wirklich?“
Sprechen Sie Probleme behutsam
und wertschätzend an.
Vermeiden Sie Kommentare
zu Gewicht oder Essen.
Hören Sie aktiv zu und lassen
Sie Raum für Gespräche.
Bleiben Sie geduldig –
auch bei Abwehr.
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GUTE NACHT!?
Schlafforschung
MÄNNER SCHLAFEN ANGEBLICH „EINFACHER“,
FRAUEN DAFÜR „FEINER“ – doch die Realität ist
komplexer. Hormone, Lebensphasen und mentale
Belastung beeinflussen den Schlaf deutlich.
Gendermedizin zeigt: Selbst nachts ticken die
Geschlechter unterschiedlich.
„Viele Schlaf probleme
entstehen durch
unsichtbare mentale
Belastung, die erst bewusst
gemacht werden muss.“
Eva-Maria Schmidt,
Soziologin und Ethnologin
Es ist 2:47 Uhr. Sie liegt wach und grübelt:
Was muss morgen alles erledigt
werden? Steht nicht bereits der nächste
Impftermin für die Kinder an? Und,
Mist!, ich habe Hans gestern nicht zum
Geburtstag gratuliert! Viele Frauen kennen
dieses nächtliche Gedankenkarussell
– und ärgern sich über den neben
ihnen im Bett friedlich schlummernden
Ehegatten, der von diesen Problemen
scheinbar völlig unbeeindruckt bleibt.
Aber warum ist das eigentlich so?
„Der zentrale Unterschied im
Schlafverhalten von Frauen und Männern
liegt weniger in der Biologie alleine,
sondern in den unterschiedlichen
Alltagsrealitäten“, betreibt die Wiener
Soziologin und Ethnologin Eva-Maria
Schmidt Ursachenforschung, „Frauen
übernehmen meist die organisatorischen
und sorgenden Aufgaben im
familiären Kontext, was sich auch auf
den Schlaf auswirken kann.“ Tatsächlich
zeigt der Schlafbericht des Public-
Health-Instituts Gesundheit Österreich,
dass Frauen deutlich häufiger über Einund
Durchschlafprobleme berichten als
Männer. Besonders betroffen sind Frauen
zwischen 30 und 55 Jahren – genau
jene Lebensphase, in der Beruf, Familie
und Care-Arbeit oft parallel laufen.
Schlafstörer Hormone
Neben der mentalen Last spielen aber
auch biologische Faktoren eine wichtige
Rolle. Besonders der weibliche Hormonhaushalt
beeinflusst den Schlaf
spürbar. In der zweiten Hälfte des
Menstruationszyklus etwa verändert
sich die sogenannte Schlafarchitektur.
Der Tiefschlaf wird weniger, während
man häufiger kurz aufwacht. Viele
Frauen kennen dieses Gefühl, „nicht
richtig durchzuschlafen“, ohne genau
zu wissen, warum. Noch deutlicher
wird dieses Problem in der Schwangerschaft:
Laut einer Auswertung der
Medizinischen Universität Wien berichten
bis zu 80 Prozent der Frauen über
Schlafprobleme besonders im letzten
Schwangerschaftsdrittel, wenn der
Körper ohnehin stark gefordert ist.
Auch die Wechseljahre bringen oft
spürbare Veränderungen mit sich. Wenn
der Östrogenspiegel sinkt, können Hitzewallungen,
nächtliches Schwitzen
oder häufiges Aufwachen den Schlaf
unterbrechen. „Viele Frauen erleben
ihren Schlaf in dieser Phase als weniger
erholsam“, zeigt eine Gesundheitsbefragung
der Statistik Austria, die deutliche
Unterschiede in der Schlafqualität zwischen
den Geschlechtern dokumentiert.
Christine Geserick, AdobeStock/jenny on the moon
48 Körper & Geist
Das Schnarchen der Männer
Und die Männer? Während bei Frauen
die Hormone den Schlaf beeinflussen,
sind es bei Männern häufiger ganz
andere Mechanismen, die nachts für
Unruhe sorgen – allen voran das Schnarchen.
Was als harmlose Geräuschkulisse
abgetan wird, hat in vielen Fällen eine
klare körperliche Ursache: Die Atemwege
verengen sich im Schlaf, das Gewebe
beginnt zu vibrieren, es entsteht das
typische Schnarchgeräusch. Dass Männer
davon häufiger betroffen sind, hat
mehrere Gründe. Dazu zählen unter
anderem eine andere Fettverteilung im
Bereich von Hals und Rachen, anatomische
Unterschiede der Atemwege sowie
Risikofaktoren wie Übergewicht oder
Alkohol am Abend, welche die Muskulatur
zusätzlich entspannen und das
Schnarchen verstärken können.
Trotzdem: Schnarchen ist kein reines
Männerproblem. Es wird bei Frauen
lediglich weniger oft wahrgenommen
oder anders eingeordnet, obwohl die
Ursachen dieselben sein können. Gerade
deshalb bleibt eine andere Schlafstörung
häufig im Hintergrund: die obstruktive
Schlafapnoe. Dabei kommt
es im Schlaf immer wieder zu Atemaussetzern,
die den Körper zwar nicht
vollständig wecken, den Schlaf aber
massiv stören. Während lautes Schnarchen
bei Männern schneller als Warnsignal
erkannt wird, bleiben vergleichbare
Symptome bei Frauen häufiger
unentdeckt – auch weil sie Schlafprobleme
oft anders beschreiben, etwa
über Erschöpfung, Müdigkeit oder
Konzentrationsschwierigkeiten am Tag.
Dadurch wird Schlafapnoe bei Frauen
insgesamt vermutlich seltener diagnostiziert,
obwohl sie ebenso relevant ist.
KURIOSUM
Frauen erinnern sich laut Schlafstudien
der Medizinischen Universität
Wien häufiger an ihre Träume
als Männer – vermutlich, weil sie
insgesamt häufiger aus dem Schlaf
erwachen und dadurch Traumphasen
bewusster wahrnehmen.
Unsichtbare Unterschiede
Was all diese Unterschiede zeigen:
Schlaf ist kein einheitliches biologisches
Programm, das bei allen Menschen
gleich abläuft, sondern ein empfindliches
Zusammenspiel aus Körper,
Lebensrealität und gesellschaftlichen
Rollenbildern. Wer nachts nicht zur
Ruhe kommt, trägt selten nur ein einzelnes
Problem mit sich ins Bett, sondern
oft ein ganzes Bündel an Faktoren
– von hormonellen Veränderungen bis
hin zu mentaler Dauerverfügbarkeit im
Alltag. Gendermedizin hilft dabei, diese
Unterschiede sichtbar zu machen, ohne
sie gegeneinander auszuspielen, sondern
um sie besser zu verstehen und
gezielter darauf reagieren zu können.
Oder wie Schmidt es zusammenfasst:
„Wenn wir Schlaf ernst nehmen wollen,
müssen wir auch die Lebensrealitäten
ernst nehmen, die ihn beeinflussen
– und die sind bei Frauen und Männern
oft sehr unterschiedlich.“
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DIE NATUR DENKT
NICHT IN SCHUBLADEN
Heilkräuter
ZWISCHEN SCHULMEDIZIN UND SANFTER THERAPIE,
zwischen Frauen- und Männerkräutern und der Frage, wie
viel oder wenig von unseren Denkkategorien eigentlich in
der Natur selbst steckt. Ein Apotheker und eine Apothekerin
zeigen, warum Phytotherapie heute differenzierter gedacht
werden muss – und warum genau darin ihre Stärke liegt.
Heilkräuter erleben keine Renaissance,
weil sie neu wären – sondern weil man
sie wieder ernster nimmt. „Heilkräuter
spielen nach wie vor eine Rolle als
sanfte Therapiemethode“, sagt Hans
Bachitsch, Präsident der Kärntner Apothekerkammer
und Apotheker in Villach
in vierter Generation. Besonders dort,
wo klassische Medizin ergänzt wird oder
an ihre Grenzen kommt, bleiben Pflanzen
relevant. Nicht als Gegenentwurf,
sondern als Teil eines größeren Systems.
Buchtipp
Renée Schröder:
„Wie Wildkräuter wirken“
Wie wir die Heilkraft der
Pflanzen nutzen können und was
die Wissenschaft darüber weiß,
beschreibt Biochemikerin und
Bestseller autorin Renée Schröder
in ihrem ersten Kräuterbuch
„Wie Wildkräuter wirken“.
„Heilkräuter spielen
nach wie vor eine Rolle als
sanfte Therapiemethode.“
Hans Bachitsch,
Präsident der Kärntner
Apothekerkammer und Apotheker
Und der Blick zurück zeigt: Das Wissen
ist alt. Schon Paracelsus arbeitete
mit der Überzeugung, dass pflanzliche
Wirkstoffe gezielt eingesetzt werden
können – lange bevor der Begriff
„Phyto therapie“ überhaupt existierte.
Kneipp Verlag, Apothekerkammer Kärnten, Privat, AdobeStock/Good Studio (2)
Körper & Geist
Kräuter, anders
gedacht
Nicht nur für Tee:
Kräuter lassen sich kulinarisch
auch als Pulver verwenden –
etwa Bockshorn- oder Brennnesselsamen
(sehr nahrhaft)
und klassische Teekräuter.
Einfach zum Beispiel über
den Porridge streuen. Kleiner
Aufwand, viel Aroma.
Kräuter waren nie nur Hausmittel. Sie
waren immer auch Medizin. Heute ist
die rationale Phytotherapie auch mit
Studien belegt und anerkannt.
Zwischen PMS und Prostata
In der Praxis werden Pflanzen oft
noch in Kategorien gedacht: Frauenkräuter
hier, Männerkräuter dort. In
der Gynäko logie kommen sie bei PMS,
Wechselbeschwerden, Krämpfen oder
zur Geburtsvorbereitung zum Einsatz,
in der Männerheilkunde vor allem bei
Prostata- und Harnbeschwerden. „Dort
ist die Wirkung teilweise auch medizinisch
gut belegt“, so Bachitsch.
Doch diese Trennung hält nicht lange
stand. Viele Beschwerden – von Schlafstörungen
bis Stress oder urologischen
Themen – betreffen alle Geschlechter
gleichermaßen.
„Die Pflanze denkt
nicht in Rollen“
„Die Natur hat keine Frauen- und
Männer kräuter – diese Einteilung entsteht
erst im menschlichen Denken“,
sagt die Bärnbacher Apothekerin und
Phytotherapie-Ausbildnerin Judith
Mürzl. Für sie ist entscheidend, dass
Pflanzen nicht für ein Geschlecht wirken,
sondern für einen konkreten Menschen
mit einer konkreten Be schwerde. Selbst
klassische Zuordnungen verlieren so
ihre Eindeutigkeit: Frauen mantel etwa
wird traditionell zwar in der Frauenheilkunde
eingesetzt, kann aber ebenso
bei Männern Verwendung finden.
Körper & Geist
„Die Natur hat keine Frauenund
Männer kräuter.“
Judith Mürzl,
Apothekerin und
Phytotherapie-Ausbildnerin
Wenn Tee nicht mehr reicht
So vertraut der Kräutertee ist – er ist nur
eine von vielen Formen. „Manche Pflanzen
eignen sich nicht für den Aufguss“,
erklärt Bachitsch. Harte Früchte oder
bestimmte fettlösliche Inhaltsstoffe entfalten
im Tee kaum Wirkung oder können
unter Umständen zu unerwünschten
Begleiterscheinungen führen. Dann
braucht es andere Dar reichungsformen:
Extrakte, Pulver oder Tinkturen – konzentrierter,
stabiler, oft auch wirksamer.
Breite Wirkung statt
Ein-Schalter-Prinzip
Phytotherapie folgt keiner schnellen
Logik. „Eine Pflanze wirkt meist nicht
unmittelbar innerhalb von drei Stunden“,
betont Mürzl. Sie braucht Zeit,
richtige Anwendung und ein Verständnis
für Zusammen hänge. Seit Jahren
bildet Mürzl Apotheker und Apothekerinnen
innen in genau diesem Bereich
aus – von Wirkung und Dosierung über
Wechselwirkungen bis hin zu realistischen
Erwartungen. Denn Pflanzen sind
keine Ein-Wirkstoff-Systeme. Sie wirken
vielschichtig, breit und oft subtil. Genau
das macht sie therapeutisch interessant
– und wissenschaftlich anspruchsvoll.
Tradition, Trend –
und Realität
Die Nachfrage wächst, ebenso die
Trends: Ashwagandha, Rosenwurz, Kurkuma
oder Artischocke tauchen auf, werden
diskutiert und vermehrt erforscht.
Nach einigen Jahren sieht man die langfristigen
Wirkungen und Anwendungsgebiete.
„Die Regulierung hat hier auch
eine Schutzfunktion“, sagt Mürzl.
Generell: Frauen zeigen sich in der
Praxis oft offener für pflanzliche An -
sätze, Männer bleiben häufig bei dem,
was für sie funktioniert – dann aber sehr
konsequent.
Offen bleiben – im Denken
und in der Anwendung
Am Ende geht es weniger um Kategorien
als um Genauigkeit im Umgang
mit Wirkstoffen. Pflanzen sind keine
ein fachen Zuordnungen, sondern komplexe
Systeme mit vielen Ebenen.
Anders gesagt: Die Pflanze bleibt, was
sie ist. Die Einordnung entsteht im Blick
des Menschen.
51
Kräuter für alle
FrauenZeit-Tee
Bockshornkleesamen
Für ihn und sie wichtig – bei
Stillenden etwa, um die Milch bildung
zu fördern. Bockshornklee kann aber
auch – geschlechter über greifend –
den Blutzucker spiegel senken. Er
enthält wichtige Aminosäuren und
Proteine. Verwendet werden die sehr
harten Früchte in Pulverform.
Frauenmantel 30 g
Rotklee 20 g
Melisse 20 g
Schafgarbe 10 g
Himbeerblätter 10 g
Lavendel 5 g
Salbei 5 g
Brennnesselwurzel
(und -samen)
Die Brennnessel ist ein echtes
Gesamtkonzept: Die Samen
gelten als mineral stoffreich und
nährend, die Wurzel wird traditionell
bei Beschwerden der
Blase und bei gutartiger Prostatavergrößerung
eingesetzt. Auch bei
Harnwegs beschwerden wird sie verwendet.
Die Blätter sind bekannt für
ihre aus leitenden Eigenschaften.
Frauenmantel
Traditionell als „Frauenkraut“
bezeichnet, ist Frauen mantel
nicht ausschließlich weiblich
relevant. Seine Gerbstoffe wirken
adstringierend, also zusammenziehend
auf Schleimhäute. Dadurch
wird er unter anderem bei Magen-
Darm-Beschwerden, Übelkeit und bei
Durchfall eingesetzt oder
auch als Gurgelmittel.
Volks medizinisch
wird er zudem bei
gynäkologischen
und uro logischen
Themen verwendet
– wissenschaftlich
ist das jedoch
nur teilweise belegt.
Ginseng
Auch „Menschenwurzel“ genannt,
gilt Ginseng landläufig als Aphrodisiakum
und „männerstärkend“. Häufig
wird er als belebend, tonisierend und
leistungsfördernd beschrieben –
sowohl für Männer als auch für
Frauen.
Schafgarbe
Historisch auch als „Jungfrauenkraut“
bezeichnet. Sie wird traditionell bei
Unterleibsbeschwerden und Zyklusunregelmäßigkeiten
eingesetzt.
Geschlechtsübergreifend kann sie
krampflösend auf den Magen-Darm-
Trakt wirken und durch ihre Bitterstoffe
die Verdauung anregen.
Mönchspfeffer
alias Keuschlamm
Empfohlen im Mittelalter von
Hildegard von Bingen und historisch
für Männer genutzt. Er diente
schon Mönchen, um den Zölibat
leichter leben zu können, als Pfefferersatz.
Durch seine östrogenanregende
Wirkung verhilft er Frauen
zu einem regelmäßigen Zyklus
(follikel stimulierend, Linderung bei
prä menstruellem Syndrom), soll
allerdings nicht in der Stillzeit eingenommen
werden. Seine hormonell
aus gleichende Wirkung ist deshalb für
Frauen sehr gut geeignet. Verwendet
werden die runden Körner (Pulver
oder Trockenextrakt) der strauchartigen
mediterranen Pflanze, die
bläuliche Blüten trägt und neuerdings
auch in unseren Gefilden gedeiht.
MännerZeit-Tee
Kleinblütiges Weidenröschen 30 g
Brennnesselwurzel 20 g
Brennnesselblatt 15 g
Heidekraut 10 g
Ehrenpreis 10 g
Schachtelhalm 10 g
Bockshornsamen 5 g
52 Körper & Geist
Adobe Stock/Good Studio, ChaotiC_PhotographY, ExQuisine, dule964, spline_x, emberiza, alex83m, Giovanna
Wie lange hält’s?
Getrocknete Kräuter sind ziemlich
genügsam – sie bleiben lange
genießbar. Aber sobald Früchte
im Spiel sind, wird’s heikel: Sie
locken Motten an. Spätestens
wenn der Tee farblich ins Fahle
kippt und kaum noch duftet, heißt
es: Zeit für eine neue Mischung.
Volles Aroma, volle Wirkung:
Minze, Melisse und Co stecken
voller ätherischer Öle – und diese
verflüchtigen sich schneller, als
man denkt. Deshalb beim Ziehenlassen
immer den Deckel drauf.
Klingt simpel, macht aber den
Unterschied.
Kräutertee: Kleine Blätter, große Wirkung
Beutel, Pyramide oder lose?
Teebeutel sind oft teurer – und
gleichzeitig ist der Tee darin
weniger intensiv. Der Grund:
stark zerkleinerte Kräuter, damit
sie überhaupt ins Säckchen
passen. Pyramiden bieten etwas
mehr Raum, aber wer’s wirklich
aromatisch und wirksamer will,
greift zu losem Tee.
DIYTee, so geht’s:
Selbst gesammelt? Perfekt. Kräuter
am besten in der Sonne trocknen –
locker liegend oder gebündelt
aufgehängt, Stängel inklusive (der
wird später entfernt oder mit dem
Messer zerkleinert). Geduld zahlt
sich aus: Erst wenn alles richtig
trocken ist und fein knistert, ist
der Tee bereit. Zu früh abgefüllt?
Schimmel lässt grüßen.
So bleibt’s gut:
Luftdicht, dunkel, trocken – das
ist die Formel. Am liebsten in
dunklem Glas lagern. Sieht nicht
nur gut aus, sondern schützt auch
die wertvollen Inhaltsstoffe.
Frische Kräuter?
Jein. Zur Gesundheitsförderung
lässt sich etwa aus Melisse,
Schafgarbe und Co ein wohltuender
Tee kochen. Doch trocken
zerbröselt bzw. aufgebrochen
sind Teekräuter nicht nur länger
haltbar, sondern auch stärker
wirksam – auch weil sie dadurch
automatisch höher dosiert sind. In
frischem Zustand können Pflanzen
zudem leichte Giftstoffe enthalten,
die sie vor Insekten fraß schützen
– diese gehen beim Trocknen
verloren.
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Natürliche Helfer
Salbei
Hilft Frauen im Wechsel bei Hitze wallungen, hemmt
die Schweißbildung. So gesehen auch für Männer
relevant.
Himbeerblätter
Klassisch in der Frauenheilkunde eingesetzt,
insbesondere zur Vor bereitung auf die Geburt.
Kleinblütiges Weidenröschen
Gilt tendenziell als Männerkraut. Es kann die Um -
wandlung von Testosteron beeinflussen und wird
daher bei gutartiger Prostatavergrößerung sowie
häufigem Harndrang eingesetzt. Zusätzlich wird ihm
eine unterstützende Wirkung auf den Cholesterinspiegel
zugeschrieben.
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KIEFER.
Sägepalme
Ursprünglich in Nordamerika be heimatet. Verwendet
werden die Früchte als Extrakt oder Pulver. Sie wird vor
allem bei gutartiger Prostata vergrößerung einge setzt
und beeinflusst hormonelle Umwandlungs pro zesse
ähnlich wie das kleinblütige Weidenröschen.
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Bei 84 Kilo warnte der Arzt – heute wiegt Petra Margetich 59 Kilo
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Nach einer ernüchternden Gesundenuntersuchung
wurde der 54-Jährigen
klar, dass sich etwas ändern musste.
Unterstützung fand sie bei easylife.
„Schon im Erstgespräch erfuhr ich,
warum mein Gewicht so hartnäckig
blieb – mein Stoffwechsel war eingeschlafen
und entsprach dem einer
69-Jährigen“, erzählt sie. Diese
Erkenntnis wurde zum Startschuss
der easylife-Therapie.
Stoffwechsel 28 Jahre verjüngt
„Ich durfte mich satt essen – und
trotzdem purzelten die Kilos“,
berichtet die Sachbearbeiterin. Rasch
fiel ihr Gewicht unter 80, kurz darauf
unter 70 Kilo. Nach nur 18 Wochen
hatte sie 25 Kilo verloren und wog
erstmals unter 60 Kilo. Und die
Kleidergröße schrumpfte – von 48
auf 38. „Besonders geholfen haben
mir die persönliche Betreuung und
die easylife-App, die mich täglich
motivierte“ verrät sie. Die Abschlussanalyse
zeigte eindrucksvoll, was der
äußeren Veränderung vorausging –
ihr Stoffwechsel arbeitet heute wie der
einer 41-Jährigen und damit für statt
gegen sie.
Genießen – und trotzdem abnehmen:
So verlor Petra Margetich 25 Kilo und
hält ihr Gewicht seit September.
© easylife
WARUM DER
STOFFWECHSEL
ENTSCHEIDET
Wer Kalorien zählt, verzichtet und
dennoch kaum abnimmt, hat oft
mit einem trägen Stoffwechsel zu
kämpfen. Nach einseitigen Diäten
schaltet der Körper auf Sparflamme –
Fettverbrennung und Energieverbrauch
sinken. Doch es gibt einen
Ausweg, der nachhaltig wirkt:
Stoffwechselaktivierung. Genau
das schafft die easylife-Therapie –
auf natürliche Weise schmelzen
überschüssige Kilos und hart -
näckige Problemzonen.
Mein Tipp: Hören Sie auf zu
experimentieren – arbeiten Sie
mit Ihrem Stoffwechsel. So sind
sichtbare Erfolge noch vor
dem Sommer möglich.
www.easylife.at
Wenn Ihr Stoffwechsel bremst.
Sie möchten Ihr Gewicht verändern – aber
es geht einfach nicht voran?
Ein verlangsamter Stoffwechsel ist oft der Grund. Die bewährte
easylife Therapie aktiviert ihn gezielt und unterstützt Ihren
Körper beim Fettabbau – auch an hartnäckigen Stellen.
So gelingt Abnehmen einfach:
ohne Hungern
ohne Sport
ohne Kapseln/Shakes
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„Meine Leber hat sich erholt,
der Cholesterinwert ist
wieder im Normbereich.“
Franz Bierbaumer
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„Während der Abnahme hatte
ich weder Heißhunger noch
Lust auf Süßes – einfach top!“
Gudrun Roscher-Blasge
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