ADAC Urlaub 3/2026
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Ausgabe·03·2026
DAS MAGAZIN DER ADAC REISEBÜROS
adacreisen.de
Urlaub
INSPIRATION · TIPPS · ANGEBOTE
Wellness
weltweit
Acht wunderbare
Rituale
Japan
SIEBEN GEHEIMTIPPS
Versteckte Schönheiten und
stille Entdeckungen
Uganda
Zu Besuch bei
den Berggorillas
Schottland
Coole Citys, Highlands
und Hebriden
Danzig
Angesagte Adressen in
der alten Hansestadt
Berggorillas in Uganda
Weltweit existieren nur
noch etwa 1000 Tiere
03·26
Editorial
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und bringt dich entspannt ans Ziel.
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Cover: iStock/dimamorgan12 Fotos: iStock/ANDREYGUDKOV, privat (2), Johanna Link
Ich war …
… in Japan
Nach über 15 Japan-Reisen verrät
unser Autor verborgene Schönheiten
jenseits der Goldenen Route – ideal
zum Entdecken per Bahn,
Mietwagen oder
Kreuzfahrt. Seite 14
Peter Pfänder
Reisejournalist
… in Schottland
Die urbane Street-Art-Szene und
Pub-Kultur haben unsere Autorin
ebenso fasziniert wie Burgruinen,
der Loch Ness und die raue
Schönheit der Hebriden-
Inseln. Seite 24
… in Uganda
Unsere Autorin hat Gorillas aus nächster
Nähe erlebt, traf auf Schimpansen
und Baumlöwen – ein
unvergessliches Abenteuer.
Seite 32
Jutta Lemcke
Reisejournalistin
Stefanie Lindner
Reisejournalistin
Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie das? Menschen drängen durch enge Altstadtgassen,
am Strand reiht sich Liege an Liege. Wer die Schönheit eines
Reiseziels entspannt erleben will, orientiert sich am besten an
charmanten, oft unterschätzten Orten abseits des großen
Andrangs. Zum Beispiel Danzig: Die Hansestadt an der Ostsee
begeistert mit farbenfrohen Patrizierhäusern, Kunstgalerien und
süßen Cafés. Nur wenige Kilometer weiter warten helle Sandstrände
und lange Spaziergänge am Meer (Seite 22). Auch in
Japan lohnt der Blick über Tokio und Kyoto hinaus: etwa nach
Kyushu mit seinen traditionellen Dörfern und dampfenden
Onsenbädern oder in die Tempelwelt von Koyasan mit Pilgerwegen
durch grüne Berglandschaften (Seite 14). Wer mediterranes
Lebensgefühl sucht, denkt schnell an Mallorca: spektakuläre
Natur, wunderschöne Strände, türkisblaues Wasser. Kein Wunder,
dass die Insel zu Europas meistbesuchten Zielen zählt. Ruhiger,
aber genauso reizvoll präsentiert sich Menorca. Die kleine
Schwesterinsel ist kompakter, ursprünglicher, gesegnet mit versteckten
Buchten und malerischen Dörfern (Seite 30).
Viel Freude beim Entdecken und Erleben wünscht Ihnen
Ihre Redaktion ADAC Urlaub
Schreiben Sie uns: redaktion@adac-urlaub.de
„Schicke
das Kind,
das du
liebst, auf
Reisen.“
Japanisches
Sprichwort
03 · 2026
ADAC Urlaub 3
Faszination Autostadt in Wolfsburg:
Wo Mobilität zur Erlebniswelt wird
Entdecken Sie die Welt der Mobilität auf einzigartige Weise –
mit Ihrem Ameropa-Angebot inklusive Wunschhotel, Tageseintritt
und optionaler Bahnfahrt.
Automobile Welten. Kultur & Veranstaltungen. Bildungsangebote. Kulinarik-
Hotspots. Nahe des Bahnhofs gelegen, ist die Autostadt ein vielfältiger
Erlebnisort für Automobilfans, Wissbegierige und Genießer.
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Sommer 03.07.26 – 16.08.26
Winter 27.11.26 – 10.01.27
© michael jungblut
24
Schottland
Vielfalt am Rand
von Europa
14
Japan
Sieben Geheimtipps
22
Danzig
Ein perfektes
Wochenende
03·26
Inhalt
Inhalt
© Urban Zintel
Tageskarte
pro Person ab 21 €
• Tageskarte für die Autostadt: Besuch der 28
Hektar großen Park- und Lagunenlandschaft
und Einblicke in die bewegende Geschichte
der Mobilität im „Zeithaus“
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Fitnesscenter &
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gelegen mit Rooftop-Bar und dem Restaurant
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• Tageskarte für die Autostadt am Folgetag
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mit einer Hotelübernachtung buchbar. Verlängerungsnächte möglich. Hoteltarife unterliegen tagesaktuellen Verfügbarkeiten und Preisänderungen. Keine Preisgarantie.
Fotos: Getty Images/MEDITERRANEAN, Peter Pfänder, Getty Images/Westend61, iStock/chaofann
03 · 2026
Digitales
ADAC Urlaub als E-Paper
und zum Download auf
adacreisen.de/magazin
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6 Postkarte aus Águeda
Wo die Erfolgsgeschichte des
Umbrella Sky Project begann
8 Panorama Regional
Reisetipps von Ihrem
ADAC Reisebüro
11 Einmal um die Welt
Aktuelle Reise-News
14 Japans Geheimtipps
Unvergessliche Erlebnisse,
stille Glücksmomente
22 Ein Wochenende
in Danzig
Die besten Adressen der
alten Hansestadt
24 Spannende Städte,
Highlands und Hebriden
Schottland von seinen
schönsten Seiten
30 Mein Urlaub Menorca
Die ADAC Reiseexpertin
Monika Korn im Interview
32 Sinfonie in Grün
Eine Reise in das
Naturparadies Uganda
40 Ratgeber Reise
Tipps, Services und
praktische Produkte
42 Wellness weltweit
Acht wohltuende Rituale aus
verschiedenen Kulturen
48 Fotoalbum
49 Rätsel
50 Vorschau & Impressum
Alle Inhalte im Magazin ADAC Urlaub wenden sich an und gelten für alle Geschlechter (w/m/d). Soweit grammatikalisch weibliche, männliche oder
neutrale Personenbezeichnungen verwendet werden, dient dies allein der besseren Lesbarkeit.
ADAC Urlaub 5
Postkarte
Schicken Sie uns
Ihr schönstes
Urlaubsfoto und
nehmen Sie an
unserem Fotowettbewerb
(Seite 48) teil:
leserfotos@
adac-urlaub.de
ÁGUEDA, PORTUGAL
Ein Himmel voller Schirme
Hier wird die Welt bunt gemalt. Nicht mit Farbtopf und Pinsel, sondern mit
einem einfachen Alltagsgegenstand. Das Umbrella Sky Project nutzt Mary
Poppins’ treuen Begleiter für große Kunstinstallationen und verwandelt graue
Straßen in farbenfrohe Freiluftmuseen. Über den Köpfen schweben bunte
Regenschirme, darunter werfen sie farbige Schatten auf den Boden und tauchen
Gassen und Straßen in lebendiges Licht. Was 2012 in Águeda als kurzfristige
Installation begann, begeistert Besucherinnen und Besucher bis heute. In der
portugiesischen Stadt findet das Projekt jeden Sommer im Rahmen des Agit
Águeda Art Festival statt. Die Installation mit ihren 3000 Regenschirmen zieht
jährlich Tausende Menschen an und ist zum Wahrzeichen Águedas geworden.
Mittlerweile war das Projekt bereits an Dutzenden Orten weltweit zu sehen –
von New York über Paris und Istanbul bis Zürich, Skopje, Mainz und Gelnhausen
in Hessen. Neben den Schirmen kommen je nach Ort bunte Sonnensegel hinzu
oder die Installationen werden mit Lichterketten versehen, sodass die Straßen
auch nach Sonnenuntergang strahlen. Wer selbst durch das bunte Licht der
Schirme flanieren möchte, reist 2026 zwischen dem 1. Juli und dem 30. September
nach Águeda oder zwischen Anfang Juni und Ende Juli in die japanische Stadt
Saitama. Die schönsten Beispiele aus der ganzen Welt und weitere aktuelle
Projekte gibt es auf impactplan.pt/umbrella-sky-project
Foto: Impactplan - Art Productions
Panorama Regional
Experten-Tipp
Katja Fleige,
Reiseexpertin für den
ADAC Westfalen,
T 0231 549 92 77,
katja.fleige@wfa.adac.de
Island ist nicht nur ein
ideales Ziel für eine längere
Rundreise, sondern
auch perfekt für einen
kurzen Zwischenstopp,
etwa auf dem Weg nach
Kanada. Icelandair bietet
bei Flügen über den Atlantik
einen Stopover
von bis zu einer Woche
ohne Flugaufpreis an.
Erhalten Sie einen ersten
Eindruck der faszinierenden
Natur Islands – von
Geysiren bis zu spektakulären
Wasserfällen. Wann
bekommt man schon einmal
zwei Flugziele zum
Preis von einem?
PANORAMA
Reise-Tipps, präsentiert von Ihrem ADAC in Westfalen
EINZIGARTIGE NATURKULISSEN
Urgewaltiges Island
Bunte Häuser, Street-Art und die
Kirche Hall grímskirkja – Reykjavík
ist voller Kontraste und der
perfekte Einstieg in eine Island-
Rundreise. Die am nördlichsten
gelegene Hauptstadt der Welt begeistert
zudem mit der modernen
Harpa-Konzerthalle, deren Glasfassade
sowohl Himmel als auch
Wasser reflektiert, und der ikonischen
Sun-Voyager-Skulptur, die
an ein Wi kingerschiff erinnert.
Mit ihren tollen Shops und Cafés
verströmt die Ein kaufsstraße
Laugavegur typisch isländisches
Flair. Im Herzen der Stadt lässt es
sich wunderbar ein paar Tage verweilen.
Tipp: Wer sich kulinarisch
durch Island schlemmen möchte,
sollte unbedingt an einem Food
Walk teilnehmen. Dieses besondere
Geschmackserlebnis kann man
übrigens bequem über die ADAC
Reisebüros buchen.
Dann wird es aber Zeit, die Natur
hautnah zu erfahren. Auf geht
es in Richtung Westen, zur rauen
Schönheit der Snæfellsnes-Halbinsel.
Der Weg führt uns entlang
der Küste: zur einen Seite der Atlantik,
zur anderen Berge und
zahlreiche Wasserfälle. Wir fahren
durch die vielfältigen Lavafelder
von Fischerort zu Fischerort. Zuerst
halten wir am Eldborg-Krater,
einem Vulkankrater, der einen
einzigartigen Ausblick auf die
Umgebung bietet. Danach geht es
weiter zum Strand von Ytri Tunga,
bekannt für seine Robbenkolonien,
die hier in den Sommermonaten
oft zu beobachten sind.
Schließlich erreicht man die
Lóndrangar-Klippen, die markant
in die Höhe ragen und die Küstenlandschaft
eindrucksvoll prägen.
All dies geschieht mit dem stetigen
Blick auf den schneebedeckten
Vulkan Snæfellsjökull, der wie
ein majestätischer Wäch ter über
der gesamten Region thront.
Unser Weg führt nun in den
Süden zur berühmten Rundreise-
Route Golden Circle entlang der
bekanntesten Sehenswürdigkeiten
Islands. Der erste Stopp heißt
Thingvellir-Nationalpark. Er beeindruckt
nicht nur landschaft -
lich, sondern ist auch geologisch
einzigartig, da hier die Silfra-
Spalte verläuft – ein Ort, an dem
die nordamerikanische und die
eurasische tektonische Platte auseinanderdriften.
Wer möchte,
kann in kristallklarem Wasser tauchen
oder schnorcheln und das
atem beraubende Naturschauspiel
– bei einer Sicht von bis zu 100
Metern – hautnah erleben.
Nicht weit entfernt brodelt es
im Geothermalgebiet Haukadalur,
wo die Erde ihre rohe Energie entfaltet.
Geysire schießen hier in
regelmäßigen Abständen als heiße
Fontänen aus dem Boden. Besonders
der Geysir Strokkur sorgt für
großes Staunen, indem er alle
zehn Minuten kochendes Wasser
bis zu 35 Meter in die Luft katapultiert.
Auf dem Weg zur Südküste
bietet die Strecke noch weitere
Highlights, etwa die Wasserfälle
Seljalandsfoss und Skógafoss.
Auch die Dyrhólaey-Halbinsel ist
ein Muss mit ihrem fotogenen
Leuchtturm, der eine tolle Aussicht
auf die Küste bietet. Mit etwas
Glück kann man hier neben
verschiedenen Meeresvögeln auch
Papageitaucher beobachten.
Natur phänomen
Geysire schießen
heiße Fon tänen
in die Höhe
Naturwunder
Der Gullfoss-Wasserfall fällt über
zwei Stufen 32 Meter in die Tiefe
Fotos: ADAC Westfalen, Adobe Stock/Stefan, iStock/Nick_Pandevonium, iStock/Diamonds-of-Nature, iStock/powerofforever
Mini-Metropole
Nur etwa 140.000 Einwohner
zählt Reykjavík, die nördlichste
Hauptstadt der Welt
Silfra-Spalte
Hier driften die Nordamerikanische
und die
Eurasische Platte auseinander
03 · 2026
ADAC Urlaub 9
Vor Ort Reisebüro
Meldungen Panorama
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W
Waiblingen
Weiden
Wiesbaden
Wildau
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Wolfsburg
Worms
Wuppertal
Würzburg
Z
Zwickau
Fotos: Getty Images/Westend61, Getty Images/Ron Bouwhuis; Rendering Ookwemin Minising: © Waterfront Toronto
USEDOM
Deutschlands erster Strandmarathon
KANADA
Neuer urbaner Inselpark für Toronto
Toronto gestaltet seine Waterfront neu und setzt auf der künstlichen Insel Ookwemin
Minising auf eine Verbindung aus Stadt und Natur. Das Projekt begann 2024 mit der Umleitung
und Renaturierung des Don River, bei der Platz für die Neugestaltung der Insel
gewonnen wurde. Auf rund 40 Hektar sollen bis 2031 großzügige Grünflächen, Uferwege
und bebaute Areale entstehen, die nachhaltiges Stadtwachstum ermöglichen und den
Zugang zum Wasser erweitern. Teile der Insel sind bereits fertiggestellt: Seit 2025 ist der
Biidaasige Park für Besucher geöffnet und würdigt mit seiner Bezeichnung das indigene
Erbe der Region. Mehr Infos auf waterfrontoronto.ca/our-projects/ookwemin-minising
In Kürze
Premiere: Am 6. Juni findet der
erste Usedom Beach Marathon
statt. Das Besondere: Der Strand
auf Usedom hat die Länge einer
Marathon-Distanz. Teilnehmende
laufen dabei über 42,195 Kilometer
ausschließlich auf dem
Sandstrand entlang der Ostsee.
Alternativ kann der Lauf auch
als Staffel-Marathon, Halbmarathon,
Kurzdistanz (zehn
Kilometer) oder Bambini-Lauf
absolviert werden. Ziel ist es,
den durchgehenden Strand der
Insel verstärkt in den Fokus zu
rücken. Infos und Anmeldung
auf usedom.de/usedom-beachmarathon
202.080
Kilometer beträgt Kanadas
Küstenlinie – und ist damit
die längste der Welt laut The
World Factbook. Auf den
Plätzen zwei und drei liegen
Indonesien mit 54.716 und
Grönland mit 44.807 Kilometern.
10 ADAC Urlaub
03 · 2026
ADAC Urlaub 11
Meldungen Panorama
KONSTANZ
Naturwunder Marienschlucht
wieder zugänglich
Seit Ende März ist die Schlucht wieder für Besucher geöffnet. Sie
war nach einem dramatischen Felssturz vor elf Jahren geschlossen
worden. Der neue, sichere Panoramasteg führt durch die Schlucht
mit Blick auf die Felslandschaft, den Bachlauf und den Bodensee.
Über 280 Stufen, fünf Aussichtsplattformen und ein Höhenunterschied
von rund 56 Metern machen den Weg abwechslungsreich.
Neu gestaltet ist auch der Infopfad mit Wissenswertem über Tiere
und Pflanzen, Geologie und Geschichte. marienschlucht.de
PORTUGAL
Ein Fest der Vogelbeobachtung
Längst hat sich das Festival de Observação de Aves vom Event zur Vogelbeobachtung
zum umfassenden Naturfestival entwickelt. Im Herbst sind an der Algarve
neben den heimischen Vögeln auch besonders viele gefiederte Gäste zu sehen,
die auf ihrem Weg ins Winterquartier nach Afrika an der Costa Vicentina Station
machen. Auf dem Programm stehen vom 2. bis 5. Oktober 2026 aber auch Delfinbeobachtungen
oder Eselswanderungen. Mehr Infos auf birdwatchingsagres.com
SPIEKEROOG
Perseiden am
Nacht himmel
Was sich auf Spiekeroog immer lohnt, ist ein Blick in den
nächtlichen Himmel: Denn auf der offiziellen Sterneninsel
ist dieser dank der bewusst gering gehaltenen Lichtverschmutzung
ausgesprochen klar zu sehen. Deswegen
empfiehlt es sich, vor dem Urlaubsantritt auf den Sternschnuppenkalender
für 2026 zu schauen: Vom 17. Juli bis
zum 25. August fliegen zum Beispiel die Perseiden über
Deutschland (das Sternen-Maximum erblickt man am
12. August). Wer mehr über die faszinierenden Geheimnisse
der Milchstraße erfahren möchte, kann auf Spiekeroog
an Führungen, Vorträgen und Exkursionen wie dem Sternenspaziergang
teilnehmen. Mehr Infos auf spiekeroog.de
In Kürze
182
Kilometer lang ist der Weitwanderweg
Trilha Interparques,
den die brasilianische
Millionenmetropole São
Paulo 2025 eingeweiht hat.
Der Rundkurs verbindet
unter anderem Naturschutzgebiete
wie die städtischen
Naturparks Bororé und
Varginha, den Staatspark
Várzea do Embu-Guaçu und
den Billings-Stausee sowie
mehrere Aussichtspunkte.
Fotos: © Tourismus, Kultur und Marketing Bodman-Ludwigshafen, © Nordseebad Spiekeroog/Travelling Creatives, Tourismusvereine Jenesien und Sarntal/Reinhard Spögler, SFTA, Visit Copenhagen, Getty Images/Westend61
SÜDTIROL
Neue Hängebrücke
über dem Marterloch
Mit 270 Metern ist die neueste Hängebrücke im
Martertal die längste in Südtirol. Die Brücke schwebt
130 Meter über dem Talboden. Sie ist nicht nur eine
Touristenattraktion und verbindet Jenesien mit dem
Sarntal – sie ist auch kombiniert mit einer Wasserleitung,
die das kostbare Nass vom wasserreichen Sarntal
ins eher trockene Jenesien transportiert. Der Weg vom
– kleinen – Moarleit-Parkplatz am Ortsrand von Afing
(Dorf) zur Brücke ist barrierefrei, Stelen am Wegrand
erzählen Hintergründe zum Brückenbau und Geschichten
aus dem Tal. Mehr Infos auf marterloch.com
SAN FRANCISCO
Park statt Highway
San Francisco hat einen neuen Küstenpark am Ocean Beach. Der vor einigen
Monaten eröffnete Sunset Dunes Park ist das größte Fußgänger-Umbau projekt
in der Geschichte Kaliforniens. 3,2 Kilometer des ehemaligen Great Highway
wurden dabei in ein 20 Hektar großes Erholungsgebiet direkt am Meer umgewandelt.
Der Park liegt am Westrand der Stadt und reicht vom Lincoln Way
(Golden Gate Park) bis zum Sloat Boulevard (SF Zoo). Von hier aus bieten sich
schönste Blicke auf den Pazifik, die Surfer und den Strand. Parkbesucher können
sich auch auf farbenfrohe Murals und imposante Kunstwerke wie einen
Riesen-Oktopus, Giraffenskulpturen und eine große Herzinstallation freuen.
Außerdem wurden viele Sitzmöglichkeiten, Hängematten, Fitnessbereiche und
Geschicklichkeitsparcours für Fahrradfahrer und Skater geschaffen. Mehr Informationen
unter sf.gov/sunset-dunes
DÄNEMARK
Grüne
Gastfreundschaft
Kopenhagen gilt schon lange als eine der
nachhaltigsten Städte Europas. Mit dem Programm
CopenPay geht die dänische Hauptstadt
nun noch einen Schritt weiter und
macht Umweltschutz zum festen Bestandteil
des Reiseerlebnisses. Wer mit dem Zug oder
Elektroauto anreist statt mit dem Flugzeug,
wer auf zwei Rädern die Stadt erkundet oder
sich an Müllsammelaktionen beteiligt, wird
mit Punkten belohnt – und kann diese gegen
Eintritt zu Sehenswürdigkeiten, Workshops
oder besondere Erlebnisse eintauschen. Mehr
Infos auf visitcopenhagen.com/copenpay
03 · 2026
03 · 2026
ADAC Urlaub 13
Sieben
Herbstzauber
Die Chureito-
Pagode während
der Momiji-Saison
Fotos: Getty Images/Witthaya Prasongsin, Getty Images/Satoshi-K, Getty Images/Image Provided by
Duane Walker, mauritius images/Alamy Stock Photos/Walter Rawlings, robertharding
Schmal und
schmäler
Durch viele Gassen
von Yanaka passen
keine Autos
Tokio hielt mit seinen 37 Millionen Einwohnern
in der Metropolregion bis Ende 2025 den Weltrekord
als größte Mega-City der Welt, vor Delhi
und Shanghai. Die Dimensionen dieser riesigen,
unglaublich sauberen und aufgeräumten Stadt
sind enorm. Japans Hauptstadt zählt 880 Bahn höfe
und -stationen, die täglich von über 15 Millionen
Menschen genutzt werden. Allein die Shinjuku
Station hat 200 Ausgänge. Da verläuft man sich
leicht, auch mit modernster Navigation.
Nur zehn Kilometer Luftlinie – und doch Welten
– liegen zwischen den neonflirrenden Hochhausschluchten
um die weltbekannte Kreuzung
Shibuya Crossing und der dörflichen „Unterstadt“.
Japan Inspiration
TOKIO
Yanaka und Nezu: Dorfidyllen in der Megapolis
Shitamachi nennen Tokioter Viertel wie Yanaka
und Nezu. Schmale Gassen, Handwerksbetriebe
und windschiefe Häuser prägen Yanaka. Es blieb
von der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg verschont,
deswegen stehen noch viele alte Tempel
wie der Choan-ji. Einen spannenden Kontrast setzt
das moderne Asakura Museum of Sculpture.
Im benachbarten Nezu leuchten neben dem
vor 1900 Jahren gegründeten Nezu-Schrein die
roten Torii-Bögen des Otome-Inari-Schreins.
Einen Besuch wert sind auch die sich dahinschlängelnde
Snake Road und die in einem ehemaligen
Badehaus gelegene Kunstgalerie SCAI
(scaithebathhouse.com).
Lust auf delikate Höhenflüge? Dann am besten
einen Platz am Tresen des hochkarätigen Sushi
Shin by Miyakawa reservieren (sushishin.jp). Im 38.
Stock des Hotels Mandarin Oriental mit Blick über
die nächtliche Skyline genießt man umwerfende
Sashimi und Nigiri. Vor den Augen der Gäste zaubern
Sushi-Meister Feinstes wie Torpedobarsch
mit Kabeljau-Fischmilch, Feilenfisch-Sashimi,
Anglerfisch-Leber mit frisch gehobeltem Wasabi
oder Torigai-Herzmuschel.
Geheimtipps für
Japan
Torii-Tunnel
Fast 50 rote Tore
führen zum
Otome-Inari-Schrein
im Tokioter Viertel
Yanaka
Rainbow Bridge
Die Hängebrücke an Tokios
Hafen wird im Dezember
nachts in Regenbogenfarben
beleuchtet
Japan ist ein wunderbares Reiseziel. Saubere
Bahnhöfe, pünktliche Züge. Eine großartige
Küche. Kunstvolle Tempel und alte Burgen.
Neonbunte Mega-Citys und dichte Bergwälder.
Wer jedoch nur auf der „Golden Route“ reist,
verpasst unvergessliche Entdeckungen und
stille Glücksmomente
Text Peter Pfänder
14 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
ADAC Urlaub 15
Inspiration Japan
OSAKA
Per Oldie-Tram zum
Sumiyoshi-Schrein
Takoyaki
Osakas Streetfood
Nummer 1 sind
gebackene Teigkugeln
mit einem
Stück Oktopus-Arm
Sumiyoshi-Taisha
Herzstück des
Shinto-Schreins ist
die zinnoberrote
Sorihashi-Brücke
Osaka liegt 40 Kilometer von Kobe entfernt.
Japans zweitgrößte Stadt ist zugänglicher, lässiger,
lauter als Tokio. Die „Küche der Nation“
lockt Feinschmecker mit aktuell 15 Zwei- und
Drei-Sterne-Restaurants sowie 65 Lokalen mit
einem Michelin-Stern.
Jenseits vom bunten Lärm des Ausgehviertels
Dotonbori, des Vintage-Viertels America-mura
und kilometerlanger Shopping
meilen wie der Tenjinbashi-suji zeigt sich
Osaka auch sehr spirituell. Die große Shinto-
Anlage Sumiyoshi-Taisha mit der ikonischen
roten Sorihashi-Brücke erreicht man am
schönsten in der rumpelnden Hankai Tramway
mit Wagen aus dem Jahr 1928. Sumi yoshi-
Taisha wurde vor über 1800 Jahren gegründet
und ist einer der wichtigsten und ältesten
Shinto-Schreine Japans. Seine vier Haupthallen
sind im authentischen urjapanischen Stil
erhalten: gerade Dächer, gekreuzte Giebelhölzer.
Kurios: der Nebenschrein Nankun-sha mit
seinen Hunderten Winkekatzen.
Hankai Tram
Nostalgische
Bahnreise zum
größten Shinto-
Schrein Osakas
Fotos: iStock/Sean Pavone, mauritius images/Alamy Stock Photos/JANCHAT PATARAWADEEKUL, Getty Images/Piero M. Bianchi, Getty Images/B.S.P.I., Getty Images/Gonzalo Azumendi, mauritius images/Alamy Stock Photos/Trevor Moggi
Friedhof Okuno-in
Zwischen Tausenden
Grabstätten steht
die Statue von Kōbō
Daishi, dem Begründer
des Shingon-Buddhismus
in Japan
KOYASAN
Auf dem heiligen
Berg Koyasan
Die Kombination von Spiritualität und Natur macht den Reiz
von Japans vielen Pilgerwegen wie dem 88-Tempel-Weg aus.
Wer reinschnuppern will, wandert auf dem 24 Kilometer langen
Choishi Michi von Kudoyama zum heiligen Berg Koyasan.
Am Berg angekommen, geht es über Wurzelpfade und Steintreppen
800 Höhenmeter bergauf. Alle 109 Meter markiert ein
im Japanischen Choishi genannter Wegstein die zurückgelegte
Distanz. Besucher mit weniger Wanderlust nehmen den
Schnellzug Limited Express Koya von Osaka (90 Minuten) und
die Standseilbahn, die auf kürzester Strecke die restlichen
340 Höhenmeter vom Bahnhof Gokurakubashi überwindet.
Der heilige Berg Koyasan ist ein einzigartiges Ensemble
aus Tempeln und Tausenden verwunschenen Gräbern unter
jahrhundertealten Baumriesen und leuchtenden Moosflächen.
Herzstücke sind der Tempel Kongobu-ji mit dem größten
Zen-Steingarten Japans sowie Danjo Garan mit der leuchtend
roten Pagode Konpon Daito und der majestätischen Kondo
Hall. Stundenlang kann man von Tempel zu Tempel und durch
den Friedhofswald Okuno-in mit seinen bis zu 600 Jahre alten
Zedern spazieren. Von den einst 2000 Tempeln sind noch 117
erhalten. 50 davon bieten Tempel-Übernachtungen (Shukubo)
mit Meditation und morgendlichen Sutra-Rezitationen an.
Rengejo-in heißt einer der wenigen Tempel mit Thermalbecken.
Im Männer-Onsen dürfen die Gäste sogar gemeinsam
mit Mönchen im heißen Wasser baden. Die Zimmer machen
mit kunstvoll bemalten Schiebetüren und Wänden die ästhetische
traditionelle Wohnkultur Japans greifbar. Nachts steigt
auf dem Futon der süßlich-grasige Geruch der Tatamimatten
in die Nase. Die morgens und abends servierten Shojin-
Ryori-Mahlzeiten sind, wie in allen Tempeln, vegetarisch.
Pracht-Pagode
Die knallrote Konpon Daito geht zurück
aufs Jahr 816 und ist das höchste
Gebäude auf dem Koyasan
Jison-in
Der den Müttern geweihte Tempel in
Kudoyama markiert den Beginn des
Pilgerwegs zum Koyasan
16 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
ADAC Urlaub 17
Inspiration Japan
Japan Inspiration
Wellness mit Stil
Im Onsen genießt man oft
während des Bads im heißen
Thermalwasser auch noch
japanische Gartenbaukunst
Zeitzeuge
Herr Minoru lebte von 1953 bis 1966 auf Hashima im
ersten Hochhaus Japans, das hinter ihm zu sehen ist
KYUSHU
Wellness auf Japanisch
NAGASAKI
Japanische Geschichte
und die Geisterinsel
Der Name dieser heiteren, mediterran wirkenden Hafenstadt
mit ihren 400.000 Einwohnern ist untrennbar
mit dem zweiten Atombombenabwurf der Menschheit
verbunden. Die Bombe „Fat Man“ legte am 9. August 1945,
drei Tage nach der Verwüstung Hiroshimas, Nagasaki in
Trümmer. An diese Katastrophe erinnert das sehenswerte
Atomic Bomb Museum. Um mehr von der Stadt zu sehen:
E-Bike mieten und vom Museum für Geschichte und
Kultur bergauf die Flanke des Bergs Tateyama entlangradeln,
weiter zum Peace Park und Museum.
30 Bootsminuten vor Nagasaki liegt zudem die Geisterinsel
Hashima. Fast 100 Jahre wurde dort 1000 Meter
unter dem Meeresboden Kohle gefördert. Zu Spitzenzeiten
lebten über 5300 Menschen auf der Insel, die der am dichtesten
besiedelte Ort der Welt war. Als die Kohle zur Neige
ging, wurde Hashima 1974 quasi über Nacht aufgegeben.
Bis 2009 war das Betreten verboten, jetzt gibt es Touren.
Auf Hashima entstand, so Guide Mi noru, 1916 das erste
Stahlbeton-Hochhaus Japans mit 140 Wohnungen. „Dort
habe ich mit meiner Familie gewohnt“, erzählt er und
zeigt Fotos aus dieser Zeit. Keine 200 Meter waren es von
der Wohnung zum Meerwasserpool, dessen Reste zu
sehen sind: „Abgelassen diente er als Sportplatz.“
GOTO-INSELN
Strände und Steilküsten
Die Goto-Inseln vor der Insel Kyushu punkten mit wilden
Steilküsten und einem der schönsten Strände Japans.
Die Hauptinsel Fukue erreicht man von Nagasaki aus in
90 Minuten mit dem Tragflächenboot – oder ab Fukuoka
in neun Stunden Fährfahrt quer durch den Archipel.
Landschaftlich fantastisch ist die Küste beim Leuchtturm
von Osezaki, der auf einer Klippe 150 Meter über
dem Meer thront. Hätte es nicht 33 Grad und fast 100
Prozent Luftfeuchtigkeit, wähnte man sich am schottischen
Mull of Kintyre. Überall flattern riesige Schmetterlinge
wie Tigerfalter und Faulbaum-Bläulinge und surren
fingerdicke Libellen. Der geschwungene Sandstrand von
Takahama ziert jede Broschüre über die Goto Islands. 500
Meter weiter thront auf einer Aussichtsplattform die Statue
vom Bodhisattva der Barmherzigkeit.
Eine weitere Besonderheit sind die vielen christlichen
Kirchen. Die abgelegenen Inseln waren nach dem
Religionsverbot 1614 ein Rückzugsort für die japanischen
Katholiken. 250 Jahre praktizierten diese ihren Glauben
im Verborgenen. Als die Verfolgungen ein Ende hatten,
errichteten sie viele Kirchen wie die aus roten Ziegeln
gebaute Dozaki Church und große Marienstatuen.
Takahama Beach
Ein traumhafter Badestrand
auf der Insel Fukue
Fotos: Peter Pfänder (2), Getty Images/Marisa Vega Photographer, Getty Images/Bohistock, Getty Images/Ippei Naoi
Der Onsen ist integraler Bestandteil der japanischen Kultur.
Über 27.000 Quellen zwischen Hokkaido und Kyushu
versorgen Hunderte Badeorte und schöne, oft an Flüssen
gelegene Naturbecken unter freiem Himmel mit gesundem
Thermalwasser.
Besonders viele Onsen gibt es auf der Insel Kyushu
mit ihren neun sehr aktiven Vulkanen. Knapp 65 Kilometer
von Nagasaki entfernt qualmt der Unzen, ein Komplex
aus Schichtvulkanen, die zu den gefährlichsten Japans
zählen. Der vulkanisch-wilde Untergrund macht sich in
großen dampfenden Thermalfeldern mit blubbernden
Schlammlöchern und kleinen Geysiren bemerkbar – und
sorgt für gesunde Wohltaten. Die genießt man am besten
in einem Ryokan, einem klassisch japanischen Gasthaus
wie dem Unzen Fukudaya mit Freiluft- und Innenbädern.
Abends wird dort exzellente Kaiseki-Küche auf Basis
regionaler Produkte serviert wie das Feuertopf-Gericht
Shabu Shabu aus Nagasaki-Wagyu-Rindfleisch. Sogar spät
nachts, nach dem Dinner, ist ein Bad im Onsen möglich –
ideal für entspannte Bettschwere. Die könnte aber auch
dem Sake geschuldet sein, der zum Kaiseki-Menü in munteren
Mengen aus schönen Tokkuri-Karaffen fließt.
Kleiner Onsen-Knigge
Gründlich abseifen, bevor man
nackt ins Badebecken steigt.
Leise sein, nicht lärmen und
nicht laut lachen
18 ADAC Urlaub 03 · 2026
ADAC Urlaub 19
Japan Inspiration
Canal City Mall
Ein Einkaufszentrum mit über
250 Shops und Restaurants sowie
einer spektakulären 3D-Lightshow
ADAC Mitgliederreisen
An Bord der VASCO DA GAMA
von Japan ins bunte Vietnam
17 Tage Kreuzfahrt | Tokio – Japan – Taiwan – Vietnam – Ho-Chi-Minh-Stadt
Starten Sie in Tokio und entdecken Sie die faszinierendsten Highlights Japans
sowie die Vielfalt Taiwans und Vietnams. Freuen Sie sich auf unvergessliche
Erlebnisse wie Kyoto, Hiroshima, den majestätischen Mount Fuji und die heißen
Quellen von Beppu. Genießen Sie beeindruckende Landschaften und kulturelle
Schätze ganz entspannt – eine Reise, die lange in Erinnerung bleibt.
Für Sie inkludierte Mitgliedervorteile:
250 € Bordguthaben pro Person sowie Einladung zum Chefs Table, im Wert von
89 € p.P. – genießen Sie ein exquisites 9-Gänge-Menü in besonderem Ambiente.
ab 2.969 € * p.P.
in der Doppelkabine
Reisetermin: 9.3. - 25.3.2027
*Frühbucherpreis gültig bei Buchung bis 31.7.2026
Beratung und Buchung:
250 ADAC Reisebüros
adacreisen.de/mgr-japan-vietnam
069 945 15 97 40
FUKUOKA
Streetfood-Metropole
Japans mit 1,6 Millionen Einwohnern fünftgrößte Stadt ist von
Shanghai so weit entfernt wie von Tokio: 900 Kilometer. Das Nachtleben
in den Vierteln Tenjin und Nakasu kann mit dem Osakas mithalten.
Keine Stadt in Japan wächst schneller und hat eine jüngere Bevölkerung.
Und keine hat eine buntere Streetfood-Szene als Fukuoka.
Yatai, die mobilen Garküchen, sind einzigartig. Zwischen 18 Uhr
und Mitternacht hat man die Wahl unter lokalen Spezialitäten wie
Hakata Ramen mit Schweineknochenbrühe, Motsunabe und Yakisoba
(gebratene Nudeln) oder Mizutaki (Hühnchen mit Ponzu-Soße). Man
drängt sich an drei Seiten auf wackligen Hockern um die Karren. Dahinter
kocht und grillt ein kleines Team in Windeseile. Es ist schwülheiß,
die Grills heizen die Luft auf, kaltes Bier fließt in Strömen, der
Schweiß auch, ein fast schon bacchantisches Erlebnis.
Jenseits des Flusses sieht man Il Palazzo. Der extravagante
Bau war Japans erstes Designhotel. Die innen
wie außen sehenswerte Architektur verbindet
antike Palastmotive mit postmoderner Formensprache.
Die Lounge El Dorado im Untergeschoss
ist der zentrale Treffpunkt, zum Afternoon Tea
wie auf nächtliche Drinks.
Motsunabe
Ein Streetfood-Klassiker: Kutteln mit Kohl,
Seidentofu und Knoblauch in Sojasoßen-Brühe
Fotos: mauritius images/Alamy Stock Photos/Yuen Man Cheung, Getty Images/Takanori Ogawa, privat, Tokyo Convention & Visitors Bureau, Karte: Karin Kunkel-Jarvers; Kartengrundlagen: Made with Natural Earth, free vector and raster map data; OpenStreetMap contributors
Schauplätze in Japan
Anreise
Knapp 13 Stunden dauern Direktflüge
mit Lufthansa, All Nippon Airways oder
Japan Airlines. Für die Einreise sind ein
Reisepass sowie eine Registrierung auf
services.digital.go.jp/en/visit-japan-web
ausreichend. Da Japan ein Inselstaat mit
Häfen in vielen sehenswerten Städten
ist, bieten Kreuzfahrten ganz besondere
Perspektiven auf das Land.
Reisezeit
Viele Besucher und teurere Hotelpreise
bestimmen die Kirschblüte von Ende
März bis Mitte April sowie die Herbstlaubverfärbung
ab Mitte Oktober bis
Ende November. Hitze und Taifune
prägen Juli, August und September. Ein
guter Reisezeitraum ist von Mitte April
bis Mitte Juni. Meiden sollte man jedoch
die japanische Ferienzeit „Golden Week“
von Ende April bis Anfang Mai.
Auf einen Blick
Unterwegs
Japans Züge sind superpünktlich und
sauber, die großen Bahnhöfe ähneln
Shopping-Malls mit Gleisanschluss. Für
Regionalzug-, U-Bahn- und Busfahrten
empfiehlt sich die aufladbare Icoca
Card, die es auch als App gibt. Wer
flexibel auch abgelegene Ecken ansteuern
will, nimmt sich einen Mietwagen.
Deutsche müssen den nationalen Führerschein
und eine zertifizierte Übersetzung
(etwa vom ADAC, ca. 65 Euro)
vorlegen. Alkohol am Steuer ist in Japan
streng verboten. Bei Verstößen drohen
empfindliche Geld- und Freiheitsstrafen.
Essen & Trinken
Ramen, Udon, Soba: Man schafft es
nur schwer, in Japan nicht gut zu essen.
Beste Nudelgerichte für kleines Geld
findet man an jeder Ecke. Sushi-
Genuss zu erschwinglichen Preisen
bieten Ketten wie Kappa Sushi, Kura
Sushi, Hama Sushi und Sushiro. Gyoza,
Teigtaschen, gefüllt mit Schweinefleisch,
Kohl und Lauch, werden scharf
angebraten und dann gedämpft. Die
Kette Gyoza Ohsho verkauft in über
700 Filialen landesweit mehr als 600
Millionen Portionen jährlich.
Übernachten
Das Ritz-Carlton Fukuoka belegt die
obersten neun Etagen des Glasturms
Fukuoka Daimyo Garden City. Die Zimmer
sind luxuriös mit typisch japanischen
Shoji-Schiebetüren, Stofftapeten
und Holzböden. Pool über der Stadt.
Das Centara Grand Hotel Osaka liegt
nur zehn Minuten vom Vergnügungsviertel
Dotonbori entfernt. Die Dachterrassen-Bar
lockt mit tollem Panoramablick.
Das Designhotel One@Tokyo bietet
kleine, gemütliche Zimmer zu bezahlbaren
Preisen. Die Fassade und das Interieur
wurden von Star-Architekt Kengo
Kuma gestaltet – und der Blick aus der
Bar im obersten Stock auf den nachts
illuminierten Skytree ist fantastisch.
Information
Kartenzahlung, Apple Pay & Co. sind
weit verbreitet. Viele kleine Lokale und
Bars nehmen jedoch nur Bargeld. Der
Yen hat in den vergangenen Jahren
gegenüber dem Euro massiv an
Wert verloren: Gab es 2022
für einen Euro nur 128 Yen,
sind es 2026 schon 186 Yen.
Gut für die Reisekasse.
Wer auf seine Ausgaben
achtet, sollte Kyoto,
Osaka oder Tokio mit
Städten und Orten wie
Nagoya, Okayama,
Sendai, Matsumoto,
Nagasaki oder Takayama,
der Insel Kyushu,
San’in im Süden sowie Tohoku im
Norden von Honshu kombinieren.
Experten-Tipp
Steffen Reimann aus
dem ADAC Reisebüro in
Freiburg empfiehlt einen
Ausflug nach Südkorea
Zwischen Fukuoka und
Busan verkehren täglich
die Fähren der Camellia
Line. Die südkoreanische
Küstenmetropole mit
ihren Tempeln und
Stränden ist einen
Abstecher wert. Der
Hinweg von Fukuoka ist
eine sechsstündige
Tagesfahrt. Der Rückweg
dauert elf Stunden über
Nacht. Aufgrund der
großen Beliebtheit der
Strecke ist eine Vorausbuchung
empfehlenswert
– gerade wenn
man eine Kabine buchen
möchte. Das Ausreiseund
Einreiseprozedere
am jeweiligen Hafen
entspricht dem an den
Flughäfen.
Mehr Infos auf
adacreisen.de/japan
Bonsai
Die Kunst, Bäume
im Miniaturformat
zu züchten
03 · 2026
ADAC Urlaub 21
ADAC Reisevertrieb GmbH
Veranstalter: nicko cruises Schiffsreisen GmbH, 70499 Stuttgart Druckfehler, Änderungen und Zwischenverkauf vorbehalten.
Danzig Inspiration
Empfohlen von
Martin Drzymalla
vom ADAC Reisebüro
in Essen
KULINARIK
Kreative Gastronomie
Das Wichtigste zuerst: Die besten Piroggen gibt
es in der Pierogarnia Mandu, vor der sich oft
Warteschlangen bilden (Elżbietańska 4/8). Das
Tygle Gdańskie serviert zum Blick auf die
Waterfront modern interpretierte pommersche
Spezialitäten (Chmielna 10). Mit dem Arco by
Paco Pérez hat die Hansestadt zudem seit 2024
ihr erstes Sternerestaurant (Aleja Grunwaldzka
472c). Guten Kaffee und veganes Essen gibt es
im Drukarnia Café (Mariacka 36) oder im angesagten
Viertel Wrzeszcz bei Fukafe (Wajdeloty
22) oder Lang.fuhr (Aldony 6).
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Flanieren auf
der Königsroute
Die Langgasse (Ulica Długa) und der Lange
Markt (Długi Targ) bilden das prunkvolle Herzstück
der Stadt. Die historische Achse erstreckt
sich vom Hohen Tor bis zum Grünen Tor direkt
an der Mottlau. In farbenprächtigen Patrizierhäusern
reihen sich Boutiquen, Cafés und
Kunstgalerien aneinander, über dem Geschehen
thront das Rathaus mit seinem markanten
Turm und dem Glockenspiel. Wenige Gehminuten
entfernt liegen das Krantor und die
Marienkirche, eine der größten Backsteinkirchen
der Welt. Von der Aussichtsplattform auf
dem 80 Meter hohen Glockenturm bietet sich
ein spektakulärer Blick über die Danziger
Bucht. Was viele nicht wissen: Das Stadtzentrum
wurde nach seiner fast vollständigen
Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in den
1950er-Jahren originalgetreu wiederaufgebaut.
Ein Wochenende in ...
Danzig
Patrizierhäuser treffen auf moderne Architektur, traditionelle Bernsteinwerkstätten
auf vegane Cafés: Die Stadt an der polnischen Ostsee
verbindet historischen Glanz mit einer lebendigen Kreativ- und Gastro-Szene
Fotos: privat, mauritius images/Alamy Stock Photos/Jan Wlodarczyk, Agnieszka Stawrosiejko/MIIWS, iStock/Bestfotostudio, iStock/Andrey Danilovich, iStock/ewg3D, iStock/rudisill
KULTUR
Lebendige Geschichte
Das Europäische Zentrum der Solidarność erinnert
mit seiner rostroten Stahlfassade an einen
Schiffsrumpf (plac Solidarności 1). Das Museum
in dem modernen Bildungs- und Archivzentrum
dokumentiert die Solidarność-Bewegung, die in
den 1980ern eine entscheidende Rolle beim Sturz
des Kommunismus in Osteuropa spielte. Ebenfalls
beeindruckend ist das Museum des Zweiten
Weltkriegs. Das 40 Meter hohe, geneigte Gebäude
ragt weit über die Dächer der Altstadt. Die unter
der Erde gelegene Dauerausstellung zeigt die Geschichte
des Krieges aus polnischer Perspektive
(plac Władysława Bartoszewskiego 1, Foto).
SZENEVIERTEL
Kunst-Quartiere
Wo früher Schiffe gebaut wurden, entsteht
heute Kunst: Auf dem ehemaligen
Werftgelände (Stocznia Gdańska) findet
man Street-Art, alternative Clubs und
Kunstgalerien. In einem alten Industriegebäude
direkt am Mottlau-Ufer hat die
Künstlergruppe WL4 einen Kunstraum
eingerichtet. Das Przestrzeń Sztuki WL4
Mleczny Piotr zeigt auf drei Etagen kostenlose
Ausstellungen lokaler Künstlerinnen
und Künstler, im Außenbereich sind
XXL-Metallskulpturen zu sehen (Księdza
Jerzego Popiełuszki). In der Nähe liegt
das aus Schiffscontainern errichtete
Areal 100cznia mit Foodtrucks, Bars und
einem wechselnden Kulturprogramm
(Księdza Jerzego Popiełuszki 5, Foto).
Welthauptstadt des Bernsteins
In der Frauengasse (Ulica Mariacka) kann
man Kunsthandwerkern dabei zusehen, wie sie
Bernstein zu Schmuckstücken verarbeiten
TAGESAUSFLUG
Seebad trifft Hafenstadt
Danzig bildet zusammen mit Zoppot (Sopot, Foto) und Gdingen (Gdynia) die sogenannte
Dreistadt (Trójmiasto), einen der am schnellsten wachsenden Ballungsräume
Polens. Von Danzig aus erreicht man in nur 20 Bahnminuten den Kurort Sopot mit
seinem 511 Meter langen Holzpier – Europas längster Seebrücke. 15 Fahrminuten
weiter nördlich kann man in Gdynia die historischen Museumsschiffe Dar Pomorza
und ORP Błyskawica besichtigen und die Seepromenade Bulwar Nadmorski entlangschlendern.
Dank der guten Verkehrsanbindung lassen sich die drei Städte in der
Danziger Bucht bestens an einem Wochenende erkunden.
22 ADAC Urlaub 03 · 2026
ADAC Urlaub 23
Schottland Inspiration
Coole Citys,
Highlands &
Hebriden
Im hohen Norden des Vereinigten Königreichs locken lebendige
Städte, wilde Küsten und die raue Schönheit der Hebriden
Text Stefanie Lindner
Eine Reise durch das nördlichste Land der Britischen Inseln
ist eine ständige Überraschung, geprägt von Gegensätzen und
unerwarteten Entdeckungen: In Glasgow, Edinburgh und
Aberdeen erlebt man Kultur, Kreativität und Herzlichkeit. Die
Highlands beeindrucken mit grünen Bergen, nebelverhangenen
Tälern und tiefen Seen. Und die Hebriden wirken mit ihrer
Abgeschiedenheit und Stille wie das Ende der Welt. Drei Regionen,
drei unterschiedliche Schottland-Erlebnisse. Um das Land
in seiner ganzen Fülle kennenzulernen, braucht es Zeit – und
am besten keine festen Pläne.
Das Städtedreieck:
Aberdeen, Edinburgh
und Glasgow
Die meisten Schottland-Reisen beginnen
in Glasgow oder Edinburgh. Während
die Metropolen im Central Belt nur eine
Zugstunde auseinanderliegen, befindet
sich Aberdeen 200 Kilometer weiter nördlich
an der Ostküste. Die „Granitstadt“ war
lange das Rückgrat der schottischen Ölindustrie.
Das Maritime Museum erzählt
von dieser Ära ebenso wie von Aberdeens
langer Seefahrertradition. Die Aberdeen
Art Gallery zeigt eine beeindruckende
Sammlung von Gemälden, Skulpturen und
Kunsthandwerk vom 18. Jahrhundert bis
zur Gegenwart. Der Eintritt ist frei, von der
Dachterrasse aus hat man einen herrlichen
Blick über die Stadt. Auch ein Abstecher
an die Nordseeküste lohnt sich.
Rund eine Autostunde nördlich von
Aberdeen bietet die Felsbucht Bullers of
Buchan ein spektakuläres Naturschauspiel.
Hier peitscht das Meer in einen natürlichen
Felsbogen, im Sommer kann
man Papageitaucher beobachten.
Von Aberdeen aus erreicht man in
rund zweieinhalb Stunden die schottische
Hauptstadt Edinburgh. Die mittelalterliche
Old Town und die neoklassizistische
Fotos: Getty Images/Andrew Merry, iStock/Bosco Yip
Arthur’s Seat
Vom Parkplatz im Holyrood
Park sind es 45 Minuten zu
Fuß auf Edinburghs Hausberg
Papageitaucher
Die Vögel brüten
bevorzugt an Klippen
wie den Bullers of
Buchan bei Aberdeen
24 ADAC Urlaub
03 · 2026
ADAC Urlaub 25
Inspiration Schottland
Schottland Inspiration
New Town gehören seit 1995 zum Unesco-
Welterbe und liegen nur wenige Gehminuten
auseinander. Die prächtige Royal
Mile durchzieht das Herz der Altstadt und
endet am berühmten Edinburgh Castle,
das auf einem erloschenen Vulkan thront.
Von den Verteidigungswällen bietet sich
die wohl beste Aussicht über die Stadt.
Zu Fuß kann man wunderbar durch Edinburghs
Straßen schlendern und Museen,
Tearooms, Pubs und Shops erkunden.
Glasgow gilt als kreativste Stadt
Schottlands. Im Zentrum zieren Wandgemälde
die Hausfassaden, rund 30 von
ihnen kann man auf dem City Centre Mural
Trail entdecken (citycentremuraltrail.
co.uk). Kunstliebhaber sollten das Kelvingrove
Art Gallery and Museum besuchen.
Im benachbarten Kelvingrove Park kann
man am Ufer des Kelvin entlangflanieren
oder von einem der Hügel den Blick auf
die Türme der University of Glasgow genießen.
Sehenswert ist auch das Riverside
Museum, dessen Caféterrasse am Ufer des
Clyde liegt. Zum Shoppen und um moderne
schottische Küche und lokales Craft
Beer zu probieren, lohnt sich ein Abstecher
in die Merchant City. Das historische
Kaufmannsviertel bietet einen spannenden
Mix aus alter und neuer Architektur.
Die perfekte Welle
Das Riverside Museum in
Glasgow ist ein Entwurf von
Stararchitektin Zaha Hadid
Melvich Bay
Am nördlichen Ende
der NC500 liegt
einer der schönsten
Strände Schottlands
Die Highlands: eine Runde
auf Schottlands Traumstraße
Das schottische Hochland im Nordwesten ist eine der am
dünnsten besiedelten Regionen Europas. Mit schroffen Bergen,
tiefblauen Seen und nebelverhangenen Mooren wirkt die Landschaft
rau und ursprünglich. Überall stößt man auf alte Burgen
und Ruinen verlassener Häuser. Das Wetter trägt zur dramatischen
Stimmung bei: Innerhalb weniger Minuten kann Sonnenschein
in tief hängenden Nebel oder Regen umschlagen.
Um die Highlands im eigenen Tempo zu entdecken, ist ein
Mietwagen ideal. Ein guter Ausgangspunkt für Roadtrips ist
Inverness. Die 47.000-Einwohner-Stadt ist der Start- und Endpunkt
der Küstenstraße North Coast 500, Schottlands Antwort
auf die Route 66. Auf rund 830 Kilometern führt sie einmal um
die Nordspitze der Highlands und durch einige der beeindruckendsten
Landschaften Großbritanniens.
Wer die Strecke gegen den Uhrzeigersinn fährt, passiert an
der Ostküste sanfte Hügelketten, weite Küsten, Fischerdörfer,
Whiskydestillerien, Burgen und Schlösser wie das märchenhafte
Dunrobin Castle. Auf dem Weg nach Norden wird die Umgebung
zunehmend rauer und einsamer. In John o’ Groats, der
nördlichsten bewohnten Ortschaft des britischen Festlands,
erwarten einen neben dem oft fotografierten Wegweiser die
Duncansby Stacks – bis zu 60 Meter hohe Felsnadeln, die aus
dem Meer ragen. Den nördlichsten Punkt Großbritanniens
markiert Dunnet Head mit dramatischen Klippen und
einem Leuchtturm, der bei klarer Sicht einen fantastischen
Panoramaausblick bietet.
Fotos: Getty Images/Sam Spicer, VisitScotland/Kenny Lam, Getty Images/Ashley Cooper, Maurizio Rellini/HUBER IMAGES, Getty Images/James Brittain
Isle of Mull
The Glass Barn ist ein
Hofladen mit Café
und Ausblick auf den
Sound of Mull
Als Höhepunkt der NC500 gilt der Abschnitt an der Westküste,
wo die Straßen schmaler werden, die Berge höher und
die Natur ungezähmter. Bei Durness wirkt die Landschaft fast
mystisch, mit unberührten Stränden und der Smoo Cave, einer
Kalksteinhöhle mit einem Wasserfall im Inneren. Rund zwei
Autostunden weiter südlich liegt Ullapool, das Tor zu den
Äußeren Hebriden. Im Hafen legen nicht nur Fischerboote, sondern
auch Fähren zur Isle of Lewis an.
Eine besondere Herausforderung erwartet Autofahrer auf
dem Weg nach Applecross: Der historische Gebirgspass Bealach
na Bà ist die steilste Straße Großbritanniens. Die Strecke ist fast
durchgehend einspurig, mit engen Haarnadelkurven. Oben angekommen,
hat man bei klarem Wetter eine unglaubliche Aussicht
über das Meer bis hin zu den Bergen der Isle of Skye. Nach
der adrenalingeladenen Fahrt belohnt man sich im Örtchen
Applecross mit einem Bier im Applecross Inn. Der Pub ist auch
für seine fangfrischen Meeresfrüchte berühmt.
Der letzte Streckenabschnitt der NC500 führt schließlich
von der Küste zurück ins Landesinnere. Auf dem Weg nach
Osten wird die Landschaft grüner und bewaldeter, bevor man
in Inverness wieder in der Zivilisation ankommt.
Die Hebriden:
Inseln am Rand der Welt
Vor der rauen Westküste erstreckt sich
eine der faszinierendsten Inselwelten
Europas: die Hebriden – rund 500 Inseln,
die sich in eine innere und eine äußere
Gruppe gliedern. Die Inneren Hebriden
liegen direkt vor der Küste und sind bequem
per Fähre oder über die Skye-Brücke
erreichbar. Die größte Insel, Skye, zieht
besonders in den Sommermonaten Besucher
an. Mit ihren schwarzen Basaltbergen
bietet sie eine atemberaubende Naturkulisse.
Das Wahrzeichen der Insel, der Old
Man of Storr, ragt als 48 Meter hohe
Felsnadel markant aus der Hügellandschaft
der Trotternish-Halbinsel empor.
Die Isle of Mull empfängt ihre Gäste
mit den farbenfrohen Häuserfronten
im Hafen von Tobermory. Eine kurze
Fährfahrt entfernt liegt die Insel Iona,
die als Geburtsstätte des schottischen
Christentums gilt. Wer Einsamkeit und
unberührte Natur sucht, wird auf weniger
besuchten Inseln wie Jura fündig. Mit den
rund 200 Einwohnern leben hier etwa
6000 Rothirsche. Diese Abgeschiedenheit
wusste schon George Orwell zu schätzen,
der hier seinen Roman „1984“ schrieb.
Loch Dunvegan
Der fjordähnliche
Seearm liegt an
der Westküste
der Insel Skye
Sumpfohreulen
kommen an der
Nordküste, etwa
am Strathy Point,
oder auf den
Hebriden vor
26 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
Inspiration Schottland
Lewis and Harris
Gälische Kultur und
dramatische Landschaften
inmitten
des Atlantiks
ADAC Mitgliederreisen
Schottland an Bord der
MS Hamburg entdecken
13-tägige Kreuzfahrt ab Kiel / bis Hamburg
Schottland verzaubert mit Geschichte, Mythen und atemberaubender Natur.
Von Loch Ness über die mystischen Steinkreise der Isle of Skye bis zu den
Schlössern von Inveraray und Edinburgh entdecken Sie die Magie der Highlands.
Folgen Sie Spuren alter Legenden, wandern Sie durch wilde Landschaften und
erleben Sie eine Reise voller Gänsehautmomente.
Für Sie inkludierte Mitgliedervorteile:
100 € Bordguthaben p.P. und eine Flasche Sekt auf der Kabine
ab 2.089 € * p.P.
in der Doppelkabine
Reisetermin: 19.5.- 31.5.2027
*Frühbucherpreis gültig bei Buchung bis 30.11.26
Beratung und Buchung:
250 ADAC Reisebüros
adacreisen.de/mgr-schottland
069 945 15 97 40
Die Äußeren Hebriden liegen
weit im Atlantik – und sind einsamer,
karger und tief in der gälischen
Sprache und Kultur verwurzelt.
Für die Anreise per Fähre
oder Flugzeug und die Wege vor
Ort sollte man etwas mehr Zeit
einplanen. Auf der Doppelinsel
Lewis and Harris erleben Besucher
zwei kulturell und landschaft lich
völlig verschiedene Welten. Lewis
im Norden ist bekannt für Torfmoore,
unzählige kleine Seen und
wilde, windumtoste Klippen am
nördlichsten Punkt; Harris im Süden
dagegen für seine karibisch
anmutenden Küsten mit weißem
Puderzuckersand und türkisfarbenem
Wasser. Das berühmteste Exportgut
der Insel ist der Harris
Tweed, dessen Herstellung man in
vielen kleinen Webereien hautnah
miterleben kann.
Auf der Nachbarinsel Barra
landen Linienflugzeuge bei Ebbe
direkt auf dem Sandstrand. Noch
abgeschiedener ist St. Kilda: Der
Archipel ist nur auf dem Seeweg
erreichbar und beherbergt gigantische
Vogelkolonien. Auch auf
den unbewohnten Shiant Isles
südöstlich von Lewis and Harris
brüten im Frühjahr Zehntausende
Seevögel. Wer eine Bootstour zu
einem dieser Orte unternimmt,
hat – im besten Sinne – das Gefühl,
am Ende der Welt zu sein.
Fotos: Getty Images/David Madison, ADAC Westfalen, iStock/robynmac; Karte: Karin Kunkel-Jarvers; Kartengrundlagen: Made with Natural Earth, free vector and raster map data; OpenStreetMap contributors
Schauplätze in Schottland
Anreise
Edinburgh und Glasgow werden von
allen größeren deutschen Flughäfen
direkt angeflogen. Von dort sind es
nach Inverness, der Hauptstadt der
Highlands, vier Stunden mit dem Zug.
Die Hebriden sind mit den Fähren von
Caledonian MacBrayne erreichbar, etwa
ab Ullapool, Uig und Oban. Zu einzelnen
Inseln wie Barra und Islay können auch
Inlandsflüge gebucht werden. Der wohl
schönste Blick auf Schottlands Inseln
und Landschaften eröffnet sich auf
einer Kreuzfahrt. Link-Tipp: Alle Infos
zur Einreise finden sich auf adac.de/
news/einreise-grossbritannien-eta
Reisezeit
Von Mai bis September sind die Tage
mild und die Preise günstiger. Wer die
NC500 fahren möchte, sollte die Hauptreisezeit
im Juli und August meiden.
Auf einen Blick
Unterwegs
Für die Highlands und die Inseln ist
ein Mietwagen empfehlenswert. Wichtig:
In Schottland herrscht Linksverkehr,
viele Straßen in den Highlands sind
einspurig mit Ausweichbuchten. In den
Städten Edinburgh, Glasgow und
Aberdeen nutzt man am besten öffentliche
Verkehrsmittel oder geht zu Fuß.
Essen & Trinken
Porridge ist eine schottische Spezialität
– der warme Haferbrei wurde
schon vor 1400 Jahren zum Frühstück
serviert. Für das köstliche Dessert
Cranachan werden Haferflocken mit
Himbeeren kombiniert. Ansonsten
stehen herzhafte Gerichte wie Haggis,
die Fischsuppe Cullen Skink und frische
Meeresfrüchte auf dem Speiseplan.
Eine Besonderheit ist auch die Craft-
Beer-Szene. Geheimtipp in Glasgow:
Das Drygate ist Brasserie, Bar und
Mikrobrauerei in einem. Bei einem
kühlen Ale können Gäste durch Glaswände
den Brauprozess verfolgen
(drygate.com).
Übernachten
In den Highlands und entlang der
NC500 gibt es eine große Auswahl an
Hotels, Bed & Breakfasts und Campingplätzen.
In den größeren Städten haben
Reisende die Wahl zwischen Luxusund
Boutique-Hotels. Früh buchen lohnt
sich in jedem Fall, denn vor allem in der
Hochsaison und auf den Inseln sind
gute Unterkünfte schnell vergeben.
Nicht verpassen
Die Tierwelt erleben: Geführte Wildtiertouren
gibt es in den Highlands, im
Cairngorms-Nationalpark und auf den
Hebriden. Bootstouren zu Delfinen,
Minkwalen und Seevögeln sind u. a.
ab Lewis, Harris und Uist buchbar. Wer
abgelegene Inseln wie die Shiant Isles
oder St. Kilda bei einer Tagestour erkunden
möchte, muss frühzeitig reservieren.
Versteckte Naturplätze: Glen Affric
gilt als eines der schönsten Täler
Schottlands, mit uralten Caledonian
Pines, klaren Lochs, stillen Wanderwegen
– und wenigen Menschen. Ähnlich
beschaulich sind die Trossachs nördlich
von Glasgow, wo kleine Seen wie Loch
Drunkie oder Loch Chon ruhige Picknickplätze,
Waldwege und schöne Ausblicke
ohne Gedränge bieten.
Manufakturen: Auf den Inseln werden
viele Produkte traditionell hergestellt
– etwa auf der Sgriob-ruadh Farm. Der
Familienbetrieb auf der Isle of Mull
züchtet Kühe, produziert Cheddar und
destilliert aus der Molke einen eigenen
Gin. Wer hier einkauft, sollte genug Zeit
mitbringen, um in das phänomenale
Hofcafé The Glass Barn einzukehren
(siehe Foto auf S. 27).
Experten-Tipp
Für Katja Fleige aus
dem ADAC Reisebüro in
Dortmund ist Schottland
eine ideale Kombination
aus Abenteuer und
Gemütlichkeit
Edinburgh ist nicht nur
ein perfekter Startpunkt
für eine Schottland-
Rundreise, sondern auch
ein Höhepunkt für sich.
Die Stadt lässt sich gut
zu Fuß erkunden und
verbindet Geschichte mit
viel Natur. Zu den wichtigsten
Stationen gehören
das Edinburgh
Castle auf einem erloschenen
Vulkan und der
Aufstieg auf Arthur’s
Seat im Holyrood Park.
Auch der Calton Hill mit
dem Nelson Monument
bietet gute Ausblicke.
Meine Lieblingspubs
sind das The World’s End
und das No. 1 High Street.
Viele weitere gemütliche
Pubs gibt es rund um
den Grassmarket. Gut
zu wissen: Die Aussprache
lautet „Edinbrah“.
Mehr Infos auf
adacreisen.de/
edinburgh
Afternoon Tea
Nachmittags gibt es
vielerorts Tee mit frisch
gebackenen Scones,
Clotted Cream und
Marmelade
ADAC Reisevertrieb GmbH
Veranstalter: plantours, Eine Marke der plantours & Partner GmbH, 20099 Hamburg. Druckfehler, Änderungen und Zwischenverkauf vorbehalten.
03 · 2026
ADAC Urlaub 29
Experten Interview
40
Schluchten befinden sich
im Süden der Insel
185
Kilometer lang ist der
Camí de Cavalls – ein
Rundweg, der einmal um
die gesamte Insel führt
700
Quadratkilometer Fläche
machen Menorca zur
zweitgrößten Baleareninsel
20
Kilometer breit und
50 Kilometer lang ist die Insel
200
Kilometer misst die Küstenlänge
100
Strände und Buchten
gibt es auf Menorca
Cala Macarella
Zwischen Felsen und Kiefern
liegt versteckt die Bucht mit
ihrem weißen Sandstrand
110
Nationalitäten sind
auf der Insel vertreten
1993
erklärte die Unseco Menorca
aufgrund seiner Vielzahl und Vielfalt
an Habitaten zum Biosphärenreservat
2025
stieg die Einwohnerzahl
Menorcas auf über 100.000
Foto: Fotos: xxxxxxxxx mauritius images/Alamy Stock Photos/Max Bailen, Connect Images, ADAC
Mein Urlaub Menorca
Mehr Infos auf
adacreisen.de/
menorca
Bon dia,
Menorca! *
Monika Korn vom ADAC Reisebüro
Neustadt hat die Balearen bereits
mehrfach besucht. Besonders Menorca
hat sie mit seinen Stränden, Buchten
und lebendigen Küstenorten verzaubert
Was unterscheidet Menorca von Mallorca?
Menorca ist die kleine Schwester Mallorcas
– es geht ruhiger und entspannter zu.
Und was macht Menorca besonders?
Dank der kurzen Wege lässt sich hier an einem
einzigen Tag viel erleben: morgens
eine schöne Wanderung, nachmittags einen
der schönen Strände und abends das authentische
Inselleben. Etwa auf einem
Nachtmarkt: Hier schlendert man zwischen
den Ständen, probiert lokale Spezialitäten
wie die Ensaimada – ein luftiges, süßes Gebäck
–, während Kinder eine Runde Karussell
fahren. Bei frei zugänglichen Konzerten
mischt man sich unter die Einheimischen
und genießt die entspannte Atmosphäre.
Welche Strände empfehlen Sie?
Menorca gilt als die Insel der Buchten, über
100 Strände und kleine Calas säumen die
Küste. Besonders schön sind Santo Tomás
sowie die Traumbuchten Cala Macarella
und Cala Macarelleta mit ihrem hellen
Sand, türkisblauen Wasser und markanten
Kalksteinfelsen. Am Arenal de sa Mesquida
trifft man dagegen vor allem Einheimische,
die die Ruhe genießen – für mich ein typisches
Bild des Lebens auf Menorca.
Was empfehlen Sie Aktivurlaubern?
Der Camí de Cavalls verläuft rund um die Insel,
ein Abschnitt dieses alten Wegs beginnt
bei Santo Tomás. Dort führen Pfade die Küste
entlang, oft mit freiem Blick auf das Meer.
Zum Wandern sind das Frühjahr oder der
Herbst ideal, wenn es nicht zu heiß ist.
Welche kulturellen Highlights gibt es?
In Ciutadella spaziert man durch den Altstadtkern
aus maurischer Zeit, stöbert in
kleinen Kunsthandwerksläden und besucht
die Kathedrale. In der Inselhauptstadt
Mahón spürt man die Seefahrertradition.
Der Naturhafen ist einer der größten Europas.
Hier kann man den schaukelnden Booten
zusehen und in den Cafés den lokalen
Gin probieren. Dieser wird aus Wacholderbeeren
destilliert und mit aromatisiertem
Wein hergestellt – ein besonderer Geschmack.
Danach kann man an Palästen
und Kirchen vorbeischlendern und in der
großen Markthalle lokale Spezialitäten wie
den Käse Queso Mahón, süßen Mandelhonig
oder Trockenfrüchte probieren.
Wie bewegt man sich am besten fort?
Am flexibelsten lässt sich die Insel mit einem
Mietwagen erkunden. Aber auch viele
Buslinien fahren direkt an den Hotels vorbei
und bringen Besucher bequem zu den
schönsten Orten der Insel.
Haben Sie noch Geheimtipps?
Rund um den Monte Toro liegen Dörfer mit
kleinen Betrieben, die zum Entdecken einladen.
Einfach mal anklopfen lohnt sich, um
Wurst, Käse und andere handgemachte Spezialitäten
zu probieren und zu kaufen. Ein
Geheimtipp ist zudem das traditionelle
Schuhhandwerk. In den Werkstätten im Hinterland
entstehen Lederschuhe mit Sohlen
aus alten Autoreifen. Die handwerkliche Verarbeitung
ist beeindruckend und sie werden
in vielen Farben und Formen angeboten.
Und der schönste Sonnenuntergang?
An der Cova d’en Xoroi gibt es eine Höhle
mit Restaurantterrassen. Sie liegt etwa 25
Meter über dem Meer. Zum Sonnenuntergang
lässt sich hier ein Cocktail genießen.
Und ab 23 Uhr verwandelt sich die Location
in einen Club und es wird getanzt.
*Guten Tag auf Menorquinisch, einem Dialekt des Katalanischen.
ADAC Urlaub 31
Uganda Inspiration
Uganda ist eine Naturschönheit mit tropischen Wäldern,
mächtigen Vulkanen und glitzernden Seen. Dazu lockt die
„Perle Afrikas“ mit einzigartigen Tiererlebnissen – allen voran
einem Dschungel-Trekking zu den letzten Berggorillas dieser Erde
Versteckt im Dschungel
Nur noch rund 1000 der „sanften Riesen“
leben weltweit in freier Wildbahn – die
meisten in den Regenwäldern Ugandas
Text Jutta Lemcke
Murchison-Falls-Nationalpark
Der Nil zwängt sich durch
eine Schlucht und stürzt dann
donnernd mehr als
40 Meter in die Tiefe
Fotos: Getty Images/guenterguni, Getty Images/by Marc Guitard
Foto: xxxxxxxxx
Sinfonie in
Grün
03 · 2026 ADAC Urlaub 33
Berggorillas
Die ausgewachsenen
Männchen werden wegen
ihrer Fellfärbung
„Silberrücken“ genannt
Uganda Inspiration
„Perle Afrikas“
Die üppige Natur und die
dichten Wälder gaben
Uganda seinen Beinamen
Uganda-Kob
Die grazilen
Antilopen ziehen
in großen Herden
durch die Schutzgebiete
Nebelschwaden wabern über die
grünen Hügel, die sich wie Wellen
über das Land ziehen – undurchdringlich
und geheimnisvoll. Wir
sitzen auf einer Holzveranda beim
Frühstück – Spiegeleier, Toast, starker
Kaffee, neben uns ein kleiner
Rucksack mit Regencape und
Schutzhandschuhen, an den Füßen
Wanderschuhe und dicke Socken,
die wir zum Schutz über die Hosenbeine
gezogen haben. Es ist sehr
früh am Morgen. Geschlafen haben
wir wenig, die Anspannung war zu
groß. Gleich werden wir aufbrechen
und in den dichten Regenwald eindringen,
einen wassergetränkten
Dschungel mit Bambuswäldern,
Feigenbäumen und Riesenfarnen,
durch den die letzten Berggorillas
dieser Erde streifen.
Es kann anstrengend werden,
hat man uns erzählt. Vielleicht
müssen wir klettern,
durch Flüsse waten
und uns mit unseren
Handschuhen an dornigen
Sträuchern
hochhangeln. Vielleicht
ziehen uns die
mächtigen Tiere davon und
wir müssen hinter hereilen.
Aufgeben ist keine Option.
Wer einmal in den unwegsamen
Bergen unterwegs ist,
muss durchhalten. Natürlich
haben wir den Kultfilm „Gorillas
im Nebel“ über die Verhaltensforscherin
Dian Fossey gesehen. Werden
wir so resilient sein wie sie?
Bwindi-Nationalpark
Ranger sorgen dafür,
dass die Tiere und ihr
natürlicher Lebensraum
erhalten bleiben
Das Gorilla-Abenteuer beginnt
Ranger William Mfitumukiza erscheint
– ein breites Grinsen im
Gesicht. Er kennt die unausgesprochenen
Bedenken seiner
Schützlinge. „Habt mal keine Sorgen“,
tönt seine tiefe, freundliche
Stimme. „Die Tracker haben eure
Gorillagruppe schon gefunden. Ein
bisschen klettern müsst ihr wohl,
aber das schafft ihr locker“, sagt er
und checkt mit schnellem Blick
Ausrüstung und Schuhwerk seiner
Gruppe. Sofort kehrt unsere gute
Laune zurück. Mit William an der
Seite kann das Abenteuer beginnen.
An der Buhoma-Gorillastation
im Bwindi-Nationalpark werden
die Trekking-Gruppen eingeteilt.
Jede besteht aus maximal acht
Gästen, die genau eine Stunde bei
„ihrer“ Berggorillafamilie bleiben
Wasserreich und üppig grün
„Uganda ist ein einziger schöner
Garten – es ist die Perle Afrikas“,
fand schon Winston Churchill zu
Beginn des 20. Jahrhunderts und
pries die üppige Natur, die spektadürfen.
William und zwei weitere
Ranger begleiten uns. Dazu haben
wir uns alle für einen eigenen „Träger“
entschieden. „Das ist gut für
euch und auch für die Menschen
aus den Dörfern, die damit ein wenig
Geld verdienen“, hatte William
erklärt. Mich begleitet eine junge
Frau namens Amali. Sie läuft in
weiten Gummistiefeln die matschigen
Pfade hinauf und reicht
mir lächelnd die Hand, wenn es
rutschig wird. Es geht steil bergauf,
die Zeit verstreicht und jeder ist
mit dem eigenen Aufstieg beschäftigt.
„Stopp“, flüstert William plötzlich,
„wir sind ganz nah.“
Die Letzten ihrer Art
Erst hören wir nur das Knacken
von Ästen. Dann tut sich eine
Lichtung auf. Eine unwirkliche
Fotos: Guido Cozzi/HUBER IMAGES, Jutta Lemcke, mauritius images/Alamy Stock Photos/Eric Nathan
Fotos: Jutta Lemcke (2), Getty Images/Beata Whitehead
Szene erwartet uns. Die Fellriesen
hocken im tropfnassen Gras und
knabbern geräuschvoll an ihren
Bambusstangen. Ein muskelbepackter
Koloss starrt uns unverwandt
mit tiefschwarzen Augen
an. „Den Blick senken und ihn
nicht provozieren“, so hatten uns
die Ranger eingebläut. „Das ist
Mukasa“, höre ich William hinter
mir flüstern, „einer von fünf Silberrücken
in der Gruppe. Der eigentliche
Boss heißt Mark.“ Als
hätte er seinen Namen gehört,
bricht der 250-Kilo-Gigant aus
dem Gebüsch, knickt einen armdicken
Baum um, rempelt Mukasa
zur Seite und baut sich vor uns
auf. Wir halten den Atem an. Ein
leibhaftiger King Kong steht vor
uns. Sieben Meter Abstand, hatte
William gesagt – doch nicht im
Traum würde ich auf die Idee
kommen, mich näher heranzuwagen.
Nur Mark hat von der Sieben-
Meter-Regel offenbar noch nichts
gehört. Lässig schwenkt er seine
behaarten Arme und schiebt
seinen massigen Körper auf die
Lichtung. Er schickt ein tiefes
Grummeln in die Runde und fläzt
sich geschmeidig ins Gras. Mit sei-
nen schwarzen, ledrigen Fingern
krault er sich durchs dichte Fell
und schielt neugierig auf die verzagte
Menschengruppe. William
atmet erleichtert auf: „Wenn Gorillas
grummeln, fühlen sie sich
wohl. Ihr könnt euch entspannen,
das hier ist eine rundum gut
gelaunte Gorillafamilie.“
Nur noch gut 1000 Berggorillas
leben weltweit in freier Wildbahn
– die meisten in Uganda, eine kleinere
Anzahl in Ruanda und im
Kongo. Im Mgahinga-Gorilla- und
im Bwindi-Nationalpark in Uganda
wurden rund 20 Berggorillafamilien
an den Besuch von
Menschen gewöhnt. Für 800
US-Dollar können abenteuerlustige
Touristen einen der begehrten
Erlaubnisscheine erwerben und
sie in der Wildnis besuchen. Das
ist für viele der Höhepunkt ihrer
Uganda-Reise – doch es gibt noch
sehr viel mehr zu entdecken.
kuläre Bergwelt und die Fruchtbarkeit
der Felder. An Gründen für
einen Besuch fehlt es wahrlich
nicht. Allein zehn Nationalparks
und zwölf Wildreservate hat der
Staat ausgewiesen, es gibt die geheimnisvollen
Mondberge im
Ruwenzori-Gebirge, die heißen
Quellen im Semliki-Park und die
Nilfälle im Murchison-Falls-Nationalpark.
Es gibt Seenlandschaften,
milchig schimmernde Kratertümpel,
Afrikas beliebteste Wildtiere
und eine reiche Kultur unterschiedlicher
Stämme, wie etwa
die des Pygmäenvolks der Batwa.
Dazu zählt Ugandas Klima zu den
angenehmsten der Welt. Die
Äquatornähe bringt Sonne und
die Hochlage sorgt für moderate
Temperaturen, die tagsüber bei 25
bis 28 Grad Celsius liegen.
Uganda ist reich an Wasser:
Große Seen, Krater tümpel und
Flüsse überziehen das
Land. Im Queen-
Elizabeth-Nationalpark
sind der Lake Edward und
der Lake George ein Paradies
für Pflanzen und Tiere. Beide Seen
werden durch den natürlichen Kazinga-Kanal
verbunden – das Ziel
Aus nächster Nähe
Baby-Gorillas lernen von
ihren Familien, wie man in
der Wildnis überlebt
Dreihornchamäleon
In den regenreichen Bergwäldern
erlebt man Tiere
mit teils skurrilem Aussehen
34 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
Uganda Inspiration
xxxxxxxx
Obis maximporiam cusandis
et Grandiose eum ullat eventus Aussichten id ut ea
nullores Uganda earum bietet volorro zahlreiche vel
Lodges mit luxuriöser
Ausstattung
Auf einen Blick
Kletterkunst
Uganda ist eines der wenigen
Länder, in denen man
Löwen findet, die auf Bäume
klettern können
unserer Sonnenuntergangsfahrt.
„Hippo“ heißt unser Boot, mit dem
wir am Ufer entlangschippern. Ein
gut gewählter Name, denn Nilpferde
planschen hier so zahlreich wie
Kinder bei Sonnenschein im Freibad.
Überall lugen ihre kugelrunden
Augen aus dem Wasser. Die
Mamas prusten Fontänen in die
Luft und sind von einer Schar
Baby-Hippos umringt, die auf- und
abtauchen.
Während sich die Sonne gen
Horizont schiebt und der Himmel
in hellem Orange leuchtet, geht es
am Ufer zu wie auf der Arche
Noah. Büffel grasen zwischen Elefanten,
Antilopen schlabbern am
Wasser und Krokodile genießen
die letzten Sonnenstrahlen. Die
würden hier ausschließlich Fisch
fressen, erklärt der Bootsführer.
Ich glaube ihm, würde die Hand
aber trotzdem nicht ins Wasser
halten.
Auf Safari in der Savanne
Am nächsten Morgen klingelt der
Wecker um fünf Uhr morgens – es
geht auf Safari im Queen-Elizabeth-Nationalpark.
Unser Guide
nimmt seine Sache ernst, erzählt
von Kraterseen, von seltenen Antilopen
und 1067 Vogelarten. Wir
dösen ein wenig. Die Sonne
schiebt sich langsam nach oben
und legt silbrige Strahlen über die
Savanne. Ein Heißluftballon
schwebt in der Ferne über den
Baumwipfeln, Büffel grasen im
Morgenlicht und blicken nur kurz
auf, als wir vorbeiruckeln.
Doch plötzlich ist Schluss mit
der meditativen Stimmung. Der
Guide hat einen Funkspruch bekommen
und stellt das Safari-Gefährt
auf Allrad um. Er sprintet
über die Huckelpiste und schleudert
durch Furten, dass der
Schlamm spritzt. Wir sind jetzt
hellwach, es geht auf Löwenpirsch.
Unser Ziel ist ein Kaktusbaum,
der von dichtem Gestrüpp
umgeben ist. Der Jäger ist hier der
Gejagte. Zwischen den stacheligen
Armen hockt ein Leopard, der uns
mit seinen bernsteinfarbenen Augen
fixiert. Vorsichtig setzt er seine
samtigen Pfoten zwischen die
Nilpferd in Sicht
Die höchste Hippopotami-
Dichte besteht im Queen-
Elizabeth-Nationalpark
Stacheln und schaut nach unten.
Dort wartet der Feind: Fünf dick
gefressene Löwinnen dösen im
Gras und verwehren der geschmeidigen
Katze den Abstieg.
Dabei hat der Leopard noch Glück.
Nicht weit entfernt, am Ishasha-Fluss,
gibt es die seltenen
Exemplare der Baumlöwen, die
bei Bedarf die Äste hochklettern.
Schimpansen mit Liebeskummer
Im Kibale-Forest-Nationalpark erwarten
uns mit den Schimpansen
noch einmal enge Verwandte des
Menschen. Sie erweisen sich –
ganz anders als die sanften Gorillas
– als zeternde Zankhähne. Im
Wald herrscht ein Höllenlärm, als
wir die Affenbande erreichen.
„Offenbar mal wieder Streit“, sagt
unser Guide Baluku. „Sie sind wie
wir – sie freuen sich, spielen,
streiten und sind traurig.“ Wie
wahr. Wir treffen Brunero, ein
Schimpansenmännchen, das im
Gebüsch kauert. „Ich glaube, er
hat Liebeskummer“, sagt Baluku.
Und tatsächlich: Brunero lässt den
Kopf hängen, krault sich an der
Schulter und wischt sich über die
Augen. „Kopf hoch, Kleiner“,
möchte man ihm zurufen. Doch
der Herzschmerz währt nicht lang.
Ein paar Kumpels kommen vorbei
und die gesamte Horde verschwindet
laut kreischend in den
Baumkronen.
Fotos: Bruno Cossa/HUBER IMAGES, Jutta Lemcke, iStock/Judith Engbers
Fotos: ADAC, Getty Images/Camille Delbos/Art In All of Us; Karte: Karin Kunkel-Jarvers; Kartengrundlagen: Made with Natural Earth, free vector and raster map data; OpenStreetMap contributors
Schauplätze in Uganda
Anreise
Günstige Flüge zum Flughafen Entebbe
bieten beispielsweise Turkish Airlines
oder Ethiopian Airlines. Ein E-Visum
kann auf visas.immigration.go.ug beantragt
werden (50 US-Dollar). Benötigt
werden Reisepass, Passbilder und ein
Gelbfieberimpfnachweis.
Reisezeit
Ideal für Wildtierbeobachtungen sind
die trockenen Monate Juni bis August
und Dezember bis Februar. Auch die
verbleibenden Monate haben Vorteile:
Die Natur ist grün, die Lodge-Preise sind
günstiger und es gibt viele Tierbabys.
Bei starkem Regen wird allerdings kein
Gorilla-Trekking durchgeführt, auch
Wege können unpassierbar sein.
Unterwegs
Neben den internationalen Flughäfen
gibt es eine Reihe kleinerer Airports für
Inlandsflüge, etwa von Entebbe nach
Kisoro oder Kasese im Süden (Gorilla-
Trekking, Queen-Elizabeth-Nationalpark).
Taxis nennen sich „Special Hires“.
Die Preise lieber vorab aushandeln.
Taxis mit Taxameter berechnen etwa
0,85 Euro pro Kilometer. Vor allem von
Einheimischen genutzt werden die
Matatus – Sammeltaxis ohne Komfort,
die auf festen Routen fahren und unterwegs
angehalten werden. Überlandbusse
verbinden zu kleinen Preisen alle größeren
Städte. Mietwagen sind am besten
vorab zu buchen, die Wochenpreise
starten ab 300 Euro. Es herrscht Linksverkehr
und ein internationaler Führerschein
ist Pflicht. Oft eine bessere Alternative:
einen Wagen mit Fahrer buchen
(80 bis 150 Euro am Tag).
Gesundheit
Eine Gelbfieberimpfung ist Pflicht.
Empfohlen sind zudem Impfungen
gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis
und Tollwut sowie eine Malaria-
Prophylaxe. Eine Auslandskrankenversicherung
sollte vorhanden sein.
!
Nicht vergessen
Fürs Gorilla-Trekking feste Schuhe,
Outdoor-Kleidung, eventuell Schutzhandschuhe.
Für die Safaris schützende
Kleidung in gedeckten Farben. Ferner
Sonnenschutz, Moskitospray, eine Stirnlampe
und ein Fernglas.
Nicht versäumen
Der Botanische Garten Entebbe liegt
direkt am Viktoriasee, zeigt verschiedene
Vegetationszonen und hat einen
Bereich für traditionelle Heilpflanzen.
Hier wurden einst einige „Tarzan“-Szenen
mit Johnny Weissmuller gedreht.
Die Abendshows im Ndere Cultural
Center in Kampala mit ihren Tänzen
und lokalen Spezialitäten sind ein
echtes Erlebnis (ndere.com).
Eine Bootsfahrt auf dem Viktoriasee
lässt sich mit einem Besuch des
Ngamba Island Chimpanzee Sanctuary
verbinden. Dort finden verwaiste oder
verletzte Schimpansen ein neues
Zuhause (ngambaisland.org).
Spannend für Aktivurlauber ist Jinja.
In der viertgrößten Stadt Ugandas tritt
der Weiße Nil aus dem Viktoriasee aus.
Geboten werden u. a. Kajakfahrten und
Raftingtouren auf dem Nil.
Kakaofrüchte
71 Prozent des weltweiten
Kakaos stammen aus afrikanischen
Ländern wie Uganda
Experten-Tipp
Sonja Billing aus dem
ADAC Reisebüro in
Pforzheim hat in Uganda
die „Big Seven“ erlebt
Löwe, Elefant, Leopard,
Nashorn, Büffel – die
klassischen „Big Five“
der Tiere, die jeder
Safari-Reisende sehen
möchte, werden in Uganda
von Berggorillas und
Schimpansen ergänzt.
Kurz gesagt: Uganda ist
ein unvergessliches Ziel
für Natur- und Tierliebhaber.
Ich habe in den
Nationalparks Bwindi
und Kibale berührende
Begegnungen erlebt.
Begeistert hat mich
zudem die unglaubliche
landschaftliche Vielfalt
mit ihren Seen und
Flüssen, der üppigen
Vegetation und trockenen
Steppen. Auch
die hervorragende
Küche hat einen bleibenden
Eindruck
hinterlassen.
ADAC Medical App
ADAC Mitglieder
und Inhabende
einer ADAC Auslandskrankenversicherung
haben auch auf Reisen
Zugang zu telemedizinischer
Behandlung durch
deutschsprachige Ärzte.
adac.de/meinmedical
36 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
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Pyramiden im Kopf.
Sand unter den Füßen.
Ägypten – zwischen Tempeln,
Wüste und Rotem Meer.
Yukon: Wo die Freiheit kein Ziel,
sondern der Weg ist.
Erleben Sie unberührte Wildnis und spektakuläre Natur zwischen
faszinierender Goldrauschgeschichte und tanzenden Nordlichtern.
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Details & Leistungen
© Fraserway
Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einer
Dachterrasse in der Altstadt von
Kairo, während die Sonne hinter der
fernen Silhouette der Pyramiden von Gizeh
versinkt. Dabei verschmilzt das ferne Echo
der Rufe der Muezzin mit dem Pulsieren
einer Stadt, die niemals schläft.
Kairo ist kein Ort, den man einfach besucht
– Kairo ist ein Gefühl. Es ist der berauschende
Trubel in den Gassen des Khan el-
Khalili Basars, wo man den Duft von Kreuzkümmel,
Leder und süßem Tee atmet. Es
ist die wohltuende Stille in den kühlen
Mauern der Al-Azhar-Moschee, die Sie mitten
im Puls der Millionenmetropole sanft
umhüllt. Am Ufer dieser „Lebensader Ägyptens“
spüren Sie die jahrtausendealte Geschichte,
die in jedem Stein der Stadt weiterlebt.
Gleichzeitig vereint Kairo auf
faszinierende Weise antikes Erbe und modernen
Lifestyle.
Zwischen monumentalen Wundern der
Weltgeschichte und stilvollen Dinner-Cruises
auf dem Nil entfaltet sich eine Stadt
voller Kontraste – geprägt von der warmen
Gastfreundschaft ihrer Menschen. Die
spürt man gerade auch in den charmanten
Kaffeehäusern der Altstadt, in denen die
Zeit bei einem Glas Minztee stillzustehen
scheint und Geschichten von Generation zu
Generation wandern.
Mit der Eröffnung des spektakulären Grand
Egyptian Museum (GEM) schlägt die Stadt
zudem eine Brücke zwischen den Schätzen
der Pharaonen und der Architektur der Moderne.
Es ist dieser Schritt nach vorn, gepaart
mit der unerschütterlichen Gastfreundschaft
der „Cairenes“, der diese
Stadt so einzigartig macht.
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berührt und Sie die Magie des Orients in
ihrer modernsten Form spüren lässt.
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pulsierende Metropole am Nil
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• Besuch des neuen Ägyptischen Museums
(Grand Egyptian Museum)
• Orientalische Dinner Cruise auf dem Nil
mit Abendessen
• Sound & Light Show an den Pyramiden
Früh am Tag öffnet man die Tür seines
Truckcampers und blickt direkt auf die
spiegelglatte Oberfläche eines smaragdgrünen
Sees, während am Horizont die
schneebedeckten Gipfel der Coast Mountains
in der Morgensonne glitzern.
Eine Reise mit dem Wohnmobil ist wohl die
intensivste und authentischste Art, den Yukon,
Kanadas wilden Norden, zu entdecken:
Die Straßen sind weit, der Verkehr spärlich,
und der Blick schweift über endlose Nadelwälder
bis zum Horizont. Hinter jeder Kurve
wartet ein neues Postkartenmotiv – mal
ein Grizzly, der am Straßenrand nach Bee-
Erstmalig als
Gruppenreise
ren sucht, mal ein Elchbulle, der majestätisch
einen Fluss durchquert.
Der Roadtrip beginnt meist in Whitehorse,
der charmanten Hauptstadt des Territoriums,
und führt über den Klondike Highway
direkt ins Abenteuer. Vorbei an Relikten
aus der Zeit des großen Goldrauschs von
1898 und der Westernstadt Dawson City
geht es tiefer in die Wildnis. Der legendäre
Dempster Highway zählt zu den spektakulärsten
und abgelegensten Straßen Kanadas.
Zunächst erreicht man den Tombstone Territorial
Park, dessen markante, gezackte
Berggipfel zu den beeindruckendsten
Landschaften Nordamerikas zählen. Von
dort führt die Schotterstraße weiter über
Eagle Plains bis zum Arctic-Circle-Schild,
wo der Dempster Highway den nördlichen
Polarkreis überquert und weiter Richtung
Arktis verläuft. Hier zeigt sich der Yukon
von seiner rauesten und zugleich schönsten
Seite.
Eine Wohnmobilreise durch den Yukon ist
mehr als nur ein Urlaub – sie ist eine Expedition
zu sich selbst, umgeben von einer
Natur, die so gewaltig ist, dass sie einem
den Atem raubt.
Abenteuer Yukon, inkl.
Dempster Highway
18-tägige geführte Wohnmobil-
Erlebnisreise, inkl. Flug und Premium-
Wohnmobilpaket
ADAC Mitgliedervorteile:
• Rail & Fly ab/bis Frankfurt in der
2. Klasse, inklusive ICE-Nutzung
• Abschiedsdinner in Whitehorse
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Veranstalter: CRD Touristik GmbH, 22767 Hamburg
Reise Ratgeber
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Mal musste die ADAC Pannenhilfe 2025
helfen. Die Gelben Engel sind gefragter denn
je: Alle neun Sekunden geht im Schnitt beim
ADAC ein Pannennotruf ein.
AUTOMATISCHE MAUTABRECHNUNG IN FÜNF LÄNDERN
Ciao, Stau! Die neue ADAC Mautbox
Der Weg in den Urlaub führt meistens durch unterschiedliche Mautsysteme.
Auf beliebten Reiserouten durch Frankreich, Italien, Kroatien, Spanien oder
Portugal bilden sich oft lange Schlangen an den Mautstationen. Wer viel
fährt, erleichtert sich das Reiseleben mit der ADAC Mautbox, die ab sofort
im ADAC Mautportal erhältlich ist: Die Box ist sofort einsatzfähig, klein wie
eine Streichholzschachtel, wird an der Windschutzscheibe befestigt und an
der Mautstation automatisch erkannt. Nutzer dürfen auf den mit einem
T-Symbol markierten Spuren fahren, die Schranken öffnen sich automatisch
und die Fahrt geht ohne Anhalten weiter. Die Mautgebühren werden im
Anschluss über die hinterlegte Zahlungsart abgerechnet. So läuft die Fahrt
Richtung Sonne reibungsloser! Alle Infos auf adac.de/mautbox
Maßgeschneiderte
Kulinarik an Bord
Auf Flügen der Lufthansa sowie von Swiss
und Austrian Airlines hat das größte deutsche
Luftfahrtunternehmen die „Culinary
Journey“ eingeführt. Wer diesen neuen Service
nutzen will, braucht die LH-App oder
geht auf die Website der Airline. Über den
Buchungscode kann man abfragen, welche
Mahlzeiten und Getränke angeboten werden,
und ein persönliches Bordmenü ordern.
Wer im Voraus wählt, profitiert von einem
maßgeschneiderten Menü sowie zehn Prozent
Vorbestellrabatt für kostenpflichtige
Snacks auf Kurzstrecken. Die Vorauswahl
ermöglicht zudem eine nachhaltigere
Planung für das Catering eines Fluges. Mehr
Infos auf lufthansa.com/de/de/menuekarten
49.000
Einsätze ist die ADAC Luftrettung
2025 geflogen.
Fotos: Getty Images/Anchiy, Getty Images/F.J. Jimenez, ADAC Medien und Reise GmbH, Lufthansa, ADAC Luftrettung, ADAC
PRODUKT-TIPP
Eine Powerbank für Reisen –
darauf müssen Sie achten
Auf Reisen sind Smartphone- und Tablet-Akkus schnell leer. Eine
Powerbank sorgt dann auch ohne Stromanschluss für Energie. Die
verfügbaren Modelle unterscheiden sich in Ladegeschwindigkeit,
Kapazität und Effizienz. Der wichtigste Wert auf Reisen ist die Kapazität,
angegeben in Milliamperestunden (mAh). Ideal sind 20.000
mAh – damit lässt sich ein Smartphone bis zu fünfmal aufladen. Der
Nachteil: Sie wiegen mit bis zu 500 Gramm knapp das Doppelte wie
Powerbanks mit 10.000 mAh. Wichtig zu wissen: Powerbanks müssen
im Flugzeug im Handgepäck transportiert werden.
Mehr Komfort in der Economy
Class: Schlafreihe buchen
Immer mehr Airlines bieten Sleeper’s Rows in der Economy Class an, um den
Komfort auf Langstrecken zu steigern – und zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Diese günstige Alternative zur Business Class beinhaltet eine bequeme
Auflage, eine Decke und ein Kissen. Bei Lufthansa wurde das bereits seit 2021
bestehende Angebot jetzt erweitert: Die Sleeper’s Row ist auf Langstreckenflügen
weltweit ab etwa elf Stunden Flugdauer – je nach Verfügbarkeit –
direkt am Lufthansa-Schalter am Flughafen buchbar. Der Aufpreis liegt pro
Strecke zwischen 169 und 249 Euro.
AUTOBAHN-VIGNETTEN 2026
Die Autobahngebühren
sind digitaler denn je
2026 wird in Österreich letztmals die traditionelle
Klebevignette, das „Pickerl“, angeboten – zum Abschied
in Feuerrot. Ab 2027 wird es dann nur noch
digital möglich sein, die Autobahngebühren zu
begleichen. Die Slowenien-Maut ist ausschließlich
digital verfügbar. In der Schweiz gibt es nach wie vor
beide Varianten – die Klebevignette und die digitale
Maut. Um Stress zu vermeiden, können alle verfügbaren
Vignetten für die drei Länder vorab in den
ADAC Vertriebsstellen und im ADAC Mautportal auf
adac.de/mautportal erworben werden. Die Adressen
der nächstgelegenen ADAC Geschäftsstellen finden
Sie auf adac.de/vor-ort
40 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
ADAC Urlaub 41
Wellness Inspiration
Wellnessrituale
der Welt
Ayurveda und Yoga
Unterschiedliche
Wissenschaften, die sich
ideal ergänzen
Kräuterstempel
Kombination aus Wärme,
Massage und Heilkräutern
Was bringt Körper, Geist
und Seele in Einklang? Wir
stellen acht wohltuende
Rituale aus verschiedenen
Kulturen vor
Text Lena Kaeß, Alissa Selge,
Martin Haase und Özlem Sara Amet
Alpine Sauna
Zirbenholz duftet dank
ätherischer Öle und
wirkt dadurch entspannend
Foto: xxxxxxxxx
Fotos: iStock/exithamster, iStock/targovcom, Getty Images/Benedicte Vanderreydt, Getty Images/Oleh_Slobodeniuk, Steiermark Tourismus/Tom Lamm, Getty Images/Wong Yu Liang
Reisbeutelmassage
Die Behandlung stammt
aus dem indischen
Kerala, der Wiege des
Ayurveda
Sri Lanka und Indien
Ayurvedische Heilkunst
Sri Lankas Südküste
Rund um den
Badeort Weligama
gibt es zahlreiche
Ayurveda-Resorts
Jeden Tag eine vierhändige Massage, dazu Akupunktur,
Gesichtsmasken, Kräuterdampfbäder, Yoga und Tai-Chi,
frisches vegetarisches Essen und interessante Vorträge.
Zwischen den Anwendungen ist Raum für entspannte
Stunden am Pool, Privatstrand oder im paradiesischen
Garten des Resorts. Nach zehn Tagen Ayurveda-Kur an
der Südspitze Sri Lankas sehe ich nicht nur gut erholt aus
– ich fühle mich auch so: voller Energie und Leichtigkeit.
Seit 5000 Jahren wird in Indien und Sri Lanka Ayurveda
praktiziert, das Wissen (Veda) vom Leben (Ayur).
Diese umfassende Lehre verbindet Bewegung, Ernährung,
Kräuter und Gewürze sowie Anwendungen zu einem
ganzheitlichen Konzept. Einzelne Behandlungen wie der
berühmte Stirnölguss können in Wellnesszentren vor Ort
gebucht werden, noch besser ist eine mehrtägige Kur, die
immer mit einer ausgiebigen Konsultation bei spezialisierten
Ärzten beginnt.
Text: Özlem Sara Amet
03 · 2026
ADAC Urlaub 43
Wellness Inspiration
Ich liege in einem schlichten Behandlungsraum an
der Westküste von Malaysia, die Fenster stehen offen,
draußen bewegt sich träge die feuchte Hitze des Nachmittags.
Warmes Öl wird in langen, gleichmäßigen
Bahnen aufgetragen, die Hände der Therapeutin arbeiten
langsam und mit angenehmem Druck. Die traditionelle
malaysische Urut-Massage hat ihre Wurzeln in
der südostasiatischen Heilkunst. Ursprünglich diente
sie weniger der Entspannung als der Regeneration:
nach körperlicher Arbeit, nach Krankheiten oder der
Geburt. Das Wissen um Grifftechniken und Druckpunkte
wurde über Generationen weitergegeben.
In modernen Anwendungen wird die klassische
Urut-Massage häufig ergänzt – etwa durch Kräuterstempel
oder aromatische Öle. Was diese Form der
Körperarbeit auszeichnet, ist ihre Erdung. Meine Muskulatur
wird gelockert, der Atem wird ruhiger, mein
Körper reagiert unmittelbar. In Malaysia ist die
Urut-Massage bis heute präsent – in einfachen Massagesalons
ebenso wie in Hotel-Spas, wo sie bewusst als
kulturelles Erbe gepflegt wird. Text: Alissa Selge
Wellness à la Tirol
Erst wandern, dann im
Duft von Zirbenholz
oder Heu entspannen
Heubad
Die ätherischen Öle
der Heilkräuter
gelangen über die
Haut in den Körper
Malay-Massage
Massage, Wärme und
pflanzliche Wirkstoffe
wirken schmerzlindernd
und entgiftend
Österreich
Malaysia
Regeneration auf Malaysisch
Der alpine Duft von
Zirbe und Heu
Beim Saunieren bevorzuge ich die heißen Varianten. Wenn
ich spüre, wie die Luft durch meine Atemwege zirkuliert, das
Holz durch die Hitze seinen eigenen Duft verströmt und es sich
bei 90 bis 100 Grad Celsius so anfühlt, als wäre die Hitze eine
schwere Steppdecke, die mich in einer kalten Nacht wärmt,
verbinde ich damit wohlige Geborgenheit. Besonders die traditionell
in Österreich bekannten Zirbensaunen bieten sich
dafür an – der harzige, dezente Duft der „Königin der Alpen“,
wie Zirbenholz auch genannt wird, gibt mir ein Gefühl von
Ruhe im oft rastlosen Alltag.
Doch heute brauche ich etwas Milderes. Nach einer sechsstündigen
Wanderung mit Klettereinlagen im Kaisergebirge
freue ich mich auf die Heusauna, in der die getrockneten Gräser
durch die hohe Luftfeuchtigkeit bei etwa 60 Grad ihre ätherischen
Öle freisetzen. Es duftet wunderbar nach frisch
geschlagenem Heu. Durch die geringeren Temperaturen kann
ich so lange in der Sauna bleiben, wie es mir guttut. Und wenn
ich nach der Wellness-Auszeit doch noch den Duft der „Königin
der Alpen“ wahrnehmen möchte, bleibt mir eine weitere Spezialität
aus Österreich: der Zirbenlikör. Text: Martin Haase
Fotos: ©Tourism Malaysia, mauritius images/Alamy Stock Photos/Giles Robberts, iStock/byPaul, Getty Images/Westend61
Fotos: Per Pixel Peterson/imagebank.sweden.se, Getty Images/Westend61, Harri Tarvainen/Visit Finland, Getty Images/Cavan Images/Rachel Bell
Finnland und Schweden
Erst Hitze, dann Eiswasser
Auf meinem Schweden-Trip brauchen wir von Stockholm
nur eine Stunde Autofahrt gen Norden – und erreichen die
Gemeinde Norrtälje. Meine Reisebegleitung und ich finden
dort den perfekten Ort für das typisch nor dische Wellnessritual:
das Saunafloß im Osten der Stadt. Ein kleines Saunahäuschen
steht hier am Ende eines Holzstegs, der auf den
Norrtäljeviken führt – einen See, der in die Ostsee mündet.
Glastüren ermöglichen den Blick aus der Sauna hinaus auf
das Wasser. Wir sind beim schweigenden Schwitzen ganz
bei uns und genießen den Blick auf die ruhige Wasseroberfläche.
Mein Gedankenkarussell steht still.
Nach etwa zehn Minuten trete ich aus der Sauna. An der
frostigen Luft gehe ich wenige Schritte zum Ende des Stegs,
wo sich eine Leiter befindet, über die ich mich rückwärts
ins kalte Wasser gleiten lasse. Ich halte mich an der Leiter
fest und zähle bis dreißig. Dann steige ich wieder aus dem
See und hülle mich in meinen Bademantel. Schon jetzt spüre
ich die vitalisierende Kraft des Kaltbadens – ich bin vollkommen
entspannt. Die folgende Nacht schlafe ich tief und
neun Stunden am Stück – und bin am nächsten Morgen
voller Energie für eine Wanderung durch das nahe Naturschutzgebiet.
Text: Martin Haase
Temperaturwechsel
Von der Sauna ins
Eisloch – eine feste
Tradition in Finnland
Sauna und Eisbad
Eine Kombination,
die die körperliche
Widerstandskraft erhöht
Estland
Das Rauchsauna-Ritual
Kaum hat man die Schwelle des Holzhauses überschritten,
verschluckt einen die Dunkelheit beinahe. Die Wände sind
vom Rauch schwarz gefärbt, die Luft ist feucht und heiß.
Kurz zuvor hat man den Rauch hinausgefächert, doch sein
Geruch hängt weiterhin in der Luft. Die Rauchsauna, auf
Estnisch Suitsusaun, ist eine der ältesten Saunatraditionen
Europas. Anders als moderne Saunen besitzt sie keinen
Schornstein. Ein Holzfeuer wird in einer offenen Feuerstelle
entzündet, um große Steine über mehrere Stunden hinweg
zu erhitzen. Währenddessen füllt sich der Raum mit Rauch.
Erst wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, lässt man
das Feuer abklingen und lüftet. Zurück bleibt ein angenehmes,
warmes Klima. Nun darf man eintreten.
Auch das Saunieren selbst ist ein zeitintensives Ritual:
Wasser wird auf die heißen Steine gegossen, um Dampf zu
erzeugen. Währenddessen klopft man den Körper mit Zweigen
ab, um die Durchblutung anzuregen, und pflegt die Haut,
indem man sie mit Salz und Honig abreibt. Historisch war
die Rauchsauna ein zentraler Ort des Gemeinschaftslebens:
Hier fanden Geburten statt, hier wurde geheilt, hier bereitete
man Verstorbene auf den Abschied vor. Nach wie vor ist
die Sauna in Estland Treffpunkt für Familie und Freunde, ja
sogar Geschäftstermine finden hier statt. Text: Lena Kaeß
Mehr als Schwitzen
2014 wurde die
Rauchsauna-Tradition
von der Unesco als
immaterielles
Kulturerbe anerkannt
03 · 2026
ADAC Urlaub 45
Inspiration Wellness
Wellness Inspiration
Fusion Resort
Cam Ranh 5*
z. B. am 21. Juni 2026
ab München mit
Vietnam Airlines,
sieben Nächte mit
Frühstück
ab 1.851 € p. P.
Veranstalter: TUI
Deutschland GmbH
Mexiko
Rituelles Schwitzen
Die Kraft der Kräuter
Kräuterdampfbäder
Seit Jahrhunderten
Teil der traditionellen
Gesundheitskultur
Vietnam
Ninh Binh
Im grünen Herzen
Nordvietnams
gibt es auch
heiße Quellen
Temazcal ist eine Tradition, deren Ursprung in der Maya-Kultur liegt. Hier vereinen
sich spirituelle Reinigung und Heilpraxis. Bereits vor Betreten der kuppelförmigen
Schwitzhütte aus Lehm oder Stein beginnt das Ritual: Ein sogenannter
Temazcalero, der schamanische Leiter der Zeremonie, reinigt die Iglu-ähnliche
Hütte mit Räucherwerk. Dann darf man selbst durch einen niedrigen Eingang
hineinkriechen.
Alle Teilnehmenden nehmen rund um die in der Mitte liegenden heißen
Vulkan steine Platz. Über die Steine wird immer wieder ein Kräutersud, zum Beispiel
aus Arnika, gegossen, wodurch heilsame Dämpfe entstehen. Die Temperaturen
steigen kontinuierlich, der Körper beginnt, stark zu schwitzen. Muskeln und Gelenke
entspannen, die Poren öffnen sich und Giftstoffe können den Körper verlassen.
Außerdem setzt ein Gefühl tiefer Entspannung ein. Währenddessen führt der
Temazcalero mit Gebeten und Gesängen durch eine vierstufige Reise in einen
meditativen Zustand. Das Temazcal folgt vier symbolischen (Lebens-)Phasen, die
durch die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft dargestellt werden. Die Dauer
variiert: Denn die Zeit wird nicht gestoppt, sondern erlebt. Text: Lena Kaeß
Ich sitze in einer Holzhütte am Rand eines
Gartens nahe Tam Coc. Draußen zirpen Insekten,
Bananenblätter rascheln im Wind, drinnen
steigt dichter Dampf aus einem Metallkessel
auf. Er riecht nach Zitronengras, Ingwer
und Sternanis – warm, erdig und etwas süßlich.
Nach wenigen Atemzügen legt sich die
feuchte Hitze auf meine Haut, mein Körper
beginnt zu schwitzen und mein Kopf wird
ruhig, die Atmung wird freier.
Kräuterdampfbäder sind besonders im
grünen Hochland rund um Da Lat oder im
Norden nahe Sapa, wo Heilpflanzen in großer
Vielfalt wachsen, verbreitet. Oft werden die
Kräuter frisch vom Markt oder direkt aus dem
Garten verwendet: Basilikum, Eukalyptus,
Limettenblätter, manchmal ganze Bündel wilder
Pflanzen. Als Reisende begegnet man dem
Ritual heute in kleinen Familienbetrieben, in
ländlichen Gästehäusern oder als wohltuendem
Teil eines Spa-Besuchs nach einer Wanderung
oder langen Busfahrt.
Als ich Stunden später wieder nach draußen
trete, ist meine Haut warm und die Erschöpfung
des letzten Reisetags scheint
einfach verdampft zu sein. Ich atme tiefer und
klarer und merke, wie sich eine ruhige Wachheit
in mir ausbreitet. Der Rest der Reise kann
kommen!
Text: Alissa Selge
Rauch und Ruhe
Eine schamanische
Zeremonie, die Körper,
Geist und Seele heilen
und reinigen soll
Fotos: Getty Images/Witthaya Prasongsin, Getty Images/Mint Images, iStock/Mariya Borisova, Getty Images/COPYRIGHT, Jong-Won Heo,
Getty Images/Twenty47studio, iStock/Sanga Park, mauritius images/Alamy Stock Photos/Dzmity Khvayanok, ADAC, Hans-Peter Huber/HUBER IMAGES
Busan
Die Metropole ist bekannt
für ihre schöne Küste –
und ihre Jjimjilbangs
Experten-Tipp
Wer Körper, Geist und
Seele in Balance bringen
möchte, wird im
Cinnamon Sea Health
Care Resort an Sri
Lankas Südküste
fündig. Das familiäre
Haus bietet individuelle
Kuren mit ärztlicher
Betreuung, ayurvedischer
Küche, Yoga
und Meditation an.
Doch man muss nicht
um die halbe Welt
fliegen: In Marienbad
in Tschechien nutzen
die Ensana Hotels die
heilenden Quellen für
Mineralbäder und Inhalationen.
Noch näher
liegt das Hotel
Langenwaldsee im
Schwarzwald. Mitten
in der Natur genießt
man die Sauna mit
Seeblick und die
wohltuende Luft in
der Salzgrotte.
Denisa Mähner
aus dem ADAC Reisebüro
in Göppingen
Insel Jeju
Die Jjimjilbangs in Seogwipo bieten
sogar Thermalwasserbecken
Südkorea
Rund um die Uhr geöffnete
Badehäuser
Bukchon
Hanok Village
Traditionelles
Viertel im Herzen
von Seoul
Die Tür schließt sich und mit ihr der
Alltag. Ein Jjimjilbang ist kein gewöhnliches
Spa, sondern ein eigener Kosmos
und ein beliebter sozialer Treffpunkt.
Bevor man in die geschlechtergetrennten
Becken und Saunen darf,
sind das Ablegen der Kleidung und das
Duschen Pflicht. Anders als in Europa
sitzt man in den zahlreichen Saunakabinen
zum Schwitzen direkt auf dem Boden,
in den Saunen kommen Materialien
wie Salz, Jade oder Ton zum Einsatz. Wer
seinem Körper noch mehr Gutes tun
will, entscheidet sich für ein Seshin,
ein professionelles Ganzkörperpeeling.
Mit einem rauen Handschuh werden
abgestorbene Hautschichten entfernt.
Wechselt man schließlich in die Gemeinschaftsbereiche,
ändert sich die Kleiderordnung:
Hier trägt jeder einen kurzen
Baumwollpyjama, den man zuvor am
Eingang erhalten hat. Menschen ruhen
auf Matten, schlafen, unterhalten sich,
lachen leise. Meist gibt es gleich mehrere
Etagen, wo man auch Fitnessstudios,
Kinos sowie Karaoke-Räume vorfindet.
In Snackbars und Restaurants werden
traditionelle Speisen wie geröstete Eier
und Sikhye, ein süßes Reisgetränk, serviert.
Jjimjilbangs sind 24 Stunden geöffnet
– für einen geringen Aufpreis darf
man sogar über Nacht in einer kleinen
Schlafkabine bleiben. Text: Lena Kaeß
46 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
ADAC Urlaub 47
Gewinnspiel Leserfotos
Rätsel Gewinnspiel
KREUZ UND QUER DURCH DIE WELT
Fotoalbum
„Dieses Wrack habe ich auf dem
Schiffsfriedhof bei Étel in der
südlichen Bretagne fotografiert.“
Eingesendet von
Waltraud Riedel aus Bad Füssing
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FÜNF BUCHPAKETE IM
WERT VON JE 104,70 EURO
In jedem Buchpaket sind
die Titel „50 legendäre Pässe“,
„Immer Richtung Süden“
und „Curves Japan “ je
einmal enthalten.
„Die Afrikanischen Pinguine habe ich am
Boulders Beach in Kapstadt beobachtet.“
Eingesendet von
Regina Wagner aus Frankfurt
„Mein Foto zeigt
den Lanikai Beach
auf Oahu, Hawaii,
aufgenommen vom
Lanikai Pillbox Hike.“
Eingesendet
von Stefan Dinauer
aus Wolfratshausen
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die sich bis zum 2. Juni 2026 an der
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Danzig
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Kirche
skandinavischer
Fluss
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(Abk.)
Mündungsarm
der
Weichsel
japanische
Stadt auf
Honshu
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Heizen,
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Jakobs
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Namen
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Korankapitel
spanischer
Maler
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4
Hauptstadt
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Bund,
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Tierhöhle
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Templin. Die Gutscheine sind direkt im Hotel einlösbar.
Gewinnspielauflösung Heft 2/2026: Gesucht war das
Lösungswort „REISEPLAN“. Die Gewinnerinnen und
Gewinner wurden per Post benachrichtigt.
Sandanhäufung,
-hügel
Honigwein
empfehlenswert
britische
Popband
Auflösung
3
Senke
im
Gelände
Stadt am
Rhein,
in NRW
kratzig,
rauchig
Beingelenk
unwirklich
portugiesisch:
heilig
kräftig,
stabil
1
ein
Balte
6
armenische
Währungs-
altägyptischer
Sonnengott
Strudelwirkung
eine Zahl
7
Roman
von
Émile
Zola
Stadt in
NRW,
am
Hellweg
Teil des
Wagens
Buchenfrucht
amerik.
Filmlegende
(James)
französisch,
lateinisch:
ist
ein
Europäer
amerik.
Zoologin
(Dian)
Stadt
in Südwestnigeria
erzählende
Versdichtung
australischer
Laufvogel
Sinnesorgan
1 2 3 4 5 6 7 8 9
tropischer
Redekunst
Gezeitenwald
italienische
Hauptstadt
Begriff
aus Jazz
und Popmusik
Ostgermane
Veranstalter des Gewinnspiels ist der ADAC (siehe Impressum)
Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind volljährige natürliche Personen ab 18 Jahren. Mitarbeitende der ADAC Geschäftsstellen und
Reisebüros sowie verbundener Unternehmen und Agenturen können leider nicht teilnehmen. Die Gewinne werden unter allen Teilnehmenden
ausgelost, Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung sowie ein
Umtausch der Gewinne sind nicht möglich. Die Teilnahme an den Gewinnspielen ist freiwillig und kostenlos, es fallen für Sie bei Teilnahme mittels
Postkarte/Brief lediglich Portokosten an. Schicken Sie das Lösungswort per Post an: ADAC Urlaub Magazin, Stichwort: ADAC Urlaub Gewinnspiel
– Heft 3/2026, Wiltrudenstraße 5, 80805 München. Oder mailen Sie es an: gewinnspiel@adac-urlaub.de, Betreff: ADAC Urlaub Gewinnspiel
– Heft 3/2026. Einsendeschluss ist der 22. Juni 2026, wobei der rechtzeitige Eingang bei uns maßgeblich ist. Bitte geben Sie Ihre Adresse und die Ihres
ADAC Reisebüros an. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden unter den richtigen Einsendungen ausgelost und von der Redaktion informiert.
Datenschutzhinweise: Der ADAC (siehe Impressum) veranstaltet diese Gewinnspiele und verwendet die von Ihnen angegebenen personenbezogenen
Daten ausschließlich zur Durchführung der Gewinnspiele (ausgenommen ggf. Gewinnerdaten, die veröffentlicht werden) und löscht diese
binnen drei Monaten nach Beendigung der Gewinnspiele, es sei denn, Sie haben in die weitergehende Nutzung für Werbezwecke eingewilligt.
Die Daten verbleiben grundsätzlich in unserem Hause und werden nicht an Dritte weitergegeben, ausgenommen Dienstleister, die uns bei der
Leistungserbringung unterstützen. Mit diesen haben wir eine entsprechende Datenschutzvereinbarung nach Art. 28 DSGVO geschlossen.
Ihre Daten werden nur so lange gespeichert, wie es der oben angegebene Verwendungszweck erfordert. Im Anschluss werden Ihre Daten unverzüglich
gelöscht, falls dem keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Einwilligungen werden unverzüglich nach Widerruf gelöscht.
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Daten. Recht auf Berichtigung oder Löschung oder auf Einschränkung der Verarbeitung. Recht auf Widerspruch gegen die Verarbeitung. Recht auf
Datenübertragbarkeit. Für den Fall, dass Sie den Eindruck haben, dass wir Ihre Daten nicht gesetzeskonform verarbeiten, haben Sie das Recht, sich
an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde zu wenden. Ein Widerruf ist zu richten an: Datenschutzbeauftragter, ADAC HessenThüringen e. V.,
Lyoner Straße 22, 60528 Frankfurt, EMail: datenschutz@hth.adac.de
Bitte beachten Sie die ausführlichen Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise im Internet auf adac-urlaub.de/teilnahmebedingungen
5
48 ADAC Urlaub 03 · 2026
03 · 2026
ADAC Urlaub 49
Vorschau
Albanien
Vom Gebirge an den Traumstrand –
die besten E-Bike-Routen
Urlaub
Die nächste Ausgabe erscheint
am 25. Juni 2026
Madeira
Wanderwege, Wasserfälle
und endlose Weiten
Impressum
Herausgeber der Regionalseiten
(Stand 6/2023)
ADAC Berlin-Brandenburg e. V., 10717 Berlin
ADAC Hansa e. V., 20097 Hamburg
ADAC Hessen-Thüringen e. V., 60528 Frankfurt
ADAC Mittelrhein e. V., 56068 Koblenz
ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V.,
30880 Laatzen
ADAC Nordbaden e. V., 76135 Karlsruhe
ADAC Nordbayern e. V., 90491 Nürnberg
ADAC Nordrhein e. V., 50963 Köln
ADAC Ostwestfalen-Lippe e. V., 33609 Bielefeld
ADAC Pfalz e. V., 67433 Neustadt/Weinstraße
ADAC Saarland e. V., 66117 Saarbrücken
ADAC Sachsen e. V., 01307 Dresden
ADAC Schleswig-Holstein e. V., 24114 Kiel
ADAC Südbaden e. V., 79098 Freiburg
ADAC Südbayern e. V., 80339 München
ADAC Weser-Ems e. V., 28207 Bremen
ADAC Westfalen e. V., 44269 Dortmund
ADAC Württemberg e. V., 70190 Stuttgart
Die Adressen der jeweiligen ADAC Reise büros
finden Sie auf Seite 10 dieses Magazins.
Objektleitung: Nathalie Lambert
Projektmanagement ADAC: Annika Schön
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Kenia
Safari-Abenteuer und
weiße Sandstrände
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Weit mehr als Wattenmeer: Über sieben Länder hinweg locken Strände, Dünen
und Küsten mit vielen Überraschungen
Neapel und Pompeji
Die besten Adressen für ein
perfektes Wochenende
Sächsische Schweiz
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im Osten Deutschlands wartet ein Naturparadies voller Entdeckungen
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Redaktion: storyboard GmbH, Wiltruden -
straße 5, 80805 München; Geschäftsführung:
Dr. Markus Schönmann, Marie Bressem,
Christine Fehenberger
Redaktionsleitung: Özlem Sara Amet
Account Manager: Amelie Pfeiffer
Anzeigen: Jan Magatzki, Geschäftsführung
Klambt Media Sales GmbH; Carmen Kleinfeldt,
Geschäftsleitung Klambt Media Sales GmbH
Grafik: Simone Wilms, Claudia Homer
Bildredaktion: Christina Graf
Redaktionelle Mitarbeit: Lena Kaeß,
Martin Haase, Tinga Horny, Laura Koruga,
Jutta Lemcke, Stefanie Lindner, Dino Medic,
Peter Pfänder, Alissa Selge, Lilo Solcher
Kartographie: Karin Kunkel-Jarvers
Lithographie: storyboard GmbH
Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH
E-Mail: redaktion@adac-urlaub.de
ADAC Urlaub online: adacreisen.de/magazin
50 ADAC Urlaub 03 · 2026
Fotos: iStock/nisthor, Cycle Albania, iStock/Michael Lutz, Getty Images/Ayzenstayn, Adobe Stock/JFL Photography
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