Magazin Lepra Heute Mai 2026
Mit unserem Magazin «Lepra Heute» bleiben Sie am Ball! Lesen Sie spannende und bewegende Lebensgeschichten, Neuigkeiten aus den Lepra-Projekten, Gebetsinformationen und alles rund um die Lepra-Mission.
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AKTUELL
Alltagsszene in Bukavu, einer von Konflikten geschwächten Region.
Lepra und Konflikte: Folgen und
Weg zurück zum Fortschritt
In Ländern, in denen Lepra weiterhin endemisch ist, schwächen bewaffnete Konflikte die
ohnehin schon fragilen Gesundheitssysteme zusätzlich. In der DR Kongo beeinträchtigt die
Unsicherheit die Versorgung, unterbricht Behandlungen und gefährdet die erzielten
Fortschritte in Bezug auf Inklusion und Selbstbestimmung.
Wie lässt sich die Wirkung dieser Krisen
messen und, vor allem, wie kann man nachhaltig
wieder aufbauen?
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo
erschwert die Unsicherheit die Arbeit der
Gesundheitsteams erheblich: Einige Gebiete
werden unzugänglich, die Wege sind
gefährlich und bestimmte Aufgaben
müssen an weniger gut ausgebildete lokale
Akteure übertragen werden. Das kann die
Qualität der Versorgung beeinträchtigen
und die Kosten erhöhen.
KONFLIKT BREMST GESUNDHEITSDIENSTE
Die Lieferung von Medikamenten, insbesondere
der Multi-Drug-Therapie (MDT), wird
durch unpassierbare Strassen und die
Notwendigkeit, Gebiete zu meiden, die von
bewaffneten Gruppen kontrolliert werden,
behindert. In Städten wie Bukavu bleibt der
Zugang zu den Patienten schwierig und selbst
in sichereren Gebieten ist der Bedarf
weiterhin hoch. Dies zwingt die Teams, ihre
Strategien ständig anzupassen, um Behandlungsunterbrechungen
zu vermeiden.
Die Rückkehr zu einem Versorgungsniveau
wie vor dem Konflikt bedeutet jedoch mehr,
als nur Gesundheitszentren wieder zu öffnen.
Der Wiederaufbau erfordert einen ganzheitlichen
Ansatz, der gesundheitliche, soziale
und psychologische Dimensionen integriert.
WICHTIGE PSYCHOSOZIALE HILFE
Konflikte hinterlassen tiefe Traumata. Für von
Lepra betroffene Menschen oder Menschen
mit Behinderung kommen zu diesen Belas-
tungen noch Stigmatisierung und die unsichere
Lebenslage hinzu. Oft erleben sie, dass
die über Jahre erzielten Fortschritte zusammenbrechen.
Eine verstärkte psychosoziale Begleitung ist
daher unerlässlich. Zentrale Hebel sind die
Wiederherstellung des Selbstwertgefühls,
der Aufbau von Solidaritätsnetzwerken und
der Kampf gegen Diskriminierung, um den
Betroffenen zu ermöglichen, Vertrauen und
Selbstständigkeit wiederzuerlangen.
KONFLIKT BRINGT NEUE DATENLAGE
Massive Bevölkerungsbewegungen können
die geografische Verteilung der Lepra-Fälle
verändern. Frühere Daten spiegeln die aktuelle
Realität daher nicht mehr zwingend
wider. Um zu identifizieren, wo die betroffenen
Menschen heute leben, und um angepasste
Massnahmen zu planen, ist eine neue
Kartierung der Lepra, begleitet von einer Aktualisierung
der Basisdaten, notwendig.
IN KAZIBA: ZERSTÖRTE FORTSCHRITTE
In Kaziba im Osten der DR Kongo hatte sich die
Organisation der von Lepra betroffenen Personen
im Kongo (OPALCO) seit 2021 mit Unterstützung
von Partnern, darunter der Lepra-Mission,
strukturiert. Unter der Leitung von
Bubake Mwikaza Dieudonne umfasste die
lokale Zweigstelle mehr als 100 Mitglieder, verteilt
auf zehn Gesundheitszonen.
Dank der Finanzierungen, die 2024 und 2025
erhalten wurden, konnten zwei Geschäfte
eröffnet werden: Eines für Lebensmittel und
eines für landwirtschaftliche Betriebsmittel.
Diese einkommensgenerierenden Aktivitäten
erleichterten den Zugang zu qualitativ
hochwertigen Produkten zu erschwinglichen
Preisen und stellten eine
nachhaltige Finanzierungsquelle für die Organisation
dar. Zudem wurde lokales Knowhow
aufgewertet, etwa die Herstellung von
Seife oder Flechtarbeiten.
AUFBAU WURDE ZERSTÖRT
Die Auseinandersetzungen im März 2025
zwischen den Kräften des M23 und der regulären
Armee führten jedoch zu massiven
Vertreibungen und Plünderungen. Das Lebensmittelgeschäft
wurde vollständig geplündert
und bei neuen Kämpfen im Dezember
wurden auch die in einem anderen
Lager aufbewahrten landwirtschaftlichen
Werkzeuge gestohlen. Da die Organisation
ihrer Ressourcen beraubt wurde, musste sie
ihre letzten Bestände an die Mitglieder verteilen
und ihre Räumlichkeiten aus Mangel
an Mitteln verkleinern.
WIEDER HOFFNUNG SCHAFFEN
Um den Weg des Fortschritts wiederzufinden,
muss der Zugang zur Versorgung gesichert,
einkommensschaffende Aktivitäten
müssen wieder aufgenommen und die psychosoziale
Begleitung muss gestärkt werden.
Entscheidend sind dabei internationale
Solidarität und das Engagement der Partner,
damit Menschen, die von Lepra betroffen
sind, nicht zu den vergessenen Opfern von
Konflikten werden.
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