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Magazin Lepra Heute Mai 2026

Mit unserem Magazin «Lepra Heute» bleiben Sie am Ball! Lesen Sie spannende und bewegende Lebensgeschichten, Neuigkeiten aus den Lepra-Projekten, Gebetsinformationen und alles rund um die Lepra-Mission.

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STUDIE

Gegen das Stigma: Wie Lepra-

Betroffene sich verteidigen

Lange Zeit mit falschen Vorurteilen und Mythen verbunden, ist Lepra noch immer eine

Quelle von Angst und Diskriminierung. In Mosambik beleuchtet eine von Dr. Arianna Bobba

(Lepra-Mission International) durchgeführte Studie die Art und Weise, wie die betroffenen

Personen diese Stigmatisierung erleben und vor allem, wie sie ihr im Alltag widerstehen.

Lepra ist nach wie vor von

hartnäckigen Vorurteilen geprägt.

Für die Betroffenen

prägt die Stigmatisierung

oder sogar Ablehnung noch

immer tief das soziale, familiäre

und berufliche Leben. Dr.

Dr. Arianna Bobba

Arianna Bobba, die Programmberaterin der

Internationalen Lepra-Mission, wollte verstehen,

wie diese Personen reagieren, sich

anpassen und bewusste oder unbewusste

Strategien anwenden, um ihre Würde zu bewahren.

DIE MECHANISMEN DER STIGMATISIERUNG

VERSTEHEN

Ihre Studie wurde in der Provinz Cabo Delgado

in Mosambik durchgeführt. In diesem

Land ist Lepra noch immer präsent und kulturelle

Überzeugungen beeinflussen die

Wahrnehmung der Krankheit stark.

DIE FORMEN DER STIGMATISIERUNG

Drei Hauptdimensionen treten hervor:

• Erwartet: die Angst, abgelehnt zu werden.

• Verinnerlicht: die von der Person selbst

übernommene Scham oder Schuld.

• Vollzogen: die tatsächliche Diskriminierung,

die von der Familie, den Nachbarn

oder öffentlichen Diensten ausgeht.

GLAUBE UND SPRACHE VERSTÄRKEN

DIE ABLEHNUNG

Kulturelle Vorstellungen spielen eine entscheidende

Rolle. Die Studie zeigt mehrere

fortbestehende Überzeugungen:

• Lepra wird manchmal als göttliche Strafe

für unmoralisches Verhalten betrachtet;

• einige Menschen glauben noch immer,

dass der Kontakt mit Menstruationsblut

die Krankheit überträgt;

• beleidigende Begriffe werden verwendet,

um die betroffenen Personen zu bezeichnen.

Diese Überzeugungen können die Stigmatisierung

selbst nach der Heilung aufrechterhalten.

ZWISCHEN PFLEGE UND DISKRIMINIERUNG

IM GESUNDHEITSSYSTEM

Gesundheitsfachkräfte haben einen grossen

Einfluss auf die Wahrnehmung der Krankheit.

Die Studie zeigt:

• den fortbestehenden Gebrauch stigmatisierender

Begriffe;

• 26 Prozent der Patienten befürchten, bei

Konsultationen diskriminiert zu werden;

• einige Pflegekräfte vermeiden Körperkontakt

oder bieten unvollständige Pflege an.

Der Mangel an Ausbildung verstärkt somit

die Vorurteile und schwächt das Vertrauen

zwischen Pflegekräften und Patienten.

UNGLEICHE WEGE, TROTZ GLEICHER DIAGNOSE

Die Ablehnung ist stärker, wenn sichtbare

Beeinträchtigungen auftreten. Ein prägnantes

Beispiel erwähnt zwei diagnostizierte

Brüder:

• der eine zeigt keine Folgeschäden und

kann ein normales Leben führen;

• der andere leidet an Schäden an Augen,

Händen und Füssen, was zu Ablehnung,

Statusverlust und wirtschaftlichen Schwierigkeiten

führt.

Die Art und Weise, wie die Gesellschaft die

Krankheit wahrnimmt, kann daher schwerer

wiegen als die Krankheit selbst.

WIE GEHEN BETROFFENE DAMIT UM?

Die Studie identifiziert drei Ebenen des Umgangs.

1. Persönliche Strategien

Um ihre Würde zu bewahren und Diskriminierung

zu begrenzen, wenden die Personen

insbesondere folgende Strategien an:

• eine sehr sorgfältige Hygiene;

• Halt im Glauben finden;

• die strikte Einhaltung der Behandlung;

• manchmal die Verheimlichung der Dia gnose.

2. Gegenseitige Unterstützung

unter Betroffenen

Dies geschieht beispielsweise durch:

• diskrete Hilfe zwischen betroffenen Personen;

• das Teilen von Informationen nur mit vertrauenswürdigen

Personen.

3. Öffentliche Aktionen

Diese sichtbareren Massnahmen zielen darauf

ab, die Wahrnehmung zu verändern:

• Sensibilisierung und Korrektur falscher

Vorstellungen;

• Teilnahme an Selbsthilfe- oder Selbstversorgungsgruppen;

• Einsatz gegen Diskriminierung.

EINE INSPIRIERENDE RESILIENZ

Die Studie hebt die Stärke und Resilienz von

Menschen hervor, die sich trotz Hindernissen

organisieren, sich gegenseitig unterstützen

und ihren Platz in der Gesellschaft einfordern.

Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, die Anstrengungen

in den Bereichen Sensibilisierung,

Ausbildung und Bekämpfung von Vorurteilen

fortzusetzen. Die Reduzierung der

Stigmatisierung bedeutet einerseits, die betroffenen

Personen zu schützen, andererseits

stärkt sie den Zusammenhalt und die Gerechtigkeit

innerhalb der Gemeinschaften.

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