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Warum trotzdem Lebensschützer Lebe 175

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LEBE

Ausgabe 175 – Juni 2026

40

JAHRE

1986-2026

In caso di mancato recapito si restituisca al mittente che si impegna a pagare la relativa tassa Poste Italiane S.p.A. - Spedizione in abbonamento postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n. 46) art. 1, comma 2 e 3 - DCB Bolzano

Warum trotzdem Lebensschützer S.

4

Keine Löffel

mehr

S. 14

Neuwahlen und

Jahres-Bilanz

S. 16

„Wo bist du, Mama?“ –

Leihmutterschaft

S. 22

Feindbild Mutterschaft – vor 40 Jahren

gestorben: Simone de Beauvoir

S. 30


Inhalt

3 Leitartikel

4 Warum wir trotzdem weitermachen

6 Lebensschützer aus Überzeugung

12 proFrau – Wenn Hilfe Leben

verändert

13 proFrau – Die Beratungsstelle

ganz besonderer Art

14 Keine Löffel mehr

15 Mutterschaft ist eine wundervolle

Reise für eine Frau

16 Neuwahlen und Jahres-Bilanz

17 Fotos für den Jahreskalender 2027

19 Die faszinierende Entwicklung

eines Babys

20 Pressesplitter

21 Die erste Rechtsanwältin mit

Down-Syndrom weltweit

22 „Wo bist du, Mama?“ –

Leihmutterschaft

24 Buchempfehlung

25 84-Jährige Kanadierin lehnt

Sterbehilfevorschlag der Ärztin ab

26 So lange, bis Abtreibung der

Geschichte angehört

27 Der 6. Münchner Marsch für das

Leben setzt ein starkes Zeichen für

das Lebensrecht

28 Veranstaltungskalender

29 Dank für Ihre Unterstützung

30 Feindbild Mutterschaft – vor 40

Jahren gestorben: Simone de

Beauvoir

IMPRESSUM

Herausgeber:

BEWEGUNG FÜ̈R DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

Eintragung beim Landesgericht Bozen,

N. 25/92 R. ST. vom 9.9.92

Presserechtlich verantwortlich: Dr. Franz Pahl

Für den Inhalt verantwortlich: Hildegard Tscholl

Für die Redaktion verantw.: Martha Zöggeler

Redaktionsteam: Tobias Degasperi, Johanna

Klotz, Hildegard Tscholl, Martha Zöggeler

Gastautoren: Dr. Francesco Avanzini,

Gustavo Brinholi, Manuela Steiner,

Michaela Urschitz

Layout: Christian Bremer, Martha Zöggeler

Korrektur: Johanna Klotz

Druck: Lanarepro GmbH

Auflage: 9.000 Stück

Für Textabdrucke bitten wir um Rücksprache

mit der Redaktion.

Foto Titelseite: Steve Allen / Shutterstock.com

Anschrift der Redaktion:

BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG,

Gampenstraße 49, I-39012 Meran

Tel. +39 0473 237338

info@bewegungfuerdasleben.com

lebe@bewegungfuerdasleben.com

www.bewegungfuerdasleben.com

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IN DEN SOZIALEN MEDIEN

Wie sind Lebensschützer gestrickt?

W

as treibt sie an, sich diskreditieren zu lassen, als Frauenfeinde und Nazis beschimpft zu werden und

trotzdem nicht die Geduld und den Humor zu verlieren? Was treibt sie an, öffentliche Kundgebungen

zu organisieren oder daran teilzunehmen, bei denen sie niedergebrüllt, beschimpft, gedemütigt und

oft sogar verletzt werden und anschließend in den Leitmedien als gewalttätige Rechtsradikale und Ewiggestrige

dargestellt werden?

Lebensschützer haben eine große Liebe zur Frau und zum Kind. Sie sind größtenteils tief im Glauben an Jesus

Christus verwurzelt und orientieren sich an seiner Wahrheit. Das verleiht ihnen die Kraft und die Autorität, sich

nicht von Ideologien leiten zu lassen. Mit Kreativität, Präzision und Humor entwickeln sie Strategien, um die

unwandelbare Wahrheit an die Öffentlichkeit zu bringen. Der Mensch ist von Gott geschaffen und kein

menschliches Gesetz darf ihn zerstören. Wer ein Kind tötet, zerstört auch das Leben seiner Mutter. So entlarven

sie die vielbesungene selbstbestimmte Entscheidung der Frau als Lüge. Es sind die Lebensschützer, die bei der

Frau in der Krisensituation bleiben, bis alle Möglichkeiten ausgeschöpft und angewandt sind, sodass das Kind

zum Leben und die Frau zur erfüllten Mutterschaft kommen kann. Sie kennen die Winkelzüge politischer

Strategien und lernen, zu hinterfragen, zu dokumentieren, zu argumentieren und zu recherchieren. Ihr Motor

ist weder Selbstverwirklichung noch Eigennutz, sondern der innere Antrieb, dem Wahnsinn der legalen

Zerstörung menschlichen Lebens entgegenzutreten. Bei ihrem Einsatz gehen sie meistens über ihre körperlichen

Kräfte und oft auch über ihre finanziellen Grenzen hinaus. Sie haben ihre Ecken und Kanten, sind in ihren

Forderungen hartnäckig und manchmal auch lästig.

Ein „Priester für das Leben” formuliert es wie folgt: „Wenn Lebensschützer mich um Hilfe bitten, sollte diese

bereits gestern gegeben worden sein.” Das mag stimmen, denn bei Themen wie Abtreibung, Euthanasie oder

Leihmutterschaft geht es schließlich immer um Leben oder Tod.

Es grüßt Sie herzlich

Liebe Freunde

für das Leben

Hildegard Tscholl, Vorsitzende der Bewegung für das Leben Südtirol

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Wir bekommen nach jedem Versand immer wieder Retoursendungen mit dem Vermerk „Empfänger

verzogen, unbekannt oder verstorben“. Es ist schade, wenn die Zeitschriften im Müll landen,

denn mit den aufgeklebten Adressetiketten können wir sie nicht mehr weiter verwenden.

2

LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG 3



TITELTHEMA

Warum wir trotzdem weitermachen

Lebensschützer werden in unserer heutigen Gesellschaft belächelt, marginalisiert und

bekämpft. Bei allen regionalkulturellen Unterschieden gibt es doch Beispiele aus dem

ganzen deutschsprachigen Raum: Hier wird man als „Abtreibungsgegner“ für „von vorgestern“

gehalten und politisch in die rechte Ecke gestellt, dort werden gesetzliche

Regelungen erdacht, die einzig zum Ziel haben, eine unliebsame Meinung aus dem Bild

der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen. Und wieder woanders werden die

Räumlichkeiten von Lebensschutz-Organisationen mit Farbe, Kleber und sonstigem Unrat

beschmiert. Warum machen Lebensschützer trotzdem weiter? Was treibt sie an und

warum hören sie nicht auf, wo ihr Einsatz doch immer mehr einem Kampf gegen

Windmühlen zu ähneln scheint?

Ein Einwurf von Paula Ketteler

D

as Thema Abtreibung begegnete mir zum ersten

Mal im Alter von circa sechs Jahren, und zwar

aufgrund unseres familiären Abendgebets, in

dem wir auch für „die Ungeborenen“ beteten. Irgendwann

fragte ich meine Eltern, was das bedeute, und

sie erklärten es mir. Für mich war es selbstverständlich,

dass Eltern ihre Kinder liebten, und es kam mir höchst

unlogisch vor, was sie mir da erzählten. Wie konnte es

sein, dass es Eltern gab, die ihre Kinder nicht wollten?

Viele Jahre trug ich diese Frage unbeantwortet in

meinem Herzen, und als ich später begann, mich für

den Lebensschutz zu interessieren,

bremste sie mich. Ich fürchtete mich

davor, mich außerhalb der eigenen

Bubble gegen Abtreibung zu positionieren,

weil ich mir dachte: „Ich weiß ja

gar nicht, wie es den Frauen geht. Was

soll ich antworten, wenn mich jemand

fragt?“

Im Frühjahr 2009, damals noch Studentin,

betrat ich dann das erste Mal das

Profemina-Büro in Heidelberg, gedrängt

vom Wunsch, mehr zu verstehen.

Bis dato wusste ich nur, dass diese

Paula Ketteler

Organisation Schwangerschaftskonfliktberatung machte

– ohne jedoch den für eine Abtreibung in Deutschland

erforderlichen Beratungsschein anzubieten. Und

dass Schwangere in Not ihnen „die Bude einrannten“.

Beruf als Berufung

Dieser halbe Tag in Heidelberg, an dem ich alle meine

jahrelang aufgesparten Fragen loswerden durfte,

wirkte wie eine Offenbarung. Plötzlich war es in meinem

Kopf glasklar: Es ist ja gar nicht so, dass die Frauen

ihre Kinder nicht wollen, sie wissen einfach nur nicht,

wie es gehen soll!

Diese Erkenntnis ist bis heute der Grundstein meines

Engagements im Lebensschutz. Jedes Mal, wenn ich

eine Beratungsanfrage lese, in der eine schwangere

Frau genau das ausdrückt – dass sie ihr Kind liebt, aber

nicht weiß, wie sie es mit diesem Kind schaffen soll –

fühle ich mich neu gerufen und bin dankbar, bei

1000plus diesen Frauen und ihren Familien auch mein

Berufsleben widmen zu dürfen.

Jede Arbeit hat ihre Herausforderungen. Angriffe auf

Lebensschützer indes kannte ich in dieser Zeit nur aus

den Berichten anderer Organisationen oder Einzelpersonen.

Es waren oft solche, die sich stark politisch

engagierten und mit Demonstrationen auf ihre Überzeugungen

aufmerksam machten. Ich war skeptisch.

Mir schien es, als würden sich hier einfach die Extreme

gegenseitig aufwiegeln. Ich fand, man könne seine

Zeit doch viel wirksamer für Frauen und ihre ungeborenen

Kinder einsetzen. Und ich hatte den Verdacht,

dass sich so manch einer in dem damit einhergehenden

Märtyrerstatus gefiel – man gab

sich als letzter Verteidiger der Wahrheit,

als heiliger Rest.

Das Ende der Naivität

Das Ende meiner Naivität kam in dem

Moment, als unsere Profemina-Beratungsstelle

in Berlin überfallen wurde.

In einer Oktober-Nacht im Jahr 2019

drangen Unbekannte in unsere Räumlichkeiten

ein, zerschlugen Fensterscheiben,

beschmierten Wände, vergossen

Milchsäure im Flur und

verklebten das Türschloss. Als am nächsten Morgen

die erste Beraterin zur Arbeit kam, erlitt sie angesichts

der manifestierten Zerstörungswut einen emotionalen

Schock.

Die Übeltäter wurden nie gefunden. Und es sollte nicht

der letzte Überfall unserer Beratungsstellen bleiben.

Was war passiert? Zuvor hatten wir mit 1000plus jahrelang

„unter dem Radar“ der Abtreibungsbefürworter

agiert. Weil wir uns ganz auf die Beratung und Hilfe

für Schwangere konzentrierten und uns von allen politischen

Aktionen fernhielten, konnten wir das von

1000plus getragene Profemina-Beratungsangebot

ungestört ausbauen – dank unserer unfassbar großzügigen

Unterstützer, die ebenfalls nichts anderes wollten

als Frauen helfen und Babys retten. Radikal war für

uns kein politisches Wort, sondern stand für radikale

Solidarität mit der schwangeren Frau.

Irgendwann aber kam der Tag, an dem die Präsenz

von Profemina im Internet unübersehbar wurde. Sowohl

für die Schwangeren in Not, die sich zu Tausenden

Von Mitte Juli bis Mitte Oktober 2024 wurden auf die Außenmauer unseres Büros in Meran fünfmal Farbanschläge verübt.

an uns wandten, als auch für diejenigen, die der Ansicht

sind, dass eben jene Frauen nichts anderes

bräuchten als einen möglichst schnellen Abtreibungstermin.

Der erste Medienartikel, in dem unsere Beratungsarbeit

als Manipulation verleumdet wurde, erschien

Ende 2018. Und damit ging es los: mediale

Hetzkampagnen, politische Versuche unsere Arbeit zu

behindern, linke Demonstrationen und schließlich die

Überfälle, die bis heute andauern.

Wer politisch angegriffen wird,

muss sich politisch zur Wehr setzen

Diese Ereignisse förderten in mir eine neue Erkenntnis

zu Tage: Wenn das Leben so sehr angefeindet wird

wie derzeit, wird jedes Engagement für das Leben

politisch, ob wir wollen oder nicht. Und das bedeutet:

Man kommt über kurz oder lang in das Visier der

politischen Gegner.

Wollte ich diese Arbeit fortsetzen? Wenn ja, dann

musste ich auch die politische Dimension akzeptieren.

Zugegeben, die politische Wortmeldung und die Demonstration

sind immer noch nicht meine liebsten

Engagements. Aber meine Sichtweise darauf hat sich

drastisch geändert. Nicht, weil ich es auf einmal erhebend

fände, mich beim Marsch fürs Leben anbrüllen

zu lassen. Sondern weil mir klar geworden ist, dass die

Sichtbarkeit des Lebensschutzes in der Gesellschaft

kein Selbstzweck ist, sondern notwendig, um den Frauen

auch in Zukunft noch helfen zu können.

Der politische Lebensschutz in Europa befindet sich

in Erosion. Und mit ihm auch sein rechtlicher Status.

Per Salami-Taktik ringt das linke Lager den konservativen

Parteien immer mehr Zugeständnisse ab: Hier die

Einführung einer „Schutzzone“, mit der das stille Gebet

vor Abtreibungseinrichtungen kriminalisiert wird, dort

eine Abwertung der Gewissensfreiheit für Ärzte. Abtreibung

wird zunehmend als Menschenrecht verstanden

und die Staaten, die sie noch nicht vollends durchgesetzt

haben, gelten als rückständig und

patriarchalisch. Ähnlich geht es bei den Fragen am

Ende des Lebens zu.

Weil es ein Privileg ist

Die gesellschaftlichen Umwälzungen sind beträchtlich:

Die Überzeugung, dass jedes Leben schützenswert ist,

gilt inzwischen als politische Extremposition. Lebensschützer

werden an den Rand der „Demokratie” gedrängt.

Diejenigen, die Abtreibung für keine gute

Lösung halten, treten immer weniger in Erscheinung

und die Stimmen derer, die ihre völlige Freigabe fordern,

werden immer lauter.

Doch erstens glaube ich, dass noch viel mehr Menschen

dem Leben positiv gegenüberstehen, als wir

derzeit wahrnehmen. Und zweitens kann auch dieser

Widerstand kein Grund sein, aufzugeben. Denn es

bleibt die Erfahrung der Wahrheit, Schönheit und Güte

des Lebens: Ein Kind zu sehen, das die Welt entdeckt.

Die bewegten Zeilen einer Mutter zu lesen, die sich

nicht mehr vorstellen kann, ohne dieses Kind zu leben.

Das Wissen um das Glück einer Familie, die sonst nicht

existieren würde. Der dankbare Rückblick auf das eigene

Leben.

Diese individuellen Erfahrungen, die vermutlich jede

Leserin und jeder Leser mit mir teilt, reihen sich auf

wie eine Perlenkette und sie bestätigen die Überzeugung

unseres Glaubens: Dass das Leben heilig ist.

Und dass es ein Privileg ist, es empfangen und schützen

zu dürfen.

ZUR PERSON:

Paula Ketteler ist seit 2009 für www.1000plus.net

tätig, einem Netzwerk, das sich den Ausbau von

Information, Beratung und Hilfe für Schwangere in

Not durch www.profemina.org auf die Fahnen geschrieben

hat. Über Heidelberg und München führte

Paulas Weg 2021 nach Bozen, wo sie den internationalen

Ausbau der digitalen Beratung von

Profemina verantwortete. Nach über vier Jahren in

Südtirol hat sie im Jänner 2026 wehmütigen Abschied

von den Bergen genommen, um in Wien die

Geschäftsführung von 1000plus Österreich zu übernehmen.

Die Münsteranerin hat zuvor in Frankfurt,

Rom und Paris katholische Theologie studiert und

ist Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel. ◻

4 LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

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TITELTHEMA

Lebensschützer aus Überzeugung

Als Lebensschützer für die ungeborenen Kinder wird man selten mit Orden

und Auszeichnungen überhäuft. Vielmehr wird man oft verbal angefeindet

oder auch angeschwiegen. Warum gibt es trotzdem Menschen, die unverdrossen

an vorderster Front kämpfen – und das teils schon seit vielen Jahren?

die ein junger Arzt heute erhält, ist ganz oder fast ganz

von Prinzipien des Rationalismus und Szientismus,

letztendlich von Materialismus geprägt. Man schützt

sich mit dem Schirm der Leitlinien, die ihrerseits oft

von diesen Ideologien durchdrungen sind. Bereits seit

Hippokrates wurde der Arzt vom umfassenden Respekt

vor dem menschlichen Leben geleitet, durch medizinische

Eingriffe keinerlei Schaden anzurichten — was

heute hingegen als Fortschritt dargestellt wird.

„Das Leben ist der höchste zu

verteidigende Wert“

Dr. Francesco Avanzini,

ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und

für Phoniatrie sowie Naturheilkunde. Er war bis

zu seiner Pensionierung im Dezember 2025

leitender Arzt für die Phoniatrie im Krankenhaus

in Bozen. Als Fachmann im Bereich Stimme

rekonstruierte er die Stimme der bekanntesten

Mumie der Welt, des Ötzi, und ist Autor mehrerer

Bücher. Seit Mai ist er Vizevorsitzender der

Bewegung für das Leben.

LEBE: Wie kamst du dazu, dich konkret für den

Lebensschutz einzusetzen?

DR. FRANCESCO AVANZINI: Als Arzt habe ich immer gedacht,

dass der größte Wert, der erhalten werden muss, das

Leben von seinem Anfang bis zu seinem natürlichen

Ende ist. Heute sind Angriffe auf den Wert des Lebens

immer häufiger und gewalttätiger geworden. Vor allem

denke ich an die Verbreitung von Abtreibung, den

Mord an einem wehrlosen, unschuldigen Menschen,

der heute sogar als Recht gilt, aber auch an Euthanasie

sowie an Geschlechtsumwandlungen, die junge Jugendliche

ruinieren. Für all das fühlte ich mich zu einer

direkten Verpflichtung berufen.

Als Arzt ist der Zugang nochmals ein anderer. Welchen

Ansatz pflegst du im Gespräch mit anderen Ärzten und

gibt es in deinem Leben Einschränkungen oder

Nachteile, die mit deiner Position zusammenhängen?

DR. FRANCESCO AVANZINI: Bevor ich religiöse Themen anspreche,

appelliere ich stets an die Vernunft und an

jene Ethik, die das Handeln des Arztes leiten sollte.

Daher frage ich, ob das Leben als ein verfügbares Gut

betrachtet werden kann, da wir es uns nicht selbst

geben. Sicher ist es schwierig, denn die Ausbildung,

Im Lebensschutz gibt es einige Themen, die gesellschaftlich

stark polarisieren. Wie kann es gelingen,

Menschen für den Lebensschutz zu begeistern?

DR. FRANCESCO AVANZINI: Ich glaube, dass der wirksamste

Weg darin besteht, Zeugnisse von Menschen vorzustellen,

die Dramen wie Abtreibung, Geschlechtsumwandlung

oder die Euthanasie eines geliebten Menschen

durchlebt haben und daraus mit Reue und der

Entdeckung des Glaubens an Gott hervorgegangen

sind, der eine Erklärung für diese Dramen liefern kann.

Deshalb ist es verdienstvoll, dass die Bewegung für

das Leben Broschüren herausgibt, die diese Zeugnisse

enthalten. Beispiele vorzustellen, wie Menschen diese

Tragödien durchleben und sie teilweise oder vollständig

überwunden haben, macht die Frage nicht abstrakt,

sondern berührt zutiefst die menschliche Sensibilität.

Bei empfänglichen Gemütern erleichtert dies

jene notwendige Offenheit, um zu verstehen, dass das

Leben der höchste zu verteidigende Wert ist und dass

man es nicht manipulieren darf.

Wird sich die Kultur des Lebens deiner Meinung nach

in Europa jemals wieder durchsetzen?

DR. FRANCESCO AVANZINI: Nach den durch die laizistische

Kultur verursachten Katastrophen und zuletzt durch

die dekadente Pseudo-Kultur des „Wokeismus“ kehren

die jungen Menschen im gesamten Westen den Kurs

um, entdecken den unersetzlichen Wert des Lebensschutzes

wieder und besinnen sich erneut auf die

Tugenden. Es wird Jahre dauern, auch weil die sozialen

Medien einen starken und äußerst gefährlichen

Einfluss auf ihr Bewusstsein ausüben. Wenn eine

Gesellschaft und eine Zivilisation überleben wollen,

müssen sie im Übrigen die Geburtenrate fördern, die

dank der Verbreitung von Verhütungsmitteln und rein

hedonistischen Sexualpraktiken auf besorgniserregende

Niveaus gesunken ist. Ich denke, dass auch

die Kirche wieder ihre Stimme erheben sollte, wie sie

es in der Vergangenheit getan hat, um dem Menschen

eine Perspektive von Würde und Wahrheit

wiederherstellen.

„Gib jedem Kind die Gelegenheit,

zu lieben und geliebt zu werden“ (Mutter Teresa)

Julia Granitzer,

Mutter von drei Kindern, diplomierte Kleinkinderzieherin und Tagesmutter,

ist 1994 in Indien geboren und seit 2020 mit dem Kärtner Unternehmer

Klaudius Granitzer verheiratet. Sie ist seit 2010 im Lebensschutz tätig und seit 2015

Moderatorin der MÄRSCHE FÜR DAS LEBEN der Jugend für das Leben Österreich.

LEBE: Du kamst schon sehr jung mit den

Lebensschützern in Kontakt. Wie kam es dazu und

was hat dich bewogen, selbst im Lebensschutz aktiv

zu werden?

JULIA GRANITZER: Dass Abtreibung falsch ist, war mir schon

immer bewusst. Im Alter von 15 Jahren musste ich für

die Schule ein Referat ausarbeiten und habe über eine

Bekannte Infomaterial zum Thema Abtreibung erhalten.

Danach war mir klar, dass ich mich für den Schutz

des Lebens engagieren muss.

Nun bist du als junge Ehefrau und Mutter von drei

Kindern immer noch vorne mit dabei. Wie ist das

machbar und wie reagiert dein Umfeld darauf?

JULIA GRANITZER: Mein Ehemann gibt mir mit seiner Treue,

Fürsorge und Unterstützung die Möglichkeit dazu. Der

Großteil meiner Freunde ist selbst im Lebensschutz

tätig und daher eine große Unterstützung für mich.

Und wenn ich neue Personen kennenlerne, ist die

Reaktion hauptsächlich positiv.

Deine starke Stimme bei manchen Märschen der

Jugend für das Leben Österreich wird regelmäßig vom

aggressiven Schreien der Gegendemonstrationen

beinahe übertönt. Was macht das mit dir?

JULIA GRANITZER: Es führt mir die Unwissenheit der Menschen

vor Augen und macht mich einfach traurig. Woher

kommt nur dieser Hass? Immer wünsche ich mir,

dass jeder dieser Menschen so viel Liebe erfährt, dass

er sich für das Leben entscheidet und einsetzt.

„Ein Herz für die Ungeborenen“ ist ebenfalls ein Motto

von dir. Welche Botschaft möchtest du vermitteln?

JULIA GRANITZER: Ich bin selbst als Mädchen in Indien

geboren, habe bis zu meinem 18. Lebensjahr Missbrauch

und körperliche Gewalt erfahren und musste

oft im Leben allein kämpfen. Und trotz, oder besser

gesagt wegen meiner Geschichte kann ich sagen: Die

Würde des Menschen ist unantastbar und das kann

dir keiner nehmen, egal was er tut. Gott ist immer gut

und sein Sieg gewiss!

6 LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

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TITELTHEMA

„Neben dem ungeborenen Kind

gibt es auch immer eine Mutter,

die in einer schweren Krise steckt.“

Lukas Steinwandter,

Jahrgang 1990, ist Chefredakteur von Corrigenda.

Der Südtiroler maturierte an der Sportoberschule

Mals, war Skilangläufer und studierte Politik-

und Verwaltungswissenschaften an der Fern-

Universität in Hagen. Der ausgebildete Redakteur

arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Journalist.

LEBE: Als Südtiroler hast du keinen alltäglichen Job:

Du leitest die Redaktion des Online-Magazins

Corrigenda, das sich hauptsächlich mit dem

Lebensschutz befasst. Wie kamst du dazu, und

hattest du vorher bereits in Südtirol Kontakte zu

Lebensschutzorganisationen?

LUKAS STEINWANDTER: Seit rund 15 Jahren bin ich Journalist.

Als solcher hat man generell ein Herz und ein Auge für

Unterdrückte, Ausgegrenzte, für Opfer. Meine Frau

machte mich auf jene Gruppe aufmerksam, die in unseren

Gesellschaften die schwächste ist: ungeborene Kinder.

Sie können sich nicht selbst äußern, sie haben auch

keine starke Lobbygruppe. Nicht vergessen werden

sollte: Neben dem ungeborenen Kind, das auf die Fürsorge

anderer angewiesen ist, gibt es im Falle eines

Schwangerschaftskonflikts auch immer eine Mutter, die

in einer schweren Krise steckt. Unter anderem durch die

Zahlen von 1000plus-Profemina wissen wir, dass die

meisten Frauen das Kind eigentlich wollen, ihre persönlichen

Umstände es aber nicht zulassen zu scheinen.

Und an diesem Punkt findet eine der größten Ungerechtigkeiten

und unterlassenen Hilfeleistungen statt, die wir

heute haben. Statt den Frauen und Kindern zu helfen,

werden sie medial, politisch, kulturell zur Abtreibung

gedrängt. Mit Corrigenda versuchen wir, hier einen

Kontrapunkt zu setzen. Mit ehrlicher Aufklärung, harten

Fakten und vernünftigen Kommentaren dafür zu sorgen,

dass diese Ungerechtigkeit, die nebenbei auch eine der

größten Auflehnungen gegen Gott ist, erkannt und

aufgehoben wird. Wir sind die Stimme für mehr Zuversicht,

für mehr Familie und ein Ja zum Leben ohne Vorbedingungen.

In Südtirol gibt es noch Nachholbedarf,

was die Aufmerksamkeit für diese Themen anbelangt.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das ändern können.

Wie reagiert dein soziales Umfeld, wenn es um deinen

Beruf geht?

LUKAS STEINWANDTER: Was gibt es Cooleres, als Gutes zu

tun und dabei noch seinen Lebensunterhalt bestreiten

zu können? Meine Freude und Motivation dabei sind

hoffentlich ansteckend. Ich habe noch nie erlebt, dass

irgendjemand aus meinem näheren oder weiteren

Umfeld die Stirn runzelt. Eher kommt es zu Nachfragen

und Diskussionen.

Lebensschützer werden in letzter Zeit öfters verbal

oder sogar physisch angegriffen. Hast du schon

einmal so etwas erlebt?

LUKAS STEINWANDTER: Im Internet, im Schutz der Anonymität,

da erlebt man als öffentlich auftretende Person

natürlich verbale Angriffe. Ich glaube, das gilt für alle

politisch und gesellschaftlich engagierten Personen,

egal welcher Couleur. Man darf die sozialen Medien

aber nicht mit dem realen Leben verwechseln. Mit den

meisten Menschen kann man reden, und den wenigen

anderen sollte man aus dem Weg gehen. Wichtig ist:

Keine Angst haben! Die Wahrheit muss sich nicht

fürchten. Ich war einmal beruflich an einem von Linksextremen

besetzten Haus in Berlin, dessen Bewohner

vor Gewalt nicht zurückschreckten. Der Puls geht hoch,

aber wenn man freundlich und selbstbewusst auftritt,

ist das schon mal eine gute Ausgangslage. Etwas

Kampfsport schadet nie, auch für das Selbstbewusstsein

ist das eine feine Sache.

Welche Unterschiede gibt es deiner Meinung nach

zwischen dem Lebensschutz in Deutschland und dem

in Südtirol/Italien?

LUKAS STEINWANDTER: Deutschland und Italien sind zwei

völlig verschiedene Länder. Zwar wirken dieselben

säkularen Kräfte, aber die Voraussetzungen sind andere.

In Ostdeutschland zum Beispiel, der atheistischsten

Region Europas, kann man mit christlichen Lebensschutzargumenten

nicht viel erreichen. In anderen

Regionen wie in Bayern ist das anders. Für die Politik

spielt das Thema aber leider keine Rolle. In Italien

hingegen gibt es Regionalregierungen, die dezidiert

pro life sind und Städte zu Pro-Life-Hochburgen ausrufen.

Die Lebensschutzbewegungen verfolgen dasselbe

Ziel, müssen aber taktisch anders vorgehen. Ein

bisschen nach dem Motto Helmuth von Moltkes „getrennt

marschieren, vereint schlagen“.

Welche Wege gibt es heute, die Anliegen des

Lebensschutzes einer breiten Öffentlichkeit

zugänglich zu machen?

LUKAS STEINWANDTER: Die technischen Voraussetzungen

heute sind besser denn je. Politisch und kulturell liegt

noch viel Weg vor uns. Das Allerwichtigste ist jedoch

das persönliche Zeugnis. Wer mit Herz und Verstand,

mit Freude und Feuer dabei ist, wer zu Opfern bereit

ist, der bewegt sein persönliches Umfeld. Und eine

Sache noch: Ein lettischer Pfarrer, der auch in der

Nationalgarde Lettlands dient, sagte kürzlich im Corrigenda-Interview:

„Im Gebet liegt unsere Kraft, das

ist unsre erste Verteidigungslinie. Wenn wir nicht beten,

wird es schwer werden.“ Das gilt sicher auch für

uns.

„Jeder kann das Thema Lebensschutz

sichtbar machen, indem er seine

Meinung zeigt und in seinem Umfeld

darüber spricht.“

Elisabeth Laroche (1.v.l.) von ProLife Europe

LEBE: Wie kommst du dazu, als junge Frau so intensiv

im Lebensschutz tätig zu sein?

ELISABETH LAROCHE: Ich bin in einer Großfamilie

aufgewachsen und war zutiefst schockiert und berührt,

als ich in meiner Jugend vom Schicksal so vieler

ungeborener Kinder erfahren habe. Ich konnte es nicht

fassen, und deshalb ist es für mich wichtig, eine

Stimme für die zu erheben, die sich nicht selbst

verteidigen können und unschuldig sind.

Als junge Frau ist es mir aber auch ein Anliegen, den

Frauen zu helfen, die sich in solch einer schwierigen

Situation befinden. Denn viele verspüren Druck durch

die Familie, Freunde und auch durch die allgemeine

Meinung der Gesellschaft zum Thema Abtreibung.

Viele aber leiden auch nach einer Abtreibung und

bereuen es zutiefst. Für mich ist es wichtig, ein offenes

Ohr für diese Frauen zu haben und ihnen so gut wie

möglich zu helfen, denn Lebensschützer sind keine

Frauenhasser, auch wenn man uns oft so etwas vorwerfen

will!

Du bist Teil der europaweit tätigen Organisation

ProLife Europe. Gibt es noch Hoffnung für Europa

wieder eine Kultur des Lebens zu erreichen?

ELISABETH LAROCHE: Die Situation Europas in Bezug auf

Abtreibung ist schrecklich, da diese in den meisten

Ländern nicht nur erlaubt ist, sondern in einigen, wie

zum Beispiel in Frankreich, auch in der Verfassung

verankert ist. Abtreibung ist normalisiert worden, sie ist

für die meisten selbstverständlich geworden. In dieser

Hinsicht scheint die Situation hoffnungslos zu sein. Aber

wir können auch sehen, wie das Lager der

Lebensschützer wächst. Es liegt an uns, Europa zu

verändern – und ich denke, dass es möglich ist, wenn

jeder von uns seine Meinung nicht versteckt, sondern

offen zeigt und mit Personen, im eigenen Umfeld oder

in der Öffentlichkeit, über dieses Thema redet.

Du bist mit deiner Organisation vorwiegend an den

Universitäten tätig. Sind junge Menschen für dieses

Thema zu mobilisieren?

ELISABETH LAROCHE: So wie wir es an den Universitäten

erleben, sind junge Leute sehr offen für ein Gespräch

über Abreibung. Die meisten haben allerdings keine

eigene Meinung, weil sie nie über das Thema Abtreibung

nachgedacht haben. Somit ist es wirklich sehr

interessant, gemeinsam zu überlegen und ein

Gespräch aufzubauen. Wir rechnen nicht damit, unsere

Gesprächspartner gleich auf Anhieb zu überzeugen,

uns geht es mehr darum, einen Samen zu säen und die

Personen zum Nachdenken zu bringen. Es kommt auch

sehr oft vor, dass wir auf Lebensschützer stoßen.

Erfährst du bei deiner Tätigkeit an den Unis viel

Widerstand? Was gibt dir die Kraft, durchzuhalten?

ELISABETH LAROCHE: Ja, wir erfahren an den Unis

Widerstand. Ganz konkret ist es zum Beispiel in unserer

Gruppe so, dass wir von der ÖH oder der Universität

keine Erlaubnis bekommen, Infostände zu

organisieren. Mittlerweile haben wir es über einen

anderen Weg geschafft, dürfen aber nur unter

gewissen Bedingungen an manchen Standorten sein.

All das schränkt uns ein wenig ein, aber der Gedanke,

dass wir für unzählige unschuldige Menschen, für die

Gesellschaft und deren Zukunft handeln – denn Abtreibung

bringt unter anderem schwere

demographische Probleme mit sich mit – spendet Kraft,

weiterzumachen!

Wie kann das Thema Lebensschutz sichtbarer gemacht

werden?

ELISABETH LAROCHE: Ich denke, dass man ganz klein

anfangen kann und dass jeder mitmachen kann, indem

er, wie schon oben erwähnt, seine Meinung zeigt, in

seinem Umfeld darüber spricht. Dann gibt es

Organisationen, die sich für den Lebensschutz einsetzen;

diese kann jeder unterstützen, finanziell oder durch die

Anwesenheit bei Aktionen (z.B. Marsch fürs Leben). Aber

auch Politiker, die sich öffentlich für das Leben einsetzen,

kann man ermutigen, indem man ihnen zeigt, wie

wichtig einem dieses Thema ist. Das sind ganz einfache

Sachen, die jedem zur Verfügung stehen. Die Abtreibungsbefürworter

haben es gewiss leichter, ihre

Botschaften zu verbreiten, aber man kann anmerken,

dass auch sie indirekt Werbung für uns machen, wenn

sie über uns berichten. Zwar werden wir dabei meist in

ein schlechtes Bild gerückt, aber dennoch wird öffentlich

auf uns und unsere Aktionen hingewiesen. ◻

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LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

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TITELTHEMA

sehr viel Widerstand bei diesem Thema und wie gehst

du damit um?

GUSTAVO BRINHOLI: Ja, aber Widerstand ist nicht immer

vorhanden. Ich erzähle von der Eröffnung des Schuljahres

der deutschen Musikschulen im vergangenen

September in Meran. Zu den auftretenden Gästen

gehörten Petra Lineker, Dozentin des Kurses „Musik

und Inklusion“ an der Anton-Bruckner-Privatuniversität

in Linz, und die Familie Pichler: Vater und Mutter mit

fünf ihrer sieben Kinder auf der Bühne. Kurz gesagt:

Musik mit Menschen mit Behinderung und einer

kinderreichen Familie – zwei starke Zeichen für den

Schutz des Lebens! Ich bin mir sicher, dass eine Minderheit

gegen das Leben arbeitet, die jedoch oft von

den führenden Vertretern der Kulturwelt repräsentiert

wird und über enorme finanzielle Mittel verfügt. Aber

wenn wir uns mehr mit der Kultur des Alltags als mit

„Mainstream“-Ereignissen beschäftigen, dann wird

das Leben gefeiert.

die Planung und Durchführung von Veranstaltungen

sowie in den Aufbau eines Büros in Meran ein. Als die

digitale Ära begann, habe ich für die Bewegung für

das Leben, zugegebenermaßen sehr laienhaft, eine

Webseite erstellt sowie Facebook und Instagram aufgebaut.

So konnte die Bewegung Schritt für Schritt

auch online sichtbar werden und Menschen besser

erreichen.

Du bist seit 2019 Hauptverantwortliche der Zeitschrift

LEBE. Was motiviert dich, ein solches Unterfangen

voranzutreiben?

MARTHA ZÖGGELER: LEBE ist mittlerweile mein persönliches

Herzensprojekt! Im Jahr 1992 wurde die erste

Ausgabe unserer Zeitschrift veröffentlicht und ich war

von Beginn an mit viel Herzblut dabei. LEBE ist unsere

effizienteste Waffe im Kampf um den Lebensschutz.

Was als eines von vielen Projekten begonnen hat, ist

trotz finanzieller Schwierigkeiten das Erfolgreichste

geworden.

„Ante omnia, Lucili, disce gaudere“. –

„Vor allem, Lucilius, lerne dich zu freuen“

Gustavo Brinholi,

ist 1981 in Sorocaba, Brasilien geboren, ist

Musiker und Regisseur und hat im vergangenen

Jahr den Master in Drehbuchschreiben bei der

Università Cattolica di Milano gemacht. Zurzeit ist

der verheiratete Familienvater von 3 Kindern

Gitarrenlehrer an der Musikschule Ritten – Sarntal.

LEBE: Du bist in Brasilien geboren und lebst seit

vielen Jahren in Bozen. Wie bist du zum Lebensschutz

gekommen?

GUSTAVO BRINHOLI: Seit 2015 lebe ich in Bozen, wohin ich

gezogen bin, weil meine damalige Freundin – und seit

2017 meine Frau – aus Bozen stammt. Während ihrer

ersten Schwangerschaft gingen wir voller Vorfreude

zum ersten Termin beim Frauenarzt – bei dem der Vater

dabei sein darf – und dort sahen wir auf dem Ultraschallbild,

dass die Schwangerschaft etwas hinterherhinkte,

das heißt, die Kinder (es waren Zwillinge) hatten

sich im Mutterleib nicht so entwickelt, wie man es erwartet

hätte. Nachdem meine Frau lange an meiner

Schulter geweint hatte, ging ich ab demselben Abend

jeden Tag zur Herz-Jesu-Kirche zur Anbetung: Ich hatte

endlich verstanden, dass das Leben nicht in unseren

Händen liegt, sondern Teil von Gottes Plan ist, der für

uns immer groß und geheimnisvoll ist. Für mich war

es also in erster Linie eine Rückkehr zum Glauben.

Monate später beschloss ich, einen Dokumentarfilm

mit dem Titel „Human Life“ zu drehen, und während

der Produktionszeit lernte ich die Realität der Lebensschutzbewegung

kennen.

Du kommst aus dem Kulturbereich und bringst dich

dort intensiv mit dem Thema Lebensschutz ein. Gibt es

Erreichst du als Musiker und Regisseur durch

tiefgehende Argumente überhaupt noch die

Menschen, oder zählen nur noch Emotionen?

GUSTAVO BRINHOLI: Was zählt, so glaube ich, ist das Zeugnis.

Es sind die Geschichten von Menschen, die auf

unterschiedliche Weise dem Wunder des Lebens begegnen.

Das hat sicherlich mehr Kraft als die ständigen

politischen Kämpfe, die dennoch wichtig sind, um

Gesetze voranzubringen, die zumindest einen vernünftigen

Umgang mit den Menschen und dem Leben

gewährleisten.

Welche Unterschiede gibt es deiner Meinung nach im

Lebensschutz zwischen Amerika und Europa?

GUSTAVO BRINHOLI: Ich verfüge nicht über ausreichende

Daten oder Kenntnisse, um einen umfassenden Vergleich

anzustellen. Ich kann beispielsweise nur sagen,

dass Abtreibung in Brasilien bis auf wenige Ausnahmen

verboten ist – dies schafft ein ganz anderes soziales

Umfeld als in einer Gesellschaft, in der Abtreibung bis

zum dritten Schwangerschaftsmonat ohne Angabe

von Gründen erlaubt ist.

Wie kann der Lebensschutz im Alltag gelebt und

sichtbar gemacht werden?

GUSTAVO BRINHOLI: Jugendliche sollten sich mit der Realität

der Sexualität auseinandersetzen: Sie ist ein wunderbares

Geschenk und steht in direktem Zusammenhang

mit der Liebe und dem Leben. Bei der Sexualität

geht es also um Fruchtbarkeit und damit um Freude.

„Ante omnia, Lucili, disce gaudere“. – „Vor allem, Lucilius,

lerne dich zu freuen“ – Das schreibt Seneca an

Lucilius. Um also wahre Freude zu erfahren, muss man

sie mit Weisheit suchen, um sie in vollen Zügen genießen

zu können. Dafür braucht es Vorbilder: vor allem

die Familie. Die heutige vorherrschende Kultur, die

von Pornografie und Wollust geprägt ist, wirft die wahre

Freude in den Müll – das ist teuflisch.

„Wenn Gebärmütter Fenster hätten,

gäbe es weniger Abtreibungen“

Martha Zöggeler,

ist seit 39 Jahren verheiratet und Mutter von

3 Kindern: einer Adoptivtochter, sowie 2 leiblichen

Kindern – eine Tochter und ein Sohn. Sie ist

seit 1991 aktiv im Lebensschutz tätig, seit einigen

Jahren Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit

und Koordination der Bewegung für das Leben,

sowie die redaktionellen Abläufe der vereinseigenen

Zeitschrift LEBE.

LEBE: Seit 35 Jahren bist du aktives Mitglied der

Bewegung für das Leben. Was hat dich damals

bewogen, dieser Organisation beizutreten, und was

waren deine Aufgaben in dieser Zeit?

MARTHA ZÖGGELER: Ich kannte die Bewegung durch einen

meiner Brüder. Ich war jung verheiratet und mein Mann

und ich mussten zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass

wir keine eigenen Kinder bekommen können. Aber

zum Glück haben sich die Ärzte geirrt, ähnlich wie bei

manchen Schwangerschaften mit Behindertendiagnose.

Ich wurde schmerzlich mit der Tatsache konfrontiert:

hier Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich

nichts sehnlicher wünschen als ein Kind und dort ungeborene

Kinder, die abgetrieben werden, weil sie

aus den verschiedensten Gründen gerade nicht in das

Leben ihrer Eltern passen. In dieser Zeit erlebte ich

auch meine persönliche Bekehrung und verstand, dass

eine Abtreibung den Plan Gottes mit diesem neuen

Menschen zunichtemacht.

Neben meiner Mitarbeit im Redaktionsteam von LEBE

brachte ich meine organisatorischen Fähigkeiten in

Warum bist du immer noch Lebensschützerin an

vorderster Front? Wie nimmt dein soziales Umfeld

dein Engagement wahr?

MARTHA ZÖGGELER: Es ist für mich nicht nachvollziehbar,

dass z.B. im April an der Ostsee ein unvorstellbarer

Aufwand betrieben wurde, einen Wal zu retten. Aber

andererseits jeder Vorstoß, ungeborenes Leben zu

retten und den Müttern in Konfliktschwangerschaften

andere Alternativen als die Abtreibung anzubieten,

durch unsere Landespolitiker vehement abgelehnt

wird. Es ist mir wichtig, dass betroffene Frauen wissen,

dass es Stellen gibt, wo sie ernst genommen werden

und wo ihnen zugehört und geholfen wird.

In Südtirol wird über das Thema Abtreibung kaum

gesprochen oder diskutiert. Ich erlebe in meinem

sozialen Umfeld sehr oft, dass, wenn das Gespräch

doch in diese Richtung geht, es sehr schnell still wird.

Hat sich im Lauf deiner Geschichte im Lebensschutz

etwas geändert, bzw. woran erkennst du die massiven

Veränderungen in der Debatte um das Recht auf

Leben für die Ungeborenen?

MARTHA ZÖGGELER: Es hat sich in den letzten 35 Jahren

vor allem die Gesprächskultur verändert. Früher konnte

man noch diskutieren und mit Argumenten punkten.

Heute haben die Leute meist vorgefertigte Meinungen,

die zu durchbrechen schwierig ist. Man ist der

Meinung, dass die Leute durch das Internet vollumfänglich

informiert sind, wie sich z.B. das Leben eines

ungeborenen Kindes entwickelt. Und dann wohnt man

staunend einer Diskussion mit Oberschülern bei, die

darüber spekulieren, ab wann menschliches Leben

beginnt: beim ersten Herzschlag oder doch erst bei

der Geburt? Deshalb liegt der Fokus der Bewegung

für das Leben im Vermitteln von Informationen.

Was sich auch verändert hat, ist die aggressive und

gewaltsame Haltung der Abtreibungsbefürworter –

das gab es so vor 35 Jahren noch nicht!

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Foto: Shutterstock

Wenn Hilfe Leben verändert

„Die Leute empfinden Kinder als Belastung“

Frau M. kommt mit ihrer kleinen Tochter auf dem

Arm zur Tür herein und setzt sie freudestrahlend

am Boden ab. Die Kleine tapst ziemlich sicher in

Mamas offene Arme. So dürfen wir ihre ersten Schritte

miterleben. Heute sucht die Mama aus unserem Depot

Kleidchen und Sommerschuhe für ihren quirligen

Schatz aus. Wir wetteifern in der Freude, denn das

kleine Mädchen wird eingekleidet wie eine Prinzessin.

Wir haben noch Zeit für ein kurzes Plauderstündchen.

„Die Leute empfinden Kinder als Belastung“, sagt Frau

M. mit einem traurigen, beinahe entrüsteten Gesichtsausdruck,

während sie liebevoll ihre Kleine an sich

proFrau

S ü d t i r o l

Hotline für Südtirol

täglich von 8 bis 22 Uhr

(auch an Sonn- und Feiertagen)

+39 0473 1920006

Direkten Kontakt mit unserer

Beratungsstelle gibt es über die

Website und E-Mail-Adresse:

www.profrausuedtirol.com

info@profrausuedtirol.com

Tel. und WhatsApp:

+39 351 7676376

drückt. Es scheint, als habe Frau M. den Wandel der

Zeit nicht mitbekommen. In Gedanken gehe ich zu den

vielen Frauen, die, weil sie niemanden an ihrer Seite

haben, der Lüge auf den Leim gehen, dass es später

immer noch Möglichkeiten genug gibt, Kinder zu bekommen,

oder dass mehr als zwei oder drei Kinder

nicht zumutbar sind. Kinder kommen selten zum richtigen

Zeitpunkt, doch dass man so leicht eine Methode

anbietet, die dem Zeitpunkt ein Schnippchen schlagen

könnte, ist in unseren Breitengraden ein

Phänomen unserer Epoche.

„Ihr habt mir damals

so sehr geholfen“

Frau S. ist mit ihren beiden Kindern auf dem Weg zur

Bushaltestelle. Der Jüngere erzählt freimütig, dass er

bereits in den Kindergarten geht, und der Ältere möchte

mir am liebsten zeigen, dass er schon schreiben

kann. Frau S. ist immer noch alleinerziehend, doch die

Lage hat sich beruhigt. Sie ist froh darüber, dass sie in

den schwierigsten Entscheidungsfragen ihres Lebens

von unserer Beraterin begleitet wurde. Die finanzielle

Unterstützung half ihr, die scheinbar unüberwindlichen

Hürden im Alltag zu überwinden.

Während unseres Gesprächs auf der Straße zieht die

junge Frau ihr Handy aus der Tasche und zeigt mir stolz

ein Foto ihres Sohnes. „Ihr habt mir damals so sehr

geholfen, mein Kind ins Leben zu führen“, sagt sie. Ich

freue mich mit ihr.

„Eure finanzielle Hilfe ist für uns

eine große Entlastung“

Bei einem unserer Gespräche sagt Frau P.: „Irgendwann

werden wir euch ein großes Geschenk machen,

denn eure finanzielle Hilfe ist für uns eine große Entlastung“.

Im Moment weiß sie nicht, wie sie ihre Dankbarkeit

ausdrücken soll. Sie hat es nicht leicht mit ihren

drei kranken Kindern, doch sie und ihr Mann stellen

sich den Herausforderungen, was eine große Leistung

ist. Auch sie nehmen unser Kinderkleiderdepot in Anspruch.

Regelmäßig bringen uns Leute gut erhaltene

Kinderkleider und Spielsachen vorbei, die wir wiederum

großzügig verschenken dürfen.

Die Beratungsstelle ganz besonderer Art

Der Infostand der Bewegung für das Leben beim Marsch für das Leben

in Innsbruck wird zu einer Beratungsstelle ganz besonderer Art.

Eine junge Frau kommt aufgebracht und mit

hochrotem Kopf zum Infostand: „Was ihr macht,

ist unerträglich! Wie wäre es, wenn ihr euch gegen

Gewalt an Frauen einsetzen würdet? Täglich geschieht

Gewalt an Frauen, am meisten durch Männer

in Ehen und Partnerschaften!“ Ich hatte eine schneidende

Antwort bereit, doch der Vertreter der Jugend

für das Leben neben mir kommt mir zuvor und bringt

einleuchtende Argumente vor.

Plötzlich erkenne ich das verletzte und zerbrechliche

Wesen dieser Frau – und ich empfinde Liebe und

großes Mitleid. Die Frau unterbricht den jungen

Mann und richtet ihre Augen auf mich: „Könnten Sie

mich bitte einfach nur mit einer Frau sprechen lassen?

Das wäre schon mal ein Beweis für Respekt!“ Das hat

gesessen.

Was nun folgt, ist ein beinahe einstündiges Gespräch,

in dem ich vorwiegend zuhöre, nicke, kleine Zwischenbemerkungen

mache und immer faszinierter bin

von den Auswirkungen der woken Abtreibungs-, Gender-

und Klimaideologien, des Feminismus, des Männerhasses

und weiterer Ideologien. Von der Rettung

des Planeten durch Abtreibung und bewusste Kinderlosigkeit

bis hin zum absoluten Tierschutz. Allmählich

erfahre ich von erlebten Traumata, von Orientierungslosigkeit

und Hilflosigkeit.

Plötzlich scheint die Frau innerlich zusammenzubrechen.

Am liebsten würde ich sie in den Arm nehmen,

wie eine Mutter ihre Tochter oder eine Oma ihr großes

Enkelkind. Sie wirkt so weich und zerbrechlich. Der

Marsch für das Leben kehrt an den Start zurück. Die

lautstarken und sinnentleerten Parolen der Abtreibungsbefürworter,

die die junge Frau anfangs teilweise

Von Hildegard Tscholl

BERATUNGSSTELLE

Hildegard Tscholl bei unserem Infostand in Innsbruck

selbst verwendet hat, sind ihr nun zuwider. Mit Tränen

in den Augen reicht sie mir sprachlos die Hand und

geht weg. Eine Lektüre will sie nicht mitnehmen – was

ich verstehen kann.

Folgender Gedanke kommt mir in den Sinn, den ich

für die Beratungstätigkeit und die Straßengespräche

mitnehmen möchte. Du musst sie lieben, bevor du mit

ihnen sprichst.

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Bild von Michael Bolli auf Pixabay

Keine Löffel mehr

Warum die Ehe kein 50:50-Deal ist sondern ein Geschenk der Selbsthingabe,

dem anderen zu dienen, ohne zu messen, was man dafür zurückbekommt.

„ N

ach einer langen Arbeitswoche und einem Tag

voller technischer Probleme war ich völlig erschöpft.

Aber jetzt musste ich mich umstellen,

denn am Nachmittag stand eine Geburtstagsparty im

Kindergarten an und ein Geschenk musste noch

schnell verpackt werden, während ich mit meiner 5-

Jährigen darüber diskutierte, was sie zum Trampolinpark

anziehen sollte …“

So beginnt Katie Prejean MacGrady einen Kommentar

für das „National Catholic Register”, in dem sie sich mit

der Verantwortung von Ehepartnern füreinander und

für das bedingungslose Einstehen für den anderen

auseinandersetzt.

Sie setzt fort: „Als sich ein nagender Kopfschmerz in

meiner rechten Kopfhälfte breitmachte und unser

mürrischer alter Hund aus der Waschküche zu bellen

begann, kam mein Mann Tom nach seiner Arbeit mit

einem breiten Grinsen im Gesicht nach Hause, das

jedoch verschwand, als er seine erschöpfte Frau dort

stehen sah. Er musste nicht viel fragen, nur zwei Worte:

,Keine Löffel?’ - ,Keine Löffel’, murmelte ich zurück,

während der Klebebandspender auffällig leer war,

gerade, als ich einen letzten Streifen Klebeband

brauchte, um das zusätzliche LEGO-Set einzupacken,

das ich für die Party aus dem Schrank geholt hatte.“

Geschirr spülen nach dem Abendessen: ein Löffel

„Ohne ein Wort zu sagen, brachte mein Mann unsere

8-Jährige ins Hinterzimmer, damit sie ihr Gespräch

fortsetzen konnte – und handelte dabei irgendwie ein

anderes, weniger tülllastiges Outfit mit unserer 5-Jährigen

aus. ,Wir sind in ein paar Stunden zurück‘, sagte

Tom, als sie zur Tür hinausgingen. ,Ruh dich aus.‘ Ich

hatte nie Zweifel daran, dass ich einen guten Mann

geheiratet hatte. Dies bestätigte mich nur noch mehr

darin, denn er wusste nach nur einem kurzen Blick und

zwei einfachen Worten – ,keine Löffel‘ –, dass er einspringen

und für eine Weile mehr Verantwortung übernehmen

musste.“

Die „Löffeltheorie“ hätten sie aus den sozialen Medien

gelernt, erzählt die Autorin. Sie wurde ursprünglich

entwickelt als Hilfestellung für chronisch kranke Menschen

und zielt darauf ab, seine Energie im Laufe eines

Tages einzuteilen. „Die Idee dahinter ist, dass jeder

Mensch jeden Tag eine bestimmte Anzahl von ,Löffeln’

hat, um Aktivitäten, Entscheidungen, Arbeit, Verantwortlichkeiten

und das Leben im Allgemeinen zu bewältigen“,

schreibt sie.

„Man trifft Entscheidungen, diese oder jene Aufgabe

zu erledigen, basierend auf der Anzahl der Löffel, die

„Mutterschaft ist eine

wundervolle Reise für eine Frau“

Jessie Buckley in ihrer Oscar-Preis-Rede: „Ich möchte diesen Preis dem wunderbaren

Chaos im Herzen einer Mutter widmen. Wir alle stammen von Frauen ab, die trotz aller

Widrigkeiten immer wieder Neues erschaffen.“

Jessie Buckley erhielt am 15.

März 2026 den Oscar als beste

Hauptdarstellerin verliehen. In

dem Film „Hamnet“, der sich

(eher fiktiv) mit der Familie von

Shakespeare beschäftigt, spielte

sie eine trauernde Mutter. In ihrer

Dankesrede bei der Preisverleihung

würdigte die irische Schauspielerin

alle Mütter und erinnerte

eindrücklich an die Bedeutung der

Mutterrolle. Dies war besonders

eindrucksvoll, da sie in ihrer preisgekrönten

Rolle eine Mutter verkörperte

und selbst erst vor acht

Monaten Mutter geworden war.

Über Shakespeares Frau sagt Buckley: „Diese außergewöhnliche

Frau kennenzulernen und die Kraft mütterlicher

Liebe zu verstehen, war die wichtigste

man hat, und wie viele Löffel dafür benötigt werden;

und im Laufe eines Tages werden die Löffel aufgebraucht,

manchmal aus eigener Entscheidung,

manchmal aufgrund der Umstände. Wir fanden diese

visuelle Idee hilfreich und begannen daher, die ,Löffel‘-Terminologie

ganz beiläufig in unseren Alltag zu

integrieren, anfangs fast scherzhaft. Geschirr spülen

nach dem Abendessen: ein Löffel. Baden und Kinder

fürs Bett fertigmachen: wahrscheinlich zwei oder drei

Löffel…“

Mit diesem sehr lockeren Löffel-Bewertungssystem

hätten sie in ihrer ehelichen Kommunikation einen

einfachen Code entwickelt: „Keine Löffel mehr übrig

bedeutet, dass der andere Ehepartner einen Gang

hochschalten muss – ohne Fragen zu stellen. Und

wenn es passiert, dass Ihnen beiden gleichzeitig die

Löffel ausgehen? Dann ist es Zeit für einen kompletten

Neustart.“

Ehe ist keine 50:50-Angelegenheit,

sondern eine 100:100-Einstellung

Der Hintergrund für diese Methode ist entscheidend,

erklärt die Autorin. „Wenn man mit jemandem ein

Leben aufbaut – Raum und Zeit teilt, Ressourcen aufbaut

und ein Zuhause schafft, Kinder bekommt und

eine Familie gründet und letztendlich gemeinsam nach

Jessie Buckley

Quelle: www.kath.net

Erfahrung meines Lebens. Heute

ist Muttertag in Großbritannien,

daher möchte ich diesen Preis

dem wunderbaren Chaos im Herzen

einer Mutter widmen. Wir alle

stammen von Frauen ab, die trotz

aller Widrigkeiten immer wieder

Neues erschaffen.“

Dann wandte sie sich an ihre kleine

Tochter: „Ich liebe dich, ich liebe

es, deine Mama zu sein, und

ich kann es kaum erwarten, das

Leben mit dir zu entdecken.“ Außerdem

dankte sie ihren Eltern

und sagte danach zu ihrem Mann:

„Dich. Fred. Ich liebe dich. Ich liebe

dich wirklich. Du bist der tollste Papa. Du bist mein

bester Freund. Und ich möchte noch 20.000 Kinder

mit dir haben. Ehrlich!“

Foto: Wikipedia

Heiligkeit strebt –, verpflichtet man sich zu einem Ansatz,

bei dem man ,alles gibt, was man hat‘.“

„Wir sind dazu aufgerufen, uns voll und ganz auf die

Ehe einzulassen und unseren Ehepartner als denjenigen

zu sehen, dessen Heiligkeit, dessen Gesundheit

und Glück, dessen Liebe zum Herrn oberste Priorität

haben. Und wenn der Mensch, den Sie am meisten

lieben und mit dem Sie alles teilen, nichts mehr zu

geben hat, müssen Sie Ihre Löffel umso mehr für das

Haus, das Zuhause und ihn einsetzen.“

In einer Ehe, in der es keine „Punkteliste“ und „Halbehalbe“

– Aufteilungen gebe, erkenne man, „dass man,

wenn man ganz und gar gibt, ohne die Kosten zu

zählen, Opfer bringt, dient und den anderen rettet –

und ihn von ganzem Herzen liebt, so wie Christus seine

Kirche liebt“. Die Ehe sei keine 50:50-Angelegenheit

sondern eine 100:100-Einstellung.

Es mag nicht bedeutend erscheinen, die Kinder zur

Geburtstagsparty zu bringen und seiner Frau ein paar

ruhige Minuten zu gönnen, um sich zu erholen, aber es

sei „ein Geschenk der Selbsthingabe, dem anderen zu

dienen, ohne zu messen, was man dafür zurückbekommt“,

schließt MacGrady. „Denn in einer Ehe geht es

nicht nur um ein Hin und Her, um Geben und Nehmen.

Es geht einfach darum, mit dem Wunsch, voll und ganz

zu lieben und zu dienen, zu geben und zu geben.“ ◻

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LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

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Neuwahlen und Jahres-Bilanz

A

m 24. April 2026 wurde in unserem Vereinssitz

in Meran die Jahreshauptversammlung des Vereines

mit der Neuwahl des Vorstandes abgehalten,

welche alle drei Jahre stattfindet.

Der neue Vorstand wird zum Teil auch der selbe sein

und wurde per Akklamation gewählt. Hildegard Tscholl

aus Meran bleibt Vorsitzende, Dr. Francesco Avanzini

aus Terlan wird neuer Stellvertreter und Waltraud

Nischler aus Schenna übernimmt erneut das Amt als

Kassierin. Martha Zöggeler wird dem Vorstand weiterhin

als Beirat angehören und als Koordinatorin tätig

sein.

Dr. Francesco Avanzini ist Facharzt für Hals-Nasen-

Ohren-Heilkunde und für Phoniatrie, sowie für Naturheilkunde.

Er war bis zu seiner Pensionierung im Dezember

2025 leitender Arzt der Phoniatrie im Krankenhaus

in Bozen und Autor mehrerer Bücher.

Die konstituierende Sitzung fand am 5. Mai 2026 statt.

Foto: Facebook

Jahreshaushalt 2025:

BILANZ – AUSGABEN 2025

Spesen Vereinssitz: 35.186,25 €

Allgemeine Spesen: 13.890,60 €

Zeitschrift LEBE: 46.124,25€

Öffentlichkeitsarbeit: 4.780,41 €

Beratungsstelle: 12.450,57 €

Sonstige Spesen: 4.136,38 €

Veranstaltungen: 1.477,16 €

Gesamtausgaben: 118.045,62 €

BILANZ – EINNAHMEN 2025

Spenden: 62.285,25 €

Beiträge Öffentliche Hand: 26.270,02 €

Sonstige Einnahmen: 11.294,58 €

– davon Zuwendung

durch die 5 Promille: 9.794,58 €

Gesamteinnahmen: 99.849,85 €

Ihr seid die Hauptakteure –

Fotos für den Jahreskalender 2027

Liebe Leser, wir hoffen, dass wir für den Kalender 2027

wieder genügend Fotos von Euch zugeschickt bekommen!

Er zeichnet sich dadurch aus, dass er aufgrund

der eingesandten Bilder authentisch und einzigartig ist.

Ihr seid die Hauptakteure unseres Kalenders und prägt

mit Euren Fotos entscheidend das Erscheinungsbild!

Deshalb bedanken wir uns schon im Voraus für Eure

Einsendungen!

Der neue Vorstand v.l.n.r.: Waltraud Nischler,

Dr. Francesco Avanzini und Hildegard Tscholl

Die Vorsitzende Hildegard Tscholl dankt ganz besonders

dem bisherigen Vizevorsitzenden Gustavo Brinholi,

der aus beruflichen und familiären Gründen dieses

Amt nicht mehr ausüben kann, für seinen Einsatz.

Gleichzeitig richtet sie an ihn die Bitte, dass er uns als

sporadischer Autor für unsere Zeitschrift LEBE erhalten

bleibt!

VERLUST: – 18.195,77 €

Leider weist unser Haushalt für das Jahr 2025 trotz

Einsparungen und effizientem Umgang mit den

vorhandenen Mitteln, vor allem auch der Spendengelder,

ein tiefes Minus auf. Den größten Brocken

macht dabei unsere Zeitschrift LEBE aus, die unser

wichtigstes Informationsorgan nach außen ist und

die wir weiterhin an Interessierte kostenlos abgeben

möchten. Wir freuen uns über jede Spende, welche

diese wichtige Arbeit unterstützt. Es ist uns im letzten

Jahr gelungen, die Kosten für LEBE durch Verhandlungen

um fast 10.000 Euro jährlich zu senken.

Eine große Bürde ist für uns der bürokratische

Aufwand, welcher sehr zermürbend und zeitaufwendig

ist. Leider haben die Ungeborenen keine

Lobby und die öffentlichen Beiträge fallen immer

spärlicher aus.

Wir vertrauen aber darauf, dass auch Ihnen, liebe

Leser, die Weitergabe von Informationen zum Lebensschutz,

auch über die sozialen Medien, ein

Anliegen ist, und dass Sie uns weiterhin mit Ihren

großzügigen Spenden unterstützen.

Hier ein paar Richtlinien für die Fotos:

● Bitte sendet die Fotos immer in der besten verfügbaren

Qualität.

● Es ist besser, mehrere Fotos einzusenden, da wir

dann eine größere Auswahl haben, passend zu den

Jahreszeiten.

Sendet die Fotos bitte an:

lebe@bewegungfuerdasleben.com

Einsendeschluss: 31. August 2026

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SCHWANGERSCHAFT

Die faszinierende Entwicklung eines Babys

Bei einer Schwangerschaft passieren die verrücktesten Dinge – ganz im Verborgenen.

Neun Monate, die der einen wie eine Ewigkeit vorkommen, vergehen für die andere

vielleicht wie im Flug. Doch was passiert eigentlich in den einzelnen Monaten?

Wie entwickelt sich das Baby im Mutterleib?

M

an liest es immer wieder: jede

Schwangerschaft ist anders –

das durfte ich selbst schon dreimal

erleben und viele Frauen, die ich

kenne, würden das auch so bestätigen.

Bei der ersten Schwangerschaft

Von Michaela ist alles neu, man kann sich ganz auf

Urschitz

den eigenen Körper konzentrieren,

während man wahrscheinlich noch stark im Berufsleben

eingespannt ist; das interessierte bei Nummer 2 mein

Kleinkind natürlich nicht, wann Mama sich hinlegen

möchte, während ich bei

Nummer 3 zwei „Mitfieberer“

hatte… Deshalb: Jede ist einzigartig!

Für manche eine

eher kaum auszuhaltende,

sehnsüchtige oder ängstliche

Wartezeit, für andere vielleicht

bis auf die ersten drei Monate

und die letzten Wochen gar

ein Genuss…? Und dann gibt

es tatsächlich immer wieder

Schwangerschaften, die aus

verschiedenen Gründen bis

zur Geburt unentdeckt bleiben

– kaum vorstellbar, aber

wahr. Da fehlt natürlich dann

jegliche Vorbereitungszeit

und man ist wohl erst mal vor

allem eins: geschockt.

Doch im Normalfall zeichnen

sich so manche Dinge in jeder

Schwangerschaft ab – klar mit Abweichungen und

man sollte sich deswegen nicht verrückt machen – aber

hier soll ein kurzer Abriss dessen sein, was im weiblichen

Körper passiert, während man von außen hauptsächlich

sieht, dass das „Süßigkeitenbäuchlein“ auf

einmal immer größer wird.

Schon bevor man den ersten positiven Schwangerschaftstest

in der Hand hält oder irgendwelche Vermutungen

anstellen kann, nistet sich die befruchtete Eizelle

in der Gebärmutter ein. Die Zellkernteilung

beginnt sofort nach der Befruchtung, sämtliche Erbanlagen

sind schon festgelegt. Die je 23 Chromosomen

von Vater und Mutter bilden 46 Chromosen des Kindes,

die die Gene enthalten.

Nach der Befruchtung bildet sich die Plazenta,

manchmal auch Mutterkuchen genannt, die das Baby

ernährt und eine sehr wichtige Rolle spielt. Sie ist

über die Nabelschnur mit dem Kind verbunden und

versorgt es mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem

Embryo in der 15. Schwangerschaftswoche

Blutkreislauf der Mutter. Gleichzeitig verhindert sie

wie ein Filter, dass Krankheitserreger im Kreislauf der

Mutter zum Baby gelangen. Sie sieht manchmal gar

aus wie ein Baum und ist zu Beginn fast genauso groß

wie das Baby.

4.-5. Woche

Nach 30 Tagen ist der Embryo bereits 4 mm groß, auch

Ansätze für Arme und Beine sind bereits angelegt,

allerdings ist der Kopf noch überdimensional groß.

Jetzt beginnen sich im Rückgrat, Gehirn und Nervensystem

zu entwickeln. Folsäure

spielt hier eine große Rolle,

weshalb oft empfohlen wird,

Foto: Shutterstock

sie bereits bei Kinderwunsch

zusätzlich als Tablette einzunehmen,

aber keine Sorge: es

sind schon Generationen vor

uns auch ohne Vitaminpräparate

auf die Welt gekommen.

Beeindruckend: Das Herz

fängt auch schon an zu schlagen

und der kindliche Blutkreislauf

entwickelt sich.

6.-7. Woche

Hände, Füße und die Netzhaut

der Augen bilden sich.

Der Embryo bildet bereits

selbst rote Blutkörperchen

und ist schon etwa 2 cm groß.

Viele stellen wahrscheinlich in

diesen Tagen fest, dass ihre Regelblutung ausbleibt,

und halten den ersten positiven Schwangerschaftstest

in den Händen. Wer es schon früher weiß, hat wahrscheinlich

bereits die Erstuntersuchung zur Feststellung

der Schwangerschaft hinter sich und auf dem Ultraschallbild

einen kleinen Punkt entdeckt.

8.-11. Woche

Jetzt ist das Kleine schon fast 4 cm groß und die Zellteilung

verläuft nicht mehr so rapide wie in den Wochen

zuvor. Was im Verborgenen geschieht, kostet den

Körper der Mutter jedoch viel Energie – Erschöpfung,

bleierne Müdigkeit, Kopfschmerzen und ein unbändiger

Durst sind oftmals festzustellen.

Jetzt sind alle inneren Organe – Lunge, Leber, Nieren

– vorhanden. Finger und Zehen sind bereits ausgebildet

und man kann deutlich Nase, Lippen, Augen und

Ohren erkennen.

1. Monat 2. Monat 3. Monat 4. Monat 5. Monat

6. Monat 7. Monat 8. Monat 9. Monat

Ab der 12. Woche wird der Embryo nun „Fötus“ genannt

– und dessen Hauptaufgabe, nachdem bereits

nahezu alles angelegt ist, einschließlich des Geschlechts,

gilt eigentlich nur noch eins: Wachsen –

und die richtigen Proportionen ausbilden! Kaum drei

Monate alt bewegt er sich auch schon – zwar noch

nicht bewusst, aber scheinbar muss alles ausprobiert

werden.

12.-15. Woche

In dieser Zeit erreicht das Baby eine Körperlänge von

ca. 15 cm und ein Gewicht von etwa 150 Gramm – im

Vergleich zum bereits deutlich gewachsenen Bauch

ist das noch nicht viel zusätzliches Gewicht. Die Plazenta

wächst jetzt ebenfalls, damit sie den steigenden

Anforderungen an die Versorgung des Fötus gerecht

werden kann. Funktioniert das nicht, ist das Kind irgendwann

unterversorgt und muss unter Umständen

sogar früher geboren werden, doch in den meisten

Fällen ist alles aufeinander abgestimmt.

16.-22. Woche

Im 4. und 5. Monat bilden sich kleine Härchen am ganzen

Körper des Babys sowie eine Schutzschicht, die

sogenannte „Käseschmiere“, die man von Geburtsbildern

kennt. Beides schützt die noch sehr empfindliche

und dünne Haut vor dem Fruchtwasser. Jetzt reifen

auch Nervensystem und Gehirn.

Das Baby kann den Mund öffnen und schließen, ja es

trinkt sogar das Fruchtwasser und scheidet es wieder

aus (das ist vor allem wichtig für die Lungenentwicklung

und dadurch übt es schon das Atmen!) - und

einige Wochen später wird man den oft dadurch verursachten

Schluckauf sogar von außen spüren können.

Um die 20. Schwangerschaftswoche herum spüren

viele Mütter die ersten Kindsbewegungen, was natürlich

ein ganz besonderer Moment ist.

23.-30. Woche

Das Baby wiegt jetzt in der Regel mehr als 1 kg und

kann schon bis zu 40 cm groß sein. Das wird die Mama

auch an ihrem Bauch merken und womöglich ihre

Zehen für eine Zeit lang nicht mehr von oben betrachten

können. Hilfe ist beim Anziehen der Schuhe also

womöglich gern gesehen.

Das zentrale Nervensystem ist voll ausgebildet und

Geräusche von außen können bereits wahrgenommen

werden. Ab dem 6. Lebensmonat könnte ein Kind

außerhalb des Mutterleibs mit medizinischer Hilfe

überleben – ein Meilenstein, der manche sehr erleichtert.

Und doch soll das Baby noch etwas im Bauch

reifen dürfen, denn normalerweise hat es dort alles,

was es braucht, um sich optimal entwickeln zu können.

31.-40. Woche

In den letzten Schwangerschaftswochen wird der

Bauch immer größer, das Kind legt hauptsächlich an

Gewicht zu. Um die 34. Woche herum drehen sich die

meisten Babys in die Geburtsposition – mit dem Kopf

nach unten. Ab der 39. Woche hört das Wachstum des

Babys fast auf, nun ist es nicht mehr lang, bis die Geburt

mit den Wehen (dem Zusammenziehen der Gebärmutter)

beginnt. Manche Kinder lassen etwas länger auf

sich warten, doch spätestens 2 Wochen nach dem errechnetem

Geburtstermin wird bei uns in Europa die

Geburt durch Medikamente eingeleitet. Ist das Baby

bis dahin schon sehr groß, wird manchmal auch zu

einem Kaiserschnitt geraten. Die Geburt verläuft für

jede Frau unterschiedlich und verursacht wahrscheinlich

bei den meisten Frauen die größten Unsicherheiten

und Ängste – doch hält man sein Kleines dann in

den Händen, das am selben Tag noch im Bauch war

und das man nur ab und an per Ultraschall „sehen“

konnte, kann man kaum glauben, was der weibliche

Körper da alles geleistet hat! Gratulation! ◻

Foto: Shutterstock

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PRESSE-SPLITTER

Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen

Die Sängerin und Schauspielerin Nina Hagen (71) hat sich

in einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg

(RBB) kritisch zum Thema Abtreibung geäußert.

Rückblickend auf eines ihrer bekanntesten frühen Lieder

distanzierte sie sich deutlich von der damals propagierten

Haltung, berichtet die evangelische Nachrichtenagentur

IDEA.

In dem im Jahr 1978 veröffentlichten Stück „Unbeschreiblich

weiblich“ sang die damals junge Hagen provokant: „Mann,

ich schaff’ mir keine kleinen Kinder an“. Heute, als Mutter

zweier Kinder, bedauert sie diese Einstellung. Sie gab zu,

selbst als junges Mädchen zweimal abgetrieben zu haben

– einmal im Alter von 14 Jahren, wobei sie damals dazu

gezwungen worden sei.

„Kinder abtreiben ist keine Sache, auf die man stolz sein

sollte“, sagte Hagen im Interview. Das damalige Lied sei „vom jugendlichen Übermut getrieben“ gewesen. Ihr sei

bewusst gewesen, mit solchen „widerspenstigen, provokanten Themen“ einen Skandal auszulösen. Dennoch betonte

sie: „Aber das ist nicht meine Identität. Und das ist auch nicht meine Hinterlassenschaft.“

www.kath.net

Foto: Facebook

Gegenwind für Sterbehilfe

Weltweit verlieren Gesetze zur Sterbehilfe an Unterstützung. Das berichtet der Leiter der weltweiten Rechtsarbeit der

Menschenrechtsorganisation ADF International, Robert Clarke (London), im US-amerikanischen Online-Magazin „The

Federalist“

Er verweist darauf, dass am 17. März in Schottland ein Gesetz zur Sterbehilfe mit 69 gegen 57 Stimmen abgelehnt

wurde. Tags darauf sei im kanadischen Bundesstaat Alberta ein neues Gesetz eingebracht worden, um die Bürger des

Landes am Lebensende besser zu schützen. Doch im britischen Oberhaus (House of Lords) sei ein Gesetzentwurf

geplant, der Sterbehilfe in England und Wales legalisieren würde. In dem Bericht wird dazu aufgerufen, diesen Entwurf

„sterben zu lassen“.

Nach Einschätzung Clarkes war das schottische Abstimmungsergebnis bemerkenswert, da das Parlament von linken

und Mitte-Links-Parteien dominiert werde. Die Vorsitzenden der drei großen schottischen Parteien (Schottische

Nationalpartei, Labour und Konservative) sowie die beiden letzten Premierminister des Landes hätten den Gesetzentwurf

in einem seltenen Akt der Einigkeit abgelehnt.

In der kanadischen Provinz Alberta sieht ein neues Gesetz erhebliche Einschränkungen der Sterbehilfe vor. Sie soll

Personen verwehrt werden, die minderjährig sind, ausschließlich an einer psychischen Erkrankung leiden sowie Patienten,

die voraussichtlich innerhalb des nächsten Jahres sterben werden. In der Provinz war die Zahl der Todesfälle durch das

System der medizinischen Sterbehilfe (MAID) in den vergangenen vier Jahren um 109 Prozent gestiegen. Seit Einführung

der Sterbehilfe in Kanada 2016 haben über 76.000 Menschen diese in Anspruch genommen, bis zu 17.000 Menschen

pro Jahr – mit steigender Tendenz.

Weiter heißt es in dem Bericht: „Alle Länder, die Sterbehilfe legalisiert haben, weisen dieselbe Entwicklung auf. Sobald

Gesetze zur Sterbehilfe eingeführt sind, wird unaufhörlich nach ihrer Ausweitung gedrängt.“

www.idea.de

Luxemburg will „Recht auf Abtreibung“ in die Verfassung aufnehmen

48 Abgeordnete haben dafür gestimmt, das Recht auf Abtreibung in die luxemburgische Verfassung aufzunehmen.

Sechs stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Vier Abgeordnete nahmen an der Abstimmung nicht teil. Die Abstimmung

ändere nichts an der geltenden gesetzlichen Regelung von Abtreibungen. Die Verankerung in der Verfassung bewirke

jedoch, dass nationale Gesetze Abtreibungen in Zukunft nicht verbieten könnte.

In Luxemburg sind vorgeburtliche Kindstötungen auf Antrag bis zum Ende des dritten Monats möglich. Die

verpflichtenden Beratungssitzungen für Frauen, die eine Abtreibung wünschen, sowie eine obligatorische Wartezeit

von drei Tagen zwischen der ärztlichen Beratung und dem Abtreibungsvorgang waren bereits vom Parlament abgeschafft

worden.

Damit wäre Luxemburg nach Frankreich das zweite Land weltweit, das einen Anspruch auf vorgeburtliche Kindstötungen

in seiner Verfassung aufnimmt.

ALFA-Newsletter

Die erste Rechtsanwältin

mit Down-Syndrom weltweit:

Ana Victoria Espino de Santiago

Unglaubliche Lebensreise: Die 27-jährigen Mexikanerin Ana Victoria Espino de Santiago

aus Zacatecas (Mexiko) gilt als die erste Person mit Down-Syndrom weltweit,

die ein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen hat. Nach mexikanischem Recht darf

sie offiziell als Rechtsanwältin arbeiten. Sie möchte in die Politik gehen und sich für die

Rechte von Menschen mit Behinderung einsetzen.

A

na wurde nicht in einer privilegierten Umgebung

geboren, konnte aber trotzdem erfolgreich ihren

Highschool-Abschluss ablegen. Dann bestand

sie sogar die Aufnahmeprüfung für die Universidad

Autónoma de Zacatecas. Allerdings teilte ihr nach der

bestandenen Aufnahmeprüfung

der damalige

Rektor mit, die Universität

„habe keine Möglichkeiten“

für eine Studentin

mit Down-Syndrom. Doch

ein Professor wurde auf

die junge Frau aufmerksam

und ließ sich von

Anas Entschlossenheit berühren.

Er versprach, sie

zu unterstützen, und hielt

sein Wort fünf Jahre lang:

Er saß in jeder Vorlesung

neben ihr, half bei der Prüfungsvorbereitung

und

sorgte dafür, dass die Lücken

des Systems nicht zu

ihren Lücken wurden. Im

Juli 2024 bestand sie ihre

Juraprüfungen und trägt

nun den Titel „Licenciada

en Derecho“. Das berichten

lateinamerikanische

und internationale

Quellen.

Ana selbst betonte später

in einem Interview mit

NTR TV: „Ich mag das

Recht wirklich, weil es mir ermöglicht, Menschen mit

Behinderung und die Rechte der Menschen zu verteidigen

– auch meine eigenen Rechte. Ich möchte Menschen

mit Behinderung helfen, jenen, die keine Stimme

haben. Deshalb wurde ich Rechtsanwältin.“

In Mexiko ist für die Zulassung als Anwältin kein weiteres

Examen erforderlich, der erfolgreiche Abschluss

Von Petra Lorleberg

Ana Victoria Espino de Santiago

Ich mag das Recht wirklich, weil

es mir ermöglicht, Menschen mit

Behinderung und die Rechte der

Menschen zu verteidigen – auch

meine eigenen Rechte.“

Quelle: www.kath.net

des Jurastudiums genügt. Nach fünf anspruchsvollen

Jahren erhielt Ana ihren Abschluss. Für sie ist dies

jedoch kein Endpunkt, sondern erst der Anfang. Sie

möchte nicht primär in Gerichtssälen arbeiten, sondern

in die Politik gehen, um Gesetze und Entscheidungsprozesse

mitzugestalten,

die das Leben von Menschen

mit Behinderung

verbessern.

Ana war schon lange vor

ihrem Studienabschluss

aktiv, sie ist seit 2014 auch

als Malerin tätig. Eine ihrer

bemerkenswertesten Ausstellungen

– „Desde mi

cielo“ („Aus meinem Himmel“)

– wurde im Foyer des

Mexikanischen Kongresses

in Mexiko-Stadt gezeigt.

Bereits zuvor trat sie in juristischen

Foren auf, nicht

um Beifall zu erhalten, sondern

um auf die Lücken in

der Behindertenrechtsgesetzgebung,

auf fehlenden

Zugang und mangelnde

Repräsentation hinzuweisen.

Sie sprach als

Betroffene, die diese Lücken

selbst erlebt hat und

sie sichtbar machen wollte.

Heute blickt Ana klar in

die Zukunft. In einem Interview

mit „Zacatecas En

Imagen“ sagte sie: „Ich sehe mich als lokale Abgeordnete.

Ich bin leidenschaftlich für das Recht, und ich

möchte den Weg ebnen, damit alle Menschen, die mit

einer Behinderung leben, Entscheidungsräume einnehmen

können. Denn unsere Verfassung verschweigt

unsere Stimme, unseren Willen und unsere Fähigkeit,

unseren Staat zu verbessern.“

20

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LEIHMUTTERSCHAFT

„Wo bist du, Mama?“

Olivia Maurel wurde von einer Leihmutter in den USA geboren. Das beschäftigt

sie ihr ganzes Leben. Heute ist sie eine der entschiedensten Gegnerinnen

der Leihmutterschaft. Olivia Maurel über ihr Buch „Wo bist du, Mama?“

und die Leihmutterschaft als grausames Geschäft mit Kindern.

V

on einer Leihmutter geboren wuchs Olivia Maurel

zwischen Florida und der Côte d’Azur in einer

wohlhabenden Familie auf. Früh spürte sie, dass

etwas nicht stimmt. Heute spricht sie öffentlich darüber:

über ein System, in dem Kinder in Auftrag gegeben

werden und Frauen in finanzieller Not gegen

Bezahlung Schwangerschaften austragen. Ein Geschäft,

das auch Europa längst erreicht – selbst dort,

wo es verboten ist.

Im Interview spricht Olivia Maurel ungeschönt über

ihre Geschichte und gibt einem komplexen Thema

eine persönliche, eindringliche Stimme:

In Ihrem Buch „Wo bist du, Mama?“ schreiben Sie,

dass Sie schon sehr früh eine Distanz zu Ihrer Mutter

gespürt haben. Wenn Sie an dieses Kind, das Sie mal

waren, zurückdenken – was genau hat es gefühlt, noch

bevor es Worte dafür hatte?

OLIVIA MAUREL: Was ich gefühlt habe, konnte ich nicht

erklären – ich habe es körperlich erlebt. Eine Art stille

Dissonanz. Ich erinnere mich, wie ich sie ansah und

spürte, dass etwas Wesentliches nicht übereinstimmt,

als würde ich nach einer Vertrautheit suchen, die nicht

da war. Aber als Kind stellt man die Realität nicht

infrage, sondern sich selbst. Also dachte ich, das Problem

sei ich. Es hat Jahre gedauert, bis ich verstanden

habe, dass dieses Gefühl kein Fehler, sondern eine

Spur war – die Spur einer Trennung, die stattgefunden

Von Sara Douedari

Olivia Maurel © Andrej Lojan

hatte, bevor ich sie begreifen konnte. Vor der Sprache

kommt die Erinnerung. Und der Körper erinnert sich

an das, was der Verstand noch nicht benennen kann.

Alle um Sie herum bezeichneten Ihre Familie als

„normal“. Wie empfanden Sie als Kind diese

Erzählung der Erwachsenen?

OLIVIA MAUREL: „Normalität“ ist ein beruhigendes Wort.

Es beendet das Gespräch, bevor es überhaupt beginnt.

In diesem Zusammenhang schützt „Normalität“

vor allem die Entscheidungen der Erwachsenen – ihren

Wunsch nach einem Kind und den Weg dorthin. Denn,

sobald man auch nur den kleinsten Zweifel zulässt,

wird man gezwungen, sich mit etwas deutlich Unangenehmerem

auseinanderzusetzen: nämlich damit,

dass dieses Modell eine geplante Trennung von austragender

Frau und Kind bei der Geburt voraussetzt.

Also wird das Narrativ aufrechterhalten. Und innerhalb

dieses Narrativs versteht das Kind sehr schnell, dass

seine Rolle nicht darin besteht, zu hinterfragen, sondern

sich anzupassen.

Sie sagen: „Ich wurde gemacht, um weggegeben zu

werden.“ Ist das für Sie ein Gefühl oder beschreibt es,

wie Ihr Leben begonnen hat?

OLIVIA MAUREL: Lange Zeit war es ein Gefühl, das ich nicht

vollständig greifen konnte: diffus, aber beständig, wie

eine zugrunde liegende Wahrheit, die ich spürte, ohne

sie benennen zu können. Es war der Eindruck, dass

mein Platz in der Welt schon vor meiner Ankunft festgelegt

war – dass ich nicht einfach geboren wurde,

sondern anderswo erwartet wurde. Das Verstörende

ist, dass dieses Gefühl vollständig mit der Realität meiner

Geburt übereinstimmte. Es gab tatsächlich eine

Struktur, die genau auf dieses Ergebnis ausgerichtet

war. Eine Schwangerschaft, deren Ziel es nicht war,

eine Beziehung entstehen zu lassen, sondern eine

Übergabe zu organisieren. Die Frau, die mich ausgetragen

hat, sollte nicht meine Mutter werden – sie sollte

mich abgeben. Gefühl

und Realität deckten

sich irgendwann. Und

als das geschah, musste

ich erkennen, dass

das, was ich als Kind

erlebt habe, weder

eingebildet noch

übertrieben war, sondern

das innere Echo

einer Entscheidung,

die lange vor meiner

Geburt getroffen

wurde.

Lange dachten Sie,

das Problem liege bei

Ihnen. Wann hat sich

das verändert?

OLIVIA MAUREL: Wenn in

der Kindheit etwas

nicht stimmt, richtet

sich der Blick nach innen.

Man geht davon

aus, dass man selbst

nicht richtig funktioniert.

Dass man zu distanziert ist, zu sensibel, irgendwie

unzureichend. Diese Überzeugung kann sich tief verankern.

Der erste Wendepunkt kam, als ich die Wahrheit

über meine Herkunft erfuhr. Plötzlich bekam das,

was ich als persönliches Versagen interpretiert hatte,

eine andere Bedeutung. Aber selbst dann blieb es

zunächst meine persönliche Geschichte. Die eigentliche

Veränderung kam später, eher schleichend. Durch

Gespräche, durch Beobachtungen, durch Fragmente

anderer Erfahrungen, die meinen ähnelten. Nicht identisch,

aber vertraut. Und plötzlich war ich kein Einzelfall

mehr. Also habe ich angefangen herauszufinden, wie

Leihmutterschaft tatsächlich abläuft – mit Verträgen,

Agenturen und über Länder hinweg. Da wurde mir

klar, dass Schwangerschaften gezielt so organisiert

werden, dass das Kind nach der Geburt direkt übergeben

wird. In dem Moment veränderte sich mein

Blick. Es ging nicht mehr um die Frage: „Was stimmt

nicht mit mir?“ Sondern: „Was bringt dieses System

hervor?“

Als Sie die Wahrheit durch den DNA-Test bestätigt

bekamen, sprachen Sie von Erleichterung. Ging es

dabei um die Wahrheit – oder darum, sich endlich

bestätigt zu fühlen?

OLIVIA MAUREL: Es war eine Erleichterung, die über beides

hinausging. Es war das Ende einer inneren Dissonanz,

die jahrelang bestanden hatte. Wenn man mit einem

unausgesprochenen Zweifel aufwächst, lernt man, ihn

zu unterdrücken. Man lernt, den eigenen Wahrnehmungen

nicht zu trauen, weil sie nicht mit dem übereinstimmen,

was einem gesagt wird. Der DNA-Test hat

diese Spannung aufgelöst. Er hat nicht nur eine Antwort

geliefert, sondern

eine Übereinstimmung

hergestellt

zwischen dem, was

ich fühlte, und dem,

was real war. Diese Art

von Erleichterung ist

keine Freude. Kein

Trost. Es ist Klarheit.

Und Klarheit kann zugleich

stabilisieren

und erschüttern.

Als Sie öffentlich

darüber gesprochen

haben, haben Ihre

Eltern den Kontakt zu

Ihnen abgebrochen.

Ist das Schweigen

über die Herkunft

des Kindes die

Voraussetzung dafür,

dass diese Familien

funktionieren?

OLIVIA MAUREL: Schweigen

wird selten direkt eingefordert, aber es ist oft

strukturell vorhanden. Es gibt Wahrheiten, die schwer

in eine stabile Familiengeschichte integrierbar sind –

und deshalb unausgesprochen bleiben. Kinder verstehen

früh, was gesagt werden darf und was nicht. Sie

lernen, dass bestimmte Fragen Konsequenzen haben.

So wird Schweigen fast zu einer Selbstverständlichkeit.

Als ich mich entschied zu sprechen, habe ich dieses

Gleichgewicht gestört. Das zeigt: Schweigen ist ein

Teil dessen, was das System zusammenhält.

Wann wurde aus Ihrer persönlichen Geschichte ein

politisches Anliegen?

OLIVIA MAUREL: Es begann sehr persönlich. Lange dachte

ich, dass das, was ich als Kind gefühlt habe – diese

Distanz, diese Verunsicherung –, etwas sei, das nur

mich betrifft. Eine Art persönliches Defizit. Mit der Zeit

habe ich verstanden, dass dieses Gefühl nicht zufällig

ist, sondern mit den Umständen meiner Geburt zusammenhängt.

Die Frage lautet nicht mehr: Was

stimmt nicht mit mir? Sondern: Was bringt dieses System

hervor? Und genau da wird das Persönliche

politisch.

Foto: Shutterstock

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LEIHMUTTERSCHAFT

BUCHEMPFEHLUNG

CONTRA ABORTIUM

Gegen Abtreibung mit Vernunft und Logik

AUTOR ANDREA DI MARI

In einer Zeit, in der Emotionen oft

über Fakten triumphieren, wagt

dieses Buch den Schritt zurück zur

Vernunft. Contra Abortium ist keine

bloße Meinungsschrift, sondern

eine präzise philosophische und

logische Analyse der

Abtreibungsdebatte.

Andrea Di Mari stellt die fundamentalen Fragen, denen

die moderne Gesellschaft ausweicht: Wann beginnt

das Menschsein? Ist der Bauch der Frau wirklich nur

ihr Eigentum? Und kann ein Unrecht allein dadurch zu

Recht werden, dass es legal ist?

Schritt für Schritt zerlegt der Autor die gängigen Narrative

- von der vermeintlichen „reproduktiven Selbstbestimmung“

über medizinische Mythen bis hin zur

utilitaristischen Bewertung von lebenswertem Leben.

Es gibt Verträge, Preise, Auswahlkriterien.

Warum scheuen wir uns, Leihmutterschaft als Markt

zu bezeichnen?

OLIVIA MAUREL: Man muss es einen Markt nennen, weil es

einer ist. Ich habe auf einer Messe in Berlin Broschüren

gesehen, in denen Leihmutterschaft wie ein Produkt

angeboten wurde – mit Preisen, Vorteilen und Effizienzversprechen.

Frauen wurden nicht als Personen beschrieben,

sondern als Teil eines Prozesses. In den USA

kostet heute ein Kind übrigens bis zu 300.000 Dollar.

Gleichzeitig gibt es sogenannte „hybride“ Modelle, wie

zwischen Mexiko und den USA, bei denen Frauen unter

prekären Bedingungen rekrutiert, über Grenzen bewegt

und vollständig in Prozessen eingebunden werden, der

sich nicht nach ihrem Leben richtet, sondern festen Abläufen

folgt. In diesem Kontext wird es sehr schwer, noch

von Altruismus zu sprechen. Sichtbar wird vielmehr ein

System, das Kosten optimiert und auf Ungleichheit basiert.

Und global betrachtet ist es ein wachsender Markt.

In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten

und wird dennoch im Ausland praktiziert.

Ist das eine Form der Verlagerung statt einer

echten Auseinandersetzung?

OLIVIA MAUREL: Ja, das ist ein klarer Widerspruch. Das

Prinzip wird im Inland vertreten, in der Praxis jedoch

umgangen. Das Phänomen verschwindet nicht – es

wird verlagert, oft in Länder mit geringeren Schutzmechanismen

für Frauen. Was bestehen bleibt, ist nicht

ethische Konsequenz, sondern Distanz. Und Distanz

erleichtert es, nicht hinzusehen.

Mit der Schärfe

des Naturrechts

und der Klarheit

moderner Wissenschaft

zeigt

der Autor: Der

Schutz des ungeborenen

Lebens

ist keine Frage

des religiösen

Glaubens, sondern

ein zwin-

Quelle: NIUS - www.nius.de

gendes Gebot

der Logik und

der Humanität.

Dieses Buch ist

ein intellektuelles

Rüstzeug für alle, die sich nicht mit Parolen zufriedengeben,

sondern der Wahrheit ins Auge sehen wollen.

Eine unverzichtbare Lektüre für Befürworter des

Lebensrechts und eine Herausforderung für jeden

Skeptiker.

Verlag: BoD - Books on Demand

Befürworter sprechen von „freier Entscheidung“.

Aber kann ein System, das auf Ungleichheit basiert,

überhaupt eine echte Wahl ermöglichen?

OLIVIA MAUREL: Eine Entscheidung hat nur dann Bedeutung,

wenn man die Bedingungen betrachtet, unter

denen sie getroffen wird. Im Fall der Leihmutterschaft

sind diese Bedingungen oft von wirtschaftlichen und

globalen Ungleichheiten geprägt. Wenn ein System

genau darauf angewiesen ist, wird der Begriff „freie

Wahl“ unzureichend. Die eigentliche Frage ist nicht,

ob eine Wahl existiert, sondern ob das System, das sie

hervorbringt, gerecht ist.

Wenn man alles ausblendet – Emotionen und gute

Absichten: Ist Leihmutterschaft letztlich Ausbeutung?

OLIVIA MAUREL: Wenn man nur auf die Struktur schaut,

erkennt man ein System, das den Körper einer Frau für

die Bedürfnisse anderer organisiert und von Anfang

an die Trennung von Kind und austragender Frau vorsieht.

Die Erzählungen darüber mögen variieren. Das

System bleibt. Und genau deshalb spreche ich darüber.

Ich habe dieses Buch geschrieben, um etwas in

Worte zu fassen, das viele fühlen, aber selten aussprechen.

Es beginnt mit einer einfachen Frage: „Wo bist

du, Mama?“ – führt aber zu etwas Größerem. Denn

dahinter steht eine Realität, mit der wir uns erst langsam

auseinandersetzen: eine Welt, in der der Beginn

eines Lebens organisiert, verhandelt und übertragen

werden kann. Meine Geschichte ist persönlich. Aber

das, was sie sichtbar macht, ist es nicht.

84-Jährige Kanadierin lehnt

Sterbehilfevorschlag der Ärztin ab

Die praktizierende Katholikin Miriam Lancaster kam wegen Rückenschmerzen in die

Notaufnahme und bekam als Erstes Sterbehilfe angeboten. Sie lehnt das skandalöse

Angebot ab. Nach einer Behandlung und Reha führt sie nur wenige Wochen später ihre

Tochter zum Traualtar und erklimmt dann zu Pferd einen Vulkan in Lateinamerika.

„ M

iriam, ich verstehe, dass Sie große Schmerzen

haben. Wir können Ihnen Sterbehilfe anbieten.“

Das waren die ersten Worte einer jungen Ärztin

an die 84-Jährige, bevor irgendeine Diagnose,

Schmerztherapie oder Behandlungsoption besprochen

wurde. Miriam Lancaster, 84 Jahre alt, pensionierte

Klavierlehrerin aus British Columbia/Kanada, wacht

eines Morgens im April 2025 mit unerträglichen Rückenschmerzen

auf. Ihre Tochter Jordan Weaver hört

den Schrei, ruft den Rettungswagen. Im Vancouver

General Hospital (VGH) angekommen, erwartet Lancaster

Hilfe – und bekommt stattdessen dieses Angebot.

Darüber berichten englischsprachige Medien wie

z.B. die in Toronto (Kanada) erscheinende „National

Post“. Lancaster, praktizierende Katholikin, war schockiert

und fassungslos. „Das war das Letzte, woran ich

gedacht habe. Ich wollte nur wissen, warum ich

Schmerzen hatte – ich wollte nicht sterben.“

Die Diagnose war Kreuzbeinbruch durch Osteoporose

Miriam Lancaster

– keine lebensbedrohliche, unheilbare Erkrankung,

sondern eine, die mit Bettruhe, Schmerzmitteln und

Rehabilitation heilbar ist. Dennoch wurde der Tod als

erste „Lösung“ präsentiert. Erst nach der Ablehnung

durch Mutter und Tochter kamen andere Optionen auf

den Tisch: zehn Tage Krankenhaus, drei Wochen Reha.

Lancaster erholte sich vollständig, begleitete nur sechs

Wochen später ihre Tochter zum Altar und reiste kurz

darauf nach Mexiko und Guatemala – wo sie zu Pferd

den Pacaya-Vulkan erklomm.

Lancaster meint inzwischen: „Das Timing war falsch.

Einer Person in Schock, unter starken Schmerzmitteln

Quelle: www.kath.net

EUTHANASIE

und desorientiert eine lebensbeendende Entscheidung

anzubieten – das ist problematisch.“ Obendrein

ist dies nicht der erste Fall in der Familie: 2023 starb

Lancasters Ehemann an metastasiertem Krebs. Auch

ihm wurde gemäß gesetzlicher Vorgabe Sterbehilfe

angeboten. Er lehnte ab. Tochter Jordan Weaver betont:

„Meine Mutter und ich sind praktizierende Katholiken.

Wir würden MAiD unter keinen Umständen akzeptieren.

Ihr Leben ist wertvoll für die Menschen, die

sie lieben.“

Kanadas Medical Assistance in Dying (MAiD) wurde

2016 eingeführt und mehrfach erweitert: zunächst auf

terminal Kranke, später auf Menschen mit schweren,

nicht heilbaren Leiden auch ohne unmittelbar tödliche

Prognose. Ärzte dürfen MAiD nach klinischem Ermessen

ansprechen, solange sie die gesetzlichen Kriterien

prüfen können. Vancouver Coastal Health (VCH) erklärte

auf Nachfrage, man sei von dem konkreten Gespräch

nicht informiert und betonte, dass Notaufnahme-Personal

„grundsätzlich nicht

in der Position“ sei, das Thema

anzusprechen.

Kritiker sehen darin jedoch ein systemisches

Problem. „Viele MAiD-

Anbieter handeln in gutem Glauben,

aber das System formt das

klinische Verhalten“, sagt Dr. Ramona

Coelho vom MAiD-Überprüfungsausschuss

des Chief Coroner

Ontario. „Wenn der Tod neben

oder sogar vor umfassender Versorgung

angeboten wird, entfernt

sich die Medizin von ihrem Auftrag,

zu heilen und durch Leiden zu

begleiten.“

Lancaster selbst hat keine formelle Beschwerde eingereicht

– sie möchte „vergessen und weiterleben“.

Doch ihre Geschichte passt in eine wachsende Reihe

von Berichten, in denen Sterbehilfe in Notaufnahmen

oder bei behandelbaren Leiden angeboten wird. Eine

Umfrage von Angus Reid und Cardus von 2024 zeigte,

dass viele Kanadier sich unter Druck gesetzt fühlen,

wenn Ärzte das Thema von sich aus ansprechen. In

Alberta hat man inzwischen schon per Gesetz („Last

Resort Termination of Life Act“) reagiert und Ärzte

verpflichtet, MAiD nur auf expliziten Wunsch der

Patienten zu thematisieren.

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LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

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So lange, bis Abtreibung

der Geschichte angehört

Die Jugend für das Leben Österreich rief zum 5. Mal in Folge zum Marsch fürs Leben in

Innsbruck auf. Über 200 Personen nahmen am 7. März an der Lebensschutzdemo in der

Landeshauptstadt teil. Ein Zeichen für ein Tirol, das das Leben bejaht.

U

m 12 Uhr versammelten sich über 200 Personen

zum Marsch fürs Leben an der Annasäule in der

Innsbrucker Fußgängerzone. Mit dabei war dieses

Jahr auch Sundays for Life und die Bewegung für

das Leben Südtirol mit Infoständen.

„Wir werden unser Anliegen so lange an die Öffentlichkeit

tragen, bis es nicht mehr nötig ist – bis Abtreibung

der Geschichte angehört“, bestätigt Leopold

Stolberg, Vorsitzender der Jugend für das Leben, der

ebenfalls zum Marsch angereist war. Die vielfältigen

Redebeiträge zu Beginn reichten vom verantwortungslosen

Umgang mit Sexualität als Grundproblem über

die Debatte um Bannmeilen bis hin zu ermutigenden

Worten, für Gesellschaft und Politik sichtbar und aktiv

zu bleiben.

Paula Ketteler, eine Mitarbeiterin bei 1000plus, erzählte

aus der Beratungsarbeit mit Frauen im Schwangerschaftskonflikt

und rief zum Unterzeichnen eines offenen

Briefes zum Thema Bannmeilen vor Abtreibungseinrichtungen

an Frauenministerin Holzleitner (SPÖ)

auf. „Ein Rechtsstaat darf nicht auf Basis politischer

Narrative handeln, sondern muss sich auf überprüfbare

Tatsachen und die Verfassung stützen“, heißt es dort

bezüglich der medial kursierenden horrenden

Infostand der Bewegung für das Leben Südtirol

Falschmeldungen über die Tätigkeiten von Lebensschützern.

„Durch friedlich betende Lebensschützer

besteht keinerlei Gefährdung für Frauen, die eine

Abtreibungspraxis aufsuchen wollen, wie auch die

polizeilichen Behörden bestätigen“, betont Ketteler.

„Bannmeilen wären ein bedenklicher Präzedenzfall für

die Einschränkung elementarer Grundrechte.“

Ebenfalls für die Meinungsfreiheit plädierte der Innsbrucker

Gemeinderat Fabian Walch (FPÖ). „Das Recht

auf Leben ist nicht verhandelbar, die Würde der Kinder

ist nicht verhandelbar!“, ermutigte er die Marschteilnehmer.

In seinem Redebeitrag erinnerte er auch an

das Vorjahr, als das Innsbrucker Rathaus von Teilen der

Stadtregierung für die aggressive Gegendemonstration

missbraucht wurde, welche zu über 20 Festnahmen

geführt hatte. Nach sofortigen entsprechenden

Anfragen an den Bürgermeister durch die FPÖ, welche

nur missgünstig entgegengenommen worden seien,

wurden dieses Jahr keine einseitigen Zeichen mehr

gesetzt. Dennoch waren auch heuer trotz riesigem

Polizeiaufgebot wieder aggressive Gegendemonstranten

vor Ort und störten die Versammlung mehrfach;

es kam zu sieben Anzeigen durch die Polizei.

Walch sprach auch die aktuelle Lage in Tirol an: Die

Landesregierung hat mittlerweile sogar eine Prämie

von 90.000 Euro für die Nachfolger des aktuellen bekennenden

Abtreibungsarztes bereitgestellt – doch

noch immer hat sich niemand gefunden. „Wir wissen

aus erster Hand, dass sich immer schwerer Ärzte finden

lassen, die diesem Geschäft nachgehen möchten. Verständlich

– haben Ärzte doch ihren Beruf gewählt, um

allen Menschen, ungeachtet der Umstände, des Alters,

des Geschlechts oder des gesundheitlichen Zustands

zu helfen, und nicht zu töten“, zeigt sich Veronika Huber,

Generalsekretärin der Jugend für das Leben, beim

Marsch in Innsbruck optimistisch.

Die Tiroler Gruppe der Jugend für das Leben plant

bereits den Marsch fürs Leben 2027 – auch wenn es

hoffentlich bald schon keine derartigen Aktionen mehr

braucht, weil Abtreibung dann schon der Geschichte

angehören wird.

Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt

ein starkes Zeichen für das Lebensrecht

N

och nie haben so viele Menschen am Münchner

Marsch fürs Leben teilgenommen wie in diesem

Jahr: Mehrere tausend Teilnehmer setzten am

Samstag, den 18. April 2026, beim 6. Münchner Marsch

ein eindrucksvolles und friedliches Zeichen für den

Schutz und die Würde jedes menschlichen Lebens.

Der veranstaltende Verein Stimme der Stillen sieht in

der hohen Teilnehmerzahl auch eine Reaktion auf

zunehmend intensivere Forderungen von Befürwortern

von Abtreibung und Sterbehilfe. Dazu zählen unter

anderem politische Bestrebungen, Abtreibung

weiter zu legalisieren oder Kliniken verpflichtend zur

Durchführung von Abtreibungen zu machen.

Marsch für das Leben in Innsbruck

Quelle: www.kath.net

Silja Fichtner, die Vorsitzende des Vereins Stimme der

Stillen, erklärte dazu:

„Wir haben die bessere Position als die Abtreibungsbefürworter.

Wir stehen für den unbedingten Schutz

des Lebens von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen

Ende. Vor allem aber stehen wir solidarisch

an der Seite von Schwangeren und Familien in Not.“

Während des Demonstrationszuges durch die bayerische

Landeshauptstadt kam es wiederholt zu Störungen

durch Abtreibungsbefürworter. So musste der Demonstrationszug

auf der Schellingstraße aufgrund einer Blockade

durch Gegendemonstranten für etwa 45 Minuten

unterbrochen und vorübergehend geteilt werden. ◻

26 LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

LEBE 175/2026 – BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

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GEBET FÜR

DAS LEBEN

Sa, 20.06. in Bozen

Sa, 18.07. in Meran

Sa, 22.08. in Bozen

(Achtung Terminänderung

wegen dem Feiertag

Mariä Himmelfahrt)

Bozen – Gries: 14.30 Uhr

Hl. Messe in der Krypta

der Dreiheiligenkirche,

Duca D’Aostaallee,

anschließend Rosenkranz

und eucharistische

Anbetung

Meran: 14.30 Uhr

Hl. Messe in der Kapelle

bei den Barmherzigen

Schwestern in Gratsch,

anschließend Rosenkranz

und eucharistische

Anbetung

Seht euch den Filmtrailer

auf

an!

VERANSTALTUNGSKALENDER

THEMENABEND

anlässlich 40 Jahre Bewegung für das Leben Südtirol

„Was geschieht mit der Frau nach einer Abtreibung?“

Am Mittwoch, den 30. September 2026 um 20 Uhr

In Lana, Saal Katholischer Arbeiterverein, A. Hoferstraße 6

Petra Plonner hatte als Teenager eine Abtreibung. Niemand hatte sie

davor gewarnt, wieviel Schmerz und Einsamkeit auf sie warten würde.

Doch aus ihrer leidvollen Erfahrung heraus hat sie ein Lebenswerk geschaffen,

das bis in die Politik hineinwirkt, ihre Geschichte wurde zum

Motor der Veränderung in der gesamten österreichischen Lebensschutzdebatte.

Erleben Sie Petra Plonner, diese lebensfrohe und leidenschaftlich für den

Lebensschutz eintretende Frau, live!

ZUR REFERENTIN:

Mag. Petra Plonner ist Gründerin des Netzwerks

christlicher Bildungseinrichtungen

www.trinity.co.at und Pastorin in der LIFE

Church, einer Pfingstgemeinde in Leoben/

Steiermark. Sie ist stellvertretende Vorsitzende

der Österreichischen Lebensbewegung

www.lebensbewegung.at , einer Beratungseinrichtung

für Frauen in und nach Schwangerschaftskonflikten.

Petra ist in verschiedenen

gesellschaftspolitischen Bereichen aktiv, zuletzt

sehr erfolgreich mit der Bürgerbewegung

#fairändern www.fairaendern.at und der

Plattform www.keineinzelfall.at .

FILMABEND „Honig im Kopf“

Am Freitag, den 12. Juni 2026 um 20 Uhr

„Honig im Kopf“ erzählt die Geschichte der ganz besonderen Liebe zwischen

der elfjährigen Tilda (Emma Schweiger) und ihrem an Alzheimer

erkrankten Großvater Amandus (Dieter Hallervorden). Das humorvolle,

geschätzte Familienoberhaupt wird zunehmend vergesslich und kommt

mit dem alltäglichen Leben im Hause seines Sohnes Niko nicht mehr

alleine klar. Obwohl es Niko das Herz bricht, muss er bald einsehen, dass

für Amandus der Weg in ein Heim unausweichlich ist. Doch Tilda will sich

auf keinen Fall damit abfinden. Kurzerhand entführt sie ihren Großvater

auf eine erlebnisreiche und unvergessliche Reise, um ihm seinen größten

Wunsch zu erfüllen: Noch einmal Venedig sehen.

Til Schweiger versteht es, mit seinen Filmen tiefe Emotionen zu wecken

und Honig im Kopf ist sein Meisterwerk. Das Thema, das ja auch viele

Menschen betrifft und berührt wird herzlich, warm und auch etwas verklärt

dargestellt. Sicher ist die reale Krankheit weit weniger romantisch, aber

der Film will ja auch keine Doku sein. Vielmehr gibt dieser Film den

Menschen, ob direkt oder mittelbar betroffen, Hoffnung, Zuversicht und

den Eindruck, dass Til Schweiger jene verstanden hat. Dies kombiniert mit

einer warmen und oft sonnigen Bildgebung und Hallervordens unglaublich

authentischer Darstellung des dementen, aber schlagfertigen Menschen,

machen den Film zu einem tiefen Erlebnis der ganz seltenen Art.

Eintritt frei – empfohlen ab 6 Jahren

Im Vereinssitz der Bewegung für das Leben, Gampenstr. 49, Meran

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Liebe Leser, liebe Unterstützer, jeder einzelne Euro kann Leben schützen und Hoffnung schenken.

Der Fokus unserer Arbeit liegt darauf, auf vielfältige Weise Informationen über die sensibelste Phase

des menschlichen Lebens zu teilen – dem Lebensanfang im Mutterleib! Dank Ihrer Hilfe war es uns

in den vergangenen Monaten möglich, ungeborenen Kindern und ihren Müttern eine Stimme zu geben.

Ihre Spende wirkt – sie schenkt Mut, Perspektive und Zukunft.

Menschliches Leben beginnt nicht erst

später. Es ist da. Von Anfang an.

Beitrag auf der Facebookseite der Bewegung für das Leben

• Dank Ihrer wertvollen Unterstützung konnten wir für

unsere sozialen Medien ein junges Team engagieren,

welches in modernen und gefälligen Beiträgen

auf Facebook und Instagram mehrmals wöchentlich

unsere Kernbotschaft und Informationen zum Schutz

des Lebens einer breiten Öffentlichkeit zugänglich

machen. Das kostet uns ca. 1.000 Euro im Monat.

• Es war uns auch möglich, über Facebook und Instagram

Werbeschaltungen zu machen, die auf die

Einmaligkeit und Schönheit des Lebens hinweisen.

• Ebenso wurden durch Ihre Hilfe auch Werbeschaltungen

gemacht, um auf unsere Beratungsstelle

proFrau Südtirol aufmerksam zu machen.

• Durch Ihren Beitrag machten Sie es möglich, dass

wir wieder eine neue Ausgabe unserer Zeitschrift

LEBE erstellen und an ca. 9.000 Adressen schicken

konnten.

• Dank Ihrer großzügigen Spende konnten wir unsere

Literaturkampagne fortsetzen und kostenlos

zahlreiche Bücher verteilen, die über die Verwundungen

von Abtreibungen und deren Heilung

berichten.

• Es war uns dank Ihrer Hilfe möglich, die Miet-, Stromund

Telefonrechnungen für unser Büro zu bezahlen.

• Wir konnten weiterhin Familien über unsere Beratungsstelle

proFrau Südtirol mit Essensgutscheinen

und weiteren Hilfsleistungen unterstützen.

Beitrag auf der Instagramseite von proFrau Südtirol

• Durch ihre Hilfe war es uns möglich, die Rechnungen

für die lebensrettende Telefonhotline „Es gibt Alternativen“

zu bezahlen. Durch sie erfahren Schwangere

in Not täglich von 8 bis 22 Uhr Hilfe.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung!

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns

bei Ihrer Steuererklärung mit der Zuweisung

der 5 Promille unterstützen könnten.

Steuer-Nr. 94027310211

Unser Spendenkonto der Sparkasse Meran

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(Unser PayPal-Konto lautet auf

den Namen Waltraud Mairhofer)

Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar!

Aus dem Ausland: Bitte Ihre Spenden direkt

auf das Konto in Meran überweisen.

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ABTREIBUNG

Feindbild Mutterschaft – Vor 40 Jahren

gestorben: Simone de Beauvoir

Der Ungeist, den sie vertrat, quält uns bis heute: Sie kam und blieb, lässt sich mit

einem ihrer Romantitel sagen. Die Philosophin vergoss in Gedanken gern „Das Blut

der Anderen“. Die Kampagne „Wir haben abgetrieben“ ging auf sie zurück.

Heute vor 40 Jahren starb Simone de Beauvoir in Paris.

S

imone de Beauvoir (1908-1986), die Ikone der

Neuen Frauenbewegung, verehren Geistes- und

Sozialwissenschaftler, Feministinnen und Politiker.

Die sozialistische Existenzphilosophin gilt als Wegbereiterin

der sexuellen Revolution. Leidenschaftlich stritt

sie für Abtreibung. In dem Interview „Das Ewig Weibliche

ist eine Lüge“ im Jahr 1976 mit ihrer Gesinnungsfreundin,

der deutschen Frauenrechtlerin Alice

Schwarzer, behauptet de Beauvoir, sie sei nicht gegen

„Mutterschaft“, halte diese aber doch für eine „böse

Falle“: „Aus diesem Grund würde ich einer jungen Frau

raten, nicht Mutter zu werden. Hinzu kommt eine

schreckliche Mystifizierung der Mutter-Kind-Beziehung.

Wenn die Leute dermaßen Wert auf Familie und

Kinder legen, dann tun sie das, weil sie insgesamt in

einer solchen Einsamkeit leben. Sie haben keine Liebe,

keine Zärtlichkeit, keine Freunde, niemanden. Sie sind

allein. Also machen sie Kinder, um jemanden zu haben.

Und das ist grauenhaft. Auch für das Kind. Man macht

aus ihm einen Notstopfen, der die Leere füllen soll.

Dabei geht das Kind, sobald es groß ist, ja doch weg.

Es ist überhaupt keine Garantie gegen die Einsamkeit.“

Die Philosophin leugnet alle Dimensionen der Mutterliebe,

ebenso auch, dass das Kind sich geliebt und

geborgen weiß. Es ist, als hätte sie nie ein lächelndes

Baby und eine glückliche Mutter, die es in ihrem Arm

wiegt, gesehen. Unterstellt wird der Mutter Egoismus,

als ob das eigene Kind, das nur sich selbst gehört, aber

geliebt werden darf, zum Besitzstand gehörte und

zumindest eine kurzfristige Antwort auf die Sinnfrage

darstellte, solange, bis das Kind das Haus verlasse.

Simone de Beauvoir instrumentalisiert den Menschen.

Ist das Kind je Besitz der Mutter?

„… und dieser Embryo, der in ihr haust,

ist ja nichts wie Fleisch“

Von einem Kinderwunsch der Mutter, ein Kind, um

seiner selbst willen, nicht aus Eigennutz, weiß sie

nichts. So wird nachvollziehbar, warum de Beauvoir in

ihrem Weltbestseller „Das andere Geschlecht“ – der

Originaltitel lautet: „Le Deuxième Sexe“, also „Das

zweite Geschlecht“, was die hierarchische Geringschätzung

der Frau betonen soll – über die schwangere

Frau materialistisch schreibt: „Sie fürchtet auch, mit

einem Schwächling, einem Ungeheuer niederzukommen,

weil sie die scheußliche Zufälligkeit des Körpers

kennt, und dieser Embryo, der in ihr haust, ist ja nichts

Von Thorsten Paprotny

wie Fleisch.“ Der Fötus sei für die Frau „ein Parasit, der

auf ihre Kosten lebt“ (Simone de Beauvoir, Das andere

Geschlecht, Zweites Buch, Zweiter Teil, VI. Mutterschaft,

Rowohlt Verlag 1980, S. 482 f.).

Simone de Beauvoir vertrat, wie ihr Lebensgefährte

Jean-Paul Sartre, ein radikales Autonomieverständnis.

Über die Menschenwürde kann damit beliebig verfügt

werden, ja sie kann kraft eines Aktes der Selbstbestimmung

oder auch der Selbstbefreiung vernichtet werden:

wenn die Mutter das Kind im Mutterleib als Störenfried

für ihr jetziges und künftiges Leben, als

bloßen „Parasiten“ identifiziert und sich entscheidet,

das Kind in ihrem Leib töten zu lassen. Die Freiheit des

Menschen wird in eins gesetzt mit willentlich bestimmter

Selbstverwirklichung. Schützenswert sind dann

subjektive Karriereabsichten oder kostspielige Urlaubsreisen,

nicht aber Menschenleben.

Die enthemmte Fantasie unterstellt der schwangeren

Frau, dass die „scheußliche Zufälligkeit“ dann noch aus

dem Nachwuchs einen „Schwächling“ oder ein wie

immer bezeichnetes „Ungeheuer“ entstehen lässt –

wird hier etwa ein geistig oder körperlich beeinträchtigtes

Kind gedacht? Der Frau wird eine umfassende

Verfügungsmacht über den eigenen Körper zugesprochen,

dem ungeborenen Kind jegliches Recht aberkannt.

Die Würde des ungeborenen Lebens wird zur

Ermessenssache, das unerwünschte Kind soll getötet

werden, wenn die Mutter es wünscht. Maßstab allein

ist der fluide Wille der schwangeren Frau, und es wird

skandalöserweise als richtig bestimmt, dass ein

Mensch über den Tod eines anderen Menschen im

eigenen Leib beliebig verfügen kann.

„Wir haben abgetrieben“: Das Vorbild

für die Stern-Kampagne kam aus Frankreich

Die Philosophin gehörte zu den Mitunterzeichnerinnen,

die im Nouvel Observateur am 5. April 1971 das „Manifest

der 343“ veröffentlicht: 343 Französinnen, so

auch Simone de Beauvoir, weiterhin die Schriftstellerin

Françoise Sagan und die bekannte Schauspielerin

Jeanne Moreau, bekundeten freimütig und stolz: „Je

me suis fait avorter“ („Ich habe abgetrieben“). Sie alle

forderten das Recht auf freie Abtreibung. Auch in

Deutschland, nur einen Monat später, im Magazin

Stern, bekannten sich am 6. Juni 1971 unter Führung

der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer Frauen zur

Abtreibung, zu: „Wir haben abgetrieben.“ Darunter

auch die bekannte Schauspielerin Senta Berger.

Seinerzeit herrschte in der katholischen Kirche in

Deutschland und seitens ihrer Oberhirten ein energisches

Eintreten für den unbedingten Lebensschutz

vor. Einige Diözesanbischöfe errichteten eine Brandmauer

gegen politische Akteure, die eine Legalisierung

der Abtreibung befürworteten. Kandidaten demokratischer

Parteien, die zur Bundestagswahl 1972 antraten

und den Lebensschutz relativieren wollten, galten

als unwählbar. Der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal

Höffner erklärte in einem Hirtenbrief im Februar 1972

unmissverständlich: „Abgeordnete, die nicht bereit

sind, die Unantastbarkeit menschlichen Lebens, auch

des ungeborenen Kindes, zu gewährleisten, sind für

einen gläubigen Christen

nicht wählbar.“ (Joseph Kardinal

Höffner: Kraft des

Glaubens II, Freiburg 1986,

S. 426).

Und heute? Allenthalben

warnen deutsche Bischöfe

wortmächtig vor der AfD,

die zumindest von sich behauptet,

dass sie der

„schleichenden Erosion des

Lebensrechts in der Politik

effektiv Einhalt gebietet“.

Der Ungeist des

Existenzialismus

Simone de Beauvoir kämpfte

ihr Leben lang energisch

für Abtreibung. Vor fünfzig

Jahren riet sie Frauen

davon ab, zu heiraten und

Mütter zu werden. „Mutterschaft“

und „Heirat“ bezeichnete

sie als „Falle“, als

eine „wahre Sklaverei“, und

Frauen sollten, wenn sie

denn wollten, sich davor hüten

zu heiraten. Gefragt, ob sie es selbst bereue, kinderlos

geblieben zu sein, antwortete die Philosophin

– damals 68 Jahre alt – freimütig, ironisch und beschwingt:

„O nein! Ich gratuliere mir jeden Tag dazu!

Wenn ich die Großmütter sehe, die – anstatt endlich

einmal ein bisschen Zeit für sich selbst zu haben – auf

kleine Kinder aufpassen müssen … Das macht ihnen

nicht immer nur Freude …“

Vordergründig wirbt die Philosophin für Wahlfreiheit,

mit einer militanten, zynischen Rhetorik und offensiv

bekundeter Kinderfeindlichkeit. Kleine, spielende Kinder

werden als Bedrohung für das Freizeitvergnügen

von Großmüttern angesehen. De Beauvoir tritt auf, als

ob mit der individuellen Lebensgestaltung eine absolut

gesetzte Souveränität über den eigenen Körper

einherginge, bei der die Unantastbarkeit der Würde

Simone de Beauvoir

des Menschen, damit auch die Frucht des Leibes, das

ungeborene Leben, vollständig relativiert und damit

auch berechtigterweise getötet werden könnte. Statt

des sehnsüchtig erwarteten, geliebten Wunschkindes

kennt sie damit nur die über alles geliebte, existenzialistisch

legitimierte Selbstverwirklichung und, bei

deren Gefährdung, den Wunsch nach vorgeburtlichen

Kindstod durch Abtreibung.

In Frankreich hat der Ungeist des Existenzialismus

triumphiert. Heute ist dort die Freiheit zur Abtreibung

als Verfassungsrecht etabliert. Der Beauvoir’schen

Gesinnung folgend wurde am 4. März 2024 am Place

du Trocadero in Paris von Demonstranten plakatiert:

„Mon corps, mon choix“, also „Mein Körper, meine

Wahl“. Diese Wendung fußt auf Michel Foucaults

„Biopolitik“ und meint den

unbedingten Zugriff auf

die biologischen Vorgaben

des eigenen Körpers.

Damit wird jede Abtreibung,

aber auch jede Manipulation

der biologischen

Vorgaben als

willentlicher, gerechtfertigter

Akt der Selbstbestimmung

identifiziert.

Öffentlicher Einsatz

für Pädophile

Bis heute werden Vordenker

der Abtreibung wie de

Beauvoir, die maßgebenden

Einfluss auf die Geistes-

und Sozialwissenschaften

und auf

emanzipatorisch gesinnte

politische Parteien hatten,

teilweise hagiografisch

verehrt. Vergessen werden

sollte nicht: Sie und mit ihr

viele andere Intellektuelle

wie Jean-Paul Sartre, André

Glucksmann und Louis Aragon sowie spätere französische

Minister wie Bernard Kouchner traten am 26.

Januar 1977 in einem offenen Brief in Le Monde für

die Freilassung von drei verurteilten Pädophilen ein

und vertraten die Auffassung, dass Mädchen im Alter

von 13 Jahren alt genug seien, um dem Geschlechtsverkehr

mit Erwachsenen zuzustimmen.

Prominente, einflussreiche Denker wie Simone de

Beauvoir sollten mehr, als das bisher geschehen ist,

sehr genau und sehr kritisch gelesen werden – um die

Dimensionen des lebensfeindlichen Grauens zu erkennen,

das sich in der abendländischen Geistesgeschichte

im alten Europa eingeschlichen hat, in dem das

lebensunfreundlich gesinnte Subjekt nach eigenem

Ermessen über Leben und Tod eines anderen Menschen

entscheiden möchte.

Quelle: Corrigenda – www.corrigenda.online

Foto: Wikimedia.it

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D

Unsere Zielsetzungen:

Als Pro-Life-Bewegung setzen wir uns mit Leidenschaft und Überzeugung

für den Schutz des Lebens in all seinen Phasen ein – vom Augenblick der

Zeugung bis zum natürlichen Tod. Es ist uns ein tiefes Anliegen, das Leben

ungeborener Kinder, von Menschen mit Behinderung, sowie älteren

Mitbürgern zu schützen und ihre Rechte zu wahren.

Unser Engagement konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

Aufklärung über das Lebensrecht der Ungeborenen

Beratung und Unterstützung von Frauen in Schwangerschaftskonflikten

Hilfe bei der Bewältigung der Folgen nach einer

Abtreibung, insbesondere des Post-Abortion-Syndroms (PAS)

Einsatz für ein würdevolles, natürliches Lebensende

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