31.05.2026 Aufrufe

Schwachhauser I Magazin für Bremen I Ausgabe 109

Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Farbe Blau ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber hier auf dem Titel gefällt mir das zarte Blau der Kornblume ausgesprochen gut. Wenn Kornblumen am Feldrand blühen, sind sie ein Zeichen dafür, dass die Natur noch viel Schönes zu bieten hat. Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Touristin und zu Besuch in Bremen zu sein. Unglaublich, wie sich der Blickwinkel ändert. Sofort entdeckte ich wieder, wie schön unser Marktplatz ist. Käme ich aus Städten mit ähnlichen Einkaufsstraßen wie der Obernstraße, wären diese auch nicht unbedingt schöner – auch dort gäbe es nicht überall Aufenthaltsqualität. Dieses Sich-mit-anderen-Vergleichen war noch nie meins, und uns hier kleiner zu machen, als wir sind, finde ich schade. Sie können hier im Magazin viel Neues entdecken: im Fedelhören, in der Wernerstraße und am Wall. Dort draußen im Restaurant zu sitzen: herrlich! Noch mehr freue ich mich auf La Strada und die Breminale – schützenswerte und unterstützenswerte Projekte für alle, die ich im nächsten Jahr nicht missen möchte, nur weil dafür kein Geld zusammengekommen ist. In der Plauderei mit Lena Häfermann spricht Esther Siwinski sehr ernsthaft über ihre Arbeit und ihre Leidenschaft, die Breminale möglich zu machen. Auch wenn ich Bremen sehr liebe, muss auch ich hin und wieder die Stadt verlassen – vor allem alle zwei Jahre, um nach Venedig zur Kunstbiennale zu fliegen. Was das genau ist, habe ich im Heft ein wenig zusammengefasst. Die unglaublich vielen Kunstschaffenden dort kann ich Ihnen hier nicht alle zeigen, denn das würde sonst das ganze Magazin füllen. Unsere Kunst- und Kulturstätten sind auch im Sommer geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins. Bleiben Sie zuversichtlich. Ihre, Susanne Lolk

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Farbe Blau ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber hier auf dem Titel gefällt mir das zarte Blau der Kornblume ausgesprochen gut. Wenn Kornblumen am Feldrand blühen, sind sie ein Zeichen dafür, dass die Natur noch viel Schönes zu bieten hat.

Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Touristin und zu Besuch in Bremen zu sein. Unglaublich, wie sich der Blickwinkel ändert. Sofort entdeckte ich wieder, wie schön unser Marktplatz ist. Käme ich aus Städten mit ähnlichen Einkaufsstraßen wie der Obernstraße, wären diese auch nicht unbedingt schöner – auch dort gäbe es nicht überall Aufenthaltsqualität. Dieses Sich-mit-anderen-Vergleichen war noch nie meins, und uns hier kleiner zu machen, als wir sind, finde ich schade.

Sie können hier im Magazin viel Neues entdecken: im Fedelhören, in der Wernerstraße und am Wall. Dort draußen im Restaurant zu sitzen: herrlich!

Noch mehr freue ich mich auf La Strada und die Breminale – schützenswerte und unterstützenswerte Projekte für alle, die ich im nächsten Jahr nicht missen möchte, nur weil dafür kein Geld zusammengekommen ist.

In der Plauderei mit Lena Häfermann spricht Esther Siwinski sehr ernsthaft über ihre Arbeit und ihre Leidenschaft, die Breminale möglich zu machen.

Auch wenn ich Bremen sehr liebe, muss auch ich hin und wieder die Stadt verlassen – vor allem alle zwei Jahre, um nach Venedig zur Kunstbiennale zu fliegen. Was das genau ist, habe ich im Heft ein wenig zusammengefasst. Die unglaublich vielen Kunstschaffenden dort kann ich Ihnen hier nicht alle zeigen, denn das würde sonst das ganze Magazin füllen. Unsere Kunst- und Kulturstätten sind auch im Sommer geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins.
Bleiben Sie zuversichtlich.

Ihre, Susanne Lolk

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KULTUR

Theater

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Ausstellungen

Veranstaltungen

PLAUDEREI

Esther Siwinski

KUNST

Jette Slangerod

IN BREMEN

Bindungsenergetik

St. Joseph-Stift

Wohnwerkstatt

Lume

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Editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser,

Die Farbe Blau ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber hier auf dem

Titel gefällt mir das zarte Blau der Kornblume ausgesprochen gut. Wenn

Kornblumen am Feldrand blühen, sind sie ein Zeichen dafür, dass die

Natur noch viel Schönes zu bieten hat.

Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Touristin und zu Besuch in

Bremen zu sein. Unglaublich, wie sich der Blickwinkel ändert. Sofort entdeckte

ich wieder, wie schön unser Marktplatz ist. Käme ich aus Städten

mit ähnlichen Einkaufsstraßen wie der Obernstraße, wären diese auch

nicht unbedingt schöner – auch dort gäbe es nicht überall Aufenthaltsqualität.

Dieses Sich-mit-anderen-Vergleichen war noch nie meins, und

uns hier kleiner zu machen, als wir sind, finde ich schade.

Sie können hier im Magazin viel Neues entdecken: im Fedelhören, in

der Wernerstraße und am Wall. Dort draußen im Restaurant zu sitzen:

herrlich!

Noch mehr freue ich mich auf La Strada und die Breminale – schützenswerte

und unterstützenswerte Projekte für alle, die ich im nächsten Jahr

nicht missen möchte, nur weil dafür kein Geld zusammengekommen ist.

In der Plauderei mit Lena Häfermann spricht Esther Siwinski sehr ernsthaft

über ihre Arbeit und ihre Leidenschaft, die Breminale möglich zu machen.

Auch wenn ich Bremen sehr liebe, muss auch ich hin und wieder die

Stadt verlassen – vor allem alle zwei Jahre, um nach Venedig zur Kunstbiennale

zu fliegen. Was das genau ist, habe ich im Heft ein wenig

zusammengefasst. Die unglaublich vielen Kunstschaffenden dort kann

ich Ihnen hier nicht alle zeigen, denn das würde sonst das ganze Magazin

füllen. Unsere Kunst- und Kulturstätten sind auch im Sommer geöffnet

und freuen sich auf Ihren Besuch.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins.

Bleiben Sie zuversichtlich.

Ihre,

Susanne Lolk

·

Mit dem QR-Code online lesen

und im Archiv stöbern!

3


Inhalt

109

06

KUNST

Jette Slangerod

16

BIENNALE

Zur Geschichte des

Kunstfestivals

30

IN BREMEN

Bindungsenergetik

St. Joseph-Stift

Lume I Napoli

Wohnwerkstatt

40

MUSIK

Philharmoniker

Seebühne

Metropol

50

BÜHNE

Theater Bremen

Shakespeare Company

Stadttheater BRV

GOP

4


Immobilienrecht?

Dafür hab ich

jemanden!

20

PLAUDEREI

Esther Siwinski

Breminale

38

FESTIVALS

La Strada

Musikfest

64

AUSSTELLUNGEN

Kunsthalle

Gerhard-Marcks-Haus

Hafenmuseum

Städtische Galerie

75

UNTERHALTUNG

Fillmkritik

Buchbesprechung

Cartoon

Kreuzworträtsel

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5


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Jette Slangerod

6


von Karla Wagner

Bilder als sinnliche

Erfahrungsräume

Jette Slangerod schaut auf ein facettenreiches und erfahrungsgesättigtes

Leben. Geboren ist die Künstlerin 1946 in Dänemark,

seit 1984 hat sie ihren Wohnsitz in Deutschland. Sie ist ein „Kind“

der Flower-Power-Bewegung der 60er Jahre, bricht bewusst

aus dem etablierten gesellschaftlichen Sein aus, wendet sich von

konventionellen Normen ab, sucht alternative Lebensentwürfe

und lebt fünf Jahre in einer „Hippie-Wohngemeinschaft“ auf

dem Land.

Jette Slangerod

Jette Slangerod fährt nach Griechenland per Anhalterin – etwas,

was heute aus der Zeit gefallen ist und kaum mehr junge Menschen

tun – und verkauft im Zeitraum von drei Jahren selbst hergestellte

Schmuckstücke an Touristinnen und Touristen auf Kreta,

auch dies wie so viele jungen Menschen zu jener Zeit.

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8


Dann jedoch möchte sie „in die Zivilisation“ zurück,

lebt zunächst in Marburg – „Dachschaden“ ist das

einzige ihr geläufige deutsche Wort – und studiert

im Anschluss Bildende Kunst an der Hochschule für

Künste im Sozialen in Ottersberg. Mit vier anderen

Künstlerinnen und Künstlern baut Jette Slangerod

ein Atelier auf - in unmittelbarer Nähe der legendären

Vergnügungsbar „Krokodil“ - auch bekannt als

„Schnapper“ - in der Nordstraße/ Walle und einst Ort

für lebendiges und pulsierendes Nachtleben. Für Jette

Slangerod ist das Atelier lange Jahre, bis zum Verkauf

des Geländes, gleichermaßen Wohnort-und Arbeitsstätte.

Seit 1996, also seit nunmehr 30 Jahren, ist sie

als freischaffende Künstlerin tätig.

Jette Slangerod verknüpft ihre Fachexpertise in Bezug

auf das bildnerische Gestalten mit ihrer langjährigen

Tätigkeit als Ergotherapeutin für Menschen mit Sehbehinderung,

die sie in Delmenhorst ausübt.

Im Jahr 2002 erhält die Künstlerin ein Stipendium

der Stiftung Kulturfonds im Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop,

im Jahr 2003 hat sie die Möglichkeit ein

Malerei-Stipendium in Riga/ Lettland zu bewerkstelligen,

woraus sich unter anderem eine Kooperation

zwischen dem Berufverband Bildender Künstler und

Künstlerinnen Bremen (BBK) und dem Künstlerverbund

Lettland herauskristallisiert. In Riga arbeitet sie

in einem alten Schloss, kreiert auf mehreren übereinander

geschichteten Din-A-4-Folien Strukturen

und Flecken. So realisiert die Künstlerin Transparenz,

mannigfaltige Effekte und Bedeutungsmöglichkeiten,

wobei die Wege kaum vorgezeichnet sind und mehr

als nur eine Richtung beinhalten.

2015 schließt sich für sie ein Residenzstipendium

Berlin an, das vom vom Senator für Kultur, Bremen

gefördert wird. Im Rahmen dieses Angebots fotografiert

sie zunächst achtlos weggeworfene Tüten, die

sie in Parks findet und setzt das Bildmaterial direkt

in zwei Meter großen Formaten an Wänden um –

„Kraftorte“ – wie die Künstlerin es im Gespräch nennt.

Im Jahr 2016 erschafft sich die Künstlerin ein neues

Atelier, das sie mit Kolleginnen eigenständig herrichtet

– angefangen vom Trockenbau über das Einziehen

von Zwischenwänden und der individuellen, auf ihre

Bedarfe abgestimmte Einrichtung. Mit vielen anderen

Kunstschaffenden gründet sie einen gemeinnützigen

Verein.

Die „Kolleggs-Atelier-und-Werkstätten“ befinden sich

auf dem Kelloggs-Gelände (Überseeinsel) zwischen

dem ehemaligen Werk und der „Rickmers Reismühle“

in der Überseestadt - in direkter Nachbarschaft zu

9


Out of sight

verschiedenen Hotels und Wohnprojekten. Zurzeit

nutzen und „bespielen“ mehr als 100 Künster und

Künstlerinnen, Musiker und Musikerinnen wie auch

Handwerker und Handwerkerinnen die in überwiegender

Eigenarbeit hergerichteten Räume der alten

Produktionsstätte. In diesem spannenden Umfeld

offeriert die kreative, energiegeladene Gemeinschaft

Einblicke in Bildhauerei, Musikperformances, Holzbildhauerei

und Kunsthandwerk. Die verschiedenen

künstlerischen Disziplinen fügen sich zu einem impulsgebenden,

motivierenden und lebendigen Ganzem

zusammen, das auch für Jette Slangerod inspirierende

und innovative Zusammenarbeit ermöglicht.

Jette Slangerod nimmt seit Beginn ihres künstle-

Visitor 1

Visitor 2

10


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111


12

Day Tripper #1


rischen Schaffens stetig an zahlreichen Gruppenausstellungen

teil und verwirklicht ebenso mehrere

Einzelausstellungen. Die Bildwelten der Künstlerin

erwecken den Eindruck malerischer Körperlichkeit.

Jette Slangerod durchbricht die gängigen und vertrauten

Formate der rechteckigen Leinwand. Ihre

Arbeiten präsentieren sich amorph, nicht regelmäßig,

sind organisch und ermöglichen eine Offenheit im

Arbeitsprozess, verlassen Eingrenzungen, bewegen

sich jenseits von vermeintlichen Konventionen des

rechten Winkels. Die Künstlerin nimmt Betrachter

und Betrachterinnen ihrer Arbeiten mit in den Schaffensprozess,

sie werden aus ihrer Rolle als Besucher

und Besucherinnen „entlassen“ und zu aktiven Mitwirkenden

der Wahrnehmung und Deutung in der

Formbildung. Es eröffnen sich dabei philosophische

Fragestellungen wie der Überlegung, ob den eigenen

Augen zu trauen ist oder doch, als sichereres Terrain,

dem Verstand vertraut werden sollte.

Die Kunst Jette Slangerods bewegt sich durchgängig

in einem Spannungsfeld aus Ausdruck und Ordnung,

Instinkt und Komposition. Es gelingt der Künstlerin in

ihre Arbeiten eine leise und doch beständige Energie

einzubetten. Die Kunstwerke tauchen als malerische

Versuchsanordnungen auf, sie scheinen zu atmen,

zu wachsen, sich weiterzuentwickeln und mit den

Betrachtern und Betrachterinnen in Resonanz zu treten.

Die auf Leinwand häufig in mehreren Schichten

aufgetragene Acrylfarbe und wieder abgekratzte und

neu aufgetragene Farbe ist in keinem Fall Mittel zur

Dekoration, sie ist Träger von Emotionen, Erinnerungen,

veranschaulichen und versinnbildlichen gleichermaßen

Rhythmus und Dynamik, die Leinwand selbst

kristallisiert sich als Raum für intuitive Prozesse heraus.

Erdige, gedeckte Töne und dann doch plötzlich

geradezu ausbrechende leuchtende Primärfarben

verschärfen und verstärken die Spannkraft und Vitalität

ihrer Arbeiten. Jette Slangerod gelingt es sinnliche

und haptische Erfahrungen in ihren Arbeiten wachzurufen.

Sie verwendet Spachtel und Pinsel, manchmal

auch ihre Hände als Werkzeug und lässt so reliefartige

Oberflächen entstehen, vermittelt dadurch eine

geradezu physische Präsenz der Kunst.

In vielen ihrer Werke entwickelt die Künstlerin eine

Balance zwischen Spontaneität und Kontrolle. Mal

wirken die Linien wie zufällig gesetzt, mal offenbart

sich aber auch eine klare, nahezu mathematische

Struktur. Diese Dualität zieht sich wie ein roter Faden

durch das kreative Schaffen der Künstlerin. Jette

Slangerod formuliert und übersetzt innere Zustände

in sichtbare Gestaltungen. Eine schnelle Deutung der

Arbeiten liegt nicht im Fokus der Künstlerin.

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im St. Joseph-Stift

Osteoporose im Fokus

22. Juli 2026 um 16 Uhr

Dr. med. A. Choudhury, Chefarzt Geriatrie

J. Schimanski, Selbsthilfegruppe Osteoporose

Grüner Star – neue Optionen in der

Glaukomchirurgie

05. August 2026 um 17 Uhr

Dr. med. A. Medra, Chefarzt Augenklinik

Demenzinformationsabend

19. August 2026 um 16 Uhr

A. Viergutz, Neuropsychologin

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14

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Mit Aufmerksamkeit und Ruhe eröffnen sich Räume

des Nachspürens, Räume, in denen Farbe, Form und

Leere miteinander in den Dialog treten und offen für

kreative Weiterentwicklung sind. Die Bilder werden

zum Subjekt, zeichnen sich durch emotionale Resonanz

aus, Farbe und Textur stehen in harmonischem

Einklang.

Die Arbeitsweise der Künstlerin impliziert auch, dass

die weiße Leinwand mit dem sie umgebenden Raum

sich „verschwistern“ kann, direkt heftet Jette Slangerod

sie auf die weißen Wände an und versieht sie im

zweiten Schritt mit „Inhalten“. Bögen und Einbuchtungen

fügen sich in den Raum ein, sind Anordnungen,

die Halt und Ergänzung suchen. Die entstehenden Figurationen

beschränken sich nicht auf die Leinwand,

nutzen die sie umgebene Wand und beziehen sie in

das Gesamtkunstwerk mit ein. Der Raum wird zum

optischen und gedanklichen, konzeptionellen und

physischen Erlebnisfeld. Die Bilder der Künstlerin verweigern

klare, eindeutige Antworten. Die Figurationen

präsentieren sich hingegen schemenhaft, erscheinen

nebelverhangen, die Farbkörper heben sich kaum vom

Raum ab.

In der Natur angebotene Fundstücke sind für die

Künstlerin Rohmaterial, Impuls und Denkanstoß zur

Herausarbeitung von differenzierten Strukturen. Mittels

Verfremdung und der Zuweisung alternativer

Symboliken werden in ihren Arbeiten Stimmungen

und auch flüchtige Momente, und doch Momente

emotionaler Intensität eingefangen. Jette Slangerod

begibt sich durch ihr künstlerisches Wirken auf eine

Reise nach innen. Ihr Ziel ist es, das Unsichtbare sichtbar

zu machen, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, sie

gegebenenfalls zu modifizieren und in neuer Weise

darzustellen, da Worte diese oft nicht greifen können.

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Stadtmitte ihre abstrakte Malerei im Rahmen der dort

regelmäßig stattfindenden Sommerausstellungen.

slangerod.de | Instagram: @Jette Slangerod

SOMMERPAUSE

in der Schwachhauser Galerie

Eine Ausstellung mit Jette Slangerod wird

es nicht geben, da die Galerie bis Ende August

geschlossen ist.

Die nächste Ausstellung wird mit dem

Künstler aus der August/September Ausgabe

110 sein!


Der Padiglione Centrale, früher ein Palazzo erbaut 1895, dann umgestaltet und gerade frisch renoviert.

Biennale ’26

Ein Venedig Besuch von Susanne Lolk

Vor vielen, vielen Jahren hat mir eine leider mittlerweile

verstorbene Freundin von der Kunst Biennale

in Venedig erzählt und mich neugierig gemacht, was

das denn eigentlich ist. Es dauerte noch eine Weile,

bis ich die Zeit hatte, mich darauf einzulassen. Heute

bin ich quasi süchtig und freue mich auf diese spezielle

Zeit in Venedig.

Vielleicht geht Ihnen das auch so, dass Sie so gar

nichts über die Kunstbiennale in Venedig wissen und

deshalb dachte ich mir, erkläre ich es einmal. Auch

habe ich ein paar Fotos von den schönsten Gebäuden

gemacht. Über jedem Länderpavillion gibt es eigenes

nachzulesen. Die Gebäude haben im Laufe der Jahrzehnte

viel gesehen!

Am 09. Mai startete die neue Kunst Biennale mit dem

Thema IN MINOR KEY. In Molltönen. Leider konnte

KOYO KOUOH nicht dabei sein, sie verstarb vor der

Eröffnung. Einzelheiten dazu finden Sie auf der offiziellen

Website: labiennale.org

Immer wenn ich erzähle, dass ich mich wieder auf den

Weg mache zur Biennale Arte und erzähle, dass ich

mich freue die Pavillons auf dem Giardini zu erkunden,

sehe ich die Fragezeichen in den Gesichtern. Was

meint sie mit Pavillons – Zelte mit Kunst an den Plastikwänden?

Wie groß ist das eigentlich? Wo genau?

Der venizianische Pavillon, gebaut 1932

16


Der französische Pavillon, gebaut 1912 Der russische Pavillon, gebaut 1917

Die Biennale di Venezia – auf Deutsch meist „Kunstbiennale

von Venedig“ genannt – existiert offiziell seit

1895 und gilt als die älteste und wichtigste internationale

Ausstellung für zeitgenössische Kunst weltweit.

Sie hat die moderne Kunstgeschichte entscheidend

geprägt und war Vorbild für zahllose Biennalen auf

der ganzen Welt.

Wie entstand die Biennale?

Die Idee entstand bereits 1893 im Stadtrat von Venedig.

Damals wollte der Bürgermeister Riccardo Selvatico

der wirtschaftlich schwächer werdenden Lagunenstadt

neues internationales Prestige verschaffen.

Geplant wurde zunächst eine große nationale Kunstausstellung

zu Ehren des italienischen Königspaars

Umberto I. und Margherita di Savoia. Schon kurz darauf

entschied man sich jedoch für ein viel ehrgeizigeres

Konzept: nicht nur italienische, sondern auch internationale

Künstler sollten teilnehmen, die Ausstellung

sollte regelmäßig stattfinden, und sie sollte die moderne

Kunst ihrer Zeit präsentieren.

Die erste Biennale 1895

Am 30. April 1895 wurde die erste Ausstellung unter

dem Titel „I Esposizione Internazionale d’Arte della

Città di Venezia“ („1. Internationale Kunstausstellung

der Stadt Venedig“) eröffnet. Sie fand im heutigen

Ausstellungsgelände der Giardini statt, einem Park im

Stadtteil Castello. Für die Schau wurde eigens der „Palazzo

dell’Esposizione“ gebaut, der heute als zentraler

Pavillon dient. Die erste Biennale war sofort ein riesiger

Erfolg: über 200.000 Besucher kamen, Künstler

aus etwa 16 Ländern nahmen teil, und die Veranstaltung

wurde schnell international berühmt.

Warum heißt sie „Biennale“?

Das Wort stammt aus dem Italienischen: biennale =

„alle zwei Jahre“. Die Ausstellung findet also traditionell

im Zweijahresrhythmus statt. Durch Corona hat

sich der Turnus der ungeraden Jahre verschoben. Es

war 2015, 2017, 2019 und dann hätte es 2021 werden

sollen, aber erst 2022 ging es weiter. 2024 und nun

2026, übrigens haben Sie noch lange Zeit die Biennale

zu besuchen. Sie endet erst wie immer im November.

Die ersten internationale Pavillons

Ab 1907 begannen einzelne Länder, eigene nationale

Pavillons in den Giardini zu bauen. Belgien war das erste

Land, danach folgten unter anderem: Deutschland,

Großbritannien, Frankreich, Russland. Dieses System

der Länderpavillons ist bis heute eines der bekanntesten

Merkmale der Biennale.

Der österreichische Pavillon, gebaut 1934

Früher Jugoslawien, heute mit u.a. Serbien darin

17


Der amerikanische Pavillon, gebaut 1930

Unterbrechungen durch die Weltkriege

Wegen der beiden Weltkriege musste die Biennale

zeitweise pausieren: 1916-1918 wegen des Ersten

Weltkriegs, später erneut während des Zweiten Weltkriegs.

Nach 1945 entwickelte sie sich jedoch rasch

wieder zum wichtigsten internationalen Forum für

moderne Kunst.

Die Kunst Biennale nach 1945

Nach dem Krieg wurde die Biennale zum Zentrum der

internationalen Avantgarde. Viele bedeutende Kunstströmungen

wurden dort erstmals weltweit sichtbar:

• abstrakter Expressionismus

• Pop Art

• Konzeptkunst

• Performancekunst

• politische Kunst

• digitale und multimediale Kunst

Künstler wie Pablo Picasso, Jackson Pollock, Andy

Warhol, Joseph Beuys, Marina Abramović wurden

dort international diskutiert oder berühmt. Marina

Abramović, ist mit einer separaten Ausstellung in der

Accademia zu finden. Sie startete schon am 06. Mai

mit ihrer Transformier Energy, die Sie noch bis zum

18.10.2026 dort sehen können.

Der australische Pavillon, gebaut 2015 Der ungarische Pavillon, gebaut 1909

18


Mit dem Vaporetto Linie 1 unterwegs zur Kunst Der griechische Pavillon, gebaut 1933

Die Biennale heute

Heute zählt die La Biennale di Venezia zu den wichtigsten

Kulturinstitutionen der Welt. Während der Biennale

verwandelt sich praktisch ganz Venedig in eine

riesige Ausstellungslandschaft:

• Giardini,

• Arsenale,

• Palazzi,

• Kirchen,

• ehemalige Lagerhallen,

• öffentliche Plätze

werden zu Ausstellungsorten. Inzwischen beteiligen

sich fast 90-100 Länder mit eigenen Beiträgen.

Warum ist die Biennale so bedeutend?

Die Biennale ist mehr als eine Ausstellung. Sie gilt als:

• Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen

• Experimentierfeld neuer Kunstformen

• Treffpunkt der internationalen Kunstwelt

• und oft auch als politisches Forum

Viele Themen der Gegenwart – Krieg, Klimawandel,

Migration, Identität, Technologie oder KI – werden

dort künstlerisch verhandelt.

Ich kann Ihnen hier nur die Biennale erklären, die

Kunst müssen Sie selbst entdecken und sich selbst

eine Meinung bilden. Ich informiere mich meist gar

nicht vorher und lese auch nicht die so schnell im Netz

zu findenden Kritiken. Ich möchte mich gar nicht von

den Meinungen anderer beeinflussen lassen. Vielleicht

mögen Sie das auch?

Als begeisterte Besucherin der Biennale kann ich Ihnen

nur raten sich auf diesen großen Event einzulassen.

Ich hatte leider Pech, es regnete dauernd und

auf dem großen Gelände Giardini ging nichts ohne

Schirm..

Mir reichen drei Tage, dann schaffe ich alles, was

ich sehen will. Wenn Sie es ganz in Ruhe entdecken

möchten, sind eine Woche schon perfekt. Venedig ist

übrigens nicht so teuer wie man glaubt.

Ich werde ganz sicher in zwei Jahren wieder dort sein

und nicht nur die Kunst, sondern auch das Fahren mit

den Vaporettis und das Gefühl durch ein wunderschönes

Freilichtmuseum zu schlendern, genießen!

Text und Fotos: Susanne Lolk

Der deutsche Pavillon, gebaut 1909

Die Accademia mit der Sonderausstellung von Marina Abramović

19


Plauderei mit Esther Siwinski

Von Lena Häfermann

Jahr für Jahr stehen hochkarätige Musikerinnen und Musiker auf den Breminale-Bühnen, Foto: Breminale

20


Kopf der

01. bis 05.07.26 am Deich

Die Plauderei mit der Breminale-Geschäftsführung

Esther Siwinski beginnt ein wenig so, wie ich mir die

Organisation dieses ur-bremischen Festivals vorstelle:

Umwege eröffnen Räume und Möglichkeiten, bei

Herausforderungen werden schnurstracks passende

Lösungen gefunden, und am Ende sind Bremer einfach

immer nett.

Und so verhielt es sich: Wir (der Fotograf und ich)

nehmen den Aufzug, der in einem Café hält, landen in

der oberen Etage des Kreativ- und Innovationskontors

und treffen auf Menschen, die versuchen, uns dabei

zu helfen, den Weg zu finden; wir laufen weiter in ein

Treppenhaus, in dem wieder eine andere Mitarbeiterin

bei der Suche unterstützt und uns nebenbei erzählt,

was das Unternehmen, in dem sie tätig ist, produziert,

und schließlich gelangen wir wie in „Asterix

und Obelix erobert Rom“ zum Breminale-Büro! Leider

ist der ursprünglich geplante Gesprächspartner krank

geworden, doch das soll uns nicht aufhalten: Esther

Siwinski springt rasch ein, um mit mir zu plaudern und

von ihrem Herzensberuf, der Breminale-Festivalleitung,

zu erzählen. Unaufgeregt, selbstverständlich

und sehr sympathisch.

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21


Esther Siwinksi im Gespräch mit Lena Häfermann, Foto: Konstantin Zigmann

Supertalent: Gelassenheit

Trotz unseres Überfalls beantwortet Siwinski die ihr

gestellten Fragen so gelassen und konzentriert, als

hätte sie sich darauf vorbereiten können. Vielleicht

ist das eines der Supertalente, die man haben muss,

wenn man eines von Bremens beliebtesten, größten

und immer wieder von Schietwetter und Finanzproblemen

geplagten Festivals auf die Beine stellen

möchte. Ruhe bewahren und sich nicht anmerken lassen,

wenn es mal chaotisch wird, zum Beispiel als ein

Sturm noch vor Beginn die bereits gespannten Lichterketten

abriss und ein gutes Drittel aller Aufbauten

kurz vor der Eröffnung niederfegte.

Esther Siwinski ist es gewöhnt, auf Trab gehalten zu

werden (zuhause und außerhalb der Büro- und Festivalzeiten

sorgen ihre beiden kleinen Söhne dafür).

„Während der Breminale komme ich auf gut 25.000

Schritte am Tag“, bringt sie es bildhaft auf den Punkt.

Den Deich rauf, den Deich wieder runter, Fragen hier,

Stolperfallen dort. Kleine Feuer, die gelöscht werden

müssen, während daneben schon das nächste Setup

entsteht. Die Besucher bekommen das selten mit.

„Sollen sie ja auch nicht“, findet Siwinski. „Ich wünsche

mir, dass unsere Gäste eine rundum schöne Zeit

haben. Dass sie am Morgen nach einem Breminale-Besuch

mit einem Lächeln aufwachen und daran

denken, welch toller Abend hinter ihnen liegt.“

22

Der Aufbau für die Breminale beginnt schon Tage vorher

Foto: Breminale

Und was denkt sie morgens während der Festivaltage,

oft nach viel zu kurzen Nächten und zu wenig Schlaf?

Esther Siwinski muss nicht lange überlegen: „Dass ich

müde, aber glücklich bin. Wenn ich morgens durch

das oft noch ziemlich leere Viertel zum Deich radele,

freue ich mich schon auf die Crew – manchmal sehe

ich sie schon irgendwo beim Bäcker anstehen – und

sie sehen genauso kaputt und zufrieden aus wie ich.“

Unwillkürlich muss ich an die Sommer-Breminale-Tage

denken. Tage, an denen sich alle am Deich treffen.

Während des Festivals liegt einfach ein ganz besonderer

Zauber über der Stadt.


Fast 40 Jahre Breminale-Geschichte

Nochmal zurück zu den Anfängen: die Breminale gibt

es seit 1987, zweimal ist sie seither ausgefallen, einmal

im Jahr 2007 wegen Finanzierungsproblemen

und einmal 2020 wegen der Pandemie. Auf unserer

kleinen Zeitreise darf nicht fehlen, dass wahrlich und

wahrhaftig Green Day im Jahr 1992 vor ihrem internationalen

Durchbruch auf der Breminale-Bühne

standen. Auch Patrice, Joy Denalane, Jupiter Jones,

Andreas Bourani und Bausa waren unter vielen anderen

schon am Deich dabei.

Siwinski ist seit 2018 Teil der Festivalleitung. Nach ihrem

BWL-Studium, das ihr immerhin gezeigt hat, was

sie nicht will, gibt ein glücklicher Zufall den Anstoß

in Richtung Kulturwirtschaft. Aus einem Thekenjob

im Pier 2 wird eine Anstellung im dortigen Veranstaltungsbereich.

Gut zehn Jahre später, als es im Betrieb

vom Pier 2 zu Änderungen kam und die Location fortan

verpachtet werden sollte, wurde Esther angesprochen,

ob sie Lust auf einen Wechsel zur Breminale

hätte. Und ob! Gemeinsam mit Jonte von Döllen, der

noch immer als künstlerischer Leiter an ihrer Seite ist,

und einem weiteren Kollegen startete sie bei der Breminale,

die sie natürlich als Bremerin schon von Besuchen

kannte. Aber auch mit ihrem vorherigen Arbeitgeber,

dem Pier 2, war sie oft mit einem Gastrostand

am Osterdeich vertreten. „Für dieses Festival mitverantwortlich

zu sein, hat mich einfach voll gereizt“, erklärt

sie mit Nachdruck. Und: „Der Job macht mich bis

heute glücklich.“

Spenden gehört in Bremen zum guten Ton

So leicht sich die Breminale für uns alle anfühlt – sie

ist es nicht immer. „Wir sind eigentlich die ganze Zeit

damit beschäftigt, Geld einzutreiben und das alles irgendwie

möglich zu machen“, fasst Siwinski ein bisschen

nüchtern zusammen. Die Kosten steigen überall:

Gagen, Transport, Technik, Lebensmittel, Personal.

Das sind Themen, die sich bei aller Bremen-Liebe und

Breminale-Begeisterung nicht romantisieren lassen.

„Es gibt wirklich keinen Bereich, von dem ich sagen

würde, das ist so wie 2018, außer leider in vielen

Bereichen der Einnahmen.“ Und trotzdem: am Programm

soll nicht gespart werden. Eine gute Durchmischung,

eine hohe Qualität bleiben Anspruch. „Wir

wollen gute Acts aus allen Bereichen“, sagt sie. Bei

Einheitsbrei und weniger guter Musik kämen am Ende

auch wieder weniger Gäste, was wiederum weniger

Einnahmen bedeutet. Klingt logisch.

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23


Abends Konzerte, tagsüber wird viel für die kleinen Gäste geboten, Foto: Breminale

Damit das funktioniert, braucht

es auch Unterstützung außerhalb

der klassischen Strukturen.

Ein Baustein sind Spenden während des Festivals.

Ein ganz neuer ist der Breminale Fanclub – ein Kreis

von Menschen, die das Festival nicht nur finanziell

stützen, sondern auch mit dem Herzen. Ab 12 Euro

pro Jahr ist eine Mitgliedschaft möglich. Bei höheren

Summen winkt ein kleines Geschenk. Und: alle Mitglieder

dürfen sich im Herbst auf einen Breminale-

Abend als Dankeschön freuen. Bürgerliches Engagement

und die Bereitschaft zu spenden liegt uns Hanseaten

übrigens im Blut. Denken wir nur an die Bürgerparktombola

und die Schaffermahlzeit. Bier trinken

hilft neben der Spenden aber auch – die Bierwagen

werden von der Breminale betrieben und machen den

größten Teil des Umsatzes aus. Eintrittsgelder, um die

Finanzierung gesichert zu wissen, sind laut Siwinski

keine echte Option.

Das Festival, das unter anderem von der Umsonst

und Draußen Kultur gGmbH organisiert wird, soll genau

das bleiben: umsonst und draußen. Nicht nur,

weil durch Zäune und Sicherheitspersonal zusätzliche

Kosten entstehen, sondern auch und vor allem,

weil sich der Charakter der Breminale damit verändern

würde.

Ein Festival für alle

„Ich finde es einfach richtig schön, dass wir eine Teilhabe

für alle ermöglichen“, sagt sie. „Dass es egal ist,

mit was für einem Budget man kommt. Es gibt kei-

Authentisch bleiben –

bis zuletzt.

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Beeindruckendes Panorama am Osterdeich, Foto: WFB/Carina Tank

nen Verzehrzwang. Alle können mitmachen und dabei

sein.“ Die Breminale soll offen bleiben. Zugänglich.

Ohne Schwellen. Das zeigt sich auch im Detail:

barrierearme Wege und Podeste, Angebote für unterschiedliche

Zielgruppen, ein Blick dafür, wer sonst

nicht immer mitgedacht wird. Und es wird deutlich in

einem Wunsch von Esther Siwinski, den sie für eine

vage Zukunft formuliert: eine eigene Kinderbühne.

Konzerte für Kinder, an allen Festivaltagen. Als fester

Bestandteil. Weitere Wünsche, und Hoffnungen, sind

vor allem: „Dass die Breminale auch in Zukunft so

stattfinden kann. Sie sicher bleibt. Und sich alle wohlfühlen.“

Lieblingsmomente der Deichdirigentin

Und wofür lohnen sich die manchmal kummervollen

Gedanken und stressigen Zeiten? Auch jetzt muss

Siwinski nicht lange überlegen: Die Erinnerung an

die erste überstandene Breminale, die mit ihrer Hilfe

stattgefunden hat. Trotz super-anstrengender Einarbeitung

und einem Aufgabenzettel, der nie richtig abgehakt

war. „Da wusste ich, hier bin ich richtig. Das ist

genau mein Ding.“ Der Donnerstag ist ihr Lieblingstag.

Am Mittwoch als erster Breminale-Tag herrscht meist

noch Aufbaustimmung im Team. „Aber am Donnerstag,

wenn alle aufs Gelände strömen, der Deich immer

voller wird, das fühlt sich richtig schön an.“ Und

eigentlich immer dann, wenn das Funkgerät kurz still

bleibt und sie Zeit hat, sich einen Konzertmoment zu

gönnen.

Einen kompletten Auftritt hat sie jedoch seit 2018 nicht

mehr erlebt, gibt sie zu. Sie erinnert sich an ein rappelvolles

Schleusezelt und das Musikduo Blumengarten

auf der Bühne, eigentlich ein Teenie-Konzert und eher

eine Ausnahme auf der Breminale. Sie selbst stand im

Bühnengraben, zwischen den Musikern und jungen

Fans, und wieder ist ihr klar geworden, dass dieses

Festival für alle da ist. „Es berührt mich, wenn unsere

Gäste Musik hören, die hängen bleibt, wenn sie nette

Menschen treffen oder alte Freunde wiedersehen.“

Zur Breminale kann man auch allein kommen, hört sie

oft, denn irgendwen trifft man immer. Das ist schön,

denke ich. Und sehr wahr. Die nächste Breminale steht

in den Startlöchern. Welches Bild hat Esther Siwinski

im Kopf? Meine letzte Frage für heute. „Blauer Himmel,

ein voller Deich, möglichst keine Regenjacken.“

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25


Eine große Parade als Höhepunkt des Jubiläumsjahres

Die Bremer Straßenbahn feiert in diesem Jahr ihr

150-jähriges Bestehen. Im Zentrum der Feierlichkeiten

steht eine außergewöhnliche Fahrzeugparade. Am

Samstag, 6. Juni, verwandelt sich die Obernstraße zwischen

Brill und Domsheide von 16 bis 18 Uhr in eine

lebendige Bühne der Verkehrsgeschichte. Historische

Bahnen, moderne Fahrzeuge und passende Oldtimer

rollen dann durch die Innenstadt und machen die Entwicklung

des öffentlichen Nahverkehrs in Bremen unmittelbar

erlebbar. Von der Pferdebahn aus dem Jahr

1876 bis zum heutigen GT8N‐2 „Nordlicht“ reicht die

Spannbreite der Fahrzeuge, die Besucherinnen und

Besucher aus nächster Nähe bestaunen können.

150 Jahre Mobilität für Bremen

Die Geschichte der BSAG beginnt 1876 mit der ersten

Pferdebahnstrecke vom Herdentor nach Horn – heute

die Linie 4. Aus den anfänglichen fünf Kilometern ist ein

rund 600 Kilometer umfassendes Netz aus Bus- und

Straßenbahnlinien geworden, das weiter wächst. Mit der

Verlängerung der Linien 1, 2 und 8 werden neue Quartiere

erschlossen und besser angebunden. Mobilitätssenatorin

Özlem Ünsal betont die Bedeutung des Unternehmens:

Die BSAG verbinde Menschen und Stadtteile

und mache Mobilität in Bremen verlässlich, komfortabel

und nachhaltig.

Tradition trifft Innovation

Dass Bewährtes und Neues Hand in Hand gehen können,

hat Bremen schon immer ausgezeichnet und damit

auch über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen

gesorgt. Beispielsweise setzte die BSAG bereits früh

auf Elektrizität und konnte 1890 die erste elektrische

Oberleitungsbahn Europas in Betrieb nehmen. 1988

war sie Vorreiterin mit dem ersten barrierefreien Niederflurbus

und 1990 mit der ersten Niederflurstraßenbahn

Deutschlands, deren Beispiel weitere Verkehrsunternehmen

folgten.

Jüngst hat die Bremer Straßenbahn das bis dato deutschlandweit

einzigartige System »AI Watch« vorgestellt, das

für noch mehr Sicherheit in unseren Fahrzeugen sorgt.

Der Technische Vorstand der BSAG, Thorsten Harder,

fiebert den kommenden Jahren gespannt entgegen: »Der

Elektromobilität gehört die Zukunft – und wir gestalten

diese spannende Transformation mit. Als Ingenieur bin

ich begeistert, in diesen Zeiten der überragenden technischen

Entwicklungen unser Unternehmen mitgestalten

zu können. In 25 Jahren werden wir Elektromobilität,

vollautomatischen Betrieb und künstliche Intelligenz als

alltäglich erleben.«

Aktuelle Hinweise und Hintergründe zum Jubiläumsjahr

und zur großen Parade finden sich online unter:

bsag.de/150

MEILENSTEINE DER BSAG-GESCHICHTE

•1876 Gründung der »Actiengesellschaft Bremer Pferdebahn«

•1880 Erstmals Fahrten über die Weser

•1890 Erste elektrische Straßenbahn mit Oberleitung in Europa

•1891 Umbenennung in »Bremer Straßenbahn«

•1892 Erste reguläre elektrische Straßenbahn

•1910 Inbetriebnahme der ersten Oberleitungsbusse

•191 1 Ende des Pferdebahnbetriebs

•1924 Erste Omnibusse im Einsatz

•1955 Erster Gelenkbus in Dienst gestellt

•1965 Umsteigestelle vom Markt zur Domsheide verlegt

•1965 Erste Straßenbahnfahrerin eingestellt

• 197 1 Firmenlogo eingeführt

•2004 Videoaufzeichnung in Fahrzeugen eingeführt

•2024 Die Weihnachtsbahn dreht zum ersten Mal ihre Runden

•2025 Der Betriebshof Blumenthal auf E-Mobilität umgestellt

26


Der Sommer kann kommen, italienisch Essen im Napoli am Wall 164

Schon Ende der 60er Jahre eröff nete das »Ri sto rante

Napoli« als eines der ersten ita lienischen Re staurants

in Bremen.

Die Familie Aprea machte das Napoli zu dem, was es

heute ist, als sie 1982 die Räumlichkeiten übernahmen

und es zu einem „Zuhause“ für viele Stammgäste gestalteten.

Nach 32 Jahren suchte Luigi Aprea einen

würdigen Nachfolger. Er fand ihn und übergab am

01. September 2014 das Restaurant an Peymann

Nasserian, der bis heute das Restaurant in seinem

Sinne weiterführt. Peymann, wie er von allen genannt

wird, hat die gemütliche Atmosphäre im Napoli erhalten,

kleine Veränderungen und Modernisierungen

vorgenommen. Die Karte hat er kaum verändert, und er

Italienische Spezialitäten

bietet den Gästen zudem noch mehr Delikates aus dem

Meer an. Ein Koch, der Italiener ist, ist hier im Napoli

nach wie vor selbstverständlich.

Die täglich handgeschriebene Tageskarte spiegelt wider,

dass hier auf besonders frische Küche wert gelegt

wird. Die hausgemachte Pasta, Antipasti aus der

Vitrine, die schmackhaften Fisch- und Fleischgerichte

wie Saltimbocca alla Romana oder Seeteufel an Hummersauce,

zu denen es immer Kartoffeln und Gemüse

gibt und, nicht zu vergessen, die knusprigen Pizzen.

Hier wird Ihnen auch noch eine wunderbare Zabaione

frisch aufgeschlagen! Himmlisch locker!

Text: Susanne Lolk, Fotos: Napoli

Gastlich und gemütlich, bei Bedarf können die Tische auch für größere

Gruppen zusammengestellt werden.

Die gedeckten Tische, das gemütliches Ambiente und

vor allem das sehr gute Essen, sind ein Garant für einen

schönen Abend im Napoli. Tagsüber finden sich

viele der Anrainer des Walls zum Mittagstisch ein. Auf

milde Sommerabende bei einem Glas Wein oder mit

einem erfrischenden Bier in urbanem Ambiente auf der

groß zügigen überdachten Au ßen terasse „di fronte“ an

den Wall anlagen müssen Sie nicht mehr lange warten,

denn der Sommer kommt jetzt!

Das Team rund um Peyman freut sich auf Sie!

Ristorante - Pizzeria Napoli

Am Wall 164 I 28195 Bremen

T 0421 32 67 10

ristorante-napoli-bremen.de

27


LA STRADA #32

Internationales Festival der Straßenkünste

Das größte internationale Festival für Straßenkünste

in Norddeutschland kehrt zurück: vom

11. bis 14. Juni verwandelt das 32. LA STRADA-

Festival die Bremer Innenstadt, die Wallanlagen

und das Viertel in eine weltoffene Bühne unter

freiem Himmel.

RoZeO, Foto: Francis BEDDOK

28 Ensembles # 9 Nationen # 17 Bühnen # 118 Shows

Straßenkünstler:innen aus aller Welt begeistern mit

ihrer vielseitigen Mischung aus Theater, Tanz und

zeitgenössischem Zirkus wieder ein breites Publikum

und locken begeisterte Festivalfans nach Bremen.

Zehntausende Besucherinnen und Besucher dürfen

sich auch 2026 auf ein anspruchsvolles Programm

freuen, das mit Überraschungen, Humor und emotionaler

Tiefe begeistert. LA STRADA ist ein Festival für

alle, denn die Spielorte unter freiem Himmel sind frei

zugänglich.

Festivalauftakt mit Platzinszenierung aus Frankreich

Hochfliegender Zirkus erwartet die Zuschauer:innen

bei der Eröffnung von LA STRADA 2026, wenn geheimnisvolle

Windwesen auf sechs Meter hohen

Masten über Bremens guter Stube schweben. Die

32. Ausgabe von LA STRADA startet mit der spektakulären

Eröffnungsinszenierung RoZèO der französischen

Compagnie Gratte Ciel. Die Produktion

ist ein Geschenk der Sparkasse Bremen an alle

Bremer:innen. Eröffnung: am 11. Juni um 21.30 Uhr

auf dem Marktplatz Bremen.

LA STRADA überall

LA STRADA 2026 wird mit Bühnen in der Innenstadt

und in den Wallanlagen die beliebten und bekannten

Festivalorte neu beleben. Wie im vergangenen Jahr

ist auch das Viertel wieder dabei, diesmal mit Festivalsatelliten

auf den Spielplätzen an der Gleimstraße

und am Berliner Platz. Ebenso wird der Common

Ground vor dem Theater am Goetheplatz wieder zur

LA STRADA Bühne. Neu dazu kommen dieses Jahr

das Areal Am Wall und der Theaterberg als Austragungsorte

des Festivals. So breitet sich das Festival

LA STRADA weiter aus und hat die Stadt für ein Wochenende

fest im Griff und jede Menge atemberaubender

Zirkuskunst und Theaterperformances auf

den Bühnen.

lastrada-bremen.de

28


Programmübersicht

Donnerstag, 11. Juni 2026

21.30 Uhr große Eröffnungshow

Marktplatz – ein Geschenk der Sparkasse Bremen

Freitag, 12. Juni 2026

17.00 Uhr Straßenkunst

Innenstadt, Wallanlagen und

Goetheplatz & Theaterberg

20.00 Uhr LA STRADA – Gala

Highlights des Festivals in der Glocke

Samstag, 13. Juni 2026

12.00 Uhr Straßenkunst

Innenstadt, Wallanlagen und Goetheplatz,

Theaterberg & Viertel

20.00 Uhr LA STRADA – Gala

Highlights des Festivals in der Glocke

Sonntag, 14. Juni 2026

12.00 Uhr Straßenkunst

Innenstadt, Wallanlagen und

Goetheplatz & Theaterberg

LA STRADA GALA

Magisch mit Siegfried & Joy

Ein absoluter Höhepunkt im Festivalgeschehen

sind die Abendveranstaltungen am Freitag- und

Samstagabend jeweils um 20 Uhr: die LA STRA-

DA-Gala! Diese beliebten und rasant moderierten

Varieté-Abende warten in diesem Jahr mit

Prominenz auf, denn durch die Abende führen

zwei Zauberer, die es dank Internet zu Weltruhm

gebracht haben. Wir freuen uns schon auf mystische

Magie von Siegfried & Joy und natürlich

die herausragenden Künstler:innen, die die Höhepunkte

ihrer Shows auf der Bühne der Bremer

Glocke präsentieren.

12. und 13. Juni, jeweils um 20 Uhr, Die Glocke

Andiamo - Auf geht‘s! LaPoesia, Foto: ChristianHofmeister

29


Die Welt dreht

durch – und Sie?

Warum psychische Abwehr und Widerstandsfähigkeiten

heute wichtiger sind denn je.

Von Dirk Toboll

Wir leben in einer Zeit, in der Unsicherheiten und Belastungen

nahezu allgegenwärtig geworden sind. Ob

beim Einkaufen, auf Reisen oder im unmittelbaren sozialen

Umfeld – wir begegnen Risiken, Bedrohungen

und Herausforderungen, die unser Sicherheitsgefühl

beeinträchtigen können. Viele Menschen erleben darüber

hinaus tiefgreifende Einschnitte wie existenzielle

Sorgen, Veränderungen im Berufsleben, gesellschaftliche

Umbrüche, Migration oder den Verlust vertrauter

Rollen. Medien und digitale Kanäle verstärken diese

Eindrücke, denn sie bringen weltweite Krisen, Konflikte

und Notsituationen direkt in unser Wohnzimmer

oder auf unser Mobiltelefon.

Es ist absolut menschlich, dass wir auf solche Eindrücke

reagieren – manchmal mit Sorge, manchmal

mit Überforderung. Entscheidend ist, wie gut es uns

gelingt, trotz widriger Umstände innere Stabilität zu

bewahren. Genau hier setzt unsere gesunde psychische

Abwehr an: Sie hilft uns, ein erschüttertes Sicherheitsgefühl

wiederzufinden und im Alltag resilient

zu bleiben. Diese gesunde psychische Abwehr speist

sich aus unseren Bindungsfähigkeiten – grundlegenden

emotionalen Kompetenzen, die jeder Mensch in

sich trägt. Der Psychologe Michael Munzel beschreibt

sie als Fähigkeiten, die eine stabile Verbindung zwischen

uns und unserer Welt ermöglichen. Besonders

in schwierigen Lebensphasen, in denen Beziehungen

wanken oder vertraute Strukturen brüchig werden,

können wir auf diese inneren Fähigkeiten zurückgreifen.

Sie sind nicht verschwunden – sie warten darauf,

wieder aktiviert zu werden. Zu diesen Bindungsfähigkeiten

zählen unter anderem:

Ruhe

Die Fähigkeit in sich zu ruhen, sich selbst zu

beruhigen und auch anderen Ruhe zu vermitteln.

Geduld

Sich und anderen Zeit geben, akzeptieren, dass

Entwicklung Raum braucht.

Akzeptanz

Ereignisse annehmen, ohne in endlose Grübeleien

zu verfallen, sich nicht mehr darum kümmern.

Toleranz

Unterschiedliche Meinungen und belastende

Situationen aushalten zu können.

Gelassenheit

Das Vertrauen, nicht auf alles sofort reagieren

zu müssen – ein innerer Beifahrermodus.

Nähe und Distanz

Bewusst entscheiden zu können, was oder wen

wir wie nah an uns heranlassen.

30


Bildgenerierung: Konstanitn Zigmann

Diese Fähigkeiten sind keine abstrakten Konzepte,

sondern konkret erlebbar. Wir wenden sie an – oder

nicht. Wir können diese Fähigkeiten über den Zugang

zu Ihrer Gesundheit direkt kontaktieren und erfahrbar

machen. Dabei erfahren wir auch etwas über

deren Regulationsfähigkeit. Gleichzeitig ist es auch

psychisch gesund und wichtig mal aus der Ruhe zu

kommen, den eigenen Geduldsfaden reißen zu lassen,

Dinge nicht zu akzeptieren, einer Toleranz ein Ende zu

setzen, sich selbstsicher und gesund aufzuregen und

zur Tat zu schreiten, sowie Lebenssituationen aus

einer Distanz zu erfahren.

Entscheidend ist, flexibel und anpassungsfähig bleiben

zu können. Je besser und stabiler Ihr Kontakt zu

Ihren Bindungsfähigkeiten und ihrer Regulationsfähigkeit

ist, desto widerstandsfähiger sind Sie. Ihre

wiedergewonnen Bindungsfähigkeiten stärken somit

Ihre Resilienz.

Die Welt mag aus den Fugen geraten – aber Sie müssen

es nicht. Die Bindungsenergetik ® zeigt Ihnen sichere

Wege, wie Sie zu sich selbst, zu Ihren gesunden

Widerstandsfähigkeiten und damit zu Ihrem inneren

Gleichgewicht und Wohlbefinden finden können.

Dirk Toboll

Therapeut, Trainer, Supervisor

Fedelhören 106

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Dirk Toboll

31


Geburt in Bewegung

ST. JOSEPH-STIFT Dass sich bei Geburten in den letzten 200 Jahren nichts verändert

hätte, ist ein verbreiteter Irrglaube. Die Geburtshilfe im St. Joseph-Stift geht moderne

Wege, um Frauen ein selbstbestimmtes Geburtserlebnis zu ermöglichen.

Hebamme zeigt einer Schwangeren eine Spinning Babies-Übung in Kreißsaal 3

Auch in der Schwachhauser Klinik werden nach wie

vor Kinder im Gebärbett geboren, aber längst nicht

mehr nur dort. Ein umfassendes Konzept stellt die

Selbstbestimmung der Frau – schwanger, gebärend

oder Wöchnerin – in den Mittelpunkt. »Als letzten

Baustein haben wir dafür im Winter den Kreißsaal

umbauen lassen«, erklärt die leitende Oberärztin

der Geburtshilfe, Dr. Julia Walkenhorst. »Wir wurden

von ‚Bauhof Wohnimpuls‘ beraten und es ist ein geschützter

Ort entstanden, in dem sich die Gebärenden

rundum wohl und geborgen fühlen können.« Zudem

ist ein BeUp-Kreißsaal entstanden und auch das Konzept

‚Spinning Babies®‘ kommt zum Einsatz. Beides

dient dazu, die Frauen unter der Geburt in Bewegung

zu bringen und die natürliche Geburt zu fördern. Statt

des Gebärbetts stehen im BeUp-Kreißsaal unter anderem

eine Bodenmatratze, verschieden große Schaumstoffwürfel

sowie ein Gebärhocker auf einer Bodenmatte

im Zentrum, um verschiedene Positionen unter

der Geburt einnehmen zu können. Jede Gebärende

wird bedürfnisorientiert und in der Regel 1:1 hebammenseitig

begleitet.

Zur Schmerzlinderung stehen alle Verfahren von der

Akupunktur bis zum Lachgas zur Verfügung. Eine Besonderheit

ist die ›Walking PDA‹, die es ermöglicht,

auch nach der Anlage einer PDA mobil zu bleiben. Die

Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Frauen macht

sich auch in der niedrigen Kaiserschnittrate von 28,1

Prozent in 2025 bemerkbar, die deutlich unter dem

bundesweiten Durchschnitt von 32,6 Prozent liegt.

Sollte ein Kaiserschnitt angezeigt sein, wird alles dafür

getan, den Müttern und Kindern einen guten Start

zu ermöglichen. Walkenhorst erklärt: »Beim so genannten

›Sectio Bonding‹ legen wir das Neugeborene

nach der Geburt im Haut-zu-Haut-Kontakt auf den

Oberkörper der Mutter. Während Mutter und Kind sich

kennenlernen, beendet unser Team die OP. Das Neugeborene

erkennt den bereits vertrauten Herzschlag

und die Stimme seiner Mutter wieder und lernt ihren

Geruch kennen.« Das frühe Bonding fördert die Bindung,

hilft dem Kind sich besser anzupassen, reduziert

Stress und verbessert die Stillbeziehung. Gleichzeitig

profitiert auch die Mutter: Ihr Kreislauf stabilisiert

32


Kreißsaal 2 mit Be-up-Elementen Ulraschalluntersuchung in Kreißsaal 4

sich schneller, eventuelle Blutungen und Schmerzen

sind geringer und das Risiko für Wochenbettdepressionen

reduziert sich.

Um die Schmerzen nach einem Kaiserschnitt so erträglich

wie möglich zu machen, setzt das Team der

Anästhesie den sogenannten TAP-Block ein. Während

die Regionalanästhesie nach dem Kaiserschnitt

noch wirkt, wird unter Ultraschallkontrolle ein Lokalanästhetikum

zwischen zwei Muskelschichten der

Bauchwand gespitzt. Damit wird der Wundschmerz

für 12-24 Stunden reduziert. Im Gegensatz zu stark

wirksamen Schmerzmedikamenten gelangt dieses

nicht in die Muttermilch und ermöglicht den Frauen

zudem, schneller wieder in Bewegung zu kommen.

Eltern stehen auf Wunsch Familienzimmer zur Verfügung,

und die Frauen können bis zur Neugeborenenuntersuchung

U2 auf der Station bleiben, um nicht direkt

in den ersten Tagen zu Hause bei der Kinderarztsuche

in Stress zu geraten. Die Untersuchung übernehmen

die Kinderärzt:innen des Klinikums Bremen-

Mitte, die 24 Stunden im St. Joseph-Stift vor Ort sind,

auch bei Notfällen.

Abgerundet werden die klinischen Angebote durch

das Kursprogramm von Elternschule und Physicum

proFamily. Neben klassischen Kursen, wie Geburtsvorbereitung

und Wochenbettgymnastik, erfreuen

sich auch Workshops wie ein Familienvorbereitungskurs

für werdende Eltern, der von Kinderärztin:innen

CTG-Raum

Wehenzimmer

Kreißsaal 4 mit Gebärwanne

Wichtig ist dem Team der Geburtshilfe, dass die gesamte

Zeit rund um die Geburt gut begleitet wird. Die

leitende Hebamme Angelika Tscheu erklärt: »Aus unserem

Kreißsaal-Team haben wir pro Schicht jeweils

eine Hebamme, die auf der Wochenstation Wochenbettbesuche

macht, ähnlich wie die Nachsorge-Hebamme

später zu Hause. Das ergänzt die wertvolle

Arbeit der Kolleginnen der Kranken- und Kinderkrankenpflege

auf der Station.« Zudem stehen den Eltern

auch die Babylotsen der Caritas mit Rat und Tat zur

Seite, um bei den organisatorischen oder psychischen

Herausforderungen der ersten Zeit mit Kind Unterstützung

zu vermitteln.

durchgeführt und von der AOK gefördert wird, oder

das Seminar »Erstmaßnahmen bei Notfällen im Säuglings-

und Kindesalter« großer Beliebtheit.

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33


Neues Leuchten

An der Bar, v.l.n.r.:

Gabriele Schmidt,

Sara Bertacci

und Hannah Lund

Generationswechsel:

aus „Die Schmidt“ wird „Lume“

Lume“, ist Italienisch und steht übersetzt für Leuchten

und Kerzenschein! Es steht vor allem für den

neuen Namen, der so passend ist, denn in den

Räumlichkeiten von Gabriele Schmidt in der Wernerstr.

38 leuchteten bei allen Dinnern viele Kerzen.

Immer ein warmes Licht und Gemütlichkeit an der

langen Tafel. Jedes After Work Dinner mit köstlichem

und gesundem Essen und immer wieder guten Gesprächen,

denn was Gabriele Schmidt sehr gut konnte

war, Menschen zusammen bringen, Freundschaften

haben sich dort im Laufe der Jahre entwickelt.

Diese Tradition werden „Lume“, das sind die 27jährige

Hannah Lund und die 28jährige Sara Bertacci, weiter

führen. Am 01. Juli ist die offizielle Eröffnung von

„Lume“ und auch die offizielle Übergabe von Gabriele

Schmidt an das neue Duo!

Mit Lume möchten sie als kulinarisches Duo Ästhetik

mit echtem Genuss und Wissen verbinden. Den Charme

und Charakter der Räumlichkeiten bewahren, aber

eine eigne Handschrift einbringen.

34


Fotos: Lume, Text: Susanne Lolk

Die schöne Tafel für kulinarische Genüsse

Sara hat in der Vergangenheit eigene kulinarische

Projekte im Creative Hub entwickelt und die letzten

drei Jahre in der Küche von Gabriele Schmidt eng mit

ihr zusammen gearbeitet. Dadurch ist sie vertraut mit

den Abläufen und Besonderheiten der Küche. Hannah

Lund kommt auch aus der Gastronomie und hat

zudem die Erfahrung als Barista, vor allem aber als

Standortleiterin im Harbour Coffee, somit die Erfahrung

für die geschäftliche Führung.

Dies Duo hat eine Liebe zum Kochen entwickelt, die

nicht nur eine gute Balance zwischen Optik und Geschmack

bietet, sondern vor allem mit hochwertigen

und frischen Produkten zubereitetes anbietet.

Die regionale Küche steht im Vordergrund, aber beide

haben auch Inspirationen von Reisen mitgebracht,

womit sie traditionelle Gerichte wieder interessant

machen möchten. Eine Mischung aus traditionell und

unkonventionell.

Hannah Lund und Sara Bertacci möchten in den schönen

Räumlichkeiten, die sich über insgesamt zwei Etagen

erstrecken und fast 200qm Raum haben, auch wie

Gabriele Schmidt, das Feiern möglich machen. Privatoder

Firmenfeiern sind weiterhin möglich. Auch das Catering

und die Kochevents werden weiterhin fester Bestandteil

des Angebots sein. Die beliebten After Work

Dinner werden ab Juli wieder regelmäßig stattfinden.

Dafür ist es immer gut, sich frühzeitig anzumelden.

Die neuen Termine After Work:

09.07.2026

30.07.2026

06.08.2026

20.08.2026

Anmeldungen auf der Website und per Mail

lume-bremen.de

info@lume-bremen.de

Lume

Wernerstraße 38

28203 Bremen

T 0421 74720

Auf dem Weg in die obere Etage

35


Elegant, stilvoll und behaglich wohnen

mit der WOHNWERKSTATT – neu im Fedelhören 101

Aus der Herrlichkeit 1 in Verden an der Aller, in den

Fedelhören 101, ist Christian Rösch zurück zu seinen

Anfängen als Lehrling bei „der Raumausstatter“ in

das ihm so vertraute Geschäft gezogen. Das nun die

„WOHNWERKSTATT“ ist.

Christian Rösch ist aber nur einer der beiden

kreativen Köpfe der Wohnwerkstatt.

Schon seit über 11 Jahren ein Team in

Verden gehört der „Farbenmensch“

und Malermeister Mark Fiedler dazu.

Christian Rösch, Raumausstattermeister, seit über 30

Jahren, freut sich wirklich sehr, wieder in dieser schönen

Straße arbeiten zu dürfen und die Leidenschaft für

Stoffe zu leben!

Mark Fiedler und Christian Rösch haben sich

schon lange über Verdens Grenzen hinaus

einen Namen gemacht. Sie werden

u.a. für die Neugestaltung von Häusern

auf Mallorca oder auf Sylt engagiert.

36


Text: Susanne Lolk, Fotos: Konstantin Zigmann

Es hat sich herumgesprochen, dass beide sich individuell

auf ihre Kunden einstellen können. Am Anfang

des Kennenlernens, steht immer das Gespräch, um

die Möglichkeiten auszuloten, wohin die Veränderung

gehen soll. Nur ein neues Farbkonzept, kombiniert mit

neuen Stoffen für die Fenster, oder gleich ein wenig

mehr, Möbel und Wohnaccessoires?

Beide arbeiten schon sehr lange mit Christiane Kröncke

Interieur Design zusammen. Das Portfolio ihrer Lieferanten

ist natürlich weitaus größer. Ein Thema sind

auch die Bielefelder Werkstätten.

In dem neu gestalteten Geschäft, das, wenn man es

betritt, sofort den Stil der beiden erkennen lässt, wird

am Ende des Ladens am großen Tisch in Ruhe ge-

sprochen und beraten. Die beiden möchten Sie kennen

lernen, mehr über Sie erfahren. So können beide

bewusst oder unterbewusst Ihren Geschmack und Stil

einordnen, welche Farben, Materialien Ihnen gefallen.

Klassisch, modern, humorvoll, natürlich oder bunt,

oder beides?

Planen Sie eine Veränderung für Ihre vier Wände? Dann

lohnt sich ein Besuch in der Wohnwerkstatt! Natürlich

kommen Christian Rösch und Mark Fiedler auch zu Ihnen

nach Hause, um in Ihrem Heim für Sie eine angenehme

Veränderung nach Ihren Wünschen mit Ihnen

zusammen zu planen. Termine dafür können gerne nach

Vereinbarung getroffen werden.

Wohn

WERK

STATT

Wohnwerkstatt Fiedler & Rösch

& Raumgestaltung Christian Rösch

Fedelhören 101 I 28203 Bremen

Fiedler & Rösch

N 0 C / 5 M / 20 Y / 60 K (HKS 96 K)

N 50 C / 0 M / 20 Y / 0 K (HKS 51 K / 55 %)

Mark Fiedler T 0172 5419417

Christian Rösch T 0172 4269188

Öffnungszeiten:

Do & Fr. 10.30-18 Uhr

Sa 10.30-14.30 Uhr

wohnwerkstatt-verden.de

roeschhb.de

Mark Fiedler und Christian Rösch

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SAVOIR-VIVRE

Die Übergänge zwischen Indoor- und Outdoormöbeln werden fließender.

Neue Möbel für den Garten, Terrassen, Balkons, Patios oder Veranden,

von Designern entworfen und aus hochwertigen Materialien gefertigt,

setzen sich in Szene und bieten einen naturnahen Rückzugsort für

Entspannung und Muße. Genießen Sie die Zeit im grünen Wohnzimmer

unter freiem Himmel und träumen Sie vom französischen „savoir-vivre“.

Sessel LAPEL

Design: Busetti, Garuti, Radaelli

Synthetikratan geflochten, Sitzkissen Polyester, beige

mit Umschlag

B 89 x T 84 x H 76 cm, SH 44 cm

Sofa LAPEL

Design: Busetti, Garuti, Redaelli

Sofa mit Platz für 2-3 Personen, mit Umschlag

Synthetikratan, Sitzkissen Polyester, beige

B 180 x T 84 x H 76 cm, SH 44 cm

Couchtisch HYDRA

Design: Evangelos Vasileiou

Gestell in lackiertem Aluminium in der Farbe anthrazit,

Latten naturbelassenes Teak-Holz

B 90 x H 46 x T 63 cm. Beistelltisch B 55 x H 41 x T 39 cm

Sessel HYDRA

B 70,5 x T 78 x H 77, SH 44 cm

Sofa HYDRA

B 134,5 x T 78 x H 77, SH 44 cm

Outdoor Teppich TAPIOLA

Handgewebtes Geflecht aus recycelten PET-Flaschen,

B 200 x L 300 cm, 2 Variationen

Klapptisch NOOMI

Design: Tous Les Trois

Ein quadratischer Tisch auf Vierarmgestell

aus kohlefarbenem Aluminium

H 70 x B 70 cm

Stuhl STRESA

Design: Didier Gomez

Gestell Metall Lack schwarz, handverarbeitetes

Kordelgeflecht extra gegen UV-Strahlen behandelt

H 79 x B 46 x T 58 cm


Outdoor Sofa MURTOLI

Design: Christian Werner

Eine große Liegefläche 240 x 120 cm

in 5 Stoffqualitäten

Outdoor Polstergruppe OTTOMAN

Design: Noé Duchaufour-Lawrance

3-Sitzer, 2-Sitzer, Sessel und Hocker

in 6 Stoffqualitäten

Couchtisch ETNA

Design: Marie C. Dorner

Gestell Stahl kohlegrau lackiert, Platte emallierter Lavastein

in 3 verschiedenen Größen

Bridgestuhl SERPENTINE

Design: Eléonore Nalet

Aluminium Gestell mit 3 verflochtenen Sitzkissen

B 77,5 x T 60,5 x H 74,5 cm, Farbe Ecru, Gestell Kohlefarben

Esstisch DOPPO

Design: Claudio Dondoli & Marco Pocci

Tischplatte aus erdfarbenem, recyceltem ‚‘Recomplax‘‘-Fiberglas

240 x 110 cm für 8-10 Gäste

Outdoor Teppich WAVE

Design: Hélène Poiraud

Handgetuftet aus 100 % PET

200 x 300 cm, Farben Terracotta oder Ingwer

Modernes Design, feine Materialien - Gartenmöbel

werden immer wohnlicher. Entdecken Sie die Outdoor-

Kollektion von Ligne Roset und holen Sie sich im Sommer

das Wohnzimmer nach draußen. www.ligne-roset.com

Ligne Roset | Am Wall 168 | 28195 Bremen | Tel. 0421 32 39 32*

* Roset Möbel GmbH I Industriestraße 51 I 79194 Gundelfingen


Die Bremer

Philharmoniker

JUNI / JULI 2026

Time to shine

11. Philharmonisches Konzert

Die Glocke

Mo 1.6.2026 19:30 Uhr

Di 2.6.2026 19:30 Uhr

Julius Asal, Foto: Michael Reinicke

Hier treffen zwei Ausnahmemusiker aufeinander:

Delyana Lazarova, Violinistin und als Dirigentin eine

echte Senkrechtstarterin am Pult, und Marc-André

Hamelin, Weltklasse-Pianist und enger Freund der

Bremer Philharmoniker – eine perfekte Kombination

für Beethovens bahnbrechendes viertes Klavierkonzert!

Bei Bartóks Konzert für Orchester wird dann das ganze

Orchester zum Solisten eines Werkes, das Virtuosität

und Einfallsreichtum auf die Spitze treibt.

Ludwig van Beethoven (1770–1827)

Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58

Béla Bartók (1881-1945)

Konzert für Orchester

Delyana Lazarova, Foto: Marco Borggreve

Delyana Lazarova, Dirigat

Marc-André Hamelin, Klavier

Neue Bahnen

12. Philharmonisches Konzert

Die Glocke

Mo 22.6.2026 19:30 Uhr

Di 23.6.2026 19:30 Uhr

Der Saisonabschluss wird dramatisch, packend, atemberaubend.

Gleich zu Beginn bringt Schostakowitschs

erstes Violinkonzert Dramatik pur in den Konzertsaal

– unbestritten eines der größten Solokonzerte des 20.

Jahrhunderts. Mit der Symphonie Nr. 4 von Johannes

Brahms beenden die Bremer Philharmoniker ihren

Brahms-Zyklus und zeigen erneut: Brahms, Bremen

und die Bremer Philharmoniker, das gehört untrennbar

zusammen!

Dmitrij Schostakowitsch (1906-1975)

Violinkonzert Nr. 1 a-Moll op. 77

Johannes Brahms (1833-1897)

Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Vadim Gluzman, Foto: Marco Borggreve

Marko Letonja, Dirigat

Vadim Gluzman, Violine

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Next Level – Symbiotic Clash

Halle 1 im Tabakquartier

Fr 3.7.2026 20 Uhr

Next Level, das neue Konzertformat der Bremer Philharmoniker,

wirft alle gängigen Klischeevorstellungen

eines klassischen Konzertes über den Haufen! Dafür

braucht es unkonventionelle, experimentierfreudige

und inspirierende Charaktere wie den Pianisten Julius

Asal auf der Bühne, der als Solist und Dirigent bei

diesem Konzert Schnittke und Mahler mit Lutosławski

und Schubert auf höchst innovative Weise mischt,

und ein offenes Publikum, das neugierig auf ungewöhnliche

Programmzusammenstellungen ist. Next

Level, das anderes Gesicht der Klassik - neu, irritierend,

aufregend, berauschend.

5nachsechs – Afterwork-Konzert

It´s magic

Die Glocke

Mi 10.6.2026

18:05 Uhr

Eine gute Stunde Musik und Moderation, ohne Pause,

kurzweilig, zwanglos, auf höchstem Niveau - die

Afterwork-Konzerte der Bremer Philharmoniker in der

Glocke bieten großes Orchester, interessante Gäste

und ein abwechslungsreiches Programm.

Engelbert Humperdinck (1854-1934)

Vorspiel zur Oper Hänsel und Gretel

Paul Dukas (1865-1935)

Der Zauberlehrling

Erich Wolfgang Korngold (1897-1957)

Märchenbilder op. 3

Katharina Wincor, Foto: Andrej Grilc

Katharina Wincor, Dirigat und Moderation

Kammermusiken – die kleinen Juwelen der klassischen Musik

Mit zwei Konzerten geben die Bremer Philharmoniker In der Halle 1 im Tabakquartier in der Reihe „Kammermusik

am Sonntagmorgen“ kurz vor Ende der Spielzeit intensive Einblicke in die faszinierende Welt der Kammermusik

und präsentieren ein kurzweiliges Klassikvergnügen mit erstklassigen Kammerensembles aus den Reihen

des Orchesters.

So 7.6.2026 11:30 Uhr

Das Genie auf seinen Schultern

Ludwig van Beethoven (1770-1827)

Klaviertrio Nr.7 B-Dur op.97 „Erzherzog“

Johannes Brahms (1833-1897)

Klaviertrio Nr.1 H-Dur op.8

Trio Beluc

Jihye Seo-Georg, Violine

Benjamin Stiehl, Violoncello

Manami Ishitani-Stiehl, Klavier

28.6.2026 11:30 Uhr

Schuberts Landlust

Franz Schubert (1797-1828)

Oktett F-Dur D 803 für Klarinette, Horn,

Fagott und Streicher

Julia Nastasja Lörinc, Violine

Anna Schade, Violoncello

Saori Yamada, Viola

Konrad Seeliger, Violoncello

Florian Schäfer, Kontrabass

Shiho Uekawa, Klarinette

Peter Schmidt, Horn

Nähere Details und Karten unter:

bremerphilharmoniker.de

Ticket-Service in der Glocke

Domsheide 6-8 I 28195 Bremen

T 0421 33 66 99

Nordwest-Ticket in allen angeschlossenen

Vorverkaufsstellen

T 0421 36 36 36

41


Aug/Sep

2026

37. Musikfest Bremen

15. August bis 4. September 2026

Exquisite Konzerterlebnisse vom Feinsten in Darbietungen

höchster Qualität verspricht das 37. Musikfest

Bremen, das vom 15. August bis zum 4. September

mit über 45 Veranstaltungen aufwartet. Renommierte

Stars wie herausragende Talente der jungen Generation

bieten dabei mit leidenschaftlicher Verve und

mitreißender Finesse neue Perspektiven auf populäre

Meisterwerke genauso wie auf entdeckenswerte Raritäten

– in Bremen, Bremerhaven und ausgewählten

Spielstätten im Nordwesten.

Foto diese Seite:

Musikfest Eröffnung auf dem Marktplatz

Foto: fotoetage

Bereits zum 25. Mal startet das Festival mit dem

Eröffnungsabend „Eine große Nachtmusik“, der als

musikalisch-visuelles Gesamtkunstwerk rund um den

Marktplatz für die passende Einstimmung sorgt. Für

die 18 Konzerte in drei Zeitschienen und neun Spielstätten,

deren Spektrum von opulenter sinfonischer

Klangpracht über engelsgleichen Gesang bis zu groovigen

Jazz-Rhythmen reicht, kommen Künstler*innen

wie z. B. das hr-Sinfonieorchester und Alain Altinoglu

mit Solist Fazıl Say (Klavier), das Ensemble Matheus

und Jean-Christophe Spinosi, die Boston Early Music

Festival Vocal & Chamber Ensembles, die klassische

Band SPARK, das Robinson Khoury Trio oder die

Roberto Fonseca Group.

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Sonntagskind

EINE GUTE

KOLUMNE:

BESSER ALS

EIN DRINK AM

Die wöchentliche Kolumne MORGEN. von

Mark Scheibe

www.

sonntagskind.

blog

Rolando Villazon

Foto: Rolex

Hochkarätig ist das Angebot in den folgenden drei

Festivalwochen. Das Quatuor Ebène bietet mit seinem

Beethoven-Zyklus die Gelegenheit, an sechs Abenden

in der Glocke alle 16 Streichquartette des Komponisten

zu erleben. „Mythos Europa“ lenkt wiederum mit dem

diesjährigen Partnerland Großbritannien den Blick

auf dessen reiche musikalische Geschichte sowie auf

bedeutende Repräsentant*innen der dortigen Musikszene,

wie z. B. Alexander Chance und Fretwork, die

Vokalensembles Tenebrae und The Gesualdo Six.

Weitere Höhepunkte versprechen Auftritte von Tenor

Rolando Villazón und L’Arpeggiata auf den Spuren

des Orpheus-Mythos, von Dirigent Teodor Currentzis

und seinem Utopia Choir & Orchestra mit dem

Brahms-Requiem am Uraufführungsort, dem Bremer

St. Petri Dom, oder von Sir John Eliot Gardiner, der

erstmals mit The Constellation Choir & Orchestra gastiert.

Zu den eingeladenen renommierten Gesangsstars

zählen die Sopranistinnen Julia Lezhneva (mit

Il Giardino Armonico) und Nicole Chevalier (mit den

Bremer Philharmonikern), Countertenor Jakub Józef

Orliński (mit Il Pomo d’Oro) und Jazz-Sänger Kurt

Elling (mit der hr-Bigband). Ihre Musikfest-Debüts

geben Pianist Bruce Liu, Violinistin María Dueñas und

Tenor Benjamin Bernheim.

TICKETS

Erhältlich beim Ticket-Service in der Glocke

sowie bei nordwest-ticket.de und im Webshop

unter

musikfest-bremen.de

MUSIKFEST FÜR JUNGE MENSCHEN

(unterstützt von der swb Bildungsinitiative)

BIS 18-TICKET (nach Verfügbarkeit):

Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18

Jahre zahlen für jede Veranstaltung 6 Euro.

LAST MINUTE(nach Verfügbarkeit):

Schüler*innen, Studierende usw. bis 30

Jahre erhalten ab 30 Minuten vor Konzertbeginn

an der Abendkasse Tickets zum

Preis von 12 Euro.

Das Akkordeon als „Instrument des Jahres“ feiern

Martynas Levickis in einem Solo-Recital und Richard

Galliano mit seinem New Viaggio Trio.

Neben dem Arp-Schnitger-Festival im Orgelparadies

rund um Bremen gastiert das Musikfest mit weiteren

Konzerten im Nordwesten, so etwa in Cloppenburg,

Cuxhaven, Jever, Lilienthal, Lindern, Meppen, Oldenburg,

Papenburg, Verden und Worpswede.

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SEEBÜHNE BREMEN

SAISON 2026

Die Seebühne Bremen startet 2026 bereits in ihre

sechste Saison – und das größer denn je: Vom 17. Juli

bis 23. August 2026 erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches

Programm mit mehr Shows, mehr

Stars und insgesamt fünfeinhalb Wochen voller Musik

und Entertainment. Unter freiem Himmel, direkt an der

Weser, entsteht so erneut eine spektakuläre Open-

Air-Kulisse für unvergessliche Abende. Das Programm

vereint beliebte Publikumslieblinge, die nach ihren

gefeierten Auftritten erneut auf die Seebühne zurück-

kehren – darunter SCHILLER, Alphaville, Ben Zucker,

Philharmonic Rock und Highland Saga – ebenso wie

starke Neuzugänge, die 2026 erstmals auf dieser

Bühne zu erleben sind, etwa NENA und Madsen. Und

das ist längst nicht alles: Schon jetzt sind zahlreiche

weitere Shows im Vorverkauf, und das Programm füllt

sich laufend mit weiteren Highlights. Ein Sommer voller

einzigartiger Erlebnisse – jetzt Tickets sichern und

Sommernächte unter freiem Himmel genießen!

Roxette

28.07.2026, 20:00 Uhr

Roxette feierten Anfang 2025 ein umjubeltes Comeback mit

ausverkauften Shows in Südafrika und Australien. Mit Per Gessle

und der neuen Sängerin Lena Philipsson begeisterte die Band

über 75.000 Fans und Presse weltweit. Klassiker wie „The Look“,

„Listen To Your Heart“, „Joyride“ und „It Must Have Been Love“

verbinden Generationen und erstrahlen live in neuem Glanz.

Emilíana Torrini

19.08.2026, 20:00 Uhr

Emilíana Torrini ist eine isländisch-italienische Sängerin; ihr aktuelles

Album „Miss Flower“ ist ihr fünftes Soloalbum. Bekannt wurde

sie vor allem mit „Jungle Drum“ (2009), das u. a. in Deutschland

acht Wochen auf Platz 1 war. Sie arbeitete mit Künstlern wie

Kylie Minogue und wirkte an Film- und Serien-Soundtracks mit,

etwa für „Der Herr der Ringe“. Auch international gefeierte Songs

wie „Sunny Road“, „Big Jumps“ und „Hold Heart“ unterstreichen

ihre vielseitige Musikkarriere.

Fotos: Seebühne

ABBA Gold

21.08.2026, 20:00 Uhr

Seit über 20 Jahren begeistert ABBA GOLD – The Concert Show

mit einer Hommage an die Pop-Ikonen ABBA. Am 21. August

2026 erklingen auf der Seebühne Bremen Hits wie „Mamma

Mia“ und „Dancing Queen“. Die Show überzeugt mit authentischem

Sound, Originalkostümen und 70er-Jahre-Bühnenflair.

Seebühne Bremen

AG-Weser-Straße

28237 Bremen

Das komplette Programm und

Tickets versandkostenfrei unter:

seebühne-bremen.de

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METROPOL THEATER

JUNI / JULI 2026

04.06.2026

05.06.2026 16.06.2026 17.+18.06.2026

21.06.2026 04.07.2026 17.+19.07.2026 12.08.2026

Montags

Metropol Jazz Lounge

12.09.2026

Die drei ???

20.09.2026

Herr Schröder

01.10.2026

Tutty Tran

02.10.2026

Tahsim Durgun

Service, Vielfalt & Gute Unterhaltung

03.10.2026

Till Reiners

04.10.2026

Lars Eidinger

Vorschau

06.10.2026

Berlin, Du coole Sau

09.10.2026

GameChanger by Bastian Bielendorf

10.10.2026

Café del Mundo

14.10.2026

NightWash Live

15. + 16.10.2026

Atze Schröder

21.10.2026

Biyon Kattilathu

23.10.2026

The Addams Family

24. + 25.10.2026

Evil Dead

Metropol Theater Bremen

Richtweg 7

28195 Bremen

Das komplette Programm und

Tickets versandkostenfrei unter:

metropol-theater-bremen.de

45


Luciano Pavarotti

– eine Hommage

Johannes Groß, Oscar Marin, Ricardo Marinello und Claudia Hirschfeld

interpretieren die berühmten Arien von Luciano Pavarotti, unterstützt

durch den Moderator Thomas Gerres, am 5. Juni in der Glocke.

2025 hätte einer der größten Opernsänger aller Zeiten

seinen 90. Geburtstag gefeiert: Luciano Pavarotti.

In Erinnerung an diesen unvergessenen Künstler sind

drei Ausnahmetenöre unserer Zeit derzeit in ganz

Deutschland unterwegs, um ihr großes Idol zu feiern.

Sie interpretieren dabei die wunderbaren Arien und

Lieder, mit denen Luciano Pavarotti berühmt geworden

ist – einhundert Prozent live und ohne Mikrofone.

Aus Deutschland, Spanien und Italien kommen

die stimmgewaltigen Sänger.

Der Dortmunder Johannes Groß ist Kopf und Gründer

der German Tenors. Oscar Marin stammt aus Barcelona

und war Schüler von Montserrat Caballé. Ricardo

Marinello gewinnt bereits im Alter von 18 Jahren „Das

Supertalent“ und hat jüngst auf TikTok und Instagram

mit jeweils über einer Million Followern für Furore

gesorgt. Orchestral begleitet werden die Akteure von

Tastenvirtuosin Claudia Hirschfeld. Moderator Thomas

Gerres wird das abwechslungsreiche Leben von Luciano

Pavarotti reflektieren.

Oscar Marin, Johannes Groß, Ricardo Marinello und Claudia Hirschfeld

Fotos: Arno Seeliger

Am Freitag, 5. Juni ist die sensationelle Hommage ab

20.00 Uhr in der Bremer Glocke zu Gast, am Samstag,

6. Juni ab 19.30 Uhr in der Wandelhalle von Bad Zwischenahn.

Eintrittskarten gibt es bei allen bekannten

Vorverkaufsstellen oder auf luciano-konzerte.de

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Orchester, Chor und Solisten nach dem Konzert 2024

„Sterne der Musik“ im Amtsgarten

Die Sterne funkeln zum 11. Mal und werden am 07. und 08. August 2026

mit musica viva neue Akzente setzen

Abendstimmung unter großen Bäumen vor der romantischen Kulisse

der Klosterkirche in Lilienthal, mitten im historischen Ortskern – und

dazu erstklassige „klassische Musik“. Die Amsel singt ihr Abendlied, Fledermäuse

huschen vorüber, und wenn der Schlussakkord, der Beifall,

die letzten Geräusche verstummt sind, hat die Nachtigall ihren Auftritt.

Nicolas Hrudnik als künstlerischer Leiter des musica viva Orchesters und

Chores holt zum 11. Mal die Sterne vom Himmel, die Sterne der Musik!

Lassen Sie sich von ausgesuchten Solisten, Chor und Orchester in das

Universum der Musik entführen. Er wird Sie wie immer gut gelaunt

durchs Programm führen, so dass die vielen Highlights aus Oper und

Operette nie zusammenhanglos nebeneinander stehen.

Schöne Atmosphäre im Amtsgarten

Genießen Sie einen Abend mit Musik von Louis Armstrong, Giuseppe

Verdi, Frank Sinatra, Georges Bizet, Pietro Mascagni, aber auch Michael

Jackson. Edle Catering-Zelte runden den grünen Konzertsaal nach hinten

ab und locken mit Kaffee und Kuchen, diversen Snacks, Wein, Bier

und Softdrinks vor dem Konzert, in der Pause und auch hinterher

als Ausklang.

Die Eintrittskarten können in der Buchhandlung Buchstäblich T 04298 699196, bei

musica viva T 0421 4987535, beim Weser-Kurier Pressehaus mit den regionalen

Zeitungshäusern weser-kurier.de/ticket sowie Nordwest Ticket T 0421 363636

bzw. Amtsgarten Online: amtsgarten.de erworben werden.

47


Foto: Thomas Neffken

Klang gewordene

Erinnerungen

Musik, die verbindet – was für ein großartiges Erlebnis!

Angereist von nah und fern versammeln sich am

Himmelfahrtstag fast 140 ehemalige Mitglieder des

Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Bremen,

um nach kurzer und intensiver Probenzeit am darauf

folgenden Sonntag im großen Saal der Glocke aufzutreten.

Nach einem langen Jahr voller Organisation, Planung

und vor allem Vorfreude geht es nun endlich los! Für

alle Musiker und Musikerinnen zählt dieses Treffen zu

einem der emotionalsten Höhepunkte des Jahres. Von

1980 leitete Heiner Buhlmann das Orchester 32 Jahre

lang! Das Alter der Mitwirkenden liegt heute zwischen

Anfang 30 und Anfang 60. Und so spielen bei diesem

Ehemaligentreffen auch Eltern gemeinsam mit ihren

inzwischen längst erwachsenen Kindern.

Heiner Buhlmann ist ein Meister darin, die Musiker zu

Höchstleistungen zu motivieren, dabei aber stets die

Freude am gemeinsamen Musizieren in den Vordergrund

zu stellen. Doch das Orchestertreffen ist weit

mehr als nur Probenarbeit und Konzertvorbereitung:

Es ist ein Fest der Wiedersehensfreude, des gegenseitigen

Austauschs und vor allem auch der gemeinsamen

Erinnerungen. Zumeist wurden sie über

mehrere Jahre hinweg gesammelt: Erinnerungen an

Orchesterreisen, an oftmals überwältigende Konzerterlebnisse

im In- und Ausland und natürlich auch an

den ganzen herrlichen Unfug, der mitunter getrieben

wurde! An gemeinsame Probenwochenenden, Fahrradtouren

und Ausflüge – alles Grundlagen für feste

und dauerhafte Freundschaften.

Die große Party am Freitagabend in den „Weserterrassen“

darf natürlich auch nicht fehlen. Dieses

Fest ist Ausdruck der Freude an der Musik und der

tiefen Verbundenheit, die über viele Jahre und trotz

unterschiedlicher Lebenswege erhalten geblieben ist.

Das Konzert in der Glocke ist Höhepunkt und Abschluss

dieses Treffens. Das Programm ist ein Querschnitt

aus den unter Heiner Buhlmann gespielten

Stücken. Der Saal tobt, Heiner Buhlmann und sein

Orchester strahlen um die Wette – ein rundum gelungenes

Konzert voller Begeisterung und Freude!

Der komplette Eintritt wird zu gleichen Teilen gespendet

an den Freundeskreis Jugendsinfonieorchester

Bremen e.V. und an den Bremer Notenschlüssel e.V.

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Endlich Ordnung

im Geldbeutel

Für alle, die ihr Leben genießen wollen

Nico lebt nach einem einfachen Prinzip: Geld ist dazu

da, das Leben jetzt angenehm zu machen. Das neue

Fahrrad, der Laptop, spontane Online-Käufe auf Raten

– all das gehört dazu. Blöd nur, wenn am Monatsende

verschiedene Buchungen abgehen und man den

Überblick verliert, was eigentlich noch übrigbleibt.

Toni denkt ähnlich. Sparen ist wichtig – aber nicht auf

Kosten des Lebensgefühls. Seit der Hochzeit laufen

zwei Kredite parallel: Küche und Urlaubsreise. Beide

bezahlbar, beide nervig. Weil man immer im Hinterkopf

hat: Wann geht was ab? Reicht es diesmal?

Genau für diese Situation gibt es eine Lösung, die so

simpel ist, dass man sich fragt, warum man nicht früher

darauf gekommen ist.

Alle Kredite zusammenlegen

und das Thema abhaken

Bei einer Umschuldung wird aus vielen kleinen Verpflichtungen

eine einzige. Ein neuer Kredit löst alle

alten ab. Danach: eine Rate, ein Termin, kein Chaos

mehr. Und oft sogar weniger zahlen als vorher – weil

ein gebündelter Kredit günstiger sein kann als mehrere

Einzelkredite mit unterschiedlichen Zinssätzen.

Konkret: Wer bisher monatlich für drei Kredite mit

unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen zahlt,

kann durch eine Zusammenfassung Geld einsparen.

Das gibt finanziellen Spielraum, der jeden Monat für

etwas anderes da ist – einen Abend ausgehen, ein

spontaner Kauf, oder einfach etwas mehr Puffer. Wer

die Laufzeit etwas streckt, ist sogar noch flexibler. Für

Nico bedeutet das mehr Freiheit im Alltag. Für Toni

mehr Ruhe bei der Planung – und vielleicht endlich

den Kopf frei für die nächsten gemeinsamen Pläne.

Nur eines sollte man vorher kurz checken: Manche

alten Kreditverträge verlangen bei vorzeitiger Ablösung

eine Vorfälligkeitsentschädigung. Solange diese

Kosten kleiner sind als die Ersparnis durch den günstigeren

Zinssatz, rechnet sich die Umschuldung – und

die Sparkasse Bremen hilft dabei, das schnell herauszufinden.

Der Prozess ist einfach: Kredite auflisten, neuen Kredit

beantragen, alte ablösen – fertig. Die Sparkasse Bremen

begleitet Sie dabei Schritt für Schritt, persönlich

und klar. Weil Finanzen einfach sein können – wenn

man die richtige Unterstützung hat.

49


50

heart - beat - art


impulse ist zurück im GOP Varieté-Theater

Pulsierende Energie, die von der ersten Sekunde an

mitreißt – „impulse“ ist zurück im GOP Varieté-Theater

Bremen. Vom 26. Juni bis 27. September 2026 erwacht

eine gigantische Drum Wall zum Leben und

lädt zu einem unvergesslichen Erlebnis aus mitreißenden

Rhythmen, knisternder Atmosphäre und adrenalinreichen

Höchstleistungen ein. Elektrisierende

Percussion und wuchtige Beats ziehen das Publikum

in ihren Bann. Diese Show bricht mit klassischen

Varieté-Mustern und setzt auf ein berauschendes

Zusammenspiel aus Live-Percussion, modernem Tanz

und Weltklasse-Akrobatik.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Lead-Drummer

Romain Vicente. Als musikalischer Herzschlag

der Show gibt er den Takt vor, in dem die Grenzen

zwischen Klang und Bewegung verschwimmen. Dabei

wird die Musik nicht bloß als Begleitung verstanden:

Die Drum Wall wird aktiv vom gesamten Ensemble

bespielt. Dazu werden Disziplinen neu gedacht. So hat

Talya Micheletty für ihren Handstand-Act ein einzigartiges

Requisit mitgebracht und Quoc Huy Bui einen

zusätzlichen Bogen an seinem Cyr Wheel angebracht.

Für den vollen Genuss haben die Gäste im GOP Varieté-Theater

außerdem die Möglichkeit, den Abend mit

kulinarischen Köstlichkeiten abzurunden. Exklusiv zur

Show „impulse“ erwartet sie dabei ein Grill-Buffet im

Restaurant Leander. Von frischen Salaten über feine

Antipasti bis hin zu köstlichen Spezialitäten vom Grill.

Hier ist für jeden Grill-Liebhaber etwas dabei.

Weitere Highlights im GOP Bremen

Bremer Jugendvarieté

Am Mittwoch, den 10. Juni 2026 präsentieren junge

Artisten und Artistinnen aus Bremen und umzu ihr Können

auf der Bühne im GOP Varieté-Theater. Von Luftartistik

über Jonglage zu Akrobatik und Balance ist alles

dabei. Circa 60 Jugendliche der Zirkusschulen Alacasam

Peppolino, Tohuwabohu, Tourelli, Jokes, Bambini und

Fiffix gestalten gemeinsam eine Show und nehmen das

Publikum mit auf eine Reise in ihre Welt.

dm-Family-Magic-Show

Mit seinen TV-Serien verzauberte Cody Stone bereits

Millionen Fernsehzuschauer und begeisterte mit Liveshows

in Las Vegas und New York das Publikum.

In den Sommerferien, am 22. und 23. Juli, sorgt der

Magier nun für zwei atemberaubende Nachmittage

voller Magie im GOP Varieté-Theater Bremen. Mit viel

Humor und seiner wohlfühlenden Energie erzeugt er

gemeinsames Staunen, herzerwärmendes Lachen und

das gewisse Bauchkribbeln.

zweifach magisch – bezaubernd artistisch, Foto: Ralf Mohr

Und auch an die kleinen Gäste ist gedacht: In den Sommerferien

ist die beliebte Ferienaktion „Kids für Nix“

zurück! Vom 1. Juli bis 11. August erhält je ein Kind bis

einschließlich 14 Jahre in Begleitung eines regulär zahlenden

Erwachsenen freien Eintritt zur Show „impulse“.

Die perfekte Gelegenheit für ein unvergessliches Erlebnis

mit der ganzen Familie.

TERMINE

heart-beat-art mit „impulse“

26. Juni bis 27. September

Jugendvarieté

10. Juni

dm-Family-Magic-Show mit Cody Stone

22. und 23. Juli

GOP Varieté-Theater Bremen

Am Weser-Terminal 4

28217 Bremen I T 0421 89 89 89 89

variete. de/bremen

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HAMLET, Foto: Jörg Landsberg

Juni / Juli 2026

SCHAUSPIEL

HAMLET

von William Shakespeare // Regie: Alize Zandwijk

Ein Prinz ohne Krone, ein Däne ohne Mark. Sein Vater, der König, ist gestorben, und Hamlet ist untröstlich. „Such

nicht beständig mit gesenkten Lidern nach deinem Vater im Staub“, sagt seine Mutter. „Du weißt, es ist gemein:

Was lebt, muss sterben.“ Doch Hamlet kann und will nicht akzeptieren, dass alle einfach weitermachen. Auch,

weil er glaubt zu wissen, wer die Schuld an seines Vaters Tod trägt. Seine Trauer vertieft sich zur existenziellen

Krise. In einer „aus den Fugen“ geratenen Ordnung treffen Claudius’ Machtstreben und Hamlets Zweifel aufeinander.

Hamlet sucht nach Wahrheit, ringt mit sich selbst und misstraut den eigenen Wahrnehmungen. Er zögert

und zaudert, will Gewissheit, wo es keine gibt, will nicht auch zum Mörder werden. Und doch nimmt das Rachedrama

seinen Lauf. Mit einer rein männlichen Besetzung fragen wir uns: Was erzählt uns William Shakespeare

über Orte für Trauer und Emotion? Zweifel und die Suche nach Sinn? Wie gehen wir mit der Gewissheit um, dass

sterben muss, was lebt? Gut, dass zuvor eine Theatertruppe auftritt und uns all das vorspielt.

Termine: Mi 10. Juni und Do 18. Juni jeweils um 19 Uhr sowie So 21. Juni und Fr 3. Juli jeweils um 18 Uhr

im Theater am Goetheplatz

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MUSIKTHEATER

DIE REISE NACH REIMS

Komische Oper in einem Akt // Musik von Gioachino Rossini

Rossinis „Die Reise nach Reims“ entstand anlässlich der Krönungsfeier von Karl X. Der Komponist schrieb

eine Posse, die sich nicht nur über die Oberflächlichkeiten des Adels, sondern auch über Opernklischees

erhebt und schuf dabei mit großer Leichtigkeit eine Opera buffa mit schönsten Belcanto-Arien und absurdem

Humor. Das Team um Regisseurin Anna Weber macht aus dem Stoff eine skurrile und surrealistische

Krimikomödie, ergänzt durch weitere Musik des Komponisten.

Musikalische Leitung: Sasha Yankevych // Regie: Anna Weber

Termine: So 7. Juni um 18 Uhr und Mi 17. Juni um 19 Uhr

(Blauer Mittwoch: 25 € auf allen Plätzen) im Theater am Goetheplatz

MUSIKTHEATER

DIE ZAUBERFLÖTE

Eine Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart

Foto: Jörg Landsberg

Tamino will Pamina, Papageno seine Papagena. Und so machen sie sich

auf. Es wird gekämpft und gesungen, gerungen und geliebt, gerächt,

gerätselt. Doch manches stellt sich ihnen in den Weg: eine böse Schlange,

ein plauderndes Damenterzett, die eigene Faulheit, eine sternflammende

Königin und ein dubioser Landesherr namens Sarastro. Doch

gegen all die Gefahren, Rätsel, Unwägbarkeiten gibt es Gegenmittel: eine

Zauberflöte, ein Glockenspiel, Zuversicht, Abenteuerlust, einen subtilen

Hang zur Anarchie und natürlich die Magie der Musik. Ein großer Theaterspaß

für alle!

Musikalische Leitung: Sasha Yankevych // Regie: Marco Štorman

Termine: Sa 6. Juni, Di 16. Juni, Do 25. Juni und Do 2. Juli jeweils um 19 Uhr sowie So 28. Juni

und So 5. Juli jeweils um 15:30 Uhr im Theater am Goetheplatz

MUSIKTHEATER

SISSY

Operette von Fritz Kreisler

Foto: Jörg Landsberg

Jahr für Jahr tanzt sie sich im Walzerschritt über die Flimmerkisten direkt

ins Herz der Menschen – die Kaiserin Elisabeth. Wallendes, perlenbesetztes

Haar, exorbitante Kleider, schneebedeckte Berge. So geht Heimat!

Also im Film. Und auf der Theaterbühne? Regisseur Frank Hilbrich

widmet sich diesem trickreichen Abenteuer zwischen Komödie, Salonstück

und sentimentaler Operette. Bis es heißt: Was wird eigentlich gesucht?

Die Liebe oder das eigene Selbst? Ausgezeichnet mit dem BR-

Klassik „Operetten-Frosch“!

Musikalische Leitung: Stefan Klingele // Regie: Frank Hilbrich

Termine: Sa 13. Juni und Sa 4. Juli (Blauer Samstag: 25 € auf allen Plätzen) jeweils um 19 Uhr

sowie Sa 27. Juni um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Theater Bremen

Goetheplatz 1-3

28203 Bremen

Theaterkasse

Goetheplatz 1-3

Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr

Termine und Karten unter

theaterbremen.de

T 0421 3653333

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DOKTOR FAUSTUS FÜR ZWEI, Foto: Mariann Menke

SOMMER IN DER BREMER

SHAKESPEARE COMPANY

SHAKESBIERGARTEN

Der ShakesBierGarten öffnet wieder seine Türen: in

gemütlicher Biergartenstimmung präsentiert das Ensemble

kurzweilige Fassungen beliebter Produktionen

von ca. 40 Minuten. Kühle Getränke, Snacks und fesselndes

Schauspiel mit Zeit für Ausklang, Nachgeplauder

und Absacker: der perfekte Sommerabend!

Im ShakesBierGarten am Falstaff (Theaterkneipe).

Bei schlechtem Wetter drinnen.

Gezeigt werden Kurzversionen der Produktionen

à 40 Minuten.

PROGRAMM

Mittwoch, 24.06. um 19.30 Uhr

DOKTOR FAUSTUS FÜR ZWEI

Donnerstag, 25.06. um 19.30 Uhr

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

Freitag, 26.06. um 19.30 Uhr

ROMEO UND JULIA

Sonntag, 28.06. um 19.30 Uhr

ALLEIN AN DER BAR

WirSing‘ in the City – Hot town!

Mit den Mattenheimern (Imke Burma und Walter Pohl)

Der Asphalt schmilzt, die Hitze flirrt: Zeit für die Summer

Edition von WirSing‘, dem Mitsing-Ereignis für

alle! Heiter und fachkundig von den Mattenheimern

eingegroovt, bringt das Publikum den Saal zum Kochen:

aus All-Time-Classics und Liedgut aller Epochen

entsteht ein Wechselbad der Temperaturen, ein vielstimmiges

Jubeln. Richtige Töne sind weniger wichtig,

als der Spaß am Singen, den Text dazu gibt es direkt

auf die Leinwand projiziert. Komme, wer da wolle:

WirSing‘!

WirSing, Foto: Imke Burma

TERMIN: 17.06. um 19.00 Uhr

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ROMEO UND JULIA

ROMEO UND JULIA, Foto: Mariann Menke

Verona, Italien: auf einem Maskenball begegnen sich

Romeo und Julia zum ersten Mal und verlieben sich

unsterblich ineinander. Doch die junge Liebe steht unter

keinem guten Stern: ihre Familien sind bis aufs Blut

verfeindet. Bietet die leidenschaftliche Verbindung der

beiden Hitzköpfe die Gelegenheit der unmöglich erscheinenden

Versöhnung?

Die Emotionalität der Inszenierung wird mit atmosphärischen,

treibenden Sounds eines Beatboxers sowie

Kampf- und Tanzchoreographien verstärkt, die die

sprachliche Kraft Shakespeares unterstreichen. Indoor

wie Outdoor ein wahres Theater-Feuerwerk!

TERMINE: 04.06., 11.06. um 19.00 Uhr.

26.06. um 19.30 Uhr im ShakesBierGarten (Kurzversion)

27.08., 28.08. um 19.30 Uhr bei Shakespeare im Park

Foto: Mariann Menke

SHAKESPEARE IM PARK

19. bis 30. August im Bürgerpark PROGRAMM

Lauschige Theaterabende an der Open-Air-Bühne

auf der Melcherswiese im Bürgerpark. Das Ensemble

nimmt das Publikum mit in glühende Leidenschaften

und tragische Lieben, skurrile Zauberwelten und magische

Traumlandschaften, finstere Machenschaften

und Intrigen, komödiantische Wirren und humorvolle

Absurditäten – ein einzigartiges Theatererlebnis in

idyllischer Naturkulisse unter Bäumen!

Infos und Tickets:

shakespeare-company.com/Shakespeare-im-park

19.8. um 19.30 Uhr EIN SOMMERNACHTSTRAUM

20.8. um 19.30 Uhr MARIA STUART

21.8. um 18.30 Uhr DAS WINTERMÄRCHEN

21.8. um 22.00 Uhr MACBETH (auf Englisch)

22.8. um 19.30 Uhr VIEL LÄRM UM NICHTS

23.8. um 19.30 Uhr MEDEA

25.8. um 19.30 Uhr Gastspiel: Die ArtVerwandten &

Ukulelen-Orchester: JULIUS CÄSAR

26.8. um 19.30 Uhr ORLANDO

27.8. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA

28.8. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA

29.8. um 19.30 Uhr LOVE LOVE LOVE

30.8. um 18.00 Uhr EIN SOMMERNACHTSTRAUM

bremer shakespeare company

Theater am Leibnizplatz

Schulstr. 26

28199 Bremen

Tickets

Vorverkauf: Stadtbibliothek am Wall

Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr

T 0421 500 333 | Mo-Fr 15-18 Uhr

Spielplan

und Online-Kartenverkauf

shakespeare-company.com

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DER REVISOR, Foto: Anni Strauss

SPIELPLAN JUNI 2026

OPEN AIR: «DER REVISOR»

von Nikolai Gogol / bearbeitet von John von Düffel / nach einer Rohübersetzung von Natascha Görde

Fr, 05.06., 20:00 Uhr (Premiere) / So, 14.06., 18:00 Uhr, Sa, 20.06., 20:00 Uhr

Sommerbühne vor dem Stadttheater, weitere Termine: stadttheaterbremerhaven.de

In einer Provinzstadt, in der vom Stadthauptmann über die lokalen Wirtschaftsgrößen und Beamten bis hin zu

den feinen Damen der Gesellschaft alle in die eigene Tasche wirtschaften, wird per Brief aus der Hauptstadt ein

Revisor angekündigt, der die Geschäfte durchleuchten soll. Und als zwei Gutsbesitzer dem Hauptmann erzählen,

dass im besten Hotel am Platz seit zwei Wochen ein Unbekannter logiert, der noch keine Rechnung bezahlt hat,

sind sich alle einig: Das muss der Revisor sein. Und ab jetzt gilt es, diesen auf die eigene Seite zu ziehen, damit

sein Bericht in der Hauptstadt positiv ausfällt. Dumm ist nur, dass der gar kein Revisor ist, aber seinerseits schnell

erkennt, dass er die falsche Rolle nur mitspielen muss, um Kasse zu machen.

In Gogols Komödie begegnen wir korrupten Schlitzohren, die allesamt auf ihren persönlichen Vorteil schielen und

lügen, dass sich die Balken biegen. Dass sie dabei mal mehr und mal weniger liebenswert daherkommen, liegt in

der Natur der Sache. Und dass wir uns in ihnen wiedererkennen, ist genau die Absicht des Autors.

Regie: Tim Egloff // Bühne: Jeremias Böttcher // Kostüme: Mascha Schubert

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JUNGE CHOREOGRAFIEN

Tanzabend unserer Compagniemitglieder

Sa, 06.06., 19:30 Uhr, TiF (Premiere)

Do, 11.06., 15:00 Uhr, TiF – Theater im Fischereihafen

Mi, 17.06., 19:30 Uhr, TiF – Theater im Fischereihafen

Wenn der eigene Stil reift, verändert sich der Blick auf Bewegung und Ausdruck. Unsere Tänzerinnen und Tänzer

entwickeln eigene choreografische Handschriften und erweitern damit das künstlerische Spektrum der Compagnie

in so unterschiedliche wie bereichernde Richtungen. Für Alfonso Palencia ist es ein zentrales Anliegen,

diesen Prozess aktiv zu fördern und kreative Verantwortung zu teilen. So entstehen Arbeiten, die persönlich,

mutig und eigenständig sind. Die Choreografien eröffnen neue Perspektiven auf zeitgenössischen Tanz – frisch,

überraschend und jenseits konventioneller Erwartungen.

Mit: Acedo, Chao, Festa, Jeon, Marongiu, Noguchi, Oh, Panetta, Sánchez, Watabe, Weng, Wohlfart,

Zotano Bermúdez

8. SINFONIEKONZERT «ABSCHIED»

GIUSEPPE VERDI Messa da Requiem

Mi, 17.06., 20:00 Uhr, Do, 18.06., 19:30 Uhr, Großes Haus

Die Uraufführung der Messa da Requiem 1874 markiert

einen Einschnitt im Schaffen Giuseppe Verdis,

der sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 30 Jahre auf

seine Karriere als Opernkomponist konzentriert hatte.

Doch der Tod des berühmten Dichters und Literaten

Alessandro Manzoni, dessen Name untrennbar mit der

italienischen Wiedervereinigung, dem Rissorgimento,

verbunden ist, hat den Maestro di Busseto so bewegt,

dass er mit seiner monumentalen Totenmesse eines

der spektakulärsten Werke der Musikliteratur schuf.

Die furiose Dramatik des dies irae sucht ihresgleichen

in der Literatur und die schmerzliche Weltentrücktheit

des Beginns zählt zu den genialsten Momenten der

Musikgeschichte.

Dirigent: Marc Niemann // Solist:innen: Signe Heiberg, Dorothea Spilger, Weilian Wang, Volodymyr Morozov //

Chöre: Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven, Bachchor Bremerhaven, Rathschor Bremen,

Extra-Chor des Stadttheaters Bremerhaven // Philharmonisches Orchester Bremerhaven

BALLETTGALA

Hochkarätige internationale Compagnien

zu Gast in Bremerhaven

Di, 23.06., 19:30 Uhr, Großes Haus

Mi, 24.06., 19:30 Uhr, Großes Haus

weitere Infos: stadttheaterbremerhaven.de

Zum Saisonabschluss vereint die Ballettgala die vielseitigen Ausdrucksformen des Tanzes. Alfonso Palencia lädt

Tänzer:innen aus renommierten internationalen Compagnien sowie Choreograf:innen ein, um mit dem Bremerhavener

Ensemble ein einzigartiges und abwechslungsreiches Programm zu kreieren. Ein lebendiger Dialog zwischen

klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz – ein wahres Fest der kulturellen Vielfalt.

Stadttheater Bremerhaven

Theodor-Heuss-Platz

27568 Bremerhaven

Öffnungszeiten Theaterkasse

Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr

T 0471 49001

Spielplan

und Online-Kartenverkauf

stadttheaterbremerhaven.de

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Das

„Jedermann“

Ensemble JEDERMANN-Aufführung auf Seebühne ist hochkarätig, Fotos: Seebühne

auf der Seebühne Bremen

Zwischen Weserblick und Lebensfragen

Eine der schönsten und vielleicht magischsten Event-

Locations unserer Stadt ist die Seebühne Bremen.

Sie liegt auf dem geschichtsträchtigen ehemaligen

Werftgelände direkt hinter der „Waterfront“. Wo früher

Schiffe vom Stapel liefen, genießt das Publikum

heute Unterhaltung mit Möwen-Backgroundchor und

einer gefühlten Prise Salz in der Luft. Am 4. August

wird mit Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ ein

Stück Weltliteratur gezeigt. Ein Abend wie gemacht

für die großen Fragen des Lebens.

Mehr als nur ein Klick: Die Kraft des Augenblicks

Wir leben in einer Zeit sehr flüchtiger Bilder. Unser

Alltag ist geprägt von Instagram-Videos, die wir in Sekundenbruchteilen

wegwischen, und Netflix-Serien,

die wir ohne rechte Aufmerksamkeit schauen, anhalten

und zurückspulen können. Doch Theater unter

freiem Himmel ist das genaue Gegenteil: Es ist echt.

Es gibt keinen Pause-Knopf und keinen Algorithmus.

Da ist nur dieser eine Augenblick, das Knistern in der

Der Jedermann trifft im Stück auf Figuren und personifizierte Werte

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Luft und die Emotionen, die authentischer sind als

alles, was wir auf dem Bildschirm sehen. Das Theater

fordert uns heraus, im Moment zu sein. Und passt

das nicht wunderbar zum Inhalt von „Jedermann“? Es

geht darum, das Leben nicht an sich vorbeiziehen zu

lassen, sondern auf das zu achten, was wirklich wichtig

ist.

Ein Spiegel statt eines Zeigefingers

Regisseur Nicolai Tegeler bringt das Stück in einer

modernen, sinnlichen Inszenierung auf die Bühne.

„Der Jedermann ist kein Stück über den Tod – er ist

ein Stück über das Leben“, betont er. Hauptdarsteller

Julian Weigend nähert sich dieser Rolle mit einer entwaffnenden

Ehrlichkeit. Für ihn war der spannendste

Zugang, den „Jedermann“ nicht als moralische Figur

gespielt wurde, war für sie der Reiz: „Was passiert mit

den Figuren und den Beziehungen zueinander, wenn

der Gesell eine Frau ist? Und was kann ich dem Gesellen

noch mitgeben, um ihn aus dem üblichen Machtgefälle

zu befreien?“, hat sie sich gefragt.

In dieser Version sind die Haltungen von Jedermann

und Gesell zu Beginn gar nicht so unterschiedlich.

Doch Zielckes Figur geht dabei vielleicht ein wenig

raffinierter vor: „Der Gesell ist geschickter im Vertuschen

seiner Motive. Er passt sich an, ist ein Chamäleon

und somit dem Jedermann auch in gewisser

Hinsicht überlegen.“ Ihr Fazit: „Manchmal ist es nicht

schlecht, unterschätzt zu werden. Das bietet einem

viele Möglichkeiten zur Beobachtung.“

Michaela Schaffrath verkörpert die Rolle der „Werke“

Vielen als Komiker und aus der Werbung bekannt: Markus Majowski (li.)

zu spielen: „Also nicht von oben herab, nicht als abschreckendes

Beispiel – sondern als jemand, den wir

alle in uns tragen“, erklärt er.

Die eigentliche Herausforderung liege darin, die Fallhöhe

ernst zu nehmen: „Diesen Weg vom selbstsicheren,

scheinbar unangreifbaren Menschen hin zu

existenzieller Angst und Erkenntnis wirklich ehrlich

zu durchleben – ohne Netz, ohne Ironie. Das verlangt

eine große Offenheit und auch die Bereitschaft, sich

selbst dabei ungeschützt zu zeigen.“ Für Weigend

ist die Arbeit an der Figur auch eine „ziemlich schonungslose

Selbstbegegnung“. Er stellt fest, dass die

Fixierung auf Besitz, Status und Kontrolle absolut gegenwärtig

ist: „Man glaubt oft, man habe einen reflektierten

Zugang – und merkt dann, wie schnell man

doch wieder in äußeren Sicherheiten denkt.“

Frischer Wind: Der „Gute Gesell“ wird weiblich

Ein besonderes Highlight dieser Inszenierung ist die

Besetzung des „Guten Gesellen“ mit Marie Zielcke.

Dass diese Rolle klassisch ausschließlich von Männern

Ein Ensemble der Extraklasse

Neben Weigend und Zielcke versammelt die Produktion

eine Riege bekannter Gesichter: Ralph Morgenstern,

Michaela Schaffrath, Tine Wittler, Markus

Majowski, Alma Rehberg und Maya Forster füllen die

Bühne mit Leben. Begleitet wird das Spiel vom Akkordeonduo

con:trust und Andy Sommer, die das Geschehen

in ein emotionales Sounddesign hüllen.

Für die Schauspieler ist der Spielort dabei meist ein

besonderer Resonanzraum. Während Marie Zielcke

sich darauf freut, Bremen kennenzulernen, verbindet

Julian Weigend viel mit der Hansestadt: „Ich erinnere

mich an diese Mischung aus Geschichte, Klarheit und

einer gewissen norddeutschen Direktheit. Ich empfand

Bremen als eine Stadt, die eine spezielle und besondere

Energie und Ruhe ausstrahlt – etwas Unaufgeregtes,

das ich sehr schätze.“

JEDERMANN

Das Theaterereignis in Bremen

4. August 2026 um 20:30 Uhr

Tickets erhältlich auf: seebuehne-bremen.de

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Blaumeier-Atelier, 1986

Blaumeier wird 40 und

umarmt die ganze Stadt

In Bremen sind wir weltberühmt!

Im Bremer Umland nahm vor 40 Jahre alles seinen

Anfang: Mit der Auflösung der Langzeitpsychiatrie Klinik

Kloster Blankenburg kehrten die dort weggesperrten

Menschen zurück nach Bremen – zurück in die

Freiheit, zurück ins Leben. Entstanden aus einer tiefen

Verneigung vor ihrem ungebrochenen Lebenswillen

macht das Blaumeier-Atelier seitdem Kunst unter dem

Zeichen von Inklusion und Vielfalt.

Ob Theater, Maskenbau und Malerei, ob Fotografie,

Literatur oder Musik – Kunst ist bei Blaumeier erst

dann vollständig, wenn alle mitmachen dürfen. Heute

kommen wöchentlich rund 250 Menschen in ihrer

Freizeit ins Blaumeier-Atelier. Sie eint die Neugier und

die Lust auf künstlerisches Arbeiten, auf Gemeinschaft

und auf neue Perspektiven. Im Vordergrund stehen

die persönlichen Interessen und Fähigkeiten und der

Wunsch nach künstlerischer Professionalisierung. Mit

Theaterstücken, Konzerten, Ausstellungen und Workshops

zeigen sie ihre Kunst, laden zum Austausch ein

– und sind damit längst über Bremen hinaus bekannt.

Weltberühmt eben.

Die Blaumeier-Künstler*innen, Foto: Hervé Maillet

Möglich wird die Blaumeier-Gemeinschaft durch

das Engagement vieler Förderer und privater

Spender*innen. Damit Blaumeier auch in Zukunft ein

Ort bleibt, an dem Inklusion gelebt wird und Kunst für

alle zugänglich ist, brauchen wir Unterstützung. Wer

Blaumeier mag, wer Vielfalt schätzt und echte Teilhabe

ermöglichen möchte, hilft mit einer Spende ganz

konkret. Damit wir auch in den nächsten 40 Jahren

die ganze Stadt umarmen dürfen.

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VERANSTALTUNGEN

Ausstellung KEINE ZEIT, Foto: Jens Weyers

40 Jahre – 40 Bilder – 40 Orte

40 Bilder verlassen das Atelier und finden sich dort

wieder, wo das Leben spielt, verteilt über die ganze

Stadt: beim Bäcker, im Fitnessstudio, in der Eisdiele,

im Café, bei Werder, im Second Hans Shop uvm.

Kunst baut Barrieren ab, verbindet Menschen und

verwandelt die ganze Stadt in eine riesige Überraschungsgalerie.

Alle Orte und Infos auf Instagram @blaumeieratelier

Ein guter Anfang

Wie alles seinen künstlerischen Anfang genommen

hat, zeigt das Blaumeier-Atelier im Juni: Werke der

ersten Blaumeier-Künstler*innen treffen auf die Bilder

der Nachwuchsgruppe „Blaue Sau“. Gegenüberstehend

und zugleich gemeinsam umspannen sie 40

Das Leben des Herrn Louis, Foto: Martin Bogus

Jahre Blaumeier-Kunst und überzeugen mit großer

Direktheit und Konzentration auf die Gestaltungsidee.

Ausstellungseröffnung Do 11.6. um 19 Uhr

Wilhelm Wagenfeld Haus

Das Leben des Herrn Louis

Die frisch aus dem Ton geschlüpfte Maskenfigur Herr

Louis wird Hals über Kopf und ohne Vorwarnung in

ein wildes Bühnengeschehen geworfen. Mehr als 60

Maskenfiguren vergangener Blaumeier-Produktionen

der letzten 40 Jahre begleiten seine Reise und präsentieren

ihre faszinierende Vielfalt.

Fr 12.6. um 15.30 & 18 Uhr, Sa 13.6. um 15.15 &

17.00 Uhr, So 14.6. um 13.00 & 16.00 Uhr

Hinter dem Wilhelm Wagenfeld Haus, Eintritt frei

Weitere Infos und Spendenformular: blaumeier.de

NOCH KEIN ABO?

Bremens schönstes Kulturmagazin

6x im Jahr portofrei für 27€

in Ihren Briefkasten

Bestellung: info@schwachhauser.de

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Tschüssikowski

Tschüssikowski, Foto: Julia Erusova

Theater 11 spielt beim Festival SummerSounds 2026

Das Ensemble des Theater 11, eigentlich in der

Faulenstraße beheimatet, präsentiert am Sonntag,

7. Juni, um 14.15 Uhr im Rahmen des Festivals

SummerSounds 2026 seine Straßenclownerie

„Tschüssikowski“ in den Neustadtswallanlagen.

Die Familie Tschüssikowski fährt mit dem Auto in den

lang ersehnten Urlaub. Doch auf dem Weg in ein warmes

Land hat das Auto eine Panne. Und nun? Dort,

wo das Auto kaputt gegangen ist, ist auch der Urlaub…

Die 30-minütige bunte Performance unter der Regie

von Julia Erusova kommt ganz ohne Worte aus. Es

spielen Iryna Shcherbak, Ilia Riabov, Filipp Shilovskii,

Yuliia Lohvynenko und Varvara Kuporova.

Sonntag, 7. Juni 2026, 14.15 Uhr

Neustadtswallanlagen

Eintritt frei

Familie Tielitz

und Mitarbeiter

in 5. Generation

Laura und Henrick Tielitz

Friedhofstraße 19

28213 Bremen

www.tielitz.de

Tag & Nacht

0421 - 20 22 30

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Tripode

Arbeiten von Mai Ferreira,

Anne Kern und Inger Seemann

vom 7. Juni bis 5. Juli

in der Villa Sponte

Mai Ferreira, O.T.

Die Ausstellung „Tripode“ vereint drei Künstlerinnen,

die auf unterschiedliche Weise Wahrnehmung,

Material und Intuition verbinden. Die Werke von Mai

Ferreira, Anne Kern und Inger Seemann stehen für

Raum, Stimmung und Ausdruck.

Anne Kerns große Leidenschaft gilt der Landschaftsmalerei,

die sie in Öl auf Leinwand sowie in Kohle-

und Kaltnadelgrafik umsetzt. Inspiriert von der

Felslandschaft des Elbsandsteingebirges und stillgelegten

Steinbrüchen der Oberlausitz, arbeitet sie meist

Pleinair – zunächst mit Fotoapparat und Skizzenbuch,

später mit Staffelei und Leinwand. Ihre Bilder fangen

die Stille, das Licht und die besondere Stimmung der

Natur ein. Spuren menschlichen Wirkens sind sichtbar,

doch die Menschen selbst fehlen – zurück bleibt

die Aura verlassener Orte.

Für Mai Ferreira ist die Collage ein zentraler Bestandteil

ihres künstlerischen Schaffens. Durch das Zusammenfügen

scheinbar bedeutungsloser Bilder werden

Mai Ferreira, O.T.

Träume, Empfindungen und Gedanken sichtbar und

formen ein neues Universum voller Bedeutungen.

Inspiriert von Leonora Carrington greift Mai Ferreira

auf den Surrealismus zurück, um Traumwelten, Stimmungen

und Gefühle zu gestalten, die von einem geheimnisvollen

Schimmer umhüllt sind.

Inger Seemann arbeitet mit gefalteten Stahlblechplatten

und schafft so Skulpturen, die Handwerk, Experiment

und Ausdruck vereinen. Anders als bei industriell

gefertigten Stahlobjekten ist hier jede Falte das Ergebnis

direkter künstlerischer Arbeit. Jede Skulptur eröffnet

komplexe räumliche Zusammenhänge: Die gefalteten

Platten bilden Räume, die durch geschwungene

Stahlstangen weiter dynamisiert werden. Stangen und

Falten interagieren, durchstoßen und verbinden sich,

sodass die Werke als organische Einheit wirken.

Vernissage am 7. Juni 15.30 Uhr.

Der Eintritt ist frei, Informationen: villa-sponte.de

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Anna Plate, Aufgeschnittene Apfelsine, 1932, Aquarell über Bleistift, 22,5 x 27,4 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Mehr Frauen!

Bremer Künstlerinnen auf Papier

Gustava Tölken, Die glückliche

Erbin, um 1955,

Schwarze Kreide und Bleistift,

aquarelliert, 22,5 x 16 cm,

Kunsthalle Bremen –

Der Kunstverein in Bremen,

© Nachlass Gustava Tölken

Die Kunsthalle Bremen hat ihre Sammlung von

Zeichnungen von Bremer Künstler*innen im Rahmen

eines Forschungsprojektes genauer untersucht und

eine bemerkenswerte Erkenntnis gemacht: Im Verhältnis

zum männlich geprägten Gesamtbestand der

Kunsthalle Bremen bewahrt das Kupferstichkabinett

überdurchschnittlich viele Zeichnungen von Bremer

Künstlerinnen.

Neben Paula Modersohn-Becker tauchen weitere Namen

auf, die bislang kaum bekannt sind. Eine Auswahl

von 60 Werken wird in der Ausstellung „Mehr Frauen!

Bremer Künstlerinnen auf Papier“ vom 22. Juli bis 8.

November 2026 in der Kunsthalle präsentiert.

Paula Modersohn-Becker genießt heute weltweiten

Ruhm. Wer aber kennt ihre Mitstreiterinnen, die

in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenfalls

in der Bremer Kunstszene aktiv waren: Clara Rilke-

Westhoff, Marie Bock, Anna Plate, Margarethe von

Reinken, Agnes Sander-Plump, Dora Bromberger,

Elisabeth Noltenius, Gustava Tölken oder Olga Bontjes

van Beek? Die Sammlung von Zeichnungen Bremer

Künstler*innen umfasst insgesamt mehr als 1.800

Werke, davon stammt fast ein Viertel von Frauen. Wie

kam es zu dieser Schaffenskraft, obwohl Künstlerin-

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nen damals doch systematisch ausgebremst wurden? Bis 1919 durften

Frauen beispielsweise nicht an den staatlichen Kunstakademien studieren,

sodass ihre Ausbildung erheblich erschwert war. Die Bremer Künstlerinnen

setzten sich durch Netzwerkarbeit gegen die Ausgrenzung zur

Wehr: Sie gründeten 1899 den „Bremer Malerinnenverband“ oder traten

ab 1928 der „Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen

und Kunstfreundinnen“ (GEDOK) bei.

Die Ausstellung verfolgt die Verbindungslinien zwischen den Künstlerinnen

sowie ihre Verwurzelung in Bremen und dem Umland: In den

Orten Worpswede, Fischerhude und Dötlingen lebten sie Tür an Tür. Dort

unterrichteten sie die nachfolgende Generation im Malen und Zeichnen

– bewusst in Abgrenzung zu den Akademien. Es sind Künstlerdynastien

entstanden wie die Familien Modersohn, Plump oder Breling. Zuletzt sind

aus den Bekanntschaften in den Künstler*innenorten und bei der GEDOK

tiefe Freundschaften erwachsen.

Catherine Wilhelmine Marie Bock, Vier Kinder auf einer Brücke (Detail), Bleistift, 38,6 x 32 cm

Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, © Nachlass Catherine Wilhelmine Marie Bock

TERMIN

Mehr Frauen!

Bremer Künstlerinnen auf Papier

22. Juli bis 08. November 2026

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207 | 28195 Bremen

T 0421 32 908 0

kunsthalle-bremen.de

Forschungsprojekt

Die Ausstellung bildet den Abschluss des Forschungsprojekts „Handzeichnungen

HB“, in dem mehr als 1.800 Zeichnungen untersucht

wurden. Die Erschließung umfasste unter anderem die Zuschreibung an

eine*n Künstler*in, die Bestimmung von Motiv, künstlerischer Technik

und Objektmaßen sowie die Erfassung

von Provenienzmerkmalen.

Neben der Ausstellung und einem

Katalog werden die Ergebnisse

im Online-Katalog der Kunsthalle

Bremen und darüber hinaus in

übergeordneten Datenbanken

wie dem Graphikportal und der

Deutschen Digitalen Bibliothek

zugänglich gemacht. So stehen

sie sowohl der Forschung als auch

einer interessierten Öffentlichkeit

zur Verfügung.

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Daphne Wright, Sons and Couch, 2025, handbemaltes Jesmonite, Lebensgröße /

Courtesy the artist and Frith Street Gallery, London, Foto: Jed Niezgoda, © Daphne Wright

Memory and Presence

Daphne Wright

12. Juli bis 18. Oktober 2026

Das Gerhard-Marcks-Haus präsentiert die erste

Einzelausstellung der irischen Bildhauerin Daphne

Wright (geb. 1963) auf dem europäischen Festland.

Ihre nahezu lebensgroßen Skulpturen und Installationen

halten Seinszustände fest und verweisen

auf etwas, das einst Realität war. Wrights Werke

kreisen um Vergänglichkeit, Zerbrechlichkeit sowie

Lebensphasen zwischen Kindheit, Erwachsensein,

Leben und Tod. Fragile Materialien wie ungebrannter

Ton, Gips und Kunstharz sowie die vorherrschenden

Weißtöne verleihen den Arbeiten eine stille, melancholische

Präsenz.

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Daphne Wright, Primate, 2009, Marmorstaub, Onyx, Harz, Farbe und Seidenstickerei,

Courtesy the artist and Frith Street Gallery, London, Foto: Stephen White & Co. © Daphne Wright

Die Ausstellung zeigt Werke aus allen Phasen ihres

Œuvres, angefangen bei den frühen Installationen aus

ungebrannten Ton und Alufolie bis hin zur neusten

Arbeit »Sons and Couch« (2025), ein lebensgroßer

Abguss ihrer beiden Söhne, die in England bereits

für großes Aufsehen sorgte. Wright nutzt scheinbar

gegensätzliche Methoden wie Modellierung und Abgüsse

nach Lebenden und Toten nebeneinander und

schafft auch dadurch in jedem einzelnen Werk einen

unterschiedlichen Wirkungsgrad.

Begleitend erscheint eine zweisprachige Publikation

(Deutsch/Englisch) im Hirmer Verlag. Gefördert wird

die Ausstellung von Culture Ireland, der Karin und Uwe

Hollweg Stiftung, der Kunststiftung Christa und Nikolaus

Schüers und dem Freundeskreis des Gerhard-

Marcks-Hauses e. V.

Kabinettausstellung

Musiker und Dichter im Werk von Gerhard Marcks

12. Juli bis 18. Oktober

Gerhard Marcks, Sitzender Geigenspieler, 1973, Bronze, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Gerhard Marcks (1889–1981) beschrieb sich mehrmals

als »Musikbanause«, dennoch war er ein eifriger Konzertgänger

und wacher Beobachter. Auf kleinformatigen

Papieren entstanden während der Darbietungen lebendige

Skizzen der agierenden Musiker, die er im Atelier zu

Plastiken und Druckgrafik formte. Tief berührte ihn die

Geschichte des Orpheus, wie sie der römische Dichter

Ovid in seinen »Metamorphosen« schildert. Marcks befasste

sich mit dem mythischen Sänger zwischen 1924

und 1959. Opheus galt ihm als Sinnbild des Künstlers,

der von den Göttern begnadet und letztlich verlassen

wurde. Unter ähnlichen Vorzeichen kann auch Marcks’

Rezeption der Lyrik Friedrich Hölderlins gelesen werden,

die in mehreren Holzschnitten Gestalt fand.

Kabinettausstellung 12. Juli bis 18. Oktober 2026

Christian Schilling. Wunderkammer

Gerhard-Marcks-Haus

marcks.de

Am Wall 208

28195 Bremen

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Rosa Jaisli – Räume ahnen

Paseo de luz, 2019 - 2026, Pergamentpapier, Foto: Jens Weyers

Städtische Galerie Bremen

31. Mai bis 26. Juli 2026

Das Sonnenlicht des Frühlings fällt durch die zahlreichen

Fenster im Ausstellungsraum der Städtischen

Galerie Bremen und erleuchtet die markante Architektur

des alten Industriegebäudes ebenso wie die Kunst,

die darin zurzeit ausgestellt ist. Diese Kunst wiederum

scheint selbst zu leuchten, was eine Qualität der

eingesetzten Materialien ist. Alabasterskulpturen und

Papierarbeiten nehmen das Licht auf und geben es

quasi illuminiert an uns weiter. Insbesondere die außergewöhnlichen

Alabasterwerke der Bremer Bildhauerin

Rosa Jaisli deuten ihre Transparenz nicht nur

als sinnliche Ansprache, sondern auch als metaphysischer

Eindruck an. Als „poetische Räume“ hat Hans-

Joachim Manske, ehemaliger Leiter der Städtischen

Galerie Bremen, dies schon 1992 definiert.

Räume spielen im Werk von Rosa Jaisli, deren aktuelle

Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Werke aus

vier Jahrzehnten vorstellt, insgesamt eine große Rolle.

Und zwar weit über den Raumbezug hinaus, den

Skulpturen immer mit sich bringen. Durch- und Einsichten,

die Räume eröffnen, das Licht durchlassen,

ergeben sich in ihren Alabasterskulpturen und in den

Objekten aus ungebranntem Lehm, in den Cut-Outs

aus Teerpappe, in den Papierarbeiten. Dies gilt in besonderer

Weise für die ortsspezifische Intervention mit

großen schimmernden Papierbahnen, die im Ausstellungsraum

gehängt werden und auf diese Weise in

Bezug zur Architektur neue Räume kreieren. Eingerissene

Öffnungen erinnern an Fenster und die Papierbahnen

damit erst recht an Wände. So wie der behau-

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ene und geschliffene Alabaster oft

papierhaft wirkt, scheint das Papier

Stein zu sein – Eigenschaften des

Materials, die Rosa Jaisli betont

und für ihre raumerschließenden

Werke einsetzt.

Synapsis, 2009, Alabaster, Foto: Susanne Frerichs

Pirámide Maya, 1994, Alabaster, Foto: Guillermo Blanco Cazas

Wir erahnen Räume, die auch in

der Ahnung der Künstlerin im Stein,

im Papier, als Schattenwurf aus

Teerpappe und in der Zusammenstellung

von Lehmobjekten schon

vorhanden waren. Viele ihrer Raumensemble

erinnern an archäologische

Ausgrabungen und rufen

archaische Räume, Ur-Räume auf.

Es handelt sich also auch um räumliche

Ahnen, was die Doppeldeutigkeit

des Ausstellungstitels zum

Werk von Rosa Jaisli erklärt. Die

Reminiszenz an Behausungen oder

Modelle von Siedlungen verweist

auf Archetypen menschlichen Soziallebens.

Neben ihrer Schönheit

und neben ihrem spannungsvollen

Spiel innerhalb eines Materials wie

dem Alabaster – zwischen Naturstein

und bearbeiteten Teilen – und

zwischen den verschiedenen Materialien

zeigen viele Werke auch

düstere, unheimliche Aspekte, die

verdeutlichen, dass Räume in sozialen

Systemen immer beides sein

können: Schutz oder Gefängnis.

Rosa Jaisli gelingt es, diese und

andere Ambivalenzen in Formen

zu fassen und uns in einem hoch

ästhetischen Dialog zu vermitteln,

dass unsere Räume wesentlich von

unserer Wahrnehmung abhängen

und nur im Verhältnis zu uns und

den Funktionen entstehen, die wir

ihnen zuweisen.

Städtische Galerie Bremen

staedtischegaleriebremen.de

Buntentorsteinweg 112

28201 Bremen

Trabajo experimental, 1995/1996, Lehm, Foto: Jens Weyers

Öffnungszeiten

Di-So, 12-18 Uhr, Eintritt frei

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Wir sind der Fluss

Was uns mit der Weser verbindet

AUSSTELLUNG

Blick in die Ausstellung, Foto: Scheffka

Die Weser ist weit mehr als nur ein Fluss – sie ist Naturraum, Erholungsort, wirtschaftliche Lebensader

und Teil der Identität Bremens. Gleichzeitig steht sie unter Druck: Klimakrise, wirtschaftliche

Nutzung und menschliche Eingriffe führen zu Konflikten und machen ein neues Verständnis

notwendig. Die Ausstellung »Wir sind der Fluss« im Hafenmuseum greift genau diese Fragen

auf. Noch bis zum 23. August 2026 lädt sie dazu ein, die Weser nicht nur als Ressource zu sehen,

sondern als etwas Lebendiges, mit dem der Mensch in Beziehung steht.

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Bremen ohne die Weser? Unvorstellbar! Der rund 450

Kilometer lange Fluss prägt ganze Regionen, mehr als

40 Kilometer fließt er durch die Stadt. Wir spazieren

an seinen Ufern, schwimmen in seinem Wasser, leben

an und mit ihm. Doch wie geht es eigentlich der

Weser selbst?

Kuratorin Jessica Fritz vom Hafenmuseum hat die

Ausstellung gemeinsam mit Valentina Rojas Loa und

Felix Dreesen entwickelt. Eindrucksvolles Highlight der

Ausstellung ist eine raumgreifende Weser-Installation.

Rund 19 Tonnen Wasserbausteine hat der Bremer

Künstler Felix Dreesen dafür ins Hafenmuseum gebracht

und gemeinsam mit weiteren Materialien zu

einer künstlichen Böschung der Weser geformt. Sie

macht erfahrbar, wie stark der Mensch Verlauf, Fließgeschwindigkeit

und Ökosystem der Weser geprägt

hat – und wie aus einem Naturraum eine technisierte

Kulturlandschaft wurde.

Ergänzt wird diese künstlerische Arbeit durch Interviews

von Menschen aus Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft

und Wirtschaft. Mit dabei sind eine Binnenschifferin, ein

Förster, eine Gewässerbiologin und ein Dichter. Über

Lautsprecher können Ausstellungsbesucher:innen die

Interviews anhören und so mehr über die Beziehung

der Menschen zur Weser erfahren. In kleinen Aquarien,

die teilweise mit echtem Weserwasser befüllt sind, werden

Objekte ausgestellt, die die Interviewpartner:innen

mit der Weser verbinden, und die sie dem Hafenmuseum

als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben.

Hauke Krebs, der auf Langeoog aufgewachsen ist und

im Hochwasserschutz bei der Senatorin für Umwelt,

Klima und Wissenschaft arbeitet, erzählt über sein

Objekt: »Es ist ein unscheinbares, rostiges Stahlstück,

das aus der Uferspundwand der Schlachtepromenade

stammt. Tausende solcher Stahlstücke wurden damals

aus der neuen Uferspundwand herausgeschnitten, um

einen Weg für Kleinstlebewesen zwischen Fluss und

Ufer zu schaffen. Das Stahlstück ist für mich ein Sinnbild

der vielen Zielkonflikte, die wir erzeugen, wenn wir

uns dem Fluss nähern, wenn wir ihn nutzen oder vielleicht

sogar ausnutzen.«

Begleitprogramm

Montag, 8. Juni, 14.00 bis 18.00 Uhr

Im Fluss: Impulse und Dialoge

zur Zukunft der Weser

Kurzvorträge und Workshops

Donnerstag, 20. August, 20.30 Uhr

I Am The River, The River Is Me

Dokumentarfilm, Petr Lom, N/Nor/Ns 2024

Film & Gespräch, Güterbahnhof (Tor 35)

Sonntag, 21. Juni, 15.00 Uhr

Öffentliche Kurator:innen-Führung

Sonntag, 23. August, 15.00 Uhr

Letzter Ausstellungstag mit Führung

Blick in die Ausstellung, Foto: Scheffka

Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung

wird in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung Bremen,

dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte

und Entwicklung, dem Bremer Zentrum für Baukultur

und der Schwankhalle Bremen organisiert.

Wir sind der Fluss

Was uns mit der Weser verbindet

Bis 23. August 2026

Hafenmuseum Bremen

Am Speicher XI 1, 28217 Bremen

hafenmuseum-bremen.de

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Reisen zur

Kunst

Foto: Dario Rawert, pexels.com

Lust auf spannende Ausstellungen? Doch wofür lohnt sich die Anreise?

Die Bremer Kunstexpertin Annette Schneider hat für Sie eine Auswahl

sehenswerter Kultur-Highlights zusammengestellt – perfekt für einen

inspirierenden Tagestrip oder einen Wochenendausflug.

BASEL: Helen Frankenthaler

Helen Frankenthaler in her Studio

Foto: Alexander Liberman © J. Paul Getty Trust

Farbe als Raum, nicht als Oberfläche: Im Kunstmuseum Basel

entfaltet sich das Werk von Helen Frankenthaler in großen,

atmenden Flächen. Ihre Malerei löst die Grenze zwischen

Zeichnung und Farbe auf – Pigmente sickern in die Leinwand,

bilden Felder, Übergänge, Spannungen. Nichts ist fest umrissen,

und doch ist alles genau gesetzt. Die sogenannte „soakstain“-Technik

wird hier nicht nur sichtbar, sondern körperlich

erfahrbar: Farbe wirkt wie Licht, wie Atmosphäre, wie Bewegung.

Zwischen Kontrolle und Zufall entstehen Kompositionen,

die offen bleiben und gerade darin ihre Kraft entfalten. Die

Ausstellung zeigt Frankenthaler als zentrale Figur zwischen

Abstraktem Expressionismus und Farbfeldmalerei – und macht

deutlich, wie sehr ihr Werk bis heute nachwirkt.

Bis 23. August 2026

im Kunstmuseum Basel

PARIS: Henri Rousseau, L’ambition de la peinture

Henri Rousseau, Mauviese surprise

© The Barnes Collections

Ein Außenseiter mit Nachhall: Henri Rousseau malt Welten,

die zugleich kindlich und kalkuliert erscheinen – Dschungel,

die eher im Kopf als in der Natur existieren. Seine Bilder folgen

keiner akademischen Logik, und gerade darin liegt ihre Modernität.

Die Ausstellung zeigt, wie Rousseau eine ganz eigene

Bildsprache entwickelt, die zwischen Traum, Theater und stiller

Irritation oszilliert. Hinter der scheinbaren Naivität öffnet sich

eine präzise komponierte, fast hypnotische Ordnung. Seine

ikonischen Dschungelszenen – bevölkert von Tieren, Pflanzen

und geheimnisvollen Figuren – sind weniger Naturstudien als

innere Landschaften. Ein poetischer, leicht entrückter Parcours

zwischen Traum und Konstruktion, der naiv und zugleich hochkomplex

ist.

Bis zum 20. Juli

im Musée de l’Orangerie, Paris

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BERLIN: Constantin Brâncuși

Foto: Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer

Kulturbesitz / David von Becker

© Succession Brancusi - All rights reserved / VG Bild-

Kunst, Bonn 2026

Reduktion als radikale Geste: Constantin Brâncuși führt die

Skulptur an ihren Kern. Er befreit sie von allem Überflüssigen

– bis nur noch das Wesentliche bleibt. Form, Linie und Essenz.

Seine Werke wirken einfach, fast selbstverständlich, und sind

doch das Ergebnis radikaler Verdichtung. Linien, Volumen,

Oberfläche treten in einen Dialog, der zwischen Material und

Idee vermittelt. Die Berliner Schau zeigt eindrücklich, wie aus

Figur Zeichen wird – und aus Objekt eine Haltung. Neben

Hauptwerken wie „Der Kuss“, „Vogel im Raum“, „Schlummernde

Muse“ oder „Unendliche Säule“ zeigt die Ausstellung eine

Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brâncuși, das

damit erstmals seit seiner Übergabe an den französischen Staat

1957 außerhalb von Paris zu sehen ist.

Bis zum 9. August 2026

in der Neuen Nationalgalerie, Berlin

MÜNCHEN: „HAAR – MACHT – LUST“

Laetitia Ky, Fighter, 2023

C-Print auf Diasec-Plexiglass Satin, 75 x 50 cm

Courtesy LIS10 Gallery © Laetitia Ky

Ob kurz, lang oder lockig – Haare sind weit mehr als eine

Stilfrage, sie können Ausdruck von Identität, Kontrolle, Verführung

und Widerstand sein. Haare sind Projektionsfläche für

Macht, Begehren und Identität. Die Ausstellung versammelt

historische und zeitgenössische Positionen, die zeigen, wie

stark dieses scheinbar alltägliche Phänomen kulturell aufgeladen

ist. Zwischen Ritual, Mode, Politik und Körperbild entstehen

überraschende Perspektiven – mal sinnlich, mal analytisch, oft

beides zugleich. Es steht für Kraft und Vitalität, oder es schillert

zwischen Verführung und Abschreckung. Dieser sinnliche und

überraschende Streifzug durch drei Jahrtausende Kunst- und

Kulturgeschichte verdeutlicht, welche Wirkmacht das scheinbar

Alltägliche entfalten kann.

Bis zum 4. Oktober 2026

in der Kunsthalle München

WIEN: „250 Jahre Albertina“

Albrecht Dürer, Feldhase © Albertina, Wien

Jetzt kann man ihn endlich wieder im Original bestaunen: den

berühmten Hasen von Albrecht Dürer. Das ikonische Blatt aus

der Sammlung der Albertina ist lichtempfindlich und nur selten

zu sehen – umso besonderer sein aktuelles Auftauchen. Es steht

hier nicht isoliert, sondern eingebettet in die große Jubiläumsausstellung.

Im Zentrum stehen Zeichnung und Druckgrafik. Von

der Renaissance bis in die Gegenwart entfaltet sich ein dicht gehängter

Parcours, der weniger chronologisch erzählt als in Verbindungen

denkt. Alte Meister treffen auf moderne Positionen,

Detail auf Konzept, Linie auf Idee. So entsteht ein vielschichtiges

Bild davon, wie sich Sehen, Darstellen und Sammeln über Jahrhunderte

verändern. Eine klug komponierte Ausstellung, die vom

einzelnen Blatt ausgeht – und das große Ganze im Blick behält.

Bis 1. November 2026

in der Albertina, Wien

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FOCKE

PROGRAMM IM JUNI

Violinistin Ida Haendel und eine Szene aus „GOSIA@TOMEK

Programm im Juni

Montag bis Freitag, 1. bis 5. Juni 2026,

9 bis 14 Uhr

Auf den Spuren der Bremer Geschichte

Bildungszeit mit Raymonde Decker

und Helmi Reible

Zu Beginn beschäftigt sich die Bildungszeit

im Focke-Museum (im Eichenhof und Haus

Riensberg) mit archäologischen Funden, den

Spuren des Alltagslebens in Bremen sowie mit

Bremer Persönlichkeiten in ihrem geschichtlichen

Umfeld, mit ihrer Wohnkultur und ihrem

Alltag. Die neuere Geschichte Bremens

wird anschließend in der Kaisen-Gedenkstätte

bzw. im Hafenarchiv thematisiert. Zudem ist

ein historischer Stadtspaziergang vorgesehen.

Die Bildungszeit findet in Kooperation mit dem

Focke-Museum, der Wilhelm und Helene Kaisen

Gedenkstätte und dem Hafenarchiv statt.

Anmeldungen nur bei der Volkshochschule

Bremen

Donnerstag, 4. Juni 2026, 18 Uhr

Fokus Polen #2

Kinoabend über die jüdisch-polnische

Violinistin Ida Haendel

Die in Polen geborene Filmkünstlerin Christine

Jezior siedelte 1986 nach Deutschland über.

Heute ist sie in der Bremer Kino- und Musikszene

aktiv. Über die jüdisch-polnische Violinistin

Ida Haendel (1928-2020) hat sie 2028

die Filmbiografie „The Haendel Variations“ (73

Min.) gedreht, die im Bauernhaus Mittelsbüren

im Original mit Untertiteln zu sehen ist. Im Anschluss

gibt es ein Gespräch, das Ilona Rieke

vom Filmbüro Bremen moderiert. Es folgt ein

Sektempfang.

Karten 12€, ermäßigt 8€ erhältlich unter:

focke-museum.de/veranstaltung

Landschaftsarchitektur und beherbergt die

Ruhestätten zahlreicher Bremer Prominenter.

Teilnahmegebühr für Erwachsene 11€, ermäßigt

9€

Treffpunkt: Museumskasse im Haus

Riensberg des Focke-Museums

Mittwoch, 24. Juni 2026, 16.30 bis 18 Uhr

Wer liegt hier begraben?

Ein 1,5-stündiger Rundgang über den

Riensberger Friedhof mit Helmi Reible

Der Riensberger Friedhof wurde in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts u. a. von Wilhelm

Benque, dem Schöpfer des Bürgerparks,

mitgestaltet. Eingebettet in einen 27 Hektar

großen Park vereinigt er Grabmalkunst mit

Landschaftsarchitektur und beherbergt die

Ruhestätten zahlreicher Bremer Prominenter.

Teilnahmegebühr für Erwachsene 11 Euro, ermäßigt

9 Euro

Treffpunkt: Museumskasse im Haus Riensberg

des Focke-Museums

Donnerstag, 25. Juni 2026, 18 Uhr

Fokus Polen #3 Kinoabend

Eine Danziger Liebesgeschichte

Diese Liebesgeschichte aus dem heutigen

Danzig basiert auf Emails, die Gosia täglich an

Tomek schreibt. Inzwischen sind es mehr als

3000. In ihrer einfühlsamen Verfilmung „GO-

SIA@TOMEK“ (2021) wirft Christine Jezior

Fragen universeller Natur auf: Was geschieht

mit einer Beziehung, wenn ein Partner nach

einem Unfall plötzlich schwerstbehindert ist?

Der Film ist im Bauernhaus Mittelsbüren im

Original mit Untertiteln zu sehen.

Karten 12€, ermäßigt 8€ erhältlich unter:

focke-museum.de/veranstaltung

Rallye

Zeitreise durch die Bremer Geschichte

und Kultur

Für Kinder ab 6 Jahren und ihre Begleitung

Warum fehlt dem unbekannten Herrn ein

Hut? Wie viele Fliesen ergeben ein Bild? Wurde

aus einer alten Kanne früher Eistee getrunken?

Das Focke-Museum bietet für Kinder ab

sechs Jahren eine unbetreute Rallye an. Die

Reise durch die Zeit geht durch verschiedene

Räume von Haus Riensberg, die genau unter

die Lupe genommen werden. Dabei werden

über 500 Jahre Bremer Geschichte und Kultur

entdeckt. Die Kinder erfahren, wie die Menschen

früher gewohnt, wie sie sich gekleidet

haben, und auch wie Kinder früher spielten.

Die Teilnahme ist während der Öffnungszeiten

des Museums möglich. Die Rallye ist kostenfrei

an der Museumskasse im Haus Riensberg

erhältlich, wo sie auch startet.

Kinder haben freien Eintritt

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Mittwoch, 17. Juni 2026, 16.30 bis 18 Uhr

Wer liegt hier begraben?

Ein 1,5-stündiger Rundgang über den

Riensberger Friedhof mit Helmi Reible

Der Riensberger Friedhof wurde in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts u. a. von Wilhelm

Benque, dem Schöpfer des Bürgerparks,

mitgestaltet. Eingebettet in einen 27 Hektar

großen Park vereinigt er Grabmalkunst mit

Szene aus GOSIA@TOMEK


GOOD BOY, Foto: Verleih

LOL, Foto: Verleih

BREMER

FILMKUNST

FILMSTARTS IM JUNI

SCHAUBURG // GONDEL

ATLANTIS // CiINEMA OSTERTOR

THEATER

Good Boy – Wir wollen dein Bestes

Regie: Jan Komasa

Der 19-jährige Tommy genießt sein Leben

als Krimineller, treibt Freunde zu Gewalttaten

an und prahlt auf Social Media – bis er eines

Nachts entführt wird. Er erwacht angekettet

im Keller eines Vorstadthauses, wo Entführer

Chris mit Frau Kathryn und Sohn Jonathan

lebt. Die Familie will Tommy mit psychologischen

Spielchen „reformieren“. Doch je mehr

er sich wehrt, desto tiefer gerät er in ihre dysfunktionale

Dynamik.

Ab Do. 04.06.

Ab durch die Mitte –

Mit Vollgas durch Paris

Regie: Grégoire vigneron

Bauingenieur Stan hat sich jahrelang abgerackert

– jetzt steht die Beförderung kurz

bevor. Als sein Chef einen Rückzieher macht

und dem Rivalen den Posten verspricht, dreht

Stan durch: Er stiehlt eine Tasche mit einer

Million Euro Schwarzgeld aus dem Firmentresor.

Mit Freundin Marine schon auf dem

Weg zum Flughafen, erfährt er: Die Beförderung

kommt doch zustande.

Ab Do. 04.06.

Sommer auf Asphalt

Regie: Simon Ostermann

Fahrradkurierin Les lebt impulsiv in den Tag

hinein. Nach einem Unfall taucht ihr entfremdeter

Vater Bert auf, übernimmt ihre Touren

und mischt sich ins Leben ein – sehr zu Les‘

Misstrauen. Als sie vom jüngeren Tyler ungeplant

schwanger wird, gerät sie in emotionale

und finanzielle Abhängigkeiten. Bert gibt sich

fürsorglich, verschweigt aber, dass er selbst

mit schwerwiegenden Problemen kämpft.

Ab Do. 04.06.

Disclosure Day –

Der Tag der Wahrheit

Regie: Steven Spielberg

Was wäre, wenn du herausfinden würdest,

dass wir nicht allein sind? Angenommen, jemand

könnte dir das beweisen: Hättest du

Angst?

Ab Mi. 10.06.

Manipulation

Regie: David Balda

Seit seiner Kindheit gehört Matteo einer

mächtigen Geheimgesellschaft an. Nach seinem

Initiationsritual wird er befördert und

soll Kontakt zu Vater Vitus aufnehmen. Als

Matteo entsetzliche Machenschaften entdeckt,

beginnt er zu ermitteln. Im Hintergrund

kämpft Vater Vitus zwischen Machtstreben

und Moral – eine Schwäche, die der Meister

nutzt, um die Kirche zu infiltrieren.

Ab Do. 11.06.

Sounds of Paris

Regie: Laurent Slama

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen

Spiele vibriert Paris vor Energie. Mitten

in diesem Ausnahmezustand kämpft Elisabeth

um ihr inneres Gleichgewicht. Die

hörgeschädigte junge Frau arbeitet für eine

Appartementvermittlung und hetzt zwischen

Ferienwohnungen, gestressten Gästen und

den Erwartungen ihres Arbeitgebers umher.

Als sie dabei dem unbeschwerten Amerikaner

Elijah begegnet, entsteht zwischen der in

sich gekehrten jungen Frau und dem quirligen

Rucksacktouristen inmitten des urbanen

Trubels eine unerwartete Freundschaft.

Ab Do. 11.06.

LOL 2.0

Regie: Lisa Azuelos

Anne, 55, genießt endlich ihre Freiheit, ihre

Kinder sind aus dem Haus, und sie kann sich

auf sich selbst, ihre Karriere und ihr Liebesleben

konzentrieren. Doch als ihre Tochter nach

persönlichen Rückschlägen nach Hause zurückkehrt

und Anne auch noch erfährt, dass

sie Großmutter wird, erkennt sie zwischen

Generationenkonflikten, neuen Hoffnungen

und frischen Gefühlen, dass das Leben selten

nach Plan verläuft und dass es nie zu spät

ist, zu wachsen und sich neu zu entdecken.

Ab Do. 18.06.

75


THE DEATH OF ROBIN HOOD, Foto: Verleih

INGEBORG BACHMANN, Foto: Verleih

Mein Leben mein Ding

Regie: Sophie Fillères

Eine Frau, einst attraktiv und fürsorglich als

Mutter und Partnerin, steht mit 55 Jahren vor

neuen Herausforderungen. Sie gerät in eine

Welt voller Dunkelheit, Gewalt und Absurdität

und muss sich mit ihrer Identität, ihren Beziehungen

und den Problemen des Lebens

auseinandersetzen.

Ab Do. 18.06.

The Death of Robin Hood

Regie: Michael Sarnoski

Ein vom Leben gezeichneter Einzelgänger,

der nach einem Leben voller Verbrechen und

Mord mit seiner Vergangenheit ringt, wird

schwer verletzt von einer mysteriösen Frau

gefunden, die ihm eine Chance auf Erlösung

bietet. Es sind die letzten Tage des gesetzlosen

Robin Hood.

Ab Do. 18.06.

Ingeborg Bachmann –

Jemand, der einmal ich war

Regie: Regina Schilling

In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin

Regina Schilling das Publikum am Entstehen

von Kunst teilhaben: Schauspielerin

Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg

Bachmann an einem imaginären Tag

und verleiht ihren Worten eine eindringliche

Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus

improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews

und Bachmanns eigenen Texten

durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen

der Autorin – von der Kriegskindheit

in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe

47 bis zu den letzten Tagen in Rom.

Ab Do. 25.06.

Couscouc und Geheimnisse

Regie: Amine Adjina

Mehdis Leben steht auf Messers Schneide.

Er gibt sich seiner Mutter Fatima als perfekter

algerischer Sohn, während er seine Beziehung

zu Léa und seine Leidenschaft für die

französische Küche und Weine verheimlicht,

die er als Koch in dem Bistro, in dem er arbeitet,

auslebt. Doch Léa kann seine Familiengeheimnisse

nicht länger dulden und verlangt

ein Treffen mit Fatima. In die Enge getrieben,

greift Mehdi zu einer denkbar schlechten Lösung…

Ab Do. 25.06.

Hallo Betty

Regie: Pierre Monnard

1956: Werbetexterin Emmi Creola soll die

Produkte einer Speiseölfirma vermarkten und

erfindet dabei gegen den Widerstand ihrer

Agentur die Kunstfigur Betty Bossi. Die fiktive

Köchin und Hausfrau wird schnell populär

– viele glauben, sie existiere wirklich. Emmi

gerät unverhofft ins Rampenlicht, kämpft in

der Agentur gegen Neid ihrer männlichen

Kollegen und versucht gleichzeitig, zu Hause

liebevolle Mutter und Ehefrau zu sein – ganz

nach dem Vorbild ihrer eigenen Erfindung.

Ab Do. 25.06.

Power Ballad

Regie: John Carney

Rick sorgt als Frontmann einer Hochzeitsband

Abend für Abend für große Gefühle

und ausgelassene Stimmung, auch wenn

seine eigene Musikkarriere nie den erhofften

Höhenflug erlebt hat. Bei einem Auftritt

lernt er Danny kennen, einen ehemaligen

Boyband-Star, dessen Erfolge jedoch schon

einige Jahre hinter ihm liegen. Zwischen den

beiden Musikern funkt es sofort kreativ. Bei

einer spontanen Jam-Session bis spät in die

Nacht entwickelt sich plötzlich eine ganz

neue Energie. Während Danny danach mit

frischem Selbstvertrauen ins Rampenlicht zurückkehrt,

beginnt auch Rick wieder an seine

eigene Stimme zu glauben.

Ab Do. 25.06.

HIGHLIGHTS IN DEN KINOS

Kult-Klassiker:

Mystery Train (OmU)

Sonntag 07. Juni um 20:00 Uhr

Schauburg

Kult-Klassiker:

Natural Born Killers (OmU)

Sonntag 14. Juni, 20:00 Uhr

Schauburg

Kult-Klassiker:

Einer flog über das Kuckucksnest (OmU)

Sonntag 28. Juni, 20:00 Uhr

Schauburg

Spezial:

The Amazing Digital Circus (OmU)

Samstag 06. Juni, 15:00 Uhr

Schauburg

Weird Xperience:

Frankenstein schuf ein Weib (OmU).

Sonntag 14. Juni, 20:00 Uhr

Cinema Ostertor

Die Filmreihe Weird Xperience zeigt jeden

Monat Filme, die man sonst nicht im

Kino sieht. Underground, Trash, Kunst,

immer mit einer fachkundigen Einführung!

Psychoanalyse & Film

Zwischen uns das Leben.

Sonntag 09. Juni, 19:30 Uhr

Atlantis

bremerfilmkunsttheater.de

76


und dem wiederholten Ansehen der eigenen Taten auch

gewaltsame Bestrafungen.

Von hier an entwickelt sich der zuvor erwähnte, kuriose

Genre-Mix. Tommy kämpft nämlich nicht nur wiederholt

gegen die Methoden seiner Peiniger an, sondern nähert

sich ihnen auch nach und nach immer weiter, ganz nach

dem Prinzip des Stockholm-Syndroms.

Herzstück des Films sind vier denkwürdige Darbietungen

der Hauptdarsteller, die Tommy, Chris und seiner

Familie ein wirklich schrullig wirkendes Leben einhauchen.

Im Zentrum steht eindeutig Stephen Graham,

bekannt aus der Netflix-Serie „Adolescence“. Er spielt

Chris, den Familienvater, und strahlt in jeder Szene eine

beeindruckende Präsenz aus.

Filmplakat, Quelle: Verleih

REZENSION

von Justus Schlichtherle

Die Darsteller sind so gut, dass sie die Figuren, welche

alle in gewisser Hinsicht irgendeinem Klischee nachempfunden

sind und definitiv nicht das Rad neu erfinden,

völlig originell wirken lassen. Erneutes Lob an

Stephen Graham, der Chris so unglaublich facettenreich

spielt, dass man allein auf Basis seiner Dialoge

und Mannerismen zu grübeln beginnt, ob er nicht selber

genau so erzogen wurde, wie er jetzt versucht, Tommy

umzuerziehen.

Was mir so besonders an „Good Boy“ gefällt, ist, dass er

ganz schnell mit dem „Was?“ und „Wie?“ der Situation

aufräumt: In den ersten 15 Minuten wird klar, in welcher

Situation sich Tommy befindet und wie es dazu

kam. Somit konzentriert sich die Handlung auf die viel

wichtigeren Fragen des „Wer?“ und „Warum?“: Was

sind diese Familie für Menschen und warum halten sie

Tommy fest? Der Film lebt von eben diesem Mysterium,

welches nach und nach über die knapp 110 Minuten

Laufzeit aufgedeckt wird.

Ab dem 4. Juni 2026 erwartet das deutsche Kinopublikum

eine schräge Mischung aus Horror, Thriller und Familiendrama

aus Großbritannien. Was es mit „Good Boy

- Wir wollen nur dein Bestes“ auf sich hat, und warum

er interessante Parallelen zu einem anderen britischen

Klassiker, „Uhrwerk Orange“, aufweist, erfahren Sie hier:

„Good Boy“ dreht sich um Tommy, einen jungen Londoner,

der es liebt, Party zu machen, Drogen zu nehmen,

sich zu schlagen und andere zu drangsalieren, um damit

in den sozialen Medien zu protzen. Diesem Lifestyle

geht er nach, bis er sich nach einer durchwachsenen

Nacht festgekettet im Keller eines Yorkshire-Landhauses

in Gewahrsam von Chris und seiner Familie wiederfindet,

die ihn mit radikalen Mitteln erziehen wollen.

Zu ihren Methoden gehören neben der Gefangenschaft

„Good Boy“ geht auf eine interessante, neue Art und

Weise dieselbe Frage an, die auch knapp 50 Jahre zuvor

schon „Uhrwerk Orange“ gestellt hat: die nach Konformität

oder Freiheit. Hier ist der Film nicht ganz so

konsequent wie der Klassiker von Stanley Kubrick und

lässt einigen Raum für Interpretationen des Zuschauers.

Aber genau das ist es, was manchmal im modernen Film

fehlt: Raum zum selber interpretieren. Während andere

Produktionen einem ihre Aussage praktisch schon vorkauen,

lässt einen Regisseur Jan Komasa grübeln und

selber entscheiden, was man nun von dem Gesehenen

halten soll.

Daher: Eine klare Empfehlung für diesen Kino-Sommer.

Weitere Filmrezensionen im Film-Blog: cinephile.one

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wenn Du Dich traust.“

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Foto: Meike von pexels.com

Was passiert eigentlich mit uns, wenn das Gefühl festzustecken

sich hartnäckig hält und kein Fortkommen

möglich scheint. Diese Erfahrung macht Sophie bereits

mit 25 Jahren. Ihr Studium erscheint ihr sinnlos, das

schlecht bezahlte Praktikum empfindet sie als sterbenslangweilig,

der viel prophezeite Erfolg bleibt für

sie aus. Die Tristesse ihres Lebens zeigt sich auf unterschiedlichste

Weise, in immer gleichen Excel-Tabellen,

Zahlenreihe um Zahlenreihe, die immer gleichen Gespräche

über die immer gleichen Themen. Sophie hat

genug davon, sie steckt fest im Hamsterrad aus Studium,

Praktikum und Alltag. Aus einem Impuls heraus ersteigert

sie eine Schrottimmobilie in der ostdeutschen

Provinz. Aber was dann?

Zwischen der Abgelegenheit ostdeutscher Dörfer, der

Eigensinnigkeit der Bewohner:innen eben dieser und

zugelaufenen Katzen versucht Sophie sich Stück für

Stück ein neues Leben aufzubauen, in etwa so, wie sie

auch versucht ihre neuerworbene Immobilie zusammenzusetzen.

Fehlende Fenster, löchrige Dächer

und stillgelegte Stromleitungen werden zu ihren

neuen Alltagsproblemen.

Als Lesende begleiten wir Sophie dabei, von anfänglicher

Planlosigkeit, hin zu immer mehr Sicherheit in

ihrer Entscheidung, alle Verbindungen zu ihrem alten

Leben abreißen zu lassen – naja, fast alle.

Anna Katharina Scheidemantel hat mit ihrem Debütroman

eine Geschichte zum Leben erweckt, die

bekannte Fragen in vielen Lesenden widerspiegelt.

Was will ich eigentlich? War das schon alles? Mit ihrer

mutigen Protagonistin hat sie eine sympathische Identifikationsfigur

geschaffen, die auch nicht davor scheut

Fehler zu machen und zu ihren Zweifeln zu stehen.

Und zwischen all diesen Lebensfindungsversuchen

stecken immer wieder Sätze, die man sich am liebsten

ausschneiden möchte, feine humorvolle Passagen und

auch die großen und kleinen Gefühle der Zwischenmenschlichkeit

kommen keinesfalls zu kurz.

Die Lektüre dieser berührenden Geschichte könnte

dazu führen, dass Sie sofort aufbrechen wollen, einen

alten Hof auf dem Land renovieren

und einen ganzen Stall voller geretteter

Hühner errichten…

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Doch zwischen Baumarktbesuchen,

langen Fahrradtouren und

endlosen Renovierungsarbeiten gelingt

es Sophie nicht nur das marode

Haus zu sanieren, sondern auch

ihr eigenes Leben setzt sie so stetig

weiter neu zusammen.

Anna Katharina Scheidemantel

Foto: Charlotte Wulf

Anna Katharina Scheidemantel

Statt aus dem Fenster zu schauen

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Cartoon von Til Mette

79


Ortsamt Schwachhausen/Vahr

Wilhelm-Leuschner-Str. 27 A, Block D, 28329 Bremen

(Straßenbahn Linie 1 Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Str.)

T 0421 361-3063 oder -3064 oder -18039

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ORTSAMTSLEITER: Ralf Möller

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Für Pass-,Ausweis-, Meldeangelegenheiten u. ä. wenden Sie sich bitte an das Bürger-

ServiceCenter, Stresemannstr. 48, oder an das BürgerServiceCenter Mitte, Pelzerstr. 40

MITGLIEDER DES BEIRATES SCHWACHHAUSEN:

Beiratssprecherin: Gudrun Eickelberg, GRÜNE

Stellv. Beiratssprecher: Jörn H. Linnertz (CDU)

Dr. Christine Börner, CDU

Lukas Dietzel, CDU

Jörg Findeisen, CDU

Yvonne Funke, CDU

Jörn H. Linnertz; Fraktionssprecher, CDU

Robert Lippardt, CDU

Gudrun Eickelberg, Grüne

York Golinski; Fraktionssprecher, Grüne

Waltraut Bergmann, Grüne

Antje Hoffmann-Land, Grüne

Klaus-Peter Land, Grüne

Jan Brockmann, SPD

Dr. Dagmar Burgdorf, SPD

Jörg Henschen; Fraktionssprecher, SPD

Ingeborg Mehser, SPD

Malte Lier; Fraktionssprecher, DIE LINKE

Jan Hannemann; Fraktionssprecher, FDP

Frank Köhler; Fraktionssprecher, fraktionslos

Beirat Schwachhausen - öffentliche Hybrid-Sitzung (Zoom)

Wann: 25.06.2026 und am 27.08.2026, im Juli tagt der Beirat nicht

Wo: Focke Museum, Schwachhauser Heerstraße 240, Vortragssaal

Impressum 109

Herausgeberin und Chefredakteurin

Verlag Susanne Lolk I T 0421 257 57 47

Schwachhauser Heerstraße 47

28211 Bremen

Online

schwachhauser.de

facebook.com/schwachhauser.de/

instagram.com/schwachhauser/

Redaktionelle Mitarbeiter

Lena Häfermann

Elke Kramer

Susanne Lolk

Mark Scheibe

Justus Schlichtherle

Karla Wagner

Layout /Art Direction

Konstantin Zigmann

PR- und Anzeigenberatung

Susanne Lolk I T 0421 2575747

lolk@schwachhauser.de

Erscheinungsweise

Zweimonatlich

Ausgabe 110

August / September 2026

Anzeigenschluss: 15. Juli 2026

Erhältlich und zu lesen

Erhältlich im Zeitschriftenhandel sowie

bei Anzeigenkunden und zu lesen an

über 1000 Auslegestellen in Arztpraxen,

bei Friseuren, in der Gastronomie und

in Vereinen und Institutionen.

Vertrieb

Lesezirkel Leserkreis Daheim,

Haferwende 29/a1, 28357 Bremen

Titelbild

David Waschbusch von pexels.com

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Hautausschlag

Mitglied

der orth.

Kirche in

Ägypten

früher:

weiße

Haremssklavin

EU-

Beitrittsstaat

2004

Verdienste

Bürgersteig,

Gehweg

Stadt i.

Kreis

Soest

(NRW)

Stadt in

Oberösterreich

19

feste

Absicht

Stadt

an der

Lippe

18

23

Heilpflanze

Düngemittel

Modetanz

der

1960er-

Jahre

7

28

seitl.

Körperteil

mineral.

Absatz

aus

Quellen

Nennwort

(lat.)

veraltet:

Truppenspitze

(frz.)

22

35

örtlicher

Gewebstod

(Med.)

große

Henkeltasche

(engl.)

Messwerkzeug

Geliebte

des Zeus

4

26

kathol.

Klosteroberin

Pilzbelag

im Mund

lat.: bete!

Fluss in

Peru

(Rio ...)

38

Paprika-

Auber-

ginen-

Paste

2

Schneeleopard

16. US-

Präsid. †

Massagemittel

(Mz.)

Vorsilbe:

Blut (gr.)

27

Zahnersatz

Taufzeuge

15

29

niederl.

Liedermacher

(van ...)

Stadt in

Portugal

34

5

engl.:

ruhen

Sport:

Endkampf

(engl.)

Stadt in

Apulien

griech.

Mondgöttin

Körperflüssigkeit

männl.

Vorname afrik.

Fluss

Teil des

Auges

der „Vater

Ägyptens“

Glaubenseiferer

Kimonogürtel

schott.

Urvolk

Fluss

zum

Voltasee

(Ghana)

33

Stadt

im Irak

20

japan.

alternat.

Heilmethode

dt. Komponist

(Max) †

Börsenbegriff

24

14

Entstehung,

Entwicklung

Sektorengruppe

a.

e. Datenträger

36

Kleidungsstück

Büstenpfeiler,

-säule

17

japan.

Fingerdruckmassage

Teil des

Fußes

10

32

6

frühere

japan.

Kleinmünze

Eiweißstoff

d.

Blutes

Gelassenheit,

Muße

österr.: Tanz

Ende d.

Stammgast

17. Jhs.

Westslawen

Sinnesorgan

Fitness,

Kondition

3

englischer

Hochadliger

ägyptischer

Gott

beugen

Stadt

auf Sizilien

Verschlusslaut

Damenhaube

im 18.

Jahrh.

sehr eng

gelockt

11

31

25

früher:

Frau eines

ind.

Fürsten

8

finn.

See/

Landessprache

9

Erfinder

des

Gasglühlichts

poet.:

scheu

30

21

Tonart

16

Tragödie

von

Voltaire

† 1778

13

Stadt

an der

Yonne

(Frankr.)

1

®

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svd1719-31

Foto: Cecilie Hournau von pexels.com

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KOLUMNE

Ein italienisches Restaurant hatte gerade an der

Schlachte eröffnet. Wir kamen spät, meine damalige

Freundin und ich. Die Familie saß selbst schon am

Tisch, der Wirt schaute kurz auf und winkte uns rein: À

la carte geht nichts mehr, aber eine Pasta hab ich noch

für euch.

Es schmeckte phantastisch, wir blieben bis tief in die

Nacht, bekamen Vino, Dolci und Kaffee, niemand gab

uns das Gefühl, einen wohlverdienten Feierabend unnötig

in die Länge zu ziehen.

Leider funktionierte das Kartenlesegerät noch nicht,

und ich hatte kein Bargeld dabei. „Kein Problem,“ sagte

der Wirt, „bezahl einfach die nächsten Tage!“ Kein

prüfender Blick. Kein Ausweis, keine Spur von: Deine

Freundin bleibt in Handschellen als Pfand, du gehst

zum Automaten, sonst rufe ich sofort die Polizei bzw.

die Mafia. Stattdessen: Ich sehe dich, ich vertraue dir.

Ohne es zu wissen, wurde der Italiener mein Leitstern

der Lebenskunst. An meinem Prinzipienhimmel ging

ein paar Jahre später noch einer auf:

Ich hatte Musik für ein Barockensemble komponiert. In

einer Bremer Kirche mit toller Akustik wollten wir kurz

nach Neujahr eine CD aufnehmen. Ein VW-Bus voller

Equipment, Musikerinnen aus verschiedenen Städten,

ein Tonmeister mit Assistent. Wir hatten vier Aufnahmetage

vor uns, dann fiel die Heizung aus. Gefrorene

Finger an kältestarren Instrumenten und Eisblumen auf

dem Kaffee in der Pause? Wir suchten händeringend

Vertrauen verpflichtet

Über Leitsterne der Lebenskunst

eine neue, beheizte Kirche. Ohne Straßenlärm, für sofort

– und hatten Glück. Der Pfarrer am Telefon: „Kommt

vorbei. Ich werde selbst leider nicht da sein können,

aber lege euch den Schlüssel unter den Christusdorn

neben der Tür. Drüben ins Gemeindehaus könnt ihr

auch, nehmt euch Essen und Getränke, wir sehen uns

in ein paar Tagen. Gesegnete Aufnahme, Amen!“

Als wir den Pfarrer schließlich kennenlernten, fragte ich

ihn, was ihn so sicher gemacht hatte, dass wir keine satanistische

Anarchistenbande sind, die den geschnitzten

Heiligenfiguren aus der Spätgotik die Köpfe abschlägt

und sich ins Taufbecken erleichtert? „Nichts,“

sagte er. Aber ich lasse mir von diesem Risiko das Vertrauen

in den Menschen nicht nehmen.

Beim Italiener in der Schlachte bin ich übrigens schuldenfrei

und dass in der Kirche ein klitzekleines Heiligenbildchen

aus dem 14. Jahrhundert fehlt, damit habe

ich nun wirklich nichts zu tun.

Guten Tag, ich bin Mark Scheibe. Als Kind war der Bremer

Freimarkt mein Himmel auf Erden: Rotor, Krake,

Achterbahn – je schneller, desto besser. Und das Riesenrad

schenkte Weitblick im Trubel. So soll auch diese

Kolumne sein: In jeder Ausgabe nehme ich Sie mit auf

eine Runde Riesenrad: Einsteigen, hochfahren, anders

schauen – und am Ende vielleicht ein wenig reicher

wieder landen.

Wer mag, schreibt mir: mark@sonntagskind.blog

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