Schwachhauser I Magazin für Bremen I Ausgabe 109
Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Farbe Blau ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber hier auf dem Titel gefällt mir das zarte Blau der Kornblume ausgesprochen gut. Wenn Kornblumen am Feldrand blühen, sind sie ein Zeichen dafür, dass die Natur noch viel Schönes zu bieten hat. Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Touristin und zu Besuch in Bremen zu sein. Unglaublich, wie sich der Blickwinkel ändert. Sofort entdeckte ich wieder, wie schön unser Marktplatz ist. Käme ich aus Städten mit ähnlichen Einkaufsstraßen wie der Obernstraße, wären diese auch nicht unbedingt schöner – auch dort gäbe es nicht überall Aufenthaltsqualität. Dieses Sich-mit-anderen-Vergleichen war noch nie meins, und uns hier kleiner zu machen, als wir sind, finde ich schade. Sie können hier im Magazin viel Neues entdecken: im Fedelhören, in der Wernerstraße und am Wall. Dort draußen im Restaurant zu sitzen: herrlich! Noch mehr freue ich mich auf La Strada und die Breminale – schützenswerte und unterstützenswerte Projekte für alle, die ich im nächsten Jahr nicht missen möchte, nur weil dafür kein Geld zusammengekommen ist. In der Plauderei mit Lena Häfermann spricht Esther Siwinski sehr ernsthaft über ihre Arbeit und ihre Leidenschaft, die Breminale möglich zu machen. Auch wenn ich Bremen sehr liebe, muss auch ich hin und wieder die Stadt verlassen – vor allem alle zwei Jahre, um nach Venedig zur Kunstbiennale zu fliegen. Was das genau ist, habe ich im Heft ein wenig zusammengefasst. Die unglaublich vielen Kunstschaffenden dort kann ich Ihnen hier nicht alle zeigen, denn das würde sonst das ganze Magazin füllen. Unsere Kunst- und Kulturstätten sind auch im Sommer geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins. Bleiben Sie zuversichtlich. Ihre, Susanne Lolk
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Farbe Blau ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber hier auf dem Titel gefällt mir das zarte Blau der Kornblume ausgesprochen gut. Wenn Kornblumen am Feldrand blühen, sind sie ein Zeichen dafür, dass die Natur noch viel Schönes zu bieten hat.
Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Touristin und zu Besuch in Bremen zu sein. Unglaublich, wie sich der Blickwinkel ändert. Sofort entdeckte ich wieder, wie schön unser Marktplatz ist. Käme ich aus Städten mit ähnlichen Einkaufsstraßen wie der Obernstraße, wären diese auch nicht unbedingt schöner – auch dort gäbe es nicht überall Aufenthaltsqualität. Dieses Sich-mit-anderen-Vergleichen war noch nie meins, und uns hier kleiner zu machen, als wir sind, finde ich schade.
Sie können hier im Magazin viel Neues entdecken: im Fedelhören, in der Wernerstraße und am Wall. Dort draußen im Restaurant zu sitzen: herrlich!
Noch mehr freue ich mich auf La Strada und die Breminale – schützenswerte und unterstützenswerte Projekte für alle, die ich im nächsten Jahr nicht missen möchte, nur weil dafür kein Geld zusammengekommen ist.
In der Plauderei mit Lena Häfermann spricht Esther Siwinski sehr ernsthaft über ihre Arbeit und ihre Leidenschaft, die Breminale möglich zu machen.
Auch wenn ich Bremen sehr liebe, muss auch ich hin und wieder die Stadt verlassen – vor allem alle zwei Jahre, um nach Venedig zur Kunstbiennale zu fliegen. Was das genau ist, habe ich im Heft ein wenig zusammengefasst. Die unglaublich vielen Kunstschaffenden dort kann ich Ihnen hier nicht alle zeigen, denn das würde sonst das ganze Magazin füllen. Unsere Kunst- und Kulturstätten sind auch im Sommer geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins.
Bleiben Sie zuversichtlich.
Ihre, Susanne Lolk
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KULTUR
Theater
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Ausstellungen
Veranstaltungen
PLAUDEREI
Esther Siwinski
KUNST
Jette Slangerod
IN BREMEN
Bindungsenergetik
St. Joseph-Stift
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Weil’s um mehr als Geld geht.
Editorial
Liebe Leserin,
lieber Leser,
Die Farbe Blau ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe, aber hier auf dem
Titel gefällt mir das zarte Blau der Kornblume ausgesprochen gut. Wenn
Kornblumen am Feldrand blühen, sind sie ein Zeichen dafür, dass die
Natur noch viel Schönes zu bieten hat.
Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Touristin und zu Besuch in
Bremen zu sein. Unglaublich, wie sich der Blickwinkel ändert. Sofort entdeckte
ich wieder, wie schön unser Marktplatz ist. Käme ich aus Städten
mit ähnlichen Einkaufsstraßen wie der Obernstraße, wären diese auch
nicht unbedingt schöner – auch dort gäbe es nicht überall Aufenthaltsqualität.
Dieses Sich-mit-anderen-Vergleichen war noch nie meins, und
uns hier kleiner zu machen, als wir sind, finde ich schade.
Sie können hier im Magazin viel Neues entdecken: im Fedelhören, in
der Wernerstraße und am Wall. Dort draußen im Restaurant zu sitzen:
herrlich!
Noch mehr freue ich mich auf La Strada und die Breminale – schützenswerte
und unterstützenswerte Projekte für alle, die ich im nächsten Jahr
nicht missen möchte, nur weil dafür kein Geld zusammengekommen ist.
In der Plauderei mit Lena Häfermann spricht Esther Siwinski sehr ernsthaft
über ihre Arbeit und ihre Leidenschaft, die Breminale möglich zu machen.
Auch wenn ich Bremen sehr liebe, muss auch ich hin und wieder die
Stadt verlassen – vor allem alle zwei Jahre, um nach Venedig zur Kunstbiennale
zu fliegen. Was das genau ist, habe ich im Heft ein wenig
zusammengefasst. Die unglaublich vielen Kunstschaffenden dort kann
ich Ihnen hier nicht alle zeigen, denn das würde sonst das ganze Magazin
füllen. Unsere Kunst- und Kulturstätten sind auch im Sommer geöffnet
und freuen sich auf Ihren Besuch.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins.
Bleiben Sie zuversichtlich.
Ihre,
Susanne Lolk
·
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und im Archiv stöbern!
3
Inhalt
109
06
KUNST
Jette Slangerod
16
BIENNALE
Zur Geschichte des
Kunstfestivals
30
IN BREMEN
Bindungsenergetik
St. Joseph-Stift
Lume I Napoli
Wohnwerkstatt
40
MUSIK
Philharmoniker
Seebühne
Metropol
50
BÜHNE
Theater Bremen
Shakespeare Company
Stadttheater BRV
GOP
4
Immobilienrecht?
Dafür hab ich
jemanden!
20
PLAUDEREI
Esther Siwinski
Breminale
38
FESTIVALS
La Strada
Musikfest
64
AUSSTELLUNGEN
Kunsthalle
Gerhard-Marcks-Haus
Hafenmuseum
Städtische Galerie
75
UNTERHALTUNG
Fillmkritik
Buchbesprechung
Cartoon
Kreuzworträtsel
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Jette Slangerod
6
von Karla Wagner
Bilder als sinnliche
Erfahrungsräume
Jette Slangerod schaut auf ein facettenreiches und erfahrungsgesättigtes
Leben. Geboren ist die Künstlerin 1946 in Dänemark,
seit 1984 hat sie ihren Wohnsitz in Deutschland. Sie ist ein „Kind“
der Flower-Power-Bewegung der 60er Jahre, bricht bewusst
aus dem etablierten gesellschaftlichen Sein aus, wendet sich von
konventionellen Normen ab, sucht alternative Lebensentwürfe
und lebt fünf Jahre in einer „Hippie-Wohngemeinschaft“ auf
dem Land.
Jette Slangerod
Jette Slangerod fährt nach Griechenland per Anhalterin – etwas,
was heute aus der Zeit gefallen ist und kaum mehr junge Menschen
tun – und verkauft im Zeitraum von drei Jahren selbst hergestellte
Schmuckstücke an Touristinnen und Touristen auf Kreta,
auch dies wie so viele jungen Menschen zu jener Zeit.
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8
Dann jedoch möchte sie „in die Zivilisation“ zurück,
lebt zunächst in Marburg – „Dachschaden“ ist das
einzige ihr geläufige deutsche Wort – und studiert
im Anschluss Bildende Kunst an der Hochschule für
Künste im Sozialen in Ottersberg. Mit vier anderen
Künstlerinnen und Künstlern baut Jette Slangerod
ein Atelier auf - in unmittelbarer Nähe der legendären
Vergnügungsbar „Krokodil“ - auch bekannt als
„Schnapper“ - in der Nordstraße/ Walle und einst Ort
für lebendiges und pulsierendes Nachtleben. Für Jette
Slangerod ist das Atelier lange Jahre, bis zum Verkauf
des Geländes, gleichermaßen Wohnort-und Arbeitsstätte.
Seit 1996, also seit nunmehr 30 Jahren, ist sie
als freischaffende Künstlerin tätig.
Jette Slangerod verknüpft ihre Fachexpertise in Bezug
auf das bildnerische Gestalten mit ihrer langjährigen
Tätigkeit als Ergotherapeutin für Menschen mit Sehbehinderung,
die sie in Delmenhorst ausübt.
Im Jahr 2002 erhält die Künstlerin ein Stipendium
der Stiftung Kulturfonds im Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop,
im Jahr 2003 hat sie die Möglichkeit ein
Malerei-Stipendium in Riga/ Lettland zu bewerkstelligen,
woraus sich unter anderem eine Kooperation
zwischen dem Berufverband Bildender Künstler und
Künstlerinnen Bremen (BBK) und dem Künstlerverbund
Lettland herauskristallisiert. In Riga arbeitet sie
in einem alten Schloss, kreiert auf mehreren übereinander
geschichteten Din-A-4-Folien Strukturen
und Flecken. So realisiert die Künstlerin Transparenz,
mannigfaltige Effekte und Bedeutungsmöglichkeiten,
wobei die Wege kaum vorgezeichnet sind und mehr
als nur eine Richtung beinhalten.
2015 schließt sich für sie ein Residenzstipendium
Berlin an, das vom vom Senator für Kultur, Bremen
gefördert wird. Im Rahmen dieses Angebots fotografiert
sie zunächst achtlos weggeworfene Tüten, die
sie in Parks findet und setzt das Bildmaterial direkt
in zwei Meter großen Formaten an Wänden um –
„Kraftorte“ – wie die Künstlerin es im Gespräch nennt.
Im Jahr 2016 erschafft sich die Künstlerin ein neues
Atelier, das sie mit Kolleginnen eigenständig herrichtet
– angefangen vom Trockenbau über das Einziehen
von Zwischenwänden und der individuellen, auf ihre
Bedarfe abgestimmte Einrichtung. Mit vielen anderen
Kunstschaffenden gründet sie einen gemeinnützigen
Verein.
Die „Kolleggs-Atelier-und-Werkstätten“ befinden sich
auf dem Kelloggs-Gelände (Überseeinsel) zwischen
dem ehemaligen Werk und der „Rickmers Reismühle“
in der Überseestadt - in direkter Nachbarschaft zu
9
Out of sight
verschiedenen Hotels und Wohnprojekten. Zurzeit
nutzen und „bespielen“ mehr als 100 Künster und
Künstlerinnen, Musiker und Musikerinnen wie auch
Handwerker und Handwerkerinnen die in überwiegender
Eigenarbeit hergerichteten Räume der alten
Produktionsstätte. In diesem spannenden Umfeld
offeriert die kreative, energiegeladene Gemeinschaft
Einblicke in Bildhauerei, Musikperformances, Holzbildhauerei
und Kunsthandwerk. Die verschiedenen
künstlerischen Disziplinen fügen sich zu einem impulsgebenden,
motivierenden und lebendigen Ganzem
zusammen, das auch für Jette Slangerod inspirierende
und innovative Zusammenarbeit ermöglicht.
Jette Slangerod nimmt seit Beginn ihres künstle-
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Visitor 2
10
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111
12
Day Tripper #1
rischen Schaffens stetig an zahlreichen Gruppenausstellungen
teil und verwirklicht ebenso mehrere
Einzelausstellungen. Die Bildwelten der Künstlerin
erwecken den Eindruck malerischer Körperlichkeit.
Jette Slangerod durchbricht die gängigen und vertrauten
Formate der rechteckigen Leinwand. Ihre
Arbeiten präsentieren sich amorph, nicht regelmäßig,
sind organisch und ermöglichen eine Offenheit im
Arbeitsprozess, verlassen Eingrenzungen, bewegen
sich jenseits von vermeintlichen Konventionen des
rechten Winkels. Die Künstlerin nimmt Betrachter
und Betrachterinnen ihrer Arbeiten mit in den Schaffensprozess,
sie werden aus ihrer Rolle als Besucher
und Besucherinnen „entlassen“ und zu aktiven Mitwirkenden
der Wahrnehmung und Deutung in der
Formbildung. Es eröffnen sich dabei philosophische
Fragestellungen wie der Überlegung, ob den eigenen
Augen zu trauen ist oder doch, als sichereres Terrain,
dem Verstand vertraut werden sollte.
Die Kunst Jette Slangerods bewegt sich durchgängig
in einem Spannungsfeld aus Ausdruck und Ordnung,
Instinkt und Komposition. Es gelingt der Künstlerin in
ihre Arbeiten eine leise und doch beständige Energie
einzubetten. Die Kunstwerke tauchen als malerische
Versuchsanordnungen auf, sie scheinen zu atmen,
zu wachsen, sich weiterzuentwickeln und mit den
Betrachtern und Betrachterinnen in Resonanz zu treten.
Die auf Leinwand häufig in mehreren Schichten
aufgetragene Acrylfarbe und wieder abgekratzte und
neu aufgetragene Farbe ist in keinem Fall Mittel zur
Dekoration, sie ist Träger von Emotionen, Erinnerungen,
veranschaulichen und versinnbildlichen gleichermaßen
Rhythmus und Dynamik, die Leinwand selbst
kristallisiert sich als Raum für intuitive Prozesse heraus.
Erdige, gedeckte Töne und dann doch plötzlich
geradezu ausbrechende leuchtende Primärfarben
verschärfen und verstärken die Spannkraft und Vitalität
ihrer Arbeiten. Jette Slangerod gelingt es sinnliche
und haptische Erfahrungen in ihren Arbeiten wachzurufen.
Sie verwendet Spachtel und Pinsel, manchmal
auch ihre Hände als Werkzeug und lässt so reliefartige
Oberflächen entstehen, vermittelt dadurch eine
geradezu physische Präsenz der Kunst.
In vielen ihrer Werke entwickelt die Künstlerin eine
Balance zwischen Spontaneität und Kontrolle. Mal
wirken die Linien wie zufällig gesetzt, mal offenbart
sich aber auch eine klare, nahezu mathematische
Struktur. Diese Dualität zieht sich wie ein roter Faden
durch das kreative Schaffen der Künstlerin. Jette
Slangerod formuliert und übersetzt innere Zustände
in sichtbare Gestaltungen. Eine schnelle Deutung der
Arbeiten liegt nicht im Fokus der Künstlerin.
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14
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des Nachspürens, Räume, in denen Farbe, Form und
Leere miteinander in den Dialog treten und offen für
kreative Weiterentwicklung sind. Die Bilder werden
zum Subjekt, zeichnen sich durch emotionale Resonanz
aus, Farbe und Textur stehen in harmonischem
Einklang.
Die Arbeitsweise der Künstlerin impliziert auch, dass
die weiße Leinwand mit dem sie umgebenden Raum
sich „verschwistern“ kann, direkt heftet Jette Slangerod
sie auf die weißen Wände an und versieht sie im
zweiten Schritt mit „Inhalten“. Bögen und Einbuchtungen
fügen sich in den Raum ein, sind Anordnungen,
die Halt und Ergänzung suchen. Die entstehenden Figurationen
beschränken sich nicht auf die Leinwand,
nutzen die sie umgebene Wand und beziehen sie in
das Gesamtkunstwerk mit ein. Der Raum wird zum
optischen und gedanklichen, konzeptionellen und
physischen Erlebnisfeld. Die Bilder der Künstlerin verweigern
klare, eindeutige Antworten. Die Figurationen
präsentieren sich hingegen schemenhaft, erscheinen
nebelverhangen, die Farbkörper heben sich kaum vom
Raum ab.
In der Natur angebotene Fundstücke sind für die
Künstlerin Rohmaterial, Impuls und Denkanstoß zur
Herausarbeitung von differenzierten Strukturen. Mittels
Verfremdung und der Zuweisung alternativer
Symboliken werden in ihren Arbeiten Stimmungen
und auch flüchtige Momente, und doch Momente
emotionaler Intensität eingefangen. Jette Slangerod
begibt sich durch ihr künstlerisches Wirken auf eine
Reise nach innen. Ihr Ziel ist es, das Unsichtbare sichtbar
zu machen, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, sie
gegebenenfalls zu modifizieren und in neuer Weise
darzustellen, da Worte diese oft nicht greifen können.
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SOMMERPAUSE
in der Schwachhauser Galerie
Eine Ausstellung mit Jette Slangerod wird
es nicht geben, da die Galerie bis Ende August
geschlossen ist.
Die nächste Ausstellung wird mit dem
Künstler aus der August/September Ausgabe
110 sein!
Der Padiglione Centrale, früher ein Palazzo erbaut 1895, dann umgestaltet und gerade frisch renoviert.
Biennale ’26
Ein Venedig Besuch von Susanne Lolk
Vor vielen, vielen Jahren hat mir eine leider mittlerweile
verstorbene Freundin von der Kunst Biennale
in Venedig erzählt und mich neugierig gemacht, was
das denn eigentlich ist. Es dauerte noch eine Weile,
bis ich die Zeit hatte, mich darauf einzulassen. Heute
bin ich quasi süchtig und freue mich auf diese spezielle
Zeit in Venedig.
Vielleicht geht Ihnen das auch so, dass Sie so gar
nichts über die Kunstbiennale in Venedig wissen und
deshalb dachte ich mir, erkläre ich es einmal. Auch
habe ich ein paar Fotos von den schönsten Gebäuden
gemacht. Über jedem Länderpavillion gibt es eigenes
nachzulesen. Die Gebäude haben im Laufe der Jahrzehnte
viel gesehen!
Am 09. Mai startete die neue Kunst Biennale mit dem
Thema IN MINOR KEY. In Molltönen. Leider konnte
KOYO KOUOH nicht dabei sein, sie verstarb vor der
Eröffnung. Einzelheiten dazu finden Sie auf der offiziellen
Website: labiennale.org
Immer wenn ich erzähle, dass ich mich wieder auf den
Weg mache zur Biennale Arte und erzähle, dass ich
mich freue die Pavillons auf dem Giardini zu erkunden,
sehe ich die Fragezeichen in den Gesichtern. Was
meint sie mit Pavillons – Zelte mit Kunst an den Plastikwänden?
Wie groß ist das eigentlich? Wo genau?
Der venizianische Pavillon, gebaut 1932
16
Der französische Pavillon, gebaut 1912 Der russische Pavillon, gebaut 1917
Die Biennale di Venezia – auf Deutsch meist „Kunstbiennale
von Venedig“ genannt – existiert offiziell seit
1895 und gilt als die älteste und wichtigste internationale
Ausstellung für zeitgenössische Kunst weltweit.
Sie hat die moderne Kunstgeschichte entscheidend
geprägt und war Vorbild für zahllose Biennalen auf
der ganzen Welt.
Wie entstand die Biennale?
Die Idee entstand bereits 1893 im Stadtrat von Venedig.
Damals wollte der Bürgermeister Riccardo Selvatico
der wirtschaftlich schwächer werdenden Lagunenstadt
neues internationales Prestige verschaffen.
Geplant wurde zunächst eine große nationale Kunstausstellung
zu Ehren des italienischen Königspaars
Umberto I. und Margherita di Savoia. Schon kurz darauf
entschied man sich jedoch für ein viel ehrgeizigeres
Konzept: nicht nur italienische, sondern auch internationale
Künstler sollten teilnehmen, die Ausstellung
sollte regelmäßig stattfinden, und sie sollte die moderne
Kunst ihrer Zeit präsentieren.
Die erste Biennale 1895
Am 30. April 1895 wurde die erste Ausstellung unter
dem Titel „I Esposizione Internazionale d’Arte della
Città di Venezia“ („1. Internationale Kunstausstellung
der Stadt Venedig“) eröffnet. Sie fand im heutigen
Ausstellungsgelände der Giardini statt, einem Park im
Stadtteil Castello. Für die Schau wurde eigens der „Palazzo
dell’Esposizione“ gebaut, der heute als zentraler
Pavillon dient. Die erste Biennale war sofort ein riesiger
Erfolg: über 200.000 Besucher kamen, Künstler
aus etwa 16 Ländern nahmen teil, und die Veranstaltung
wurde schnell international berühmt.
Warum heißt sie „Biennale“?
Das Wort stammt aus dem Italienischen: biennale =
„alle zwei Jahre“. Die Ausstellung findet also traditionell
im Zweijahresrhythmus statt. Durch Corona hat
sich der Turnus der ungeraden Jahre verschoben. Es
war 2015, 2017, 2019 und dann hätte es 2021 werden
sollen, aber erst 2022 ging es weiter. 2024 und nun
2026, übrigens haben Sie noch lange Zeit die Biennale
zu besuchen. Sie endet erst wie immer im November.
Die ersten internationale Pavillons
Ab 1907 begannen einzelne Länder, eigene nationale
Pavillons in den Giardini zu bauen. Belgien war das erste
Land, danach folgten unter anderem: Deutschland,
Großbritannien, Frankreich, Russland. Dieses System
der Länderpavillons ist bis heute eines der bekanntesten
Merkmale der Biennale.
Der österreichische Pavillon, gebaut 1934
Früher Jugoslawien, heute mit u.a. Serbien darin
17
Der amerikanische Pavillon, gebaut 1930
Unterbrechungen durch die Weltkriege
Wegen der beiden Weltkriege musste die Biennale
zeitweise pausieren: 1916-1918 wegen des Ersten
Weltkriegs, später erneut während des Zweiten Weltkriegs.
Nach 1945 entwickelte sie sich jedoch rasch
wieder zum wichtigsten internationalen Forum für
moderne Kunst.
Die Kunst Biennale nach 1945
Nach dem Krieg wurde die Biennale zum Zentrum der
internationalen Avantgarde. Viele bedeutende Kunstströmungen
wurden dort erstmals weltweit sichtbar:
• abstrakter Expressionismus
• Pop Art
• Konzeptkunst
• Performancekunst
• politische Kunst
• digitale und multimediale Kunst
•
Künstler wie Pablo Picasso, Jackson Pollock, Andy
Warhol, Joseph Beuys, Marina Abramović wurden
dort international diskutiert oder berühmt. Marina
Abramović, ist mit einer separaten Ausstellung in der
Accademia zu finden. Sie startete schon am 06. Mai
mit ihrer Transformier Energy, die Sie noch bis zum
18.10.2026 dort sehen können.
Der australische Pavillon, gebaut 2015 Der ungarische Pavillon, gebaut 1909
18
Mit dem Vaporetto Linie 1 unterwegs zur Kunst Der griechische Pavillon, gebaut 1933
Die Biennale heute
Heute zählt die La Biennale di Venezia zu den wichtigsten
Kulturinstitutionen der Welt. Während der Biennale
verwandelt sich praktisch ganz Venedig in eine
riesige Ausstellungslandschaft:
• Giardini,
• Arsenale,
• Palazzi,
• Kirchen,
• ehemalige Lagerhallen,
• öffentliche Plätze
werden zu Ausstellungsorten. Inzwischen beteiligen
sich fast 90-100 Länder mit eigenen Beiträgen.
Warum ist die Biennale so bedeutend?
Die Biennale ist mehr als eine Ausstellung. Sie gilt als:
• Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen
• Experimentierfeld neuer Kunstformen
• Treffpunkt der internationalen Kunstwelt
• und oft auch als politisches Forum
Viele Themen der Gegenwart – Krieg, Klimawandel,
Migration, Identität, Technologie oder KI – werden
dort künstlerisch verhandelt.
Ich kann Ihnen hier nur die Biennale erklären, die
Kunst müssen Sie selbst entdecken und sich selbst
eine Meinung bilden. Ich informiere mich meist gar
nicht vorher und lese auch nicht die so schnell im Netz
zu findenden Kritiken. Ich möchte mich gar nicht von
den Meinungen anderer beeinflussen lassen. Vielleicht
mögen Sie das auch?
Als begeisterte Besucherin der Biennale kann ich Ihnen
nur raten sich auf diesen großen Event einzulassen.
Ich hatte leider Pech, es regnete dauernd und
auf dem großen Gelände Giardini ging nichts ohne
Schirm..
Mir reichen drei Tage, dann schaffe ich alles, was
ich sehen will. Wenn Sie es ganz in Ruhe entdecken
möchten, sind eine Woche schon perfekt. Venedig ist
übrigens nicht so teuer wie man glaubt.
Ich werde ganz sicher in zwei Jahren wieder dort sein
und nicht nur die Kunst, sondern auch das Fahren mit
den Vaporettis und das Gefühl durch ein wunderschönes
Freilichtmuseum zu schlendern, genießen!
Text und Fotos: Susanne Lolk
Der deutsche Pavillon, gebaut 1909
Die Accademia mit der Sonderausstellung von Marina Abramović
19
Plauderei mit Esther Siwinski
Von Lena Häfermann
Jahr für Jahr stehen hochkarätige Musikerinnen und Musiker auf den Breminale-Bühnen, Foto: Breminale
20
Kopf der
01. bis 05.07.26 am Deich
Die Plauderei mit der Breminale-Geschäftsführung
Esther Siwinski beginnt ein wenig so, wie ich mir die
Organisation dieses ur-bremischen Festivals vorstelle:
Umwege eröffnen Räume und Möglichkeiten, bei
Herausforderungen werden schnurstracks passende
Lösungen gefunden, und am Ende sind Bremer einfach
immer nett.
Und so verhielt es sich: Wir (der Fotograf und ich)
nehmen den Aufzug, der in einem Café hält, landen in
der oberen Etage des Kreativ- und Innovationskontors
und treffen auf Menschen, die versuchen, uns dabei
zu helfen, den Weg zu finden; wir laufen weiter in ein
Treppenhaus, in dem wieder eine andere Mitarbeiterin
bei der Suche unterstützt und uns nebenbei erzählt,
was das Unternehmen, in dem sie tätig ist, produziert,
und schließlich gelangen wir wie in „Asterix
und Obelix erobert Rom“ zum Breminale-Büro! Leider
ist der ursprünglich geplante Gesprächspartner krank
geworden, doch das soll uns nicht aufhalten: Esther
Siwinski springt rasch ein, um mit mir zu plaudern und
von ihrem Herzensberuf, der Breminale-Festivalleitung,
zu erzählen. Unaufgeregt, selbstverständlich
und sehr sympathisch.
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21
Esther Siwinksi im Gespräch mit Lena Häfermann, Foto: Konstantin Zigmann
Supertalent: Gelassenheit
Trotz unseres Überfalls beantwortet Siwinski die ihr
gestellten Fragen so gelassen und konzentriert, als
hätte sie sich darauf vorbereiten können. Vielleicht
ist das eines der Supertalente, die man haben muss,
wenn man eines von Bremens beliebtesten, größten
und immer wieder von Schietwetter und Finanzproblemen
geplagten Festivals auf die Beine stellen
möchte. Ruhe bewahren und sich nicht anmerken lassen,
wenn es mal chaotisch wird, zum Beispiel als ein
Sturm noch vor Beginn die bereits gespannten Lichterketten
abriss und ein gutes Drittel aller Aufbauten
kurz vor der Eröffnung niederfegte.
Esther Siwinski ist es gewöhnt, auf Trab gehalten zu
werden (zuhause und außerhalb der Büro- und Festivalzeiten
sorgen ihre beiden kleinen Söhne dafür).
„Während der Breminale komme ich auf gut 25.000
Schritte am Tag“, bringt sie es bildhaft auf den Punkt.
Den Deich rauf, den Deich wieder runter, Fragen hier,
Stolperfallen dort. Kleine Feuer, die gelöscht werden
müssen, während daneben schon das nächste Setup
entsteht. Die Besucher bekommen das selten mit.
„Sollen sie ja auch nicht“, findet Siwinski. „Ich wünsche
mir, dass unsere Gäste eine rundum schöne Zeit
haben. Dass sie am Morgen nach einem Breminale-Besuch
mit einem Lächeln aufwachen und daran
denken, welch toller Abend hinter ihnen liegt.“
22
Der Aufbau für die Breminale beginnt schon Tage vorher
Foto: Breminale
Und was denkt sie morgens während der Festivaltage,
oft nach viel zu kurzen Nächten und zu wenig Schlaf?
Esther Siwinski muss nicht lange überlegen: „Dass ich
müde, aber glücklich bin. Wenn ich morgens durch
das oft noch ziemlich leere Viertel zum Deich radele,
freue ich mich schon auf die Crew – manchmal sehe
ich sie schon irgendwo beim Bäcker anstehen – und
sie sehen genauso kaputt und zufrieden aus wie ich.“
Unwillkürlich muss ich an die Sommer-Breminale-Tage
denken. Tage, an denen sich alle am Deich treffen.
Während des Festivals liegt einfach ein ganz besonderer
Zauber über der Stadt.
Fast 40 Jahre Breminale-Geschichte
Nochmal zurück zu den Anfängen: die Breminale gibt
es seit 1987, zweimal ist sie seither ausgefallen, einmal
im Jahr 2007 wegen Finanzierungsproblemen
und einmal 2020 wegen der Pandemie. Auf unserer
kleinen Zeitreise darf nicht fehlen, dass wahrlich und
wahrhaftig Green Day im Jahr 1992 vor ihrem internationalen
Durchbruch auf der Breminale-Bühne
standen. Auch Patrice, Joy Denalane, Jupiter Jones,
Andreas Bourani und Bausa waren unter vielen anderen
schon am Deich dabei.
Siwinski ist seit 2018 Teil der Festivalleitung. Nach ihrem
BWL-Studium, das ihr immerhin gezeigt hat, was
sie nicht will, gibt ein glücklicher Zufall den Anstoß
in Richtung Kulturwirtschaft. Aus einem Thekenjob
im Pier 2 wird eine Anstellung im dortigen Veranstaltungsbereich.
Gut zehn Jahre später, als es im Betrieb
vom Pier 2 zu Änderungen kam und die Location fortan
verpachtet werden sollte, wurde Esther angesprochen,
ob sie Lust auf einen Wechsel zur Breminale
hätte. Und ob! Gemeinsam mit Jonte von Döllen, der
noch immer als künstlerischer Leiter an ihrer Seite ist,
und einem weiteren Kollegen startete sie bei der Breminale,
die sie natürlich als Bremerin schon von Besuchen
kannte. Aber auch mit ihrem vorherigen Arbeitgeber,
dem Pier 2, war sie oft mit einem Gastrostand
am Osterdeich vertreten. „Für dieses Festival mitverantwortlich
zu sein, hat mich einfach voll gereizt“, erklärt
sie mit Nachdruck. Und: „Der Job macht mich bis
heute glücklich.“
Spenden gehört in Bremen zum guten Ton
So leicht sich die Breminale für uns alle anfühlt – sie
ist es nicht immer. „Wir sind eigentlich die ganze Zeit
damit beschäftigt, Geld einzutreiben und das alles irgendwie
möglich zu machen“, fasst Siwinski ein bisschen
nüchtern zusammen. Die Kosten steigen überall:
Gagen, Transport, Technik, Lebensmittel, Personal.
Das sind Themen, die sich bei aller Bremen-Liebe und
Breminale-Begeisterung nicht romantisieren lassen.
„Es gibt wirklich keinen Bereich, von dem ich sagen
würde, das ist so wie 2018, außer leider in vielen
Bereichen der Einnahmen.“ Und trotzdem: am Programm
soll nicht gespart werden. Eine gute Durchmischung,
eine hohe Qualität bleiben Anspruch. „Wir
wollen gute Acts aus allen Bereichen“, sagt sie. Bei
Einheitsbrei und weniger guter Musik kämen am Ende
auch wieder weniger Gäste, was wiederum weniger
Einnahmen bedeutet. Klingt logisch.
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Abends Konzerte, tagsüber wird viel für die kleinen Gäste geboten, Foto: Breminale
Damit das funktioniert, braucht
es auch Unterstützung außerhalb
der klassischen Strukturen.
Ein Baustein sind Spenden während des Festivals.
Ein ganz neuer ist der Breminale Fanclub – ein Kreis
von Menschen, die das Festival nicht nur finanziell
stützen, sondern auch mit dem Herzen. Ab 12 Euro
pro Jahr ist eine Mitgliedschaft möglich. Bei höheren
Summen winkt ein kleines Geschenk. Und: alle Mitglieder
dürfen sich im Herbst auf einen Breminale-
Abend als Dankeschön freuen. Bürgerliches Engagement
und die Bereitschaft zu spenden liegt uns Hanseaten
übrigens im Blut. Denken wir nur an die Bürgerparktombola
und die Schaffermahlzeit. Bier trinken
hilft neben der Spenden aber auch – die Bierwagen
werden von der Breminale betrieben und machen den
größten Teil des Umsatzes aus. Eintrittsgelder, um die
Finanzierung gesichert zu wissen, sind laut Siwinski
keine echte Option.
Das Festival, das unter anderem von der Umsonst
und Draußen Kultur gGmbH organisiert wird, soll genau
das bleiben: umsonst und draußen. Nicht nur,
weil durch Zäune und Sicherheitspersonal zusätzliche
Kosten entstehen, sondern auch und vor allem,
weil sich der Charakter der Breminale damit verändern
würde.
Ein Festival für alle
„Ich finde es einfach richtig schön, dass wir eine Teilhabe
für alle ermöglichen“, sagt sie. „Dass es egal ist,
mit was für einem Budget man kommt. Es gibt kei-
Authentisch bleiben –
bis zuletzt.
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Beeindruckendes Panorama am Osterdeich, Foto: WFB/Carina Tank
nen Verzehrzwang. Alle können mitmachen und dabei
sein.“ Die Breminale soll offen bleiben. Zugänglich.
Ohne Schwellen. Das zeigt sich auch im Detail:
barrierearme Wege und Podeste, Angebote für unterschiedliche
Zielgruppen, ein Blick dafür, wer sonst
nicht immer mitgedacht wird. Und es wird deutlich in
einem Wunsch von Esther Siwinski, den sie für eine
vage Zukunft formuliert: eine eigene Kinderbühne.
Konzerte für Kinder, an allen Festivaltagen. Als fester
Bestandteil. Weitere Wünsche, und Hoffnungen, sind
vor allem: „Dass die Breminale auch in Zukunft so
stattfinden kann. Sie sicher bleibt. Und sich alle wohlfühlen.“
Lieblingsmomente der Deichdirigentin
Und wofür lohnen sich die manchmal kummervollen
Gedanken und stressigen Zeiten? Auch jetzt muss
Siwinski nicht lange überlegen: Die Erinnerung an
die erste überstandene Breminale, die mit ihrer Hilfe
stattgefunden hat. Trotz super-anstrengender Einarbeitung
und einem Aufgabenzettel, der nie richtig abgehakt
war. „Da wusste ich, hier bin ich richtig. Das ist
genau mein Ding.“ Der Donnerstag ist ihr Lieblingstag.
Am Mittwoch als erster Breminale-Tag herrscht meist
noch Aufbaustimmung im Team. „Aber am Donnerstag,
wenn alle aufs Gelände strömen, der Deich immer
voller wird, das fühlt sich richtig schön an.“ Und
eigentlich immer dann, wenn das Funkgerät kurz still
bleibt und sie Zeit hat, sich einen Konzertmoment zu
gönnen.
Einen kompletten Auftritt hat sie jedoch seit 2018 nicht
mehr erlebt, gibt sie zu. Sie erinnert sich an ein rappelvolles
Schleusezelt und das Musikduo Blumengarten
auf der Bühne, eigentlich ein Teenie-Konzert und eher
eine Ausnahme auf der Breminale. Sie selbst stand im
Bühnengraben, zwischen den Musikern und jungen
Fans, und wieder ist ihr klar geworden, dass dieses
Festival für alle da ist. „Es berührt mich, wenn unsere
Gäste Musik hören, die hängen bleibt, wenn sie nette
Menschen treffen oder alte Freunde wiedersehen.“
Zur Breminale kann man auch allein kommen, hört sie
oft, denn irgendwen trifft man immer. Das ist schön,
denke ich. Und sehr wahr. Die nächste Breminale steht
in den Startlöchern. Welches Bild hat Esther Siwinski
im Kopf? Meine letzte Frage für heute. „Blauer Himmel,
ein voller Deich, möglichst keine Regenjacken.“
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25
Eine große Parade als Höhepunkt des Jubiläumsjahres
Die Bremer Straßenbahn feiert in diesem Jahr ihr
150-jähriges Bestehen. Im Zentrum der Feierlichkeiten
steht eine außergewöhnliche Fahrzeugparade. Am
Samstag, 6. Juni, verwandelt sich die Obernstraße zwischen
Brill und Domsheide von 16 bis 18 Uhr in eine
lebendige Bühne der Verkehrsgeschichte. Historische
Bahnen, moderne Fahrzeuge und passende Oldtimer
rollen dann durch die Innenstadt und machen die Entwicklung
des öffentlichen Nahverkehrs in Bremen unmittelbar
erlebbar. Von der Pferdebahn aus dem Jahr
1876 bis zum heutigen GT8N‐2 „Nordlicht“ reicht die
Spannbreite der Fahrzeuge, die Besucherinnen und
Besucher aus nächster Nähe bestaunen können.
150 Jahre Mobilität für Bremen
Die Geschichte der BSAG beginnt 1876 mit der ersten
Pferdebahnstrecke vom Herdentor nach Horn – heute
die Linie 4. Aus den anfänglichen fünf Kilometern ist ein
rund 600 Kilometer umfassendes Netz aus Bus- und
Straßenbahnlinien geworden, das weiter wächst. Mit der
Verlängerung der Linien 1, 2 und 8 werden neue Quartiere
erschlossen und besser angebunden. Mobilitätssenatorin
Özlem Ünsal betont die Bedeutung des Unternehmens:
Die BSAG verbinde Menschen und Stadtteile
und mache Mobilität in Bremen verlässlich, komfortabel
und nachhaltig.
Tradition trifft Innovation
Dass Bewährtes und Neues Hand in Hand gehen können,
hat Bremen schon immer ausgezeichnet und damit
auch über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen
gesorgt. Beispielsweise setzte die BSAG bereits früh
auf Elektrizität und konnte 1890 die erste elektrische
Oberleitungsbahn Europas in Betrieb nehmen. 1988
war sie Vorreiterin mit dem ersten barrierefreien Niederflurbus
und 1990 mit der ersten Niederflurstraßenbahn
Deutschlands, deren Beispiel weitere Verkehrsunternehmen
folgten.
Jüngst hat die Bremer Straßenbahn das bis dato deutschlandweit
einzigartige System »AI Watch« vorgestellt, das
für noch mehr Sicherheit in unseren Fahrzeugen sorgt.
Der Technische Vorstand der BSAG, Thorsten Harder,
fiebert den kommenden Jahren gespannt entgegen: »Der
Elektromobilität gehört die Zukunft – und wir gestalten
diese spannende Transformation mit. Als Ingenieur bin
ich begeistert, in diesen Zeiten der überragenden technischen
Entwicklungen unser Unternehmen mitgestalten
zu können. In 25 Jahren werden wir Elektromobilität,
vollautomatischen Betrieb und künstliche Intelligenz als
alltäglich erleben.«
Aktuelle Hinweise und Hintergründe zum Jubiläumsjahr
und zur großen Parade finden sich online unter:
bsag.de/150
MEILENSTEINE DER BSAG-GESCHICHTE
•1876 Gründung der »Actiengesellschaft Bremer Pferdebahn«
•1880 Erstmals Fahrten über die Weser
•1890 Erste elektrische Straßenbahn mit Oberleitung in Europa
•1891 Umbenennung in »Bremer Straßenbahn«
•1892 Erste reguläre elektrische Straßenbahn
•1910 Inbetriebnahme der ersten Oberleitungsbusse
•191 1 Ende des Pferdebahnbetriebs
•1924 Erste Omnibusse im Einsatz
•1955 Erster Gelenkbus in Dienst gestellt
•1965 Umsteigestelle vom Markt zur Domsheide verlegt
•1965 Erste Straßenbahnfahrerin eingestellt
• 197 1 Firmenlogo eingeführt
•2004 Videoaufzeichnung in Fahrzeugen eingeführt
•2024 Die Weihnachtsbahn dreht zum ersten Mal ihre Runden
•2025 Der Betriebshof Blumenthal auf E-Mobilität umgestellt
26
Der Sommer kann kommen, italienisch Essen im Napoli am Wall 164
Schon Ende der 60er Jahre eröff nete das »Ri sto rante
Napoli« als eines der ersten ita lienischen Re staurants
in Bremen.
Die Familie Aprea machte das Napoli zu dem, was es
heute ist, als sie 1982 die Räumlichkeiten übernahmen
und es zu einem „Zuhause“ für viele Stammgäste gestalteten.
Nach 32 Jahren suchte Luigi Aprea einen
würdigen Nachfolger. Er fand ihn und übergab am
01. September 2014 das Restaurant an Peymann
Nasserian, der bis heute das Restaurant in seinem
Sinne weiterführt. Peymann, wie er von allen genannt
wird, hat die gemütliche Atmosphäre im Napoli erhalten,
kleine Veränderungen und Modernisierungen
vorgenommen. Die Karte hat er kaum verändert, und er
Italienische Spezialitäten
bietet den Gästen zudem noch mehr Delikates aus dem
Meer an. Ein Koch, der Italiener ist, ist hier im Napoli
nach wie vor selbstverständlich.
Die täglich handgeschriebene Tageskarte spiegelt wider,
dass hier auf besonders frische Küche wert gelegt
wird. Die hausgemachte Pasta, Antipasti aus der
Vitrine, die schmackhaften Fisch- und Fleischgerichte
wie Saltimbocca alla Romana oder Seeteufel an Hummersauce,
zu denen es immer Kartoffeln und Gemüse
gibt und, nicht zu vergessen, die knusprigen Pizzen.
Hier wird Ihnen auch noch eine wunderbare Zabaione
frisch aufgeschlagen! Himmlisch locker!
Text: Susanne Lolk, Fotos: Napoli
Gastlich und gemütlich, bei Bedarf können die Tische auch für größere
Gruppen zusammengestellt werden.
Die gedeckten Tische, das gemütliches Ambiente und
vor allem das sehr gute Essen, sind ein Garant für einen
schönen Abend im Napoli. Tagsüber finden sich
viele der Anrainer des Walls zum Mittagstisch ein. Auf
milde Sommerabende bei einem Glas Wein oder mit
einem erfrischenden Bier in urbanem Ambiente auf der
groß zügigen überdachten Au ßen terasse „di fronte“ an
den Wall anlagen müssen Sie nicht mehr lange warten,
denn der Sommer kommt jetzt!
Das Team rund um Peyman freut sich auf Sie!
Ristorante - Pizzeria Napoli
Am Wall 164 I 28195 Bremen
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27
LA STRADA #32
Internationales Festival der Straßenkünste
Das größte internationale Festival für Straßenkünste
in Norddeutschland kehrt zurück: vom
11. bis 14. Juni verwandelt das 32. LA STRADA-
Festival die Bremer Innenstadt, die Wallanlagen
und das Viertel in eine weltoffene Bühne unter
freiem Himmel.
RoZeO, Foto: Francis BEDDOK
28 Ensembles # 9 Nationen # 17 Bühnen # 118 Shows
Straßenkünstler:innen aus aller Welt begeistern mit
ihrer vielseitigen Mischung aus Theater, Tanz und
zeitgenössischem Zirkus wieder ein breites Publikum
und locken begeisterte Festivalfans nach Bremen.
Zehntausende Besucherinnen und Besucher dürfen
sich auch 2026 auf ein anspruchsvolles Programm
freuen, das mit Überraschungen, Humor und emotionaler
Tiefe begeistert. LA STRADA ist ein Festival für
alle, denn die Spielorte unter freiem Himmel sind frei
zugänglich.
Festivalauftakt mit Platzinszenierung aus Frankreich
Hochfliegender Zirkus erwartet die Zuschauer:innen
bei der Eröffnung von LA STRADA 2026, wenn geheimnisvolle
Windwesen auf sechs Meter hohen
Masten über Bremens guter Stube schweben. Die
32. Ausgabe von LA STRADA startet mit der spektakulären
Eröffnungsinszenierung RoZèO der französischen
Compagnie Gratte Ciel. Die Produktion
ist ein Geschenk der Sparkasse Bremen an alle
Bremer:innen. Eröffnung: am 11. Juni um 21.30 Uhr
auf dem Marktplatz Bremen.
LA STRADA überall
LA STRADA 2026 wird mit Bühnen in der Innenstadt
und in den Wallanlagen die beliebten und bekannten
Festivalorte neu beleben. Wie im vergangenen Jahr
ist auch das Viertel wieder dabei, diesmal mit Festivalsatelliten
auf den Spielplätzen an der Gleimstraße
und am Berliner Platz. Ebenso wird der Common
Ground vor dem Theater am Goetheplatz wieder zur
LA STRADA Bühne. Neu dazu kommen dieses Jahr
das Areal Am Wall und der Theaterberg als Austragungsorte
des Festivals. So breitet sich das Festival
LA STRADA weiter aus und hat die Stadt für ein Wochenende
fest im Griff und jede Menge atemberaubender
Zirkuskunst und Theaterperformances auf
den Bühnen.
lastrada-bremen.de
28
Programmübersicht
Donnerstag, 11. Juni 2026
21.30 Uhr große Eröffnungshow
Marktplatz – ein Geschenk der Sparkasse Bremen
Freitag, 12. Juni 2026
17.00 Uhr Straßenkunst
Innenstadt, Wallanlagen und
Goetheplatz & Theaterberg
20.00 Uhr LA STRADA – Gala
Highlights des Festivals in der Glocke
Samstag, 13. Juni 2026
12.00 Uhr Straßenkunst
Innenstadt, Wallanlagen und Goetheplatz,
Theaterberg & Viertel
20.00 Uhr LA STRADA – Gala
Highlights des Festivals in der Glocke
Sonntag, 14. Juni 2026
12.00 Uhr Straßenkunst
Innenstadt, Wallanlagen und
Goetheplatz & Theaterberg
LA STRADA GALA
Magisch mit Siegfried & Joy
Ein absoluter Höhepunkt im Festivalgeschehen
sind die Abendveranstaltungen am Freitag- und
Samstagabend jeweils um 20 Uhr: die LA STRA-
DA-Gala! Diese beliebten und rasant moderierten
Varieté-Abende warten in diesem Jahr mit
Prominenz auf, denn durch die Abende führen
zwei Zauberer, die es dank Internet zu Weltruhm
gebracht haben. Wir freuen uns schon auf mystische
Magie von Siegfried & Joy und natürlich
die herausragenden Künstler:innen, die die Höhepunkte
ihrer Shows auf der Bühne der Bremer
Glocke präsentieren.
12. und 13. Juni, jeweils um 20 Uhr, Die Glocke
Andiamo - Auf geht‘s! LaPoesia, Foto: ChristianHofmeister
29
Die Welt dreht
durch – und Sie?
Warum psychische Abwehr und Widerstandsfähigkeiten
heute wichtiger sind denn je.
Von Dirk Toboll
Wir leben in einer Zeit, in der Unsicherheiten und Belastungen
nahezu allgegenwärtig geworden sind. Ob
beim Einkaufen, auf Reisen oder im unmittelbaren sozialen
Umfeld – wir begegnen Risiken, Bedrohungen
und Herausforderungen, die unser Sicherheitsgefühl
beeinträchtigen können. Viele Menschen erleben darüber
hinaus tiefgreifende Einschnitte wie existenzielle
Sorgen, Veränderungen im Berufsleben, gesellschaftliche
Umbrüche, Migration oder den Verlust vertrauter
Rollen. Medien und digitale Kanäle verstärken diese
Eindrücke, denn sie bringen weltweite Krisen, Konflikte
und Notsituationen direkt in unser Wohnzimmer
oder auf unser Mobiltelefon.
Es ist absolut menschlich, dass wir auf solche Eindrücke
reagieren – manchmal mit Sorge, manchmal
mit Überforderung. Entscheidend ist, wie gut es uns
gelingt, trotz widriger Umstände innere Stabilität zu
bewahren. Genau hier setzt unsere gesunde psychische
Abwehr an: Sie hilft uns, ein erschüttertes Sicherheitsgefühl
wiederzufinden und im Alltag resilient
zu bleiben. Diese gesunde psychische Abwehr speist
sich aus unseren Bindungsfähigkeiten – grundlegenden
emotionalen Kompetenzen, die jeder Mensch in
sich trägt. Der Psychologe Michael Munzel beschreibt
sie als Fähigkeiten, die eine stabile Verbindung zwischen
uns und unserer Welt ermöglichen. Besonders
in schwierigen Lebensphasen, in denen Beziehungen
wanken oder vertraute Strukturen brüchig werden,
können wir auf diese inneren Fähigkeiten zurückgreifen.
Sie sind nicht verschwunden – sie warten darauf,
wieder aktiviert zu werden. Zu diesen Bindungsfähigkeiten
zählen unter anderem:
Ruhe
Die Fähigkeit in sich zu ruhen, sich selbst zu
beruhigen und auch anderen Ruhe zu vermitteln.
Geduld
Sich und anderen Zeit geben, akzeptieren, dass
Entwicklung Raum braucht.
Akzeptanz
Ereignisse annehmen, ohne in endlose Grübeleien
zu verfallen, sich nicht mehr darum kümmern.
Toleranz
Unterschiedliche Meinungen und belastende
Situationen aushalten zu können.
Gelassenheit
Das Vertrauen, nicht auf alles sofort reagieren
zu müssen – ein innerer Beifahrermodus.
Nähe und Distanz
Bewusst entscheiden zu können, was oder wen
wir wie nah an uns heranlassen.
30
Bildgenerierung: Konstanitn Zigmann
Diese Fähigkeiten sind keine abstrakten Konzepte,
sondern konkret erlebbar. Wir wenden sie an – oder
nicht. Wir können diese Fähigkeiten über den Zugang
zu Ihrer Gesundheit direkt kontaktieren und erfahrbar
machen. Dabei erfahren wir auch etwas über
deren Regulationsfähigkeit. Gleichzeitig ist es auch
psychisch gesund und wichtig mal aus der Ruhe zu
kommen, den eigenen Geduldsfaden reißen zu lassen,
Dinge nicht zu akzeptieren, einer Toleranz ein Ende zu
setzen, sich selbstsicher und gesund aufzuregen und
zur Tat zu schreiten, sowie Lebenssituationen aus
einer Distanz zu erfahren.
Entscheidend ist, flexibel und anpassungsfähig bleiben
zu können. Je besser und stabiler Ihr Kontakt zu
Ihren Bindungsfähigkeiten und ihrer Regulationsfähigkeit
ist, desto widerstandsfähiger sind Sie. Ihre
wiedergewonnen Bindungsfähigkeiten stärken somit
Ihre Resilienz.
Die Welt mag aus den Fugen geraten – aber Sie müssen
es nicht. Die Bindungsenergetik ® zeigt Ihnen sichere
Wege, wie Sie zu sich selbst, zu Ihren gesunden
Widerstandsfähigkeiten und damit zu Ihrem inneren
Gleichgewicht und Wohlbefinden finden können.
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31
Geburt in Bewegung
ST. JOSEPH-STIFT Dass sich bei Geburten in den letzten 200 Jahren nichts verändert
hätte, ist ein verbreiteter Irrglaube. Die Geburtshilfe im St. Joseph-Stift geht moderne
Wege, um Frauen ein selbstbestimmtes Geburtserlebnis zu ermöglichen.
Hebamme zeigt einer Schwangeren eine Spinning Babies-Übung in Kreißsaal 3
Auch in der Schwachhauser Klinik werden nach wie
vor Kinder im Gebärbett geboren, aber längst nicht
mehr nur dort. Ein umfassendes Konzept stellt die
Selbstbestimmung der Frau – schwanger, gebärend
oder Wöchnerin – in den Mittelpunkt. »Als letzten
Baustein haben wir dafür im Winter den Kreißsaal
umbauen lassen«, erklärt die leitende Oberärztin
der Geburtshilfe, Dr. Julia Walkenhorst. »Wir wurden
von ‚Bauhof Wohnimpuls‘ beraten und es ist ein geschützter
Ort entstanden, in dem sich die Gebärenden
rundum wohl und geborgen fühlen können.« Zudem
ist ein BeUp-Kreißsaal entstanden und auch das Konzept
‚Spinning Babies®‘ kommt zum Einsatz. Beides
dient dazu, die Frauen unter der Geburt in Bewegung
zu bringen und die natürliche Geburt zu fördern. Statt
des Gebärbetts stehen im BeUp-Kreißsaal unter anderem
eine Bodenmatratze, verschieden große Schaumstoffwürfel
sowie ein Gebärhocker auf einer Bodenmatte
im Zentrum, um verschiedene Positionen unter
der Geburt einnehmen zu können. Jede Gebärende
wird bedürfnisorientiert und in der Regel 1:1 hebammenseitig
begleitet.
Zur Schmerzlinderung stehen alle Verfahren von der
Akupunktur bis zum Lachgas zur Verfügung. Eine Besonderheit
ist die ›Walking PDA‹, die es ermöglicht,
auch nach der Anlage einer PDA mobil zu bleiben. Die
Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Frauen macht
sich auch in der niedrigen Kaiserschnittrate von 28,1
Prozent in 2025 bemerkbar, die deutlich unter dem
bundesweiten Durchschnitt von 32,6 Prozent liegt.
Sollte ein Kaiserschnitt angezeigt sein, wird alles dafür
getan, den Müttern und Kindern einen guten Start
zu ermöglichen. Walkenhorst erklärt: »Beim so genannten
›Sectio Bonding‹ legen wir das Neugeborene
nach der Geburt im Haut-zu-Haut-Kontakt auf den
Oberkörper der Mutter. Während Mutter und Kind sich
kennenlernen, beendet unser Team die OP. Das Neugeborene
erkennt den bereits vertrauten Herzschlag
und die Stimme seiner Mutter wieder und lernt ihren
Geruch kennen.« Das frühe Bonding fördert die Bindung,
hilft dem Kind sich besser anzupassen, reduziert
Stress und verbessert die Stillbeziehung. Gleichzeitig
profitiert auch die Mutter: Ihr Kreislauf stabilisiert
32
Kreißsaal 2 mit Be-up-Elementen Ulraschalluntersuchung in Kreißsaal 4
sich schneller, eventuelle Blutungen und Schmerzen
sind geringer und das Risiko für Wochenbettdepressionen
reduziert sich.
Um die Schmerzen nach einem Kaiserschnitt so erträglich
wie möglich zu machen, setzt das Team der
Anästhesie den sogenannten TAP-Block ein. Während
die Regionalanästhesie nach dem Kaiserschnitt
noch wirkt, wird unter Ultraschallkontrolle ein Lokalanästhetikum
zwischen zwei Muskelschichten der
Bauchwand gespitzt. Damit wird der Wundschmerz
für 12-24 Stunden reduziert. Im Gegensatz zu stark
wirksamen Schmerzmedikamenten gelangt dieses
nicht in die Muttermilch und ermöglicht den Frauen
zudem, schneller wieder in Bewegung zu kommen.
Eltern stehen auf Wunsch Familienzimmer zur Verfügung,
und die Frauen können bis zur Neugeborenenuntersuchung
U2 auf der Station bleiben, um nicht direkt
in den ersten Tagen zu Hause bei der Kinderarztsuche
in Stress zu geraten. Die Untersuchung übernehmen
die Kinderärzt:innen des Klinikums Bremen-
Mitte, die 24 Stunden im St. Joseph-Stift vor Ort sind,
auch bei Notfällen.
Abgerundet werden die klinischen Angebote durch
das Kursprogramm von Elternschule und Physicum
proFamily. Neben klassischen Kursen, wie Geburtsvorbereitung
und Wochenbettgymnastik, erfreuen
sich auch Workshops wie ein Familienvorbereitungskurs
für werdende Eltern, der von Kinderärztin:innen
CTG-Raum
Wehenzimmer
Kreißsaal 4 mit Gebärwanne
Wichtig ist dem Team der Geburtshilfe, dass die gesamte
Zeit rund um die Geburt gut begleitet wird. Die
leitende Hebamme Angelika Tscheu erklärt: »Aus unserem
Kreißsaal-Team haben wir pro Schicht jeweils
eine Hebamme, die auf der Wochenstation Wochenbettbesuche
macht, ähnlich wie die Nachsorge-Hebamme
später zu Hause. Das ergänzt die wertvolle
Arbeit der Kolleginnen der Kranken- und Kinderkrankenpflege
auf der Station.« Zudem stehen den Eltern
auch die Babylotsen der Caritas mit Rat und Tat zur
Seite, um bei den organisatorischen oder psychischen
Herausforderungen der ersten Zeit mit Kind Unterstützung
zu vermitteln.
durchgeführt und von der AOK gefördert wird, oder
das Seminar »Erstmaßnahmen bei Notfällen im Säuglings-
und Kindesalter« großer Beliebtheit.
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33
Neues Leuchten
An der Bar, v.l.n.r.:
Gabriele Schmidt,
Sara Bertacci
und Hannah Lund
Generationswechsel:
aus „Die Schmidt“ wird „Lume“
Lume“, ist Italienisch und steht übersetzt für Leuchten
und Kerzenschein! Es steht vor allem für den
neuen Namen, der so passend ist, denn in den
Räumlichkeiten von Gabriele Schmidt in der Wernerstr.
38 leuchteten bei allen Dinnern viele Kerzen.
Immer ein warmes Licht und Gemütlichkeit an der
langen Tafel. Jedes After Work Dinner mit köstlichem
und gesundem Essen und immer wieder guten Gesprächen,
denn was Gabriele Schmidt sehr gut konnte
war, Menschen zusammen bringen, Freundschaften
haben sich dort im Laufe der Jahre entwickelt.
Diese Tradition werden „Lume“, das sind die 27jährige
Hannah Lund und die 28jährige Sara Bertacci, weiter
führen. Am 01. Juli ist die offizielle Eröffnung von
„Lume“ und auch die offizielle Übergabe von Gabriele
Schmidt an das neue Duo!
Mit Lume möchten sie als kulinarisches Duo Ästhetik
mit echtem Genuss und Wissen verbinden. Den Charme
und Charakter der Räumlichkeiten bewahren, aber
eine eigne Handschrift einbringen.
34
Fotos: Lume, Text: Susanne Lolk
Die schöne Tafel für kulinarische Genüsse
Sara hat in der Vergangenheit eigene kulinarische
Projekte im Creative Hub entwickelt und die letzten
drei Jahre in der Küche von Gabriele Schmidt eng mit
ihr zusammen gearbeitet. Dadurch ist sie vertraut mit
den Abläufen und Besonderheiten der Küche. Hannah
Lund kommt auch aus der Gastronomie und hat
zudem die Erfahrung als Barista, vor allem aber als
Standortleiterin im Harbour Coffee, somit die Erfahrung
für die geschäftliche Führung.
Dies Duo hat eine Liebe zum Kochen entwickelt, die
nicht nur eine gute Balance zwischen Optik und Geschmack
bietet, sondern vor allem mit hochwertigen
und frischen Produkten zubereitetes anbietet.
Die regionale Küche steht im Vordergrund, aber beide
haben auch Inspirationen von Reisen mitgebracht,
womit sie traditionelle Gerichte wieder interessant
machen möchten. Eine Mischung aus traditionell und
unkonventionell.
Hannah Lund und Sara Bertacci möchten in den schönen
Räumlichkeiten, die sich über insgesamt zwei Etagen
erstrecken und fast 200qm Raum haben, auch wie
Gabriele Schmidt, das Feiern möglich machen. Privatoder
Firmenfeiern sind weiterhin möglich. Auch das Catering
und die Kochevents werden weiterhin fester Bestandteil
des Angebots sein. Die beliebten After Work
Dinner werden ab Juli wieder regelmäßig stattfinden.
Dafür ist es immer gut, sich frühzeitig anzumelden.
Die neuen Termine After Work:
09.07.2026
30.07.2026
06.08.2026
20.08.2026
Anmeldungen auf der Website und per Mail
lume-bremen.de
info@lume-bremen.de
Lume
Wernerstraße 38
28203 Bremen
T 0421 74720
Auf dem Weg in die obere Etage
35
Elegant, stilvoll und behaglich wohnen
mit der WOHNWERKSTATT – neu im Fedelhören 101
Aus der Herrlichkeit 1 in Verden an der Aller, in den
Fedelhören 101, ist Christian Rösch zurück zu seinen
Anfängen als Lehrling bei „der Raumausstatter“ in
das ihm so vertraute Geschäft gezogen. Das nun die
„WOHNWERKSTATT“ ist.
Christian Rösch ist aber nur einer der beiden
kreativen Köpfe der Wohnwerkstatt.
Schon seit über 11 Jahren ein Team in
Verden gehört der „Farbenmensch“
und Malermeister Mark Fiedler dazu.
Christian Rösch, Raumausstattermeister, seit über 30
Jahren, freut sich wirklich sehr, wieder in dieser schönen
Straße arbeiten zu dürfen und die Leidenschaft für
Stoffe zu leben!
Mark Fiedler und Christian Rösch haben sich
schon lange über Verdens Grenzen hinaus
einen Namen gemacht. Sie werden
u.a. für die Neugestaltung von Häusern
auf Mallorca oder auf Sylt engagiert.
36
Text: Susanne Lolk, Fotos: Konstantin Zigmann
Es hat sich herumgesprochen, dass beide sich individuell
auf ihre Kunden einstellen können. Am Anfang
des Kennenlernens, steht immer das Gespräch, um
die Möglichkeiten auszuloten, wohin die Veränderung
gehen soll. Nur ein neues Farbkonzept, kombiniert mit
neuen Stoffen für die Fenster, oder gleich ein wenig
mehr, Möbel und Wohnaccessoires?
Beide arbeiten schon sehr lange mit Christiane Kröncke
Interieur Design zusammen. Das Portfolio ihrer Lieferanten
ist natürlich weitaus größer. Ein Thema sind
auch die Bielefelder Werkstätten.
In dem neu gestalteten Geschäft, das, wenn man es
betritt, sofort den Stil der beiden erkennen lässt, wird
am Ende des Ladens am großen Tisch in Ruhe ge-
sprochen und beraten. Die beiden möchten Sie kennen
lernen, mehr über Sie erfahren. So können beide
bewusst oder unterbewusst Ihren Geschmack und Stil
einordnen, welche Farben, Materialien Ihnen gefallen.
Klassisch, modern, humorvoll, natürlich oder bunt,
oder beides?
Planen Sie eine Veränderung für Ihre vier Wände? Dann
lohnt sich ein Besuch in der Wohnwerkstatt! Natürlich
kommen Christian Rösch und Mark Fiedler auch zu Ihnen
nach Hause, um in Ihrem Heim für Sie eine angenehme
Veränderung nach Ihren Wünschen mit Ihnen
zusammen zu planen. Termine dafür können gerne nach
Vereinbarung getroffen werden.
Wohn
WERK
STATT
Wohnwerkstatt Fiedler & Rösch
& Raumgestaltung Christian Rösch
Fedelhören 101 I 28203 Bremen
Fiedler & Rösch
N 0 C / 5 M / 20 Y / 60 K (HKS 96 K)
N 50 C / 0 M / 20 Y / 0 K (HKS 51 K / 55 %)
Mark Fiedler T 0172 5419417
Christian Rösch T 0172 4269188
Öffnungszeiten:
Do & Fr. 10.30-18 Uhr
Sa 10.30-14.30 Uhr
wohnwerkstatt-verden.de
roeschhb.de
Mark Fiedler und Christian Rösch
37
SAVOIR-VIVRE
Die Übergänge zwischen Indoor- und Outdoormöbeln werden fließender.
Neue Möbel für den Garten, Terrassen, Balkons, Patios oder Veranden,
von Designern entworfen und aus hochwertigen Materialien gefertigt,
setzen sich in Szene und bieten einen naturnahen Rückzugsort für
Entspannung und Muße. Genießen Sie die Zeit im grünen Wohnzimmer
unter freiem Himmel und träumen Sie vom französischen „savoir-vivre“.
Sessel LAPEL
Design: Busetti, Garuti, Radaelli
Synthetikratan geflochten, Sitzkissen Polyester, beige
mit Umschlag
B 89 x T 84 x H 76 cm, SH 44 cm
Sofa LAPEL
Design: Busetti, Garuti, Redaelli
Sofa mit Platz für 2-3 Personen, mit Umschlag
Synthetikratan, Sitzkissen Polyester, beige
B 180 x T 84 x H 76 cm, SH 44 cm
Couchtisch HYDRA
Design: Evangelos Vasileiou
Gestell in lackiertem Aluminium in der Farbe anthrazit,
Latten naturbelassenes Teak-Holz
B 90 x H 46 x T 63 cm. Beistelltisch B 55 x H 41 x T 39 cm
Sessel HYDRA
B 70,5 x T 78 x H 77, SH 44 cm
Sofa HYDRA
B 134,5 x T 78 x H 77, SH 44 cm
Outdoor Teppich TAPIOLA
Handgewebtes Geflecht aus recycelten PET-Flaschen,
B 200 x L 300 cm, 2 Variationen
Klapptisch NOOMI
Design: Tous Les Trois
Ein quadratischer Tisch auf Vierarmgestell
aus kohlefarbenem Aluminium
H 70 x B 70 cm
Stuhl STRESA
Design: Didier Gomez
Gestell Metall Lack schwarz, handverarbeitetes
Kordelgeflecht extra gegen UV-Strahlen behandelt
H 79 x B 46 x T 58 cm
Outdoor Sofa MURTOLI
Design: Christian Werner
Eine große Liegefläche 240 x 120 cm
in 5 Stoffqualitäten
Outdoor Polstergruppe OTTOMAN
Design: Noé Duchaufour-Lawrance
3-Sitzer, 2-Sitzer, Sessel und Hocker
in 6 Stoffqualitäten
Couchtisch ETNA
Design: Marie C. Dorner
Gestell Stahl kohlegrau lackiert, Platte emallierter Lavastein
in 3 verschiedenen Größen
Bridgestuhl SERPENTINE
Design: Eléonore Nalet
Aluminium Gestell mit 3 verflochtenen Sitzkissen
B 77,5 x T 60,5 x H 74,5 cm, Farbe Ecru, Gestell Kohlefarben
Esstisch DOPPO
Design: Claudio Dondoli & Marco Pocci
Tischplatte aus erdfarbenem, recyceltem ‚‘Recomplax‘‘-Fiberglas
240 x 110 cm für 8-10 Gäste
Outdoor Teppich WAVE
Design: Hélène Poiraud
Handgetuftet aus 100 % PET
200 x 300 cm, Farben Terracotta oder Ingwer
Modernes Design, feine Materialien - Gartenmöbel
werden immer wohnlicher. Entdecken Sie die Outdoor-
Kollektion von Ligne Roset und holen Sie sich im Sommer
das Wohnzimmer nach draußen. www.ligne-roset.com
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Die Bremer
Philharmoniker
JUNI / JULI 2026
Time to shine
11. Philharmonisches Konzert
Die Glocke
Mo 1.6.2026 19:30 Uhr
Di 2.6.2026 19:30 Uhr
Julius Asal, Foto: Michael Reinicke
Hier treffen zwei Ausnahmemusiker aufeinander:
Delyana Lazarova, Violinistin und als Dirigentin eine
echte Senkrechtstarterin am Pult, und Marc-André
Hamelin, Weltklasse-Pianist und enger Freund der
Bremer Philharmoniker – eine perfekte Kombination
für Beethovens bahnbrechendes viertes Klavierkonzert!
Bei Bartóks Konzert für Orchester wird dann das ganze
Orchester zum Solisten eines Werkes, das Virtuosität
und Einfallsreichtum auf die Spitze treibt.
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Béla Bartók (1881-1945)
Konzert für Orchester
Delyana Lazarova, Foto: Marco Borggreve
Delyana Lazarova, Dirigat
Marc-André Hamelin, Klavier
Neue Bahnen
12. Philharmonisches Konzert
Die Glocke
Mo 22.6.2026 19:30 Uhr
Di 23.6.2026 19:30 Uhr
Der Saisonabschluss wird dramatisch, packend, atemberaubend.
Gleich zu Beginn bringt Schostakowitschs
erstes Violinkonzert Dramatik pur in den Konzertsaal
– unbestritten eines der größten Solokonzerte des 20.
Jahrhunderts. Mit der Symphonie Nr. 4 von Johannes
Brahms beenden die Bremer Philharmoniker ihren
Brahms-Zyklus und zeigen erneut: Brahms, Bremen
und die Bremer Philharmoniker, das gehört untrennbar
zusammen!
Dmitrij Schostakowitsch (1906-1975)
Violinkonzert Nr. 1 a-Moll op. 77
Johannes Brahms (1833-1897)
Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Vadim Gluzman, Foto: Marco Borggreve
Marko Letonja, Dirigat
Vadim Gluzman, Violine
40
Next Level – Symbiotic Clash
Halle 1 im Tabakquartier
Fr 3.7.2026 20 Uhr
Next Level, das neue Konzertformat der Bremer Philharmoniker,
wirft alle gängigen Klischeevorstellungen
eines klassischen Konzertes über den Haufen! Dafür
braucht es unkonventionelle, experimentierfreudige
und inspirierende Charaktere wie den Pianisten Julius
Asal auf der Bühne, der als Solist und Dirigent bei
diesem Konzert Schnittke und Mahler mit Lutosławski
und Schubert auf höchst innovative Weise mischt,
und ein offenes Publikum, das neugierig auf ungewöhnliche
Programmzusammenstellungen ist. Next
Level, das anderes Gesicht der Klassik - neu, irritierend,
aufregend, berauschend.
5nachsechs – Afterwork-Konzert
It´s magic
Die Glocke
Mi 10.6.2026
18:05 Uhr
Eine gute Stunde Musik und Moderation, ohne Pause,
kurzweilig, zwanglos, auf höchstem Niveau - die
Afterwork-Konzerte der Bremer Philharmoniker in der
Glocke bieten großes Orchester, interessante Gäste
und ein abwechslungsreiches Programm.
Engelbert Humperdinck (1854-1934)
Vorspiel zur Oper Hänsel und Gretel
Paul Dukas (1865-1935)
Der Zauberlehrling
Erich Wolfgang Korngold (1897-1957)
Märchenbilder op. 3
Katharina Wincor, Foto: Andrej Grilc
Katharina Wincor, Dirigat und Moderation
Kammermusiken – die kleinen Juwelen der klassischen Musik
Mit zwei Konzerten geben die Bremer Philharmoniker In der Halle 1 im Tabakquartier in der Reihe „Kammermusik
am Sonntagmorgen“ kurz vor Ende der Spielzeit intensive Einblicke in die faszinierende Welt der Kammermusik
und präsentieren ein kurzweiliges Klassikvergnügen mit erstklassigen Kammerensembles aus den Reihen
des Orchesters.
So 7.6.2026 11:30 Uhr
Das Genie auf seinen Schultern
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr.7 B-Dur op.97 „Erzherzog“
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr.1 H-Dur op.8
Trio Beluc
Jihye Seo-Georg, Violine
Benjamin Stiehl, Violoncello
Manami Ishitani-Stiehl, Klavier
28.6.2026 11:30 Uhr
Schuberts Landlust
Franz Schubert (1797-1828)
Oktett F-Dur D 803 für Klarinette, Horn,
Fagott und Streicher
Julia Nastasja Lörinc, Violine
Anna Schade, Violoncello
Saori Yamada, Viola
Konrad Seeliger, Violoncello
Florian Schäfer, Kontrabass
Shiho Uekawa, Klarinette
Peter Schmidt, Horn
Nähere Details und Karten unter:
bremerphilharmoniker.de
Ticket-Service in der Glocke
Domsheide 6-8 I 28195 Bremen
T 0421 33 66 99
Nordwest-Ticket in allen angeschlossenen
Vorverkaufsstellen
T 0421 36 36 36
41
Aug/Sep
2026
37. Musikfest Bremen
15. August bis 4. September 2026
Exquisite Konzerterlebnisse vom Feinsten in Darbietungen
höchster Qualität verspricht das 37. Musikfest
Bremen, das vom 15. August bis zum 4. September
mit über 45 Veranstaltungen aufwartet. Renommierte
Stars wie herausragende Talente der jungen Generation
bieten dabei mit leidenschaftlicher Verve und
mitreißender Finesse neue Perspektiven auf populäre
Meisterwerke genauso wie auf entdeckenswerte Raritäten
– in Bremen, Bremerhaven und ausgewählten
Spielstätten im Nordwesten.
Foto diese Seite:
Musikfest Eröffnung auf dem Marktplatz
Foto: fotoetage
Bereits zum 25. Mal startet das Festival mit dem
Eröffnungsabend „Eine große Nachtmusik“, der als
musikalisch-visuelles Gesamtkunstwerk rund um den
Marktplatz für die passende Einstimmung sorgt. Für
die 18 Konzerte in drei Zeitschienen und neun Spielstätten,
deren Spektrum von opulenter sinfonischer
Klangpracht über engelsgleichen Gesang bis zu groovigen
Jazz-Rhythmen reicht, kommen Künstler*innen
wie z. B. das hr-Sinfonieorchester und Alain Altinoglu
mit Solist Fazıl Say (Klavier), das Ensemble Matheus
und Jean-Christophe Spinosi, die Boston Early Music
Festival Vocal & Chamber Ensembles, die klassische
Band SPARK, das Robinson Khoury Trio oder die
Roberto Fonseca Group.
42
Sonntagskind
EINE GUTE
KOLUMNE:
BESSER ALS
EIN DRINK AM
Die wöchentliche Kolumne MORGEN. von
Mark Scheibe
www.
sonntagskind.
blog
Rolando Villazon
Foto: Rolex
Hochkarätig ist das Angebot in den folgenden drei
Festivalwochen. Das Quatuor Ebène bietet mit seinem
Beethoven-Zyklus die Gelegenheit, an sechs Abenden
in der Glocke alle 16 Streichquartette des Komponisten
zu erleben. „Mythos Europa“ lenkt wiederum mit dem
diesjährigen Partnerland Großbritannien den Blick
auf dessen reiche musikalische Geschichte sowie auf
bedeutende Repräsentant*innen der dortigen Musikszene,
wie z. B. Alexander Chance und Fretwork, die
Vokalensembles Tenebrae und The Gesualdo Six.
Weitere Höhepunkte versprechen Auftritte von Tenor
Rolando Villazón und L’Arpeggiata auf den Spuren
des Orpheus-Mythos, von Dirigent Teodor Currentzis
und seinem Utopia Choir & Orchestra mit dem
Brahms-Requiem am Uraufführungsort, dem Bremer
St. Petri Dom, oder von Sir John Eliot Gardiner, der
erstmals mit The Constellation Choir & Orchestra gastiert.
Zu den eingeladenen renommierten Gesangsstars
zählen die Sopranistinnen Julia Lezhneva (mit
Il Giardino Armonico) und Nicole Chevalier (mit den
Bremer Philharmonikern), Countertenor Jakub Józef
Orliński (mit Il Pomo d’Oro) und Jazz-Sänger Kurt
Elling (mit der hr-Bigband). Ihre Musikfest-Debüts
geben Pianist Bruce Liu, Violinistin María Dueñas und
Tenor Benjamin Bernheim.
TICKETS
Erhältlich beim Ticket-Service in der Glocke
sowie bei nordwest-ticket.de und im Webshop
unter
musikfest-bremen.de
MUSIKFEST FÜR JUNGE MENSCHEN
(unterstützt von der swb Bildungsinitiative)
BIS 18-TICKET (nach Verfügbarkeit):
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18
Jahre zahlen für jede Veranstaltung 6 Euro.
LAST MINUTE(nach Verfügbarkeit):
Schüler*innen, Studierende usw. bis 30
Jahre erhalten ab 30 Minuten vor Konzertbeginn
an der Abendkasse Tickets zum
Preis von 12 Euro.
Das Akkordeon als „Instrument des Jahres“ feiern
Martynas Levickis in einem Solo-Recital und Richard
Galliano mit seinem New Viaggio Trio.
Neben dem Arp-Schnitger-Festival im Orgelparadies
rund um Bremen gastiert das Musikfest mit weiteren
Konzerten im Nordwesten, so etwa in Cloppenburg,
Cuxhaven, Jever, Lilienthal, Lindern, Meppen, Oldenburg,
Papenburg, Verden und Worpswede.
43
SEEBÜHNE BREMEN
SAISON 2026
Die Seebühne Bremen startet 2026 bereits in ihre
sechste Saison – und das größer denn je: Vom 17. Juli
bis 23. August 2026 erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches
Programm mit mehr Shows, mehr
Stars und insgesamt fünfeinhalb Wochen voller Musik
und Entertainment. Unter freiem Himmel, direkt an der
Weser, entsteht so erneut eine spektakuläre Open-
Air-Kulisse für unvergessliche Abende. Das Programm
vereint beliebte Publikumslieblinge, die nach ihren
gefeierten Auftritten erneut auf die Seebühne zurück-
kehren – darunter SCHILLER, Alphaville, Ben Zucker,
Philharmonic Rock und Highland Saga – ebenso wie
starke Neuzugänge, die 2026 erstmals auf dieser
Bühne zu erleben sind, etwa NENA und Madsen. Und
das ist längst nicht alles: Schon jetzt sind zahlreiche
weitere Shows im Vorverkauf, und das Programm füllt
sich laufend mit weiteren Highlights. Ein Sommer voller
einzigartiger Erlebnisse – jetzt Tickets sichern und
Sommernächte unter freiem Himmel genießen!
Roxette
28.07.2026, 20:00 Uhr
Roxette feierten Anfang 2025 ein umjubeltes Comeback mit
ausverkauften Shows in Südafrika und Australien. Mit Per Gessle
und der neuen Sängerin Lena Philipsson begeisterte die Band
über 75.000 Fans und Presse weltweit. Klassiker wie „The Look“,
„Listen To Your Heart“, „Joyride“ und „It Must Have Been Love“
verbinden Generationen und erstrahlen live in neuem Glanz.
Emilíana Torrini
19.08.2026, 20:00 Uhr
Emilíana Torrini ist eine isländisch-italienische Sängerin; ihr aktuelles
Album „Miss Flower“ ist ihr fünftes Soloalbum. Bekannt wurde
sie vor allem mit „Jungle Drum“ (2009), das u. a. in Deutschland
acht Wochen auf Platz 1 war. Sie arbeitete mit Künstlern wie
Kylie Minogue und wirkte an Film- und Serien-Soundtracks mit,
etwa für „Der Herr der Ringe“. Auch international gefeierte Songs
wie „Sunny Road“, „Big Jumps“ und „Hold Heart“ unterstreichen
ihre vielseitige Musikkarriere.
Fotos: Seebühne
ABBA Gold
21.08.2026, 20:00 Uhr
Seit über 20 Jahren begeistert ABBA GOLD – The Concert Show
mit einer Hommage an die Pop-Ikonen ABBA. Am 21. August
2026 erklingen auf der Seebühne Bremen Hits wie „Mamma
Mia“ und „Dancing Queen“. Die Show überzeugt mit authentischem
Sound, Originalkostümen und 70er-Jahre-Bühnenflair.
Seebühne Bremen
AG-Weser-Straße
28237 Bremen
Das komplette Programm und
Tickets versandkostenfrei unter:
seebühne-bremen.de
44
METROPOL THEATER
JUNI / JULI 2026
04.06.2026
05.06.2026 16.06.2026 17.+18.06.2026
21.06.2026 04.07.2026 17.+19.07.2026 12.08.2026
Montags
Metropol Jazz Lounge
12.09.2026
Die drei ???
20.09.2026
Herr Schröder
01.10.2026
Tutty Tran
02.10.2026
Tahsim Durgun
Service, Vielfalt & Gute Unterhaltung
03.10.2026
Till Reiners
04.10.2026
Lars Eidinger
Vorschau
06.10.2026
Berlin, Du coole Sau
09.10.2026
GameChanger by Bastian Bielendorf
10.10.2026
Café del Mundo
14.10.2026
NightWash Live
15. + 16.10.2026
Atze Schröder
21.10.2026
Biyon Kattilathu
23.10.2026
The Addams Family
24. + 25.10.2026
Evil Dead
Metropol Theater Bremen
Richtweg 7
28195 Bremen
Das komplette Programm und
Tickets versandkostenfrei unter:
metropol-theater-bremen.de
45
Luciano Pavarotti
– eine Hommage
Johannes Groß, Oscar Marin, Ricardo Marinello und Claudia Hirschfeld
interpretieren die berühmten Arien von Luciano Pavarotti, unterstützt
durch den Moderator Thomas Gerres, am 5. Juni in der Glocke.
2025 hätte einer der größten Opernsänger aller Zeiten
seinen 90. Geburtstag gefeiert: Luciano Pavarotti.
In Erinnerung an diesen unvergessenen Künstler sind
drei Ausnahmetenöre unserer Zeit derzeit in ganz
Deutschland unterwegs, um ihr großes Idol zu feiern.
Sie interpretieren dabei die wunderbaren Arien und
Lieder, mit denen Luciano Pavarotti berühmt geworden
ist – einhundert Prozent live und ohne Mikrofone.
Aus Deutschland, Spanien und Italien kommen
die stimmgewaltigen Sänger.
Der Dortmunder Johannes Groß ist Kopf und Gründer
der German Tenors. Oscar Marin stammt aus Barcelona
und war Schüler von Montserrat Caballé. Ricardo
Marinello gewinnt bereits im Alter von 18 Jahren „Das
Supertalent“ und hat jüngst auf TikTok und Instagram
mit jeweils über einer Million Followern für Furore
gesorgt. Orchestral begleitet werden die Akteure von
Tastenvirtuosin Claudia Hirschfeld. Moderator Thomas
Gerres wird das abwechslungsreiche Leben von Luciano
Pavarotti reflektieren.
Oscar Marin, Johannes Groß, Ricardo Marinello und Claudia Hirschfeld
Fotos: Arno Seeliger
Am Freitag, 5. Juni ist die sensationelle Hommage ab
20.00 Uhr in der Bremer Glocke zu Gast, am Samstag,
6. Juni ab 19.30 Uhr in der Wandelhalle von Bad Zwischenahn.
Eintrittskarten gibt es bei allen bekannten
Vorverkaufsstellen oder auf luciano-konzerte.de
46
Orchester, Chor und Solisten nach dem Konzert 2024
„Sterne der Musik“ im Amtsgarten
Die Sterne funkeln zum 11. Mal und werden am 07. und 08. August 2026
mit musica viva neue Akzente setzen
Abendstimmung unter großen Bäumen vor der romantischen Kulisse
der Klosterkirche in Lilienthal, mitten im historischen Ortskern – und
dazu erstklassige „klassische Musik“. Die Amsel singt ihr Abendlied, Fledermäuse
huschen vorüber, und wenn der Schlussakkord, der Beifall,
die letzten Geräusche verstummt sind, hat die Nachtigall ihren Auftritt.
Nicolas Hrudnik als künstlerischer Leiter des musica viva Orchesters und
Chores holt zum 11. Mal die Sterne vom Himmel, die Sterne der Musik!
Lassen Sie sich von ausgesuchten Solisten, Chor und Orchester in das
Universum der Musik entführen. Er wird Sie wie immer gut gelaunt
durchs Programm führen, so dass die vielen Highlights aus Oper und
Operette nie zusammenhanglos nebeneinander stehen.
Schöne Atmosphäre im Amtsgarten
Genießen Sie einen Abend mit Musik von Louis Armstrong, Giuseppe
Verdi, Frank Sinatra, Georges Bizet, Pietro Mascagni, aber auch Michael
Jackson. Edle Catering-Zelte runden den grünen Konzertsaal nach hinten
ab und locken mit Kaffee und Kuchen, diversen Snacks, Wein, Bier
und Softdrinks vor dem Konzert, in der Pause und auch hinterher
als Ausklang.
Die Eintrittskarten können in der Buchhandlung Buchstäblich T 04298 699196, bei
musica viva T 0421 4987535, beim Weser-Kurier Pressehaus mit den regionalen
Zeitungshäusern weser-kurier.de/ticket sowie Nordwest Ticket T 0421 363636
bzw. Amtsgarten Online: amtsgarten.de erworben werden.
47
Foto: Thomas Neffken
Klang gewordene
Erinnerungen
Musik, die verbindet – was für ein großartiges Erlebnis!
Angereist von nah und fern versammeln sich am
Himmelfahrtstag fast 140 ehemalige Mitglieder des
Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Bremen,
um nach kurzer und intensiver Probenzeit am darauf
folgenden Sonntag im großen Saal der Glocke aufzutreten.
Nach einem langen Jahr voller Organisation, Planung
und vor allem Vorfreude geht es nun endlich los! Für
alle Musiker und Musikerinnen zählt dieses Treffen zu
einem der emotionalsten Höhepunkte des Jahres. Von
1980 leitete Heiner Buhlmann das Orchester 32 Jahre
lang! Das Alter der Mitwirkenden liegt heute zwischen
Anfang 30 und Anfang 60. Und so spielen bei diesem
Ehemaligentreffen auch Eltern gemeinsam mit ihren
inzwischen längst erwachsenen Kindern.
Heiner Buhlmann ist ein Meister darin, die Musiker zu
Höchstleistungen zu motivieren, dabei aber stets die
Freude am gemeinsamen Musizieren in den Vordergrund
zu stellen. Doch das Orchestertreffen ist weit
mehr als nur Probenarbeit und Konzertvorbereitung:
Es ist ein Fest der Wiedersehensfreude, des gegenseitigen
Austauschs und vor allem auch der gemeinsamen
Erinnerungen. Zumeist wurden sie über
mehrere Jahre hinweg gesammelt: Erinnerungen an
Orchesterreisen, an oftmals überwältigende Konzerterlebnisse
im In- und Ausland und natürlich auch an
den ganzen herrlichen Unfug, der mitunter getrieben
wurde! An gemeinsame Probenwochenenden, Fahrradtouren
und Ausflüge – alles Grundlagen für feste
und dauerhafte Freundschaften.
Die große Party am Freitagabend in den „Weserterrassen“
darf natürlich auch nicht fehlen. Dieses
Fest ist Ausdruck der Freude an der Musik und der
tiefen Verbundenheit, die über viele Jahre und trotz
unterschiedlicher Lebenswege erhalten geblieben ist.
Das Konzert in der Glocke ist Höhepunkt und Abschluss
dieses Treffens. Das Programm ist ein Querschnitt
aus den unter Heiner Buhlmann gespielten
Stücken. Der Saal tobt, Heiner Buhlmann und sein
Orchester strahlen um die Wette – ein rundum gelungenes
Konzert voller Begeisterung und Freude!
Der komplette Eintritt wird zu gleichen Teilen gespendet
an den Freundeskreis Jugendsinfonieorchester
Bremen e.V. und an den Bremer Notenschlüssel e.V.
48
Endlich Ordnung
im Geldbeutel
Für alle, die ihr Leben genießen wollen
Nico lebt nach einem einfachen Prinzip: Geld ist dazu
da, das Leben jetzt angenehm zu machen. Das neue
Fahrrad, der Laptop, spontane Online-Käufe auf Raten
– all das gehört dazu. Blöd nur, wenn am Monatsende
verschiedene Buchungen abgehen und man den
Überblick verliert, was eigentlich noch übrigbleibt.
Toni denkt ähnlich. Sparen ist wichtig – aber nicht auf
Kosten des Lebensgefühls. Seit der Hochzeit laufen
zwei Kredite parallel: Küche und Urlaubsreise. Beide
bezahlbar, beide nervig. Weil man immer im Hinterkopf
hat: Wann geht was ab? Reicht es diesmal?
Genau für diese Situation gibt es eine Lösung, die so
simpel ist, dass man sich fragt, warum man nicht früher
darauf gekommen ist.
Alle Kredite zusammenlegen
und das Thema abhaken
Bei einer Umschuldung wird aus vielen kleinen Verpflichtungen
eine einzige. Ein neuer Kredit löst alle
alten ab. Danach: eine Rate, ein Termin, kein Chaos
mehr. Und oft sogar weniger zahlen als vorher – weil
ein gebündelter Kredit günstiger sein kann als mehrere
Einzelkredite mit unterschiedlichen Zinssätzen.
Konkret: Wer bisher monatlich für drei Kredite mit
unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen zahlt,
kann durch eine Zusammenfassung Geld einsparen.
Das gibt finanziellen Spielraum, der jeden Monat für
etwas anderes da ist – einen Abend ausgehen, ein
spontaner Kauf, oder einfach etwas mehr Puffer. Wer
die Laufzeit etwas streckt, ist sogar noch flexibler. Für
Nico bedeutet das mehr Freiheit im Alltag. Für Toni
mehr Ruhe bei der Planung – und vielleicht endlich
den Kopf frei für die nächsten gemeinsamen Pläne.
Nur eines sollte man vorher kurz checken: Manche
alten Kreditverträge verlangen bei vorzeitiger Ablösung
eine Vorfälligkeitsentschädigung. Solange diese
Kosten kleiner sind als die Ersparnis durch den günstigeren
Zinssatz, rechnet sich die Umschuldung – und
die Sparkasse Bremen hilft dabei, das schnell herauszufinden.
Der Prozess ist einfach: Kredite auflisten, neuen Kredit
beantragen, alte ablösen – fertig. Die Sparkasse Bremen
begleitet Sie dabei Schritt für Schritt, persönlich
und klar. Weil Finanzen einfach sein können – wenn
man die richtige Unterstützung hat.
49
50
heart - beat - art
impulse ist zurück im GOP Varieté-Theater
Pulsierende Energie, die von der ersten Sekunde an
mitreißt – „impulse“ ist zurück im GOP Varieté-Theater
Bremen. Vom 26. Juni bis 27. September 2026 erwacht
eine gigantische Drum Wall zum Leben und
lädt zu einem unvergesslichen Erlebnis aus mitreißenden
Rhythmen, knisternder Atmosphäre und adrenalinreichen
Höchstleistungen ein. Elektrisierende
Percussion und wuchtige Beats ziehen das Publikum
in ihren Bann. Diese Show bricht mit klassischen
Varieté-Mustern und setzt auf ein berauschendes
Zusammenspiel aus Live-Percussion, modernem Tanz
und Weltklasse-Akrobatik.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Lead-Drummer
Romain Vicente. Als musikalischer Herzschlag
der Show gibt er den Takt vor, in dem die Grenzen
zwischen Klang und Bewegung verschwimmen. Dabei
wird die Musik nicht bloß als Begleitung verstanden:
Die Drum Wall wird aktiv vom gesamten Ensemble
bespielt. Dazu werden Disziplinen neu gedacht. So hat
Talya Micheletty für ihren Handstand-Act ein einzigartiges
Requisit mitgebracht und Quoc Huy Bui einen
zusätzlichen Bogen an seinem Cyr Wheel angebracht.
Für den vollen Genuss haben die Gäste im GOP Varieté-Theater
außerdem die Möglichkeit, den Abend mit
kulinarischen Köstlichkeiten abzurunden. Exklusiv zur
Show „impulse“ erwartet sie dabei ein Grill-Buffet im
Restaurant Leander. Von frischen Salaten über feine
Antipasti bis hin zu köstlichen Spezialitäten vom Grill.
Hier ist für jeden Grill-Liebhaber etwas dabei.
Weitere Highlights im GOP Bremen
Bremer Jugendvarieté
Am Mittwoch, den 10. Juni 2026 präsentieren junge
Artisten und Artistinnen aus Bremen und umzu ihr Können
auf der Bühne im GOP Varieté-Theater. Von Luftartistik
über Jonglage zu Akrobatik und Balance ist alles
dabei. Circa 60 Jugendliche der Zirkusschulen Alacasam
Peppolino, Tohuwabohu, Tourelli, Jokes, Bambini und
Fiffix gestalten gemeinsam eine Show und nehmen das
Publikum mit auf eine Reise in ihre Welt.
dm-Family-Magic-Show
Mit seinen TV-Serien verzauberte Cody Stone bereits
Millionen Fernsehzuschauer und begeisterte mit Liveshows
in Las Vegas und New York das Publikum.
In den Sommerferien, am 22. und 23. Juli, sorgt der
Magier nun für zwei atemberaubende Nachmittage
voller Magie im GOP Varieté-Theater Bremen. Mit viel
Humor und seiner wohlfühlenden Energie erzeugt er
gemeinsames Staunen, herzerwärmendes Lachen und
das gewisse Bauchkribbeln.
zweifach magisch – bezaubernd artistisch, Foto: Ralf Mohr
Und auch an die kleinen Gäste ist gedacht: In den Sommerferien
ist die beliebte Ferienaktion „Kids für Nix“
zurück! Vom 1. Juli bis 11. August erhält je ein Kind bis
einschließlich 14 Jahre in Begleitung eines regulär zahlenden
Erwachsenen freien Eintritt zur Show „impulse“.
Die perfekte Gelegenheit für ein unvergessliches Erlebnis
mit der ganzen Familie.
TERMINE
heart-beat-art mit „impulse“
26. Juni bis 27. September
Jugendvarieté
10. Juni
dm-Family-Magic-Show mit Cody Stone
22. und 23. Juli
GOP Varieté-Theater Bremen
Am Weser-Terminal 4
28217 Bremen I T 0421 89 89 89 89
variete. de/bremen
51
HAMLET, Foto: Jörg Landsberg
Juni / Juli 2026
SCHAUSPIEL
HAMLET
von William Shakespeare // Regie: Alize Zandwijk
Ein Prinz ohne Krone, ein Däne ohne Mark. Sein Vater, der König, ist gestorben, und Hamlet ist untröstlich. „Such
nicht beständig mit gesenkten Lidern nach deinem Vater im Staub“, sagt seine Mutter. „Du weißt, es ist gemein:
Was lebt, muss sterben.“ Doch Hamlet kann und will nicht akzeptieren, dass alle einfach weitermachen. Auch,
weil er glaubt zu wissen, wer die Schuld an seines Vaters Tod trägt. Seine Trauer vertieft sich zur existenziellen
Krise. In einer „aus den Fugen“ geratenen Ordnung treffen Claudius’ Machtstreben und Hamlets Zweifel aufeinander.
Hamlet sucht nach Wahrheit, ringt mit sich selbst und misstraut den eigenen Wahrnehmungen. Er zögert
und zaudert, will Gewissheit, wo es keine gibt, will nicht auch zum Mörder werden. Und doch nimmt das Rachedrama
seinen Lauf. Mit einer rein männlichen Besetzung fragen wir uns: Was erzählt uns William Shakespeare
über Orte für Trauer und Emotion? Zweifel und die Suche nach Sinn? Wie gehen wir mit der Gewissheit um, dass
sterben muss, was lebt? Gut, dass zuvor eine Theatertruppe auftritt und uns all das vorspielt.
Termine: Mi 10. Juni und Do 18. Juni jeweils um 19 Uhr sowie So 21. Juni und Fr 3. Juli jeweils um 18 Uhr
im Theater am Goetheplatz
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MUSIKTHEATER
DIE REISE NACH REIMS
Komische Oper in einem Akt // Musik von Gioachino Rossini
Rossinis „Die Reise nach Reims“ entstand anlässlich der Krönungsfeier von Karl X. Der Komponist schrieb
eine Posse, die sich nicht nur über die Oberflächlichkeiten des Adels, sondern auch über Opernklischees
erhebt und schuf dabei mit großer Leichtigkeit eine Opera buffa mit schönsten Belcanto-Arien und absurdem
Humor. Das Team um Regisseurin Anna Weber macht aus dem Stoff eine skurrile und surrealistische
Krimikomödie, ergänzt durch weitere Musik des Komponisten.
Musikalische Leitung: Sasha Yankevych // Regie: Anna Weber
Termine: So 7. Juni um 18 Uhr und Mi 17. Juni um 19 Uhr
(Blauer Mittwoch: 25 € auf allen Plätzen) im Theater am Goetheplatz
MUSIKTHEATER
DIE ZAUBERFLÖTE
Eine Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Foto: Jörg Landsberg
Tamino will Pamina, Papageno seine Papagena. Und so machen sie sich
auf. Es wird gekämpft und gesungen, gerungen und geliebt, gerächt,
gerätselt. Doch manches stellt sich ihnen in den Weg: eine böse Schlange,
ein plauderndes Damenterzett, die eigene Faulheit, eine sternflammende
Königin und ein dubioser Landesherr namens Sarastro. Doch
gegen all die Gefahren, Rätsel, Unwägbarkeiten gibt es Gegenmittel: eine
Zauberflöte, ein Glockenspiel, Zuversicht, Abenteuerlust, einen subtilen
Hang zur Anarchie und natürlich die Magie der Musik. Ein großer Theaterspaß
für alle!
Musikalische Leitung: Sasha Yankevych // Regie: Marco Štorman
Termine: Sa 6. Juni, Di 16. Juni, Do 25. Juni und Do 2. Juli jeweils um 19 Uhr sowie So 28. Juni
und So 5. Juli jeweils um 15:30 Uhr im Theater am Goetheplatz
MUSIKTHEATER
SISSY
Operette von Fritz Kreisler
Foto: Jörg Landsberg
Jahr für Jahr tanzt sie sich im Walzerschritt über die Flimmerkisten direkt
ins Herz der Menschen – die Kaiserin Elisabeth. Wallendes, perlenbesetztes
Haar, exorbitante Kleider, schneebedeckte Berge. So geht Heimat!
Also im Film. Und auf der Theaterbühne? Regisseur Frank Hilbrich
widmet sich diesem trickreichen Abenteuer zwischen Komödie, Salonstück
und sentimentaler Operette. Bis es heißt: Was wird eigentlich gesucht?
Die Liebe oder das eigene Selbst? Ausgezeichnet mit dem BR-
Klassik „Operetten-Frosch“!
Musikalische Leitung: Stefan Klingele // Regie: Frank Hilbrich
Termine: Sa 13. Juni und Sa 4. Juli (Blauer Samstag: 25 € auf allen Plätzen) jeweils um 19 Uhr
sowie Sa 27. Juni um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz
Theater Bremen
Goetheplatz 1-3
28203 Bremen
Theaterkasse
Goetheplatz 1-3
Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Termine und Karten unter
theaterbremen.de
T 0421 3653333
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DOKTOR FAUSTUS FÜR ZWEI, Foto: Mariann Menke
SOMMER IN DER BREMER
SHAKESPEARE COMPANY
SHAKESBIERGARTEN
Der ShakesBierGarten öffnet wieder seine Türen: in
gemütlicher Biergartenstimmung präsentiert das Ensemble
kurzweilige Fassungen beliebter Produktionen
von ca. 40 Minuten. Kühle Getränke, Snacks und fesselndes
Schauspiel mit Zeit für Ausklang, Nachgeplauder
und Absacker: der perfekte Sommerabend!
Im ShakesBierGarten am Falstaff (Theaterkneipe).
Bei schlechtem Wetter drinnen.
Gezeigt werden Kurzversionen der Produktionen
à 40 Minuten.
PROGRAMM
Mittwoch, 24.06. um 19.30 Uhr
DOKTOR FAUSTUS FÜR ZWEI
Donnerstag, 25.06. um 19.30 Uhr
EIN SOMMERNACHTSTRAUM
Freitag, 26.06. um 19.30 Uhr
ROMEO UND JULIA
Sonntag, 28.06. um 19.30 Uhr
ALLEIN AN DER BAR
WirSing‘ in the City – Hot town!
Mit den Mattenheimern (Imke Burma und Walter Pohl)
Der Asphalt schmilzt, die Hitze flirrt: Zeit für die Summer
Edition von WirSing‘, dem Mitsing-Ereignis für
alle! Heiter und fachkundig von den Mattenheimern
eingegroovt, bringt das Publikum den Saal zum Kochen:
aus All-Time-Classics und Liedgut aller Epochen
entsteht ein Wechselbad der Temperaturen, ein vielstimmiges
Jubeln. Richtige Töne sind weniger wichtig,
als der Spaß am Singen, den Text dazu gibt es direkt
auf die Leinwand projiziert. Komme, wer da wolle:
WirSing‘!
WirSing, Foto: Imke Burma
TERMIN: 17.06. um 19.00 Uhr
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ROMEO UND JULIA
ROMEO UND JULIA, Foto: Mariann Menke
Verona, Italien: auf einem Maskenball begegnen sich
Romeo und Julia zum ersten Mal und verlieben sich
unsterblich ineinander. Doch die junge Liebe steht unter
keinem guten Stern: ihre Familien sind bis aufs Blut
verfeindet. Bietet die leidenschaftliche Verbindung der
beiden Hitzköpfe die Gelegenheit der unmöglich erscheinenden
Versöhnung?
Die Emotionalität der Inszenierung wird mit atmosphärischen,
treibenden Sounds eines Beatboxers sowie
Kampf- und Tanzchoreographien verstärkt, die die
sprachliche Kraft Shakespeares unterstreichen. Indoor
wie Outdoor ein wahres Theater-Feuerwerk!
TERMINE: 04.06., 11.06. um 19.00 Uhr.
26.06. um 19.30 Uhr im ShakesBierGarten (Kurzversion)
27.08., 28.08. um 19.30 Uhr bei Shakespeare im Park
Foto: Mariann Menke
SHAKESPEARE IM PARK
19. bis 30. August im Bürgerpark PROGRAMM
Lauschige Theaterabende an der Open-Air-Bühne
auf der Melcherswiese im Bürgerpark. Das Ensemble
nimmt das Publikum mit in glühende Leidenschaften
und tragische Lieben, skurrile Zauberwelten und magische
Traumlandschaften, finstere Machenschaften
und Intrigen, komödiantische Wirren und humorvolle
Absurditäten – ein einzigartiges Theatererlebnis in
idyllischer Naturkulisse unter Bäumen!
Infos und Tickets:
shakespeare-company.com/Shakespeare-im-park
19.8. um 19.30 Uhr EIN SOMMERNACHTSTRAUM
20.8. um 19.30 Uhr MARIA STUART
21.8. um 18.30 Uhr DAS WINTERMÄRCHEN
21.8. um 22.00 Uhr MACBETH (auf Englisch)
22.8. um 19.30 Uhr VIEL LÄRM UM NICHTS
23.8. um 19.30 Uhr MEDEA
25.8. um 19.30 Uhr Gastspiel: Die ArtVerwandten &
Ukulelen-Orchester: JULIUS CÄSAR
26.8. um 19.30 Uhr ORLANDO
27.8. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA
28.8. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA
29.8. um 19.30 Uhr LOVE LOVE LOVE
30.8. um 18.00 Uhr EIN SOMMERNACHTSTRAUM
bremer shakespeare company
Theater am Leibnizplatz
Schulstr. 26
28199 Bremen
Tickets
Vorverkauf: Stadtbibliothek am Wall
Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr
T 0421 500 333 | Mo-Fr 15-18 Uhr
Spielplan
und Online-Kartenverkauf
shakespeare-company.com
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DER REVISOR, Foto: Anni Strauss
SPIELPLAN JUNI 2026
OPEN AIR: «DER REVISOR»
von Nikolai Gogol / bearbeitet von John von Düffel / nach einer Rohübersetzung von Natascha Görde
Fr, 05.06., 20:00 Uhr (Premiere) / So, 14.06., 18:00 Uhr, Sa, 20.06., 20:00 Uhr
Sommerbühne vor dem Stadttheater, weitere Termine: stadttheaterbremerhaven.de
In einer Provinzstadt, in der vom Stadthauptmann über die lokalen Wirtschaftsgrößen und Beamten bis hin zu
den feinen Damen der Gesellschaft alle in die eigene Tasche wirtschaften, wird per Brief aus der Hauptstadt ein
Revisor angekündigt, der die Geschäfte durchleuchten soll. Und als zwei Gutsbesitzer dem Hauptmann erzählen,
dass im besten Hotel am Platz seit zwei Wochen ein Unbekannter logiert, der noch keine Rechnung bezahlt hat,
sind sich alle einig: Das muss der Revisor sein. Und ab jetzt gilt es, diesen auf die eigene Seite zu ziehen, damit
sein Bericht in der Hauptstadt positiv ausfällt. Dumm ist nur, dass der gar kein Revisor ist, aber seinerseits schnell
erkennt, dass er die falsche Rolle nur mitspielen muss, um Kasse zu machen.
In Gogols Komödie begegnen wir korrupten Schlitzohren, die allesamt auf ihren persönlichen Vorteil schielen und
lügen, dass sich die Balken biegen. Dass sie dabei mal mehr und mal weniger liebenswert daherkommen, liegt in
der Natur der Sache. Und dass wir uns in ihnen wiedererkennen, ist genau die Absicht des Autors.
Regie: Tim Egloff // Bühne: Jeremias Böttcher // Kostüme: Mascha Schubert
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JUNGE CHOREOGRAFIEN
Tanzabend unserer Compagniemitglieder
Sa, 06.06., 19:30 Uhr, TiF (Premiere)
Do, 11.06., 15:00 Uhr, TiF – Theater im Fischereihafen
Mi, 17.06., 19:30 Uhr, TiF – Theater im Fischereihafen
Wenn der eigene Stil reift, verändert sich der Blick auf Bewegung und Ausdruck. Unsere Tänzerinnen und Tänzer
entwickeln eigene choreografische Handschriften und erweitern damit das künstlerische Spektrum der Compagnie
in so unterschiedliche wie bereichernde Richtungen. Für Alfonso Palencia ist es ein zentrales Anliegen,
diesen Prozess aktiv zu fördern und kreative Verantwortung zu teilen. So entstehen Arbeiten, die persönlich,
mutig und eigenständig sind. Die Choreografien eröffnen neue Perspektiven auf zeitgenössischen Tanz – frisch,
überraschend und jenseits konventioneller Erwartungen.
Mit: Acedo, Chao, Festa, Jeon, Marongiu, Noguchi, Oh, Panetta, Sánchez, Watabe, Weng, Wohlfart,
Zotano Bermúdez
8. SINFONIEKONZERT «ABSCHIED»
GIUSEPPE VERDI Messa da Requiem
Mi, 17.06., 20:00 Uhr, Do, 18.06., 19:30 Uhr, Großes Haus
Die Uraufführung der Messa da Requiem 1874 markiert
einen Einschnitt im Schaffen Giuseppe Verdis,
der sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 30 Jahre auf
seine Karriere als Opernkomponist konzentriert hatte.
Doch der Tod des berühmten Dichters und Literaten
Alessandro Manzoni, dessen Name untrennbar mit der
italienischen Wiedervereinigung, dem Rissorgimento,
verbunden ist, hat den Maestro di Busseto so bewegt,
dass er mit seiner monumentalen Totenmesse eines
der spektakulärsten Werke der Musikliteratur schuf.
Die furiose Dramatik des dies irae sucht ihresgleichen
in der Literatur und die schmerzliche Weltentrücktheit
des Beginns zählt zu den genialsten Momenten der
Musikgeschichte.
Dirigent: Marc Niemann // Solist:innen: Signe Heiberg, Dorothea Spilger, Weilian Wang, Volodymyr Morozov //
Chöre: Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven, Bachchor Bremerhaven, Rathschor Bremen,
Extra-Chor des Stadttheaters Bremerhaven // Philharmonisches Orchester Bremerhaven
BALLETTGALA
Hochkarätige internationale Compagnien
zu Gast in Bremerhaven
Di, 23.06., 19:30 Uhr, Großes Haus
Mi, 24.06., 19:30 Uhr, Großes Haus
weitere Infos: stadttheaterbremerhaven.de
Zum Saisonabschluss vereint die Ballettgala die vielseitigen Ausdrucksformen des Tanzes. Alfonso Palencia lädt
Tänzer:innen aus renommierten internationalen Compagnien sowie Choreograf:innen ein, um mit dem Bremerhavener
Ensemble ein einzigartiges und abwechslungsreiches Programm zu kreieren. Ein lebendiger Dialog zwischen
klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz – ein wahres Fest der kulturellen Vielfalt.
Stadttheater Bremerhaven
Theodor-Heuss-Platz
27568 Bremerhaven
Öffnungszeiten Theaterkasse
Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr
T 0471 49001
Spielplan
und Online-Kartenverkauf
stadttheaterbremerhaven.de
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Das
„Jedermann“
Ensemble JEDERMANN-Aufführung auf Seebühne ist hochkarätig, Fotos: Seebühne
auf der Seebühne Bremen
Zwischen Weserblick und Lebensfragen
Eine der schönsten und vielleicht magischsten Event-
Locations unserer Stadt ist die Seebühne Bremen.
Sie liegt auf dem geschichtsträchtigen ehemaligen
Werftgelände direkt hinter der „Waterfront“. Wo früher
Schiffe vom Stapel liefen, genießt das Publikum
heute Unterhaltung mit Möwen-Backgroundchor und
einer gefühlten Prise Salz in der Luft. Am 4. August
wird mit Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ ein
Stück Weltliteratur gezeigt. Ein Abend wie gemacht
für die großen Fragen des Lebens.
Mehr als nur ein Klick: Die Kraft des Augenblicks
Wir leben in einer Zeit sehr flüchtiger Bilder. Unser
Alltag ist geprägt von Instagram-Videos, die wir in Sekundenbruchteilen
wegwischen, und Netflix-Serien,
die wir ohne rechte Aufmerksamkeit schauen, anhalten
und zurückspulen können. Doch Theater unter
freiem Himmel ist das genaue Gegenteil: Es ist echt.
Es gibt keinen Pause-Knopf und keinen Algorithmus.
Da ist nur dieser eine Augenblick, das Knistern in der
Der Jedermann trifft im Stück auf Figuren und personifizierte Werte
58
Luft und die Emotionen, die authentischer sind als
alles, was wir auf dem Bildschirm sehen. Das Theater
fordert uns heraus, im Moment zu sein. Und passt
das nicht wunderbar zum Inhalt von „Jedermann“? Es
geht darum, das Leben nicht an sich vorbeiziehen zu
lassen, sondern auf das zu achten, was wirklich wichtig
ist.
Ein Spiegel statt eines Zeigefingers
Regisseur Nicolai Tegeler bringt das Stück in einer
modernen, sinnlichen Inszenierung auf die Bühne.
„Der Jedermann ist kein Stück über den Tod – er ist
ein Stück über das Leben“, betont er. Hauptdarsteller
Julian Weigend nähert sich dieser Rolle mit einer entwaffnenden
Ehrlichkeit. Für ihn war der spannendste
Zugang, den „Jedermann“ nicht als moralische Figur
gespielt wurde, war für sie der Reiz: „Was passiert mit
den Figuren und den Beziehungen zueinander, wenn
der Gesell eine Frau ist? Und was kann ich dem Gesellen
noch mitgeben, um ihn aus dem üblichen Machtgefälle
zu befreien?“, hat sie sich gefragt.
In dieser Version sind die Haltungen von Jedermann
und Gesell zu Beginn gar nicht so unterschiedlich.
Doch Zielckes Figur geht dabei vielleicht ein wenig
raffinierter vor: „Der Gesell ist geschickter im Vertuschen
seiner Motive. Er passt sich an, ist ein Chamäleon
und somit dem Jedermann auch in gewisser
Hinsicht überlegen.“ Ihr Fazit: „Manchmal ist es nicht
schlecht, unterschätzt zu werden. Das bietet einem
viele Möglichkeiten zur Beobachtung.“
Michaela Schaffrath verkörpert die Rolle der „Werke“
Vielen als Komiker und aus der Werbung bekannt: Markus Majowski (li.)
zu spielen: „Also nicht von oben herab, nicht als abschreckendes
Beispiel – sondern als jemand, den wir
alle in uns tragen“, erklärt er.
Die eigentliche Herausforderung liege darin, die Fallhöhe
ernst zu nehmen: „Diesen Weg vom selbstsicheren,
scheinbar unangreifbaren Menschen hin zu
existenzieller Angst und Erkenntnis wirklich ehrlich
zu durchleben – ohne Netz, ohne Ironie. Das verlangt
eine große Offenheit und auch die Bereitschaft, sich
selbst dabei ungeschützt zu zeigen.“ Für Weigend
ist die Arbeit an der Figur auch eine „ziemlich schonungslose
Selbstbegegnung“. Er stellt fest, dass die
Fixierung auf Besitz, Status und Kontrolle absolut gegenwärtig
ist: „Man glaubt oft, man habe einen reflektierten
Zugang – und merkt dann, wie schnell man
doch wieder in äußeren Sicherheiten denkt.“
Frischer Wind: Der „Gute Gesell“ wird weiblich
Ein besonderes Highlight dieser Inszenierung ist die
Besetzung des „Guten Gesellen“ mit Marie Zielcke.
Dass diese Rolle klassisch ausschließlich von Männern
Ein Ensemble der Extraklasse
Neben Weigend und Zielcke versammelt die Produktion
eine Riege bekannter Gesichter: Ralph Morgenstern,
Michaela Schaffrath, Tine Wittler, Markus
Majowski, Alma Rehberg und Maya Forster füllen die
Bühne mit Leben. Begleitet wird das Spiel vom Akkordeonduo
con:trust und Andy Sommer, die das Geschehen
in ein emotionales Sounddesign hüllen.
Für die Schauspieler ist der Spielort dabei meist ein
besonderer Resonanzraum. Während Marie Zielcke
sich darauf freut, Bremen kennenzulernen, verbindet
Julian Weigend viel mit der Hansestadt: „Ich erinnere
mich an diese Mischung aus Geschichte, Klarheit und
einer gewissen norddeutschen Direktheit. Ich empfand
Bremen als eine Stadt, die eine spezielle und besondere
Energie und Ruhe ausstrahlt – etwas Unaufgeregtes,
das ich sehr schätze.“
JEDERMANN
Das Theaterereignis in Bremen
4. August 2026 um 20:30 Uhr
Tickets erhältlich auf: seebuehne-bremen.de
59
Blaumeier-Atelier, 1986
Blaumeier wird 40 und
umarmt die ganze Stadt
In Bremen sind wir weltberühmt!
Im Bremer Umland nahm vor 40 Jahre alles seinen
Anfang: Mit der Auflösung der Langzeitpsychiatrie Klinik
Kloster Blankenburg kehrten die dort weggesperrten
Menschen zurück nach Bremen – zurück in die
Freiheit, zurück ins Leben. Entstanden aus einer tiefen
Verneigung vor ihrem ungebrochenen Lebenswillen
macht das Blaumeier-Atelier seitdem Kunst unter dem
Zeichen von Inklusion und Vielfalt.
Ob Theater, Maskenbau und Malerei, ob Fotografie,
Literatur oder Musik – Kunst ist bei Blaumeier erst
dann vollständig, wenn alle mitmachen dürfen. Heute
kommen wöchentlich rund 250 Menschen in ihrer
Freizeit ins Blaumeier-Atelier. Sie eint die Neugier und
die Lust auf künstlerisches Arbeiten, auf Gemeinschaft
und auf neue Perspektiven. Im Vordergrund stehen
die persönlichen Interessen und Fähigkeiten und der
Wunsch nach künstlerischer Professionalisierung. Mit
Theaterstücken, Konzerten, Ausstellungen und Workshops
zeigen sie ihre Kunst, laden zum Austausch ein
– und sind damit längst über Bremen hinaus bekannt.
Weltberühmt eben.
Die Blaumeier-Künstler*innen, Foto: Hervé Maillet
Möglich wird die Blaumeier-Gemeinschaft durch
das Engagement vieler Förderer und privater
Spender*innen. Damit Blaumeier auch in Zukunft ein
Ort bleibt, an dem Inklusion gelebt wird und Kunst für
alle zugänglich ist, brauchen wir Unterstützung. Wer
Blaumeier mag, wer Vielfalt schätzt und echte Teilhabe
ermöglichen möchte, hilft mit einer Spende ganz
konkret. Damit wir auch in den nächsten 40 Jahren
die ganze Stadt umarmen dürfen.
60
VERANSTALTUNGEN
Ausstellung KEINE ZEIT, Foto: Jens Weyers
40 Jahre – 40 Bilder – 40 Orte
40 Bilder verlassen das Atelier und finden sich dort
wieder, wo das Leben spielt, verteilt über die ganze
Stadt: beim Bäcker, im Fitnessstudio, in der Eisdiele,
im Café, bei Werder, im Second Hans Shop uvm.
Kunst baut Barrieren ab, verbindet Menschen und
verwandelt die ganze Stadt in eine riesige Überraschungsgalerie.
Alle Orte und Infos auf Instagram @blaumeieratelier
Ein guter Anfang
Wie alles seinen künstlerischen Anfang genommen
hat, zeigt das Blaumeier-Atelier im Juni: Werke der
ersten Blaumeier-Künstler*innen treffen auf die Bilder
der Nachwuchsgruppe „Blaue Sau“. Gegenüberstehend
und zugleich gemeinsam umspannen sie 40
Das Leben des Herrn Louis, Foto: Martin Bogus
Jahre Blaumeier-Kunst und überzeugen mit großer
Direktheit und Konzentration auf die Gestaltungsidee.
Ausstellungseröffnung Do 11.6. um 19 Uhr
Wilhelm Wagenfeld Haus
Das Leben des Herrn Louis
Die frisch aus dem Ton geschlüpfte Maskenfigur Herr
Louis wird Hals über Kopf und ohne Vorwarnung in
ein wildes Bühnengeschehen geworfen. Mehr als 60
Maskenfiguren vergangener Blaumeier-Produktionen
der letzten 40 Jahre begleiten seine Reise und präsentieren
ihre faszinierende Vielfalt.
Fr 12.6. um 15.30 & 18 Uhr, Sa 13.6. um 15.15 &
17.00 Uhr, So 14.6. um 13.00 & 16.00 Uhr
Hinter dem Wilhelm Wagenfeld Haus, Eintritt frei
Weitere Infos und Spendenformular: blaumeier.de
NOCH KEIN ABO?
Bremens schönstes Kulturmagazin
6x im Jahr portofrei für 27€
in Ihren Briefkasten
Bestellung: info@schwachhauser.de
61
Tschüssikowski
Tschüssikowski, Foto: Julia Erusova
Theater 11 spielt beim Festival SummerSounds 2026
Das Ensemble des Theater 11, eigentlich in der
Faulenstraße beheimatet, präsentiert am Sonntag,
7. Juni, um 14.15 Uhr im Rahmen des Festivals
SummerSounds 2026 seine Straßenclownerie
„Tschüssikowski“ in den Neustadtswallanlagen.
Die Familie Tschüssikowski fährt mit dem Auto in den
lang ersehnten Urlaub. Doch auf dem Weg in ein warmes
Land hat das Auto eine Panne. Und nun? Dort,
wo das Auto kaputt gegangen ist, ist auch der Urlaub…
Die 30-minütige bunte Performance unter der Regie
von Julia Erusova kommt ganz ohne Worte aus. Es
spielen Iryna Shcherbak, Ilia Riabov, Filipp Shilovskii,
Yuliia Lohvynenko und Varvara Kuporova.
Sonntag, 7. Juni 2026, 14.15 Uhr
Neustadtswallanlagen
Eintritt frei
Familie Tielitz
und Mitarbeiter
in 5. Generation
Laura und Henrick Tielitz
Friedhofstraße 19
28213 Bremen
www.tielitz.de
Tag & Nacht
0421 - 20 22 30
62
Tripode
Arbeiten von Mai Ferreira,
Anne Kern und Inger Seemann
vom 7. Juni bis 5. Juli
in der Villa Sponte
Mai Ferreira, O.T.
Die Ausstellung „Tripode“ vereint drei Künstlerinnen,
die auf unterschiedliche Weise Wahrnehmung,
Material und Intuition verbinden. Die Werke von Mai
Ferreira, Anne Kern und Inger Seemann stehen für
Raum, Stimmung und Ausdruck.
Anne Kerns große Leidenschaft gilt der Landschaftsmalerei,
die sie in Öl auf Leinwand sowie in Kohle-
und Kaltnadelgrafik umsetzt. Inspiriert von der
Felslandschaft des Elbsandsteingebirges und stillgelegten
Steinbrüchen der Oberlausitz, arbeitet sie meist
Pleinair – zunächst mit Fotoapparat und Skizzenbuch,
später mit Staffelei und Leinwand. Ihre Bilder fangen
die Stille, das Licht und die besondere Stimmung der
Natur ein. Spuren menschlichen Wirkens sind sichtbar,
doch die Menschen selbst fehlen – zurück bleibt
die Aura verlassener Orte.
Für Mai Ferreira ist die Collage ein zentraler Bestandteil
ihres künstlerischen Schaffens. Durch das Zusammenfügen
scheinbar bedeutungsloser Bilder werden
Mai Ferreira, O.T.
Träume, Empfindungen und Gedanken sichtbar und
formen ein neues Universum voller Bedeutungen.
Inspiriert von Leonora Carrington greift Mai Ferreira
auf den Surrealismus zurück, um Traumwelten, Stimmungen
und Gefühle zu gestalten, die von einem geheimnisvollen
Schimmer umhüllt sind.
Inger Seemann arbeitet mit gefalteten Stahlblechplatten
und schafft so Skulpturen, die Handwerk, Experiment
und Ausdruck vereinen. Anders als bei industriell
gefertigten Stahlobjekten ist hier jede Falte das Ergebnis
direkter künstlerischer Arbeit. Jede Skulptur eröffnet
komplexe räumliche Zusammenhänge: Die gefalteten
Platten bilden Räume, die durch geschwungene
Stahlstangen weiter dynamisiert werden. Stangen und
Falten interagieren, durchstoßen und verbinden sich,
sodass die Werke als organische Einheit wirken.
Vernissage am 7. Juni 15.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei, Informationen: villa-sponte.de
63
Anna Plate, Aufgeschnittene Apfelsine, 1932, Aquarell über Bleistift, 22,5 x 27,4 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Mehr Frauen!
Bremer Künstlerinnen auf Papier
Gustava Tölken, Die glückliche
Erbin, um 1955,
Schwarze Kreide und Bleistift,
aquarelliert, 22,5 x 16 cm,
Kunsthalle Bremen –
Der Kunstverein in Bremen,
© Nachlass Gustava Tölken
Die Kunsthalle Bremen hat ihre Sammlung von
Zeichnungen von Bremer Künstler*innen im Rahmen
eines Forschungsprojektes genauer untersucht und
eine bemerkenswerte Erkenntnis gemacht: Im Verhältnis
zum männlich geprägten Gesamtbestand der
Kunsthalle Bremen bewahrt das Kupferstichkabinett
überdurchschnittlich viele Zeichnungen von Bremer
Künstlerinnen.
Neben Paula Modersohn-Becker tauchen weitere Namen
auf, die bislang kaum bekannt sind. Eine Auswahl
von 60 Werken wird in der Ausstellung „Mehr Frauen!
Bremer Künstlerinnen auf Papier“ vom 22. Juli bis 8.
November 2026 in der Kunsthalle präsentiert.
Paula Modersohn-Becker genießt heute weltweiten
Ruhm. Wer aber kennt ihre Mitstreiterinnen, die
in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenfalls
in der Bremer Kunstszene aktiv waren: Clara Rilke-
Westhoff, Marie Bock, Anna Plate, Margarethe von
Reinken, Agnes Sander-Plump, Dora Bromberger,
Elisabeth Noltenius, Gustava Tölken oder Olga Bontjes
van Beek? Die Sammlung von Zeichnungen Bremer
Künstler*innen umfasst insgesamt mehr als 1.800
Werke, davon stammt fast ein Viertel von Frauen. Wie
kam es zu dieser Schaffenskraft, obwohl Künstlerin-
64
nen damals doch systematisch ausgebremst wurden? Bis 1919 durften
Frauen beispielsweise nicht an den staatlichen Kunstakademien studieren,
sodass ihre Ausbildung erheblich erschwert war. Die Bremer Künstlerinnen
setzten sich durch Netzwerkarbeit gegen die Ausgrenzung zur
Wehr: Sie gründeten 1899 den „Bremer Malerinnenverband“ oder traten
ab 1928 der „Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen
und Kunstfreundinnen“ (GEDOK) bei.
Die Ausstellung verfolgt die Verbindungslinien zwischen den Künstlerinnen
sowie ihre Verwurzelung in Bremen und dem Umland: In den
Orten Worpswede, Fischerhude und Dötlingen lebten sie Tür an Tür. Dort
unterrichteten sie die nachfolgende Generation im Malen und Zeichnen
– bewusst in Abgrenzung zu den Akademien. Es sind Künstlerdynastien
entstanden wie die Familien Modersohn, Plump oder Breling. Zuletzt sind
aus den Bekanntschaften in den Künstler*innenorten und bei der GEDOK
tiefe Freundschaften erwachsen.
Catherine Wilhelmine Marie Bock, Vier Kinder auf einer Brücke (Detail), Bleistift, 38,6 x 32 cm
Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, © Nachlass Catherine Wilhelmine Marie Bock
TERMIN
Mehr Frauen!
Bremer Künstlerinnen auf Papier
22. Juli bis 08. November 2026
Kunsthalle Bremen
Am Wall 207 | 28195 Bremen
T 0421 32 908 0
kunsthalle-bremen.de
Forschungsprojekt
Die Ausstellung bildet den Abschluss des Forschungsprojekts „Handzeichnungen
HB“, in dem mehr als 1.800 Zeichnungen untersucht
wurden. Die Erschließung umfasste unter anderem die Zuschreibung an
eine*n Künstler*in, die Bestimmung von Motiv, künstlerischer Technik
und Objektmaßen sowie die Erfassung
von Provenienzmerkmalen.
Neben der Ausstellung und einem
Katalog werden die Ergebnisse
im Online-Katalog der Kunsthalle
Bremen und darüber hinaus in
übergeordneten Datenbanken
wie dem Graphikportal und der
Deutschen Digitalen Bibliothek
zugänglich gemacht. So stehen
sie sowohl der Forschung als auch
einer interessierten Öffentlichkeit
zur Verfügung.
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Daphne Wright, Sons and Couch, 2025, handbemaltes Jesmonite, Lebensgröße /
Courtesy the artist and Frith Street Gallery, London, Foto: Jed Niezgoda, © Daphne Wright
Memory and Presence
Daphne Wright
12. Juli bis 18. Oktober 2026
Das Gerhard-Marcks-Haus präsentiert die erste
Einzelausstellung der irischen Bildhauerin Daphne
Wright (geb. 1963) auf dem europäischen Festland.
Ihre nahezu lebensgroßen Skulpturen und Installationen
halten Seinszustände fest und verweisen
auf etwas, das einst Realität war. Wrights Werke
kreisen um Vergänglichkeit, Zerbrechlichkeit sowie
Lebensphasen zwischen Kindheit, Erwachsensein,
Leben und Tod. Fragile Materialien wie ungebrannter
Ton, Gips und Kunstharz sowie die vorherrschenden
Weißtöne verleihen den Arbeiten eine stille, melancholische
Präsenz.
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Daphne Wright, Primate, 2009, Marmorstaub, Onyx, Harz, Farbe und Seidenstickerei,
Courtesy the artist and Frith Street Gallery, London, Foto: Stephen White & Co. © Daphne Wright
Die Ausstellung zeigt Werke aus allen Phasen ihres
Œuvres, angefangen bei den frühen Installationen aus
ungebrannten Ton und Alufolie bis hin zur neusten
Arbeit »Sons and Couch« (2025), ein lebensgroßer
Abguss ihrer beiden Söhne, die in England bereits
für großes Aufsehen sorgte. Wright nutzt scheinbar
gegensätzliche Methoden wie Modellierung und Abgüsse
nach Lebenden und Toten nebeneinander und
schafft auch dadurch in jedem einzelnen Werk einen
unterschiedlichen Wirkungsgrad.
Begleitend erscheint eine zweisprachige Publikation
(Deutsch/Englisch) im Hirmer Verlag. Gefördert wird
die Ausstellung von Culture Ireland, der Karin und Uwe
Hollweg Stiftung, der Kunststiftung Christa und Nikolaus
Schüers und dem Freundeskreis des Gerhard-
Marcks-Hauses e. V.
Kabinettausstellung
Musiker und Dichter im Werk von Gerhard Marcks
12. Juli bis 18. Oktober
Gerhard Marcks, Sitzender Geigenspieler, 1973, Bronze, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Gerhard Marcks (1889–1981) beschrieb sich mehrmals
als »Musikbanause«, dennoch war er ein eifriger Konzertgänger
und wacher Beobachter. Auf kleinformatigen
Papieren entstanden während der Darbietungen lebendige
Skizzen der agierenden Musiker, die er im Atelier zu
Plastiken und Druckgrafik formte. Tief berührte ihn die
Geschichte des Orpheus, wie sie der römische Dichter
Ovid in seinen »Metamorphosen« schildert. Marcks befasste
sich mit dem mythischen Sänger zwischen 1924
und 1959. Opheus galt ihm als Sinnbild des Künstlers,
der von den Göttern begnadet und letztlich verlassen
wurde. Unter ähnlichen Vorzeichen kann auch Marcks’
Rezeption der Lyrik Friedrich Hölderlins gelesen werden,
die in mehreren Holzschnitten Gestalt fand.
Kabinettausstellung 12. Juli bis 18. Oktober 2026
Christian Schilling. Wunderkammer
Gerhard-Marcks-Haus
marcks.de
Am Wall 208
28195 Bremen
67
Rosa Jaisli – Räume ahnen
Paseo de luz, 2019 - 2026, Pergamentpapier, Foto: Jens Weyers
Städtische Galerie Bremen
31. Mai bis 26. Juli 2026
Das Sonnenlicht des Frühlings fällt durch die zahlreichen
Fenster im Ausstellungsraum der Städtischen
Galerie Bremen und erleuchtet die markante Architektur
des alten Industriegebäudes ebenso wie die Kunst,
die darin zurzeit ausgestellt ist. Diese Kunst wiederum
scheint selbst zu leuchten, was eine Qualität der
eingesetzten Materialien ist. Alabasterskulpturen und
Papierarbeiten nehmen das Licht auf und geben es
quasi illuminiert an uns weiter. Insbesondere die außergewöhnlichen
Alabasterwerke der Bremer Bildhauerin
Rosa Jaisli deuten ihre Transparenz nicht nur
als sinnliche Ansprache, sondern auch als metaphysischer
Eindruck an. Als „poetische Räume“ hat Hans-
Joachim Manske, ehemaliger Leiter der Städtischen
Galerie Bremen, dies schon 1992 definiert.
Räume spielen im Werk von Rosa Jaisli, deren aktuelle
Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Werke aus
vier Jahrzehnten vorstellt, insgesamt eine große Rolle.
Und zwar weit über den Raumbezug hinaus, den
Skulpturen immer mit sich bringen. Durch- und Einsichten,
die Räume eröffnen, das Licht durchlassen,
ergeben sich in ihren Alabasterskulpturen und in den
Objekten aus ungebranntem Lehm, in den Cut-Outs
aus Teerpappe, in den Papierarbeiten. Dies gilt in besonderer
Weise für die ortsspezifische Intervention mit
großen schimmernden Papierbahnen, die im Ausstellungsraum
gehängt werden und auf diese Weise in
Bezug zur Architektur neue Räume kreieren. Eingerissene
Öffnungen erinnern an Fenster und die Papierbahnen
damit erst recht an Wände. So wie der behau-
68
ene und geschliffene Alabaster oft
papierhaft wirkt, scheint das Papier
Stein zu sein – Eigenschaften des
Materials, die Rosa Jaisli betont
und für ihre raumerschließenden
Werke einsetzt.
Synapsis, 2009, Alabaster, Foto: Susanne Frerichs
Pirámide Maya, 1994, Alabaster, Foto: Guillermo Blanco Cazas
Wir erahnen Räume, die auch in
der Ahnung der Künstlerin im Stein,
im Papier, als Schattenwurf aus
Teerpappe und in der Zusammenstellung
von Lehmobjekten schon
vorhanden waren. Viele ihrer Raumensemble
erinnern an archäologische
Ausgrabungen und rufen
archaische Räume, Ur-Räume auf.
Es handelt sich also auch um räumliche
Ahnen, was die Doppeldeutigkeit
des Ausstellungstitels zum
Werk von Rosa Jaisli erklärt. Die
Reminiszenz an Behausungen oder
Modelle von Siedlungen verweist
auf Archetypen menschlichen Soziallebens.
Neben ihrer Schönheit
und neben ihrem spannungsvollen
Spiel innerhalb eines Materials wie
dem Alabaster – zwischen Naturstein
und bearbeiteten Teilen – und
zwischen den verschiedenen Materialien
zeigen viele Werke auch
düstere, unheimliche Aspekte, die
verdeutlichen, dass Räume in sozialen
Systemen immer beides sein
können: Schutz oder Gefängnis.
Rosa Jaisli gelingt es, diese und
andere Ambivalenzen in Formen
zu fassen und uns in einem hoch
ästhetischen Dialog zu vermitteln,
dass unsere Räume wesentlich von
unserer Wahrnehmung abhängen
und nur im Verhältnis zu uns und
den Funktionen entstehen, die wir
ihnen zuweisen.
Städtische Galerie Bremen
staedtischegaleriebremen.de
Buntentorsteinweg 112
28201 Bremen
Trabajo experimental, 1995/1996, Lehm, Foto: Jens Weyers
Öffnungszeiten
Di-So, 12-18 Uhr, Eintritt frei
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Wir sind der Fluss
Was uns mit der Weser verbindet
AUSSTELLUNG
Blick in die Ausstellung, Foto: Scheffka
Die Weser ist weit mehr als nur ein Fluss – sie ist Naturraum, Erholungsort, wirtschaftliche Lebensader
und Teil der Identität Bremens. Gleichzeitig steht sie unter Druck: Klimakrise, wirtschaftliche
Nutzung und menschliche Eingriffe führen zu Konflikten und machen ein neues Verständnis
notwendig. Die Ausstellung »Wir sind der Fluss« im Hafenmuseum greift genau diese Fragen
auf. Noch bis zum 23. August 2026 lädt sie dazu ein, die Weser nicht nur als Ressource zu sehen,
sondern als etwas Lebendiges, mit dem der Mensch in Beziehung steht.
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Bremen ohne die Weser? Unvorstellbar! Der rund 450
Kilometer lange Fluss prägt ganze Regionen, mehr als
40 Kilometer fließt er durch die Stadt. Wir spazieren
an seinen Ufern, schwimmen in seinem Wasser, leben
an und mit ihm. Doch wie geht es eigentlich der
Weser selbst?
Kuratorin Jessica Fritz vom Hafenmuseum hat die
Ausstellung gemeinsam mit Valentina Rojas Loa und
Felix Dreesen entwickelt. Eindrucksvolles Highlight der
Ausstellung ist eine raumgreifende Weser-Installation.
Rund 19 Tonnen Wasserbausteine hat der Bremer
Künstler Felix Dreesen dafür ins Hafenmuseum gebracht
und gemeinsam mit weiteren Materialien zu
einer künstlichen Böschung der Weser geformt. Sie
macht erfahrbar, wie stark der Mensch Verlauf, Fließgeschwindigkeit
und Ökosystem der Weser geprägt
hat – und wie aus einem Naturraum eine technisierte
Kulturlandschaft wurde.
Ergänzt wird diese künstlerische Arbeit durch Interviews
von Menschen aus Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft
und Wirtschaft. Mit dabei sind eine Binnenschifferin, ein
Förster, eine Gewässerbiologin und ein Dichter. Über
Lautsprecher können Ausstellungsbesucher:innen die
Interviews anhören und so mehr über die Beziehung
der Menschen zur Weser erfahren. In kleinen Aquarien,
die teilweise mit echtem Weserwasser befüllt sind, werden
Objekte ausgestellt, die die Interviewpartner:innen
mit der Weser verbinden, und die sie dem Hafenmuseum
als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben.
Hauke Krebs, der auf Langeoog aufgewachsen ist und
im Hochwasserschutz bei der Senatorin für Umwelt,
Klima und Wissenschaft arbeitet, erzählt über sein
Objekt: »Es ist ein unscheinbares, rostiges Stahlstück,
das aus der Uferspundwand der Schlachtepromenade
stammt. Tausende solcher Stahlstücke wurden damals
aus der neuen Uferspundwand herausgeschnitten, um
einen Weg für Kleinstlebewesen zwischen Fluss und
Ufer zu schaffen. Das Stahlstück ist für mich ein Sinnbild
der vielen Zielkonflikte, die wir erzeugen, wenn wir
uns dem Fluss nähern, wenn wir ihn nutzen oder vielleicht
sogar ausnutzen.«
Begleitprogramm
Montag, 8. Juni, 14.00 bis 18.00 Uhr
Im Fluss: Impulse und Dialoge
zur Zukunft der Weser
Kurzvorträge und Workshops
Donnerstag, 20. August, 20.30 Uhr
I Am The River, The River Is Me
Dokumentarfilm, Petr Lom, N/Nor/Ns 2024
Film & Gespräch, Güterbahnhof (Tor 35)
Sonntag, 21. Juni, 15.00 Uhr
Öffentliche Kurator:innen-Führung
Sonntag, 23. August, 15.00 Uhr
Letzter Ausstellungstag mit Führung
Blick in die Ausstellung, Foto: Scheffka
Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung
wird in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung Bremen,
dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte
und Entwicklung, dem Bremer Zentrum für Baukultur
und der Schwankhalle Bremen organisiert.
Wir sind der Fluss
Was uns mit der Weser verbindet
Bis 23. August 2026
Hafenmuseum Bremen
Am Speicher XI 1, 28217 Bremen
hafenmuseum-bremen.de
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Reisen zur
Kunst
Foto: Dario Rawert, pexels.com
Lust auf spannende Ausstellungen? Doch wofür lohnt sich die Anreise?
Die Bremer Kunstexpertin Annette Schneider hat für Sie eine Auswahl
sehenswerter Kultur-Highlights zusammengestellt – perfekt für einen
inspirierenden Tagestrip oder einen Wochenendausflug.
BASEL: Helen Frankenthaler
Helen Frankenthaler in her Studio
Foto: Alexander Liberman © J. Paul Getty Trust
Farbe als Raum, nicht als Oberfläche: Im Kunstmuseum Basel
entfaltet sich das Werk von Helen Frankenthaler in großen,
atmenden Flächen. Ihre Malerei löst die Grenze zwischen
Zeichnung und Farbe auf – Pigmente sickern in die Leinwand,
bilden Felder, Übergänge, Spannungen. Nichts ist fest umrissen,
und doch ist alles genau gesetzt. Die sogenannte „soakstain“-Technik
wird hier nicht nur sichtbar, sondern körperlich
erfahrbar: Farbe wirkt wie Licht, wie Atmosphäre, wie Bewegung.
Zwischen Kontrolle und Zufall entstehen Kompositionen,
die offen bleiben und gerade darin ihre Kraft entfalten. Die
Ausstellung zeigt Frankenthaler als zentrale Figur zwischen
Abstraktem Expressionismus und Farbfeldmalerei – und macht
deutlich, wie sehr ihr Werk bis heute nachwirkt.
Bis 23. August 2026
im Kunstmuseum Basel
PARIS: Henri Rousseau, L’ambition de la peinture
Henri Rousseau, Mauviese surprise
© The Barnes Collections
Ein Außenseiter mit Nachhall: Henri Rousseau malt Welten,
die zugleich kindlich und kalkuliert erscheinen – Dschungel,
die eher im Kopf als in der Natur existieren. Seine Bilder folgen
keiner akademischen Logik, und gerade darin liegt ihre Modernität.
Die Ausstellung zeigt, wie Rousseau eine ganz eigene
Bildsprache entwickelt, die zwischen Traum, Theater und stiller
Irritation oszilliert. Hinter der scheinbaren Naivität öffnet sich
eine präzise komponierte, fast hypnotische Ordnung. Seine
ikonischen Dschungelszenen – bevölkert von Tieren, Pflanzen
und geheimnisvollen Figuren – sind weniger Naturstudien als
innere Landschaften. Ein poetischer, leicht entrückter Parcours
zwischen Traum und Konstruktion, der naiv und zugleich hochkomplex
ist.
Bis zum 20. Juli
im Musée de l’Orangerie, Paris
72
BERLIN: Constantin Brâncuși
Foto: Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer
Kulturbesitz / David von Becker
© Succession Brancusi - All rights reserved / VG Bild-
Kunst, Bonn 2026
Reduktion als radikale Geste: Constantin Brâncuși führt die
Skulptur an ihren Kern. Er befreit sie von allem Überflüssigen
– bis nur noch das Wesentliche bleibt. Form, Linie und Essenz.
Seine Werke wirken einfach, fast selbstverständlich, und sind
doch das Ergebnis radikaler Verdichtung. Linien, Volumen,
Oberfläche treten in einen Dialog, der zwischen Material und
Idee vermittelt. Die Berliner Schau zeigt eindrücklich, wie aus
Figur Zeichen wird – und aus Objekt eine Haltung. Neben
Hauptwerken wie „Der Kuss“, „Vogel im Raum“, „Schlummernde
Muse“ oder „Unendliche Säule“ zeigt die Ausstellung eine
Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brâncuși, das
damit erstmals seit seiner Übergabe an den französischen Staat
1957 außerhalb von Paris zu sehen ist.
Bis zum 9. August 2026
in der Neuen Nationalgalerie, Berlin
MÜNCHEN: „HAAR – MACHT – LUST“
Laetitia Ky, Fighter, 2023
C-Print auf Diasec-Plexiglass Satin, 75 x 50 cm
Courtesy LIS10 Gallery © Laetitia Ky
Ob kurz, lang oder lockig – Haare sind weit mehr als eine
Stilfrage, sie können Ausdruck von Identität, Kontrolle, Verführung
und Widerstand sein. Haare sind Projektionsfläche für
Macht, Begehren und Identität. Die Ausstellung versammelt
historische und zeitgenössische Positionen, die zeigen, wie
stark dieses scheinbar alltägliche Phänomen kulturell aufgeladen
ist. Zwischen Ritual, Mode, Politik und Körperbild entstehen
überraschende Perspektiven – mal sinnlich, mal analytisch, oft
beides zugleich. Es steht für Kraft und Vitalität, oder es schillert
zwischen Verführung und Abschreckung. Dieser sinnliche und
überraschende Streifzug durch drei Jahrtausende Kunst- und
Kulturgeschichte verdeutlicht, welche Wirkmacht das scheinbar
Alltägliche entfalten kann.
Bis zum 4. Oktober 2026
in der Kunsthalle München
WIEN: „250 Jahre Albertina“
Albrecht Dürer, Feldhase © Albertina, Wien
Jetzt kann man ihn endlich wieder im Original bestaunen: den
berühmten Hasen von Albrecht Dürer. Das ikonische Blatt aus
der Sammlung der Albertina ist lichtempfindlich und nur selten
zu sehen – umso besonderer sein aktuelles Auftauchen. Es steht
hier nicht isoliert, sondern eingebettet in die große Jubiläumsausstellung.
Im Zentrum stehen Zeichnung und Druckgrafik. Von
der Renaissance bis in die Gegenwart entfaltet sich ein dicht gehängter
Parcours, der weniger chronologisch erzählt als in Verbindungen
denkt. Alte Meister treffen auf moderne Positionen,
Detail auf Konzept, Linie auf Idee. So entsteht ein vielschichtiges
Bild davon, wie sich Sehen, Darstellen und Sammeln über Jahrhunderte
verändern. Eine klug komponierte Ausstellung, die vom
einzelnen Blatt ausgeht – und das große Ganze im Blick behält.
Bis 1. November 2026
in der Albertina, Wien
73
FOCKE
PROGRAMM IM JUNI
Violinistin Ida Haendel und eine Szene aus „GOSIA@TOMEK
Programm im Juni
Montag bis Freitag, 1. bis 5. Juni 2026,
9 bis 14 Uhr
Auf den Spuren der Bremer Geschichte
Bildungszeit mit Raymonde Decker
und Helmi Reible
Zu Beginn beschäftigt sich die Bildungszeit
im Focke-Museum (im Eichenhof und Haus
Riensberg) mit archäologischen Funden, den
Spuren des Alltagslebens in Bremen sowie mit
Bremer Persönlichkeiten in ihrem geschichtlichen
Umfeld, mit ihrer Wohnkultur und ihrem
Alltag. Die neuere Geschichte Bremens
wird anschließend in der Kaisen-Gedenkstätte
bzw. im Hafenarchiv thematisiert. Zudem ist
ein historischer Stadtspaziergang vorgesehen.
Die Bildungszeit findet in Kooperation mit dem
Focke-Museum, der Wilhelm und Helene Kaisen
Gedenkstätte und dem Hafenarchiv statt.
Anmeldungen nur bei der Volkshochschule
Bremen
Donnerstag, 4. Juni 2026, 18 Uhr
Fokus Polen #2
Kinoabend über die jüdisch-polnische
Violinistin Ida Haendel
Die in Polen geborene Filmkünstlerin Christine
Jezior siedelte 1986 nach Deutschland über.
Heute ist sie in der Bremer Kino- und Musikszene
aktiv. Über die jüdisch-polnische Violinistin
Ida Haendel (1928-2020) hat sie 2028
die Filmbiografie „The Haendel Variations“ (73
Min.) gedreht, die im Bauernhaus Mittelsbüren
im Original mit Untertiteln zu sehen ist. Im Anschluss
gibt es ein Gespräch, das Ilona Rieke
vom Filmbüro Bremen moderiert. Es folgt ein
Sektempfang.
Karten 12€, ermäßigt 8€ erhältlich unter:
focke-museum.de/veranstaltung
Landschaftsarchitektur und beherbergt die
Ruhestätten zahlreicher Bremer Prominenter.
Teilnahmegebühr für Erwachsene 11€, ermäßigt
9€
Treffpunkt: Museumskasse im Haus
Riensberg des Focke-Museums
Mittwoch, 24. Juni 2026, 16.30 bis 18 Uhr
Wer liegt hier begraben?
Ein 1,5-stündiger Rundgang über den
Riensberger Friedhof mit Helmi Reible
Der Riensberger Friedhof wurde in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts u. a. von Wilhelm
Benque, dem Schöpfer des Bürgerparks,
mitgestaltet. Eingebettet in einen 27 Hektar
großen Park vereinigt er Grabmalkunst mit
Landschaftsarchitektur und beherbergt die
Ruhestätten zahlreicher Bremer Prominenter.
Teilnahmegebühr für Erwachsene 11 Euro, ermäßigt
9 Euro
Treffpunkt: Museumskasse im Haus Riensberg
des Focke-Museums
Donnerstag, 25. Juni 2026, 18 Uhr
Fokus Polen #3 Kinoabend
Eine Danziger Liebesgeschichte
Diese Liebesgeschichte aus dem heutigen
Danzig basiert auf Emails, die Gosia täglich an
Tomek schreibt. Inzwischen sind es mehr als
3000. In ihrer einfühlsamen Verfilmung „GO-
SIA@TOMEK“ (2021) wirft Christine Jezior
Fragen universeller Natur auf: Was geschieht
mit einer Beziehung, wenn ein Partner nach
einem Unfall plötzlich schwerstbehindert ist?
Der Film ist im Bauernhaus Mittelsbüren im
Original mit Untertiteln zu sehen.
Karten 12€, ermäßigt 8€ erhältlich unter:
focke-museum.de/veranstaltung
Rallye
Zeitreise durch die Bremer Geschichte
und Kultur
Für Kinder ab 6 Jahren und ihre Begleitung
Warum fehlt dem unbekannten Herrn ein
Hut? Wie viele Fliesen ergeben ein Bild? Wurde
aus einer alten Kanne früher Eistee getrunken?
Das Focke-Museum bietet für Kinder ab
sechs Jahren eine unbetreute Rallye an. Die
Reise durch die Zeit geht durch verschiedene
Räume von Haus Riensberg, die genau unter
die Lupe genommen werden. Dabei werden
über 500 Jahre Bremer Geschichte und Kultur
entdeckt. Die Kinder erfahren, wie die Menschen
früher gewohnt, wie sie sich gekleidet
haben, und auch wie Kinder früher spielten.
Die Teilnahme ist während der Öffnungszeiten
des Museums möglich. Die Rallye ist kostenfrei
an der Museumskasse im Haus Riensberg
erhältlich, wo sie auch startet.
Kinder haben freien Eintritt
74
Mittwoch, 17. Juni 2026, 16.30 bis 18 Uhr
Wer liegt hier begraben?
Ein 1,5-stündiger Rundgang über den
Riensberger Friedhof mit Helmi Reible
Der Riensberger Friedhof wurde in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts u. a. von Wilhelm
Benque, dem Schöpfer des Bürgerparks,
mitgestaltet. Eingebettet in einen 27 Hektar
großen Park vereinigt er Grabmalkunst mit
Szene aus GOSIA@TOMEK
GOOD BOY, Foto: Verleih
LOL, Foto: Verleih
BREMER
FILMKUNST
FILMSTARTS IM JUNI
SCHAUBURG // GONDEL
ATLANTIS // CiINEMA OSTERTOR
THEATER
Good Boy – Wir wollen dein Bestes
Regie: Jan Komasa
Der 19-jährige Tommy genießt sein Leben
als Krimineller, treibt Freunde zu Gewalttaten
an und prahlt auf Social Media – bis er eines
Nachts entführt wird. Er erwacht angekettet
im Keller eines Vorstadthauses, wo Entführer
Chris mit Frau Kathryn und Sohn Jonathan
lebt. Die Familie will Tommy mit psychologischen
Spielchen „reformieren“. Doch je mehr
er sich wehrt, desto tiefer gerät er in ihre dysfunktionale
Dynamik.
Ab Do. 04.06.
Ab durch die Mitte –
Mit Vollgas durch Paris
Regie: Grégoire vigneron
Bauingenieur Stan hat sich jahrelang abgerackert
– jetzt steht die Beförderung kurz
bevor. Als sein Chef einen Rückzieher macht
und dem Rivalen den Posten verspricht, dreht
Stan durch: Er stiehlt eine Tasche mit einer
Million Euro Schwarzgeld aus dem Firmentresor.
Mit Freundin Marine schon auf dem
Weg zum Flughafen, erfährt er: Die Beförderung
kommt doch zustande.
Ab Do. 04.06.
Sommer auf Asphalt
Regie: Simon Ostermann
Fahrradkurierin Les lebt impulsiv in den Tag
hinein. Nach einem Unfall taucht ihr entfremdeter
Vater Bert auf, übernimmt ihre Touren
und mischt sich ins Leben ein – sehr zu Les‘
Misstrauen. Als sie vom jüngeren Tyler ungeplant
schwanger wird, gerät sie in emotionale
und finanzielle Abhängigkeiten. Bert gibt sich
fürsorglich, verschweigt aber, dass er selbst
mit schwerwiegenden Problemen kämpft.
Ab Do. 04.06.
Disclosure Day –
Der Tag der Wahrheit
Regie: Steven Spielberg
Was wäre, wenn du herausfinden würdest,
dass wir nicht allein sind? Angenommen, jemand
könnte dir das beweisen: Hättest du
Angst?
Ab Mi. 10.06.
Manipulation
Regie: David Balda
Seit seiner Kindheit gehört Matteo einer
mächtigen Geheimgesellschaft an. Nach seinem
Initiationsritual wird er befördert und
soll Kontakt zu Vater Vitus aufnehmen. Als
Matteo entsetzliche Machenschaften entdeckt,
beginnt er zu ermitteln. Im Hintergrund
kämpft Vater Vitus zwischen Machtstreben
und Moral – eine Schwäche, die der Meister
nutzt, um die Kirche zu infiltrieren.
Ab Do. 11.06.
Sounds of Paris
Regie: Laurent Slama
Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen
Spiele vibriert Paris vor Energie. Mitten
in diesem Ausnahmezustand kämpft Elisabeth
um ihr inneres Gleichgewicht. Die
hörgeschädigte junge Frau arbeitet für eine
Appartementvermittlung und hetzt zwischen
Ferienwohnungen, gestressten Gästen und
den Erwartungen ihres Arbeitgebers umher.
Als sie dabei dem unbeschwerten Amerikaner
Elijah begegnet, entsteht zwischen der in
sich gekehrten jungen Frau und dem quirligen
Rucksacktouristen inmitten des urbanen
Trubels eine unerwartete Freundschaft.
Ab Do. 11.06.
LOL 2.0
Regie: Lisa Azuelos
Anne, 55, genießt endlich ihre Freiheit, ihre
Kinder sind aus dem Haus, und sie kann sich
auf sich selbst, ihre Karriere und ihr Liebesleben
konzentrieren. Doch als ihre Tochter nach
persönlichen Rückschlägen nach Hause zurückkehrt
und Anne auch noch erfährt, dass
sie Großmutter wird, erkennt sie zwischen
Generationenkonflikten, neuen Hoffnungen
und frischen Gefühlen, dass das Leben selten
nach Plan verläuft und dass es nie zu spät
ist, zu wachsen und sich neu zu entdecken.
Ab Do. 18.06.
75
THE DEATH OF ROBIN HOOD, Foto: Verleih
INGEBORG BACHMANN, Foto: Verleih
Mein Leben mein Ding
Regie: Sophie Fillères
Eine Frau, einst attraktiv und fürsorglich als
Mutter und Partnerin, steht mit 55 Jahren vor
neuen Herausforderungen. Sie gerät in eine
Welt voller Dunkelheit, Gewalt und Absurdität
und muss sich mit ihrer Identität, ihren Beziehungen
und den Problemen des Lebens
auseinandersetzen.
Ab Do. 18.06.
The Death of Robin Hood
Regie: Michael Sarnoski
Ein vom Leben gezeichneter Einzelgänger,
der nach einem Leben voller Verbrechen und
Mord mit seiner Vergangenheit ringt, wird
schwer verletzt von einer mysteriösen Frau
gefunden, die ihm eine Chance auf Erlösung
bietet. Es sind die letzten Tage des gesetzlosen
Robin Hood.
Ab Do. 18.06.
Ingeborg Bachmann –
Jemand, der einmal ich war
Regie: Regina Schilling
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin
Regina Schilling das Publikum am Entstehen
von Kunst teilhaben: Schauspielerin
Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg
Bachmann an einem imaginären Tag
und verleiht ihren Worten eine eindringliche
Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus
improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews
und Bachmanns eigenen Texten
durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen
der Autorin – von der Kriegskindheit
in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe
47 bis zu den letzten Tagen in Rom.
Ab Do. 25.06.
Couscouc und Geheimnisse
Regie: Amine Adjina
Mehdis Leben steht auf Messers Schneide.
Er gibt sich seiner Mutter Fatima als perfekter
algerischer Sohn, während er seine Beziehung
zu Léa und seine Leidenschaft für die
französische Küche und Weine verheimlicht,
die er als Koch in dem Bistro, in dem er arbeitet,
auslebt. Doch Léa kann seine Familiengeheimnisse
nicht länger dulden und verlangt
ein Treffen mit Fatima. In die Enge getrieben,
greift Mehdi zu einer denkbar schlechten Lösung…
Ab Do. 25.06.
Hallo Betty
Regie: Pierre Monnard
1956: Werbetexterin Emmi Creola soll die
Produkte einer Speiseölfirma vermarkten und
erfindet dabei gegen den Widerstand ihrer
Agentur die Kunstfigur Betty Bossi. Die fiktive
Köchin und Hausfrau wird schnell populär
– viele glauben, sie existiere wirklich. Emmi
gerät unverhofft ins Rampenlicht, kämpft in
der Agentur gegen Neid ihrer männlichen
Kollegen und versucht gleichzeitig, zu Hause
liebevolle Mutter und Ehefrau zu sein – ganz
nach dem Vorbild ihrer eigenen Erfindung.
Ab Do. 25.06.
Power Ballad
Regie: John Carney
Rick sorgt als Frontmann einer Hochzeitsband
Abend für Abend für große Gefühle
und ausgelassene Stimmung, auch wenn
seine eigene Musikkarriere nie den erhofften
Höhenflug erlebt hat. Bei einem Auftritt
lernt er Danny kennen, einen ehemaligen
Boyband-Star, dessen Erfolge jedoch schon
einige Jahre hinter ihm liegen. Zwischen den
beiden Musikern funkt es sofort kreativ. Bei
einer spontanen Jam-Session bis spät in die
Nacht entwickelt sich plötzlich eine ganz
neue Energie. Während Danny danach mit
frischem Selbstvertrauen ins Rampenlicht zurückkehrt,
beginnt auch Rick wieder an seine
eigene Stimme zu glauben.
Ab Do. 25.06.
HIGHLIGHTS IN DEN KINOS
Kult-Klassiker:
Mystery Train (OmU)
Sonntag 07. Juni um 20:00 Uhr
Schauburg
Kult-Klassiker:
Natural Born Killers (OmU)
Sonntag 14. Juni, 20:00 Uhr
Schauburg
Kult-Klassiker:
Einer flog über das Kuckucksnest (OmU)
Sonntag 28. Juni, 20:00 Uhr
Schauburg
Spezial:
The Amazing Digital Circus (OmU)
Samstag 06. Juni, 15:00 Uhr
Schauburg
Weird Xperience:
Frankenstein schuf ein Weib (OmU).
Sonntag 14. Juni, 20:00 Uhr
Cinema Ostertor
Die Filmreihe Weird Xperience zeigt jeden
Monat Filme, die man sonst nicht im
Kino sieht. Underground, Trash, Kunst,
immer mit einer fachkundigen Einführung!
Psychoanalyse & Film
Zwischen uns das Leben.
Sonntag 09. Juni, 19:30 Uhr
Atlantis
bremerfilmkunsttheater.de
76
und dem wiederholten Ansehen der eigenen Taten auch
gewaltsame Bestrafungen.
Von hier an entwickelt sich der zuvor erwähnte, kuriose
Genre-Mix. Tommy kämpft nämlich nicht nur wiederholt
gegen die Methoden seiner Peiniger an, sondern nähert
sich ihnen auch nach und nach immer weiter, ganz nach
dem Prinzip des Stockholm-Syndroms.
Herzstück des Films sind vier denkwürdige Darbietungen
der Hauptdarsteller, die Tommy, Chris und seiner
Familie ein wirklich schrullig wirkendes Leben einhauchen.
Im Zentrum steht eindeutig Stephen Graham,
bekannt aus der Netflix-Serie „Adolescence“. Er spielt
Chris, den Familienvater, und strahlt in jeder Szene eine
beeindruckende Präsenz aus.
Filmplakat, Quelle: Verleih
REZENSION
von Justus Schlichtherle
Die Darsteller sind so gut, dass sie die Figuren, welche
alle in gewisser Hinsicht irgendeinem Klischee nachempfunden
sind und definitiv nicht das Rad neu erfinden,
völlig originell wirken lassen. Erneutes Lob an
Stephen Graham, der Chris so unglaublich facettenreich
spielt, dass man allein auf Basis seiner Dialoge
und Mannerismen zu grübeln beginnt, ob er nicht selber
genau so erzogen wurde, wie er jetzt versucht, Tommy
umzuerziehen.
Was mir so besonders an „Good Boy“ gefällt, ist, dass er
ganz schnell mit dem „Was?“ und „Wie?“ der Situation
aufräumt: In den ersten 15 Minuten wird klar, in welcher
Situation sich Tommy befindet und wie es dazu
kam. Somit konzentriert sich die Handlung auf die viel
wichtigeren Fragen des „Wer?“ und „Warum?“: Was
sind diese Familie für Menschen und warum halten sie
Tommy fest? Der Film lebt von eben diesem Mysterium,
welches nach und nach über die knapp 110 Minuten
Laufzeit aufgedeckt wird.
Ab dem 4. Juni 2026 erwartet das deutsche Kinopublikum
eine schräge Mischung aus Horror, Thriller und Familiendrama
aus Großbritannien. Was es mit „Good Boy
- Wir wollen nur dein Bestes“ auf sich hat, und warum
er interessante Parallelen zu einem anderen britischen
Klassiker, „Uhrwerk Orange“, aufweist, erfahren Sie hier:
„Good Boy“ dreht sich um Tommy, einen jungen Londoner,
der es liebt, Party zu machen, Drogen zu nehmen,
sich zu schlagen und andere zu drangsalieren, um damit
in den sozialen Medien zu protzen. Diesem Lifestyle
geht er nach, bis er sich nach einer durchwachsenen
Nacht festgekettet im Keller eines Yorkshire-Landhauses
in Gewahrsam von Chris und seiner Familie wiederfindet,
die ihn mit radikalen Mitteln erziehen wollen.
Zu ihren Methoden gehören neben der Gefangenschaft
„Good Boy“ geht auf eine interessante, neue Art und
Weise dieselbe Frage an, die auch knapp 50 Jahre zuvor
schon „Uhrwerk Orange“ gestellt hat: die nach Konformität
oder Freiheit. Hier ist der Film nicht ganz so
konsequent wie der Klassiker von Stanley Kubrick und
lässt einigen Raum für Interpretationen des Zuschauers.
Aber genau das ist es, was manchmal im modernen Film
fehlt: Raum zum selber interpretieren. Während andere
Produktionen einem ihre Aussage praktisch schon vorkauen,
lässt einen Regisseur Jan Komasa grübeln und
selber entscheiden, was man nun von dem Gesehenen
halten soll.
Daher: Eine klare Empfehlung für diesen Kino-Sommer.
Weitere Filmrezensionen im Film-Blog: cinephile.one
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wenn Du Dich traust.“
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Was passiert eigentlich mit uns, wenn das Gefühl festzustecken
sich hartnäckig hält und kein Fortkommen
möglich scheint. Diese Erfahrung macht Sophie bereits
mit 25 Jahren. Ihr Studium erscheint ihr sinnlos, das
schlecht bezahlte Praktikum empfindet sie als sterbenslangweilig,
der viel prophezeite Erfolg bleibt für
sie aus. Die Tristesse ihres Lebens zeigt sich auf unterschiedlichste
Weise, in immer gleichen Excel-Tabellen,
Zahlenreihe um Zahlenreihe, die immer gleichen Gespräche
über die immer gleichen Themen. Sophie hat
genug davon, sie steckt fest im Hamsterrad aus Studium,
Praktikum und Alltag. Aus einem Impuls heraus ersteigert
sie eine Schrottimmobilie in der ostdeutschen
Provinz. Aber was dann?
Zwischen der Abgelegenheit ostdeutscher Dörfer, der
Eigensinnigkeit der Bewohner:innen eben dieser und
zugelaufenen Katzen versucht Sophie sich Stück für
Stück ein neues Leben aufzubauen, in etwa so, wie sie
auch versucht ihre neuerworbene Immobilie zusammenzusetzen.
Fehlende Fenster, löchrige Dächer
und stillgelegte Stromleitungen werden zu ihren
neuen Alltagsproblemen.
Als Lesende begleiten wir Sophie dabei, von anfänglicher
Planlosigkeit, hin zu immer mehr Sicherheit in
ihrer Entscheidung, alle Verbindungen zu ihrem alten
Leben abreißen zu lassen – naja, fast alle.
Anna Katharina Scheidemantel hat mit ihrem Debütroman
eine Geschichte zum Leben erweckt, die
bekannte Fragen in vielen Lesenden widerspiegelt.
Was will ich eigentlich? War das schon alles? Mit ihrer
mutigen Protagonistin hat sie eine sympathische Identifikationsfigur
geschaffen, die auch nicht davor scheut
Fehler zu machen und zu ihren Zweifeln zu stehen.
Und zwischen all diesen Lebensfindungsversuchen
stecken immer wieder Sätze, die man sich am liebsten
ausschneiden möchte, feine humorvolle Passagen und
auch die großen und kleinen Gefühle der Zwischenmenschlichkeit
kommen keinesfalls zu kurz.
Die Lektüre dieser berührenden Geschichte könnte
dazu führen, dass Sie sofort aufbrechen wollen, einen
alten Hof auf dem Land renovieren
und einen ganzen Stall voller geretteter
Hühner errichten…
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Doch zwischen Baumarktbesuchen,
langen Fahrradtouren und
endlosen Renovierungsarbeiten gelingt
es Sophie nicht nur das marode
Haus zu sanieren, sondern auch
ihr eigenes Leben setzt sie so stetig
weiter neu zusammen.
Anna Katharina Scheidemantel
Foto: Charlotte Wulf
Anna Katharina Scheidemantel
Statt aus dem Fenster zu schauen
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Frank Köhler; Fraktionssprecher, fraktionslos
Beirat Schwachhausen - öffentliche Hybrid-Sitzung (Zoom)
Wann: 25.06.2026 und am 27.08.2026, im Juli tagt der Beirat nicht
Wo: Focke Museum, Schwachhauser Heerstraße 240, Vortragssaal
Impressum 109
Herausgeberin und Chefredakteurin
Verlag Susanne Lolk I T 0421 257 57 47
Schwachhauser Heerstraße 47
28211 Bremen
Online
schwachhauser.de
facebook.com/schwachhauser.de/
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Redaktionelle Mitarbeiter
Lena Häfermann
Elke Kramer
Susanne Lolk
Mark Scheibe
Justus Schlichtherle
Karla Wagner
Layout /Art Direction
Konstantin Zigmann
PR- und Anzeigenberatung
Susanne Lolk I T 0421 2575747
lolk@schwachhauser.de
Erscheinungsweise
Zweimonatlich
Ausgabe 110
August / September 2026
Anzeigenschluss: 15. Juli 2026
Erhältlich und zu lesen
Erhältlich im Zeitschriftenhandel sowie
bei Anzeigenkunden und zu lesen an
über 1000 Auslegestellen in Arztpraxen,
bei Friseuren, in der Gastronomie und
in Vereinen und Institutionen.
Vertrieb
Lesezirkel Leserkreis Daheim,
Haferwende 29/a1, 28357 Bremen
Titelbild
David Waschbusch von pexels.com
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Hautausschlag
Mitglied
der orth.
Kirche in
Ägypten
früher:
weiße
Haremssklavin
EU-
Beitrittsstaat
2004
Verdienste
Bürgersteig,
Gehweg
Stadt i.
Kreis
Soest
(NRW)
Stadt in
Oberösterreich
19
feste
Absicht
Stadt
an der
Lippe
18
23
Heilpflanze
Düngemittel
Modetanz
der
1960er-
Jahre
7
28
seitl.
Körperteil
mineral.
Absatz
aus
Quellen
Nennwort
(lat.)
veraltet:
Truppenspitze
(frz.)
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35
örtlicher
Gewebstod
(Med.)
große
Henkeltasche
(engl.)
Messwerkzeug
Geliebte
des Zeus
4
26
kathol.
Klosteroberin
Pilzbelag
im Mund
lat.: bete!
Fluss in
Peru
(Rio ...)
38
Paprika-
Auber-
ginen-
Paste
2
Schneeleopard
16. US-
Präsid. †
Massagemittel
(Mz.)
Vorsilbe:
Blut (gr.)
27
Zahnersatz
Taufzeuge
15
29
niederl.
Liedermacher
(van ...)
Stadt in
Portugal
34
5
engl.:
ruhen
Sport:
Endkampf
(engl.)
Stadt in
Apulien
griech.
Mondgöttin
Körperflüssigkeit
männl.
Vorname afrik.
Fluss
Teil des
Auges
der „Vater
Ägyptens“
Glaubenseiferer
Kimonogürtel
schott.
Urvolk
Fluss
zum
Voltasee
(Ghana)
33
Stadt
im Irak
20
japan.
alternat.
Heilmethode
dt. Komponist
(Max) †
Börsenbegriff
24
14
Entstehung,
Entwicklung
Sektorengruppe
a.
e. Datenträger
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Kleidungsstück
Büstenpfeiler,
-säule
17
japan.
Fingerdruckmassage
Teil des
Fußes
10
32
6
frühere
japan.
Kleinmünze
Eiweißstoff
d.
Blutes
Gelassenheit,
Muße
österr.: Tanz
Ende d.
Stammgast
17. Jhs.
Westslawen
Sinnesorgan
Fitness,
Kondition
3
englischer
Hochadliger
ägyptischer
Gott
beugen
Stadt
auf Sizilien
Verschlusslaut
Damenhaube
im 18.
Jahrh.
sehr eng
gelockt
11
31
25
früher:
Frau eines
ind.
Fürsten
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finn.
See/
Landessprache
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Erfinder
des
Gasglühlichts
†
poet.:
scheu
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Tonart
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Tragödie
von
Voltaire
† 1778
13
Stadt
an der
Yonne
(Frankr.)
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®
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svd1719-31
Foto: Cecilie Hournau von pexels.com
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KOLUMNE
Ein italienisches Restaurant hatte gerade an der
Schlachte eröffnet. Wir kamen spät, meine damalige
Freundin und ich. Die Familie saß selbst schon am
Tisch, der Wirt schaute kurz auf und winkte uns rein: À
la carte geht nichts mehr, aber eine Pasta hab ich noch
für euch.
Es schmeckte phantastisch, wir blieben bis tief in die
Nacht, bekamen Vino, Dolci und Kaffee, niemand gab
uns das Gefühl, einen wohlverdienten Feierabend unnötig
in die Länge zu ziehen.
Leider funktionierte das Kartenlesegerät noch nicht,
und ich hatte kein Bargeld dabei. „Kein Problem,“ sagte
der Wirt, „bezahl einfach die nächsten Tage!“ Kein
prüfender Blick. Kein Ausweis, keine Spur von: Deine
Freundin bleibt in Handschellen als Pfand, du gehst
zum Automaten, sonst rufe ich sofort die Polizei bzw.
die Mafia. Stattdessen: Ich sehe dich, ich vertraue dir.
Ohne es zu wissen, wurde der Italiener mein Leitstern
der Lebenskunst. An meinem Prinzipienhimmel ging
ein paar Jahre später noch einer auf:
Ich hatte Musik für ein Barockensemble komponiert. In
einer Bremer Kirche mit toller Akustik wollten wir kurz
nach Neujahr eine CD aufnehmen. Ein VW-Bus voller
Equipment, Musikerinnen aus verschiedenen Städten,
ein Tonmeister mit Assistent. Wir hatten vier Aufnahmetage
vor uns, dann fiel die Heizung aus. Gefrorene
Finger an kältestarren Instrumenten und Eisblumen auf
dem Kaffee in der Pause? Wir suchten händeringend
Vertrauen verpflichtet
Über Leitsterne der Lebenskunst
eine neue, beheizte Kirche. Ohne Straßenlärm, für sofort
– und hatten Glück. Der Pfarrer am Telefon: „Kommt
vorbei. Ich werde selbst leider nicht da sein können,
aber lege euch den Schlüssel unter den Christusdorn
neben der Tür. Drüben ins Gemeindehaus könnt ihr
auch, nehmt euch Essen und Getränke, wir sehen uns
in ein paar Tagen. Gesegnete Aufnahme, Amen!“
Als wir den Pfarrer schließlich kennenlernten, fragte ich
ihn, was ihn so sicher gemacht hatte, dass wir keine satanistische
Anarchistenbande sind, die den geschnitzten
Heiligenfiguren aus der Spätgotik die Köpfe abschlägt
und sich ins Taufbecken erleichtert? „Nichts,“
sagte er. Aber ich lasse mir von diesem Risiko das Vertrauen
in den Menschen nicht nehmen.
Beim Italiener in der Schlachte bin ich übrigens schuldenfrei
und dass in der Kirche ein klitzekleines Heiligenbildchen
aus dem 14. Jahrhundert fehlt, damit habe
ich nun wirklich nichts zu tun.
Guten Tag, ich bin Mark Scheibe. Als Kind war der Bremer
Freimarkt mein Himmel auf Erden: Rotor, Krake,
Achterbahn – je schneller, desto besser. Und das Riesenrad
schenkte Weitblick im Trubel. So soll auch diese
Kolumne sein: In jeder Ausgabe nehme ich Sie mit auf
eine Runde Riesenrad: Einsteigen, hochfahren, anders
schauen – und am Ende vielleicht ein wenig reicher
wieder landen.
Wer mag, schreibt mir: mark@sonntagskind.blog
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