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Leben mit Hund & Katze

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Leben mit ...

Hund & Katze

Dackeldame Parma und Frauchen Tina

sind ein unschlagbares Team.

Seite 4

Richtig versichert –

Einblicke in Jessicas

und Hollys Alltag

Seite 8

Urlaub mit Hund –

Vorsorge und

Reiseapotheke

Liebe 2 Seite 22

Seite 16

Arthrose bei Katzen –

das stille Leid erkennen

und handeln

Tierschutz – Nathan

Goldblat: „Gemeinsam

etwas verändern!“


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3

Vorwort

Tiergesundheit beginnt

lange vor dem Arztbesuch

Menschen kommen mit ihrem Tier in meine Praxis. Der Hund lahmt, hechelt und bekommt

schlecht Luft. Die Katze ist ruhiger geworden, frisst aber noch. Die Überraschung

und Verzweiflung bei den Haltern ist oft groß, wenn sich zeigt, wie ernst die Lage bereits

ist. Viele dieser Fälle haben eine gemeinsame Ursache: Die Probleme beginnen lange vor

dem eigentlichen Tierarztbesuch.

Dr. Tanja Pollmüller

Tierärztin

instagram.com/

doc.polly

Tiergesundheit beginnt bei der

Entscheidung für ein Tier und

setzt sich im Alltag fort. Haltung,

Fütterung, Bewegung

und regelmäßige Kontrollen

bestimmen maßgeblich, wie

gesund ein Tier bleibt. Fehlentscheidungen

bei der Auswahl oder fehlendes Wissen über

Bedürfnisse führen später zu Erkrankungen,

die vermeidbar gewesen wären.

Ein zentraler Baustein der Tiergesundheit ist

unter anderem die richtige Ernährung. In der

Praxis zeigt sich häufig, dass Futter nicht zum

Tier passt. Zu energiereiches Futter führt zu

Übergewicht und belastet Gelenke und Organe.

Mangelhafte Zusammensetzung kann

Hautprobleme, Verdauungsstörungen oder

langfristige Erkrankungen begünstigen. Auch

falsche Mengen spielen eine große Rolle.

Viele Tiere bekommen dauerhaft zu viel Futter

und zu wenig Bewegung. Eine bedarfsgerechte

Ernährung orientiert sich an Alter,

Aktivität, Gesundheitszustand und Tierart.

Regelmäßige Gewichtskontrollen und eine

kritische Überprüfung des Futters helfen,

früh gegenzusteuern und die Gesundheit

stabil zu halten.

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Tiere

und Lebensumstände oft nicht zusammenpassen.

Beispielsweise sehe ich sehr aktive

Hunde, die in kleinen Wohnungen ohne ausreichende

Auslastung leben. Hitzeempfindliche

Rassen, die mit in den Urlaub genommen

werden und dort extremen Temperaturen ausgesetzt

sind. Tiere aus fragwürdiger Herkunft,

die bereits krank übernommen werden. Und

ich sitze da und denke: Das Leid hätten wir mit

einer guten Beratung vor der Anschaffung verhindern

können. Denn was viele nicht wissen,

ist, dass Tierärzte auch vor dem Tierkauf oder

der Adoption bereits Ansprechpartner sind,

und ich würde jedem empfehlen, dies auch in

Anspruch zu nehmen.

Auch die Sommermonate stellen eine besondere

Belastung dar. Hohe Temperaturen

beanspruchen den Kreislauf, aufgeheizter

Asphalt kann zu schmerzhaften Verletzungen

der Pfoten führen und stehende Gewässer

erhöhen das Risiko für Infektionen.

Gleichzeitig steigt die Aktivität von Parasiten

wie Zecken und Flöhen deutlich an. Diese

Faktoren machen eine angepasste Haltung

und erhöhte Aufmerksamkeit in den kommenden

Monaten unerlässlich.

Vorsorge entscheidet

über Lebensqualität.

Und Tierhaltung

ist immer eine

Entscheidung mit

Verantwortung.

Vorsorge bildet die Grundlage für ein gesundes

Tierleben. Regelmäßige Untersuchungen

helfen, Krankheiten früh zu erkennen.

Veränderungen im Verhalten, im Gewicht

oder in der Bewegung liefern wichtige Hinweise.

Da Tiere Schmerzen oft erst spät zeigen,

kommt der Beobachtung eine zentrale Rolle zu.

Nicht zu vergessen sind die finanziellen Aspekte.

Auch sie gehören zur verantwortungsvollen

Tierhaltung. Medizinische Versorgung,

Diagnostik und Notfälle können hohe Kosten

verursachen. Eine frühzeitige Planung, sei es

durch Rücklagen oder eine passende Versicherung,

schafft die nötige Sicherheit, um im

Ernstfall schnell handeln zu können.

Tierhaltung ist immer eine bewusste Entscheidung.

Sie bringt Verantwortung mit

sich, die weit über den Alltag hinausgeht.

Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn

Wissen vorhanden ist und angewendet wird.

Wissen ist Tierschutz – viel Spaß beim Lesen

der Ausgabe..

Leben mit Hund & Katze Healthcare Mediapartner GmbH | Pariser Platz 6a | 10117 Berlin | www.healthcare-mediapartner.de

Herausgeberin Franziska Manske Redaktionsleitung Benjamin Pank Layout Elias Karberg

Coverbild privat Kontakt redaktion@lebenmit.de | www.lebenmit.de

Alle Artikel, die mit „in Zusammenarbeit mit“ gekennzeichnet sind, sind gesponserte Beiträge.

Die Texte der Ausgabe schließen alle Geschlechter mit ein. Zur besseren Lesbarkeit wird jedoch nur eine Geschlechtsform verwendet.


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Jessica Stiller und ihre Hündin Holly.

Fotos: AGILA

Tiergesundheit als Beruf – und als Lebensentscheidung

Wenn Frauchen zum Erfolg

der Tierversicherung beiträgt

Jessica Stiller ist Personalreferentin bei der AGILA Haustierversicherung in Hannover.

Ihre Hündin Holly kommt regelmäßig mit ins Büro. Warum die freundliche

Labradordame „Human Resources“ auf ganz eigene Weise definiert und wie ihr

die bei Frauchens Arbeitgeber abgeschlossene Tierkrankenversicherung schon als

Junghündin weitergeholfen hat, erzählt Jessica im Interview.

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit

umgesetzt.


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Mehr auf www.lebenmit.de/tiergesundheit | 5

Liebe Jessica, was sind deine Aufgaben als

Personalreferentin?

Ich bin für die Betreuung der Mitarbeitenden

und Führungskräfte in einem definierten Bereich

zuständig. Dazu gehören zum Beispiel

das Recruiting, also die Besetzung neuer oder

frei werdender Stellen mit geeigneten Kandidaten,

die Vertragsgestaltung und das Onboarding.

Für unser Bestandspersonal kümmere

ich mich um die monatlichen Entgeltabrechnungen,

die Personaladministration vom

Eintritt bis zum Austritt und unterstütze in

Human-Resources-Projekten. Darüber hinaus

arbeite ich eng mit unseren beiden Vorständen

zusammen. Zusammengefasst kann man

sagen: Mein Aufgabenbereich umfasst einen

bunten Blumenstrauß an vielfältigen Personalthemen

bei AGILA.

Seit wann lebt Holly bei dir?

Holly ist im Frühling 2024 geboren

und im Alter von sechs Monaten

zu uns gekommen, also im Herbst

2024. Wir haben sie dann auch direkt

krankenversichert. Als AGILA-

Angestellte werden wir bei der

Versicherung nicht bevorzugt behandelt

und ich habe mir bei der

Wahl des passenden Tarifs generell

verschiedene Anbieter genau angeschaut.

Letztendlich habe ich mich für

AGILA entschieden, weil ich hier das

Preis-Leistungs-Verhältnis einfach am

besten fand.

Was hat dich am meisten überzeugt?

Mir ist es wichtig, für den Ernstfall eine Tierkrankenversicherung

als Sicherheitsnetz zu

haben. Aber da Holly noch so jung war, musste

es für mich nicht unbedingt ein Tarif sein, der

alles zu 100 Prozent abdeckt. Deshalb habe ich

mich für einen Tarif mit 20 Prozent Selbstbeteiligung

entschieden.

Das heißt, bei AGILA herrscht Flexibilität

bei der Wahl des Tarifs?

Ja, genau, je nachdem worauf der Fokus liegen

soll. Um uns noch flexibler auf die Bedürfnisse

der Kunden einzustellen, haben

wir im vergangenen Jahr neue Produkte entwickelt.

Seitdem können Neukunden bei Vertragsabschluss

entweder zwischen drei fertigen

Leistungspaketen wählen oder aber ihr

eigenes Paket zusammenstellen und Vorsorge-,

Physiotherapie- und Zahnbehandlungsleistungen

dazubuchen. In dem Fall haben

sie mehrere mögliche Versicherungssummen

und verschiedene Deckungsumfänge

zur Auswahl. Wer möchte, kann sogar einen

Tarif ganz ohne jährliche Höchstsumme und

mit 100 Prozent Kostenübernahme abschließen.

Habt ihr eure Versicherung schon mal in Anspruch

genommen?

Ja, schon mehrfach. Bei Holly hat es zu Anfang

sehr lange gedauert, bis sie stubenrein wurde.

Auch mit zehn Monaten hatte sie immer wieder

„Unfälle“ zu Hause und musste alle zwei

bis drei Stunden raus zum Pipimachen. Die

Züchterin hatte uns darauf vorbereitet, dass es

wegen Hollys Vorleben auf einem Bauernhof

länger dauern könnte, aber mir kam das seltsam

vor. Also haben wir sie gründlich untersuchen

lassen. Zunächst wurde ein Harnwegsinfekt

festgestellt und behandelt. Danach wurde

es etwas besser, aber sie hatte nach wie vor

das Problem, dass sie immer wieder unkontrolliert

große Mengen Urin verlor. Außerdem

fand ich, dass sie sehr viel trinkt. Also sind wir

erneut in die Praxis gefahren und haben eine

umfangreiche Diagnostik durchführen lassen,

die insgesamt mehr als 700 Euro gekostet hat.

Es hat sich herausgestellt, dass Holly Diabetes

insipidus hat: eine seltene hormonelle Erkrankung,

bei der der Wasserhaushalt des Körpers

extrem aus dem Gleichgewicht gerät. Jetzt bekommt

sie täglich ein Nasenspray aus der Humanmedizin,

das wir ihr mithilfe einer Pipette

verabreichen. Seitdem hatten wir keine Unfälle

mehr und können sie auch ruhigen Gewissens

mal für ein paar mehr Stunden allein lassen.

Das heißt, AGILA übernimmt auch die Kosten

für Hollys Medikamente?

Ja, genau wie ihre jährlichen Schutzimpfungen

sind auch die Medikamente mit abgedeckt,

weil es sich um eine Tierkrankenversicherung

handelt, also den vollumfänglichen

Gesundheitsschutz für Hunde. Wir sind sehr

froh darüber, denn Holly wird ihr Nasenspray

ein Leben lang brauchen.

Holly hat aber auch dienstlich mit AGILA

zu tun, richtig?

Genau, sie kommt an mindestens zwei Tagen

pro Woche mit mir zur Arbeit. Und sie liebt

es sehr, weil sie sich immer über Menschen

freut. Holly hat längst Lieblingskollegen, die

sie morgens alle besucht und fröhlich begrüßt.

Dabei ergattert sie dann natürlich auch

das eine oder andere Leckerli – sie hat wohl

ihre ganz eigene Definition von „Human Resources“.

Nach der aufregenden Begrüßungsrunde

verschläft sie dann den Vormittag. Mittags

gehen wir eine Runde spazieren, das tut

uns beiden gut. Und dann genießt sie einen

entspannten Nachmittag auf ihrer Decke.

War die Möglichkeit, Holly mit ins Büro

zu nehmen, ein Grund für deine Entscheidung

für AGILA als Arbeitgeber?

Nein, denn als ich 2023 hier angefangen

habe, hatten mein Mann und ich noch keine

konkreten Hundepläne. Heute genieße ich es

natürlich sehr, diese Möglichkeit zu haben.

Abgesehen davon, dass es uns Hundehaltenden

das Leben sehr erleichtert, sorgen Bürohunde

auch für eine bessere Arbeitsatmosphäre.

Es geht irgendwie lockerer zu, man

lernt schneller Kollegen aus anderen Abteilungen

kennen und hat sofort auch andere

Gesprächsthemen als nur den Job.

Was macht ihr gern zusammen,

wenn ihr nicht im Büro seid?

Einmal pro Woche gehen wir gemeinsam

zum Mantrailing, das

macht uns beiden großen Spaß.

Wir trainieren nur für die Freizeit,

aber unser Trainer war früher professioneller

Trailer für die Polizei

und weiß sehr viel über diesen faszinierenden

Hundesport. Ansonsten

mag Holly es am liebsten, ihre gewohnten

Runden zu gehen. Labradortypisch

apportiert sie gern ihren Dummy

oder sucht nach Leckerlis, die ich unterwegs

verstecke.

Was würdest du Menschen raten, die zum

ersten Mal einen Hund bei sich aufnehmen?

Informiert euch gut über die Rasse und die

Hundeerziehung, gerade in der Pubertät steht

man immer mal wieder vor kleineren Herausforderungen.

Insbesondere durch Hollys Erkrankung habe

ich aber auch gelernt, wie wichtig es ist, bei

Fragen der Tiergesundheit auf das eigene

Bauchgefühl zu vertrauen. Es ist besser, einmal

öfter tierärztlichen Rat einzuholen, wenn

man den Eindruck hat, etwas stimmt nicht

oder dem Tier geht es nicht gut. Dabei ist die

Krankenversicherung sehr hilfreich, denn sie

übernimmt die Kosten für Untersuchungen

und Behandlungen im vereinbarten Rahmen.

Deshalb würde ich wirklich jedem empfehlen,

eine solche Absicherung für den eigenen

Hund abzuschließen..

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Holly empfiehlt AGILA

■ Versicherung aller Rassen und

Krankheiten

■ bis zu 100 % Kostenübernahme

■ keine Kündigung im Leistungsfall

■ Übernahme bis zum 4-fachen Satz

der GOT

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Fotos: privat

„Ein müder Hund ist

nicht automatisch ein

ausgelasteter Hund“

Viele Hundehalter setzen bei der Auslastung vor allem auf Bewegung: lange Spaziergänge,

viel Beschäftigung, möglichst viel Aktivität. Trotzdem wirken viele Hunde

unruhig oder finden schwer zur Ruhe. Dass es auch anders geht, zeigt Martin. Mit

seiner Labradorhündin Lindsy hat er gelernt, Training neu zu denken – weg von reiner

Beschäftigung hin zu echter Zusammenarbeit im Alltag.

Redaktion Leonie Zell

Lieber Martin, viele sprechen davon, ihren

Hund „auszulasten“. Was bedeutet das

für dich heute?

Am Anfang hätte ich genau das gesagt,

was man überall hört: viel Bewegung, viel

machen, Hauptsache, der Hund ist müde.

Genau so bin ich auch gestartet. Ich habe

versucht, Lindsy möglichst viel zu bieten,

lange Spaziergänge, viel Action, immer wieder

neue Beschäftigung. Heute sehe ich das

komplett anders. Ein müder Hund ist nicht

automatisch ausgeglichen. Ich habe gemerkt,

dass reine Aktivität oft nur dazu führt,

dass der Hund immer mehr fordert und

gleichzeitig schlechter zur Ruhe kommt.

Für mich bedeutet Auslastung heute Zusammenarbeit.

Der Hund muss verstehen,

was ich meine, und ich muss klar arbeiten.

Es geht nicht darum, wie viel ich mache,

sondern darum wie wir es zusammen machen.


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Du sprichst von einem Perspektivwechsel.

Gab es einen konkreten Moment, der das

ausgelöst hat?

Das war kein einzelner Moment, sondern eher

ein Prozess. Aber es gab viele Situationen, in

denen mir klar geworden ist, dass ich so nicht

weiterkomme. Lindsy hat im Training oft einfach

dichtgemacht. Ich wollte Fortschritte

sehen, habe mehr Druck gemacht, schneller

aufgebaut, mehr verlangt. Und genau dann

ist nichts mehr gegangen. Irgendwann habe

ich verstanden, dass das Problem nicht beim

Hund liegt, sondern bei mir. Ich habe zu viel

gewollt und vor allem die Zwischenschritte

ignoriert. Ich wollte direkt zum Ergebnis,

ohne den Weg sauber aufzubauen.

Wie war Lindsy am Anfang?

Sie war unsicher und schnell überfordert.

Viele Dinge waren neu für sie. Selbst so etwas

Alltägliches wie das Betreten der Wohnung

war anfangs schwierig. Und ich habe

direkt den klassischen Fehler gemacht. Ich

bin rausgegangen, habe mit Leine gearbeitet,

habe versucht, draußen zu trainieren.

Für sie war das alles zu viel auf einmal.

Rückblickend hätte ich viel früher anfangen

müssen, die Dinge in Ruhe aufzubauen.

Was hast du konkret verändert?

Ich habe angefangen, alles extrem zu vereinfachen.

Wirklich jeden einzelnen Schritt.

Ich habe mir Situationen angeschaut, die ich

vorher gar nicht als Training gesehen habe,

und genau da angesetzt. Ein Beispiel, das für

mich entscheidend war, ist das Anlegen des

Halsbands. Bevor ich überhaupt draußen

an der Leine gearbeitet habe, habe ich das

in der Wohnung trainiert. Ohne Ablenkung,

ohne Druck. Ich habe gewartet, bis sie ruhig

bleibt, habe das Halsband angelegt und sie

dafür bestätigt. Das klingt nach wenig, aber

genau da hat sich etwas verändert. Es wurde

ruhiger zwischen uns, klarer. Sie hat verstanden,

was passiert, und ich habe gemerkt, wie

wichtig diese kleinen Schritte sind.

Viele setzen bei aktiven Hunden stark auf

Bewegung. Wie siehst du das heute?

Bewegung ist sehr wichtig, aber sie bringt alleine

nichts. Ich habe das sehr deutlich beim

Apportieren gemerkt. Früher habe ich einfach

den Dummy geworfen und Lindsy ist

hinterhergerannt. Das war Bewegung, aber

keine echte Arbeit. Viele Hunde werden genau

so beschäftigt. Sie rennen viel, aber sie

werden nicht geführt. Heute ist das komplett

anders aufgebaut. Sie wartet auf mein Signal,

läuft gezielt los, nimmt den Dummy auf,

kommt zurück, setzt sich vor mich und hält

ihn ruhig, bis ich ihn abnehme. Früher hat

sie ihn einfach fallen lassen. Dieses Detail

wirkt klein, aber es macht im Alltag einen

großen Unterschied. Es zeigt, ob der Hund

wirklich mitarbeitet oder nur reagiert.

Welche Rolle spielt dabei die Sensibilität

des Hundes?

Eine sehr große. Gerade am Anfang hat mir

Lindsy deutlich gezeigt, dass Druck nichts

bringt. Wenn ich zu schnell war oder zu viel

wollte, hat sie sich zurückgezogen oder nur

noch oberflächlich mitgearbeitet. Ich habe

gelernt, langsamer zu arbeiten, klarer zu

kommunizieren und Übungen so aufzubauen,

dass sie verständlich sind. Nicht Tempo

bringt Fortschritt, sondern Verständnis.

Wie integrierst du Training in deinen Alltag?

Ich trenne das nicht mehr. Früher habe ich

gedacht, Training braucht extra Zeit. Heute

passiert das quasi nebenbei, es ist zur Routine

geworden. Ein Beispiel ist das Warten an

der Haustür. Lindsy sitzt im „Bleib“, während

ich mich entferne. Das habe ich ganz klein

aufgebaut. Am Anfang bin ich nur einen

Schritt zurückgegangen, bin direkt wieder

zurück und habe sie dafür belohnt. Mit der

Zeit habe ich das gesteigert. Mehr Abstand,

mehr Dauer, kleine Ablenkungen. Das ist

keine große Übung, aber extrem effektiv für

die Impulskontrolle. Und solche Situationen

gibt es jeden Tag. Man muss sie nur nutzen.

Du sagst, weniger kann mehr sein. Wie

meinst du das?

Ich habe es selbst so gemacht: zu viel, zu

schnell, zu unklar. Man will Fortschritt erzwingen.

Heute arbeite ich deutlich weniger,

vielleicht 30 Minuten am Tag gezielt.

Der Rest passiert im Alltag. Der Unterschied

ist, dass ich die Dinge sauber aufbaue. Und

ich lasse bewusst Pausen zu. Fortschritt entsteht

oft nicht im Training selbst, sondern

danach. Am nächsten Tag läuft vieles leichter,

weil der Hund Zeit hatte, die Reize zu

verarbeiten.

Du hast auch deine Art zu belohnen verändert.

Was hat sich da getan?

Ich setze Belohnung heute gezielter ein, vor

allem beim Aufbau neuer Signale oder bei

wichtigen Übungen wie dem Rückruf. Früher

habe ich viel nebenbei gefüttert. Das

mache ich bewusst nicht mehr, weil die Belohnung

sonst an Wert verliert. Bei Lindsy

kam noch ein praktischer Punkt dazu. Sie

reagiert empfindlich auf bestimmte Zutaten,

vor allem auf Rind. Das hat früher immer

wieder zu Problemen geführt. Deshalb

backe ich ihre Kekse heute einfach selbst. So

weiß ich genau, was drin ist, und kann das

anpassen. Gleichzeitig bleibt die Belohnung

etwas Besonderes. Falls andere Hundebesitzer

das auch mal ausprobieren möchten,

finden sie die Rezepte auf meiner Website

www.hundeliebe.biz/hundekekse-backen.

Was würdest du Hundehaltern mitgeben,

die gerade am Anfang stehen?

Mach weniger, aber mach es klar. Zerleg die

Dinge in kleine Schritte und achte darauf,

dass dein Hund versteht, was du willst. Und

vor allem: Denk nicht darüber nach, was

du alles mit deinem Hund machen kannst.

Stell dir die Frage, wie ihr zusammenarbeitet..


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Hin und weg!

Urlaub mit Hund

So beugen Sie bei Ihrem Vierbeiner

Durchfallerkrankungen auf Reisen vor

Ohren im Wind, Pfoten im Sand, ein Stöckchen im Maul – einfach gemeinsam am Meer

entlangtoben! Freizeit und Freiheit genießen. Der Urlaub startet, die Erholung beginnt:

Reisen mit Hund ist mehr als nur ein Ortswechsel, man erlebt viele wundervolle Momente

zusammen – egal ob lange Wandertouren in den Bergen, ausgedehnte Fahrradtouren

auf dem flachen Land oder endlose Spaziergänge am Strand.

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit

umgesetzt.

Urlaubszeit ist Durchfallzeit – auch bei

unseren geliebten Vierbeinern

Aber wussten Sie, dass bei unseren Hunden

Durchfall besonders häufig im Urlaub auftritt,

genau wie bei uns? Denn unseren geliebten

Vierbeinern kann das „Reisefieber“

auf den Magen schlagen – ebenso wie lange

Autofahrten oder Flugreisen, eine neue Umgebung

oder abrupte Klimawechsel. Auch

krank machende Bakterien in ungewohnten

Wasser- und Futterquellen können dafür

verantwortlich sein.

So kann es schnell zu einer „nervös“ gesteigerten

Darmmotorik kommen, die zu

stressbedingten und meist unkomplizierten

Durchfällen führt. Um die Darmflora optimal

vorzubereiten und die Verdauung zu

stabilisieren, kann die prophylaktische bzw.

unterstützende Gabe von Diätergänzungsfuttermitteln

speziell für die Darmgesundheit

hilfreich sein.

Reisen mit Hund: Vorsorge und Reiseapotheke

Damit einem entspannten Urlaub für

Mensch und Hund nichts im Wege steht,


9

Mehr auf www.lebenmit.de/tiergesundheit | 9

sollten bereits vor dem Antritt der Reise

die richtigen Vorbereitungen getroffen

werden. Denn jeder Durchfall schwächt

die Darmflora und das Immunsystem des

Tieres. Daher kann es sinnvoll sein, die

Darmflora Ihres Hundes schon vor dem

Start zu stärken. Dies gilt vor allem, wenn

er besonders anfällig ist oder Vorerkrankungen

hat. Sprechen Sie vor der Reise mit

Ihrem Tierarzt über die notwendige Prophylaxe

für das jeweilige Reiseziel – dazu

können neben (Durchfall-)Medikamenten

in der Reiseapotheke auch Impfungen gehören.

Auch im Urlaub ist der Tierarzt zu

konsultieren, sollte sich zum Beispiel der

Durchfall nach zwei Tagen nicht normalisiert

haben.

Natürliche Diätergänzungsfuttermittel

für einen gestärkten Darm

Um die Darmflora, das sogenannte

Mikrobiom, des Hundes präventiv

aufzubauen, eignen sich natürliche

Diätergänzungsfuttermittel

wie beispielsweise Canikur® Pro

mit Pro- und Präbiotika sowie

giftbindenden Mineralstoffen.

Sie können zum vorbeugenden

Erhalt der Darmbalance beitragen

sowie während und nach

Verdauungsstörungen gegeben

werden. Der positive Einfluss von

Probiotika auf die Darmflora wurde

inzwischen in vielen Studien belegt.

Sie verdrängen belastende Mikroorganismen

im Darm und stimulieren das Immunsystem.

Daher setzen viele Tierärzte

bei harmlosen Ursachen des Durchfalls

immer öfter auf Pro- und Präbiotika anstelle

von Antibiotika, um die Balance von

„guten“ und „schlechten“ Bakterien wieder

herzustellen.

Das Darmmikrobiom: wichtiges Zentrum

der Gesundheit

Wenn Sie den Bauch Ihres Lieblings streicheln,

streicheln Sie ein wichtiges Zentrum

seiner Gesundheit! Denn hier sitzt

das Darmmikrobiom mit 80 Prozent der

Abwehrzellen Ihres Hundes. Im Darmmikrobiom

gibt es gute und schlechte Bakterien.

Die schlechten Bakterien fördern unter

anderem Entzündungen, Krankheiten und

die Entstehung von Giftstoffen. Die guten

Bakterien unterstützen die Gesundheit des

Hundes und verteidigen sein Wohlbefinden

gegen die schlechten. Wichtig für ein starkes

Mikrobiom ist die richtige Balance von

guten und schlechten Bakterien im Darm.

Durchfall bringt diese Balance durcheinander

und schwächt die Darmflora und ihre

Fähigkeit, wichtige Aufgaben bei Verdauung

und Immunabwehr zu übernehmen. Bei

uns Menschen ist das Bewusstsein für die

Bedeutung eines intakten Magen-Darm-

Systems in den letzten Jahren stark angestiegen

und zu einem echten Trendthema

geworden – auch im Hinblick auf die Gesundheit

unserer Vierbeiner besitzt das Mikrobiom

einen hohen Stellenwert.

Canikur® Pro: natürliche 3-fach-Kombination

zur Unterstützung der Darmgesundheit

Canikur® Pro ist ein natürliches Diätergänzungsfuttermittel,

das die Darmflora gleich

dreifach unterstützt. Es enthält eine besondere

Kombination aus einem probiotischen

Milchsäurebakterium, einem präbiotischen

Hefeextrakt und einem toxinbindenden

Tonmineral. Die enthaltenen Elektrolyte

und Glukose dienen zusätzlich zur Regeneration

bzw. zum Ausgleich des Nährstoffund

Wasserhaushalts im Körper Ihres Tieres

sowie als Energielieferant.

Probiotika:

In Canikur ® Pro sind probiotische Milchsäurebakterien

enthalten, die dem

Mikrobiom von außen zugeführt werden

und die nützlichen vorhandenen Bakterien

im Darm unterstützen. Denn je mehr

dieser guten Bakterien im Darm vorhanden

sind, desto weniger Platz haben die krank

machenden Erreger. So helfen sie, die

schädlichen Bakterien zu verdrängen und

die Schutzbarriere des Darms zu stärken.

Präbiotika

Präbiotika sind Ballaststoffe und dienen

als Nährstoffe (Futter) für die guten

Bakterienarten im Darm. Sie regen deren

Wachstum, Vermehrung und Aktivität

an. So fördern sie das Gleichgewicht der

Darmflora.

Giftbindende Mineralstoffe

Neben natürlichen Pro- und Präbiotika

enthält Canikur ® Pro ebenfalls weitere

natürliche Inhaltsstoffe, die Bakterien und

schädliche Stoffe binden. Hierbei handelt

es sich beispielsweise um Mineralstoffe

(wie Bentonit), die Giftstoffe, „schlechte“

Bakterien und Viren binden und aus dem

Körper abtransportieren.

Wann und wie kann Canikur® Pro gegeben

werden?

Canikur® Pro ist eine leckere Paste, die maßgeschneidert

auf die Größe bzw. das Gewicht

Ihres Hundes angepasst werden kann (bereits

bei Welpen ab einem Alter von drei Wochen).

Das natürliche Diätergänzungsmittel ist in drei

verschiedenen Größen als 15-ml-, 30-ml- und

60-ml-Packung erhältlich. Mit der praktischen

Canikur®-Pro-Spritze lässt sich die Paste einfach

und präzise dosieren – ideal zur Gabe

über das Futter oder direkt ins Maul.

Die Einsatzgebiete von Canikur® Pro sind

beispielsweise:

■ sensible Verdauung sowie während

oder nach Verdauungsstörungen

■ Stressphasen wie Reisen oder

sportliche Aktivitäten

■ begleitend bei und nach einer

Antibiotikatherapie

■ Futterumstellung

Die Ziele der Gabe von Canikur®

Pro sind:

■ Stärkung der Darmbarriere

■ Unterstützung der Darmgesundheit

■ Unterstützung der Verdauung

■ Unterstützung des Immunsystems

im Darm

■ Bindung und Abtransport von krank

machenden Bakterien und Giftstoffen

Als handliche Tube passt Canikur® Pro in

jede Reiseapotheke. Canikur® Pro ist nicht verschreibungspflichtig

und beim Tierarzt sowie

online erhältlich. Ihr Tierarzt berät Sie gern bei

allen weiteren Fragen.

Canikur® Pro: von der Mein-Haustier-Community

getestet und für „sehr gut“befunden

Eindeutiger geht’s kaum: 40 von 41 Testern

sagen, Canikur® Pro ist sehr gut! 97 Prozent

werden das Produkt weiterhin verwenden

und sogar weiterempfehlen – so lautet das Ergebnis

des Produkttests mit Hundebesitzern

aus der Mein-Haustier-Community. Große,

kleine, temperamentvolle, ruhige, junge und

alte Hunde durften Canikur® Pro testen, denn

sie alle hatten eine Herausforderung: eine

empfindliche Verdauung und häufig Durchfall.

Je nach Rasse und Gewicht bekamen sie

mehrere Wochen die entsprechende Menge

Canikur® Pro, und ihre Frauchen und Herrchen

waren begeistert. Besonders gelobt

wurden eine Besserung des Stuhlgangs und

der schnelle Effekt. Außerdem zeigten sich

die Besitzer erfreut über die leichte Anwendung

und den leckeren Geschmack, der bei

ihren Tieren gut ankam.

Ihr nächster Urlaub mit Hund steht kurz bevor?

Canikur® Pro wünscht Ihnen eine tierisch

tolle Zeit – egal ob Sie ausgedehnte Radtouren

zum Leuchtturm, gemütliche Spaziergänge

durch den Wald oder das gemeinsame Erklimmen

der höchsten Gipfel planen!

www.canikur.de


„Es geht mir

besser, wenn

ich weiß, dass

alles okay ist“

Wenn Clara morgens das Haus verlässt,

bleiben zwei Tiere zurück, die ihren Alltag

bestimmen. Zu Hause wartet Dackel

Hermann auf dem Sofa. Wenige Kilometer

weiter steht ihre Stute Nika im Stall. Zwischen

Arbeit, Fahrten und festen Abläufen

versucht Clara, beiden gerecht zu werden.

Dabei hilft ihr vor allem eins: das beruhigende

Gefühl, zwischendurch nachsehen

zu können, ob alles in Ordnung ist.

Redaktion Leonie Zell

Der Tag von Clara beginnt früh. Erst kümmert sie

sich um ihren Hund Hermann, danach fährt

sie in den Stall zu ihrer Stute Nika. Zwischen

Wohnung, Büro und Reitstall bleibt oft wenig

Zeit. Trotzdem will sie wissen, ob es ihren

Tieren gut geht. „Es geht mir besser, wenn ich

weiß, dass alles okay ist“, sagt sie. Zu Hause hilft ihr dabei eine

Kamera im Wohnzimmer. Hermann bleibt dort mehrere Stun-


Fotos: privat

den allein, wenn Clara arbeitet oder unterwegs ist. Früher hat

sie sich oft gefragt, ob er unruhig wird oder bellt. Heute reicht oft

ein kurzer Blick in die App. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich

sehe, dass er entspannt in seinem Bettchen schläft“, erzählt sie,

„das gibt mir ein gutes Gefühl.“ Mit der Zeit hat Clara gemerkt,

dass die Kamera ihr nicht nur Sicherheit gibt, sondern auch

hilft, Hermann besser zu verstehen. Sie sieht, wann er wirklich

entspannt ist, wie lange er schläft und ob bestimmte Situationen

ihn stressen. Vor allem an Tagen mit viel Lärm im Haus oder

wenn Handwerker im Gebäude sind, schaut sie häufiger nach

ihm. „Früher dachte ich oft, dass er wahrscheinlich die ganze

Zeit wartet oder unruhig ist. Dabei schläft er meistens einfach

tief und fest.“ Das nimmt ihr viel Unsicherheit im Alltag. Über

die Audiofunktion der Kamera spricht sie manchmal direkt mit

ihm. „Ich habe das Gefühl, dass es ihn beruhigt. Meistens legt er

sich nach ein paar Worten direkt wieder in sein Körbchen.“ Gerade

in stressigen Momenten hilft ihr das. Vor allem dann, wenn

Hermann auf Geräusche reagiert oder plötzlich anfängt, nervös

herumzulaufen. Für Clara ersetzt die Kamera jedoch keine Betreuung.

„Ich will ihn nicht überwachen. Ich will nur merken,

wenn etwas anders ist als sonst“, sagt sie.

Im Stall nutzt sie ebenfalls eine Kamera. Dort jedoch aus anderen

Gründen. Bei ihrer Stute Nika achtet Clara stärker auf Veränderungen

im Verhalten, besonders nachts oder bei Wetterumschwung.

Nach einer Kolik vor einigen Monaten wurde ihr

wichtig, früh reagieren zu können, wenn das Pferd unruhig wirkt

oder sich ungewöhnlich verhält. „Seitdem schaue ich genauer

hin. Vor allem nachts beruhigt mich das“, sagt sie.

Im Stall gelten andere Bedingungen als zu Hause. Das WLAN

reicht oft nicht bis zu den Boxen oder zur Koppel. Deshalb nutzt

Clara dort ein Modell mit LTE-Verbindung. Die Kamera läuft unabhängig

vom Stallnetzwerk und bleibt auch erreichbar, wenn

der Router mal ausfällt. Für sie zählt dabei weniger technische

Ausstattung als Verlässlichkeit. Das Bild muss stabil übertragen

werden und Bewegungen müssen klar erkennbar sein – vor allem

nachts.

Für Clara geht es nicht darum, ihre Tiere zu überwachen. Die

Kameras geben ihr Sicherheit in einem Alltag, der sich auf mehrere

Orte verteilt. „Ich kann nicht überall gleichzeitig sein, aber

ich sehe sofort, wenn etwas nicht stimmt“, sagt sie. Genau das

nimmt ihr im Alltag spürbar Druck..


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instagram.com/

parma.voll.verdackelt

Fotos: privat

Klein, aber oho!

Parma ist ein Kaninchen-Rauhaardackel, sechs Jahre alt und mit nur 3,4 Kilo auffallend klein.

In Tinas Familie ist sie längst mehr als ein Haustier. Sie ist „Kind Nummer drei“. Im Interview

erzählt Tina, wie Parma in ihr Leben kam, über ihren gemeinsamen Alltag zwischen Arbeit,

Spiel und festen Routinen, aber auch über Gesundheit, Physiotherapie und Ernährung.

Redaktion Emma Howe


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Liebe Tina, bitte stelle uns Parmi kurz vor.

Parma, Spitzname Parmi, ist ein Kaninchen-

Rauhaardackel und sechs Jahre alt. Sie ist sehr

klein und wiegt nur 3,4 Kilo. Man sagt ja, das

letzte Kind hat immer Fell. Das ist bei uns auch

so. (lacht) Parmi ist ein vollwertiges Familienmitglied,

Kind Nummer drei sozusagen. Sie gehört

einfach dazu und wird auch genau so behandelt.

Welche drei Eigenschaften beschreiben Parmi

am besten?

Sie ist intelligent, witzig, und viele sagen ja, Dackel

sind stur. Das sind sie aber nicht. Sie wissen

nur genau, was sie wollen, und können das deutlich

sagen. Das ist bei ihr besonders ausgeprägt.

Sie hat eine sehr gute Körpersprache, man versteht

sie wirklich gut. Und sie ist einfach zuckersüß.

Sie schafft es immer wieder, einen zum Lächeln

zu bringen.

Wie ist sie in dein Leben gekommen?

Sie kam aus Russland zu einer Züchterin hier in

der Nähe von Berlin und sollte eigentlich Nachwuchs

bekommen. Die Züchterin hat dann gemerkt,

sie ist zu klein zum Züchten. Dann sind

wir hingefahren, haben sie kennengelernt und

direkt mitgenommen. Das war Liebe auf den ersten

Blick. Es hat einfach sofort gepasst.

Was macht sie für dich so besonders?

Das ist schwer in ein, zwei Sätzen zu sagen. Sie

ist einfach ein Seelenhund. Obwohl sie ihren

eigenen Charakter hat und kein klassischer Kuschelhund

ist, ist sie unglaublich besonders. Sie

hört super, ist sehr kooperativ und man kann sie

überall mit hinnehmen. Klar, auch wegen ihrer

Größe, aber auch vom Wesen her. Sie ist geduldig

und macht alles toll mit, ohne dass man das

Gefühl hat, sie ist gestresst. Unser Alltag ist durch

sie bereichert.

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Wir stehen ganz normal auf und gehen arbeiten.

Parmi bleibt vormittags auch mal allein und genießt

ihre Ruhe. Das klappt sehr gut. Mittags bin

ich wieder da und dann zeigt sie mir sofort: „So,

Frauchen, jetzt warst du weg, ich war brav, aber

jetzt wird gespielt“, und das am liebsten den ganzen

Nachmittag mit dem Ball im Garten. Spazieren

gehen wir natürlich auch. Der Nachmittag

gehört Parmi. Überall, wo ich hingehe, ist sie mit

dabei.

Parmi geht öfter aufs Laufband. Wie kam es

dazu?

Das wurde von der Physiotherapeutin empfohlen.

Dackel müssen ihre Muskulatur stärken, um

Bandscheibenproblemen vorzubeugen. Das ist

bei der Rasse einfach ein Thema. Wir haben ein

Laufband zu Hause, also nutzen wir das gemeinsam.

Mal geht Parmi rauf, mal ich. (lacht)

Wie hast du sie daran gewöhnt?

Sie ist sehr kooperativ und sie vertraut mir. Wenn

ich sage, geh da drauf, dann macht sie das. Am

Anfang habe ich sie begleitet, auch mit Leine,

aber das ging wirklich schnell. Alles, was Sinn

macht und was ich wirklich möchte, macht sie

mit. Das ist bei ihr einfach so. Wir haben da einen

guten Draht zueinander.

Mit welcher Geschwindigkeit läuft sie?

Mit 1,5 Kilometern pro Stunde. Zwei habe ich

mal ausprobiert, das klappt aber nicht. Draußen

läuft sie etwas schneller, aber auf dem Band passt

das so für sie.

Wie oft und wie lange trainiert Parmi?

Zwischen zehn und 20 Minuten, etwa zweimal

die Woche. Im Sommer eher weniger, da sind

wir viel draußen unterwegs. Aber Parmi hat eine

Winterallergie (lacht) und mag keine Kälte. Deshalb

kommt das Laufband vor allem im Winter

häufiger zum Einsatz.

Warum seid ihr eigentlich zur Physiotherapie

gegangen?

Parmi hat plötzlich angefangen zu hopsen, hinten

rechts. Das wollte ich abklären lassen. Dabei

haben wir gemerkt, dass sie im Rückenbereich

manchmal verspannt ist. So sind wir zur Physiotherapie

gekommen und auch dort geblieben. Es

ist einfach sinnvoll, da früh vorzubeugen.

Ihr nutzt auch ein spezielles Massagegerät für

Parmi. Warum?

Das habe ich mir ausgedacht, weil sie sich nicht

so gern mit den Händen massieren lässt, es aber

wichtig für die Durchblutung ist. Mit dem Gerät

lässt sie es zu und genießt es auch. Das ist ein guter

Kompromiss für uns beide.

Was hast du von Parmi gelernt?

Geduld und Ruhe. Nicht alles muss sofort funktionieren.

Wir gehen gemeinsam langsamer

durchs Leben. Das hat sich wirklich verändert.

Außerdem hatte ich früher Angst vor großen

Hunden. Dank Parmi kann ich Hunde heute

viel besser lesen und habe keine

Angst mehr vor ihnen. Das hat sie

mir wirklich beigebracht.

Achtest du bei ihrer

Ernährung

auf etwas Bestimmtes?

Ja, auf

jeden

Fall.

Hochwertiges Futter und eine möglichst konstante

Ernährung sind uns wichtig. Parmi bekommt

seit vier Jahren die gleiche Marke. Aktuell

müssen wir etwas umstellen, da sie mit

Sodbrennen und Bauchschmerzen zu kämpfen

hat. Wir testen gerade, was sie am besten verträgt.

Dazu kommen Nahrungsergänzungen

für Gelenke und Darm. Gesundheit ist für mich

ganzheitlich wichtig, auch durch meinen Beruf

als Hebamme. Und das hört bei Parmi natürlich

nicht auf.

Du teilst unter @parma.voll.verdackelt euren

Alltag auf Instagram. Wie kam es dazu?

Ich hatte vorher gar nichts mit Instagram zu tun.

Mein Sohn meinte dann vor Jahren: „Mama,

Parmi ist so süß, das müssen wir mit der Welt

teilen.“ Also hat er mir einen Account eingerichtet.

Ich habe mich reingefuchst und es lief

gut an. Der Fokus war immer Parmi. Seit sie

„spricht“, ist es noch mal deutlich gewachsen,

vor allem im deutschsprachigen Raum.

Was möchtest du damit erreichen?

Einfach Spaß. Die Menschen, die uns folgen,

sollen kurz den oft schwierigen Alltag vergessen

können und lächeln. Das erleben wir auch

draußen. Viele Menschen freuen sich einfach,

wenn sie Parmi sehen. Genau das möchte ich

auch online erreichen. Einfach diesen kleinen

Moment, in dem man kurz lächelt.

Was wünschst du dir für eure Zukunft?

Dass Parmi ganz lange gesund bei uns bleibt.

Am besten 20 Jahre oder mehr. Dafür tue ich

alles, was ich kann..


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Foto: privat

Unser Alltag mit Milo und Lotti

Wenn Gäste bei Hanna und Paul klingeln, hören sie es schon hinter der Tür. Ein kurzes Bellen,

dann wird geöffnet. Corgi Milo drängt sich nach vorne, freundlich und hinter ihm, etwas ruhiger,

beobachtet Katze Lotti das Geschehen mit wachem Blick aus sicherer Entfernung.

Die Wohnung wirkt für jeden

sofort vertraut. Warmes

Licht, ein Holzboden,

ein Sofa, das benutzt wird.

„Hier wird gewohnt, nicht

ausgestellt“, sagt Paul.

Und mit Hund und Katze heißt das auch,

dass sich Spuren nicht vermeiden lassen.

Haare gehören dazu. Überall. Auf dem

Boden sammeln sich die von Milo, eher

grob und gut sichtbar. Auf dem Sofa und

den Decken liegen Lottis feine Haare, die

man oft erst sieht, wenn das Licht schräg

einfällt. Auf dunkler Kleidung sind sie aber

sofort da. „Morgens ziehe ich mich an und

sehe direkt die ersten Haare“, sagt Hanna.

„Abends sieht es dann entsprechend aus.“

Paul kennt das auch. „Du setzt dich einmal

hin und nimmst direkt wieder etwas mit.“

Ihr Alltag ist darauf eingestellt. Nicht perfekt,

sondern durchdacht. Sie warten nicht,

bis es zu viel wird. Sie gehen regelmäßig

durch die Räume. Kurz, aber gezielt.

Der Boden im Wohnzimmer wird fast täglich

abgesaugt. Besonders die Stellen, an

denen Bruno liegt. Vor dem Sofa, neben

Redaktion Leonie Zell

dem Tisch, an der Tür – dort sammelt sich

das meiste. Die Polster kommen mehrmals

die Woche dran. Kissen, Decken, auch mal

die Rückenlehne. „Man merkt schnell, wo

sich die Haare festsetzen“, sagt Hanna.

„Wenn du da dranbleibst, bleibt es überschaubar.“

Der Staubsauger ist dabei kein großes

Thema, sondern Teil der Routine. Er steht

griffbereit. Kein Aufbauen, kein langes

Vorbereiten – einschalten, durchgehen,

fertig. Wichtig ist für beide, wie er arbeitet.

Im Inneren sammelt sich alles im Wasser:

Haare, Staub und auch feine Partikel.

Nichts fliegt wieder zurück in den Raum.

„Früher hast du nach dem Saugen oft

diesen Geruch gehabt“, sagt Paul. „So ein

trockener Staubgeruch. Das ist jetzt weg.“

Hanna ergänzt: „Die Luft fühlt sich klarer

an. Gerade wenn du öfter saugst, merkst

du den Unterschied.“ Beim Ausleeren wird

sichtbar, was sich gesammelt hat: Wasser,

in dem sich Haare und feiner Schmutz gebunden

haben. „Das sieht man sonst nie

so deutlich“, sagt sie. „Und genau das war

vorher im Raum.“

Milo bringt täglich Neues mit rein. Nach

dem Spaziergang bleiben kleine Reste von

draußen im Fell hängen. Wenn er sich schüttelt,

verteilt sich alles. Lotti dagegen verliert

konstant feine Haare. Sie legt sich bevorzugt

auf weiche Flächen – Sofa, Decke und frisch

gewaschene Kleidung. „Sie hat ein Talent

dafür, genau die Sachen zu erwischen, die

sauber sind“, sagt Hanna und lacht.

Neben dem Saugen gehört auch Bürsten

dazu. Milo wird regelmäßig draußen gebürstet.

Das reduziert die Menge im Innenraum

spürbar. Lotti lässt sich nur dann bürsten,

wenn sie es selbst will. Meist kurz, dann

reicht es ihr. „Man passt sich an“, sagt Paul.

„Es bringt nichts, dagegen zu arbeiten.“

Was auffällt, ist die Gelassenheit der Beiden.

Kein ständiges Hinterherräumen, kein Perfektionsanspruch.

Sie haben ihren Rhythmus

gefunden. Kurz saugen, Flächen im

Blick behalten und die Kleidung vor dem

Rausgehen checken. „Es geht nicht darum,

dass alles perfekt ist“, sagt Hanna. „Es soll

sich gut anfühlen.“ Und das tut es. Trotz

Haaren – oder vielleicht genau deshalb..


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„Katzen leiden

oft still an Arthrose“

Viele Katzenhalter gehen davon aus, dass ein steifer Gang oder Bewegungseinschränkungen

schlicht zum Altern gehören. Doch Alter an sich ist keine Krankheit. Häufig stecken Schmerzen

dahinter, etwa durch die Gelenkerkrankung Arthrose. Gerade weil Katzen Schmerzen gut verbergen,

werden erste Anzeichen oft übersehen oder als normale Alterserscheinung fehlinterpretiert.

Wie sich Arthrose bemerkbar macht, welche Warnsignale Halter ernst nehmen sollten und warum

Veränderungen im Verhalten nicht automatisch „normales Altern“ bedeuten, erklärt Dr. Charlotte

Reimann, Fachärztin für Innere Medizin der Kleintiere bei Zoetis Deutschland, im Interview.

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit

umgesetzt.

Frau Dr. Reimann, was genau ist eigentlich

Arthrose?

Arthrose ist eine chronische und fortschreitende

Gelenkerkrankung. Dabei baut sich

der Knorpel im betroffenen Gelenk nach und

nach ab. Das führt zu Schmerzen, Entzündungen

und Bewegungseinschränkungen.

Die Erkrankung entwickelt sich oft langsam

und die Anzeichen sind nicht immer eindeutig.

Viele Katzenhalter interpretieren erste

Symptome wie Trägheit, häufigeres Liegen

oder das Meiden von Treppen als normales

Altern. Studien zeigen jedoch, dass rund 40

Prozent aller Katzen im Laufe ihres Lebens

von Arthrose betroffen sind.¹ Bei Katzen über

zwölf Jahre lassen sich sogar bei neun von

zehn Tieren im Röntgenbild Anzeichen einer

Arthrose erkennen.² Ursachen können Übergewicht,

Fehlbelastungen oder die alltägliche

Abnutzung der Gelenke sein. Auch frühere

Verletzungen, angeborene Fehlstellungen

oder Erkrankungen der Gelenke können das

Risiko erhöhen. Trotz der hohen Zahl betroffener

Tiere wird Arthrose bei Katzen noch

immer häufig unterschätzt oder erst spät

erkannt. Viele Menschen bringen Gelenkerkrankungen

eher mit Hunden in Verbindung

und rechnen bei Katzen nicht damit, dass

chronische Schmerzen hinter Verhaltensänderungen

stecken können.

Woran erkennt man, ob es sich um Alterserscheinungen

oder eine Erkrankung handelt?

Die Unterscheidung fällt oft schwer, weil Katzen

Schmerzen selten direkt zeigen. Natürlich

verändert sich das Verhalten im Laufe der

Jahre. Wenn eine zuvor aktive Katze plötzlich

zögert aufzustehen, weniger springt oder sich

zurückzieht, sollten Halter aufmerksam werden.

Typische Hinweise sind Schwierigkeiten

beim Treppensteigen, weniger Bewegung,

vermehrtes Schlafen oder Probleme bei der

Fellpflege. Manche Katzen vermeiden bestimmte

Bewegungen komplett oder ziehen

sich häufiger an ruhige Orte zurück. Auch

Veränderungen im Sozialverhalten können

auffallen. Einige Tiere reagieren empfindlicher

auf Berührungen oder wirken gereizter

als sonst. Andere spielen weniger oder verlieren

sichtbar an Bewegungsfreude. Viele Katzen

bewegen sich insgesamt vorsichtiger und

vermeiden hohe Sprünge. Manche verändern

sogar ihre Schlafposition oder brauchen

länger, um sich nach Ruhephasen wieder zu

bewegen. Solche Veränderungen entwickeln

sich meist schleichend und werden deshalb

leicht übersehen. Gerade deshalb lohnt es

sich, auch kleine Veränderungen im Alltag

bewusst wahrzunehmen.


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Welche Mythen halten sich besonders

hartnäckig rund um ältere Katzen?

Viele Halter sagen: „Sie ist halt alt und deshalb

faul.“ Oder: „In dem Alter lohnt sich

eine Behandlung nicht mehr.“ Diese Aussagen

stimmen so nicht. Hinter vermeintlicher

Faulheit steckt oft Schmerzvermeidung.

Verhaltensänderungen sind häufig

ein Zeichen von Unwohlsein. Ein weiterer

Irrglaube ist, dass Arthrose nur sehr alte

Katzen betrifft. Tatsächlich können auch

jüngere Tiere erkranken, etwa nach Verletzungen

oder bei Fehlbelastungen der Gelenke.

Viele Menschen denken außerdem,

dass man bei Arthrose nichts tun kann oder

dass Schmerzen im Alter eben dazugehören.

Dabei gibt es heute verschiedene Möglichkeiten,

Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit

zu unterstützen. Ziel ist immer,

der Katze möglichst viel Lebensqualität und

Aktivität zurückzugeben. Viele Tiere wirken

nach Beginn einer geeigneten Behandlung

wieder deutlich beweglicher, interessierter

und aktiver im Alltag. Auch die Beziehung

zwischen Tier und Halter kann sich dadurch

wieder entspannen, weil die Tiere weniger

gereizt sind und/oder sich weniger isolieren.

Was können Katzenhalter konkret tun,

um Gelenkerkrankungen vorzubeugen

oder das Fortschreiten zu verlangsamen?

Gezielte Bewegungsanreize helfen dabei,

die Mobilität zu fördern und die Muskulatur

zu stärken. Geeignet sind langsame

Lockspiele am Boden oder kleine Bewegungsübungen

wie ein ruhiger Slalom um

Möbelstücke. Auch das Übersteigen flacher

Hindernisse kann unterstützen. Wichtig ist,

dass die Katze ihr eigenes Tempo bestimmt

und keine Sprünge aus großer Höhe machen

muss. Ebenso wichtig ist ein gesundes

Körpergewicht, denn Übergewicht belastet

die Gelenke zusätzlich. Hilfreich können

außerdem kleine Anpassungen im Alltag

sein, zum Beispiel flache Einstiegsmöglichkeiten,

rutschfeste Unterlagen oder leicht

erreichbare Lieblingsplätze. Viele Katzen

profitieren auch davon, wenn Futter-, Wasser-

und Schlafplätze ohne große Sprünge

erreichbar sind. Ein warmer, gut erreichbarer

Schlafplatz entlastet zusätzlich die Gelenke.

Auch Omega-3-Fettsäuren können

sinnvoll sein, da sie entzündungshemmend

wirken und die Beweglichkeit unterstützen.

Entscheidend ist vor allem, die Katze nicht

zu überfordern und Bewegungen positiv in

den Alltag einzubauen.

Was raten Sie Katzenhaltern, wenn sie

trotzdem noch unsicher sind?

Niemand kennt die eigene Katze besser als

die Tierhalter selbst. Wenn man das Gefühl

hat, das eigene Haustier ist nicht mehr ganz

das Alte, sollte man ganz genau hinschauen,

am besten gemeinsam mit dem Tierarzt.

Gerade weil sich Arthrose oft schleichend

entwickelt, werden erste Veränderungen im

Alltag leicht übersehen oder unterschätzt.

Dabei können schon kleine Verhaltensänderungen

wichtige Hinweise liefern. Ein

!

erster Schritt kann zusätzlich die Zoetis-

Checkliste für Arthrose-Anzeichen sein,

mit der man vorab eine Selbsteinschätzung

vornehmen kann. Vielen Haltern hilft

es außerdem, Veränderungen über einen

längeren Zeitraum bewusst zu beobachten

oder kurze Videos vom Bewegungsverhalten

ihrer Katze aufzunehmen. Solche Eindrücke

können auch für die tierärztliche

Einschätzung hilfreich sein. Bei einem Verdacht

sollte man nicht zögern und eine Praxis

aufsuchen. Denn je früher die Diagnose

gestellt wird, desto besser lassen sich arthrosebedingte

Schmerzen behandeln und

lässt sich die Lebensqualität erhalten beziehungsweise

zurückgewinnen. Viele Katzen

profitieren deutlich von einer frühzeitigen

und individuell angepassten Behandlung

und gewinnen dadurch wieder mehr Bewegungsfreude

im Alltag zurück..

Bilder: Christopher Schruff (Header), privat

(Dr. Charlotte Reimann), HCMP (Grafik)

Quellen: 1 Enomoto, M. et al., Vet Rec, 2019.

2

Hardie, EM, et al. J Am Vet Med Assoc, 2002.

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Sie, ob Ihre Katze Anzeichen

für Gelenkbeschwerden

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5 ANZEICHEN FÜR ARTHROSE BEI KATZEN

Diese Signale können auf arthrosebedingte Schmerzen hinweisen:

1

Springt seltener

aufs Sofa

2

Hat Probleme beim

Treppensteigen

3

Ruht sich häufiger

aus, schläft mehr

4

Putzt sich nicht

mehr richtig

5

Ist ungewohnt

aggressiv

Betroffene Katzen

springen weniger oder

gar nicht mehr auf

erhöhte Flächen.

Treppen werden

gemieden oder nur

noch zögerlich

bewältigt.

Mehr Ruhephasen

und vermehrtes

Schlafen können ein

Hinweis sein.

Schmerzen können

dazu führen, dass

die Fellpflege

nachlässt.

Schmerzen können

zu Reizbarkeit oder

Aggression gegenüber

anderen führen.

Wenn Sie solche Veränderungen bei Ihrer Katze bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt. Je früher Arthrose erkannt wird,

desto besser kann Ihrer Samtpfote geholfen werden. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Website

www.zoetispets.com.


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instagram.com/

drei_katzenleben

Fotos: privat

Drei Samtpfoten,

drei Geschichten, ein

gemeinsames Zuhause

Um kurz vor sechs beginnt Sabrinas Tag. Noch bevor der Wecker klingelt, sitzt Maja neben

ihrem Kopfkissen und schaut sie an. Nala wartet schon im Türrahmen und Emil liegt noch

im Körbchen. Alle drei stammen aus dem Tierschutz, und Sabrina erzählt, wie aus vorsichtigen

ersten Schritten Vertrauen wurde, wie ihr Alltag mit den Tieren aussieht und warum

sie sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen kann.

Liebe Sabrina, du lebst mit zwei Katzen und

einem Kater zusammen. Wie kam es dazu?

Geplant war das nicht. Ich wollte zuerst nur einer

Katze aus dem Tierschutz ein Zuhause geben.

Dann kam Maja. Sie war damals acht Jahre

alt, dünn, misstrauisch und sehr still. Zwei

Jahre später zog Emil ein. Er war ein Fundkater

mit verletztem Bein. Und dann kam Nala. Sie

Redaktion Leonie Zell

war ein Kitten aus einer Beschlagnahmung.

Heute leben hier drei Katzen, und jede hat

ihre eigene Geschichte. Manchmal denke ich,

sie haben mich ausgesucht, nicht umgekehrt.

Erzähl uns mehr von Maja.

Maja ist meine Seniorin. Sie ist jetzt zwölf. Sie

ist getigert mit viel Braun und dunklen Streifen,

dazu ein ruhiger, klarer Blick. Sie kam

aus einem Haushalt, in dem man sie vernachlässigt

hatte. Verfilztes Fell, schlechte

Zähne, große Angst vor Händen. Wenn ich

mich ihr genähert habe, ist sie unter das

Sofa gekrochen. Ich habe sie die ersten

Wochen kaum gesehen. Ich habe ihr Futter

hingestellt, leise mit ihr gesprochen und sie


19

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in Ruhe gelassen. Der erste große Moment

kam nach fast drei Monaten. Ich saß abends

auf dem Boden und habe gelesen. Maja

kam aus dem Flur, setzte sich ein Stück entfernt

hin und sah mich an. Ich habe mich

nicht bewegt. Am nächsten Abend kam sie

näher. Irgendwann lag sie neben meinem

Bein. Heute schläft sie jede Nacht an meiner

Seite. Sie sucht Nähe auf ihre Art. Wenn

sie dir vertraut, bleibt sie.

Und Emil?

Emil ist genau das Gegenteil. Er ist schwarz

mit weißer Brust und weißen Pfoten, jetzt

sechs Jahre alt und hat sehr viel Energie.

Man hat ihn verletzt auf einem Parkplatz

gefunden. Sein rechtes Hinterbein war gebrochen.

Der Tierschutz hat ihn operiert.

Als ich ihn kennengelernt habe, trug er

noch einen Verband und wollte trotzdem

sofort los. Emil bringt Tempo rein. Er klaut

Socken, wirft Spielmäuse in den Wassernapf

und steht bei jedem Geräusch an der

Tür. Er sucht Kontakt und geht direkt auf

Menschen zu. Gleichzeitig merkt er sofort,

wenn ich still werde. Dann kommt er, legt

sich zu mir und bleibt, bis ich wieder ruhiger

bin.

Nala ist die Jüngste?

Ja, Nala ist vier. Sie kam mit mehreren Katzen

aus einer schlechten Haltung. Zu viele

Tiere, zu wenig Platz und kaum Pflege. Sie

war damals sechs Monate alt und kannte

fast nichts. Kein Spielzeug, keine festen

Mahlzeiten, keine Ruhe. Sie hat alles gefressen,

was sie gefunden hat. Heute ist

sie aufmerksam und schnell. Sie beobachtet

viel, merkt sich Abläufe und reagiert

sofort, wenn sich etwas ändert. Sie öffnet

Schranktüren, prüft jede neue Situation

und braucht klare Strukturen: feste Zeiten,

klare Plätze und ruhige Abläufe. Dann ist

sie ausgeglichen und fühlt sich sicher.

Wie sieht ein normaler Tag mit drei Samtpfoten

aus?

Mein Tag beginnt nicht mit dem Wecker,

sondern mit Maja. Sie setzt sich meistens

um kurz vor sechs neben mein Kopfkissen

und starrt mich an. Kein Miauen, nur Blickkontakt.

Wenn ich mich nicht bewege, tippt

sie mit der Pfote an meine Decke. Nala wartet

im Türrahmen. Sie wirkt immer so, als

hätte sie die Nachtschicht geleitet und müsse

jetzt Bericht erstatten. Emil ist nicht so

der Frühaufsteher. Dann gibt es Frühstück.

Danach öffne ich die Fenster mit Sicherung.

Die drei sitzen dann auf der Fensterbank.

Maja schaut ruhig hinaus. Emil kommentiert

Vögel und Nala jagt am liebsten Lichtpunkte

an der Wand. Tagsüber arbeite ich

viel von zu Hause. Das ist schön, aber nicht

immer leicht. Emil legt sich gern auf meine

Tastatur, während Nala schläft – in Kartons,

auch in viel zu kleinen. Maja liegt in ihrem

Körbchen neben dem Schreibtisch. Sie will

nicht auf den Schoß, aber sie will in meiner

Nähe sein. Abends gibt es Spielzeit. Das ist

fest eingeplant. Emil und Nala lieben Angelspiele.

Maja mag kleine Stoffbälle und

langsame Bewegungen. Danach gibt es Futter

und dann Ruhe. Gegen zehn wird es hier

still. Dann liegen alle irgendwo in meiner

Nähe.

Was fütterst du genau?

Hauptsächlich Nassfutter mit hohem

Fleischanteil. Ich achte darauf, dass Zucker,

Getreide und unnötige Zusätze nicht

drin sind. Maja bekommt zusätzlich eine

Zahnpflegepaste und weiche Sorten. Emil

bekommt abgewogene Portionen, weil er

sonst runder wird, als gut für ihn ist. Nala

bekommt Futter aufgeteilt in mehrere kleine

Mahlzeiten. Trockenfutter gibt es hier

nur als Leckerli oder fürs Suchspiel. Ich

verstecke ein paar Stücke in der Wohnung.

Das beschäftigt sie und macht allen dreien

Spaß. Wasser steht an mehreren Stellen. Ein

Napf in der Küche, einer im Wohnzimmer

und ein kleiner Trinkbrunnen im Flur. Emil

liebt den Brunnen. Nala trinkt gern aus einer

flachen Keramikschale. Maja trinkt nur,

wenn der Napf weit genug vom Futter entfernt

steht. Katzen haben da ihre eigenen

Regeln.

Gab es auch schon Krankheiten?

Ja, mit Tierschutzkatzen bekommst du oft

nicht nur Liebe, sondern auch Vorgeschichten.

Maja hatte starke Zahnprobleme. Mehrere

Zähne mussten raus. Das war teuer

und emotional hart, aber danach ging es

ihr viel besser. Sie fraß wieder mit Freude

und wurde aktiver. Emil hat wegen seines

alten Bruchs manchmal Probleme bei Wetterwechsel.

Dann springt er weniger und

schläft mehr. Ich habe Rampen und kleine

Trittstufen aufgestellt, damit er nicht überall

hochspringen muss. Nala hatte anfangs

Magenprobleme. Sie fraß hektisch und

erbrach öfter. Mit festen Zeiten, kleinen

Portionen und ruhiger Fütterung wurde es

besser. Außerdem reagiert sie auf manche

Futtersorten empfindlich. Ich führe deshalb

eine kleine Liste, was sie gut verträgt.

Wie viel kostet das Leben mit zwei Katzen

und einem Kater?

Mehr, als viele denken. Futter, Streu, Tierarzt,

Medikamente, Impfungen, Parasitenkontrolle,

Spielzeug, Kratzbäume. Ich

lege jeden Monat Geld für Tierarztkosten

zurück. Das ist für mich Pflicht. Gerade

bei älteren Katzen kommen Untersuchungen

dazu, wie Blutbild, Zähne, Schilddrüse

und Nierenwerte. Ich kaufe aber auch nicht

ständig neues Spielzeug. Kartons, Papierkugeln

und alte Stoffbänder reichen oft aus.

Aber bei Futter, Streu und Tierarzt spare ich

nicht. Gesundheit ist das A und O.

Wie ist die Beziehung der drei untereinander?

Sie sind kein Kuscheltrio. Das finde ich

wichtig zu sagen. Auf Fotos sieht man oft

Katzen, die eng zusammen schlafen. Meine

drei leben friedlich zusammen, aber jede

braucht ihren Raum. Maja ist die Chefin,

ohne laut zu sein. Sie geht langsam durch

den Raum, und die anderen machen Platz.

Emil versucht manchmal, sie zum Spielen

zu bringen. Dann bekommt er einen Blick

von ihr, und die Sache ist beendet. Nala und

Emil spielen oft zusammen. Sie jagen sich

durch den Flur, springen auf den Kratzbaum

und tun so, als wäre die Wohnung ein

Abenteuerpark. Manchmal kippt das Spiel,

dann trenne ich sie kurz. Sie fressen auch

getrennt. Jeder hat seinen Platz. Das verhindert

Stress. Es gibt vier Katzenklos für die

drei. Auch das hilft. Bei Katzen ist Frieden

oft eine Frage von genug Ressourcen.

Was haben die drei an dir verändert?

Sie haben mich geduldiger gemacht. Früher

wollte ich schnelle Lösungen. Bei Katzen

geht das nicht. Du kannst Vertrauen nicht

erzwingen. Du kannst nur zeigen, dass du

verlässlich bist. Maja hat mir gezeigt, wie

leise Nähe sein kann. Emil erinnert mich

jeden Tag daran, dass Freude oft in kleinen

Dingen liegt. Nala zeigt mir, wie viel Kraft in

einem Tier steckt, das schlechte Erfahrungen

gemacht hat und trotzdem wieder neugierig

wird. Sie geben meinem Alltag Struktur.

Ich stehe auf, weil sie mich brauchen.

Ich mache Pausen, weil Emil sonst auf meiner

Tastatur liegt. Ich lache mehr. Ich bin

seltener allein, auch wenn ich allein wohne.

Gibt es schwierige Seiten?

Ja, natürlich. Wenn ich sagen würde, dass

alles immer total toll ist, wäre das gelogen.

Oft herrscht richtiges Chaos – überall Haare,

Katzenstreu im Flur, Tierarzttermine, die

stressig sind, Nächte, in denen jemand erbricht,

oder Sorgen, wenn es einem der drei

nicht gut geht. Und natürlich kann ich auch

nicht so spontan sein wie andere. Ich kann

nicht einfach wegfahren, sondern brauche

immer eine verlässliche Betreuung. Jemand

muss zweimal täglich kommen, füttern,

Klos reinigen, Medikamente geben und

schauen, ob es allen gut geht. Auch die Anfangszeit

war nicht so leicht. Maja hat lange

gebraucht, Nala hatte Futterneid und Emil

wollte zu schnell zu viel Kontakt. Ich musste

lernen, nicht alles persönlich zu nehmen.

Wenn eine Katze faucht, heißt das nicht,

dass sie dich nicht mag. Es heißt oft: Das ist

mir zu nah.

Was war bisher dein schönster Moment?

Bei Maja war es der Tag, an dem sie das erste

Mal geschnurrt hat, während ich sie gestreichelt

habe. Ich hatte Tränen in den Augen,

weil ich wusste, wie groß dieser Schritt für

sie war. Bei Emil war es nach seiner Operation.

Er durfte wieder ohne Verband laufen.

Er machte drei tapsige Schritte, sah mich

an und warf sich dann auf den Rücken. Als

wollte er sagen: Siehst du, ich bin wieder da.

Bei Nala war es ein Abend im ersten Jahr. Sie

lag auf dem Sofa, ganz ausgestreckt, Bauch

nach oben. Das machen Katzen nur, wenn

sie sich sicher fühlen. Ich habe sie nicht angefasst.

Ich habe nur geschaut und gedacht:

Jetzt bist du angekommen.


20

Was würdest du Menschen sagen, die eine

Katze aus dem Tierschutz aufnehmen wollen?

Geh offen rein und such nicht nur nach der

schönsten oder jüngsten Katze. Frag nach

Charakter, Vorgeschichte und Bedürfnissen.

Manche Katzen brauchen Ruhe, manche

brauchen Katzengesellschaft, manche brauchen

Medikamente und manche passen

nicht in einen Haushalt mit Kindern oder

Hunden. Plane Zeit ein. Die ersten Wochen

sagen nicht alles. Eine Katze, die sich im

Tierheim versteckt, kann zu Hause aufblühen.

Eine Katze, die sofort schmust, kann

später Grenzen zeigen. Beides ist normal.

Mach deine Wohnung vorher bereit: mehrere

Schlafplätze, Kratzmöglichkeiten, sichere

Fenster, ruhige Futterplätze, genug Toiletten.

Und rechne mit Kosten. Liebe ersetzt keinen

Tierarzt!

Was geben dir Katzen, was Menschen dir

nicht geben?

Sie sind ehrlich. Eine Katze kommt nicht

aus Höflichkeit. Wenn Maja sich zu mir legt,

dann meint sie es so. Wenn Emil Nähe sucht,

dann jetzt, nicht später. Wenn Nala spielen

will, dann bringt sie mir ihre Angel und

schaut mich an, bis ich aufstehe. Sie holen

mich aus dem Kopf. Wenn ich grüble, macht

Emil Quatsch. Wenn ich zu lange arbeite,

setzt Maja sich neben mich. Wenn ich gestresst

bin, beobachte ich Nala beim Putzen

und werde ruhiger. Katzen verlangen nicht,

dass du perfekt bist. Sie brauchen Futter,

Pflege, Respekt und Geduld. Dafür geben sie

Nähe auf ihre Art. Das ist sehr viel.

Wie gehst du mit Angst oder Stress bei den

dreien um?

Ich beobachte genau. Frisst jemand schlechter?

Putzt sich jemand mehr? Zieht sich eine

Katze zurück? Gibt es Streit am Klo? Katzen

zeigen Stress oft leise. Bei Besuch bekommen

sie Rückzugsräume. Niemand darf sie hochheben.

Niemand darf sie bedrängen. Ich sage

Gästen klar: Lass die Katzen zu dir kommen.

Besonders Maja braucht das. Transportboxen

stehen immer offen in der Wohnung. Sie sind

mit Decken ausgelegt. So sind sie kein reines

Tierarztsymbol. Vor Terminen lege ich Leckerli

hinein. Das nimmt nicht allen Stress, aber es

hilft.

Wie sieht dein Zuhause durch die Katzen

aus?

Es ist katzengerecht. Nicht perfekt aufgeräumt,

aber durchdacht. Es gibt Kratzbäume, Wandliegen,

Höhlen, Körbchen, Kartons und Fensterplätze.

Meine Deko steht nicht mehr dort,

wo Nala sie testen kann. Pflanzen habe ich geprüft.

Giftige Pflanzen gibt es bei mir nicht. Ich

habe gelernt, dass eine Wohnung für Katzen

in die Höhe gehen muss. Regale, Kratzbaum,

sichere Fensterplätze. Das schafft Raum, auch

wenn die Wohnung nicht riesig ist.

Was war dein größter Fehler am Anfang?

Ich wollte zu schnell zu viel. Bei Maja dachte

ich anfangs: Sie muss doch merken, dass sie

sicher ist. Aber so funktioniert es nicht. Sicherheit

entsteht durch Wiederholung. Jeden Tag

gleich. Ruhig bleiben, nicht drängen, nicht

enttäuscht sein. Bei Nala habe ich am Anfang

unterschätzt, wie tief Futterstress sitzen kann.

Ich dachte, sie lernt schnell, dass genug da ist.

Aber ihr Körper kannte Mangel. Also brauchte

sie klare Portionen, feste Plätze und Ruhe.

Denkst du manchmal über eine vierte

Samtpfote nach?

Mein Herz sagt manchmal Ja. Mein Verstand

sagt Nein. Drei Katzen sind viel Verantwortung.

Ich kann jeder gerecht werden.

Das soll so bleiben. Mehr Tiere bedeuten

nicht automatisch mehr Glück. Es muss für

alle passen.

Was wünschst du dir für die drei?

Dass sie alt werden, dass sie gesund bleiben,

dass Maja noch viele ruhige Jahre hat, dass

Emil schmerzfrei bleibt und dass Nala ihre Sicherheit

nie wieder verliert.

Und ich wünsche mir, dass mehr Menschen

älteren Katzen, schüchternen Katzen und

Tierschutztieren eine Chance geben. Nicht

aus Mitleid, sondern weil sie wunderbare Begleiter

sind.

Was ist dein Fazit nach all den Jahren zu

viert?

Meine Katzen haben mein Leben kleiner und

größer gemacht. Kleiner, weil ich mehr plane,

weniger spontan bin und Verantwortung trage.

Größer, weil hier jeden Tag Leben ist. Drei

Persönlichkeiten, drei Geschichten, drei Wesen,

die aus schweren Starts kamen und heute

ein Zuhause haben. Ich habe sie gerettet, sagen

manche. Das klingt schön, aber es stimmt

nur halb. Sie haben auch mich verändert. Sie

haben aus meiner Wohnung ein Zuhause gemacht..


Kerngesundes

Katzenglück ...

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22

instagram.com/

nathan.goldblat

Foto: privat

„Veränderung passiert, wenn

wir gemeinsam handeln“

Nathan Goldblat nutzt Social Media als Werkzeug für Veränderung. Was als klassische

Creator-Karriere begann, wurde für ihn zu einer Mission. Er nutzt seine Reichweite und zeigt,

was in rumänischen Tötungsstationen passiert. Im Interview erklärt er, warum Kastration

der Schlüssel ist, weshalb Kritik ihn nicht bremst und was jeder Einzelne konkret tun kann.

Redaktion Emma Howe


Lieber Nathan, du bist als Content Creator gestartet.

Wann wurde Tierschutz für dich zum

zentralen Thema, und gab es einen Auslöser?

Zum zentralen Thema wurde es vor knapp zwei

Jahren. Tierschutz war aber eigentlich schon

immer ein Teil meines Lebens. Ich bin in einem

kleinen Dorf aufgewachsen, war viele Jahre im

Reiterhof und hatte ständig Tiere um mich herum.

Das war für mich lange einfach normal.

Dann kam eine Phase, in der ich sehr intensiv

Content gemacht habe und die Tiere nicht mehr

so präsent waren. Ende 2022 habe ich bewusst

mit Social Media aufgehört, weil mich vieles

daran gestört hat. Viel inhaltsloser Konsum, der

Menschen Zeit und Energie nimmt und ihnen

im Endeffekt nichts gibt. Ich bin dann für ungefähr

ein Jahr auf Weltreise gegangen und habe

kaum etwas gepostet. Ich habe einfach gelebt.

Und egal wo ich war, da waren Tiere. Weil ich

schon immer gerne mit Tieren zu tun hatte, war

ich auch dort wieder viel mit ihnen. Dabei habe

ich gemerkt, wie sehr mir das fehlt und wie sehr

mich das erfüllt. Gleichzeitig habe ich verstanden,

dass Social Media eben nicht nur negativ

ist, sondern auch ein Werkzeug sein kann. Ich

weiß, wie man Reichweite aufbaut und wie

man Menschen erreicht. Also nutze ich das jetzt

gezielt, um Themen voranzubringen, die mir

wichtig sind. Im Moment sind das vor allem Tiere,

aber grundsätzlich geht es mir darum, Social

Media sinnvoll zu nutzen und echten Mehrwert

zu schaffen.

Was treibt dich an, dranzubleiben, obwohl du

täglich Leid siehst?

Genau dieses Leid und vor allem die Tatsache,

dass man etwas verändern kann. Wir haben

zwei der größten privatisierten Tötungsstationen

in Rumänien schließen lassen. Das sind

Tausende Leben, die dadurch schon jetzt gerettet

wurden. Wenn man sieht, dass so etwas

möglich ist, dann stellt sich die Frage nicht

mehr, ob man weitermacht. Dann ist eher die

Frage, warum man es nicht tun sollte.

Du bist regelmäßig in rumänischen Tötungsstationen.

Was setzt dir dort am meisten zu,

und was unterscheidet die Realität von dem,

was viele hier glauben?

Am meisten haben mich die Welpen schockiert.

Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Und

der Zustand der Tiere insgesamt. Viele sind extrem

abgemagert und haben Verletzung. Man

sieht sofort, dass es ihnen schlecht geht. Was

man von außen oft nicht versteht, ist die Gesamtsituation.

Du bist dort und nimmst alles

gleichzeitig wahr. Du siehst die Tiere, du hörst

sie, du riechst es. Du bist komplett umgeben

von diesem Leid. Die Tiere wurden teilweise seit

Tagen nicht gefüttert,. Viele Hunde haben Angst

vor Menschen, andere suchen sofort Nähe und

Aufmerksamkeit, obwohl sie so schlechte Erfahrungen

gemacht haben.

Viele stellen sich vor, dass Hunde eingefangen

und dann getötet werden. Das ist schlimm,

aber die Realität davor ist oft noch viel brutaler.

Dieses dauerhafte Leid, dieses Warten, dieses

Ausgeliefertsein, das sieht man von außen nicht

und kann man sich auch nur schwer vorstellen,

wenn man nicht selbst dort war.

Du nutzt deine Reichweite gezielt für Aufklärung.

Was funktioniert und wo sind die Grenzen?

Am besten funktionieren klare Beweise. Bilder

und Videos, die zeigen, was wirklich passiert.

Dinge, die man nicht wegdiskutieren kann. Genau

das war am Ende auch entscheidend für die

Veränderungen, weil wir versteckte Aufnahmen

von einer Detektivin hatten und auf denen klar

zu sehen ist, wie illegal getötet wird und wie mit

den Tieren umgegangen wird. Die Grenze ist

die Aufmerksamkeit. Social Media ist voll und

die meisten Menschen nutzen es für schnellen

Konsum. Man konkurriert mit allem. Deshalb

muss man es schaffen, wirklich durchzukommen

und Menschen emotional zu erreichen,

sonst verpufft die Botschaft.

Wenn alle Deutschen

ein Jahr lang Hunde

aus dem rumänischen

Tierschutz adoptieren

würden, statt zu kaufen,

gäbe es keine rumänischen

Straßenhunde

mehr.

Hat deine Arbeit bereits konkret etwas verändert?

Ja, zwei große Tötungsstationen wurden bereits

geschlossen. Aber auch darüber hinaus hat sich

viel verändert. Vor Ort gibt es inzwischen deutlich

mehr Kontrollen. Die Polizei taucht unangekündigt

auf und überprüft die Zustände. Das

passiert jetzt schon und hat die Situation vor

Ort spürbar verbessert. Auch politisch hat sich

etwas bewegt. Durch den Druck und die Recherchen

wurden Themen überhaupt erst ernst

genommen.

Was wollt ihr politisch noch erreichen, und

warum ist Kastration dabei so entscheidend?

Das zentrale Ziel ist eine Gesetzesveränderung

– weg vom Töten hin zu flächendeckenden

Kastrationsprogrammen. Töten bekämpft nur

die Symptome. Die Population bleibt bestehen

oder wächst wieder nach. Kastration setzt an

der Ursache an und sorgt langfristig dafür, dass

weniger Tiere auf der Straße leben. Das zeigt

auch der Kostenvergleich: Laut einer Hochrechnung

von PETA wurden in Rumänien in

den vergangenen zehn Jahren rund 860 Millionen

Euro für das Töten von Straßenhunden

ausgegeben. Die Zahl der Straßenhunde hat dadurch

aber kaum abgenommen. Mit derselben

Summe hätte man alle Straßenhunde Rumäniens

mehrfach kastrieren können. Das Problem

hätte sich langfristig lösen lassen, ohne dass

Millionen Hunde sterben müssen. Kastration

ist deshalb nicht nur humaner, sondern auch

Mehr auf www.lebenmit.de/tiergesundheit | 23

deutlich effektiver und kostengünstiger. Damit

das erkannt und umgesetzt wird, braucht es

politischen Willen, aber vor allem Druck aus

der Bevölkerung. Wenn viele Menschen laut

werden, muss Politik reagieren. Genau daran

arbeiten wir auch auf EU-Ebene, indem wir

Forderungen gemeinsam mit NGOs und politischen

Vertretern formulieren und einbringen.

Was läuft deiner Meinung nach im Umgang

mit Haustieren falsch, und warum ist „Adoptieren

statt kaufen“ so wichtig?

Viele informieren sich zu wenig und treffen

Entscheidungen zu schnell. Ein Hund wird oft

angeschafft, ohne sich wirklich mit den Konsequenzen

auseinanderzusetzen. Adoptieren ist

deshalb so wichtig, weil jeder adoptierte Hund

einen Platz frei macht. Dadurch kann ein weiterer

Hund aus einer Tötungsstation, von der

Straße oder aus einem Tierheim nachrücken

und gerettet werden. Wenn alle Deutschen für

nur ein Jahr Hunde aus dem rumänischen Tierschutz

adoptieren statt kaufen würden, gäbe

es dort nach einem Jahr keine Straßenhunde

mehr. Das zeigt, wie groß der Einfluss individueller

Entscheidungen ist. Hinzu kommt, dass

es bereits unzählige tolle Hunde in nahezu allen

Rassen und jedem Alter gibt. Viele sitzen

in Tötungsstationen, leben auf der Straße oder

warten in Tierheimen auf ein Zuhause. Ja, die

Suche nach dem passenden Hund dauert bei

einer Adoption manchmal länger. Aber solange

Millionen Hunde ein Zuhause suchen oder

getötet werden, weil es zu viele gibt, halte ich es

für falsch, weiter Hunde zu züchten.

Was willst du in den nächsten Jahren erreichen?

Ich möchte dieses Modell weiterführen. Also

Social Media gezielt nutzen, um konkrete Veränderungen

zu erreichen und Themen wirklich

voranzubringen. Rumänien ist noch nicht abgeschlossen,

das läuft weiter. Gleichzeitig gibt

es viele andere Länder, in denen die Situation

ähnlich ist. Ein Beispiel ist Marokko. Dort ist

die Lage aktuell extrem kritisch, weil im Zuge

der WM geplant ist, Millionen Straßentiere zu

töten, um die Straßen für Touristen sauber zu

halten. Das zeigt, dass das Problem nicht auf

ein Land begrenzt ist und dass es noch viel zu

tun gibt.

Wenn du nur eine Botschaft mitgeben könntest,

welche wäre das, und was kann jeder

konkret tun?

Dass Veränderung möglich ist, wenn viele

Menschen gemeinsam handeln. Einzelne können

etwas bewegen, aber gemeinsam kann

man wirklich Druck aufbauen und Dinge verändern.

Jeder kann etwas tun. Inhalte teilen, kommentieren,

sich informieren und damit Reichweite

schaffen oder auch sich vegan ernähren. Das

rettet unendlich viele Tiere vor extrem viel Leid

und am Ende meistens auch dem Tod. Es gibt

auch konkrete Aktionen, wie das Kommentieren

bei politischen Akteuren oder das Versenden

von vorbereiteten Mails.Und im Alltag

geht es um bewusste Entscheidungen. Zum

Beispiel adoptieren statt kaufen. Jede einzelne

Entscheidung hat am Ende eine Wirkung..


24

Fotos: Jcomp

Vergesst uns bitte nicht

Wenn es dunkel wird, beginnt für viele Straßentiere der gefährlichste Teil des Tages. Hunde

streifen durch Hinterhöfe und Industriegebiete. Katzen klettern in Müllcontainer oder suchen

Schutz unter Autos. Manche tragen alte Verletzungen mit sich herum, andere sind krank,

ausgehungert oder voller Parasiten. Viele Jungtiere erleben ihren ersten Winter nicht.

Straßentiere gehören in vielen

Ländern Europas und darüber

hinaus zum Stadtbild.

Wer genauer hinsieht, erkennt

schnell, wie hart ihr Alltag ist.

Der Straßenverkehr, fehlende

medizinische Versorgung und Futtermangel

bestimmen ihr Leben. Verletzungen

bleiben unbehandelt, Krankheiten breiten

sich aus und viele Tiere sterben früh.

Nach Schätzungen von Tierschutzorganisationen

leben weltweit rund 200 Millionen

Hunde ohne festes Zuhause auf

der Straße.¹ Für Katzen liegen die Zahlen

noch höher. Allein in Süd- und Osteuropa

gibt es Millionen streunender Hunde und

Katzen. Gründe dafür sind unkontrollierte

Vermehrung, ausgesetzte Tiere, fehlende

Kastrationen und mangelnde Aufklärung.

Besonders sichtbar ist das Problem in Ländern

wie Rumänien, Bosnien-Herzegowina

oder der Türkei. In Rumänien leben laut

Tierschutzbund noch immer Hunderttausende

Straßenhunde.² Viele Kommunen

sind mit der Situation überfordert, Tierheime

sind voll und tierärztliche Versorgung

fehlt oft. Für die Tiere bedeutet das einen

täglichen Kampf ums Überleben. Häufig

leiden sie an Hautkrankheiten, offenen

Wunden oder schweren Infektionen. Viele

Hunde und Katzen sind unterernährt. Im

Sommer kommen Hitze und Wassermangel

hinzu, im Winter Kälte und Schnee.

Welpen und Katzenbabys sterben oft

schon in den ersten Lebensmonaten. Hinzu

kommt die Angst vor Menschen. Viele

Tiere wurden vertrieben oder misshandelt.

Manche ziehen sich völlig zurück, andere

suchen trotz allem Nähe und laufen Menschen

hinterher, in der Hoffnung auf Futter,

Hilfe oder eine kleine Streicheleinheit.

Tierschutzorganisationen versuchen seit

Jahren, die Situation zu verbessern. Sie versorgen

verletzte Tiere, organisieren Kastrationen

und bringen Hunde oder Katzen in

Pflegestellen. Finanziert wird diese Arbeit

meist über Spenden. Besonders wichtig

sind nach wie vor Kastrationsprogramme.

Fachleute sehen darin die wirksamste Methode,

um die Zahl der Straßentiere langfristig

zu senken.³ Das Prinzip ist einfach:

Tiere werden eingefangen, kastriert, medizinisch

versorgt und anschließend vermittelt

oder wieder freigelassen. Studien

zeigen, dass sich Populationen so langfristig

stabilisieren lassen. Reine Tötungsaktionen,

wie sie in vielen Ländern grausame

Normalität sind, lösen das Problem dagegen

nicht.

Viele gerettete Tiere brauchen lange, bis sie

wieder Vertrauen fassen. Manche lernen

erst nach Monaten, dass Menschen keine

Gefahr bedeuten. Tierschützer erleben dabei

immer wieder dieselben Bilder: Hunde,

die regungslos am Straßenrand liegen, Katzen

mit entzündeten Augen oder gebrochenen

Knochen und Welpen zwischen Müll

und Beton. Manche Tiere schaffen es nicht,

andere überleben nur knapp. Und trotzdem

gibt es diese großen Erfolge: ein Hund, der

nach einer Operation wieder laufen kann,

eine Katze, die nach Jahren auf der Straße

ein Zuhause findet – Tiere, die zum ersten

Mal ohne Angst schlafen und erfahren, was

Liebe und ein Zuhause bedeuten.

Straßenhunde und Straßenkatzen werden

nicht plötzlich verschwinden, doch jede

Kastration verhindert neues Leid, jede Behandlung

lindert Schmerzen und jede Adoption

gibt einem Tier die Chance auf ein

Leben ohne Hunger, Angst und Gewalt..

Quellen: ¹ Vier Pfoten, „Streuner. Heimatlose

Tiere“ ² Deutscher Tierschutzbund,

„Straßenhunde in Rumänien“ ³ Tierärztepool,

„Fakten über Straßenhunde und

Kastrationsprogramme“

Redaktion Leonie Zell


Hilfe für die

Verlassenen

WATSON

WATSON und KAI

wurden in schrecklichem

Zustand auf der Straße gefunden.

Dank Spenden geht es ihnen heute

sehr viel besser und sie sind bereit

für ihr eigenes Zuhause.

KAI

Zu müde zum Stehen oder Gehen,

unmöglich, sich abzulegen,

stand Watson halb geduckt

da und konnte einfach nicht mehr.

Nur noch Haut und Knochen, das Fell

kaputt, die Haut voller offener, wunder

Stellen. Der arme Rüde wurde auf

der Straße gesichtet. Er hatte solche

Schmerzen, dass er sich kaum noch

bewegen konnte. Als ob wir da hätten

nein sagen können. Egal, wie sehr die

Kosten explodieren, wie wenig Platz im

Streunerdorf ist und wie viele Notfälle

bereits auf der Warteliste stehen –

unser Team vor Ort hat sofort zugesagt

und den kleinen Schatz in

die Tierklinik gebracht. Dort wurde

erst die Bandbreite seiner Probleme

sichtbar: schlimmste Unterernährung,

Blutwerte, die komplett durcheinandergeraten

waren, Leishmaniose, Herzwurm.

Schmerzen, die ihn bei jeder

Berührung haben aufweinen lassen.

Ein Fall, den viele aufgegeben hätten.

Doch dank der bedingungslosen

Unterstützung unserer Paten und

Helfer vor Ort hat Watson eine erstaunliche

Transformation durchgemacht.

Heute wirkt er wie ein neuer Hund.

Bereit, die Menschen mit seinem

liebevollen Herzen zu erobern.

Einer von so vielen.

STREUNERGLÜCK e.V.

Seit 2013 hat Streunerglück e.V. das Ziel, die

Situation und die Lebensqualität von Hunden

und Katzen in Bosnien & Herzegowina langfristig

zu verbessern. Durch Populationskontrolle,

bessere gesundheitliche Versorgung

und Aufklärung über artgerechte Haltung.

Und durch die Vermittlung hilfsbedürftiger

Tiere in ein passendes Zuhause. Ein Meilenstein

ist das seit 2019 bestehende Streunerdorf

in Mostar, in dem bis zu 70 Hunde und

15 Katzen Platz finden. Es ist nicht nur Tierheim,

sondern auch Ausreisestation. Dafür

braucht es einen starken Partner vor Ort. Ob

Versorgung der Tiere oder Behördenkontakt

– ohne ANIMAL CARE CENTAR wäre das

alles nicht denkbar!

Ein Leben ohne Leid, Hunger und Misshandlung –

das wünschen wir uns für jedes Tier. Bitte unterstützt

uns, damit wir weiter helfen können!

Mehr Infos unter streunerglueck.de

Unser Streunerdorf in

Mostar, Bosnien & Herzegowina

Und so könnt ihr helfen:

PATEN

GESUCHT!

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VERBINDUNG

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Auch ein tolles GESCHENK –

jeder Pate bekommt eine

hübsche Urkunde!


26

Fotos: privat

Abschied nehmen

Marcus wusste, dass dieser Tag irgendwann kommen würde. Trotzdem

traf ihn der Abschied von seiner Katze Luna härter, als er es sich je hätte vorstellen können.

14 Jahre lang war sie ein fester Teil seines Lebens. Bis zu dem Morgen, an dem plötzlich

alles anders war. Hier erzählt er seine Geschichte.

Als ich an diesem Morgen

aufgewacht bin, war etwas

anders. Normalerweise lag

Luna um diese Uhrzeit auf

der Fensterbank im Schlafzimmer

und beobachtete die

ersten Vögel draußen im Hof. Manchmal hob

sie kurz den Kopf, sobald ich mich bewegte, als

wollte sie prüfen, ob ich endlich aufstehe und

ihr Frühstück vorbereite. Doch an diesem Morgen

war die Fensterbank leer. Ich fand sie wenig

später unter dem Wohnzimmertisch. Ganz

ruhig zusammengerollt, den Kopf auf ihren

Pfoten. Als sie mich ansah, lag in ihren Augen

diese Müdigkeit, die ich in den letzten Wochen

immer öfter bemerkt hatte. Sie fraß kaum noch,

sprang nicht mehr auf ihre Lieblingsplätze und

selbst ihr Miauen klang leiser als früher. Der

Tierarzt hatte mir schon vor einiger Zeit gesagt,

dass ihr Körper langsam schwächer wird und

wir uns auf den Abschied vorbereiten müssen.

Trotzdem klammerte ich mich an jeden guten

Tag, an jeden kleinen Moment, in dem sie noch

schnurrte oder kurz durchs Wohnzimmer lief,

als wäre alles wie früher.

14 Jahre lang war Luna ein Teil meines Lebens.

Sie war bei mir, als ich meine erste eigene Wohnung

bezog. Sie lag neben mir, wenn ich krank

war oder nachts nicht schlafen konnte. Nach

langen Arbeitstagen wartete sie oft schon an der

Tür und strich mir um die Beine, als würde sie

sagen: Jetzt bist du endlich wieder da. Für andere

war sie nur eine Katze, aber für mich war sie

Familie.

An ihrem letzten Tag nahm ich sie auf den

Arm und trug sie ins Auto, weil ihr jeder Schritt

schwerfiel. Früher hätte sie sich sofort gewehrt.

Luna mochte es nie, getragen zu werden. Doch

diesmal blieb sie ruhig in meiner Decke liegen

und sah mich einfach nur an. Ich glaube, sie

wusste längst mehr als ich. Im Wartezimmer

hielt ich sie ganz fest. Immer wieder strich ich

über ihr weiches Fell zwischen den Ohren, genau

an der Stelle, die sie schon als junges Kätzchen

geliebt hatte. Ich sprach leise mit ihr und

versuchte, meine Stimme ruhig zu halten. Ich

sagte ihr, dass sie keine Angst haben muss. Dass

sie die beste Katze war, die ich mir hätte wünschen

können. Und dass ich unendlich dankbar

bin für jedes Jahr mit ihr. Am schwersten war

nicht der Gang zum Tierarzt. Am schwersten

war die Entscheidung selbst. Dieser Gedanke,

ob man sein Tier zu früh gehen lässt oder zu lange

festhält, zerreißt einen innerlich. Man sucht

nach einem Zeichen, nach einem Moment

absoluter Gewissheit. Aber irgendwann merkt

man, dass Liebe manchmal auch bedeutet, loszulassen.

Als der Tierarzt fragte, ob ich bereit sei,

fühlte sich dieses Wort falsch an. Für so einen

Abschied ist niemand bereit.

Ich blieb die ganze Zeit bei ihr. Luna lag auf ihrer

Lieblingsdecke, während ich ihre Pfote hielt. Ihr

Atem wurde langsam ruhiger, bis er irgendwann

ganz still wurde. Kein Kampf, keine Angst – nur

Ruhe. Und trotzdem fühlte es sich in diesem

Moment an, als würde etwas in mir zerbrechen.

Als ich später allein nach Hause kam, traf mich

die Stille mit voller Wucht. Kein leises Miauen

aus der Küche, keine Pfoten auf dem Laminat

und niemand, der sich auf dem Sofa zusammenrollt,

sobald ich mich hinsetze. Ihr Futternapf

stand noch an seinem Platz, ihr kleines

Stoffmäuschen lag unter dem Couchtisch, und

ich brachte es wochenlang nicht übers Herz,

irgendetwas davon wegzuräumen. Viele unterschätzen

die Trauer um ein Tier. Doch wenn

man jahrelang jeden Tag miteinander verbracht

hat, verliert man nicht einfach nur eine Katze.

Man verliert Gewohnheiten, Nähe und dieses

stille Gefühl, nie ganz allein zu sein. Noch heute,

fast zwei Jahre später, schaue ich manchmal automatisch

zur Fensterbank, wenn ich morgens

aufwache. Für einen kurzen Moment denke ich

dann, Luna müsste dort liegen wie früher. Und

vielleicht bleibt genau das von ihr zurück. Nicht

nur die Erinnerung an ihren letzten Tag, sondern

an all die kleinen Momente dazwischen.

Dieses ruhige, vertraute Gefühl von Zuhause.

Ich musste sie gehen lassen, aber die Liebe zu

ihr wird bleiben – jeden einzelnen Tag..


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27

Foto: Christina Keller

Vorsorge für den Ernstfall

Viele Tierhalter beschäftigt eine Frage besonders stark: Wer kümmert sich um mein Haustier,

wenn ich selbst nicht mehr da bin? Vor allem Menschen, die allein leben oder keine

direkten Angehörigen haben, machen sich früh Gedanken über die Zukunft ihres Tieres. Ein

Testament kann dabei helfen und gleichzeitig den Tierschutz langfristig unterstützen.

Immer mehr Menschen machen sich

irgendwann Gedanken darüber, was

einmal von ihnen bleibt. Manche

möchten ihre Familie absichern, andere

Herzensprojekte unterstützen

oder auch nach dem eigenen Tod

etwas Gutes bewirken. Tatsächlich wächst

in Deutschland seit Jahren die Bereitschaft,

gemeinnützige Organisationen im Testament

zu berücksichtigen. Laut einer aktuellen

Studie kann sich inzwischen fast jeder

vierte Deutsche über 50 vorstellen, einen

Teil seines Nachlasses für einen guten Zweck

zu spenden. Bei Menschen ohne Kinder ist

die Bereitschaft sogar noch deutlich höher.¹

Auch Tierfreunde entscheiden sich immer

häufiger dafür, einen Teil ihres Erbes für Tiere

und den Tierschutz vorzusehen.

Mit einem Testament lässt sich genau festlegen,

was mit dem eigenen Vermögen geschehen

soll. Ohne diese Regelung greift automatisch

die gesetzliche Erbfolge. Persönliche

Wünsche oder gemeinnützige Zwecke bleiben

dabei oft unberücksichtigt. Wer langfristig

helfen möchte, kann deshalb einen Teil

des Erbes gezielt für Tiere und deren Schutz

einsetzen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Manche Menschen setzen eine

gemeinnützige Organisation als Erben ein.

Andere vermachen einen festen Geldbetrag,

Wertgegenstände oder eine Immobilie. Auch

ein sogenanntes Vermächtnis ist möglich.

Dabei erhalten Angehörige weiterhin ihr

Erbe, gleichzeitig wird ein bestimmter Teil

des Nachlasses für einen guten Zweck vorgesehen.

Für viele Tierhalter spielt dabei noch ein anderer

Gedanke eine große Rolle: Was passiert

mit dem eigenen Haustier, wenn man selbst

nicht mehr da ist? Gerade ältere Menschen

oder allein lebende Tierbesitzer sorgen sich

darum, dass ihr geliebter Hund oder ihre geliebte

Katze plötzlich ohne vertraute Bezugsperson

zurückbleibt. Die Angst, dass das Tier

im Tierheim landet oder nicht ausreichend

versorgt wird, beschäftigt viele Menschen

über Jahre hinweg. Auch dafür kann ein

Testament vorsorgen. Es lässt sich festlegen,

welche Person das Haustier übernehmen soll

und wer sich künftig um Pflege, Tierarztkosten

und Versorgung kümmert. Viele Tierhalter

entscheiden sich zusätzlich dafür, einen

bestimmten Geldbetrag für die Betreuung

des Tieres einzuplanen. So soll verhindert

werden, dass die Versorgung zur finanziellen

Belastung wird.

Wichtig ist dabei, frühzeitig mit den Personen

zu sprechen, die später Verantwortung

übernehmen sollen. Nicht jeder kann oder

möchte dauerhaft ein Tier aufnehmen. Offene

Gespräche schaffen Klarheit und helfen

dabei, eine verlässliche Lösung zu finden.

Sinnvoll ist außerdem, wichtige Informationen

schriftlich festzuhalten. Dazu gehören

etwa Medikamente, Krankheiten, Futtergewohnheiten

oder feste Routinen. Gerade ältere

Tiere brauchen oft besondere Pflege und

vertraute Abläufe.

Ein Testament muss nicht kompliziert sein.

Wichtig ist vor allem, dass es handschriftlich

verfasst, eindeutig formuliert und unterschrieben

wird. Wer größere Vermögenswerte

regeln möchte oder rechtliche Sicherheit

sucht, kann zusätzlich einen Notar hinzuziehen.

So lässt sich vermeiden, dass es später

zu Missverständnissen oder Streitigkeiten

unter den Erben kommt.

Für viele Menschen verbindet eine Testamentsspende

persönliche Werte mit dem

Wunsch, dauerhaft etwas Gutes zu hinterlassen,

denn viele Tierfreunde möchten sicher

sein, dass ihre Hilfe nicht mit dem eigenen

Leben endet..

Quelle: 1 Deutscher Fundraising Verband: „Vererben für

den guten Zweck“, 2026, abrufbar unter: www.dfrv.de/

blog/2026/04/17/vererben-fuer-den-guten-zweck

Redaktion Leonie Zell


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