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<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong><br />

<strong>DE</strong> 1/<strong>26</strong><br />

Wasserstoff und Prozesstechnik<br />

Energie- und Wärmenetzwerke<br />

Speichertechnik<br />

Kreislaufwirtschaft Ressourcen Logistik<br />

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Editorial<br />

Technik statt Rhetorik<br />

Die Debatte über Nachhaltigkeit in der Industrie leidet oft an einem bekannten Muster: Es wird viel über Ziele<br />

gesprochen, aber zu selten über die konkrete Umsetzung im Detail. Genau dort entscheidet sich jedoch, ob Energie-<br />

und Ressourcen effizienz tatsächlich Wirkung entfalten <strong>–</strong> oder bloß auf dem Papier existieren.<br />

Diese Ausgabe zeigt, dass die entscheidenden Fortschritte nicht in großen Visionen liegen, sondern in der präzisen<br />

Optimierung industrieller Prozesse. Energieeffiziente Antriebssysteme sind längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern<br />

ein direkter Hebel zur Senkung des Stromverbrauchs in Produktion und Logistik. Wer hier noch mit veralteten<br />

Konzepten arbeitet, lässt wertvolle Effizienzpotentiale ungenutzt.<br />

Ähnlich verhält es sich bei der Ressourcennutzung. Einsparungen entstehen in der Praxis nicht durch Verzicht, sondern<br />

durch bessere Prozessführung. Ob bei der präzisen Dosierung von Prozesshilfsstoffen, der thermischen Behandlung<br />

oder beim Handling anspruchsvoller Materialien <strong>–</strong> entscheidend ist die Fähigkeit, Prozesse stabil, reproduzierbar und<br />

möglichst verlustarm zu betreiben. Moderne Misch- und Aufbereitungstechnologien leisten dazu ebenso ihren Beitrag<br />

wie spezialisierte Komponenten für aggressive oder hochreine Medien.<br />

Besonders deutlich wird dieser Anspruch bei der Biogaserzeugung. Hier geht es nicht um Image, sondern um Aus beute,<br />

Prozessstabilität und Energieertrag. Fortschritte entstehen durch verbesserte Durchmischung, optimierte Substrataufbereitung<br />

und eine zuverlässige Gasförderung <strong>–</strong> also durch Technik, die auch unter schwierigen Bedingungen dauerhaft<br />

funktioniert. Die neuen Bestimmungen im Biogasbereich erhöhen dabei den Druck auf Betreiber, Prozesse sauber<br />

zu beherrschen und technische Schwachstellen schneller zu beseitigen. Gleichzeitig zeigt sich: Ohne präzise Mess- und<br />

Regeltechnik bleibt jedes Optimierungskonzept Stückwerk.<br />

Hinzu kommt ein Aspekt, der oft unterschätzt wird: die Qualität der elektrischen Infrastruktur. Netzstörungen, instabile<br />

Versorgung oder eine unzureichend abgestimmte Energieverteilung verursachen nicht nur Ausfälle, sondern auch verdeckte<br />

Energieverluste. Wer über Effizienz spricht, muss deshalb immer auch über eine saubere Stromversorgung und<br />

stabile Antriebssysteme sprechen.<br />

Am Ende entscheidet die Integration. Einzelne effiziente Komponenten bringen wenig, wenn sie nicht intelligent<br />

zusammenspielen. Automatisierung, Datentransparenz und robuste Kommunikationsstrukturen sind die Voraussetzung<br />

dafür, Energie- und Stoffströme sinnvoll zu steuern.<br />

Die zentrale Erkenntnis ist unbequem, aber eindeutig: Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern<br />

durch konsequente technische Detailarbeit. Genau dort liegt der eigentliche Wettbewerbsvorteil.<br />

Wer nachhaltige Industrie verstehen will, findet in diesen Beiträgen den Blick auf das, was wirklich zählt: die Umsetzung.<br />

Silke Watkins<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

3


<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong><br />

Inhaltsverzeichnis<br />

Titel<br />

Effiziente Antriebslösungen von<br />

NORD DRIVESYSTEMS für Prozesse<br />

in der Umweltwirtschaft<br />

Kosten senken, Leistung und Effizienz steigern<br />

In den Prozessen der Wasser-, Abwasser- und Recyclingwirtschaft entscheiden<br />

Wirkungsgrad und Ausfallsicherheit über die Betriebs kosten.<br />

Bei Neu investitionen ist natur gemäß der Anschaffungspreis ein wichtiger<br />

Faktor, doch längst nicht mehr das alleinige Kauf kriterium. Verstärkt<br />

rücken auch die Folgekosten in den Fokus. Als Systemanbieter<br />

hat NORD DRIVESYSTEMS die passenden Antriebslösungen für Anwendungen<br />

in der Umweltwirtschaft <strong>–</strong> und auch die Konzepte und Services,<br />

um die Gesamtbetriebskosten bei der Auswahl der optimalen Lösung im<br />

Blick zu behalten.<br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

Technik statt Rhetorik 3<br />

Titelgeschichte<br />

Effiziente Antriebslösungen von NORD DRIVESYSTEMS für Prozesse<br />

in der Umweltwirtschaft 6<br />

Erneuerbare Energien<br />

Klein, aber wirkungsvoll 10<br />

Ressourceneffizienz<br />

Welche Maßnahmen die Stahlproduktion nachhaltiger gestalten 14<br />

Langlebigkeit<br />

Druckstöße im Dampfsystem: Wasserschlag als Risiko für Sicherheit und Effizienz 17<br />

CTX & LUCCS Light System: Kühllösung für neuartiges LED-Leuchtsystem 35<br />

Energieeffizienz<br />

Energieeffizienz in der Zuckerproduktion 20<br />

Motorerwärmung minimieren mit High-Speed-Umrichtern von SIEB & MEYER 38<br />

Effizienzsteigerung<br />

Ungeahnte Möglichkeiten für neue technisch-keramische Werkstoffe<br />

aus EIRICH-Intensivmischern 22<br />

Biogaserzeugung<br />

Mit Vollgas ins Wärmenetz 27<br />

Kreislaufwirtschaft<br />

Phosphor clever zurückgewinnen 30<br />

Prüftechnik<br />

Sicher, flexibel und zukunftsbereit 32<br />

Predictive Connectivity<br />

SPS-Diagnosepuffer <strong>–</strong> um eine Informationsquelle reicher 42<br />

Unternehmen <strong>–</strong> Innovationen <strong>–</strong> Produkte 45<br />

Inserentenverzeichnis 49<br />

Markenzeichenregister 50<br />

Impressum<br />

Herausgeber<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

©<br />

20<strong>26</strong>, Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Inhaltliche Koordination<br />

Silke Watkins<br />

Verlag und Leserservice<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel 0911 2018-0<br />

Fax 0911 2018-100<br />

E-Mail get@harnisch.com<br />

www.harnisch.com<br />

Irrtum vorbehalten<br />

Nachdruck und fotomechanische<br />

Vervielfältigung, auch auszugsweise,<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung<br />

des Herausgebers<br />

Redaktion<br />

Silke Watkins<br />

Anna Totsche<br />

Anzeigen/Markenzeichenregister<br />

Silke Watkins/Matti Schneider<br />

Technische Leitung<br />

Armin König<br />

Druck<br />

AKONTEXT s.r.o.<br />

Prag/Tschechien<br />

www.akontext.cz<br />

ISSN 2752-2040<br />

4<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


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Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


Titelgeschichte<br />

Effiziente Antriebslösungen von<br />

NORD DRIVESYSTEMS für Prozesse<br />

in der Umweltwirtschaft<br />

Kosten senken, Leistung und Effizienz steigern<br />

Der modulare Produktbaukasten von NORD DRIVESYSTEMS bietet zahlreiche Komponenten und Kombinationen, um die Anwendungen der<br />

Umwelttechnik sicher am Laufen zu halten.<br />

Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

In den Prozessen der Wasser-,<br />

Abwasser- und Recyclingwirtschaft<br />

entscheiden Wirkungsgrad<br />

und Ausfallsicherheit über<br />

die Betriebs kosten. Bei Neuinvestitionen<br />

ist natur gemäß der<br />

Anschaffungspreis ein wichtiger<br />

Faktor, doch längst nicht mehr das<br />

alleinige Kauf kriterium. Ver stärkt<br />

rücken auch die Folgekosten in<br />

den Fokus. Als Systemanbieter hat<br />

NORD DRIVESYSTEMS die passenden<br />

Antriebslösungen für Anwendungen<br />

in der Umweltwirtschaft <strong>–</strong> und auch<br />

die Konzepte und Services, um die<br />

Gesamtbetriebskosten bei der Auswahl<br />

der optimalen Lösung im Blick<br />

zu behalten.<br />

Die Prozesse in der Wasserwirtschaft,<br />

Abwasseraufbereitung, im Recycling<br />

oder der Biogaserzeugung erfordern<br />

robuste, ausfallsichere und energieeffiziente<br />

Antriebslösungen. Der modulare<br />

Produktbaukasten von NORD<br />

DRIVESYSTEMS bietet eine breite<br />

Palette an Systemlösungen, die den<br />

besonderen Anforderungen im Bereich<br />

Umwelttechnologie entsprechen<br />

und die sich sowohl als OEM-<br />

Komponente bei Neuinstallationen<br />

als auch für Retrofit-Projekte eignen.<br />

Dazu gehören robuste Elektromotoren<br />

neuester Technologie sowie<br />

Getriebe, in der bewährten einteiligen<br />

BLOCK-Bauweise und in verschiedenen<br />

Ausführungen wie Flachgetriebe,<br />

Kegelstirnradgetriebe oder<br />

als BLOCK Stirnradgetriebemotor.<br />

Eine Auswahl an Frequenzumrichtern<br />

und moderne Antriebselektronik für<br />

die Installation im Schaltschrank oder<br />

als dezentrale Lösung komplettieren<br />

den Produktbaukasten.<br />

Industriegetriebe für<br />

Heavy-Duty-Anwendungen<br />

NORD Getriebe in einteiligen BLOCK-<br />

Gehäusen und mit verstärkten Lagern<br />

sorgen in Shreddern oder Pumpen<br />

auch in rauen Umgebungen und im<br />

24/7-Einsatz für Ausfallsicherheit. In<br />

Wasserschnecken bieten 3-stufige<br />

Kegelstirnradgetriebe der Industriegetriebereihe<br />

MAXXDRIVE ® XC konstante<br />

Drehmomente bis 282 kNm. Sie<br />

ermöglichen das Fördern auch großer<br />

Wassermengen bei geringen Förderhöhen.<br />

Die Oberflächenbehandlung<br />

NSD5 schützt wirksam vor Korrosion,<br />

das NORD-Dichtungs system verhindert<br />

das Eindringen von Wasser.<br />

Für den Einsatz in Crushern bzw.<br />

Shreddern können die Industriegetriebe<br />

MAXXDRIVE ® mit verstärkten<br />

Antriebswellen und Überlastkupplungen<br />

ausgestattet werden,<br />

wobei das verwindungssteife einteilige<br />

BLOCK-Gehäuse auch groß<br />

dimensionierte Wälzlager aufnehmen<br />

kann. Auch bei extremen Stoßlasten,<br />

hohen Drehmomenten und<br />

plötzlich auftretenden Belastungen,<br />

die beim Zerkleinern der Wertstoffe<br />

6<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Titelgeschichte<br />

Abb. 1: MAXXDRIVE ® Stirnrad-Industriegetriebe (hier MAXXDRIVE ® XD mit großem Achsabstand)<br />

kommen zum Einsatz, wenn hohe Drehmomente gefragt sind, sie sind auch in ATEX-Ausführung<br />

erhältlich.<br />

Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

auftreten, hält der Antrieb stand und<br />

sichert den störungsfreien Betrieb.<br />

Ein konkretes und erfolgreiches<br />

Beispiel aus der Praxis ist eine Biogasanlage<br />

auf dem Landgut De<br />

Princepeel in den Niederlanden.<br />

Dort tragen insgesamt 16 Industriegetriebe<br />

MAXXDRIVE ® zur Gaserzeugung<br />

bei, indem sie die 4,5 Meter langen<br />

Wellen der Rührwerke antreiben.<br />

Die Besonderheit besteht darin, dass<br />

die Bunker nicht kreisrund sind, sondern<br />

einen rechteckigen Grundriss<br />

haben. In den acht Bunkern arbeiten<br />

jeweils zwei NORD Industriegetriebe<br />

mit je 37 kW Leistung, in ATEX-konformer<br />

Ausführung, einem Übersetzungsverhältnis<br />

von 123:1 und mit<br />

einem Abtriebsdrehmoment von<br />

annähernd 29.000 Nm.<br />

Innovative Sonderlösungen <strong>–</strong><br />

SAFOMI-Adapter für MAXXDRIVE ®<br />

Industriegetriebe<br />

Für Rührwerksanwendungen lassen<br />

sich die MAXXDRIVE ®<br />

Industriegetriebe<br />

mit einem so genannten<br />

SAFOMI-IEC-Adapter ausrüsten.<br />

SAFOMI steht für Sealless Adapter For<br />

Mixers. Der IEC-Adapter vereint die<br />

Funktionen eines Standard-IEC-Adapters<br />

und eines Ölausgleichsbehälters<br />

in einem Bauteil. SAFOMI gibt es für<br />

Stirnradgetriebe in den Baugrößen<br />

7 bis 11 bzw. für maximale Abtriebsdrehmomente<br />

von 25 bis 75 kNm. Der<br />

kompakt gebaute SAFOMI-Adapter<br />

ist einfach aufgebaut und hat ein integriertes<br />

Ölausgleichsvolumen. Der<br />

Vorteil: Ölbehälter und -schläuche<br />

sowie der leckage- und verschleißanfällige<br />

Wellen dichtring zwischen<br />

Getriebe und IEC-Zylinder können<br />

entfallen. Der Umstieg auf einen<br />

SAFOMI-IEC-Adapter anstelle des<br />

Standard-IEC-Adapters am Rührwerksantrieb<br />

erhöht die Betriebssicherheit<br />

und reduziert den Wartungsaufwand.<br />

Der Ölfüllstand und<br />

damit das erforderliche Ölvolumen ist<br />

geringer, dank fehlender Anbauteile<br />

reduziert sich auch der Bauraum.<br />

Abb. 3: Für Rührwerksanwendungen lassen<br />

sich die MAXXDRIVE ® Industriegetriebe mit<br />

einem SAFOMI-IEC-Adapter ausrüsten, er ist<br />

kompakt und einfach aufgebaut und<br />

reduziert Wartungskosten durch weniger<br />

Verschleißteile. Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

IE5+ Motoren und<br />

UNIVERSAL Motoren<br />

Abb. 2: In einer Biogasanlage in den Niederlanden arbeiten 16 MAXXDRIVE-Industriegetriebe,<br />

jedes davon treibt ein Rührwerk mit 4,5 Meter langen Rührwerkswellen an.<br />

<br />

Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

Im Bereich der Wasserwirtschaft<br />

kommen die hocheffizienten<br />

NORD IE5+ Permanentmagnet-Synchronmotoren<br />

in Schneckenpumpen<br />

als Antrieb zum Einsatz, wo sie auch<br />

im 24/7-Betrieb zuverlässige Performance<br />

über den gesamten Verstellbereich<br />

liefern. Kombiniert mit<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong> 7


Titelgeschichte<br />

kommen dort Modelle mit Leistungen<br />

bis zu 3,0 kW zum Einsatz, die<br />

Ansteuerung erfolgt über zentrale<br />

Schaltschrankumrichter von NORD.<br />

NORDAC Frequenzumrichter<br />

Abb. 4: UNIVERSAL Asynchronmotoren von NORD sichern die prozesssichere Wasseraufbereitung<br />

in einem Betrieb, der Geflügel verarbeitet.<br />

Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

Getrieben von NORD mit niedriger<br />

Übersetzung verfügen die NORD IE5+<br />

Motoren auch im Teillastbereich über<br />

einen sehr hohen Wirkungsgrad sowie<br />

geringen Energieverbrauch.<br />

Ein Praxisbeispiel für den Einsatz<br />

von UNIVERSAL ASM von NORD<br />

sind Betriebe für Geflügelverarbeitung.<br />

Hier sorgen die eingesetzten<br />

Motoren für die prozesssichere Wasseraufbereitung<br />

in einem Betrieb,<br />

bei dem die Versorgung mit Frischwasser<br />

zu aufwendig und kostspielig<br />

wäre. In der Wasseraufbereitungsanlage<br />

werden bis zu 600 m 3 Wasser<br />

pro Stunde bzw. 7.500 m 3 pro Tag zur<br />

Wieder verwendung verarbeitet. Zum<br />

Vergleich: Konventionelle Schlachthöfe<br />

verarbeiten rund 1.000 m 3 Wasser<br />

pro Tag. Für die Trommelfilter<br />

der<br />

Druckentspannungsflotationssysteme,<br />

intern DAF-Anlagen genannt,<br />

eignen sich die UNIVERSAL<br />

Motoren in besonderer Weise. In<br />

Kombination mit Schnecken- und<br />

Stirnradgetrieben von NORD sorgen<br />

sie für die benötigte Drehzahl der<br />

Trommel, um die Wirksamkeit und<br />

die ordnungsgemäße Funktion des<br />

Filters sicherzustellen. Sie können<br />

die Zylinder mit sehr niedriger Drehzahl<br />

drehen, ohne dass dies auf Kosten<br />

der Leistung geht. Überwiegend<br />

Mit Modellen wie NORDAC PRO (zentral),<br />

NORDAC FLEX, NORDAC LINK<br />

und NORDAC ON (dezentral, siehe<br />

Bild) bietet NORD DRIVESYSTEMS ein<br />

breit aufgestelltes Portfolio von zentralen<br />

und dezentralen Frequenzumrichtern,<br />

die sich durch Aspekte,<br />

wie zum Beispiel Energiesparfunktionen<br />

und verschiedene Feldbusprotokolle<br />

unterscheiden. Die integrierte<br />

Steuerung der NORDAC Frequenzumrichter<br />

ermöglicht kontinuierliches<br />

Condition Monitoring und Predic tive<br />

Maintenance, was Stillstandzeiten<br />

reduziert und die Anlagen effizienz<br />

erhöht. Für die einfache Installation<br />

und Inbetriebnahme stellt NORD<br />

Tools wie die Software NORDCON<br />

sowie eine App-basierte Bluetooth-<br />

Diagnose bereit. Eine Antriebsüberwachung<br />

und Fehler diagnose über<br />

die NORDCON App erleichtern den<br />

Service zusätzlich.<br />

Energieeffizienz- und TCO-Beratung<br />

für optimal abgestimmte Antriebe<br />

Wie alle Industriebranchen stehen<br />

auch die Unternehmen der Wasser,<br />

Abwasser- und Recyclingwirtschaft<br />

unter hohem Kostendruck. Sie sehen<br />

sich mit immens gestiegenen<br />

Kosten für Energie konfrontiert. Ein<br />

weiteres Thema ist der Umwelt- und<br />

Klimaschutz und damit verbunden<br />

die Frage, wie sich der CO 2 -Footprint<br />

eines Unternehmens reduzieren<br />

lässt. Vor diesem Hintergrund<br />

hat NORD Servicetools wie NORD<br />

ECO im Programm, mit dem sich die<br />

Anlageneffizienz analysieren lässt,<br />

außerdem die TCO-Analyse (Total<br />

Cost of Ownership) zur Ermittlung<br />

der Gesamtbetriebskosten <strong>–</strong> jeweils<br />

mit dem Ziel, die vorhandenen Einsparpotentiale<br />

aufzuzeigen und mit<br />

konkreten Handlungsempfehlungen<br />

zu begleiten.<br />

TCO-Analyse zur Kostenreduzierung<br />

Abb. 5: Den NORDAC ON gibt es in zwei Varianten: für den Betrieb mit Asynchronmotoren<br />

(vorne im Bild) und als NORDAC ON+ für Synchronmotoren. Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

Bei Antriebssystemen machen die<br />

Folgekosten einer getätigten Inves-<br />

8<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Titelgeschichte<br />

Abb. 6: Die NORD ECO-Box ist ein mobiler Schaltschrank, mit der sowohl die gesamte Anlage als auch einzelne Antriebe im Detail messbar<br />

werden <strong>–</strong> die Daten bilden die Basis für die Effizienzanalyse des NORD ECO-Service.<br />

Bild: NORD DRIVESYSTEMS<br />

tition geschätzt 80 bis 85 Prozent<br />

der Gesamtbetriebskosten aus.<br />

Zu den Folgekosten zählen neben<br />

den Energie kosten die Kosten für<br />

Adminis tration, Service, Wartung sowie<br />

für Personal, das für die Ersatzteilbevorratung<br />

und die Entsorgung<br />

am Ende des Produktlebenszyklus<br />

zuständig ist. Um die Gesamtbetriebskosten<br />

zu ermitteln, hat sich<br />

das Konzept der Total Cost of Ownership<br />

(TCO) bewährt. Sie deckt schon<br />

im Vorfeld mögliche Kosten treiber einer<br />

Anlage auf, macht versteckte Kosten<br />

transparent und zeigt Wege auf,<br />

wie sich Einsparungen erzielen lassen.<br />

Ein Schlüssel dazu ist die Variantenreduzierung:<br />

die Verringerung unterschiedlich<br />

eingesetzter Baugrößen<br />

innerhalb einer Anlage. Auch das Vermeiden<br />

von Überdimensionierung<br />

hilft, die TCO zu senken. Ist eine Anlage<br />

überdimensioniert, führt das zu<br />

erhöhtem Energieverbrauch, da die<br />

Antriebe häufig im ineffizienten Teillastbetrieb<br />

betrieben werden. Weitere<br />

negative Folgen sind höhere<br />

Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten,<br />

die durch größere und damit<br />

teurere Komponenten entstehen.<br />

Effizienzanalyse mit NORD ECO<br />

Der NORD ECO-Service bietet Anlagenbetreibern<br />

die Chance, ihre Anlagen<br />

im Hinblick auf die Energieeffizienz<br />

detailliert zu durchleuchten.<br />

Kern von NORD ECO ist die NORD<br />

ECO-Box, ein mobiler Schaltschrank,<br />

mit der sowohl die gesamte Anlage<br />

als auch einzelne Antriebe im Detail<br />

messbar und ihr Energieverbrauch<br />

transparent werden. Die NORD ECO-<br />

Box misst Spannungen und Ströme,<br />

ermittelt den Energieverbrauch und<br />

speichert diese Daten. Die selbstentwickelte<br />

NORD ECO Software<br />

macht anschließend die Antriebauslastungen<br />

und Lastprofile sichtbar.<br />

Die so gewonnenen Daten liefern<br />

die Basis, um die effizienteste Antriebslösung<br />

aus Motor, Getriebe und<br />

Umrichter zu ermitteln.<br />

Optimal abgestimmte Antriebslösungen<br />

für Umweltprozesse<br />

Mit seinem umfassenden Portfolio<br />

an Antriebslösungen für Prozesse<br />

oder Anwendungen in der Umweltwirtschaft,<br />

das fortlaufend weiterentwickelt<br />

und optimiert wird, legt<br />

NORD DRIVESYSTEMS den Fokus<br />

auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.<br />

Mit individuellen Serviceangeboten<br />

wie der TCO-Analyse und<br />

NORD ECO erhalten NORD-Kunden<br />

darüber hinaus die Möglichkeit,<br />

ihre Umweltprozesse effizienter und<br />

ressourcen schonender zu gestalten<br />

und dabei ihre Kosten zu senken. Damit<br />

leistet NORD einen wertvollen<br />

Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft,<br />

für heutige und zukünftigen<br />

Generationen.<br />

Getriebebau NORD GmbH & Co. KG<br />

Getriebebau-Nord-Str. 1<br />

22941 Bargteheide<br />

Tel +49 4532 289-0<br />

info@nord.com<br />

www.nord.com<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong> 9


Erneuerbare Energien<br />

Klein, aber wirkungsvoll<br />

Kupplungen und Schrumpfscheiben von KBK erhöhen den Ertrag<br />

von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen<br />

Sven Karpstein<br />

Kupplungen von KBK gleichen in Windenergie und Photovoltaikanlagen Versatz aus, dämpfen Schwingungen und übertragen hohe<br />

Drehmomente spielfrei<br />

Bild: chungking_63980460/AdobeStock<br />

Die Energiegewinnung aus Sonne<br />

und Wind spielt eine zentrale Rolle<br />

beim Klimaschutz. Einen hohen<br />

Strom ertrag erzielen die Anlagen<br />

aber nur bei einer sicheren Übertragung<br />

des Drehmoments und<br />

der exakten Ausrichtung der Solarmodule.<br />

Kupplungen und Schrumpfscheiben<br />

von KBK Antriebstechnik<br />

leisten dazu einen wichtigen<br />

Beitrag.<br />

Wenn sich in über hundert Metern<br />

Höhe die riesigen Rotorblätter<br />

einer Windenergieanlage (WEA) drehen,<br />

übertragen sie sehr hohe Drehmomente<br />

an den Generator in der<br />

Gondel. Damit dort die komplette<br />

mechanische Energie ankommt und<br />

in elektrische Energie umgewandelt<br />

werden kann, müssen Rotorwelle<br />

und Getriebehohlwelle reib schlüssig<br />

und spielfrei miteinander verbunden<br />

sein. Namhafte Hersteller von<br />

Windkraftanlagen setzen für diese<br />

Aufgabe Schrumpfscheiben von KBK<br />

Antriebstechnik ein. Diese Welle-<br />

Nabe-Verbindungen können dank<br />

ihrer kompakten Bauweise selbst auf<br />

engstem Raum hohe Kräfte von bis<br />

zu 327.000 N dauerhaft zuverlässig<br />

übertragen. Sie zeichnen sich durch<br />

gute Rundlaufeigenschaften aus und<br />

sind selbstzentrierend sowie selbstlösend.<br />

KBK fertigt seine Schrumpfscheiben<br />

standardmäßig aus hochfestem<br />

Vergütungsstahl, bietet auf<br />

Wunsch aber auch vernickelte Ausführungen<br />

sowie Edelstahl-Varianten<br />

an. Die Schrumpfscheiben eignen<br />

sich für Wellendurchmesser von 14<br />

bis 280 mm und sind <strong>–</strong> auch als Sonderlösung<br />

<strong>–</strong> bereits ab Stückzahl 1<br />

erhältlich.<br />

Kupplungen haben gleich mehrere<br />

wichtige Aufgaben<br />

Am Triebstrang von Windenergieanlagen<br />

sind aber auch Metallbalgkupplungen<br />

von KBK im Einsatz: Sie<br />

ermöglichen die optimale Anpassung<br />

des Rotorblattwinkels an die<br />

Windstärke, gleichen aber auch die<br />

Relativ bewegungen aus, die zwischen<br />

Antriebs welle, Generator, Getriebe<br />

10 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Erneuerbare Energien<br />

und Rotor z. B. durch Windböen entstehen<br />

können.<br />

KBK-Produkte kommen zudem<br />

bei der Fertigung von Windenergieanlagen<br />

zum Einsatz. So sind Metallbalgkupplungen<br />

und Gelenkkupplungen<br />

aus Klingenberg unter<br />

anderem in Bohr- und Fräsmaschinen<br />

verbaut, mit denen die Rotorblätter<br />

bearbeitet werden. Die Kupplungen<br />

sorgen in den Anlagen für eine<br />

spielfreie bzw. spielarme Übertragung<br />

des Dreh momentes und schaffen<br />

so die Voraussetzungen für die<br />

präzise Werkzeugführung. Diese ist<br />

unerlässlich für die Herstellung eines<br />

gleichmäßigen Flansches am Rotorblatt,<br />

der später eine robuste Verbindung<br />

zwischen der Nabe an der Gondel<br />

und dem Rotorblatt bilden muss.<br />

Wird hier nicht sehr genau gearbeitet,<br />

kann das im Betrieb der WEA fatale<br />

Folgen haben, denn die durch den<br />

Wind auf den Rotor wirkenden Kräfte<br />

sind enorm.<br />

Leichtbauweise erhöht die Effizienz<br />

Abb. 1: Metallbalgkupplungen von KBK ermöglichen die optimale Anpassung des Rotorblattwinkels<br />

an die Windstärke. Die axial steckbare KB4P mit Klemmnabe (Bild) eignet sich besonders<br />

für Anwendungen mit komplizierter Einbausituation wie z. B. in Windenergie- oder<br />

PV-Anlage.<br />

Bild: KBK Antriebstechnik GmbH<br />

Insgesamt 25 verschiedene Baureihen<br />

von Metallbalgkupplungen<br />

hat KBK im Programm <strong>–</strong> darunter<br />

axial-steckbare Ausführungen, Varianten<br />

mit Spreiznabe sowie längenverstellbare<br />

Modelle. Die Kupplungen<br />

zeichnen sich durch eine absolute<br />

Spielfreiheit und eine hohe Verdrehsteifigkeit<br />

aus. Sie übertragen nicht<br />

nur höchste Drehmomente, sondern<br />

gleichen auch fertigungsbedingte<br />

axiale, angulare oder laterale Lageabweichungen<br />

an An- und Abtriebswellen<br />

aus. Anwender profitieren<br />

dadurch von einer deutlich längeren<br />

Lebensdauer der Lager.<br />

Die Metallbalgkupplungen von<br />

KBK decken Drehmoment-Bereiche<br />

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FÜR DIE CHEMISCHE UND<br />

PETROCHEMISCHE INDUSTRIE<br />

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- CO 2-Pumpen<br />

- Einspritzpumpen für<br />

Lagerstättenwasser<br />

- Methanolpumpen<br />

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Druck:<br />

50 <strong>–</strong> 4000 bar<br />

Fördermenge: 0,1 <strong>–</strong> 200 m³/h<br />

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Erneuerbare Energien<br />

sowie Kräfte von bis zu 13.000 N.<br />

Darüber hinaus gleichen die Gelenkkupplungen<br />

auf sehr geringem Raum<br />

hohen Radial- und Winkelversatz aus<br />

und erzeugen dabei nur minimale<br />

Rückstellkräfte. KBK bietet drei Baureihen<br />

von spielarmen Gelenkkupplungen<br />

an: Die GK für die Verbindung<br />

zweier Bauteile, die GK-T zur Verbindung<br />

von Wellen und die GK-TH in<br />

Halbschalenausführung.<br />

Optimaler Ertrag bei<br />

Photovoltaik-Anlagen<br />

Abb. 2: Schlitzkupplungen von KBK übertragen hohe Drehmomente auf engstem Raum.<br />

<br />

Bild: KBK Antriebstechnik GmbH<br />

zwischen 0,05 Nm und 5000 Nm ab<br />

und verfügen über Bohrungen für<br />

Wellendurchmesser von 1 mm bis<br />

100 mm. Eine weitere Besonderheit<br />

der Kupplungen ist ihr relativ<br />

geringes Gewicht: Da sie aus hochfestem<br />

Aluminium gefertigt werden,<br />

wiegen sie 50 Prozent weniger als<br />

vergleichbare Kupplungen aus Stahl.<br />

Diese Leichtbauweise macht die<br />

Metall balgkupplungen zur idealen<br />

Komponente für alle Anwendungen,<br />

die besonders energieeffizient sein<br />

müssen und in denen es deshalb auf<br />

jedes Gramm Gewicht ankommt.<br />

Für Anwendungen im Bereich<br />

Erneuer bare Energien, in denen<br />

auf engstem Bauraum hohe Drehmomente<br />

übertragen werden müssen,<br />

bietet KBK darüber hinaus<br />

Schlitzkupplungen an. Diese Kupplungen<br />

verfügen aufgrund ihrer<br />

speziellen Geometrie über eine sehr<br />

kompakte Bauform. Sie werden<br />

in einem Stück gefertigt und sind<br />

sowohl in Ausführungen mit Klemmnaben<br />

(KBFK) als auch mit Halbschalen<br />

(KBFH) erhältlich.<br />

KBFK-Schlitzkupplungen<br />

übertragen<br />

in der Edelstahl-Ausführung<br />

Drehmomente zwischen 6 Nm<br />

und 240 Nm und in der Aluminium-<br />

Variante Drehmomente zwischen<br />

3 Nm und 180 Nm. Die Kupplungen<br />

werden mithilfe der Klemmnaben<br />

axial auf die Welle gesteckt und sind<br />

mit Außendurchmessern von 16 bis<br />

80 mm lieferbar. Sie übertragen das<br />

Drehmoment mit hoher Präzision<br />

und lassen sich auch in Anwendungen<br />

mit komplizierten Einbausituationen<br />

leicht montieren.<br />

KBFH-Kupplungen sind mit<br />

Außen durchmessern<br />

zwischen<br />

30 mm und 80 mm erhältlich. Sie ermöglichen<br />

es dem Anwender, die<br />

Wellen vor der Installation der Kupplung<br />

exakt auszurichten. Mit den<br />

KBFH-Schlitzkupplungen<br />

können<br />

Drehmomente zwischen 25 Nm und<br />

240 Nm (Edelstahl) sowie zwischen<br />

10 Nm und 180 Nm (Aluminium)<br />

übertragen werden.<br />

Hohe Ausgleichswirkung und<br />

geringe Rückstellkräfte<br />

Die Gelenkkupplungen von KBK sind<br />

ebenfalls in der Fertigung von Windenergieanlagen<br />

zu finden. Sie weisen<br />

ein sehr geringes Spiel auf und übertragen<br />

Drehmomente bis 580 Nm<br />

Auch Hersteller von Photovoltaik-<br />

Modulen wissen die hohe Qualität<br />

der KBK-Kupplungen zu schätzen. In<br />

den Ein- und Zweiachsnachführungssystemen<br />

der Anlagen, die die<br />

Stellung der Kollektoren zur Sonne<br />

regeln, sind Elastomerkupplungen<br />

verbaut. Sie befinden sich<br />

zwischen dem Getriebe motor und<br />

der Antriebs spindel und gleichen<br />

dort Wellenversatz aus bzw. dämpfen<br />

Schwingungen, die beim Verstellen<br />

des Neigungswinkels der Solarmodule<br />

entstehen können. Durch<br />

den Einsatz der Kupplungen können<br />

die Kollek toren ruhig und präzise geführt<br />

werden, sodass die Anlagen den<br />

bestmöglichen Ertrag erzielen.<br />

Individueller Service ist Standard<br />

KBK bietet Herstellern von Windenergie-<br />

und Photovoltaik-Anlagen<br />

aber nicht nur Standard-Kupplungen,<br />

sondern fertigt bei Bedarf<br />

auch kunden spezifische Ausführungen.<br />

Das Familienunternehmen<br />

berät seine Kunden intensiv und<br />

Abb. 3: Die Gelenkkupplungen von KBK gleichen selbst hohen Radial- und Winkelversatz aus.<br />

<br />

Bild: KBK Antriebstechnik GmbH<br />

12 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Erneuerbare Energien<br />

macht manches möglich, was Wettbewerber<br />

so nicht leisten können.<br />

Zum Beispiel die schnelle Lieferung<br />

von Ersatzteilen: Innerhalb von zwei<br />

Stunden stattet KBK Kupplungen mit<br />

anwendungsspezifischen Bohrungen<br />

aus und bringt sie per Direktkurier<br />

auf den Weg.<br />

Abb. 4: Elastomerkupplungen von KBK sind mit Kunststoff-Zahnkränzen aus gestattet und<br />

können daher auch starke Schwingungen abdämpfen. Bild: KBK Antriebstechnik GmbH<br />

KBK Antriebstechnik GmbH<br />

Klingenberg am Main,<br />

Sven Karpstein<br />

Inhaber und Geschäftsführer<br />

KBK Antriebstechnik GmbH<br />

info@kbk-antriebstechnik.de<br />

www.kbk-antriebstechnik.de<br />

Drei Fragen an Sven Karpstein<br />

Herr Karpstein, Sie liefern Ihre Produkte auch an Hersteller<br />

von Windenergie- und Photovoltaik anlagen.<br />

Was tut denn KBK selbst für mehr Klima- und Umweltschutz?<br />

Sven Karpstein: Wir haben in dieser Hinsicht in den<br />

vergangenen Jahren einiges unternommen. Es sind zwar<br />

für sich genommen nur kleine Veränderungen, aber<br />

zusammen machen sie einen Unterschied.<br />

Woran denken Sie da konkret?<br />

Sven Karpstein: Zum Beispiel an unsere Metallbalgkupplungen,<br />

die wir seit einiger Zeit aus hochfestem Aluminium<br />

anstatt aus Stahl fertigen. Dadurch sparen wir 50 Prozent<br />

des Gewichts ein und ermöglichen es der Industrie,<br />

energieeffizientere Maschinen zu bauen. Anwender können<br />

nämlich dank unserer Kupplungen kleinere Antriebe<br />

verwenden und damit den Energieverbrauch senken.<br />

Außerdem verringert sich durch das geringere Gewicht das<br />

Massenträgheitsmoment der Kupplungen. Deshalb wird<br />

Energie beim Beschleunigen und Bremsen eingespart.<br />

Das hört sich gut an.<br />

Sie sprachen aber noch von<br />

weiteren Maßnahmen?<br />

Sven Karpstein: Ja, wir haben z. B. ein Recycling-System für<br />

unsere Transport-Verpackungen aus Kunststoff eingeführt.<br />

Bis vor einiger Zeit wanderten die bei unseren Kunden<br />

in den Müll. Jetzt holen wir sie nach der Auslieferung<br />

unserer Produkte dort ab und verwenden sie wieder.<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

13


Ressourceneffizienz<br />

Wege zu grünerem Stahl<br />

Welche Maßnahmen die Stahlproduktion<br />

nachhaltiger gestalten<br />

Die Stahlproduktion ist einer der größten Verursacher von CO 2 -Emissionen. Es gibt jedoch einige Stellschrauben, an denen Unternehmen<br />

für eine nachhaltigere Fertigung drehen können.<br />

Bild: Cogne Edelstahl GmbH<br />

Nicht nur im Zuge eines zunehmenden<br />

ökologischen und<br />

sozialen Verantwortungsbewusstseins<br />

rückt die Nachhaltigkeit von<br />

Stahl immer stärker in den Fokus.<br />

Moderne Verfahren und Technologien<br />

zur Emissions- und Abfallreduzierung<br />

bieten große Potentiale,<br />

um sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich<br />

zu produzieren. Doch<br />

wo liegen diese Potentiale? Welche<br />

Schritte können Unternehmen<br />

gehen, um eine erfolgreiche Transformation<br />

zu erreichen?<br />

Die Stahlproduktion ist weltweit<br />

einer der größten industriellen Verursacher<br />

von CO 2 -Emissionen. Der<br />

traditionelle Herstellungsprozess im<br />

Hochofen setzt große Mengen an<br />

Kohlenstoffdioxid frei. Das Recycling<br />

von Stahl durch emissionsärmere<br />

Elektrostahlwerke, die hauptsächlich<br />

Stahlschrott als Ausgangs material<br />

verwenden und diesen in einem<br />

Elektro lichtbogenofen einschmelzen,<br />

ist daher eine naheliegende Maßnahme.<br />

Für eine nachhaltige Stahlproduktion<br />

gibt es jedoch einige Stellschrauben,<br />

an denen Unternehmen<br />

darüber hinaus drehen können.<br />

Maßnahmen zur<br />

Emissionsreduzierung<br />

Nicht nur die Verwendung eines<br />

alternativen Stahlofens verringert die<br />

Luftverschmutzung. Eine Möglichkeit,<br />

die bei der Stahlproduktion entstehenden<br />

Emissionen zu reduzieren,<br />

ist auch der Einsatz moderner Abgasreinigungssysteme.<br />

Elektro filter,<br />

Gewebe filter oder Entstaubungsanlagen<br />

filtern Schadstoffe und Partikel<br />

aus den Abgasen, bevor diese<br />

in die Atmosphäre gelangen. So<br />

trägt beispielsweise eine spezielle<br />

Absaughaube für den AOD-Bereich<br />

(Argon-Sauerstoff-Entkohlung) zur<br />

Emissions kontrolle bei. Unternehmen<br />

wie COGNE investieren kontinuierlich<br />

in neue Anlagen sowie in die<br />

Modernisierung bestehender Systeme,<br />

um die Luftverschmutzung weiter<br />

zu reduzieren. Darüber hinaus sorgen<br />

moderne Emissionsüberwachungssysteme<br />

für eine genaue Kontrolle<br />

14 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Ressourceneffizienz<br />

und Transparenz gegenüber den<br />

zuständigen Behörden. Hier spielen<br />

die internationalen ISO Normen<br />

14001, 50001, 14064 sowie<br />

die ISO 14067 eine besondere<br />

Rolle, da sie Unternehmen dabei<br />

unterstützen, ihre Umweltleistung,<br />

Energie effizienz und<br />

CO 2 -Emissionen systematisch zu<br />

verbessern und transparent zu<br />

dokumentieren.<br />

Auch der seit 1. Januar<br />

20<strong>26</strong> verbindliche CBAM (Carbon<br />

Border Adjustment Mechanism)<br />

ist eine EU-weite<br />

Verordnung zur Schaffung eines<br />

CO 2 -Grenzausgleich systems<br />

und trägt zum Klimaschutz bei.<br />

Hierbei werden emissionsintensive<br />

Produkte wie Stahl mit<br />

einem CO 2 -Preis belegt, mit dem<br />

Ziel, Emissionen zu reduzieren<br />

und einheitliche Wettbewerbsbedingungen<br />

zu schaffen. Die<br />

EU versucht damit, das so ge­<br />

COGNE<br />

E<strong>DE</strong>LSTAHL<br />

GmbH<br />

Die COGNE E<strong>DE</strong>LSTAHL<br />

GmbH ist die deutsche<br />

Vertriebsnieder lassung des<br />

italienischen Edelstahl- und<br />

Nickelbasiswerkstoffherstellers<br />

COGNE ACCIAI<br />

SPECIALI S. p. a.,<br />

Aosta, Italien. Cogne<br />

Edelstahl vertreibt deren<br />

Produkte im deutschsprachigen<br />

Raum mit Schwerpunkten<br />

in Deutschland,<br />

Österreich und BeNeLux.<br />

Mit den Vertriebsniederlassungen<br />

in Neuss,<br />

Rudersberg a. d. Murr und<br />

Stuhr bei Bremen, werden<br />

die Kunden mit Edelstahllangprodukten<br />

aus der Produktion<br />

in Italien, Taiwan<br />

und Schweden versorgt.<br />

Ferner betreibt Cogne<br />

Edelstahl den Handel<br />

mit Stahl, Edelstahl und<br />

sonstigen Metallen, die nicht<br />

zum Produktion sportfolio<br />

der Mutter gesellschaft gehören.<br />

nannte Carbon Leakage, also die<br />

Verlagerung von CO 2 -intensiver<br />

Produktion in Länder ohne vergleichbare<br />

Klimaschutzmaßnahmen,<br />

zu verhindern. Die Ermittlung<br />

der Preis belegung für Stahl<br />

erfolgt über die Einteilung in<br />

Scope 1 (direkte Emissionen aus<br />

der Stahlproduktion), Scope 2<br />

(indirekte Emissionen durch den<br />

Stromverbrauch) und Scope 3<br />

(weitere indirekte Emissionen wie<br />

beispielsweise Transportwege).<br />

Maßnahmen zur Abfallvermeidung<br />

Im Produktionsprozess fallen darüber<br />

hinaus große Mengen an<br />

Schlacken, Stäuben, Schlämmen<br />

und anderen Abfall produkten<br />

an. Diese werden in der Regel<br />

vollständig entsorgt, was nicht<br />

nur hohe, zusätzliche Kosten bedeutet,<br />

sondern auch eine Verschwendung<br />

von Ressourcen<br />

darstellt. Denn neben dem Recycling<br />

von verwertbarem Schrott<br />

besteht auch die Möglichkeit, einige<br />

der Neben produkte weiter<br />

zu verwenden. So kann Schlacke<br />

beispielsweise als Baustoff oder<br />

als Dünger in der Landwirtschaft<br />

eingesetzt werden. Ein gutes, betriebliches<br />

Abfall management<br />

zielt also darauf ab, die Abfallbehandlungswege<br />

gezielt auszuwählen<br />

und kontinuierlich zu<br />

verbessern, um die Verwertung<br />

und das Recycling von Nebenprodukten<br />

zu maximieren. Großes<br />

Potential bieten dafür auch Investitionen<br />

in Technologien zur<br />

Prozessoptimierung. Denn durch<br />

eine effizientere Nutzung von<br />

Rohstoffen können Abfälle bereits<br />

an der Quelle reduziert werden.<br />

Geregelt wird das Recycling<br />

unter anderem in der UNI EN ISO<br />

14021, die transparente Anforderungen<br />

an umwelt bezogene<br />

Anbieter erklärungen festlegt.<br />

Maßnahmen zur Verringerung<br />

der Bodenbelastung<br />

Die Abfallmengen zu verringern<br />

trägt auch zur Reduzierung der<br />

Boden belastung bei. Bodenbe­<br />

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<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

15


Ressourceneffizienz<br />

Abb. 1: Die Stahlerzeugung über Elektrostahlwerke bietet eine emissionsärmere Alternative zum traditionellen Hochofenverfahren.<br />

<br />

Bild: Cogne Edelstahl GmbH<br />

lastungen entstehen bei der Stahlerzeugung<br />

vor allem durch unsachgemäße<br />

Lagerung oder Entsorgung von<br />

Abfällen und Neben produkten. Eine<br />

umwelt- und fachgerechte Abfalllagerung<br />

verhindert durch Abdichtung<br />

und Ab deckung das Eindringen<br />

von Schadstoffen in Boden und<br />

Grundwasser. Und je weniger Abfallstoffe<br />

gelagert werden müssen, desto<br />

geringer ist das Risiko ungewollter<br />

Boden verunreinigungen.<br />

Maßnahmen zur Verringerung<br />

der Wasserverschmutzung<br />

Neben dem CO 2 -Fußabdruck besitzt<br />

der sogenannte Wasser-Fußabdruck<br />

in der Stahlproduktion eine ebenso<br />

große Bedeutung. Dieser Fußabdruck<br />

ist ein Indikator für die Menge<br />

an Süß wasser, die zur Herstellung<br />

von Gütern und Dienst leistungen<br />

direkt oder indirekt verbraucht oder<br />

verschmutzt werden. Ein internationaler<br />

Standard, der den Umgang<br />

mit der Wasser verschmutzung bzw.<br />

die Ermittlung des Wasser-Fußabdrucks<br />

regelt, ist die Norm ISO<br />

14046. Ursprünglich zur Bewertung<br />

der Wasser ressourcen im Agrarsektor<br />

eingesetzt, findet er im letzten<br />

Jahrzehnt vermehrt Anwendung<br />

in der industriellen Produktion.<br />

Unter nehmen sollten sich daher einen<br />

Überblick über ihren Wasser-<br />

Fußabdruck verschaffen, um eine<br />

ressourcen schonende Nutzungsstrategie<br />

zu entwickeln. Eine Analysehilfe<br />

bietet unter anderem der<br />

„Aqueduct Water Risks Atlas“ des<br />

World Resources Institute. Zur Verringerung<br />

der Wasser belastungen<br />

können moderne Filter systeme und<br />

chemische Aufbereitungsverfahren<br />

eingesetzt werden. Diese entfernen<br />

gefährliche Stoffe wie Schwermetalle,<br />

Öle und Fette aus dem Wasser,<br />

bevor es in die Umwelt gelangt. Eine<br />

gezielte Optimierung der Prozessabläufe<br />

trägt auch hier dazu bei, solche<br />

chemischen Zusatzstoffe insgesamt<br />

zu reduzieren. Ebenso tragen<br />

geschlossene Wasserkreisläufe zum<br />

Schutz der Natur bei und erhöhen<br />

gleichzeitig die Effizienz der Produktion<br />

durch einen geringeren Wasserverbrauch.<br />

Die Möglichkeiten für Stahlproduzenten,<br />

ihre umwelttechnischen Fußabdrücke<br />

zu verringern, sind zahlreich<br />

und effektiv. Um künftig also nicht<br />

nur rechtskonform und nachhaltig,<br />

sondern damit auch wettbewerbsfähig<br />

zu bleiben, sollten Unternehmen<br />

fortlaufend an ihren Prozessen<br />

arbeiten und sich frühzeitig auf<br />

nationale und internationale regulatorische<br />

Anforderungen einstellen.<br />

Stahlexperte COGNE ist in der Branche<br />

ein gutes Beispiel für kontinuierliche<br />

Investitionen sowohl in Technologien<br />

und Verfahren, die Emissionen<br />

und Abfälle redu zieren, als auch in<br />

entsprechende Zertifizierungen.<br />

Cogne Edelstahl GmbH<br />

Carl-Schurz-Str. 2<br />

41460 Neuss<br />

+49 2132 1246 177<br />

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16 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Langlebigkeit<br />

Druckstöße im Dampfsystem: Wasserschlag<br />

als Risiko für Sicherheit und Effizienz<br />

Alexander Stark<br />

Wasserschlag gehört zu den<br />

teuersten und gefährlichsten Phänomenen<br />

in Dampfsystemen. Er kann<br />

Bauteile beschädigen, Regelkreise<br />

destabilisieren und das Unfallrisiko<br />

erhöhen. Zugleich ist Wasserschlag<br />

häufig ein Hinweis darauf, dass das<br />

Dampfsystem auch energetisch ineffizient<br />

arbeitet. Um wechselnde<br />

Lasten und Druck stöße bei Gegendruck<br />

sicher zu beherrschen,<br />

ist eine kontrollierte Kondensatableitung<br />

daher unerlässlich.<br />

Schläge, Krachen, Klopfen und Vibrationen<br />

werden in Dampfsystemen oft<br />

als normale Begleiterscheinungen<br />

hingenommen. Tatsächlich sind sie<br />

meist ein Warnsignal für Wasserschlag.<br />

Was oft als technisches Ärgernis<br />

abgetan wird, kann gravierende Folgen<br />

haben <strong>–</strong> von Effizienzverlusten<br />

über beschädigte Komponenten bis<br />

hin zu ernsthaften Sicherheits risiken<br />

für das Personal. Die Ursache ist<br />

selten ein einzelner Auslöser, sondern<br />

meist ein allgemeines Defizit im<br />

Kondensat management.<br />

Ursachen für Wasserschlag<br />

Wasserschlag entsteht, wenn sich<br />

Druckverhältnisse in einem Dampfsystem<br />

schlagartig ändern. Zwei<br />

Mechanismen sind dabei besonders<br />

relevant.<br />

Zum einen tritt Wasserschlag auf,<br />

wenn beschleunigtes Kondensat auf<br />

ein Hindernis trifft. Ein solcher Flüssigkeitsschwall<br />

entsteht, wenn heißer<br />

Dampf mit kälterem Wasser oder<br />

angesammeltem Kondensat in Kontakt<br />

kommt und dieses mit hoher<br />

Geschwindigkeit mitreißt. Prallt der<br />

Schwall auf Ventile, Rohrbögen oder<br />

Armaturen, wird er abrupt abgebremst.<br />

Da Wasser nahezu nicht verdichtbar<br />

ist, wandelt sich die kinetische<br />

Energie in einen hydraulischen<br />

Druckstoß um, der sich als Stoß welle<br />

durch das Rohrsystem fortpflanzt.<br />

Unkontrollierte Kondensatansammlungen und plötzliche Druckstöße machen Wasserschlag<br />

zu einem zentralen Risiko in Dampfsystemen.<br />

Bild: KI-generiert, EBE-Engineering<br />

Zum anderen kann Wasserschlag<br />

durch plötzliche Kondensation von<br />

Dampf verursacht werden. Trifft Dampf<br />

auf kältere Oberflächen oder größere<br />

Kondensat ansammlungen, kommt<br />

es zu einem abrupten Phasenwechsel.<br />

Das Dampfvolumen verringert sich innerhalb<br />

kürzester Zeit massiv. In die<br />

entstehende Unterdruck zone strömen<br />

Flüssigkeit oder nachfolgender<br />

Dampf mit hoher Geschwindigkeit<br />

nach <strong>–</strong> ebenfalls mit dem Potential, eine<br />

Druckwelle auszulösen.<br />

Beide Mechanismen erzeugen<br />

plötzliche Druckspitzen, die<br />

Komponenten mechanisch belasten.<br />

Zugleich verschlechtern sie die<br />

Prozess stabilität und damit auch die<br />

energetische Leistung des Systems.<br />

Folgen von Wasserschlag<br />

„Die Auswirkungen solcher Druckstöße<br />

sind weitreichend. Mechanisch<br />

können sie Rohrleitungen<br />

verformen oder beschädigen, Ventile<br />

funktionsunfähig machen, Wärmetauscher<br />

beeinträchtigen oder<br />

Kondensat ableiter zerstören. Rohrstützen<br />

können sich lösen, Verbindungen<br />

können undicht werden. In<br />

besonders kritischen Fällen treten<br />

Leckagen von Hochdruckdampf oder<br />

heißem Kondensat auf, wodurch<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

17


Langlebigkeit<br />

Abb. 1: Eine der Hauptursachen für<br />

Dampfleckagen sind defekte mechanische<br />

Kondensatableiter. Bild: EBE Engineering<br />

akute Verletzungs gefahren entstehen“,<br />

erklärt Nigel Egginton, Geschäftsführer<br />

von EBE Engineering.<br />

Neben diesen unmittelbaren<br />

Schäden bringt Wasserschlag häufig<br />

wirtschaftliche Folgekosten mit sich:<br />

unzuverlässige Wärme übertragung, gestörte<br />

Regelprozesse und ungeplante<br />

Wartungseinsätze treiben den Aufwand<br />

im Betrieb nach oben.<br />

Um solche Folgen zu vermeiden<br />

und die Geräuschentwicklung<br />

im Leitungs system nachhaltig zu reduzieren,<br />

ist vor allem eines entscheidend:<br />

Kondensat muss zuverlässig<br />

und kontinuierlich aus dem<br />

System abgeführt werden. Denn<br />

nur unter stabilen, kondensatarmen<br />

Bedingungen kann Dampf seine<br />

Wärme effizient übertragen.<br />

Gestautes Kondensat erhöht den<br />

Gegendruck im System. Die verfügbare<br />

Temperaturdifferenz sinkt, die<br />

Effizienz nimmt ab und die thermodynamischen<br />

Bedingungen werden<br />

instabil. „In extremen Fällen kann<br />

eingeschlossenes Kondensat wieder<br />

aufkochen und lokale Druckspitzen<br />

verursachen, die die Anlagen<br />

belasten und den Betrieb destabilisieren“,<br />

sagt Nigel Egginton.<br />

Hinzu kommt ein materialtechnischer<br />

Effekt: Stehendes Kondensat<br />

begünstigt Korrosion, insbesondere<br />

wenn gelöstes Kohlendioxid<br />

Kohlensäure bildet. Rohrleitungen<br />

und Komponenten altern dadurch<br />

schneller. Thermische Schwankungen,<br />

Druckwechsel und Materialverschleiß<br />

verstärken sich so gegenseitig<br />

und erhöhen das Risiko für<br />

Wasserschlag zusätzlich.<br />

Kondensatableiter als zentrale<br />

Systemkomponente<br />

Kondensatableiter übernehmen in<br />

Dampfsystemen eine zentrale Funktion:<br />

Sie führen anfallendes Kondensat<br />

ab, um die Wärmeübertragung<br />

aufrechtzuerhalten und das Risiko<br />

von Wasserschlägen zu minimieren.<br />

Ziel muss es sein, Kondensat, Luft und<br />

CO 2 möglichst schnell und vollständig<br />

aus dem System zu entfernen. Ein<br />

geeigneter Kondensat ableiter sollte<br />

eine hohe Lebensdauer, stabile Funktion<br />

und einen möglichst geringen<br />

Wartungsaufwand gewährleisten,<br />

um Betriebssicherheit und Effizienz<br />

dauer haft sicherzustellen.<br />

Bei mechanischen Ableitern ist<br />

diese Funktion aber oft nicht gegeben.<br />

„Mechanische Kondensatableiter<br />

leiten das Kondensat aufgrund<br />

ihrer sich öffnenden und<br />

schließenden Dichtflächen in Wellen<br />

ab. Diese intermittierende Ableitung<br />

führt zu einer variablen Durchflussrate,<br />

die plötzliche Druckänderungen<br />

verursachen und das Risiko von<br />

Wasser schlägen erhöhen kann“, betont<br />

Nigel Egginton.<br />

Dampfleckagen treten bei mechanischen<br />

Ableitern ebenfalls häufiger<br />

auf. Dies kann zu einem Druckanstieg<br />

in den Kondensatleitungen<br />

und schließlich zu Wasserschlag<br />

führen. Ursächlich hierfür ist die<br />

Beschaffenheit mechanischer Bauteile.<br />

Mit zunehmender Betriebsdauer<br />

steigt die Abnutzung und<br />

damit die Wahrscheinlichkeit von<br />

Undichtigkeiten. Entweichender<br />

Dampf kann die Druckverhältnisse<br />

in der Kondensat leitung zusätzlich<br />

verschärfen und so das Risiko für<br />

Wasser schlag erhöhen.<br />

Besonders problematisch wird<br />

dieses Verhalten bei schwankenden<br />

Dampflasten. Denn mechanische<br />

Systeme reagieren nur verzögert auf<br />

Laständerungen. „Unter variablen<br />

Bedingungen werden Reaktionszeit<br />

und Abflussleistung zu begrenzenden<br />

Faktoren“, sagt Nigel Egginton und er­<br />

Schlechte Kondensatableitung<br />

Wird Kondensat nicht konsequent<br />

abgeführt, leidet das Dampfsystem<br />

gleich mehrfach. Wärmeübertragungsflächen<br />

werden teilweise<br />

blockiert, Wärmetauscher<br />

können überfluten und Regelkreise<br />

reagieren träger. Das verschlechtert<br />

die Prozessführung und erhöht den<br />

Dampfbedarf.<br />

Abb. 2: Bei mechanischen Ableitern mit Freischwimmerkugel sind beschädigte Kugeln eine<br />

Folge von Wasserschlag. Umgekehrt kann ein beschädigter oder verschlissener mechanischer<br />

Ableiter die Kondensatableitung beeinträchtigen und dadurch Wasserschlag indirekt<br />

begünstigen.<br />

Bild: EBE Engineering<br />

18 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Langlebigkeit<br />

gänzt: „Häufiges Takten erhöht den<br />

Verschleiß, und langsame Reaktionszeiten<br />

erlauben Kondensatansammlungen<br />

während Lastspitzen.“<br />

Defekte oder falsch dimensionierte<br />

Kondensatableiter verschärfen<br />

das Problem zusätzlich: „Zu klein<br />

ausgelegte Ableiter verursachen<br />

Kondensat rückstau, während zu groß<br />

ausgelegte oder ausgefallene Ableiter<br />

häufiges Takten, Druckschwankungen<br />

und Wasserschläge begünstigen.“<br />

Gerade unter wechselnder Last<br />

können sich diese Effekte schnell aufschaukeln.<br />

Kontinuierliche Ableitung mit<br />

Venturi-Prinzip<br />

Abb. 3: Venturidüsen-Kondensatableiter kommen ohne bewegliche Teile aus und arbeiten<br />

mit einer festen Öffnung.<br />

Bild: EBE Engineering<br />

Ein alternativer Ansatz zur klassischen,<br />

mechanisch arbeitenden Kondensatableitung<br />

ist die kontinuierliche<br />

Entwässerung mittels<br />

Venturidüsen-Kondensatableitern.<br />

Diese Systeme kommen ohne bewegliche<br />

Teile aus und arbeiten mit einer<br />

festen Öffnung.<br />

Das Funktionsprinzip basiert auf<br />

den unterschiedlichen physikalischen<br />

Eigenschaften von Dampf und Kondensat.<br />

Während Dampf verdichtbar<br />

ist, verhält sich Kondensat nahezu<br />

inkompressibel. Diese Differenz nutzt<br />

die Venturidüse aus: Der Differenzdruck<br />

über der Düse passt sich den<br />

Betriebsbedingungen an, sodass sich<br />

der Kondensatstrom selbsttätig reguliert.<br />

„ECOFLOW Venturidüsen-Kondensatableiter<br />

führen Kondensat<br />

kontinuierlich ab statt in Schüben“,<br />

erklärt Nigel Egginton. Das sorgt für<br />

einen gleichmäßigen Abfluss und vermeidet<br />

druckbedingte Last spitzen.<br />

Zugleich bleiben Wärmeübertragungsflächen<br />

besser nutzbar und<br />

Dampfverluste werden vermieden.<br />

Das wirkt sich unmittelbar auf<br />

den Anlagenbetrieb aus. Das System<br />

verhält sich berechenbarer,<br />

insbesondere bei variierenden Lastprofilen<br />

oder in Batchprozessen.<br />

Denn eine höhere Druckstabilität<br />

verbessert die Wärme übertragung,<br />

verkürzt Regelzyklen und macht<br />

Batchzeiten besser planbar. „Die kontinuierliche<br />

Ableitung, insbesondere<br />

in Batchanlagen, stabilisiert die Bedingungen,<br />

reduziert Wasserschläge und<br />

kann sie gerade beim Neustart oder<br />

einer Abschaltung oft vollständig vermeiden“,<br />

betont Nigel Egginton.<br />

Eine kontinuierliche Kondensatableitung<br />

verbessert Betriebssicherheit,<br />

Prozessruhe und Energieausnutzung<br />

zugleich. Die Vermeidung von<br />

Wasserschlag ist damit nicht nur eine<br />

Frage des Anlagenschutzes, sondern<br />

auch ein wichtiger Hebel für einen<br />

wirtschaftlichen Dampfbetrieb.<br />

Über EBE Engineering<br />

Die EBE Engineering GmbH mit Sitz<br />

in Essen arbeitet mit Kunden in<br />

den Bereichen Lebensmittel und<br />

Getränke, Wäscherei, Reifen- und<br />

Gummiherstellung,<br />

Petrochemie,<br />

Chemie und Biochemie zusammen,<br />

die Dampfsystemlösungen für eine<br />

Vielzahl von verfahrenstechnischen<br />

Anwendungen nutzen. Durch den<br />

Fokus auf hochwertiges Design und<br />

bestmögliche Fertigung kann EBE<br />

zuverlässige und wartungsarme<br />

Lösungen anbieten und den Anwendern<br />

gleichzeitig geringere Energiekosten<br />

und CO 2 -Emissionen ermöglichen.<br />

Darüber hinaus profitieren<br />

Anwender von den Vorteilen, die<br />

durch die Analyse von Dampfanlagen<br />

und anschließende Verbesserungen<br />

eröffnet werden.<br />

Autor:<br />

Alexander Stark<br />

Marketing Manager EBE<br />

EBE Engineering GmbH<br />

Rellinghauser Str. 334F<br />

45136 Essen<br />

+49 (0) 201 565 783 00<br />

de.marketing@ebe-eng.com<br />

www.ebe-eng.de<br />

Wasserschläge können katastrophale<br />

Auswirkungen auf ein Dampfsystem<br />

haben, darunter:<br />

• Mechanische Schäden:<br />

Rohr brüche, Ventilausfälle und<br />

beschädigte Wärmetauscher.<br />

• Systemineffizienzen: Reduzierter<br />

Dampfstrom, gestörte Wärmeübertragung<br />

und erhöhte Energieverschwendung.<br />

• Sicherheitsrisiken: Leckagen<br />

von Hochdruckdampf oder<br />

heißem Kondensat, die eine<br />

Verbrennungs gefahr für das<br />

Personal darstellen.<br />

• Betriebsausfallzeiten:<br />

Ungeplante Wartungsarbeiten,<br />

Produktionsunterbrechungen<br />

und erhöhte Reparaturkosten.<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

19


Energieeffienz<br />

Energieeffizienz in der Zuckerproduktion<br />

Innovative Reinigungstechnologien gegen Ablagerungen<br />

Laborarbeit in der chemischen Forschung und Entwicklung<br />

Zuckerfabriken setzen bei der<br />

Produktion Wärmetauscher und<br />

Verdampfer ein, um die Konzentration<br />

des Zuckers zu erhöhen. Dabei<br />

entstehen häufig organische und<br />

anorganische Ablagerungen wie<br />

beispiels weise Calciumoxalat, Silikat<br />

oder Zucker-Kohle. Diese müssen<br />

regelmäßig entfernt werden,<br />

um die Qualität sicherzustellen,<br />

Schäden zu vermeiden und einen<br />

effizienten Betrieb zu gewährleisten.<br />

Moderne Reinigungsverfahren<br />

lösen dieses Problem durch den<br />

Einsatz von Additiven und reduzieren<br />

dabei auch den Einsatz von Laugen<br />

oder Säuren.<br />

Zucker ist ein zentraler Rohstoff in der<br />

weltweiten<br />

Lebensmittelindustrie.<br />

Ablagerungen entstehen während<br />

der Zuckerproduktion insbesondere<br />

durch die Ausfällung von Calciumsalzen<br />

oder Silikaten während der<br />

Verdampfung. Diese behindern die<br />

Wärmeübertragung und verursachen<br />

dadurch höhere Energiekosten sowie<br />

zusätzliche Ausfallzeiten infolge der<br />

Reinigung von Anlagen. Das Problem<br />

tritt sowohl in Rübenzucker- wie auch<br />

in Rohrzuckerfabriken auf, wird aber<br />

unterschiedlich gehandhabt.<br />

Moderne<br />

Tensid-Komplexbildner-Formulierungen<br />

wie das Mittel<br />

<strong>DE</strong>FOCLEAN ® R2 des Mittelständlers<br />

Levaco Chemicals unterstützen<br />

beide Ansätze: Sie verbessern die<br />

chemische Reinigung in Rübenzuckerfabriken<br />

und optimieren die<br />

alkalische Vorbehandlung in Rohrzuckerfabriken,<br />

sodass der nachfolgende<br />

mechanische Reinigungsschritt<br />

effizienter wird.<br />

Rübenzucker <strong>–</strong><br />

Reinigungsadditive verbessern die<br />

chemische Reinigung<br />

Rübenzuckerfabriken vermeiden die<br />

Entstehung von Belägen bereits während<br />

des Betriebs durch Belagverhinderer<br />

wie <strong>DE</strong>FOSCALE ®<br />

Bild: Hardy Welsch<br />

OK. In<br />

Abb. 1: Präzises Arbeiten im Labor:<br />

Eine Probe wird unter kontrollierten<br />

Bedingungen vorbereitet und analysiert.<br />

<br />

Bild: Hardy Welsch<br />

Kombination mit einer chemischen<br />

Reinigung direkt nach der Kampagne<br />

lassen sich deutliche Energieeinsparungen<br />

erzielen. Hintergrund:<br />

Die Beläge in Rübenzuckerfabriken<br />

bestehen oft aus Calciumoxalat,<br />

das durch eine alkalische Reinigung<br />

mit Sodazusatz und einer anschließenden<br />

sauren Reinigung entfernt<br />

werden muss. Durch die Kombination<br />

aus Tensiden und Komplexbildnern<br />

können die Reinigungszeiten deutlich<br />

verkürzt und die Reinigungstemperaturen<br />

sowie der Einsatz von Laugen<br />

und Säuren verringert werden. Diese<br />

Maßnahmen steigern die Effizienz<br />

und wirken sich positiv auf Energieverbrauch<br />

und CO 2 -Ausstoß aus.<br />

Vorteile Reinigungsadditive in<br />

Rübenzuckerfabriken:<br />

• Kürzere Reinigungszeiten<br />

• Energieeinsparung<br />

• CO 2 -Einsparung<br />

Rohrzucker <strong>–</strong><br />

Reinigungsadditive erleichtern die<br />

mechanische Reinigung<br />

In Rohrzuckerfabriken fallen deutlich<br />

mehr Ablagerungen in den Verdampfern<br />

an. Sie bestehen je nach<br />

Position der Verdampfer im Prozess<br />

aus verschiedenen Calciumsalzen wie<br />

Phosphat, Oxalat oder Aconitat und<br />

werden durch regelmäßige Reinigung<br />

entfernt. Diese erfolgt oft durch eine<br />

alkalische Vorbehandlung, gefolgt von<br />

einer mechanischen Reinigung mit<br />

Bürsten oder Hochdruckreinigern. In<br />

den engen Verdampfer räumen stellt<br />

die mechanische Reinigung insbesondere<br />

bei Einsatz von Hochleistungs-<br />

Druckreinigern aufgrund der hohen<br />

Wasserdrücke von bis zu 1000 bar<br />

und der räumlichen Enge eine erhebliche<br />

Gefährdung für die ausführenden<br />

Arbeiter dar, die schon öfter<br />

zu schweren Verletzungen oder gar<br />

Todesfällen geführt hat.<br />

Die alkalische Vorbehandlung<br />

soll zum Aufquellen der Beläge führen,<br />

um diese später einfacher<br />

20 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Energieeffienz<br />

mechanisch entfernen zu können.<br />

Genau hier setzt <strong>DE</strong>FOCLEAN ® R2<br />

der Firma Levaco Chemicals an. Das<br />

Reinigungsadditiv dringt mit seinem<br />

System aus Tensiden und Komplexbildnern<br />

tief in die Belagsschichten<br />

ein und gewährleistet eine bessere<br />

Penetration. Durch die Wirkstoffkombination<br />

des Additivs unterwandert<br />

die Reinigungslösung Beläge und löst<br />

sie von den Wandungen der Heizrohre.<br />

Dadurch können die Zeiten für<br />

die mechanische Reinigung drastisch<br />

verkürzt werden. Es kann auf den Einsatz<br />

von Hochdrucksystemen oder<br />

gleich ganz auf die manuelle Reinigung<br />

verzichtet werden.<br />

Vorteile Reinigungsadditive in<br />

Rohrzuckerfabriken:<br />

• Maximale Anlagenverfügbarkeit<br />

durch verkürzte Reinigungszeiten<br />

• Energie- und CO 2 -Einsparung<br />

• Geringeres Gefährdungspotential<br />

für das Personal<br />

Anforderungen an<br />

Reinigungsadditive<br />

Um die beschriebenen Vorteile zu<br />

erzielen, müssen moderne Reinigungsadditive<br />

gleich mehrere Funktionen<br />

in sich vereinen:<br />

• Gute benetzende Eigenschaften<br />

bei geringer Schaumbildung: Verbessern<br />

den Kontakt des Belags<br />

zur Reinigungslösung und ermöglichen<br />

das Eindringen der Reinigungslösung<br />

in den Belag. Trotz<br />

der tensidischen Wirkung darf der<br />

Reiniger nicht stark schäumen, da<br />

dies bei Anwendungen in geschlossenen<br />

Anlagen zu Problemen beim<br />

Pumpen der Lösung und zu ihrem<br />

Überlaufen führen könnte.<br />

• Starke Komplexbildung ohne Umweltgefährdung:<br />

Belagsbestandteile<br />

wie Calcium lassen sich gut<br />

mit Komplexbildnern aus dem<br />

Belag lösen und schwächen so<br />

dessen Struktur. Gleichzeitig bereiten<br />

besonders starke Komplexbildner<br />

wie EDTA Probleme bei<br />

der Abwasserentsorgung und sind<br />

deshalb nicht Bestandteil moderner<br />

Reinigerrezepturen.<br />

• Starke dispergierende Wirkung:<br />

Kleine Bruchstücke des Belags,<br />

die sich abgelöst haben, müssen<br />

Abb. 2: Labortechnik im Einsatz - moderne Systeme zur Analyse und Verarbeitung von Proben.<br />

<br />

Bild: Hardy Welsch<br />

in Lösung gehalten und an einer<br />

erneuten Ablagerung gehindert<br />

werden. Ein vollständiges Auflösen<br />

der Beläge, das mit hohem Chemikalieneinsatz<br />

verbunden wäre,<br />

ist meist nicht erforderlich <strong>–</strong> eine<br />

Auflockerung und Dispergierung<br />

reicht für guten Reinigungserfolg<br />

aus.<br />

• Beständigkeit gegen Säuren,<br />

Laugen und hohe Temperaturen:<br />

Je nach Belagszusammensetzung<br />

kann nicht gänzlich auf den Einsatz<br />

von Laugen oder Säuren verzichtet<br />

werden. Gleiches gilt für<br />

hohe Temperaturen, die die Reinigungszeit<br />

stark verkürzen. Das<br />

Reinigungs additiv verringert zwar<br />

ihren Bedarf bei der Reinigung,<br />

muss aber gleichzeitig unter diesen<br />

Bedingungen stabil und wirksam<br />

bleiben.<br />

• Regulatorische Anforderungen:<br />

Diese sind je nach Anwendung<br />

unterschiedlich und reichen vom<br />

EU-Chemikalienrecht bis hin zur<br />

Zertifizierung als kosher oder halal<br />

beim Einsatz in der Lebensmittelindustrie.<br />

Reinigungsadditive <strong>–</strong> auch<br />

außerhalb der Zuckerindustrie<br />

Als All-in-One-Lösung funktionieren<br />

moderne Reinigungsadditive sowohl<br />

als Verstärker in alkalischen<br />

oder sauren Reinigungen als auch<br />

als eigen ständige Lösung ohne Säuren<br />

oder Laugen. Damit wirken sie<br />

sich positiv auf die Arbeitssicherheit<br />

aus. Zudem lassen sie sich leicht in<br />

bestehende Prozesse integrieren,<br />

indem sie entweder die bestehende<br />

Rezeptur der Reinigungslösung<br />

ergänzen oder oft gleich mehrere<br />

Rezeptur bestandteile ersetzen. Im<br />

Ergebnis sparen die Betriebe Wasser,<br />

Energie, Zeit und Geld.<br />

Für die optimale Anwendung solcher<br />

Prozesschemikalien ist es ratsam,<br />

dass die Wartungsteams der<br />

Fabriken in engem Kontakt mit den<br />

Anbietern von Reinigungslösungen<br />

zusammenarbeiten, um die spezifischen<br />

Anforderungen der Anlagen<br />

und Prozesse zu berücksichtigen. Das<br />

reicht von der Analyse der Ablagerungen<br />

bis zur Empfehlung konkreter<br />

Reinigungsverfahren.<br />

Anlagenbetreiber sollten sich dabei<br />

auch der Grenzen chemischer<br />

Reinigung mit Reinigungsadditiven<br />

bewusst sein: Besonders starke oder<br />

besonders dichte Beläge oder bauliche<br />

Einschränkungen können die<br />

Wirkung von Additiven limitieren und<br />

erhöhen den Chemikalienbedarf.<br />

Kritisch wird es bei Verstopfungen<br />

<strong>–</strong> hier ist oft eine vollständige Auflösung<br />

der Beläge nötig, die nicht bei<br />

allen Ablagerungsarten gelingt.<br />

Moderne Additive wie<br />

<strong>DE</strong>FOCLEAN ®<br />

R2 verbessern auch<br />

in diesen Fällen die Reinigungsleistung<br />

und verkürzen die Reinigungszeit<br />

auch unter diesen erschwerten<br />

Bedingungen erheblich.<br />

Levaco Chemicals<br />

Johannes-Kepler-Straße 20<br />

51377 Leverkusen<br />

www.levaco.com<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

21


Effizienzsteigerung<br />

Ungeahnte Möglichkeiten für neue<br />

technisch-keramische Werkstoffe aus<br />

EIRICH-Intensivmischern<br />

EIRICH-Mischer mit keramischer Auskleidung<br />

Bild: EIRICH/Fotoatelier Horst Bernhard<br />

Produkte der Technischen Keramik<br />

sind auch im Jahr 20<strong>26</strong> aus Industrie,<br />

Forschung und Alltag nicht mehr<br />

wegzudenken. Weltweit entsteht<br />

eine Vielzahl hochwertiger und<br />

funktionaler Erzeugnisse <strong>–</strong> und der<br />

Bedarf wächst weiter.<br />

Die Technische Keramik gliedert sich<br />

im Wesentlichen in drei große Werkstoffgruppen:<br />

Oxidkeramik, Nichtoxidkeramik<br />

und Silikatkeramik. In<br />

allen drei Bereichen schreitet die Entwicklung<br />

dynamisch voran. Im Mittelpunkt<br />

stehen dabei die Produkte<br />

und ihre Eigenschaften. Weltweit<br />

arbeiten Entwickler in kleinen wie<br />

großen Unter nehmen daran, Werkstoffe,<br />

Produkte und Verfahren zu<br />

optimieren und Materialien mit verbesserten<br />

oder neuartigen Eigenschaften<br />

herzustellen. Durch innovative<br />

Produktions technologie lassen<br />

sich diese Eigenschaften zusätzlich<br />

gezielt beeinflussen.<br />

Die Entwicklung eines neuen<br />

Werkstoffes<br />

Von der ersten Idee bis zum neuen<br />

Bauteil beziehungsweise zum fertigen<br />

Produkt führt der Weg in der Regel<br />

über mehrere zentrale Schritte: die<br />

Auswahl und Aufbereitung der Rohstoffe,<br />

die Formgebung und Bearbeitung,<br />

das Trocknen und Sintern sowie<br />

die Nachbearbeitung und Qualitätskontrolle.<br />

Nachdem im ersten Schritt<br />

die Rohstoffe definiert wurden, wird<br />

anschließend eine geeignete Aufbereitung<br />

ausgewählt. Diese richtet sich<br />

im Wesentlichen nach der später vorgesehenen<br />

Formgebung.<br />

Für die Formgebung kommen<br />

meist bewährte Verfahren zum Einsatz:<br />

Pressverfahren wie axiales und<br />

isostatisches Pressen, plastische<br />

Formgebungsverfahren wie Extrudieren<br />

und Spritzgießen sowie Gießverfahren<br />

wie Schlicker-, Druck- und<br />

Foliengießen. Bei allen Formgebungsverfahren<br />

werden die Ausgangspulver<br />

zunächst dispergiert, gemischt<br />

und homogenisiert <strong>–</strong> häufig unter Zugabe<br />

von Wasser oder eines organischen<br />

Lösungsmittels.<br />

Für die Weiterverarbeitung werden<br />

nach dem Mischen je nach Aufgabe<br />

unterschiedliche Aggregate<br />

eingesetzt, etwa Granulierer zur Her­<br />

22 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Effizienzsteigerung<br />

EIRICH-Mischtechnik<br />

Abb. 1: FD9132 <strong>–</strong> das einzigartige EIRICH-Mischprinzip<br />

Bild: EIRICH<br />

stellung von Pressmassen, Kneter<br />

zur Herstellung plastischer Massen<br />

oder Dispergierer zur Herstellung<br />

von Schlickern. In diesen Verfahrensschritten<br />

wird häufig auf Bewährtes<br />

zurückgegriffen: Maschinen, die im<br />

Betrieb oder in Entwicklungsabteilungen<br />

bereits vorhanden sind. Erste<br />

Proben entstehen oft von Hand oder<br />

mit einfachen Geräten. Spätestens<br />

bei der Übertragung in die Praxis<br />

zeigt sich jedoch die eigentliche Herausforderung.<br />

Das Upscaling vom<br />

kleinen Versuch auf größere Aufbereitungsaggregate<br />

ist häufig problembehaftet,<br />

da Versuchsmischungen oft<br />

andere Eigenschaften aufweisen als<br />

spätere Produktionsmischungen.<br />

differenz. Der Boden-Wand-Abstreifer<br />

verhindert Anbackungen und<br />

unterstützt das Entleeren am Ende<br />

der Mischzeit.<br />

Für Anwender kann dies erhebliche<br />

Vorteile bedeuten: Energieeinsparungen<br />

von bis zu 50 %, eine Verkürzung<br />

der Prozesszeit um bis zu<br />

20 % im Vergleich zu herkömmlichen<br />

Prozesszeiten, wirtschaftlichere Rezepturen<br />

sowie eine variable Kornverteilung<br />

von Granulaten.<br />

In vielen Anwendungen ist es<br />

entscheidend, eine Kontamination<br />

des Mischgutes während der Aufbereitung<br />

zu vermeiden. Auch hier<br />

bietet der EIRICH-Mischer Vorteile.<br />

Systembedingt sind Materialabrieb<br />

und Verschleiß geringer als bei anderen<br />

Mischen, Granulieren, Coaten,<br />

Kneten und Dispergieren in einer Aggregaten. Eine Verunrei­<br />

nigung des Mischgutes lässt sich<br />

Maschine?<br />

häufig durch Kunststoffbeschichtungen<br />

Die mechanische Verfahrenstechnik<br />

des Mischbehälters und den<br />

Einsatz von Hartmetall-Mischwerkzeugen<br />

kennt eine Vielzahl von Mischsys-<br />

temen, die meist für eine einzelne<br />

Aufgabe ausgelegt sind. Mit einem<br />

EIRICH-Mischer ist es dagegen möglich,<br />

sowohl Granulate und Pressmassen<br />

als auch plastische Massen<br />

vermeiden. Keramische Betemen,<br />

schichtungen, wie sie in anderen<br />

Maschinen üblich sind, bleiben die<br />

Ausnahme, stehen aber für höchste<br />

Anforderungen an Kontaminationsfreiheit<br />

zur Verfügung.<br />

und Gießschlicker herzustellen. Bei Labormischern mit 1<strong>–</strong>10 l<br />

Grundlage dafür ist das besondere<br />

EIRICH-Mischprinzip.<br />

Durch den rotierenden Mischbehälter<br />

wird das Mischgut zu dem<br />

exzentrisch angeordneten, schnell<br />

Nutzvolumen können Werkzeug und<br />

Mischbehälter zur Reinigung abgenommen<br />

werden. Eine Materialverschleppung<br />

in Folgemischungen wird<br />

dadurch vermieden. Für größere<br />

rotierenden Wirbler geführt. Dadurch Mischer stehen spezielle Hochdruckabreinigungseinrichtungen<br />

entstehen gegenläufige Mischgutströme<br />

zur<br />

mit hoher Geschwindigkeits­<br />

Verfügung.<br />

Das Mischprinzip des EIRICH-<br />

Mischers ist einzigartig. Bei keinem<br />

anderen Mischsystem lassen sich<br />

Mischwerkzeug, Drehrichtung und<br />

Werkzeuggeschwindigkeit so flexibel<br />

an die jeweilige Aufgabenstellung<br />

anpassen.<br />

Im Vergleich zu anderen Mischern<br />

werden deutlich höhere Mischgüten<br />

erreicht <strong>–</strong> und das bei kürzeren Mischzeiten.<br />

Auch bei anspruchsvollen<br />

Rohstoffen kann ein vollständiger<br />

Aufschluss von Agglomeraten erzielt<br />

werden. Typische Aufgabenstellungen<br />

für einen EIRICH-Mischer sind<br />

das Mischen von Stoffen mit großen<br />

Dichte- und/oder Partikelgrößenunterschieden,<br />

das Einmischen faseriger<br />

Stoffe, das Desagglomerieren<br />

ultrafeiner Stoffe bis hin zu Nanopartikeln<br />

sowie das homogene Einmischen<br />

kleinster Mengen fester<br />

oder flüssiger Additive, bei Bedarf bis<br />

in den ppm- beziehungsweise ppb-<br />

Bereich.<br />

Ein Beispiel sind Mischungen für<br />

die Dentalkeramik, bei denen kleinste<br />

Mengen von Pigmenten gleichmäßig<br />

in einer keramischen Zirkondioxid-<br />

Matrix verteilt werden müssen.<br />

Bei feinsten Stoffsystemen lassen<br />

sich sehr hohe Homogenitäten und<br />

Desagglomerationsraten durch den<br />

Abb. 2: CleanLine_C5, EIRICH-Labormischer<br />

für F&E mit bis zu 5 l Fassungsvermögen<br />

<br />

Bild: EIRICH<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

23


Effizienzsteigerung<br />

Einsatz von Vakuumtechnik erreichen,<br />

die für Mischer ab Baugröße<br />

5 l zur Verfügung steht. Durch das<br />

Entfernen der Luft aus dem Mischgut<br />

können höhere Scherkräfte übertragen<br />

werden. Dadurch lassen sich<br />

selbst stark agglomerierte Rohstoffe<br />

vollständig aufschließen und homogen<br />

einmischen.<br />

Umweltschonende Prozessführung<br />

Unter<br />

Nachhaltigkeitsgesichtspunkten<br />

bietet die EIRICH-Mischtechnik<br />

zusätzliche Potentiale. Mehrere Verfahrensschritte<br />

lassen sich in einer<br />

Maschine zusammenführen, der<br />

Leistungs eintrag kann gezielt an das<br />

jeweilige Mischgut angepasst werden.<br />

Dadurch können Nebenaggregate,<br />

Umfüllvorgänge, Verschleiß und<br />

Ausschuss reduziert werden. Ein Beispiel<br />

ist die keramische Trockenaufbereitung<br />

mit EcoPrep ® : Gegenüber<br />

der konventionellen Nassaufbereitung<br />

mit Sprühturm nennt EIRICH<br />

Einsparungen von bis zu 60 % Energie,<br />

bis zu 80 % Wasser und 100 %<br />

Additiven. Gleichzeitig werden ein geringerer<br />

Grünscherben-Ausschuss,<br />

die Möglichkeit zum Einsatz lokaler<br />

Rohstoffe und eine hohe Reproduzierbarkeit<br />

der Granulate beschrieben.<br />

Digitale Systeme wie die visuelle<br />

in-line Prüfung, oder vollautonome<br />

Qualitätsanalysen sowie Feuchte-,<br />

Abb. 3: Die Anforderungen an Granulate<br />

sind oft anspruchsvoll<br />

Bild: EIRICH/Fotoatelier Horst Bernhard<br />

Konsistenz- und Drehmomentmessungen<br />

erhöhen zusätzlich die Transparenz<br />

und Reproduzierbarkeit der<br />

Prozesse. Abweichungen lassen sich<br />

früher erkennen und korrigieren,<br />

was Materialverbrauch, Stillstandzeiten<br />

und indirekte CO 2 -Emissionen<br />

weiter senken kann. Bei Sonderanwendungen<br />

sind zudem staubarme<br />

bis staubfreie Fahrweisen sowie<br />

durch Torquemotoren reduzierte Geräusche<br />

und Vibrationen möglich. Da<br />

konkrete Umweltwirkungen stets von<br />

Rohstoff, Rezeptur, Anlagen layout<br />

und Standort abhängen, sollten spezifische<br />

Kennwerte projektspezifisch<br />

ermittelt werden.<br />

Granulieren im EIRICH-Mischer<br />

und Pelletierteller<br />

Zur Aufbauagglomeration wird im<br />

Mischer zunächst eine homogene<br />

Mischung der Ausgangsstoffe hergestellt.<br />

Anschließend wird durch die<br />

Zugabe von Feuchte der Granulierprozess<br />

eingeleitet.<br />

Im Gegensatz zu anderen Verfahren<br />

<strong>–</strong> etwa thermischer Granulation<br />

im Sprühturm, Fließbettgranulation,<br />

Pressagglomeration oder Extrusion,<br />

bei denen ebenfalls zunächst eine<br />

Mischung hergestellt werden muss<br />

<strong>–</strong> entfällt hier das Umfüllen beziehungsweise<br />

der Wechsel auf ein anderes<br />

Aggregat. Die Chargenzeiten<br />

für Mischen und Granulieren liegen<br />

häufig unter fünf Minuten.<br />

Durch die Variation von Werkzeug<br />

und Geschwindigkeit lässt sich<br />

das Kornband in großem Umfang<br />

beeinflussen. Die Granulatgrößenverteilungen<br />

können in einem sehr<br />

weiten Bereich eingestellt werden. Als<br />

Ersatz für Sprühgranulat sind meist<br />

Granulate zwischen 200 und 1000 µm<br />

gewünscht. Industrie kunden, die bisher<br />

mit Sprühkorn gearbeitet haben,<br />

sind regelmäßig überrascht, dass sich<br />

mit der energetisch deutlich günstigeren<br />

Aufbau agglomeration hervorragend<br />

verpressbare Granulate<br />

herstellen lassen. Beispiele für Umstellungen<br />

auf eine einfachere Produktion<br />

finden sich in der Elektround<br />

Verschleißkeramik sowie in der<br />

ballistischen Keramik.<br />

Die für die Bildung von Granulaten<br />

notwendige Feuchte ist für jedes<br />

Stoffsystem experimentell zu bestimmen.<br />

Übliche Granulierfeuchten<br />

liegen im Bereich von 5<strong>–</strong>20 %.<br />

Als Granulierflüssigkeit können Wasser,<br />

Salzlösungen oder organische<br />

Lösungs mittel eingesetzt werden.<br />

Für Labor- und Produktionsmischer<br />

stehen automatische Flüssigkeitsdosiereinrichtungen<br />

zur Verfügung,<br />

die mit Genauigkeiten von bis zu ±1 g<br />

arbeiten.<br />

Ebenso ist es möglich, Prozessschlämme<br />

oder Filterkuchen aus<br />

Nassmahl- oder Recycling prozessen<br />

als Feuchteträger zuzusetzen und<br />

aus der plastischen Phase oder<br />

aus einer Suspension heraus durch<br />

Zugabe von Trockenstoffen zu<br />

granulieren.<br />

Eine weitere Möglichkeit ist das<br />

Heraustrocknen der Flüssigkeit durch<br />

Beheizung des Mischraumes. Dies<br />

kann über den Mischbehälter erfolgen,<br />

wobei das gesamte Mischgut innerhalb<br />

von nur einer Umdrehung<br />

des Behälters vollständig umgewälzt<br />

wird. So entsteht eine schnelle und<br />

gleichmäßige Heizwirkung. Mittels<br />

induktiver Beheizung sind Mischguttemperaturen<br />

bis 250 °C möglich.<br />

Mischer mit induktiver Beheizung<br />

werden bereits in der Elektrodenund<br />

Graphitindustrie eingesetzt,<br />

wo Bindemittelschmelzen anstelle<br />

von Lösungen verarbeitet werden<br />

können.<br />

Das einzigartige Mischprinzip<br />

ermöglicht es, Stoffe nahezu beliebiger<br />

Konsistenz innerhalb von<br />

Sekunden im Mischgut zu verteilen.<br />

Dies ist insbesondere dann wichtig,<br />

wenn Komponenten wie organische<br />

Binde mittel zunächst in Flüssigkeiten<br />

gelöst werden müssen. Neben<br />

der Feuchtgranulation ist auch<br />

eine Schmelzgranulation möglich, mit<br />

Mischguttemperaturen bis 250 °C,<br />

zum Beispiel bei der Herstellung keramischer<br />

Feedstocks.<br />

Typische Aufgabenstellungen<br />

für die Granulation aus der Praxis<br />

sind beispielsweise die Herstellung<br />

staubfreier Schüttgüter sowie<br />

die Erzeugung fester, abgerundeter<br />

und kompakter Körner mit definierter<br />

Sphärizität und guten Fließeigenschaften.<br />

Dadurch lassen sich<br />

Materialien werksintern oder extern<br />

besser transportieren. Gleichzeitig<br />

wird eine bessere Befüllung<br />

24 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Effizienzsteigerung<br />

Kneten und Plastifizieren<br />

Abb. 4: Gleichmäßige Temperaturverteilung im beheizten Mischer<br />

Bild: EIRICH<br />

der Matrizen bei axialen oder isostatischen<br />

ter Zugabe von Trockenstoffen oder<br />

Pressverfahren erreicht. durch Flüssigkeitsentzug mittels<br />

Weitere Aufgaben sind der Einbau<br />

faseriger Produkte in Granulate<br />

sowie die Herstellung besonders<br />

Trocknung zum Erfolg.<br />

Beim Coating werden Granalien<br />

beschichtet, um gezielte Oberflächeneigenschaften<br />

stabiler und abriebfester Granulate<br />

zu erreichen. Das<br />

durch Zugabe geeigneter Bindemittel. Coating material, das gegen Ende<br />

des Granuliervorgangs zugegeben<br />

Besondere Aufgabenstellungen wird, kann ein Feststoff, eine Flüssigkeit,<br />

Für spezielle Aufgabenstellungen, eine Lösung oder auch eine<br />

Suspension sein. Bei Bedarf können<br />

beispielsweise die Herstellung von<br />

Mahlkörpern, können Mischer und<br />

Pelletier teller in Kombination eingesetzt<br />

werden. Der Mischer erzeugt dabei<br />

ein Mikrogranulat, das anschließend<br />

auf den Teller auf gegeben wird.<br />

Auf diese Weise lassen sich sphärische<br />

Granulate bis etwa 25 mm herstellen.<br />

Wenn Granulate höchster Dichte<br />

gefordert sind, führt die Granulierung<br />

aus der plastischen Phase un­<br />

verschiedene Stoffe in mehreren<br />

Schichten übereinander aufgebracht<br />

werden. Coaten im EIRICH-Mischer<br />

bietet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.<br />

In der keramischen Industrie<br />

werden beispielsweise Schleifmittelkörnungen<br />

wie Korund silanisiert.<br />

Auch in der Metallurgie werden<br />

Mischer zum Coaten eingesetzt <strong>–</strong> mit<br />

Durchsätzen bis zu 1200 t/h.<br />

Beim Kneten und Plastifizieren<br />

müssen trockene Rohstoffkomponenten<br />

durch Flüssigkeiten oder<br />

Thermoplaste gleichmäßig benetzt<br />

werden, damit das Endprodukt in<br />

plastischer Form vorliegt.<br />

Im EIRICH-Mischer erfolgt die Herstellung<br />

plastischer Massen in zwei<br />

Schritten: In der Trockenmischphase<br />

werden die trockenen, pulverförmigen<br />

Komponenten zunächst<br />

homogen gemischt. Anschließend erfolgt<br />

die Zugabe der durch die Rezeptur<br />

vorgegebenen Flüssigkeitsmenge.<br />

Bei der Zugabe von Bindern als Trockenstoff<br />

setzt deren Lösungs- und<br />

Quellvorgang direkt mit der Flüssigkeitszugabe<br />

ein.<br />

Der eigentliche Aufbereitungsvorgang<br />

ist dann bereits nach wenigen<br />

Minuten abgeschlossen. Enthält die<br />

Mischung temperaturempfindliche<br />

Komponenten, ist grundsätzlich eine<br />

Kühlung während des Knetvorgangs<br />

möglich. Aufgrund der kurzen Aufbereitungszeit<br />

ist eine Kühlung in vielen<br />

Fällen jedoch nicht erforderlich.<br />

Der EIRICH-Mischer kann hier seine<br />

Stärken bei der Herstellung homogener<br />

Trockenmischungen sowie bei<br />

der exzellenten Benetzung von Feststoffoberflächen<br />

mit Flüssigkeiten<br />

voll ausspielen. Das unterscheidet<br />

ihn von klassischen Knetern mit ihren<br />

bekannten Herausforderungen<br />

bei der Verteilung trockener und<br />

flüssiger Komponenten im Mischraum<br />

und den daraus resultierenden<br />

langen Aufbereitungszeiten.<br />

Die Vorteile des Einsatzes von<br />

EIRICH-Mischern zum Kneten und<br />

Plastifizieren gegenüber klassischen<br />

Knetern liegen vor allem in den sehr<br />

kurzen Aufbereitungszeiten von nur<br />

wenigen Minuten <strong>–</strong> statt Stunden<br />

oder Tagen <strong>–</strong> und dem entsprechend<br />

reduzierten Energieeinsatz.<br />

Die Bindemittel werden durch<br />

die Trockenmischung homogen im<br />

Mischgut verteilt. Dadurch kommt<br />

es bei der Flüssigkeitszugabe nicht<br />

zur gefürchteten Klumpenbildung.<br />

Neben pulverförmigen Komponenten<br />

lassen sich auch faserige Inhaltsstoffe<br />

beziehungsweise Faserbündel<br />

vollständig aufschließen und homogen<br />

in der Masse verteilen.<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

25


Effizienzsteigerung<br />

Abb. 5: Dispergieren von Massen für Lithium-Ionen-Batterien<br />

Bild: EIRICH/Fotoatelier Horst Bernhard<br />

Produktbeispiele für das Kneten sind<br />

die Herstellung von Waben körpern,<br />

etwa Katalysatorträgern, sowie die<br />

Herstellung extrudierter beziehungsweise<br />

stranggepresster Rundstäbe in<br />

der Pulvermetallurgie.<br />

Dispergieren und Suspendieren<br />

Für das Dispergieren von Feststoffen<br />

beziehungsweise das Herstellen von<br />

Suspensionen nutzt EIRICH die Stärke<br />

des Mischers, Suspensionen aus einer<br />

hochplastischen Phase heraus<br />

erzeugen zu können.<br />

Während bei üblichen Dispergiergeräten<br />

wie Rührgeräten oder Kugelmühlen<br />

der Trockenstoff in eine Flüssigkeitsvorlage<br />

zugegeben wird <strong>–</strong> was<br />

zu Verklumpungen und langen Prozesszeiten<br />

führen kann <strong>–</strong>, entsteht die<br />

Suspension im EIRICH-Mischer, hier<br />

als MixSolver ® bezeichnet, durch kontinuierliche<br />

Flüssigkeitszugabe in die<br />

zunächst trockene, später plastische<br />

Masse und deren weitere Verdünnung<br />

bis zur gewünschten Konsistenz.<br />

Dabei lassen sich sowohl Suspensionen<br />

mit scherverdünnenden als<br />

auch mit scherverdickenden, also<br />

dilatanten Eigenschaften herstellen.<br />

Vorteilhaft ist die mögliche Zugabe<br />

von Dispergier- und/oder Verdickungshilfsmitteln<br />

in kleinsten<br />

Mengen während der Aufbereitung.<br />

Durch die bessere Verteilung ergeben<br />

sich häufig deutliche Einsparungen<br />

bei Dispergierhilfsmitteln und Additiven.<br />

Die Suspension ist ebenfalls in<br />

wenigen Minuten fertig produziert.<br />

Anwendungsbeispiele sind Gießund<br />

Sprühschlicker für keramische<br />

Anwendungen, Papierstreichmassen,<br />

Schaumkeramik, Schaum beton<br />

oder auch Beschichtungsmassen<br />

für Lithium-Ionen-Akkumulatoren.<br />

Mithilfe der Vakuumtechnik lassen<br />

sich gasfreie Suspensionen erzeugen,<br />

zum Beispiel für das Foliengießen.<br />

Wissenschaftliche Untersuchungen<br />

zeigen weitere deutliche<br />

Vorteile. Während die Aufbereitungszeit<br />

für Sanitärdruckgussschlicker<br />

mit Rührtechnik bis zu fünf Tage beträgt,<br />

weil die Massen nach der Aufbereitung<br />

einer Alterung unterliegen,<br />

können im MixSolver ® aufbereitete<br />

Massen unter Einsatz geeigneter<br />

Verflüssiger bereits nach weniger als<br />

24 Stunden verarbeitet werden. Die<br />

Rheologie ändert sich danach nicht<br />

mehr, weil die Tonminerale bereits<br />

im Dispergiermischer vollständig delaminiert<br />

werden.<br />

Kundenversuche haben gezeigt,<br />

dass Sanitärschlicker unmittelbar<br />

nach der Herstellung verarbeitet<br />

werden kann. Die Zeitersparnis<br />

erhöht die Produktivität des<br />

Gesamtprozesses. Darüber hinaus<br />

ist eine gezielte Aufbereitung spezieller<br />

Massen neben der Standardmasse<br />

möglich. Dies führt zu einer<br />

deutlich flexibleren Auslastung der<br />

Anlagen. Verglichen mit Rührer<br />

oder Kugelmühle ergeben sich<br />

zudem Energie einsparungen, die<br />

bis zu 50 % betragen können.<br />

Ausblick<br />

Die Anforderungen in der Technischen<br />

Keramik steigen auch 20<strong>26</strong><br />

weiter und sind nicht zu unterschätzen.<br />

Um eine hohe Produktivität,<br />

Wirtschaftlichkeit und Prozesssicherheit<br />

zu erreichen, sollte der Qualität<br />

der einzelnen Verfahrensschritte besondere<br />

Aufmerksamkeit geschenkt<br />

werden.<br />

EIRICH begleitet Kunden von der<br />

ersten Idee bis zum fertigen Produkt<br />

mit qualifizierten Verfahrensingenieurinnen<br />

und Verfahrensingenieuren.<br />

Im Technikum in Hardheim<br />

können Scale-up-Versuche durchgeführt<br />

und Machbarkeitsstudien<br />

gemeinsam erarbeitet werden. Das<br />

Leistungsspektrum von EIRICH für die<br />

Technische Keramik umfasst Intensivmischer<br />

sowie schlüssel fertige Anlagen<br />

inklusive Mahlanlagen. In einem<br />

Mischtechnik-Seminar können die<br />

verschiedenen<br />

Verfahrensmöglichkeiten<br />

interessierten Anwenderinnen<br />

und Anwendern detailliert erläutert<br />

werden.<br />

Maschinenfabrik<br />

Gustav Eirich GmbH & Co KG<br />

Walldürner Str. 50<br />

74736 Hardheim, Germany<br />

www.eirich.de<br />

<strong>26</strong> <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Biogaserzeugung<br />

Mit Vollgas ins Wärmenetz<br />

Tobias Boeckh und Michael Mörixmann<br />

Tobias Boeckh von Continental Industrie GmbH und Michael Mörixmann von Bioconstruct vor der Biogasanlage in Melle.<br />

<br />

Bild: Continental Industrie<br />

„Wir sind bioconstruct. Bei uns sagt<br />

man zu jeder Tageszeit ‚Moin‘.“ Mit<br />

diesem sympathischen Bekenntnis<br />

zu Bodenständigkeit und Verlässlichkeit<br />

stellt sich die bioconstruct<br />

GmbH aus Melle-Riemsloh der<br />

Öffentlichkeit. Das inhabergeführte<br />

Unternehmen setzt seit seiner<br />

Gründung im Jahr 2001 „von der<br />

soliden Bilanzführung bis hin zur<br />

sorgfältig ausgewählten Edelstahlschraube“<br />

auf Nachhaltigkeit und<br />

Boden ständigkeit.<br />

insgesamt 23.000 Tonnen Mais silage<br />

einsiliert, jede einzelne Maispflanze<br />

komplett gehäckselt. Die Masse<br />

stammt von den landwirtschaftlichen<br />

Nutzflächen aus der Umgebung und<br />

wurde innerhalb von drei Wochen<br />

aus einem Einzugsgebiet von neun<br />

Kilometern angeliefert.<br />

Die eingespeicherte Maissilage ist<br />

die Grundsubstanz für einen kontinuierlichen<br />

Jahresbetrieb der Biogasanlage.<br />

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben<br />

dürfen jährlich bis zu 18.000<br />

Tonnen nachwachsender Rohstoffe<br />

(NawaRo) verarbeitet werden. Im<br />

Winter werden etwa 80 Tonnen Silage<br />

pro Tag zugeführt, was einer Energieausbeute<br />

von jeweils etwa 1,6 Megawatt<br />

entspricht.<br />

„Ein essenzieller Bestandteil des<br />

Prozesses ist die optimale Aufbereitung<br />

des Maismaterials. Damit die<br />

Energie bestmöglich genutzt werden<br />

kann, muss das Maiskorn in<br />

der Silage mechanisch aufgeschlossen<br />

sein, da es den größten Anteil<br />

Ein zentrales Beispiel für diesen<br />

Ansatz ist die eigene Biogasanlage<br />

Krukum in Melle. Sie versorgt Unternehmen,<br />

öffentliche Einrichtungen<br />

und Haushalte der Region mit Wärme<br />

und Strom. Dazu zählen unter<br />

anderem auch der Kindergarten, die<br />

Schule, einige Industrieliegenschaften<br />

und Haushalte sowie das Firmengebäude<br />

der bioconstruct GmbH.<br />

Von der Anlieferung<br />

zur Gaserzeugung<br />

Bioconstruct setzt bei der Biogaserzeugung<br />

auf eine effiziente und<br />

nachhaltige Nutzung nachwachsender<br />

Rohstoffe. Im Jahr 2024 wurden<br />

Abb. 1: Das Eintragssystem zur Befütterung der Maissilage mit einem Fassungsvolumen von<br />

60 Tonnen. Bild: Continental Industrie<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

27


Biogaserzeugung<br />

Abb. 2: 23.000 Tonnen Maissilage bildeten den ursprünglichen Speichervorrat für den<br />

Jahresbetrieb der Biogasanlage in Melle.<br />

Bild: Continental Industrie<br />

an energie reicher Stärke enthält“, so<br />

Dirk Meyerdrees, Betriebsleiter bei<br />

bioconstruct GmbH.<br />

Das angelieferte Material wird<br />

über einen Radlader zweimal täglich<br />

in das Eintragssystem mit 60 Tonnen<br />

Fassungsvermögen aufgegeben.<br />

Ein Schubboden bewegt die Silage<br />

inner halb des Aufgabebunkers und<br />

anschließend fördert eine Schnecke<br />

in den Mischbereich. Dort wird die<br />

frische Silage mit dem Rezirkulat des<br />

Fermenters vermischt. Das Ergebnis<br />

ist eine flüssig-feste Masse, die durch<br />

eine Zentralpumpe in einen der beiden<br />

Fermenter gefördert wird.<br />

Beide Bioreaktoren mit jeweils<br />

6,40 Meter Höhe und 23 Meter<br />

Durchmesser fassen insgesamt 2.500<br />

Kubikmeter, verfügen über sechs<br />

Heizkreise und erwärmen das Substrat<br />

auf 55 Grad Celsius im thermophilen<br />

Bereich. Auf diese Weise ist<br />

eine ertragreiche Vergärung vorprogrammiert.<br />

Nach kompletter Befüllung<br />

bleibt das Material durchschnittlich<br />

etwa 80 Tage im Fermenter.<br />

Große Rührwerke sorgen dabei für<br />

eine gleichmäßige Durchmischung<br />

des Substrats, während das produzierte<br />

Biogas in den großen Doppelmembran-Speichern<br />

für mehrere<br />

Stunden zwischengelagert werden<br />

kann.<br />

Das erzeugte Biogas besteht zu<br />

des Substratflusses erfolgt über ein<br />

präzises, SPS-gesteuertes Pumpen-<br />

System, das den Betrieb der Anlage<br />

optimiert.<br />

Durch die exakte Berechnung<br />

der Tonnagemengen lässt sich die<br />

Biogasproduktion für eine effiziente<br />

Energie gewinnung gezielt steuern.<br />

„Wir wissen genau, wie viel Gas<br />

aus welcher Menge Substrat entsteht.<br />

So können wir je nach Bedarf<br />

täglich oder über einen bestimmten<br />

Zeitraum hinweg die optimale Menge<br />

an nachwachsenden Rohstoffen zuführen<br />

und die Anlage optimal betreiben“,<br />

so Meyerdrees.<br />

Mehr Druck mit neuem Gebläse<br />

Mit der steigenden Zahl an Blockheizkraftwerken<br />

(BHKWs) in den umliegenden<br />

Ortschaften wuchsen mit<br />

der Zeit auch die Anforderungen an<br />

die Biogasanlage von bioconstruct.<br />

Abb. 3: Vor dem sechsstufigen Gebläse von<br />

Continental Industrie, das bereits seit 2010 für<br />

den Biogastransport im Einsatz ist<br />

(v. links: Tobias Boeckh, Michael Mörixmann).<br />

<br />

Bild: Continental Industrie<br />

Um das Gas effizient ins Netz einzuspeisen,<br />

wurden leistungsstärkere<br />

Gebläse benötigt.<br />

„Wenn die Rohrleitungen gleichbleiben,<br />

die Abstände sich nicht verändern,<br />

aber immer mehr BHKWs angeschlossen<br />

werden, bleibt nur eine<br />

Möglichkeit: den Druck zu erhöhen“,<br />

erklärt Tobias Boeckh, Geschäftsführer<br />

von Continental Industrie GmbH<br />

aus Dormagen.<br />

Bis 2010 setzte bioconstruct noch<br />

auf einstufige Gebläse, doch mit der<br />

wachsenden Peripherie hielten diese<br />

nicht mehr Schritt. Die Lösung<br />

brachte ein sechsstufiges Gastransportgebläse,<br />

das beide einstufigen<br />

Gebläse ersetzte und dadurch den<br />

gestiegenen Anforderungen an<br />

Volumen strom und Druck gerecht<br />

wurde. „Mit den mehrstufigen Gebläsen<br />

kann man die Satelliten anlagen<br />

und erhöhten Durchflussmengen am<br />

besten bewältigen“, erklärt Boeckh.<br />

52 % aus Methan, zu 45 % aus CO 2<br />

sowie zu einem kleinen Teil aus Sauerstoff.<br />

Über einen Verdichter wird es<br />

aus dem Fermenter abgesaugt und<br />

für die weitere energetische Nutzung<br />

aufbereitet. Die gesamte Steuerung<br />

Abb. 4: Nahansicht des sechsstufigen Gebläses von Continental Industrie.<br />

Bild: Continental Industrie<br />

28 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


FILTECH<br />

24 Jahre<br />

bioconstruct <strong>–</strong><br />

schnelles Wachstum<br />

Seit seiner Gründung hat sich bioconstruct<br />

zu einem führenden Spezialisten<br />

für erneuerbare Energien<br />

entwickelt. Bereits im ersten Jahr realisierte<br />

das Unternehmen das Projekt<br />

„Region Regenerativ Melle“, das<br />

Windkraft, Biogas und Photovoltaik<br />

vereinte.<br />

Mit der Umsetzung des Windparks<br />

in Frotheim/Isenstedt (2003)<br />

und der ersten großen 3-MW-Biogasanlage<br />

in Kaarßen (2005) wuchs<br />

bioconstruct kontinuierlich. Der<br />

inter nationale Markteintritt gelang<br />

2009 mit einer 6,5-MW-Biogasanlage<br />

in den Niederlanden.<br />

2015 baute bioconstruct eine der<br />

größten abfallverarbeitenden Biogasanlagen<br />

Englands (5 MW). Drei<br />

Jahre später inves tierte das Unternehmen<br />

mehr als 14 Millionen Euro<br />

in eine Biomethaneinspeiseanlage in<br />

Sachsen-Anhalt.<br />

Bis heute hat bioconstruct weltweit<br />

mehr als 380 Biogasprojekte sowie<br />

zahlreiche Windkraft- und Photovoltaikanlagen<br />

realisiert. Der Fokus<br />

des Unternehmens liegt auf der<br />

Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte.<br />

Mit rund 165 Mitarbeitern<br />

und über 380 realisierten Biogasprojekten<br />

ist bioconstruct heute ein<br />

führender Akteur in der Branche.<br />

„In letzter Zeit verzeichnen wir bei<br />

höheren Anlagen kapazitäten generell einen<br />

Trend zu größeren Gebläsen.“<br />

Die Zusammenarbeit mit Continental<br />

Industrie ist für bioconstruct ein wichtiger<br />

Bestandteil dieser Entwicklung. „Die<br />

Kommunikation läuft immer unkompliziert<br />

und reibungslos. Seit 15 Jahren ist<br />

ein fließender Austausch aus Informationen<br />

und Support an der Tagesordnung“,<br />

betont Konstruktionsleiter Michael<br />

Mörixmann von bioconstruct.<br />

Bioconstruct betreibt mittler weile<br />

zwei Wärmenetze und versorgt im Umkreis<br />

rund 160 bis 170 Liegen schaften,<br />

darunter Privathaushalte und öffentlich<br />

Gebäude. Das gesamte Biogas wird in<br />

den angeschlossenen BHKWs verstromt.<br />

Dank intelligenter Wärmenutzung kann<br />

über schüssige Wärme über Pufferspeicher<br />

zwischen gespeichert oder direkt an<br />

Kunden abgegeben werden.<br />

„Landwirte können damit ihre Hallen<br />

und Ställe beheizen <strong>–</strong> da die Wärme<br />

ohnehin vorhanden ist, sollte sie auch genutzt<br />

werden“, erklärt Mörixmann.<br />

Ein zentraler Faktor für die kontinuierliche<br />

Energieproduktion ist die Rohstoffverfügbarkeit.<br />

„Man muss dafür<br />

sorgen, dass die NawaRos immer in ausreichender<br />

Menge vorhanden sind <strong>–</strong> notfalls<br />

auch mit längeren Anfahrtswegen.“<br />

Nach der Vergärung bleibt als Endprodukt<br />

ein nährstoffreicher Gärrest übrig,<br />

der wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt<br />

wird. „Man kann ihn in Fest- und<br />

Flüssiganteile separieren, um gezielt auf<br />

die Bedürfnisse der Böden einzugehen“,<br />

so Mörixmann, „noch ein weiteres Produkt<br />

in der Wertschöpfungskette.“<br />

Mit der neuen Gebläsetechno logie<br />

ist bioconstruct bestens für zukünftige<br />

Erweiterungen gerüstet. In der nächsten<br />

Ausbaustufe wäre unter Umständen ein<br />

achtstufiges Gebläse am Standort nötig,<br />

um noch mehr Haushalte mit umweltfreundlicher<br />

Energie zu versorgen.<br />

Mit Biogas gibt es keine<br />

Dunkelflaute<br />

Biogasanlagen erzeugen zu jeder Zeit zuverlässig<br />

Strom <strong>–</strong> unabhängig von Tageszeit<br />

oder Helligkeit. Durch eine gezielte<br />

Steuerung der Fütterung lässt sich der<br />

Gas- und Stromoutput flexibel anpassen.<br />

Die Vorlaufzeit für diese Anpassungen<br />

beträgt zwischen drei und fünf Tagen,<br />

Pufferspeicher ist am Standort Melle jedenfalls<br />

dafür ausreichend vorhanden.<br />

Im unwahrscheinlichen Fall, dass gerade<br />

kein Gasabnehmer verfügbar ist, kann<br />

bioconstruct das Gas für bis zu 20 Stunden<br />

lang vorhalten.<br />

Flexibilität ist saisonal vorprogrammiert:<br />

Die Anlage wird im Winter entsprechend<br />

stärker gefordert als im Sommer.<br />

Je nach Wärme- oder Strombedarf gibt es<br />

bei der Anlage genügend Spielraum.<br />

Continental Industrie GmbH<br />

Gebläse- und Exhaustorentechnik<br />

Dormagen<br />

Tobias Boeckh<br />

info@continental-industrie.de<br />

www.continental-industrie.de<br />

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Kreislaufwirtschaft<br />

Phosphor clever zurückgewinnen<br />

Smarte JUMO-Technik im Einsatz bei SF-Soepenberg<br />

Björn Seling<br />

Die Rückgewinnung lebens wichtiger<br />

Rohstoffe rückt zunehmend in den<br />

Fokus <strong>–</strong> nicht nur aus ökologischen<br />

Gründen, sondern auch aufgrund<br />

gesetzlicher Vorgaben. Ein aktuelles<br />

Beispiel dafür ist die neue mobile<br />

Phosphorrückgewinnungsanlage<br />

der SF-Soepenberg GmbH in<br />

Hünxe. Das Unternehmen setzt auf<br />

das eigens entwickelte chemische<br />

Verfahren iPhos zur Auflösung von<br />

Eisenphosphaten aus Klärschlamm<br />

<strong>–</strong> unterstützt durch präzise und<br />

robuste Messtechnik von JUMO. Das<br />

Projekt zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige<br />

Umwelttechno logie<br />

und moderne Sensorik Hand in<br />

Hand gehen.<br />

Warum Phosphor so wertvoll ist<br />

In der Anlage von SF-Soepenberg sind verschiedene Sensoren entlang des gesamten Rückgewinnungsprozesses<br />

verbaut, die für zusätzliche Sicherheit und Genauigkeit sorgen. Im<br />

Bild Andree Flach (rechts), Projektmanager bei SF-Soepenberg GmbH und Björn Seling,<br />

Außendienst mitarbeiter von JUMO.<br />

Bild: JUMO<br />

Phosphor ist ein essenzieller Nährstoff<br />

für das Pflanzenwachstum und<br />

damit ein Grundpfeiler der weltweiten<br />

Lebensmittelproduktion. Da die<br />

natürlichen Phosphorvorkommen<br />

begrenzt und zudem geopolitisch ungleich<br />

verteilt sind, gewinnt die Rückgewinnung<br />

von Phosphor zunehmend<br />

an Bedeutung. Deutschland<br />

ist vollständig auf Importe angewiesen,<br />

was Abhängigkeiten schafft. Die<br />

Bundesregierung reagierte mit einer<br />

klaren Vorgabe: Die überarbeitete<br />

Klärschlammverordnung verpflichtet<br />

Betreiber größerer Kläranlagen ab<br />

dem Jahr 2029 zur Rückgewinnung<br />

von Phosphor, sofern der Gehalt im<br />

Klärschlamm über 2 % im Trockensubstrat<br />

liegt. Ziel ist es, Nährstoffkreisläufe<br />

zu schließen, die Umwelt<br />

zu entlasten und die Versorgung<br />

langfristig zu sichern.<br />

Das Verfahren <strong>–</strong> mobil, modular<br />

und ressourcenschonend<br />

Die mobile Phosphorrückgewinnungsanlage<br />

von SF-Soepenberg<br />

basiert auf einem innovativen Verfahren,<br />

das vor Ort auf der Kläranlage<br />

zum Einsatz kommt <strong>–</strong> ohne aufwendige<br />

Transporte oder energieintensive<br />

Verbrennung. Durch gezielte<br />

chemische Reaktionen wird der im<br />

Schlamm gebundene Phosphor aus<br />

schwerlöslichen Eisenphosphaten gelöst<br />

und einer weiteren Nutzung zugeführt.<br />

Der Ablauf gliedert sich in mehrere<br />

Prozessschritte:<br />

• Schlammentnahme: Der Überschussschlamm<br />

wird direkt aus<br />

der Nachklärung oder dem Faulturm<br />

entnommen.<br />

• Säuredosierung: Schwefelhaltige<br />

Reduktionsmittel senken den pH-<br />

Wert, wodurch der Phosphor in<br />

Lösung gebracht wird.<br />

• Reduktionsphase: In einem<br />

Mischer oder einer Reaktionsleitung<br />

erfolgt die Mobilisierung<br />

des Phosphors in die flüssige<br />

Phase.<br />

• Reaktionsphase: Durch Zugabe<br />

von Natriumsulfit wird der<br />

pH-Wert wieder angehoben.<br />

Flockungshilfsmittel unterstützen<br />

anschließend die Trennung von<br />

Feststoffen und Flüssigkeit.<br />

• Fest-Flüssig-Trennung: Ein Bandeindicker<br />

trennt das phosphatreiche<br />

Filtrat vom Feststoffanteil.<br />

• Phosphatfällung: Im letzten Schritt<br />

wird der gelöste Phosphor gezielt<br />

als Struvit oder Calciumphosphat<br />

ausgefällt.<br />

Der gesamte Prozess ist so konzipiert,<br />

dass bis zu 90 % des im Klärschlamm<br />

enthaltenen Phosphors zurückgewonnen<br />

werden können. Damit bietet<br />

das Verfahren nicht nur öko logische<br />

Vorteile, sondern reduziert auch die<br />

Entsorgungskosten gegenüber einer<br />

thermischen Mono verbrennung<br />

deutlich <strong>–</strong> und senkt gleichzeitig die<br />

CO 2 -Bilanz durch kürzere Transportwege<br />

und niedrigeren Energieeinsatz.<br />

JUMO <strong>–</strong> Messtechnik,<br />

die Prozesse ermöglicht<br />

Ein solch präziser chemischer Prozess<br />

erfordert zuverlässige und intelligente<br />

Sensorik. Als System- und<br />

Lösungsanbieter stellt JUMO nicht<br />

nur einzelne Messgeräte, sondern<br />

bietet ein ganzheitliches Konzept<br />

zur Prozessüberwachung an die<br />

30 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Kreislaufwirtschaft<br />

implementierte Prozesssteuerung in<br />

einem der beiden Lkw-Auflieger. In<br />

der Anlage von SF-Soepenberg sind<br />

verschiedene Sensoren entlang des<br />

gesamten Rückgewinnungsprozesses<br />

verbaut <strong>–</strong> darunter 2 Produktneuheiten,<br />

die für zusätzliche Sicherheit<br />

und Genauigkeit sorgen:<br />

JUMO <strong>DE</strong>LOS S02 <strong>–</strong><br />

der neue Druckmessumformer<br />

Dieser leistungsfähige Druckmessumformer<br />

misst zuverlässig den<br />

Druck an kritischen Stellen im Prozess,<br />

etwa an Pumpen oder in Reaktionsbehältern.<br />

Der JUMO <strong>DE</strong>LOS S02 überzeugt<br />

durch höchste Messgenauigkeit,<br />

exzellente Langzeit stabilität und<br />

einer intuitiven Bedienung per Bluetooth.<br />

Sein drehbares Display ermöglicht<br />

eine flexible Ausrichtung <strong>–</strong> ideal<br />

bei beengten Platzverhältnissen oder<br />

wechselnden Einbaulagen. Darüber<br />

hinaus ist eine direkte Anbindung an<br />

Cloud- Systeme möglich, was eine einfache<br />

Integration in moderne Industrie-4.0-Umgebungen<br />

unterstützt.<br />

Damit eignet sich das Gerät perfekt<br />

für den Einsatz unter anspruchsvollen<br />

Bedingungen und bietet maximale<br />

Prozess sicherheit bei gleichzeitig<br />

hoher Benutzer freundlichkeit.<br />

JUMO ZELOS C01 LS <strong>–</strong><br />

der neue Grenzstandmelder<br />

Mit seiner kapazitiven Messmethode<br />

erkennt der kompakte JUMO<br />

ZELOS C01 LS zuverlässig Füllstände<br />

von Flüssigkeiten oder anderen Medien.<br />

Er bietet eine hohe chemische Beständigkeit,<br />

flexible Einbaulagen und<br />

nutzt moderne IO-Link-Technologie<br />

für eine einfache Einbindung in die<br />

digitale Prozesswelt. Medienberührte<br />

Teile bestehen aus PEEK, was eine<br />

exzellente Beständigkeit gegenüber<br />

aggressiven Medien gewährleistet.<br />

Zur zusätzlichen Ausstattung zählen<br />

serienmäßig eine einzigartige Auto-<br />

Kalibrierfunktion, Kurzschluss- und<br />

Verpolungsschutz sowie eine 360°<br />

Statusanzeige nach NE107. Die Kommunikation<br />

erfolgt über IO-Link oder<br />

PNP, NPN, Push-Pull. Der Sensor ist<br />

für Medientemperaturen von -40 bis<br />

+200 °C ausgelegt <strong>–</strong> abhängig von der<br />

jeweiligen Ausführung.<br />

Weitere eingesetzte JUMO-Komponenten<br />

sind pH- und Redox-<br />

Sensoren zur Überwachung der<br />

chemischen Reaktionen, Temperaturfühler,<br />

Füllstandssensoren und<br />

Mess umformer zur Umwandlung der<br />

Signale. JUMO liefert damit die zentrale<br />

Sensorik für einen stabilen und effizienten<br />

Anlagenbetrieb <strong>–</strong> abgestimmt<br />

auf die individuellen Anforderungen<br />

der mobilen Rückgewinnungslösung.<br />

Fazit: Rückgewinnung mit System <strong>–</strong><br />

nachhaltig und effizient<br />

Die innovative Phosphorrückgewinnungsanlage<br />

der SF-Soepenberg<br />

GmbH zeigt, wie eine technisch anspruchsvolle<br />

Herausforderung in ein<br />

ökologisch und wirtschaftlich überzeugendes<br />

Konzept überführt werden<br />

kann. Mit JUMO als Systemlieferant<br />

für präzise Sensorik und<br />

smarte Messtechnik ist der Weg frei<br />

für eine sichere, modulare und zukunftsfähige<br />

Lösung im Sinne einer<br />

nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Die<br />

Kombination aus innovativer Verfahrenstechnik<br />

und intelligenter Sensorik<br />

von JUMO zeigt, wie moderne Umwelttechnik<br />

heute aussieht: flexibel,<br />

effizient, digital <strong>–</strong> und bereit für die<br />

Herausforderungen von morgen.<br />

Autor:<br />

Björn Seling, Außendienst JUMO<br />

JUMO GmbH & Co. KG<br />

Moritz-Juchheim-Straße 1<br />

36039 Fulda<br />

www.jumo.de<br />

Abb. 1<strong>–</strong>4: Als System- und Lösungsanbieter liefert JUMO nicht nur einzelne Messgeräte, sondern bietet ein ganzheitliches Konzept zur Prozessüberwachung<br />

an die implementierte Prozesssteuerung in einem der beiden Lkw-Auflieger. <br />

Bilder: JUMO<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

31


Prüftechnik<br />

Sicher, flexibel und zukunftsbereit<br />

Sonplas bietet modulare Technologie für die Prüfung<br />

kraftstoffberührender Komponenten<br />

Mit den Funktions- und Lebensdauertests am Prüfstand stellt Sonplas sicher, dass die Komponenten<br />

im späteren Serieneinsatz zuverlässig arbeiten.<br />

Bild: Sonplas GmbH<br />

Mit den Funktions- und Lebensdauertests am Prüfstand stellt Sonplas sicher, dass die Komponenten im späteren Serieneinsatz zuverlässig arbeiten.<br />

<br />

Bild: Sonplas GmbH<br />

Ob flüssige oder gasförmige Medien<br />

<strong>–</strong> die Prüfung kraftstoffberührender<br />

Komponenten muss höchste Ansprüche<br />

an Sicherheit, Präzision und<br />

Zuverlässigkeit erfüllen. Sonplas<br />

entwickelt dafür maßgeschneiderte<br />

Prüfstände, die selbst kom plexeste<br />

Aufgaben meistern. Jede Anlage ist<br />

ein Unikat, exakt auf die Kundenanforderungen<br />

zugeschnitten. Damit<br />

kann der Sondermaschinenbauer<br />

auch sehr anspruchsvolle<br />

Prüfaufgaben lösen. Worauf es bei<br />

all diesen Anwendungen wirklich<br />

ankommt, erklärt Sonplas-Experte<br />

Werner Riederer.<br />

„Aktuell beschäftigen wir uns mit<br />

einem spannenden Projekt“, berichtet<br />

Werner Riederer, Vertrieb Fuel<br />

Technologie bei Sonplas: „Für einen<br />

Kunden entwickeln wir ein komplettes<br />

Testcenter für die Kraftstoffe<br />

Methanol und Ammoniak.“ Dabei bietet<br />

der Sondermaschinen bauer aus<br />

dem bayrischen Straubing neben<br />

dem technischen Know-how noch<br />

mehr. Von der Produktidee bis zum<br />

funktionsfähigen Prüfstand unterstützen<br />

die Experten unter anderem<br />

bei Genehmigungsprozessen und der<br />

Abnahme vor Ort, zum Beispiel durch<br />

den TÜV. Dazu kommt ein wichtiger<br />

Punkt: die Aufklärung. Denn gerade,<br />

wenn es sich etwa um den ersten<br />

Prüfstand in der Region handelt, stel­<br />

32 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Prüftechnik<br />

len sich häufig Fragen: Wie geht die<br />

örtliche Feuerwehr damit um, was<br />

müssen die Anwohner wissen? „Für<br />

viele ist das Neuland“, weiß Riederer.<br />

„Wir nehmen ihnen die Bedenken<br />

und zeigen, dass mit uns Profis<br />

am Werk sind, die genau wissen,<br />

was sie tun.“ Der Sondermaschinenbauer<br />

konnte sich mit seinem umfangreichen<br />

Fachwissen in der Prüftechnik<br />

als Vorreiter auf dem Markt<br />

positionieren.<br />

Vielfältige Prüfmöglichkeiten unter<br />

realistischen Bedingungen<br />

Sonplas profitiert von über 30 Jahren<br />

Erfahrung in der Montage, vor allem<br />

aber in der Prüfung kraftstoffberührender<br />

Komponenten für den Automobilbau<br />

<strong>–</strong> darunter Ventile, Injektoren,<br />

Druckregler, Verteilerleisten<br />

sowie Einspritz- und Vorförderpumpen.<br />

Dieses umfassende Know-how<br />

überträgt der Maschinenbauer erfolgreich<br />

auf andere Branchen, etwa<br />

Luftfahrt, maritime Anwendungen<br />

und Elektromobilität. „Die Unterschiede<br />

liegen oft in der Größe der<br />

zu prüfenden Komponenten, aber<br />

auch in den Drücken und Durchflussmengen“,<br />

erklärt Riederer.<br />

Die Prüfanlagen bieten variable<br />

Test- und Umgebungsbedingungen<br />

für eine realitätsnahe Simulation. So<br />

lassen sich Durchfluss, Druck und<br />

Leckagen hydraulisch messen sowie<br />

mechanische und elektronische Systeme<br />

auf ihre Lebensdauer prüfen.<br />

Auch Einspritzmengenmessungen für<br />

Flüssigkeiten und Gase sind möglich.<br />

„Wir haben eigene Thermokammern<br />

im Einsatz“, erläutert<br />

Riederer. „Damit sind wir in der Lage,<br />

Komponenten bei Temperaturen von<br />

-60 bis 150 Grad zu testen.“ Ergänzend<br />

lassen sich weitere Umweltparameter<br />

wie Feuchtigkeit und Luftdruck<br />

simulieren. Das ist vor allem für<br />

Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt<br />

ein ganz entscheidender Faktor.<br />

Darüber hinaus verfügt Sonplas über<br />

ein hauseigenes Entwicklungslabor<br />

für Machbarkeitsanalysen und Produkttests.<br />

Hier werden beispielsweise<br />

Einspritzraten bestimmt sowie<br />

Funktions- und Dauerlaufprüfungen<br />

einzelner Komponenten oder kompletter<br />

Systeme durchgeführt. Damit<br />

passt Sonplas alle Prüfverfahren<br />

präzise an die jeweiligen Kundenanforderungen<br />

an.<br />

Sicherheit <strong>–</strong> damit nichts<br />

in die Luft fliegt<br />

Kraftstoffe wie Benzin, Methanol,<br />

Ammoniak und Wasserstoff können<br />

in bestimmten Konzentrationen<br />

in der Luft ein explosionsfähiges<br />

Gemisch bilden. „Durch unser Knowhow<br />

im Explosionsschutz planen<br />

wir sichere Maschinen und Anlagen<br />

für den Betrieb mit diesen Stoffen“,<br />

sagt der Sonplas-Experte. Die Konzepte<br />

entsprechen der ATEX-Richtlinie<br />

2014/34/EU und basieren auf<br />

der Normenreihe IEC 60079. Neben<br />

dem Einsatz von ATEX- und IECEx-zertifizierten<br />

Komponenten erfüllen die<br />

Maschinenbauer auch die Anforderungen<br />

an die funktionale Sicherheit,<br />

etwa Performance Level (PL) oder<br />

Safety Integrity Level (SIL).<br />

„Unsere Kunden schätzen unsere<br />

Expertise besonders auch in der<br />

Beratung“, ergänzt Riederer. „Denn<br />

für einen sicheren Prüfstand reichen<br />

die Entwicklung und Montage allein<br />

nicht aus <strong>–</strong> der Raum muss auch entsprechend<br />

vorbereitet sein.“ Dazu gehören<br />

eine entsprechende Sensorik,<br />

Überwachungssysteme oder Absaugmöglichkeiten.<br />

Grundlage ist stets<br />

eine Gefährdungsbeurteilung mit<br />

passendem Sicherheitskonzept.<br />

Wasserstoff <strong>–</strong> eine alternative<br />

in der Zukunft<br />

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger<br />

der Zukunft. Die Erzeugung<br />

von grünem Wasserstoff ist dabei<br />

essenziell. Es kommt besonders auf<br />

die Qualität und Effizienz der Komponenten<br />

im Elektrolyseur an. Hierfür<br />

muss die elektrische Performance<br />

der Stacks geprüft werden <strong>–</strong> „dabei<br />

können wir unsere Expertise aus der<br />

Leistungselektronik einbringen“, sagt<br />

Riederer. Damit verschmelzen bei<br />

der Entwicklung und Erprobung neuer<br />

Systeme zwei Welten: Electronic<br />

Testing und Fuel Testing.<br />

Hersteller von wasserstoffführenden<br />

Komponenten, die in Elektrolyseuren<br />

und H 2 -Verbrennungs­<br />

Abb. 1+2:(li.) Eine Prüfanlage für Diesel-Injektoren. Die Durchflussprüfung erfolgt hier mit dem IAV Cross-Injection Analyzer mit unterschiedlichen<br />

Ansteuerungen. Möglich ist zudem eine Leckage-Prüfung mit Drücken bis 3000 bar. (re.) Ein Prüfstand für Benzin-Injektoren: Hier sind<br />

unter anderem Spray- und Durchflusstests, Dichtheits- und optischen Prüfungen möglich.<br />

Bilder: Sonplas GmbH<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

33


Prüftechnik<br />

motoren eingesetzt werden, müssen<br />

ihre Bauteile unter seriennahen<br />

Prüfbedingungen testen, um die erforderliche<br />

Leistungs- und Sicherheitsqualität<br />

im Serieneinsatz sicherzustellen.<br />

„Auf Wunsch bauen wir<br />

für unsere Kunden die Prüfstände<br />

sowie den passenden Container für<br />

den sicheren Betrieb“, sagt Riederer.<br />

Für die Einrichtung einer eigenen<br />

Wasserstoff- Prüfinfrastruktur stellt<br />

der Sondermaschinenbauer zudem<br />

komplette Testcenter bereit, inklusive<br />

Prüfstand.<br />

Prüfstände für Elektrolyse-<br />

Einzelzellen und -Short-Stacks<br />

Sonplas entwickelt und baut Prüfstände<br />

für Elektrolyse-Einzelzellen<br />

und -stacks. Sie sind die zentralen<br />

Komponenten von Elektrolyseuren<br />

zur Wasserstofferzeugung. Mit dem<br />

Prüfstandkonzept lassen sich verschiedene<br />

Technologien testen <strong>–</strong> unter<br />

anderem die Proton- Austausch-<br />

Membran Elektrolyse (PEM),<br />

alkalische Elektrolyse (AEL) oder auch<br />

die Anionen-Austausch-Membran<br />

Elektrolyse (AEM). Dabei liegt ein<br />

Fokus auf einer modularen Bauweise<br />

der Anlage für unterschiedliche Leistungsklassen<br />

und messtechnische<br />

Ausbaustufen, die auf die Kundenbedürfnisse<br />

angepasst werden können.<br />

Zielanwendungen sind sowohl Aufgaben<br />

bei Forschungseinrichtungen zur<br />

Grundlagenforschung als auch Untersuchungen<br />

bei Industriekunden in<br />

der Vor- und Serienentwicklung.<br />

Individuelle Prüf- und Testanlagen<br />

von Sonplas<br />

Mit mehr als 1.000 ausgelieferten Anlagen<br />

weltweit und einem wachsenden<br />

internationalen Servicenetz hat<br />

Sonplas bewiesen, dass auch sehr<br />

anspruchsvolle Prüf aufgaben lösbar<br />

sind <strong>–</strong> unabhängig von ihrer Komplexität.<br />

„Damit ist unser Anspruch<br />

klar“, resümiert Werner Riederer.<br />

„Jede Anlage ist ein Unikat, exakt<br />

zugeschnitten auf die jeweilige<br />

Kunden anforderung.“ Anwender profitieren<br />

von präzisen Messergebnissen<br />

und damit von Qualität und Zuverlässigkeit<br />

in der Serien produktion.<br />

Durch die Kombination verschiedener<br />

Prüfverfahren in einem System<br />

lassen sich Zeit und Kosten einsparen.<br />

Modulare Konzepte ermöglichen<br />

flexible Erweiterungen und sichern<br />

Investitionen langfristig ab.<br />

Sonplas GmbH<br />

Sachsenring 57<br />

94315 Straubing<br />

www.sonplas.de<br />

Abb. 3: Werner Riederer<br />

Vertrieb Fuel Technologie bei Sonplas: „Jede<br />

Anlage ist ein Unikat, exakt zugeschnitten<br />

auf die jeweilige Kundenanforderung.“<br />

<br />

Bild: Sonplas GmbH<br />

34 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Langlebigkeit<br />

CTX & LUCCS Light System:<br />

Kühllösung für neuartiges LED-Leuchtsystem<br />

Die Leuchte, die bleibt<br />

Thomas Windeck<br />

Mit dem sichtbaren Profilkühlkörper und dem Gehäuse aus gebürstetem Aluminium wird die Industrieleuchte zum Designobjekt<br />

<br />

Bild: CTX Thermal Solutions/LUCCS Light Systems<br />

Es kommt sicher nur selten vor,<br />

dass ein Kühlkörper Bestandteil des<br />

Produkt designs ist. Bei den Leuchten<br />

von LUCCS Light Systems ist<br />

dies so. In ihrem LED-System bilden<br />

Kühlkörper von CTX das Herzstück,<br />

das sie zudem langlebig macht.<br />

An den Hallendecken der Industrie<br />

wird sich in nächster Zeit einiges<br />

tun. Nach dem EU-Verbot der gemeinhin<br />

als „Neonröhren“ bezeichneten<br />

Leuchtstofflampen T5 und<br />

T8 im Jahr 2023 sollen künftig nachhaltigere<br />

Lichtquellen in den Unternehmen<br />

installiert werden. Gründe<br />

für das Verbot sind der hohe Stromverbrauch<br />

der Modelle sowie der Einsatz<br />

von Giftstoffen bei ihrer Herstellung.<br />

Geht es nach Thorsten Steinig<br />

und Jürgen Nordhoff, muss die Nachhaltigkeit<br />

alternativer Leuchtmittel<br />

noch weitreichender betrachtet werden.<br />

Ihr Ansatz: LED-Beleuchtungssysteme<br />

müssen vor allem langlebig<br />

sein.<br />

„Gebaut für Generationen“ lautet<br />

daher der Slogan für die von ihnen<br />

entwickelte Leuchtenserie „Adilia“,<br />

die ihr junges Unternehmen LUCCS<br />

Light Systems vertreibt. Die Reihe umfasst<br />

LED-Industrieleuchten mit hochwertigen<br />

Materialien und modularer<br />

Bauweise. Sind Einzelteile defekt,<br />

lassen sie sich einfach austauschen.<br />

„Es ist schließlich nichts Nachhaltiges<br />

daran, wenn ich ein LED-System beim<br />

Versagen eines einzelnen Bauteils<br />

gleich komplett entsorgen muss“,<br />

sagt Thorsten Steinig. Lange Standzeiten,<br />

eine einfache Wartung sowie<br />

eine Optik, welche die Hochwertigkeit<br />

der Leuchten unterstreicht, standen<br />

im Mittelpunkt der Produktentwicklung.<br />

Das Thermomanagement der<br />

LED-Lampen spielte damit eine entscheidende<br />

Rolle.<br />

Erstkontakt auf Augenhöhe<br />

Mit CTX Thermal Solutions schien<br />

LUCCS Light Systems schnell den<br />

passenden Partner für ihr Konzept<br />

gefunden zu haben. Wobei<br />

es korrekt lauten müsste, dass<br />

Steinig und Nordhoff ihren Partner<br />

fanden; denn das Unternehmen<br />

war noch nicht gegründet, als<br />

die Konstruktions planungen bereits<br />

starteten. Die beiden, ihres Zeichens<br />

Unternehmens berater und Techniker<br />

der Elektro technik, gingen also zunächst<br />

nur mit der Idee einer nachhaltigen<br />

LED-Beleuchtung auf die<br />

Suche nach Umsetzungspartnern.<br />

„Der persönliche Kontakt war uns da­<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

35


Langlebigkeit<br />

Abb. 1: Der Profilkühlkörper sorgt mit seinen Lamellen für eine hoch<br />

dimensionierte Entwärmung und damit für eine lange Standzeit der<br />

Leuchten. Bild: CTX Thermal Solutions/LUCCS Light Systems<br />

Abb. 2: Mit dem Extrusionsverfahren lassen sich auch komplexe<br />

Kühlkörpergeometrien zu wirtschaftlichen Stückkosten fertigen.<br />

<br />

Bild: CTX Thermal Solutions<br />

her sehr wichtig“, schildert Steinig.<br />

„Wir brauchten Gegenüber, die verstanden,<br />

wovon wir redeten.“ In<br />

Sachen Thermomanagement fanden<br />

sie dies bei CTX.<br />

Neben großen Unternehmen setzen<br />

viele Start-ups auf den Kühlkörperhersteller<br />

aus dem nord rheinwestfälischen<br />

Nettetal. „Junge Firmen<br />

profitieren davon, wenn sie jemanden<br />

an der Seite haben, der die komplette<br />

Supply Chain von der Entwicklung bis<br />

zur Muster- und Serienfertigung sowie<br />

der Logistik abdeckt“, sagt Patrick<br />

Zelenka, Sales Manager bei CTX und<br />

zuständig für das „Adilia“-Projekt.<br />

Thorsten Steinig ergänzt: „Für uns<br />

war zudem entscheidend, dass man<br />

uns auf Augenhöhe begegnete, um<br />

unser neues Konzept für eine nachhaltige<br />

Industriebeleuchtung realisieren<br />

zu können.“<br />

Kühlkörper als Herzstück<br />

ermöglicht. Das Kühlelement entstand<br />

aus einem Standardprofil im<br />

Extrusionsverfahren. Dabei wird auf<br />

rund 500 °C erhitztes Aluminium<br />

durch eine Matrize gedrückt; vom so<br />

gefertigten Profilstrang werden dann<br />

die einzelnen Kühlkörper heruntergeschnitten.<br />

Die typischerweise verwendete<br />

Aluminium-Strangguss legierung<br />

zeichnet sich durch eine gute Wärmeleitfähigkeit<br />

von etwa 210 W/mK<br />

aus. Aufgrund dieser Eigen schaft sowie<br />

der geringen Stückkosten erwies<br />

sich die Extrusion als das ideale Herstellungsverfahren<br />

für die „Adilia“-<br />

Kühllösung.<br />

„Wir haben den Kühlkörper dabei<br />

bewusst überdimensioniert“, sagt<br />

Jürgen Nordhoff von LUCCS Light<br />

Systems. Ziel war es, die Betriebstemperatur<br />

der Leuchten in einem<br />

Bereich zwischen 40 und 50 °C zu halten<br />

und damit um etwa 50 Prozent<br />

unter der Sperrschichttemperatur<br />

von LED-Lampen zu liegen. „Ab 90 °C<br />

nimmt die Lebensdauer der Lampen<br />

ab“, sagt Nordhoff. „Wir erzielen mit<br />

unserer Kühllösung daher ein so<br />

großes Delta zu diesem kritischen<br />

Temperaturbereich, dass eine Überhitzung<br />

der Leuchten praktisch nicht<br />

möglich ist.“<br />

Komponenten des Leuchtendesigns<br />

Um den Profilkühlkörper einfach<br />

mit Druckluft reinigen zu können, ist<br />

er durch Gehäuseöffnungen gut zu<br />

erreichen und zu sehen. Er wurde damit<br />

zum Bestandteil des Leuchtendesigns,<br />

weshalb seine Oberfläche<br />

bei CTX eloxiert wird. Diese Behandlung<br />

gleicht die Optik des Kühl körpers<br />

an die des Gehäuses an und verbessert<br />

zudem den Korrosionsschutz des<br />

Kühlelements.<br />

Auch das Gehäuse stammt von<br />

CTX. Gehäusetechnik gehört zum<br />

Bereits bei einem der ersten Treffen<br />

stellten die beiden Gründer anhand<br />

von Zeichnungen und geplanten<br />

Betriebs daten dieses Konzept vor,<br />

für das CTX dann die passende Kühllösung<br />

entwickelte. Der Kühlkörper<br />

ist das Herzstück der „Adilia“-Leuchte.<br />

An ihm sind sowohl die LED- Panel<br />

als auch die Gehäuseteile, Front- und<br />

Rückplatte befestigt. Durch die Verschraubung<br />

lassen sich die Bestandteile<br />

einfach auswechseln. Die Kühlkörpergeometrie<br />

besteht aus einer<br />

Bodenplatte mit Lamellenprofil,<br />

welches eine natürliche Konvektion<br />

Abb. 3: Über die Lamellendichte und die Einbaulage lässt sich die Leistung eines Profilkühlkörpers<br />

anpassen.<br />

Bild: CTX Thermal Solutions<br />

36 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Langlebigkeit<br />

Abb. 4: Die Gehäusetechnik ist fester Bestandteil des CTX-Portfolios. Die Bauteile können in<br />

Funktion und Design kundenspezifisch ausgestaltet werden. Bild: CTX Thermal Solutions<br />

Portfolio des Herstellers, die er je<br />

nach Bedarf als Schutz vor Umwelteinflüssen,<br />

mechanischen Belastungen<br />

und elektrostatischer<br />

Entladung oder als Kühllösung ausgestaltet.<br />

Dafür nutzt CTX Herstellungsverfahren,<br />

die individuelle<br />

Designs ermöglichen, wie Druckguss,<br />

Extrusion und die Stanzbiegetechnik.<br />

Mit Veredelungen wie Lackieren,<br />

Pulver beschichten, Eloxieren oder<br />

Bedrucken macht der Hersteller<br />

die Gehäuse oberfläche robust und<br />

optisch ansprechend.<br />

Die beiden U-förmigen Profile<br />

des „Adilia“-Gehäuses entstehen im<br />

Extrusionsverfahren mit einem von<br />

CTX entwickelten Formwerkzeug; die<br />

Oberfläche ist gebürstet und eloxiert.<br />

Da die Front- und Rückplatten der<br />

Leuchte von einem anderen Hersteller<br />

zugeliefert werden, waren die<br />

Entwicklungsanforderungen an die<br />

Maßhaltigkeit der Bauteile sowie an<br />

die Oberflächenbehandlung besonders<br />

hoch. „Hier waren ein paar Abstimmungsrunden<br />

nötig, bis sich die<br />

Leuchte am Ende wie aus einer Hand<br />

gefertigt präsentieren konnte und zugleich<br />

eine sichere Wärmeableitung<br />

gewährleistete“, schildert Zelenka.<br />

Time-to-Market von nur<br />

wenigen Monaten<br />

Den Projektpartnern gelang es, alle<br />

Hürden der Entwicklung innerhalb<br />

kürzester Zeit zu nehmen. CTX war<br />

einer der ersten, den die Gründer<br />

von LUCCS Light Systems im Oktober<br />

2024 kontaktierten. Nach nur vier<br />

Wochen lagen bereits die ersten CTX-<br />

Muster der Kühlkörper vor, so dass<br />

Thorsten Steinig und Jürgen Nordhoff<br />

die ersten Versuchsaufbauten ihrer<br />

Leuchten erstellen konnten. Nach<br />

kleineren Anpassungen, die CTX über<br />

seine CNC-Bearbeitung umsetzte,<br />

ging der Kühlkörper in die Serienfertigung.<br />

Erst zum Jahreswechsel<br />

erfolgte die formale Gründung von<br />

LUCCS Light Systems, im Frühjahr<br />

2025 startete das Unternehmen mit<br />

der Reihe „Adilia“ dann durch.<br />

Die Leuchten werden von verschiedenen<br />

Industrien angefragt. Sie<br />

kommen bereits in Lagerhallen und<br />

im Maschinenbau zum Einsatz. Mit<br />

ihrer Lichtausbeute von 172 lm/W<br />

finden sie darüber hinaus Anwendung<br />

in Arbeitsbereichen, in denen<br />

eine hohe Helligkeit gefordert ist,<br />

wie dem Sondermaschinenbau oder<br />

der Qualitätsendkontrolle. Auch die<br />

industrielle Holzbearbeitung darf mit<br />

den LED-Systemen beleuchtet werden.<br />

„Dank unserer wirkungsvollen<br />

Kühlung erzielen ‚Adilia‘-Leuchten<br />

eine geringe Oberflächentemperatur“,<br />

so Nordhoff. Belegt wird das<br />

mit einer D-Kennzeichnung und der<br />

Schutzart IP50. „Damit sind unsere<br />

LED-Leuchten für den Einsatz in<br />

Betriebs stätten zugelassen, in denen<br />

brennbare Stäube entstehen.“<br />

Weitere Einsatzbereiche könnten<br />

folgen, wie zum Beispiel Messehallen,<br />

Bürogebäude, Einkaufs passagen.<br />

Als nächster Schritt steht nun aber<br />

der Ausbau der „Adilia“- Reihe mit<br />

den nächsten beiden Baugrößen an,<br />

für die CTX gerade Kühlkörper und<br />

Gehäuse anpasst. Daneben wird<br />

auch das Vertriebsgebiet über die<br />

Grenzen Deutschlands nach und<br />

nach ausgeweitet. Bei CTX ist man gewappnet.<br />

„Die Produktion der ‚Adilia‘-<br />

Komponenten kann jederzeit mitwachsen“,<br />

so Patrick Zelenka von CTX.<br />

„Für Start-ups ist es schließlich sinnvoll,<br />

wenn der Zulieferer nicht nur<br />

die Kleinmengen während der Anfangsphase<br />

herstellen, sondern beim<br />

Erfolg des Produkts die Fertigung<br />

auch hoch skalieren kann.“<br />

Abb. 5: CTX verfügt über ein Portfolio an Kühlkörpern und Herstellverfahren, mit dem sich<br />

für jede Applikationsanforderung passende Kühllösungen entwickeln lassen<br />

<br />

Bildquelle: CTX Thermal Solutions<br />

CTX Thermal Solutions GmbH<br />

Nettetal<br />

Thomas Windeck<br />

Leiter Vertrieb CTX Thermal Solutions<br />

info@ctx.eu<br />

www.ctx.eu<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

37


Energieeffizienz<br />

Motorerwärmung minimieren mit<br />

High-Speed-Umrichtern von SIEB & MEYER<br />

Coole Performance in nachhaltigen Applikationen<br />

Markus Finselberger<br />

Innovative Anwendungen, die im Zuge der Energiewende entwickelt werden, profitieren in hohem Maße von der Multi-Level-Technologie. So<br />

ermöglicht der SD4M beispielsweise eine deutliche Effizienzsteigerung von rotierenden Energiespeichern (Flywheel). Bild: SIEB & MEYER AG<br />

Eine möglichst geringe Motorerwärmung<br />

ist das A und O beim<br />

Betrieb von Hochgeschwindigkeitsmotoren.<br />

Diese sind nicht nur das<br />

Herzstück von Bearbeitungszentren<br />

und Werkzeugmaschinen, sondern<br />

leisten unter anderem auch<br />

in Turboverdichtern und Schwungmassenspeichern<br />

einen wichtigen<br />

Beitrag zur Energiewende. Frequenzumrichter<br />

aus der SD4x-<br />

Produktfamilie von SIEB & MEYER<br />

reduzieren umrichterbedingte Motorverluste<br />

auf ein Minimum. Daraus<br />

resultieren eine geringere Motorerwärmung<br />

und ein verbesserter<br />

Systemwirkungsgrad. Der Anwender<br />

spart Energie und Kosten und<br />

profitiert zudem von einer hervorragenden<br />

Bearbeitungsqualität.<br />

Etwa 90 % der Leistungsverluste, die<br />

durch den Frequenzumrichter verursacht<br />

werden, treten im Rotor auf<br />

und können dort zu einer schädlichen<br />

Erwärmung des Motors führen.<br />

Dieses Temperaturproblem wird<br />

durch das naturgemäß geringe Volumen<br />

des Rotors in Hochgeschwindigkeitsmotoren<br />

zusätzlich verschärft.<br />

Genau diese Herausforderung hatte<br />

SIEB & MEYER bei der Entwicklung<br />

ihrer SD4x-Produktfamilie im<br />

Blick. Durch geeignete Regelungsverfahren<br />

und eine durchdachte<br />

Topologie ermöglichen die High-<br />

Speed-Umrichter der Lüneburger<br />

Hochgeschwindigkeits-Spezialisten<br />

Motorströme mit minimalen har­<br />

38 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Energieeffizienz<br />

Abb. 1: Die Drei-Level-Technologie der SD4M-Serie von SIEB & MEYER liefert, in der Kombination<br />

mit geräteabhängigen Schaltfrequenzen bis zu 32 kHz, eine sehr gute Stromqualität<br />

und sorgt so für geringste Motorverluste und einen entsprechend hohen Wirkungsgrad.<br />

<br />

Bild: SIEB & MEYER AG & Parsudi-AdobeStock-1384279135<br />

Rippel ströme. Das ist besonders bei<br />

schnelllaufenden Synchronmotoren<br />

problematisch, da diese naturgemäß<br />

niedrige Induktivitäten aufweisen.<br />

Die resultierende Rotorerwärmung<br />

kann enorme Auswirkungen auf<br />

die Rotorstabilität, die Permanentmagnete<br />

und die Lagerung haben.<br />

Besonders bei hohen Nenndrehzahlen<br />

des Motors manifestieren sich<br />

diese Probleme.<br />

Als eine Gegenmaßnahme wird<br />

bei Standard-Umrichtern mit Zwei-<br />

Level-Puls-Weiten-Modulation (PWM)<br />

und niedriger Schaltfrequenz oft auf<br />

LC-Filter zurückgegriffen. Diese maßgeschneiderten<br />

Lösungen basieren<br />

auf passiven elektronischen Komponenten<br />

und erlauben entweder die<br />

Dämpfung der Schaltflanken des ausgegebenen<br />

Pulsmusters durch du/dt-<br />

Filter oder sogar die Annäherung an<br />

sinusförmige Motorspannungen und<br />

Ströme. Der Einsatz von LC-Filtern<br />

geht jedoch mit zusätzlichen Kosten,<br />

erhöhtem Platzbedarf, zusätzlichem<br />

Gewicht und Wirkungsgradverlusten<br />

einher. Zudem kostet die vorab erforderliche<br />

Auslegung der Filter für<br />

die spezifische Applikation Zeit und<br />

Flexibilität.<br />

Die Lösung: Drei-Level-Technologie<br />

und Schaltfrequenzerhöhung<br />

Abb. 2: Durch den Einsatz von Frequenzumrichtern aus der SD4x-Familie von SIEB & MEYER<br />

lässt sich eine deutliche Effizienzsteigerung von Turboverdichtern und -kompressoren generieren,<br />

die beispielsweise in der Abwasseraufbereitung zum Einsatz kommen.<br />

<br />

Bild: SIEB & MEYER AG<br />

monischen Frequenzanteilen. Verglichen<br />

mit Wettbewerbs produkten<br />

sind die Verluste um bis zu 90 % reduziert,<br />

was zu einer entsprechenden<br />

Verringerung der Motorerwärmung<br />

führt. Die geringeren Temperaturen<br />

verlängern wiederum die Lebensdauer<br />

der typischer weise bei Bearbeitungsspindeln<br />

zum Einsatz kommenden<br />

Kugel lager und verbessern<br />

die Bearbeitungsqualität.<br />

Das Ziel: Die perfekte Sinuskurve<br />

Doch wie genau lässt sich der Motorstrom<br />

in der gewünscht hohen<br />

Qualität erzeugen? „Dazu muss man<br />

wissen, dass alle Ströme, die von der<br />

idealen Sinusform abweichen, Verluste<br />

im Motor erzeugen“, erläutert<br />

Torsten Blankenburg, Technikvorstand<br />

der SIEB & MEYER AG. „Dieser<br />

Motorstromanteil wird durch<br />

den Umrichter erzeugt und stellt<br />

sich als sogenannter Rippelstrom<br />

dar, der den sinusförmigen Motorstrom<br />

überlagert.“ Der auftretende<br />

Rippelstrom hängt maßgeblich von<br />

der Schalt frequenz, der Umrichter-<br />

DC-Spannung und vor allem von der<br />

Motor induktivität ab. Geringe Induktivitäten<br />

verursachen erhebliche<br />

Eine weitere Option besteht darin, die<br />

Schaltfrequenz für die PWM zu erhöhen.<br />

Dabei gilt die Faustregel, dass<br />

eine Verdoppelung der Frequenz den<br />

Rippelstrom um die Hälfte reduziert.<br />

Dieser Möglichkeit sind allerdings<br />

technische und wirtschaftliche Grenzen<br />

gesetzt. Zum einen sind hochfrequente<br />

Leistungstransistoren im<br />

höheren Spannungsbereich kostspieliger.<br />

Zum anderen steigen die Schaltverluste<br />

in der Endstufe drastisch an,<br />

was sich nachteilig auf den Wirkungsgrad<br />

und Kühlungsaufwand auswirkt.<br />

Zudem reagieren nicht alle Motoren<br />

positiv auf eine Erhöhung der Schaltfrequenz.<br />

In bestimmten Fällen, insbesondere<br />

bei Synchronmotoren<br />

ohne Segmentierung der Permanentmagnete,<br />

führt eine Frequenzerhöhung<br />

baubedingt nur zu marginalen<br />

Verbesserungen der Motorverluste.<br />

Alternativ kann die Drei-Level-<br />

Technologie eingesetzt werden,<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

39


Energieeffizienz<br />

Abb. 3: Perfekte Sinuskurve: Bei kombinierter Anwendung von Drei-Level-Technologie und Schaltfrequenzerhöhung ergibt sich gegenüber<br />

Standard-Umrichtern eine Reduzierung der harmonischen Stromanteile (Rippelstrom) auf 10 %, so dass die umrichterbedingten Rotorverluste<br />

signifikant sinken.<br />

Bild: SIEB & MEYER AG<br />

die beispielsweise im SD4M von<br />

SIEB & MEYER implementiert ist.<br />

Die Leis tungshalbleiter der Endstufen<br />

werden dabei im Vergleich zur<br />

Zwei- Level-Technologie nur mit der<br />

Hälfte der Spannung beaufschlagt.<br />

Dies ermöglicht den Einsatz von Leistungshalbleitern,<br />

die für niedrigere<br />

Spannungen ausgelegt sind und<br />

somit (technologiebedingt) schneller<br />

schalten können. Das Ergebnis: In<br />

der Endstufe treten weniger Schaltverluste<br />

auf, und die Schaltfrequenz<br />

lässt sich erheblich steigern. Gleichzeitig<br />

wird der Motor im Vergleich zur<br />

Zwei-Level-Technologie nur mit 50 %<br />

der Spannungssprünge belastet.<br />

Durch den Einsatz der Drei-Level-<br />

Technologie lassen sich die im Rotor<br />

auftretenden Verluste um etwa 75 %<br />

verringern. Bei kombinierter Anwendung<br />

von Drei-Level-Technologie und<br />

Schaltfrequenzerhöhung können die<br />

Rotorverluste sogar um bis zu 90 %<br />

reduziert werden, was LC-Filter in vielen<br />

Fällen überflüssig macht.<br />

Wie sich der Einsatz der Frequenzumrichter<br />

von SIEB & MEYER in der<br />

Praxis auf Effizienz, Wirkungsgrad,<br />

CO 2 -Emissionen und Kosten auswirkt,<br />

zeigt unter anderem das Beispiel<br />

einer Abwasseraufbereitungsanlage,<br />

die mit Turboverdichtern<br />

oder Turbokompressoren belüftet<br />

wird. Die Hauptcharakteristik dieser<br />

Anwendung ist der Rund-umdie-Uhr-Betrieb<br />

der Verdichter bzw.<br />

Kompressoren an 365 Tagen im Jahr.<br />

Entsprechend ist die Anlageneffizienz<br />

ein wichtiges Thema, eine möglichst<br />

geringe Motorerwärmung die große<br />

Herausforderung. SIEB & MEYER löst<br />

diese Anforderungen mit seinem<br />

SD4M mit Multilevel-Endstufe. Auf<br />

diese Weise kann der Wirkungsgrad<br />

der Turboverdichter bzw. -kompressoren<br />

um mehrere Prozentpunkte erhöht<br />

werden.<br />

Ein weiteres Anwendungsbeispiel<br />

für die SD4M-Serie von SIEB & MEYER<br />

sind Schnellladelösungen für Regionen<br />

mit schwacher Netzstruktur.<br />

Verbesserte Effizienz von<br />

klimafreundlichen Applikationen<br />

Abb. 4: Die Kombination von Schwungmassenspeicher (Flywheel) und Schnellladestation<br />

unter stützt die Verkehrswende in strukturschwachen Gebieten. Der Rotor des Flywheels<br />

arbeitet im Hochvakuum, was eine möglichst geringe Motorerwärmung voraussetzt.<br />

<br />

Bild: Adaptive Balancing<br />

40 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Energieeffizienz<br />

Die Schnellladestation arbeitet in Verbindung<br />

mit einem Schwungmassenspeicher,<br />

auch Flywheel genannt, der<br />

die zum Laden des Elektro-Fahrzeugs<br />

benötigte Energie bereitstellt und<br />

zwischen den Ladevorgängen erneut<br />

Energie speichern kann.<br />

Die große Herausforderung dieser<br />

Anwendung ist das Hochvakuum,<br />

unter dem der Rotor des Flywheels arbeitet.<br />

Durch dessen hohe Isolationswirkung<br />

kann die Wärmeabfuhr ausschließlich<br />

über Strahlungswärme<br />

erfolgen. Darüber hinaus handelt es<br />

sich um ein magnetgelagertes, sprich<br />

kontaktloses System, so dass die<br />

Roto rwärme nicht über die Lagerung<br />

ausgeschleust werden kann. „Das<br />

heißt, dieses System benötigt die geringstmögliche<br />

Erwärmung, damit es<br />

überhaupt vernünftig arbeiten kann“,<br />

fasst Torsten Blankenburg zusammen.<br />

„Unsere Frequenzumrichter<br />

produzieren ein Minimum an Wärme,<br />

so dass sie solche Anwendungen<br />

optimal unterstützen beziehungsweise<br />

zum Teil überhaupt erst möglich<br />

machen.“<br />

Optimierte Regelung von<br />

IPM-Motoren<br />

Zu den Talenten der SD4x-Familie<br />

gehört auch die optimierte Regelung<br />

von IPM-Motoren. IPM-Motoren<br />

stellen deutlich höhere Anforderungen<br />

an den Frequenzumrichter. So<br />

muss der Stromwinkel in Abhängigkeit<br />

des Betriebspunktes optimal in<br />

die Maschine eingeprägt werden, um<br />

in jedem Betriebspunkt das maximal<br />

mögliche Drehmoment herauszuholen.<br />

Für einen optimalen Wirkungsgrad<br />

ist darüber hinaus die Abhängigkeit<br />

der Motorinduktivität von Strom<br />

und Frequenz zu berücksichtigen. Die<br />

SD4x-Frequenzumrichter können die<br />

beschriebenen Abhängigkeiten durch<br />

spezielle Regelstrukturen genau erfassen<br />

und im jeweiligen Arbeitspunkt<br />

optimal regeln, sodass sich<br />

immer das optimale Moment bei<br />

gleichzeitig geringstem Motorstrom<br />

ergibt. Das minimiert die Verluste im<br />

Motor und Umrichter, verbessert die<br />

Energiebilanz und reduziert die CO 2 -<br />

Emissionen.<br />

SD4x: Entwicklungsplattform für<br />

eine zukunftsfähige Geräteserie<br />

Bereits vor einiger Zeit hat<br />

SIEB & MEYER die Entwicklungsplattform<br />

SD4x vorgestellt, auf deren Basis<br />

das Unternehmen nun kontinuierlich<br />

eine zukunftsfähige Geräteserie<br />

entwickelt. Die Frequenzumrichter<br />

unter stützen neue Schnittstellen und<br />

bieten eine Reihe von zusätzlichen<br />

Funktionen. Anwender profitieren<br />

von höheren Drehzahlen und einer<br />

deutlich verbesserten Performance.<br />

SD4x-Umrichter können dank eines<br />

integrierten Lagereglers jetzt auch<br />

eigen ständige hochgenaue Positionierungen<br />

durchführen; Drehzahl-<br />

und Stromregler bleiben gegenüber<br />

der etablierten SD2x-Reihe konstant.<br />

„Unser Ziel ist es, hochdrehende<br />

Motoren dynamisch und mit noch<br />

weniger Verlustleistung anzutreiben“,<br />

so Blankenburg. „Deshalb unterstützen<br />

wir nun auch PWM-Schaltfrequenzen<br />

von 24 und 32 kHz.“ Für eine<br />

noch feinere Modulierung des sinusförmigen<br />

Signals ist eine Kommutierungswinkel-Steuerung<br />

nun auch für<br />

32, 48 und 64 kHz integriert. Dadurch<br />

ergibt sich ein nahezu optimaler<br />

Sinus und es treten so gut wie keine<br />

harmonischen Ströme mehr auf. Die<br />

durch die PWM verursachte Verlustleistung<br />

kann auf einen Bruchteil minimiert<br />

werden.<br />

„Die optimierte Performance,<br />

höhere Drehzahlen sowie die geringe<br />

Motorerwärmung ohne Sinusfilter<br />

<strong>–</strong> das sind die wesentlichen Vorteile<br />

der SD4x-Produktfamilie“, fasst<br />

Blankenburg zusammen. „Die Verbesserungen<br />

ermöglichen es, die<br />

Produktionsqualität<br />

bestehender<br />

Anwendungen zu optimieren und<br />

darüber hinaus ganz neue Einsatzbereiche<br />

zu erschließen.“<br />

SIEB & MEYER AG, Lüneburg<br />

Markus Finselberger, Leiter Vertrieb<br />

Antriebselektronik<br />

info@sieb-meyer.de<br />

www.sieb-meyer.de<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

41


Predictive Connectivity<br />

Bei der Inbetriebnahme auf das Wesentliche konzentrieren<br />

SPS-Diagnosepuffer <strong>–</strong><br />

um eine Informationsquelle reicher<br />

Andy Carius, Nora Crocoll<br />

Wohl fast jeder Maschinenbauer<br />

kennt das Szenario bei der<br />

Inbetrieb nahme: Anstatt mit Loop<br />

Checks und Funktionstests die<br />

Maschine zu prüfen oder diese starten<br />

zu können, kämpft man erst<br />

einmal gegen sporadische, nicht<br />

reproduzierbare Ereignisse in der<br />

PROFINET- Kommunikation. Die Ursachen<br />

sind meist nicht klar nachzuvollziehen<br />

und auch der SPS-<br />

Diagnosepuffer macht hierzu keine<br />

klaren Aussagen. Letztlich hilft man<br />

sich mit dem sukzessiven Tausch<br />

von Steckern, Verbindungsleitungen<br />

oder auch der betroffenen Netzwerkkomponenten.<br />

Diese Situation<br />

nervt, kostet Zeit und ähnelt oft<br />

einem „Fischen im Trüben“. Besser<br />

wäre es, mit eindeutigen Informationen<br />

die Ursachen schnell auffinden<br />

und ziel gerichtet beseitigen zu<br />

können und dann die Möglichkeit<br />

zu haben, sich voll auf die Inbetriebnahme<br />

zu konzentrieren.<br />

Es ist kein unbekanntes Phänomen,<br />

dass Fehler in der Inbetriebnahme<br />

auftreten bzw. dabei ans Tageslicht<br />

gefördert werden. Dieser Zustand ist<br />

normal und lässt sich mittler weile als<br />

Grafik verallgemeinernd darstellen<br />

(„Badewanneneffekt“ Abb. 1). Dass<br />

am Anfang die Fehlerhäufigkeit sehr<br />

hoch ist, ist kein überraschendes<br />

Phänomen weder der Elektrik noch<br />

der Mechanik oder des Netzwerkes.<br />

Vielmehr ist damit zu rechnen und es<br />

sollte ein entsprechender Zeitraum<br />

für die Überführung einer Maschine<br />

oder Anlage in den Dauerbetrieb<br />

eingeplant werden. Bedenklich wird<br />

es dann, wenn sich dieser Zeitraum<br />

unvorhergesehen verlängert, weil<br />

plötzliche und nicht reproduzierbare<br />

Effekte in der Steuerung eintreten<br />

und kein koordiniertes Vorgehen gewährleistet<br />

ist.<br />

Oft spielt sich bei der Inbetriebnahme<br />

dieses Szenario ab: Nach<br />

mechanischer und elektrischer Montage<br />

bzw. Installation startet schrittweise<br />

die Hard- und Softwareinbetriebnahme<br />

und anschließend<br />

der Funktionstest. Unangenehm wird<br />

es dann, wenn bereits geprüfte Systeme<br />

sporadisch Auffälligkeiten aufweisen.<br />

So z.B. die PROFINET-Kommunikation<br />

<strong>–</strong> eine eigentlich für<br />

den Prozess der Inbetriebnahme zu<br />

Abb. 1: Der Badewanneneffekt: Gleich zu Beginn entstehen Ausfälle durch diverse Mängel<br />

(Produkt-, Installations- und Softwarefehler), die mit entsprechend geplantem Aufwand<br />

behoben werden müssen. Nach langem Betrieb einer Anlage häufen sich dann wieder die<br />

Ausfälle durch Alterung und Verschleiß von Komponenten. Alle Abbildungen: Indu-Sol<br />

vernachlässigende Funktionseinheit<br />

<strong>–</strong> meldet sich plötzlich zu „Wort“ und<br />

kündigt sporadisch den Dienst. Um<br />

schnell Abhilfe zu schaffen, werden<br />

die gestörten Teilnehmer, welche in<br />

der SPS als ausgefallen gemeldet werden,<br />

als defekt erklärt und getauscht.<br />

Nicht selten wiederholt sich dieser<br />

Zustand mehrere Male, bis man dann<br />

den eigentlichen Verursacher beispielsweise<br />

in einer defekten Leitung<br />

im Backbone ausfindig gemacht hat.<br />

In vielen Fällen kommt der Software-<br />

Experte jedoch nicht zur Prüfung<br />

seiner SPS-Programme, weil immer<br />

wieder unerklärliche Störungen im<br />

Netzwerk vorkommen. Oft versucht<br />

man per Handskizze Ursache auf<br />

die Schliche zu kommen (Abb. 2a+b).<br />

In der Praxis kann diese Recherche<br />

schon mal eine ganze Arbeitswoche<br />

in Anspruch nehmen (Abb. 2c).<br />

SPS liefert zu wenige klare<br />

Diagnoseinformationen<br />

Üblicherweise überwacht die SPS<br />

die PROFINET Applikation. Um den<br />

Ursachen für die Geräte ausfälle<br />

ausfindig zu machen, schaut der<br />

Software experte daher in den SPS-<br />

Diagnosepuffer, der umfangreiche Informationen<br />

liefert. Allerdings kennt<br />

der Diagnosepuffer in diesem Zusammenhang<br />

nur zwei Zustände: „funktioniert“<br />

oder „funktioniert nicht“ oder<br />

wie in Abb. 3a dargestellt „grün“ bzw.<br />

„rot“.<br />

Geht man davon aus, dass es<br />

außer dem Spannungsausfall keinen<br />

plötzlichen und unvorhersehbaren<br />

Ausfall gibt und ein solcher sich<br />

irgend wie andeutet, stellt sich die Frage:<br />

Wie lässt sich ein Ausfall vorhersagen<br />

bzw. genauer eingrenzen oder<br />

beschreiben? Um hier aufzuklären, ist<br />

ein tieferer Blick in die Kommunikationsbeziehung<br />

im PROFINET nötig. Jedes<br />

Gerät im Netzwerk benötigt eine<br />

gewisse Übertragungszeit zum Über­<br />

42 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Predictive Connectivity<br />

Kommunikation zum Teilnehmer).<br />

Aus löser ist das Überschreiten vom<br />

Watchdog.<br />

Wenn man bei der Metapher<br />

der Ampel bleiben möchte, wird hier<br />

deutlich, dass der gelbe Bereich fehlt<br />

(Abb. 3b), obwohl es einen Parameter<br />

gäbe, um diesen sichtbar zu machen.<br />

Denn immer dann, wenn es zu<br />

zwei oder gar drei Diagrammlücken<br />

kommt, liegt ein Problem der Kommunikation<br />

zur betroffenen Netzwerkkomponente<br />

nahe. So sind es<br />

in der Praxis meist mehrere Teilnehmer,<br />

die von diesem Phänomen in<br />

unterschiedlicher Häufigkeit betroffen<br />

sind. Hätte der SPS-Programmierer<br />

oder auch der Service-Techniker<br />

diese „Gelb-Information“ ebenfalls<br />

in der SPS abrufbereit, könnte gezielt<br />

bei sporadischen Netzwerkstörungen<br />

eingegriffen werden.<br />

Informationen über<br />

Zwischenzustände ermöglichen<br />

frühzeitiges Eingreifen<br />

Abb. 2a+b: Handskizzen auf e-Plan-Basis und Informationen aus dem Diagnose puffer helfen<br />

bei Fehlersuche.<br />

mitteln seiner Informationen (Aktualisierungszeit).<br />

Damit die Übertragung<br />

sicher funktioniert, sieht die Kommunikation<br />

einen zusätzlichen Zeitpuffer<br />

(Ansprechüberwachungszeit <strong>–</strong> Watchdog)<br />

vor <strong>–</strong> in der Regel das Dreifache<br />

der Aktualisierungszeit. Gelingt die<br />

Datenübertragung auch innerhalb<br />

dieses Zeitpuffers nicht, geht die Anlage<br />

in den sicheren Zustand <strong>–</strong> die<br />

Kommunikation zum Teilnehmer<br />

wird eingestellt. Eine Nachvollziehbarkeit<br />

lässt sich durch das Detektieren<br />

von Telegrammlücken realisieren,<br />

denn jede nicht stattgefundene<br />

Übertragung eines Telegramms hinterlässt<br />

beim Empfänger eine Telegrammlücke.<br />

In der Standardeinstellung der<br />

SPS werden bis zu drei Lücken toleriert<br />

und im Diagnosepuffer somit<br />

nicht berücksichtigt. Im Umkehrschluss<br />

heißt es „Alles okay<br />

<strong>–</strong> keine Auffälligkeiten“. Erst mehr<br />

als drei Telegrammlücken führen<br />

zum Fehlerzustand (Einstellung der<br />

Hier setzt der PROFINET-Agent<br />

„Agent blond“ von Indu-Sol an (Abb.<br />

4). Er wird als rückwirkungsfreie<br />

Messstelle ins Netzwerk integriert,<br />

um die Netzwerk-Kommunikation<br />

zu überwachen. Karl-Heinz Richter,<br />

Geschäftsführer bei Indu-Sol erklärt:<br />

„Eine solche Messstelle (TAP) ist bereits<br />

in vielen Anlagen verbaut. Unsere<br />

Idee war nun, diese Messstelle<br />

mit zusätzlicher Intelligenz so zu bestücken,<br />

dass Telegrammlücken in<br />

der PROFINET Kommunikation Teilnehmerbezogen<br />

erkannt werden.“<br />

Diese intelligente Messstelle lässt<br />

sich dank einer GSDML-Datei mit<br />

den verfügbaren Engineering-Tools<br />

wie TIA Portal einfach in der SPS<br />

konfigurieren.<br />

Mit der Einbindung in die SPS<br />

und Nutzung des SPS-Diagnose-<br />

Abb. 2c: Bis Fehlerursachen gefunden werden vergeht oft eine ganze Arbeitswoche.<br />

<strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong><br />

43


Predictive Connectivity<br />

Abb. 3a: Ein SPS-Diagnoseprotokoll liefert lediglich die Info „geht“ oder „geht nicht“.<br />

Daten schneller reagieren. Erlaubt<br />

ein Anlagenbetreiber einen sicheren<br />

externen Zugriff auf die SPS, lässt sich<br />

auch aus der Ferne herausfinden, wo<br />

die Probleme liegen und entsprechende<br />

Maßnahmen veranlassen<br />

bzw. bestens vorbereitet zur Anlage<br />

zum Serviceeinsatz fahren.<br />

Abb. 3b: Angereichert mit der Info des „gelben“ Zwischenzustands kann man schneller<br />

Ursachen beheben.<br />

Abb. 4: Agent Blond von Indu-Sol wird als<br />

rückwirkungsfreie Messstelle ins Netzwerk integriert,<br />

um die Netzwerk-Kommunikation<br />

zu überwachen. Die erfassten Informationen<br />

werden ins SPS-Diagnoseprotokoll integriert.<br />

puffers wird sichergestellt, dass für<br />

den SPS-Programmierer und später<br />

den Servicetechniker, einschließlich<br />

des künftigen Instandhalters, der gewohnte<br />

Meldeweg (Abb. 5) unverändert<br />

bleibt. Um die Konfiguration in<br />

die SPS zu realisieren, liegt dem Produkt<br />

eine entsprechende GSDML-<br />

Datei und ein Funktionsbaustein zur<br />

Generierung von zyklischen Werten<br />

bei. Es obliegt jetzt dem SPS-Programmierer,<br />

ob er die Informationen nur<br />

intern speichert und abrufbar macht,<br />

auf dem HMI in Bezug mit einer Topologie<br />

darstellt oder ob diese Informationen<br />

im Diagnose puffer abrufbar<br />

bleiben. Damit stehen bei der Inbetriebnahme<br />

einer Anlage in der gewohnten<br />

SPS-Umgebung zusätzliche<br />

nützliche Netzwerkinformationen zur<br />

Verfügung, mit deren Hilfe man sporadischen<br />

Netzwerkfehler ausfindig<br />

machen kann. Die Kosten für die Anschaffung<br />

fallen kaum ins Gewicht,<br />

im Vergleich zu den angenommenen<br />

Zeitaufwänden in Abb. 2c amortisiert<br />

sich der Einsatz meist bereits am<br />

Nachmittag des ersten Tages.<br />

Mit gutem Gefühl<br />

die Baustelle verlassen<br />

Wer bereits eine Anlage in Betrieb genommen<br />

hat, kennt vermutlich auch<br />

das mulmige Gefühlt, mit dem man<br />

oft eine Baustelle verlässt. Störungen<br />

wurden quittiert, traten nicht mehr<br />

auf und das Netzwerk schien beim<br />

Verlassen der Baustelle zuverlässig<br />

zu funktionierten, aber keiner weiß<br />

so genau warum. Mit dem Agent<br />

Blond kennt man nach Installation<br />

den realen Zustand der PROFINET-<br />

Kommunikation viel besser und kann<br />

sich entspannt anderen Projekten<br />

widmen. Sollte es dennoch während<br />

der Garantiezeit zu Problemen<br />

kommen, die ein Eingreifen erfordern,<br />

kann man mit den verfügbaren<br />

Für die Zukunft gerüstet<br />

Darüber hinaus können Maschinenbauer<br />

mit dem integrierten Agenten<br />

ihren Kunden einen wertvollen Zusatznutzen<br />

verkaufen, denn während des<br />

gesamten Lebenszyklus stellt dieser<br />

auch den Instandhaltern der Anlage<br />

hilfreiche Informationen über die<br />

PROFINET-Qualität zur Verfügung. Ist<br />

die intelligente Mess stelle erst einmal<br />

vorhanden, lassen sich zudem weitere<br />

Diagnose-Tools von Indu-Sol einfach<br />

integrieren, was im Hinblick auf einen<br />

zuverlässigen Anlage betrieb während<br />

ihrer gesamten Laufzeit einen großen<br />

Vorteil bietet bzw. die zeitliche Verlängerung<br />

des störungsfreien Betriebs<br />

(horizontale Linie in Abb. 1) ermöglichen<br />

kann.<br />

Letztlich kommt Digitalisierung<br />

nur voran, wenn der Zugang zu Daten<br />

organisiert möglich ist. Die Lösungen<br />

von Indu-Sol helfen Maschinen- und<br />

Anlagenbauern dabei, Struktur in ihr<br />

Netzwerk zu bringen. Davon profitiert<br />

die Inbetriebnahme ebenso wie<br />

der langfristige Betrieb einer Anlage.<br />

Richter resümiert: „Wir reden derzeit<br />

sehr viel über OT Security und<br />

die notwendige Umsetzung des CRA<br />

(Cyber Resilience Act). Die Basis aller<br />

dieser notwendigen Maßnahmen beginnt<br />

mit dem Wissen um das Netzwerk<br />

und den dafür notwendigen Applikationen.<br />

Hier besteht derzeit ein<br />

großes Manko oder in der Umkehr<br />

ein enormer Nachholbedarf.“<br />

Autoren:<br />

Abb. 5: SPS-Diagnose-Protokoll mit Zusatzinfos des Agent Blond<br />

Andy Carius<br />

CTO der Indu-Sol GmbH und<br />

Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll<br />

Redaktionsbüro Stutensee<br />

Indu-Sol GmH, Schmölln<br />

Deutschland<br />

info@indu-sol.com<br />

www.indu-sol.com<br />

44 <strong>GREEN</strong> <strong>EFFICIENT</strong> <strong>TECHNOLOGIES</strong> 20<strong>26</strong>


Unternehmen <strong>–</strong> Innovationen <strong>–</strong> Produkte<br />

Bosch erweitert Portfolio: Neue<br />

Brennstoffzellenlösungen für Busse<br />

Vorstellung des FCPM C100 auf Mobility Move 20<strong>26</strong> in Berlin<br />

• Bosch präsentierte Brennstoffzellensysteme von<br />

100 bis 300 Kilowatt Leistung.<br />

• Variante FCPM C100 ist für Montage auf dem Dach<br />

von Stadtbussen geeignet.<br />

• Vielfältige Lösungen zur Produktion<br />

und Nutzung von Wasserstoff.<br />

Europäische Städte setzen für ihren öffentlichen Personennah verkehr<br />

zunehmend auf klimafreundliche Lösungen. Auf der Fachmesse<br />

Mobility Move in Berlin präsentierte Bosch mit dem Fuel Cell Power<br />

Module (FCPM) C100 eine neue Variante seines Brennstoffzellen-<br />

Antriebs systems, die für alle Bustypen, insbesondere aber für städtische<br />

Busse geeignet ist. Mit dieser klimaneutralen Lösung können die<br />

Fahrzeuge elektrisch und bei Einsatz von regenerativ erzeugtem Wasserstoff<br />

komplett CO 2 -frei angetrieben werden. „Zur Bekämpfung des<br />

Klimawandels können neben batterieelektrischen Bussen auch brennstoffzellenelektrische<br />

Fahrzeuge eingesetzt werden“, sagt Jan‐Oliver<br />

Röhrl, Bereichsvorstand im Bosch Geschäftsbereich Power Solutions<br />

und Chairman der weltweiten Nutzfahrzeugaktivitäten von Bosch.<br />

„Die Brennstoffzelle bietet sich insbesondere für Busse an, die täglich<br />

längere Strecken fahren und unterwegs kaum die Möglichkeit zum Laden<br />

haben.“ Entsprechend einer EU-Regulierung müssen die CO 2 ‐Emissionen<br />

von neu zugelassenen Stadtbussen aber bis 2030 um 90 Prozent<br />

gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 sinken. Für alle anderen<br />

Bustypen gilt dies von 2040 an. Hier können Fahrzeuge mit Brennstoffzellen<br />

Antriebssystem, welche die EU als Zero-Emission-Fahrzeuge anerkennt,<br />

einen wichtigen Beitrag leisten.<br />

Mit der in Berlin ausgestellten kompakten Variante C100 ergänzt Bosch<br />

sein FCPM-Portfolio, dessen Leistungsspektrum von 100 bis 300 Kilowatt<br />

reicht. Die flache Bauweise mit einer Höhe von nur 40 Zentimetern<br />

ermöglicht die für den europäischen Markt typische Dachmontage.<br />

Das System ist konzipiert für Stadtbusse mit 12 bis 18 Metern<br />

der ersten Jahreshälfte 20<strong>26</strong> in Demofahrzeugen in den Testbetrieb<br />

und wird diesel typisch im Heck verbaut. Das FCPM C300 ist mit seiner<br />

300 Kilowatt Systemleistung schließlich die passende Energiequelle für<br />

schwere Lkw und Reisebusse.<br />

Bosch bietet ausgezeichnete Technik entlang der gesamten<br />

Wasser stoffwertschöpfungskette<br />

Bosch engagiert sich seit vielen Jahren stark für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft<br />

und entwickelt technische Lösungen für die Erzeugung,<br />

Infrastruktur und Anwendung von Wasserstoff. So verkündete<br />

das Unternehmen 2025 den Markteintritt seines Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks<br />

zur Produktion von Wasserstoff. Darüber hinaus arbeitet<br />

Bosch an der Technik für Wasserstoffmotoren und bietet entsprechende<br />

Komponenten für die Saugrohr- und Direkteinblasung an. Für<br />

die Entwicklung der mobilen Brennstoffzelle wurde ein Entwicklerteam<br />

von Bosch Ende 2025 mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten<br />

für Technik und Innovation ausgezeichnet.<br />

Robert Bosch GmbH<br />

Robert-Bosch-Platz 1<br />

70839 Gerlingen-Schillerhöhe<br />

www.bosch.de<br />

Geprüfte Sicherheit für die<br />

Photovoltaikreinigung <strong>–</strong> Rivolta P.H.C.<br />

Speziell für die Reinigung von groß- und mittelflächigen Anlagen hat<br />

die Firma Bremer & Leguil GmbH aus Duisburg einen innovativen<br />

Reiniger entwickelt und seine Materialverträglichkeit gegenüber<br />

den PV-Modul-Komponenten vom Fraunhofer-Center für Silizium-<br />

Photovoltaik CSP prüfen lassen. Der Reiniger Rivolta P.H.C. basiert<br />

auf modernsten Inhaltsstoffen, welche eine überragende Reinigungswirkung<br />

bieten und zugleich schonend für die PV-Komponenten<br />

und Umwelt sind.<br />

Denn die Effizienz und Leistung von Photovoltaikanlagen hängt entscheidend<br />

vom Verschmutzungsgrad der Oberfläche ab. Weniger<br />

Schmutz und damit mehr Sonneneinstrahlung bedeutet mehr Ertrag.<br />

Abhängig vom Grad der Verschmutzung sind Leistungseinbußen von<br />

3 % bis 15 % keine Seltenheit. Extrem verschmutze Anlagen können<br />

sogar bis zu 30 % ihrer Leistungsfähigkeit einbüßen. Daher sollten<br />

PV‐Anlagen regelmäßig gereinigt werden.<br />

Länge, bietet die typischen CAN- und Diagnoseschnittstellen und<br />

lässt sich einfach integrieren. Das FCPM C100 basiert auf der Variante<br />

FCPM C190 für Überland- und Reisebusse. Letztere geht noch in<br />

Mit Rivolta P.H.C. gibt es dafür nun den ersten geprüften Reiniger am<br />

Markt. Dazu wurden im Prüflabor des Fraunhofer CSP an die Standards<br />

DIN 50905 und die BAM-Richtlinie für Korrosionsprüfung angelehnte<br />

Verträglichkeitsuntersuchungen an branchenüblichen PV-Modul-Komponenten<br />

vorgenommen. Dazu gehörten die Aluminium-Rahmen mit<br />

Eloxalschicht, Silikon-Randversiegelungen und das Photovoltaik-Walz-<br />

Glas mit Antireflexbeschichtung (ARC-Glas). Die PV-Modul-Komponenten<br />

wurden über einen langen Zeitraum und nach einer definierten<br />

Testprozedur im Kontakt mit Rivolta P.H.C. getestet. Das Ergebnis ist<br />

herausragend und sollte jeden Betreiber von PV-Anlagen aufhorchen<br />

lassen. Denn unter der Annahme einer aufsummierten Benetzungsdauer<br />

ist während der gesamten Lebensdauer von ca. 25 Jahren keine<br />

45


Unternehmen <strong>–</strong> Innovationen <strong>–</strong> Produkte<br />

Beeinträchtigung der geprüften Funktionalitäten der Photovoltaik-<br />

Module durch chemische Wechselwirkungen in Folge des Kontaktes<br />

mit Rivolta P.H.C. zu erwarten.<br />

Cleveres Schutzpaket von <strong>DE</strong>HN:<br />

Überspannungsschutz und selektiver<br />

Hauptleitungsschutzschalter optimal<br />

kombiniert<br />

Mit der weiter steigenden Elektrifizierung moderner Wohn- und<br />

Zweckgebäude gewinnt der zuverlässige Schutz elektrischer Anlagen<br />

zunehmend an Bedeutung. Mit den neuen Schutzpaketen für<br />

das 40-mm-Sammelschienensystem bietet <strong>DE</strong>HN eine praxisorientierte<br />

Komplettlösung für den netzseitigen Anschlussraum (NAR).<br />

Das Bundle aus <strong>DE</strong>HNshield ZP LSG und selektivem Hauptleitungsschutzschalter<br />

vereint normgerechten Überspannungsschutz mit<br />

einer zentralen Freischalt- und Schutzfunktion <strong>–</strong> optimal abgestimmt<br />

auf die Anforderungen moderner Elektroinstallationen nach<br />

V<strong>DE</strong>-AR-N 4100.<br />

In Zusammenarbeit mit der Firma sun-X GmbH konnten die Reinigungsergebnisse<br />

ebenfalls in der Praxis bestätigt werden. „Zuerst waren wir<br />

skeptisch was den Reiniger betraf. Aber nachdem wir diesen bei einem<br />

absoluten Härtefall, einer Großanlage auf einem Stall für Milchkühe,<br />

mehrtägig testen konnten, bin ich von Rivolta P.H.C. überzeugt und wir<br />

werden es nun dauerhaft einsetzen. Die Reinigungsleistung ist wirklich<br />

enorm und ideal für den Einsatz mit unseren Robotern. Dass es<br />

vom Fraunhofer CSP geprüft ist,<br />

gibt uns und unseren Kunden zudem<br />

Sicherheit beim Einsatz.“ so<br />

Pascal Liebold, Geschäftsführer<br />

der sun-X GmbH.<br />

„Neben der Reinigungsleistung<br />

war bei der Entwicklung auch<br />

die Kennzeichnungsfreiheit und<br />

die biologische Abbaubarkeit gemäß<br />

OECD-Richtlinie für uns eine<br />

Grundvoraussetzung, da dieses<br />

Produkt ausschließlich im Außenbereich<br />

eingesetzt wird. Dies ist<br />

uns mit Rivolta P.H.C. gelungen.“,<br />

so Darius Jendryschik, Anwendungstechniker<br />

und Entwickler<br />

bei der Bremer & Leguil GmbH.<br />

Rivolta P.H.C. bietet nun allen Firmen und Dienstleistern, welche<br />

PV‐Anlagen betreiben oder reinigen, den optimalen Reiniger für eine<br />

umweltschonende und effiziente Reinigung selbst bei hartnäckigen<br />

Verschmutzungen wie Harzen, Pollen, Vogelkot, „schwarzen Pilzen“ am<br />

Modulrand oder Rückständen von Abgasen.<br />

Bremer & Leguil GmbH<br />

Am Burgacker 30-42<br />

47051 Duisburg<br />

www.bremer-leguil.de<br />

Anstelle von Einzelkomponenten setzt <strong>DE</strong>HN auf ein vorkonfiguriertes<br />

Set, das alle wesentlichen Schutzfunktionen im NAR abdeckt.<br />

Der Installateur erhält ein anschlussfertiges System, das auf moderne<br />

Zähler plätze abgestimmt ist und sich direkt auf das 40-mm-Sammelschienensystem<br />

im Vorzählerbereich nahe dem Einspeisepunkt montieren<br />

lässt. Mehraufwand bei der Planung ist nicht notwendig, da der<br />

Anschluss direkt am Hauptleitungsschutzschalter ohne zusätzlichen<br />

Einspeiseadapter erfolgt.<br />

Normkonform, zukunftssicher<br />

und praxisgerecht<br />

Herzstück des Pakets ist<br />

der <strong>DE</strong>HNshield ZP LSG,<br />

ein kompakter Kombi-<br />

Ableiter Typ 1+2+3 mit<br />

bewährter<br />

RAC-Funkenstreckentechnologie.<br />

Diese<br />

reagiert besonders schnell<br />

auf transiente Überspannungen,<br />

etwa durch Blitzereignisse<br />

oder Schalthandlungen,<br />

und reduziert die<br />

Restenergie zuverlässig <strong>–</strong><br />

ein entscheidender Vorteil<br />

zum Schutz empfindlicher<br />

Endgeräte.<br />

Ergänzt wird der Überspannungsschutz durch einen selektiven<br />

Hauptleitungsschutzschalter, der den Stromfluss überwacht und das<br />

Gebäude bei Überlast oder Kurzschluss vom Netz trennt. Die Selektivität<br />

sorgt dabei für maximale Anlagenverfügbarkeit, da nach geschaltete<br />

Schutzorgane gezielt ansprechen.<br />

Komplettpaket für mehr Schutz und Komfort<br />

im netzseitigen Anschlussraum: Das Bundle<br />

von <strong>DE</strong>HN<br />

Bild: Dehn SE<br />

Alle Komponenten erfüllen die Anforderungen der V<strong>DE</strong>-AR-N 4100 sowie<br />

der V<strong>DE</strong> 0100 443 und -534. Damit ist das Set sowohl für Neuinstallationen<br />

als auch für die Nachrüstung bestehender Anlagen geeignet<br />

<strong>–</strong> etwa bei der Integration von Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen<br />

oder Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Auch die Vorbereitung<br />

auf ein intelligentes Messsystem (Smart Metering) ist berücksichtigt:<br />

Optional lassen sich Leitungsschutzschalter und Anschlussleitungen<br />

zur Spannungsversorgung des Messsystems integrieren.<br />

46


Unternehmen <strong>–</strong> Innovationen <strong>–</strong> Produkte<br />

Das Schutzpaket ist in drei abgestimmten Varianten für 35 A oder<br />

50 A erhältlich, die typische Anforderungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern<br />

ebenso abdecken wie erhöhte Leistungsbedarfe, etwa bei<br />

Wärmepumpen.<br />

<strong>DE</strong>HN SE<br />

Hans-Dehn-Straße 1<br />

92318 Neumarkt<br />

www.dehn.de<br />

Sicher, mobil und erweiterbar:<br />

Deyle Technik präsentiert tragbaren<br />

Heimspeicher mit industrieller<br />

LFP-314-Technologie<br />

Der Hersteller Deyle Technik GmbH aus Schwalbach bei Frankfurt<br />

bringt im Juni den neuen Heimspeicher Optimus Prime Home<br />

Energy Cube auf den Markt. Die Entwickler des Unternehmens haben<br />

für das neue System auf moderne Lithium-Eisen-Phosphat-<br />

Batterie zellen mit 314 Amperestunden Nennkapazität (LFP 314)<br />

gesetzt. Dadurch erreicht der Speicher eine Lebensdauer von mehr<br />

als 11.000 Ladezyklen, was die Gesamtbetriebskosten deutlich reduziert.<br />

Mit einem Gewicht von weniger als 27 Kilogramm pro Speichermodul<br />

ist der Home Energy Cube das erste tragbare und erweiterbare<br />

Heimspeicher-Energiesystem mit LFP 314-Zellen. Deyle<br />

Technik zeigt die Produktneuheit zum ersten Mal auf Europas<br />

größter und inter nationalster Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme<br />

ees Europe in München.<br />

Maximale Flexibilität<br />

Ob für Zuhause, beim Camping, für die Versorgung von Elektrowerkzeugen<br />

oder bei Stromausfällen: Das kompakte Plug-and-<br />

Play-System eignet sich für die verschiedensten Anwendungen.<br />

Dank des wetterfesten Schutzgehäuses kann man den Speicher<br />

sowohl drinnen als auch draußen installieren. Bis zu vier 3-kWh-<br />

Batteriemodule lassen sich flexibel miteinander kombinieren.<br />

Weil jedes Speicher modul über einen eigenen DC/DC-Wandler<br />

verfügt, können Anwender das System auch nachträglich erweitern<br />

und Batterien mit unterschiedlichem Lade zustand (SoC)<br />

mischen. Der Parallelbetrieb lässt sich einphasig mit einer maximalen<br />

Konfiguration von 7,2 kW/36 kWh oder drei phasig mit<br />

maximal 21,6 kW/108 kWh realisieren. Ob weiß, rot, blau oder<br />

gold: Verschiedene Farbvarianten und Sonderfarben sind möglich.<br />

Außerdem verfügt Optimus Prime über ein benutzerfreundliches<br />

Touchpad und eine integrierte KI, die den Verbrauch der<br />

Kunden analysiert und Strom automatisch zum günstigsten Zeitpunkt<br />

einkauft.<br />

Branchenprimus<br />

„Unser Home Energy Cube ist mehr als ein klassischer Batteriespeicher.<br />

Er passt sich dem Leben unserer Kunden an. Vom Balkonkraftwerk<br />

über Camping bis zur Notstromversorgung sind sämtliche<br />

Szenarien möglich“, erklärt Felicitas Y. Gawenat, Director Business<br />

Development bei Deyle Technik.<br />

Flexibel: Der Speicher kann auch Rasenmäher,<br />

Werkzeuge und Musikboxen<br />

netzautark mit Energie versorgen.<br />

Pressegespräche und Vortrag<br />

auf der ees Europe<br />

Deyle Technik zeigt seinen<br />

neuen Heimspeicher vom<br />

23. bis zum 25. Juni auf der<br />

Fachmesse ees Europe, die<br />

zu Europas größter Messeallianz<br />

für die Energiewirtschaft<br />

The smarter E<br />

Europe gehört. Besucher<br />

finden das Unternehmen<br />

auf dem Messegelände in<br />

München in Halle C3, Standnummer<br />

535. Am 24. Juni<br />

um 13:10 Uhr hält Felicitas<br />

Y. Gawenat einen Vortrag<br />

im The smarter E Forum.<br />

Journalisten bietet das<br />

Unternehmen täglich von<br />

14:00 <strong>–</strong>16:00 Uhr individuelle Einzel gespräche an seinem Messestand<br />

an. Die Termine werden von der Pressestelle koordiniert.<br />

Über Deyle Technik<br />

Deyle Technik GmbH ist ein deutscher Anbieter innovativer Energie-<br />

und Speicherlösungen mit Fokus auf Photovoltaik und modularen<br />

Energie systemen. Als Teil der traditionsreichen Deyle Gruppe, gegründet<br />

1954 in Stuttgart, verbindet das Unternehmen jahrzehntelange Erfahrung<br />

in der Energieverteilung mit moderner Technologie für die<br />

Energiewende. Seit dem Markteintritt in den Bereich erneuerbare Energien<br />

im Jahr 2019 entwickelt Deyle Technik leistungsstarke, skalierbare<br />

Lösungen für private und gewerbliche Anwendungen. Mit Standorten<br />

in Deutschland und internationalen Partnerschaften in China steht das<br />

Unternehmen für höchste Qualitätsstandards, Effizienz und zukunftssichere<br />

Energiekonzepte „Made in Germany“. Als schnell wachsender<br />

Anbieter konzentriert sich Deyle Technik auf den Ausbau exklusiver<br />

und regionaler Partnerschaften in der EU.<br />

Deyle Technik GmbH<br />

Am Kronberger Hang 2<br />

65824 Schwalbach am Taunus<br />

www.deyletech.com<br />

Grundfos CIM 550 P: Innovative<br />

Soft-SPS für maßgeschneiderte<br />

Pumpensteuerung<br />

Grundfos hat seine eigene patentierte Soft-SPS-Kommunikationsschnittstellenkarten-Lösung<br />

auf den Markt gebracht, die auf der CIM<br />

550 P Ethernet-Karte basiert. Diese proprietäre Lösung, die erste<br />

ihrer Art, erweitert Pumpen mit intelligenten MGE/MLE-Motoren um<br />

eine Softwareebene.<br />

Sobald die CIM 550 P Ethernet-Karte in den MGE/MLE-Motor eingesetzt<br />

ist, können Grundfos E-Pumpen für den spezifischen Prozess programmiert<br />

werden, für den die Pumpeninstallation vorgesehen ist. Selbst<br />

47


Unternehmen <strong>–</strong> Innovationen <strong>–</strong> Produkte<br />

Produkte von Drittanbietern können über einen Master-Port auf der<br />

CIM 550 P Ethernet-Karte gesteuert werden.<br />

Die Lösung eignet sich auch gut für größere SCADA-Systeme, wenn die<br />

Steuerungsstrategie auf eine lokale SPS-Steuerung ausgerichtet ist.<br />

Alle Grundfunktionen können weiterhin über die Grundfos GO-App auf<br />

einem Smartphone oder Tablet konfiguriert werden, aber auch über<br />

den SPS-Code in der Soft-SPS programmiert werden. Sogar die Ein-<br />

und Ausgänge können über das SPS-Programm in Betrieb genommen<br />

werden; im Wesentlichen<br />

gibt es keine Grenzen<br />

für die Programmierung:<br />

Steuerungsmodus,<br />

Sensor<br />

Ein- und -ausgänge,<br />

Statusmessungen, Alarme<br />

und Warnungen sowie<br />

Funktionen zur Grenzwertüberschreitung.<br />

„Unsere Lösung eignet<br />

sich perfekt für die Integration<br />

einer Grundfos<br />

E-Pumpe in eine industrielle<br />

Lösung, und die zusätzliche<br />

Soft-SPS-Kartenlösung<br />

ermöglicht eine<br />

programmierbare,<br />

präzise<br />

Steuerung aller angeschlossenen<br />

Geräte“, sagt<br />

Michael Elkjær Laustsen,<br />

Application<br />

Manager,<br />

Grundfos Industry. „Sie<br />

können Ihre eigenen<br />

Logik funktionen erstellen und alle verfügbaren MGE/MLE-Ein- und<br />

Ausgänge nach Bedarf nutzen. Sie können auch andere angeschlossene<br />

Grundfos- Produkte steuern und deren E/A nutzen.“<br />

Verbessern Sie Ihr CO 2 -Emissionsprofil<br />

Die Soft-SPS-Karte kann mit praktisch jeder Anwendung verwendet<br />

werden und ermöglicht noch größere Energieeinsparungen, geringere<br />

CO 2 -Emissionen und eine verbesserte Pumpenzuverlässigkeit. Die Investition<br />

ist gering: Nach dem Kauf der Soft-SPS-Karte und der Softwarelizenzen<br />

auf der Grundfos-Website und der Installation kann der<br />

Benutzer mit der Programmierung beginnen.<br />

„Sie können den für die Programmierung erforderlichen Software-<br />

Editor unverbindlich von unserer Website herunterladen“, erklärt<br />

Michael Elkjær Laustsen. „Nach dem Herunterladen können Sie Ihre<br />

Programmierideen testen. Wenn Ihnen das Ergebnis gefällt, können<br />

Sie eine Lizenz für den vollständigen Software-Editor erwerben.“<br />

Ideal für industrielle Erstausrüster (OEMs) und Anlagenbauer<br />

Die Soft-SPS-Kartenlösung ist die perfekte Ergänzung für jedes OEM-<br />

Gerät, beispielsweise für intelligent gesteuerte Umkehrosmoseanlagen,<br />

Filter, Kühler, Wasch- und Reinigungssysteme und viele andere<br />

Anwendungen. Dadurch wird keine externe SPS-Lösung mehr benötigt.<br />

Über den integrierten ModBus RTU-Master-Port können mehrere<br />

E-Pumpen und andere angeschlossene Produkte mit einer E-Pumpe<br />

mit Soft-SPS verbunden werden.<br />

Mit der Soft-SPS von Grundfos können industrielle<br />

Erstausrüster (OEMs) und Anlagenbauer<br />

ihre Pumpen entsprechend den Prozessanforderungen<br />

programmieren.<br />

Dadurch können OEMs ihre Anwendungen entwickeln und parallel<br />

dazu ihre Hardwaresysteme wählen oder entwerfen. Die gleiche<br />

Soft-SPS-Anwendung kann auf verschiedene Hardware- und Betriebssystemkombinationen<br />

portiert werden und bietet so eine größere<br />

Vielseitigkeit. Außerdem erleichtert die Abstraktion von Software<br />

und Hardware dem OEM die Aktualisierung der Hardware und des<br />

Betriebs systems.<br />

Schließlich ergeben sich Kosten- und Zeitvorteile. Da die Karte im MGE-<br />

Motor montiert ist, sind kein separater Schaltschrank, keine Stromversorgung<br />

für eine SPS, keine Klemmen und keine Verkabelung erforderlich,<br />

die alle ein potenziell hohes Ausfallrisiko bergen.<br />

Verwendung mit großen Standardpumpen, die mit externen<br />

Frequenzumrichtern betrieben werden<br />

Wenn aufgrund der Motorgröße oder aus anderen Gründen ein externer<br />

Frequenzumrichter CUE erforderlich ist, steht die Soft-SPS-Lösung<br />

weiterhin zur Verfügung. Die Ethernet-Karte CIM 550 P kann in eine<br />

Kommunikationsschnittstelleneinheit CIU 901 eingebaut werden. Diese<br />

bietet die gleiche Funktionalität wie eine E-Pumpe mit MGE/MLE-<br />

Motor, allerdings sind einige intelligente Funktionen nicht verfügbar,<br />

da der Antrieb nicht vollständig in den Pumpenmotor integriert ist.<br />

„Unsere proprietäre und patentierte Soft-SPS-Kommunikationsschnittstellenkarten-Lösung<br />

ist die erste derartige Lösung auf dem Markt, bei<br />

der alles, was Sie für den Einstieg benötigen, direkt auf unserer Website<br />

verfügbar ist“, sagt Michael Elkjær Laustsen, Application Manager,<br />

Grundfos Industry und fasst zusammen: „Probieren Sie es aus und<br />

entdecken Sie, wie Ihr Systemaufbau von einer Senkung der Gesamtinvestitionskosten<br />

profitiert. Und wenn Sie Hilfe benötigen, steht<br />

Ihnen unser globales Support-Netzwerk von CIM 550P-Experten zur<br />

Verfügung.“<br />

Besuchen Sie die Soft-SPS-Seite auf der Grundfos-Website und erfahren<br />

Sie mehr über die Kartenlösung:<br />

product-selection.grundfos.com/de/products/cimciu/<br />

cim-550-ethernet-gic-interface?tab=explore<br />

Auf dieser Seite können Sie die Broschüre herunterladen, die Lösung<br />

testen, Tutorials ansehen, Software- und Programmbeispiele herunterladen<br />

und mit uns in Kontakt treten.<br />

GRUNDFOS GMBH<br />

Schlüterstr. 33<br />

40699 Erkrath<br />

www.grundfos.com/de<br />

Für bestehende Gründächer:<br />

LORENZ bringt optimierte PV-Unterkonstruktion<br />

auf den Markt<br />

Vormontiert, leicht zu installieren und ideal für die spätere Pflege<br />

und Wartung: Mit dem optimierten Gründachsystem LORENZ aero<br />

green können Dachdecker und Monteure ihr Leistungsspektrum<br />

ohne großen Aufwand erweitern.<br />

48


Unternehmen <strong>–</strong> Innovationen <strong>–</strong> Produkte<br />

Das Solarunternehmen LORENZ-Montagesysteme hat seine Unterkonstruktion<br />

für Gründächer LORENZ aero green überarbeitet. Ab sofort<br />

kann das Gründachsystem mit Wartungsgängen verschiedenster<br />

Breiten geplant und gebaut werden, was die Pflege erleichtert und die<br />

Erreichbarkeit sämtlicher Bereiche maximiert. Außerdem bietet der<br />

Hersteller aus Frechen bei Köln seinen Gründach-Adapter jetzt in einer<br />

neuen Variante mit einer variablen Höhenverstellung von ± 3 cm an.<br />

Sie gleicht Unebenheiten im Substrat aus und wahrt die Optik gerader<br />

Modulreihen, ohne dass das Granulat unter jedem Fuß aufwendig<br />

geebnet werden muss.<br />

Weil das System schnell, einfach und mit geringem Personalaufwand<br />

montiert werden kann, können Dachdecker und Monteure ihr Angebot<br />

mit LORENZ aero green perfekt erweitern. Der Hersteller hat das optimierte<br />

Gründachsystem im Februar erstmals live auf der internationalen<br />

Fachmesse DACH+HOLZ in Köln präsentiert.<br />

Einfach nachrüsten<br />

„Mit den Optimierungen haben wir auf die Wünsche unserer Kunden<br />

reagiert“, erklärt LORENZ Geschäftsführer Klaus Leyendecker.<br />

Dabei bleibe der USP des 2024 eingeführten Systems natürlich erhalten:<br />

„LORENZ aero green ist eines der wenigen Montagesysteme,<br />

das auch auf bestehenden Gründächern installiert werden kann.“ Im<br />

Unter schied zu anderen Systemen, die das Substrat des Gründaches<br />

zur Ballastierung nutzen und deshalb zusammen mit der Dachbegrünung<br />

angelegt werden müssen, wird LORENZ aero green mit Pflastersteinen<br />

und Gehwegplatten ballastiert, was eine problemlose Nachrüstung<br />

ermöglicht.<br />

Schnell montieren<br />

Aufklappen, einrasten <strong>–</strong> fertig: Die Grundkomponenten des LORENZ<br />

aero green sind die Füße, der Gründach-Adapter und die Grundsets,<br />

die als Auflage der Solarmodule dienen. Der Gründach-Adapter erhöht<br />

den Abstand zwischen der Dachfläche und der Unterkante der<br />

Solarmodule auf 32,5 Zentimeter. Dadurch sorgt er für ausreichend<br />

Höhe und Licht und ermöglicht optimale Wachstumsbedingungen für<br />

Pflanzen, ohne dass die Solarmodule verschattet werden und dadurch<br />

Ertrags verluste drohen.<br />

Von der Planung bis zur Inbetriebnahme unterstützt<br />

Die Auslegung der PV-Anlagen übernehmen erfahrene Planer des PV-<br />

Montagesystemexperten. Sie versorgen Dachdecker und Monteure<br />

mit detaillierten Skizzen, einer geprüften Statik sowie Ballastierungsplänen<br />

und Materiallisten mit allen Informationen für eine effiziente<br />

Umsetzung der Projekte. Bei Fragen stehen feste Ansprechpartner im<br />

LORENZ-Team per Telefon und Videocall zur Verfügung.<br />

Technik zum Anfassen: Das Gründachsystem eines der Exponate auf dem LORENZ-<br />

Stand auf der DACH+HOLZ.<br />

Bild: LORENZ-Montagesysteme GmbH<br />

LORENZ-Montagesysteme GmbH<br />

Alfred-Nobel-Straße 7-9<br />

502<strong>26</strong> Frechen<br />

www.lorenz-ms.de<br />

Inserentenverzeichnis<br />

BAUER KOMPRESSOREN GmbH Seite 50<br />

Hammelmann GmbH Seite 11<br />

EIRICH Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co KG Seite 15<br />

ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH Seite 50<br />

FILTECH Exhibitions Germany Seite 29<br />

Getriebebau NORD GmbH & Co KG<br />

VEGA GmbH<br />

Titelseite<br />

2. Umschlagseite<br />

49


Markenzeichenregister<br />

BAUER KOMPRESSOREN GmbH<br />

Stäblistr. 8<br />

81477 München<br />

Tel.: +49 (0)89 78049-0<br />

Fax: +49 (0)89 78049-167<br />

E-Mail: industrie@bauer-kompressoren.de<br />

Internet: www.bauer-kompressoren.de<br />

BAUER KOMPRESSOREN ist weltweit einer<br />

der führenden Hersteller für Mittel- und<br />

Hochdrucksysteme zur Verdichtung und<br />

Aufbereitung von Luft und Gasen.<br />

- Mittel- und Hochdruckkompressoren<br />

25 <strong>–</strong> 500 bar, 2,2 <strong>–</strong> 315 kW<br />

- Luft- und Gasaufbereitung<br />

- Speichersysteme<br />

- Luft- und Gasverteilung<br />

- Gasmesstechnik<br />

- Steuerungen<br />

Messebeteiligungen finden Sie unter:<br />

https://www.bauer-kompressoren.de/<br />

de/news-events/messetermine/<br />

Maschinenfabrik Gustav Eirich<br />

GmbH & Co KG<br />

Walldürner Straße 50<br />

74736 Hardheim<br />

Tel.: +49 (0)6283 51-0<br />

Fax: +49 (0)6283 51-325<br />

E-Mail: eirich@eirich.de<br />

Internet: www.eirich.de<br />

Als führender Hersteller von Maschinen und<br />

Anlagen leistet Eirich seit 1863 Pionierarbeit mit<br />

fortschrittlichen Technologien zum Mischen,<br />

Granulieren, Dispergieren und mehr.<br />

„Eirich digital“ bietet zudem zahlreiche Dienste<br />

vom smarten Ersatzteilsystem bis zur<br />

KI-basierten Prozessanalyse.<br />

Aktuelle Messehinweise finden Sie<br />

unter:<br />

www.eirich.de/de/<br />

ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH<br />

Etzelstr. 10<br />

74321 Bietigheim-Bissingen<br />

Tel.: +49 (0)7321-9641-750<br />

E-Mail: hydrogen.ekt@elringklinger.com<br />

Internet:<br />

www.elringklinger-kunststoff.de<br />

www.ek-kt.de/elektrolyse<br />

Unser Portfolio umfasst ein breites Spektrum<br />

an Materialien und Komponenten für PtX-<br />

Anwendungen <strong>–</strong> Von der Elektrolyse bis zum mobilen<br />

Einsatz. Innovative H 2-Engineering-Lösungen aus<br />

Hochleistungs-Kunststoffen wie z.B. Dichtungen<br />

bis 3 m Ø, Faltenbälge, Schläuche, Rohrleitungen,<br />

Auskleidungen, Führungsringe, Nutringe, ElroSeal-<br />

Wellendichtringe, u.v.m.<br />

Messebeteiligungen finden Sie<br />

auf unserer Homepage<br />

www.elringklinger-kunststoff.de/<br />

newsroom/events<br />

Hammelmann GmbH<br />

Carl-Zeiss-Str. 6-8<br />

59302 Oelde<br />

Tel.: +49 (0)2522 76-0<br />

E-Mail: mail@hammelmann.de<br />

Internet: www.hammelmann.de<br />

Hochdruck-Plungerpumpen<br />

Prozesspumpen<br />

Kanalspülpumpen<br />

Bergbaupumpen<br />

Heißwassergeräte<br />

Betriebsdrücke: bis 4.500 bar<br />

Fördermengen: bis 4.250 l/min<br />

Anwendungssysteme zum Reinigen, Abtragen,<br />

Schneiden, Entschichten, Entkernen, Entgraten mit<br />

Hochdruckwasser<br />

Weltweite Messebeteiligungen,<br />

aktuelle Termine unter:<br />

www.hammelmann.de<br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

VEGA Grieshaber KG<br />

Am Hohenstein 113<br />

77761 Schiltach<br />

Tel.: +49 (0)7836 50-0<br />

Fax: +49 (0)7836 50-201<br />

E-Mail: info.de@vega.com<br />

Internet: www.vega.com<br />

Als einer der weltweit führenden Anbieter<br />

von Füllstand- und Drucksensoren bietet VEGA<br />

präzise Messtechnik für die hohen Anforderungen<br />

der Wasserstoffindustrie. Unsere 2800<br />

Mitarbeitenden in mehr als 85 Ländern stehen<br />

Ihnen zur Seite, um die passende Lösung für Ihre<br />

Anwendung zu finden.<br />

Messebeteiligungen finden Sie unter:<br />

www.vega.com/de-de/unternehmen/<br />

news-und-events/messen<br />

50


Besuchen Sie uns unter:<br />

www.harnisch.com<br />

Gut<br />

aufgestellt.<br />

Die internationalen Fachzeitschriften des Dr. Harnisch Verlags<br />

Ergänzend zu dem haptischen Charme<br />

klassischer Print-Magazine bieten wir<br />

Ihnen auf unseren Magazin-Websiten<br />

neben den kostenlos lesbaren digitalen<br />

Ausgaben, Newsletter, News, Events<br />

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Unsere Publikationen:<br />

- Technology & Marketing -


Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Telefon +49 (0) 911 2018-0<br />

Fax +49 (0) 911 2018-100<br />

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