KLAAF 06/26
KLAAF ist das kölsche Magazin – ein Muss für alle Begeisterten der kölschen Sprache und des Brauchtums. Neben den Angeboten der Akademie berichtet das Magazin über spannende Kölner Persönlichkeiten, interessante Veranstaltungen, Geschichten aus der Kölner Geschichte, kölsche Rezepte, Mundarttheater und mehr.
KLAAF ist das kölsche Magazin – ein Muss für alle Begeisterten der kölschen Sprache und des Brauchtums. Neben den Angeboten der Akademie berichtet das Magazin über spannende Kölner Persönlichkeiten, interessante Veranstaltungen, Geschichten aus der Kölner Geschichte, kölsche Rezepte, Mundarttheater und mehr.
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JUNI – SEPT 26
50
S K S TIF T U N G K U LT U R
Jahre
> SUSANNE IMHOFF > JUBILÄUM > WILLI OSTERMANN
Kulturellen Angeboten
den Rücken stärken
1990–2005 – Neues
Denken, neue Räume
Der kölsche Liedermacher
feiert 150 Jahre
AKADEMIE FÖR UNS KÖLSCHE SPROCH / SK STIFTUNG KULTUR
SCHREIBEN MIT DEM KÖRPER
INSCRIT
Eine Ausstellung für Raimund Hoghe
17. MAI 2026 – 28. FEBRUAR 2027
Tanzmuseum I Im Mediapark 7 I 50670 Köln I www.deutsches-tanzarchiv.de
© Rosa Frank
Gefördert vom
INHALT
6
12
24
© Wenke Atkins
© Rosa Frank
© Priska Höflich
KÖLSCHE KÖCH 4
Klein Rievköchelcher met jet drop
RÄTSEL 5
Einfach das Kreuzworträtsel lösen
und Tickets gewinnen!
> IM GESPRÄCH MIT ... 6
Susanne Imhoff im Gespräch über
ihre Aufgaben in der Imhoff Stiftung
> DER MEISTER
DES LICHTS 10
Der Maler William Turner in Köln
INSCRIT – SCHREIBEN
MIT DEM KÖRPER 12
Eine Ausstellung für Raimund Hoghe
im Tanzmuseum
K
DER OHM WILL
UND DE PUUTE 14
Der Dichter Wilhelm Räderscheidt K
> 150 JAHRE
WILLI OSTERMANN 16
Ein Jubiläum für einen kölschen
Liedermacher
> 1990–2005 – NEUES
DENKEN, NEUE RÄUME 19
Sonderteil zum 50. Jubiläum der
SK Stiftung Kultur – Teil 2
JUBILÄUM DER
KÖLN-DÜSSELDORFER 23
Eine traditionsreiche Geschichte
auf dem Rhein
DER MANN, DER KÖLN
IMMER WIEDER NEU
ENTDECKT 24
Der Journalist, Autor und
Stadtentdecker Bernd Imgrund
K
STARKE TAUE
FÜR DEN HANDEL 26
Die Seilmacher im alten Köln
THEATER OP KÖLSCH 28
Der Spielkreis Fritz Monreal
stellt sein neues Mundartstück vor
OHNMÄCHTIGER
DENKMALSCHUTZ 29
Eine Kolumne von Peter Meisenberg
EMPFEHLUNGEN AUS DER
SK STIFTUNG KULTUR 30
Buch-, App- und Podcast-Tipps
K
Haupttext oder Textpassagen auf Kölsch
INHALT
KLAAF
3
KÖLSCHE KÖCH
K
Klein Rievköchelcher
met jet drop
Zutate
FÖR CA. 20 MINI-RIEVKOCHE:
14 große, rüh, geschellte Äädäppel
1 Öllig
1 EL Ääpelsmähl
Rezept vum Renate Schönhofen
1 Pris gerevve Beschot
Salz
Rapsöl
Machaat
De Ääpel un der Öllig fing rieve.
Et Ääpelsmähl drunger menge un
met Beschot un Salz avschmecke.
En ener Pann met ööntlich Rapsöl
klein Rievkoche knappig usbrode.
Op Pumpernickel aanreechte met
Röbekrugg – ov met Lachstartar,
Röcherlachs, Matjestartar, Crème
Fraîche odder mir nix, dir nix ohne
alles.
rüh = roh
Beschot = Muskat
Ääpelsmehl = Speisestärke
Röbbekrugg = Rübenkraut
knappig = knackig
© Mit KI erstellt, SK Stiftung Kultur
4 KLAAF KÖLSCHE KÖCH
RÄTSEL
Leev Fründinne un Fründe
vun unsem Rödsel!
Av un zo muss jet Neues her. Einfach in die Felder klicken
und die Buchstaben eintragen.
1. Domet mäht mer sich de Hoor
2. Der Deftigste im Dreigestirn
3. Fastelovend es de ... Johreszigg
4. Der längste Zoch en Kölle geiht am ...
5. Am Äschermeddwoch es alles ...
6. Dat liert mer en der Schull (rechne, schrieve und ...)
7. Eine typische Bewegung im Fastelovend
8. Fridags gitt es ...
9. Noh sechs kütt ...
10. Dat Gägedeil vun „däue“
11. Bruch mer för de Kamelle
11.
2.
11
6.
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
die Zeit schreitet voran und schon befinden wir uns
in der Mitte unseres Jubiläumsjahres. Im „Spezialteil”
beleuchten wir diesmal die Periode 1990 bis 2005. In
dieser Zeit hat die SK Stiftung Kultur im Mediapark
eine neue Heimat gefunden, es entstanden das Referat
Literatur- und Leseförderung sowie das Referat
für Videotanz. Außerdem wurde der Kölner Tanz- und
Theaterpreis ins Leben gerufen, der ein Vierteljahrhundert
die Kölner Szene bereichert. Und auch die
Photographische Sammlung fand Einzug ins Haus am
Mediapark 7.
In dieser Ausgabe stellt Susanne Imhoff, Vorsitzende
des Vorstandes, die Arbeit der Imhoff Stiftung vor und
erläutert, was ihr wichtig ist und sie antreibt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in diesem Magazin
auf dem 150. Geburtstag des Komponisten und Texters
Willi Ostermann. Besonders die Lieder „Heimweh
nach Köln“ und „Och wat wor dat fröher schön doch in
Colonia“ sind vielen Kölner*innen noch im Gedächtnis.
8.
3.
2 6
8
4.
Und in unserer Sparte „Köln entdeckt“ beschäftigen
wir uns diesmal mit verschwundenen Berufen: In dieser
Ausgabe ist es der Beruf des Seilmachers.
Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe, in der euch
noch viele weitere interessante Themen erwarten.
3
7.
Euer Team der Akademie för uns kölsche Sproch
1
10.
1. 5.
5
Hinweise zum Rätsel:
Umlaute ä/ö/ü werden genauso geschrieben:
Bsp: Berühmte Kölner Band > HÖHNER
10 4
Das Lösungswort schickt ihr bis Freitag, 18. September
2026 per Mail an: schlickeiser@sk-kultur.de.
9.
9
Zu gewinnen gibt es:
2 Karten für den „Klaaf em Mediapark“ am 13. Oktober 2026
Lösungswort:
7
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Gewinnbereitstellung
Die Gewinne werden auf elektronischem Weg zugestellt. Eine
Barauszahlung ist nicht möglich. Mitarbeitende und Lehr kräfte der
„Akademie för uns kölsche Sproch“ sind von der Teilnahme ausgenommen.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Personenbezogene
Daten werden ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung des
Gewinnspiels verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.
RÄTSEL
KLAAF
5
IM GESPRÄCH MIT ...
» Wenn viele am gleichen Strang ziehen,
werden große Projekte möglich, die das
kulturelle, soziale und gesundheitliche Leben
vielfältiger und besser gestalten.«
Susanne Imhoff, Vorstandsvorsitzende der Imhoff Stiftung
6 KLAAF IM GESPRÄCH
IM GESPRÄCH MIT ...
Gute Laune
nach Köln
bringen
Die KLAAF widmet in diesem Jahre ihre Interviews dem
50-jährigen Jubiläum der SK Stiftung Kultur. Vor einem Jahr
hat die Imhoff Stiftung ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.
Beide Stiftungen arbeiten eng zusammen und kooperieren
in diesem Jahr wieder beim Sommer Köln ’26.
Wir wollten erfahren, was die Imhoff Stiftung antreibt und
was sie mit der SK Stiftung Kultur verbindet. Dazu haben
wir mit Susanne Imhoff, Vorstandsvorsitzende der Imhoff
Stiftung, im Schokoladenmuseum am Rheinufer gesprochen.
Interview: Hanka Meves-Fricke
Fotos: Wenke Atkins
KLAAF: Sie fördern den „Sommer Köln“, der von der SK Stiftung
Kultur und der Stadt Köln veranstaltet wird. Warum machen
Sie sich für kostenfreie kulturelle Angebote in der Stadt stark?
Susanne Imhoff: Der „Sommer Köln“ ist eine wunderbare Veranstaltungsreihe
für die Kölnerinnen und Kölner. Draußen, unter freiem
Himmel bietet sich Kultur an, an der alle teilnehmen können. Theater,
Kino, das Kinder- und Familienprogramm und die Musikveranstaltungen:
Die Plätze in unserer Stadt werden zu öffentlichen Kulturtreffpunkten!
Ein Bestandteil der „Hafensounds“ im „Sommer Köln“ ist das
Chorfestival. Warum sind Ihnen Chorauftritte wichtig?
Singen macht gute Laune und lädt zum Mitmachen ein. In Köln
spielt Liedgut, besonders das kölsche, eine große Rolle. Im „Sommer
Köln“ bringen wir zusätzlich zur Weltmusik bei den „Hafensounds“
Kölner Laienchöre auf die Bühne. Kölns Musikvielfalt ist auf den Plätzen
der Stadt zu hören. Gemeinsames Singen ist heilsam, auch wenn
man nicht krank ist. Und wer mitsingt, wird merken, dass es guttut,
egal ob man eine gute Stimme hat oder nicht.
Doch Sie unterstützen nicht nur kulturelle Projekte?
Unsere Familie hat das Interesse, die Stadt Köln positiv mitzugestalten.
Das ermöglichen uns unsere verschiedenen Stiftungszwecke.
Schwerpunkte sind Kunst und Kultur, Bildung, Kulturvermittlung, therapeutisches
Reiten, Gesundheitspflege, Heimatkunde sowie Wissenschaft,
Forschung und Denkmalpflege. Wir sind froh, dass unsere
Satzung so breit gefasst ist. Damit können wir vielfältig fördern und
das ist uns ein großes Anliegen.
Warum arbeiten Sie mit der SK Stiftung und anderen
gemeinnützigen Stiftungen zusammen?
Wir finden es gut, dass wir mit der SK Stiftung gemeinsame ethische
Ansprüche haben. Andere wichtige Partner für uns sind beispielsweise
die RheinEnergieStiftung oder die Kämpgen Stiftung.
Wenn viele am gleichen Strang ziehen, werden große Projekte möglich,
die das kulturelle, soziale und gesundheitliche Leben vielfältiger
und besser gestalten.
Warum hat Ihr Vater die Imhoff Stiftung gegründet?
Mein Vater Hans Imhoff, der „Schokoladenkönig“ , wollte als Kölner
Ehrenbürger den Menschen in seiner Heimatstadt etwas hinterlassen.
Dabei hat er sein Herz der Schokolade und der Stadt Köln verschrieben.
1993 hat er das Schokoladenmuseum gegründet und Ende
2000 die gemeinnützige Imhoff Stiftung. Damit hat er sich gleich
zwei Denkmäler gesetzt und gleichzeitig den Kölnerinnen und Kölnern
zwei riesige Geschenke gemacht!
Wie sind Sie Vorstandsvorsitzende der Imhoff Stiftung
geworden?
Vor neun Jahren stellte sich die Frage, wer aus unserer Familie
den Stiftungsvorsitz von meiner Mutter übernehmen kann und möchte.
Ich hatte zu dem Zeitpunkt seit 20 Jahren in Hamburg gelebt, meine
Kinder dort großgezogen und gearbeitet. Hamburg ist schön, aber im
Herzen bin ich immer Kölnerin geblieben. Für mich war es der perfekte
Zeitpunkt, um nach Köln zurückzukehren!
Was gefällt Ihnen an dieser Arbeit?
Beruflich komme ich aus dem pädagogischen Bereich. Ich war
Reittherapeutin, habe zunächst als Erzieherin gearbeitet und im Anschluss
viele Zusatzqualifikationen erworben. Durch meine Tätigkeiten
als Coachin und Erziehungsberaterin war ich immer nahe an Menschen
und ihren Motivationen. Viele Projekte, die wir fördern, liegen
mir also nahe. Besonders an meiner jetzigen Arbeit gefällt mir der Austausch
mit so vielen unglaublich engagierten Gruppen beziehungsweise
Personen, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde.
Mit unserer Unterstützung können sie Gutes noch besser machen.
>>>
IM GESPRÄCH
KLAAF
7
IM GESPRÄCH MIT ...
Susanne Imhoff
im Gespräch
mit Hanka
Meves-Fricke
Wie organisieren Sie Ihren Vorstand?
Mein Vater hatte den Wunsch, dass unsere Familie in der Stiftung
Verantwortung übernimmt. Daher treffen meine Schwester Annette
und ich die Entscheidungen einvernehmlich, wobei ich für das komplette
Tagesgeschäft verantwortlich bin. Wir haben jeweils zwei Kinder:
Diese sind bereits im Beirat eingebunden. Damit führen wir die
nächste Generation an die Stiftungsarbeit heran, damit diese für die
Zukunft gut aufgestellt ist.
Wie treffen Sie Ihre Entscheidungen in der Stiftung?
Über allem liegen die Stiftungszwecke, für die wir die Mittel, die
wir erwirtschaften, ausgeben dürfen und müssen. Diese kommen einerseits
aus dem angelegten Kapital und andererseits – vereinfacht
ausgedrückt – aus Mieteinnahmen des Schokoladenmuseums. Daraus
ergibt sich unser jährliches Fördervolumen. Wir nehmen unsere Aufgabe
sehr ernst und wissen um die Relevanz, die Zu- oder Absagen
für Vereine und Organisationen haben können. Ich spreche mit nahezu
allen Antragstellerinnen und -stellern und verschaffe mir einen
persönlichen Eindruck. Unser entwickelter „Wertekompass“ hilft uns,
die nicht immer einfachen Förderentscheidungen zu treffen. Dem
Beirat gegenüber sind wir berichtspflichtig, dort werden darüber hinaus
aber auch Förderschwerpunkte festgelegt.
Wie hat sich Stiftungsarbeit in den letzten Jahren verändert?
Wir haben unsere Arbeit professionalisiert. Das haben wir in den
letzten Jahren durch die vollständige Digitalisierung des Antragswesens,
aber auch durch unseren Social Media Auftritt und unsere
Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben. Mir persönlich war es besonders
wichtig, dass wir einen engen und wertschätzenden Kontakt
zu unseren Förderpartnern pflegen. Das gelingt uns in den allermeisten
Fällen.
Was nehmen Sie sich für die Zukunft vor?
Wir wollen aufgrund der vielen Aufgaben und des hohen Anspruchs
an uns selbst unser Leitungsteam noch in diesem Jahr erweitern,
damit wir uns weiter verbessern.
Ein Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit war im vergangenen
Jahr die Aktion „Bessermacher für Köln gesucht“. Könnten
Sie uns erklären, warum Sie sie gestartet haben?
Zu unserem Jubiläum haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht:
Ausnahmsweise haben sich nicht Vereine bei uns für Projektförderung
beworben, sondern wir haben Kölnerinnen und Kölner aufgerufen,
uns ihre persönliche Geschichte zu erzählen: Durch welchen
Verein ist in ihrem Leben ganz konkret etwas besser geworden? So
wurden mit 635 Geschichten 180 Vereine nominiert! Die Auswahl der
25 Gewinner haben dann nicht wir getroffen, sondern eine 15-köpfige
Jury quer durch Köln. Das haben wir zudem mit einem Online-Voting
kombiniert. Die 25 Gewinner-Vereine haben nicht nur eine beachtliche,
projektunabhängige Fördersumme bekommen, sondern zusätzlich
große Aufmerksamkeit, besondere Wertschätzung, einen Eintrag
im Gästebuch der Stadt und sie sind bei einem Festakt im Rathaus
groß gefeiert worden. Der Erfolg dieser Aktion hat alle Erwartungen
übertroffen.
8 KLAAF IM GESPRÄCH
IM GESPRÄCH MIT ...
50
Über die Jahre hat die Imhoff Stiftung Projekte mit
über 22 Millionen Euro gefördert. Was sind Ihre Herzensprojekte?
Seit 2018 bin ich Vorstandsvorsitzende unserer Imhoff Stiftung.
In den Jahren davor haben wir bereits viele Veranstaltungen
und Projekte mit auf den Weg gebracht, wie die lit.kid.
COLOGNE oder den „Sommer Köln“. Darauf sind wir sehr stolz!
Aber es gibt tatsächlich ein Herzensthema, welches ich durch
meine persönliche Erfahrung angestoßen habe. Der Vater meiner
Kinder ist vor zehn Jahren unerwartet kurz nach einer tragischen
Diagnose gestorben. Die Welt hat sich erstaunlicherweise
weitergedreht, aber unsere stand in dieser ganzen Zeit still.
Die Unterstützung von Familien, die von Sterbeprozess, Tod und
Trauer betroffen sind, halte ich für essenziell wichtig. Daher fördern
wir sehr gerne die Caring Community Köln, den Verein Lebenswert
und das Familienhörbuch sowie Projekte von ande -
ren bedeutenden Akteuren, die sich in diesem Bereich engagieren.
Wenn Sie Projekte gefördert haben, sehen Sie sich diese
auch an?
Unbedingt. Das gibt mir Kraft für meine Arbeit. Das macht
Spaß. Ob theaterpädogisches Projekt in einer Kindertagesstätte,
Theaterproduktionen der freien Szene, Klassik-Konzert im Cäcilien-Keller,
ich schaue mir gern alles an, was ein sichtbares Ergebnis
hat. Ich lerne dabei so viel dazu.
War es für Sie eine gute Entscheidung, zurück nach Köln
zu kommen und die Imhoff Stiftung zu leiten?
Auf jeden Fall. Abgesehen davon, dass ich meinen Beruf
liebe: Ich mag Köln und alle Menschen, die sich der Stadt und
ihrer Offenheit zugehörig fühlen. Das wird einem hier so unglaublich
leicht gemacht! Kennen Sie eine andere Stadt, in der
sich „Immis“ innerhalb kurzer Zeit so heimisch fühlen können
und die Möglichkeit haben, die Stadt zu ihrer zu machen? Nicht
nur durch das Liedgut und den Karneval sind die Kölner so mit
ihrer Stadt verbunden. „Kölle es e Jeföhl“ ist tatsächlich nicht
nur ein Satz in einem Lied, sondern eine Tatsachenbeschreibung!
Vielen Dank für das Gespräch!
50 Jahre
SK Stiftung Kultur
Die Stiftung begeht im Jahr 2026 ihren 50. Jahrestag.
Dazu blicken wir noch einmal auf die Anfänge und Meilensteine
zurück. Lesen Sie mehr dazu im Beileger
in dieser und der folgenden Ausgabe des KLAAF-
Magazins.
Inhaltliche Bereiche der SK Stiftung Kultur:
• Akademie für uns kölsche Sproch, darunter Veranstaltungen,
Führungen, Lehrseminare zur kölschen
Sprache und Stadtgeschichte, Lehrerfortbildungen
und Angebote für Grundschulen sowie Bibliothek
• Deutsches Tanzarchiv Köln mit wechselnden Ausstellungen
sowie Veranstaltungen
• Die Photographische Sammlung mit ihren wechselnden
Ausstellungen sowie Veranstaltungen
• Medienkunstvermittlung mit generationsübergreifenden
Workshops, Förderung des Kurzfilmgenres in
verschiedenen Veranstaltungsformaten, Netzwerkarbeit,
sowie Beteiligung an „Next!“, dem Festival der
jungen Photoszene
• Literatur- und Leseförderung mit Kölner Schreibschule
für Jugendliche, Grundschul-Projekt „Lesen
mit Karla“; des weiteren Kooperation beim ehrenamtlichen
Kooperationsprojekt „LeseMentor Köln“ sowie
„kicken & lesen Köln“
• Sommer Köln mit kostenfreien Veranstaltungen für
alle Kölner*innen und Besucher*innen
• Kölner Tanz- und Theaterpreise zeichnen seit
1990 alljährlich die besten Inszenierungen der Kölner
Tanz- und Theaterszene aus.
Zur Geschichte der Sparkasse KölnBonn:
www.sparkasse-koelnbonn.de
S K S T I F T U N G K U LT U R
Jahre
Mehr zur Imhoff Stiftung
und zu den 25 Bessermacher Vereinen:
www.imhoff-stiftung.de
Sommer Köln:
www.sommer.koeln
Hanka Meves-Fricke ist Autorin und Journalistin und lebt in Köln.
Im August 2026 erscheint von ihr der historische Roman „Der Künstlerinnen-Klub“.
Zudem hat sie „Die Komponistin von Köln“ sowie das
Kinderbuch „Unser Köln“ geschrieben.
Wenke Atkins ist Fotografin und arbeitet in Köln und Umgebung für
Magazine, Unternehmen und Organisationen.
IM GESPRÄCH
KLAAF
9
KÖLN ENTDECKT
Der Meister des Lichts
William Turner in Köln
„Köln, Ankunft eines Paketschiffs, Abend“, William Turner
„Köln, Ankunft eines Paketschiffs, Abend“ – das 1826 erstmalig
ausgestellte Ölgemälde Turners zeigt deutlich die Charakteristika
seiner Malweise: Wasser, Erde und Luft scheinen ineinander überzugehen,
die Bauten sind dramatisch überhöht, haben aber keine
klaren Abgrenzungen zur Natur und verschwinden in der gelblichen
Abendstimmung. „Turner ist zu gelb“ kritisierte sein Malerkollege
Constable das Gemälde, „Gelb, man sagt, ich habe es in diesem Jahr
ganz und gar für mich reserviert. Und das hatte ich auch beabsichtigt…“,
reagierte Turner. Heutzutage fasziniert die Wirkung der Farben
und ihre Leuchtkraft. Der Maler Mark Rothko meinte 1972, dieses
Gemälde Turners beweise, „dass Farbe das malerische Äquivalent
des Lichtes sei und in ihrer Modulation die gleiche Qualität erreichen
könne, die den Lichtspielen der Natur als Stimmung innewohnt…“.
Joseph Mallord William Turner wurde am 23. April 1775 in London
als Sohn eines Barbiers geboren. Sein künstlerisches Talent zeigte
sich schon früh, und der stolze Vater stellte die Zeichnungen seines
Sohnes in seinem Geschäft aus, wodurch Förderer auf ihn aufmerksam
wurden. Sie ermöglichten ihm 1789 ein Stipendium an der Royal
Academy.
Zu dieser Zeit verdiente er bereits Geld mit koloristischen und
zeichnerische Auftragsarbeiten. Auch stellte er eigene Werke aus.
1799 wurde er außerordentliches Mitglied der Royal Academy of Arts,
1802 Vollmitglied, 1807 schließlich Professor für Perspektive.
Seine Einnahmen gestatteten ihm, zahlreiche Reisen zu unternehmen,
auf denen er sich zu den Motiven seiner Gemälde inspirieren
ließ. Bereits in jungen Jahren reiste er durch Großbritannien.
Als auf dem Kontinent zwischen den Napoleonischen Kriegen vorübergehend
Frieden herrschte, besuchte er 1802 Frankreich und die
Schweiz, wo ihn der Rheinfall von Schaffhausen beeindruckte. In
Paris besichtigte er unter anderem die von Napoleon geraubten und
im Louvre ausgestellten Bilder.
10 KLAAF KÖLN ENTDECKT
KÖLN ENTDECKT
„Hochkreuz und Godesburg“, William Turner
„Der Rheinfall von Schaffhausen“, William Turner
Nach Deutschland kam er zum ersten Mal im Jahr 1817. Er fuhr
damals mit Schiff und Postkutsche von London kommend über
Aachen nach Köln, wo er am 18. August eintraf. Zu Fuß und per Postkutsche
reiste er entlang des Rheins von Köln bis Mainz und zurück.
Den 29. und 30. August verbrachte er wieder in Köln, um sich dann
auf die Heimfahrt zu machen. Unterwegs skizzierte er den Fluss mit
seinen Inseln, die Boote und die Menschen, die dort lebten und arbeiteten,
sowie die Weinberge, die Burgen, Kirchen und Festungen
an den Ufern. Weitere Reisen auf das europäische Festland folgten,
wobei es ihn häufig an den Rhein, aber auch an andere Flüsse wie
Main, Mosel oder Maas zog.
Auf seinen Reisen entstand eine große Zahl von Skizzenbüchern,
die nicht nur seine gezeichneten Eindrücke enthielten, sondern
auch Angaben zum Verlauf der Reise oder Hinweise auf Sehenswürdigkeiten
oder Hotels, sowie sprachliche Hilfen, wie der
deutsche Satz „Wo ist mein Zimmer?“ in phonetischer Schreibweise.
Diese Skizzenbücher sind daher eine unschätzbare Hilfe bei der Rekonstruktion
seiner Reisen.
Seine Ölgemälde und Aquarelle fertigte er anschließend in seinem
Atelier. Er arbeitete nicht im Freien, wie der zweite große Landschaftsmaler
Englands dieser Zeit, John Constable (1776–1837), oder
später die Impressionisten, die von ihm stark beeinflusst wurden.
Turner widmete sich hauptsächlich der Landschaftsmalerei, er
bevorzugte pittoreske Szenen, die von natürlicher Schönheit, Ursprünglichkeit
und Wildheit geprägt waren, und trug so zur Begründung
der Rheinromantik bei. Er dramatisierte seine Gemälde, indem
er von der Realität abwich und Täler enger, Weinberge höher, Bauten
größer malte. Trotzdem lassen sich die Motive und die Stand -
orte des Malers nachvollziehen. Er verklärte seine Landschaften
durch atmosphärische Erscheinungen, wobei die meteorologischen
Phänomene auf der Wirklichkeit beruhen. Einzig Turner verstand es,
sie so zu malen.
Wer ein Originalgemälde von Turner, der am 19. Dezember 1851
starb, bewundern möchte, wird im LVR-Landesmuseum Bonn fündig.
Hier kann der Besucher ein Aquarell besichtigen, das das Hochkreuz
und die Godesburg zeigt.
Ingeborg Nitt
Selbstporträt, William Turner
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
11
STIFTUNG IM FOKUS
Inscrit | Schreiben mit dem Körper –
Eine Ausstellung für Raimund Hoghe
Die neue Jahresausstellung im Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln
Was bleibt
» Es ist doch viel schöner, beizeiten
seine Dinge – Zeugnisse seines Lebens
und Wirkens – abzugeben.«
Mit dieser Umschreibung hat der Tänzer und Choreograph Raimund
Hoghe in einem Interview aus Anlass der Verleihung des Deutschen
Tanzpreises im Jahr 2020 seine Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Tanzarchiv Köln beschrieben. Dieser Zusammenarbeit war nur eine
kurze Zeitspanne vergönnt. Raimund Hoghe starb am 14. Mai 2021 – aus
einem Vorlass wurde ein Nachlass.
„36, Avenue Georges Mandel“ | Festival d'Avignon | Raimund Hoghe | 2007 © Rosa Frank
„Meinwärts“ | Raimund Hoghe | 1994 © Rosa Frank
Ein Leben. Nicht nur für den Tanz
Raimund Hoghe, geboren am 12. Mai 1949 in
Wuppertal, wirkte zunächst als freier Journalist
und Autor, bevor er von 1980–1989 als Dramaturg
des Tanztheaters Wuppertal mit der
Choreographin Pina Bausch zusammenarbeitete.
Von 1989 an entwickelte er eigene Theaterarbeiten.
Ab 1992 arbeitete er mit der Künstlerin
und Fotografin Rosa Frank zusammen, die über
30 Jahre seine Arbeiten mit der Kamera begleitet
hat. Ihre Fotografien bilden den Schwerpunkt
dieser Ausstellung. Zeitgleich beginnt seine Zusammenarbeit
mit dem bildenden Künstler Luca
Giacomo Schulte. Neben seinen Arbeiten für die
Bühne realisierte Raimund Hoghe filmische Essays
und Porträts für das Fernsehen. Für sein
journalistisches und künstlerisches Wirken
wurde er vielfach ausgezeichnet – u. a. mit dem
Theodor‐Wolff‐Preis, dem Deutschen Produzentenpreis
für Choreografie sowie dem Deutschen
Tanzpreis.
Als Kind entwickelte sich bei Raimund Hoghe
eine Rückgratverkrümmung, die sich im Lauf der
Jahre verstärkte und zu einem Buckel führte.
© Markus Hoffmann, Deutsches Tanzarchiv Köln
12 KLAAF KÖLN ENTDECKT
STIFTUNG IM FOKUS
Durch seine sichtbare Behinderung stellte er Tanztraditionen
in Frage, die auf „schöne“, normierte Körper
setzen, und etablierte einen anderen Blick auf
Körperlichkeit im Tanz. Marginalisierte, „andere“ Körper
wurden zu einem zentralen Motiv seiner Choreografien
– nicht als Ausnahme, sondern als normale,
gleichberechtigte Stimmen im Tanz.
» Meine Behinderung gehört zu mir, sie ist
aber nicht das Thema, das mich als Künstler
beschäftigt. ... Für mich sind Körper wie
Landschaften, und so, wie es verschiedene
Landschaften gibt, gibt es auch verschiedene
Körper – und alle haben ihre Berechtigung.
Die Verschiedenartigkeit ist wichtig –
auf der Bühne und im Leben.«
„Dialogue with Charlotte“ © Rosa Frank
Eingeschrieben
Über das choreographische Wirken Raimund
Hoghes hinaus widmet sich die Ausstellung im Deutschen
Tanzarchiv Köln grundlegenden Fragen der Archivierung
von Tanz: Wie schreibt sich choreographischtänzerisches
Schaffen ein – in Erinnerungen,
in Dokumente und Materialien, in Räume? Und natürlich
auch in ein Archiv. Wie kann es gelingen, dieses
„Einschreiben“ sichtbar zu machen?
Dabei spielt die Fotografie eine wichtige Rolle.
Auf welche Weise ist Fotografie in der Lage, choreographisches
Schaffen zu bewahren, ohne ihren eigenen
künstlerischen Anspruch dabei aufzugeben?
Welche Rolle spielt das Dokumentarische in der
Fotografie? Aus diesem Grund wurde die Ausstellung
von Thomas Thorausch, stellvertretender Leiter
des Deutschen Tanzarchivs Köln, gemeinsam mit
der Fotografin Rosa Frank erarbeitet, die über 30
Jahre die Arbeiten Raimund Hoghes mit der Kamera
begleitet hat.
Die Ausstellung Inscrit | Schreiben mit dem
Körper übersetzt den Titel in eine Architektur des
Raumes mit montageartig angeordneten, minimalistischen
Elementen: mediale Installationen und Filme
treffen auf Fotografien, Texte von und über Raimund
Hoghe sowie Notationen und Objekte aus seinen
Choreografien auf den schwarzen Tanzboden, der
die Stücke Raimund Hoghes prägt – aus der Überzeugung
heraus, um den japanischen Autor Tanizaki
Jun’ichirō zu zitieren, dass die Schönheit nicht in den
Objekten selbst zu suchen sei, sondern im Helldunkel,
im Schattenspiel, das sich zwischen Objekten
entfaltet.
Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm
begleitet, das die künstlerische, filmische,
fotografische und wissenschaftliche Auseinandersetzung
mit dem Werk von Raimund Hoghe in den
Mittelpunkt stellt.
Thomas Thorausch
Ausstellungsansicht
» Ich kann mit dem Körper
etwas ausdrücken, was ich
nicht mit Worten sagen kann.
Und umgekehrt. In einigen
meiner Tanzstücke ist auch
Text, aber ich tanze nicht
zum Text. Es gibt den Tanz
oder den Text, nicht beides
zusammen – abgesehen von
den Texten in der Musik.«
Inscrit | Schreiben mit dem Körper –
Eine Ausstellung für Raimund Hoghe
Noch bis zum 28. Februar 2027 im Tanzmuseum des
Deutschen Tanzarchivs Köln, Im Mediapark 7 (3. OG),
50670 Köln
Geöffnet täglich außer mittwochs, 14–19 Uhr.
Am langen Donnerstag (erster Donnerstag im Monat)
ist der Eintritt in die Ausstellung kostenfrei (14–21 Uhr).
Am 4. Juni entfällt der „Lange Donnerstag“ aufgrund des
Feiertages, reguläre Öffnungszeiten von 14–19 Uhr.
STIFTUNG
KLAAF
13
KÖLNER KÖPFE
K
Der Ohm Will un de Puute
Wilhelm Räderscheidt zum 100. Todestag
Als im Jahr 1912 die ersten Hefte der Schüler- und Jugendzeitschrift
„Jung-Köln“ erschienen, gehörte Wilhelm
Räderscheidt als Gründungsmitglied zur Redaktion, verantwortlich
für die Mundart-Rubrik „Kölsche Klaaf“. Diese
Aufgabe erfüllte er bis zu seinem Tod im Jahr 1926.
» Dieser um die Erhaltung und Pflege
der Kölner Mundart so
hochverdiente Mann war ein echter
Sohn des „alten“ Köln...«
So charakterisierte ihn Josef Bayer, damals Vorsitzender
des Vereins „Alt-Köln“ (heute „Heimatverein Köln“) 1926
in seinem Nachruf auf das hochverdiente Ehrenmitglied. Besonders
wichtig war es Wilhelm Räderscheidt (8.8.1865–
6.7.1926), den Kindern und Jugendlichen die Kölner Mundart
nahe zu bringen. Dazu brachte er als siebenfacher Vater
sowie als Volks- und Mittelschullehrer, der später sogar
Direktor der Städtischen Handelsschule wurde, die besten
Voraussetzungen mit. So war es nur folgerichtig, dass
er die Mundart-Abteilung der neugegründeten Zeitschrift
„Jung-Köln“ übernahm, die in den Schulen verteilt wurde.
Unter dem Pseudonym „Ohm Will“ versuchte er auf vielfältige
Weise, bei den Kindern und Jugendlichen das Interesse
an der „kölschen Sproch“ zu wecken. So verfasste er „op
kölsch“ Artikel zu Sachthemen, die sich um Köln und die Kölner
Mundart drehten. Dazu gehörten z. B. Biografien über
Ferdinand Franz Wallraf und Peter Berchem oder Berichte
über das Hänneschen-Theater. Selbstverständlich kam auch
die Mundartliteratur nicht zu kurz, wobei er neben Werken
anderer Autoren auch eigene veröffentlichte. Anders als im
Buch „Der Ohm Will“, das seinen Gedichten gewidmet ist,
finden sich in „Jung-Köln“ auch Räderscheidts mundartliche
Erzählungen und Puppenspiele. Dazu gehören viele Märchen
und Sagen, wie „Die Sage vun der Weckschnapp“ oder „Der
Düxer Bock – En al Düxer Sag“, aber auch andere Erzählungen,
wie z. B. „Wie der Schnieder Schmitz zoeesch widder
gelaach hät“. Zu den Puppenspielen, die für das Hännes chen-
Theater gedacht waren, zählen „Et kurehte Gespens –
Faxespillche en einem Opzog“ sowie „Hännesche un der Dud –
Poppespillche met Zauberei, Gesang un Schlägerei“.
» DER PATTEVUGEL «
De Frooch eß engefahre vum Feld;
De Ähdäppelsförcher, die qualme;
Der Hervßwind hät et Regalt en der Welt
Un fäg durch Stoppel un Halme.
Em Hus, do knestert un knuv der Jung
Met Papp, Papeer un met Latze
’ne Pattevugel vum schönste Fazung
Un zee’t in met Stähnen un Fratze.
Hä kött vun der Mutter et Geld för de Kohd
Un geiht me’m Broder se kaufe.
Jitz sin se em Feld; jitz halden se Rod,
Wie der Wind blies un wie mer muß laufe.
Der Kleinsten hält op, un der Grözten, dä läuf.
Hurra! Hä eß ald am Klemme!
Loß scheeße! Los noh! Nor Kohd avgesträuf!
Gevv herr! Loß mich in ens nemme!
Nit immer geriet et met einem Schlag,
Der Vugel zom Fleege ze krige.
Met der Spann un me’m Stätz eß dat su en Saach,
Un fing en der Wog muß hä lige.
Doch schleeßlich, dann flupp et; der Vugel, dä steiht
Su huh uns u wigg, nit ze sage.
Mer scheck im en Breefge. Süch, süch, wie et geiht!
Wie der Wind et noh bovven deit jage!
Mer trick widder en, mer liht widder op;
Dat Spillche deit sich erneue.
Su flöck wie e Kindermüngche gestopp,
Su leich eß sien Hätz zo erfreue!
Wohl däm, dä em Levve met singer Saach
Sich möht wie me’m Vugel die Junge
Un richtige Wind hät am richtigen Daag!
Wie leich eß sie’ Spill dann gelunge!
Wilhelm Räderscheidt
14 KLAAF KÖLNER KÖPFE
K
KÖLNER KÖPFE
Erste Schritte als Texter von
Karnevalsliedern
Bis heute bekannt ist Wilhelm Räderscheidt
als Verfasser von Gedichten, die zu einem großen
Teil in Jung-Köln erstveröffentlicht wurden.
Seine ersten Schritte als Mundartdichter machte
er jedoch im Karneval mit einigen Liedtexten,
zunächst unter dem Pseudonym Willy Köhne. Offensichtlich
befürchtete er, dass sein Hobby im
preußisch geprägten Schuldienst nicht gut ankommen
würde. Einige dieser Lieder nahm er
auch in die Jugendzeitschrift auf, darunter sein
wohl bekanntestes „De Geiß wollt ’ne Stätz han!“.
Zudem textete er das „Fastelovendsleedche för
Jung-Köln vum Ohm Will“.
Die Themen seiner Gedichte sind vielfältig, er
schrieb über Köln, das Leben, den Jahreslauf und
vieles mehr. Ein besonderes Augenmerk legte er
auf die „Kinderzigg“. Er beleuchtete Aussehen
und Charakter der Pänz, z. B. in dem längeren Rüümche
„De Leipziger Schlach“. Er schuf unterhaltsame
Episoden um das Familienleben herum, wie
sein beliebtes Gedicht „Justizirrtum“, und schilderte
Erlebnisse aus dem Schulalltag, wobei sein
Stück „Nit blöffe loße“ auch für das Thema „Kindermund“
stehen kann, ebenso wie „Dä trecke
mer op!“. Dieses Gedicht zeigt deutlich Räderscheidts
Gespür für die ungewollt raue Art von
Kindern, es beweist aber auch sein Geschick,
das Ganze ins Humorvolle zu wenden. Desweiteren
beschrieb er so detailliert Kinderspiele,
wie „Höppemötzge“, „Ömmerspille“ und „Pattevugel“,
dass man sie gleich nachspielen könnte.
Wer aber kennt diese Spiele noch? Wer will noch
„Müsger fange“? Und wer erinnert sich in Zeiten
von „Cola“ noch an „Kuletschwasser“? Ohm Will
erläutert die Herstellung so anschaulich, dass
der Leser es selbst brauen kann.
All diese Gedichte findet der Leser im 1925
erschienenen Buch „Der Ohm Will“, das Räderscheidt
selbst zusammengestellt hat. Kurz zuvor
hatte er bereits die erste Kölner Mundart-Anthologie
für Kinder und Jugendliche „Jet för et Hätz“
herausgegeben.
Diese und weitere Werke von Ohm Will finden
Sie in unserer Bibliothek zur kostenlosen Ausleihe!
Ingeborg Nitt
Wilhelm Räderscheidt - A.Savin, Grab-raederscheidt, CC BY-SA 3.0
Räderscheidts
Grabstein auf dem
Kölner Südfriedhof
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E-Mail an service@schokoladenmuseum.de
KÖLNER KÖPFE
KLAAF
15
KÖLNER KÖPFE
K
© Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv | Inv.-Nr. RBA_096803
Willi Ostermann
(Mitte) mit dem
Kölner Oberbürgermeister
Konrad
Adenauer und der
Ehefrau von Fritz
Maaß, dem Präsidenten
der Großen
Kölner Karnevalsgesellschaft,
um 1930
150 Jahre Willi Ostermann –
Der Klang der kölschen Seele
Ein Jubiläum für einen kölschen Liedermacher
Im Jahr 2026 jährt sich der Geburtstag von
Willi Ostermann zum 150. Mal. Der Komponist,
Texter und Volkssänger gilt bis heute als einer
der bedeutendsten Vertreter des kölschen Liedguts.
Seine Melodien und Texte prägen seit mehr
als einem Jahrhundert das kulturelle Gedächtnis
der Stadt Köln und sind bis heute ein fester Bestandteil
des rheinischen Karnevals.
Ostermann verstand es wie kaum ein anderer,
das Lebensgefühl seiner Heimatstadt in
Musik zu verwandeln. Seine Lieder erzählen von
den Menschen am Rhein, vom Alltag in den Straßen
der Stadt und von der tiefen Verbundenheit
zur Heimat. Viele seiner Werke wurden zu echten
Volksliedern, die noch heute von Generation
zu Generation weitergegeben werden.
Das Jubiläum im Jahr 2026 bietet deshalb
einen guten Anlass, auf das Leben und Werk
eines Mannes zurückzublicken, der die kölsche
Kultur nachhaltig geprägt hat.
Von Mülheim auf die Bühne
Geboren wurde Wilhelm „Willi“ Ostermann
am 1. Oktober 1876 in der damals noch eigenständigen
Stadt Mülheim – auf der sogenannten
„Schäl Sick“ am Rhein. Später zog seine Familie
nach Deutz. Schon als junger Mann zeigte sich
sein Talent für Musik und Unterhaltung.
Zunächst erlernte Ostermann jedoch einen
handwerklichen Beruf, doch die Bühne ließ ihn
nicht los. Um die Jahrhundertwende begann er
als Humorist und Unterhaltungskünstler aufzutreten.
Schnell entwickelte er sich zu einem beliebten
Volkssänger, der mit Humor und Wortwitz
das Publikum begeisterte.
16 KLAAF KÖLNER KÖPFE
K
KÖLNER KÖPFE
Bald begann er, eigene Texte und Melodien zu schreiben.
Besonders seine Lieder in kölscher Mundart fanden
großen Anklang. Sie waren nah am Leben der Menschen
und spiegelten den Alltag in der Stadt wider.
Lieder über Heimat und Sehnsucht
Im Laufe seines Lebens schrieb Ostermann zahlreiche
Couplets, Walzer und Karnevalslieder. Viele seiner
Werke handeln von der Liebe zu Köln und von der besonderen
Atmosphäre der Rheinmetropole.
Zu seinen bekanntesten Liedern gehört „Heimweh
nach Köln“. Bis heute gilt es vielen als eine Art heimliche
Hymne der Stadt. Besonders der Refrain hat sich tief ins
kulturelle Gedächtnis eingeschrieben:
» Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d’r Dom su vör mer ston,
mööch ich direk op Heim an schwenke,
ich mööch zo Foß noh Kölle jon.«
(Quelle: Lied „Heimweh nach Köln“, Willi Ostermann)
Willi Ostermann war mehr als nur ein Unterhaltungskünstler.
Seine Texte spiegelten das Leben der Menschen
wider und griffen Situationen aus dem Alltag auf.
Dadurch konnten sich viele Zuhörer unmittelbar mit seinen
Liedern identifizieren.
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KÖLNER KÖPFE
KLAAF
17
KÖLNER KÖPFE
K
Ostermann-Plakette am Neumarkt
© Wikimedia Commons, Lizenz CC0 1.0
Heuser nahm den Titel „Wenn einer jett om Hätze
hät“ im Studio neu auf und interpretierte ihn musikalisch
neu. Das Original stammt aus dem Jahr 1934 und
wurde damals erstmals im Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlicht.
Für Heuser ist die Neuinterpretation auch eine
Hommage an einen der wichtigsten Liedermacher der
Stadt. Gleichzeitig zeigt die neue Version, dass Ostermanns
Texte und Melodien auch nach mehr als hundert
Jahren nichts von ihrer Wirkung verloren haben.
Ein Vermächtnis, das bleibt
Willi Ostermann starb am 6. August 1936 in Köln.
Seine Beerdigung wurde zu einem der größten Trauerzüge
der Stadtgeschichte. Tausende Menschen begleiteten
ihn auf seinem letzten Weg. Eine besondere
Bedeutung erhielt das Lied „Heimweh nach Köln“ bei
Ostermanns Beerdigung im Jahr 1936. Während des
Trauerzuges durch Köln wurde der Refrain erstmals öffentlich
gesungen.
Der Schriftsteller Artur Joseph beschrieb diese besondere
Rolle später so:
» Ostermann ist ein
echt kölscher Volkssänger,
der seinen Landsleuten
Jahr für Jahr neue Lieder
bescherte.«
Seine Lieder erzählen damit nicht nur musikalische
Geschichten. Sie sind auch kleine Zeitdokumente aus
dem Köln der frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Neue Töne im Jubiläumsjahr
Dass Ostermanns Musik bis heute lebendig geblieben
ist, zeigt auch das Jubiläumsjahr 2026. Der Kölner
Musiker Björn Heuser hat zu diesem Anlass ein Lied
Ostermanns neu vertont.
Und sein Werk lebt weiter. Noch heute werden
seine Lieder im Karneval gesungen, von Chören aufgeführt
und bei zahlreichen Veranstaltungen gespielt. In
Köln erinnern Denkmäler und Gedenkorte an den großen
Liederdichter.
150 Jahre nach seiner Geburt steht fest, dass Willi
Ostermann weit mehr hinterlassen hat als nur populäre
Melodien. Seine Lieder bewahren ein Stück kölscher
Identität und erzählen von einer Stadt, die ihre Traditionen
bis heute pflegt. Oder, wie es in einem seiner bekanntesten
Texte heißt:
» En Köln am Rhing ben ich gebore,
ich han – un dat litt mir em Senn –
ming Muttersproch noch nit verlore,
dat eß jet, wo ich stolz drop ben.«
Damit bleibt Ostermann eine Stimme Kölns, deren
Klang auch nach anderthalb Jahrhunderten noch zu
hören ist.
Claudia Schlickeiser
18 KLAAF KÖLNER KÖPFE
SK STIFTUNG KULTUR
Die SK Stiftung Kultur
1990–2005
50
Jahre
Foto: Stiftungsarchiv
KOMED Gebäude, 1996
Neues
Denken,
neue
Räume
TEIL
ZWEI
Spätestens mit der Schließung des alten
„City-Treff-Cafés“ am Rudolfplatz 1991 verlegte
sich das Wirken unserer Stiftung auf neue
Themen, Veranstaltungsformate und Orte. Ein
Meilenstein in der Geschichte war 1992 der Erwerb
des künstlerischen Nachlasses von August
Sander (1876–1964). Der damaligen Stadtsparkasse
Köln war es damit gelungen, das Erbe des berühmten,
lange in der Domstadt wirkenden Photographen
für Köln und Deutschland zu sichern
und zu verhindern, dass dieses Konvolut etwa in
die USA abwanderte. Der Photograph war bereits
zu Lebzeiten in Amerika berühmter als in seinem
Heimatland. Dort setzte die Emanzipation der
Photographie als eigenständige Gattung innerhalb
der bildenden Künste viel früher ein als in
Europa. Bereits 1955 waren Werkgruppen von
August Sander in der Ausstellung „The Family of
Man“ im MoMA New York und an weiteren Sta -
tionen vertreten. Gemeinsam mit der ebenfalls
angekauften Sammlung der Deutschen Gesellschaft
für Photographie war der Grundstein für
die Photographische Sammlung gelegt.
August Sander: Photograph
[August Sander], 1925
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur –
August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
1990–2005
Foto: Herman Sorgeloos
RosasdanstRosas, 1997
Bereits 1991 war neben der schon etablierten Akademie för
uns kölsche Sproch und dem Deutschen Tanzarchiv Köln das Referat
für Videotanz entstanden. Den Impuls dafür gab der Aufbau
der Filmsammlung des Tanzarchivs. Mit regelmäßigen Screenings
richtete die Reihe „Tanzgeschichten“ die Aufmerksamkeit
auf den Tanz im Film und ein zuvor weniger beachtetes Genre,
die Choreographie für die Kamera. Auffällig ist die Verbindung zu
den ab der 1980er Jahre aufkommenden Musikvideos. Auch hier
spielte der Tanz eine wichtige Rolle, man denke nur an Michael
Jackson. Die „Hochkultur“ hatte diese Technik damals für sich
entdeckt. Choreographen inszenierten ihre Stücke jetzt nicht
(nur) für die Bühne, sondern auch für die Kamera. Ein besonders
einprägsames Beispiel hierfür ist die von der belgischen Choreographin
Anne Teresa De Keersmaeker geleitete Kompagnie
„Rosas“. Die von Thierry de Mey realisierten filmischen Umsetzungen
ihrer originären Bühnenchoreographien wirkten wiederum
auf die populäre Kultur ein. Beyoncé musste sich Vorwürfe
gefallen lassen, dass sie in ihrem Clip „Countdown” Bewegungen
wie Filmeinstellungen von „Rosas danst Rosas” (1997) und
„Achterland” (1994) „geklaut“ habe. So gehörten auch diese bei-
Videotanzreferat holt
„dance screen ’99“
nach Köln
„Eine postapokalyptische Wüstenlandschaft
und eine einsame Frau im Badeanzug ... die Kraft
der Bilder, der Rhythmus der Schnitte, Großaufnahmen
des Körpers“, so beschreibt die Kölner
Rundschau den Film „Dust“, der „dance screen
’99“. Das größte Festival für die gesamte Breite
des Tanzfilmschaffens – Dokumentarfilme, Bühnenaufzeichnungen,
Tanz für die Kamera und Musikvideos,
initiiert vom Internationalen Musikzentrum
Wien, fand dank des engagierten und
interna tional gut vernetzten Referats Videotanz
in Köln statt. Die siebte Ausgabe des Festivals
verstand sich zugleich als Messe, Ausstellung und
Wettbewerb und war in diesem Jahr Teil des kulturellen
Rahmenprogramms des Weltwirtschaftsgipfels.
Filmschaffende und Fernsehverantwortliche
nutzten es als Plattform für Austausch und
Vernetzung. Besonders positiv aufgenommen
wurde, dass das Festival in Köln erstmals auch
der breiten Öffentlichkeit mit einem eigenen Filmprogramm
im Cinedom zugänglich war.
poetic mail
Freitags und
montags kein Gedicht,
das vom Tod spricht
Szene aus dem Film „Dust“, 1999
Foto: Anthony Atanasio
„Was wahr ist, streut nicht Sand in deine Augen,
was wahr ist, bitten Schlaf und Tod dir ab
als eingefleischt, von jedem Schmerz beraten,
was wahr ist, rückt den Stein von deinem Grab.“
Beispielsweise mit diesen Worten von Ingeborg Bachmann
begann ein Bürotag, wenn man zu den Abonnent*innen
von „poetic mail“ gehörte. 1997 abonnierten 600 Interessierte
diesen außergewöhnlichen Dienst, jeden Morgen
ein zeitgenössisches Gedicht im E-Mail-Postfach vorzufinden.
Seinerzeit bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur
und Wirtschaft waren zuvor nach ihren Lieblingsgedichten
gefragt worden, darunter Oberbürgermeister Norbert Burger
oder der WDR-Intendant Fritz Pleitgen. Selbst auferlegte
Vorgabe war: An Freitagen und Montagen wurde nicht vom
Tod geschrieben. Die Rückmeldungen waren oft lebhaft und
reichten von empört bis begeistert. Nicht alle verstanden sofort
das Konzept und es kam vor, dass Gedichte von „begabten“
Verwandten eingeschickt wurden mit der Bitte, die doch
auch gerne publik zu machen.
Wer findet die
richtige Kombination?
Die dokumentarische Photographie von Bernd
und Hilla Becher findet ihren einzigartigen Ausdruck
nicht zuletzt in der richtigen Kombination
und Reihenfolge der Bilder. Die Aufregung war
groß, als die Mitarbeiterinnen der Photographischen
Sammlung einen alarmierenden Anruf vom
Aufsichtsteam bekamen, in der laufenden Ausstellung
hänge jemand Exponate ab und um. Sofort
liefen die Verantwortlichen zum „Tatort“. Dort
fanden sie Bernd Becher höchstpersönlich, der
feststellte: „Ich wollte nur mal ausprobieren, ob
es nicht anders besser aussieht.“
Foto: Hubert Brand
Verleihung der Kölner Theaterpreise 1991: Publikumspreis
für Walter Bockmeyer (3.v.l.) und Ralph Morgenstern (r.)
den Produktionen von De Keersmaeker/De Mey zu den
Highlights, die im Rahmen der „Tanzgeschichten“ präsentiert
wurden. Zwischen 1997 und 2001 lobte die Stiftung
zudem den mit 80.000 DM dotierten Deutschen Videotanzpreis
aus. Ebenso entstand das Referat Literatur- und
Leseförderung in dieser Zeit, lange bevor die PISA-Studie
alarmierende Ergebnisse zur sinkenden Lesekompetenz
von Kindern feststellte. Ein wichtiges Projekt waren
die Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen, die ab
1996 jeweils mit einem anderen Gastland als Schwerpunkt
stattfanden.
Das für die freie Szene bis heute wichtige Förderinstrument,
die Kölner Tanz- und Theaterpreise, wurden 1990 von
der SK Stiftung Kultur ins Leben gerufen. Gewürdigt wird
damit bis heute die Vielfalt und Qualität der Inszenierungen
der freien Szene. Als Gütesiegel helfen die Theaterpreise
Künstler*innen, Geld und Anerkennung zu gewinnen. Die
Preisgelder werden seit jeher von Kölner Wirtschaftsunternehmen
bereitgestellt. Die heutige Schauspielgröße Annette
Frier war die erste, die 1999 den Nachwuchspreis Puck
gewann. Unter dem Motto „Open Air und Eintritt frei!“ rief
die SK Stiftung Kultur gemeinsam mit der Stadt Köln 1992
den „Sommer Köln“ ins Leben, der ebenfalls durch finanzielle
Unterstützung von Sponsoren ermöglicht wurde. Mit
kostenlosem Straßentheater, Musik, Tanz und Filmvorführungen
entstand ein niedrigschwelliges Kulturangebot für
alle, die während der Sommerferien in der Stadt bleiben.
Foto: Sabine Große-Wortmann
Die Welt zu Gast in
Kölner Schulen
„Das verstehe ich, so wird bei uns zu Hause
auch gesprochen!“ Stolz und begeistert reagierten
die Schüler*innen, wenn bei den Internationalen
Jugendbuchwochen Autor*innen aus den Ursprungsländern
ihrer Familien zu Gast waren. Da
wurde auch schon mal spontan von den Kindern
für Mitschüler*innen vom Türkischen ins Deutsche
übersetzt. 1996 startete das Kooperationsprojekt
der SK Stiftung Kultur, das Lesefreude und kulturellen
Austausch förderte. Jedes Jahr stand die Kinder-
und Jugendliteratur eines anderen Landes im
Mittelpunkt, darunter Frankreich, Belgien, Norwegen,
Israel oder Kanada. Um kulturelle und interkulturelle
Bildung miteinander zu verbinden, wurde bei
den Buchpräsentationen nicht nur gelesen, sondern
auch lebhaft diskutiert. Die Kinder und Jugendlichen
nutzten die Gelegenheit, den Autor*innen
und Illustrator*innen Fragen zu stellen und
auch die internationalen Gäste waren neugierig auf
die Sichtweisen der Schüler*innen. „Sind die Straßen
in Amerika wirklich so breit und die Autos so
groß?“ war genauso interessant für die Kinder, wie
die Frage, ob die Autorin Haustiere und Kinder habe.
Isländische Buchwochen: Kristin Steinsdottir
Das World Wide Web
erreicht die Wohnzimmer
Im Mai 1996 launchte die SK Stiftung Kultur
ihre Webseite und war damit eine der ersten deutschen
Kulturstiftungen mit eigener Internetpräsenz.
Mit der Begeisterung der Pionierin wurde
beschrieben, was nun alles möglich war. Neben
allgemeinen Infos zu den Angeboten waren auch
die Bestände der Archive jetzt für Recherchierende
standortunabhängig einzusehen. Als größter
Fortschritt gegenüber Print wurde die ständige
Möglichkeit der Aktualisierung und Erweiterung
der Inhalte gepriesen.
»Sie brauchen
einen Computer,
einen Telefonanschluß
und
ein Modem, um
auf dem Meer der
Informa tionen
im Internet zu
‚surfen’...«
Steinzeit des Internets: Erste
Homepage der Stiftung, 1996
1990–2005
Blick ins Tanzmuseum, um 2000
Die Stiftung findet eine neue Heimat
1996 fand die SK Stiftung Kultur mit zunächst drei Abteilungen
eine neue Heimat im Mediapark, die Akademie folgte 1999. Passend
zum neuen Standort und zur neuen Ausrichtung erfolgte die Umbenennung
von Stiftung City-Treff zu SK Stiftung Kultur. Mit dem
Umzug in den Mediapark begann für die Photographische Sammlung
eine neue Ära. Neben dem Archiv gab es nun ein Büro, einen
Studienraum, um Gäste zu empfangen und eigene Ausstellungsflächen.
Auch für das Deutsche Tanzarchiv Köln bedeutete der Umzug
eine große Veränderung. Neben den Präsentationsflächen, die es
sich in den ersten Jahren mit der Photographischen Sammlung
teilte, gab es nun ein eigenes Tanzmuseum mit einer ständigen
Ausstellung. Sonderausstellungen gab es beispielsweise, wenn
Nachlässe weltbekannter Tänzer*innen und Choreograph*innen
aufgenommen wurden, wie die von den Sacharoffs oder von Kurt
Jooss, dem Lehrer von Pina Bausch. Seit 1995 legt das Tanzarchiv
einen Schwerpunkt auf das Genre „Tanzfotografie“ und stellt dabei
die bildkünstlerische Perspektive der Fotograf*innen (also nicht
die fotografische Dokumentation) in den Mittelpunkt. Dies war die
Voraussetzung für den späteren archivischen Schwerpunkt „Tanzfotografie“
/ „Nach-/Vorlässe von Fotograf*innen“ wie auch für die
Kreation einer Tanzfotografie-Ausstellung für das Goethe-Institut.
Foto: Ridha Zouari
Wat kann die
Ungerbotz dann koste?
Wenn Sprachwissenschaftler*innen sich zu
Forschungszwecken Geschichten erzählen lassen,
wird es nicht nur interessant, sondern auch
unterhaltsam. Mit „Alles Kölsch“ wurde 1998 die
erste moderne Sprachdokumentation von der
Akademie för uns kölsche Sproch veröffentlicht.
Sie basiert auf Geschichten aus dem Alltag, die in
kölschen Wohnzimmern von Kölnerinnen und Kölnern
zwischen neun und 80 Jahren erzählt wurden.
Gigi Herr plaudert hier aus dem Nähkästchen,
wie an Wieverfastelovend nach ein paar
Schabbau zu viel ein Teil des Pippi Langstrumpf-
Kostüms nicht mehr aufzufinden war. Und ihre
Tante Trude auf die empörte Anklage des Ehemanns,
dass Gigi ohne „Botz“ nach Hause kam,
ganz trocken feststellte: „Wat kann die Ungerbotz
dann koste“?
Gigi Herr im Studio
Foto: Janet Sinica
Nicht klein beigeben
Vergleichende
Positionen
Impressum
Im Rahmen der Ausstellung „Oda Schottmüller
– Tänzerin, Bildhauerin, Nazigegnerin“,
die das Deutsche Tanzarchiv Köln gemeinsam
mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
erarbeitet hat und die 2005 im Tanzmuseum
präsentiert wurde, war unter den
Exponaten eine kleine, von Oda Schottmüller
heimlich im Gefängnis gefertigte Katzenskulptur
aus Brotteig, die sie ihrer ebenfalls
inhaftierten Freundin Ina Lautenschläger
zustecken konnte. 2005 war Lina 89 Jahre
alt und schenkte dem Tanzmuseum Köln die
letzte Skulptur ihrer Freundin.
SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
Geschäftsführung und Leitung:
Norbert Minwegen
Im Mediapark 7, 50670 Köln, Tel.: 0221/888 95-0,
pr@sk-kultur.de, www.sk-kultur.de
Katzenskulptur
von Oda Schottmüller
In Kooperation mit dem Känguru Colonia Verlag
www.kaenguru-colonia-verlag.de
Redaktion/Texte: Dr. Ralf Convents, Barbara Renz
Grafik: Anja Sauerland, www.paper-love.com
Als die Photographische Sammlung 1997 von ihrem ersten
Domizil in der Kreishausgalerie, St.-Apern-Straße in den
Mediapark zog, versammelte sich ein illustres „Klübchen“
um die damalige Leiterin Susanne Lange und ihr Team aus
acht Mitarbeitenden in den neuen Räumen. Dazu gehörten
Gerd Sander, der Enkel des Künstlers, Ann und Jürgen Wilde,
mit denen die Sammlungen von Blossfeldt und Renger-
Patzsch in die Stiftung gelangten. Bernd und Hilla Becher
folgten mit ihren Werken, da sie selbst Sander, Blossfeldt
und Renger-Patzsch als zentrale Vorbilder betrachteten. Vier
künstlerische Haltungen, die die dokumentarische Photographie
maßgeblich geprägt haben, wurden so an einem Ort
vereint – ein in dieser Form einzigartiges Ensemble.
Die erste Ausstellung der Sammlung trug den programmatischen
Titel „Vergleichende Positionen“ und wurde begleitet
von der kleineren Präsentation „Photographien im
Dia log“, die amerikanische Straight Photography zeigte.
Schon hier zeichnete sich das bis heute gültige Konzept ab:
Verbindungen herzustellen – vom Regionalen zum Internatio -
nalen und vom Historischen zum Zeitgenössischen.
KÖLN ENTDECKT
Jubiläum der
Köln-Düsseldorfer
im Jahr 2026
Eine traditionsreiche Geschichte auf dem Rhein
Die » Concordia «, das
erste deutsche Dampfschiff
auf dem Rhein
Die Concordia, das 1. deutsche Dampfschiff auf dem Rhein |
als gemeinfrei gekennzeichnet auf Wikimedia Commons
Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG feiert in
diesem Jahr ihr 200. Jubiläum. Seit 1826 prägt das Unternehmen
die Personenschifffahrt auf dem Rhein und gehört damit zu den
traditionsreichsten Reedereien Europas. Generationen von Reisenden
haben die Flusslandschaft zwischen Köln, Bonn, Koblenz
und Mainz von den Schiffen der KD aus erlebt. Das Jubiläum bietet
Anlass, auf eine bewegte Geschichte zurückzublicken und gleichzeitig
den Blick in die Zukunft der Flussschifffahrt zu richten.
Von den Anfängen der Dampfschifffahrt
Vor 200 Jahren begann auf dem Rhein eine neue Ära der Mobilität.
Dampfschiffe ermöglichten erstmals regelmäßige und
planbare Verbindungen zwischen wichtigen Städten entlang des
Flusses. Schon früh entwickelte sich der Rhein zu einer wichtigen
Verkehrsader für Handel und Reisen. Die damaligen Reedereien,
aus denen später die Köln-Düsseldorfer hervorging,
verbanden Städte und Regionen miteinander und machten den
Fluss für Passagiere leichter zugänglich.
Mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert
wuchs auch die Bedeutung der Rheinschifffahrt. Immer mehr
Menschen nutzten die Schiffe nicht nur für Transport, sondern
auch für Ausflüge und Erholung. Die KD entwickelte sich Schritt
für Schritt zu einem wichtigen Anbieter für Passagierfahrten auf
dem Rhein.
Wandel und Modernisierung
Im Laufe der Jahrzehnte erlebte die Reederei zahlreiche Veränderungen.
Technische Entwicklungen, wirtschaftliche Umbrüche
und politische Ereignisse prägten die Geschichte des Unternehmens.
Aus den frühen Dampfschiffen wurden moderne
Fahrgastschiffe mit zeitgemäßer Ausstattung. Gleichzeitig blieb
die Verbindung zur Tradition erhalten, denn viele Fahrten führen
bis heute durch historische Rheinlandschaften mit Burgen, Weinbergen
und bekannten Städten.
Besonders der Tourismus spielte im 20. und 21. Jahrhundert
eine immer größere Rolle. Rundfahrten, Linienfahrten und Eventfahrten
gehören inzwischen fest zum Angebot. Für viele Besucherinnen
und Besucher des Rheinlands ist eine Fahrt mit der KD
ein fester Bestandteil ihres Aufenthalts.
Der Rhein als Erlebnisraum
Die Fahrten der Köln-Düsseldorfer führen durch einige der
schönsten Abschnitte des Rheins. Besonders beliebt ist das
UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, das mit seinen steilen
Hängen, historischen Orten und zahlreichen Burgen beeindruckt.
Die Schiffe bieten dabei eine besondere Perspektive auf Landschaft
und Städte entlang des Flusses.
Auch in Großstädten wie Köln oder Düsseldorf gehören die
weißen Schiffe der KD längst zum vertrauten Bild am Rheinufer.
Sie verbinden touristische Erlebnisse mit regionaler Identität und
sind für viele Menschen Teil der rheinischen Kultur.
Ein Jubiläum mit Blick in die Zukunft
Das Jubiläumsjahr 2026 ist nicht nur ein Anlass zum Feiern,
sondern auch ein Moment der Weiterentwicklung. Nachhaltigkeit,
moderne Technik und neue Erlebnisangebote spielen eine immer
größere Rolle in der Flussschifffahrt. Die Köln-Düsseldorfer arbeitet
daran, ihre Flotte weiter zu modernisieren und gleichzeitig die
besondere Atmosphäre einer Rheinfahrt zu bewahren.
Die KD steht heutzutage weiterhin für Tradition, Gastfreundschaft
und einzigartige Erlebnisse auf dem Rhein. Das Jubiläum
erinnert daran, wie eng die Geschichte des Unternehmens
mit der Geschichte des Flusses und der Städte entlang des
Rheins verbunden ist. Gleichzeitig zeigt es, dass auch eine traditionsreiche
Reederei den Wandel der Zeit aktiv mitgestalten kann.
Die » RheinFantasie «
Claudia Schlickeiser
Wappen von Köln (2026) | Hans Weingartz,
KDWAPPEN, CC BY-SA 2.0 DE
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
23
AKADEMIE IM FOKUS
Alle Fotos: © Lea May
Bernd Imhoff bei seinen Stadtführungen im » Urlaub in Köln «
Bernd Imgrund: Der Mann, der Köln
immer wieder neu entdeckt
Seit vielen Jahren führt Bernd Imgrund Menschen durch Köln – nicht zu den großen Sehenswürdigkeiten,
sondern zu den unscheinbaren Orten, an denen die wahre Geschichte der Stadt verborgen
liegt. Der Journalist und Bestsellerautor ist so etwas wie ein professioneller Stadtentdecker. Im
Gespräch mit Priska Höflich erzählt er, warum er schon als Kind Reporter werden wollte, weshalb
ein verwitterter Stein spannender sein kann als der Dom – und warum er bis heute in einer Kneipe
kellnert.
Bernd, du bist ein echter Kölner. Wo hat deine
Geschichte begonnen?
Bernd Imgrund: Geboren bin ich in Klettenberg. Da sagen
viele immer: „Oho, wow!“ – aber in den 1960er-Jahren sah das
ganz anders aus. Wir lebten in einem unrenovierten Altbau mit
Kohleofen in der Küche und Einfachverglasung. Gegenüber war
ein Spielplatz. Ich erinnere mich an eine sehr schöne Kindheit.
Später sind wir nach Meschenich gezogen, kurz bevor der Kölnberg
gebaut wurde. Heute wohne ich in Raderthal – also nur
zwei Veedel weiter. Mehr Bewegung hat es in meinem Leben
geografisch nicht gegeben.
Du bist Journalist und Autor geworden. War das geplant?
Im Grunde ja. Schon als kleiner Junge habe ich über jedes
meiner Tischtennisspiele Berichte geschrieben – ganz so, wie
Sportreporter über Fußball berichten. Nach Turnieren oder Meisterschaftsspielen
im Verein habe ich alles zusammengefasst.
Mit 15 war ich dann Pressewart unseres Tischtennisvereins und
habe meine ersten Texte im „Brühler Schlossboten“ veröffentlicht.
Da war klar: Ich will schreiben.
Heute bist du vor allem als Autor von Köln-Büchern
bekannt. Was waren deine erfolgreichsten Projekte?
Ich habe Romane, Reisebücher und Sachbücher geschrieben.
Am eitelsten bin ich bei den Romanen – aber die sind eher untergegangen.
Wirklich erfolgreich waren meine Sachbücher. Ich habe
zum Beispiel das Konzept der Reihe „111 Orte, die man gesehen
haben muss“ entwickelt. Die ersten drei Bände stammen von
mir, darunter „111 Orte in Köln“. Das Buch wird seit vielen Jahren
immer wieder neu aufgelegt und verkauft sich noch immer hervorragend.
24 KLAAF AKADEMIE
AKADEMIE IM FOKUS
Was war die Idee hinter diesen Büchern?
Ich wollte bewusst nicht über den Dom, 4711 oder das Römisch-
Germanische Museum schreiben. Mich interessieren die Orte, an
denen die meisten Menschen einfach vorbeilaufen. Orte, die unscheinbar
wirken, aber eine Geschichte erzählen – manchmal
sogar eine Geschichte, die tausende von Jahren alt ist.
Kannst du ein Beispiel nennen?
In Dellbrück gibt es eine kleine Wiese mit ein paar Hügeln. Kinder
rodeln dort im Winter vielleicht fünf Meter hinunter. Die meisten
denken, das ist irgendeine Aufschüttung. In Wirklichkeit sind
das aber Hallstattgräber aus der Keltenzeit. Die sind über zweitausend
Jahre alt. Woanders wäre das ein Freilichtmuseum. In Köln
stehen sie einfach auf einem Spielplatz oder auf einem Friedhof.
Genau solche Geschichten erzählst du auch auf deinen
Stadtführungen. Was fasziniert dich daran?
Ich entdecke meine eigenen Orte immer wieder neu. Wenn
man ein Buch schreibt, ist das irgendwann abgeschlossen. Aber
wenn ich mit zwanzig Leuten durch die Stadt gehe, sehe ich alles
noch einmal mit frischen Augen. Oft kommt auch jemand aus der
Nachbarschaft dazu und erzählt eine Geschichte, die ich noch gar
nicht kannte.
Köln erkunden bei der » Tour de Kalk «
© Lea May
Du arbeitest nebenbei auch noch in einer Kneipe. Warum?
Für meine Street Credibility (lacht). Ich habe schon immer gekellnert,
früher im „Stiefel“, seit vielen Jahren im „Durst“. Das ist eine einfache
Kneipe: kein Schnickschnack, keine Cocktails mit fünf Zutaten.
Es läuft Rockmusik, die ich selbst aussuchen darf – und der Lohn
des Tages ist ein bisschen Taschengeld. Vor allem aber treffe ich dort
meine Leute.
Die Menschen sind dir sowieso wichtig, oder?
Total. Meine Interviews in der Zeitung funktionieren nach dem gleichen
Prinzip wie meine Bücher: Ich suche die unbekannten Perlen.
Menschen, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen, aber spannende
Geschichten zu erzählen haben. Eine Stadt lebt von ihren Leuten
– von den „Minsche“.
Du sprichst auch Kölsch. Ist das Teil deiner Identität?
Ja, obwohl mir das lange gar nicht bewusst war. Auf dem Spielplatz
in Klettenberg haben einfach alle Kölsch gesprochen. Heute gibt es
nicht mehr viele Native Speaker. Deshalb habe ich früher auch Kölschkurse
an Grundschulen gegeben. Dialekte sind wichtig, weil sie etwas
verbinden. Manche Dinge lassen sich auf Kölsch einfach besser sagen.
Was erfahren die Kölner bei den Touren?
Insidergeschichten. Ich beschäftige mich seit 40 Jahren mit meiner
Heimatstadt als Journalist. Und meine interessantesten Interviews
porträtieren Menschen, die quasi zuständig sind für das berühmte kölsche
Gefühl. Meine Zufallsbekanntschaften aus der Germania Siedlung
rund um die Porzer Spiegelglaswerke schildern das gut. Wenn wir uns
dort über Siedlungsarchitektur unterhalten, kommt aus den 100 Jahre
alten Reihenhäusern gerne mal ein Mann im Unterhemd raus. Und erzählt,
wie das Leben als Arbeiter so war. Die spannendsten Geschichten
liegen oft genau dort, wo sie niemand erwartet. Ich schmunzele
auch immer wieder über die Seniorchefin der Bäckerei Zimmermann.
Ihr Familienbetrieb ist seit Jahrzehnten täglich ab 16 Uhr ausverkauft.
Auch mit 80 Jahren streicht sie noch immer zwölf Stunden am Tag
durch die Backstube. Vielleicht ist das der Grund für den Dauerbrenner
„Schwatzbrud“ aus der Bäckerei Zimmermann, fein und normal geschnitten
im Silberpapier.
© Janet Sinica
Priska Höflich ließ sich vor 10 Jahren von Bernd Imgrunds Büchern
inspirieren und entwickelte das Exkursionsprogramm „Urlaub in Köln“.
Über 50 Exkursionen abseits der touristischen Hauptattraktionen
laufen in diesem Jahr vom 18. Juli bis 2. August 2026.
Radtour » Der Kölner Süden «
www.urlaubinkoeln.de
AKADEMIE
KLAAF
25
KÖLN ENTDECKT
© NakNak, Pixabay
Starke Taue für den Handel
Das Handwerk der Seilmacher im alten Köln
Über viele Jahrhunderte gehörte das Handwerk des Seilmachers
zu den stillen, aber unverzichtbaren Berufen der
alten Stadt Köln. Während Kaufleute ihre Waren handelten
und Schiffe den Hafen ansteuerten, arbeiteten die Seilmacher
oft etwas abseits des Trubels. Ihre Produkte jedoch
waren überall gefragt, besonders dort, wo die Schifffahrt
das Leben bestimmte. Am Ufer des Rhein spielte das robuste
Seil eine zentrale Rolle im täglichen Betrieb.
Ein Handwerk mit viel Platzbedarf
Die Arbeit begann lange bevor ein Schiff festgemacht
wurde. Zunächst mussten geeignete Pflanzenfasern beschafft
werden, meist Hanf oder Flachs. Diese Fasern wurden
sorgfältig gereinigt, gekämmt und anschließend zu langen
Fäden versponnen. Erst danach entstand aus vielen
einzelnen Strängen das eigentliche Seil.
Dafür benötigten Seilmacher ungewöhnlich viel Raum.
Die sogenannten Seilerbahnen waren lange, gerade Arbeitsstrecken,
auf denen die Fasern über viele Meter gespannt
wurden. Während mehrere Stränge gleichzeitig gedreht
wurden, liefen die Handwerker langsam rückwärts über
diese Bahn. Schritt für Schritt entstand so ein festes Tau.
Solche Bahnen lagen häufig am Rand der Stadt, weil innerhalb
der engen Gassen kaum Platz dafür vorhanden war.
Unverzichtbar für die Schifffahrt
Für die Schiffe auf dem Rhein waren diese Taue lebenswichtig.
Händler transportierten Wein, Getreide, Stoffe und
viele andere Waren entlang der großen Handelsroute. Damit
man sicher anlegen konnten, brauchten sie starke Leinen.
Mit ihnen wurden Boote am Kai befestigt, Segel gespannt
und schwere Ladung gesichert.
26 KLAAF KÖLN ENTDECKT
KÖLN ENTDECKT
Seilerei im LVR-Freilichtmuseum Lindlar
Im LVR-Freilichtmuseum Lindlar wird das historische Handwerk
der Seilerei anschaulich lebendig. In der originalgetreu rekonstruierten
Werkstatt können Besucherinnen und Besucher
erleben, wie aus Naturfasern wie Hanf traditionelle Seile entstehen.
Besonders eindrucksvoll ist dabei die lange Seilerbahn,
auf der die einzelnen Fäden zu stabilen Tauen gedreht werden,
ganz in der Art, wie es früher auch für Landwirtschaft, Bauwesen
und Schifffahrt üblich war.
Regelmäßig finden dort Vorführungen statt, bei denen ein
Seiler die einzelnen Arbeitsschritte demonstriert und die alte
Technik erklärt. Je nach Termin ist es auch möglich, selbst kleinere
Arbeiten auszuprobieren und so ein Gefühl für die handwerkliche
Präzision zu bekommen.
Das Museum ist in der Regel geöffnet von März bis Oktober
dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr, sowie in der Winterzeit
von November bis Februar dienstags bis sonntags von
10:00 bis 16:00 Uhr. Montags ist das Gelände geschlossen.
Weitere Informationen, aktuelle Vorführtermine und Hinweise
zum Besuch finden sich auf der offiziellen Webseite:
www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de
Besonders wichtig waren die Taue beim sogenannten Treideln.
Dabei wurden Schiffe stromaufwärts vom Ufer aus gezogen,
oft von Menschen oder Pferden. Das Zugseil musste enorme
Kräfte aushalten und durfte auch bei Nässe nicht reißen. Ein
gut gefertigtes Tau war daher ein echtes Qualitätsmerkmal.
Verbindung von Handwerk und Handel
Die Seilmacher standen in engem Kontakt mit Schiffern, Hafenarbeitern
und Kaufleuten. Viele Kapitäne wussten genau, in
welcher Werkstatt sie besonders zuverlässige Taue bekamen.
Ein gerissenes Seil konnte im schlimmsten Fall Schiff, Ladung
und Besatzung gefährden. Deshalb war das Vertrauen in die Arbeit
der Seilmacher groß.
Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte
sich das Handwerk spürbar. Maschinen erleichterten die Herstellung,
neue Materialien kamen hinzu. Dennoch blieb das Wissen
der Handwerker lange gefragt.
Auch wenn das alte Gewerbe heute kaum noch sichtbar ist,
erinnert die Geschichte der Stadt daran, wie wichtig diese Arbeit
einst war. Die Seilmacher lieferten die unscheinbaren, aber
unverzichtbaren Verbindungen zwischen Schiff, Hafen und Handel
auf dem Rhein. Ihre Taue hielten also nicht nur Schiffe fest,
sie verbanden auch die wirtschaftlichen Lebensadern der Stadt.
Claudia Schlickeiser
JUNI 24
JETZT
ONLINE
LESEN!
Im Webkiosk:
klaaf.koelsch-akademie.de
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DIE LEIDENSCHAFT
FÜRS KÖLSCHE
Wolfgang Niedecken
und Eusebius Wirdeier
> > F. F. WALLRAF UND
UNTER
KRAHNENBÄUMEN
Erinnerungen an
ein altes Veedel
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Zwei Kölner
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präsentierte Inhalte wie in der
gewohnten Print-Version.
KÖLN ENTDECKT
KLAAF
27
THEATER OP KÖLSCH
© Spielkreis Fritz Monreal
Gesamte Spielkreisfamilie 2025
»Et Hätz schleiht em Veedel«
Der Spielkreis Fritz Monreal stellt sein neues Stück vor.
Familie Pfützenreiter lebt in einem 4-Generationen-Haus.
Sie betreiben die Kneipe
„Zur feuchten Kehle“. Hier findet traditionell
ein alljährlicher „Ahl Kamelle-Fastelovends-
Ovend“ statt. Der Verein „Dries op der Ries“
organisiert diese Nostalgiesitzung. Dieses
Jahr steht diese Veranstaltung aber
auf der Kippe. Und daran ist nicht nur der
neu gegründete Damenclub schuld, der
den Karneval revolutionieren möchte. Das
Ordnungsamt hat sich angemeldet. Eine fehlende
Schankerlaubnis und mangelnde Hygiene
werden den Besitzern vorgeworfen. Ein
Theaterstück mit Intrigen, Liebschaften,
dem üblichen Nachbarschaftstreiben und
einer ganzen Menge Humor. Urenkel Jupp
bekommt das rege Treiben mit und möchte
herausfinden, was denn das Besondere an
dem kölschen Brauchtum ist und warum die
„Alten“ immer so an der Tradition festhalten.
Er feiert schließlich auf moderne kölsche Art
Karneval.
Und hier alle Vorstellungstermine
auf einen Blick:
Freitag 23. 10. 2026 19 Uhr
Samstag 24. 10. 2026 17 Uhr
Sonntag 25. 10. 2026 16 Uhr
Samstag 31. 10. 2026 17 Uhr
Sonntag 01. 11. 2026 16 Uhr
Freitag 06. 11. 2026 19 Uhr
Samstag 07. 11. 2026 17 Uhr
Sonntag 08. 11. 2026 16 Uhr
Freitag 13. 11. 2026 19 Uhr
Samstag 14. 11. 2026 17 Uhr
Sonntag 15. 11. 2026 16 Uhr
Freitag 20. 11. 2026 19 Uhr
Samstag 21. 11. 2026 17 Uhr
Sonntag 22. 11. 2026 16 Uhr
Veranstaltungsort:
Brunosaal, Klettenberggürtel 65,
Köln-Klettenberg
Karten: 20 € (einschl. der Garderobe)
Kartenvorverkauf ab 11. Juli 2026:
an den bekannten Kartenvorverkaufsstellen
und telefonisch
unter Tel.: 02203/3 23 84.
28 KLAAF THEATER
KOLUMNE
von Peter Meisenberg
Ohnmächtiger Denkmalschutz
Kein anderes Bauwerk reicht an die positive Symbolkraft
der Brücke heran: Brücken stehen für das Überwinden
von Hindernissen und Gegensätzen, Brücken verbinden
Menschen und Kulturen. – Das Dumme an den
tatsächlichen Brücken ist nur, dass sie benutzt werden
und dass dem Interesse der Benutzer ihr schöner Symbolgehalt
oft piep egal ist. Die Rede ist von den gegen Ende
des 19. Jahrhunderts gebauten westlichen Kölner Eisenbahnbrücken,
die für Stadthistoriker erstrangige Denkmäler
nicht nur der Kölner Industriekultur, sondern auch
der neueren Stadtgeschichte sind: Stellen ihre schön geschwungenen
Eisenbögen doch so etwas wie die Nachfahren
der mittelalterlichen Stadttore dar, welche die Innenstadt
hin zu den westlichen Vororten öffnen.
Das haben die Kölner Denkmalschützer auch so gesehen
und sie im Jahr 2012 als „technische Denkmale“ unter
Schutz gestellt. – Doch jetzt erweist sich, wie wenig dieser
Schutz nach der Änderung des NRW-Denkmalschutzgesetzes
im Jahr 2022 noch wert ist. Die inzwischen auch
anderweitig in die Kritik geratene NRW-Heimatministerin
Ina Scharrenbach erzwang mit ihrem vom Landtag mit
nur einer Stimme Mehrheit angenommenen Gesetzesentwurf
die Quasi-Entmachtung der kommunalen, der „Unteren“
Denkmalschutzbehörde. Ob ein Bauwerk schützenswert
ist oder nicht, entscheidet seitdem nicht mehr der
Denkmalschutz, sondern mehr oder weniger der jeweilige
Investor.
Im Fall der Kölner Eisenbahnbrücken ist der Investor
die „InfraGO“ Aktiengesellschaft, ein Tochterunternehmen
der Deutschen Bundesbahn. Sie hat befunden, dass die
alten Brücken für die Rundumerneuerung des Schienennetzes
der Bundesbahn nicht mehr taugen und abgerissen
gehören. Und willfährig hat dem der Kölner Stadtrat im
vergangenen September in einer Hals über Kopf einberufenen
„Dringlichkeitsentscheidung“ entsprochen. Ohne die
entsprechenden Fachausschüsse einzubeziehen. Und natürlich
auch ohne den Stadtkonservator zu befragen, der
nach wie vor für den Erhalt der Brücken in ihrer jetzigen
Gestalt ist und sich dabei auf Gutachten beziehen kann,
die ihre Funktionstüchtigkeit auch für das neue Schienennetz
der Bundesbahn bestätigen.
Wie immer im „Zusammenspiel“ zwischen Kommune
und Investor geht es ums Geld: Je willfähriger sich die Kommune
ihm gegenüber verhält, desto weniger Geld muss sie
selbst bei konkreten Projekten in die Hand nehmen. Glaubt
sie wenigstens. Wie es am Ende aussieht, steht dann auf
einem anderen Blatt. Die Gelackmeierte ist nämlich meist
sie selbst, beziehungsweise ihre Bürger. Denen werden
nämlich mit den wohl zuerst zum Abriss freigegebenen
Eisenbahnbrücken Venloer- und Vogelsanger Straße zwei
wirklich schöne Denkmäler verlorengehen: „Die Schwünge
und Rhythmen der mit Nieten übersäten Träger und Bögen
aus Metall sowie ihr Spiel von Licht und Schatten“, haben,
wie der in Köln gebürtige Kunsthistoriker Peter Kropmanns
sagt, „auf Anwohner und Passanten bewusst oder
unbewusst stets positiv gewirkt.“
Was von den Baumeistern der Bundesbahn dagegen
zu erwarten ist, zeigen die anstelle der feingliedrigen
Konstruktionen der Eisenbahnbrücken am Gereonswall
und bei Sankt Ursula plump hingeklotzten Betonbalken.
– Dass dank des neuen NRW-Denkmalschutzgesetzes für
den Abriss der Eisenbahnbrücken noch nicht einmal eine
Aufhebung des bestehenden Denkmalschutzes der Eisenbahnbrücken
nötig ist, belegt die zynische Antwort der
Stadtverwaltung auf meine entsprechende Anfrage: „Eine
vorherige Aufhebung ist nicht erforderlich. Das Denkmal
ist nach dem Abriss ‚untergegangen‘“.
Ursprung 1905
Hildegard un Philipp Kling
Akazienweg 143 • 50827 Köln
www.bestattungen-kling.de
www.dudegraever.de
Immer erreichbar: 0221 - 544 355
DIE STADT IST DIE BÜHNE
DIE STADT 17. 7. 1. 9.
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IST DIE BÜHNE
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1.
9.
9.
DIE STADT IST DIE BÜHNE
Förderer: Sponsoren:
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KOLUMNE
KLAAF
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LESEN, HÖREN, SEHEN
Empfehlungen aus der SK Stiftung Kultur
Hier stellen wir euch abwechselnd (Hör)-Bücher, Filme, Podcasts und auch Apps vor.
Viele der Bücher und Filme sind bei uns kostenlos entleihbar – zu den anderen Medien verlinken wir.
Die Empfehlungen in dieser Ausgabe kommen von Patricia Edgar (Die Photographische Sammlung),
Florine Calleen (Leserin des KLAAF-Magazins) und Claudia Schlickeiser (Bibliothek der Akademie).
Buch
App
Tipp von
Patricia Edgar
Tipp von Claudia
Schlickeiser
Sabine Weiß
Schrein der Könige
Lübbe Verlag, 2026
Der „Schrein der Könige“ erzählt detailreich
von der Herstellung des Dreikönigsschrein
in Köln durch Nicolaus von Verdun.
Die Autorin beschreibt die Intrigen
der Zeit sowie innerhalb der Goldschmiedezunft
als auch der Kirche. Die Bedeutung
des Schreins für die Stadt Köln wird
wunderbar geschildert ebenso das oft beschwerliche
Leben der Menschen im Mittelalter.
Jupp Rehbach (Hrsg.),
Alexander Hess, Eusebius Wirdeier
Von Merheim lrh. bis Weidenpesch
Selbstverlag 2026
Das Buch schildert die Entwicklung des
heutigen Kölner Stadtteils Weidenpesch
von einem kleinen linksrheinischen Bauerndorf
bis zu einem lebendigen Stadtviertel.
Auf mehr als 300 Seiten werden
historische Ereignisse, alte Gebäude, Vereine,
Kirchen und das Alltagsleben der
Bewohner anhand zahlreicher Bilder und
Dokumente anschaulich dargestellt. Besonders
wichtig sind dabei persönliche
Erinnerungen älterer Einwohner, die die
Geschichte des Viertels lebendig und
greifbar machen.
Köln Galerien
Download: Apple Store & Android
Die Broschüre „Köln Galerien“ gehört zu den ältesten
und beliebtesten Ausstellungsverzeichnissen Deutsch -
lands. Ab sofort gibt es sie auch als App – die genau so
leicht zu nutzen ist, wie das gedruckte Heftchen, aber
noch weitere praktische Funktionen bietet. Einmal heruntergeladen,
sind die „Köln Galerien“ immer mit dem
Smartphone dabei, perfekt sowohl für passionierte
Kunstliebhaber als auch für diejenigen auf der Suche
nach spannenden Galerien-Shows und experimentellen
Off-Spaces.
Tipp von Claudia Schlickeiser
Melaten Friedhof
Download: Apple Store & Android
Macht eine Zeitreise in das 19. und 20. Jahrhundert, bewundert
die alten Grabstätten und erfahrt etwas über
die vielen Menschen und Geschichten, die auf dem Melaten
Friedhof in Köln verborgen sind. Unter dem jeweiligen
Namen findet Ihr meist eine kurze Geschichte,
die Angabe des Flures, es gibt aber auch einen Link zu
Google Maps, damit könnt Ihr die jeweilige Grabstätte
sehr leicht finden. Nutzt einfach das Naviga tionssystem
auf Eurem Smartphone..
Tipp von Florine Calleen
30 KLAAF LESEN, HÖREN, SEHEN
LESEN, HÖREN, SEHEN
Bibliothek der „Akademie för uns kölsche Sproch“
Öffnungszeiten: Mo + Mi 9–16 Uhr, Di 9–18 Uhr,
Fr 9–13 Uhr, Do geschlossen, Tel.: 0221/888 95 207,
E-Mail: schlickeiser@sk-kultur.de
Auf unserer Homepage www.koelsch-akademie.de
ist eine „Suche“ unter „Online-Bibliothek“ möglich.
IMPRESSUM
Podcast
Herausgeberin
Akademie för uns kölsche Sproch/
SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln Bonn
Geschäftsführung SK Stiftung Kultur und
Leitung Akademie för uns Kölsche Sproch:
Norbert Minwegen
Im Mediapark 7 · 50670 Köln
Tel.: 0221/888 95-200
pr@sk-kultur.de
www.koelsch-akademie.de
Köln erzählen: Der Podcast des
kölnischen Stadtmuseums
Tipps von Claudia
Schlickeiser
In Kooperation mit dem Känguru Colonia Verlag
www.kaenguru-colonia-verlag.de
Redaktionsteam
Claudia Schlickeiser (Akademie), Tanja
Brunner, Dr. Ralf Convents, Lea May und Julia
Steinkamp (Kommunikation)
Anzeigen
Känguru Colonia Verlag GmbH
Hansemannstr. 17–21 · 50823 Köln
Ansprechpartnerin: Mareike Krus
krus@kaenguru-online.de
Das Kölnische Stadtmuseum gibt es jetzt auch zum Hören! Im
neuen Podcast „Köln erzählen“ dreht sich alles um spannende
Geschichten, unterhaltsame Biografien und kuriose Fakten,
die das kölsche Herz höher schlagen lassen! Von der Antike bis
heute werden die unterschiedlichen Kapitel der Kölner Stadtgeschichte
beleuchtet und die Hörer*innen mit hinter die Kulissen
des Museums genommen.
K wie Köln – Köln Clash
„Köln Clash“ ist ein Podcast, bei dem zwei Kölner Persönlichkeiten
aus verschiedenen Bereichen, die sich oft vorher nicht
kannten, über ihr Leben, Arbeiten und ihre Liebe zur Stadt diskutieren.
Der Podcast bietet Einblicke in unterschiedliche Kölner
Veedel, Geheimtipps und Anekdoten.
Der MediaPark ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der
Ideen. Genau hier soll bald ein öffentlicher Bücherschrank entstehen:
frei zugänglich, nachhaltig und für alle.
Das Projekt wird im Rahmen von „Eselsohr“, unterstützt von der
Bürgerstiftung Köln, umgesetzt. Um den Bücherschrank reali sie ren
zu können, läuft aktuell eine Crowdfunding-Kampagne über die Plattform
„Hier mit Herz“ der Sparkasse KölnBonn. Helfen Sie mit, den MediaPark
um einen Platz zu bereichern, an dem Geschichten geteilt werden, ganz unkompliziert
und für alle.
Jetzt unterstützen:
https://www.hiermitherz.de/project/projekt-eselsohr-im-mediapark/
Grafik
Anja Sauerland · www.paper-love.com
Keine Haftung für Irrtümer und Druckfehler.
Eigene Texte verwenden die Schreibweise
der „Akademie för uns kölsche Sproch“.
Literarische Texte, Gastbeiträge und Veranstaltungshinweise
belassen wir in der
Schreibweise der Verfassenden.
Ansprechpartner*innen Akademie
Ruth Wolfram, Seminare & Sprache
wolfram@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-118
Priska Höflich, Kölsch-AGs an Schulen
hoeflich@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-205
Claudia Schlickeiser, Bibliothek,
Online-Kommunikation und Liedersammlung
schlickeiser@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-207
Ursula Helmes, Sekretariat
helmes@sk-kultur.de
Tel.: 0221/888 95-200
Pressekontakt: Dr. Ralf Convents
pr@sk-kultur.de
Öffnungszeiten Bibliothek:
Mo & Mi 9–13 Uhr und 14–16 Uhr,
Di 9–13 Uhr und 14–18 Uhr, Fr 9–13 Uhr
Do geschlossen
Öffnungszeiten Sekretariat:
Mo–Fr 9–13 Uhr
LESEN, HÖREN, SEHEN
KLAAF
31
Frühling 2025
KÄNGURU-MAGAZINE
für Familien mit Kindern
in jedem Alter
Das Familienmagazin für die Region Köln|Bonn – zum Mitnehmen
Mai 25
FAMILIENLEBEN
Über Politik reden
GESUNDHEIT
Mental Health
BERUFE-CHECK
Chemikant:in
Mit im Heft:
Kinderseite mit
Rätselspaß
Gesundheit
Allergien bei
Kindern
Vorsorge
Die Rentenlücke
von Frauen
Ausflug
Festivals und Events
in der Region
KÄNGURU Baby
Das Magazin für Eltern und
werdende Eltern rund um
Schwangerschaft, Geburt und
Babys erstes Jahr. Es erscheint
mit Klinikguide einmal im Jahr.
KÄNGURU
Das Stadtmagazin für Menschen
in Köln, Bonn und der Region, die
mit Kindern leben oder arbeiten.
Das Magazin mit allen familienrelevanten
Terminen erscheint
monatlich.
KÄNGURUplus
Das jährlich erscheinende
Servicemagazin für Eltern mit
Kindern im Teenageralter
und für alle, die mit Teenagern
leben oder arbeiten.
kaenguru-online.de
32 KLAAF THEMA