Inhalt - BeagleFriends - DAS Magazin

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BeagleFriends - DAS Magazin

Ausgabe 9 / September 2011

Linus Foto © Melanie Menger


Inhalt:

S. 3 Vorwort

S. 4 - 5 Beaglekolumne

S. 6 - 9 Training zum Down

S. 10 - 12 Hund am Arbeitsplatz

S. 13 - 15 Leinenführigkeit

S. 16 - 17 Homöopathie

S. 18 - 21 Beaglefreundlicher Garten

S. 22 - 25 Zielobjektsuche

S. 26 - 30 Ernährungsberatung

S. 31 - 32 Schlemmerecke

S. 33 - 36 Jagdgebrauchshund

S. 37 Buchtipp

S. 38 - 40 Dummytraining

S. 41 - 43 Mantrailing

S. 44 - 48 Welpenaufzucht

S. 49 Der Keim der Seele

S. 50 Tierfriedhof

S. 51 - 52 Hausmittel für Hunde

S. 53 - 54 Basteltipp

S. 55 Informatives

S. 56 Impressum


Seite 3 BeagleFriends - DAS Magazin

Nun ist es bereits zwei Jahre her, dass unser Beagle-Magazin online gegangen ist: acht Ausgaben mit

interessanten Themen, tollen Autoren, ohne die es natürlich nicht ginge. Dafür mal ein ganz besonders

großes Dankeschön an alle, die jede einzelne Ausgabe zu etwas Besonderem gemacht haben und

hoffentlich auch weiterhin machen werden!

Die 9. Ausgabe unseres Online-Magazins steht vornehmlich im Zeichen gesunder, agiler, sport- und

laufbegeisterter Beagle.

Dies beginnt bei der Ernährung unserer Hunde und hört nicht bei der Bewegung auf, denn es gibt vieles

dazwischen, was wir als Hundehalter für ein rundum glückliches Beagleleben leisten können.

Ihr werdet in dieser Ausgabe viele Anregungen bekommen, wie ihr euren Beagle fit halten könnt bis ins

hohe Alter. Auch wenn man keinen professionellen Sport treiben kann oder möchte, gibt es viele

Möglichkeiten, den Hund geistig wie körperlich auszulasten und zu „trainieren“.

Wie wichtig die richtige Ernährung ist, konntet ihr bereits in anderen Ausgaben lesen, aber auch in

dieser wird noch einmal das Augenmerk darauf gerichtet, besonders, wenn der Hund schon etwas

mehr auf den Rippen hat. Für eine gute Figur ist es nie zu spät! Also geht es bitte an. Euer Hund wird

es euch durch ein agiles, bewegungsfreudiges Auftreten danken.

Ein Hund braucht nicht auf eine Diät gesetzt werden, denn meist reicht es bei einem ansonsten

gesunden Hund schon aus, ihm mehr Bewegung zu verschaffen, die Leckereien etwas einzuschränken

und ein Futter zu wählen, welches auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt ist.

Ein Hund, der den ganzen Tag nur faul in der Ecke liegt, ständig nebenbei mit vielen Leckereien

„verwöhnt“ wird, für die er nichts tun muss, wird zwangsläufig dick werden. Das ist bei uns Menschen

nicht anders.

Die Figur seines Hundes immer kritisch im Blick zu haben und ggfs. sofort die Notbremse ziehen, wenn

Veränderungen in Richtung dick werden zu bemerken sind, ist der beste Weg für einen agilen,

gutaussehenden und gesunden Hund. Wünschen wir uns das nicht alle?

Viel Spaß nun mit unserer neuen

Ausgabe und viele gute Anregungen

wünscht euch

Jutta Ambach mit Moritz & Hobi

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Copyright Foto: Jutta Ambach


BeagleFriends - DAS Magazin

Philosophieren am Nachmittag

Julia Sànchez Haas

Gedanken, Erlebnisse und Aktivitäten von und mit Ex-Labori-Mädel Paula, genannt Paulinchen oder

Mausi

Hallödeli, liebe Freunde, da draußen im Lande,

neulich trat ich mit meinen Dosenöffnern in einen Dialog, den sie immer noch nicht verstanden haben.

Es fing damit an, dass ich in meinem Hundebeet (da, wo ich abends spät noch einmal pieseln darf) mit

Powerbuddeln begonnen habe. Na ja, genauer gesagt, habe ich mich an den Aushub eines

beachtlichen Lochs gemacht, das nach relativ kurzer Zeit schon fast einen halben Meter tief und ich

also quasi bereits auf Tauchstation war. Mama und Papa merkten das erst, als ich fast nicht mehr von

den weggeschaufelten Erdbrocken zu unterscheiden war.

Dann standen sie neben dem Beet und rätselten, was ich dort wohl suche. „Tja, ihr Lieben, dann

grübelt mal schön“ dachte ich mir… Während sie noch überlegten, arbeitete ich energisch weiter, denn

Zeit ist ja schließlich knapp. Endlich hörte ich den Geheimcode der Beiden, der da lautete: „Paulinchen,

komm mal raus da, du bekommst auch ein Leckerchen!“ Schwupps ließ ich Loch Loch sein und

kletterte raus. Erst da sahen die Zwei meinen stark derangierten Zustand, weil ich über und über mit

feuchter Erde bedeckt war und irgendwie „unfrisch“ roch. Da ich jedoch fröhlich und schwanzwedelnd

vor ihnen stand, konnte mir natürlich keiner böse sein. Also wurde ich „entdreckt“ und bekam dann ein

kleines Stückchen Schwarzbrot mit Leberwurst. Diese seltene Gunst musste ich mir hart verdienen,

fand ich und genoss still vor mich hin.

Sitzschlaf einer Wühlmaus

Später sah ich, wie Papa sorgfältig das Loch wieder

zuschippte und einebnete…

Tag zwei der Loch-Zeitrechnung brach an und ich

verbrachte wieder meine Freizeit in „meinem“ Innenhof,

wo sich das bereits erwähnte Beet befindet, da hier die

Sonne vom Himmel lachte und ich dort gern liege, um

meinen Bauch zu wärmen. Mama und Papa waren

beschäftigt – und ich auch, denn sogleich nutzte ich die

Gelegenheit für neuerliche Tiefbauarbeiten…

Ich grub in gleichmäßigem Tempo, die Erde spritzte nur so, meine Pfotensohlen qualmten, so dass ich

hin und wieder einen Moment inne halten musste. Ich horchte aufmerksam, aber noch hatten meine

Dosenöffner meine neuerlichen Aktivitäten nicht entdeckt. Doch dann der Befreiungsschrei von Mama:

„Schatz, guck dir das mal an!“ Papa kam, sah und wieder begann das Rätselraten, was ich dort wohl

suchen könnte. Da vor uns niemand im Haus jemals Hunde hatte, wurde ein verbuddelter Knochen

ausgeschlossen. Hm, da war guter Rat teuer. Endlich wurde ich (ihr denkt an den Geheimcode…?)

gerufen, gesäubert und bekam dieses Mal ein ordentliches Stück Banane. Dafür grabe ich glatt einen

Tunnel…

Müßig zu erwähnen, dass Papa das Loch zuschippte und sich wunderte, dass Erde fehlte und das

Loch schon eine leichte Delle hat… Ich habe in verschiedene Richtungen gearbeitet, was er noch nicht

entdeckt hatte.

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Tag sieben der Loch-Zeitrechnung hatte schon etwas Besonderes, weil eine Buddelwoche am Stück –

das muss mir erst mal einer nachmachen, Freunde! Meine „Ausbeute“ der vergangen Tage waren ein

kleines gebratenes Kartöffelchen, ein Bröckchen vom rohen Rindergulasch, ein Scheibchen Melone,

der innere Strunk eines Brokkoli und ein Eckchen von Mamas leckerem Käse. Mittlerweile war das zu

einem Wettstreit zwischen Papa und mir geworden – je tiefer ich buddelte, desto emsiger schaufelte er

alles wieder zu. Auch wurden keine Überlegungen mehr angestellt, was ich wohl suchen könnte, es

hieß nur noch „Pauline buddelt!“, dann die Anweisung: „Paulinchen, komm raus da, du bekommst ein

Leckerchen!“ (Geheimcode…) Ja, so und nicht anders funktioniert es!

Mama war es nach einer Woche leid und verpasste mir ein Vollbad, was ich ja eigentlich über alles

liebe, nur hatte ich irgendwie das Gefühl, als würde damit meine Buddelorgie zu Ende gehen, vage

nur, aber mein Instinkt war alarmiert. Mama bemühte sich besonders liebevoll um mich, trocknete mich

mit diesem Riesen-Badetuch ab, auf dem fett „Paula“ prangt, fönte bei mittlerer Wärme, so wie ich es

besonders mag, so dass ich mich fast schon einlullen ließ, aber mein Instinkt ließ mir keine Ruhe und

stand auf Vorahnung. Als ich mit Mama das Bad verließ, ging es zunächst in die Küche, wo ein

köstliches Stückchen Putenfleisch auf mich wartete. So was gibt es immer nach dem Baden, erklärt

vermutlich so einiges…

Als ich abends in den Innenhof ging und zu meinem Beet flitzte, war dieses zur Hälfte mit Marderdraht

bedeckt. Nur die „Spur“, wo ich mich immer hinhocke, war noch frei. Ist es denn zu fassen? Papa hatte

mich reingelegt, was sagt ihr dazu? Meinen geballten Protest legte ich in den Blick, den ich meinen

Zweibeinern zuwarf, doch die waren lieb und fröhlich wie immer, verwöhnten mich mit

Möhrenstückchen und sahen sich nur vielsagend grinsend an. Das Leben ist so ungerecht!!!

Andererseits – meine Menschen sind sich sicher, dass sie mich hereingelegt haben. Püh, sie haben

sich eine Woche lang von m i r an der Nase herumführen lassen, das ist ihnen überhaupt nicht

aufgefallen! Hihi, Zweibeiner sind so naiv…

Also, Leute, ich grübele jetzt fix an einer neuen Strategie, wie ich außer der Reihe an leckere

Verwöhnlerlis komme. Ihr pflichtet mir doch sicherlich bei, dass ich mir schon einiges einfallen lassen

werde, um an mein Ziel zu gelangen, oder? Selbst mit größtem körperlichen Einsatz ist mir keine

Methode zu abgefahren, als dass ich sie nicht testen würde. Hinweise nehme ich natürlich auch gern

entgegen, aber ich denke, meine kreative Ader hält noch viele, aufregende Ideen bereit. Drückt mal die

Daumen, dass ich bald wieder mein „Werk“ fortsetzen kann, in welcher Form auch immer…

Darum für heute viele liebe Beagle-Knuddler von eurer

Paula, der Projektentwicklerin

Tiefschlaf nach sieben Grabetagen

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Copyright Fotos: Julia Sànchez-Haas


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Down als Lebensversicherung für unseren Hund

Sabine Otto

Trainingsstufe 4

So, ich hoffe, ihr seid noch alle dabei und habt Lust auf

den weiteren Weg zum DOWN.

Für alle, die erst jetzt mitlesen, möchte ich auf die

beiden vorherigen Magazinausgaben verweisen, in

denen unsere bisherigen Trainingsschritte beschrieben

wurden:

Das Ziel: Das schnelle Platz auf Triller und Zeichen bei steigender Distanz zum Hundehalter

aus dem Stehen.

Ort: Ruhige Wiese ohne zusätzliche Ablenkung durch andere Personen/Hunde.

Teil 3 - Endspurt

Hilfsmittel: Lange Leine (10 Meter, später auch länger), Leckerli oder Spielzeug, je nach

Vorliebe des Hundes.

Voraussetzung: Der Hund hat das Lernziel der Trainingsstufe 3 sicher erreicht (siehe

vorherige Ausgabe des Magazins).

Ablauf:

Nun werden wir nach und nach die Distanz erhöhen. Das Hörkommando „Platz“ bauen wir ab

und nutzen nur noch den Triller.

Auf einer ruhigen Wiese lassen wir unseren Hund in halber Schleppleinendistanz (5 Meter)

schnüffeln. Wenn er an einer Stelle länger stehen bleibt, trillern wir und geben zusätzlich

beide Sichtzeichen.

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Mögliche Reaktionen beim Hund könne sein:

Hund geht sofort + schnell ins Platz

Sehr ruhig lobend gehen wir zum Hund, legen ein paar Leckerlis zwischen die Pfoten und

entlassen ihn aus dem Kommando.

Hund dreht sich um zu uns und geht dann ins Platz

Sehr ruhig lobend gehen wir zum Hund und entlassen ihn aus dem Kommando und trillern

direkt beim Hund erneut (Trainingsstufe 3), der dann schnell ins Platz fallen sollte. Liegt er,

wird sehr ruhig gelobt und der Hund wird aus dem Kommando entlassen.

Hund setzt sich und schaut uns an

Wir trillern direkt noch einmal und helfen dem Hund mit einer Abwärtsbewegung unseres

Körpers + Sichtzeichen. Legt er sich jetzt, gehen wir ruhig lobend zum Hund und entlassen

ihn aus dem Kommando und trillern direkt beim Hund erneut (Trainingsstufe 3), der dann ins

Platz fallen sollte. Liegt er, wird sehr ruhig gelobt und der Hund wird aus dem Kommando

entlassen. Anschließend erneut direkt beim Hund trillern (Trainingsstufe 3), der dann ins

Platz fallen sollte.

Hund schnüffelt unbeeindruckt weiter

Wir verkürzen die Entfernung auf die Hälfte und trillern erneut. Liegt er, wird sehr ruhig

gelobt und der Hund wird aus dem Kommando entlassen. Anschließend direkt beim Hund

erneut trillern (Trainingsstufe 3), der dann ins Platz fallen sollte.

Stufe 1 - Distanz 2 bis 5 Meter, Umgebung ablenkungsarm, Hund steht.

Stufe 2 - Distanz 10 Meter, Umgebung ablenkungsarm, Hund steht.

Stufe 3 - Distanz 10 Meter, Umgebung mit etwas mehr Ablenkung, Hund steht.

Stufe 4 - Distanz 10 Meter, Umgebung ablenkungsreich, Hund steht.

Stufe 5 - Distanz 20 Meter, Umgebung ablenkungsarm, Hund steht.

Stufe 6 - Distanz 20 Meter, Umgebung mit etwas mehr Ablenkung, Hund steht.

Stufe 7 - Distanz 20 Meter, Umgebung ablenkungsreich, Hund steht.

Ihr tut euch selbst einen Gefallen, die Distanz erst dann zu erhöhen, wenn die Vorstufe sehr sicher

klappt, denn auf 20 Meter Distanz könnt ihr kaum mehr zeitnah korrigieren.


BeagleFriends - DAS Magazin

Trainingsstufe 5:

Das Ziel: Das schnelle Platz auf Triller und Zeichen bei steigender Distanz zum Hundehalter aus sehr

langsamen Bewegungen.

Ort: Ruhige Wiese ohne zusätzliche Ablenkung durch andere Personen/Hunde.

Hilfsmittel: Lange Leine (10 Meter, später auch länger), Leckerli oder Spielzeug, je nach Vorliebe des

Hundes.

Vorraussetzung: Der Hund hat das Lernziel der Trainingsstufe 4 sicher erreicht.

Ablauf:

Genau wie Stufe 4, jedoch steht der Hund nicht, er geht langsam vorwärts. Die Schleppleine ist locker

und nicht gespannt, wenn wir trillern. Sie dient lediglich dazu, dass wir notfalls den Hund darüber

sichern, damit er sich dem Training nicht entziehen kann.

Alle Einzelschritte von Stufe 4 werden sorgfältig durchgearbeitet.

Trainingsstufe 6:

Das Ziel: Das schnelle Platz auf Triller und Zeichen bei steigender Distanz zum Hundehalter aus

normal schnellen Bewegungen.

Ort: Ruhige Wiese ohne zusätzliche Ablenkung durch andere Personen/Hunde.

Hilfsmittel: Lange Leine (10 Meter, später auch länger), Leckerli oder Spielzeug, je nach Hund.

Vorraussetzung: Der Hund hat das Lernziel der Trainingsstufe 5 sicher erreicht.

Ablauf:

Genau wie Stufe 4, jedoch steht der Hund nicht, er geht im normalen Tempo vorwärts. Die Schleppleine

ist locker und nicht gespannt, wenn wir trillern. Sie dient lediglich dazu, dass wir notfalls den Hund

darüber sichern, damit er sich dem Training nicht entziehen kann.

Alle Einzelschritte von Stufe 4 werden sorgfältig durchgearbeitet.

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Trainingsstufe 7:

Das Ziel: Das schnelle Platz auf Triller und Zeichen bei steigender Distanz zum Hundehalter aus

schnellen Bewegungen.

Ort: Ruhige Wiese ohne zusätzliche Ablenkung durch andere Personen/Hunde.

Hilfsmittel: Lange Leine (10 Meter), Leckerli oder Spielzeug, je nach Hund.

Vorraussetzung: Der Hund hat das Lernziel der Trainingsstufe 6 sicher erreicht.

Ablauf:

Genau wie Stufe 4, jedoch steht der Hund nicht, er geht im schnellen Tempo vorwärts. Die Schleppleine

ist locker und nicht gespannt, wenn wir trillern. Sie dient lediglich dazu, dass wir notfalls den Hund

darüber sichern, damit er sich dem Training nicht entziehen kann. Ab 10 Meter Distanz entfernen wir die

Schleppleine, sie macht dann keinen Sinn mehr.

Alle Einzelschritte von Stufe 4 werden sorgfältig durchgearbeitet.

Momentaner Lernstand:

Der Hund geht auf Triller + Sichtzeichen Platz + gestreckter Arm nach oben direkt sehr schnell ins Platz.

Dies beherrscht er auf ca. 20 Meter Distanz aus der Bewegung.

Dieser Lernstand muss gründlich gefestigt werden, die Distanz kann nach und nach weiter ausgedehnt

werden.

Wer nicht zu schnell vorgegangen ist und alle Punkte sorgfältig durchgearbeitet hat, sollte nun das

ursprüngliche Trainingsziel erreicht haben.

Lasst euch Zeit, keiner drängt euch und ich wünsche euch viel Freude auf dem Weg zum DOWN. Glaubt

mir, es macht Spaß!

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Copyright Fotos: Sabine Otto


BeagleFriends - DAS Magazin

Tanja de Boer

Es gilt als bewiesen: Ein Hund am

Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf das

Betriebsklima aus.

Er dient als Gesprächsstoff, lockt etwas

schüchterne Kollegen aus der Reserve,

hebt einfach allgemein die Stimmung – und

sorgt sogar für ein effektiveres Arbeiten.

Unser Falcon ist seit der 12. Lebenswoche ein Bürohund. Mittlerweile ist er knapp sechs Jahre alt

und in unserer Firma gilt es als total normal, dass es einen vierbeinigen „Kollegen“ gibt. Der Weg zu

dieser „Normalität“ war allerdings nicht immer einfach.

Vorbereitung auf „Kollege Hund“

Für meinen Mann und mich war vor dem Hundekauf klar: Wenn überhaupt einen Hund, dann muss

er mit ins Büro. Sollte dies nicht möglich sein, dann würden wir schweren Herzens auf einen Hund

verzichten. Ihn über viele Stunden oder gar einen ganzen Arbeitstag lang allein zu Hause zu lassen,

ließ sich nicht mit unserer Vorstellung einer artgerechten Haltung vereinbaren.

Ich weiß, dass viele (potentielle) Hundehalter davon träumen, ihren Hund mit ins Büro zu nehmen.

Leider ist das nicht immer möglich, wie z. B. bei meinem Mann. Sein damaliger Chef – selbst Jäger

und Hundehalter – war nicht für die Anwesenheit eines Hundes in seiner Firma zu begeistern.

Blieb also nur noch mein Büro übrig. Ich habe zwar das Glück, selbstständig tätig zu sein, allerdings

bin ich nicht alleinige „Chefin“ in unserem Unternehmen. Somit musste ich als erstes die beiden

anderen Geschäftsführer überzeugen, wie schön es doch wäre, einen Hund im Unternehmen zu

„beschäftigen“.

Zunächst stieß ich allerdings auf wenig Begeisterung. Ich wurde mit Fragen wie folgenden

konfrontiert: Ist es nicht „unseriös“, wenn Kunden anrufen und im Hintergrund bellt vielleicht ein

Hund? Oder er sich beim direkten Kundenbesuch vielleicht rüpelhaft benimmt? Treten wir vielleicht

eine Lawine los und andere Mitarbeiter möchten auch ihre Hunde an den Arbeitsplatz mitnehmen?

Wollen die Mitarbeiter überhaupt einen Hund im Gebäude? Hat jemand Angst vor Hunden oder

reagiert allergisch? Und so weiter und so weiter…

Ich habe versucht, alle „Wenn“ und „Aber“ im Vorfeld so gut wie möglich zu entkräften. Ich habe im

Team eine Umfrage gestartet, Informationen eingeholt, aber auch über die Rasse Beagle und sein

soziales Wesen informiert. Zum Glück hatte wissentlich keiner der Kollegen eine Tierhaar-Allergie,

jeder war grundsätzlich gegenüber einem Hund in der Firma aufgeschlossen und keiner hatte zum

damaligen Zeitpunkt einen Hund, der sich ebenfalls um eine Stelle als Bürohund bewerben wollte.

Ich recherchierte auch ein wenig in unserer Branche und siehe da: Es gab etliche Firmen, die

Bürohunde hielten Bei einem unserer größten Kunden hatten sogar alle drei Geschäftsführer ihre

Hunde mit im Büro. Na, das wurde natürlich mein Hauptargument gegenüber meinen mitführenden

Chefs. Ganz überzeugt waren sie zwar trotzdem nicht, ließen sich aber letztendlich auf dieses

Experiment ein.

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Der neue „Kollege“ ist da!

Falcon hielt also Einzug in die Firma. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, stößt ein zwölfwöchiger

Beagle - Welpe zunächst einmal nicht wirklich auf Ablehnung. Die erste Bewährungsprobe ließ dann

aber nicht lange auf sich warten: Hoher Geschäftsbesuch kündigte sich überraschend an. Leichte

Panik breitete sich bei meinen Geschäftspartnern aus. Und auch ich war sehr gespannt, wie die ganze

Sache laufen würde. Was soll ich sagen? Der Besuch schmolz beim Anblick von „Klein-Falcon“

regelrecht dahin, setzte sich (mit Anzug und Krawatte!!) auf den Fußboden und beschäftigte sich erst

einmal 15 Minuten nur mit meinem Beagle. Baffes Erstaunen bei uns allen. Und um ein wenig

vorzugreifen: Wir haben bis dato (glücklicherweise) nur positives Feedback auf unseren Firmenhund

bekommen, egal, wer uns besucht. Viele finden es einfach nur toll. Das liegt zum größten Teil an

Falcon selbst, der jeden Besucher immer total relaxt und freundlich begrüßt – wenn überhaupt. Oft

bleibt er auch einfach auf seinem Platz liegen und ignoriert den Besuch. Das kann er nämlich sehr

gut. Somit buhlen mittlerweile eher unsere Besucher um seine Aufmerksamkeit als umgekehrt.

Natürlich ging aber nicht immer alles glatt.

Grundsätzlich änderte sich der Ablauf meines

Arbeitstages zuerst einmal gewaltig. Falcon war ja

noch nicht ganz stubenrein. So musste ich ihn

natürlich immer im Auge behalten, damit ich ihn

rechtzeitig raus ließ. Das klappte nicht immer und so

manch’ kleiner See „verschönerte“ unsere Teppiche.

Es war auch manchmal sehr unangenehm, wenn die

Pippi-Zeit gerade mitten in einem wichtigen Meeting

angesagt war. Das waren die Momente, wo ich

manchmal ein wenig genervt angeschaut wurde, weil

ich damit ja auch alle anderen „ausbremste“. Und

nicht jeder schrie „Hurra“, wenn Falcon mal ein

Kleidungsstück „einspeichelte“. Da war schon eine

große Portion Toleranz und Verständnis von meinen

„hundelosen“ Kollegen gefragt.

Büroarbeit macht müde

Aber nach und nach – u. a. mit zunehmender „Blasenstärke“ von Falcon – spielte sich ein zeitlicher

Rhythmus ein, den alle Kollegen und auch Falcon, mittlerweile kennen.

Aber nicht nur die festen Gassi - Zeiten erleichtern dem Hund das Büroleben, sondern auch eine gute

Sozialisierung und Erziehung. Glücklicherweise ist Falcon von Natur aus ein sehr entspannter Hund,

den weder Telefonklingeln, zuschlagende Türen, Staubsauger o. ä. stressen. Das ist ein positiver

Nebeneffekt. Wichtig für ein gutes Miteinander im Büro ist allerdings auch eine gute Grunderziehung.

Wir gingen mit Falcon nicht nur zum Erlangen des Grundgehorsams in die Hundeschule, sondern er

absolvierte dort auch seine Begleithundeprüfung. Somit benimmt er sich erstaunlich gut. Natürlich

macht er auch Blödsinn im Büro, wie z. B. „Papierkorbkontrolle“ und Schredderarbeiten von

Kartonagen, aber letztendlich benimmt er sich „auf Befehl“ sehr gut. Sollte er trotzdem mal seinen

Dickkopftag haben, hilft letzten Endes immer noch ein Leckerchen als Bestechung - besonders, wenn

er die Möglichkeit nutzt, in unser Warenlager zu entkommen, denn das ist ein wahrer

Abenteuerspielplatz für ihn, den er ungern wieder verlässt.

Aber trotz aller positiven Routine, übermäßigen Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten ist der

tägliche Aufenthalt im Büro natürlich nicht das sozial auslastende Umfeld für unseren Hund. Wir

treffen zwar durch unsere täglichen Spaziergänge eine Menge Hunde und Halter, aber gestehen

Falcon auch die Möglichkeit eines bürofreien Tages zu. Einmal wöchentlich darf er in einer

hervorragenden Tierbetreuung richtig Hund sein, mit seinen vielen Kumpels dort toben, laufen,

dösen, wälzen, schwimmen, so dass wir abends einen total müden, aber sehr glücklichen Falcon

nach Hause holen, der die nächsten Bürotage wieder total entspannt genießen kann.


BeagleFriends - DAS Magazin

Zusammenfassung: Eignet sich mein Hund zum Bürohund?

� Der Hund sollte ausreichend sozialisiert sein, das heißt, fremde Menschen und Geräusche

sollten ihm keine Angst einjagen. Natürlich sollte er auch nicht aggressiv sein.

� Besonders wichtig ist es, seinem Hund einen festen Platz zu reservieren, auf den er sich

jederzeit zurückziehen kann und seine Ruhe hat. Dieser darf nicht zugig sein und muss

Schutz vor Sonne und Kälte bieten. Ständig sollte dem Vierbeiner Wasser zur Verfügung

stehen.

� Ein Welpe im Büro stellt besondere Ansprüche: Er muss regelmäßig ausgeführt werden,

damit er stubenrein wird. Dazu kommt, dass die Kleinen einen ausgeprägten Spieltrieb

haben und beschäftigt werden möchten. Kann man diesen Bedürfnissen nachkommen, ist

es durchaus sinnvoll, Hunde bereits im Welpenalter ans Büro zu gewöhnen. In der Regel

sollte man alle drei bis vier Stunden seinen Hund ausführen. Junghunde müssen etwa alle

zwei Stunden vor die Tür. Das sollte man im Vorfeld mit dem Arbeitgeber besprechen,

damit er weiß, was auf ihn zukommt.

� In Fällen von Auswärtsterminen oder Meetings sollte die Betreuung des Hundes im Voraus

geregelt sein. Ist er mit den Kollegen vertraut, können sie sich vielleicht nach Absprache um

ihn kümmern. Bei kürzeren Meetings kann er – je nachdem, wie gut er erzogen ist –

vielleicht auch allein auf seinem Platz auf die Rückkehr von Herrchen oder Frauchen warten.

Fazit

Generell ist es wirklich schön, seinen Hund am Arbeitsplatz dabei haben zu können. Allerdings gehört

dazu eine gute Vorbereitung, Kooperation, Verständnis und Toleranz seitens des Arbeitgebers und

der Kollegen als auch eine ganz klare Struktur für den Hund & Besitzer. Nur so klappt ein

reibungsloses Miteinander, von dem alle etwas haben.

Falcon arbeitet auch als „Schredder“

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Copyright Fotos & Cartoon: Tanja de Boer

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Was ist das eigentlich?

Mareike Stolpmann

Der Halter eines Neufundländers definiert Leinenführigkeit sicher anders als der Halter eines

Chihuahuas, dennoch besteht vom Grundsatz her kein Unterschied. Der Unterschied liegt lediglich im

Kraftaufwand, den der Mensch bei Spaziergängen aufbringen muss, um seinen Hund zu händeln.

Und hier beginnt meistens der Leidensdruck beim Menschen, zumindest ab einer gewissen

Gewichtsklasse des Hundes. Tatsächlich ist das Thema „Leinenführigkeit“ das am meisten

angesprochene in der Hundeschulpraxis.

Leine ziehen

Lockeres an der Leine gehen

Leinenführigkeit bedeutet, dass ein Hund an der lockeren Leine läuft, ob am Halsband oder Geschirr.

Mit lockerer Leine meine ich eine durchhängende Leine, egal welcher Länge. Der Hund geht vor,

neben oder hinter dem Menschen. „Fuß“ gehen ist aber nicht damit gemeint! Den Grundstein für

entspanntes Spazierengehen an der lockeren Leine legt man am besten im Welpenalter, aber auch

bei erwachsenen Hunden ist Hopfen und Malz nicht verloren. Es ist letztlich, wie immer in der

Hundeerziehung, alles eine Frage der Konsequenz – allerdings sind Hunde konsequent

konsequenter als der Mensch.

Um für den Rest des Hundelebens eine gute Basis zu haben, lohnt es sich bereits beim Welpen sehr

viel Zeit in ein gutes Leinenführigkeitstraining zu investieren. Doch genau in dieser Zeit wird dieses

Thema leider oft eher stiefmütterlich behandelt. Da stehen häufig perfekte Sitz-, Platz- und Bleib-

Übungen im Vordergrund. Es stört ja auch noch nicht sonderlich, wenn so ein kleiner Wurm wie ein

Berserker an der Leine zerrt, wild von links nach rechts wechselt, ab und an einfach stur stehen

bleibt, da man als Mensch noch locker dagegen halten kann.

Bevor man mit dem Leinenführigkeitstraining beginnt, muss der Welpe erst einmal an Leine,

Geschirr oder Halsband gewöhnt werden. Wenn man einen guten Züchter hatte, dann hat dieser

bereits Zeit in die Gewöhnung an diese wichtigen Utensilien investiert. Falls nicht, beginnt man in

kleinen Schritten, am besten mit vielen Belohnungen und positiven Erfahrungen in der

überschaubaren Umgebung des eigenen Zuhauses, mit der Gewöhnung an Halsband und / oder

Geschirr sowie an das Gefühl, dass daran auch noch eine Leine befestigt wird. Wenn all dieses vom

Welpen nicht mehr als Störfaktor empfunden wird, kann das eigentliche Führigkeitstraining beginnen.

Bei erwachsenen Hunden hat die Gewöhnung an Halsband / Geschirr und Leine bereits

stattgefunden, allerdings oft auch eine Gewöhnung an einen ständigen Zug auf Hals oder Brust -

eine schlechte Angewohnheit, die man aber mit Geduld und Spucke, aber leider auch mit viel

Konsequenz abtrainieren kann, damit man am Ende des Trainings entspannte Runden mit dem

Hund absolvieren kann.


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Einige Grundregeln, die sowohl für Welpen als auch erwachsene Hunde gelten, sollten stets

beachtet werden:

� Die Leine sollte so lang sein, dass der Hund überhaupt eine Chance hat, an einer lockeren

Leine zu laufen (also mindestens 2 m). Kurzführer oder mit beiden Händen verkürzt gehaltene

Leinen sind kontraproduktiv, da der Hund nicht ständig für falsches Verhalten korrigiert,

sondern richtiges Verhalten verstärkt werden soll.

� Richtiges Verhalten, in diesem Fall das Gehen an einer lockeren, d.h. durchhängenden Leine,

immer mit Worten bestätigen und ab und an auch eine Belohnung geben. Das klingt einfach,

ist es aber nicht, denn wir Menschen neigen leider dazu, richtiges Hundeverhalten als

selbstverständlich anzusehen und hinzunehmen und nur „falsches“ Verhalten erfährt

Beachtung.

� Flexileinen sind für das Leinenführigkeitstraining ungeeignet, weil der Hund ja immer ziehen

muss. Bei einem leinenführigen Hund spricht aber prinzipiell nichts gegen die Verwendung

dieser Leinen.

� Die Leine ist eine „Sicherheitsverbindung“ zwischen Mensch und Hund. Sie dient nicht dazu,

den Hund zu maßregeln, ihn irgendwo hin oder von irgendwo weg zu zerren. Der Hund soll

nicht an der Leine ziehen, gleiches gilt aber auch für den Menschen!

Und wie übe ich mit meinem Hund die Leinenführigkeit? Es gibt drei Regeln, die es zu

beachten gilt:

� Der Mensch darf nicht für den Hund vorhersehbar sein. Soll heißen: Der Hund soll auf den

Menschen achten, nicht der Mensch auf den Hund.

� Die Rückorientierung auf den Menschen muss sich lohnen.

� Deshalb sollte der Halter für seinen Hund interessant sein.

Der erste Punkt klingt zwar einfach - schließlich sind Hunde keine Gedankenleser - doch leider

senden wir Menschen sehr viele körpersprachliche Signale aus, die für den Hund ganz leicht zu lesen

sind. Um unvorhersehbar für (m)einen Hund zu sein, muss ich selber unvorhersehbar handeln. Im

Rahmen des Leinenführigkeitstrainings bedeutet dies: Der Mensch geht z. B. zehn Schritte

geradeaus, biegt unvermittelt nach links ab, läuft eine kurze Strecke, dann eine Drehung nach links,

anschließend nach rechts usw. usf. Dabei wird nur aus dem Augenwinkel auf den Hund geachtet.

Sobald jedoch der Hund auf seinen Menschen achtet und die Leine locker bleibt, wird dies unbedingt

belohnt (Markersignal, z.B. „Fein“ und Leckerli). Man bewegt sich also in einem wilden Zickzack hin

und her. Dabei kommt es aber nicht auf Geschwindigkeit an, sondern man verwendet das normale

Spaziertempo. Auf Spaziergängen kehrt man unvermittelt um, biegt ab usw. Hunde lernen sehr

schnell, dass Menschen eigentlich immer nur eine Richtung kennen, nämlich voran. Daher überrascht

euren Hund und seid nicht vorhersehbar!

Aufmerksames Gehen

Rückwärtsgehen

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Seite 15 BeagleFriends - DAS Magazin

Um gezielt die Rückorientierung auf den Halter zu trainieren, empfehle ich folgendes Vorgehen: Wenn

der Hund bereits ein Anzeichen zeigt, dass die Leine auf Spannung gehen könnte, „spricht“ man ihn an.

Dabei sollte vermieden werden, seinen Namen zu verwenden, denn diesen hört er schon tausendmal

oder mehr am Tag, sondern man schnalzt mit der Zunge und geht gleichzeitig (!) rückwärts. Rückwärts

deswegen, damit der Hund die Chance hat, dem Menschen ins Gesicht zu sehen. Würde ich mich

wortlos umdrehen und ein Stück zurückgehen, dann würde der Hund auf meinen Rücken starren und

keine positive Bestätigung bekommen. Beim Rückwärtsgehen schlage ich zwei Fliegen mit einer

Klappe: 1. Mein Hund muss mich dabei ansehen, d.h. eine direkte Kontaktaufnahme ist möglich. 2. Ich

kann den Hund fürs Ansehen direkt bestätigen. Somit lernt der Hund, dass es sich lohnt, auf seinen

Menschen zu achten. Beim Rückwärtsgehen wird mit der Bestätigung (Lob und Leckerli) gewartet, bis

der Hund tatsächlich den Menschen anguckt - nicht die Umgebung. Hält man dieses Trainings

konsequent eine Weile durch, dann reicht bereits irgendwann das Schnalz-Geräusch völlig aus, um den

Hund an die Rückorientierung und damit gegen den Zug an der Leine zu erinnern. Auch dieses

Verhalten wird selbstverständlich positiv verstärkt. Es ist generell sinnvoll, jegliche Rückorientierung (der

Hund dreht sich um und guckt seinen Menschen an) zu bestätigen, sei es an der Leine oder im Freilauf

(mal mit Lob und Leckerli, mal nur durch Lob), um dieses Verhalten zu bestärken und um dem Hund zu

zeigen „Ich achte auf dich“.

Nun zum letzten Punkt: Man soll für seinen Hund interessant sein? Ist man das nicht schon allein durch

die pure Anwesenheit; auf Grund der „Gnade“, dem Vierbeiner ein Dach über dem Kopf zu bieten und

ihm regelmäßig das Futter zu kredenzen? Außerdem geht man doch mindestens zweimal am Tag Gassi

mit ihm? Reicht das noch nicht? Die Antwort lautet im Regelfall: „Nein“. Zumindest nicht, wenn man mit

seinem Hund draußen unterwegs ist, denn da sind die Markierstellen vom Lieblingsfeind oder der

läufigen Hündin, dann liegt da noch ein altes Pausenbrot von einem Schulkind und es gilt, diverse

andere Gerüche von Hunden, Katzen und Wildgetier zu erkunden. Das alles ist tausendmal

interessanter als das andere Ende der Leine.

Wie kann ich den Fokus meines Hundes von den vielen Umgebungsreizen auf mich umlenken? Meiner

Erfahrung nach sind Suchspiele am geeignetsten, da sie die Konzentration der Hunde fördern, ihre

Urinstinkte ansprechen und mit einem Sinn gearbeitet wird, den Hunde bevorzugt einsetzen. In diesem

Fall wird der Geruchssinn aber nicht unabhängig vom, sondern mit dem Menschen zusammen

eingesetzt! Bei der Nasenarbeit können Leckerlis fliegen, über den Boden rollen, versteckt werden - der

Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist beim Leinenführigkeitstraining, dass der Hund in

seinem Streben, das Leckerli zu bekommen, nicht in die Leine springen soll, sondern entweder werden

die Leckerlis im Radius der Leine eingesetzt oder man ist schnell genug, um hinter seinem Hund her zu

sprinten. Neben Leckerlis können natürlich auch Gegenstände oder Futterbeutel gesucht werden.

Wichtig ist, dass man es mit dem Hund zusammen tut! Es können auch Gegebenheiten auf dem

Spazierweg genutzt werden, um mit dem Hund zusammen kleine Übungen zu absolvieren. Diese

können im Rahmen des Grundgehorsamstrainings erfolgen oder beispielsweise Elemente aus dem

Agility beinhalten, wie über Baumstämme balancieren oder springen usw. Auch hier kann man sich

wieder interessant machen, indem man die Art der Belohnung variiert (z. B. anstatt immer nur das

Leckerli zu geben, könnte man es den Hund auch fangen lassen, es rollen usw.). Egal, was man macht,

letztlich kommt es nur darauf an, dass Hund und Halter nicht einfach nur nebeneinander her laufen,

sondern auch was zusammen unternehmen. Dies muss nicht über den ganzen Spaziergang erfolgen,

bereits mit ein paar Übungen oder Spielen, die eingestreut werden, konzentriert sich der Hund eher auf

den Halter und orientiert sich an ihm, anstatt ständig am äußersten Ende der Leine, unabhängig eigene

interessante Erfahrungen machen zu wollen.

Zum Abschluss noch ein Kommentar zu dem altbekannten Ratschlag, einfach stehen zu bleiben, wenn

der Hund an der Leine zieht: Hier landen wir wieder beim Thema Konsequenz und der Tatsache, dass

Hunde meistens konsequenter als ihre Menschen sind. Zieht der Hund an der Leine und der Halter

bleibt einfach stehen, entsteht eine Patt-Situation. Man sollte nun warten, bis der Hund sich umdreht

und zum Menschen zurückkommt. Doch dazu fehlt den meisten Zweibeinern einfach die Geduld. In der

Regel steht man da, wartet und wartet und irgendwann macht man einen winzig kleinen Schritt nach

vorne. Schwupps, Leine locker, also kann es ja weitergehen. Der Hund lernt: Leine ziehen, stehen

bleiben und irgendwann geht es schon weiter. Das Stehen bleiben als Maßnahme gegen das

Leineziehen funktioniert nur, wenn der Hund die Rückorientierung auf seinen Menschen gelernt hat und

der Mensch wirklich von Anfang an konsequent in diesem Sinne gearbeitet hat.

Ich wünsche euch viele entspannte Spaziergänge mit euren Hunden!

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Copyright Fotos: Mareike Stolpmann / www.hundewesen.com


BeagleFriends - DAS Magazin

Frauke Sommer - Tierheilpraktikerin

Der geschichtliche Hintergrund

Christian Friedrich Samuel Hahnemann gilt als der Begründer der

Homöopathie. Er wurde 1755 geboren. Hahnemann war ein guter

Schüler und studierte Medizin.

Die Medizin des 18. Jahrhunderts war noch nicht sehr weit

entwickelt. Es gab keine wissenschaftliche Grundlage zur

Behandlung von Krankheiten. Bakterien und Viren waren völlig

unbekannt und die Funktion des Körpers nicht erforscht. Die Ärzte

dieser Zeit „heilten“ vornehmlich mit abführenden,

brechreizerregenden und schweißtreibenden Mitteln. Der Aderlass

war das Mittel der Wahl und man gab viele giftige und unnütze

Stoffe durcheinander, so dass man letztlich nicht wusste, woran ein

Patient gestorben war.

Hahnemann

Hahnemann übersetzte viele Lehrschriften in die deutsche Sprache. Bei einer seiner Arbeiten traf

er auf die „Materia Medica“ von William Cullen. Dieser behauptete, dass Chinarinde gegen Malaria

helfe. Dieser Aussage wollte Hahnemann nicht glauben und startete einen Selbstversuch. Er nahm

über einen längeren Zeitraum kleine Mengen Chinarinde zu sich und entwickelte die Symptome der

Malaria! Setzte er das Mittel ab, verschwanden die Symptome. Nahm er es wieder ein, kam auch

das Fieber zurück. Hahnemann wiederholte dieses Experiment mit anderen gesunden Personen

mit dem gleichen Ergebnis.

Mit dieser Prozedur der Arzneimittelprüfung testete er viele andere Stoffe. So bildete sich der

Grundsatz heraus: „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“. Anhand der erarbeiteten

Arzneimittelbilder, die genau die Symptome, Abneigungen, Vorlieben und Besonderheiten

auflisteten, konnten nun Kranke behandelt werden. Die Stoffe, die Hahnemann seinen Patienten

gab, waren teilweise sehr giftig. Um die Nebenwirkungen zu minimieren, ging er dazu über, die

Mittel zu verdünnen. Außerdem hoffte er, dass durch heftiges Schütteln und rhythmisches

Aufschlagen auf ein festes Lederkissen die Energie der Stoffe in die Flüssigkeit überginge.

Hahnemann war überrascht. Die potenzierten Mittel hatten nicht nur weniger Nebenwirkungen,

sondern sie halfen auch sehr viel besser.

Die homöopathische Idee

Krankheit bedeutet: Der Körper ist aus dem Gleichgewicht gekommen. Homöopathie ist ein Weg,

die Lebenskraft wieder auszugleichen. Ist die Lebenskraft durch ein akutes Geschehen gestört,

wählt man das Mittel entsprechend der Symptome und gibt es in einer niedrigen Potenz mehrfach

hintereinander. Die Potenz wähle ich hier bei D6 - D12, je nach Störung und Mittel. Ist die

Lebenskraft jedoch chronisch gestört, brauche ich alle Symptome, die der Patient zeigt. Als

Therapeutin liste ich alle Symptome, Vorlieben, Abneigungen, Besonderheiten und frühere

Krankheiten des Tieres auf. Dieses Anamnesegespräch mit dem Halter, die Beobachtung des

Tieres und die Auswahl des richtigen Mittels kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Ist das richtige

Mittel für die chronische Störung des Hundes gefunden, verabreiche ich eine mittlere Potenz (C30)

oder eine Hochpotenz (C 200). Sehr hohe Potenzen, im LM- oder Q-Bereich, kommen in der

Tierhomöopathie nur sehr selten zum Einsatz.

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Seite 17 BeagleFriends - DAS Magazin

Wie werden Homöopathika hergestellt?

Homöopathika werden aus Pflanzen, Tieren, Mineralstoffen oder Krankheitserregern hergestellt. Für die

Urtinktur wird der Ausgangsstoff in eine Alkohol-Wasser-Lösung eingelegt und nach einer Einwirkzeit

abgefiltert. Ein Tropfen der Urtinktur wird mit neun Tropfen einer Alkohol-Wasser-Lösung verschüttelt.

Das Ergebnis ist eine D1-Potenz des Ausgangsstoffes. Ein Tropfen D1 mit neun Tropfen Alkohol-Wasser

-Lösung ergibt D2 usw. Bei der C-Potenz wird im Verhältnis 1:100 vermischt. Die Grundsubstanz ist bei

dieser Prozedur durch chemische Untersuchungen sehr schnell nicht mehr nachweisbar. Aber die

energetische Wirkung wird mit jeder Potenzierungsstufe stärker.

Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist diese Wirkung nicht beweisbar, aber die häufigen

Behandlungserfolge sprechen für sich.

Ein Fallbeispiel

Mir wurde ein sieben Monate alter Rüde vorgestellt.

Spike hatte eine walnussgroße Schwellung unter dem

Kinn. Er war sehr zurückgezogen und spielte nicht, wie

für sein Alter üblich, weder zu Hause noch in der

Hundeschule mit seinen Artgenossen. Der Tierarzt der

Familie hatte Spike untersucht und den Rüden mit

Antibiotika behandelt. Diese Antibiotikatherapie zeigte

leider keinen Erfolg. Der Tierarzt riet zu einer operativen

Entfernung der starken Schwellung.

Wann kann Homöopathie helfen?

Globoli

Die Besitzerin von Spike wollte jedoch zuvor eine homöopathische Therapie ausprobieren. Ich

diagnostizierte eine Entzündung der Unterzungendrüse (Glandula sublingualis). Die

Verhaltenssymptome und die Schwellung der Drüse brachte mich auf das Mittel „Niticum acidum“,

welches ich in einer C30-Potenz verordnete - eine mittlere Potenz für Seele und Körper. Die Schwellung

ging zurück und war nach drei Wochen nicht mehr tastbar. Spike blühte auf und spielte mit anderen

Hunden.

Die Behandlungsbereiche für homöopathische Mittel sind sehr groß. An dieser Stelle können nur einige

Beispiele genannt werden:

� Probleme mit der Haut (Haarausfall, Entzündungen, Pilzbefall, Juckreiz)

� Probleme im Bewegungsapparat (zu weiche Bänder und Sehnen, Arthroseschmerzen,

Verstauchungen, Unterstützung bei Frakturausheilung)

� Verhaltensauffälligkeiten (Angstzustände, Hyperaktivität)

� Allergien (Durchfall, tränende Augen)

� Probleme im Magendarmbereich (Futterunverträglichkeit, Analdrüsenentzündung)

� Probleme im Urogenitalbereich (Inkontinenz)

� Konstitutionstherapie (eine Sonderform zur Prophylaxe)

� Nosodentherapie (Homöopathika aus körpereigenen Substanzen oder Krankheitserregern)

� Komplexmittel (Mischung aus Mitteln, die einen Störbereich abdecken)

Auch wenn die Anfänge der Homöopathie schon 200 Jahre alt sind, hat sie sich weiterentwickelt und

verdient einen Platz neben der Schulmedizin. Es heißt nicht entweder - oder, sondern Schulmedizin und

Komplementärmedizin sollten sich zum Wohle des Patienten ergänzen.

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Copyright Fotos: Wikipedia, Jutta Ambach


BeagleFriends - DAS Magazin

Ilse Marggraf

Morgens, zwischen 6 und 7 Uhr: Die Terrassentür ist weit geöffnet. Jonas setzt mit einem freudigen

Hüpfer über die Schwelle und sprintet über den Rasen hinauf zur Böschung. Unter hohen

Ahornbäumen, Eschen, Holunder- und Haselsträuchern hebt er kurz sein Beinchen. In Beagle-

Manier, mit der Nase auf dem Boden, wird anschließend der Garten abgeschritten. Und wehe, wenn

Nachbars Katze vom Schuppen aus über den Zaun in sein Revier eingedrungen ist, dann wird Laut

gegeben und angezeigt. Das ruft Henry auf den Plan und gemeinsam streifen die beiden zwischen

den robusten Stauden umher. An den Ritzen der Trockenmauern werden Düfte von Mäusen geortet,

deren Spuren verfolgt, in den Bäumen springende Eichhörnchen gesichtet, Schmetterlinge gehascht

und Tauben vom Rasen vertrieben.

Nach der täglichen, ausgiebigen Morgenwanderung durch Wald und Flur und nach der ersten

Rohfütterung, ruht Jonas in einer seiner selbst geschaffenen, schattigen Schlafmulden unter der

Zaubernuss, der Hortensie oder dem Korkenzieherhasel, während Henry die Sonnenstrahlen auf

den warmen Klinkersteinen der Terrasse genießt. Zum Wachwerden schrubbelt Jonas seinen

Rücken unter den Zweigen eines Zwergahorns und badet seine Vorderpfoten im kleinen

Gartenteich. Beider „Wellness-Programm“ mit Dehnen, Strecken und Kugeln findet auf der

Rasenfläche statt. In der Küche holen sie sich einen Knochen bei mir, nagen genüsslich die

Fleischfetzen ab und verbuddeln Knochenreste unter den Sommerfliedern. Zwischendurch wird die

Nachbarin am Zaun begrüßt und ein Leckerchen abgestaubt.

Zu allen Jahreszeiten genießen Henry und Jonas den Garten. Im Herbst spielen sie im Laub und mit

heruntergefallenen Zweigen, im Winter tollen und buddeln sie im Schnee.

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Zur Erntezeit labt sich Henry an Stachel- und Johannisbeeren direkt vom Strauch und frisst gern mal

ein Weißdornfrüchtchen vom Boden. Jonas hält sich lieber an den Leckerli-Baum, den ich bei

trockenem, schönem Wetter ab und an mit ein paar Käsebröckchen oder Wienerhäppchen bestücke.

Jonas und Henry sind Freiluftfans und es braucht nicht viel, um ihr Hundeglück im Garten perfekt zu

machen. Beim Aufenthalt im Garten werden alle Hundesinne angesprochen: Riechen, Hören, Sehen,

Tasten, Schmecken. Frische Luft und wechselndes Wetter regen den Kreislauf an, halten das Fell

gesund und tragen zum Wohlbefinden bei. Dem natürlichen Bewegungsdrang der Hunde wird

Rechnung getragen. Ein Garten ist für die Beaglehaltung nicht unbedingt notwendig, aber

gerade für sehr jagdtriebige Hunde, wie es Henry und Jonas sind, die überwiegend an der

Schleppleine gehen, bietet ein großer, eingezäunter Garten den ersehnten Freilauf. Vor allem bei

Krankheit und im Alter hat ein Garten einige Vorteile für Hund und Mensch.

Auch wenn der Beagle frei wählen darf, wann und wie lange er sich im Garten aufhalten möchte,

entbindet dies den Halter nicht von der Pflicht - besser gesagt, von dem Vergnügen - mit seinem

Laufhund tagtäglich zwei- bis dreimal ausgiebig die Natur zu erkunden. Kein Garten kann

ausgedehnte, gemeinsame Spaziergänge ersetzen! Und kein Meutehund möchte stundenlang

allein im Garten sein, ganz abgesehen von den Gefahren, die das in sich birgt. Aber bei allen

Arbeiten, die der zweibeinige Freund im Garten verrichtet, ist der Beagle gern und interessiert

beobachtend - manchmal auch „helfend“ - dabei.

Gefahren

Da fallen mir sofort giftige Garten- und Kübelpflanzen ein. Einen jungen Goldregen und einen

Seidelbast, deren Pflanzenteile alle stark giftig sind, habe ich in den Vorgarten gepflanzt, der durch

einen Holzzaun vom eigentlichen Hundegarten getrennt ist. Auch Eibennadeln, Thuja und mein

geliebter Buchsbaum können schwere Vergiftungen bei Hunden hervorrufen. Obststeine und -kerne

dürfen nicht aufgenommen und zerbissen werden; denn sie enthalten Blausäure. Von den

ungeeigneten Gartenblumen und Kübelpflanzen kann ich an dieser Stelle nur einige nennen:

Begonien, Eisenhut, Fingerhut, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Narzisse, Engelstrompete, Oleander. In

der Kräuterecke des BeagleFriends-Forum findet ihr eine Liste mit Abbildungen und weiteren

Angaben zu Giftpflanzen. Auch wenn ihr nicht biologisch gärtnert, sollen chemische Pflanzenschutz-

und Düngemittel in einem Hundegarten nicht zum Einsatz kommen. Schneckenkorn, Rattengift, Kunst

- und Flüssigdünger, aber auch Zigarettenkippen rufen schwere Vergiftungen beim Hund hervor und

können zum Tode führen.

Erziehung

Um Gefahren weitestgehend auszuschalten und um die Hunde nicht in Kollision mit menschlichen

Vorstellungen eines Gartenparadieses geraten zu lassen, ist die Erziehung eines Welpen oder eines

erwachsenen Neuankömmlings wichtig. Mit Geduld, Konsequenz und Einfühlungsvermögen muss

ihnen beigebracht werden, was nicht gefressen und benagt werden darf (es gibt aber auch sehr

instinktsichere Hunde, die genau wissen, was ihnen an Pflanzenkost bekommt), wo das Buddeln

untersagt und das Markieren nicht erwünscht ist, ob dieses oder jenes Beet vom Stromern

ausgenommen ist, ob und wo ein kleines Bedürfnis im Garten verrichtet werden kann. Es sollte auch

abgeklärt werden, ob das Wasser eines Gartenteichs zum Trinken und Baden für den Hund geeignet

ist.

Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, ist

es notwendig, ständig anhaltendes Gebell zu

unterbinden, auch wenn „das Geläut“ des

Beagles in unseren Ohren noch so wohltönend

klingen mag.


BeagleFriends - DAS Magazin

Einzäunung

Bevor wir unseren Garten anlegten und unsere beiden Rüden vor mehr als sieben Jahren zu uns

kamen, hatten wir uns von Züchtern und Haltern über die Ausbruchskünste der Beagles belehren

lassen: „Nein, eine meterhohe, stachelige Weißdornhecke hält keine Schlappohr von unkontrollierten

Ausflügen in die nähere und fernere Umgebung ab!“ „Ja, Beagles können sich durchaus unter einem

Zaun durchgraben!“ Also war die teuerste Anschaffung - neben dem Setzen der Trockenmauern

wegen des Hanggrundstücks - die 1,40 m hohe Einzäunung des Gartens mit kunststoffummantelten,

grünen Doppelstabmatten, die 0,40 m in den Boden eingelassen wurden und inzwischen von der

Weißdornhecke durchzogen sind. Damals konnten wir nicht ahnen, dass weder Henry noch Jonas

ausgebuffte Buddler und geborene Hochspringer sind, sonst hätten wir den Zaun niedriger gewählt

und nicht so tief eingraben lassen. Aber wer kann schon vorher sagen, was in seinem Beagle alles

steckt oder was ihm in den Sinn kommt?

Bepflanzung

Die Pflanzen, hauptsächlich robuste und flächendeckende Stauden, wie Storchschnabel in Sorten,

Schafgarben, Frauenmantel, Waldsteinia, Elfenblumen, Pfennigkraut und andere, hatte ich aus

meinem vorherigen kleinen Garten mitgenommen. Von Nachbarn bekam ich Jahr für Jahr Ableger

geschenkt, mit Blumenfreundinnen tauschte ich im BeagleFriends-Forum Samen von

Sommerblumen und Mehrjährigen. Inzwischen sind alle Beete bewachsen, aufgelockert und

unterbrochen durch Sträucher und kleinwüchsige Bäume, u. a. Flieder, Weigelen, Deutzien,

Hortensien, Kolkwitzien, Hibiscus, Zwergahorn sowie historische und moderne Rosen.

Ich beobachtete genau, welche immer wiederkehrenden Wege Henry und Jonas zwischen den

Stauden und Sträuchern nahmen. Diese Lieblingspfade bepflanze ich nicht, sondern bestreue sie

jedes Jahr mit Rindenmulch von Obstbäumen. Aber falls es sich Jonas trotzdem mal mitten auf den

Stauden gemütlich macht, tut das der Pracht keinen Abbruch. Ganz schnell richten sich Blüten und

Blätter wieder auf und kommen im nächsten Jahr wieder.

Eine andere Beetanlage ist mit verschiedenen historischen Rosen bepflanzt, deren

verschwenderische Blütenpracht ab Juni wundervoll duftet, sowie Buchsbäumchen in Kugel- und

Kegelform, Lavendel und anderen mehrjährigen Rosenbegleitern. Hier nutzen Jonas und Henry nur

die schmalen Klinkerpflasterwege. Sogar ihnen ist es querbeet zu stachelig.

Rasen

Wegen der Hunde wählten wir die preisgünstige, robuste Rasensorte „Berliner Tiergarten“.

Inzwischen wissen wir jedoch, dass es wesentlich bessere und strapazierfähigere Sorten gibt. Nach

über sieben Jahren geringster fachmännischer bzw. fachfraulicher Pflege und als ständiger

Tummelplatz für Vierbeiner, die auch schon mal ein Pfützchen oder eine Markierung hinterlassen,

sieht der Rasen weideähnlich, vermoost und holperig aus. Dem Tobe- und Spielspaß der Hunde tut

das keinen Abbruch! Kommen Hundekumpel zu Besuch, geht die wilde Jagd kreuz und quer über

den Rasen, die Trockenmauern rauf und runter und im Buschwerk finden sich ideale Verstecke.

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Hundeklappe

Ich freue mich an Henrys und Jonis purer Lebenslust beim Schnüffeln, Erkunden und Bewachen des

Gartens und mache gern ab und zu die Animateurin bei Suchspielen oder kleinen Parcours. Weniger

anregend ist meine Tätigkeit als Türsteherin, die bei kaltem oder regnerischem Wetter den

Hundegentlemen die Terrassentür ständig öffnen und hinter ihnen wieder schließen muss, damit die

„große Hundehütte“ – sprich unser Wohnzimmer – eine erträgliche Temperatur vorhält. Da wäre eine

Hundeklappe eine sinnvolle Erstanschaffung gewesen. Und nur gut, dass ich kein Putzteufelchen bin

und bei uns nicht alles hygienisch rein sein muss, sonst würde ich an Dreckpfotentapsen, nassem

Schüttelfell und allerhand Haarigem verzweifeln.

Beagle-Wunschgarten

Hundeliebhaber legen keine „Verpiss - Dich“ - Plantagen an oder pflanzen den für unsere

Lakritznasen widerlich stinkenden Beifuß an. Allein der Name „Bei Fuß!“ ist für Beagles doch schon

unausstehlich! Weil Humor der beste Dünger des Gartens ist, beglücken Beagle-Freunde ihre

Lieblinge mit Leckerlibäumen der Sorten „Wiener“ oder „Gouda“, hängenden Versteck-Dich-

Sträuchern, Naschobst bester Qualität, heilkräftigen Wunder- und Zauberkräutern und verwöhnen sie

mit verwunschenen Traumpfaden, gemütlichen Schlafnestchen unter Büschen, ausufernden

Queckenbeeten sowie matschigen Buddel - Suhle- Zonen. Die einhellige Meinung von Henry und

Jonas: „Solch ein Garten lässt unsere Beagleherzen höher schlagen!“ All ihre Wünsche konnten wir

leider nicht verwirklichen.

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Copyright Fotos: Ilse Marggraf


BeagleFriends - DAS Magazin

Bettina Bumb

Eine Einleitung, was ist die ZOS ist, wie ich zur ZOS gekommen bin sowie einen

Erfahrungsbericht habt ihr bereits in der März-Ausgabe des Magazins von mir bekommen. Nun

folgt in Teil II, wie es nach dem Anfängerkurs weiterging und einen Bericht von unserem ZOS

Fortgeschrittenen-Seminar, welches im März stattfand.

Erfahrungsbericht – weitere Übungseinheiten nach dem Anfängerkurs

Nach dem Anfängerkurs beim VDH Rodenbach unter der Leitung von Alexandra Wenzel, tat sich

eine Gruppe von fünf bis sechs Personen zusammen, die sich einmal in der Woche zum

gemeinsamen Training traf. Unsere Gruppenmitglieder Julia und Nadine opferten einen Samstag

und kauften im Baumarkt allerlei verschiedene Steine, wie Rasengitter- und Ziegelsteine in

verschiedenen Größen und Formen, mit und ohne Löcher. Mit einer alten Duschwanne, einem

verrostetes Wagenrad, einem Baumstamm, einem leeren Ölfass wurde ein sog. Trümmerfeld

beim VDH Rodenbach aufgebaut. Es stellte sich schnell heraus, dass die Hunde unterschiedlich

auf das Training reagierten. Mein Waffle hatte nicht recht Lust zu suchen und ließ sich anfangs

immer schnell ablenken. Oder war er vielleicht nur müde? Wir standen vor einem Rätsel.

Zuhause trainiere ich mit ihm im Garten, auch mal im Büro oder im Haus und da sucht er stets

sehr konzentriert. Eine andere Teilnehmerin berichtete ebenfalls, dass ihre Hündin zu gewissen

Zeiten auch keine Lust zum Suchen habe. Wir waren mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo

wir uns nicht sicher waren, warum der eine oder andere Hund auf diese oder jene Weise

reagierte. Mein Beagle Waffle war unlustig und nicht wirklich konzentriert beim Suchen. Baily, eine

Flat-Coated Retrieverhündin, hatte beim Anzeigen Probleme, Milow, ein Labradorrüde, war so

unruhig und aufgeregt, dass er beim Suchen der anderen gar nicht mehr in der Nähe des ZOS-

Feldes abgelegt werden konnte. Tommy, unser Malinoisrüde, lag ruhig da und wartete, bis er mit

seinem Frauchen Nadine an der Reihe war. Jeder von uns und unseren Hunden hatte einen

anderen Stand und andere Bedürfnisse, die befriedigt werden sollten, um ausgeglichene und

zufriedene Hunde zu haben.

Auf Grund des strengen und langen Winters mussten wir eine längere Pause bei der Arbeit im

Freien einlegen. So fieberten wir alle dem Fortgeschrittenenkurs im März entgegen.

Bericht vom Fortgeschrittenenkurs ZOS am 19. u. 20. März beim VDH-Rodenbach unter

Leitung von Alexandra Wenzel

Für die Vorbereitung des Seminars hatten wir für den Aufbau der Päckchenstraße 10 L - Eimer

vorbereitet und jeder Teilnehmer sollte einen zweiten Gegenstand mitbringen.

Folgende Seminarinhalte waren für das Fortgeschrittenenseminar geplant:

� Konditionierung auf einen zweiten Gegenstand

� Aufbau der Päckchenstraße / evtl. Flächensuche

� Perfektionierung des Anzeigeverhaltens

� Einbau von Spiel-, Futterverleitungen und materialähnlichen Gegenständen

� Suche unter leichter Ablenkung

� Perfektion der Suche

� Auswertung per Videoanalyse

Teil 2

Damit sich die ZOS-Trainerin Alexandra einen Überblick verschaffen konnte, welchen Stand die

Hunde hatten, machte jeder Teilnehmer mit seinem Hund eine Suche im Trümmerfeld. Die

bekannten (vorher genannten) Probleme, die wir schon an Alexandra weitergegeben hatten,

sollten in diesem Seminar behandelt und auf jeden Hund individuell eingegangen werden.

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Seite 23 BeagleFriends - DAS Magazin

Hier ein paar Bilder bei der Suche der Gegenstände im Trümmerfeld:

Waffle bei der Suche

Es stellte sich heraus, dass Waffle sehr konzentriert suchte. Also hatte seine lustlose Suche mit der

Uhrzeit zu tun, denn wir trafen uns immer donnerstags um 19.00 Uhr zum ZOS-Training. In den Herbst-

und Wintermonaten ist das Waffles erste Schlafenszeit.

Anzeige des Gegenstands:

Waffle zeigt den Gegenstand unter dem

Rasengitterstein an.

Bestätigung am Gegenstand mit Futter:

Fly zeigt den Gegenstand unter dem Stein an.

Hier ist es wichtig, direkt am Gegenstand die Bestätigung mit Futter durchzuführen, also wenn die Nase

direkt am Gegenstand bzw. an dem Stein ist, wo der Gegenstand darunter liegt.


BeagleFriends - DAS Magazin

Nachdem alle Hunde eine Suchlage im Trümmerfeld gemacht hatten, bestätigten sich die

unterschiedlichen Trainingsstände der Hund-Mensch-Teams. Einige Hunde konnten bereits auf

den zweiten Gegenstand konditioniert werden; für andere Hunde war der Gegenstand noch nicht

interessant genug und es musste noch daran gearbeitet werden. Waffle war ein Kandidat, für den

der Gegenstand noch nicht spannend genug war. Deshalb wurde mit ihm in einer sog. „Spaßlage“

geübt. Es wurde mehr Bewegung in die Übung hereingenommen und beim Bestätigen mit Futter

wurde es ihm schwerer gemacht, an das Futter heranzukommen. Das machte es für Waffle

spannender. Er kam nicht mehr so leicht an das Futter, also musste er sich mehr anstrengen!

Vorbereitung: Alexandra macht den Gegenstand spannend.

Der Gegenstand wurde mehrmals gefunden und immer wieder im Feld neu versteckt! Waffle

wurde mit einer zweiten, am Geschirr befestigten Leine gehindert, den Gegenstand anzuzeigen

und musste sich mehr anstrengen.

Ein paar der Hunde suchten bereits sehr konzentriert im Trümmerfeld. Mit ihnen konnte die

Vorbereitung für die Päckchenstraße starten. Für diese Aufgabe wurden die Eimer präpariert. Um

mit der Päckchenstraße zu beginnen, muss der Hund zuerst einmal lernen, dass er an den

Löchern der Eimer suchen muss. Hierzu wurde ein größeres Loch in den Eimer gebohrt. Dort

steckt der erste Gegenstand - meistens ein Feuerzeug – der nur ein klein wenig zu sehen ist.

Zunächst wird der Hund an das Suchen herangeführt, mit einem Klick und anschließend mit Futter

bestätigt, wenn er mit der Nase an dem Gegenstand und später mit der Nase an dem

entsprechenden Loch des Eimers ist.

Vorbereitung am Eimer für die Päckchenstraße: Der

Hund legt sich am Eimer ab, wo er den Geruch des

Gegenstandes aufgenommen hat. Es wird genauso wie

bei der Suche im Trümmerfeld mit Klicker und Futter

bestätigt.

Zu guter Letzt versuchten wir mit Fly eine

Freifeldsuche, um allen Teilnehmern diese Art der

Suche vor Augen zu führen.

Im Augenblick trainiere ich mit dem zweiten

Gegenstand im Trümmerfeld und zwar bereits so,

dass ich beide Gegenstände verstecke und

Waffle muss mir den Gegenstand anzeigen, den

ich ihm beim Start durch Signal und Sprache

ansagt habe. Das klappte bisher sehr gut! Ich

denke, nach ein paar weiteren Übungseinheiten

können wir auch an die Päckchenstraße

herangehen.

Es ist wichtig, dass ihr den Hund auch auf einen zweiten Gegenstand konditioniert habt, bevor ihr

mit der Päckchenstraße beginnt. Der Gegenstand im Eimer wird bereits eine halbe Stunde vor der

Suche hineingelegt. Die Konditionierung auf den zweiten Gegenstand erfolgt auf die gleiche Weise

wie beim ersten Gegenstand.

Innerhalb dieser Zeit könnt ihr im Trümmerfeld eine Suchlage mit eurem zweiten Gegenstand

machen und müsst nicht so lange warten, wenn ihr allein trainiert. Die Erfahrung hat mir jedoch

gezeigt, dass es besser ist, in einer Gruppe zu trainieren. Wir korrigieren uns gegenseitig, denn die

eigenen Fehler bemerkt man leider selbst oft nicht!

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Nachfolgend noch ein paar Bilder von der Flächensuche mit Fly:

Unser markiertes Feld

Anzeigen in der Fläche

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Copyright Fotos: Andreas Bumb

Suche in der Fläche

So, ich hoffe, ich konnte euch weitere Einblicke in die ZOS geben und die eine oder andere

Anregung vermitteln. Wer regelmäßig mit seinem Beagle die ZOS machen will, dem empfehle ich,

verschiedene Seminare zu besuchen, sich eine Hundeschule oder Verein zu suchen, der die ZOS

anbietet.

Ich wünsche euch und euren Beagles weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Zossen!


BeagleFriends - DAS Magazin

Dagmar Zahner - Ernährungsberaterin

Der Bundesverband für Tiergesundheit stellte fest, dass fast 50 % unserer Hunde und Katzen

übergewichtig sind! (Stand 2010)

Deshalb „Wehret den Anfängen, denn „vorher“ ist einfacher als „nachher“!

Was ich damit sagen möchte, das Durchhalten einer Diät ist für den Halter in den allermeisten Fällen

oft schwieriger als für den Hund.

Viele Besitzer ignorieren lange oder wissen leider tatsächlich nicht, dass ihr Hund zu dick ist oder

schon Gefahr läuft, dies ernsthaft zu werden. Doch gibt es bei erwachsenen Hunden einen einfachen

Trick, um das herauszufinden. Bei normalgewichtigen Hunden sieht man die Rippen zwar nicht in

jedem Fall (je nach Fell), kann sie aber fühlen (ohne extra Druck ausüben zu müssen). Lassen sich

die Rippen des Lieblings jedoch nicht mehr ertasten, hat er meistens ein zumindest beginnendes

Übergewicht. Kommen noch Schmerzen in den Gelenken und Atemnot hinzu, besteht akuter

Handlungsbedarf.

Ohne die Konsequenz und das Durchhaltevermögen der Halter, geht bei einer Diät leider gar nichts.

Es reicht häufig nicht aus, einfach das Futter zu halbieren (was zudem auf längere Sicht nicht gesund

ist) und zu hoffen, man müsse kein zusätzliches Bewegungsprogramm für den geliebten Vierbeiner

absolvieren. Das muss keinesfalls ein Halbmarathon sein, sondern können kleine Sondereinheiten

eines gemeinsamen Spiels oder statt des 20-minütigen gemütlichen Schlenderns ein 35-minütiges

flotteres Gehen (Walken) sein. Jetzt im Sommer können es auch mehrere Schwimmeinheiten in

einem See oder – wenn dies finanziell möglich ist – bei einem Physiotherapeuten mit eigenem Pool

sein.

Allerdings ist bei allen körperlichen Aktivitäten, die der Hund generell nicht gewöhnt ist, darauf zu

achten, dass der Hund nicht überfordert wird, so sehr ihm diese vielleicht auch Spaß machen sollten.

Ernste Kreislaufprobleme könnten durchaus auftreten. Wie gesagt – je nach „Kampfgewicht“, sollte

ein Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Physiotherapeut begleitend zur Seite stehen und die

Trainingsdauer vorgeben. Die Muskulatur muss auf jeden Fall aufgebaut und das Fett wieder

abgebaut werden.

Es gibt auch Möglichkeiten, mehr Bewegung und Futter zu vereinen. Ein ganz einfaches Beispiel ist:

Man nehme ein altes, großes Duschtuch und verstecke darin mehrere, sehr klein geschnittene,

getrocknete Lungestückchen. Also, Duschtuch ausbreiten, an einer Stelle die Lunge hereinlegen, das

Duschtuch dort zusammenfalten, an einer neuen Stelle ein weiteres Lungestückchen platzieren, das

Tuch wieder falten usw. Die allermeisten Hunde fahren voll darauf ab, dieses Badetuchknäuel mit

Nase und Pfote zu durchsuchen. Meist wird heftig mit den Pfoten gescharrt, bis das Duschtuch

entwirrt und die Leckerlis herausgefiltert sind. Da die Nase unserer Vierbeiner so supergut ist, reicht

es durchaus, dass man kleinfingernagelgroße Stücke versteckt. Wer einen obst-/gemüseliebenden

Hund hat, kann dies natürlich auch mit Apfel-/oder Karottenstückchen durchführen.

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Seite 27 BeagleFriends - DAS Magazin

Oder man bringt dem Hund bei, einen Futterbeutel zu suchen und zu apportieren (Inhalt: Minileckerli

oder Spielzeug). Drinnen und draußen kann man mit diesen Erfolgsaussichten (Leckerlis oder

Spielzeug finden) den Vierbeiner schnell dazu bringen, dieser Aufforderung freudig nachzukommen.

Wenn ein Hund noch keine Suche kennt, zeigt man zu Beginn das im Gras oder im Wald zwischen

dem Laub versteckte, kalorienarme „Goodie“. Auch hier gilt: Kleinfingernagelgroß reicht aus, es muss

nur nach Futter und/oder Ihnen riechen! Schnell wird der Hund begreifen, dass es hier etwas Tolles

gibt und wird zügig zu diesen „Futterstellen“ laufen bzw. diese suchen.


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Auch das Beibringen des Berührens eines Targets in der Ferne (z. B. mit einer Fliegenklatsche als

Target) mit einer tollen Futterbelohnung an dieser Targetstation bringt den Hund auf Trab.

Wichtig bei solchen Übungen ist immer eine hohe Futterqualität, wie sie eben bei Lunge oft gegeben

ist und auch eine gewisse Motivationsbereitschaft des Hundehalters, weil eben anfangs – bei wirklich

hochgradig übergewichtigen Hunden – die Bewegung dem Tier wirklich schwer fällt. Da es sich bei

übergewichtigen Hunden sowieso fast nur um „futterwilde“ Vierbeiner handelt, braucht man meist

jedoch keine anderen „Werkzeuge“ um sie aktiver werden zu lassen. Netter Nebeneffekt: Man

beschäftigt sich wieder intensiver mit seiner Fellnase und diese hat zudem noch längere

Möglichkeiten draußen „Zeitung zu lesen“ und gleichzeitig Beschäftigungseinheiten zu absolvieren.

Die Kosten, die man meint zu sparen, wenn man seinen Hund so sein lässt, wie er momentan ist,

können in sehr hohe Bereiche klettern, wenn der Hund dann irgendwann an Folgeerkrankungen

leidet, die hätten vermieden werden können. Ganz zu schweigen vom Unwohlsein in seinem Körper,

denn Hunde sind Bewegungstiere. Ein Hund, der nicht mehr leicht aufstehen kann, sich nicht mehr

bewegen mag, weil es ihm schwer fällt oder ihm die Glieder wehtun, der leidet.

Gründe für Übergewicht sind:

Kastration Hier muss leider gesagt werden, dass oftmals die Aussage

kommt: „Der Hund/die Hündin ist halt kastriert“ und es dabei

belassen wird. Doch Übergewicht muss trotzdem nicht sein,

denn man kann auch hier rechtzeitig gegensteuern.

Rasse Auch hier muss man es gar nicht soweit kommen lassen.

Alter Wichtig zu beachten: Weniger Bewegung und ein veränderter

Stoffwechsel bedarf auch weniger Energiezuführung.

Medikamente Cortison, Neuroleptika erhöhen ab einer bestimmten Dosis

das Körpergewicht.

Spezielle Erkrankungen Sie sollten ggf. ausgeschlossen werden.

Seite 28


Seite 29 BeagleFriends - DAS Magazin

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welche teilweise gravierenden und langfristigen

Erkrankungen Übergewicht zur Folge haben kann. Dies sind:

� Erkrankungen des Bewegungsapparates

� Herz-Kreislaufstörung

� Diabetes

� Lebererkrankungen

� Teilweise auch Hauterkrankungen

� Erhöhtes Operations- und Narkoserisiko

� Verstärkte Anfälligkeit für Infektionen

Da der eigene Hund nicht allein zu dem kleinen oder oft auch großen Moppelchen wurde, welches

es nun gerade ist, muss man ein paar Wochen oder auch Monate das „Ignorierte“ wieder ins rechte

Lot bringen.

Die viel geäußerten Aussagen, dass Beagle, Cockerspaniel und Co rassetypisch zu Übergewicht

neigen, mögen statistisch oder auch wissenschaftlich vielleicht stimmen – ich persönlich kann aber

nur immer wieder betonen, dass Übergewicht auch bei diesen Rassen absolut nicht sein muss.

Bereits von Welpenbeinen an ist eine bedarfsorientierte Fütterung wichtig. Hierzu benötigen Sie

absolut keine Kenntnisse hochschulorientierten Fachwissens. Einzig eine normale

Beobachtungsgabe für die Körperstatur und eine Waage zu Hause oder beim Tierarzt sind

notwendig. Denn dadurch wird in den ersten Wochen und Monaten oft schon der Stein zum

Übergewicht ins Rollen gebracht, ohne dass Sie als (oft Erst) - Hundehalter daran denken oder dies

überhaupt wissen.

Die einfachste Möglichkeit in jungen Jahren (und auch später), um Übergewicht zu

vermeiden:

Nicht zu viele Goodies in Form von Kauartikeln, nicht zu viel Futter (Welpen und Junghunde sehen

oft nicht dick aus, das Futter ist trotzdem meist ausreichend, wird aber wegen des

Erscheinungsbildes erhöht) und ggf. vom Tierarzt oder einem Ernährungsberater eine

Wachstumskurve für den Welpen oder Junghund erstellen lassen. Mit der Kurve hat man grob im

Blick, wie viel das Fellknäuel in den entsprechenden Lebenswochen oder –monaten wiegen sollte.

Gerade bei Welpen sollten Sie zügig reagieren, wenn diese zu viel Kilogramm auf die Waage

bringen. Denn die im jungen Alter „trainierten“ Fettzellen sind leider auch später noch aktiv! Ein

Welpe / Junghund mit momentan 15 kg und einem erwarteten Endgewicht von 28 kg würde mit

einem täglich zugefütterten Rinderhautknochen, bereits fast die Hälfte der täglichen Energiezufuhr

zu sich nehmen.

Aber auch kleinere Mengen von Kauartikeln, diese jedoch täglich verabreicht, würden das

Wachstum, durch die zu hohe Energieaufnahme, empfindlich beeinflussen.

Ob Sie Nass- oder Trockenfutter geben möchten, bleibt Ihnen natürlich selbst überlassen.

Diätfuttermittel stehen zuhauf in den Futterläden. Doch die angebotenen Packungen sind von der

Zusammensetzung her in den allermeisten Fällen nicht wirklich gut, geschweige denn schmecken

sie den Hunden. Der Grund ist, dass viel „Füllmaterial“ verarbeitet wird, was zu einem satten Gefühl

führen soll, doch nicht wirklich schmackhaft ist. Hier kann das eigene Zusammenstellen der Nahrung

(gekocht oder roh) Abhilfe schaffen. Denn Sie kennen selbst die Vorlieben Ihres Gefährten und

können mit einer ausgewogenen Kost, die für Ihren Hund zudem schmackhaft ist, recht schnell zum

Ziel kommen (keine Kohlenhydrate in Form von Nudeln, Reis etc., dagegen fettärmere Fleischsorten

mit Magerjoghurt oder Hüttenkäse sowie Kartoffeln und Karotten etc. bevorzugen).


BeagleFriends - DAS Magazin

Man kann auch einem übergewichtigen Hund durchaus spezielle Leckerlis wegen des eigenen guten

Gefühls oder für notwendige Erziehungsstunden zukommen lassen, doch dann gibt es eben weniger

oder anders zusammengesetztes Hauptfutter, damit die Gesamtbilanz wieder stimmt.

Eine länger andauernde Diät aufgrund eines großen Übergewichts ist für den Hund nicht einfach zu

stemmen und sollte tierärztlich begleitet werden.

Bei einem mittelgroßen Hund steht jedoch nichts im Wege 2 – 3 kg ohne Tierarzt oder Berater allein

purzeln zu lassen, wenn der Hund jung und ansonsten gesund ist - bei kleineren Hunden entsprechend

weniger. Der Hund sollte langsam und nicht im Hauruckverfahren abnehmen.

Bei diesen Kilowerten, die er abnehmen soll, besteht keine Gefahr, dass er lange Zeit zu einseitig

ernährt wird und ein längeres Nährstoffdefizit erfahren muss. Bei Hunden im Wachstum muss man

allerdings genauer hinschauen und kann nicht einfach das Futter reduzieren!

Ist der Hund wieder schlank, darf man jedoch nicht wieder in das alte Muster verfallen, die Futtermenge

täglich zu erhöhen und die Bewegung zu drosseln. Hier käme dann der sogenannte Jo-Jo-Effekt zum

Tragen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes, aktives und gesundes Miteinander!

Ihre Dagmar Zahner

www.ernaehrungsberater-fuer-hunde.de

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Copyright Fotos: Dagmar Zahner, Susanne Blank

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Seite 31 BeagleFriends - DAS Magazin

Obst - Chips

Svenja Hoop

Zutaten:

� ½ Apfel

� ½ Banane

� 1 Karotte

� 1 Ei

� 1-2 TL Joghurt / Quark

� Etwas Mehl, ein paar Haferflocken

oder etwas Paniermehl / Brötchenkrümel

Zubereitung:

Die Karotte, den Apfel und die Banane klein schneiden und in etwas Wasser kurz aufkochen, dann

abkühlen lassen.

Die pürierte Masse in einem Haarsieb abtropfen lassen, danach pürieren (bei weniger starken Mixern

ist es einfacher, das Obst wegen der enthaltenen Karotte erst nach dem Aufkochen zu pürieren). Gebt

die abgetropfte Masse in eine Schale. Das Ei, den Joghurt oder Quark und die Haferflocken bzw. das

Mehl oder das Paniermehl / Brötchenkrümel unterrühren bis die Masse einen schönen Brei ergibt (evtl.

noch etwas mehr Mehl zum Binden dazu geben). Lasst den Brei nochmals in einem Haarsieb

abtropfen. Bereitet das Backblech währenddessen mit einer Lage Backpapier vor.

Formt nun mit einem Teelöffel kleine „Nockerln“, indem ihr den Brei teelöffelweise auf das vorbereitete

Backblech gebt. Drückt die Nockerln mit dem Löffel etwas platt, damit sie besser durchgaren können –

jetzt sind es eher norddeutsche Nockerln aus dem platten Norddeutschland.


BeagleFriends - DAS Magazin

Backen:

Den Backofen auf 150°C Umluft stellen und das Backblech auf die mittlere Schiene schieben. Lasst

die Backofentür einen Spalt geöffnet, damit die noch vorhandene Feuchtigkeit des Gemüses

entweichen kann. Nach ca. 30 Minuten kann die Temperatur abgestellt werden und per Umluft oder

auch bei jetzt geschlossener Backofentür die Resthitze zum Nachtrocknen genutzt werden. Das

Backblech nach einigen Minuten Resthitze herausnehmen, die Obst-Nockerln vorsichtig wenden

und nochmals, in den auf ca. 100°C und Umluft gestellten Backofen auf die mittlere Schiene bei

leicht geöffneter Backofentür nachtrocknen lassen. Nach ca. 15 Minuten kann die Temperatur

wieder abgeschaltet und nochmals die Resthitze genutzt werden.

Die Backzeit beträgt insgesamt ca. eine Stunde (bei höherer Temperatur auch weniger), die

Zubereitungszeit ca. 10-15 Minuten.

Natürlich lassen sich die angegebenen Mengen beliebig erhöhen, wenn ihr eine größere Menge

Leckerlis zubereiten möchtet, denn die Obst-Nockerln lassen sich problemlos einfrieren. Nach dem

Auftauen sind sie weiterhin weich und ihr solltet sie dann möglichst bald verfüttern.

Bon Appetit!

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Copyright Fotos: Svenja Hoop

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Seite 33 BeagleFriends - DAS Magazin

Gefahren, Ausrüstung und Pflege bei der Arbeit

Kim Juestl

Wenn das Laub von den Bäumen fällt, die ersten Herbststürme Einzug halten, die Tage kürzer und

kälter werden, dann steht auch wieder die Jagdsaison vor der Tür. Die Hunde sollten möglichst schlank

und konditionell fit über den Sommer gekommen sein, so dass sie in einer guten Form in die Saison

starten können.

Dennoch gibt es noch viel anderes zu bedenken, damit unsere Jagdhunde erfolgreich und gesund

durch die Saison kommen und auch nach vier Monaten Jagdzeit bei widrigen Bedingungen noch

putzmunter und frisch sind.

Die richtige Vorbereitung, eine gute Ausrüstung, richtiges Futter und eine entsprechende Nachsorge auf

jeder Jagd sind von entscheidender Bedeutung. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein bisschen

zu viel der Sorge und Pflege stets die richtige Vorgehensweise war.

Aber nicht nur der Stöberhund, sondern auch die Beagles, die im Winter viel Zeit draußen verbringen,

vielleicht mit in die Berge gehen, in Gebieten mit viel Schnee leben, Sport betreiben, als Mantrailer /

Rettungshund ihren Beagle stehen oder einfach nur für ihr Leben gerne im Schnee tollen und sich viel

bewegen, sollten gerade in der Winterzeit mit ein wenig Extrapflege bedacht werden.

Was also braucht man alles? Was ist wichtig? Wo liegen Gefahren in der Kälte und im Schnee?

Hier ein buntes Sammelsurium an Erfahrungen und Dingen, die sich bewährt haben – zwar

zugeschnitten auf ein sehr hohes Leistungsniveau, dennoch auch für alle nichtjagenden, aber ebenso

quirligen und sportlichen Beagles im Winter interessant:

Die Ernährung

Ein schwieriges Thema, bei dem jeder Beaglehalter seine eigene Philosophie entwickelt und seine

eigenen Erfahrungen macht, bis er für seinen Fleckenteufel die richtige Mischung gefunden hat.

Bewährt hat sich eine Futterumstellung in den Monaten Oktober bis ca. März, bei der die Energiezufuhr

stark erhöht wird. Die Jagdsaison endet für die Stöberhunde zwar im Januar, dennoch braucht der

Stoffwechsel einige Wochen, bis er wieder auf ein normales Level runterfährt – in dieser Zeit nehmen

die Hunde trotz weniger Energieverbrauch und gleich hoch bleibender Futtermenge NICHT zu.

Während unsere Hunde vom Frühjahr bis zum Herbst mit einer Mischung aus Teil - BARF (morgens

ein normales, qualitativ hochwertiges Trockenfutter für adulte Hunde, z.B. „Arden Grange Chicken“) und

abends Rohfleisch mit Gemüse, Reise, Hirse, Öl etc. bestens auskommen, gilt es spätestens im

Oktober, das Futter umzustellen. Die Umstellung erfolgt schrittweise, um die Verdauung nicht

überzustrapazieren. Während sich normales Trockenfutter in einem Bereich von ca. 3700 - 4000 kcal /

kg bewegt (Diätnahrung nochmal deutlich darunter mit ca. 3400 kcal / kg), liegt ein gutes

Hochleistungsfutter deutlich über 4000 kcal / kg. Als passend herausgestellt, hat sich hier ein

Trockenfutter ab 4500 kcal / kg aufwärts, bei einem Proteinanteil von 30%+ und einem Fettanteil von

20%+ (z.B. „Acana Agility & Sport“).

Sobald die ersten Jagden hinter den Hunden liegen, steigt der Energiebedarf erheblich an – der

Stoffwechsel kommt auf Touren, Körperfett wird abgebaut und Muskulatur sehr schnell aufgebaut. Die

normale Futtermenge des Sommers verdoppelt bis verdreifacht sich, um den täglichen Bedarf weiterhin

zu decken. Seit langem hält sich die „Weisheit“, man solle Hunde vor der Jagd / Arbeit nicht füttern, zum

einen wegen der Verdauung (Gefahr Magendrehung) und zum anderen, weil die Hunde doch auch viel

besser jagen würden, wenn sie hungrig sind. In meinen Augen ein veraltetes Ammenmärchen und auch

unverantwortlich angesichts der Tatsache, dass schon öfter Jagdhunde völlig dehydriert und erschöpft

mit völlig übersäuerter Muskulatur in der Kälte zusammengebrochen sind.


BeagleFriends - DAS Magazin

Aufgrund von Rücksprachen mit erfahrenen Jagdhundehaltern und mit Tierärzten haben wir für uns

eine völlig andere Vorgehensweise entwickelt: Gefüttert wird morgens eine Handvoll

Leistungstrockenfutter (weniger als 100 g bei 20 kg Hund), dazu ein großer Esslöffel Traubenzucker

als schneller Energiespender, das Ganze aufgegossen mit VIEL warmem Wasser (Napf voll =

Wassersuppe!) und dann bleibt alles noch zum Aufquellen stehen. Das A und O ist hierbei die schnell

verfügbare Energie und Flüssigkeit. Eine zweite Mahlzeit gibt es mittags, ein großer Hundekeks oder

eine Handvoll Trockenfutter aufgeweicht, um die Kraftreserven wieder etwas aufzufüllen. Dazu gibt es

wieder viel warmes Wasser, abends dann eine wirklich sattmachende Portion, sei es nun Rohfutter

oder Dosenfutter mit Flocken / Gemüse, auf jeden Fall eine Portion, die deutlich über die normale

Futtermenge hinausgeht und wieder ausreichend Wasser.

An den Jagdtagen haben wir eine etwa verdreifachte Futtermenge zur normalen ausgerechnet; an

Nichtjagdtagen etwa eine doppelte Menge. Dennoch verlieren die Hunde von Woche zu Woche an

Gewicht und Körperfett und legen massiv an Muskelmasse zu. So können wir über viele Wochen das

Leistungsniveau halten, ohne dass die Hunde kräftemäßig stark einbüßen. Gute Anhaltspunkte liefert

hier auch die Vorgehensweise von Mushern – schaut man sich auf deren Websites um, findet man

hier und da gute Tipps, was die Ernährung von Hochleistungshunden angeht!

Obwohl man ansonsten beim Beagle eher darauf bedacht ist, den kleinen Vielfraß schlank zu halten,

kann man im Winter unter harten Arbeitsbedingungen bedenkenlos hinlangen – nur keine falsche

Bescheidenheit bei der Festlegung der benötigten Futtermenge.

Widriges Wetter und Eiseskälte

Ein entscheidendes Kriterium ist für uns das Wetter, bei dem unsere Stöberhunde jagen. Während im

Oktober noch laues Herbstwetter bei trockener Witterung geboten sein kann, bewegen sich die Hunde

oftmals im Dezember und Januar bei harschigem Schnee und bei bis zu -15 Grad Außentemperatur.

Hier lauern viele Gefahren und darauf sollte ein besonderes Augenmerk liegen für jede sportliche

Betätigung.

Eine nicht abschließende Liste mit Equipment, das sich bewährt hat:

� Hundemäntel für Wartephasen im Auto, um frieren zu vermeiden und die Muskulatur

warmzuhalten

� Wärmflaschen in den Hundeboxen (diese liefern anschließend auch noch nach Stunden

warmes Trinkwasser!) oder was es ansonsten an mobilen Wärmequellen fürs Auto gibt

� Ausreichend Handtücher, nichts friert mehr als ein nasser Hund!

� Pfotensalbe, JEDEN Abend großzügig einschmieren

� Dicke Decken in den Hundeboxen, die Hundeboxen dreiseitig abdecken und nur den Eingang

offen lassen, damit sich die Körperwärme innen hält

� Faserpelzkissen, die auch im Schnee oder auf nassem Boden eine Weile isolieren

� Zusätzliche Decken, man weiß ja nie!

Die Kälte und der Schnee sind eine tückische Gefahr – jagende Hunde gehen bis an ihre physische

Leistungsgrenze ohne Rücksicht darauf zu nehmen, welche Witterung gerade herrscht. Ganz wichtig

ist eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, damit sie in der Kälte nicht dehydrieren!!! Bei Arbeit

in der Kälte muss immer ausreichend Wasser, am besten warm, zur Verfügung stehen und die Hunde

sollten auch vorher schon (siehe Fütterung) mit Wasser versorgt sein. Dehydrierung ist eine der

größten Gefahren, wenn sich Hunde in kalter Witterung verausgaben. Nicht selten sieht man die

Jagdhunde auch während der Arbeit trinken, wenn sie irgendwo Pfützen, kleine Bäche oder Teiche

finden.

Unsere Hunde bleiben bis zuletzt, auch außerhalb des Autos, in ihre Mäntel eingehüllt, um möglichst

viel Wärme zu halten und starkes Frieren und Muskelzittern zu vermeiden. Nach der Jagd werden sie

kräftig abgerubbelt und sofort wieder in ihren Mantel eingehüllt. Je fortgeschrittener die Jagdsaison

und je dünner die Hunde, desto mehr frieren sie in der Kälte. Bewährt haben sich hier Thermomäntel

fürs Auto, aber auch Warm-Up-Capes mit einer Frottee-Innenseite, die den nassen Hund schnell

trocknen lassen.

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Seite 35 BeagleFriends - DAS Magazin

Verletzungsgefahren:

Schneetreiben… eisiger Wind… eine Außentemperatur von -10 Grad, der Schnee ist vereist und hart,

die Pfoten der Hunde brechen beim Laufen immer wieder ein, an ihren Ohrrändern und Tasthaaren an

den Lefzen bilden sich Eiskristalle. Längst sind Warnwesten und Signalhalsbänder von innen mit einer

cm-dicken Eisschicht bedeckt und bretthart. Der Atem der Hunde geht schnell, doch sie arbeiten

konzentriert und unverdrossen weiter.

Und genau hier liegt die Gefahr! Der arbeitende, konzentrierte Hund achtet nicht mehr sehr auf seine

Umgebung! Stolpern, hängenbleiben, einbrechen im Schnee und Übermüdung werden einfach

ignoriert, Zweige und Äste werden einfach umgerannt.

Egal ob beim Mantrailing, auf der Jagd oder einfach bei einem ausgelassenen Spiel durch die eisige

Winterlandschaft: Das Verletzungsrisiko steigt mit schlechter Witterung und Schnee.

Auch wunde Pfoten, Verletzungen an Ohrrändern, Augenlidern und Schultervorderseiten sowie kleine

Risse in der Haut durch Dornen sind auf der Jagd keine Seltenheit, verstauchte Gelenke und

schwerere Verletzungen glücklicherweise nicht unser Jagdalltag.

Doch auch hier gilt: Eine gute Vorsorge und eine noch bessere Nachsorge sind das A und O.

Eine kleine Liste, was zusätzlich in der Winter-Hundeapotheke nicht fehlen sollte:

� Pfotensalbe

� Pfotenschuhe (einer für alle Fälle)

� Verbandsmaterial

� Augensalbe (schnell ist eine Fichtennadel im Augenlid hängengeblieben und das Auge gereizt

und rot)

� Pinzette (Dornen können SEHR fest stecken)

� Desinfektionsmittel (z.B. „Betaisodona“ Salbe oder „Octenisept“ Spray)

� Wundsalbe für Kratzer und Risse


BeagleFriends - DAS Magazin

Nach der Arbeit ist es äußerst wichtig, sich den Hund ganz genau anzuschauen. Sind die Pfoten OK,

keine Risse, Schnitte oder eingetretene Dinge? Sind die Augen frei und sauber und die Augenlider

unverletzt? Hängt irgendwas an oder in den Ohren? Humpelt der Hund, bewegt er sich ansonsten

normal? Blutet er irgendwo? Gerade am Bauch, den Schultervorderseiten und an den Innenschenkeln

bohren sich gerne Brombeerstacheln in die Haut, die man auf den ersten Blick kaum sieht.

Gründliches Abtasten ist hier angesagt!

Bei jeglichem Zweifel, ob eine Verletzung vorliegt, besser einmal zu viel zum Tierarzt fahren als

einmal zu wenig!! Auch bei einem ungewöhnlichen Erschöpfungszustand des Hundes SOFORT zum

Tierarzt!

Allgemeines

Für jede Arbeit in der Kälte, egal ob bei der Bergwanderung oder bei der Fährtenarbeit durch den

Schnee, sollte man immer ein paar Grundregeln beachten:

� Den Hund möglichst nicht frierend vorher im Auto warten lassen, lieber mit Mantel und

warmer Decke (wer hat, natürlich die Standheizung an!)

� Nicht aus der Kälte heraus zur Arbeit starten lassen, vorher ein kleines Warm-up machen,

etwas laufen, die Muskulatur aufwärmen und die Gelenke in Gang bringen.

� Bei eindeutigen Übermüdungserscheinungen eine Pause einlegen oder die Arbeit abbrechen.

Der Hund wird von selbst nicht aufhören, wenn er voll bei der Sache ist, sondern unermüdlich

weiterwerkeln, auch noch weit über sein physisches Limit hinaus.

� Nach der Arbeit den aufgeheizten, möglicherweise hechelnden Hund ebenso wieder auf

normales Level und normale Atemfrequenz herunterbringen (Stichwort: Cool-down), z.B. noch

ein Stück an der Leine gehen und ihn sich in Ruhe lösen lassen.

� Nach der Arbeit schnellstmöglich gut versorgen, auf Verletzungen kontrollieren, mit Futter und

ausreichend Wasser versorgen und wieder warm einpacken (vor allem auch im jetzt

möglicherweise sehr kalten Auto!)

Wie man nun jedes einzelne Detail ausführt, welchen Hundemantel man verwendet oder welches

Futter man bei höherer körperlicher Anstrengung gibt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen –

wichtig ist, ein besonders gutes Auge auf den Hund zu haben, die „Rundumsorge“ etwas zu verfeinern

und immer ein Augenmerk darauf zu haben, dass widrige Wetterbedingungen für einen arbeitenden

Hund gravierende Gefahren bergen können.

Ist man sich dessen bewusst und sorgt stets dafür, dass der Fleckenzwerg auch nach getaner Arbeit

gut versorgt ist, dann ist man auf der sicheren Seite. Schneewanderungen, Trails durch Eis und

Schnee, wildes Toben durchs „Winterwonderland“ können kommen und das Abenteuer kann

beginnen!

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Copyright Fotos: Kim Juestl

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Seite 37 BeagleFriends - DAS Magazin

Das - unerwünschte - Jagdverhalten des Hundes

Clarissa v. Reinhardt

Das – unerwünschte – Jagdverhalten seines Hundes hat schon so manchen Menschen verzweifeln

lassen. Der sorgsam trainierte Grundgehorsam scheint vergessen, sobald ein Hase oder Reh den

Weg kreuzt.

Während die einen sagen, da helfe nur Starkzwang, zucken die anderen resigniert die Schultern und

meinen, da könne man nichts machen. Denn die Meinungen, wie mit einem Hund zu arbeiten sei,

dessen Jagdtrieb stark ausgeprägt ist, differieren erheblich.

Clarissa v. Reinhardt, international gefragte Trainerin und Autorin diverser Fachpublikationen über

Hunde, hat sich über viele Jahre mit diesem Thema beschäftigt. Während der Arbeit mit Hunden der

unterschiedlichsten Rassen und Altersstufen hat sie ein vollkommen neues Trainingskonzept

entwickelt, das für jeden Hundebesitzer leicht nachzuvollziehen und durchführbar ist. Dabei betont sie

immer wieder, dass ihr nicht jedes Mittel Recht ist, um einen Hund zu einem zuverlässigen Gehorsam

zu bringen – ganz im Gegenteil weist sie darauf hin, dass wir Menschen nicht das Recht haben, ein

uns anvertrautes Lebewesen für instinktgesteuerte Verhaltensweisen mit Gewalteinwirkung zu

strafen.

In diesem Buch führt sie Schritt für Schritt durch die Übungen und lädt den Leser ein, mehr über das

komplexe Verhaltensspektrum seines Hundes zu erfahren und im Training jede Menge Spaß mit ihm

zu haben.

Aus dem Inhalt:

� Die Handlungskette des Jagdverhaltens

� Das Töten / Tötungsstrategien

� Die Körpersprache / das Ausdrucksverhalten des Hundes

� Die Sinne im Einsatz

� Kommunikatives Spazieren gehen als Schlüssel zum Trainingserfolg

� Abrufübungen

� Selbständiges Absitzen beim Anblick von Beute

� Fehlerquellen im Training

� Hilfsmittel im Training

� Trainingsmethoden und ihre Grenzen

…und vieles mehr!

Das - unerwünschte - Jagdverhalten des Hundes

von Clarissa v. Reinhardt

24,00 €, Hardcover, 112 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen

ISBN 978 - 3 - 936188 - 23 - 8

www.verlag.animal-learn.de


BeagleFriends - DAS Magazin

Teil 1: Apportieren

Christine Frei

Bei meinen ersten Beschäftigungen mit meiner inzwischen zweijährigen Peach stellte ich fest, dass

sie im Gegensatz zu Ayla sehr gern apportiert und das wollte ich ausbauen. Aus diesem Grund

meldete ich uns bei Sabine Winkler (www.aha-hundeausbildung.de) zu einen Kurs „Dummytraining“

an, der Peach und mir sehr viel Spaß macht. Allerdings war mir damals noch nicht bewusst, wie

vielseitig diese Beschäftigung ist.

Wie bei anderen Hundesportarten ist auch beim Dummytraining ein gewisser Grundgehorsam

erforderlich. Der Hund sollte die Kommandos „Komm“, „Sitz“ und „Bleib“ beherrschen und an der

lockeren Leine laufen können. Damit ist die Basis für dieses Training bereits gelegt.

Zur traditionellen Dummyarbeit gehören:

� Apportieren

� Einweisen

� Markieren

� Verlorensuche

Im ersten Teil möchte ich auf die traditionelle Dummyarbeit und das Apportieren eingehen.

Das Apportieren

Diese Aufgabe finden wir im jagdlichen Bereich, wo der Hund beispielsweise eine Ente zum Jäger

bringen soll. Er sollte dies stets zügig und ohne Umwege tun, nicht auf der Ente herumbeißen oder sie

gar fallen lassen, sondern sich mit seiner Beute vor den Menschen setzen. Im Trainingsbereich wird

das Wild durch verschiedene Dummys ersetzt.

Allein dieser Ablauf ist schon so komplex, dass wir ihn im

Training in mehrere Einzelschritte aufteilten. Allerdings

bauten wir diese sog. Verhaltenskette von hinten auf, um

mögliche Fehler zu vermeiden.

Trainiert wurde also im ersten Schritt nur das Anschauen

des Gegenstands, der später einmal apportiert werden

sollte. Jeder Blick unseres Hundes zu dem Apportel

wurde sofort mit einem Click bedacht und anschließend

belohnt.

Anschauen des Dummys

Von li. nach re.: Schwimmdummy, zwei Prey– oder

Futterdummys, Taschen– oder Welpendummy,

Kong-Wubba, Bringholz

Seite 38


Seite 39 BeagleFriends - DAS Magazin

Annäherung an den Dummy

Im Grunde ging es recht schnell, bis unsere Fellnasen das

Apportel auch genauer untersuchen wollten und dazu ihr

Maul öffneten, um es zu fassen. Wir clickten und belohnten

schon für die kleinste Öffnung des Fangs. Nahm der Hund

das Apportel dann ganz in den Fang, kam es darauf an zu

clicken, bevor der Hund den Gegenstand wieder losließ! Wir

sollen darauf achten, dass er den Gegenstand weit hinten in

sein Maul nahm.

Wenn unser Hund bereits Interesse an dem

Apportiergegenstand zeigte, warteten wir mit dem Click, bis

sich unser Vierbeiner mit der Nase dem Gegenstand

genähert hatte und belohnten nun dieses Verhalten.

Der nächste Schritt war, den Gegenstand mit der

Hundenase berühren zu lassen und auch da galt wieder die

Methode C & B (Clicker und Belohnung).

Fassen des Dummys

Wir waren alle überrascht, wie schnell unsere Fellnasen diese ersten Schritte begriffen. Nun ging

es darum, das „Halten“ zu belohnen. Deshalb zögerten wir den Click immer etwas länger hinaus,

hielten zur Unterstützung das Apportel aber nach wie vor in der Hand. Schon bald merkten wir,

dass dafür auch von uns Menschen eine hohe Konzentration erforderlich war, denn der Click durfte

wirklich nur dann erfolgen, wenn der Hund den Gegenstand noch hielt. Erst nach dem Click darf

der Vierbeiner das Apportel loslassen und sein Leckerli bekommen! Als dies mit großer Sicherheit

klappte, konnten wir beginnen, den Gegenstand auch einmal kurz los zu lassen. Anfangs

entfernten wir unsere Hände dabei jedoch noch nicht merklich, clickten und belohnten aber jedes

Mal das selbstständige Halten des Dummys durch den Hund.

Selbstständiges Halten des Dummys

Anschließend ging es wieder darum, die Zeit

hinauszuzögern, in der unser Hund sein Apportel frei hielt.

Parallel dazu distanzierten wir auch unsere Hände immer

mehr.

Im Anschluss begann ein ganz entscheidender Schritt beim

Apportieren: Unser Hund sollte seinen Gegenstand über

längere Zeit – mindestens 3 Sekunden – halten, ohne auf

ihm herumzukauen. Dazu ist etwas Geduld erforderlich und

das Gefühl dafür, im richtigen Moment das Halten des

Dummys zu bestätigen.

Natürlich zögerten wir unseren Click immer weiter hinaus. Erst wenn der Hund diese Sequenz

beherrschte, konnten wir mit der Übung „Hergeben“ beginnen. Da wir bisher ja nur das Halten

geübt und belohnt hatten, ging es nun darum, aus dem zufälligen „Wiederhergeben“ mit

Belohnung ein gezieltes Hergeben zu erreichen. Wieder war einfach nur Geduld gefragt und wir

warteten ab, bis unser Vierbeiner irgendwann das Maul aufmachte, um sein Apportel

herauszugeben. Dies wurde natürlich sofort mit einem Click bestätigt und belohnt. An dieser Stelle

mussten wir Hundehalter wieder sehr konzentriert sein und darauf achten, dass wir unsere Hand

so hielten, dass wir den Dummy auch immer in die Hand würden bekommen können. Als deutlich

wurde, dass das Wiederhergeben zuverlässig klappte, konnten wir ein Signal einführen. Sinnvoll

ist es, dafür eine Vokabel zu gebrauchen, die anderweitig noch nicht „besetzt“ ist. Ich wählte für

Peach „Gib´s her“ und wir übten dieses Kommando zur Festigung etliche Male.

Nun kam die nächste Herausforderung: Unser Hund sollte sein Apportel nämlich zum ersten Mal

nicht aus unserer Hand nehmen, sondern vom Boden aufheben! Dazu sollten wir ihm unsere

Hand zur Entgegennahme auffordernd entgegen strecken. Im Grunde waren wir alle überrascht,

wie schnell der Vierbeiner das bisher Erlernte (das Apportel gehört in Fraules Hand) beherrschte

und verknüpfte!


BeagleFriends - DAS Magazin

Besonders wichtig bei diesem Übungsschritt ist, dass der Hund lernt, erst auf unser Signal hin zu

dem Apportel zu laufen. Im Grunde handelt es sich also um eine Sitz - Bleib - Übung, die für unseren

Hund noch einmal schwieriger wurde, als wir den Apportiergegenstand sogar warfen.

Zurückkommen mit dem Dummy

Besonders übungsintensiv war es, den Gegenstand bis zum wirklichen Vorsitz vom Hund im Fang

halten zu lassen. Daran feilen wir immer noch. Um die Übung abwechslungsreicher zu gestalten,

warfen wir das Apportel beispielsweise über eine Hürde. Der Hund sollte es auf direktem Wege holen

und wieder zurückbringen.

Dummy auf direktem Weg über die Hürde zurückbringen

Im Grunde war nun die Verhaltenskette komplett und wir

brauchten sie nur noch zusammen zu fügen:

� Den Hund neben sich absitzen lassen

� Das Apportel werfen

� Den Hund zum Apportel schicken

� Das Apportel aufnehmen lassen

� Das zurückgebrachte Apportel wieder in Empfang

nehmen.

Über die Übungsfolgen „Einweisen und „Markieren“ werde ich in der nächsten Ausgabe des

BeagleFriends - DAS Magazin“ im Dezember schreiben.

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Copyright Fotos: Ilse Marggraf und Christine Frei

Seite 40


Seite 41 BeagleFriends - DAS Magazin

Und die Konsequenzen äußerer Einflüsse

Diana Hempel

Es war ein heißer Sommertag, das Thermometer zeigte über 35° Grad an. Mittags wurde ein Trail im

Wald gelegt, den Paul und ich gegen 19:00 Uhr arbeiteten. Der Trailverlauf war mir unbekannt, die

Traillänge betrug ca. einen Kilometer und es hatte sich etwas abgekühlt. Mein Beagle startete ohne

Probleme und wir kamen nach ca. 100 m an eine lichte Wegkreuzung. Er schloss den linken Weg mit

einer kurzen Kopfdrehung aus und checkte den rechten – negativ. Ich führte ihn zurück und gab ihm

das Kommando: “Check it!“ Ich bekam wieder eine Negativanzeige. Schließlich führte ich Paul ein

Stück in den linken Weg hinein und setzte ihn im Schatten wieder an. Es dauerte nicht lange und ich

hatte Zug auf der Leine, der Schwanz ging wedelnd nach oben, sein Körper stand unter Spannung, ich

hörte das vertraute Grunzen und wusste: Mein Hund ist wieder auf dem Trail, den er im schattigen

Wald ohne Schwierigkeiten zu Ende arbeitete.

Negativ-Anzeige: Paul zeigt an, dass er keinen

Geruch mehr findet.

Was war geschehen? Hätte man mir eine verbindliche

Aussage abverlangt, hätte ich ehrlich eingestehen

müssen, dass ich es nicht genau wusste. Niemand kennt

den genauen Grund, was die Hunde, wo, in welcher

Form wahrnehmen und in welchem Zustand sich der

Trail befindet. Dennoch ist es möglich, durch das

Verhalten des Hundes und seine Körpersprache

Rückschlüsse auf den Trailverlauf und Trailzustand zu

ziehen. Voraussetzung ist, dass man seinen Hund gut

lesen kann und um die Einflüsse von Faktoren wie

Witterung, Thermik, Kontaminationen und Zeit auf einer

Spur weiß.

Bei dem beschriebenen Trail hat mir mein Hund mit seiner Körpersprache und seinem

Anzeigeverhalten klar gezeigt, dass er keinen Geruch mehr findet. Mehrere Stunden

Sonnenbestrahlung hatten offensichtlich nichts mehr übrig gelassen. Gerade bei längeren Liegezeiten

und aufgrund der Sonnenbestrahlung kommt es sehr oft zu Unterbrechungen im Trailverlauf. Die

Hunde können erst im Schatten ihre Arbeit wieder aufnehmen. Hätte ich im Einsatz diese

Auswirkungen nicht in Erwägung gezogen und die Negativanzeige als gegeben hingenommen, statt

meinem Hund eine Alternative anzubieten – es hätte im schlimmsten Fall ein Menschenleben kosten

können.

Jede Witterung nimmt negativen oder auch positiven Einfluss auf einen Trail, z. B. bei leichtem

Nieselregen. Es würde bei weitem den Rahmen sprengen, alle Einzelheiten ausführlich zu

beschreiben. Vielmehr möchte ich sensibilisieren, sich mit diesen Themen intensiv

auseinanderzusetzen und im Training die unterschiedlichsten Situationen einfach auszuprobieren. Nur

so kann man herausfinden, wie sich der Hund verhält, was er mir anzeigt, warum er in Schwierigkeiten

kommt, welche Hilfe ich ihm geben kann. Herausgreifen möchte ich neben der schon beispielhaft

erwähnten Sonneneinstrahlung - die Faktoren Wind, Thermik und Zeit, da gerade Spurtreue,

Suchverhalten und Alter der Trails viel und heiß diskutierte Themen sind.


BeagleFriends - DAS Magazin

Aufnahme des Geruchs während des „Prescentings“

am Start

Oft werden die Hunde in ihrem natürlichen

Suchverhalten eingeschränkt, wenn eine sog.

Spurtreue erwartet und als Trainingsziel definiert

wird. Oder es sind Aussagen zu hören: „Der Hund

sucht nicht, er hat ja gar nicht die Nase am Boden“.

Ein Mantrailer orientiert sich an einem sensiblen

Gebilde feinster Partikel. Wir können sie nicht

wahrnehmen und müssen ehrlich zugeben, dass wir

im Endeffekt nicht wissen, wo der Geruch liegt.

Einzig der Hund kann entscheiden, wo und wie er

den Geruch aufnimmt, um zum Ziel zu kommen. Je

nach Liegestelle, Liegedauer, Untergrund,

Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Wind arbeitet er mit

hoher, halbhoher oder tiefer Nase.

Eine tiefe Nase ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass der Hund besonders gut auf dem Trail

ist. Sie kann auch ein Zeichen dafür sein, dass Schwierigkeiten drohen. Gerade bei älteren Trails

mit geringerer Geruchsintensität ist die Suche mit tiefer Nase sehr oft zu beobachten - auch bei

leichtem Nieselregen, wenn dieser den Geruch förmlich auf dem Asphalt festpappt oder bei

kälteren Temperaturen. Ist dagegen der Erdboden sehr warm, strömt der Geruch dem Hund

entgegen und wir können eher Suchen mit hoher Nase beobachten. So können aus dem

Suchverhalten durchaus Rückschlüsse auf witterungsbedingte und thermische Bedingungen auf

dem Trail gezogen werden. Wenn wir den Geruchsvergleich zwischen heißem und kaltem Kaffee

ziehen, können wir uns den temperaturbedingten Einfluss auf die Geruchsintensität und

thermische Verteilung gut vorstellen.

Suche mit hoher Nase ...und Wechsel in die Suche mit tiefer Nase

Es ist völlig normal, dass ein Mantrailer durchaus einige Meter versetzt zu dem Weg arbeitet, den

die Person gegangen ist, da er sich nicht wie der Fährtenhund an der Bodenverletzung, sondern

den feinen Partikeln orientiert. Jede noch so laue Brise nimmt Einfluss darauf, wo die Partikel

landen. Mit einer einfachen Babypuderflasche kann man die Verwehungen sehr gut

ausprobieren. Wir und viele andere Kollegen haben die besten Erfahrungen damit gemacht, die

Hunde in ihrer natürlichen Suchweise arbeiten zu lassen, anstatt ihnen eine nach unserem

menschlichen Ermessen vermeintliche Spur vorzuschreiben. Wir halten es da ganz mit dem

Spruch unseres Instructors: „The nose knows!“ Nur der Hund weiß, wo der Geruch liegt und

orientiert sich im Bedarfsfall an den Stellen, wo die Partikel hängen bleiben, z. B. an

Häuserwänden, Bordsteinen, Sträuchern, Wiesen. Wenn möglich, sollte der Hundeführer seinem

Hund diese Stellen immer anbieten, um den Geruch aufzunehmen, sei es beim Ansatz, wenn er

den Trail verloren hat oder wenn es auf Plätzen mit zum Teil starken Verwehungen zu

Schwierigkeiten kommt. Wenn man einmal eine Suche bei starkem Wind durchgeführt hat, weiß

man, dass die Arbeit an stark befahrenen Straßen schwierig bis unmöglich ist, weil

vorbeifahrende Autos zu zusätzlichen Verwirbelungen führen, wenn sie von dem Trail überhaupt

etwas übrig lassen.

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Seite 43 BeagleFriends - DAS Magazin

Kommen wir zum größten Killer eines Trails – der Zeit.

Trails, die Wochen, Monate oder sogar Jahre alt sind,

gehören ins Land der Märchen und entspringen eher

dem Wunschdenken des einen oder anderen

Hundeführers. Wenn man sich schon allein den oben

beschriebenen Trail vor Augen führt, weiß man, dass

das nicht funktionieren kann. Mit jeder Stunde, die ins

Land geht, wird der Trail schwächer. Geruch hat eine

begrenzte Lebensdauer, die von den genannten

Faktoren massiv beeinflusst wird. Doch damit nicht

genug: Mit jeder Stunde kommt es auch zu Unmengen

an Kontaminationen mit anderen Gerüchen von

Menschen, Tieren, Abgasen, Chemikalien usw. dazu

und eine Differenzierung wird für den Hund immer

schwieriger. In gestalteten Trainingssituationen mit

einem wissenden Backup können viele Dinge noch

möglich sein. Im Ernstfall funktioniert das nicht.

Paul orientiert sich bei windigen Bedingungen im

Kreuzungsbereich an Sträuchern

Jeder Hundeführer, der zu einem Einsatz gerufen wird, bei dem ein Mensch schon seit zwei, drei

oder vier Tagen vermisst wird, muss alle möglichen und unmöglichen Einflüsse abwägen und

ernsthaft hinterfragen, ob er es verantworten kann, Angehörigen Hoffnungen zu machen oder der

Polizei mit falschen Hinweisen die Ermittlungen zu erschweren. In der Vermisstensuche und auch

Strafverfolgung ist ein Mantrailer - Hund ein wertvolles und hilfreiches Einsatzmittel, das aufgrund

aller äußeren Einflüsse aber seine Grenzen hat.

Das Trail-Team Diana und Paul

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Copyright Fotos: www.mantrailer-rhein-ruhr.de


BeagleFriends - DAS Magazin

Annett Schäfer

Im BeagleFriends - DAS Magazin vom Juni 2011 habe ich auf den Seiten 4 bis 8 über die Trächtigkeit unserer Hündin Amanda

und die Geburt ihrer Welpen geschrieben. Der Artikel über die Aufzucht der Welpen in dieser Ausgabe schließt daran an.

Nun sind sie also da! Sechs putzmuntere Welpen kriechen durch die Wurfkiste und tun nicht viel mehr

als schlafen und kuscheln, trinken und ausscheiden und die unterschiedlichsten Geräusche von sich

zu geben. Hundewelpen sind Nesthocker, sie sind noch blind und taub, können die eigene Wärme

noch nicht regulieren und sind in jeder Weise abhängig von ihrer Mama und damit auch von uns. Die

Wurfkiste ist in den ersten zwei Wochen ihr Schutzraum. Hier sind sie sicher und warm untergebracht.

Wir hocken glücklich davor und können es kaum fassen, dass unsere „kleine“ Amanda alles so ruhig

und sicher im Griff hat. Stundenlang verbringt sie in der Wurfkiste bei ihren Kleinen, lässt sie trinken,

kuschelt mit ihnen und ebenso wichtig, sie pflegt sie ständig.

Die Kleinen sind auch beim Ausscheiden auf ihre Hilfe

angewiesen. Sie werden im Genitalbereich und am

Bäuchlein von der mütterlichen Zunge massiert und

können erst dann Urin und Kot absetzen. Amanda

vertilgt alles restlos. Dies ist ein wölfisches Erbe und hat

den Sinn, die Wurfhöhle schön sauber und trocken zu

halten. Amanda ist sehr aufmerksam, riecht an den

Welpen, wann welcher geputzt werden muss und tut

dies, auch gegen den Protest der Welpen, mit großer

Sorgfalt und Ausdauer.

Wir, als Züchter, haben in dieser Zeit zunächst nicht allzu viel zu tun. Es ist wie die Ruhe vor dem

Sturm. Amanda ist absolut instinktsicher, sie geht sehr vorsichtig mit den Welpen um und trotzdem ist

ständig einer von uns in der Nähe, beobachtet die kleine Familie und es schläft auch in den ersten

Wochen einer von uns direkt neben der Wurfkiste. Eine unserer Aufgaben ist es jetzt, uns um Amanda

zu kümmern, für ausreichend gutes Futter und Bewegung zu sorgen.

Und Futter braucht sie wirklich extrem viel. Genaugenommen frisst sie während der Säugezeit

mindestens sechs Mal so viel wie sonst. Eigentlich hat sie ständig Hunger und jetzt darf sie endlich

einmal so viel fressen, wie sie mag. Zwischendurch ist etwas Bewegung angesagt, denn das viele

Futter muss natürlich auch irgendwie wieder heraus. Zuerst bekommen wir Amanda nur mit großer

Überredungskunst mit hinaus in den Garten. Ihre Bindung an die Welpen ist so stark, dass sie sie nur

ungern kurz allein lässt. An einen Gang außerhalb des Gartens ist zunächst nicht zu denken. Wir

lassen sie entscheiden, denn diese Zeit ist ohnehin sehr anstrengend für Amanda. Es ist

bewundernswert, was für eine Leistung eine Mütterhündin vollbringt und wir haben den Eindruck, dass

Amanda sich momentan nur bei ihren Welpen wohl fühlt und zufrieden ist. Mehrmals täglich bekommt

sie homöopathische Mittel und verschiedene Zusätze, z.B. für die Rückbildung und Reinigung von

Gebärmutter und Geburtswegen sowie für eine genügende Calciumversorgung.

Die kleine Hundefamilie soll jetzt ganz ungestört sein, nur Familienmitglieder und enge Freunde

dürfen schon mal einen Blick riskieren. Das normale Leben in unserer Familie geht aber weiter. Da

gibt es Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Telefon, Fernsehen oder das Scheppern mit Geschirr,

eben alles was unsere Hunde sonst kennen und was auch jetzt keine Bedrohung für sie und die

Welpen darstellt. Unsere zweite Hündin Inka, die Mutter von Amanda, schaut mehrmals täglich schon

neugierig nach den Kleinen, respektiert aber, dass diese Welpen Amanda gehören. Sie traut sich

momentan nur immer kurz in die Welpenkiste, wenn Amanda grad draußen im Garten ist.

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Seite 45 BeagleFriends - DAS Magazin

Unsere andere Aufgabe ist es, das Gedeihen der Welpen im Blick zu haben. Jeden Abend, ungefähr

zur gleichen Zeit, wiegen wir alle Welpen. Wir legen sie nicht gleich wieder zurück, sondern nehmen

uns Zeit, jeden Einzelnen genau anzusehen, anzufassen und mit ihm zu schmusen. Hier beginnt die

Prägung auf den Menschen. Die Welpen sollen, noch blind, uns Menschen riechen, belecken und

fühlen können, sie sind völlig entspannt und ruhig und genießen bereits früh diese Nähe zu uns.

Wann immer wir bei den Welpen sind, werden sie herausgenommen, es wird gekuschelt und leise mit

ihnen gesprochen. Schon in diesem Alter beginnen wir die Welpen daran zu gewöhnen, dass wir sie

überall anfassen können. Sie sollen später gut zu händeln sein, was z.B. für Tierarztbesuche sehr

wichtig ist.

Amanda hat von Anfang an vollstes Vertrauen zu uns und

schaut uns ganz unaufgeregt zu. Die Welpen nehmen vom

ersten Tag an gut zu, sie verdoppeln ihr Geburtsgewicht

nach weniger als einer Woche - kein Wunder, denn

Amanda hat wirklich sehr viel Milch. Dieser Wurf ist

ausgeglichen, immer satt und zufrieden!

Die ersten zwei Wochen werden „vegetative Phase“

genannt und stellen eigentlich eine Verlängerung der

Trächtigkeit dar. Die Welpen befinden sich noch in einer

Art Dämmerzustand. Von außen betrachtet könnte man

denken, dass nicht viel passiert. Tatsächlich tut sich aber

allerhand!!!

In der 3. Woche, der Übergangsphase, ist nämlich aus dem hilflosen Saugwelpen ein kleiner,

neugieriger Hund geworden, der sehen und hören kann, sich auf vier kurzen Beinchen fortbewegt

und allein Kot und Urin absetzen kann. Diese Fortschritte sind auf die Fertigstellung des

Nervensystems zurückzuführen. Es war zum Zeitpunkt der Geburt zwar schon angelegt, war aber

noch nicht funktionstüchtig. Es fehlte noch die „Isolierung“ in Form von Myelinscheiden. Dies

geschieht zuerst bei den Nerven, die für den Kopfbereich zuständig sind und geht dann über den

Rumpf bis zum Schwanz. Man kann es auch gut beobachten, denn der Welpe lernt zuerst seinen

Kopf zu heben, hat dann seine Vorderläufe unter Kontrolle, während die Hinterbeinchen noch länger

schlaff hinterher gezogen werden.

Am Ende dieser zwei Wochen beginnen die Welpen sich

auch untereinander bewusster wahrzunehmen. Sie

nehmen Kontakt auf, beriechen und belecken sich. Die

ersten zwei Welpen öffnen ihre Augen am 14. Tag und

zwei andere Welpen kommen auf die Beine und fangen an

zu laufen. In den nächsten Tagen können alle Welpen

sehen und laufen und auch in den kleinen Schlappohren

haben sich die Gehörgänge geöffnet. Zuerst sind die

Augen noch milchig trüb und etwas bläulich. Das

verschwindet aber in den nächsten Tagen, die Augen sind

nun schön dunkelbraun.

Jetzt kommt allmählich Leben in die Wurfkiste und wir bauen den Welpenauslauf im Wohnzimmer

auf. Nun haben die Welpen viel mehr Platz, sie können toben, sich verstecken, auch mal allein

spielen oder schlafen. Die Wurfkiste im Auslauf dient jetzt nur noch als sichere Schlafhöhle. Wir legen

Spielzeug, wie kleine Kuscheltiere, Bälle und Kauseile dazu und tauschen sie immer wieder aus.

Jetzt darf auch Inka mit in den Auslauf und beteiligt sich wie selbstverständlich an der Pflege.

In der dritten Lebenswoche ist eine Untersuchung beim

Tierarzt vorgeschrieben. Die kleinen Welpen werden

abgehört und abgetastet, die Tierärztin guckt ins Mäulchen

und in die Öhrchen und sieht, ob ein Nabelbruch, eine

Knickrute oder ähnliches vorliegt. Alle Welpen sind gut

ernährt, fit und gesund und auch bei Amanda ist alles

bestens.


BeagleFriends - DAS Magazin

Jetzt haben wir auch die Ahnentafeln beantragt und das bedeutet, wir mussten die Namen angeben –

kein leichtes Unterfangen beim Anfangsbuchstaben C! Die Hündinnen sollen Clara und Caja heißen,

die Rüden auf die Namen Carlos, Campino, Clever und Cooper hören.

Drei Wochen lang hat Amanda nun ihre Welpen ausschließlich mit Muttermilch versorgt. Sie selbst

frisst Unmengen an Futter, bekommt immer etwas, wenn sie in der Küche vorbei schaut und ist

trotzdem sehr schlank, fast mager. Das ganze Futter steckt sie in die Milch für die Kleinen und

Amanda noch mehr zu füttern, bedeutet nur, dass sie noch mehr Milch produziert Es ist nun an der

Zeit mit der Zufütterung zu beginnen, auch um Amanda etwas zu entlasten. Für diese erste

Zufütterung verwenden wir erstklassiges Rindertatar vom Schlachter unseres Vertrauens, nahezu

fettfrei und natürlich ganz frisch! Am Abend nehmen wir die Welpen einzeln auf den Schoß. Wir haben

winzige Tatar - Kügelchen vorbereitet. Bereits der Geruch lässt die kleinen Nasen beben, sie werden

ganz aufgeregt und sind kaum zu halten. Sofort nehmen sie das Futter an und fressen diese erste

feste Nahrung ohne Probleme aus unserer Hand. Sie sind dabei so gierig, dass wir fast um unsere

Finger fürchten müssen, denn jetzt haben die Welpen auch schon ihre ersten, sehr spitzen, Zähnchen.

Ein voller Erfolg, der uns bestätigt, dass frisches rohes Fleisch genau das Richtige auch für ganz

kleine Welpen ist!

Jetzt bekommen wir sehr viel Besuch. Nachbarn, Kinder,

Verwandte und Freunde wollen die Welpen kennenlernen

und wir sehen dies als Chance für einen weiteren

Entwicklungsschritt der Welpen, denn sie lernen viele

verschiedene nette Menschen kennen, die ruhig und lieb mit

ihnen umgehen. Für vier Welpen haben wir bereits liebe

Familien gefunden, mit denen wir schon monatelang in

Kontakt stehen und auch diese lernen jetzt die Welpen

kennen.

Alle waren schon sehr gespannt, denn sie warteten teilweise schon sieben Monate auf diesen

Moment, kannten bisher nur Inka und Amanda und die Welpen nur von Berichten und Fotos. Die

Welpenfamilien dürfen jetzt regelmäßig kommen, so lernen sich Welpe und neue Familie schon mal

kennen und wir können bei den Besuchen alle Themen ansprechen, die uns am Herzen liegen.

Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Welpen mit Gegenständen zu spielen. Sie beißen in weiche Bälle,

schütteln kleine Stofftiere „tot“, nehmen sich Dinge weg und verfolgen wegkullernde Bälle.

Alles wird ausführlich beleckt und bekaut, manchmal streiten sie sich oder beißen auch mal in Rute

oder Ohr.

Bald erhalten die Welpen schon zwei zusätzliche Mahlzeiten, trinken aber weiterhin viel Milch bei

Amanda. Ganz so angenehm ist das Säugen für sie jetzt nicht mehr, die Welpen trinken sehr

stürmisch und sicherlich bekommt sie auch ab und zu die spitzen Zähnchen zu spüren. Trotzdem ist

sie weiter gern bei den Kleinen, leckt sie sauber, animiert sie zu kleinen Spielchen oder legt sich

einfach nur zu ihnen.

In der 5. Lebenswoche geht es das erste Mal hinaus an die frische Luft. Die ersten Schritte auf dem

Rasen sind noch etwas ungewohnt, die Geräusche und der Wind beeindrucken zuerst etwas, aber

die Welpen gewöhnen sich sehr schnell daran und genießen diese neue Freiheit in vollen Zügen.

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Seite 47 BeagleFriends - DAS Magazin

Das kleine Nachbarskind ist täglich mit uns bei den Welpen und spielt auf seine Art laut juchzend

mit ihnen. Wir lassen einen Regenschirm auf- und zugehen, lassen Flatterband und Luftballons

fliegen und schlagen mit Holzplatten aufeinander, was einen lautes Knall erzeugt. Dies alles tun

wir, um die Welpen auf das Leben vorzubereiten. Sie sollen unerschrocken sein und möglichst viel

kennenlernen, denn alles, was sie zusammen mit ihrer Mutter und den Geschwistern zu dieser Zeit

angstfrei erleben, wird auch für den Rest des Lebens positiv besetzt sein. Die Box, die wir im

Auslauf stehen haben, wird sofort zum Ausruhen und Schlafen genutzt. Bei schönem Wetter sind

die Welpen fast den ganzen Tag draußen, fressen, schlafen und spielen, bekommen Besuch und

machen ihre Geschäfte meist schon etwas abseits am Zaun.

Im Haus haben wir eine kleine Hundetoilette, eine

Schale mit Hanfstreu, die schon seitdem sich die

Welpen selbständig lösen können mal mehr, mal

weniger genutzt wird. Natürlich wird bei jedem

Geschäft am richtigen Ort ausgiebig gelobt,

trotzdem sind Tücher und Wischmopp noch oft im

Einsatz. Jetzt sind aus den Welpen schon richtige

kleine Hunde geworden. Sie können bellen,

knurren, fiepen, schnarchen, wollen auf den

Schoß genommen werden und zeigen uns genau,

wenn sie Hunger haben.

In den Ausläufen gibt es verschiedene Untergründe,

Fliesen, Sand, Rasen, Holz und zum Toben und

Entdecken ist viel Platz. Wir sorgen für Abwechslung,

indem wir mal einen Tunnel, einen Steg oder eine

kleine Wippe, mal Bälle, Pappkartons oder

Kuscheltiere mit hinein tun. Hier lernen die Welpen

auch den ersten Regen kennen, gewöhnen sich an

die Bahn, die an unserem Grundstück vorbei fährt,

haben auch vorm Rasenmäher keine Angst und

lassen sich vom Nachbarn spaßeshalber mit der

Gießkanne etwas nass spritzen.

Es gibt irgendwann fünf Mahlzeiten und wir lassen die Kleinen verschiedene Dinge, wie Obst und

Gemüse probieren, füttern rohes Fleisch, Joghurt, Nass- und Trockenfutter. Sie mögen und

fressen alles sofort und restlos auf. Wir gewöhnen die Welpen an Halsband und Geschirr und

gehen mit jedem einzeln ein paar Schrittchen durch den Garten und auf die Straße.

Auch andere Hunde kommen uns besuchen. Es sind mit Inka und Amanda befreundete Rüden.

Die Welpen sind sehr interessiert, die Rüden leider weniger, es kommt nur zu kurzen

Begegnungen. Jetzt dürfen auch meine Kindergartenkinder die Welpen besuchen – beide Seiten

haben diesen aufregenden Tag sehr genossen und sicherlich auch davon profitiert.


BeagleFriends - DAS Magazin

Die Zeit vergeht wie im Fluge. In der 8. Woche besucht uns der Papa des Wurfes mit Frauchen und

der ebenfalls in der Familie lebenden Hündin. Der Rüde ist nicht sehr interessiert an seinen

Nachkommen, muss dazu überredet werden mit in den Auslauf zu kommen. Die Kleinen sind ihm zu

wuselig, er verhält sich aber neutral und ist sicher froh, als er nach einem Familienfoto wieder hinaus

aus dem Auslauf darf!

Wir Frauchen dagegen hatten einen schönen, lustigen

Tag, haben mit den Welpen gespielt und geschmust,

gefachsimpelt, verglichen und uns einfach über

diesen tollen Wurf gefreut!

In der 9. Woche steht der Impftermin an. Unsere

Tierärztin kommt diesmal ins Haus, was die Sache

enorm erleichtert und in aller Ruhe werden alle sechs

Welpen erst einmal gründlich untersucht und

anschließend gechippt und geimpft. Alle Welpen sind

gesund und munter, bis auf etwas Dreck in den Ohren

und sie waren alle sehr tapfer.

Jetzt steht auch der Wurfabnahme durch die zuständige Zuchtwartin nichts mehr im Wege. Auch sie

begutachtet ein paar Tage später jeden Welpen einzeln, schaut besonders nach Knickrute, Nabelbruch,

Zahnfehlstellungen und fehlenden Hoden, dokumentiert alles im Wurfabnahmebericht, kontrolliert die

Impfausweise aller im Haushalt lebenden Hunde und bescheinigt uns einen gleichmäßigen, fehlerfreien

Wurf! Wir freuen uns wirklich sehr!

Ein paar Tage später heißt es Abschied nehmen. Vier Welpen ziehen innerhalb von zwei Tagen in ihr

neues Zuhause. Beide Seiten sind gut vorbereitet. Für die Welpen beginnt jetzt ein großes Abenteuer,

für die Familien geht ein großer Wunsch in Erfüllung und ich stehe da mit Tränen in den Augen und

winke ihnen tapfer hinterher! Schnell kommen Berichte und Fotos, alle sind gut angekommen, fressen

und schlafen gut und alle sind glücklich. Eine Hündin, die kleine Caja, darf bei uns bleiben und unser

Rudel verstärken und einen Welpen, den kleinen Carlos, behalten wir diesmal etwas länger. Da wir bei

der Auswahl unserer Welpenkäufer sehr wählerisch sind, haben wir erst später ein passendes Herrchen

für ihn gefunden und haben gern auf den etwas späteren Abgabetermin gewartet. So hatte Caja noch ein

paar Wochen einen kleinen Spielkumpel hier Zuhause. Mit beiden Welpen waren wir in der

Hundeschule, auf der Straße, in der Fußgängerzone in unserem Ort, sind Fahrstuhl und Auto gefahren,

haben Pferde auf der Weide besucht und die Nachbarschaft erkundet.

Nun ist auch Carlos ausgezogen und bei uns kehrt langsam der Alltag wieder ein. Amanda spielt jetzt

ausdauernd mit Caja, während Oma Inka oft nur gemütlich daneben liegt. Nur ab und zu muss sie sich

doch einmischen und rennt dann im bekannt schnellen Tempo mit einem Spielzeug im Maul davon,

verfolgt von Amanda und Caja. In der Hundeschule treffen wir zu unserer Freude zwei von Cajas

Brüdern wieder und die Drei machen ihre Sache schon recht gut! Auch beim Mantrailen war Caja schon

dabei und hat ein paar kleinere Trails erfolgreich gemeistert. Wir haben viel Spaß mit unseren drei

Mädels und freuen uns auf eine tolle Zeit mit ihnen!

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Copyright Fotos: Annett Schäfer

Seite 48


Seite 49 BeagleFriends - DAS Magazin

Kerstin Guckel

In jedem Lebewesen steckt, ganz verborgen vor der Welt, der Keim der Seele.

In dieser kleinen Kammer befinden sich Gut und Böse, Licht und Schatten, Hoffnung und Aufgabe,

Erwartung und Enttäuschung, Einsicht und Starrsinn, Fröhlichkeit und Trauer, Zorn und Sanftmut.

Je nachdem, wie gut dieser Keim gepflegt, genährt und gebettet wird, kann er wachsen und ein

Fundament werden, das den Körper stützt und sicher stehen lässt. Aber genauso kann er

verkümmern, seine Kraft verlieren und als verfallene Hülle ohne Nutzen ruhen.

So liegt es dann in der Hand der Eltern, dieser Seele Flügel zu geben, den Keim wachsen zu

lassen und ihn stark zu machen für ein Leben, das nicht immer ein warmer Sommertag ist,

sondern auch kalte, eisige Stürme birgt.

Und ist die Seele stark genug, dem Leben allein entgegen zu treten, bedarf der Keim weiterhin

üppiger Pflege, denn nun ist er ganz auf sich gestellt.

Wenn er dann reif ist und gefüllt mit allem, was dieses Leben ausmacht, werden die Taten zeigen,

wie gut oder schlecht dieser einst leere Raum eingerichtet wurde.

Würde man nur die Rasse der Menschen so betrachten, wäre man wohl bald sehr enttäuscht zu

entdecken, wie wenig Sorgfalt häufig auf das Gedeihen dieses Keimes verwandt wird und wie viel

Schaden deswegen an unserem Erdenrund entsteht.

Die Tiere jedoch kennen keine Verschwendung in Form von Neid, Missgunst, Verachtung und

Hochmut. Sie gehen sicher den Weg der Erhaltung der eigenen Art - wenn man sie lässt.

So hilft es vielleicht, in die Seele von Tieren zu schauen, um zu erkennen, mit welcher

Überheblichkeit der Mensch glaubt, die Krönung der Schöpfung zu sein.

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Copyright Foto: Kerstin Guckel


BeagleFriends - DAS Magazin

Der letzte Weg in Würde

Mathias Kroog

Am Karfreitag 2010 starb meine treue Begleiterin Snoopy, eine American Staffordshire Hündin, mit

gut zwölf Jahren an Altersschwäche.

Auch wenn ihr nahendes Ende zu bemerken war, kam ihr Tod dann doch völlig überraschend für

mich. Ich kann und will es einfach nicht wahrhaben, dass ein starker, immer gesunder Hund mit

einem stets offenen Wesen plötzlich stirbt, aus dem Leben gerissen wird. Snoopy starb in meinen

Armen. Es war natürlich kein Tierarzt greifbar. Unser Tierarzt, der sofort hätte die Leiden beenden

können, war kurz zuvor weggezogen. Eine Tierärztin rief mich zurück – und war recht unangenehm.

Sie wollte mir die Sterbebescheinigung nicht ausstellen, wenn sie nicht auch gleichzeitig mit der

„Entsorgung“ beauftragt werden würde.

Da mein Hund für mich in den gut zwölf Jahren unseres Zusammenseins immer für mich da war und

als absoluter Freund ein wesentlicher Bestandteil von mir gewesen ist, kam für mich der Begriff

Entsorgung nicht in Frage. Ich war innerlich völlig zerrissen, aber irgendwie bekam ich es doch in

den Griff, mich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Tierbestattung zu befassen. Die Abgabe

beim Tierarzt und das bloße Entsorgen waren für mich ausgeschlossen. Denn die toten Tiere

werden im Kühlhaus (oder wie man es nennen möchte) gelagert, von einer Firma abgeholt und

verbrannt. Die Individualität geht dabei völlig verloren. Man kann auch professionelle Tierbestatter

beauftragen, die jedoch im Grunde nichts anderes als die Tierärzte machen, mit dem einzigen

Unterschied, dass man die Urne mit irgendeiner Asche zurückbekommt. Auch das ist entwürdigend

und keinesfalls individuell.

Letzten Endes habe ich einen Tierfriedhof ausgewählt. Dieser Tierfriedhof wird von einem

eingetragenen Verein betrieben. Dort hat man die Möglichkeit sein Tier richtig zu beerdigen und

man kann wählen, ob man ein individuelles Grab mit eigener Fläche oder eine Ruhestätte auf einer

Wiese, ohne eigens zugewiesene Abgrenzung, für sein Tier möchte. Es gibt also dieselben

Möglichkeiten wie bei der Bestattung eines Menschen: anonyme Wiese oder eigene Grabstelle, die

man gezielt besuchen und pflegen kann. Die Menschen dieses Vereins waren sehr freundlich und

hilfsbereit. Ich bekam den ganzen Friedhof erklärt und konnte anschließend auch selber wählen,

wer meinen Hund in das Grab legt. Da wir, meine Snoopy und ich, immer bedingungslos füreinander

da waren, habe ich diesen allerletzten Schritt natürlich selbst getan.

Vom Verein bekommt man auch eine Bescheinigung, dass das Haustier dort auf dem Friedhof

bestattet wurde. Sie reicht für alle Behördengänge aus, um die Hundesteuer abzumelden und die

Tierhalterversicherung zu beenden. Für mich steht fest, dass ich niemals eine andere Lösung

wählen würde, da ich meinen Freund, der eigentlich schon ein Teil von mir war, nicht entsorgen und

wie Müll beseitigen lassen möchte.

Es gibt auch die Möglichkeit, sein Tier auf dem

eigenen Grundstück zu beerdigen. Dafür gibt

es von Bundesland zu Bundesland und

schließlich auch von Kommune zu Kommune

unterschiedliche Regelungen, ob und unter

welchen Bedingungen eine Tierbeerdigung

genehmigt wird. Menschen, die diese

Möglichkeit haben, rate ich noch zu Lebzeiten

des Hundes, entsprechende Informationen

einzuholen. Bei dieser Art der Bestattung

benötigt man natürlich noch eine

Todesbescheinigung von einem Tierarzt.

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Copyright Foto: Jutta Ambach

Seite 50


Seite 51 BeagleFriends - DAS Magazin

Hundeherz ist Trumpf

Ilse Marggraf

Etliche schöne und erlebnisreiche Jahre haben wir schon mit unserem Hund geteilt. Freudig

begleitete er uns auf langen Spaziergängen, spritzig absolvierte er Agility-Parcours oder war ein

ausdauernder Trailer. Er liebte das Laufen am Rad oder das gemeinsame Joggen. Besondere

Freude machten ihm die Spielrunden mit seinen Hundefreunden. Aber seit einiger Zeit beobachten

wir, dass unser ehemals flinker und agiler Vierbeiner bereits nach kurzer Zeit ermüdet und hechelnd

stehen bleibt. Er wirkt schnell erschöpft und kurzatmig. Hitze und Kälte machen ihm zu schaffen und

bei allen Aktivitäten stellen wir einen Leistungsabfall fest.

Wenn sich diese Auffälligkeiten zeigen, sollten wir unseren Hund von einem Tierarzt im Hinblick auf

eine Herzerkrankung untersuchen lassen, mittels Auskultation (Abhören mit dem Stethoskop), EKG,

ggf. Röntgen des Herzens und einer Doppler-Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung).

Diagnostiziert der Tierarzt leichte Herzrhythmusstörungen, eine Herzinsuffizienz / Herzschwäche,

nervöse Herzbeschwerden oder ein sog. Altersherz, wird er vielleicht ein Weißdornarzneimittel

(Crataegus) verordnen.

Der Weißdorn wurde 1999 vom Bundesgesundheitsministerium zur Arzneipflanze des Jahres

gekürt.

Weißdornstrauch

Das Herz unterstützende Gaben von gekauften

oder selbst hergestellten Hausmitteln aus

Weißdorn sollten mit dem Tierarzt besprochen und

abgestimmt werden, denn sie helfen nicht bei

jeder Herzerkrankung und nicht jedem Hund.

U n l i e b s a m e N e b e n w i r k u n g e n o d e r

Wechselwirkungen mit schulmedizinischen

Medikamenten brauchen jedoch nicht befürchtet

werden.

Weißdorn entfaltet seine Wirkung ganz allmählich.

Deshalb sollten die Zubereitungen über einen

längeren Zeitraum gegeben werden, mindestens

drei Monate lang. Zeigt sich dann noch keine

Besserung, wird die Weißdorngabe (zunächst)

eingestellt und mit dem Tierarzt über das weitere

Vorgehen beraten

Die wirksamsten Inhaltsstoffe sind Flavonoide und

Procyanidine, die die Herzleistung wesentlich steigern,

die Durchblutung und die Erhöhung des Blutsauerstoffs

verbessern, den Herzrhythmus stabilisieren. Durch

Crataeguspräparate werden indirekt auch der

Mineralhaushalt des Herzens und die Ernährung der

Herzmuskelzellen verbessert, so dass sich diese besser

zusammenziehen können. Bestimmte Flavonoide

(Rutin) wirken gefäßabdichtend. Wird Crataegus als

Heilpflanze genutzt, schreiben die einschlägigen

Bestimmungen einen Mindestgehalt an Flavonoiden von

0,7 % vor. Meistens übertrifft der Weißdorn mit 1,0 bis

1,2 % jedoch diesen geforderten Wert.

Gekaufte Weißdornpräparate für den Menschen, die in

entsprechender Dosierung auch für den Hund

geeignet sind.


BeagleFriends - DAS Magazin

Zur Pflege, Regeneration und zum Schutz des

Herzens kann dem Hund beispielsweise

Weißdorntee – auch in Mischung mit anderen

Kräutern – verabreicht werden. Frische

Blättchen, Blüten und Knospen im Mai

gesammelt, schmecken leicht nussig und können

dem Hundefutter zerkleinert beigegeben werden.

Die Tagesdosis Weißdorn beträgt 0,5 bis 1,0 g

für den Hund.

Auch gekaufter oder selbst hergestellter

F r i s c h p f l a n z e n s a f t a u s f r i s c h e n

Weißdornfrüchten, eine Essenz oder Tinktur aus

(getrockneten) Blüten, Blättern und Früchten

können auf das angegriffene Hundeherz hilfreich

einwirken.

Frischpflanzensaft aus Weißdornfrüchten

Die Früchte werden etwa ab September gesammelt.

Für den Frischpflanzensaft pflücken wir eine

Handvoll Früchte vom Strauch, duschen sie kurz

ab, zerdrücken sie zu Brei und vermengen sie mit

5 EL Wasser. Diesen Ansatz lassen wir eine

halbe Stunde ziehen und drücken ihn dann durch

ein feines Sieb oder ein Tuch.

Der Hund kann täglich 1 TL Saft, mit Honig

gesüßt, für die Herz-Kreislauffunktion ins Futter

oder mit Joghurt bekommen. Selbst hergestellter

Weißdornsaft sollte innerhalb von zwei,

spätestens drei Tagen verbraucht werden, selbst,

wenn er im Kühlschrank aufbewahrt wird.

Knospen, Blüten und Blätter

Weißdornfrüchte

Manche Hunde, so auch Henry und Jonas, fressen die herunter gefallenen Früchte gern direkt vom

Erdboden. Obwohl die Beeren wenig Eigengeschmack haben – deshalb werden die

Weißdornfrüchte im Volksmund auch Mehlbeeren genannt – scheinen sie den Hunden zu munden,

die vielleicht aber auch instinktiv spüren, dass die Früchte ihrem Herzen guttun.

Weißdornessenz aus getrockneten Blüten und Früchten

Es empfiehlt sich, eine kleine Menge getrockneter Blüten und Früchte zu kaufen – je 10 g reichen,

denn insbesondere die Trocknung der Blüten ist ziemlich aufwändig. Für den Hausgebrauch

können Essenzen anstelle von Alkohol fast ebenso gut mit Apfelessig konserviert werden, der als

Nebeneffekt außerdem die Blutzirkulation verbessert. Über den Apfelessig als vielfältig

verwendbares Hausmittel für den Hund könnt ihr in einer der nächsten Ausgaben des Magazins

mehr erfahren.

Für die Weißdornessenz werden Früchte und Blüten zu

gleichen Teilen in eine weithalsige Flasche gefüllt und mit

dem Obstessig übergossen, so dass alle Pflanzenteile

bedeckt sind. Die Flasche muss zwei Wochen an einem

warmen Ort stehen und gelegentlich geschüttelt werden.

Anschließend wird der Ansatz gefiltert. Der Hund kann

zwei bis drei Tropfen täglich von dieser Essenz

bekommen.

Getrocknete Blüten, Blätter und Früchte

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Copyright Fotos: Ilse Marggraf

Seite 52


Seite 53 BeagleFriends - DAS Magazin

Leckerli - Rolle

Norbert Janisch

Man benötigt für dieses Spiel:

� 1 Holzplatte (Grundplatte, 30 x 60 cm)

� 2 Holzplatten (je 20 x 60 cm)

� 1 HT - Rohr mit Muffe (50 cm lang, ø 11 cm)

� 1 Buchenholzleiste (100 x 10 x 20 mm)

� 20 Spax - Schrauben (40 x 4)

� 18 Spax - Schrauben (30 x 4)

Die Holzplatten gleich im Baumarkt zuschneiden lassen. Aus den beiden 20 x 60er Platten werden

die, mit Sternchen versehenen Teile geschnitten:

� 2 Teile (Seitenwände, 20 x 20 cm)*

� 4 Teile (Stützen, 10 x 20 cm)*

� 4 Leisten (2,5 cm breit x 16 cm lang)* und

� 4 Leisten (Rahmen für die Rolle, 2,5 cm breit x 11 cm lang)*

� 6 Leisten aus dem Buchenholz (12 cm)

So wird es gemacht:

Die 14 Leisten mit je zwei Löchern durchbohren. Mit einem Versenker oder einem größeren Bohrer

die Löcher vorbohren, damit beim Einschrauben kein großer Druck ausgeübt werden muss, das

Holz nicht ausbricht und die Schrauben bündig abschließen. Die Schrauben vorsichtig festdrehen.


BeagleFriends - DAS Magazin

Am Rand der Seitenwände je zwei Löcher bohren, durch die die Stützen mit der Seitenwand

verschraubt werden. Darauf achten, dass die Löcher sich nicht an der gleichen Stelle befinden wie

die Schrauben der Leisten.

Das HT-Rohr auf die gewünschte Länge (ca. 30 cm) kürzen. Die Seite des Rohres ohne Muffe

verwenden. Nachdem alle Löcher gebohrt sind, die Holzteile schmirgeln, besonders die Kanten

ebenso wie die Schnittstelle des HT-Rohres.

Die Seitenwände jetzt mit den Stützen verschrauben. Danach mit vier Leisten ein Rechteck legen

(die oberste Leiste bündig mit der Oberkante der Seitenwand und mittig von rechts und links),

dann probieren, ob das Rohr locker im Rahmen sitzt. Wenn es passt, können die Leisten - bis auf

die oberen - verschraubt werden.

Die Seitenwände auf die Bodenplatte stellen, das Rohr einlegen und alles mittig ausrichten. Das

Rohr sollte zwischen den Seitenwänden 2-3 mm Luft haben, damit es sich leicht drehen lässt und

nicht klemmt. Wenn alles optimal steht, die Umrisse der Seitenwände und Stützen auf die

Bodenplatte übertragen und dann mit je sechs Löchern durchbohren. Auf jeder Seite zunächst mit

zwei Schrauben das ganze fixieren und prüfen, ob sich die Rolle leicht drehen lässt. Dann die

restlichen Schrauben eindrehen.

Jetzt werden auf dem HT-Rohr die Buchenholzleisten versetzt und in gleichmäßigem Abstand auf

der Rolle verschraubt. Ein Vorbohren ist nicht notwendig, es sollte aber vorher angezeichnet

werden, wo die Leisten angeschraubt werden müssen.

Nun muss noch der Leckerli-Auswurf gebohrt werden. Ich habe zwei Löcher à 10 mm versetzt auf

der Rolle und an den gegenüberliegenden Seiten gebohrt. Bei der Größe der Löcher muss

berücksichtigt werden, mit welcher Leckerligröße später die Rolle befüllt werden soll. Nicht

vergessen: Nach dem Bohren die Ränder der Löcher glatt schleifen.

Die Rolle einlegen und die beiden oberen Leisten festschrauben. Dieses Spiel lässt sich für 12-14

€ nachbauen.

——————————————————————————————————————————————––-—

Copyright Fotos: Norbert Janisch

Seite 54


Seite 55 BeagleFriends - DAS Magazin

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