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Der Harz_06_26_I

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HARZVERBAND

Auf Entdeckungstour im Geopark und Naturpark

Mit Lupe, Schaufel und Neugier:

Grundschüler erforschen den Boden

Rund 60 Drittklässler der Adolph-Diesterweg-Grundschule

in Wernigerode begaben sich in der letzten Aprilwoche auf

eine spannende Forschungsreise – direkt vor ihrer eigenen

Schultür. Im Rahmen einer Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit

drehte sich alles um den Boden unter ihren Füßen.

Begleitet wurden sie dabei von Esther Czymoch, Geopark-

Fachbereichsleiterin im HARZVERBAND e.V.

„Wir sind heute hier, um den Boden zu erforschen“, eröffnete die

Geologin die Projekttage. Auf die Frage, wer schon einmal in einem

Natur- oder Geopark gewesen sei, meldete sich eine Schülerin

vorsichtig: „Ich war schon mal in der Nähe.“ Die Überraschung war

groß, als Czymoch erklärte: „Ihr befindet euch schon mittendrin.“

Mit 9.646 km² ist der UNESCO Global Geopark Harz . Braunschweiger

Land . Ostfalen der größte UNESCO Global Geopark Europas.

„Steine sind doch nicht langweilig!“

Dass Steine alles andere als langweilig sind, darin waren sich

die Kinder schnell einig. Unterschiedliche Formen, Farben und

Strukturen faszinierten sie ebenso wie die Frage, was eigentlich

alles zum Boden gehört. „Tiere, Regen, Wurzeln, Gras, Erde und

Blumen“, lauteten die spontanen Antworten.

Mit dem sogenannten „Bodenrucksack“, gefüllt mit Becherlupen,

Petrischalen und kleinen Schaufeln, mit einem Bodentuch

und Spielkarten ging es schließlich hinaus in den Schulgarten.

Trotz trockener Erde – eine Folge des fehlenden Regens – wurden

die jungen Forscher schnell fündig: Kellerasseln, Regenwürmer,

Ameisen, Marienkäfer und sogar kleine Raupen landeten in den

Lupengläsern. Stolz präsentierten die Kinder ihre „Schätze“.

Ganz nebenbei entstanden Gespräche über den Wert dieser Lebewesen.

Regenwürmer lockern den Boden auf, Mistkäfer übernehmen

als „Müllabfuhr der Natur“ wichtige Aufgaben. So wurde den

Kindern anschaulich vermittelt, wie entscheidend diese kleinen

Helfer für einen gesunden Boden sind – und damit auch für unsere

Lebensmittel.

Ein unerwartetes Highlight sorgte kurzzeitig für Ablenkung: Die

Harzquerbahn dampfte direkt am Schulgarten vorbei. Begeistert

winkten die Kinder dem Lokführer zu – bevor sie sich wieder voller

Eifer ihrer Suche im Erdreich widmeten.

Mit Muskelkraft in die Tiefe

Ein besonderes Erlebnis war der Einsatz eines sogenannten Pürckhauers

– ein Werkzeug zur Entnahme von Bodenproben aus tieferen

Schichten. Mit einem großen Hammer durften die Kinder

selbst Hand anlegen. Stück für Stück trieben sie das Metallrohr

in den harten Boden, ganz nach dem Motto „Hau den Lukas“.

Als die Probe schließlich geborgen war, wurde sie genau unter die

Lupe genommen. Warum ist der Boden so fest? Der Boden des

Schulgartens, mitten in der Stadt und unmittelbar neben den

Schienen, wurde durch Menschenhand verdichtet. Ein Schwamm

diente als anschaulicher Vergleich: Lockerer Boden mit vielen

Poren kann Wasser besser aufnehmen – verdichteter Boden hingegen

kann nur wenig Wasser speichern.

Anhand von Karten und Fragen diskutierten die Schüler auch Gefahren

für den Boden. (Foto: HARZVERBAND)

Dass Boden ein kostbares Gut ist, wurde den Kindern schnell

klar. Rund 1000 Jahre dauert es, bis gerade einmal ein Meter

Boden entsteht. Gestein, Wasser und Wind spielen dabei eine

zentrale Rolle.

Anhand von Karten und Fragen diskutierten die Schüler auch

Gefahren für den Boden: Plastik, Pestizide und Umweltverschmutzung.

Ein Schüler brachte es auf den Punkt: „Mikroplastik

wird von Tieren gefressen und landet irgendwann auch in

unserem Körper.“

Lernen mit Bewegung und Kreativität

Nach so viel Wissen wurde es noch einmal bewegungsreich: Bei

einem Spiel mussten die Kinder entscheiden, ob Aussagen richtig

oder falsch sind – und je nach Antwort fangen oder fliehen. Ein

fröhliches Durcheinander mit garantiertem Lerneffekt.

Zurück im Klassenraum entstand schließlich ein persönliches

Erinnerungsstück: Ein Lapbook, das die wichtigsten Erkenntnisse

festhält und zeigt, wie wertvoll der Boden für uns alle ist.

Wer selbst auf Entdeckungstour gehen möchte, kann den Bodenrucksack

beim HARZVREBAND ausleihen. Schulen haben so

die Möglichkeit, eigenständig den Boden zu erforschen und das

Klassenzimmer nach draußen zu verlegen. Weitere Informationen

finden Interessierte auf https://harzregion.de/de/home.html im

Bereich Naturpark Harz – nachhaltige Entwicklung.

Text: Carolin Neumann

Die Öffentlichkeitsarbeit des HARZVERBANDS

wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für

Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt

des Landes Sachsen-Anhalt.

16 06 | 2026

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