unternehmen #101, Juni 2026
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Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 101 | Juni 2026
unternehmen [!] RESSORT 1
Ulmer
Norden &
Ebersbach
spezial
Jürgen Eilts
Ulms
Messe-Macher
Begegnung, Flexibilität und maßgeschneiderter
Service. Der Chef der Messe verrät sein Erfolgsrezept
und warum er die vielen Brückentage nicht mag.
TATWAFFE E-MAIL
Die Bedrohung durch Cyberkriminalität
wächst - oft fehlt es
an Bewusstsein und Vorsorge.
Seite 22
NETZWERK FÜR MODE
Kein Schaufenster, keine Ware -
bei Unitex wird nicht produziert,
sondern vernetzt.
Seite 36
KOHLE MIT KOHLE
Wie in Göppingen bei DU: ein
Zukunftsgeschäft entsteht aus
dem, was andere wegwerfen.
Seite 44
2 RESSORT unternehmen [!]
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unternehmen [!] EDITORIAL & INHALT 3
Liebe Leserin, lieber Leser,
im Titelinterview dieser Ausgabe spricht der Chef
der Ulm Messe, Jürgen Eilts, halb scherzhaft von
seinem „Gemischtwarenladen“ – was für ein herrlich
altmodischer Begriff in Zeiten von Conceptstores
und hybriden Events. Aber natürlich ist der
Ausdruck nicht von gestern – sondern im Gegenteil
wesentlich konkreter als so manch denglische
Business-Worthülse. Eilts sagt: „Ich bin für deine
Wünsche da, lieber Kunde, ich und mein Team
finden für dich die beste Lösung!“ „Customer-centric“
sozusagen.
Viele Geschichten in diesem Heft haben mit dem
Mega-Trend (und Dauer-Buzzword) Transformation
zu tun: Von der wird oft sehr abstrakt gesprochen
– wir wollen es hier konkret und praxisbezogen
tun. Unsere Autorinnen und Autoren haben
sich in der Region umgeschaut und spannende
Beispiele aus der Wirtschaft gefunden: Von
Xaver Albrecht erfahren wir, wie sich Unitex aus
Neu-Ulm vom Einkaufs- zum Service- und Dienstleistungsverband
in der Modebranche gewandelt
hat (Seite 36). Die Göppinger DU:-Gruppe entwickelt
sich vom reinen Entsorger zum Produzenten
von Pflanzenkohle und Wasserstoff (Seite 44).
Und das ehemalige Druckereiunternehmen Wedeko
aus Erbach ist zum Anbieter von digitalen
Bildschirmen für Unternehmenskommunikation
unter dem Dach der Bütema AG geworden. Lauter
tolle Beispiele dafür, wie Unternehmen sich
schlau anpassen und zukunftsfähig weiterentwickeln.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.
Ihr Tobias Lehmann
Redaktionsleiter unternehmen [!]
06 Kreislaufwirtschaft
Herausforderung für die Kunststoffindustrie.
12 Flexibel und unkompliziert
Messe-Ulm-Geschäftsführer Jürgen Eilts
über Erfolg in einer volatilen Branche.
22 Tatwaffe E-Mail
Die Bedrohung durch Cyberkriminalität
wächst – was Unternehmen tun können.
30 Entwicklung in Ebersbach
Wie die Stadtverwaltung das Gewerbe fördert.
34 Genie braucht Spielraum
Manche brauchen Regeln, andere brauchen
Vertrauen. Was das für Führung bedeutet.
36 Netzwerk für Mode
Kein Schaufenster, keine Ware - bei Unitex
wird nicht produziert, sondern vernetzt.
40 Unter Strom
Dienstwagen und Firmenflotten werden
immer häufiger elektrisch.
44 Kohle mit Kohle
Schrott und Abfall waren gestern - die DU:-
Gruppe setzt auf Pyrolyse und Wasserstoff.
46 100 Objekte zum Entdecken
Der diesjährige Tag der Architektur findet
unter dem Motto „einfach wohnen!“ statt.
54 Schaufenster der Zukunft
Eine Zwei-Marken-Strategie, die funktioniert.
Wedeko wird zur Marke von Bütema.
56 Mit Schwung zur Eleganz
Keine Müdigkeit bitte: Auch beim Golf müssen
Bewebungsabläufe regelmäßig geübt werden.
58 Himmelweiler, Weltklasse
Auf dem Weg zu einem europaweit beachteten
Knotenpunkt für den Güterverkehr.
64 Vorbeigeschaut bei Max-Johann
Freiherr von Ulm-Erbach
Ein Gespräch mit dem neuen Vorsitzenden
der Wirtschaftsjunioren Ulm/Neu-Ulm.
36
56
30
08
22
4
NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]
Ranking mit Warnsignalen
Region Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht für Ulm, Neu-Ulm und den Alb-Donau-
Kreis eine recht einheitliche Entwicklung, die allerdings auch Schattenseiten hat.
Sowohl Ulm als auch
die beiden Landkreise
Alb-Donau und Neu-
Ulm gehören zu
Deutschlands wirtschaftlichen
Spitzenreitern – doch unter der
glänzenden Oberfläche zeigen
sich erste Risse. Das zeigt das
aktuelle Regionalranking des
Instituts der deutschen Wirtschaft
(IW) in Köln, das alle
zwei Jahre 400 Stadt- und Landkreise
untersucht.
Die Zahlen für 2026 klingen
zunächst erfreulich: Ulm belegt
bundesweit Rang 28 und verbesserte
sich um elf Plätze. Der Alb-
Donau-Kreis liegt auf Platz 92
(plus sieben), Neu-Ulm auf Rang
62 (plus eins). Alle drei zählen
damit zu den besten 23 Prozent
bundesweit. „Die Region kann
insgesamt als wirtschaftlich leistungsfähig
und attraktiv eingeordnet
werden“, sagt Dr. Vanessa
Hünnemeyer vom IW.
Doch der Blick auf die Entwicklungsdynamik
zeigt auch
Schattenseiten: In allen drei Regionen
verschlechtert sich das
Gewerbesaldo – es werden insgesamt
mehr Firmen ab- als angemeldet.
Die Arbeitslosigkeit
steigt schleichend, die Industrie
schwächelt. Besonders Neu-
Ulm, eine der Top-50-Automobilregionen
Deutschlands,
spürt den Gegenwind der Branchenkrise.
Hünnemeyers Diagnose fällt
differenziert aus: „Die Region
befindet sich nicht in einer akuten
Krise, wohl aber vor der Herausforderung,
schleichende
Strukturverluste und eine Erosion
bestehender Stärken zu
vermeiden.“ Ihr Rat: Rahmenbedingungen
für Unternehmensgründungen
prüfen und
die bestehende Industrie gezielt
fördern.
Baden-Württemberg insgesamt
kämpft: 61,4 Prozent aller
Regionen im Ländle haben sich
seit 2016 verschlechtert. Die
Automobilkrise mit Gewinneinbrüchen
bei Mercedes, Porsche
und Bosch hinterlässt Spuren
im am stärksten industriegeprägten
Bundesland. [!] sid
Trotz allem ein insgesamt starker Wirtschaftsraum: Neu-Ulm, Ulm
und die angrenzenden Landkreise.
Foto: Siegfried Geyer
Das stille Sterben der Spätzle-Connection
Auflösung Ein ambitioniertes
Experiment ist gescheitert: Der
Schwabenbund, 2012 in Memmingen
als regionale Vernetzungsplattform
gegründet, hat
sich Ende 2024 sang- und klanglos
aufgelöst. Die sogenannte
Spätzle-Connection sollte die
Region zwischen München,
Stuttgart, Nürnberg und Zürich
verbinden – von der Ostalb bis
zum Bodensee. Doch die Vision
platzte.
Ohne große Ankündigung
setzte Geschäftsführer Werner
Weigelt den Auflösungsbeschluss
vom November 2024 um.
Die Löschung aus dem Vereinsregister
steht kurz bevor. Dass
Gemeinsam anpacken, um
bestehen zu können, war
der Plan. Foto: magnific.com
es kriselte, war allerdings absehbar:
Ulm, der Alb-Donau-Kreis
und Neu-Ulm waren bereits vorher
ausgetreten.
Die Diagnose fällt einhellig
aus. Stefan Tluczykont vom Alb-
Donau-Kreis bemängelte, der
Schwabenbund habe sich zu
stark auf Einzelprojekte fokussiert
statt auf Lobbyarbeit. Ulms
Rathaus-Sprecher Daniel Hadrys
sprach von „Doppelstrukturen“
und fehlenden Mehrwerten.
Anja Grözinger vom Büro
der Neu-Ulmer Landrätin kritisiert:
Das Gebiet sei „sehr groß“
gewesen mit „heterogenen Interessenslagen“.
Der Verein habe
seine Kernaufgabe – als Sprachrohr
zu fungieren – „immer mehr
vernachlässigt“.
Für 7.500 Euro Jahresbeitrag
sahen die Kommunen keinen
Gegenwert mehr. Hinzu kam: Baden-Württemberg
zahlte, anders
als Bayern, keine Fördermittel,
wichtige Regionen wie Bodensee
oder Dillingen konnten nie
gewonnen werden. Hauptgeschäftsführerin
der IHK Ulm,
Petra Engstler-Karrasch resümiert
nüchtern: „Super Initiative“
bei der Gründung, die sich
mittlerweile „überlebt“ hat. Die
Region arbeite längst über andere
Strukturen zusammen – etwa
den Verein Innovationsregion.
[!]
nid
unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5
„Kalte Fusion“ zwischen Ulm und Leipheim
Zusammenschluss Zwei Mittelständler
bündeln ihre Kräfte:
Die Julius Gaiser GmbH aus Ulm
integriert die Kelvin ABT GmbH
aus Leipheim. Mit diesem Zusammenschluss
entsteht ein
technologisches Schwergewicht
im Bereich Gebäude- und Kältetechnik.
Gaiser, seit 1928 in Ulm verwurzelt
und einer der führenden
Anbieter für Gebäudetechnik
und Anlagenbau in Süddeutschland,
holt sich gezielt Expertise
ins Haus. Kelvin ABT gilt als
Spezialist für Mess-, Steuer- und
Regelungstechnik (MSR) sowie
für industrielle Kälteanlagen –
besonders beim Einsatz natürlicher
Kältemittel zählt das Leipheimer
Unternehmen zu den erfahrensten
in der Region. Die
Strategie dahinter: Gaiser will
seine MSR-, Automations- und
Kälteeinheiten schrittweise in
einem gemeinsamen Kompetenzzentrum
bündeln. Kelvin
ABT übernimmt dabei die zentrale
Rolle. Für die Mitarbeitenden
bedeute das „zusätzliche
Entwicklungsmöglichkeiten und
ein stärkeres technologisches
Netzwerk“, betonen die Geschäftsleitungen.
Das erweiterte Portfolio umfasst
künftig hoch spezialisierte
Kälte- und MSR-Lösungen,
energieeffiziente Wärmepumpenanlagen
und komplexe industrielle
Anwendungen. Das
Ziel: Kunden sollen integrierte
technische Lösungen aus einer
Hand erhalten. Beide Unternehmen
betonen die nachhaltige
Ausrichtung – und die Sicherung
qualifizierter Arbeitsplätze
in Ulm, Leipheim und der Region.
[!]
dos
Von links: Reinhold Köhler, Thomas Gilbert, Felix Gilbert und
Harald Kretschmann bei der notariellen Beurkundung. Foto: Gaiser
Nur wenige
Insolvenzen
Region Der Alb-Donau-Kreis
zählt zu den insolvenzärmsten
Regionen Baden-Württembergs.
Mit nur 3,3 Insolvenzanträgen je
1.000 Unternehmen liegt der
Landkreis 2025 gleichauf mit Biberach
auf Platz zwei. Ulm rangiert
mit 5,8 Anträgen im Mittelfeld.
Jonas Pürckhauer, stellvertretender
IHK-Hauptgeschäftsführer,
warnt vor vorschneller Euphorie:
Der gute Wert sei zwar
ein Hinweis auf wirtschaftliche
Stärke, sage aber wenig über den
tatsächlichen Schaden aus. Ein
großer Insolvenzfall könne
schlimmere Spuren hinterlassen
als viele kleine.
Die dauerhaft niedrige Quote
spreche dennoch für hervorragende
Rahmenbedingungen:
ausgewogener Branchenmix,
starke Pendlerströme, funktionierendes
Zusammenspiel zwischen
Ulm und den Landkreisen.
Pürckhauers Einschränkung
bleibt: „Auch bei uns läuft die
Konjunktur in vielen Betrieben
nicht rund.“ [!]
ref
Höher hinaus
und dichter dran
Neubau Knapper geht es kaum:
Mit sechs zu fünf Stimmen billigte
der Ulmer Bauausschuss
den Neubau der Volksbank Ulm-
Biberach an der Ecke Neutorstraße/Zeitblomstraße.
Das
neungeschossige Gebäude überragt
die Nachbarbebauung deutlich.
Städtebaulich umstritten,
wirtschaftlich notwendig. „Es
war nicht unsere Ambition, so
hoch zu bauen“, sagt Vorstandssprecher
Stefan Hell. Doch Fusionen
und Wachstum erfordern
Platz. Der Stammsitz am Olgaplatz
ist zu klein und veraltet.
Der Neubau bietet 8.500 statt
6.300 Quadratmeter, dazu Bahnnähe.
Die Stadt hätte lieber sieben
Geschosse und ein Nachbargebäude
als Ergänzung gesehen.
Für die Volksbank war dies wirtschaftlich
nicht darstellbar. Am
Olgaplatz sollen rund 100 Wohnungen
entstehen, auch günstige
über die Volksbank-Stiftung.
Die Volksbank sieht diese Pläne
als „konkreten Beitrag zur Schaffung
von dringend benötigtem
Wohnraum“. [!]
ch
Es soll saniert werden
Pharma Das Insolvenzverfahren
von R-Pharm in Illertissen
wurde durch Markus Fröhlich
eröffnet. Die 300 Mitarbeiter erhalten
ihre Gehälter wieder vom
Unternehmen und der Betrieb
läuft uneingeschränkt weiter.
Insolvenzverwalter Markus
Fröhlich berichtet Positives:
„Wir sind voll handlungsfähig,
die Belegschaft hält loyal.“ Neue
Aufträge sichern die Finanzierung
für die kommenden Monate.
Mehrere Kaufinteressenten
hätten sich gemeldet, erste Angebote
liegen vor. Das Ziel:
nachhaltige Fortführung per
übertragender Sanierung. Die
Gründe für die Schwierigkeiten
lägen vor allem im Gesellschafterkreis,
der einem russischen
Konsortium angehört. Internationale
Sanktionen verunsicherten
Kunden und Partner. [!] st
Plan B: Stockmahd
Neubau Der Parkplatz an der
Stockmahd sollte längst bebaut
sein. Doch der große Stadtentwicklungsplan
scheiterte aus
Kostengründen.
Das Konzept klang bestechend
– Straßenbahn und Wielandstraße
verlegen, Wohngebiet
direkt an die Friedrichsau.
Dann die Ernüchterung: Diagonale
Kanäle, Gas-Hochdruckleitung,
13,5 Millionen für Gleisverlegung
ohne Förderung. Angesichts
dieser Schwierigkeiten
haben sich die Stadtplaner vom
ursprünglichen Konzept verabschiedet.
Der Plan B: Die Straße
bleibt und die Bahn wird nur
begradigt. 450 Wohnungen und
dazu ein Parkhaus für Besucher
soll entstehen.
Ulms Baubürgermeister Tim
von Winning meint: „Wir sind
einen Schritt zurückgegangen,
das Ergebnis ist aber auch sehr
gut.“ [!]
ck
6
VERANTWORTEN unternehmen [!]
Papphalm knickt vor
Er
EU-Verordung ein
Wertstoff Die neue Verpackungsverordnung der EU zwingt
kunststoffverarbeitende Unternehmen stärker als bisher,
Rezyklate einzusetzen.
ist schmal, weiß und
klebt an der Außenseite
jedes Capri-Sun-Trinkbeutels.
Über Jahrzehnte
hat sich der Trinkhalm des Kult-
Getränks, das früher Capri-Sonne
hieß, bewährt und ist nun
zum Gegenstand eines skurrilen
Streits zwischen der Capri-Sun
GmbH und der Europäischen
Kommission geworden.
Weil Plastikhalme verboten
worden sind, besteht die Trinkhilfe
seit 2021 aus Pappe. Seitdem
häufen sich Kundenbeschwerden
darüber, dass das Material
weich wird, abknickt und
den Geschmack beeinträchtigt.
Das Unternehmen aus Eppelheim
nahe Heidelberg hat daher
vor rund zwei Jahren eine Petition
gestartet: Eine Million Unterschriften
sollten in Brüssel
eine Ausnahmegenehmigung erwirken.
Bis Ende April dieses
Jahres hatten sich jedoch nur
knapp 169.000 Fans in die Liste
eingetragen. Capri-Sun hat daher
das Projekt gestoppt.
Hersteller
müssen
sich rechtzeitig
Quellen
erschließen.
Oliver Möllenstädt
GKV-Hauptgeschäftsführer
Der Trinkhalm des Kult-
Getränks zeigt, dass
EU-Verordnungen
nicht immer in der
Praxis umsetzbar sind.
Fotos: von lenscap50 &
Bert Folsom/adobestock.com
Fraglich bleibt, ob selbst eine
siebenstellige Zahl von Unterstützern
gereicht hätte, um Gehör
bei der Kommission zu bekommen.
Denn ab August tritt
eine neue EU-Verpackungsverordnung
in Kraft. Die Packaging
and Packaging Waste Regulations
(PPWR). Vorgabe ist, dass
spätestens 2030 alle Verpackungen
recycling- oder mehrwegfähig
sein müssen. Außerdem
müssen bis zu diesem Zeitpunkt
alle Verpackungsmaterialien einen
Recyclinganteil von mindestens
zehn Prozent bis maximal
35 Prozent enthalten. „Die neue
Regulierung wird erhebliche
Veränderungen sowohl für
Kunststoffproduzenten, kunststoffverarbeitende
Industrie als
auch für Verbraucher mit sich
bringen“, prognostiziert Tobias
unternehmen [!] VERANTWORTEN 7
Stäbler, Leiter Vertrieb und Marketing
bei der Mopack, einem
Spezialisten für Folienverpackungslösungen
in Dettingen.
Kunststoffe sind zu einer Art
Alleskönner geworden. Folien
schützen Lebensmittel, Schäume
werden in der Logistik eingesetzt.
Sie werden aber genauso
auch in langlebigen Produkten
wie zum Beispiel Gebäuden oder
Automobilen verbaut oder in der
Medizin verwendet. Nach Angaben
des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende
Industrie
(GKV) wurden im vergangenen
Jahr knapp zwölf Millionen Tonnen
Kunststoff verarbeitet. Etwa
ein Fünftel davon stammte aus
Rezyclaten, die aus Abfällen gewonnen
wurden. 5,6 Millionen
Tonnen Sortierreste aus Gelbem
Sack oder Gelber Tonne werden
verbrannt. Mit der neuen Verpackungsverordnung
will die EU
den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft
starten. Doch der Weg
dahin verspricht, holprig zu werden.
Grau aus dem Gelben Sack
Der Sammelbegriff Kunststoff
vereint ein breites Spektrum
ganz unterschiedlicher Materialien
mit spezifischen Eigenschaften,
die sich nur wenig mischen
lassen – eine Herausforderung
für das Recycling. In Teilbereichen
wie etwa beim Polyethylen
(PET) in der Getränkeindustrie
oder beim PVC im Fensterbau
wurden geschlossene Systeme
aufgebaut, die eine Wiederverwertung
erleichtern.
Sammelsysteme wie die Gelbe
Tonne sind jedoch als Open-
Loop-System konzipiert, mit
dem ein Wust aus vielen Kunststoffen
entsteht, die mühsam getrennt
werden müssen. „Die
Mindestquoten durch die neue
Verpackungsordnung, aber auch
Die neue
Regulierung
bringt
erhebliche
Veränderungen.
FOTO: FA. MOPACK
Tobias Stäbler ist Leiter im
Vertrieb und Marketing bei
Mopack, einem Spezialisten
für Folienverpackungslösungen
in Dettingen.
entsprechende Vorgaben für die
Automobilindustrie verstärken
die Nachfrage nach Kunststoff-
Rezyklaten, die allein der europäische
Markt nicht bedienen
können wird“, ist Oliver Möllenstädt,
Hauptgeschäftsführer
des GKV, überzeugt. „Jeder Unternehmer,
der Kunststoff verarbeitet,
sollte sich daher schon
jetzt mit der Frage beschäftigen,
wie er sich Quellen erschließen
kann, von denen er ab 2030 die
notwendige Menge an Rezyklaten
beziehen kann – und das
dann auch in einer Qualität, die
den Anforderungen an sein Endprodukt
entspricht.“
Für die Umverpackung von
Lebensmitteln etwa gelten strenge
Hygienevorgaben. Entsprechende
Rezyklate lassen sich nur
in chemischen Recyclingverfahren
gewinnen, die aufwendig
sind und hohe CO²-Emissionen
haben. „Entsprechende Folien-
Warum scheitern gute Strategien
in erfolgreichen Unternehmen?
Viele Geschäftsführer erleben genau
das. Strategische Initiativen sind klar
formuliert. Die Organisation ist grundsätzlich
leistungsfähig. Und trotzdem
verliert sich die Umsetzung im Alltag.
Entscheidungen dauern länger als
nötig. Abstimmungen nehmen zu.
Verantwortung wird schwammig.
Nicht die Strategie ist das Problem,
auch nicht die Menschen.
Viele Organisationen stammen aus
Zeiten, in denen die unternehmerische
Realität überschaubar war.
Die gestiegene Komplexität findet sich
nicht in den gewachsenen Strukturen
des Unternehmens wieder.
Der Zukunfts-Check macht diese
Zusammenhänge sichtbar. Zur
Risikoanalyse und strukturierte Standortbestimmung
- bevor strategische
Veränderungen angestoßen werden.
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Matthias Rausch
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8
VERANTWORTEN unternehmen [!]
Garantien
nach
Vorbild der
Erneuerbaren
Energien.
FOTO: FRANZISKA GILLI
Hans-Josef Endres
gründete 2011 das Institut
für Biokunststoffe und
Bioverbundwerkstoffe an
der Hochschule Hannover.
Das Experiment Kreislaufwirtschaft
Hersteller setzen auf individuelle Verpackungen. Die Flaschen,
Dosen oder Tuben aus farbigem Kunststoff werden jedoch zum
Problem im Wertstoffkreislauf.
Eine zentrale Anlaufstelle
für kleinere
und mittelgroße
Unternehmen in Baden-Württemberg
in
Sachen Kreislaufwirtschaft
und Ressourceneffizienz
ist Umwelttechnik
BW (umwelttechnik-bw.de).
FOTO: AKHILESH SHARMA,
JAN & DIMAZEL/ADOBESTOCK.COM
Die Ansprechpartner
der Landesagentur
vermitteln unter anderem
den Kontakt zu
den Regionalen Kompetenzstellen
Ressourceneffizienz
(KEFF+). Mit ihrer Unterstützung
lassen
sich Materialeffizienzpotenziale
im Unternehmen
erkennen.
Eine erste Orientierung
liefert der
KEFF+Check vor Ort,
den die KEFF+Moderatoren
kostenfrei, unabhängig
und unverbindlich
durchführen.
produkte sind 30 bis 40 Prozent
teurer als die Erstmaterialien“,
weiß Mopack-Vertriebschef
Stäbler. „Das treibt dann auch
die Endpreise.“ Dagegen sind
Rezyklate aus mechanischen
Verfahren in etwa gleich teuer
wie die Ursprungsprodukte.
Meist sind sie jedoch nur für einfache
Anwendungen etwa in der
Logistik geeignet. Weil das Ausgangsmaterial
farblich bunt gemischt
ist, gibt es sie überwiegend
nur in einem Grauton.
Verbandsgeschäftsführer Oliver
Möllenstädt fordert daher
ein generelles Umdenken. „In
den vorhandenen Systemen sollte
finanzielle Anreize geschafft
werden, damit mehr Verpackungen
auf den Markt kommen, die
einfacher recyclingfähig sind.
Der Gesetzgeber könnte zudem
Vorgaben für einen Rabatt bei
den Lizenzgebühren machen, die
Verwerter wie der Grüne Punkt
bekommen, wenn Rezyklate eingesetzt
werden.“
Nicht zuletzt sollte der Fokus
auf einen effizienteren Sortierungsprozess
gelegt werden, um
größere Mengen hochqualitativer
Recyclingmaterialien zu erzeugen.
Finanzielle Anreize schaffen
„Es ist doch auch nicht einzusehen,
dass bestimmte Kosmetikhersteller
zum Beispiel ihre
Shampoo-Flaschen durchgehend
blau oder schwarz machen. Wenn
alle Behältnisse transparent oder
weiß wären und der Hersteller
klebt ein Etikett auf, würde das
auch die Vielfalt der Rezyklate
verbessern“, schlägt Hans-Josef
Endres, geschäftsführender Leiter
des Instituts für Kunststoffund
Kreislauftechnik an der Universität
Hannover, vor.
„Und warum nicht die Rahmenbedingungen
für die Hersteller
verbessern mit einer Investitionsgarantie
nach dem Vorbild
der Erneuerbaren Energien?
Wenn ein Unternehmer in eine
Anlage zur Gewinnung eines Rezyklats
investiert, sollte er auf
Sicht von zehn Jahren Mindestpreise
bekommen. Wir haben bei
der Windkraft und Solarenergie
gesehen, dass das den Markt ankurbelt.“
[!] Thomas Luther
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
9
KI-Tools rechtssicher im Unternehmen
einführen
Ob zur Automatisierung, zur Qualitätsverbesserung
oder Erschließung neuer Geschäftsfelder:
Künstliche Intelligenz eröffnet Unternehmen
enorme Möglichkeiten; ihr Einsatz wirft aber
auch viele offene Rechtsfragen auf. Insofern
braucht es mit wachsender Verbreitung von KI-
Anwendungen einen einheitlichen regulatorischen
Rahmen, der mit dem sogenannten EU AI
Act geschaffen wurde. Verstöße dagegen treffen
die oft unterschätzte Schnittstelle zwischen
Recht, IT-Abteilung und Unternehmensführung
hart. Wir zeigen auf, worauf Unternehmen beim
KI-Einsatz achten sollten.
Wie drei Rollen maßgeblich zu
KI-Compliance beitragen
Die Verantwortung für den KI-Einsatz im Unternehmen,
rechtlich wie strategisch, trägt die
Unternehmensführung. Ihre IT-Abteilung muss
KI-Systeme so klassifizieren, dokumentieren
und betreiben, dass alle Anforderungen nachweislich
erfüllt werden.
In der Praxis votiert die Geschäftsführung oft für
KI-Tools, ohne alle technischen und recht lichen
Anforderungen zu kennen. Die IT-Abteilung setzt
Entscheidungen ohne saubere Dokumentation
um. Das Unternehmen steuert damit auf regulatorische
Lücken mit nicht un erheblichen
Haftungsrisiken zu. Denn erst das integrierte Trio
aus rechtlicher Expertise, Compliance-Knowhow
und technischer Umsetzung macht einen
Betrieb KI-sicher. Die SONNTAG Group verbindet
diese Kompetenzen in der Praxis, durch Beratung
in rechtlichen Themen und technische Implementierung
von KI Use Cases. Auch kostenfreie
SONNTAG Webinare, etwa zum EU AI Act,
geben Antworten auf aktuelle unternehmerische
Herausforderungen.
Das Risikomodell des EU AI Act
Der EU AI Act verfolgt einen risikobasierten
Ansatz und teilt KI-Systeme in vier Klassen.
Je höher das Risiko, desto umfangreicher die
Pflichten und desto stärker sind IT, Recht und
Management gefordert:
• Unannehmbares Risiko (Klasse 1):
Verbotene Systeme – z. B. manipulative KI,
Social Scoring oder Emotionserkennung
an Schulen. Kein Einsatz.
• Hohes Risiko (Klasse 2):
HR, Bonitätsbewertung, Medizin. Strenge
Transparenz-, Dokumentations- und Prüfpflichten.
Enge Verzahnung von IT und
Compliance erforderlich.
• Begrenztes Risiko (Klasse 3):
Chatbots, virtuelle Assistenten, KI-Inhalte.
Transparenzpflichten gegenüber Nutzern –
je nach Anwendung auch höheres Risiko
möglich.
• Minimales Risiko (Klasse 4):
Weitgehend unreguliert. Ohne Tool-Überblick
keine Sicher heit über die Risikoklasse.
Was der EU AI Act in der Praxis verlangt
Der EU AI Act unterscheidet zwischen den
Rollen der Anbieter (entwickelt und vermarktet
KI) und Betreiber (setzt fremde KI beruflich
ein). Für Unternehmen, die KI lizenzieren,
ist fast nur die Betreiberrolle relevant.
Anbieterpflichten wie technische Dokumentation,
Risikomanagement oder Daten-Governance
müssen Betreiber nicht selbst erfüllen.
Sie müssen aber gewissenhaft und
nachweisbar prüfen, ob ihr Anbieter sie erfüllt.
Zeitplan für die Betreiberpflichten:
• Februar 2025: Verbotene KI-Systeme
(Art. 5 EU AI-Act) dürfen nicht eingesetzt
werden.
• August 2025: KI-Kompetenz der Mitarbeitenden
(Art. 4 EU AI-Act) nachweisbar
sicherstellen und dokumentieren.
• August 2026: Pflichten für Hochrisiko-
Systeme (Art. 26 EU AI-Act): zweckgemäßer
Einsatz, menschliche Aufsicht, Überwachung,
Protokollierung und Meldung
schwerwiegender Vorfälle.
Für Chatbots und KI-generierte Inhalte gilt
die Transparenzpflicht (Art. 50 EU AI-Act):
Nutzer müssen erkennen, dass sie mit KI
interagieren.
Die allgemeine Grundlage bildet eine Inventarisierung
vorhandener KI-Anwendung.
Ohne eine strukturierte Übersicht über alle
eingesetzten Systeme, Datenflüsse und Risikoklassen
ist keine Klassifizierung, und damit
rechtskonformes Verhalten (Compliance),
möglich.
KI souverän betreiben
Neben regulatorischen Anforderungen
müssen IT-Abteilungen die zentrale Frage
beantworten: Welche Daten verlassen das
Unternehmen bei der KI-Nutzung? Öffentliche
Dienste wie ChatGPT bieten ohne Enterprise-Vertrag
keine vertragliche Garantie
über den Datenverbleib. Bei Kundendaten,
Vertragsdetails oder Geschäftsgeheimnissen
keine akzeptable Ausgangslage, und aus
Sicht der KI-VO machen unkontrollierte Datenflüsse
die Betreiberpflichten nach Art. 26
faktisch nicht erfüllbar: Wer nicht weiß, wohin
Daten fließen, kann weder Zweckbindung
noch Überwachung nachweisen. IT-Abteilungen
müssen also kontrollierte Alternativen
bereitstellen.
Drei alternative Wege für Ihre KI:
1.) Bestehende Cloud-Infrastrukturen
nutzen: KI-Modelle von Hyperscalern
wie Microsoft als isolierter Dienst im
Unternehmenstenant. Mit EU-Rechenzentren,
vertraglichem Ausschluss der
Trainingsnutzung, direkter Integration
in bestehende Zugriffssteuerung und
Logging-Infrastruktur. Wer in der Umgebung
arbeitet, schafft schnell eine
konforme Alternative, die die KI-VO-
Protokollierungsanforderungen erfüllt.
2.) Europäische Cloud-Anbieter unter europäischem
Recht: Sie ermöglichen
den Betrieb leistungsfähiger Open-
Source-Sprachmodelle ohne nichteuropäische
Anbieter. Vor allem für
Branchen mit hohen Datenschutzanforderungen
und kritischer Rechtsgrundlage
für Datenübermittlungen
interessant.
3.) Das eigene Rechenzentrum: Open-
Source-Modelle auf der eigenen Hardware
betreiben. Diese wird mit browserbasierter
Benutzeroberfläche zur
internen KI-Umgebung, die für Mitarbeitende
so einfach nutzbar ist wie externe
Dienste – ohne dass Daten das
Unternehmensnetzwerk verlassen. So
bleiben Datenflüsse und Systemverhalten
transparent.
Ihre Ansprechpartner bei SONNTAG
Julian N. Modi (links),
Partner und Rechtsanwalt bei SONNTAG
Julian.Modi@sonntag-partner.de
Nils Luks (rechts),
Business Development Manager
bei SONNTAG IT Solutions
nils.luks@sp-it.de
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10
„Wir sind flexibel
und unkompliziert“
11
Ulm-Messe GmbH 14 Geschäftsbereiche: Eine solche Bandbreite gibt es in der
baden-württembergischen Messewirtschaft kein zweites Mal. Geschäftsführer Jürgen Eilts
spricht über „krasse Entwicklungen“ in der Branche, wie Ulm gegenüber der Konkurrenz
punktet und wie es um die Pläne fürs Donaustadion steht.
Wie hat sich die Rolle regionaler Messeplätze und
-veranstalter in den vergangenen Jahren verändert?
Jürgen Eilts: In den vergangenen Jahren hat sich die
Rolle regionaler Messeplätze und -veranstalter
deutlich gewandelt. Die Grenzen zwischen klassischen
Messen, Ausstellungen, Kongressen und Tagungen
verschwimmen zunehmend. Regionale Messegesellschaften
definieren sich heute daher nicht
mehr allein über die Vermietung von Hallenflächen,
sondern zunehmend über ihre Funktion als flexible
Event- und Begegnungsplattformen. Auch das Ulmer
Messegelände und die Ulm-Messe GmbH stehen
für diesen Wandel. Unter dem Leitgedanken
„Raumvielfalt für Events“ rücken insbesondere Flexibilität
und individuelle Lösungen in den Mittelpunkt.
Gerade diese persönlichen und serviceorientierten
Stärken unterscheiden regionale Standorte
deutlich von großen Messeplätzen mit oft standardisierten
und weniger flexiblen Strukturen.
Wie wird die Ulm-Messe GmbH von ihren Mitbewerbern
gesehen?
Wir werden oft belächelt. Ich höre dann oft: „Ach,
du mit deinem Gemischtwarenladen.“ Wir haben
aufgrund der Vielzahl unserer Geschäftsbereiche
ein Alleinstellungsmerkmal. So wie wir für die Stadt
Ulm und den Wirtschaftsraum in den verschiedenen
Facetten auftreten, kenne ich keine andere Messegesellschaft.
Was ist Ihr Kerngeschäft?
Mit Ausnahme der Bildungsmesse machen wir keine
eigenen Veranstaltungen. Unser Kerngeschäft
ist das Vermieten unserer Hallen und Locations.
Wir sehen uns als Dienstleister im Hintergrund,
der die Produkte und Veranstaltungen unserer Kunden
in den Mittelpunkt rückt und reibungslose Abläufe
und moderne Technik garantiert.
Was gehört alles zu Ihrem „Gemischtwarenladen“?
Wir haben vierzehn Geschäftsfelder. Diese reichen
von der Donauhalle über das Messegelände sowie
ein Kontingent am Congress Centrum Ulm und das
traditionsreiche Kornhaus mitten in der Stadt. Weiter
sind wir für die Organisation der Wochenmärkte
auf dem Münsterplatz sowie die Stadtteilmärkte,
aber auch für den Weihnachtsmarkt sowie für
den technischen Support bei Veranstaltungen auf
dem Münsterplatz zuständig. Wir organisieren seit
diesem Jahr gemeinsam mit der IHK Ulm und der
Stadt Ulm die alle zwei Jahre stattfindende Ulmer
Bildungsmesse – das ist die größte Ausbildungsmesse
in Süddeutschland. Und seit Neuestem sind
wir auch für den Betrieb des Donaustadions zuständig,
das Zuhause der Ulmer Fußballer, Leichtathleten
sowie für Breiten- und Schulsport samt Modernisierung
und Instandhaltung.
Und Sie beherbergen Kongresse.
Das ist richtig. Wir haben moderne Konferenzräume,
die Veranstaltungen von 20 bis zu mehr als
3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichen.
Ein aktuelles Beispiel ist die Jahresversammlung
der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-
Ohren-Heilkunde mit über 4.000 Besuchern, die
Mitte Mai stattgefunden hat.
Wie hoch ist Ihr Anteil an wiederkehrenden Kunden?
Wir haben sehr treue Stammkunden. Das sind etwa
70 Prozent, denen wir ihre Wunschtermine einräumen.
Dazu gehören beispielsweise die Biogas-Fachmesse,
die Kunststoff-Spezialmesse, die Oldtimer-
Teilemesse Technorama, die Modemesse Unitex
und große Unternehmen wie Leonhard Weiss, die
ihre Betriebsversammlungen bei uns abhalten.
Was fordert Sie bei der Planung am meisten?
Die Terminierung von Messen und Veranstaltungen
ist deutlich schwieriger geworden. Es traut sich
niemand mehr, ins Umfeld von Ferien oder verlängerten
Wochenenden zu gehen. Das schränkt die
Terminplanung erheblich ein.
Was heißt das konkret?
Die Veranstaltungen gehen Mitte Januar los, dann
kommen im Februar schon die Faschingsferien. Da
werden die Wochenenden davor und danach ausgeklammert.
Dann kommt Ostern und im Mai die
Brückentage, über die sich Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer freuen, die aber für Messeplaner ein
Albtraum sind. Bei Kunden, die beispielsweise aus
Nordrhein-Westfalen kommen, spielt dann die dortige
Ferienlage eine Rolle. Ende November, Anfang
Dezember wird es sehr schwierig, Menschen zu motivieren,
auf Veranstaltungen zu kommen. Die gesamte
Veranstaltungsbranche, egal ob man eine große
oder kleine Halle hat, schart sich in der Folge
um die schulferien- und feiertagsfreien Wochen.
Was hat sich noch verändert?
Corona war eine Zäsur für die gesamte Branche. In
der Folge dauern die Veranstaltungen kürzer, auch
das Volumen ist geschrumpft. Neuntägige Verbrauchermessen
über zwei Wochenenden sind kaum
noch umsetzbar, da Aussteller kaum noch über das
nötige Personal verfügen.
Zur Person
Jürgen Eilts (63,
verheiratet, zwei erwachsene
Kinder) ist
gebürtiger Ulmer -
und mit Stadt und
Region eng verbunden.
Seinen beruflichen
Werdegang begann
er mit einer Ausbildung
im Einzelhandel.
Mit einer
Weiterbildung zum
Betriebswirt mit
Schwerpunkt Marketing
legte er die
Grundlage für seine
spätere Tätigkeit im
Veranstaltungsmanagement.
Seit 1989
ist er in der Messeund
Eventbranche tätig,
zunächst im Veranstaltungsbereich
einer Einkaufskooperation,
später für privatwirtschaftliche
Messe- und Veranstaltungsgesellschaften
in Augsburg und
Nürnberg in unterschiedlichen
Funktionen.
Im Oktober 2004
wechselte Jürgen Eilts
als Geschäftführer zur
Ulm Messe GmbH.
Dort setzte er wichtige
Impulse zur Weiterentwicklung
des Unternehmens
und des
Messegeländes. Eilts
verbindet strategisches
Denken mit Praxisnähe
und langjähriger
Erfahrung in den
Bereichen Messewesen,
Veranstaltungsmanagement,
Marketing
und Dienstleistungsentwicklung.
12
Mit unserer
Flexibilität
heben wir uns
deutlich von
anderen ab.
TITELTHEMA unternehmen [!]
Wie sieht es im B2B-Bereich aus?
Bei Business-Veranstaltungen ist die Entwicklung
noch krasser. Dreitagesevents werden oft auf ein
bis zwei Tage verkürzt. Vor allem die großen Messestandorte
bekommen zu spüren, dass dominante
Wirtschaftspartner und Markenartikler zunehmend
auf eigene Veranstaltungen setzen, weil sie sich die
Zielgruppe nicht mit Wettbewerbern teilen wollen.
Stattdessen mieten sie sich direkt an regionalen
Standorten ein, um dort exklusive Hausmessen für
geladene Kunden zu veranstalten. Der Vorteil für
Ulm ist: Wir punkten für solche Events mit unserer
persönlichen Atmosphäre.
Was heißt das konkret?
Wenn sie als Unternehmen ihre Kunden an einen
großen Messestandort einladen, sind sie in einer
der vielen Hallen nur eine Nummer. In Ulm beflaggen
wir unsere Sechzehner-Gruppe mit Fahnen. Die
Unternehmen haben den Messestandort für sich alleine.
Das hat eine andere Außenwirkung und stärkt
das Wir-Gefühl, ebenso wenn die Kollegen und
Messebesucher sich abends noch in der Stadt treffen.
Da passt in Ulm alles zusammen: kurze Wege,
mit der Straßenbahn in die Innenstadt und ein kurzer
Schwenk über den Münsterplatz und in unsere
schöne Altstadt.
Sie sind also froh, ein Nischenanbieter zu sein?
Absolut, und ich bin froh, dass wir „nur“ 22.000
Quadratmeter Fläche haben. Je größer der Messestandort,
desto größer ist das Thema: Wie bekomme
ich die Hallen belegt und bespielt? Die enormen
Messekapazitäten in Deutschland rühren daher,
dass längst nicht alle 52 Wochen im Jahr für
Veranstaltungen infrage kommen.
Hat sich die Erwartungshaltung der Kunden an die
Ulm-Messe GmbH geändert?
Jeder, der zu uns kommt, will ein besonderes Ereignis
haben. Es fokussiert sich alles auf wenige Stunden,
auf einen Tag. Daher steht für uns im Mittelpunkt:
Welche Dienstleistung kann ich dem Kunden
erbringen?
Wie sieht das konkret aus?
Zu uns kommen Kunden, die eine professionelle
Veranstaltungsagentur, einen Messebauer und eine
Technikfirma mitbringen – dann gibt es von uns die
Räumlichkeit. Wer aber noch gar nichts hat, bekommt
von uns ein auf ihn zugeschnittenes Paket
an Dienstleistungen, damit seine Veranstaltung ein
Erfolg wird. Wir sind da sehr flexibel und heben
uns damit von den großen Standorten ab.
Inwiefern?
Unsere Kunden dürfen auch den eigenen Gabelstapler
und den eigenen Elektriker mitbringen.
Wenn jemand die ganze Nacht aufbauen möchte,
kann er das auch tun. Uns freut es, wenn Aussteller
zu uns sagen: „Ulm ist so herrlich unkompliziert.“
Wir haben aber auch ein sehr gutes Netzwerk
mit langjährigen Dienstleistungspartnern. Das
ist eine Option für unsere Kunden, aber kein Zwang.
unternehmen [!] TITELTHEMA 13
Gibt es Grenzen bei der Freiheit der Kunden?
Ja, beim Catering. Denn der Caterer hat hohe Investitionen.
Aber auch hier können wir uns glücklich
schätzen. Bei uns bietet die Gastroevents GmbH
von Thomas Eifert maßgeschneiderte Catering-
Konzepte. Als einer der kleinsten Messestandorte
haben wir in direkter Nachbarschaft das Vier-Sterne-Hotel
Lago und eine Sternegastronomie. Den
Vorteil darf man nicht unterschätzen.
Wie meinen Sie das?
Wenn sich neue Kunden die Ulm-Messe GmbH anschauen,
dann führe ich sie herum, durch leere Hallen,
die rund 30 Jahre alt sind. Aber eine Messehalle
lebt erst von dem, was darin läuft. Also muss ich
die Halle mit einer gewissen Illusion verkaufen. Natürlich
muss der Verkaufsraum passen. Wenn es
aber nun auch darauf ankommt, einen wichtigen
Kunden oder den Vorstand eines Unternehmens
gut unterzubringen, gehen wir durch die direkte
Verbindungstür und können mit dem Lago gut
punkten.
Inwiefern stehen Sie in Ulm mit anderen Anbietern
im Wettbewerb?
Wir haben einen internen Wettbewerb zwischen
der Arena in Neu-Ulm, dem Edwin-Scharff-Haus
und dem Maritim. Für mich ist der wichtigere Punkt
jedoch, dass wir die für Ulm wichtigen Veranstaltungen
hier halten und neue dazuholen.
Wie stark ist die Konkurrenz zu den anderen Messestandorten
im Südwesten, inklusive Augsburg?
Der Wettbewerb ist intensiv. Es gibt fast keinen Kunden
von uns, der nicht schon von den anderen Messestandorten
angesprochen worden ist.
Was tun Sie, um ein Abwandern der Veranstaltungen
zu verhindern?
Wer im Messewesen arbeitet, braucht eine Leidenschaft
für Veranstaltungen und für das Thema
Dienstleistung. Die Basis für eine langjährige Zusammenarbeit
mit Kunden ist eine ehrliche und persönlich
gute Beziehung. Viele unserer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sind schon seit Jahrzehnten
dabei. Auf unserer Kundenseite ist das oft genauso.
Da wächst langfristiges Vertrauen.
Kommt es nicht auch zu Brüchen?
Doch, die gibt es. Wenn auf Kundenseite Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter ausscheiden, Positionen
nicht besetzt werden oder Vertreter einer neuen
Entscheidergeneration den Job übernehmen.
Wie meinen Sie das?
Unsere gesamte Branche sieht sich mit einer neuen
Generation von Entscheidern konfrontiert, die
sind im Alter zwischen 28 und 35. Sie sind digital
aufgewachsen und hinterfragen den Kosten-Nutzen-Faktor
von physischen Events kritischer als ihre
Vorgängerinnen und Vorgänger. Sie vergleichen,
was sich für das gleiche Budget an Online-Marketingmaßnahmen
verwirklichen lässt. Wir als Messeveranstalter
müssen daher den Mehrwert für die
Kundenbindung durch direktes Erleben noch stärker
unter Beweis stellen und uns auch technologisch
anpassen. Dazu gehört unter anderem eine
mit KI verbesserte Auffindbarkeit im Netz.
Erinnert Sie das an den Hype um hybride Konzepte,
die nach der Corona-Pandemie aufgekommen sind?
Ja, die Kombination aus analoger Messewelt und
digitalen Komponenten war eine Zeitlang in Mode.
Das hat sich aber relativ schnell erledigt. Zum einen
war es zu teuer. Zum anderen haben sich die
Leute bis zuletzt nicht entschieden, ob sie digital
oder persönlich teilnehmen. So können Sie beispielsweise
nicht vernünftig das Catering planen.
Auch ist die Qualität der Aufmerksamkeit vor einem
digitalen Endgerät eine andere, als wenn Sie
persönlich eine Veranstaltung besuchen.
Was folgt daraus für Sie als Chef eines regionalen
Messeplatzes?
Die gesamte Eventbranche muss Entscheiderinnen
und Entscheidern im Marketing bewusst machen,
was für ein wichtiger Baustein das direkte Kommunizieren
in der Kundenbindung ist, das letztlich
auch ein menschliches Grundbedürfnis erfüllt. Da
geht es zum einen um den Aufbau persönlicher Kon-
Die neue
Generation
der Entscheider
sieht Events
kritischer.
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takte, zum anderen darum, dass man im Gegensatz
zur digitalen Kommunikation im direkten Austausch
auf missverstandene Äußerungen reagieren
und auf das Gegenüber eingehen kann.
Welche Bedeutung hat die Ulm-Messe GmbH eigentlich
für den Wirtschaftsstandort Ulm? Lässt
sich das konkret beziffern?
Sie ist auf alle Fälle ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Ich bin allerdings kein Freund davon, das
über die sogenannte Umwegrentabilität in exakten
Euro-Beträgen zu beziffern. Dazu sind unsere Themen
zu unterschiedlich.
Was bedeutet Umwegrentabilität?
Der Begriff bezeichnet den indirekten
wirtschaftlichen Nutzen, den
eine Region oder Stadt durch Events
erzielt, also beispielsweise auch
durch Kultureinrichtungen oder Infrastrukturprojekte.
Lässt sich das anhand eines Beispiels zumindest
näherungsweise sagen?
Nehmen wir mal eine mittlere Fachmesse mit 200
Ausstellern. In der Regel sind zwei Personen am
Stand, die zweimal übernachten. Wenn Sie das in
Ulm tun und Sie 100 Euro pro Hotelübernachtung
ansetzen, sind das 80.000 Euro. Die hiesigen Hotels
profitieren spürbar von unseren Messen. Vielleicht
geht die Hälfte der Aussteller und Besucher
abends essen. Der anderen Hälfte gefällt es vielleicht
so gut in Ulm, dass sie wiederkommt.
Klar ist: Die
regionale
Wirtschaft
profitiert stark von
der Ulmer Messe.
zwischen 10 und 15 Messen mit größerer Bedeutung.
Insgesamt haben wir in der Messe 100 bis 120
Belegungen. Das sichert Aufträge und Beschäftigung
für zahlreiche lokale Unternehmen aus den
Bereichen Sicherheit, Reinigung, Handwerk und Catering.
Ich habe bisher nicht die Notwendigkeit gesehen,
diese Rechnung, die viele Unbekannte enthält,
für Ulm anzustellen. Klar ist: Die Wirtschaftsregion
profitiert stark von der Ulm-Messe GmbH.
Das ist gelebte Wirtschaftsförderung, die direkt bei
den Unternehmen ankommt. Und natürlich könnte
ich jetzt weitermachen.
Wie meinen Sie das?
Mit den positiven wirtschaftlichen
Effekten der Wochenmärkte auf
dem Münsterplatz und in den
Stadtteilen, des Weihnachtsmarkts
und den vielen Veranstaltungen in
unseren anderen Locations.
Sie sind neuerdings auch für das Donaustadion verantwortlich.
Wie knifflig ist das für Sie?
Da muss man differenzieren. Ein Fußballspiel ist
leichter zu planen als eine Messeveranstaltung, weil
die Spiele einem klaren Schema folgen. Sie gehen
90 Minuten plus Nachspielzeit. Es gibt mit den drei
Einstufungen Grün, Gelb und Rot eine klare Klassifizierung,
mit der die Sicherheitsrisiken und der
erforderliche Personalaufwand bewertet werden.
Zudem gibt es eine Kapazitätsgrenze, ein klares Einlassszenario
und ein eingespieltes, routiniertes
Team neben dem Spielfeld.
Lassen sich diese Effekte aufs Jahr hochrechnen?
Wir haben in unserem Kerngeschäft pro Jahr etwa
Wo stecken die Herausforderungen?
Was die Kolleginnen und Kollegen in den vergan-
unternehmen [!] TITELTHEMA 15
genen Jahren in der erfolgreichen Ära zwischen den
Spielzeiten gestemmt haben, nötigt mir Respekt ab.
Man hat mit Blick auf die erfolgreichen Jahre der
Fußballer sehr viel in die Funktionalität des Stadions
investieren müssen, unter anderem in eine Rasenheizung.
Das war auch wichtig. Das 101 Jahre
alte Stadion erfüllt auch seinen Zweck, ist sicher
und funktional.
Aber?
Das Gesamtkonzept ist auf der Strecke geblieben.
Und, nehmen Sie nur die Toiletten-Container als
Beispiel, es ist auch nicht mehr Ulms erste Adresse.
Daher sind wir gerade mit einem Stadionplaner
dabei, eine Gesamtplanung zu erstellen. Denn eines
ist klar: Ulm braucht auch in Zukunft eine funktionierende
Sportstätte.
Zuletzt ist der Fußball deutlich in den Vordergrund
getreten.
Das ist richtig. Viele fokussieren sich nur auf den
Fußball. Aber der Nutzungsgrad des Donaustadions
ist zu 80 Prozent städtisch, also Vereins-, Schulund
Breitensport. Der Ulmer Gemeinderat hat entschieden:
Ulm steht zu diesem multifunktionalen
Stadion und auch dazu, Leichtathleten eine geeignete
Arena zu bieten. Damit hat die Stadt mittlerweile
fast ein Alleinstellungsmerkmal.
Inwiefern?
In der gesamten Republik werden Stadien gebaut,
die auf den Fußball ausgerichtet sind. Der Standort
in der Friedrichsau direkt am Schwimmbad mit dem
neu entstehenden Beurer Sportpark ist Ulms gutes
Sportareal.
Was folgt daraus?
Wir brauchen nun einen mittel- und langfristigen
Fahrplan, der nicht nur von den sportlichen Erfolgen
abhängt. In Sachen Modernisierung und Umbau
haben wir eine Arbeitsteilung mit verschiedenen
städtischen Abteilungen und der Projektentwicklungsgesellschaft
PEG, weil wir in der Ulm-
Messe GmbH ja keine Bauexperten sind. Wir
wollen die anstehenden Aufgaben in Modulen angehen.
Die Stadt hat auch bereits einen Zuschussbescheid
des Landes über 4,6 Millionen Euro für
den Umbau des Stadions erhalten. Dieses Geld muss
mit Blick auf den Breitensport eingesetzt werden.
Wie sieht der wirtschaftliche Betrieb aus?
Wir in der Ulm-Messe haben, wie die ganze Stadt,
Unser
Fahrplan
hängt nicht nur
an sportlichen
Erfolgen.
Gesund arbeiten
und leben
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Die Gesundheitskasse.
RWK · 740181 · 05/26 · Foto: GettyImages.de
16
TITELTHEMA unternehmen [!]
22.000 Quadratmeter Fläche und die Donauhalle als Herzstück
Das Ulmer Messegelände samt dem Hotel Lago. Rechts im Hintergrund sind die Donau und der Volksfestplatz zu erkennen.
FOTO: SIEGFRIED GEYER
Die Ulm-Messe GmbH ist zu 100 Prozent in
städtischem Besitz. Das zeigt sich auch an
der Besetzung des Aufsichtsrats. Dem gehören
an: zehn Mitglieder des Stadtrats, der
Erste Bürgermeister Martin Bendel als Vertreter
der Verwaltung und Oberbürgermeister
Martin Ansbacher, der Vorsitzender des
Gremiums ist. Der durchschnittliche Umsatz
betrug in den vergangenen Jahren vier Millionen
Euro. Der Jahresgewinn schwankt zwischen
40.000 und 80.000 Euro. Die Ulm-
Messe mit ihren 16 Beschäftigten bewirtschaftet
22.000 Quadratmeter. Herzstück
ist die Donauhalle. Hinzu kommen sieben
Hallen, der Donausaal sowie ein Freigelände.
den Fußballern des SSV Ulm 1846 bis zuletzt die
Daumen gedrückt. Leider vergeblich. Für uns als
Messegesellschaft hätte ein Verbleib in der dritten
Liga bedeutet, dass wir für die Saison 2026/27 mehr
Kalkulationssicherheit gehabt hätten.
Das wird jetzt schwieriger.
Konzerte
im Donaustadion
wären
eine profitable
Angelegenheit.
Welche Umsätze können Sie sonst
noch mit dem Ulmer Donaustadion
generieren?
Das Stadion ist eine städtische
Liegenschaft, die vollumfänglich
an die Messe verpachtet wurde.
Für die Nutzung durch den Schul-, Breiten- und
Vereinssport mietet sich die Stadt ihre eigene Liegenschaft
zurück. Dadurch erhalten wir Einnahmen.
Was sind die Gründe für dieses Konstrukt?
Die vielen Aufgaben und Vorhaben mit Blick auf die
Landesgartenschau und die Sanierungen der Infrastruktur
bringen selbst eine finanziell gut dastehende
Stadt wie Ulm an ihre Grenzen.
Daher ist der Betrieb des Stadions
ausgelagert worden. Möglich wäre
es gewesen, eine eigene Betreibergesellschaft
zu gründen. Aber bei
uns passt das Stadion sehr gut ins
Portfolio. Außerdem ist die Ulm-
Messe GmbH ein zu 100 Prozent
städtisches Unternehmen. Es ist
eine Verlagerung des Risikos, aber die Stadt muss
für die Ulm-Messe GmbH bürgen. Letztlich ist das
Stadion, wie auch eine Bibliothek oder ein Schwimmbad,
eine wichtige Infrastruktureinrichtung der Stadt.
unternehmen [!] TITELTHEMA 17
Kann man bei Ihnen das Stadion jetzt als
Veranstaltungsort buchen, beispielsweise
für ein Konzert?
Die Idee gefällt mir, sie hat allerdings einen gravierenden
Haken. Wir haben ein innerstädtisches Umfeld.
Und das Donaustadion hat nur eine Baugenehmigung
für Sportveranstaltungen aller Art. Es hat
definitiv keine Zulassung für Konzerte, so profitabel
diese auch wären. Alles, was wir im Stadion machen,
müssen wir mit großem Bedacht und mit
Rücksicht auf die Anwohnerinnen und Anwohner
tun.
Welche Möglichkeiten haben Sie dann,
Einnahmen zu erzielen?
Der Fußball muss seinen Anteil zahlen. Hinzu kommen
beispielsweise Firmenläufe und Laufsportveranstaltungen
abseits des Breitensports. Die Hauptlast
wird die Stadt Ulm bezahlen, wie bisher auch.
Das geschieht über eine Pachtzahlung, die auf Basis
eines Nutzungsschlüssels berechnet wird.
Angenommen, ich will meinen Geburtstag im
Donaustadion feiern. Vermieten Sie es mir? Und
was würde das kosten?
Wenn Sie beispielsweise sagen würden, ich will
dort ein Benefiz-Fußballspiel zu meinem Geburtstag
ausrichten, würde das den Nutzungsrichtlinien
entsprechen. Da müssen Sie mit einem Betrag
zwischen 6.000 und 9.000 Euro rechnen, und
dann käme es natürlich noch darauf an, welche
Dienstleistungen Sie in Anspruch nehmen wollen.
Dieses Interview
wurde geführt von
Simone Dürmuth und
Alexander Bögelein.
Fotos: Marc Hörger
Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis als
Messe-Geschäftsführer?
Da gibt es nicht dieses eine Erlebnis. Die schönsten
Momente sind, wenn unser Messe-Team alles
rechtzeitig geschafft hat und die Türen aufgehen,
sei es nun in der Messe, im Stadion oder auf dem
Volksfestplatz. Selbst nach fast 22 Jahren habe ich
diese Grundanspannung vor Veranstaltungen und
Messen, ob auch alles klappen wird. Wenn ich die
nicht mehr habe, höre ich sofort auf.
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18
NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]
Rekord trotz
Gegenwind
Umsatz Liebherr steigerte den
Umsatz um ein Prozent auf Rekordhöhe:
14,8 Milliarden Euro.
Das Jahresergebnis kletterte von
258 auf 272 Millionen. Die Firmengruppe
bekam wirtschaftliche
Unsicherheiten zu spüren,
darunter verhaltene Investitionsbereitschaft
und Lieferstörungen
in die USA. Dennoch ist
die Gesamtentwicklung dank Diversifikation
gut. Spezialtiefbaumaschinen
und Schiffskräne
kompensierten schwächere Segmente.
Liebherr investierte 1,1 Milliarden
Euro, uter anderem in autonome
Radlader und ein neues
Werk in Ehingen-Berg.
Mehr Raum
für Hensoldt
Wachstum Hensoldt platzt am
Standort Ulm aus allen Nähten.
Der Radarspezialist mietet das
Energon-Gebäude am Eselsberg
für 400 Mitarbeiter an. Die
Wörthstraße bleibt Stammwerk
mit 3.200 Beschäftigten.
Hintergrund: starkes Wachstum.
Hensoldt hatte bereits im
Herbst einen mittleren zweistelligen
Millionenbetrag in ein neues
Werk investiert. Ab 2027 sollen
dort jährlich rund 1.000 Radare
für Luftverteidigung vom
Band laufen. In Ulm sollen rund
200 neue Stellen entstehen.
FOTO: IHK/PHOTODESIGN ARMIN BUHL
Dr. Jan Stefan Roell, Anke Traber, Axel Müller (MdB), Martin Buck, Dr. Jörg Stratmann, Petra Engstler-
Karrasch, Dr. Konstantinos Tsetsos, Agnieszka Brugger (MdB) und Dr. Sönke Voss (v.l.).
Die Welt sortiert sich neu
Mehr als 400 Gäste aus Wirtschaft und Politik
kamen zum Frühjahrsempfang der IHK Bodensee-
Oberschwaben und IHK Ulm nach Weingarten, der
unter dem Motto „Zwischen Weltpolitik und Wertschöpfung“
stand. IHK-Präsident Martin Buck fand in
seiner Begrüßung deutliche Worte: „Wir sehen die
Folgen nicht getroffener Entscheidungen.“ Zu viele
Gesetze, zu viel Regulierung, zu wenig Tempo. Buck
forderte einen neuen Geist: „Der gemeinsame Wille,
Wirtschaft wieder stark zu machen.“
Festredner Dr. Jörg Stratmann, Chef von Rolls-Royce
Power Systems, diagnostizierte „Hyperunsicherheit
und Neuordnung der Welt“. Geopolitik werde zur
Wirtschaftslogik, Sicherheit zum Standortfaktor.
Sein Appell: nicht die alte Ordnung verwalten, sondern
die neue aktiv gestalten.
Handeln statt
Abwarten
Vom MDax
in den SDax
Handwerk
unter Druck
Neuer Mann
fürs Operative
Investition Die Seifert Logistics
Group aus Ulm schloss ein herausforderndes
Jahr mit 350 Millionen
Euro Umsatz ab. Der Erfolg
konnte vor allem durch Digitalisierung
und Kostenmanagement
erzielt werden.
Für 2026 plant die SLG gezielte
KI-Investitionen: Digitale
Zwillinge für Wissenstransfer,
Bilderkennung und Chat-Bots
für bessere Abläufe. Hinzu kommen
Fuhrpark-Modernisierung
und automatisierte Containerentladung.
CEO Axel Frey sagt
dazu: „2026 ist für uns kein Jahr
des Abwartens, sondern des
Handelns.“
Börse Das Göppinger Unternehmen
TeamViewer ist nach sechs
Jahren aus dem MDax in den
SDax abgestiegen. Die Aktie notiert
bei 4,50 Euro – weit unter
dem Ausgabepreis von 26,25
Euro (2019). Zwischenzeitlich
hatte sie 54,86 Euro erreicht.
TeamViewer hält an seiner
Wachstumsstrategie fest, erwartet
für 2026 aber nur moderates
Plus von bis zu drei Prozent. Belastungsfaktoren:
volatile Märkte,
Unsicherheiten im Technologiesektor.
Das Unternehmen beschäftigt
über 1.900 Mitarbeiter
und erzielte 2024 einen Umsatz
von 671 Millionen Euro.
Handwerk Das erste Quartal
2026 lief für Handwerksbetriebe
in Westschwaben und Unterallgäu
nur mäßig. Laut Handwerkskammer
Schwaben bezeichneten
nur noch 80 Prozent ihre Lage
als gut oder befriedigend. Hauptprobleme
seien gestiegene Energie-
und Einkaufspreise, fehlende
Nachfrage, Preiserhöhungen
und sinkende Aufträge.
Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer
der Handwerkskammer
Schwaben, fordert:
„Ohne eine deutliche Entlastung
bei Steuern und Sozialabgaben
kommt die Wirtschaft nicht aus
der Krise.“
Führung Rentschler Biopharma
aus Laupheim hat einen neuen
COO: Dr. Veit Bergendahl übernahm
den Posten im April und
folgt auf Christiane Bardroff. Bergendahl
bringt über 20 Jahre Biopharma-Erfahrung
mit. Zuletzt
war er 13 Jahre bei Boehringer Ingelheim,
wo er unter anderem
das Biologicals Development
Center in Betrieb nahm und eine
Großproduktionsanlage leitete.
Bei Rentschler verantwortet er
u.a. Prozessentwicklung und Engineering.
Interim-CEO Uwe Bücheler
lobt seine „operative Exzellenz
gepaart mit unternehmerischem
Denken“. [!]
19
DIE ZUKUNFT DER PFLEGE: JETZT IN VÖHRINGEN
Eine aufregende Vision wurde Wirklichkeit – das „Pflegeheim der Zukunft“ ist Realität. Gemeinsam
mit uns darf die ganze Region stolz sein. Auf ein Haus, das sich nicht wie ein Pflegeheim anfühlt.
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mit Konventionen bricht und die Fachwelt deutschlandweit damit schon jetzt begeistert. Mit einer Bauweise,
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Mit einer Fülle an innovativen Ideen, die Pfl ege um Lebensqualität bereichert.
IHRE ANSPRECHPARTNER IN VÖHRINGEN:
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TEL.: 07306/9677-230
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TEL.: 07306/9677-222
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c/o Caritasverein Illertissen gGmbH
Sperberweg 4, 89269 Vöhringen
www.illersenio.de
Dieses Projekt wird aus Mitteln des
Bayerischen Staatsministeriums für
Gesundheit und Pflege gefördert.
20
WIRTSCHAFTSRAUM DONAU unternehmen [!]
FOTO: ITTIKORN CH/ADOBESTOCK.COM
GRAFIK SWP
Unter dem Titel „The danube
region at the turn
of times – shaping the
Digital Future along the
Danube. Unlocking Opportunities
for SMEs and Industry
through Cooperation“ laden das
Land Baden-Württemberg und
die IHK Ulm zu einem gratis-
Wirtschaftsforum für kleine und
mittlere Unternehmen des Donauraumes
ein.
Am 3. Juli 2026 treffen sich
Unternehmensvertreter ebenso
wie Stakeholder, politische Entscheidungsträger,
Experten und
Mitglieder der Lenkungs- und
Arbeitsgruppen der PA 8 sowie
Projektpartner von Interreg-
Projekten aus den Donauländern,
um sich untereinander zu
vernetzen. Das Programm umfasst
Vorträge und Podiumsdiskussionen,
die sich eingehend
mit den Chancen und Herausforderungen
der Digitalisierung,
der Künstlichen Intelligenz
(KI) und der Unternehmens-Cybersicherheit
befassen.
Bereit für die
Zeitenwende
Wirtschaftsforum Ein Event des Landes Baden-Württemberg
und der IHK Ulm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen
im Donauraum, um sie fit für technologische Innovationen und
die digitale Transformation zu machen.
Ein gemeinsames Mittagessen
bietet eine wertvolle Gelegenheit
zum informellen Austausch.
Der anschließende Programmpunkt
„Insights: Regionale
KI-Strategien und Anwendungsbeispiele“
präsentiert
Perspektiven von politischen
Entscheidungsträgern und
Wirtschaftsführern aus verschiedenen
Donauländern und
schafft so eine dynamische
Plattform für den politischen
Dialog. Ein Höhepunkt der Veranstaltung
wird die abschließende
Keynote eines der führenden
deutschen Experten für
Digitalisierung und KI sein:
Prof. Christian Stummeyer gewährt
Einblicke in die Vorteile
der KI für Unternehmen und
wagt einen Ausblick in die Zukunft.
Da die Veranstaltung am ersten
Tag des Donaufestes stattfindet,
sind alle Teilnehmenden
nach dem Netzwerktreffen zur
Eröffnung des Festes inklusive
VIP-Empfang ins Neu-Ulmer
Edwin Scharff-Haus eingeladen.[!]
pm
Wer am
Wirtschaftsforum
teilnehmen
möchte, kann
sich über diesen
QR-Code
informieren und anmelden.
unternehmen [!] RESSORTAnzeige
21
Global denken. Lokal lernen.
Die International School of Ulm/Neu-Ulm ist mehr als eine Schule - sie ist ein wichtiger Standortvorteil.
Wenn Familien aus dem Ausland nach Ulm
oder Neu-Ulm ziehen, entscheidet nicht nur
der Arbeitsplatz über ein gutes Ankommen.
Genauso wichtig ist die Frage: Wo wird mein
Kind glücklich, sicher und erfolgreich lernen?
Die International School of Ulm/Neu-Ulm,
kurz ISU, gibt darauf seit 2005 eine klare Antwort.
Als internationale, englischsprachige
Ganztagsschule begleitet sie Kinder und Jugendliche
von 3 bis 18 Jahren. Für internationale
Familien ist die ISU oft ein vertrauter Anker
in einer neuen Umgebung. Für Unternehmen
in der Region ist sie ein wertvoller
Partner, wenn es darum geht, Fachkräfte mit
Familien zu gewinnen, zu integrieren und
langfristig zu halten.
Auch immer mehr lokal verwurzelte Familien
entscheiden sich für die ISU. Sie suchen eine
Schule, die starke akademische Bildung mit
internationalem Denken, individueller Förderung
und einer weltoffenen Gemeinschaft
verbindet. Der Unterricht findet überwiegend
auf Englisch statt. Deutsch ist ein fester Bestandteil
des Schulalltags, ab Klasse 7 kommen
Spanisch und Französisch hinzu.
Ein Bildungsweg von Anfang an
Vom Kindergarten bis zum Schulabschluss
bietet die ISU einen durchgängigen internationalen
Bildungsweg. Dazu gehören das IB
Primary Years Programme, das Cambridge
IGCSE in Klasse 10, das IB Diploma Programme
in den Klassen 11 und 12 sowie das ISU
High School Diploma. Die Programme eröffnen
Bildungswege in Deutschland und weltweit
und bereiten junge Menschen auf Studium,
Beruf und ein Leben in einer global vernetzten
Welt vor.
Dabei steht nicht nur die akademische Entwicklung
im Mittelpunkt. Die ISU versteht Bildung
als ganzheitlichen Prozess. Schülerinnen
und Schüler lernen, kritisch zu denken,
Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche
Perspektiven zu respektieren und mit
Selbstvertrauen ihren eigenen Weg zu gehen.
Was die ISU besonders macht, ist die persönliche
Lernatmosphäre. Kleine Klassen, individuelle
Unterstützung und ein enger Austausch
zwischen Lehrkräften, Schülerinnen
und Schülern sowie Eltern schaffen ein Umfeld,
in dem Kinder gesehen werden. Die internationale
Schulgemeinschaft mit Familien
aus über 30 Ländern prägt den Alltag und
macht Vielfalt konkret erlebbar.
Als private Ganztagsschule bietet die ISU zudem
verlässliche Strukturen für Familien. Der
Schultag ist klar organisiert, es gibt ein After
School Activity Programme, Sportangebote
und eine lebendige Schulgemeinschaft. Für
berufstätige Eltern ist das ein wichtiger Faktor.
Für Kinder ist es ein Ort, an dem Lernen,
Freundschaften und persönliche Entwicklung
zusammengehören.
Ein Gewinn für die Region
Internationale Unternehmen brauchen internationale
Infrastruktur. Dazu gehören Wohnraum,
Mobilität, Kulturangebote und hochwertige
Bildungsangebote. Die ISU leistet
hier einen wichtigen Beitrag für die Attraktivität
des Wirtschaftsraums Ulm/Neu-Ulm. Sie
hilft Familien, in der Region anzukommen,
Praxisnahes Lernen: An der ISU entwickeln
Schülerinnen und Schüler fachliche Stärke,
Teamgeist und kritisches Denken.
und unterstützt Unternehmen dabei, internationale
Mitarbeitende erfolgreich zu integrieren.
Wer eine Schule sucht, die Kinder fachlich
stärkt, persönlich begleitet und auf eine internationale
Zukunft vorbereitet, findet an
der ISU einen verlässlichen Bildungsweg.
Vom Kindergarten (3+) bis zum Abschluss - alles unter einem Dach
Foto: International School of Ulm/Neu-Ulm
International School of Ulm/Neu-Ulm
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22
RESSORT unternehmen [!]
Tatwaffe:
Sicherheit Phishing-Mails, Sabotage,
KI-gestützte Angriffe: Die Bedrohung durch
Cyberkriminalität wächst – doch gerade im
Mittelstand fehlt es an Bewusstsein, Personal
und Notfallplänen.
FOTOS: KSENIYA, PETRA RICHLI, ALEXANDR BOGNA/ADOBESTOCK.COM
ILLUSTRATIONEN & MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI
GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI
unternehmen [!] CYBERSICHERHEIT 23
Cyberangriffe verursachten
bei der deutschen
Wirtschaft im letzten
Jahr einen „Rekordschaden“
von 202 Milliarden
Euro. So hat es Bitkom festgestellt.
Laut einer Studie des Branchenverbandes
der deutschen
Informations- und Telekommunikationsbranche
fühlen sich
sechs von zehn Unternehmen
durch die Attacken aus dem digitalen
Raum in ihrer Existenz
bedroht. Oft reicht nur eine E-
Mail, um ganze Betriebe lahmzulegen.
„Zwar schulen 79 Prozent der
Unternehmen inzwischen Beschäftigte
regelmäßig zu IT-Sicherheitsfragen,
etwa wie sie
Phishing-Mails erkennen“, so
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst,
„aber nur 24 Prozent bieten
solche Schulungen allen Beschäftigten
an, 55 Prozent nur für
ausgewählte Positionen – und jedes
Fünfte – 20 Prozent – verzichtet
sogar vollständig darauf.“
Außerdem verfügten 39 Prozent
der Betriebe noch immer über
kein Notfallmanagement für den
Fall von Datendiebstahl, Industriespionage
oder Sabotage.
Zu dem Ergebnis, dass die Cybersicherheit
insbesondere bei
deutschen Mittelständlern stagniert,
kommt zudem eine Forsa-
Umfrage: Demnach hätten viele
eine falsche Wahrnehmung von
ihrem eigenen Schutz. Die Cyber-Risiken
des eigenen Unternehmens
würden unterschätzt,
die Qualität der eigenen Cybersicherheit
überschätzt.
KI: Segen und Fluch zugleich
Dabei ist man sich in den meisten
Unternehmen inzwischen
darüber klar, wie bedrohlich Internetkriminalität
und wie wichtig
die entsprechenden Abwehrmaßnahmen
sind. Das hat Marc
39 Prozent
der Betriebe
haben noch
keinen
Notfallplan.
Ralf Wintergerst
Bitkom-Präsident
Mühleck festgestellt. „Aber Cybersicherheit
ist ressourcenintensiv.
Man muss Geld in die
Hand nehmen und Personal bereitstellen,
ohne dass es einen direkten
Return of Invest gibt“,
sagt der Teamleiter Industrie,
Technologie, Energie, Umwelt
bei der IHK Karlsruhe. Speziell
für kleinere Firmen mit bis zu
zehn Mitarbeitenden sei das eine
wirtschaftliche Herausforderung.
Als typische Nachlässigkeit in
diesen Unternehmen sieht der
promovierte und zertifizierte Sicherheitsberater
die Vernachlässigung
bestimmter organisatorischer
Strukturen: „Natürlich
wird Hardware angeschafft, Software,
Router und Switches, die
gesichert sind, ein guter Serverschrank
gehört vielleicht auch
noch oft dazu. Aber regelmäßig
eine Risikoanalyse durchzuführen
oder ein Szenario für den
Next-Generation Firewall für den Mittelstand:
Cyberangriffe stoppen, NIS-2 erfüllen
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stärken Ihre Cyber-Resilienz – auf Basis der bewährten Check Point Technologie.
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24
CYBERSICHERHEIT unternehmen [!]
Weiterhin am meisten
verbreitet sind „klassische“
Schwachstellen in
der IT, wie etwa Phishing
Mails.
FOTO: KSENIYA, SVETA VERA SHESTAK, NEW AFRICA, DOOMU/ADOBESTOCK.COM
ILLUSTRATIONEN & MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI
GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI
Kleine Fehler
können große
Wirkung haben.
Aykan Inan
Professor für Cyber Security
Hochschule Neu-Ulm
Ernstfall zu entwickeln, das dann
bereitsteht – das fehlt häufig.“
Dass Cybersicherheit so etwas
wie eine Daueraufgabe ist,
die kein Enddatum hat, würden
viele immer noch nicht verstehen,
kritisiert auch Aykan Inan:
„Diese Bedrohungen und Technologien
entwickeln sich ja kontinuierlich
weiter.“ In mittelständischen
Unternehmen fehle
eben oft die Manpower, was
auch verständlich sei, aber „kleine
Fehler können eben große
Wirkungen haben“, mahnt der
Professor für Cyber Security an
der Hochschule für angewandte
Wissenschaften Neu-Ulm. Dabei
sind die Schwachstellen nach
wie vor „klassisch“: Phishing-
Mails oder ungesicherte, unzureichende
Passwörter seien immer
noch die Ursache für rund
die Hälfte aller erfolgreichen
Angriffe: „Da kann ich so viel
Technik reinpacken wie ich will,
wenn der Faktor Mensch einfach
immer noch zu bequem ist, nutzt
alles nichts“, konstatiert Inan.
Eine ganz neue Dimension eröffnet
zudem Künstliche Intelligenz,
mit der zum Beispiel Betrugs-E-Mails
generiert werden,
deren krimineller Hintergrund
kaum noch zu erkennen ist. Anderseits
ist KI ebenfalls ein
wichtiges Werkzeug, um eben
diese Attacken abzuwehren. „Sie
kann Angriffe frühzeitig erkennen,
und sogar schon proaktiv
Maßnahmen treffen, bevor die
Ereignisse überhaupt eingetreten
sind“, ist sich der Hochschullehrer
sicher.
Den Ernstfall proben
Aber wie können sich KMUs
letztlich aufstellen, um gewappnet
zu sein? „Bei kleinen und mittelgroßen
Unternehmen existieren
oft gewachsene Strukturen
mit externen IT-Dienstleistern“,
weiß Mühleck, „also der IT-Guy,
der da halt schon immer alles gemacht
hat, der angerufen wird,
wenn der Server streikt, oder der
für die zwei neuen Mitarbeitenden
die Laptops kauft und einrichtet.“
Der Cyber – Experte
empfiehlt insofern, dass sich die
Geschäftsführung mit dem eigenen
IT-Dienstleistenden und mit
Beratenden der IHK treffen soll-
unternehmen [!] RESSORT 25
Security beginnt nicht mit einem Tool.
Sie beginnt mit einem zuverlässigen Betriebspartner.
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Was passiert mit Ihrer IT-Sicherheit, wenn niemand hinschaut?
Cyberangriffe halten sich nicht an Geschäftszeiten.
Viele Unternehmen haben Tools – aber keinen klar geregelten
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26
CYBERSICHERHEIT unternehmen [!]
FOTOS: KSENIYA, PETRA RICHLI, ALEXANDR BOGNA, MATEY, SHAH/ADOBESTOCK.COM
ILLUSTRATIONEN & MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI
GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI
Cybersicherheit ist eine Daueraufgabe, die kein Enddatum hat. Doch in mittelständischen Unternehmen fehlt oft die Manpower.
FOTO: HOCHSCHULE
NEU-ULM
Prof. Dr. Aykan Inan ist
Experte für Cyber Security.
Er unterrichtet an der
Hochschule Neu-Ulm.
ten, um die gesamte Aufstellung
einmal zu durchleuchten und den
Stand der Sicherheit festzustellen:
„Die IHKs in Baden-Württemberg
bieten einen Cybersicherheitscheck
an, der mit der
Landesagentur entwickelt wurde,
und der für die Mitglieder kostenlos
ist.“
Grundsätzlich müsse jeder
erstmal auf Grundlage einer Risikoanalyse
seine „Kronjuwelen“
identifizieren, um dann den bestmöglichen
Schutz einzurichten:
„So muss jeder seinen Weg über
ganz viele Felder hinweg finden,
ob das Firewall-, Backup-Lösungen
oder die Cloud-Abspeicherungen
sind, oder der Blick darauf,
wie die eigenen Serverstrukturen
aufgebaut sind oder wie intensiv
die Schulungen der
Mitarbeitenden sowie der Einsatz
von externen Dienstleistenden
sein müssen.“
Angriff und Verteidigung
Am Anfang, so ergänzt Inan,
sollte als wichtigste Überlegung
stehen, welche Systeme und
Strukturen der Firma überhaupt
ans Netz angeschlossen sein
müssen. Auch ein Blick auf die
konsequente Einhaltung allgemeingültiger
Standards sei immer
erforderlich: Sind die Softwares
aktuell? Wird die Mehrfaktor-Authentifizierung
praktiziert?
Liegen die Backups
tatsächlich auf unterschiedlichen
Servern?
„Dem Wettlauf auf diesem
Gebiet von Angriffs- und Verteidigungsmechanismen
werden
wir uns wohl nicht entziehen
können“, prognostiziert der Professor,
„aber wir müssen uns der
generellen Bedrohungslage stets
bewusst sein und verantwortungsvoll
mit ihr umgehen.“
[!] Wilfried Urbe
unternehmen [!] RESSORT 27
Digital Workplace – aber sicher!
Weil der digitale Arbeitsplatz zur größten Angriffsfläche
moderner Unternehmen geworden ist.
Die neue Realität im digitalen
Arbeitsplatz
Der digitale Arbeitsplatz hat Unternehmen
schneller, flexibler und effizienter gemacht.
Aber: auch verletzlicher als je zuvor.
Jede Cloud-Verbindung, jedes Gerät,
jede Identität erweitert die Angriffsfläche,
die Cyberkriminelle heute
gezielt ausnutzen. Oft reicht ein
einziger kompromittierter Login, um
Prozesse zu manipulieren, Daten
abzufangen oder Geschäftsabläufe zu
stören. Besonders im Mittelstand
entstehen so Risiken, die lange
unterschätzt wurden. Sicherheit wird
damit nicht nur zur technischen, sondern
zur zentralen geschäftlichen Voraussetzung.
Von Effizienzgewinn zu
Sicherheitsauftrag
Cloud-Arbeitsplätze, hybride Teams und vernetzte
Prozesse schaffen enorme Vorteile
– und Verantwortung. Denn der digitale Arbeitsplatz
ist heute das operative Zentrum eines
Unternehmens. Genau deshalb rückt IT-Security
auf Geschäftsführungsebene: Risiken müssen
erkannt, Prioritäten eindeutig gesetzt und
Governance verbindlich etabliert werden. Sicherheit
ist zu einer strategischen Pflicht geworden
und nicht länger eine IT-Option.
35 Jahre ADLON: Vom IT-Generalisten
zum Sicherheitsarchitekten
ADLON begleitet seit über 35 Jahren mittelständische
Unternehmen, Konzerne und KRITISnahe
Organisationen in Sachen IT. Was als
regionales IT-Unternehmen begann, hat sich
zu einem spezialisierten Microsoft-Partner für
den digitalen Arbeitsplatz entwickelt. Mit tiefem
Know-how, langjähriger Projekterfahrung und
einem klaren Ziel: den digitalen Arbeitsplatz
sicher und stabil zu gestalten.
„Wir entwickeln unseren Digital-Workplace
-Ansatz nicht neu! Wir machen ihn vollständig
sicher. Das ist die logische Weiterentwicklung
für unsere Kunden.“
Sebastian Eberle, Geschäftsführer ADLON
ADLON-Services orientieren sich konsequent
am NIST Cybersecurity Framework.
„Digital Workplace – aber sicher“:
Konsequente Ausrichtung auf
IT-Security
Mit der Fokussierung stellt ADLON IT-Security
nicht neben den digitalen Arbeitsplatz – sondern
in sein Zentrum.
Alle bestehenden Services rund um Clients,
Infrastruktur, Application, KI/Workplace-Automation
und Betrieb wurden nach NIST gehärtet.
Zudem wurde das IT-Security Portfolio ausgebaut:
Identify: Transparenz schaffen
Analyse von Angriffsflächen, Identitäten, Berechtigungen
und Konfigurationen. Security
Checks, Architektur-Reviews, M365-Härtung
und Schwachstellenmanagement.
Protect: Angriffe verhindern
Security-by-Design in allen ADLON Managed-
Services. Zero-Trust-Modelle, Endgeräte-Schutz
und sichere Cloud-Konfigurationen.
Detect: Bedrohungen früh erkennen
ADLON Managed SOC, XDR-Monitoring und
Identitätsüberwachung.
Respond: Handlungsfähig im Ernstfall
Incident-Response-Unterstützung, technische
und organisatorische Sofortmaßnahmen sowie
Notfallpläne uvm.
Recover: Prozesse schnell stabilisieren
Strukturierte Wiederherstellung, Nachhärtung,
Resilienzprogramme uvm.
Govern: Security als Führungsaufgabe
Unterstützung der NIS2-Umsetzung, Richtlinien,
Verantwortlichkeiten, Management-Briefings uvm.
Ein sicherer Arbeitsplatz ist ein produktiver
Arbeitsplatz
Der digitale Arbeitsplatz kann nur dann seine
volle Wirkung entfalten, wenn er geschützt ist.
Mit der neuen Sicherheitsausrichtung bietet
ADLON Unternehmen einen Partner, der Modern
Workplace und Security nicht trennt, sondern
zusammenführt – pragmatisch, verständlich
und mit klarer Struktur.
Digital Workplace – aber sicher.
„Unsere Kunden stehen vor der Herausforderung,
modernes Arbeiten und Cybersecurity
gleichzeitig zu managen. Sicherheit
funktioniert heute nur, wenn sie von Anfang an
mitgedacht wird.“
Sven Hillebrecht, Geschäftsführer ADLON
Kostenlose ADLON-Webinare und Impulse
stärken Ihren sicheren Digital Workplace.
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28
CYBERSICHERHEIT unternehmen [!]
IT-Sicherheitscheck der IHK für Unternehmen
FOTO: MASTER1305/ADOBESTOCK.COM
Bei der IHK-Checkliste geht es unter anderem darum, Schwachstellen zu erkennen und gezielt zu beheben.
Die baden-württembergischen Industrieund
Handelskammern bieten kleinen und
mittleren Unternehmen einen kostenlosen
Sicherheitscheck an. Spezialisierte IHK-Berater
bewerten dabei die aktuellen IT-Schutzmaßnahmen
anhand einer detaillierten
Checkliste.
Die Prüfpunkte umfassen acht zentrale Bereiche:
Sicherheitslücken identifizieren und
schließen, Benutzerzugänge absichern, regelmäßige
Datensicherung durchführen, Gefahrenbewusstsein
bei Mitarbeitenden schaffen,
Netzübergänge schützen, Schadprogramme
abwehren, einen Notfallplan erstellen sowie
IT-Systeme systematisch inventarisieren und
dokumentieren. Die Erstberatung hilft, die
Schwachstellen in der Cybersicherheit zu erkennen
und gezielt zu beheben. Gerade für
KMU, die nicht über eigene IT-Sicherheitsexperten
verfügen, ist das Angebot eine wertvolle
Unterstützung.
unternehmen [!] RESSORT 29
30 EBERSBACH unternehmen [!]
FOTOS: EBERSBACH AN DER FILS,
TILMAN EHRCKE(2) & LEO ROHRSETZER
Ebersbach
fördert die
Entwicklung
Transformation Die Stadtverwaltung
fördert die Neuansiedlungen von
Gewerbe, treibt die Digitalisierung voran
und stemmt sich damit gegen
Leerstände.
unternehmen [!] SPEZIAL
31
Mehr tet von den Herstellern als 1.200 geliefert Gewer-
wurden: als bebetriebe,
Kleinsthäuser. über
Container 3.300 für sozialversiche-
temporäre
Raum-Nutzungen, rungspflichtig
Modulbau-
Be-
weise, schäftigte Tiny und Houses stabile – Gewerbe-
die auf
steuereinnahmen diesen benachbarten von Gebieten zuletzt
rund tätigen acht Hersteller Millionen in Euro Deutsch-
jährlich:
land erfreuen Ebersbach sich an „im der Moment Fils gehört
einer im sehr Filstal starken zu den Nachfrage“, wirtschaftlicsagt
stabilen Günter Mittelstandstandor-
Jösch. Er ist Geteschäftsführer
mit breiter des Branchenstruk-
Bundestur.
verbands Bausysteme und
vertritt Die wirtschaftliche eine Branche, Basis die konzentrierlängst
auf sich unterschiedlichs-
hier nicht auf wenigten
Feldern Arbeitgeber, des Baugesche-
sondern verteilt
hens sich Lösungen auf zahlreiche anbietet. kleine
und Der mittlere Übergang Betriebe sei oft aus flie-
Industrießend.
Handwerk, Bei temporären Bauwirtschaft,
Bau-
Logistik, ten würde Handel zuallermeist und Dienstleis-
auf
tungen. Standardmodule Rund 1.400 zurückge-
Beschäftigte
arbeiten griffen, im bei produzierenden dauerhaften Gewerbe,
„wird vor 778 allem in Handel, individu-
Verkehr
und ell und Gastgewerbe auf Maß gearbei-
sowie etwa
1.100 tet“, benennt im Dienstleistungssektor.
er eine Unterscheidungslinie.
Branchenstruktur ist relativ
Die
ausgewogen: Etwa 32 Prozent
der Unternehmen gehören zum
produzierenden Gewerbe, 23
Prozent zu Handel, Verkehr und
Gastgewerbe und rund 45 Prozent
zum Dienstleistungsbereich.
„Die Wirtschaftsstruktur
in Ebersbach ist nicht von einzelnen
Großunternehmen abhängig,
sondern überwiegend
mittelständisch geprägt“, sagt
Bürgermeisterin Manuela Raichle.
Zu Land, Wasser und Luft
Die Stärke des Standorts liegt dabei
weniger in schlagzeilenträchtigen
Ansiedlungen als in
seiner wirtschaftlichen Kontinuität.
Viele Unternehmen seien
seit Jahrzehnten vor Ort aktiv,
häufig inhabergeführt und eng
mit der Region verbunden, so
Raichle weiter. Gleichzeitig profitiert
Ebersbach von seiner Lage
zwischen Stuttgart und Göppingen
innerhalb der Metropolregi-
FOTO: DMITRYDESIGN/SHUTTERSTOCK.COM
on Stuttgart. Ein US-Spediteur Die B10, die erfand Filstalbahn
Stuttgart–Ulm, 1937 den Warencontainer. die Nähe
zum Flughafen Aus dem entwickelten Stuttgart und
zum Hafen sich Raumzellen Plochingen und sichern
die Anbindung damit mobile an die Räume. industriellen
Zentren Südwestdeutschlands.
Doch der Standort steht
zunehmend unter Druck. Während
die Nachfrage nach Gewerbeflächen
anhält, werden verfügbare
Flächen im Filstal knapper
– Ebersbach bildet keine Ausnahme.
Topografie, bestehende
Wohnbebauung und Verkehrsinfrastruktur
begrenzen größere
Neuausweisungen.
Für die Wirtschaftsförderung
bedeutet das einen Strategiewechsel:
Wachstum entsteht
künftig weniger über neue Gewerbegebiete
als über Nachverdichtung,
Konversion und die effizientere
Nutzung bestehender
Flächen. Besonders gefragt sind
derzeit kleinere und flexibel
nutzbare Gewerbeeinheiten. Die
Raummodule spielen in einer
anderen Nicht Liga als Container, von
sind
hochwertiger, erfüllen alle möglichen
Bestimmungen einzelnen
und kön-
nen Unternehmen
sich sogar in ästhetisch
ernstzunehmende Architektur-
stücke abhängig.
verwandeln, sollte dies
vom Bauherrn gefordert sein. In
gewöhnlicher Form aber lassen
sie sich als normierte Stapelware
einsetzen, im Erscheinungs-
bild Plattenbauten dann nicht
unähnlich. Aber sie kommen
dann ja auch wieder mal weg,
mal früher, mal später, mal ir-
gendwann.
Dabei lassen sich Raummodule
in Funktionsräume fast al-
ler Art verwandeln, in Wohn-
oder Büroräume, in Nasszellen,
Sanitär- oder Aufenthaltsberei-
che, in Verkaufsstellen oder in
Lounges. Ihren Einsatzzweck
können Manuela auf Raichle diesem ist Prinzip seit
fu-
ßende 2025 Bürgermeisterin Komplexe dann der
ein paar
Stadt Ebersbach an der Fils.
FOTO: STADTVERWALTUNG EBERSBACH AN DER FILS
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Sensotek. Innovative Sensorlösungen
im Bereich Zugangsautomation
Die Sensotek GmbH wurde im Jahr 2010 gegründet
und hat ihren Sitz im schwäbischen
Ebersbach an der Fils. Mit über 30 engagierten
Mitarbeitern ist das Unternehmen innerhalb der
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der Entrance Automation anerkannt und nach
ISO 9001:2015 zertifiziert.
Unser Ziel ist es, innovative Sensorlösungen für
die Marktsegmente Tür- und Torautomation,
Schranken, Aufzüge, Fahrtreppen, Security, öffentlicher
Nahverkehr sowie Traffic zu entwickeln
und im Markt zu platzieren.
Eine klare Fokussierung macht es uns möglich,
schnell und flexibel auf Marktanforderungen zu
reagieren. Wir erkennen die Bedürfnisse und Erwartungen
unserer Kunden und können die maßgeschneiderten
Produkte und Dienstleistungen
für ihre Applikationen zur Verfügung stellen.
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sowie des Konstruktionsbereichs
sind wir in der Lage, neben unserem Standardportfolio,
kundenspezifische Produkte auch
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vorproduzierte und lagerhaltige Komponenten
bei uns endmontieren und zu Produkten komplettieren.
Unser umfangreiches Angebot beinhaltet (Auszug):
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• E-Schleifen mit Magnetfeldsensoren
• innovative ToF-Sensoren
• klassische Schleifendetektoren
Unser technischer Innendienst unterstützt
unsere Kunden gerne bei der Auswahl der besten
Technologie für ihre Anwendungen.
Unsere Produkte Safety Solutions kommen zur
Richtungserkennung an Flughäfen, in Vereinzelungssystemen
für Hochsicherheitsbereiche sowie
in digitalen Personenzählsystemen sowohl
national als auch international zum Einsatz.
Ergänzt wird unser Portfolio durch elektrische
Kontaktleisten, RFID-Systeme, LED-Stripes zur
Gefahrenvisualisierung und ein umfassendes
Sortiment an intelligentem Zubehör.
Hier arbeiten 32 kreative Pioniere an Vertrieb und
Entwicklung von innovativen Ideen, Lösungen
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32
SPEZIAL unternehmen [!]
FOTOS: PRO EBERSBACH E.V.
Attraktive Events mit Erlebnischarakter
sind die
Publikumsmagnete, die
Besucher nach Ebersbach
ziehen sollen.
Stadt plant deshalb die Erweiterung
des Gewerbegebiets Strut
um rund 7.500 Quadratmeter.
Die neuen Flächen sollen gezielt
für kleinere und mittlere Betriebe
entwickelt werden, so die
Ebersbacher Bürgermeisterin
weiter. „Die Nachfrage konzentriert
sich derzeit vor allem auf
kleinere, flexibel nutzbare Flächen“,
erklärt Raichle. „Großflächige
Neuansiedlungen sind aufgrund
der verfügbaren Flächenreserven
kaum realistisch.“
Raum für Entwicklung
Parallel dazu verändert sich die
industrielle Struktur des Standorts.
Teile der heutigen Gewerbeflächen
stammen noch aus der
industriellen Expansion der
Nachkriegszeit. Einige dieser
Areale stehen inzwischen vor
grundlegenden Transformationsprozessen.
Das sichtbarste
Beispiel ist das Gelände von „Eurofoam
Neveon“ mitten im
Stadtgebiet. Auf dem rund
45.000 Quadratmeter großen
Areal laufen derzeit Rückbauarbeiten
bestehender Industrieanlagen.
Die Fläche soll perspektivisch
veräußert werden und
zählt zu den größten innerstädtischen
Entwicklungsflächen
Ebersbachs. Noch ist offen, welche
Nutzung dort künftig entstehen
wird. Klar ist jedoch: Solche
Konversionsflächen gewinnen in
vielen Städten der Region strategisch
an Bedeutung, weil neue
Industrie- und Gewerbeflächen
kaum noch verfügbar sind.
Die Entwicklung solcher Areale
gilt allerdings als langfristig
und kapitalintensiv. Auch die Innenstadt
bleibt Teil des wirtschaftlichen
Strukturwandels.
Wie viele Mittelzentren steht
Ebersbach unter Druck durch
verändertes Konsumverhalten
und sinkende Frequenzen im stationären
Einzelhandel. Doch vieles
scheint in Ebersbach besser
zu funktionieren. Die Stadt versucht
über laufende Stadtsanierungsprogramme
gegenzusteuern
und bestehende Strukturen
schrittweise anzupassen. Vor allem
aber zahlt sich das Engagement
des örtlichen Vereins „Pro-
Ebersbach e.V.“ aus, der viel für
die Attraktivität der Stadt unternimmt.
Leerstände sind nur von
kurzer Dauer. „Wenn ein Laden
schließt, folgt oft schnell ein
neuer“, sagt der Vorsitzende Jürgen
Nagl.
Parallel dazu investiert der
Standort in die digitale Infrastruktur.
Der Glasfaserausbau
läuft derzeit abschnittsweise für
Wenn
ein Laden
schließt, folgt
oft schnell ein
neuer.
FOTO: PRIVAT
Jürgen Nagl, Vorsitzender
vom Verein „ Pro Ebersbach“
ist ehrenamtlich im
Kreistag für die Freien
Wähler tätig.
Unternehmen, Haushalte und öffentliche
Einrichtungen. „Denn
gerade für viele – Ebersbach prägenden
mittelständische Betriebe
wird die digitale Leistungsfähigkeit
zunehmend zum Standortfaktor
— insbesondere in industriellen
und logistischen
Prozessen“, betont Manuela
Raichle.
Die wirtschaftliche Verflechtung
mit der Region Stuttgart
zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt.
Rund 2.463 Menschen
pendeln täglich nach Ebersbach
ein, gleichzeitig arbeiten etwa
5.671 Einwohner außerhalb der
Stadt.
Ebersbach ist damit zugleich
Arbeitsstandort und Wohnstandort
im regionalen Wirtschaftsraums.
Der Wirtschaftsstandort
Ebersbach ist eine mittelständisch
geprägte Kommune,
wie sie für den Großraum Stuttgart
typisch ist: wirtschaftlich
stabil, industriell verwurzelt und
gleichzeitig mitten in einem tiefgreifenden
Strukturwandel.
Die entscheidenden Themen
der kommenden Jahre werden
weniger die Expansion als die
Transformation sein — von Flächen,
Industriearealen und innerstädtischen
Strukturen.
[!]
Axel Raisch
unternehmen [!] SPEZIAL 33
Das Ende einer Ära – und die Chance auf Weiterentwicklung
Der Schaumstoffspezialist Neveon hat den Standort in Ebersbach verlassen.
Im Jahr 2024 gab Neveon bekannt, dass unter
anderem der Produktionsstandort in
Ebersbach geschlossen werden soll. Der zur
Greiner Gruppe gehörende Schaumstoffspezialist
reagiert damit auf die schwächelnde
Möbel-, Automobil-, Bau- und Heizungsindustrie.
Auf rund 45.000 Quadratmeter laufen
derzeit die Rückbauarbeiten. Das Ende
der Ära eröffnet gleichzeitig eine Chance zur
Weiterentwicklung. Die Konversionsfläche
bietet Raum für die Ansiedelung von Industrie
und Gewerbe. Die Fläche soll perspektivisch
veräußert werden und zählt zu den
größten innerstädtischen Entwicklungsflächen
mitten im Stadtgebiet von Ebersbach.
34
ANSICHTSSACHE unternehmen [!]
ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI
GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI
Vor Kurzem hatte ich
das Vergnügen, bei einem
Firmenevent eines
Freundes auf der
Bühne zu stehen. Meine Rolle
war überschaubar: Co-Moderator
für ein Interview mit Mario
Basler. Wer „Super Mario“
kennt, weiß: Lange Anläufe
sind nicht sein Stil. Kaum saß
er auf dem Stuhl, begann das,
was bei ihm fast automatisch
passiert – Geschichten, Pointen
und gelegentlich ein Satz, bei
dem man nicht genau weiß, ob
er ernst gemeint ist oder nicht.
Das Publikum lachte. Basler
war warmgelaufen. Er machte
es uns Moderatoren leicht. Basler
tat einfach das, was er immer
getan hat: Er war ganz Mario
Basler.
Während ich ihm zuhörte,
musste ich an eine Frage denken,
die weit über den Fußball
hinausgeht: Was macht man mit
Menschen, die außergewöhnlich
gut sind – aber nicht unbedingt
einfach? Vor allem, wenn
man Führungskraft ist und ein
Team mit genau solchen Charakteren
führt.
Genie braucht
Spielraum
Führungsqualität Manche brauchen
Regeln, andere brauchen Vertrauen –
das gilt in der Arbeitswelt wie im Sport.
Gleichbehandlung bedeutet nicht immer
gute Führung.
Nicht unbedingt pflegeleicht
Basler war als Spieler ein Ausnahmetalent.
Sein rechter Fuß
konnte Spiele entscheiden. Er
verwandelte Eckbälle direkt. Bis
heute hält er den Rekord für die
meisten Freistoßtore innerhalb
einer Bundesliga-Saison. Gleichzeitig
war er nie der pflegeleichte
Musterprofi. Mit Trainingsplänen
und sportlicher Lebensführung
nahm Basler es nicht immer
ganz so genau. Rudi Völler
formulierte das einmal mit trockenem
Humor: „Ich hätte mir
gewünscht, dass Mario zum
Ende seiner Karriere eingestanden
hätte, dass es besser gewesen
wäre, statt in zehn Minuten
fünf Weizenbiere auf ex zu trinken
oder eine Schachtel Marlboro
zu rauchen, ab und zu einmal
auf den Trainer zu hören.“
Und doch gab es einen Trainer,
der mit Basler nicht nur zurechtkam,
sondern das Beste aus ihm
herausholte: Otto Rehhagel. Basler
beschreibt ihre Beziehung bis
heute fast familiär: „Otto Rehhagel
und ich, wir waren wie Vater
und Sohn. Ich blicke heute noch
zu ihm auf.“
unternehmen [!] ANSICHTSSACHE 35
Was machte Rehhagel anders als
andere Trainer? Er verstand etwas,
das man heute vielleicht organisationspsychologisch
erklären
würde: In fast jeder Organisation
gibt es einige wenige
Menschen, deren Beitrag weit
über dem Durchschnitt liegt. In
der Forschung spricht man von
„Star Performern“. Sie sind nicht
immer die einfachsten Charaktere.
Aber im richtigen Moment
können sie Dinge, die andere
nicht können. Genau deshalb
entscheiden sie Spiele – oder
Unternehmenserfolge.
Basler war ein solcher Spieler.
Er konnte an einem durchschnittlichen
Spieltag unauffällig
bleiben – und im nächsten
Moment mit einem Freistoß aus
25 Metern ein Spiel entscheiden.
Für Trainer bedeutet das
eine Herausforderung: Diese
Talente passen selten perfekt in
Systeme, Regeln und Trainingspläne.
Rehhagel reagierte darauf
nicht mit mehr Kontrolle,
sondern mit mehr Vertrauen.
Basler erzählte einmal: „Otto
gab mir das Gefühl, dass er alles
für mich tun würde. Dafür
erwartete er allerdings, dass ich
ihm dieses Vertrauen am Wochenende
auf dem Rasen zurückzahlte.
Und ich brannte darauf,
genau das zu tun.“ Rehhagel
gab ihm Freiheiten, die andere
nicht hatten. Manchmal
trainingsfrei. Mehr Spielraum.
Nicht aus Nachsicht, sondern
aus Kalkül. Rehhagel wusste:
Wer Genialität will, muss ihr
Raum geben.
In vielen Organisationen passiert
genau das Gegenteil. Dort
werden alle Menschen gleich
behandelt – aus einem verständlichen
Wunsch nach Fairness.
Doch Gleichbehandlung ist
nicht immer kluge Führung.
Menschen sind unterschiedlich.
Manche liefern konstant solide
Arbeit. Andere bringen Energie,
Ideen und Durchbrüche – aber
auch Ecken und Kanten. Organisationen
brauchen beide Typen.
Die einen halten das System
stabil. Die anderen verschieben
seine Grenzen. Die
Aufgabe von Führung besteht
deshalb nicht darin, alle gleichzubehandeln,
sondern jeden
richtig zu behandeln. Regeln
schaffen Ordnung. Vertrauen
schafft Leistung.
Otto Rehhagel verstand das lange
bevor Organisationspsychologen
dafür Begriffe fanden. Er gab
Basler Raum – und „Super Mario“
füllte ihn mit Toren.
Vielleicht liegt genau darin eine
der wichtigsten Lektionen für
Führung: Manche Mitarbeiter
brauchen Regeln. Andere brauchen
Vertrauen. Otto Rehhagel
wusste genau, wer was brauchte.
[!] Martin Hörmann
Vertrauen
schafft
Leistung.
Prof. Dr. Martin Hörmann
ist Partner und Geschäftsführer
der Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft
mbH sowie
Fachanwalt für Insolvenz
und Sanierungsrecht und
Wirtschaftsmediator.
36
Netzwerk für Mode
Unitex GmbH Kein Schaufenster, keine Ware – bei Unitex in Schwaighofen
wird nicht produziert, sondern vernetzt. Geschäftsführer Xaver Albrecht
erklärt, wie der Fashion-Verband in der kriselnden Branche neue Wege findet.
FOTOS: MARC HÖRGER
unternehmen [!]
MEIN SCHREIBTISCH – MEINE PERSPEKTIVE
37
Das
Festival
ist kein
Ersatz für
Modemessen.
Als eines von mehreren
Unternehmen hat
unitex seinen Sitz in
einem eher unscheinbaren
Gebäude im Gewerbegebiet
Schwaighofen. Im Eingangsbereich
der Hinweis auf
Unitex GmbH im Obergeschoss,
und auch in den Geschäftsträumen
hinter der gläsernen
Eingangstür weist
nichts auf die Tätigkeit des
Unternehmens hin. Genauso
wenig lässt der Schreibtisch
von Geschäftsführer Xaver Albrecht
irgendwelche Rückschlüsse
zu. PC, Laptop, Smartphones,
digitale Tools und
Gadgets – sonst nichts. Ein silberner
Ulmer Spatz, ein Moosbild
und eine Pflanze ordnen
sich dem minimalistischen
Ambiente unter. Hier wird
nicht produziert oder entwickelt,
sondern gemanagt. Mal
per Online-Meeting, mal draußen
vor Ort. Seit 2022 von Xaver
Albrecht, der die Geschäftsführung
sukzessive von
seinem Vater übernahm, nachdem
dieser 2024 nach über
20-jähriger Tätigkeit aus dem
operativen Unternehmen ausgeschieden
ist. Schon 2008
wurden auch die Büroflächen
reduziert, die zuvor noch das
gesamte Gebäude belegten.
Seine Managementaufgaben
und die Tätigkeit seiner Mitarbeiter
fasst Xaver Albrecht
kurz und knapp in einem Begriff
zusammen: „Wir netzwerken.“
Das Netzwerk umfasst
Händler und Lieferanten aus
dem Fashion-Bereich in der
DACH-Region, also Deutschland,
Österreich und Schweiz.
Insgesamt rund 800 Modehäuser,
von großen Filialisten bis
zur kleinen Boutique, und 700
Lieferanten. „Die älteste Community
in der Fashionbranche“,
unterstreicht Albrecht
und nennt 1932 als Gründungsjahr
der Unitex. Damals noch
ein klassischer Einkaufsverband,
der über die Menge
günstige Einkaufspreise aushandelte
und auch Eigenmarken
in den Markt brachte. „Das
Einzige, was davon übrig blieb,
ist der Bügel mit dem Logo
L.O.X.“, zeigt Albrecht auf den
grünen Garderobenständer in
der Ecke. „Heute sind wir ein
Service- und Dienstleistungsverband.
Das resultiert aus der
Handelslandschaft, die vor allem
in Deutschland, stark fragmentiert
ist. Im Klartext heißt
das: Jeder Händler hat im
Schnitt 200 bis 300 Marken im
Angebot. Da wird die Finanzbuchhaltung
neben dem Kerngeschäft
zu einer zeitraubenden
Herausforderung. Die
übernehmen wir.“
Von Büroalltag mit Schreibtischarbeit,
Telefonaten und
interner Abstimmung, ist in
den Geschäftsräumen der Unitex
wenig sichtbar oder hörbar.
„Tatsächlich haben wir den Bereich
Finanzbuchhaltung bereits
2009 als bankgesicherte
Zentralregulierung an die RSB
Bank in Kornwestheim outgesourced.“
Auf meine Frage, was dann
noch bleibe, meint Xaver Albrecht
schmunzelnd: „Wachstum
und Service.“ Wachsen in
einer Zeit, in der nicht nur in
der Modebranche eine schwarze
Null schon als positiv wahrgenommen
wird?
„Die Modebranche befindet
sich in einer Schaukelbewegung“,
so Albrecht. „Von 2016
bis 2022 ist der Onlinehandel
immens gewachsen und hat in
der Coronazeit nochmal zugelegt.
Nach Corona konnte der
stationäre Handel seine Stärken
spielen und mit Erlebniseinkauf
und persönlicher Beratung
punkten. Derzeit findet
im Kern kein Wachstum statt
und wenn, dann durch Konsolidierung,
also die Übernahme
einer weiteren Filiale von anderen
Marktteilnehmern. Jedes
Jahr gibt es eine Vielzahl neuer
Marken, die Modebranche
ist schnelllebig und Marken
unterliegen einem Lebenszyklus“,
so Albrecht weiter. „Eine
Marke wird langsam bekannt,
hat dann ihren Höhepunkt und
Ein Kleiderbügel ist das letzte Überbleibsel aus der Ära, als Unitex
noch ein klassischer Einkaufsverband war.
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38
MEIN SCHREIBTISCH – MEINE PERSPEKTIVE unternehmen [!]
Die Branche
befindet sich
in einer
Schaukelbewegung.
Einmal im Jahr feiert unitex
ganz groß: „uFF – das Unitex
Fashion Festival“ in den Ulmer
Messehallen im Mai 2026.
Foto: Andreas Brücken
Xaver Albrecht,
Geschäftsführer
der Unitex GmbH
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sollte sich dann neu erfinden,
weil sie sonst mit den Kundinnen
und Kunden stirbt. Der
Markteintritt neuer Marken erfolgt
meist über einen Onlineshop.
Für stationäre Modegeschäfte
ist das Risiko, unbekannte
Marken in ihr Portfolio
zu nehmen, zu hoch. Bürokratie
ist da ein Stichwort, das die
Bereitschaft für Kreativität und
Risiko bremst. Auch das Thema
Online-Handel als Zusatzangebot
ist nicht wirklich attraktiv,
da es zwei unterschiedliche,
nur bedingt kompatible
Geschäftsmodelle sind.“
In der
Krise
suchen
Einzelkämpfer
die Gemeinschaft.
Mode ist Luxus
Für Xaver Albrecht gehört
Mode in hoch entwickelten
Ländern zum Luxussegment,
da es im allgemeinen Verständnis
schon seit Jahrzehnten
nicht mehr darum geht, einfach
nur bekleidet zu sein. Man
inszeniert sich, möchte Trends
folgen oder seine Persönlichkeit
zum Ausdruck bringen.
„Dieses Bedürfnis wird bestehen
bleiben, auch wenn es
sicher zu den Bereichen gehört,
in denen als Erstes gespart
wird. In einer solchen Situation
– Inflation, Unsicherheit,
Konsumrückgang – befinden
wir uns seit 2020.“ Für
Unitex bedeute das keinen
Umsatzeinbruch, eher das moderate
Gegenteil: „Gerade in
der Krise suchen Einzelkämpfer
die Gemeinschaft und merken,
dass Kooperation weiterhilft.
Und genau das ist die
Aufgabe von Unitex. Wir bieten
unseren Mitgliedern die
Zentralregulierung und digitales
Zahlungsmanagement
durch die Bank und zusammen
mit insgesamt hundert Partnern
günstige Preisoptionen
bei Energie und Versicherung,
außerdem Prozessoptimierung,
Skalierung, Benchmarking,
Analysen, Lagermanagement
und ein maßgeschneidertes
Datenerhebungstool.“
Direkt im Unternehmen
sind 16 Mitarbeiter beschäftigt,
zudem vier Regionalvertreter
in den jeweiligen Gebieten der
DACH-Region. Die Modebranche
sieht ihre Stärke in der persönlichen
Begegnung im Geschäft
vor Ort. Nicht anders
bei Unitex. Beim täglichen
Netzwerken und einmal im
Jahr, wenn bei Unitex groß gefeiert
wird. „uFF – das Unitex
Fashion-Festival“ in den Ulmer
Messehallen wird 2026 größer
sein als in den Jahren zuvor,
denn die Nachfrage der Aussteller
ist um über 20 Prozent
gestiegen: „Das Fashion-Festival
ist kein Ersatz für Modemessen,
von denen einige in
den letzten Jahren eingestellt
wurden, sondern ist ein eigenes
Format. Hier wird nicht geordert,
sondern es werden
Kontakte zwischen Ausstellern
und Händlern geknüpft, es gibt
einen inspirierenden Impulsvortrag,
Live-Konzerte und Entertainment.“
Eine Idee des
30-jährigen Xaver Albrecht,
der damit in der Branche einen
Trend gesetzt hat. Als Akteur
in einer trendbewussten Branche
folgt er auch selber Trends,
interessiert sich neben Tennis
und Golf auch für Kraftsport
und Longevity, den Trend für
ein langes, gesundes Leben.
„Ich habe ja noch viel vor – und
die Fashionbranche ist und
bleibt spannend.“
[!] Sigrid Balke
unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 39
900 Kilometer
mit Wasserstoff
Mobilität Die Göppinger Baufirma
Leonhard Weiss testete einen
wasserstoffbetriebenen
Schwerlast-Lkw von Iveco mit
Bosch-Brennstoffzellentechnik
auf Praxistauglichkeit im Alltag.
Das Ergebnis: Mit 70 Kilogramm
Wasserstoff schafft der Lkw rund
900 Kilometer. Laut Bosch sind
Brennstoffzellenfahrzeuge ab
500 Kilometern täglich wirtschaftlicher
als Batterie-Alternativen.
Die hohen Anschaffungskosten
und die geringe Tankstelleninfrastruktur
sind noch problematisch.
Ein Förderprogramm
soll den Ausbau beschleunigen.
Andritz Schuler
unter Druck
Umgestaltung Der Göppinger
Pressenhersteller Andritz Schuler
kämpft mit rückläufiger
Nachfrage. Der Auftragseingang
sank 2025 stark. Das Unternehmen
prüft seine Produktionsstrukturen,
darunter den Standort
Heßdorf. Das Neumaschinengeschäft
in Netphen wird geschlossen,
Münzprägepressen
künftig nur noch in Göppingen
gefertigt. Seit 2013 sank die Beschäftigtenzahl
um rund 1.500
auf etwa 4.100.
Strategisch setzt Andritz
Schuler auf neue Märkte und
auch das Servicegeschäft wird
ausgebaut.
Neue Spitze
für HIVE
Neuaufstellung Alfons Riek
übernimmt den Vorsitz des KI-
Projekts HIVE in Göppingen.
Der Festo-Manager folgt auf Lukas
Mürdter, der aus privaten
Gründen ausschied, den Aufbau
aber maßgeblich vorangetrieben
hatte.
Riek wurde zunächst für ein
Jahr bestellt und soll mittelständische
Unternehmen bei Innovation
und KI unterstützen.
HIVE auf dem ehemaligen Boehringer-Areal
versteht sich als
Vernetzungsplattform für Unternehmen,
Start-ups und Bildungseinrichtungen.
Grün weicht
Gewerbe
Standort Der Göppinger Gemeinderat
ebnet den Weg für
eine Großentwicklung im Stauferpark.
Auf dem bisherigen
Golfplatz-Areal sollen etwa die
Hälfte der 34 Hektar bebaut werden
– 12,2 Hektar für Gewerbe,
4,9 Hektar für Wohnungen. Die
Begründung: prognostizierter
Wohnraummangel und fehlende
Gewerbeflächen. Die Stadt will
im Standortwettbewerb nicht
zurückfallen.
Die Entscheidung fiel mit
deutlicher Mehrheit, trotz Widerstand
von Golfclub, Anwohnern
und einer Bürgerinitiative.
Sauberes
Grundwasser
Innovation Die IEG Technologie
aus Mühlhausen im Täle saniert
Grundwasser und Böden –
mit einer Technologie, bei der
Wasser im Untergrund zirkuliert
und Schadstoffe abbaut. Das
mehrfach ausgezeichnete Verfahren
kommt international zum
Einsatz, etwa in Italien und Taiwan.
Am Standort arbeiten 20
Fachkräfte an Analyse und Entwicklung.
Landrat Markus Möller
sieht Potential für regionale
Anwendungen und wirbt für ein
Modellprojekt.
Herausforderungen: Bürokratie
und begrenzter Marktzugang
in Deutschland.
Der neue Bauer-Standort wurde mit festlichen Reden, Unterhaltungsprogramm
und einer Segnung eingeweiht. Foto: Tilman Ehrcke
Zentral statt
Zersplitterung
Elektro Bauer hat im Göppinger Stauferpark einen neuen Gewerbebaukomplex
eröffnet. Auf 7.000 Quadratmetern entstanden Bürotrakt und
Fertigungshalle. Seit September arbeiten die zuvor getrennten Standorte
Eislingen und Göppingen dort zusammen. Der Neubau reagiert auf
starkes Wachstum: Aus einstelligen Beschäftigtenzahlen wurde eine
dreistellige Belegschaft, der Standort ist auf 150 Mitarbeiter ausgelegt.
Die Einweihung mit Landesbauministerin Nicole Razavi und Oberbürgermeister
Alex Maier verlief feierlich – das Bauprojekt hatte Verzögerungen
erlebt. Grund: eine geschützte Zauneidechse und schwierige Bodenverhältnisse.
Geschäftsführer Franz Bauer lobte die Unterstützung.
Politische Vertreter forderten bessere Rahmenbedingungen. Das Unternehmen
beschäftigt 1.785 Mitarbeiter an 16 Standorten.
Wirtschaft
mit Herz
Region Die Wirtschaftsjunioren
Göppingen starten unter dem
neuen Vorsitzenden Peter
Strohm unter dem Motto „Wirtschaft
mit Herz und Verstand“
ins Jahr. Monatlich sind mehrere
Veranstaltungen geplant, darunter
die „Nacht der Ausbildung“.
Schwerpunkte: Mitgliedergewinnung,
mehr Diversität
und Ausbau von Kooperationen
mit dem Wirtschaftskreis und
internationalen Partnern.
Für 2026 planen die 42 Mitglieder
die Wiederauflage der
„Gala der Wirtschaft“ als Charity-Event.
Ziel: junge Fachkräfte
in der Region halten.[!]
40
FLOTTENMANAGEMENT unternehmen [!]
Unter Strom: Flotten
werden elektrisch
E-Mobilität Viele Unternehmen gehen in die vollelektrische
Fahrzeug-Offensive. Nicht zuletzt, weil eine historisch günstige
Steuerarchitektur lockt. Aber Ladeleichen, Kilometerfresser und
Abschreibungstücken lassen manche Flotten-Chefs noch zögern.
Sven Boomgaarden ist
„sehr stolz“ auf die neueste
Leistung seiner
Firma. Der Chef von
Deutschlands größtem Getränkehersteller
Coca-Cola Europacific
Partners Deutschland hat
gerade seine komplette Pkwund
Kleintransporter-Flotte auf
Elektroantrieb umgestellt. 1.600
Hyundai, Opel, Škoda, BMW und
weitere Fahrzeuge für Verkaufsberater
sowie Transporter für
Servicetechniker rollen jetzt
emissionsfrei durchs Land.
Boomgardens Brauseriese hat
dazu an seinen 23 Standorten
insgesamt 170 Ladesäulen installiert;
zusätzlich wurde die Anschaffung
von 480 Wallboxen für
Mitarbeitende mit Dienst- oder
Funktionswagen gefördert. Inklusive
reichlich Überzeugungsarbeit
unter den Mitarbeitenden.
So eine gut geplante Mammutaufgabe
steht in diesem Jahr
wohl noch Tausenden Fuhrparkverantwortlichen
bevor. Denn
die Flottenelektrifizierung ist
zur strategischen Pflichtaufgabe
geworden. Auch, weil eine EU-
Richtlinie zur Nachhaltigkeit
Unternehmen zwingt, detailliert
über die Emissionen ihrer Flotten
zu berichten. Ab 2026 ist dafür
beispielsweise sogar ein
eichrechtskonformer Zähler für
die Heimladeabrechnung Pflicht.
Der Markt steht auch deswegen
unter Strom: Im April 2026 meldete
das Kraftfahrtbundesamt
64.350 neu zugelassene Elektro-
Pkw, einen Marktanteil von 25,8
Prozent und ein Plus von 41,3
Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Henning Ludes, Associate
Partner bei Berylls by Alix-
Partners, erklärt die neue Liebe
Die Ladeinfrastruktur
für die
Firmenflotte
muss rechtzeitig
geplant werden.
FOTO: UROS PETROVIC/ADOEBSTOCK.COM
zum Stromer „durch neue Einstiegsmodelle,
steigende Lebenszyklusvorteile,
striktere EU-Vorgaben
im vergangenen Jahr und
eine stärkere Nachfrage nach
Firmenwagen.“
In Deutschland geht die Liebe
aber erst mal durch das Rechenzentrum
im Kopf. Und da haben
neue Steuerregeln das Umdenken
der Flottenmanager befördert.
Im Zentrum steht die Turbo-Abschreibung:
Im ersten Jahr
können Unternehmen 75 Prozent
der Anschaffungskosten steuerlich
absetzen, selbst wenn das
Fahrzeug erst im Dezember angeschafft
wird – die sonst obligatorische
zeitanteilige Abschreibung
entfällt.
Die Dienstwagen-Berechtigten
müssen ohnehin kaum überzeugt
werden: Denn zeitgleich
hat der Staat die Fördergrenze
für die 0,25-Prozent-Versteuerung
des geldwerten Vorteils
von 70.000 auf 100.000 Euro angehoben.
Bei einem Geschäftsauto
im Wert von 80.000 Euro
beträgt der monatliche geldwerte
Vorteil damit nur 200 Euro
statt 800 Euro beim Verbrenner
– eine Netto-Ersparnis von 180
Euro pro Monat bei einem angenommenen
Steuersatz von 30
Prozent.
Gute Gründe für Stromer
Elektroautos, die zwischen dem
1. Januar 2026 und dem 31. Dezember
2030 neu zugelassen
werden, sind zudem bis Ende
2035 von der Kfz-Steuer befreit.
Und wer sein E-Auto 2024 zugelassen
hat, zahlt nun bis 2034 keine
Kfz-Steuer statt nur bis 2030.
Das drückt die Gesamtkosten eines
E-Autos spürbar. Für Fuhrparks
mit Elektro-Lkw gilt Ähnliches:
Die Mautbefreiung für
emissionsfreie Lkw wurde bis
zum 30. Juni 2031 verlängert –
Betreiber können damit nun
über fünfeinhalb Jahre fest kal-
41,8
Prozent mehr zugelassene
E-PKW im April 2026 im Vergleich
zum Vorjahresmonat.
41
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42
FLOTTENMANAGEMENT unternehmen [!]
FOTO: VON DMYTRO/ADOBESTOCK.COM
Elektro-LKWs sind befristet bis maximal 10 Jahre steuerbefreit. Die LKW-Maut entfällt bis 2031.
kulieren, was die Betriebskosten
von E-Lkw gegenüber Diesel-
Lkw deutlich verbessert.
Für viele Flottenbetreiber gibt es
jedoch einen entscheidenden
Haken: Rund 80 Prozent der gewerblichen
Fahrzeuge werden
geleast – und nur der wirtschaftliche
Eigentümer darf die Abschreibung
nutzen; also die Leasinggesellschaft.
Wer die Turbo-
Abschreibung wirklich nutzen
will, muss darum kaufen oder
auf Mietkauf setzen. Für Plug-in-
Hybride haben sich die Bedingungen
zusätzlich verschärft:
Seit Anfang 2025 greift der günstigere
Steuersatz von 0,5 Prozent
nur noch ab einer elektrischen
Mindestreichweite von 80 Kilometern
– ein stiller Abschied des
Hybrids aus vielen Dienstwagenregelungen.
Manager wie Boomgarden wissen:
Der häufigste Fehler beim
Aufbau einer E-Flotte ist, die Ladeinfrastruktur
zu spät zu planen.
Wenn eine Erweiterung des
Netzanschlusses oder der Einbau
einer Trafostation notwendig
ist, können Kosten im sechsbis
siebenstelligen Bereich entstehen
und die Prozesse ein bis
zwei Jahre dauern. Ein intelligentes
Lastmanagementsystem
ist dabei unverzichtbar, um teure
Lastspitzen zu vermeiden. Für
Pkw, die über Nacht stehen, sind
AC-Lader mit 11 oder 22 kW ausreichend;
Logistiker mit kurzen
Umschlagzeiten brauchen DC-
Schnelllader mit über 50 kW.
Hinzu kommt ein neueres Problem
mit einem treffenden Namen:
„Ladeleichen“ – durch Insolvenzen
der Betreiber stillgelegte
Ladesäulen.
Wer große Fuhrparks betreibt,
hat künftig allerdings auch die
Chance, die eigene Ladeinfrastruktur
zum Erlösmodell zu machen.
Per Vehicle-to-Grid (V2G)
können bidirektional ladende
Elektroautos gespeicherten
Strom ins Netz zurückspeisen.
Seit diesem Jahr ist Strom, der
Die Planung
der Ladeinfrastruktur
ist ganz
entscheidend.
Sven Boomgarden
Coca-Cola
Deutschland GmbH
aus dem Netz entnommen, gespeichert
und später zurückgespeist
wird, von Netzentgelten
und Stromsteuer befreit – sowohl
für stationäre Speicher als
auch für V2G-fähige Elektroautos.
Eine Agora-Studie beziffert
das Erlöspotenzial auf jährlich
bis zu 500 Euro pro Flotten-Fahrzeug.
Für Unternehmen, die weder Kapital
binden noch selbst Infrastruktur
aufbauen wollen, gibt es
aber Alternativen. Martin Rada,
Managing Director von Vibe
moves you, beschreibt den dahinterstehenden
Kundenwunsch
so: „Ich würde elektrisch fahren,
aber ich will mich nicht mehrere
Jahre festlegen.“ Das österreichische
Unternehmen bietet seit
Herbst 2025 auch in Deutschland
vollelektrische Fahrzeugabos für
Fuhrparks an – inklusive Versicherung,
Wartung und Reifenwechsel.
Den Steuerturbo des
Investitionssofortprogramms
können auch Abo-Kunden allerdings
nicht mitnehmen.
Erst analysieren, dann wählen
Alexander Lutz, Manager beim
Leasing-Konzern Ayvens, gibt vor
dem Kaufrausch in Sachen Stromer
noch etwas zu bedenken: Das
Restwertthema war in der Verbrennerwelt
noch deutlich berechenbarer.
Technologiesprünge
und aggressive Preissenkungen
von einzelnen Herstellern setzen
bei E-Fahrzeugen den Gebrauchtwagenmarkt
unter Druck. Die
häufigste Schutzmaßnahme sind
Leasingmodelle mit geschlossenem
Vertrag, bei denen das Restwertrisiko
beim Leasinggeber verbleibt.
Wer heute eine E-Flotte aufbaut,
beginnt angesichts dieser Rahmenbedingungen
eher nicht im
Fahrzeugkatalog, sondern mit
der Analyse eigener Nutzungsprofile.
Danach folgen Standortprüfung,
Infrastrukturplanung,
überarbeitete Dienstwagenregelungen
und – oft unterschätzt –
die Arbeit am eigenen kompletten
Umdenken der Flottenmanager
und Dienstwagennutzer. Da
sollte die Lernkurve steil ansteigen
– schließlich läuft die Turbo-Abschreibung
schon Ende
kommenden Jahres wieder aus.
[!] Peter Weißenberg
unternehmen [!] RESSORT 43
Der Dienstwagen lädt zuhause.
Aber wer zahlt eigentlich den Strom?
Neue gesetzliche Regelungen machen Heimladen für Unternehmen erstmals
wirklich wirtschaftlich und deutlich einfacher für Mitarbeitende.
Der Dienstwagen steht nach Feierabend
Zuhause. Der Akku ist halb leer. Eigentlich
kein Problem, eine Nacht an der Wallbox
und morgen früh ist er voll. Doch was sich
so selbstverständlich anhört, bedeutet für
Unternehmen oft erhebliche Kosten. Der
Grund dafür liegt in der Art, wie Heimladen
bisher geregelt war.
Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden das
Heimladen ermöglichen wollten, mussten
bisher in geeichte Wallboxen investieren,
die einzige Möglichkeit, geladene Strommengen
steuerkonform nachzuweisen.
Dies bedeutet hohe Kosten, Wartung und
organisatorischer Aufwand. Für viele Betriebe
war das schlicht nicht verhältnismäßig.
Seit Anfang 2026 hat sich die Rechtslage
geändert.
Fahrzeuginterne Daten gelten nun als anerkannter
Nachweis für geladene Strommengen.
Das klingt technisch, hat aber eine
sehr konkrete Konsequenz: Die Pflicht zur
geeichten Wallbox entfällt. Das Fahrzeug
selbst liefert, was für die Abrechnung gebraucht
wird.
Diesen Moment hat die AZOWO GmbH aus
Biberach an der Riß genutzt. Das Unternehmen
hat mit der AZOWO Mobility Cloud eine
All-in-One-Plattform für Fuhrparkmanagement
entwickelt und darauf aufbauend mit
Fleet Plug@Home eine Lösung geschaffen,
die Heimladen ohne Hardwareinvestition
möglich macht. Mitarbeitende registrieren
ihre Heimladestation einmalig in der
Plattform und können anschließend an
jeder vorhandenen Wallbox oder normalen
Steckdose laden. Kilowattstunden, Ladedauer
und Batteriestand werden direkt vom
Fahrzeug übertragen, die monatliche Erstattung
läuft vollautomatisch. Für Unternehmen
bedeutet das: keine Hardware, keine
manuellen Abrechnungen, kein Aufwand bei
Personalwechsel. Alle Ladevorgänge sind
revisionssicher dokumentiert und jederzeit
exportierbar.
Heimladen in 3 Vorteilen
Kostenersparnis
bis zu 3.800 € / Mitarbeiter
Volle Kostenkontrolle
Minimaler Verwaltungsaufwand
Mehr zum
Thema Heimladen
Heimladen ist erst der
Anfang der Elektrifizierung
Mit der Einführung von E-Dienstwagen
verändern sich ganze Fuhrparkprozesse.
Unternehmen stehen heute vor Fragen wie:
Welche Fahrzeuge sind ausreichend
geladen?
Wie werden Poolfahrzeuge effizient
eingesetzt?
Wie lassen sich CO₂-Ziele dokumentieren?
Welche Ladeinfrastruktur wird wirklich
benötigt?
Werkzeuge in der AZOWO
Mobility Cloud für den
Umstieg auf die E-Flotte
Fleet Plug@Home:
Heimladen ohne Wallbox-Investition,
vollautomatische Abrechnung
Intelligente Fahrzeugbuchung:
Zuweisung nach Reichweite und
Ladezustand, per App oder Web
Live-Fahrzeugdaten:
Ladezustand, Verfügbarkeit und
Verbrauch in Echtzeit
CO₂-Reporting:
Automatische Berichte für CSR-
Anforderungen und Stakeholder
TCO-Modul:
Gesamtkostenvergleich E-Fahrzeug
vs. Verbrenner auf einen Blick
Die Elektrifizierung eines Fuhrparks ist
deshalb längst mehr als nur die Anschaffung
neuer Fahrzeuge. Sie wird zu einem
strategischen Transformationsprozess.
Checkliste für die
Umstellung der Flotte
auf Elektromobilität
azowo.com
Die All-in-One Fuhrparkmanagement Software für Unternehmen
44
MACHEN unternehmen [!]
FOTO: GIACINTO CARLUCCI
Pflanzenkohle verbessert die Bodeneigenschaften und unterstützt klimaresiliente Begrünung.
Die Transformation der
Entsorgungs- und Recyclingbranche
zeigt sich
exemplarisch bei der
DU: -Unternehmensgruppe im
Landkreis Göppingen. Während
klassische Geschäftsfelder wie
Schrott- und Abfalllogistik unter
rückläufigen Mengen und strukturellem
Wandel leiden, baut das
Göppinger Unternehmen gezielt
neue, nachhaltige Standbeine
auf. Im Zentrum dieser strategischen
Neuausrichtung stehen
zwei Zukunftstechnologien: Pyrolyse,
die neben Pflanzenkohle
auch Wärme liefert, sowie die
Wasserstoffproduktion.
„Wir spüren eine große Nachfrage
nach Pflanzenkohle“, sagt
Betriebsleiter Bernhard Lehle.
Rund 1.000 Tonnen produziert
das Unternehmen derzeit jährlich
– Tendenz steigend. Die
Gründe für das wachsende Interesse
sind vielfältig. Pflanzenkohle
gilt als effektive CO²-Senke
und gewinnt insbesondere im
urbanen Raum an Bedeutung.
Kommunen setzen sie ein, um
Stadtbegrünung resilienter zu
gestalten: Dank ihrer hohen
Speicherfähigkeit für Wasser
und Nährstoffe verlängern sich
Gießintervalle, gleichzeitig können
Pflanzen auch an bislang
ungeeigneten Standorten wachsen.
Im Kontext moderner
Kohle mit
Kohle machen
Recycling Schrott und Abfall waren gestern. Ein Göppinger
Unternehmen setzt auf Pyrolyse und Wasserstoff – und macht
aus dem, was andere wegwerfen, ein Zukunftsgeschäft.
Pflanzenkohle in der
Vermarktung: Ein Zukunftsrohstoff,
der als CO₂-Senke
wirkt.
FOTO: ETG GRUPPE &
CHRISTOPH ZIMMERMANN
Wir spüren
eine große
Nachfrage.
Bernhard Lehle ist
Betriebsleiter des Entsorgungsunternehmens
DU:
in Göppingen.
Stadtentwicklungskonzepte wie
der „Schwammstadt“ wird dieser
Effekt zunehmend relevant.
Auch beim Hochwasserschutz
bietet das Material Vorteile, da
es Wasser zurückhalten kann,
statt es unmittelbar abzuleiten.
Darüber hinaus entdeckt die
Bauindustrie die Pflanzenkohle
für sich. Als Zusatzstoff in Beton
und Asphalt verbessert sie
die CO²-Bilanz von Baustoffen
erheblich – und bleibt dabei
über Jahrhunderte stabil. Parallel
erschließen sich weitere Anwendungsfelder
in Landwirtschaft
und Gartenbau, wo die
Kohle als Bodenverbesserer
fungiert. Projekte mit lokalen
Vereinen, wie beispielsweise
dem OGV Deggingen, zeigen,
dass das Potenzial bis in den
Hobbybereich reicht.
unternehmen [!] MACHEN 45
Noch erfolgt der Vertrieb überwiegend
in großen Einheiten, sogenannten
Big Packs. Perspektivisch
prüft das Unternehmen jedoch
auch kleinere Gebinde für
den Direktverkauf. Zudem wird
an neuen Produktvarianten gearbeitet,
etwa Mischungen aus
Pflanzenkohle und Humuserde.
Der Vertrieb befindet sich hier
noch im Aufbau.
Ein entscheidender Vorteil des
Produktionsprozesses liegt in
der entstehenden Abwärme.
Diese wird bislang zur Versorgung
der eigenen PET-Recyclinganlage
mit Warmwasser sowie
zur Beheizung des Betriebsgeländes
genutzt. Perspektivisch
könnte sie jedoch in ein Fernwärmenetz
eingespeist werden.
Gespräche über eine entsprechende
Infrastruktur laufen. „Da
ist allen geholfen“, sagt Lehle –
mehr Pflanzenkohleproduktion
und gleichzeitig eine nachhaltige
Wärmeversorgung für ein
ganzes Stadtgebiet.
Von der Eigenversorgung zur
möglichen Fernwärme
Die Wurzeln dieses Geschäftsfelds
reichen rund zwölf Jahre zurück.
Damals suchte das Unternehmen
nach einer kostengünstigeren
Alternative zur elektrischen
Wassererwärmung, die monatlich
hohe Stromkosten verursachte.
Mit der Investition in die Pyrolysetechnologie
gelang nicht nur die
Lösung dieses Problems, sondern
auch der Einstieg in die Produktion
eines gefragten Zukunftsprodukts,
dessen Produktion – in Abhängigkeit
von den Absatzmöglichkeiten
der Abwärme – in den
kommenden fünf Jahren auf das
Doppelte anwachsen soll.
Heute entwickelt sich die
Pflanzenkohle zunehmend zu einem
eigenständigen wirtschaftlichen
Standbein – auch, weil
klassische Entsorgungsmengen
zurückgehen. Der Personalaufwand
bleibt dabei vergleichsweise
gering, da die Anlagen weitgehend
automatisiert arbeiten.
Wie sieht es mit Mitbewerbern
aus? Noch sei viel zu verteilen
auf dem relativ neuen
Markt, sagt Lehle. „Wir spüren
aber auch, dass andere merken,
da geht was.“ Vorteil sei jedoch,
dass DU: als Pionier auf diesem
Müll macht Karriere
FOTO: ANNETTE WANDEL
Vom Entsorger zur Technologiegruppe: Das DU:-Firmengelände
im Landkreis Göppingen.
Die DU:-Gruppe
mit Sitz im Landkreis
Göppingen beschäftigt
insgesamt 130
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter –
100 in der Produktion,
30 im kaufmännischen
Bereich –
und erzielte im Geschäftsjahr
2025
einen Umsatz von 46
Millionen Euro. Zur
Gruppe gehören die
Unternehmen ETG
Entsorgung + Transport
Göppingen,
Fetzer Rohstoffe +
Recycling, Metall-Recycling
Göppingen
sowie PET-Recycling.
Betriebsleiter Bernhard
Lehle ist seit 23
Jahren im Unternehmen
und berät seit
diesem Jahr Kommunen
in den Bereichen
Wärmekonzepte
und Schwammstadt.
Gebiet im süddeutschen Raum
große Erfahrung habe. „Unsere
Expertise und die Qualität der
Produkte sind sehr gut.“ Mit gutem
und erfahrenem Personal
werde auf mehreren Anlagen ein
hochwertiges Produkt erzeugt,
das zu einem marktfähigen Preis
angeboten werden könne.
Parallel treibt die DU:-Gruppe
ein zweites Innovationsfeld voran:
die Produktion von grünem
Wasserstoff. In Kooperation mit
einem Technologiepartner befindet
sich derzeit eine Pilotanlage
in der Erprobung. Ziel ist es, aus
unterschiedlichen Reststoffen effizient
Wasserstoff zu gewinnen.
Anfangs lag der Fokus auf Holzstaub,
inzwischen werden auch
Kunststoffe einbezogen – insbesondere
wegen ihrer chemischen
Struktur, die sich gut für die Wasserstoffgewinnung
eignet.
Wir spüren
auch, dass
andere merken,
da geht was mit
Pflanzenkohle.
Das Verfahren basiert auf der
Umwandlung von Materialien in
Synthesegas, aus dem anschließend
Wasserstoff extrahiert wird.
Nebenprodukt ist flüssiges CO²,
das industriell weiterverwendet
werden kann. Die geplante Jahresleistung
der Pilotanlage liegt
bei rund 100 Tonnen Wasserstoff
– genug, um mehrere Nutzfahrzeuge
ein Jahr lang zu betreiben.
Noch befindet sich das Projekt in
der Testphase, doch die Perspektiven
sind vielversprechend.
Mit einer Skalierung der Technologie
könnte die Wasserstoffproduktion
künftig eine zentrale Rolle
im Unternehmen einnehmen
– und zugleich einen Beitrag zur
Energiewende leisten.
In einem wirtschaftlich anspruchsvollen
Umfeld setzt die
DU:-Gruppe damit bewusst auf
Innovation und Diversifikation.
Pflanzenkohle und Wasserstoff
stehen exemplarisch für den
Wandel von einem klassischen
Entsorger hin zu einem Anbieter
nachhaltiger Ressourcenund
Energielösungen.
[!] Axel Raisch
FOTO: MW-ARCHITEKTURFOTOGRAFIE
Zum Tag der Architektur werden Einblicke in besondere Häuser gewährt, wie dieses Projekt des Architekten Matthias von Schröder.
100 Objekte zum Entdecken
Aktionstag Unter dem Motto „einfach wohnen!“ will die Architektenkammer auf
außergewöhnliche Beispiele aufmerksam machen.
Am 27. Juni heißt es in
Baden-Württemberg
wieder: Hereinspaziert!
Am Tag der Architektur
öffnen mehr als 100 öffentliche
und private Bauherrschaften
im Südwesten ihre Türen
für die interessierte
Öffentlichkeit. Von Konstanz bis
Bad Mergentheim, Wangen bis
Offenburg bieten die Aktiven der
Architektenkammer Baden-
Württemberg in allen Regionen
des Landes Besichtigungstouren
zu Objekten an. Dazu sind die
Bürgerinnen und Bürger im Südwesten
herzlich eingeladen –
aber auch bundesweit.
„Architektur ist nicht nur eine
gestalterische Disziplin, sondern
eine gesellschaftliche Aufgabe
von hoher Verantwortung“, erklärt
Andrea Gebhard, die Präsidentin
der Bundesarchitekten-
Im Heidenheimer Stadtteil Schnaitheim entstehen im „Kleehof-Quartier“ 35 Mietwohnungen –
nachhaltig und bezahlbar.
FOTO: DAVID MATTHIESSEN
unternehmen [!] BAUEN, WOHNEN, LEBEN 47
kammer. Gebäude, Quartiere
und Stadträume müssten nachhaltig,
bezahlbar, langlebig und
zugleich von hoher gestalterischer
Qualität sein.
Der Präsident der Architektenkammer
Baden-Württemberg
(AKBW), Markus Müller, betont:
„Gute Architektur ist kein Zufallsprodukt.“
Lebensumfelder
für Menschen zu gestalten, sei
vielmehr „das Ergebnis fundierter
Expertise und interdisziplinärer
Zusammenarbeit im Bewusstsein
der Verantwortung
gegenüber Gesellschaft und Umwelt.“
Architektur
ist eine
gesellschaftliche
Aufgabe von hoher
Verantwortung.
Andrea Gebhard
Bundesarchitektenkammer
Die AKBW hat für den Tag der
Architektur 2026 das Motto „einfach
wohnen!“ ausgerufen und
will damit die Aufmerksamkeit
auf die vielen Möglichkeiten lenken,
auch ohne überbordenden
Einsatz von Technik und Material
zukunftsfähige Lösungen zu
realisieren. Das Motto soll bewusst
breit ausgelegt werden,
mit Fokus auf dem Wort „einfach“.
Denn die bewusst unter
reduzierten Standards und daher
kostengünstiger realisierten
Neubauten oder Umnutzungen
sind keineswegs so zahlreich,
wie es sich die Kammer wünschen
würde. Insofern stellt der
Tag der Architektur auch ein
Spiegel der gesellschaftlichen
Entwicklung dar.
Wertvolle Architektur
Dieses Wohn- und Geschäftshaus in Kirchheim unter Teck
wurde mit „Beispielhaftes Bauen“ ausgezeichnet.
FOTOS: MW-ARCHITEKTURFOTOGRAFIE
oder schwarz, aus Holz oder als
Holz-Hybridbauten im Baustoffmix
erstellt, Tiny-Häuser oder
beeindruckende Freiraumplanungen.
Nachhaltigkeit bleibt auch in
Zukunft das zentrale Thema.
Auffällig auch: Die Zahl der Bauund
Wohngenossenschaften
nimmt zu. Das Institut für Demoskopie
in Allensbach veröffentlichte
im vergangenen Jahr
die Ergebnisse persönlicher Befragungen
von Bürgerinnen und
Bürgern ab 14 Jahren nach ihrem
Interesse an „moderner Architektur“.
Mehr als die Hälfte zeigte
kein oder nur mäßiges Interesse,
3,5 Prozent gaben hingegen
ein „besonderes Interesse“ an,
weitere gut drei Prozent informieren
sich zu dem Themenbereich
häufiger – zusammen also
mehr als sechs Millionen Menschen
bundesweit, die offen sind
für zeitgemäße Gestaltung der
gebauten Umwelt. Bestätigt wird
dies durch Medienmonitoring,
wonach Architekturthemen
etwa in Tageszeitungen überdurchschnittlich
geklickt werden.
Die Ästhetik von Gebäuden
reizt hier vor allem. Tieferes Interesse
würden Menschen entwickeln,
wenn sie die Chance erhalten,
komplexere Zusammenhänge
zu durchschauen, so die
AKBW-Sprecherin Gabriele
Renz.
Menschen
entwickeln
Interesse, wenn sie
Zusammenhänge
durchschauen.
Gabriele Renz
AKBW-Sprecherin
Außergewöhnliche Objekte
Spannende und eindrucksvolle
Beispiele zeitgenössischen Bauens
sind zu entdecken: Alle gut
100 Objekte, die am diesjährigen
„Tag der Architektur“ landesweit
besichtigt werden können,
sind auf ihre Weise außergewöhnlich.
Sei es durch die Flexibilität
ihrer Grundrisse oder
durch das genutzte Material.
Auf der Liste stehen Mehrfamilienhäuser
in Himbeerrot
Der „Tag der
Architektur“ ist
ein bundesweiter
Aktionstag, um auf
den Wert von Architektur
und Baukultur
aufmerksam zu
machen. Immer
Ende Juni laden die
Landesarchitektenkammern
die interessierten
Bürgerinnen
und Bürger ein
zu Stadtspaziergang,
Bus- oder
Radtouren zu architektonisch
spannenden
Wohnhäusern,
Quartieren,
Sanierungen, Aufstockungen
oder
Freiraumgestaltungen.
Die Aktiven der
Kammergruppen –
Architekten, Innenarchitekten,
Landschaftsarchitekten
sowie Stadtplaner –
sind für Auskünfte
und Informationen
ebenso vor Ort wie
die Auftraggebenden,
seien es
öffentliche oder private
Bauherrschaften.
Am Tag der Architektur ist Gelegenheit,
die eine oder andere
baulich-gestalterische Lösung in
Augenschein zu nehmen, sich
Ideen zu holen, sich inspirieren
zu lassen durch pfiffige Planungsansätze
und mit den Experten
aus der Planungspraxis
ins Gespräch zu kommen. Alle
Teilnehmenden erhalten ein
„Architektur-Glossar“ mit zentralen,
aktuellen Schlagwörtern.
[!] Claudia Knodel
Anzeige 48 RESSORT unternehmen [!]
Baustoffrecycling in Achstetten
Max Wild und SCHWENK errichten neue Bodenwaschanlage zur Aufbereitung mineralischer Bauabfälle
Achstetten.
Bald geht’s los mit der Offensive im Baustoffrecycling:
Die Unternehmen Max Wild aus
Berkheim und SCHWENK aus Ulm errichten
für ihre neue Gesellschaft SW BAUMINERA
LIK DonauIller GmbH & Co. KG gerade eine
neue Bodenwaschanlage in Achstetten im
Landkreis Biberach. Die nassmechanische
Aufbereitungsanlage arbeitet im Schichtbetrieb
und bereitet jährlich bis zu 250.000
Tonnen mineralischer Bauabfälle zu hochwertigen
Recyclingstoffen auf. Mit der Investition,
die im unteren zweistelligen Millionenbereich
liegt, setzen die beiden Bauprofis
ein klares Zeichen für eine
ver antwortungsvolle Kreislaufwirtschaft
und Ressourcenschonung – mit räumlichem
Schwerpunkt im Landkreis Biberach und im
AlbDonauKreis.
„Einfach großartig, dass die neue Bodenwaschanlage
nach einjähriger Bauzeit bald in
Betrieb gehen kann. Mit der nassmechanischen
Aufbereitungsanlage in Achstetten
können wir die regionale Recyclingquote
deutlich erhöhen und die Herstellung von
Recyclingbaustoffen weiter ausbauen“, erklären
die Geschäftsführer der SW BAUMINE-
RALIK, Markus Wild und Joachim Kainz. „Mit
der modernen Bodenwaschanlage schonen
wir wertvolle Ressourcen und erzeugen zugleich
leistungsstarke Sekundärbaustoffe
auf dem Weg zum nachhaltigen Bauen.“
Die nassmechanische Aufbereitungsanlage in Achstetten wird im Schichtbetrieb arbeiten und jährlich
bis zu 250.000 Tonnen mineralischer Bauabfälle zu hochwertigen Recyclingstoffen aufbereiten.
chanische Aufbereitungsanlage in Achstetten
bereits die zweite Bodenwaschanlage innerhalb
von fünf Jahren. Seit 2020 hat das Familienunternehmen
am firmeneigenen
Entsorgungszentrum in Eichenberg (Berkheim)
eine Bodenwaschanlage im Einsatz
und zählt damit zu den Pionieren im Baustoffrecycling.
Über eine Million Tonnen mineralischer
Bauabfälle haben die Profis ohne
Grenzen seit der Inbetriebnahme der Anlage
in Eichenberg bisher „gewaschen“. Die bei
der Reinigung zurückgewonnenen Sand- und
Kiesfraktionen führt Max Wild als gleichwertige
Sekundärbaustoffe in den Wirtschaftskreislauf
zurück. Die Verwendung der Sekundärbaustoffe
erfolgt in Betonwerken, Kellerwänden,
Geschossdecken und in der
Asphaltindustrie. Mit der bereits bestehenden
Bodenwaschanlage in Eichenberg und
der neuen Anlage in Achstetten wird sich die
Anlagen- und damit auch die Recyclingkapa-
Wichtige Sekundärrohstoffe
Die neue Bodenwaschanlage arbeitet mineralische
Bauabfälle wie Bodenaushub oder
Gleisschotter zu hochwertigen Sekundärbaustoffen,
in Form von Körnungen, Sanden
und Splitten, auf. Für Max Wild ist die nassmezität
in der Region auf bis zu 500.000 Tonnen
pro Jahr verdoppeln.
Kreislaufwirtschaft in der DNA
Auch SCHWENK aus Ulm hat Kreislaufwirtschaft
und Recycling in seiner Firmen-DNA.
Das Unternehmen ist eines der ältesten Familienunternehmen
der deutschen Baustoffindustrie
und hat neben den Sparten Zement,
Beton, Sand & Kies sowie Betonpumpen
vor rund drei Jahren die Sparte
Kreislaufwirtschaft & Recycling gegründet,
um das Baustoffrecycling für SCHWENK zu
entwickeln und voranzutreiben. Darüber
nutzt und entwickelt SCHWENK aktuell gleich
mehrere neue Verfahren, um bei der Herstellung
und im Umgang mit Baustoffen im großen
Umfang CO2 zu reduzieren. Der verwendete
Beton in der neuen Bodenwaschanlage
in Achstetten beinhaltet beispielsweise einen
Zement von SCHWENK, der nur noch zu
ca. 60 % aus Klinker besteht. Zusätzlich werden
ca. 25 % an Recycling-Körnungen aus
der Bodenwaschanlage von Max Wild in Eichenberg
eingesetzt.
Fotos: SW BAUMINERALIK
Hier entsteht die neue nassmechanische Aufbereitungsanlage in Achstetten.
SW BAUMINERALIK DonauIller GmbH & Co. KG
Leutkircher Str. 22
88450 Berkheim
Telefon 08395 920-126
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49
Zu bereits realisierten Projekten zählen beispielsweise der Bau einer Mehrzweckhalle in Scharenstetten und eines Kindergartens in Nellingen. Aktuell
sind unter anderem zwei Mehrfamilienwohnhäuser in Beimerstetten in Planung.
Fotos: Christoph Wieland
Aus Tradition modern
Seit 1931 entwerfen und realisieren wir öffentliche
und private Projekte. Von der ersten Idee
über den Entwurf bis zur Ausführung des Baus -
bei uns liegt alles in einer Hand. Wir gestalten architektonisch
anspruchsvolle Bauten mit durchdachten
Lösungen für die Wünsche und Bedürfnisse
unserer Bauherren. Alle Projekte von Graf
und Völk werden von uns mit Leidenschaft und
Engagement vorangetrieben und umgesetzt.
Auf der Website www.graf-und-voelk.de lassen
sich Beispiele unserer Arbeit, wie Schulen oder
Sportstätten, Kindergärten sowie Wohn- und
Gemeindebauten einsehen. Im Jahr 2021 übernahm
Christoph Wieland das Architekturbüro
von Dieter Völk und führt seitdem das Unterneh-
men in vierter Generation fort.
Freie Architekten und Planer
Sigrid Graf & Dieter Völk
Inhaber: Christoph Wieland
Bahnhofstraße 40
89129 Langenau
Telefon: 07345-60 31
Email: info@graf-und-voelk.de
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Villa in Bayern
Vom Doppelhaus zur Villa
Im Neu-Ulmer Stadtteil Senden entstand
ein beeindruckendes Architekturprojekt: eine
Villa mit 450 Quadratmetern Wohnfläche.
Das Besondere: Es handelt sich dabei nicht
um einen Neubau, sondern um die Umgestaltung
zweier Doppelhaushälften. Diese wurden
bis auf die tragende Struktur zurückgebaut,
miteinander verbunden und grundlegend
modernisiert. Entstanden ist ein Bauwerk
mit klarer, zeitgemäßer Architektur und offen
gestalteten Grundrissen.
Die Ausstattung
Vor dem Haus befinden sich große Garagenund
Nebenanlagen mit Stellplätzen, Fahrradraum,
Abstellräumen und Lagerflächen, dazu
viel Stauraum und Privatsphäre im rückwärtigen
Bereich. Beim Betreten des Grundstücks
entsteht eine ruhige, hofartige Atmosphäre.
Der Eingangsbereich öffnet sich zu einem
großzügigen Luftraum mit eleganter Treppe
und Blick auf den blauen Pool im Garten.
Fotos: DDM Ulm
Im Erdgeschoss liegen die Schlafräume und
ein großzügiges Büro mit moderner Sichtbetondecke.
Einbaumöbel sorgen für klare
Strukturen und viel Stauraum.
Im Obergeschoss befinden sich das Wohnzimmer
mit offener Küche sowie ein großzügiger
Wellness- und Sportbereich mit Kletterwand,
Boxbereich, Fitnessraum und Sauna.
Das gesamte Projekt wurde bis ins Detail durchdacht
und bearbeitet: von der Architektur und
Innenarchitektur mit individuellen Möbeln
und Landschaftsplanung – alles in moderner,
einheitlicher und hochwertiger Ausführung.
Außenansicht Pool
Koch, Ess- u. Wohnbereich. Möbelfertigung aus hauseigener Manufaktur
Offener Eingangsbereich mit eleganter Treppe
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51
Empfang
Blutabnahme
Fotos: Photodesign Armin Buhl
Endokrinologie-Zentrum, Ulm
Das Endokrinologie-Zentrum am Ulmer
Eselsberg zählt zu den modernsten Einrichtungen
seiner Art in Deutschland und ist ein wichtiger
Bestandteil der medizinischen Versorgung
in Ulm. Das heutige Zentrum entstand
aus einer ehemaligen Druckerei und einem
Wohnhaus, die durch einen neuen Mittelbau
mit Atrium verbunden wurden und dessen
Mitte ein prächtiger Ahornbaum ziert.
Architekten Bauer und das Ärzteteam arbeiteten
eng zusammen, um optimale Praxisabläufe
und eine angenehme Atmosphäre für die
Patienten zu schaffen. Für ein Ärztezentrum ist
dieser architektonische und gestalterische
Anspruch außergewöhnlich, ansprechend und
einzigartig schön.
Architektonische Klarheit -
Das Helmut-Foitzik-Quartier in Köln-Porz -
Mit dem „Helmut-Foitzik-Wohnquartier am
Park“ realisieren Architekten Bauer in Köln-
Porz ein Wohnprojekt, das bewusst zwischen
Zurückhaltung und Selbstbewusstsein balanciert.
Auf einem ehemaligen Villengrundstück
mit großzügigem Baumbestand entstand ein
Ensemble, das die klassische Stadtvilla zeitgemäß
interpretiert – klar, ruhig, präzise.
In Zeiten wachsender Verdichtung zeigt das
Quartier, wie Wohnraum entsteht, ohne Freiraum
zu verlieren – und wie klare Architektur
mit hochwertigen Materialien und ausgewogenen
Proportionen dauerhafte Qualität schafft.
Außenanlagen
Fotos: Annika Feuss, Architekturfotografin
Über Architekten Bauer:
Lynette und Andreas Bauer sind ein Architekten-Ehepaar
aus Neu-Ulm, das gemeinsam mit
einem zwölfköpfigen Team tätig ist. Ihr Büro
realisiert hochwertige Einfamilienhäuser im
Großraum Ulm und ist Spezialist für anspruchsvolle
Ärztehäuser, kleine Kliniken sowie
gewerbliche Bauten. Ein Schwerpunkt liegt
zudem auf der Planung und Umsetzung ganzer
Wohnquartiere. Mit klarer, moderner Architektursprache
verbinden Sie Funktionalität und
Ästhetik.
Durch die eigene Schreinermanufaktur bieten
Sie Bauherren ganzheitliche Lösungen – vom
Entwurf bis zum maßgefertigten Innenausbau.
So entstehen nachhaltige und durchdachte
Räume mit langfristiger Qualität.
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Wirksame Raumkonzepte vom ersten Strich bis zur digitalen Begehung.
Planung, die wirtschaftlich führt
Digitale Intelligenz für sichere Investitionen.
Bauprojekte werden komplexer.
ESG-Vor gaben, steigende Kosten und regulatorische
Anforderungen erhöhen den Druck
auf Investoren und Unternehmen. Wer heute
baut, muss Risiken beherrschen, bevor sie
entstehen.
kreaplan setzt genau hier an
Wir verstehen Planung als unternehmerisches
Steuerungsinstrument.
Kreativität bedeutet für
uns, komplexe Anforderungen so zu
strukturieren, dass daraus wirtschaftliche
Sicherheit entsteht.“
Michael Maurer
Leiter kreaplan
– mit einer konsequent digitalen Planungsmethodik
auf Basis von Building Information
Modeling (BIM).
Planung wird zum strategischen Steuerungsinstrument.
Architektur, Tragwerk, technische
Gebäudeausrüstung und Energieperformance
werden in einem integralen digitalen Modell
vernetzt. Varianten lassen sich frühzeitig simulieren,
Materialeinsätze optimieren und Energieverbräuche
präzise berechnen. Entscheidungen
beruhen auf Daten – nicht auf Annahmen.
Der konkrete Mehrwert für Unternehmen:
• Höchste Kosten- und Terminsicherheit
• Frühzeitige Reduktion von Planungs- und
Ausführungsrisiken
• Transparente Entscheidungsgrundlagen
für Investitionen
• Messbare Integration von Nachhaltigkeits
zielen
• Optimierung des gesamten Gebäudelebens
zyklus
Kollisionen zwischen Gewerken werden digital
erkannt, bevor sie Mehrkosten verursachen.
Nachhaltigkeit wird systemisch integriert –
wirtschaftlich bewertet und langfristig gedacht.
Das digitale Gebäudemodell bleibt auch nach
Fertigstellung bestehen und dient als belastbare
Grundlage für Betrieb, Wartung und
zukünftige Anpassungen. Investitionen gewinnen
dadurch an Stabilität, Flexibilität und
nachhaltiger Wertbeständigkeit.
kreaplan steht für kreative Systemlösungen mit
wirtschaftlicher Präzision – für Unternehmen,
die strategisch investieren und langfristig
führen wollen.
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Realitätsnahe Visualisierungen bis hin zur
Videobegehung
54
MACHEN unternehmen [!]
Schaufenster der Zukunft
Digitale Kommunikation Die Firma Wedeko ist Anbieter von Monitoren und Infostelen. Seit
einem Jahr auch eine Marke der Bütema AG – eine Zwei-Marken-Strategie, die funktioniert.
Die Wedeko-
Philosophie
wird auch von
der Bütema AG
übernommen.
Auch die Stadt Ulm nutzt beim Bürgerservice Bildschirmsysteme, um die Ticketnummern der Besucher
und Besucherinnen anzuzeigen.
Foto: Bütema AG
FOTO: JUERGEN ALTMANN
Lutz Hollmann-Raabe,
Vorstandsvorsitzender der
Bütema AG, schätzt den
regen Austausch mit dem
Erbacher Wedeko-Team.
Wedeko bleibt Wedeko.
Der Erbacher
Anbieter von digitalen
Monitoren
und Infostelen ist seit einem
Jahr eine Marke der Bütema AG.
Das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen
setzt mit einer
Zwei-Marken-Strategie auf
schnelles Wachstum.
Was wird heute gespielt? Wo
ist der Treffpunkt für die nächste
Altstadtführung? Das Theater
Ulm und auch das Stadthaus
Ulm präsentieren den Besuchern
aktuelle Informationen
auf modernen Monitoren. Auch
das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises
und die Stadt Neu-
Ulm zeigen Neues auf elektronisch
gesteuerten Infostelen der
ehemaligen Wedeko GmbH aus
Erbach.
Ehemalig, denn die Firma gibt
es in dieser Form nicht mehr,
die Marke Wedeko jedoch existiert
weiter. Seit Beginn des Jahres
2025 arbeiten die neun Angestellten
des früheren Druckereibetriebes,
der bereits seit einigen
Jahren auf digitale
Unternehmenskommunikation
via Bildschirme setzt, unter dem
Dach der Bütema AG.
Digitale Menüboards
„Bewegte Inhalte auf digitalen
Infokästen, LED-Wänden oder
Schaufensterdisplays werden
von Menschen deutlich stärker
wahrgenommen als gedruckte
Plakate“, erklärt Lutz Hollmann-Raabe,
Vorstandsvorsitzender
des Unternehmens aus
Bietigheim-Bissingen. Dieses
übernahm nicht nur die Belegschaft
und den Kundenstamm,
sondern auch das Know-how
des Erbacher Teams: „Durch die
Übernahme können wir in dem
sich stark konsolidierenden
Markt schneller wachsen und
zudem unsere Branchenschwerpunkte
erweitern.“ Ihm ist es
wichtig, den Erfolg der Erbacher
Wedeko-Mannschaft fortzuführen:
„Wir haben den Vertrieb
von Anfang an vertikal auf
eine Zwei-Marken-Strategie
ausgerichtet.“
unternehmen [!] MACHEN 55
Ein Konzept, das dennoch eine
klare Trennung beinhaltet. Während
die Mitarbeitenden in Bietigheim-Bissingen
mit ihren Produkten
internationale Einzelhandelsketten
bedienen, setzt
das Erbacher Team mit den Bereichen
Verwaltung, Vertrieb,
technischer Support und Marketing
weiter auf ihren bewährten
Kundenstamm mit Bäckereien,
Metzgereien, Schnellrestaurants
und Vergnügungsparks.
Lutz Hollmann-Raabe: „Auch
Kirchengemeinden nutzen mittlerweile
digitale Bildschirminformationen
und auch digitale
Menüboards können in Schnellrestaurants
oder Bäckereifilialen
besser auf tagesaktuelle Angebote,
Aktionen oder Allergenkennzeichnungen
aufmerksam machen
als statische Tafeln.“ Das
Unternehmen, das skalierbare
Komplettlösungen für Stadtmarketing,
Tourismus, Museen, Verkehr
oder eben den Handel mit
Soft- und Hardware intelligent
kombiniert, erwirtschaftet einen
jährlichen Umsatz von 21 Millionen
Euro. Lutz Hollmann-Raabe:
„2,5 Millionen davon setzt die
Marke Wedeko um.“
Der Standort Erbach
ist in Bewegung
Die Bütema AG aus der Nähe
von Ludwigsburg bei Stuttgart,
die 95 Mitarbeitende zählt, darunter
etwa 60 Software-Spezialisten,
profitiert nicht nur von
dem dazugewonnenen Kundenstamm
des Erbacher Standortes,
sondern auch von der Form der
Akquise. „Die Philosophie von
Wedeko, einen Großteil der Firmen
und Kommunen über Online-Marketing
mit gezielten
Suchmaschinenergebnissen zu
gewinnen, wird auch von der Bütema
AG übernommen“, so der
Vorstandsvorsitzende, der den
regen Austausch zwischen den
beiden Standorten schätzt und
pflegt. Mindestens einmal im
Monat ist auch er in Erbach, wo
seit der Übernahme bereits ein
neuer Mitarbeiter eingestellt
werden konnte. Auch der Marketingbereich
wird von Erbach
aus gesteuert: „Der Standort ist
und bleibt in Bewegung.“ Vieles
ist geblieben, einiges ist neu. So
wird der Kundenkontakt mit
Auf Kundenwünsche reagieren
FOTO: BÜTEMA AG
Im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises werden die Besucher
und Besucherinnen über moderne Monitore informiert.
Vom 10 Zoll-Monitoren
bis hin zur 5 x
10 Meter umfassenden
LED-Wänden
mit Großbildprojektionen.
„Digital Signage“-Lösungen
können unterschiedliche
Branchen
mit vielseitigen
Anwendungen bespielen
und sind so
ein zentraler Bestandteil
moderner
Unternehmenskommunikation.
Der Vorteil:
Mit digitalen
Bildschirmen lassen
sich Inhalte schon
bald in Echtzeit ausspielen.
Ob Produktvideos,
Servicehinweise
oder interaktive
Anwendungen.
„Digitale Inhalte
schaffen Mehrwert
genau dort, wo Kundinnen
und Kunden
Entscheidungen
treffen“, so Lutz
Hollermann-Raabe,
Vorstandsvorsitzender
der Bütema AG:
„Durch Künstliche
Intelligenz können
Animationen, Bilder
oder Texte zukünftig
noch schneller erstellt
werden und so
noch dynamischer
auf spezielle Kundengruppen
reagieren
- in Echtzeit und
DSGVO-rechtskonform.“
dem nun größeren Team aus
Bietigheim-Bissingen weiter
ausgebaut und gestärkt. Lutz
Hollmann-Raabe: „Bei einer
kleinen Mannschaft mit neun
Beschäftigten ist eine klare Vertretungsregelung
einfach nicht
realisierbar.“
Der neue Arbeitgeber macht es
möglich. Die Bütema AG, ein traditionsreiches
Familienunternehmen,
das seine Wurzeln in
der Bürotechnik hatte, begann
vor neun Jahren in die Welt der
digitalen Unternehmenskommunikation
einzutauchen. Zweites
Standbein des schwäbischen Betriebes
ist die Steuerung von Warenwirtschaftsprozessen
in Unternehmen
- von der Beschaffung
bis zum Absatz.
Digitale Inhalte
schaffen Mehrwert,
wo Kunden
Entscheidungen
treffen.
Lutz Hollmann-Raabe
Vorstandsvorsitzender Bütema AG
Trotz vieler Gemeinsamkeiten
und einer bewusst gelebten gemeinsamen
Unternehmenskultur
finden auf verschiedenen
Ebenen auch Anpassungskonzepte
statt. Setzte das Vertriebsteam
der ehemaligen Wedeko
GmbH auf den Verkauf der Monitorsysteme,
konzentriert sich
die Bütema AG auf die Fullservice-Vermietung
der elektronischen
Werbeflächen. „Auf diese
Weise können wir bei einem Defekt
oder Ausfall einen Austausch
innerhalb eines Zeitraums
von 48 Stunden garantieren,
und das in ganz Europa“, so
Lutz Hollmann-Raabe, der auch
durch die Verstärkung durch die
Marke Wedeko in die Riege der
drei führenden Anbieter in Europa
aufsteigen möchte. Weitere
Übernahmen von Branchenfirmen
sind geplant: „Zu den bereits
8.000 Monitoren, die die
Bütema AG mittlerweile besitzt
und bedient, kamen noch einmal
5.000 Bildschirme von Wedeko-
Kunden dazu.“ Ein Anfang ist gemacht,
auch Dank des Teams aus
Erbach.[!] Stefan Loeffler
FOTO: PIXS4U/ADOBESTOCK.COM
56
FITNESS UND GESUNDHEIT unternehmen [!]
FOTO: SATIT SRIHIN/ADOBESTOCK.COM
Für viele Hobbygolfer beginnt
jetzt die schönste
Zeit des Jahres. Der Frühsommer
steht für den
Neustart auf dem Fairway, für
das erste Klacken des Balls nach
Monaten der Pause. Doch genau
hier liegt die Herausforderung:
Wer unvorbereitet startet, merkt
schnell, dass Gefühl, Rhythmus
und Kondition nicht mehr ganz
dort sind, wo sie im Herbst aufgehört
haben. Wer es hingegen
klug angeht, startet nicht nur
besser, sondern vor allem entspannter.
Ohne eine
gewisse
Grundausdauer
und Kraft wird man
nicht besser.
Dr. Patrick van Bergen
Chefarzt
Mit Schwung zur
Eleganz
Freizeitsport Der Start in die neue Saison fällt oftmals
schwer. Regelmäßige Bewegung sollte aber nicht von
der Jahreszeit abhängen: Auch beim Golf müssen
Bewegungsabläufe geübt werden.
„Ich bin eher zufällig zum Golf
gekommen, aber es hat mich sofort
gepackt“, sagt Dr. Patrick
van Bergen, Chefarzt der Orthopädie
und Unfallchirurgie der
Medius Kliniken in Kirchheim
und Nürtingen und leidenschaftlicher,
ambitionierter Hobbygolfer.
Seit knapp zwei Jahren steht
er regelmäßig auf dem Platz, als
Einsteiger mit wachsendem Ehrgeiz,
aber eben auch mit dem geschulten
Blick eines Mediziners.
Denn was auf den ersten Blick
leicht und elegant wirkt, ist biomechanisch
anspruchsvoll: Der
Golfschwung fordert Koordination,
Stabilität und Beweglichkeit
gleichermaßen. „Ich habe
schnell gemerkt: Ohne eine gewisse
Grundausdauer, Kraft und
Körperspannung wird man nicht
besser“, sagt van Bergen. „Und
gleichzeitig steigt das Risiko für
Überlastungen, wenn diese Basis
fehlt.“
Gerade zu Beginn seiner
„Golfkarriere“ habe er das selbst
erlebt. „Ich war im Training
schnell ermüdet, die Schläge
wurden ungenauer, unkoordinierter.
Dazu kamen Beschwerden
– vor allem am Ellenbogen.“
Eine Erfahrung, die viele Hobbygolfer
kennen dürften. Für van
Bergen war sie der Anstoß, auch
unternehmen [!] FITNESS UND GESUNDHEIT 57
Zuverlässig und passgenau
FOTO: JANIVER/ADOBESTOCK.COM
Auch beim Thema Equipment lohnt sich
ein realistischer Blick. Die gute Nachricht: Golf
ist längst kein elitärer Nischensport mehr. „Es
gibt mittlerweile sehr gute Startersets, die für
den Anfang absolut ausreichen“, sagt van
Bergen. „Der Sport ist deutlich offener geworden.“
Teure Komplettausstattungen sind für
Einsteiger kein Muss. Wichtiger ist, dass das
vorhandene Material zuverlässig funktioniert.
Griffe sollten in gutem Zustand sein, die
Schläger zur eigenen Spielweise passen.
Mehr braucht es für den Start nicht.
abseits des Platzes aktiv zu werden.
„Die Fortschritte kamen
schnell: Ich war belastbarer, weniger
schnell erschöpft – und
insgesamt fitter. Das hat sich
nicht nur im Golf, sondern auch
im Alltag bemerkbar gemacht.“
Bewegung kennt keine Saison
Ein häufiger Fehler vieler Hobbygolfer:
die komplette Wintersaison
zu pausieren. Verständlich,
aber aus sportlicher wie
medizinischer Sicht nicht ideal.
„Sport und Bewegung sind die
beste Medizin, das wusste schon
Hippokrates“, sagt van Bergen.
Sein Rat: Bewegung nicht als Saisonthema
begreifen, sondern als
festen Bestandteil des Alltags.
Die Möglichkeiten sind vielfältig
– vom Fitnessstudio über Joggen
bis hin zu digitalen Trainingsangeboten.
Entscheidend
ist weniger das „Wie“, sondern
das „Dass“. „Eine Mischung aus
Dehnung, Koordination, Kraft
und Ausdauer ist aus meiner
Sicht ideal“, so van Bergen. Diese
Basis hilft nicht nur allgemein,
Wer aufhört,
besser zu
werden, hat
aufgehört, gut
zu sein.
Dr. Patrick van Bergen
Chefarzt
sondern wirkt sich direkt auf das
Golfspiel aus. Denn: Golf ist kein
Sport, bei dem man nach Monaten
Pause einfach dort weitermacht,
wo man aufgehört hat.
„Die Bewegungsabläufe sind
komplex und für den Körper
durchaus anspruchsvoll“, erklärt
er. „Wenn man längere Zeit
nichts macht, muss man sich vieles
wieder neu erarbeiten.“ Die
Folge: ein zäher Einstieg, ein unrunder
Schwung und nicht selten
erste Beschwerden.
Mit System besser werden
Deshalb empfiehlt er, auch im
Winter am Ball zu bleiben. „Neben
der allgemeinen Fitness ist
das sportartspezifische Training
wichtig – also auch mal auf die
Driving Range gehen, selbst in
der kälteren Jahreszeit.“ Der
Aufwand lohnt sich. „Kraft und
regelmäßige Bewegung ist ein
zentraler Schlüssel für ein gesundes,
langes Leben“, betont
van Bergen.
Der Wunsch, sich zu verbessern,
gehört zum Golf dazu. Gerade
Einsteiger erleben dieses
Wechselbad: Ein gelungener
Schlag motiviert, der nächste
misslingt – und der Ehrgeiz
wächst. Umso wichtiger ist ein
strukturierter Ansatz. „Ich würde
empfehlen, sich immer wieder
Unterstützung von einem
Trainer zu holen“, sagt van Bergen.
„Golf lässt sich meiner
Meinung nach nur schwer allein
erlernen.“ Videos oder Tutorials
könnten Impulse geben –
„aber sie ersetzen nicht den geschulten
Blick und die direkte
Korrektur“. Sein Leitsatz bringt
es auf den Punkt: „Wer aufhört,
besser zu werden, hat aufgehört,
gut zu sein.“
Golf ist ein gutes Beispiel dafür,
dass es für Hobbysportler
nicht unbedingt um die Perfektion
oder Hochleistungen, sondern
um die Entwicklung geht.
Kleine Korrekturen helfen dabei,
dass sich Fehler gar nicht erst
verfestigen – und sorgen gleichzeitig
für mehr Sicherheit im
Spiel und weniger körperliche
Belastung.[!] Max Pradler
58 ULMER NORDEN unternehmen [!]
Himmelweiler,
Weltklasse
Wirtschaftsstandort Ein kleiner Ortsteil im
Ulmer Norden wird zum europaweit
beachteten Knotenpunkt des Güterverkehrs.
FOTO: KALYAKAN /ADOBESTOCK.COM
unternehmen [!] SPEZIAL 59
Die verkehrsgünstige
Lage ist einer der zentralen
Standortfaktoren
Ulms und der gesamten
Region Donau/Iller. Mit der A 7
und der A 8 kreuzen sich hier
zwei wichtige Verkehrsachsen
nicht nur in Deutschland, sondern
auch in Europa. Doch nicht
nur in Sachen Auto- und LKW-
Verkehr liegt Ulm nahezu ideal.
Auch der Güterverkehr über die
Schiene hat das Grenzgebiet
zwischen Ulm und Dornstadt
längst als zentralen Umschlagplatz
entdeckt.
Innerhalb der Region ist der Ulmer
Norden mit der angrenzenden
Gemeinde Dornstadt noch
einmal ein absolutes Sahnestück,
was die Nähe zu den verschiedenen
Verkehrsachsen betrifft:
In Himmelweiler, direkt an der
B 10 und der A 8 gelegen, unweit
des Kreuzes Ulm/Elchingen, haben
sowohl Ulm als auch Dornstadt
in den letzten Jahren Gewerbegebiete
entwickelt. Die
Deutsche Umschlaggesellschaft
Schiene-Straße (DUSS), eine
Tochter der Deutschen Bahn, betreibt
hier das Container-Umschlagterminal
Ulm-Dornstadt.
Der
Umschlagbahnhof
ist für die
Wettbewerbsfähigkeit
zentral.
FOTO: PRIVAT
Simon Pflüger ist bei der
IHK Ulm zuständig für
Standortpolitik sowie
Verkehr und Logistik.
Das erhält aktuell ein zweites
Modul und soll künftig bis zu
300.000 Container im Jahr abfertigen
können statt bislang
120.000. Ende des Jahres soll das
Modul fertig sein.
Bei aller überregionaler Bedeutung
ist das Projekt auch wichtig
für die Wirtschaft vor Ort.
Darin sind sich die Industrieund
Handelskammern der Region
einig. Simon Pflüger von der
IHK Ulm, zuständig für Standortpolitik
sowie Verkehr und Logistik,
sagt: „Das Containerterminal
beziehungsweise der Umschlagbahnhof
Ulm/Dornstadt
ist ein zentraler Infrastrukturbaustein
für die Wettbewerbsfähigkeit
der regionalen Wirtschaft
und ein bedeutender Knoten
im kombinierten Verkehr
von Straße und Schiene.“
Der Bahnhof sichere den Unternehmen
im Gebiet der IHK Ulm
und weit darüber hinaus einen
leistungsfähigen Anschluss an
nationale und internationale Lieferketten
und Märkte – insbesondere
zu und über die Seehäfen
in Norddeutschland und Südeuropa.
„Der Einzugsbereich reicht
dabei weit über die Region hinaus
über Oberschwaben, Bayerisch-Schwaben
zum Bodensee
und das Allgäu.“
Das sieht Peter Stöferle von der
bayerischen IHK Schwaben ganz
ähnlich. Beim Spatenstich im
vergangenen Jahr sprach Stöferle
ebenfalls an, dass künftig mehr
Seehäfen direkt von Dornstadt
aus erreicht werden können.
„Große Terminals haben natürlich
auch den Charme, dass sie
mehr Verbindungen anbieten
können“, sagte er damals.
Zudem wird auch die Kapazität
dringend benötigt. Laut Stöferle
fahren Unternehmen aus dem
bayerischen Schwaben ihre
Ware momentan teilweise bis
nach München-Riem und warteten
daher sehnlichst auf mehr
Kapazität am Terminal Ulm-
Dornstadt und auf den Neubau
des Umschlagbahnhofs Augsburg-Gersthofen.
Auch Pflüger sagt: „Die geplante
Erweiterung auf bis zu 300.000
Ladeeinheiten pro Jahr und damit
Verdopplung ist ein notwendiger
Entwicklungsschritt, um
den wachsenden kombinierten
Verkehr und das prognostizierte
Güterverkehrsaufkommen be-
Anzeige
Wir halten die Region sauber –
seit über 30 Jahren
Als regional verwurzelter Meisterbetrieb stehen
wir im Gewerbegebiet Ulmer Norden für
professionelle Gebäudereinigung und zuverlässige
Dienstleistungen. Nach über 25 Jahren
am gleichen Standort bauen wir neu und
verlagern unseren Betrieb, um rund 2,5 Kilometer
in den Ulmer Norden nach Dornstadt.
Neuer Standort
Mit dem Umzug und der Vergrößerung unserer
Geschäftsräume investieren wir gezielt in
die Zukunft unseres Familienunternehmens.
„Ein Unternehmen heute mit demselben
Erfolg zu führen wie vor 30 Jahren bedeutet,
sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – sei
es durch größere Geschäftsräume oder den
Einsatz moderner Technologien, die bei der
Gründung noch eine untergeordnete Rolle
spielten“, so Harry Schweizer, Gründer und
Geschäftsführer der Schweizer Gebäudereinigung.
Der neue Standort in Dornstadt
Fotos: Schweizer GmbH
Beruf mit Perspektive
Der neue Standort schafft Raum für Wachstum
und eröffnet uns die Möglichkeit, unser Leistungsspektrum
weiter auszubauen. Als Meisterbetrieb
bilden wir zudem im GebäudereinigerHandwerk
aus – einem vielseitigen und zukunftssicheren
Beruf mit Perspektive.
Wir bleiben was wir sind
So stehen unserem Betriebsleiter Henrik
Schweizer alle Wege offen, das Familienunternehmen
auch künftig erfolgreich zu führen.
Dabei bleiben wir, was wir sind: ein bodenständiges
Unternehmen mit starken regionalen
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an Qualität und Verlässlichkeit.
Schweizer Gebäudereinigung GmbH
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EMail: info@schweizersgr.de
Dornstadt und
Ulmer Norden:
Mitte 2027 soll
in Himmelweiler
„Die Tankstelle
der Zukunft“ für
alternative
Kraftstoffe wie
Strom und
Wasserstoff
eröffnet
werden. Das
Projekt steht für
regionalen
Ehrgeiz und
technologische
Spitzenleistung.
FOTOS: MATTHIAS KESSLER(2), LUFTBILD-SERVICE,
LARS SCHWERDTFEGER & INGO RACK
unternehmen [!] SPEZIAL 61
Die
Akzeptanz
des Projekts
entsteht vor
allem durch gute
Kommunikation.
FOTO: MARTIN HECHT
Rainer Braig
Bürgermeister Dornstadt
wältigen zu können, schon heute
teilweise eingetretene Kapazitätsengpässe
zu vermeiden
und weiteres Wachstum zu ermöglichen.“
Das Terminal sei ein
enorm wichtiger Standortfaktor
– „gerade für eine produktionsstarke
und exportorientierte Region
wie die unsere“. Der Ausbau
schaffe zudem Planungssicherheit
für die regionalen Unternehmen.
Der Ausbau, den Pflüger als „zukunftsgerecht“
bezeichnet, stärke
den Wirtschaftsraum zwischen
Ulm, Neu-Ulm und Biberach
als leistungsfähigen Logistik-,
Handels- und
Industriestandort nachhaltig.
„Die Investition trägt zugleich
zur Verkehrsverlagerung auf die
Schiene bei und leistet damit einen
Beitrag zum Klimaschutz
durch CO²-Reduktion“, sagt
Pflüger: „Wichtig bleibt neben
dem Terminalausbau jedoch
auch, die Kapazitäten auf den
Schienenstrecken für Schienengüterverkehre
insgesamt zu verbessern
und auszubauen.“
Die Kunst der Kommunikation
Vor Ort wird das Projekt auch
teilweise kritisch begleitet. So ist
Dornstadts Bürgermeister Rainer
Braig grundsätzlich ein Fan
des Ausbaus, den er, ähnlich wie
Pflüger, als zentrales Bindeglied
zwischen Schiene und Straße
lobt. „Genau solche Anlagen
brauchen wir, wenn wir ernst
machen wollen mit einer zukunftsgerichteten,
resilienten Infrastruktur“,
sagte Braig beim
Spatenstich. Allerdings bemängelte
er damals den Dialog mit
der Bahn: „Akzeptanz entsteht
nicht allein durch gute Planung,
sondern vor allem durch gute
Kommunikation.“
Auch einige Monate später sind
noch nicht alle Punkte ausgeräumt,
etwa die Entschädigung
bisheriger Grundstückseigentümer.
Man sei aber auf einem guten
Weg, sagt Braig: „Ich bin zuversichtlich,
dass wir da in den
nächsten Wochen eine Lösung
finden.“ Bedenken gibt es bei
den Anrainergemeinden auch
hinsichtlich des Lärmschutzes.
So sind die Kommunen der Ansicht
ein erstelltes Gutachten sei
fehlerhaft, die Bahn sieht das naturgemäß
nicht so. Die Gemeinde
Dornstadt könne da aber
nicht viel tun, da sie nicht direkt
mit eigenen Liegenschaften betroffen
sei.
In den Gewerbegebieten in Himmelweiler
haben sich längst
nicht nur Logistik-Unternehmen
angesiedelt. Es besteht ein breiter
Unternehmens-Mix von der
Bäckerei bis hin zum Dachdecker.
Ein Sprecher der Stadt Ulm
schreibt: „Das Gewerbegebiet im
Ulmer Norden trägt mit seinem
TAG DER
OFFENEN TÜR
24. OKTOBER
2026
62
SPEZIAL unternehmen [!]
Flächenangebot dazu bei, dass
sich die regionale Wirtschaft
breit und vielfältig aufstellen
kann.“ Dabei spiele natürlich die
Nähe zum Containerterminal,
aber auch die Anbindung an
Fernstraßen eine herausragende
Rolle. „Potenziale können zweifellos
darin liegen, dass zukünf-
Sichere
Arbeitsplätze
stehen im Fokus.
Vollautomatisiert – und weniger Krach
FOTO: OLIVER SCHULZ
tig Synergien zwischen Unternehmen
entstehen und Energie,
Material und Rohstoffe besser
gemeinsam genutzt werden. Zukünftig
wird generell eine geteilte
Nutzung von Ressourcen und
Infrastruktur im Fokus stehen.“
In diesem Kontext sieht die Stadt
Ulm auch die Zusammenarbeit
mit Dornstadt gefordert: „Es
muss gesehen werden, dass die
Standortsicherung und damit
Attraktivität und Sicherung von
Arbeitsplätzen in der Region im
Fokus stehen. Deswegen sind interkommunaler
Austausch und
Abstimmung so wichtig.“
[!] Henri Gallbronner
Nach einer kurzen Startphase
des neuen Moduls am
Container-Terminal soll Mitte
2027 der nächste Meilenstein
folgen: Dann startet in Dornstadt
der vollautomatisierte
Betrieb. Laut Bahn ist diese Art
des Container-Umschlags eine
Neu-Entwicklung – europaweit
blicke die Branche hier auf Dornstadt.
Drei neue Kräne mit Lasertechnologie
sollen den automatisierten
Umschlag abwickeln.
So will die Bahn nicht nur dem
Arbeitskräftemangel begegnen,
sondern auch den Lärmschutz
verbessern. Mit einer Art Soft-
Landing-Technologie sollen die
Container zukünftig stark geräuschereduziert
abgesetzt werden
können.
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63
Finance Day
Das neue Finanz-Event für Ulm/Neu-Ulm
Der Finance Day ist das neue Forum rund um
Investieren, Anlegen, Vorsorgen. Hier treffen
finanzinteressierte Besucherinnen und
Besucher auf Finanz- und Anlageprofis aus
der Region.
Der Geld- und Anlagemarkt wirkt für viele wie
ein undurchdringlicher Dschungel. Eine Herausforderung
für Anleger, die Wert auf eine
seriöse und verständliche Beratung legen.
Genau hier setzt der Finance Day an – die erste
Messe ihrer Art in der Region, die als unabhängiges
Forum speziell für Investitionen,
Anlagen und Vorsorge konzipiert wurde.
Am Freitag, den 13. November 2026, öffnet
das Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm seine
Pforten für die Besucherinnen und Besucher
des Finance Day. Die Veranstaltung bietet eine
einzigartige Gelegenheit zum direkten und
offenen Austausch in entspannter, einladender
Atmosphäre. Ziel ist es, Hemmschwellen
abzubauen und langfristiges Vertrauen zwischen
Anlegern und Experten aufzubauen.
Kundennähe aufbauen
Für die Aussteller ist der Finance Day eine
hervorragende Plattform, ihre Kompetenz
und Beratungsqualität zu präsentieren. Persönliche
Gespräche auf Augenhöhe lassen
Vertrauen wachsen und schaffen neue Kontakte.
Dienstleister können hier ihre Finanz-
produkte und Dienstleistungen aktiv vorstellen
– sei es an den Messeständen
oder im Speakers Corner. Dies ermöglicht
es den teilnehmenden
Unternehmen, in Vorträgen
und Diskussionen ihr
Im Edwin-Scharff-Haus ist das Anlegerforum am 13. November zu Gast.
Wissen zu teilen und Interessenten wertvolle
Einblicke zu geben. Anschließend können
intensive und individuelle Gespräche geführt
werden. Das kompakte, eintägige Format wurde
so gestaltet, dass mit überschaubarem Personaleinsatz
gezielt und effizient auf die Bedürfnisse
der Zielgruppen eingegangen werden
kann.
Finanzkenntnisse für junge Menschen
Ein besonderes Highlight ist der integrierte
„Zukunftstag“, der speziell Schüler und Studenten
anspricht. In praxisnahen Workshops
werden grundlegende Finanzkenntnisse ver-
mittelt und junge Menschen Schritt
für Schritt an eigenverantwortliche
Finanzentscheidungen herangeführt.
So leistet der Finance
Day nicht nur einen wichtigen
Beitrag zur finanziellen
Foto: ESH
Bildung, sondern fördert auch das Bewusstsein
für nachhaltige Vorsorge und kluge Investitionen.
Jetzt Teilnahme an der
Premierenveranstaltung sichern
Der Finance Day wird ein neues, frisches Format,
das Menschen aller Altersgruppen zusammenbringt,
um gemeinsam die Welt der
Finanzen verständlich und zugänglich zu machen.
Seien Sie dabei, wenn sich am Freitag,
den 13. November 2026 in Neu-Ulm erstmals
der Vorhang öffnet, im Zeichen von Austausch,
Vertrauen und Kundennähe.
Teilnehmende Unternehmen
AnCeKa Vermögensbetreuung AG, Finance
Partners Ulm, Finanzinvest Consulting GmbH,
Glogger & Partner, Honorarfinanz Ulm,
Kidron Vermögensverwaltung GmbH, Sparkasse
Ulm, Sparkasse Neu-Ulm, VR-Bank
Neu-Ulm und Wydler Asset Management.
(Stand Mai 2026)
Mehr Informationen unter
www.financedayulm.de
Finanzwissen live im Speakers‘ Corner.
Foto: Adobestock.com/ Seventyfour
Ihr Ansprechpartner:
Tobias Lehmann
financeday@n-pg.de
T 0731 156-515
Vorbeigeschaut
bei ...
FOTO: MARC HÖRGER
FOTO: MARC HÖRGER
unternehmen [!] VORBEIGESCHAUT 65
... Max-Johann Freiherr
von Ulm-Erbach
Nachgefragt Max-Johann Freiherr von Ulm-Erbach ist frisch gewählter
Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Ulm/Neu-Ulm. Warum ihm Netzwerken,
Verantwortung und der Blick über den Tellerrand wichtig sind.
Herr von Ulm-Erbach, wie geht
es Ihnen?
Sehr gut. Ich konnte gestern lange
Zeit in der Sonne sitzen und
ein Buch lesen.
Was haben Sie gelesen?
Einen Krimi von Agatha Christie.
Sie tragen den Titel Freiherr im
Namen. Auf welche Tradition
blickt Ihr Adelsgeschlecht zurück?
Urkundlich wurde unser Geschlecht
um das Jahr 1140 erstmals
erwähnt, unser Schloss
steht in Erbach. Als es noch den
Adel gab, war ein Freiherr auf
der gleichen Stufe wie ein Baron.
Verglichen mit einem heutigen
modernen Unternehmen war
das so etwas wie ein Teamleiter.
Der Begriff blieb im Namen,
auch nach der Auflösung des
Adels.
Welchen Beruf üben Sie aus?
Ich bin kaufmännischer Leiter
bei der Gutsverwaltung Erbach
und betreue unter anderem die
Immobilien.
Sie sind seit über zehn Jahren bei
den Wirtschaftsjunioren Ulm/
Neu-Ulm engagiert. Wie kam es
dazu?
Der Anstoß kam von meinem
Vater, der mir die Wirtschaftsjunioren
ans Herz gelegt hat, weil
man hier, wie er sagte, richtig
großartige Leute treffen kann.
Und er hatte recht. Als ich nach
meinem Studium wieder nach
Ulm zurückkam, hatte ich wenige
Kontakte, fing an die regelmäßigen
Stammtische zu besuchen
und wurde so bei den Wirtschaftsjunioren
aktiv. Ich fand
die Idee gut, selbst etwas mitzugestalten
und mehr Verantwortung
zu übernehmen.
Seit 2025 sind Sie im Vorstand
tätig und seit Beginn dieses Jahres
sogar der Vorsitzende. Was
zählt hier zu Ihren Aufgaben?
Als Vorstandsvorsitzender vertrete
ich die Wirtschaftsjunioren
nach außen. Mein Anspruch ist
es, sie sichtbarer zu machen, um
die Interessen der jungen Wirtschaft
der Region besser vertreten
zu können. Viele unserer
Mitglieder befinden sich gerade
in der Phase, sich eine berufliche
und private Zukunft mit Familie
und Kindern aufzubauen,
und sind damit sehr beschäftigt.
Ihnen können wir zum Beispiel
mit unseren ehrenamtlichen
Projekten einen Mehrwert mit
Kontakten und Informationsveranstaltungen
bieten.
Wofür stehen denn die Wirtschaftsjunioren?
Wir sind Teil eines deutschlandweiten
Vereins, in dem etwa
10.000 junge Unternehmerinnen
und Unternehmer Mitglied sind,
die ein Netzwerk auf- und ausbauen
möchten. Entstanden ist
er bei vielen Industrie- und Handelskammern
aus Arbeitskreisen
junger Unternehmer. Auch wir
in Ulm pflegen eine enge Zusammenarbeit
mit der IHK und sind
auch im Haus der Wirtschaft in
der Olgastraße beheimatet. Wir
betrachten es als unsere Aufgabe,
das Unternehmertum positiv
zu belegen und damit auch zu
fördern.
Wie kann man Mitglied werden?
Wir wenden uns an Unternehmensnachfolger,
Führungskräfte,
Gründer oder an einer Gründung
interessierte Menschen bis
45 Jahren. Grundsätzlich muss
man kein Unternehmer sein, um
bei uns mitzuwirken. Die Idee
ist, dass wir gemeinsam etwas
bewegen könne, da wir in unserer
Lebensphase die Herausforderungen
der Zeit in einer anderen
Form wahrnehmen als Vorgänger-Generationen.
Welches Thema beschäftigt die
Wirtschaftsjunioren derzeit am
meisten?
Ein immer sehr präsentes Thema
ist der Bürokratieabbau. Ein
großes Problem ist zudem der
Fachkräftemangel, den es bei uns
auch in Ulm gibt, wenn auch in
kleinerem Maße als in anderen
deutschen Regionen.
Welche Projekte bieten die Wirtschaftsjunioren
denn an?
Zum Beispiel bekommt man bei
uns die Möglichkeit, eine Woche
lang den Bundestag, den Landtag
oder das Europaparlament zu
besuchen und einen ausgewählten
Politiker zu begleiten, um
tiefgründige Einsichten in die
politische Arbeit zu erhalten.
Die Wirtschaftsjunioren sind das
Sprachrohr für junge deutsche
Betriebe. Wie kann man junge
Menschen ermutigen, mit Zuversicht
in die Zukunft zu blicken?
Unsere Region ist gesamtdeutsch
betrachtet sehr gut aufgestellt.
Die Wirtschaft ist immer
zyklisch, und auch wenn wir
viele Strukturprobleme haben,
bin ich optimistisch, dass wir sie
überwinden werden. In solchen
Zeiten sind gerade junge Unternehmer
im Vorteil, weil sie
Chancen besser nutzen und in
Zur Person
Max-Johann von Ulm-
Erbach ist 33 Jahre alt, in
Erbach geboren und aufgewachsen.
Er besuchte das Kolleg
St. Blasien, ein staatlich
anerkanntes und von den Jesuiten
geführtes Gymnasium
mit Internat im Südschwarzwald.
Im Jahr 2016 absolvierte
er eine Ausbildung zum Industriekaufmann
bei der Firma
Seeberger im Industriegebiet
Donautal und studierte anschließend
Betriebswirtschaft
im niederländischen Maastricht
und in Wien.
ihrem Denken flexibler sind.
Was zeichnet für Sie einen guten
Jungunternehmer aus?
Ein Unternehmen zu gründen ist
immer ein mutiger Schritt. Man
braucht eine klare Idee für ein
Geschäftsmodell. Zudem benötigt
man ein gutes Netzwerk.
Denn man kann nicht alles allein
stemmen und man muss es auch
nicht. Deshalb kann es hilfreich
sein, auch einmal einen Stammtisch
der Wirtschaftsjunioren zu
besuchen, da man hier eben Leute
treffen kann, die schon Erfahrung
sammeln konnten und gerne
weitergeben.
Haben Sie ein persönliches
Lebensmotto?
Es ist eher eine persönliche Einstellung.
Durch meine Erziehung
hatte ich schon früh eine Leidenschaft
für Nachhaltigkeit entdeckt,
in dem Sinne, dass ich geprägt
wurde, vorausschauend in
die Zukunft zu blicken und bei
allem, was wir heute tun, auch
an die kommenden Generationen
zu denken.
Was ist Ihnen in Ihrer Freizeit
„heilig“?
Ich finde es schön, mit meiner
Hündin Milou durch die Natur
zu spazieren. Ich kann dabei sehr
gut die Gedanken ausschalten.
Woraus schöpfen Sie Kraft?
Ich lese sehr gerne. Krimis, historische
Romane und Sachbücher.
Die Zeit allein zu sein ist
mir sehr wichtig.
Welches ist ihr Lieblingsort in
Ulm oder in der Region?
Es gibt eine sehr schöne Bank in
Erbach, von der aus man bei gutem
Wetter sehr gut die Alpen
sieht. Ich sitze dort gerne während
meiner Spaziergänge. Das
ist immer entspannend und gibt
mir das Gefühl, dass alle Probleme
mitunter auch sehr klein sein
können.[!] Stefan Loeffler
66
NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]
Von der Disco
zum Diplom
Jubiläum Wo früher getanzt
wurde, werden heute Therapeuten
ausgebildet: Das Ulmkolleg
feiert 50 Jahre. Die ehemalige
„Lehranstalt für Krankengymnastik
und Massage“ residiert
seit 1986 am Oberberghof – in einem
Gebäude, das einst Gaststätte
und Disco war. Ab 1976 ist
eine kontinuierlich wachsende
Berufsfachschule für Physiotherapie,
Massage und Podologie
daraus geworden.
„Wir haben großen Gestaltungsspielraum,
den wir nutzen“,
sagt Schulleiter Florian
Schneider, selbst Absolvent und
seit 2000 an der Spitze. Der
größte Umbruch: die Akademisierung.
Seit 2023 bietet das
Ulmkolleg mit der THU einen
ausbildungsintegrierten Studiengang
an. Neben der Berufszulassung
kann der Bachelor erworben
werden – mit Einblick in
Medizintechnik und späterem
Tätigkeitsspektrum etwa in der
Lehre. Die klassische Ausbildung
ohne Studium bleibt. Insgesamt
320 Plätze gibt es künftig
statt 190. Hinzu kommen Podologie
und Massage. Um letztere
zu beginnen sei ein
Hauptschulabschluss ausreichend,
sagt Schneider. Nach dem
Abschluss könne man sich in 18
Monaten zum Physiotherapeuten
weiterqualifizieren. „Das ist
gelebte Durchlässigkeit.“
Für die Zukunft sieht Schneider
die Fachschule gut aufgestellt,
nicht zuletzt durch „kurze
Wege und offene Türen“, enge
Verzahnung zwischen Schule
und Praxis und Ulm als guten
Standort.
FOTO: MATTHIAS KESSLER
Mit Wirkung zum 1. April hat Erwin Müller das Management seines Unternehmens neu aufgestellt.
Mit 93 noch mal neu strukturiert
HNU schneidet
gut ab
Ranking Die Studierenden der
Hochschule Neu-Ulm sind mit
ihrem Studium zufrieden: Das
zeigen die Ergebnisse des CHE-
Hochschulrankings, in dem sich
die HNU zur Spitzengruppe zählen
darf. Die befragten Studierenden
bewerten die allgemeine
Studiensituation mit 4,4 von 5
Sternen.
Doppelspitze
bei Uhlmann
Führungswechsel Uhlmann
Pac-Systeme richtet seine Geschäftsführung
neu aus. Seit dem
1. Mai 2026 wird das Unternehmen
von Cristian Reiter und Alexander
Schöllhorn als Doppelspitze
geführt. Michael Mrachacz,
bisher CSO, hat Uhlmann
Pac-Systeme zum 30. April verlassen.
Erwin Müller baut um. Der 93-jährige Ulmer Unternehmer
erweitert die Geschäftsleitung seines Drogerie-Konzerns
von zwei auf sieben Personen. Die neue
Struktur soll Zukunftsfähigkeit sichern.
Elke Menold, langjährige Vertraute, wird „Interne
Sprecherin“ und Bindeglied zum Inhaber. Sie verantwortet
strategische Themen wie Gesundheitsdienstleistungen
und Longevity-Produkte. Niklas Mehnert
steuert Finanzen, Thorben Rusch und Sascha Zahner
teilen Einkauf und Marketing. Witold Kabacinski
übernimmt Recht und Personal, Timo Salzsieder die
IT, Christian Begerow die Logistik.
Das Ziel: klare Verantwortlichkeiten, gebündelte
Kompetenz und schnellere Marktreaktion.
Umsatzrekord
bei Honold
Umsatz Einen Rekordumsatz
von 304 Millionen Euro vermeldet
die Honold Logistik und Immobilien
Gruppe für das Jahr
2025. Das Ergebnis soll genutzt
werden, um große Summen „im
Bereich der Immobilien- und Logistiklösungen
für die Defenceund
Aerospace-Industrie umzusetzen“,
so Matthias Honold.[!]
Impressum
Verlag & Herausgeber
Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG
Olgastraße 121, 89073 Ulm
Redaktion
Tobias Lehmann (verantwortlich), Alexander
Bögelein, Andreas Brücken, Ulrike Hoche, Julika
Nehb, Dominik Schele, Heike Viefhaus
ÜBERSICHT DER LOGOVARIANTEN
Anschrift wie Verlag
unternehmen.redaktion@n-pg.de
Gestaltung
Max Meschkowski (Art Director)
Jacqueline Schuon (Bild)
Fotos
Marc Hörger (Titel + Titelinterview),
Werkfotos, PR, Archiv
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Schubartstraße 21
73312 Geislingen/Steige
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Nächste Ausgabe: 02.10.2026
Anzeigenschluss: 04.09.2026
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www.linkedin.com/showcase/
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