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unternehmen #101, Juni 2026

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Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 101 | Juni 2026

unternehmen [!] RESSORT 1

Ulmer

Norden &

Ebersbach

spezial

Jürgen Eilts

Ulms

Messe-Macher

Begegnung, Flexibilität und maßgeschneiderter

Service. Der Chef der Messe verrät sein Erfolgsrezept

und warum er die vielen Brückentage nicht mag.

TATWAFFE E-MAIL

Die Bedrohung durch Cyberkriminalität

wächst - oft fehlt es

an Bewusstsein und Vorsorge.

Seite 22

NETZWERK FÜR MODE

Kein Schaufenster, keine Ware -

bei Unitex wird nicht produziert,

sondern vernetzt.

Seite 36

KOHLE MIT KOHLE

Wie in Göppingen bei DU: ein

Zukunftsgeschäft entsteht aus

dem, was andere wegwerfen.

Seite 44


2 RESSORT unternehmen [!]

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unternehmen [!] EDITORIAL & INHALT 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Titelinterview dieser Ausgabe spricht der Chef

der Ulm Messe, Jürgen Eilts, halb scherzhaft von

seinem „Gemischtwarenladen“ – was für ein herrlich

altmodischer Begriff in Zeiten von Conceptstores

und hybriden Events. Aber natürlich ist der

Ausdruck nicht von gestern – sondern im Gegenteil

wesentlich konkreter als so manch denglische

Business-Worthülse. Eilts sagt: „Ich bin für deine

Wünsche da, lieber Kunde, ich und mein Team

finden für dich die beste Lösung!“ „Customer-centric“

sozusagen.

Viele Geschichten in diesem Heft haben mit dem

Mega-Trend (und Dauer-Buzzword) Transformation

zu tun: Von der wird oft sehr abstrakt gesprochen

– wir wollen es hier konkret und praxisbezogen

tun. Unsere Autorinnen und Autoren haben

sich in der Region umgeschaut und spannende

Beispiele aus der Wirtschaft gefunden: Von

Xaver Albrecht erfahren wir, wie sich Unitex aus

Neu-Ulm vom Einkaufs- zum Service- und Dienstleistungsverband

in der Modebranche gewandelt

hat (Seite 36). Die Göppinger DU:-Gruppe entwickelt

sich vom reinen Entsorger zum Produzenten

von Pflanzenkohle und Wasserstoff (Seite 44).

Und das ehemalige Druckereiunternehmen Wedeko

aus Erbach ist zum Anbieter von digitalen

Bildschirmen für Unternehmenskommunikation

unter dem Dach der Bütema AG geworden. Lauter

tolle Beispiele dafür, wie Unternehmen sich

schlau anpassen und zukunftsfähig weiterentwickeln.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Ihr Tobias Lehmann

Redaktionsleiter unternehmen [!]

06 Kreislaufwirtschaft

Herausforderung für die Kunststoffindustrie.

12 Flexibel und unkompliziert

Messe-Ulm-Geschäftsführer Jürgen Eilts

über Erfolg in einer volatilen Branche.

22 Tatwaffe E-Mail

Die Bedrohung durch Cyberkriminalität

wächst – was Unternehmen tun können.

30 Entwicklung in Ebersbach

Wie die Stadtverwaltung das Gewerbe fördert.

34 Genie braucht Spielraum

Manche brauchen Regeln, andere brauchen

Vertrauen. Was das für Führung bedeutet.

36 Netzwerk für Mode

Kein Schaufenster, keine Ware - bei Unitex

wird nicht produziert, sondern vernetzt.

40 Unter Strom

Dienstwagen und Firmenflotten werden

immer häufiger elektrisch.

44 Kohle mit Kohle

Schrott und Abfall waren gestern - die DU:-

Gruppe setzt auf Pyrolyse und Wasserstoff.

46 100 Objekte zum Entdecken

Der diesjährige Tag der Architektur findet

unter dem Motto „einfach wohnen!“ statt.

54 Schaufenster der Zukunft

Eine Zwei-Marken-Strategie, die funktioniert.

Wedeko wird zur Marke von Bütema.

56 Mit Schwung zur Eleganz

Keine Müdigkeit bitte: Auch beim Golf müssen

Bewebungsabläufe regelmäßig geübt werden.

58 Himmelweiler, Weltklasse

Auf dem Weg zu einem europaweit beachteten

Knotenpunkt für den Güterverkehr.

64 Vorbeigeschaut bei Max-Johann

Freiherr von Ulm-Erbach

Ein Gespräch mit dem neuen Vorsitzenden

der Wirtschaftsjunioren Ulm/Neu-Ulm.

36

56

30

08

22


4

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Ranking mit Warnsignalen

Region Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht für Ulm, Neu-Ulm und den Alb-Donau-

Kreis eine recht einheitliche Entwicklung, die allerdings auch Schattenseiten hat.

Sowohl Ulm als auch

die beiden Landkreise

Alb-Donau und Neu-

Ulm gehören zu

Deutschlands wirtschaftlichen

Spitzenreitern – doch unter der

glänzenden Oberfläche zeigen

sich erste Risse. Das zeigt das

aktuelle Regionalranking des

Instituts der deutschen Wirtschaft

(IW) in Köln, das alle

zwei Jahre 400 Stadt- und Landkreise

untersucht.

Die Zahlen für 2026 klingen

zunächst erfreulich: Ulm belegt

bundesweit Rang 28 und verbesserte

sich um elf Plätze. Der Alb-

Donau-Kreis liegt auf Platz 92

(plus sieben), Neu-Ulm auf Rang

62 (plus eins). Alle drei zählen

damit zu den besten 23 Prozent

bundesweit. „Die Region kann

insgesamt als wirtschaftlich leistungsfähig

und attraktiv eingeordnet

werden“, sagt Dr. Vanessa

Hünnemeyer vom IW.

Doch der Blick auf die Entwicklungsdynamik

zeigt auch

Schattenseiten: In allen drei Regionen

verschlechtert sich das

Gewerbesaldo – es werden insgesamt

mehr Firmen ab- als angemeldet.

Die Arbeitslosigkeit

steigt schleichend, die Industrie

schwächelt. Besonders Neu-

Ulm, eine der Top-50-Automobilregionen

Deutschlands,

spürt den Gegenwind der Branchenkrise.

Hünnemeyers Diagnose fällt

differenziert aus: „Die Region

befindet sich nicht in einer akuten

Krise, wohl aber vor der Herausforderung,

schleichende

Strukturverluste und eine Erosion

bestehender Stärken zu

vermeiden.“ Ihr Rat: Rahmenbedingungen

für Unternehmensgründungen

prüfen und

die bestehende Industrie gezielt

fördern.

Baden-Württemberg insgesamt

kämpft: 61,4 Prozent aller

Regionen im Ländle haben sich

seit 2016 verschlechtert. Die

Automobilkrise mit Gewinneinbrüchen

bei Mercedes, Porsche

und Bosch hinterlässt Spuren

im am stärksten industriegeprägten

Bundesland. [!] sid

Trotz allem ein insgesamt starker Wirtschaftsraum: Neu-Ulm, Ulm

und die angrenzenden Landkreise.

Foto: Siegfried Geyer

Das stille Sterben der Spätzle-Connection

Auflösung Ein ambitioniertes

Experiment ist gescheitert: Der

Schwabenbund, 2012 in Memmingen

als regionale Vernetzungsplattform

gegründet, hat

sich Ende 2024 sang- und klanglos

aufgelöst. Die sogenannte

Spätzle-Connection sollte die

Region zwischen München,

Stuttgart, Nürnberg und Zürich

verbinden – von der Ostalb bis

zum Bodensee. Doch die Vision

platzte.

Ohne große Ankündigung

setzte Geschäftsführer Werner

Weigelt den Auflösungsbeschluss

vom November 2024 um.

Die Löschung aus dem Vereinsregister

steht kurz bevor. Dass

Gemeinsam anpacken, um

bestehen zu können, war

der Plan. Foto: magnific.com

es kriselte, war allerdings absehbar:

Ulm, der Alb-Donau-Kreis

und Neu-Ulm waren bereits vorher

ausgetreten.

Die Diagnose fällt einhellig

aus. Stefan Tluczykont vom Alb-

Donau-Kreis bemängelte, der

Schwabenbund habe sich zu

stark auf Einzelprojekte fokussiert

statt auf Lobbyarbeit. Ulms

Rathaus-Sprecher Daniel Hadrys

sprach von „Doppelstrukturen“

und fehlenden Mehrwerten.

Anja Grözinger vom Büro

der Neu-Ulmer Landrätin kritisiert:

Das Gebiet sei „sehr groß“

gewesen mit „heterogenen Interessenslagen“.

Der Verein habe

seine Kernaufgabe – als Sprachrohr

zu fungieren – „immer mehr

vernachlässigt“.

Für 7.500 Euro Jahresbeitrag

sahen die Kommunen keinen

Gegenwert mehr. Hinzu kam: Baden-Württemberg

zahlte, anders

als Bayern, keine Fördermittel,

wichtige Regionen wie Bodensee

oder Dillingen konnten nie

gewonnen werden. Hauptgeschäftsführerin

der IHK Ulm,

Petra Engstler-Karrasch resümiert

nüchtern: „Super Initiative“

bei der Gründung, die sich

mittlerweile „überlebt“ hat. Die

Region arbeite längst über andere

Strukturen zusammen – etwa

den Verein Innovationsregion.

[!]

nid


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5

„Kalte Fusion“ zwischen Ulm und Leipheim

Zusammenschluss Zwei Mittelständler

bündeln ihre Kräfte:

Die Julius Gaiser GmbH aus Ulm

integriert die Kelvin ABT GmbH

aus Leipheim. Mit diesem Zusammenschluss

entsteht ein

technologisches Schwergewicht

im Bereich Gebäude- und Kältetechnik.

Gaiser, seit 1928 in Ulm verwurzelt

und einer der führenden

Anbieter für Gebäudetechnik

und Anlagenbau in Süddeutschland,

holt sich gezielt Expertise

ins Haus. Kelvin ABT gilt als

Spezialist für Mess-, Steuer- und

Regelungstechnik (MSR) sowie

für industrielle Kälteanlagen –

besonders beim Einsatz natürlicher

Kältemittel zählt das Leipheimer

Unternehmen zu den erfahrensten

in der Region. Die

Strategie dahinter: Gaiser will

seine MSR-, Automations- und

Kälteeinheiten schrittweise in

einem gemeinsamen Kompetenzzentrum

bündeln. Kelvin

ABT übernimmt dabei die zentrale

Rolle. Für die Mitarbeitenden

bedeute das „zusätzliche

Entwicklungsmöglichkeiten und

ein stärkeres technologisches

Netzwerk“, betonen die Geschäftsleitungen.

Das erweiterte Portfolio umfasst

künftig hoch spezialisierte

Kälte- und MSR-Lösungen,

energieeffiziente Wärmepumpenanlagen

und komplexe industrielle

Anwendungen. Das

Ziel: Kunden sollen integrierte

technische Lösungen aus einer

Hand erhalten. Beide Unternehmen

betonen die nachhaltige

Ausrichtung – und die Sicherung

qualifizierter Arbeitsplätze

in Ulm, Leipheim und der Region.

[!]

dos

Von links: Reinhold Köhler, Thomas Gilbert, Felix Gilbert und

Harald Kretschmann bei der notariellen Beurkundung. Foto: Gaiser

Nur wenige

Insolvenzen

Region Der Alb-Donau-Kreis

zählt zu den insolvenzärmsten

Regionen Baden-Württembergs.

Mit nur 3,3 Insolvenzanträgen je

1.000 Unternehmen liegt der

Landkreis 2025 gleichauf mit Biberach

auf Platz zwei. Ulm rangiert

mit 5,8 Anträgen im Mittelfeld.

Jonas Pürckhauer, stellvertretender

IHK-Hauptgeschäftsführer,

warnt vor vorschneller Euphorie:

Der gute Wert sei zwar

ein Hinweis auf wirtschaftliche

Stärke, sage aber wenig über den

tatsächlichen Schaden aus. Ein

großer Insolvenzfall könne

schlimmere Spuren hinterlassen

als viele kleine.

Die dauerhaft niedrige Quote

spreche dennoch für hervorragende

Rahmenbedingungen:

ausgewogener Branchenmix,

starke Pendlerströme, funktionierendes

Zusammenspiel zwischen

Ulm und den Landkreisen.

Pürckhauers Einschränkung

bleibt: „Auch bei uns läuft die

Konjunktur in vielen Betrieben

nicht rund.“ [!]

ref

Höher hinaus

und dichter dran

Neubau Knapper geht es kaum:

Mit sechs zu fünf Stimmen billigte

der Ulmer Bauausschuss

den Neubau der Volksbank Ulm-

Biberach an der Ecke Neutorstraße/Zeitblomstraße.

Das

neungeschossige Gebäude überragt

die Nachbarbebauung deutlich.

Städtebaulich umstritten,

wirtschaftlich notwendig. „Es

war nicht unsere Ambition, so

hoch zu bauen“, sagt Vorstandssprecher

Stefan Hell. Doch Fusionen

und Wachstum erfordern

Platz. Der Stammsitz am Olgaplatz

ist zu klein und veraltet.

Der Neubau bietet 8.500 statt

6.300 Quadratmeter, dazu Bahnnähe.

Die Stadt hätte lieber sieben

Geschosse und ein Nachbargebäude

als Ergänzung gesehen.

Für die Volksbank war dies wirtschaftlich

nicht darstellbar. Am

Olgaplatz sollen rund 100 Wohnungen

entstehen, auch günstige

über die Volksbank-Stiftung.

Die Volksbank sieht diese Pläne

als „konkreten Beitrag zur Schaffung

von dringend benötigtem

Wohnraum“. [!]

ch

Es soll saniert werden

Pharma Das Insolvenzverfahren

von R-Pharm in Illertissen

wurde durch Markus Fröhlich

eröffnet. Die 300 Mitarbeiter erhalten

ihre Gehälter wieder vom

Unternehmen und der Betrieb

läuft uneingeschränkt weiter.

Insolvenzverwalter Markus

Fröhlich berichtet Positives:

„Wir sind voll handlungsfähig,

die Belegschaft hält loyal.“ Neue

Aufträge sichern die Finanzierung

für die kommenden Monate.

Mehrere Kaufinteressenten

hätten sich gemeldet, erste Angebote

liegen vor. Das Ziel:

nachhaltige Fortführung per

übertragender Sanierung. Die

Gründe für die Schwierigkeiten

lägen vor allem im Gesellschafterkreis,

der einem russischen

Konsortium angehört. Internationale

Sanktionen verunsicherten

Kunden und Partner. [!] st

Plan B: Stockmahd

Neubau Der Parkplatz an der

Stockmahd sollte längst bebaut

sein. Doch der große Stadtentwicklungsplan

scheiterte aus

Kostengründen.

Das Konzept klang bestechend

– Straßenbahn und Wielandstraße

verlegen, Wohngebiet

direkt an die Friedrichsau.

Dann die Ernüchterung: Diagonale

Kanäle, Gas-Hochdruckleitung,

13,5 Millionen für Gleisverlegung

ohne Förderung. Angesichts

dieser Schwierigkeiten

haben sich die Stadtplaner vom

ursprünglichen Konzept verabschiedet.

Der Plan B: Die Straße

bleibt und die Bahn wird nur

begradigt. 450 Wohnungen und

dazu ein Parkhaus für Besucher

soll entstehen.

Ulms Baubürgermeister Tim

von Winning meint: „Wir sind

einen Schritt zurückgegangen,

das Ergebnis ist aber auch sehr

gut.“ [!]

ck


6

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Papphalm knickt vor

Er

EU-Verordung ein

Wertstoff Die neue Verpackungsverordnung der EU zwingt

kunststoffverarbeitende Unternehmen stärker als bisher,

Rezyklate einzusetzen.

ist schmal, weiß und

klebt an der Außenseite

jedes Capri-Sun-Trinkbeutels.

Über Jahrzehnte

hat sich der Trinkhalm des Kult-

Getränks, das früher Capri-Sonne

hieß, bewährt und ist nun

zum Gegenstand eines skurrilen

Streits zwischen der Capri-Sun

GmbH und der Europäischen

Kommission geworden.

Weil Plastikhalme verboten

worden sind, besteht die Trinkhilfe

seit 2021 aus Pappe. Seitdem

häufen sich Kundenbeschwerden

darüber, dass das Material

weich wird, abknickt und

den Geschmack beeinträchtigt.

Das Unternehmen aus Eppelheim

nahe Heidelberg hat daher

vor rund zwei Jahren eine Petition

gestartet: Eine Million Unterschriften

sollten in Brüssel

eine Ausnahmegenehmigung erwirken.

Bis Ende April dieses

Jahres hatten sich jedoch nur

knapp 169.000 Fans in die Liste

eingetragen. Capri-Sun hat daher

das Projekt gestoppt.

Hersteller

müssen

sich rechtzeitig

Quellen

erschließen.

Oliver Möllenstädt

GKV-Hauptgeschäftsführer

Der Trinkhalm des Kult-

Getränks zeigt, dass

EU-Verordnungen

nicht immer in der

Praxis umsetzbar sind.

Fotos: von lenscap50 &

Bert Folsom/adobestock.com

Fraglich bleibt, ob selbst eine

siebenstellige Zahl von Unterstützern

gereicht hätte, um Gehör

bei der Kommission zu bekommen.

Denn ab August tritt

eine neue EU-Verpackungsverordnung

in Kraft. Die Packaging

and Packaging Waste Regulations

(PPWR). Vorgabe ist, dass

spätestens 2030 alle Verpackungen

recycling- oder mehrwegfähig

sein müssen. Außerdem

müssen bis zu diesem Zeitpunkt

alle Verpackungsmaterialien einen

Recyclinganteil von mindestens

zehn Prozent bis maximal

35 Prozent enthalten. „Die neue

Regulierung wird erhebliche

Veränderungen sowohl für

Kunststoffproduzenten, kunststoffverarbeitende

Industrie als

auch für Verbraucher mit sich

bringen“, prognostiziert Tobias


unternehmen [!] VERANTWORTEN 7

Stäbler, Leiter Vertrieb und Marketing

bei der Mopack, einem

Spezialisten für Folienverpackungslösungen

in Dettingen.

Kunststoffe sind zu einer Art

Alleskönner geworden. Folien

schützen Lebensmittel, Schäume

werden in der Logistik eingesetzt.

Sie werden aber genauso

auch in langlebigen Produkten

wie zum Beispiel Gebäuden oder

Automobilen verbaut oder in der

Medizin verwendet. Nach Angaben

des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende

Industrie

(GKV) wurden im vergangenen

Jahr knapp zwölf Millionen Tonnen

Kunststoff verarbeitet. Etwa

ein Fünftel davon stammte aus

Rezyclaten, die aus Abfällen gewonnen

wurden. 5,6 Millionen

Tonnen Sortierreste aus Gelbem

Sack oder Gelber Tonne werden

verbrannt. Mit der neuen Verpackungsverordnung

will die EU

den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft

starten. Doch der Weg

dahin verspricht, holprig zu werden.

Grau aus dem Gelben Sack

Der Sammelbegriff Kunststoff

vereint ein breites Spektrum

ganz unterschiedlicher Materialien

mit spezifischen Eigenschaften,

die sich nur wenig mischen

lassen – eine Herausforderung

für das Recycling. In Teilbereichen

wie etwa beim Polyethylen

(PET) in der Getränkeindustrie

oder beim PVC im Fensterbau

wurden geschlossene Systeme

aufgebaut, die eine Wiederverwertung

erleichtern.

Sammelsysteme wie die Gelbe

Tonne sind jedoch als Open-

Loop-System konzipiert, mit

dem ein Wust aus vielen Kunststoffen

entsteht, die mühsam getrennt

werden müssen. „Die

Mindestquoten durch die neue

Verpackungsordnung, aber auch

Die neue

Regulierung

bringt

erhebliche

Veränderungen.

FOTO: FA. MOPACK

Tobias Stäbler ist Leiter im

Vertrieb und Marketing bei

Mopack, einem Spezialisten

für Folienverpackungslösungen

in Dettingen.

entsprechende Vorgaben für die

Automobilindustrie verstärken

die Nachfrage nach Kunststoff-

Rezyklaten, die allein der europäische

Markt nicht bedienen

können wird“, ist Oliver Möllenstädt,

Hauptgeschäftsführer

des GKV, überzeugt. „Jeder Unternehmer,

der Kunststoff verarbeitet,

sollte sich daher schon

jetzt mit der Frage beschäftigen,

wie er sich Quellen erschließen

kann, von denen er ab 2030 die

notwendige Menge an Rezyklaten

beziehen kann – und das

dann auch in einer Qualität, die

den Anforderungen an sein Endprodukt

entspricht.“

Für die Umverpackung von

Lebensmitteln etwa gelten strenge

Hygienevorgaben. Entsprechende

Rezyklate lassen sich nur

in chemischen Recyclingverfahren

gewinnen, die aufwendig

sind und hohe CO²-Emissionen

haben. „Entsprechende Folien-

Warum scheitern gute Strategien

in erfolgreichen Unternehmen?

Viele Geschäftsführer erleben genau

das. Strategische Initiativen sind klar

formuliert. Die Organisation ist grundsätzlich

leistungsfähig. Und trotzdem

verliert sich die Umsetzung im Alltag.

Entscheidungen dauern länger als

nötig. Abstimmungen nehmen zu.

Verantwortung wird schwammig.

Nicht die Strategie ist das Problem,

auch nicht die Menschen.

Viele Organisationen stammen aus

Zeiten, in denen die unternehmerische

Realität überschaubar war.

Die gestiegene Komplexität findet sich

nicht in den gewachsenen Strukturen

des Unternehmens wieder.

Der Zukunfts-Check macht diese

Zusammenhänge sichtbar. Zur

Risikoanalyse und strukturierte Standortbestimmung

- bevor strategische

Veränderungen angestoßen werden.

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Matthias Rausch

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8

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Garantien

nach

Vorbild der

Erneuerbaren

Energien.

FOTO: FRANZISKA GILLI

Hans-Josef Endres

gründete 2011 das Institut

für Biokunststoffe und

Bioverbundwerkstoffe an

der Hochschule Hannover.

Das Experiment Kreislaufwirtschaft

Hersteller setzen auf individuelle Verpackungen. Die Flaschen,

Dosen oder Tuben aus farbigem Kunststoff werden jedoch zum

Problem im Wertstoffkreislauf.

Eine zentrale Anlaufstelle

für kleinere

und mittelgroße

Unternehmen in Baden-Württemberg

in

Sachen Kreislaufwirtschaft

und Ressourceneffizienz

ist Umwelttechnik

BW (umwelttechnik-bw.de).

FOTO: AKHILESH SHARMA,

JAN & DIMAZEL/ADOBESTOCK.COM

Die Ansprechpartner

der Landesagentur

vermitteln unter anderem

den Kontakt zu

den Regionalen Kompetenzstellen

Ressourceneffizienz

(KEFF+). Mit ihrer Unterstützung

lassen

sich Materialeffizienzpotenziale

im Unternehmen

erkennen.

Eine erste Orientierung

liefert der

KEFF+Check vor Ort,

den die KEFF+Moderatoren

kostenfrei, unabhängig

und unverbindlich

durchführen.

produkte sind 30 bis 40 Prozent

teurer als die Erstmaterialien“,

weiß Mopack-Vertriebschef

Stäbler. „Das treibt dann auch

die Endpreise.“ Dagegen sind

Rezyklate aus mechanischen

Verfahren in etwa gleich teuer

wie die Ursprungsprodukte.

Meist sind sie jedoch nur für einfache

Anwendungen etwa in der

Logistik geeignet. Weil das Ausgangsmaterial

farblich bunt gemischt

ist, gibt es sie überwiegend

nur in einem Grauton.

Verbandsgeschäftsführer Oliver

Möllenstädt fordert daher

ein generelles Umdenken. „In

den vorhandenen Systemen sollte

finanzielle Anreize geschafft

werden, damit mehr Verpackungen

auf den Markt kommen, die

einfacher recyclingfähig sind.

Der Gesetzgeber könnte zudem

Vorgaben für einen Rabatt bei

den Lizenzgebühren machen, die

Verwerter wie der Grüne Punkt

bekommen, wenn Rezyklate eingesetzt

werden.“

Nicht zuletzt sollte der Fokus

auf einen effizienteren Sortierungsprozess

gelegt werden, um

größere Mengen hochqualitativer

Recyclingmaterialien zu erzeugen.

Finanzielle Anreize schaffen

„Es ist doch auch nicht einzusehen,

dass bestimmte Kosmetikhersteller

zum Beispiel ihre

Shampoo-Flaschen durchgehend

blau oder schwarz machen. Wenn

alle Behältnisse transparent oder

weiß wären und der Hersteller

klebt ein Etikett auf, würde das

auch die Vielfalt der Rezyklate

verbessern“, schlägt Hans-Josef

Endres, geschäftsführender Leiter

des Instituts für Kunststoffund

Kreislauftechnik an der Universität

Hannover, vor.

„Und warum nicht die Rahmenbedingungen

für die Hersteller

verbessern mit einer Investitionsgarantie

nach dem Vorbild

der Erneuerbaren Energien?

Wenn ein Unternehmer in eine

Anlage zur Gewinnung eines Rezyklats

investiert, sollte er auf

Sicht von zehn Jahren Mindestpreise

bekommen. Wir haben bei

der Windkraft und Solarenergie

gesehen, dass das den Markt ankurbelt.“

[!] Thomas Luther


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

9

KI-Tools rechtssicher im Unternehmen

einführen

Ob zur Automatisierung, zur Qualitätsverbesserung

oder Erschließung neuer Geschäftsfelder:

Künstliche Intelligenz eröffnet Unternehmen

enorme Möglichkeiten; ihr Einsatz wirft aber

auch viele offene Rechtsfragen auf. Insofern

braucht es mit wachsender Verbreitung von KI-

Anwendungen einen einheitlichen regulatorischen

Rahmen, der mit dem sogenannten EU AI

Act geschaffen wurde. Verstöße dagegen treffen

die oft unterschätzte Schnittstelle zwischen

Recht, IT-Abteilung und Unternehmensführung

hart. Wir zeigen auf, worauf Unternehmen beim

KI-Einsatz achten sollten.

Wie drei Rollen maßgeblich zu

KI-Compliance beitragen

Die Verantwortung für den KI-Einsatz im Unternehmen,

rechtlich wie strategisch, trägt die

Unternehmensführung. Ihre IT-Abteilung muss

KI-Systeme so klassifizieren, dokumentieren

und betreiben, dass alle Anforderungen nachweislich

erfüllt werden.

In der Praxis votiert die Geschäftsführung oft für

KI-Tools, ohne alle technischen und recht lichen

Anforderungen zu kennen. Die IT-Abteilung setzt

Entscheidungen ohne saubere Dokumentation

um. Das Unternehmen steuert damit auf regulatorische

Lücken mit nicht un erheblichen

Haftungsrisiken zu. Denn erst das integrierte Trio

aus rechtlicher Expertise, Compliance-Knowhow

und technischer Umsetzung macht einen

Betrieb KI-sicher. Die SONNTAG Group verbindet

diese Kompetenzen in der Praxis, durch Beratung

in rechtlichen Themen und technische Implementierung

von KI Use Cases. Auch kostenfreie

SONNTAG Webinare, etwa zum EU AI Act,

geben Antworten auf aktuelle unternehmerische

Herausforderungen.

Das Risikomodell des EU AI Act

Der EU AI Act verfolgt einen risikobasierten

Ansatz und teilt KI-Systeme in vier Klassen.

Je höher das Risiko, desto umfangreicher die

Pflichten und desto stärker sind IT, Recht und

Management gefordert:

• Unannehmbares Risiko (Klasse 1):

Verbotene Systeme – z. B. manipulative KI,

Social Scoring oder Emotionserkennung

an Schulen. Kein Einsatz.

• Hohes Risiko (Klasse 2):

HR, Bonitätsbewertung, Medizin. Strenge

Transparenz-, Dokumentations- und Prüfpflichten.

Enge Verzahnung von IT und

Compliance erforderlich.

• Begrenztes Risiko (Klasse 3):

Chatbots, virtuelle Assistenten, KI-Inhalte.

Transparenzpflichten gegenüber Nutzern –

je nach Anwendung auch höheres Risiko

möglich.

• Minimales Risiko (Klasse 4):

Weitgehend unreguliert. Ohne Tool-Überblick

keine Sicher heit über die Risikoklasse.

Was der EU AI Act in der Praxis verlangt

Der EU AI Act unterscheidet zwischen den

Rollen der Anbieter (entwickelt und vermarktet

KI) und Betreiber (setzt fremde KI beruflich

ein). Für Unternehmen, die KI lizenzieren,

ist fast nur die Betreiberrolle relevant.

Anbieterpflichten wie technische Dokumentation,

Risikomanagement oder Daten-Governance

müssen Betreiber nicht selbst erfüllen.

Sie müssen aber gewissenhaft und

nachweisbar prüfen, ob ihr Anbieter sie erfüllt.

Zeitplan für die Betreiberpflichten:

• Februar 2025: Verbotene KI-Systeme

(Art. 5 EU AI-Act) dürfen nicht eingesetzt

werden.

• August 2025: KI-Kompetenz der Mitarbeitenden

(Art. 4 EU AI-Act) nachweisbar

sicherstellen und dokumentieren.

• August 2026: Pflichten für Hochrisiko-

Systeme (Art. 26 EU AI-Act): zweckgemäßer

Einsatz, menschliche Aufsicht, Überwachung,

Protokollierung und Meldung

schwerwiegender Vorfälle.

Für Chatbots und KI-generierte Inhalte gilt

die Transparenzpflicht (Art. 50 EU AI-Act):

Nutzer müssen erkennen, dass sie mit KI

interagieren.

Die allgemeine Grundlage bildet eine Inventarisierung

vorhandener KI-Anwendung.

Ohne eine strukturierte Übersicht über alle

eingesetzten Systeme, Datenflüsse und Risikoklassen

ist keine Klassifizierung, und damit

rechtskonformes Verhalten (Compliance),

möglich.

KI souverän betreiben

Neben regulatorischen Anforderungen

müssen IT-Abteilungen die zentrale Frage

beantworten: Welche Daten verlassen das

Unternehmen bei der KI-Nutzung? Öffentliche

Dienste wie ChatGPT bieten ohne Enterprise-Vertrag

keine vertragliche Garantie

über den Datenverbleib. Bei Kundendaten,

Vertragsdetails oder Geschäftsgeheimnissen

keine akzeptable Ausgangslage, und aus

Sicht der KI-VO machen unkontrollierte Datenflüsse

die Betreiberpflichten nach Art. 26

faktisch nicht erfüllbar: Wer nicht weiß, wohin

Daten fließen, kann weder Zweckbindung

noch Überwachung nachweisen. IT-Abteilungen

müssen also kontrollierte Alternativen

bereitstellen.

Drei alternative Wege für Ihre KI:

1.) Bestehende Cloud-Infrastrukturen

nutzen: KI-Modelle von Hyperscalern

wie Microsoft als isolierter Dienst im

Unternehmenstenant. Mit EU-Rechenzentren,

vertraglichem Ausschluss der

Trainingsnutzung, direkter Integration

in bestehende Zugriffssteuerung und

Logging-Infrastruktur. Wer in der Umgebung

arbeitet, schafft schnell eine

konforme Alternative, die die KI-VO-

Protokollierungsanforderungen erfüllt.

2.) Europäische Cloud-Anbieter unter europäischem

Recht: Sie ermöglichen

den Betrieb leistungsfähiger Open-

Source-Sprachmodelle ohne nichteuropäische

Anbieter. Vor allem für

Branchen mit hohen Datenschutzanforderungen

und kritischer Rechtsgrundlage

für Datenübermittlungen

interessant.

3.) Das eigene Rechenzentrum: Open-

Source-Modelle auf der eigenen Hardware

betreiben. Diese wird mit browserbasierter

Benutzeroberfläche zur

internen KI-Umgebung, die für Mitarbeitende

so einfach nutzbar ist wie externe

Dienste – ohne dass Daten das

Unternehmensnetzwerk verlassen. So

bleiben Datenflüsse und Systemverhalten

transparent.

Ihre Ansprechpartner bei SONNTAG

Julian N. Modi (links),

Partner und Rechtsanwalt bei SONNTAG

Julian.Modi@sonntag-partner.de

Nils Luks (rechts),

Business Development Manager

bei SONNTAG IT Solutions

nils.luks@sp-it.de

www.sonntag-partner.de

Syrlinstraße 38 | 89073 Ulm

www.sonntag-partner.de


10


„Wir sind flexibel

und unkompliziert“

11

Ulm-Messe GmbH 14 Geschäftsbereiche: Eine solche Bandbreite gibt es in der

baden-württembergischen Messewirtschaft kein zweites Mal. Geschäftsführer Jürgen Eilts

spricht über „krasse Entwicklungen“ in der Branche, wie Ulm gegenüber der Konkurrenz

punktet und wie es um die Pläne fürs Donaustadion steht.

Wie hat sich die Rolle regionaler Messeplätze und

-veranstalter in den vergangenen Jahren verändert?

Jürgen Eilts: In den vergangenen Jahren hat sich die

Rolle regionaler Messeplätze und -veranstalter

deutlich gewandelt. Die Grenzen zwischen klassischen

Messen, Ausstellungen, Kongressen und Tagungen

verschwimmen zunehmend. Regionale Messegesellschaften

definieren sich heute daher nicht

mehr allein über die Vermietung von Hallenflächen,

sondern zunehmend über ihre Funktion als flexible

Event- und Begegnungsplattformen. Auch das Ulmer

Messegelände und die Ulm-Messe GmbH stehen

für diesen Wandel. Unter dem Leitgedanken

„Raumvielfalt für Events“ rücken insbesondere Flexibilität

und individuelle Lösungen in den Mittelpunkt.

Gerade diese persönlichen und serviceorientierten

Stärken unterscheiden regionale Standorte

deutlich von großen Messeplätzen mit oft standardisierten

und weniger flexiblen Strukturen.

Wie wird die Ulm-Messe GmbH von ihren Mitbewerbern

gesehen?

Wir werden oft belächelt. Ich höre dann oft: „Ach,

du mit deinem Gemischtwarenladen.“ Wir haben

aufgrund der Vielzahl unserer Geschäftsbereiche

ein Alleinstellungsmerkmal. So wie wir für die Stadt

Ulm und den Wirtschaftsraum in den verschiedenen

Facetten auftreten, kenne ich keine andere Messegesellschaft.

Was ist Ihr Kerngeschäft?

Mit Ausnahme der Bildungsmesse machen wir keine

eigenen Veranstaltungen. Unser Kerngeschäft

ist das Vermieten unserer Hallen und Locations.

Wir sehen uns als Dienstleister im Hintergrund,

der die Produkte und Veranstaltungen unserer Kunden

in den Mittelpunkt rückt und reibungslose Abläufe

und moderne Technik garantiert.

Was gehört alles zu Ihrem „Gemischtwarenladen“?

Wir haben vierzehn Geschäftsfelder. Diese reichen

von der Donauhalle über das Messegelände sowie

ein Kontingent am Congress Centrum Ulm und das

traditionsreiche Kornhaus mitten in der Stadt. Weiter

sind wir für die Organisation der Wochenmärkte

auf dem Münsterplatz sowie die Stadtteilmärkte,

aber auch für den Weihnachtsmarkt sowie für

den technischen Support bei Veranstaltungen auf

dem Münsterplatz zuständig. Wir organisieren seit

diesem Jahr gemeinsam mit der IHK Ulm und der

Stadt Ulm die alle zwei Jahre stattfindende Ulmer

Bildungsmesse – das ist die größte Ausbildungsmesse

in Süddeutschland. Und seit Neuestem sind

wir auch für den Betrieb des Donaustadions zuständig,

das Zuhause der Ulmer Fußballer, Leichtathleten

sowie für Breiten- und Schulsport samt Modernisierung

und Instandhaltung.

Und Sie beherbergen Kongresse.

Das ist richtig. Wir haben moderne Konferenzräume,

die Veranstaltungen von 20 bis zu mehr als

3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichen.

Ein aktuelles Beispiel ist die Jahresversammlung

der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-

Ohren-Heilkunde mit über 4.000 Besuchern, die

Mitte Mai stattgefunden hat.

Wie hoch ist Ihr Anteil an wiederkehrenden Kunden?

Wir haben sehr treue Stammkunden. Das sind etwa

70 Prozent, denen wir ihre Wunschtermine einräumen.

Dazu gehören beispielsweise die Biogas-Fachmesse,

die Kunststoff-Spezialmesse, die Oldtimer-

Teilemesse Technorama, die Modemesse Unitex

und große Unternehmen wie Leonhard Weiss, die

ihre Betriebsversammlungen bei uns abhalten.

Was fordert Sie bei der Planung am meisten?

Die Terminierung von Messen und Veranstaltungen

ist deutlich schwieriger geworden. Es traut sich

niemand mehr, ins Umfeld von Ferien oder verlängerten

Wochenenden zu gehen. Das schränkt die

Terminplanung erheblich ein.

Was heißt das konkret?

Die Veranstaltungen gehen Mitte Januar los, dann

kommen im Februar schon die Faschingsferien. Da

werden die Wochenenden davor und danach ausgeklammert.

Dann kommt Ostern und im Mai die

Brückentage, über die sich Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer freuen, die aber für Messeplaner ein

Albtraum sind. Bei Kunden, die beispielsweise aus

Nordrhein-Westfalen kommen, spielt dann die dortige

Ferienlage eine Rolle. Ende November, Anfang

Dezember wird es sehr schwierig, Menschen zu motivieren,

auf Veranstaltungen zu kommen. Die gesamte

Veranstaltungsbranche, egal ob man eine große

oder kleine Halle hat, schart sich in der Folge

um die schulferien- und feiertagsfreien Wochen.

Was hat sich noch verändert?

Corona war eine Zäsur für die gesamte Branche. In

der Folge dauern die Veranstaltungen kürzer, auch

das Volumen ist geschrumpft. Neuntägige Verbrauchermessen

über zwei Wochenenden sind kaum

noch umsetzbar, da Aussteller kaum noch über das

nötige Personal verfügen.

Zur Person

Jürgen Eilts (63,

verheiratet, zwei erwachsene

Kinder) ist

gebürtiger Ulmer -

und mit Stadt und

Region eng verbunden.

Seinen beruflichen

Werdegang begann

er mit einer Ausbildung

im Einzelhandel.

Mit einer

Weiterbildung zum

Betriebswirt mit

Schwerpunkt Marketing

legte er die

Grundlage für seine

spätere Tätigkeit im

Veranstaltungsmanagement.

Seit 1989

ist er in der Messeund

Eventbranche tätig,

zunächst im Veranstaltungsbereich

einer Einkaufskooperation,

später für privatwirtschaftliche

Messe- und Veranstaltungsgesellschaften

in Augsburg und

Nürnberg in unterschiedlichen

Funktionen.

Im Oktober 2004

wechselte Jürgen Eilts

als Geschäftführer zur

Ulm Messe GmbH.

Dort setzte er wichtige

Impulse zur Weiterentwicklung

des Unternehmens

und des

Messegeländes. Eilts

verbindet strategisches

Denken mit Praxisnähe

und langjähriger

Erfahrung in den

Bereichen Messewesen,

Veranstaltungsmanagement,

Marketing

und Dienstleistungsentwicklung.


12

Mit unserer

Flexibilität

heben wir uns

deutlich von

anderen ab.

TITELTHEMA unternehmen [!]

Wie sieht es im B2B-Bereich aus?

Bei Business-Veranstaltungen ist die Entwicklung

noch krasser. Dreitagesevents werden oft auf ein

bis zwei Tage verkürzt. Vor allem die großen Messestandorte

bekommen zu spüren, dass dominante

Wirtschaftspartner und Markenartikler zunehmend

auf eigene Veranstaltungen setzen, weil sie sich die

Zielgruppe nicht mit Wettbewerbern teilen wollen.

Stattdessen mieten sie sich direkt an regionalen

Standorten ein, um dort exklusive Hausmessen für

geladene Kunden zu veranstalten. Der Vorteil für

Ulm ist: Wir punkten für solche Events mit unserer

persönlichen Atmosphäre.

Was heißt das konkret?

Wenn sie als Unternehmen ihre Kunden an einen

großen Messestandort einladen, sind sie in einer

der vielen Hallen nur eine Nummer. In Ulm beflaggen

wir unsere Sechzehner-Gruppe mit Fahnen. Die

Unternehmen haben den Messestandort für sich alleine.

Das hat eine andere Außenwirkung und stärkt

das Wir-Gefühl, ebenso wenn die Kollegen und

Messebesucher sich abends noch in der Stadt treffen.

Da passt in Ulm alles zusammen: kurze Wege,

mit der Straßenbahn in die Innenstadt und ein kurzer

Schwenk über den Münsterplatz und in unsere

schöne Altstadt.

Sie sind also froh, ein Nischenanbieter zu sein?

Absolut, und ich bin froh, dass wir „nur“ 22.000

Quadratmeter Fläche haben. Je größer der Messestandort,

desto größer ist das Thema: Wie bekomme

ich die Hallen belegt und bespielt? Die enormen

Messekapazitäten in Deutschland rühren daher,

dass längst nicht alle 52 Wochen im Jahr für

Veranstaltungen infrage kommen.

Hat sich die Erwartungshaltung der Kunden an die

Ulm-Messe GmbH geändert?

Jeder, der zu uns kommt, will ein besonderes Ereignis

haben. Es fokussiert sich alles auf wenige Stunden,

auf einen Tag. Daher steht für uns im Mittelpunkt:

Welche Dienstleistung kann ich dem Kunden

erbringen?

Wie sieht das konkret aus?

Zu uns kommen Kunden, die eine professionelle

Veranstaltungsagentur, einen Messebauer und eine

Technikfirma mitbringen – dann gibt es von uns die

Räumlichkeit. Wer aber noch gar nichts hat, bekommt

von uns ein auf ihn zugeschnittenes Paket

an Dienstleistungen, damit seine Veranstaltung ein

Erfolg wird. Wir sind da sehr flexibel und heben

uns damit von den großen Standorten ab.

Inwiefern?

Unsere Kunden dürfen auch den eigenen Gabelstapler

und den eigenen Elektriker mitbringen.

Wenn jemand die ganze Nacht aufbauen möchte,

kann er das auch tun. Uns freut es, wenn Aussteller

zu uns sagen: „Ulm ist so herrlich unkompliziert.“

Wir haben aber auch ein sehr gutes Netzwerk

mit langjährigen Dienstleistungspartnern. Das

ist eine Option für unsere Kunden, aber kein Zwang.


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

Gibt es Grenzen bei der Freiheit der Kunden?

Ja, beim Catering. Denn der Caterer hat hohe Investitionen.

Aber auch hier können wir uns glücklich

schätzen. Bei uns bietet die Gastroevents GmbH

von Thomas Eifert maßgeschneiderte Catering-

Konzepte. Als einer der kleinsten Messestandorte

haben wir in direkter Nachbarschaft das Vier-Sterne-Hotel

Lago und eine Sternegastronomie. Den

Vorteil darf man nicht unterschätzen.

Wie meinen Sie das?

Wenn sich neue Kunden die Ulm-Messe GmbH anschauen,

dann führe ich sie herum, durch leere Hallen,

die rund 30 Jahre alt sind. Aber eine Messehalle

lebt erst von dem, was darin läuft. Also muss ich

die Halle mit einer gewissen Illusion verkaufen. Natürlich

muss der Verkaufsraum passen. Wenn es

aber nun auch darauf ankommt, einen wichtigen

Kunden oder den Vorstand eines Unternehmens

gut unterzubringen, gehen wir durch die direkte

Verbindungstür und können mit dem Lago gut

punkten.

Inwiefern stehen Sie in Ulm mit anderen Anbietern

im Wettbewerb?

Wir haben einen internen Wettbewerb zwischen

der Arena in Neu-Ulm, dem Edwin-Scharff-Haus

und dem Maritim. Für mich ist der wichtigere Punkt

jedoch, dass wir die für Ulm wichtigen Veranstaltungen

hier halten und neue dazuholen.

Wie stark ist die Konkurrenz zu den anderen Messestandorten

im Südwesten, inklusive Augsburg?

Der Wettbewerb ist intensiv. Es gibt fast keinen Kunden

von uns, der nicht schon von den anderen Messestandorten

angesprochen worden ist.

Was tun Sie, um ein Abwandern der Veranstaltungen

zu verhindern?

Wer im Messewesen arbeitet, braucht eine Leidenschaft

für Veranstaltungen und für das Thema

Dienstleistung. Die Basis für eine langjährige Zusammenarbeit

mit Kunden ist eine ehrliche und persönlich

gute Beziehung. Viele unserer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sind schon seit Jahrzehnten

dabei. Auf unserer Kundenseite ist das oft genauso.

Da wächst langfristiges Vertrauen.

Kommt es nicht auch zu Brüchen?

Doch, die gibt es. Wenn auf Kundenseite Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ausscheiden, Positionen

nicht besetzt werden oder Vertreter einer neuen

Entscheidergeneration den Job übernehmen.

Wie meinen Sie das?

Unsere gesamte Branche sieht sich mit einer neuen

Generation von Entscheidern konfrontiert, die

sind im Alter zwischen 28 und 35. Sie sind digital

aufgewachsen und hinterfragen den Kosten-Nutzen-Faktor

von physischen Events kritischer als ihre

Vorgängerinnen und Vorgänger. Sie vergleichen,

was sich für das gleiche Budget an Online-Marketingmaßnahmen

verwirklichen lässt. Wir als Messeveranstalter

müssen daher den Mehrwert für die

Kundenbindung durch direktes Erleben noch stärker

unter Beweis stellen und uns auch technologisch

anpassen. Dazu gehört unter anderem eine

mit KI verbesserte Auffindbarkeit im Netz.

Erinnert Sie das an den Hype um hybride Konzepte,

die nach der Corona-Pandemie aufgekommen sind?

Ja, die Kombination aus analoger Messewelt und

digitalen Komponenten war eine Zeitlang in Mode.

Das hat sich aber relativ schnell erledigt. Zum einen

war es zu teuer. Zum anderen haben sich die

Leute bis zuletzt nicht entschieden, ob sie digital

oder persönlich teilnehmen. So können Sie beispielsweise

nicht vernünftig das Catering planen.

Auch ist die Qualität der Aufmerksamkeit vor einem

digitalen Endgerät eine andere, als wenn Sie

persönlich eine Veranstaltung besuchen.

Was folgt daraus für Sie als Chef eines regionalen

Messeplatzes?

Die gesamte Eventbranche muss Entscheiderinnen

und Entscheidern im Marketing bewusst machen,

was für ein wichtiger Baustein das direkte Kommunizieren

in der Kundenbindung ist, das letztlich

auch ein menschliches Grundbedürfnis erfüllt. Da

geht es zum einen um den Aufbau persönlicher Kon-

Die neue

Generation

der Entscheider

sieht Events

kritischer.

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takte, zum anderen darum, dass man im Gegensatz

zur digitalen Kommunikation im direkten Austausch

auf missverstandene Äußerungen reagieren

und auf das Gegenüber eingehen kann.

Welche Bedeutung hat die Ulm-Messe GmbH eigentlich

für den Wirtschaftsstandort Ulm? Lässt

sich das konkret beziffern?

Sie ist auf alle Fälle ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Ich bin allerdings kein Freund davon, das

über die sogenannte Umwegrentabilität in exakten

Euro-Beträgen zu beziffern. Dazu sind unsere Themen

zu unterschiedlich.

Was bedeutet Umwegrentabilität?

Der Begriff bezeichnet den indirekten

wirtschaftlichen Nutzen, den

eine Region oder Stadt durch Events

erzielt, also beispielsweise auch

durch Kultureinrichtungen oder Infrastrukturprojekte.

Lässt sich das anhand eines Beispiels zumindest

näherungsweise sagen?

Nehmen wir mal eine mittlere Fachmesse mit 200

Ausstellern. In der Regel sind zwei Personen am

Stand, die zweimal übernachten. Wenn Sie das in

Ulm tun und Sie 100 Euro pro Hotelübernachtung

ansetzen, sind das 80.000 Euro. Die hiesigen Hotels

profitieren spürbar von unseren Messen. Vielleicht

geht die Hälfte der Aussteller und Besucher

abends essen. Der anderen Hälfte gefällt es vielleicht

so gut in Ulm, dass sie wiederkommt.

Klar ist: Die

regionale

Wirtschaft

profitiert stark von

der Ulmer Messe.

zwischen 10 und 15 Messen mit größerer Bedeutung.

Insgesamt haben wir in der Messe 100 bis 120

Belegungen. Das sichert Aufträge und Beschäftigung

für zahlreiche lokale Unternehmen aus den

Bereichen Sicherheit, Reinigung, Handwerk und Catering.

Ich habe bisher nicht die Notwendigkeit gesehen,

diese Rechnung, die viele Unbekannte enthält,

für Ulm anzustellen. Klar ist: Die Wirtschaftsregion

profitiert stark von der Ulm-Messe GmbH.

Das ist gelebte Wirtschaftsförderung, die direkt bei

den Unternehmen ankommt. Und natürlich könnte

ich jetzt weitermachen.

Wie meinen Sie das?

Mit den positiven wirtschaftlichen

Effekten der Wochenmärkte auf

dem Münsterplatz und in den

Stadtteilen, des Weihnachtsmarkts

und den vielen Veranstaltungen in

unseren anderen Locations.

Sie sind neuerdings auch für das Donaustadion verantwortlich.

Wie knifflig ist das für Sie?

Da muss man differenzieren. Ein Fußballspiel ist

leichter zu planen als eine Messeveranstaltung, weil

die Spiele einem klaren Schema folgen. Sie gehen

90 Minuten plus Nachspielzeit. Es gibt mit den drei

Einstufungen Grün, Gelb und Rot eine klare Klassifizierung,

mit der die Sicherheitsrisiken und der

erforderliche Personalaufwand bewertet werden.

Zudem gibt es eine Kapazitätsgrenze, ein klares Einlassszenario

und ein eingespieltes, routiniertes

Team neben dem Spielfeld.

Lassen sich diese Effekte aufs Jahr hochrechnen?

Wir haben in unserem Kerngeschäft pro Jahr etwa

Wo stecken die Herausforderungen?

Was die Kolleginnen und Kollegen in den vergan-


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

genen Jahren in der erfolgreichen Ära zwischen den

Spielzeiten gestemmt haben, nötigt mir Respekt ab.

Man hat mit Blick auf die erfolgreichen Jahre der

Fußballer sehr viel in die Funktionalität des Stadions

investieren müssen, unter anderem in eine Rasenheizung.

Das war auch wichtig. Das 101 Jahre

alte Stadion erfüllt auch seinen Zweck, ist sicher

und funktional.

Aber?

Das Gesamtkonzept ist auf der Strecke geblieben.

Und, nehmen Sie nur die Toiletten-Container als

Beispiel, es ist auch nicht mehr Ulms erste Adresse.

Daher sind wir gerade mit einem Stadionplaner

dabei, eine Gesamtplanung zu erstellen. Denn eines

ist klar: Ulm braucht auch in Zukunft eine funktionierende

Sportstätte.

Zuletzt ist der Fußball deutlich in den Vordergrund

getreten.

Das ist richtig. Viele fokussieren sich nur auf den

Fußball. Aber der Nutzungsgrad des Donaustadions

ist zu 80 Prozent städtisch, also Vereins-, Schulund

Breitensport. Der Ulmer Gemeinderat hat entschieden:

Ulm steht zu diesem multifunktionalen

Stadion und auch dazu, Leichtathleten eine geeignete

Arena zu bieten. Damit hat die Stadt mittlerweile

fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Inwiefern?

In der gesamten Republik werden Stadien gebaut,

die auf den Fußball ausgerichtet sind. Der Standort

in der Friedrichsau direkt am Schwimmbad mit dem

neu entstehenden Beurer Sportpark ist Ulms gutes

Sportareal.

Was folgt daraus?

Wir brauchen nun einen mittel- und langfristigen

Fahrplan, der nicht nur von den sportlichen Erfolgen

abhängt. In Sachen Modernisierung und Umbau

haben wir eine Arbeitsteilung mit verschiedenen

städtischen Abteilungen und der Projektentwicklungsgesellschaft

PEG, weil wir in der Ulm-

Messe GmbH ja keine Bauexperten sind. Wir

wollen die anstehenden Aufgaben in Modulen angehen.

Die Stadt hat auch bereits einen Zuschussbescheid

des Landes über 4,6 Millionen Euro für

den Umbau des Stadions erhalten. Dieses Geld muss

mit Blick auf den Breitensport eingesetzt werden.

Wie sieht der wirtschaftliche Betrieb aus?

Wir in der Ulm-Messe haben, wie die ganze Stadt,

Unser

Fahrplan

hängt nicht nur

an sportlichen

Erfolgen.

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16

TITELTHEMA unternehmen [!]

22.000 Quadratmeter Fläche und die Donauhalle als Herzstück

Das Ulmer Messegelände samt dem Hotel Lago. Rechts im Hintergrund sind die Donau und der Volksfestplatz zu erkennen.

FOTO: SIEGFRIED GEYER

Die Ulm-Messe GmbH ist zu 100 Prozent in

städtischem Besitz. Das zeigt sich auch an

der Besetzung des Aufsichtsrats. Dem gehören

an: zehn Mitglieder des Stadtrats, der

Erste Bürgermeister Martin Bendel als Vertreter

der Verwaltung und Oberbürgermeister

Martin Ansbacher, der Vorsitzender des

Gremiums ist. Der durchschnittliche Umsatz

betrug in den vergangenen Jahren vier Millionen

Euro. Der Jahresgewinn schwankt zwischen

40.000 und 80.000 Euro. Die Ulm-

Messe mit ihren 16 Beschäftigten bewirtschaftet

22.000 Quadratmeter. Herzstück

ist die Donauhalle. Hinzu kommen sieben

Hallen, der Donausaal sowie ein Freigelände.

den Fußballern des SSV Ulm 1846 bis zuletzt die

Daumen gedrückt. Leider vergeblich. Für uns als

Messegesellschaft hätte ein Verbleib in der dritten

Liga bedeutet, dass wir für die Saison 2026/27 mehr

Kalkulationssicherheit gehabt hätten.

Das wird jetzt schwieriger.

Konzerte

im Donaustadion

wären

eine profitable

Angelegenheit.

Welche Umsätze können Sie sonst

noch mit dem Ulmer Donaustadion

generieren?

Das Stadion ist eine städtische

Liegenschaft, die vollumfänglich

an die Messe verpachtet wurde.

Für die Nutzung durch den Schul-, Breiten- und

Vereinssport mietet sich die Stadt ihre eigene Liegenschaft

zurück. Dadurch erhalten wir Einnahmen.

Was sind die Gründe für dieses Konstrukt?

Die vielen Aufgaben und Vorhaben mit Blick auf die

Landesgartenschau und die Sanierungen der Infrastruktur

bringen selbst eine finanziell gut dastehende

Stadt wie Ulm an ihre Grenzen.

Daher ist der Betrieb des Stadions

ausgelagert worden. Möglich wäre

es gewesen, eine eigene Betreibergesellschaft

zu gründen. Aber bei

uns passt das Stadion sehr gut ins

Portfolio. Außerdem ist die Ulm-

Messe GmbH ein zu 100 Prozent

städtisches Unternehmen. Es ist

eine Verlagerung des Risikos, aber die Stadt muss

für die Ulm-Messe GmbH bürgen. Letztlich ist das

Stadion, wie auch eine Bibliothek oder ein Schwimmbad,

eine wichtige Infrastruktureinrichtung der Stadt.


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Kann man bei Ihnen das Stadion jetzt als

Veranstaltungsort buchen, beispielsweise

für ein Konzert?

Die Idee gefällt mir, sie hat allerdings einen gravierenden

Haken. Wir haben ein innerstädtisches Umfeld.

Und das Donaustadion hat nur eine Baugenehmigung

für Sportveranstaltungen aller Art. Es hat

definitiv keine Zulassung für Konzerte, so profitabel

diese auch wären. Alles, was wir im Stadion machen,

müssen wir mit großem Bedacht und mit

Rücksicht auf die Anwohnerinnen und Anwohner

tun.

Welche Möglichkeiten haben Sie dann,

Einnahmen zu erzielen?

Der Fußball muss seinen Anteil zahlen. Hinzu kommen

beispielsweise Firmenläufe und Laufsportveranstaltungen

abseits des Breitensports. Die Hauptlast

wird die Stadt Ulm bezahlen, wie bisher auch.

Das geschieht über eine Pachtzahlung, die auf Basis

eines Nutzungsschlüssels berechnet wird.

Angenommen, ich will meinen Geburtstag im

Donaustadion feiern. Vermieten Sie es mir? Und

was würde das kosten?

Wenn Sie beispielsweise sagen würden, ich will

dort ein Benefiz-Fußballspiel zu meinem Geburtstag

ausrichten, würde das den Nutzungsrichtlinien

entsprechen. Da müssen Sie mit einem Betrag

zwischen 6.000 und 9.000 Euro rechnen, und

dann käme es natürlich noch darauf an, welche

Dienstleistungen Sie in Anspruch nehmen wollen.

Dieses Interview

wurde geführt von

Simone Dürmuth und

Alexander Bögelein.

Fotos: Marc Hörger

Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis als

Messe-Geschäftsführer?

Da gibt es nicht dieses eine Erlebnis. Die schönsten

Momente sind, wenn unser Messe-Team alles

rechtzeitig geschafft hat und die Türen aufgehen,

sei es nun in der Messe, im Stadion oder auf dem

Volksfestplatz. Selbst nach fast 22 Jahren habe ich

diese Grundanspannung vor Veranstaltungen und

Messen, ob auch alles klappen wird. Wenn ich die

nicht mehr habe, höre ich sofort auf.

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18

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Rekord trotz

Gegenwind

Umsatz Liebherr steigerte den

Umsatz um ein Prozent auf Rekordhöhe:

14,8 Milliarden Euro.

Das Jahresergebnis kletterte von

258 auf 272 Millionen. Die Firmengruppe

bekam wirtschaftliche

Unsicherheiten zu spüren,

darunter verhaltene Investitionsbereitschaft

und Lieferstörungen

in die USA. Dennoch ist

die Gesamtentwicklung dank Diversifikation

gut. Spezialtiefbaumaschinen

und Schiffskräne

kompensierten schwächere Segmente.

Liebherr investierte 1,1 Milliarden

Euro, uter anderem in autonome

Radlader und ein neues

Werk in Ehingen-Berg.

Mehr Raum

für Hensoldt

Wachstum Hensoldt platzt am

Standort Ulm aus allen Nähten.

Der Radarspezialist mietet das

Energon-Gebäude am Eselsberg

für 400 Mitarbeiter an. Die

Wörthstraße bleibt Stammwerk

mit 3.200 Beschäftigten.

Hintergrund: starkes Wachstum.

Hensoldt hatte bereits im

Herbst einen mittleren zweistelligen

Millionenbetrag in ein neues

Werk investiert. Ab 2027 sollen

dort jährlich rund 1.000 Radare

für Luftverteidigung vom

Band laufen. In Ulm sollen rund

200 neue Stellen entstehen.

FOTO: IHK/PHOTODESIGN ARMIN BUHL

Dr. Jan Stefan Roell, Anke Traber, Axel Müller (MdB), Martin Buck, Dr. Jörg Stratmann, Petra Engstler-

Karrasch, Dr. Konstantinos Tsetsos, Agnieszka Brugger (MdB) und Dr. Sönke Voss (v.l.).

Die Welt sortiert sich neu

Mehr als 400 Gäste aus Wirtschaft und Politik

kamen zum Frühjahrsempfang der IHK Bodensee-

Oberschwaben und IHK Ulm nach Weingarten, der

unter dem Motto „Zwischen Weltpolitik und Wertschöpfung“

stand. IHK-Präsident Martin Buck fand in

seiner Begrüßung deutliche Worte: „Wir sehen die

Folgen nicht getroffener Entscheidungen.“ Zu viele

Gesetze, zu viel Regulierung, zu wenig Tempo. Buck

forderte einen neuen Geist: „Der gemeinsame Wille,

Wirtschaft wieder stark zu machen.“

Festredner Dr. Jörg Stratmann, Chef von Rolls-Royce

Power Systems, diagnostizierte „Hyperunsicherheit

und Neuordnung der Welt“. Geopolitik werde zur

Wirtschaftslogik, Sicherheit zum Standortfaktor.

Sein Appell: nicht die alte Ordnung verwalten, sondern

die neue aktiv gestalten.

Handeln statt

Abwarten

Vom MDax

in den SDax

Handwerk

unter Druck

Neuer Mann

fürs Operative

Investition Die Seifert Logistics

Group aus Ulm schloss ein herausforderndes

Jahr mit 350 Millionen

Euro Umsatz ab. Der Erfolg

konnte vor allem durch Digitalisierung

und Kostenmanagement

erzielt werden.

Für 2026 plant die SLG gezielte

KI-Investitionen: Digitale

Zwillinge für Wissenstransfer,

Bilderkennung und Chat-Bots

für bessere Abläufe. Hinzu kommen

Fuhrpark-Modernisierung

und automatisierte Containerentladung.

CEO Axel Frey sagt

dazu: „2026 ist für uns kein Jahr

des Abwartens, sondern des

Handelns.“

Börse Das Göppinger Unternehmen

TeamViewer ist nach sechs

Jahren aus dem MDax in den

SDax abgestiegen. Die Aktie notiert

bei 4,50 Euro – weit unter

dem Ausgabepreis von 26,25

Euro (2019). Zwischenzeitlich

hatte sie 54,86 Euro erreicht.

TeamViewer hält an seiner

Wachstumsstrategie fest, erwartet

für 2026 aber nur moderates

Plus von bis zu drei Prozent. Belastungsfaktoren:

volatile Märkte,

Unsicherheiten im Technologiesektor.

Das Unternehmen beschäftigt

über 1.900 Mitarbeiter

und erzielte 2024 einen Umsatz

von 671 Millionen Euro.

Handwerk Das erste Quartal

2026 lief für Handwerksbetriebe

in Westschwaben und Unterallgäu

nur mäßig. Laut Handwerkskammer

Schwaben bezeichneten

nur noch 80 Prozent ihre Lage

als gut oder befriedigend. Hauptprobleme

seien gestiegene Energie-

und Einkaufspreise, fehlende

Nachfrage, Preiserhöhungen

und sinkende Aufträge.

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer

der Handwerkskammer

Schwaben, fordert:

„Ohne eine deutliche Entlastung

bei Steuern und Sozialabgaben

kommt die Wirtschaft nicht aus

der Krise.“

Führung Rentschler Biopharma

aus Laupheim hat einen neuen

COO: Dr. Veit Bergendahl übernahm

den Posten im April und

folgt auf Christiane Bardroff. Bergendahl

bringt über 20 Jahre Biopharma-Erfahrung

mit. Zuletzt

war er 13 Jahre bei Boehringer Ingelheim,

wo er unter anderem

das Biologicals Development

Center in Betrieb nahm und eine

Großproduktionsanlage leitete.

Bei Rentschler verantwortet er

u.a. Prozessentwicklung und Engineering.

Interim-CEO Uwe Bücheler

lobt seine „operative Exzellenz

gepaart mit unternehmerischem

Denken“. [!]


19

DIE ZUKUNFT DER PFLEGE: JETZT IN VÖHRINGEN

Eine aufregende Vision wurde Wirklichkeit – das „Pflegeheim der Zukunft“ ist Realität. Gemeinsam

mit uns darf die ganze Region stolz sein. Auf ein Haus, das sich nicht wie ein Pflegeheim anfühlt.

Unser Bau- und Pfl egekonzept schafft die Voraussetzungen für ein völlig neues Pfl egeerlebnis. Indem es

mit Konventionen bricht und die Fachwelt deutschlandweit damit schon jetzt begeistert. Mit einer Bauweise,

die ganz auf Nachhaltigkeit setzt. Mit einer Raumplanung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Mit einer Fülle an innovativen Ideen, die Pfl ege um Lebensqualität bereichert.

IHRE ANSPRECHPARTNER IN VÖHRINGEN:

Kerry Radojevic

Einrichtungsleitung

kerry.radojevic@illersenio.de

TEL.: 07306/9677-230

Erich Werner

Beratung

erich.werner@illersenio.de

TEL.: 07306/9677-222

illerSENIO

c/o Caritasverein Illertissen gGmbH

Sperberweg 4, 89269 Vöhringen

www.illersenio.de

Dieses Projekt wird aus Mitteln des

Bayerischen Staatsministeriums für

Gesundheit und Pflege gefördert.


20

WIRTSCHAFTSRAUM DONAU unternehmen [!]

FOTO: ITTIKORN CH/ADOBESTOCK.COM

GRAFIK SWP

Unter dem Titel „The danube

region at the turn

of times – shaping the

Digital Future along the

Danube. Unlocking Opportunities

for SMEs and Industry

through Cooperation“ laden das

Land Baden-Württemberg und

die IHK Ulm zu einem gratis-

Wirtschaftsforum für kleine und

mittlere Unternehmen des Donauraumes

ein.

Am 3. Juli 2026 treffen sich

Unternehmensvertreter ebenso

wie Stakeholder, politische Entscheidungsträger,

Experten und

Mitglieder der Lenkungs- und

Arbeitsgruppen der PA 8 sowie

Projektpartner von Interreg-

Projekten aus den Donauländern,

um sich untereinander zu

vernetzen. Das Programm umfasst

Vorträge und Podiumsdiskussionen,

die sich eingehend

mit den Chancen und Herausforderungen

der Digitalisierung,

der Künstlichen Intelligenz

(KI) und der Unternehmens-Cybersicherheit

befassen.

Bereit für die

Zeitenwende

Wirtschaftsforum Ein Event des Landes Baden-Württemberg

und der IHK Ulm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen

im Donauraum, um sie fit für technologische Innovationen und

die digitale Transformation zu machen.

Ein gemeinsames Mittagessen

bietet eine wertvolle Gelegenheit

zum informellen Austausch.

Der anschließende Programmpunkt

„Insights: Regionale

KI-Strategien und Anwendungsbeispiele“

präsentiert

Perspektiven von politischen

Entscheidungsträgern und

Wirtschaftsführern aus verschiedenen

Donauländern und

schafft so eine dynamische

Plattform für den politischen

Dialog. Ein Höhepunkt der Veranstaltung

wird die abschließende

Keynote eines der führenden

deutschen Experten für

Digitalisierung und KI sein:

Prof. Christian Stummeyer gewährt

Einblicke in die Vorteile

der KI für Unternehmen und

wagt einen Ausblick in die Zukunft.

Da die Veranstaltung am ersten

Tag des Donaufestes stattfindet,

sind alle Teilnehmenden

nach dem Netzwerktreffen zur

Eröffnung des Festes inklusive

VIP-Empfang ins Neu-Ulmer

Edwin Scharff-Haus eingeladen.[!]

pm

Wer am

Wirtschaftsforum

teilnehmen

möchte, kann

sich über diesen

QR-Code

informieren und anmelden.


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

21

Global denken. Lokal lernen.

Die International School of Ulm/Neu-Ulm ist mehr als eine Schule - sie ist ein wichtiger Standortvorteil.

Wenn Familien aus dem Ausland nach Ulm

oder Neu-Ulm ziehen, entscheidet nicht nur

der Arbeitsplatz über ein gutes Ankommen.

Genauso wichtig ist die Frage: Wo wird mein

Kind glücklich, sicher und erfolgreich lernen?

Die International School of Ulm/Neu-Ulm,

kurz ISU, gibt darauf seit 2005 eine klare Antwort.

Als internationale, englischsprachige

Ganztagsschule begleitet sie Kinder und Jugendliche

von 3 bis 18 Jahren. Für internationale

Familien ist die ISU oft ein vertrauter Anker

in einer neuen Umgebung. Für Unternehmen

in der Region ist sie ein wertvoller

Partner, wenn es darum geht, Fachkräfte mit

Familien zu gewinnen, zu integrieren und

langfristig zu halten.

Auch immer mehr lokal verwurzelte Familien

entscheiden sich für die ISU. Sie suchen eine

Schule, die starke akademische Bildung mit

internationalem Denken, individueller Förderung

und einer weltoffenen Gemeinschaft

verbindet. Der Unterricht findet überwiegend

auf Englisch statt. Deutsch ist ein fester Bestandteil

des Schulalltags, ab Klasse 7 kommen

Spanisch und Französisch hinzu.

Ein Bildungsweg von Anfang an

Vom Kindergarten bis zum Schulabschluss

bietet die ISU einen durchgängigen internationalen

Bildungsweg. Dazu gehören das IB

Primary Years Programme, das Cambridge

IGCSE in Klasse 10, das IB Diploma Programme

in den Klassen 11 und 12 sowie das ISU

High School Diploma. Die Programme eröffnen

Bildungswege in Deutschland und weltweit

und bereiten junge Menschen auf Studium,

Beruf und ein Leben in einer global vernetzten

Welt vor.

Dabei steht nicht nur die akademische Entwicklung

im Mittelpunkt. Die ISU versteht Bildung

als ganzheitlichen Prozess. Schülerinnen

und Schüler lernen, kritisch zu denken,

Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche

Perspektiven zu respektieren und mit

Selbstvertrauen ihren eigenen Weg zu gehen.

Was die ISU besonders macht, ist die persönliche

Lernatmosphäre. Kleine Klassen, individuelle

Unterstützung und ein enger Austausch

zwischen Lehrkräften, Schülerinnen

und Schülern sowie Eltern schaffen ein Umfeld,

in dem Kinder gesehen werden. Die internationale

Schulgemeinschaft mit Familien

aus über 30 Ländern prägt den Alltag und

macht Vielfalt konkret erlebbar.

Als private Ganztagsschule bietet die ISU zudem

verlässliche Strukturen für Familien. Der

Schultag ist klar organisiert, es gibt ein After

School Activity Programme, Sportangebote

und eine lebendige Schulgemeinschaft. Für

berufstätige Eltern ist das ein wichtiger Faktor.

Für Kinder ist es ein Ort, an dem Lernen,

Freundschaften und persönliche Entwicklung

zusammengehören.

Ein Gewinn für die Region

Internationale Unternehmen brauchen internationale

Infrastruktur. Dazu gehören Wohnraum,

Mobilität, Kulturangebote und hochwertige

Bildungsangebote. Die ISU leistet

hier einen wichtigen Beitrag für die Attraktivität

des Wirtschaftsraums Ulm/Neu-Ulm. Sie

hilft Familien, in der Region anzukommen,

Praxisnahes Lernen: An der ISU entwickeln

Schülerinnen und Schüler fachliche Stärke,

Teamgeist und kritisches Denken.

und unterstützt Unternehmen dabei, internationale

Mitarbeitende erfolgreich zu integrieren.

Wer eine Schule sucht, die Kinder fachlich

stärkt, persönlich begleitet und auf eine internationale

Zukunft vorbereitet, findet an

der ISU einen verlässlichen Bildungsweg.

Vom Kindergarten (3+) bis zum Abschluss - alles unter einem Dach

Foto: International School of Ulm/Neu-Ulm

International School of Ulm/Neu-Ulm

Schwabenstraße 25, 89231 Neu-Ulm

Tel. +49 731 379353-0

info@is-ulm.de

www.is-ulm.de


22

RESSORT unternehmen [!]

Tatwaffe:

E-Mail

Sicherheit Phishing-Mails, Sabotage,

KI-gestützte Angriffe: Die Bedrohung durch

Cyberkriminalität wächst – doch gerade im

Mittelstand fehlt es an Bewusstsein, Personal

und Notfallplänen.

FOTOS: KSENIYA, PETRA RICHLI, ALEXANDR BOGNA/ADOBESTOCK.COM

ILLUSTRATIONEN & MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI

GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI


unternehmen [!] CYBERSICHERHEIT 23

Cyberangriffe verursachten

bei der deutschen

Wirtschaft im letzten

Jahr einen „Rekordschaden“

von 202 Milliarden

Euro. So hat es Bitkom festgestellt.

Laut einer Studie des Branchenverbandes

der deutschen

Informations- und Telekommunikationsbranche

fühlen sich

sechs von zehn Unternehmen

durch die Attacken aus dem digitalen

Raum in ihrer Existenz

bedroht. Oft reicht nur eine E-

Mail, um ganze Betriebe lahmzulegen.

„Zwar schulen 79 Prozent der

Unternehmen inzwischen Beschäftigte

regelmäßig zu IT-Sicherheitsfragen,

etwa wie sie

Phishing-Mails erkennen“, so

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst,

„aber nur 24 Prozent bieten

solche Schulungen allen Beschäftigten

an, 55 Prozent nur für

ausgewählte Positionen – und jedes

Fünfte – 20 Prozent – verzichtet

sogar vollständig darauf.“

Außerdem verfügten 39 Prozent

der Betriebe noch immer über

kein Notfallmanagement für den

Fall von Datendiebstahl, Industriespionage

oder Sabotage.

Zu dem Ergebnis, dass die Cybersicherheit

insbesondere bei

deutschen Mittelständlern stagniert,

kommt zudem eine Forsa-

Umfrage: Demnach hätten viele

eine falsche Wahrnehmung von

ihrem eigenen Schutz. Die Cyber-Risiken

des eigenen Unternehmens

würden unterschätzt,

die Qualität der eigenen Cybersicherheit

überschätzt.

KI: Segen und Fluch zugleich

Dabei ist man sich in den meisten

Unternehmen inzwischen

darüber klar, wie bedrohlich Internetkriminalität

und wie wichtig

die entsprechenden Abwehrmaßnahmen

sind. Das hat Marc

39 Prozent

der Betriebe

haben noch

keinen

Notfallplan.

Ralf Wintergerst

Bitkom-Präsident

Mühleck festgestellt. „Aber Cybersicherheit

ist ressourcenintensiv.

Man muss Geld in die

Hand nehmen und Personal bereitstellen,

ohne dass es einen direkten

Return of Invest gibt“,

sagt der Teamleiter Industrie,

Technologie, Energie, Umwelt

bei der IHK Karlsruhe. Speziell

für kleinere Firmen mit bis zu

zehn Mitarbeitenden sei das eine

wirtschaftliche Herausforderung.

Als typische Nachlässigkeit in

diesen Unternehmen sieht der

promovierte und zertifizierte Sicherheitsberater

die Vernachlässigung

bestimmter organisatorischer

Strukturen: „Natürlich

wird Hardware angeschafft, Software,

Router und Switches, die

gesichert sind, ein guter Serverschrank

gehört vielleicht auch

noch oft dazu. Aber regelmäßig

eine Risikoanalyse durchzuführen

oder ein Szenario für den

Next-Generation Firewall für den Mittelstand:

Cyberangriffe stoppen, NIS-2 erfüllen

Sichern Sie Ihr Unternehmensnetzwerk, reduzieren Ihre Angriffsfläche und

stärken Ihre Cyber-Resilienz – auf Basis der bewährten Check Point Technologie.

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24

CYBERSICHERHEIT unternehmen [!]

Weiterhin am meisten

verbreitet sind „klassische“

Schwachstellen in

der IT, wie etwa Phishing

Mails.

FOTO: KSENIYA, SVETA VERA SHESTAK, NEW AFRICA, DOOMU/ADOBESTOCK.COM

ILLUSTRATIONEN & MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI

GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI

Kleine Fehler

können große

Wirkung haben.

Aykan Inan

Professor für Cyber Security

Hochschule Neu-Ulm

Ernstfall zu entwickeln, das dann

bereitsteht – das fehlt häufig.“

Dass Cybersicherheit so etwas

wie eine Daueraufgabe ist,

die kein Enddatum hat, würden

viele immer noch nicht verstehen,

kritisiert auch Aykan Inan:

„Diese Bedrohungen und Technologien

entwickeln sich ja kontinuierlich

weiter.“ In mittelständischen

Unternehmen fehle

eben oft die Manpower, was

auch verständlich sei, aber „kleine

Fehler können eben große

Wirkungen haben“, mahnt der

Professor für Cyber Security an

der Hochschule für angewandte

Wissenschaften Neu-Ulm. Dabei

sind die Schwachstellen nach

wie vor „klassisch“: Phishing-

Mails oder ungesicherte, unzureichende

Passwörter seien immer

noch die Ursache für rund

die Hälfte aller erfolgreichen

Angriffe: „Da kann ich so viel

Technik reinpacken wie ich will,

wenn der Faktor Mensch einfach

immer noch zu bequem ist, nutzt

alles nichts“, konstatiert Inan.

Eine ganz neue Dimension eröffnet

zudem Künstliche Intelligenz,

mit der zum Beispiel Betrugs-E-Mails

generiert werden,

deren krimineller Hintergrund

kaum noch zu erkennen ist. Anderseits

ist KI ebenfalls ein

wichtiges Werkzeug, um eben

diese Attacken abzuwehren. „Sie

kann Angriffe frühzeitig erkennen,

und sogar schon proaktiv

Maßnahmen treffen, bevor die

Ereignisse überhaupt eingetreten

sind“, ist sich der Hochschullehrer

sicher.

Den Ernstfall proben

Aber wie können sich KMUs

letztlich aufstellen, um gewappnet

zu sein? „Bei kleinen und mittelgroßen

Unternehmen existieren

oft gewachsene Strukturen

mit externen IT-Dienstleistern“,

weiß Mühleck, „also der IT-Guy,

der da halt schon immer alles gemacht

hat, der angerufen wird,

wenn der Server streikt, oder der

für die zwei neuen Mitarbeitenden

die Laptops kauft und einrichtet.“

Der Cyber – Experte

empfiehlt insofern, dass sich die

Geschäftsführung mit dem eigenen

IT-Dienstleistenden und mit

Beratenden der IHK treffen soll-


unternehmen [!] RESSORT 25

Security beginnt nicht mit einem Tool.

Sie beginnt mit einem zuverlässigen Betriebspartner.

Ihr Digitalisierungspartner

Was passiert mit Ihrer IT-Sicherheit, wenn niemand hinschaut?

Cyberangriffe halten sich nicht an Geschäftszeiten.

Viele Unternehmen haben Tools – aber keinen klar geregelten

Sicherheitsbetrieb.

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der Region. Rund um die Uhr. Mit festen Reaktionszeiten

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26

CYBERSICHERHEIT unternehmen [!]

FOTOS: KSENIYA, PETRA RICHLI, ALEXANDR BOGNA, MATEY, SHAH/ADOBESTOCK.COM

ILLUSTRATIONEN & MONTAGE: MAX MESCHKOWSKI

GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI

Cybersicherheit ist eine Daueraufgabe, die kein Enddatum hat. Doch in mittelständischen Unternehmen fehlt oft die Manpower.

FOTO: HOCHSCHULE

NEU-ULM

Prof. Dr. Aykan Inan ist

Experte für Cyber Security.

Er unterrichtet an der

Hochschule Neu-Ulm.

ten, um die gesamte Aufstellung

einmal zu durchleuchten und den

Stand der Sicherheit festzustellen:

„Die IHKs in Baden-Württemberg

bieten einen Cybersicherheitscheck

an, der mit der

Landesagentur entwickelt wurde,

und der für die Mitglieder kostenlos

ist.“

Grundsätzlich müsse jeder

erstmal auf Grundlage einer Risikoanalyse

seine „Kronjuwelen“

identifizieren, um dann den bestmöglichen

Schutz einzurichten:

„So muss jeder seinen Weg über

ganz viele Felder hinweg finden,

ob das Firewall-, Backup-Lösungen

oder die Cloud-Abspeicherungen

sind, oder der Blick darauf,

wie die eigenen Serverstrukturen

aufgebaut sind oder wie intensiv

die Schulungen der

Mitarbeitenden sowie der Einsatz

von externen Dienstleistenden

sein müssen.“

Angriff und Verteidigung

Am Anfang, so ergänzt Inan,

sollte als wichtigste Überlegung

stehen, welche Systeme und

Strukturen der Firma überhaupt

ans Netz angeschlossen sein

müssen. Auch ein Blick auf die

konsequente Einhaltung allgemeingültiger

Standards sei immer

erforderlich: Sind die Softwares

aktuell? Wird die Mehrfaktor-Authentifizierung

praktiziert?

Liegen die Backups

tatsächlich auf unterschiedlichen

Servern?

„Dem Wettlauf auf diesem

Gebiet von Angriffs- und Verteidigungsmechanismen

werden

wir uns wohl nicht entziehen

können“, prognostiziert der Professor,

„aber wir müssen uns der

generellen Bedrohungslage stets

bewusst sein und verantwortungsvoll

mit ihr umgehen.“

[!] Wilfried Urbe


unternehmen [!] RESSORT 27

Digital Workplace – aber sicher!

Weil der digitale Arbeitsplatz zur größten Angriffsfläche

moderner Unternehmen geworden ist.

Die neue Realität im digitalen

Arbeitsplatz

Der digitale Arbeitsplatz hat Unternehmen

schneller, flexibler und effizienter gemacht.

Aber: auch verletzlicher als je zuvor.

Jede Cloud-Verbindung, jedes Gerät,

jede Identität erweitert die Angriffsfläche,

die Cyberkriminelle heute

gezielt ausnutzen. Oft reicht ein

einziger kompromittierter Login, um

Prozesse zu manipulieren, Daten

abzufangen oder Geschäftsabläufe zu

stören. Besonders im Mittelstand

entstehen so Risiken, die lange

unterschätzt wurden. Sicherheit wird

damit nicht nur zur technischen, sondern

zur zentralen geschäftlichen Voraussetzung.

Von Effizienzgewinn zu

Sicherheitsauftrag

Cloud-Arbeitsplätze, hybride Teams und vernetzte

Prozesse schaffen enorme Vorteile

– und Verantwortung. Denn der digitale Arbeitsplatz

ist heute das operative Zentrum eines

Unternehmens. Genau deshalb rückt IT-Security

auf Geschäftsführungsebene: Risiken müssen

erkannt, Prioritäten eindeutig gesetzt und

Governance verbindlich etabliert werden. Sicherheit

ist zu einer strategischen Pflicht geworden

und nicht länger eine IT-Option.

35 Jahre ADLON: Vom IT-Generalisten

zum Sicherheitsarchitekten

ADLON begleitet seit über 35 Jahren mittelständische

Unternehmen, Konzerne und KRITISnahe

Organisationen in Sachen IT. Was als

regionales IT-Unternehmen begann, hat sich

zu einem spezialisierten Microsoft-Partner für

den digitalen Arbeitsplatz entwickelt. Mit tiefem

Know-how, langjähriger Projekterfahrung und

einem klaren Ziel: den digitalen Arbeitsplatz

sicher und stabil zu gestalten.

„Wir entwickeln unseren Digital-Workplace

-Ansatz nicht neu! Wir machen ihn vollständig

sicher. Das ist die logische Weiterentwicklung

für unsere Kunden.“

Sebastian Eberle, Geschäftsführer ADLON

ADLON-Services orientieren sich konsequent

am NIST Cybersecurity Framework.

„Digital Workplace – aber sicher“:

Konsequente Ausrichtung auf

IT-Security

Mit der Fokussierung stellt ADLON IT-Security

nicht neben den digitalen Arbeitsplatz – sondern

in sein Zentrum.

Alle bestehenden Services rund um Clients,

Infrastruktur, Application, KI/Workplace-Automation

und Betrieb wurden nach NIST gehärtet.

Zudem wurde das IT-Security Portfolio ausgebaut:

Identify: Transparenz schaffen

Analyse von Angriffsflächen, Identitäten, Berechtigungen

und Konfigurationen. Security

Checks, Architektur-Reviews, M365-Härtung

und Schwachstellenmanagement.

Protect: Angriffe verhindern

Security-by-Design in allen ADLON Managed-

Services. Zero-Trust-Modelle, Endgeräte-Schutz

und sichere Cloud-Konfigurationen.

Detect: Bedrohungen früh erkennen

ADLON Managed SOC, XDR-Monitoring und

Identitätsüberwachung.

Respond: Handlungsfähig im Ernstfall

Incident-Response-Unterstützung, technische

und organisatorische Sofortmaßnahmen sowie

Notfallpläne uvm.

Recover: Prozesse schnell stabilisieren

Strukturierte Wiederherstellung, Nachhärtung,

Resilienzprogramme uvm.

Govern: Security als Führungsaufgabe

Unterstützung der NIS2-Umsetzung, Richtlinien,

Verantwortlichkeiten, Management-Briefings uvm.

Ein sicherer Arbeitsplatz ist ein produktiver

Arbeitsplatz

Der digitale Arbeitsplatz kann nur dann seine

volle Wirkung entfalten, wenn er geschützt ist.

Mit der neuen Sicherheitsausrichtung bietet

ADLON Unternehmen einen Partner, der Modern

Workplace und Security nicht trennt, sondern

zusammenführt – pragmatisch, verständlich

und mit klarer Struktur.

Digital Workplace – aber sicher.

„Unsere Kunden stehen vor der Herausforderung,

modernes Arbeiten und Cybersecurity

gleichzeitig zu managen. Sicherheit

funktioniert heute nur, wenn sie von Anfang an

mitgedacht wird.“

Sven Hillebrecht, Geschäftsführer ADLON

Kostenlose ADLON-Webinare und Impulse

stärken Ihren sicheren Digital Workplace.

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28

CYBERSICHERHEIT unternehmen [!]

IT-Sicherheitscheck der IHK für Unternehmen

FOTO: MASTER1305/ADOBESTOCK.COM

Bei der IHK-Checkliste geht es unter anderem darum, Schwachstellen zu erkennen und gezielt zu beheben.

Die baden-württembergischen Industrieund

Handelskammern bieten kleinen und

mittleren Unternehmen einen kostenlosen

Sicherheitscheck an. Spezialisierte IHK-Berater

bewerten dabei die aktuellen IT-Schutzmaßnahmen

anhand einer detaillierten

Checkliste.

Die Prüfpunkte umfassen acht zentrale Bereiche:

Sicherheitslücken identifizieren und

schließen, Benutzerzugänge absichern, regelmäßige

Datensicherung durchführen, Gefahrenbewusstsein

bei Mitarbeitenden schaffen,

Netzübergänge schützen, Schadprogramme

abwehren, einen Notfallplan erstellen sowie

IT-Systeme systematisch inventarisieren und

dokumentieren. Die Erstberatung hilft, die

Schwachstellen in der Cybersicherheit zu erkennen

und gezielt zu beheben. Gerade für

KMU, die nicht über eigene IT-Sicherheitsexperten

verfügen, ist das Angebot eine wertvolle

Unterstützung.


unternehmen [!] RESSORT 29


30 EBERSBACH unternehmen [!]

FOTOS: EBERSBACH AN DER FILS,

TILMAN EHRCKE(2) & LEO ROHRSETZER

Ebersbach

fördert die

Entwicklung

Transformation Die Stadtverwaltung

fördert die Neuansiedlungen von

Gewerbe, treibt die Digitalisierung voran

und stemmt sich damit gegen

Leerstände.


unternehmen [!] SPEZIAL

31

Mehr tet von den Herstellern als 1.200 geliefert Gewer-

wurden: als bebetriebe,

Kleinsthäuser. über

Container 3.300 für sozialversiche-

temporäre

Raum-Nutzungen, rungspflichtig

Modulbau-

Be-

weise, schäftigte Tiny und Houses stabile – Gewerbe-

die auf

steuereinnahmen diesen benachbarten von Gebieten zuletzt

rund tätigen acht Hersteller Millionen in Euro Deutsch-

jährlich:

land erfreuen Ebersbach sich an „im der Moment Fils gehört

einer im sehr Filstal starken zu den Nachfrage“, wirtschaftlicsagt

stabilen Günter Mittelstandstandor-

Jösch. Er ist Geteschäftsführer

mit breiter des Branchenstruk-

Bundestur.

verbands Bausysteme und

vertritt Die wirtschaftliche eine Branche, Basis die konzentrierlängst

auf sich unterschiedlichs-

hier nicht auf wenigten

Feldern Arbeitgeber, des Baugesche-

sondern verteilt

hens sich Lösungen auf zahlreiche anbietet. kleine

und Der mittlere Übergang Betriebe sei oft aus flie-

Industrießend.

Handwerk, Bei temporären Bauwirtschaft,

Bau-

Logistik, ten würde Handel zuallermeist und Dienstleis-

auf

tungen. Standardmodule Rund 1.400 zurückge-

Beschäftigte

arbeiten griffen, im bei produzierenden dauerhaften Gewerbe,

„wird vor 778 allem in Handel, individu-

Verkehr

und ell und Gastgewerbe auf Maß gearbei-

sowie etwa

1.100 tet“, benennt im Dienstleistungssektor.

er eine Unterscheidungslinie.

Branchenstruktur ist relativ

Die

ausgewogen: Etwa 32 Prozent

der Unternehmen gehören zum

produzierenden Gewerbe, 23

Prozent zu Handel, Verkehr und

Gastgewerbe und rund 45 Prozent

zum Dienstleistungsbereich.

„Die Wirtschaftsstruktur

in Ebersbach ist nicht von einzelnen

Großunternehmen abhängig,

sondern überwiegend

mittelständisch geprägt“, sagt

Bürgermeisterin Manuela Raichle.

Zu Land, Wasser und Luft

Die Stärke des Standorts liegt dabei

weniger in schlagzeilenträchtigen

Ansiedlungen als in

seiner wirtschaftlichen Kontinuität.

Viele Unternehmen seien

seit Jahrzehnten vor Ort aktiv,

häufig inhabergeführt und eng

mit der Region verbunden, so

Raichle weiter. Gleichzeitig profitiert

Ebersbach von seiner Lage

zwischen Stuttgart und Göppingen

innerhalb der Metropolregi-

FOTO: DMITRYDESIGN/SHUTTERSTOCK.COM

on Stuttgart. Ein US-Spediteur Die B10, die erfand Filstalbahn

Stuttgart–Ulm, 1937 den Warencontainer. die Nähe

zum Flughafen Aus dem entwickelten Stuttgart und

zum Hafen sich Raumzellen Plochingen und sichern

die Anbindung damit mobile an die Räume. industriellen

Zentren Südwestdeutschlands.

Doch der Standort steht

zunehmend unter Druck. Während

die Nachfrage nach Gewerbeflächen

anhält, werden verfügbare

Flächen im Filstal knapper

– Ebersbach bildet keine Ausnahme.

Topografie, bestehende

Wohnbebauung und Verkehrsinfrastruktur

begrenzen größere

Neuausweisungen.

Für die Wirtschaftsförderung

bedeutet das einen Strategiewechsel:

Wachstum entsteht

künftig weniger über neue Gewerbegebiete

als über Nachverdichtung,

Konversion und die effizientere

Nutzung bestehender

Flächen. Besonders gefragt sind

derzeit kleinere und flexibel

nutzbare Gewerbeeinheiten. Die

Raummodule spielen in einer

anderen Nicht Liga als Container, von

sind

hochwertiger, erfüllen alle möglichen

Bestimmungen einzelnen

und kön-

nen Unternehmen

sich sogar in ästhetisch

ernstzunehmende Architektur-

stücke abhängig.

verwandeln, sollte dies

vom Bauherrn gefordert sein. In

gewöhnlicher Form aber lassen

sie sich als normierte Stapelware

einsetzen, im Erscheinungs-

bild Plattenbauten dann nicht

unähnlich. Aber sie kommen

dann ja auch wieder mal weg,

mal früher, mal später, mal ir-

gendwann.

Dabei lassen sich Raummodule

in Funktionsräume fast al-

ler Art verwandeln, in Wohn-

oder Büroräume, in Nasszellen,

Sanitär- oder Aufenthaltsberei-

che, in Verkaufsstellen oder in

Lounges. Ihren Einsatzzweck

können Manuela auf Raichle diesem ist Prinzip seit

fu-

ßende 2025 Bürgermeisterin Komplexe dann der

ein paar

Stadt Ebersbach an der Fils.

FOTO: STADTVERWALTUNG EBERSBACH AN DER FILS

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Sensotek. Innovative Sensorlösungen

im Bereich Zugangsautomation

Die Sensotek GmbH wurde im Jahr 2010 gegründet

und hat ihren Sitz im schwäbischen

Ebersbach an der Fils. Mit über 30 engagierten

Mitarbeitern ist das Unternehmen innerhalb der

Pepperl+Fuchs Gruppe als Spezialist im Bereich

der Entrance Automation anerkannt und nach

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Unser Ziel ist es, innovative Sensorlösungen für

die Marktsegmente Tür- und Torautomation,

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schnell und flexibel auf Marktanforderungen zu

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unserer Kunden und können die maßgeschneiderten

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Foto: Sensotek GmbH

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32

SPEZIAL unternehmen [!]

FOTOS: PRO EBERSBACH E.V.

Attraktive Events mit Erlebnischarakter

sind die

Publikumsmagnete, die

Besucher nach Ebersbach

ziehen sollen.

Stadt plant deshalb die Erweiterung

des Gewerbegebiets Strut

um rund 7.500 Quadratmeter.

Die neuen Flächen sollen gezielt

für kleinere und mittlere Betriebe

entwickelt werden, so die

Ebersbacher Bürgermeisterin

weiter. „Die Nachfrage konzentriert

sich derzeit vor allem auf

kleinere, flexibel nutzbare Flächen“,

erklärt Raichle. „Großflächige

Neuansiedlungen sind aufgrund

der verfügbaren Flächenreserven

kaum realistisch.“

Raum für Entwicklung

Parallel dazu verändert sich die

industrielle Struktur des Standorts.

Teile der heutigen Gewerbeflächen

stammen noch aus der

industriellen Expansion der

Nachkriegszeit. Einige dieser

Areale stehen inzwischen vor

grundlegenden Transformationsprozessen.

Das sichtbarste

Beispiel ist das Gelände von „Eurofoam

Neveon“ mitten im

Stadtgebiet. Auf dem rund

45.000 Quadratmeter großen

Areal laufen derzeit Rückbauarbeiten

bestehender Industrieanlagen.

Die Fläche soll perspektivisch

veräußert werden und

zählt zu den größten innerstädtischen

Entwicklungsflächen

Ebersbachs. Noch ist offen, welche

Nutzung dort künftig entstehen

wird. Klar ist jedoch: Solche

Konversionsflächen gewinnen in

vielen Städten der Region strategisch

an Bedeutung, weil neue

Industrie- und Gewerbeflächen

kaum noch verfügbar sind.

Die Entwicklung solcher Areale

gilt allerdings als langfristig

und kapitalintensiv. Auch die Innenstadt

bleibt Teil des wirtschaftlichen

Strukturwandels.

Wie viele Mittelzentren steht

Ebersbach unter Druck durch

verändertes Konsumverhalten

und sinkende Frequenzen im stationären

Einzelhandel. Doch vieles

scheint in Ebersbach besser

zu funktionieren. Die Stadt versucht

über laufende Stadtsanierungsprogramme

gegenzusteuern

und bestehende Strukturen

schrittweise anzupassen. Vor allem

aber zahlt sich das Engagement

des örtlichen Vereins „Pro-

Ebersbach e.V.“ aus, der viel für

die Attraktivität der Stadt unternimmt.

Leerstände sind nur von

kurzer Dauer. „Wenn ein Laden

schließt, folgt oft schnell ein

neuer“, sagt der Vorsitzende Jürgen

Nagl.

Parallel dazu investiert der

Standort in die digitale Infrastruktur.

Der Glasfaserausbau

läuft derzeit abschnittsweise für

Wenn

ein Laden

schließt, folgt

oft schnell ein

neuer.

FOTO: PRIVAT

Jürgen Nagl, Vorsitzender

vom Verein „ Pro Ebersbach“

ist ehrenamtlich im

Kreistag für die Freien

Wähler tätig.

Unternehmen, Haushalte und öffentliche

Einrichtungen. „Denn

gerade für viele – Ebersbach prägenden

mittelständische Betriebe

wird die digitale Leistungsfähigkeit

zunehmend zum Standortfaktor

— insbesondere in industriellen

und logistischen

Prozessen“, betont Manuela

Raichle.

Die wirtschaftliche Verflechtung

mit der Region Stuttgart

zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt.

Rund 2.463 Menschen

pendeln täglich nach Ebersbach

ein, gleichzeitig arbeiten etwa

5.671 Einwohner außerhalb der

Stadt.

Ebersbach ist damit zugleich

Arbeitsstandort und Wohnstandort

im regionalen Wirtschaftsraums.

Der Wirtschaftsstandort

Ebersbach ist eine mittelständisch

geprägte Kommune,

wie sie für den Großraum Stuttgart

typisch ist: wirtschaftlich

stabil, industriell verwurzelt und

gleichzeitig mitten in einem tiefgreifenden

Strukturwandel.

Die entscheidenden Themen

der kommenden Jahre werden

weniger die Expansion als die

Transformation sein — von Flächen,

Industriearealen und innerstädtischen

Strukturen.

[!]

Axel Raisch


unternehmen [!] SPEZIAL 33

Das Ende einer Ära – und die Chance auf Weiterentwicklung

Der Schaumstoffspezialist Neveon hat den Standort in Ebersbach verlassen.

Im Jahr 2024 gab Neveon bekannt, dass unter

anderem der Produktionsstandort in

Ebersbach geschlossen werden soll. Der zur

Greiner Gruppe gehörende Schaumstoffspezialist

reagiert damit auf die schwächelnde

Möbel-, Automobil-, Bau- und Heizungsindustrie.

Auf rund 45.000 Quadratmeter laufen

derzeit die Rückbauarbeiten. Das Ende

der Ära eröffnet gleichzeitig eine Chance zur

Weiterentwicklung. Die Konversionsfläche

bietet Raum für die Ansiedelung von Industrie

und Gewerbe. Die Fläche soll perspektivisch

veräußert werden und zählt zu den

größten innerstädtischen Entwicklungsflächen

mitten im Stadtgebiet von Ebersbach.


34

ANSICHTSSACHE unternehmen [!]

ILLUSTRATION: MAX MESCHKOWSKI

GEMÄLDE: MASSIMO ECOSI

Vor Kurzem hatte ich

das Vergnügen, bei einem

Firmenevent eines

Freundes auf der

Bühne zu stehen. Meine Rolle

war überschaubar: Co-Moderator

für ein Interview mit Mario

Basler. Wer „Super Mario“

kennt, weiß: Lange Anläufe

sind nicht sein Stil. Kaum saß

er auf dem Stuhl, begann das,

was bei ihm fast automatisch

passiert – Geschichten, Pointen

und gelegentlich ein Satz, bei

dem man nicht genau weiß, ob

er ernst gemeint ist oder nicht.

Das Publikum lachte. Basler

war warmgelaufen. Er machte

es uns Moderatoren leicht. Basler

tat einfach das, was er immer

getan hat: Er war ganz Mario

Basler.

Während ich ihm zuhörte,

musste ich an eine Frage denken,

die weit über den Fußball

hinausgeht: Was macht man mit

Menschen, die außergewöhnlich

gut sind – aber nicht unbedingt

einfach? Vor allem, wenn

man Führungskraft ist und ein

Team mit genau solchen Charakteren

führt.

Genie braucht

Spielraum

Führungsqualität Manche brauchen

Regeln, andere brauchen Vertrauen –

das gilt in der Arbeitswelt wie im Sport.

Gleichbehandlung bedeutet nicht immer

gute Führung.

Nicht unbedingt pflegeleicht

Basler war als Spieler ein Ausnahmetalent.

Sein rechter Fuß

konnte Spiele entscheiden. Er

verwandelte Eckbälle direkt. Bis

heute hält er den Rekord für die

meisten Freistoßtore innerhalb

einer Bundesliga-Saison. Gleichzeitig

war er nie der pflegeleichte

Musterprofi. Mit Trainingsplänen

und sportlicher Lebensführung

nahm Basler es nicht immer

ganz so genau. Rudi Völler

formulierte das einmal mit trockenem

Humor: „Ich hätte mir

gewünscht, dass Mario zum

Ende seiner Karriere eingestanden

hätte, dass es besser gewesen

wäre, statt in zehn Minuten

fünf Weizenbiere auf ex zu trinken

oder eine Schachtel Marlboro

zu rauchen, ab und zu einmal

auf den Trainer zu hören.“

Und doch gab es einen Trainer,

der mit Basler nicht nur zurechtkam,

sondern das Beste aus ihm

herausholte: Otto Rehhagel. Basler

beschreibt ihre Beziehung bis

heute fast familiär: „Otto Rehhagel

und ich, wir waren wie Vater

und Sohn. Ich blicke heute noch

zu ihm auf.“


unternehmen [!] ANSICHTSSACHE 35

Was machte Rehhagel anders als

andere Trainer? Er verstand etwas,

das man heute vielleicht organisationspsychologisch

erklären

würde: In fast jeder Organisation

gibt es einige wenige

Menschen, deren Beitrag weit

über dem Durchschnitt liegt. In

der Forschung spricht man von

„Star Performern“. Sie sind nicht

immer die einfachsten Charaktere.

Aber im richtigen Moment

können sie Dinge, die andere

nicht können. Genau deshalb

entscheiden sie Spiele – oder

Unternehmenserfolge.

Basler war ein solcher Spieler.

Er konnte an einem durchschnittlichen

Spieltag unauffällig

bleiben – und im nächsten

Moment mit einem Freistoß aus

25 Metern ein Spiel entscheiden.

Für Trainer bedeutet das

eine Herausforderung: Diese

Talente passen selten perfekt in

Systeme, Regeln und Trainingspläne.

Rehhagel reagierte darauf

nicht mit mehr Kontrolle,

sondern mit mehr Vertrauen.

Basler erzählte einmal: „Otto

gab mir das Gefühl, dass er alles

für mich tun würde. Dafür

erwartete er allerdings, dass ich

ihm dieses Vertrauen am Wochenende

auf dem Rasen zurückzahlte.

Und ich brannte darauf,

genau das zu tun.“ Rehhagel

gab ihm Freiheiten, die andere

nicht hatten. Manchmal

trainingsfrei. Mehr Spielraum.

Nicht aus Nachsicht, sondern

aus Kalkül. Rehhagel wusste:

Wer Genialität will, muss ihr

Raum geben.

In vielen Organisationen passiert

genau das Gegenteil. Dort

werden alle Menschen gleich

behandelt – aus einem verständlichen

Wunsch nach Fairness.

Doch Gleichbehandlung ist

nicht immer kluge Führung.

Menschen sind unterschiedlich.

Manche liefern konstant solide

Arbeit. Andere bringen Energie,

Ideen und Durchbrüche – aber

auch Ecken und Kanten. Organisationen

brauchen beide Typen.

Die einen halten das System

stabil. Die anderen verschieben

seine Grenzen. Die

Aufgabe von Führung besteht

deshalb nicht darin, alle gleichzubehandeln,

sondern jeden

richtig zu behandeln. Regeln

schaffen Ordnung. Vertrauen

schafft Leistung.

Otto Rehhagel verstand das lange

bevor Organisationspsychologen

dafür Begriffe fanden. Er gab

Basler Raum – und „Super Mario“

füllte ihn mit Toren.

Vielleicht liegt genau darin eine

der wichtigsten Lektionen für

Führung: Manche Mitarbeiter

brauchen Regeln. Andere brauchen

Vertrauen. Otto Rehhagel

wusste genau, wer was brauchte.

[!] Martin Hörmann

Vertrauen

schafft

Leistung.

Prof. Dr. Martin Hörmann

ist Partner und Geschäftsführer

der Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft

mbH sowie

Fachanwalt für Insolvenz

und Sanierungsrecht und

Wirtschaftsmediator.


36

Netzwerk für Mode

Unitex GmbH Kein Schaufenster, keine Ware – bei Unitex in Schwaighofen

wird nicht produziert, sondern vernetzt. Geschäftsführer Xaver Albrecht

erklärt, wie der Fashion-Verband in der kriselnden Branche neue Wege findet.

FOTOS: MARC HÖRGER


unternehmen [!]

MEIN SCHREIBTISCH – MEINE PERSPEKTIVE

37

Das

Festival

ist kein

Ersatz für

Modemessen.

Als eines von mehreren

Unternehmen hat

unitex seinen Sitz in

einem eher unscheinbaren

Gebäude im Gewerbegebiet

Schwaighofen. Im Eingangsbereich

der Hinweis auf

Unitex GmbH im Obergeschoss,

und auch in den Geschäftsträumen

hinter der gläsernen

Eingangstür weist

nichts auf die Tätigkeit des

Unternehmens hin. Genauso

wenig lässt der Schreibtisch

von Geschäftsführer Xaver Albrecht

irgendwelche Rückschlüsse

zu. PC, Laptop, Smartphones,

digitale Tools und

Gadgets – sonst nichts. Ein silberner

Ulmer Spatz, ein Moosbild

und eine Pflanze ordnen

sich dem minimalistischen

Ambiente unter. Hier wird

nicht produziert oder entwickelt,

sondern gemanagt. Mal

per Online-Meeting, mal draußen

vor Ort. Seit 2022 von Xaver

Albrecht, der die Geschäftsführung

sukzessive von

seinem Vater übernahm, nachdem

dieser 2024 nach über

20-jähriger Tätigkeit aus dem

operativen Unternehmen ausgeschieden

ist. Schon 2008

wurden auch die Büroflächen

reduziert, die zuvor noch das

gesamte Gebäude belegten.

Seine Managementaufgaben

und die Tätigkeit seiner Mitarbeiter

fasst Xaver Albrecht

kurz und knapp in einem Begriff

zusammen: „Wir netzwerken.“

Das Netzwerk umfasst

Händler und Lieferanten aus

dem Fashion-Bereich in der

DACH-Region, also Deutschland,

Österreich und Schweiz.

Insgesamt rund 800 Modehäuser,

von großen Filialisten bis

zur kleinen Boutique, und 700

Lieferanten. „Die älteste Community

in der Fashionbranche“,

unterstreicht Albrecht

und nennt 1932 als Gründungsjahr

der Unitex. Damals noch

ein klassischer Einkaufsverband,

der über die Menge

günstige Einkaufspreise aushandelte

und auch Eigenmarken

in den Markt brachte. „Das

Einzige, was davon übrig blieb,

ist der Bügel mit dem Logo

L.O.X.“, zeigt Albrecht auf den

grünen Garderobenständer in

der Ecke. „Heute sind wir ein

Service- und Dienstleistungsverband.

Das resultiert aus der

Handelslandschaft, die vor allem

in Deutschland, stark fragmentiert

ist. Im Klartext heißt

das: Jeder Händler hat im

Schnitt 200 bis 300 Marken im

Angebot. Da wird die Finanzbuchhaltung

neben dem Kerngeschäft

zu einer zeitraubenden

Herausforderung. Die

übernehmen wir.“

Von Büroalltag mit Schreibtischarbeit,

Telefonaten und

interner Abstimmung, ist in

den Geschäftsräumen der Unitex

wenig sichtbar oder hörbar.

„Tatsächlich haben wir den Bereich

Finanzbuchhaltung bereits

2009 als bankgesicherte

Zentralregulierung an die RSB

Bank in Kornwestheim outgesourced.“

Auf meine Frage, was dann

noch bleibe, meint Xaver Albrecht

schmunzelnd: „Wachstum

und Service.“ Wachsen in

einer Zeit, in der nicht nur in

der Modebranche eine schwarze

Null schon als positiv wahrgenommen

wird?

„Die Modebranche befindet

sich in einer Schaukelbewegung“,

so Albrecht. „Von 2016

bis 2022 ist der Onlinehandel

immens gewachsen und hat in

der Coronazeit nochmal zugelegt.

Nach Corona konnte der

stationäre Handel seine Stärken

spielen und mit Erlebniseinkauf

und persönlicher Beratung

punkten. Derzeit findet

im Kern kein Wachstum statt

und wenn, dann durch Konsolidierung,

also die Übernahme

einer weiteren Filiale von anderen

Marktteilnehmern. Jedes

Jahr gibt es eine Vielzahl neuer

Marken, die Modebranche

ist schnelllebig und Marken

unterliegen einem Lebenszyklus“,

so Albrecht weiter. „Eine

Marke wird langsam bekannt,

hat dann ihren Höhepunkt und

Ein Kleiderbügel ist das letzte Überbleibsel aus der Ära, als Unitex

noch ein klassischer Einkaufsverband war.

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38

MEIN SCHREIBTISCH – MEINE PERSPEKTIVE unternehmen [!]

Die Branche

befindet sich

in einer

Schaukelbewegung.

Einmal im Jahr feiert unitex

ganz groß: „uFF – das Unitex

Fashion Festival“ in den Ulmer

Messehallen im Mai 2026.

Foto: Andreas Brücken

Xaver Albrecht,

Geschäftsführer

der Unitex GmbH

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sollte sich dann neu erfinden,

weil sie sonst mit den Kundinnen

und Kunden stirbt. Der

Markteintritt neuer Marken erfolgt

meist über einen Onlineshop.

Für stationäre Modegeschäfte

ist das Risiko, unbekannte

Marken in ihr Portfolio

zu nehmen, zu hoch. Bürokratie

ist da ein Stichwort, das die

Bereitschaft für Kreativität und

Risiko bremst. Auch das Thema

Online-Handel als Zusatzangebot

ist nicht wirklich attraktiv,

da es zwei unterschiedliche,

nur bedingt kompatible

Geschäftsmodelle sind.“

In der

Krise

suchen

Einzelkämpfer

die Gemeinschaft.

Mode ist Luxus

Für Xaver Albrecht gehört

Mode in hoch entwickelten

Ländern zum Luxussegment,

da es im allgemeinen Verständnis

schon seit Jahrzehnten

nicht mehr darum geht, einfach

nur bekleidet zu sein. Man

inszeniert sich, möchte Trends

folgen oder seine Persönlichkeit

zum Ausdruck bringen.

„Dieses Bedürfnis wird bestehen

bleiben, auch wenn es

sicher zu den Bereichen gehört,

in denen als Erstes gespart

wird. In einer solchen Situation

– Inflation, Unsicherheit,

Konsumrückgang – befinden

wir uns seit 2020.“ Für

Unitex bedeute das keinen

Umsatzeinbruch, eher das moderate

Gegenteil: „Gerade in

der Krise suchen Einzelkämpfer

die Gemeinschaft und merken,

dass Kooperation weiterhilft.

Und genau das ist die

Aufgabe von Unitex. Wir bieten

unseren Mitgliedern die

Zentralregulierung und digitales

Zahlungsmanagement

durch die Bank und zusammen

mit insgesamt hundert Partnern

günstige Preisoptionen

bei Energie und Versicherung,

außerdem Prozessoptimierung,

Skalierung, Benchmarking,

Analysen, Lagermanagement

und ein maßgeschneidertes

Datenerhebungstool.“

Direkt im Unternehmen

sind 16 Mitarbeiter beschäftigt,

zudem vier Regionalvertreter

in den jeweiligen Gebieten der

DACH-Region. Die Modebranche

sieht ihre Stärke in der persönlichen

Begegnung im Geschäft

vor Ort. Nicht anders

bei Unitex. Beim täglichen

Netzwerken und einmal im

Jahr, wenn bei Unitex groß gefeiert

wird. „uFF – das Unitex

Fashion-Festival“ in den Ulmer

Messehallen wird 2026 größer

sein als in den Jahren zuvor,

denn die Nachfrage der Aussteller

ist um über 20 Prozent

gestiegen: „Das Fashion-Festival

ist kein Ersatz für Modemessen,

von denen einige in

den letzten Jahren eingestellt

wurden, sondern ist ein eigenes

Format. Hier wird nicht geordert,

sondern es werden

Kontakte zwischen Ausstellern

und Händlern geknüpft, es gibt

einen inspirierenden Impulsvortrag,

Live-Konzerte und Entertainment.“

Eine Idee des

30-jährigen Xaver Albrecht,

der damit in der Branche einen

Trend gesetzt hat. Als Akteur

in einer trendbewussten Branche

folgt er auch selber Trends,

interessiert sich neben Tennis

und Golf auch für Kraftsport

und Longevity, den Trend für

ein langes, gesundes Leben.

„Ich habe ja noch viel vor – und

die Fashionbranche ist und

bleibt spannend.“

[!] Sigrid Balke


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 39

900 Kilometer

mit Wasserstoff

Mobilität Die Göppinger Baufirma

Leonhard Weiss testete einen

wasserstoffbetriebenen

Schwerlast-Lkw von Iveco mit

Bosch-Brennstoffzellentechnik

auf Praxistauglichkeit im Alltag.

Das Ergebnis: Mit 70 Kilogramm

Wasserstoff schafft der Lkw rund

900 Kilometer. Laut Bosch sind

Brennstoffzellenfahrzeuge ab

500 Kilometern täglich wirtschaftlicher

als Batterie-Alternativen.

Die hohen Anschaffungskosten

und die geringe Tankstelleninfrastruktur

sind noch problematisch.

Ein Förderprogramm

soll den Ausbau beschleunigen.

Andritz Schuler

unter Druck

Umgestaltung Der Göppinger

Pressenhersteller Andritz Schuler

kämpft mit rückläufiger

Nachfrage. Der Auftragseingang

sank 2025 stark. Das Unternehmen

prüft seine Produktionsstrukturen,

darunter den Standort

Heßdorf. Das Neumaschinengeschäft

in Netphen wird geschlossen,

Münzprägepressen

künftig nur noch in Göppingen

gefertigt. Seit 2013 sank die Beschäftigtenzahl

um rund 1.500

auf etwa 4.100.

Strategisch setzt Andritz

Schuler auf neue Märkte und

auch das Servicegeschäft wird

ausgebaut.

Neue Spitze

für HIVE

Neuaufstellung Alfons Riek

übernimmt den Vorsitz des KI-

Projekts HIVE in Göppingen.

Der Festo-Manager folgt auf Lukas

Mürdter, der aus privaten

Gründen ausschied, den Aufbau

aber maßgeblich vorangetrieben

hatte.

Riek wurde zunächst für ein

Jahr bestellt und soll mittelständische

Unternehmen bei Innovation

und KI unterstützen.

HIVE auf dem ehemaligen Boehringer-Areal

versteht sich als

Vernetzungsplattform für Unternehmen,

Start-ups und Bildungseinrichtungen.

Grün weicht

Gewerbe

Standort Der Göppinger Gemeinderat

ebnet den Weg für

eine Großentwicklung im Stauferpark.

Auf dem bisherigen

Golfplatz-Areal sollen etwa die

Hälfte der 34 Hektar bebaut werden

– 12,2 Hektar für Gewerbe,

4,9 Hektar für Wohnungen. Die

Begründung: prognostizierter

Wohnraummangel und fehlende

Gewerbeflächen. Die Stadt will

im Standortwettbewerb nicht

zurückfallen.

Die Entscheidung fiel mit

deutlicher Mehrheit, trotz Widerstand

von Golfclub, Anwohnern

und einer Bürgerinitiative.

Sauberes

Grundwasser

Innovation Die IEG Technologie

aus Mühlhausen im Täle saniert

Grundwasser und Böden –

mit einer Technologie, bei der

Wasser im Untergrund zirkuliert

und Schadstoffe abbaut. Das

mehrfach ausgezeichnete Verfahren

kommt international zum

Einsatz, etwa in Italien und Taiwan.

Am Standort arbeiten 20

Fachkräfte an Analyse und Entwicklung.

Landrat Markus Möller

sieht Potential für regionale

Anwendungen und wirbt für ein

Modellprojekt.

Herausforderungen: Bürokratie

und begrenzter Marktzugang

in Deutschland.

Der neue Bauer-Standort wurde mit festlichen Reden, Unterhaltungsprogramm

und einer Segnung eingeweiht. Foto: Tilman Ehrcke

Zentral statt

Zersplitterung

Elektro Bauer hat im Göppinger Stauferpark einen neuen Gewerbebaukomplex

eröffnet. Auf 7.000 Quadratmetern entstanden Bürotrakt und

Fertigungshalle. Seit September arbeiten die zuvor getrennten Standorte

Eislingen und Göppingen dort zusammen. Der Neubau reagiert auf

starkes Wachstum: Aus einstelligen Beschäftigtenzahlen wurde eine

dreistellige Belegschaft, der Standort ist auf 150 Mitarbeiter ausgelegt.

Die Einweihung mit Landesbauministerin Nicole Razavi und Oberbürgermeister

Alex Maier verlief feierlich – das Bauprojekt hatte Verzögerungen

erlebt. Grund: eine geschützte Zauneidechse und schwierige Bodenverhältnisse.

Geschäftsführer Franz Bauer lobte die Unterstützung.

Politische Vertreter forderten bessere Rahmenbedingungen. Das Unternehmen

beschäftigt 1.785 Mitarbeiter an 16 Standorten.

Wirtschaft

mit Herz

Region Die Wirtschaftsjunioren

Göppingen starten unter dem

neuen Vorsitzenden Peter

Strohm unter dem Motto „Wirtschaft

mit Herz und Verstand“

ins Jahr. Monatlich sind mehrere

Veranstaltungen geplant, darunter

die „Nacht der Ausbildung“.

Schwerpunkte: Mitgliedergewinnung,

mehr Diversität

und Ausbau von Kooperationen

mit dem Wirtschaftskreis und

internationalen Partnern.

Für 2026 planen die 42 Mitglieder

die Wiederauflage der

„Gala der Wirtschaft“ als Charity-Event.

Ziel: junge Fachkräfte

in der Region halten.[!]


40

FLOTTENMANAGEMENT unternehmen [!]

Unter Strom: Flotten

werden elektrisch

E-Mobilität Viele Unternehmen gehen in die vollelektrische

Fahrzeug-Offensive. Nicht zuletzt, weil eine historisch günstige

Steuerarchitektur lockt. Aber Ladeleichen, Kilometerfresser und

Abschreibungstücken lassen manche Flotten-Chefs noch zögern.

Sven Boomgaarden ist

„sehr stolz“ auf die neueste

Leistung seiner

Firma. Der Chef von

Deutschlands größtem Getränkehersteller

Coca-Cola Europacific

Partners Deutschland hat

gerade seine komplette Pkwund

Kleintransporter-Flotte auf

Elektroantrieb umgestellt. 1.600

Hyundai, Opel, Škoda, BMW und

weitere Fahrzeuge für Verkaufsberater

sowie Transporter für

Servicetechniker rollen jetzt

emissionsfrei durchs Land.

Boomgardens Brauseriese hat

dazu an seinen 23 Standorten

insgesamt 170 Ladesäulen installiert;

zusätzlich wurde die Anschaffung

von 480 Wallboxen für

Mitarbeitende mit Dienst- oder

Funktionswagen gefördert. Inklusive

reichlich Überzeugungsarbeit

unter den Mitarbeitenden.

So eine gut geplante Mammutaufgabe

steht in diesem Jahr

wohl noch Tausenden Fuhrparkverantwortlichen

bevor. Denn

die Flottenelektrifizierung ist

zur strategischen Pflichtaufgabe

geworden. Auch, weil eine EU-

Richtlinie zur Nachhaltigkeit

Unternehmen zwingt, detailliert

über die Emissionen ihrer Flotten

zu berichten. Ab 2026 ist dafür

beispielsweise sogar ein

eichrechtskonformer Zähler für

die Heimladeabrechnung Pflicht.

Der Markt steht auch deswegen

unter Strom: Im April 2026 meldete

das Kraftfahrtbundesamt

64.350 neu zugelassene Elektro-

Pkw, einen Marktanteil von 25,8

Prozent und ein Plus von 41,3

Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Henning Ludes, Associate

Partner bei Berylls by Alix-

Partners, erklärt die neue Liebe

Die Ladeinfrastruktur

für die

Firmenflotte

muss rechtzeitig

geplant werden.

FOTO: UROS PETROVIC/ADOEBSTOCK.COM

zum Stromer „durch neue Einstiegsmodelle,

steigende Lebenszyklusvorteile,

striktere EU-Vorgaben

im vergangenen Jahr und

eine stärkere Nachfrage nach

Firmenwagen.“

In Deutschland geht die Liebe

aber erst mal durch das Rechenzentrum

im Kopf. Und da haben

neue Steuerregeln das Umdenken

der Flottenmanager befördert.

Im Zentrum steht die Turbo-Abschreibung:

Im ersten Jahr

können Unternehmen 75 Prozent

der Anschaffungskosten steuerlich

absetzen, selbst wenn das

Fahrzeug erst im Dezember angeschafft

wird – die sonst obligatorische

zeitanteilige Abschreibung

entfällt.

Die Dienstwagen-Berechtigten

müssen ohnehin kaum überzeugt

werden: Denn zeitgleich

hat der Staat die Fördergrenze

für die 0,25-Prozent-Versteuerung

des geldwerten Vorteils

von 70.000 auf 100.000 Euro angehoben.

Bei einem Geschäftsauto

im Wert von 80.000 Euro

beträgt der monatliche geldwerte

Vorteil damit nur 200 Euro

statt 800 Euro beim Verbrenner

– eine Netto-Ersparnis von 180

Euro pro Monat bei einem angenommenen

Steuersatz von 30

Prozent.

Gute Gründe für Stromer

Elektroautos, die zwischen dem

1. Januar 2026 und dem 31. Dezember

2030 neu zugelassen

werden, sind zudem bis Ende

2035 von der Kfz-Steuer befreit.

Und wer sein E-Auto 2024 zugelassen

hat, zahlt nun bis 2034 keine

Kfz-Steuer statt nur bis 2030.

Das drückt die Gesamtkosten eines

E-Autos spürbar. Für Fuhrparks

mit Elektro-Lkw gilt Ähnliches:

Die Mautbefreiung für

emissionsfreie Lkw wurde bis

zum 30. Juni 2031 verlängert –

Betreiber können damit nun

über fünfeinhalb Jahre fest kal-

41,8

Prozent mehr zugelassene

E-PKW im April 2026 im Vergleich

zum Vorjahresmonat.


41

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42

FLOTTENMANAGEMENT unternehmen [!]

FOTO: VON DMYTRO/ADOBESTOCK.COM

Elektro-LKWs sind befristet bis maximal 10 Jahre steuerbefreit. Die LKW-Maut entfällt bis 2031.

kulieren, was die Betriebskosten

von E-Lkw gegenüber Diesel-

Lkw deutlich verbessert.

Für viele Flottenbetreiber gibt es

jedoch einen entscheidenden

Haken: Rund 80 Prozent der gewerblichen

Fahrzeuge werden

geleast – und nur der wirtschaftliche

Eigentümer darf die Abschreibung

nutzen; also die Leasinggesellschaft.

Wer die Turbo-

Abschreibung wirklich nutzen

will, muss darum kaufen oder

auf Mietkauf setzen. Für Plug-in-

Hybride haben sich die Bedingungen

zusätzlich verschärft:

Seit Anfang 2025 greift der günstigere

Steuersatz von 0,5 Prozent

nur noch ab einer elektrischen

Mindestreichweite von 80 Kilometern

– ein stiller Abschied des

Hybrids aus vielen Dienstwagenregelungen.

Manager wie Boomgarden wissen:

Der häufigste Fehler beim

Aufbau einer E-Flotte ist, die Ladeinfrastruktur

zu spät zu planen.

Wenn eine Erweiterung des

Netzanschlusses oder der Einbau

einer Trafostation notwendig

ist, können Kosten im sechsbis

siebenstelligen Bereich entstehen

und die Prozesse ein bis

zwei Jahre dauern. Ein intelligentes

Lastmanagementsystem

ist dabei unverzichtbar, um teure

Lastspitzen zu vermeiden. Für

Pkw, die über Nacht stehen, sind

AC-Lader mit 11 oder 22 kW ausreichend;

Logistiker mit kurzen

Umschlagzeiten brauchen DC-

Schnelllader mit über 50 kW.

Hinzu kommt ein neueres Problem

mit einem treffenden Namen:

„Ladeleichen“ – durch Insolvenzen

der Betreiber stillgelegte

Ladesäulen.

Wer große Fuhrparks betreibt,

hat künftig allerdings auch die

Chance, die eigene Ladeinfrastruktur

zum Erlösmodell zu machen.

Per Vehicle-to-Grid (V2G)

können bidirektional ladende

Elektroautos gespeicherten

Strom ins Netz zurückspeisen.

Seit diesem Jahr ist Strom, der

Die Planung

der Ladeinfrastruktur

ist ganz

entscheidend.

Sven Boomgarden

Coca-Cola

Deutschland GmbH

aus dem Netz entnommen, gespeichert

und später zurückgespeist

wird, von Netzentgelten

und Stromsteuer befreit – sowohl

für stationäre Speicher als

auch für V2G-fähige Elektroautos.

Eine Agora-Studie beziffert

das Erlöspotenzial auf jährlich

bis zu 500 Euro pro Flotten-Fahrzeug.

Für Unternehmen, die weder Kapital

binden noch selbst Infrastruktur

aufbauen wollen, gibt es

aber Alternativen. Martin Rada,

Managing Director von Vibe

moves you, beschreibt den dahinterstehenden

Kundenwunsch

so: „Ich würde elektrisch fahren,

aber ich will mich nicht mehrere

Jahre festlegen.“ Das österreichische

Unternehmen bietet seit

Herbst 2025 auch in Deutschland

vollelektrische Fahrzeugabos für

Fuhrparks an – inklusive Versicherung,

Wartung und Reifenwechsel.

Den Steuerturbo des

Investitionssofortprogramms

können auch Abo-Kunden allerdings

nicht mitnehmen.

Erst analysieren, dann wählen

Alexander Lutz, Manager beim

Leasing-Konzern Ayvens, gibt vor

dem Kaufrausch in Sachen Stromer

noch etwas zu bedenken: Das

Restwertthema war in der Verbrennerwelt

noch deutlich berechenbarer.

Technologiesprünge

und aggressive Preissenkungen

von einzelnen Herstellern setzen

bei E-Fahrzeugen den Gebrauchtwagenmarkt

unter Druck. Die

häufigste Schutzmaßnahme sind

Leasingmodelle mit geschlossenem

Vertrag, bei denen das Restwertrisiko

beim Leasinggeber verbleibt.

Wer heute eine E-Flotte aufbaut,

beginnt angesichts dieser Rahmenbedingungen

eher nicht im

Fahrzeugkatalog, sondern mit

der Analyse eigener Nutzungsprofile.

Danach folgen Standortprüfung,

Infrastrukturplanung,

überarbeitete Dienstwagenregelungen

und – oft unterschätzt –

die Arbeit am eigenen kompletten

Umdenken der Flottenmanager

und Dienstwagennutzer. Da

sollte die Lernkurve steil ansteigen

– schließlich läuft die Turbo-Abschreibung

schon Ende

kommenden Jahres wieder aus.

[!] Peter Weißenberg


unternehmen [!] RESSORT 43

Der Dienstwagen lädt zuhause.

Aber wer zahlt eigentlich den Strom?

Neue gesetzliche Regelungen machen Heimladen für Unternehmen erstmals

wirklich wirtschaftlich und deutlich einfacher für Mitarbeitende.

Der Dienstwagen steht nach Feierabend

Zuhause. Der Akku ist halb leer. Eigentlich

kein Problem, eine Nacht an der Wallbox

und morgen früh ist er voll. Doch was sich

so selbstverständlich anhört, bedeutet für

Unternehmen oft erhebliche Kosten. Der

Grund dafür liegt in der Art, wie Heimladen

bisher geregelt war.

Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden das

Heimladen ermöglichen wollten, mussten

bisher in geeichte Wallboxen investieren,

die einzige Möglichkeit, geladene Strommengen

steuerkonform nachzuweisen.

Dies bedeutet hohe Kosten, Wartung und

organisatorischer Aufwand. Für viele Betriebe

war das schlicht nicht verhältnismäßig.

Seit Anfang 2026 hat sich die Rechtslage

geändert.

Fahrzeuginterne Daten gelten nun als anerkannter

Nachweis für geladene Strommengen.

Das klingt technisch, hat aber eine

sehr konkrete Konsequenz: Die Pflicht zur

geeichten Wallbox entfällt. Das Fahrzeug

selbst liefert, was für die Abrechnung gebraucht

wird.

Diesen Moment hat die AZOWO GmbH aus

Biberach an der Riß genutzt. Das Unternehmen

hat mit der AZOWO Mobility Cloud eine

All-in-One-Plattform für Fuhrparkmanagement

entwickelt und darauf aufbauend mit

Fleet Plug@Home eine Lösung geschaffen,

die Heimladen ohne Hardwareinvestition

möglich macht. Mitarbeitende registrieren

ihre Heimladestation einmalig in der

Plattform und können anschließend an

jeder vorhandenen Wallbox oder normalen

Steckdose laden. Kilowattstunden, Ladedauer

und Batteriestand werden direkt vom

Fahrzeug übertragen, die monatliche Erstattung

läuft vollautomatisch. Für Unternehmen

bedeutet das: keine Hardware, keine

manuellen Abrechnungen, kein Aufwand bei

Personalwechsel. Alle Ladevorgänge sind

revisionssicher dokumentiert und jederzeit

exportierbar.

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Mehr zum

Thema Heimladen

Heimladen ist erst der

Anfang der Elektrifizierung

Mit der Einführung von E-Dienstwagen

verändern sich ganze Fuhrparkprozesse.

Unternehmen stehen heute vor Fragen wie:

Welche Fahrzeuge sind ausreichend

geladen?

Wie werden Poolfahrzeuge effizient

eingesetzt?

Wie lassen sich CO₂-Ziele dokumentieren?

Welche Ladeinfrastruktur wird wirklich

benötigt?

Werkzeuge in der AZOWO

Mobility Cloud für den

Umstieg auf die E-Flotte

Fleet Plug@Home:

Heimladen ohne Wallbox-Investition,

vollautomatische Abrechnung

Intelligente Fahrzeugbuchung:

Zuweisung nach Reichweite und

Ladezustand, per App oder Web

Live-Fahrzeugdaten:

Ladezustand, Verfügbarkeit und

Verbrauch in Echtzeit

CO₂-Reporting:

Automatische Berichte für CSR-

Anforderungen und Stakeholder

TCO-Modul:

Gesamtkostenvergleich E-Fahrzeug

vs. Verbrenner auf einen Blick

Die Elektrifizierung eines Fuhrparks ist

deshalb längst mehr als nur die Anschaffung

neuer Fahrzeuge. Sie wird zu einem

strategischen Transformationsprozess.

Checkliste für die

Umstellung der Flotte

auf Elektromobilität

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Die All-in-One Fuhrparkmanagement Software für Unternehmen


44

MACHEN unternehmen [!]

FOTO: GIACINTO CARLUCCI

Pflanzenkohle verbessert die Bodeneigenschaften und unterstützt klimaresiliente Begrünung.

Die Transformation der

Entsorgungs- und Recyclingbranche

zeigt sich

exemplarisch bei der

DU: -Unternehmensgruppe im

Landkreis Göppingen. Während

klassische Geschäftsfelder wie

Schrott- und Abfalllogistik unter

rückläufigen Mengen und strukturellem

Wandel leiden, baut das

Göppinger Unternehmen gezielt

neue, nachhaltige Standbeine

auf. Im Zentrum dieser strategischen

Neuausrichtung stehen

zwei Zukunftstechnologien: Pyrolyse,

die neben Pflanzenkohle

auch Wärme liefert, sowie die

Wasserstoffproduktion.

„Wir spüren eine große Nachfrage

nach Pflanzenkohle“, sagt

Betriebsleiter Bernhard Lehle.

Rund 1.000 Tonnen produziert

das Unternehmen derzeit jährlich

– Tendenz steigend. Die

Gründe für das wachsende Interesse

sind vielfältig. Pflanzenkohle

gilt als effektive CO²-Senke

und gewinnt insbesondere im

urbanen Raum an Bedeutung.

Kommunen setzen sie ein, um

Stadtbegrünung resilienter zu

gestalten: Dank ihrer hohen

Speicherfähigkeit für Wasser

und Nährstoffe verlängern sich

Gießintervalle, gleichzeitig können

Pflanzen auch an bislang

ungeeigneten Standorten wachsen.

Im Kontext moderner

Kohle mit

Kohle machen

Recycling Schrott und Abfall waren gestern. Ein Göppinger

Unternehmen setzt auf Pyrolyse und Wasserstoff – und macht

aus dem, was andere wegwerfen, ein Zukunftsgeschäft.

Pflanzenkohle in der

Vermarktung: Ein Zukunftsrohstoff,

der als CO₂-Senke

wirkt.

FOTO: ETG GRUPPE &

CHRISTOPH ZIMMERMANN

Wir spüren

eine große

Nachfrage.

Bernhard Lehle ist

Betriebsleiter des Entsorgungsunternehmens

DU:

in Göppingen.

Stadtentwicklungskonzepte wie

der „Schwammstadt“ wird dieser

Effekt zunehmend relevant.

Auch beim Hochwasserschutz

bietet das Material Vorteile, da

es Wasser zurückhalten kann,

statt es unmittelbar abzuleiten.

Darüber hinaus entdeckt die

Bauindustrie die Pflanzenkohle

für sich. Als Zusatzstoff in Beton

und Asphalt verbessert sie

die CO²-Bilanz von Baustoffen

erheblich – und bleibt dabei

über Jahrhunderte stabil. Parallel

erschließen sich weitere Anwendungsfelder

in Landwirtschaft

und Gartenbau, wo die

Kohle als Bodenverbesserer

fungiert. Projekte mit lokalen

Vereinen, wie beispielsweise

dem OGV Deggingen, zeigen,

dass das Potenzial bis in den

Hobbybereich reicht.


unternehmen [!] MACHEN 45

Noch erfolgt der Vertrieb überwiegend

in großen Einheiten, sogenannten

Big Packs. Perspektivisch

prüft das Unternehmen jedoch

auch kleinere Gebinde für

den Direktverkauf. Zudem wird

an neuen Produktvarianten gearbeitet,

etwa Mischungen aus

Pflanzenkohle und Humuserde.

Der Vertrieb befindet sich hier

noch im Aufbau.

Ein entscheidender Vorteil des

Produktionsprozesses liegt in

der entstehenden Abwärme.

Diese wird bislang zur Versorgung

der eigenen PET-Recyclinganlage

mit Warmwasser sowie

zur Beheizung des Betriebsgeländes

genutzt. Perspektivisch

könnte sie jedoch in ein Fernwärmenetz

eingespeist werden.

Gespräche über eine entsprechende

Infrastruktur laufen. „Da

ist allen geholfen“, sagt Lehle –

mehr Pflanzenkohleproduktion

und gleichzeitig eine nachhaltige

Wärmeversorgung für ein

ganzes Stadtgebiet.

Von der Eigenversorgung zur

möglichen Fernwärme

Die Wurzeln dieses Geschäftsfelds

reichen rund zwölf Jahre zurück.

Damals suchte das Unternehmen

nach einer kostengünstigeren

Alternative zur elektrischen

Wassererwärmung, die monatlich

hohe Stromkosten verursachte.

Mit der Investition in die Pyrolysetechnologie

gelang nicht nur die

Lösung dieses Problems, sondern

auch der Einstieg in die Produktion

eines gefragten Zukunftsprodukts,

dessen Produktion – in Abhängigkeit

von den Absatzmöglichkeiten

der Abwärme – in den

kommenden fünf Jahren auf das

Doppelte anwachsen soll.

Heute entwickelt sich die

Pflanzenkohle zunehmend zu einem

eigenständigen wirtschaftlichen

Standbein – auch, weil

klassische Entsorgungsmengen

zurückgehen. Der Personalaufwand

bleibt dabei vergleichsweise

gering, da die Anlagen weitgehend

automatisiert arbeiten.

Wie sieht es mit Mitbewerbern

aus? Noch sei viel zu verteilen

auf dem relativ neuen

Markt, sagt Lehle. „Wir spüren

aber auch, dass andere merken,

da geht was.“ Vorteil sei jedoch,

dass DU: als Pionier auf diesem

Müll macht Karriere

FOTO: ANNETTE WANDEL

Vom Entsorger zur Technologiegruppe: Das DU:-Firmengelände

im Landkreis Göppingen.

Die DU:-Gruppe

mit Sitz im Landkreis

Göppingen beschäftigt

insgesamt 130

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter –

100 in der Produktion,

30 im kaufmännischen

Bereich –

und erzielte im Geschäftsjahr

2025

einen Umsatz von 46

Millionen Euro. Zur

Gruppe gehören die

Unternehmen ETG

Entsorgung + Transport

Göppingen,

Fetzer Rohstoffe +

Recycling, Metall-Recycling

Göppingen

sowie PET-Recycling.

Betriebsleiter Bernhard

Lehle ist seit 23

Jahren im Unternehmen

und berät seit

diesem Jahr Kommunen

in den Bereichen

Wärmekonzepte

und Schwammstadt.

Gebiet im süddeutschen Raum

große Erfahrung habe. „Unsere

Expertise und die Qualität der

Produkte sind sehr gut.“ Mit gutem

und erfahrenem Personal

werde auf mehreren Anlagen ein

hochwertiges Produkt erzeugt,

das zu einem marktfähigen Preis

angeboten werden könne.

Parallel treibt die DU:-Gruppe

ein zweites Innovationsfeld voran:

die Produktion von grünem

Wasserstoff. In Kooperation mit

einem Technologiepartner befindet

sich derzeit eine Pilotanlage

in der Erprobung. Ziel ist es, aus

unterschiedlichen Reststoffen effizient

Wasserstoff zu gewinnen.

Anfangs lag der Fokus auf Holzstaub,

inzwischen werden auch

Kunststoffe einbezogen – insbesondere

wegen ihrer chemischen

Struktur, die sich gut für die Wasserstoffgewinnung

eignet.

Wir spüren

auch, dass

andere merken,

da geht was mit

Pflanzenkohle.

Das Verfahren basiert auf der

Umwandlung von Materialien in

Synthesegas, aus dem anschließend

Wasserstoff extrahiert wird.

Nebenprodukt ist flüssiges CO²,

das industriell weiterverwendet

werden kann. Die geplante Jahresleistung

der Pilotanlage liegt

bei rund 100 Tonnen Wasserstoff

– genug, um mehrere Nutzfahrzeuge

ein Jahr lang zu betreiben.

Noch befindet sich das Projekt in

der Testphase, doch die Perspektiven

sind vielversprechend.

Mit einer Skalierung der Technologie

könnte die Wasserstoffproduktion

künftig eine zentrale Rolle

im Unternehmen einnehmen

– und zugleich einen Beitrag zur

Energiewende leisten.

In einem wirtschaftlich anspruchsvollen

Umfeld setzt die

DU:-Gruppe damit bewusst auf

Innovation und Diversifikation.

Pflanzenkohle und Wasserstoff

stehen exemplarisch für den

Wandel von einem klassischen

Entsorger hin zu einem Anbieter

nachhaltiger Ressourcenund

Energielösungen.

[!] Axel Raisch


FOTO: MW-ARCHITEKTURFOTOGRAFIE

Zum Tag der Architektur werden Einblicke in besondere Häuser gewährt, wie dieses Projekt des Architekten Matthias von Schröder.

100 Objekte zum Entdecken

Aktionstag Unter dem Motto „einfach wohnen!“ will die Architektenkammer auf

außergewöhnliche Beispiele aufmerksam machen.

Am 27. Juni heißt es in

Baden-Württemberg

wieder: Hereinspaziert!

Am Tag der Architektur

öffnen mehr als 100 öffentliche

und private Bauherrschaften

im Südwesten ihre Türen

für die interessierte

Öffentlichkeit. Von Konstanz bis

Bad Mergentheim, Wangen bis

Offenburg bieten die Aktiven der

Architektenkammer Baden-

Württemberg in allen Regionen

des Landes Besichtigungstouren

zu Objekten an. Dazu sind die

Bürgerinnen und Bürger im Südwesten

herzlich eingeladen –

aber auch bundesweit.

„Architektur ist nicht nur eine

gestalterische Disziplin, sondern

eine gesellschaftliche Aufgabe

von hoher Verantwortung“, erklärt

Andrea Gebhard, die Präsidentin

der Bundesarchitekten-

Im Heidenheimer Stadtteil Schnaitheim entstehen im „Kleehof-Quartier“ 35 Mietwohnungen –

nachhaltig und bezahlbar.

FOTO: DAVID MATTHIESSEN


unternehmen [!] BAUEN, WOHNEN, LEBEN 47

kammer. Gebäude, Quartiere

und Stadträume müssten nachhaltig,

bezahlbar, langlebig und

zugleich von hoher gestalterischer

Qualität sein.

Der Präsident der Architektenkammer

Baden-Württemberg

(AKBW), Markus Müller, betont:

„Gute Architektur ist kein Zufallsprodukt.“

Lebensumfelder

für Menschen zu gestalten, sei

vielmehr „das Ergebnis fundierter

Expertise und interdisziplinärer

Zusammenarbeit im Bewusstsein

der Verantwortung

gegenüber Gesellschaft und Umwelt.“

Architektur

ist eine

gesellschaftliche

Aufgabe von hoher

Verantwortung.

Andrea Gebhard

Bundesarchitektenkammer

Die AKBW hat für den Tag der

Architektur 2026 das Motto „einfach

wohnen!“ ausgerufen und

will damit die Aufmerksamkeit

auf die vielen Möglichkeiten lenken,

auch ohne überbordenden

Einsatz von Technik und Material

zukunftsfähige Lösungen zu

realisieren. Das Motto soll bewusst

breit ausgelegt werden,

mit Fokus auf dem Wort „einfach“.

Denn die bewusst unter

reduzierten Standards und daher

kostengünstiger realisierten

Neubauten oder Umnutzungen

sind keineswegs so zahlreich,

wie es sich die Kammer wünschen

würde. Insofern stellt der

Tag der Architektur auch ein

Spiegel der gesellschaftlichen

Entwicklung dar.

Wertvolle Architektur

Dieses Wohn- und Geschäftshaus in Kirchheim unter Teck

wurde mit „Beispielhaftes Bauen“ ausgezeichnet.

FOTOS: MW-ARCHITEKTURFOTOGRAFIE

oder schwarz, aus Holz oder als

Holz-Hybridbauten im Baustoffmix

erstellt, Tiny-Häuser oder

beeindruckende Freiraumplanungen.

Nachhaltigkeit bleibt auch in

Zukunft das zentrale Thema.

Auffällig auch: Die Zahl der Bauund

Wohngenossenschaften

nimmt zu. Das Institut für Demoskopie

in Allensbach veröffentlichte

im vergangenen Jahr

die Ergebnisse persönlicher Befragungen

von Bürgerinnen und

Bürgern ab 14 Jahren nach ihrem

Interesse an „moderner Architektur“.

Mehr als die Hälfte zeigte

kein oder nur mäßiges Interesse,

3,5 Prozent gaben hingegen

ein „besonderes Interesse“ an,

weitere gut drei Prozent informieren

sich zu dem Themenbereich

häufiger – zusammen also

mehr als sechs Millionen Menschen

bundesweit, die offen sind

für zeitgemäße Gestaltung der

gebauten Umwelt. Bestätigt wird

dies durch Medienmonitoring,

wonach Architekturthemen

etwa in Tageszeitungen überdurchschnittlich

geklickt werden.

Die Ästhetik von Gebäuden

reizt hier vor allem. Tieferes Interesse

würden Menschen entwickeln,

wenn sie die Chance erhalten,

komplexere Zusammenhänge

zu durchschauen, so die

AKBW-Sprecherin Gabriele

Renz.

Menschen

entwickeln

Interesse, wenn sie

Zusammenhänge

durchschauen.

Gabriele Renz

AKBW-Sprecherin

Außergewöhnliche Objekte

Spannende und eindrucksvolle

Beispiele zeitgenössischen Bauens

sind zu entdecken: Alle gut

100 Objekte, die am diesjährigen

„Tag der Architektur“ landesweit

besichtigt werden können,

sind auf ihre Weise außergewöhnlich.

Sei es durch die Flexibilität

ihrer Grundrisse oder

durch das genutzte Material.

Auf der Liste stehen Mehrfamilienhäuser

in Himbeerrot

Der „Tag der

Architektur“ ist

ein bundesweiter

Aktionstag, um auf

den Wert von Architektur

und Baukultur

aufmerksam zu

machen. Immer

Ende Juni laden die

Landesarchitektenkammern

die interessierten

Bürgerinnen

und Bürger ein

zu Stadtspaziergang,

Bus- oder

Radtouren zu architektonisch

spannenden

Wohnhäusern,

Quartieren,

Sanierungen, Aufstockungen

oder

Freiraumgestaltungen.

Die Aktiven der

Kammergruppen –

Architekten, Innenarchitekten,

Landschaftsarchitekten

sowie Stadtplaner –

sind für Auskünfte

und Informationen

ebenso vor Ort wie

die Auftraggebenden,

seien es

öffentliche oder private

Bauherrschaften.

Am Tag der Architektur ist Gelegenheit,

die eine oder andere

baulich-gestalterische Lösung in

Augenschein zu nehmen, sich

Ideen zu holen, sich inspirieren

zu lassen durch pfiffige Planungsansätze

und mit den Experten

aus der Planungspraxis

ins Gespräch zu kommen. Alle

Teilnehmenden erhalten ein

„Architektur-Glossar“ mit zentralen,

aktuellen Schlagwörtern.

[!] Claudia Knodel


Anzeige 48 RESSORT unternehmen [!]

Baustoffrecycling in Achstetten

Max Wild und SCHWENK errichten neue Bodenwaschanlage zur Aufbereitung mineralischer Bauabfälle

Achstetten.

Bald geht’s los mit der Offensive im Baustoffrecycling:

Die Unternehmen Max Wild aus

Berkheim und SCHWENK aus Ulm errichten

für ihre neue Gesellschaft SW BAUMINERA­

LIK Donau­Iller GmbH & Co. KG gerade eine

neue Bodenwaschanlage in Achstetten im

Landkreis Biberach. Die nassmechanische

Aufbereitungsanlage arbeitet im Schichtbetrieb

und bereitet jährlich bis zu 250.000

Tonnen mineralischer Bauabfälle zu hochwertigen

Recyclingstoffen auf. Mit der Investition,

die im unteren zweistelligen Millionenbereich

liegt, setzen die beiden Bauprofis

ein klares Zeichen für eine

ver antwortungsvolle Kreislaufwirtschaft

und Ressourcenschonung – mit räumlichem

Schwerpunkt im Landkreis Biberach und im

Alb­Donau­Kreis.

„Einfach großartig, dass die neue Bodenwaschanlage

nach einjähriger Bauzeit bald in

Betrieb gehen kann. Mit der nassmechanischen

Aufbereitungsanlage in Achstetten

können wir die regionale Recyclingquote

deutlich erhöhen und die Herstellung von

Recyclingbaustoffen weiter ausbauen“, erklären

die Geschäftsführer der SW BAUMINE-

RALIK, Markus Wild und Joachim Kainz. „Mit

der modernen Bodenwaschanlage schonen

wir wertvolle Ressourcen und erzeugen zugleich

leistungsstarke Sekundärbaustoffe

auf dem Weg zum nachhaltigen Bauen.“

Die nassmechanische Aufbereitungsanlage in Achstetten wird im Schichtbetrieb arbeiten und jährlich

bis zu 250.000 Tonnen mineralischer Bauabfälle zu hochwertigen Recyclingstoffen aufbereiten.

chanische Aufbereitungsanlage in Achstetten

bereits die zweite Bodenwaschanlage innerhalb

von fünf Jahren. Seit 2020 hat das Familienunternehmen

am firmeneigenen

Entsorgungszentrum in Eichenberg (Berkheim)

eine Bodenwaschanlage im Einsatz

und zählt damit zu den Pionieren im Baustoffrecycling.

Über eine Million Tonnen mineralischer

Bauabfälle haben die Profis ohne

Grenzen seit der Inbetriebnahme der Anlage

in Eichenberg bisher „gewaschen“. Die bei

der Reinigung zurückgewonnenen Sand- und

Kiesfraktionen führt Max Wild als gleichwertige

Sekundärbaustoffe in den Wirtschaftskreislauf

zurück. Die Verwendung der Sekundärbaustoffe

erfolgt in Betonwerken, Kellerwänden,

Geschossdecken und in der

Asphaltindustrie. Mit der bereits bestehenden

Bodenwaschanlage in Eichenberg und

der neuen Anlage in Achstetten wird sich die

Anlagen- und damit auch die Recyclingkapa-

Wichtige Sekundärrohstoffe

Die neue Bodenwaschanlage arbeitet mineralische

Bauabfälle wie Bodenaushub oder

Gleisschotter zu hochwertigen Sekundärbaustoffen,

in Form von Körnungen, Sanden

und Splitten, auf. Für Max Wild ist die nassmezität

in der Region auf bis zu 500.000 Tonnen

pro Jahr verdoppeln.

Kreislaufwirtschaft in der DNA

Auch SCHWENK aus Ulm hat Kreislaufwirtschaft

und Recycling in seiner Firmen-DNA.

Das Unternehmen ist eines der ältesten Familienunternehmen

der deutschen Baustoffindustrie

und hat neben den Sparten Zement,

Beton, Sand & Kies sowie Betonpumpen

vor rund drei Jahren die Sparte

Kreislaufwirtschaft & Recycling gegründet,

um das Baustoffrecycling für SCHWENK zu

entwickeln und voranzutreiben. Darüber

nutzt und entwickelt SCHWENK aktuell gleich

mehrere neue Verfahren, um bei der Herstellung

und im Umgang mit Baustoffen im großen

Umfang CO2 zu reduzieren. Der verwendete

Beton in der neuen Bodenwaschanlage

in Achstetten beinhaltet beispielsweise einen

Zement von SCHWENK, der nur noch zu

ca. 60 % aus Klinker besteht. Zusätzlich werden

ca. 25 % an Recycling-Körnungen aus

der Bodenwaschanlage von Max Wild in Eichenberg

eingesetzt.

Fotos: SW BAUMINERALIK

Hier entsteht die neue nassmechanische Aufbereitungsanlage in Achstetten.

SW BAUMINERALIK Donau­Iller GmbH & Co. KG

Leutkircher Str. 22

88450 Berkheim

Telefon 08395 920-126


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

49

Zu bereits realisierten Projekten zählen beispielsweise der Bau einer Mehrzweckhalle in Scharenstetten und eines Kindergartens in Nellingen. Aktuell

sind unter anderem zwei Mehrfamilienwohnhäuser in Beimerstetten in Planung.

Fotos: Christoph Wieland

Aus Tradition modern

Seit 1931 entwerfen und realisieren wir öffentliche

und private Projekte. Von der ersten Idee

über den Entwurf bis zur Ausführung des Baus -

bei uns liegt alles in einer Hand. Wir gestalten architektonisch

anspruchsvolle Bauten mit durchdachten

Lösungen für die Wünsche und Bedürfnisse

unserer Bauherren. Alle Projekte von Graf

und Völk werden von uns mit Leidenschaft und

Engagement vorangetrieben und umgesetzt.

Auf der Website www.graf-und-voelk.de lassen

sich Beispiele unserer Arbeit, wie Schulen oder

Sportstätten, Kindergärten sowie Wohn- und

Gemeindebauten einsehen. Im Jahr 2021 übernahm

Christoph Wieland das Architekturbüro

von Dieter Völk und führt seitdem das Unterneh-

men in vierter Generation fort.

Freie Architekten und Planer

Sigrid Graf & Dieter Völk

Inhaber: Christoph Wieland

Bahnhofstraße 40

89129 Langenau

Telefon: 07345-60 31

Email: info@graf-und-voelk.de


Anzeige 50 RESSORT unternehmen [!]

Villa in Bayern

Vom Doppelhaus zur Villa

Im Neu-Ulmer Stadtteil Senden entstand

ein beeindruckendes Architekturprojekt: eine

Villa mit 450 Quadratmetern Wohnfläche.

Das Besondere: Es handelt sich dabei nicht

um einen Neubau, sondern um die Umgestaltung

zweier Doppelhaushälften. Diese wurden

bis auf die tragende Struktur zurückgebaut,

miteinander verbunden und grundlegend

modernisiert. Entstanden ist ein Bauwerk

mit klarer, zeitgemäßer Architektur und offen

gestalteten Grundrissen.

Die Ausstattung

Vor dem Haus befinden sich große Garagenund

Nebenanlagen mit Stellplätzen, Fahrradraum,

Abstellräumen und Lagerflächen, dazu

viel Stauraum und Privatsphäre im rückwärtigen

Bereich. Beim Betreten des Grundstücks

entsteht eine ruhige, hofartige Atmosphäre.

Der Eingangsbereich öffnet sich zu einem

großzügigen Luftraum mit eleganter Treppe

und Blick auf den blauen Pool im Garten.

Fotos: DDM Ulm

Im Erdgeschoss liegen die Schlafräume und

ein großzügiges Büro mit moderner Sichtbetondecke.

Einbaumöbel sorgen für klare

Strukturen und viel Stauraum.

Im Obergeschoss befinden sich das Wohnzimmer

mit offener Küche sowie ein großzügiger

Wellness- und Sportbereich mit Kletterwand,

Boxbereich, Fitnessraum und Sauna.

Das gesamte Projekt wurde bis ins Detail durchdacht

und bearbeitet: von der Architektur und

Innenarchitektur mit individuellen Möbeln

und Landschaftsplanung – alles in moderner,

einheitlicher und hochwertiger Ausführung.

Außenansicht Pool

Koch, Ess- u. Wohnbereich. Möbelfertigung aus hauseigener Manufaktur

Offener Eingangsbereich mit eleganter Treppe


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51

Empfang

Blutabnahme

Fotos: Photodesign Armin Buhl

Endokrinologie-Zentrum, Ulm

Das Endokrinologie-Zentrum am Ulmer

Eselsberg zählt zu den modernsten Einrichtungen

seiner Art in Deutschland und ist ein wichtiger

Bestandteil der medizinischen Versorgung

in Ulm. Das heutige Zentrum entstand

aus einer ehemaligen Druckerei und einem

Wohnhaus, die durch einen neuen Mittelbau

mit Atrium verbunden wurden und dessen

Mitte ein prächtiger Ahornbaum ziert.

Architekten Bauer und das Ärzteteam arbeiteten

eng zusammen, um optimale Praxisabläufe

und eine angenehme Atmosphäre für die

Patienten zu schaffen. Für ein Ärztezentrum ist

dieser architektonische und gestalterische

Anspruch außergewöhnlich, ansprechend und

einzigartig schön.

Architektonische Klarheit -

Das Helmut-Foitzik-Quartier in Köln-Porz -

Mit dem „Helmut-Foitzik-Wohnquartier am

Park“ realisieren Architekten Bauer in Köln-

Porz ein Wohnprojekt, das bewusst zwischen

Zurückhaltung und Selbstbewusstsein balanciert.

Auf einem ehemaligen Villengrundstück

mit großzügigem Baumbestand entstand ein

Ensemble, das die klassische Stadtvilla zeitgemäß

interpretiert – klar, ruhig, präzise.

In Zeiten wachsender Verdichtung zeigt das

Quartier, wie Wohnraum entsteht, ohne Freiraum

zu verlieren – und wie klare Architektur

mit hochwertigen Materialien und ausgewogenen

Proportionen dauerhafte Qualität schafft.

Außenanlagen

Fotos: Annika Feuss, Architekturfotografin

Über Architekten Bauer:

Lynette und Andreas Bauer sind ein Architekten-Ehepaar

aus Neu-Ulm, das gemeinsam mit

einem zwölfköpfigen Team tätig ist. Ihr Büro

realisiert hochwertige Einfamilienhäuser im

Großraum Ulm und ist Spezialist für anspruchsvolle

Ärztehäuser, kleine Kliniken sowie

gewerbliche Bauten. Ein Schwerpunkt liegt

zudem auf der Planung und Umsetzung ganzer

Wohnquartiere. Mit klarer, moderner Architektursprache

verbinden Sie Funktionalität und

Ästhetik.

Durch die eigene Schreinermanufaktur bieten

Sie Bauherren ganzheitliche Lösungen – vom

Entwurf bis zum maßgefertigten Innenausbau.

So entstehen nachhaltige und durchdachte

Räume mit langfristiger Qualität.

ARCHITEKTEN_BAUER

Augsburger Str. 37

89231 Neu-Ulm

https://architekten-bauer.de/

info@architekten-bauer.de

Tel. 0731 16577589


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53

Wirksame Raumkonzepte vom ersten Strich bis zur digitalen Begehung.

Planung, die wirtschaftlich führt

Digitale Intelligenz für sichere Investitionen.

Bauprojekte werden komplexer.

ESG-Vor gaben, steigende Kosten und regulatorische

Anforderungen erhöhen den Druck

auf Investoren und Unternehmen. Wer heute

baut, muss Risiken beherrschen, bevor sie

entstehen.

kreaplan setzt genau hier an

Wir verstehen Planung als unternehmerisches

Steuerungsinstrument.

Kreativität bedeutet für

uns, komplexe Anforderungen so zu

strukturieren, dass daraus wirtschaftliche

Sicherheit entsteht.“

Michael Maurer

Leiter kreaplan

– mit einer konsequent digitalen Planungsmethodik

auf Basis von Building Information

Modeling (BIM).

Planung wird zum strategischen Steuerungsinstrument.

Architektur, Tragwerk, technische

Gebäudeausrüstung und Energieperformance

werden in einem integralen digitalen Modell

vernetzt. Varianten lassen sich frühzeitig simulieren,

Materialeinsätze optimieren und Energieverbräuche

präzise berechnen. Entscheidungen

beruhen auf Daten – nicht auf Annahmen.

Der konkrete Mehrwert für Unternehmen:

• Höchste Kosten- und Terminsicherheit

• Frühzeitige Reduktion von Planungs- und

Ausführungsrisiken

• Transparente Entscheidungsgrundlagen

für Investitionen

• Messbare Integration von Nachhaltigkeits

zielen

• Optimierung des gesamten Gebäudelebens

zyklus

Kollisionen zwischen Gewerken werden digital

erkannt, bevor sie Mehrkosten verursachen.

Nachhaltigkeit wird systemisch integriert –

wirtschaftlich bewertet und langfristig gedacht.

Das digitale Gebäudemodell bleibt auch nach

Fertigstellung bestehen und dient als belastbare

Grundlage für Betrieb, Wartung und

zukünftige Anpassungen. Investitionen gewinnen

dadurch an Stabilität, Flexibilität und

nachhaltiger Wertbeständigkeit.

kreaplan steht für kreative Systemlösungen mit

wirtschaftlicher Präzision – für Unternehmen,

die strategisch investieren und langfristig

führen wollen.

kreaplan GmbH

Planungsbüro

Lußweg 2 | 89312 Günzburg

08221 / 274 03-0

info@kreaplan-gmbh.de

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Kreative Ideen, durchdachte Planung, starke Umsetzung – das Team von kreaplan.

Fotos: kreaplan Günzburg

Realitätsnahe Visualisierungen bis hin zur

Videobegehung


54

MACHEN unternehmen [!]

Schaufenster der Zukunft

Digitale Kommunikation Die Firma Wedeko ist Anbieter von Monitoren und Infostelen. Seit

einem Jahr auch eine Marke der Bütema AG – eine Zwei-Marken-Strategie, die funktioniert.

Die Wedeko-

Philosophie

wird auch von

der Bütema AG

übernommen.

Auch die Stadt Ulm nutzt beim Bürgerservice Bildschirmsysteme, um die Ticketnummern der Besucher

und Besucherinnen anzuzeigen.

Foto: Bütema AG

FOTO: JUERGEN ALTMANN

Lutz Hollmann-Raabe,

Vorstandsvorsitzender der

Bütema AG, schätzt den

regen Austausch mit dem

Erbacher Wedeko-Team.

Wedeko bleibt Wedeko.

Der Erbacher

Anbieter von digitalen

Monitoren

und Infostelen ist seit einem

Jahr eine Marke der Bütema AG.

Das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen

setzt mit einer

Zwei-Marken-Strategie auf

schnelles Wachstum.

Was wird heute gespielt? Wo

ist der Treffpunkt für die nächste

Altstadtführung? Das Theater

Ulm und auch das Stadthaus

Ulm präsentieren den Besuchern

aktuelle Informationen

auf modernen Monitoren. Auch

das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises

und die Stadt Neu-

Ulm zeigen Neues auf elektronisch

gesteuerten Infostelen der

ehemaligen Wedeko GmbH aus

Erbach.

Ehemalig, denn die Firma gibt

es in dieser Form nicht mehr,

die Marke Wedeko jedoch existiert

weiter. Seit Beginn des Jahres

2025 arbeiten die neun Angestellten

des früheren Druckereibetriebes,

der bereits seit einigen

Jahren auf digitale

Unternehmenskommunikation

via Bildschirme setzt, unter dem

Dach der Bütema AG.

Digitale Menüboards

„Bewegte Inhalte auf digitalen

Infokästen, LED-Wänden oder

Schaufensterdisplays werden

von Menschen deutlich stärker

wahrgenommen als gedruckte

Plakate“, erklärt Lutz Hollmann-Raabe,

Vorstandsvorsitzender

des Unternehmens aus

Bietigheim-Bissingen. Dieses

übernahm nicht nur die Belegschaft

und den Kundenstamm,

sondern auch das Know-how

des Erbacher Teams: „Durch die

Übernahme können wir in dem

sich stark konsolidierenden

Markt schneller wachsen und

zudem unsere Branchenschwerpunkte

erweitern.“ Ihm ist es

wichtig, den Erfolg der Erbacher

Wedeko-Mannschaft fortzuführen:

„Wir haben den Vertrieb

von Anfang an vertikal auf

eine Zwei-Marken-Strategie

ausgerichtet.“


unternehmen [!] MACHEN 55

Ein Konzept, das dennoch eine

klare Trennung beinhaltet. Während

die Mitarbeitenden in Bietigheim-Bissingen

mit ihren Produkten

internationale Einzelhandelsketten

bedienen, setzt

das Erbacher Team mit den Bereichen

Verwaltung, Vertrieb,

technischer Support und Marketing

weiter auf ihren bewährten

Kundenstamm mit Bäckereien,

Metzgereien, Schnellrestaurants

und Vergnügungsparks.

Lutz Hollmann-Raabe: „Auch

Kirchengemeinden nutzen mittlerweile

digitale Bildschirminformationen

und auch digitale

Menüboards können in Schnellrestaurants

oder Bäckereifilialen

besser auf tagesaktuelle Angebote,

Aktionen oder Allergenkennzeichnungen

aufmerksam machen

als statische Tafeln.“ Das

Unternehmen, das skalierbare

Komplettlösungen für Stadtmarketing,

Tourismus, Museen, Verkehr

oder eben den Handel mit

Soft- und Hardware intelligent

kombiniert, erwirtschaftet einen

jährlichen Umsatz von 21 Millionen

Euro. Lutz Hollmann-Raabe:

„2,5 Millionen davon setzt die

Marke Wedeko um.“

Der Standort Erbach

ist in Bewegung

Die Bütema AG aus der Nähe

von Ludwigsburg bei Stuttgart,

die 95 Mitarbeitende zählt, darunter

etwa 60 Software-Spezialisten,

profitiert nicht nur von

dem dazugewonnenen Kundenstamm

des Erbacher Standortes,

sondern auch von der Form der

Akquise. „Die Philosophie von

Wedeko, einen Großteil der Firmen

und Kommunen über Online-Marketing

mit gezielten

Suchmaschinenergebnissen zu

gewinnen, wird auch von der Bütema

AG übernommen“, so der

Vorstandsvorsitzende, der den

regen Austausch zwischen den

beiden Standorten schätzt und

pflegt. Mindestens einmal im

Monat ist auch er in Erbach, wo

seit der Übernahme bereits ein

neuer Mitarbeiter eingestellt

werden konnte. Auch der Marketingbereich

wird von Erbach

aus gesteuert: „Der Standort ist

und bleibt in Bewegung.“ Vieles

ist geblieben, einiges ist neu. So

wird der Kundenkontakt mit

Auf Kundenwünsche reagieren

FOTO: BÜTEMA AG

Im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises werden die Besucher

und Besucherinnen über moderne Monitore informiert.

Vom 10 Zoll-Monitoren

bis hin zur 5 x

10 Meter umfassenden

LED-Wänden

mit Großbildprojektionen.

„Digital Signage“-Lösungen

können unterschiedliche

Branchen

mit vielseitigen

Anwendungen bespielen

und sind so

ein zentraler Bestandteil

moderner

Unternehmenskommunikation.

Der Vorteil:

Mit digitalen

Bildschirmen lassen

sich Inhalte schon

bald in Echtzeit ausspielen.

Ob Produktvideos,

Servicehinweise

oder interaktive

Anwendungen.

„Digitale Inhalte

schaffen Mehrwert

genau dort, wo Kundinnen

und Kunden

Entscheidungen

treffen“, so Lutz

Hollermann-Raabe,

Vorstandsvorsitzender

der Bütema AG:

„Durch Künstliche

Intelligenz können

Animationen, Bilder

oder Texte zukünftig

noch schneller erstellt

werden und so

noch dynamischer

auf spezielle Kundengruppen

reagieren

- in Echtzeit und

DSGVO-rechtskonform.“

dem nun größeren Team aus

Bietigheim-Bissingen weiter

ausgebaut und gestärkt. Lutz

Hollmann-Raabe: „Bei einer

kleinen Mannschaft mit neun

Beschäftigten ist eine klare Vertretungsregelung

einfach nicht

realisierbar.“

Der neue Arbeitgeber macht es

möglich. Die Bütema AG, ein traditionsreiches

Familienunternehmen,

das seine Wurzeln in

der Bürotechnik hatte, begann

vor neun Jahren in die Welt der

digitalen Unternehmenskommunikation

einzutauchen. Zweites

Standbein des schwäbischen Betriebes

ist die Steuerung von Warenwirtschaftsprozessen

in Unternehmen

- von der Beschaffung

bis zum Absatz.

Digitale Inhalte

schaffen Mehrwert,

wo Kunden

Entscheidungen

treffen.

Lutz Hollmann-Raabe

Vorstandsvorsitzender Bütema AG

Trotz vieler Gemeinsamkeiten

und einer bewusst gelebten gemeinsamen

Unternehmenskultur

finden auf verschiedenen

Ebenen auch Anpassungskonzepte

statt. Setzte das Vertriebsteam

der ehemaligen Wedeko

GmbH auf den Verkauf der Monitorsysteme,

konzentriert sich

die Bütema AG auf die Fullservice-Vermietung

der elektronischen

Werbeflächen. „Auf diese

Weise können wir bei einem Defekt

oder Ausfall einen Austausch

innerhalb eines Zeitraums

von 48 Stunden garantieren,

und das in ganz Europa“, so

Lutz Hollmann-Raabe, der auch

durch die Verstärkung durch die

Marke Wedeko in die Riege der

drei führenden Anbieter in Europa

aufsteigen möchte. Weitere

Übernahmen von Branchenfirmen

sind geplant: „Zu den bereits

8.000 Monitoren, die die

Bütema AG mittlerweile besitzt

und bedient, kamen noch einmal

5.000 Bildschirme von Wedeko-

Kunden dazu.“ Ein Anfang ist gemacht,

auch Dank des Teams aus

Erbach.[!] Stefan Loeffler

FOTO: PIXS4U/ADOBESTOCK.COM


56

FITNESS UND GESUNDHEIT unternehmen [!]

FOTO: SATIT SRIHIN/ADOBESTOCK.COM

Für viele Hobbygolfer beginnt

jetzt die schönste

Zeit des Jahres. Der Frühsommer

steht für den

Neustart auf dem Fairway, für

das erste Klacken des Balls nach

Monaten der Pause. Doch genau

hier liegt die Herausforderung:

Wer unvorbereitet startet, merkt

schnell, dass Gefühl, Rhythmus

und Kondition nicht mehr ganz

dort sind, wo sie im Herbst aufgehört

haben. Wer es hingegen

klug angeht, startet nicht nur

besser, sondern vor allem entspannter.

Ohne eine

gewisse

Grundausdauer

und Kraft wird man

nicht besser.

Dr. Patrick van Bergen

Chefarzt

Mit Schwung zur

Eleganz

Freizeitsport Der Start in die neue Saison fällt oftmals

schwer. Regelmäßige Bewegung sollte aber nicht von

der Jahreszeit abhängen: Auch beim Golf müssen

Bewegungsabläufe geübt werden.

„Ich bin eher zufällig zum Golf

gekommen, aber es hat mich sofort

gepackt“, sagt Dr. Patrick

van Bergen, Chefarzt der Orthopädie

und Unfallchirurgie der

Medius Kliniken in Kirchheim

und Nürtingen und leidenschaftlicher,

ambitionierter Hobbygolfer.

Seit knapp zwei Jahren steht

er regelmäßig auf dem Platz, als

Einsteiger mit wachsendem Ehrgeiz,

aber eben auch mit dem geschulten

Blick eines Mediziners.

Denn was auf den ersten Blick

leicht und elegant wirkt, ist biomechanisch

anspruchsvoll: Der

Golfschwung fordert Koordination,

Stabilität und Beweglichkeit

gleichermaßen. „Ich habe

schnell gemerkt: Ohne eine gewisse

Grundausdauer, Kraft und

Körperspannung wird man nicht

besser“, sagt van Bergen. „Und

gleichzeitig steigt das Risiko für

Überlastungen, wenn diese Basis

fehlt.“

Gerade zu Beginn seiner

„Golfkarriere“ habe er das selbst

erlebt. „Ich war im Training

schnell ermüdet, die Schläge

wurden ungenauer, unkoordinierter.

Dazu kamen Beschwerden

– vor allem am Ellenbogen.“

Eine Erfahrung, die viele Hobbygolfer

kennen dürften. Für van

Bergen war sie der Anstoß, auch


unternehmen [!] FITNESS UND GESUNDHEIT 57

Zuverlässig und passgenau

FOTO: JANIVER/ADOBESTOCK.COM

Auch beim Thema Equipment lohnt sich

ein realistischer Blick. Die gute Nachricht: Golf

ist längst kein elitärer Nischensport mehr. „Es

gibt mittlerweile sehr gute Startersets, die für

den Anfang absolut ausreichen“, sagt van

Bergen. „Der Sport ist deutlich offener geworden.“

Teure Komplettausstattungen sind für

Einsteiger kein Muss. Wichtiger ist, dass das

vorhandene Material zuverlässig funktioniert.

Griffe sollten in gutem Zustand sein, die

Schläger zur eigenen Spielweise passen.

Mehr braucht es für den Start nicht.

abseits des Platzes aktiv zu werden.

„Die Fortschritte kamen

schnell: Ich war belastbarer, weniger

schnell erschöpft – und

insgesamt fitter. Das hat sich

nicht nur im Golf, sondern auch

im Alltag bemerkbar gemacht.“

Bewegung kennt keine Saison

Ein häufiger Fehler vieler Hobbygolfer:

die komplette Wintersaison

zu pausieren. Verständlich,

aber aus sportlicher wie

medizinischer Sicht nicht ideal.

„Sport und Bewegung sind die

beste Medizin, das wusste schon

Hippokrates“, sagt van Bergen.

Sein Rat: Bewegung nicht als Saisonthema

begreifen, sondern als

festen Bestandteil des Alltags.

Die Möglichkeiten sind vielfältig

– vom Fitnessstudio über Joggen

bis hin zu digitalen Trainingsangeboten.

Entscheidend

ist weniger das „Wie“, sondern

das „Dass“. „Eine Mischung aus

Dehnung, Koordination, Kraft

und Ausdauer ist aus meiner

Sicht ideal“, so van Bergen. Diese

Basis hilft nicht nur allgemein,

Wer aufhört,

besser zu

werden, hat

aufgehört, gut

zu sein.

Dr. Patrick van Bergen

Chefarzt

sondern wirkt sich direkt auf das

Golfspiel aus. Denn: Golf ist kein

Sport, bei dem man nach Monaten

Pause einfach dort weitermacht,

wo man aufgehört hat.

„Die Bewegungsabläufe sind

komplex und für den Körper

durchaus anspruchsvoll“, erklärt

er. „Wenn man längere Zeit

nichts macht, muss man sich vieles

wieder neu erarbeiten.“ Die

Folge: ein zäher Einstieg, ein unrunder

Schwung und nicht selten

erste Beschwerden.

Mit System besser werden

Deshalb empfiehlt er, auch im

Winter am Ball zu bleiben. „Neben

der allgemeinen Fitness ist

das sportartspezifische Training

wichtig – also auch mal auf die

Driving Range gehen, selbst in

der kälteren Jahreszeit.“ Der

Aufwand lohnt sich. „Kraft und

regelmäßige Bewegung ist ein

zentraler Schlüssel für ein gesundes,

langes Leben“, betont

van Bergen.

Der Wunsch, sich zu verbessern,

gehört zum Golf dazu. Gerade

Einsteiger erleben dieses

Wechselbad: Ein gelungener

Schlag motiviert, der nächste

misslingt – und der Ehrgeiz

wächst. Umso wichtiger ist ein

strukturierter Ansatz. „Ich würde

empfehlen, sich immer wieder

Unterstützung von einem

Trainer zu holen“, sagt van Bergen.

„Golf lässt sich meiner

Meinung nach nur schwer allein

erlernen.“ Videos oder Tutorials

könnten Impulse geben –

„aber sie ersetzen nicht den geschulten

Blick und die direkte

Korrektur“. Sein Leitsatz bringt

es auf den Punkt: „Wer aufhört,

besser zu werden, hat aufgehört,

gut zu sein.“

Golf ist ein gutes Beispiel dafür,

dass es für Hobbysportler

nicht unbedingt um die Perfektion

oder Hochleistungen, sondern

um die Entwicklung geht.

Kleine Korrekturen helfen dabei,

dass sich Fehler gar nicht erst

verfestigen – und sorgen gleichzeitig

für mehr Sicherheit im

Spiel und weniger körperliche

Belastung.[!] Max Pradler


58 ULMER NORDEN unternehmen [!]

Himmelweiler,

Weltklasse

Wirtschaftsstandort Ein kleiner Ortsteil im

Ulmer Norden wird zum europaweit

beachteten Knotenpunkt des Güterverkehrs.

FOTO: KALYAKAN /ADOBESTOCK.COM


unternehmen [!] SPEZIAL 59

Die verkehrsgünstige

Lage ist einer der zentralen

Standortfaktoren

Ulms und der gesamten

Region Donau/Iller. Mit der A 7

und der A 8 kreuzen sich hier

zwei wichtige Verkehrsachsen

nicht nur in Deutschland, sondern

auch in Europa. Doch nicht

nur in Sachen Auto- und LKW-

Verkehr liegt Ulm nahezu ideal.

Auch der Güterverkehr über die

Schiene hat das Grenzgebiet

zwischen Ulm und Dornstadt

längst als zentralen Umschlagplatz

entdeckt.

Innerhalb der Region ist der Ulmer

Norden mit der angrenzenden

Gemeinde Dornstadt noch

einmal ein absolutes Sahnestück,

was die Nähe zu den verschiedenen

Verkehrsachsen betrifft:

In Himmelweiler, direkt an der

B 10 und der A 8 gelegen, unweit

des Kreuzes Ulm/Elchingen, haben

sowohl Ulm als auch Dornstadt

in den letzten Jahren Gewerbegebiete

entwickelt. Die

Deutsche Umschlaggesellschaft

Schiene-Straße (DUSS), eine

Tochter der Deutschen Bahn, betreibt

hier das Container-Umschlagterminal

Ulm-Dornstadt.

Der

Umschlagbahnhof

ist für die

Wettbewerbsfähigkeit

zentral.

FOTO: PRIVAT

Simon Pflüger ist bei der

IHK Ulm zuständig für

Standortpolitik sowie

Verkehr und Logistik.

Das erhält aktuell ein zweites

Modul und soll künftig bis zu

300.000 Container im Jahr abfertigen

können statt bislang

120.000. Ende des Jahres soll das

Modul fertig sein.

Bei aller überregionaler Bedeutung

ist das Projekt auch wichtig

für die Wirtschaft vor Ort.

Darin sind sich die Industrieund

Handelskammern der Region

einig. Simon Pflüger von der

IHK Ulm, zuständig für Standortpolitik

sowie Verkehr und Logistik,

sagt: „Das Containerterminal

beziehungsweise der Umschlagbahnhof

Ulm/Dornstadt

ist ein zentraler Infrastrukturbaustein

für die Wettbewerbsfähigkeit

der regionalen Wirtschaft

und ein bedeutender Knoten

im kombinierten Verkehr

von Straße und Schiene.“

Der Bahnhof sichere den Unternehmen

im Gebiet der IHK Ulm

und weit darüber hinaus einen

leistungsfähigen Anschluss an

nationale und internationale Lieferketten

und Märkte – insbesondere

zu und über die Seehäfen

in Norddeutschland und Südeuropa.

„Der Einzugsbereich reicht

dabei weit über die Region hinaus

über Oberschwaben, Bayerisch-Schwaben

zum Bodensee

und das Allgäu.“

Das sieht Peter Stöferle von der

bayerischen IHK Schwaben ganz

ähnlich. Beim Spatenstich im

vergangenen Jahr sprach Stöferle

ebenfalls an, dass künftig mehr

Seehäfen direkt von Dornstadt

aus erreicht werden können.

„Große Terminals haben natürlich

auch den Charme, dass sie

mehr Verbindungen anbieten

können“, sagte er damals.

Zudem wird auch die Kapazität

dringend benötigt. Laut Stöferle

fahren Unternehmen aus dem

bayerischen Schwaben ihre

Ware momentan teilweise bis

nach München-Riem und warteten

daher sehnlichst auf mehr

Kapazität am Terminal Ulm-

Dornstadt und auf den Neubau

des Umschlagbahnhofs Augsburg-Gersthofen.

Auch Pflüger sagt: „Die geplante

Erweiterung auf bis zu 300.000

Ladeeinheiten pro Jahr und damit

Verdopplung ist ein notwendiger

Entwicklungsschritt, um

den wachsenden kombinierten

Verkehr und das prognostizierte

Güterverkehrsaufkommen be-

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Wir halten die Region sauber –

seit über 30 Jahren

Als regional verwurzelter Meisterbetrieb stehen

wir im Gewerbegebiet Ulmer Norden für

professionelle Gebäudereinigung und zuverlässige

Dienstleistungen. Nach über 25 Jahren

am gleichen Standort bauen wir neu und

verlagern unseren Betrieb, um rund 2,5 Kilometer

in den Ulmer Norden nach Dornstadt.

Neuer Standort

Mit dem Umzug und der Vergrößerung unserer

Geschäftsräume investieren wir gezielt in

die Zukunft unseres Familienunternehmens.

„Ein Unternehmen heute mit demselben

Erfolg zu führen wie vor 30 Jahren bedeutet,

sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – sei

es durch größere Geschäftsräume oder den

Einsatz moderner Technologien, die bei der

Gründung noch eine untergeordnete Rolle

spielten“, so Harry Schweizer, Gründer und

Geschäftsführer der Schweizer Gebäudereinigung.

Der neue Standort in Dornstadt

Fotos: Schweizer GmbH

Beruf mit Perspektive

Der neue Standort schafft Raum für Wachstum

und eröffnet uns die Möglichkeit, unser Leistungsspektrum

weiter auszubauen. Als Meisterbetrieb

bilden wir zudem im Gebäudereiniger­Handwerk

aus – einem vielseitigen und zukunftssicheren

Beruf mit Perspektive.

Wir bleiben was wir sind

So stehen unserem Betriebsleiter Henrik

Schweizer alle Wege offen, das Familienunternehmen

auch künftig erfolgreich zu führen.

Dabei bleiben wir, was wir sind: ein bodenständiges

Unternehmen mit starken regionalen

Wurzeln und einem klaren Anspruch

an Qualität und Verlässlichkeit.

Schweizer Gebäudereinigung GmbH

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Telefon: 0731­51818

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Dornstadt und

Ulmer Norden:

Mitte 2027 soll

in Himmelweiler

„Die Tankstelle

der Zukunft“ für

alternative

Kraftstoffe wie

Strom und

Wasserstoff

eröffnet

werden. Das

Projekt steht für

regionalen

Ehrgeiz und

technologische

Spitzenleistung.

FOTOS: MATTHIAS KESSLER(2), LUFTBILD-SERVICE,

LARS SCHWERDTFEGER & INGO RACK


unternehmen [!] SPEZIAL 61

Die

Akzeptanz

des Projekts

entsteht vor

allem durch gute

Kommunikation.

FOTO: MARTIN HECHT

Rainer Braig

Bürgermeister Dornstadt

wältigen zu können, schon heute

teilweise eingetretene Kapazitätsengpässe

zu vermeiden

und weiteres Wachstum zu ermöglichen.“

Das Terminal sei ein

enorm wichtiger Standortfaktor

– „gerade für eine produktionsstarke

und exportorientierte Region

wie die unsere“. Der Ausbau

schaffe zudem Planungssicherheit

für die regionalen Unternehmen.

Der Ausbau, den Pflüger als „zukunftsgerecht“

bezeichnet, stärke

den Wirtschaftsraum zwischen

Ulm, Neu-Ulm und Biberach

als leistungsfähigen Logistik-,

Handels- und

Industriestandort nachhaltig.

„Die Investition trägt zugleich

zur Verkehrsverlagerung auf die

Schiene bei und leistet damit einen

Beitrag zum Klimaschutz

durch CO²-Reduktion“, sagt

Pflüger: „Wichtig bleibt neben

dem Terminalausbau jedoch

auch, die Kapazitäten auf den

Schienenstrecken für Schienengüterverkehre

insgesamt zu verbessern

und auszubauen.“

Die Kunst der Kommunikation

Vor Ort wird das Projekt auch

teilweise kritisch begleitet. So ist

Dornstadts Bürgermeister Rainer

Braig grundsätzlich ein Fan

des Ausbaus, den er, ähnlich wie

Pflüger, als zentrales Bindeglied

zwischen Schiene und Straße

lobt. „Genau solche Anlagen

brauchen wir, wenn wir ernst

machen wollen mit einer zukunftsgerichteten,

resilienten Infrastruktur“,

sagte Braig beim

Spatenstich. Allerdings bemängelte

er damals den Dialog mit

der Bahn: „Akzeptanz entsteht

nicht allein durch gute Planung,

sondern vor allem durch gute

Kommunikation.“

Auch einige Monate später sind

noch nicht alle Punkte ausgeräumt,

etwa die Entschädigung

bisheriger Grundstückseigentümer.

Man sei aber auf einem guten

Weg, sagt Braig: „Ich bin zuversichtlich,

dass wir da in den

nächsten Wochen eine Lösung

finden.“ Bedenken gibt es bei

den Anrainergemeinden auch

hinsichtlich des Lärmschutzes.

So sind die Kommunen der Ansicht

ein erstelltes Gutachten sei

fehlerhaft, die Bahn sieht das naturgemäß

nicht so. Die Gemeinde

Dornstadt könne da aber

nicht viel tun, da sie nicht direkt

mit eigenen Liegenschaften betroffen

sei.

In den Gewerbegebieten in Himmelweiler

haben sich längst

nicht nur Logistik-Unternehmen

angesiedelt. Es besteht ein breiter

Unternehmens-Mix von der

Bäckerei bis hin zum Dachdecker.

Ein Sprecher der Stadt Ulm

schreibt: „Das Gewerbegebiet im

Ulmer Norden trägt mit seinem

TAG DER

OFFENEN TÜR

24. OKTOBER

2026


62

SPEZIAL unternehmen [!]

Flächenangebot dazu bei, dass

sich die regionale Wirtschaft

breit und vielfältig aufstellen

kann.“ Dabei spiele natürlich die

Nähe zum Containerterminal,

aber auch die Anbindung an

Fernstraßen eine herausragende

Rolle. „Potenziale können zweifellos

darin liegen, dass zukünf-

Sichere

Arbeitsplätze

stehen im Fokus.

Vollautomatisiert – und weniger Krach

FOTO: OLIVER SCHULZ

tig Synergien zwischen Unternehmen

entstehen und Energie,

Material und Rohstoffe besser

gemeinsam genutzt werden. Zukünftig

wird generell eine geteilte

Nutzung von Ressourcen und

Infrastruktur im Fokus stehen.“

In diesem Kontext sieht die Stadt

Ulm auch die Zusammenarbeit

mit Dornstadt gefordert: „Es

muss gesehen werden, dass die

Standortsicherung und damit

Attraktivität und Sicherung von

Arbeitsplätzen in der Region im

Fokus stehen. Deswegen sind interkommunaler

Austausch und

Abstimmung so wichtig.“

[!] Henri Gallbronner

Nach einer kurzen Startphase

des neuen Moduls am

Container-Terminal soll Mitte

2027 der nächste Meilenstein

folgen: Dann startet in Dornstadt

der vollautomatisierte

Betrieb. Laut Bahn ist diese Art

des Container-Umschlags eine

Neu-Entwicklung – europaweit

blicke die Branche hier auf Dornstadt.

Drei neue Kräne mit Lasertechnologie

sollen den automatisierten

Umschlag abwickeln.

So will die Bahn nicht nur dem

Arbeitskräftemangel begegnen,

sondern auch den Lärmschutz

verbessern. Mit einer Art Soft-

Landing-Technologie sollen die

Container zukünftig stark geräuschereduziert

abgesetzt werden

können.

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63

Finance Day

Das neue Finanz-Event für Ulm/Neu-Ulm

Der Finance Day ist das neue Forum rund um

Investieren, Anlegen, Vorsorgen. Hier treffen

finanzinteressierte Besucherinnen und

Besucher auf Finanz- und Anlageprofis aus

der Region.

Der Geld- und Anlagemarkt wirkt für viele wie

ein undurchdringlicher Dschungel. Eine Herausforderung

für Anleger, die Wert auf eine

seriöse und verständliche Beratung legen.

Genau hier setzt der Finance Day an – die erste

Messe ihrer Art in der Region, die als unabhängiges

Forum speziell für Investitionen,

Anlagen und Vorsorge konzipiert wurde.

Am Freitag, den 13. November 2026, öffnet

das Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm seine

Pforten für die Besucherinnen und Besucher

des Finance Day. Die Veranstaltung bietet eine

einzigartige Gelegenheit zum direkten und

offenen Austausch in entspannter, einladender

Atmosphäre. Ziel ist es, Hemmschwellen

abzubauen und langfristiges Vertrauen zwischen

Anlegern und Experten aufzubauen.

Kundennähe aufbauen

Für die Aussteller ist der Finance Day eine

hervorragende Plattform, ihre Kompetenz

und Beratungsqualität zu präsentieren. Persönliche

Gespräche auf Augenhöhe lassen

Vertrauen wachsen und schaffen neue Kontakte.

Dienstleister können hier ihre Finanz-

produkte und Dienstleistungen aktiv vorstellen

– sei es an den Messeständen

oder im Speakers Corner. Dies ermöglicht

es den teilnehmenden

Unternehmen, in Vorträgen

und Diskussionen ihr

Im Edwin-Scharff-Haus ist das Anlegerforum am 13. November zu Gast.

Wissen zu teilen und Interessenten wertvolle

Einblicke zu geben. Anschließend können

intensive und individuelle Gespräche geführt

werden. Das kompakte, eintägige Format wurde

so gestaltet, dass mit überschaubarem Personaleinsatz

gezielt und effizient auf die Bedürfnisse

der Zielgruppen eingegangen werden

kann.

Finanzkenntnisse für junge Menschen

Ein besonderes Highlight ist der integrierte

„Zukunftstag“, der speziell Schüler und Studenten

anspricht. In praxisnahen Workshops

werden grundlegende Finanzkenntnisse ver-

mittelt und junge Menschen Schritt

für Schritt an eigenverantwortliche

Finanzentscheidungen herangeführt.

So leistet der Finance

Day nicht nur einen wichtigen

Beitrag zur finanziellen

Foto: ESH

Bildung, sondern fördert auch das Bewusstsein

für nachhaltige Vorsorge und kluge Investitionen.

Jetzt Teilnahme an der

Premierenveranstaltung sichern

Der Finance Day wird ein neues, frisches Format,

das Menschen aller Altersgruppen zusammenbringt,

um gemeinsam die Welt der

Finanzen verständlich und zugänglich zu machen.

Seien Sie dabei, wenn sich am Freitag,

den 13. November 2026 in Neu-Ulm erstmals

der Vorhang öffnet, im Zeichen von Austausch,

Vertrauen und Kundennähe.

Teilnehmende Unternehmen

AnCeKa Vermögensbetreuung AG, Finance

Partners Ulm, Finanzinvest Consulting GmbH,

Glogger & Partner, Honorarfinanz Ulm,

Kidron Vermögensverwaltung GmbH, Sparkasse

Ulm, Sparkasse Neu-Ulm, VR-Bank

Neu-Ulm und Wydler Asset Management.

(Stand Mai 2026)

Mehr Informationen unter

www.financedayulm.de

Finanzwissen live im Speakers‘ Corner.

Foto: Adobestock.com/ Seventyfour

Ihr Ansprechpartner:

Tobias Lehmann

financeday@n-pg.de

T 0731 156-515


Vorbeigeschaut

bei ...

FOTO: MARC HÖRGER

FOTO: MARC HÖRGER


unternehmen [!] VORBEIGESCHAUT 65

... Max-Johann Freiherr

von Ulm-Erbach

Nachgefragt Max-Johann Freiherr von Ulm-Erbach ist frisch gewählter

Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Ulm/Neu-Ulm. Warum ihm Netzwerken,

Verantwortung und der Blick über den Tellerrand wichtig sind.

Herr von Ulm-Erbach, wie geht

es Ihnen?

Sehr gut. Ich konnte gestern lange

Zeit in der Sonne sitzen und

ein Buch lesen.

Was haben Sie gelesen?

Einen Krimi von Agatha Christie.

Sie tragen den Titel Freiherr im

Namen. Auf welche Tradition

blickt Ihr Adelsgeschlecht zurück?

Urkundlich wurde unser Geschlecht

um das Jahr 1140 erstmals

erwähnt, unser Schloss

steht in Erbach. Als es noch den

Adel gab, war ein Freiherr auf

der gleichen Stufe wie ein Baron.

Verglichen mit einem heutigen

modernen Unternehmen war

das so etwas wie ein Teamleiter.

Der Begriff blieb im Namen,

auch nach der Auflösung des

Adels.

Welchen Beruf üben Sie aus?

Ich bin kaufmännischer Leiter

bei der Gutsverwaltung Erbach

und betreue unter anderem die

Immobilien.

Sie sind seit über zehn Jahren bei

den Wirtschaftsjunioren Ulm/

Neu-Ulm engagiert. Wie kam es

dazu?

Der Anstoß kam von meinem

Vater, der mir die Wirtschaftsjunioren

ans Herz gelegt hat, weil

man hier, wie er sagte, richtig

großartige Leute treffen kann.

Und er hatte recht. Als ich nach

meinem Studium wieder nach

Ulm zurückkam, hatte ich wenige

Kontakte, fing an die regelmäßigen

Stammtische zu besuchen

und wurde so bei den Wirtschaftsjunioren

aktiv. Ich fand

die Idee gut, selbst etwas mitzugestalten

und mehr Verantwortung

zu übernehmen.

Seit 2025 sind Sie im Vorstand

tätig und seit Beginn dieses Jahres

sogar der Vorsitzende. Was

zählt hier zu Ihren Aufgaben?

Als Vorstandsvorsitzender vertrete

ich die Wirtschaftsjunioren

nach außen. Mein Anspruch ist

es, sie sichtbarer zu machen, um

die Interessen der jungen Wirtschaft

der Region besser vertreten

zu können. Viele unserer

Mitglieder befinden sich gerade

in der Phase, sich eine berufliche

und private Zukunft mit Familie

und Kindern aufzubauen,

und sind damit sehr beschäftigt.

Ihnen können wir zum Beispiel

mit unseren ehrenamtlichen

Projekten einen Mehrwert mit

Kontakten und Informationsveranstaltungen

bieten.

Wofür stehen denn die Wirtschaftsjunioren?

Wir sind Teil eines deutschlandweiten

Vereins, in dem etwa

10.000 junge Unternehmerinnen

und Unternehmer Mitglied sind,

die ein Netzwerk auf- und ausbauen

möchten. Entstanden ist

er bei vielen Industrie- und Handelskammern

aus Arbeitskreisen

junger Unternehmer. Auch wir

in Ulm pflegen eine enge Zusammenarbeit

mit der IHK und sind

auch im Haus der Wirtschaft in

der Olgastraße beheimatet. Wir

betrachten es als unsere Aufgabe,

das Unternehmertum positiv

zu belegen und damit auch zu

fördern.

Wie kann man Mitglied werden?

Wir wenden uns an Unternehmensnachfolger,

Führungskräfte,

Gründer oder an einer Gründung

interessierte Menschen bis

45 Jahren. Grundsätzlich muss

man kein Unternehmer sein, um

bei uns mitzuwirken. Die Idee

ist, dass wir gemeinsam etwas

bewegen könne, da wir in unserer

Lebensphase die Herausforderungen

der Zeit in einer anderen

Form wahrnehmen als Vorgänger-Generationen.

Welches Thema beschäftigt die

Wirtschaftsjunioren derzeit am

meisten?

Ein immer sehr präsentes Thema

ist der Bürokratieabbau. Ein

großes Problem ist zudem der

Fachkräftemangel, den es bei uns

auch in Ulm gibt, wenn auch in

kleinerem Maße als in anderen

deutschen Regionen.

Welche Projekte bieten die Wirtschaftsjunioren

denn an?

Zum Beispiel bekommt man bei

uns die Möglichkeit, eine Woche

lang den Bundestag, den Landtag

oder das Europaparlament zu

besuchen und einen ausgewählten

Politiker zu begleiten, um

tiefgründige Einsichten in die

politische Arbeit zu erhalten.

Die Wirtschaftsjunioren sind das

Sprachrohr für junge deutsche

Betriebe. Wie kann man junge

Menschen ermutigen, mit Zuversicht

in die Zukunft zu blicken?

Unsere Region ist gesamtdeutsch

betrachtet sehr gut aufgestellt.

Die Wirtschaft ist immer

zyklisch, und auch wenn wir

viele Strukturprobleme haben,

bin ich optimistisch, dass wir sie

überwinden werden. In solchen

Zeiten sind gerade junge Unternehmer

im Vorteil, weil sie

Chancen besser nutzen und in

Zur Person

Max-Johann von Ulm-

Erbach ist 33 Jahre alt, in

Erbach geboren und aufgewachsen.

Er besuchte das Kolleg

St. Blasien, ein staatlich

anerkanntes und von den Jesuiten

geführtes Gymnasium

mit Internat im Südschwarzwald.

Im Jahr 2016 absolvierte

er eine Ausbildung zum Industriekaufmann

bei der Firma

Seeberger im Industriegebiet

Donautal und studierte anschließend

Betriebswirtschaft

im niederländischen Maastricht

und in Wien.

ihrem Denken flexibler sind.

Was zeichnet für Sie einen guten

Jungunternehmer aus?

Ein Unternehmen zu gründen ist

immer ein mutiger Schritt. Man

braucht eine klare Idee für ein

Geschäftsmodell. Zudem benötigt

man ein gutes Netzwerk.

Denn man kann nicht alles allein

stemmen und man muss es auch

nicht. Deshalb kann es hilfreich

sein, auch einmal einen Stammtisch

der Wirtschaftsjunioren zu

besuchen, da man hier eben Leute

treffen kann, die schon Erfahrung

sammeln konnten und gerne

weitergeben.

Haben Sie ein persönliches

Lebensmotto?

Es ist eher eine persönliche Einstellung.

Durch meine Erziehung

hatte ich schon früh eine Leidenschaft

für Nachhaltigkeit entdeckt,

in dem Sinne, dass ich geprägt

wurde, vorausschauend in

die Zukunft zu blicken und bei

allem, was wir heute tun, auch

an die kommenden Generationen

zu denken.

Was ist Ihnen in Ihrer Freizeit

„heilig“?

Ich finde es schön, mit meiner

Hündin Milou durch die Natur

zu spazieren. Ich kann dabei sehr

gut die Gedanken ausschalten.

Woraus schöpfen Sie Kraft?

Ich lese sehr gerne. Krimis, historische

Romane und Sachbücher.

Die Zeit allein zu sein ist

mir sehr wichtig.

Welches ist ihr Lieblingsort in

Ulm oder in der Region?

Es gibt eine sehr schöne Bank in

Erbach, von der aus man bei gutem

Wetter sehr gut die Alpen

sieht. Ich sitze dort gerne während

meiner Spaziergänge. Das

ist immer entspannend und gibt

mir das Gefühl, dass alle Probleme

mitunter auch sehr klein sein

können.[!] Stefan Loeffler


66

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Von der Disco

zum Diplom

Jubiläum Wo früher getanzt

wurde, werden heute Therapeuten

ausgebildet: Das Ulmkolleg

feiert 50 Jahre. Die ehemalige

„Lehranstalt für Krankengymnastik

und Massage“ residiert

seit 1986 am Oberberghof – in einem

Gebäude, das einst Gaststätte

und Disco war. Ab 1976 ist

eine kontinuierlich wachsende

Berufsfachschule für Physiotherapie,

Massage und Podologie

daraus geworden.

„Wir haben großen Gestaltungsspielraum,

den wir nutzen“,

sagt Schulleiter Florian

Schneider, selbst Absolvent und

seit 2000 an der Spitze. Der

größte Umbruch: die Akademisierung.

Seit 2023 bietet das

Ulmkolleg mit der THU einen

ausbildungsintegrierten Studiengang

an. Neben der Berufszulassung

kann der Bachelor erworben

werden – mit Einblick in

Medizintechnik und späterem

Tätigkeitsspektrum etwa in der

Lehre. Die klassische Ausbildung

ohne Studium bleibt. Insgesamt

320 Plätze gibt es künftig

statt 190. Hinzu kommen Podologie

und Massage. Um letztere

zu beginnen sei ein

Hauptschulabschluss ausreichend,

sagt Schneider. Nach dem

Abschluss könne man sich in 18

Monaten zum Physiotherapeuten

weiterqualifizieren. „Das ist

gelebte Durchlässigkeit.“

Für die Zukunft sieht Schneider

die Fachschule gut aufgestellt,

nicht zuletzt durch „kurze

Wege und offene Türen“, enge

Verzahnung zwischen Schule

und Praxis und Ulm als guten

Standort.

FOTO: MATTHIAS KESSLER

Mit Wirkung zum 1. April hat Erwin Müller das Management seines Unternehmens neu aufgestellt.

Mit 93 noch mal neu strukturiert

HNU schneidet

gut ab

Ranking Die Studierenden der

Hochschule Neu-Ulm sind mit

ihrem Studium zufrieden: Das

zeigen die Ergebnisse des CHE-

Hochschulrankings, in dem sich

die HNU zur Spitzengruppe zählen

darf. Die befragten Studierenden

bewerten die allgemeine

Studiensituation mit 4,4 von 5

Sternen.

Doppelspitze

bei Uhlmann

Führungswechsel Uhlmann

Pac-Systeme richtet seine Geschäftsführung

neu aus. Seit dem

1. Mai 2026 wird das Unternehmen

von Cristian Reiter und Alexander

Schöllhorn als Doppelspitze

geführt. Michael Mrachacz,

bisher CSO, hat Uhlmann

Pac-Systeme zum 30. April verlassen.

Erwin Müller baut um. Der 93-jährige Ulmer Unternehmer

erweitert die Geschäftsleitung seines Drogerie-Konzerns

von zwei auf sieben Personen. Die neue

Struktur soll Zukunftsfähigkeit sichern.

Elke Menold, langjährige Vertraute, wird „Interne

Sprecherin“ und Bindeglied zum Inhaber. Sie verantwortet

strategische Themen wie Gesundheitsdienstleistungen

und Longevity-Produkte. Niklas Mehnert

steuert Finanzen, Thorben Rusch und Sascha Zahner

teilen Einkauf und Marketing. Witold Kabacinski

übernimmt Recht und Personal, Timo Salzsieder die

IT, Christian Begerow die Logistik.

Das Ziel: klare Verantwortlichkeiten, gebündelte

Kompetenz und schnellere Marktreaktion.

Umsatzrekord

bei Honold

Umsatz Einen Rekordumsatz

von 304 Millionen Euro vermeldet

die Honold Logistik und Immobilien

Gruppe für das Jahr

2025. Das Ergebnis soll genutzt

werden, um große Summen „im

Bereich der Immobilien- und Logistiklösungen

für die Defenceund

Aerospace-Industrie umzusetzen“,

so Matthias Honold.[!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Olgastraße 121, 89073 Ulm

Redaktion

Tobias Lehmann (verantwortlich), Alexander

Bögelein, Andreas Brücken, Ulrike Hoche, Julika

Nehb, Dominik Schele, Heike Viefhaus

ÜBERSICHT DER LOGOVARIANTEN

Anschrift wie Verlag

unternehmen.redaktion@n-pg.de

Gestaltung

Max Meschkowski (Art Director)

Jacqueline Schuon (Bild)

Fotos

Marc Hörger (Titel + Titelinterview),

Werkfotos, PR, Archiv

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Druck

C. Maurer GmbH & Co. KG

Schubartstraße 21

73312 Geislingen/Steige

Mediaberatung

Christine Blum, T 0731 156-500

christine.blum@n-pg.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@n-pg.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter: datenschutz@n-pg.de

Nächste Ausgabe: 02.10.2026

Anzeigenschluss: 04.09.2026

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