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Hygiene Report 3/2026

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung. Themen sind beispielsweise Hygiene Management, Messtechnik, Berufskleidung, Reinigung, HACCP, Personalhygiene und mikrobiologische Nachweise mit all ihren rechtlichen und gesetzlichen Problemen.

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung. Themen sind beispielsweise Hygiene Management, Messtechnik, Berufskleidung, Reinigung, HACCP, Personalhygiene und mikrobiologische Nachweise mit all ihren rechtlichen und gesetzlichen Problemen.

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ISSN 1618-2456<br />

Internationale Fachzeitschriften<br />

3·26<br />

Qualitätsmanagement in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

Themen Hygienic Design · Berufskleidung · Desinfektion · Reinigungsgeräte · Messtechnik ·


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3·26<br />

<strong>Report</strong><br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

4<br />

8<br />

15<br />

16<br />

18<br />

19<br />

20<br />

21<br />

22<br />

24<br />

25<br />

26<br />

27<br />

28<br />

29<br />

30<br />

31<br />

32<br />

33<br />

34<br />

35<br />

36<br />

37<br />

38<br />

39<br />

40<br />

41<br />

42<br />

43<br />

Schwerpunkt: Hygienic Design<br />

Hygienic Design: Voraussetzung für eine<br />

sichere und effiziente Lebensmittelproduktion<br />

Mit Hightech ohne „Toträume“ Kontaminationen verhindern<br />

Reinigungsgeräte<br />

Bodenreinigung in Lebensmittelbetrieben ohne „Zündstoff“<br />

Wissenschaft<br />

Wein und Traubensaft mit Mykotoxinen belastet<br />

Projekt RAVOC: Mit KI Mykotoxinbelastungen<br />

auf Nüssen und Früchten erkennen<br />

Phlorotannine aus Makroalgen mit antimikrobieller Wirkung<br />

Illegale Reaktivfarbstoffe sichtbar gemacht<br />

Messtechnik<br />

Hygienische Füllstandmessung am Mischtank<br />

Interview<br />

Markus Schlumberger (Ampack): „Das Hygienic Design<br />

ist der Schlüssel für eine sichere Abfülltechnologie“<br />

Aktuelles<br />

Pestizid- und Schwermetallrückstände<br />

STEC-Keime in Backmischungen<br />

Papiersäcke: Trend zu <strong>Hygiene</strong> und mikrobiologischer Reinheit<br />

Praxis<br />

Nicht nur bei der Ernte: „<strong>Hygiene</strong> – es kommt auf Dich an!“<br />

Fremdkörperdetektion<br />

Kameras und Laser kontrollieren Problemfälle im Pommes-Strom<br />

Fremdkörpern in Geflügelfleisch auf der Spur<br />

Porträt<br />

120 Jahre Nilfisk: Vom Reinigungspionier zum Innovationstreiber<br />

50 Jahre Hoenle: Licht als Werkzeug der Lebensmittelhygiene<br />

Schädlingsbekämpfung<br />

Digitales Permanent-Monitoring statt Insektizideinsatz<br />

Desinfektion<br />

Warenschleuse ist Endstation für Keime<br />

Berufskleidung<br />

Kontrollpunkt Berufskleidung im HACCP-System<br />

Qualitätskontrollen<br />

Plattform für schnelle Erkennung pathogener Bakterien in Lebensmitteln<br />

Fachforen / Messen<br />

Premiere mit Perspektive für die „Clean Pro Expo“<br />

Risikobasierte Kontrollen stärken Verbraucherschutz<br />

Produkte & Partner<br />

Viskose Medien im IBC kontaminationsfrei homogenisieren<br />

Deutsch-französischer „Airbus der <strong>Hygiene</strong>“ besiegelt<br />

Bessere <strong>Hygiene</strong>, höhere Stabilität und mehr Varianten<br />

Service-Kits zur ressourcenschonenden Tankreinigung<br />

Veranstaltungen<br />

HACCP- und FSSC 22000-Updates<br />

Zwei EHEDG-Jahrestreffen <strong>2026</strong><br />

Horst Buchmann<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Gibt es so etwas wie eine dunkle Seite<br />

der Lebensmittelhygiene? Etwas an<br />

sich Gutes wird mit viel bösem Willen in<br />

etwas Schlechtes, ggf. sogar Tödliches<br />

verwandelt? Ohne Star Wars und Darth<br />

Vader bemühen zu wollen: Wenn jemand<br />

Babynahrung mit Rattengift versetzt,<br />

um deren Hersteller – die Firma<br />

HIPP aus Pfaffenhofen an der Ilm – zu<br />

erpressen, fällt einem die Einordnung<br />

in irdische Wertkategorien doch ziemlich<br />

schwer. Dass hoffentlich alle sechs<br />

vergifteten Gläser in Österreich, Tschechien<br />

und der Slowakei gefunden wurden,<br />

niemand zu Schaden kam und ein<br />

Verdächtiger gefasst wurde, macht das<br />

Ganze gerade noch erträglich. Aber für<br />

die Verbraucher bleibt ein Schock, der<br />

womöglich in vielen Jahren aufgebautes<br />

Vertrauen in Qualität und Lebensmittelsicherheit<br />

untergräbt. Hersteller bleiben<br />

da stets mit Imageschäden zurück.<br />

Es ist nur zu hoffen, dass die wirklich<br />

Schuldigen solcher Affären zur Verantwortung<br />

gezogen werden. Wie kürzlich<br />

der Inhaber eines Supermarktes mit angegliedertem<br />

Restaurant in Augsburg,<br />

in dessen Lager Kontrolleure u.a. auf<br />

verschimmelte Fleischstücke und Wiener<br />

Würstchen stießen. Und das nicht<br />

zum ersten Mal. Unklar blieb vor Gericht,<br />

ob solche Ekel-Produkte wirklich<br />

an Kunden verkauft wurden. Das Urteil<br />

fiel mit 6000 Euro Geldstrafe milde<br />

aus, da der Angeklagte inzwischen ein<br />

„stringentes Kontrollsystem“ eingerichtet<br />

habe. Warum nicht gleich so?<br />

Ihr<br />

3


schwerpunkt<br />

3·26<br />

Dr. Enrico Fuchs<br />

Hygienic Design: Voraussetzung für eine<br />

sichere und effiziente Lebensmittelproduktion<br />

Fraunhofer IVV erforscht u.a. Optimierung der Reinigbarkeit – EHEDG-Test für offene Systeme<br />

Hygienic Design von Maschinen und Anlagen in der Lebensmittelproduktion ist eine der Schlüsselkomponenten, um mikrobiellen<br />

Kontaminationen und damit verbundenen Gesundheitsrisiken vorzubeugen. Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik<br />

und Verpackung IVV (Dresden) bewertet, verifiziert und bestätigt Hygienic-Design-Konzepte und setzt innovative<br />

Reinigungstechnologien für eine hygienisch optimierte und ressourceneffiziente Produktion ein. Wie man mit virtuellen<br />

Werkzeugen und praxisnaher Forschung die Sicherheit verbessern und zugleich den Kostendruck für Unternehmen abfedern<br />

kann, erläutert Dr. Enrico Fuchs, Gruppenleiter Reinigungstechnologien am IVV, im folgenden Fachbeitrag.<br />

Die systematische Gewährleistung<br />

der <strong>Hygiene</strong>sicherheit von<br />

Maschinen und Anlagen in Verbindung<br />

mit der Reduktion von<br />

Reinigungsaufwand, Ressourceneinsatz<br />

bei der Reinigung<br />

und Stillstandszeiten gewinnt<br />

angesichts konstant steigender<br />

Anforderungen an Produktsicherheit<br />

und Kosteneffizienz<br />

immer mehr an Relevanz.<br />

Das Fraunhofer IVV in Dresden<br />

beschäftigt sich im industriellen<br />

Kontext mit Fragestellungen der<br />

hygienegerechten Produktion<br />

und Reinigung in der Lebensmittel-<br />

und Getränkeindustrie.<br />

Im Zentrum stehen dabei insbesondere<br />

die frühzeitige Einbindung<br />

von Hygienic-Design-<br />

Aspekten in die Anlagen- und<br />

Prozessauslegung, die Bewertung<br />

der Reinigbarkeit anhand<br />

von Designkriterien sowie ein<br />

neuer EHEDG-Reinigbarkeitstest<br />

für offene Systeme.<br />

Hygienic Design als integrales<br />

Konstruktionsprinzip<br />

Unter Hygienic Design (HD)<br />

wird die reinigungsgerechte Gestaltung<br />

von Maschinen, Anlagen<br />

und Komponenten verstanden,<br />

die in hygienekritischen<br />

Bereichen wie der Lebensmittel-<br />

und Getränkeverarbeitung<br />

eingesetzt werden. Ziel ist es,<br />

potenzielle <strong>Hygiene</strong>risiken konstruktiv<br />

zu minimieren, indem<br />

schwer zu reinigende Bereiche<br />

wie Toträume, Hinterschnitte,<br />

enge Spalte oder schlecht<br />

zugängliche Zonen vermieden<br />

werden. Diese können andernfalls<br />

die Reinigung erschweren<br />

und das Risiko von Schmutzablagerungen,<br />

mikrobiologischer<br />

Kontamination oder Produktverschleppung<br />

erhöhen.<br />

Gerade in der Lebensmittel- und<br />

Getränkeindustrie wird Hygienic<br />

Design so zunehmend zu einem<br />

strategisch relevanten Produktionsfaktor.<br />

Anlagen, die von<br />

Beginn an reinigungsgerecht<br />

ausgelegt sind, lassen sich<br />

schneller umstellen, benötigen<br />

Abb. 1: Adaptiver Zielstrahlreiniger „AJCsens“ in Hygienic Design.<br />

kürzere Reinigungszyklen,<br />

unterstützen eine energie- und<br />

ressourceneffiziente Reinigung<br />

und ermöglichen längere Produktionszeiten.<br />

Für Betreiber bedeutet dies<br />

nicht nur eine bessere Beherrschung<br />

hygieni scher Risiken<br />

und Kostenvorteile, sondern<br />

auch nachweisbaren Nutzen bei<br />

Audits und Zertifizierungen.<br />

Das Fraunhofer IVV ist in diesem<br />

Kontext in internationalen<br />

Fachgremien wie EHEDG und<br />

VDMA aktiv eingebunden, die<br />

maßgeblich die Weiterentwicklung<br />

von Richtlinien, Normen<br />

und praxisnahen Empfehlungen<br />

im Bereich Hygienic Design<br />

prägen. Durch diese Mitarbeit<br />

ist das Institut frühzeitig in<br />

aktuelle Entwicklungen involviert<br />

und kann diese unmittelbar<br />

in anwendungsorientierte<br />

Fragestellungen der Industrie<br />

überführen.<br />

„HD“ im Anlagenbestand:<br />

Analyse und Optimierung<br />

Zur Übertragung dieser Prinzipien<br />

auf bestehende Anlagen<br />

befasst sich das Fraunhofer<br />

IVV mit HD-Analysen und<br />

Reinigungsoptimierungen im<br />

laufenden Betrieb. Dabei erfolgt<br />

eine herstellerunabhän gige Bewertung<br />

von Verarbeitungsmaschinen<br />

und Linienkomponenten<br />

hinsichtlich konstruktiver<br />

Schwachstellen, problematischer<br />

Strömungsverhältnisse,<br />

schwer zugänglicher Oberflächen<br />

oder ungünstiger Reinigungsprozesse.<br />

Auf Basis dieser<br />

Bestandsaufnahme erarbeitet<br />

ein Experten-Team konkrete<br />

4 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

schwerpunkt<br />

Optimierungsvorschläge – von<br />

kleinen konstruktiven Detailänderungen<br />

über den Einsatz<br />

HD-konformer Komponenten<br />

bis hin zu Re-Design-<br />

Empfehlungen für kritische<br />

Teilbereiche. Zusätzlich wird die<br />

Integration innovativer Reinigungstechnologien<br />

berücksichtigt,<br />

die zur Effizienzsteigerung<br />

beitragen und in Kombination<br />

mit Inline-Sensorik eine bedarfsgerechte<br />

Prozesssteuerung<br />

sowie nachvollziehbare Dokumentation<br />

ermöglicht.<br />

Technische und wirtschaftliche<br />

Kriterien werden hierfür immer<br />

in Kombination betrachtet: Jede<br />

Maßnahme wird hinsichtlich<br />

Reinigungszeit, Medien- und<br />

Anforderungen anzupassen.<br />

Dadurch lassen sich bereits in<br />

frühen Entwicklungsphasen<br />

verschiedene Prozessvarianten<br />

bewerten und potenzielle<br />

Schwachstellen identifizieren,<br />

bevor physische Anlagen umgesetzt<br />

werden.<br />

Am Fraunhofer IVV kommen<br />

dafür fortschrittliche, anwendungsorientierte<br />

Simulationsmethoden<br />

zum Einsatz. Dazu zählt<br />

unter anderem die Simulationssoftware<br />

ADVISIM3D, die von<br />

den Forschern des Instituts<br />

mitentwickelt wurde und eine<br />

virtuelle Auslegung von Spritzreinigungssystemen<br />

sowie die<br />

Bewertung ihrer Reinigungsleistung<br />

ermöglicht.<br />

Abb. 2: Reinigungssimulation zur Auslegung effizienter und hygienisch sicherer<br />

Prozesse.<br />

Fotos: © Fraunhofer IVV<br />

Energieverbrauch, Anlagenverfügbarkeit<br />

und Investitionsaufwand<br />

bewertet. Für Anlagenbetreiber<br />

ergeben sich daraus<br />

belastbare Entscheidungsgrundlagen,<br />

welche Umbauten<br />

kurz-, mittel- oder langfristig am<br />

meisten zur Verbesserung der<br />

<strong>Hygiene</strong> und zur Senkung der<br />

Kosten beitragen.<br />

Reinigungssimu lation zur<br />

Auslegung/Risikobewertung<br />

Virtuelle Werkzeuge zur Reinigungsoptimierung<br />

bieten die<br />

Möglichkeit, industrielle Reinigungsprozesse<br />

effizient auszulegen<br />

und gezielt an spezifische<br />

Ergänzend werden numerische<br />

Strömungssimulationen (CFD)<br />

und halb-empirische Modelle<br />

eingesetzt, um potenziell<br />

kritische Bereiche in offenen<br />

und geschlossenen Systemen<br />

frühzeitig zu identifizieren. Auf<br />

dieser Grundlage lassen sich<br />

die Effizienz von Reinigungsprozessen<br />

steigern, <strong>Hygiene</strong>risiken<br />

minimieren und die Einführung<br />

neuer Systeme beschleunigen.<br />

Validierung offener Systeme<br />

nach EHEDG-Anforderungen<br />

Neben der virtuellen Auslegung<br />

von Reinigungsprozessen spielt<br />

auch deren prüftechnische<br />

5<br />

Hygienic<br />

Design<br />

Normelemente speziell für den<br />

Einsatz in hygienisch sensiblen<br />

Bereichen.<br />

Mehr Informationen zu<br />

Hygienic Design auf der<br />

Ganter Website.<br />

ganternorm.com


schwerpunkt<br />

3·26<br />

Abb. 3: EHEDG-Zertifizierungstest für offene Systeme.<br />

Absicherung eine wichtige<br />

Rolle. Mit dem neu entwickelten<br />

EHEDG-Zertifizierungstest für<br />

offene Systeme nach Doc. 57<br />

wird eine wichtige Lücke für<br />

Anlagen- und Komponentenhersteller<br />

sowie Betreiber von<br />

Produktionsanlagen in der<br />

Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

geschlossen.<br />

Der Test erlaubt es, das Hygienic<br />

Design von Komponenten<br />

bereits in frühen Entwicklungsphasen<br />

mit den relevan ten<br />

EHEDG-Standards zu evaluieren,<br />

bevor kostspielige<br />

Konstruk tionsentscheidungen<br />

final getroffen werden.<br />

Das Verfahren wurde am<br />

Fraunhofer IVV maßgeblich<br />

mitentwickelt. Zudem gehört<br />

das Fraunhofer IVV zu den von<br />

der EHEDG benannten Prüflaboren.<br />

Für die Durchführung<br />

wird im Test- und Entwicklungszentrum<br />

des Instituts unter<br />

praxisnahen Bedingungen eine<br />

standardisierte Verschmutzung<br />

aufgebracht, definierte Reinigungsprozeduren<br />

gefahren<br />

und die Reinigbarkeit objektiv<br />

und nachvollziehbar bewertet.<br />

So wird transparent, ob eine<br />

Komponente oder Baugruppe<br />

die Anforderungen hinsichtlich<br />

Reinigbarkeit erfüllt oder<br />

wo konstruktive Anpassungen<br />

notwendig sind.<br />

Hersteller können das Prüfergebnis<br />

zusammen mit dem<br />

EHEDG-Zertifikat als Grundlage<br />

nutzen, um gegenüber Kunden<br />

die <strong>Hygiene</strong>tauglichkeit ihrer<br />

Produkte zu belegen.<br />

Anwendungsspezifische<br />

Reinigungs- und<br />

Reinigbarkeitstests<br />

Neben standardisierten<br />

Zertifizierungsprüfungen<br />

und virtuellen<br />

Auslegungsund<br />

Bewertungsmethoden<br />

spielen<br />

anwendungsspezifische<br />

Reinigungsund<br />

Reinigbarkeitstests<br />

eine<br />

zentrale Rolle,<br />

da sie eine<br />

realitätsnahe<br />

Bewertung<br />

und gezielte<br />

Optimierung<br />

von Reinigungsprozessen<br />

unter produktionsnahen<br />

Bedingungen<br />

ermöglichen.<br />

Am Fraunhofer IVV stehen<br />

hierfür produktionsnahe<br />

Versuchsanlagen sowie reale<br />

Reinigungsanlagen im Technikum<br />

zur Verfügung, in denen<br />

unterschiedliche Verschmutzungsarten,<br />

Reinigungsverfahren<br />

und Prozessparameter<br />

reproduzierbar variiert und<br />

bewertet werden können.<br />

Eine Besonderheit ist die<br />

fluoreszenzbasierte Inline-Verschmutzungsdetektion,<br />

mit der<br />

die Reinigbarkeit von Bauteilen<br />

und Baugruppen visualisiert,<br />

quantifiziert und zeit- sowie<br />

ortsaufgelöst über den gesamten<br />

Reinigungsverlauf erfasst<br />

werden kann. Dadurch lassen<br />

sich lokale Problemzonen<br />

identifizieren, erforderliche Reinigungszeiten<br />

bestimmen und<br />

hygienegerechte Designoptimierungen<br />

messtechnisch belegen.<br />

Die gewonnenen Daten fließen<br />

in die Auslegung neuer Reinigungskonzepte<br />

ein, unterstützen<br />

die Validierung von<br />

Abb. 4: Reproduzierbare Testverfahren liefern belastbare<br />

Aussagen zur Reinigbarkeit. Fotos: © Fraunhofer IVV<br />

CIP-Verfahren und bilden eine<br />

Grundlage für digitale Ansätze<br />

wie adaptive, zustandsorientierte<br />

Reinigung.<br />

Ganzheitliche Ansätze<br />

für hygienische Produktion<br />

und Reinigungsautomation<br />

Für Betreiber von Anlagen in<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

ist ein durchgängiger<br />

Ansatz – von der<br />

hygienegerechten Planung bis<br />

hin zur automatisierten Reinigung<br />

– von besonderem Vorteil.<br />

Dadurch lassen sich <strong>Hygiene</strong>risiken<br />

systematisch reduzieren<br />

und Reinigungsprozesse<br />

effizient in den Anlagenbetrieb<br />

integrieren.<br />

Am Fraunhofer IVV werden<br />

hierzu konzeptionelle Ansätze<br />

entlang des gesamten<br />

Lebenszyklus hygienischer<br />

Produktionsanlagen entwickelt.<br />

Dazu zählen die hygiene gerechte<br />

Auslegung von Abfüllund<br />

Prozesslinien, die Integration<br />

von Reinigungskomponenten<br />

in bestehende Anlagen sowie<br />

Konzepte für automatisierte<br />

Reinigungslösungen in der<br />

Lebensmittelverarbeitung. Auch<br />

neue Ansätze wie die im Institut<br />

entwickelten mobilen Reinigungssysteme<br />

oder adaptiv ausgelegte<br />

Strahlreiniger werden<br />

einbezogen.<br />

So werden Anforderungen des<br />

Hygienic Designs mit Aspekten<br />

der Reinigungstechnik und<br />

des Anlagenbetriebs verknüpft.<br />

Dies ermöglicht ganzheitliche,<br />

prozessorientierte Lösungen,<br />

mit denen sich <strong>Hygiene</strong>risiken<br />

beherrschen, regulatorische<br />

Anforderungen erfüllen sowie<br />

Ressourcenverbrauch und Stillstandzeiten<br />

reduzieren lassen.<br />

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik<br />

und Verpackung<br />

IVV – Institutsteil Verarbeitungstechnik<br />

Heidelberger Straße 20<br />

D-01189 Dresden<br />

www.ivv.fraunhofer.de<br />

6 www.hygiene-report-magazin.de


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Wir liefern die Messtechnik.<br />

Sicherheit, Präzision und <strong>Hygiene</strong> stehen in den komplexen Prozessen der Pharmaindustrie an oberster Stelle.<br />

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schwerpunkt<br />

3·26<br />

Mit Hightech ohne „Toträume“ Kontaminationen verhindern<br />

Breite Auswahl von Lösungen im Hygienic Design für Einsätze in der Lebensmittel-/Getränkeindustrie<br />

Hygienisch optimiertes Design<br />

von Bauteilen, Komponenten<br />

und Produktionsanlagen soll<br />

Kontaminationen in hygienekritischen<br />

Umgebungen wie der<br />

Lebensmittel- und Getränkeproduktion<br />

verhindern, z.B.<br />

Anhaftungen an Oberflächen<br />

vermeiden und die Reinigung<br />

erleichtern. Die große Zahl technischer<br />

Lösungen reicht von<br />

„totraumfreien“ Normelementen<br />

über Kupplungen und Getriebe<br />

aus Edelstahl bis zu reinigungschemieresistenten<br />

Pumpen, Detektionsgeräten<br />

und High-Tech-<br />

Sensoren für den Einsatz mit<br />

Lebensmittelkon takt. Wir haben<br />

namhafte Hersteller zu ihren<br />

Neuheiten befragt und geben<br />

Ihnen hier eine Übersicht.<br />

Aschl (1A Edelstahl GmbH)<br />

Der österreichische Entwässerungs-<br />

und Rohrleitungsspezialist<br />

Aschl (1A Edelstahl<br />

GmbH) aus Pichl bei Wels hat<br />

sich vom Ein-Mann-Betrieb zum<br />

Spezialisten für anspruchsvolle<br />

Edelstahltechnik entwickelt. Seit<br />

der Gründung durch CEO Ing.<br />

Roman Aschl 1994 ist die Firma<br />

ständig gewachsen und bekannt<br />

geworden durch Innovationen,<br />

wie die Badrinne SPArin, die<br />

Parkdeckrinne SECURIN oder<br />

durch hygienische Entwässerungstechnik<br />

für die Lebensmittel-<br />

und Getränkeindustrie.<br />

17 Patente und sechs eigenständige<br />

Markenanmeldungen<br />

unterstreichen ihre permanente<br />

Innovationsfähigkeit.<br />

Zum Produktportfolio gehört<br />

Entwässerungs- und Rohrleitungstechnik<br />

aus korrosionsfreiem<br />

Edelstahl, kompakte<br />

Fettabscheider sowie Komponenten<br />

für den Verteiler- und<br />

Behälterbau – auf Wunsch auch<br />

individuelle Edelstahl-Sonderanfertigungen.<br />

Beispiele sind der<br />

Industrie-Boden ablauf Eurosink<br />

Junior aus 100 % Edelstahl<br />

oder die Schlitzrinnen-Serie<br />

SRSA mit Randverstärkung.<br />

Die Gruppenzapfstelle ist auf bis zu<br />

10 Bar Betriebsdruck ausgelegt und<br />

lässt sich an Tanks oder Speicherbehälter<br />

anschließen. Fotos: Aschl<br />

Eine zuverlässige Trinkwasserversorgung<br />

ist wichtig für<br />

Betriebe jeder Art – auch in<br />

Notfällen. Dafür hat Aschl<br />

eine mobile Gruppenzapfstelle<br />

entwickelt, die die Wasserversorgung<br />

sichert, falls eine feste<br />

Infrastruktur fehlt. Die stabile<br />

Konstruktion aus Edelstahl<br />

V2A ist dauerhaft einsatzbereit,<br />

schnell aufgebaut, flexibel<br />

erweiterbar und damit für jede<br />

Versorgungsgröße erhältlich. Sie<br />

ist für Betriebsdruck bis 10 Bar<br />

ausgelegt und mit vier Kugelhähnen<br />

ausgestattet. Sie lässt<br />

sich an Wassertanks oder Speicherbehälter<br />

von Transportfahrzeugen<br />

anschließen, alternativ<br />

an Hydranten oder unterbrochene<br />

Leitungen, und dient so<br />

als zentrale Komponente der<br />

Ersatzwasserversorgung. Die<br />

Stehfüße der Gruppenzapfstelle<br />

lassen sich zum platzsparenden<br />

Lagern einfach demontieren.<br />

www.aschl-edelstahl.com<br />

autoVimation<br />

Die autoVimation GmbH (Rheinstetten)<br />

bietet ein komplettes<br />

EHEDG-konformes Montagesystem<br />

für<br />

die industrielle<br />

Bildverarbeitung<br />

in hygienisch<br />

anspruchsvollen<br />

Food-, Pharmaund<br />

Reinraum-<br />

Anwendungen<br />

an. Das „Hygienic<br />

Building Kit“<br />

erlaubt die geschützte<br />

Installation<br />

von Kameras<br />

und Lasern und<br />

die verdeckte Kabelführung in<br />

einem stabilen Rohrrahmen.<br />

Der praxiserprobte Baukasten<br />

besteht aus standardisierten<br />

Komponenten, die sich flexibel<br />

kombinieren lassen. Anlagenbauer<br />

und Vision-Integratoren<br />

können damit zeitsparend<br />

gesetzeskonforme Bildverarbeitungssysteme<br />

bauen, um<br />

Prozesse mit hohen Reinheitsanforderungen<br />

zu überwachen.<br />

Sie können Kameras frei mit<br />

beliebigen Blickwinkeln positionieren<br />

und Standardkabel ohne<br />

FDA-Zulassung im Rohrrahmen<br />

oder in hygienischen<br />

Schläuchen in Maschinen und<br />

Anlagen führen.<br />

Gehäuse, Rohre und Verbinder<br />

sind aus Edelstahl V4A gefertigt.<br />

Die Dichtungen, Schutzschläuche<br />

und Sichtscheiben<br />

bestehen aus FDA-zertifizierten<br />

Materialien. Das System mit<br />

Schutzart IP69K hält der regelmäßigen<br />

Hochdruck-Nassreinigung<br />

stand. Alle Komponenten<br />

entsprechen striktem <strong>Hygiene</strong>design,<br />

ohne Toträume und mit<br />

Ablaufschrägen, sodass Reinigungsflüssigkeiten<br />

ablaufen und<br />

keine Keimherde entstehen.<br />

Drei Schutzgehäuse-Serien für<br />

Kameras bis 62 mm × 62 mm<br />

Querschnitt und Laser bis zu<br />

Das „Hygienic Building Kit“ mit Edelstahlrohren<br />

und stabilen Verbindern in striktem <strong>Hygiene</strong>design<br />

spart Zeit und Kosten beim Bau EHEDG-konformer<br />

Inspektions sys teme.<br />

Foto: autoVimation<br />

20 mm Durchmesser gewährleisten<br />

effiziente Wärmeableitung.<br />

Ergänzend zum „Hygienic Building<br />

Kit“ bietet der Hersteller für<br />

andere Kameraformate und größere<br />

Kameras das Schutzgehäuse<br />

Chamäleon FX <strong>Hygiene</strong> zur<br />

Wandmontage mit Abstandhaltern,<br />

die eine Rundumreinigung<br />

erlauben. Für unterschiedliche<br />

Inspektions- und Messaufgaben<br />

liefert autoVimation seine<br />

Kameraschutzgehäuse wahlweise<br />

mit Fenstern aus Acryl oder<br />

Spezialmaterialien für SWIR<br />

und andere Anwendungen. Als<br />

Zubehör gibt es außerdem z.B.<br />

eine leistungsstarke LED-Ringbeleuchtung<br />

mit Blitzkontroller<br />

zum Einbau in die Kameraschutzgehäuse.<br />

www.autovimation.com<br />

Conta-Clip<br />

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

stellen strenge<br />

<strong>Hygiene</strong>vorschriften hohe Anforderungen<br />

an alle Komponenten<br />

und besonders an Kabeldurchführungen.<br />

Oberflächen müssen<br />

glatt, spaltfrei und leicht zu reinigen<br />

sein, um Keimwachstum<br />

zu verhindern und aggressiven<br />

8 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

schwerpunkt<br />

Reinigungs- und Desinfektionsmitteln<br />

zu widerstehen. Die<br />

CONTA-CLIP Verbindungstechnik<br />

GmbH (Hövelhof) bietet mit<br />

dem Kabeldurchführungsprogramm<br />

KES spezielle Lösungen<br />

dafür an und erweitert dieses<br />

Portfolio laufend. Wie alle<br />

bestehenden KES-Lösungen<br />

ermöglichen auch die neuen,<br />

FDA-konformen runden Varianten<br />

KES-R-FDA M eine schnelle<br />

und platzsparende Einführung<br />

von bis zu 68 Leitungen in<br />

Schaltschränke oder Maschinengehäuse.<br />

Conta-Clip bietet<br />

aktuell 15 runde Varianten für<br />

unterschiedliche Leitungsanzahlen<br />

und -durchmesser an.<br />

Die hygienische runde Kabeleinführung<br />

KES-R-FDA M. Foto: Conta-Clip<br />

Die in charakteristischem<br />

Blau gehaltenen Einführungen<br />

bestehen aus einem robusten,<br />

mit Elastomer ausgespritzten<br />

Polyamidrahmen und verfügen<br />

über integrierte Rasthaken zur<br />

vereinfachten Montage. Damit<br />

werden sie zunächst von der<br />

Gehäuseaußenseite in die<br />

Durchlassöffnungen gerastet<br />

und dann von der Innenseite<br />

mit Gegenmuttern fixiert. Nach<br />

dem Durchstechen der äußeren<br />

Membran an gekennzeichneten<br />

Einführungsstellen lassen<br />

sich Schläuche oder Leitungen<br />

durchführen. Konisch geformte<br />

Einführungstüllen aus TPE an<br />

der Rückseite der Kabeleinführung<br />

gewährleisten die Abdichtung<br />

der Leitungen mit IP66.<br />

Das FDA-konforme Elastomer<br />

der Variante KES-R-FDA M<br />

entspricht den hygienischen<br />

Anforderungen gemäß Lebensmittelzulassung<br />

1935/2004/EG<br />

und (EU) 10/2011. Zudem<br />

erfüllen die Produkte durch<br />

glatte Oberflächen und abgerundete<br />

Ecken die für den Einsatz<br />

in der Lebensmittel- oder<br />

Pharmaindus trie geforderten<br />

<strong>Hygiene</strong>eigenschaften.<br />

Über die hygienischen Kabeleinführungen<br />

hinaus umfasst<br />

das Portfolio von Conta-Clip<br />

Reihenklemmen, Kabelmanagementsysteme,<br />

Elektronikmodule,<br />

Markierungssysteme, Gehäuse<br />

sowie Leiterplattenklemmen<br />

und Steckverbinder. Der Vertrieb<br />

erfolgt über ein Netzwerk<br />

aus Fachhändlern und Systempartnern<br />

sowie durch direkte<br />

Kundenbetreuung. Ergänzend<br />

bietet Conta-Clip technische<br />

Beratung, um die Integration<br />

der Komponenten in bestehende<br />

Anlagen zu unterstützen und<br />

branchenspezifische Anforderungen<br />

zu berücksichtigen.<br />

www.conta-clip.com<br />

Enemac<br />

Kupplungshersteller Enemac<br />

(Kleinwallstadt) bietet seit 1981<br />

rostfreie Sicherheits- und Wellenkupplungen<br />

an, die höchsten<br />

<strong>Hygiene</strong>anforderungen in der<br />

Lebensmittelproduktion, der<br />

Medizin- und Pharmatechnik<br />

gerecht werden. Nun erweitert<br />

man das Portfolio an Sicherheitskupplungen<br />

aus Edelstahl<br />

um leistungsstarke Lösungen<br />

für indirekte Antriebe sowie<br />

Direktantriebe in hygiene-sensiblen<br />

Produktionsumgebungen.<br />

Laut Hersteller schützen alle<br />

Kupplungen Maschinen zuver -<br />

lässig vor mechanischer Über -<br />

last, erfüllen höchste Anfor derungen<br />

an <strong>Hygiene</strong>, Korrosionsbeständigkeit<br />

und Betriebssicherheit<br />

– und eignen sich<br />

durch konsequenten Verzicht<br />

auf Beschichtungen für Anwendungen<br />

mit häufigen und<br />

aggressiven Reinigungszyklen.<br />

Die Edelstahlsicherheitskupplungen<br />

ECV und ECW wurden<br />

speziell für den Einsatz in<br />

indirekten Antriebssystemen<br />

wie Ketten- oder Zahnriemenantrieben<br />

entwickelt. Sie bieten<br />

zuverlässigen Maschinenschutz<br />

bei gleichzeitig kompakter<br />

Bauweise und hoher lateraler<br />

Belastbarkeit.<br />

Ihre technischen Daten: Drehmomentbereich<br />

5 bis 900 Nm;<br />

maximale Drehzahl bis 4000 U/<br />

Sicherheitskupplungen ECV & ECW<br />

für indirekte Antriebssysteme (oben)<br />

sowie ECWB & ECWD für hygienekritische<br />

Direktantriebe. Fotos: Enemac<br />

min; laterale Belastbarkeit bis<br />

30.000 N; Wellenverbindung;<br />

ECV Passfedernut/ECW Klemmringnabe.<br />

Für Direktantriebe in besonders<br />

sensiblen Bereichen bietet Enemac<br />

die Edelstahl-Sicherheitskupplungen<br />

ECWB und ECWD<br />

an. Die ECWB kombiniert einen<br />

präzisen Drehmomentbegrenzer<br />

mit einer Metallbalgkupplung.<br />

Sie schützt den Antrieb zuverlässig<br />

vor Überlast und gleicht<br />

gleichzeitig axiale, radiale und<br />

angulare Wellenversätze aus.<br />

Die korrosionsbeständige,<br />

wartungsarme Ausführung<br />

gewährleistet eine exakte Drehmomentübertragung<br />

in hygienekritischen<br />

Anwendungen.<br />

Die ECWD verbindet einen<br />

Drehmomentbegrenzer mit<br />

einer Elastomerkupplung.<br />

Sie zeichnet sich durch ihre<br />

schwingungsdämpfende, spielfreie<br />

und steckbare Bauweise<br />

aus, die eine einfache Montage<br />

sowie hohe Betriebssicherheit<br />

ermöglicht.<br />

Ihre technischen Daten: Drehmomentbereich<br />

5 bis 900 Nm;<br />

Wellendurchmesser 8 mm bis<br />

65 mm; Temperaturbereich<br />

ECWB -50 °C bis +150 °C,<br />

ECWD -30 °C bis +90 °C.<br />

www.enemac.de<br />

Findling<br />

Extreme <strong>Hygiene</strong>anforderungen,<br />

aggressive Reinigungsmittel<br />

und Hochdruckstrahlen – für<br />

diese Bedingungen hat Findling<br />

Wälzlager (Karlsruhe) die neue<br />

High Protection Serie von FYH<br />

ins Programm aufgenommen.<br />

Die Edelstahl-Lagereinheiten<br />

mit IP69K-Schutzklasse halten<br />

selbst härtesten Washdown-<br />

Prozessen stand und sichern<br />

maximale Betriebssicherheit.<br />

Die Edelstahllagereinheiten mit<br />

Schutzklasse IP69K widerstehen<br />

zuverlässig Hochdruck-<br />

Wasserstrahlen, starken Temperaturschwankungen<br />

und hoher<br />

Luftfeuchtigkeit. Kein Wasser<br />

und kein Staub konnte im Test<br />

gemäß ISO 20653 eindringen<br />

– bestätigt durch unabhängige<br />

Prüfungen und Audits. Besonders<br />

relevant für die Lebensmittelproduktion:<br />

Die Lager sind ab<br />

Werk mit NSF H1-zertifiziertem<br />

Schmierstoff vorgefettet. Damit<br />

sind sie sicher im direkten<br />

Umfeld von Maschinen zur Verarbeitung<br />

und Verpackung von<br />

Lebensmitteln einsetzbar.<br />

Technisch bietet die Serie mehrere<br />

Schutzmechanismen: Eine<br />

Dichtlippe an der Schleuderscheibe<br />

wehrt bereits Flüssigkeiten<br />

und Schmutz zuverlässig<br />

ab. Ergänzend dazu sorgt eine<br />

Dichtlippe zwischen Schleuderscheibe<br />

und Radialdichtung<br />

für die zweite Schutzbarriere.<br />

Als dritte Barriere sorgt eine<br />

zweilippige RS-Dichtung gegen<br />

9


schwerpunkt<br />

3·26<br />

Die High Protection Serie von FYH<br />

hält Washdown-Prozessen stand (o.)<br />

und gewährleistet mit drei Barrieren<br />

den IP69K-Schutz. Fotos: Findling<br />

den Innenring für die Dichtheit<br />

der Spitzenklasse. Die Lagereinheiten<br />

sind in zahlreichen<br />

Gehäusetypen verfügbar und<br />

lassen sich dank kompatibler<br />

Maße problemlos als Ersatz für<br />

Standardprodukte einsetzen.<br />

„Mit dieser Serie bringen wir<br />

eine Lösung auf den Markt, die<br />

auf die realen Anforderungen<br />

in der Lebensmittel- und<br />

Getränkeproduktion zugeschnitten<br />

ist“, sagt Klaus Findling,<br />

Geschäftsführer bei Findling<br />

Wälzlager. „Die geprüfte IP69K-<br />

Dichtigkeit bedeutet für Anwender<br />

weniger Stillstände, längere<br />

Standzeiten und spürbare Entlastung<br />

im täglichen Betrieb.“<br />

FYH, einer der führenden<br />

japanischen Wälzlagerhersteller,<br />

hat die High Protection Serie<br />

konsequent auf Robustheit und<br />

<strong>Hygiene</strong> optimiert. Dass die Produkte<br />

hohe Standards auch unter<br />

Praxisbedingungen erfüllen,<br />

wurde in umfangreichen Tests<br />

bestätigt. Das Findling-Team<br />

aus Anwendungsingenieuren<br />

und Technikern unterstützt<br />

Kunden bei der Auswahl und<br />

Integration der neuen Lager.<br />

www.findling.com<br />

Ganter<br />

In sensiblen Produktionsbereichen<br />

wie der Lebensmittel-,<br />

Pharma- und Chemieindustrie<br />

gewinnt Hygienic Design zunehmend<br />

an Bedeutung. Ziel ist es,<br />

Kontaminationen konsequent<br />

zu vermeiden und gleichzeitig<br />

effiziente, wirtschaftliche Reinigungsprozesse<br />

zu ermöglichen.<br />

Normelemente spielen dabei<br />

eine zentrale<br />

Rolle, da<br />

bereits kleinste<br />

konstruktive<br />

Schwachstellen<br />

zu Verunreinigungen<br />

führen<br />

können. Der<br />

Normelemente-Spezialist<br />

Otto Ganter<br />

(Furtwangen)<br />

hat hierfür eine<br />

umfassende<br />

Produktfamilie<br />

entwickelt, die<br />

speziell auf die<br />

Anforderungen<br />

hygienekritischer Anwendungen<br />

ausgelegt ist.<br />

Dazu zählen u.a. Muttern,<br />

Schrauben, Verriegelun gen,<br />

Stellfüße sowie weitere Befesti<br />

gungs- und Bedienele men te.<br />

Ein Beispiel sind die GN 1580<br />

Schrauben und Muttern, die<br />

hochglanzpolierte Edelstahloberflächen<br />

mit eine Rauheit<br />

von Ra < 0,8 µm und integrierte<br />

Dichtungssysteme besitzen.<br />

Diese verhindern gezielt Spalten<br />

und Toträume, in denen sich<br />

Schmutz oder Mikroorganismen<br />

festsetzen könnten. Auch die<br />

GN 1150 Verriegelungen wurden<br />

konsequent nach Hygienic-<br />

Design-Prinzipien entwickelt.<br />

Sie verfügen über totraumfreie<br />

Konstruktionen, FDA-konforme<br />

Dichtungen und glatte, leicht zu<br />

reinigende Oberflächen. Mehrere<br />

Dichtungsebenen sorgen<br />

dafür, dass keine Reinigungsmedien<br />

oder Produktreste in<br />

den Mechanismus eindringen<br />

können.<br />

Grundlage aller Hygienic-Design-Komponenten<br />

sind internationale<br />

Standards wie EHEDGund<br />

3-A-Sanitary-Richtlinien.<br />

Diese definieren Anforderungen<br />

an Materialien, Oberflächenbeschaffenheit<br />

und konstruktive<br />

Gestaltung. Edelstahl mit hoher<br />

Korrosionsbeständigkeit sowie<br />

FDA- und EU-konforme Elastomere<br />

sind dabei Standard.<br />

Im Hygienic Design: Blick auf das ständig wachsende<br />

Normelemente-Sortiment aus Edelstahl. Foto: Ganter<br />

Ein wesentliches Merkmal der<br />

Hygienic Design-Normelemente<br />

ist nach Firmenangaben die<br />

konsequente Vermeidung von<br />

Toträumen sowie eine optimierte<br />

Reinigbarkeit, häufig unterstützt<br />

durch CIP-Verfahren (Clean-in-<br />

Place). Dadurch reduzieren sich<br />

Reinigungszeiten, Wasser- und<br />

Energieverbrauch sowie der<br />

Einsatz von Reinigungsmitteln<br />

erheblich. Bei Ganter sieht<br />

man Normelemente im Hygienic<br />

Design<br />

deshalb nicht<br />

als technische<br />

Detailfrage,<br />

sondern als<br />

„entscheidenden<br />

Faktor<br />

für Produktsicherheit,<br />

Prozessqualität<br />

und Wirtschaftlichkeit<br />

moderner<br />

Produktionsanlagen“.<br />

www.ganternorm.com<br />

K+G Wetter<br />

„Ausgeklügelte Maschinentechnik<br />

macht <strong>Hygiene</strong> in<br />

der Lebensmittelverarbeitung<br />

entscheidend leichter“, heißt<br />

es aus der Firmenzentrale von<br />

Maschinenbauer K+G Wetter<br />

(Biedenkopf-Breidenstein). Wie<br />

<strong>Hygiene</strong>sicherheit mitgedacht<br />

werde, zeige man an modernen<br />

Kuttern, Wölfen und Mischwölfen.<br />

Beispiel: Die Kutter der<br />

„Hygienic Secure“-Baureihe.<br />

Dabei ist der Name Programm.<br />

Die Hygienic-Secure-Kutter<br />

haben innovative <strong>Hygiene</strong>-Lösungen<br />

ab Werk eingebaut:<br />

l Schräge Edelstahl-Oberflächen<br />

sind so poliert, dass<br />

Flüssigkeiten bei der Reinigung<br />

ohne Pfützenbildung ablaufen<br />

l Große Reinigungsklappen bei<br />

den Vakuum-Kuttern für einfachen<br />

Zugang zum Kesselraum<br />

und optische <strong>Hygiene</strong>kontrolle<br />

l Messerdeckelstreifen, -auflage<br />

oder Schüsselabstreifer zur<br />

Reinigung einfach abnehmbar<br />

l Dichtungsfrei konstruierter<br />

Bereich zwischen Vakuumkessel<br />

und Kutterschüssel<br />

l <strong>Hygiene</strong>sicher kochen ohne<br />

Vakuum bei offenen Kuttern,<br />

da Wasserdampf und Produkt<br />

im geschlossenen System völlig<br />

getrennt bleiben<br />

Durch den hohen Druck beim<br />

Wolfen können immer kleinste<br />

Partikel und Flüssigkeitsmengen<br />

durch die Dichtung des<br />

Entscheidendes <strong>Hygiene</strong>-Plus: die Spülkammer bei Wölfen<br />

und Mischwölfen.<br />

Grafik: K+G Wetter<br />

10 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

schwerpunkt<br />

Schneckenantriebs ins Innere<br />

der Maschine gelangen – unerreichbar<br />

für die Reinigung.<br />

Bei den Wölfen von K+G Wetter<br />

beseitigt die Spülkammer diese<br />

<strong>Hygiene</strong>-Schwachstelle vollständig:<br />

Dort gesammelte Ablagerungen<br />

werden einfach bei der<br />

täglichen Reinigung über einen<br />

von außen angeschlossenen<br />

Schlauch ausgespült. Keime<br />

haben deshalb laut Hersteller<br />

keine Chance.<br />

Solche innovativen Ideen bei<br />

der Konstruktion von Kuttern,<br />

Wölfen und Mischwölfen sorgen<br />

laut K+G Wetter nicht nur für<br />

einwandfreie <strong>Hygiene</strong> bei der<br />

Lebensmittelverarbeitung, sondern<br />

auch für Sicherheit und<br />

Zeitersparnis bei der Reinigung.<br />

www.kgwetter.de<br />

KAISER / AGRO<br />

Zu den vielen hygienetauglichen<br />

Progress-Kabelverschraubungen<br />

der zur KAISER GROUP<br />

(Schalksmühle) gehörenden<br />

AGRO AG zählt die extrem flach<br />

ausgeführte Modellreihe „Pro -<br />

gress ultraFLAT“. Die in acht<br />

Größen für Gewinde von M16<br />

bis M32 x 1,5 und Kabeldurchmesser<br />

von 5 bis 20,5 mm<br />

erhältlichen Verschraubungen<br />

zeichnen sich durch sehr<br />

geringe Bauhöhe mit konisch<br />

zulaufendem Frontring aus. Ihre<br />

Konstruktion bietet keine Angriffsfläche<br />

für Beschädigungen<br />

und erschwert das Anhaften von<br />

Verschmutzungen. Neben den<br />

für Temperaturbereiche von -40<br />

bis +100 °C zugelassenen Messing-Ausführungen<br />

hat AGRO<br />

auch je acht Modellvarianten für<br />

Reinraumanwendungen und die<br />

Lebensmittelindustrie vorrätig.<br />

Diese mit einem Frontring aus<br />

korrosionsfreiem A2-Stahl sowie<br />

Dichtungen und Dichtscheiben<br />

aus FDA-konformem FPM oder<br />

FKM ausgestatteten Einheiten<br />

halten Höchsttemperaturen bis<br />

+200 °C stand. Auf Anfrage<br />

liefert AGRO die Verschraubungen<br />

auch in A4-Edelstahlausführung.<br />

Darüber hinaus<br />

lässt sich durch Einfügen einer<br />

Kontakthülse eine zuverlässige<br />

EMV-Schirmung erreichen und<br />

kann die Kabelverschraubung<br />

mittels Anschlusshülse für<br />

Anwendungen mit Kabelschutzschlauch<br />

präpariert werden.<br />

Die ultraflache AGRO-Progress-<br />

Kabelverschraubung (oben) und die<br />

Reinraum-Geräte-Verbindungsdose in<br />

Dichtheitsklasse 7. Fotos: Kaiser<br />

Für die fachgerechte Elektro-<br />

Installation in Reinraumwänden<br />

hat KAISER eine Geräte-Verbindungsdose<br />

mit der höchsten<br />

Dichtheitsklasse 7 vorgestellt.<br />

Die nach VDI 2083-19 zertifizierte<br />

Reinraumdose verhindert<br />

das Entweichen oder Eindringen<br />

von kleinsten Partikeln und<br />

weist eine zehnfach bessere<br />

Dichtigkeit als herkömmliche<br />

luftdichte Elektro-Installationsprodukte<br />

auf. Die mit Dichtungsmembranen<br />

und umlaufender<br />

Dichtlippe ausgeführte<br />

Geräte-Verbindungsdose verfügt<br />

über sechs Leitungseinführungen<br />

mit integrierter Leitungsrückhaltung<br />

für dauerhaften<br />

Schutz vor unkontrolliertem<br />

Luftaustausch, Leckluft-Strömungen<br />

und Kontamination.<br />

Ausgelegt ist die Lösung für<br />

Plattenstärken von 7 bis 40 mm<br />

sowie Installationsöffnungen<br />

von 68 mm Durchmesser und<br />

Leitungseinführungen bis zu<br />

11,5 mm Durchmesser.<br />

www.kaiser-elektro.de<br />

KIPP<br />

Wo Lebensmittel offen gefördert<br />

werden, entscheiden Details<br />

über Sicherheit und Produktivität.<br />

Schraubenköpfe, Griffe,<br />

Übergänge – jede Kante kann<br />

zur Schwachstelle werden, jede<br />

Schraubstelle, jeder Totraum<br />

zum Risiko. Die Hygie nic-<br />

DESIGN-Linie des HEINRICH<br />

KIPP WERKs (Sulz am Neckar)<br />

erfüllt diese Anforderungen. Der<br />

Norm- und Bedienteilespezialist<br />

hat sein Programm um weitere<br />

Komponenten ergänzt, die nach<br />

Hygienic-Design-Prinzipien ausgelegt<br />

sind, überwiegend aus<br />

Edelstahl A4 (Werkstoff 1.4404)<br />

bestehen und FDA-konforme<br />

Materialien verwenden.<br />

Herausforderungen wie Rückständen<br />

in schwer zugänglichen<br />

Geometrien begegnen<br />

hygienisch optimierte Anlagen<br />

konstruktiv – glatte Oberflächen,<br />

definierte Radien und<br />

totraumarme Geo metrien<br />

reduzieren Anhaftun gen, Reinigungsmedien<br />

kön nen kritische<br />

Bereiche besser erreichen.<br />

Das verkürzt Reini gungszyklen,<br />

senkt den Verbrauch von Wasser,<br />

Chemikalien und Energie<br />

und verlängert Wartungsintervalle.<br />

Zugleich sinken Risiken<br />

für Kontaminationen und Qualitätsabweichungen.<br />

KIPP hat zwei Produktlinien:<br />

Hygienic DESIGN, das auf Geometrie,<br />

Oberfläche und eigene<br />

Dichtungslösungen fokussiert,<br />

und Hygienic USIT mit Dichtungslösungen<br />

von Freudenberg.<br />

Beide zielen auf dasselbe<br />

Ergebnis: konstruktive Sicherheit<br />

in sensiblen Prozessen als<br />

intelligent integrierter Anlagenbestandteil.<br />

Neu im Portfolio<br />

sind Bügelgriffe aus Edelstahl<br />

mit Dichtring im Hygienic DE-<br />

SIGN (K1962). Sie dienen zum<br />

Öffnen und Schließen von Abdeckungen,<br />

Türen, Schubladen<br />

oder Hauben. Entscheidend<br />

sind ihre Stabilität und ergonomische<br />

Formgebung sowie die<br />

konstruktive Ausführung mit<br />

eigens entwickeltem Dichtring<br />

aus POM. Die Geometrie ist so<br />

gestaltet, dass sich Schmutzund<br />

Produktansammlungen<br />

minimieren und Reinigungsmedien<br />

umlaufend anliegen.<br />

Auch neu: Sechskant schrauben<br />

aus Edelstahl mit niedrigem<br />

Kopf für Dicht- und Unterlegscheiben<br />

aus dem Hygienic-<br />

USIT-Sortiment (K2131, K2132<br />

als Set). Die flachere Kopfform<br />

reduziert Störkonturen und erleichtert<br />

die Reinigung angrenzender<br />

Flächen. Zusammen mit<br />

der Hygienic-USIT-Dichtungstechnologie<br />

von Freudenberg<br />

Sealing Technologies entsteht<br />

eine saubere und sichere<br />

Verbindung. Die Kombination<br />

ist EHEDG-zertifiziert und für<br />

produktnahe sowie produktberührende<br />

Bereiche mit höchsten<br />

Neuheiten: Bügelgriffe mit Dicht ring<br />

(oben) und Sechskantschrauben aus<br />

Edelstahl mit niedrigem Kopf im<br />

Hygienic Design. Fotos: KIPP<br />

<strong>Hygiene</strong>anforderungen ausgelegt.<br />

Als Dichtwerkstoffe stehen<br />

EPDM in weiß oder schwarz<br />

sowie FLUOROPRENE XP in<br />

blau zur Verfügung.<br />

www.kippwerk.de<br />

11


schwerpunkt<br />

3·26<br />

Lödige<br />

Neben ihrem breiten Produktspektrum<br />

an Misch-, Trocknungs-,<br />

Gra nu lier- und Coating-<br />

Systemen hat die Gebrüder<br />

Lödige Ma schinenbau GmbH<br />

(Paderborn) auf der jüngsten<br />

Messe Interpack in Düsseldorf<br />

neue verfahrenstechnische<br />

Lösungen für ein Trendprodukt<br />

vorgestellt: Chargen-Pflugschar-Mischer<br />

zur Produktion<br />

von Nicotine Pouches. Eine<br />

reinigungsge rechte Konstruktion<br />

des Mischers inklusive aller<br />

produktberührten Bauteile sorgt<br />

dabei dafür, dass die Maschinen<br />

gut zu reinigen sind, was<br />

Zeit spart, Produktwechsel zwischen<br />

zwei Chargen beschleunigt<br />

und erleichtert.<br />

Chargen-Pflugschar-Mischer – eine leistungsfähige Lösung<br />

zur Produktion von Nicotine Puches. Foto: Lödige<br />

Als tabakfreie Alternative<br />

setzen sich sogenannte Nicotine<br />

Pouches – nikotinhaltige<br />

Portionsbeutel zur oralen<br />

Anwendung – immer stärker<br />

am Markt durch. Ihr Inhalt<br />

besteht im Wesentlichen aus<br />

geschmacksneutraler Zellulose.<br />

Diesem Substrat werden dann<br />

unterschiedlichste Wirk- und<br />

Aromastoffe zugesetzt. Durch<br />

die steigende Nachfrage sind<br />

Nicotine Pouches attraktiv<br />

für die Genussmittelindustrie.<br />

Gleichzeitig stehen die Hersteller<br />

entsprechender Produkte<br />

damit zunehmend vor der Aufgabe,<br />

ihre Prozesse effizienter<br />

zu gestalten. Ein Ansatzpunkt ist<br />

dabei die Zugabe des Nikotins.<br />

Diese erfolgte bei den ersten<br />

Produkten auf dem Markt zumeist<br />

in pulvriger Form.<br />

Kostengünstiger, aber auch<br />

prozesstechnisch anspruchsvoller<br />

ist hingegen die Verwendung<br />

von flüssigem Nikotin.<br />

Allerdings handelt es sich dabei<br />

in Reinform um ein potenziell<br />

gefährliches Kontaktgift. Das bedeutet:<br />

Um unerwünschte Nebenwirkungen<br />

durch Überdosierung<br />

zu vermeiden, muss das<br />

Flüssignikotin exakt gleichmäßig<br />

im Träger-Substrat verteilt und<br />

homogen eingearbeitet sein.<br />

Laut Lödige bieten anwendungsspezifisch<br />

ausgestattete<br />

Chargen-Pflugschar-Mischer<br />

eine leistungsfähige Lösung für<br />

diese anspruchsvolle Aufgabe.<br />

Diese zeichnen sich nach Angaben<br />

des Maschinenbauers nicht<br />

nur durch hohe<br />

Mischgüte aus,<br />

sondern ermöglichen<br />

auch<br />

eine hochpräzise<br />

Dosierung<br />

der Flüssigkeitszugabe<br />

– und<br />

dadurch gleichbleibend<br />

und<br />

reproduzierbar<br />

in allen Chargen<br />

identische Produktparameter.<br />

Damit stimme zum einen der<br />

Wirkstoffgehalt in jedem Pouch.<br />

Zum anderen lasse sich das<br />

komplette gemischte Produkt in<br />

dieser Form erst gut weiterverarbeiten<br />

und verpacken.<br />

Je nach angestrebter Kapazität<br />

kommen bei der Produktion von<br />

Nicotine Pouches üblicherweise<br />

Maschinen mit einem Trommelvolumen<br />

zwischen 300 und<br />

3000 l zum Einsatz.<br />

www.loedige.de<br />

Mohn<br />

Die Mohn GmbH (Meinerzhagen)<br />

ist auf Edelstahl-Lösungen<br />

für hygienisch anspruchsvolle<br />

Produktionsbereiche spezialisiert.<br />

Mit dem Stapelbehälter<br />

Typ STB-AI aus Edelstahl will<br />

das Unternehmen zeigen, dass<br />

Hygienischer Stapelbehälter aus Edelstahl<br />

mit Pfiff: Der Kugelhahn im Auslaufbereich<br />

ist geschützt positioniert. Foto: Mohn<br />

Entwicklungskompetenz bei<br />

praxisnahen Lösungen im Detail<br />

beginnt. Das zeigt ein Blick auf<br />

den Auslaufbereich des Behälters:<br />

Der stirnseitige Kugelhahn<br />

ist 190 mm nach innen versetzt<br />

und dadurch geschützt innerhalb<br />

der Außenkontur angeordnet.<br />

So wird das Risiko von<br />

Beschädigungen beim Transport,<br />

Rangieren oder Stapeln<br />

reduziert. Gleichzeitig ist die<br />

Armatur besser vor unbeabsichtigtem<br />

Anstoßen geschützt.<br />

Der Behälter im Hygienic Design<br />

ist für den täglichen Einsatz<br />

in Produktionsumgebungen<br />

konzipiert, in denen Stabilität,<br />

Reinigungsfreundlichkeit und<br />

sichere Handhabung eine wichtige<br />

Rolle spielen. Zwei Längskufen<br />

mit Mittelstütze sorgen für<br />

einen stabilen Stand.<br />

Die Unterfahrhöhe<br />

von ca. 125 mm erleichtert<br />

das Aufnehmen<br />

und Versetzen<br />

mit geeigneten Hubund<br />

Transportgeräten.<br />

Hygieni sche Stapelecken<br />

unterstützen<br />

das platzsparende<br />

Stapeln und Transportieren<br />

und tragen<br />

zu einer zweckmäßigen<br />

Ausführung für<br />

sensible Bereiche bei.<br />

Mit 2 mm Wandstärke, einer<br />

Tragfähigkeit von ca. 1000 kg<br />

und Außenmaßen von<br />

ca. B 1213 x T 1012 x<br />

H 827 mm bietet der<br />

Edelstahl-Stapelbehälter<br />

laut Hersteller eine belastbare<br />

Lösung für hygie nisch<br />

sensible Arbeitsbereiche in<br />

der Lebensmittelindustrie.<br />

www.mohn-gmbh.com<br />

RK Rose+Krieger<br />

Die RK Rose+Krieger<br />

GmbH (Minden) hat ihr<br />

Portfolio klemmbarer<br />

Edelstahl-Rohrverbinder<br />

Robust Clamps erweitert.<br />

Mit der neuen Baugröße<br />

sind die stabilen, korrosionsbeständigen<br />

Verbindungsteile<br />

nun auch für Rohre mit 50 mm<br />

Durchmesser erhältlich.<br />

Die Produktreihe Robust<br />

Clamps von RK Rose+Krieger<br />

umfasst klemmbare Rohrverbinder<br />

aus Edelstahl. Sie sind<br />

eine wirtschaftliche Alternative<br />

zu aufwendigen Eigen- oder<br />

Schweißkonstruktionen, um<br />

schwere Lasten kraftschlüssig,<br />

stoßfest und dynamisch<br />

belastbar anzubinden. Bislang<br />

waren die Rohrverbinder in<br />

den Größen 18, 30 und 40 mm<br />

erhältlich. Die neue Baugröße<br />

deckt nun auch Querschnitte<br />

von 50 mm ab. Bei der Entwicklung<br />

standen die Anforderungen<br />

im Bereich Handling und Automation<br />

im Fokus.<br />

Robust Clamps gibt es jetzt in den Ausführungen<br />

Winkel, Kreuz, Fuß, Flansch auch für Querschnitte<br />

von 50 mm. Foto: RK Rose+Krieger<br />

Alle Robust Clamps sind laut<br />

Hersteller elektrochemisch<br />

passiviert, das heißt, sie werden<br />

in einem letzten Arbeitsgang<br />

elektropoliert. Damit sind sie<br />

12 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

schwerpunkt<br />

widerstandsfähiger und leichter<br />

zu reinigen als Elemente aus<br />

unbehandeltem Edelstahl. Auf<br />

diese Weise eignen sich die<br />

Robust Clamps für den Einsatz<br />

in Vorrichtungen<br />

und Anlagen in<br />

der chemischen<br />

oder pharmazeutischen<br />

Industrie.<br />

Da sich ihr Design<br />

durch glatte<br />

Konturübergänge,<br />

eine geringe Oberflächenrauheit,<br />

große Schlitze,<br />

Sacklochausführungen<br />

auszeichnet,<br />

unterbinden<br />

sie zudem Schmutzansammlungen<br />

und sind somit auch für<br />

lebensmittelnahe Anwendungen<br />

prädestiniert.<br />

Die Robust Clamps zeichnen<br />

sich durch ein optimiertes<br />

Wandstärkenverhältnis aus. Das<br />

sorgt für ein minimales Stückgewicht.<br />

Ihre Stärke ist eine<br />

einfache Montage, die mittels<br />

Innengewinde und außenliegenden<br />

Sechskantschrauben<br />

einfach mit handelsüblichem<br />

Werkzeug erfolgt. Eine Abdeckung<br />

aus Silikon schützt die<br />

Gewindegänge vor Verschmutzung<br />

und Beschädigung. RK<br />

Rose+Krieger bietet die neue<br />

Baugröße wie alle anderen Serientypen<br />

in den Ausführungen<br />

Winkel, Kreuz, Fuß, Flansch an.<br />

www.rk-rose-krieger.com<br />

VEGA<br />

VEGA ist ein weltweit agierender<br />

Hersteller für Prozessmesstechnik,<br />

dessen Produktportfolio<br />

Sensoren für die Messung von<br />

Füllstand, Grenzstand und<br />

Druck sowie Geräte und Software<br />

zur Ein bindung in Prozessleitsysteme<br />

umfasst. 1959<br />

im Schwarzwald gegründet,<br />

beschäftigt VEGA heute weltweit<br />

über 2800 Mitarbeiter, mehr<br />

als 1300 davon am Hauptsitz<br />

in Schiltach im Schwarzwald.<br />

Mit Tochtergesellschaften und<br />

Vertriebspartnern ist VEGA in<br />

über 80 Ländern aktiv.<br />

Für hygienische und stabile Lebensmittelprozesse<br />

bietet VEGA<br />

Als hygienegerecht zertifiziert: VEGABAR3x, VEGA­<br />

POINT21 und VEGASWING61. Foto: VEGA<br />

speziell auf die hohen Anforderungen<br />

der Branche zugeschnittene<br />

Werkstoffe – mit allen<br />

erforderlichen Zulassungen und<br />

Materialeigenschaften nach<br />

FDA und EG 1935/2004. Das<br />

<strong>Hygiene</strong>design erfüllt die Anforderungen<br />

nach EHEDG und<br />

3-A Sanitary. VEGA Sensoren<br />

bewähren sich laut Hersteller<br />

besonders in Anwendungen<br />

mit höchsten <strong>Hygiene</strong>anforderungen:<br />

Sie minimieren Wartungsaufwand<br />

und Stillstände<br />

– bei zugleich deutlich erhöhter<br />

Sicherheit und Effizienz. Hochwertige<br />

Materialien widerstehen<br />

selbst aggressiven Reinigungsmedien<br />

und bleiben dank spaltund<br />

totraumfreier Konstruktion<br />

auch bei Dampfstrahlreinigung<br />

zuverlässig dicht.<br />

Ob präzise Füllstandmessung<br />

in Silos, zuverlässige Drucküberwachung<br />

in Leitungen oder<br />

sichere Grenzstanderfassung<br />

in Mischprozessen – VEGA-<br />

Sensorlösungen versprechen<br />

Sicherheit bei hoher Effizienz.<br />

Durch ihre vielfältigen Anschlussmöglichkeiten<br />

lassen sie<br />

sich einfach in jede Anwendung<br />

im Prozess integrieren.<br />

Der VEGABAR 29 beispielsweise<br />

ist ein universell einsetzbarer<br />

Druckmessumformer mit<br />

metallischer Messzelle. Er misst<br />

Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten.<br />

Der optionale Universalanschluss<br />

für <strong>Hygiene</strong>adapter<br />

sorgt für reduzierten Installationsaufwand<br />

und schlankere Lagerhaltung.<br />

Der Sensor verfügt<br />

optional über IO-Link sowie ein<br />

Display mit Vor-Ort-Bedienung<br />

und farbiger 360° Statusanzeige.<br />

Die Reinigungstemperatur<br />

beträgt 150 °C für 15 Minuten.<br />

Die verwendeten Materialien<br />

sind konform mit FDA, EG<br />

1935/2004 und GB 4806. Der<br />

VEGABAR 29 ist optional auch<br />

mit vollmetallischem Gehäuse<br />

erhältlich.<br />

www.vega.com<br />

VEMAG<br />

Die VEMAG Maschinenbau<br />

GmbH (Verden) ist ein weltweit<br />

aktiver Maschinenbauer in der<br />

Entwicklung, Herstellung und<br />

dem Vertrieb von Füll- und<br />

Portioniersystemen. Mit der<br />

jüngsten Vakuumfüller-Generation<br />

HPnx hat man auch die<br />

<strong>Hygiene</strong> der Maschinen weiter<br />

optimiert. Neben praxisnahen,<br />

für den Arbeitsalltag in der<br />

Lebensmittelproduktion<br />

entwickelten<br />

Features<br />

– wie dem spülbaren<br />

Vakuumkanal<br />

und einer<br />

eingebauten Reinigungsstation<br />

für<br />

das Förderwerk –<br />

wird das hygieneoptimierte<br />

Design<br />

von zahlreichen<br />

Details und Weiterentwicklungen<br />

abgerundet.<br />

Die Reinigungsstation<br />

ist eine<br />

ausklappbare<br />

Plattform, die<br />

am Auslass der Füllmaschine<br />

befestigt ist. Auf ihr kann das<br />

zweiteilige Förderwerk der<br />

Maschine, bestehend aus Förderkurve<br />

und Förderkurvengehäuse,<br />

direkt abgelegt werden,<br />

ohne angehoben werden zu<br />

müssen. So sind während der<br />

Reinigung alle Bauteile sicher<br />

verwahrt und können anschließend<br />

schnell wieder montiert<br />

werden. Die kurzen Wege<br />

vereinfachen die Arbeitsabläufe,<br />

entlasten dadurch das Personal<br />

und erhöhen gleichzeitig die<br />

Arbeitssicherheit. Die als Option<br />

angebotene Reinigungsstation<br />

ist so stark nachgefragt, dass<br />

VEMAG laut eigenen Angaben<br />

nun auch eine Variante für Füllmaschinen<br />

der Vorgängergeneration<br />

HPE entwickelt hat und<br />

als Nachrüstbausatz anbietet.<br />

Durch den spülbaren Vakuumkanal<br />

der HPnx ist eine noch<br />

effizientere Reinigung möglich.<br />

Der Wasserablauf mit sensorüberwachter<br />

Auslassklappe<br />

sorgt dafür, dass die Maschine<br />

nach der Reinigung unverzüglich<br />

wieder in Betrieb genommen<br />

werden kann. Generell ist<br />

die ganze Maschine so konstruiert,<br />

dass Wasser ungehindert<br />

abläuft und sich nirgendwo in<br />

der Maschine sammeln kann.<br />

Dank geringster Spaltbreiten<br />

Die Vakuumfüllmaschine HPnx ist so konstruiert, dass<br />

Wasser ungehindert ablaufen kann und Schaumreinigung<br />

problemlos möglich ist. Foto: VEMAG<br />

ist – wie schon bei der HPE-<br />

Serie – auch eine gründliche<br />

Schaumreinigung problemlos<br />

möglich. Glatte Oberflächen und<br />

eine Konstruktion mit möglichst<br />

wenigen Teilen erleichtern die<br />

Reinigung zusätzlich; außerdem<br />

13


schwerpunkt<br />

3·26<br />

sind alle Bauteile und<br />

Dichtungen gut zugänglich.<br />

www.vemag.de<br />

Wiedemann<br />

Betriebshygiene erfordert<br />

absolut saubere Produktions-<br />

und Verarbeitungsbereiche.<br />

Um höchste<br />

<strong>Hygiene</strong>standards zuverlässig<br />

einzuhalten, müssen<br />

Reinigungsflüssigkeiten<br />

und Prozesswasser effizient und<br />

kontrolliert abgeführt werden.<br />

Wiedemann-Technik (Husum)<br />

bietet hierfür ein hygienekonformes<br />

Entwässerungssystem<br />

aus Edelstahl. Das System<br />

besteht aus Rinne, Abdeckung<br />

und Bodeneinlauf und beinhaltet<br />

einen neuartigen, patentierten<br />

Geruchsverschluss.<br />

Die spezielle Konstruktion<br />

der <strong>Hygiene</strong>rinne ermöglicht<br />

einen schnellen und sicheren<br />

Abtransport von Verunreinigungen<br />

– selbst bei reduziertem<br />

Wassereinsatz. Durch die<br />

schweißnahtoptimierte Herstellung<br />

des Geruchsverschlusses<br />

sowie die komplett werkzeuglose<br />

Demontage wird laut Hersteller<br />

eine besonders einfache<br />

und gründliche Reinigung<br />

gewähr leistet. Der verwendete<br />

Werkstoff Edelstahl erfüllt dank<br />

<strong>Hygiene</strong>konform: das Entwässerungssystem aus Edelstahl<br />

mit Rinne, Abdeckung, Bodeneinlauf und neuartigem,<br />

patentier tem Geruchsverschluss. Foto: Wiedemann<br />

seiner Korrosionsbeständigkeit<br />

und Pflegeleichtigkeit höchste<br />

Anforderungen an <strong>Hygiene</strong>,<br />

Qualität und Langlebigkeit.<br />

Das komplette Wiedemann-<strong>Hygiene</strong>rinnensystem<br />

RI-HYG-100<br />

wurde vom Fraunhofer-Institut<br />

geprüft und in die Reinraumklasse<br />

GMP C eingestuft. Damit<br />

erhielt der Wiedemann-Bodeneinlauf<br />

die höchste Klassifizierung<br />

für Bodeneinläufe in<br />

diesem Bereich. Wie in dem<br />

Unternehmen üblich, wird<br />

jede Lösung individuell nach<br />

Kundenanforderungen gefertigt.<br />

Der gesamte Fertigungsprozess<br />

ist demnach darauf ausgelegt,<br />

für jeden Einsatzbereich die<br />

optimale Lösung zu entwickeln<br />

– von der technischen Beratung<br />

über Planung und Konstruktion<br />

bis hin zur Maßanfertigung und<br />

zum After-Sales-Service.<br />

RedDot Award für HD-Schaltgriffe und Kugelschnäpper<br />

Die Otto Ganter GmbH (Furtwangen), Spezialist für industrielle Normteile<br />

im Hygienic Design, hat in ihrem breiten Sortiment etliche preisgekrönte<br />

Produkte. So wurden die Schaltgriffe GN 210 (Foto unten) jetzt mit dem<br />

iF DESIGN AWARD <strong>2026</strong> sowie<br />

dem RedDot Award ausgezeichnet.<br />

Prämiert wurden laut<br />

Hersteller ihr modernes Industriedesign,<br />

die ergonomische<br />

Formgebung und die hohe<br />

Funktionalität der Bedienelemente<br />

aus Zink-Druckguss.<br />

Auch die Kugelschnäpper GN 4490 (Foto rechts) aus<br />

Zink-Druckguss bzw. Edelstahl erhielten den RedDot<br />

Award <strong>2026</strong>. Sie überzeugen die Jury durch kompakte<br />

Bauweise, zuverlässige Funktion und eine moderne, reduzierte<br />

Designsprache.<br />

www.ganternorm.com<br />

Wiedemann<br />

steht dabei nach<br />

eigenen Angaben<br />

für hygienische,<br />

zertifizierte und<br />

maßgefertigte<br />

Lösungen aus<br />

hochwertigem<br />

Edelstahl.<br />

www.wiedemann-technik.de<br />

Wittenstein<br />

Für offene Maschinendesigns<br />

geeignet, chemikalien- und<br />

korrosionsbeständig, reinigungsfreundlich,<br />

mikrobiologisch<br />

sicher sowie wirtschaftlich<br />

in Anschaffung, Betrieb und<br />

Wartung – hierfür stehen die<br />

nach EHEDG-Richtlinien entwickelten<br />

Hygienic<br />

Design-Antriebslösungen<br />

von<br />

WITTENSTEIN<br />

(Igersheim). Die<br />

Edelstahl-Planetengetriebe<br />

HDV<br />

und HDP+, die<br />

Servoaktuatoren<br />

axenia value sowie<br />

die Kleinservoantriebe<br />

der cyber<br />

dynamic line<br />

geben Keimen<br />

keine Chance –<br />

und bieten damit<br />

laut Hersteller sicheren Schutz<br />

vor Kontaminationsgefahren<br />

und Produktrisiken.<br />

Die spielarmen Planetengetriebe<br />

der Baureihen HDV mit<br />

Abtriebswelle und HDP+ mit<br />

Abtriebsflansch sind demnach<br />

perfekt geeignet für positioniergenaue<br />

und hochdynamische<br />

Applikationen unter <strong>Hygiene</strong>und<br />

Sterilbedingungen. In ihrem<br />

kompakten, glatten und hygieneoptimierten<br />

Edelstahl-Design<br />

mit besonders konzipierter<br />

Gehäusedichtung verfügen sie<br />

neben der Schutzklasse IP69K<br />

über ein minimales Verdrehspiel<br />

und maximale Beschleunigungsmomente<br />

– z.B. für Delta-<br />

Robotik-Anwendungen.<br />

Auch die Servoaktuatoren der<br />

Baureihe axenia value stehen<br />

für Dynamik und Positioniergenauigkeit<br />

im Hygienic Design.<br />

Der Systembaukasten besteht<br />

aus Hochleistungs-Synchronmotoren<br />

und Präzisions-Planetengetrieben<br />

sowie Optionen wie<br />

u.a. digitalen Rückführsystemen<br />

und Haltebremsen. In ihren<br />

verschiedenen Baugrößen und<br />

skalierbaren Leistungsdaten bietet<br />

axenia value in hygienischen<br />

und sterilen Produktionsumgebungen<br />

verlässliche, aufeinander<br />

abgestimmte Antriebs-<br />

Performance bei höchster<br />

Produktsicherheit.<br />

Hygienisch sichere Antriebslösungen: die Servogetriebe<br />

HDV und HDP+ und die Servoaktuatoren axenia<br />

value.<br />

Foto: WITTENSTEIN alpha<br />

Bestens geeignet für platzsparende,<br />

produkt- und prozesssichere<br />

Motion-Control-Anwendungen<br />

mit höchster Dynamik<br />

und Präzision sind die Kleinservoantriebe<br />

der Produktfamilie<br />

cyber dynamic line in Hygienic-<br />

Design-Ausführung – bestehend<br />

aus Servomotoren sowie<br />

rotativen Aktuatoren. Auch sie<br />

sind CIP- und SIP-geeignet und<br />

können ohne Bedenken mit<br />

Schaum, hohen Drücken sowie<br />

hohen Temperaturen gereinigt<br />

werden. Die Ausführungen mit<br />

einem Außendurchmesser von<br />

40 und 60 mm bieten laut WIT-<br />

TENSTEIN im Hygienic Design<br />

mit IP69K bzw. IP65 im Abtrieb<br />

eine der höchsten Schutzarten<br />

bei Kleinspannungsantrieben<br />

dieser Art am Markt.<br />

www.wittenstein.de<br />

14 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

reinigungsgeräte<br />

Edition UVC: Einstieg in<br />

beam-Dampfsaugsysteme<br />

Die „Edition UVC“ der beam<br />

GmbH (Altenstadt) ist ein<br />

Green-Cleaning-Dampfsaugsystem<br />

der Consumerklasse, das<br />

im Vergleich zum Einsteigermodell<br />

„Limatic LN“ über eine<br />

erweiterte Keimabtötung und<br />

Vireninaktivierung durch UVC-<br />

Technik verfügt. Der kompakte<br />

Allrounder mit 3350 Watt Leis -<br />

tung hat einen 2,45 m langen<br />

Schlauch, eine 300 mm breite<br />

Bodendüse und eine eingebaute<br />

LED als Indikator für den<br />

Wasserwechsel. Inklusive sind<br />

Luftwäsche, Keimabtötung und<br />

UVC-Bestrahlung im Wasserfilter.<br />

Für den Profibereich der Lebensmittelindustrie<br />

setzt beam<br />

auf die ebenfalls chemiefreien<br />

Dampfreiniger „Blue Evolution“.<br />

www.beam.de<br />

Bodenreinigung in Lebensmittelbetrieben ohne „Zündstoff“<br />

Kärcher erweitert Portfolio um Kehr-/Scheuersaugmaschinen in ATEX-Ausführung<br />

Reinigungsgerätehersteller<br />

Kärcher (Winnenden) bietet für<br />

die Bodenreinigung in explosionsgefährdeten<br />

Bereichen<br />

ab sofort Kehrmaschinen und<br />

Scheuersaugmaschinen in<br />

ATEX-Ausführung an.<br />

Dank gezielter technischer<br />

Modifikationen an ausgewählten<br />

Modellen erfüllt man damit die<br />

strengen Anforderungen der europäischen<br />

ATEX-Produktrichtlinien<br />

für den Explosionsschutz in<br />

Umgebungen, in denen explosionsfähige<br />

Gas- oder Staubatmosphären<br />

auftreten können – in<br />

der Lebensmittelverarbeitung<br />

z.B. durch Mehlstäube in Backbetrieben.<br />

Mit den zertifizierten<br />

Scheuersaugmaschinen im Industrieumfeld<br />

gibt es ab sofort auch ATEXgerecht<br />

modifiziert. Foto: Kärcher<br />

Ausführungen für die Zonen 1/2<br />

(Gas) und 21/22 (Staub) entfällt<br />

die zeitinten sive manuelle Reinigung<br />

in Gefahrenbereichen.<br />

Die technischen Anpassungen<br />

setzen direkt an potenziellen<br />

Zündquellen an, um in Verbindung<br />

mit Luft eine Entzündung<br />

der Atmosphäre und damit<br />

Explosionen zu verhindern.<br />

Funkenbildende elektrische<br />

Komponenten sind sicher in<br />

IP5X-Gehäusen untergebracht,<br />

die Motoren werden über Temperaturschalter<br />

vor Überhitzung<br />

geschützt. Zur Vermeidung<br />

elektrostatischer Aufladung setzt<br />

Kärcher auf leitfähige Gehäuseteile<br />

sowie Bürsten mit Kupferdraht<br />

zur aktiven Ableitung. Ein<br />

Detektor überwacht zudem die<br />

Umgebungsluft auf Gas.<br />

www.kaercher.com<br />

Je nach Einsatzprofil: zwei MH-Linien an Heißwasser-Hochdruckreinigern<br />

Nilfisk präsentiert Anwendern seine neuen „Standard“- und „Advanced“-Geräte mit einer Roadshow vor Ort<br />

Mit seiner neuen MH-Heißwasser-Hochdruckreinigerserie<br />

verfolgt<br />

Reinigungsgerätehersteller<br />

Nilfisk (Bellenberg) statt einer<br />

universellen Lösungsplattform<br />

einsatztypischen Arbeitsprofilen<br />

und decken dabei unterschiedlichste<br />

Anforderungen ab.<br />

Die Linie MH Standard konzentriert<br />

sich auf das Wesentliche:<br />

Heißwasserleistung bis 90 °C,<br />

eine analoge, intuitiv zu bedienende<br />

Maschinensteuerung<br />

und der bewährte EcoPower<br />

Wärmetauscher mit einem Wirkungsgrad<br />

von circa 92 %.<br />

Dampfstufe mit 150 °C für Tiefenreinigung<br />

und Desinfektion.<br />

Eine digitale Benutzeroberfläche<br />

in Verbindung mit LCD-Display<br />

führt den Anwender durch voreingestellte<br />

Waschprogramme,<br />

benutzerdefinierte Reinigungsmodi<br />

und interaktive Features<br />

wie Quickstart-Guides oder umfassende<br />

Diagnosefunktionen.<br />

Mit einer Roadshow begleitet<br />

Nilfisk die Markteinführung und<br />

präsentiert die neuen Heißwasser-Hochdruckreiniger.<br />

Termine:<br />

https://events.nilfisk.de/ep/de/<br />

event/d7dT5avAUg<br />

Energieeffizient und robust: die neuen<br />

Hochdruckreiniger. Foto: Nilfisk<br />

nun eine transparente Zwei-Produktlinien-Strategie:<br />

Die Kollektionen<br />

„Standard“ und „Advanced“<br />

orientieren sich gezielt an<br />

Die Reihe MH Advanced richtet<br />

sich an professionelle Nutzer<br />

mit höheren Ansprüchen an<br />

Individualisierung, Effizienz und<br />

Bedienkomfort. Herzstück bildet<br />

ein neu entwickelter Wärmetauscher,<br />

der das Wasser vor<br />

Eintritt in die Pumpe vorerhitzt.<br />

So steigt der Wirkungsgrad auf<br />

bis zu 96 %, was Kraftstoff spart<br />

und auch konstantere Temperaturen<br />

im Heißwasserbetrieb<br />

ermöglicht. Hinzu kommt eine<br />

15


wissenschaft<br />

3·26<br />

Dr. Tanja Welsch<br />

Wein & Traubensaft mit Mykotoxinen belastet<br />

CVUA Sigmaringen testete seit 2019: Spuren der Schimmelpilzgifte in 80 % der Proben<br />

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen hat von 2019 bis Ende 2025 insgesamt 109 Proben<br />

Wein und Schaumwein sowie 94 Proben Traubensaft auf Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) untersucht. Insgesamt waren in<br />

etwa 80 % der Proben Mykotoxine bestimmbar – vor allem Alternariatoxine und in wenigen Proben auch Ochratoxin A.<br />

Allerdings überschritt keine Probe den EU-weiten Höchstgehalt für Ochratoxin A. Für Alternariatoxine gibt es wegen fehlender<br />

Daten bisher keine Höchstgehalte. Die Gehalte lagen jedoch überwiegend unterhalb von Richtwerten, die für andere<br />

Lebensmittel festgelegt wurden und bei deren Überschreitung eine Ursachenermittlung erfolgen sollte. Die Untersuchungen<br />

tragen so im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes dazu bei, mehr Informationen zu diesen Schimmelpilzgiften<br />

zu sammeln. Damit können künftig EU-weit Regelungen erarbeitet oder Risikobewertungen durchgeführt werden.<br />

entweder Pflanzen bereits beim<br />

Wachstum auf dem Feld oder<br />

Lebensmittel bei der Verarbeitung<br />

und Lagerung befallen und<br />

unter bestimmten Bedingungen<br />

dann Mykotoxine bilden. Die<br />

meisten Mykotoxine sind relativ<br />

stabil, was bedeutet, dass sie<br />

bei üblichen Verfahren der<br />

Lebensmittelverarbeitung kaum<br />

zerstört werden und dann auch<br />

in den verarbeiteten Erzeugnissen<br />

zu finden sind. Wenn also<br />

die Weintrauben schon während<br />

des Anbaus oder dann bei der<br />

Lagerung oder Verarbeitung<br />

schimmeln und mit Mykotoxinen<br />

belastet sind, kann man<br />

diese Kontaminanten auch in<br />

Wein, Schaumwein und Traubensaft<br />

noch finden.<br />

Das Zentrallabor für Mykotoxine<br />

am CVUA Sigmaringen<br />

untersucht daher regelmäßig<br />

Produkte aus Weintrauben wie<br />

getrocknete Weintrauben (z.B.<br />

Rosinen, Sultaninen und Korinthen)<br />

und auf Basis von Weintrauben<br />

hergestellte Getränke.<br />

Seit 2019 wurden 109 Proben<br />

Rotwein, Weißwein und<br />

Schaumwein sowie 94 Proben<br />

weißer und roter Traubensaft<br />

auf verschiedene Mykotoxine<br />

ana lysiert, darunter Ochratoxin<br />

A und Alternariatoxine.<br />

Ochratoxin A wirkt unter ande-<br />

Foto: Verena Müller / Design-Portal<br />

des Landes Baden-Württemberg<br />

Weintrauben und daraus hergestellte<br />

Getränke wie Traubensaft<br />

oder Wein und Schaumwein<br />

sind beliebte Lebensmittel.<br />

Sie können aber auch mit<br />

Schimmel pilzgiften (Mykotoxinen)<br />

belastet sein.<br />

Stichwort: Mykotoxine<br />

Mykotoxine sind von verschiedenen<br />

Schimmelpilzen gebildete<br />

Stoffe (sekundäre Stoffwechselprodukte),<br />

die schon in<br />

geringen Konzentrationen giftig<br />

auf Mensch und Tier wirken<br />

können. Sie gelangen als unerwünschte<br />

Kontaminanten in Lebensmittel,<br />

wenn Schimmelpilze<br />

Abb. 1: Anteil der Proben an Traubensaft (oben) und Wein bzw. Schaumwein (unten, zusammenfassend als Wein dargestellt),<br />

in denen Gehalte der jeweils genannten Alternariatoxine bestimmbar waren bzw. deren Gehalte unterhalb der<br />

Bestimmungsgrenze lagen oder in denen keine Alternariatoxine nachweisbar waren.<br />

16 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

wissenschaft<br />

Abb. 2: Anteil der Proben an Traubensaft (oben, dunkles orange) und Wein bzw. Schaumwein (unten, helles orange)<br />

mit Gehalten an TEA in den jeweils angegebenen Konzentrationsbereichen.<br />

Grafiken: CVUA<br />

Schimmelpilzgifte aus der Umwelt<br />

oder aus Lagerung und Verarbeitung<br />

sind auch in Wein und Traubensaft<br />

nachweisbar.<br />

Foto: CVUA<br />

rem giftig auf die Niere. Wegen<br />

seiner krebserzeugenden Wirkung<br />

bei Versuchstieren wird<br />

Ochrato xin A als möglicherweise<br />

krebserzeugend für den Menschen<br />

eingestuft.<br />

Die Alternariatoxine (z.B. Alternariol<br />

(AOH), Alternariolmonomethylether<br />

(AME), Tenuazonsäure<br />

(TEA)) sind erst in den<br />

letzten Jahren stärker in den<br />

Fokus gerückt. Zur Toxizität der<br />

Alternariatoxine für Mensch und<br />

Tier sowie zum Vorkommen von<br />

Alternariatoxinen in Lebensmitteln<br />

liegen noch keine ausreichenden<br />

Daten vor. Das CVUA<br />

Sigmaringen hat diese Toxine<br />

daher in die Untersuchungsmethoden<br />

aufgenommen und gibt<br />

die Untersuchungsergebnisse<br />

an Bund und EU weiter. Damit<br />

tragen die Untersuchungen im<br />

Sinne des gesundheitlichen<br />

Verbraucherschutzes dazu bei,<br />

mehr Informationen zu den Alternariatoxinen<br />

zu sammeln, so<br />

dass zukünftig EU-weit Rechtsvorschriften<br />

erarbeitet oder Risikobewertungen<br />

durchgeführt<br />

werden können.<br />

Untersuchungsergebnisse<br />

Knapp 82 % der vom CVUA untersuchten<br />

alkoholhaltigen Getränke<br />

und 81 % der Traubensäfte<br />

enthielten Alternariatoxine.<br />

Am häufigsten waren TEA und<br />

AOH zu finden (s. Abbildung 1).<br />

Einige Traubensäfte und Weine<br />

waren mit beiden Toxinen<br />

belastet. Dagegen wurden AME,<br />

Tentoxin und Altenuen nur in<br />

Ausnahmefällen nachgewiesen.<br />

Die Gehalte für AOH lagen unter<br />

10 µg/kg. Der höchste Gehalt an<br />

TEA lag bei rund 140 µg/kg, die<br />

meisten Werte (mehr als 90 %)<br />

lagen jedoch unter 25 µg/kg.<br />

Zur Orientierung: Damit liegen<br />

die bestimmten Gehalte überwiegend<br />

unterhalb der Richtwerte,<br />

die für andere Lebensmittel<br />

festgesetzt wurden.<br />

In unter 5 % der Proben an<br />

Traubensaft und Wein war<br />

Ochratoxin A enthalten. Alle<br />

Gehalte lagen aber unter den<br />

Rechtliche Regelungen zu Mykotoxinen<br />

Um eine Gefährdung der Gesundheit durch mit<br />

Mykotoxinen belastete Lebensmittel zu verringern,<br />

hat der EU-Gesetzgeber für bestimmte<br />

Lebensmittel in der Verordnung (EU) 2023/915<br />

Höchstgehalte für Mykotoxine festgelegt,<br />

u.a. für Ochratoxin A in Wein, Schaumwein<br />

und Traubensaft. Für Alternariatoxine gibt es<br />

aufgrund der unzureichenden Datenlage noch<br />

keine Höchstgehalte. Lediglich für bestimmte<br />

wenige Lebensmittel existieren Richtwerte, aber<br />

nicht für Weintrauben und Produkte daraus.<br />

Richtwerte sind keine Werte für die Lebensmittelsicherheit.<br />

Sie basieren auf den wenigen<br />

verfügbaren Daten über typische Gehalte der<br />

Alternariatoxine in bestimmten Lebensmitteln,<br />

die in der Datenbank der Europäischen Behörde<br />

für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verfügbar<br />

gesetzlich festgelegten Höchstgehalten<br />

und wurden nicht<br />

beanstandet. Das CVUA Sigmaringen<br />

wird die Untersuchungen<br />

fortsetzen und auf weitere<br />

Produkte erweitern.<br />

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt<br />

Sigmaringen<br />

Fidelis-Graf-Straße 1<br />

D-72488 Sigmaringen<br />

www.ua-bw.de<br />

sind. Werden diese Richtwerte überschritten, so<br />

sollte ermittelt werden, welche Faktoren zu diesen<br />

erhöhten Alternariatoxin-Konzentrationen<br />

führen. Dadurch sollen weitere Informationen<br />

zusammengetragen werden mit dem Ziel, Maßnahmen<br />

zur Verhinderung oder Senkung des<br />

Vorkommens der Alternariatoxine zu ergreifen.<br />

Damit wird dem im Kontaminantenrecht verankerten<br />

allgemeinen Minimierungsgrundsatz,<br />

dem „ALARA-Prinzip“ („As Low As Reasonably<br />

Achievable“, deutsch: so niedrig wie vernünftigerweise<br />

erreichbar), Rechnung getragen.<br />

Das CVUA Sigmaringen hat einen weiteren Beitrag<br />

„Alternariatoxine in Tomatenprodukten“ mit<br />

ausführlicheren Infos veröffentlicht unter:<br />

www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=4&<br />

Thema_ID=2&ID=3930&Pdf=No&lang=DE<br />

17


wissenschaft<br />

3·26<br />

Projekt RAVOC: Mit KI Mykotoxinbelastungen auf Nüssen und Früchten erkennen<br />

Lebensmittelhersteller bewegen sich heute<br />

in einem Spannungsfeld aus steigenden<br />

Anforderungen an die Produktsicherheit<br />

und immer komplexeren Lieferketten. Um<br />

Verluste zu reduzieren und die Versorgung<br />

zuverlässig zu sichern, wird es immer<br />

wichtiger, Risiken frühzeitig zu erkennen.<br />

Hier setzen neue Entwicklungen des<br />

Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik<br />

und Verpackung IVV (Freising/Dresden)<br />

an: Im Projekt RAVOC untersucht man mit<br />

einem türkischen Forschungspartner am<br />

Beispiel von Haselnüssen und Trockenfrüchten,<br />

wie sich offene und versteckte<br />

Schimmelpilzbelastungen durch Echtzeit-<br />

Monitoring frühzeitig erkennen lassen.<br />

Dazu werden eine Klassifizierungsmethodik<br />

auf Basis der Gassensorik und Funktionen<br />

des maschinellen Lernens eingesetzt,<br />

um Messdaten auszuwerten und<br />

daraus neue Analysemodelle zu entwickeln.<br />

Ziel ist es, mit Schimmel befallene<br />

und unbelastete Ware künftig zuverlässig<br />

unterscheiden zu können.<br />

V.a. Nüsse oder in den Ursprungsländern<br />

getrocknete Produkte wie Früchte weisen<br />

aufgrund langer Lagerungsdauer erhöhte<br />

Risiken für Schimmelbefall auf. Deshalb<br />

wenden<br />

Lebensmittelverarbeiter<br />

verschiedene<br />

Sortierungsverfahren<br />

Oft mykotoxinbelas tet: Haselnüsse.<br />

Foto: iStock.com/Olesia Shadrina<br />

an, die<br />

je nach<br />

Methodik<br />

und Produkt teuer sind oder nicht die<br />

erforderliche Sensitivität erreichen, um<br />

belas tete Ware zuverlässig auszusondern.<br />

Am Fraunhofer IVV wird nun von Haselnüssen<br />

aus Regionen der Türkei mit<br />

unterschiedlicher mikrobieller Belastung<br />

mittels Gaschromatographie die Gesamtheit<br />

aller emittierten flüchtigen Substanzen<br />

(Volatolom) ermittelt und mit weiteren<br />

im Labor bestimmten Referenzparametern<br />

(z.B. Schimmelpilzkontamination<br />

und Mykotoxingehalt) ergänzt. Zugleich<br />

werden Haselnüsse, die einen erhöhten<br />

Fettsäureabbau aufweisen, in die Analysen<br />

miteinbezogen, um so eine hohe Spezifität<br />

des Modells für die Schimmelbelastung zu<br />

erhalten. Die Einbindung von Messdaten<br />

der analytischen Infrarot-Spektroskopie in<br />

das KI-gestützte Modell ist geplant. Von<br />

getrockneten Feigen werden ebenfalls<br />

die emittierten volatilen Substanzen und<br />

weitere Daten erhoben.<br />

Basierend auf den Ergebnissen dieses<br />

Projektes soll die Entwicklung einfacher<br />

KI-gestütz ter Gas-Sensorarrays ermöglicht<br />

werden, die sich insbesondere für die<br />

zerstörungsfreie Beprobung verschiedener<br />

Rohstoffe in großvolumigen Behältnissen<br />

(z.B. Big Packs) im Wareneingang eignen.<br />

www.ivv.fraunhofer.de<br />

BfR2GO: Süßungsmittel<br />

gesundheitsschädlich?<br />

Zucker schädigt Zähne, macht<br />

dick, begünstigt Dia betes – das<br />

sind nur drei der oft diskutierten<br />

Kritikpunkte an der süßen Zutat<br />

vieler Leckereien und Getränke.<br />

Manche greifen deshalb auf zuckerarme<br />

oder -freie Varianten<br />

zurück, die meist Süßungsmittel<br />

enthalten. Doch auch die werden<br />

teils mit gesundheitli chen<br />

Risiken in Verbindung ge bracht.<br />

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung<br />

(BfR) werden alle<br />

Süßungsmittel vor ihrer Zulassung<br />

auf europäischer Ebene<br />

auf gesundheitliche Unbedenklichkeit<br />

geprüft und danach<br />

regelmäßig nach neuesten<br />

wissenschaftlichen Erkenntnissen<br />

bewertet. Das aktuelle<br />

BfR-Wissenschaftsmagazin<br />

„BfR2GO“ klärt dazu auf – z.B.<br />

über Aspartam und Sucralose:<br />

www.bfr.bund.de/publikati­<br />

onen/bfr2go-ausgabe-22025-<br />

schwerpunkt-suessungsmittel/<br />

Mit Streulicht Mikroorganismen schneller analysieren<br />

Anne-Sophie Munser erhält Geiger-Preis – Für Lebensmittel-/Trinkwasserkontrollen<br />

Dr. Anne-Sophie Munser aus<br />

der Abteilung „Funktionelle<br />

Oberflächen und Schichten“<br />

am Fraunhofer-Institut für<br />

Angewandte Optik und Feinmechanik<br />

IOF (Jena) ist mit<br />

dem dritten Platz des Hugo-<br />

Geiger-Preises ausgezeichnet<br />

worden. Gewürdigt wurde ihre<br />

Entwicklung einer hochsensitiven<br />

Streulichtmessung, mit<br />

der Mikroorganismen deutlich<br />

schneller analysiert werden können<br />

als bisher. Die Technologie<br />

eröffnet Perspektiven für den<br />

Einsatz in Laboren, Klinken, der<br />

Wirkstoffforschung und auch für<br />

Anwendungen in der Lebensmittelkontrolle<br />

oder Überwachung<br />

der Trinkwasserqualität.<br />

Die winkelaufgelöste Streulichtanalyse<br />

dient üblicherweise dazu,<br />

feinste Defekte oder Partikel<br />

auf hochglatten Oberflächen,<br />

Preisträgerin Anne-Sophie Munser im<br />

Labor. Foto: Fraunhofer IOF<br />

z.B. Spiegeln oder Linsen, sichtbar<br />

zu machen. Nun hilft sie,<br />

Mikroorganismen zu erfassen:<br />

Schon wenige Zellen schädlicher<br />

Bakterien lassen sich<br />

nachweisen, ohne dass sie<br />

aufwändig kultiviert werden<br />

müssen. Sie und ihre möglichen<br />

Resistenzen lassen sich so in<br />

rund drei Stunden identifizieren.<br />

Für die Detektion wird ein<br />

Laserstrahl auf einzelne Zellen<br />

gerichtet. Je nach Struktur,<br />

Oberflächenbeschaffenheit und<br />

Form streuen die Zellen das<br />

Licht in verschiedene Richtungen.<br />

Es entsteht eine charakteristische<br />

Lichtverteilung, aus der<br />

sich Rückschlüsse auf Zelltyp,<br />

Oberflächenrauheit, Aggregationsverhalten<br />

und weitere struk -<br />

turelle Eigenschaften bis in Nanometerbereiche<br />

ziehen lassen.<br />

Das aktuelle Analysegerät ist<br />

so groß wie ca. zwei Schuhkartons.<br />

Künftig soll ein kompak tes,<br />

transportables System daraus<br />

entstehen, bis hin zu integrierten<br />

Lab-on-a-Chip-Lösungen.<br />

www.iof.fraunhofer.de<br />

18 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

wissenschaft<br />

FEI-Kooperationsforum:<br />

Vorträge zum Download<br />

Schädliche Reaktionsstoffe in stark erhitztem Hundefutter<br />

Teilnehmer aus Wirtschaft und<br />

Wissenschaft, von Verbänden<br />

und Behörden besuchten Ende<br />

April das 24. Kooperationsforum<br />

<strong>2026</strong> des Forschungskreises<br />

der Ernährungsindustrie (FEI)<br />

im Universitätsclub Bonn. Unter<br />

dem Motto „Neues aus der (Lebensmittel-)<br />

Mess-, Regelungsund<br />

Verfahrenstechnik“ standen<br />

die Themen Miniaturisierung,<br />

Automatisierung, Digitalisierung<br />

und KI im Fokus. Die Abstracts<br />

der neun Fachvorträge und die<br />

Kurzlebensläufe der Referenten<br />

stehen nun gratis zum Download<br />

zur Verfügung (benötigt<br />

wird dafür eine Anmeldung im<br />

„FEI-Service“):<br />

www.fei-bonn.de/veranstaltungen-termine/kooperationsforen/kooperationsforum-<strong>2026</strong><br />

Industriell hergestellte Trocken- und Nassfutter<br />

für Hunde werden meist stark erhitzt (häufig bei<br />

120 °C bis 180 °C oder mehr), damit sie lange<br />

haltbar bleiben und sicher gelagert werden<br />

können. Diese Verarbeitung kann chemische<br />

Veränderungen auslösen. Wenn Zucker und<br />

Eiweiße bei hohen Temperaturen reagieren, entstehen<br />

Maillard-Reaktionsprodukte – Stoffe, die<br />

auch beim Braten oder Backen von Lebensmitteln<br />

entstehen. Diese Verbindungen fördern laut<br />

englischen Experten Entzündungsprozesse und<br />

oxidativen Stress im Körper.<br />

Forscher der Hacettepe University untersuchten<br />

41 Hundefutterprodukte auf chemische Verbindungen,<br />

die bei starker Hitze entstehen. Dazu<br />

gehören Advanced Glycation End Products<br />

(AGEs) sowie bestimmte reaktive Carbonylverbindungen.<br />

Ergebnis: Je stärker ein Futter<br />

erhitzt oder industriell verarbeitet wird, desto<br />

mehr Reaktionsprodukte entstehen. Der Futterpreis<br />

sagt wenig darüber aus, wie viele dieser<br />

Stoffe enthalten sind – einige teure Premiumprodukte<br />

schnitten besonders schlecht ab.<br />

Klassisches Nassfutter (z.B. Dosenfutter sowie<br />

ungekühlt haltbare „vorratsfrische“ Produkte)<br />

enthielt im Schnitt den höchsten Anteil an<br />

schädlichen AGEs sowie Glyoxal-Verbindungen.<br />

CEL – ein Stoff, der im Zusammenhang mit<br />

chronischen Entzündungen steht – lag in Nassfutter<br />

bei 128 mg/kg, mehr als viermal so hoch<br />

wie in frisch gekochtem Futter. Auch in allen<br />

anderen Messkategorien wiesen frisch gekochte<br />

Mahlzeiten weniger schädliche Chemikalien auf.<br />

Untersucht wurde auch, wie sich intensive Verarbeitung<br />

auf wichtige Nährstoffe auswirkt. Im<br />

Fokus: die Aminosäure Lysin, ein wichtiger Baustein<br />

für Muskeln, Wachstum und Stoffwechsel.<br />

Wird ein Futter stark erhitzt, kann Lysin<br />

chemisch verändert werden. Dann steht dieser<br />

Nährstoff dem Körper nicht mehr vollständig zur<br />

Verfügung. Frisch gekochte Hundemahlzeiten<br />

enthielten im Schnitt mehr als doppelt so viel<br />

verfügbares Lysin wie Trocken- oder Nassfutter.<br />

Link zur Stuidie (Open Access): https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jpn.70053<br />

Phlorotannine aus Makroalgen mit antimikrobieller Wirkung<br />

Fraunhofer IVV: Forschungsprojekt „PEARL“ setzt auf bioaktive Stoffe statt Chemie<br />

Die Haltbarkeit vieler Lebensmittel<br />

wird oft durch mikrobielle<br />

Kontamination sowie die Oxidation<br />

von Proteinen und Fetten<br />

beeinträchtigt. Besonders<br />

Fleisch- und Fischprodukte sind<br />

anfällig für mikrobiellen Verderb<br />

und können Krankheitserreger<br />

übertragen. Um die Haltbarkeit<br />

zu verlängern und mikrobiellen<br />

Risiken vorzubeugen, werden<br />

oft synthetische Konservierungsstoffe<br />

eingesetzt. Eine bislang<br />

wenig genutzte Alternative stellen<br />

bioaktive Inhaltsstoffe aus<br />

Makroalgen dar, z.B. Phlorotannine.<br />

Ihre Einsatzfähigkeit für<br />

eine nachhaltige Konservierung<br />

von Lebensmitteln untersucht<br />

das Fraunhofer-Institut für<br />

Verfahrenstechnik und Verpackung<br />

(IVV) in Kooperation mit<br />

der türkischen Ege Universität<br />

und Aksaray Universität im Forschungsprojekt<br />

„PEARL“.<br />

Foto: © iStock.com / greenleaf123<br />

Phlorotannine sind für ihre<br />

antimikrobiellen und antioxidativen<br />

Wirkungen bekannt. Das<br />

Projekt PEARL soll bioaktive<br />

Verbindungen aus kultivierten<br />

Makroalgen für die industrielle<br />

Anwendung in der Lebensmittel-<br />

und Futtermittelbranche<br />

nutzbar machen. Der Ansatz<br />

umfasst die gesamte Wertschöpfungskette<br />

– von der<br />

nachhaltigen Algenkultivierung<br />

über Gewinnung und Charakterisierung<br />

phlorotanninreicher<br />

Extrakte bis zur Anwendung in<br />

Lebensmitteln und Verwertung<br />

von Extraktionsresten als Futtermittelzusatz<br />

in der Aquakultur.<br />

Am Fraunhofer IVV mit seiner<br />

Erfahrung in der Lebensmittelqualität<br />

werden Extrakte auf ihre<br />

antimikrobiellen und antioxidativen<br />

Eigenschaften untersucht.<br />

Dann erfolgt die Bewertung der<br />

konservierenden Wirkung in<br />

praxisnahen Lagerstudien mit<br />

ausgewählten Lebensmitteln,<br />

um die Wirksamkeit und Praxistauglichkeit<br />

der natürlichen<br />

Konservierungsstoffe zu testen.<br />

Die Projektergebnisse sollen v.a.<br />

kleinen und mittleren Unternehmen<br />

zugute kommen, die nicht<br />

über Ressourcen für Forschung<br />

und Entwicklung verfügen.<br />

www.ivv.fraunhofer.de/de/lebensmittel/qualitaet/forschungsprojekt-pearl.html<br />

LMU forscht: Karotten<br />

töten Listerien ab<br />

Bestimmte Karottensorten können<br />

krankmachende Listerien<br />

innerhalb weniger Minuten<br />

abtöten. Zu diesem überraschenden<br />

Ergebnis kommt<br />

ein Forschungsprojekt der<br />

Ludwig-Maximilians-Universität<br />

München, das vom Wissenschaftsfonds<br />

des Qualitätssicherungsprogramms<br />

QS (Bonn)<br />

gefördert wurde. Der Saft von<br />

19 (von 46) untersuchten<br />

Karottensorten führte zur vollständigen<br />

Eliminierung der Bakterienkulturen.<br />

Die Erkenntnisse<br />

eröffnen neue Perspektiven für<br />

Qualitätssicherung und Lebensmittelsicherheit,<br />

insbesondere<br />

für Risikoprodukte wie verzehrfertige<br />

Lebensmittel tierischer<br />

und pflanzlicher Herkunft.<br />

https://q-s.de/news-pool-de/<br />

qs-wissenschaftsfondskarotten-gegen-listerien.<br />

html?nlorigin=45_22485_<br />

19


wissenschaft<br />

3·26<br />

Illegale Reaktivfarbstoffe sichtbar gemacht<br />

Erfolgreiche IGF-Projekte können Lebensmittelverarbeitern Rohstoffkontrolle erleichtern<br />

Die Farbe eines Lebensmittels entscheidet oft in Sekunden über Akzeptanz oder Ablehnung: Sie beeinflusst maßgeblich<br />

die Kaufentscheidung und wird mit Frische und Natürlichkeit verknüpft. Sie ist damit ein zentraler Hebel für den Markterfolg<br />

– v.a. in Produktgruppen wie Fleisch- und Wurstwaren, Süßwaren, Getränken oder Fruchtzubereitungen fungiert sie als<br />

zentrales Qualitätsversprechen. Zugleich zeigen Befunde der amtlichen Lebensmittelüberwachung, dass es entlang internationaler<br />

Lieferketten immer wieder zu unzulässigen Färbungen kommt. Nach Daten des europäi schen Schnellwarnsystems<br />

RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed) wurden zwischen Januar 2024 und Oktober 2025 allein 57 Fälle gemeldet,<br />

in denen verbotene Farbstoffe in Lebensmitteln nachgewiesen wurden. Hier setzte die Industrielle Gemeinschaftsforschung<br />

(IGF) an: Ziel zweier aufeinander aufbauender Projekte war, eine durchgängige und praxistaugliche Nachweisstrategie<br />

für unerlaubte Reaktivfarbstoffe in Lebensmitteln zu entwickeln. Diese steht nun zur Verfügung; sie reicht vom<br />

schnellen Screening färbender Rohstoffe bis zur eindeutigen Identifizierung auch komplex gebundener Reaktivfarbstoffe.<br />

Reaktivfarbstoffe unterscheiden<br />

sich grundlegend von klassischen<br />

Lebensmittelfarbstoffen:<br />

Sie besitzen reaktive funktionelle<br />

Gruppen, mit denen sie<br />

kovalent an Bestandteile der<br />

Lebensmittelmatrix binden können.<br />

Während frei vorliegende<br />

Farbstoffe i.d.R. extrahiert und<br />

identifiziert werden können,<br />

fehlten bislang praxistaugliche<br />

Methoden, um gebundene Reaktivfarbstoffe<br />

eindeutig nachzuweisen<br />

– für Unternehmen<br />

wie Überwachungsbehörden<br />

eine analytische Grauzone mit<br />

Risiken für Verbraucherschutz<br />

und Rechtssicherheit.<br />

Stoffe aus Textilindustrie<br />

Neben „klassischen“ Problemstoffen<br />

wie Sudan I-IV oder<br />

Rhodamin B rücken im Lebensmittelbereich<br />

zunehmend auch<br />

Reaktivfarbstoffe aus der Textil -<br />

in dustrie in den Fokus: 2016<br />

wurde erstmals der synthetische<br />

Azofarbstoff Reactive Red 195<br />

in Extrakten aus Hibiskusblüten<br />

und Roter Bete nachgewiesen.<br />

In den Folgejahren gab es u.a.<br />

einen Nachweis von Reactive<br />

Red 141 in Pulvermischungen<br />

aus Früchten. Auffällig ist<br />

dabei laut Forschungskreis der<br />

Ernährungsindustrie (FEI) die<br />

hohe Farb- und Prozessstabilität<br />

unzulässig gefärbter Produkte.<br />

In der Praxis betrifft dies meist<br />

Zulieferprodukte wie Extrakte<br />

oder Gewürzmischungen,<br />

die schon zuvor unzulässig<br />

behandelt wurden. Deutsche<br />

Beispiel für die Anreicherung eines Reaktivfarbstoffs:<br />

C18-adsorbiertes Reactive Red 195.<br />

nuschewski/Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik<br />

Lebensmit telhersteller geraten<br />

so in eine schwierige Situation:<br />

Sie verar beiten solche Rohstoffe<br />

i.d.R. unwis sentlich weiter und<br />

tragen dennoch das volle Risiko<br />

für Beanstandungen, Rückrufe<br />

und Imageschäden.<br />

Vor diesem Hintergrund wurde<br />

in einem ersten IGF-Projekt<br />

(AiF 19637 N) von 2017 bis<br />

2020 der Grundstein für den<br />

systematischen Nachweis von<br />

Reaktivfarbstoffen in Lebensmitteln<br />

gelegt. Im Fokus standen<br />

Fruchtkonzentrate, Gewürzextrakte,<br />

Fleisch- und Wurstwaren,<br />

bei denen auffällige Farbund<br />

Prozessstabilität beobachtet<br />

wurde. Während natürliche<br />

Farbstoffe wie Anthocyane oder<br />

Betalaine unter Hitzeeinwirkung,<br />

pH-<br />

Variation oder<br />

Lichteinfluss<br />

Farbverluste<br />

zeigen, blieben<br />

diese Proben<br />

farblich nahezu<br />

unverändert.<br />

Hauptziel: eine<br />

photo metrische<br />

Schnellmethode,<br />

Foto: Edwin Ja­<br />

mit der fär bende<br />

Rohstoffe<br />

anhand ihres<br />

Farbverhaltens unter definierten<br />

pH- und Temperaturbedingungen<br />

charakterisiert werden kön -<br />

nen. Dieses Screeningverfahren<br />

eignet sich v.a. für den Einsatz<br />

in Wareneingangskontrollen und<br />

erlaubt es, auffällige Proben<br />

früh zu identifizieren und auszuschließen.<br />

Ergänzend wurden<br />

Methoden etabliert, die eine<br />

eindeutige Identifizierung von<br />

Reaktivfarbstoffen erlauben,<br />

u.a. ¹H-NMR-spektroskopi sche<br />

Fingerprintanalysen und Verfahren<br />

zur reduktiven Spaltung<br />

der Azobrücken mit LC-MSbasierter<br />

Bestimmung charakteristischer<br />

Spaltprodukte.<br />

Nachweisstrategie erweitert<br />

In einem zweiten IGF-Projekt<br />

(01IF22275N) wurden von<br />

2022 bis 2024 neue Aufschluss-/Detektionsstrategien<br />

erarbeitet, die Nachweisstrategie<br />

auf bifunktionelle Reaktivfarbstoffe<br />

und weitere Farbstoffklassen<br />

erweitert. Durch<br />

den Einsatz chemometrischer<br />

Auswerteverfahren wurde die<br />

photometrische Schnellmethode<br />

präzisiert und als Screeninginstrument<br />

fortentwickelt,<br />

parallel die Datenbank für die<br />

¹H-NMR-spektroskopische Fingerprintanalyse<br />

vergrößert. Die<br />

Methoden wurden erfolgreich<br />

im Labor und an Marktproben<br />

getestet. Für Lebensmittelhersteller<br />

bedeutet dies laut FEI<br />

eine deutliche Verbesserung der<br />

analytischen Absicherung ihrer<br />

Lieferketten. Überwachungsbehörden<br />

erhalten praxistaugliche<br />

Werkzeuge, um unerlaubte<br />

Färbungen zuverlässig aufzudecken<br />

und zu bewerten.<br />

Forschungskreis der Ernährungsindustrie<br />

e.V. (FEI)<br />

Godesberger Allee 125<br />

D-53175 Bonn<br />

www.fei-bonn.de<br />

20 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

messtechnik<br />

Hygienische Füllstandmessung am Mischtank<br />

Radarsensoren VEGAPULS 6X sichern Prozesse beim Joghurthersteller „Savoie Yaourt“<br />

Für die Lebensmittelindustrie haben Effizienz und Kontaminationsvermeidung oberste Priorität. Anlagen wie die des französischen<br />

Molkereibetriebs Savoie Yaourt (Aix les Bains) lassen sich ohne vorherige Demontage im geschlossenen Reinigungsmittelkreislauf<br />

reinigen und sterilisieren. Fruchtjoghurts des Unternehmens werden mit der Füllstandmessung von 80 GHz-<br />

Radarsensoren VEGAPULS 6X nach höchsten <strong>Hygiene</strong>- und Automatisierungsstandards gemischt. Diese Sensoren der VEGA<br />

Grieshaber KG (Schiltach) sind gegen Medien in CIP- und SIP-Prozessen und hohe Temperaturen bei der Dampfsterilisation<br />

beständig, leicht zu säubern und lassen keine Rückstände von Schmutz oder Bakterien zu. Gefertigt sind sie aus einfach zu<br />

des infizierenden Materialien wie Edelstahl, PEEK oder PET und mit abgedichteten Oberflächen, sodass sich keine Hohlräume<br />

bilden, in denen sich Schmutz ansammeln kann. Im folgenden Artikel erklärt Joachim Schmalz, VEGA-Bran chenmanager<br />

Food & Pharma, wie die für die Nassreinigung EHEDG- und 3-A-zertifizierten Sensoren in Savoien für Sicherheit sorgen.<br />

Der mehrstufige Herstellungsprozess<br />

bei dem Joghurt-Hersteller<br />

ist durch einen hohen<br />

Automatisierungsgrad geprägt.<br />

Das hilft, die konstant hohe<br />

Qualität und strenge <strong>Hygiene</strong>vorschriften<br />

einzuhalten. Das<br />

gesamte Herstellungsverfahren<br />

ist nach IFS Food zertifiziert.<br />

Der hygienekonforme Radarsensor<br />

VEGAPULS 6X meldet jede Überoder<br />

Unterschreitung der Maximalund<br />

Minimal-Befüllung. Fotos: VEGA<br />

Zwischen der Milchübernahme<br />

und der Kühllagerung des fertig<br />

abgefüllten Joghurts durchläuft<br />

das Naturprodukt drei Verarbeitungsstufen:<br />

Joghurtbereitung,<br />

Abfüllung und Lagerung. In<br />

jeder sind strenge Kontrollen<br />

und moderne Technik elementar.<br />

Wie der Fermentationsprozess,<br />

findet<br />

auch die Fruchtbeimischung<br />

unter aseptischen<br />

Bedingungen statt.<br />

Kritische Prozessparameter<br />

sind<br />

dabei das <strong>Hygiene</strong>design<br />

aller Anlagenkomponenten,<br />

die Homogenität<br />

durch das Rühren<br />

und die Erfassung<br />

des Füllstands. Dieser sollte<br />

20 % des Gesamtbehältervolumens<br />

nicht unter- und 90 %<br />

nicht überschreiten. So kann<br />

der anschließende Abfüllvorgang<br />

gleichmäßig ablaufen.<br />

Hohe Mess-Anforderungen<br />

Die Anforderungen an die Messtechnik<br />

sind hoch: Der Sensor<br />

muss auf die Konsistenzen, die<br />

sich aus verschiedenen Rezepturen<br />

ergeben, reagieren. Das<br />

verursachte bei Savoie Yaourt<br />

früher Zusatzaufwand, denn<br />

eine zuvor installierte kapazitive<br />

Messsonde zur Grenzstanderfassung<br />

sorgte immer wieder<br />

für Messungenauigkeiten<br />

und Fehler. Der Füllstand des<br />

Fruchtmisch tanks ändert sich<br />

laufend. Ebenso changiert die<br />

Beschaffenheit der Rührmasse<br />

im Tank in schnellen Zyklen.<br />

Ohne sichere Überwachung<br />

Füllstandsensoren müssen mit verschiedenen Konsistenzen<br />

in der Joghurtherstellung zurechtkommen.<br />

des Füllvolumens und rechtzeitiges<br />

Nachbefüllen besteht die<br />

Gefahr, dass die nachgelagerte<br />

Befüllung an der Packmaschine<br />

zum Stillstand kommt. Auch<br />

eine Überfüllung könnte den<br />

Prozess zum Erliegen bringen.<br />

Der hygienekonforme Radarsensor<br />

VEGAPULS 6X meldet<br />

jede Über- oder Unterschreitung<br />

der Maximal- und Minimal-<br />

Befüllung sicher und rechtzeitig.<br />

Im Mischtank werden die zum<br />

Fruchtjoghurt gehörigen Beeren<br />

und das Obst, bisweilen auch<br />

Nüsse, eingerührt. Die präzise<br />

und mit 80 GHz hochfrequente<br />

Füllstandmessung hält den<br />

aseptischen Vorgang auf<br />

optimalem Niveau und sorgt<br />

für beste Reproduzierbarkeit.<br />

Aufgrund der exakt überwachten<br />

Füllmenge im Mischbehälter<br />

erfolgt das Abfüllen des Fruchtjoghurts<br />

unterbrechungsfrei und<br />

volumengenau in vorgefertigte<br />

125-g-Kunststoffbecher und<br />

kann direkt mit sterilen Deckeln<br />

aus siegelfähiger Aluminiumfolie<br />

verschlossen werden.<br />

Optimale Inline-Reinigung<br />

Im Einsatz am kompakten<br />

Fruchtmischtank muss die<br />

Messung auch bei einer Messdistanz<br />

von weniger als 200 mm<br />

hochakkurat bleiben. Mit seinen<br />

besonders kleinen Prozessanschlüssen<br />

und geringer Blockdistanz<br />

ist der VEGAPULS 6X<br />

für diese Art von kompaktem<br />

Behälter laut VEGA besonders<br />

geeignet. Auch die Montage<br />

wird durch seine kompakte<br />

Bauform vereinfacht. Im hygienisch<br />

hochsensiblen Molkereibetrieb<br />

arbeitet er mit einer<br />

Clamp-Verbindung 2‘‘PN16,<br />

die dem hohen hygie nischen<br />

Standard nach FDA und EG<br />

1935/2004 gerecht wird. Von<br />

Hand und ohne Werkzeug lässt<br />

sich der Sensor damit integrie<br />

ren. Seine umfangreiche<br />

Funktionalität erlaubt zudem die<br />

optimale Inline-Reinigung an<br />

der integrierten CIP-Station.<br />

VEGA Grieshaber KG<br />

Am Hohenstein 113<br />

D-77761 Schiltach<br />

www.vega.com<br />

21


interview<br />

3·26<br />

„Das Hygienic Design ist der Schlüssel<br />

für eine sichere Abfülltechnologie“<br />

Markus Schlumberger (Ampack) über aseptische Anlagen, CIP/SIP und User Experience<br />

Wo Produkte ohne Kühlkette sicher verarbeitet und abgefüllt werden müssen, ist perfekte <strong>Hygiene</strong> ein absolutes Muss. Die<br />

Ampack GmbH (Königsbrunn) zählt hier seit Jahrzehnten zu den Technologieführern. Im Bereich aseptischer Abfüllmaschinen<br />

bietet sie Kunden maßgeschneiderte Lösungen für verschiedenste Milchprodukte, Babynahrung, Trinkmahlzeiten oder<br />

Feinkost. Damit setzt das Unternehmen immer wieder Maßstäbe im hygienischen Maschinenbau. Der „<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>“<br />

sprach mit Ampack-Geschäftsführer Markus Schlumberger über Herausforderungen, Innovationen, regulatorische Anforderungen<br />

und die wichtige Rolle des Hygienic Design für Maschinen und Anlagen in lebensmittelverarbeitenden Betrieben.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Herr Schlumberger, mit aseptischer<br />

Abfüll- und Verpackungstechnik<br />

hat sich Ampack<br />

im Lebensmittelbereich einen<br />

Namen gemacht. Wie kam es<br />

dazu?<br />

Markus Schlumberger: Ampack<br />

ist seit über 50 Jahren<br />

Pionier im aseptischen Bereich.<br />

Bereits 1976 ging unsere erste<br />

aseptische Maschine in Betrieb<br />

– eine automatische Becherabfüllanlage<br />

für Molkereien. Heute<br />

sind wir in diesem Segment<br />

Marktführer. Rund 80 Prozent<br />

unserer Kunden kommen aus<br />

der Molkereiindustrie, die besonders<br />

hohe Anforderungen an<br />

<strong>Hygiene</strong> stellt.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Wo werden Ihre Maschinen<br />

heute eingesetzt? Wie sieht Ihr<br />

Produktportfolio aus?<br />

Markus Schlumberger: Unsere<br />

Maschinen sind weltweit im Einsatz<br />

und unser Portfolio deckt<br />

ein breites Spektrum ab. Im<br />

Bereich Milch- und pflanzenbasierte<br />

Produkte verarbeiten<br />

unsere Anlagen unter anderem<br />

Joghurt, Hüttenkäse, Kaffeesahne<br />

sowie Desserts. Im Segment<br />

„Drinks-to-Go“, beispielsweise<br />

Caffé Latte oder Proteinshakes,<br />

wird die aseptische Abfüllung<br />

größtenteils mit einer Ampack-<br />

Maschine durchgeführt.<br />

Eine besondere Rolle spielt die<br />

Baby- und Trinknahrung: Bei<br />

Babymilch, die bereits ab dem<br />

Für höchste <strong>Hygiene</strong>standards sorgen das Entkeimungs- und Doppelkammersystem<br />

der Abfüllmaschine des Typs FBL.<br />

ersten Lebenstag im Krankenhaus<br />

eingesetzt wird, sind<br />

wir Weltmarktführer. Gleiches<br />

gilt für enterale Ernährung.<br />

Darüber hinaus bedienen wir<br />

die Feinkostindustrie, etwa mit<br />

Lösungen für Hummus, Dips<br />

oder vegane Aufstriche.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Ihre Firma sieht sich als Technologieführer<br />

bei hygienischen<br />

Abfüll- und Verpackungsmaschinen.<br />

Welche Maschinen<br />

stehen dabei besonders im<br />

Fokus?<br />

Markus Schlumberger: Wir<br />

entwickeln und produzieren<br />

Becherabfüllmaschinen in<br />

den <strong>Hygiene</strong>stufen Clean,<br />

Ultra-Clean und Aseptik. Hinzu<br />

kommen aseptische Thermoformmaschinen,<br />

bei denen<br />

Becher aus Kunststofffolie<br />

geformt, befüllt und verschlossen<br />

werden – insbesondere für<br />

anspruchsvolle Anwendungen<br />

wie Krankenhausnahrung aber<br />

auch Kaffeesahne. Ergänzend<br />

bieten wir aseptische Flaschenabfüllmaschinen<br />

an.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Wo kommen diese Lösungen<br />

konkret zum Einsatz?<br />

Markus Schlumberger: Der<br />

Schwerpunkt liegt klar auf<br />

Molkereien und der Feinkostindustrie.<br />

Gleichzeitig zeigen individuelle<br />

Projekte die Flexibilität<br />

unserer Technologien: So haben<br />

wir beispielsweise eine aseptische<br />

Abfülllösung für Hummus<br />

in Portionsbechern entwickelt,<br />

die in der Bordküche von Flugzeugen<br />

eingesetzt werden – ein<br />

Markus Schlumberger<br />

Geschäftsführer von Ampack,<br />

setzt auf Kundennähe und individuelle<br />

Lösungen.<br />

Anwendungsfall ohne durchgängige<br />

Kühlkette.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Welche<br />

Herausforderungen müssen<br />

Sie bewältigen, um gesetzliche<br />

Anforderungen sicher einzuhalten?<br />

Markus Schlumberger: Die<br />

Einhaltung regulatorischer Vorgaben<br />

gehört zu unserem Tagesgeschäft.<br />

Entscheidend ist,<br />

alle relevanten Entwicklungen<br />

kontinuierlich im Blick zu behalten<br />

und frühzeitig darauf zu<br />

reagieren. Wir arbeiten aktiv in<br />

Fachgremien und Forschungsprojekten<br />

mit und pflegen ein<br />

enges Netzwerk aus Instituten,<br />

Lieferanten und Kunden.<br />

22 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

interview<br />

Zudem bewerten<br />

wir Risiken<br />

systematisch<br />

über den ge -<br />

sam ten Produktlebenszyklus<br />

hinweg<br />

– einschließlich<br />

möglicher Alte -<br />

rungs- und<br />

Verschleiß effek<br />

te, die die<br />

Produktsicherheit<br />

beeinflussen<br />

können.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Welche Rolle spielen Materialien<br />

und deren Konformität?<br />

Markus Schlumberger: Alle<br />

Bauteile mit Lebensmittelkontakt<br />

werden ausschließlich auf<br />

Basis entsprechender Konformitätserklärungen<br />

spezifiziert und<br />

verbaut – insbesondere gemäß<br />

EU-Verordnungen. Unsere<br />

internen Prozesse stellen sicher,<br />

dass diese Anforderungen<br />

lückenlos dokumentiert und<br />

eingehalten werden. Darüber<br />

hinaus prüfen wir eingesetzte<br />

Materialien regelmäßig auf ihre<br />

Konformität mit relevanten<br />

Regelwerken wie REACH und<br />

RoHS.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Von<br />

HACCP über IFS und FDA bis<br />

EHEDG: Wie wichtig sind für Sie<br />

als Maschinenbauer <strong>Hygiene</strong>-<br />

Zertifizierungen und Richtlinien?<br />

Markus Schlumberger: Diese<br />

Standards haben für uns eine<br />

große Bedeutung. Aufgrund<br />

unserer langjährigen Erfahrung<br />

kennen wir die Anforderungen<br />

genau und setzen sie konsequent<br />

um.<br />

Gleichzeitig verstehen wir uns<br />

als Partner unserer Kunden<br />

und unterstützen sie auch<br />

bei übergreifenden Fragestellungen<br />

zur Produktsicherheit<br />

und Prozessgestaltung. Dabei<br />

liegt ein zentraler Fokus auf<br />

Abfüllmaschinen von Ampack ermöglichen flexible Abfüllungen<br />

von flüssigen, viskosen und stückigen Produkten<br />

in unterschiedlichen Formaten. Fotos: Ampack<br />

hygienegerech ter Konstruktion,<br />

insbesondere auf der Vermeidung<br />

von Toträumen in der<br />

Geometrie und guten Reinigungsmöglichkeiten.<br />

Bereits in<br />

der Designphase wird sichergestellt,<br />

dass alle produktberührenden<br />

Bereiche optimal<br />

inspiziert und gereinigt werden<br />

können.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Welche Rolle spielt das Hygienic<br />

Design bei der Konstruktion<br />

Ihrer Maschinen?<br />

Markus Schlumberger: Hygienic<br />

Design ist fundamental.<br />

Das geht bis ins kleinste Detail.<br />

Der Grundrahmen besteht<br />

vollständig aus Edelstahl und<br />

alle Flächen sind geneigt,<br />

sodass keine Flüssigkeiten<br />

stehen bleiben können. Es gibt<br />

weder tote Winkel noch scharfe<br />

Kanten. Auch Komponenten wie<br />

Rohrleitungen, Schläuche oder<br />

Kabelverbindungen werden so<br />

gestaltet, dass sich keine Rückstände<br />

ablagern können. Der<br />

Doseur muss immer komplett<br />

entleert sein.<br />

Aseptische Anlagen sind<br />

grund sätzlich mit CIP- und<br />

SIP-Systemen ausgestattet.<br />

Beim „Clean in Place“ erfolgt<br />

die Reinigung automatisiert mit<br />

definierten Medien, Zeitabläufen<br />

und Sequenzen. „Sterilization in<br />

Place“ ermöglicht eine hermetisch<br />

abgeschlossene Sterilisation.<br />

Beide Verfahren folgen<br />

klaren regulatorischen Vorgaben<br />

und sind essenziell für sichere<br />

Prozesse.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Und<br />

wie sehen die Verfahren bei der<br />

Materialsterilisation aus?<br />

Markus Schlumberger: Im Ultra-<br />

Clean-Bereich nutzen wir unter<br />

anderem Pulsed-Light-Technologie<br />

mit hochenergetischen<br />

Lichtblitzen. Für aseptische<br />

Innovative Technologie für eine aseptische Abfüllung: Um Schaumbildung<br />

zu minimieren, taucht der Kolben des neuen Doseurs in die Flasche ein und<br />

führt das Produkt über seitliche Öffnungen gezielt entlang der Innenwand.<br />

Anwendungen setzen wir auf<br />

verdampftes Wasserstoffperoxid.<br />

Dabei wird ein Tropfen Flüssigkeit<br />

verdampft, mit Sterilluft<br />

vermischt und in das Packmaterial<br />

eingebracht. So werden<br />

Keime zuverlässig abgetötet,<br />

bevor das System mit Sterilluft<br />

gespült wird.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Fließt denn gelegentlich auch<br />

Feedback aus der Praxis in Ihre<br />

Entwicklung ein?<br />

Markus Schlumberger: Natürlich.<br />

Der Austausch mit unseren<br />

Kunden ist für uns zentral.<br />

Wir nutzen gezielt die User-<br />

Experience-Methode (UX), um<br />

unsere Produkte kontinuierlich<br />

zu verbessern. Zudem verfügen<br />

wir über ein eigenes Technikum,<br />

in dem neue Produkte<br />

und Prozesse gemeinsam<br />

mit unseren Kunden getestet<br />

werden. Diese Nähe zur Praxis<br />

ist entscheidend, um technologisch<br />

führend zu bleiben.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Mit<br />

welchen Innovationen können<br />

Anwender künftig rechnen?<br />

Markus Schlumberger: Ein<br />

aktuelles Beispiel ist unsere<br />

neue Dosiertechnologie für die<br />

aseptische Flaschenabfüllung.<br />

Sie wurde speziell für Produkte<br />

entwickelt, die zur Schaumbildung<br />

neigen, wie etwa klinische<br />

Ernährung oder Trinkmahlzeiten.<br />

Der neu entwickelte Doseur<br />

führt das Produkt gezielt entlang<br />

der Innenwand der Flasche,<br />

wodurch die Schaumbildung<br />

deutlich reduziert wird. Das<br />

verbessert nicht nur die Abfüllgenauigkeit,<br />

sondern auch die<br />

Prozessstabilität und Linienleistung<br />

– mit bis zu 36.000<br />

Flaschen pro Stunde.<br />

Diese Technologie ist Teil<br />

unserer modularen Flaschenabfülllinie<br />

des Typs FBL und zeigt<br />

exemplarisch, wie wir durch<br />

gezielte Innovationen sowohl die<br />

Produktsicherheit als auch die<br />

Effizienz weiter steigern.<br />

Ampack GmbH<br />

Lechfeldgraben 7<br />

D-86343 Königsbrunn<br />

Tel: +49 8231 6005 0<br />

www.ampack-solutions.com<br />

23


aktuelles<br />

3·26<br />

BfR: Themenheft über<br />

Mikronährstoffe & Co.<br />

Ein Themenheft des Bundesgesundheitsblatts<br />

widmet sich<br />

Nutzen, Risiken und Wahrnehmung<br />

von Vitaminen, Mineralstoffen<br />

und sonstigen Stoffen,<br />

die in Nahrungsergänzungsmitteln<br />

verarbeitet und verkauft<br />

werden. In diesen Mitteln<br />

finden sich laut Bundesinstitut<br />

für Risikobewertung (BfR) oft<br />

auch andere Substanzen mit<br />

ernährungsspezifischer oder<br />

physiologischer Wirkung – z.B.<br />

Fettsäuren und Aminosäuren,<br />

aber auch „Botanicals“ – also<br />

pflanzliche Stoffe oder Extrakte.<br />

Oft ist die Abgrenzung zu Arzneimitteln<br />

nicht leicht. Das Heft<br />

fasst den wissenschaftlichen<br />

Kenntnisstand zusammen und<br />

verschafft Orientierung.<br />

Mehr Infos dazu: https://link.<br />

springer.com/journal/103/<br />

volumes-and-issues/68-11<br />

61 Prozent der NEM beanstandet<br />

LGL-Tests: Kritik an Inhaltsstoffen und Kennzeichnung<br />

Manche als besonders gesund<br />

beworbene Nahrungsergänzungsmittel<br />

enthalten Mineralstoffe<br />

und Vitamine in Mengen,<br />

die um ein Vielfaches über<br />

den empfohlenen Tagesdosen<br />

liegen. Im Jahr 2025 hat das<br />

Bayerische Landesamt für<br />

Gesundheit und Lebensmittelsicherheit<br />

(LGL) 394 Proben von<br />

Nahrungsergänzungsmitteln risikoorientiert<br />

untersucht, davon<br />

mussten 241 Proben (61 %)<br />

beanstandet werden.<br />

Auf die Gesamtzahl der bemängelten<br />

Proben entfielen über<br />

400 Beanstandungsgründe,<br />

teils mehrere auf ein und die<br />

selbe. So gab es 212 Beanstandungen<br />

aufgrund unzulässiger<br />

krankheits- oder gesundheits-<br />

bezogener Aussagen (den sog.<br />

„Health Claims“). In 156 Fällen<br />

war die Kennzeichnung irreführend<br />

oder nicht rechtskonform.<br />

18 Proben enthielten nicht<br />

zugelassene neuartige Lebensmittel,<br />

38 Proben wurden als<br />

Arzneimittel eingestuft. Zudem<br />

gab es zwei Beanstandungen<br />

aufgrund von unzulässigen<br />

Inhaltsstoffen. Eine Probe wurde<br />

als potenziell gesundheitsschädlich<br />

beurteilt.<br />

Schadstoffe im Sinne von Rückständen<br />

oder Kontaminanten<br />

wurden in den Proben nicht<br />

festgestellt. In allen Fällen<br />

wurden die jeweils zuständigen<br />

Behörden informiert.<br />

www.lgl.bayern.de<br />

BGN warnt vor Sprinkleranlagen<br />

über Fritteusen<br />

Aus Sprinkleranlagen treten im<br />

Brandfall zum Löschen schnell<br />

große Mengen Wasser aus – pro<br />

Sprinklerkopf über 100 l/min.<br />

Das wird zum Problem, wenn<br />

eine laufende Fritteuse darunter<br />

steht. Ein Fehler, der schlimme<br />

Folgen haben kann. Wird die<br />

Sprinkleranlage ausgelöst, gerät<br />

Wasser in das Fett – es kommt<br />

schlagartig zu einer Fettexplosion.<br />

Wehe dem, der dann in<br />

der Nähe steht – es drohen<br />

schwerste Verbrennungen. Die<br />

Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel<br />

und Gastgewerbe<br />

(BGN) erinnert Unternehmer<br />

deshalb an die (verpflichtende)<br />

Gefährdungsbeurteilung. Sie<br />

mache auch solche versteckte<br />

Gefahrenquellen bewusst und<br />

sorge durch vorbeugende Maßnahmen<br />

für Abhilfe.<br />

www.bgn.de<br />

Pestizid- & Schwermetallrückstände<br />

ÖKO-TEST untersuchte Olivenöle und Vollkornmehle<br />

Das Verbrauchermagazin<br />

ÖKO-TEST hat 30 Olivenöle<br />

der höchsten Güteklasse<br />

„nativ extra“ getestet. Dabei<br />

waren Mineralölbelastungen,<br />

Weichmacher und mehrfache<br />

Rückstände von Spritzgiften<br />

ein Problem. So wies das<br />

beauftragte Labor bis zu<br />

sechs Pestizide in nur einem<br />

Öl nach – deutlich mehr als<br />

im Vorgänger-Test. Mehrfache<br />

Pestizidrückstände wurden<br />

bis auf zwei Ausnahmen in<br />

allen konventionellen Testprodukten<br />

und in vier Bio-Ölen<br />

nachgewiesen. Nur zwei Öle<br />

im Test erhielten das Gesamturteil<br />

„sehr gut“.<br />

In einem Test für 50 Vollkornmehle<br />

aus Roggen, Dinkel<br />

und Weizen (darunter 35 Bio-<br />

Produkte) überzeugte über<br />

die Hälfte. Kritik gab es für<br />

Schwermetallverunreinigungen<br />

(mit Cadmium und<br />

Nickel), erhöhte Gehalte an<br />

aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen<br />

(MOAH)<br />

und gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen<br />

(MOSH/<br />

MOSH-Analoga). Auch ein<br />

Keim wurde nachgewiesen:<br />

Ein Demeter-zertifiziertes<br />

Weizenvollkornmehl war mit<br />

Shigatoxin-bildenden Escherichia<br />

(E.) coli, kurz STEC,<br />

belastet. STEC gehören zu<br />

den krank machenden unter<br />

den E.coli-Bakterien und können<br />

beim Menschen durch<br />

die Bildung starker Zellgifte<br />

schwere Darmentzündungen<br />

verursachen. Sechs Produkte<br />

bemängelte ÖKO-TEST zudem<br />

wegen Mehrfachbelastungen<br />

mit Pestiziden.<br />

www.oekotest.de<br />

ANG-Vorstand neu gewählt<br />

Die Mitgliederversammlung der<br />

Arbeitgebervereinigung Nahrung<br />

und Genuss (ANG) hat<br />

Ralf Hengels, Arbeitsdirektor<br />

und Personalvorstand der Nestlé<br />

Deutschland AG, erneut zum<br />

Präsidenten gewählt.<br />

Als Stellvertreter<br />

bestätigt<br />

wurden<br />

Harald Zech,<br />

CFO und kaufmännischer<br />

Geschäftsführer<br />

der Zeelandia<br />

GmbH<br />

& Co. KG, und Axel Scholz,<br />

Senior Vice President Corporate<br />

Human Resources der HARIBO<br />

Holding GmbH & Co. KG.<br />

Als ANG-Vorstandsmitgliedder<br />

wurden wiedergewählt: Werner<br />

Deharde (Lausitzer Früchteverarbeitung<br />

GmbH), Stefan<br />

Führungstrio (v.l.): Ralf Hengels, Harald<br />

Zech und Axel Scholz. Foto: ANG<br />

Durach (Develey Senf & Feinkost<br />

GmbH), Sylke Fleischhut<br />

(AUGUST STORCK KG), Kathrin<br />

Flohr (Coca-Cola Europacific<br />

Partners Deutschland GmbH),<br />

Werner Giselbrecht (Hochland<br />

Deutschland), Dr. Lars Gorissen<br />

(Nordzucker<br />

AG), Anke<br />

Kühnel (ADM<br />

Germany<br />

GmbH), Andreas<br />

Rippstein<br />

(Hügli<br />

Nahrungsmittel<br />

GmbH), Enrico<br />

Sachse (AU-<br />

GUST STORCK KG), Johann-<br />

Andreas Werhahn (VGMS e.V.)<br />

und Ulf Zedler (JT International<br />

Germany GmbH). Neu in den<br />

Vorstand gewählt wurde Tom<br />

Boenigk (Dr. Oetker Tiefkühlprodukte<br />

Wittenburg KG).<br />

www.ang-online.com<br />

24 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

aktuelles<br />

WWW.<br />

Web-TIPP<br />

www.inge-s.de<br />

Als nationaler Zentralverband<br />

von deutschen Berufsfachverbänden<br />

setzt sich die „Interessengemeinschaft<br />

Schädlingsbekämpfung<br />

e.V.“ (Inge-S) dafür<br />

ein, die Qualität und Professionalität<br />

in diesem Bereich zu<br />

fördern und zu stärken sowie<br />

Entscheidungsprozesse der<br />

Schädlingsbekämpfung bei<br />

Politik und Behörden fachlich zu<br />

begleiten. Man kooperiert dabei<br />

mit dem Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure.<br />

Auf der<br />

Internet seite finden sich Infos<br />

zu den vier Mitgliedsverbänden,<br />

Adressen von Schädlingsbekämpfungsbetrieben,<br />

aktuelle<br />

Meldungen zu Themen wie<br />

Rodentizid-Verboten und Downloads<br />

von Produkt-SPCs.<br />

STEC-Keime in Backmischungen<br />

Shiga-Toxin-bildende E. coli<br />

(STEC) zählen zu den krankmachenden<br />

E. coli-Bakterien.<br />

Sie kommen natürlicherweise<br />

im Darm von Wiederkäuern vor.<br />

Durch die Ausscheidungen von<br />

Wildwiederkäuern auf dem Feld,<br />

verunreinigtes Bewässerungswasser<br />

und organische Düngung<br />

können auch pflanzliche<br />

Lebensmittel wie Getreidemehle<br />

und Mehlprodukte mit STEC<br />

kontaminiert werden. Diese Mikroorganismen<br />

gehören zu den<br />

größten Verursachern bakterieller<br />

Durchfallerkrankungen in<br />

Deutschland. In vom Bundesamt<br />

für Verbraucherschutz und<br />

Lebensmittelsicherheit (BVL)<br />

koordinierten Kontrollprogrammen<br />

der amtlichen Lebensmittelüberwachung<br />

wurden in circa<br />

jeder zehnten Probe STEC-<br />

Bakterien nachgewiesen.<br />

So wurden laut BVL 2021 im<br />

Bundesweiten Überwachungsplan<br />

(BÜp) 335 Proben auf<br />

eine Verunreinigung mit STEC-<br />

Bakterien untersucht, darunter<br />

Backmischungen (216 Proben),<br />

Fertigteige (114) und Brotmehlmischungen<br />

(5). In 35 Proben<br />

(10,4 %) waren vermehrungsfähige<br />

STEC nachweisbar. Im<br />

Rahmen des Zoonosen-Monitorings<br />

2020 wurden in 9,1 %<br />

der Proben von Weizen mehl aus<br />

Mühlenbetrieben STEC-Bakterien<br />

nachgewiesen.<br />

STEC werden durch Kochen,<br />

Backen und Frittieren abgetötet.<br />

Das Lebensmittel muss dabei<br />

laut BVL an allen Stellen mindestens<br />

für zwei Minuten auf<br />

70 °C erhitzt werden.<br />

https://bvl.bund.de<br />

Neuer Geschäftsführer<br />

für VDMA-Fachverbände<br />

Johannes Schmid-Wiedersheim<br />

(Foto) ist seit April neuer Ge -<br />

schäftsführer der VDMA-Fach -<br />

verbände „Nahrungsmittelmaschinen<br />

und<br />

Verpackungsmaschinen“<br />

sowie „Verfahrenstechnische<br />

Maschinen<br />

und Apparate“.<br />

Der 49-jährige Diplom‐Ingenieur<br />

und Vater von drei Kindern<br />

verfügt über mehr als 20 Jahre<br />

Leitungserfahrung im nationalen<br />

und internationalen Messewesen<br />

und übernimmt schrittweise<br />

die Verantwortung des langjährigen<br />

Geschäftsführers Richard<br />

Clemens, der Ende September<br />

in den Ruhestand geht.<br />

www.vdma.eu/nuv<br />

www.vdma.eu/vtma<br />

BVE wählt Dr. Simon und<br />

Engelke zu Vorsitzenden<br />

Die Bundesvereinigung der<br />

Deutschen Ernährungsindustrie<br />

(BVE) hat Dr. Bernhard<br />

J. Simon (Foto l.) zum neuen<br />

Vorsitzenden gewählt. Simon,<br />

geschäftsführende Gesellschafter<br />

der SIMON-Fleisch GmbH<br />

und Vorstandsmitglied beim<br />

Verband der Fleischwirtschaft<br />

(VDF), folgt auf Dr. Christian<br />

von Boetticher, der nicht erneut<br />

kandidierte. Zum stv. Vorsitzenden<br />

wurde Christof Engelke (r.),<br />

geschäftsführender Gesellschafter<br />

der Gebr. Engelke Große<br />

Mühle Hasede-Hildesheim<br />

GmbH & Co. KG, gewählt.<br />

www.ernaehrungsindustrie.de<br />

Erreger auf und unter der Schale<br />

BfR-Risiko-Podcast widmet sich der <strong>Hygiene</strong> bei Eiern<br />

Salmonellen und Campylobacter<br />

kommen in der Natur<br />

vergleichsweise häufig vor. Trotz<br />

engmaschiger Kontrollen tauchen<br />

sie deshalb immer wieder<br />

auch in Tierställen auf, in denen<br />

Eier produziert werden. Wer<br />

mit rohen Eiern hantiert, sollte<br />

aufpassen: Denn auf und unter<br />

der Schale können diese gesundheitsgefährdenden<br />

Krankheitserreger<br />

haften. „Das sind<br />

Bakterien, die Kopfschmerzen,<br />

Bauchschmerzen, Übelkeit,<br />

Erbrechen und Durchfall auslösen<br />

können “, sagt Dr. Istvan<br />

Szabo, Leiter des Nationalen<br />

Referenzlabors Salmonella am<br />

Bundesinstitut für Risikobewertung<br />

(BfR). In der neuen Folge<br />

des BfR-Wissenschaftspodcasts<br />

„Risiko kompakt“ erklärt er,<br />

welche einfachen <strong>Hygiene</strong>regeln<br />

schützen können.<br />

Um Risiken zu minimieren,<br />

sollten Eier am besten im Kühlschrank<br />

bei Temperaturen zwischen<br />

4 und 6 °C gelagert werden,<br />

rät Szabo; dann können<br />

sich die Krankheitserreger auf<br />

der Eieroberfläche nicht mehr<br />

weiter vermehren. Besondere<br />

Vorsicht ist angebracht, wenn<br />

Eier roh verarbeitet werden,<br />

z.B. für Tiramisu oder Mousse<br />

au Chocolat. Dann ist es sehr<br />

wichtig, für solche Zwecke nur<br />

frische Eier zu benutzen.<br />

https://podcast.bfr.bund.de/14-<br />

kuchenhygiene-bei-eiern-nichtnur-zu-ostern-relevant<br />

LGL bemängelt nur 5 von<br />

86 Kleinstbrauer-Bieren<br />

Das Bayerische Landesamt für<br />

Gesundheit und Lebensmittelsicherheit<br />

(LGL) hat 86 Proben<br />

Bier aus 44 Kleinstbrauereien<br />

mit maximal 10.000 hl Gesamtjahresausstoß<br />

sensorisch, che -<br />

misch und mikrobiologisch im<br />

Hinblick auf Fremdhefen und<br />

Bakterien untersucht. Nur vier<br />

Proben mussten wegen ungewollter<br />

mikrobiologischer Kontaminationen<br />

beanstandet werden,<br />

die i.d.R. gesundheitlich<br />

unbedenklich sind. Eine dieser<br />

Proben und ein fünftes Produkt<br />

wurden wegen Fehlaro men beanstandet.<br />

Bei allen Beanstandungen<br />

wurden die zuständigen<br />

Lebensmittelüberwachungsämter<br />

informiert. Beachtlich war<br />

die Produktvielfalt: Zoigl, New<br />

Style Lager, Rotbier, Grünhopfenpils,<br />

Altbayerisch Dunkel,<br />

Pale Ale und Maibock waren<br />

nur einige der über 20 Sorten.<br />

www.lgl.bayern.de<br />

25


aktuelles<br />

3·26<br />

Infos und Leitlinien zum Download<br />

Lebensmittelverband Deutschland unterstützt Betriebe<br />

Papiersäcke: Trend zu <strong>Hygiene</strong><br />

und mikrobiologischer Reinheit<br />

Die Gewährleistung der <strong>Hygiene</strong><br />

ist ein wichtiger Teilaspekt<br />

der Lebensmittelsicherheit.<br />

Der Lebensmittelverband<br />

Deutschland e.V. (Berlin) bietet<br />

auf seiner Webseite eine<br />

ganze Reihe von wichtigen<br />

Infomationen, Leitlinien und<br />

Formularen für Betriebe zum<br />

kostenlosen Download an.<br />

Häufig diskutierte Fragen der<br />

Lebensmittelsicherheit – z.B.<br />

die Salmonellenproblematik<br />

– stehen im Zusammenhang<br />

mit <strong>Hygiene</strong>maßnahmen<br />

bzw. <strong>Hygiene</strong>mängeln in der<br />

Lebensmittelkette. Es ist laut<br />

Lebensmittelverband die<br />

gesetzliche Pflicht und Verantwortung<br />

aller, die gewerblich<br />

Umgang mit Lebensmitteln<br />

haben, in ihrem Einflussbereich<br />

für die Lebensmittelsicherheit<br />

zu sorgen.<br />

EU-<strong>Hygiene</strong>verordnung<br />

Seit Erlass der EU-Hygie never<br />

ordnungen für Lebensmittel<br />

(VO 852/2004, VO 853/<br />

2004 und VO 854/2004) ist<br />

gemeinschaftsweit der Ansatz<br />

der Durchgängigkeit der<br />

Lebensmittelhygiene verwirklicht.<br />

Sie muss von der Erzeugung<br />

der Rohstoffe bis zur<br />

Abgabe an den Endverbraucher<br />

herrschen („from farm to<br />

fork“). Die Einzelmaßnahmen<br />

dafür umfassen alle Vorkehrungen,<br />

die nötig sind, um<br />

Gefahren für die einwandfreie<br />

Beschaffenheit unter Kontrolle<br />

zu bringen und zu gewährleisten,<br />

dass ein Lebensmittel für<br />

den menschlichen Verzehr<br />

tauglich ist. Möglichkeiten<br />

der nachteiligen Veränderung<br />

sind u.a. der Verderb durch<br />

Mikroorganismen, Kontamination<br />

und Wachstum von<br />

Krankheitserregern, Belastung<br />

mit chemischen oder<br />

biologischen Rückständen<br />

sowie das Vorhandensein von<br />

Fremdkörpern.<br />

Ziel: „Gute <strong>Hygiene</strong>praxis“<br />

Die Betriebe sind verpflichtet,<br />

eine angemessene, geeignete<br />

„Gute <strong>Hygiene</strong>praxis“ einzuhalten.<br />

Sie haben spezifische<br />

Prozess-, Personal- und<br />

Produkthygiene-Maßnahmen<br />

zu ermitteln und einzuhalten<br />

sowie durch präventive Eigenkontrollmaßnahmen<br />

nach<br />

den anerkannten HACCP-<br />

Grundsätzen für die Abwehr<br />

aller nachteiligen Einflüsse<br />

und Minimierung potentieller<br />

Risiken zu sorgen.<br />

Zum besseren Verständnis<br />

gibt es standardisierte „Leitlinien<br />

für gute <strong>Hygiene</strong>-/Verfahrenspraxis“.<br />

Diese Normen<br />

werden von den Fachkreisen<br />

einer Lebensmittelbranche erarbeitet<br />

und von zuständigen<br />

Behörden geprüft. Sie bieten<br />

für alle Beteiligten – Betriebe<br />

und Lebensmittelüberwachung<br />

– eine abgestimmte<br />

Orientierungshilfe mit hohem<br />

Stellenwert. Der Lebensmittelverband<br />

Deutschland e. V.<br />

wirkt bei den Verfahren zur<br />

Prüfung der GHP-Leitlinien als<br />

wirtschaftsseitige Koordinierungsstelle.<br />

Informationen im Internet<br />

Verschiedene Adressverzeichnisse,<br />

Leitfäden und Leitlinien,<br />

z.B. die „Leitlinie für Gute Verfahrenspraxis<br />

zur Anpassung<br />

der Probenahmehäufigkeit in<br />

Betrieben, die kleine Mengen<br />

Hackfleisch und Fleischzubereitungen<br />

herstellen“, der<br />

„Leitfaden zur Registrierung<br />

von Betrieben nach der Verordnung<br />

(EG) Nr. 852/2004<br />

über Lebensmittelhygiene“<br />

und Bezugsquellen für nationale<br />

„Leitlinien für eine Gute<br />

<strong>Hygiene</strong>praxis“ finden sich<br />

gratis als Download unter:<br />

https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/<br />

sicherheit/hygiene<br />

Die deutsche Papiersackindustrie<br />

berichtet für das Geschäftsjahr<br />

2025 von einer insgesamt<br />

stabilen Marktlage mit einer<br />

leichten Erholung gegenüber<br />

2024. Die Mitgliedsunternehmen<br />

der Gemeinschaft Papiersackindustrie<br />

e. V. (GemPSI) lieferten<br />

3,2 % mehr Papiersäcke<br />

aus als im Vorjahr. In nahezu allen<br />

Marktsegmenten setzte sich<br />

ein deutlich positiver Trend fort.<br />

Besonders kräftige Zuwächse<br />

verzeichneten die Bereiche des<br />

Agrar- und Ernährungssektors:<br />

Saatgut (+17 Prozent), Futtermittel<br />

(+11,6 Prozent), Milchpulver<br />

(+11,1 Prozent), Diverses<br />

(+12 Prozent) sowie Nahrungsmittel<br />

(+7,7 Prozent).<br />

2025 standen regulatorische<br />

Themen wie die EU-Verpackungsverordnung<br />

(PPWR) und<br />

Mit <strong>Hygiene</strong> gegen Infektionen<br />

BZfE: Vier Sicherheitstipps für Arbeiten in Küchen<br />

Durch <strong>Hygiene</strong> und Sorgfalt<br />

beim Umgang mit Lebensmitteln<br />

lässt sich das Risko, dass<br />

sich Mikroorganismen ausbreiten<br />

und es beim Verbraucher<br />

zu Infektionen kommt, deutlich<br />

reduzieren. Das Bundeszentrum<br />

für Ernährung (BZfE) nennt<br />

einige wichtige Grundregeln.<br />

u Ausreichend erhitzen: Geflügel,<br />

Fleisch, Hackfleisch, Fisch,<br />

Rohmilch und Speisen mit Ei<br />

müssen bis ins Innere richtig<br />

erhitzt werden. Sie sollten mindestens<br />

zwei Minuten eine Temperatur<br />

von 72 °C erreichen.<br />

u Getrennt zubereiten: Besonders<br />

empfindliche oder unsaubere<br />

Lebensmittel nicht in Kontakt<br />

mit anderen Lebensmitteln<br />

bringen. Für die Zubereitung<br />

die EU-Entwaldungsverordnung<br />

(EUDR) im Fokus der Kunden.<br />

Daraus resultierte ein hoher<br />

Informations- und Beratungsbedarf.<br />

Gleichzeitig rückten<br />

Kostendruck und Einsparpotenziale<br />

entlang der Lieferkette<br />

stärker in den Vordergrund.<br />

Es zeigte sich ein vielfältiges<br />

Bild zu Produkttrends und<br />

veränderten Kundenvorlieben<br />

– u.a. der anhaltende Trend zu<br />

braunem Papier, der verstärkte<br />

Einsatz hochdichter Barrierefolien<br />

sowie wachsende Anforderungen<br />

in Bezug auf <strong>Hygiene</strong><br />

und mikrobiologische Reinheit.<br />

Für <strong>2026</strong> erwarten die GemPSI-<br />

Mitglieder eine stabile bis leicht<br />

positive Entwicklung des Papiersackmarkts.<br />

www.papiersack.de<br />

nicht die gleichen Geräte verwenden<br />

– oder sie dazwischen<br />

gründlich und heiß abwaschen.<br />

u Gründlich waschen: Rohe<br />

pflanzliche Produkte wie Obst,<br />

Gemüse, frische Kräuter, Blattsalate<br />

und Sprossen gründlich<br />

waschen, nach dem Schneiden<br />

bald verzehren oder kühl aufbewahren.<br />

Erhitzen vorm Verzehr<br />

kann vor Infektionen schützen.<br />

u Gut reinigen: Oberflächen<br />

und Geräte, die mit rohen<br />

Lebensmitteln in Kontakt kommen,<br />

regelmäßig gründlich mit<br />

heißem Wasser und Spülmittel<br />

reinigen und mit Wasser nachspülen<br />

– Geräte und Schneidbretter<br />

aus Kunststoff ggf. bei<br />

60 °C in der Spülmaschine.<br />

www.bzfe.de<br />

26 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

praxis<br />

Nicht nur bei der Ernte: „<strong>Hygiene</strong> – es kommt auf Dich an!“<br />

Qualitätssichungsprogramm QS veröffentlicht kostenfreie Infoposter zur Hand- und Arbeitshygiene zum Download<br />

Auf Sauberkeit und <strong>Hygiene</strong> bei der Ernte liegt ein zentraler<br />

Fokus in den Anforderungen des Qualitätssicherungsprogramms<br />

QS (Bonn) für die Erzeugung von Obst und Gemüse. Pünktlich<br />

zum Start der Erntesaison hat QS neu gestaltete Infoposter zur<br />

Hand- und Arbeitshygiene veröffentlicht, die sich zum Aushang<br />

für Arbeitskräfte und Besucher eignen. Die Infoposter zu den<br />

wichtigsten <strong>Hygiene</strong>regeln für den Ernteprozess wurden dabei um<br />

den Aspekt der Fremdkörpervermeidung gemäß den <strong>Hygiene</strong>anweisungen<br />

im QS-Leitfaden erweitert.<br />

Die kompakten einseitigen Poster sind auf der QS-Webseite<br />

kostenfrei in sieben Sprachen erhältlich und veranschaulichen<br />

anhand von Piktogrammen und Symbolen die wichtigsten<br />

Regelungen zur Hand- und Erntehygiene. Neben Fassungen in<br />

Deutsch und Englisch stehen sie auch auf Italienisch, Spanisch,<br />

Niederländisch, Polnisch und Rumänisch zur Verfügung.<br />

https://q-s.de/news-pool-de/kostenfreie-qs-infoposter-erntehygiene.html?nlorigin=45_22364_<br />

Getreide reinigen, hygienisieren, sortieren im „Grain Innovation Center“<br />

Der Schweizer Technologiekonzern<br />

Bühler (Uzwil) betreibt mit<br />

seinem Grain Innovation Center<br />

(GIC) ein Anwendungszentrum<br />

zur Förderung der Zusammenarbeit<br />

und Innovation in der<br />

Getreideverarbeitung und<br />

vereint Hightech-Lösungen mit<br />

der langjährigen Expertise des<br />

Unternehmens.<br />

Das neue Gebäude folgt auf das<br />

ehemalige Grain Technology<br />

Center, das der Müllereibranche<br />

seit 1951 gute Dienste geleistet<br />

hat. Die fünfstöckige Anlage<br />

erstreckt sich über eine Fläche<br />

von 2000 qm, verfügt über<br />

modernste Infrastruktur und<br />

beherbergt 70 hochmoderne<br />

Verarbeitungsmaschinen.<br />

Die Anlage verfügt über moderne Infrastruktur<br />

und über 70 Maschinen. Foto: Bühler<br />

Kunden können hier Tests an<br />

Lebensmitteln und Tierfutter<br />

durchführen und neue Verfahren<br />

und Lösungen in verschiedenen<br />

Bereichen entwickeln,<br />

darunter Reinigung, optische<br />

Sortierung, Vermahlen, Sieben,<br />

Mischen und Proteinverschiebung<br />

– ein mechanisches<br />

Verfahren, das<br />

die Proteinkonzentration<br />

in pflanzlichen Rohstoffen<br />

erhöht. Darüber hinaus<br />

können sie an der Hygienisierung<br />

und Pelletierung<br />

sowie am Schälen und<br />

Perlieren von Getreide<br />

und Hülsenfrüchten<br />

arbeiten. Lebensmittelversuche<br />

umfassen viele Rohstoffe,<br />

darunter Getreide, Kräuter,<br />

Gewürze und Hülsenfrüchte.<br />

Das GIC bietet auch Tests für<br />

verschiedene andere Rohstoffe<br />

an, darunter Kaffee, Nüsse und<br />

Insekten.<br />

Das GIC ist Teil der Bühler-Anwendungs-<br />

und Trainingscenter-<br />

Landschaft, zu der das Flavor<br />

Creation Center, das Food<br />

Creation Center, das Protein<br />

Application Center, das Energy<br />

Recovery Center und weitere<br />

Zentren gehören, die seit Jahren<br />

in Betrieb sind – z.B. ein Extrusion<br />

Application Center und ein<br />

Pasta Application Center.<br />

Bühler AG<br />

Gupfenstrasse 5<br />

CH-9240 Uzwil<br />

www.buhlergroup.com<br />

27


fremdkörperdetektion<br />

3·26<br />

Kameras und Laser kontrollieren Problemfälle im Pommes-Strom<br />

Bem Brasil erweiterte Kartoffelstreifenproduktion mit integrierter Linie und optischen VERYX-Sortierern von Key<br />

Bem Brasil ist Brasiliens führender<br />

Kartoffelverarbeiter mit einer<br />

Jahresproduktion von rund<br />

500.000 t. Das 2006 gegründete<br />

Unternehmen liefert heute<br />

mehr als die Hälfte aller im<br />

Land konsumierten<br />

Pommes frites und<br />

für internationale<br />

Märkte. Um die<br />

Produktqualität zu<br />

sichern, hat Bem<br />

Brasil eine neue<br />

Verarbeitungslinie<br />

von Key Technology<br />

(Walla Walla,<br />

Washington/USA)<br />

für die Verarbeitung<br />

von 30 t gefrorener<br />

Kartoffelstreifen pro Stunde<br />

installiert. Eine vollintegrierte<br />

Lösung mit optischen Sortierern,<br />

Klassierern und mehr erlaubt<br />

eine vollständige Oberflächeninspektion,<br />

schnelle Umrüstungen<br />

und einfache Bedienung für die<br />

benötigte hohe Kapazität sowie<br />

die von den Kunden erwartete<br />

Produktqualität.<br />

Dafür setzt Bem in Nass- und<br />

Tiefkühlbereichen auf die<br />

optischen Sortierer VERYX von<br />

Key. Im Nassbereich erkennen<br />

und sortieren drei VERYX B210-<br />

Sortierer mit Off-Axis-Kameras<br />

Arbeitet mit optischen VERYX-Sortierern inklusive<br />

Off-Axis-Kameras …<br />

in X-Anordnung Produktfehler<br />

lückenlos aus. Durch die<br />

frühzeitige Sortierung erzeugen<br />

die Systeme einen sauberen,<br />

gleichmäßigen Produktstrom,<br />

der die Gesamtleistung der<br />

Produktionslinie verbessert.<br />

Im Gefrierbereich direkt vor der<br />

Verpackung führen drei VERYX<br />

B175-Sortierer, ausgestattet<br />

mit Kameras und Lasern, die<br />

Drei-Wege-Sortierung wie auch<br />

die Endkontrolle durch. Dabei<br />

werden kurze Kartoffelstreifen in<br />

einen separaten Strom getrennt<br />

… die neue Kartoffelstreifen-Verarbeitungslinie<br />

bei Bem Brasil.<br />

Fotos: Key Technology<br />

und Fremdkörper aussortiert.<br />

Die Sort-to-Grade-Software<br />

von Key analysiert die Abmessungen<br />

und das Qualitätsprofil<br />

jedes Streifens, um Annahme-/<br />

Ausschussent scheidungen zu<br />

treffen. Pixel Fusion-Technologie<br />

verbessert die Erkennungsgenauigkeit<br />

und identifiziert<br />

selbst schwer auffindbare<br />

Fremdkörper und Fehler unmittelbar<br />

vor der Verpackung.<br />

Die Linie verfügt über ein automatisches<br />

Fehleraussortiersystem<br />

(ADR EXOS), das nach den<br />

Nasssortierern installiert<br />

ist. Hier entfernt<br />

das mechanische<br />

Schneidsystem beschädigte<br />

Teile und<br />

führt einwandfreie<br />

Streifen wieder der<br />

Linie zu. Iso-Flo-<br />

Vibrationsförderer<br />

von Key verteilen<br />

die Produkte und<br />

regulieren den Materialfluss<br />

zwischen<br />

den Verarbeitungsschritten.<br />

Drei Splitteraussortierer vor den<br />

VERYX-Nasssortierern sortieren<br />

kleine Splitter und Bruchstücke<br />

schon vor der Inspektion aus.<br />

Key Technology<br />

Beijerdstraat 10 4112<br />

NE-Beusichem / Holland<br />

www.key.net/de<br />

STS-Bandseparatoren entfernen Knochen und Gräten aus Fisch und Fleisch<br />

Gerätehersteller Provisur, ein Unternehmen<br />

der Fortifi Food Processing Solutions<br />

(The Woodlands, Texas/USA) hat auf den<br />

großen internationalen Frühjahrsmessen<br />

seine STS-Bandseparatoren (Soft Tissue<br />

Separator) präsentiert. Diese entfernen<br />

Knochenfragmente, Sehnen und Knorpel<br />

z.B. aus Fisch und Fleisch und erhalten<br />

dabei die Faserstruktur und -integrität bei<br />

geringer Temperaturerhöhung.<br />

Die einfache Bedienung des Geräts<br />

umfasst laut Provisur eine patentierte automatische<br />

Druckregelung und die benutzerfreundliche,<br />

HMI-basierte Speicherung<br />

von Produktrezepten auf dem Bildschirm.<br />

Alle STS-Band-Separatoren verfügen über<br />

ein robustes Design aus hochwertigen<br />

Materialien und eine innovative strukturerhaltende<br />

Technologie.<br />

Es kann auch für das Auspacken und<br />

Trennen z.B. von Milchprodukten sowie<br />

in der Extraktion von Sahne aus Gemüse<br />

wie Avocados, Knoblauch und mehr<br />

Entfernen Knochenfragmente und Knorpel aus Fisch und Meeresfrüchten:<br />

die Bandseparatoren der STS-Reihe. Foto: Provisur<br />

eingesetzt werden. Während das Produkt<br />

in den Separator eingeführt wird, zieht ein<br />

flexibles Pressband es durch, während es<br />

gegen eine perforierte Trommel drückt.<br />

Durch einstellbaren mechanischen Druck<br />

passieren die weichen Teile die Löcher<br />

der Trommel, während die harten Teile<br />

(Nerven, Knorpel, Fischgräten, Verunreinigungen<br />

usw.) an der Außenseite der Trommel<br />

verbleiben und mit einem<br />

Messer abgeschabt werden.<br />

Der Reststoffaustrag kommt<br />

aus der Maschine heraus.<br />

Der STS ist in den vier Größen<br />

800, 1200, 2000 und 3000<br />

(von 350 bis 3400 kg Kapazität)<br />

erhältlich. Die Geräte<br />

lassen sich z.B. mit einem<br />

Provisur-Zerkleinerer und<br />

der „Bone Cannon“ zu einer industriellen<br />

Gesamtanlage kombinieren.<br />

www.provisur.com/de<br />

www.FortifiFoodSolutions.com<br />

28 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

fremdkörperdetektion<br />

Fremdkörpern in Geflügelfleisch auf der Spur<br />

Verarbeiter Plukon (Visbek) installierte den Metalldetektor „Mitus“ von Minebea Intec<br />

Bei der Verarbeitung von Hühnerfleisch ist die zuverlässige Erkennung von Fremdkörpern ein wichtiger Teil der Lebensmittelsicherheit.<br />

Die Metalldetektion ist dabei ein wichtiger Aspekt, v.a. in Umgebungen mit hohem Kontaminationsrisi ko. Als<br />

Antwort auf diese Herausforderungen suchte Plukon (Visbek), ein führendes Unternehmen in der Geflügellieferket te, nach<br />

einer zuverlässigen Lösung, um Fehlausleitungen zu minimieren und ein Höchstmaß an Metalldetektion zu gewährleisten.<br />

Man entschied sich für den Metalldetektor Mitus von Minebea Intec (Hamburg), der mit MiWave-Technologie die präzise<br />

Prüfung hochleitender Produkte wie Hühnerfleisch ermöglicht und selbst kleinste Metallteile zuverlässig erkennt.<br />

Für Lebensmittel gelten die<br />

strengen Verfahren der Gefahrenanalyse<br />

und der kritischen<br />

Kontrollpunkte (HACCP). Insbesondere<br />

in der Geflügelindustrie<br />

sind präzise Messergebnisse<br />

besonders wichtig, da die Verarbeitungsschritte<br />

in der Geflügelverarbeitung<br />

begrenzt sind.<br />

Die Metalldetektion ist ein sehr<br />

wichtiger Aspekt der Lebensmittelsicherheit.<br />

Nach Angaben<br />

von Minebea Intec, Spezialist<br />

für industrielle Wäge- und<br />

Inspektionstechnologien mit<br />

150-jähriger Erfahrung, haben<br />

herkömmliche Metalldetektoren<br />

jedoch aufgrund ihrer einzigartigen<br />

elektromagnetischen<br />

Der Detektor Mitus mit Transportsystem<br />

BMK im Einsatz bei Plukon.<br />

Eigenschaften oft Schwierigkeiten,<br />

metallische Fremdkörper<br />

in Geflügelprodukten genau zu<br />

erkennen. Dies kann zu un nö -<br />

tigen Produktverlusten und<br />

Für anspruchsvolle Aufgaben im Lebensmittelbereich<br />

entwickelt: der Metalldetektor Mitus.<br />

Kompromissen bei der Lebensmittelsicherheit<br />

führen.<br />

Ob Hähnchenflügel, -brust,<br />

-schenkel oder ganze Hähnchen<br />

– der Geflügelverarbeiter<br />

Plukon (derzeit 41 Standorte in<br />

sieben Ländern) stand aufgrund<br />

der Vielseitigkeit seiner Produkte<br />

bei der Implementierung<br />

von Metalldetektoren vor großen<br />

Herausforderungen. Fehlausschleusungen<br />

erforderten oft<br />

Tests in der Qualitätsabteilung<br />

und führten zu Verzögerungen<br />

in der Produktion.<br />

Kontrolle vor Verpackung<br />

Um sicherzustellen, dass<br />

jegliche Art von Metallverunreinigung<br />

bei der Verarbeitung<br />

präzise ausgeschlossen wird,<br />

wurde ein Metalldetektor Mitus<br />

(mit Transportsystem BMK) in<br />

der Linie vor der Endverpackung<br />

des Geflügels installiert. Ziel: die<br />

Produktsicherheit und -qualität<br />

gewährleisten, was aktuellen<br />

Industriestandards<br />

entspricht und die<br />

Unversehrtheit der<br />

Produkte garantiert.<br />

Mitus wurde von Minebea<br />

Intec gezielt<br />

für die anspruchsvolle<br />

Metalldetektion<br />

bei großen Produkteffekten,<br />

wie sie in<br />

der Geflügelverarbeitung<br />

auftreten,<br />

entwickelt. Seine<br />

innovative MiWave-Technologie<br />

ermöglicht die<br />

Erkennung selbst<br />

kleinster Metallverunreinigungen<br />

und<br />

überwindet damit<br />

laut Hersteller die<br />

Grenzen herkömmlicher<br />

Detektoren.<br />

Zudem erleichtert<br />

das neue hygienische<br />

Design die<br />

häufigen Reinigungsvorgänge,<br />

die<br />

in dieser Umgebung<br />

unerlässlich und streng sind.<br />

Durch die Implementierung<br />

des Detektors in die Produktionslinie<br />

konnte Plukon die Zahl<br />

der Fehlausschleusungen stark<br />

reduzieren, den Produktabfall<br />

minimieren und die betriebliche<br />

Effizienz maximieren. Zudem<br />

gewährleis tet das Gerät die<br />

Einhaltung der HACCP-Normen<br />

– ein Plus an Sicherheit für<br />

Verarbeiter und Kunden.<br />

Auch in der Milchindustrie<br />

Der Metalldetektor wird u.a.<br />

auch in Unternehmen der<br />

Milchindustrie eingesetzt. Durch<br />

die intelligente Signal analyse<br />

wird laut Minebea Intec der<br />

sogenannte Produkteffekt zuverlässig<br />

kompensiert – ein Vorteil<br />

bei Joghurt, Käsebruch oder<br />

Milchpulver. Dafür ist das Gerät<br />

in drei branchenspezifischen<br />

Ausführungen erhältlich: für<br />

Rohrleitungssysteme, Freifallanwendungen<br />

und den Bandbetrieb.<br />

So lassen sich flüssige,<br />

Untersuchung abgeschlossen: ein ganzes Huhn<br />

nach dem Mitus-Scan. Fotos: Minebea Intec<br />

pulverförmige und auch verpackte<br />

Milchprodukte präzise<br />

auf unerwünschte Fremdkörper<br />

kontrollieren.<br />

Minebea Intec GmbH<br />

Meiendorfer Str. 205 A<br />

D-22145 Hamburg<br />

www.minebea-intec.com<br />

Plukon GmbH<br />

Ahlhorner Straße 98 a<br />

D-49429 Visbek<br />

www.plukon.de<br />

29


porträt<br />

3·26<br />

Vom Reinigungspionier zum Innovationstreiber<br />

120 Jahre Nilfisk: Einst Elektro-Staubsauger, heute smarte Kehrmaschinen und Roboter<br />

Vom ersten elektrischen Staubsauger Europas bis zu smarten Reinigungsrobotern: Der dänische Reinigungsgerätespezialist<br />

Nilfisk (deutscher Standort: Bellenberg) setzt seit 1906 Maßstäbe in Effizienz, <strong>Hygiene</strong> und Nachhaltigkeit. Was in einer<br />

kleinen Werkstatt in Kopenhagen begann, hat sich in 120 Jahren zu einem globalen Anbieter professioneller Reinigungstechnik<br />

entwickelt, der heute Kunden in den unterschiedlichsten Branchen und in mehr als 100 Ländern begleitet. Zum<br />

runden Geburtstag steht wie auch schon im Gründungsjahr ein klares Ziel im Fokus: die Lebensqualität mit sauberen,<br />

gesünderen und sicheren Umgebungen zu verbessern – im privaten Haushalt ebenso wie in Industrie, Gesundheitswesen<br />

und öffentlichem Raum. „Unsere Geschichte ist geprägt vom Verständnis realer Reinigungsbedürfnisse und der Fähigkeit,<br />

daraus nachhaltige, praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Auch nach 120 Jahren konzentrieren wir uns darauf, Lösungen<br />

anzubieten, die Menschen schützen, Gesundheit und Sicherheit verbessern und die Standards in der Reinigungsbranche<br />

erhöhen. Das ist unsere Herkunft, und so werden wir unsere Zukunft gestalten“, betont Nilfisk-CEO Jon Sintorn.<br />

Kreativität, Schöpfergeist und<br />

ein feines Gespür für die Anforderungen<br />

des Marktes waren<br />

schon der Antrieb für den<br />

Ingenieur P.A.<br />

Fisker (Foto),<br />

als er Nilfisk<br />

in Dänemark<br />

gründete.<br />

Bereits 1910<br />

stellte das<br />

Unternehmen<br />

den ersten<br />

europäischen<br />

Elektrosauger vor – ein Meilenstein,<br />

der körperliche Arbeit und<br />

Zeitaufwand in der Reinigung<br />

erheblich reduzierte. Mit dem<br />

Modell „The Silent Dane“ zeigte<br />

Nilfisk 1932 zudem, dass es<br />

bei Leistung nicht nur um Kraft,<br />

sondern auch um Komfort und<br />

Benutzerfreundlichkeit geht.<br />

Der Sauger erzielte starke Reinigungsergebnisse<br />

bei minimaler<br />

Lärmbelastung.<br />

Breites Produktportfolio<br />

Diese Innovationskultur treibt<br />

Nilfisk bis heute an – mit intelligenten<br />

Reinigungslösungen für<br />

den privaten wie den professionellen<br />

Einsatzbereich. Das<br />

Portfolio reicht von leistungsstarken<br />

Saugern zur Beseitigung<br />

von Schmutz und Allergenen<br />

in Innenräumen über robuste<br />

Maschinen für anspruchsvolle<br />

industrielle Anwendungen bis<br />

zu Systemen für hochregulierte<br />

Branchen. Ergänzt wird das<br />

Angebot durch autonome Reinigungslösungen,<br />

die Kunden<br />

dabei unterstützen, ihre Reinigungsqualität<br />

kontinuierlich<br />

zu erhöhen, Personalengpässe<br />

zu entschärfen und Freiräume<br />

für qualifizierte Aufgaben zu<br />

eröffnen. Vom klassischen Maschinenbau<br />

bis zur intelligenten<br />

Automatisierung treibt Nilfisk<br />

der Anspruch an, Reinigung<br />

wirksamer zu gestalten – bei<br />

geringerem Aufwand und reduziertem<br />

Ressourcenverbrauch.<br />

Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein<br />

fester Bestandteil der Nilfisk-<br />

Für Einsätze in Produktionsbereichen<br />

und Lagerhäusern: die Aufsitzkehrmaschine<br />

SW3000. Fotos: Nilfisk<br />

In Edelstahl mit Absolutfiltration: der Nass-/Trockensauger<br />

VHS 120 beseitigt Stäube z.B. in Backbetrieben.<br />

DNA – und das lange, bevor das<br />

Thema weltweit in den Fokus<br />

rückte. Bereits in den Anfangsjahren<br />

waren die Maschinen der<br />

Firma darauf ausgelegt, körperliche<br />

Belastung zu reduzieren<br />

und sie für viele Nutzer zugänglich<br />

zu machen. In den dreißiger<br />

Jahren folgten die ersten<br />

Aufbereitungsprogramme, um<br />

Ressourcen zu schonen und die<br />

Lebensdauer einer Maschine zu<br />

verlängern – ein früher Ansatz<br />

der heutigen Kreislaufwirtschaft.<br />

Heute verfolgt Nilfisk dieses<br />

Prinzip konsequent weiter:<br />

Ressourceneffiziente Produktlösungen<br />

zielen darauf ab, Wasser-,<br />

Energie- und Reinigungsmittelverbrauch<br />

zu minimieren,<br />

ohne Kompromisse bei der Reinigungsleistung<br />

einzugehen. Die<br />

konsequente Umsetzung dieser<br />

Grundsätze ist<br />

in der Wertschöpfungskette<br />

des Unternehmens<br />

verankert.<br />

Vier Jahre in<br />

Folge erhielt<br />

Nilfisk dafür<br />

die EcoVadis-<br />

Goldbewertung<br />

für Umwelt- und<br />

Sozialverantwortung<br />

und hat<br />

sich den Science Based Targets<br />

sowie dem Ziel „Netto Null“ bis<br />

2040 verpflichtet.<br />

Investitionen in Robotik<br />

Zum 120-jährigen Bestehen<br />

bleibt Nilfisk seiner Rolle als Impulsgeber<br />

in der professionellen<br />

Reinigung treu. Kontinuierliche<br />

Investitionen in Robotik, digitale<br />

Integration und ressourceneffizientes<br />

Design unterstützen<br />

höhere Standards bei <strong>Hygiene</strong>,<br />

Sicherheit und operativer Effizienz.<br />

Auch nach mehr als einem<br />

Jahrhundert hält das Unternehmen<br />

an seinem Ziel fest: eine<br />

saubere Zukunft für kommende<br />

Generationen mitzugestalten.<br />

Nilfisk GmbH<br />

Guido-Oberdorfer-Straße 2-10<br />

D-89287 Bellenberg<br />

www.nilfisk.de<br />

30 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

porträt<br />

Licht als Werkzeug der Lebensmittelhygiene<br />

Doppel-Jubiläum: 225 Jahre UV-Strahlung und 50 Jahre Hoenle AG (Gilching)<br />

Im Jahr 1801 entdeckte der Physiker und Naturforscher Johann Wilhelm Ritter in Jena die ultraviolette Strahlung. Eine<br />

Erkenntnis, die er selbst kaum zu deuten wusste, die aber mit ihrer besonders starken photochemischen Wirkung die<br />

naturwissenschaftliche Welt für immer verändern sollte. 225 Jahre später feiert das bayerische Technologieunternehmen<br />

Hoenle AG (Gilching) sein 50-jähriges Bestehen: ein Jubiläum, das zeigt, wie aus einem physikalischen Phänomen eine industrielle<br />

Schlüsseltechnologie wurde – auch in der Lebensmittelindustrie, die die Firma u.a. über ihre Tochter Hoenle UV<br />

Disinfection Austria GmbH (Mauterndorf/Österreich) mit hochwertigen und effektiven UVC-Desinfektionslösungen versorgt.<br />

Vision und Weltmarkt<br />

Gegründet 1976 im Großraum<br />

München von Prof. Dr. Karl<br />

Hönle und Dr. Günter Schmid<br />

mit dem Ziel, innovative Bestrahlungslösungen<br />

für Industrie<br />

und Medizin zu entwickeln, ist<br />

Hoenle heute einer der international<br />

führenden Anbieter von<br />

industrieller UV-Technologie<br />

und Klebstoffsystemen. Vom<br />

regional verankerten Mittelständler<br />

zum global agierenden<br />

Technologiekonzern – diese<br />

Transformation vollzog sich<br />

dank konsequenter Ausrichtung<br />

auf Innovation und Wachstum<br />

als strategischem Kern.<br />

Chemiefrei: zwei UVC-Entkeimungsmodule (UVATEC)<br />

von Hoenle in einer Abfüllanlage für Milchprodukte.<br />

„UV-Licht ist unsichtbar, aber<br />

seine Wirkung ist es nicht. Wir<br />

machen diese Wirkung präzise<br />

steuerbar, reproduzierbar und<br />

wirtschaftlich nutzbar. Das war<br />

1976 die Idee unserer Gründer,<br />

die unser Handeln auch heute<br />

noch bestimmt.<br />

Gemeinsam mit<br />

unseren Kunden<br />

entwickeln<br />

wir Lösungen,<br />

die industrielle<br />

Hightech-Prozesse<br />

vorantreiben<br />

und nachhaltige<br />

Werte<br />

für Technik,<br />

Mensch und<br />

Umwelt schaffen“, so Dr. Franz<br />

Richter, CEO der Hoenle AG.<br />

UV-Technologie wird in industriellen<br />

Fertigungsprozessen für<br />

die chemiefreie Entkeimung von<br />

Oberflächen,<br />

Luft und Wasser<br />

sowie für die<br />

lösemittelfreie<br />

Trocknung und<br />

Härtung von<br />

Klebstoffen,<br />

Lacken und<br />

Farben genutzt<br />

und ist dabei<br />

laut Hoenle<br />

unschlagbar<br />

effizient und<br />

nachhaltig.<br />

Die Firma<br />

besitzt Knowhow<br />

entlang der gesamten<br />

UV-Wertschöpfungskette: von<br />

Komponenten wie UV-Lampen<br />

über die Systemintegration bis<br />

hin zu applikationsspezifischen<br />

Klebstoffsystemen. Diese vertikale<br />

Kompetenz hat man über<br />

Der Hoenle Hauptsitz in Gilching bei München.<br />

Jahrzehnte aufgebaut, und sie<br />

erweist sich nach Unternehmensangaben<br />

gerade in Zeiten<br />

wirtschaftlichen Wandels als<br />

Vorteil. Die Entwicklung von<br />

hocheffizienter LED-UV-Kompetenz<br />

ist dabei nur einer von<br />

vielen elementaren Bausteinen.<br />

Megatrend Entkeimung<br />

Ob in der Lebensmittelindus trie,<br />

der Elektronikfertigung, im Au -<br />

tomotive-Bereich, in der Medizintechnik,<br />

der Halbleiterindustrie<br />

oder der Displayproduktion:<br />

Überall wo <strong>Hygiene</strong>, Prozess si -<br />

cherheit, Geschwindigkeit und<br />

Präzision gefragt sind, finden<br />

sich UV-Systeme von Hoenle.<br />

„Die Kombination aus Hardware,<br />

Verbrauchsmaterialien<br />

und Engineering-Kompetenz<br />

sichert eine Resilienz, die reine<br />

Komponentenanbieter nicht erreichen<br />

können“, heißt es dazu.<br />

Dabei profitiert das Unternehmen<br />

von Megatrends, die UV-<br />

Technologie strukturell begünstigen.<br />

Die wachsende Nachfrage<br />

Fotos: Hoenle<br />

nach chemiefreier<br />

Entkeimung, die Umstellung<br />

auf emissionsarme<br />

Produktionsverfahren<br />

sowie rückstandsfreie,<br />

schnell aushärtende<br />

Fügetechnik und die<br />

Miniaturisierung in der<br />

Elektronik spielen direkt<br />

ins Hoenle-Portfolio ein.<br />

So betont man zum<br />

Jubiläum: „Auch in<br />

Zukunft wird ein großer Beitrag<br />

zu effizienten und nachhaltigen<br />

industriellen Fertigungsprozessen<br />

aus dem Hause Hoenle<br />

geleistet werden.“<br />

Für Einsätze in der Lebensmittelindustrie<br />

stellt Hoenle<br />

u.a. UVC-Geräte zur Luft- und<br />

Umluft-Desinfektion, zur permanenten<br />

Desinfektion von Förderund<br />

Zerlegebändern sowie von<br />

Oberflächen und Folien her.<br />

Außerdem bietet man Anlagen<br />

zur UVC-Durchlaufdesinfektion<br />

an Verpackungslinien und zur<br />

Handschuhdesinfektion an,<br />

Ozon-Generatoren zur Geruchsbereinigung<br />

oder auch Geräte<br />

zur chemiefreien Wasserdesinfektion<br />

mittels UVC-Licht.<br />

Hoenle AG<br />

Nicolaus-Otto-Straße 2<br />

D-82205 Gilching<br />

www.hoenle.com<br />

Hoenle UV Disinfection<br />

Austria GmbH<br />

Markt 384<br />

A-5570 Mauterndorf<br />

31


schädlingsbekämpfung<br />

3·26<br />

Digitales Permanent-Monitoring statt Insektizideinsatz<br />

Wie zeitgemäße Schädlingsbekämpfung auch ohne Gift und Chemie funktioniert<br />

Bei der Schädlingsbekämpfung<br />

geht es bekanntermaßen<br />

auch ohne Gift und Chemie.<br />

Umso mehr verwundert es,<br />

dass im Rahmen von Bekämpfungsmaßnahmen<br />

immer<br />

noch chemische und flüssige<br />

Insektizide eingesetzt werden.<br />

Für die betroffenen Lebensmittelbetriebe<br />

heißt das oft<br />

Produktionsausfall, was Kosten<br />

verursacht. Dabei sind Mittel<br />

und Verfahren auf dem Markt,<br />

die ohne Beeinträchtigung bei<br />

laufender Produktion zum Einsatz<br />

kommen können. Und neu<br />

ist jetzt die Digitaltechnik, die<br />

eine permanente Überwachung<br />

von Schädlingen ermöglicht.<br />

Ein gutes Beispiel für zeitgemäße<br />

Verfahren ist die Biotechnik.<br />

Sie ermöglicht es, Schädlinge<br />

mit Geruchsstoffen sowie<br />

unter Nutzung ihrer eigenen<br />

biologischen Lebens- und Verhaltensweisen<br />

zu bekämpfen.<br />

So hat die Entdeckung der chemischen<br />

Sprache von Insekten<br />

über Duftsignale dazu beigetragen,<br />

dass Schaben, Motten,<br />

Reismehl-, Brot- und Tabakkäfer<br />

mit solchen Pheromonen<br />

bekämpft werden können. Auch<br />

ist mittlerweile bekannt, dass<br />

das Wachstum von Insekten<br />

hormonell gesteuert wird. Mit<br />

künstlich nachgebauten Hormonen<br />

kann das Wachstum von<br />

<strong>Hygiene</strong>alarm: Fliegenmahlzeit auf Katzenkot.<br />

Dennoch werden diese Schädlinge in der gesamten<br />

Lebensmittelbranche hinsichtlich ihrer<br />

Gefährlichkeit massiv unterschätzt. Foto: Voigt<br />

Schaben, Ameisen oder Flöhen<br />

so unterbunden werden, dass<br />

keine Fortpflanzung mehr stattfindet.<br />

Schaben mussten früher<br />

mit hochgiftigen Spritz- und Nebelverfahren<br />

bekämpft werden.<br />

Heute wird ein biotechnisches<br />

Köderverfahren zusammen mit<br />

Schabenfallen verabreicht, um<br />

diese gefährlichen Krankheitsträger<br />

zu beseitigen.<br />

Vor dem Hintergrund, dass es<br />

auch ohne Gift und Chemie<br />

geht, sollten Lebensmittelbetriebe<br />

erstens den Einsatz<br />

von chemischen<br />

Insektiziden so weit<br />

möglich erst einmal<br />

nicht mehr zulassen.<br />

Zweites sollte auf das<br />

Permanent-Monitoring<br />

mittels Digitaltechnik<br />

gesetzt werden.<br />

Schädlinge werden<br />

so schnellstmöglich<br />

erkannt und können<br />

ohne großen Aufwand<br />

eliminiert werden.<br />

Drittens, was schon<br />

lange überfällig ist: Das<br />

Thema Schädlinge,<br />

Prophylaxe und Bekämpfung<br />

muss mehr denn je unbedingt<br />

in das Qualitätsmanagement<br />

eingebunden werden.<br />

Weitere Infos erhalten interessierte<br />

Leser per E-Mail an<br />

mcpcc@t-online.de.<br />

Profiseminar Schädlings-<br />

Prophylaxe/Bekämpfung<br />

Ratten, Mäuse, Käfer, Schaben<br />

oder Motten können Lebensmittelunternehmen<br />

tagtäglich<br />

zum Verhängnis werden. Haben<br />

sich Schädlinge erst einmal im<br />

Betrieb etabliert, sind Gegenmaßnahmen<br />

meist mit hohem<br />

Aufwand verbunden. Deshalb<br />

sollte man bemüht sein, solche<br />

Probleme gar nicht aufkommen<br />

zu lassen, indem man<br />

prophylaktische Maßnahmen<br />

umsetzt, wozu Fachwissen und<br />

Eigen initiative nötig sind. Tipps,<br />

Wissenswertes, Hintergründe,<br />

praktische Fallbeispiele, aber<br />

auch persönliche Ratschläge<br />

vermittelt deshalb das Profi-Seminar<br />

„Schädlinge, Prophylaxe<br />

und Bekämpfung – Was Lebensmittelbetriebe<br />

hier wissen<br />

müssen!“, das am Donnerstag,<br />

10. September, in der Arbeitsgemeinschaft<br />

Getreideforschung<br />

in 32756 Detmold stattfindet.<br />

Referent ist „<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>“-<br />

Fachautor Thomas F. Voigt,<br />

Freier Sachverständiger für<br />

Schädlingsbekämpfung.<br />

Gratis-Infos zu dem Seminar<br />

sowie Anmeldeformulare per<br />

E-Mail an mcpcc@t-online.de.<br />

Weltweiter Kampf gegen Gesundheitsschädlinge und 40 % Ernteausfälle<br />

Der 6. Juni wurde zum „Tag des Gesundheitsschädlings“<br />

erklärt. An diesem „World<br />

Pest Day“ ist weltweit darauf hingewiesen<br />

worden, welch wichtige Rolle die Arbeit<br />

der Schädlingsbekämpfer für die Gesellschaft<br />

hat. Nach Angaben des Deutschen<br />

Schädlingsbekämpfer-Verbandes (DSV, Ibbenbüren)<br />

schützen deutschlandweit über<br />

7000 professionell ausgebildete Spezialisten<br />

Lebensmittel, Vorräte, Bausubstanz<br />

und Umwelt vor Schädlingen.<br />

Etwa 40 % der weltweiten Ernteproduktion<br />

gehen jedes Jahr durch Schädlinge verloren.<br />

Allein in Deutschland werden jährlich<br />

etwa 2,8 Mio. t Lebensmittel wegen Befalls<br />

vernichtet. Mit Aktionen wie Videos auf<br />

ihren Webseiten sorgten deshalb neben<br />

dem DSV auch Schwesterverbände in<br />

England (BPCA), Österreich (WKA) und<br />

der Schweiz (FSD/VSS)<br />

sowie der europäische<br />

Berufsverband CEPA für<br />

mediale Aufmerksamkeit.<br />

Thema war: Schädlinge<br />

können krank machen,<br />

weil sie Lebensmittel<br />

verderben oder Mikroorganismen<br />

transportieren,<br />

die durch Stiche oder<br />

Nahrung in den menschlichen Körper<br />

gelangen. Die meisten solcher Keime sind<br />

laut DSV harmlos – zumindest für gesunde<br />

Menschen. Bei Kindern, vorerkrankten<br />

oder älteren Menschen können aber z.B.<br />

Salmonellen unangenehme bis schwere<br />

Erkrankungen auslösen.<br />

Schädlingsbekämpfer sorgen<br />

u.a. dafür, dass Nahrungsmittel<br />

nicht zerstört werden und<br />

Lebensmittel in einwandfreiem<br />

Zustand bleiben. Ein effizientes<br />

Schädlingsmanagement und<br />

wirksame Bekämpfungsmaßnahmen<br />

stellen sicher, dass die<br />

negativen Auswirkungen durch<br />

Schädlingsbefall minimiert werden.<br />

www.dsvonline.de<br />

32 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

desinfektion<br />

Warenschleuse ist Endstation für Keime<br />

UVC-Modul von sterilAir erhöht Sicherheit vor Produktionsbereichen der G. Bianchi AG<br />

Die G. Bianchi AG (Zufikon/CH), einer der bekanntesten Feinkostlieferanten der Schweiz, hat eine Warenschleuse mit einer<br />

UVC-Lösung von Entkeimungsspezialist sterilAir (Weinfelden/CH) ausgerüstet. Ziel: Den Bodenbereich, über den täglich<br />

Personal und Fahrer verkehren, kontinuierlich zu entkeimen und das Risiko einer Kreuzkontamination – etwa durch Listerien<br />

– zu minimieren. Die Installation eines einzelnen sterilAir-Moduls sorgt heute für eine nachweislich geringere Keimbelas<br />

tung im Übergangsbereich zwischen Außenbereich und Produktion. Die Anlage arbeitet chemiefrei, wartungsarm und<br />

erhöht 24/7 die Lebensmittelsicherheit – ein Beispiel, wie UVC-Technologie klassische <strong>Hygiene</strong>konzepte sinnvoll ergänzt.<br />

Die G. Bianchi AG beliefert seit<br />

Jahrzehnten Gastronomie und<br />

Hotellerie mit frischem Fisch,<br />

Krustentieren, Fleisch und<br />

Feinkost. Die weißen Lieferwagen<br />

mit dem roten Krebs sind<br />

landesweit ein vertrautes Bild –<br />

und stehen für absolute Frische.<br />

Besonders kritisch im täglichen<br />

Betrieb ist der Bereich, in dem<br />

die Fahrer von außen und Mitarbeitende<br />

aus der Kommissionierung<br />

zusammentreffen: der Warenausgang.<br />

Hier können durch<br />

Schuhe, Räder oder Partikel<br />

Der Versuchsaufbau zur Verifizierung<br />

des Effekts der UVC-Lampe.<br />

Keime von außen eingetragen<br />

werden, die im schlimmsten<br />

Fall intern verschleppt werden.<br />

Frühere Versuche mit desinfektionsmittelgetränkten<br />

Matten<br />

waren nicht nur aufwendig und<br />

ineffektiv, sondern verursachten<br />

auch erhebliche Kosten.<br />

Das UVC-Modul an der Warenschleuse zur Produktion.<br />

Im August 2025 wurde daher<br />

ein „ETS-Modul“ von sterilAir<br />

an der Wand des Schleusenbereichs<br />

montiert. Das UVC-<br />

System entkeimt den<br />

feuchten Boden dort,<br />

wo Chauffeure und<br />

Betriebspersonal pas -<br />

sieren. Ziel ist die kontinuierliche<br />

Dekontamination<br />

dieser Kontaktfläche<br />

– ohne Chemie,<br />

ohne Verbrauchsmaterial<br />

und ohne Eingriff<br />

in den Betriebsablauf.<br />

Das System ergänzt die<br />

tägliche Reinigung und<br />

sorgt für eine konstante<br />

<strong>Hygiene</strong>sicherung.<br />

Klare Messresultate<br />

Die Wirksamkeit der<br />

Installation wurde durch das<br />

Qualitätsmanagement der<br />

G. Bianchi AG in Zusammenarbeit<br />

mit sterilAir überprüft.<br />

Abklatschproben zeigten auf<br />

den bestrahlten Flächen nahezu<br />

keine Keimentwicklung (vgl.<br />

Kas ten oben), einzig in größerer<br />

Entfernung<br />

des Moduls<br />

waren noch<br />

vereinzelte<br />

Kolonien<br />

nachweisbar.<br />

Begleitende<br />

Berechnungen<br />

ergaben,<br />

dass für<br />

Listeria monocytogenes<br />

eine log 5-Reduktion innerhalb<br />

von rund 30 Minuten erreicht<br />

ist, für Escherichia coli bereits<br />

nach weniger als 2 Minuten.<br />

Damit wird die Keimlast im<br />

Durchgangsbereich nachweislich<br />

und dauerhaft reduziert.<br />

Durch die Platzierung des Geräts<br />

an der Wand und eine definierte<br />

Öffnung im Schutzrohr<br />

des sterilAir-Moduls entsteht ein<br />

Strahlungsfenster am Boden,<br />

ohne das Personal einer Gefahr<br />

auszusetzen. Eine Sicherheitsprüfung<br />

der Installation anhand<br />

der EU-Richtlinie 2006-25<br />

EG zeigte, dass die maximale<br />

Verweildauer für Personal im<br />

entsprechenden Abschnitt nicht<br />

überschritten wird.<br />

Chemiefreie Alternative<br />

Im Gegensatz zu getränkten<br />

Matten oder Desinfektionsbädern<br />

hat die UVC-Technologie<br />

ein rein physikalisches Wirkprinzip.<br />

Sie arbeitet ohne Chemikalien,<br />

erzeugt<br />

keine Rückstände<br />

und führt zu keiner<br />

Resistenzbildung.<br />

Die Anlage kann<br />

rund um die Uhr<br />

betrieben werden,<br />

erfordert lediglich<br />

einen Röhrenwechsel<br />

in Intervallen<br />

> 1 Jahr und lässt<br />

sich problemlos<br />

in bestehende<br />

Prozesse integrieren<br />

– als wirksamer<br />

Zusatzschutz mit<br />

geringem Aufwand.<br />

sterilAir AG<br />

Oberfeldstrasse 6<br />

CH-8570 Weinfelden<br />

www.sterilair.com<br />

G. Bianchi AG<br />

Allmendweg 6<br />

CH-5621 Zufikon<br />

www.bianchi.ch<br />

33


erufskleidung<br />

3·26<br />

Auch <strong>2026</strong> BVLK-<br />

Siegel für die DBL<br />

Um <strong>Hygiene</strong> zu gewährleisten,<br />

bieten Siegel eine Orientierung<br />

– v.a., wenn sie von Experten<br />

wie dem Bundesverband der<br />

Lebensmittelkontrolleure e.V.<br />

(BVLK) ausgestellt werden. Der<br />

DBL Verbund (Zirndorf) darf<br />

auch <strong>2026</strong> das begehrte BVLK-<br />

Siegel tragen und bekommt die<br />

hygie nisch einwandfreie Aufbereitung<br />

von Berufskleidung<br />

wie folgt bescheinigt: „Die DBL-<br />

Dienstleistung des Waschens,<br />

der Pflege und der Aufbereitung<br />

von Berufskleidung aus lebensmittelverarbeitenden<br />

Betrieben<br />

entspricht den Anforderungen<br />

der DIN 10524.“<br />

Dazu DBL-Key-Account-Manager<br />

Thomas Echelmeyer: „Wir<br />

erhalten das Siegel seit zehn<br />

Jahren – für uns Motivation,<br />

lebensmittelverarbeitende<br />

Dieses Siegel verleiht der BVLK<br />

dem DBL Verbund. Foto: DBL<br />

Betriebe weiter mit entsprechender<br />

Kleidung zu versorgen<br />

und mit Full-Service zu überzeugen.“<br />

Dieser umfasst neben<br />

hygienischer Aufbereitung der<br />

Berufskleidung individuelle<br />

Ausstattung, Reparatur, Austausch<br />

bei Mitarbeiterwechsel<br />

sowie Hol- und Bringservice auf<br />

Wunsch bis in die Spinde. Das<br />

biete Betrieben Sicherheit und<br />

organisatorische Entlastung.<br />

www.dbl.de<br />

Kontrollpunkt Berufskleidung im HACCP-System<br />

MEWA setzt auf „RABC“-Modell und Kollektionen Euroclean und Move Clean<br />

Für die Lebensmittelindustrie entwickelt und<br />

auf volle Bewegungsfreiheit ausgelegt …<br />

Unternehmen, die in der<br />

Herstellung, Verarbeitung oder<br />

im Vertrieb von Lebensmitteln<br />

tätig sind, müssen einwandfreie<br />

<strong>Hygiene</strong>standards einhalten<br />

und deren Umsetzung lückenlos<br />

dokumentieren. Die EU-<br />

Verordnung (EG) Nr. 852/2004<br />

schreibt dafür die Einführung<br />

eines Systems auf Basis der<br />

HACCP-Grundsätze vor, das<br />

alle kritischen Kontrollpunkte<br />

entlang der Lebensmittelkette<br />

identifiziert und überwacht. Zu<br />

den relevanten Faktoren zählt<br />

auch Arbeitskleidung. Sie<br />

muss in hygienisch einwandfreiem<br />

Zustand sein, um<br />

keine potenzielle Kontaminationsquelle<br />

für Lebensmittel<br />

darzustellen.<br />

<strong>Hygiene</strong>standard zertifiziert<br />

Da das Waschen der Berufskleidung<br />

zu Hause die im<br />

Lebensmittelbereich geforderten<br />

<strong>Hygiene</strong>standards<br />

nicht immer zuverlässig erfüllt<br />

und deren Einhaltung zudem<br />

nicht nachweisbar ist, empfiehlt<br />

die MEWA Textil-Service SE<br />

& Co. (Wiesbaden) Lebensmittelunternehmen,<br />

auf einen<br />

professionellen Textildienstleister<br />

zu setzen, der kontrollierte<br />

und lückenlos nachvollziehbare<br />

Prozesse sicherstellt.<br />

… die Kollektion „Move Clean“ beim Einsatz im Backbereich.<br />

MEWA selbst setzt nach eigenen<br />

Angaben für die Pflege von<br />

Berufskleidung das zertifizierte<br />

RABC-Modell (Risk Analysis<br />

and Biocontamination Control<br />

System) ein und erfüllt so die<br />

Vorgaben der Norm EN 14065.<br />

Damit sei lückenlose Überwachung<br />

und Kontrolle des<br />

Kontaminationsrisikos in allen<br />

Prozessphasen gewährleistet.<br />

Der gesamte Ablauf – von der<br />

Abholung der getragenen Arbeitskleidung<br />

über deren Pflege<br />

und Wäsche bei Temperaturen<br />

<strong>Hygiene</strong> trifft Nachhaltigkeit: Putztücher<br />

gibt es im Rundum-Service. Fotos: MEWA<br />

zwischen 60 und 75 °C bis zur<br />

Rücklieferung – erfolgt nach<br />

geprüften und dokumentierten<br />

Verfahren. So ist die von MEWA<br />

an Lebensmittelbetriebe gelieferte<br />

Berufskleidung mit jedem<br />

HACCP-System kompatibel.<br />

Für die Lebensmittelproduktion<br />

bietet das Unternehmen die<br />

Kollektionen „Euroclean“ und<br />

„Move Clean“ an. Laut MEWA<br />

ist jedes Detail durchdacht:<br />

Druckknöpfe statt Knöpfe, um<br />

das Risiko von Fremdkörpern in<br />

Lebensmitteln zu minimieren.<br />

Keine Taschen oder Ziernähte,<br />

um Schmutzablagerungen<br />

vorzubeugen. Dazu Tragekomfort<br />

und Funktionalität – denn<br />

die Hygie ne kleidung soll viel<br />

Bewegungsfreiheit bieten.<br />

Putztücher 50-mal nutzbar<br />

In der Lebensmittelindustrie<br />

betrifft die Einhaltung hoher<br />

<strong>Hygiene</strong>standards nicht nur<br />

Mitarbeiter und Arbeitskleidung,<br />

sondern auch Maschinen<br />

und Komponenten, die<br />

regelmäßig und gründlich<br />

gereinigt werden müssen.<br />

Bereits geringste Rückstände<br />

von Schmutz oder Fett<br />

können die Anlagenfunktion<br />

und die Produktsicherheit<br />

gefährden. Auch dafür bietet<br />

MEWA effektive und nachhaltige<br />

Lösungen: Putztücher im<br />

Rundum-Service, die bis zu<br />

50-mal gewaschen und wiederverwendet<br />

werden können.<br />

MEWA Textil-Service SE & Co.<br />

John-F.-Kennedy-Straße 4<br />

D-65189 Wiesbaden<br />

www.mewa.de<br />

34 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

qualitätskontrollen<br />

Plattform für schnelle Erkennung pathogener Bakterien in Lebensmitteln<br />

Bayern Kapital beteiligt sich an Würzburger Startup „NanoStruct“ – Nano-, Bio- und KI-Technologie kombiniert<br />

Die schnelle und zuverlässige<br />

Erkennung pathogener<br />

Bakterien in Lebensmitteln<br />

zählt zu den zentralen Herausforderungen<br />

der modernen<br />

Lebensmittelindustrie. Das<br />

Würzburger Startup NanoStruct<br />

entwickelt eine Analyseplattform,<br />

die Nanotechnologie,<br />

Biotechnologie und KI kombiniert,<br />

um gefährliche Bakterien<br />

wie Listerien oder Salmonellen<br />

deutlich schneller und präziser<br />

nachzuweisen. Bayern Kapital,<br />

die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft<br />

des Freistaats<br />

Bayern, beteiligt sich mit dem<br />

Innovationsfonds EFRE II sowie<br />

gemeinsam mit dem High-Tech<br />

Gründerfonds (HTGF) und Auxxo<br />

Female Catalyst Fund mit<br />

2,6 Mio. Euro an NanoStruct.<br />

Die Mittel will das Unternehmen<br />

nutzen, um den Markteintritt<br />

seiner Plattform voranzutreiben.<br />

Um sicherzustellen, dass Lebensmittel<br />

sicher für Gebrauch<br />

und Verzehr sind, müssen<br />

diese umfassend auf gefährliche<br />

Bakterien wie Listerien<br />

oder Salmonellen und andere<br />

Schadstoffe geprüft werden.<br />

Dieser Prozess ist derzeit noch<br />

aufwändig: Ergebnisse sind<br />

Das StartUp-Team: CTO Enno Schatz, CFO Kai Leibfried und CEO Henriette<br />

Maaß (v.l.).<br />

Foto: NanoStruct<br />

oft erst nach mehreren Tagen<br />

verfügbar, was im ungünstigsten<br />

Fall dazu führt, dass ganze<br />

Chargen zurückgerufen werden<br />

müssen – ein gesundheitliches<br />

Risiko für Verbraucher und ein<br />

finanzielles Risiko für Lebensmittelhersteller.<br />

Gerade vor dem Hintergrund<br />

kontinuierlich steigender regulatorischer<br />

Anforderungen zur<br />

Verbesserung des Verbraucherschutzes<br />

benötigen lebensmittelproduzierende<br />

Unternehmen<br />

und Analyselabore einen effizienteren<br />

Ansatz. NanoStruct,<br />

ein Startup, das im Jahr 2021<br />

als Ausgründung der Julius-Maximilians-Universität<br />

Würzburg<br />

gegründet wurde, hat sich zum<br />

Ziel gesetzt, diesen Prozess<br />

schneller, effizienter und gleichzeitig<br />

präziser zu gestalten.<br />

Dafür hat das Unternehmen<br />

ein Verfahren entwickelt, das<br />

optische Messungen auf Basis<br />

von hochpräziser Nanotechnologie,<br />

Biotechnologie sowie<br />

KI-gestütztes Machine Learning<br />

kombiniert. Dieses Verfahren<br />

ermöglicht es, selbst kleinste<br />

Rückstände oder Spuren von<br />

Bakterien und anderen Schadstoffen<br />

eindeutig und zuverlässig<br />

zu identifizieren und auch<br />

verschiedene Bakterienspezies<br />

voneinander zu unterscheiden.<br />

Die gewonnenen Daten stellt<br />

NanoStruct automatisiert über<br />

ein eigens entwickeltes, portables<br />

Tool zur Verfügung. Dieser<br />

Ansatz verkürzt den Analyseprozess<br />

signifikant – Ergebnisse<br />

stehen noch am selben Tag zur<br />

Verfügung.<br />

„Gemeinsam mit unseren<br />

Investoren sind wir bereit, mit<br />

unserer Plattform einen Beitrag<br />

dazu zu leisten, Lebensmittel<br />

für alle sicherer und gesünder<br />

zu machen“, sagt Dr. Henriette<br />

Maaß, Gründerin und CEO von<br />

NanoStruct.<br />

„Die Plattform-Technologie ist<br />

sowohl in der Lebensmittelindustrie<br />

als auch in Bereichen<br />

wie Wasserversorgung, Medizintechnologie<br />

oder Diagnostik anwendbar.<br />

Zeitaufwändige Analyseprozesse<br />

in diesen sensiblen<br />

Anwendungsfeldern werden<br />

mit der disruptiven NanoStruct-<br />

Technologie<br />

deutlich<br />

schneller<br />

und effizienter<br />

und<br />

liefern zuverlässigere<br />

Ergebnisse,<br />

wie Pilotkunden<br />

bestätigen“,<br />

erklärt<br />

Monika Steger.<br />

Foto: Bayern Kapital<br />

Monika Steger, Geschäftsführerin<br />

von Bayern Kapital.<br />

www.nanostruct.eu/de<br />

www.bayernkapital.de<br />

UV-DESINFEKTION<br />

von Hoenle<br />

Effiziente Lösungen für<br />

höchste <strong>Hygiene</strong>standards<br />

Alles aus einer Hand.<br />

Wasser Oberflächen Luft<br />

Hoenle Disinfection<br />

entwickelt leistungsstarke<br />

UV-Systeme und<br />

Komponenten zur<br />

Desinfektion von<br />

Oberflächen, Luft und<br />

Wasser.<br />

Alle Lösungen können im<br />

hauseigenen Labor getestet<br />

und validiert werden.<br />

Lampen &<br />

Komponenten<br />

Labor<br />

35


fachforen / Messen<br />

3·26<br />

Wichtige Messeinfos<br />

zur CLEAN PRO Expo<br />

Öffnungszeiten<br />

Di., 15. September 10-17 Uhr<br />

Mi., 16. September 10-17 Uhr<br />

Do., 17. September 10-15 Uhr<br />

Tickets<br />

Der Eintritt zur Messe ist nur<br />

mit einem Online-Ticket möglich.<br />

Fachbesucher können sich<br />

registrieren und einen Tages-<br />

Ticketcode anfordern oder<br />

Ticket-Codes eines Ausstellers,<br />

Medienpartners, Verbandes<br />

oder des Veranstalters kostenlos<br />

einlösen unter: https://www.<br />

cleanpro-expo.de/besuchen/<br />

oeffnungszeiten-tickets<br />

Besucherservice<br />

unter Telefon 07541 708-5887<br />

Anreise:<br />

Mit dem InterRegioExpress<br />

(IRE) bzw. RegionalExpress<br />

(RE) nach Friedrichshafen.<br />

Kostenloser Bus-Shuttle MES-<br />

SEEXPRESS (LINIE MX) vom<br />

Stadtbahnhof und Hafenbahnhof<br />

(Fähranleger) zum Messegelände<br />

(Eingang Ost und<br />

Eingang West) und zurück oder<br />

mit dem STADTVERKEHR LINIE<br />

5 (kostenpflichtig) zum Messe-<br />

Eingang West. In unmittelbarer<br />

Nähe des Messegeländes liegt<br />

der Bodensee Airport Friedrichshafen.<br />

Anfahrt mit dem<br />

Auto über A81 / A98 / A96 und<br />

B31 bzw. über A8 und B30.<br />

www.cleanpro-expo.de<br />

Premiere mit Perspektive für die „Clean Pro Expo“<br />

Neue Reinigungs-/Facility-Messe vom 15.-17. September in Friedrichshafen<br />

Die professionelle Reinigungsund<br />

Facility-Management-Branche<br />

erhält eine neue Bühne:<br />

Vom 15. bis 17. September<br />

feiert die Clean Pro Expo ihre<br />

Premiere auf dem Gelände der<br />

Messe Friedrichshafen und<br />

bietet speziell für den Markt in<br />

Süddeutschland, Österreich<br />

und der Schweiz (D-A-CH)<br />

sowie den angrenzenden Regionen<br />

eine zukunftsorientierte<br />

Plattform für Produktpräsentation,<br />

Austausch und innovative<br />

Geschäftsentwicklung.<br />

Zukunftsthemen im Fokus<br />

„Der inhaltliche Fokus der Clean<br />

Pro Expo liegt klar auf den<br />

Zukunftsthemen der Branche,<br />

darunter Robotik, neue Technologien,<br />

Digitalisierung, Nachhaltigkeit<br />

und Human Resources<br />

(HR). Die Messe versteht sich<br />

als Ergänzungsangebot zu<br />

bestehenden Leitmessen und<br />

soll im zweijährigen Turnus<br />

eine effiziente, kostengünstige<br />

Marketing- und Vertriebsplattform<br />

bieten“, umreißt Messegeschäftsführer<br />

Klaus Wellmann<br />

das neue Messekonzept. Zum<br />

Projektleiter hat die Messegesellschaft<br />

Hol -<br />

ger Ewald<br />

(Foto) ernannt.<br />

Er ist<br />

seit über drei<br />

Jahren Sales<br />

Manager bei<br />

der Messe<br />

Friedrichshafen<br />

und trägt nun die organisatorische<br />

und vertriebliche<br />

Verantwortung für die Fachmesse<br />

für professionelle Reinigung<br />

und Facility Management.<br />

Schauplatz der CLEAN PRO Expo: das Messegelände Friedrichshafen.<br />

Im Mittelpunkt der dreitägigen<br />

Schau stehen die Präsentation<br />

neuer Technologien und<br />

Konzepte, die die Branche in<br />

den kommenden Jahren maßgeblich<br />

prägen werden – von<br />

automatisierter Reinigung über<br />

ressourcenschonende Verfahren<br />

bis zu digitalen Lösungen<br />

und modernen Strategien in<br />

der Personalgewinnung und im<br />

Personalmanagement. V.a. das<br />

fachliche Rahmenprogramm<br />

soll eine wertvolle Bühne bieten<br />

für die Diskussion und Vertiefung<br />

dieser Fragen. Der Fokus<br />

liegt auf aktuellen und zukunftsweisenden<br />

Themen wie:<br />

u Digitalisierung in der Reinigung<br />

u Technologische Entwicklungen<br />

& Robotik<br />

u Autonome Reinigungssys<br />

teme<br />

u Nachhaltige Konzepte<br />

& Ressourceneffizienz<br />

u Strategien zur Personalgewinnung<br />

„Aus zahlreichen Gesprächen<br />

mit Vertretern der Industrie wissen<br />

wir, dass die Branche bei<br />

den Themen Fachkräftemangel<br />

und Personalqualifizierung<br />

vor enormen<br />

Herausforderungen steht.<br />

Wir wollen gemeinsam<br />

mit einem Netzwerk aus<br />

Branchenpartnern auf<br />

der Clean Pro Expo ein<br />

Forum schaffen, um<br />

Wege zu finden, das<br />

Image des Gebäudereiniger-Berufes<br />

zu verbessern“,<br />

sagt Thomas<br />

Grunewald, Abteilungsleiter<br />

Gastveranstaltungen<br />

bei der Messe Friedrichshafen.<br />

Und: „Wir werden ein Fachprogramm<br />

anbieten, das den Messebesuch<br />

zu einem intensiven,<br />

fokussierten und nachhaltigen<br />

Erlebnis macht – zugeschnitten<br />

auf die Bedürfnisse von Ausstellern<br />

und Fachbesuchern mit<br />

starker regionaler Vernetzung.“<br />

200 Aussteller erwartet<br />

Mit ihrer geografischen Ausrichtung<br />

auf Süddeutschland, Österreich,<br />

die Schweiz, Norditalien<br />

sowie angrenzende Märkte<br />

wie Frankreich, Tschechien und<br />

Liechtenstein sind zur Premiere<br />

rund 200 Aussteller in zwei Hallen<br />

auf einer Fläche von circa<br />

12.600 qm anvisiert.<br />

Renommierte Marken wie die<br />

Gottlob Stahl Wäschereimaschinenbau<br />

GmbH, Hersteller wie<br />

die Johannes Kiel KG, Handelsgruppen<br />

und Dienstleister wie<br />

Neumann & Neumann Software<br />

und Beratungs GmbH haben<br />

bereits ihre Teilnahme zugesagt<br />

Starker Zukunftstrend: die Digitalisierung<br />

der Reinigung. Fotos: Messe Friedrichhafen<br />

36 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

fachforen / Messen<br />

Risikobasierte Kontrollen stärken Verbraucherschutz<br />

BVL schulte Fachleute aus 118 Staaten zum Thema Lebensmittelsicherheit<br />

Mehr als 1600 Fachleute aus<br />

118 Staaten haben online an<br />

einem „International Training<br />

for Safer Food“ (ITS Food)<br />

zu Themen aus dem Bereich<br />

Lebensmittelsicherheit und Risikomanagement<br />

beim Bundesamt<br />

für Verbraucherschutz und<br />

Lebensmittelsicherheit (BVL)<br />

teilgenommen. Das BVL organisierte<br />

diese Fortbildungsreihe<br />

zum siebten Mal – mit stetig<br />

wachsendem Zuspruch.<br />

Lebensmittelkontrollen im Fokus<br />

Das BVL ist eine Bundesoberbehörde<br />

im Geschäftsbereich<br />

des Bundesministeriums für<br />

Landwirtschaft, Ernährung und<br />

Heimat (BMLEH). Beim ITS<br />

Food vermittelten Fachleute des<br />

BVL und anderer deutscher,<br />

europäischer und internationaler<br />

Behörden sowie Organisationen<br />

ihr Wissen an Beschäftigte<br />

von Behörden und öffentlichen<br />

Einrichtungen aus überwiegend<br />

Nicht-EU-Staaten, die im<br />

Bereich Lebensmittelsicherheit<br />

tätig sind. Im Mittelpunkt des<br />

aktuellen Programms standen<br />

amtliche Lebensmittelkontrollen.<br />

„In einer zunehmend komplexen<br />

und globalisierten Lebensmittelkette<br />

sind risikobasierte<br />

amtliche Kontrollen ein zentrales<br />

Mittel, um Lebensmittelsicherheit<br />

zu verbessern und das<br />

Vertrauen von Verbraucherinnen<br />

und Verbrauchern zu stärken“,<br />

erläuterte BVL-Präsidentin<br />

Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl die<br />

Wahl des Schwerpunkts. „Deshalb<br />

erhalten Fachleute aus<br />

aller Welt umfassendes Wissen<br />

und praktische Beispiele zur<br />

Verbesserung amtlicher Kontrollen.“<br />

Das BVL trage somit zur<br />

Stärkung von Lebensmittelsicherheit<br />

weit über die Grenzen<br />

der EU und Europas hinaus bei.<br />

Bei dem sehr praxisorientierten<br />

Programm wurden Kontrollen in<br />

den Betrieben, Importkontrollen<br />

und die Prüfung der Eigenkontrollsysteme<br />

der Lebensmittelunternehmen<br />

im Bereich der<br />

Lebensmittelhygiene (HACCP-<br />

Audits) thematisiert. Darüber<br />

hinaus stellten Experten aktuelle<br />

digitale Lösungen und neue<br />

Technologien für behördliche<br />

Kontrollen vor, unter anderem<br />

im Bereich des Datenmanagements.<br />

Infos in fünf UN-Sprachen<br />

Mit dieser Online-Veranstaltung<br />

vermittelt das BVL Wissen und<br />

fördert den globalen behördlichen<br />

Austausch zu Herausforderungen<br />

in der Kontrollpraxis.<br />

Nicht zuletzt hatten die Teilnehmenden<br />

aus aller Welt die<br />

Möglichkeit, länderübergreifende<br />

Kontakte zu knüpfen. Neben<br />

der Trainingssprache Englisch<br />

wurden die Veranstaltungsinhalte<br />

in die UN-Sprachen Französisch,<br />

Russisch, Spanisch<br />

und Arabisch übersetzt. Viele<br />

Anmeldungen zu der Veranstaltung<br />

kamen aus afrikanischen<br />

und asiatischen Staaten.<br />

Weiterführende Informationen<br />

zum ITS Food auf der BVL-Website:<br />

www.bvl.bund.de/itsfood<br />

IFFA in Frankfurt hat<br />

eine neue Leiterin<br />

Am 1. Mai hat Vivien Altmann-<br />

Morelli (Foto) in Frankfurt<br />

die Leitung<br />

der IFFA –<br />

Internationale<br />

Leitmesse für<br />

die Fleischund<br />

Proteinwirtschaft<br />

– inklusive des Portfolios der<br />

Auslandsmessen im Bereich<br />

Food Technologies übernommen.<br />

Zudem verantwortet sie<br />

das Brandmanagement für den<br />

Bereich Textile Care & Cleaning<br />

Technologies mit der internationalen<br />

Leitmesse Texcare<br />

International. Die studierte<br />

Betriebswirtin mit Schwerpunkt<br />

Sales und Eventmarketing ist<br />

seit 2019 bei der Messe Frankfurt<br />

tätig, zuletzt als Koordinatorin<br />

Guest Events. Sie folgt auf<br />

Johannes Schmid-Wiedersheim,<br />

der die IFFA seit 2016 leitete;<br />

er wechselt als Geschäftsführer<br />

zweier Fachverbände zum<br />

VDMA. Die nächste IFFA findet<br />

vom 13. bis 18. Mai 2028 statt.<br />

www.iffa.com<br />

DGE diskutierte: Was sind eigentlich hochverarbeitete Lebensmittel?<br />

Studien zeigen Zusammenhänge<br />

zwischen einem hohen<br />

Konsum an hochverarbeiteten<br />

Lebensmitteln (Ultra-Processed<br />

Foods, UPF) und Adipositas,<br />

Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes<br />

und kardiovaskulären Erkrankungen.<br />

Aber welche Lebensmittel<br />

gehören eigentlich in die<br />

Kategorie „hochverarbeitet“?<br />

Und welche Einteilung eignet<br />

sich wissenschaftlich, als<br />

Grundlage politischer Entscheidungen,<br />

für Ernährungsbildung/<br />

-beratung? Eine Arbeitstagung<br />

der Deutschen Gesellschaft für<br />

Ernährung (DGE) versuchte sich<br />

diesen Fragen zu nähern.<br />

Eine einheitliche Definition<br />

zu „hochverarbeitet“ existiert<br />

bislang nicht. Die aus Mangel<br />

an Alternativen oft angewandte,<br />

aber kritisch betrachtete NOVA-<br />

Klassifikation teilt Lebensmittel<br />

nach Verarbeitungsgrad, Menge<br />

der Zutaten und Zusatzstoffe<br />

oder der Art der Verpackung ein<br />

und reicht von 1 (unverarbeitet)<br />

bis 4 (hochverarbeitet).<br />

Küchenpraxis ist oft ähnlich<br />

Knackpunkt: Sie berücksichtigt<br />

nur die industrielle Verarbeitung<br />

von Lebensmitteln. Die oft<br />

ähnliche Praxis in Privatküchen<br />

wird vernachlässigt. Z.B.: Apfelmus<br />

aus gewerblicher Produktion<br />

landet in NOVA-Kategorie 3<br />

oder 4 – selbst gekochtes dürfte<br />

sich mit NOVA 1 schmücken.<br />

Auch die Frage, welche Lebensmittel<br />

wirklich gesundheitliche<br />

Risiken erhöhen, könnte in der<br />

NOVA-Klassifikation stärker<br />

herausgearbeitet werden. Dazu<br />

müssten hochverarbeitete Lebensmittel<br />

(Gruppe 4) differenzierter<br />

betrachtet und in Subgruppen<br />

unterteilt werden. Mit<br />

Blick auf steigenden Einsatz von<br />

Alternativprodukten (Fleisch,<br />

Milch u.a.) und immer weniger<br />

frisch verwendete Lebensmittel<br />

bräuchte die Forschung andere<br />

Definitionen und mehr Daten.<br />

Nachhaltigkeit nicht erforscht<br />

Wie nachhaltig UPF sind, darauf<br />

wird bislang kaum eingegangen<br />

– auch forschungsseitig. Hier<br />

geht es z.B. um den Energieeinsatz<br />

und die Herkunft der<br />

Rohstoffe. Da in die DGE-Ernährungsempfehlungen<br />

solche Aspekte<br />

eingeflossen sind, würde<br />

sich z.B. das Bundeszentrum<br />

für Ernährung (BZfE) hierzu<br />

auch im Verarbeitungssektor<br />

mehr Erkenntnisse wünschen.<br />

www.bzfe.de<br />

37


produkte & partner<br />

3·26<br />

Vink Chemicals für<br />

Wirkstoff BBIT gelistet<br />

Vink Chemicals (Kakenstorf)<br />

ist gemäß Artikel 95 EU-Biozid-<br />

Verordnung offiziell für den<br />

Wirkstoff BBIT gelistet – und<br />

damit für den mittlerweile<br />

siebten Wirkstoff. Aktuelle Produkte<br />

des Unternehmens auf<br />

BBIT-Basis sind z.B. Activink<br />

BBIT 97 (für Formulierer von<br />

Biozidprodukten), Vinkocide<br />

BBIT 97, das als Biozid in<br />

Flüssigkeitskonzentraten zum<br />

Einsatz kommt, und parmetol<br />

BPX für den Haushalts-, Industrie<br />

und Institutionenbereich.<br />

Vink entwickelt und formuliert<br />

individuelle Biozidprodukte<br />

und verfügt zudem über ein<br />

breites Portfolio an Specialty<br />

Chemicals, Produkte zur Wasserbehandlung,<br />

für Wasch- und<br />

Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel<br />

und Systemreiniger.<br />

www.vink-chemicals.com/de/<br />

Viskose Medien im IBC kontaminationsfrei homogenisieren<br />

Schütz-Impeller mit Becher- oder Flügelrührwerk als Einweg-Produkte recycelbar<br />

Bei viskosen Flüssigkeiten ist<br />

eine homogene Durchmischung<br />

entscheidend für die optimale<br />

Verarbeitung. Dies ist jedoch mit<br />

hohen Anforderungen verbunden.<br />

Denn schon beim Öffnen<br />

der Transportbehälter können<br />

Fremdpartikel eindringen und<br />

die Produktqualität entscheidend<br />

beeinträchtigen. Zudem<br />

sind Reinigungsvorgänge konventioneller<br />

Edelstahlrührwerke<br />

zeit- und ressourcenintensiv.<br />

Deshalb hat Industrieverpackungshersteller<br />

Schütz (Selters)<br />

in IBC integrierte Einweg-<br />

Rührwerke entwickelt. Durch<br />

die Vorinstallation muss der<br />

Behälter für den Rührprozess<br />

nicht geöffnet werden, was Kontaminationsrisiken<br />

eliminiert.<br />

Um unterschiedlichen Anwendungen<br />

gerecht zu werden, gibt<br />

es zwei verschiedene Flügelprofile.<br />

Der Impeller mit Becherrührwerk<br />

ist für eine kraftvolle,<br />

gleichmäßige Durchmischung<br />

Neu entwickelt: Den Impeller gibt es<br />

mit zwei Flügelprofilen. Foto: Schütz<br />

ausgelegt und eignet sich besonders<br />

für Anwendungen, bei<br />

denen ein intensiver Rühreffekt<br />

benötigt wird. Der Impeller mit<br />

Flügelrührwerk wurde mithilfe<br />

von Computational Fluid Dynamics<br />

(CFD) speziell für niedrig<br />

drehende Antriebe entwickelt.<br />

Das optimierte Flügelprofil sorgt<br />

für eine gleichmäßige Verteilung<br />

von Pigmenten und Additiven<br />

und ermöglicht auch bei langsamem<br />

Rühren die vollständige<br />

Auflösung von Sedimenten.<br />

Die Einweg-Impeller sind für alle<br />

Ecobulk-Volumina von 560 bis<br />

1250 Liter verfügbar und lassen<br />

sich problemlos an bestehende<br />

Rührwerksantriebe anschließen.<br />

Beide Varianten sind aus 100 %<br />

recyceltem Kunststoff gefertigt<br />

und werden nach Gebrauch gemeinsam<br />

mit dem IBC über den<br />

Schütz Ticket Service zurückgeführt<br />

und vollständig recycelt.<br />

Schütz GmbH & Co. KGaA<br />

Schützstraße 12<br />

D-56242 Selters<br />

www.schuetz.net<br />

LANXESS-Konzept CDP:<br />

Control, Detect, Prevent<br />

Der Spezialchemie-Konzern<br />

LANXESS (Köln) hat auf der<br />

Messe CHEMUK in Birmingham<br />

sein CDP-Konzept vorgestellt<br />

– es steht für „Control – Detect<br />

– Prevent“. Der strategische<br />

Ansatz für moderne <strong>Hygiene</strong><br />

in Industrieanlagen zielt darauf<br />

ab, mikrobiologische Risiken<br />

zu kontrollieren, frühzeitig zu<br />

erkennen und vorbeugende<br />

Maßnahmen zu ergreifen. Das<br />

Unternehmen bietet dafür ein<br />

breites Portfolio an Microbial-<br />

Control-Produkten und Desinfektionswirkstoffen<br />

unter den<br />

Marken Klarix, Preventol und<br />

Oxone an, die zuverlässig gegen<br />

Viren, Bakterien, Pilze und Sporen<br />

wirken. Sie sind speziell für<br />

den Einsatz in der Tierhaltung,<br />

der Industrie und in institutionellen<br />

Bereichen ausgelegt.<br />

www.lanxess.com<br />

Joint Venture: CWS <strong>Hygiene</strong> & EMCO Tex<br />

Die CWS <strong>Hygiene</strong> International<br />

GmbH (Dreieich) hat nach Freigabe<br />

durch die Wettbewerbsbehörde<br />

einen Anteil von 51 %<br />

an der EMCO Tex<br />

GmbH (Lingen)<br />

erworben. Mit<br />

dieser Transaktion<br />

gründen CWS<br />

<strong>Hygiene</strong> und die<br />

EMCO Group ein<br />

Joint Venture,<br />

um langfristig<br />

Kompetenzen,<br />

Innovation und<br />

Kosteneffizienz<br />

im Floorcare-Segment<br />

zu stärken.<br />

Floorcare ist die größte Servicekategorie<br />

von CWS <strong>Hygiene</strong>.<br />

Das Joint Venture vereint den<br />

Marktzugang und die Serviceexpertise<br />

von CWS <strong>Hygiene</strong> mit<br />

den Produktions- und Technologiekompetenzen<br />

von EMCO Tex.<br />

Ziel der Zusammenarbeit ist es,<br />

die Entwicklung vielfältiger, innovativer<br />

und<br />

kosteneffizienter<br />

Mattenlösungen<br />

für<br />

die Floorcare-<br />

Servicebranche<br />

voranzutreiben.<br />

EMCO Tex hat<br />

einen modernen<br />

Produktionsstandort<br />

in<br />

Deutschland<br />

und ist auf<br />

hochwertige<br />

textile Mattenlösungen für Unternehmen<br />

spezialisiert.<br />

Gatien Gillon (l.), CEO von CWS<br />

<strong>Hygiene</strong>, und Stephan Hettwer,<br />

CEO der EMCO Group. Foto: CWS<br />

www.cws.com<br />

www.emco-group.com<br />

adapa: „Pap’Award“ für<br />

PaperFlow(re) P-Type<br />

Die adapa Group (Wiener Neudorf)<br />

hat für ihr „PaperFlow(re)<br />

P-Type“ den Pap’Award in der<br />

Kategorie „Circularity in Food<br />

Packaging“ erhalten. Der von<br />

Pap’Argus und Etiq&Pack<br />

verliehene Preis würdigt das<br />

Engagement für die Weiterentwicklung<br />

von Verpackungslösungen<br />

im<br />

Sinne der<br />

Kreislaufwirtschaft.<br />

PaperFlow(re) P-Type vereint<br />

Leistungsfähigkeit mit CEPIzertifizierter<br />

Recyclingfähigkeit,<br />

ist für Einsätze auf HFFS- und<br />

VFFS-Anlagen ausgelegt und<br />

auch als vorgefertigter Beutel<br />

mit Zipper-Funktion erhältlich.<br />

www.adapa-group.com<br />

38 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

produkte & partner<br />

Deutsch-französischer „Airbus der <strong>Hygiene</strong>“ besiegelt<br />

TOPSERV und GPO gründen aime.eu – Ziel: Unternehmen professionell versorgen<br />

Die <strong>Hygiene</strong>lösungsanbieter<br />

GPO (ehemals Groupe Paredes<br />

Orapi, Nr. 1 in Frankreich) und<br />

TOPSERV (Nr. 3 in Deutschland)<br />

haben die Gründung der<br />

Gesellschaft aime.eu („Alliance<br />

In Motion in Europe“) mit Sitz in<br />

Luxemburg-Stadt besiegelt. Ziel<br />

ist es, mit 2500 Mitarbeitenden<br />

und 45 Logistikstandorten Unternehmen<br />

eine leistungsfähige<br />

und zugleich einfach strukturierte<br />

Lösung für professionelle<br />

<strong>Hygiene</strong> bereitzustellen.<br />

An der Spitze des neuen Verbundes<br />

stehen François Thuilleur<br />

(CEO von GPO) und Jürgen<br />

Jarolimeck (Geschäftsführer von<br />

TOPSERV) als Co-Präsidenten.<br />

Die operative Leitung übernehmen<br />

die Co-Geschäftsführerin<br />

Liane Jarolimeck und Co-Geschäftsführer<br />

Peter Van Loock.<br />

TOPSERV ist mit 900 Mitarbeitenden<br />

und einem Sortiment<br />

von über 100.000 Produkten<br />

ein langjähriger<br />

Partner<br />

u.a. der Lebensmittelindustrie,<br />

Hotellerie<br />

und Gastronomie.<br />

Mitglieder<br />

sind die<br />

Toussaint<br />

Unternehmensgruppe<br />

(u.a. N.<br />

Toussaint<br />

& Co. GmbH, Toussaint Berlin<br />

GmbH, O+S Offterdinger &<br />

Sailer GmbH, Berufskleidung24.<br />

de, Harema, NextFM Robotics<br />

und Rink Rehaservice), die<br />

Durner GmbH & Co. KG mit<br />

Franz Seidel sowie die Wencke<br />

Gruppe (u. a. Van Merhagen<br />

+ Seeger GmbH, Erich Nonne<br />

GmbH, H.<br />

W. Kernreich<br />

Großhandel-<br />

Hotelbedarf<br />

GmbH, Glasofix<br />

GmbH<br />

und LLOYD<br />

Großverbraucherservice<br />

GmbH).<br />

Die Co-Präsidenten von aime: TOPSERV-<br />

Chef Jürgen Jarolimeck (l.) und GPO-CEO<br />

François Thuilleur.<br />

Foto: aime<br />

aime.eu setzt<br />

strikt auf eine<br />

paritätische<br />

Partnerschaft<br />

zweier familiengeführter<br />

Gruppen aus Deutschland und<br />

Frankreich und sieht sich als<br />

eine Art „Airbus der <strong>Hygiene</strong>“.<br />

www.aime.eu<br />

Nilfisk von Freudenberg<br />

Cleaning übernommen<br />

Mit dem Abschluss eines öffentlichen<br />

Übernahmeangebotes<br />

ist Reinigungsgerätehersteller<br />

Nilfisk (Bellenberg) seit dem<br />

15. April ein Teil von Freudenberg<br />

Home and Cleaning<br />

Solutions (Weinheim). Das<br />

kombinierte Portfolio beider<br />

Firmen reicht von leistungsstarken<br />

Reinigungsgeräten bis<br />

zu Haushalts- und Wäschepflegeprodukten<br />

(z.B. mit Marken<br />

wie Vileda). Nilfisk blickt auf<br />

120 Jahre (vgl. S. 30), Freudenberg<br />

sogar auf eine 175-jährige<br />

Historie zurück. Nilfisk solle<br />

künftig als eigenständige Marke<br />

unter privater Eigentümerschaft<br />

innerhalb von Freudenberg<br />

Home and Cleaning Solutions<br />

weitergeführt und gezielt ausgebaut<br />

werden, hieß es.<br />

www.nilfisk.com<br />

www.freudenberg.com<br />

BVLK-Siegel für Silikal-Böden<br />

BIB: neue Robo-Reinigungslösungen<br />

Mit <strong>Hygiene</strong>oberfläche säurebeständig und rutschfest<br />

Der Bundesverband der<br />

Lebensmittelkontrolleure<br />

Deutschlands (BVLK) hat die<br />

Reaktionsharz-Bodensysteme<br />

der Silikal GmbH (Mainhausen)<br />

im vierten Jahr in Folge<br />

mit dem Siegel „Empfohlen<br />

vom BVLK“<br />

ausgezeichnet.<br />

Das<br />

Zertifikat<br />

wird jeweils<br />

für ein Jahr<br />

vergeben.<br />

Damit<br />

sprach sich<br />

der Verband<br />

für die<br />

Verwendung von Silikal-Reaktionsharz-Bodensystemen<br />

in<br />

der Lebensmittelbranche aus<br />

– für Anwendungen in Industrie<br />

und Handwerk oder der<br />

Gastronomie. Die Empfehlung<br />

stützt sich laut Silikal v.a. auf<br />

Eigenschaften wie <strong>Hygiene</strong><br />

und Sauberkeit – dank der<br />

geschlossenen, fugenlosen<br />

Oberfläche und der guten<br />

Beständigkeit<br />

gegen<br />

eine Vielzahl<br />

von<br />

Säuren,<br />

Laugen,<br />

Fetten,<br />

Ölen und<br />

Salzen.<br />

Die Kontrolleure<br />

hoben nach Firmenangaben<br />

auch die Sicherheit<br />

durch die rutschfesten Oberflächen<br />

hervor.<br />

www.silikal.com<br />

Die Modellpalette von BIB Robotics für die autonome Reinigung.<br />

Der asiatische Roboterhersteller<br />

BIB Robotics (Singapur)<br />

treibt die Automatisierung der<br />

professionellen Reinigung voran<br />

und startet nun mit Lösungen<br />

für anspruchsvolle gewerbliche<br />

Umgebungen auch auf dem<br />

europäischen Markt.<br />

Durch Kombination präziser<br />

Navigation mit intuitivem Flottenmanagement<br />

überführt man<br />

manuelle Prozesse effizient in<br />

datenbasierte Betriebsabläufe<br />

und smarte Geräte. Ein Schwer-<br />

Foto: BIB<br />

punkt liegt auf dem Handel: Das<br />

neue Roboter-Modell J36 wurde<br />

gezielt für Standard-Supermärkte<br />

entwickelt. Die Markteinführung<br />

ist im Rahmen von<br />

Pilotprojekten mit Handelsketten<br />

<strong>2026</strong>/2027 geplant. Parallel<br />

baut man die Partnerstrukturen<br />

aus – im Facility-Management-<br />

Umfeld wie im kommunalen Bereich.<br />

Innerhalb von drei Jahren<br />

will BIB zu den Top-3-Marken in<br />

der Reinigungsrobotik gehören.<br />

www.bibrobotics.com<br />

39


produkte & partner<br />

3·26<br />

SÜDPACK holt „Gold“ im<br />

EcoVadis-Ranking 2025<br />

SÜDPACK (Ochsenhausen),<br />

Hersteller von Hochleistungsfolien<br />

und Verpackungslösungen<br />

für die Lebensmittelindustrie,<br />

hat sich im globalen Nachhaltigkeits-Ranking<br />

von Ecovadis für<br />

2025 mit 85 von 100 Punkten<br />

erneut einen Platz unter den<br />

Top 5 % aller weltweit bewerteten<br />

Unternehmen<br />

und<br />

infolgedessen<br />

auch eine<br />

Goldmedaille<br />

gesichert.<br />

Die<br />

Südpack-Produktionsstandorte<br />

in Deutschland, Frankreich,<br />

Polen, der Schweiz und den<br />

Niederlanden sind mit modernster<br />

Anlagentechnologie<br />

ausgestattet und fertigen nach<br />

höchsten Standards, u.a. auch<br />

unter Reinraumbedingungen.<br />

www.suedpack.com<br />

Bessere <strong>Hygiene</strong>, höhere Stabilität und mehr Varianten<br />

Höcker Gruppe relauncht Müllbeutelständer für Fleisch- und Lebensmittelindustrie<br />

Die Höcker Gruppe (Wallenhorst)<br />

hat ihr Sortiment an Müllbeutelständern<br />

für die Fleischund<br />

Lebensmittelindus trie<br />

überarbeitet. Das Ergebnis sind<br />

konstruktive Verbesserungen<br />

der Edelstahl-Gestelle für<br />

120-Liter-Säcke in Bereichen<br />

wie <strong>Hygiene</strong>, Standfestigkeit<br />

und Bedienkomfort sowie eine<br />

strukturierte Produktpalette.<br />

Frühere Ausführungen mit<br />

geschlossenem Bodenblech<br />

wurden durch ein offenes Rohrgestell<br />

mit vier Füßen ersetzt,<br />

das sich besser an unebene<br />

Untergründe anpasst und die<br />

Standstabilität erhöht. Zudem<br />

wird die Reinigung unter dem<br />

Ständer erleichtert, da sich<br />

kein Schmutz mehr unbemerkt<br />

ansammeln kann. Bei der<br />

Deckel konstruktion begrenzt<br />

ein integrierter Anschlag den<br />

Öffnungswinkel auf etwa 75 bis<br />

80 Grad. Dadurch schließt sich<br />

der Deckel automatisch, sobald<br />

er losgelassen<br />

wird. Das reduziert<br />

Geruchsemissionen<br />

und unterstützt<br />

hygienische<br />

Abläufe. Varianten<br />

mit Fußpedal<br />

ermöglichen eine<br />

berührungslose<br />

Bedienung.<br />

Bei der Befestigung<br />

stellen neue<br />

Lösungen sicher,<br />

dass der Beutel<br />

mit ausreichend<br />

Abstand zum Boden hängt. In<br />

der Produktlinie Flex erfolgt dies<br />

über eine Höhenverstellung, in<br />

der Linie Clean zusätzlich mit<br />

Die Ständer wurden neu<br />

konstruiert. Foto: Höcker<br />

einem Rost, der ein Aufliegen<br />

des Beutels verhindert.<br />

Die Produktlinien: Eco umfasst<br />

wirtschaftliche<br />

Varianten zur Wandoder<br />

Standmontage.<br />

Flex bietet höhenverstellbare<br />

Modelle<br />

für unterschiedliche<br />

Anforderungen.<br />

Clean richtet sich an<br />

besonders hygienekritische<br />

Bereiche.<br />

Ergänzend gibt es<br />

viele Optionen, z.B.<br />

beschriftbare Deckel<br />

zur Kennzeichnung<br />

von Abfallarten,<br />

individuelle Ringdurchmesser<br />

und Sammelstationen<br />

mit mehreren Haltern.<br />

www.hoecker.de<br />

Alexandra Knauer erhält<br />

Pittcon Heritage Award<br />

Alexandra Knauer (Foto), die<br />

Geschäftsführerin der KNAUER<br />

Wissenschaftliche Geräte GmbH<br />

(Berlin), ist in<br />

San Antonio<br />

(Texas/USA)<br />

mit dem Pittcon<br />

Heritage<br />

Award <strong>2026</strong><br />

geehrt worden.<br />

Der Preis würdigt<br />

Persönlichkeiten, die die<br />

Entwicklung der Instrumentellen<br />

Analytik und der Laborwissenschaften<br />

geprägt haben. Knauer<br />

führt das Familienunternehmen<br />

in zweiter Generation und hat<br />

es erfolgreich vom klassischen<br />

Hersteller analytischer Messinstrumente<br />

zum breit aufgestellten<br />

Life-Science-Technologieanbieter<br />

transformiert.<br />

www.knauer.net<br />

Chemiefrei mit 360°-UV-Desinfektion<br />

Die Hoenle UV Disinfection<br />

Austria GmbH (A-Mauterndorf)<br />

ist Teil der international tätigen<br />

Hoenle-Gruppe (Gilching) und<br />

bietet ein breites Spektrum an<br />

UV-Desinfektionslösungen,<br />

die<br />

speziell auf<br />

die Anforderungen<br />

von<br />

Lebensmittelherstellern<br />

oder Ver-<br />

packungs-<br />

betrieben<br />

zugeschnitten<br />

sind – z.B. das Tunnel-Desinfektionsgerät<br />

Type „DE“.<br />

Die Durchlaufdesinfektions-<br />

Anlage mit High-Performance-<br />

Technologie (HPF) dient zur<br />

360°-Desinfektion und ist in<br />

eine bestehende Fertigungslinie<br />

integrierbar. Zu behandelnde<br />

Oberflächen werden trocken,<br />

ohne Chemie und Hitzeeinwirkung<br />

desinfiziert.<br />

Das Hoenle<br />

UV-Portfolio<br />

umfasst<br />

zudem<br />

log1-log7<br />

Sterilsyste<br />

me und<br />

Anlagen<br />

zur Oberflächen-,<br />

Luft- und<br />

Wasserdesinfektion, Niederund<br />

Mitteldrucksysteme sowie<br />

Pulsed-Light-Technologien für<br />

höchste Keimreduktion und<br />

flexible Einsatzmöglichkeiten.<br />

Arbeitet chemiefrei: das 360°-UVC-Tunnel-<br />

Desinfektionsgerät Type DE. Foto: Hoenle<br />

www.hoenle.com<br />

Jochen Liersch stärkt<br />

Vertrieb bei L&R Kälte<br />

Jochen Liersch (Foto), gelernter<br />

Werkzeugmacher mit einem<br />

Anschlussstudium der Oberflächentechnik<br />

und Werkstoffkunde,<br />

ist neuer<br />

Vertriebsingenieur<br />

für den<br />

mittel- und<br />

süddeutschen<br />

Raum bei L&R<br />

Kältetechnik<br />

(Sundern).<br />

Die Firma ist Spezialistin zur<br />

Optimierung der Wasseraufbereitung<br />

– Neuanlagen, Retrofit-<br />

Konzepte, Verbrauchsmaterialien<br />

und Dienstleistungen zur<br />

Reinigung von Kühlkreisläufen.<br />

Bei Neuanlagen verwendet L&R<br />

häufig das innovative, auf rein<br />

physikalischer Basis arbeitende<br />

„Easy Clean System“ (ECS).<br />

www.lr-kaelte.de<br />

40 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

produkte & partner<br />

Service-Kits zur ressourcenschonenden Tankreinigung<br />

GEA-Serien Turbodisc und Turbo SSB werden für Benutzer leichter wartungsfähig<br />

Der Technologiekonzern GEA<br />

(Düsseldorf) erweitert sein<br />

Portfolio an Tankreinigern um<br />

zwei wartungsfähige Modelle<br />

und will so industrielle Reinigungsprozesse<br />

effizienter, kostengünstiger<br />

und nachhaltiger<br />

machen. Die neuen Service-Kits<br />

verlängern die Lebensdauer der<br />

frei rotierenden und langsam<br />

rotierenden Reiniger für die<br />

Lebensmittel-, Getränke-, Pharma-<br />

und Körperpflegeindustrie,<br />

die bisher nach einigen Jahren<br />

vollständig ersetzt werden<br />

muss ten. Dieser Schritt ist Teil<br />

einer Service-Initiative für GEAs<br />

Reinigungstechnologie mit Fokus<br />

auf Ressourcenschutz und<br />

Wirtschaftlichkeit für Benutzer.<br />

Um Verschleißteile wie Dichtungen<br />

und Lager direkt vor<br />

Ort instandsetzbar zu machen,<br />

Neuheit: die zwei Service-Kits für die<br />

Turbodisc-Reiniger (l.) und die Turbo<br />

SSB-Reiniger (r.). Foto: GEA<br />

haben GEA-Ingenieure das Design<br />

der Reiniger für die Serien<br />

Turbodisc und Turbo SSB überarbeitet.<br />

Für die Wartung sind<br />

keine Spezialwerkzeuge oder<br />

Schulungen erforderlich. Die<br />

speziell entwickelten GEA-Service-Kits<br />

enthalten alle notwen-<br />

digen Ersatzteile: eine Keilsicherungsscheibe,<br />

Dichtring und<br />

Buchse für Turbodisc-Reiniger<br />

sowie eine Unterlegscheibe und<br />

ein Wellenlager für Turbo SSB-<br />

Reiniger. Dadurch lassen sich<br />

die Reiniger schnell und einfach<br />

vor Ort warten und Prozessunterbrechungen<br />

verkürzen.<br />

Ein defekter Reiniger führte<br />

bislang oft zu Produktionsausfällen,<br />

weil die Beschaffung<br />

eines Ersatzgeräts bis zu zwei<br />

Wochen dauern konnte. Mit den<br />

Service-Kits können Kunden die<br />

Reparaturen nun eigenständig,<br />

innerhalb weniger Tage und<br />

kostengünstiger durchführen.<br />

GEA Group Aktiengesellschaft<br />

Peter-Müller-Straße 12<br />

D-40468 Düsseldorf<br />

www.gea.com<br />

Extech/Teledyne FLIR<br />

mit neuer Webseite<br />

Extech hat www.Extech.com<br />

gestartet, eine überarbeitete,<br />

eigens konzipierte Website, um<br />

die Suche nach Extech-Geräten<br />

einfacher, schneller und intuitiver<br />

zu gestalten. Zugleich steht<br />

hier der aktualisierte Extech-Katalog<br />

zum Download bereit – in<br />

Englisch, Deutsch, Französisch,<br />

Spanisch, Italienisch und Portugiesisch.<br />

Extech ist eine Marke<br />

von Teledyne FLIR, die sich seit<br />

über 50 jahren zuverlässigen,<br />

innovativen Handmessgeräten<br />

für Profis verschrieben hat. Diese<br />

tragen dazu bei, Probleme in<br />

den Bereichen Elektrotechnik,<br />

Mechanik, Instandhaltung<br />

und Umwelt zu verhindern, zu<br />

erkennen und zu beheben –<br />

z.B. durch präzise Temperatur-,<br />

Luftfeuchtigkeits- oder Wasserqualitätsmessungen.<br />

https://www.extech.com/de-de/<br />

Hygienischer Abfallsack aus PCR<br />

Neues Sohlenreiniger-Modul von Mohn<br />

DEISS-Neuheit 20045 für Serie RE:SOURCE PLUS<br />

Mit der Erweiterung<br />

ihrer RE:SOURCE<br />

PLUS Abfallsack-Serie<br />

durch das Modell<br />

20045 setzt die Emil<br />

DEISS GmbH & Co.<br />

KG (Hamburg) ein<br />

Zeichen für Nachhaltigkeit:<br />

Neue,<br />

geprüfte Quellen für<br />

hochwertiges Post-<br />

Consumer-Rezyklat<br />

(PCR) ermöglichen<br />

hohe Produktqualität<br />

und <strong>Hygiene</strong>.<br />

Die Nachfrage nach<br />

nachhaltigen Abfallsäcken<br />

wächst stetig.<br />

DEISS präsentierte<br />

deshalb bereits 2025<br />

mit PCR aus Getränkekartons<br />

eine<br />

echte Neuheit. Der<br />

neue RE:SOURCE<br />

PLUS 20045 überzeugt<br />

laut Hersteller<br />

durch robuste Materialeigenschaften,<br />

hohe Reißfestigkeit<br />

und zuverlässige<br />

Performance im<br />

täglichen Einsatz<br />

– bei reduziertem<br />

Ressourceneinsatz.<br />

Er verfügt über ein<br />

Fassungsvermögen<br />

von 120 Litern und<br />

ist in der Farbe<br />

Blau ausgeführt.<br />

www.deiss.de<br />

<strong>Hygiene</strong>anlagenhersteller Mohn<br />

(Meinerz hagen) hat ein Sohlenund<br />

Sohlenrand-Reinigungsmodul<br />

Typ SUR-E auf den Markt<br />

gebracht, das <strong>Hygiene</strong>schleusen<br />

und Durchlauf-Sohlenreinigungsanlagen<br />

(Bürstenlängen<br />

400, 700, 1100 und 1600 mm)<br />

seiner „Highline“-Serie um eine<br />

gezielte Reinigung der Sohlen<br />

und Sohlenränder von Schuhen,<br />

Clogs, Stiefeln etc. ergänzt.<br />

Zwei horizontal rotierende Bürstenwalzen<br />

mit Bürstenwalzen-<br />

Durchmesser von 150 mm<br />

befreien dabei die Profilsohlen<br />

durch Rotation in Längsrichtung<br />

im Nachgang zuverlässig von<br />

Verschmutzungen, während die<br />

seitlichen Tellerbürsten mit<br />

225 mm Durchmesser den<br />

Part der Sohlenrandreinigung<br />

übernehmen.<br />

Das Modul verlängert die Basismaschine<br />

um ca. 700 mm. Es<br />

ist aus Edelstahl gefertigt, hat<br />

<strong>Hygiene</strong>-Modul: SUR-E reinigt Sohlen<br />

und deren Ränder. Foto: Mohn<br />

hygienische Oberflächen, ist<br />

laut Mohn langlebig konstruiert<br />

und einfach zu reinigen.<br />

www.mohn-gmbh.com<br />

41


veranstaltungen<br />

3·26<br />

Messekalender<br />

16.-17. Juni:<br />

Free From Food Expo – Messe<br />

für gluten-, laktose-, allergen-,<br />

fettfreie und pflanzenbasierte<br />

Lebensmittel, Wien/Österreich<br />

30. Juni - 2. Juli:<br />

FILTECH The Filtration Event –<br />

Internationale Fachmesse und<br />

Konferenz für Filtration und<br />

Separationstechnik, Köln<br />

2.-4. Juli:<br />

China Clean Expo – Fachmesse<br />

für Reinigungstechnologien und<br />

-lösungen, Convention & Exhibition<br />

Center, Chengdu/China<br />

9. Juli:<br />

Lab Supply – regionale Fachmesse<br />

für instrumentelle Analytik,<br />

Labortechnik, -chemikalien<br />

und Life Science, Graz/Österreich<br />

(auch am 8. September in<br />

Dresden und am 24. September<br />

in Leverkusen)<br />

HACCP- und FSSC 22000-Updates<br />

Akademie Fresenius: Sommercamp und Webinare<br />

Ein wirkungsvolles HACCP-System<br />

und professionelle interne<br />

Audits sind die Basis für ein robustes<br />

Lebensmittelsicherheitsund<br />

Qualitätsmanagement.<br />

Deshalb hat die Akademie Fresenius<br />

ihre zweitägige<br />

Sommer-Akademie am<br />

1./2. Juli im Moxy Bochum<br />

„Fit fürs HACCP-<br />

Team – HACCP-Basics<br />

& interne Audits kompakt“<br />

betitelt.<br />

Themen sind u.a. die zwölf<br />

Stufen einer HACCP-Analyse<br />

gemäß Codex Alimentarius, Präventivprogramme<br />

im Lebensmittelbetrieb,<br />

Gefahrenanalyse und<br />

Risikobewertung, oPRPs / CPs<br />

und Unterscheidung zu CCPs.<br />

Parallel findet an gleicher Stelle<br />

ein „Praxis-Update QS – Risiko-<br />

bewertung und HACCP für<br />

Fortgeschrittene“ statt. Themen<br />

sind u.a. Aktuelles aus<br />

IFS, BRC, ISO und Co., der<br />

EU HACCP-Leitfaden (2022/<br />

C355/01), Allergenmanagement<br />

und Lieferantenaudits.<br />

Die im Mai veröffentlichte<br />

Version 7 des FSSC<br />

22000 (Food Safety<br />

System Certification) zur<br />

Lebensmittelsicherheitbeinhaltet<br />

u.a. konkretisierte<br />

Anforderungen im <strong>Hygiene</strong>-<br />

und Umweltmanagement.<br />

Zur Klärung wichtiger Fragen für<br />

Lebensmittelunternehmer bietet<br />

die Akademie Fresenius am 4.<br />

und 18. August zwei Online-<br />

Seminare an.<br />

Nähere Infos und Anmeldung:<br />

www.akademie-fresenius.de<br />

78. DGHM-Jahrestagung<br />

Die Deutsche Gesellschaft für<br />

<strong>Hygiene</strong> und Mikrobiologie<br />

(DGHM) hält vom 28.-30. September<br />

im Audimax der Universität<br />

Hamburg, Von-Melle-<br />

Park 4, in 20146 Hamburg ihre<br />

78. Jahrestagung ab.<br />

Programm und Anmeldung unter:<br />

https://dghm-kongress.de<br />

Roundtable zu „Petfood“<br />

Das Lebensmittelinstitut KIN<br />

(Neumünster) veranstaltet am<br />

24./25. Juni seinen 5. Roundtable<br />

zum Thema „Petfood“<br />

– mit diesjährigem Fokus auf<br />

Verdickungsmittel in Tierfutter.<br />

Themen sind u.a. „Hydrokolloide<br />

in Heimtiernahrung – und<br />

was sie ersetzen kann“, „Textur<br />

ohne Beipackzettel – Stärke<br />

statt Carageen & Guss“ und die<br />

Auswirkungen der PPWR <strong>2026</strong>.<br />

Programm und Anmeldung<br />

unter: www.kin.de/termine/5-<br />

kin-roundtable-petfood<br />

12. -15. Juli:<br />

IFT Annual Meeting & Food Expo<br />

– Jahrestreffen und Ausstellung<br />

des Institute of Food Technologists,<br />

McCormick Place,<br />

Chicago, Illinois/USA<br />

26.-28. August:<br />

Saneamiento – Fachmesse<br />

für <strong>Hygiene</strong>, Desinfektion und<br />

Sicherheit in der Lebensmittelund<br />

Süßwarenindustrie, San<br />

Miguel/Lima (Peru)<br />

26.-29. August:<br />

F Istanbul – Internationale<br />

Fachmesse für Lebensmittel,<br />

Getränke und deren Verarbeitungstechnologien,<br />

Expo Center<br />

Istanbul/Türkei<br />

15.-17. September:<br />

CLEAN PRO EXPO – Internationale<br />

Fachmesse für Reinigungstechnologien<br />

und -lösungen wie<br />

Robotik/Digitalisierung und HR,<br />

Friedrichshafen<br />

<strong>Hygiene</strong>kurse des VHM<br />

Der Verband für handwerkliche<br />

Milchverarbeitung e.V. (Freising)<br />

bietet am 30. Juni/1. Juli online<br />

über Zoom-Videokonferenz eine<br />

<strong>Hygiene</strong>schulung für Betriebsleitungsmitglieder<br />

an; am<br />

4./5. August folgt eine <strong>Hygiene</strong>schulung<br />

für Mitarbeitende.<br />

Info/Anmeldung: www.milchhandwerk.info/schulungen<br />

Web-Seminare beim BZfE<br />

Das Bundeszentrum für Ernährung<br />

(BZfE) veranstaltet kostenfreie<br />

einstündige Webinare –<br />

z.B. über die BZfE-Ernährungspyramide,<br />

das Energiedichte-<br />

Prinzip, die Reduzierung des<br />

Zuckerkonsums oder neu über<br />

Anwendung, Berechnung, Aktualisierung,<br />

Möglichkeiten und<br />

Grenzen des Nutri-Scores.<br />

Info/Anmeldung: www.bzfe.de/<br />

service/veranstaltungen<br />

HACCP verstehen und umsetzen<br />

Workshop und Seminarvideos der QS-Akademie<br />

Die Akademie des Qualitätssicherungsprogramms<br />

QS (Bonn)<br />

veranstaltet am 22. Juni von 9<br />

bis ca. 13 Uhr einen praxisorientierten<br />

Online-Workshop zum<br />

Thema „HACCP verstehen und<br />

effektiv umsetzen“ für Fachkräfte<br />

aus der Futtermittelbranche.<br />

Birgitta Kratochwil, Auditorin<br />

und Expertin im Futtermittelbereich,<br />

gibt dabei eine anschauliche<br />

Einführung in das HACCP-<br />

Konzept als zentrales Werkzeug<br />

für die Gewährleistung von<br />

Futtermittelsicherheit.<br />

Als Seminaraufzeichnung bietet<br />

QS das Thema „Betriebliches<br />

<strong>Hygiene</strong>management bei der<br />

Ernte von Obst und Gemüse“<br />

an. Es richtet sich an Erzeuger<br />

von Obst, Gemüse und Kar-<br />

toffeln und verschafftt einen<br />

Überblick über typische Kontaminationsrisiken<br />

während der<br />

Ernte sowie über relevante QS-<br />

Anforderungen und gesetzliche<br />

Vorgaben zur Erntehygiene.<br />

Kostenfrei angesehen werden<br />

kann die Aufzeichnung des<br />

Seminars „Präventionsstrategien<br />

Food Fraud – Lebensmittelbetrug<br />

erkennen und vermeiden“.<br />

Es richtet sich an Unternehmen<br />

der Fleischwirtschaft, des Obstund<br />

Gemüsehandels sowie des<br />

LEH und vermittelt rechtliche<br />

Rahmenbedingungen von Food<br />

Fraud und typische Betrugsrisiken<br />

entlang der Lieferkette<br />

Nähere Infos und Anmeldung<br />

unter: www.q-s-akademie.de<br />

42 www.hygiene-report-magazin.de


juni<br />

veranstaltungen<br />

Messen und Regeln lernen<br />

Im Herbst zahlreiche Kurse im JUMO Campus<br />

Sensor- und Automatisierungsspezialist<br />

JUMO (Fulda)<br />

bietet auch im Herbbst <strong>2026</strong><br />

praxisnahe Schulungen und<br />

innovative Lernformate rund<br />

um die Themenbereiche<br />

Mess-, Regelungs- und Automatisierungstechnik<br />

an, um<br />

Fachwissen zu vertiefen und<br />

stets auf dem neusten Stand<br />

zu bleiben. Je nach Thema<br />

und Anforderungen sind Präsenz-<br />

oder Online-Seminare<br />

möglich und können auch als<br />

Exklusivschulung individuell<br />

durchgeführt werden – vor Ort<br />

beim Kunden oder online.<br />

Miele-Webinar: Geräte<br />

im Labor richtig reinigen<br />

Gerätehersteller Miele (Gütersloh)<br />

bietet regelmäßig kostenlose<br />

Webinare an, die auch<br />

nachträglich noch als Online-<br />

Video verfolgt werden können.<br />

Derzeit widmet sich eine Reihe<br />

der Laborglasreinigung. Das<br />

Seminar „Sustainable Solutions:<br />

Best Practices for Eco-Friendly<br />

Glassware Cleaning“ findet am<br />

24. Juni von 9-9.30 Uhr und<br />

von 17-17.30 Uhr statt und widmet<br />

sich nachhaltigen Lösungen<br />

und bewährten Verfahren für<br />

die umweltfreundliche Reinigung<br />

von Laborgeräten. Thema<br />

sind auch regulatorische Anforderungen<br />

für die Implementierung<br />

solcher Laborlösungen.<br />

Infos/Anmeldung: www.miele.<br />

com/en/p/precision-in-practicemastering-lab-glassware-cleaning-7136.htm#anc-7147<br />

Ein Blick auf Kurse und Termine:<br />

„Elektrische Temperaturmessung<br />

für den Praktiker<br />

(23.09. Fulda), „Grundlagen<br />

der Messunsicherheit bei der<br />

elektrischen Temperaturmessung“<br />

(24.09. Fulda), „Funktionale<br />

Sicherheit in Europa<br />

unter Bezug auf Safety Integrity<br />

Level und Performance<br />

Level“ (26.09. Fulda), „Regelparameter<br />

und Optimierung<br />

von Reglern“ (10.11. Fulda),<br />

„Analysenmesstechnik für<br />

den Praktiker (11.11. Fulda),<br />

„Regelungstechnik für den<br />

Praktiker (23.-26.11. Fulda),<br />

Ergänzend zum Seminarangebot<br />

sind auf dem JUMO-Campus<br />

über 170 E-Learning-Kurse,<br />

Webinaraufzeichnungen<br />

und Fachbücher zum Selbststudium<br />

zu finden. Auf einem<br />

neuen JUMO YouTube-Kanal<br />

gibt es zahlreiche Videos mit<br />

wertvollen Tipps.<br />

www.youtube.com/playlist?lis<br />

t=PLdspER0yWk5JRHpzk7vl<br />

DZ-M8SYJa5CfH<br />

https://campus.jumo.de<br />

Zwei EHEDG-Jahrestreffen <strong>2026</strong><br />

Für Deutschland im Juni, weltweit im Oktober<br />

Die Regionalsektion Deutschland<br />

der European Hygienic<br />

Engineering & Design Group<br />

(EHEDG) hält ihr Jahrestreffen<br />

mit Mitgliederversammlung am<br />

Donnerstag, 25. Juni, auf Einladung<br />

des Messgeräte- und<br />

Sensorenherstellers<br />

Endress+Hauser an<br />

dessen Firmenstandort<br />

in Maulburg ab.<br />

Der EHEDG World<br />

Congress <strong>2026</strong> findet<br />

am 7./8. Oktober in Wien<br />

(Österreich) statt. Dieser ist ein<br />

Highlight für alle, die Hygienic<br />

Design und Lebensmittelsicherheit<br />

aktiv voranbringen wollen.<br />

Branchenführer, Wissenschaftler<br />

und Innovatoren aus<br />

aller Welt erleben hier neueste<br />

Hygienic-Design-Kurs mit<br />

Fokus auf offene Systeme<br />

Die Hygienic Design Weihenstephan<br />

Akademie veranstaltet am<br />

1./2. September Am Weser-Terminal<br />

6 in 28217 Bremen einen<br />

Kurs zu EHEDG-Grundlagen von<br />

„Hygienic Design im offenen<br />

Prozess“. Diese Produktionsprozesse<br />

stellen höchste Anforderungen<br />

an <strong>Hygiene</strong>, Reinigung<br />

und Anlagenkonstruktion. V.a.<br />

in Branchen wie Fleisch, Fisch,<br />

Bäckerei oder Frischeprodukte<br />

entscheidet die richtige Gestaltung<br />

von Maschinen über Pro -<br />

duktsicherheit, Qualität und<br />

Wirtschaftlichkeit. Der Kurs<br />

vermittelt praxisnah Wissen zur<br />

hygienegerechten Auslegung<br />

offener Systeme, wie man<br />

Kontaminationsrisiken erkennt,<br />

Anlagen normkonform bewertet<br />

und Lösungen entwickelt.<br />

Nähere Infos unter www.hygienic-design.com/akademie<br />

Technologien, Trends und Best<br />

Practices. Inspirierende Keynotes<br />

und interaktive Sessions<br />

zeigen, wie moderne Hygienic-<br />

Design-Lösungen Qualität und<br />

Sicherheit verbessern können.<br />

Der Kongress bietet<br />

zudem eine Plattform<br />

zum Netzwerken und<br />

Austausch mit der<br />

Branche – ein idealer<br />

Ort, um Impulse zu<br />

setzen und die Zukunft<br />

hygienischer Exzellenz<br />

mitzugestalten. Erwartet werden<br />

über 30 Referenten und mehr<br />

als 300 Kongressteilnehmer.<br />

Nähere Infos und Anmeldung:<br />

www.ehedg.org/congress-<strong>2026</strong><br />

www.ehedg.org/germany<br />

IMPRESSUM<br />

ISSN: 1618-2456<br />

HYGIENE REPORT<br />

Verlag:<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Telefon: 09 11/20 18-0<br />

Telefax: 09 11/20 18-100<br />

Email: hygiene@harnisch.com<br />

www.harnisch.com<br />

Geschäftsführer:<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Objektleitung:<br />

Armin König<br />

Telefon: 0911/20 18-230<br />

Publisher:<br />

Benno Keller<br />

Redaktion:<br />

Horst Buchmann<br />

Technische Leitung:<br />

Armin König (-230)<br />

Erscheinungsweise:<br />

5 x jährlich – März, April, Juni,<br />

September, November<br />

Abonnement:<br />

Jutta Hartmann<br />

Bezugspreis:<br />

im Jahresabonnement<br />

Inland: EUR 30,- zzgl. MwSt.<br />

Ausland: EUR 35,-<br />

Druckauflage:<br />

12.000 Exemplare<br />

Druck:<br />

AKONTEXT s.r.o,<br />

Zárydničná 2048 / 7<br />

141 00 Praha 4 / Tschechien<br />

Die in diesem Magazin enthaltenen Beiträge<br />

einschließlich der Abbildungen<br />

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.<br />

Eine Verwendung ohne Zustimmung des<br />

Verlages ist unzulässig und wird strafrechtlich<br />

verfolgt. Dieses gilt für jede<br />

erdenkliche Form der Vervielfältigung.<br />

Sonder- und Nachdrucke können gerne<br />

auf Anfrage bestellt werden. Artikel,<br />

die namentlich gekennzeichnet<br />

oder durch ein Kürzel einem Autor zuzuordnen<br />

sind, geben nicht unbedingt<br />

die Meinung der Redaktion wieder.<br />

Unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

können nicht zurückgeschickt werden.<br />

Wird ein Manuskript von der Redaktion<br />

angenommen, gehen Verlags- und Urheberrecht<br />

sowie sämtliche Rechte zur<br />

Veröffentlichung und Verbreitung auf<br />

den Verlag über. Die Redaktion übernimmt<br />

bezüglich in diesen Beiträgen<br />

dargelegter Sachverhalte keine Haftung.<br />

43


ISSN 1618-2456<br />

Internationale Fachzeitschriften<br />

Themen September<br />

• Reinigung<br />

• <strong>Hygiene</strong>orientierte Baumaßnahmen<br />

• Fremdkörperdetektion<br />

• Qualitätsmanagement<br />

4·26<br />

Die Veröffentlichungen des Dr. Harnisch Verlages<br />

behandeln vornehmlich ausgewählte Themen der<br />

Lebensmittel- und Getränkeindustrie.<br />

Sie sind als interdisziplinäre Ratgeber für die<br />

Führungskräfte der Industrie unentbehrlich. Der<br />

Schwerpunkt liegt dabei in der Herausgabe von<br />

internationalen Fachzeitschriften. Ein hochkarätig<br />

besetztes Autorenteam unterstützt dabei<br />

stets die Verlagsredaktion.<br />

ISSN 1618-2456

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