22.06.2026 Aufrufe

DOT.magazine 123

„Spider-Man: Brand New Day“, der vierte Teil der Reihe, ist eine Art Neubeginn – mehr noch aber ist es eine Geschichte über das Erwachsenwerden und über Identität +++ Die Soundebene als Hauptrolle: Daniel Rohers intensiver Spielfilm „The Piano Tuner“ +++ Für Christopher Nolan begibt sich Matt Damon auf die jahrelange „Odyssee“ +++ David Robert Mitchell wirft Ewan McGregor und Anne Hathaway Dinosauriern zum Fraß vor: „The End of Oak Street“ +++ Der Feel-Good-Spaß des Sommers: „Power Ballad“ mit Paul Rudd und Nick Jonas +++ Was von uns übrig blieb: Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“ mit Jacob Elordi und Margaret Qualley +++ Supermans Cousine „Supergirl“ startet auf der Leinwand durch +++ Olivia Wilde lädt zum intimen Abend mit Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton: „The Invite“ +++ „One Night Only“: Callum Turner trifft auf Monica Barbaro +++ Nächster Menüpunkt in Sachen Eberhofer-Verfilmungen: „Steckerlfischfiasko“ +++ Johnny Knoxville trommelt ein letztes Mal seine Mitstreiter zusammen: „Jackass: Einer geht noch“ +++ „Good Boy“: Stephen Graham und Andrea Riseborough wollen nur sein Bestes … +++ „Vaiana“ kehrt zurück – realverfilmt. Als Halbgott Maui: Dwayne Johnson +++ Im fünften Kapitel der „Toy Story“ taucht die größte nur denkbare Konkurrenz im Kinderzimmer auf: das Tablet +++ Und Action: Wenn die „Minions“ Hollywood erobern, werden reihenweise Monster besetzt … +++ Ein dringlicher Wunsch wird zur albtraumhaften „Obsession“ +++ Auf den Punkt: die Meta-Horror-Komödie „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ +++ Anna Roller verfilmt Leif Randts kühl erzählten Bestseller „Allegro Pastell“ +++ Trauerarbeit mit Greifvogel: Claire Foy begeistert in „H wie Habicht“ +++ Regina Schilling begeistert mit ihrer dichten intellektuellen Annäherung an „Ingeborg Bachmann“ +++ Mit „Romería“ erzählt Carla Simón eine Geschichte, die ihrer eigenen sehr nahe kommt

„Spider-Man: Brand New Day“, der vierte Teil der Reihe, ist eine Art Neubeginn – mehr noch aber ist es eine Geschichte über das Erwachsenwerden und über Identität +++ Die Soundebene als Hauptrolle: Daniel Rohers intensiver Spielfilm „The Piano Tuner“ +++ Für Christopher Nolan begibt sich Matt Damon auf die jahrelange „Odyssee“ +++ David Robert Mitchell wirft Ewan McGregor und Anne Hathaway Dinosauriern zum Fraß vor: „The End of Oak Street“ +++ Der Feel-Good-Spaß des Sommers: „Power Ballad“ mit Paul Rudd und Nick Jonas +++ Was von uns übrig blieb: Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“ mit Jacob Elordi und Margaret Qualley +++ Supermans Cousine „Supergirl“ startet auf der Leinwand durch +++ Olivia Wilde lädt zum intimen Abend mit Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton: „The Invite“ +++ „One Night Only“: Callum Turner trifft auf Monica Barbaro +++ Nächster Menüpunkt in Sachen Eberhofer-Verfilmungen: „Steckerlfischfiasko“ +++ Johnny Knoxville trommelt ein letztes Mal seine Mitstreiter zusammen: „Jackass: Einer geht noch“ +++ „Good Boy“: Stephen Graham und Andrea Riseborough wollen nur sein Bestes … +++ „Vaiana“ kehrt zurück – realverfilmt. Als Halbgott Maui: Dwayne Johnson +++ Im fünften Kapitel der „Toy Story“ taucht die größte nur denkbare Konkurrenz im Kinderzimmer auf: das Tablet +++ Und Action: Wenn die „Minions“ Hollywood erobern, werden reihenweise Monster besetzt … +++ Ein dringlicher Wunsch wird zur albtraumhaften „Obsession“ +++ Auf den Punkt: die Meta-Horror-Komödie „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ +++ Anna Roller verfilmt Leif Randts kühl erzählten Bestseller „Allegro Pastell“ +++ Trauerarbeit mit Greifvogel: Claire Foy begeistert in „H wie Habicht“ +++ Regina Schilling begeistert mit ihrer dichten intellektuellen Annäherung an „Ingeborg Bachmann“ +++ Mit „Romería“ erzählt Carla Simón eine Geschichte, die ihrer eigenen sehr nahe kommt

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123

Zurück auf Anfang

sommer 2026



ZAHL

WELTWEIT

EINFACH

UND SICHER.


» Frisch, originell und

voller Überraschungen «

VARIETY

» Wunderbar

unvorhersehbar «

INDIEWIRE

ALLES KOMMT AUF DEN TISCH

Ein Film von Olivia Wilde

Drehbuch Will McCormack & Rashida Jones

AB 30. JULI IM KINO


EDITORIAL

NICOLE ALBIEZ

A

ls es in Spider-Man: No Way

Home durch all die Risse im

Multiversum allmählich unübersichtlich

wurde, hatte Peter Parker

die rettende Idee: Wenn sich niemand

mehr an ihn erinnern würde, würden all

die Schurken in ihre jeweiligen Welten

zurückgeschickt werden. Allerdings, so

machte ihn Dr. Strange noch auf den

Haken aufmerksam, würde sich wirklich

niemand mehr an ihn erinnern – Freunde

nicht, Mitstreiter nicht, Liebende

(Zendaya als MJ) nicht. In dieser

Tristesse lebt Peter Parker nun also,

wenn Tom Holland für Spider-Man:

Brand New Day (S. 14) noch einmal in

den Spandexanzug schlüpft: Er ist der

einsamste Mensch in New York; alle

Welt hat ihn vergessen, er existiert nur

noch als die kryptische Heldenfigur des

Spider-Man.

Viele Figuren der vorliegenden Ausgabe

haben mit Veränderungen zu kämpfen,

die ihre Identität empfindlich berühren.

Manche erkennen sich selbst nicht mehr

wieder, andere kennen sich in ihrer

Welt nicht mehr aus. Auf manche Filme

(Kraken, S. 50, The Invite, S. 32) trifft

alles davon zu …

Der Piano Tuner (S. 18), den Leo

Woodall auf einnehmende Weise spielt,

musste sich neu erfinden, lässt sich

doch sein zu feines Gehör nicht mit

seinen Träumen vereinbaren. Wie der

Mann, der an einer Hyperakusis, einer

krankhaften Überempfindlichkeit des

Gehörs, leidet, die Welt wahrnimmt, ist

in Daniel Rohers Langspielfilmdebüt

auf fast überfordernde Weise zu erleben:

Roher legt seinen wandlungsfähigen

Film als immersive Arbeit an. Der heimliche

Hauptdarsteller des Films ist das

intensive Sounddesign von Johnnie Burn

(The Zone of Interest): Die herausfor-

dernde Wahrnehmung der Figur wird

auch unsere.

Peter Parker wurde tatsächlich von

aller Welt vergessen, der von Paul Rudd

gespielte Protagonist in Power Ballad

fühlt sich zumindest so: Rudd ist als

stagnierender Musiker zu sehen, der

anstatt einer Stadien füllenden Karriere

eine kleinere hingelegt hat: Er sorgt bei

Hochzeiten im Hintergrund für gute

Laune. Als ihm ein Hochzeitsgast, der

normalerweise auf der Bühne steht (Nick

Jonas als Boyband-Sternchen), einen

Song klaut und damit Karriere macht,

ist seine Verzweiflung groß. Auch weil

sich seine Partnerin und seine Tochter

nicht an die emotionalen Lyrics erinnern

können, die ja so was von offensichtlich

seine sind!

Wie man (bzw. Ingeborg Bachmann)

von außen wahrgenommen wird und

wie man sich selbst greifbar macht sind

Themen, die Regina Schilling in ihrem

famosen Essayfilm Bachmann (S. 42)

streift.

In Ridley Scotts Das Ende der Sterne

(S. 38) und in David Robert Mitchells

The End of Oak Street (S. 26) müssen

sich die Protagonisten an eine neue

Welt anpassen, die nichts mehr mit der

gewohnten zu tun hat. Das könnte man

auch über die Veteranen der Toy Story

sagen: Im fünften Film der Reihe zieht

nämlich das Tablet ins Kinderzimmer

ein. In Hallo Betty (S. 21) und in Good

Boy (S. 33) werden Protagonisten von

außen dazu gezwungen, andere zu werden

– in sehr unterschiedlicher Genreausführung

… In H wie Habicht (S. 40)

erfindet sich eine Trauernde neu – auch

wenn sie damit zum Gesprächsthema in

Cambridge wird.

Sie ahnen es: Der Kinosommer hat einiges

an Veränderungspotenzial zu bieten.

Und sehr viel gute Unterhaltung.

sommer 2026

123

Zurück auf Anfang

Wer ist Peter Parker?!

– Tom Holland in

Spider-Man: Brand

New Day.

www.dot-magazine.at

DOT.EDITORIAL 5


EXPERIENCE IT IN

AB 16.07. IN

FILMS TO THE FULLEST

ALLE FILME AUF

CINEPLEXX.AT


CONTENT

DOT.123

Opening Credits 10

Leinwandflirren 12

WORK STRESS BALANCE

Spider-Man: Brand New Day 14

The Piano Tuner 18

Nachbeben 20

Bitteres Fest 20

Hallo Betty 21

Guru 21

UNTERWEGS

Die Odyssee 22

Lebensansichten eines Huhns 24

Die Camino-Therapie 24

Auf zwei Rädern 25

ESKALATIONSKURS

The End of Oak Street 26

Power Ballad 28

Mutiny 30

Terminator – 4K Restauration 30

Supergirl: Woman of Tomorrow 31

The Invite 32

Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes 33

Steckerlfischfiasko 34

Jackass: Einer geht noch 36

EIN PLATZ IN DER WELT

Das Ende der Sterne 38

Resurrection 39

Sunny Dancer 40

Virginia Woolf’s Night and Day 40

H wie Habicht 41

Ingeborg Bachmann 42

FAMILY AFFAIRS

Oh La La 2: Neue Tests, neues Chaos 44

Im Spiegel meiner Mutter 45

Romería 45

Eine stürmische Affäre 46

The Stories 47

MEET CUTE

48 A Sad and Beautiful World

48 Allegro Pastell

49 One Night Only

THE HORROR

50 Kraken – Erwachen der Tiefe

51 Ice Cream Man

51 Insidious: Out Of The Further

52 Evil Dead Burn

53 Teenage Sex and Death at Camp Miasma

53 Nightborn

53 Obsession

KIDS & FAMILY

54 Vaiana

56 Marsupilami

57 Toy Story 5

58 Minions & Monsters

58 Paw Patrol: Der Dino Film

59 Tad Stones und die Wunderlampe

ARTHAUS

60 Arthaus

62 URANIA CEENEMA: LET’S CEE

HEIMWERK

63 Filmkost

64 Home Entertainment

34

TOM HOLLAND. ZENDAYA. JASON MOMOA. ELYAS M’BAREK. LILY ALLEN. MATT DAMON.

ANNE HATHAWAY. EWAN MCGREGOR. PAUL RUDD. PENÉLOPE CRUZ. EDWARD NORTON.


DAS BÖSE IST HIER

InsidiousFilm.de

#Insidious

AB 21. AUGUST NUR IM KINO


DOT.MOVIE

Klingt gut

Wenn Daniel Roher (Oscar

für die Doku Nawalny, 2022)

sein Langspielfilmdebüt gibt,

dann übernimmt der Sound die

Hauptrolle: The Piano Tuner

erzählt von einem auf die schiefe

Bahn geratenen Klavierstimmer

mit absolutem Gehör. So

wird die Klangwelt in diesem

immersiv wirkenden Film wie

eine eigenständige Figur behandelt.

Executive Music Producer

Marius de Vries komponierte

dafür u. a. ein Orchesterstück,

und um das Sounddesign kümmerte

sich der Oscar-prämierte

Johnnie Burn, der durch seine

Arbeit an The Zone of Interest

begeisterte. Optimale Umstände

also für Leo Wodall, als Klavierstimmer

an exklusive und

dann immer abseitigere Orte zu

kommen …

Mehr dazu ab S. 18.

© Black Bear, Hutchinson Heinemann

Ernüchterung statt Erleuchtung

Die Geschichte klingt wie ein

Drehbuch, und Ex-Schauspielerin

Hannah Murray (Game of Thrones,

Skins, Detroit) würde sich absolut

wünschen, dass es sich dabei nur um

ein Script handelte: Mit „The Make-

Believe: A Memoir of Magic and

Madness“ erzählt die Britin aber von

ihrem eigenen Leben – und wie sie in

die Fänge einer Wellness-Sekte, die

sie um Tausende Pfund erleichterte,

geriet, eine schwere Psychose erlitt

und schließlich in eine psychiatrische

Klinik zwangseingewiesen wurde. Der

Ton ihrer Memoiren ist schonungslos

und schwarzhumorig.

SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY. THE PIANO TUNER. DIE ODYSSEE. THE END OF OAK STREET. SUPERGIRL.

THE INVITE. DAS ENDE DER STERNE. ONE NIGHT ONLY. MINIONS & MONSTERS. TOY STORY 5. VAIANA.


Opening Credits

LISTIG

Unklar, ob in H wie Habicht

(S. 40) ein Vogel oder die Trauer die

Hauptrolle spielt. Wie auch immer:

Filme mit Gefieder:

Euphorie des Monats: Fabelhafte Kollektion

Das französische Label

Maison Labiche sorgt seit

Jahren für fein bestickte

Statement-T-Shirts. Aktuell kann

man zur Schau tragen, welchem

Team man in Sachen Sex and the

City angehört: etwa Samantha

Jones aus der HBO-Kultserie (per

Shirt)? Oder doch Carrie Bradshaw

(per Cap und Shirt)? Ein anderes

Oberteil kann Diskussionen

anstoßen: Das listet nämlich all die

Love Interests von Carrie Bradshaw

auf. Mögliche Fragestellungen:

Wer war der Schlimmste? Wer

davon hielt sich staffelübergreifend?

Wer machte den traurigsten

Abgang? Was würde Fashionista

Carrie dazu sagen? Hoffentlich:

fabelhaft! Wer sich eher bei den

Friends auf dem Sofa sieht: Auch

für die lohnt sich der Blick auf die

Website www.maisonlabiche.com.

Birdy (1984)

Im Antikriegsfilm von Alan Parker

zieht sich der Titelheld (gespielt von

Matthew Modine), ein Vietnamkriegsveteran,

in seine Innenwelt

zurück und glaubt ein Vogel zu sein.

Nicolas Cage versucht ihm als ebenfalls

kriegsversehrter Kindheitsfreund

zu helfen.

Ein Jahr vogelfrei! – The Big Year

(2011)

Ein exzentrisches Sabbatical für

Jack Black, Owen Wilson und Steve

Martin: David Frankel (Der Teufel

trägt Prada) macht aus ihnen Hobby-

Ornithologen, die reisend wetteifern,

wer von ihnen innerhalb eines Jahres

die meisten Vogelarten sichten kann.

Die Vögel (1963)

Natürlich darf in dieser Auflistung

Hitchcocks Horrorklassiker, in dem

die Vögel Menschen – u. a. Tippi

Hedren – anzugreifen beginnen, nicht

fehlen. Daphne du Mauriers Buchvorlage

soll übrigens in einer Miniserie

neu aufgearbeitet werden: Sarah

Snook (Succession) soll die Hauptrolle

spielen.

„I don’t give a fuck if you

take your shoes off.“

– Seth Rogen beweist in

The Invite (s. S. 32) sein

Zeug zum Gastgeber.

TRIVIA

Fünf Regisseurinnen und Regisseure verlautbarten

in Cannes, unter dem Titel DOG-

MA 25 Germany das 1995 gestartete

DOGMA-Projekt von Lars von Trier, Thomas

Vinterberg und Co. mit adaptierten Regeln

aufzugreifen. Unter ihnen (İlker Çatak,

Nora Fingscheidt, Helene Hegemann, Tom

Tykwer) ist auch die kurdisch-österreichische

Regisseurin Kurdwin Ayub (Sonne, Mond)

10 DOT.MOVIE

– eindeutig der Rockstar der Runde. Sie

meinte in einem Interview dazu lapidar: „Ich

sage die ganze Zeit: Ich arbeit‘ eh immer

so. Und ich wurde angerufen, und mir

wurde angeboten, einen Film zu machen –

und ich so: Ja klar, wenn ihr mir Geld gebt

und ich machen kann, was ich will: Fix mach

ich!“ Man darf gespannt sein, was sie in

Kaiserslautern umsetzen wird …

© Maison Labiche, HBO, Yasmina Haddad


AB 29. JULI NUR IM KINO

#SpiderManBrandNewDay

SpiderManBrandNewDay.de


Leinwandflirren

Now and then: Ben Stiller

Wenn in The Dink (ab 24.07., Apple TV+) ein Ex-Tennisprofi (Jake Johnson)

zum Pickleball-Schläger greift, dann steht Ben Stiller nicht nur in einer

Nebenrolle vor der Kamera, sondern auch als Produzent dahinter. Im Herbst

ist der Comedian (Zoolander, Nachts im Museum, The Royal Tenenbaums)

zum vierten Mal als Gaylord Focker zu sehen – dieser macht zwischen dem

Schwiegervater (Robert De Niro) und einem Familienneuzugang (Ariana

Grande) in Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich natürlich eine

denkbar schlechte Figur. Der Hang zur Komödie wurde Stiller in die Wiege

gelegt: Schon seine Eltern Jerry Stiller und Anne Meara machten sich mit

ihrem Humor einen Namen. Dramatische(re) Stoffe lebt er überwiegend als

Regisseur aus (Severance, Reality Bites) – oder bald in der Miniserie The

Off Weeks, für die er derzeit neben Jessica Chastain vor der Kamera steht.

Verrückt nach Mary, 1998 Zoolander, 2001

HOP & DROP

Gratulationen in KI

Der Newsfeed war voll von Bildern

von Britney Spears und Nicki Minaj

bei der Met Gala 2026. Fantastische

Outfits, nur leider: Die beiden

besuchten die Spendenveranstaltung

gar nicht. Olivia Wildes angeblich

sarkastische und „gleich wieder vom

Netz genommene“ Story zu Harry

Styles, nachdem Gerüchte über

die Verlobung mit Zoë Kravitz die

Runde machten, entsprangen wohl

auch nur den Köpfen eines Trolls. Die

emotionalen Gedichte, die Kravitz‘

Exverlobter Channnung Tatum

zeitgleich postete, waren wohl echt.

Aber wer weiß das heutzutage schon

bei all den Fakeinhalten. Sind Styles

und Kravitz überhaupt verlobt? Immerhin

hat Tom Holland – nach der

Flut von KI-generierten Hochzeitsfotos

– gerade bestätigt, mit Zendaya

verheiratet zu sein. Wir gratulieren.

© www.instagram.com/dualipa, Walt Disney/LEONINE, Paramount, UNIVERSAL PICTURES, 2026 PARAMOUNT PICTURES. ALL RIGHTS RESERVED, www.instagram.com/letstalkmovies.co/

12 DOT.MOVIE

Tropic Thunder, 2008

LOVE INTEREST

Alles begann mit „Trust“ von Hernán Díaz:

Als Callum Turner (s. S. 48) und Popstar

Dua Lipa auf einer Party ins Gespräch

kamen, stellten sie fest, dass sie nicht nur

gerade die gleiche Lektüre genossen,

sondern auch an der exakt gleichen Stelle

des Buches sind. Nun haben sie geheiratet.

Die Moral von der Geschichte: Lesen bildet

nicht nur, sondern bindet.

Meine Frau, unsere

Schwiegertochter und ich, 2026

IN PRODUCTION

In Sean Penns (noch unbetiteltem)

Film zum Sturm auf das Kapitol in

Washington 2021 soll Bradley Cooper

die Hauptrolle spielen. Der Dreh ist für

Mitte 2027 geplant.

John Krasinski ist derzeit mit dem

Dreh von A Quiet Place Part III

beschäftigt. Mit dabei sind Franchise-

Veteranen wie Emily Blunt, Cillian

Murphy, Millicent Simmonds und

Noah Jupe, neu dazu kommen u.a. Jack

O’Connell und Jason Clarke.

Der vielbeschäftigte Robert Pattinson

steht gerade für The Batman:

Part II im Fledermauskostüm vor

der Kamera. Zu ihm gesellen sich u.a.

Scarlett Johansson und Sebastian Stan.

Barry Keoghan soll den Joker spielen.


DIE SPEKTAKULÄRE NEUVERFILMUNG

AB 9. JULI NUR IM KINO


WORK

STRESS

BALANCE

TEXT: PETER ZIRBS

Die Vollzeitspinne

„Spider-Man: Brand New Day“ ist nicht nur der vierte Teil der Reihe,

sondern auch eine Art Neubeginn – mehr noch aber ist es eine Geschichte

über das Erwachsenwerden und über Identität.

Mit Spider-Man: Brand

New Day schlägt

Marvel fünf Jahre nach

dem letzten Teil ein neues Kapitel

für Peter Parker auf: Nach dem

durchaus dramatischen Ende von

Spider-Man: No Way Home, in

dem sich die gesamte Welt – einschließlich

seiner besten Kumpels

MJ und Ned – nicht mehr an

14 DOT.MOVIE

Parker erinnern kann, beginnt für

die Figur buchstäblich ein neues

Leben. Das legt nahe, dass im

neuen Abenteuer kaum ein Stein

auf dem anderen bleibt; vor allem

aber Hauptdarsteller Tom Holland

selbst tat mit seinen Äußerungen

in der jüngsten Vergangenheit so

ziemlich alles, um diese Mutmaßungen

zu befeuern: „Es ist ein

Neuanfang. Eine Wiedergeburt.

Etwas völlig Neues. Für mich

fühlt es sich eher wie der erste

Film eines neuen Kapitels an als

wie der vierte Teil einer Reihe“,

meinte er unlängst.

RESTART FÜR PARKER

Damit beschreibt Holland ziemlich

genau die Ausgangslage des


neuen Films. Parker ist nach den

Ereignissen auf sich allein gestellt.

Die Beziehungen, die ihn über

Jahre definiert haben, existieren

praktisch nicht mehr. Marvel

selbst beschreibt den Helden als

einen Spider-Man, der in einer

Stadt lebt, die seinen Namen nicht

mehr kennt und sich vollständig,

also quasi hauptberuflich, dem

Schutz New Yorks verschrieben

hat. Aus dem gelegentlichen

Wechsel Parkers in seine Spinnenidentität

ist eine Vollzeitspinne

geworden – und da liegt natürlich

eine kleine Identitätskrise auf der

Hand. Was geht mit so einer Auseinandersetzung

mit sich selbst

einher? Genau: Gefühle.

WE FEEL YOU, SPINNE

Es fällt auf, wie oft Holland den

emotionalen Charakter des Films

betont – wie etwa bei der Präsentation

neuer Szenen auf der Cinema-

Con 2026: „Das ist der emotionalste

Spider-Man-Film, den wir je

gemacht haben – und gleichzeitig

auch der erwachsenste“, und er

meinte an anderer Stelle, dass

„der Film groß und spannend ist

und unglaublich viel Spaß macht.

Aber im Kern ist er auch ein sehr

gefühlvoller Spider-Man.“

Das lässt darauf schließen, dass

die Geschichte deutlich stärker auf

Parker selbst fokussiert sein wird

als die früheren MCU-Abenteuer,

die oft von größeren Marvel-

Ereignissen geprägt waren. Statt

Multiversum-Chaos und Avengers-

Gastauftritten stehen diesmal also

die persönlichen Konsequenzen

seiner Entscheidungen ein bisschen

mehr im Mittelpunkt. Eine

unserer Meinung nach sinnvolle

und vor allem auch erfrischende

Kurskorrektur. Was vielleicht das

Stärkste daran ist: Es liefert jede

Menge Identifikationspotenzial.

EIN OPFER MIT

NACHWIRKUNG

Die Folgen, die der Vorgänger No

Way Home mit sich bringt, sieht

Tom Holland als zentrales Thema

des Films. In einer seiner Videobotschaften

erklärte er, dass Peter

einen enormen Preis für die Rettung

seiner Freunde bezahlt habe.

DOT.MOVIE 15


„Parker musste ein Opfer bringen,

damit alle Menschen vergessen,

wer er ist. In diesem Film werdet

ihr einige der Konsequenzen dieser

Entscheidung sehen.“ Und genau

diese Aussage zieht sich auch wie

ein roter Faden durch die bisher

veröffentlichten Informationen.

Die Handlung setzt mehrere Jahre

nach dem letzten Teil an. Peter

lebt allein, agiert als Full-Time-

Spider-Man und versucht, mit der

Einsamkeit zurechtzukommen,

die sein Opfer verursacht hat.

Gleichzeitig wird er mit neuen

Bedrohungen konfrontiert – und

offenbar auch mit Veränderungen

seiner eigenen Kräfte.

COMING-OF-AGE EINES

SUPERHELDEN

Spannend sind Hollands Aussagen

über die eigentliche Botschaft

des Films. Er sieht Spider-Man:

Brand New Day nämlich nicht

nur als Superheldenfilm, sondern

im Grunde als Geschichte über

das Erwachsenwerden. „Es geht

darum, wie junge Menschen ihre

16 DOT.MOVIE

Identität finden und reifer werden.

Genau das passiert Parker in dieser

Geschichte.“ Außerdem erklärte

Holland, dass ihm seine eigene

persönliche Entwicklung dabei

geholfen habe, die Figur diesmal

anders zu spielen: „Da ich selbst

diesen Weg gegangen bin, hat mir

das sehr geholfen zu verstehen, wie

ich Peter Parker in diesem neuen

Abschnitt seines Lebens darstellen

möchte.“ Lässt Marvel den jugendlichen

Highschool-Peter nun also

endgültig hinter sich? Erleben wir

stattdessen einen jungen Erwachsenen,

der seinen Platz in der

Welt erst noch finden muss – und

das ohne die Menschen, die ihn

bislang begleitet haben? Müssten

wir wetten, würden wir jedenfalls

darauf setzen.

HOFFNUNG STATT

DOOMSCROLLING

In einem der ersten Interviews

zum Film sprach Holland auch darüber,

welche Wirkung er sich auf

das Publikum erhofft: „Ich hoffe,

dass dieser Film jungen Menschen

zeigt, wie wichtig Gemeinschaft

ist und sie vielleicht sogar dazu

bringt, weniger Zeit mit endlosem

Doomscrolling zu verbringen.“

Auch dieses Statement fügt sich

ins Grundthema des Films ein:

Denn Parker ist isoliert, sucht aber

gleichzeitig nach neuen Verbindungen

zu anderen Menschen.

Durchaus unerwartet ist das

Auftreten von Frank Castle

alias Punisher, gespielt von Jon

Bernthal. Fans fragten sich im

Vorfeld, ob die brutale Figur für

einen Spider-Man-Film entschärft

werden würde. Holland

versuchte diese Sorgen allerdings

zu zerstreuen und betonte, dass

gerade die Beziehung zwischen

Spider-Man und Punisher zu

seinen Lieblingsaspekten des Films

gehöre. Besonders wichtig sei ihm

gewesen, dass die Figur wiederum

ihre Identität nicht verliert. Marvel

habe den Punisher nicht weichgespült,

sondern Wege gefunden,

ihn authentisch in die Geschichte

einzubauen, meinte er. Dadurch

entsteht ein spannender Kontrast


PRÄSENTIERT VON

zwischen Peters moralischem Idealismus und Frank

Castles kompromissloser Gewaltbereitschaft – ein

Konflikt, der den erwachseneren Charakter des Films

noch zusätzlich unterstreicht.

Wer bis hier gelesen hat – danke dafür! –, könnte

zu dem Schluss kommen, der Film sei über die

Maßen dark und ernst. Stimmt aber nicht. Denn trotz

aller emotionalen Schwere ist es kein düsterer Film.

Holland selbst verriet, dass während der Nachdrehs

zusätzliche humorvolle Szenen entstanden seien.

„Das, was wir jetzt noch drehen, brauchen wir eigentlich

nicht“, meinte er. „Der Film funktioniert bereits

hervorragend. Das ist eher noch das Sahnehäubchen

obendrauf.“ Die zusätzlichen Dreharbeiten dienten

außerdem dazu, bestimmte Handlungsstränge noch

besser miteinander zu verbinden.

Spider-Man: Brand New Day ist also mit seiner

Balance zwischen Action und Gefühlen so etwas wie

ein perfekter Einstieg in das Universum. Peter Parker

muss jedenfalls zum ersten Mal wirklich allein als

Spider-Man bestehen – und genau das stellt sich als

die größte Herausforderung seines bisherigen Lebens

heraus.

#SpiderManBrandNewDay

AFC VIENNA

VIKINGS VS

DANUBE

DRAGONS

28.6 15.00

FOOTBALL ZENTRUM RAVELIN

T I C K E T S :

W I E N - T I C K E T . A T

I N F O : W W W . A F C V I E N N A V I K I N G S . A T

F O L L O W @ A F C V I E N N A V I K I N G S

SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY KINOSTART 29.07.,

USA 2026, REGIE Destin Daniel Cretton, MIT Tom Holland,

Zendaya, Jacob Batalon, Sadie Sink, Mark Ruffalo,

FILMLÄNGE 150 Min., © Sony Pictures

DOT.MOVIE 17


WORK

STRESS

BALANCE

Rhapsodie des Untergangs

Die Soundebene als Hauptrolle: Daniel Rohers intensiver Spielfilm „The Piano Tuner“.

I

n diesem Film dreht sich alles

um die Sound-Ebene, wo

dem Protagonisten mit dem

absoluten Gehör doch schnell ein

Geräusch zu laut ist. Es ist aber

auch ein sehr „sprechender“ Film:

Von der Haut des Protagonisten,

Niki White, kann man vieles ablesen.

Von „Very strange feelings!!!“

ist per Tätowierung die Rede; am

rechten Unterarm steht u.a. das

Wort Sinnerman (Nina Simones

„Sinnerman“ wird später auch zu

hören sein) – und an der rechten

Hand ist ein kleines Teufelchen

abgebildet. Spätestens dann weiß

man, wohin die Reise für Niki

gehen wird.

IMMER SCHUTZLOSER

Als wir Niki (Leo Woodall,

Nürnberg, The White Lotus)

kennenlernen, wird ihm und

seinem Mentor Harry (Dustin

Hoffman) zusätzliches Geld

angeboten, wenn sie sich auch

18 DOT.MOVIE

noch um eine verstopfte Toilette

kümmern könnten. Die beiden

kommen in allerlei exquisite

Räumlichkeit, allerdings nicht als

Klempner oder Installateuer, auch

nicht als WIFI-Techniker, selbst

wenn sie offenbar gern verwechselt

werden: Sie quittieren die

Frage mit verstimmtem Brummen:

Sie sind hier, um Klaviere zu

stimmen. Während der betagte

Harry inzwischen viel zu wenig

hört, nimmt der hochbegabte Niki

viel zu viel wahr und muss sich

mit Ohrenschutz wappnen. Denn

wenn seine Ohren freiliegen,

dringt alles schmerzhaft klar in

ihn ein: Er leidet an einer Hyperakusis,

einer Störung des Hörsinns.

In diesem Momentum findet

Daniel Roher (Oscar für die Doku

Nawalny, 2022) den stilistischen

Ansatz: Er gestaltet sein Langspielfilmdebüt

als immersive, die

Sinne fast überfordernde Arbeit.

Der Score ist jazzig, Executive

Music Producer Marius de Vries

hat ein pompöses Orchesterstück

komponiert, und um das intensive

Sounddesign hat sich der Oscarprämierte

Johnnie Burn (The

Zone of Interest) gekümmert: Die

überfordernde Wahrnehmung

von Niki White wird auch unsere.

Niki White wird seinen Schutz

immer mehr verlieren. Das liegt

einerseits daran, dass er sich bei

der Arbeit in eine Kompositionsstudentin

(Havana Rose Liu als

Ruthie) verliebt, aber vor allem


daran, dass er über eine halbseidene

Truppe „Security“-Männer auf

immer abseitigere Wege schlittert.

BEÄNGSTIGENDES VAKUUM

Dass er mit 29 Jahren einen Oscar

gewann, versetzte Regisseur Daniel

Roher in eine Schockstarre: Auf

Angst folgte eine Depression.

„Kreativität fließt bestenfalls

einfach – bei mir versiegte sie von

einem Tag auf den anderen. So

müssen sich Sportler mit einer

mentalen Blockade fühlen, die auf

einmal nicht mehr leisten können,

was sie eigentlich beherrschen. In

meinem Fall wurde mein gesamter

kreativer Prozess stillgelegt“, erinnert

sich Roher. So stellte er sich

existenzielle Fragen wie: „Wenn

der kreative Teil von mir, der mein

Wesen immer ausgemacht hatte,

mir plötzlich abhandengekommen

war, wer war ich dann noch? Diese

Frage ließ mich nicht mehr los. Sie

arbeitete in mir weiter, bis daraus

The Piano Tuner entstand.“ – Ein

intensiver, temporeicher, auch

humorvoller Ritt. Der Titelheld,

Schmerzensmann Niki White,

fabelhaft dargestellt von Leo

Woodall, hat einige Verluste zu

verzeichnen. Roher erzählt „von

diesem beängstigenden Raum

zwischen der Person, die man

einmal gewesen ist, und der, zu der

man werden könnte, sobald die

eigene Identität ins Wanken gerät.

Wenn der Selbstwert auf der Kunst

gründet, die man erschafft – was

geschieht, wenn man plötzlich

keine Kunst mehr schaffen kann?“

#thpianotuner

THE PIANO TUNER KINOSTART

02.07., USA 2025, REGIE Daniel Roher,

MIT Leo Woodall, Dustin Hoffman,

Havana Rose Liu, Jean Reno, FILM­

LÄNGE 109 Min., © Panda Lichtspiele

V O M R E G I S S E U R V O N P L A N E

J A S O N S T A T H A M

AB 27. AUGUST NUR IM KINO

DOT.MOVIE 19


WORK

STRESS

BALANCE

Überforderung nach Dienstplan

„Nachbeben“: von der Überlastung und der immensen Verantwortung

auf einer chronisch unterbesetzten Krankenhausstation.

Alexandra wird von einer

Situation zur nächsten

gerufen: Sie ist Neurologin

auf der Schlaganfallstation eines

Krankenhauses in Kopenhagen

und gewohnt, schnell und routiniert

präzise Einschätzungen zu

machen. So auch heute, als sie zum

18-jährigen Oliver gerufen wird.

Seine Symptome wirken harmlos.

Als er wenig später zusammen-

bricht, ist Alexandra längst bei

anderen Patienten. Alexandra, von

der Zinnini Elkington mit ihrem

Spielfilmdebüt erzählt, ist so was

wie die dänische Kollegin der

von Leonie Benesch dargestellten

Heldin (CH/D 2025): Auch Nachbeben

erzählt von der Überlastung

und der immensen Verantwortung

auf einer chronisch unterbesetzten

Station – und welche Folgen hier

ein Irrtum haben kann.

„Die Idee zu Nachbeben entstand

2020, als meine jüngere Schwester

begann, mir von ihren Erfahrungen

als junge Ärztin zu erzählen“, so die

Regisseurin – von den täglichen

Dilemmas, von der immensen

Verantwortung. Elkington beschäftigt

sich mit dem Second-Victim-

Syndrom – dem seelischen Preis,

den medizinisches Personal zahlt,

wenn bei Behandlungen Fehler

passieren. Auf einer aktiven Station

des Herlev-Krankenhauses drehte

sie einen dringlichen Film, der sich

so anfühlt, wie Elkington es geplant

hatte: „Ich möchte dem Publikum

ein nahbares Filmerlebnis bieten,

als hätte es selbst eine hektische

Schicht gearbeitet.“

#nachbebenfilm

NACHBEBEN – DET ANDET OFFER

KINOSTART 25.06., DK 2025, REGIE

Zinnini Elkington, MIT Trine Dyrholm, Özlem

Saglanmak, Mathilde Arcel, Olaf Johannessen,

FILMLÄNGE 92 Min., © Filmladen

Bescherung auf der Insel

In sommerlichem Ambiente begeht Pedro Almodóvar

ein „Bitteres Fest“.

Nachdem er mit seinem

ersten englischsprachigen

Film The Room Next

Door 2024 den Goldenen Löwen

in Venedig gewonnen hatte,

meldet sich Spaniens Starregisseur

Pedro Almodóvar mit einer neuen

autobiografischen Tragikomödie

in seiner Muttersprache zurück.

In Bitteres Fest bewegt er sich auf

zwei Zeitebenen: 2004 stürzt sich

Werberegisseurin Elsa (Bárbara

Lennie, Offenes Geheimnis) nach

dem Tod ihrer Mutter in ihre Arbeit,

muss aber nach einer Migräne

einen Gang runterschalten, weswegen

sie mit ihrer Freundin Patricia

(Victoria Luengo, The Room Next

Door) nach Lanzarote reist. Im

Jahr 2025 schreibt Filmemacher

Raúl (Leonardo Sbaraglia, Leid

und Herrlichkeit) an einem neuen

Drehbuch, um eine Schreibblockade

zu überwinden. Die Geschichten

Elsas und Raúls verschmelzen

dabei auf kreative Weise miteinander.

Wie schon bei Leid und

Herrlichkeit reflektiert Almodóvar

auch hier wieder sein eigenes

Leben, laut eigener Aussage so

schonungslos wie noch nie zuvor.

Es wird also, typisch Almodóvar,

garantiert wieder so humorvoll wie

bewegend.

#bitteresfest

BITTERES FEST – AMARGA NAVIDAD

KINOSTART 30.07., ES 2026,

REGIE Pedro Almodóvar, MIT Bárbara

Lennie, Leonardo Sbaraglia,

FILMLÄNGE 111 Min., © Filmladen

20 DOT.MOVIE


Role Model

Was wäre die Schweizer

Küche ohne Emmi Creola?

„Hallo Betty“ zeichnet die

Entstehung von Küchenfee

Betty Bossi nach.

Betty Bossi ist aus Speiseöl

gemacht: Die „Köchin und

Hausfrau der Nation“ wird

am Tisch der schüchternen Werbetexterin

Emmi Creola (Sarah Spale,

Platzspitzbaby) erfunden, als diese

1956 eine Kampagne für Speiseöl

entwickeln soll und unversehens

zur öffentlichen Figur wird.

Denn die Schweizerinnen lieben

die Rezepte und Haushaltstipps

von Betty Bossi – und Creola,

die damit hadert, sich in der von

Männern dominierten Branche zu

behaupten, noch dazu als arbeitende

Ehefrau und Mutter, schlüpft

widerwillig in die Rolle.

In fein ausgestatteter Retro-Ästhetik

inszeniert Pierre Monnard

(Platzspitzbaby) die Geschichte

einer Schweizer Nationalheiligen,

die u.a. Tiramisu auf die Nachspeisenteller

der Schweiz brachte

und für ausverkauften Mascarpone

sorgte. Monnard, der selber

mit Betty-Bossi-Büchern das

Kochen lernte, erzählt mit genauem

Blick auf die gesellschaftlichen

Mechanismen eine Geschichte der

Emanzipation, die an Mad Mens

beste Figur – Peggy Olsen – erinnert.

#hallobetty

HALLO BETTY KINOSTART 25.06.,

CH 2025, REGIE Pierre Monnard, MIT

Sarah Spale, Martin Vischer, Rabea Egg,

FILMLÄNGE 110 Min., © Panda Lichtspiele

Toxische Positivität

Pierre Niney wird zum „Guru“.

Knapp nach der Produktion

von Black Box sprach

Hauptdarsteller Pierre

Niney (Yves Saint Laurent, Der

Graf von Monte Christo) seinen

Regisseur Yann Gozlan mit einer

Idee an – er fantasiere von einem

Projekt über einen Life Coach.

Gozlan biss sofort an: Ihn interessierte

der Coach als Social-Media-

Phänomen – und ob das ein Indiz

für eine Gesellschaft in der Krise

sei. Während seiner Recherche besuchte

er auch Seminare: „Ich erfuhr,

dass es in Frankreich große

Veranstaltungen gibt, bei denen

Hunderte, manchmal sogar Tausende

von Menschen zusammenkommen,

um den Ratschlägen

und Lehren von Coachs zu folgen.

Ich meldete mich für mehrere

Seminare an, um zu sehen, wie sie

abliefen. Ich erkannte sofort das

filmische Potenzial, das in ihnen

steckte.“ Gozlan macht aus Niney

nun wieder einen Mann namens

Matthieu Vasseur – wie in Black

Box und A Perfect Man. Dieses

Mal ist dieser Vasseur ein einstiger

Schulabbrecher, der als Coach

veritable Erfolge feiert – und wie!

Ganze Stadien füllt er mit seinen

flammenden Motivationsreden zu

Selbstliebe und Selbstvertrauen.

Seine Hybris wird irgendwann zu

seinem Problem – und zwar als

sich eine Regierungskommission

mit dem Geschäftsmodell von

Coachs zu beschäftigen beginnt.

Gozlan legt einen packenden Psychothriller

rund um Macht und

Manipulation vor. Niney spielt

den Guru auf furiose Weise.

#gurufilm

GURU – GOUROU KINOSTART 07.08.,

F 2025, REGIE Yann Gozlan, MIT Pierre Niney,

Marion Barbeau, Anthony Bajon,

FILMLÄNGE 127 Min., © Filmladen

DOT.MOVIE 21


UNTER

WEGS

TEXT: MANUEL STEPHAN

Wo geht’s hier nach Ithaka?

Für Christopher Nolan begibt sich Matt Damon auf die epische, jahrelange „Odyssee“.

Der 16. Juli 2026 wird in die

Filmgeschichte eingehen,

so viel ist schon einmal

sicher. Dann nämlich startet Christopher

Nolans Die Odyssee in den

Kinos, die bildgewaltige, 250 Millionen

Dollar teure Modernisierung

des legendären Heldenepos von

Homer. Drei Jahre nach seinem

überragenden Triumph mit

Oppenheimer – inklusive zwei Oscars

und der britischen Ritterwürde

für Verdienste um die Kunst – kehrt

einer der erfolgreichsten Filmemacher

des Gegenwartskinos zurück.

Von Fans wird das mystische

Action-Abenteuer schon sehnsüchtig

erwartet: Die ersten Tickets

für Vorpremieren in ausgewählten

IMAX-70-mm-Kinos gingen bereits

ein Jahr vorher in den Verkauf.

22 DOT.MOVIE

Da hatte Charlize Theron (Mad

Max: Fury Road) ihre Szenen als

Calypso noch gar nicht gedreht.

Der Hype um Die Odyssee sucht

seinesgleichen. Nolan und sein

Kameramann Hoyte van Hoytema

drehten den Film erstmals

vollständig auf analogen IMAX-

Filmkameras, die nun deutlich

leichter und leiser zu bedienen sind.

Und sie machten sich diese technische

Revolution zunutze, denn am

Ende hatten sie über 610 Kilometer

Filmstreifen verbraucht.

GUTE UND SCHLECHTE

REISEBEKANNTSCHAFTEN

Matt Damon, der bereits in Interstellar

und Oppenheimer mit

Nolan gearbeitet hatte, schlüpft in

seine Paraderolle als Mann, der

verzweifelt wieder nach Hause

zurückkehren will. Sein Odysseus

hat gerade mit einer genialen List –

Sprichwort meterhohes hölzernes

Pferd – den Sieg im zehn Jahre

andauernden Trojanischen Krieg

eingefahren und will nach Hause

in sein Königreich Ithaka zu seiner

Frau Penelope (Anne Hathaway,

gerade noch in Der Teufel trägt

Prada 2) und seinem Sohn Telemachus

(Tom Holland, auch in

Spider-Man: Brand New Day).

Doch weil er es sich mit dem Meeresgott

Poseidon verscherzt, indem

er dessen Sohn, den riesigen

Zyklopen Polyphemus, bezwingt,

wird aus einer eigentlich triumphalen

Heimkehr eine zehnjährige

Irrfahrt. Von der Göttin Athena

(Zendaya, Das Drama) beschützt,


müssen sich Odysseus und seine

Männer allerhand Gefahren stellen,

wie den Lotophagen, der Göttin

Circe (Samantha Morton, The

Whale) und ihren verführerischen

Sirenen, dem Monster Scylla und

schließlich der Nymphe Calypso,

die Odysseus gefangen hält.

ZEITLOS EPISCHE IRRFAHRT

In Ithaka buhlen inzwischen

unzählige Männer um die Gunst

Penelopes und den Thron, allen

voran der schmierige und intrigante

Antinous (Robert Pattinson,

Tenet). Viel Stoff für ein

172-minütiges Fantasy-Spektakel.

Viel wird im Vorfeld über diese

epochale Neuinterpretation der

archetypischen Heldenreise

diskutiert, von der umstrittenen

Besetzung, allen voran Lupita

Nyong’o (Black Panther) in einer

Doppelrolle als Helena von Troja

und ihre Schwester sowie Zendaya

als Athena, bis hin zur kreativen

Entscheidung Nolans, zeitgenössische

und damit anachronistische

Dialoge zu schreiben. Auch das

Kostümdesign und Dreharbeiten

in der von Marokko besetzten

westlichen Sahara blieben von

solchen kritischen Beobachtungen

nicht ausgeklammert. Die

Odyssee wird, trotz dieser vielen

Kritikpunkte und den nicht enden

wollenden Diskussionen darüber,

ein kolossales Filmevent, für das

Nolan und sein Team keine Kosten

und Mühen gescheut haben.

Dafür verirrt man sich doch gerne

ins Kino.

#dieodysseefilm

DIE ODYSSEE – THE ODYSSEY KINO-

START 16.07., GB/US 2026, REGIE

Christopher Nolan, MIT Matt Damon,

Anne Hathaway, Tom Holland, Robert

Pattinson, Zendaya, Charlize Theron,

FILMLÄNGE 172 Min., © UPI

CHRISTIAN

CLAVIER

SYLVIE

TESTUD

DIDIER

BOURDON

MARIANNE

DENICOURT

EIN FILM VON

JULIEN HERVÉ

OH

LA LA

NEUE TESTS, NEUES CHAOS

AB 27. 08.

IM KINO

DOT.MOVIE 23


Mit sich ins Reine

kommen

„Die Camino-Therapie“:

Ein jugendlicher Straftäter und eine Lehrerin

absolvieren den Jakobsweg.

Auge um Auge,

Korn um Korn

György Pálfi erzählt von Hühnern und

Menschen: „Lebensansichten eines Huhns“.

Sein Lebensweg war klar skizziert: Er sollte

über Fabriklaufbänder und Autobahnen

führen und irgendwann in der letzten Station

– dem Suppentopf – landen. Doch das schwarz

gefiederte Huhn, das auf einem griechischen Hof

schlüpft, entkommt seinem Schicksal: Es entkommt

der Legebatterie, aber auch all den Blicken, die

Bestimmtes mit ihm vorhaben: Es entkommt dem

hungrigen Fuchs an der Tankstelle, es entkommt

Menschen wie einem Lastwagenfahrer und einem

Schmuggler, es entkommt Hunden, die es verschleppen,

und streitlustigen Puten. Regisseur

György Pálfi (Taxidermia) erzählt mit fließender

Dramaturgie die Biografie eines Huhns, das seinen

Platz in der Welt sucht und den Abgründen der

Menschheit sehr oft ins Auge blicken muss – ein

turbulentes Roadmovie, das sich mit dem Menschen

im Tier und dem Tier im Menschen beschäftigt, das

voller Überraschungen steckt – und voller Lust am

Erzählen. Der Protagonist wird von acht ungarischen

Hühnern dargestellt: Eszti, Szandi, Feri, Enci,

Eti, Enikő, Nóra und Anett.

#lebensansichteneineshuhns

LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS – KOTA

KINOSTART 06.08., D/GR/HU 2025, REGIE György Pálfi,

MIT Yannis Kokiasmenos, Maria Diakopanayotou,

FILMLÄNGE 96 Min., © Panda Lichtspiele

Woher kommen all die

Pilger, die in der

Kathedrale von Le

Puy-en-Velay zusammengekommen

sind und gleich auf

den Jakobsweg aufbrechen

werden? „Brest“, „Toulouse“,

„Oslo“, „aus dem Knast“ …

Für den rebellischen

Teenager Adam (Julien Le

Berre), vorbestraft und mehrfach

verurteilt, ist der Jakobsweg die

letzte Chance, um nicht im Gefängnis zu landen.

Die Lehrerin Fred (Alexandra Lamy) hat sich im

Rahmen eines Resozialisierungsprogramms dazu

bereit erklärt, ihn zu begleiten. Der Weg nach

Santiago de Compostela ist von Streit, Schweigsamkeit

und unerwarteten Wendungen gepflastert –

und allmählich von Selbstreflexion.

Als Regisseur Yann Samuell auf das Buch „Marche

et invente ta vie“ von Bernard Ollivier und die

Arbeit des Vereins Seuil stieß, wusste er, dass er

einen Film vor sich hatte: „Ich war zutiefst berührt

von dem Gedanken, dass ein Paar Turnschuhe und

viel guter Wille ausreichen könnten, um ein Schicksal

zu verändern“. Nun ist der rein fiktive Adam

unterwegs – vor einer eindrucksvollen Kulisse.

#diecaminotherapie

DIE CAMINO-THERAPIE – FINDE DEINEN WEG –

COMPOSTELLE KINOSTART 02.07., F 2026,

REGIE Yann Samuell, MIT Alexandra Lamy, Julien Le Berre,

Maëlle Vidou, Eric Metayer, Malik Amraouj, Mélanie Doutey,

FILMLÄNGE 113 Min., © Luna Film

24 DOT.MOVIE


UNTER

WEGS

Zurück und nach vorn

Zwei Freunde begeben sich „Auf zwei Rädern“ auf eine schmerzhafte,

aber auch heitere Reise.

Philippe Rebbot hatte einige

Zweifel, als der Plan aufkam,

sich mit seinem besten

Freund Mathias Mlekuz auf die

Räder zu schwingen, um einen

Trip quer durch Europa zu absolvieren:

„Ich sagte mir: Wir werden

sechs Monate mit dem Fahrrad unterwegs

sein, ich, ein starker Raucher,

er, traurig und ein paar Kilo

zu schwer. Bis mir klar wurde, dass

wir künstlerische Berufe ausüben,

dass wir Schauspieler sind.“

Die Tour, die sie angehen,

ist eine Art Reenactment, die

der Trauerarbeit dient: Mathias

Mlekuz wollte die Reise nachempfinden,

die seinen verstorbenen

Sohn Youri einige Jahre zuvor

begeistert hatte. Sie führte von

der französischen Atlantikküste

zum Schwarzen Meer, Youri hat

ein Buch darüber gestaltet. Dieses

Buch – sowie ein kleines Kamerateam

und Hund Lucky – haben

die beiden Freunde nun mit dabei.

Kein Drehbuch, dafür offene

Herzen und Lust auf Spontaneität

und Begegnungen. Aus dem

leisen Versuch, nachzuspüren

und Youri nahe zu sein, wird ein

überraschend heiterer Film, voller

Wärme und Menschlichkeit, Witz

und Wahrhaftigkeit: Der Verlust

ist omnipräsent, manchmal gibt’s

auch Streit, die beiden Freunde

feiern aber gleichzeitig auch das

Leben und ihre Unternehmung.

BERÜHRENDES ROADMOVIE

Das Roadmovie, bei dem kräftig

in die Pedale getreten wird, macht

auch einen Zwischenstopp in Wien

(hier wird mit Schauspielerin

Adriane Grządziel ein Erlebnis

des Sohnes nachgestellt – Übersetzungsfehler

inklusive). „Ich hatte

mir den Film überhaupt nicht so

vorgestellt, wie er geworden ist“,

meint Mathias Mlekuz. Was er aber

wusste: „Dass bei Auf zwei Rädern

Humor dabei sein würde und dass

Philippes Anwesenheit die Schwere

des Themas auflockern würde.“

Dem Publikum bietet sich eine

berührende Begegnung mit zwei

Freunden, die mit offenen Herzen

vor die Kamera treten.

#aufzweirädern

AUF ZWEI RÄDERN – À BICYCLETTE

KINOSTART 09.07., F 2024,

REGIE Mathias Mlekuz, MIT Mathias

Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz,

FILMLÄNGE 89 Min., © Polyfilm

DOT.MOVIE 25


ESKALATIONS

KURS

Jurassic Things

David Robert Mitchell wirft Ewan McGregor und Anne Hathaway

Dinosauriern zum Fraß vor: „The End of Oak Street“.

Beim Frühstück scherzt die

Familie Platt noch darüber,

woher das seltsame Licht

wohl stammte, das der Sohn in

der Nacht wahrgenommen hat.

War’s ein Helikopter? Oder doch

eine Alien-Invasion? Nach dem

Frühstück hat das Vorstadtidyll

aber allmählich ein Ende, die Lust

auf Scherze erst recht.

Das Wasser funktioniert nicht,

die Nachbarschaft ist irritierend

ruhig, und als die Eltern, gespielt von

Ewan McGregor (Trainspotting)

und Anne Hathaway (aktuell:

Der Teufel trägt Prada 2, Die

Odyssee), mit ihren beiden

Kindern zu einer Sondierungsautofahrt

aufbrechen, stockt ihnen

der Atem: Ihre heile Welt, ihre

Nachbarschaft, findet hier ein

buchstäbliches Ende: Es scheint,

als sei die Oak Street aus den

Angeln gehoben und an einem

anderen Ort abgeladen worden. –

Und in einer anderen Zeit, denn

die Familie scheint plötzlich nicht

mehr in den 1980ern zu leben,

sondern sieht sich mit Dinosauriern

konfrontiert …

GROSSARTIG KÜHN

J.J. Abrams, seit LOST der Vater unerklärlicher

Vorkommnisse, hat den

High-Concept-Thriller produziert,

den David Robert Mitchell (Under

the Silver Lake, It Follows) mit

großen Schauwerten und herrlichen

Ideen geschrieben und inszeniert

hat. Der Zusammenprall von

Stranger Things, Jurassic Park und

A Quiet Place wird zum surrealen

Überlebenskampf einer Familie.

Nachdem Anne Hathaway It

Follows gesehen hatte, kontaktierte

sie David Robert Mitchell:

Wenn er jemals etwas in Arbeit

hätte, bei dem sie eine Rolle spielen

könnte, würde sie sich geehrt

fühlen, wenn er an sie denken

würde. „Und dann schickte er mir

dieses Script, und es war einfach

wild! Ein dichtes Familiendrama

inkl. Zeitreise und Dinosaurier!

Und Ewan (McGregor) würde

meinen Mann spielen. Ich war sehr

aufgeregt“, so Hathaway. Sie habe

schon viele Drehbücher in ihrem

Leben gelesen, aber keins, das so

kühn war wie das von The End of

Oak Street. Nach Miranda Priestly

(Der Teufel trägt Prada) und

Sith Lords (Star Wars) kämpfen

Hathaway und McGregor nun also

gegen T-Rex und Co.: Es wird das

Highlight des Kinosommers!

#EndofOakStreetMovie

26 DOT.MOVIE

THE END OF OAK STREET

KINOSTART 13.08., USA 2026,

REGIE David Robert Mitchell, MIT Ewan

McGregor, Anne Hathaway, FILM­

LÄNGE 110 Min., © Constantin Film


„LEO WOODALL UND DUSTIN HOFFMAN SIND HERAUSRAGEND“

— ELLE —

„EIN EINZIGARTIGER, JAZZIGER THRILLER.“

— LE FIGRAO —

LEO WOODALL DUSTIN HOFFMAN HAVANA ROSE LIU

THE PIANO TUNER

DREHBUCH DANIEL ROHER & ROBERT RAMSEY REGIE DANIEL ROHER

AB 2. JULI IM KINO


Feine Misstöne

Der Feel-Good-Spaß des Sommers:

„Power Ballad“ mit Paul Rudd und Nick Jonas.

Rick schleppt sich gerade

durch eine Mall und kauft

Kleidung, als er Songzeilen

wahrnimmt, die von ihm sein

könnten. Er glaubt es kaum. Verwirrt

hört er zu. Sie sind von ihm.

Sie wurden ihm gestohlen. „How to

Write a Song (Without You)“ sollte

sein Hit sein. Aber jetzt hat Danny

Wilson (Nick Jonas, Jumanji:

Willkommen im Dschungel)

ihn veröffentlicht. Während das

Ex-Boyband-Sternchen Danny,

das Rick flüchtig kennt, damit als

Solokünstler durchstartet, ist Rick

immer noch Frontmann einer

Hochzeitsband in Irland, der

von einer eigenen Musikkarriere

nur träumen kann. Dass er einen

Moment lang ein aufstrebender

Musiker war, ist lange her.

Aber zurück auf Anfang: Bei

einer Hochzeit, bei der Rick

mit seiner Band „The Bride and

Groove“ für das musikalische

Hintergrundgeräusch sorgt,

lernt Rick Hochzeitsgast Danny

kennen. Es kommt zu einer

spontanen, feuchtfröhlichen Jam-

Session, und es funkt musikalisch

sofort zwischen den beiden: Der

eine schöpft neuen Mut für eine

angehende Solokarriere, der

andere glaubt wieder an seine

Stimme – bis zur wenig später

eintretenden bitteren Erkenntnis

in der Mall, dass Danny sich nun

den Ruhm holt, der eigentlich

Von den Oscar ® -prämierten Produzenten von

12 YEARS A SLAVE und MOONLIGHT

H

Golden-Globe-Gewinnerin

Claire Foy

WIE

Oscar®-nominiert für THE BANSHEES OF INISHERIN

Brendan Gleeson

HABICHT

BASIEREND AUF DEM „SUNDAY TIMES“-BESTSELLER

AB 23. JULI IM KINO

„CLAIRE FOY BEGEISTERT

AUF GANZER LINIE. “

Screen Daily

„ MITTEN AUS DEM LEBEN. “

Deadline

„ ZART UND WAHRHAFTIG. “

The Telegraph

28 DOT.MOVIE


Rick zusteht. (Ein bisschen wie bei

Robbie Williams, dem irischen

Musiker Ray Herrenan und dem

Rechtsstreit um „Angels“.) So ist

das doch, oder? Und das kann

man sich doch keinesfalls einfach

so gefallen lassen! Wozu schreibt

man bitte Powerballaden, wenn

nicht auch zum eigenen Self-Empowerment?!

BROMANTIC COMEDY

John Carney weiß, was Musik bedeuten

und bewirken kann. Seine

Filmografie ist voll von Beweisführungen:

Once, Can A Song

Save Your Life?, Sing Street, Flora

and Son … Nun lässt er Paul

Rudd (Ant-Man, Anaconda) als

liebenswerten Musiker mit ebenso

großen Träumen wie Enttäuschungen

auftreten. Musiker Nick

Jonas wird zum Partner in crime

und Kontrahenten. „Es ist keine

Liebesgeschichte im herkömmlichen

Sinne, aber Rick verliebt sich

gewissermaßen ein wenig in die

Vorstellung von Danny“, so John

Carney. „Rick erkennt sich selbst

in Danny wieder und sieht seine

eigene Vergangenheit.“

Und während der Song durch

die Decke geht, stellen sich Danny

und Rick Fragen: über Lebenswege,

über Urheberschaft, über

gute Momente auf und fernab der

Bühne. Beide suchen – aus unterschiedlichen

Perspektiven – nach

einem Sinn und ihrer Identität.

So wird der Film über (zweite)

Chancen, über Hoffnungen und

Träume vor allem eine mitreißende

Reise in Richtung Selbsterkenntnis

#powerballad

POWER BALLAD – DER SONG

MEINES LEBENS KINOSTART 25.06.,

IRL/USA 2026, REGIE John Carney,

MIT Paul Rudd, Nick Jonas,

FILMLÄNGE 98 Min., © Constantin Film

„Ein eigenwilliger,

einzigartig fesselnder Film.“

★ ★ ★ ★ ★

FILM NEW EUROPE

„Ein spielerisches Stück

komödiantischer Fantasie.“

★ ★ ★ ★ ★

SCREEN INTERNATIONAL

EIN FILM VON PÁLFI GYÖRGY

AB 6. AUGUST IM KINO

DOT.MOVIE 29


Tod auf hoher See

„Mutiny“ ist die an Action nicht gerade arme

Zusammenarbeit zweier Genre-Spezialisten.

Das Spielfeld am Meer komplettiert die

gelungene Zutatenliste.

Cole Reed, im Film dargestellt

von Jason Statham,

hat echt Pech: Früher hat

er als Mitglied der Special Forces

und als London Metropolitan

Officer gearbeitet. Nun aber

findet er sich plötzlich auf der

anderen Seite des Gesetztes wieder

– wenn auch wider Willen.

Denn sein neuer Job als privater

Security-Mann ging irgendwie schief;

eine gnadenlose Verschwörung präsentiert

ihn als den Mörder seines thailändischen Milliardärkumpels

Tibu. Wenn er überleben will, bleibt

ihm nicht viel anderes übrig, als die ganze Chose

selbst in die Hand zu nehmen und herauszufinden,

wer hinter diesem Mordkomplott steckt.

Blöd für Cole, gut für alle Fans von Action-

Knallern, denn: Bei Mutiny treffen zwei Urgewalten

aufeinander, nämlich Statham, der als Darsteller

längst als Großmeister des harten Thrillers gilt –

und Regisseur Jean-François Richet (Plane, Public

Enemy No. 1), der sein Talent im Action-Genre

ebenfalls schon mehrmals unter Beweis stellen konnte.

Extraschmankerl ist das Frachter-Setting, in dem

Statham den Seebären raushängen lassen darf.

www.mutiny.movie

He is back

James Camerons legendärer SciFi-Hit

„Terminator“ kehrt

4K-restauriert ins Kino zurück.

Fast keinen Text musste Arnold Schwarzenegger

für den Dreh von Terminator (1984) lernen,

die wenigen Sätze aber wurden legendär: „I’ll

be back“ wurde vom American Film Institute auf

Platz 37 der 100 berühmtesten Filmzitate gesetzt.

1984 etablierte James Cameron in seinem zum

Kultfilm avancierten B-Movie den Androiden, der

zu Schwarzeneggers prominentester Rolle werden

sollte. Er gab den Terminator, eine Tötungsmaschine

aus der Zukunft, die von der künstlichen Intelligenz

Skynet vom Jahr 2029 ins Jahr 1984 transferiert wird,

um Sarah Connor (Linda Hamilton) zu töten: So

sollte u.a. verhindert werden, dass der Widerstandskämpfer

John Connor, der den Kampf der Menschen

gegen die Maschinen anführte, überhaupt geboren

wird. Es sollte der Schlussakt im Krieg zwischen

Mensch und Maschine werden. Zu Sarahs Schutz

entsendet die menschliche Resistance ebenfalls

einen Zeitreisenden – einen ihrer besten Männer,

Kyle Reese (Michael Biehn) – ins Jahr 1984. Der

Kampf um das Schicksal der Menschheit wurde zum

Überraschungserfolg des Kinojahres 1984. Er sollte

zu James Camerons (Avatar, Titanic) Durchbruch

werden.

#terminator

MUTINY KINOSTART 27.08., GB/USA 2026, REGIE Jean-

François Richet, MIT Jason Statham, Annabelle Wallis, Roland

Møller, Adrian Lester, FILMLÄNGE 95 Min., © Constantin Film

TERMINATOR – 4K RESTAURATION KINOSTART 04.08.,

USA 1984, REGIE James Cameron, MIT Arnold Schwarzenegger,

Michael Biehn, Linda Hamilton, FILMLÄNGE 107 Min., © Polyfilm

30 DOT.MOVIE


ESKALATIONS

KURS

Auf Rachekurs

Supermans Cousine „Supergirl“ startet auf der Leinwand durch.

Kara Zor-El aka Supergirl

sieht keinen Sinn mehr im

Leben, seit sie Zeugin davon

werden musste, wie ihre Heimat

zerstört wurde. Auf der Erde

hat sie auch keine Aufgabe, geht

es ihrem Cousin Superman doch

auch ohne ihr Zutun blendend –

und eine Kopie von Superman, als

die sie wahrgenommen wird, will

sie nicht sein. Außerdem: Er sieht

in allen das Gute, während sie die

Wahrheit sieht.

Als aber ein Mädchen mit einer

ähnlichen Erfahrung auf der

Bildfläche erscheint, hat Supergirl

endlich eine Aufgabe. Auch Ruthye

Marye Knoll (Eve Ridley) hat ihre

Welt verloren, und sie will Rache

üben. Denn die Zerstörer – vor allem

Krem von den Gelben Hügeln

(Matthias Schoenaerts) – bewegen

sich noch frei in der Welt da

draußen. Sie wird sich sicher nicht

von ihrer Rachemission abhalten

lassen, so hoffnungslos sie auch

sein mag. Also wird Supergirl sie

begleiten – um sie vor dem sicheren

Himmelfahrtskommando zu

bewahren, aber auch um ein Ventil

für ihren eigenen aufgestauten

Hass zu finden …

RAUE TÖNE

„She’s a mess“, konstatiert James

Gunn, Leiter von DC Studios und

Produzent des Films. Wir würden

in diesem Film „den Unterschied

zwischen Superman, der in seiner

Kindheit auf die Erde geschickt

und von liebenden Eltern großgezogen

wurde, und Supergirl,

die auf einem Felssplitter vor

Krypton aufgewachsen ist und in

den ersten 14 Jahren ihres Lebens

zugesehen hat, wie alle um sie

herum sterben und auf schreckliche

Weise getötet wurden“, sehen.

Entsprechend rau ist der Ton

des Films, den Regisseur Craig

Gillespie (I, Tonya) umgesetzt hat.

Die lässige Milly Alcock, die mit

House of the Dragon für Furore

sorgte, übernimmt die Titelrolle.

Sie hat die „Fuck it“-Mentalität

ihrer Rolle perfekt drauf.

Und: Jason Momoa darf endlich

den zerstörerischen intergalaktischen

Kopfgeldjäger Lobo spielen,

den er immer schon lieber darstellen

wollte als Aquaman.

#supergirl

SUPERGIRL: WOMAN OF TOMORROW

KINOSTART 25.06., USA 2026,

REGIE Craig Gillespie, MIT Milly Alcock,

Matthias Schoenaerts, Eve Ridley,

Jason Momoa, © Constantin Film

DOT.MOVIE 31


Als Hauptgang: soziale Ängste

Olivia Wilde lädt zum intimen Abend mit Seth Rogen,

Penélope Cruz und Edward Norton: „The Invite“.

THE INVITE KINOSTART 30.07.,

USA 2026, REGIE Olivia Wilde,

MIT Seth Rogen, Penélope Cruz,

Edward Norton, Olivia Wilde, FILM­

LÄNGE 107 Min., © TOBIS Film

Erwarten wir jemanden?!“,

fragt Joe genervt-patzig,

während seine langjährige

Ehefrau Angela dabei ist, Wurst

und Käse auf Platten zu arrangieren

und üppige Blumenbouquets

dekorativ zu platzieren, als würde

sie Architectural Digest für eine

Home Story erwarten. Sie erwartet

nicht AD, sondern die Nachbarn

aus der Wohnung schräg über

ihnen – diejenigen, die einen wunderbaren

Blick in ihre vier Wände

haben. Schon stehen also Pina und

Hawk in der Wohnung, und den

Smalltalk lassen sie bereits an der

Türschwelle hinter sich. Es wird

ein Abend, der wie ein Schock auf

15 gut gerostete Ehejahre wirkt.

Olivia Wilde (Booksmart)

nennt ihren neuen Film „eine

Art Wer hat Angst vor Virginia

Woolf? im Zeitalter von (Therapeutin)

Esther Perel“. Es gäbe

für sie „nichts Lustigeres als

unerträgliche Peinlichkeit und

die Absurdität, mit der Menschen

versuchen, den Anschein zu erwecken,

alles im Griff zu haben“. Mit

der Einladung, die unter Nachbarn

ausgesprochen wurde, wird

alles eskalieren.

SOCIAL HORROR

Das Zusammentreffen ist eine Neuinszenierung

von gut erprobtem

Stoff: Aus Cesc Gays Theaterstück

Los vecinos de arriba wurde sein

(spanischer) Film Sentimental

(2020), der in Remakes in Italien

(Neighbors, 2022), der Schweiz

(Die Nachbarn von oben, 2023),

Frankreich (Et plus si affinités,

2024) und Südkorea (Witjip

saramdeul, 2025) mündete.

Und nun folgen eben die USA.

Die „Social-Horror-Komödie“ sei

das Ergebnis eines gemeinsamen

Experiments, so Wilde: „Was wäre,

wenn wir einen Film genau so

drehen würden, wie wir es uns als

Darsteller und Crew schon immer

erträumt haben – auf Film, in chronologischer

Reihenfolge und mit

ausreichend Zeit für Proben?“

Das Vierergespann – Olivia Wilde

und Seth Rogen als Gastgeber,

Penélope Cruz und Edward Norton

als alles aufwirbelnde Nachbarn

– verstand sich als kleine Theatergruppe,

die das Material (ein

Drehbuch von Rashida Jones und

Will McCormack) in Workshops

ausarbeitete. „Daraus entstand ein

Kaleidoskop aus Sichtweisen und

urkomischen Ideen.“

Bei der Einladung wird ein lebendiges

Kammerspiel serviert, das

sich als Verbeugung vor Künstlern

wie Mike Nichols, John Cassavetes

und Nora Ephron versteht – „Meistern

des menschlichen Verhaltens

in all seiner Lächerlichkeit“.

Auch Wilde, die ihren Film beim

Sundance Film Festival präsentierte,

versteht es, bei abgründigen Verhaltensstudien

genau hinzuschauen.

Aber das wissen wir ja schon dank

ihres feinen Vorgängerfilms Don’t

Worry Darling.

#theinvite

32 DOT.MOVIE


ESKALATIONS

KURS

Umerziehung mal anders

„Good Boy“: Stephen Graham und Andrea Riseborough wollen nur sein Bestes …

Wie weit darf man

gehen, um gewalttätige

Jugendliche zu

rehabilitieren und zu resozialisieren?

Dieser Frage ging bereits

Regielegende Stanley Kubrick 1971

in seiner höchst umstrittenen dystopischen

Crime-Satire Uhrwerk

Orange nach, in der der sadistische

Bandenchef Alex (Malcolm

McDowell) von der Regierung als

Versuchsobjekt für die sogenannte

„Ludovico“-Technik, eine radikale

Aversionstherapie, missbraucht

wird, nur um als „genesener“

Bürger wieder in die Gewaltspirale

zurückgeworfen zu werden.

Man könnte sich fragen, ob die

Protagonisten aus Jan Komasas

(Corpus Christi) neuem Werk

Good Boy – Wir wollen nur dein

Bestes Kubricks Film gesehen

haben und sich dann dachten:

„Hey, das können wir besser!“

Jedenfalls sind die Absichten des

Ehepaars Chris (Stephen Graham,

Springsteen) und Kathryn (Andrea

Riseborough, Mandy) nicht ganz

unähnlich: zwar immer noch nicht

pädagogisch wertvoll, aber weitaus

weniger brachial. Nach einer wilden

Partynacht wird der 19-jährige

Tommy (Anson Boon, Die Witwe

Clicquot) entführt und wacht

tags darauf im Keller eines großen

Anwesens auf.

DENN SIE WISSEN, WAS SIE DA

TUN

Chris und Kathryn, die gerade

dabei sind, das nordmazedonische

Hausmädchen Rina (Monika Frajczyk)

einzustellen, haben es sich

zur Aufgabe gemacht, den Jungen

mit seinem asozialen Verhalten zu

konfrontieren und zu reformieren,

indem sie ihn lehrreiche Filme

anschauen und aufschlussreiche

Bücher lesen lassen. Anfangs

wehrt sich Tommy noch entschieden

gegen seine Kidnapper, taut

dann aber in ihrer Mitte immer

mehr auf und freundet sich mit

dem Sohn des Paares, Jonathan

(Kit Rakusen), und Rina an. Bald

wächst so etwas wie eine unkonventionelle

Familie heran, bis

Rinas Vergangenheit sie einholt.

Nachdem Graham im letzten Jahr

mit der von ihm entwickelten

erschütternden Netflix-Miniserie

Adolescence nicht nur einen phänomenalen

Erfolg mit allen großen

Fernsehpreisen verbuchen konnte,

sondern auch viel Diskussionsstoff

um jugendliche Gewaltverbrechen

anregte, nimmt er sich hier

unter der Regie von Jan Komasa

der Thematik auf abgründige und

schwarzhumorige Weise an.

#goodboyfilm

GOOD BOY – WIR WOLLEN NUR DEIN

BESTES – GOOD BOY KINOSTART 10.07.,

PL/GB 2025, REGIE Jan Komasa, MIT

Stephen Graham, Andrea Riseborough,

Anson Boon, Monika Frajczyk, Kit Rakusen,

FILMLÄNGE 110 Min., © Filmladen

DOT.MOVIE 33


Neues aus Niederkaltenkirchen

„Steckerlfischfiasko“ heißt der zehnte Teil der Eberhofer-Verfilmungen – wer auf die Absurdität

der Gemütlichkeit sowie skurrile Charaktere steht, bekommt ein Festmahl serviert.

Mit dem Dampfnudelblues

(2013) hat alles begonnen:

Die Verfilmung

eines der Bücher von Rita Falk

zog nicht nur begeisterte Massen

ins Kino, sondern war zugleich

der Startschuss für einen beispiellosen

Run, der derzeit bei zehn

Verfilmungen von Falks Werken

steht. Was aber ist es, dass diese auf

den ersten Blick gar nicht so sexy

daherkommende Reihe so beliebt

und erfolgreich macht?

Sagen wir so: Unergründliche

Dialoge und auf seltsame Weise

trostlose Settings haben sich schon

mehrmals in der Filmgeschichte

als Publikumsmagnet herausgestellt

– man denke etwa an

Fargo. So lässt sich das brandneue

Steckerlfischfiasko wie auch seine

Vorgänger vielleicht am ehesten als

ein in der bairischen Dialektgruppe

angesiedeltes Fargo verstehen.

Nur halt eben in einem deutschen

34 DOT.MOVIE

Dorf und nicht in North Dakota.

Das hat haufenweise Vorteile –

einer davon ist, dass wir auch ohne

deutsche Synchronisation in den

Genuss der schrägen Wortwechsel

kommen.

DER TOD DES STECKERL-

FISCHKÖNIGS

Was ist denn nun passiert in Niederkaltenkirchen?

Genau das will

Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel)

zusammen mit seinem Spezi Rudi

Birkenberger (Simon Schwarz)

herausfinden. Denn fest steht

nur eins: Chaos herrscht schon

vor dem Auffinden einer Leiche,

aber dass es gerade den örtlichen

Steckerlfischkönig erwischt hat

und der auch noch auf dem neu

errichteten Golfplatz herumliegt

– das bringt die gepflegte Unordnung

natürlich endgültig an ihre

Grenzen.

Über die Ablenkung gar nicht

unfroh ist allerdings Hauptprotagonist

Franz, denn der brisante

Fall ist für den Dorfsheriff eine

gute Gelegenheit, dem familiären

Durcheinander zu entfliehen.

Was er allerdings gemeinsam mit

Rudi entdeckt, macht die Situation

keinen Deut entspannter.

DIE CHEMIE STIMMT

Warum das Gespann Bezzel-

Schwarz so gut funktioniert, hat

einen persönlichen Hintergrund:

Die beiden mögen sich und sind

längst Freunde auch im echten

Leben geworden. Ein Honigschlecken

ist das Leben am Set aber

dennoch nicht: „Die Leute glauben

immer, wir sitzen da am Set, trinken

Bier und hauen uns die Pointen

um die Ohren“, so Schwarz. „In

Wahrheit ist Komödie die absolute

Höchststrafe, was Konzentration

angeht. Wenn das Timing um

eine halbe Sekunde verrutscht, ist


der Gag tot.“ Aller Anstrengungen zum Trotz ist es

ein fixer Bestandteil seines Lebens geworden – und

noch dazu kein unangenehmer. „Es gibt schlimmere

Schicksale, als am Eberhofer-Set zu sein. Es macht

echt so viel Spaß. Es ist anstrengend, es ist Arbeit,

und am Abend weiß man, was man getan hat.“

Die Beliebtheit der Reihe ist letztendlich auch ein

Produkt dieser Mühen, wie Sebastian Bezzel in einem

seiner Interviews erklärte. „Der Erfolg kam ja nicht

über Nacht, sondern ist organisch gewachsen. Am

Anfang liefen die Filme fast nur in Bayern, mittlerweile

sind sie ein bundesweites Phänomen. Wir

haben das große Glück, dass wir ein treues Stammpublikum

haben, das regelrecht mit den Figuren altert.“

Mittlerweile ist die Erfolgswelle aber längst auch auf

Österreich übergeschwappt – das Steckerlfischfiasko

ist also der nächste logische Schritt zur Eingemeindung

von Niederkaltenkirchen.

#steckerlfischfiasko

„Ein wahres Wunder“

Le Point

„Eine wundervolle Lobeshymne auf die

Freundschaft “ Allocine

„So persönlich und doch so universell –

diese schöne Reise geht direkt ins Herz.“

Télé 7 Jours

y y y y y

AUF ZWEI RÄDERN

Ein Film von

Mathias Mlekuz

ESKALATIONS

KURS

Mathias Mlekuz

Philippe Rebbot

STECKERLFISCHFIASKO KINOSTART 13.08., D 2026,

REGIE Ed Herzog, MIT Sebastian Bezzel, Simon Schwarz,

Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Michael Ostrowski,

FILMLÄNGE 98 Min., © Constantin Film

/PolyfilmVerleih/

AB 9. JULI IM KINO

DOT.MOVIE 35


ESKALATIONS

KURS

36 DOT.MOVIE

Schmerz nach Plan

Johnny Knoxville trommelt ein letztes Mal seine Mitstreiter zusammen:

„Jackass: Einer geht noch“.

Die geschundenen Körper

von Johnny Knoxville

(55) und Co. haben in

den letzten Jahren (Jackass erlebte

2000 seine Geburt als MTV-

Serie) wohl noch nicht genug an

absurden Stunts und schmerzhaften

Dummheiten ausgefasst:

Sie kehren mit Jackass: Einer

geht noch – dem 5. Kinofilm von

Jackass – auf die Leinwand und in

den Unterhaltungszirkus zurück.

Dieses Mal bekommen sie es

u.a. mit Robotern, Schlangen,

Elektroschockern und – wie

immer – viel zu vielen Schlägen in

den Unterleib zu tun. Bemannte

Dixieklos werden herumgewirbelt,

als wären sie Fahrgestelle in

Freizeitparks. Dann wieder wartet

auf die ewigen Jungs ein „Escape

Room aus der Hölle“. Als Sahnehäubchen

gibt’s eine Prostatauntersuchung

durch einen Roboter. Also

alles so, wie wir es von Knoxville

und seinen Mitstreitern kennen:

Es wird Nonsense galore geboten,

der bei den Fans gleichermaßen

für Spaß und für empathische

Phantomschmerzen sorgt. Zur

Sicherheit wird schon beim Trailer

die Texttafel eingeblendet: „Die

Stunts in diesem Film wurden

von Profis durchgeführt. Weder

du noch deine blöden Kumpels

sollten irgendwas aus diesem Film

nachmachen.“ – Es ist auch viel

sinnvoller, dem exaltierten Treiben

aus gebührender Distanz zuzuschauen.

IM SCHMERZARCHIV

Produzent Spike Jonze inszenierte

– wie schon bei Jackass Forever

(2022) die Eröffnungs- und die

Schlusssequenz des Films (Regie:

Jackass-Veteran Jeff Tremaine),

der sowohl neues Material als

auch einen nostalgischen Blick ins

„Best of“ des großen Schmerzarchivs

der Truppe wirft.

Johnny Knoxville selbst muss

schaumgebremst agieren: Er darf

keine Stunts mehr machen, die zu

einer Gehirnerschütterung führen

könnten, hat seine „Begegnung“

mit einem Stier in Jackass Forever

doch für eine gebrochene Rippe,

ein gebrochenes Handgelenk, eine

schwere Gehirnerschütterung und

eine Hirnblutung gesorgt …

#jackasseinergehtnoch

JACKASS: EINER GEHT NOCH –

JACKASS: BEST AND LAST

KINOSTART 25.06., USA 2026,

REGIE Jeff Tremaine, MIT Johnny Knoxville,

Jason ‚Wee Man‘ Acuña, Lance Bangs,

FILMLÄNGE 92 Min., © Constantin Film


JEDE FAMILIE

HAT IHRE DÄMONEN

AB 10. JULI NUR IM KINO

EvilDeadBurn.de

#EvilDeadBurn


Kleine Erwartungen

Was von uns übrig blieb: Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“.

DAS ENDE DER STERNE – THE DOG STARS

KINOSTART 27.08., GB/USA 2026,

REGIE Ridley Scott, MIT Jacob Elordi, Josh Brolin,

Margaret Qualley, Guy Pearce, Benedict Wong,

Allison Janney, FILMLÄNGE 100 Min.,

© The Walt Disney Company

ohne Rückkehr ihren Lauf nimmt:

Hig hat die Hoffnung noch nicht

aufgegeben, dass da draußen auch

noch etwas Menschlichkeit zu finden

ist. Gibt es doch noch Leben

jenseits des kleinen Flughafens?

Was Hig findet, übertrifft seine

schlimmsten Ängste, aber auch

seine größten Hoffnungen.

Die Welt, wie wir sie kennen,

ist untergegangen,

aber Hig ist noch da. Seit

neun Jahren besteht seine Welt aus

einem täglichen Überlebenskampf,

aus Aufklärungsflügen mit seiner

Cessna, Flugzeugreparaturen, der

Ernte von fünf Gemüsesorten,

manchmal erwischt man einen Hasen.

Und sie besteht auch aus leiser

Hoffnung – ohne einen Hauch von

Evidenz darauf. „Worauf warteten

wir eigentlich?“, heißt es gleich auf

den ersten Seiten des Bestsellers

„Das Ende der Sterne wie Big Hig

sie kannte“ von Peter Heller (2012).

„Big Hig“ lebt mit seinem Hund

Jasper und dem gleichermaßen

misanthropischen wie militanten

Bangley auf einem einstigen

Flughafen in Colorado, der inzwischen

recht verwildert ist. Rund

um sie: nichts als Natur. Bangley

verteidigt ihr karges Zuhause

gegen Angreifer, Hig sucht mit

seinem Flugzeug die Gegend ab.

Ist das alles, was sie noch vom

Leben erwarten können? Hellers

nachdenkliche, melancholische

Endzeitgeschichte wurde – wie

in Andeutungen erzählt wurde –

durch eine Seuche ausgelöst, der

auch Higs Frau zum Opfer fiel.

Die Überschaubarkeit ihres

Alltags hat ein Ende, als eine

rätselhafte Funkübertragung

sie erreicht und eine Reise ins

Unbekannte und vielleicht auch

MARKIG UND DOCH ZART

Ein Experte für große Bilder

– Ridley Scott (Blade Runner,

Gladiator, Black Hawk Down)

– inszeniert gekonnt atmosphärisch

eine Welt in Scherben.

In der Hauptrolle glänzt ein

niedergeschlagener Jacob Elordi

(Euphoria, „Wuthering Heights“,

Priscilla), an seiner Seite bewegen

sich Josh Brolin, Margaret

Qualley, Guy Pearce, Benedict

Wong und Allison Janney in den

Bruchstücken unserer Welt.

#dasendedersterne

EIN PLATZ IN

DER WELT

38 DOT.MOVIE


Trau dich zu träumen

Von der unbändigen Kraft des Kinos erzählt der ambitionierte

Science-Fiction-Film „Resurrection“.

RESURRECTION – KUÁNGYĚ SHÍDÀI

KINOSTART 25.06., CN/FR 2025,

REGIE Bi Gan, MIT Jackson Yee, Shu Qi,

Mark Chao, Li Gengxi, Huang Jue,

Chen Yongzhong, FILMLÄNGE 159 Min.,

© Filmladen

Man spricht vom Kino,

besonders von Hollywood,

immer gerne als

„Traumfabrik“. Ein Ort, an dem

Träume geschmiedet und Visionen

erfahrbar gemacht werden.

Seit über 130 Jahren pilgern wir

ins Lichtspielhaus unseres Vertrauens,

um uns Geschichten anzusehen,

die die Grenzen unserer

Vorstellungskraft sprengen und

noch nie Dagewesenes offenbaren.

Genau darin liegt die Magie des

Kinos als Kunstform. Bei den

Filmfestspielen in Cannes, einem

besonderen Ort der internationalen

Filmindustrie, stellte 2025 der

chinesische Autor und Regisseur

Bi Gan (Lu bian ye Can) das außergewöhnliche

Science-Fiction-

Drama Resurrection im Wettbewerb

vor, das genau dieser Magie

huldigt und die Traumfabrik

Kino als Metapher verwendet. In

seinem Konzept schwebt Gan eine

Welt vor, in der die Menschen die

Fähigkeit zu träumen aufgeben,

um stattdessen länger leben zu

können. Shu Qi (The Transporter)

spielt eine Frau, die ein Monster

(Jackson Yee), einen sogenannten

„Delirianten“, verfolgt, der sich

in Filmen versteckt, wo er sich

verzweifelt an seine Träume klammert,

obwohl ihn diese langsam

umbringen.

EIN LEBEN IN SECHS

SINNESWAHRNEHMUNGEN

Mithilfe eines Projektors im

Inneren des Monsters findet sie

vier Filme bzw. Träume, die sein

Leben im Laufe eines Jahrhunderts

Revue passieren lassen,

bevor er stirbt. In jedem dieser

Kapitel übernimmt Yee eine

andere Rolle, sodass er hier als

fünf verschiedene Persönlichkeiten

auftritt. Einmal als Begleiter

eines Musikers, der dessen Koffer

mit geheimen Anweisungen

beschützt, ein anderes Mal als

Mönch, ein weiteres Mal als

Trickbetrüger, der mit einem Waisenmädchen

zusammenarbeitet

und schließlich als verzweifelter

Ganove in Liebesnöten am Abend

der Jahrtausendwende. Besonders

eindrucksvoll ist, neben Gans

Hommage an die expressionistischen

deutschen Stummfilme der

1920er-Jahre und die Techniken

jener Ära, eine Szene in einer

einzigen Einstellung im vierten

Traum. Die sechs Segmente des

Films repräsentieren jeweils einen

der sechs Sinne im buddhistischen

Glauben: Sehen, Hören,

Riechen, Schmecken, Spüren und

Denken. So wird Resurrection zu

einem Werk, das die Sinne belebt.

#resurrection

DOT.MOVIE 39


Mit Träumen rechnen

Ambitionen, die die Konventionen sprengen:

„Virginia Woolf’s Night and Day“.

Best Summer Ever

Coming-of-Age mit Krankenakte:

„Sunny Dancer“.

Ivy, 17, verachtet ihre überfürsorglichen

Eltern (Jessica Gunning, Rentierbaby,

und James Norton, Little Women) dafür,

dass sie sie für vier ewig lange Wochen im

Children Run Free Camp für krebskranke

Jugendliche angemeldet haben. Das „Chemo-

Camp“ kann nur die schlimmste Zeit ihres

Lebens werden, da ist sie sicher. Sie wird dem

Leiter des Camps (Neil Patrick Harris, How

I Met Your Mother) auch das Leben schwer

machen. Vorerst. Aber dann öffnet sich die

zurückhaltende Ivy doch und lässt sich auf die

anderen (u.a. Ruby Stokes, Bridgerton, und

Earl Cave, Dune: Prophecy) ein – erst jetzt

kann sie sehen, dass ein Sommer voller magischer

Erfahrungen und prallem Leben auf

sie wartet. George Jaques (Black Dog) schafft

einen atmosphärischen Coming-of-Age-Film,

der in der Berlinale-Sektion „Generation“

seine Premiere feierte. Mitreißend in der

Hauptrolle: Bella Ramsey (The Last of Us).

#sunnydancer

SUNNY DANCER KINOSTART 13.08., GB 2026,

REGIE George Jaques, MIT Bella Ramsey, Neil Parick Harris,

Earl Cave, FILMLÄNGE 106 Min., © Polyfilm

Katharine Hilbery träumt im

London des Jahres 1910

von einem Studium in

Cambridge und einem Dasein

als Astronomin. Ihr Vater (Timothy

Spall) sieht anderes für

sie vor: Sie wird ein Leben als

Ehefrau führen, er weiß auch

schon, wen sie heiraten wird.

Er ist nicht der einzige Mann,

der denkt, dass Frauen lediglich

ins Haus gehören. Es gibt aber auch

andere – auch wenn Katharine (Haley

Bennett, Cyrano) kaum glauben kann, dass es einen Mann

gibt, der den Erfolg einer Frau unterstützen könnte. Und

zum Glück gibt es auch Role Models wie Mary Datchet

(Lily Allen), die für Frauenrechte eintreten.

Tina Gharavi (I Am Nasrine) erzählt von Individualität,

Selbstbestimmung und hart erkämpfter Freiheit: Sie

verfilmt Virginia Woolfs „Nacht und Tag“. „Als Nordengländerin

und Geordie-Iranerin erkenne ich Katharines

Kampf gegen das Patriarchat und das britische Establishment

wieder. Woolf überschritt Grenzen; Katharine

ist modern, entschlossen, dringlich und hungrig nach

Veränderung.“ Als fortschrittlicher Mann mit Potenzial

zum Love Interest tritt Elyas M’Barek (Fack ju Göhte) auf.

#nightanddayfilm

VIRGINIA WOOLF’S NIGHT AND DAY KINOSTART 09.07.,

GB/D 2025, REGIE Tina Gharavi, MIT Haley Bennett,

Elyas M’Barek, Lily Allen, Jacke Whitehall, Jennifer Saunders,

Timothy Spall, FILMLÄNGE 95 Min., © Constantin Film

40 DOT.MOVIE


EIN PLATZ IN

DER WELT

Trauerarbeit mit Greifvogel

Claire Foy begeistert in „H wie Habicht“.

Als Produzentin Dede Gardner

Regisseurin Philippa

Lowthorpe (Staffel 2 von

The Crown, Three Girls) mit

einem Projekt kontaktierte, trat

sie im genau richtigen Moment an

sie heran: Lowthorpe hatte gerade

ihren Vater verloren, und als sie

„H wie Habicht“ las, war sie tief

bewegt. In ihrem Bestseller erzählt

Helen Macdonald vom Kindheitstraum,

Falknerin zu werden;

davon, wie ihr Vater, ihre wichtigste

Bezugsperson, sie unterstützte,

und wie sie nach seinem Tod vom

Gedanken gepackt wurde, jetzt ihren

eigenen Vogel abzurichten. So

tritt das Habichtweibchen Mabel

in ihr Leben. Mit der wachsenden

Bindung zum wilden Vogel

verwahrlost die trauernde Frau, die

eigentlich als Naturwissenschaftlerin

in Cambridge beschäftigt ist,

aber selbst immer mehr …

INTENSIVE TRAUERARBEIT

„Ich verstand, was Helen durchgemacht

hatte, und fühlte mich

von der Idee angezogen, die tiefe

Verbindung zwischen einem Vater

und seiner erwachsenen Tochter

zu erkunden – eine Perspektive,

die im Kino nur selten gezeigt

wird“, so Lowthrope, die aus einer

Bauernfamilie stammt, auf dem

Land aufgewachsen ist und sich

für die Verbindung zur Natur interessierte.

„Von Anfang an war es

mir ein Anliegen, den Habicht so

authentisch und nah wie möglich

zu filmen.“ So stieß sie auf die

Vogelexperten und -trainer Lloyd

und Rose Buck, die sich (in engem

Kontakt mit David Attenborough)

auf Naturdokumentationen mit

den unterschiedlichsten Vogelarten

spezialisiert haben. Das Ehepaar

erklärte Lowthorpe, dass sich die

Aufnahmen nach dem natürlichen

Rhythmus der Tiere richten

müssten und nur im Spätherbst

oder Winter stattfinden könnten –

denn danach setzt die Mauser ein.

Für die Crew galten genaue Regeln,

und Hauptdarstellerin Claire Foy

(All Of Us Strangers, The Crown)

musste ein intensives Training

zum Umgang mit einem Habicht

erlernen. Sie entpuppte sich laut

Lowthorpe als geborene Falknerin.

Foy taucht tief ein in die Rolle,

spielt Helen verletzlich und mit

ganzer Seele. Zu ihrem Filmvater

wurde Brendan Gleeson (The

Banshees of Inisherin). Lowthorpe

legt eine emotional tiefgreifende,

wahrhaftige Arbeit nach einem

Drehbuch von Emma Donoghue

(Room) vor – es ist eine Auseinandersetzung

mit dem Leben, mit den

Kräften der Natur, mit Liebe und

Trauer; ein Film von großer Kraft.

#hwiehabicht

H WIE HABICHT – H IS FOR HAWK

KINOSTART 23.07., GB 2026, REGIE Philippa

Lowthorpe, MIT Claire Foy, Brendan Gleeson,

Denise Gough, Lindsay Duncan,

FILM LÄNGE 114 Min., © Panda Lichtspiele

DOT.MOVIE 41


TEXT: NICOLE ALBIEZ

Ein präziser Blick

Regina Schilling begeistert mit ihrer dichten intellektuellen Annäherung

an „Ingeborg Bachmann“.

Regina Schilling (Diese

Sendung ist kein Spiel –

Die unheimliche Welt des

Eduard Zimmermann) lädt zur

freundlichen Geisterbeschwörung:

In ihrer dichten filmischen

Annäherung an die Schriftstellerin

Ingeborg Bachmann

beschäftigt sich die Regisseurin

nicht nur mit Texten und Worten

Bachmanns, sondern auch mit

ihrem öffentlichen Bild und dem

Blick der Kritiker und Wegbegleiter

– eine Riege Männer – auf sie;

zwischen den dokumentarischen

und essayistischen Momenten

(wunderbar montiert – wenn etwa

Hans Werner Henzes Erinnerungen

an die gemeinsame Zeit mit

Tagebucheinträgen Bachmanns

kollidieren) tauchen inszenierte

Momente auf: Schauspielerin

Sandra Hüller (aktuell: Rose,

Vaterland, Der Astronaut –

Project Hail Mary) spürt einem

42 DOT.MOVIE

EIN PLATZ IN

DER WELT

imaginären Tag im Leben der

späten Schriftstellerin nach –

zu diesen Szenen hatte Hüller

Bachmann-Texte im Ohr.

NOCH IMMER VISIONÄR

Kunstvoll verwoben, entsteht ein

dichtes Porträt, das wie im Flug

vergeht und doch durch alle zentralen

Phasen der Autorin führt:

die Kriegskindheit in Kärnten,

der Aufstieg in der „Gruppe 47“,

die komplizierten Beziehungen zu

Paul Celan, Hans Werner Henze

und Max Frisch, die letzten Tage

in Rom. Und dabei immer: das

Ringen um eine eigene Sprache,

die so verblüffend präzise war.

„Sie ist gerade in ihrer Prosaarbeit

so visionär gewesen, sie hat alle

Themen, die heute gesellschaftlich

diskutiert werden, in ihren Erzählungen

und in ‚Malina‘ bereits

durchleuchtet“, betont Schilling

in einem Interview. „Sprache als

‚Mordversuch an der Wirklichkeit‘

ist ein Zitat von ihr von 1960,

es fasst alle Genderdiskussionen

von heute zusammen. Sie hat

über ‚Mansplaining‘ geschrieben,

über Femizid, darüber, dass das

Patriarchat alle krank macht,

Männer wie Frauen. Wie sie über

Krankheit und Trauma geschrieben

hat, ist auch unglaublich auf

der Höhe der Zeit. Das war mein

größtes Anliegen bei diesem Film:

zu zeigen, dass Bachmanns Texte

wahnsinnig modern und zeitgenössisch

sind und damals von den

Kritikern vollkommen verkannt

wurden.“

Die filmische Annäherung

kommt am 25. Juni ins Kino –

dem Tag, der der 100. Geburtstag

der 1973 verstorbenen Autorin

(„Malina“, „Die gestundete Zeit“,

„Das dreißigste Jahr“) gewesen wäre.

#ingeborgbachmannfilm

INGEBORG BACHMANN: JEMAND,

DER EINMAL ICH WAR KINOSTART 25.06.,

D/A 2026, REGIE Regina Schilling, MIT Sandra

Hüller, FILMLÄNGE 95 Min., © Filmladen


KI-GENERIERT

DIE BESTEN DATES FINDEN

IM KINO STATT.


FAMILY

AFFAIRS

Christian Clavier hat ein

sicheres Händchen dafür,

mit seinen Filmfamilien

von einem Fettnäpfchen ins nächste

zu tappen, das hat er in den

vergangenen Jahren schon einige

Male bewiesen, zum Beispiel in

den Monsieur Claude-Filmen

oder Voilá Papa! (2024), womit

er das Kinopublikum ein ums

andere Mal nach allen Regeln der

Kunst zum Lachen gebracht hat.

Eine dieser umwerfend komischen

Geschichten findet nun, erneut

von Drehbuchautor und Regisseur

Julien Hervé (Asterix und Obelix

im Reich der Mitte) umgesetzt,

ihre turbulente Fortsetzung. 2024

spielte Clavier in Oh La La – Wer

ahnt denn sowas? den Aristokraten

Frédéric, dessen Tochter für

eine unvergessliche Verlobungsfeier

sorgt. Sein Gegenüber ist

Autoverkäufer Gérard (Didier

Bourdon, Die progressiven Nostalgiker),

der Produkte deutscher

Ingenieurskunst aber zutiefst

verachtet. Gérards Sohn François

(Julien Pestel) gibt seine Absicht

bekannt, sich mit der aus adligem

Haus stammenden Alice (Chloé

Coulloud) zu verloben, und sie

führen zu diesem Zweck beide

Familien zusammen, was einen

großen Kulturschock auslöst.

44 DOT.MOVIE

Wir sind multikulturell, na und?

„Oh La La 2“: Es wird noch komplizierter für Christian Clavier

und seine erweiterte Familie …

ES KOMMT NOCH BUNTER

Und das nicht nur, weil Alices

Familie weltoffener ist als jene

von François. Alice, die in einem

Labor arbeitet, hat nämlich als

Überraschung für ihre und François’

Eltern einen DNA-Test der

Schwiegereltern in spe durchführen

lassen. Dieser enthüllt einige

überraschende und unbequeme

Wahrheiten über deren wahre

Abstammung, die das Weltbild der

beiden Väter sowie ihrer Gattinnen

erschüttert und die bevorstehende

Vermählung der beiden Sprösslinge

ernsthaft gefährdet.

Geheiratet wurde am Ende

zwar nicht, aber die Familien

haben sich immerhin versöhnt

und sind nun bereit, die Vorbereitungen

aufs große Fest endlich anzugehen,

nachdem sie Nachwuchs

bekommen haben. Doch dann,

ganz am Schluss, erklärt Alice

François, dass mit dem DNA-Test

ihres Vaters etwas nicht stimmt.

Nun erfährt das gespannte Publikum

endlich, was es damit auf

sich hat. An dieser Stelle sei nur so

viel verraten: ein Verwandter von

Frédéric taucht auf der Bildfläche

auf und stellt die Ergebnisse der

vorherigen Tests ernsthaft infrage.

Oh La La 2: Neue Tests, neues

Chaos wird seinem Titel also mehr

als gerecht …

#ohlala2

OH LA LA 2: NEUE TESTS, NEUES CHAOS

– COCORICO 2 KINOSTART 27.08.,

F 2026, REGIE Julien Hervé, MIT Christian

Clavier, Didier Bourdon, Sylvie Testud,

Chloé Coulloud, Marianne Denicourt,

FILMLÄNGE 92 Min., © Filmladen


Schwierige Wahrheiten

„Im Spiegel meiner Mutter“:

Corinna Harfouch räumt auf.

Bei Ausgrabungen im Moor macht die Archäologin

und Universitätsprofessorin Ursula

Scheuner einen sensationellen Leichenfund,

was ihr Hoffnung macht, ihr finanziell marodes

Institut zu retten. Sich mit dem Fund auseinanderzusetzen,

ermöglicht es ihr aber auch, sich dem kürzlichen

Tod der Mutter (Hildegard Schmahl), zu der

sie ein schwieriges Verhältnis hatte, zu stellen. Jutta

Brückner zeigt eine Frau, die aufzuräumen hat –

auch mit ihren Erwartungshaltungen. Denn der Leichenfund

wird eher zum Problem als zur Rettung.

Und beim Aufräumen des Elternhauses beginnen

sich für Ursula die Grenzen zwischen Gegenwart

und Vergangenheit aufzulösen: Schuld, Trauer, Verletzungen

– alles bricht auf; auch durch Andeutungen

ihrer neuen Assistentin, die genau über Ursula

Bescheid zu wissen scheint. Jutta Brückner bewegt

sich mit weiblichen Fragestellungen auf sicherem

Terrain: Nach Tue recht und scheue niemand – Das

Leben der Gerda Siepenbrink (1975) und Hungerjahre

(1980) vollendet sie ihre

Trilogie über die Komplexität

von Mutter-Tochter-

Beziehungen. Sie wird

unterstützt von einer

feinen Besetzung:

Corinna Harfouch

trifft auf Hildegard

Schmahl und Carla

Juri.

#imspiegelmeinermutter

Schmerzhafte

Spurensuche

Mit „Romería“ erzählt Carla Simón

eine Geschichte, die ihrer eigenen

sehr nahe kommt.

Marinas Vater ist 1992 gestorben. Zumindest

glaubt die 18-Jährige das. „Nein, Marina,

wer hat dir das erzählt?!“ – 1987 sei es

gewesen, hier hätten sie ihn versteckt. Es ist in diesen

Tagen nicht das einzige Mal, dass die Familienchronik

revidiert wird. Marina (Llúcia Garcia) ist nach

dem frühen Aids-Tod der Eltern bei der Familie ihrer

Mutter in Katalonien aufgewachsen. Nun befindet

sie sich in Vigo an der spanischen Atlantikküste, wo

sie erstmals auf die Familie ihres Vaters trifft. Alles

ist verwirrend: Die vielen neuen Familienmitglieder,

die Emotionen, die ihr entgegenschlagen, die neue

Geschichtsschreibung. Es ist eine aufwühlende und

auch zärtliche Reise, die Carla Simón auf berührende

Weise inszeniert. Es ist eine Geschichte, die ihr nicht

fremd ist. Nach dem Tod ihrer Eltern lebte sie bei

ihrem Onkel und ihrer Tante. „Für viele ist Familie

etwas, das einfach da ist, aber bei mir mussten sich

diese Beziehungen erst aufbauen. Romería ist vor

allem ein Film über die Erinnerung und über das

Bedürfnis, uns selbst zu erklären und eine Erzählung

zu finden, die dem, was wir sind, einen Sinn gibt.

Aber er kommt auch aus einem gewissen Gefühl der

Vergeblichkeit: Was passiert, wenn man diese Erzählung

nicht hat, wenn dir niemand um dich herum

überzeugend sagen kann, woher du kommst und wer

du bist? Bei mir war das Kino das Werkzeug, um mir

diese Erzählung zu erfinden, sie für mich selbst zu

bauen.“ Premiere im Wettbewerb von Cannes 2025.

#romeria

ROMERÍA – DAS TAGEBUCH MEINER MUTTER

KINOSTART 14.08., ES/D 2025, REGIE Carla Simón,

MIT Llúcia Garcia, Mitch, Tristán Ulloa, FILMLÄNGE

114 Min., © Filmladen

IM SPIEGEL MEINER MUTTER KINOSTART 28.08., D 2026,

REGIE Jutta Brückner, MIT Corinna Harfouch, Carla Juri,

Hildegard Schmahl, FILMLÄNGE 95 Min., © Filmladen

DOT.MOVIE 45


FAMILY

AFFAIRS

Immer mehr

Eskalation vorprogrammiert: „Eine stürmische Affäre“.

Die Filmgeschichte ist voll

von Warnungen, die uns

raten: tief durchatmen,

kalt duschen – und besser auf

die Versuchung verzichten und

die Idee von der Affäre wieder

ziehen lassen. Die Folgen könnten

nämlich so desaströs ausfallen wie

in den Drehbüchern von Filmen

wie Eine verhängnisvolle Affäre,

Match Point, Body Heat, Wenn

der Postmann zweimal klingelt

und Untreu. Nun gesellt sich ein

weiteres abschreckendes Beispiel

dazu. Ausgerechnet ein Seismologe,

der also schon allein von

Berufs wegen wissen sollte, was

Amplituden bedeuten, stürzt sich

in eine Affäre, als sich die Gelegenheit

auftut. Die jüngere Frau,

Lea, selbst verheiratet und Mutter,

gibt sich nicht mit diskreten Treffen

in Hotelzimmern zufrieden.

Immer obsessiver drängt sie sich

in Roccos Privatleben. Sie beginnt

sogar heimlich Roccos Ehefrau

Cecilia, eine Psychotherapeutin,

aufzusuchen. Ein einziges Spiel

mit dem Feuer …

THEMEN FÜR UNS ALLE

Drehbuchautorin Ludovica

Rampoldi (Gomorrah, Primavera,

Il Traditore) begeht mit dem

eskalierenden Stoff ihr Regiedebüt.

Sie verfilmt eine Geschichte, die sie

bereits vor über 20 Jahren schrieb

und die „immer heftiger anklopfte“.

Sie beschäftigt sich gern mit

Politischem, fürs Regiedebüt fiel

die Wahl auf emotionale Fragestellungen.

„Entscheidend ist nicht,

wovon man erzählt, sondern wie.

Auch scheinbar leichte Themen

kann man originell behandeln.

Fragen wie: ‚Was tun wir, wenn wir

betrogen werden?‘, ‚Kann man jemanden

betrügen, den man liebt?‘

betreffen uns alle. Ich wollte sie

auch mit Leichtigkeit behandeln“,

so die Neoregisseurin, die sich

nicht nur von Genrefilmen oder

von Kollegen wie Woody Allen

und Bernardo Bertolucci inspirieren

ließ, sondern auch von Essays

und … Leserbriefen, „die immer

eine nützliche und interessante

Quelle sind“.

Zu Rocco wird Adriano Giannini

(Swept Away, Supersex), zu Roccos

Verhängnis – Journalistin Lea –

wird Pilar Fogliati (Follemente).

#einestürmischeaffäre

EINE STÜRMISCHE AFFÄRE –

BREVE STORIA D‘AMORE

KINOSTART 17.07., I 2024,

REGIE Ludovica Rampoldi, MIT Valeria

Golino, Pilar Fogliati, Adriano Giannini,

Giulia Maenza, Selena Caramazza,

FILMLÄNGE 98 Min., © Filmladen

46 DOT.MOVIE


Nostalgisch-heitere Hommage

Mit einer Brieffreundschaft nimmt ein Film seinen Auftakt,

der vom Wandel der Zeit erzählt: „The Stories“.

Im Ägypten des Jahres 1967

– eine Zeit der Unruhen, des

Krieges, der Veränderungen

– trudelt ein Brief aus Österreich

ein: Liz, von den Brüdern sogleich

Elizabeth Taylor genannt, hat

Ahmed geantwortet, und eine

Brieffreundschaft, die romantische

Gefühle zum Keimen bringt,

nimmt ihren Lauf. Ahmed träumt

von einem Leben als Pianist, und

Liz glaubt an diesen Traum. Regisseur

Abu Bakr Shawky begleitet

mit seinem dritten Spielfilm

seine Figuren über Jahrzehnte: Er

erzählt vom Weltgeschehen und

von Familiendramen, von gesellschaftlichem

Druck, von Umbrüchen,

vom Leben. Als Inspiration

diente seine eigene Familie,

lernten sich seine Eltern – der

Vater ein Ägypter, die Mutter eine

Österreicherin – doch über Briefe

kennen. „Es sollte eine Hommage

an sie und ihre Liebesgeschichte

werden, aber im Entstehungsprozess

ist eine fiktionale Version

daraus geworden: Denn zusätzlich

zu ihrer Geschichte habe ich alle

Familiengeschichten, die ich im

Laufe meiner Kindheit über Onkel,

Tanten und Nachbarn gehört

habe, in den Film eingebaut.“ Das

Ergebnis ist heiter, nostalgisch

und prall gefüllt mit Leben.

#thestoriesfilm

THE STORIES KINOSTART 10.07.,

A/F/BE/EGY/SE 2025, REGIE Abu Bakr

Shawky, MIT Amir El-Masry, Valerie Pachner,

Nelly Karim, Ahmed Kamal,

FILMLÄNGE 120 Min., © Filmladen

Eberhofer. Birkenberger. Dreamteam.

Nach dem Bestseller von Rita Falk

AB 13. AUGUST

NUR IM KINO

Lisa Maria Potthoff Sebastian Bezzel Simon Schwarz

DOT.MOVIE 47


Weiter träumen

„A Sad and Beautiful World“:

Pläne schmieden im Libanon.

Zur gleichen Zeit im selben Krankenhaus

kommen Nino und Yasmina zur Welt. In der

Schule werden sie zu Vertrauten, die große

Pläne schmieden: Die Kinder wollen gemeinsam

Beirut verlassen. Aber Yasmina wird zur Fahrt mit

dem „magischen“ Zug nicht erscheinen. Erst

25 Jahre später kreuzen sich ihre Wege wieder –

erneut sind die Gefühle und die Pläne groß: eine

Familie gründen, allen Krisen zum Trotz.

„A Sad and Beautiful World schöpft aus meinen

Erfahrungen als Kind im Libanon der bewegten

1990er- und frühen 2000er-Jahre“, erklärt Regisseur

Cyril Aris. „Der Film erzählt die Geschichte von

Nino und Yasmina, deren Beziehung das ständige

Pendeln des Landes zwischen Hoffnung und Verzweiflung

widerspiegelt. Während sich der Libanon

im Kreislauf von Aufschwung und Zerstörung

dreht, begleiten wir diese beiden Liebenden auf

ihrem Weg durch Romantik, bittere Realität und die

universelle Frage, ob man in einer ungewissen Welt

Kinder kriegen sollte.“ Während Nino Sehnsucht

nach dem Libanon der Vergangenheit hat, gärt in

Yasmina der Wunsch nach einem Neuanfang, anderswo.

Aris schafft mit Hilfe seiner wunderbaren

Besetzung – Mounia Akl und Hasan Akil – einen

bewegenden Film, der in Venedig (Sektion „Giornate

degli Autori“) mit dem People’s Choice Award

ausgezeichnet wurde.

#asadandbeautifulworld

Von der Liebe

im Jahr 2018

Anna Roller verfilmt Leif Randts kühl erzählten

Bestseller „Allegro Pastell“.

Die Mittdreißiger Tanja und

Jerome führen eine Fernbeziehung,

die von der

Deutschen Bahn und regem

digitalen Nachrichtenaustausch

zusammengehalten

wird. Von ihrem Auf und

Ab erzählt Regisseurin Anna

Roller (Dead Girls Dancing) –

frei nach dem Roman von Leif

Randt (der auch das Drehbuch zur

Verfilmung verfasst hat) – in wehmütigem

Ton. Mit ihren Figuren musste Roller erst mal

warm werden: „Anfänglich waren mir die Figuren

erstaunlich unsympathisch. Ich wollte mich nicht

mit ihnen identifizieren, fand sie arrogant und unpolitisch.

Doch je länger ich las, desto mehr erkannte

ich mich oder Menschen aus meinem Umfeld in

ihnen wieder – auf unbequeme Art vielleicht, aber

doch geradezu sezierend genau beobachtet.“ Am

Ende des Romans, „als ich von Tanjas Abschiedsbrief

unglaublich berührt war, merkte ich, dass genau das

die Aufgabe einer Verfilmung wäre: dieses Spannungsfeld

eines kühlen Erzählens auf die Leinwand

zu bringen, bei dem man schließlich doch um das

Ende dieser Liebe weinen möchte“. Zu den Liebenden

werden Jannis Niewöhner (22 Bahnen) und

Sylvaine Faligant (Club Europa).

#allegropastell

A SAD AND BEAUTIFUL WORLD KINOSTART 20.08.,

Libanon/USA/D/Saudi Arabien/Katar 2025,

REGIE Cyril Aris, MIT Mounia Akl, Hasan Akil,

FILMLÄNGE 110 Min., © Stadtkino Wien

ALLEGRO PASTELL KINOSTART 03.07., D 2026,

REGIE Anna Roller, MIT Jannis Niewöhner,

Sylvaine Faligant, Luna Wedler, Haley Louise Jones,

FILMLÄNGE 100 Min., © Filmladen

48 DOT.MOVIE


MEET

CUTE

The Search

„One Night Only“: Callum Turner trifft auf Monica Barbaro.

Die „Purge Night“ als

Romantic Comedy?

Während in der dystopischen

Thriller-Reihe The Purge

eine Nacht im Jahr Mord und

Totschlag erlaubt sind, leben die

Figuren von Will Glucks (Wo

die Lüge hinfällt) neuem Film in

einer Welt, in der vorehelicher Sex

nur in einer Nacht pro Jahr legal

ist. Ausgerechnet an diesem hormonell

höchst aufgeladenen Tag

treffen in New York City Allie und

Owen aufeinander. Eigentlich suchen

beide nicht nach schnellem

Sex. Allie wollte den Abend mit

ihrer besten Freundin verbringen,

ehe diese die Lust überkommt und

sie mit einem eben noch Fremden

abrauscht, und Owen ist äußerst

frischgebackener Single: Er wollte

seiner Freundin einen Antrag

machen, aber diese verbringt die

Nacht lieber … anderweitig. In

dieser „schlimmsten Nacht des

Jahres“, in der alle herumlaufen

„wie Hühner, denen die Köpfe

abgehackt wurden“ (wie Gluck

es formuliert), hat das Schicksal

einiges mit Allie und Owen vor

und führt sie immer wieder zueinander

ALLEGORIE AUF DAS DATING

Monica Barbaro (Like a Complete

Unknown) und Callum Turner

(Eternity, Phantastische Tierwesen

und wo sie zu finden sind) bewegen

sich durch eine Nacht, in der ganz

New York auf den Beinen zu sein

scheint. Zum Beispiel auch Maya

Hawke (Stranger Things), Julia Fox

(Der schwarze Diamant) und Molly

Ringwald (The Breakfast Club).

Vom Vergleich mit The Purge

will Gluck nichts hören: „Es geht

weniger um den Sexualakt als

vielmehr um das Streben danach“,

sagt er in einem Interview über

seine Romantic Comedy. „Wenn

man das also mit The Purge

vergleichen wollte, wäre es so,

als würde man 12 Stunden lang

darüber nachdenken, wen man

ermorden soll, anstatt den Mord

an sich zu begehen.“

„Ja, es ist ein High-Concept-

Film und in gewisser Weise eine

ziemlich verrückte Prämisse“,

meint Hauptdarstellerin Barbaro.

„Aber es ist mehr als nur eine

Geschichte über Sex – es ist eine

Geschichte über das Dating. Es

ist eine Art Allegorie auf das

Dating und darauf, wie intensiv es

sein kann, wenn man nach einer

echten Verbindung zu jemandem

sucht. Ich finde, man kann sich

damit sehr gut identifizieren. Es

wird durch diese Prämisse einer

einzigen Nacht nur noch verstärkt.“

#onenightonly

ONE NIGHT ONLY KINOSTART 27.08.,

USA 2026, REGIE Will Gluck, MIT Monica

Barbaro, Callum Turner, Maya Hawke,

Julia Fox, Molly Ringwald, © UPI

DOT.MOVIE 49


Horror mit Tentakel

Ein Monsterspektakel im norwegischen Fjord: „Kraken – Erwachen der Tiefe“.

Aus einem Routineauftrag

wird ein Albtraum:

Meeresbiologin Johanne

(Sara Khorami, Nothing to Laugh

About) wird zum tiefsten Fjord

Norwegens gerufen, wo die Wildlachse

in großer Zahl sterben.

Leider nicht nur die Wildlachse,

wie sich auf erschreckende Weise

zeigt: Auch Menschen beginnen

zu verschwinden. Bald zeigt sich

ein Zusammenhang mit Gier: eine

für die Lachszucht eingesetzte

Schalltechnologie hat den mythischen

Kraken erweckt, ein uraltes

Monster aus der Tiefe …

FEINSTES CREATURE-

FEATURE

Vom preisgekrönten Bestseller-

Sachbuch (Sy Montgomery:

„Rendezvous mit einem Oktopus“)

bis zum Oscar-prämierten Netflix-

Hit (Mein Lehrer, der Krake) ist in

den letzten Jahren viel unternommen

worden, um aufzuzeigen, wie

extrem intelligent und empfindsam

der Krake ist. Und jetzt das! –

Jetzt wird das Tier mit den drei

Herzen, neun Gehirnen und acht

Armen aus dem Blickwinkel eines

jahrhundertealten Mythos betrachtet:

dem des furchterregenden,

monströsen, alles verschlingenden

Seeungeheuers.

Pål Øie und Sjur Aarthun etablieren

mit Kraken – Erwachen der

Tiefe quasi Norwegens Monsterverse-Beitrag.

Im nordischen

Horrorfilm reichen die tödlichen

Saugnäpfe in den abwegigsten

Winkel: Das mythologische

Ungeheuer zieht eine Schneise der

Verwüstung durch das Polarmeer.

Ein klaustrophobischer Überlebenskampf

gegen eine prähistorische

Macht nimmt seinen Lauf …

Kraken ist feinstes Creature-

Feature, Survival-Thriller und Sci-

ence Fiction in einem. Und dazu

gibt’s – in malerischer Szenerie

– noch eine Prise Gesellschaftskritik.

Ohne die menschliche Hybris

und kapitalistische Gier – alles für

den „Premium-Lachs“! – wäre es

gar nicht erst zum spektakulären,

CGI-gespickten Überlebenskampf

gekommen …

#Kraken

KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE

KINOSTART 23.07., NO 2026,

REGIE Pål Øie, Sjur Aarthun, MIT Sara

Khorami, Mikkel Bratt Silset, Ingvild Holthe

Bygdnes, Øyvind Brandtzæg, FILM­

LÄNGE 94 Min., © Einhorn Film

50 DOT.MOVIE


Wenn der Eismann

zweimal klingelt

Prinzipiell ist es ja wunderbar,

wenn uns der Mann im Eiswagerl den

Sommer versüßt. Wenn das Eis aber nach

Blut schmeckt, dann ist es wohl der

„Ice Cream Man“.

Ich will, dass das der verrückteste Film wird, den

ich je gemacht habe. Ich möchte sogar Hostel,

Cabin Fever und The Green Inferno in Sachen

Wahnsinn und Grenzüberschreitung übertreffen“,

posaunte Eli Roth, Regisseur und Drehbuchautor

von Ice Cream Man, anlässlich eines Interviews

fröhlich in die Welt. Damit hat er sich die Latte

ziemlich hoch gelegt – und das mit Anlauf: „Diese

Idee spukt mir seit über 20 Jahren im Kopf herum.

Die Studios hatten damals Angst vor meinen ersten

Entwürfen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, die

Grenzen weiter zu verschieben als jemals zuvor.“

Dabei kann man den Slasher durchaus auch als

eine Art albtraumhafte Verkehrung amerikanischer

Vorstadt- und Sommerferienidyllen sehen.

Oder, wie Roth es ausdrückte: „Das Ganze ist wie

Die Vögel – nur mit Kindern.“ Die Dreharbeiten

dürften jedenfalls für Außenstehende ziemlich

unkonventionell gewirkt haben. „Wir hatten über

hundert Kinder am Set, die komplett durchgedreht

sind – mit Äxten, Werkzeugen und jeder Menge

Chaos. Es war total verrückt“, freut sich Roth und

ist überzeugt: „Das ist mein bislang verstörendster

und wahnsinnigster Film.“

#icecreamman

THE

HORROR

Den Spieß umdrehen

„Insidious: Out Of The Further“ versucht,

die Mythologie der Serie auf die Spitze zu

treiben und kann als sechster Teil der Reihe

mit handfesten Überraschungen aufwarten.

Fans des Insidious-Universums dürfen sich

auf ein paar aufregende Neuerungen freuen,

denn die Geschichte um Familie Lambert

dürfte nun abgeschlossen sein. Stattdessen steht

nun eine völlig neue Figur im Mittelpunkt: Gemma

(Amelie Eve), eine alleinerziehende Mutter. Dafür

kommt eine gute alte Bekannte mehr oder weniger

zurück – nämlich Elise Rainier. Das Kuriose daran:

Elise ist zwar in der Filmwelt längst tot, trotzdem

ist sie seit Jahren eine wichtige Figur der Reihe. Ihre

Darstellerin Lin Shaye erklärte in einem Interview,

dass Elise diesmal erneut als spirituelle Wegweiserin

fungiert; außerdem offenbarte Shaye, dass die

geheimnisvolle Welt von „The Further“ selbst nach

16 Jahren für sie noch immer rätselhaft sei.

Das könnte jedenfalls der bislang gruseligste Teil

der Reihe werden. Dafür sorgt schon allein folgendes

Novum: Gemma findet heraus, dass sie nicht

nur in „The Further“ reisen, sondern die Wesen von

dort auch in die reale Welt mitbringen kann. Damit

wird aus dem sonst abgeschotteten Geisterreich

eine direkte Bedrohung für die Wirklichkeit – der

Spieß wird also umgedreht.

#insidious

ICE CREAM MAN KINOSTART 06.08., USA 2026, REGIE

Eli Roth, MIT Ari Millen, Eli Roth, Benjamin Byron Davis, Karen

Cliche, Dylan Hawco, FILMLÄNGE 86 Min., © Constantin Film

INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER KINOSTART 21.08.,

USA 2026, REGIE Jacob Chase, MIT Amelia Eve, Lin Shaye,

Brandon Perea, Maisie Richardson-Sellers, Sam Spruell,

FILMLÄNGE 110 Min., © Sony Pictures

DOT.MOVIE 51


Dieser Film will wehtun

„Evil Dead Burn“ ist das brutalste Kapitel der nicht für schwache

Nerven geeigneten Reihe. Regisseur Sébastien Vaniček will diesmal

allerdings noch weiter gehen – und Grenzen sprengen.

Wenn ein Regisseur

seinen nächsten Film

so ankündigt, wie es

in diesem Falle Sébastien Vaniček

tat, dann darf man sich schon mal

warm anziehen: „Ich habe dem

Studio gesagt, dass ich einen bösartigen

Film machen will. Einen

Film, der wehtut und einen völlig

erschöpft zurücklässt“, gewährte

Vaniček unlängst im Rahmen

eines Interviews Einblick in seine

Vision.

Das passt ausnehmend gut

zur Tradition der Reihe, denn

bereits Sam Raimis Original von

1981 war bekannt dafür, Grenzen

auszutesten. Vaniček setzt diesen

Ansatz als kompromisslosen

Albtraum fort und könnte sich

als eine wohltuende Infusion von

frischem Blut erweisen.

KÖRPERLICHE ERFAHRUNG

In eine ähnliche Kerbe schlägt

nämlich durchaus eine weitere

Aussage des Meisters. „Ich möchte

ein körperliches, beinahe sinnliches

Horrorerlebnis schaffen, das

die Zuschauer physisch und emotional

auslaugt“, stellte Vaniček

gegenüber „GamesRadar+“ klar.

Für das erste Date empfiehlt sich

der Streifen also nur bedingt; es

sei denn, es haben sich zwei eingefleischte

Horror-Nerds gefunden

– dann könnte der Film nämlich

durchaus der Beginn einer großen

Leidenschaft werden. Dabei geht

es dem Filmemacher gar nicht so

sehr um die so populären Schockmomente,

sondern eher darum,

dass die Story auch noch nach

dem Kinobesuch nachwirken soll.

Genau das macht Evil Dead

Burn aber auch so interessant:

Nach dem Waldhütten-Horror

von The Evil Dead (1981), dem

unerbittlichen Remake von 2013

und dem Hochhaus-Albtraum

Evil Dead Rise (2023) erhält mit

Sébastien Vaniček nun erneut ein

neuer Regisseur die Möglichkeit,

der Reihe seinen eigenen Stempel

aufzudrücken – und der hat seine

Regiearbeit redlich dazu genutzt,

quasi auf seinem ganz persönlichen

Experimentierfeld die

Grenzen des Grauens ordentlich

auszuloten. Folgerichtig meint er

zu der Reihe: „Evil Dead ist für

Filmemacher wie ein kreativer

Spielplatz – ein mutiges Labor für

alles, was roh, brutal und grenzüberschreitend

ist.“

#evildeadburn

EVIL DEAD BURN KINOSTART 09.07.,

USA 2026, REGIE Sébastien Vaniček, MIT

Souheila Yacoub, Tandi Wright, Hunter

Doohan, Luciane Buchanan, Errol Shand,

FILMLÄNGE 115 Min., © Sony Pictures

THE

HORROR

52 DOT.MOVIE


Instant Classic

Auf den Punkt: die Meta-

Horror-Komödie „Teenage Sex

and Death at Camp Miasma“.

Nach unzähligen lieblosen

Beiträgen will eine ambitionierte

Jungregisseurin

dem Slasher-Franchise eine würdige

Wiederbelebung verpassen.

Dafür besucht sie den einstigen

Star der Originalfilme (wunderbar

abgründig: Gillian Anderson,

Sex Education) an ihrem aufge-

ladenen und recht exzentrischen

Wohnort: dem einstigen Drehort.

Es beginnt ein Tête-à-Tête, das

von Begehren und Wahnvorstellungen

gespeist ist. Jane Schoenbrun

(I Saw The TV Glow) bekam

für ihre furiose Arbeit die Queer

Palm in Cannes.

#campmiasma

TEENAGE SEX AND DEATH AT

CAMP MIASMA KINOSTART 20.08.,

USA/CAN 2026, REGIE Jane

Schoenbrun, MIT Gillian Anderson,

Hannah Einbinder, FILMLÄNGE 112 Min.,

© Filmladen

Ist es nicht süß?

Eine Horrorparabel über Mutterschaft: „Nightborn“.

Auf den düsteren Body-

Horror-Coming-of-Age-

Film Hatching (2022) folgt

die nächste Genreperle von Hanna

Bergholm: In Nightborn ziehen

Saga (Seidi Haarla, Abteil Nr. 6) und

ihr britischer Ehemann Jon (Rupert

Grint, Harry Potter) mit dem

Traum von der perfekten Familie

in den finnischen Wald. Hier hat

Saga den Großteil ihrer Kindheit

verbracht. So perfekt ist das Szenario

in Sagas Kopf schnell nicht mehr:

Sie weiß, dass mit ihrem Baby etwas

nicht stimmt, einem Baby, das recht

haarig, lichtempfindlich und mehr

an Blut als an Muttermilch interessiert

zu sein scheint. Premiere im

Wettbewerb der Berlinale 2026.

#nightborn

NIGHTBORN – YÖN LAPSI KINOSTART

06.08., FI/LT/F/GB 2026, REGIE Hanna

Bergholm, MIT Seidi Haarla, Rupert Grint,

FILMLÄNGE 92 Min., © Alamode Film

Absoluter Crowd-Pleaser

Ein dringlicher Wunsch wird zur albtraumhaften „Obsession“.

Bear (Michael Johnston, Teen

Wolf), zu schüchtern für

die Frage nach einem Date,

nimmt den direkten Weg zum

Herzen seiner Arbeitskollegin und

guten Freundin Nikki (Inde Navarrette):

Er wünscht sich mit Hilfe

eines Tools aus einem Esoterikladen,

dass Nikki ihn mehr lieben

möge als alles andere auf der Welt.

Natürlich sollte man Wünsche

erst mal zu Ende denken, ehe man

sie sehnüchtig ausspricht – denn

natürlich wird Nikkis Fixierung

auf Bear schnell zum absoluten

Albtraum …

YouTuber/Filmemacher Curry

Barker hat mit seinem konsequenten,

originellen Film einen

wahren Hype hingelegt: Obsession

(Budget: 750.000 US-Dollar) ging

(wie schon sein Vorgängerfilm

Milk & Serial) viral – weltweit hat

er bereits 242 Mio. US-Dollar (!)

eingespielt …

#obsession2025film

OBSESSION KINOSTART 25.06., USA

2025, REGIE Curry Barker MIT Michael

Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson,

Megan Lawless, Andy Richter, FILMLÄNGE

109 Min., © Universal Pictures International

DOT.MOVIE 53


Die Zukunft ruft

„Vaiana“ kehrt zurück – realverfilmt und mit altbekannter Entschlossenheit.

Als Halbgott Maui: Dwayne Johnson.

Aladdin (2019), Mulan

(2020), Das Dschungelbuch

(2016), Die Schöne und das

Biest (2017), Der König der Löwen

(2019), Arielle, die Meerjungfrau

(2023), Schneewittchen (2025) … –

Die Liste der Filme des Repertoires

aus dem Hause Disney, die eine

„Live-Action-Neuverfilmung“ erlebt

haben, könnte noch fortgesetzt werden.

Zum Beispiel mit dem jüngsten

Beispiel, das ab 9. Juli im Kinoprogramm

zu finden sein: Das Abenteuer

des Mädchens Vaiana, ihres

Zeichens Fernweh auf zwei Beinen,

wird realverfilmt neu interpretiert.

Die fantasie- und kraftvolle

Geschichte der Selbstermächtigung

feierte erst 2016 als Animationsfilm

ihre Premiere.

Die Australierin Catherine

Laga’aia (The Lost Flowers of

Alice Hart) folgt als Titelheldin

gemeinsam mit ihrem CGI-Hahn

Hei Hei dem Ruf des Ozeans und

wagt sich erstmals über das Riff

ihrer Heimatinsel Motunui in Polynesien

hinaus – um die Zukunft

ihres Volkes zu sichern. Sie selbst

ist die designierte Nachfolgerin

des Stammeshäuptlings, ihres

Vaters Chief Tui (John Tui). Während

der Ozean für Vaiana wie ein

Freund ist, bedeutet er für ihren

Vater nur Unheil und Tod. Doch

durch ihre Großmutter hatte Vaiana

erfahren, dass die Vorfahren

des Volkes Seefahrer waren …

UNWILLIGER HALBGOTT

Dabei macht die junge Abenteurerin

sich vor allem auf die Suche

nach dem berühmt-berüchtigten

Halbgott Maui, ein frecher Formwandler,

mit dem der Austausch

gar nicht so einfach ist. Maui

hatte das „Herz“ der Göttin Te Fiti

geklaut – ein magisches Pouamu.

Dass sich Te Fiti aus Zorn in das

Lavamonster Te Ka verwandelt

hat, hatte verheerende Folgen für

das Ökosystem. Vaiana zieht aus,

das Herz zurückzuholen … Warum

Maui mit einer Sterblichen

gemeinsame Sache machen sollte,

54 DOT.MOVIE


KIDS

& FAMILY

ist ihm aber ziemlich unklar.

Diesem Halbgott, über dessen

Körper quirlig aussagekräftige

Tätowierungen turnen, hat im

animierten Originalfilm Dwayne

Johnson seine Stimme geliehen.

Bei der Realverfilmung ist er auch

wieder mit dabei und spielt diese

Naturgewalt nun mit all seiner

beeindruckenden Körperlichkeit.

Nicht nur Mauis Tätowierungen

haben Charakter, sondern

auch der Ozean, der zu einem

maßgeblichen Protagonisten wird

und auf Vaianas Seite agiert. Für

eine Realverfilmung eine tolle

Spielwiese – Regisseur Thomas

Kail (Hamilton, Fosse/Verdon)

darf sie umsetzen. Er inszeniert

das große, prall gefüllte Abenteuer

mit Verve. All die beliebten

Figuren erfahren ein zweites

Leben auf der Leinwand …

Produziert wurde das Wiedersehen

mit Vaiana und Co. u.a.

von Dwayne Johnson und Kails

Hamilton-Mitstreiter Lin-Manuel

Miranda. Miranda (In the Heights)

steuerte auch Original-Songs zur

Neuauflage von Vaiana bei.

#vaiana

VAIANA – MOANA (LIVE ACTION)

KINOSTART 09.07., USA 2026,

REGIE Thomas Kail, MIT Catherine Laga’aia,

Dwayne Johnson, FILMLÄNGE 120 Min.,

© The Walt Disney Company

EIN DINO-STARKES ABENTEUER

AB 6. AUGUST

AB 6. AUGUST NUR IM KINO

DOT.MOVIE 55


Mission: niedlich

Ein Comicheld erobert die Leinwand: ein niedliches „Marsupilami“-Baby.

KIDS

& FAMILY

Der moralisch sehr

fragwürdig agierende

Boss (Jean Reno) schickt

seinen Angestellten David

(Philipp Lacheau) auf einen

Trip nach Südamerika, er dürfe

auch seine Familie mitnehmen.

Natürlich fragt der sogleich, wo

der Haken ist. Der Haken ist, dass

er sowieso keine Wahl hat, weil er,

wenn er nicht fährt, den Hyänen

im Zoo zum Fraß vorgeworfen

wird, und außerdem, dass der

Trip dazu dient, ein Paket zu

schmuggeln. Lediglich drei Regeln

solle David befolgen. Regel #1:

Er dürfe das Paket nicht öffnen.

Regel #2: Er solle gut darauf

aufpassen. Regel #3: Er solle sich

so diskret wie möglich verhalten.

Sehr zum Glück des Publikums

gelingt es David, keine einzige

der Regeln einzuhalten. Denn

so lernen wir ein entzückendes

Kerlchen kennen: ein niedliches

Marsupilami-Baby. – Comicleser

könnten dieses Wesen bereits kennen:

der belgische Comiczeichner

André Franquin hat es 1952 in

„Spirou und Fantasio“ erdacht, ab

1988 wurde das schwarzgefleckte

gelbe Tier in einer eigenen Serie

international bekannt.

Nun bekommt der Comicheld

also ein animiertes Abenteuer

verpasst: ein Kinospaß für die

ganze Familie.

ANIMATRONIK-ABENTEUER

Für den Zooangestellten David

wird es weniger spaßig: Die Reise,

die nur der Tarnung dient, findet

unter zusätzlich komplizierten

Vorzeichen statt: Zwischen David

und seiner Ex-Frau Tess (Élodie

Fontan) läuft es nicht gerade rund,

aber Sohn Léo (Corentin Guillot)

wünscht sich nichts sehnlicher als

gemeinsame Ferien mit Mama und

Papa. Er stellt aber eine Bedingung:

Sie dürfen nicht streiten!

Dazu kommt das Paket, das er

transportieren soll: Das entpuppt

sich als heiß begehrt – von allen

Seiten tauchen Jäger und Be-

schützer des ebenso legendären

wie niedlichen Lebewesens auf.

Mit all denen ist nicht zu spaßen.

Als das Marsupilami aus dem

Paket herausschlüpft, beginnt

ein chaotisches Animatronik-

Abenteuer (ohne CGI-Einsatz)

voller Überraschungen, das in

Frankreich mit einer Mischung

aus Gags, vergnüglichen Klamauk

und großen Emotionen über 6

Mio. Zuschauer ins Kino lockte.

Jetzt zieht das putzige Kerlchen

aus, das österreichische Publikum

im Sturm zu erobern …

#marsupilami

MARSUPILAMI KINOSTART 20.08.,

F 2025, REGIE Philippe Lacheau,

MIT Philippe Lacheau, Jamel Debbouze,

Tarek Boudali, Élodie Fontan, FILMLÄN-

GE 99 Min., © Panda Lichtspiele

56 DOT.MOVIE


Die Technik übernimmt

unser Zuhause“, wird Jessie

schmerzhaft bewusst.

Die bittere Wahrheit lautet: Ihr

Menschenkind Bonnie hat sie

und all die anderen Spielzeuge

den ganzen Sommer über kaum

angeblickt – genauer gesagt, seit

Lilypad (Stimme: Greta Lee) aus

einem Karton gefischt wurde und

ins Kinderzimmer eingezogen ist.

Seither regieren keine abenteuerlichen

Rollenspiele mehr, sondern

alles dreht sich um Bildschirmzeit.

Um die Kinder der Nachbarschaft

steht es nicht anders:

Die abgelegten oder vergessenen

Spielzeuge häufen sich. Jessie,

Woody, Buzz Lightyear und Co.

wissen: Sie müssen schleunigst

etwas unternehmen, denn die

temperamentvolle Lilypad zeigt

sich alles andere als einsichtig,

dass es ein Problem gibt; Lilypad

hat ganz klare Vorstellungen davon,

was für ein achtjähriges Kind

am besten ist.

EIN KINDERZIMMER VON

HEUTE

„Ich war mir immer sicher, dass

mit Toy Story weitergemacht

wird, denn diese Welt ist einfach

Spielzeuge weg wischen?

Im fünften Kapitel der

Toy Story taucht die größte

nur denkbare Konkurrenz im

Kinderzimmer auf:

das Tablet.

so facettenreich“, sagt Regisseur

und Drehbuchautor Andrew

Stanton, der die Geschichten

zu allen bisherigen Toy Story-

Filmen formte. „Die Spielzeuge

altern zwar nicht wirklich, aber

die Welt um sie herum schon. Es

kommt nicht oft vor, dass man

eine Filmidee hat, bei der die Zeit

ein interessanter Aspekt einer

Geschichte über Kindheit, Elternschaft,

Erwachsenwerden und den

Abschied von der Vergangenheit

ist. Die Spielzeuge sind die Beobachter

von allem.“

Stanton (WALL•E, Findet

Nemo, Findet Dorie) und seine

Co-Regisseurin Kenna Harris

(Ciao Alberto) manövrieren mit

dem fünften Film die 1995 begonnene

Toy Story-Reihe ins heutige

Kinderzimmer: das Kinderzimmer,

das von der Macht des Bildschirms

regiert wird. „Wir wollten

all den Spaß, die Spannung

und den Humor einbauen, den

man von einem Toy Story-Film

erwartet, uns aber auch auf einen

Aspekt der Kindheit konzentrieren,

den wir bisher noch nicht

erkundet hatten. Uns ist aufgefallen

– oder zumindest empfinden

wir es so –, dass Spielzeug im

Leben eines Kindes an Bedeutung

verloren hat. Ein Zimmer voller

Spielzeug, in dem elektronische

Geräte nicht dominieren, wirkt

heute fast schon altmodisch.

Wie wirkt sich diese veränderte

Dynamik auf das Kind aus, ganz

zu schweigen vom Spielzeug?“ Bei

der detailreich ausgestalteten Antwort

kommen alte Mitstreiter zu

Wort: Im Original sind Toy Story-

Veteranen wie Tom Hanks, Tim

Allen und Joan Cusack zu hören,

für die musikalische Untermalung

sorgt wieder Randy Newman. Einen

Original-Song steuert Taylor

Swift bei: „I Knew It, I Knew You“.

#ToyStory5

TOY STORY 5 KINOSTART 23.07.,

USA 2026, REGIE Andrew Stanton,

Kenna Harris, MIT Tom Hanks, Tim Allen,

Joan Cusack, Conan O’Brien, Greta Lee,

Keanu Reeves, FILMLÄNGE 102 Min.,

© The Walt Disney Company

DOT.MOVIE 57


Chaos nach Drehplan

Und Action: Wenn die Minions Hollywood erobern,

werden reihenweise Monster besetzt …

Wo genügend quirliges

Gelb auftaucht, regiert

das Chaos. Das wissen

wir nicht nur dank der Simpsons,

sondern vor allem, seit Illumination

Entertainment 2010 den Ich –

Einfach unverbesserlich-Kosmos

etabliert hat: Seither treiben die

kleinen Helferlein des Bösen, die

Minions, auf der Leinwand und

auf Bildschirmen ihr unvergesslich

spaßiges Unwesen. Wenn

Regisseur Pierre Coffin (der den

Minions seit Anbeginn seine

Stimme leiht) nun die Minions

nach Hollywood schickt, beginnt

eine gewaltige Odyssee: Denn

nicht nur die Filmwelt, sondern

gleich der ganze Planet steht kurz

vor der Verwüstung, wenn sich

die Minions an die Realisierung

von Storyboards machen. Es sollte

nicht überraschen, dass ein Minion

am Regiestuhl einen Monsterfilm

realisieren möchte – und

dass seine Pläne dann ordentlich

eskalieren … Pierre Coffin darf

also nicht nur die Minions, sondern

auch eine ausufernde Riege

wüster Monster auf die Leinwand

loslassen. Er wird seinen Sommerblockbuster

mit einer ordentlichen

Menge Anspielungen auf die

Filmgeschichte würzen … In der

deutschen Fassung leihen u.a. Bill

und Tom Kaulitz sowie Christoph

Waltz ihre Stimmen.

#minionsmonster

MINIONS & MONSTERS KINOSTART

01.07., USA 2026, REGIE Pierre Coffin,

MIT Pierre Coffin, Allison Janney, Christoph

Waltz, Jeff Bridges, Jesse Eisenberg, Zoey

Deutch, FILMLÄNGE 85 Min., © UPI

KIDS

& FAMILY

Jurassic Paw

Neue Abenteuer für die Superwelpen:

Die Mitglieder der „PAW Patrol“ treffen auf Dinos.

Das ergibt gar keinen Sinn“,

finden die PAW-Patrol-

Welpen. „Da war keine

Insel auf der Karte!“ – Und doch

sind sie nach einem mysteriösen

Sturm auf einer üppig bewachsenen

tropischen Insel gelandet.

Sie werden gleich noch mehr

staunen, denn hier leben: Dinos!

Die Fellfreunde sind bereit zu

Erkundungen – und treffen auf

Rex, einen Welpen, der vor Jahren

auf der Insel gestrandet war und

sich seither zum Dino-Experten

entwickelt hat. Bald zeigt sich, wie

gut es ist, dass die Fellfreunde hier

gelandet sind, denn unversehens

warten reihenweise Herausforderungen

wie spannende Dinosaurier-Rettungsaktionen

– und es

gilt die Insel vor ihrem Erzrivalen

Bürgermeister Besserwisser zu

schützen: Der ist nämlich schon

dabei, den Abbau der natürlichen

Ressourcen der Insel zu planen …

Im Sommer wartet auf die

Einsatzkräfte auf vier Pfoten ihr

wohl größtes Abenteuer – und außerdem

ganz viele neue Freunde.

Wieder zeigt sich: „Kein Einsatz

zu groß, keine Pfote zu klein“,

selbst wenn man es mit gigantischen

Dinos zu tun bekommt …

#PawPatrolDinoFilm

PAW PATROL: DER DINO FILM – PAW

PATROL 3: THE DINO MOVIE KINOSTART

06.08., USA 2026, REGIE Cal Brunker,

FILMLÄNGE 40 Min., © Constantin Film

58 DOT.MOVIE


„Tad Stones und die Suche nach der Smaragdtafel“

Versehentlich überlebensgroß

Tollpatschiger Bauarbeiter auf archäologischer Mission,

die vierte: „Tad Stones und die Wunderlampe“.

Tad Stones ist zurück – der

tollpatschige Bauarbeiter,

der von einer Karriere als

Archäologe träumt. Eine vermeintlich

alte Cola-Flasche, die er

auf einer U-Bahn-Baustelle fand,

war der Auslöser seines ersten

Abenteuers (Tad Stones – Der

verlorene Jäger des Schatzes!,

2012), das ihn nach Peru und auf

die Suche nach der legendären

Inka-Stadt Paititi brachte. Ein

paar Jahre später meldete sich

Sara, seine Angebetete aus Teil 1,

und lud ihn zur Präsentation

einer fantastischen Entdeckung

ein. Damit nahm Tad Stones

und das Geheimnis von König

Midas (2017) seinen Lauf. In

seinem dritten Abenteuer (Tad

Stones und die Suche nach der

Smaragdtafel, 2022) bekam er es

mit einer Mumie zu tun, und nun

löst Tad versehentlich einen Fluch

aus. Hobby-Archäologe Tad will

eigentlich nur in aller Seelenruhe

seiner Leidenschaft für historische

Schätze nachgehen, doch dann

setzt er unversehens magische

Kräfte frei, die die ganze Welt

bedrohen. Gemeinsam mit Sara,

der pfiffigen Mumie, Hund Jeff

und dem schlagfertigen Papagei

Belzoni macht er sich auf eine

abenteuerliche Mission – auf der

Spur der legendären Wunderlampe.

Natürlich sind sie nicht

die einzigen, die hinter diesem

Wunderding her sind … Regisseur

Enrique Gato sorgt auch mit seinem

vierten Tad-Stones-Film für

liebevollen Slapstickhumor, rasante

Action und eine Menge Anspielungen

auf andere Abenteurer.

#tadstones

TAD STONES UND DIE WUNDERLAMPE –

TADEO JONES Y LA LÁMPARA

MARAVILLOSA KINOSTART 27.08., E 2026,

REGIE Enrique Gato, © Constantin Film

GROSSES KINO

MIT FAMILIÄREM FLAIR!

Willkommen in den Kinos Bludenz und Dornbirn.

# kinobludenz

www.kino-bludenz.at

# cinemadornbirn

www.cinema-dornbirn.at

DOT.MOVIE 59


AMORE UND BASTA! – 2 CUORI E 2 CAPANNE – 31.07.

Die neue Lehrerin für Literatur (Claudia Pandolfi) und der neue

Direktor (Edoardo Leo) staunen nicht schlecht, als sie einander

im Lehrerzimmer vorgestellt werden: Sie haben sich gerade

noch nackt gesehen. Sie setzen ihre Affäre fort, auch wenn

sie in einfach allem unterschiedlicher Meinung sind – zum

Beispiel über gesellschaftliche Machtverhältnisse, Pädagogik,

ein akzeptables Freizeitverhalten – und dann auch darüber, wie

das ausschauen soll, als ein Kind unterwegs ist … Wortreiche

Feel-Good-Komödie aus Italien.

INSEKTEN – HELDEN IM VERBORGENEN – 16.07.

„Kennst du das wahre Ausmaß deiner Welt?“, fragt

Erzählerin Katharina Thalbach mit ihrer markantsamtigen

Stimme. „Wie ist diese Welt, die du für

selbstverständlich hältst, entstanden?“ Es geht mit

dieser betörend sinnlichen Doku um Formen, Farben,

Bewegungen und 480 Mio. Jahre zurück in die Vergangenheit.

– Es geht in Nepomuk Pfaffs Film tief in einen

Mikrokosmos: in die Welt der Insekten.

MEIN LEBEN, MEIN DING – MA VIE, MA GUEULE – 17.07.

Über ihre Figur Barberie Bichette (Agnès Jaoui) sagte die 2023 nach

den Dreharbeiten 58-jährig gestorbene Regisseurin Sophie Fillières,

dass sie „vielleicht schön war, vielleicht geliebt wurde, vielleicht eine

große Liebhaberin war und eine gute Mutter für ihre Kinder“ – aber

jetzt ist sie 55 und hat zwar vieles erreicht, was ein „glückliches

Leben“ ausmacht, sie weiß aber noch immer nicht, wer sie ist und

was der Zirkus namens Leben überhaupt soll: Ihr Leben verkommt

immer mehr zu etwas Finsterem, etwas, das ihr Angst macht. Nach

einem Aufenthalt in der Psychiatrie wird sie aufbrechen, um etwas

zu ändern oder etwas zu finden: eine Reise Richtung Schottland.

Die Themen des Films sind Schwere und Orientierungslosigkeit, die

Suche nach der wirklichen Identität löste Fillières aber mit Humor.

Fillières Kinder Agathe und Adam Bonitzer stellten die abgedrehte,

autobiografisch gefärbte Komödie nach dem Tod der Mutter fertig.

LA HIJA CÓNDOR – 28.08. Álvaro Olmos Torricos

Film stürzt eine junge Frau in einen Konflikt: Clara

erlernt in einer abgeschiedenen Gemeinde in den Anden

die Hebammenkunst und kümmert sich mit ihrer

Lehrmeisterin – ihrer Adoptivmutter Ana – um die

schwangeren Frauen der Dörfer. Insgeheim träumt sie

aber von einem anderen Leben: davon, in die Stadt zu

gehen und als Sängerin berühmt zu werden …

60 DOT.MOVIE

WAS DIESE NATUR DIR SAGT – WHAT DOES THAT NATURE

SAY TO YOU – 31.07. Im 33. Film des südkoreanischen Regisseurs

Hong Sangsoo trifft Donghwa, ein junger Dichter aus Seoul, nach

drei Jahren Beziehung erstmals auf die Familie seiner Freundin Junhee.

Eigentlich will er sie nur zu ihren Eltern fahren, der Schwiegervater

in spe lädt ihn aber ein zu bleiben. Während der Alkohol fließt

und ein lustiger bis böser Film seinen Lauf nimmt, entblättert sich

das Innerste aller Figuren …


DOT.

ARTHAUS

DRACULA – 03.07. Dracula, wie Radu Jude (Bad Luck Banging

Or Loony Porn) ihn sieht: Es wird also ein exaltierter (170 Minuten

langer) Ritt, ein obszöner Rausch voller Verweise. Bram Stokers

Blutsauger trifft hier auf einen namenlosen Regisseur (Adonis Tanta),

der einen kommerziellen Dracula-Film aus transsylvanischer

Perspektive drehen soll, einen Strauß an KI-Halluzinationen und

libidinös-touristischen OnlyFans-Aktionismus – inkl. Jagd durch

den Mob, kurzum: Es wird die wildeste Auseinandersetzung mit

dem Blutsauger-Mythos, die bisher die Leinwand erblickte.

CHÉRI, ICH KOMME! – DIE ERFINDUNG DER LUST

– POUR LE PLAISIR – 23.07. Fanny (Alexandra Lamy)

und Tom (François Cluzet) sind seit über 20 Jahren glücklich

verheiratet, als Fanny damit rausrückt, nie in ihrem

Leben einen Orgasmus gehabt zu haben. Inspiriert von

ihrer Therapeutin möchte sie das nun ändern. Tom steigt

in das Vorhaben ein, aber (vorerst) anders als erwartet: Als

Ingenieur beginnt er, ihr mit Inbrunst einen Vibrator zu

bauen … Was absurd klingt, wird zur Komplizenschaft des

Paar, das – auch körperlich – eine neue Nähe entwickelt.

Regisseurin Reem Kherici erzählt die Entwicklungsgeschichte

des weltweit meistverkauften Sexspielzeugs – des

„Womanizers“– und verpackt sie als flotte RomCom über

weibliche Lust jenseits der Vulgarität.

© Polyfilm, Filmladen, Filmgarten, Camino Film

SO KLINGT DAS LEBEN – RONDALLAS

– 16.07. Zwei Jahre nach dem tragischen Untergang

eines Fischerbootes, bei dem sieben

der neun Besatzungsmitglieder ihr Leben

verloren, ist ein kleine Fischerdorf an der

galicischen Küste noch tief erschüttert. Im

Versuch, Halt zu finden, beschließt die Dorfgemeinschaft,

ihr traditionelles Musikensemble

wieder aufleben zu lassen. Ein Feel-Good-

Film zwischen Lachen und Weinen, mit einer

ordentlichen Prise Lebensfreude und Humor.

NOGA – 21.08. Doku über

„Israels aufsässigste Newcomerin“

(so der „Guardian“), zu deren Fans

Billie Eilish und Robbie Williams

zählen: die israelische Indie-Pop-

Sensation Noga Erez, die inmitten

des Krieges ihr erstes internationales

Studio-Album schreibt …

WOHIN DER WIND UNS

TRÄGT – WHERE THE

WIND COMES FROM –

26.06. Zwei beste Freunde in

Tunis – die quirlige Alyssa und

der zurückhaltende Mehdi –

träumen von einem anderen

Leben. Sie will ins Ausland

– weg von den familiären Verpflichtungen

–, er als Zeichner

in Tunesien Fuß fassen. Ein

Kunstwettbewerb auf Djerba,

als dessen Hauptpreis ein

Atelieraufenthalt in Deutschland

lockt, wird die Freunde

zu einem lebensverändernden

Roadtrip bringen. Durch Amel

Guellatys Langfilmdebüt weht

das enttäuschte Erbe des Arabischen

Frühlings. Melancholisch

und leicht zugleich.

DOT.MOVIE 61


Ein eindeutiges Must Cee!

Das Wiener Urania Kino hat sich erfolgreich ins URANIA

CEENEMA verwandelt: DIE Spielstätte für Kino aus Zentral- und

Osteuropa. Ausgewählte Tipps aus dem aktuellen Programm …

URANIA CEENEMA

Uraniastraße 1, 1010 Wien

Programm & Tickets

www.ceenema.eu

Auch mit nonstop-Kinoabo!

Auch über www.cineplexx.at

Kinders (Regie: Arash T. Riahi und Arman T. Riahi, A 2016)

Ein Programmschwerpunkt beschäftigt sich mit Wien als Welthauptstadt

der Musik – eine Schiene, die im Sommer auch an Touristen in

Wien denkt. U.a. sind dabei Adrian Goigingers Rickerl und Barbara

Alberts Licht zu sehen – aber auch Kinders: Die Riahi-Brüder

beobachten auf sehr berührende Weise ein ambitioniertes Musikausbildungsprojekt,

das Kindern und Jugendlichen aus prekären

Lebensverhältnissen hilft, persönliche und soziale Barrieren durch

Orchester- und Chorproben zu überwinden. Mitreißend!

The Queen and the Smokehouse (Regie: Iga Lis, Polen 2025)

Eine weitere Möglichkeit, den Film zu sehen, mit dem das URANIA

CEENEMA seinen Startschuss feierte: Der Debütfilm der polnischen

Regisseurin Iga Lis, der das Internationale Krakau Film Festival eröffnete,

erzählt von der Besitzerin einer Fischräucherei, die sich mit den

Folgen eines der Arbeit gewidmeten Leben konfrontiert sieht. Gleichzeitig

hat sie voller Hingabe einen Ort geschaffen, der weit mehr ist als

ein Geschäft: eine Ode auf das Miteinander und die Menschlichkeit.

The Pavilion (Regie: Dino Mustafić, Bosnien 2025)

Die Bewohner des Pflegeheims sind unzufrieden. Das erkennt man

etwa … an den gezückten Waffen. Der bosnische Regisseur Dino

Mustafić inszeniert den bewaffneten Aufstand gegen das misshandelnde

Personal. Eröffnungsfilm des Sarajevo Film Festival 2025.

AUSSERDEM IN DER

URANIA ZU SEHEN:

GOOD BOY (ab 10.07.) –

s. S. 33 dieser Ausgabe

LEBENSANSICHTEN EINES

HUHNS (ab 06.08.) –

s. S. 24 dieser Ausgabe

Amsel im Brombeerstrauch – Blackbird Blackbird Blackberry

(Regie: Elene Naveriani, Schweiz/Georgien 2023) Ein „Must Cee“: Elene Naverianis

(Wet Sand) Verfilmung von Tamta Melashvilis Roman, die in ein kleines Dorf in

Georgien führt – zur Endvierzigerin Ethéro. Ethéro (Eka Chavleishvili) lebt frei

und unabhängig – egal, was die Nachbarn tuscheln –, bis sie sich leidenschaftlich

in einen verheirateten Mann verliebt und in ihre erste sexuelle Beziehung stürzt,

die unbedingt geheim bleiben muss. Naveriani legt einen Film mit starken Bildern

und mit einer einmaligen Hauptfigur vor. Seine Uraufführung erlebte er bei der

Quinzaine des cinéastes in Cannes.

Spring Wind – Tavaszi Szél – Az Ébredés (Regie: Tamás Yvan Topolánszky, Ungarn 2026)

Ein Jahr lang begleitet Regisseur Tamás Yvan Topolánszky Viktor Orbáns Herausforderer:

Péter Magyar, der bei den Wahlen in Ungarn im April 2026 über seinen Kontrahenten

Orbán triumphieren würde. Topolánszky wirft einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen

eines politischen Aufbruchs: Er hält öffentliche Auftritte, hitzige Debatten und stille

Momente von Magyar fest und holt Stimmen von Wegbegleitern und Experten ein.

So entsteht das Porträt eines Mannes, der für die einen ein großer Hoffnungsträger ist

und für andere (etwa als früheres Fidesz-Parteimitglied) eine umstrittene Figur und der

jetzt – nach 16 Jahren unter Orbán – die Richtung verantwortet, die Ungarn einschlägt.

62 DOT.MOVIE


FILM

KOST

Ein Frühstück im Stehen für Holly Golightly:

ein „Frühstück bei Tiffany“.

Der neue Tag, mit dem Früstück

bei Tiffany beginnt,

ist eigentlich das Ende

einer Nacht des Partygirls Holly

Golightly. Während der Opening

Credits steigt sie im eleganten

schwarzen Abendkleid gehüllt

auf der Fifth Avenue aus einem

klassisch gelben New Yorker Taxi,

um sehnsuchtsvolle Blicke auf all

den Glitzer, der im Schaufenster

des Juweliers Tiffany & Co.

ausgestellt ist, zu werfen. Dazu

kramt sie aus einem Papiersackerl

ein Gebäckstück – vermutlich ein

Croissant – und einen Kaffee im

Pappbecher hervor: Das titelgebende

Frühstück wird im Stehen

eingenommen, wozu Henry

Mancinis Song „Moon River“ in

all seiner Melancholie erstrahlen

kann. Dann spaziert die Protagonistin

gemächlich heim.

Nicht nur das Publikum lernt

Holly Golightly kennen, sondern

besonders der neue Nachbar,

ein stagnierender Schriftsteller

namens Paul Varjak (George

Peppard), der von Hollys unbeschwerter

und exzentrischer Art

bezaubert ist. Dass sie schlank,

jung und rehäugig ist,

Die,

tut

My

wohl

Love

das Seine dazu. Er wird ihr Tun

genau beobachten. Ihre Tätigkeiten

sind eigentlich recht überschaubar:

Sie feiert bis spät in der

Nacht mit reichen Herren (dafür

gibt’s Geld) und filtert diese nach

Heiratskandidaten, und einmal

pro Woche liefert sie unschuldig

bei einem Insassen von Sing Sing

den „Wetterbericht“ ab (auch

dafür gibt’s eine Gage, die ihr

noch zum Verhängnis werden

soll). Leider springen die reichen

Heiratskandidaten der Reihe nach

ab, und nachts wird die junge

Frau von Albträumen, die mit

ihrem Bruder Fred zu tun haben,

geplagt. Wie allein und was für

eine verlorene Seele sie ist, zeigt

sich immer mehr – auch durch

die Worte von Männern, die sie

von früher kennen. Als sie noch

nicht Holly Golightly war. Aber

auch Paul hat so seine Geheimnisse.

Ein Happy End ist trotzdem

möglich. Im Regen. Mit Kater.

Die bittersüß-charmante Art,

mit der Regisseur Blake Edwards

(Der rosarote Panther, Der Partyschreck)

1961 Truman Capotes

Kurzroman aus dem Jahr 1958

verfilmte, war nicht nach dem

Geschmack des Autors: In der

Buchvorlage ist die Protagonistin

abgeklärter als im Film, der

Nachbar nicht verliebt. Und ein

filmreifes Happy End kommt erst

recht nicht vor. Capote hätte gar

lieber Marilyn Monroe in der Rolle

gesehen (Monroe lehnte ab) als

die als Holly Golightly zur Ikone

gewordene Audrey Hepburn.

Der Juwelier, der es in den

Titel geschafft hat, ist wohl Team

Edwards: Seit 2017 kann man bei

Tiffany & Co. in New York essen,

auch frühstücken: im eigens

betriebenen Blue Box Café.

FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY – BREAKFAST AT

TIFFANY’S. USA 1961, REGIE Blake Edwards,

MIT Audrey Hepburn, George Peppard,

Mickey Rooney, FILMLÄNGE 110 Min.,

als DVD, Blu-ray und VoD erhältlich.

© Paramount Home Entertainment

DOT.MOVIE 63


HEIM

WERK

NEUES IM HEIMKINO

DAS DRAMA

Wer die Filme von Kristoffer Borgli

(Sick of Myself, Dream Scenario)

kennt, weiß, was man zu erwarten

hat, wenn er für Zendaya und Robert

Pattinson eine Hochzeit plant:

alles andere als durchschnittliche

RomCom-Kost. In der Woche vor

dem Jawort ändert ein Gespräch bei

einem Pärchenabend mit Freunden

unversehens alles …

Ab 17.07. im Handel.

HOW TO MAKE A KILLING

„Sieben reiche Arschlöcher“ stehen

zwischen ihm und einem Erbe von

28 Milliarden US-Dollar. So beginnt

Becket Redfellow, dargestellt

von Glen Powell, „ein paar Äste

vom Familienstammbaum wegzuschneiden“,

sprich: die Redfellows,

die im Weg stehen, der Reihe nach

aus dem Weg zu räumen … Als

Jugendliebe: Margaret Qualley.

Ab 09.07. im Handel.

THE HISTORY OF SOUND

Zwei junge Musiker – Studienfreunde,

Liebende – reisen im Schatten

des Ersten Weltkriegs durch die

USA, um Volkslieder zu sammeln.

Oliver Hermanus hat einen

zärtlichen Film voller Sehnsucht

gedreht – mit zwei wundervollen

Hauptdarstellern: Paul Mescal und

Josh O’Connor. Premiere feierte das

feinsinnige Drama in Cannes.

Ab 09.07. im Handel.

Wir schreiben gemeinsam

seit einem Vierteljahrhundert.

Und die erste

Show, die er mit jemand anderem

schreibt, wird zum größten Erfolg,

den er jemals hatte“, kommentiert

Lorenz Hart abgeklärt den schon

greifbaren Erfolg seines langjährigen

Kompagnons Richard

Rodgers (Andrew Scott, Fleabag,

wurde bei der Berlinale mit dem

Silbernen Bären gekürt) an dessen

Premierenabend zu „Oklahoma!“.

64 DOT.MOVIE

Blue Moon

Das Stück, das Rodgers gemeinsam

mit Oscar Hammerstein erarbeitet

hat, wird bald als Meilenstein der

Geschichte des Musicals gelten –

mit Richard Linklaters Blue Moon

verbleiben wir aber am Premierenabend

– an diesem 31. März

1943 –, am Tresen des New Yorker

Restaurants „Sardi’s“ und beim

Leid von Hart.

Lorenz Hart, einst die eine Hälfte

des Broadway-Songwriting-Teams

„Rodgers und Hart“, zu dessen

Werken etwa die

weltberühmten Lieder

„Blue Moon“ und

„My Funny Valentine“

zählen, hat seine

besten Zeiten längst

hinter sich, und das

weiß er auch. Dass

„Rodgers & Hammerstein“

die Bühne erobern

(und 1959 zum Beispiel „The

Sound of Music“ vorlegen werden),

besiegelt das Ende von „Rodgers

und Hart“. Seine konstanteste Beziehung

pflegt er schon länger mit

der Flasche. Wortreich erfährt das

Publikum von seinem Innenleben,

und es ist eine wahre Freude, dabei

zuzuschauen, wie der umwerfende

Hauptdarsteller Ethan Hawke das

großartige Drehbuch von Robert

Kaplow emotional vielseitig zum

Leben erweckt. Hawke wird dem

Publikum als Lorenz Hart das Herz

brechen.

Ab sofort im Handel.

© Sony Pictures (Plaion Pictures), LEONINE, Plaion Pictures, Universal Pictures (Plaion Pictures)


LUCKY THE BEAR (S5) UNSERE KLEINE FARM

Ein millionenschwerer Raubüberfall

geht schief. Die Titelheldin,

eine Betrügerin, die plötzlich alleine

dasteht, muss fliehen; das FBI

und Unterweltgrößen sind hinter

ihr her. Hoffentlich wird sie ihrem

Namen gerecht … Thriller-Serie

basierend auf Marissa Stapleys

Bestseller, verfilmt mit Anya Taylor-Joy,

Annette Bening, Timothy

Olyphant und Drew Starkey.

Ab 15.07. bei Apple TV+.

Die finale Staffel setzt nach der Hiobsbotschaft

an, dass Carmy (Jeremy

Allen White) der Gastronomie

den Rücken kehren wird. Sydney

(Ayo Edebiri) und Co. tragen nun

Verantwortung für „The Bear“. Es

wird prekär, was die Finanzen und

die Räumlichkeiten betrifft – und

auch Naturkatastrophen machen

es nicht eben leicht, endlich einen

Michelin-Stern zu erkochen …

Ab 26.06. bei Disney+.

Netflix wagt sich an die Neuinterpretation

des über 200 Folgen

zählenden Fernsehklassikers mit

Michael Landon heran, der sich

um das Schicksal der Siedlerfamilie

Ingalls dreht, die im Mittleren

Westen des 19. Jahrhunderts

einen Neuanfang planen: Auf

dem Prärieboden wächst das Dorf

Independence. Epos voller Höhen

und Tiefen.

Ab 09.07. bei Netflix.

© Amazon Prime, Apple TV+, Disney+, Netflix

ELLE

Als eine in Pink gehüllte

Studentin über den

Campus der Harvard Law

School stöckelte, hoben sofort alle

Kommilitonen die Augenbrauen.

Elle Woods ist (in Legally Blonde,

2001, deutscher Titel: Natürlich

Blond) hier, um ihren Ex-Freund

zurückzugewinnen. Dass der ein

ungeheuer unsympathischer Snob

ist, sieht Elle, charmant gespielt

von Reese Witherspoon,

nicht: Sie geht

vorurteilsfrei und offen durch die

Welt – ganz im Gegensatz zu allen

anderen am Campus. Dass sie das

Zeug zur Jahrgangsbesten hat,

wird sie dann recht eindrucksvoll

beweisen. Drehte sich die erste

Filmfortsetzung (Legally Blonde

2, 2003) noch um Elle, wurden

danach (Legally Blondes, 2009)

Elles „Cousinen“ eingeführt.

Wenn sich bei Amazon Prime

nun alles pink färbt, hat das

wieder mit Elle zu tun: Eine Serie

erzählt ein Prequel-Szenario: So

könnte Elle Woods Teenagerzeit

ausgesehen haben. Auf

geht’s nach Bel-Air des

Jahres 1995. Elle (Lexi

Minetree) lebt ihren

Traum – bis die Eltern

verkünden, dass die

Familie nach Seattle

umziehen wird. In der

Grunge-Hochburg tut

sich Elle nicht eben

leicht. „Seattle ist kein

Kostüm und Pink ist keine

Persönlichkeit!“, heißt es auch

noch, als sie versucht, sich (optisch)

anzupassen. Als die Schülerschaft

im Direktor ein neues

Feindbild findet, ist Elles Moment

gekommen … Witherspoon – hier

als ausführende Produzentin beteiligt

– postete ankündigend auf

Instagram: „Harvard was hard.

High school was harder.“

Ab 01.06. bei Amazon Prime.

DOT.MOVIE 65


DAS 124. DOT. erscheint am 3. September 2026

PRESSURE

VATERLAND

Andrew Scott wird zum Meteorologen,

der eine folgenreiche Wettervorhersage

machen muss, geht es in Pressure

doch um die Planung des D-DAY …

Akribische Planungen sehen wir auch

in How to Rob a Bank: Die Bankräuber

(Nicholas Hoult, Pete Davidson u.a.)

ziehen ihren Coup mitsamt Livestream

durch. Cannes-Highlights im regulären

Kinoprogramm: Marie Kreutzers

Gentle Monster, Paweł Pawlikowskis

Vaterland.

HOW TO ROB A BANK

GENTLE MONSTER

Impressum Cover 2026 Sony Pictures Filmverleih GmbH. DOT.magazine erscheint 9 x p.a. mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren österreichweit in der PPH Media Verlag GmbH,

Kutschker gasse 42/Top 13, A-1180 Wien, Tel.: +43 1 235 13 66-800, E-Mail: office@pph-media.at, Web: www.pph-media.at Distribution: Österreichweit in allen Constantin Film- &

Cineplexx-Kinos, 198 McDonald’s-Restaurants und allen Star Movie Kinos. Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Verlagsleitung: Georg Peter Senior Account Manager &

Marketing: Michael Martinek Chefredaktion & Chefin vom Dienst: Nicole Albiez Senior Account Manager: Daniela Ruff Film: Nicole Albiez, Manuel Oberhollenzer, Peter Zirbs

Lektorat: Gudrun Likar Produktion: Hofeneder & Partner GmbH. Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Veranstalter, Fotoagenturen und diverse Fotografen. Für unverlangt eingesandte Texte

und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlags. Fotocredits im Eventkapitel werden durch den Vermerk „Veranstalter” im Impressum abgegolten. Einzelne Fotocredits im Eventbereich werden nur auf

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