DOT.magazine 123
„Spider-Man: Brand New Day“, der vierte Teil der Reihe, ist eine Art Neubeginn – mehr noch aber ist es eine Geschichte über das Erwachsenwerden und über Identität +++ Die Soundebene als Hauptrolle: Daniel Rohers intensiver Spielfilm „The Piano Tuner“ +++ Für Christopher Nolan begibt sich Matt Damon auf die jahrelange „Odyssee“ +++ David Robert Mitchell wirft Ewan McGregor und Anne Hathaway Dinosauriern zum Fraß vor: „The End of Oak Street“ +++ Der Feel-Good-Spaß des Sommers: „Power Ballad“ mit Paul Rudd und Nick Jonas +++ Was von uns übrig blieb: Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“ mit Jacob Elordi und Margaret Qualley +++ Supermans Cousine „Supergirl“ startet auf der Leinwand durch +++ Olivia Wilde lädt zum intimen Abend mit Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton: „The Invite“ +++ „One Night Only“: Callum Turner trifft auf Monica Barbaro +++ Nächster Menüpunkt in Sachen Eberhofer-Verfilmungen: „Steckerlfischfiasko“ +++ Johnny Knoxville trommelt ein letztes Mal seine Mitstreiter zusammen: „Jackass: Einer geht noch“ +++ „Good Boy“: Stephen Graham und Andrea Riseborough wollen nur sein Bestes … +++ „Vaiana“ kehrt zurück – realverfilmt. Als Halbgott Maui: Dwayne Johnson +++ Im fünften Kapitel der „Toy Story“ taucht die größte nur denkbare Konkurrenz im Kinderzimmer auf: das Tablet +++ Und Action: Wenn die „Minions“ Hollywood erobern, werden reihenweise Monster besetzt … +++ Ein dringlicher Wunsch wird zur albtraumhaften „Obsession“ +++ Auf den Punkt: die Meta-Horror-Komödie „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ +++ Anna Roller verfilmt Leif Randts kühl erzählten Bestseller „Allegro Pastell“ +++ Trauerarbeit mit Greifvogel: Claire Foy begeistert in „H wie Habicht“ +++ Regina Schilling begeistert mit ihrer dichten intellektuellen Annäherung an „Ingeborg Bachmann“ +++ Mit „Romería“ erzählt Carla Simón eine Geschichte, die ihrer eigenen sehr nahe kommt
„Spider-Man: Brand New Day“, der vierte Teil der Reihe, ist eine Art Neubeginn – mehr noch aber ist es eine Geschichte über das Erwachsenwerden und über Identität +++ Die Soundebene als Hauptrolle: Daniel Rohers intensiver Spielfilm „The Piano Tuner“ +++ Für Christopher Nolan begibt sich Matt Damon auf die jahrelange „Odyssee“ +++ David Robert Mitchell wirft Ewan McGregor und Anne Hathaway Dinosauriern zum Fraß vor: „The End of Oak Street“ +++ Der Feel-Good-Spaß des Sommers: „Power Ballad“ mit Paul Rudd und Nick Jonas +++ Was von uns übrig blieb: Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“ mit Jacob Elordi und Margaret Qualley +++ Supermans Cousine „Supergirl“ startet auf der Leinwand durch +++ Olivia Wilde lädt zum intimen Abend mit Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton: „The Invite“ +++ „One Night Only“: Callum Turner trifft auf Monica Barbaro +++ Nächster Menüpunkt in Sachen Eberhofer-Verfilmungen: „Steckerlfischfiasko“ +++ Johnny Knoxville trommelt ein letztes Mal seine Mitstreiter zusammen: „Jackass: Einer geht noch“ +++ „Good Boy“: Stephen Graham und Andrea Riseborough wollen nur sein Bestes … +++ „Vaiana“ kehrt zurück – realverfilmt. Als Halbgott Maui: Dwayne Johnson +++ Im fünften Kapitel der „Toy Story“ taucht die größte nur denkbare Konkurrenz im Kinderzimmer auf: das Tablet +++ Und Action: Wenn die „Minions“ Hollywood erobern, werden reihenweise Monster besetzt … +++ Ein dringlicher Wunsch wird zur albtraumhaften „Obsession“ +++ Auf den Punkt: die Meta-Horror-Komödie „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ +++ Anna Roller verfilmt Leif Randts kühl erzählten Bestseller „Allegro Pastell“ +++ Trauerarbeit mit Greifvogel: Claire Foy begeistert in „H wie Habicht“ +++ Regina Schilling begeistert mit ihrer dichten intellektuellen Annäherung an „Ingeborg Bachmann“ +++ Mit „Romería“ erzählt Carla Simón eine Geschichte, die ihrer eigenen sehr nahe kommt
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sommer 2026
ZAHL
WELTWEIT
EINFACH
UND SICHER.
» Frisch, originell und
voller Überraschungen «
VARIETY
» Wunderbar
unvorhersehbar «
INDIEWIRE
ALLES KOMMT AUF DEN TISCH
Ein Film von Olivia Wilde
Drehbuch Will McCormack & Rashida Jones
AB 30. JULI IM KINO
EDITORIAL
NICOLE ALBIEZ
A
ls es in Spider-Man: No Way
Home durch all die Risse im
Multiversum allmählich unübersichtlich
wurde, hatte Peter Parker
die rettende Idee: Wenn sich niemand
mehr an ihn erinnern würde, würden all
die Schurken in ihre jeweiligen Welten
zurückgeschickt werden. Allerdings, so
machte ihn Dr. Strange noch auf den
Haken aufmerksam, würde sich wirklich
niemand mehr an ihn erinnern – Freunde
nicht, Mitstreiter nicht, Liebende
(Zendaya als MJ) nicht. In dieser
Tristesse lebt Peter Parker nun also,
wenn Tom Holland für Spider-Man:
Brand New Day (S. 14) noch einmal in
den Spandexanzug schlüpft: Er ist der
einsamste Mensch in New York; alle
Welt hat ihn vergessen, er existiert nur
noch als die kryptische Heldenfigur des
Spider-Man.
Viele Figuren der vorliegenden Ausgabe
haben mit Veränderungen zu kämpfen,
die ihre Identität empfindlich berühren.
Manche erkennen sich selbst nicht mehr
wieder, andere kennen sich in ihrer
Welt nicht mehr aus. Auf manche Filme
(Kraken, S. 50, The Invite, S. 32) trifft
alles davon zu …
Der Piano Tuner (S. 18), den Leo
Woodall auf einnehmende Weise spielt,
musste sich neu erfinden, lässt sich
doch sein zu feines Gehör nicht mit
seinen Träumen vereinbaren. Wie der
Mann, der an einer Hyperakusis, einer
krankhaften Überempfindlichkeit des
Gehörs, leidet, die Welt wahrnimmt, ist
in Daniel Rohers Langspielfilmdebüt
auf fast überfordernde Weise zu erleben:
Roher legt seinen wandlungsfähigen
Film als immersive Arbeit an. Der heimliche
Hauptdarsteller des Films ist das
intensive Sounddesign von Johnnie Burn
(The Zone of Interest): Die herausfor-
dernde Wahrnehmung der Figur wird
auch unsere.
Peter Parker wurde tatsächlich von
aller Welt vergessen, der von Paul Rudd
gespielte Protagonist in Power Ballad
fühlt sich zumindest so: Rudd ist als
stagnierender Musiker zu sehen, der
anstatt einer Stadien füllenden Karriere
eine kleinere hingelegt hat: Er sorgt bei
Hochzeiten im Hintergrund für gute
Laune. Als ihm ein Hochzeitsgast, der
normalerweise auf der Bühne steht (Nick
Jonas als Boyband-Sternchen), einen
Song klaut und damit Karriere macht,
ist seine Verzweiflung groß. Auch weil
sich seine Partnerin und seine Tochter
nicht an die emotionalen Lyrics erinnern
können, die ja so was von offensichtlich
seine sind!
Wie man (bzw. Ingeborg Bachmann)
von außen wahrgenommen wird und
wie man sich selbst greifbar macht sind
Themen, die Regina Schilling in ihrem
famosen Essayfilm Bachmann (S. 42)
streift.
In Ridley Scotts Das Ende der Sterne
(S. 38) und in David Robert Mitchells
The End of Oak Street (S. 26) müssen
sich die Protagonisten an eine neue
Welt anpassen, die nichts mehr mit der
gewohnten zu tun hat. Das könnte man
auch über die Veteranen der Toy Story
sagen: Im fünften Film der Reihe zieht
nämlich das Tablet ins Kinderzimmer
ein. In Hallo Betty (S. 21) und in Good
Boy (S. 33) werden Protagonisten von
außen dazu gezwungen, andere zu werden
– in sehr unterschiedlicher Genreausführung
… In H wie Habicht (S. 40)
erfindet sich eine Trauernde neu – auch
wenn sie damit zum Gesprächsthema in
Cambridge wird.
Sie ahnen es: Der Kinosommer hat einiges
an Veränderungspotenzial zu bieten.
Und sehr viel gute Unterhaltung.
sommer 2026
123
Zurück auf Anfang
Wer ist Peter Parker?!
– Tom Holland in
Spider-Man: Brand
New Day.
www.dot-magazine.at
DOT.EDITORIAL 5
EXPERIENCE IT IN
AB 16.07. IN
FILMS TO THE FULLEST
ALLE FILME AUF
CINEPLEXX.AT
CONTENT
DOT.123
Opening Credits 10
Leinwandflirren 12
WORK STRESS BALANCE
Spider-Man: Brand New Day 14
The Piano Tuner 18
Nachbeben 20
Bitteres Fest 20
Hallo Betty 21
Guru 21
UNTERWEGS
Die Odyssee 22
Lebensansichten eines Huhns 24
Die Camino-Therapie 24
Auf zwei Rädern 25
ESKALATIONSKURS
The End of Oak Street 26
Power Ballad 28
Mutiny 30
Terminator – 4K Restauration 30
Supergirl: Woman of Tomorrow 31
The Invite 32
Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes 33
Steckerlfischfiasko 34
Jackass: Einer geht noch 36
EIN PLATZ IN DER WELT
Das Ende der Sterne 38
Resurrection 39
Sunny Dancer 40
Virginia Woolf’s Night and Day 40
H wie Habicht 41
Ingeborg Bachmann 42
FAMILY AFFAIRS
Oh La La 2: Neue Tests, neues Chaos 44
Im Spiegel meiner Mutter 45
Romería 45
Eine stürmische Affäre 46
The Stories 47
MEET CUTE
48 A Sad and Beautiful World
48 Allegro Pastell
49 One Night Only
THE HORROR
50 Kraken – Erwachen der Tiefe
51 Ice Cream Man
51 Insidious: Out Of The Further
52 Evil Dead Burn
53 Teenage Sex and Death at Camp Miasma
53 Nightborn
53 Obsession
KIDS & FAMILY
54 Vaiana
56 Marsupilami
57 Toy Story 5
58 Minions & Monsters
58 Paw Patrol: Der Dino Film
59 Tad Stones und die Wunderlampe
ARTHAUS
60 Arthaus
62 URANIA CEENEMA: LET’S CEE
HEIMWERK
63 Filmkost
64 Home Entertainment
34
TOM HOLLAND. ZENDAYA. JASON MOMOA. ELYAS M’BAREK. LILY ALLEN. MATT DAMON.
ANNE HATHAWAY. EWAN MCGREGOR. PAUL RUDD. PENÉLOPE CRUZ. EDWARD NORTON.
DAS BÖSE IST HIER
InsidiousFilm.de
#Insidious
AB 21. AUGUST NUR IM KINO
DOT.MOVIE
Klingt gut
Wenn Daniel Roher (Oscar
für die Doku Nawalny, 2022)
sein Langspielfilmdebüt gibt,
dann übernimmt der Sound die
Hauptrolle: The Piano Tuner
erzählt von einem auf die schiefe
Bahn geratenen Klavierstimmer
mit absolutem Gehör. So
wird die Klangwelt in diesem
immersiv wirkenden Film wie
eine eigenständige Figur behandelt.
Executive Music Producer
Marius de Vries komponierte
dafür u. a. ein Orchesterstück,
und um das Sounddesign kümmerte
sich der Oscar-prämierte
Johnnie Burn, der durch seine
Arbeit an The Zone of Interest
begeisterte. Optimale Umstände
also für Leo Wodall, als Klavierstimmer
an exklusive und
dann immer abseitigere Orte zu
kommen …
Mehr dazu ab S. 18.
© Black Bear, Hutchinson Heinemann
Ernüchterung statt Erleuchtung
Die Geschichte klingt wie ein
Drehbuch, und Ex-Schauspielerin
Hannah Murray (Game of Thrones,
Skins, Detroit) würde sich absolut
wünschen, dass es sich dabei nur um
ein Script handelte: Mit „The Make-
Believe: A Memoir of Magic and
Madness“ erzählt die Britin aber von
ihrem eigenen Leben – und wie sie in
die Fänge einer Wellness-Sekte, die
sie um Tausende Pfund erleichterte,
geriet, eine schwere Psychose erlitt
und schließlich in eine psychiatrische
Klinik zwangseingewiesen wurde. Der
Ton ihrer Memoiren ist schonungslos
und schwarzhumorig.
SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY. THE PIANO TUNER. DIE ODYSSEE. THE END OF OAK STREET. SUPERGIRL.
THE INVITE. DAS ENDE DER STERNE. ONE NIGHT ONLY. MINIONS & MONSTERS. TOY STORY 5. VAIANA.
Opening Credits
LISTIG
Unklar, ob in H wie Habicht
(S. 40) ein Vogel oder die Trauer die
Hauptrolle spielt. Wie auch immer:
Filme mit Gefieder:
Euphorie des Monats: Fabelhafte Kollektion
Das französische Label
Maison Labiche sorgt seit
Jahren für fein bestickte
Statement-T-Shirts. Aktuell kann
man zur Schau tragen, welchem
Team man in Sachen Sex and the
City angehört: etwa Samantha
Jones aus der HBO-Kultserie (per
Shirt)? Oder doch Carrie Bradshaw
(per Cap und Shirt)? Ein anderes
Oberteil kann Diskussionen
anstoßen: Das listet nämlich all die
Love Interests von Carrie Bradshaw
auf. Mögliche Fragestellungen:
Wer war der Schlimmste? Wer
davon hielt sich staffelübergreifend?
Wer machte den traurigsten
Abgang? Was würde Fashionista
Carrie dazu sagen? Hoffentlich:
fabelhaft! Wer sich eher bei den
Friends auf dem Sofa sieht: Auch
für die lohnt sich der Blick auf die
Website www.maisonlabiche.com.
Birdy (1984)
Im Antikriegsfilm von Alan Parker
zieht sich der Titelheld (gespielt von
Matthew Modine), ein Vietnamkriegsveteran,
in seine Innenwelt
zurück und glaubt ein Vogel zu sein.
Nicolas Cage versucht ihm als ebenfalls
kriegsversehrter Kindheitsfreund
zu helfen.
Ein Jahr vogelfrei! – The Big Year
(2011)
Ein exzentrisches Sabbatical für
Jack Black, Owen Wilson und Steve
Martin: David Frankel (Der Teufel
trägt Prada) macht aus ihnen Hobby-
Ornithologen, die reisend wetteifern,
wer von ihnen innerhalb eines Jahres
die meisten Vogelarten sichten kann.
Die Vögel (1963)
Natürlich darf in dieser Auflistung
Hitchcocks Horrorklassiker, in dem
die Vögel Menschen – u. a. Tippi
Hedren – anzugreifen beginnen, nicht
fehlen. Daphne du Mauriers Buchvorlage
soll übrigens in einer Miniserie
neu aufgearbeitet werden: Sarah
Snook (Succession) soll die Hauptrolle
spielen.
„I don’t give a fuck if you
take your shoes off.“
– Seth Rogen beweist in
The Invite (s. S. 32) sein
Zeug zum Gastgeber.
TRIVIA
Fünf Regisseurinnen und Regisseure verlautbarten
in Cannes, unter dem Titel DOG-
MA 25 Germany das 1995 gestartete
DOGMA-Projekt von Lars von Trier, Thomas
Vinterberg und Co. mit adaptierten Regeln
aufzugreifen. Unter ihnen (İlker Çatak,
Nora Fingscheidt, Helene Hegemann, Tom
Tykwer) ist auch die kurdisch-österreichische
Regisseurin Kurdwin Ayub (Sonne, Mond)
10 DOT.MOVIE
– eindeutig der Rockstar der Runde. Sie
meinte in einem Interview dazu lapidar: „Ich
sage die ganze Zeit: Ich arbeit‘ eh immer
so. Und ich wurde angerufen, und mir
wurde angeboten, einen Film zu machen –
und ich so: Ja klar, wenn ihr mir Geld gebt
und ich machen kann, was ich will: Fix mach
ich!“ Man darf gespannt sein, was sie in
Kaiserslautern umsetzen wird …
© Maison Labiche, HBO, Yasmina Haddad
AB 29. JULI NUR IM KINO
#SpiderManBrandNewDay
SpiderManBrandNewDay.de
Leinwandflirren
Now and then: Ben Stiller
Wenn in The Dink (ab 24.07., Apple TV+) ein Ex-Tennisprofi (Jake Johnson)
zum Pickleball-Schläger greift, dann steht Ben Stiller nicht nur in einer
Nebenrolle vor der Kamera, sondern auch als Produzent dahinter. Im Herbst
ist der Comedian (Zoolander, Nachts im Museum, The Royal Tenenbaums)
zum vierten Mal als Gaylord Focker zu sehen – dieser macht zwischen dem
Schwiegervater (Robert De Niro) und einem Familienneuzugang (Ariana
Grande) in Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich natürlich eine
denkbar schlechte Figur. Der Hang zur Komödie wurde Stiller in die Wiege
gelegt: Schon seine Eltern Jerry Stiller und Anne Meara machten sich mit
ihrem Humor einen Namen. Dramatische(re) Stoffe lebt er überwiegend als
Regisseur aus (Severance, Reality Bites) – oder bald in der Miniserie The
Off Weeks, für die er derzeit neben Jessica Chastain vor der Kamera steht.
Verrückt nach Mary, 1998 Zoolander, 2001
HOP & DROP
Gratulationen in KI
Der Newsfeed war voll von Bildern
von Britney Spears und Nicki Minaj
bei der Met Gala 2026. Fantastische
Outfits, nur leider: Die beiden
besuchten die Spendenveranstaltung
gar nicht. Olivia Wildes angeblich
sarkastische und „gleich wieder vom
Netz genommene“ Story zu Harry
Styles, nachdem Gerüchte über
die Verlobung mit Zoë Kravitz die
Runde machten, entsprangen wohl
auch nur den Köpfen eines Trolls. Die
emotionalen Gedichte, die Kravitz‘
Exverlobter Channnung Tatum
zeitgleich postete, waren wohl echt.
Aber wer weiß das heutzutage schon
bei all den Fakeinhalten. Sind Styles
und Kravitz überhaupt verlobt? Immerhin
hat Tom Holland – nach der
Flut von KI-generierten Hochzeitsfotos
– gerade bestätigt, mit Zendaya
verheiratet zu sein. Wir gratulieren.
© www.instagram.com/dualipa, Walt Disney/LEONINE, Paramount, UNIVERSAL PICTURES, 2026 PARAMOUNT PICTURES. ALL RIGHTS RESERVED, www.instagram.com/letstalkmovies.co/
12 DOT.MOVIE
Tropic Thunder, 2008
LOVE INTEREST
Alles begann mit „Trust“ von Hernán Díaz:
Als Callum Turner (s. S. 48) und Popstar
Dua Lipa auf einer Party ins Gespräch
kamen, stellten sie fest, dass sie nicht nur
gerade die gleiche Lektüre genossen,
sondern auch an der exakt gleichen Stelle
des Buches sind. Nun haben sie geheiratet.
Die Moral von der Geschichte: Lesen bildet
nicht nur, sondern bindet.
Meine Frau, unsere
Schwiegertochter und ich, 2026
IN PRODUCTION
In Sean Penns (noch unbetiteltem)
Film zum Sturm auf das Kapitol in
Washington 2021 soll Bradley Cooper
die Hauptrolle spielen. Der Dreh ist für
Mitte 2027 geplant.
John Krasinski ist derzeit mit dem
Dreh von A Quiet Place Part III
beschäftigt. Mit dabei sind Franchise-
Veteranen wie Emily Blunt, Cillian
Murphy, Millicent Simmonds und
Noah Jupe, neu dazu kommen u.a. Jack
O’Connell und Jason Clarke.
Der vielbeschäftigte Robert Pattinson
steht gerade für The Batman:
Part II im Fledermauskostüm vor
der Kamera. Zu ihm gesellen sich u.a.
Scarlett Johansson und Sebastian Stan.
Barry Keoghan soll den Joker spielen.
DIE SPEKTAKULÄRE NEUVERFILMUNG
AB 9. JULI NUR IM KINO
WORK
STRESS
BALANCE
TEXT: PETER ZIRBS
Die Vollzeitspinne
„Spider-Man: Brand New Day“ ist nicht nur der vierte Teil der Reihe,
sondern auch eine Art Neubeginn – mehr noch aber ist es eine Geschichte
über das Erwachsenwerden und über Identität.
Mit Spider-Man: Brand
New Day schlägt
Marvel fünf Jahre nach
dem letzten Teil ein neues Kapitel
für Peter Parker auf: Nach dem
durchaus dramatischen Ende von
Spider-Man: No Way Home, in
dem sich die gesamte Welt – einschließlich
seiner besten Kumpels
MJ und Ned – nicht mehr an
14 DOT.MOVIE
Parker erinnern kann, beginnt für
die Figur buchstäblich ein neues
Leben. Das legt nahe, dass im
neuen Abenteuer kaum ein Stein
auf dem anderen bleibt; vor allem
aber Hauptdarsteller Tom Holland
selbst tat mit seinen Äußerungen
in der jüngsten Vergangenheit so
ziemlich alles, um diese Mutmaßungen
zu befeuern: „Es ist ein
Neuanfang. Eine Wiedergeburt.
Etwas völlig Neues. Für mich
fühlt es sich eher wie der erste
Film eines neuen Kapitels an als
wie der vierte Teil einer Reihe“,
meinte er unlängst.
RESTART FÜR PARKER
Damit beschreibt Holland ziemlich
genau die Ausgangslage des
neuen Films. Parker ist nach den
Ereignissen auf sich allein gestellt.
Die Beziehungen, die ihn über
Jahre definiert haben, existieren
praktisch nicht mehr. Marvel
selbst beschreibt den Helden als
einen Spider-Man, der in einer
Stadt lebt, die seinen Namen nicht
mehr kennt und sich vollständig,
also quasi hauptberuflich, dem
Schutz New Yorks verschrieben
hat. Aus dem gelegentlichen
Wechsel Parkers in seine Spinnenidentität
ist eine Vollzeitspinne
geworden – und da liegt natürlich
eine kleine Identitätskrise auf der
Hand. Was geht mit so einer Auseinandersetzung
mit sich selbst
einher? Genau: Gefühle.
WE FEEL YOU, SPINNE
Es fällt auf, wie oft Holland den
emotionalen Charakter des Films
betont – wie etwa bei der Präsentation
neuer Szenen auf der Cinema-
Con 2026: „Das ist der emotionalste
Spider-Man-Film, den wir je
gemacht haben – und gleichzeitig
auch der erwachsenste“, und er
meinte an anderer Stelle, dass
„der Film groß und spannend ist
und unglaublich viel Spaß macht.
Aber im Kern ist er auch ein sehr
gefühlvoller Spider-Man.“
Das lässt darauf schließen, dass
die Geschichte deutlich stärker auf
Parker selbst fokussiert sein wird
als die früheren MCU-Abenteuer,
die oft von größeren Marvel-
Ereignissen geprägt waren. Statt
Multiversum-Chaos und Avengers-
Gastauftritten stehen diesmal also
die persönlichen Konsequenzen
seiner Entscheidungen ein bisschen
mehr im Mittelpunkt. Eine
unserer Meinung nach sinnvolle
und vor allem auch erfrischende
Kurskorrektur. Was vielleicht das
Stärkste daran ist: Es liefert jede
Menge Identifikationspotenzial.
EIN OPFER MIT
NACHWIRKUNG
Die Folgen, die der Vorgänger No
Way Home mit sich bringt, sieht
Tom Holland als zentrales Thema
des Films. In einer seiner Videobotschaften
erklärte er, dass Peter
einen enormen Preis für die Rettung
seiner Freunde bezahlt habe.
DOT.MOVIE 15
„Parker musste ein Opfer bringen,
damit alle Menschen vergessen,
wer er ist. In diesem Film werdet
ihr einige der Konsequenzen dieser
Entscheidung sehen.“ Und genau
diese Aussage zieht sich auch wie
ein roter Faden durch die bisher
veröffentlichten Informationen.
Die Handlung setzt mehrere Jahre
nach dem letzten Teil an. Peter
lebt allein, agiert als Full-Time-
Spider-Man und versucht, mit der
Einsamkeit zurechtzukommen,
die sein Opfer verursacht hat.
Gleichzeitig wird er mit neuen
Bedrohungen konfrontiert – und
offenbar auch mit Veränderungen
seiner eigenen Kräfte.
COMING-OF-AGE EINES
SUPERHELDEN
Spannend sind Hollands Aussagen
über die eigentliche Botschaft
des Films. Er sieht Spider-Man:
Brand New Day nämlich nicht
nur als Superheldenfilm, sondern
im Grunde als Geschichte über
das Erwachsenwerden. „Es geht
darum, wie junge Menschen ihre
16 DOT.MOVIE
Identität finden und reifer werden.
Genau das passiert Parker in dieser
Geschichte.“ Außerdem erklärte
Holland, dass ihm seine eigene
persönliche Entwicklung dabei
geholfen habe, die Figur diesmal
anders zu spielen: „Da ich selbst
diesen Weg gegangen bin, hat mir
das sehr geholfen zu verstehen, wie
ich Peter Parker in diesem neuen
Abschnitt seines Lebens darstellen
möchte.“ Lässt Marvel den jugendlichen
Highschool-Peter nun also
endgültig hinter sich? Erleben wir
stattdessen einen jungen Erwachsenen,
der seinen Platz in der
Welt erst noch finden muss – und
das ohne die Menschen, die ihn
bislang begleitet haben? Müssten
wir wetten, würden wir jedenfalls
darauf setzen.
HOFFNUNG STATT
DOOMSCROLLING
In einem der ersten Interviews
zum Film sprach Holland auch darüber,
welche Wirkung er sich auf
das Publikum erhofft: „Ich hoffe,
dass dieser Film jungen Menschen
zeigt, wie wichtig Gemeinschaft
ist und sie vielleicht sogar dazu
bringt, weniger Zeit mit endlosem
Doomscrolling zu verbringen.“
Auch dieses Statement fügt sich
ins Grundthema des Films ein:
Denn Parker ist isoliert, sucht aber
gleichzeitig nach neuen Verbindungen
zu anderen Menschen.
Durchaus unerwartet ist das
Auftreten von Frank Castle
alias Punisher, gespielt von Jon
Bernthal. Fans fragten sich im
Vorfeld, ob die brutale Figur für
einen Spider-Man-Film entschärft
werden würde. Holland
versuchte diese Sorgen allerdings
zu zerstreuen und betonte, dass
gerade die Beziehung zwischen
Spider-Man und Punisher zu
seinen Lieblingsaspekten des Films
gehöre. Besonders wichtig sei ihm
gewesen, dass die Figur wiederum
ihre Identität nicht verliert. Marvel
habe den Punisher nicht weichgespült,
sondern Wege gefunden,
ihn authentisch in die Geschichte
einzubauen, meinte er. Dadurch
entsteht ein spannender Kontrast
PRÄSENTIERT VON
zwischen Peters moralischem Idealismus und Frank
Castles kompromissloser Gewaltbereitschaft – ein
Konflikt, der den erwachseneren Charakter des Films
noch zusätzlich unterstreicht.
Wer bis hier gelesen hat – danke dafür! –, könnte
zu dem Schluss kommen, der Film sei über die
Maßen dark und ernst. Stimmt aber nicht. Denn trotz
aller emotionalen Schwere ist es kein düsterer Film.
Holland selbst verriet, dass während der Nachdrehs
zusätzliche humorvolle Szenen entstanden seien.
„Das, was wir jetzt noch drehen, brauchen wir eigentlich
nicht“, meinte er. „Der Film funktioniert bereits
hervorragend. Das ist eher noch das Sahnehäubchen
obendrauf.“ Die zusätzlichen Dreharbeiten dienten
außerdem dazu, bestimmte Handlungsstränge noch
besser miteinander zu verbinden.
Spider-Man: Brand New Day ist also mit seiner
Balance zwischen Action und Gefühlen so etwas wie
ein perfekter Einstieg in das Universum. Peter Parker
muss jedenfalls zum ersten Mal wirklich allein als
Spider-Man bestehen – und genau das stellt sich als
die größte Herausforderung seines bisherigen Lebens
heraus.
#SpiderManBrandNewDay
AFC VIENNA
VIKINGS VS
DANUBE
DRAGONS
28.6 15.00
FOOTBALL ZENTRUM RAVELIN
T I C K E T S :
W I E N - T I C K E T . A T
I N F O : W W W . A F C V I E N N A V I K I N G S . A T
F O L L O W @ A F C V I E N N A V I K I N G S
SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY KINOSTART 29.07.,
USA 2026, REGIE Destin Daniel Cretton, MIT Tom Holland,
Zendaya, Jacob Batalon, Sadie Sink, Mark Ruffalo,
FILMLÄNGE 150 Min., © Sony Pictures
DOT.MOVIE 17
WORK
STRESS
BALANCE
Rhapsodie des Untergangs
Die Soundebene als Hauptrolle: Daniel Rohers intensiver Spielfilm „The Piano Tuner“.
I
n diesem Film dreht sich alles
um die Sound-Ebene, wo
dem Protagonisten mit dem
absoluten Gehör doch schnell ein
Geräusch zu laut ist. Es ist aber
auch ein sehr „sprechender“ Film:
Von der Haut des Protagonisten,
Niki White, kann man vieles ablesen.
Von „Very strange feelings!!!“
ist per Tätowierung die Rede; am
rechten Unterarm steht u.a. das
Wort Sinnerman (Nina Simones
„Sinnerman“ wird später auch zu
hören sein) – und an der rechten
Hand ist ein kleines Teufelchen
abgebildet. Spätestens dann weiß
man, wohin die Reise für Niki
gehen wird.
IMMER SCHUTZLOSER
Als wir Niki (Leo Woodall,
Nürnberg, The White Lotus)
kennenlernen, wird ihm und
seinem Mentor Harry (Dustin
Hoffman) zusätzliches Geld
angeboten, wenn sie sich auch
18 DOT.MOVIE
noch um eine verstopfte Toilette
kümmern könnten. Die beiden
kommen in allerlei exquisite
Räumlichkeit, allerdings nicht als
Klempner oder Installateuer, auch
nicht als WIFI-Techniker, selbst
wenn sie offenbar gern verwechselt
werden: Sie quittieren die
Frage mit verstimmtem Brummen:
Sie sind hier, um Klaviere zu
stimmen. Während der betagte
Harry inzwischen viel zu wenig
hört, nimmt der hochbegabte Niki
viel zu viel wahr und muss sich
mit Ohrenschutz wappnen. Denn
wenn seine Ohren freiliegen,
dringt alles schmerzhaft klar in
ihn ein: Er leidet an einer Hyperakusis,
einer Störung des Hörsinns.
In diesem Momentum findet
Daniel Roher (Oscar für die Doku
Nawalny, 2022) den stilistischen
Ansatz: Er gestaltet sein Langspielfilmdebüt
als immersive, die
Sinne fast überfordernde Arbeit.
Der Score ist jazzig, Executive
Music Producer Marius de Vries
hat ein pompöses Orchesterstück
komponiert, und um das intensive
Sounddesign hat sich der Oscarprämierte
Johnnie Burn (The
Zone of Interest) gekümmert: Die
überfordernde Wahrnehmung
von Niki White wird auch unsere.
Niki White wird seinen Schutz
immer mehr verlieren. Das liegt
einerseits daran, dass er sich bei
der Arbeit in eine Kompositionsstudentin
(Havana Rose Liu als
Ruthie) verliebt, aber vor allem
daran, dass er über eine halbseidene
Truppe „Security“-Männer auf
immer abseitigere Wege schlittert.
BEÄNGSTIGENDES VAKUUM
Dass er mit 29 Jahren einen Oscar
gewann, versetzte Regisseur Daniel
Roher in eine Schockstarre: Auf
Angst folgte eine Depression.
„Kreativität fließt bestenfalls
einfach – bei mir versiegte sie von
einem Tag auf den anderen. So
müssen sich Sportler mit einer
mentalen Blockade fühlen, die auf
einmal nicht mehr leisten können,
was sie eigentlich beherrschen. In
meinem Fall wurde mein gesamter
kreativer Prozess stillgelegt“, erinnert
sich Roher. So stellte er sich
existenzielle Fragen wie: „Wenn
der kreative Teil von mir, der mein
Wesen immer ausgemacht hatte,
mir plötzlich abhandengekommen
war, wer war ich dann noch? Diese
Frage ließ mich nicht mehr los. Sie
arbeitete in mir weiter, bis daraus
The Piano Tuner entstand.“ – Ein
intensiver, temporeicher, auch
humorvoller Ritt. Der Titelheld,
Schmerzensmann Niki White,
fabelhaft dargestellt von Leo
Woodall, hat einige Verluste zu
verzeichnen. Roher erzählt „von
diesem beängstigenden Raum
zwischen der Person, die man
einmal gewesen ist, und der, zu der
man werden könnte, sobald die
eigene Identität ins Wanken gerät.
Wenn der Selbstwert auf der Kunst
gründet, die man erschafft – was
geschieht, wenn man plötzlich
keine Kunst mehr schaffen kann?“
#thpianotuner
THE PIANO TUNER KINOSTART
02.07., USA 2025, REGIE Daniel Roher,
MIT Leo Woodall, Dustin Hoffman,
Havana Rose Liu, Jean Reno, FILM
LÄNGE 109 Min., © Panda Lichtspiele
V O M R E G I S S E U R V O N P L A N E
J A S O N S T A T H A M
AB 27. AUGUST NUR IM KINO
DOT.MOVIE 19
WORK
STRESS
BALANCE
Überforderung nach Dienstplan
„Nachbeben“: von der Überlastung und der immensen Verantwortung
auf einer chronisch unterbesetzten Krankenhausstation.
Alexandra wird von einer
Situation zur nächsten
gerufen: Sie ist Neurologin
auf der Schlaganfallstation eines
Krankenhauses in Kopenhagen
und gewohnt, schnell und routiniert
präzise Einschätzungen zu
machen. So auch heute, als sie zum
18-jährigen Oliver gerufen wird.
Seine Symptome wirken harmlos.
Als er wenig später zusammen-
bricht, ist Alexandra längst bei
anderen Patienten. Alexandra, von
der Zinnini Elkington mit ihrem
Spielfilmdebüt erzählt, ist so was
wie die dänische Kollegin der
von Leonie Benesch dargestellten
Heldin (CH/D 2025): Auch Nachbeben
erzählt von der Überlastung
und der immensen Verantwortung
auf einer chronisch unterbesetzten
Station – und welche Folgen hier
ein Irrtum haben kann.
„Die Idee zu Nachbeben entstand
2020, als meine jüngere Schwester
begann, mir von ihren Erfahrungen
als junge Ärztin zu erzählen“, so die
Regisseurin – von den täglichen
Dilemmas, von der immensen
Verantwortung. Elkington beschäftigt
sich mit dem Second-Victim-
Syndrom – dem seelischen Preis,
den medizinisches Personal zahlt,
wenn bei Behandlungen Fehler
passieren. Auf einer aktiven Station
des Herlev-Krankenhauses drehte
sie einen dringlichen Film, der sich
so anfühlt, wie Elkington es geplant
hatte: „Ich möchte dem Publikum
ein nahbares Filmerlebnis bieten,
als hätte es selbst eine hektische
Schicht gearbeitet.“
#nachbebenfilm
NACHBEBEN – DET ANDET OFFER
KINOSTART 25.06., DK 2025, REGIE
Zinnini Elkington, MIT Trine Dyrholm, Özlem
Saglanmak, Mathilde Arcel, Olaf Johannessen,
FILMLÄNGE 92 Min., © Filmladen
Bescherung auf der Insel
In sommerlichem Ambiente begeht Pedro Almodóvar
ein „Bitteres Fest“.
Nachdem er mit seinem
ersten englischsprachigen
Film The Room Next
Door 2024 den Goldenen Löwen
in Venedig gewonnen hatte,
meldet sich Spaniens Starregisseur
Pedro Almodóvar mit einer neuen
autobiografischen Tragikomödie
in seiner Muttersprache zurück.
In Bitteres Fest bewegt er sich auf
zwei Zeitebenen: 2004 stürzt sich
Werberegisseurin Elsa (Bárbara
Lennie, Offenes Geheimnis) nach
dem Tod ihrer Mutter in ihre Arbeit,
muss aber nach einer Migräne
einen Gang runterschalten, weswegen
sie mit ihrer Freundin Patricia
(Victoria Luengo, The Room Next
Door) nach Lanzarote reist. Im
Jahr 2025 schreibt Filmemacher
Raúl (Leonardo Sbaraglia, Leid
und Herrlichkeit) an einem neuen
Drehbuch, um eine Schreibblockade
zu überwinden. Die Geschichten
Elsas und Raúls verschmelzen
dabei auf kreative Weise miteinander.
Wie schon bei Leid und
Herrlichkeit reflektiert Almodóvar
auch hier wieder sein eigenes
Leben, laut eigener Aussage so
schonungslos wie noch nie zuvor.
Es wird also, typisch Almodóvar,
garantiert wieder so humorvoll wie
bewegend.
#bitteresfest
BITTERES FEST – AMARGA NAVIDAD
KINOSTART 30.07., ES 2026,
REGIE Pedro Almodóvar, MIT Bárbara
Lennie, Leonardo Sbaraglia,
FILMLÄNGE 111 Min., © Filmladen
20 DOT.MOVIE
Role Model
Was wäre die Schweizer
Küche ohne Emmi Creola?
„Hallo Betty“ zeichnet die
Entstehung von Küchenfee
Betty Bossi nach.
Betty Bossi ist aus Speiseöl
gemacht: Die „Köchin und
Hausfrau der Nation“ wird
am Tisch der schüchternen Werbetexterin
Emmi Creola (Sarah Spale,
Platzspitzbaby) erfunden, als diese
1956 eine Kampagne für Speiseöl
entwickeln soll und unversehens
zur öffentlichen Figur wird.
Denn die Schweizerinnen lieben
die Rezepte und Haushaltstipps
von Betty Bossi – und Creola,
die damit hadert, sich in der von
Männern dominierten Branche zu
behaupten, noch dazu als arbeitende
Ehefrau und Mutter, schlüpft
widerwillig in die Rolle.
In fein ausgestatteter Retro-Ästhetik
inszeniert Pierre Monnard
(Platzspitzbaby) die Geschichte
einer Schweizer Nationalheiligen,
die u.a. Tiramisu auf die Nachspeisenteller
der Schweiz brachte
und für ausverkauften Mascarpone
sorgte. Monnard, der selber
mit Betty-Bossi-Büchern das
Kochen lernte, erzählt mit genauem
Blick auf die gesellschaftlichen
Mechanismen eine Geschichte der
Emanzipation, die an Mad Mens
beste Figur – Peggy Olsen – erinnert.
#hallobetty
HALLO BETTY KINOSTART 25.06.,
CH 2025, REGIE Pierre Monnard, MIT
Sarah Spale, Martin Vischer, Rabea Egg,
FILMLÄNGE 110 Min., © Panda Lichtspiele
Toxische Positivität
Pierre Niney wird zum „Guru“.
Knapp nach der Produktion
von Black Box sprach
Hauptdarsteller Pierre
Niney (Yves Saint Laurent, Der
Graf von Monte Christo) seinen
Regisseur Yann Gozlan mit einer
Idee an – er fantasiere von einem
Projekt über einen Life Coach.
Gozlan biss sofort an: Ihn interessierte
der Coach als Social-Media-
Phänomen – und ob das ein Indiz
für eine Gesellschaft in der Krise
sei. Während seiner Recherche besuchte
er auch Seminare: „Ich erfuhr,
dass es in Frankreich große
Veranstaltungen gibt, bei denen
Hunderte, manchmal sogar Tausende
von Menschen zusammenkommen,
um den Ratschlägen
und Lehren von Coachs zu folgen.
Ich meldete mich für mehrere
Seminare an, um zu sehen, wie sie
abliefen. Ich erkannte sofort das
filmische Potenzial, das in ihnen
steckte.“ Gozlan macht aus Niney
nun wieder einen Mann namens
Matthieu Vasseur – wie in Black
Box und A Perfect Man. Dieses
Mal ist dieser Vasseur ein einstiger
Schulabbrecher, der als Coach
veritable Erfolge feiert – und wie!
Ganze Stadien füllt er mit seinen
flammenden Motivationsreden zu
Selbstliebe und Selbstvertrauen.
Seine Hybris wird irgendwann zu
seinem Problem – und zwar als
sich eine Regierungskommission
mit dem Geschäftsmodell von
Coachs zu beschäftigen beginnt.
Gozlan legt einen packenden Psychothriller
rund um Macht und
Manipulation vor. Niney spielt
den Guru auf furiose Weise.
#gurufilm
GURU – GOUROU KINOSTART 07.08.,
F 2025, REGIE Yann Gozlan, MIT Pierre Niney,
Marion Barbeau, Anthony Bajon,
FILMLÄNGE 127 Min., © Filmladen
DOT.MOVIE 21
UNTER
WEGS
TEXT: MANUEL STEPHAN
Wo geht’s hier nach Ithaka?
Für Christopher Nolan begibt sich Matt Damon auf die epische, jahrelange „Odyssee“.
Der 16. Juli 2026 wird in die
Filmgeschichte eingehen,
so viel ist schon einmal
sicher. Dann nämlich startet Christopher
Nolans Die Odyssee in den
Kinos, die bildgewaltige, 250 Millionen
Dollar teure Modernisierung
des legendären Heldenepos von
Homer. Drei Jahre nach seinem
überragenden Triumph mit
Oppenheimer – inklusive zwei Oscars
und der britischen Ritterwürde
für Verdienste um die Kunst – kehrt
einer der erfolgreichsten Filmemacher
des Gegenwartskinos zurück.
Von Fans wird das mystische
Action-Abenteuer schon sehnsüchtig
erwartet: Die ersten Tickets
für Vorpremieren in ausgewählten
IMAX-70-mm-Kinos gingen bereits
ein Jahr vorher in den Verkauf.
22 DOT.MOVIE
Da hatte Charlize Theron (Mad
Max: Fury Road) ihre Szenen als
Calypso noch gar nicht gedreht.
Der Hype um Die Odyssee sucht
seinesgleichen. Nolan und sein
Kameramann Hoyte van Hoytema
drehten den Film erstmals
vollständig auf analogen IMAX-
Filmkameras, die nun deutlich
leichter und leiser zu bedienen sind.
Und sie machten sich diese technische
Revolution zunutze, denn am
Ende hatten sie über 610 Kilometer
Filmstreifen verbraucht.
GUTE UND SCHLECHTE
REISEBEKANNTSCHAFTEN
Matt Damon, der bereits in Interstellar
und Oppenheimer mit
Nolan gearbeitet hatte, schlüpft in
seine Paraderolle als Mann, der
verzweifelt wieder nach Hause
zurückkehren will. Sein Odysseus
hat gerade mit einer genialen List –
Sprichwort meterhohes hölzernes
Pferd – den Sieg im zehn Jahre
andauernden Trojanischen Krieg
eingefahren und will nach Hause
in sein Königreich Ithaka zu seiner
Frau Penelope (Anne Hathaway,
gerade noch in Der Teufel trägt
Prada 2) und seinem Sohn Telemachus
(Tom Holland, auch in
Spider-Man: Brand New Day).
Doch weil er es sich mit dem Meeresgott
Poseidon verscherzt, indem
er dessen Sohn, den riesigen
Zyklopen Polyphemus, bezwingt,
wird aus einer eigentlich triumphalen
Heimkehr eine zehnjährige
Irrfahrt. Von der Göttin Athena
(Zendaya, Das Drama) beschützt,
müssen sich Odysseus und seine
Männer allerhand Gefahren stellen,
wie den Lotophagen, der Göttin
Circe (Samantha Morton, The
Whale) und ihren verführerischen
Sirenen, dem Monster Scylla und
schließlich der Nymphe Calypso,
die Odysseus gefangen hält.
ZEITLOS EPISCHE IRRFAHRT
In Ithaka buhlen inzwischen
unzählige Männer um die Gunst
Penelopes und den Thron, allen
voran der schmierige und intrigante
Antinous (Robert Pattinson,
Tenet). Viel Stoff für ein
172-minütiges Fantasy-Spektakel.
Viel wird im Vorfeld über diese
epochale Neuinterpretation der
archetypischen Heldenreise
diskutiert, von der umstrittenen
Besetzung, allen voran Lupita
Nyong’o (Black Panther) in einer
Doppelrolle als Helena von Troja
und ihre Schwester sowie Zendaya
als Athena, bis hin zur kreativen
Entscheidung Nolans, zeitgenössische
und damit anachronistische
Dialoge zu schreiben. Auch das
Kostümdesign und Dreharbeiten
in der von Marokko besetzten
westlichen Sahara blieben von
solchen kritischen Beobachtungen
nicht ausgeklammert. Die
Odyssee wird, trotz dieser vielen
Kritikpunkte und den nicht enden
wollenden Diskussionen darüber,
ein kolossales Filmevent, für das
Nolan und sein Team keine Kosten
und Mühen gescheut haben.
Dafür verirrt man sich doch gerne
ins Kino.
#dieodysseefilm
DIE ODYSSEE – THE ODYSSEY KINO-
START 16.07., GB/US 2026, REGIE
Christopher Nolan, MIT Matt Damon,
Anne Hathaway, Tom Holland, Robert
Pattinson, Zendaya, Charlize Theron,
FILMLÄNGE 172 Min., © UPI
CHRISTIAN
CLAVIER
SYLVIE
TESTUD
DIDIER
BOURDON
MARIANNE
DENICOURT
EIN FILM VON
JULIEN HERVÉ
OH
LA LA
NEUE TESTS, NEUES CHAOS
AB 27. 08.
IM KINO
DOT.MOVIE 23
Mit sich ins Reine
kommen
„Die Camino-Therapie“:
Ein jugendlicher Straftäter und eine Lehrerin
absolvieren den Jakobsweg.
Auge um Auge,
Korn um Korn
György Pálfi erzählt von Hühnern und
Menschen: „Lebensansichten eines Huhns“.
Sein Lebensweg war klar skizziert: Er sollte
über Fabriklaufbänder und Autobahnen
führen und irgendwann in der letzten Station
– dem Suppentopf – landen. Doch das schwarz
gefiederte Huhn, das auf einem griechischen Hof
schlüpft, entkommt seinem Schicksal: Es entkommt
der Legebatterie, aber auch all den Blicken, die
Bestimmtes mit ihm vorhaben: Es entkommt dem
hungrigen Fuchs an der Tankstelle, es entkommt
Menschen wie einem Lastwagenfahrer und einem
Schmuggler, es entkommt Hunden, die es verschleppen,
und streitlustigen Puten. Regisseur
György Pálfi (Taxidermia) erzählt mit fließender
Dramaturgie die Biografie eines Huhns, das seinen
Platz in der Welt sucht und den Abgründen der
Menschheit sehr oft ins Auge blicken muss – ein
turbulentes Roadmovie, das sich mit dem Menschen
im Tier und dem Tier im Menschen beschäftigt, das
voller Überraschungen steckt – und voller Lust am
Erzählen. Der Protagonist wird von acht ungarischen
Hühnern dargestellt: Eszti, Szandi, Feri, Enci,
Eti, Enikő, Nóra und Anett.
#lebensansichteneineshuhns
LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS – KOTA
KINOSTART 06.08., D/GR/HU 2025, REGIE György Pálfi,
MIT Yannis Kokiasmenos, Maria Diakopanayotou,
FILMLÄNGE 96 Min., © Panda Lichtspiele
Woher kommen all die
Pilger, die in der
Kathedrale von Le
Puy-en-Velay zusammengekommen
sind und gleich auf
den Jakobsweg aufbrechen
werden? „Brest“, „Toulouse“,
„Oslo“, „aus dem Knast“ …
Für den rebellischen
Teenager Adam (Julien Le
Berre), vorbestraft und mehrfach
verurteilt, ist der Jakobsweg die
letzte Chance, um nicht im Gefängnis zu landen.
Die Lehrerin Fred (Alexandra Lamy) hat sich im
Rahmen eines Resozialisierungsprogramms dazu
bereit erklärt, ihn zu begleiten. Der Weg nach
Santiago de Compostela ist von Streit, Schweigsamkeit
und unerwarteten Wendungen gepflastert –
und allmählich von Selbstreflexion.
Als Regisseur Yann Samuell auf das Buch „Marche
et invente ta vie“ von Bernard Ollivier und die
Arbeit des Vereins Seuil stieß, wusste er, dass er
einen Film vor sich hatte: „Ich war zutiefst berührt
von dem Gedanken, dass ein Paar Turnschuhe und
viel guter Wille ausreichen könnten, um ein Schicksal
zu verändern“. Nun ist der rein fiktive Adam
unterwegs – vor einer eindrucksvollen Kulisse.
#diecaminotherapie
DIE CAMINO-THERAPIE – FINDE DEINEN WEG –
COMPOSTELLE KINOSTART 02.07., F 2026,
REGIE Yann Samuell, MIT Alexandra Lamy, Julien Le Berre,
Maëlle Vidou, Eric Metayer, Malik Amraouj, Mélanie Doutey,
FILMLÄNGE 113 Min., © Luna Film
24 DOT.MOVIE
UNTER
WEGS
Zurück und nach vorn
Zwei Freunde begeben sich „Auf zwei Rädern“ auf eine schmerzhafte,
aber auch heitere Reise.
Philippe Rebbot hatte einige
Zweifel, als der Plan aufkam,
sich mit seinem besten
Freund Mathias Mlekuz auf die
Räder zu schwingen, um einen
Trip quer durch Europa zu absolvieren:
„Ich sagte mir: Wir werden
sechs Monate mit dem Fahrrad unterwegs
sein, ich, ein starker Raucher,
er, traurig und ein paar Kilo
zu schwer. Bis mir klar wurde, dass
wir künstlerische Berufe ausüben,
dass wir Schauspieler sind.“
Die Tour, die sie angehen,
ist eine Art Reenactment, die
der Trauerarbeit dient: Mathias
Mlekuz wollte die Reise nachempfinden,
die seinen verstorbenen
Sohn Youri einige Jahre zuvor
begeistert hatte. Sie führte von
der französischen Atlantikküste
zum Schwarzen Meer, Youri hat
ein Buch darüber gestaltet. Dieses
Buch – sowie ein kleines Kamerateam
und Hund Lucky – haben
die beiden Freunde nun mit dabei.
Kein Drehbuch, dafür offene
Herzen und Lust auf Spontaneität
und Begegnungen. Aus dem
leisen Versuch, nachzuspüren
und Youri nahe zu sein, wird ein
überraschend heiterer Film, voller
Wärme und Menschlichkeit, Witz
und Wahrhaftigkeit: Der Verlust
ist omnipräsent, manchmal gibt’s
auch Streit, die beiden Freunde
feiern aber gleichzeitig auch das
Leben und ihre Unternehmung.
BERÜHRENDES ROADMOVIE
Das Roadmovie, bei dem kräftig
in die Pedale getreten wird, macht
auch einen Zwischenstopp in Wien
(hier wird mit Schauspielerin
Adriane Grządziel ein Erlebnis
des Sohnes nachgestellt – Übersetzungsfehler
inklusive). „Ich hatte
mir den Film überhaupt nicht so
vorgestellt, wie er geworden ist“,
meint Mathias Mlekuz. Was er aber
wusste: „Dass bei Auf zwei Rädern
Humor dabei sein würde und dass
Philippes Anwesenheit die Schwere
des Themas auflockern würde.“
Dem Publikum bietet sich eine
berührende Begegnung mit zwei
Freunden, die mit offenen Herzen
vor die Kamera treten.
#aufzweirädern
AUF ZWEI RÄDERN – À BICYCLETTE
KINOSTART 09.07., F 2024,
REGIE Mathias Mlekuz, MIT Mathias
Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz,
FILMLÄNGE 89 Min., © Polyfilm
DOT.MOVIE 25
ESKALATIONS
KURS
Jurassic Things
David Robert Mitchell wirft Ewan McGregor und Anne Hathaway
Dinosauriern zum Fraß vor: „The End of Oak Street“.
Beim Frühstück scherzt die
Familie Platt noch darüber,
woher das seltsame Licht
wohl stammte, das der Sohn in
der Nacht wahrgenommen hat.
War’s ein Helikopter? Oder doch
eine Alien-Invasion? Nach dem
Frühstück hat das Vorstadtidyll
aber allmählich ein Ende, die Lust
auf Scherze erst recht.
Das Wasser funktioniert nicht,
die Nachbarschaft ist irritierend
ruhig, und als die Eltern, gespielt von
Ewan McGregor (Trainspotting)
und Anne Hathaway (aktuell:
Der Teufel trägt Prada 2, Die
Odyssee), mit ihren beiden
Kindern zu einer Sondierungsautofahrt
aufbrechen, stockt ihnen
der Atem: Ihre heile Welt, ihre
Nachbarschaft, findet hier ein
buchstäbliches Ende: Es scheint,
als sei die Oak Street aus den
Angeln gehoben und an einem
anderen Ort abgeladen worden. –
Und in einer anderen Zeit, denn
die Familie scheint plötzlich nicht
mehr in den 1980ern zu leben,
sondern sieht sich mit Dinosauriern
konfrontiert …
GROSSARTIG KÜHN
J.J. Abrams, seit LOST der Vater unerklärlicher
Vorkommnisse, hat den
High-Concept-Thriller produziert,
den David Robert Mitchell (Under
the Silver Lake, It Follows) mit
großen Schauwerten und herrlichen
Ideen geschrieben und inszeniert
hat. Der Zusammenprall von
Stranger Things, Jurassic Park und
A Quiet Place wird zum surrealen
Überlebenskampf einer Familie.
Nachdem Anne Hathaway It
Follows gesehen hatte, kontaktierte
sie David Robert Mitchell:
Wenn er jemals etwas in Arbeit
hätte, bei dem sie eine Rolle spielen
könnte, würde sie sich geehrt
fühlen, wenn er an sie denken
würde. „Und dann schickte er mir
dieses Script, und es war einfach
wild! Ein dichtes Familiendrama
inkl. Zeitreise und Dinosaurier!
Und Ewan (McGregor) würde
meinen Mann spielen. Ich war sehr
aufgeregt“, so Hathaway. Sie habe
schon viele Drehbücher in ihrem
Leben gelesen, aber keins, das so
kühn war wie das von The End of
Oak Street. Nach Miranda Priestly
(Der Teufel trägt Prada) und
Sith Lords (Star Wars) kämpfen
Hathaway und McGregor nun also
gegen T-Rex und Co.: Es wird das
Highlight des Kinosommers!
#EndofOakStreetMovie
26 DOT.MOVIE
THE END OF OAK STREET
KINOSTART 13.08., USA 2026,
REGIE David Robert Mitchell, MIT Ewan
McGregor, Anne Hathaway, FILM
LÄNGE 110 Min., © Constantin Film
„LEO WOODALL UND DUSTIN HOFFMAN SIND HERAUSRAGEND“
— ELLE —
„EIN EINZIGARTIGER, JAZZIGER THRILLER.“
— LE FIGRAO —
LEO WOODALL DUSTIN HOFFMAN HAVANA ROSE LIU
THE PIANO TUNER
DREHBUCH DANIEL ROHER & ROBERT RAMSEY REGIE DANIEL ROHER
AB 2. JULI IM KINO
Feine Misstöne
Der Feel-Good-Spaß des Sommers:
„Power Ballad“ mit Paul Rudd und Nick Jonas.
Rick schleppt sich gerade
durch eine Mall und kauft
Kleidung, als er Songzeilen
wahrnimmt, die von ihm sein
könnten. Er glaubt es kaum. Verwirrt
hört er zu. Sie sind von ihm.
Sie wurden ihm gestohlen. „How to
Write a Song (Without You)“ sollte
sein Hit sein. Aber jetzt hat Danny
Wilson (Nick Jonas, Jumanji:
Willkommen im Dschungel)
ihn veröffentlicht. Während das
Ex-Boyband-Sternchen Danny,
das Rick flüchtig kennt, damit als
Solokünstler durchstartet, ist Rick
immer noch Frontmann einer
Hochzeitsband in Irland, der
von einer eigenen Musikkarriere
nur träumen kann. Dass er einen
Moment lang ein aufstrebender
Musiker war, ist lange her.
Aber zurück auf Anfang: Bei
einer Hochzeit, bei der Rick
mit seiner Band „The Bride and
Groove“ für das musikalische
Hintergrundgeräusch sorgt,
lernt Rick Hochzeitsgast Danny
kennen. Es kommt zu einer
spontanen, feuchtfröhlichen Jam-
Session, und es funkt musikalisch
sofort zwischen den beiden: Der
eine schöpft neuen Mut für eine
angehende Solokarriere, der
andere glaubt wieder an seine
Stimme – bis zur wenig später
eintretenden bitteren Erkenntnis
in der Mall, dass Danny sich nun
den Ruhm holt, der eigentlich
Von den Oscar ® -prämierten Produzenten von
12 YEARS A SLAVE und MOONLIGHT
H
Golden-Globe-Gewinnerin
Claire Foy
WIE
Oscar®-nominiert für THE BANSHEES OF INISHERIN
Brendan Gleeson
HABICHT
BASIEREND AUF DEM „SUNDAY TIMES“-BESTSELLER
AB 23. JULI IM KINO
„CLAIRE FOY BEGEISTERT
AUF GANZER LINIE. “
Screen Daily
„ MITTEN AUS DEM LEBEN. “
Deadline
„ ZART UND WAHRHAFTIG. “
The Telegraph
28 DOT.MOVIE
Rick zusteht. (Ein bisschen wie bei
Robbie Williams, dem irischen
Musiker Ray Herrenan und dem
Rechtsstreit um „Angels“.) So ist
das doch, oder? Und das kann
man sich doch keinesfalls einfach
so gefallen lassen! Wozu schreibt
man bitte Powerballaden, wenn
nicht auch zum eigenen Self-Empowerment?!
BROMANTIC COMEDY
John Carney weiß, was Musik bedeuten
und bewirken kann. Seine
Filmografie ist voll von Beweisführungen:
Once, Can A Song
Save Your Life?, Sing Street, Flora
and Son … Nun lässt er Paul
Rudd (Ant-Man, Anaconda) als
liebenswerten Musiker mit ebenso
großen Träumen wie Enttäuschungen
auftreten. Musiker Nick
Jonas wird zum Partner in crime
und Kontrahenten. „Es ist keine
Liebesgeschichte im herkömmlichen
Sinne, aber Rick verliebt sich
gewissermaßen ein wenig in die
Vorstellung von Danny“, so John
Carney. „Rick erkennt sich selbst
in Danny wieder und sieht seine
eigene Vergangenheit.“
Und während der Song durch
die Decke geht, stellen sich Danny
und Rick Fragen: über Lebenswege,
über Urheberschaft, über
gute Momente auf und fernab der
Bühne. Beide suchen – aus unterschiedlichen
Perspektiven – nach
einem Sinn und ihrer Identität.
So wird der Film über (zweite)
Chancen, über Hoffnungen und
Träume vor allem eine mitreißende
Reise in Richtung Selbsterkenntnis
…
#powerballad
POWER BALLAD – DER SONG
MEINES LEBENS KINOSTART 25.06.,
IRL/USA 2026, REGIE John Carney,
MIT Paul Rudd, Nick Jonas,
FILMLÄNGE 98 Min., © Constantin Film
„Ein eigenwilliger,
einzigartig fesselnder Film.“
★ ★ ★ ★ ★
FILM NEW EUROPE
„Ein spielerisches Stück
komödiantischer Fantasie.“
★ ★ ★ ★ ★
SCREEN INTERNATIONAL
EIN FILM VON PÁLFI GYÖRGY
AB 6. AUGUST IM KINO
DOT.MOVIE 29
Tod auf hoher See
„Mutiny“ ist die an Action nicht gerade arme
Zusammenarbeit zweier Genre-Spezialisten.
Das Spielfeld am Meer komplettiert die
gelungene Zutatenliste.
Cole Reed, im Film dargestellt
von Jason Statham,
hat echt Pech: Früher hat
er als Mitglied der Special Forces
und als London Metropolitan
Officer gearbeitet. Nun aber
findet er sich plötzlich auf der
anderen Seite des Gesetztes wieder
– wenn auch wider Willen.
Denn sein neuer Job als privater
Security-Mann ging irgendwie schief;
eine gnadenlose Verschwörung präsentiert
ihn als den Mörder seines thailändischen Milliardärkumpels
Tibu. Wenn er überleben will, bleibt
ihm nicht viel anderes übrig, als die ganze Chose
selbst in die Hand zu nehmen und herauszufinden,
wer hinter diesem Mordkomplott steckt.
Blöd für Cole, gut für alle Fans von Action-
Knallern, denn: Bei Mutiny treffen zwei Urgewalten
aufeinander, nämlich Statham, der als Darsteller
längst als Großmeister des harten Thrillers gilt –
und Regisseur Jean-François Richet (Plane, Public
Enemy No. 1), der sein Talent im Action-Genre
ebenfalls schon mehrmals unter Beweis stellen konnte.
Extraschmankerl ist das Frachter-Setting, in dem
Statham den Seebären raushängen lassen darf.
www.mutiny.movie
He is back
James Camerons legendärer SciFi-Hit
„Terminator“ kehrt
4K-restauriert ins Kino zurück.
Fast keinen Text musste Arnold Schwarzenegger
für den Dreh von Terminator (1984) lernen,
die wenigen Sätze aber wurden legendär: „I’ll
be back“ wurde vom American Film Institute auf
Platz 37 der 100 berühmtesten Filmzitate gesetzt.
1984 etablierte James Cameron in seinem zum
Kultfilm avancierten B-Movie den Androiden, der
zu Schwarzeneggers prominentester Rolle werden
sollte. Er gab den Terminator, eine Tötungsmaschine
aus der Zukunft, die von der künstlichen Intelligenz
Skynet vom Jahr 2029 ins Jahr 1984 transferiert wird,
um Sarah Connor (Linda Hamilton) zu töten: So
sollte u.a. verhindert werden, dass der Widerstandskämpfer
John Connor, der den Kampf der Menschen
gegen die Maschinen anführte, überhaupt geboren
wird. Es sollte der Schlussakt im Krieg zwischen
Mensch und Maschine werden. Zu Sarahs Schutz
entsendet die menschliche Resistance ebenfalls
einen Zeitreisenden – einen ihrer besten Männer,
Kyle Reese (Michael Biehn) – ins Jahr 1984. Der
Kampf um das Schicksal der Menschheit wurde zum
Überraschungserfolg des Kinojahres 1984. Er sollte
zu James Camerons (Avatar, Titanic) Durchbruch
werden.
#terminator
MUTINY KINOSTART 27.08., GB/USA 2026, REGIE Jean-
François Richet, MIT Jason Statham, Annabelle Wallis, Roland
Møller, Adrian Lester, FILMLÄNGE 95 Min., © Constantin Film
TERMINATOR – 4K RESTAURATION KINOSTART 04.08.,
USA 1984, REGIE James Cameron, MIT Arnold Schwarzenegger,
Michael Biehn, Linda Hamilton, FILMLÄNGE 107 Min., © Polyfilm
30 DOT.MOVIE
ESKALATIONS
KURS
Auf Rachekurs
Supermans Cousine „Supergirl“ startet auf der Leinwand durch.
Kara Zor-El aka Supergirl
sieht keinen Sinn mehr im
Leben, seit sie Zeugin davon
werden musste, wie ihre Heimat
zerstört wurde. Auf der Erde
hat sie auch keine Aufgabe, geht
es ihrem Cousin Superman doch
auch ohne ihr Zutun blendend –
und eine Kopie von Superman, als
die sie wahrgenommen wird, will
sie nicht sein. Außerdem: Er sieht
in allen das Gute, während sie die
Wahrheit sieht.
Als aber ein Mädchen mit einer
ähnlichen Erfahrung auf der
Bildfläche erscheint, hat Supergirl
endlich eine Aufgabe. Auch Ruthye
Marye Knoll (Eve Ridley) hat ihre
Welt verloren, und sie will Rache
üben. Denn die Zerstörer – vor allem
Krem von den Gelben Hügeln
(Matthias Schoenaerts) – bewegen
sich noch frei in der Welt da
draußen. Sie wird sich sicher nicht
von ihrer Rachemission abhalten
lassen, so hoffnungslos sie auch
sein mag. Also wird Supergirl sie
begleiten – um sie vor dem sicheren
Himmelfahrtskommando zu
bewahren, aber auch um ein Ventil
für ihren eigenen aufgestauten
Hass zu finden …
RAUE TÖNE
„She’s a mess“, konstatiert James
Gunn, Leiter von DC Studios und
Produzent des Films. Wir würden
in diesem Film „den Unterschied
zwischen Superman, der in seiner
Kindheit auf die Erde geschickt
und von liebenden Eltern großgezogen
wurde, und Supergirl,
die auf einem Felssplitter vor
Krypton aufgewachsen ist und in
den ersten 14 Jahren ihres Lebens
zugesehen hat, wie alle um sie
herum sterben und auf schreckliche
Weise getötet wurden“, sehen.
Entsprechend rau ist der Ton
des Films, den Regisseur Craig
Gillespie (I, Tonya) umgesetzt hat.
Die lässige Milly Alcock, die mit
House of the Dragon für Furore
sorgte, übernimmt die Titelrolle.
Sie hat die „Fuck it“-Mentalität
ihrer Rolle perfekt drauf.
Und: Jason Momoa darf endlich
den zerstörerischen intergalaktischen
Kopfgeldjäger Lobo spielen,
den er immer schon lieber darstellen
wollte als Aquaman.
#supergirl
SUPERGIRL: WOMAN OF TOMORROW
KINOSTART 25.06., USA 2026,
REGIE Craig Gillespie, MIT Milly Alcock,
Matthias Schoenaerts, Eve Ridley,
Jason Momoa, © Constantin Film
DOT.MOVIE 31
Als Hauptgang: soziale Ängste
Olivia Wilde lädt zum intimen Abend mit Seth Rogen,
Penélope Cruz und Edward Norton: „The Invite“.
THE INVITE KINOSTART 30.07.,
USA 2026, REGIE Olivia Wilde,
MIT Seth Rogen, Penélope Cruz,
Edward Norton, Olivia Wilde, FILM
LÄNGE 107 Min., © TOBIS Film
Erwarten wir jemanden?!“,
fragt Joe genervt-patzig,
während seine langjährige
Ehefrau Angela dabei ist, Wurst
und Käse auf Platten zu arrangieren
und üppige Blumenbouquets
dekorativ zu platzieren, als würde
sie Architectural Digest für eine
Home Story erwarten. Sie erwartet
nicht AD, sondern die Nachbarn
aus der Wohnung schräg über
ihnen – diejenigen, die einen wunderbaren
Blick in ihre vier Wände
haben. Schon stehen also Pina und
Hawk in der Wohnung, und den
Smalltalk lassen sie bereits an der
Türschwelle hinter sich. Es wird
ein Abend, der wie ein Schock auf
15 gut gerostete Ehejahre wirkt.
Olivia Wilde (Booksmart)
nennt ihren neuen Film „eine
Art Wer hat Angst vor Virginia
Woolf? im Zeitalter von (Therapeutin)
Esther Perel“. Es gäbe
für sie „nichts Lustigeres als
unerträgliche Peinlichkeit und
die Absurdität, mit der Menschen
versuchen, den Anschein zu erwecken,
alles im Griff zu haben“. Mit
der Einladung, die unter Nachbarn
ausgesprochen wurde, wird
alles eskalieren.
SOCIAL HORROR
Das Zusammentreffen ist eine Neuinszenierung
von gut erprobtem
Stoff: Aus Cesc Gays Theaterstück
Los vecinos de arriba wurde sein
(spanischer) Film Sentimental
(2020), der in Remakes in Italien
(Neighbors, 2022), der Schweiz
(Die Nachbarn von oben, 2023),
Frankreich (Et plus si affinités,
2024) und Südkorea (Witjip
saramdeul, 2025) mündete.
Und nun folgen eben die USA.
Die „Social-Horror-Komödie“ sei
das Ergebnis eines gemeinsamen
Experiments, so Wilde: „Was wäre,
wenn wir einen Film genau so
drehen würden, wie wir es uns als
Darsteller und Crew schon immer
erträumt haben – auf Film, in chronologischer
Reihenfolge und mit
ausreichend Zeit für Proben?“
Das Vierergespann – Olivia Wilde
und Seth Rogen als Gastgeber,
Penélope Cruz und Edward Norton
als alles aufwirbelnde Nachbarn
– verstand sich als kleine Theatergruppe,
die das Material (ein
Drehbuch von Rashida Jones und
Will McCormack) in Workshops
ausarbeitete. „Daraus entstand ein
Kaleidoskop aus Sichtweisen und
urkomischen Ideen.“
Bei der Einladung wird ein lebendiges
Kammerspiel serviert, das
sich als Verbeugung vor Künstlern
wie Mike Nichols, John Cassavetes
und Nora Ephron versteht – „Meistern
des menschlichen Verhaltens
in all seiner Lächerlichkeit“.
Auch Wilde, die ihren Film beim
Sundance Film Festival präsentierte,
versteht es, bei abgründigen Verhaltensstudien
genau hinzuschauen.
Aber das wissen wir ja schon dank
ihres feinen Vorgängerfilms Don’t
Worry Darling.
#theinvite
32 DOT.MOVIE
ESKALATIONS
KURS
Umerziehung mal anders
„Good Boy“: Stephen Graham und Andrea Riseborough wollen nur sein Bestes …
Wie weit darf man
gehen, um gewalttätige
Jugendliche zu
rehabilitieren und zu resozialisieren?
Dieser Frage ging bereits
Regielegende Stanley Kubrick 1971
in seiner höchst umstrittenen dystopischen
Crime-Satire Uhrwerk
Orange nach, in der der sadistische
Bandenchef Alex (Malcolm
McDowell) von der Regierung als
Versuchsobjekt für die sogenannte
„Ludovico“-Technik, eine radikale
Aversionstherapie, missbraucht
wird, nur um als „genesener“
Bürger wieder in die Gewaltspirale
zurückgeworfen zu werden.
Man könnte sich fragen, ob die
Protagonisten aus Jan Komasas
(Corpus Christi) neuem Werk
Good Boy – Wir wollen nur dein
Bestes Kubricks Film gesehen
haben und sich dann dachten:
„Hey, das können wir besser!“
Jedenfalls sind die Absichten des
Ehepaars Chris (Stephen Graham,
Springsteen) und Kathryn (Andrea
Riseborough, Mandy) nicht ganz
unähnlich: zwar immer noch nicht
pädagogisch wertvoll, aber weitaus
weniger brachial. Nach einer wilden
Partynacht wird der 19-jährige
Tommy (Anson Boon, Die Witwe
Clicquot) entführt und wacht
tags darauf im Keller eines großen
Anwesens auf.
DENN SIE WISSEN, WAS SIE DA
TUN
Chris und Kathryn, die gerade
dabei sind, das nordmazedonische
Hausmädchen Rina (Monika Frajczyk)
einzustellen, haben es sich
zur Aufgabe gemacht, den Jungen
mit seinem asozialen Verhalten zu
konfrontieren und zu reformieren,
indem sie ihn lehrreiche Filme
anschauen und aufschlussreiche
Bücher lesen lassen. Anfangs
wehrt sich Tommy noch entschieden
gegen seine Kidnapper, taut
dann aber in ihrer Mitte immer
mehr auf und freundet sich mit
dem Sohn des Paares, Jonathan
(Kit Rakusen), und Rina an. Bald
wächst so etwas wie eine unkonventionelle
Familie heran, bis
Rinas Vergangenheit sie einholt.
Nachdem Graham im letzten Jahr
mit der von ihm entwickelten
erschütternden Netflix-Miniserie
Adolescence nicht nur einen phänomenalen
Erfolg mit allen großen
Fernsehpreisen verbuchen konnte,
sondern auch viel Diskussionsstoff
um jugendliche Gewaltverbrechen
anregte, nimmt er sich hier
unter der Regie von Jan Komasa
der Thematik auf abgründige und
schwarzhumorige Weise an.
#goodboyfilm
GOOD BOY – WIR WOLLEN NUR DEIN
BESTES – GOOD BOY KINOSTART 10.07.,
PL/GB 2025, REGIE Jan Komasa, MIT
Stephen Graham, Andrea Riseborough,
Anson Boon, Monika Frajczyk, Kit Rakusen,
FILMLÄNGE 110 Min., © Filmladen
DOT.MOVIE 33
Neues aus Niederkaltenkirchen
„Steckerlfischfiasko“ heißt der zehnte Teil der Eberhofer-Verfilmungen – wer auf die Absurdität
der Gemütlichkeit sowie skurrile Charaktere steht, bekommt ein Festmahl serviert.
Mit dem Dampfnudelblues
(2013) hat alles begonnen:
Die Verfilmung
eines der Bücher von Rita Falk
zog nicht nur begeisterte Massen
ins Kino, sondern war zugleich
der Startschuss für einen beispiellosen
Run, der derzeit bei zehn
Verfilmungen von Falks Werken
steht. Was aber ist es, dass diese auf
den ersten Blick gar nicht so sexy
daherkommende Reihe so beliebt
und erfolgreich macht?
Sagen wir so: Unergründliche
Dialoge und auf seltsame Weise
trostlose Settings haben sich schon
mehrmals in der Filmgeschichte
als Publikumsmagnet herausgestellt
– man denke etwa an
Fargo. So lässt sich das brandneue
Steckerlfischfiasko wie auch seine
Vorgänger vielleicht am ehesten als
ein in der bairischen Dialektgruppe
angesiedeltes Fargo verstehen.
Nur halt eben in einem deutschen
34 DOT.MOVIE
Dorf und nicht in North Dakota.
Das hat haufenweise Vorteile –
einer davon ist, dass wir auch ohne
deutsche Synchronisation in den
Genuss der schrägen Wortwechsel
kommen.
DER TOD DES STECKERL-
FISCHKÖNIGS
Was ist denn nun passiert in Niederkaltenkirchen?
Genau das will
Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel)
zusammen mit seinem Spezi Rudi
Birkenberger (Simon Schwarz)
herausfinden. Denn fest steht
nur eins: Chaos herrscht schon
vor dem Auffinden einer Leiche,
aber dass es gerade den örtlichen
Steckerlfischkönig erwischt hat
und der auch noch auf dem neu
errichteten Golfplatz herumliegt
– das bringt die gepflegte Unordnung
natürlich endgültig an ihre
Grenzen.
Über die Ablenkung gar nicht
unfroh ist allerdings Hauptprotagonist
Franz, denn der brisante
Fall ist für den Dorfsheriff eine
gute Gelegenheit, dem familiären
Durcheinander zu entfliehen.
Was er allerdings gemeinsam mit
Rudi entdeckt, macht die Situation
keinen Deut entspannter.
DIE CHEMIE STIMMT
Warum das Gespann Bezzel-
Schwarz so gut funktioniert, hat
einen persönlichen Hintergrund:
Die beiden mögen sich und sind
längst Freunde auch im echten
Leben geworden. Ein Honigschlecken
ist das Leben am Set aber
dennoch nicht: „Die Leute glauben
immer, wir sitzen da am Set, trinken
Bier und hauen uns die Pointen
um die Ohren“, so Schwarz. „In
Wahrheit ist Komödie die absolute
Höchststrafe, was Konzentration
angeht. Wenn das Timing um
eine halbe Sekunde verrutscht, ist
der Gag tot.“ Aller Anstrengungen zum Trotz ist es
ein fixer Bestandteil seines Lebens geworden – und
noch dazu kein unangenehmer. „Es gibt schlimmere
Schicksale, als am Eberhofer-Set zu sein. Es macht
echt so viel Spaß. Es ist anstrengend, es ist Arbeit,
und am Abend weiß man, was man getan hat.“
Die Beliebtheit der Reihe ist letztendlich auch ein
Produkt dieser Mühen, wie Sebastian Bezzel in einem
seiner Interviews erklärte. „Der Erfolg kam ja nicht
über Nacht, sondern ist organisch gewachsen. Am
Anfang liefen die Filme fast nur in Bayern, mittlerweile
sind sie ein bundesweites Phänomen. Wir
haben das große Glück, dass wir ein treues Stammpublikum
haben, das regelrecht mit den Figuren altert.“
Mittlerweile ist die Erfolgswelle aber längst auch auf
Österreich übergeschwappt – das Steckerlfischfiasko
ist also der nächste logische Schritt zur Eingemeindung
von Niederkaltenkirchen.
#steckerlfischfiasko
„Ein wahres Wunder“
Le Point
„Eine wundervolle Lobeshymne auf die
Freundschaft “ Allocine
„So persönlich und doch so universell –
diese schöne Reise geht direkt ins Herz.“
Télé 7 Jours
y y y y y
AUF ZWEI RÄDERN
Ein Film von
Mathias Mlekuz
ESKALATIONS
KURS
Mathias Mlekuz
Philippe Rebbot
STECKERLFISCHFIASKO KINOSTART 13.08., D 2026,
REGIE Ed Herzog, MIT Sebastian Bezzel, Simon Schwarz,
Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Michael Ostrowski,
FILMLÄNGE 98 Min., © Constantin Film
/PolyfilmVerleih/
AB 9. JULI IM KINO
DOT.MOVIE 35
ESKALATIONS
KURS
36 DOT.MOVIE
Schmerz nach Plan
Johnny Knoxville trommelt ein letztes Mal seine Mitstreiter zusammen:
„Jackass: Einer geht noch“.
Die geschundenen Körper
von Johnny Knoxville
(55) und Co. haben in
den letzten Jahren (Jackass erlebte
2000 seine Geburt als MTV-
Serie) wohl noch nicht genug an
absurden Stunts und schmerzhaften
Dummheiten ausgefasst:
Sie kehren mit Jackass: Einer
geht noch – dem 5. Kinofilm von
Jackass – auf die Leinwand und in
den Unterhaltungszirkus zurück.
Dieses Mal bekommen sie es
u.a. mit Robotern, Schlangen,
Elektroschockern und – wie
immer – viel zu vielen Schlägen in
den Unterleib zu tun. Bemannte
Dixieklos werden herumgewirbelt,
als wären sie Fahrgestelle in
Freizeitparks. Dann wieder wartet
auf die ewigen Jungs ein „Escape
Room aus der Hölle“. Als Sahnehäubchen
gibt’s eine Prostatauntersuchung
durch einen Roboter. Also
alles so, wie wir es von Knoxville
und seinen Mitstreitern kennen:
Es wird Nonsense galore geboten,
der bei den Fans gleichermaßen
für Spaß und für empathische
Phantomschmerzen sorgt. Zur
Sicherheit wird schon beim Trailer
die Texttafel eingeblendet: „Die
Stunts in diesem Film wurden
von Profis durchgeführt. Weder
du noch deine blöden Kumpels
sollten irgendwas aus diesem Film
nachmachen.“ – Es ist auch viel
sinnvoller, dem exaltierten Treiben
aus gebührender Distanz zuzuschauen.
IM SCHMERZARCHIV
Produzent Spike Jonze inszenierte
– wie schon bei Jackass Forever
(2022) die Eröffnungs- und die
Schlusssequenz des Films (Regie:
Jackass-Veteran Jeff Tremaine),
der sowohl neues Material als
auch einen nostalgischen Blick ins
„Best of“ des großen Schmerzarchivs
der Truppe wirft.
Johnny Knoxville selbst muss
schaumgebremst agieren: Er darf
keine Stunts mehr machen, die zu
einer Gehirnerschütterung führen
könnten, hat seine „Begegnung“
mit einem Stier in Jackass Forever
doch für eine gebrochene Rippe,
ein gebrochenes Handgelenk, eine
schwere Gehirnerschütterung und
eine Hirnblutung gesorgt …
#jackasseinergehtnoch
JACKASS: EINER GEHT NOCH –
JACKASS: BEST AND LAST
KINOSTART 25.06., USA 2026,
REGIE Jeff Tremaine, MIT Johnny Knoxville,
Jason ‚Wee Man‘ Acuña, Lance Bangs,
FILMLÄNGE 92 Min., © Constantin Film
JEDE FAMILIE
HAT IHRE DÄMONEN
AB 10. JULI NUR IM KINO
EvilDeadBurn.de
#EvilDeadBurn
Kleine Erwartungen
Was von uns übrig blieb: Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“.
DAS ENDE DER STERNE – THE DOG STARS
KINOSTART 27.08., GB/USA 2026,
REGIE Ridley Scott, MIT Jacob Elordi, Josh Brolin,
Margaret Qualley, Guy Pearce, Benedict Wong,
Allison Janney, FILMLÄNGE 100 Min.,
© The Walt Disney Company
ohne Rückkehr ihren Lauf nimmt:
Hig hat die Hoffnung noch nicht
aufgegeben, dass da draußen auch
noch etwas Menschlichkeit zu finden
ist. Gibt es doch noch Leben
jenseits des kleinen Flughafens?
Was Hig findet, übertrifft seine
schlimmsten Ängste, aber auch
seine größten Hoffnungen.
Die Welt, wie wir sie kennen,
ist untergegangen,
aber Hig ist noch da. Seit
neun Jahren besteht seine Welt aus
einem täglichen Überlebenskampf,
aus Aufklärungsflügen mit seiner
Cessna, Flugzeugreparaturen, der
Ernte von fünf Gemüsesorten,
manchmal erwischt man einen Hasen.
Und sie besteht auch aus leiser
Hoffnung – ohne einen Hauch von
Evidenz darauf. „Worauf warteten
wir eigentlich?“, heißt es gleich auf
den ersten Seiten des Bestsellers
„Das Ende der Sterne wie Big Hig
sie kannte“ von Peter Heller (2012).
„Big Hig“ lebt mit seinem Hund
Jasper und dem gleichermaßen
misanthropischen wie militanten
Bangley auf einem einstigen
Flughafen in Colorado, der inzwischen
recht verwildert ist. Rund
um sie: nichts als Natur. Bangley
verteidigt ihr karges Zuhause
gegen Angreifer, Hig sucht mit
seinem Flugzeug die Gegend ab.
Ist das alles, was sie noch vom
Leben erwarten können? Hellers
nachdenkliche, melancholische
Endzeitgeschichte wurde – wie
in Andeutungen erzählt wurde –
durch eine Seuche ausgelöst, der
auch Higs Frau zum Opfer fiel.
Die Überschaubarkeit ihres
Alltags hat ein Ende, als eine
rätselhafte Funkübertragung
sie erreicht und eine Reise ins
Unbekannte und vielleicht auch
MARKIG UND DOCH ZART
Ein Experte für große Bilder
– Ridley Scott (Blade Runner,
Gladiator, Black Hawk Down)
– inszeniert gekonnt atmosphärisch
eine Welt in Scherben.
In der Hauptrolle glänzt ein
niedergeschlagener Jacob Elordi
(Euphoria, „Wuthering Heights“,
Priscilla), an seiner Seite bewegen
sich Josh Brolin, Margaret
Qualley, Guy Pearce, Benedict
Wong und Allison Janney in den
Bruchstücken unserer Welt.
#dasendedersterne
EIN PLATZ IN
DER WELT
38 DOT.MOVIE
Trau dich zu träumen
Von der unbändigen Kraft des Kinos erzählt der ambitionierte
Science-Fiction-Film „Resurrection“.
RESURRECTION – KUÁNGYĚ SHÍDÀI
KINOSTART 25.06., CN/FR 2025,
REGIE Bi Gan, MIT Jackson Yee, Shu Qi,
Mark Chao, Li Gengxi, Huang Jue,
Chen Yongzhong, FILMLÄNGE 159 Min.,
© Filmladen
Man spricht vom Kino,
besonders von Hollywood,
immer gerne als
„Traumfabrik“. Ein Ort, an dem
Träume geschmiedet und Visionen
erfahrbar gemacht werden.
Seit über 130 Jahren pilgern wir
ins Lichtspielhaus unseres Vertrauens,
um uns Geschichten anzusehen,
die die Grenzen unserer
Vorstellungskraft sprengen und
noch nie Dagewesenes offenbaren.
Genau darin liegt die Magie des
Kinos als Kunstform. Bei den
Filmfestspielen in Cannes, einem
besonderen Ort der internationalen
Filmindustrie, stellte 2025 der
chinesische Autor und Regisseur
Bi Gan (Lu bian ye Can) das außergewöhnliche
Science-Fiction-
Drama Resurrection im Wettbewerb
vor, das genau dieser Magie
huldigt und die Traumfabrik
Kino als Metapher verwendet. In
seinem Konzept schwebt Gan eine
Welt vor, in der die Menschen die
Fähigkeit zu träumen aufgeben,
um stattdessen länger leben zu
können. Shu Qi (The Transporter)
spielt eine Frau, die ein Monster
(Jackson Yee), einen sogenannten
„Delirianten“, verfolgt, der sich
in Filmen versteckt, wo er sich
verzweifelt an seine Träume klammert,
obwohl ihn diese langsam
umbringen.
EIN LEBEN IN SECHS
SINNESWAHRNEHMUNGEN
Mithilfe eines Projektors im
Inneren des Monsters findet sie
vier Filme bzw. Träume, die sein
Leben im Laufe eines Jahrhunderts
Revue passieren lassen,
bevor er stirbt. In jedem dieser
Kapitel übernimmt Yee eine
andere Rolle, sodass er hier als
fünf verschiedene Persönlichkeiten
auftritt. Einmal als Begleiter
eines Musikers, der dessen Koffer
mit geheimen Anweisungen
beschützt, ein anderes Mal als
Mönch, ein weiteres Mal als
Trickbetrüger, der mit einem Waisenmädchen
zusammenarbeitet
und schließlich als verzweifelter
Ganove in Liebesnöten am Abend
der Jahrtausendwende. Besonders
eindrucksvoll ist, neben Gans
Hommage an die expressionistischen
deutschen Stummfilme der
1920er-Jahre und die Techniken
jener Ära, eine Szene in einer
einzigen Einstellung im vierten
Traum. Die sechs Segmente des
Films repräsentieren jeweils einen
der sechs Sinne im buddhistischen
Glauben: Sehen, Hören,
Riechen, Schmecken, Spüren und
Denken. So wird Resurrection zu
einem Werk, das die Sinne belebt.
#resurrection
DOT.MOVIE 39
Mit Träumen rechnen
Ambitionen, die die Konventionen sprengen:
„Virginia Woolf’s Night and Day“.
Best Summer Ever
Coming-of-Age mit Krankenakte:
„Sunny Dancer“.
Ivy, 17, verachtet ihre überfürsorglichen
Eltern (Jessica Gunning, Rentierbaby,
und James Norton, Little Women) dafür,
dass sie sie für vier ewig lange Wochen im
Children Run Free Camp für krebskranke
Jugendliche angemeldet haben. Das „Chemo-
Camp“ kann nur die schlimmste Zeit ihres
Lebens werden, da ist sie sicher. Sie wird dem
Leiter des Camps (Neil Patrick Harris, How
I Met Your Mother) auch das Leben schwer
machen. Vorerst. Aber dann öffnet sich die
zurückhaltende Ivy doch und lässt sich auf die
anderen (u.a. Ruby Stokes, Bridgerton, und
Earl Cave, Dune: Prophecy) ein – erst jetzt
kann sie sehen, dass ein Sommer voller magischer
Erfahrungen und prallem Leben auf
sie wartet. George Jaques (Black Dog) schafft
einen atmosphärischen Coming-of-Age-Film,
der in der Berlinale-Sektion „Generation“
seine Premiere feierte. Mitreißend in der
Hauptrolle: Bella Ramsey (The Last of Us).
#sunnydancer
SUNNY DANCER KINOSTART 13.08., GB 2026,
REGIE George Jaques, MIT Bella Ramsey, Neil Parick Harris,
Earl Cave, FILMLÄNGE 106 Min., © Polyfilm
Katharine Hilbery träumt im
London des Jahres 1910
von einem Studium in
Cambridge und einem Dasein
als Astronomin. Ihr Vater (Timothy
Spall) sieht anderes für
sie vor: Sie wird ein Leben als
Ehefrau führen, er weiß auch
schon, wen sie heiraten wird.
Er ist nicht der einzige Mann,
der denkt, dass Frauen lediglich
ins Haus gehören. Es gibt aber auch
andere – auch wenn Katharine (Haley
Bennett, Cyrano) kaum glauben kann, dass es einen Mann
gibt, der den Erfolg einer Frau unterstützen könnte. Und
zum Glück gibt es auch Role Models wie Mary Datchet
(Lily Allen), die für Frauenrechte eintreten.
Tina Gharavi (I Am Nasrine) erzählt von Individualität,
Selbstbestimmung und hart erkämpfter Freiheit: Sie
verfilmt Virginia Woolfs „Nacht und Tag“. „Als Nordengländerin
und Geordie-Iranerin erkenne ich Katharines
Kampf gegen das Patriarchat und das britische Establishment
wieder. Woolf überschritt Grenzen; Katharine
ist modern, entschlossen, dringlich und hungrig nach
Veränderung.“ Als fortschrittlicher Mann mit Potenzial
zum Love Interest tritt Elyas M’Barek (Fack ju Göhte) auf.
#nightanddayfilm
VIRGINIA WOOLF’S NIGHT AND DAY KINOSTART 09.07.,
GB/D 2025, REGIE Tina Gharavi, MIT Haley Bennett,
Elyas M’Barek, Lily Allen, Jacke Whitehall, Jennifer Saunders,
Timothy Spall, FILMLÄNGE 95 Min., © Constantin Film
40 DOT.MOVIE
EIN PLATZ IN
DER WELT
Trauerarbeit mit Greifvogel
Claire Foy begeistert in „H wie Habicht“.
Als Produzentin Dede Gardner
Regisseurin Philippa
Lowthorpe (Staffel 2 von
The Crown, Three Girls) mit
einem Projekt kontaktierte, trat
sie im genau richtigen Moment an
sie heran: Lowthorpe hatte gerade
ihren Vater verloren, und als sie
„H wie Habicht“ las, war sie tief
bewegt. In ihrem Bestseller erzählt
Helen Macdonald vom Kindheitstraum,
Falknerin zu werden;
davon, wie ihr Vater, ihre wichtigste
Bezugsperson, sie unterstützte,
und wie sie nach seinem Tod vom
Gedanken gepackt wurde, jetzt ihren
eigenen Vogel abzurichten. So
tritt das Habichtweibchen Mabel
in ihr Leben. Mit der wachsenden
Bindung zum wilden Vogel
verwahrlost die trauernde Frau, die
eigentlich als Naturwissenschaftlerin
in Cambridge beschäftigt ist,
aber selbst immer mehr …
INTENSIVE TRAUERARBEIT
„Ich verstand, was Helen durchgemacht
hatte, und fühlte mich
von der Idee angezogen, die tiefe
Verbindung zwischen einem Vater
und seiner erwachsenen Tochter
zu erkunden – eine Perspektive,
die im Kino nur selten gezeigt
wird“, so Lowthrope, die aus einer
Bauernfamilie stammt, auf dem
Land aufgewachsen ist und sich
für die Verbindung zur Natur interessierte.
„Von Anfang an war es
mir ein Anliegen, den Habicht so
authentisch und nah wie möglich
zu filmen.“ So stieß sie auf die
Vogelexperten und -trainer Lloyd
und Rose Buck, die sich (in engem
Kontakt mit David Attenborough)
auf Naturdokumentationen mit
den unterschiedlichsten Vogelarten
spezialisiert haben. Das Ehepaar
erklärte Lowthorpe, dass sich die
Aufnahmen nach dem natürlichen
Rhythmus der Tiere richten
müssten und nur im Spätherbst
oder Winter stattfinden könnten –
denn danach setzt die Mauser ein.
Für die Crew galten genaue Regeln,
und Hauptdarstellerin Claire Foy
(All Of Us Strangers, The Crown)
musste ein intensives Training
zum Umgang mit einem Habicht
erlernen. Sie entpuppte sich laut
Lowthorpe als geborene Falknerin.
Foy taucht tief ein in die Rolle,
spielt Helen verletzlich und mit
ganzer Seele. Zu ihrem Filmvater
wurde Brendan Gleeson (The
Banshees of Inisherin). Lowthorpe
legt eine emotional tiefgreifende,
wahrhaftige Arbeit nach einem
Drehbuch von Emma Donoghue
(Room) vor – es ist eine Auseinandersetzung
mit dem Leben, mit den
Kräften der Natur, mit Liebe und
Trauer; ein Film von großer Kraft.
#hwiehabicht
H WIE HABICHT – H IS FOR HAWK
KINOSTART 23.07., GB 2026, REGIE Philippa
Lowthorpe, MIT Claire Foy, Brendan Gleeson,
Denise Gough, Lindsay Duncan,
FILM LÄNGE 114 Min., © Panda Lichtspiele
DOT.MOVIE 41
TEXT: NICOLE ALBIEZ
Ein präziser Blick
Regina Schilling begeistert mit ihrer dichten intellektuellen Annäherung
an „Ingeborg Bachmann“.
Regina Schilling (Diese
Sendung ist kein Spiel –
Die unheimliche Welt des
Eduard Zimmermann) lädt zur
freundlichen Geisterbeschwörung:
In ihrer dichten filmischen
Annäherung an die Schriftstellerin
Ingeborg Bachmann
beschäftigt sich die Regisseurin
nicht nur mit Texten und Worten
Bachmanns, sondern auch mit
ihrem öffentlichen Bild und dem
Blick der Kritiker und Wegbegleiter
– eine Riege Männer – auf sie;
zwischen den dokumentarischen
und essayistischen Momenten
(wunderbar montiert – wenn etwa
Hans Werner Henzes Erinnerungen
an die gemeinsame Zeit mit
Tagebucheinträgen Bachmanns
kollidieren) tauchen inszenierte
Momente auf: Schauspielerin
Sandra Hüller (aktuell: Rose,
Vaterland, Der Astronaut –
Project Hail Mary) spürt einem
42 DOT.MOVIE
EIN PLATZ IN
DER WELT
imaginären Tag im Leben der
späten Schriftstellerin nach –
zu diesen Szenen hatte Hüller
Bachmann-Texte im Ohr.
NOCH IMMER VISIONÄR
Kunstvoll verwoben, entsteht ein
dichtes Porträt, das wie im Flug
vergeht und doch durch alle zentralen
Phasen der Autorin führt:
die Kriegskindheit in Kärnten,
der Aufstieg in der „Gruppe 47“,
die komplizierten Beziehungen zu
Paul Celan, Hans Werner Henze
und Max Frisch, die letzten Tage
in Rom. Und dabei immer: das
Ringen um eine eigene Sprache,
die so verblüffend präzise war.
„Sie ist gerade in ihrer Prosaarbeit
so visionär gewesen, sie hat alle
Themen, die heute gesellschaftlich
diskutiert werden, in ihren Erzählungen
und in ‚Malina‘ bereits
durchleuchtet“, betont Schilling
in einem Interview. „Sprache als
‚Mordversuch an der Wirklichkeit‘
ist ein Zitat von ihr von 1960,
es fasst alle Genderdiskussionen
von heute zusammen. Sie hat
über ‚Mansplaining‘ geschrieben,
über Femizid, darüber, dass das
Patriarchat alle krank macht,
Männer wie Frauen. Wie sie über
Krankheit und Trauma geschrieben
hat, ist auch unglaublich auf
der Höhe der Zeit. Das war mein
größtes Anliegen bei diesem Film:
zu zeigen, dass Bachmanns Texte
wahnsinnig modern und zeitgenössisch
sind und damals von den
Kritikern vollkommen verkannt
wurden.“
Die filmische Annäherung
kommt am 25. Juni ins Kino –
dem Tag, der der 100. Geburtstag
der 1973 verstorbenen Autorin
(„Malina“, „Die gestundete Zeit“,
„Das dreißigste Jahr“) gewesen wäre.
#ingeborgbachmannfilm
INGEBORG BACHMANN: JEMAND,
DER EINMAL ICH WAR KINOSTART 25.06.,
D/A 2026, REGIE Regina Schilling, MIT Sandra
Hüller, FILMLÄNGE 95 Min., © Filmladen
KI-GENERIERT
DIE BESTEN DATES FINDEN
IM KINO STATT.
FAMILY
AFFAIRS
Christian Clavier hat ein
sicheres Händchen dafür,
mit seinen Filmfamilien
von einem Fettnäpfchen ins nächste
zu tappen, das hat er in den
vergangenen Jahren schon einige
Male bewiesen, zum Beispiel in
den Monsieur Claude-Filmen
oder Voilá Papa! (2024), womit
er das Kinopublikum ein ums
andere Mal nach allen Regeln der
Kunst zum Lachen gebracht hat.
Eine dieser umwerfend komischen
Geschichten findet nun, erneut
von Drehbuchautor und Regisseur
Julien Hervé (Asterix und Obelix
im Reich der Mitte) umgesetzt,
ihre turbulente Fortsetzung. 2024
spielte Clavier in Oh La La – Wer
ahnt denn sowas? den Aristokraten
Frédéric, dessen Tochter für
eine unvergessliche Verlobungsfeier
sorgt. Sein Gegenüber ist
Autoverkäufer Gérard (Didier
Bourdon, Die progressiven Nostalgiker),
der Produkte deutscher
Ingenieurskunst aber zutiefst
verachtet. Gérards Sohn François
(Julien Pestel) gibt seine Absicht
bekannt, sich mit der aus adligem
Haus stammenden Alice (Chloé
Coulloud) zu verloben, und sie
führen zu diesem Zweck beide
Familien zusammen, was einen
großen Kulturschock auslöst.
44 DOT.MOVIE
Wir sind multikulturell, na und?
„Oh La La 2“: Es wird noch komplizierter für Christian Clavier
und seine erweiterte Familie …
ES KOMMT NOCH BUNTER
Und das nicht nur, weil Alices
Familie weltoffener ist als jene
von François. Alice, die in einem
Labor arbeitet, hat nämlich als
Überraschung für ihre und François’
Eltern einen DNA-Test der
Schwiegereltern in spe durchführen
lassen. Dieser enthüllt einige
überraschende und unbequeme
Wahrheiten über deren wahre
Abstammung, die das Weltbild der
beiden Väter sowie ihrer Gattinnen
erschüttert und die bevorstehende
Vermählung der beiden Sprösslinge
ernsthaft gefährdet.
Geheiratet wurde am Ende
zwar nicht, aber die Familien
haben sich immerhin versöhnt
und sind nun bereit, die Vorbereitungen
aufs große Fest endlich anzugehen,
nachdem sie Nachwuchs
bekommen haben. Doch dann,
ganz am Schluss, erklärt Alice
François, dass mit dem DNA-Test
ihres Vaters etwas nicht stimmt.
Nun erfährt das gespannte Publikum
endlich, was es damit auf
sich hat. An dieser Stelle sei nur so
viel verraten: ein Verwandter von
Frédéric taucht auf der Bildfläche
auf und stellt die Ergebnisse der
vorherigen Tests ernsthaft infrage.
Oh La La 2: Neue Tests, neues
Chaos wird seinem Titel also mehr
als gerecht …
#ohlala2
OH LA LA 2: NEUE TESTS, NEUES CHAOS
– COCORICO 2 KINOSTART 27.08.,
F 2026, REGIE Julien Hervé, MIT Christian
Clavier, Didier Bourdon, Sylvie Testud,
Chloé Coulloud, Marianne Denicourt,
FILMLÄNGE 92 Min., © Filmladen
Schwierige Wahrheiten
„Im Spiegel meiner Mutter“:
Corinna Harfouch räumt auf.
Bei Ausgrabungen im Moor macht die Archäologin
und Universitätsprofessorin Ursula
Scheuner einen sensationellen Leichenfund,
was ihr Hoffnung macht, ihr finanziell marodes
Institut zu retten. Sich mit dem Fund auseinanderzusetzen,
ermöglicht es ihr aber auch, sich dem kürzlichen
Tod der Mutter (Hildegard Schmahl), zu der
sie ein schwieriges Verhältnis hatte, zu stellen. Jutta
Brückner zeigt eine Frau, die aufzuräumen hat –
auch mit ihren Erwartungshaltungen. Denn der Leichenfund
wird eher zum Problem als zur Rettung.
Und beim Aufräumen des Elternhauses beginnen
sich für Ursula die Grenzen zwischen Gegenwart
und Vergangenheit aufzulösen: Schuld, Trauer, Verletzungen
– alles bricht auf; auch durch Andeutungen
ihrer neuen Assistentin, die genau über Ursula
Bescheid zu wissen scheint. Jutta Brückner bewegt
sich mit weiblichen Fragestellungen auf sicherem
Terrain: Nach Tue recht und scheue niemand – Das
Leben der Gerda Siepenbrink (1975) und Hungerjahre
(1980) vollendet sie ihre
Trilogie über die Komplexität
von Mutter-Tochter-
Beziehungen. Sie wird
unterstützt von einer
feinen Besetzung:
Corinna Harfouch
trifft auf Hildegard
Schmahl und Carla
Juri.
#imspiegelmeinermutter
Schmerzhafte
Spurensuche
Mit „Romería“ erzählt Carla Simón
eine Geschichte, die ihrer eigenen
sehr nahe kommt.
Marinas Vater ist 1992 gestorben. Zumindest
glaubt die 18-Jährige das. „Nein, Marina,
wer hat dir das erzählt?!“ – 1987 sei es
gewesen, hier hätten sie ihn versteckt. Es ist in diesen
Tagen nicht das einzige Mal, dass die Familienchronik
revidiert wird. Marina (Llúcia Garcia) ist nach
dem frühen Aids-Tod der Eltern bei der Familie ihrer
Mutter in Katalonien aufgewachsen. Nun befindet
sie sich in Vigo an der spanischen Atlantikküste, wo
sie erstmals auf die Familie ihres Vaters trifft. Alles
ist verwirrend: Die vielen neuen Familienmitglieder,
die Emotionen, die ihr entgegenschlagen, die neue
Geschichtsschreibung. Es ist eine aufwühlende und
auch zärtliche Reise, die Carla Simón auf berührende
Weise inszeniert. Es ist eine Geschichte, die ihr nicht
fremd ist. Nach dem Tod ihrer Eltern lebte sie bei
ihrem Onkel und ihrer Tante. „Für viele ist Familie
etwas, das einfach da ist, aber bei mir mussten sich
diese Beziehungen erst aufbauen. Romería ist vor
allem ein Film über die Erinnerung und über das
Bedürfnis, uns selbst zu erklären und eine Erzählung
zu finden, die dem, was wir sind, einen Sinn gibt.
Aber er kommt auch aus einem gewissen Gefühl der
Vergeblichkeit: Was passiert, wenn man diese Erzählung
nicht hat, wenn dir niemand um dich herum
überzeugend sagen kann, woher du kommst und wer
du bist? Bei mir war das Kino das Werkzeug, um mir
diese Erzählung zu erfinden, sie für mich selbst zu
bauen.“ Premiere im Wettbewerb von Cannes 2025.
#romeria
ROMERÍA – DAS TAGEBUCH MEINER MUTTER
KINOSTART 14.08., ES/D 2025, REGIE Carla Simón,
MIT Llúcia Garcia, Mitch, Tristán Ulloa, FILMLÄNGE
114 Min., © Filmladen
IM SPIEGEL MEINER MUTTER KINOSTART 28.08., D 2026,
REGIE Jutta Brückner, MIT Corinna Harfouch, Carla Juri,
Hildegard Schmahl, FILMLÄNGE 95 Min., © Filmladen
DOT.MOVIE 45
FAMILY
AFFAIRS
Immer mehr
Eskalation vorprogrammiert: „Eine stürmische Affäre“.
Die Filmgeschichte ist voll
von Warnungen, die uns
raten: tief durchatmen,
kalt duschen – und besser auf
die Versuchung verzichten und
die Idee von der Affäre wieder
ziehen lassen. Die Folgen könnten
nämlich so desaströs ausfallen wie
in den Drehbüchern von Filmen
wie Eine verhängnisvolle Affäre,
Match Point, Body Heat, Wenn
der Postmann zweimal klingelt
und Untreu. Nun gesellt sich ein
weiteres abschreckendes Beispiel
dazu. Ausgerechnet ein Seismologe,
der also schon allein von
Berufs wegen wissen sollte, was
Amplituden bedeuten, stürzt sich
in eine Affäre, als sich die Gelegenheit
auftut. Die jüngere Frau,
Lea, selbst verheiratet und Mutter,
gibt sich nicht mit diskreten Treffen
in Hotelzimmern zufrieden.
Immer obsessiver drängt sie sich
in Roccos Privatleben. Sie beginnt
sogar heimlich Roccos Ehefrau
Cecilia, eine Psychotherapeutin,
aufzusuchen. Ein einziges Spiel
mit dem Feuer …
THEMEN FÜR UNS ALLE
Drehbuchautorin Ludovica
Rampoldi (Gomorrah, Primavera,
Il Traditore) begeht mit dem
eskalierenden Stoff ihr Regiedebüt.
Sie verfilmt eine Geschichte, die sie
bereits vor über 20 Jahren schrieb
und die „immer heftiger anklopfte“.
Sie beschäftigt sich gern mit
Politischem, fürs Regiedebüt fiel
die Wahl auf emotionale Fragestellungen.
„Entscheidend ist nicht,
wovon man erzählt, sondern wie.
Auch scheinbar leichte Themen
kann man originell behandeln.
Fragen wie: ‚Was tun wir, wenn wir
betrogen werden?‘, ‚Kann man jemanden
betrügen, den man liebt?‘
betreffen uns alle. Ich wollte sie
auch mit Leichtigkeit behandeln“,
so die Neoregisseurin, die sich
nicht nur von Genrefilmen oder
von Kollegen wie Woody Allen
und Bernardo Bertolucci inspirieren
ließ, sondern auch von Essays
und … Leserbriefen, „die immer
eine nützliche und interessante
Quelle sind“.
Zu Rocco wird Adriano Giannini
(Swept Away, Supersex), zu Roccos
Verhängnis – Journalistin Lea –
wird Pilar Fogliati (Follemente).
#einestürmischeaffäre
EINE STÜRMISCHE AFFÄRE –
BREVE STORIA D‘AMORE
KINOSTART 17.07., I 2024,
REGIE Ludovica Rampoldi, MIT Valeria
Golino, Pilar Fogliati, Adriano Giannini,
Giulia Maenza, Selena Caramazza,
FILMLÄNGE 98 Min., © Filmladen
46 DOT.MOVIE
Nostalgisch-heitere Hommage
Mit einer Brieffreundschaft nimmt ein Film seinen Auftakt,
der vom Wandel der Zeit erzählt: „The Stories“.
Im Ägypten des Jahres 1967
– eine Zeit der Unruhen, des
Krieges, der Veränderungen
– trudelt ein Brief aus Österreich
ein: Liz, von den Brüdern sogleich
Elizabeth Taylor genannt, hat
Ahmed geantwortet, und eine
Brieffreundschaft, die romantische
Gefühle zum Keimen bringt,
nimmt ihren Lauf. Ahmed träumt
von einem Leben als Pianist, und
Liz glaubt an diesen Traum. Regisseur
Abu Bakr Shawky begleitet
mit seinem dritten Spielfilm
seine Figuren über Jahrzehnte: Er
erzählt vom Weltgeschehen und
von Familiendramen, von gesellschaftlichem
Druck, von Umbrüchen,
vom Leben. Als Inspiration
diente seine eigene Familie,
lernten sich seine Eltern – der
Vater ein Ägypter, die Mutter eine
Österreicherin – doch über Briefe
kennen. „Es sollte eine Hommage
an sie und ihre Liebesgeschichte
werden, aber im Entstehungsprozess
ist eine fiktionale Version
daraus geworden: Denn zusätzlich
zu ihrer Geschichte habe ich alle
Familiengeschichten, die ich im
Laufe meiner Kindheit über Onkel,
Tanten und Nachbarn gehört
habe, in den Film eingebaut.“ Das
Ergebnis ist heiter, nostalgisch
und prall gefüllt mit Leben.
#thestoriesfilm
THE STORIES KINOSTART 10.07.,
A/F/BE/EGY/SE 2025, REGIE Abu Bakr
Shawky, MIT Amir El-Masry, Valerie Pachner,
Nelly Karim, Ahmed Kamal,
FILMLÄNGE 120 Min., © Filmladen
Eberhofer. Birkenberger. Dreamteam.
Nach dem Bestseller von Rita Falk
AB 13. AUGUST
NUR IM KINO
Lisa Maria Potthoff Sebastian Bezzel Simon Schwarz
DOT.MOVIE 47
Weiter träumen
„A Sad and Beautiful World“:
Pläne schmieden im Libanon.
Zur gleichen Zeit im selben Krankenhaus
kommen Nino und Yasmina zur Welt. In der
Schule werden sie zu Vertrauten, die große
Pläne schmieden: Die Kinder wollen gemeinsam
Beirut verlassen. Aber Yasmina wird zur Fahrt mit
dem „magischen“ Zug nicht erscheinen. Erst
25 Jahre später kreuzen sich ihre Wege wieder –
erneut sind die Gefühle und die Pläne groß: eine
Familie gründen, allen Krisen zum Trotz.
„A Sad and Beautiful World schöpft aus meinen
Erfahrungen als Kind im Libanon der bewegten
1990er- und frühen 2000er-Jahre“, erklärt Regisseur
Cyril Aris. „Der Film erzählt die Geschichte von
Nino und Yasmina, deren Beziehung das ständige
Pendeln des Landes zwischen Hoffnung und Verzweiflung
widerspiegelt. Während sich der Libanon
im Kreislauf von Aufschwung und Zerstörung
dreht, begleiten wir diese beiden Liebenden auf
ihrem Weg durch Romantik, bittere Realität und die
universelle Frage, ob man in einer ungewissen Welt
Kinder kriegen sollte.“ Während Nino Sehnsucht
nach dem Libanon der Vergangenheit hat, gärt in
Yasmina der Wunsch nach einem Neuanfang, anderswo.
Aris schafft mit Hilfe seiner wunderbaren
Besetzung – Mounia Akl und Hasan Akil – einen
bewegenden Film, der in Venedig (Sektion „Giornate
degli Autori“) mit dem People’s Choice Award
ausgezeichnet wurde.
#asadandbeautifulworld
Von der Liebe
im Jahr 2018
Anna Roller verfilmt Leif Randts kühl erzählten
Bestseller „Allegro Pastell“.
Die Mittdreißiger Tanja und
Jerome führen eine Fernbeziehung,
die von der
Deutschen Bahn und regem
digitalen Nachrichtenaustausch
zusammengehalten
wird. Von ihrem Auf und
Ab erzählt Regisseurin Anna
Roller (Dead Girls Dancing) –
frei nach dem Roman von Leif
Randt (der auch das Drehbuch zur
Verfilmung verfasst hat) – in wehmütigem
Ton. Mit ihren Figuren musste Roller erst mal
warm werden: „Anfänglich waren mir die Figuren
erstaunlich unsympathisch. Ich wollte mich nicht
mit ihnen identifizieren, fand sie arrogant und unpolitisch.
Doch je länger ich las, desto mehr erkannte
ich mich oder Menschen aus meinem Umfeld in
ihnen wieder – auf unbequeme Art vielleicht, aber
doch geradezu sezierend genau beobachtet.“ Am
Ende des Romans, „als ich von Tanjas Abschiedsbrief
unglaublich berührt war, merkte ich, dass genau das
die Aufgabe einer Verfilmung wäre: dieses Spannungsfeld
eines kühlen Erzählens auf die Leinwand
zu bringen, bei dem man schließlich doch um das
Ende dieser Liebe weinen möchte“. Zu den Liebenden
werden Jannis Niewöhner (22 Bahnen) und
Sylvaine Faligant (Club Europa).
#allegropastell
A SAD AND BEAUTIFUL WORLD KINOSTART 20.08.,
Libanon/USA/D/Saudi Arabien/Katar 2025,
REGIE Cyril Aris, MIT Mounia Akl, Hasan Akil,
FILMLÄNGE 110 Min., © Stadtkino Wien
ALLEGRO PASTELL KINOSTART 03.07., D 2026,
REGIE Anna Roller, MIT Jannis Niewöhner,
Sylvaine Faligant, Luna Wedler, Haley Louise Jones,
FILMLÄNGE 100 Min., © Filmladen
48 DOT.MOVIE
MEET
CUTE
The Search
„One Night Only“: Callum Turner trifft auf Monica Barbaro.
Die „Purge Night“ als
Romantic Comedy?
Während in der dystopischen
Thriller-Reihe The Purge
eine Nacht im Jahr Mord und
Totschlag erlaubt sind, leben die
Figuren von Will Glucks (Wo
die Lüge hinfällt) neuem Film in
einer Welt, in der vorehelicher Sex
nur in einer Nacht pro Jahr legal
ist. Ausgerechnet an diesem hormonell
höchst aufgeladenen Tag
treffen in New York City Allie und
Owen aufeinander. Eigentlich suchen
beide nicht nach schnellem
Sex. Allie wollte den Abend mit
ihrer besten Freundin verbringen,
ehe diese die Lust überkommt und
sie mit einem eben noch Fremden
abrauscht, und Owen ist äußerst
frischgebackener Single: Er wollte
seiner Freundin einen Antrag
machen, aber diese verbringt die
Nacht lieber … anderweitig. In
dieser „schlimmsten Nacht des
Jahres“, in der alle herumlaufen
„wie Hühner, denen die Köpfe
abgehackt wurden“ (wie Gluck
es formuliert), hat das Schicksal
einiges mit Allie und Owen vor
und führt sie immer wieder zueinander
…
ALLEGORIE AUF DAS DATING
Monica Barbaro (Like a Complete
Unknown) und Callum Turner
(Eternity, Phantastische Tierwesen
und wo sie zu finden sind) bewegen
sich durch eine Nacht, in der ganz
New York auf den Beinen zu sein
scheint. Zum Beispiel auch Maya
Hawke (Stranger Things), Julia Fox
(Der schwarze Diamant) und Molly
Ringwald (The Breakfast Club).
Vom Vergleich mit The Purge
will Gluck nichts hören: „Es geht
weniger um den Sexualakt als
vielmehr um das Streben danach“,
sagt er in einem Interview über
seine Romantic Comedy. „Wenn
man das also mit The Purge
vergleichen wollte, wäre es so,
als würde man 12 Stunden lang
darüber nachdenken, wen man
ermorden soll, anstatt den Mord
an sich zu begehen.“
„Ja, es ist ein High-Concept-
Film und in gewisser Weise eine
ziemlich verrückte Prämisse“,
meint Hauptdarstellerin Barbaro.
„Aber es ist mehr als nur eine
Geschichte über Sex – es ist eine
Geschichte über das Dating. Es
ist eine Art Allegorie auf das
Dating und darauf, wie intensiv es
sein kann, wenn man nach einer
echten Verbindung zu jemandem
sucht. Ich finde, man kann sich
damit sehr gut identifizieren. Es
wird durch diese Prämisse einer
einzigen Nacht nur noch verstärkt.“
#onenightonly
ONE NIGHT ONLY KINOSTART 27.08.,
USA 2026, REGIE Will Gluck, MIT Monica
Barbaro, Callum Turner, Maya Hawke,
Julia Fox, Molly Ringwald, © UPI
DOT.MOVIE 49
Horror mit Tentakel
Ein Monsterspektakel im norwegischen Fjord: „Kraken – Erwachen der Tiefe“.
Aus einem Routineauftrag
wird ein Albtraum:
Meeresbiologin Johanne
(Sara Khorami, Nothing to Laugh
About) wird zum tiefsten Fjord
Norwegens gerufen, wo die Wildlachse
in großer Zahl sterben.
Leider nicht nur die Wildlachse,
wie sich auf erschreckende Weise
zeigt: Auch Menschen beginnen
zu verschwinden. Bald zeigt sich
ein Zusammenhang mit Gier: eine
für die Lachszucht eingesetzte
Schalltechnologie hat den mythischen
Kraken erweckt, ein uraltes
Monster aus der Tiefe …
FEINSTES CREATURE-
FEATURE
Vom preisgekrönten Bestseller-
Sachbuch (Sy Montgomery:
„Rendezvous mit einem Oktopus“)
bis zum Oscar-prämierten Netflix-
Hit (Mein Lehrer, der Krake) ist in
den letzten Jahren viel unternommen
worden, um aufzuzeigen, wie
extrem intelligent und empfindsam
der Krake ist. Und jetzt das! –
Jetzt wird das Tier mit den drei
Herzen, neun Gehirnen und acht
Armen aus dem Blickwinkel eines
jahrhundertealten Mythos betrachtet:
dem des furchterregenden,
monströsen, alles verschlingenden
Seeungeheuers.
Pål Øie und Sjur Aarthun etablieren
mit Kraken – Erwachen der
Tiefe quasi Norwegens Monsterverse-Beitrag.
Im nordischen
Horrorfilm reichen die tödlichen
Saugnäpfe in den abwegigsten
Winkel: Das mythologische
Ungeheuer zieht eine Schneise der
Verwüstung durch das Polarmeer.
Ein klaustrophobischer Überlebenskampf
gegen eine prähistorische
Macht nimmt seinen Lauf …
Kraken ist feinstes Creature-
Feature, Survival-Thriller und Sci-
ence Fiction in einem. Und dazu
gibt’s – in malerischer Szenerie
– noch eine Prise Gesellschaftskritik.
Ohne die menschliche Hybris
und kapitalistische Gier – alles für
den „Premium-Lachs“! – wäre es
gar nicht erst zum spektakulären,
CGI-gespickten Überlebenskampf
gekommen …
#Kraken
KRAKEN – ERWACHEN DER TIEFE
KINOSTART 23.07., NO 2026,
REGIE Pål Øie, Sjur Aarthun, MIT Sara
Khorami, Mikkel Bratt Silset, Ingvild Holthe
Bygdnes, Øyvind Brandtzæg, FILM
LÄNGE 94 Min., © Einhorn Film
50 DOT.MOVIE
Wenn der Eismann
zweimal klingelt
Prinzipiell ist es ja wunderbar,
wenn uns der Mann im Eiswagerl den
Sommer versüßt. Wenn das Eis aber nach
Blut schmeckt, dann ist es wohl der
„Ice Cream Man“.
Ich will, dass das der verrückteste Film wird, den
ich je gemacht habe. Ich möchte sogar Hostel,
Cabin Fever und The Green Inferno in Sachen
Wahnsinn und Grenzüberschreitung übertreffen“,
posaunte Eli Roth, Regisseur und Drehbuchautor
von Ice Cream Man, anlässlich eines Interviews
fröhlich in die Welt. Damit hat er sich die Latte
ziemlich hoch gelegt – und das mit Anlauf: „Diese
Idee spukt mir seit über 20 Jahren im Kopf herum.
Die Studios hatten damals Angst vor meinen ersten
Entwürfen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, die
Grenzen weiter zu verschieben als jemals zuvor.“
Dabei kann man den Slasher durchaus auch als
eine Art albtraumhafte Verkehrung amerikanischer
Vorstadt- und Sommerferienidyllen sehen.
Oder, wie Roth es ausdrückte: „Das Ganze ist wie
Die Vögel – nur mit Kindern.“ Die Dreharbeiten
dürften jedenfalls für Außenstehende ziemlich
unkonventionell gewirkt haben. „Wir hatten über
hundert Kinder am Set, die komplett durchgedreht
sind – mit Äxten, Werkzeugen und jeder Menge
Chaos. Es war total verrückt“, freut sich Roth und
ist überzeugt: „Das ist mein bislang verstörendster
und wahnsinnigster Film.“
#icecreamman
THE
HORROR
Den Spieß umdrehen
„Insidious: Out Of The Further“ versucht,
die Mythologie der Serie auf die Spitze zu
treiben und kann als sechster Teil der Reihe
mit handfesten Überraschungen aufwarten.
Fans des Insidious-Universums dürfen sich
auf ein paar aufregende Neuerungen freuen,
denn die Geschichte um Familie Lambert
dürfte nun abgeschlossen sein. Stattdessen steht
nun eine völlig neue Figur im Mittelpunkt: Gemma
(Amelie Eve), eine alleinerziehende Mutter. Dafür
kommt eine gute alte Bekannte mehr oder weniger
zurück – nämlich Elise Rainier. Das Kuriose daran:
Elise ist zwar in der Filmwelt längst tot, trotzdem
ist sie seit Jahren eine wichtige Figur der Reihe. Ihre
Darstellerin Lin Shaye erklärte in einem Interview,
dass Elise diesmal erneut als spirituelle Wegweiserin
fungiert; außerdem offenbarte Shaye, dass die
geheimnisvolle Welt von „The Further“ selbst nach
16 Jahren für sie noch immer rätselhaft sei.
Das könnte jedenfalls der bislang gruseligste Teil
der Reihe werden. Dafür sorgt schon allein folgendes
Novum: Gemma findet heraus, dass sie nicht
nur in „The Further“ reisen, sondern die Wesen von
dort auch in die reale Welt mitbringen kann. Damit
wird aus dem sonst abgeschotteten Geisterreich
eine direkte Bedrohung für die Wirklichkeit – der
Spieß wird also umgedreht.
#insidious
ICE CREAM MAN KINOSTART 06.08., USA 2026, REGIE
Eli Roth, MIT Ari Millen, Eli Roth, Benjamin Byron Davis, Karen
Cliche, Dylan Hawco, FILMLÄNGE 86 Min., © Constantin Film
INSIDIOUS: OUT OF THE FURTHER KINOSTART 21.08.,
USA 2026, REGIE Jacob Chase, MIT Amelia Eve, Lin Shaye,
Brandon Perea, Maisie Richardson-Sellers, Sam Spruell,
FILMLÄNGE 110 Min., © Sony Pictures
DOT.MOVIE 51
Dieser Film will wehtun
„Evil Dead Burn“ ist das brutalste Kapitel der nicht für schwache
Nerven geeigneten Reihe. Regisseur Sébastien Vaniček will diesmal
allerdings noch weiter gehen – und Grenzen sprengen.
Wenn ein Regisseur
seinen nächsten Film
so ankündigt, wie es
in diesem Falle Sébastien Vaniček
tat, dann darf man sich schon mal
warm anziehen: „Ich habe dem
Studio gesagt, dass ich einen bösartigen
Film machen will. Einen
Film, der wehtut und einen völlig
erschöpft zurücklässt“, gewährte
Vaniček unlängst im Rahmen
eines Interviews Einblick in seine
Vision.
Das passt ausnehmend gut
zur Tradition der Reihe, denn
bereits Sam Raimis Original von
1981 war bekannt dafür, Grenzen
auszutesten. Vaniček setzt diesen
Ansatz als kompromisslosen
Albtraum fort und könnte sich
als eine wohltuende Infusion von
frischem Blut erweisen.
KÖRPERLICHE ERFAHRUNG
In eine ähnliche Kerbe schlägt
nämlich durchaus eine weitere
Aussage des Meisters. „Ich möchte
ein körperliches, beinahe sinnliches
Horrorerlebnis schaffen, das
die Zuschauer physisch und emotional
auslaugt“, stellte Vaniček
gegenüber „GamesRadar+“ klar.
Für das erste Date empfiehlt sich
der Streifen also nur bedingt; es
sei denn, es haben sich zwei eingefleischte
Horror-Nerds gefunden
– dann könnte der Film nämlich
durchaus der Beginn einer großen
Leidenschaft werden. Dabei geht
es dem Filmemacher gar nicht so
sehr um die so populären Schockmomente,
sondern eher darum,
dass die Story auch noch nach
dem Kinobesuch nachwirken soll.
Genau das macht Evil Dead
Burn aber auch so interessant:
Nach dem Waldhütten-Horror
von The Evil Dead (1981), dem
unerbittlichen Remake von 2013
und dem Hochhaus-Albtraum
Evil Dead Rise (2023) erhält mit
Sébastien Vaniček nun erneut ein
neuer Regisseur die Möglichkeit,
der Reihe seinen eigenen Stempel
aufzudrücken – und der hat seine
Regiearbeit redlich dazu genutzt,
quasi auf seinem ganz persönlichen
Experimentierfeld die
Grenzen des Grauens ordentlich
auszuloten. Folgerichtig meint er
zu der Reihe: „Evil Dead ist für
Filmemacher wie ein kreativer
Spielplatz – ein mutiges Labor für
alles, was roh, brutal und grenzüberschreitend
ist.“
#evildeadburn
EVIL DEAD BURN KINOSTART 09.07.,
USA 2026, REGIE Sébastien Vaniček, MIT
Souheila Yacoub, Tandi Wright, Hunter
Doohan, Luciane Buchanan, Errol Shand,
FILMLÄNGE 115 Min., © Sony Pictures
THE
HORROR
52 DOT.MOVIE
Instant Classic
Auf den Punkt: die Meta-
Horror-Komödie „Teenage Sex
and Death at Camp Miasma“.
Nach unzähligen lieblosen
Beiträgen will eine ambitionierte
Jungregisseurin
dem Slasher-Franchise eine würdige
Wiederbelebung verpassen.
Dafür besucht sie den einstigen
Star der Originalfilme (wunderbar
abgründig: Gillian Anderson,
Sex Education) an ihrem aufge-
ladenen und recht exzentrischen
Wohnort: dem einstigen Drehort.
Es beginnt ein Tête-à-Tête, das
von Begehren und Wahnvorstellungen
gespeist ist. Jane Schoenbrun
(I Saw The TV Glow) bekam
für ihre furiose Arbeit die Queer
Palm in Cannes.
#campmiasma
TEENAGE SEX AND DEATH AT
CAMP MIASMA KINOSTART 20.08.,
USA/CAN 2026, REGIE Jane
Schoenbrun, MIT Gillian Anderson,
Hannah Einbinder, FILMLÄNGE 112 Min.,
© Filmladen
Ist es nicht süß?
Eine Horrorparabel über Mutterschaft: „Nightborn“.
Auf den düsteren Body-
Horror-Coming-of-Age-
Film Hatching (2022) folgt
die nächste Genreperle von Hanna
Bergholm: In Nightborn ziehen
Saga (Seidi Haarla, Abteil Nr. 6) und
ihr britischer Ehemann Jon (Rupert
Grint, Harry Potter) mit dem
Traum von der perfekten Familie
in den finnischen Wald. Hier hat
Saga den Großteil ihrer Kindheit
verbracht. So perfekt ist das Szenario
in Sagas Kopf schnell nicht mehr:
Sie weiß, dass mit ihrem Baby etwas
nicht stimmt, einem Baby, das recht
haarig, lichtempfindlich und mehr
an Blut als an Muttermilch interessiert
zu sein scheint. Premiere im
Wettbewerb der Berlinale 2026.
#nightborn
NIGHTBORN – YÖN LAPSI KINOSTART
06.08., FI/LT/F/GB 2026, REGIE Hanna
Bergholm, MIT Seidi Haarla, Rupert Grint,
FILMLÄNGE 92 Min., © Alamode Film
Absoluter Crowd-Pleaser
Ein dringlicher Wunsch wird zur albtraumhaften „Obsession“.
Bear (Michael Johnston, Teen
Wolf), zu schüchtern für
die Frage nach einem Date,
nimmt den direkten Weg zum
Herzen seiner Arbeitskollegin und
guten Freundin Nikki (Inde Navarrette):
Er wünscht sich mit Hilfe
eines Tools aus einem Esoterikladen,
dass Nikki ihn mehr lieben
möge als alles andere auf der Welt.
Natürlich sollte man Wünsche
erst mal zu Ende denken, ehe man
sie sehnüchtig ausspricht – denn
natürlich wird Nikkis Fixierung
auf Bear schnell zum absoluten
Albtraum …
YouTuber/Filmemacher Curry
Barker hat mit seinem konsequenten,
originellen Film einen
wahren Hype hingelegt: Obsession
(Budget: 750.000 US-Dollar) ging
(wie schon sein Vorgängerfilm
Milk & Serial) viral – weltweit hat
er bereits 242 Mio. US-Dollar (!)
eingespielt …
#obsession2025film
OBSESSION KINOSTART 25.06., USA
2025, REGIE Curry Barker MIT Michael
Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson,
Megan Lawless, Andy Richter, FILMLÄNGE
109 Min., © Universal Pictures International
DOT.MOVIE 53
Die Zukunft ruft
„Vaiana“ kehrt zurück – realverfilmt und mit altbekannter Entschlossenheit.
Als Halbgott Maui: Dwayne Johnson.
Aladdin (2019), Mulan
(2020), Das Dschungelbuch
(2016), Die Schöne und das
Biest (2017), Der König der Löwen
(2019), Arielle, die Meerjungfrau
(2023), Schneewittchen (2025) … –
Die Liste der Filme des Repertoires
aus dem Hause Disney, die eine
„Live-Action-Neuverfilmung“ erlebt
haben, könnte noch fortgesetzt werden.
Zum Beispiel mit dem jüngsten
Beispiel, das ab 9. Juli im Kinoprogramm
zu finden sein: Das Abenteuer
des Mädchens Vaiana, ihres
Zeichens Fernweh auf zwei Beinen,
wird realverfilmt neu interpretiert.
Die fantasie- und kraftvolle
Geschichte der Selbstermächtigung
feierte erst 2016 als Animationsfilm
ihre Premiere.
Die Australierin Catherine
Laga’aia (The Lost Flowers of
Alice Hart) folgt als Titelheldin
gemeinsam mit ihrem CGI-Hahn
Hei Hei dem Ruf des Ozeans und
wagt sich erstmals über das Riff
ihrer Heimatinsel Motunui in Polynesien
hinaus – um die Zukunft
ihres Volkes zu sichern. Sie selbst
ist die designierte Nachfolgerin
des Stammeshäuptlings, ihres
Vaters Chief Tui (John Tui). Während
der Ozean für Vaiana wie ein
Freund ist, bedeutet er für ihren
Vater nur Unheil und Tod. Doch
durch ihre Großmutter hatte Vaiana
erfahren, dass die Vorfahren
des Volkes Seefahrer waren …
UNWILLIGER HALBGOTT
Dabei macht die junge Abenteurerin
sich vor allem auf die Suche
nach dem berühmt-berüchtigten
Halbgott Maui, ein frecher Formwandler,
mit dem der Austausch
gar nicht so einfach ist. Maui
hatte das „Herz“ der Göttin Te Fiti
geklaut – ein magisches Pouamu.
Dass sich Te Fiti aus Zorn in das
Lavamonster Te Ka verwandelt
hat, hatte verheerende Folgen für
das Ökosystem. Vaiana zieht aus,
das Herz zurückzuholen … Warum
Maui mit einer Sterblichen
gemeinsame Sache machen sollte,
54 DOT.MOVIE
KIDS
& FAMILY
ist ihm aber ziemlich unklar.
Diesem Halbgott, über dessen
Körper quirlig aussagekräftige
Tätowierungen turnen, hat im
animierten Originalfilm Dwayne
Johnson seine Stimme geliehen.
Bei der Realverfilmung ist er auch
wieder mit dabei und spielt diese
Naturgewalt nun mit all seiner
beeindruckenden Körperlichkeit.
Nicht nur Mauis Tätowierungen
haben Charakter, sondern
auch der Ozean, der zu einem
maßgeblichen Protagonisten wird
und auf Vaianas Seite agiert. Für
eine Realverfilmung eine tolle
Spielwiese – Regisseur Thomas
Kail (Hamilton, Fosse/Verdon)
darf sie umsetzen. Er inszeniert
das große, prall gefüllte Abenteuer
mit Verve. All die beliebten
Figuren erfahren ein zweites
Leben auf der Leinwand …
Produziert wurde das Wiedersehen
mit Vaiana und Co. u.a.
von Dwayne Johnson und Kails
Hamilton-Mitstreiter Lin-Manuel
Miranda. Miranda (In the Heights)
steuerte auch Original-Songs zur
Neuauflage von Vaiana bei.
#vaiana
VAIANA – MOANA (LIVE ACTION)
KINOSTART 09.07., USA 2026,
REGIE Thomas Kail, MIT Catherine Laga’aia,
Dwayne Johnson, FILMLÄNGE 120 Min.,
© The Walt Disney Company
EIN DINO-STARKES ABENTEUER
AB 6. AUGUST
AB 6. AUGUST NUR IM KINO
DOT.MOVIE 55
Mission: niedlich
Ein Comicheld erobert die Leinwand: ein niedliches „Marsupilami“-Baby.
KIDS
& FAMILY
Der moralisch sehr
fragwürdig agierende
Boss (Jean Reno) schickt
seinen Angestellten David
(Philipp Lacheau) auf einen
Trip nach Südamerika, er dürfe
auch seine Familie mitnehmen.
Natürlich fragt der sogleich, wo
der Haken ist. Der Haken ist, dass
er sowieso keine Wahl hat, weil er,
wenn er nicht fährt, den Hyänen
im Zoo zum Fraß vorgeworfen
wird, und außerdem, dass der
Trip dazu dient, ein Paket zu
schmuggeln. Lediglich drei Regeln
solle David befolgen. Regel #1:
Er dürfe das Paket nicht öffnen.
Regel #2: Er solle gut darauf
aufpassen. Regel #3: Er solle sich
so diskret wie möglich verhalten.
Sehr zum Glück des Publikums
gelingt es David, keine einzige
der Regeln einzuhalten. Denn
so lernen wir ein entzückendes
Kerlchen kennen: ein niedliches
Marsupilami-Baby. – Comicleser
könnten dieses Wesen bereits kennen:
der belgische Comiczeichner
André Franquin hat es 1952 in
„Spirou und Fantasio“ erdacht, ab
1988 wurde das schwarzgefleckte
gelbe Tier in einer eigenen Serie
international bekannt.
Nun bekommt der Comicheld
also ein animiertes Abenteuer
verpasst: ein Kinospaß für die
ganze Familie.
ANIMATRONIK-ABENTEUER
Für den Zooangestellten David
wird es weniger spaßig: Die Reise,
die nur der Tarnung dient, findet
unter zusätzlich komplizierten
Vorzeichen statt: Zwischen David
und seiner Ex-Frau Tess (Élodie
Fontan) läuft es nicht gerade rund,
aber Sohn Léo (Corentin Guillot)
wünscht sich nichts sehnlicher als
gemeinsame Ferien mit Mama und
Papa. Er stellt aber eine Bedingung:
Sie dürfen nicht streiten!
Dazu kommt das Paket, das er
transportieren soll: Das entpuppt
sich als heiß begehrt – von allen
Seiten tauchen Jäger und Be-
schützer des ebenso legendären
wie niedlichen Lebewesens auf.
Mit all denen ist nicht zu spaßen.
Als das Marsupilami aus dem
Paket herausschlüpft, beginnt
ein chaotisches Animatronik-
Abenteuer (ohne CGI-Einsatz)
voller Überraschungen, das in
Frankreich mit einer Mischung
aus Gags, vergnüglichen Klamauk
und großen Emotionen über 6
Mio. Zuschauer ins Kino lockte.
Jetzt zieht das putzige Kerlchen
aus, das österreichische Publikum
im Sturm zu erobern …
#marsupilami
MARSUPILAMI KINOSTART 20.08.,
F 2025, REGIE Philippe Lacheau,
MIT Philippe Lacheau, Jamel Debbouze,
Tarek Boudali, Élodie Fontan, FILMLÄN-
GE 99 Min., © Panda Lichtspiele
56 DOT.MOVIE
Die Technik übernimmt
unser Zuhause“, wird Jessie
schmerzhaft bewusst.
Die bittere Wahrheit lautet: Ihr
Menschenkind Bonnie hat sie
und all die anderen Spielzeuge
den ganzen Sommer über kaum
angeblickt – genauer gesagt, seit
Lilypad (Stimme: Greta Lee) aus
einem Karton gefischt wurde und
ins Kinderzimmer eingezogen ist.
Seither regieren keine abenteuerlichen
Rollenspiele mehr, sondern
alles dreht sich um Bildschirmzeit.
Um die Kinder der Nachbarschaft
steht es nicht anders:
Die abgelegten oder vergessenen
Spielzeuge häufen sich. Jessie,
Woody, Buzz Lightyear und Co.
wissen: Sie müssen schleunigst
etwas unternehmen, denn die
temperamentvolle Lilypad zeigt
sich alles andere als einsichtig,
dass es ein Problem gibt; Lilypad
hat ganz klare Vorstellungen davon,
was für ein achtjähriges Kind
am besten ist.
EIN KINDERZIMMER VON
HEUTE
„Ich war mir immer sicher, dass
mit Toy Story weitergemacht
wird, denn diese Welt ist einfach
Spielzeuge weg wischen?
Im fünften Kapitel der
Toy Story taucht die größte
nur denkbare Konkurrenz im
Kinderzimmer auf:
das Tablet.
so facettenreich“, sagt Regisseur
und Drehbuchautor Andrew
Stanton, der die Geschichten
zu allen bisherigen Toy Story-
Filmen formte. „Die Spielzeuge
altern zwar nicht wirklich, aber
die Welt um sie herum schon. Es
kommt nicht oft vor, dass man
eine Filmidee hat, bei der die Zeit
ein interessanter Aspekt einer
Geschichte über Kindheit, Elternschaft,
Erwachsenwerden und den
Abschied von der Vergangenheit
ist. Die Spielzeuge sind die Beobachter
von allem.“
Stanton (WALL•E, Findet
Nemo, Findet Dorie) und seine
Co-Regisseurin Kenna Harris
(Ciao Alberto) manövrieren mit
dem fünften Film die 1995 begonnene
Toy Story-Reihe ins heutige
Kinderzimmer: das Kinderzimmer,
das von der Macht des Bildschirms
regiert wird. „Wir wollten
all den Spaß, die Spannung
und den Humor einbauen, den
man von einem Toy Story-Film
erwartet, uns aber auch auf einen
Aspekt der Kindheit konzentrieren,
den wir bisher noch nicht
erkundet hatten. Uns ist aufgefallen
– oder zumindest empfinden
wir es so –, dass Spielzeug im
Leben eines Kindes an Bedeutung
verloren hat. Ein Zimmer voller
Spielzeug, in dem elektronische
Geräte nicht dominieren, wirkt
heute fast schon altmodisch.
Wie wirkt sich diese veränderte
Dynamik auf das Kind aus, ganz
zu schweigen vom Spielzeug?“ Bei
der detailreich ausgestalteten Antwort
kommen alte Mitstreiter zu
Wort: Im Original sind Toy Story-
Veteranen wie Tom Hanks, Tim
Allen und Joan Cusack zu hören,
für die musikalische Untermalung
sorgt wieder Randy Newman. Einen
Original-Song steuert Taylor
Swift bei: „I Knew It, I Knew You“.
#ToyStory5
TOY STORY 5 KINOSTART 23.07.,
USA 2026, REGIE Andrew Stanton,
Kenna Harris, MIT Tom Hanks, Tim Allen,
Joan Cusack, Conan O’Brien, Greta Lee,
Keanu Reeves, FILMLÄNGE 102 Min.,
© The Walt Disney Company
DOT.MOVIE 57
Chaos nach Drehplan
Und Action: Wenn die Minions Hollywood erobern,
werden reihenweise Monster besetzt …
Wo genügend quirliges
Gelb auftaucht, regiert
das Chaos. Das wissen
wir nicht nur dank der Simpsons,
sondern vor allem, seit Illumination
Entertainment 2010 den Ich –
Einfach unverbesserlich-Kosmos
etabliert hat: Seither treiben die
kleinen Helferlein des Bösen, die
Minions, auf der Leinwand und
auf Bildschirmen ihr unvergesslich
spaßiges Unwesen. Wenn
Regisseur Pierre Coffin (der den
Minions seit Anbeginn seine
Stimme leiht) nun die Minions
nach Hollywood schickt, beginnt
eine gewaltige Odyssee: Denn
nicht nur die Filmwelt, sondern
gleich der ganze Planet steht kurz
vor der Verwüstung, wenn sich
die Minions an die Realisierung
von Storyboards machen. Es sollte
nicht überraschen, dass ein Minion
am Regiestuhl einen Monsterfilm
realisieren möchte – und
dass seine Pläne dann ordentlich
eskalieren … Pierre Coffin darf
also nicht nur die Minions, sondern
auch eine ausufernde Riege
wüster Monster auf die Leinwand
loslassen. Er wird seinen Sommerblockbuster
mit einer ordentlichen
Menge Anspielungen auf die
Filmgeschichte würzen … In der
deutschen Fassung leihen u.a. Bill
und Tom Kaulitz sowie Christoph
Waltz ihre Stimmen.
#minionsmonster
MINIONS & MONSTERS KINOSTART
01.07., USA 2026, REGIE Pierre Coffin,
MIT Pierre Coffin, Allison Janney, Christoph
Waltz, Jeff Bridges, Jesse Eisenberg, Zoey
Deutch, FILMLÄNGE 85 Min., © UPI
KIDS
& FAMILY
Jurassic Paw
Neue Abenteuer für die Superwelpen:
Die Mitglieder der „PAW Patrol“ treffen auf Dinos.
Das ergibt gar keinen Sinn“,
finden die PAW-Patrol-
Welpen. „Da war keine
Insel auf der Karte!“ – Und doch
sind sie nach einem mysteriösen
Sturm auf einer üppig bewachsenen
tropischen Insel gelandet.
Sie werden gleich noch mehr
staunen, denn hier leben: Dinos!
Die Fellfreunde sind bereit zu
Erkundungen – und treffen auf
Rex, einen Welpen, der vor Jahren
auf der Insel gestrandet war und
sich seither zum Dino-Experten
entwickelt hat. Bald zeigt sich, wie
gut es ist, dass die Fellfreunde hier
gelandet sind, denn unversehens
warten reihenweise Herausforderungen
wie spannende Dinosaurier-Rettungsaktionen
– und es
gilt die Insel vor ihrem Erzrivalen
Bürgermeister Besserwisser zu
schützen: Der ist nämlich schon
dabei, den Abbau der natürlichen
Ressourcen der Insel zu planen …
Im Sommer wartet auf die
Einsatzkräfte auf vier Pfoten ihr
wohl größtes Abenteuer – und außerdem
ganz viele neue Freunde.
Wieder zeigt sich: „Kein Einsatz
zu groß, keine Pfote zu klein“,
selbst wenn man es mit gigantischen
Dinos zu tun bekommt …
#PawPatrolDinoFilm
PAW PATROL: DER DINO FILM – PAW
PATROL 3: THE DINO MOVIE KINOSTART
06.08., USA 2026, REGIE Cal Brunker,
FILMLÄNGE 40 Min., © Constantin Film
58 DOT.MOVIE
„Tad Stones und die Suche nach der Smaragdtafel“
Versehentlich überlebensgroß
Tollpatschiger Bauarbeiter auf archäologischer Mission,
die vierte: „Tad Stones und die Wunderlampe“.
Tad Stones ist zurück – der
tollpatschige Bauarbeiter,
der von einer Karriere als
Archäologe träumt. Eine vermeintlich
alte Cola-Flasche, die er
auf einer U-Bahn-Baustelle fand,
war der Auslöser seines ersten
Abenteuers (Tad Stones – Der
verlorene Jäger des Schatzes!,
2012), das ihn nach Peru und auf
die Suche nach der legendären
Inka-Stadt Paititi brachte. Ein
paar Jahre später meldete sich
Sara, seine Angebetete aus Teil 1,
und lud ihn zur Präsentation
einer fantastischen Entdeckung
ein. Damit nahm Tad Stones
und das Geheimnis von König
Midas (2017) seinen Lauf. In
seinem dritten Abenteuer (Tad
Stones und die Suche nach der
Smaragdtafel, 2022) bekam er es
mit einer Mumie zu tun, und nun
löst Tad versehentlich einen Fluch
aus. Hobby-Archäologe Tad will
eigentlich nur in aller Seelenruhe
seiner Leidenschaft für historische
Schätze nachgehen, doch dann
setzt er unversehens magische
Kräfte frei, die die ganze Welt
bedrohen. Gemeinsam mit Sara,
der pfiffigen Mumie, Hund Jeff
und dem schlagfertigen Papagei
Belzoni macht er sich auf eine
abenteuerliche Mission – auf der
Spur der legendären Wunderlampe.
Natürlich sind sie nicht
die einzigen, die hinter diesem
Wunderding her sind … Regisseur
Enrique Gato sorgt auch mit seinem
vierten Tad-Stones-Film für
liebevollen Slapstickhumor, rasante
Action und eine Menge Anspielungen
auf andere Abenteurer.
#tadstones
TAD STONES UND DIE WUNDERLAMPE –
TADEO JONES Y LA LÁMPARA
MARAVILLOSA KINOSTART 27.08., E 2026,
REGIE Enrique Gato, © Constantin Film
GROSSES KINO
MIT FAMILIÄREM FLAIR!
Willkommen in den Kinos Bludenz und Dornbirn.
# kinobludenz
www.kino-bludenz.at
# cinemadornbirn
www.cinema-dornbirn.at
DOT.MOVIE 59
AMORE UND BASTA! – 2 CUORI E 2 CAPANNE – 31.07.
Die neue Lehrerin für Literatur (Claudia Pandolfi) und der neue
Direktor (Edoardo Leo) staunen nicht schlecht, als sie einander
im Lehrerzimmer vorgestellt werden: Sie haben sich gerade
noch nackt gesehen. Sie setzen ihre Affäre fort, auch wenn
sie in einfach allem unterschiedlicher Meinung sind – zum
Beispiel über gesellschaftliche Machtverhältnisse, Pädagogik,
ein akzeptables Freizeitverhalten – und dann auch darüber, wie
das ausschauen soll, als ein Kind unterwegs ist … Wortreiche
Feel-Good-Komödie aus Italien.
INSEKTEN – HELDEN IM VERBORGENEN – 16.07.
„Kennst du das wahre Ausmaß deiner Welt?“, fragt
Erzählerin Katharina Thalbach mit ihrer markantsamtigen
Stimme. „Wie ist diese Welt, die du für
selbstverständlich hältst, entstanden?“ Es geht mit
dieser betörend sinnlichen Doku um Formen, Farben,
Bewegungen und 480 Mio. Jahre zurück in die Vergangenheit.
– Es geht in Nepomuk Pfaffs Film tief in einen
Mikrokosmos: in die Welt der Insekten.
MEIN LEBEN, MEIN DING – MA VIE, MA GUEULE – 17.07.
Über ihre Figur Barberie Bichette (Agnès Jaoui) sagte die 2023 nach
den Dreharbeiten 58-jährig gestorbene Regisseurin Sophie Fillières,
dass sie „vielleicht schön war, vielleicht geliebt wurde, vielleicht eine
große Liebhaberin war und eine gute Mutter für ihre Kinder“ – aber
jetzt ist sie 55 und hat zwar vieles erreicht, was ein „glückliches
Leben“ ausmacht, sie weiß aber noch immer nicht, wer sie ist und
was der Zirkus namens Leben überhaupt soll: Ihr Leben verkommt
immer mehr zu etwas Finsterem, etwas, das ihr Angst macht. Nach
einem Aufenthalt in der Psychiatrie wird sie aufbrechen, um etwas
zu ändern oder etwas zu finden: eine Reise Richtung Schottland.
Die Themen des Films sind Schwere und Orientierungslosigkeit, die
Suche nach der wirklichen Identität löste Fillières aber mit Humor.
Fillières Kinder Agathe und Adam Bonitzer stellten die abgedrehte,
autobiografisch gefärbte Komödie nach dem Tod der Mutter fertig.
LA HIJA CÓNDOR – 28.08. Álvaro Olmos Torricos
Film stürzt eine junge Frau in einen Konflikt: Clara
erlernt in einer abgeschiedenen Gemeinde in den Anden
die Hebammenkunst und kümmert sich mit ihrer
Lehrmeisterin – ihrer Adoptivmutter Ana – um die
schwangeren Frauen der Dörfer. Insgeheim träumt sie
aber von einem anderen Leben: davon, in die Stadt zu
gehen und als Sängerin berühmt zu werden …
60 DOT.MOVIE
WAS DIESE NATUR DIR SAGT – WHAT DOES THAT NATURE
SAY TO YOU – 31.07. Im 33. Film des südkoreanischen Regisseurs
Hong Sangsoo trifft Donghwa, ein junger Dichter aus Seoul, nach
drei Jahren Beziehung erstmals auf die Familie seiner Freundin Junhee.
Eigentlich will er sie nur zu ihren Eltern fahren, der Schwiegervater
in spe lädt ihn aber ein zu bleiben. Während der Alkohol fließt
und ein lustiger bis böser Film seinen Lauf nimmt, entblättert sich
das Innerste aller Figuren …
DOT.
ARTHAUS
DRACULA – 03.07. Dracula, wie Radu Jude (Bad Luck Banging
Or Loony Porn) ihn sieht: Es wird also ein exaltierter (170 Minuten
langer) Ritt, ein obszöner Rausch voller Verweise. Bram Stokers
Blutsauger trifft hier auf einen namenlosen Regisseur (Adonis Tanta),
der einen kommerziellen Dracula-Film aus transsylvanischer
Perspektive drehen soll, einen Strauß an KI-Halluzinationen und
libidinös-touristischen OnlyFans-Aktionismus – inkl. Jagd durch
den Mob, kurzum: Es wird die wildeste Auseinandersetzung mit
dem Blutsauger-Mythos, die bisher die Leinwand erblickte.
CHÉRI, ICH KOMME! – DIE ERFINDUNG DER LUST
– POUR LE PLAISIR – 23.07. Fanny (Alexandra Lamy)
und Tom (François Cluzet) sind seit über 20 Jahren glücklich
verheiratet, als Fanny damit rausrückt, nie in ihrem
Leben einen Orgasmus gehabt zu haben. Inspiriert von
ihrer Therapeutin möchte sie das nun ändern. Tom steigt
in das Vorhaben ein, aber (vorerst) anders als erwartet: Als
Ingenieur beginnt er, ihr mit Inbrunst einen Vibrator zu
bauen … Was absurd klingt, wird zur Komplizenschaft des
Paar, das – auch körperlich – eine neue Nähe entwickelt.
Regisseurin Reem Kherici erzählt die Entwicklungsgeschichte
des weltweit meistverkauften Sexspielzeugs – des
„Womanizers“– und verpackt sie als flotte RomCom über
weibliche Lust jenseits der Vulgarität.
© Polyfilm, Filmladen, Filmgarten, Camino Film
SO KLINGT DAS LEBEN – RONDALLAS
– 16.07. Zwei Jahre nach dem tragischen Untergang
eines Fischerbootes, bei dem sieben
der neun Besatzungsmitglieder ihr Leben
verloren, ist ein kleine Fischerdorf an der
galicischen Küste noch tief erschüttert. Im
Versuch, Halt zu finden, beschließt die Dorfgemeinschaft,
ihr traditionelles Musikensemble
wieder aufleben zu lassen. Ein Feel-Good-
Film zwischen Lachen und Weinen, mit einer
ordentlichen Prise Lebensfreude und Humor.
NOGA – 21.08. Doku über
„Israels aufsässigste Newcomerin“
(so der „Guardian“), zu deren Fans
Billie Eilish und Robbie Williams
zählen: die israelische Indie-Pop-
Sensation Noga Erez, die inmitten
des Krieges ihr erstes internationales
Studio-Album schreibt …
WOHIN DER WIND UNS
TRÄGT – WHERE THE
WIND COMES FROM –
26.06. Zwei beste Freunde in
Tunis – die quirlige Alyssa und
der zurückhaltende Mehdi –
träumen von einem anderen
Leben. Sie will ins Ausland
– weg von den familiären Verpflichtungen
–, er als Zeichner
in Tunesien Fuß fassen. Ein
Kunstwettbewerb auf Djerba,
als dessen Hauptpreis ein
Atelieraufenthalt in Deutschland
lockt, wird die Freunde
zu einem lebensverändernden
Roadtrip bringen. Durch Amel
Guellatys Langfilmdebüt weht
das enttäuschte Erbe des Arabischen
Frühlings. Melancholisch
und leicht zugleich.
DOT.MOVIE 61
Ein eindeutiges Must Cee!
Das Wiener Urania Kino hat sich erfolgreich ins URANIA
CEENEMA verwandelt: DIE Spielstätte für Kino aus Zentral- und
Osteuropa. Ausgewählte Tipps aus dem aktuellen Programm …
URANIA CEENEMA
Uraniastraße 1, 1010 Wien
Programm & Tickets
www.ceenema.eu
Auch mit nonstop-Kinoabo!
Auch über www.cineplexx.at
Kinders (Regie: Arash T. Riahi und Arman T. Riahi, A 2016)
Ein Programmschwerpunkt beschäftigt sich mit Wien als Welthauptstadt
der Musik – eine Schiene, die im Sommer auch an Touristen in
Wien denkt. U.a. sind dabei Adrian Goigingers Rickerl und Barbara
Alberts Licht zu sehen – aber auch Kinders: Die Riahi-Brüder
beobachten auf sehr berührende Weise ein ambitioniertes Musikausbildungsprojekt,
das Kindern und Jugendlichen aus prekären
Lebensverhältnissen hilft, persönliche und soziale Barrieren durch
Orchester- und Chorproben zu überwinden. Mitreißend!
The Queen and the Smokehouse (Regie: Iga Lis, Polen 2025)
Eine weitere Möglichkeit, den Film zu sehen, mit dem das URANIA
CEENEMA seinen Startschuss feierte: Der Debütfilm der polnischen
Regisseurin Iga Lis, der das Internationale Krakau Film Festival eröffnete,
erzählt von der Besitzerin einer Fischräucherei, die sich mit den
Folgen eines der Arbeit gewidmeten Leben konfrontiert sieht. Gleichzeitig
hat sie voller Hingabe einen Ort geschaffen, der weit mehr ist als
ein Geschäft: eine Ode auf das Miteinander und die Menschlichkeit.
The Pavilion (Regie: Dino Mustafić, Bosnien 2025)
Die Bewohner des Pflegeheims sind unzufrieden. Das erkennt man
etwa … an den gezückten Waffen. Der bosnische Regisseur Dino
Mustafić inszeniert den bewaffneten Aufstand gegen das misshandelnde
Personal. Eröffnungsfilm des Sarajevo Film Festival 2025.
AUSSERDEM IN DER
URANIA ZU SEHEN:
GOOD BOY (ab 10.07.) –
s. S. 33 dieser Ausgabe
LEBENSANSICHTEN EINES
HUHNS (ab 06.08.) –
s. S. 24 dieser Ausgabe
Amsel im Brombeerstrauch – Blackbird Blackbird Blackberry
(Regie: Elene Naveriani, Schweiz/Georgien 2023) Ein „Must Cee“: Elene Naverianis
(Wet Sand) Verfilmung von Tamta Melashvilis Roman, die in ein kleines Dorf in
Georgien führt – zur Endvierzigerin Ethéro. Ethéro (Eka Chavleishvili) lebt frei
und unabhängig – egal, was die Nachbarn tuscheln –, bis sie sich leidenschaftlich
in einen verheirateten Mann verliebt und in ihre erste sexuelle Beziehung stürzt,
die unbedingt geheim bleiben muss. Naveriani legt einen Film mit starken Bildern
und mit einer einmaligen Hauptfigur vor. Seine Uraufführung erlebte er bei der
Quinzaine des cinéastes in Cannes.
Spring Wind – Tavaszi Szél – Az Ébredés (Regie: Tamás Yvan Topolánszky, Ungarn 2026)
Ein Jahr lang begleitet Regisseur Tamás Yvan Topolánszky Viktor Orbáns Herausforderer:
Péter Magyar, der bei den Wahlen in Ungarn im April 2026 über seinen Kontrahenten
Orbán triumphieren würde. Topolánszky wirft einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen
eines politischen Aufbruchs: Er hält öffentliche Auftritte, hitzige Debatten und stille
Momente von Magyar fest und holt Stimmen von Wegbegleitern und Experten ein.
So entsteht das Porträt eines Mannes, der für die einen ein großer Hoffnungsträger ist
und für andere (etwa als früheres Fidesz-Parteimitglied) eine umstrittene Figur und der
jetzt – nach 16 Jahren unter Orbán – die Richtung verantwortet, die Ungarn einschlägt.
62 DOT.MOVIE
FILM
KOST
Ein Frühstück im Stehen für Holly Golightly:
ein „Frühstück bei Tiffany“.
Der neue Tag, mit dem Früstück
bei Tiffany beginnt,
ist eigentlich das Ende
einer Nacht des Partygirls Holly
Golightly. Während der Opening
Credits steigt sie im eleganten
schwarzen Abendkleid gehüllt
auf der Fifth Avenue aus einem
klassisch gelben New Yorker Taxi,
um sehnsuchtsvolle Blicke auf all
den Glitzer, der im Schaufenster
des Juweliers Tiffany & Co.
ausgestellt ist, zu werfen. Dazu
kramt sie aus einem Papiersackerl
ein Gebäckstück – vermutlich ein
Croissant – und einen Kaffee im
Pappbecher hervor: Das titelgebende
Frühstück wird im Stehen
eingenommen, wozu Henry
Mancinis Song „Moon River“ in
all seiner Melancholie erstrahlen
kann. Dann spaziert die Protagonistin
gemächlich heim.
Nicht nur das Publikum lernt
Holly Golightly kennen, sondern
besonders der neue Nachbar,
ein stagnierender Schriftsteller
namens Paul Varjak (George
Peppard), der von Hollys unbeschwerter
und exzentrischer Art
bezaubert ist. Dass sie schlank,
jung und rehäugig ist,
Die,
tut
My
wohl
Love
das Seine dazu. Er wird ihr Tun
genau beobachten. Ihre Tätigkeiten
sind eigentlich recht überschaubar:
Sie feiert bis spät in der
Nacht mit reichen Herren (dafür
gibt’s Geld) und filtert diese nach
Heiratskandidaten, und einmal
pro Woche liefert sie unschuldig
bei einem Insassen von Sing Sing
den „Wetterbericht“ ab (auch
dafür gibt’s eine Gage, die ihr
noch zum Verhängnis werden
soll). Leider springen die reichen
Heiratskandidaten der Reihe nach
ab, und nachts wird die junge
Frau von Albträumen, die mit
ihrem Bruder Fred zu tun haben,
geplagt. Wie allein und was für
eine verlorene Seele sie ist, zeigt
sich immer mehr – auch durch
die Worte von Männern, die sie
von früher kennen. Als sie noch
nicht Holly Golightly war. Aber
auch Paul hat so seine Geheimnisse.
Ein Happy End ist trotzdem
möglich. Im Regen. Mit Kater.
Die bittersüß-charmante Art,
mit der Regisseur Blake Edwards
(Der rosarote Panther, Der Partyschreck)
1961 Truman Capotes
Kurzroman aus dem Jahr 1958
verfilmte, war nicht nach dem
Geschmack des Autors: In der
Buchvorlage ist die Protagonistin
abgeklärter als im Film, der
Nachbar nicht verliebt. Und ein
filmreifes Happy End kommt erst
recht nicht vor. Capote hätte gar
lieber Marilyn Monroe in der Rolle
gesehen (Monroe lehnte ab) als
die als Holly Golightly zur Ikone
gewordene Audrey Hepburn.
Der Juwelier, der es in den
Titel geschafft hat, ist wohl Team
Edwards: Seit 2017 kann man bei
Tiffany & Co. in New York essen,
auch frühstücken: im eigens
betriebenen Blue Box Café.
FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY – BREAKFAST AT
TIFFANY’S. USA 1961, REGIE Blake Edwards,
MIT Audrey Hepburn, George Peppard,
Mickey Rooney, FILMLÄNGE 110 Min.,
als DVD, Blu-ray und VoD erhältlich.
© Paramount Home Entertainment
DOT.MOVIE 63
HEIM
WERK
NEUES IM HEIMKINO
DAS DRAMA
Wer die Filme von Kristoffer Borgli
(Sick of Myself, Dream Scenario)
kennt, weiß, was man zu erwarten
hat, wenn er für Zendaya und Robert
Pattinson eine Hochzeit plant:
alles andere als durchschnittliche
RomCom-Kost. In der Woche vor
dem Jawort ändert ein Gespräch bei
einem Pärchenabend mit Freunden
unversehens alles …
Ab 17.07. im Handel.
HOW TO MAKE A KILLING
„Sieben reiche Arschlöcher“ stehen
zwischen ihm und einem Erbe von
28 Milliarden US-Dollar. So beginnt
Becket Redfellow, dargestellt
von Glen Powell, „ein paar Äste
vom Familienstammbaum wegzuschneiden“,
sprich: die Redfellows,
die im Weg stehen, der Reihe nach
aus dem Weg zu räumen … Als
Jugendliebe: Margaret Qualley.
Ab 09.07. im Handel.
THE HISTORY OF SOUND
Zwei junge Musiker – Studienfreunde,
Liebende – reisen im Schatten
des Ersten Weltkriegs durch die
USA, um Volkslieder zu sammeln.
Oliver Hermanus hat einen
zärtlichen Film voller Sehnsucht
gedreht – mit zwei wundervollen
Hauptdarstellern: Paul Mescal und
Josh O’Connor. Premiere feierte das
feinsinnige Drama in Cannes.
Ab 09.07. im Handel.
Wir schreiben gemeinsam
seit einem Vierteljahrhundert.
Und die erste
Show, die er mit jemand anderem
schreibt, wird zum größten Erfolg,
den er jemals hatte“, kommentiert
Lorenz Hart abgeklärt den schon
greifbaren Erfolg seines langjährigen
Kompagnons Richard
Rodgers (Andrew Scott, Fleabag,
wurde bei der Berlinale mit dem
Silbernen Bären gekürt) an dessen
Premierenabend zu „Oklahoma!“.
64 DOT.MOVIE
Blue Moon
Das Stück, das Rodgers gemeinsam
mit Oscar Hammerstein erarbeitet
hat, wird bald als Meilenstein der
Geschichte des Musicals gelten –
mit Richard Linklaters Blue Moon
verbleiben wir aber am Premierenabend
– an diesem 31. März
1943 –, am Tresen des New Yorker
Restaurants „Sardi’s“ und beim
Leid von Hart.
Lorenz Hart, einst die eine Hälfte
des Broadway-Songwriting-Teams
„Rodgers und Hart“, zu dessen
Werken etwa die
weltberühmten Lieder
„Blue Moon“ und
„My Funny Valentine“
zählen, hat seine
besten Zeiten längst
hinter sich, und das
weiß er auch. Dass
„Rodgers & Hammerstein“
die Bühne erobern
(und 1959 zum Beispiel „The
Sound of Music“ vorlegen werden),
besiegelt das Ende von „Rodgers
und Hart“. Seine konstanteste Beziehung
pflegt er schon länger mit
der Flasche. Wortreich erfährt das
Publikum von seinem Innenleben,
und es ist eine wahre Freude, dabei
zuzuschauen, wie der umwerfende
Hauptdarsteller Ethan Hawke das
großartige Drehbuch von Robert
Kaplow emotional vielseitig zum
Leben erweckt. Hawke wird dem
Publikum als Lorenz Hart das Herz
brechen.
Ab sofort im Handel.
© Sony Pictures (Plaion Pictures), LEONINE, Plaion Pictures, Universal Pictures (Plaion Pictures)
LUCKY THE BEAR (S5) UNSERE KLEINE FARM
Ein millionenschwerer Raubüberfall
geht schief. Die Titelheldin,
eine Betrügerin, die plötzlich alleine
dasteht, muss fliehen; das FBI
und Unterweltgrößen sind hinter
ihr her. Hoffentlich wird sie ihrem
Namen gerecht … Thriller-Serie
basierend auf Marissa Stapleys
Bestseller, verfilmt mit Anya Taylor-Joy,
Annette Bening, Timothy
Olyphant und Drew Starkey.
Ab 15.07. bei Apple TV+.
Die finale Staffel setzt nach der Hiobsbotschaft
an, dass Carmy (Jeremy
Allen White) der Gastronomie
den Rücken kehren wird. Sydney
(Ayo Edebiri) und Co. tragen nun
Verantwortung für „The Bear“. Es
wird prekär, was die Finanzen und
die Räumlichkeiten betrifft – und
auch Naturkatastrophen machen
es nicht eben leicht, endlich einen
Michelin-Stern zu erkochen …
Ab 26.06. bei Disney+.
Netflix wagt sich an die Neuinterpretation
des über 200 Folgen
zählenden Fernsehklassikers mit
Michael Landon heran, der sich
um das Schicksal der Siedlerfamilie
Ingalls dreht, die im Mittleren
Westen des 19. Jahrhunderts
einen Neuanfang planen: Auf
dem Prärieboden wächst das Dorf
Independence. Epos voller Höhen
und Tiefen.
Ab 09.07. bei Netflix.
© Amazon Prime, Apple TV+, Disney+, Netflix
ELLE
Als eine in Pink gehüllte
Studentin über den
Campus der Harvard Law
School stöckelte, hoben sofort alle
Kommilitonen die Augenbrauen.
Elle Woods ist (in Legally Blonde,
2001, deutscher Titel: Natürlich
Blond) hier, um ihren Ex-Freund
zurückzugewinnen. Dass der ein
ungeheuer unsympathischer Snob
ist, sieht Elle, charmant gespielt
von Reese Witherspoon,
nicht: Sie geht
vorurteilsfrei und offen durch die
Welt – ganz im Gegensatz zu allen
anderen am Campus. Dass sie das
Zeug zur Jahrgangsbesten hat,
wird sie dann recht eindrucksvoll
beweisen. Drehte sich die erste
Filmfortsetzung (Legally Blonde
2, 2003) noch um Elle, wurden
danach (Legally Blondes, 2009)
Elles „Cousinen“ eingeführt.
Wenn sich bei Amazon Prime
nun alles pink färbt, hat das
wieder mit Elle zu tun: Eine Serie
erzählt ein Prequel-Szenario: So
könnte Elle Woods Teenagerzeit
ausgesehen haben. Auf
geht’s nach Bel-Air des
Jahres 1995. Elle (Lexi
Minetree) lebt ihren
Traum – bis die Eltern
verkünden, dass die
Familie nach Seattle
umziehen wird. In der
Grunge-Hochburg tut
sich Elle nicht eben
leicht. „Seattle ist kein
Kostüm und Pink ist keine
Persönlichkeit!“, heißt es auch
noch, als sie versucht, sich (optisch)
anzupassen. Als die Schülerschaft
im Direktor ein neues
Feindbild findet, ist Elles Moment
gekommen … Witherspoon – hier
als ausführende Produzentin beteiligt
– postete ankündigend auf
Instagram: „Harvard was hard.
High school was harder.“
Ab 01.06. bei Amazon Prime.
DOT.MOVIE 65
DAS 124. DOT. erscheint am 3. September 2026
PRESSURE
VATERLAND
Andrew Scott wird zum Meteorologen,
der eine folgenreiche Wettervorhersage
machen muss, geht es in Pressure
doch um die Planung des D-DAY …
Akribische Planungen sehen wir auch
in How to Rob a Bank: Die Bankräuber
(Nicholas Hoult, Pete Davidson u.a.)
ziehen ihren Coup mitsamt Livestream
durch. Cannes-Highlights im regulären
Kinoprogramm: Marie Kreutzers
Gentle Monster, Paweł Pawlikowskis
Vaterland.
HOW TO ROB A BANK
GENTLE MONSTER
Impressum Cover 2026 Sony Pictures Filmverleih GmbH. DOT.magazine erscheint 9 x p.a. mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren österreichweit in der PPH Media Verlag GmbH,
Kutschker gasse 42/Top 13, A-1180 Wien, Tel.: +43 1 235 13 66-800, E-Mail: office@pph-media.at, Web: www.pph-media.at Distribution: Österreichweit in allen Constantin Film- &
Cineplexx-Kinos, 198 McDonald’s-Restaurants und allen Star Movie Kinos. Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Verlagsleitung: Georg Peter Senior Account Manager &
Marketing: Michael Martinek Chefredaktion & Chefin vom Dienst: Nicole Albiez Senior Account Manager: Daniela Ruff Film: Nicole Albiez, Manuel Oberhollenzer, Peter Zirbs
Lektorat: Gudrun Likar Produktion: Hofeneder & Partner GmbH. Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Veranstalter, Fotoagenturen und diverse Fotografen. Für unverlangt eingesandte Texte
und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit
schriftlicher Genehmigung des Verlags. Fotocredits im Eventkapitel werden durch den Vermerk „Veranstalter” im Impressum abgegolten. Einzelne Fotocredits im Eventbereich werden nur auf
ausdrücklichen schriftlichen Wunsch des Urhebers abgedruckt. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt.
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Gemeinsam.
Kinder.
Stärken.
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