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moneyeditorial
EDITORIAL
...und Deutschland
bewegt sich doch!
die „Neue Zürcher Zeitung“ hat die Wirtschaftsnation Deutschland vor Kurzem
auf die journalistische Couch gelegt. Die düstere Diagnose der Schweizer:
„Was in der deutschen Wirtschaft seit Jahrzehnten schleichend passiert,
der lange Abschwung, die Produktivität, die nicht mehr wächst, die Autoindustrie
in der Krise, spiegelt sich im Leben der Menschen wider. Deutschland
bringt zwar noch ausreichend Ernte ins Haus, aber der Baum, an dem die Äpfel
wachsen, steht schon lange schief.“ Doch das könnte sich bald ändern.
Mit einstimmigem Votum hat die Rentenkommission ihre Empfehlungen
der Bundesregierung übergeben. Die 33 Maßnahmen haben es in sich (siehe
auch Seite 16), auch wenn die Beamten ihre Privilegien der Altersversorgung
diesmal noch behalten durften. Die Vorschläge reichen von der Einführung
der verpflichtenden Kapitalrente über das Ende der abschlagsfreien „Rente
mit 63“ bis zur kontinuierlichen Anhebung des Eintrittsalters in Richtung
70 Jahre oder dem vorzeitigen Ruhestand mit Abschlägen erst ab 64 statt ab
63 Jahren. Doch eine Kernfrage bleibt. Was wird aus den exzellenten Ideen?
Das Beste: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seine Arbeitsministerin
Bärbel Bas haben versprochen, das gesamte Paket vollständig umsetzen
zu wollen. Daran soll auch der scharfe Gegenwind der Gewerkschaften und
Sozialverbände sowie Mäkeleien aus dem Arbeitgeberlager nichts ändern.
Sollte die schwarz-rote Koalition die klugen Vorschläge wie angekündigt
in Gesetzesform gießen, bringt sie nicht nur die größte und umfassendste
Rentenreform seit Jahrzehnten auf den Weg. Sie demonstriert auch: ...und
Deutschland bewegt sich doch. Damit wäre der Beweis erbracht: Diese Bundesregierung
ist in der Lage, mit großen Würfen den Wirtschaftsstandort im
knallharten internationalen Konkurrenzkampf wieder wettbewerbsfähiger
zu machen. Die Modernisierung unseres Landes wird aber nicht immer im
Konsens möglich sein. Konflikte mit Interessengruppen sind programmiert.
Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte dies vor 21 Jahren mit seinen Sozialreformen
(„Hartz IV“) bewiesen, die er nur gegen massive Widerstände im eigenen
Lager durchsetzen konnte.
Die Zeit zur Modernisierung Deutschlands drängt angesichts der ökonomischen
Stagnation. Wie sagte der Kanzler bei der Übergabe der Rentenvorschläge
so richtig: „Nichtstun ist keine Option.“ Das gilt nicht nur für die Altersversorgung,
sondern auch für die Wirtschafts-, Steuer-, Verkehrs-,
Gesundheits- oder Europapolitik. Nur mit tiefgreifenden Veränderungen
kommt das bislang so träge Deutschland von der Couch der kranken Wirtschaftsnation
wieder runter.
Herzlich Ihr
HANS-PETER SIEBENHAAR
Mitglied der Chefredaktion
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FOCUS MONEY 27/2026
3
moneyinhalt
12
Früher in Rente
Immer länger arbeiten?
Von wegen! Wer seine Finanzen
clever managt,
kann früher in Rente – bei
üppigen Auszahlungen
und Vermögenserhalt
moneykompakt
6 Geopolitik: Rückenwind für die
Aktienmärkte
7 Das kaufe ich jetzt: Wende beim
Verpackungsprofi Mayr-Melnhof
7 Hit & Shit: Getty Images mit
Ki-Kick, Accenture enttäuscht
7 Chart der Woche: Brexit-Bilanz
8 Zinsradar: Was Geld kostet!
8 Edelmetalle: Bei Gold und Silber
ist Vorsicht geboten
9 Mikas Markt-Monitor: Gute
Karten für Fed-Chef Kevin Warsh
9 Baukredite: KfW-Förderung
verlängert
10 Yen: Notenbank stützt Währung
10 KNDS: Bund ebnet Weg zum IPO
11 Alan Greenspan: „Meister der
Märkte“ gestorben
11 Bafin: Finanzaufsicht greift durch
11 Exportschwemme: IW-Ökonom
Michael Hüther rät zur härteren
Zollpolitik gegenüber China
106 Andis Börsenbarometer:
Crashgefahr bei Private Debt?
106 Das Geld-Gespräch: Wie Podcast-Host
Lukas Hanke anlegt
52
Geschenke für
Anleger
Aktiendepot oder Discounterkorb?
Der Vergleich
ergibt einen klaren Sieger.
FOCUS MONEY erklärt die
Stärken der Rabattscheine
moneytitel
12 Schneller in Rente: Mit der
richtigen Finanzierung den
Zeitpunkt selbst bestimmen
15 Altersgeld: Grundlagen
der gesetzlichen Rente und
anstehende Reformen
18 Ab in den Ruhestand: Drei
Finanzierungsbeispiele für die
Rente mit 57, 60, 63 und 67
24 Anlegen im Alter: Üppige
Auszahlungen bei gleichzeitigem
Vermögenserhalt
28 Fondssparpläne: Richtig sparen
– mit aktiv gemanagten Fonds
moneymarkets
32 Interview: Ex-EZB-Präsident
Jean-Claude Trichet warnt vor
einem Börsenschock
36 Energiesicherheit: Wie Anleger
von der Stromkrise profitieren
39 Klartext: Hightech-Flaute in
Deutschland und die Folgen
40 Infineon: Europas beste KI-Wette
42 Interview: Börsenexpertin Monika
Rosen über die Chancen auf dem
US-Aktienmarkt
46 Chartsignal: Doppelboden bei
Nuscale Power
4 Titel: iStock
Inhalt: Adobe Stock (3), Th. Jansen/ECB
FOCUS MONEY 27/2026
26. JUNI 2026 www.focusplus.de
46 Wette der Woche: Daldrup steht
vor neuem Wachstumsschub
48 Female Finance Award: FOCUS
MONEY kürt die erfolgreichsten
Frauen in der Finanzbranche
52 Discount-Zertifikate: Mit Rabatt
an die Börse
56 Österreich: Fünf Überflieger an
der Wiener Börse
60 Birkenstock: Die Aktie des
kultigen Schuhherstellers hebt ab
– der Auftakt zu mehr?
62 Beteiligungen: Anlegen im
Mittelstand – mit den besten
Private-Equity-Aktien
64 Economist: Was hinter Trumps
Blockade von Anthropic steckt
66 Musterdepot: Hoffmann kauft
kanadischen Uranproduzenten
32
„Ja, der Euro
hätte scheitern
können.“
JEAN-CLAUDE TRICHET,
FRÜHERER PRÄSIDENT
DER EUROPÄISCHEN
ZENTRALBANK (EZB)
moneydigital
67 Trends: Statistiken, Watchlist und
Top-Trades aus dem Netz
dswanlegerschutz
68 Wertpapiere: Tipps und Tricks
beim Übertragen – ganz legal
moneyservice
70 Hausratpolicen: Die besten Tarife
mit Top-Schutz
76 Rürup-Rente: Die besten Policen
für jedes Anlageprofil
80 Kfz-Schutzbrief: FOCUS MONEY
kürt die fairsten Anbieter
moneyanalyse
86 Marktüberblick
88 Deutsche Aktien
96 Internationale Aktien
102 ETFs
103 Zertifikate
104 Fonds
105 Kryptowährungen
moneyrubriken
3 Editorial
85 Leserbriefe – Impressum
105 Termine
56
Wiener
Spezialitäten
Österreichs Börsenindex
ATX notiert
nach kräftiger Rally
auf Rekordstand. Anleger
können mit fünf
Top-Aktien vom
Boom profitieren
Unternehmensregister
Abbvie 98
Accenture 7
Apple97
Asta Energy Solutions37
AT&S 58
Bawag 58
Bayer 93
Birkenstock 60
Blue Cap 63
BMW 95
Brockhaus 63
Cameco 66
Daldrup 46
Dell105
Deutsche Beteiligungs-AG 63
Easyjet 99
Energyvision 38
Evonik91
Gesco 63
Getty Images 7
Grenergy Renovables 38
Indus Holding 63
Infineon 40
Johnson & Johnson 66
KNDS 10
Mayr-Melnhof 7
Mutares 63
Nordex 94
Porr 59
Raiffeisen Bank International 57
Siemens Energy 88
SpaceX 96
Tonies 92
Uniqure 101
Vienna Insurance Group 59
Yum Brands 100
Zalando 90
FOCUS MONEY 27/2026
5
moneykompakt
SCHRANKE AUF FÜR DIE
DURCHFAHRT: Noch
stockt der Schiffsverkehr in
der Straße von Hormus
AKTIENMÄRKTE
Vorerst bleibt die Nervosität
Warten auf die Öffnung
Nichts ging mehr seit März in der Straße von
Hormus. Jetzt warten Tanker, Container- und
Schüttgutschiffe auf die Öffnung der Passage
Schiffsdurchfahrten nach Schiffstyp
Anzahl
7 Tage Durchschnitt
2026 0
Feb MÄR APR
Quelle: IMF Port Watch, Statista
S&P 500, Dax und Nikkei 225*
*auf Basis der Originalwährungen
S&P 500
Tanker Schüttgut
Container Stückgut
Roll-on/roll-off
Aktienmärkte haussieren
Trotz geopolitischer Unsicherheiten haussieren
die Aktienmärkte. S&P 500, Dax und
Nikkei 225 notieren nahe ihrer Höchststände
Nikkei
DAX
2023 2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
120
80
40
250
200
150
100
50
Die Börsen wetten auf das Ende des Kriegs im Iran. Von
der Öffnung der Straße von Hormus dürften die Märkte
profitieren. Doch die Sorge vor einer KI-Blase bleibt
Endet der Krieg oder nicht? Diese Frage stellen sich derzeit erneut die
Marktteilnehmer. Fakt ist: Das Rahmenabkommen zwischen den USA und
dem Iran ist unterzeichnet. Was es allerdings wert ist, wird derzeit in der
Schweiz ausgehandelt. „Temporäre Rückschläge bleiben wahrscheinlich“,
sagt Eduard Baitinger, Leiter Asset Allocation der Feri AG.
Für Anleger steht und fällt das Ergebnis mit der Öffnung der Straße von
Hormus. Die Schiffspassage ist das Zünglein an der Waage nachhaltig
günstiger Öl- und Gaspreise. Der Dated-Brent-Ölpreis ist bereits um 55
Dollar in die Tiefe gerauscht. Davon sollten Netto-Importeure wie die Türkei,
die Asean-Staaten, Indien, Chile und Südafrika profitieren, rechnet
Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan vor.
Nicht nur die Rohstoffmärkte beruhigen sich. Auch die Inflationserwartungen
sollten nachlassen – und mit ihnen das globale Risiko von Zweitrundeneffekten.
Das verleiht den Aktienmärkten Rückenwind. Vor allem in den
USA: „Der Wegfall dieses geopolitischen Extremrisikos setzt Kapital frei, das
auf eine US-Wirtschaft trifft, die alle Erwartungen übertrifft“, sagt Stephan
Kemper, Chefanlagestratege von BNP Paribas Wealth Management.
Dieses Wachstum liefert der KI-Sektor. Halbleiterunternehmen rufen
infolge des gigantischen Hardware-Bedarfs Rekordmargen ab. Die Käufer
dieser Chips, die US-Hyperscaler, stehen vor der massiven Herausforderung,
die Investitionen in Umsatz- und Gewinnwachstum zu übersetzen.
Chinesische Wettbewerber bieten inzwischen zu einem Bruchteil der
Kosten eine ausreichende Leistung für den Unternehmensalltag. Über
diese Fragmentierung zerbrechen sich global die Fondsmanager derzeit
den Kopf. Nach einer Umfrage der Bank of America bleiben sie für Aktien
zwar optimistisch. Dennoch sehen die Befragten in einer möglichen KI-
Blase aktuell eines der größten Risiken für die Märkte. Die Nervosität
bleibt spürbar: Gewinnmitnahmen setzten Indizes weltweit zu Wochenbeginn
unter Druck. Auch Privatanleger tun gut daran, bei stark gestiegenen
Aktienpositionen einen Teil der Gewinne zu realisieren. BAN
6 Fotos: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
Mayr-Melnhof: Bietet
gute Wendechance
DAS
KAUFE
ICH JETZT
Bei der österreichischen Börsenfirma
handelt es sich um den Weltmarktführer
bei Recyclingkartons.
Die Gesellschaft bietet aber auch
zahlreiche weitere Verpackungsprodukte
und Papiere an. Das Unternehmen
ist in 30 Ländern mit 60
Standorten vertreten.
Der Aktienkurs notiert aktuell deutlich
unter dem Höchstkurs von 193
Euro (siehe Chart). Das liegt daran,
dass das erste Quartal nicht prickelnd
ausgefallen ist. So sank der Umsatz
um elf Prozent auf 928 Millionen
Euro, das operative Ergebnis (Ebitda)
um 12,7 Prozent auf 104 Millionen
Euro. Zudem waren im Geschäftsjahr
2025 Sonderabschreibungen auf
Vermögenswerte angefallen. Die Firma
leidet auch unter den aktuell hohen
Energiekosten im Zuge der geopolitischen
Krisen.
Langfristig indes bleibt das Verpackungsgeschäft
auch wegen des Onlinehandels
aussichtsreich. Auch können
die Energiepreise bei einer
Entspannung der Lage im Nahen Osten
korrigieren. Mayr-Melnhof selbst
hat Randbereiche wie Papiere für Zigaretten
verkauft und das Straffungsprogramm
„Fit for Future“ aufgelegt.
Die Analysten erwarten im Schnitt,
dass der Nettogewinn 2026 um 46
Prozent steigt. Das 2026er-KGV von
14 ist günstig, 2027 soll es auf 10,4 sinken.
Die für 2026 erwartete Dividendenrendite
beträgt 2,90 Prozent (ISIN:
AT0000938204). Weitere spannende
Aktien aus Österreich ab Seite 56.
Mayr-Melnhof
Aktienkurs in Euro
2022 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
Mehr Aktien-Tipps von
Andreas Körner gibt es auch
in seinem Börsenbrief. Den
finden Sie unter folgendem
QR-Code
ANDREAS KÖRNER,
CHEFSTRATEGE
NEBENWERTE
BÖRSENBRIEF UND
EX-WERTPAPIER-
HÄNDLER
200-Tage-Linie
180
140
100
60
GETTY IMAGES
Mit KI zum Kurserfolg
Der KI-Kick funktioniert noch immer: Allein
die Verkündung einer Kooperation
mit OpenAI führte bei der Aktie der renommierten
Bildagentur zu einem Kurssprung
von zeitweise über 200 Prozent.
Getty-Bilder sollen zukünftig in die Suchfunktion
von ChatGPT integriert werden.
Das verschafft den Produkten der Amerikaner
mehr Sichtbarkeit. Wie viel Geld
dabei an wen fließt, wurde nicht bekannt
gegeben.
Die extreme Reaktion beim Aktienkurs
dürfte auf den geringen Freefloat der Papiere
zurückgehen. Aktionäre hatten ansonsten
zuletzt wenig Freude an den Titeln.
Innerhalb von fünf Jahren haben die
Aktien 95 Prozent an Wert verloren.
HIT
SHIT
In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation
CHART DER WOCHE
Nach zehn Jahre Brexit: Mehrheit für EU
Das Brexit-Votum vom 23. Juni 2016 ist zehn Jahre her. Eine Studie zeigt:
Seither stimmte fast immer eine Mehrheit der Briten gegen den Austritt aus
der EU. Erst im März 2026 befürworteten 57 Prozent die EU. Der Fokus liegt
dabei zunehmend auf einer pragmatischen Zusammenarbeit. Dennoch tritt
mit Keir Starmer bereits der fünfte Premierminister vorzeitig zurück und lässt
offen, wie Großbritannien seinen europafreundlichen Kurs fortsetzen wird.
Zehn Jahre Brexit
Briten, die Teil der EU sein möchten (in Prozent)
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 2026
FOCUS MONEY 27/2026
65
60
55
50
45
Quelle: Bertelsmann Stiftung
ACCENTURE
Mit KI in die Krise
Nachdem das US-Beratungsunternehmen
die Ergebnisse für das dritte Quartal
des versetzten Geschäftsjahres vorgelegt
hatte, ging es mit dem Aktienkurs
um knapp 20 Prozent bergab. Zwar hatte
Accenture beim Gewinn je Aktie mit
3,80 Dollar (3,30 Euro) die Analystenerwartungen
(3,71 bis 3,72 Dollar) übertroffen,
aber der Ausblick für das Gesamtjahr
wurde nach unten angepasst – was
am Markt gar nicht gut ankam.
Im Wochenverlauf weitete sich das
Kursminus auf bis zu 25 Prozent aus, weil
Branchenkenner davon ausgehen, dass
die Kunden durch den Einsatz von künstlicher
Intelligenz (KI) dauerhaft weniger
IT-Beratung benötigen.
7
moneykompakt
ZiNSRADAR
SCHMELZENDER
GOLDBARREN: Bei
3750 Dollar verläuft ein
Aufwärtstrend
Ratenkredite
Kreditsumme 5.000 Euro
36 Monate Laufzeit, Zinssätze effektiv in % p.a.
Anbieterauswahl
Zinssatz
Zinsen
in Euro
PSD Bank West 5,63 434,56
BBBank 1 5,99 462,28
Deutsche Skatbank 1 6,16 475,24
Allgemeine Beamten Bank 1 6,39 493,24
SKG Bank 1 6,49 500,80
Bank of Scotland 1 6,69 516,28
DKB Deutsche Kreditbank 6,79 523,84
Targobank 1 6,95 536,44
ING 1 7,32 564,88
Hypovereinsbank 1 7,46 575,68
Norisbank 1 7,90 609,52
Ikano Bank 1 7,99 616,72
PSD Bank RheinNeckarSaar 1 8,61 664,60
Creditplus-Bank 1 9,25 713,92
Deutsche Bank 1 9,39 724,72
Postbank 1 9,39 724,72
Schlechtester Anbiter 1 13,84 1.067,80
1
bonitätsabhängig
Trend beim Ratenkredit:
stagnierend
Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 22.06.2026
Annuitätendarlehen
350.000 Euro Kreditsumme, Laufzeit 15 Jahre,
1,5% Anfangstilgung, 80% Beleihung
Anbieterauswahl Nominalzins Rate*
Sparda-Bank Hessen 3,75 1.531,25
Sparda-Bank BW 3,95 1.589,58
PSD Bank West 3,99 1.601,25
PSD Bank RheinNeckarSaar 4,09 1.630,42
Sparda-Bank West 4,10 1.633,33
DEVK 4,14 1.645,00
ING 4,14 1.645,00
PSD Bank Nord 4,14 1.645,00
HypoVereinsbank 4,17 1.653,75
Debeka Bausparkasse 4,25 1.677,08
Allianz 4,28 1.685,83
Commerzbank 4,34 1.703,33
Sparda-Bank Nürnberg 4,49 1.747,08
Deutsche Bank 4,58 1.773,33
*
monatlich in Euro, ohne Berücksichtigung von Gebühren
Trend beim Baugeld:
leicht steigend
Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 23.06.2026
EDELMETALLE
Gründe für die Korrektur
Gold und Silber stehen unter Druck. Das ist zwar kein Grund, die
Flinte ins Korn zu werfen, Anleger sollten aber vorsichtig agieren
Von Anfang 2024 bis Januar 2026 stieg
der Goldpreis um 170 Prozent, der Silberpreis
sogar um mehr als 400 Prozent.
Die anschließende Korrektur schien dagegen
wie eine Lappalie, denn bereits im
Februar bombardierten amerikanische
und israelische Kampfflugzeuge den
Iran. Geopolitische Turbulenzen, so wissen
Edelmetall-Fans, kommen in der Regel
Gold und Silber zugute. Diesmal lief
es jedoch anders.
Gold und Silber schwächeln. Seit ihren
Hochs im Januar hat Gold in der
Spitze 25 Prozent verloren, Silber hat
sich fast halbiert. Ein Grund ist der starke
US-Dollar. Die beiden Edelmetalle
notieren in Dollar. Eine Aufwertung des
Dollars gegenüber anderen Währungen
verteuert die Edelmetalle für Menschen
in der Eurozone oder Japan beispielsweise.
Dadurch sinkt die Nachfrage.
Das ist ein zentraler Treiber für den
Kursrutsch bei den Edelmetallen. Dabei
spielt auch die US-Notenbank Fed eine
Rolle. Ein Grund für die Stärke des Dollars
sind auch jüngste Aussagen des amerikanischen
Notenbankchefs Kevin Warsh,
der die Bedeutung der Preisstabilität besonders
hervorgehoben hat. Die Finanzmärkte
interpretierten dies als Hinweis
auf eine mögliche Zinserhöhung.
Edelmetalle reagieren äußerst empfindlich
auf makroökonomische Rahmenbedingungen.
Faktoren wie steigende
Zinsen, ein stärkerer Dollar und
nachlassende geopolitische Spannungen
haben die Attraktivität von Gold
und Silber als sichere Anlageformen für
Anleger gemindert.
Die Bewegungen auf makroökonomischer
und geldpolitischer Ebene sind
auch den Großbanken nicht verborgen
geblieben. So hat die Deutsche Bank
kürzlich ihre Goldpreisprognosen um
bis zu 22 Prozent gesenkt. Zwar liegen
die Kursziele noch deutlich über dem
aktuellen Goldpreis, doch zeigen die reduzierten
Prognosen, dass die Bank
skeptischer geworden ist. Mit dieser
Prognose schwimmt die Deutsche Bank
im Kielwasser von Goldman Sachs.
Auch die Amerikaner geben bei Gold
nicht mehr Vollgas.
Bei Gold und Silber ist derzeit Vorsicht
geboten. Es besteht die Möglichkeit, dass
Gold auf den Aufwärtstrend zurückfällt
(siehe Grafik unten). Dieser verläuft aktuell
bei etwa 3750 US-Dollar. Das ist jedoch
keine Blaupause für einen erneuten
starken Anstieg. Denn Pausen und Enttäuschungen
gab es bei Edelmetallen
schon immer. So stieg Gold von Ende
2008 bis Sommer 2011 auf rund 1900
Dollar. Diese Marke sollte Gold erst im
Sommer 2020 wieder erreichen. DR
Charttechnische Risiken
Gold
Preis für eine
Feinunze Gold in USD
200-Tage-Linie
Aufwärtstrend
2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
5000
4000
3000
2000
1000
8 Foto: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY FOCUS MONEY 27/2026
NEUER US-NOTEN-
BANKCHEF
WARSH: Lieber
keine Prognosen
Die Weltlage spielt
Warsh in die Karten
Einfach wird es nicht mit ihm. Das
hat der neue US-Notenbankchef Kevin
Warsh schon gleich bei seiner Premiere
klargemacht: nicht für Anleger
und schon gar nicht für US-Präsident
Donald Trump.
Warsh will sich nicht in die Karten
schauen lassen und gibt keine Prognosen
für die künftige Zinspolitik. Sein
Vorbild: der kürzlich verstorbene Alan
Greenspan, der die Notenbank von
1987 bis 2006 leitete. Greenspan
sprach immer nur in wenigen Sätzen
und glich eher einem Orakel. Es gab
damals einen ganzen Berufsstand, der
nichts anderes tat, als den „Greenspeak“
zu entschlüsseln. Ein wichtiger
Indikator war damals, ob die Aktentasche
Greenspans ausgebeult oder
leer war, wenn er bei der Offenmarktsitzung
ankam.
Insbesondere Powell legte großen
Wert auf viel Kommunikation. Er bereitete
die Märkte schon Wochen vorher
auf die Ergebnisse der FOMC-Sitzungen
vor. Überraschungen blieben
aus. Das wird sich unter Warsh ändern.
Die Schwankungen an den Finanzmärkten
rund um die Zinsentscheidungen
der Fed werden
zunehmen.
MIKA
HOFFMANN,
REDAKTEUR
FOCUS
MONEY
MIKAS
MARKT
MONITOR
Warsh überraschte die Märkte mit
der Klarheit, mit der er am Inflationsziel
von zwei Prozent festhält. Davon
gibt es kein Abrücken. Sehr zum
Missfallen von Präsident Trump, der
Powell regelmäßig beschimpfte, weil
er sich weigerte, die Geldpolitik zu lockern.
Auf die erste Warsh-Sitzung reagierte
Trump mit einem Schulterzucken:
„Das ist in Ordnung. Was auch
immer.“ Ob der Präsident auch in Zukunft
so ruhig bleibt, ist fraglich.
Warsh kommt zugute, dass mit
dem sich abzeichnenden Frieden
zwischen den USA und dem Iran der
Inflationsdruck deutlich nachlassen
wird und das Wachstum in den USA
noch weiter angefacht wird. Eigentlich
ein Idealszenario. Da kann er
sich erst einmal leisten, nichts zu tun.
Und fünf Kommissionen einsetzen,
die erarbeiten sollen, wie die Fed-
Politik in Zukunft aussehen soll.
KFW-BAUKREDITE
Förderung
läuft weiter
Frist verlängert! Das Bundesministerium
für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
hat die eigentlich zum 30. Juni auslaufende
KfW-Förderung „Effizienzhaus
55“-Standard für Neubauten hierzulande
mit Baugenehmigung nunmehr bis zum
31. Dezember 2026 verlängert.
Bei zehn Jahren Laufzeit und Zinsbindung
sowie zwei tilgungsfreien Anlaufjahren
etwa beträgt der aktuelle Effektivzins
der Subvention ein Prozent. Was äußerst
günstig ist, liegt doch der marktübliche Effektivzins
im Schnitt zwischen 3,5 und vier
Prozent per annum (s. auch Zinsradar S. 8).
Die maximale Kreditsumme rangiert bei
100 000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung
für die Inanspruchnahme der Effizienzhaus-55-Förderung
ist, dass die Bauprojekte
bereits geplant sind und eine
Baugenehmigung vorliegt. Außerdem
müssen die Neubauten zu 100 Prozent auf
Basis erneuerbarer Energien beheizt werden.
Private und gewerbliche Investoren
können die Kredite über ihre Hausbank bei
der KfW beantragen.
Mehr Informationen erteilen die Fachleute
der KfW unter der kostenfreien Rufnummer
08 00/5 39 90 02 von Montag bis
Freitag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr. TS
Effizienzhaus-55-Förderung
(neue Wohngebäude) der KfW
Laufzeit
Zinsbindung
Quelle: KfW; Stand: 23.06.26; 1) tilgungsfrei
Anlaufzeit 1)
Effekivzins
p.a.
4 bis 10 Jahre 10 Jahre 1 bis 2 Jahre 1,00 %
11 bis 25 Jahre 10 Jahre 1 bis 3 Jahre 2,05 %
26 bis 35 Jahre 10 Jahre 1 bis 5 Jahre 2,21 %
Leitzinsen bleiben
Der neue Fed-Chef Warsh kann
sich zurücklehnen: Ölpreis und
Inflationsrisiken sinken aufgrund
der Friedenshoffnungen
zwischen den USA und dem
Iran. Eine Zinserhöhung ist
damit vom Tisch
US-Leitzinsen
Fed Funds Target Rate in Prozent
2014 16 18 20 22 24 2026
5
4
3
2
1
0
Quelle: Statista
SOLIDE GEZIMMERT:
Baureife Immobilien fördert
der Bund mit Bauzinsen
ab einem Prozent
FOCUS MONEY 27/2026
Fotos: Adobe Stock, Federal Reserve 9
moneykompakt
YEN
Notenbank
spielt mit
YEN: Der Yen fiel zum
Dollar auf den
niedrigsten Stand seit
fast 40 Jahren
Der japanische Yen hat einen kritischen
Wert erreicht: Ein US-Dollar kostet mittlerweile
161 Yen. Das ist der niedrigste Stand,
den der Yen zuletzt vor fast 40 Jahren erreicht
hat. Noch vor 14 Jahren kostete der
Dollar die Japaner weniger als 80 Yen - der
Greenback hat sich damit um mehr als 100
Prozent verteuert.
Das freut Touristen, die in Japan Urlaub
machen, sowie die japanische Exportwirtschaft,
deren Produkte auf den Weltmärkten
häufig billiger werden. Eine Abwertung
dieser Größenordnung zeichnet jedoch keine
Industrienation aus, sondern eher eine
Bananenrepublik. Ökonomen fürchten importierte
Inflation und einer Schwächung
der Kaufkraft der privaten Haushalte.
Dass die Lage ernst ist, zeigte sich am
Montag, dem 22. Juni. Laut der Nachrichtenagentur
Reuters führte Japans Finanzministerin
Satsuki Katayama ein Notfall-
Online-Gespräch mit US-Finanzminister
Scott Bessent. Die Hände in den Schoß haben
die Japaner nicht gelegt: Tokio gab zwischen
Ende April und Anfang Mai die Re-
8
6
4
2
0
Yen und Leitzins
und damit gleichberechtigt über die strategische
Ausrichtung entscheiden.
Ziel der Bundesregierung ist es, technologische
Souveränität zu stärken und
sicherheitspolitische Interessen besser
zu schützen. Die Beteiligung erfolgt über
die staatliche Förderbank KfW und soll
anschließend vom Bundeswirtschaftsministerium
verwaltet werden. Zusätzlich sichert
sich der Staat sogenannte „Golden
Shares“ an zentralen Tochtergesellschaften.
Diese geben Berlin weitreichende
Mitspracherechte bei strategischen Enttige
Händchen gehabt hat, darf bezweifelt
werden. In der Regel wird versucht, eine
starke und dauerhafte Schwäche des Yens
zu kontern. Das passierte jedoch meist zu
spät (siehe Grafik unten). Grundsätzlich gilt,
dass die japanische Notenbank durch ihre
permanenten Leitzinssenkungen zur Yen-
Stärke beigetragen hat. Das hört sich unlogisch
an und widerspricht der gängigen
Lehrbuchmeinung, kommt in Japan aber
offenbar häufiger vor.
DR
Japanischer Yen in US-Dollar
Japanischer Leitzins in %
Durchschnittskurs Yen
Abwertung läuft
Der Dollar hat gegenüber
dem Yen den
höchsten Stand seit
fast 40 Jahren erreicht.
Ein Mittel gegen
die Yen-Schwäche
sind höhere
Leitzinsen. Ihre Wirkung
war jedoch häu-
– 2
'80 '90 '00 '10 '20
fig bescheiden Quelle: Factset UK Limited 2026
250
200
150
100
50
KNDS
Der Weg an die Börse ist frei
Der Bund steigt beim deutsch-französischen
Rüstungskonzern KNDS ein und
sichert sich damit erheblichen Einfluss
auf eine Schlüsselindustrie. Wie die Bundesregierung
mitteilte, übernimmt der
deutsche Staat 40 Prozent der Anteile an
dem Panzerhersteller. Damit ist der Weg
für den Börsengang von KNDS frei. Das
IPO soll noch diesen Sommer erfolgen,
möglicherweise schon bis 13. Juli. 20 Prozent
der Anteile sollen am Markt platziert
werden. Künftig werden Deutschland
und Frankreich jeweils 40 Prozent halten
kordsumme von 11,7 Billionen Yen (72,44
Milliarden Dollar) für Interventionen aus.
Die Intervention zeigte jedoch nur zeitweise
Wirkung.
Die japanische Finanzministerin wiederholte
eine Phrase, die Finanzminister weltweit
in solchen Situationen reflexartig verwenden:
Japan werde „jederzeit angemessen
auf Währungsschwankungen reagieren”.
Ob die japanische Notenbank bei den
Launen des Devisenmarkts immer das rich-
scheidungen, etwa bei Standortfragen
oder Unternehmensumbauten.
KNDS entstand aus der Fusion von
Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen
Nexter-Konzern und produziert
unter anderem den Leopard-Panzer.
Die Systeme gelten als Rückgrat der
Bundeswehr. Entsprechend groß ist das
sicherheitspolitische Interesse Deutschlands,
direkten Einfluss auf das Unternehmen
zu behalten.
Wirtschaftlich steht KNDS solide da.
Der Umsatz lag zuletzt bei 4,4 Milliarden
Euro, der Auftragsbestand bei über 33
Milliarden Euro. Angesichts steigender
Verteidigungsausgaben dürfte die Bedeutung
des Konzerns langfristig weiter
wachsen.
AK
10 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
FOCUS MONEY-AUSGABE
VON 2001: „Der Meister der
Märkte schlägt Alarm“
ALAN GREENSPAN
US-Notenbank-
Legende
gestorben
Das Orakel der Wall Street – das
war Alan Greenspan auch für uns
Redakteurinnen und Redakteure
des Market-Ressorts von FOCUS
MONEY. Über die Deutung seiner
Anhörungen vor dem US-Kongress
und berühmt-berüchtigten, kryptischen
Reden als Chef der US-Notenbank
Fed diskutierten wir damals
engagiert. Bis heute unvergessen ist
seine berühmte Warnung aus dem
Jahr 1996 vor der „irrational exuberance“,
dem unvernünftigen Überschwang
der Märkte.
„Der Meister der Märkte schlägt
Alarm“ titelten wir infolge seiner
zumeist genuschelten Skepsis auf
dem Cover Anfang 2001. Was wir
damals nicht wussten: Die von ihm
BAFIN
Aufsicht greift durch
Gleich in zwei Fällen nimmt die deutsche
Finanzmarktaufsicht Bafin Unternehmen
eng an die Kandare. Zum einen
wurde auf ihre Anordnung hin die
gesamte Geschäftsleitung der Privatbank
Berenberg ausgetauscht. Die
Befugnisse der bisherigen drei Mitglieder
ruhen ab sofort und die Geschäftsleitung
wird von zwei durch die
Bafin eingesetzte Sonderbeauftragte
wahrgenommen – ein extrem harter
Eingriff. „Während der Jahresabschlussprüfung
für 2025 hatten sich
Hinweise auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße
ergeben“, schreibt
Berenberg. „Dies betraf insbesondere
bestimmte Markttransaktionen mit
unklarem Hintergrund, bei deren Aufklärung
die nötige Transparenz fehlte.“
Dem Vernehmen nach soll es um
1996 vorhergesagte und zwischenzeitlich
eingetretene Korrektur
an den Börsen sollte sehr viel
länger anhalten und mündete
2008 nach einem kurzen kräftigen
Aufschwung in eine der bis dato
heftigsten Krisen – der Finanzmarktkrise,
die drohte, die Welt ins
Verderben zu reißen.
Die Schuld wurde Alan Greenspan
und seiner Politik des „billigen
Geldes“ angelastet. Der Magier war
entzaubert. Seinen Lebensabend
verbrachte der Ex-Notenbanker zurückgezogen
aus der Öffentlichkeit.
Am 22. Juni 2026 ist Alan Greenspan
infolge seiner Parkinson-Erkrankung
im Alter von 100 Jahren
gestorben.
BAN
zweifelhafte Aktiengeschäfte und Immobiliendeals
gehen.
Zum anderen geht die Bafin ebenfalls
hart gegen die Investmentgesellschaft
DF Deutsche Finance vor und
bestellt einen Sonderbeauftragten,
der die Erteilung von Auskünften und
Vorlage von Unterlagen überwacht.
Das im Immobilien- und Infrastrukturbereich
tätige Unternehmen verwaltet
ein Vermögen von mehr als zwölf
Milliarden Euro. „Mithilfe der Auskünfte
und Unterlagen will sich die Bafin
ein eigenes Bild von der Ordnungsmäßigkeit
der Verwaltung geschlossener
Publikumsfonds verschaffen,
die von der Kapitalverwaltungsgesellschaft
verantwortet werden“, so die
Aufseher. Die Maßnahmen sind sofort
vollziehbar.
WM
EXPORT-SCHWEMME AUS CHINA
EU-Industrie
massiv bedroht
Warum sprechen Ökonomen neuerdings von einer
massiven Bedrohung der europäischen Industrie
durch China?
Michael Hüther: Weil es im Verhältnis zwischen
Europa und China erhebliche Ungleichgewichte
gibt. Normalerweise – und
das ist ja auch die deutsche Glaubensposition
– würden wir sagen: Freihandel ist besser
als alles andere. Aber inzwischen sind wir vor
allem mit der Frage konfrontiert: Was passiert,
wenn ein großer Player uns seine Probleme
auf den Tisch legt und dabei auch noch
unfaire Praktiken einsetzt.
Das bedeutet?
Hüther: Dass wir überlegen müssen, ob wir
die Nachteile aus Übersubvention und Unterbewertung
der Währung nicht über eine gezielte
Zollpolitik ausgleichen.
Das ist nicht gerade die reine Lehre...
Hüther: Mag sein. Sie können es aber auch
andersherum sehen: Wir stellen über den
Ausgleich der Nachteile bei Subventionen
und Währung überhaupt erst einen fairen
Wettbewerb sicher – und einen funktionsfähigen
Markt.
Wie könnte das konkret aussehen: 30 Prozent auf
alles?
Hüther: Wir könnten zeitlich befristete Abwehrzölle
auf chinesische Importe einführen
und damit sehr deutlich machen, dass wir die
chinesische Handelspolitik so nicht mehr
mitmachen. Wir können uns ja nicht selbst
zum Schlachthof führen.
UTZ
GRENZE ZIEHEN:
IW-Chef Michael
Hüther plädiert für
eine härtere
Gangart der
Europäer mit
China
FOCUS MONEY 27/2026
Foto: U. Wagner/Institut der deutschen Wirtschaft 11
moneytitel
ALTERSVORSORGE
SORGEN
IN DEN
COOLE RENTNER:
Finanziell gut geplant,
macht der Ruhestand
richtig Spaß
12
FOCUS MONEY 27/2026
FREI
Seite
Inhalt
12 Schneller raus aus dem Job
Wie Sie den Zeitpunkt Ihres Ruhestands selbst
bestimmen und was zur Finanzierung wichtig ist
15 Die Grundlagen des Altersgeldes
Worauf Sie bei der gesetzlichen Rente bauen können –
und welche Reformen in allen drei Säulen kommen
18 So klappt es mit dem früheren Ruhestand
Drei Beispiele, wie der Finanzierungsplan für den Rentenstart
mit jeweils 67, 63, 60 und 57 Jahren gelingt
24 Auch im Alter von Börsenrenditen profitieren
Warum und wie Sie als Rentner die Börse nutzen –
damit trotz Entnahmen das Vermögen erhalten bleibt
28 Strategien für den Kapitalaufbau
Mit welchen konkreten Fondssparplänen Sie Ihre
individuellen Ruhestandsziele erreichen können
RUHESTAND
Vorzeitig in Rente
Über die Hälfte der Bundesbürger möchte mit spätestens
60 Jahren in Rente gehen – manche davon sogar noch
deutlich vorher. Das muss finanziell gut vorbereitet sein
Gewünschtes Renteneintrittsalter
in Prozent der Befragten
bis zu 40 Jahre 1,9
bis zu 50 Jahre 7,0
Früher in Rente gehen und das Leben
ohne Job genießen – das ist der Traum
vieler Bundesbürger. Doch allzu oft scheitert
das am nötigen Kapital. FOCUS MONEY
zeigt, wie die Finanzierung gelingt
bis zu 60 Jahre 49,3
bis zu 70 Jahre 26,6
bis zu 80 Jahre 3,2
über 80/lebenslang
erwerbstätig
88 % des Einkommens
3,0
Versorgungsniveau im Alter
Im Durchschnitt wollen die Deutschen im Ruhestand über
78 Prozent ihres derzeitigen Nettoeinkommens verfügen
– aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente
Gewünschtes Einkommen im Alter
in Prozent des letzten Nettoeinkommens, Anteil in Prozent
100 % des Einkommens
bis zu 50 %
und mehr
des Einkommens
23,5 27,3
Quelle: DIW / DGV
17,5
Quelle: LV 1871 „Financial Freedom Report“
21,5
10,2
64 % des Einkommens
76 % des Einkommens
von WERNER MÜLLER
Wenn Wunsch auf Wirklichkeit trifft:
Alle Umfragen zeigen stets aufs Neue,
dass die Deutschen lieber früher als
gesetzlich vorgesehen in Rente gehen
möchten. Doch da das staatliche System
schon jetzt finanziell aus allen
Nähten platzt, geht es in den Reformdiskussionen stattdessen
immer wieder um das genaue Gegenteil. Nämlich,
dass die Bundesbürger länger arbeiten sollen, bis sie ihren
verdienten Ruhestand genießen können.
Doch so leicht lassen sich die Menschen nicht beirren.
Die Zahlen belegen: (Noch) bestehende Möglichkeiten des
schnelleren Jobausstiegs – sei es ohne oder sogar mit teils
kräftigen Rentenabschlägen – werden fleißig genutzt.
Nach aktuellen Angaben der Deutschen Rentenversicherung
beziehen von den 926 000 Neurentnern des Jahres
2025 lediglich 356 000 Personen ihr Ruhestandsgehalt
zum regulären Zeitpunkt – das sind gerade mal 38 Prozent.
262 000 kassieren die abschlagfreie Frührente,
FOCUS MONEY 27/2026
Foto: Adobe Stock
13
moneytitel
DREI FRAGEN AN
Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts
für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
„Für lebenslange
Ausgaben benötigt man
lebenslange Einnahmen“
Was sind denn die wichtigsten Voraussetzungen für eine auskömmliche
finanzielle Ruhestandsplanung?
Michael Hauer: Zunächst gilt es, das individuelle Ziel festzulegen,
also wann man in Rente gehen will und wie viel Rente man
dazu benötigt. Nicht zu unterschätzen ist dabei die finanzielle
Lücke. Man muss mit 70 bis 80 Prozent vom heutigen Nettoeinkommen
rechnen, weniger ist eher unrealistisch. Dann sollte
frühzeitig mit dem Sparen gestartet und dazu eine passende
persönliche Anlagestrategie samt der entsprechenden
Asset-Allocation ermittelt werden. Daraus resultierend sollte
man realistische Sparbeiträge festlegen – und auch konsequent
dabeibleiben. Und nicht vergessen, das Ziel anzupassen,
falls sich die eigene Lebenssituation verändert, etwa durch einen
anderen Job, mehr oder weniger Gehalt, Heirat, Kinder
oder Krankheit.
Wichtig ist zudem die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos:
Dazu sollten mindestens 50 bis 60 Prozent vom heutigen Nettoeinkommen
durch Leibrenten abgedeckt werden. Also Renten,
die lebenslang gezahlt werden, wie zum Beispiel aus der
gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersversorgung, der Basisrente
(Rürup-Rente) oder aus einer privaten Rentenversicherung,
damit ein gewisses Basisversorgungsniveau im Alter gehalten
werden kann. Denn für lebenslange Ausgaben benötigt
man lebenslange Einnahmen.
Welche Fehler werden dabei Ihrer Erfahrung nach typischerweise gemacht,
sodass es bei vielen dann doch nicht klappt?
Hauer: Der Plan scheitert meist, wenn die oben genannten
Punkte nicht eingehalten werden. Insbesondere
die Lücke und/oder das Langlebigkeitsrisiko
werden häufig unterschätzt!
Was sollten Vorsorgesparer zusätzlich unbedingt beachten,
wenn sie sogar früher als gesetzlich vorgesehen in
Rente gehen wollen?
Hauer: Wie man aus unseren Berechnungen in den
Beispielen (s. Seiten 18 bis 23) sehr gut erkennen
kann, wird beim Wunsch eines frühzeitigen Ruhestands
die nötige Sparrate wesentlich höher.
Auch die Laufzeit bis zum Ruhestandsbeginn
wird kürzer, und somit steigt
das Risiko, wenn man deshalb mehr
Rendite erreichen will.
Der magische Effekt des Zinseszinses
Wer früh mit dem Sparen anfängt und die Zeit für sich
arbeiten lässt, verfügt später über erfreuliche Summen
das wird im Lauf
der Zeit aus einmalig
100 Euro in/bei;
2 % p.a. 5 % p.a. 7 % p.a. 10 % p.a.
5 Jahren 110,41 127,63 140,26 161,05
10 Jahren 121,90 162,89 196,72 259,37
15 Jahren 134,59 207,89 275,90 417,72
20 Jahren 148,59 265,33 386,97 672,75
25 Jahren 164,06 338,64 542,74 1083,47
30 Jahren 181,14 432,19 761,23 1744,94
35 Jahren 199,99 551,60 1067,66 2810,24
40 Jahren 220,80 704,00 1497,45 4525,93
45 Jahren 243,79 898,50 2100,25 7289,05
50 Jahren 269,16 1146,74 2945,70 11739,09
238 000 nehmen für den vorzeitigen Bezug auch Einbußen
bei der Rentenhöhe in Kauf (s. Grundlagen rechts). Selbst sie
dürfen sich aber bald freuen. Denn die Rentenerhöhung zum
1. Juli 2026 um 4,24 Prozent gilt für so gut wie alle gesetzlichen
Rentenbezieher.
Den Traum erfüllen. Wer nun ernsthaft damit liebäugelt,
seinen Job vorzeitig aufzugeben und sorgenfrei in den Ruhestand
zu wechseln, sollte aber die gesetzlichen Gelder nur als
einen Baustein der Altersfinanzierung betrachten. „Schon
beim regulären Rentenbeginn besteht bei den meisten Bürgern
eine Versorgungslücke, um ihren Lebensstandard im Alter
halten zu können“, sagt Michael Hauer, Geschäftsführer
des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP, s. Interview
links). Das scheint vielen Menschen auch bewusst zu
sein. So hält nach einer aktuellen Yougov-Umfrage des Versicherers
Standard Life beinahe jeder Dritte über 50 Jahre die
eigene finanzielle Absicherung im Alter für gefährdet.
„Insofern muss eine frühere Ruhestandsplanung besonders
gut vorbereitet sein“, sagt IVFP-Chef Hauer. Es gilt also, eine
umfassende Alterssicherungsstrategie samt Kapitalbedarf
zu entwickeln. Schließlich müssen die ganzen schönen Pläne
nach dem Jobausstieg ja auch bezahlt werden. Seien das
Ausgaben für lang ersehnte Reisen, intensivierte Hobbys,
mehr Unternehmungen mit Familie und Freunden oder einfach
die Entspannung zu Hause – jeder hat da seine ganz eigenen
Vorstellungen, wie er die gewonnene freie Zeit individuell
gestalten möchte.
Die Finanzierung sichern. Das Gute vorweg: Wer sich rechtzeitig
mit dem monetären Aspekt auseinandersetzt, einen
vernünftigen Kapitalplan aufstellt und diesen
dann auch konsequent durchhält, dem
MICHAEL HAUER: Professor in Weiden
und Geschäftsführer des IVFP
in Euro Quelle: zinsen-berechnen.de
14 Foto: IVFP
FOCUS MONEY 27/2026
GESETZLICHE RENTE
So funktioniert
die staatliche
Altersversorgung
Die Faktoren der Rentenformel
Entgeltpunkte: Wer in einem
Jahr genau durchschnittlich
verdient, bekommt
genau einen
Entgeltpunkt gutgeschrieben.
So beträgt 2026 das
(vorläufige) Durchschnittsentgelt
51944 Euro. Liegt das
Einkommen darunter, gibt es
weniger, liegt es darüber,
gibt es mehr Entgeltpunkte.
Maximal können rund zwei
Punkte pro Jahr erreicht werden.
Denn es wird nur das
Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze
(BBG)
berücksichtigt (einheitlich in
ganz Deutschland aktuell
101400 Euro). Entgeltpunkte
gibt es aber auch für Kindererziehungszeiten.
Bis zu drei
Punkte können dann zusätzlich
aufs Rentenkonto des Elternteils,
der die Erziehung
überwiegend übernommen
hat, gutgeschrieben werden.
Zugangsfaktor: Mit diesem
Faktor werden Zu- und
Abschläge bei der Rentenberechnung
berücksichtigt. Je
nach Geburtsjahrgang ist
das Alter, ab dem man ab-
schlagsfrei die Regelaltersrente
genießen kann, unterschiedlich
und erhöht sich
bis 2031 auf 67 Jahre (s. Tabelle
oben). Bei regulärem
Rentenantritt ist der Zugangsfaktor
1. Je Monat früherer
Ruhestand beträgt der
Malus 0,3 Prozent. Bei einem
Jahr früher wäre der Zugangsfaktor
daher nur 0,964
(12 x 0,003 weniger). Wer
später als gesetzlich vorgesehen
die Rente beantragt,
bekommt einen Bonus von
0,5 Prozent je Monat. Das ergibt
etwa bei einem Jahr später
eine sechs Prozent höhere
Rente. Die Altersrente
kann frühestens mit 63 Jahren
und dann 35 Jahren Wartezeit
beantragt werden. Wer
aber schon 45 Jahre pflichtversichert
war und Beiträge
gezahlt hat, der kann je nach
Geburtsjahrgang bereits vor
oder mit 65 Jahren abschlagsfrei
in Rente gehen.
Rentenartfaktor: Er gibt
an, um welche Art der Rente
es sich handelt. Für die normale
Altersrente beträgt er 1.
Grundlagen des Geburtsjahrgang
Rentenbeginns
Das reguläre Renteneintrittsalter
erhöht sich
schrittweise auf 67 Jahre.
Wer früher in den Ruhestand
möchte, muss
teils heftige Abschläge
in Kauf nehmen
Rente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert
ENTSPANNT GENIESSEN:
Wer sich gut auskennt,
kann besser für den
Ruhestand kalkulieren
Renten, die als Zuschuss
zum Lebensunterhalt gewährt
werden, wie etwa Witwen-,
Waisen- oder Erwerbsminderungsrenten,
haben
einen niedrigeren Faktor.
Aktueller Rentenwert:
Der Rentenwert wird jedes
Jahr zum 1. Juli neu festgesetzt.
Seit 1. Juli 2023 ist dieser
für West- und Ostdeutschland
gleich hoch.
Zum 1. Juli 2025 stieg dieser
auf 40,79 Euro. Am 1. Juli
2026 wird er erneut erhöht
und beläuft sich dann auf
42,52 Euro. Wer demnach 45
Jahre durchschnittlich verdient
hat und fristgerecht in
Altersrente geht, der würde
damit ab 1. Juli eine Standardrente
von 1913,40 Euro
brutto pro Monat erhalten.
Quelle: eigene
Berechnungen
reguläres Renten-
Rentenalter eintritt1)
(Jahre +
Monate)
Ein Beispiel
Abschlag auf
monatl.
Rente bei Rente
mit 632)
Geburtsdatum 1. Mai 1960
vorzeitige Rente ab 45
Beitragsjahren ohne
Abschläge ab . . .
(Jahre + Monate)
1960 66+4 2026/27 12,00 % 64+4
1961 66+6 2027/28 12,60 % 64+6
1962 66+8 2028/29 13,20 % 64+8
1963 66+10 2029/30 13,80 % 64+10
ab 1964 67 ab 2031 14,40 % 65
1)abhängig vom konkreten Geburtsdatum; 2)63 ist das frühestmögliche Rentenalter bei mindestens 35 Versicherungsjahren;
Quellen: BMAS, eigene Berechnungen
Zuzahlungen möglich: Ab
dem vollendeten 50. Lebensjahr
dürfen Rentenversicherte
zusätzliche Beiträge einzahlen,
um ihre Rente
aufzustocken. Sei es etwa,
um Abschläge auszugleichen
oder Mindestversicherungszeiten
zu erreichen. Die Kosten
dafür hängen von den aktuellen
Rentenregeln ab. So
kostet 2026 ein zusätzlicher
Rentenpunkt 9661,58 Euro.
Damit sich das finanziell
lohnt, müsste die erhöhte
Rente rund 19 Jahre lang kassiert
werden. Vorteil: Man erkauft
sich die künftige Rente
zu heutigen günstigeren Konditionen.
Nachteil: Es ist teuer,
das Geld unwiderruflich
eingezahlt und politischen
Eingriffen ausgesetzt.
Geboren im Mai 1960, werden bis zum regulären
Rentenbeginn im September 2026 (66 Jahre, 4 Monate)
50 Entgeltpunkte angesammelt worden sein.
Das ergibt dann 2126,00 Euro Altersrente:
Entgeltpunkte (EP) 50,00
Zugangsfaktor (ZF) 1
Rentenartfaktor: Vollrente (RAF) 1
aktueller Rentenwert (aRW 2026) ab Juli 2026: 42,52 Euro
Rentenformel (EP x ZF x RAF x aRW) 50 x 1 x 1 x 42,52
monatliche gesetzliche Rente 2126,00 Euro
FOCUS MONEY 27/2026
Foto: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
15
moneytitel
stehen die Türen für die persönlichen Pläne weit offen. Ob es
dann für den Ausstieg mit 65, 63, 60 Jahren oder gar noch früher
reicht, hängt ganz von den individuellen Lebensumständen
und finanziellen Möglichkeiten ab. Klar ist aber, an den
Kapitalmärkten führt dafür kein Weg vorbei. Deren langfristig
höhere Renditechancen sollte sich jeder Vorsorgesparer zunutze
machen. Je früher damit begonnen wird, desto besser.
Dann kann auch der Zinseszinseffekt auf längere Sicht seine
volle Wirkung entfalten (s. Tabelle S. 14).
Wie die Planung gelingt, hat das IVFP für FOCUS MONEY
anhand dreier Beispielfälle konkret durchgerechnet (s. rechts
und S. 18-23): für 30-jährige Singles, 40-jährige Eltern mit
Familie und 50-jährige Paare ohne Kinder. Dabei ist die Strategie
auch auf hohe Lebensalter ausgerichtet. „Denn insbesondere
das Langlebigkeitsrisiko wird in vielen üblichen Berechnungen
häufig unterschätzt“, sagt IVFP-Experte Hauer.
Außerdem wird beachtet, dass für einen Ruhestandsbeginn
vor 63 Jahren zusätzliches Kapital nötig ist, da die Rentenzahlungen
erst mit 63 starten und die Jahre zuvor rein aus
privaten Mitteln finanziert werden müssen.
Wie auch Rentner von der Börsenperformance profitieren,
finden Sie ab Seite 24, und mit welchen realen Geldanlagen
die individuellen Ziele zu erreichen sind, ab Seite 28 – damit
aus den Wünschen doch noch Wirklichkeit werden kann.
IM RHYTHMUS: Sich
die Bewegung der
Kapitalmärkte bei der
Ruhestandsfinanzierung
zunutze machen
REFORMEN
GESETZLICHE RENTE
Lange erwartete Vorschläge
Endlich da sind die 33 umfassenden Reformvorschläge der
mit zahlreichen Experten besetzten Rentenkommission zur
nachhaltigen Stärkung der finanziell schwer angeschlagenen
gesetzlichen Rente. Diese seien explizit als „Gesamtkonzept“
zu verstehen. Kernelemente sind eine an die Lebenserwartung
angepasste moderat längere Arbeitszeit,
eine breitere Basis der Beitragszahler, die Einschränkung
von Frühverrentungen sowie der Aufbau einer obligatorischen
kapitalgedeckten Rentenkomponente innerhalb des
Systems („gesetzliche Kapitalrente“).
So empfehlen die Experten in puncto Kapitalrente konkret,
künftig einen von Arbeitgeber und -nehmer paritätisch finanzierten
zusätzlichen Beitragssatz von zwei Prozent für individuelle
Kapitalkonten der Beitragszahler zu erheben. Anfangs
nur 0,5 Prozent des Bruttolohns, schrittweise aber auf
zwei Prozent nach vier Jahren steigend. Die abschlagfreie
Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren soll abgeschafft
werden, die Frühverrentung nach 35 Beitragsjahren mit Abschlägen
erst ab 64 Jahren statt derzeit 63 Jahren möglich
sein. Auch Selbstständige, Abgeordnete und Firmenvorstände
sollen einzahlen. Beamte zwar nicht, aber die Reformen
sollen für sie übernommen werden. Noch vor der Sommerpause
will die Bundesregierung an die Umsetzung gehen.
AKTIVRENTE
Bereits gern genutzt
Seit diesem Jahr können Rentner auch im Ruhestand freiwillig
weiterarbeiten und erhalten dafür einen Steuerbonus.
2000 Euro monatlich, also 24 000 Euro im Jahr, bleiben vom
Zugriff des Fiskus verschont, wenn Senioren trotz Rentenzahlungen
eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
ausüben. Voraussetzung ist allerdings, dass sie bereits
ihre Regelaltersgrenze erreicht haben. Frührente
kassieren und trotzdem steuerbegünstigt weiterarbeiten ist
also (zunächst) nicht drin. Erreichen aber Frührentner dann
ihre Regelaltersgrenze, gilt der Steuerbonus auch für ihre
Tätigkeiten. Gewerbetreibende, Freiberufler, Selbstständige
oder Minijobber bleiben jedoch außen vor, da es nur um
sozialversicherungspflichtige Jobs geht.
Entgegen des Namens bezeichnet die Aktivrente also
keine zusätzlichen Rentenleistungen, sondern ist ein altersbedingter
Steuerfreibetrag für Arbeitseinkommen. Daher
fällt innerhalb dieses Freibetrags zwar keine Steuer an,
Kranken- und Pflegeversicherung werden aber dennoch
fällig. Die Aktivrente hat dabei keinen Einfluss auf die Rentenzahlungen,
diese laufen also nebenher ungeschmälert
weiter. Erste Auswertungen des IT-Dienstleisters Datev zeigen,
dass die Aktivrente ankommt und vor allem mittelständische
Unternehmen mehr Rentner beschäftigen.
16 FOCUS MONEY 27/2026
Allgemeine Annahmen für alle Beispielfälle
■ Renditen in der Ansparphase: 3%, 5%, 8% nach Fondskosten (netto)
■ Keine Kosten (z. B. Ausgabeaufschläge) bei der Direktanlage
■ Steigerung des Durchschnittsentgelts: 2,5% p.a. (entspricht der durchschnittlichen
Steigerung der letzten 25 Jahre)
■ Inflation: 2% p.a.
■ Steigerung gesetzliche Rente: 1,5% p.a.
■ Auszahlungen unterliegen der Abgeltungsteuer mit Steuersatz (inkl. Soli) von 26,38%
■ Grenzsteuersatz im Alter beträgt 70% vom heutigen Grenzsteuersatz
■ Sozialabgaben: 7,3% Krankenversicherung (KV) Arbeitnehmer-Anteil + 2,9% KV Zusatz;
3,6% Pflegeversicherung + ggf. 0,6% Zuschlag für Kinderlose
■ Kapitalverzehr nach durchschnittlicher Lebenserwartung (Sterbetafel DAV 2004;
Kalkulationsgrundlage deutscher Lebensversicherer)
■ Lebenserwartung wird bei Ehepaaren auf die Frau berechnet
■ Umschichtung der Fondsguthaben beim Wechsel in die Auszahlphase (von reinem
Aktienfonds in Mischfonds)
■ Liquide Mittel werden zum Start der Einzahlungen zu identischen Konditionen wie
die ratierlichen Beiträge investiert (einmalige Zuzahlungen zu Beginn)
■ Thesaurierender Fonds in der Auszahlphase
■ Rendite in der Auszahlphase immer 4% nach Fondskosten (netto)
FRÜHSTARTRENTE
Bald geht es für Familien los
Auf der Zielgeraden befindet sich die Frühstartrente, mit der
die Politik „den frühzeitigen Aufbau einer Altersvorsorge unterstützt
und Kinder und Jugendliche bereits früh im Leben
mit den Chancen des Kapitalmarkts vertraut macht“, formuliert
die Bundesregierung ihre Absicht. Als Startkapital für
ihre private Altersvorsorge erhalten Kinder und Jugendliche
vom 6. bis 18. Lebensjahr vom Staat monatlich zehn Euro in
ein individuelles Altersvorsorgedepot einbezahlt. Dazu eröffnen
die Eltern für ihre Kinder ein individuelles, kapitalgedecktes
und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot
bei einem Anbieter ihrer Wahl. Tun sie dies nicht, „greift
eine bürokratiearme und kostengünstige Auffanglösung“,
wie es heißt, und der Staat investiert das Geld für die Kinder.
Ab der Volljährigkeit kann das Depot von den Kindern mit
eigenen Einzahlungen weiter bespart werden. Auch zuvor
sind aber jederzeit Zuzahlungen etwa von den Eltern möglich.
Ein nahtloser Übergang zur neuen privaten Förderrente
(s. r.) sowie der angedachten „gesetzlichen Kapitalrente“
(s. l.) soll möglich sein. Bis zur Auszahlungsphase des Depots,
also dem Renteneintritt des Kindes, bleiben die Erträge steuerfrei.
Rückwirkend zu Jahresbeginn 2026 sollen die Zahlungen
in die Frühstartrente zunächst für den Jahrgang 2020
erfolgen, dann peu à peu auch für alle weiteren Jahrgänge.
GEFÖRDERTE PRIVATRENTE
Produkte in den Startlöchern
Bereits beschlossen ist die Nachfolgelösung der viel geschmähten
Riester-Rente. Die neue geförderte private Altersvorsorge
startet 2027 und bringt vor allem mehr Flexibilität
und Kapitalmarktnähe in die Förderrenten. „Dabei ist
das Fördervolumen beachtlich und die Produktauswahl vielseitig“,
sagt Michael Hauer vom IVFP. „Dies ist grundsätzlich
zu begrüßen, denn dadurch werden wahrscheinlich mehr
Menschen für das wichtige Thema Altersvorsorge erreicht.“
Die Fördersystematik mit Zuschüssen und Steuervorteilen
bleibt gleich, doch die Zuschüsse selbst werden vereinfacht
und erhöht: Für jeden eingezahlten Euro bis 360 Euro
gibt ab 2027 der Staat 50 Cent hinzu. Für weitere eigene
Einzahlungen bis zu 1440 Euro jeweils 25 Cent – maximal
als Grundzulage damit 540 Euro Fördergeld. Für jedes Kind
kommt je Euro nochmals einer vom Staat obendrauf, höchstens
aber 300 Euro je Kind. Neu sind die flexibleren Anlagemöglichkeiten
mit einem renditeorientierten Altersvorsorgedepot,
modernisierten Garantieprodukten sowie
verschiedenen Auszahlungsvarianten, die als lebenslange
Rente oder Zeitrente in Form eines Auszahlplans möglich
sind. Außerdem wird der Kreis der Förderberechtigten auch
auf Selbstständige und Freiberufler erweitert. Für bestehende
Riester-Renten gibt es Wechseloptionen.
FOCUS MONEY 27/2026
Foto: Adobe Stock
17
moneytitel
Fall 1: Single
30-jährige Single
Studium
seit 6 Jahren Angestellte bei IT-Firma
Bruttoeinkommen aktuell 4500 Euro
monatlich, d.h. 54000 Euro im Jahr
jährliche Gehaltssteigerungen um 4%
Steuerklasse I
GKV-versichert
hat 10000 Euro liquide Mittel
Wunschrente nach heutiger Kaufkraft
70 % vom aktuellen Netto
Turbo-Variante: 150000 Euro zu
Rentenbeginn
Statistische Lebenserwartung:
96 Jahre
Variante S. 19: Bruttoeinkommen aktuell
6667 Euro mtl., d.h. 80000 Euro im Jahr
SINGLE
So viel brauche ich für meinen
individuellen Ruhestand
Rente mit 67 63 60 57
aktuelle Situation
Einkommen netto aktuell mtl. 2871 € 2871 € 2871 € 2871 €
erreichbare Entgeltpunkte 57 50 45 41
Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 4208 € 2986 € 2577 € 2345 €
erwartete Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 2977 € 2210 € 1945 € 1792 €
gewünschte Situation
Wunschrente (70 % vom aktuellen Netto) 2010 € 2010 € 2010 € 2010 €
Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 4182 € 3863 € 3640 € 3430 €
Lücke zu Rentenbeginn 1205 € 1653 € 1696 € 1639 €
Kapitalbedarf
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
Lebenserwartung bis 96 Jahre
306 000 € 457 000 € 565 000 € 631 000 €
Sparbeiträge
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 385 € 705 € 1015 € 1325 €
5% 235 € 480 € 730 € 995 €
8% 80 € 235 € 405 € 605 €
Turbovariante mit 150000 Euro zu Rentenbeginn
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
156000 € 307000 € 415000 € 481000 €
Lebenserwartung bis 96 Jahre
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 180 € 460 € 735 € 1000 €
5% 100 € 305 € 525 € 745 €
8% 10 € 135 € 280 € 445 €
Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
18 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
Mit 30 Jahren
steht einem
die Welt offen
Früh anfangen macht vieles möglich: Die
30-jährige Single wird als IT-Expertin im Laufe
ihres Berufslebens gutes Geld verdienen, von
dem sie neben ihrem aktuellen Lebensstandard
auch noch was für die Altersvorsorge zurücklegen
kann. Denn sie plant, nicht bis zum
Alter von 67 Jahren zu arbeiten, sondern
möchte bereits deutlich früher in den Ruhestand
gehen. Ziel ist es, dann 70 Prozent ihres
aktuellen Nettogehalts zur Verfügung zu haben
– nach heutiger Kaufkraft, also unter Berücksichtigung
von zwei Prozent jährlicher Inflation.
Angesichts ihres noch jungen Alters
sind diese Pläne gut realisierbar, wenn sie konsequent
anspart.
Die Tabelle links zeigt, dass sie zwar schon
zum regulären Rentenbeginn mit 67 Jahren
eine Vorsorgelücke schließen muss, dies aber
mit überschaubaren Beträgen problemlos
möglich ist. Je nachdem, welche Summen sie
in die Vorsorge investieren kann, ist es absolut
realistisch, auch schon mit 63, 60 oder gar
57 Jahren ihren Job an den Nagel zu hängen
und den Ruhestand einzuläuten. Dabei zeigen
sich gut die Unterschiede, ob man eher sicherheitsaffin
mit drei Prozent Nettorendite kalkuliert
oder chancenorientierter mit bis zu acht
Prozent Nettorendite investiert. Gerade die
lange Ansparzeit macht bei ihr höhere Renditen
wahrscheinlich. Noch besser sieht es aus,
wenn in der Turbovariante zu Rentenbeginn
ergänzend ein hoher Einmalbetrag zur Verfügung
steht. Sei es aus einer Erbschaft, Abfindung
oder sonstigen frei werdenden Geldern.
Als weitere Variante ist in der Tabelle unten
nochmals der gleiche Rechenweg aufgeführt,
falls die 30-Jährige ein deutlich höheres Einkommen
bezieht. Dann steht der früheren
Rente endgültig nichts mehr im Weg. Wichtig:
Der Kapitalbedarf und die Sparbeiträge sind
stets mit den Sterbetafeln der Lebensversicherer
berechnet, also mit individueller Lebenserwartung
samt großzügigen Puffern – damit
nicht später womöglich das Geld ausgeht.
Die Variante mit höherem
aktuellen Bruttoeinkommen
Rente mit 67 63 60 57
aktuelle Situation
Einkommen netto aktuell mtl. 4004 € 4004 € 4004 € 4004 €
erreichbare Entgeltpunkte 79 71 65 59
Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 5832 € 4934 € 4317 € 3976 €
erwartete Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 3927 € 3411 € 3043 € 2835 €
gewünschte Situation
Wunschrente (70 % vom aktuellen Netto) 2803 € 2803 € 2803 € 2803 €
Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 5832 € 5388 € 5077 € 4784 €
Lücke zu Rentenbeginn 1904 € 1977 € 2034 € 1950 €
Kapitalbedarf
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
Lebenserwartung bis 96 Jahre
484 000 € 546 000 € 703 000 € 801 000 €
Sparbeiträge
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 625 € 850 € 1275 € 1695 €
5% 400 € 585 € 920 € 1280 €
8% 165 € 290 € 520 € 785 €
Turbovariante mit 150000 Euro zu Rentenbeginn
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
334000 € 396000 € 553000 € 651000 €
Lebenserwartung bis 96 Jahre
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 420 € 610 € 995 € 1370 €
5% 265 € 410 € 715 € 1030 €
8% 95 € 195 € 395 € 625 €
Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
FOCUS MONEY 27/2026
19
moneytitel
FAMILIE
Die eigene Immobilie als Vorsorgeturbo: Derzeit dreht sich
für die 40-jährigen Eltern fast alles um die noch minderjährigen
Kinder. Ein Partner hat deshalb sechs Jahre lang nicht
gearbeitet und geht aktuell einem Halbtagsjob nach. Erst in
zehn Jahren, wenn der Nachwuchs aus dem Haus ist, soll
der Beruf wieder vollzeit ausgeübt werden. Dennoch hat die
Familie ein ordentliches Haushaltseinkommen und zudem
schon vor Jahren ein eigenes Familienheim erworben, das
sie noch bis zum Alter von 60 Jahren abbezahlt. Sie prüft
aber jetzt schon Pläne, vielleicht doch bereits früher das Erwerbsleben
aufzugeben. Weil die Immobilie dann komplett
ihr gehört, kommen sie mit einer Wunschrente nach heutiger
Kaufkraft von 50 Prozent des aktuellen Nettos klar.
Deshalb ist die Familie für den regulären Renteneintritt mit
67 Jahren bestens aufgestellt und hat keine nennenswerte
Vorsorgelücke. Auch der Wunsch, mit 63 Jahren in Rente zu
gehen, erscheint gut finanzierbar. Wollen sie noch früher aufhören,
steigen die ab jetzt aufzubringenden Sparraten aber
deutlich an. Das ist vor allem der im Vergleich zur 30-jährigen
Single kürzeren Ansparzeit geschuldet. Da würde die
Turbovariante aus einer Erbschaft schon sehr helfen. Noch
besser sieht es in der Variante mit höherem Verdienst aus.
Mit 40 Jahren rücken die
Kinder in den Vordergrund
So viel brauchen wir für unseren
individuellen Ruhestand
Rente mit 67 63 60 57
aktuelle Situation
gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 6157 € 6157 € 6157 € 6157 €
erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 112 102 95 88
gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 7113 € 5238 € 4652 € 4107 €
erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 4647 € 3589 € 3244 € 2915 €
gewünschte Situation
Wunschrente gemeinsam (50 % vom aktuellen Netto) 3079 € 3079 € 3079 € 3079 €
gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 5255 € 4854 € 4574 € 4311 €
gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 608 € 1266 € 1330 € 1395 €
Kapitalbedarf
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
Lebenserwartung bis 94 Jahre
147 000 € 336 000 € 492 000 € 624 000 €
Sparbeiträge
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 85 € 640 € 1295 € 2135 €
5% – 410 € 975 € 1730 €
8% – 105 € 545 € 1185 €
Turbovariante mit 200000 Euro zu Rentenbeginn
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
– 136000 € 292000 € 424000 €
Lebenserwartung bis 94 Jahre
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% – 105 € 650 € 1345 €
5% – – 440 € 1055 €
8% – – 150 € 660 €
Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
20 Fotos: Adobe Stock (2)
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
Variante S. 21: Bruttoeinkommen gemeinsam aktuell 130 000 Euro im Jahr
Fall 2: Familie
Ehemann
40 Jahre alt
Studium
Jobeinstieg mit 25 Jahren als
Angestellter
Bruttoeinkommen aktuell
84000 Euro im Jahr (74000 fix,
10000 variabel)
jährliche Gehaltssteigerungen: 2,5%
Steuerklasse III
zu versteuern nach Splittingtabelle
bei gemeinsamer Veranlagung
GKV-versichert
hat 40000 Euro liquide Mittel
Wunschrente nach heutiger Kaufkraft
50% vom aktuellen Netto
Ehefrau
40 Jahre alt
Jobeinstieg mit 24 Jahren als Angestellte
Heirat mit 29, wegen Geburt und Kindererziehung
im Alter von 31 bis 36 nicht erwerbstätig
seitdem halbtags als Angestellte mit Bruttoeinkommen
30000 Euro im Jahr
ab Alter 50 Jahre wieder Vollzeit geplant mit
Bruttoeinkommen 54000 Euro im Jahr
jährliche Gehaltssteigerungen um 2,5%
Steuerklasse V, zu versteuern n. Splittingtabelle
GKV-versichert
hat 15000 Euro liquide Mittel
Wunschrente nach heutiger Kaufkraft 50% vom
aktuellen Netto
Statistische Lebenserwartung: 94 Jahre
Turbo-Variante: 200 000 Euro gemeinsam zu Rentenbeginn
Die Variante mit höherem
aktuellen Bruttoeinkommen
Rente mit 67 63 60 57
aktuelle Situation
gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 6741 € 6741 € 6741 € 6741 €
erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 124 113 105 100
gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 7894 € 6791 € 6030 € 5457 €
erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 5086 € 4466 € 4039 € 3714 €
gewünschte Situation
Wunschrente gemeinsam (50 % vom aktuellen Netto) 3371 € 3371 € 3371 € 3371 €
gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 5753 € 5315 € 5009 € 4720 €
gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 667 € 849 € 970 € 1005 €
Kapitalbedarf
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
Lebenserwartung bis 94 Jahre
161 000 € 225 000 € 418 000 € 566 000 €
Sparbeiträge
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 115 € 345 € 1055 € 1905 €
5% – 175 € 780 € 1535 €
8% – – 401 € 1035 €
Turbovariante mit 200000 Euro zu Rentenbeginn
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
– 25000 € 218000 € 366000 €
Lebenserwartung bis 94 Jahre
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% – – 415 € 1115 €
5% – – 245 € 860 €
8% – – 10 € 510 €
Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
FOCUS MONEY 27/2026
21
moneytitel
Fall 3: Paar
beide 50 Jahre alt
verheiratet, keine Kinder
beide Studium
beide Jobeinstieg mit 25 Jahren als Angestellte
beide Bruttoeinkommen aktuell je 6000 Euro
monatlich, d.h. jeweils 72000 im Jahr
jährliche Gehaltssteigerungen je um 1,5%
GKV-versichert
haben gemeinsam 200000 Euro liquide Mittel
Wunschrente nach heutiger Kaufkraft 70 % vom
aktuellen Netto
Turbo-Variante: 300000 Euro zu Rentenbeginn
Statistische Lebenserwartung: 93 Jahre auf die
Frau berechnet
Variante S. 23: Bruttoeinkommen aktuell je 7080
Euro mtl., d.h. je 85000 Euro im Jahr
So viel brauchen wir für unseren
individuellen Ruhestand
Rente mit 67 63 60 57
aktuelle Situation
gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 7282 € 7282 € 7282 € 7282 €
erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 132 122 115 107
gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 7207 € 5392 € 4844 € 4324 €
erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 4700 € 3677 € 3358 € 3047 €
gewünschte Situation
Wunschrente gemeinsam (70 % vom aktuellen Netto) 5097 € 5097 € 5097 € 5097 €
gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 7138 € 6594 € 6214 € 5855 €
gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 2438 € 2917 € 2856 € 2808 €
Kapitalbedarf
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
Lebenserwartung bis 93 Jahre
575 000 € 758 000 € 911 000 € 1 039 000 €
Sparbeiträge
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 1065 € 2625 € 4815 € 8750 €
5% 570 € 2015 € 4105 € 7950 €
8% – 1140 € 3085 € 6800 €
Turbovariante mit 300000 Euro zu Rentenbeginn
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
275000 € 458000 € 611000 € 739000 €
Lebenserwartung bis 93 Jahre
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% – 995 € 2610 € 5480 €
5% – 560 € 2085 € 4870 €
8% – – 1320 € 3980 €
Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
22 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
PAAR
Mit 50 Jahren
das Leben
genießen
Auch in höherem Alter ist es nie zu spät: Für
das 50-jährige Paar mit doppeltem Einkommen
und ohne Kinder rückt der reguläre Rentenbeginn
schon langsam in greifbare Nähe.
Trotzdem überlegen sie, nicht mehr so lange
zu warten, sondern streben an, ihr Berufsleben
vorzeitig hinter sich zu lassen. Früher aufhören
zu arbeiten und den Ruhestand dafür
umso länger genießen – das ist ihre Devise.
Damit auch genug Geld für Reisen, Hobbys &
Co. zur Verfügung steht, sollten es kaufkraftbereinigt
schon 70 Prozent vom aktuellen Nettoeinkommen
sein, die den Lebensstandard
im Alter finanziell sichern.
Zur Realisierung dieses Plans bleibt aber
nicht mehr so viel Zeit zur Verfügung wie in den
anderen Fallkonstellationen. Wie früh demnach
der Ausstieg erfolgen kann, hängt entscheidend
von ihren finanziellen Möglichkeiten
und dem Anlageerfolg ihrer Investments
ab. Da ist es hilfreich, dass beide sehr gut verdienen
und im Laufe ihres Berufslebens schon
ein kleines Vermögen angespart haben. Denn
zunächst gilt es, die bereits bestehende Rentenlücke
zu schließen, bevor es an die Finanzierung
weiterer Ruhestandswünsche geht.
Die Rechnungen zeigen aber, dass dies trotz
teils recht hoher erforderlicher Sparraten möglich
ist. Insbesondere bei einer zusätzlichen
Kapitalspritze zu Rentenbeginn (Turbovariante)
erscheint zumindest die Verrentung im Alter
von 63 Jahren machbar. Für einen noch früheren
Arbeitsausstieg wären dann aber
monatliche Einzahlungen im durchgehend
vierstelligen Bereich nötig. Das wäre ohne teils
massive Einschränkungen im Alltag wohl
kaum zu schaffen.
In der zweiten Variante mit aktuell höherem
Bruttoeinkommen (s. Tabelle unten) sieht es
diesmal übrigens nicht wie in den anderen Fällen
besser, sondern schlechter aus. Denn das
noch höhere Einkommen erhöht ja auch die
konkrete Summe der Wunschrente, und zur Finanzierung
ist hier einfach die Zeit zu kurz.
Die Variante mit höherem
aktuellen Bruttoeinkommen
Rente mit 67 63 60 57
aktuelle Situation
gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 8444 € 8444 € 8444 € 8444 €
erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 154 142 134 125
gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 8409 € 7342 € 6591 € 5879 €
erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 5375 € 4776 € 4354 € 3953 €
gewünschte Situation
Wunschrente gemeinsam (70 % vom aktuellen Netto) 5911 € 5911 € 5911 € 5911 €
gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 8277 € 7646 € 7205 € 6790 €
gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 2901 € 2870 € 2852 € 2836 €
Kapitalbedarf
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
Lebenserwartung bis 93 Jahre
684 000 € 746 000 € 945 000 € 1 113 000 €
Sparbeiträge
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 1500 € 2560 € 5070 € 9555 €
5% 940 € 1955 € 4340 € 8715 €
8% 140 € 1090 € 3290 € 7495 €
Turbovariante mit 300000 Euro zu Rentenbeginn
benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische
384000 € 446000 € 645000 € 813000 €
Lebenserwartung bis 93 Jahre
notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 315 € 930 € 2865 € 6285 €
5% – 500 € 2320 € 5630 €
8% – – 1525 € 4675 €
Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
FOCUS MONEY 27/2026
23
moneytitel
D
z
b
T
AUF DEM LAUFENDEN:
Auch als Ruheständler von
den Kapitalmarktrenditen
clever profitieren
ANLEGEN IM ALTER
Wie Senioren die Börse nutzen
Ruhestand und Börsenengagement müssen kein Widerspruch sein. Ganz im Gegenteil: Clevere
Strategien bieten Rentnern ein attraktives Rendite-Risiko-Profil fürs Zusatzeinkommen
von WERNER MÜLLER
Dass langfristig die Renditen des Kapitalmarkts kaum zu
schlagen sind, hat sich mittlerweile ja sogar bis in die
Politik herumgesprochen und in deren geplante Reformen
Einzug gehalten (s. Kästen S. 16/17). Also warum diese Ertragsaussichten
nicht auch als Rentner in die Ruhestandsfinanzierung
weiter einbeziehen? Dennoch scheuen viele ältere
Menschen vor einem Börsenengagement etwa mit ETFs zurück,
weil ihnen vielleicht das Risiko vermeintlich zu hoch ist
oder sie den verbleibenden Anlagehorizont falsch einschätzen.
Ein Fehler, denn die individuelle Finanzplanung ist mit dem
Renteneintritt – ganz gleich, ob zum regulären Beginn oder bereits
deutlich früher – noch längst nicht abgeschlossen. Auch
weiterhin gilt es, das angesparte Vermögen optimal einzusetzen,
um trotz laufender Auszahlungen attraktive Renditechancen
zu nutzen. In aller Regel ist die Auszahlphase nämlich noch
lang genug und bietet ausreichend Zeit, selbst größere Ausschläge
an den Kapitalmärkten durchzuhalten. Die durchschnittliche
statistische Lebenserwartung in den Beispielfällen
der Seiten 18 bis 23 verdeutlicht dies eindrucksvoll.
Ein guter Plan muss her. Es braucht also auch für die Auszahlphase
eine klare Strategie, wie das Anlagemanagement gestaltet
werden soll. „Grundsätzlich muss man sich dazu folgende
Fragen beantworten“, sagt Andreas Kick, Mitglied der
Geschäftsführung des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung
(IVFP): „Möchte ich einen vielleicht auch nur teilweisen
Kapitalerhalt? Benötige ich einen gewissen Grundstock an laufenden
Auszahlungen? Wie lange möchte ich die Auszahlungen
erhalten, etwa als Zeitrente oder lebenslang? Dürfen meine
Auszahlungen schwanken und wenn ja, wie stark?“
Dabei ist zu beachten, dass im Gegensatz zur Ansparphase,
wo der Cost-Average-Effekt stabilisierend wirkt, indem bei fallenden
Kursen mehr Anteile erworben werden, sich dieser Effekt
in der Entnahmephase umkehrt. Denn bei fallenden Kursen
müssen für einen konstanten Auszahlungsbetrag dann
mehr Anteile verkauft werden. Dadurch wird das Portfolio in
ungünstigen Marktphasen zusätzlich belastet. „Insofern ist es
wichtig, Auszahlstrategien anzuwenden, die auf Kapitalmarktveränderungen
reagieren können“, sagt Kick.
Die Probe aufs Exempel machen. Die Unterschiede solch
fester oder variabler Entnahmen zeigen exemplarisch die Berechnungen
auf Seite 26. So können Auszahlpläne mit fixer
Laufzeit, Rentenhöhe und Restkapital ohne regelmäßige
24 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
Dieser Text
zeigt evtl. Probleme
beim
Text an
FEMALE
FINANCE
POWER.
finance
female
award
Wir gratulieren den diesjährigen
Gewinnerinnen des
FOCUS MONEY
FEMALE FINANCE
AWARDS 2026.
CORPORATE
Souad â Benkredda
Designierte Deputy CEO DZ BANK AG
START-UP
Ina Schlie
Gründerin von Enourages Ventures
FIN-FLUENCER
Corinne Brecher
Gründerin von Portfolio-Heldinnen
HIGH
POTENTIAL
Kristina Lindenbaum
Vorständin dwpbank
EDITORS’
CHOICE
Elena von Metzler
Gesellschafterin Bankhaus Metzler
Mit freundlicher Unterstützung von:
FOCUS MONEY 27/2026 Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY
25
moneytitel
Überprüfungen zu unerwünschten Effekten führen. Insbesondere
besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das
Kapital vorher aufgebraucht ist (s. Kasten links).
Anders dagegen, wenn die Entnahmen in Abhängigkeit von
der Kapitalmarktentwicklung gestaltet werden (s. Kasten
rechts). „Je nach Börsenverlauf unterscheiden sich die Auszahlungen
zum Teil deutlich“, erläutert Kick. „Es kommt
nicht nur darauf an, welche Rendite über die Jahre erzielt wird,
sondern auch, wann die guten und die schlechten Jahre anfallen.“
Wer ein schlechtes Börsenjahr erlebt, entnimmt im
Folgejahr etwas weniger, wer ein gutes Jahr erwischt, entnimmt
mehr. Wird für die Auszahlungsstrategie nur ein Teil
des Kapitals, beispielsweise 80 Prozent, verwendet, lassen sich
die Schwankungen etwas glätten. Oder es wird zum Ende hin
ein Kapitalstock gewünscht, dann kann das dafür notwendige
Startkapital auch in einem separaten Depot mit Fonds ganz
nach persönlicher Risikoneigung angelegt werden.
Fazit: „Die Kapitalanlage in der Auszahlphase sollte regelmäßig
überprüft und die Auszahlungshöhe an den Kapitalmarktverlauf
gekoppelt werden“, empfiehlt IVFP-Experte Kick.
„Zudem sollte das Risiko angepasst, das heißt, der Aktienanteil
mit zunehmender Laufzeit reduziert werden.“
KONSTANTE RENTE
In der Theorie gut
Viele Auszahlungsmodelle von Entnahmeplänen funktionieren
unter der Annahme konstanter Wertentwicklungen
ganz gut – haben aber ihre Tücken. Ein Beispiel macht dies
deutlich: Ausgangspunkt der Berechnungen sind 500 000
Euro Vermögen zum Auszahlungsbeginn mit 63 Jahren, das
für eine Laufzeit von 30 Jahren reichen soll. Würde man bei
einer konstanten Nettorendite von vier Prozent das gesamte
Kapital verrenten, ergäbe das eine jährliche Entnahme
von 27 300 Euro. Aber Schwankungen auf dem Kapitalmarkt
– wie sie ja die Realität sind – können dazu führen,
dass das Vermögen frühzeitig aufgebraucht ist. So würde
etwa ein Kurseinbruch von 20 Prozent oder mehr nach vier
Jahren bedeuten, dass das Kapital bereits nach 22 Jahren
weg wäre (Pleitewahrscheinlichkeit). Und wie sollen dann
die restlichen acht Jahre finanziert werden?
Dabei ist die Schwankungsbreite umso größer, je höher
die angenommene Rendite kalkuliert wird. „Insbesondere
Kurseinbrüche in den ersten Jahren der Auszahlphase führen
dazu, dass das Vermögen frühzeitig verbraucht ist oder
ein gewünschter Kapitalstock zum Ende deutlich geringer
ausfällt“, sagt Andreas Kick vom IVFP. Die Beispiele von Pleitewahrscheinlichkeiten
(s. u.) beruhen auf der Investition in
einen breit diversifizierten Aktienindex mit einer durchschnittlichen
Jahresrendite von sechs Prozent und 30 Jahren
Laufzeit. Ermittelt wird dies anhand stochastischer Simulationen
mit 10 000 möglichen Kapitalmarktentwicklungen.
Beispiele für Pleitewahrscheinlichkeiten
Konsumentnahme
in % p.a. des Vermögens
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
Konsumentnahme
in Euro p.a.
Pleitewahrscheinlichkeit
3% 15000 5%
4% 20000 15%
5% 25000 30%
VARIABLE RENTE
An die Praxis anpassen
In der Realität funktioniert die Welt aber anders, denn die
Kapitalmärkte unterliegen Schwankungen. Zur Veranschaulichung
sind in der Grafik drei historische Dax-Entwicklungen
in verschiedenen Zeiträumen jeweils über 30 Jahre
dargestellt. Dabei ist Szenario 3 einer der schlechtesten
30-Jahres-Zeiträume im Dax gewesen. Erfolgen die Auszahlungen
(wieder Startkapital 500 000 Euro, 30 Jahre Laufzeit)
nun aber in Abhängigkeit vom Kapitalmarkt, wobei diese regelmäßig
überprüft und angepasst werden, ist der Durchschnitt
der Entnahmen p.a. trotz deutlicher Schwankungen
sogar meist höher als bei der konstanten Rente (s.links).
Historische Dax-Renditen in drei Szenarien
Szenarien für die Entwicklung des Dax über 30 Jahre
indexierte Entwicklung, Jahr 0 = 100
Szenario 1, 1994 bis 2023, jährl. Rendite 6,9 %
Szenario 2, 1968 bis 1997, jährl. Rendite 7,4 %
Szenario 3, 1961 bis 1990, jährl. Rendite 3,3 %
Laufzeit in Jahren
0 5 10 15 20 25 30
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
Auszahlungen in den drei Szenarien
Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3
Minimum 15490 € 13126 € 10402 €
Maximum 116830 € 95703 € 55873 €
Durchschnitt 54307 € 33900 € 20545 €
800
600
400
200
0
26 FOCUS MONEY 27/2026
Jetzt
im
Handel
NUR TEUER, WENN MAN IHN NICHT HAT.
FOCUS MONEY 27/2026 Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY
27
moneytitel
GELDPFLANZE: Stetiges
Wachstum dank langfristiger
Fondssparpläne
FONDSSPARPLÄNE
Richtig für die
Rente sparen
Disziplin und Ausdauer: Für künftige Frührentner
sind Sparpläne mit aktiv gemanagten Fonds
ein ideales Instrument, um sich das nötige
Finanzpolster aufzubauen
von MIKA HOFFMANN
Wer früh in Rente gehen will, braucht Ausdauer, Disziplin
und einen guten Plan. Dann klappt es mit einem
finanziellen Polster, das die frühe Rente und
ein finanziell sorgenfreies Leben im Alter ermöglicht. Den
täglichen Nachrichtenlärm sollten künftige Frührentner
ausblenden und eine der wichtigsten Finanzregeln setzen:
den Zinseszins. Den bezeichnete Warren Buffett, der wohl
erfolgreichste Anleger aller Zeiten, einmal treffend als das
„achte Weltwunder“.
Mit dem richtigen Fonds kommen Langfristanleger in 20
Jahren auf eine Endsumme von knapp 350 000 Euro. Dafür
müssen sie monatlich 100 Euro ansparen. Das klingt doch
machbar. Zusammengenommen entsprechen 100 Euro jeden
Monat auf 20 Jahre einer Sparsumme von 24 000 Euro.
Das hört sich nicht viel an. Aber mit den besten Fonds wird
eben über die Jahre ein wichtiger Grundstein für die Altersvorsorge
daraus.
Das Prinzip Sparplan funktioniert. Das zeigen die besten
Fonds in der FOCUS-MONEY-Auswertung. Und nicht nur
mit irgendwelchen Exotenprodukten, die auf abseitige Märkte
setzen. Sondern mit Europafonds wie dem Squad Growth,
weltweit anlegenden Fonds wie dem Unidynamic Global,
dem Polar Capital aus der Kategorie USA/Technologie und
dem BBB Dynamik Union als bestem Mischfonds. In den Tabellen
finden sich zahlreiche Flaggschiffprodukte der großen
Gesellschaften, mit denen künftige Frührentner kaum etwas
falsch machen können.
Der größte Vorteil von Fondssparplänen liegt wahrscheinlich
aber sogar jenseits der Finanzmathematik. Die eigentliche
Stärke ist die Disziplin: Sie hilft Anlegern dabei, eine
langfristig sinnvolle Strategie konsequent umzusetzen und
sich nicht beirren zu lassen. Außerdem sind sie ein hervorragendes
Mittel, um den täglichen Nachrichtenlärm auszublenden
und sich auf die wirklich entscheidenden Ziele zu
konzentrieren. Nicht: „Was macht der Markt heute, morgen
oder nächste Woche?“, sondern: „Wie viel Vermögen will ich
in zehn oder 20 Jahren aufbauen?“ – diese Frage steht bei einem
Sparplan im Vordergrund.
Günstiger Durchschnitt. Besonders gut funktionieren
Sparpläne über den sogenannten „Cost-Average-Effekt“ übrigens
in Zeiten großer Schwankungen an den Aktienmärkten.
In Schwächephasen des Marktes kauft der Sparplan automatisch
mehr Fondsanteile und verbessert damit – wenn die Kurse
wieder steigen – den durchschnittlichen Einstiegspreis. Und
verhindern, dass Anleger aus Panik zum falschen Zeitpunkt
verkaufen, wenn die Kurse gerade gefallen sind.
Für zukünftige Frührentner – und nicht nur für die – sind
langfristige Fondssparpläne ein hervorragendes Mittel zum
Vermögensaufbau. Das gilt umso mehr mit den richtigen aktiv
gemanagten Fonds.
28 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
EUROPA
Günstig bewertet
Warum in die Ferne schweifen, wenn
das Gute so nah liegt. Europäische
Aktien sind zwar derzeit bei internationalen
Anlegern nicht sonderlich beliebt.
Aber genau darin könnte angesichts
niedriger Bewertungen eine
Chance liegen.
An die Marke von 100 000 Euro
kommt der beste Sparplan in der Kategorie
Aktien global, der Unidynamic
Global, beinahe heran. Die Manager
in dieser Kategorie haben die größten
Freiheiten: Sie können weltweit
nach den besten Aktien suchen.
Die besten Fondsmanager haben
aktuell keine Schwierigkeiten, auch in
Europa hervorragende Aktien zu finden.
Das beweisen die Ergebnisse
der vergangenen zehn und 20 Jahre:
mit zweistelligen durchschnittlichen
jährlichen Gewinnen. Aus 100 monatlich
eingezahlten Euro wurden seit
2006 so im besten Fall knapp 84 000
Euro – ein Ergebnis, das sich sehen
lassen kann.
Fonds WKN ISIN Fondsvolumen
thes./
in aussch.
Mio. Euro
GLOBAL
Weltweite Auswahl
Derzeit werden sie hauptsächlich in
den USA fündig, insbesondere bei
den hoch kapitalisierten Technologieaktien.
Im Union-Fonds sind US-Aktien
mit mehr als 70 Prozent des
Fondsvolumens vertreten. Größte Positionen
sind derzeit Apple, Nvidia
und Amazon. Sollte der Tech-Boom
eines Tages enden, können die
Fondsprofis hoffentlich rechtzeitig in
andere Aktien wechseln.
Mit Potenzial
SQUAD-GROWTH A
Veränderung Squad-Growth A
in Prozent
2005 2010 2015 2020 2025
Streuung federt ab
UniDynamicFonds: Global A
Veränderung UniDynamicFonds Global A
in Prozent
2005 2010 2015 2020 2025
400
300
200
100
0
–100
Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-
Sparplan
Sparplan Ertrag Sparplan
Rating
in Euro*
in Euro*
in % p.a. in Euro*
Squad – Growth A A0H1HX LU0241337616 192,9 thes. 17351 135,7 9,0 83947 660,7 10,7 ★★★★
Alken European Opportunities R A0H06Q LU0235308482 923,7 thes. 26227 199,6 11,6 80509 413,3 8,5 ★★★★★
Janus Hend. Pan Eur. S&M Cp A1 A0DQTW LU0210856778 83,6 aussch. 18984 122,2 8,3 71209 430,6 8,7 ★★★
Janus Henderson H. Euroland H2 A14289 LU0976557156 976,6 thes. 22177 145,3 9,4 69720 284,8 7,0 144988 1480,3 9,4 ★★★★
Prévoir Gestion Actions C A1T7ND FR0007035159 431,2 thes. 18747 131,5 8,8 68361 414,9 8,5 ★★★
GS Europe Core Equity Base 926187 LU0102219945 7267,2 aussch. 21935 153,1 9,7 65607 261,6 6,6 ★★★★★
BNY Mellon Small Cap Euroland A 693827 IE0003867441 313,4 thes. 18921 123,1 8,4 64947 298,7 7,2 ★★★
MEAG Euroinvest A 975433 DE0009754333 1336,7 aussch. 22411 155,9 9,9 64768 251,6 6,5 ★★★★
GAM Star Continental Eurp Eq 593169 IE0033640933 83,5 thes. 19860 121,2 8,3 64568 331,5 8,8 ★★★
DWS Qi Eurozone Equity RC 977856 DE0009778563 550,1 thes. 21925 164,5 10,2 63402 235,3 6,2 ★★★★★
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
p.a.
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
p.a.
500
300
100
–100
Quelle: Morningstar Quelle: Morningstar; Stand: 31.05.2026; * Sparplan mit monatlicher
Quelle: Morningstar
Einzahlung von 100 Euro
Fonds WKN ISIN Fondsvolumen
in
Mio. Euro
thes./
aussch.
Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-
Sparplan
Sparplan Ertrag Sparplan
Rating
in Euro*
in Euro*
in % p.a. in Euro*
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
p.a.
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
p.a.
UnidynamicFonds: Global A 988255 LU0089558679 1208,6 aussch. 26586 271,1 14,0 97152 560,4 9,9 ★★★★★
GS Global Core Eq R Snap A1KAJ8 LU0830625926 8799,5 thes. 23999 219,9 12,3 93126 480,4 8,7 ★★★★★
Amundi Top World 977973 DE0009779736 341,9 thes. 26743 250,1 13,4 91056 442,2 8,8 ★★★★★
Unifavorit: Aktien 847707 DE0008477076 16164,2 aussch. 23646 206,8 11,9 90572 642,8 10,5 ★★★★
Robeco Global Stars Equities E 970259 NL0000289783 4221,3 aussch. 23596 240,1 13,0 87010 462,3 9,0 163158 1549,4 9,5 ★★★★
Jupitermerian World Eq L 632583 IE0005263466 2468,6 thes. 24427 224,9 12,5 85892 419,7 8,1 ★★★★★
Uniglobal 849105 DE0008491051 24294,9 aussch. 23277 212,2 12,1 84055 500,6 9,4 175076 1660,5 9,8 ★★★★
Robeco Gl. Consumer Trends D A0CA0W LU0187079347 2603,3 thes. 17856 165,1 10,2 83700 661,3 10,7 ★★
Deutsche Postbank Global Player 979775 DE0009797753 120,2 aussch. 24065 216,2 12,2 82887 451,5 8,9 ★★★★
Metzler Global Equities A 989439 IE0003723560 353,3 aussch. 22497 211,1 12,0 81287 403,6 8,4 ★★★★
Quelle: Morningstar; Stand: 31.05.2026; * Sparplan mit monatlicher
Einzahlung von 100 Euro
FOCUS MONEY 27/2026
29
moneytitel
USA/TECH
17,2 Prozent pro Jahr
Mit 17,2 Prozent durchschnittlichem
Jahresgewinn in den vergangenen 20
Jahren liegt der beste Technologie-
Aktienfonds ganz weit an der Spitze.
In den vergangenen zehn Jahren
kommt der Polar Capital Global Tech
sogar auf fast unglaubliche 28 Pro-
MISCHFONDS
Weniger Risiko
Wer lieber ruhiger schlafen will, greift
statt zu Aktien- lieber zu Mischfonds.
Deren Manager variieren den Aktienanteil
und nehmen Anleihen, Gold
und andere Finanzinstrumente zur
Verwaltung der Kundengelder in ihre
Depots.
zent im Durchschnitt. Ein halbes Dutzend
knackt die 20-Prozent-Marke.
Der Erfolg ist nicht überraschend:
Erst die Rally bei den Magnificent Seven
und in den vergangenen Monaten
bei KI-Aktien, insbesondere bei den
Chipherstellern, katapultiert die Kurse
der entsprechenden Aktien nach
oben. Auch der beste „klassische“ US-
Aktienfonds, der Alger American Asset,
zeigt eine Top-Performance.
Fonds WKN ISIN Fondsvolumen
thes./aus-
in sch. Sparplan
Mio. Euro
in Euro*
Die Ergebnisse können sich trotz
des geringeren Risikos, das sich vor
allem in niedrigeren Schwankungen
ausdrückt, sehen lassen. Der BBB Dynamik
Union kommt in den vergangenen
zehn Jahren auf eine zweistellige
Rendite und in 20 Jahren immerhin
noch auf 7,3 Prozent – obwohl dieser
Zeitraum aufgrund der Nullzinspolitik
der Notenbanken alles andere als einfach
für Mischfonds war.
Unglaublicher Anstieg
Polar Capital Global Tech
Veränderung Polar Capital Global Tech
in Prozent
–500
2005 2010 2015 2020 2025
Weniger Schwankungen
BBBank Dynamik Union
Veränderung BBBank Dynamik Union
in Prozent
2500
1500
Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-
Ertrag Ertrag Sparplan
Ertrag Sparplan Ertrag Rating
in % kumuliert
p.a.
p.a.
in % in Euro*
in % in Euro*
in %
p.a.
Polar Capital Global Tech 749717 IE0030772275 21865,9 aussch. 57420 1078,0 28,0 343225 2549,4 17,2 ★★★★★
AB Intl Technology A 986514 LU0060230025 3705,1 thes. 42424 724,5 23,5 219143 1617,3 14,7 ★★★★
Janus Hend. Gl. Tech&Inno A2 935618 IE0009356076 880,1 thes. 35987 600,2 21,5 200160 1614,3 14,7 ★★★
Franklin Technology A 937446 LU0109392836 16191,6 thes. 33741 550,3 20,6 195782 1636,1 14,8 ★★★
Unisector: HighTech A 921559 LU0101441672 2700,5 aussch. 38072 542,8 20,5 180525 1356,0 14,3 ★★★★
Deka-Technologie CF 515262 DE0005152623 2515,8 aussch. 35086 517,7 20,0 174346 1239,9 13,9 ★★★
Allianz Informationstechn. A 847512 DE0008475120 512,2 aussch. 34529 509,7 19,8 164937 1171,9 13,6 223233 1497,4 9,4 ★★★
Alger American Asset Gr. A 986333 LU0070176184 859,3 thes. 33508 425,6 18,0 160325 1314,3 13,6 ★★★★
DWS US Growth LD 849089 DE0008490897 1788,6 aussch. 28361 342,5 16,0 128055 870,3 12,0 216936 1813,9 10,1 ★★★★
Allianz US Large Cap Growth A 847503 DE0008475039 191,9 aussch. 28430 332,1 15,8 127873 798,0 11,6 189582 1394,6 9,2 ★★★
Ertrag
in %
kumuliert
Ertrag
in %
kumuliert
500
3000
2000
1000
–1000
2005 2010 2015 2020 2025
0
Quelle: Morningstar Quelle: Morningstar; Stand: 31.5.2026; * Sparplan mit monatlicher
Quelle: Morningstar
Einzahlung von 100 Euro
Fonds WKN ISIN Fondsvolumen
thes./
in aussch.
Mio. Euro
Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-
Sparplan Ertrag Ertrag Sparplan Ertrag Ertrag Sparplan Ertrag Ertrag Rating
in Euro* in % kumuliert
in % in Euro* in % in % p.a. in Euro* in % in %
p.a.
kumu-
liert
kumuliert
p.a.
BBBank Dynamik Union 532656 DE0005326565 208,4 aussch. 22943 182,8 11,0 70259 313,0 7,3 ★★★★★
Unistrategie: Offensiv 531444 DE0005314447 574,4 thes. 20094 132,1 8,8 61114 264,8 6,7 ★★★★
DWS ESG Multi Asset Dynamic FD A0B7UM LU0198959040 238,3 aussch. 19177 117,8 8,1 59302 308,9 7,3 ★★★★★
Plusfonds A 847108 DE0008471087 346,1 aussch. 20828 144,8 9,4 59150 265,6 6,7 111573 738,2 7,2 ★★★★★
Allianz Strategief. Wachstum A 979726 DE0009797266 1444,5 aussch. 19114 114,5 7,9 58428 267,7 6,7 ★★★★
Squad – Value A A0B7ZX LU0199057307 181,7 thes. 16810 96,7 7,0 54661 317,2 7,4 ★★★
Allianz Strategy 75 CT A0NGAG LU0352312853 747,9 thes. 17480 97,4 7,0 53599 237,5 6,3 ★★★★
Dekastruktur: 3 ChancePlus 554004 LU0124427930 589,6 aussch. 18065 107,3 7,6 52944 199,4 5,6 ★★
Sauren Global Opp. A 930921 LU0106280919 320,0 thes. 18944 113,8 7,9 52203 205,1 5,7 ★★★★
Uniklassikmix 975768 DE0009757682 336,9 thes. 17534 100,4 7,2 51294 219,5 6,0 ★★★★
Quelle: Morningstar; Stand: 31.5.2026; * Sparplan mit monatlicher
Einzahlung von 100 Euro
30 FOCUS MONEY 27/2026
84 MIO
BUNDESTRAINER.
EINE
NUR BEI UNS:
RUND UM DIE UHR WM.
FOCUS MONEY 27/2026
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 31
moneymarkets
INTERVIEW
Ja, der Euro hätte
scheitern können“
Die Welt verändert sich rasant – wir müssen auf Schocks vorbereitet sein, mahnt
Jean-Claude Trichet an. Der ehemalige EZB-Präsident musste das seinerzeit auch
Herr Trichet, die EZB hat unter Christine Lagarde im Juni die
Zinsen angehoben. Hätten Sie ähnlich entschieden?
Jean-Claude Trichet: Bitte erwarten Sie nicht von mir,
dass ich die aktuelle Entscheidung des EZB-Rats kommentiere.
Aber vielleicht so viel: Ich verstehe sie sehr
gut. Besonders wichtig erscheint mir dabei die Einstimmigkeit.
Wenn Vertreter aus unterschiedlichen Ländern
und wirtschaftlichen Kulturen zu einer gemeinsamen
Einschätzung gelangen, ist das ein starkes Signal. Ziel
dieser Zinserhöhung ist dreifach: die Gewährleistung
von Preisstabilität, die Stabilisierung der Inflationserwartungen
auf dem niedrigstmöglichen Niveau und davon
HEIKE BANGERT
Wenn Jean-Claude Trichet über die
Krisen seiner Amtszeit spricht,
dann tut er das mit bemerkenswerter
Ruhe. Der ehemalige Präsident
der Europäischen Zentralbank
(EZB), der die Institution
von 2003 bis 2011 führte, stand im Zentrum einiger
der schwersten wirtschaftlichen Erschütterungen der
jüngeren Geschichte: dem Zusammenbruch von Lehman
Brothers und der globalen Finanzkrise sowie der
anschließenden Euro-Schuldenkrise. Am Rande des
Amundi World Investment Forum 2026 in Paris blickt
er zurück – und richtet zugleich den Blick nach vorn.
mit die Aufrechterhaltung der mittel- und langfristigen
Marktzinsen auf dem niedrigstmöglichen Niveau.
In welchem Umfang sollten geopolitische Risiken in die Entscheidung
der Notenbanker einfließen?
Trichet: Zentralbanken können diese Schocks nicht
kontrollieren. Sie können weder Kriege beenden noch
Ölpreise senken. Und auch nicht das Verhalten von Regierungen
steuern. Was sie aber leisten können, ist
Glaubwürdigkeit. Wenn Unternehmen, Arbeitnehmer
und Investoren davon überzeugt sind, dass die Zentralbank
Preisstabilität gewährleisten wird, verhindert
das Zweitrundeneffekte. Verlieren wir diese Glaubwürdigkeit
– ich sage „wir“, als wäre ich noch der Präsident
(lacht) –, steigen die mittleren und langfristigen
Zinsen, weil die Marktteilnehmer die Erwartung einer
höheren Inflation einpreisen werden. Und das
schadet der gesamten Wirtschaft.
Sie waren EZB-Präsident während der schwersten Finanzkrise
der Nachkriegszeit. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?
Trichet: Vor der Krise herrschte die Überzeugung, wir
hätten eine Phase dauerhafter Stabilität erreicht. Die
Ökonomen sprachen von der „Great Moderation“ –
niedrige Inflation, solides Wachstum, geringe Schwankungen.
Dann kamen die amerikanische Subprime-
Krise und später der Zusammenbruch von Lehman
Brothers. Plötzlich mussten wir feststellen, dass wir
uns in einer völlig neuen Welt befanden.
32 Foto: Th. Jansen/ECB
FOCUS MONEY 27/2026
Vita
Jean-Claude Trichet
Trichet (geboren 1942 in Lyon) war unter anderem
Gouverneur der Banque de France, Direktor der
französischen Schatzkammer (Direction du Trésor),
Wirtschaftsberater des französischen Präsidenten
(Valéry Giscard d’Estaing), bevor er 2003 – 2011 als
Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) vorstand
Danach wirkte und wirkt er in zahlreichen Kommissionen,
2023 als Präsident der Académie des Sciences
Morales et Politiques, heute als Ehrenvorsitzender des
Bruegel Think Tanks und Europäischer Vorsitzender
der Trilateral Commission
EHEMALIGER
EZB-PRÄSIDENT
TRICHET: „Die
Zentralbanken
müssen am
Inflationsziel
festhalten und ihre
Unabhängigkeit verteidigen.“
Welche Entscheidungen waren damals besonders wichtig?
Trichet: Bereits am 9. August 2007 stellten wir den Banken 95 Milliarden
Euro an Liquidität zur Verfügung. Ich erinnere mich noch
genau an dieses Datum, denn es war die erste weitreichende Entscheidung,
die ich als EZB-Präsident mit getroffen habe. Die Entscheidung
fiel innerhalb weniger Stunden. Sie war außergewöhnlich
– und wurde weltweit als solche wahrgenommen. Nach dem
Kollaps von Lehman Brothers gingen wir noch weiter. Wir beschlossen,
den Banken Liquidität in unbegrenzter Höhe bereitzustellen.
Auch das hatte es bis dahin nicht gegeben.
Kritiker werfen Ihnen bis heute vor, die Zinsen 2008 trotz der Krise erhöht zu
haben. Würden Sie rückblickend anders handeln?
Trichet: Nein, wir mussten beweisen, dass die EZB ihr Mandat ernst
nimmt. In einigen Ländern gab es erhebliche Zweifel an unserer Fähigkeit,
Preisstabilität zu gewährleisten. Vielleicht erinnern Sie sich
an Ihr damaliges Titel-Cover Ihres eigenen Magazins: Nicht wenige
Medien zeichneten den Euro bereits als gescheitertes Projekt. Wir
durften nicht zulassen, dass das Vertrauen verloren geht. Viele Vergleiche
mit den USA greifen zu kurz. Die Eurozone bestand aus Ländern
mit unterschiedlichen historischen Erfahrungen und wirtschaftlichen
Kulturen. Diese Komplexität wurde häufig unterschätzt.
Auf die Finanzkrise folgte die Eurokrise. Haben Sie jemals daran gezweifelt,
dass die Gemeinschaftswährung überlebt?
Trichet: Ja, das habe ich. Wir mussten eine sehr gefährliche Form
der Spekulation bekämpfen und überwinden. Aber ich habe weiterhin
Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Eurozone.
Das ist eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung...
Trichet: Es war eine sehr ernste Situation. Zunächst gerieten drei
kleinere Länder unter Druck, später auch größere Volkswirtschaften.
Wäre es uns nicht gelungen, diese Dynamik zu stoppen, hätte
die Währungsunion scheitern können.
Welche Rolle spielte die EZB dabei?
Trichet: Wir mussten handeln. Ich habe den Regierungschefs Spaniens
und Italiens Briefe geschrieben – diese Dokumente sind heute
öffentlich zugänglich. Darin machten wir deutlich: Die EZB wird
alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Stabilität zu sichern. Aber
die Regierungen müssen ihre Politik grundlegend ändern.
Mit Erfolg?
Trichet: Ja. Die betroffenen Länder haben Reformen umgesetzt.
Spanien beispielsweise hat erhebliche Fortschritte erzielt. Auch
Griechenland hat enorme Anstrengungen unternommen.
Hat Europa genug aus der Finanz- und Schuldenkrise gelernt?
Trichet: Viele Länder haben sehr viel gelernt, weil sie kurz vor dem
Zusammenbruch standen. In solchen Situationen erkennen nicht
nur Regierungen die Notwendigkeit von Veränderungen, sondern
auch die Bevölkerung. Dennoch stehen wir weiterhin vor großen
Reformaufgaben. Die Arbeit ist nicht abgeschlossen.
Politischer Druck auf Notenbanken nimmt weltweit zu. Ist ihre Unabhängigkeit
gefährdet?
Trichet: Ich sehe die Entwicklung weniger pessimistisch. Nach der
Pandemie haben die großen Zentralbanken ihre Entschlossen-
FOCUS MONEY 27/2026
33
moneymarkets
D
z
b
T
heit bewiesen. Die Federal Reserve erhöhte die Zinsen elfmal, die
EZB zehnmal. Das zeigt, dass sie unabhängig handeln können. Gerade
in Europa ist die Unabhängigkeit besonders stark abgesichert,
weil sie in den europäischen Verträgen verankert ist. Auch der ehemalige
Fed-Chef Jay Powell machte einen sehr guten Job. Und auch
sein Nachfolger Kevin Warsh scheint sich dem politischen Druck
aus dem Oval Office nicht beugen zu wollen.
Dennoch gibt es Spannungen?
Trichet: Natürlich. Die Zeithorizonte von Regierungen und Zentralbanken
unterscheiden sich. Politiker denken häufig in Wahlzyklen,
Zentralbanken müssen langfristig Stabilität sichern. Diese
Spannung gehört zum System.
EX-NOTENBANKER TRICHET IM JAHR 2009: „Plötzlich
mussten wir feststellen, dass wir uns in einer völlig neuen
Welt befanden.“
Inflation in der Eurozone
Nach einer Dekade extrem niedriger Inflation zog die
Rate 2021 an und erreichte im Oktober 2022 mit
10,6 Prozent einen historischen Höchststand. Derzeit
treiben die hohen Energiepreise die Inflation wieder
Gesamt- und Kerninflation in der Eurozone
Veränderung zum Vorjahr in Prozent
EZB-Leitzinserwartungen
in Prozent
Gesamtinflation
Gesamtinflationsziel
2007 09 11 13 15 17 19 21 23 2025
Quelle: Eurostat, LSEG Datastream, J.P. Morgan Asset Management, Guide to the Markets
Rezession
Einlagesatz der EZB
Kerninflation
Geldpolitik der EZB
Nie zuvor wurden die EZB-Leitzinsen so drastisch
korrigiert wie zur Finanzkrise – von 4,25 Prozent im
Juli 2008 auf ein Prozent im Mai 2009. Auch zur
Eurokrise ab 2011 wurden die Zinsen gesenkt
Prognose
2000 03 06 09 12 15 18 21 24 2027
Quelle: Europäische Zentralbank, J.P. Morgan Asset Management, Guide to the Markets
9
7
5
3
1
–1
4
3
2
1
0
–1
Welche Rolle kann Europa in einer zunehmend multipolaren Welt spielen?
Trichet: Europa sollte seine Bedeutung keineswegs unterschätzen.
Die Eurozone verfügt über erhebliche wirtschaftliche Stärke. Gleichzeitig
haben wir mit der EZB eine Institution geschaffen, die ihre
Handlungsfähigkeit in zahlreichen Krisen bewiesen hat. Bemerkenswert
ist zudem, dass die großen Zentralbanken inzwischen dieselbe
Definition von Preisstabilität teilen: zwei Prozent Inflation mittelfristig.
Das gilt für Euro, Dollar, Pfund und Yen. Dies ist eine sehr wichtige,
faktische Reform des internationalen Währungssystems.
Welche Eigenschaften werden künftige Zentralbanker besonders brauchen?
Trichet: Sie müssen am Inflationsziel festhalten. Sie müssen ihre
Unabhängigkeit verteidigen. Und sie müssen auf alles vorbereitet
sein. Die Welt verändert sich rasant – durch künstliche Intelligenz,
neue Technologien, geopolitische Spannungen. Es wird weitere
Schocks geben. Deshalb brauchen wir Stresstests und die Fähigkeit,
auch das Undenkbare mitzudenken.
Bleiben Sie trotz all dieser Krisenerfahrungen optimistisch?
Trichet: Ja, durchaus. Aber Optimismus darf niemals zu Selbstzufriedenheit
führen. Wir haben die globale Finanzkrise erlebt, die
Eurokrise, die Gefahr einer Deflation und die Pandemie. Keine dieser
Entwicklungen war vorhersehbar. Die entscheidende Lehre
lautet: Bereitet euch auf alles vor.
Und auf welche Entscheidungen blicken Sie heute persönlich mit
großem Stolz zurück?
Trichet: Erstens haben wir unser Mandat erfüllt. Die durchschnittliche
Inflation während meiner Amtszeit lag bei knapp zwei Prozent.
Wir haben Preisstabilität geliefert – genau das, was die Menschen
in Europa von uns erwartet haben. Zweitens ist es gelungen,
die Eurozone zusammenzuhalten. Fünf Länder standen zeitweise
massiv unter Druck. Gleichzeitig traten fünf weitere Staaten dem
Euroraum bei. Dass die Gemeinschaftswährung diese turbulente
Phase überstanden hat, ist für mich eine große Leistung.
Gab es Entscheidungen, die Sie nachts wachhielten?
Trichet: Glücklicherweise schlafe ich grundsätzlich sehr gut.
Aber natürlich gab es schwierige Momente. Viele Maßnahmen betraten
völliges Neuland: die Bereitstellung unbegrenzter Liquidität,
die Käufe von Staatsanleihen, die außergewöhnlichen Interventionen
während der Krise. Die Umstände waren völlig neu.
Wir mussten umgehend Lösungen finden, die nicht nur neu, sondern
auch wirksam waren. Und das ist uns gelungen.
34
Foto: picture alliance/SZ Photo
FOCUS MONEY 27/2026
Dieser Text
zeigt evtl. Probleme
beim
Text an
FOCUS MONEY 27/2026
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 35
moneymarkets
LNG-TERMINAL
WILHELMSHAVEN:
Deutschland ist
von Gasimporten
abhängig
ENERGIESICHERHEIT
Europa muss handeln
Deutschland und seine Nachbarn erleben bereits die zweite Energiekrise in nur vier Jahren. Eine
widerstandsfähigere Energieversorgung bietet Anlegern große Investmentchancen
Quelle: Berenberg Bank, Eurostat
Unsicherer Energiemix
Rund zwei Drittel der in der EU verbrauchten Energie
stammen von fossilen Rohstoffen. Das Gros davon
entfällt auf Öl und Gas, das ganz überwiegend
importiert wird
Energiemix in Europa
Anteile in Prozent
Rest 3
Wasserstoff 2
Solar 2
Wind Offshore 3
Kohle
Biomasse
Kernkraft
8
10
12
38
21
Öl
Gas
von LUDWIG BÖHM
Für den alten Kontinent besteht dringender Handlungsbedarf.
Erst hat der weitgehende Stopp russischer Gaslieferungen
die europäische Wirtschaft enorm unter
Druck gesetzt. Mit dem vergleichsweise raschen Bau von Terminals
für Flüssiggas (LNG) und der Umstellung auf Lieferungen
vor allem aus den USA hat Europa jedoch schnell reagiert.
Jetzt folgte in diesem Jahr bereits der zweite Energieschock
durch den Iran-Krieg beziehungsweise durch die Sperrung
der Straße von Hormus – der wichtigsten Transportroute für
Öl und Gas aus der Golfregion. Zwar bezieht Europa nur vergleichsweise
geringe Mengen an Flüssiggas aus dem Nahen
Osten. Doch immer wieder wurden eigentlich für Europa bestimmte
LNG-Tanker im letzten Moment nach Asien umgeleitet,
wenn sich dort ein höherer Preis bot. Europa ist zwar
36
Foto: Deutsche Energy Terminal
FOCUS MONEY 27/2026
direkt nicht besonders abhängig von Energieimporten aus
der Golfregion – indirekt jedoch sehr wohl.
Innerhalb von nur vier Jahren hat sich zweimal kurz nacheinander
gezeigt, welche Risiken Öl- und Gasimporte aus politisch
unsicheren Regionen für die europäische Wirtschaft
bergen. Und ob sich die USA unter Präsident Donald Trump
langfristig als zuverlässiger Energielieferant erweisen, darf
zumindest bezweifelt werden.
Dringender Handlungsbedarf. Die 27 Mitgliedstaaten der
Europäischen Union importieren 89 Prozent des benötigten
Gases aus dem Ausland. Beim Öl ist die Abhängigkeit sogar
noch größer. Hier müssen 96 Prozent eingeführt werden. Damit
ist die Energiesicherheit Europas den Schwankungen der
internationalen Märkte ausgeliefert, wie es die Analysten der
Berenberg Bank auf den Punkt bringen.
Die extrem hohe Abhängigkeit von Energieimporten geht
zudem mit hohen finanziellen Belastungen einher. Laut der
Berenberg Bank kostet sie die EU beachtliche 2,1 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts pro Jahr. Die Wettbewerbsfähigkeit
der europäischen Unternehmen leidet unter der Abhängigkeit
von Öl- und Gasimporten. Die europäischen Erdgaspreise
sind mindestens dreimal höher als in den USA, die schon
länger Energierohstoffe exportieren und damit gute Geschäfte
machen. Strom kostet in Deutschland zumindest mehr als
doppelt so viel wie in den Vereinigten Staaten und sogar das
Vierfache des Preises in China und Indien. Wie sollen Unternehmen
aus Europa da im internationalen Wettbewerb preis-
lich mithalten können? Vor allem energieintensive Branchen
wie die Stahl- oder chemische Industrie haben es schwer.
Kaum Wachstum. Erst vor Kurzem haben die Wirtschaftsweisen
ihre Wachstumsprognose für Deutschland für dieses
Jahr von 0,9 auf 0,5 Prozent nahezu halbiert. Als Grund
nannten sie die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise. In Europa
rücken die Sicherheit und Erschwinglichkeit von Energie
immer mehr in den Fokus.
Die größten Effekte lassen sich sicherlich erzielen, wenn importiertes
Öl und Gas durch in Europa erzeugten Strom ersetzt
werden. Die deutschen Nachbarländer Polen und vor allem
Frankreich setzen dazu auf Kernkraft. Allerdings ist die hier
erzeugte Energie bei einer Vollkostenrechnung teuer und die
Endlagerung der Atomabfälle ist weiterhin ungeklärt. Außerdem
muss auch das benötigte Uran importiert werden.
Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien scheint
aussichtsreicher zu sein. Wind-, Solar- und Wasserkraft kommen
beim Strommix zwar mittlerweile auf einen nennenswerten
Anteil. In Deutschland liefern die erneuerbaren Energien
inzwischen mehr als die Hälfte des Stroms. Bei der
gesamten Energieversorgung spielen sie jedoch weiterhin
eine untergeordnete Rolle, vor allem im Straßenverkehr, in
der Industrie und beim Heizen von Immobilien. Dementsprechend
groß ist das Potenzial. Es reicht jedoch nicht aus,
einfach mehr Wind- und Solarparks zu bauen – auch die entsprechende
Infrastruktur ist nötig. Anlegern bietet sich damit
eine Vielzahl von Investmentchancen.
ASTA ENERGY SOLUTIONS
Aktie elektrisiert
Der österreichische Energiespezialist gliedert sein Geschäft in drei Bereiche.
In der Sparte Energieerzeugung liefert Asta die technologischen Kernelemente
für Generatoren, welche die Effizienz und Leistungsfähigkeit steigern. Zweitens
produziert das Unternehmen Kupferkomponenten, sogenannte Continuously
Transposed Conductors (CTCs), für Hochleistungstransformatoren.
Diese werden für die Energieübertragung benötigt. So heißt auch der entsprechende
Geschäftsbereich. Schließlich bietet Asta im Bereich Elektromobilität
Kupferkomponenten für elektrische Antriebe an, beispielsweise für E-Autos.
Das Unternehmen existiert schon seit mehr als 210 Jahren. Asta beschäftigt
mittlerweile rund 1400 Mitarbeiter und unterhält Standorte außer in Österreich
auch in Bosnien und Herzegowina, Brasilien, China sowie in Indien. Zu den
Kunden zählen unter anderem Siemens Energy, Hitachi Energy, GE Vernova
und Andritz.
Aktie gewinnt an Fahrt. Asta ist erst im Januar dieses Jahres an die Börse
gegangen. Der Ausgabepreis belief sich auf 29,50 Euro je Aktie. Nach einem
eher durchwachsenen Debüt startet das Papier seit Anfang April durch. Vor
wenigen Tagen wurde die Aktie außerdem in den SDax aufgenommen.
Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 15,3 Prozent auf 196,4 Millionen Euro.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich
um 68,6 Prozent auf 17,2 Millionen Euro. CEO Karl Schäcke erklärte den hohen
Gewinnanstieg mit einer verbesserten Preissetzung, höheren Verkäufen
und einer erhöhten Effizienz. Asta investiert in seine Kapazitäten, um vom weltweiten
Ausbau der Stromnetze zu profitieren.
FOCUS MONEY 27/2026
Mehr Umsatz und Gewinn
Im Gesamtjahr erwartet CEO Schäcke Einnahmen
von 790 Millionen Euro. Das wäre ein
Plus von 14 Prozent. Der operative Gewinn
(Ebitda) soll um 13 bis 21 Prozent steigen
Asta-Energy
Kurs der Asta-Energy-Aktie in Euro
Börsengang
2026
30
JAN FEB MÄR APR MAI JUN
WKN/ISINA4214T/AT100ASTA001
Börsenwert 1,1 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026/27e39,2/26,5
Dividendenrendite für 2026/27e 0,0/0,5 %
Kursziel/Stoppkurs 90,00/60,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 21 %
Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Schätzungen
70
60
50
40
e = erwartet
37
moneymarkets
ENERGYVISION
Ausbau des Geschäftsmodells
Im Oktober 2014 gründeten drei Freunde Energyvision mit einem Mindestkapital
von 6200 Euro, wie es damals in Belgien erforderlich war. Heute beschäftigt
das Unternehmen knapp 250 Mitarbeiter und ist auch in Marokko und China
unterwegs. In den vergangenen zehn Jahren hat Energyvision umfangreich
in Solaranlagen investiert, die auf den Dächern von Wohnhäusern und Unternehmen
installiert sind. Das Portfolio reicht aus, um etwa 50 000 Haushalte
mit Strom zu versorgen.
Energyvision betreibt die Photovoltaikanlagen nicht nur, sondern ist auch
deren Eigentümer. Die Kunden müssen also selbst kein Geld investieren. Der
Strom, den die Haushalte nicht verbrauchen, fließt in Ladepunkte für Elektroautos,
die das Unternehmen ebenfalls betreibt. Künftig wollen die Belgier auch
Solarmodule anbieten. Derzeit errichtet der Produzent erneuerbarer Energie
außerdem den zweitgrößten Solarpark Belgiens. Schließlich plant das Unternehmen
eine Diversifizierung in den Windkraftbereich.
Starker Jahresauftakt. Von Januar bis März stieg der Umsatz um 60 Prozent
auf 41,8 Millionen Euro. Besonders beeindruckend ist der Zuwachs bei
den Kunden. Ende des vergangenen Jahres gewann Energyvision wöchentlich
350 neue Kunden hinzu. Im Februar waren es bereits 750 und im März
verdoppelte sich die Zahl auf 1500. Angaben zum Ergebnis für das erste Quartal
machte der Versorger nicht. Energyvision ist kaum länger an der Börse notiert
als Asta. Das IPO fand im Juli des vergangenen Jahres statt. Bei der Ausgabe
kostete die Aktie 9,50 Euro pro Stück. Die Bewertung des Unternehmens
lag damals bei 575 Millionen Euro. Heute liegt sie rund 50 Prozent höher.
Sehr volatil
Das erste Börsenjahr verlief mit großen
Schwankungen. Zuletzt überzeugte das
Unternehmen mit hohem Wachstum. Energyvision
arbeitet knapp profitabel
Energyvision
Kurs der Energyvision-Aktie in Euro
Börsengang
11
200-Tage-
Linie
10
2025
2026
9
JUL JAN JUN
WKN/ISINA41CA3/BE0974499312
Börsenwert 875,9 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026/27e34,1/22,0
Dividendenrendite für 2026/27e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 18,00/12,00 €
Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 26 %
Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Schätzungen
14
13
12
e = erwartet
GRENERGY RENOVABLES
Hohes Wachstum angepeilt
Das Unternehmen bietet Solarstrom an. Zu diesem Zweck betreibt Grenergy
Kraftwerke mit einer Solarleistung von zwölf Gigawatt (GW). Damit können mehrere
Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden. Gleichzeitig verfügt das
Unternehmen über Batteriespeicher mit einer Kapazität von 71 Gigawattstunden
(GWh). Damit soll die Schwäche erneuerbarer Energien ausgeglichen werden,
dass sie nicht zuverlässig rund um die Uhr Strom liefern.
Die Spanier sind in Lateinamerika, den USA und Europa präsent. Nach eigenen
Angaben befindet sich ihr Vorzeigeprojekt, ein großer, eigenständiger
Batteriespeicher, in Spanien. Dieser hat eine Kapazität von 600 Megawattstunden
(MWh) und ermöglicht somit eine Speicherdauer von vier Stunden. Die
Abnahme ist durch einen Zehn-Jahres-Vertrag mit einem internationalen Energieversorger
abgesichert.
Böser Ausrutscher. Große Sondereffekte im Vorjahr und negative Wechselkurseffekte
ließen den Umsatz in den ersten drei Monaten 2026 allerdings
um 40 Prozent auf nur noch 143,3 Millionen Euro einbrechen. Der Nettogewinn
kollabierte um 94 Prozent auf nur noch zwei Millionen Euro. Dennoch
rechnet Berenberg-Analyst Henry Tarr im Gesamtjahr nur mit einem vergleichsweise
geringen Gewinnrückgang. Grenergy hat sich ambitionierte Wachstumspläne
gesetzt. So will das Unternehmen bis 2028 insgesamt 3,7 Milliarden
Euro in seine Solarkraftwerke und Batteriespeicher investieren. Durch das milliardenschwere
Investitionsprogramm soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen auf 450 bis 500 Millionen Euro steigen. Zum Vergleich:
2025 belief sich der operative Gewinn auf 201 Millionen Euro.
38
Anleger nehmen Gewinne mit
Nach Bekanntgabe der Q1-Ergebnisse drückten
Anleger den Exit-Knopf. Der Kurs gab
mehr als 15 Prozent nach. Für risikobereite
Investoren bietet sich eine Einstiegschance
Gernergy
Kurs der Gernergy-Aktie in Euro
120
200-Tage-Linie
0
2023 2024 2025 2026
WKN/ISINA14WGE/ES0105079000
Börsenwert 3,2 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026/27e31,7/20,3
Dividendenrendite für 2026/27e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 140,00/90,00 €
Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 29 %
Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Schätzungen
80
40
e = erwartet
FOCUS MONEY 27/2026
KLARTEXT
Digitale Herausforderung
annehmen
Deutschlands wirtschaftliche Stärke ruhte
lange auf einer klaren Grundlage. Hoch qualifizierte
Fachkräfte, starke industrielle Kerne
und ein ausgeprägtes Verständnis für Qualität
und Präzision trugen das Modell der Sozialen
Marktwirtschaft über Jahrzehnte. Doch
diese Grundlage gerät in einer Welt unter
Druck, in der Wertschöpfung zunehmend immateriell
entsteht und Produktivität immer
stärker von Daten, Software und digitalen
Netzwerken abhängt. Gerade hier zeigt sich
eine wachsende Diskrepanz zwischen Anspruch
und Wirklichkeit.
Deutschland investiert im internationalen
Vergleich auffallend wenig in Software und
Datenbanken. Selbst innerhalb der OECD
rangiert das Land am unteren Ende. Der
Rückstand wird noch deutlicher, wenn man
Hardware einbezieht und den gesamten
digitalen Kapitalstock betrachtet. Während
andere Volkswirtschaften ihre Investitionsstrukturen
anpassen und immaterielle Vermögenswerte
systematisch aufbauen, verharrt
Deutschland in einem Muster, das stärker auf
klassische Sachkapitalbildung ausgerichtet
ist.
Makroökonomisch ist diese Entwicklung
mehr als eine sektorale Schwäche. Sie berührt
den Kern der Produktivitätsdynamik. In
entwickelten Volkswirtschaften stammt ein
wachsender Anteil des Wachstums nicht aus
zusätzlicher Arbeit oder Kapital im traditionellen
Sinne, sondern aus Effizienzgewinnen
durch bessere Organisation, Prozessoptimierung
und datengetriebene Innovation. Software
ist dabei nicht nur ein eigenständiger
Produktionsfaktor, sondern ein Multiplikator
für nahezu alle anderen Faktoren. Wer hier
„unterinvestiert“, bremst die gesamtwirtschaftliche
Dynamik. Die makroökonomischen Folgen
sind bereits sichtbar. Das Produktivitätswachstum
bleibt seit
Jahren hinter den Erwartungen
zurück.
Der häufige Blick auf die
Vereinigten Staaten führt
leicht in die Irre. Aber Europa
muss unser Maßstab sein.
Und gerade hier fällt
FOCUS MONEY 27/2026
Deutschland investiert
im internationalen
Vergleich auffallend
wenig in Software und
Datenbanken. Die
makroökonomischen
Folgen sind bereits
sichtbar
PROF. ROLAND KOCH,
Vorsitzender der Ludwig-
Erhard-Stiftung und
ordentlicher Professor an
der Frankfurt School of
Finance & Management,
ehemals Ministerpräsident
von Hessen
Deutschland zurück. Länder wie Frankreich,
Großbritannien und Schweden haben ihre Investitionsquoten
in Software deutlich gesteigert.
Selbst Volkswirtschaften mit geringeren
industriellen Forschungsanstrengungen wie
Spanien oder Italien liegen inzwischen vor
Deutschland. Das ist kein Ausdruck kurzfristiger
Konjunkturbewegungen, sondern Ergebnis
unterschiedlicher, falscher Prioritätensetzungen.
Besonders irritierend ist der Kontrast zwischen
traditioneller Innovationsstärke und digitaler
Zurückhaltung. Deutschland verfügt
weiterhin über eine exzellente Forschungslandschaft
und starke industrielle Cluster.
Doch Innovation verschiebt sich zunehmend
von der physischen zur digitalen Ebene. Die
Fähigkeit, Daten zu nutzen, Prozesse zu automatisieren
und Geschäftsmodelle softwaregestützt
weiterzuentwickeln, entscheidet
über Wettbewerbsfähigkeit. Wenn diese Dimension
vernachlässigt wird, verlieren selbst
technisch führende Produkte an Attraktivität.
Die öffentliche Verwaltung in Deutschland
verursacht hohe Transaktionskosten, die sich
unmittelbar in geringerer wirtschaftlicher Dynamik
niederschlagen. Eine konsequente Digitalisierung
kann hier spürbar entlasten.
Schnellere Verfahren, geringere Bürokratiekosten
und bessere Datennutzung wirken wie
ein Konjunkturprogramm ohne zusätzliche
Verschuldung. Der Staat hat zudem eine wichtige
Vorbildfunktion. Wenn er selbst als anspruchsvoller
Nachfrager auftritt, kann er Skaleneffekte
im digitalen Ökosystem anstoßen.
Noch entscheidender ist jedoch die Rolle
der Industrie. Ihr Geschäftsmodell steht vor
einer doppelten Transformation. Zum einen
verändert sich die technologische Basis
durch Elektrifizierung und Dekarbonisierung.
Zum anderen verschiebt sich die Wertschöpfung
hin zu datenbasierten Dienstleistungen
und Plattformlösungen. Klassische Ingenieurskunst
bleibt notwendig, reicht aber nicht
mehr aus. Sie muss ergänzt werden durch
Softwarekompetenz und die Fähigkeit, künstliche
Intelligenz in Produkte und Prozesse zu
integrieren.
Deutschland muss lernen, immaterielles Kapital
als gleichwertig zu physischem Kapital
zu behandeln. Das betrifft steuerliche Rahmenbedingungen
ebenso wie Finanzierungsstrukturen
und unternehmerische Entscheidungsprozesse.
Es geht um eine Anpassung
des ordnungspolitischen Verständnisses an
eine digital geprägte Ökonomie.
39
moneymarkets
Aktie
unter
Strom
AKTIE UNTER STROM: Die
Nachfrage nach Halbleitern
bleibt ungebrochen hoch
Mit der Eröffnung einer neuen Chipfabrik in Dresden stellt der Münchner Halbleiterkonzern alle
Weichen auf Wachstum. Die Dax-Aktie bleibt Europas Top-Wette auf den KI-Boom
von JENS MASUHR
Eigentlich müssten die Alarmglocken läuten. Wenn am
2. Juli das neue Chipwerk in Dresden an den Start geht,
Infineon zudem die vor zwei Jahren im malaysischen
Kulim eröffnete Fabrik erweitern will und sich gleichzeitig
am deutschen Werk des führenden Auftragsfertigers TSMC
beteiligt, wirft der typische Schweinezyklus seine Schatten
voraus. Heißt in der Branche: Wenn die Kapazitäten wegen
massiv steigender Nachfrage ausgebaut werden müssen,
nehmen die Fabriken wegen längerer Vorlaufzeiten erfahrungsgemäß
immer erst dann die Arbeit auf, wenn der Boom
gelaufen ist. Die Folge sind volle Lager, Überangebot und sinkende
Preise. Eigentlich.
Boom ohne Ende. Im KI-Boom ist alles anders. Von Blase
sei keine Spur, behauptet Infineon-Produktionsvorstand Alexander
Gorski. „Es gibt einen klaren Bedarf, die Rechenzentren
auszubauen.“ Auch außerhalb des Werksgeländes blicken
Branchenkenner positiv in die Zukunft. „Wir sehen
keinerlei Anzeichen für eine Abschwächung im KI-Bereich“,
sagt Abed Jarad, Analyst bei der Wertpapierhandelsbank
MWB. „Im Gegenteil, die Nachfrage nach spezialisierter
Stromversorgungsinfrastruktur für Rechenzentren ist nach
wie vor ungebrochen und nimmt weiter zu.“
Für Infineon ein Luxusproblem. Denn die Münchener sind
aktuell nicht in der Lage, gegen die Nachfrage anzukommen.
Der Wert des sogenannten „Order-Backlogs“ stieg von 21 Milliarden
Euro im Auftaktquartal um weitere vier Milliarden
Euro im zweiten Jahresviertel. Kein Wunder: Die Chips, die
der Konzern aus Neubiberg nahe München fertigt, werden
dort gebraucht, wo derzeit die Post abgeht: in Smartphones,
Elektroautos, im Internet der Dinge, als Sicherheitsanwendungen
in Kredit- und Debitkarten und vor allem: als Stromspar-Technologie
in großen Rechenzentren – für KI-Zulieferer
wie Infineon der Wachstumstreiber schlechthin.
Kurs verdoppelt. Die Börse hat das Potenzial lange Zeit
verkannt. Die Aktie war seit 2023 in einer Spanne zwischen
30 und 40 Euro wie festgenagelt. Dafür gehts seit Jahresbeginn
umso steiler nach oben. Nach einer Kursverdopplung
notiert das Dax-Papier leicht über dem Niveau zur Jahrtausendwende
(siehe Grafik rechts). Charttechnisch gesehen ist
damit der Weg nach oben frei. Dazu kommt: Experten bestätigen
die Vorstandsprognose einer „deutlichen Umsatzsteigerung“.
Bei Jefferies prognostiziert man für 2026 ein Plus
von 22, fürs Folgejahr von 16 Prozent – insgesamt fast sieben
Milliarden Euro mehr Umsatz als 2025. Die Marge im
40 Foto: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
Branche im Boom
Ohne Chips läuft nichts: Infineon fertigt Prozessoren
für die wachstumsstärksten Bereiche der Wirtschaft.
Laut Expertenprognosen geht der Boom weiter, vor
allem bei Servern & Netzwerken (plus 11,6 Prozent),
Autos (10,7) und Industrie (8,8)
Halbleiter (Wachstumsprognosen)
CAGR, 2024 bis 2030
Computing 5,5
Hausgeräte
5,6
Industrie 8,8
256
Autos 10,7
Server &
Netzwerke 11,6
Quelle: Pricewaterhousecoopers (PwC)
Wachsende Gewinne
Nachdem es zuletzt mit dem Gewinn vor Steuern,
Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) bergab ging,
trauen Experten dem Halbleiterkonzern in den
nächsten Jahren wieder wachsende Profite zu. Treiber
sind KI und ein Wirtschaftscomeback in China
Gewinnsteigerung (Infineon)
in Milliarden Euro
2020 21 22 23 24 25 26 2027
Quelle: Bloomberg
6
4
2
0
operativen Geschäft soll auf 29 Prozent hochschnellen – satte
zwölf (!) Prozentpunkte mehr als 2025. Sollten die Analysten
recht behalten und der Gewinn je Aktie bis 2027 um 49
Prozent steigen, könnte die Aktie in ihre hohe Bewertung
hineinwachsen.
Vor allem das Segment für Stromversorgungschips in Rechenzentren
beflügelt die Fantasie der Börsianer. Allein hier
wollen die Münchener 2026 rund 1,5 Milliarden Euro umsetzen.
2027 dürften es 2,5 Milliarden Euro sein. Die Segmentergebnismarge
soll sich auf 20 Prozent verdoppeln.
Weil das Management bei seinen Prognosen erfahrungsgemäß
untertreibt, halten Beobachter die Ziele für konservativ.
Auch in den anderen Bereichen der Halbleiterindustrie stehen
die Zeichen auf Wachstum. Laut dem Unternehmensberater
PricewaterhouseCoopers (PwC) gelten die Segmente
Server & Chips, Auto und Industrie als die Segmente mit den
höchsten Zuwächsen (siehe Grafik links). Die Logik dahinter:
Der KI-Boom braucht Server, Server brauchen Prozessoren,
und Prozessoren brauchen leistungsstarke Komponenten
von Infineon zur Regulierung des Stromverbrauchs.
Welchen Stellenwert das Thema Energiehunger besitzt,
zeigt sich am Beispiel China. Kein anderes Land der Erde bereitet
sich auf den Energiehunger einer von KI durchzogenen
Welt besser vor als das Riesenreich. Experten schätzen, dass
der Strombedarf bis 2030 auf etwa sieben Prozent des nationalen
Gesamtverbrauchs steigen könnte. Um Netzengpässe
zu vermeiden, baut das Land in einem Jahr mehr als 400
Gigawatt an neuer Kapazität auf. Zum Vergleich: Die USA als
größte KI-Nation bringen es gerade mal auf ein Zehntel.
Fluch und Segen. Inzwischen verantwortet die Volksrepublik
knapp ein Drittel der Infineon-Umsätze. Für die Bayern
Fluch und Segen zugleich. Einerseits, weil man als Zulieferer,
etwa für die schnell wachsende Elektronikindustrie, die meisten
chinesischen Hersteller beliefert und teilweise als Marktführer
auftritt. Andererseits: Wer in China Geschäfte macht,
muss sich auf subventionierte Konkurrenz, sinkende Preise
und Margen gefasst machen. Für Infineon heißt das, den Vorteil
seiner hohen Produktqualität zu nutzen – für risikobereite
Anleger mit Fokus auf KI und dem Glauben an Chinas Wirtschaftscomeback
die beste Wette in Europas Chipsektor.
Teuer – aber gesucht
Nach der Kursverdopplung seit Jahresstart ist
die Aktie teuer. Anleger glauben trotzdem,
etwas zu verpassen – das Momentum ist
hoch. Kein Wunder: Für 2027 erwarten Experten
49 Prozent mehr Gewinn je Aktie
WKN/ISIN623100/DE0006231004
Börsenwert 101,7 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e61,0/35,0
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,5/0,6 %
Kursziel/Stoppkurs 114,00/68,40 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 38 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
Infineon
Kurs der Infineon-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2000 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 24 2026
80
60
40
20
0
FOCUS MONEY 27/2026
41
INTERVIEW
Die Dominanz kommt
nicht von ungefähr“
KI-Boom, Krisen, Zinsdruck – alles kein Grund zur
Panik. Warum die USA für Amerikakennerin Monika
Rosen der Taktgeber der Börsen bleiben und
Anleger nicht vorschnell auf Abstand gehen sollten
von SASCHA ROSE
Frau Rosen, Sie kennen die USA aus nächster Nähe, haben
dort studiert, sind Vizepräsidentin der österreichisch-amerikanischen
Gesellschaft und beobachten als Börsenexpertin
seit vielen Jahren die Märkte. Was macht die amerikanische
Aktienkultur so besonders?
Monika Rosen: Die amerikanische Aktienkultur ist
der europäischen in vielerlei Hinsicht voraus. In den
USA wird die Börse viel selbstverständlicher als Teil
des wirtschaftlichen Lebens gesehen. Aktienbesitz ist
dort für viele Menschen normal, während man in Eu-
Vita
Monika Rosen
Magister der Universität Wien
(1986), M. A. der Georgia State
University, Atlanta, USA (1989)
Chefanalystin bei der Bank
Austria (1999–2022), Mitglied
des Aufsichtsrats der Schoellerbank
Invest AG (2016–2025)
Zertifizierte Börsenhändlerin
(seit 1996), Marktstrategin für
e-fundresearch.com (seit 2023)
Seit 2021 Vizepräsidentin
der
österreichischamerikanischen
Gesellschaft
42 Fotos: Adobe Stock, M. Draper
FOCUS MONEY 27/2026
moneymarkets
ropa und besonders im deutschsprachigen Raum oft noch mit
Skepsis auf den Kapitalmarkt blickt. Dahinter steckt nicht
nur ein anderes Finanzverständnis, sondern auch eine andere
Mentalität: Amerikaner sind eher bereit, Risiken einzugehen
und Chancen aktiv zu nutzen. In Europa verlassen wir
uns dagegen stärker auf staatliche Strukturen, soziale Sicherung
und Regulierung.
Das klingt so, als wäre es weniger eine Frage der Finanzbildung als
eine Frage der Kultur.
Rosen: Es ist beides. Natürlich spielt Finanzbildung eine
große Rolle – und zwar für alle, besonders aber auch für Frauen.
Dafür setze ich mich seit Langem ein. Aber Kultur ist mindestens
genauso wichtig. Die ersten Einwanderer nach Amerika
haben ja bewusst Sicherheit aufgegeben, um etwas
Neues zu wagen. Dieses Denken – Risiko als Voraussetzung
für Aufstieg – ist bei US-Amerikanern deshalb tief verankert.
Europäer denken stärker in Stabilität, Absicherung und Ordnung.
Beides hat Vor- und Nachteile, für die Aktienkultur ist
das amerikanische Modell jedoch klar förderlicher.
Was sich auch in der Dominanz von US-Aktien im Weltaktienindex
MSCI World oder anderen globalen Benchmarks zeigt – und hierzulande
oft kritisiert wird. Wie sollten Anleger damit umgehen?
Rosen: Zunächst einmal nüchtern. Die Dominanz der USA
kommt schließlich nicht von ungefähr. Sie spiegelt die Größe,
Gewinnkraft und Innovationsstärke der Wirtschaft
wider. In den vergangenen 15 Jahren war es mit wenigen
Ausnahmen zumindest keine gute Idee, US-Aktien unterzugewichten.
Natürlich kann man andere Regionen im Depot
zeitweise stärker betonen. Wer Amerika jedoch dauerhaft
untergewichtet, geht ganz bewusst eine Wette gegen den
wichtigsten Kapitalmarkt der Welt ein.
Viele Anleger wollen aus Diversifizierungsgründen trotzdem genau
das: weniger USA und mehr Europa, Asien oder Schwellenländer. Wie
vernünftig ist das?
Rosen: Diversifikation ist grundsätzlich vernünftig, nur
darf man sie nicht mit einem Schutzschild verwechseln.
Wenn die USA kräftig korrigieren, bleiben Europa, Asien oder
Schwellenländer in der Regel davon nicht unberührt. Vielleicht
fallen manche Märkte weniger stark oder auch etwas
später – aber sie entkoppeln sich nicht. Wir erleben derzeit
einen neuen Technologieschub rund um künstliche Intelligenz
(KI), der sich vor allem in den USA und in Teilen Asiens,
aber nicht in Europa abspielt. Wenn ich mich als Anleger bewusst
davon fernhalte, reduziere ich nicht automatisch das
Risiko, sondern verpasse womöglich sogar Renditechancen.
Mit anderen Worten: Die Musik spielt weiter in Amerika?
Rosen: Meiner Meinung nach ja. Und leider gilt das aus europäischer
Sicht mehr denn je. Europa hat großartige Unternehmen,
exzellente Wissenschaft und hervorragende Talente.
Wenn Firmen aber mehr Kapital brauchen und in die
nächste Wachstumsphase wollen, gehen sie oft in den USA
an die Börse. Das ist ein strukturelles Problem für Europa. Es
fehlt uns an echter Kapitalmarktkultur, stärkerer Integration
der Märkte und mehr Akzeptanz dafür, privates Geld produktiv
in den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Solange wir
das nicht besser lösen, bleiben die USA der Taktgeber.
Sie erwähnten die große Bedeutung der KI. Viele Anleger treibt jedoch
die Sorge um, dass wir es hier mit der nächsten großen Blase
zu tun haben. Wie berechtigt ist diese Angst?
Rosen: Ich wäre mit dem Begriff „Blase“ vorsichtig. Eine Blase
bedeutet, dass im Kern keine wirtschaftliche Substanz vorhanden
ist. Das sehe ich bei KI nicht. Sie ist eine transformative
Technologie, zu der eher das Bild eines Goldrauschs passt:
Es gibt echte Chancen, aber nicht alle, die man heute feiert,
werden am Ende gewinnen. Das war beim Internet ähnlich.
Die Technologie ist geblieben, aber viele Unternehmen sind
verschwunden. Das dürfte auch bei der KI passieren.
Also werden am Ende nicht alle heutigen KI-Stars überleben?
Rosen: Davon gehe ich aus. Zu Beginn solcher Phasen erscheinen
alle Akteure als potenzielle Sieger. Später setzt jedoch
ein Verdrängungswettbewerb ein. Oft bleibt dann ein
Marktführer übrig, manchmal auch zwei. Es gibt ja auch
Die Musik spielt in Amerika
Europa hat ein strukturelles Problem und schöpft sein
wirtschaftliches Potenzial nicht aus. Dies spiegelt sich
auch in der relative Schwäche am Aktienmarkt wider
Globale Aktienindizes
Wertentwicklung in % seit 1.1.2023
S&P 500
MSCI Asia Pacific ex. Japan
Stoxx Europe 600
2023 2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
80
60
40
20
0
–20
Technologie als Schlüssel zum Erfolg
Aktien großer Technologiekonzerne sind in den
USA und zunehmend auch in Asien die zentralen
Kurstreiber. Europa hat davon leider viel zu wenige
Technologiewerte in globalen Aktienindizes
Gewichtung in %, Stand: April 2026
16
S&P 500 27
42
10
MSCI Asia Pacific 20
27
Stoxx Europe 600
Quelle: Bloomberg
3,8
7,0
8,2
2016
2021
2026
FOCUS MONEY 27/2026
43
moneymarkets
IM GESPRÄCH: FOCUS-MONEY-
Redakteur Sascha Rose traf
US-Börsenexpertin Monika
Rosen am Rande des Zertifikate
Kongress & Award Austria 2026
in Wien zum Interview
nicht fünf gleich große Suchmaschinen oder fünf gleich dominante
Onlinehändler. Bei KI wird es ebenfalls eine Bereinigung
geben. Wir sind dort aber noch nicht. Der Markt befindet sich
noch in einer Phase, in der viele Unternehmen gleichzeitig von
Fantasie und Kapital leben.
Wie tragfähig wirkt die aktuelle US-Börsenrally auf Sie angesichts der
Angst vor einer KI-Blase und vieler anderer Risiken?
Rosen: Die Gewinne der US-Unternehmen, gerade im
Technologiesektor, sind sehr hoch. Das unterscheidet sie von
rein spekulativen Übertreibungsphasen. Natürlich steigt
nach sehr guten Börsenjahren die Wahrscheinlichkeit für
Kursrückschläge. Wenn dann noch riesige Börsengänge dazukommen,
schauen viele Investoren ganz genau hin. Im
Kern sehe ich aktuell aber keine Luftnummer, sondern starke
Gewinne, viele Innovationen und Unternehmen, die ihre
Marktstellung ausbauen.
Worauf sollten Anleger also besonders achten?
Rosen: Ein Warnsignal wäre es, wenn die Gewinnerwartungen
wegbrechen, ohne dass der Markt dies einpreist. Oder
wenn sich die Story nur noch aus Hoffnung und nicht mehr
aus Zahlen speist. Derzeit ist das aber noch nicht der Fall. Deshalb
würde ich sagen: Wachsamkeit ja, Panik nein.
Welche Bedeutung hat in diesem Umfeld der amerikanische Konsument?
Höhere Benzinpreise, geopolitische Spannungen, teurere Kredite
müssten doch irgendwann auf die Stimmung drücken?
Rosen: Die Konsumenten sind nach wie vor das Rückgrat der
US-Wirtschaft. Interessant ist allerdings, dass zwischen Stimmung
und tatsächlichem Verhalten oft eine Lücke besteht. So
äußern sich viele Amerikaner zwar skeptisch, kaufen aber
trotzdem weiter ein. Das ist nicht ungewöhnlich. Schließlich
gibt es in den USA nicht umsonst den Begriff der „Retail Therapy“.
Das heißt aber nicht, dass steigende Benzinpreise oder
höhere Kreditkosten keine Belastung wären. Bislang sehe ich
aber keine massive Kaufzurückhaltung. Deshalb wäre ich mit
Rezessionsszenarien auch vorsichtig.
Welche Rolle spielt hierbei die US-Notenbank Fed?
Rosen: Eine extrem wichtige, allerdings nicht in dem Sinne,
dass sie sofort spektakulär handeln müsste. Das hat Kevin
Warsh nach seiner ersten Sitzung als neuer Fed-Chef auch
deutlich gemacht. Er möchte die Kommunikation der US-Notenbank
drosseln, um sich so viele Optionen wie möglich in
der Geldpolitik offen zu halten. In Reaktion darauf sind die
kurzfristigen US-Renditen auch gestiegen. Das heißt, der
Markt rechnet mittelfristig weiterhin mit Zinsanhebungen,
Senkungen sind de facto ausgeschlossen. Offenbar ist man
auch erleichtert, dass Warsh die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank
verteidigen will und nicht bereit ist, sich einem politischen
Druck zu beugen.
Zuletzt sind auch die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen wieder
gestiegen. Müsste das nicht den Aktienmarkt belasten?
Rosen: Die Renditen reagieren einerseits auf einen durchaus
restriktiv auftretenden neuen Fed-Chef. Aber sie reflektieren
auch die Tatsache, dass das Friedensabkommen mit dem Iran
(und damit verbunden die Öffnung der Straße von Hormus) offenbar
nicht ganz so leicht in die Tat umzusetzen sein wird
D
z
b
T
Die Konzentration nimmt zu
Der hohe Anteil von KI-Unternehmen am Aktienmarkt
stimmt nachdenklich. Bis es zur Bereinigungsphase
kommt, kann es allerdings noch dauern
Aktienmarkt-Blasen
Anteil Sektoren/Gruppen an der US-Marktkapitalisierung in %
*Anteil am MSCI ACWI; **Magnificient 7+AMD, Broadcom, Micron 70
63
Eisenbahnen
Nifty-Fifty-
Bluechips
44
40 41
Japan*
New Economy/
Internet
40
KI Big
10**
1835 1920 1972 1985 1992 1999 2006 2023 2030
50
30
10
Wachstum der S&P-500-Unternehmen
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
4,7
Umsatz
Gewinn*
Quelle: Bank of America Quelle: Factset UK Limited 2026
Weiterhin hohes Wachstum in Sicht
Die Börse erwartet bei US-Unternehmen auch in den
nächsten Jahren hohe Umsatz- und Gewinnsteigerungen.
Sie sind die Grundlage für steigende Kurse
2024
11,0
6,9
2025
12,2
11,1
22,8
2026e
7,2
15,5
7,4
12,5
2027e 2028e
*operativer Gewinn (Ebit)
44
FOCUS MONEY 27/2026
wie zunächst gedacht. Ganz generell kann man vielleicht sagen,
dass auch weiterhin mit einer gewissen Volatilität an den
Aktienmärkten zu rechnen sein wird. Eine echte Wende im
Sinne einer ausgeprägten Korrekturphase sehe ich allerdings
derzeit auch nicht.
Wie steht es um Donald Trump? Hat sich der Markt an ihn gewöhnt?
Rosen: Ganz verloren hat er seinen Einfluss sicher nicht. Die
Märkte reagieren vielleicht nur nicht mehr ganz so hektisch
auf seine Ankündigungen wie früher. Gleichzeitig befindet
sich der US-Präsident in seiner zweiten Amtsphase, und die
Kongresswahlen (Midterms) kommen im November auf ihn,
beziehungsweise die Republikaner zu. Das zeigt sich auch im
Friedensabkommen mit dem Iran. Viele Beobachter sind der
Meinung, die USA hätten hier zu viele Zugeständnisse gemacht.
Tatsache ist, Trump braucht sinkende Benzinpreise,
um seine Wählerschaft nicht zu verprellen.
Wie stabil erscheint Ihnen die Rolle des Dollars in dieser Weltlage?
Rosen: Der Dollar wird auf absehbare Zeit die dominierende
Reservewährung bleiben. Denn es gibt derzeit keine überzeugende
Alternative, die ihn ernsthaft vom Thron stoßen
könnte. Der Euro leidet unter den bekannten Strukturproblemen
und Gold ist eher eine Ergänzung als ein Ersatz. In geopolitischen
Krisen zeigt sich zudem immer wieder, dass Anleger
in US-Assets flüchten. Das spricht für den Dollar.
Welche strukturelle Herausforderung der USA wird aus Ihrer Sicht derzeit
am meisten unterschätzt?
Rosen: Die Frage ist, wie breit der Wirtschaftsboom tatsächlich
ankommt. Die USA sind sowohl wirtschaftlich als auch
gesellschaftlich stark gespalten. Wenn KI und neue Technologien
vor allem einige wenige Zentren noch reicher machen,
verschärft das die bestehenden Spannungen. Die Herausforderung
wird daher sein, möglichst viele Menschen an diesem
Wandel teilhaben zu lassen.
Welches Szenario könnte die Märkte in den kommenden zwölf Monaten
am ehesten überraschen?
Rosen: Viele Anleger fürchten derzeit eine stärkere Korrektur
an den Märkten, sei es wegen des KI-Booms, der Geopolitik
oder steigender Zinsen. Vielleicht wird deshalb die Möglichkeit,
dass die Rally weiter läuft, derzeit am wenigsten für
wahrscheinlich gehalten. Doch wie heißt es: Der Markt überrascht
gern die größtmögliche Zahl von Menschen. Das bedeutet
natürlich nicht, dass die Risiken auf einmal verschwunden
wären. Die Börsen befinden sich aber auch nicht in einer
sorglosen Euphorie wie zur Jahrtausendwende.
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WERBUNG
JETZT AKTIEN
ZEICHNEN
ZEICHNUNGSZEITRAUM: 10.06. BIS 22.07.2026
Diese Mitteilung ist eine Werbung. Die Entscheidung zur Investition sollte ausschließlich auf Basis des veröffentlichten Prospekts
erfolgen. Der vollständige Prospekt ist unter biogena.com/aktie abrufbar.* Um die potenziellen Risiken und Chancen einer Anlageentscheidung
in die Wertpapiere vollends zu verstehen, sollte diese Entscheidung erst nach Durchlesen des gesamten Prospektes
getroffen werden. Die Billigung des Prospekts durch die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde ist nicht als Befürwortung
der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Eine Investition in Aktien
ist mit Risiken verbunden und kann bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
BIOGENA.COM/AKTIE
Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen. Führende
Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Murat Örs, Vorstandsmitglied & Regionalmanager VTAD Hamburg
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z
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Quelle: Factset UK Limited 2026
CHARTSIGNAL DER WOCHE
Doppelboden bietet günstigen Einstieg
Die Aktie des Mini-Kernreaktorherstellers Nuscale Power aus den
USA bildet derzeit einen Doppelboden aus, der ein starkes Anstiegspotenzial
verspricht. Das bietet die Chance auf einen frühen Einstieg
NuScale Power Kurs in USD
200-Tage-Linie
Bodenbildung
2024 2025 2026
Widerstände
40
30
20
10
0
Nach dem Tief im April hat die Aktie von Nuscale
Power (ISIN: US67079K1007) kürzlich ein zweites Tief ausgebildet.
Dadurch zeichnet sich ein möglicher Doppelboden
ab. Ein Anstieg über rund 13 US-Dollar (auf Wochenbasis)
würde diese Formation bestätigen. Unterstützend
wirken historisch hohe Volumenanstiege, die auf ein starkes
Kaufinteresse hindeuten. Solange der Aktienkurs
über dem unlängst lokalen Tief von zehn Dollar bleibt, ist
eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends absehbar.
Risikobereite Anleger könnten daher über einen frühen
Einstieg zwischen zehn und 13 Dollar nachdenken – mit einem
Eingangsstopp knapp unterhalb von neun Dollar. Alle
anderen warten die Bestätigung des Aufwärtstrends ab
und steigen nach einem Durchbruch des Widerstands bei
13 Dollar ein – oder auch erst nach einem Rücksetzer in
diesem Bereich. Das erste Kursziel liegt bei einem Widerstand
von 14,85 Dollar, das nächste im Bereich des Widerstands
bei etwa 20 Dollar. Ein Rutsch unter den Eingangsstopp
würde den Aufwärtstrend beenden und könnte den
Kurs in den Bereich von sieben Dollar und tiefer befördern.
Zur Info! Die Aktie ist nur an der Börse in New York oder
außerbörslich über die Société Générale handelbar.
WETTE
DER WOCHE
DALDRUP
Eine Menge
heißes Wasser
von STEFAN RIEDEL
Kräftige Korrektur
Daldrup
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
25
20
15
10
5
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
DAS AUF FLACH- UND TIEFBOH-
RUNGEN für Geothermieprojekte
spezialisierte Unternehmen hat auf
seinem Kapitalmarkttag bekräftigt,
vor einem neuen Wachstumsschub
zu stehen. Verglichen mit 2025 soll
die Gesamtleistung in diesem Jahr
zwar um weniger als 15 Prozent auf
58 Millionen Euro wachsen. Die operative
Marge könnte von 17,2 auf 11,5
bis 13,5 Prozent schrumpfen. Der
Grund dafür ist, dass das aktuell größte
Bohrprojekt erst in den nächsten
Monaten umsatzwirksam wird. Zugleich
betont der Vorstand, dass Daldrup
(DE0007830572) in diesem Jahr
mit weiteren Zuschlägen aus Ausschreibungen
rechnet, an denen sich
das Unternehmen beteiligt hat.
Mittelfristig ist und bleibt Daldrup
sehr gut aufgestellt. Die 120 Millionen
Euro Auftragsbestand entsprechen
mehr als dem Doppelten der für 2026
erwarteten Gesamtleistung. Ein großer
Wettbewerbsvorteil von Daldrup:
Die Firma deckt die gesamte Wertschöpfungskette
ab, angefangen von
der Machbarkeitsstudie über die Bohrung
und die Errichtung eines Thermalwasserkreislaufs
bis zum Kraftwerksbau
und der anschließenden
Versorgung mit Fernwärme. Zur vielversprechenden
Geschäftsentwicklung
kommt die überaus robuste Bilanz
und die hohe Profitabilität.
Schafft es Daldrup in den nächsten
Quartalen, die Umsätze aus dem
Großprojekt einzubuchen und zugleich
neue Aufträge an Land zu ziehen,
steht das im Nebenwertesegment
Scale gelistete Unternehmen
spätestens 2027 vor einem Umsatzund
Gewinnsprung. Fundamental
gerechtfertigt wäre dann ein Kursziel
von 30 Euro für das westfälische
Unternehmen.
46 FOCUS MONEY 27/2026
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FOCUS MONEY 27/2026
47
moneymarkets
Herzlichen Glückwunsch! (vorne v.l.n.r.): Andrea Machost (Laudatorin), Christina Rühl-Hamers (Nominierte Corporate), Souâd Benkredda (Gewinnerin
Corporate), Georg Meck (Jury, Laudator), Tijen Onaran (Moderation), Lydia Rullkötter (Vorständin Hubert Burda Media), Freya Früh (Nominierte Fin-Fluencer),
(hinten v.l.n.r.): Heike Bangert (Jury), Jan Berg (Laudator, Jury), Elena von Metzler (Gewinnerin Editors‘ Choice), Bianca Brunner (Nominierte High Potentials),
Ralph Hientzsch (Laudator, Jury), Kristina Lindenbaum (Gewinnerin High Potentials), Ina Schlie (Gewinnerin Start-up), Nina Habicht (Nominierte Fin-Fluencer),
Anja Mikus (Laudatorin), Corinne Brecher (Gewinnerin Fin-Fluencer), Stefanie Rainer (Nominierte Start-up), Camilla Sohn (Nominierte Fin-Fluencer),
Eileen Hügle (Nominierte Start-up) in Kooperation mit BMW Group, Consileon, Ökoworld, MLP und FrankfurtRheinMain
AWARD
#FFA26:
Female Finance
Award 2026
BURDA-FRAUEN:
Katrin Sachse (Bunte), Franziska
Reich (FOCUS), Heike Bangert (FOCUS
MONEY), Anke Helle (Freundin) mit
Tijen Onaran (Global Digital Women)
GASTGEBER:
Heike Bangert (FOCUS MONEY), Tijen Onaran
(Global Digital Women), Lydia Rullkötter
(Hubert Burda Media), Georg Meck (FOCUS,
FOCUS MONEY)
Exzellente Frauen in der Finanzbranche –
das sind Frauen, die Verantwortung
übernehmen, Kapital bewegen, Unternehmen
aufbauen, Vermögen managen
und die Finanzwelt von morgen gestalten
von HEIKE BANGERT
PARTY:
Inspiration, Austausch und starke Impulse
für die Zukunft der Finanzbranche
48 Fotos: St. Päffgen/FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
moneymarkets
IM GESPRÄCH:
Ina Schlie (Encourages
Ventures)
AUFMERKSAM:
mehr als 120 Gäste verfolgen
die Preisverleihung im „Friedas
– Bar and Kitchen“
Inmitten des Frankfurter Bankenviertels
feierte FOCUS MONEY den
FOCUS MONEY Female Finance
Award (FFA) 2026 – das fünfte Mal in
Folge. Mehr als 120 hochkarätige
Gäste aus der Finanz- und Medienbranche
sind der Einladung gefolgt,
um erfolgreiche Frauen auszuzeichnen
und zu feiern. Sie gestalten heute
schon die Finanzwelt von morgen
– auf der Basis solider Finanzen, angetrieben
von künstlicher Intelligenz
und Blockchain, hin zu mehr
weiblicher Führung und einer höheren
Vielfalt von Mitarbeitenden unterschiedlicher
Migrationsbiografien,
Religionen und Altersgruppen.
Verliehen wurde der FFA an einflussreiche
Frauen aus Wirtschaft
und Politik (Corporate), Aufsteigerinnen
aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Politik (High Potential), Frauen
aus der Gründerszene (Start-up) und
Frauen, die das Thema Finanzen
über Social Media vorantreiben (Fin-
Fluencer). Erstmals vergeben wurde
der Sonderpreis Editors’ Choice.
„Der Female Finance Award ist
wichtig, weil Frauen in der Finanzbranche
in der Defensive sind – nur 22
Prozent der Vorstandsplätze sind mit
Frauen besetzt – das muss sich ändern“,
begrüßte Georg Meck, Chefredakteur
FOCUS und FOCUS MONEY,
die Gäste. „Karriere beginnt dort, wo
wir Ja sagen“, ermutigte Heike Bangert,
FFA-Co-Initiatorin bei FOCUS
MONEY, herkömmliche Verhaltensmuster
zu überprüfen und selbstbewusst
für sich einzustehen.
FINANZ-FRAUEN:
Christina Roßberger-Schulz
(MLP Finanzberatung SE),
Christina Rühl-Hamers
(FC Schalke 04)
GUTE LAUNE:
Anette Walker (Media-
Walker), Annabelle
Düchting (J .P. Morgan
Asset Management)
FOCUS MONEY 27/2026
SMALL TALK:
Lydia Rullkötter (Hubert
Burda Media), Jan Berg
(MLP Finanzberatung SE)
GEWINNERINNEN:
Ina Schlie (Encourages Ventures), Souâd
Benkredda (DZ Bank), Elena von Metzler (Bankhaus
Metzler), Corinna Brecher (Portfolio-
Heldinnen), Kristina Lindenbaum (dwpbank)
Die Jury
Wiebke Ankersen,
Geschäftsführerin
Allbright Stiftung
Heike Bangert, Head of
News FOCUS MONEY
Jan Berg,
Vorstandssprecher MLP
Finanzberatung SE
Anke Helle, Chefredakteurin
FREUNDIN
Ralph Hientzsch,
Geschäftsführender
Gesellschafter
Consileon
Phoebe Kebbel, Partnerin
The European Exco,
Gründerin Working
Mums
Andrea Boenicke,
Geschäftsführerin Burda-
Verlag DataPublishing
Georg Meck, Chefredakteur
FOCUS & FOCUS
MONEY
Mateja Mögel, Chefredakteurin
FREUNDIN
Unsere
Partner
Hildegard Müller,
Präsidentin Verband der
Automobilindustrie (VDA)
Tijen Onaran, CEO Global
Digital Women
Lisa Osada,
Gründerin Aktiengram
Marie-Christine Ostermann,
Präsidentin „Die
Familienunternehmer“
Oliver Pfeil,
CEO Ökoworld AG
Franziska Reich,
Chefredakteurin FOCUS
Katrin Sachse, Stellv.
Chefredakteurin BUNTE
Monika Schnitzer,
Vorsitzende der Wirtschaftsweisen
Sabine Schoon-Renné,
Bereichsvorständin
Commerzbank für Comdirect
Miriam Wohlfarth,
Gründerin Banxware
Nina Zimmermann, CEO
Kununu
49
moneymarkets
Die Gewinnerinnen. Fachkundig
und charmant moderiert von der Unternehmerin
Tijen Onaran („Wer die
Zukunft der Finanzbranche gewinnen
will, kann auf Frauen nicht verzichten.“),
wurden fünf Preise verliehen –
darunter in der Kategorie Fin-Fluencer
an die Schweizerin Corinne Brecher,
die mit ihrer Plattform Portfolio-Heldinnen
Wissen um strategische Finanzplanung
und Portfolioaufbau
vermittelt. „Bitte weitermachen“, ermutigte
Laudator Ralph Hientzsch
(Consileon).
Andrea Machost (Ökoworld) hielt die
Laudatio auf Ina Schlie, die Siegerin in
der Kategorie Start-up. „Ina Schlie verbindet
tiefe Finanz- und Technologie-
Expertise mit einem unermüdlichen
Einsatz für Diversität“, begründete sie
die Entscheidung für die Gründerin
des Netzwerks Encourage Ventures.
Kristina Lindenbaum, Vorständin
der Deutsche WertpapierService Bank
AG (dwpbank), machte das Rennen in
der Kategorie High Potential. „Sie
schafft die Grundlage dafür, dass Investieren
für mehr Menschen erreichbar
wird, und setzt sich zudem für
mehr Sichtbarkeit und Teilhabe von
Frauen in der Finanzwelt ein“, begründete
Laudatorin Anja Mikus, Chefin
des Atomfonds Kenfo.
Mit Souâd Benkredda stand eine Gewinnerin
unter drei nominierten Spitzenfrauen
auf der Bühne, die nicht nur
den Preis in der Kategorie Corporate
mit nach Hause nehmen durfte, sondern
ab 1. Juli bei der DZ Bank zur
stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden
aufrückt. „Ich würde die Entscheidung
als Dreiklang bezeichnen: erstens
der Lebenslauf, zweitens die
Persönlichkeit und drittens das Engagement“,
fasste Laudator Jan Berg
(MLP Finanzberatung SE) die entscheidenden
Punkte zusammen.
Kaum eine andere Frau ist so eng verbunden
mit dem Finanzplatz Frankfurt
wie Elena von Metzler. Für ihr Engagement
wurde die Gesellschafterin des
Bankhauses Metzler mit 352-jähriger
Geschichte mit dem Sonderpreis Editors‘
Choice ausgezeichnet – ganz im
Sinne von Natasha Rohde, die als Präsidentin
der IHK Hanau-Gelnhausen,
die Keynote zum Finanzplatz Frankfurt
gehalten hat.
Editors’ Choice
Sonderpreis der
Redaktion
Vertraut mit dem
Thema Geld
Über Geld spricht man nicht? Auf das
Zuhause von Elena von Metzler traf
das nicht zu. „Unser Vater brachte die
Themen aus der Bank mit nach Hause“,
erzählt die heutige Gesellschafterin
des Bankhauses Metzler. Ihr erstes
eigenes Investment tätigte sie früh.
Die geschenkten 50 Mark ihrer Oma
legte die damals Zwölfjährige bei Papas
Bank an. Der kaufte zwei Fondsanteile
davon.
Der Einstieg ins Familienunternehmen
war keinesfalls von Anfang an geplant.
Im Gegenteil: „Ich hatte viele Interessen
und vieles ausprobiert. Die Bank
war nicht das erste, was mir damals in
den Sinn gekommen ist“, erzählte von
Metzler bei der Preisverleihung des FO-
CUS MONEY Female Finance Award in
Frankfurt. Das änderte sich nach einem
„Probejahr“. Da habe sie verstanden,
„was es für ein Privileg ist, in einem Umfeld
arbeiten zu können, mit dem ich
mich zu 100 Prozent identifiziere und
das ich gestalten und führen kann“. Vor
allem für Frauen will sie die Arbeit im
Bankhaus attraktiver machen.
Für ihr außergewöhnliches Engagement
in der Finanzbranche und am Finanzstandort
Frankfurt ist Elena von
Metzler mit dem erstmals vergebenen
FOCUS-MONEY-Sonderpreis „Editors‘
Choice“ ausgezeichnet worden.
EDITORS‘ CHOICE: Laudator Georg Meck
(FOCUS, FOCUS MONEY), Gewinnerin Elena
von Metzler (Bankhaus Metzler), Moderatorin
Tijen Onaran (Global Digital Women)
Corporate
Einflussreiche Frauen
aus Wirtschaft
und Politik
Top-Frauen an
der Spitze
Powerfrauen als Chefs sind in der Finanzbranche
immer noch in der Minderheit.
Doch es gibt sie – und es werden
immer mehr. Sie gestalten die
Finanzwelt von morgen, scheuen weder
Macht noch Verantwortung und
sind damit Vorbild für andere.
Das trifft in besonderem Maße auf
die Gewinnerin Souâd Benkredda zu.
Sie verantwortet als Vorständin und
designierte Deputy CEO der DZ Bank
das Kapitalmarktgeschäft, Treasury
sowie internationale Aktivitäten. Damit
gestaltet sie die strategische Positionierung
eines der wichtigsten Finanzinstitute
Deutschlands.
Auch Christina Rühl-Hamers hätte
den Preis verdient. Als erste Frau im Finanzvorstand
eines Bundesligisten –
FC Schalke 04 – steht sie seit 2020
für die wirtschaftliche Stabilisierung
und strategische Neuausrichtung eines
der traditionsreichsten Fußballvereine
Deutschlands. Dabei verbindet
sie betriebswirtschaftliche Disziplin mit
der Dynamik des Fußballgeschäfts.
Christina Ellringmann führt seit
2025 das Deutschlandgeschäft von
Bain & Company und begleitet Unternehmen
bei zentralen Transformationsprozessen
– von Strategie über
Digitalisierung bis hin zu Performance-Verbesserung.
CORPORATE: Laudator Jan Berg (MLP
Finanzberatung SE), Souâd Benkredda (DZ
Bank), Moderatorin Tijen Onaran (Global
Digital Women)
50
Fotos: St. Päffgen/FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
Start-up
Frauen aus
der Gründerszene
Fin-Fluencer
Frauen, die das Thema
Finanzen über Social
Media vorantreiben
High Potential
Aufsteigerinnen aus
Wirtschaft, Wissenschaft
und Politik
Die Lösungen der
Gründerinnen
Gründerinnen sind auf dem Vormarsch
– sie sind bei Start-ups mit nur
rund 19 Prozent allerdings deutlich unterrepräsentiert.
Was insgesamt fehlt,
ist Risikokapital. „Wir haben im Vorjahr
in Deutschland nur sieben Milliarden
Euro investiert“, gibt Ina Schlie zu Bedenken.
Ein Vielfaches davon wäre ihrer
Meinung nach notwendig gewesen.
Mit Encourages Ventures setzt
sie auf die Förderung und Finanzierung
von Start-ups – vor allem mit Fokus
auf Diversität und weibliches Unternehmertum.
Dafür wurde sie mit
dem Female Finance Award in der Kategorie
„Start-up“ ausgezeichnet.
Ebenfalls nominiert war Steffanie
Reiner. Mit reo treibt sie die Transformation
hin zu einer funktionierenden
Kreislaufwirtschaft in der Verpackungsindustrie
voran. Mit wiederbefüllbaren
Systemen und skalierbaren
Lösungen für die Industrie, adressiert
sie eines der drängendsten Probleme
unserer Zeit: Verpackungsmüll.
Die dritte Finalistin, Nina Habicht,
entwickelte mit Dreamleap eine
hochmoderne KI-Plattform für Unternehmen,
vor allem in regulierten Branchen
wie Banken und Gesundheit.
Ziel der Plattform ist es, komplexe Prozesse
effizienter zu gestalten, um so
Produktivitätsgewinne zu erzielen.
Keine Frage des
Einkommens
Dass Vermögensaufbau „keine Frage
des Einkommens, sondern der richtigen
Entscheidungen ist“, sind sich
Fin-Fluencer wie Camilla Sohn sicher.
Über die Plattform Caminvest will sie
Frauen dabei unterstützen, Vermögensaufbau,
Kapitalmarktwissen und
finanzielle Unabhängigkeit selbstbestimmt
in die Hand zu nehmen – mithilfe
von Workshops, strategischen Anlagekonzepten
bis hin zur individuellen
Begleitung.
Auch Freya Früh ist überzeugt, dass
finanzielle Bildung nicht exklusiv, kompliziert
oder einschüchternd sein darf
– sondern verständlich, praxisnah und
für jede Lebensrealität zugänglich. Ihre
Plattform Frau-Finanzen erleichtert
Frauen den Zugang zu Finanzwissen,
Investmentstrategien und Vermögensaufbau
– über Coachings, Bildungsformate
und eine starke Community.
Mit dem FOCUS MONEY Female Finance
Award in der Kategorie „Fin-Fluencer“
wurde in diesem Jahr Corinne
Brecher ausgezeichnet. Mit ihrer Initiative
Portfolio-Heldinnen vermittelt
sie Wissen rund um ETFs, Aktien, Portfolioaufbau
und strategische Finanzplanung.
So will sie finanzielle Bildung
aus der Nische holen und Frauen dazu
ermutigen, Investmententscheidungen
selbst zu treffen.
Frauen auf dem
Weg nach oben
Aufsteigerinnen bilden die weibliche
Pipeline für zukünftige Vorstands- und
Schlüsselpositionen. Erstmals in diesem
Jahr haben FOCUS MONEY und
die Jury die „High Potentials“ der
Finanzbranche ausgezeichnet.
Die Gewinnerin heißt Kristina Lindenbaum.
Sie verantwortet im Vorstand
der Deutsche Wertpapier Service
Bank (dwpbank) den Bereich
Kunde und digitale Transformation und
treibt die Modernisierung zentraler
Wertpapierprozesse voran. Parallel
setzt sie sich im Netzwerk „power.women.dwpbank“
für mehr Teilhabe von
Frauen in der Finanzwelt ein.
Nominiert war auch Bianca Brunner.
Sie ist als Teamlead Database Core
Systems bei Debeka für zentrale Datenbanksysteme
zuständig und trägt
damit zur Stabilität und Skalierbarkeit
der IT-Infrastruktur eines großen Versicherers
bei. Zudem begleitet sie Frauen
als Mentorin im Rahmen des IHK
Cross Mentorings und bei CURIA e.V.
Ins Finale schaffte es zudem Eileen
Hügle. Als Head of Treasury bei Eurogrid
steuert sie komplexe Finanzierungsstrukturen,
optimiert Kapitalflüsse und
schafft die Grundlage für milliardenschwere
Infrastrukturprojekte. Bei der
Initiative „F:AST“ setzt sie sich für das
Thema „Frauen und Finanzen“ ein.
START-UP: Ina Schlie (Encourages
Ventures), Laudatorin Andrea Machost
(Ökoworld), Moderatorin Tijen Onaran
(Global Digital Women)
FIN-FLUENCER: Laudator Ralph Hientzsch
(Consileon), Gewinnerin Corinne Brecher
(Portfolio-Heldinnen), Moderatorin Tijen
Onaran (Global Digital Women)
HIGH POTENTIAL: Gewinnerin Kristina
Lindenbaum (dwpbank), Laudatorin Anja
Mikus (Kenfo), Moderatorin Tijen Onaran
(Global Digital Women)
FOCUS MONEY 27/2026
Fotos: St. Päffgen/FOCUS MONEY 51
moneymarkets
ZERTIFIKATE-SERIE
MIT
ZERTIFIKATEN
CLEVER
INVESTIEREN
T E
I L 4
DISCOUNTZERTIFIKATE
Mit Rabatt an die Börse
Discountzertifikate bieten Anlegern ein Sicherheitspolster, dafür müssen sie allerdings auf zu
hohe Renditechancen verzichten. FOCUS MONEY hat ein Aktiendepot und ein Discounterdepot
miteinander verglichen und die strukturierten Produkte zum Sieger gekürt
von DIRK REICHMANN
GESCHENK: Discountzertifikate
können
Seitwärtsrenditen
generieren
Das Wesen der Discountzertifikate
Anleger erwerben Basisobjekte mit Preisabschlag. Der dient als Puffer gegen Verluste. Dafür wird die Gewinnchance
durch die Obergrenze (Cap) begrenzt. Ein Discounter ist ideal für Seitwärtsmärkte und zur Adjustierung eines Depots
Funktionsweise und Kernkomponenten
Strategien und Risiken
Der Cap begrenzt
Passgenaue Chancen-Risiko-Profile
die Gewinnchance:
(Gewinne nur bis zur
Offensiver Cap
festen Kursobergrenze)
über aktuellem Kurs
Cap (Cbergrenze)
Abrechnung am Laufzeitende Risiko
Chance
• Cash-Rückzahlung
• Physische Lieferung der
Defensiver Cap
Kurs des Basiswerts
Aktien oder Cash
unter aktuellem Kurs
90 €
Kauf mit
Discount
Szenario am
Laufzeitende
Kurs fällt
auf 90€
Direktinvestment
(Aktie)
10% Verlust
Discount-Zertifikat
(90€ Kauf/100€ Cap)
+/– 0%
(Puffer durch Discount)
Emittentenrisiko beachten
Als Inhaberschuldverschreibungen keine
Einlagensicherung: Anleger trägt das
Solvenzrisiko der Bank!
Der Discount als
Sicherheits-Puffer
(man kauft günstiger,
z.B. 90€ statt 100€)
Kurs stagniert
bei 100€
Kurs steigt
auf 120€
0% Rendite
20% Gewinn
+11,1 % Gewinn
(Seitwärtsrendite)
+11,1 % Gewinn
(Begrenzt durch Cap)
Ideal für Seitwärtsphasen
Strategie glänzt bei stagnierenden oder
leicht schwankenden Märkten.
Quelle: eigene Recherche
52 Foto: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
An den Kapitalmärkten herrscht ein Paradoxon. Während
bedeutende Aktienindizes sukzessive ansteigen,
machen geopolitische Wirren und ökonomische Probleme
vielen Aktien zu schaffen. So verlor die Aktie des deutschen
Autobauers BMW jüngst acht Prozent, weil eine Gewinnwarnung
die Anleger verschreckte.
Unsicherheiten nutzen. In diesem Umfeld stoßen Long-
Only-Strategien an ihre Grenzen, da sie auf kontinuierliche
Kurszuwächse angewiesen sind. Eine Lösung könnten Discounter
bieten, die Seitwärtsrenditen generieren und die
Equity-Kurve gegen Rücksetzer immunisieren können.
In der vierten Folge der FOCUS-MONEY-Zertifikateserie
„Mit Zertifikaten clever investieren“ widmen wir uns diesen
strukturierten Produkten. Discountzertifikate bieten Anlegern
einen Rabatt, den sogenannten Discount. Anleger sind
damit so etwas wie Schnäppchenjäger im Sommerschlussverkauf
– und das ganz bequem vom heimischen Computer
aus. Es gibt keinen Kampf an den Kassen des Einkaufszentrums
und keinen Hitzekoller.
Anleger erhalten bei Discountzertifikaten also einen Preisabschlag.
Der wirkt verlockend. Dass es das nicht umsonst
gibt, ist klar. Anleger verzichten auf unbegrenzte Gewinnchancen,
da sie einer starken Hausse des Basisobjekts (Aktie,
Index usw.) tatenlos zusehen müssen. Nach Laufzeitende ist
die Auszahlung auf die Höhe des Caps begrenzt.
Dafür erhalten Anleger einen Sicherheitspuffer. Discountzertifikate
eignen sich daher besonders für stagnierende oder
leicht schwankende Märkte. Sie ahnen bereits, wie ein Discountzertifikat
funktioniert. Notiert eine Aktie beispielsweise
bei 100 Euro, kostet das Discountzertifikat nur 80 oder 90
Euro. Das ist großartig, denn selbst wenn die Aktie um zehn
oder 20 Prozent fällt, erleiden Sie am Ende der Laufzeit des
Zertifikats keinen Verlust.
Es lohnt sich, einen Blick auf die Struktur eines Discountzertifikats
zu werfen. Es besteht aus zwei Komponenten:
■ Long Call (Basispreis Null): Diese Komponente hat keinen
direkten Dividendenanspruch. Die erwarteten Dividenden
fließen stattdessen wertmindernd in den Preis des Calls ein.
■ Short Call (Basispreis auf Cap-Niveau): Durch den Verkauf
dieser Kaufoption verzichtet der Anleger auf Kurssteigerungen
oberhalb des Caps. Die vereinnahmte Optionsprämie finanziert
den Preisabschlag gegenüber dem Kassakurs.
Ohne es zu wissen, tummeln sich Anleger mit Discountzertifikaten
auf dem Feld des Terminmarkts. Verstehen Sie
dabei die Volatilität als entscheidenden Rendite-Treiber. Da
der Discount maßgeblich durch den Verkauf einer Call-Option
finanziert wird, korreliert die Attraktivität der Konditionen
des Discountzertifikats direkt mit der impliziten Volatilität.
FOCUS MONEY startete einen Versuch. Wir verglichen einen
gleichgewichteten Korb aus drei Aktien (BMW, Nordex,
Auto1) mit einem gleichgewichteten Korb aus Discountern
auf diese drei Basisobjekte (siehe Kasten unten). Die drei Discountzertifikate
im Einzelnen finden Sie auf Seite 54.
DIE ANALYSE
Von konservativ
bis spekulativ
Die Aktien geschlagen
Die starken Kurskorrekturen des
Aktiendepots machte das Discounterdepot
nicht mit. Es konnte insgesamt
eine bessere Performance erzielen
Discountzertifikate
in Euro
Aktien-Depot
Zertifikate-Depot
–12%
–14%
2026
FEB MÄR APR MAI JUN
Quelle: Onvista, eigene Berechnung
FOCUS MONEY 27/2026
3000
2900
2800
2700
2600
2500
Seit Jahresanfang hat die Hälfte der
Dax-Aktien Gewinne erzielt, die andere
Hälfte notiert im Minus. Da sinkt die
Wahrscheinlichkeit, einen Renditebringer
zu erwischen. Discountzertifikate ermöglichen
es Anlegern, ihr Chance-Risiko-
Profil besser auszugestalten.
Anleger müssen entscheiden, wo der
Aktienkurs am Laufzeitende des Discountzertifikats
notieren soll. Die Zeitfrage
ist wichtig, ebenso wie die Frage, ob
der Aktienkurs dann überhaupt oberhalb
des Caps liegt. Denn nur dann erhalten
Sie die maximale Auszahlung. Sie können
sich zwei Faustregeln merken:
■ Je weiter der Cap unter am aktuellen
Aktienkurs liegt, desto niedriger ist die
Maximalrendite. Damit sinkt zugleich
auch das Risiko.
■ Je weiter der Cap über dem aktuellen
Aktienkurs liegt, desto höher sind
Maximalrendite und Risiko.
Wie geht man am besten vor? Das
hängt vom jeweiligen Anlegertyp und
seiner Risikoneigung ab.
FOCUS MONEY fand drei Basisobjekte,
die sich allesamt durch eine hohe implizite
Volatilität auszeichnen. Das verbessert
die Konditionen (Discount,
Rendite) der Discountzertifikate. Als Basisobjekte
nutzten wir die Aktien BMW,
Nordex und Auto1. BMW ist ein deutscher
Autobauer, den die Fallsucht plagt. Nordex
spielt mit Windkraftanlagen die Energiewende.
Auto1 ist Europas größter
Handelsplattform für Gebrauchtwagen.
In jede Aktie investierten wir am 2. Februar
1000 Euro. Diesen Aktienkorb stellten
wir dem Discounterkorb gegenüber
(siehe Grafik links). In jeden Discounter
hatten wir 1000 Euro investiert. Auch dieser
Korb war zu Beginn der Analyse
3000 Euro wert. Am 16. Juni war das Aktiendepot
3017 Euro wert, das Discounterdepot
3142 Euro. Dieser Punkt geht
an das Discounterdepot. Anmerkung:
Strukturierte Produkte schütten keine Dividenden
aus und unterliegen dem Emittentenrisiko.
Discountzertifikate gleichen
dies durch ein geringeres Risiko aus.
53
moneymarkets
D
z
b
T
DISCOUNTZERTIFIKAT AUF BMW
Vier Prozent Maximalrendite
Anfang des Jahres sind Sie kein großer Fan der BMW-Aktie. Da Sie jedoch
nichts ausschließen wollen, auch keine starke Abwärtsbewegung des Basisobjekts,
analysieren Sie ein Discountzertifikat. FOCUS MONEY denkt wie Sie
und fand ein defensives Produkt. Der Discount liegt aktuell bei fast 21 Prozent.
Damit erhalten wir das Discountzertifikat 21 Prozent günstiger als das Basisobjekt.
Erst wenn die Aktie um mehr als 21 Prozent fällt, erleidet man einen
Verlust. Liegt der Aktienkurs am Laufzeitende auf oder über dem Cap, erhalten
Sie am Rückzahlungstermin 50 Euro. Das entspricht einer Maximalrendite
von aktuell 4,30 Prozent. Wurde das Cap unterschritten, erhalten Sie einen
Geldbetrag, der dem aktuellen Aktienkurs von BMW entspricht.
BMW
Angaben in Prozent
Discountzertifikat auf BMW
0
– 10
– 20
BMW
2026
– 30
JAN
JUL
Quelle: Factset UK Limited 2026, Onvista, eigene Berechnung
DISCOUNTZERTIFIKAT AUF NORDEX
Zwölf Prozent Maximalrendite
Wir haben ein Discountzertifikat auf Nordex ins Depot gelegt. Der Aktienkurs
liegt in der Nähe des Caps und befindet sich somit „am Geld“. FOCUS
MONEY traut Nordex einiges zu, möchte allerdings defensiver agieren. Während
Abwärtsbewegungen verhält sich ein Discountzertifikat häufig robuster.
Der Cap liegt bei 45 Euro, der Discount beträgt aktuell 13 Prozent. Der Aktienkurs
dürfte bis zum Laufzeitende am 18.12.2026 also um 13 Prozent fallen, ohne
dass Sie einen Verlust erleiden würden (ohne Gebühren und Steuern). Wenn
der Aktienkurs von Nordex am Ende der Laufzeit über dem Cap liegt, erhalten
Sie 45 Euro. Liegt der Aktienkurs von Nordex am Fälligkeitstag unter dem
Cap, erhalten Sie Aktien. Diese können Sie dann halten oder verkaufen.
Nordex
Angaben in Prozent
Nordex
Discountzertifikat auf Nordex
2026
JAN
Quelle: Factset UK Limited 2026, Onvista, eigene Berechnung
50
40
30
20
10
0
– 10
JUL
DISCOUNTZERTIFIKAT AUF AUTO1
36 Prozent Maximalrendite
Der Aktienkurs von Auto1 liegt „out of the money“. Er notiert derzeit bei
21,50 Euro und liegt damit deutlich unter dem Cap von 25 Euro. Das ist ein
großer Abstand, durch den das Discountzertifikat auf Auto1 der Aktie bereits
sehr nahe kommt. Dennoch beträgt der Discount aktuell 14 Prozent und die
Maximalrendite liegt bei 36 Prozent. Diese erhalten Anleger, wenn der Aktienkurs
von Auto1 am 18.06.2027 auf oder über dem Cap liegt. FOCUS MO-
NEY hat bei diesem Discountzertifikat eine längere Laufzeit als bei den beiden
anderen gewählt. Die Wahl der Laufzeit bleibt den Anlegern überlassen.
Liegt der Aktienkurs am Ende der Laufzeit unter dem Cap, erhalten Anleger
am Rückzahlungstermin einen Rückzahlungsbetrag in Euro.
Auto1
Angaben in Prozent 10
0
Discountzertifikat auf Auto1
– 10
– 20
– 30
Auto1 – 40
2026
– 50
JAN
JUL
Quelle: Factset UK Limited 2026, Onvista, eigene Berechnung
Drei Discountzertifikate für ein Depot
Discountzertifikat auf … (Emittent) ISIN Laufzeit Kurs aktuell Cap max. Rückzahlung Discount Maximalrendite Implizite Volatiltät
BMW (DZ Bank) DE000DY1Q1X9 18.12.26 47,93 € 50,00 € 50,00 € 20,89 % 4,30 % 34,74 %
Nordex (Société Génerale) DE000FD9A5S9 18.12.26 39,95 € 45,00 € 45,00 € 13,16 % 12,95 % 42,11 %
Auto1 Group (DZ Bank) DE000DU06WB6 18.06.27 21,89 € 30,00 € 30,00 € 14,18 % 36,55 % 49,46 %
Stand: 19.06.2026; Quelle: Onvista
54
FOCUS MONEY 27/2026
Dieser Text
zeigt evtl. Probleme
beim
Text an
FOCUS MONEY 27/2026
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 55
moneymarkets
WIENER BÖRSE:
Starke Performance
und hohe Dividenden
locken Anleger
ÖSTERREICH
ATX schlägt den Dax
Starke Banken und Versicherungen sowie Spezialwerte katapultieren den Leitindex der Wiener
Börse auf Rekordhöhe. Mit welchen Aktien profitieren Investoren vom Boom?
Beim ATX geht es steil bergauf
Der österreichische Leitindex kennt nur noch eine
Richtung. In den vergangenen drei Jahren hat sich
der ATX mehr als verdoppelt
ATX
in Punkten
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
6000
5000
4000
3000
von HANS-PETER SIEBENHAAR
Glückliches Österreich – Felix Austria. Der Leitindex ATX
läuft dem Dax davon. In den vergangenen zwölf Monaten
legte der deutsche Leitindex nur um sieben Prozent
zu, während sein österreichisches Pendant um 51 Prozent
nach oben schnellte. Es sind vor allem Spezial- und Finanzwerte
wie die auf Osteuropa spezialisierte Raiffeisenbank Bank
International (RBI) oder die Bawag mit Kurssteigerungen von
127 und 63 Prozent in diesem Zeitraum. „Das Bankenumfeld
ist unverändert gut und der Markt geht von weiterem Gewinnsteigerungspotenzial
aus“, prognostiziert Fritz Mostböck,
Chefanalyst der Erste Group, gegenüber FOCUS MONEY. „Die
österreichischen Großbanken nehmen derzeit aktiv an der
Konsolidierung der regionalen Bankenmärkte in Osteuropa
teil, was ebenso eine gewisse Kurs- und Zukunftsfantasie be-
56
Foto: A. Felten/Wiener Börse
FOCUS MONEY 27/2026
gründet“, ist sich RBI-Chefvolkswirt Gunter Deuber sicher. So
plant Raiffeisen, die auf Südosteuropa spezialisierte Addiko
Bank mit Sitz in Wien zu übernehmen. Addiko ist aus dem Balkan-Geschäft
der ehemaligen österreichischen Skandalbank
Hypo Alpe Adria hervorgegangen. Aber auch die österreichischen
Versicherungskonzerne sind attraktiv. In Anspielung
auf die Kurssteigerungen der Marktführer Vienna Insurance
Group (VIG) und Uniqa konstatiert Deuber: „Die österreichischen
Versicherer profitieren ebenso von den genannten Umfeldbedingungen
und beteiligen sich aktiv an der Sektorkonsolidierung.“
Auch die Kurse von Branchenspezialisten wie
den Wiener Bauunternehmen Porr und Strabag verzeichneten
eine gute Kursentwicklung. Ihnen nützen die Milliardeninvestitionen
in die Infrastruktur. Der Weltmarktführer für
Recyclingkartons, Mayr-Melnhof, gilt als aussichtsreiche
Wendechance (s. S. 7).
Starke Stellung in Osteuropa. Insbesondere Mittel- und Osteuropa
(CEE) beflügelt die österreichischen Unternehmen. Sie
erwirtschaften dort größtenteils ihre Umsätze und Erträge.
Etwa zwei Drittel der nach Marktkapitalisierung gewichteten
Unternehmen macht diese Gruppe im ATX aus. Das restliche
Drittel sind globale Player in Marktnischen mit Kostenführerschaft
und Marktrelevanz. Die lahme Konjunktur im Heimatmarkt
spielt für die meisten ATX-Unternehmen nur eine geringe
Rolle. „Die Wiener Börse/ATX hat so gut wie gar keine
Korrelation mehr mit der rein österreichischen Wirtschaft“, resümiert
Mostböck, der den Markt seit Jahrzehnten analysiert.
Auch wenn ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen
die Ukraine nicht in Sicht ist, wachsen die Volkswirtschaften
in Mittel- und Osteuropa. Das gilt für Schwergewichte wie Polen,
Tschechien oder Rumänien, aber auch für kleinere Länder
auf dem Balkan. Die Zusage der EU, mit der Ukraine und Moldau
Beitrittsgespräche aufnehmen zu wollen, sorgt für Fantasie
im ATX. In allen Ländern sind österreichische Finanzunternehmen
wie RBI, Erste Group oder Vienna Insurance Group
Marktführer oder nehmen eine Spitzenposition ein. „Die Region
ist und bleibt der Wachstumsmotor in der EU“, sagt Most-
böck, der von einer „Renaissance“ Osteuropas spricht. Denn
offensichtlich gelangen Investoren wieder vermehrt zu der
Überzeugung, dass sich das Wirtschaftswachstum auf dem alten
Kontinent vor allem in Zentral- und Osteuropa auch weiterhin
in Osteuropa abspielen wird. Das lässt sich auch am
Wirtschaftswachstum ablesen. Für 2026 rechnet die Erste
Group für die Eurozone mit einem minimalen Wachstum des
Bruttoinlandsprodukts von plus 0,5 Prozent, für Österreich mit
einem von plus 0,7 Prozent. Hingegen sollen die Volkswirtschaften
in den wichtigsten acht Ländern in Zentral- und Mitteleuropa
(Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien,
Kroatien, Serbien, Rumänien) im gleichen Zeitraum um 2,3
Prozent wachsen.
Wer in den österreichischen Markt einsteigen will, sollte vor
allem mittel- und langfristig investieren, auch wenn die Luft
im zweiten Halbjahr nach der enormen Kurssteigerung dünner
wird. Noch immer bieten sich spannende Chancen. „Die
Bewertung ist trotz der außergewöhnlichen Performance immer
noch – mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von elf
und einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent im Vergleich –
sehr attraktiv“, sagt Mostböck. „Wir wären daher für 2026 etwas
vorsichtiger, dass es in dieser Gangart weitergeht. Langfristig
bleibt aber unsere Erwartung vor allem in das Jahr 2027
hinein weiterhin positiv.“
AT&S verfünfzehnfacht Aktienkurs in drei Jahren. Der österreichische
Aktienmarkt war zuletzt für positive Überraschungen
gut. Innerhalb eines Jahres stieg der Kurs des Leiterplattenherstellers
AT&S, der vom KI-Boom überraschend stark
profitiert, um fast 1500 Prozent. An einem einzigen Tag sprang
die Aktie des früheren kriselnden Konzerns jüngst um rund 25
Prozent auf ein Allzeithoch nach oben. Was ist geschehen? Die
Ankündigung des Technologiekonzerns, mit seinen amerikanischen
Kunden AMD das Werk im malayischen Kulim auszubauen
und die Prognose zu erhöhen, sorgte zuletzt für ein
Kursfeuerwerk. „Die starke Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren
für KI spiegelt sich sowohl in den verbesserten Geschäftszahlen
von AT&S wider, als auch in den eben ange-
RAIFFEISEN BANK INTERNATIONAL
Raiffeisen Bank International
Kurs der Raiffeisen Bank-Aktie in Euro
50
Auf Einkaufstour in Südosteuropa
Der Appetit auf Zukäufe ist groß. Die Raiffeisen Bank International (RBI) steht
kurz vor der Übernahme der Addiko Bank, auch wenn der slowenische Konkurrent
NLB den Deal noch verhindern will. Das Balkan-Geldinstitut ist der Nachfolger
der Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria, die einst der BayernLB gehörte.
Das andere Übernahmeziel war im Frühjahr die Garanti BBVA in Rumänien. Mit
ihren Zukäufen will sich die RBI, die ein Großteil ihres Geschäfts in Osteuropa
macht, weiter im Kernmarkt stärken. Raiffeisen zählt zu den wenigen westlichen
Banken, die in der Ukraine über ein starkes, rentables Geschäft verfügen. Lange
belastete das früher hochprofitable Russland-Geschäft die Aktie. Rechtsstreitigkeiten
führten zu bilanziellen Belastungen. Doch Investoren sehen heute mehr
Chancen als Risiken. Trotz des Ukraine-Kriegs hat sich der Aktienkurs der RBI in
den vergangenen drei Jahren fast verdreifacht. Sollte es dort zu einem Frieden
kommen, würde Raiffeisen wie kaum eine andere Bank davon profitieren.
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
WKN/ISINA0D9SU/AT0000606306
Börsenwert 18 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,3/7,8
Dividendenrendite für 2026e/27e 3,4/4,2 %
Kursziel/Stoppkurs 60,00/37,00 €
Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 12 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
40
30
20
10
e = erwartet
FOCUS MONEY 27/2026
57
moneymarkets
AT&S
Alpiner KI-Champion
Der Boom der künstlichen Intelligenz katapultiert auch
Schlüsselunternehmen der Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie
in ungeahnte Höhen. Der mittelständische Leiterplattenhersteller
hat seine Aktionäre zuletzt wie kein anderes
Unternehmen im Leitindex ATX glücklich gemacht. Der Kurs hat sich
innerhalb von zwölf Monaten verdreizehnfacht. Die jüngste Ankündigung, die
Produktionskapazitäten für High-End-IC-Subrate für KI-Anwendungen auszubauen,
hatte die Aktie auf Rekordniveau geschossen. Die Investitionen in Malaysia
von bis zu zwei Milliarden Euro können die Österreicher durch langfristige
Kundenzusagen finanzieren. Dabei bleiben die Aussichten weiter
glänzend: Die Erlöse sollen um bis zu 55 Prozent im Geschäftsjahr 2026/27
wachsen; die Ebitda-Marke um bis zu 37 Prozent. Analysten sind unterdessen
gespalten. Georg Chang von Aletheia nennt als Kursziel stolze 600 Euro. Die
Deutsche Bank ist mit einem Kursziel von 310 Euro deutlich zurückhaltender.
Die Aktie hat noch Potenzial, solange der Trend intakt bleibt.
AT&S
Kurs der AT&S-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
200
150
100
WKN/ISIN922230/AT0000969985
Börsenwert 8,8 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e0,0/51,4
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,0/0,3 %
Kursziel/Stoppkurs 310,00/154,00 €
Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 39 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
50
0
e = erwartet
BAWAG
kündigten Kapazitätserweiterungen in den Werken in China
und Malaysien“, sagt Chefanalyst Mostböck. Seitdem der frühere
Jenoptik-Chef Michael Mertin im Mai vergangenen Jahres
den Chefsessel bei AT&S übernommen hat, kennt der Kurs
nur noch eine Richtung – steil immer weiter nach oben. Das
war nicht immer so. Noch bis zu seinem Tod Ende 2024 sorgte
sich der Großaktionär und frühere österreichische Vizekanzler
Hannes Androsch um die Zukunft von AT&S. Denn angesichts
der Überkapazitäten im Markt für Leiterplatten und des
starken Preisdrucks geriet der Chip-Dienstleister in die Verlustzone.
Doch der KI-Boom und ein neuer CEO sorgten bei
dem Unternehmen als Teil der weltweiten Halbleiter-Lieferkette
für eine Art unternehmerische Wiedergeburt – zur Freude
der Aktionäre. Kein anderes Unternehmen im ATX hat zu-
Von der Skandalbank zum Börsenstar
Die einstige Gewerkschaftsbank zählt heute zu den profitabelsten Banken
in Mitteleuropa. Noch vor 20 Jahren wurde die überschuldete Arbeiterbank an
den Finanzinvestor Cerberus verkauft. 2917 wagte die ehemalige Skandalbank zu
einem Kurs von 48 Euro je Euro den Sprung auf das Wiener Börsenparkett. Es war
damals eines der größten IPOs der österreichischen Börsengeschichte. Die Erfolgsgeschichte
hält bis heute. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs
fast verdreifacht. Die starke Kapitalquote und der erfolgreiche Wachstumskurs, verbunden
mit einer steigenden Dividende, machen die Wiener Bank für Anleger attraktiv.
In Deutschland hatte die Bawag 2017 die Südwestbank und 2025 das deutsche
Privatkundengeschäft von Barclays übernommen. Die Einkaufstour geht in
Europa weiter. Derzeit will die Bawag die traditionsreiche irische Bank Permanent
TSB für 1,6 Milliarden Euro kaufen. Das wäre der größte Zukauf in ihrer Geschichte.
Nahezu alle Analysten sind sich einig: Die Aktie ist ein Kauf.
letzt einen derartigen Kursanstieg wie das alpine
Tech-Unternehmen hingelegt.
Hohe Dividenden locken. „Österreichs Aktienmarkt befindet
sich auf Rekordhoch und sticht auch im internationalen
Vergleich hervor“, jubelt der Wiener Börsenchef Christoph Boschan.
Es ist nicht nur die Performance, die auffällt, sondern
auch die vergleichsweise hohen Dividenden. „Um es passend
zur Fußball-WM zu formulieren: Die Dividende ist der Spielmacher
unseres Marktes.“ Daran wird sich auch in Zukunft wenig
ändern. „Die heimischen Firmen zahlen konstant eine solide
bis hohe Dividendenrendite, weil sie so Investoren an den
kleineren Wiener Kapitalmarkt locken wollen und/oder müssen.
Das erklärt die langfristig sehr gute Performance aus Anlegersicht“,
weiß RBI-Chefvolkswirt Deuber aus Erfahrung.
Bewag
Kurs der Bewag-Aktie in Euro
140
100
60
200-Tage-Linie
20
2023 2024 2025 2026
WKN/ISIN
A2DYJN /AT0000BAWAG2
Börsenwert 13,1 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e13,0/10,8
Dividendenrendite für 2026e/27e 3,3/5,0 %
Kursziel/Stoppkurs 202,00/115,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 18 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
D
z
b
T
58
Foto: W. Krug/AT&S
FOCUS MONEY 27/2026
VIENNA INSURANCE GROUP
Mit Nürnberger Versicherung gestärkt
Der frühere österreichische Finanzminister Hartwig Löger, seit 2023 CEO
der Vienna Insurance Group (VIG), hat mit der Übernahme der angeschlagenen
Nürnberger Versicherungen im vergangenen Jahr einen historischen
Schritt gewagt. Erstmals greift die Wiener Versicherungsgruppe den deutschen
Markt an. Österreichs größter Versicherungskonzern hat traditionell einen langen
Atem. Vor allem in Osteuropa und Südosteuropa ist die VIG stark, insbesondere
in den wachstumsstarken Märkten in Polen und Tschechien. Mit einem
KGV von unter neun ist das Unternehmen günstig bewertet. Doch nicht
nur der vergleichsweise niedrige Aktienpreis, sondern auch die gute Dividendenrendite
ist für Investoren attraktiv. Dabei hat der Kurs durchaus noch Luft
nach oben. Denn sollte sich das Wachstum in Osteuropa – womöglich durch
ein Ende des Ukraine-Kriegs – beschleunigen, wird die VIG zu den Gewinnern
zählen. Kurzum: ein Defensivwert mit Osteuropa-Potenzial.
PORR
Profiteur der Investitionen in Infrastruktur
Analysten sind sich einig: Porr ist ein klarer Kauf. Die Experten von Banken
wie Jefferies, Berenberg, Warburg oder Erste Group empfehlen einhellig, das
Papier des in Wien ansässigen Baukonzerns zu erwerben. Unter dem langjährigen
CEO Karl-Heinz Strauß hat der traditionsreiche Baukonzern den Aktienkurs
in den vergangenen vier Jahren mehr als verdreifacht. Die Dividende wurde
zuletzt verdoppelt. Porr ist neben dem Erzrivalen Strabag einer der großen
Gewinner der milliardenschweren Investitionen in die deutsche Infrastruktur.
Auch der KI-Boom hilft dem ATX-Unternehmen. Denn Porr baut auch Rechenzentren.
Auch wenn die Aktie mit einem KGV von 14 nicht mehr ganz so billig
und das Kurspotenzial überschaubar ist, bleiben die Aussichten für wachsende
Gewinne, Umsätze und Dividenden mittelfristig gut. Schließlich beläuft sich
der Auftragsbestand auf mehr als zehn Milliarden Euro. Dies stellt ein gutes
Polster für weiteres solides Wachstum dar.
Vienna Insurance Group
Kurs der Vienna Insurance-Aktie in Euro
10
2023 2024 2025 2026
WKN/ISINA0ET17/AT0000908504
Börsenwert 8,3 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,9/8,1
Dividendenrendite für 2026e/27e 3,0/3,5 %
Kursziel/Stoppkurs 75,00/50,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 16 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
Porr
Kurs der Porr-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
200-Tage-Linie
10
2023 2024 2025 2026
WKN/ISIN850185/AT0000609607
Börsenwert 1,7 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e14,0/12,7
Dividendenrendite für 2026e/27e 2,6/2,9 %
Kursziel/Stoppkurs 44,00/30,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 4 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
70
60
50
40
30
20
e = erwartet
40
30
20
e = erwartet
Dieser Text
zeigt evtl. Probleme
beim
Text an
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Totalverlust FOCUS MONEY des eingesetzten 27/2026 Kapitals führen können. Alle Fotos: Angaben xxxxxxxxxxx/FOCUS einschließlich MONEY der Risiken erhalten Sie im Rahmen der vorvertraglichen Composing: FOCUS Unterlagen.
MONEY 59
moneymarkets
BIRKENSTOCK
Auf gar
nicht
leisen
Sohlen
Der Sandalenhersteller hatte
die Anleger immer wieder
enttäuscht. Kürzlich
überraschte mit einem
Aktienrückkaufprogramm.
Der Kurs schoss nach oben.
Auftakt zu mehr?
von THOMAS SCHUMM
Mächtiger Anstieg
Der Abwärtstrend und zwei Widerstandslinien sind
gebrochen, das Chartbild hat sich merklich aufgehellt.
Birkenstock Die 200-Tage-Linie weist nach wie vor abwärts
Börsengang
Kurs der Birkenstock-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
WKN/ISINA3EXD1/JE00BS44BN30
Börsenwert 7,54 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e 20,5/17,1
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs
54,00/33,00 Euro
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 32 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
50
40
30
20
e = erwartet
KULT-SCHLAPPEN:
13 bis 15 Prozent
Umsatzwachstum erwartet
Als der Kurs der Birkenstock-Aktie auf rund 31 Dollar an der
Börse in New York oder 27 Euro hierzulande abgesackt war,
zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Am 21. Mai gab
Birkenstock recht überraschend ein Aktienrückkaufprogramm
bekannt. Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar sollen
unter Mithilfe der Investmentbank Goldman
Sachs „beschleunigt“ am Markt eingesammelt
werden. Die Nachricht kam bei
den Anlegern, die seit dem IPO
am 11. Oktober 2023 – der Ausgabepreis
lag bei 46 Dollar –
noch keine Dividende ausgeschüttet
bekommen haben, und
auch an der Börse gut an: Die Notierung
bewegte sich recht zügig
auf 45 Dollar und steht jetzt, nach
einem kleinen Rücksetzer, bei 48
Dollar (oder knapp 42 Euro).
Birkenstock-CEO Oliver Reichert
war unzufrieden mit der
Performance der Aktie: Die
kurzfristige Marktdynamik habe
zu einer starken Diskrepanz zwischen
dem Kurs und den zugrunde
liegenden Fundamentaldaten geführt.
Birkenstock verfügte Ende März laut Bilanz
über eine Cashposition in Höhe von 201 Millionen Euro.
Diese für Aktienrückkäufe zu nutzen, sei für den Vorstand die „attraktivste
Kapitalnutzung“ im aktuellen Umfeld. Aktienrückkäufe
sind in der Regel diskutabel: Findet der Vorstand keine besseren
Investitionsmöglichkeiten? In diesem Fall offenbar nicht.
Birkenstock kündigte zudem an, auch in Zukunft weitere Chancen
für Aktienrückkäufe zu nutzen. Die ließen nicht lange auf
sich warten. Am 15. Juni meldete das Unternehmen die Platzierung
einer Anleihe (Laufzeit bis 2033) in Höhe von 900 Millionen
Euro. Davon sollen 428,5 Millionen Euro in die Tilgung der ausstehenden
5,25-Prozent-Anleihe fließen und 500 Millionen Dollar
(431 Millionen Euro) in den Kauf eigener Aktien, auch vom
Ankeraktionär BK LC Lux Midco (LC steht für den Finanzinvestor
L Catterton, der mit dem Luxusriesen LVMH assoziiert ist und
derzeit 62,4 Prozent an Birkenstock hält, die Holding der Familie
Arnault hält darüber hinaus 5,6 Prozent).
Für Reichert ist der beschleunigte Aktienrückkauf ein „starkes
Statement“, was die Werthaltigkeit von Birkenstock angehe. Die
Börse wirkt auch überzeugt, zumal sich das Angebot von Aktien
am Markt verknappt. In diesem Jahr soll der Birkenstock-Umsatz
um 13 bis 15 Prozent (währungsbereinigt) wachsen. Bei der bereinigten
Ebitda-Marge wird ein Wert zwischen 30,0 und 30,5 Prozent
angestrebt, was einen (bereinigten) Gewinn je Aktie zwischen
1,90 und 2,05 Euro bedeuten könnte. Ein prognostiziertes Kurs-
Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 20 ist für den (Luxus-) Mode-Artikel-Produzenten,
auch mit Blick auf Risiken wie Zölle, höhere
Rohstoffkosten und Konsumflaute, nicht üppig.
D
z
b
T
60
Foto: Birkenstock
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Text anDamit Sie die besseren
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moneymarkets
RENTABLES STÜCK-
WERK: Professionelle
Investoren wachsen zu
einer festen Größe im
privaten Sektor
BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN
Es ist angerichtet
Anlegen im Mittelstand: Die Private-Equity-Spezialisten in Deutschland trimmen ihre Portfolios auf
Resilienz und Ertrag. Das sollte sich nach und nach auch in höheren Kursen der Aktien zeigen
von BERND JOHANN
Satte 180 Millionen Euro will Brockhaus Technologies
an seine Aktionäre über eine „Kombination von Maßnahmen“
wie Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe
zurückgeben – bei einem Börsenwert der Gesellschaft von
200 Millionen Euro. So jedenfalls die Absicht. Genehmigen
soll das die Hauptversammlung am 19. August. Der Betrag
stammt aus dem Verkauf zweier Beteiligungen, der rund 300
Millionen Euro bringen soll: von Messtechnik-Spezialist Palas
und, auf 30. Juni datiert, Fahrradverleiher Bikeleasing.
Die Transaktion steht beispielhaft für den Idealfall im Beteiligungsgeschäft.
Brockhaus hatte zuvor insgesamt 120
Millionen Euro in beide investiert und macht jetzt für sich
und die Aktionäre mit 150 Prozent Gewinn Kasse. Aber auch
bei anderen Firmeninvestoren wie DBAG, Gesco oder Indus
tut sich Positives. Die Börse hat dies bisher kaum honoriert.
Was nicht ist, könnte allerdings noch werden.
Findige Perlensucher. Diese Private-Equity-Gesellschaften
kaufen sich in mittelständische Firmen vorwiegend im
deutschsprachigen Raum ein: sehr oft in Nischen-Spezialisten,
nicht selten Familienunternehmen ohne Nachfolger,
aber auch Abspaltungen von Konzernen oder Restrukturierungsfälle.
Das Ziel ist stets das gleiche: die Beteiligungen
dank des eigenen Know-hows voranzubringen, daran zu verdienen
und sie später mit Gewinn wieder zu verkaufen.
Hier gab es zuletzt einigen Gegenwind. Zunächst verteuerte
der Zinsanstieg ab 2022 die Refinanzierung. Konjunkturflaute
und technologische Umwälzungen brachten weitere
Herausforderungen. Die Börse reagierte verschnupft.
62 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
Allmählich scheint der Trend nun aber zu drehen. Denn
die Vorstände sind dabei, die Portfolios Stück für Stück dem
veränderten Umfeld anzupassen. Das zahlt sich zunehmend
aus. An der Börse kommt zusätzlich die Tendenz zu einer
wieder stärkeren Berücksichtigung von Nebenwerten hinzu.
Attraktive Dividenden. Zu beachten ist allerdings auch die
in diesem Geschäft eingebaute Volatilität. Neben dem operativen
Erfolg der Beteiligungen tragen vor allem Verkäufe
zum Ergebnis bei. Diese verteilen sich indes nicht gleichmäßig
über die Zeit. Hinzu kommt die Bewertung der Töchter.
Hier brachten steigende Zinsen und flaue Konjunktur zuletzt
einiges an Druck. Vor allem auf kürzere Sicht kann all dies
merkliche Ergebnisschwankungen provozieren, obgleich
das Beteiligungsgeschäft mit Bindedauer meist über etliche
Jahre eher ein längerfristiges ist. Manche Adressen versuchen
dem durch Konstanz bei der Dividende zu begegnen.
Dies gilt etwa für die an der Börse teuerste deutsche Beteiligungs-AG
Mutares. Zwei Euro je Aktie sind hier als Basisdividende
in Aussicht gestellt, aktuell fast sieben Prozent
Rendite, plus Bonus in guten Jahren. 2025 fiel die Zugabe
trotz 20-Prozent-Gewinnsprungs jedoch aus. Stattdessen
wurden die neuen Aktien aus der jüngsten Kapitalerhöhung,
obwohl erst im April 2026 ausgegeben, am 2025er Erfolg beteiligt.
Mutares zielt vor allem auf Firmen in Umbruchsituationen
und ausgegliederte Töchter großer Konzerne, aktuell 36
Beteiligungen bei breitem Branchenspektrum. Dabei handeln
die Frankfurter sehr aktiv. Für das zweite Halbjahr ist
eine „erhöhte Verkaufsdynamik mit hohem Erlöspotenzial“
angekündigt. Das spricht für ein erneut dickes Jahresergebnis.
Die Aktie zählt so zu den offensiveren Papieren der Branche.
Kurstaucher dürften Einstiegschancen sein.
Das Gegenstück liefert die Indus Holding mit ihrer eher
langfristigen Begleitung von Firmen aus dem europäischen
Mittelstand: „Wir wachsen durch Zukauf“. Das Portfolio expandierte
zuletzt auf 44 Adressen, vor allem aus den Sparten
Maschinenbau, Infrastruktur und Materialien. Erwartet
wird Wachstum auch beim Umsatz und Gewinn (2025: 2,67
Euro je Aktie). Bei guter Dividendenrendite und attraktiver
Bewertung spricht die Aktie Anleger mit etwas Geduld an.
Eine ähnliche Strategie fährt Gesco. Die Wuppertaler kaufen
sich für längere Dauer vor allem in den Sparten Investitionsgüter
und Gesundheit ein, aktuell mit elf Beteiligungen.
Im ersten Quartal 2026 schraubten sie ihren Gewinn mit 2,8
Millionen Euro (27 Cent je Aktie) bei 121 Millionen Euro Umsatz
um gut ein Drittel hoch. Starke Aufträge sprechen für
ein Anhalten des Trends mit Aussicht auf, so der Vorstand,
„eine deutliche Ergebnisverbesserung“. In dem Fall müsste
sich die Aktie von ihrem Stand nahe Fünfjahrestief lösen.
Eher ruhig dürfte es bei Blue Cap zugehen. Nach dem Jahr
2025 mit starken Verkäufen und Rekord bei Ergebnis und Dividende
(1,60 Euro je Aktie) stehen 2026 eher Neu-Investitionen
an, wie Mitte Juni der Kauf des Verpackungsspezialisten
Janoschka. Das Portfolio umfasst nun sechs Beteiligungen
aus Industrie und Dienstleistungen. Auch bei der Berliner
MBB würde mit ihrem etwas bunt zusammengewürfelten
Portfolio von sechs Firmen eine ruhigere Gangart nicht überraschen.
2025 dominierte der Höhenflug der 44-Prozent-Beteiligung
Friedrich Vorwerk (Gas- und Stromnetze). Aktuell
erscheint die Aktie analytisch recht hoch bewertet.
30 Prozent Discount. Bei der Deutschen Beteiligungs-AG
(DBAG) gilt dies weniger. Sie fährt zweigleisig mit eigenen Engagements
(aktuell 36) sowie Fonds für Dritte. Ziel: den Wert
beider Bereiche zu steigern. Der Vorstand ist daher dabei, das
aktuell 2,7 Milliarden Euro umfassende Portfolio konsequent
in Richtung Wachstumssektoren wie IT, Energie oder Infrastruktur
umzubauen. Aktuell liegt sein Nettovermögenswert
(NAV) bei 35,29 Euro je Aktie. Gemessen daran notiert diese
mit gut 30 Prozent Discount, auch weil der Börsenkurs wegen
eines Verlusts im ersten Quartal (Wertberichtigungen) zuletzt
nachgab. Das könnte eine Chance sein: Der Vorstand will den
NAV auf 36 bis 40 Euro je Aktie steigern.
Brockhaus hält mit IT-Zulieferer Ihse nur noch eine Tochter.
Es dürfte also ein neuer Investitionszyklus beginnen. Bei
der Aktie lockt daher vor allem die 180-Millionen-Kapitalrückführung,
wenn sie denn beschlossen wird. Pro Euro Ausschüttung,
bei jüngsten Kursen allein schon fünf Prozent Rendite,
wären nur knapp elf Millionen Euro notwendig.
Sieben auf einen Streich
Etliche der an der deutschen Börse notierten Beteiligungsfirmen bieten derzeit recht interessante Perspektiven. Bei den Gewinnprognosen
handelt es sich meist nur um Indikationen. Sie sind stark abhängig von künftigen erfolgreichen Beteiligungsverkäufen
Unternehmen WKN Börsenwert
Mio. Euro
Aktienkurs
in Euro
Gewinn je Aktie in Euro Kurs-Gewinn-Verhältnis Dividende in Euro Dividendrendite
2026e
2026e 2027e 2026e 2027e 2026e 2027e
in Prozent
Mutares A2NB65 752 29,35 4,20 4,80 7,0 6,1 2,00 2,00 6,8
Indus Holding 620010 676 27,10 3,30 3,50 8,2 7,7 1,40 1,50 5,1
MBB SE A0ETBQ 639 177,00 11,35 12,75 15,6 13,9 1,55 1,90 0,9
DBAG A1TNUT 405 23,05 1,95 2,40 11,8 9,6 1,00 1,25 4,3
Brockhaus A2GSU4 200 19,15 1,00 1,10 19,1 17,4 – – –
Gesco SE A1K020 140 13,55 1,40 1,60 9,7 9,5 0,35 0,40 2,6
Blue Cap A0JM2M 89 19,85 0,65 0,90 30,5 22,0 0,65 0,65 3,3
Quelle:Factset UK Limited 2026, Unternehmensangaben; Stand 22.06.2026
e = erwartet
FOCUS MONEY 27/2026
63
moneymarkets
KI-WARNER: Anthropic-
Chef Dario Amodei ist
ins Fadenkreuz der
US-Regierung geraten
KI
Trumps Blockade von Anthropic
ist willkürlich und chaotisch
Amerikas engste Verbündete wie Europa
stehen unter Schock
Es ist an der Zeit, über bloße Transparenz hinauszugehen,
hin zu einer verbindlicheren Regulierung von KI“,
schrieb Dario Amodei, CEO und Mitgründer des KI-Unternehmens
Anthropic. Sein Unternehmen hatte soeben Fable
vorgestellt – eine eingeschränkte Version seines weltweit
führenden großen Sprachmodells Mythos (LLM), das zu übermenschlichen
Leistungen im Bereich Hacking und anderen
potenziell gefährlichen Aufgaben fähig war. Was danach
folgte, entsprach nicht der Absicht des Anthropic-Chefs.
Zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten hatte die Regierung
von US-Präsident Donald Trump eine Hiobsbotschaft
für seine Firma. Unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen
ordnete die Behörde an, dass das
Unternehmen allen Nicht-Amerikanern – einschließlich der
eigenen Mitarbeiter – den Zugriff auf die neuesten Modelle
Fable 5 und Mythos 5 untersagen muss. Daraufhin stellte Anthropic
die Nutzung vollständig ein. Die Anordnung kam
völlig überraschend – ähnlich wie der unbeholfene Versuch
der Regierung Ende Februar, Anthropic als Risiko für die Lieferkette
einzustufen – und wurde kaum erläutert. Sie löste
Erschütterungen in der KI-Welt und unter Amerikas Verbün-
deten aus. Beide Seiten stellen die Ereignisse, die zur Intervention
führten, unterschiedlich dar. Berichten zufolge informierte
Andy Jassy, der CEO von Amazon – dem
E-Commerce-Konzern mit einer bedeutenden Beteiligung
an Anthropic – die Regierung Trump darüber, dass Sicherheitslücken
in Fable 5 entdeckt worden seien. Diese ermöglichten
es, die Schutzmechanismen des Modells zu umgehen
(„Jailbreaking“) und damit Beschränkungen aufzuheben, die
es weniger leistungsfähig machten als Mythos. In einem Beitrag
auf X erklärte David Sacks, ein Berater des Weißen Hauses,
die Regierung habe Amodei aufgefordert, Fable entweder
„zu reparieren oder vom Netz zu nehmen“, und fügte
hinzu, dass „Dario sich geweigert hat“.
Anthropic schweigt. Eine Quelle bei Anthropic erklärte,
das Unternehmen sei angewiesen worden, „ausländischen
Staatsangehörigen“ den Zugriff auf die Modelle zu verwehren
– aufgrund einer nicht näher spezifizierten Bedrohung
der nationalen Sicherheit. Anthropic stellte den Betrieb kurz
darauf ein und kam zu dem Schluss, dass dies der einzige Weg
sei, um der Richtlinie zu entsprechen. Das Unternehmen äußerte
sich nicht zu den angeblichen Weigerungen Amodeis,
die Sicherheitslücke zu beheben.
Es war zunächst unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage
die Regierung die Aussetzung verhängt hatte. Anthropic
erklärte, dass die Modelle von einer Exportkontrollrichtlinie
64
Foto: D. Feria/picture alliance/AP
FOCUS MONEY 27/2026
betroffen seien. Charlie Bullock vom Institute for Law & AI,
einem Thinktank, vermutet, dass die Regierung die Export
Administration Regulations des Handelsministeriums genutzt
hat – dieselben Vorschriften, die auch den Verkauf von
KI-Chips nach China einschränken. Doch das Hauptziel der
Regierung war möglicherweise nicht, den ausländischen Zugang
zu Spitzenmodellen zu beschränken. Stattdessen
scheint sie Exportkontrollen als ein bequemes Mittel genutzt
zu haben, um Anthropic ins Visier zu nehmen. Sollte dies der
Fall sein, könnten ausländische Akteure zum Kollateralschaden
in einem Machtkampf zwischen der Trump-Regierung
und einem führenden Modellentwickler werden – einem Unternehmen,
das Trump einst als „außer Kontrolle geratenes,
radikal linkes KI-Unternehmen“ bezeichnete.
Sicherheitsbedenken als Vorwand? Eine offene Frage
bleibt, wie ernst die Bedrohung durch den „Jailbreak“ tatsächlich
war. Anthropic erklärte, dass die eingesetzten Verfahren
lediglich „eine geringe Zahl bereits bekannter, unbedeutender
Schwachstellen“ identifiziert hätten, die auch
konkurrierende KI-Modelle aufdecken könnten. Eine Quelle
bei Anthropic erklärte, das Unternehmen habe vor der Markteinführung
mit der Regierung an Testverfahren gearbeitet,
und die Behörden hätten zuvor keine Bedenken hinsichtlich
der nationalen Sicherheit geäußert. Katie Moussouris, führende
Expertin für Software-Sicherheitslücken, die das Amazon-Papier
überprüft hat, das die Kontroverse auslöste, betont,
dass die darin beschriebenen Methoden in erster Linie
dazu dienen sollten, Cyberabwehrkräfte zu unterstützen. Sie
erklärte, dass die Behebung der Schwachstellen das Modell
für die Cyberabwehr weniger nützlich machen würde.
Der Einschnitt markiert eine geopolitische Zäsur. Amerika
verfügt heute über eine deutliche Führungsposition im Bereich
der künstlichen Intelligenz. China, durch US-amerikanische
Chipkontrollen ausgebremst, liegt vermutlich etwa
ein Jahr zurück. Dieser Vorsprung könnte uneinholbar werden,
wenn Anthropic oder andere US-amerikanische Labore
das Prinzip der rekursiven Selbstverbesserung (RSI) entschlüsseln
– also Verfahren, bei denen Modelle verbesserte
Versionen ihrer selbst entwickeln und so den Fortschritt beschleunigen.
Amerikas Verbündete wie Europa stehen erneut unter
Schock. Viele hatten monatelang daran gearbeitet, Regierungsstellen,
Banken und Unternehmen den Zugang zu Mythos
zu sichern. Diese Genehmigungen verschwanden über
Nacht. Der Einschnitt verschont niemanden, nicht einmal
die Partner der USA im Geheimdienstbündnis „Five Eyes“:
Australien, Großbritannien, Kanada und Neuseeland. Diese
Länder haben bereits mit dem Wegfall zentraler Überwachungsbefugnisse
zu kämpfen, deren Verlängerung der Kongress
kürzlich nicht beschlossen hat. Der Verlust des Zugangs
zu Mythos stellt sie auf eine Stufe mit Russland, China oder
dem Iran. Das britische AI Security Institute, die weltweit
führende Einrichtung für das Testen und das gezielte „Jailbreaking“
neuer Modelle, wurde ebenfalls ausgeschlossen.
Einige außenpolitische Entscheidungsträger betrachten
diesen Schritt als Weckruf. „Nach einer derart eindeutigen
Lektion wird sich jedes Land fragen, was es braucht, um echte
Souveränität zu erreichen“, argumentiert Tom Tugendhat,
ehemaliger britischer Sicherheitsminister. Doch Europäer
und andere mittlere Mächte befinden sich in einer schwierigen
Lage, schreibt Anton Leicht von der Denkfabrik Carnegie
Endowment. „Glauben Sie wirklich, dass eine Trump-Regierung,
die Ihnen gerade den Zugang zu Fable verweigert
hat, Ihnen erlauben wird, genügend Hochleistungs-Chips
zu kaufen, um selbst ein uneingeschränktes Fable-Klonmodell
zu trainieren?“
Nach Einschätzung einer ehemaligen britischen Geheimdienstquelle
werden Nachrichtendienste voraussichtlich
wieder Zugang zu Mythos erhalten; entsprechende Verhandlungen
laufen. Private Unternehmen könnten es schwerer
haben. Dennoch sind einige Beobachter überzeugt, dass die
US-Regierung letztlich nachgeben muss. „Verbündete
können sich vielleicht damit trösten, dass dieser Ansatz langfristig
völlig unhaltbar ist – schon wegen der Vielzahl an ausländischen
Fachkräften in US-amerikanischen KI-Unternehmen“,
sagt Helen Toner vom Centre for Security and
Emerging Technology der Georgetown University. „Ausländischen
Fachkräften den Zugang zu den Modellen zu verwehren,
kommt im Wesentlichen einem Verbot gleich, sodass betroffene
Unternehmen ihre KI-Forschung und -Entwicklung
nicht fortsetzen können.“
In den vergangenen Monaten hat Trump einen schwer
nachvollziehbaren Kurs in der KI-Politik eingeschlagen. Er
nahm die meisten von der vorherigen Regierung eingeführten
Regelungen zurück. Später genehmigte er den Verkauf
fortschrittlicher KI-Chips an China. Im April geriet sein zurückhaltender
Umgang mit KI-Sicherheitsfragen in die Kritik,
als Anthropic das Modell Mythos Preview vorstellte – eine
Entwicklung, die das Unternehmen als mögliche Bedrohung
für die nationale Sicherheit einstufte und deren Veröffentlichung
es daher auf einen kleinen Kreis autorisierter Kunden
beschränkte. Anfang Juni erließ Trump eine Executive Order,
die ein freiwilliges Rahmenwerk vorsieht, nach dem KI-Labore
der Regierung kurz vor der Veröffentlichung Zugang zu
ihren fortschrittlichsten Modellen gewähren sollen.
Digitaler Despotismus. Die willkürliche Art, mit der die
Regierung die Beschränkungen für Fable 5 und Mythos 5 verhängt
hat, steht im Widerspruch zu diesem Ansatz und ist
weit entfernt von der transparenten Aufsicht, für die sich
Amodei eingesetzt hat. Theoretisch könnte das Centre for AI
Standards and Innovation, eine staatliche Einrichtung, die
fortschrittliche Modelle auf potenziell gefährliche Fähigkeiten
überprüft, als unabhängige Instanz in solchen Streitfällen
fungieren. Zuletzt hat die Regierung die Behörde angewiesen,
keine öffentlichen Berichte mehr zu veröffentlichen.
Da der Zugang zu fortschrittlicher KI zunehmend zu einer
Frage der nationalen Sicherheit wird, erscheint Amerikas Regulierung
in diesem Bereich immer undurchsichtiger.
FOCUS MONEY 27/2026
65
moneymarkets
MUSTERDEPOT
Im Sog
der Märkte
Hoffmann reduziert drei
Goldpositionen und ordert
dafür Uranproduzenten
Der Markt hat Angst vor einer kommenden
Zinserhöhung der US-Notenbank Fed. Außerdem
werten Tech-Anleger die Aufnahme
neuer Schulden von SpaceX als negativ – und
ziehen die Reißleine. „Gold und Silber kommen
im Zuge dessen ebenfalls unter Druck,
weil Anleger auch hier noch auf hohen Gewinnen
sitzen“, erklärt Kai Hoffmann von
Kamavest. Der Minenexperte verkauft daher
jeweils die Hälfte seiner Positionen von Troilus
Gold, First Mining und Gold X2 ohne
Limit. Im Gegenzug ordert er 100 Cameco
(ISIN: CA13321L1085) bestens. Die kanadische
Bergbaufirma zählt zu den weltweit
größten Uranproduzenten. Das Geschäft umfasst
die Exploration, den Abbau, die Aufbereitung
und den Handel mit Urankonzentrat.
Richard Dobetsberger von ficon verkaufte
in der Berichtswoche seine letzten beiden Ölaktien
zu Stückpreisen von 95,87 Euro
(Conocophillips) und 46,32 Euro (Occidental
Petroleum). Die 30 neuen Aktien des Pharmariesen
Johnson & Johnson kamen zu je 201,65
Euro ins Depot. Die 50 Aktien des Biotech-
Unternehmens Revolution Medicines, das
Therapien zur Krebsbehandlung entwickelt,
wurden zu je 137,30 Euro eingebucht. Der
Titel legte bereits deutlich zu.
SR
Anzahl/nominal
des Wertpapiers
ISIN
aufgenommen
Ausgabe
Kaufkurs
in Euro
Kaufsumme
in Euro
Limits Euro
je Stück/
Anzahl
Kurs am
23.06.2026
in Euro
Kurswert
am
23.06.2026
Kursveränderung
in %
DEPOT 1
MANUEL HÖLZLE,
GBC AG
DEPOT 3
RICHARD
DOBETSBERGER,
ficon Vermögensmanagement
GmbH
60 Alzchem 7) 11) DE000A2YNT30 diverse 159,30 9 558,00 – 187,10 11226,00 17,5
210 Avio 7) 11) IT0005119810 diverse 35,43 7 439,50 – 31,84 6686,40 –10,1
325 Bitcoin Group 7) 11) DE000A1TNV91 diverse 31,65 10 285,25 – 26,50 8612,50 –16,3
110 Cembre 7) 11) IT0001128047 diverse 68,84 7 572,00 – 93,80 10318,00 36,3
2 600 Guillemot 7) 11) FR0000066722 diverse 4,30 11 180,00 – 4,32 11232,00 0,5
500 M1 Kliniken 5) 7) 11) DE000A0STSQ8 diverse 17,53 8 766,00 – 18,10 9050,00 3,2
Guthaben: 1 820,04 € 750 Smartbroker H. 5) 7) 11) DE000A2GS609 diverse 13,69 10 270,00 – 10,95 8212,50 –20,0
Depotwert: 95 654,40 € 7 000 Verve Group 5) 7) 11) SE0018538068 diverse 1,56 10 909,30 – 1,52 10605,00 –2,8
Gesamtwert*: 97 474,44 € 260 Washtec 5) 7) 11) DE0007507501 diverse 48,59 12 633,40 – 38,20 9932,00 –21,4
Depotveränderung:–2,5 % 400 Revo Insurance 11) IT0005513202 diverse 23,31 9 324,00 – 24,45 9780,00 4,9
5), 6), 7), 11) Offenlegung Interessenskonflikte (Erklärung: www.gbc-ag.de/rechtliches/offenlegung)
DEPOT 2
KAI HOFFMANN,
Kamavest Asset
Management
GmbH
800 Centerra Gold CA1520061021 4/26 13,33 10664,00 – 14,21 11368,00 6,6
700 First Majestic Silver CA32076V1031 4/26 16,18 11326,00 – 14,87 10405,50 –8,1
700 Ivanhoe Electric* US46578C1080 4/26 14,40 10080,00 – 9,25 6475,00 –35,8
60 Kamaxus Resource Fund DE000A40X8Z4 4/26 162,07 9724,20 – 155,79 9347,40 –3,9
100 Newmont US6516391066 4/26 92,14 9214,00 – 86,40 8640,00 –6,2
10000 Troilus Gold CA89688V1031 4/26 1,04 10400,00 V: o.L./5000 1,04 10400,00 0,0
Guthaben: 6973,90 € 25000 First Mining Gold CA3208901064 5/26 0,38 9 600,00 V: o.L./12500 0,35 8 625,00 –10,2
Depotwert: 82 665,90 € 550 Elemental Royalty Corp CA28620K1066 5/26 17,05 9 377,50 – 14,10 7 755,00 –17,3
Gesamtwert*: 89 639,80 € 12500 Gold X2 Mining CA38076G1037 9/26 0,73 9 125,00 V: o.L./6250 0,77 9 650,00 5,8
Depotveränderung:–10,4 % 100 Cameco CA13321L1085 K: o.L./100
*Börse New York, Kurs in Euro umgerechnet; bei geringen Umsätzen anderer Titel in Deutschland werden teilweise die gängigeren ausländischen Kurse in Euro umgerechnet
100 Nordex DE000A0D6554 21/26 48,00 4 800,00 - 45,58 4 558,00 –5,0
34 Tesla US88160R1014 diverse 381,39 12 967,40 - 346,00 11 764,00 –9,3
17 Microsoft US5949181045 diverse 360,29 6 124,95 - 327,05 5 559,85 –9,2
7 Rheinmetall DE0007030009 diverse 1228,17 8 597,20 - 1189,80 8 328,60 –3,1
40 IBM US4592001014 25/26 265,00 10 600,00 - 232,85 9 314,00 –12,1
25 Apple US0378331005 25/26 268,25 6 706,25 - 258,65 6 466,25 –3,6
Guthaben:12 023,37 € 7 Eli Lilly US5324571083 25/26 935,30 6547,10 - 974,90 6824,30 4,2
Depotwert: 71427,50 € 50 Palantir Technologies US69608A1088 25/26 124,52 6226,00 - 104,70 5235,00 –15,9
Gesamtwert*: 83450,87 € 30 Johnson&Johnson US4781601046 27/26 201,65 6049,50 - 205,25 6157,50 1,8
Depotveränderung:–16,5 % 50 Revolution Medicines US76155X1000 27/26 137,30 6865,00 - 144,40 7220,00 5,2
*Startkapital am 09.01.26 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss
Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner
Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden.
66 FOCUS MONEY 27/2026
moneydigital
Spannende Trends
von
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FOCUS MONEY
& Finanzen100
Der bemerkenswerte Rücksetzer
von SpaceX beschäftigt auch die Anleger
auf unserer Partnerplattform
Finanzen100. Einen beinahe ebenso
großen Informationsbedarf löste die
Gewinnwarnung bei BMW und der
darauffolgende Einbruch der Aktie
aus – die Aktie landet auch prompt
auf vielen Watchlists der Anleger auf
der Plattform.
Bemerkenswert auch: Die bekannten
Halbleiter-Werte stehen zwar
weiterhin vorwiegend auf den Kauflisten,
jedoch steigt nach dem Chip-
Rücksetzer in Asien die Zahl der Anleger,
die sich in den Musterdepots
bei Finanzen100 von den Aktien
trennt.
Der Dax-Neuling Hochtief macht
indes unter den deutschen Top-Performern
einen Platz gut. Ungeschlagen
bleibt allerdings der Weltraum-
Wert OHB. Ein Trend, den die
Anleger auch auf der ETF-Seite zu
ihren Favoriten zählen.
Top-Trades
KäufeVerkäufe
SpaceX
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
66 %34 %
Micron Technology
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
68 %32 %
SK Hynix
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
64 %36 %
Siemens Energy
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
56 %44 %
Marvell Technology
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
67 %33 %
Top-Aktien nach Aufrufen
Unternehmen WKN Performance
der letzten
Woche
1 SpaceX A42D4F –24,3 %
2 Micron Technology 869020 2,6 %
3 SAP 716460 –5,8 %
4 BMW 519000 –10,3 %
5 Nvidia 918422 –2,6 %
Neu auf den Watchlists
Unternehmen WKN Performance
der letzten
Woche
1 SpaceX A42D4F –24,3 %
2 BMW 519000 –10,3 %
3 Intel 855681 9,9 %
4 Marvell Technology A3CNLD –6,5 %
5 Micron Technology 869020 2,6 %
Top deutsche Aktien
nach Performance
Unternehmen WKN 52-Wochen-
Performacne
1 OHB 593612 464,8 %
2 Aixtron A0WMPJ 339,2 %
3 Hochtief 607000 236,2 %
4 SMA Solar A0DJ6J 227,9 %
5 Verbio A0JL9W 197,7 %
Top ETFs weltweit
nach Aufrufen
Unternehmen WKN Verschuldungsgrad
1 UBS MSCI World A2PK5J –0,1 %
2 Ishares MSCI World A0RPWH –0,1 %
3 Ishares MSCI Gl. Semicond. A3CVRA 0,4 %
4 Ishares MSCI EM IMI A111X9 –0,4 %
5 Vaneck Space Innovators A3DP9J –7,6 %
Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100
Quelle: Finanzen100
FOCUS MONEY 27/2026 Illustration: Adobe Stock
67
dswanlegerschutz
WERTPAPIERE
Verschenken und
vererben – nicht dem
Zufall überlassen
Unsicherheit bei der Erbschaftsteuer – wer
ohnehin über eine Übertragung nachdenkt, sollte
die aktuelle Rechtslage unter die Lupe nehmen
Ein Thema beschäftigt Anlegerinnen und Anleger beständig und
regelmäßig, nämlich die Frage, wie sich ein über Jahrzehnte
aufgebautes Wertpapierdepot steuerschonend an die nächste
Generation weitergeben lässt. Bei der DSW erreichen uns dazu regelmäßig
Anfragen, und sie haben zuletzt spürbar zugenommen. Das
ist kein Zufall: Soll das Vermögen vererbt oder schon zu Lebzeiten
übertragen werden? Die Antwort fällt selten allein nach steuerlichen
Gesichtspunkten, und doch entscheidet die Gestaltung oftmals über
fünf- bis sechsstellige Beträge. Hinzu kommt eine politische Unsicherheit,
die in diesem Jahr greifbar geworden ist: In Karlsruhe liegt
erneut und aktuell die Erbschaft- und Schenkungsteuer auf dem
Tisch, und in Berlin streiten Union und SPD über die künftige Belastung.
Anleger, die ohnehin über eine Übertragung nachdenken, tun
gut daran, die aktuelle Rechtslage unter die Lupe zu nehmen.
Karlsruhe schaut erneut auf die Erbschaftsteuer
Die Erbschaft- und Schenkungsteuer ist verfassungsrechtlich ein
Dauerbrenner. Bereits 2014 hatte das Bundesverfassungsgericht
die damaligen Verschonungsregeln für Betriebsvermögen für teilweise
unvereinbar mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes erklärt
und den Gesetzgeber zu einer Reform bis Mitte 2016 verpflichtet
(Urteil vom 17.12.2014, 1 BvL 21/12). Das daraus
hervorgegangene Recht, welches bis heute gilt, steht nun selbst
wieder auf dem Prüfstand.
Unter dem Aktenzeichen 1 BvR 804/22 ist beim Bundesverfassungsgericht
ein Verfahren anhängig, das die Begünstigungen für
Betriebsvermögen (§§ 13a bis 13c, 19a, 28a ErbStG) erneut zum
Gegenstand hat. Mit einer Entscheidung wird noch im laufenden
Jahr gerechnet. Wichtig ist aber eine Nuance, die in vielen Berichten
untergeht: Verfahrensrechtlich geht es zunächst nur um die
Frage, ob der Bundesfinanzhof einer Klägerin den Rechtsschutz
verwehrt hat, ausgelöst durch ein geerbtes Aktiendepot im Privatvermögen.
Ob Karlsruhe die Verschonungsregeln in der Sache er-
SCHENKEN ODER VERERBEN? Depot
auf die nächste Generation übertragen
neut kippt oder den Gesetzgeber wie 2014 zur Nachbesserung
zwingt, ist damit gerade nicht ausgemacht, wird aber vielfach als
realistisches und wahrscheinliches Szenario gesehen.
Aus Bayern kommt zugleich ein Vorstoß in die genau entgegengesetzte
Richtung (Verfahren 1 BvF 1/23): Statt höherer Belastung
werden hier höhere Freibeträge, niedrigere Steuersätze und sogar
regional unterschiedliche Regelungen gefordert. Kurz gesagt: Die
einen wollen mehr, die anderen weniger Steuer. Für Anleger bedeutet
das vor allem Unsicherheit. Fest steht nur, dass sich das geltende
Recht ändern könnte, in welche Richtung, ist offen.
Immerhin in einem Punkt hat der Bundesfinanzhof in diesem
Frühjahr für Klarheit gesorgt. Hintergrund: Als das Bundesverfassungsgericht
2014 das alte Erbschaftsteuerrecht für teilweise verfassungswidrig
erklärte, durfte das alte Recht übergangsweise weitergelten,
bis der Gesetzgeber 2016 nachbesserte. Das neue Gesetz
wurde jedoch erst Ende 2016 verkündet, rückwirkend aber bereits
ab dem 1. Juli 2016 für anwendbar erklärt. Strittig war deshalb,
wie Schenkungen aus genau diesem Zwischenzeitraum zu behandeln
sind, nach dem alten oder dem neuen, meist strengeren Recht.
In einem im März 2026 veröffentlichten Urteil (II R 7/23) entschied
der Bundesfinanzhof: Es gilt das neue Recht. Eine solche Rückwirkung
sei hier ausnahmsweise zulässig, weil das Verfassungsgericht
selbst eine Neuregelung verlangt hatte und Steuerpflichtige nach
dem 2014er-Urteil nicht mehr darauf vertrauen durften, dass das
beanstandete alte Recht unverändert bestehen bleibt. Wer gehofft
hatte, für eine Schenkung aus dieser Übergangszeit noch von den
günstigeren Altregeln zu profitieren, geht damit leer aus.
Berlin diskutiert, wer künftig stärker zahlt
Während Karlsruhe juristisch prüft, ist die Erbschaftsteuer in der
Koalition erwartungsgemäß zum politischen Streitpunkt geworden.
Die SPD will, wie es Fraktionschef Matthias Miersch formuliert,
„die breiten Schultern und die großen Vermögen“ stärker beteiligen.
Sehr große Erbschaften sollen also höher belastet werden.
Die Freibeträge für nahe Angehörige und das selbst genutzte
Wohneigentum sollen ausdrücklich erhalten bleiben.
Die Union ist bei diesem Thema gespalten. Zwar hat ausgerechnet
Jens Spahn die Debatte mit angestoßen und die Vermögensver-
68 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
teilung als „Problem“ bezeichnet, zugleich warnt etwa Wirtschaftsministerin
Katharina Reiche berechtigterweise vor den möglichen
Folgen für Familienunternehmen und die CSU lehnt höhere Sätze
ab und wirbt stattdessen (nicht ganz uneigennützig) für eine Regionalisierung.
Hintergrund der Diskussion sind handfeste Zahlen:
Im Vorjahr wurden rund 13,3 Milliarden Euro Erbschaft- und
Schenkungsteuer festgesetzt, davon 8,5 Milliarden Euro allein an
Erbschaftsteuer, ein Plus von fast zehn Prozent. Studien von Wirtschaftsforschungsinstituten
weisen seit Jahren darauf hin, dass
kleine Erbschaften effektiv deutlich höher belastet werden als sehr
große, die über die Verschonungsregeln häufig steuerfrei übergehen.
Konkret wird bislang nur der SPD-Vorstoß im Konzeptpapier
„FairErben“ vom Januar 2026. Dessen Kerngedanke ist ein lebenslanger
Freibetrag von einer Million Euro je Erwerber, 900 000 Euro
für Übertragungen innerhalb der Familie und 100 000 Euro für Zuwendungen
an Dritte. Im Gegenzug soll die heutige Zehn-Jahres-
Regel entfallen, das selbst genutzte Familienheim soll zusätzlich
steuerfrei bleiben. Für viele Familien wäre das zunächst sogar eine
Entlastung. Der entscheidende Unterschied liegt aber im System:
An die Stelle eines Freibetrags, der sich alle zehn Jahre erneuert,
träte ein einmaliger Deckel über das gesamte Leben hinweg. Wer
heute über mehrere Jahrzehnte gestaffelt überträgt, könnte das
künftig nicht mehr. Festzuhalten ist: Das „FairErben“-Konzept ist
bislang ein Diskussionspapier der SPD-Fraktion, kein Gesetzentwurf.
Die Union lehnt eine Festlegung vor der Karlsruher Entscheidung
bislang gänzlich ab, und eine Mehrheit ist derzeit nicht in
Sicht. Gleichwohl markiert der Vorschlag die Richtung, in die ein
Teil der Koalition steuern möchte und genau deshalb gehört er in
die Überlegungen, wer eine Übertragung plant.
Der eigentliche Hebel: die Freibeträge und der Zehn-
Jahres-Rhythmus
Für Anleger mit einem überschaubaren Wertpapiervermögen ist
die wichtigste Botschaft beruhigend: An den heute geltenden persönlichen
Freibeträgen will derzeit niemand kurzfristig rütteln.
Sie hängen vom Verwandtschaftsverhältnis ab und betragen
500 000 Euro für Ehegatten, 400 000 Euro je Kind, 200 000 Euro
für Enkel und 20 000 Euro für entferntere Verwandte und Dritte (§
16 ErbStG). Entscheidend ist die zweite Eigenschaft dieser Beträge:
Sie stehen alle zehn Jahre erneut zur Verfügung. Genau das ist
der Hebel, an dem eine vorausschauende Übertragung ansetzt.
Allerdings ist „beruhigend“ nur die halbe Wahrheit. Denn diese
Beträge wurden seit 2009 nicht mehr erhöht, der Steuertarif gilt
unverändert seit 2010. Zugleich sind die Vermögenswerte – Aktienkurse
ebenso wie Immobilien – deutlich gestiegen. Die Folge ist
eine schleichende, oft unbemerkte Mehrbelastung: Immer mehr
„ganz normale Nachlässe“ rutschen über die Freibeträge und damit
in die Steuerpflicht. Ökonomen sprechen von einer „kalten Progression“
auch bei der Erbschaftsteuer. Verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute
weisen seit Jahren darauf hin, dass die ausgebliebene
Anpassung real einer Steuererhöhung gleichkommt.
Nach Berechnungen des Wirtschaftsrats bräuchte es allein zum Inflationsausgleich
seit 2009 statt 500 000 Euro inzwischen rund
665 000 Euro Freibetrag.
Verschärft wurde der Effekt durch das Jahressteuergesetz 2022,
das die Bewertung von Immobilien ab 2023 näher an die Marktwerte
herangeführt hat, bei unveränderten Freibeträgen stieg die
Belastung mancher Immobilienübertragung dadurch sprunghaft
an. Ein Vorstoß, die Freibeträge um 25 Prozent anzuheben und an
die Preisentwicklung zu koppeln („Tarif auf Rädern“), scheiterte
Ende 2022 am Bundesrat: Nur zwei der 16 Bundesländer stimmten
dafür. Auch das ist ein Grund, warum die heutige Reformdebatte
mit solcher Wucht geführt wird und warum Anleger die bestehenden
Möglichkeiten nicht als selbstverständlich gegeben
betrachten sollten.
Der Unterschied zwischen Schenkung und Erbschaft liegt deshalb
nicht im Steuersatz (beide folgen denselben Tarifen und Freibeträgen),
sondern im Zeitablauf. Wer früh und in Etappen überträgt,
kann denselben Freibetrag mehrfach ausschöpfen. Ein
einfaches Beispiel: Überträgt ein Elternteil seinem Kind heute ein
Aktiendepot im Wert von 380 000 Euro, bleibt der Vorgang vollständig
steuerfrei, weil der Erwerb unter dem Freibetrag für Kinder
von 400 000 Euro liegt. Nach zehn Jahren steht derselbe Freibetrag
erneut bereit. Wer dagegen wartet, bis das Depot auf bspw.
760 000 Euro angewachsen ist, und erst dann überträgt oder es im
Ganzen vererbt, hat nur einen einzigen Freibetrag zur Verfügung.
Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe von FOCUS MONEY
Unternehmen im Dialog
Die Vonovia SE: Gelebte offene Transparenz
Transparenz und Offenheit im Umgang mit privaten Anlegern sind für
die Vonovia SE gelebte Praxis. Als Ansprechpartner für Privatanleger
steht Oliver Larmann zur Verfügung, den viele bereits von unseren
DSW-Anlegerforen kennen. Gemeinsam mit dem Investor Relations-
Team unter der Leitung von René Hoffmann ist er nicht nur auf unseren
Veranstaltungen und vor sowie auf der Hauptversammlung für uns da,
sondern das ganze Jahr über erreichbar und ansprechbar für unsere
Anliegen. Haben Sie Fragen zum Geschäftsmodell, zu den Zahlen, zur
Prognose oder Dividendenentwicklung? Dann genügt ein Anruf bei
oder eine E-Mail an Oliver Larmann – ein Service der DSW.
Oliver Larmann
Senior Investor Relations Manager
Universitätsstraße 133
44803 Bochum
Tel.: +49 (0) 234 / 314-1609
Fax: +49 (0) 234 / 314-2995
Mobil: +49 (0) 152 / 01615121
E-Mail: investorrelations@vonovia.de
Web: investoren.vonovia.de
moneyservice
EINBRUCHDIEBSTAHL:
Die Hausrat übernimmt
hierbei auch die Kosten für
eventuelle Aufräumarbeiten
HAUSRATPOLICEN
Kopf hoch, alles
wird wieder gut!
Hausratpolicen leisten bei Feuer- und
Leitungswasserschäden, Einbruch
und Vandalismus. Mit einem inkludierten
Elementarschutz auch bei Naturkatastrophen.
Die Tarife mit Top-Schutz
von THOMAS SCHICKLING
Für Mark Branson, den amtierenden Präsidenten
der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(Bafin), ist der Schutz von Verbraucherinnen
und Verbrauchern ein wichtiger Teil der Arbeit
seiner dem Bundesministerium für Finanzen unterstellten
Finanzaufsicht: „Die Aufsicht über die
Stabilität der Finanzbranche und der Verbraucherschutz gehören
zusammen“, erklärte der Bafin-Chef Mitte Mai deutlich.
Während Bransons Behörde viel Ärger und Arbeit mit
wachsenden Gefahren durch Cyberangriffe auf die deutsche
IT-Infrastruktur, Verwundbarkeiten im Markt für Private
Debt und steigenden Risiken am deutschen Immobilienmarkt
hat, fiel die Zahl der 2025 bei der Bafin eingehenden
Beschwerden über Hausratversicherer marginal aus: Mit 0,6
70 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
GELD ZURÜCK
So gehen Sie bei der Schadenregulierung vor
Schritt 1 – Schaden melden: Versicherte
sollten die Assekuranz
sofort über Hausratschäden informieren.
Das beugt eventuellen Kürzungen
der Leistung vor. Fürs Erste
reicht ein Anruf oder eine Mail, in
welcher Sie grob das Geschehen
skizzieren. Im Zuge der Meldung
erhalten Sie in aller Regel eine Schadennummer
sowie konkrete Anweisungen,
was Sie im Hinblick auf eine
detaillierte Schadenmeldung tun
müssen.
Schritt 2 – Folgeschäden vermeiden:
Assekuranzen erwarten von ihrer
Klientel, dass diese Schadensbegrenzung
betreibt. Konkret heißt
dies: bei überfluteter Wohnung die
Möbel und andere Wertgegenstände
schnell ins Trockene zu bringen
und das Wasser beispielsweise mit
Eimern hinauszuschaffen.
Schritt 3 – Schaden dokumentieren:
Versicherungen wollen ihre
Leistungspflicht stets überprüfen.
Das bedeutet für Versicherte: das
Ganze dokumentieren. Der GDV rät,
von den Schäden am Hausrat Fotos
respektive Videos zu machen. Auch
sollten kaputte Gegenstände zunächst
einmal aufbewahrt werden,
damit sich Vertreter der Assekuranz
vor Ort ebenfalls ein Bild von den
Verwüstungen machen können.
Schritt 4 – Aufräumen, wenn es
der Versicherer erlaubt: Das sogenannte
Schadenbild darf erst mit
Einverständnis des Versicherers verändert
werden. Das hängt mit dessen
Anspruch zusammen, Ursache
und Umfang zu begutachten. Bevor
Geschädigte mit dem Aufräumen
loslegen, müssen sie ergo die Zustimmung
der Assekuranz einholen.
Erkundigen Sie sich dabei auch,
ob die Assekuranz Vorgaben zu Aufräumarbeiten
macht. Halten Sie diese
ein, damit die Regulierung nicht
abgelehnt oder zusammengestrichen
wird.
Schritt 5 – Nicht auf eigene Faust
loslegen: Halten Sie erst Rücksprache
mit der Assekuranz, bevor Sie
etwa überschwemmte Wohnräume
trockenlegen. Handwerkerarbeiten
sollten nie eigenmächtig beauftragt
werden. Senden Sie nach getaner
Arbeit nur die Rechnungen an den
Versicherer, liefern Sie damit mitunter
Anlass zu Leistungskürzungen.
Schritt 6 – Bestandsaufnahme:
Versicherer pochen immer auf eine
Liste aller beschädigten Gegenstände.
Dazu gehören auch Angaben zu
Kaufdatum, Kaufpreis oder dem
Wert von Möbeln und Schmuck. Belegen
können Versicherte dies mit
Quittungen und Fotos. Das Verzeichnis
sollte spätestens zwei Wochen
nach Eintritt des Schadens
beim Versicherer sein. Und: Gestohlene
Gegenstände müssen generell
bei der Polizei gemeldet werden.
Schritt 7 – Geld zurückholen:
Zwar gibt es keinerlei gesetzliche
Fristen, binnen derer ein Versicherer
die gemeldeten Schäden regulieren
muss. Den Versicherten steht
jedoch nach einem Monat eine Abschlagszahlung
zu. Vorausgesetzt,
sie haben ihre Pflichten bei Meldung,
Schadenminderung und Unterstützung
der Versicherung vollends
erfüllt.
Beanstandungen pro 100 000 Verträgen war die Quote von
Verbraucherklagen verschwindend gering. Selbst wenn man
die rund 1100 Reklamationen von Privatleuten beim Versicherungsombudsmann
hinzurechnet, blieben 2025 noch
99 995 von 100 000 Kontrakten frei von Reklamationen.
Police mit hoher Penetrationsrate. Rund 27 Millionen
Haushalte in Deutschland haben heute bereits eine Hausratversicherung
in der Schublade, bilanziert aktuell der Gesamtverband
der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
in Berlin. Damit verfügen rund 78 Prozent der Haushalte
über einen solchen Vertrag. Höher ist die Penetrationsrate
derzeit lediglich mit 81 Prozent bei den Kfz-Versicherungen!
Neben einer Wohngebäudepolice brauchen Eigentümer
eines Gebäudes zur Absicherung ihres Hausrats, wie Mieter
auch, eine Hausratversicherung, am besten mit eingeschlossenem
Elementarschutz. Warum? Während die klassische
Hausratpolice lediglich bei Schäden mit Leitungswasser einspringt,
leistet der Elementarschutz auch bei eindringendem
Wasser aus Flüssen und Starkregen in die Wohnung. Umfassender
Versicherungsschutz deckt zudem Wetterextreme
wie Erdrutsche oder Gefahren durch Schneedruck oder Lawinen
in Gebirgsregionen ab. Elementarschäden sind häufig
teuer. 2025 lag der durchschnittliche versicherte Elementarschaden
nach GDV-Daten bundesweit bei rund 4700 Euro.
Bei Sturm und Hagel belief sich die Summe auf 2100 Euro.
Kein Vollkaskoschutz. „Doch ein Elementarschutz deckt
leider nicht jedes Risiko ab“, warnt Michael Franke, geschäftsführender
Gesell schafter der Ratingagentur Franke
FOCUS MONEY 27/2026
71
moneyservice
und Bornberg aus Hannover. Wenn etwa Grundwasser von
unten in den Keller eindringe, sei dies oft nicht versichert, da
ein Anstieg des Grundwassers häufig mit Planungs- oder
Baufehlern in Verbindung stehe. Selbst Top-Hausrattarife
mit inkludiertem Elementarschutz zahlen hierbei nicht.
Fragt sich nur: Welche Hausratpolicen mit Elementarschutz
am Markt sind eigentlich echt hervorragend? Dieser
Problematik sind die Fachleute von Franke und Bornberg in
einer Analyse (s. Methode S. 74) für FOCUS MONEY nachgegangen.
Um realistische Aussagen über das Preisniveau der
verschiedenen Tarife treffen zu können, formulierten die
Ratingexperten insgesamt sechs Modellfälle, welche marktrelevante
Kundengruppen und Wohnorte repräsentieren.
Das Ergebnis ist erfreulich: Am Markt verfügbar sind derzeit
insgesamt 23 Tarife, die nach den strengen Kriterien von
Franke und Bornberg den Versicherten hervorragende Leistungen
offerieren und im Test mit der besten Ratingnote FFF+
ausgezeichnet werden konnten (s. Tabelle unten).
Egal ob Rohrbruch, Sturm, Hagel oder Raub: Diese Schadenereignisse
in der Wohnung reguliert eine Hausratpolice.
„Sie deckt alle Gegenstände ab, welche nicht fest am Gebäude
verbaut sind“, erklärt Fachmann Franke. Dazu gehören
etwa Möbel, Bücher, Schmuck und Kleidung. Selbst die Einbauküche
ist, sofern sie in Serie produziert und nicht extra
für das Gebäude individuell angefertigt wurde, bei Schäden
mitversichert. „Auch ein Fahrraddiebstahl innerhalb der
Hausratpolicen mit Elementarschutz: Hervorragende Tarife im Überblick
Gesellschaft Tarif Rating Tarifnote
Prämie* in
Hamburg
(exemplarisch)
Prämie* in
Dresden
(exemplarisch)
Durchschnitt
Prämie* über
sechs Städte**
Quelle: Franke und Bornberg/fb research; Ranking nach Durchschnittsprämie; Stand: Mai 2026; *pro Jahr; **Mittelwert über alle sechs untersuchten Modellfälle in den Städten Hannover, München, Berlin, Köln, Hamburg und Dresden; 1) mit Schadenfreiheitsrabatt; 2) ausgeschlossen sind Schäden durch
Strom an elektrischen Einrichtungen und Geräten; 3) ausgeschlossen sind Schäden an technischen Geräten, Wertsachen und Bargeld; 4) sonstige Seng- und Schmorschäden bis 5000,00 €; 5) Schäden, die an Einrichtungen oder Geräten durch Wirkung von elektrischen Strom entstehen, bis 500,00 €;
6)
sofern bei rückstaugefährdeten Räumen keine Rückstausicherungen vorhanden sind, zzgl. 15 %, mindestens 1000,00 €, maximal 10 000,00 €; 7) 3000,00 € für Erdbeben; 8) der Versicherungssumme; HS = Höchstsumme; VS = Versicherungssumme
Deckung
Überspannungsschäden
bis zu
Schleswiger Versicherung SSVaG Top Plus, Bankschließfach (30 000 Euro) FFF+ Hervorragend 139,39 € 122,70 € 131,05 € keine HS
Waldenburger Versicherung Premium FFF+ Hervorragend 171,81 € 122,78 € 147,30 € 65 000,00 €
InterRisk Konzept XXL 1) FFF+ Hervorragend 176,44 € 118,91 € 147,68 € 65 000,00 €
LBN Versicherungsverein LBN-BESSER FFF+ Hervorragend 178,93 € 139,67 € 159,30 € 65 000,00 €
Baloise (Helvetia) Baloise Ambiente Top FFF+ Hervorragend 208,91 € 133,63 € 171,27 € 65 000,00 €
WGV-Versicherung Optimal-Tarif FFF+ Hervorragend 188,76 € 154,80 € 171,78 € keine HS
ADCURI (Barmenia) Premium Schutz FFF+ Hervorragend 211,49 € 159,23 € 185,36 € 65 000,00 €
IDEAL HausRat Exklusiv FFF+ Hervorragend 183,23 € 198,91 € 191,07 € 65 000,00 €
VHV Allgemeine Vers. KLASSIK-GARANT inkl. Baustein EXKLUSIV FFF+ Hervorragend 223,81 € 196,22 € 210,02 € 65 000,00 €
Gothaer Plus FFF+ Hervorragend 217,13 € 212,91 € 215,02 € 65 000,00 €
DOCURA PROTECT-SmartHome FFF+ Hervorragend 193,28 € 252,92 € 223,10 € 65 000,00 €
Alte Leipziger classic FFF+ Hervorragend 239,97 € 227,19 € 233,58 € 65 000,00 €
Adam Riese Adam Riese Riesig FFF+ Hervorragend 250,47 € 239,24 € 244,86 € 65 000,00 €
Interlloyd Infinitus (WF) FFF+ Hervorragend 293,86 € 206,75 € 250,31 € keine HS
GEV Grundeigentümer-Versicherung Protect+ Premium (SFR) FFF+ Hervorragend 281,68 € 243,56 € 262,62 € 65 000,00 €
die Haftpflichtkasse Einfach Komplett FFF+ Hervorragend 356,46 € 237,88 € 297,17 € 65 000,00 €
uniVersa uniVersa FLEXXhome allround FFF+ Hervorragend 263,19 € 353,07 € 308,13 € 500 000,00 €
rhion.digital Premium FFF+ Hervorragend 363,25 € 356,03 € 359,64 € 500 000,00 €
Zurich Insurance Europe PrivatSchutz Top FFF+ Hervorragend 400,86 € 335,77 € 368,32 € keine HS
S.L.P. Prima Plus FFF+ Hervorragend 433,36 € 333,70 € 383,53 € 65 000,00 €
Allianz Komfort FFF+ Hervorragend 402,11 € 402,25 € 402,18 € 65 000,00 €
Janitos Best Selection FFF+ Hervorragend 474,60 € 429,98 € 452,29 € keine HS
die Bayerische Prestige FFF+ Hervorragend 1062,90 € 956,70 € 1009,80 € 65 000,00 €
72 FOCUS MONEY 27/2026
Leistung
bei Fahrraddiebstahl
Wohnung, im abgeschlossenen Keller oder der verschlossenen
Garage ist in der Regel von der Hausratpolice gedeckt“,
erklärt Insider Franke. Viele Assekuranzen bieten Kunden
die Option, im Rahmen der Hausrat eine Fahrradzusatzpolice
abzuschließen, die auch Bike-Diebstähle in der Öffentlichkeit,
etwa auf der Straße oder vor Geschäften, inkludiert.
Zahlen des GDV zufolge wurden im Jahr 2025 rund 115 000
versicherte Fahrräder in Deutschland gestohlen. Die durchschnittliche
Schadensumme bezifferte sich dabei auf rund
1270 Euro pro Rad. Insgesamt zahlten die Versicherer im vergangenen
Jahr für entwendete Drahtesel an Hausratversicherte
rund 150 Millionen Euro Schadenersatz. „Sinnvoll ist
eine Hausratpolice vor allem für jene, deren Mobiliar und
Höhe
Wertsachen
Höhe
Außenversicherung
Dauer Außenversicherung
Sengschäden
gedeckt
Hausgeräte teuer in der Anschaffung waren“, betont Franke.
Gut zu wissen: Die Hausrat ersetzt zum Beispiel Verwüstungen
an einem Wohnzimmerschrank zum Neuwert. Auch
Aufwendungen, die im Kontext des jeweiligen Schadens stehen,
sind inkludiert. Dazu gehören etwa Aufräumarbeiten
oder bei schweren Bränden in der Wohnung die Unterbringung
im Hotel. Und beim klassischen Einbruchdiebstahl ersetzt
der Versicherer neben dem Diebesgut auch das zerstörte
Türschloss oder die beschädigten
Fensteröffner nebst Fensterglas. Geiziger
zeigt sich die Assekuranz bei
Wertsachen wie Schmuck. In diesen
Fällen deckt die Police in aller Regel
Höhe Sengschadendeckung
Selbstbehalt (SB) Elementarschutz
BESTE
HAUSRAT-
POLICE
inklusive
Elementarschutz
10000,00 € 40 % der VS 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS4) –
5 % 8) 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 2500,00 €
10000,00 € 26000,00 € 12 Monate 40 % der VS ja 100 % der VS entspricht dem generellen SB
5 % 8) 32500,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 1500,00 €
3000,00 € 32500,00 € 12 Monate 30 % der VS ja 100 % der VS 1 %, mind. 500,00 €, max. 2500,00 €
3000,00 € 40 % der VS 12 Monate 40 % der VS ja 100 % der VS 1000,00 €
65000,00 € 16250,00 € 24 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, max 5000,00 €
3000,00 € 32500,00 € 12 Monate 40 % der VS, max. 40000 € ja 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 1500,00 €
15000,00 € 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja2) 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 1500,00 €
3000,00 € 26000,00 € 12 Monate 30 % der VS, mind. 50000 € ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €; Erdbeben 5000,00 €
3000,00 € 39000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja3) 100 % der VS 1 %, mind. 500,00 €, max. 1500,00 €
3000,00 € 26000,00 € 12 Monate 50 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 2500,00 €
3000,00 € 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 1000,00 €
keine HS 100000,00 € 24 Monate 50000 € ja keine HS 1000,00 €
3000,00 € 32500,00 € 24 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €6)
10000,00 € 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €
3000,00 € 30000,00 € 6 Monate 50000 € ja 500000 €5) 10 %, mind. 250,00 €, max. 5000,00 €
3000,00 € 65000,00 € 12 Monate keine HS ja keine HS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €
3000,00 € 50000,00 € 180 Tage 40000 € ja keine HS 3500,00 €
3250,00 € 26000,00 € 12 Monate 50 % der VS ja2) 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 5000,00 €
3000,00 € 26000,00 € 6 Monate 40 % der VS ja 100 % der VS 500,00 € für Überschwemmung und Rückstau7)
5 % 8) 26000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 2500,00 €
5000,00 € 48750,00 € 12 Monate 100 % der VS ja3) 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 1500,00 €
FOCUS MONEY 27/2026
73
moneyservice
METHODIK
Für den Fall der Fälle
Boden im Badezimmer überschwemmt,
Elektronik des Fernsehers durch Blitzschlag
beschädigt, Wohnung von Einbrechern
verwüstet, Fahrrad geklaut: Eine
Hausratversicherung schützt vor Blitzund
Wasserschäden, Einbruch, Raub und
Diebstahl. Nur, welche Policen bieten
heute den Versicherten wirklich umfassenden
Schutz zu moderaten Prämien?
Im Rahmen eines harten Versicherungstests
hat die Ratingagentur Franke und
Bornberg aus Hannover 70 aktuelle
Hausrattarife von insgesamt 34 Anbietern
auf Herz und Nieren untersucht.
Die Datenbasis bildeten ausschließlich
leistungsstarke Kontrakte, welche in die
Kategorie Top-Schutz fallen. Dazu definierten
die Ratingexperten für die Tarife
folgende Mindestkriterien:
■ Grobe Fahrlässigkeit: Der Tarif deckt
Schäden durch grobe Fahrlässigkeit bis
zur vereinbarten Versicherungssumme
ab. Regelungen für grobe Fahrlässigkeit
bei Obliegenheitsverletzungen werden
in diesem Kontext nicht betrachtet.
■ Außenversicherung: Die Police
leistet 100 Prozent der Versicherungssumme
oder mindestens 20 000 Euro.
■ Sengschäden: Schäden durch Hitze,
aber ohne Brand sind im Vertrag abgesichert.
■ Überspannung: Schäden durch Überspannung
und Blitzeinschlag sind mit
einer Höhe von 100 Prozent der Versicherungssumme
gedeckt.
■ Fahrraddiebstahl ist in der Police mit
einer Versicherungssumme von 3000
Euro eingeschlossen.
■ Elementarschäden, etwa durch
Hochwasser, Starkregen, Schneedruck,
Lawinen, Erdrutsch und Erdsenkung sowie
Erdbeben, sind in der Hausratpolice
mit Selbstbehalt abgesichert.
■ Bewachungskosten für die versicherte,
aufgrund eines Schadens nicht mehr
bewohnbare Wohnung sind in der Police
inkludiert.
■ Wertsachen: Uhren, Schmuck, Antiquitäten,
Münzen usw. sind bis zu einer
Höhe von 25 Prozent im Tarif versichert.
■ NUR Tarife OHNE Selbstbehalt:
Glasversicherung und Elementarschutz
sind im Rahmen eines Vertrags optional
abschließbar.
Um die am Versicherungsmarkt auftretenden
Kundengruppen im Rahmen der
Untersuchung abzubilden und eine realistische
Aussage über das Preisniveau
der Hausrattarife treffen zu können, erarbeiteten
die Fachleute von Franke und
Bornberg sechs Modellfälle (s. Tabelle).
Ergebnis: Das Rating von Franke und
Bornberg bezieht sich ausschließlich auf
die in den AGB verankerten Versicherungsbedingungen
der untersuchten
Hausrattarife. Finanzen und Stabilität der
Versicherer wurden nicht geprüft.
Franke und Bornberg ordnete die Ergebnisse
seiner Analyse in sieben Ratingklassen
von FFF+ (HERVORRAGEND)
bis F– (UNGENÜGEND). Aus den insgesamt
70 Hausratpolicen haben die
Experten für jeden Anbieter den notenbesten
Tarif herausgearbeitet. Wenn es
notengleiche gab, den günstigsten. Die
Klassen sind in der Bandbreite so
bemessen, dass geringfügige, für die
Praxis unerhebliche Punktunterschiede
nicht zur Einstufung in eine andere Klasse
führen.
Modellfall 1 2 3 4 5 6
Wohnort PLZ 30159 80802 10115 50667 20095 01309
Stadt Hannover München Berlin Köln Hamburg Dresden
Straße Georgstraße 38 Germaniastraße 20 Chausseestraße 56 Richmodstraße 10 Bergstraße 7 Löscherstraße 28
Versicherter lebt in Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus
Geburtsdatum Versicherter 01.01.96 01.01.96 01.01.96 01.01.96 01.01.96 01.01.96
versicherte Wohnfläche 100 100 100 100 100 100
davon Keller 0 0 0 0 0 0
Tätigkeit Versicherter kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter*
Versicherungssumme 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro
Fahrrad (Euro) mitversichert 3000 3000 3000 3000 3000 3000
Glas mitversichert nein nein nein nein nein nein
Elementarschäden inkludiert ja ja ja ja ja ja
Selbstbehalt nein nein nein nein nein nein
Vorversicherung ja ja ja ja ja ja
Vorschäden keine keine keine keine keine keine
Versicherungsbeginn 01.07.26 01.07.26 01.07.26 01.07.26 01.07.26 01.07.26
Laufzeit Police 12 Monate 12 Monate 12 Monate 12 Monate 12 Monate 12 Monate
Zahlweise jährlich jährlich jährlich jährlich jährlich jährlich
Rabatte keine keine keine keine keine keine
Quelle: Franke und Bornberg; Stand: Mai 2026; *nicht öffentlicher Dienst
74 FOCUS MONEY 27/2026
FAHRRADKLAU: Für
Diebstahl im öffentlichen
Raum leistet die
Hausrat in der Regel
nur in Verbindung mit
einer Zusatzpolice
Schäden nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme
ab. Doch Vorsicht! Wer grob fahrlässig
handelt, muss im Schadenfall bei vielen Hausrattarifen mit
Leistungskürzungen rechnen.
Im Zweifel sind die Versicherten in der Nachweispflicht,
dass sie kein persönliches Verschulden trifft. „Bei einer Hausratversicherung
mit Top-Leistungen allerdings verzichtet
der Anbieter gleich auf die sogenannte Einrede der groben
Fahrlässigkeit und begleicht sämtliche Schäden bis zur vollen
Versicherungssumme“, erklärt Franke.
Im Rahmen einer Hausratpolice gewähren Assekuranzen
Versicherungsschutz für den im Vertrag genannten Wohnort,
an welchem der Kunde dauerhaft lebt. „Dazu gehören
neben den Wohnräumen auch Terrassen, Balkone, Kellerräume
und Garagen“, ergänzt Franke. Räumlichkeiten aber,
die über einen separaten Eingang verfügen und ausschließlich
gewerblich genutzt werden, bleiben hierbei außen vor.
Wann die Außenversicherung greift. Gut zu wissen: Auch
im Urlaub leistet die Hausratpolice. Wird etwa am Ferienort
aus dem Hotelzimmer oder der Ferienwohnung das teure
Smartphone oder der Laptop entwendet, zahlt der Versicherer
im Rahmen der sogenannten Außenversicherung. Allerdings
darf sich in diesem Kontext der Urlaub des Versicherten
in aller Regel nicht länger als drei Monate hinziehen.
Für bestimmte „Extras“ müssen Hausrat-Kunden allerdings
höhere Prämien in Kauf nehmen: Das gilt etwa für Wasserschäden
aufgrund ausgelaufener Planschbecken und
Aquarien. Auch die Deckung von Elementarschäden innerhalb
des Vertrags kostet leider extra. Sengschäden etwa
durch Hitze und Feuer hingegen sind in guten Tarifen mit
abgedeckt – und keine zu vereinbarende Zusatzleistung.
Wie teuer die Prämie für eine Hausratpolice am Ende des
Tages ausfällt, hängt außer vom Leistungsumfang vor allem
vom aktuellen Wohnort des Versicherten ab. Die Assekuranzen
teilen nämlich Deutschland in bestimmte Risikozonen
auf. In Städten mit hohen Einbruchsraten, etwa Berlin und
Hamburg, wird es teurer. In sicheren Metropolen wie München
hingegen sind die Prämien günstiger.
Unterversicherung vermeiden. Egal für welche Hausratpolice
sich der Kunde letztlich auch entscheidet: „Eine Unterversicherung
sollte man auf jeden Fall vermeiden“, rät
Franke. Ist der Hausrat etwa summa summarum 120 000
Euro wert und lediglich mit 60 000 Euro abgesichert, ersetzt
die Assekuranz auch nur Schäden über letzteren Betrag.
Eine Unterversicherung trifft nicht selten Leute mit Altverträgen,
die über die Jahre ihre Wohnung mit teuren Möbeln,
Kunst und High-End-Geräten „aufgepimpt“ haben.
„Für diese macht es Sinn, ihre Hausrat auf Unterversicherung
zu überprüfen und gegebenenfalls die Versicherungssumme
zu erhöhen“, so Franke. Tipp: Wer sich mit all dem nicht quälen
will, vereinbart einen Unterversicherungsverzicht. Hierbei
kalkuliert der Versicherer im Rahmen des Vertrags einen
festen Betrag pro Quadratmeter Wohnfläche und prüft im
Schadenfall nicht, ob eine Unterversicherung besteht.
Bei der Schadenmeldung helfen Fotos und Videos der kaputten
Gegenstände (s. auch Kasten S. 71). „Auch sollten
Hausratversicherte stets sämtliche Kaufbelege für teure Möbel,
Kleider, Schmuck oder Geräte akribisch sammeln“, betont
Franke. Damit die Dokumente nicht eventuell einem
Brand zum Opfer fallen, bewahrt man diese am besten außerhalb
der Wohnung, etwa in einem Bankschließfach oder
digitalisiert im Internet über einen Cloud-Speicher, auf.
FOCUS MONEY 27/2026
Foto: Adobe Stock 75
moneyservice
STAATLICHES
FÜLLHORN: Für die
Rürup-Rente gibt es
massive Unterstützung
vom Fiskus
Steigende Steuervorteile
und hohe Förderquoten
machen Rürup-Renten zu
echten Renditebringern der
Altersvorsorge. Die besten
Policen für jedes Anlageprofil
RÜRUP-RENTE
Mit dem
Füllhorn
ausgeschüttet
Rürup-Beiträge steuerlich absetzen
Rürup-Sparer können 2026 grundsätzlich bis zu 30 826
Euro steuerlich als Sonderausgaben beim Fiskus geltend
machen (zusammen veranlagte Verheiratete das Doppelte).
Der jeweilige Höchstbetrag in Euro ist an die knappschaftliche
Rentenversicherung gekoppelt, wird dadurch jährlich
neu festgesetzt und lässt sich für die Zukunft noch nicht vorhersagen.
Der Besteuerungsanteil im Alter richtet sich nach
dem Jahr des erstmaligen Rentenbezugs. Er steigt bis 2058
jährlich um einen halben Prozentpunkt an.
Jahr
steuerfreier
Anteil
in Prozent
d. h. max. absetzbarer
Betrag in Euro,
ledig/verheiratet
2026 100 30826/61652
2030 100 ?
2040 100 ?
2058 100 ?
Jahr des
Rentenbeginns
Besteuerungsanteil
in Prozent
2026 84
2030 86
2040 91
2058 100
Quellen: Einkommensteuergesetz, BMF
von WERNER MÜLLER
Was bei den ganzen Reformdiskussionen
um die gesetzliche
Rente und die neue geförderte
private Altersvorsorge (s. auch Titelgeschichte)
gern mal vergessen wird: Mit der Basis rente
– umgangssprachlich Rürup-Rente genannt –
gab es schon und gibt es auch weiterhin bereits
eine stark geförderte und gut funktionierende Ergänzung
der finanziellen Ruhestandssicherung. Sie
ist und bleibt eine Top-Wahl für alle Vorsorgesparer. Denn
entgegen einem oft geäußerten Klischee ist sie nicht nur für
Selbstständige und Freiberufler äußerst lukrativ, sondern
bietet auch für Beamte und gut verdienende Arbeitnehmer
enorme Steuervorteile.
Die Förderkriterien. Die Rürup-Rente ist dabei grundsätzlich
der gesetzlichen Rente nachgebildet. So können dieses
Jahr Beiträge bis zur Höhe von 30 826 Euro als Sonderausgaben
von der Steuer abgesetzt werden (s. Tabelle links).
Zwar dürfen nur Selbstständige und Freiberufler, die nicht
in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen, die
volle Summe dem Fiskus in Rechnung stellen. Bei allen
anderen vermindert sich der absetzbare Betrag um bereits
anderweitig steuerlich relevante Vorsorgebeiträge wie etwa
die zur gesetzlichen Rente. Dennoch stehen auch dann noch
attraktive geförderte Summen für eine Rürup-Rente zur
Verfügung. Außerdem gewähren die asymmetrischen Besteuerungsregeln
älteren Sparern einen Zusatzkick. Weitere
Vorteile: Die flexiblen Einzahlungsmodalitäten sind ideal
auch für Sparer mit schwankenden Einkünften oder Sondervergütungen
geeignet und die Förderhöchstsumme steigt in
aller Regel jährlich an.
Analog zur gesetzlichen Rente dürfen die Policen jedoch
nicht übertragen, beliehen, vererbt oder veräußert werden.
Immerhin sind aber die eigene Arbeitskraftabsicherung sowie
ein Hinterbliebenenschutz integrierbar. Außerdem sind
sie nicht kapitalisierbar, müssen also zwingend als lebenslange
Renten ausgezahlt werden.
Damit Kunden sicher sein können, dass die Rürup-Policen
auch alle erforderlichen gesetzlichen Regeln erfüllen, werden
sie staatlich zertifiziert und zugleich in verbindliche
76
Illustration: KI/FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 27/2026
Chance-Risiko-Klassen (CRK) eingeteilt. Diese reichen von
CRK 1 mit weitestgehend sicheren Policenmodellen bis zu
CRK 5 mit rein chancenorientierten Angeboten. Je nach CRK
ergeben sich dann zwingend die jährlichen Wertentwicklungen,
mit denen Anbieter ihre möglichen Leistungen hochrechnen
und im Informationsblatt darstellen dürfen.
Die passende Auswahl. Allein dadurch haben Rürup-Sparer
schon Anhaltspunkte, welche Policen für sie ganz nach
ihrem individuellen Chance-Risiko-Profil geeignet sein
könnten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Policen-Konzepte:
Klassik mit Garantiezinsen und Überschussbeteiligung,
Neue Klassik mit endfälligen Garantien, Klassik-Index
mit wählbarer Indexbeteiligung, zahlreiche Hybridmodelle
mit abgesenkten Garantien und höheren Performance-
Chancen (bei garantieorientierten Modellen entscheidet
der Versicherer, bei beitragsorientierten der Kunde, welcher
Anteil des Sparbeitrags ins Sicherungsvermögen oder in
Fonds fließt) sowie Fondspolicen ganz ohne Garantien.
Damit aber die individuell gewählte Police dann auch fair
und je nach Risikoprofil chancenreich gestaltet ist, hat FOCUS
MONEY mit den Experten des Analysehauses Franke und
Bornberg wieder die jeweils besten Rürup-Policen ermittelt.
METHODE
Gesamtwertung
Aus den Einzelnoten für das
Bedingungswerk (40 Prozent),
die Rentenleistungen (40 Prozent)
und die Finanzstärke
des Anbieters (20 Prozent)
wird die Gesamtnote gebildet.
Garantierente
mögliche Rente bei
2 % Wertentw.
Gesamtnote
Bewertung
1,00 bis 1,49 Hervorragend
1,50 bis 1,99 Sehr Gut
Quelle: eigene Berechnungen; Gesellschaften bei gleicher Gesamtbewertung
in alphabetischer Reihenfolge
Gute Rentenleistungen
Als Musterfall dienen 32-jährige Rürup-Sparer, die 35 Jahre lang 200
Euro monatlich in den Vertrag einzahlen. Die Auszahlungen beginnen
mit 67 Jahren, sollen volldynamisch steigen und beinhalten eine zehnjährige
Rentengarantiezeit. Die Leistungsnoten setzen sich aus verschiedenen
Teilnoten zusammen. Bei den Klassik-Varianten sind das
zu 40 Prozent die Garantierente und zu 60 Prozent die möglichen
Renten (je zur Hälfte, Rentengarantiefaktor zu zehn Prozent, falls vorhanden).
Für die Hybridvarianten gilt: Garantierente sowie beide möglichen
Renten je zu 30 Prozent, der Faktor zu zehn Prozent. Bei den
Fondspolicen machen die möglichen Renten zusammen 90 Prozent
aus, der Faktor zehn Prozent. Dargestellt wird stets nur der beste Tarif
je Gesellschaft, es sei denn, es gibt dort Tarife mit verschiedenen CRK-
Klassen oder sie bieten ein unterschiedliches Garantieniveau.
Klassik, Neue Klassik, Klassik-Index
Garantierente
mögliche Rente bei
2 % Wertentw.
mögliche Rente
Höchstwert gem.
CRK 2 (4 %)
Hybridpolicen, Fondspolicen
mögliche Rente
Höchstwert gem.
CRK 3 (5 %)
mögliche Rente
Höchstwert gem.
CRK 3 (5 %)
mögliche Rente
Höchstwert gem.
CRK 4 (6 %)
mögliche Rente
Höchstwert gem.
CRK 4 (6 %)
ab 260 = 1 ab 320 = 1 ab 480 = 1 ab 490 = 1 ab 570 = 1
ab 250 = 1,5 ab 310 = 1,5 ab 470 = 1,5 ab 480 = 1,5 ab 560 = 1,5
ab 240 = 2 usw. ab 300 = 2 usw. ab 460 = 2 usw. ab 470 = 2 usw. ab 550 = 2 usw.
mögliche Rente
Höchstwert gem.
CRK 5 (8 %)
ab 200 = 1 ab 320 = 1 ab 510 = 1 ab 670 = 1 ab 1025 = 1
ab 185 = 1,5 ab 305 = 1,5 ab 495 = 1,5 ab 650 = 1,5 ab 1000 = 1,5
ab 170 = 2 usw. ab 290 = 2 usw. ab 480 = 2 usw. ab 630 = 2 usw. ab 975 = 2 usw.
Geprüfte Vertragsbedingungen
Die Versicherungsexperten des Analysehauses
Franke und Bornberg (FB) prüfen und bewerten
die Versicherungsbedingungen der Rürup-Policen.
Sie konzentrieren sich dabei ausschließlich auf verbindliche
Regelungen, denn nur auf deren Einhaltung
hat der Kunde im Zweifel auch einen Anspruch.
Es geht um Transparenz, Flexibilität und Kundenfreundlichkeit
der Klauseln. Die Ergebnisse werden
in einem eigenen Rating mit verschiedenen Ratingklassen
zusammengefasst. Dabei vergibt FB auch
konkrete Schulnoten für die analysierten Tarife. Innerhalb
derselben Ratingklassen kann es daher zu
Unterschieden in der Benotung kommen.
FB-Rating
Nachgewiesene Finanzstärke
Versicherer sollten selbst finanziell solide dastehen,
um mit den Kundengeldern auch gut wirtschaften zu
können. Das bewerten verschiedene renommierte
Analysehäuser (in den Tabellen auf den folgenden
Seiten angegeben). Zur Vergleichbarkeit werden
deren Bonitätsurteile in Schulnoten umgerechnet.
S&P Fitch Moody’s A.M. Best Assekurata,
Bonität
Assekurata,
Unternehmensrating
Note
FFF+ 0,5
FFF 0,6 bis 1,5
FF+ 1,6 bis 2,5
FF 2,6 bis 3,5
F+ 3,6 bis 4,5
F 4,6 bis 5,5
F– 6,0
DFSI,
Unternehmensqualität
Note
AA AA Aa2 A+ AA A++ AAA 1
AA– AA– Aa3 AA– AA+ 1,25
A+ A+ A1 A A+ A+ 1,75
A A A2 A AA 2
A– A– A3 A– A– A A+ 2,25
Quellen: Standard & Poor’s, Fitch Ratings, Moody’s, A.M. Best, Assekurata, DFSI, eigene Berechnungen
Quelle: Franke und Bornberg
FOCUS MONEY 27/2026
77
moneyservice
Sicherheitsorientierte Varianten
BESTE
Rürup-Rente
Klassische Policen
BESTE
Rürup-Rente
Neue Klassik
BESTE
Rürup-Rente
Neue Klassik,
Direkttarife
BESTE
Rürup-Rente
Klassik-Indexpolicen
Garantieniveau
Gesellschaft Tarif Zertifizierungsnummer
Chance-
Risiko-
Klasse
(CRK)
Stand: 5/2026; in Euro; k. A. = keine Angaben; 1) Chance-Risiko-Klasse (CRK) 2 = 4 %, CRK 3 = 5 %, CRK 4 = 6 %, CRK 5 = 8 %; 2) garantierter monatlicher Rentenfaktor pro 10 000 Euro Vertragsguthaben, Bewertung: ab 27 = 1, ab 25 = 1,5, ab 23 = 2 usw.
Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen
Chancenorientierte Vorsorge pur
Gesellschaft Tarif Zertifizierungs-
Risiko-
Chancenummer
Klasse
(CRK)
Finanzstärke (von)
Finanzstärke
(von)
FB-
Rating garantierte mögliche mögliche Rente
Höchstwert
tierter Ren-
Wertentw.
gem. CRK 1)
tenfaktor garan-
Rente
Rente bei 2 %
2)
mögliche
Rente
Höchstwert
gem. CRK 1)
FB-Rating mögliche
Rente bei
2 % Wertentw.
garantierter
Rentenfaktor
2)
Bewertung
Fondspolicen
Allianz BasisRente InvestFlex 6573 5 AA (S&P, Fitch) FFF+ 291,02 977,11 23,53 Hervorragend
Axa/DBV JustInvest Fonds-BasisRente 6541 5 AA (Fitch) FFF+ 293,83 994,85 24,86 Hervorragend
BarmeniaGothaer BasisVorsorgeFonds 6452 5 A (S&P) FFF+ 291,60 995,50 26,16 Hervorragend
Canada Life GENERATION basic plus 6458 4 AA (S&P, Fitch) FF+ 417,98 881,18 20,42 Hervorragend
Continentale BasisRente Invest 6442 5 AA+ (DFSI) FFF+ 297,32 997,21 26,60 Hervorragend
Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Fonds) 6418 5 AA (Fitch) FFF+ 288,97 994,04 24,77 Hervorragend
HanseMerkur Basis Care Invest 6469 4 AA (DFSI) FFF 300,74 662,53 25,92 Hervorragend
HDI CleverInvest Basisrente 6510 5 A+ (A.M. Best) FFF+ 293,00 992,00 26,73 Hervorragend
Helvetia Baloise Best Invest Basis (Fonds) 6570 5 A+ (S&P) FFF+ 292,00 999,00 27,73 Hervorragend
LV 1871 MeinPlan Basisrente 6289 5 AA+ (DFSI) FFF+ 287,44 970,04 26,80 Hervorragend
Neue Leben Aktivplan Basis (Fonds) 6509 5 AA– (S&P) FFF+ 294,67 996,96 24,93 Hervorragend
Standard Life Maxxellence Invest Basisvorsorge 6348 5 AA– (Fitch) FFF 314,00 988,00 18,87 Hervorragend
Universa AufbauRENTEtopinvest 6094 5 AA (DFSI) FFF+ 306,00 1055,00 27,74 Hervorragend
Versorgungsw. Presse BasisRente InvestFlex 6583 5 Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ 296,75 996,92 23,53 Hervorragend
Volkswohl Bund FONDS PUR 6439 5 A+ (Fitch) FFF+ 288,00 964,00 27,52 Hervorragend
Württembergische BasisRente Genius Vorsorge 6538 4 AA (DFSI) FFF 295,00 649,00 25,10 Hervorragend
WWK BasisRente invest 2.0 6473 4 AAA (DFSI) FFF+ 285,00 626,00 29,02 Hervorragend
Alte Leipziger AL_RenteFlex (Fonds) 6425 5 AA– (Assekurata, B) FFF 284,83 960,22 27,77 Sehr Gut
Nürnberger Fonds-Basisrente 6590 5 A (Fitch) FFF 288,84 974,19 24,77 Sehr Gut
Signal Iduna Pur Invest Basis-Rente 6472 5 A+ (DFSI) FFF 288,00 966,00 27,82 Sehr Gut
Stuttgarter alpha+ Basisrente 6618 5 A (Assekurata, B) FFF+ 286,00 965,00 25,21 Sehr Gut
Swiss Life Maximo Basisrente 6432 5 A+ (S&P) FFF+ 270,36 918,95 27,17 Sehr Gut
Zurich Basis Renteinvest Spezial 6344 5 A+ (A.M. Best) FFF+ 267,97 889,00 26,92 Sehr Gut
Fondspolicen, Direkttarife
Europa Fondsgeb. BasisRentenversicherung 6461 5 AA+ (DFSI) FFF+ 333,00 1144,00 26,79 Hervorragend
Bewertung
Klassik
100 % Alte Leipziger AL_RenteFlex (Klassik) 6425 4 AA– (Assekurata, B) FF+ 254,93 281,63 565,69 27,77 Sehr Gut
Neue Klassik
100% Continentale BasisRente Classic Pro 6444 2 AA+ (DFSI) FFF 248,29 305,64 447,59 k.A. Hervorragend
k.A. HanseMerkur Basis Care RB 6469 2 AA (DFSI) FFF 269,25 323,55 477,57 k. K.A. Hervorragend
100% Neue Leben Aktivplan Basis (Klassik) 6509 5 AA– (S&P) FFF 246,39 290,74 851,34 24,93 Hervorragend
90% Allianz BasisRente Perspektive 6522 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 228,59 271,15 452,05 k. K.A. Sehr Gut
90% Versorgungsw. Presse BasisRente Perspektive 6582 3 Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ 233,04 279,14 465,98 k. K.A. Sehr Gut
100% Württembergische BasisRente Gen. Vors. (Klas.) 6538 3 AA (DFSI) FFF 248,05 269,00 449,00 25,10 Sehr Gut
Neue Klassik, Direkttarife
100% Europa BasisRentenversicherung 6459 2 AA+ (DFSI) FFF+ 249,14 342,00 504,00 26,69 Hervorragend
Klassik-Indexpolicen
90% Allianz BasisRente IndexSelect 6526 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 229,83 277,56 463,69 k.A. Sehr Gut
100% Ergo Vorsorge Basis-Rente Index 6417 2 AA (Fitch) FFF+ 247,90 288,00 399,20 24,77 Sehr Gut
86% Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Klassik) 6418 3 AA (Fitch) FFF+ 212,48 275,27 453,62 29,51 Sehr Gut
85% Stuttgarter BasisRente index-safe 6455 4 A (Assekurata, B) FFF 211,06 275,00 556,00 25,21 Sehr Gut
84% Volkswohl Bund KLASSIK MODERN BIR 6507 4 A+ (Fitch) FFF 195,00 285,00 576,00 27,52 Sehr Gut
BESTE
Rürup-Rente
Fondspolicen
BESTE
Rürup-Rente
Fondspolicen,
Direkttarife
Stand: 5/2026; in Euro;
1)
Chance-Risiko-Klasse
(CRK) 3 = 5%, CRK 4 =
6%, CRK 5 = 8%;
2)
garantierter monatlicher
Rentenfaktor pro
10 000 Euro Vertragsguthaben,
Bewertung:
ab 27 = 1, ab 25 = 1,5, ab
23 = 2 usw.
Quellen: Franke und
Bornberg/fb research,
Finanzstärke-Ratings, eigene
Berechnungen
78
FOCUS MONEY 27/2026
Garantieniveau
80 % Beitragsgarantie
60 % Beitragsgarantie
Gesellschaft Tarif Zertifizierungsnummer
Chance-Risiko-Klasse
(CRK)
Finanzstärke
(von)
FB-
Rating
Stand: 5/2026; in Euro; 1) Chance-Risiko-Klasse (CRK) 3 = 5 %, CRK 4 = 6 %, CRK 5 = 8 %; 2) garantierter monatlicher Rentenfaktor pro 10 000 Euro Vertragsguthaben, Bewertung: ab 27 = 1, ab 25 = 1,5, ab 23 = 2 usw.
Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen
garantierte
Rente
mögliche
Rente bei 2 %
Wertentw.
mögliche Rente
Höchstwert ter Renten-
garantier-
gem. CRK 1) faktor 2)
Bewertung
Hybridpolicen, garantieorientiert
Allianz BasisRente InvestFlex mit Garantie 6575 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 197,70 281,21 486,72 23,53 Hervorragend
Continentale BasisRente Invest Garant 6443 3 AA+ (DFSI) FFF+ 198,63 292,55 505,82 26,60 Hervorragend
Ergo Vorsorge Basis-Rente Dynamik 6616 4 AA (Fitch) FFF+ 198,12 293,63 634,68 27,06 Hervorragend
LV 1871 MeinPlan Basisrente (Hybrid) 6587 4 AA+ (DFSI) FFF+ 195,61 284,58 605,36 26,80 Hervorragend
Swiss Life Maximo Basisrente 6432 4 A+ (S&P) FFF+ 198,74 264,96 591,58 27,17 Hervorragend
Volkswohl Bund FONDS MODERN NEXT 6475 4 A+ (Fitch) FFF+ 184,93 261,00 612,00 27,52 Hervorragend
Nürnberger Fonds-Basisrente mit Garantie 6590 3 A (Fitch) FFF 166,47 287,10 504,69 24,77 Sehr Gut
Signal Iduna Global Garant Invest Basis-Rente (Hybr.) 6472 5 A+ (DFSI) FFF 196,76 287,00 907,00 27,81 Sehr Gut
Stuttgarter performance+Basisrente (Hybrid) 6410 4 A (Assekurata, B) FFF+ 198,64 276,00 594,00 25,21 Sehr Gut
Württembergische BasisRente Genius Vorsorge (Hybrid) 6538 5 AA (DFSI) FFF 198,44 277,00 935,00 25,10 Sehr Gut
WWK BasisRente invest protect 6420 4 AAA (DFSI) FFF+ 194,88 238,00 506,00 29,00 Sehr Gut
Continentale BasisRente Invest Garant 6443 5 AA+ (DFSI) FFF+ 148,97 291,14 941,02 26,60 Hervorragend
Ergo Vorsorge Basis-Rente Dynamik 6616 5 AA (Fitch) FFF+ 148,59 292,54 988,91 27,06 Hervorragend
LV 1871 MeinPlan Basisrente (Hybrid) 6587 4 AA+ (DFSI) FFF+ 146,71 285,27 611,43 26,80 Hervorragend
Volkswohl Bund FONDS MODERN NEXT 6475 3 A+ (Fitch) FFF+ 138,70 269,00 613,00 27,52 Hervorragend
Allianz BasisRente InvestFlex mit Garantie 6575 4 AA (S&P, Fitch) FFF+ 148,28 282,42 603,95 23,53 Sehr Gut
Alte Leipziger Alfonds-Basis 6424 5 AA– (Assekurata, B) FF+ 147,34 284,83 960,22 27,77 Sehr Gut
Nürnberger Fonds-Basisrente mit Garantie 6590 4 A (Fitch) FFF 124,85 287,84 626,46 24,77 Sehr Gut
Signal Iduna Global Garant Invest Basis-Rente (Hybr.) 6472 5 A+ (DFSI) FFF 147,57 288,00 921,00 27,82 Sehr Gut
Stuttgarter performance+Basisrente (Hybrid) 6410 5 A (Assekurata, B) FFF+ 148,98 276,00 916,00 25,21 Sehr Gut
Swiss Life Maximo Basisrente 6432 5 A+ (S&P) FFF+ 148,31 269,44 917,14 27,17 Sehr Gut
Volkswohl Bund FONDS MODERN 6475 4 A+ (Fitch) FFF+ 138,70 272,00 623,00 27,52 Sehr Gut
Württembergische BasisRente Genius Vorsorge (Hybrid) 6538 4 AA (DFSI) FFF 148,83 295,00 649,00 25,10 Sehr Gut
WWK BasisRente invest protect 6420 4 AAA (DFSI) FFF+ 146,16 238,00 506,00 29,00 Sehr Gut
Hybridpolicen, garantieorientiert, Direkttarife
80 % Europa Fondsgeb.BasisRentenvers. mit Garantie 6460 4 AA+ (DFSI) FFF+ 199,31 324,00 710,00 26,79 Hervorragend
60 % Europa Fondsgeb.BasisRentenvers. mit Garantie 6460 5 AA+ (DFSI) FFF+ 149,48 325,00 1097,00 26,79 Hervorragend
Hybridpolicen, garantieorientiert, gemanagt
80 % Allianz BasisRente KomfortDynamik 6578 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 197,70 283,81 487,89 23,53 Hervorragend
60 % Allianz BasisRente KomfortDynamik 6578 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 148,28 283,94 489,34 23,53 Hervorragend
Index-Hybridpolicen, garantieorientiert
Axa/DBV Relax BasisRente Comfort Plus 6500 3 AA (Fitch) FFF 196,57 269,37 456,24 24,86 Hervorragend
80 % BarmeniaGothaer BasisVorsorge GarantieRente Invest 6450 4 A (S&P) FFF 200,81 474,60 1130,70 26,26 Hervorragend
Axa/DBV Relax BasisRente Chance 6500 4 AA (Fitch) FFF 196,57 271,80 567,23 24,86 Sehr Gut
60 % BarmeniaGothaer BasisVorsorge GarantieRente Invest 6450 4 A (S&P) FFF 150,60 474,60 1130,70 26,26 Sehr Gut
Hybridpolicen, beitragsorientiert
HanseMerkur Basis Care Invest mit Kapitalerhalt 6469 3 AA (DFSI) FFF 204,89 315,50 559,91 25,92 Hervorragend
Helvetia Baloise Best Invest Basis (Hybrid) 6570 3 A+ (S&P) FFF+ 156,56 281,00 486,00 27,73 Hervorragend
Neue Leben Aktivplan Basis (Hybrid) 6509 5 AA– (S&P) FFF+ 227,28 291,53 880,47 24,93 Hervorragend
Alte Leipziger AL_RenteFlex (Hybrid) 6425 4 AA– (Assekurata, B) FFF 203,94 282,27 577,59 27,77 Sehr Gut
Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Hybrid) 6418 3 AA (Fitch) FFF+ 169,99 268,39 448,08 29,51 Sehr Gut
Zurich Basis Renteninvest Spezial 6344 4 A+ (A.M. Best) FFF 206,64 264,21 562,11 26,92 Sehr Gut
80 % Beitragsgarantie
60 % Beitragsgarantie
BESTE
Rürup-Rente
Garantieorientierte
Hybridpolicen
BESTE
Rürup-Rente
Garantieorientierte
Hybridpolicen, Direkttarife
BESTE
Rürup-Rente
Gemanagte
Hybridpolicen
BESTE
Rürup-Rente
Hybridpolicen mit
Indexbeteiligung
Garantien mit Renditekick
Das unterschiedliche Garantieniveau von 80 und 60 Prozent wird bei jedem Policen-Konzept blockweise dargestellt
BESTE
Rürup-Rente
Beitragsorientierte
Hybridpolicen
Neue Leben Aktivplan Basis (Hybrid) 6509 5 AA– (S&P) FFF+ 208,18 292,31 909,59 24,93 Hervorragend
Alte Leipziger AL_RenteFlex (Hybrid) 6425 4 AA– (Assekurata, B) FFF 152,96 282,91 589,50 27,77 Sehr Gut
Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Hybrid) 6418 3 AA (Fitch) FFF+ 127,49 261,51 442,53 29,51 Sehr Gut
HanseMerkur Basis Care Invest mit Kapitalerhalt 6469 4 AA (DFSI) FFF 153,67 311,68 680,54 25,92 Sehr Gut
Helvetia Baloise Best Invest Basis (Hybrid) 6570 3 A+ (S&P) FFF+ 114,17 284,00 495,00 27,73 Sehr Gut
FOCUS MONEY 27/2026
79
moneyservice
URLAUBSFAHRT:
Ein Schutzbrief kann vor
allem bei weiten Strecken
sinnvoll sein
STUDIE
Sicher unterwegs
Wenn das Auto unterwegs schlappmacht, ist ein Kfz-Schutzbrief Retter in der Not.
Welche Automobilclubs und Versicherer aus Sicht der Kunden das fairste Angebot haben
von THORSTEN JACOBS
Sommer, Sonne, Urlaubszeit. Wer keine Flugreise gebucht
hat und nicht mit dem Zug unterwegs ist, nutzt
die Zeit vielleicht für eine Reise mit dem Auto oder unternimmt
Tagesausflüge in die Umgebung. Motorisiert sind
hierzulande schließlich viele attraktive Ziele schnell erreichbar
– und je nach Wohnort auch in nahegelegenen Ländern
wie Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Österreich,
der Schweiz oder Italien. Damit die Spritztour nicht teurer
wird als erwartet, sollten Urlauber zunächst daran denken,
dass auch auf den Straßen gilt: andere Länder, andere Sitten
– und damit auch häufig andere Verkehrsvorschriften, zum
Beispiel bei der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.
Schutz für unterwegs. Selbst mustergültiges Verhalten im
Straßenverkehr ist jedoch keine Garantie für pannen- und
unfallfreies Reisen. Wenn der Motor plötzlich streikt oder ein
Wildunfall die Weiterfahrt im geschädigten Fahrzeug unmöglich
macht, sind – insbesondere fern der Heimat – guter
Rat und praktische Hilfe oft teuer. Wer nämlich keinen Neuwagen
mit aktueller Mobilitätsgarantie fährt, muss für die
Reparatur und gegebenenfalls den Abschleppwagen selbst
80 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
aufkommen sowie etwaige Hotelübernachtungen oder einen
Mietwagen für die Weiterfahrt aus eigener Tasche zahlen.
Das bedeutet umgekehrt: Wer dieses Risiko nicht eingehen
möchte, kann als Zusatz zu seiner Kfz-Versicherung einen
Schutzbrief abschließen. Der ist schon ab einem Jahresbeitrag
von rund 20 Euro zu haben, wenn er bei einem Versicherer
abgeschlossen wird. Für etwas höhere Beiträge, dafür
aber auch mit einem noch weitreichenderen Schutz, kann
alternativ die Mitgliedschaft in einem Automobilclub erworben
werden. Hier besteht der Schutz in der Regel nicht für
ein bestimmtes Fahrzeug, sondern ist personengebunden.
Egal ob Urlauber oder Pendler: Es hängt vor allem von den
persönlichen Prioritäten ab, ob am Ende ein Automobilclub
oder ein Versicherer besser passt.
Anbieter im Kundenurteil. Das Kölner Analyse- und Beratungsinstitut
ServiceValue hat daher beide Arten untersucht.
Kernfrage: Welche Automobilclubs und Versicherer werden
von ihren Kunden als besonders faire Kfz-Schutzbrief-Anbieter
wahrgenommen? Für die inzwischen zehnte Branchenstudie
kamen insgesamt 43 Anbieter in sechs Einzelkategorien
auf den Kundenprüfstand – von der Pannenhilfe
über den Service bis hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Das
Prädikat „Sehr Gut“ für ihre Gesamt-Fairness erhielten elf
Versicherer und vier Automobilclubs. Allianz und HUK-
COBURG sowie ADAC, ARCD und AvD schnitten zudem
auch in jeder der sechs Einzelkategorien mit der Bestnote ab.
Erstmalig untersucht wurden unter anderem AXA und VHV
Versicherungen, die jeweils in der Auszeichnungsklasse „Gut“
in das Ranking eingestiegen sind.
Langzeit-Ranking
Auszeichnungen für elf Dauer-Performer
5 JAHRE
FAIRSTER
KFZ-SCHUTZBRIEF-
ANBIETER
Elf Anbieter sind
schon so lange
durchgängig im
Ranking und dabei
überwiegend
mit dem Prädikat
„Sehr Gut“ vertreten,
dass sie
sich eine Auszeichnung
als
„Langzeitsieger“ verdient haben.
Neu dabei ist WGV. Der Versicherer
hat als 5-Jahres-Sieger die
Mindestanforderung für die Langzeit-Auszeichnung
erfüllt. Alle
weiteren Dauersieger sind seit
noch längerer Zeit ausgezeichnet.
Acht Anbieter sind als 10-Jahres-Sieger
sogar schon seit Beginn
der Studienreihe top.
Langzeitsieger
Urteil
Anbieter
Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)
Sehr Gut
ADAC (Allgemeiner Deutscher
Automobil-Club)
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut
ARCD (Auto- und Reiseclub
Deutschland)
Sehr Gut CosmosDirekt
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut HUK24
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut WGV
FAIRSTER
KFZ-SCHUTZBRIEF-
ANBIETER
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
AUSWERTUNG 2026
Die rundum
fairsten Anbieter
In der Branche ist man mobil:
Mit ACE (Auto Club Europa),
CosmosDirekt und
ZURICH kamen gleich drei
Anbieter neu in der Spitzengruppe
an. Ebenso viele haben
sich in die Gegenrichtung
aufgemacht und sind
nun „Gut“. In der Gesamttendenz hat
die Branche aus Sicht der Kunden etwas
nachgelassen.
Gesamtergebnis
Urteil
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Anbieter
ACE (Auto Club Europa)
ADAC (Allgemeiner Deutscher
Automobil-Club)
Allianz
ARCD (Auto- und Reiseclub
Deutschland)
AvD (Automobilclub von
Deutschland)
CosmosDirekt
ERGO
Generali
HUK24
HUK-COBURG
LVM Versicherung
PROVINZIAL
WGV
Württembergische
ZURICH
Allianz Direct
AXA
BarmeniaGothaer
DEVK
HDI
Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)
R+V
SIGNAL IDUNA
SV SparkassenVersicherung
Verti
VGH Versicherungen
VHV Versicherungen
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS MONEY 27/2026
81
moneyservice
So wurden die Rankings ermittelt
Das Kölner Analysehaus ServiceValue
untersuchte in Zusammenarbeit
mit FOCUS MONEY 43 Anbieter von
Kfz-Schutzbriefen auf ihre Fairness
hin. Dazu wurden 3686 Kunden zu
27 Service- und Leistungsmerkmalen
befragt. Für jedes dieser Items
wurde über eine vierstufige Bewertungsskala
ein Indexwert zwischen
0 und 100 berechnet. Die Leistungsprofile
sind für jeden Anbieter im
Vergleich zum Gesamtmarkt dargestellt
(s. unten am Beispiel für ARCD
– Auto- und Reiseclub Deutschland).
Werte links vom Gesamtmarkt dokumentieren
ein überdurchschnittlich
positives Kundenurteil.
Zusätzlich wurden die Stärken und
Schwächen der Anbieter in verschiedenen
Disziplinen herausgearbeitet.
Hierzu wurden die Items sechs Fairness-Kategorien
zugeordnet. Die
Kategorienoten ergaben sich aus
dem Durchschnitt der jeweiligen Indexwerte.
Das Urteil „Fairster Kfz-
Schutzbrief-Anbieter“ basiert zu
gleichen Teilen auf den sechs Kategoriewerten.
Ein „Gut“ erhielten alle
Unternehmen mit überdurchschnittlichem
Wert. Wer über dem Durchschnitt
der mit „Gut“ Bewerteten lag,
bekam das Prädikat „Sehr Gut“.
Die Kundenbindungswerte für die
einzelnen Parameter wurden separat
im Rahmen einer Relevanzanalyse
ermittelt.
27 Merkmale – ein Fairness-Profil
Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)
Faires
Produktangebot
Faire
Kundenberatung
Faire
Kundenkommunikation
Faire
Pannenhilfe
Fairer
Kundenservice
Angebotsvielfalt
Transparenz der Produkte und Leistungen
Umfang der Leistungen
Zusatzmöglichkeiten
Erweiterbarer Geltungsbereich
Umfassende Leistungen bei Krankheit und Auslandsreisen
Familienfreundlichkeit der Tarife
Eingehen auf Kundenbedürfnisse
Auskunftsbereitschaft und -fähigkeit
Fachkompetenz
Beratung zum Schutzbrief
Verbindlichkeit von Aussagen
Verständlichkeit der Kommunikation
Angemessener Informationsumfang
Orientierung auf der Website
Erreichbarkeit der Notruf-Hotline
Schnelles Eintreffen am Pannenort
Umfassende Informationen bei Schadenfall
Allgemeine Reaktionszeit im Schadenfall
Unkompliziertheit der Schadenabwicklung
Erreichbarkeit von Mitarbeitern
Auffindbarkeit von Kontaktdaten
Reaktion bei Anliegen und Problemen (schnell und zuverlässig)
Faires Preis-
Leistungs-
Verhältnis
Kulanz bei Reklamationen/Beschwerden
Preis-Leistungs-Verhältnis
Beitragsstabilität
Transparente Preisstruktur
1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5
Min
Max
ARCD
gesamt
1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5
Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue
82 FOCUS MONEY 27/2026
FAIRSTES
PRODUKT-
ANGEBOT
FAIRSTE
KUNDEN-
BERATUNG
FAIRSTE
KUNDEN-
KOMMUNIKATION
Kundenlob für Verlässlichkeit und
ein breites Produktangebot
Die Bewährungsprobe für Schutzbrief-Anbieter beginnt
nicht erst dann, wenn das Auto bereits mit einer Panne
am Seitenstreifen liegen geblieben ist. Auch vor und
selbst unabhängig von einem möglichen Ernstfall gibt es
viele Gelegenheiten, sich zu beweisen: mit einem überzeugenden
Produktangebot, fairer Beratung und klarer
Kommunikation. Besonders gut wurden in den entsprechenden
Kategorien die Merkmale „Verbindlichkeit von
Aussagen“ und „Angebotsvielfalt“ bewertet, gefolgt von
der „Verständlichkeit der Kommunikation“ und der „Fachkompetenz“
der Anbieter. Dass immerhin acht von zehn
BITTE WARTEN: Notruf-Hotlines sollten jederzeit erreichbar sein
Befragten ihrem Automobilclub oder Versicherer fachliche
Kompetenz bescheinigten, wirft ein gutes Licht auf
die Branche und dient auch der Kundenbindung: Nach
dem Merkmal „Angemessener Informationsumfang“ ist
die „Fachkompetenz“ der zweitstärkste Kundenbindungstreiber.
Auch die weiteren Merkmale der Kategorie Kundenberatung
haben dahingehend eine hohe Relevanz.
Produktangebot
Kundenberatung
Kundenkommunikation
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)
Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Allianz Direct
Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)
Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut HUK24
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut WGV
Sehr Gut Württembergische
Sehr Gut ZURICH
Gut AXA
Gut BarmeniaGothaer
Gut CosmosDirekt
Gut DEVK
Gut HDI
Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)
Gut LVM Versicherung
Gut R+V
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut Verti
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)
Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)
Sehr Gut CosmosDirekt
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut WGV
Sehr Gut Württembergische
Sehr Gut ZURICH
Gut ACE (Auto Club Europa)
Gut Allianz Direct
Gut AXA
Gut BarmeniaGothaer
Gut DEVK
Gut HDI
Gut HUK24
Gut R+V
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut Verti
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)
Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)
Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)
Sehr Gut CosmosDirekt
Sehr Gut HUK24
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut Verti
Sehr Gut WGV
Sehr Gut Württembergische
Sehr Gut ZURICH
Gut Allianz Direct
Gut BarmeniaGothaer
Gut DEVK
Gut ERGO
Gut Generali
Gut HDI
Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)
Gut R+V
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS MONEY 27/2026
Foto: Adobe Stock 83
moneyservice
AUTOPANNE: Dank kompetenter Hilfe
kann die Fahrt bald fortgesetzt werden
Gute Erreichbarkeit und schnelle
Pannenhilfe zu fairen Beiträgen
FAIRSTE
PANNEN-
HILFE
Pannenhilfe
Urteil
Anbieter
FAIRSTER
KUNDEN-
SERVICE
FAIRSTES
PREIS-LEISTUNGS-
VERHÄLTNIS
Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)
Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)
Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)
Sehr Gut CosmosDirekt
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut HDI
Sehr Gut HUK24
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut VHV Versicherungen
Sehr Gut ZURICH
Gut Allianz Direct
Gut DEVK
Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)
Gut LVM Versicherung
Gut PROVINZIAL
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut WGV
Gut Württembergische
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Kundenservice
Urteil
Anbieter
Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)
Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)
Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)
Sehr Gut DEVK
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut Württembergische
Sehr Gut ZURICH
Gut Allianz Direct
Gut AXA
Gut BarmeniaGothaer
Gut CosmosDirekt
Gut HUK24
Gut Itzehoer Versicherungen
Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)
Gut R+V
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
Gut WGV
Nun also doch: Das Auto steht fahruntüchtig am Straßenrand.
Hilfe muss her – und zwar am besten sofort. Zum
Glück sind die Notruf-Hotlines in der Regel schnell erreichbar:
Knapp neun von zehn Befragten haben hier gute
Erfahrungen gemacht und dem Merkmal die mit Abstand
meisten positiven Kundenurteile der gesamten Studie
beschert. Auch insgesamt konnten die Versicherer und
Automobilclubs bei ihrer Kernaufgabe – der Pannenhilfe
beziehungsweise in der gleichnamigen Kategorie – punkten.
Dennoch gibt es das eine oder andere schwarze
Schaf unter den Anbietern: Insbesondere hinsichtlich der
allgemeinen Reaktionszeit im Schadenfall liegt eine hohe
Spanne zwischen dem am besten und dem am schlechtesten
bewerteten Anbieter. Einhelligeres Lob gab es indes
für die Merkmale „Erreichbarkeit von Mitarbeitern“
aus der Kategorie Kundenservice und für das Merkmal
„Preis-Leistungs-Verhältnis“.
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Preis-Leistungs-Verhältnis
Urteil
Anbieter
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FOCUS MONEY 27/2026
moneyleserbriefe ISSN: 1615-4576
BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1, 77652 Offenburg
Sitz der Redaktion: Arabellastraße 23, 81925 München
Postfach 88 88, 81903 München, Telefon: 089/92 50-0, Fax: 0 89/92 50-3610
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WER TRÄGT DIE LAST?
(24/26) Editorial „Mehr Netto vom Brutto“
Liebe Leserin, lieber Leser
Schreiben Sie Ihre Meinung zu den
Themen in diesem Heft:
Redaktion FOCUS MONEY
Arabellastraße 23, 81925 München
oder E-Mail: leserservice@focus-money.de
oder Fax: 0 89/92 50-3610
(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)
Die Sozialsysteme straucheln und Ursache dafür ist die schwächelnde
Wirtschaft. Bei mehr Wachstum käme auch mehr Geld in die Kasse. Doch
der Hauptgrund bei Rente, Pflege und Gesundheit ist die rasch alternde
Gesellschaft.
Deutschland hat zu wenig Nachwuchs, Arbeitskräftemangel überall. Verantwortlich
dafür sind die Babyboomer, die jetzt die Hand aufhalten. Wäre
es nicht folgerichtig, sie dafür haftbar zu machen? Der bittere Preis wären
Kürzungen und eine reduzierte Versorgung. Inhuman? Die junge, aktive
Bevölkerung finanziell zu überfordern, ist genauso inhuman. Nur ist das
Wahlrecht vermutlich nicht auf ihrer Seite.
GUTE IDEE
(26/26) Editorial „Wer ist hier feige?“
Ein großartiges Zeichen, wenn
man 50 Regeln zur Dokumentation,
Nachweispflicht oder bei Steuern
streichen würde – und dann
bitte publik machen! Die Wähler
müssen sehen, dass etwas
konkret unternommen wird. Und
dann mit den nächsten 50 Regeln
nachlegen.
Dennis Blauert, Per Mail
Christoph Schönberger, Per Mail
BÖRSENGURU TRUMP
(24/26) Titelthema „Börsengurus“
Die Bezeichnung Guru passt leider
keinesfalls zu Hr. Trump, denn
ich bin der Meinung, dass Gurus
(an sich ein sehr positiv besetzter
Begriff) sich i.d.R. nicht im nahezu
rechtsfreien Bereich bewegen.
Im Übrigen war der Artikel sehr
lesenswert.
Bernd Jaensch, Per Mail (Auszug)
REDAKTION FOCUS MONEY
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FOCUS MONEY 27/2026
85
moneyanalyse
Dax
Asien macht Druck
Die Hitzewelle über Deutschland hat auch die Börse fest im Griff. Der Dax schleppte sich mit einem kleinen Plus ins Wochenende. Die
Zinsentscheidungen der EZB und der Fed waren erwartet worden. Gleich zu Beginn der neuen Woche belastete der Technologiehandel
in Asien, der wegen starker Gewinnmitnahmen zeitweise ausgesetzt werden musste. Besonders unter Druck: VW (–12,7 Prozent).
DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN
Quelle: Factset UK Limited 2026
3 Jahre
26 000
1 Woche
24 000
22 000
25 100
25 000
20 000
18 000
24 900
200-Tage-Linie
16 000
24 800
14 000
12 000
24 700
2023 2024 2025 2026
17.6. 23.6.
TOPS
Bayer +7,72 %
Zalando SE +7,15 %
MTU Aero Engines +4,85 %
FLOPS
Volkswagen Vz –12,71%
BMW St. –10,19%
Mercedes Benz Grp. –7,17%
DAX 24 916 Pkt. +0,02 %
Dow Jones 51 668 Pkt. –0,64 %
Nasdaq-100 29 539 Pkt. –1,43 %
Bovespa 169 487 Pkt. –0,07 %
86 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 27/2026
S&P 500
Robuster Aufwärtstrend
Die „falkenhafte“ Rede von Kevin Warsh, neuer Chef der US-Notenbank Fed, verunsicherte den Markt nur kurz. Mehr Eindruck machte
da schon die erneut aufflammende Angst vor einer KI-Blase. Am Dienstag knickte der amerikanische Leitindex deutlich ein. Dennoch
steigen die Jahresendziele der Investmentbanken – bei Goldman Sachs auf 8000 Punkte.
S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN
7500 3 Jahre 1 Woche
6500
7540
7500
TOPS
Super Micro Comp. +15,91 %
Intel +12,67 %
Corning +11,60 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
5500
200-Tage-Linie
7460
4500
3500
7420
7380
2023 2024 2025 2026 16.6. 22.6.
FLOPS
Accenture –22,24%
EchoStar Corp. –16,73%
Cognizant Techn. –16,10%
Ölpreis schmiert ab
Die Friedensverhandlungen in Nahost
drücken den Ölpreis auf 79 Dollar – ein
Drittel unter Jahreshoch. Gold und Silber
korrigieren spürbar. Und: Auch der Bitcoin
verliert erneut (62 000 Dollar).
Gold (Unze) 4 133 US-$ –1,84 %
Bitcoin 62 315 US-$ –0,92 %
Öl (Brent) 76,77 US-$ –3,24 %
Euro 1,1396 US-$ –0,57 %
Umlaufrendite 2,92 % ±0,00
US-Anleihen 4,49 % +0,04
Shanghai Comp. 4 106 Pkt. +0,35 %
Nikkei 225 69 788 Pkt. +0,55 %
Wochenveränderung von Dienstag, 16. Juni 2026, Handelsschluss,
bis Dienstag, 23. Juni 2026, 15:50 Uhr. Nikkei-Index = © Nihon Keizai
Shimbun.
Quelle:
FOCUS MONEY 27/2026
87
moneyanalyse Deutsche Aktien
SIEMENS ENERGY
Spekulationen um Abspaltungen
Der boomende Ausbau von Rechenzentren treibt Investitionen in Energietechnik
und Netzinfrastruktur an. Nun gibt es Spekulationen um eine mögliche Abspaltung
beim Dax-Konzern im Geschäft mit Kompressoren und Dampfturbinen. Damit
könnte man höhere Margen erwirtschaften und einen Mehrwert für Aktionäre liefern.
Nach der Ankündigung stieg der Aktienwert zeitweise auf 173 Euro. Goldman
Sachs hält die Pläne für plausibel und rät wie zwei Drittel der Analysten zum Kauf.
Siemens Energy
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
160
120
80
40
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN / DE000ENER6Y0 Empfohlen am 29.05.2026 Empfehlungs-Kurs 163,40€ Kurs aktuell 160,20€ +/– in % -2,0 Neuer Stopp 136,00€ Kursziel 195,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
DAX
Adidas A1EWWW 174,80 –0,9 3,4 214,9 / 129,95 159,73 4,7 13,1 9,54 11,71 14,9 2,2 2,7 29.04. 199,71 16 6 0
Airbus SE 938914 191,94 4,5 –3,1 221,25 / 157,48 189,56 5,1 20,7 7,21 8,57 22,4 1,8 2,1 210,44 11 7 0
Allianz SE 840400 404,60 2,5 3,6 406,9 / 334,1 370,95 2,4 — 30,90 32,64 12,4 4,5 4,8 413,90 6 7 0
BASF SE BASF11 48,40 –1,7 8,9 55,05 / 41,09 47,11 1,3 7,5 2,72 2,95 16,4 4,7 4,9 52,98 9 5 0
Bayer BAY001 38,79 6,8 4,8 49,78 / 24,81 35,84 1,3 25,5 4,40 4,72 8,2 0,6 1,9 30.04. 49,50 7 5 0
Beiersdorf 520000 71,44 1,1 –23,7 113,1 / 67,08 86,76 1,7 13,0 4,30 4,55 15,7 1,4 1,5 88,05 6 11 1
BMW St. 519000 60,98 –10,8 –34,5 97,92 / 58,76 83,11 0,4 2,9 8,45 10,48 5,8 5,0 6,2 79,40 5 11 1
Brenntag SE A1DAHH 53,26 –4,9 7,5 63,76 / 43,72 52,73 1,7 10,1 3,78 4,17 12,8 3,4 3,7 55,86 2 10 1
Commerzbank CBK100 37,70 4,1 4,4 38,86 / 26,23 33,90 1,3 — 3,07 3,76 10,0 3,9 4,9 39,95 4 5 0
Continental 543900 72,52 –1,4 6,7 75,36 / 52,68 65,12 3,1 6,0 6,67 7,41 9,8 4,3 5,1 29.04. 74,64 7 5 0
Daimler Truck Hldg. DTR0CK 41,04 –3,9 10,0 45,19 / 33,46 39,50 1,4 12,4 3,48 4,59 8,9 4,4 5,1 46,29 6 4 2
Deutsche Bank 514000 31,01 3,4 –6,3 34,26 / 23,82 29,76 0,8 — 3,35 3,88 8,0 3,7 4,2 31,80 3 10 0
Deutsche Börse 581005 246,70 –0,4 10,3 279,1 / 200,1 231,86 3,7 16,5 12,40 13,31 18,5 1,9 2,0 286,08 7 4 0
Deutsche Telekom 555750 26,45 –5,0 –4,4 34,36 / 25,70 29,04 1,9 3,9 2,23 2,49 10,6 4,3 4,8 37,99 11 0 0
DHL Group 555200 51,72 –0,8 10,7 53,26 / 36,99 45,63 2,5 7,9 3,32 3,69 14,0 3,8 4,0 50,67 3 12 0
E.ON SE ENAG99 17,81 –2,2 10,4 20,39 / 14,60 17,33 2,3 7,1 1,09 1,24 14,3 3,3 3,4 19,79 6 9 0
Fresenius M. C. 578580 41,67 2,4 2,2 49,10 / 34,57 40,47 0,9 5,7 3,93 4,40 9,5 3,3 3,7 43,69 4 6 3
Fresenius SE 578560 40,12 3,3 –18,1 52,96 / 35,11 45,79 1,1 8,3 3,58 3,90 10,3 2,8 3,1 54,79 8 1 0
GEA Group 660200 58,50 4,3 1,2 66,80 / 53,45 60,18 3,5 13,9 3,26 3,56 16,4 2,6 2,9 64,67 6 7 1
Hannover Rück SE 840221 235,00 2,4 –11,7 281,2 / 223,4 251,56 2,0 — 23,07 23,08 10,2 5,5 5,7 04.05. 284,87 5 8 0
Heidelberg Materials 604700 181,80 –2,5 –18,5 241,8 / 159,7 198,53 1,6 9,4 13,36 14,95 12,2 2,1 2,4 225,11 11 2 2
Henkel Vz. 604843 70,38 1,3 1,1 84,20 / 61,28 70,48 1,3 11,4 5,49 5,83 12,1 3,0 3,2 75,65 4 9 2
Hochtief 607000 498,40 0,6 47,9 554,0 / 159,8 364,73 22,0 22,6 13,77 17,01 29,3 1,7 2,1 463,93 1 6 0
Infineon Techn. 623100 81,34 0,7 115,6 88,83 / 30,82 45,13 5,7 28,4 1,74 2,61 31,1 0,5 0,5 76,42 15 4 1
Mercedes Benz Grp. 710000 45,38 –8,1 –24,5 62,34 / 43,97 54,71 0,5 2,9 5,92 7,54 6,0 7,5 7,9 60,00 7 12 1
Merck 659990 135,00 1,7 10,1 140,25 / 100,7 118,53 1,9 12,7 8,00 8,70 15,5 1,7 1,8 144,00 7 6 0
MTU Aero Engines A0D9PT 339,60 4,4 –4,4 404,8 / 265,2 348,83 3,6 21,3 18,65 20,32 16,7 1,4 1,8 386,10 7 7 3
Münchener Rück 843002 472,80 2,2 –15,9 611,8 / 437,4 526,20 1,7 — 50,11 52,48 9,0 5,4 5,8 550,31 2 9 1
Qiagen A41HBE 32,70 2,9 –20,0 47,60 / 27,56 38,47 2,0 11,6 2,14 2,31 14,1 0,0 0,5 38,41 6 7 0
Rheinmetall 703000 1190,40 3,5 –23,7 2008 / 1099,2 1592,82 8,6 11,2 37,39 54,66 21,8 1,3 1,9 1870,60 14 2 0
RWE 703712 55,42 –1,4 22,4 62,00 / 33,72 49,57 1,1 9,3 2,73 3,19 17,4 2,4 2,6 63,16 10 5 0
SAP SE 716460 134,86 –5,8 –35,3 269,35 / 130,62 185,86 3,5 14,4 7,23 8,46 16,0 2,0 2,3 214,81 20 4 0
Scout24 SE A12DM8 74,15 –3,5 –13,6 122,8 / 62,70 82,85 3,7 16,0 4,04 4,78 15,5 2,3 2,8 103,71 11 1 0
Siemens 723610 272,55 0,8 14,0 280,2 / 198,0 242,71 3,2 19,9 11,32 12,77 21,3 2,1 2,2 286,17 14 4 1
Siemens Energy ENER6Y 161,22 3,2 33,9 191,66 / 83,32 137,07 11,3 15,9 4,35 6,00 26,9 1,2 1,6 195,08 14 4 1
Siemens Healthineers SHL100 34,69 –0,8 –22,8 50,00 / 32,81 41,43 2,0 11,8 2,24 2,53 13,7 2,9 3,2 48,83 11 5 0
Symrise SYM999 86,12 4,8 25,0 97,08 / 64,70 74,36 3,1 15,9 3,94 4,26 20,2 1,5 1,6 92,56 8 6 0
Volkswagen Vz 766403 78,26 –13,4 –24,4 109,15 / 77,78 94,64 0,2 1,4 20,05 25,05 3,1 7,6 9,2 111,40 8 8 1
88 FOCUS MONEY 27/2026
So lesen Sie die Aktientabelle
1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert
der 200 letzten Handelstage. Schneidet
der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von
unten nach oben und gibt damit ein technisches
Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau
der 200-Tage-Linie in einem grünen
Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie
von oben nach unten und erzeugt damit ein
technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle
Stand der 200-Tage-Linie in einem roten
Rechteck.
2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des
vom Finanzdienst S&P Global geschätzten
Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/
Geschäftsjahr.
3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des
vom Finanzdienst S&P Global geschätzten
Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.
4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst
S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt
(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie
des angegebenen Geschäftsjahres. In der
Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.
Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß
dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr
zugeordnet.
6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der
Gewinnschätzungen für das angegebene
Kalenderjahr/Geschäftsjahr.
7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite
auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr
prognostizierten Dividende,
die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt
wird.
8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,
soweit bereits angekündigt.
9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der
Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global
die Aktie beur teilen.
10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern
dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,
die laut Erfassung des Finanzdienstes
S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen
der Aktie raten.
Quelle:
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Vonovia SE A1ML7J 20,28 –2,3 –17,4 30,69 / 19,53 24,49 0,5 8,4 1,79 1,91 10,6 6,3 6,6 31,87 9 4 0
Zalando SE ZAL111 25,47 4,9 0,5 29,19 / 18,61 23,36 2,2 14,4 1,52 1,86 13,7 0,0 0,0 35,13 15 5 0
MDAX
Aixtron SE A0WMPJ 56,44 –4,1 226,1 62,66 / 11,68 28,27 6,5 50,5 0,73 1,28 44,3 0,3 0,5 49,64 4 9 1
Aroundtown A2DW8Z 2,32 –1,1 –12,2 3,52 / 2,16 2,76 0,3 3,7 0,26 0,23 10,1 5,3 6,0 3,14 3 6 3
Aumovio SE AUM0V1 39,85 –3,2 –7,2 47,02 / 31,66 38,69 0,4 3,4 3,72 5,16 7,7 0,9 2,4 50,22 5 3 0
Aurubis 676650 194,10 –3,0 56,3 225,2 / 84,10 148,58 1,4 8,1 8,80 10,42 18,6 1,1 1,3 172,50 2 4 0
Auto1 Group SE A2LQ88 23,76 –4,3 –13,0 31,50 / 14,46 23,62 6,1 36,3 0,63 0,95 25,0 0,0 0,0 30,97 6 2 1
Bechtle 515870 30,92 –1,0 –29,2 45,14 / 24,56 35,76 1,8 11,8 1,93 2,10 14,7 2,4 2,6 09.06. 39,45 8 0 0
Bilfinger SE 590900 83,45 –2,1 –22,3 129,3 / 77,25 101,73 2,1 11,4 6,12 7,06 11,8 3,5 4,2 121,00 3 1 0
CTS Eventim 547030 50,80 –4,2 –35,3 107,0 / 48,68 69,74 3,7 11,1 3,29 3,63 14,0 3,2 3,6 88,63 7 1 0
Delivery Hero SE A2E4K4 36,02 –4,5 58,5 39,83 / 14,80 23,46 7,7 26,6 0,02 0,85 42,2 0,0 0,0 33,09 5 7 1
Deutsche Lufthansa 823212 9,17 3,9 9,1 9,59 / 6,72 8,07 0,9 3,2 1,06 1,40 6,6 3,3 4,1 9,26 4 8 3
Deutz 630500 9,67 –0,6 13,8 12,50 / 6,97 9,59 1,4 7,0 0,92 1,13 8,6 2,4 2,8 12,94 5 0 0
DWS Group DWS100 64,55 6,5 14,2 65,80 / 46,92 56,52 1,6 9,0 5,11 5,34 12,1 6,1 5,5 63,81 2 7 1
Elmos Semicond. SE 567710 183,80 4,9 89,5 206,0 / 75,80 124,68 4,3 25,6 7,15 8,38 21,9 1,0 1,2 04.05. 180,00 2 2 0
Evonik Industries EVNK01 15,68 –0,4 17,4 18,42 / 12,49 15,01 0,9 5,0 1,47 1,46 10,8 4,8 5,2 17,44 3 6 2
flatexDegiro FTG111 37,20 0,4 1,3 43,24 / 23,00 33,14 3,7 16,6 1,90 2,28 16,3 1,0 1,1 42,17 6 5 0
Fraport 577330 70,90 –3,3 1,4 86,95 / 60,60 73,80 1,2 6,2 3,62 3,82 18,5 1,4 2,8 25.05. 78,37 4 9 2
freenet A0Z2ZZ 24,32 –5,1 –17,1 33,92 / 23,94 27,74 1,8 7,4 2,34 2,47 9,8 8,3 8,9 28,26 3 5 2
Fuchs SE Vz. A3E5D6 39,24 0,1 2,9 49,46 / 31,80 38,03 2,4 24,4 2,46 2,66 14,7 3,2 3,4 46,88 7 0 1
Hella A13SX2 72,10 0,6 –12,7 89,10 / 67,90 78,02 2,5 12,7 1,83 2,18 33,1 0,8 1,0 65,00 0 2 1
Hensoldt HAG000 71,28 –0,6 –2,9 117,7 / 64,80 83,22 7,2 21,3 1,77 2,32 30,7 1,0 1,3 90,97 7 6 1
Hugo Boss A1PHFF 38,05 –3,6 5,3 44,08 / 33,85 37,43 1,6 5,8 2,67 3,24 11,7 0,2 2,5 40,57 1 9 0
Ionos Group SE A3E00M 26,86 –2,5 0,4 43,25 / 20,90 28,30 6,9 10,0 2,02 2,33 11,5 0,0 0,0 33,53 5 4 0
Jenoptik A2NB60 47,88 7,1 144,7 48,42 / 16,04 26,67 2,5 16,8 1,87 2,29 20,9 0,9 1,0 43,44 5 2 0
K+S KSAG88 13,39 –1,9 7,8 18,69 / 10,35 13,52 0,5 3,0 1,27 0,99 13,6 0,5 1,1 15,61 4 3 4
Kion Group KGX888 41,18 3,1 –39,7 70,45 / 35,80 54,90 0,8 6,1 3,72 4,67 8,8 2,5 3,2 58,67 7 5 0
Knorr-Bremse KBX100 103,10 0,2 8,4 115,6 / 77,40 95,02 4,8 15,5 4,63 5,34 19,3 2,1 2,3 114,40 9 3 0
Krones 633500 114,20 1,1 –15,9 144,2 / 108,2 126,95 1,5 8,7 10,31 11,56 9,9 2,7 3,0 156,11 6 1 1
Lanxess 547040 16,34 1,3 –7,3 27,14 / 11,03 18,24 0,4 5,2 0,15 0,46 35,6 0,6 1,3 17,53 2 7 3
LEG Immobilien SE LEG111 52,60 –1,4 –15,5 77,25 / 50,05 62,25 0,4 7,6 5,41 5,87 9,0 5,8 5,9 80,08 8 4 1
Nemetschek SE 645290 54,45 –3,4 –41,3 138,5 / 52,65 80,81 5,5 17,1 2,46 2,94 18,5 1,4 1,6 91,62 7 3 1
Nordex SE A0D655 45,86 12,7 57,5 51,70 / 16,62 34,31 6,3 14,0 1,97 2,35 19,5 0,8 0,9 47,00 7 7 0
Porsche PAG911 47,40 –4,8 3,9 50,66 / 35,62 43,32 1,8 9,1 1,82 2,29 20,7 2,2 2,4 44,84 5 11 3
Porsche Hldg. SE PAH003 30,08 –3,9 –24,6 41,52 / 29,53 34,63 0,2 8,4 14,43 15,66 1,9 6,1 6,5 36,40 2 6 0
Puma SE 696960 26,13 –6,7 17,2 30,31 / 15,30 22,52 2,4 6,5 –1,51 0,34 76,1 0,0 0,3 29,25 6 9 0
Rational 701080 648,50 –1,4 –2,0 776,5 / 604,0 662,77 7,5 25,1 23,85 25,67 25,3 2,7 2,8 12.05. 796,50 7 3 0
FOCUS MONEY 27/2026
89
moneyanalyse Deutsche Aktien
ZALANDO
Großaktionär greift zu
Die Zalando-Aktie zählte am Dienstag zu den stärksten Dax-Werten. Rückenwind
kommt von Großaktionär Anders Holch Povlsen, der zuletzt Aktien im Millionenwert
zukaufte. Der Kurs nähert sich damit wieder dem Juni-Hoch. Die Käufe des Aufsichtsratsmitglieds
werden am Markt als Vertrauenssignal gewertet und stärken die Hoffnung
auf eine Fortsetzung der Erholung. Die Mehrheit der Analysten, darunter Jefferies
und Deutsche Bank, empfiehlt, die Aktie zu kaufen.
Zalando
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
40
30
20
10
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000ZAL1111 Empfohlen am 05.06.2026 Empfehlungs-Kurs 23,49 € Kurs aktuell 25,51 € +/– in % +8,6 Neuer Stopp 21,70 € Kursziel 35,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
MDAX
Renk Group RENK73 46,94 3,6 –12,5 90,34 / 42,12 58,38 8,2 21,2 1,74 2,16 21,7 1,6 2,0 68,14 10 2 0
RTL Group 861149 31,30 –2,6 –9,1 39,00 / 28,80 34,64 1,1 9,5 2,36 2,62 12,0 7,3 8,2 34,50 0 6 0
Salzgitter 620200 50,15 –15,0 24,9 67,60 / 19,73 42,14 0,6 5,0 5,32 6,60 7,6 0,5 0,6 03.06. 60,80 3 3 0
Sartorius Vz. 716563 216,00 –5,7 –12,6 267,7 / 175,95 228,98 5,0 18,0 5,35 6,36 34,0 0,4 0,5 266,32 10 6 1
Schaeffler SHA010 8,83 –9,8 5,6 11,98 / 4,27 8,10 3,0 6,3 0,38 0,70 12,6 3,4 4,1 9,43 6 4 1
Siltronic WAF300 89,65 –8,2 83,3 108,8 / 31,70 59,74 1,6 12,6 –7,15 –3,87 — 0,0 0,0 74,30 2 5 2
Suss MicroTec SE A1K023 95,75 –6,1 144,6 118,4 / 24,00 52,64 5,2 44,7 1,98 3,54 27,1 0,5 0,4 103,94 5 3 0
TAG Immobilien 830350 13,35 –2,0 0,9 16,80 / 12,03 14,34 0,7 8,4 1,03 1,10 12,2 3,8 4,5 18,54 8 0 0
Talanx TLX100 104,90 2,4 –7,8 126,2 / 97,65 108,71 1,8 — 10,78 11,15 9,4 4,1 4,6 05.05. 121,00 1 1 0
thyssenkrupp 750000 10,48 –7,7 13,0 12,48 / 6,14 9,65 0,7 6,2 0,47 1,01 10,4 1,4 1,4 07.08. 12,61 5 3 0
TKMS TKMS00 73,00 1,1 10,4 107,0 / 57,00 81,15 3,9 12,6 2,11 2,56 28,6 1,1 1,3 91,71 2 3 1
Traton SE TRAT0N 32,26 –6,4 5,8 37,34 / 25,78 31,10 0,8 5,4 4,29 5,59 5,8 3,7 5,2 34,66 6 6 3
TUI TUAG50 7,22 –1,4 –19,7 9,56 / 6,08 7,67 1,8 2,3 1,07 1,41 5,1 2,4 3,3 10,35 5 4 0
United Internet 508903 23,46 –10,4 –15,2 30,22 / 23,20 26,88 0,8 4,5 1,84 2,14 11,0 2,3 2,5 31,07 5 5 0
Wacker Chemie WCH888 95,85 0,2 38,2 105,6 / 61,15 77,37 1,3 8,8 0,65 2,41 39,8 0,5 1,2 88,76 2 9 2
SDAX
1&1 554550 20,40 –13,9 –17,6 27,30 / 18,44 23,14 0,6 7,7 1,44 1,50 13,6 0,2 0,3 23,10 4 6 1
Adtran Networks SE 510300 22,70 –1,3 4,1 23,20 / 20,30 22,20 3,1 — 0,18 — — — — — 0 0 0
Alzchem Group A2YNT3 187,20 –1,9 20,8 210,6 / 123,2 157,82 6,2 11,6 6,60 8,41 22,3 1,2 1,5 201,20 7 0 0
Asta Energy Solutions A4214T 72,80 1,1 — 78,20 / 37,25 52,97 — — — — — — — — 0 0 0
Atoss Software SE 510440 71,80 –3,2 –37,8 147,6 / 69,00 94,87 10,1 20,1 3,26 3,76 19,1 3,3 3,8 125,88 5 2 0
Basler 510200 29,70 7,0 94,1 31,90 / 11,32 18,04 5,8 — 0,80 0,93 31,9 0,7 0,9 26,33 3 0 0
Befesa A2H5Z1 32,40 –7,8 9,8 37,40 / 25,64 30,90 1,5 6,1 2,54 2,63 12,3 3,6 3,9 40,89 6 2 0
Cancom SE 541910 23,45 –10,2 –12,0 29,45 / 20,05 25,40 1,3 9,3 1,34 1,54 15,2 4,3 4,5 28,43 3 5 0
Carl Zeiss Meditec 531370 26,98 7,7 –32,6 58,75 / 22,62 33,97 1,1 23,2 1,39 1,86 14,5 1,9 2,3 30,05 1 14 0
Cewe Stiftung 540390 93,90 –2,6 –9,5 106,2 / 89,10 99,50 1,3 4,0 10,84 9,41 10,0 3,7 3,5 135,67 6 0 0
Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 46,60 –2,8 18,4 51,90 / 31,70 39,28 3,4 9,9 2,65 2,93 15,9 2,2 2,4 50,38 2 3 0
Deutsche Beteilig. A1TNUT 23,15 –2,1 –8,0 26,60 / 22,70 24,69 0,6 8,0 2,22 3,09 7,5 4,4 4,4 35,03 6 0 0
Deutsche EuroShop 748020 18,12 –9,3 –3,8 23,65 / 18,04 19,27 0,7 5,9 1,62 1,77 10,2 5,9 6,0 19,33 0 2 1
Douglas BEAU1Y 7,83 –10,0 –37,4 13,26 / 7,75 10,95 0,9 2,8 1,39 1,44 5,4 0,0 2,2 11,72 4 5 0
Drägerwerk Vz 555063 84,50 –2,6 21,8 99,40 / 62,50 80,32 0,9 10,5 7,91 8,78 9,6 2,6 2,9 101,50 2 2 0
Dt. Pfandbriefbank 801900 3,34 –6,8 –20,8 5,72 / 2,71 3,99 0,2 — 0,09 0,49 6,8 0,7 6,0 3,85 1 2 1
Dürr 556520 18,78 –4,9 –16,7 25,10 / 17,20 20,96 0,9 12,3 1,92 2,58 7,3 3,8 5,1 14.05. 30,33 5 3 0
Eckert & Ziegler SE 565970 15,71 2,3 2,9 23,25 / 13,30 15,72 3,3 22,9 0,83 0,90 17,5 2,1 2,2 16.06. 22,10 3 0 0
Einhell Germany A40ESU 71,00 –1,5 –15,7 89,00 / 65,30 78,68 1,5 13,9 6,88 7,53 9,4 2,7 2,7 03.07. 105,00 2 0 0
Energiekontor 531350 39,25 –2,1 9,8 53,40 / 30,10 38,87 1,5 3,9 2,51 4,73 8,3 2,7 3,6 71,50 1 0 0
Evotec SE 566480 4,72 –3,4 –13,4 7,84 / 4,00 5,58 1,2 — –0,77 –0,14 — 0,0 0,0 6,44 4 3 0
Fielmann Grp. 577220 42,95 –4,3 –1,4 58,80 / 39,85 45,02 3,3 9,0 2,64 2,95 14,6 3,6 4,0 09.07. 58,88 5 2 0
90 FOCUS MONEY 27/2026
EVONIK INDUSTRIES
Bleibt unter Druck
Der Essener Chemiekonzern bleibt in den Negativschlagzeilen. Bis Ende 2029 sollen
3200 Arbeitsplätze abgebaut werden, darunter 2150 in Deutschland. Konzernchef
Christian Kullmann begründet dies mit der weltpolitischen Lage. Die Chemieindustrie
schwächelt aufgrund hoher Kosten, des Konkurrenzdrucks aus Asien und der Folgen
der US-Zölle. Mit dem Iran-Krieg kommen steigende Energiekosten und gestörte Lieferketten
hinzu. Die Aktie verlor binnen eines Monats über acht Prozent. Halten.
Evonik
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
22
20
18
16
14
12
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000EVNK013 Empfohlen am 17.04.2026 Empfehlungs-Kurs 17,02 € Kurs aktuell 15,80 € +/– in % -7,1 Neuer Stopp 13,00 € Kursziel 17,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 70,55 8,3 –13,5 109,2 / 55,10 79,75 3,9 14,6 4,68 5,05 14,0 1,6 1,7 86,50 2 1 1
GFT Technologies SE 580060 20,90 –7,1 10,3 25,50 / 13,86 18,71 1,9 11,7 1,73 2,01 10,4 2,6 2,8 03.06. 29,67 5 0 0
Grand City Prop. A1JXCV 9,01 –1,6 –8,4 11,58 / 8,55 10,13 0,3 6,2 1,22 1,19 7,6 7,1 6,4 11,31 2 6 0
Grenke A161N3 12,16 –5,9 –22,3 19,82 / 11,90 14,35 0,4 — 1,53 1,99 6,1 3,2 3,9 20,04 4 0 1
Hamborner Reit A3H233 4,42 –5,3 –1,5 6,62 / 4,27 4,84 0,6 7,7 0,12 0,09 49,1 7,6 7,8 10.06. 8,05 4 0 0
Heidelberger Druck. 731400 1,44 –10,3 –28,9 2,81 / 1,30 1,73 0,7 8,1 0,15 0,21 7,0 0,0 0,0 23.07. 2,13 1 2 0
HelloFresh SE A16140 3,99 –3,3 –35,3 9,53 / 3,49 5,48 0,9 2,6 0,37 0,47 8,6 0,0 0,0 5,60 4 7 2
Hornbach Hldg. 608340 78,90 0,9 –5,8 108,4 / 74,00 84,60 0,5 3,5 8,92 9,85 8,0 3,2 3,3 10.07. 99,69 3 3 0
Hypoport SE 549336 79,50 –2,5 –38,1 218,0 / 68,20 105,82 1,3 8,7 3,82 6,15 12,9 0,0 0,0 212,75 3 0 0
Indus Holding 620010 27,75 –0,5 –1,6 33,70 / 20,95 27,45 0,9 43,2 3,65 3,82 7,3 5,2 5,4 36,83 3 1 0
init innovation SE 575980 49,60 –1,8 6,2 55,20 / 35,70 47,14 3,1 34,9 2,60 3,28 15,1 2,1 2,5 66,67 3 0 0
Jost Werke SE JST400 53,80 –3,8 –0,6 67,80 / 47,20 55,02 1,8 5,4 6,21 6,99 7,7 3,2 3,7 75,00 4 0 0
Jungheinrich 621993 23,42 0,8 –33,9 42,84 / 21,72 30,54 0,9 8,6 2,50 3,06 7,7 2,7 3,6 36,50 6 3 0
Klöckner & Co. SE KC0100 12,38 –0,2 52,5 12,70 / 5,10 9,36 0,8 20,8 0,37 0,55 22,7 1,4 1,6 26.05. 11,30 1 1 1
Kontron A0X9EJ 23,46 –0,2 2,9 29,00 / 16,34 23,20 1,8 11,6 1,67 2,03 11,5 2,4 3,2 30.06. 29,34 5 0 0
KSB SE Vz 629203 852,00 0,2 –11,1 1265 / 773,0 959,28 1,0 — 85,62 96,15 8,9 3,6 8,0 1207,00 3 0 0
KWS Saat SE 707400 66,60 –2,2 –2,9 80,60 / 56,30 69,14 1,2 12,2 5,72 5,72 11,7 2,1 2,3 84,25 2 2 0
LPKF Laser & Electr. SE 645000 25,80 13,2 361,5 30,80 / 5,35 10,30 8,9 — –0,26 0,08 322,5 0,0 0,0 15,50 0 2 0
MBB SE A0ETBQ 179,80 2,2 –12,9 225,0 / 132,8 191,02 1,0 — 11,36 12,75 14,1 0,9 1,1 222,73 2 1 0
Medios A1MMCC 12,04 –3,5 –16,9 17,44 / 11,64 14,06 0,5 4,7 1,09 1,71 7,1 0,0 0,0 23,00 4 0 0
MLP SE 656990 7,97 –2,8 15,2 9,05 / 5,85 7,28 1,4 — 0,69 0,78 10,2 5,0 5,4 10,20 3 0 0
Mutares A2NB65 29,25 4,1 –0,6 36,69 / 23,15 28,53 1,0 — 3,80 4,05 7,2 6,8 7,7 03.07. 45,20 2 0 0
Nagarro A3H220 33,52 –5,8 –56,0 80,35 / 33,30 54,31 2,1 6,9 5,17 5,83 5,7 3,9 4,1 29.06. 72,25 2 1 0
Norma Group SE A1H8BV 17,34 1,4 18,9 18,90 / 12,48 15,27 0,8 10,4 0,65 0,91 19,1 2,5 2,4 01.07. 17,44 2 3 0
Ottobock SE BCK222 50,40 –0,8 –22,8 76,35 / 45,56 61,27 6,0 9,8 3,00 3,54 14,2 2,1 2,5 81,75 6 1 0
Patrizia SE PAT1AG 7,79 –1,9 –4,3 8,90 / 6,62 7,61 0,6 12,3 0,28 0,33 23,9 4,7 4,8 9,66 4 1 0
PNE A0JBPG 11,16 7,9 10,5 15,44 / 7,22 10,15 4,8 28,6 0,26 0,30 37,2 0,4 0,4 11,60 1 1 0
PVA TePla 746100 40,70 –6,9 78,5 46,32 / 18,65 29,73 5,3 33,0 0,80 1,27 32,0 0,0 0,0 44,81 5 2 0
Redcare Pharmacy A2AR94 67,55 17,9 3,8 114,0 / 30,20 59,86 2,9 18,5 –0,89 0,99 68,2 0,0 0,0 79,67 4 3 0
SAF Holland SE SAFH00 19,60 –4,9 28,1 21,20 / 13,36 16,76 1,6 5,2 2,10 2,42 8,1 4,2 5,0 20,70 3 2 0
Schott Pharma A3ENQ5 16,90 –2,4 11,9 29,50 / 12,62 16,74 2,5 12,1 0,94 1,06 16,0 1,0 1,1 19,43 5 5 0
Secunet Security 727650 177,20 –3,9 –4,4 246,5 / 152,8 191,96 5,9 20,5 6,10 7,39 24,0 1,7 1,9 239,67 2 1 0
SFC Energy 756857 21,95 6,8 79,0 24,75 / 11,32 15,95 2,5 11,4 0,82 0,99 22,1 0,0 0,0 26,40 4 0 0
Shelly Group SE A2DGX9 60,00 –0,8 –0,3 71,60 / 44,20 57,33 7,4 35,5 2,41 3,22 18,6 0,4 0,5 29.06. 79,23 2 0 0
Sixt SE St. 723132 70,90 –5,3 0,1 98,70 / 57,70 71,74 1,4 9,2 6,91 7,63 9,3 5,2 5,7 96,00 5 1 0
SMA Solar Techn. A0DJ6J 53,30 8,4 56,4 70,70 / 15,41 38,00 4,4 37,5 2,00 3,13 17,0 1,1 0,5 52,40 1 4 0
Springer Nature SPG100 18,58 –0,2 –2,8 24,65 / 14,70 19,41 1,8 7,2 1,65 1,80 10,3 4,4 4,8 26,36 4 0 0
Stabilus SE STAB1L 16,26 –2,3 –20,5 29,00 / 14,52 19,66 0,6 5,9 2,69 3,11 5,2 3,3 4,3 25,84 4 0 1
FOCUS MONEY 27/2026
91
moneyanalyse Deutsche Aktien
TONIES
Will Umsatz bis 2030 verdoppeln
Der Hersteller von Audioboxen, der 2021 über einen „Spac“, also eine leere, bereits
notierte Unternehmenshülle, an die Börse ging, hat große Pläne. So sollen sich die
Erlöse nach der erfolgreichen Einführung der „Toniebox 2“ bis 2030 auf mehr als 1,4
Milliarden Euro verdoppeln. Die operative Marge (auf Basis des bereinigten Ebitda)
soll sich mittelfristig auf 16 bis 18 Prozent verbessern. Auch wenn die Aktie bereits
kräftig gestiegen ist, sollten Anleger mit unten stehendem Stopp dabei bleiben.
Tonies
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
12
10
8
6
4
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN LU2333563281 Empfohlen am 6.04.2022 Empfehlungs-Kurs 6,00 € Kurs aktuell 12,00 € +/– in % +100,0 Neuer Stopp 10,50 € Kursziel 16,50 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
SDAX
Sto SE 727413 94,20 –7,1 –22,3 134,2 / 93,20 115,50 — — 6,60 9,38 10,0 4,2 4,8 140,00 1 0 0
Ströer SE 749399 34,32 –3,1 –7,2 52,00 / 28,85 35,96 3,9 8,4 3,00 3,53 9,7 6,6 6,8 50,08 6 3 1
Südzucker 729700 10,50 –5,1 14,7 13,57 / 8,92 10,25 1,0 12,8 0,39 0,83 12,6 1,5 2,9 16.07. 11,52 0 4 0
TeamViewer SE A2YN90 4,99 –10,1 –17,5 10,33 / 4,09 5,92 2,5 3,8 1,03 1,12 4,5 0,0 0,0 7,84 4 8 0
tonies SE A3CM2W 12,12 0,8 16,1 13,42 / 5,56 9,82 3,5 35,1 0,36 0,57 21,1 0,0 0,0 16,65 4 0 0
Verbio SE A0JL9W 30,56 0,2 44,2 47,26 / 9,40 25,45 2,4 12,6 0,76 1,89 16,2 0,0 0,0 47,50 2 1 0
Vincorion SE VNC001 17,10 0,8 — 23,90 / 15,30 17,89 — — — — — — — — 0 0 0
Vossloh 766710 63,60 –4,8 –16,8 95,10 / 61,55 76,66 1,4 8,5 3,40 4,39 14,5 1,9 2,4 84,14 3 3 0
Wacker Neuson SE WACK01 19,04 –0,4 –22,4 26,05 / 16,66 20,51 0,8 6,4 1,51 2,04 9,3 4,6 5,9 03.06. 22,67 1 1 1
Wüstenr. & Württ. 805100 14,30 –3,5 –1,7 16,76 / 13,30 14,67 — — 1,54 2,01 7,1 4,5 5,2 20,00 1 0 0
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
123Fahrschule SE A2P4HL 2,50 10,6 –17,2 3,82 / 2,26 2,92 4,4 — –0,34 –0,13 — — — 5,65 1 0 0
2G Energy A0HL8N 68,50 10,3 98,6 76,00 / 25,60 40,21 6,3 — 1,82 2,55 26,9 0,4 0,6 65,00 1 2 0
3U Holding 516790 1,05 –6,3 –3,7 1,74 / 0,97 1,21 — — –0,12 –0,06 — 0,0 0,0 1,97 2 1 0
7C Solarparken A11QW6 1,63 –7,9 3,3 1,93 / 1,52 1,69 0,6 — 0,14 — — 6,7 — — 0 0 0
A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 2,82 –6,6 17,5 5,50 / 1,45 3,51 — — — — — — — — 0 0 0
A.S. Création A1TNNN 7,70 1,3 –1,3 8,60 / 6,55 7,49 — — 0,34 0,86 9,0 2,6 6,5 14,00 1 0 0
ABO Wind 576002 3,50 –16,8 –70,4 46,20 / 3,50 14,80 4,6 — –3,55 0,14 25,0 0,0 0,0 09.07. — 0 0 0
ad pepper media Int. 940883 2,52 0,8 –5,3 3,92 / 2,38 2,75 2,2 — 0,09 0,11 22,9 — — 5,00 0 0 0
adesso SE A0Z23Q 50,90 –5,7 –42,7 103,2 / 50,30 76,47 1,6 6,9 4,11 5,83 8,7 1,6 1,7 103,33 4 1 0
All for One Group SE 511000 31,20 2,6 –23,7 55,40 / 29,30 38,20 1,2 — 4,62 5,82 5,4 — 7,7 — 0 0 0
Allane SE A0DPRE 12,10 3,4 21,6 12,50 / 8,00 10,43 1,1 — 0,50 — — 0,0 — — 0 0 0
Allgeier A2GS63 15,60 1,0 –25,0 23,80 / 14,95 18,00 1,1 — 1,03 1,08 14,4 3,8 4,2 30.06. 24,00 1 2 0
Altech Advanced Mat. A41YD9 1,33 –11,3 — 2,80 / 0,86 1,23 — — — — — — — — 0 0 0
Amadeus Fire 509310 19,88 –3,5 –53,0 80,70 / 19,82 37,02 0,8 5,9 2,33 3,81 5,2 5,5 9,6 58,33 2 0 0
AT&S 922230 220,50 6,5 584,8 246,0 / 15,94 59,24 6,4 16,0 — 6,68 33,0 0,0 0,3 09.07. 243,12 2 2 1
Aumann A2DAM0 15,50 4,4 29,0 15,65 / 10,70 12,83 1,0 — 0,50 0,90 17,2 1,9 2,3 14,85 0 2 0
B+S Banksysteme 126215 1,92 –0,3 –3,5 3,18 / 1,61 2,00 — — 0,22 0,24 8,0 0,0 4,2 4,70 0 0 0
Bastei Lübbe A1X3YY 7,26 6,1 –13,2 10,55 / 6,12 7,74 1,2 — 0,80 0,85 8,6 4,8 5,3 12,08 4 0 0
BayWa vNA 519406 2,42 –4,5 –13,1 7,75 / 2,20 3,33 0,2 — –0,53 2,09 1,2 0,0 49,7 — 0 0 0
BB Biotech N A0NFN3 49,85 5,7 2,8 53,60 / 31,80 46,93 0,8 — –0,66 –0,71 — 5,3 5,7 74,69 1 0 0
Berentzen Group 520160 3,24 –3,6 –11,7 4,58 / 3,24 3,62 — — 0,25 0,38 8,5 4,0 5,9 8,00 1 0 0
Bertrandt 523280 9,14 –2,6 –50,9 21,80 / 8,96 16,42 0,3 1,6 –2,01 2,53 3,6 5,6 6,9 17,40 2 3 0
bet-at-home.com A0DNAY 2,93 –11,2 33,2 3,59 / 1,90 2,47 — — 0,44 0,60 4,9 — — 5,50 1 0 0
Bike24 Holding A3CQ7F 2,61 –7,1 –12,4 3,53 / 2,44 2,99 0,9 — 0,07 0,21 12,4 0,0 0,0 30.06. 4,25 2 0 0
Biofrontera A4BGGM 2,23 –2,6 –1,3 2,85 / 2,01 2,48 — — — — — — — — 0 0 0
Bio-Gate konv. BGAG98 0,56 –11,8 –28,2 1,03 / 0,50 0,72 — — — — — — — 30.06. — 0 0 0
BioNTech A2PSR2 79,50 1,9 –2,8 105,5 / 68,00 85,40 1,1 — –4,60 –4,43 — 0,0 0,0 106,75 14 5 0
92 FOCUS MONEY 27/2026
BAYER
Kleine Erfolge heben den Kurs
Der Agrar- und Pharmakonzern feierte im US-Rechtsstreit im Zusammenhang mit
dem Unkrautvernichter Glyphosat einen weiteren Erfolg: Die Verhandlung zum Sammelvergleich
wird nicht von Missouri nach Kalifornien verlegt. Auch die von der EU
beschlossenen, teilweise gelockerten Regeln für Pflanzen, die etwa mit der Genschere
Crispr/Cas verändert wurden, sind eine gute Nachricht. Anleger ziehen den Stoppkurs
nach, da auch das wichtige Supreme-Court-Urteil zu Glyphosat bevorsteht.
Bayer
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
55
45
35
25
15
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000BAY0017 Empfohlen am 20.08.2025 Empfehlungs-Kurs 27,96 € Kurs aktuell 39,10 € +/– in % +39,9 Neuer Stopp 33,00 € Kursziel 55,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Bitcoin Group A1TNV9 26,62 –5,8 –14,7 49,16 / 25,00 32,45 — — — — — — — — 0 0 0
Blue Cap A0JM2M 19,10 0,5 10,4 21,40 / 16,50 18,61 0,8 — 0,44 0,76 25,2 3,4 3,4 30,25 2 0 0
Borussia Dortmund 549309 3,00 –2,8 –8,4 3,97 / 2,88 3,26 1,0 11,5 –0,13 0,09 33,3 1,8 2,3 5,00 3 0 0
Brain Biotech 520394 2,80 –1,4 16,2 3,81 / 1,81 2,53 — — –0,43 –0,39 — 0,0 0,0 5,50 4 0 0
Branicks Group A1X3XX 0,85 –6,2 –50,8 2,26 / 0,80 1,66 0,1 2,1 — — — 0,0 0,0 1,85 1 0 1
Brockhaus Technolog. A2GSU4 19,30 1,0 19,9 20,20 / 9,10 14,91 0,8 — 3,60 — — 2,5 3,1 — 0 0 0
Ceconomy 725750 3,65 –4,6 –17,1 4,55 / 3,29 4,28 2,1 7,3 0,55 0,61 6,0 2,8 3,5 4,60 0 0 2
Cenit 540710 8,58 1,4 20,2 9,86 / 5,76 7,03 1,6 — 0,41 0,80 10,7 2,3 3,5 14,50 3 0 0
Cherry SE A3CRRN 0,32 –6,2 –36,3 0,95 / 0,30 0,53 0,2 — –0,39 0,06 5,3 — — 0,55 0 1 0
Circus SE A2YN35 6,03 –8,6 –50,4 24,80 / 5,38 11,11 134,0 — –0,42 0,44 13,9 — — 25,00 2 0 0
Cliq Digital A35JS4 3,61 0,8 165,1 5,81 / 1,29 2,41 0,3 — –1,04 –0,93 — 0,0 0,0 — 0 1 0
Corestate Capital A141J3 0,22 1,4 –7,4 0,35 / 0,22 0,26 — — — — — — — — 0 0 0
Covestro 606214 59,90 0,3 –0,7 61,14 / 54,10 59,58 1,8 10,9 0,09 0,97 61,9 0,0 0,6 62,00 0 2 0
cyan A2E4SV 1,90 –2,6 –4,0 2,92 / 1,79 2,14 1,5 47,5 –0,02 0,05 38,0 — — 03.07. 4,00 0 0 0
Daldrup & Söhne 783057 21,70 12,1 12,7 29,90 / 11,40 20,59 3,5 — 1,12 1,57 13,9 0,8 1,0 27,60 1 1 0
Data Modul 549890 29,60 1,4 3,5 30,20 / 21,00 27,43 0,7 — 0,50 1,03 28,7 0,4 0,4 37,00 1 0 0
Datagroup SE A41YEV 74,70 0,5 6,9 76,80 / 58,10 69,62 3,0 — 4,01 4,36 17,1 2,0 2,3 — 0 0 0
Datron A0V9LA 7,55 1,3 7,1 9,70 / 6,90 7,58 0,7 5,9 0,64 1,06 7,1 2,6 3,5 25.06. 15,09 2 0 0
Delignit A0MZ4B 2,68 –0,7 18,6 2,86 / 1,87 2,37 0,7 — 0,18 0,20 13,4 3,0 3,2 4,60 1 0 0
Delticom 514680 2,40 –5,5 20,0 2,78 / 1,91 2,26 0,6 — 0,28 0,32 7,5 5,0 5,4 07.07. 4,35 2 0 0
Demire Real Estate A0XFSF 0,32 –12,1 –16,7 0,71 / 0,29 0,45 — — — –0,20 — — — 0,80 0 0 0
Deutsche Rohstoff A0XYG7 81,00 –12,0 63,6 113,8 / 35,30 66,44 1,0 2,1 38,37 14,14 5,7 5,6 3,4 144,00 0 0 0
Deutsche Wohnen SE A0HN5C 17,92 –1,1 –12,4 24,30 / 17,82 20,69 0,5 17,0 2,01 2,88 6,2 6,8 6,8 21,59 1 1 1
Dt. Grundstücksaukt. 553340 5,10 15,4 –11,3 8,00 / 3,44 5,98 — — 0,34 0,73 7,0 0,0 0,0 30.06. 12,85 1 0 0
Dt. Konsum REIT A14KRD 1,44 –5,9 –22,8 2,44 / 1,36 1,78 0,2 3,9 — — — 0,0 0,0 5,00 1 1 0
ecotel communication 585434 6,80 –6,8 –39,3 13,60 / 5,95 10,07 0,9 2,4 0,53 0,63 10,8 4,4 4,4 22,80 1 0 0
Edag Engineering Grp. A143NB 3,21 –0,6 –35,7 7,34 / 3,07 4,78 0,9 — 0,06 0,36 8,9 0,3 5,0 5,13 1 3 0
ElringKlinger 785602 5,39 3,7 26,7 6,29 / 3,91 4,65 0,5 3,2 0,65 0,90 6,0 4,2 5,8 5,33 1 1 1
Enapter A255G0 1,35 –1,8 –20,1 2,95 / 1,12 1,59 1,1 — –0,36 –0,13 — 0,0 0,0 2,27 0 1 0
EnviTec Biogas A0MVLS 18,70 –10,1 8,7 28,20 / 16,25 20,19 — — — — — — — 03.07. — 0 0 0
Epigenomics konv. A37FT4 0,87 ±0,0 –3,3 1,59 / 0,50 0,92 — — — — — — — — 0 0 0
Ernst Russ A16107 7,86 –6,0 11,6 9,22 / 6,44 7,36 0,9 7,0 1,10 0,79 9,9 4,0 3,8 13,23 2 0 0
Eurokai 570653 56,00 –2,4 11,6 64,60 / 36,00 52,99 1,4 — 3,28 — — 2,3 — — 0 0 0
Exasol A0LR9G 2,30 –4,6 –15,1 3,45 / 1,87 2,53 5,8 — 0,09 0,15 15,9 0,0 0,0 4,45 2 0 0
Fabasoft 922985 14,00 1,1 –10,8 17,45 / 10,45 13,95 3,4 — 0,91 1,07 13,1 1,3 1,3 08.07. 25,00 2 0 0
Formycon A1EWVY 19,42 –2,7 –23,7 31,05 / 16,52 21,60 0,9 — –1,24 1,11 17,5 0,0 0,0 39,67 4 0 0
Fortec Elektronik 577410 13,10 –5,4 23,6 16,05 / 10,00 12,24 — — –0,60 0,46 28,5 3,1 4,6 15,00 1 0 0
Frequentis A2PHG5 72,40 –1,0 0,8 103,5 / 44,40 72,43 4,2 20,1 2,41 2,85 25,4 0,5 0,6 81,81 1 2 0
FOCUS MONEY 27/2026
93
moneyanalyse Deutsche Aktien
NORDEX
Gut laufendes US-Geschäft
Der Windturbinenbauer Nordex darf sich über einen weiteren Großauftrag freuen.
Wie der MDax-Konzern mitteilte, sei kürzlich eine neue Order aus den USA über insgesamt
88 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 484 Megawatt eingegangen.
Das bereits gut laufende Geschäft in den USA, wo der Strombedarf aufgrund neuer
KI-Rechenzentren rasant ansteigt, beschleunigt sich damit weiter. Analysten werten
die Fortschritte der Hamburger durchweg positiv. Die Aktie legte erneut zu.
Nordex
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
45
35
25
15
5
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000A0D6554 Empfohlen am 20.02.2026 Empfehlungs-Kurs 33,98 € Kurs aktuell 45,76 € +/– in % +34,7 Neuer Stopp 37,00 € Kursziel 49,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
Friwo 620110 4,68 0,4 –13,3 15,20 / 4,44 5,61 — — — — — — — — 0 0 0
Frosta 606900 98,00 –0,8 8,6 108,0 / 86,00 96,39 — — — — — — — — 0 0 0
Gerresheimer A0LD6E 27,44 10,4 –0,8 50,90 / 14,92 26,08 0,6 3,2 2,66 3,55 7,7 2,3 3,7 23,37 1 5 2
Gesco A1K020 13,25 –0,4 –6,4 18,40 / 13,05 14,74 0,5 — 1,48 1,84 7,2 2,4 2,9 23,02 3 0 0
Global Fashion Grp. A2PLUG 0,47 2,0 88,7 0,58 / 0,24 0,36 1,7 — –0,14 –0,07 — 0,0 0,0 0,78 1 1 0
Grammer 589540 8,65 3,6 49,1 8,65 / 5,45 6,93 0,4 — 2,41 — — 0,0 — — 0 0 0
H+R A2E4T7 4,60 –0,4 8,5 5,02 / 3,83 4,47 0,4 2,8 0,16 0,21 21,6 1,1 1,1 4,30 0 0 1
Hamburger Hafen A0S848 21,70 –0,5 1,4 23,30 / 18,65 21,79 — — — — — — — — 0 0 0
Hapag-Lloyd HLAG47 115,00 –0,7 –2,4 158,7 / 109,0 119,96 1,2 12,5 –1,51 –2,44 — 1,8 1,7 97,40 0 3 4
Hawesko Holding SE 604270 17,85 –6,3 –6,3 24,40 / 17,50 20,19 1,3 — 1,47 1,74 10,3 6,2 7,3 27,75 1 1 0
Heidelberg Pharma A11QVV 2,53 ±0,0 5,4 5,04 / 2,31 2,88 4,6 — –0,52 –0,20 — 0,0 0,0 5,50 1 0 0
Heliad 121806 13,45 –0,4 –10,3 16,40 / 12,20 14,35 1,3 22,4 0,60 0,60 22,4 0,0 0,0 24,20 2 0 0
Hermle Vz. 605283 177,00 –0,8 18,4 196,0 / 133,0 155,89 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0
HMS Bergbau 606110 41,50 –1,2 –9,0 78,00 / 32,20 45,13 1,5 6,0 7,71 5,39 7,7 3,0 3,4 82,50 1 0 0
Hoenle 515710 9,02 –2,6 28,1 10,30 / 6,36 8,46 0,7 — –0,08 0,41 22,0 0,0 0,0 17,67 2 0 0
HomeToGo SE A2QM3K 1,15 3,2 –26,1 1,89 / 1,11 1,45 0,9 5,3 –0,13 –0,05 — 0,0 0,0 2,68 3 0 0
IBU tec A0XYHT 15,80 –9,7 –19,2 26,80 / 6,26 17,13 — — –0,40 0,19 83,2 — — 25,00 1 0 0
Identive Group A11404 3,32 –4,6 16,1 4,62 / 2,54 3,10 — — –0,44 –0,42 — — — 5,55 3 0 0
Instone Real Estate A2NBX8 7,62 –0,3 –1,8 9,89 / 7,27 8,38 0,5 — 0,83 0,97 7,9 6,1 6,9 12,38 3 1 0
IVU Traffic Techn. 744850 19,70 –1,5 –3,4 22,20 / 17,60 19,95 — — 0,85 1,00 19,7 1,6 1,7 27,00 1 0 0
JDC Group A0B9N3 21,50 0,5 –11,9 32,70 / 20,30 25,03 3,6 10,2 1,00 1,30 16,6 0,0 0,0 13.07. 33,42 2 0 0
Knaus Tabbert A2YN50 11,12 –8,1 –13,5 20,05 / 11,06 13,43 1,5 1,3 0,83 1,57 7,1 1,5 5,6 10.07. 17,40 1 3 0
Koenig & Bauer 719350 8,45 –0,2 –18,9 16,14 / 7,83 10,26 0,4 — 0,87 2,26 3,7 1,0 3,6 15,25 2 0 0
Laiqon A12UP2 4,43 –1,8 –13,1 5,68 / 3,42 4,44 1,6 — –0,30 0,13 34,1 0,0 6,8 8,70 1 0 0
Leifheit 646450 14,60 –4,6 –1,7 17,90 / 14,50 15,48 1,5 13,3 0,69 0,95 15,4 8,2 8,3 20,79 3 0 0
Logwin A2DR54 268,00 –0,7 7,2 304,0 / 206,0 265,12 1,9 — 19,18 17,18 15,6 3,7 3,7 261,00 0 1 0
M1 Kliniken A0STSQ 18,30 5,3 2,8 19,58 / 12,88 16,25 2,9 — 1,12 1,30 14,1 2,7 2,7 08.07. — 0 0 0
Masterflex SE 549293 14,25 –0,3 4,0 15,20 / 11,25 13,62 — — 1,00 1,29 11,0 2,5 2,8 20,25 1 0 0
MAX Automation SE A2DA58 3,70 –1,3 –5,9 5,96 / 3,39 4,44 0,8 — –0,02 0,12 30,8 0,0 1,4 6,00 1 1 0
MediClin 659510 3,86 –2,0 12,2 4,18 / 2,84 3,54 0,6 — 0,77 0,80 4,8 1,0 1,0 7,30 1 0 0
Medigene A40ESG 0,02 29,8 19,6 0,15 / 0,01 0,04 — — –0,51 –0,45 — — — — 0 0 0
Mensch & Maschine 658080 34,75 –2,4 –22,7 55,90 / 33,40 40,75 6,2 13,5 2,17 2,47 14,1 6,3 7,1 55,35 3 1 0
Mister Spex SE A3CSAE 1,13 –3,0 –10,0 2,18 / 1,12 1,33 1,8 — –0,71 –0,45 — — — 3,03 1 2 0
MPC Capital A1TNWJ 4,99 –5,8 2,7 5,60 / 4,58 5,00 1,1 — 0,65 0,71 7,1 5,5 6,0 7,60 2 0 0
Mühlbauer 662720 37,00 –2,1 –3,6 46,40 / 33,80 38,78 — — — — — — — 29.07. — 0 0 0
MVV Energie A0H52F 30,20 –2,3 –1,6 32,30 / 29,60 30,78 — — — — — — — — 0 0 0
Nabaltec A0KPPR 12,90 ±0,0 7,9 15,20 / 10,10 12,11 0,7 — 0,85 1,11 11,7 2,1 2,2 15,75 1 0 0
NFON A0N4N5 3,29 1,9 –3,2 7,20 / 3,08 4,12 0,7 5,4 0,21 0,31 10,6 0,8 1,5 6,93 2 0 1
94 FOCUS MONEY 27/2026
BMW
Auf Sparkurs
Die Aktie des Autobauers BMW steht in einem herausfordernden Umfeld deutlich
unter Druck und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Die schwache Nachfrage, insbesondere
nach Verbrennern, im wichtigsten Markt China sowie geopolitische Risiken
(z. B. Nahost/Iran) haben die Aktie belastet. Für Investoren mit Langfristperspektive ist
die Bewertung derzeit günstig. Mittelfristig dürfte sich BMW nach Kostensenkungsmaßnahmen
wieder erholen, sobald die „Neue Klasse” Fahrt aufnimmt. Halten.
BMW
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
110
90
70
50
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE0005190037 Empfohlen am 17.04.2026 Empfehlungs-Kurs 83,80 € Kurs aktuell 60,05 € +/– in % -28,3 Neuer Stopp 55,00 € Kursziel 80,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Northern Data A0SMU8 7,47 40,7 –51,1 25,90 / 5,12 12,96 0,7 — 0,38 0,70 10,7 0,0 0,0 32,00 2 0 0
Nynomic A0MSN1 19,40 –0,5 96,8 25,70 / 8,24 12,88 — — 0,71 1,09 17,9 — — 01.07. 26,00 2 0 0
OHB SE 593612 378,50 –0,8 214,1 658,0 / 64,00 218,83 — — 3,64 5,63 67,2 0,2 0,2 320,00 1 0 0
Ökoworld 540868 28,80 –8,0 9,9 35,10 / 25,00 27,10 — 14,3 2,76 2,58 11,2 6,7 6,3 39,15 1 0 0
OVB Holding 628656 20,40 –1,9 4,6 22,40 / 17,80 20,32 3,0 — 0,89 1,15 17,8 3,8 4,8 23,00 0 1 0
Pfeiffer Vacuum 691660 171,60 0,7 8,9 171,6 / 153,0 161,21 — — — — — — — 10.07. 140,00 0 0 0
Pfisterer SE PFSE21 102,60 9,9 35,4 113,0 / 38,20 78,81 7,4 — 3,45 3,82 26,9 1,0 1,0 109,00 2 1 0
Pro DV A4096T 2,08 ±0,0 –5,5 2,86 / 2,02 2,32 — — 0,00 0,06 34,7 0,0 0,0 4,80 0 0 0
ProCredit Hldg. 622340 8,36 1,3 2,0 10,30 / 6,78 8,32 0,4 — 1,36 2,04 4,1 5,3 7,7 14,73 2 0 0
ProSiebenSat.1 SE PSM777 3,47 –6,9 –29,2 8,48 / 3,47 4,72 0,7 2,9 0,48 0,71 4,9 1,1 1,3 5,30 0 6 0
PSI Software SE A0Z1JH 44,80 –0,4 –0,2 46,30 / 24,10 42,72 7,0 — 2,39 4,07 11,0 0,2 0,7 45,00 0 2 0
Pyramid A41YDL 1,40 –3,4 –57,9 5,01 / 1,18 2,93 0,3 17,5 –0,19 0,02 70,0 — — 2,80 0 0 0
Q.Beyond konv. A41YDG 3,46 –1,1 1,5 4,86 / 3,20 3,76 0,9 — 0,04 0,14 24,1 2,9 3,6 5,98 3 0 0
R. Stahl A1PHBB 14,00 6,1 –4,1 19,30 / 12,00 14,34 1,2 21,9 –0,16 0,13 107,7 0,0 3,9 18,88 1 0 0
Rhön-Klinikum 704230 12,20 –2,4 –4,7 13,30 / 11,20 12,34 0,6 — 0,64 0,79 15,4 1,6 1,6 12,50 0 1 0
Ringmetall A3E5E5 2,70 2,3 3,1 3,32 / 2,52 2,73 — — — — — 3,7 3,7 4,60 0 1 0
Schloß Wachenheim 722900 13,55 0,4 –5,2 15,80 / 13,30 14,26 0,5 5,6 1,30 1,45 9,3 4,6 4,8 19,60 2 0 0
Serviceware SE A2G8X3 12,95 7,0 –29,6 20,40 / 9,90 15,00 2,8 — 0,34 0,63 20,6 — — 29,00 2 0 0
SMT Scharf A3DRAE 6,55 –1,5 13,9 9,10 / 5,40 6,78 0,4 — –0,38 0,54 12,1 0,4 4,2 9,50 0 1 0
SNP Schneider-Neu. SE 720370 79,20 –2,5 4,2 86,00 / 69,60 78,51 — — — — — — — 63,00 0 0 0
Steico SE A0LR93 19,12 –1,9 –9,8 27,60 / 18,78 21,72 0,7 15,8 1,32 1,62 11,8 1,3 2,1 25,33 1 2 0
STS Group A1TNU6 3,03 –1,9 –3,5 6,50 / 2,62 3,20 — — — — — 0,0 1,3 10.07. 10,70 0 1 0
Surteco Group SE 517690 9,30 2,2 –11,0 16,00 / 9,10 11,25 0,4 1,6 –0,34 1,27 7,3 0,0 0,0 18,60 1 0 0
Syzygy 510480 1,21 –0,8 –18,9 2,55 / 1,19 1,46 0,9 — — — — 2,1 8,3 03.07. 2,98 2 0 0
Takkt 744600 2,32 ±0,0 –36,5 6,75 / 2,26 3,55 0,4 — –0,34 0,30 7,7 0,0 8,6 4,75 1 1 0
technotrans SE A0XYGA 30,90 –1,0 –8,0 37,00 / 20,80 31,10 1,9 — 1,81 2,27 13,6 2,9 3,7 21.05. 38,50 2 0 0
The Platform Group A40ZW8 1,42 4,4 –73,5 10,65 / 1,19 5,14 0,1 0,7 1,93 2,28 0,6 — — 01.07. 19,67 2 0 0
Umweltbank 557080 3,52 –5,4 –1,1 5,06 / 3,30 3,81 0,5 — 0,32 0,44 8,1 3,0 5,0 30.07. 7,60 3 0 0
Uniper SE UNSE02 46,30 –3,2 43,8 55,80 / 27,95 37,14 1,6 15,5 1,57 1,65 28,1 1,7 1,9 34,67 0 1 1
Uzin Utz 755150 66,00 19,1 –2,9 83,50 / 52,40 70,70 1,1 — 4,55 5,52 12,0 2,9 3,1 103,50 2 0 0
Verve Group Media A3D3A1 1,50 –4,7 –14,6 3,33 / 1,18 1,72 0,7 6,3 0,22 0,29 5,1 0,0 0,0 4,68 4 0 0
Villeroy & Boch 765723 15,85 0,3 –2,8 19,50 / 15,55 16,85 1,2 — 0,59 1,37 11,6 5,7 6,0 30,50 1 0 0
Viscom SE 784686 5,72 –6,8 40,2 6,70 / 3,34 4,64 1,2 8,9 0,19 0,45 12,9 0,3 2,4 6,60 0 0 0
Vita 34 A0BL84 3,73 0,5 –37,3 7,65 / 3,69 5,09 — — 0,01 0,06 62,2 — — 6,50 1 0 0
WashTec 750750 38,10 –2,1 –19,3 50,80 / 36,00 43,80 5,9 14,3 2,72 3,21 11,9 6,7 7,2 54,67 2 0 0
Westwing Group SE A2N4H0 16,40 7,2 45,8 17,65 / 7,80 13,75 3,0 — 1,15 1,48 11,1 0,0 0,0 21,83 3 0 0
YOC 593273 6,38 –3,0 –39,5 16,35 / 4,84 9,11 — — 0,61 0,92 6,9 — — 29.06. 15,00 1 0 0
Zeal Network SE ZEAL24 43,80 –0,7 –14,1 52,20 / 43,00 48,29 3,7 16,0 1,93 2,36 18,5 3,4 3,9 72,30 5 0 0
FOCUS MONEY 27/2026
95
moneyanalyse Internationale Aktien
SPACEX
Korrektur nach IPO-Hype
Nach dem ersten Kursfeuerwerk des historischen Börsengangs von SpaceX kam
es zu einer typischen, starken Korrektur. Dafür gab es auch Gründe: Um frisches
Kapital aufzunehmen, hat SpaceX die Ausgabe einer milliardenschweren Anleihe
angekündigt. Mit einem KUV von 90 ist das Unternehmen extrem sportlich bewertet.
Zudem wurden nur rund fünf Prozent der Aktien in den freien Handel gegeben.
Es bleibt volatil. Zahlen und Lock-up-Phasen beobachten.
SpaceX
Aktienkurs in Euro
2026
08.06 15.06 22.06
170
160
150
140
130
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US84615Q1031 Empfohlen am 12.06.2026 Empfehlungs-Kurs 135,30 € Kurs aktuell 130,50 € +/– in % -3,5 Neuer Stopp 115,00 € Kursziel 170,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
EURO STOXX 50 / STOXX 50
AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 71,90 2,1 31,4 72,46 / 48,84 59,69 1,8 10,6 3,86 4,27 16,8 1,8 2,0 80,21 14 5 0
ABB N 919730 / CH0012221716 93,20 3,9 44,9 96,80 / 49,18 71,71 9,8 34,3 2,76 2,99 31,2 1,1 1,2 81,47 3 21 0
Adyen A2JNF4 / NL0012969182 836,20 –3,0 –39,3 1608,4 / 788,3 1168,06 4,1 18,2 38,69 47,13 17,7 0,0 0,0 1382,76 23 5 0
Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 34,75 –4,4 0,5 42,47 / 32,20 36,75 2,0 5,4 2,79 2,97 11,7 3,7 3,9 39,82 4 9 1
Air Liquide 850133 / FR0000120073 166,06 –0,1 13,8 174,9 / 140,91 156,23 3,7 15,5 6,39 7,07 23,5 2,1 2,3 181,10 13 2 0
Argenx A11602 / NL0010832176 783,00 –0,7 10,1 804,4 / 448,4 695,70 6,2 29,3 23,42 30,89 25,3 0,1 0,1 862,27 10 2 0
ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 1561,60 –4,8 69,5 1707,6 / 589,8 1101,59 26,4 45,3 31,62 41,90 37,3 0,6 0,7 1573,68 32 4 1
AstraZeneca 886455 / GB0009895292 157,60 2,0 –0,4 180,45 / 117,7 156,70 5,2 16,0 9,03 10,19 15,5 1,9 2,0 193,61 15 3 1
AXA 855705 / FR0000120628 42,75 2,7 3,9 43,55 / 36,58 39,72 1,8 — 4,12 4,45 9,6 5,8 6,3 47,51 8 4 0
Banco Santander 858872 / ES0113900J37 11,87 3,0 17,4 12,03 / 6,87 9,84 1,6 — 1,01 1,22 9,8 2,3 3,5 12,21 11 2 0
BBVA 875773 / ES0113211835 21,63 5,3 9,7 22,21 / 12,57 18,78 2,0 — 1,98 2,21 9,8 4,6 5,1 21,01 6 11 1
BNP Paribas 887771 / FR0000131104 101,24 2,5 25,0 102,2 / 65,01 83,79 0,9 — 11,48 12,88 7,9 5,8 6,4 105,75 10 4 1
BP PLC 850517 / GB0007980591 5,77 –3,3 17,4 7,01 / 4,25 5,56 1,7 3,1 0,79 0,61 9,5 5,2 5,4 7,42 5 9 0
Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 52,40 –1,1 9,3 57,26 / 39,65 49,36 2,1 12,1 4,16 4,47 11,7 5,6 5,7 58,25 6 2 0
Danone 851194 / FR0000120644 67,54 1,5 –12,1 80,00 / 61,00 71,49 2,4 12,3 3,90 4,20 16,1 3,5 3,7 80,09 9 7 1
Enel 928624 / IT0003128367 9,87 0,7 11,8 10,28 / 7,60 9,13 2,9 6,2 0,72 0,75 13,2 5,2 5,5 10,22 8 11 1
Eni 897791 / IT0003132476 21,60 –2,2 34,2 25,00 / 13,68 18,82 1,3 4,1 2,60 2,33 9,3 5,1 5,3 25,40 6 12 0
EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 171,45 –6,8 –36,6 323,5 / 163,2 244,66 2,0 13,9 7,32 8,32 20,6 2,4 2,7 272,43 13 4 0
Ferrari A2ACKK / NL0011585146 302,50 –5,6 –5,4 446,0 / 268,9 323,15 12,2 22,3 9,58 10,52 28,8 1,3 1,4 371,03 8 4 0
GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 22,62 1,3 7,7 26,02 / 15,35 21,41 4,5 9,4 2,06 2,23 10,1 3,6 3,8 24,06 5 12 2
Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 1585,50 –7,9 –24,2 2466 / 1534 1952,50 7,7 31,3 44,49 51,44 30,8 1,3 1,4 2010,50 11 7 0
HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 16,52 2,4 22,0 16,92 / 10,26 13,85 1,7 — 1,50 1,66 10,0 4,4 5,0 16,77 5 10 0
Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 21,20 2,9 15,4 21,31 / 15,14 18,62 2,4 11,0 1,01 1,07 19,8 3,4 3,6 19,94 6 14 0
Inditex A11873 / ES0148396007 55,14 –2,6 –2,0 58,16 / 40,93 51,83 8,0 18,3 2,18 2,38 23,1 3,5 3,8 59,14 13 4 0
ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 28,02 6,4 16,5 28,25 / 18,24 23,59 1,6 — 2,40 2,83 9,9 4,5 5,1 28,31 8 7 0
Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 6,15 3,6 4,0 6,24 / 4,80 5,66 1,7 — 0,58 0,63 9,7 6,7 8,3 6,84 9 3 0
L’Oréal 853888 / FR0000120321 377,35 –3,2 3,3 407,7 / 339,85 371,83 5,3 23,1 13,63 14,76 25,6 2,0 2,2 408,42 11 9 1
London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 95,32 –10,1 –6,5 130,0 / 83,00 101,71 2,2 10,3 5,50 6,25 15,3 2,0 2,3 141,12 9 1 0
LVMH 853292 / FR0000121014 481,55 –6,9 –24,4 654,0 / 437,0 541,48 3,3 14,4 22,26 25,69 18,7 2,7 2,9 576,62 12 9 0
National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 13,99 –0,5 6,8 16,40 / 11,60 13,94 1,5 7,2 1,03 1,13 12,4 4,1 4,2 15,85 4 6 1
Nestlé N A0Q4DC / CH0038863350 86,90 1,2 1,6 92,37 / 75,91 84,44 5,8 15,6 4,77 5,08 17,1 3,9 4,0 95,12 9 10 1
Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 16,60 –0,4 3,3 17,03 / 12,00 15,50 1,7 — 1,43 1,56 10,7 5,9 6,3 17,09 4 1 0
Novartis N 904278 / CH0012005267 133,53 2,3 12,2 142,26 / 99,04 122,17 6,3 15,7 7,67 8,52 15,7 2,9 3,0 135,77 5 10 3
Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 41,27 8,8 –6,3 62,39 / 30,29 41,27 5,9 13,7 2,81 2,89 14,3 3,7 3,6 42,06 6 17 1
Prosus A2PRDK / NL0013654783 37,04 –7,4 –29,7 63,58 / 37,04 48,95 1,6 40,8 3,83 4,60 8,1 0,5 0,6 64,15 11 3 0
Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 26,76 –5,5 –22,9 46,86 / 23,44 32,73 26,7 13,7 1,64 1,81 14,8 3,1 3,4 41,51 12 1 0
Richemont A1W5CV / CH0210483332 194,34 –1,0 4,0 201,99 / 138,14 171,23 4,5 22,1 6,98 7,99 24,3 2,1 2,3 200,63 13 7 0
Rio Tinto 852147 / GB0007188757 84,34 –7,6 21,9 95,90 / 48,50 73,38 2,2 7,7 7,56 7,65 11,0 5,2 5,2 89,90 3 14 0
96 FOCUS MONEY 27/2026
APPLE
Höhere Preise „unvermeidbar“
Der Iphone-Konzern plant Preiserhöhungen – ein Novum für den Premiumhersteller.
Bis dato war Apple dank seiner Marktmacht und der langfristigen Lieferverträge immun.
Jetzt aber lassen die massiv gestiegenen Kosten für Speicherchips (RAM) dem
Kultkonzern keine Wahl. Im Interview mit dem „Wall Street Journal“ verglich der scheidende
Apple-CEO Tim Cook die RAM-Krise mit einer „Jahrhundertflut“ und räumte
ein, dass Preiserhöhungen „unvermeidbar“ seien. Details nannte er nicht. Aktie halten.
Apple
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
260
220
180
140
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US0378331005 Empfohlen am 3.12.2025 Empfehlungs-Kurs 243,60 € Kurs aktuell 259,50 € +/– in % +6,5 Neuer Stopp 215,00 € Kursziel 312,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Roche PS A424UK / CH1499059983 351,21 –0,8 –1,5 407,13 / 264,87 341,02 6,4 15,6 21,82 23,49 15,0 3,1 3,2 388,42 6 7 2
Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 16,05 2,2 21,4 16,49 / 10,64 13,95 45,3 26,6 0,43 0,50 32,0 0,9 1,0 16,51 12 4 0
Safran 924781 / FR0000073272 325,90 1,3 10,4 348,5 / 262,6 301,35 8,6 22,2 10,09 12,28 26,5 1,2 1,5 341,75 11 6 0
Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 73,99 –2,8 –10,9 90,46 / 71,72 80,80 1,2 8,2 8,51 9,01 8,2 5,8 6,1 96,70 10 12 0
Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 280,25 3,5 18,8 293,15 / 209,0 249,83 6,0 24,6 9,88 11,48 24,4 1,6 1,8 300,78 16 1 0
Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 34,78 –2,2 11,0 41,28 / 29,30 34,03 1,2 4,4 4,68 4,27 8,1 3,9 4,1 45,63 6 9 0
St. Gobain 872087 / FR0000125007 76,92 –3,7 –11,3 104,4 / 66,12 82,59 1,5 7,4 6,44 7,03 10,9 3,1 3,3 97,07 9 4 1
TotalEnergies 850727 / FR0000120271 70,75 –2,1 25,6 81,42 / 49,46 63,86 1,4 4,4 9,94 8,48 8,3 5,1 5,3 86,85 8 7 0
UBS Group N A12DFH / CH0244767585 44,28 3,2 10,3 44,98 / 28,01 36,46 1,7 — 2,93 3,50 12,6 2,4 2,6 43,60 5 8 1
UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 79,17 6,2 11,6 80,76 / 55,78 68,18 1,7 — 7,37 8,27 9,6 4,8 5,3 84,90 5 5 0
Unilever PLC A41NM1 / GB00BVZK7T90 51,35 1,4 –7,7 63,27 / 47,00 55,35 7,0 14,4 3,20 3,41 15,1 3,7 3,9 59,25 5 6 2
Vinci 867475 / FR0000125486 129,35 0,2 7,8 143,0 / 112,95 124,44 2,2 7,8 9,16 10,14 12,8 4,1 4,5 143,50 9 7 1
Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 57,50 –6,1 –35,1 145,0 / 56,26 81,89 13,9 7,7 5,62 6,21 9,3 4,7 5,1 103,83 9 4 0
Zurich Insur. Grp N 579919 / CH0011075394 632,47 1,7 –3,2 658,97 / 565,8 612,78 3,5 — 40,57 46,54 13,6 5,5 5,8 645,61 2 7 0
DOW JONES
3M 851745 / US88579Y1010 141,75 4,2 4,3 148,84 / 120,52 135,15 16,9 18,3 7,63 8,30 17,1 2,0 2,1 149,87 9 7 0
Amazon.com 906866 / US0231351067 206,00 –3,1 4,7 237,95 / 166,04 199,64 4,7 14,2 7,62 8,66 23,8 0,0 0,0 274,37 48 4 0
American Express 850226 / US0258161092 293,80 1,1 –8,4 330,05 / 250,05 289,39 6,3 — 15,48 17,66 16,6 1,1 1,3 318,30 10 15 1
Amgen 867900 / US0311621009 303,00 –2,3 8,4 329,5 / 230,0 284,63 16,8 12,1 19,63 20,58 14,7 2,9 3,1 309,24 10 18 2
Apple Inc. 865985 / US0378331005 262,65 2,9 13,1 273,2 / 169,5 230,54 41,6 30,4 7,67 8,42 31,2 0,4 0,4 275,63 23 15 1
Boeing 850471 / US0970231058 191,90 –2,8 3,6 216,4 / 153,56 187,30 24,4 23,9 –0,34 3,67 52,4 0,0 0,1 236,68 17 5 0
Caterpillar 850598 / US1491231015 875,00 8,2 78,4 895,4 / 316,0 581,48 19,4 33,1 21,57 26,40 33,1 0,6 0,7 828,96 14 11 2
Chevron Corp. 852552 / US1667641005 154,50 –1,0 20,2 187,08 / 121,02 147,53 1,8 6,5 12,74 11,02 14,0 4,0 4,2 190,54 13 5 1
Cisco Systems 878841 / US17275R1023 104,52 0,7 58,6 111,94 / 56,04 71,60 9,4 29,0 3,75 4,19 25,0 1,4 1,4 111,37 13 8 0
Coca-Cola 850663 / US1912161007 71,10 1,8 19,2 72,87 / 55,83 63,37 9,7 24,1 2,86 3,05 23,3 2,6 2,8 75,37 12 5 0
Disney Co. 855686 / US2546871060 90,59 3,2 –6,4 106,62 / 80,10 91,59 1,6 12,3 5,99 6,57 13,8 1,5 1,6 113,67 21 2 1
Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 946,00 1,7 25,3 968,2 / 568,0 755,63 2,9 — 52,04 57,51 16,4 1,7 1,8 833,92 6 16 1
Home Depot 866953 / US4370761029 285,45 0,2 –3,0 362,15 / 254,05 306,20 17,0 17,3 13,11 14,11 20,2 2,9 3,0 324,50 18 14 0
Honeywell 870153 / US4385161066 195,86 2,7 17,9 210,35 / 162,1 185,02 6,4 20,6 10,50 — — — — 193,95 9 14 0
IBM 851399 / US4592001014 230,85 –0,2 –11,1 292,7 / 181,42 234,52 6,4 13,9 10,92 11,79 19,6 2,6 2,6 254,99 11 8 0
Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 206,90 1,2 17,0 214,3 / 129,0 185,45 6,4 20,0 10,15 11,15 18,6 2,3 2,4 221,67 10 8 0
JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 287,80 4,1 4,4 293,4 / 240,7 263,20 2,4 — 19,58 20,66 13,9 1,9 2,1 299,80 8 12 0
McDonald’s 856958 / US5801351017 238,60 –3,9 –9,0 290,45 / 231,3 261,17 214,7 — 16,6 11,38 12,46 19,1 2,8 2,9 290,41 14 14 1
Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 101,30 –0,7 12,2 106,74 / 66,40 90,68 5,9 19,8 2,40 8,39 12,1 2,9 3,0 114,06 15 10 0
Microsoft 870747 / US5949181045 328,75 –4,7 –20,4 490,1 / 309,7 385,12 6,2 16,4 14,76 16,96 19,4 1,0 1,1 492,12 40 3 0
Nike 866993 / US6541061031 37,59 –3,7 –28,1 69,80 / 35,65 50,11 4,7 17,7 1,59 2,11 17,9 3,9 4,2 51,91 13 22 1
Nvidia 918422 / US67066G1040 178,42 –2,2 11,3 202,2 / 127,1 163,14 16,4 23,8 7,86 11,16 16,0 0,4 0,5 262,05 49 2 1
Procter & Gamble 852062 / US7427181091 131,74 2,5 7,2 141,96 / 118,0 127,72 6,5 19,0 6,05 6,21 21,2 2,8 3,0 143,27 9 11 0
FOCUS MONEY 27/2026
97
moneyanalyse Internationale Aktien
ABBVIE
Cleverer Zukauf
Milliarden-Deals sind in der Pharmaindustrie nichts Ungewöhnliches. Die Übernahme
von Apogee Therapeutics durch den Arzneimittelhersteller Abbvie für rund 10,9 Milliarden
Dollar ist jedoch etwas Besonderes. Der Zukauf der Biotech-Hoffnung ebnet
dem Konzern neue Wachstumschancen im Immunologiegeschäft, etwa bei atopischer
Dermatitis und Asthma. Die Börse nahm den Deal begeistert auf. Die Abbvie-
Aktie konnte deutlich zulegen, die von Apogee Therapeutics sogar um 50 Prozent.
Abbvie
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
200
180
160
140
120
100
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US00287Y1091 Empfohlen am 16.10.2024 Empfehlungs-Kurs 174,94 € Kurs aktuell 205,60 € +/– in % +17,5 Neuer Stopp 174,00 € Kursziel 220,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
DOW JONES
Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 133,02 –6,8 –41,3 236,35 / 129,48 183,84 3,7 8,4 12,39 13,58 9,8 1,1 1,2 220,49 31 10 0
Sherwin Williams 856050 / US8243481061 275,40 –0,4 0,2 319,6 / 251,5 286,94 15,6 24,0 10,28 11,61 23,7 1,0 1,1 326,93 10 11 0
Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 270,00 3,6 9,7 270,0 / 214,3 247,55 1,9 — 24,68 25,03 10,8 1,6 1,7 274,30 6 17 0
UnitedHealth 869561 / US91324P1021 360,00 1,1 28,6 360,0 / 204,9 287,07 3,5 17,3 16,12 18,35 19,6 2,2 2,3 359,21 17 4 1
Verizon 868402 / US92343V1044 40,19 –1,7 16,7 45,00 / 32,70 38,13 1,8 5,2 4,34 4,62 8,7 6,2 6,3 45,50 8 15 0
VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 288,30 3,0 –4,3 310,0 / 254,0 281,60 17,0 24,7 11,52 13,03 22,1 0,8 0,9 349,62 29 3 0
Walmart Inc. 860853 / US9311421039 103,80 0,6 8,6 116,34 / 80,66 99,96 8,8 24,0 2,55 2,88 36,0 0,8 0,9 121,54 28 4 1
USA WEITERE
Abbott Lab 850103 / US0028241000 77,64 3,3 –26,4 118,58 / 69,76 96,76 3,1 14,5 4,81 5,31 14,6 2,9 3,1 102,16 16 7 0
Adobe 871981 / US00724F1012 171,00 –4,0 –42,7 333,55 / 167,68 250,49 6,2 7,3 21,41 24,14 7,1 0,0 0,0 247,44 9 24 3
AirBnB A2QG35 / US0090661010 121,18 5,2 4,5 124,44 / 96,01 110,23 8,5 17,4 4,42 5,32 22,8 0,0 0,0 137,17 19 18 2
Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 305,30 –3,8 14,6 350,15 / 144,12 267,94 7,4 20,8 12,47 12,71 24,0 0,3 0,3 379,43 42 7 0
Altria Group 200417 / US02209S1033 61,02 1,1 24,5 64,00 / 46,64 55,46 — 11,5 4,98 5,15 11,9 6,2 6,5 61,68 4 7 1
American Water A0NJ38 / US0304201033 109,00 0,9 –1,6 126,35 / 102,85 112,82 2,0 10,5 5,33 5,75 19,0 2,8 3,1 118,82 3 9 0
AT&T A0HL9Z / US00206R1023 19,62 –2,5 –6,8 25,41 / 19,12 22,27 1,4 3,9 2,03 2,23 8,8 5,0 5,0 26,55 12 10 0
Bank of America 858388 / US0605051046 50,45 3,6 7,2 50,45 / 38,70 44,79 1,4 — 3,91 4,43 11,4 2,1 2,3 55,37 16 2 0
Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 432,50 1,0 1,7 445,0 / 392,8 419,99 1,4 — 18,19 18,82 23,0 0,0 0,0 456,13 2 1 0
Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 172,26 –0,4 14,8 174,18 / 104,4 149,38 1,6 8,2 11,68 14,57 11,8 0,0 0,0 193,08 18 14 1
Broadcom A2JG9Z / US11135F1012 338,00 –0,9 13,3 432,25 / 223,2 310,00 16,5 33,2 10,19 16,99 19,9 0,7 0,8 459,20 36 4 0
Citigroup A1H92V / US1729674242 125,56 3,1 25,0 127,94 / 69,77 97,29 1,2 — 9,53 11,01 11,4 1,7 1,9 128,92 13 4 0
Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 139,70 –5,1 –29,9 381,15 / 118,26 202,56 3,2 — 1,16 4,35 32,1 0,0 0,0 201,39 18 10 2
Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 77,96 0,8 15,4 84,30 / 64,84 72,46 100,4 — 19,2 3,34 3,54 22,0 2,4 2,5 84,02 7 8 0
Comcast A 157484 / US20030N1019 19,35 –6,6 –23,1 31,12 / 19,35 24,36 0,8 2,8 3,08 3,32 5,8 6,0 6,3 28,41 6 17 2
eBay 916529 / US2786421030 91,03 –3,1 22,4 102,08 / 62,84 80,22 8,7 13,2 5,37 5,93 15,4 1,2 1,2 94,53 5 20 2
Eli Lilly 858560 / US5324571083 970,80 0,1 5,7 1037,4 / 537,4 832,03 19,5 30,4 31,74 38,97 24,9 0,6 0,7 1068,34 18 5 1
ExxonMobil 852549 / US30231G1022 120,78 –0,7 17,0 153,2 / 90,62 115,55 2,1 7,6 9,97 9,40 12,9 3,0 3,1 149,23 8 12 1
GE Aerospace A3CSML / US3696043013 305,50 3,5 16,2 315,95 / 206,5 262,54 19,9 37,9 6,63 7,61 40,1 0,5 0,6 307,65 16 1 0
Gilead Sciences 885823 / US3755581036 110,00 2,7 4,1 132,0 / 90,00 111,07 8,5 810,8 –0,69 8,47 13,0 2,6 2,6 138,13 17 7 0
Intel 855681 / US4581401001 115,82 5,3 268,7 123,62 / 16,44 49,08 5,3 47,2 0,96 1,36 85,4 0,0 0,0 82,53 11 31 2
Kroger Co. 851544 / US5010441013 48,58 –12,3 –8,4 66,37 / 48,58 56,66 4,8 5,2 4,58 4,86 10,0 2,6 2,8 61,99 11 13 0
Lockheed Martin 894648 / US5398301094 435,40 –5,6 4,5 612,0 / 350,0 462,01 11,3 13,1 26,18 28,13 15,5 2,8 2,9 548,02 4 14 1
LYFT A2PE38 / US55087P1049 12,20 3,4 –24,5 21,41 / 10,80 14,61 2,1 5,2 1,37 1,83 6,7 0,0 0,0 16,47 10 28 0
MasterCard A0F602 / US57636Q1040 429,30 1,8 –12,9 516,5 / 400,0 456,98 41,9 25,9 17,23 19,97 21,5 0,7 0,8 565,32 29 2 0
Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 492,70 –4,0 –12,0 685,9 / 452,5 558,78 4,7 10,1 28,21 31,77 15,5 0,4 0,4 725,23 50 6 0
Moderna A2N9D9 / US60770K1079 50,21 11,7 88,6 57,21 / 19,26 33,97 3,9 — –7,41 –3,68 — 0,0 0,0 38,09 2 17 1
Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 53,00 –0,2 14,6 60,91 / 44,01 50,44 3,1 16,3 2,68 2,97 17,9 3,4 3,7 58,92 11 9 0
Netflix 552484 / US64110L1061 65,39 –6,5 –17,2 113,96 / 62,82 83,50 9,3 22,3 3,14 3,37 19,4 0,0 0,0 100,06 29 13 0
Newmont Corp. 853823 / US6516391066 85,00 –7,0 –1,6 116,0 / 48,23 87,97 2,6 7,6 8,98 9,99 8,5 1,1 1,1 123,29 13 3 0
98 FOCUS MONEY 27/2026
EASYJET
Pokern könnte sich lohnen
Zum dritten Mal in Folge lehnt der Vorstand von Easyjet ein Übernahmeangebot des
US-Investors Castlelake ab: Mit einer Gesamtbewertung von rund 5,5 Milliarden Euro
liegt das Angebot mit 625 Pence je Aktie um 24 Prozent über dem letzten Börsenkurs
davor. Der Easyjet-Vorstand argumentiert, die Bewertung sei aufgrund des Irankriegs
gedrückt und hält an seinem Gewinnziel von einem Gewinn vor Steuern von
mehr als einer Milliarde Pfund fest. Mutige Anleger wetten auf ein höheres Angebot.
Easyjet
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
7
6
5
4
3
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN GB00B7KR2P84 Empfohlen am 28.11.2025 Empfehlungs-Kurs 5,40 € Kurs aktuell 6,12 € +/– in % +13,3 Neuer Stopp 5,00 € Kursziel 8.00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 44,98 –4,8 30,1 58,41 / 33,13 42,17 1,4 3,6 4,97 3,54 12,7 2,0 2,1 57,74 6 14 1
Oracle 871460 / US68389X1054 151,70 –8,6 –8,7 294,4 / 114,5 175,35 6,1 9,2 7,05 9,57 15,9 1,2 1,3 221,47 30 6 1
Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 105,10 –9,1 –33,0 179,84 / 102,0 136,17 25,3 66,3 1,29 1,83 57,6 0,0 0,0 160,20 18 11 1
PayPal A14R7U / US70450Y1038 36,87 –0,2 –27,2 70,87 / 32,50 46,70 1,8 5,8 4,65 5,05 7,3 1,3 1,1 45,18 5 31 4
Pepsico 851995 / US7134481081 124,96 –0,3 2,0 144,78 / 109,0 128,79 8,1 13,6 7,58 7,98 15,7 4,1 4,3 147,51 4 15 1
Pfizer 852009 / US7170811035 22,05 –2,0 3,7 24,86 / 20,00 22,19 1,6 10,5 2,59 2,48 8,9 7,0 6,9 25,59 9 16 1
Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 152,36 –3,2 11,6 164,86 / 124,42 142,75 — 19,3 7,38 8,00 19,0 3,5 3,7 169,94 7 4 0
QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 183,48 –4,2 24,6 220,55 / 106,54 143,71 8,8 16,6 9,43 9,36 19,6 1,7 1,8 162,61 10 21 2
Snap A2DLMS / US83304A1060 4,08 –9,5 –38,5 8,79 / 3,39 5,65 3,6 9,2 0,53 0,64 6,3 0,0 0,0 6,65 7 30 1
SpaceX A42D4F / US84615Q1031 133,18 –19,4 — 194,78 / 128,94 154,50 — — — — — — — — 0 0 0
Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 87,31 –0,4 20,5 92,72 / 67,56 78,90 — 24,5 2,09 2,64 33,1 2,5 2,6 93,14 12 16 2
Tesla A1CX3T / US88160R1014 341,20 –3,6 –13,2 422,9 / 245,95 357,52 15,0 96,7 1,81 2,19 155,7 0,0 0,0 369,19 18 18 4
Texas Instruments 852654 / US8825081040 274,80 1,9 84,4 288,1 / 132,64 181,97 15,8 29,7 6,82 8,29 33,1 1,8 1,9 258,08 15 17 2
T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 155,86 –3,4 –8,9 223,6 / 149,98 176,57 3,6 6,8 9,85 12,25 12,7 2,3 2,6 227,11 15 4 0
UPS 929198 / US9113121068 94,46 0,8 11,5 101,72 / 70,16 85,49 6,0 10,8 6,25 7,01 13,5 6,1 6,1 99,58 13 11 1
SCHWEIZ
Adecco Group N 922031 / CH0012138605 16,26 –6,0 –35,3 29,60 / 15,80 22,67 0,8 4,7 2,36 2,64 6,2 6,2 7,0 23,10 3 5 3
Alcon N A2PDXE / CH0432492467 58,25 1,5 –15,2 80,73 / 51,91 65,33 1,5 14,2 3,04 3,48 16,7 0,5 0,6 83,96 17 3 0
Amrize N A414LY / CH1430134226 46,40 –1,2 –1,9 55,75 / 38,23 46,16 2,1 13,3 2,34 2,68 17,3 1,2 1,3 55,00 3 7 0
Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,00 –2,9 2,9 9,84 / 7,11 8,19 1,1 4,9 0,76 0,90 8,9 5,8 6,1 9,28 2 10 1
Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 565,58 0,5 –15,9 716,53 / 532,56 631,68 10,6 19,9 20,49 22,12 25,6 2,5 2,6 604,45 4 8 2
Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 46,00 –4,0 –21,0 72,38 / 42,03 55,25 139,8 — 9,0 2,65 3,15 14,6 3,2 3,4 62,01 4 2 0
Givaudan 938427 / CH0010645932 3535,95 1,8 3,5 4325,5 / 2786,6 3368,58 6,1 22,4 130,93 142,01 24,9 2,3 2,3 3743,03 8 9 0
Holcim N 869898 / CH0012214059 81,36 –2,7 –3,7 89,64 / 62,05 78,15 2,5 14,2 3,98 4,58 17,8 2,5 2,7 86,63 7 9 0
Kühne + Nagel N A0JLZL / CH0025238863 199,71 –2,2 7,4 217,96 / 160,07 185,91 9,1 15,5 8,91 9,50 21,0 3,5 3,7 198,99 2 11 3
Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 10240,8 3,3 –18,6 14813 / 9735,8 12288,2 4,1 22,3 347,79 373,48 27,4 2,0 2,1 11031,97 0 3 2
Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 91,35 –5,0 3,2 111,64 / 70,59 89,18 5,8 17,0 5,10 5,45 16,8 1,6 1,7 101,20 5 4 0
SGS NA A3D68K / CH1256740924 97,78 ±0,0 –0,9 105,86 / 86,53 96,56 13,1 12,5 4,44 4,76 20,6 3,5 3,6 107,05 6 8 0
Sonova NA 893484 / CH0012549785 210,35 –3,6 –6,5 266,83 / 177,01 221,77 4,0 13,5 11,43 12,65 16,6 2,4 2,6 234,37 3 9 3
Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 223,49 –3,3 22,3 242,28 / 137,97 192,26 0,9 18,2 5,38 8,10 27,6 2,2 2,5 179,73 3 9 5
Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 134,82 2,3 –6,5 170,28 / 123,86 144,40 1,7 — 14,21 14,01 9,6 5,6 6,0 140,35 0 8 3
VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 720,00 –1,1 71,8 767,57 / 279,64 502,28 22,3 60,3 11,09 15,61 46,1 1,2 1,5 667,99 7 6 2
ÖSTERREICH
Andritz 632305 / AT0000730007 78,50 –0,5 18,0 80,70 / 58,65 67,52 2,9 9,6 5,27 6,02 13,0 3,6 3,9 82,83 3 1 0
BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 171,40 3,9 35,0 172,7 / 104,3 130,16 2,8 — 12,33 14,42 11,9 3,4 4,8 168,98 5 1 0
CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 15,12 –0,4 –2,5 19,56 / 14,86 16,10 0,4 5,2 1,58 1,47 10,3 4,0 3,8 16,75 0 1 0
Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 114,00 1,6 13,3 116,4 / 71,05 96,55 1,7 — 9,78 10,89 10,5 3,7 4,3 114,11 6 4 1
Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 49,70 0,4 –8,3 56,00 / 48,10 52,41 2,6 11,9 2,26 2,40 20,7 3,3 3,5 54,58 1 3 0
FOCUS MONEY 27/2026
99
moneyanalyse Internationale Aktien
YUM BRANDS
Eine Marke weniger
Das Unternehmen Yum Brands ist in Deutschland vielleicht weniger bekannt. Sehr
wohl aber seine Marken wie KFC, Taco Bell oder Pizza Hut. Wobei, letztere kann
man gleich wieder streichen, denn die Restaurantkette Pizza Hut wurde jüngst für
1,5 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Longrange Capital verkauft. Doch an
der Börse kam der Deal nur kurzfristig gut an: Nach einem kleinen Hüpfer sackte
die Aktie wieder ab. Yum will aber weiter wachsen, Anleger können dabeibleiben.
Yum Brands
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
150
140
130
120
110
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US9884981013 Empfohlen am 17.04.2026 Empfehlungs-Kurs 135,00 € Kurs aktuell 131,25 € +/– in % –2,8 Neuer Stopp 125,00 € Kursziel 150,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
ÖSTERREICH
Lenzing 852927 / AT0000644505 25,75 5,1 11,0 29,60 / 19,76 24,32 1,0 3,1 –1,81 –0,98 — 0,0 0,6 24,50 1 3 1
Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 77,60 –2,3 –15,7 101,6 / 69,90 84,43 0,7 12,9 5,78 7,79 10,0 3,3 4,1 94,00 0 2 0
OMV 874341 / AT0000743059 55,70 1,1 17,5 64,45 / 43,00 52,85 1,0 3,4 8,21 7,23 7,7 8,1 8,6 61,00 4 4 3
Palfinger 919964 / AT0000758305 33,05 –5,0 –1,3 40,20 / 29,10 34,68 1,3 5,4 2,95 3,64 9,1 3,1 3,7 44,30 4 0 0
Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 54,25 4,5 44,4 55,25 / 24,16 38,54 0,8 — 6,23 6,47 8,4 3,3 3,9 45,63 5 4 0
SBO 907391 / AT0000946652 30,85 –11,1 14,5 37,35 / 25,85 31,50 1,1 8,5 1,96 3,22 9,6 3,2 5,0 36,90 1 1 1
Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,85 0,7 10,3 10,32 / 8,46 9,25 1,1 3,8 1,00 1,08 9,2 4,7 5,0 10,57 1 5 0
Verbund 877738 / AT0000746409 55,45 –1,6 –9,5 69,50 / 55,40 62,33 1,8 10,0 3,14 3,77 14,7 2,9 3,4 60,18 0 5 6
Voestalpine 897200 / AT0000937503 44,32 –6,0 17,9 48,86 / 22,90 38,79 0,9 5,6 3,82 4,80 9,2 2,5 3,2 48,45 2 7 0
Wienerberger 852894 / AT0000831706 23,02 –2,0 –24,1 33,14 / 21,96 26,68 0,9 4,7 1,97 2,69 8,6 4,4 4,7 28,96 3 1 2
WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN
Accor 860206 / FR0000120404 47,82 –2,2 0,5 50,16 / 38,08 44,73 2,8 11,7 2,23 2,66 18,0 3,1 3,5 55,29 11 2 0
Agnico-Eagle Mines 860325 / CA0084741085 141,65 –4,1 –4,2 223,8 / 98,32 158,18 2,7 9,0 11,86 12,70 11,1 1,0 1,0 213,77 10 5 1
Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 59,90 0,7 1,3 66,78 / 46,42 56,56 2,1 12,6 3,83 4,25 14,1 3,4 3,5 62,29 7 9 0
Alibaba A117ME / US01609W1027 90,60 –6,4 –28,4 163,8 / 88,20 127,48 1,4 10,0 5,84 8,02 11,3 1,1 1,1 166,57 30 2 0
Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 44,43 –7,7 25,9 49,14 / 23,52 37,46 2,9 10,0 1,58 2,12 20,9 1,4 1,9 45,69 5 7 1
ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 21,60 2,8 6,9 24,13 / 16,07 21,09 1,5 — 1,51 1,55 14,0 4,7 4,8 21,64 2 7 0
ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 54,60 –8,7 40,3 62,12 / 26,10 43,80 0,8 7,6 4,20 6,20 8,8 1,0 1,1 58,79 7 3 0
BAE Systems 866131 / GB0002634946 20,94 0,6 7,1 27,97 / 18,06 22,65 4,3 18,1 0,96 1,10 19,1 2,2 2,5 26,91 7 6 2
Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 95,10 –5,8 –16,3 141,6 / 71,90 109,76 0,9 9,2 6,78 7,95 12,0 0,0 0,0 156,99 23 4 0
Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 3,59 0,4 64,9 5,65 / 1,20 2,67 2,3 — –0,14 –0,14 — 0,0 0,0 2,67 2 8 1
Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,59 –1,7 22,2 0,61 / 0,45 0,52 0,5 — 0,10 0,10 5,9 5,2 5,4 0,69 9 1 0
Barclays 850403 / GB0031348658 5,94 5,9 8,8 6,00 / 3,76 4,96 1,0 — 0,60 0,73 8,1 2,9 3,6 6,31 8 4 0
Barrick Mining Gold A417GQ / CA06849F1080 34,15 –6,6 –10,8 45,63 / 17,46 34,85 2,2 6,5 3,52 4,04 8,5 2,2 2,7 45,18 11 3 1
BHP Group 850524 / AU000000BHP4 36,03 –9,0 39,6 40,44 / 20,06 29,30 3,8 9,9 2,25 2,32 15,5 3,7 3,7 37,46 2 12 0
BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 8,50 –9,6 –20,6 14,79 / 8,40 10,91 2,1 4,7 0,54 0,68 12,4 0,7 1,9 13,83 20 3 0
Capgemini 869858 / FR0000125338 86,68 –11,2 –39,0 151,9 / 86,68 118,10 1,2 6,0 12,95 13,80 6,3 4,0 4,3 148,34 9 5 0
China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 3,24 –4,6 5,7 3,80 / 1,93 3,02 1,0 — 0,51 0,58 5,6 3,4 3,7 4,03 10 1 1
CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 7,47 –3,0 29,3 8,00 / 5,16 6,54 0,4 4,2 0,75 0,75 10,0 4,0 4,0 9,12 5 1 0
CSL 890952 / AU000000CSL8 67,58 6,7 –31,2 153,06 / 56,00 92,39 2,3 10,4 5,51 5,61 12,0 3,7 3,8 84,80 5 9 0
Diageo 851247 / GB0002374006 17,90 3,0 –1,6 24,70 / 15,70 18,96 3,5 10,8 1,41 1,41 12,7 2,6 2,7 22,86 11 8 1
Engie A0ER6Q / FR0010208488 26,92 –0,9 20,6 29,85 / 17,35 24,09 1,8 6,4 1,96 2,09 12,9 5,2 5,4 30,59 10 4 0
Equinor ASA 675213 / NO0010096985 28,56 –2,3 42,5 37,77 / 18,93 25,46 1,7 3,1 4,43 3,48 8,2 4,8 5,1 32,81 2 15 3
Ericsson B 850001 / SE0000108656 10,14 –3,9 21,6 11,77 / 6,22 9,04 3,4 14,0 0,59 0,65 15,6 2,8 2,9 8,90 2 10 3
Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 64,88 1,2 4,5 73,92 / 56,54 63,17 2,4 9,0 4,01 4,67 13,9 1,2 1,4 71,03 4 6 1
Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 188,70 0,3 6,4 248,8 / 131,8 193,51 4,5 19,2 7,89 8,42 22,4 0,8 0,9 258,14 8 3 0
Galp Energia A0LB24 / PTGAL0AM0009 18,43 –0,1 29,3 22,34 / 13,91 17,70 2,7 5,2 1,92 1,77 10,4 3,6 3,8 22,22 5 8 0
Generali 850312 / IT0000062072 42,49 1,6 19,6 43,00 / 29,95 35,33 1,9 — 3,19 3,42 12,4 4,3 4,7 40,36 6 6 0
100 FOCUS MONEY 27/2026
UNIQURE
Neue Hoffnung auf Zulassung
Das niederländische Unternehmen Uniqure hatte im September mit ungewöhnlich
guten Daten einer Gentherapie gegen die unheilbare Erbkrankheit Huntington auf
sich aufmerksam gemacht. Doch dann verweigerte die US-Zulassungsbehörde entgegen
vorheriger Zusagen den Zulassungsantrag auf Basis dieser Ergebnisse. Inzwischen
wurde die Führung der Behörde erneut ausgetauscht – und der Weg für Uniqure
ist wieder frei. Der Kurs sprang um 79 Prozent, und es gibt noch Luft nach oben.
Uniqure
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
60
40
20
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN NL0010696654 Empfohlen am 24.02.2021 Empfehlungs-Kurs 30,78 € Kurs aktuell 41,90 € +/– in % +36,1 Neuer Stopp 34,00 € Kursziel 52,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 6,10 –9,4 31,1 7,15 / 3,16 5,30 2,0 6,8 0,53 0,52 11,7 3,0 3,3 7,34 9 6 0
Heineken A0CA0G / NL0000009165 73,16 3,1 5,9 80,00 / 64,22 68,86 2,1 8,2 5,24 5,63 13,0 2,8 2,9 85,38 11 9 0
Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 15,00 –3,3 –12,4 18,04 / 11,40 15,91 6,1 11,3 0,72 0,77 19,6 4,4 4,7 14,14 1 13 7
Honda Motor 853226 / JP3854600008 7,49 –3,4 –9,1 9,80 / 6,70 8,18 0,4 7,1 0,62 — 1,14 — 6,6 — 5,1 5,5 8,42 5 9 0
ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,75 –4,2 8,4 0,80 / 0,61 0,70 0,5 — 0,13 0,14 5,4 5,5 5,7 0,92 9 1 0
Kering 851223 / FR0000121485 265,65 1,0 –11,6 350,9 / 175,64 275,25 2,2 10,3 6,50 9,82 27,1 1,4 1,9 282,13 3 17 1
Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 50,00 2,1 –16,9 64,16 / 48,00 57,13 8,7 17,4 2,22 2,48 20,2 3,9 4,2 61,37 6 10 2
Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 456,60 2,1 26,5 456,6 / 332,4 401,15 6,2 21,7 15,69 17,18 26,6 1,2 1,3 478,14 17 4 1
MTN Group 897024 / ZAE000042164 11,80 0,9 42,2 11,90 / 6,20 9,00 2,5 5,6 0,91 1,17 10,1 2,6 3,5 12,04 4 2 1
Naspers A41H7X / ZAE000351946 42,00 –5,4 –25,7 65,33 / 42,00 52,12 1,3 27,2 5,22 6,19 6,8 0,6 0,8 69,99 6 1 0
NEL A0B733 / NO0010081235 0,22 –6,3 13,7 0,37 / 0,17 0,21 1,2 — –0,02 –0,02 — 0,0 0,0 0,19 0 6 7
Nintendo 864009 / JP3756600007 37,17 –3,7 –35,3 85,00 / 36,84 56,61 2,6 22,7 2,20 — 2,66 — 14,0 — 2,9 3,4 55,83 15 7 1
Nokia 870737 / FI0009000681 11,86 –6,8 112,2 14,97 / 3,48 7,13 3,1 26,6 0,34 0,39 30,1 1,3 1,4 10,24 8 6 3
Northern Star R. A0BLDY / AU000000NST8 12,49 –1,1 –16,7 19,29 / 8,72 14,07 1,8 9,9 0,75 1,20 10,4 2,5 3,3 15,82 9 4 0
Orange 906849 / FR0000133308 17,11 –1,4 20,9 18,80 / 12,65 15,76 1,5 3,9 1,02 1,17 14,6 4,6 4,8 19,02 7 7 0
Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 62,64 –2,2 –14,3 107,0 / 60,24 74,97 1,0 8,8 5,77 5,88 10,6 7,4 6,9 86,53 5 10 0
Philips Elec. 940602 / NL0000009538 23,47 0,7 1,6 27,87 / 19,91 23,98 2,0 10,5 1,53 1,71 13,7 3,6 3,8 27,95 5 11 0
Prudential 852069 / GB0007099541 11,76 3,0 –11,6 14,30 / 10,40 12,53 1,5 — 1,02 1,13 10,4 2,2 2,4 16,34 8 1 0
Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 48,30 1,5 –18,4 60,60 / 44,90 53,25 1,5 — 2,95 3,46 13,9 0,2 0,3 70,50 1 0 0
Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 4480,00 –8,8 154,5 5300 / 926,0 2478,05 — — 569,48 738,08 6,1 0,9 1,5 6035,98 3 0 0
Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 2,04 –14,3 –36,3 4,50 / 1,47 2,75 1,7 2,3 0,66 0,70 2,9 12,9 14,3 3,33 2 5 0
Softbank 891624 / JP3436100006 35,29 –12,7 44,0 49,99 / 13,77 27,54 2,0 18,7 0,51 — 0,51 — 69,2 — 0,2 0,2 41,44 10 4 1
Sony 853687 / JP3435000009 17,30 –3,9 –22,4 26,32 / 16,50 20,96 2,1 9,7 1,13 — 1,22 — 14,2 — 1,0 1,1 25,38 16 2 0
Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 5,40 –11,5 –42,5 10,47 / 5,30 7,69 0,3 1,6 0,83 1,54 3,5 0,0 6,3 7,87 5 15 1
Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 385,00 1,4 50,7 417,5 / 189,2 290,36 9,6 21,2 13,82 17,23 22,3 0,9 1,1 414,98 12 2 0
Telefónica 850775 / ES0178430E18 3,68 –6,0 5,9 4,89 / 3,25 3,85 1,4 2,9 0,34 0,39 9,4 4,1 4,9 4,00 2 14 3
Telia Comp. 938475 / SE0000667925 4,41 –3,7 22,4 4,73 / 2,92 3,89 3,6 7,5 0,21 0,23 19,0 4,4 4,7 4,13 2 10 3
Tencent A1138D / KYG875721634 47,09 –6,9 –27,3 74,99 / 46,09 61,64 2,4 9,9 3,87 4,25 11,1 1,5 1,6 78,57 36 2 1
Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 8,40 –6,2 –26,9 14,25 / 8,26 10,68 3,9 10,0 0,34 0,63 13,4 2,4 4,8 12,06 6 1 1
Toyota 853510 / JP3633400001 14,98 –3,3 –17,1 21,35 / 14,21 17,55 0,9 5,7 1,83 — 2,01 — 7,5 — 3,7 4,2 20,07 9 5 0
Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 5,15 3,4 –21,0 10,25 / 3,67 5,95 0,5 4,8 –1,06 0,13 39,6 0,0 0,0 5,60 3 7 4
Umicore A2H5A3 / BE0974320526 22,26 –4,4 23,9 26,60 / 12,22 18,17 2,1 9,5 1,64 1,76 12,6 2,3 2,4 24,51 7 5 1
Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 24,23 5,3 4,0 27,12 / 12,55 21,86 5,2 9,8 1,14 1,44 16,8 0,9 1,1 25,13 12 8 1
Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 1,24 –5,5 9,6 1,41 / 0,89 1,18 0,6 2,8 0,10 0,12 10,0 3,9 4,0 1,21 3 6 2
Volvo B 855689 / SE0000115446 28,72 –4,0 5,8 33,38 / 22,46 27,90 3,3 11,0 1,95 2,25 12,8 4,9 5,6 30,79 8 8 1
Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 103,80 –2,0 0,7 144,85 / 73,76 106,10 4,9 17,3 4,68 4,95 21,0 0,6 0,7 164,80 11 0 0
Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 17,33 –2,9 31,5 21,61 / 12,20 16,07 1,0 4,6 1,68 1,64 10,5 7,9 7,5 20,84 0 6 2
Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 3,26 –10,7 –13,0 5,09 / 2,08 3,84 2,7 6,2 0,36 0,42 7,8 3,8 4,2 5,83 12 0 0
FOCUS MONEY 27/2026
101
moneyanalyse ETFs
INVESCO PHYSICAL GOLD II ETC
Gold-ETC mit Steuervorteilen
Invesco erweitert sein Angebot an Rohstoffprodukten mit dem Invesco Physical
Gold II ETC. Der neue ETC (Exchange Traded Commodity) bildet die Entwicklung
des LBMA-Goldpreises ab. Der ETC ist mit Goldbarren besichert. Dabei ermöglicht
er Anlegern eine kosteneffiziente Partizipation an der Entwicklung des Goldpreises
und bietet ihnen in Deutschland einen zusätzlichen Vorteil: Die Kapitalgewinne
sind steuerfrei, sofern der ETC länger als ein Jahr gehalten wird.
LBMA-Goldpreis
in Dollar
2025
2026
5000
4000
3000
2000
Quelle: Factset UK Limited 2026. ICE Data Services
ISIN XS3384723154 Anbieter Invesco Referenz-Index LBMA (London Bullion Market Association) Gold Price PM Währung Dollar Nachbildungsart physisch Kosten p.a. 0,12 %
Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in
Gebühr ver- € %
in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
LÄNDER
iShares Core DAX 593393 0,16 T 205,35 6,2 15,6 9,3
Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 232,45 6,3 15,7 9,4
Deka DAX ETFL06 0,15 A 91,52 6,2 15,6 9,3
iShares TecDAX 593397 0,51 T 34,34 3,5 6,8 1,7
Amundi TecDAX ETF ETF908 0,42 A 28,05 3,8 6,9 1,9
Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 150,80 8,7 5,7 –1,5
Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 52,84 9,1 5,7 –1,5
Xtrackers ATX DBX0KJ 0,25 T 134,58 55,1 33,5 18,1
Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,30 A 157,62 21,2 10,7 8,1
Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 122,63 25,9 18,7 14,0
iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 697,14 25,9 18,7 14,0
Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 632,40 38,6 24,4 17,3
Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,03 T 190,44 25,4 18,8 13,5
Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,30 T 384,60 42,7 16,6 7,1
UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 44,31 30,1 18,7 14,9
UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 253,00 25,4 16,2 11,8
Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 52,24 20,6 15,0 11,6
iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 246,20 21,1 15,2 11,7
Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 86,62 13,8 8,3 8,0
Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 147,62 11,6 8,2 8,0
Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,09 A 38,64 76,1 25,6 14,6
iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 69,86 41,5 18,4 11,0
Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,10 A 44,04 41,5 18,3 11,1
Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,45 A 212,98 34,5 16,3 9,9
Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 15,26 –1,7 6,2 –5,7
Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 19,28 44,8 14,7 4,0
iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 5,59 38,9 10,8 0,7
Amundi MSCI India II LYX0BA 0,83 T 25,61 –9,3 3,7 4,6
REGIONEN
Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 135,38 25,3 17,7 12,4
Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,19 A 158,54 28,1 18,2 11,9
SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 278,55 28,2 18,2 11,9
iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 9,04 32,7 15,9 8,1
UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 177,28 21,3 14,9 10,4
Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 162,62 22,5 16,6 12,0
iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,10 A 63,42 22,7 16,7 12,1
iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 63,20 21,6 15,1 10,0
Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in
Gebühr ver- € %
in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,09 A 68,87 24,8 17,4 11,2
Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 442,10 19,8 13,8 6,7
Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 117,26 21,8 14,9 10,3
iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 39,68 21,8 14,9 10,3
Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,30 T 71,86 13,3 12,4 4,2
iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 10,84 21,4 14,9 9,9
iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 76,14 10,8 8,3 5,4
Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 59,86 64,6 26,2 10,1
Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 82,49 58,1 23,5 9,4
iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 T 48,42 54,4 22,6 9,6
iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 9,66 43,2 17,1 5,6
Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 20,35 37,2 9,7 9,4
THEMEN
iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 18,43 50,1 20,7 11,8
iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 108,46 29,8 21,5 15,4
iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 10,43 68,8 5,1 0,4
iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 9,31 –5,5 10,5 –0,3
VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 77,64 49,1 37,5 20,3
Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 50,18 13,6 3,3 4,8
iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 7,88 21,0 4,2 –2,4
Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 1168,40 45,6 28,4 20,3
iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 43,26 45,0 29,8 23,4
Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,60 A 46,14 88,9 13,0 4,2
VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 50,40 –15,0 16,4 6,7
Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,59 A 68,65 2,6 7,9 6,2
BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 22,88 25,7 11,5 9,7
BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 293,20 14,6 8,9 6,6
VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 51,02 6,5 35,1 —
STRATEGIEN
iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 38,22 30,7 19,9 10,9
SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 72,30 15,2 8,2 7,3
SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 29,29 12,2 14,9 8,7
Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 42,83 1,9 6,7 5,8
iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,25 T 105,28 40,5 27,9 15,4
iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,30 T 69,22 66,5 27,2 17,8
VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 53,72 6,9 5,1 3,4
Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,53 T 149,02 –3,0 7,2 —
Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 356,45 19,4 11,9 5,8
102 FOCUS MONEY 27/2026
Zertifikate
CAPPED BONUSZERTIFIKAT AUF SIEMENS ENERGY
23 Prozent Bonusrendite
Siemens Energy profitiert vom Energiebedarf der KI-Rechenzentren. Die Aktie zählt
mit einem Plus von 40 Prozent im Jahr 2026 zu den Gewinnern im Dax. Das Capped
Bonuszertifikat bietet derzeit eine Bonusrendite von 23 Prozent, sofern der Aktienkurs
bis zum Laufzeitende die Barriere von 130 Euro nicht unterschreitet. In diesem
Fall werden 210 Euro ausgezahlt. Andernfalls erhalten Anleger Aktien, es sei denn,
der Aktienkurs liegt über dem Cap. Anleger sollten das Emittentenrisiko beachten.
Siemens Energy
Kurs in Euro
Maximale Auszahlung
Barriere
200-Tage-Linie
2025 2026
200
150
100
50
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000FE4EN50 Emittent Société Génerale Laufzeit 18.12.2026 Kurs aktuell 170,65 € Barriere 130,00 € Cap = max. Auszahlung 210,00 € Bonusrendite 23,43 %
Stand: 18.06.2026
Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit
€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr
Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit
€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr
THEMENZERTIFIKATE
3D Printing (UBS) UBS13D 116,42 15,4 23,2 37,8 Open End
5G Technology (VON) VA9H37 258,93 25,8 32,5 51,1 Open End
Aqua Index (VON) VF55L2 201,25 5,0 5,2 11,0 Open End
Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 395,48 2,1 –8,1 –0,5 Open End
Battery Energy Storage (VON) VL53BE 188,58 10,3 25,7 100,8 Open End
Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 27,62 9,5 17,6 45,2 Open End
Belt and Road (VON) VF5Y6S 154,06 13,6 19,0 46,5 Open End
Best Age (HVB) HV3AGE 29,95 8,0 –2,2 13,1 Open End
Bitcoin (VON) VQ63TC 439,24 –11,9 –27,8 –40,3 Open End
Blockchain Technology (VON) VL9NBT 253,23 10,0 2,4 16,9 Open End
BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 19,46 –11,0 –25,4 –17,0 Open End
China Dragons 7 (SOG) SY59KE 11,51 –18,1 –21,6 –21,8 Open End
China Internet (VON) VP6CJ5 69,44 –10,1 –22,7 –17,0 Open End
Circular World (VON) VE85VQ 169,64 4,5 0,2 9,2 Open End
Cyber Security (VON) VS5ZCS 517,11 36,0 17,9 7,0 Open End
Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 26,21 0,0 1,3 13,1 Open End
Digital Marketplaces (VON) VN19ER 230,65 –9,3 –20,5 –22,5 Open End
EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 42,99 0,0 0,0 –0,5 Open End
Erix (SOG) SG1ERX 183,40 0,9 25,1 75,8 Open End
ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 89,01 3,5 –4,2 1,9 Open End
Ethereum (DZ) DW541J 10,16 –24,1 –44,7 — Open End
Gene Therapy (VON) VA3BPR 106,65 14,4 3,7 22,6 Open End
German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 60,67 40,5 63,5 63,0 Open End
Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 175,92 2,3 2,2 7,9 Open End
Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 269,15 17,0 32,9 70,3 Open End
Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 430,32 14,7 31,1 77,2 Open End
Green Invest (ERG) EB013Z 18,69 8,9 7,4 11,9 Open End
Home Office Technology (VON) VP796R 184,39 16,9 10,7 21,6 Open End
Impact for Good (VON) VA9QNW 147,09 2,6 –2,2 –1,2 Open End
Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 439,41 23,8 29,5 60,3 Open End
Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 324,49 26,9 17,6 34,8 Open End
Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 259,72 6,4 –10,3 6,9 Open End
NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 677,59 15,0 7,9 43,7 Open End
Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 338,09 –5,1 9,9 38,0 Open End
SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 16,07 14,5 29,5 54,5 Open End
Smart Farming (VON) VA8HXD 123,54 –2,7 0,8 –4,0 Open End
Smart Grid (VON) VT0DSG 659,73 18,5 43,2 82,4 Open End
Smart Mobility (SOG) SH9YES 71,70 3,5 2,4 — Open End
Social Media Titans (VON) VZ6ASM 269,70 –2,4 –18,1 –9,9 Open End
Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 44,18 8,3 15,3 20,9 Open End
Uranium Mining (SOG) SH02Q8 13,51 –13,8 –3,2 28,8 Open End
STRATEGIEZERTIFIKATE
CROCI Euro (DB) DB091Z 399,29 4,5 2,2 8,1 Open End
CROCI Germany (DB) DB0WKS 380,43 10,3 6,7 15,8 Open End
DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 74,70 14,9 9,6 14,5 Open End
DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 175,06 2,4 2,5 4,0 Open End
DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 81,81 –1,4 –2,6 –5,5 Open End
DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 134,69 8,9 2,5 7,8 Open End
Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 127,23 3,9 4,7 8,4 Open End
Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 268,26 1,7 16,0 26,7 Open End
Europ. Buyback (SG) A12V1Y 30,40 6,7 2,0 18,5 Open End
Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 154,68 5,2 3,9 6,6 Open End
European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 2106,59 1,6 11,1 10,2 Open End
Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 297,44 11,2 –0,4 19,5 Open End
Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 561,70 14,6 16,0 23,3 Open End
Krypto Portfolio Basket (VON) VE5CRY 323,61 –21,8 –35,4 –38,7 Open End
Swiss Research Basket (VON) VL4JU8 249,73 5,1 0,2 5,1 Open End
Value Investoren (UBS) UBS1SV 502,70 10,6 4,6 17,8 Open End
REGIONENZERTIFIKATE
Baix (HVB) HVB4BY 154,29 16,9 10,9 17,3 Open End
CECExt (RBI) RCB3R3 23,95 11,5 14,8 41,5 Open End
Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 152,86 8,2 6,1 17,1 Open End
ROHSTOFFZERTIFIKATE
Bloomberg Const.M.Com. (UBS) UW5P67 151,36 –1,0 18,7 — Open End
Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 130,54 6,9 9,4 27,0 Open End
Brent Oil (SOG) CU0L1S 104,97 –6,4 35,8 16,1 Open End
CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 87,63 14,4 –7,7 8,2 Open End
Gold Quanto (DB) DB0SEX 331,53 –13,0 –12,4 20,0 Open End
Kupfer-Future (SOG) SH755F 11,36 13,4 14,5 — Open End
Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 61,82 3,2 73,6 34,7 Open End
Silber Quanto (HVB) HV2XAG 50,92 –16,2 –16,7 90,2 Open End
EMITTENTEN: BNP BNP Paribas
DB Deutsche Bank
DZ Bank
ERG Erste Group
GS Goldman Sachs
HVB HypoVereinsbank
LEO Leonteq
MS Morgan Stanley
RBI Raiffeisen Bank International
SOG Société Générale
UBS UBS
VON Vontobel
FOCUS MONEY 27/2026
103
moneyanalyse Top-Fonds
Die besten Aktienfonds
Die besten Branchenfonds im Zwölf-Monatsvergleich sind weiter im Aufwärtstrend. Die Hoffnungen auf einen Frieden zwischen den
USA und dem Iran treiben die Kurse an den Weltbörsen – und die der Erfolgsfonds.
Vor dem Ausbruch
Der Kurs des JPM Thematic Genetic Therapies steht kurz vor dem Ausbruch nach oben. Das Management erwartet eine
Erholung der Branche: Eine „vielversprechende Produktpipeline und ein konstruktiveres regulatorisches Umfeld“ stimmen die
Experten optimistisch. Nordamerikanische Aktien bilden mit einem Anteil von 71,8 Prozent den Portfolioschwerpunkt.
TOPS
Aktien Gesundheit ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
JPM Them. Genetic Therapies A acc $ LU2050612402 43,2
Franklin Genomic Advanc. A acc $ LU2387456838 32,2
Janus Global Life Sciences A2 $ IE0009355771 28,7
JPM Thematic Genetic Ther. A
Veränderung in Prozent
30
15
FLOPS
Pictet Longevity P € LU0255978776 – 20,2
MIV Global MedTech P2 € LU0329630130 – 17,5
Bellevue Medtech & Services B € LU0415391431 – 15,5
–15
23.6.2025 1.1.2026.
23.6.
0
Voll auf dem KI-Boom
Neuer Spitzenreiter im Bereich Technologiefonds: Der Abaris Advanced AI setzt sich mit einem Plus von 207 Prozent an die
Spitze der Wertung. Das Produkt setzt als Themenfonds auf „direkte und indirekte KI-Profiteure“ – derzeit ein lukrativer
Schwerpunkt. Größte Positionen sind per Ende Mai Palantir, Lumentum und Reddit.
TOPS
FLOPS
Aktien Tech ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
Abaris Advanced AI A $ LI1350431667 207,7
Polar Glo Technology € IE00B18TKG14 143,7
CT (L) Gl Technology AU $ acc LU0444971666 110,0
AXA WF Digital Economy A Cap $ LU1694771590 – 11,8
Amundi Internetaktien DE0009785303 3,7
EdR SICAV Tech for Tomorrow A € FR0013488244 12,4
Abaris Advanced AI A
Veränderung in Prozent
200
150
100
–50
23.6.2025 1.1.2026.
23.6.
50
0
Gewinne mit Gewinnern
Auch im Bereich Mischfonds gibt es eine neue Nummer eins: Den A&M Experts Momentum World brachte in den vergangenen
zwölf Monaten einen Gewinn von knapp 75 Prozent. Der Fonds setzt auf eine Momentumstrategie – „Gewinne mit Gewinnern“,
lautet das Motto. In Ausnahmefällen kann der Aktienanteil auf null sinken.
TOPS
FLOPS
Mischfonds ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
A&M Experts Momentum World R DE000A3DV7B5 74,9
ASVK Substanz & Wachstum DE000A0M13W2 68,6
SISF Em Markets Multi-Asset A acc $ LU1196710195 60,7
Cresco Partnership Founders LU2166038005 – 18,7
Opportunistic Deep Value Fund UI DE000A2DVS85 – 12,3
Seilern Global Trust A AT0000934583 – 10,4
A&M Experts Momentum World R
Veränderung in Prozent
–20
23.6.2025 1.1.2026.
23.6.
60
40
20
0
Daten: FVBS professional; Charts Factset UK Limited 2026
104 FOCUS MONEY 27/2026
Kryptowährungen / Kalender
Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden
Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten des Research-Teams wichtige
Entwicklungen auf dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Marc des Ligneris, Senior Portfolio Manager bei Coinshares
KI-Euphorie überstrahlt derzeit Krypto
Der Verkehr durch die Straße von Hormus normalisiert sich, die Ölpreise
sind deutlich gefallen und notieren bereits wieder fast auf Vorkrisenniveau.
Damit rücken Inflationssorgen vorerst in den Hintergrund und Anleger
konzentrieren sich wieder stärker auf das Thema künstliche Intelligenz
(KI). Entsprechend robust ist die Stimmung an den Aktienmärkten.
Der Kryptomarkt wirkt hingegen vergleichsweise lustlos. Ein Teil der jüngsten
ETF-Abflüsse ist jedoch weniger als eine grundsätzliche Abkehr von
Kryptowährungen wie Bitcoin zu interpretieren, sondern als Umschichtung:
Kapital fließt in Halbleiterwerte, KI-Profiteure und große Börsengänge. Die
entscheidende Frage wird sein, ob KI bereits echte Produktivitätsgewinne
liefert oder ob die Märkte vor allem künftige Effekte vorwegnehmen.
Doch auch wenn Kryptowährungen derzeit unspektakulär wirken, ist die
Asset-Klasse noch nicht verschwunden. Vielmehr ist sie auf der Suche nach
einem neuen, stärker nutzungsgetriebenen Narrativ. So gewinnt beispielsweise
das Thema „Tokenisierung“ zunehmend an Fahrt – mit Aktien- und
Rohstoff-Perpetuals, Pre-IPO-Anteilen, Prognosemärkten und künftig auch
tokenisierten Portfolios. Der Angst-&-Gier-Index (Fear-&-Greed-Index) signalisiert
mit Werten um 20 aktuell zudem eine ausgeprägte Angst am Kryptomarkt.
Historisch waren solche Phasen aber oft gute Einstiegszeitpunkte.
Die Angst geht um
Krypto Angst&Gier-Index
Stimmung in Punkten, Werte von 0-100
Stand: 23.06.26
Neutral
Extreme
Angst
Top-5 Kryptowährungen
1)
Angst
24
Angst
Marktkapital.
in Mrd. Euro
Gier
Extreme
Gier
Wertentwicklung 2)
1 Monat 3 Monate 1 Jahr
1 Bitcoin 1091 –17,8% –9,9% –37,5%
2 Ethereum 177 –19,2% –19,0% –23,4%
3 XRP 59 –17,9% –21,5% –44,9%
4 Solana 35 –17,6% –23,3% –46,8%
5 Tron 27 –8,6% 7,9 % 24,5 %
Stand: 23.06.26; 1) ohne Stable-, Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis
Quelle: Coinshares
Quelle: Coinshares
Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche
29.06.2026 WIRTSCHAFT/EUROPA
Maue Stimmung
In Europa stellt sich die Vertrauensfrage, genauer:
Neben der Geldmenge M3 im Mai, herausgegeben
von der Europäischen Zentralbank
(EZB), hat die Börse am heutigen Tag das
Wirtschafts-, Industrie- und Verbrauchervertrauen
im Monat Juni zu verdauen. Die positiven
Folgen des Friedensabkommens zwischen
den USA und dem Iran dürften sich
dabei noch nicht in den Zahlen widerspiegeln.
Laut Experten bleibt die Stimmung eher mau.
Belastet durch Energiepreisschocks, ausgelöst
durch den eskalierten Nahost-Konflikt, der
zu kräftigen Preissteigerungen beim Tanken
und Einkaufen führte, bleiben die Konsumenten
bei der Haushaltsplanung äußerst vorsichtig.
Positive Überraschungen dürfte die Börse
umso mehr mit Kursaufschlägen quittieren.
2.07.2026 INFINEON
Neues Chipwerk
Smart Power Fab:
Infineon reagiert auf die
hohe Nachfrage nach
Halbleitern
Großer Tag für Infineon: Der Chiphersteller aus Neubiberg bei München
eröffnet heute sein neues Produktionswerk in Dresden (siehe
auch Seite 40). Mit der „Smart Power Fab“ reagieren die Bajuwaren
auf die steigende Nachfrage nach Halbleitern, beispielsweise für erneuerbare
Energien, Rechenzentren und Elektromobilität.
Zuletzt reichten die Produktionskapazitäten nicht mehr aus, um die
hohe Nachfrage, etwa nach Prozessoren für die Stromversorgung in
KI-Rechenzentren, zu bedienen. Der Bestand an nicht abgearbeiteten
Aufträgen hatte im zweiten Quartal einen Wert von 25 Milliarden
Euro – vier Milliarden Euro mehr als im ersten Jahresviertel. Positiver
Nebeneffekt: Die neue Fabrik schafft rund 1000 Arbeitsplätze.
Was noch passiert: +++ Investorenmeeting bei Rational +++ Cloudflare, MongoDB, Snowflake und Bike24
laden zur Hauptversammlung +++ Constellation Brands und Gateway berichten Zahlen zum Auftaktquartal
+++ Sino präsentiert Q2-Zahlen +++ General Mills und Nike veröffentlichen Konzernbilanz für 2026 +++
FOCUS MONEY 27/2026
Fotos: Adobe Stock, Infineon 105
moneyinside
ANDREAS KÖRNER,
Chefstratege Nebenwerte
Börsenbrief und Ex-
Wertpapierhändler
D
z
b
T
ANDIS BÖRSEN-BAROMETER
Wie groß ist die Private-Debt-Gefahr?
Wenn die Börsen neue Rekorde erreichen
wie derzeit, werden Anleger vorsichtiger.
Das gilt besonders, wenn auch die
Bewertungen ambitioniert sind und Risikofaktoren
wie steigende Energiepreise
oder Zinsen ausgeblendet werden. Dann
wird auch nach potenziellen Auslösern für
einen möglichen Crash gefahndet.
Aktuell oft zu hören ist in diesem Zusammenhang
die Gefahr, die von sogenannten
Private Markets ausgeht. Diese
umfassen – grob gesprochen – alle Investitionen,
die nicht über öffentliche Börsen
laufen. Dazu zählen etwa Beteiligungen
an nicht börsennotierten Unternehmen
(Private Equity), Start-ups (Venture Capital),
in jüngster Zeit vermehrt aber auch
private Firmenkredite (Private Debt).
Die britische Fondsgesellschaft Schroders
hat eine Einschätzung vorgelegt, wie
groß die Risiken eines Überschwappens
von Problemen im Private-Debt-Sektor
(die sich bereits andeuten) auf die allgemeinen
Börsen sind. Diese hätten auch
Auswirkungen auf Privatanleger. Die Experten
machen darauf aufmerksam, dass
ein überdurchschnittlicher Teil der Gelder
von Private-Debt-Fonds (20 bis 40 Prozent)
in Softwarefirmen geflossen sei, weil
diese zumeist hohe wiederkehrende Lizenzerlöse
erzielten, mit denen sie die
Kredite gut bedienen können. „Dies war
alles in Ordnung, bis KI Bedenken hinsichtlich
der Beständigkeit der künftigen
Cashflows vieler IT-AGs aufwarf. Das führte
zu Fragen über die Qualität der Vermögenswerte
in diesen Fonds“, warnen die
Analysten. Das Problem: Viele Käufer dieser
Fonds glaubten, in einen diversifizierten
Pool von Krediten an mittelständische
Firmen zu investieren. Tatsächlich aber
sind sie eine große Sektorwette eingegangen.
Es sei zudem unwahrscheinlich,
dass die Cashflows nur im Softwaresektor
durch KI bedroht würden. Dennoch
seien die systemischen Risiken durch Private
Credit gering, weil es – anders als in
der Finanzkrise ab 2008 – um ein viel geringeres
Volumen gehe und kaum Derivate
eingesetzt würden. Es könne zwar zu
Auszahlungsverzögerungen kommen,
sollten viele Fondskäufer gleichzeitig an
ihr Geld wollen. Das Schroders-Fazit: Die
Spillover-Effekte auf die Finanzmärkte aus
den Spannungen bei Private Credit und
die Sorgen über die Auswirkungen von KI
auf Software seien gering – auch wenn es
eine gewisse Disruption gebe.
DAS GELD-GESPRÄCH
„1000 Euro würde ich nicht
anfassen, sondern anlegen“
von RUBEN GIULIANO
Geld ist für Sie…
Freiheit – das tun zu können, was ich
möchte, auf niemanden angewiesen zu
sein und mir und meinen Liebsten Dinge
ermöglichen zu können.
Was war Ihr bestes Investment?
Der Kauf eines guten Laptops früh in
meiner Selbstständigkeit. Aber auch
Investitionen in mich selbst – Bücher
und Netzwerkmitgliedschaften – haben
sich ausgezahlt.
Wie belohnen Sie sich selbst für gute
Leistungen?
LUKAS HANKE,
Gründer des Social-Media-
Marketing Start-ups Hanke
Media und Podcast-Host von
„Next gen founders“
Indem ich Freunde oder Familie zum
Essen einlade, einen schönen Abend
verbringe oder sie mit kleinen Aufmerksamkeiten
überrasche.
Was ist für Sie Geiz?
Wenn man zu sehr darauf achtet, Geld
anzuhäufen und zu schützen, und dabei
vergisst, es zu nutzen – sich keine
schönen Momente gönnt und nicht
großzügig sein kann.
Wir schenken Ihnen 1000 Euro. Was
kaufen Sie sich davon?
Ich würde sie wahrscheinlich gar nicht
anfassen und direkt anlegen.
Welchen Spartipp sollte jeder kennen?
Bestenfalls 20 Prozent des monatlichen
Einkommens zu investieren – je mehr,
desto besser. Aber auch kleine Beträge
wirken: Der „Fuffi“ im Monat ist immer
noch besser als nichts.
106 FOCUS MONEY 27/2026
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mit mehreren Verlagen von Hubert Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv). Informationen zum Datenschutz können Sie unserer Impressum-Seite entnehmen.
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