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moneyeditorial

EDITORIAL

...und Deutschland

bewegt sich doch!

die „Neue Zürcher Zeitung“ hat die Wirtschaftsnation Deutschland vor Kurzem

auf die journalistische Couch gelegt. Die düstere Diagnose der Schweizer:

„Was in der deutschen Wirtschaft seit Jahrzehnten schleichend passiert,

der lange Abschwung, die Produktivität, die nicht mehr wächst, die Autoindustrie

in der Krise, spiegelt sich im Leben der Menschen wider. Deutschland

bringt zwar noch ausreichend Ernte ins Haus, aber der Baum, an dem die Äpfel

wachsen, steht schon lange schief.“ Doch das könnte sich bald ändern.

Mit einstimmigem Votum hat die Rentenkommission ihre Empfehlungen

der Bundesregierung übergeben. Die 33 Maßnahmen haben es in sich (siehe

auch Seite 16), auch wenn die Beamten ihre Privilegien der Altersversorgung

diesmal noch behalten durften. Die Vorschläge reichen von der Einführung

der verpflichtenden Kapitalrente über das Ende der abschlagsfreien „Rente

mit 63“ bis zur kontinuierlichen Anhebung des Eintrittsalters in Richtung

70 Jahre oder dem vorzeitigen Ruhestand mit Abschlägen erst ab 64 statt ab

63 Jahren. Doch eine Kernfrage bleibt. Was wird aus den exzellenten Ideen?

Das Beste: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seine Arbeitsministerin

Bärbel Bas haben versprochen, das gesamte Paket vollständig umsetzen

zu wollen. Daran soll auch der scharfe Gegenwind der Gewerkschaften und

Sozialverbände sowie Mäkeleien aus dem Arbeitgeberlager nichts ändern.

Sollte die schwarz-rote Koalition die klugen Vorschläge wie angekündigt

in Gesetzesform gießen, bringt sie nicht nur die größte und umfassendste

Rentenreform seit Jahrzehnten auf den Weg. Sie demonstriert auch: ...und

Deutschland bewegt sich doch. Damit wäre der Beweis erbracht: Diese Bundesregierung

ist in der Lage, mit großen Würfen den Wirtschaftsstandort im

knallharten internationalen Konkurrenzkampf wieder wettbewerbsfähiger

zu machen. Die Modernisierung unseres Landes wird aber nicht immer im

Konsens möglich sein. Konflikte mit Interessengruppen sind programmiert.

Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte dies vor 21 Jahren mit seinen Sozialreformen

(„Hartz IV“) bewiesen, die er nur gegen massive Widerstände im eigenen

Lager durchsetzen konnte.

Die Zeit zur Modernisierung Deutschlands drängt angesichts der ökonomischen

Stagnation. Wie sagte der Kanzler bei der Übergabe der Rentenvorschläge

so richtig: „Nichtstun ist keine Option.“ Das gilt nicht nur für die Altersversorgung,

sondern auch für die Wirtschafts-, Steuer-, Verkehrs-,

Gesundheits- oder Europapolitik. Nur mit tiefgreifenden Veränderungen

kommt das bislang so träge Deutschland von der Couch der kranken Wirtschaftsnation

wieder runter.

Herzlich Ihr

HANS-PETER SIEBENHAAR

Mitglied der Chefredaktion

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FOCUS MONEY 27/2026

3


moneyinhalt

12

Früher in Rente

Immer länger arbeiten?

Von wegen! Wer seine Finanzen

clever managt,

kann früher in Rente – bei

üppigen Auszahlungen

und Vermögenserhalt

moneykompakt

6 Geopolitik: Rückenwind für die

Aktienmärkte

7 Das kaufe ich jetzt: Wende beim

Verpackungsprofi Mayr-Melnhof

7 Hit & Shit: Getty Images mit

Ki-Kick, Accenture enttäuscht

7 Chart der Woche: Brexit-Bilanz

8 Zinsradar: Was Geld kostet!

8 Edelmetalle: Bei Gold und Silber

ist Vorsicht geboten

9 Mikas Markt-Monitor: Gute

Karten für Fed-Chef Kevin Warsh

9 Baukredite: KfW-Förderung

verlängert

10 Yen: Notenbank stützt Währung

10 KNDS: Bund ebnet Weg zum IPO

11 Alan Greenspan: „Meister der

Märkte“ gestorben

11 Bafin: Finanzaufsicht greift durch

11 Exportschwemme: IW-Ökonom

Michael Hüther rät zur härteren

Zollpolitik gegenüber China

106 Andis Börsenbarometer:

Crashgefahr bei Private Debt?

106 Das Geld-Gespräch: Wie Podcast-Host

Lukas Hanke anlegt

52

Geschenke für

Anleger

Aktiendepot oder Discounterkorb?

Der Vergleich

ergibt einen klaren Sieger.

FOCUS MONEY erklärt die

Stärken der Rabattscheine

moneytitel

12 Schneller in Rente: Mit der

richtigen Finanzierung den

Zeitpunkt selbst bestimmen

15 Altersgeld: Grundlagen

der gesetzlichen Rente und

anstehende Reformen

18 Ab in den Ruhestand: Drei

Finanzierungsbeispiele für die

Rente mit 57, 60, 63 und 67

24 Anlegen im Alter: Üppige

Auszahlungen bei gleichzeitigem

Vermögenserhalt

28 Fondssparpläne: Richtig sparen

– mit aktiv gemanagten Fonds

moneymarkets

32 Interview: Ex-EZB-Präsident

Jean-Claude Trichet warnt vor

einem Börsenschock

36 Energiesicherheit: Wie Anleger

von der Stromkrise profitieren

39 Klartext: Hightech-Flaute in

Deutschland und die Folgen

40 Infineon: Europas beste KI-Wette

42 Interview: Börsenexpertin Monika

Rosen über die Chancen auf dem

US-Aktienmarkt

46 Chartsignal: Doppelboden bei

Nuscale Power

4 Titel: iStock

Inhalt: Adobe Stock (3), Th. Jansen/ECB

FOCUS MONEY 27/2026


26. JUNI 2026 www.focusplus.de

46 Wette der Woche: Daldrup steht

vor neuem Wachstumsschub

48 Female Finance Award: FOCUS

MONEY kürt die erfolgreichsten

Frauen in der Finanzbranche

52 Discount-Zertifikate: Mit Rabatt

an die Börse

56 Österreich: Fünf Überflieger an

der Wiener Börse

60 Birkenstock: Die Aktie des

kultigen Schuhherstellers hebt ab

– der Auftakt zu mehr?

62 Beteiligungen: Anlegen im

Mittelstand – mit den besten

Private-Equity-Aktien

64 Economist: Was hinter Trumps

Blockade von Anthropic steckt

66 Musterdepot: Hoffmann kauft

kanadischen Uranproduzenten

32

„Ja, der Euro

hätte scheitern

können.“

JEAN-CLAUDE TRICHET,

FRÜHERER PRÄSIDENT

DER EUROPÄISCHEN

ZENTRALBANK (EZB)

moneydigital

67 Trends: Statistiken, Watchlist und

Top-Trades aus dem Netz

dswanlegerschutz

68 Wertpapiere: Tipps und Tricks

beim Übertragen – ganz legal

moneyservice

70 Hausratpolicen: Die besten Tarife

mit Top-Schutz

76 Rürup-Rente: Die besten Policen

für jedes Anlageprofil

80 Kfz-Schutzbrief: FOCUS MONEY

kürt die fairsten Anbieter

moneyanalyse

86 Marktüberblick

88 Deutsche Aktien

96 Internationale Aktien

102 ETFs

103 Zertifikate

104 Fonds

105 Kryptowährungen

moneyrubriken

3 Editorial

85 Leserbriefe – Impressum

105 Termine

56

Wiener

Spezialitäten

Österreichs Börsenindex

ATX notiert

nach kräftiger Rally

auf Rekordstand. Anleger

können mit fünf

Top-Aktien vom

Boom profitieren

Unternehmensregister

Abbvie 98

Accenture 7

Apple97

Asta Energy Solutions37

AT&S 58

Bawag 58

Bayer 93

Birkenstock 60

Blue Cap 63

BMW 95

Brockhaus 63

Cameco 66

Daldrup 46

Dell105

Deutsche Beteiligungs-AG 63

Easyjet 99

Energyvision 38

Evonik91

Gesco 63

Getty Images 7

Grenergy Renovables 38

Indus Holding 63

Infineon 40

Johnson & Johnson 66

KNDS 10

Mayr-Melnhof 7

Mutares 63

Nordex 94

Porr 59

Raiffeisen Bank International 57

Siemens Energy 88

SpaceX 96

Tonies 92

Uniqure 101

Vienna Insurance Group 59

Yum Brands 100

Zalando 90

FOCUS MONEY 27/2026

5


moneykompakt

SCHRANKE AUF FÜR DIE

DURCHFAHRT: Noch

stockt der Schiffsverkehr in

der Straße von Hormus

AKTIENMÄRKTE

Vorerst bleibt die Nervosität

Warten auf die Öffnung

Nichts ging mehr seit März in der Straße von

Hormus. Jetzt warten Tanker, Container- und

Schüttgutschiffe auf die Öffnung der Passage

Schiffsdurchfahrten nach Schiffstyp

Anzahl

7 Tage Durchschnitt

2026 0

Feb MÄR APR

Quelle: IMF Port Watch, Statista

S&P 500, Dax und Nikkei 225*

*auf Basis der Originalwährungen

S&P 500

Tanker Schüttgut

Container Stückgut

Roll-on/roll-off

Aktienmärkte haussieren

Trotz geopolitischer Unsicherheiten haussieren

die Aktienmärkte. S&P 500, Dax und

Nikkei 225 notieren nahe ihrer Höchststände

Nikkei

DAX

2023 2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

120

80

40

250

200

150

100

50

Die Börsen wetten auf das Ende des Kriegs im Iran. Von

der Öffnung der Straße von Hormus dürften die Märkte

profitieren. Doch die Sorge vor einer KI-Blase bleibt

Endet der Krieg oder nicht? Diese Frage stellen sich derzeit erneut die

Marktteilnehmer. Fakt ist: Das Rahmenabkommen zwischen den USA und

dem Iran ist unterzeichnet. Was es allerdings wert ist, wird derzeit in der

Schweiz ausgehandelt. „Temporäre Rückschläge bleiben wahrscheinlich“,

sagt Eduard Baitinger, Leiter Asset Allocation der Feri AG.

Für Anleger steht und fällt das Ergebnis mit der Öffnung der Straße von

Hormus. Die Schiffspassage ist das Zünglein an der Waage nachhaltig

günstiger Öl- und Gaspreise. Der Dated-Brent-Ölpreis ist bereits um 55

Dollar in die Tiefe gerauscht. Davon sollten Netto-Importeure wie die Türkei,

die Asean-Staaten, Indien, Chile und Südafrika profitieren, rechnet

Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan vor.

Nicht nur die Rohstoffmärkte beruhigen sich. Auch die Inflationserwartungen

sollten nachlassen – und mit ihnen das globale Risiko von Zweitrundeneffekten.

Das verleiht den Aktienmärkten Rückenwind. Vor allem in den

USA: „Der Wegfall dieses geopolitischen Extremrisikos setzt Kapital frei, das

auf eine US-Wirtschaft trifft, die alle Erwartungen übertrifft“, sagt Stephan

Kemper, Chefanlagestratege von BNP Paribas Wealth Management.

Dieses Wachstum liefert der KI-Sektor. Halbleiterunternehmen rufen

infolge des gigantischen Hardware-Bedarfs Rekordmargen ab. Die Käufer

dieser Chips, die US-Hyperscaler, stehen vor der massiven Herausforderung,

die Investitionen in Umsatz- und Gewinnwachstum zu übersetzen.

Chinesische Wettbewerber bieten inzwischen zu einem Bruchteil der

Kosten eine ausreichende Leistung für den Unternehmensalltag. Über

diese Fragmentierung zerbrechen sich global die Fondsmanager derzeit

den Kopf. Nach einer Umfrage der Bank of America bleiben sie für Aktien

zwar optimistisch. Dennoch sehen die Befragten in einer möglichen KI-

Blase aktuell eines der größten Risiken für die Märkte. Die Nervosität

bleibt spürbar: Gewinnmitnahmen setzten Indizes weltweit zu Wochenbeginn

unter Druck. Auch Privatanleger tun gut daran, bei stark gestiegenen

Aktienpositionen einen Teil der Gewinne zu realisieren. BAN

6 Fotos: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


Mayr-Melnhof: Bietet

gute Wendechance

DAS

KAUFE

ICH JETZT

Bei der österreichischen Börsenfirma

handelt es sich um den Weltmarktführer

bei Recyclingkartons.

Die Gesellschaft bietet aber auch

zahlreiche weitere Verpackungsprodukte

und Papiere an. Das Unternehmen

ist in 30 Ländern mit 60

Standorten vertreten.

Der Aktienkurs notiert aktuell deutlich

unter dem Höchstkurs von 193

Euro (siehe Chart). Das liegt daran,

dass das erste Quartal nicht prickelnd

ausgefallen ist. So sank der Umsatz

um elf Prozent auf 928 Millionen

Euro, das operative Ergebnis (Ebitda)

um 12,7 Prozent auf 104 Millionen

Euro. Zudem waren im Geschäftsjahr

2025 Sonderabschreibungen auf

Vermögenswerte angefallen. Die Firma

leidet auch unter den aktuell hohen

Energiekosten im Zuge der geopolitischen

Krisen.

Langfristig indes bleibt das Verpackungsgeschäft

auch wegen des Onlinehandels

aussichtsreich. Auch können

die Energiepreise bei einer

Entspannung der Lage im Nahen Osten

korrigieren. Mayr-Melnhof selbst

hat Randbereiche wie Papiere für Zigaretten

verkauft und das Straffungsprogramm

„Fit for Future“ aufgelegt.

Die Analysten erwarten im Schnitt,

dass der Nettogewinn 2026 um 46

Prozent steigt. Das 2026er-KGV von

14 ist günstig, 2027 soll es auf 10,4 sinken.

Die für 2026 erwartete Dividendenrendite

beträgt 2,90 Prozent (ISIN:

AT0000938204). Weitere spannende

Aktien aus Österreich ab Seite 56.

Mayr-Melnhof

Aktienkurs in Euro

2022 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

Mehr Aktien-Tipps von

Andreas Körner gibt es auch

in seinem Börsenbrief. Den

finden Sie unter folgendem

QR-Code

ANDREAS KÖRNER,

CHEFSTRATEGE

NEBENWERTE

BÖRSENBRIEF UND

EX-WERTPAPIER-

HÄNDLER

200-Tage-Linie

180

140

100

60

GETTY IMAGES

Mit KI zum Kurserfolg

Der KI-Kick funktioniert noch immer: Allein

die Verkündung einer Kooperation

mit OpenAI führte bei der Aktie der renommierten

Bildagentur zu einem Kurssprung

von zeitweise über 200 Prozent.

Getty-Bilder sollen zukünftig in die Suchfunktion

von ChatGPT integriert werden.

Das verschafft den Produkten der Amerikaner

mehr Sichtbarkeit. Wie viel Geld

dabei an wen fließt, wurde nicht bekannt

gegeben.

Die extreme Reaktion beim Aktienkurs

dürfte auf den geringen Freefloat der Papiere

zurückgehen. Aktionäre hatten ansonsten

zuletzt wenig Freude an den Titeln.

Innerhalb von fünf Jahren haben die

Aktien 95 Prozent an Wert verloren.

HIT

SHIT

In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation

CHART DER WOCHE

Nach zehn Jahre Brexit: Mehrheit für EU

Das Brexit-Votum vom 23. Juni 2016 ist zehn Jahre her. Eine Studie zeigt:

Seither stimmte fast immer eine Mehrheit der Briten gegen den Austritt aus

der EU. Erst im März 2026 befürworteten 57 Prozent die EU. Der Fokus liegt

dabei zunehmend auf einer pragmatischen Zusammenarbeit. Dennoch tritt

mit Keir Starmer bereits der fünfte Premierminister vorzeitig zurück und lässt

offen, wie Großbritannien seinen europafreundlichen Kurs fortsetzen wird.

Zehn Jahre Brexit

Briten, die Teil der EU sein möchten (in Prozent)

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 2026

FOCUS MONEY 27/2026

65

60

55

50

45

Quelle: Bertelsmann Stiftung

ACCENTURE

Mit KI in die Krise

Nachdem das US-Beratungsunternehmen

die Ergebnisse für das dritte Quartal

des versetzten Geschäftsjahres vorgelegt

hatte, ging es mit dem Aktienkurs

um knapp 20 Prozent bergab. Zwar hatte

Accenture beim Gewinn je Aktie mit

3,80 Dollar (3,30 Euro) die Analystenerwartungen

(3,71 bis 3,72 Dollar) übertroffen,

aber der Ausblick für das Gesamtjahr

wurde nach unten angepasst – was

am Markt gar nicht gut ankam.

Im Wochenverlauf weitete sich das

Kursminus auf bis zu 25 Prozent aus, weil

Branchenkenner davon ausgehen, dass

die Kunden durch den Einsatz von künstlicher

Intelligenz (KI) dauerhaft weniger

IT-Beratung benötigen.

7


moneykompakt

ZiNSRADAR

SCHMELZENDER

GOLDBARREN: Bei

3750 Dollar verläuft ein

Aufwärtstrend

Ratenkredite

Kreditsumme 5.000 Euro

36 Monate Laufzeit, Zinssätze effektiv in % p.a.

Anbieterauswahl

Zinssatz

Zinsen

in Euro

PSD Bank West 5,63 434,56

BBBank 1 5,99 462,28

Deutsche Skatbank 1 6,16 475,24

Allgemeine Beamten Bank 1 6,39 493,24

SKG Bank 1 6,49 500,80

Bank of Scotland 1 6,69 516,28

DKB Deutsche Kreditbank 6,79 523,84

Targobank 1 6,95 536,44

ING 1 7,32 564,88

Hypovereinsbank 1 7,46 575,68

Norisbank 1 7,90 609,52

Ikano Bank 1 7,99 616,72

PSD Bank RheinNeckarSaar 1 8,61 664,60

Creditplus-Bank 1 9,25 713,92

Deutsche Bank 1 9,39 724,72

Postbank 1 9,39 724,72

Schlechtester Anbiter 1 13,84 1.067,80

1

bonitätsabhängig

Trend beim Ratenkredit:

stagnierend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 22.06.2026

Annuitätendarlehen

350.000 Euro Kreditsumme, Laufzeit 15 Jahre,

1,5% Anfangstilgung, 80% Beleihung

Anbieterauswahl Nominalzins Rate*

Sparda-Bank Hessen 3,75 1.531,25

Sparda-Bank BW 3,95 1.589,58

PSD Bank West 3,99 1.601,25

PSD Bank RheinNeckarSaar 4,09 1.630,42

Sparda-Bank West 4,10 1.633,33

DEVK 4,14 1.645,00

ING 4,14 1.645,00

PSD Bank Nord 4,14 1.645,00

HypoVereinsbank 4,17 1.653,75

Debeka Bausparkasse 4,25 1.677,08

Allianz 4,28 1.685,83

Commerzbank 4,34 1.703,33

Sparda-Bank Nürnberg 4,49 1.747,08

Deutsche Bank 4,58 1.773,33

*

monatlich in Euro, ohne Berücksichtigung von Gebühren

Trend beim Baugeld:

leicht steigend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 23.06.2026

EDELMETALLE

Gründe für die Korrektur

Gold und Silber stehen unter Druck. Das ist zwar kein Grund, die

Flinte ins Korn zu werfen, Anleger sollten aber vorsichtig agieren

Von Anfang 2024 bis Januar 2026 stieg

der Goldpreis um 170 Prozent, der Silberpreis

sogar um mehr als 400 Prozent.

Die anschließende Korrektur schien dagegen

wie eine Lappalie, denn bereits im

Februar bombardierten amerikanische

und israelische Kampfflugzeuge den

Iran. Geopolitische Turbulenzen, so wissen

Edelmetall-Fans, kommen in der Regel

Gold und Silber zugute. Diesmal lief

es jedoch anders.

Gold und Silber schwächeln. Seit ihren

Hochs im Januar hat Gold in der

Spitze 25 Prozent verloren, Silber hat

sich fast halbiert. Ein Grund ist der starke

US-Dollar. Die beiden Edelmetalle

notieren in Dollar. Eine Aufwertung des

Dollars gegenüber anderen Währungen

verteuert die Edelmetalle für Menschen

in der Eurozone oder Japan beispielsweise.

Dadurch sinkt die Nachfrage.

Das ist ein zentraler Treiber für den

Kursrutsch bei den Edelmetallen. Dabei

spielt auch die US-Notenbank Fed eine

Rolle. Ein Grund für die Stärke des Dollars

sind auch jüngste Aussagen des amerikanischen

Notenbankchefs Kevin Warsh,

der die Bedeutung der Preisstabilität besonders

hervorgehoben hat. Die Finanzmärkte

interpretierten dies als Hinweis

auf eine mögliche Zinserhöhung.

Edelmetalle reagieren äußerst empfindlich

auf makroökonomische Rahmenbedingungen.

Faktoren wie steigende

Zinsen, ein stärkerer Dollar und

nachlassende geopolitische Spannungen

haben die Attraktivität von Gold

und Silber als sichere Anlageformen für

Anleger gemindert.

Die Bewegungen auf makroökonomischer

und geldpolitischer Ebene sind

auch den Großbanken nicht verborgen

geblieben. So hat die Deutsche Bank

kürzlich ihre Goldpreisprognosen um

bis zu 22 Prozent gesenkt. Zwar liegen

die Kursziele noch deutlich über dem

aktuellen Goldpreis, doch zeigen die reduzierten

Prognosen, dass die Bank

skeptischer geworden ist. Mit dieser

Prognose schwimmt die Deutsche Bank

im Kielwasser von Goldman Sachs.

Auch die Amerikaner geben bei Gold

nicht mehr Vollgas.

Bei Gold und Silber ist derzeit Vorsicht

geboten. Es besteht die Möglichkeit, dass

Gold auf den Aufwärtstrend zurückfällt

(siehe Grafik unten). Dieser verläuft aktuell

bei etwa 3750 US-Dollar. Das ist jedoch

keine Blaupause für einen erneuten

starken Anstieg. Denn Pausen und Enttäuschungen

gab es bei Edelmetallen

schon immer. So stieg Gold von Ende

2008 bis Sommer 2011 auf rund 1900

Dollar. Diese Marke sollte Gold erst im

Sommer 2020 wieder erreichen. DR

Charttechnische Risiken

Gold

Preis für eine

Feinunze Gold in USD

200-Tage-Linie

Aufwärtstrend

2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

5000

4000

3000

2000

1000

8 Foto: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY FOCUS MONEY 27/2026


NEUER US-NOTEN-

BANKCHEF

WARSH: Lieber

keine Prognosen

Die Weltlage spielt

Warsh in die Karten

Einfach wird es nicht mit ihm. Das

hat der neue US-Notenbankchef Kevin

Warsh schon gleich bei seiner Premiere

klargemacht: nicht für Anleger

und schon gar nicht für US-Präsident

Donald Trump.

Warsh will sich nicht in die Karten

schauen lassen und gibt keine Prognosen

für die künftige Zinspolitik. Sein

Vorbild: der kürzlich verstorbene Alan

Greenspan, der die Notenbank von

1987 bis 2006 leitete. Greenspan

sprach immer nur in wenigen Sätzen

und glich eher einem Orakel. Es gab

damals einen ganzen Berufsstand, der

nichts anderes tat, als den „Greenspeak“

zu entschlüsseln. Ein wichtiger

Indikator war damals, ob die Aktentasche

Greenspans ausgebeult oder

leer war, wenn er bei der Offenmarktsitzung

ankam.

Insbesondere Powell legte großen

Wert auf viel Kommunikation. Er bereitete

die Märkte schon Wochen vorher

auf die Ergebnisse der FOMC-Sitzungen

vor. Überraschungen blieben

aus. Das wird sich unter Warsh ändern.

Die Schwankungen an den Finanzmärkten

rund um die Zinsentscheidungen

der Fed werden

zunehmen.

MIKA

HOFFMANN,

REDAKTEUR

FOCUS

MONEY

MIKAS

MARKT

MONITOR

Warsh überraschte die Märkte mit

der Klarheit, mit der er am Inflationsziel

von zwei Prozent festhält. Davon

gibt es kein Abrücken. Sehr zum

Missfallen von Präsident Trump, der

Powell regelmäßig beschimpfte, weil

er sich weigerte, die Geldpolitik zu lockern.

Auf die erste Warsh-Sitzung reagierte

Trump mit einem Schulterzucken:

„Das ist in Ordnung. Was auch

immer.“ Ob der Präsident auch in Zukunft

so ruhig bleibt, ist fraglich.

Warsh kommt zugute, dass mit

dem sich abzeichnenden Frieden

zwischen den USA und dem Iran der

Inflationsdruck deutlich nachlassen

wird und das Wachstum in den USA

noch weiter angefacht wird. Eigentlich

ein Idealszenario. Da kann er

sich erst einmal leisten, nichts zu tun.

Und fünf Kommissionen einsetzen,

die erarbeiten sollen, wie die Fed-

Politik in Zukunft aussehen soll.

KFW-BAUKREDITE

Förderung

läuft weiter

Frist verlängert! Das Bundesministerium

für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

hat die eigentlich zum 30. Juni auslaufende

KfW-Förderung „Effizienzhaus

55“-Standard für Neubauten hierzulande

mit Baugenehmigung nunmehr bis zum

31. Dezember 2026 verlängert.

Bei zehn Jahren Laufzeit und Zinsbindung

sowie zwei tilgungsfreien Anlaufjahren

etwa beträgt der aktuelle Effektivzins

der Subvention ein Prozent. Was äußerst

günstig ist, liegt doch der marktübliche Effektivzins

im Schnitt zwischen 3,5 und vier

Prozent per annum (s. auch Zinsradar S. 8).

Die maximale Kreditsumme rangiert bei

100 000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung

für die Inanspruchnahme der Effizienzhaus-55-Förderung

ist, dass die Bauprojekte

bereits geplant sind und eine

Baugenehmigung vorliegt. Außerdem

müssen die Neubauten zu 100 Prozent auf

Basis erneuerbarer Energien beheizt werden.

Private und gewerbliche Investoren

können die Kredite über ihre Hausbank bei

der KfW beantragen.

Mehr Informationen erteilen die Fachleute

der KfW unter der kostenfreien Rufnummer

08 00/5 39 90 02 von Montag bis

Freitag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr. TS

Effizienzhaus-55-Förderung

(neue Wohngebäude) der KfW

Laufzeit

Zinsbindung

Quelle: KfW; Stand: 23.06.26; 1) tilgungsfrei

Anlaufzeit 1)

Effekivzins

p.a.

4 bis 10 Jahre 10 Jahre 1 bis 2 Jahre 1,00 %

11 bis 25 Jahre 10 Jahre 1 bis 3 Jahre 2,05 %

26 bis 35 Jahre 10 Jahre 1 bis 5 Jahre 2,21 %

Leitzinsen bleiben

Der neue Fed-Chef Warsh kann

sich zurücklehnen: Ölpreis und

Inflationsrisiken sinken aufgrund

der Friedenshoffnungen

zwischen den USA und dem

Iran. Eine Zinserhöhung ist

damit vom Tisch

US-Leitzinsen

Fed Funds Target Rate in Prozent

2014 16 18 20 22 24 2026

5

4

3

2

1

0

Quelle: Statista

SOLIDE GEZIMMERT:

Baureife Immobilien fördert

der Bund mit Bauzinsen

ab einem Prozent

FOCUS MONEY 27/2026

Fotos: Adobe Stock, Federal Reserve 9


moneykompakt

YEN

Notenbank

spielt mit

YEN: Der Yen fiel zum

Dollar auf den

niedrigsten Stand seit

fast 40 Jahren

Der japanische Yen hat einen kritischen

Wert erreicht: Ein US-Dollar kostet mittlerweile

161 Yen. Das ist der niedrigste Stand,

den der Yen zuletzt vor fast 40 Jahren erreicht

hat. Noch vor 14 Jahren kostete der

Dollar die Japaner weniger als 80 Yen - der

Greenback hat sich damit um mehr als 100

Prozent verteuert.

Das freut Touristen, die in Japan Urlaub

machen, sowie die japanische Exportwirtschaft,

deren Produkte auf den Weltmärkten

häufig billiger werden. Eine Abwertung

dieser Größenordnung zeichnet jedoch keine

Industrienation aus, sondern eher eine

Bananenrepublik. Ökonomen fürchten importierte

Inflation und einer Schwächung

der Kaufkraft der privaten Haushalte.

Dass die Lage ernst ist, zeigte sich am

Montag, dem 22. Juni. Laut der Nachrichtenagentur

Reuters führte Japans Finanzministerin

Satsuki Katayama ein Notfall-

Online-Gespräch mit US-Finanzminister

Scott Bessent. Die Hände in den Schoß haben

die Japaner nicht gelegt: Tokio gab zwischen

Ende April und Anfang Mai die Re-

8

6

4

2

0

Yen und Leitzins

und damit gleichberechtigt über die strategische

Ausrichtung entscheiden.

Ziel der Bundesregierung ist es, technologische

Souveränität zu stärken und

sicherheitspolitische Interessen besser

zu schützen. Die Beteiligung erfolgt über

die staatliche Förderbank KfW und soll

anschließend vom Bundeswirtschaftsministerium

verwaltet werden. Zusätzlich sichert

sich der Staat sogenannte „Golden

Shares“ an zentralen Tochtergesellschaften.

Diese geben Berlin weitreichende

Mitspracherechte bei strategischen Enttige

Händchen gehabt hat, darf bezweifelt

werden. In der Regel wird versucht, eine

starke und dauerhafte Schwäche des Yens

zu kontern. Das passierte jedoch meist zu

spät (siehe Grafik unten). Grundsätzlich gilt,

dass die japanische Notenbank durch ihre

permanenten Leitzinssenkungen zur Yen-

Stärke beigetragen hat. Das hört sich unlogisch

an und widerspricht der gängigen

Lehrbuchmeinung, kommt in Japan aber

offenbar häufiger vor.

DR

Japanischer Yen in US-Dollar

Japanischer Leitzins in %

Durchschnittskurs Yen

Abwertung läuft

Der Dollar hat gegenüber

dem Yen den

höchsten Stand seit

fast 40 Jahren erreicht.

Ein Mittel gegen

die Yen-Schwäche

sind höhere

Leitzinsen. Ihre Wirkung

war jedoch häu-

– 2

'80 '90 '00 '10 '20

fig bescheiden Quelle: Factset UK Limited 2026

250

200

150

100

50

KNDS

Der Weg an die Börse ist frei

Der Bund steigt beim deutsch-französischen

Rüstungskonzern KNDS ein und

sichert sich damit erheblichen Einfluss

auf eine Schlüsselindustrie. Wie die Bundesregierung

mitteilte, übernimmt der

deutsche Staat 40 Prozent der Anteile an

dem Panzerhersteller. Damit ist der Weg

für den Börsengang von KNDS frei. Das

IPO soll noch diesen Sommer erfolgen,

möglicherweise schon bis 13. Juli. 20 Prozent

der Anteile sollen am Markt platziert

werden. Künftig werden Deutschland

und Frankreich jeweils 40 Prozent halten

kordsumme von 11,7 Billionen Yen (72,44

Milliarden Dollar) für Interventionen aus.

Die Intervention zeigte jedoch nur zeitweise

Wirkung.

Die japanische Finanzministerin wiederholte

eine Phrase, die Finanzminister weltweit

in solchen Situationen reflexartig verwenden:

Japan werde „jederzeit angemessen

auf Währungsschwankungen reagieren”.

Ob die japanische Notenbank bei den

Launen des Devisenmarkts immer das rich-

scheidungen, etwa bei Standortfragen

oder Unternehmensumbauten.

KNDS entstand aus der Fusion von

Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen

Nexter-Konzern und produziert

unter anderem den Leopard-Panzer.

Die Systeme gelten als Rückgrat der

Bundeswehr. Entsprechend groß ist das

sicherheitspolitische Interesse Deutschlands,

direkten Einfluss auf das Unternehmen

zu behalten.

Wirtschaftlich steht KNDS solide da.

Der Umsatz lag zuletzt bei 4,4 Milliarden

Euro, der Auftragsbestand bei über 33

Milliarden Euro. Angesichts steigender

Verteidigungsausgaben dürfte die Bedeutung

des Konzerns langfristig weiter

wachsen.

AK

10 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


FOCUS MONEY-AUSGABE

VON 2001: „Der Meister der

Märkte schlägt Alarm“

ALAN GREENSPAN

US-Notenbank-

Legende

gestorben

Das Orakel der Wall Street – das

war Alan Greenspan auch für uns

Redakteurinnen und Redakteure

des Market-Ressorts von FOCUS

MONEY. Über die Deutung seiner

Anhörungen vor dem US-Kongress

und berühmt-berüchtigten, kryptischen

Reden als Chef der US-Notenbank

Fed diskutierten wir damals

engagiert. Bis heute unvergessen ist

seine berühmte Warnung aus dem

Jahr 1996 vor der „irrational exuberance“,

dem unvernünftigen Überschwang

der Märkte.

„Der Meister der Märkte schlägt

Alarm“ titelten wir infolge seiner

zumeist genuschelten Skepsis auf

dem Cover Anfang 2001. Was wir

damals nicht wussten: Die von ihm

BAFIN

Aufsicht greift durch

Gleich in zwei Fällen nimmt die deutsche

Finanzmarktaufsicht Bafin Unternehmen

eng an die Kandare. Zum einen

wurde auf ihre Anordnung hin die

gesamte Geschäftsleitung der Privatbank

Berenberg ausgetauscht. Die

Befugnisse der bisherigen drei Mitglieder

ruhen ab sofort und die Geschäftsleitung

wird von zwei durch die

Bafin eingesetzte Sonderbeauftragte

wahrgenommen – ein extrem harter

Eingriff. „Während der Jahresabschlussprüfung

für 2025 hatten sich

Hinweise auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße

ergeben“, schreibt

Berenberg. „Dies betraf insbesondere

bestimmte Markttransaktionen mit

unklarem Hintergrund, bei deren Aufklärung

die nötige Transparenz fehlte.“

Dem Vernehmen nach soll es um

1996 vorhergesagte und zwischenzeitlich

eingetretene Korrektur

an den Börsen sollte sehr viel

länger anhalten und mündete

2008 nach einem kurzen kräftigen

Aufschwung in eine der bis dato

heftigsten Krisen – der Finanzmarktkrise,

die drohte, die Welt ins

Verderben zu reißen.

Die Schuld wurde Alan Greenspan

und seiner Politik des „billigen

Geldes“ angelastet. Der Magier war

entzaubert. Seinen Lebensabend

verbrachte der Ex-Notenbanker zurückgezogen

aus der Öffentlichkeit.

Am 22. Juni 2026 ist Alan Greenspan

infolge seiner Parkinson-Erkrankung

im Alter von 100 Jahren

gestorben.

BAN

zweifelhafte Aktiengeschäfte und Immobiliendeals

gehen.

Zum anderen geht die Bafin ebenfalls

hart gegen die Investmentgesellschaft

DF Deutsche Finance vor und

bestellt einen Sonderbeauftragten,

der die Erteilung von Auskünften und

Vorlage von Unterlagen überwacht.

Das im Immobilien- und Infrastrukturbereich

tätige Unternehmen verwaltet

ein Vermögen von mehr als zwölf

Milliarden Euro. „Mithilfe der Auskünfte

und Unterlagen will sich die Bafin

ein eigenes Bild von der Ordnungsmäßigkeit

der Verwaltung geschlossener

Publikumsfonds verschaffen,

die von der Kapitalverwaltungsgesellschaft

verantwortet werden“, so die

Aufseher. Die Maßnahmen sind sofort

vollziehbar.

WM

EXPORT-SCHWEMME AUS CHINA

EU-Industrie

massiv bedroht

Warum sprechen Ökonomen neuerdings von einer

massiven Bedrohung der europäischen Industrie

durch China?

Michael Hüther: Weil es im Verhältnis zwischen

Europa und China erhebliche Ungleichgewichte

gibt. Normalerweise – und

das ist ja auch die deutsche Glaubensposition

– würden wir sagen: Freihandel ist besser

als alles andere. Aber inzwischen sind wir vor

allem mit der Frage konfrontiert: Was passiert,

wenn ein großer Player uns seine Probleme

auf den Tisch legt und dabei auch noch

unfaire Praktiken einsetzt.

Das bedeutet?

Hüther: Dass wir überlegen müssen, ob wir

die Nachteile aus Übersubvention und Unterbewertung

der Währung nicht über eine gezielte

Zollpolitik ausgleichen.

Das ist nicht gerade die reine Lehre...

Hüther: Mag sein. Sie können es aber auch

andersherum sehen: Wir stellen über den

Ausgleich der Nachteile bei Subventionen

und Währung überhaupt erst einen fairen

Wettbewerb sicher – und einen funktionsfähigen

Markt.

Wie könnte das konkret aussehen: 30 Prozent auf

alles?

Hüther: Wir könnten zeitlich befristete Abwehrzölle

auf chinesische Importe einführen

und damit sehr deutlich machen, dass wir die

chinesische Handelspolitik so nicht mehr

mitmachen. Wir können uns ja nicht selbst

zum Schlachthof führen.

UTZ

GRENZE ZIEHEN:

IW-Chef Michael

Hüther plädiert für

eine härtere

Gangart der

Europäer mit

China

FOCUS MONEY 27/2026

Foto: U. Wagner/Institut der deutschen Wirtschaft 11


moneytitel

ALTERSVORSORGE

SORGEN

IN DEN

COOLE RENTNER:

Finanziell gut geplant,

macht der Ruhestand

richtig Spaß

12

FOCUS MONEY 27/2026


FREI

Seite

Inhalt

12 Schneller raus aus dem Job

Wie Sie den Zeitpunkt Ihres Ruhestands selbst

bestimmen und was zur Finanzierung wichtig ist

15 Die Grundlagen des Altersgeldes

Worauf Sie bei der gesetzlichen Rente bauen können –

und welche Reformen in allen drei Säulen kommen

18 So klappt es mit dem früheren Ruhestand

Drei Beispiele, wie der Finanzierungsplan für den Rentenstart

mit jeweils 67, 63, 60 und 57 Jahren gelingt

24 Auch im Alter von Börsenrenditen profitieren

Warum und wie Sie als Rentner die Börse nutzen –

damit trotz Entnahmen das Vermögen erhalten bleibt

28 Strategien für den Kapitalaufbau

Mit welchen konkreten Fondssparplänen Sie Ihre

individuellen Ruhestandsziele erreichen können

RUHESTAND

Vorzeitig in Rente

Über die Hälfte der Bundesbürger möchte mit spätestens

60 Jahren in Rente gehen – manche davon sogar noch

deutlich vorher. Das muss finanziell gut vorbereitet sein

Gewünschtes Renteneintrittsalter

in Prozent der Befragten

bis zu 40 Jahre 1,9

bis zu 50 Jahre 7,0

Früher in Rente gehen und das Leben

ohne Job genießen – das ist der Traum

vieler Bundesbürger. Doch allzu oft scheitert

das am nötigen Kapital. FOCUS MONEY

zeigt, wie die Finanzierung gelingt

bis zu 60 Jahre 49,3

bis zu 70 Jahre 26,6

bis zu 80 Jahre 3,2

über 80/lebenslang

erwerbstätig

88 % des Einkommens

3,0

Versorgungsniveau im Alter

Im Durchschnitt wollen die Deutschen im Ruhestand über

78 Prozent ihres derzeitigen Nettoeinkommens verfügen

– aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente

Gewünschtes Einkommen im Alter

in Prozent des letzten Nettoeinkommens, Anteil in Prozent

100 % des Einkommens

bis zu 50 %

und mehr

des Einkommens

23,5 27,3

Quelle: DIW / DGV

17,5

Quelle: LV 1871 „Financial Freedom Report“

21,5

10,2

64 % des Einkommens

76 % des Einkommens

von WERNER MÜLLER

Wenn Wunsch auf Wirklichkeit trifft:

Alle Umfragen zeigen stets aufs Neue,

dass die Deutschen lieber früher als

gesetzlich vorgesehen in Rente gehen

möchten. Doch da das staatliche System

schon jetzt finanziell aus allen

Nähten platzt, geht es in den Reformdiskussionen stattdessen

immer wieder um das genaue Gegenteil. Nämlich,

dass die Bundesbürger länger arbeiten sollen, bis sie ihren

verdienten Ruhestand genießen können.

Doch so leicht lassen sich die Menschen nicht beirren.

Die Zahlen belegen: (Noch) bestehende Möglichkeiten des

schnelleren Jobausstiegs – sei es ohne oder sogar mit teils

kräftigen Rentenabschlägen – werden fleißig genutzt.

Nach aktuellen Angaben der Deutschen Rentenversicherung

beziehen von den 926 000 Neurentnern des Jahres

2025 lediglich 356 000 Personen ihr Ruhestandsgehalt

zum regulären Zeitpunkt – das sind gerade mal 38 Prozent.

262 000 kassieren die abschlagfreie Frührente,

FOCUS MONEY 27/2026

Foto: Adobe Stock

13


moneytitel

DREI FRAGEN AN

Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts

für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

„Für lebenslange

Ausgaben benötigt man

lebenslange Einnahmen“

Was sind denn die wichtigsten Voraussetzungen für eine auskömmliche

finanzielle Ruhestandsplanung?

Michael Hauer: Zunächst gilt es, das individuelle Ziel festzulegen,

also wann man in Rente gehen will und wie viel Rente man

dazu benötigt. Nicht zu unterschätzen ist dabei die finanzielle

Lücke. Man muss mit 70 bis 80 Prozent vom heutigen Nettoeinkommen

rechnen, weniger ist eher unrealistisch. Dann sollte

frühzeitig mit dem Sparen gestartet und dazu eine passende

persönliche Anlagestrategie samt der entsprechenden

Asset-Allocation ermittelt werden. Daraus resultierend sollte

man realistische Sparbeiträge festlegen – und auch konsequent

dabeibleiben. Und nicht vergessen, das Ziel anzupassen,

falls sich die eigene Lebenssituation verändert, etwa durch einen

anderen Job, mehr oder weniger Gehalt, Heirat, Kinder

oder Krankheit.

Wichtig ist zudem die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos:

Dazu sollten mindestens 50 bis 60 Prozent vom heutigen Nettoeinkommen

durch Leibrenten abgedeckt werden. Also Renten,

die lebenslang gezahlt werden, wie zum Beispiel aus der

gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersversorgung, der Basisrente

(Rürup-Rente) oder aus einer privaten Rentenversicherung,

damit ein gewisses Basisversorgungsniveau im Alter gehalten

werden kann. Denn für lebenslange Ausgaben benötigt

man lebenslange Einnahmen.

Welche Fehler werden dabei Ihrer Erfahrung nach typischerweise gemacht,

sodass es bei vielen dann doch nicht klappt?

Hauer: Der Plan scheitert meist, wenn die oben genannten

Punkte nicht eingehalten werden. Insbesondere

die Lücke und/oder das Langlebigkeitsrisiko

werden häufig unterschätzt!

Was sollten Vorsorgesparer zusätzlich unbedingt beachten,

wenn sie sogar früher als gesetzlich vorgesehen in

Rente gehen wollen?

Hauer: Wie man aus unseren Berechnungen in den

Beispielen (s. Seiten 18 bis 23) sehr gut erkennen

kann, wird beim Wunsch eines frühzeitigen Ruhestands

die nötige Sparrate wesentlich höher.

Auch die Laufzeit bis zum Ruhestandsbeginn

wird kürzer, und somit steigt

das Risiko, wenn man deshalb mehr

Rendite erreichen will.

Der magische Effekt des Zinseszinses

Wer früh mit dem Sparen anfängt und die Zeit für sich

arbeiten lässt, verfügt später über erfreuliche Summen

das wird im Lauf

der Zeit aus einmalig

100 Euro in/bei;

2 % p.a. 5 % p.a. 7 % p.a. 10 % p.a.

5 Jahren 110,41 127,63 140,26 161,05

10 Jahren 121,90 162,89 196,72 259,37

15 Jahren 134,59 207,89 275,90 417,72

20 Jahren 148,59 265,33 386,97 672,75

25 Jahren 164,06 338,64 542,74 1083,47

30 Jahren 181,14 432,19 761,23 1744,94

35 Jahren 199,99 551,60 1067,66 2810,24

40 Jahren 220,80 704,00 1497,45 4525,93

45 Jahren 243,79 898,50 2100,25 7289,05

50 Jahren 269,16 1146,74 2945,70 11739,09

238 000 nehmen für den vorzeitigen Bezug auch Einbußen

bei der Rentenhöhe in Kauf (s. Grundlagen rechts). Selbst sie

dürfen sich aber bald freuen. Denn die Rentenerhöhung zum

1. Juli 2026 um 4,24 Prozent gilt für so gut wie alle gesetzlichen

Rentenbezieher.

Den Traum erfüllen. Wer nun ernsthaft damit liebäugelt,

seinen Job vorzeitig aufzugeben und sorgenfrei in den Ruhestand

zu wechseln, sollte aber die gesetzlichen Gelder nur als

einen Baustein der Altersfinanzierung betrachten. „Schon

beim regulären Rentenbeginn besteht bei den meisten Bürgern

eine Versorgungslücke, um ihren Lebensstandard im Alter

halten zu können“, sagt Michael Hauer, Geschäftsführer

des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP, s. Interview

links). Das scheint vielen Menschen auch bewusst zu

sein. So hält nach einer aktuellen Yougov-Umfrage des Versicherers

Standard Life beinahe jeder Dritte über 50 Jahre die

eigene finanzielle Absicherung im Alter für gefährdet.

„Insofern muss eine frühere Ruhestandsplanung besonders

gut vorbereitet sein“, sagt IVFP-Chef Hauer. Es gilt also, eine

umfassende Alterssicherungsstrategie samt Kapitalbedarf

zu entwickeln. Schließlich müssen die ganzen schönen Pläne

nach dem Jobausstieg ja auch bezahlt werden. Seien das

Ausgaben für lang ersehnte Reisen, intensivierte Hobbys,

mehr Unternehmungen mit Familie und Freunden oder einfach

die Entspannung zu Hause – jeder hat da seine ganz eigenen

Vorstellungen, wie er die gewonnene freie Zeit individuell

gestalten möchte.

Die Finanzierung sichern. Das Gute vorweg: Wer sich rechtzeitig

mit dem monetären Aspekt auseinandersetzt, einen

vernünftigen Kapitalplan aufstellt und diesen

dann auch konsequent durchhält, dem

MICHAEL HAUER: Professor in Weiden

und Geschäftsführer des IVFP

in Euro Quelle: zinsen-berechnen.de

14 Foto: IVFP

FOCUS MONEY 27/2026


GESETZLICHE RENTE

So funktioniert

die staatliche

Altersversorgung

Die Faktoren der Rentenformel

Entgeltpunkte: Wer in einem

Jahr genau durchschnittlich

verdient, bekommt

genau einen

Entgeltpunkt gutgeschrieben.

So beträgt 2026 das

(vorläufige) Durchschnittsentgelt

51944 Euro. Liegt das

Einkommen darunter, gibt es

weniger, liegt es darüber,

gibt es mehr Entgeltpunkte.

Maximal können rund zwei

Punkte pro Jahr erreicht werden.

Denn es wird nur das

Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze

(BBG)

berücksichtigt (einheitlich in

ganz Deutschland aktuell

101400 Euro). Entgeltpunkte

gibt es aber auch für Kindererziehungszeiten.

Bis zu drei

Punkte können dann zusätzlich

aufs Rentenkonto des Elternteils,

der die Erziehung

überwiegend übernommen

hat, gutgeschrieben werden.

Zugangsfaktor: Mit diesem

Faktor werden Zu- und

Abschläge bei der Rentenberechnung

berücksichtigt. Je

nach Geburtsjahrgang ist

das Alter, ab dem man ab-

schlagsfrei die Regelaltersrente

genießen kann, unterschiedlich

und erhöht sich

bis 2031 auf 67 Jahre (s. Tabelle

oben). Bei regulärem

Rentenantritt ist der Zugangsfaktor

1. Je Monat früherer

Ruhestand beträgt der

Malus 0,3 Prozent. Bei einem

Jahr früher wäre der Zugangsfaktor

daher nur 0,964

(12 x 0,003 weniger). Wer

später als gesetzlich vorgesehen

die Rente beantragt,

bekommt einen Bonus von

0,5 Prozent je Monat. Das ergibt

etwa bei einem Jahr später

eine sechs Prozent höhere

Rente. Die Altersrente

kann frühestens mit 63 Jahren

und dann 35 Jahren Wartezeit

beantragt werden. Wer

aber schon 45 Jahre pflichtversichert

war und Beiträge

gezahlt hat, der kann je nach

Geburtsjahrgang bereits vor

oder mit 65 Jahren abschlagsfrei

in Rente gehen.

Rentenartfaktor: Er gibt

an, um welche Art der Rente

es sich handelt. Für die normale

Altersrente beträgt er 1.

Grundlagen des Geburtsjahrgang

Rentenbeginns

Das reguläre Renteneintrittsalter

erhöht sich

schrittweise auf 67 Jahre.

Wer früher in den Ruhestand

möchte, muss

teils heftige Abschläge

in Kauf nehmen

Rente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert

ENTSPANNT GENIESSEN:

Wer sich gut auskennt,

kann besser für den

Ruhestand kalkulieren

Renten, die als Zuschuss

zum Lebensunterhalt gewährt

werden, wie etwa Witwen-,

Waisen- oder Erwerbsminderungsrenten,

haben

einen niedrigeren Faktor.

Aktueller Rentenwert:

Der Rentenwert wird jedes

Jahr zum 1. Juli neu festgesetzt.

Seit 1. Juli 2023 ist dieser

für West- und Ostdeutschland

gleich hoch.

Zum 1. Juli 2025 stieg dieser

auf 40,79 Euro. Am 1. Juli

2026 wird er erneut erhöht

und beläuft sich dann auf

42,52 Euro. Wer demnach 45

Jahre durchschnittlich verdient

hat und fristgerecht in

Altersrente geht, der würde

damit ab 1. Juli eine Standardrente

von 1913,40 Euro

brutto pro Monat erhalten.

Quelle: eigene

Berechnungen

reguläres Renten-

Rentenalter eintritt1)

(Jahre +

Monate)

Ein Beispiel

Abschlag auf

monatl.

Rente bei Rente

mit 632)

Geburtsdatum 1. Mai 1960

vorzeitige Rente ab 45

Beitragsjahren ohne

Abschläge ab . . .

(Jahre + Monate)

1960 66+4 2026/27 12,00 % 64+4

1961 66+6 2027/28 12,60 % 64+6

1962 66+8 2028/29 13,20 % 64+8

1963 66+10 2029/30 13,80 % 64+10

ab 1964 67 ab 2031 14,40 % 65

1)abhängig vom konkreten Geburtsdatum; 2)63 ist das frühestmögliche Rentenalter bei mindestens 35 Versicherungsjahren;

Quellen: BMAS, eigene Berechnungen

Zuzahlungen möglich: Ab

dem vollendeten 50. Lebensjahr

dürfen Rentenversicherte

zusätzliche Beiträge einzahlen,

um ihre Rente

aufzustocken. Sei es etwa,

um Abschläge auszugleichen

oder Mindestversicherungszeiten

zu erreichen. Die Kosten

dafür hängen von den aktuellen

Rentenregeln ab. So

kostet 2026 ein zusätzlicher

Rentenpunkt 9661,58 Euro.

Damit sich das finanziell

lohnt, müsste die erhöhte

Rente rund 19 Jahre lang kassiert

werden. Vorteil: Man erkauft

sich die künftige Rente

zu heutigen günstigeren Konditionen.

Nachteil: Es ist teuer,

das Geld unwiderruflich

eingezahlt und politischen

Eingriffen ausgesetzt.

Geboren im Mai 1960, werden bis zum regulären

Rentenbeginn im September 2026 (66 Jahre, 4 Monate)

50 Entgeltpunkte angesammelt worden sein.

Das ergibt dann 2126,00 Euro Altersrente:

Entgeltpunkte (EP) 50,00

Zugangsfaktor (ZF) 1

Rentenartfaktor: Vollrente (RAF) 1

aktueller Rentenwert (aRW 2026) ab Juli 2026: 42,52 Euro

Rentenformel (EP x ZF x RAF x aRW) 50 x 1 x 1 x 42,52

monatliche gesetzliche Rente 2126,00 Euro

FOCUS MONEY 27/2026

Foto: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

15


moneytitel

stehen die Türen für die persönlichen Pläne weit offen. Ob es

dann für den Ausstieg mit 65, 63, 60 Jahren oder gar noch früher

reicht, hängt ganz von den individuellen Lebensumständen

und finanziellen Möglichkeiten ab. Klar ist aber, an den

Kapitalmärkten führt dafür kein Weg vorbei. Deren langfristig

höhere Renditechancen sollte sich jeder Vorsorgesparer zunutze

machen. Je früher damit begonnen wird, desto besser.

Dann kann auch der Zinseszinseffekt auf längere Sicht seine

volle Wirkung entfalten (s. Tabelle S. 14).

Wie die Planung gelingt, hat das IVFP für FOCUS MONEY

anhand dreier Beispielfälle konkret durchgerechnet (s. rechts

und S. 18-23): für 30-jährige Singles, 40-jährige Eltern mit

Familie und 50-jährige Paare ohne Kinder. Dabei ist die Strategie

auch auf hohe Lebensalter ausgerichtet. „Denn insbesondere

das Langlebigkeitsrisiko wird in vielen üblichen Berechnungen

häufig unterschätzt“, sagt IVFP-Experte Hauer.

Außerdem wird beachtet, dass für einen Ruhestandsbeginn

vor 63 Jahren zusätzliches Kapital nötig ist, da die Rentenzahlungen

erst mit 63 starten und die Jahre zuvor rein aus

privaten Mitteln finanziert werden müssen.

Wie auch Rentner von der Börsenperformance profitieren,

finden Sie ab Seite 24, und mit welchen realen Geldanlagen

die individuellen Ziele zu erreichen sind, ab Seite 28 – damit

aus den Wünschen doch noch Wirklichkeit werden kann.

IM RHYTHMUS: Sich

die Bewegung der

Kapitalmärkte bei der

Ruhestandsfinanzierung

zunutze machen

REFORMEN

GESETZLICHE RENTE

Lange erwartete Vorschläge

Endlich da sind die 33 umfassenden Reformvorschläge der

mit zahlreichen Experten besetzten Rentenkommission zur

nachhaltigen Stärkung der finanziell schwer angeschlagenen

gesetzlichen Rente. Diese seien explizit als „Gesamtkonzept“

zu verstehen. Kernelemente sind eine an die Lebenserwartung

angepasste moderat längere Arbeitszeit,

eine breitere Basis der Beitragszahler, die Einschränkung

von Frühverrentungen sowie der Aufbau einer obligatorischen

kapitalgedeckten Rentenkomponente innerhalb des

Systems („gesetzliche Kapitalrente“).

So empfehlen die Experten in puncto Kapitalrente konkret,

künftig einen von Arbeitgeber und -nehmer paritätisch finanzierten

zusätzlichen Beitragssatz von zwei Prozent für individuelle

Kapitalkonten der Beitragszahler zu erheben. Anfangs

nur 0,5 Prozent des Bruttolohns, schrittweise aber auf

zwei Prozent nach vier Jahren steigend. Die abschlagfreie

Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren soll abgeschafft

werden, die Frühverrentung nach 35 Beitragsjahren mit Abschlägen

erst ab 64 Jahren statt derzeit 63 Jahren möglich

sein. Auch Selbstständige, Abgeordnete und Firmenvorstände

sollen einzahlen. Beamte zwar nicht, aber die Reformen

sollen für sie übernommen werden. Noch vor der Sommerpause

will die Bundesregierung an die Umsetzung gehen.

AKTIVRENTE

Bereits gern genutzt

Seit diesem Jahr können Rentner auch im Ruhestand freiwillig

weiterarbeiten und erhalten dafür einen Steuerbonus.

2000 Euro monatlich, also 24 000 Euro im Jahr, bleiben vom

Zugriff des Fiskus verschont, wenn Senioren trotz Rentenzahlungen

eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

ausüben. Voraussetzung ist allerdings, dass sie bereits

ihre Regelaltersgrenze erreicht haben. Frührente

kassieren und trotzdem steuerbegünstigt weiterarbeiten ist

also (zunächst) nicht drin. Erreichen aber Frührentner dann

ihre Regelaltersgrenze, gilt der Steuerbonus auch für ihre

Tätigkeiten. Gewerbetreibende, Freiberufler, Selbstständige

oder Minijobber bleiben jedoch außen vor, da es nur um

sozialversicherungspflichtige Jobs geht.

Entgegen des Namens bezeichnet die Aktivrente also

keine zusätzlichen Rentenleistungen, sondern ist ein altersbedingter

Steuerfreibetrag für Arbeitseinkommen. Daher

fällt innerhalb dieses Freibetrags zwar keine Steuer an,

Kranken- und Pflegeversicherung werden aber dennoch

fällig. Die Aktivrente hat dabei keinen Einfluss auf die Rentenzahlungen,

diese laufen also nebenher ungeschmälert

weiter. Erste Auswertungen des IT-Dienstleisters Datev zeigen,

dass die Aktivrente ankommt und vor allem mittelständische

Unternehmen mehr Rentner beschäftigen.

16 FOCUS MONEY 27/2026


Allgemeine Annahmen für alle Beispielfälle

■ Renditen in der Ansparphase: 3%, 5%, 8% nach Fondskosten (netto)

■ Keine Kosten (z. B. Ausgabeaufschläge) bei der Direktanlage

■ Steigerung des Durchschnittsentgelts: 2,5% p.a. (entspricht der durchschnittlichen

Steigerung der letzten 25 Jahre)

■ Inflation: 2% p.a.

■ Steigerung gesetzliche Rente: 1,5% p.a.

■ Auszahlungen unterliegen der Abgeltungsteuer mit Steuersatz (inkl. Soli) von 26,38%

■ Grenzsteuersatz im Alter beträgt 70% vom heutigen Grenzsteuersatz

■ Sozialabgaben: 7,3% Krankenversicherung (KV) Arbeitnehmer-Anteil + 2,9% KV Zusatz;

3,6% Pflegeversicherung + ggf. 0,6% Zuschlag für Kinderlose

■ Kapitalverzehr nach durchschnittlicher Lebenserwartung (Sterbetafel DAV 2004;

Kalkulationsgrundlage deutscher Lebensversicherer)

■ Lebenserwartung wird bei Ehepaaren auf die Frau berechnet

■ Umschichtung der Fondsguthaben beim Wechsel in die Auszahlphase (von reinem

Aktienfonds in Mischfonds)

■ Liquide Mittel werden zum Start der Einzahlungen zu identischen Konditionen wie

die ratierlichen Beiträge investiert (einmalige Zuzahlungen zu Beginn)

■ Thesaurierender Fonds in der Auszahlphase

■ Rendite in der Auszahlphase immer 4% nach Fondskosten (netto)

FRÜHSTARTRENTE

Bald geht es für Familien los

Auf der Zielgeraden befindet sich die Frühstartrente, mit der

die Politik „den frühzeitigen Aufbau einer Altersvorsorge unterstützt

und Kinder und Jugendliche bereits früh im Leben

mit den Chancen des Kapitalmarkts vertraut macht“, formuliert

die Bundesregierung ihre Absicht. Als Startkapital für

ihre private Altersvorsorge erhalten Kinder und Jugendliche

vom 6. bis 18. Lebensjahr vom Staat monatlich zehn Euro in

ein individuelles Altersvorsorgedepot einbezahlt. Dazu eröffnen

die Eltern für ihre Kinder ein individuelles, kapitalgedecktes

und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot

bei einem Anbieter ihrer Wahl. Tun sie dies nicht, „greift

eine bürokratiearme und kostengünstige Auffanglösung“,

wie es heißt, und der Staat investiert das Geld für die Kinder.

Ab der Volljährigkeit kann das Depot von den Kindern mit

eigenen Einzahlungen weiter bespart werden. Auch zuvor

sind aber jederzeit Zuzahlungen etwa von den Eltern möglich.

Ein nahtloser Übergang zur neuen privaten Förderrente

(s. r.) sowie der angedachten „gesetzlichen Kapitalrente“

(s. l.) soll möglich sein. Bis zur Auszahlungsphase des Depots,

also dem Renteneintritt des Kindes, bleiben die Erträge steuerfrei.

Rückwirkend zu Jahresbeginn 2026 sollen die Zahlungen

in die Frühstartrente zunächst für den Jahrgang 2020

erfolgen, dann peu à peu auch für alle weiteren Jahrgänge.

GEFÖRDERTE PRIVATRENTE

Produkte in den Startlöchern

Bereits beschlossen ist die Nachfolgelösung der viel geschmähten

Riester-Rente. Die neue geförderte private Altersvorsorge

startet 2027 und bringt vor allem mehr Flexibilität

und Kapitalmarktnähe in die Förderrenten. „Dabei ist

das Fördervolumen beachtlich und die Produktauswahl vielseitig“,

sagt Michael Hauer vom IVFP. „Dies ist grundsätzlich

zu begrüßen, denn dadurch werden wahrscheinlich mehr

Menschen für das wichtige Thema Altersvorsorge erreicht.“

Die Fördersystematik mit Zuschüssen und Steuervorteilen

bleibt gleich, doch die Zuschüsse selbst werden vereinfacht

und erhöht: Für jeden eingezahlten Euro bis 360 Euro

gibt ab 2027 der Staat 50 Cent hinzu. Für weitere eigene

Einzahlungen bis zu 1440 Euro jeweils 25 Cent – maximal

als Grundzulage damit 540 Euro Fördergeld. Für jedes Kind

kommt je Euro nochmals einer vom Staat obendrauf, höchstens

aber 300 Euro je Kind. Neu sind die flexibleren Anlagemöglichkeiten

mit einem renditeorientierten Altersvorsorgedepot,

modernisierten Garantieprodukten sowie

verschiedenen Auszahlungsvarianten, die als lebenslange

Rente oder Zeitrente in Form eines Auszahlplans möglich

sind. Außerdem wird der Kreis der Förderberechtigten auch

auf Selbstständige und Freiberufler erweitert. Für bestehende

Riester-Renten gibt es Wechseloptionen.

FOCUS MONEY 27/2026

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moneytitel

Fall 1: Single

30-jährige Single

Studium

seit 6 Jahren Angestellte bei IT-Firma

Bruttoeinkommen aktuell 4500 Euro

monatlich, d.h. 54000 Euro im Jahr

jährliche Gehaltssteigerungen um 4%

Steuerklasse I

GKV-versichert

hat 10000 Euro liquide Mittel

Wunschrente nach heutiger Kaufkraft

70 % vom aktuellen Netto

Turbo-Variante: 150000 Euro zu

Rentenbeginn

Statistische Lebenserwartung:

96 Jahre

Variante S. 19: Bruttoeinkommen aktuell

6667 Euro mtl., d.h. 80000 Euro im Jahr

SINGLE

So viel brauche ich für meinen

individuellen Ruhestand

Rente mit 67 63 60 57

aktuelle Situation

Einkommen netto aktuell mtl. 2871 € 2871 € 2871 € 2871 €

erreichbare Entgeltpunkte 57 50 45 41

Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 4208 € 2986 € 2577 € 2345 €

erwartete Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 2977 € 2210 € 1945 € 1792 €

gewünschte Situation

Wunschrente (70 % vom aktuellen Netto) 2010 € 2010 € 2010 € 2010 €

Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 4182 € 3863 € 3640 € 3430 €

Lücke zu Rentenbeginn 1205 € 1653 € 1696 € 1639 €

Kapitalbedarf

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

Lebenserwartung bis 96 Jahre

306 000 € 457 000 € 565 000 € 631 000 €

Sparbeiträge

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 385 € 705 € 1015 € 1325 €

5% 235 € 480 € 730 € 995 €

8% 80 € 235 € 405 € 605 €

Turbovariante mit 150000 Euro zu Rentenbeginn

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

156000 € 307000 € 415000 € 481000 €

Lebenserwartung bis 96 Jahre

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 180 € 460 € 735 € 1000 €

5% 100 € 305 € 525 € 745 €

8% 10 € 135 € 280 € 445 €

Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

18 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


Mit 30 Jahren

steht einem

die Welt offen

Früh anfangen macht vieles möglich: Die

30-jährige Single wird als IT-Expertin im Laufe

ihres Berufslebens gutes Geld verdienen, von

dem sie neben ihrem aktuellen Lebensstandard

auch noch was für die Altersvorsorge zurücklegen

kann. Denn sie plant, nicht bis zum

Alter von 67 Jahren zu arbeiten, sondern

möchte bereits deutlich früher in den Ruhestand

gehen. Ziel ist es, dann 70 Prozent ihres

aktuellen Nettogehalts zur Verfügung zu haben

– nach heutiger Kaufkraft, also unter Berücksichtigung

von zwei Prozent jährlicher Inflation.

Angesichts ihres noch jungen Alters

sind diese Pläne gut realisierbar, wenn sie konsequent

anspart.

Die Tabelle links zeigt, dass sie zwar schon

zum regulären Rentenbeginn mit 67 Jahren

eine Vorsorgelücke schließen muss, dies aber

mit überschaubaren Beträgen problemlos

möglich ist. Je nachdem, welche Summen sie

in die Vorsorge investieren kann, ist es absolut

realistisch, auch schon mit 63, 60 oder gar

57 Jahren ihren Job an den Nagel zu hängen

und den Ruhestand einzuläuten. Dabei zeigen

sich gut die Unterschiede, ob man eher sicherheitsaffin

mit drei Prozent Nettorendite kalkuliert

oder chancenorientierter mit bis zu acht

Prozent Nettorendite investiert. Gerade die

lange Ansparzeit macht bei ihr höhere Renditen

wahrscheinlich. Noch besser sieht es aus,

wenn in der Turbovariante zu Rentenbeginn

ergänzend ein hoher Einmalbetrag zur Verfügung

steht. Sei es aus einer Erbschaft, Abfindung

oder sonstigen frei werdenden Geldern.

Als weitere Variante ist in der Tabelle unten

nochmals der gleiche Rechenweg aufgeführt,

falls die 30-Jährige ein deutlich höheres Einkommen

bezieht. Dann steht der früheren

Rente endgültig nichts mehr im Weg. Wichtig:

Der Kapitalbedarf und die Sparbeiträge sind

stets mit den Sterbetafeln der Lebensversicherer

berechnet, also mit individueller Lebenserwartung

samt großzügigen Puffern – damit

nicht später womöglich das Geld ausgeht.

Die Variante mit höherem

aktuellen Bruttoeinkommen

Rente mit 67 63 60 57

aktuelle Situation

Einkommen netto aktuell mtl. 4004 € 4004 € 4004 € 4004 €

erreichbare Entgeltpunkte 79 71 65 59

Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 5832 € 4934 € 4317 € 3976 €

erwartete Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 3927 € 3411 € 3043 € 2835 €

gewünschte Situation

Wunschrente (70 % vom aktuellen Netto) 2803 € 2803 € 2803 € 2803 €

Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 5832 € 5388 € 5077 € 4784 €

Lücke zu Rentenbeginn 1904 € 1977 € 2034 € 1950 €

Kapitalbedarf

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

Lebenserwartung bis 96 Jahre

484 000 € 546 000 € 703 000 € 801 000 €

Sparbeiträge

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 625 € 850 € 1275 € 1695 €

5% 400 € 585 € 920 € 1280 €

8% 165 € 290 € 520 € 785 €

Turbovariante mit 150000 Euro zu Rentenbeginn

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

334000 € 396000 € 553000 € 651000 €

Lebenserwartung bis 96 Jahre

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 420 € 610 € 995 € 1370 €

5% 265 € 410 € 715 € 1030 €

8% 95 € 195 € 395 € 625 €

Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

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moneytitel

FAMILIE

Die eigene Immobilie als Vorsorgeturbo: Derzeit dreht sich

für die 40-jährigen Eltern fast alles um die noch minderjährigen

Kinder. Ein Partner hat deshalb sechs Jahre lang nicht

gearbeitet und geht aktuell einem Halbtagsjob nach. Erst in

zehn Jahren, wenn der Nachwuchs aus dem Haus ist, soll

der Beruf wieder vollzeit ausgeübt werden. Dennoch hat die

Familie ein ordentliches Haushaltseinkommen und zudem

schon vor Jahren ein eigenes Familienheim erworben, das

sie noch bis zum Alter von 60 Jahren abbezahlt. Sie prüft

aber jetzt schon Pläne, vielleicht doch bereits früher das Erwerbsleben

aufzugeben. Weil die Immobilie dann komplett

ihr gehört, kommen sie mit einer Wunschrente nach heutiger

Kaufkraft von 50 Prozent des aktuellen Nettos klar.

Deshalb ist die Familie für den regulären Renteneintritt mit

67 Jahren bestens aufgestellt und hat keine nennenswerte

Vorsorgelücke. Auch der Wunsch, mit 63 Jahren in Rente zu

gehen, erscheint gut finanzierbar. Wollen sie noch früher aufhören,

steigen die ab jetzt aufzubringenden Sparraten aber

deutlich an. Das ist vor allem der im Vergleich zur 30-jährigen

Single kürzeren Ansparzeit geschuldet. Da würde die

Turbovariante aus einer Erbschaft schon sehr helfen. Noch

besser sieht es in der Variante mit höherem Verdienst aus.

Mit 40 Jahren rücken die

Kinder in den Vordergrund

So viel brauchen wir für unseren

individuellen Ruhestand

Rente mit 67 63 60 57

aktuelle Situation

gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 6157 € 6157 € 6157 € 6157 €

erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 112 102 95 88

gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 7113 € 5238 € 4652 € 4107 €

erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 4647 € 3589 € 3244 € 2915 €

gewünschte Situation

Wunschrente gemeinsam (50 % vom aktuellen Netto) 3079 € 3079 € 3079 € 3079 €

gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 5255 € 4854 € 4574 € 4311 €

gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 608 € 1266 € 1330 € 1395 €

Kapitalbedarf

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

Lebenserwartung bis 94 Jahre

147 000 € 336 000 € 492 000 € 624 000 €

Sparbeiträge

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 85 € 640 € 1295 € 2135 €

5% – 410 € 975 € 1730 €

8% – 105 € 545 € 1185 €

Turbovariante mit 200000 Euro zu Rentenbeginn

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

– 136000 € 292000 € 424000 €

Lebenserwartung bis 94 Jahre

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% – 105 € 650 € 1345 €

5% – – 440 € 1055 €

8% – – 150 € 660 €

Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

20 Fotos: Adobe Stock (2)

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


Variante S. 21: Bruttoeinkommen gemeinsam aktuell 130 000 Euro im Jahr

Fall 2: Familie

Ehemann

40 Jahre alt

Studium

Jobeinstieg mit 25 Jahren als

Angestellter

Bruttoeinkommen aktuell

84000 Euro im Jahr (74000 fix,

10000 variabel)

jährliche Gehaltssteigerungen: 2,5%

Steuerklasse III

zu versteuern nach Splittingtabelle

bei gemeinsamer Veranlagung

GKV-versichert

hat 40000 Euro liquide Mittel

Wunschrente nach heutiger Kaufkraft

50% vom aktuellen Netto

Ehefrau

40 Jahre alt

Jobeinstieg mit 24 Jahren als Angestellte

Heirat mit 29, wegen Geburt und Kindererziehung

im Alter von 31 bis 36 nicht erwerbstätig

seitdem halbtags als Angestellte mit Bruttoeinkommen

30000 Euro im Jahr

ab Alter 50 Jahre wieder Vollzeit geplant mit

Bruttoeinkommen 54000 Euro im Jahr

jährliche Gehaltssteigerungen um 2,5%

Steuerklasse V, zu versteuern n. Splittingtabelle

GKV-versichert

hat 15000 Euro liquide Mittel

Wunschrente nach heutiger Kaufkraft 50% vom

aktuellen Netto

Statistische Lebenserwartung: 94 Jahre

Turbo-Variante: 200 000 Euro gemeinsam zu Rentenbeginn

Die Variante mit höherem

aktuellen Bruttoeinkommen

Rente mit 67 63 60 57

aktuelle Situation

gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 6741 € 6741 € 6741 € 6741 €

erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 124 113 105 100

gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 7894 € 6791 € 6030 € 5457 €

erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 5086 € 4466 € 4039 € 3714 €

gewünschte Situation

Wunschrente gemeinsam (50 % vom aktuellen Netto) 3371 € 3371 € 3371 € 3371 €

gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 5753 € 5315 € 5009 € 4720 €

gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 667 € 849 € 970 € 1005 €

Kapitalbedarf

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

Lebenserwartung bis 94 Jahre

161 000 € 225 000 € 418 000 € 566 000 €

Sparbeiträge

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 115 € 345 € 1055 € 1905 €

5% – 175 € 780 € 1535 €

8% – – 401 € 1035 €

Turbovariante mit 200000 Euro zu Rentenbeginn

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

– 25000 € 218000 € 366000 €

Lebenserwartung bis 94 Jahre

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% – – 415 € 1115 €

5% – – 245 € 860 €

8% – – 10 € 510 €

Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

FOCUS MONEY 27/2026

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moneytitel

Fall 3: Paar

beide 50 Jahre alt

verheiratet, keine Kinder

beide Studium

beide Jobeinstieg mit 25 Jahren als Angestellte

beide Bruttoeinkommen aktuell je 6000 Euro

monatlich, d.h. jeweils 72000 im Jahr

jährliche Gehaltssteigerungen je um 1,5%

GKV-versichert

haben gemeinsam 200000 Euro liquide Mittel

Wunschrente nach heutiger Kaufkraft 70 % vom

aktuellen Netto

Turbo-Variante: 300000 Euro zu Rentenbeginn

Statistische Lebenserwartung: 93 Jahre auf die

Frau berechnet

Variante S. 23: Bruttoeinkommen aktuell je 7080

Euro mtl., d.h. je 85000 Euro im Jahr

So viel brauchen wir für unseren

individuellen Ruhestand

Rente mit 67 63 60 57

aktuelle Situation

gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 7282 € 7282 € 7282 € 7282 €

erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 132 122 115 107

gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 7207 € 5392 € 4844 € 4324 €

erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 4700 € 3677 € 3358 € 3047 €

gewünschte Situation

Wunschrente gemeinsam (70 % vom aktuellen Netto) 5097 € 5097 € 5097 € 5097 €

gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 7138 € 6594 € 6214 € 5855 €

gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 2438 € 2917 € 2856 € 2808 €

Kapitalbedarf

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

Lebenserwartung bis 93 Jahre

575 000 € 758 000 € 911 000 € 1 039 000 €

Sparbeiträge

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 1065 € 2625 € 4815 € 8750 €

5% 570 € 2015 € 4105 € 7950 €

8% – 1140 € 3085 € 6800 €

Turbovariante mit 300000 Euro zu Rentenbeginn

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

275000 € 458000 € 611000 € 739000 €

Lebenserwartung bis 93 Jahre

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% – 995 € 2610 € 5480 €

5% – 560 € 2085 € 4870 €

8% – – 1320 € 3980 €

Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

22 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


PAAR

Mit 50 Jahren

das Leben

genießen

Auch in höherem Alter ist es nie zu spät: Für

das 50-jährige Paar mit doppeltem Einkommen

und ohne Kinder rückt der reguläre Rentenbeginn

schon langsam in greifbare Nähe.

Trotzdem überlegen sie, nicht mehr so lange

zu warten, sondern streben an, ihr Berufsleben

vorzeitig hinter sich zu lassen. Früher aufhören

zu arbeiten und den Ruhestand dafür

umso länger genießen – das ist ihre Devise.

Damit auch genug Geld für Reisen, Hobbys &

Co. zur Verfügung steht, sollten es kaufkraftbereinigt

schon 70 Prozent vom aktuellen Nettoeinkommen

sein, die den Lebensstandard

im Alter finanziell sichern.

Zur Realisierung dieses Plans bleibt aber

nicht mehr so viel Zeit zur Verfügung wie in den

anderen Fallkonstellationen. Wie früh demnach

der Ausstieg erfolgen kann, hängt entscheidend

von ihren finanziellen Möglichkeiten

und dem Anlageerfolg ihrer Investments

ab. Da ist es hilfreich, dass beide sehr gut verdienen

und im Laufe ihres Berufslebens schon

ein kleines Vermögen angespart haben. Denn

zunächst gilt es, die bereits bestehende Rentenlücke

zu schließen, bevor es an die Finanzierung

weiterer Ruhestandswünsche geht.

Die Rechnungen zeigen aber, dass dies trotz

teils recht hoher erforderlicher Sparraten möglich

ist. Insbesondere bei einer zusätzlichen

Kapitalspritze zu Rentenbeginn (Turbovariante)

erscheint zumindest die Verrentung im Alter

von 63 Jahren machbar. Für einen noch früheren

Arbeitsausstieg wären dann aber

monatliche Einzahlungen im durchgehend

vierstelligen Bereich nötig. Das wäre ohne teils

massive Einschränkungen im Alltag wohl

kaum zu schaffen.

In der zweiten Variante mit aktuell höherem

Bruttoeinkommen (s. Tabelle unten) sieht es

diesmal übrigens nicht wie in den anderen Fällen

besser, sondern schlechter aus. Denn das

noch höhere Einkommen erhöht ja auch die

konkrete Summe der Wunschrente, und zur Finanzierung

ist hier einfach die Zeit zu kurz.

Die Variante mit höherem

aktuellen Bruttoeinkommen

Rente mit 67 63 60 57

aktuelle Situation

gemeinsames Einkommen netto aktuell mtl. 8444 € 8444 € 8444 € 8444 €

erreichbare gemeinsame Entgeltpunkte 154 142 134 125

gemeinsame Bruttorente bei 1,5 % Rentensteigerung 8409 € 7342 € 6591 € 5879 €

erwartete gemeinsame Nettorente nach Steuern, KV, PV 1) 5375 € 4776 € 4354 € 3953 €

gewünschte Situation

Wunschrente gemeinsam (70 % vom aktuellen Netto) 5911 € 5911 € 5911 € 5911 €

gemeinsame Wunschrente zu Rentenbeginn bei 2% Inflation 8277 € 7646 € 7205 € 6790 €

gemeinsame Lücke zu Rentenbeginn 2901 € 2870 € 2852 € 2836 €

Kapitalbedarf

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

Lebenserwartung bis 93 Jahre

684 000 € 746 000 € 945 000 € 1 113 000 €

Sparbeiträge

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 1500 € 2560 € 5070 € 9555 €

5% 940 € 1955 € 4340 € 8715 €

8% 140 € 1090 € 3290 € 7495 €

Turbovariante mit 300000 Euro zu Rentenbeginn

benötigtes Kapital bei 4 % Nettorendite in Auszahlphase 2) für statistische

384000 € 446000 € 645000 € 813000 €

Lebenserwartung bis 93 Jahre

notwendige monatliche Sparrate bei Nettorendite von … 3% 315 € 930 € 2865 € 6285 €

5% – 500 € 2320 € 5630 €

8% – – 1525 € 4675 €

Stand: Juni 2026; in Euro; 1) KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung; 2) keine Kosten

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

FOCUS MONEY 27/2026

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moneytitel

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z

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T

AUF DEM LAUFENDEN:

Auch als Ruheständler von

den Kapitalmarktrenditen

clever profitieren

ANLEGEN IM ALTER

Wie Senioren die Börse nutzen

Ruhestand und Börsenengagement müssen kein Widerspruch sein. Ganz im Gegenteil: Clevere

Strategien bieten Rentnern ein attraktives Rendite-Risiko-Profil fürs Zusatzeinkommen

von WERNER MÜLLER

Dass langfristig die Renditen des Kapitalmarkts kaum zu

schlagen sind, hat sich mittlerweile ja sogar bis in die

Politik herumgesprochen und in deren geplante Reformen

Einzug gehalten (s. Kästen S. 16/17). Also warum diese Ertragsaussichten

nicht auch als Rentner in die Ruhestandsfinanzierung

weiter einbeziehen? Dennoch scheuen viele ältere

Menschen vor einem Börsenengagement etwa mit ETFs zurück,

weil ihnen vielleicht das Risiko vermeintlich zu hoch ist

oder sie den verbleibenden Anlagehorizont falsch einschätzen.

Ein Fehler, denn die individuelle Finanzplanung ist mit dem

Renteneintritt – ganz gleich, ob zum regulären Beginn oder bereits

deutlich früher – noch längst nicht abgeschlossen. Auch

weiterhin gilt es, das angesparte Vermögen optimal einzusetzen,

um trotz laufender Auszahlungen attraktive Renditechancen

zu nutzen. In aller Regel ist die Auszahlphase nämlich noch

lang genug und bietet ausreichend Zeit, selbst größere Ausschläge

an den Kapitalmärkten durchzuhalten. Die durchschnittliche

statistische Lebenserwartung in den Beispielfällen

der Seiten 18 bis 23 verdeutlicht dies eindrucksvoll.

Ein guter Plan muss her. Es braucht also auch für die Auszahlphase

eine klare Strategie, wie das Anlagemanagement gestaltet

werden soll. „Grundsätzlich muss man sich dazu folgende

Fragen beantworten“, sagt Andreas Kick, Mitglied der

Geschäftsführung des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung

(IVFP): „Möchte ich einen vielleicht auch nur teilweisen

Kapitalerhalt? Benötige ich einen gewissen Grundstock an laufenden

Auszahlungen? Wie lange möchte ich die Auszahlungen

erhalten, etwa als Zeitrente oder lebenslang? Dürfen meine

Auszahlungen schwanken und wenn ja, wie stark?“

Dabei ist zu beachten, dass im Gegensatz zur Ansparphase,

wo der Cost-Average-Effekt stabilisierend wirkt, indem bei fallenden

Kursen mehr Anteile erworben werden, sich dieser Effekt

in der Entnahmephase umkehrt. Denn bei fallenden Kursen

müssen für einen konstanten Auszahlungsbetrag dann

mehr Anteile verkauft werden. Dadurch wird das Portfolio in

ungünstigen Marktphasen zusätzlich belastet. „Insofern ist es

wichtig, Auszahlstrategien anzuwenden, die auf Kapitalmarktveränderungen

reagieren können“, sagt Kick.

Die Probe aufs Exempel machen. Die Unterschiede solch

fester oder variabler Entnahmen zeigen exemplarisch die Berechnungen

auf Seite 26. So können Auszahlpläne mit fixer

Laufzeit, Rentenhöhe und Restkapital ohne regelmäßige

24 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

FEMALE

FINANCE

POWER.

finance

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award

Wir gratulieren den diesjährigen

Gewinnerinnen des

FOCUS MONEY

FEMALE FINANCE

AWARDS 2026.

CORPORATE

Souad â Benkredda

Designierte Deputy CEO DZ BANK AG

START-UP

Ina Schlie

Gründerin von Enourages Ventures

FIN-FLUENCER

Corinne Brecher

Gründerin von Portfolio-Heldinnen

HIGH

POTENTIAL

Kristina Lindenbaum

Vorständin dwpbank

EDITORS’

CHOICE

Elena von Metzler

Gesellschafterin Bankhaus Metzler

Mit freundlicher Unterstützung von:

FOCUS MONEY 27/2026 Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY

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moneytitel

Überprüfungen zu unerwünschten Effekten führen. Insbesondere

besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das

Kapital vorher aufgebraucht ist (s. Kasten links).

Anders dagegen, wenn die Entnahmen in Abhängigkeit von

der Kapitalmarktentwicklung gestaltet werden (s. Kasten

rechts). „Je nach Börsenverlauf unterscheiden sich die Auszahlungen

zum Teil deutlich“, erläutert Kick. „Es kommt

nicht nur darauf an, welche Rendite über die Jahre erzielt wird,

sondern auch, wann die guten und die schlechten Jahre anfallen.“

Wer ein schlechtes Börsenjahr erlebt, entnimmt im

Folgejahr etwas weniger, wer ein gutes Jahr erwischt, entnimmt

mehr. Wird für die Auszahlungsstrategie nur ein Teil

des Kapitals, beispielsweise 80 Prozent, verwendet, lassen sich

die Schwankungen etwas glätten. Oder es wird zum Ende hin

ein Kapitalstock gewünscht, dann kann das dafür notwendige

Startkapital auch in einem separaten Depot mit Fonds ganz

nach persönlicher Risikoneigung angelegt werden.

Fazit: „Die Kapitalanlage in der Auszahlphase sollte regelmäßig

überprüft und die Auszahlungshöhe an den Kapitalmarktverlauf

gekoppelt werden“, empfiehlt IVFP-Experte Kick.

„Zudem sollte das Risiko angepasst, das heißt, der Aktienanteil

mit zunehmender Laufzeit reduziert werden.“

KONSTANTE RENTE

In der Theorie gut

Viele Auszahlungsmodelle von Entnahmeplänen funktionieren

unter der Annahme konstanter Wertentwicklungen

ganz gut – haben aber ihre Tücken. Ein Beispiel macht dies

deutlich: Ausgangspunkt der Berechnungen sind 500 000

Euro Vermögen zum Auszahlungsbeginn mit 63 Jahren, das

für eine Laufzeit von 30 Jahren reichen soll. Würde man bei

einer konstanten Nettorendite von vier Prozent das gesamte

Kapital verrenten, ergäbe das eine jährliche Entnahme

von 27 300 Euro. Aber Schwankungen auf dem Kapitalmarkt

– wie sie ja die Realität sind – können dazu führen,

dass das Vermögen frühzeitig aufgebraucht ist. So würde

etwa ein Kurseinbruch von 20 Prozent oder mehr nach vier

Jahren bedeuten, dass das Kapital bereits nach 22 Jahren

weg wäre (Pleitewahrscheinlichkeit). Und wie sollen dann

die restlichen acht Jahre finanziert werden?

Dabei ist die Schwankungsbreite umso größer, je höher

die angenommene Rendite kalkuliert wird. „Insbesondere

Kurseinbrüche in den ersten Jahren der Auszahlphase führen

dazu, dass das Vermögen frühzeitig verbraucht ist oder

ein gewünschter Kapitalstock zum Ende deutlich geringer

ausfällt“, sagt Andreas Kick vom IVFP. Die Beispiele von Pleitewahrscheinlichkeiten

(s. u.) beruhen auf der Investition in

einen breit diversifizierten Aktienindex mit einer durchschnittlichen

Jahresrendite von sechs Prozent und 30 Jahren

Laufzeit. Ermittelt wird dies anhand stochastischer Simulationen

mit 10 000 möglichen Kapitalmarktentwicklungen.

Beispiele für Pleitewahrscheinlichkeiten

Konsumentnahme

in % p.a. des Vermögens

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

Konsumentnahme

in Euro p.a.

Pleitewahrscheinlichkeit

3% 15000 5%

4% 20000 15%

5% 25000 30%

VARIABLE RENTE

An die Praxis anpassen

In der Realität funktioniert die Welt aber anders, denn die

Kapitalmärkte unterliegen Schwankungen. Zur Veranschaulichung

sind in der Grafik drei historische Dax-Entwicklungen

in verschiedenen Zeiträumen jeweils über 30 Jahre

dargestellt. Dabei ist Szenario 3 einer der schlechtesten

30-Jahres-Zeiträume im Dax gewesen. Erfolgen die Auszahlungen

(wieder Startkapital 500 000 Euro, 30 Jahre Laufzeit)

nun aber in Abhängigkeit vom Kapitalmarkt, wobei diese regelmäßig

überprüft und angepasst werden, ist der Durchschnitt

der Entnahmen p.a. trotz deutlicher Schwankungen

sogar meist höher als bei der konstanten Rente (s.links).

Historische Dax-Renditen in drei Szenarien

Szenarien für die Entwicklung des Dax über 30 Jahre

indexierte Entwicklung, Jahr 0 = 100

Szenario 1, 1994 bis 2023, jährl. Rendite 6,9 %

Szenario 2, 1968 bis 1997, jährl. Rendite 7,4 %

Szenario 3, 1961 bis 1990, jährl. Rendite 3,3 %

Laufzeit in Jahren

0 5 10 15 20 25 30

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

Auszahlungen in den drei Szenarien

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3

Minimum 15490 € 13126 € 10402 €

Maximum 116830 € 95703 € 55873 €

Durchschnitt 54307 € 33900 € 20545 €

800

600

400

200

0

26 FOCUS MONEY 27/2026


Jetzt

im

Handel

NUR TEUER, WENN MAN IHN NICHT HAT.

FOCUS MONEY 27/2026 Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY

27


moneytitel

GELDPFLANZE: Stetiges

Wachstum dank langfristiger

Fondssparpläne

FONDSSPARPLÄNE

Richtig für die

Rente sparen

Disziplin und Ausdauer: Für künftige Frührentner

sind Sparpläne mit aktiv gemanagten Fonds

ein ideales Instrument, um sich das nötige

Finanzpolster aufzubauen

von MIKA HOFFMANN

Wer früh in Rente gehen will, braucht Ausdauer, Disziplin

und einen guten Plan. Dann klappt es mit einem

finanziellen Polster, das die frühe Rente und

ein finanziell sorgenfreies Leben im Alter ermöglicht. Den

täglichen Nachrichtenlärm sollten künftige Frührentner

ausblenden und eine der wichtigsten Finanzregeln setzen:

den Zinseszins. Den bezeichnete Warren Buffett, der wohl

erfolgreichste Anleger aller Zeiten, einmal treffend als das

„achte Weltwunder“.

Mit dem richtigen Fonds kommen Langfristanleger in 20

Jahren auf eine Endsumme von knapp 350 000 Euro. Dafür

müssen sie monatlich 100 Euro ansparen. Das klingt doch

machbar. Zusammengenommen entsprechen 100 Euro jeden

Monat auf 20 Jahre einer Sparsumme von 24 000 Euro.

Das hört sich nicht viel an. Aber mit den besten Fonds wird

eben über die Jahre ein wichtiger Grundstein für die Altersvorsorge

daraus.

Das Prinzip Sparplan funktioniert. Das zeigen die besten

Fonds in der FOCUS-MONEY-Auswertung. Und nicht nur

mit irgendwelchen Exotenprodukten, die auf abseitige Märkte

setzen. Sondern mit Europafonds wie dem Squad Growth,

weltweit anlegenden Fonds wie dem Unidynamic Global,

dem Polar Capital aus der Kategorie USA/Technologie und

dem BBB Dynamik Union als bestem Mischfonds. In den Tabellen

finden sich zahlreiche Flaggschiffprodukte der großen

Gesellschaften, mit denen künftige Frührentner kaum etwas

falsch machen können.

Der größte Vorteil von Fondssparplänen liegt wahrscheinlich

aber sogar jenseits der Finanzmathematik. Die eigentliche

Stärke ist die Disziplin: Sie hilft Anlegern dabei, eine

langfristig sinnvolle Strategie konsequent umzusetzen und

sich nicht beirren zu lassen. Außerdem sind sie ein hervorragendes

Mittel, um den täglichen Nachrichtenlärm auszublenden

und sich auf die wirklich entscheidenden Ziele zu

konzentrieren. Nicht: „Was macht der Markt heute, morgen

oder nächste Woche?“, sondern: „Wie viel Vermögen will ich

in zehn oder 20 Jahren aufbauen?“ – diese Frage steht bei einem

Sparplan im Vordergrund.

Günstiger Durchschnitt. Besonders gut funktionieren

Sparpläne über den sogenannten „Cost-Average-Effekt“ übrigens

in Zeiten großer Schwankungen an den Aktienmärkten.

In Schwächephasen des Marktes kauft der Sparplan automatisch

mehr Fondsanteile und verbessert damit – wenn die Kurse

wieder steigen – den durchschnittlichen Einstiegspreis. Und

verhindern, dass Anleger aus Panik zum falschen Zeitpunkt

verkaufen, wenn die Kurse gerade gefallen sind.

Für zukünftige Frührentner – und nicht nur für die – sind

langfristige Fondssparpläne ein hervorragendes Mittel zum

Vermögensaufbau. Das gilt umso mehr mit den richtigen aktiv

gemanagten Fonds.

28 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


EUROPA

Günstig bewertet

Warum in die Ferne schweifen, wenn

das Gute so nah liegt. Europäische

Aktien sind zwar derzeit bei internationalen

Anlegern nicht sonderlich beliebt.

Aber genau darin könnte angesichts

niedriger Bewertungen eine

Chance liegen.

An die Marke von 100 000 Euro

kommt der beste Sparplan in der Kategorie

Aktien global, der Unidynamic

Global, beinahe heran. Die Manager

in dieser Kategorie haben die größten

Freiheiten: Sie können weltweit

nach den besten Aktien suchen.

Die besten Fondsmanager haben

aktuell keine Schwierigkeiten, auch in

Europa hervorragende Aktien zu finden.

Das beweisen die Ergebnisse

der vergangenen zehn und 20 Jahre:

mit zweistelligen durchschnittlichen

jährlichen Gewinnen. Aus 100 monatlich

eingezahlten Euro wurden seit

2006 so im besten Fall knapp 84 000

Euro – ein Ergebnis, das sich sehen

lassen kann.

Fonds WKN ISIN Fondsvolumen

thes./

in aussch.

Mio. Euro

GLOBAL

Weltweite Auswahl

Derzeit werden sie hauptsächlich in

den USA fündig, insbesondere bei

den hoch kapitalisierten Technologieaktien.

Im Union-Fonds sind US-Aktien

mit mehr als 70 Prozent des

Fondsvolumens vertreten. Größte Positionen

sind derzeit Apple, Nvidia

und Amazon. Sollte der Tech-Boom

eines Tages enden, können die

Fondsprofis hoffentlich rechtzeitig in

andere Aktien wechseln.

Mit Potenzial

SQUAD-GROWTH A

Veränderung Squad-Growth A

in Prozent

2005 2010 2015 2020 2025

Streuung federt ab

UniDynamicFonds: Global A

Veränderung UniDynamicFonds Global A

in Prozent

2005 2010 2015 2020 2025

400

300

200

100

0

–100

Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-

Sparplan

Sparplan Ertrag Sparplan

Rating

in Euro*

in Euro*

in % p.a. in Euro*

Squad – Growth A A0H1HX LU0241337616 192,9 thes. 17351 135,7 9,0 83947 660,7 10,7 ★★★★

Alken European Opportunities R A0H06Q LU0235308482 923,7 thes. 26227 199,6 11,6 80509 413,3 8,5 ★★★★★

Janus Hend. Pan Eur. S&M Cp A1 A0DQTW LU0210856778 83,6 aussch. 18984 122,2 8,3 71209 430,6 8,7 ★★★

Janus Henderson H. Euroland H2 A14289 LU0976557156 976,6 thes. 22177 145,3 9,4 69720 284,8 7,0 144988 1480,3 9,4 ★★★★

Prévoir Gestion Actions C A1T7ND FR0007035159 431,2 thes. 18747 131,5 8,8 68361 414,9 8,5 ★★★

GS Europe Core Equity Base 926187 LU0102219945 7267,2 aussch. 21935 153,1 9,7 65607 261,6 6,6 ★★★★★

BNY Mellon Small Cap Euroland A 693827 IE0003867441 313,4 thes. 18921 123,1 8,4 64947 298,7 7,2 ★★★

MEAG Euroinvest A 975433 DE0009754333 1336,7 aussch. 22411 155,9 9,9 64768 251,6 6,5 ★★★★

GAM Star Continental Eurp Eq 593169 IE0033640933 83,5 thes. 19860 121,2 8,3 64568 331,5 8,8 ★★★

DWS Qi Eurozone Equity RC 977856 DE0009778563 550,1 thes. 21925 164,5 10,2 63402 235,3 6,2 ★★★★★

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

p.a.

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

p.a.

500

300

100

–100

Quelle: Morningstar Quelle: Morningstar; Stand: 31.05.2026; * Sparplan mit monatlicher

Quelle: Morningstar

Einzahlung von 100 Euro

Fonds WKN ISIN Fondsvolumen

in

Mio. Euro

thes./

aussch.

Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-

Sparplan

Sparplan Ertrag Sparplan

Rating

in Euro*

in Euro*

in % p.a. in Euro*

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

p.a.

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

p.a.

UnidynamicFonds: Global A 988255 LU0089558679 1208,6 aussch. 26586 271,1 14,0 97152 560,4 9,9 ★★★★★

GS Global Core Eq R Snap A1KAJ8 LU0830625926 8799,5 thes. 23999 219,9 12,3 93126 480,4 8,7 ★★★★★

Amundi Top World 977973 DE0009779736 341,9 thes. 26743 250,1 13,4 91056 442,2 8,8 ★★★★★

Unifavorit: Aktien 847707 DE0008477076 16164,2 aussch. 23646 206,8 11,9 90572 642,8 10,5 ★★★★

Robeco Global Stars Equities E 970259 NL0000289783 4221,3 aussch. 23596 240,1 13,0 87010 462,3 9,0 163158 1549,4 9,5 ★★★★

Jupitermerian World Eq L 632583 IE0005263466 2468,6 thes. 24427 224,9 12,5 85892 419,7 8,1 ★★★★★

Uniglobal 849105 DE0008491051 24294,9 aussch. 23277 212,2 12,1 84055 500,6 9,4 175076 1660,5 9,8 ★★★★

Robeco Gl. Consumer Trends D A0CA0W LU0187079347 2603,3 thes. 17856 165,1 10,2 83700 661,3 10,7 ★★

Deutsche Postbank Global Player 979775 DE0009797753 120,2 aussch. 24065 216,2 12,2 82887 451,5 8,9 ★★★★

Metzler Global Equities A 989439 IE0003723560 353,3 aussch. 22497 211,1 12,0 81287 403,6 8,4 ★★★★

Quelle: Morningstar; Stand: 31.05.2026; * Sparplan mit monatlicher

Einzahlung von 100 Euro

FOCUS MONEY 27/2026

29


moneytitel

USA/TECH

17,2 Prozent pro Jahr

Mit 17,2 Prozent durchschnittlichem

Jahresgewinn in den vergangenen 20

Jahren liegt der beste Technologie-

Aktienfonds ganz weit an der Spitze.

In den vergangenen zehn Jahren

kommt der Polar Capital Global Tech

sogar auf fast unglaubliche 28 Pro-

MISCHFONDS

Weniger Risiko

Wer lieber ruhiger schlafen will, greift

statt zu Aktien- lieber zu Mischfonds.

Deren Manager variieren den Aktienanteil

und nehmen Anleihen, Gold

und andere Finanzinstrumente zur

Verwaltung der Kundengelder in ihre

Depots.

zent im Durchschnitt. Ein halbes Dutzend

knackt die 20-Prozent-Marke.

Der Erfolg ist nicht überraschend:

Erst die Rally bei den Magnificent Seven

und in den vergangenen Monaten

bei KI-Aktien, insbesondere bei den

Chipherstellern, katapultiert die Kurse

der entsprechenden Aktien nach

oben. Auch der beste „klassische“ US-

Aktienfonds, der Alger American Asset,

zeigt eine Top-Performance.

Fonds WKN ISIN Fondsvolumen

thes./aus-

in sch. Sparplan

Mio. Euro

in Euro*

Die Ergebnisse können sich trotz

des geringeren Risikos, das sich vor

allem in niedrigeren Schwankungen

ausdrückt, sehen lassen. Der BBB Dynamik

Union kommt in den vergangenen

zehn Jahren auf eine zweistellige

Rendite und in 20 Jahren immerhin

noch auf 7,3 Prozent – obwohl dieser

Zeitraum aufgrund der Nullzinspolitik

der Notenbanken alles andere als einfach

für Mischfonds war.

Unglaublicher Anstieg

Polar Capital Global Tech

Veränderung Polar Capital Global Tech

in Prozent

–500

2005 2010 2015 2020 2025

Weniger Schwankungen

BBBank Dynamik Union

Veränderung BBBank Dynamik Union

in Prozent

2500

1500

Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-

Ertrag Ertrag Sparplan

Ertrag Sparplan Ertrag Rating

in % kumuliert

p.a.

p.a.

in % in Euro*

in % in Euro*

in %

p.a.

Polar Capital Global Tech 749717 IE0030772275 21865,9 aussch. 57420 1078,0 28,0 343225 2549,4 17,2 ★★★★★

AB Intl Technology A 986514 LU0060230025 3705,1 thes. 42424 724,5 23,5 219143 1617,3 14,7 ★★★★

Janus Hend. Gl. Tech&Inno A2 935618 IE0009356076 880,1 thes. 35987 600,2 21,5 200160 1614,3 14,7 ★★★

Franklin Technology A 937446 LU0109392836 16191,6 thes. 33741 550,3 20,6 195782 1636,1 14,8 ★★★

Unisector: HighTech A 921559 LU0101441672 2700,5 aussch. 38072 542,8 20,5 180525 1356,0 14,3 ★★★★

Deka-Technologie CF 515262 DE0005152623 2515,8 aussch. 35086 517,7 20,0 174346 1239,9 13,9 ★★★

Allianz Informationstechn. A 847512 DE0008475120 512,2 aussch. 34529 509,7 19,8 164937 1171,9 13,6 223233 1497,4 9,4 ★★★

Alger American Asset Gr. A 986333 LU0070176184 859,3 thes. 33508 425,6 18,0 160325 1314,3 13,6 ★★★★

DWS US Growth LD 849089 DE0008490897 1788,6 aussch. 28361 342,5 16,0 128055 870,3 12,0 216936 1813,9 10,1 ★★★★

Allianz US Large Cap Growth A 847503 DE0008475039 191,9 aussch. 28430 332,1 15,8 127873 798,0 11,6 189582 1394,6 9,2 ★★★

Ertrag

in %

kumuliert

Ertrag

in %

kumuliert

500

3000

2000

1000

–1000

2005 2010 2015 2020 2025

0

Quelle: Morningstar Quelle: Morningstar; Stand: 31.5.2026; * Sparplan mit monatlicher

Quelle: Morningstar

Einzahlung von 100 Euro

Fonds WKN ISIN Fondsvolumen

thes./

in aussch.

Mio. Euro

Wertentwicklung 10 Jahre Wertentwicklung 20 Jahre Wertentwicklung 30 Jahre Morningstar-

Sparplan Ertrag Ertrag Sparplan Ertrag Ertrag Sparplan Ertrag Ertrag Rating

in Euro* in % kumuliert

in % in Euro* in % in % p.a. in Euro* in % in %

p.a.

kumu-

liert

kumuliert

p.a.

BBBank Dynamik Union 532656 DE0005326565 208,4 aussch. 22943 182,8 11,0 70259 313,0 7,3 ★★★★★

Unistrategie: Offensiv 531444 DE0005314447 574,4 thes. 20094 132,1 8,8 61114 264,8 6,7 ★★★★

DWS ESG Multi Asset Dynamic FD A0B7UM LU0198959040 238,3 aussch. 19177 117,8 8,1 59302 308,9 7,3 ★★★★★

Plusfonds A 847108 DE0008471087 346,1 aussch. 20828 144,8 9,4 59150 265,6 6,7 111573 738,2 7,2 ★★★★★

Allianz Strategief. Wachstum A 979726 DE0009797266 1444,5 aussch. 19114 114,5 7,9 58428 267,7 6,7 ★★★★

Squad – Value A A0B7ZX LU0199057307 181,7 thes. 16810 96,7 7,0 54661 317,2 7,4 ★★★

Allianz Strategy 75 CT A0NGAG LU0352312853 747,9 thes. 17480 97,4 7,0 53599 237,5 6,3 ★★★★

Dekastruktur: 3 ChancePlus 554004 LU0124427930 589,6 aussch. 18065 107,3 7,6 52944 199,4 5,6 ★★

Sauren Global Opp. A 930921 LU0106280919 320,0 thes. 18944 113,8 7,9 52203 205,1 5,7 ★★★★

Uniklassikmix 975768 DE0009757682 336,9 thes. 17534 100,4 7,2 51294 219,5 6,0 ★★★★

Quelle: Morningstar; Stand: 31.5.2026; * Sparplan mit monatlicher

Einzahlung von 100 Euro

30 FOCUS MONEY 27/2026


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FOCUS MONEY 27/2026

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 31


moneymarkets

INTERVIEW

Ja, der Euro hätte

scheitern können“

Die Welt verändert sich rasant – wir müssen auf Schocks vorbereitet sein, mahnt

Jean-Claude Trichet an. Der ehemalige EZB-Präsident musste das seinerzeit auch

Herr Trichet, die EZB hat unter Christine Lagarde im Juni die

Zinsen angehoben. Hätten Sie ähnlich entschieden?

Jean-Claude Trichet: Bitte erwarten Sie nicht von mir,

dass ich die aktuelle Entscheidung des EZB-Rats kommentiere.

Aber vielleicht so viel: Ich verstehe sie sehr

gut. Besonders wichtig erscheint mir dabei die Einstimmigkeit.

Wenn Vertreter aus unterschiedlichen Ländern

und wirtschaftlichen Kulturen zu einer gemeinsamen

Einschätzung gelangen, ist das ein starkes Signal. Ziel

dieser Zinserhöhung ist dreifach: die Gewährleistung

von Preisstabilität, die Stabilisierung der Inflationserwartungen

auf dem niedrigstmöglichen Niveau und davon

HEIKE BANGERT

Wenn Jean-Claude Trichet über die

Krisen seiner Amtszeit spricht,

dann tut er das mit bemerkenswerter

Ruhe. Der ehemalige Präsident

der Europäischen Zentralbank

(EZB), der die Institution

von 2003 bis 2011 führte, stand im Zentrum einiger

der schwersten wirtschaftlichen Erschütterungen der

jüngeren Geschichte: dem Zusammenbruch von Lehman

Brothers und der globalen Finanzkrise sowie der

anschließenden Euro-Schuldenkrise. Am Rande des

Amundi World Investment Forum 2026 in Paris blickt

er zurück – und richtet zugleich den Blick nach vorn.

mit die Aufrechterhaltung der mittel- und langfristigen

Marktzinsen auf dem niedrigstmöglichen Niveau.

In welchem Umfang sollten geopolitische Risiken in die Entscheidung

der Notenbanker einfließen?

Trichet: Zentralbanken können diese Schocks nicht

kontrollieren. Sie können weder Kriege beenden noch

Ölpreise senken. Und auch nicht das Verhalten von Regierungen

steuern. Was sie aber leisten können, ist

Glaubwürdigkeit. Wenn Unternehmen, Arbeitnehmer

und Investoren davon überzeugt sind, dass die Zentralbank

Preisstabilität gewährleisten wird, verhindert

das Zweitrundeneffekte. Verlieren wir diese Glaubwürdigkeit

– ich sage „wir“, als wäre ich noch der Präsident

(lacht) –, steigen die mittleren und langfristigen

Zinsen, weil die Marktteilnehmer die Erwartung einer

höheren Inflation einpreisen werden. Und das

schadet der gesamten Wirtschaft.

Sie waren EZB-Präsident während der schwersten Finanzkrise

der Nachkriegszeit. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?

Trichet: Vor der Krise herrschte die Überzeugung, wir

hätten eine Phase dauerhafter Stabilität erreicht. Die

Ökonomen sprachen von der „Great Moderation“ –

niedrige Inflation, solides Wachstum, geringe Schwankungen.

Dann kamen die amerikanische Subprime-

Krise und später der Zusammenbruch von Lehman

Brothers. Plötzlich mussten wir feststellen, dass wir

uns in einer völlig neuen Welt befanden.

32 Foto: Th. Jansen/ECB

FOCUS MONEY 27/2026


Vita

Jean-Claude Trichet

Trichet (geboren 1942 in Lyon) war unter anderem

Gouverneur der Banque de France, Direktor der

französischen Schatzkammer (Direction du Trésor),

Wirtschaftsberater des französischen Präsidenten

(Valéry Giscard d’Estaing), bevor er 2003 – 2011 als

Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) vorstand

Danach wirkte und wirkt er in zahlreichen Kommissionen,

2023 als Präsident der Académie des Sciences

Morales et Politiques, heute als Ehrenvorsitzender des

Bruegel Think Tanks und Europäischer Vorsitzender

der Trilateral Commission

EHEMALIGER

EZB-PRÄSIDENT

TRICHET: „Die

Zentralbanken

müssen am

Inflationsziel

festhalten und ihre

Unabhängigkeit verteidigen.“

Welche Entscheidungen waren damals besonders wichtig?

Trichet: Bereits am 9. August 2007 stellten wir den Banken 95 Milliarden

Euro an Liquidität zur Verfügung. Ich erinnere mich noch

genau an dieses Datum, denn es war die erste weitreichende Entscheidung,

die ich als EZB-Präsident mit getroffen habe. Die Entscheidung

fiel innerhalb weniger Stunden. Sie war außergewöhnlich

– und wurde weltweit als solche wahrgenommen. Nach dem

Kollaps von Lehman Brothers gingen wir noch weiter. Wir beschlossen,

den Banken Liquidität in unbegrenzter Höhe bereitzustellen.

Auch das hatte es bis dahin nicht gegeben.

Kritiker werfen Ihnen bis heute vor, die Zinsen 2008 trotz der Krise erhöht zu

haben. Würden Sie rückblickend anders handeln?

Trichet: Nein, wir mussten beweisen, dass die EZB ihr Mandat ernst

nimmt. In einigen Ländern gab es erhebliche Zweifel an unserer Fähigkeit,

Preisstabilität zu gewährleisten. Vielleicht erinnern Sie sich

an Ihr damaliges Titel-Cover Ihres eigenen Magazins: Nicht wenige

Medien zeichneten den Euro bereits als gescheitertes Projekt. Wir

durften nicht zulassen, dass das Vertrauen verloren geht. Viele Vergleiche

mit den USA greifen zu kurz. Die Eurozone bestand aus Ländern

mit unterschiedlichen historischen Erfahrungen und wirtschaftlichen

Kulturen. Diese Komplexität wurde häufig unterschätzt.

Auf die Finanzkrise folgte die Eurokrise. Haben Sie jemals daran gezweifelt,

dass die Gemeinschaftswährung überlebt?

Trichet: Ja, das habe ich. Wir mussten eine sehr gefährliche Form

der Spekulation bekämpfen und überwinden. Aber ich habe weiterhin

Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Eurozone.

Das ist eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung...

Trichet: Es war eine sehr ernste Situation. Zunächst gerieten drei

kleinere Länder unter Druck, später auch größere Volkswirtschaften.

Wäre es uns nicht gelungen, diese Dynamik zu stoppen, hätte

die Währungsunion scheitern können.

Welche Rolle spielte die EZB dabei?

Trichet: Wir mussten handeln. Ich habe den Regierungschefs Spaniens

und Italiens Briefe geschrieben – diese Dokumente sind heute

öffentlich zugänglich. Darin machten wir deutlich: Die EZB wird

alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Stabilität zu sichern. Aber

die Regierungen müssen ihre Politik grundlegend ändern.

Mit Erfolg?

Trichet: Ja. Die betroffenen Länder haben Reformen umgesetzt.

Spanien beispielsweise hat erhebliche Fortschritte erzielt. Auch

Griechenland hat enorme Anstrengungen unternommen.

Hat Europa genug aus der Finanz- und Schuldenkrise gelernt?

Trichet: Viele Länder haben sehr viel gelernt, weil sie kurz vor dem

Zusammenbruch standen. In solchen Situationen erkennen nicht

nur Regierungen die Notwendigkeit von Veränderungen, sondern

auch die Bevölkerung. Dennoch stehen wir weiterhin vor großen

Reformaufgaben. Die Arbeit ist nicht abgeschlossen.

Politischer Druck auf Notenbanken nimmt weltweit zu. Ist ihre Unabhängigkeit

gefährdet?

Trichet: Ich sehe die Entwicklung weniger pessimistisch. Nach der

Pandemie haben die großen Zentralbanken ihre Entschlossen-

FOCUS MONEY 27/2026

33


moneymarkets

D

z

b

T

heit bewiesen. Die Federal Reserve erhöhte die Zinsen elfmal, die

EZB zehnmal. Das zeigt, dass sie unabhängig handeln können. Gerade

in Europa ist die Unabhängigkeit besonders stark abgesichert,

weil sie in den europäischen Verträgen verankert ist. Auch der ehemalige

Fed-Chef Jay Powell machte einen sehr guten Job. Und auch

sein Nachfolger Kevin Warsh scheint sich dem politischen Druck

aus dem Oval Office nicht beugen zu wollen.

Dennoch gibt es Spannungen?

Trichet: Natürlich. Die Zeithorizonte von Regierungen und Zentralbanken

unterscheiden sich. Politiker denken häufig in Wahlzyklen,

Zentralbanken müssen langfristig Stabilität sichern. Diese

Spannung gehört zum System.

EX-NOTENBANKER TRICHET IM JAHR 2009: „Plötzlich

mussten wir feststellen, dass wir uns in einer völlig neuen

Welt befanden.“

Inflation in der Eurozone

Nach einer Dekade extrem niedriger Inflation zog die

Rate 2021 an und erreichte im Oktober 2022 mit

10,6 Prozent einen historischen Höchststand. Derzeit

treiben die hohen Energiepreise die Inflation wieder

Gesamt- und Kerninflation in der Eurozone

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

EZB-Leitzinserwartungen

in Prozent

Gesamtinflation

Gesamtinflationsziel

2007 09 11 13 15 17 19 21 23 2025

Quelle: Eurostat, LSEG Datastream, J.P. Morgan Asset Management, Guide to the Markets

Rezession

Einlagesatz der EZB

Kerninflation

Geldpolitik der EZB

Nie zuvor wurden die EZB-Leitzinsen so drastisch

korrigiert wie zur Finanzkrise – von 4,25 Prozent im

Juli 2008 auf ein Prozent im Mai 2009. Auch zur

Eurokrise ab 2011 wurden die Zinsen gesenkt

Prognose

2000 03 06 09 12 15 18 21 24 2027

Quelle: Europäische Zentralbank, J.P. Morgan Asset Management, Guide to the Markets

9

7

5

3

1

–1

4

3

2

1

0

–1

Welche Rolle kann Europa in einer zunehmend multipolaren Welt spielen?

Trichet: Europa sollte seine Bedeutung keineswegs unterschätzen.

Die Eurozone verfügt über erhebliche wirtschaftliche Stärke. Gleichzeitig

haben wir mit der EZB eine Institution geschaffen, die ihre

Handlungsfähigkeit in zahlreichen Krisen bewiesen hat. Bemerkenswert

ist zudem, dass die großen Zentralbanken inzwischen dieselbe

Definition von Preisstabilität teilen: zwei Prozent Inflation mittelfristig.

Das gilt für Euro, Dollar, Pfund und Yen. Dies ist eine sehr wichtige,

faktische Reform des internationalen Währungssystems.

Welche Eigenschaften werden künftige Zentralbanker besonders brauchen?

Trichet: Sie müssen am Inflationsziel festhalten. Sie müssen ihre

Unabhängigkeit verteidigen. Und sie müssen auf alles vorbereitet

sein. Die Welt verändert sich rasant – durch künstliche Intelligenz,

neue Technologien, geopolitische Spannungen. Es wird weitere

Schocks geben. Deshalb brauchen wir Stresstests und die Fähigkeit,

auch das Undenkbare mitzudenken.

Bleiben Sie trotz all dieser Krisenerfahrungen optimistisch?

Trichet: Ja, durchaus. Aber Optimismus darf niemals zu Selbstzufriedenheit

führen. Wir haben die globale Finanzkrise erlebt, die

Eurokrise, die Gefahr einer Deflation und die Pandemie. Keine dieser

Entwicklungen war vorhersehbar. Die entscheidende Lehre

lautet: Bereitet euch auf alles vor.

Und auf welche Entscheidungen blicken Sie heute persönlich mit

großem Stolz zurück?

Trichet: Erstens haben wir unser Mandat erfüllt. Die durchschnittliche

Inflation während meiner Amtszeit lag bei knapp zwei Prozent.

Wir haben Preisstabilität geliefert – genau das, was die Menschen

in Europa von uns erwartet haben. Zweitens ist es gelungen,

die Eurozone zusammenzuhalten. Fünf Länder standen zeitweise

massiv unter Druck. Gleichzeitig traten fünf weitere Staaten dem

Euroraum bei. Dass die Gemeinschaftswährung diese turbulente

Phase überstanden hat, ist für mich eine große Leistung.

Gab es Entscheidungen, die Sie nachts wachhielten?

Trichet: Glücklicherweise schlafe ich grundsätzlich sehr gut.

Aber natürlich gab es schwierige Momente. Viele Maßnahmen betraten

völliges Neuland: die Bereitstellung unbegrenzter Liquidität,

die Käufe von Staatsanleihen, die außergewöhnlichen Interventionen

während der Krise. Die Umstände waren völlig neu.

Wir mussten umgehend Lösungen finden, die nicht nur neu, sondern

auch wirksam waren. Und das ist uns gelungen.

34

Foto: picture alliance/SZ Photo

FOCUS MONEY 27/2026


Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

FOCUS MONEY 27/2026

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 35


moneymarkets

LNG-TERMINAL

WILHELMSHAVEN:

Deutschland ist

von Gasimporten

abhängig

ENERGIESICHERHEIT

Europa muss handeln

Deutschland und seine Nachbarn erleben bereits die zweite Energiekrise in nur vier Jahren. Eine

widerstandsfähigere Energieversorgung bietet Anlegern große Investmentchancen

Quelle: Berenberg Bank, Eurostat

Unsicherer Energiemix

Rund zwei Drittel der in der EU verbrauchten Energie

stammen von fossilen Rohstoffen. Das Gros davon

entfällt auf Öl und Gas, das ganz überwiegend

importiert wird

Energiemix in Europa

Anteile in Prozent

Rest 3

Wasserstoff 2

Solar 2

Wind Offshore 3

Kohle

Biomasse

Kernkraft

8

10

12

38

21

Öl

Gas

von LUDWIG BÖHM

Für den alten Kontinent besteht dringender Handlungsbedarf.

Erst hat der weitgehende Stopp russischer Gaslieferungen

die europäische Wirtschaft enorm unter

Druck gesetzt. Mit dem vergleichsweise raschen Bau von Terminals

für Flüssiggas (LNG) und der Umstellung auf Lieferungen

vor allem aus den USA hat Europa jedoch schnell reagiert.

Jetzt folgte in diesem Jahr bereits der zweite Energieschock

durch den Iran-Krieg beziehungsweise durch die Sperrung

der Straße von Hormus – der wichtigsten Transportroute für

Öl und Gas aus der Golfregion. Zwar bezieht Europa nur vergleichsweise

geringe Mengen an Flüssiggas aus dem Nahen

Osten. Doch immer wieder wurden eigentlich für Europa bestimmte

LNG-Tanker im letzten Moment nach Asien umgeleitet,

wenn sich dort ein höherer Preis bot. Europa ist zwar

36

Foto: Deutsche Energy Terminal

FOCUS MONEY 27/2026


direkt nicht besonders abhängig von Energieimporten aus

der Golfregion – indirekt jedoch sehr wohl.

Innerhalb von nur vier Jahren hat sich zweimal kurz nacheinander

gezeigt, welche Risiken Öl- und Gasimporte aus politisch

unsicheren Regionen für die europäische Wirtschaft

bergen. Und ob sich die USA unter Präsident Donald Trump

langfristig als zuverlässiger Energielieferant erweisen, darf

zumindest bezweifelt werden.

Dringender Handlungsbedarf. Die 27 Mitgliedstaaten der

Europäischen Union importieren 89 Prozent des benötigten

Gases aus dem Ausland. Beim Öl ist die Abhängigkeit sogar

noch größer. Hier müssen 96 Prozent eingeführt werden. Damit

ist die Energiesicherheit Europas den Schwankungen der

internationalen Märkte ausgeliefert, wie es die Analysten der

Berenberg Bank auf den Punkt bringen.

Die extrem hohe Abhängigkeit von Energieimporten geht

zudem mit hohen finanziellen Belastungen einher. Laut der

Berenberg Bank kostet sie die EU beachtliche 2,1 Prozent des

Bruttoinlandsprodukts pro Jahr. Die Wettbewerbsfähigkeit

der europäischen Unternehmen leidet unter der Abhängigkeit

von Öl- und Gasimporten. Die europäischen Erdgaspreise

sind mindestens dreimal höher als in den USA, die schon

länger Energierohstoffe exportieren und damit gute Geschäfte

machen. Strom kostet in Deutschland zumindest mehr als

doppelt so viel wie in den Vereinigten Staaten und sogar das

Vierfache des Preises in China und Indien. Wie sollen Unternehmen

aus Europa da im internationalen Wettbewerb preis-

lich mithalten können? Vor allem energieintensive Branchen

wie die Stahl- oder chemische Industrie haben es schwer.

Kaum Wachstum. Erst vor Kurzem haben die Wirtschaftsweisen

ihre Wachstumsprognose für Deutschland für dieses

Jahr von 0,9 auf 0,5 Prozent nahezu halbiert. Als Grund

nannten sie die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise. In Europa

rücken die Sicherheit und Erschwinglichkeit von Energie

immer mehr in den Fokus.

Die größten Effekte lassen sich sicherlich erzielen, wenn importiertes

Öl und Gas durch in Europa erzeugten Strom ersetzt

werden. Die deutschen Nachbarländer Polen und vor allem

Frankreich setzen dazu auf Kernkraft. Allerdings ist die hier

erzeugte Energie bei einer Vollkostenrechnung teuer und die

Endlagerung der Atomabfälle ist weiterhin ungeklärt. Außerdem

muss auch das benötigte Uran importiert werden.

Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien scheint

aussichtsreicher zu sein. Wind-, Solar- und Wasserkraft kommen

beim Strommix zwar mittlerweile auf einen nennenswerten

Anteil. In Deutschland liefern die erneuerbaren Energien

inzwischen mehr als die Hälfte des Stroms. Bei der

gesamten Energieversorgung spielen sie jedoch weiterhin

eine untergeordnete Rolle, vor allem im Straßenverkehr, in

der Industrie und beim Heizen von Immobilien. Dementsprechend

groß ist das Potenzial. Es reicht jedoch nicht aus,

einfach mehr Wind- und Solarparks zu bauen – auch die entsprechende

Infrastruktur ist nötig. Anlegern bietet sich damit

eine Vielzahl von Investmentchancen.

ASTA ENERGY SOLUTIONS

Aktie elektrisiert

Der österreichische Energiespezialist gliedert sein Geschäft in drei Bereiche.

In der Sparte Energieerzeugung liefert Asta die technologischen Kernelemente

für Generatoren, welche die Effizienz und Leistungsfähigkeit steigern. Zweitens

produziert das Unternehmen Kupferkomponenten, sogenannte Continuously

Transposed Conductors (CTCs), für Hochleistungstransformatoren.

Diese werden für die Energieübertragung benötigt. So heißt auch der entsprechende

Geschäftsbereich. Schließlich bietet Asta im Bereich Elektromobilität

Kupferkomponenten für elektrische Antriebe an, beispielsweise für E-Autos.

Das Unternehmen existiert schon seit mehr als 210 Jahren. Asta beschäftigt

mittlerweile rund 1400 Mitarbeiter und unterhält Standorte außer in Österreich

auch in Bosnien und Herzegowina, Brasilien, China sowie in Indien. Zu den

Kunden zählen unter anderem Siemens Energy, Hitachi Energy, GE Vernova

und Andritz.

Aktie gewinnt an Fahrt. Asta ist erst im Januar dieses Jahres an die Börse

gegangen. Der Ausgabepreis belief sich auf 29,50 Euro je Aktie. Nach einem

eher durchwachsenen Debüt startet das Papier seit Anfang April durch. Vor

wenigen Tagen wurde die Aktie außerdem in den SDax aufgenommen.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 15,3 Prozent auf 196,4 Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich

um 68,6 Prozent auf 17,2 Millionen Euro. CEO Karl Schäcke erklärte den hohen

Gewinnanstieg mit einer verbesserten Preissetzung, höheren Verkäufen

und einer erhöhten Effizienz. Asta investiert in seine Kapazitäten, um vom weltweiten

Ausbau der Stromnetze zu profitieren.

FOCUS MONEY 27/2026

Mehr Umsatz und Gewinn

Im Gesamtjahr erwartet CEO Schäcke Einnahmen

von 790 Millionen Euro. Das wäre ein

Plus von 14 Prozent. Der operative Gewinn

(Ebitda) soll um 13 bis 21 Prozent steigen

Asta-Energy

Kurs der Asta-Energy-Aktie in Euro

Börsengang

2026

30

JAN FEB MÄR APR MAI JUN

WKN/ISINA4214T/AT100ASTA001

Börsenwert 1,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026/27e39,2/26,5

Dividendenrendite für 2026/27e 0,0/0,5 %

Kursziel/Stoppkurs 90,00/60,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 21 %

Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Schätzungen

70

60

50

40

e = erwartet

37


moneymarkets

ENERGYVISION

Ausbau des Geschäftsmodells

Im Oktober 2014 gründeten drei Freunde Energyvision mit einem Mindestkapital

von 6200 Euro, wie es damals in Belgien erforderlich war. Heute beschäftigt

das Unternehmen knapp 250 Mitarbeiter und ist auch in Marokko und China

unterwegs. In den vergangenen zehn Jahren hat Energyvision umfangreich

in Solaranlagen investiert, die auf den Dächern von Wohnhäusern und Unternehmen

installiert sind. Das Portfolio reicht aus, um etwa 50 000 Haushalte

mit Strom zu versorgen.

Energyvision betreibt die Photovoltaikanlagen nicht nur, sondern ist auch

deren Eigentümer. Die Kunden müssen also selbst kein Geld investieren. Der

Strom, den die Haushalte nicht verbrauchen, fließt in Ladepunkte für Elektroautos,

die das Unternehmen ebenfalls betreibt. Künftig wollen die Belgier auch

Solarmodule anbieten. Derzeit errichtet der Produzent erneuerbarer Energie

außerdem den zweitgrößten Solarpark Belgiens. Schließlich plant das Unternehmen

eine Diversifizierung in den Windkraftbereich.

Starker Jahresauftakt. Von Januar bis März stieg der Umsatz um 60 Prozent

auf 41,8 Millionen Euro. Besonders beeindruckend ist der Zuwachs bei

den Kunden. Ende des vergangenen Jahres gewann Energyvision wöchentlich

350 neue Kunden hinzu. Im Februar waren es bereits 750 und im März

verdoppelte sich die Zahl auf 1500. Angaben zum Ergebnis für das erste Quartal

machte der Versorger nicht. Energyvision ist kaum länger an der Börse notiert

als Asta. Das IPO fand im Juli des vergangenen Jahres statt. Bei der Ausgabe

kostete die Aktie 9,50 Euro pro Stück. Die Bewertung des Unternehmens

lag damals bei 575 Millionen Euro. Heute liegt sie rund 50 Prozent höher.

Sehr volatil

Das erste Börsenjahr verlief mit großen

Schwankungen. Zuletzt überzeugte das

Unternehmen mit hohem Wachstum. Energyvision

arbeitet knapp profitabel

Energyvision

Kurs der Energyvision-Aktie in Euro

Börsengang

11

200-Tage-

Linie

10

2025

2026

9

JUL JAN JUN

WKN/ISINA41CA3/BE0974499312

Börsenwert 875,9 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026/27e34,1/22,0

Dividendenrendite für 2026/27e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 18,00/12,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 26 %

Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Schätzungen

14

13

12

e = erwartet

GRENERGY RENOVABLES

Hohes Wachstum angepeilt

Das Unternehmen bietet Solarstrom an. Zu diesem Zweck betreibt Grenergy

Kraftwerke mit einer Solarleistung von zwölf Gigawatt (GW). Damit können mehrere

Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden. Gleichzeitig verfügt das

Unternehmen über Batteriespeicher mit einer Kapazität von 71 Gigawattstunden

(GWh). Damit soll die Schwäche erneuerbarer Energien ausgeglichen werden,

dass sie nicht zuverlässig rund um die Uhr Strom liefern.

Die Spanier sind in Lateinamerika, den USA und Europa präsent. Nach eigenen

Angaben befindet sich ihr Vorzeigeprojekt, ein großer, eigenständiger

Batteriespeicher, in Spanien. Dieser hat eine Kapazität von 600 Megawattstunden

(MWh) und ermöglicht somit eine Speicherdauer von vier Stunden. Die

Abnahme ist durch einen Zehn-Jahres-Vertrag mit einem internationalen Energieversorger

abgesichert.

Böser Ausrutscher. Große Sondereffekte im Vorjahr und negative Wechselkurseffekte

ließen den Umsatz in den ersten drei Monaten 2026 allerdings

um 40 Prozent auf nur noch 143,3 Millionen Euro einbrechen. Der Nettogewinn

kollabierte um 94 Prozent auf nur noch zwei Millionen Euro. Dennoch

rechnet Berenberg-Analyst Henry Tarr im Gesamtjahr nur mit einem vergleichsweise

geringen Gewinnrückgang. Grenergy hat sich ambitionierte Wachstumspläne

gesetzt. So will das Unternehmen bis 2028 insgesamt 3,7 Milliarden

Euro in seine Solarkraftwerke und Batteriespeicher investieren. Durch das milliardenschwere

Investitionsprogramm soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern

und Abschreibungen auf 450 bis 500 Millionen Euro steigen. Zum Vergleich:

2025 belief sich der operative Gewinn auf 201 Millionen Euro.

38

Anleger nehmen Gewinne mit

Nach Bekanntgabe der Q1-Ergebnisse drückten

Anleger den Exit-Knopf. Der Kurs gab

mehr als 15 Prozent nach. Für risikobereite

Investoren bietet sich eine Einstiegschance

Gernergy

Kurs der Gernergy-Aktie in Euro

120

200-Tage-Linie

0

2023 2024 2025 2026

WKN/ISINA14WGE/ES0105079000

Börsenwert 3,2 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026/27e31,7/20,3

Dividendenrendite für 2026/27e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 140,00/90,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 29 %

Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Schätzungen

80

40

e = erwartet

FOCUS MONEY 27/2026


KLARTEXT

Digitale Herausforderung

annehmen

Deutschlands wirtschaftliche Stärke ruhte

lange auf einer klaren Grundlage. Hoch qualifizierte

Fachkräfte, starke industrielle Kerne

und ein ausgeprägtes Verständnis für Qualität

und Präzision trugen das Modell der Sozialen

Marktwirtschaft über Jahrzehnte. Doch

diese Grundlage gerät in einer Welt unter

Druck, in der Wertschöpfung zunehmend immateriell

entsteht und Produktivität immer

stärker von Daten, Software und digitalen

Netzwerken abhängt. Gerade hier zeigt sich

eine wachsende Diskrepanz zwischen Anspruch

und Wirklichkeit.

Deutschland investiert im internationalen

Vergleich auffallend wenig in Software und

Datenbanken. Selbst innerhalb der OECD

rangiert das Land am unteren Ende. Der

Rückstand wird noch deutlicher, wenn man

Hardware einbezieht und den gesamten

digitalen Kapitalstock betrachtet. Während

andere Volkswirtschaften ihre Investitionsstrukturen

anpassen und immaterielle Vermögenswerte

systematisch aufbauen, verharrt

Deutschland in einem Muster, das stärker auf

klassische Sachkapitalbildung ausgerichtet

ist.

Makroökonomisch ist diese Entwicklung

mehr als eine sektorale Schwäche. Sie berührt

den Kern der Produktivitätsdynamik. In

entwickelten Volkswirtschaften stammt ein

wachsender Anteil des Wachstums nicht aus

zusätzlicher Arbeit oder Kapital im traditionellen

Sinne, sondern aus Effizienzgewinnen

durch bessere Organisation, Prozessoptimierung

und datengetriebene Innovation. Software

ist dabei nicht nur ein eigenständiger

Produktionsfaktor, sondern ein Multiplikator

für nahezu alle anderen Faktoren. Wer hier

„unterinvestiert“, bremst die gesamtwirtschaftliche

Dynamik. Die makroökonomischen Folgen

sind bereits sichtbar. Das Produktivitätswachstum

bleibt seit

Jahren hinter den Erwartungen

zurück.

Der häufige Blick auf die

Vereinigten Staaten führt

leicht in die Irre. Aber Europa

muss unser Maßstab sein.

Und gerade hier fällt

FOCUS MONEY 27/2026

Deutschland investiert

im internationalen

Vergleich auffallend

wenig in Software und

Datenbanken. Die

makroökonomischen

Folgen sind bereits

sichtbar

PROF. ROLAND KOCH,

Vorsitzender der Ludwig-

Erhard-Stiftung und

ordentlicher Professor an

der Frankfurt School of

Finance & Management,

ehemals Ministerpräsident

von Hessen

Deutschland zurück. Länder wie Frankreich,

Großbritannien und Schweden haben ihre Investitionsquoten

in Software deutlich gesteigert.

Selbst Volkswirtschaften mit geringeren

industriellen Forschungsanstrengungen wie

Spanien oder Italien liegen inzwischen vor

Deutschland. Das ist kein Ausdruck kurzfristiger

Konjunkturbewegungen, sondern Ergebnis

unterschiedlicher, falscher Prioritätensetzungen.

Besonders irritierend ist der Kontrast zwischen

traditioneller Innovationsstärke und digitaler

Zurückhaltung. Deutschland verfügt

weiterhin über eine exzellente Forschungslandschaft

und starke industrielle Cluster.

Doch Innovation verschiebt sich zunehmend

von der physischen zur digitalen Ebene. Die

Fähigkeit, Daten zu nutzen, Prozesse zu automatisieren

und Geschäftsmodelle softwaregestützt

weiterzuentwickeln, entscheidet

über Wettbewerbsfähigkeit. Wenn diese Dimension

vernachlässigt wird, verlieren selbst

technisch führende Produkte an Attraktivität.

Die öffentliche Verwaltung in Deutschland

verursacht hohe Transaktionskosten, die sich

unmittelbar in geringerer wirtschaftlicher Dynamik

niederschlagen. Eine konsequente Digitalisierung

kann hier spürbar entlasten.

Schnellere Verfahren, geringere Bürokratiekosten

und bessere Datennutzung wirken wie

ein Konjunkturprogramm ohne zusätzliche

Verschuldung. Der Staat hat zudem eine wichtige

Vorbildfunktion. Wenn er selbst als anspruchsvoller

Nachfrager auftritt, kann er Skaleneffekte

im digitalen Ökosystem anstoßen.

Noch entscheidender ist jedoch die Rolle

der Industrie. Ihr Geschäftsmodell steht vor

einer doppelten Transformation. Zum einen

verändert sich die technologische Basis

durch Elektrifizierung und Dekarbonisierung.

Zum anderen verschiebt sich die Wertschöpfung

hin zu datenbasierten Dienstleistungen

und Plattformlösungen. Klassische Ingenieurskunst

bleibt notwendig, reicht aber nicht

mehr aus. Sie muss ergänzt werden durch

Softwarekompetenz und die Fähigkeit, künstliche

Intelligenz in Produkte und Prozesse zu

integrieren.

Deutschland muss lernen, immaterielles Kapital

als gleichwertig zu physischem Kapital

zu behandeln. Das betrifft steuerliche Rahmenbedingungen

ebenso wie Finanzierungsstrukturen

und unternehmerische Entscheidungsprozesse.

Es geht um eine Anpassung

des ordnungspolitischen Verständnisses an

eine digital geprägte Ökonomie.

39


moneymarkets

Aktie

unter

Strom

AKTIE UNTER STROM: Die

Nachfrage nach Halbleitern

bleibt ungebrochen hoch

Mit der Eröffnung einer neuen Chipfabrik in Dresden stellt der Münchner Halbleiterkonzern alle

Weichen auf Wachstum. Die Dax-Aktie bleibt Europas Top-Wette auf den KI-Boom

von JENS MASUHR

Eigentlich müssten die Alarmglocken läuten. Wenn am

2. Juli das neue Chipwerk in Dresden an den Start geht,

Infineon zudem die vor zwei Jahren im malaysischen

Kulim eröffnete Fabrik erweitern will und sich gleichzeitig

am deutschen Werk des führenden Auftragsfertigers TSMC

beteiligt, wirft der typische Schweinezyklus seine Schatten

voraus. Heißt in der Branche: Wenn die Kapazitäten wegen

massiv steigender Nachfrage ausgebaut werden müssen,

nehmen die Fabriken wegen längerer Vorlaufzeiten erfahrungsgemäß

immer erst dann die Arbeit auf, wenn der Boom

gelaufen ist. Die Folge sind volle Lager, Überangebot und sinkende

Preise. Eigentlich.

Boom ohne Ende. Im KI-Boom ist alles anders. Von Blase

sei keine Spur, behauptet Infineon-Produktionsvorstand Alexander

Gorski. „Es gibt einen klaren Bedarf, die Rechenzentren

auszubauen.“ Auch außerhalb des Werksgeländes blicken

Branchenkenner positiv in die Zukunft. „Wir sehen

keinerlei Anzeichen für eine Abschwächung im KI-Bereich“,

sagt Abed Jarad, Analyst bei der Wertpapierhandelsbank

MWB. „Im Gegenteil, die Nachfrage nach spezialisierter

Stromversorgungsinfrastruktur für Rechenzentren ist nach

wie vor ungebrochen und nimmt weiter zu.“

Für Infineon ein Luxusproblem. Denn die Münchener sind

aktuell nicht in der Lage, gegen die Nachfrage anzukommen.

Der Wert des sogenannten „Order-Backlogs“ stieg von 21 Milliarden

Euro im Auftaktquartal um weitere vier Milliarden

Euro im zweiten Jahresviertel. Kein Wunder: Die Chips, die

der Konzern aus Neubiberg nahe München fertigt, werden

dort gebraucht, wo derzeit die Post abgeht: in Smartphones,

Elektroautos, im Internet der Dinge, als Sicherheitsanwendungen

in Kredit- und Debitkarten und vor allem: als Stromspar-Technologie

in großen Rechenzentren – für KI-Zulieferer

wie Infineon der Wachstumstreiber schlechthin.

Kurs verdoppelt. Die Börse hat das Potenzial lange Zeit

verkannt. Die Aktie war seit 2023 in einer Spanne zwischen

30 und 40 Euro wie festgenagelt. Dafür gehts seit Jahresbeginn

umso steiler nach oben. Nach einer Kursverdopplung

notiert das Dax-Papier leicht über dem Niveau zur Jahrtausendwende

(siehe Grafik rechts). Charttechnisch gesehen ist

damit der Weg nach oben frei. Dazu kommt: Experten bestätigen

die Vorstandsprognose einer „deutlichen Umsatzsteigerung“.

Bei Jefferies prognostiziert man für 2026 ein Plus

von 22, fürs Folgejahr von 16 Prozent – insgesamt fast sieben

Milliarden Euro mehr Umsatz als 2025. Die Marge im

40 Foto: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


Branche im Boom

Ohne Chips läuft nichts: Infineon fertigt Prozessoren

für die wachstumsstärksten Bereiche der Wirtschaft.

Laut Expertenprognosen geht der Boom weiter, vor

allem bei Servern & Netzwerken (plus 11,6 Prozent),

Autos (10,7) und Industrie (8,8)

Halbleiter (Wachstumsprognosen)

CAGR, 2024 bis 2030

Computing 5,5

Hausgeräte

5,6

Industrie 8,8

256

Autos 10,7

Server &

Netzwerke 11,6

Quelle: Pricewaterhousecoopers (PwC)

Wachsende Gewinne

Nachdem es zuletzt mit dem Gewinn vor Steuern,

Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) bergab ging,

trauen Experten dem Halbleiterkonzern in den

nächsten Jahren wieder wachsende Profite zu. Treiber

sind KI und ein Wirtschaftscomeback in China

Gewinnsteigerung (Infineon)

in Milliarden Euro

2020 21 22 23 24 25 26 2027

Quelle: Bloomberg

6

4

2

0

operativen Geschäft soll auf 29 Prozent hochschnellen – satte

zwölf (!) Prozentpunkte mehr als 2025. Sollten die Analysten

recht behalten und der Gewinn je Aktie bis 2027 um 49

Prozent steigen, könnte die Aktie in ihre hohe Bewertung

hineinwachsen.

Vor allem das Segment für Stromversorgungschips in Rechenzentren

beflügelt die Fantasie der Börsianer. Allein hier

wollen die Münchener 2026 rund 1,5 Milliarden Euro umsetzen.

2027 dürften es 2,5 Milliarden Euro sein. Die Segmentergebnismarge

soll sich auf 20 Prozent verdoppeln.

Weil das Management bei seinen Prognosen erfahrungsgemäß

untertreibt, halten Beobachter die Ziele für konservativ.

Auch in den anderen Bereichen der Halbleiterindustrie stehen

die Zeichen auf Wachstum. Laut dem Unternehmensberater

PricewaterhouseCoopers (PwC) gelten die Segmente

Server & Chips, Auto und Industrie als die Segmente mit den

höchsten Zuwächsen (siehe Grafik links). Die Logik dahinter:

Der KI-Boom braucht Server, Server brauchen Prozessoren,

und Prozessoren brauchen leistungsstarke Komponenten

von Infineon zur Regulierung des Stromverbrauchs.

Welchen Stellenwert das Thema Energiehunger besitzt,

zeigt sich am Beispiel China. Kein anderes Land der Erde bereitet

sich auf den Energiehunger einer von KI durchzogenen

Welt besser vor als das Riesenreich. Experten schätzen, dass

der Strombedarf bis 2030 auf etwa sieben Prozent des nationalen

Gesamtverbrauchs steigen könnte. Um Netzengpässe

zu vermeiden, baut das Land in einem Jahr mehr als 400

Gigawatt an neuer Kapazität auf. Zum Vergleich: Die USA als

größte KI-Nation bringen es gerade mal auf ein Zehntel.

Fluch und Segen. Inzwischen verantwortet die Volksrepublik

knapp ein Drittel der Infineon-Umsätze. Für die Bayern

Fluch und Segen zugleich. Einerseits, weil man als Zulieferer,

etwa für die schnell wachsende Elektronikindustrie, die meisten

chinesischen Hersteller beliefert und teilweise als Marktführer

auftritt. Andererseits: Wer in China Geschäfte macht,

muss sich auf subventionierte Konkurrenz, sinkende Preise

und Margen gefasst machen. Für Infineon heißt das, den Vorteil

seiner hohen Produktqualität zu nutzen – für risikobereite

Anleger mit Fokus auf KI und dem Glauben an Chinas Wirtschaftscomeback

die beste Wette in Europas Chipsektor.

Teuer – aber gesucht

Nach der Kursverdopplung seit Jahresstart ist

die Aktie teuer. Anleger glauben trotzdem,

etwas zu verpassen – das Momentum ist

hoch. Kein Wunder: Für 2027 erwarten Experten

49 Prozent mehr Gewinn je Aktie

WKN/ISIN623100/DE0006231004

Börsenwert 101,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e61,0/35,0

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,5/0,6 %

Kursziel/Stoppkurs 114,00/68,40 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 38 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

Infineon

Kurs der Infineon-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2000 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 24 2026

80

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40

20

0

FOCUS MONEY 27/2026

41


INTERVIEW

Die Dominanz kommt

nicht von ungefähr“

KI-Boom, Krisen, Zinsdruck – alles kein Grund zur

Panik. Warum die USA für Amerikakennerin Monika

Rosen der Taktgeber der Börsen bleiben und

Anleger nicht vorschnell auf Abstand gehen sollten

von SASCHA ROSE

Frau Rosen, Sie kennen die USA aus nächster Nähe, haben

dort studiert, sind Vizepräsidentin der österreichisch-amerikanischen

Gesellschaft und beobachten als Börsenexpertin

seit vielen Jahren die Märkte. Was macht die amerikanische

Aktienkultur so besonders?

Monika Rosen: Die amerikanische Aktienkultur ist

der europäischen in vielerlei Hinsicht voraus. In den

USA wird die Börse viel selbstverständlicher als Teil

des wirtschaftlichen Lebens gesehen. Aktienbesitz ist

dort für viele Menschen normal, während man in Eu-

Vita

Monika Rosen

Magister der Universität Wien

(1986), M. A. der Georgia State

University, Atlanta, USA (1989)

Chefanalystin bei der Bank

Austria (1999–2022), Mitglied

des Aufsichtsrats der Schoellerbank

Invest AG (2016–2025)

Zertifizierte Börsenhändlerin

(seit 1996), Marktstrategin für

e-fundresearch.com (seit 2023)

Seit 2021 Vizepräsidentin

der

österreichischamerikanischen

Gesellschaft

42 Fotos: Adobe Stock, M. Draper

FOCUS MONEY 27/2026


moneymarkets

ropa und besonders im deutschsprachigen Raum oft noch mit

Skepsis auf den Kapitalmarkt blickt. Dahinter steckt nicht

nur ein anderes Finanzverständnis, sondern auch eine andere

Mentalität: Amerikaner sind eher bereit, Risiken einzugehen

und Chancen aktiv zu nutzen. In Europa verlassen wir

uns dagegen stärker auf staatliche Strukturen, soziale Sicherung

und Regulierung.

Das klingt so, als wäre es weniger eine Frage der Finanzbildung als

eine Frage der Kultur.

Rosen: Es ist beides. Natürlich spielt Finanzbildung eine

große Rolle – und zwar für alle, besonders aber auch für Frauen.

Dafür setze ich mich seit Langem ein. Aber Kultur ist mindestens

genauso wichtig. Die ersten Einwanderer nach Amerika

haben ja bewusst Sicherheit aufgegeben, um etwas

Neues zu wagen. Dieses Denken – Risiko als Voraussetzung

für Aufstieg – ist bei US-Amerikanern deshalb tief verankert.

Europäer denken stärker in Stabilität, Absicherung und Ordnung.

Beides hat Vor- und Nachteile, für die Aktienkultur ist

das amerikanische Modell jedoch klar förderlicher.

Was sich auch in der Dominanz von US-Aktien im Weltaktienindex

MSCI World oder anderen globalen Benchmarks zeigt – und hierzulande

oft kritisiert wird. Wie sollten Anleger damit umgehen?

Rosen: Zunächst einmal nüchtern. Die Dominanz der USA

kommt schließlich nicht von ungefähr. Sie spiegelt die Größe,

Gewinnkraft und Innovationsstärke der Wirtschaft

wider. In den vergangenen 15 Jahren war es mit wenigen

Ausnahmen zumindest keine gute Idee, US-Aktien unterzugewichten.

Natürlich kann man andere Regionen im Depot

zeitweise stärker betonen. Wer Amerika jedoch dauerhaft

untergewichtet, geht ganz bewusst eine Wette gegen den

wichtigsten Kapitalmarkt der Welt ein.

Viele Anleger wollen aus Diversifizierungsgründen trotzdem genau

das: weniger USA und mehr Europa, Asien oder Schwellenländer. Wie

vernünftig ist das?

Rosen: Diversifikation ist grundsätzlich vernünftig, nur

darf man sie nicht mit einem Schutzschild verwechseln.

Wenn die USA kräftig korrigieren, bleiben Europa, Asien oder

Schwellenländer in der Regel davon nicht unberührt. Vielleicht

fallen manche Märkte weniger stark oder auch etwas

später – aber sie entkoppeln sich nicht. Wir erleben derzeit

einen neuen Technologieschub rund um künstliche Intelligenz

(KI), der sich vor allem in den USA und in Teilen Asiens,

aber nicht in Europa abspielt. Wenn ich mich als Anleger bewusst

davon fernhalte, reduziere ich nicht automatisch das

Risiko, sondern verpasse womöglich sogar Renditechancen.

Mit anderen Worten: Die Musik spielt weiter in Amerika?

Rosen: Meiner Meinung nach ja. Und leider gilt das aus europäischer

Sicht mehr denn je. Europa hat großartige Unternehmen,

exzellente Wissenschaft und hervorragende Talente.

Wenn Firmen aber mehr Kapital brauchen und in die

nächste Wachstumsphase wollen, gehen sie oft in den USA

an die Börse. Das ist ein strukturelles Problem für Europa. Es

fehlt uns an echter Kapitalmarktkultur, stärkerer Integration

der Märkte und mehr Akzeptanz dafür, privates Geld produktiv

in den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Solange wir

das nicht besser lösen, bleiben die USA der Taktgeber.

Sie erwähnten die große Bedeutung der KI. Viele Anleger treibt jedoch

die Sorge um, dass wir es hier mit der nächsten großen Blase

zu tun haben. Wie berechtigt ist diese Angst?

Rosen: Ich wäre mit dem Begriff „Blase“ vorsichtig. Eine Blase

bedeutet, dass im Kern keine wirtschaftliche Substanz vorhanden

ist. Das sehe ich bei KI nicht. Sie ist eine transformative

Technologie, zu der eher das Bild eines Goldrauschs passt:

Es gibt echte Chancen, aber nicht alle, die man heute feiert,

werden am Ende gewinnen. Das war beim Internet ähnlich.

Die Technologie ist geblieben, aber viele Unternehmen sind

verschwunden. Das dürfte auch bei der KI passieren.

Also werden am Ende nicht alle heutigen KI-Stars überleben?

Rosen: Davon gehe ich aus. Zu Beginn solcher Phasen erscheinen

alle Akteure als potenzielle Sieger. Später setzt jedoch

ein Verdrängungswettbewerb ein. Oft bleibt dann ein

Marktführer übrig, manchmal auch zwei. Es gibt ja auch

Die Musik spielt in Amerika

Europa hat ein strukturelles Problem und schöpft sein

wirtschaftliches Potenzial nicht aus. Dies spiegelt sich

auch in der relative Schwäche am Aktienmarkt wider

Globale Aktienindizes

Wertentwicklung in % seit 1.1.2023

S&P 500

MSCI Asia Pacific ex. Japan

Stoxx Europe 600

2023 2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

80

60

40

20

0

–20

Technologie als Schlüssel zum Erfolg

Aktien großer Technologiekonzerne sind in den

USA und zunehmend auch in Asien die zentralen

Kurstreiber. Europa hat davon leider viel zu wenige

Technologiewerte in globalen Aktienindizes

Gewichtung in %, Stand: April 2026

16

S&P 500 27

42

10

MSCI Asia Pacific 20

27

Stoxx Europe 600

Quelle: Bloomberg

3,8

7,0

8,2

2016

2021

2026

FOCUS MONEY 27/2026

43


moneymarkets

IM GESPRÄCH: FOCUS-MONEY-

Redakteur Sascha Rose traf

US-Börsenexpertin Monika

Rosen am Rande des Zertifikate

Kongress & Award Austria 2026

in Wien zum Interview

nicht fünf gleich große Suchmaschinen oder fünf gleich dominante

Onlinehändler. Bei KI wird es ebenfalls eine Bereinigung

geben. Wir sind dort aber noch nicht. Der Markt befindet sich

noch in einer Phase, in der viele Unternehmen gleichzeitig von

Fantasie und Kapital leben.

Wie tragfähig wirkt die aktuelle US-Börsenrally auf Sie angesichts der

Angst vor einer KI-Blase und vieler anderer Risiken?

Rosen: Die Gewinne der US-Unternehmen, gerade im

Technologiesektor, sind sehr hoch. Das unterscheidet sie von

rein spekulativen Übertreibungsphasen. Natürlich steigt

nach sehr guten Börsenjahren die Wahrscheinlichkeit für

Kursrückschläge. Wenn dann noch riesige Börsengänge dazukommen,

schauen viele Investoren ganz genau hin. Im

Kern sehe ich aktuell aber keine Luftnummer, sondern starke

Gewinne, viele Innovationen und Unternehmen, die ihre

Marktstellung ausbauen.

Worauf sollten Anleger also besonders achten?

Rosen: Ein Warnsignal wäre es, wenn die Gewinnerwartungen

wegbrechen, ohne dass der Markt dies einpreist. Oder

wenn sich die Story nur noch aus Hoffnung und nicht mehr

aus Zahlen speist. Derzeit ist das aber noch nicht der Fall. Deshalb

würde ich sagen: Wachsamkeit ja, Panik nein.

Welche Bedeutung hat in diesem Umfeld der amerikanische Konsument?

Höhere Benzinpreise, geopolitische Spannungen, teurere Kredite

müssten doch irgendwann auf die Stimmung drücken?

Rosen: Die Konsumenten sind nach wie vor das Rückgrat der

US-Wirtschaft. Interessant ist allerdings, dass zwischen Stimmung

und tatsächlichem Verhalten oft eine Lücke besteht. So

äußern sich viele Amerikaner zwar skeptisch, kaufen aber

trotzdem weiter ein. Das ist nicht ungewöhnlich. Schließlich

gibt es in den USA nicht umsonst den Begriff der „Retail Therapy“.

Das heißt aber nicht, dass steigende Benzinpreise oder

höhere Kreditkosten keine Belastung wären. Bislang sehe ich

aber keine massive Kaufzurückhaltung. Deshalb wäre ich mit

Rezessionsszenarien auch vorsichtig.

Welche Rolle spielt hierbei die US-Notenbank Fed?

Rosen: Eine extrem wichtige, allerdings nicht in dem Sinne,

dass sie sofort spektakulär handeln müsste. Das hat Kevin

Warsh nach seiner ersten Sitzung als neuer Fed-Chef auch

deutlich gemacht. Er möchte die Kommunikation der US-Notenbank

drosseln, um sich so viele Optionen wie möglich in

der Geldpolitik offen zu halten. In Reaktion darauf sind die

kurzfristigen US-Renditen auch gestiegen. Das heißt, der

Markt rechnet mittelfristig weiterhin mit Zinsanhebungen,

Senkungen sind de facto ausgeschlossen. Offenbar ist man

auch erleichtert, dass Warsh die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank

verteidigen will und nicht bereit ist, sich einem politischen

Druck zu beugen.

Zuletzt sind auch die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen wieder

gestiegen. Müsste das nicht den Aktienmarkt belasten?

Rosen: Die Renditen reagieren einerseits auf einen durchaus

restriktiv auftretenden neuen Fed-Chef. Aber sie reflektieren

auch die Tatsache, dass das Friedensabkommen mit dem Iran

(und damit verbunden die Öffnung der Straße von Hormus) offenbar

nicht ganz so leicht in die Tat umzusetzen sein wird

D

z

b

T

Die Konzentration nimmt zu

Der hohe Anteil von KI-Unternehmen am Aktienmarkt

stimmt nachdenklich. Bis es zur Bereinigungsphase

kommt, kann es allerdings noch dauern

Aktienmarkt-Blasen

Anteil Sektoren/Gruppen an der US-Marktkapitalisierung in %

*Anteil am MSCI ACWI; **Magnificient 7+AMD, Broadcom, Micron 70

63

Eisenbahnen

Nifty-Fifty-

Bluechips

44

40 41

Japan*

New Economy/

Internet

40

KI Big

10**

1835 1920 1972 1985 1992 1999 2006 2023 2030

50

30

10

Wachstum der S&P-500-Unternehmen

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

4,7

Umsatz

Gewinn*

Quelle: Bank of America Quelle: Factset UK Limited 2026

Weiterhin hohes Wachstum in Sicht

Die Börse erwartet bei US-Unternehmen auch in den

nächsten Jahren hohe Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

Sie sind die Grundlage für steigende Kurse

2024

11,0

6,9

2025

12,2

11,1

22,8

2026e

7,2

15,5

7,4

12,5

2027e 2028e

*operativer Gewinn (Ebit)

44

FOCUS MONEY 27/2026


wie zunächst gedacht. Ganz generell kann man vielleicht sagen,

dass auch weiterhin mit einer gewissen Volatilität an den

Aktienmärkten zu rechnen sein wird. Eine echte Wende im

Sinne einer ausgeprägten Korrekturphase sehe ich allerdings

derzeit auch nicht.

Wie steht es um Donald Trump? Hat sich der Markt an ihn gewöhnt?

Rosen: Ganz verloren hat er seinen Einfluss sicher nicht. Die

Märkte reagieren vielleicht nur nicht mehr ganz so hektisch

auf seine Ankündigungen wie früher. Gleichzeitig befindet

sich der US-Präsident in seiner zweiten Amtsphase, und die

Kongresswahlen (Midterms) kommen im November auf ihn,

beziehungsweise die Republikaner zu. Das zeigt sich auch im

Friedensabkommen mit dem Iran. Viele Beobachter sind der

Meinung, die USA hätten hier zu viele Zugeständnisse gemacht.

Tatsache ist, Trump braucht sinkende Benzinpreise,

um seine Wählerschaft nicht zu verprellen.

Wie stabil erscheint Ihnen die Rolle des Dollars in dieser Weltlage?

Rosen: Der Dollar wird auf absehbare Zeit die dominierende

Reservewährung bleiben. Denn es gibt derzeit keine überzeugende

Alternative, die ihn ernsthaft vom Thron stoßen

könnte. Der Euro leidet unter den bekannten Strukturproblemen

und Gold ist eher eine Ergänzung als ein Ersatz. In geopolitischen

Krisen zeigt sich zudem immer wieder, dass Anleger

in US-Assets flüchten. Das spricht für den Dollar.

Welche strukturelle Herausforderung der USA wird aus Ihrer Sicht derzeit

am meisten unterschätzt?

Rosen: Die Frage ist, wie breit der Wirtschaftsboom tatsächlich

ankommt. Die USA sind sowohl wirtschaftlich als auch

gesellschaftlich stark gespalten. Wenn KI und neue Technologien

vor allem einige wenige Zentren noch reicher machen,

verschärft das die bestehenden Spannungen. Die Herausforderung

wird daher sein, möglichst viele Menschen an diesem

Wandel teilhaben zu lassen.

Welches Szenario könnte die Märkte in den kommenden zwölf Monaten

am ehesten überraschen?

Rosen: Viele Anleger fürchten derzeit eine stärkere Korrektur

an den Märkten, sei es wegen des KI-Booms, der Geopolitik

oder steigender Zinsen. Vielleicht wird deshalb die Möglichkeit,

dass die Rally weiter läuft, derzeit am wenigsten für

wahrscheinlich gehalten. Doch wie heißt es: Der Markt überrascht

gern die größtmögliche Zahl von Menschen. Das bedeutet

natürlich nicht, dass die Risiken auf einmal verschwunden

wären. Die Börsen befinden sich aber auch nicht in einer

sorglosen Euphorie wie zur Jahrtausendwende.

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WERBUNG

JETZT AKTIEN

ZEICHNEN

ZEICHNUNGSZEITRAUM: 10.06. BIS 22.07.2026

Diese Mitteilung ist eine Werbung. Die Entscheidung zur Investition sollte ausschließlich auf Basis des veröffentlichten Prospekts

erfolgen. Der vollständige Prospekt ist unter biogena.com/aktie abrufbar.* Um die potenziellen Risiken und Chancen einer Anlageentscheidung

in die Wertpapiere vollends zu verstehen, sollte diese Entscheidung erst nach Durchlesen des gesamten Prospektes

getroffen werden. Die Billigung des Prospekts durch die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde ist nicht als Befürwortung

der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Eine Investition in Aktien

ist mit Risiken verbunden und kann bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

BIOGENA.COM/AKTIE


Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen. Führende

Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Murat Örs, Vorstandsmitglied & Regionalmanager VTAD Hamburg

D

z

b

T

Quelle: Factset UK Limited 2026

CHARTSIGNAL DER WOCHE

Doppelboden bietet günstigen Einstieg

Die Aktie des Mini-Kernreaktorherstellers Nuscale Power aus den

USA bildet derzeit einen Doppelboden aus, der ein starkes Anstiegspotenzial

verspricht. Das bietet die Chance auf einen frühen Einstieg

NuScale Power Kurs in USD

200-Tage-Linie

Bodenbildung

2024 2025 2026

Widerstände

40

30

20

10

0

Nach dem Tief im April hat die Aktie von Nuscale

Power (ISIN: US67079K1007) kürzlich ein zweites Tief ausgebildet.

Dadurch zeichnet sich ein möglicher Doppelboden

ab. Ein Anstieg über rund 13 US-Dollar (auf Wochenbasis)

würde diese Formation bestätigen. Unterstützend

wirken historisch hohe Volumenanstiege, die auf ein starkes

Kaufinteresse hindeuten. Solange der Aktienkurs

über dem unlängst lokalen Tief von zehn Dollar bleibt, ist

eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends absehbar.

Risikobereite Anleger könnten daher über einen frühen

Einstieg zwischen zehn und 13 Dollar nachdenken – mit einem

Eingangsstopp knapp unterhalb von neun Dollar. Alle

anderen warten die Bestätigung des Aufwärtstrends ab

und steigen nach einem Durchbruch des Widerstands bei

13 Dollar ein – oder auch erst nach einem Rücksetzer in

diesem Bereich. Das erste Kursziel liegt bei einem Widerstand

von 14,85 Dollar, das nächste im Bereich des Widerstands

bei etwa 20 Dollar. Ein Rutsch unter den Eingangsstopp

würde den Aufwärtstrend beenden und könnte den

Kurs in den Bereich von sieben Dollar und tiefer befördern.

Zur Info! Die Aktie ist nur an der Börse in New York oder

außerbörslich über die Société Générale handelbar.

WETTE

DER WOCHE

DALDRUP

Eine Menge

heißes Wasser

von STEFAN RIEDEL

Kräftige Korrektur

Daldrup

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

25

20

15

10

5

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

DAS AUF FLACH- UND TIEFBOH-

RUNGEN für Geothermieprojekte

spezialisierte Unternehmen hat auf

seinem Kapitalmarkttag bekräftigt,

vor einem neuen Wachstumsschub

zu stehen. Verglichen mit 2025 soll

die Gesamtleistung in diesem Jahr

zwar um weniger als 15 Prozent auf

58 Millionen Euro wachsen. Die operative

Marge könnte von 17,2 auf 11,5

bis 13,5 Prozent schrumpfen. Der

Grund dafür ist, dass das aktuell größte

Bohrprojekt erst in den nächsten

Monaten umsatzwirksam wird. Zugleich

betont der Vorstand, dass Daldrup

(DE0007830572) in diesem Jahr

mit weiteren Zuschlägen aus Ausschreibungen

rechnet, an denen sich

das Unternehmen beteiligt hat.

Mittelfristig ist und bleibt Daldrup

sehr gut aufgestellt. Die 120 Millionen

Euro Auftragsbestand entsprechen

mehr als dem Doppelten der für 2026

erwarteten Gesamtleistung. Ein großer

Wettbewerbsvorteil von Daldrup:

Die Firma deckt die gesamte Wertschöpfungskette

ab, angefangen von

der Machbarkeitsstudie über die Bohrung

und die Errichtung eines Thermalwasserkreislaufs

bis zum Kraftwerksbau

und der anschließenden

Versorgung mit Fernwärme. Zur vielversprechenden

Geschäftsentwicklung

kommt die überaus robuste Bilanz

und die hohe Profitabilität.

Schafft es Daldrup in den nächsten

Quartalen, die Umsätze aus dem

Großprojekt einzubuchen und zugleich

neue Aufträge an Land zu ziehen,

steht das im Nebenwertesegment

Scale gelistete Unternehmen

spätestens 2027 vor einem Umsatzund

Gewinnsprung. Fundamental

gerechtfertigt wäre dann ein Kursziel

von 30 Euro für das westfälische

Unternehmen.

46 FOCUS MONEY 27/2026


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FOCUS MONEY 27/2026

47


moneymarkets

Herzlichen Glückwunsch! (vorne v.l.n.r.): Andrea Machost (Laudatorin), Christina Rühl-Hamers (Nominierte Corporate), Souâd Benkredda (Gewinnerin

Corporate), Georg Meck (Jury, Laudator), Tijen Onaran (Moderation), Lydia Rullkötter (Vorständin Hubert Burda Media), Freya Früh (Nominierte Fin-Fluencer),

(hinten v.l.n.r.): Heike Bangert (Jury), Jan Berg (Laudator, Jury), Elena von Metzler (Gewinnerin Editors‘ Choice), Bianca Brunner (Nominierte High Potentials),

Ralph Hientzsch (Laudator, Jury), Kristina Lindenbaum (Gewinnerin High Potentials), Ina Schlie (Gewinnerin Start-up), Nina Habicht (Nominierte Fin-Fluencer),

Anja Mikus (Laudatorin), Corinne Brecher (Gewinnerin Fin-Fluencer), Stefanie Rainer (Nominierte Start-up), Camilla Sohn (Nominierte Fin-Fluencer),

Eileen Hügle (Nominierte Start-up) in Kooperation mit BMW Group, Consileon, Ökoworld, MLP und FrankfurtRheinMain

AWARD

#FFA26:

Female Finance

Award 2026

BURDA-FRAUEN:

Katrin Sachse (Bunte), Franziska

Reich (FOCUS), Heike Bangert (FOCUS

MONEY), Anke Helle (Freundin) mit

Tijen Onaran (Global Digital Women)

GASTGEBER:

Heike Bangert (FOCUS MONEY), Tijen Onaran

(Global Digital Women), Lydia Rullkötter

(Hubert Burda Media), Georg Meck (FOCUS,

FOCUS MONEY)

Exzellente Frauen in der Finanzbranche –

das sind Frauen, die Verantwortung

übernehmen, Kapital bewegen, Unternehmen

aufbauen, Vermögen managen

und die Finanzwelt von morgen gestalten

von HEIKE BANGERT

PARTY:

Inspiration, Austausch und starke Impulse

für die Zukunft der Finanzbranche

48 Fotos: St. Päffgen/FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


moneymarkets

IM GESPRÄCH:

Ina Schlie (Encourages

Ventures)

AUFMERKSAM:

mehr als 120 Gäste verfolgen

die Preisverleihung im „Friedas

– Bar and Kitchen“

Inmitten des Frankfurter Bankenviertels

feierte FOCUS MONEY den

FOCUS MONEY Female Finance

Award (FFA) 2026 – das fünfte Mal in

Folge. Mehr als 120 hochkarätige

Gäste aus der Finanz- und Medienbranche

sind der Einladung gefolgt,

um erfolgreiche Frauen auszuzeichnen

und zu feiern. Sie gestalten heute

schon die Finanzwelt von morgen

– auf der Basis solider Finanzen, angetrieben

von künstlicher Intelligenz

und Blockchain, hin zu mehr

weiblicher Führung und einer höheren

Vielfalt von Mitarbeitenden unterschiedlicher

Migrationsbiografien,

Religionen und Altersgruppen.

Verliehen wurde der FFA an einflussreiche

Frauen aus Wirtschaft

und Politik (Corporate), Aufsteigerinnen

aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Politik (High Potential), Frauen

aus der Gründerszene (Start-up) und

Frauen, die das Thema Finanzen

über Social Media vorantreiben (Fin-

Fluencer). Erstmals vergeben wurde

der Sonderpreis Editors’ Choice.

„Der Female Finance Award ist

wichtig, weil Frauen in der Finanzbranche

in der Defensive sind – nur 22

Prozent der Vorstandsplätze sind mit

Frauen besetzt – das muss sich ändern“,

begrüßte Georg Meck, Chefredakteur

FOCUS und FOCUS MONEY,

die Gäste. „Karriere beginnt dort, wo

wir Ja sagen“, ermutigte Heike Bangert,

FFA-Co-Initiatorin bei FOCUS

MONEY, herkömmliche Verhaltensmuster

zu überprüfen und selbstbewusst

für sich einzustehen.

FINANZ-FRAUEN:

Christina Roßberger-Schulz

(MLP Finanzberatung SE),

Christina Rühl-Hamers

(FC Schalke 04)

GUTE LAUNE:

Anette Walker (Media-

Walker), Annabelle

Düchting (J .P. Morgan

Asset Management)

FOCUS MONEY 27/2026

SMALL TALK:

Lydia Rullkötter (Hubert

Burda Media), Jan Berg

(MLP Finanzberatung SE)

GEWINNERINNEN:

Ina Schlie (Encourages Ventures), Souâd

Benkredda (DZ Bank), Elena von Metzler (Bankhaus

Metzler), Corinna Brecher (Portfolio-

Heldinnen), Kristina Lindenbaum (dwpbank)

Die Jury

Wiebke Ankersen,

Geschäftsführerin

Allbright Stiftung

Heike Bangert, Head of

News FOCUS MONEY

Jan Berg,

Vorstandssprecher MLP

Finanzberatung SE

Anke Helle, Chefredakteurin

FREUNDIN

Ralph Hientzsch,

Geschäftsführender

Gesellschafter

Consileon

Phoebe Kebbel, Partnerin

The European Exco,

Gründerin Working

Mums

Andrea Boenicke,

Geschäftsführerin Burda-

Verlag DataPublishing

Georg Meck, Chefredakteur

FOCUS & FOCUS

MONEY

Mateja Mögel, Chefredakteurin

FREUNDIN

Unsere

Partner

Hildegard Müller,

Präsidentin Verband der

Automobilindustrie (VDA)

Tijen Onaran, CEO Global

Digital Women

Lisa Osada,

Gründerin Aktiengram

Marie-Christine Ostermann,

Präsidentin „Die

Familienunternehmer“

Oliver Pfeil,

CEO Ökoworld AG

Franziska Reich,

Chefredakteurin FOCUS

Katrin Sachse, Stellv.

Chefredakteurin BUNTE

Monika Schnitzer,

Vorsitzende der Wirtschaftsweisen

Sabine Schoon-Renné,

Bereichsvorständin

Commerzbank für Comdirect

Miriam Wohlfarth,

Gründerin Banxware

Nina Zimmermann, CEO

Kununu

49


moneymarkets

Die Gewinnerinnen. Fachkundig

und charmant moderiert von der Unternehmerin

Tijen Onaran („Wer die

Zukunft der Finanzbranche gewinnen

will, kann auf Frauen nicht verzichten.“),

wurden fünf Preise verliehen –

darunter in der Kategorie Fin-Fluencer

an die Schweizerin Corinne Brecher,

die mit ihrer Plattform Portfolio-Heldinnen

Wissen um strategische Finanzplanung

und Portfolioaufbau

vermittelt. „Bitte weitermachen“, ermutigte

Laudator Ralph Hientzsch

(Consileon).

Andrea Machost (Ökoworld) hielt die

Laudatio auf Ina Schlie, die Siegerin in

der Kategorie Start-up. „Ina Schlie verbindet

tiefe Finanz- und Technologie-

Expertise mit einem unermüdlichen

Einsatz für Diversität“, begründete sie

die Entscheidung für die Gründerin

des Netzwerks Encourage Ventures.

Kristina Lindenbaum, Vorständin

der Deutsche WertpapierService Bank

AG (dwpbank), machte das Rennen in

der Kategorie High Potential. „Sie

schafft die Grundlage dafür, dass Investieren

für mehr Menschen erreichbar

wird, und setzt sich zudem für

mehr Sichtbarkeit und Teilhabe von

Frauen in der Finanzwelt ein“, begründete

Laudatorin Anja Mikus, Chefin

des Atomfonds Kenfo.

Mit Souâd Benkredda stand eine Gewinnerin

unter drei nominierten Spitzenfrauen

auf der Bühne, die nicht nur

den Preis in der Kategorie Corporate

mit nach Hause nehmen durfte, sondern

ab 1. Juli bei der DZ Bank zur

stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden

aufrückt. „Ich würde die Entscheidung

als Dreiklang bezeichnen: erstens

der Lebenslauf, zweitens die

Persönlichkeit und drittens das Engagement“,

fasste Laudator Jan Berg

(MLP Finanzberatung SE) die entscheidenden

Punkte zusammen.

Kaum eine andere Frau ist so eng verbunden

mit dem Finanzplatz Frankfurt

wie Elena von Metzler. Für ihr Engagement

wurde die Gesellschafterin des

Bankhauses Metzler mit 352-jähriger

Geschichte mit dem Sonderpreis Editors‘

Choice ausgezeichnet – ganz im

Sinne von Natasha Rohde, die als Präsidentin

der IHK Hanau-Gelnhausen,

die Keynote zum Finanzplatz Frankfurt

gehalten hat.

Editors’ Choice

Sonderpreis der

Redaktion

Vertraut mit dem

Thema Geld

Über Geld spricht man nicht? Auf das

Zuhause von Elena von Metzler traf

das nicht zu. „Unser Vater brachte die

Themen aus der Bank mit nach Hause“,

erzählt die heutige Gesellschafterin

des Bankhauses Metzler. Ihr erstes

eigenes Investment tätigte sie früh.

Die geschenkten 50 Mark ihrer Oma

legte die damals Zwölfjährige bei Papas

Bank an. Der kaufte zwei Fondsanteile

davon.

Der Einstieg ins Familienunternehmen

war keinesfalls von Anfang an geplant.

Im Gegenteil: „Ich hatte viele Interessen

und vieles ausprobiert. Die Bank

war nicht das erste, was mir damals in

den Sinn gekommen ist“, erzählte von

Metzler bei der Preisverleihung des FO-

CUS MONEY Female Finance Award in

Frankfurt. Das änderte sich nach einem

„Probejahr“. Da habe sie verstanden,

„was es für ein Privileg ist, in einem Umfeld

arbeiten zu können, mit dem ich

mich zu 100 Prozent identifiziere und

das ich gestalten und führen kann“. Vor

allem für Frauen will sie die Arbeit im

Bankhaus attraktiver machen.

Für ihr außergewöhnliches Engagement

in der Finanzbranche und am Finanzstandort

Frankfurt ist Elena von

Metzler mit dem erstmals vergebenen

FOCUS-MONEY-Sonderpreis „Editors‘

Choice“ ausgezeichnet worden.

EDITORS‘ CHOICE: Laudator Georg Meck

(FOCUS, FOCUS MONEY), Gewinnerin Elena

von Metzler (Bankhaus Metzler), Moderatorin

Tijen Onaran (Global Digital Women)

Corporate

Einflussreiche Frauen

aus Wirtschaft

und Politik

Top-Frauen an

der Spitze

Powerfrauen als Chefs sind in der Finanzbranche

immer noch in der Minderheit.

Doch es gibt sie – und es werden

immer mehr. Sie gestalten die

Finanzwelt von morgen, scheuen weder

Macht noch Verantwortung und

sind damit Vorbild für andere.

Das trifft in besonderem Maße auf

die Gewinnerin Souâd Benkredda zu.

Sie verantwortet als Vorständin und

designierte Deputy CEO der DZ Bank

das Kapitalmarktgeschäft, Treasury

sowie internationale Aktivitäten. Damit

gestaltet sie die strategische Positionierung

eines der wichtigsten Finanzinstitute

Deutschlands.

Auch Christina Rühl-Hamers hätte

den Preis verdient. Als erste Frau im Finanzvorstand

eines Bundesligisten –

FC Schalke 04 – steht sie seit 2020

für die wirtschaftliche Stabilisierung

und strategische Neuausrichtung eines

der traditionsreichsten Fußballvereine

Deutschlands. Dabei verbindet

sie betriebswirtschaftliche Disziplin mit

der Dynamik des Fußballgeschäfts.

Christina Ellringmann führt seit

2025 das Deutschlandgeschäft von

Bain & Company und begleitet Unternehmen

bei zentralen Transformationsprozessen

– von Strategie über

Digitalisierung bis hin zu Performance-Verbesserung.

CORPORATE: Laudator Jan Berg (MLP

Finanzberatung SE), Souâd Benkredda (DZ

Bank), Moderatorin Tijen Onaran (Global

Digital Women)

50

Fotos: St. Päffgen/FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


Start-up

Frauen aus

der Gründerszene

Fin-Fluencer

Frauen, die das Thema

Finanzen über Social

Media vorantreiben

High Potential

Aufsteigerinnen aus

Wirtschaft, Wissenschaft

und Politik

Die Lösungen der

Gründerinnen

Gründerinnen sind auf dem Vormarsch

– sie sind bei Start-ups mit nur

rund 19 Prozent allerdings deutlich unterrepräsentiert.

Was insgesamt fehlt,

ist Risikokapital. „Wir haben im Vorjahr

in Deutschland nur sieben Milliarden

Euro investiert“, gibt Ina Schlie zu Bedenken.

Ein Vielfaches davon wäre ihrer

Meinung nach notwendig gewesen.

Mit Encourages Ventures setzt

sie auf die Förderung und Finanzierung

von Start-ups – vor allem mit Fokus

auf Diversität und weibliches Unternehmertum.

Dafür wurde sie mit

dem Female Finance Award in der Kategorie

„Start-up“ ausgezeichnet.

Ebenfalls nominiert war Steffanie

Reiner. Mit reo treibt sie die Transformation

hin zu einer funktionierenden

Kreislaufwirtschaft in der Verpackungsindustrie

voran. Mit wiederbefüllbaren

Systemen und skalierbaren

Lösungen für die Industrie, adressiert

sie eines der drängendsten Probleme

unserer Zeit: Verpackungsmüll.

Die dritte Finalistin, Nina Habicht,

entwickelte mit Dreamleap eine

hochmoderne KI-Plattform für Unternehmen,

vor allem in regulierten Branchen

wie Banken und Gesundheit.

Ziel der Plattform ist es, komplexe Prozesse

effizienter zu gestalten, um so

Produktivitätsgewinne zu erzielen.

Keine Frage des

Einkommens

Dass Vermögensaufbau „keine Frage

des Einkommens, sondern der richtigen

Entscheidungen ist“, sind sich

Fin-Fluencer wie Camilla Sohn sicher.

Über die Plattform Caminvest will sie

Frauen dabei unterstützen, Vermögensaufbau,

Kapitalmarktwissen und

finanzielle Unabhängigkeit selbstbestimmt

in die Hand zu nehmen – mithilfe

von Workshops, strategischen Anlagekonzepten

bis hin zur individuellen

Begleitung.

Auch Freya Früh ist überzeugt, dass

finanzielle Bildung nicht exklusiv, kompliziert

oder einschüchternd sein darf

– sondern verständlich, praxisnah und

für jede Lebensrealität zugänglich. Ihre

Plattform Frau-Finanzen erleichtert

Frauen den Zugang zu Finanzwissen,

Investmentstrategien und Vermögensaufbau

– über Coachings, Bildungsformate

und eine starke Community.

Mit dem FOCUS MONEY Female Finance

Award in der Kategorie „Fin-Fluencer“

wurde in diesem Jahr Corinne

Brecher ausgezeichnet. Mit ihrer Initiative

Portfolio-Heldinnen vermittelt

sie Wissen rund um ETFs, Aktien, Portfolioaufbau

und strategische Finanzplanung.

So will sie finanzielle Bildung

aus der Nische holen und Frauen dazu

ermutigen, Investmententscheidungen

selbst zu treffen.

Frauen auf dem

Weg nach oben

Aufsteigerinnen bilden die weibliche

Pipeline für zukünftige Vorstands- und

Schlüsselpositionen. Erstmals in diesem

Jahr haben FOCUS MONEY und

die Jury die „High Potentials“ der

Finanzbranche ausgezeichnet.

Die Gewinnerin heißt Kristina Lindenbaum.

Sie verantwortet im Vorstand

der Deutsche Wertpapier Service

Bank (dwpbank) den Bereich

Kunde und digitale Transformation und

treibt die Modernisierung zentraler

Wertpapierprozesse voran. Parallel

setzt sie sich im Netzwerk „power.women.dwpbank“

für mehr Teilhabe von

Frauen in der Finanzwelt ein.

Nominiert war auch Bianca Brunner.

Sie ist als Teamlead Database Core

Systems bei Debeka für zentrale Datenbanksysteme

zuständig und trägt

damit zur Stabilität und Skalierbarkeit

der IT-Infrastruktur eines großen Versicherers

bei. Zudem begleitet sie Frauen

als Mentorin im Rahmen des IHK

Cross Mentorings und bei CURIA e.V.

Ins Finale schaffte es zudem Eileen

Hügle. Als Head of Treasury bei Eurogrid

steuert sie komplexe Finanzierungsstrukturen,

optimiert Kapitalflüsse und

schafft die Grundlage für milliardenschwere

Infrastrukturprojekte. Bei der

Initiative „F:AST“ setzt sie sich für das

Thema „Frauen und Finanzen“ ein.

START-UP: Ina Schlie (Encourages

Ventures), Laudatorin Andrea Machost

(Ökoworld), Moderatorin Tijen Onaran

(Global Digital Women)

FIN-FLUENCER: Laudator Ralph Hientzsch

(Consileon), Gewinnerin Corinne Brecher

(Portfolio-Heldinnen), Moderatorin Tijen

Onaran (Global Digital Women)

HIGH POTENTIAL: Gewinnerin Kristina

Lindenbaum (dwpbank), Laudatorin Anja

Mikus (Kenfo), Moderatorin Tijen Onaran

(Global Digital Women)

FOCUS MONEY 27/2026

Fotos: St. Päffgen/FOCUS MONEY 51


moneymarkets

ZERTIFIKATE-SERIE

MIT

ZERTIFIKATEN

CLEVER

INVESTIEREN

T E

I L 4

DISCOUNTZERTIFIKATE

Mit Rabatt an die Börse

Discountzertifikate bieten Anlegern ein Sicherheitspolster, dafür müssen sie allerdings auf zu

hohe Renditechancen verzichten. FOCUS MONEY hat ein Aktiendepot und ein Discounterdepot

miteinander verglichen und die strukturierten Produkte zum Sieger gekürt

von DIRK REICHMANN

GESCHENK: Discountzertifikate

können

Seitwärtsrenditen

generieren

Das Wesen der Discountzertifikate

Anleger erwerben Basisobjekte mit Preisabschlag. Der dient als Puffer gegen Verluste. Dafür wird die Gewinnchance

durch die Obergrenze (Cap) begrenzt. Ein Discounter ist ideal für Seitwärtsmärkte und zur Adjustierung eines Depots

Funktionsweise und Kernkomponenten

Strategien und Risiken

Der Cap begrenzt

Passgenaue Chancen-Risiko-Profile

die Gewinnchance:

(Gewinne nur bis zur

Offensiver Cap

festen Kursobergrenze)

über aktuellem Kurs

Cap (Cbergrenze)

Abrechnung am Laufzeitende Risiko

Chance

• Cash-Rückzahlung

• Physische Lieferung der

Defensiver Cap

Kurs des Basiswerts

Aktien oder Cash

unter aktuellem Kurs

90 €

Kauf mit

Discount

Szenario am

Laufzeitende

Kurs fällt

auf 90€

Direktinvestment

(Aktie)

10% Verlust

Discount-Zertifikat

(90€ Kauf/100€ Cap)

+/– 0%

(Puffer durch Discount)

Emittentenrisiko beachten

Als Inhaberschuldverschreibungen keine

Einlagensicherung: Anleger trägt das

Solvenzrisiko der Bank!

Der Discount als

Sicherheits-Puffer

(man kauft günstiger,

z.B. 90€ statt 100€)

Kurs stagniert

bei 100€

Kurs steigt

auf 120€

0% Rendite

20% Gewinn

+11,1 % Gewinn

(Seitwärtsrendite)

+11,1 % Gewinn

(Begrenzt durch Cap)

Ideal für Seitwärtsphasen

Strategie glänzt bei stagnierenden oder

leicht schwankenden Märkten.

Quelle: eigene Recherche

52 Foto: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


An den Kapitalmärkten herrscht ein Paradoxon. Während

bedeutende Aktienindizes sukzessive ansteigen,

machen geopolitische Wirren und ökonomische Probleme

vielen Aktien zu schaffen. So verlor die Aktie des deutschen

Autobauers BMW jüngst acht Prozent, weil eine Gewinnwarnung

die Anleger verschreckte.

Unsicherheiten nutzen. In diesem Umfeld stoßen Long-

Only-Strategien an ihre Grenzen, da sie auf kontinuierliche

Kurszuwächse angewiesen sind. Eine Lösung könnten Discounter

bieten, die Seitwärtsrenditen generieren und die

Equity-Kurve gegen Rücksetzer immunisieren können.

In der vierten Folge der FOCUS-MONEY-Zertifikateserie

„Mit Zertifikaten clever investieren“ widmen wir uns diesen

strukturierten Produkten. Discountzertifikate bieten Anlegern

einen Rabatt, den sogenannten Discount. Anleger sind

damit so etwas wie Schnäppchenjäger im Sommerschlussverkauf

– und das ganz bequem vom heimischen Computer

aus. Es gibt keinen Kampf an den Kassen des Einkaufszentrums

und keinen Hitzekoller.

Anleger erhalten bei Discountzertifikaten also einen Preisabschlag.

Der wirkt verlockend. Dass es das nicht umsonst

gibt, ist klar. Anleger verzichten auf unbegrenzte Gewinnchancen,

da sie einer starken Hausse des Basisobjekts (Aktie,

Index usw.) tatenlos zusehen müssen. Nach Laufzeitende ist

die Auszahlung auf die Höhe des Caps begrenzt.

Dafür erhalten Anleger einen Sicherheitspuffer. Discountzertifikate

eignen sich daher besonders für stagnierende oder

leicht schwankende Märkte. Sie ahnen bereits, wie ein Discountzertifikat

funktioniert. Notiert eine Aktie beispielsweise

bei 100 Euro, kostet das Discountzertifikat nur 80 oder 90

Euro. Das ist großartig, denn selbst wenn die Aktie um zehn

oder 20 Prozent fällt, erleiden Sie am Ende der Laufzeit des

Zertifikats keinen Verlust.

Es lohnt sich, einen Blick auf die Struktur eines Discountzertifikats

zu werfen. Es besteht aus zwei Komponenten:

■ Long Call (Basispreis Null): Diese Komponente hat keinen

direkten Dividendenanspruch. Die erwarteten Dividenden

fließen stattdessen wertmindernd in den Preis des Calls ein.

■ Short Call (Basispreis auf Cap-Niveau): Durch den Verkauf

dieser Kaufoption verzichtet der Anleger auf Kurssteigerungen

oberhalb des Caps. Die vereinnahmte Optionsprämie finanziert

den Preisabschlag gegenüber dem Kassakurs.

Ohne es zu wissen, tummeln sich Anleger mit Discountzertifikaten

auf dem Feld des Terminmarkts. Verstehen Sie

dabei die Volatilität als entscheidenden Rendite-Treiber. Da

der Discount maßgeblich durch den Verkauf einer Call-Option

finanziert wird, korreliert die Attraktivität der Konditionen

des Discountzertifikats direkt mit der impliziten Volatilität.

FOCUS MONEY startete einen Versuch. Wir verglichen einen

gleichgewichteten Korb aus drei Aktien (BMW, Nordex,

Auto1) mit einem gleichgewichteten Korb aus Discountern

auf diese drei Basisobjekte (siehe Kasten unten). Die drei Discountzertifikate

im Einzelnen finden Sie auf Seite 54.

DIE ANALYSE

Von konservativ

bis spekulativ

Die Aktien geschlagen

Die starken Kurskorrekturen des

Aktiendepots machte das Discounterdepot

nicht mit. Es konnte insgesamt

eine bessere Performance erzielen

Discountzertifikate

in Euro

Aktien-Depot

Zertifikate-Depot

–12%

–14%

2026

FEB MÄR APR MAI JUN

Quelle: Onvista, eigene Berechnung

FOCUS MONEY 27/2026

3000

2900

2800

2700

2600

2500

Seit Jahresanfang hat die Hälfte der

Dax-Aktien Gewinne erzielt, die andere

Hälfte notiert im Minus. Da sinkt die

Wahrscheinlichkeit, einen Renditebringer

zu erwischen. Discountzertifikate ermöglichen

es Anlegern, ihr Chance-Risiko-

Profil besser auszugestalten.

Anleger müssen entscheiden, wo der

Aktienkurs am Laufzeitende des Discountzertifikats

notieren soll. Die Zeitfrage

ist wichtig, ebenso wie die Frage, ob

der Aktienkurs dann überhaupt oberhalb

des Caps liegt. Denn nur dann erhalten

Sie die maximale Auszahlung. Sie können

sich zwei Faustregeln merken:

■ Je weiter der Cap unter am aktuellen

Aktienkurs liegt, desto niedriger ist die

Maximalrendite. Damit sinkt zugleich

auch das Risiko.

■ Je weiter der Cap über dem aktuellen

Aktienkurs liegt, desto höher sind

Maximalrendite und Risiko.

Wie geht man am besten vor? Das

hängt vom jeweiligen Anlegertyp und

seiner Risikoneigung ab.

FOCUS MONEY fand drei Basisobjekte,

die sich allesamt durch eine hohe implizite

Volatilität auszeichnen. Das verbessert

die Konditionen (Discount,

Rendite) der Discountzertifikate. Als Basisobjekte

nutzten wir die Aktien BMW,

Nordex und Auto1. BMW ist ein deutscher

Autobauer, den die Fallsucht plagt. Nordex

spielt mit Windkraftanlagen die Energiewende.

Auto1 ist Europas größter

Handelsplattform für Gebrauchtwagen.

In jede Aktie investierten wir am 2. Februar

1000 Euro. Diesen Aktienkorb stellten

wir dem Discounterkorb gegenüber

(siehe Grafik links). In jeden Discounter

hatten wir 1000 Euro investiert. Auch dieser

Korb war zu Beginn der Analyse

3000 Euro wert. Am 16. Juni war das Aktiendepot

3017 Euro wert, das Discounterdepot

3142 Euro. Dieser Punkt geht

an das Discounterdepot. Anmerkung:

Strukturierte Produkte schütten keine Dividenden

aus und unterliegen dem Emittentenrisiko.

Discountzertifikate gleichen

dies durch ein geringeres Risiko aus.

53


moneymarkets

D

z

b

T

DISCOUNTZERTIFIKAT AUF BMW

Vier Prozent Maximalrendite

Anfang des Jahres sind Sie kein großer Fan der BMW-Aktie. Da Sie jedoch

nichts ausschließen wollen, auch keine starke Abwärtsbewegung des Basisobjekts,

analysieren Sie ein Discountzertifikat. FOCUS MONEY denkt wie Sie

und fand ein defensives Produkt. Der Discount liegt aktuell bei fast 21 Prozent.

Damit erhalten wir das Discountzertifikat 21 Prozent günstiger als das Basisobjekt.

Erst wenn die Aktie um mehr als 21 Prozent fällt, erleidet man einen

Verlust. Liegt der Aktienkurs am Laufzeitende auf oder über dem Cap, erhalten

Sie am Rückzahlungstermin 50 Euro. Das entspricht einer Maximalrendite

von aktuell 4,30 Prozent. Wurde das Cap unterschritten, erhalten Sie einen

Geldbetrag, der dem aktuellen Aktienkurs von BMW entspricht.

BMW

Angaben in Prozent

Discountzertifikat auf BMW

0

– 10

– 20

BMW

2026

– 30

JAN

JUL

Quelle: Factset UK Limited 2026, Onvista, eigene Berechnung

DISCOUNTZERTIFIKAT AUF NORDEX

Zwölf Prozent Maximalrendite

Wir haben ein Discountzertifikat auf Nordex ins Depot gelegt. Der Aktienkurs

liegt in der Nähe des Caps und befindet sich somit „am Geld“. FOCUS

MONEY traut Nordex einiges zu, möchte allerdings defensiver agieren. Während

Abwärtsbewegungen verhält sich ein Discountzertifikat häufig robuster.

Der Cap liegt bei 45 Euro, der Discount beträgt aktuell 13 Prozent. Der Aktienkurs

dürfte bis zum Laufzeitende am 18.12.2026 also um 13 Prozent fallen, ohne

dass Sie einen Verlust erleiden würden (ohne Gebühren und Steuern). Wenn

der Aktienkurs von Nordex am Ende der Laufzeit über dem Cap liegt, erhalten

Sie 45 Euro. Liegt der Aktienkurs von Nordex am Fälligkeitstag unter dem

Cap, erhalten Sie Aktien. Diese können Sie dann halten oder verkaufen.

Nordex

Angaben in Prozent

Nordex

Discountzertifikat auf Nordex

2026

JAN

Quelle: Factset UK Limited 2026, Onvista, eigene Berechnung

50

40

30

20

10

0

– 10

JUL

DISCOUNTZERTIFIKAT AUF AUTO1

36 Prozent Maximalrendite

Der Aktienkurs von Auto1 liegt „out of the money“. Er notiert derzeit bei

21,50 Euro und liegt damit deutlich unter dem Cap von 25 Euro. Das ist ein

großer Abstand, durch den das Discountzertifikat auf Auto1 der Aktie bereits

sehr nahe kommt. Dennoch beträgt der Discount aktuell 14 Prozent und die

Maximalrendite liegt bei 36 Prozent. Diese erhalten Anleger, wenn der Aktienkurs

von Auto1 am 18.06.2027 auf oder über dem Cap liegt. FOCUS MO-

NEY hat bei diesem Discountzertifikat eine längere Laufzeit als bei den beiden

anderen gewählt. Die Wahl der Laufzeit bleibt den Anlegern überlassen.

Liegt der Aktienkurs am Ende der Laufzeit unter dem Cap, erhalten Anleger

am Rückzahlungstermin einen Rückzahlungsbetrag in Euro.

Auto1

Angaben in Prozent 10

0

Discountzertifikat auf Auto1

– 10

– 20

– 30

Auto1 – 40

2026

– 50

JAN

JUL

Quelle: Factset UK Limited 2026, Onvista, eigene Berechnung

Drei Discountzertifikate für ein Depot

Discountzertifikat auf … (Emittent) ISIN Laufzeit Kurs aktuell Cap max. Rückzahlung Discount Maximalrendite Implizite Volatiltät

BMW (DZ Bank) DE000DY1Q1X9 18.12.26 47,93 € 50,00 € 50,00 € 20,89 % 4,30 % 34,74 %

Nordex (Société Génerale) DE000FD9A5S9 18.12.26 39,95 € 45,00 € 45,00 € 13,16 % 12,95 % 42,11 %

Auto1 Group (DZ Bank) DE000DU06WB6 18.06.27 21,89 € 30,00 € 30,00 € 14,18 % 36,55 % 49,46 %

Stand: 19.06.2026; Quelle: Onvista

54

FOCUS MONEY 27/2026


Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

FOCUS MONEY 27/2026

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 55


moneymarkets

WIENER BÖRSE:

Starke Performance

und hohe Dividenden

locken Anleger

ÖSTERREICH

ATX schlägt den Dax

Starke Banken und Versicherungen sowie Spezialwerte katapultieren den Leitindex der Wiener

Börse auf Rekordhöhe. Mit welchen Aktien profitieren Investoren vom Boom?

Beim ATX geht es steil bergauf

Der österreichische Leitindex kennt nur noch eine

Richtung. In den vergangenen drei Jahren hat sich

der ATX mehr als verdoppelt

ATX

in Punkten

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

6000

5000

4000

3000

von HANS-PETER SIEBENHAAR

Glückliches Österreich – Felix Austria. Der Leitindex ATX

läuft dem Dax davon. In den vergangenen zwölf Monaten

legte der deutsche Leitindex nur um sieben Prozent

zu, während sein österreichisches Pendant um 51 Prozent

nach oben schnellte. Es sind vor allem Spezial- und Finanzwerte

wie die auf Osteuropa spezialisierte Raiffeisenbank Bank

International (RBI) oder die Bawag mit Kurssteigerungen von

127 und 63 Prozent in diesem Zeitraum. „Das Bankenumfeld

ist unverändert gut und der Markt geht von weiterem Gewinnsteigerungspotenzial

aus“, prognostiziert Fritz Mostböck,

Chefanalyst der Erste Group, gegenüber FOCUS MONEY. „Die

österreichischen Großbanken nehmen derzeit aktiv an der

Konsolidierung der regionalen Bankenmärkte in Osteuropa

teil, was ebenso eine gewisse Kurs- und Zukunftsfantasie be-

56

Foto: A. Felten/Wiener Börse

FOCUS MONEY 27/2026


gründet“, ist sich RBI-Chefvolkswirt Gunter Deuber sicher. So

plant Raiffeisen, die auf Südosteuropa spezialisierte Addiko

Bank mit Sitz in Wien zu übernehmen. Addiko ist aus dem Balkan-Geschäft

der ehemaligen österreichischen Skandalbank

Hypo Alpe Adria hervorgegangen. Aber auch die österreichischen

Versicherungskonzerne sind attraktiv. In Anspielung

auf die Kurssteigerungen der Marktführer Vienna Insurance

Group (VIG) und Uniqa konstatiert Deuber: „Die österreichischen

Versicherer profitieren ebenso von den genannten Umfeldbedingungen

und beteiligen sich aktiv an der Sektorkonsolidierung.“

Auch die Kurse von Branchenspezialisten wie

den Wiener Bauunternehmen Porr und Strabag verzeichneten

eine gute Kursentwicklung. Ihnen nützen die Milliardeninvestitionen

in die Infrastruktur. Der Weltmarktführer für

Recyclingkartons, Mayr-Melnhof, gilt als aussichtsreiche

Wendechance (s. S. 7).

Starke Stellung in Osteuropa. Insbesondere Mittel- und Osteuropa

(CEE) beflügelt die österreichischen Unternehmen. Sie

erwirtschaften dort größtenteils ihre Umsätze und Erträge.

Etwa zwei Drittel der nach Marktkapitalisierung gewichteten

Unternehmen macht diese Gruppe im ATX aus. Das restliche

Drittel sind globale Player in Marktnischen mit Kostenführerschaft

und Marktrelevanz. Die lahme Konjunktur im Heimatmarkt

spielt für die meisten ATX-Unternehmen nur eine geringe

Rolle. „Die Wiener Börse/ATX hat so gut wie gar keine

Korrelation mehr mit der rein österreichischen Wirtschaft“, resümiert

Mostböck, der den Markt seit Jahrzehnten analysiert.

Auch wenn ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen

die Ukraine nicht in Sicht ist, wachsen die Volkswirtschaften

in Mittel- und Osteuropa. Das gilt für Schwergewichte wie Polen,

Tschechien oder Rumänien, aber auch für kleinere Länder

auf dem Balkan. Die Zusage der EU, mit der Ukraine und Moldau

Beitrittsgespräche aufnehmen zu wollen, sorgt für Fantasie

im ATX. In allen Ländern sind österreichische Finanzunternehmen

wie RBI, Erste Group oder Vienna Insurance Group

Marktführer oder nehmen eine Spitzenposition ein. „Die Region

ist und bleibt der Wachstumsmotor in der EU“, sagt Most-

böck, der von einer „Renaissance“ Osteuropas spricht. Denn

offensichtlich gelangen Investoren wieder vermehrt zu der

Überzeugung, dass sich das Wirtschaftswachstum auf dem alten

Kontinent vor allem in Zentral- und Osteuropa auch weiterhin

in Osteuropa abspielen wird. Das lässt sich auch am

Wirtschaftswachstum ablesen. Für 2026 rechnet die Erste

Group für die Eurozone mit einem minimalen Wachstum des

Bruttoinlandsprodukts von plus 0,5 Prozent, für Österreich mit

einem von plus 0,7 Prozent. Hingegen sollen die Volkswirtschaften

in den wichtigsten acht Ländern in Zentral- und Mitteleuropa

(Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien,

Kroatien, Serbien, Rumänien) im gleichen Zeitraum um 2,3

Prozent wachsen.

Wer in den österreichischen Markt einsteigen will, sollte vor

allem mittel- und langfristig investieren, auch wenn die Luft

im zweiten Halbjahr nach der enormen Kurssteigerung dünner

wird. Noch immer bieten sich spannende Chancen. „Die

Bewertung ist trotz der außergewöhnlichen Performance immer

noch – mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von elf

und einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent im Vergleich –

sehr attraktiv“, sagt Mostböck. „Wir wären daher für 2026 etwas

vorsichtiger, dass es in dieser Gangart weitergeht. Langfristig

bleibt aber unsere Erwartung vor allem in das Jahr 2027

hinein weiterhin positiv.“

AT&S verfünfzehnfacht Aktienkurs in drei Jahren. Der österreichische

Aktienmarkt war zuletzt für positive Überraschungen

gut. Innerhalb eines Jahres stieg der Kurs des Leiterplattenherstellers

AT&S, der vom KI-Boom überraschend stark

profitiert, um fast 1500 Prozent. An einem einzigen Tag sprang

die Aktie des früheren kriselnden Konzerns jüngst um rund 25

Prozent auf ein Allzeithoch nach oben. Was ist geschehen? Die

Ankündigung des Technologiekonzerns, mit seinen amerikanischen

Kunden AMD das Werk im malayischen Kulim auszubauen

und die Prognose zu erhöhen, sorgte zuletzt für ein

Kursfeuerwerk. „Die starke Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren

für KI spiegelt sich sowohl in den verbesserten Geschäftszahlen

von AT&S wider, als auch in den eben ange-

RAIFFEISEN BANK INTERNATIONAL

Raiffeisen Bank International

Kurs der Raiffeisen Bank-Aktie in Euro

50

Auf Einkaufstour in Südosteuropa

Der Appetit auf Zukäufe ist groß. Die Raiffeisen Bank International (RBI) steht

kurz vor der Übernahme der Addiko Bank, auch wenn der slowenische Konkurrent

NLB den Deal noch verhindern will. Das Balkan-Geldinstitut ist der Nachfolger

der Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria, die einst der BayernLB gehörte.

Das andere Übernahmeziel war im Frühjahr die Garanti BBVA in Rumänien. Mit

ihren Zukäufen will sich die RBI, die ein Großteil ihres Geschäfts in Osteuropa

macht, weiter im Kernmarkt stärken. Raiffeisen zählt zu den wenigen westlichen

Banken, die in der Ukraine über ein starkes, rentables Geschäft verfügen. Lange

belastete das früher hochprofitable Russland-Geschäft die Aktie. Rechtsstreitigkeiten

führten zu bilanziellen Belastungen. Doch Investoren sehen heute mehr

Chancen als Risiken. Trotz des Ukraine-Kriegs hat sich der Aktienkurs der RBI in

den vergangenen drei Jahren fast verdreifacht. Sollte es dort zu einem Frieden

kommen, würde Raiffeisen wie kaum eine andere Bank davon profitieren.

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

WKN/ISINA0D9SU/AT0000606306

Börsenwert 18 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,3/7,8

Dividendenrendite für 2026e/27e 3,4/4,2 %

Kursziel/Stoppkurs 60,00/37,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 12 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

40

30

20

10

e = erwartet

FOCUS MONEY 27/2026

57


moneymarkets

AT&S

Alpiner KI-Champion

Der Boom der künstlichen Intelligenz katapultiert auch

Schlüsselunternehmen der Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie

in ungeahnte Höhen. Der mittelständische Leiterplattenhersteller

hat seine Aktionäre zuletzt wie kein anderes

Unternehmen im Leitindex ATX glücklich gemacht. Der Kurs hat sich

innerhalb von zwölf Monaten verdreizehnfacht. Die jüngste Ankündigung, die

Produktionskapazitäten für High-End-IC-Subrate für KI-Anwendungen auszubauen,

hatte die Aktie auf Rekordniveau geschossen. Die Investitionen in Malaysia

von bis zu zwei Milliarden Euro können die Österreicher durch langfristige

Kundenzusagen finanzieren. Dabei bleiben die Aussichten weiter

glänzend: Die Erlöse sollen um bis zu 55 Prozent im Geschäftsjahr 2026/27

wachsen; die Ebitda-Marke um bis zu 37 Prozent. Analysten sind unterdessen

gespalten. Georg Chang von Aletheia nennt als Kursziel stolze 600 Euro. Die

Deutsche Bank ist mit einem Kursziel von 310 Euro deutlich zurückhaltender.

Die Aktie hat noch Potenzial, solange der Trend intakt bleibt.

AT&S

Kurs der AT&S-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

200

150

100

WKN/ISIN922230/AT0000969985

Börsenwert 8,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e0,0/51,4

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,0/0,3 %

Kursziel/Stoppkurs 310,00/154,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 39 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

50

0

e = erwartet

BAWAG

kündigten Kapazitätserweiterungen in den Werken in China

und Malaysien“, sagt Chefanalyst Mostböck. Seitdem der frühere

Jenoptik-Chef Michael Mertin im Mai vergangenen Jahres

den Chefsessel bei AT&S übernommen hat, kennt der Kurs

nur noch eine Richtung – steil immer weiter nach oben. Das

war nicht immer so. Noch bis zu seinem Tod Ende 2024 sorgte

sich der Großaktionär und frühere österreichische Vizekanzler

Hannes Androsch um die Zukunft von AT&S. Denn angesichts

der Überkapazitäten im Markt für Leiterplatten und des

starken Preisdrucks geriet der Chip-Dienstleister in die Verlustzone.

Doch der KI-Boom und ein neuer CEO sorgten bei

dem Unternehmen als Teil der weltweiten Halbleiter-Lieferkette

für eine Art unternehmerische Wiedergeburt – zur Freude

der Aktionäre. Kein anderes Unternehmen im ATX hat zu-

Von der Skandalbank zum Börsenstar

Die einstige Gewerkschaftsbank zählt heute zu den profitabelsten Banken

in Mitteleuropa. Noch vor 20 Jahren wurde die überschuldete Arbeiterbank an

den Finanzinvestor Cerberus verkauft. 2917 wagte die ehemalige Skandalbank zu

einem Kurs von 48 Euro je Euro den Sprung auf das Wiener Börsenparkett. Es war

damals eines der größten IPOs der österreichischen Börsengeschichte. Die Erfolgsgeschichte

hält bis heute. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs

fast verdreifacht. Die starke Kapitalquote und der erfolgreiche Wachstumskurs, verbunden

mit einer steigenden Dividende, machen die Wiener Bank für Anleger attraktiv.

In Deutschland hatte die Bawag 2017 die Südwestbank und 2025 das deutsche

Privatkundengeschäft von Barclays übernommen. Die Einkaufstour geht in

Europa weiter. Derzeit will die Bawag die traditionsreiche irische Bank Permanent

TSB für 1,6 Milliarden Euro kaufen. Das wäre der größte Zukauf in ihrer Geschichte.

Nahezu alle Analysten sind sich einig: Die Aktie ist ein Kauf.

letzt einen derartigen Kursanstieg wie das alpine

Tech-Unternehmen hingelegt.

Hohe Dividenden locken. „Österreichs Aktienmarkt befindet

sich auf Rekordhoch und sticht auch im internationalen

Vergleich hervor“, jubelt der Wiener Börsenchef Christoph Boschan.

Es ist nicht nur die Performance, die auffällt, sondern

auch die vergleichsweise hohen Dividenden. „Um es passend

zur Fußball-WM zu formulieren: Die Dividende ist der Spielmacher

unseres Marktes.“ Daran wird sich auch in Zukunft wenig

ändern. „Die heimischen Firmen zahlen konstant eine solide

bis hohe Dividendenrendite, weil sie so Investoren an den

kleineren Wiener Kapitalmarkt locken wollen und/oder müssen.

Das erklärt die langfristig sehr gute Performance aus Anlegersicht“,

weiß RBI-Chefvolkswirt Deuber aus Erfahrung.

Bewag

Kurs der Bewag-Aktie in Euro

140

100

60

200-Tage-Linie

20

2023 2024 2025 2026

WKN/ISIN

A2DYJN /AT0000BAWAG2

Börsenwert 13,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e13,0/10,8

Dividendenrendite für 2026e/27e 3,3/5,0 %

Kursziel/Stoppkurs 202,00/115,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 18 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

D

z

b

T

58

Foto: W. Krug/AT&S

FOCUS MONEY 27/2026


VIENNA INSURANCE GROUP

Mit Nürnberger Versicherung gestärkt

Der frühere österreichische Finanzminister Hartwig Löger, seit 2023 CEO

der Vienna Insurance Group (VIG), hat mit der Übernahme der angeschlagenen

Nürnberger Versicherungen im vergangenen Jahr einen historischen

Schritt gewagt. Erstmals greift die Wiener Versicherungsgruppe den deutschen

Markt an. Österreichs größter Versicherungskonzern hat traditionell einen langen

Atem. Vor allem in Osteuropa und Südosteuropa ist die VIG stark, insbesondere

in den wachstumsstarken Märkten in Polen und Tschechien. Mit einem

KGV von unter neun ist das Unternehmen günstig bewertet. Doch nicht

nur der vergleichsweise niedrige Aktienpreis, sondern auch die gute Dividendenrendite

ist für Investoren attraktiv. Dabei hat der Kurs durchaus noch Luft

nach oben. Denn sollte sich das Wachstum in Osteuropa – womöglich durch

ein Ende des Ukraine-Kriegs – beschleunigen, wird die VIG zu den Gewinnern

zählen. Kurzum: ein Defensivwert mit Osteuropa-Potenzial.

PORR

Profiteur der Investitionen in Infrastruktur

Analysten sind sich einig: Porr ist ein klarer Kauf. Die Experten von Banken

wie Jefferies, Berenberg, Warburg oder Erste Group empfehlen einhellig, das

Papier des in Wien ansässigen Baukonzerns zu erwerben. Unter dem langjährigen

CEO Karl-Heinz Strauß hat der traditionsreiche Baukonzern den Aktienkurs

in den vergangenen vier Jahren mehr als verdreifacht. Die Dividende wurde

zuletzt verdoppelt. Porr ist neben dem Erzrivalen Strabag einer der großen

Gewinner der milliardenschweren Investitionen in die deutsche Infrastruktur.

Auch der KI-Boom hilft dem ATX-Unternehmen. Denn Porr baut auch Rechenzentren.

Auch wenn die Aktie mit einem KGV von 14 nicht mehr ganz so billig

und das Kurspotenzial überschaubar ist, bleiben die Aussichten für wachsende

Gewinne, Umsätze und Dividenden mittelfristig gut. Schließlich beläuft sich

der Auftragsbestand auf mehr als zehn Milliarden Euro. Dies stellt ein gutes

Polster für weiteres solides Wachstum dar.

Vienna Insurance Group

Kurs der Vienna Insurance-Aktie in Euro

10

2023 2024 2025 2026

WKN/ISINA0ET17/AT0000908504

Börsenwert 8,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,9/8,1

Dividendenrendite für 2026e/27e 3,0/3,5 %

Kursziel/Stoppkurs 75,00/50,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 16 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

Porr

Kurs der Porr-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

200-Tage-Linie

10

2023 2024 2025 2026

WKN/ISIN850185/AT0000609607

Börsenwert 1,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e14,0/12,7

Dividendenrendite für 2026e/27e 2,6/2,9 %

Kursziel/Stoppkurs 44,00/30,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 4 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

70

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50

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30

20

e = erwartet

40

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e = erwartet

Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

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Totalverlust FOCUS MONEY des eingesetzten 27/2026 Kapitals führen können. Alle Fotos: Angaben xxxxxxxxxxx/FOCUS einschließlich MONEY der Risiken erhalten Sie im Rahmen der vorvertraglichen Composing: FOCUS Unterlagen.

MONEY 59


moneymarkets

BIRKENSTOCK

Auf gar

nicht

leisen

Sohlen

Der Sandalenhersteller hatte

die Anleger immer wieder

enttäuscht. Kürzlich

überraschte mit einem

Aktienrückkaufprogramm.

Der Kurs schoss nach oben.

Auftakt zu mehr?

von THOMAS SCHUMM

Mächtiger Anstieg

Der Abwärtstrend und zwei Widerstandslinien sind

gebrochen, das Chartbild hat sich merklich aufgehellt.

Birkenstock Die 200-Tage-Linie weist nach wie vor abwärts

Börsengang

Kurs der Birkenstock-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

WKN/ISINA3EXD1/JE00BS44BN30

Börsenwert 7,54 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e 20,5/17,1

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs

54,00/33,00 Euro

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 32 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

50

40

30

20

e = erwartet

KULT-SCHLAPPEN:

13 bis 15 Prozent

Umsatzwachstum erwartet

Als der Kurs der Birkenstock-Aktie auf rund 31 Dollar an der

Börse in New York oder 27 Euro hierzulande abgesackt war,

zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Am 21. Mai gab

Birkenstock recht überraschend ein Aktienrückkaufprogramm

bekannt. Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar sollen

unter Mithilfe der Investmentbank Goldman

Sachs „beschleunigt“ am Markt eingesammelt

werden. Die Nachricht kam bei

den Anlegern, die seit dem IPO

am 11. Oktober 2023 – der Ausgabepreis

lag bei 46 Dollar –

noch keine Dividende ausgeschüttet

bekommen haben, und

auch an der Börse gut an: Die Notierung

bewegte sich recht zügig

auf 45 Dollar und steht jetzt, nach

einem kleinen Rücksetzer, bei 48

Dollar (oder knapp 42 Euro).

Birkenstock-CEO Oliver Reichert

war unzufrieden mit der

Performance der Aktie: Die

kurzfristige Marktdynamik habe

zu einer starken Diskrepanz zwischen

dem Kurs und den zugrunde

liegenden Fundamentaldaten geführt.

Birkenstock verfügte Ende März laut Bilanz

über eine Cashposition in Höhe von 201 Millionen Euro.

Diese für Aktienrückkäufe zu nutzen, sei für den Vorstand die „attraktivste

Kapitalnutzung“ im aktuellen Umfeld. Aktienrückkäufe

sind in der Regel diskutabel: Findet der Vorstand keine besseren

Investitionsmöglichkeiten? In diesem Fall offenbar nicht.

Birkenstock kündigte zudem an, auch in Zukunft weitere Chancen

für Aktienrückkäufe zu nutzen. Die ließen nicht lange auf

sich warten. Am 15. Juni meldete das Unternehmen die Platzierung

einer Anleihe (Laufzeit bis 2033) in Höhe von 900 Millionen

Euro. Davon sollen 428,5 Millionen Euro in die Tilgung der ausstehenden

5,25-Prozent-Anleihe fließen und 500 Millionen Dollar

(431 Millionen Euro) in den Kauf eigener Aktien, auch vom

Ankeraktionär BK LC Lux Midco (LC steht für den Finanzinvestor

L Catterton, der mit dem Luxusriesen LVMH assoziiert ist und

derzeit 62,4 Prozent an Birkenstock hält, die Holding der Familie

Arnault hält darüber hinaus 5,6 Prozent).

Für Reichert ist der beschleunigte Aktienrückkauf ein „starkes

Statement“, was die Werthaltigkeit von Birkenstock angehe. Die

Börse wirkt auch überzeugt, zumal sich das Angebot von Aktien

am Markt verknappt. In diesem Jahr soll der Birkenstock-Umsatz

um 13 bis 15 Prozent (währungsbereinigt) wachsen. Bei der bereinigten

Ebitda-Marge wird ein Wert zwischen 30,0 und 30,5 Prozent

angestrebt, was einen (bereinigten) Gewinn je Aktie zwischen

1,90 und 2,05 Euro bedeuten könnte. Ein prognostiziertes Kurs-

Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 20 ist für den (Luxus-) Mode-Artikel-Produzenten,

auch mit Blick auf Risiken wie Zölle, höhere

Rohstoffkosten und Konsumflaute, nicht üppig.

D

z

b

T

60

Foto: Birkenstock

FOCUS MONEY 27/2026


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FOCUS MONEY 27/2026

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moneymarkets

RENTABLES STÜCK-

WERK: Professionelle

Investoren wachsen zu

einer festen Größe im

privaten Sektor

BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN

Es ist angerichtet

Anlegen im Mittelstand: Die Private-Equity-Spezialisten in Deutschland trimmen ihre Portfolios auf

Resilienz und Ertrag. Das sollte sich nach und nach auch in höheren Kursen der Aktien zeigen

von BERND JOHANN

Satte 180 Millionen Euro will Brockhaus Technologies

an seine Aktionäre über eine „Kombination von Maßnahmen“

wie Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe

zurückgeben – bei einem Börsenwert der Gesellschaft von

200 Millionen Euro. So jedenfalls die Absicht. Genehmigen

soll das die Hauptversammlung am 19. August. Der Betrag

stammt aus dem Verkauf zweier Beteiligungen, der rund 300

Millionen Euro bringen soll: von Messtechnik-Spezialist Palas

und, auf 30. Juni datiert, Fahrradverleiher Bikeleasing.

Die Transaktion steht beispielhaft für den Idealfall im Beteiligungsgeschäft.

Brockhaus hatte zuvor insgesamt 120

Millionen Euro in beide investiert und macht jetzt für sich

und die Aktionäre mit 150 Prozent Gewinn Kasse. Aber auch

bei anderen Firmeninvestoren wie DBAG, Gesco oder Indus

tut sich Positives. Die Börse hat dies bisher kaum honoriert.

Was nicht ist, könnte allerdings noch werden.

Findige Perlensucher. Diese Private-Equity-Gesellschaften

kaufen sich in mittelständische Firmen vorwiegend im

deutschsprachigen Raum ein: sehr oft in Nischen-Spezialisten,

nicht selten Familienunternehmen ohne Nachfolger,

aber auch Abspaltungen von Konzernen oder Restrukturierungsfälle.

Das Ziel ist stets das gleiche: die Beteiligungen

dank des eigenen Know-hows voranzubringen, daran zu verdienen

und sie später mit Gewinn wieder zu verkaufen.

Hier gab es zuletzt einigen Gegenwind. Zunächst verteuerte

der Zinsanstieg ab 2022 die Refinanzierung. Konjunkturflaute

und technologische Umwälzungen brachten weitere

Herausforderungen. Die Börse reagierte verschnupft.

62 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


Allmählich scheint der Trend nun aber zu drehen. Denn

die Vorstände sind dabei, die Portfolios Stück für Stück dem

veränderten Umfeld anzupassen. Das zahlt sich zunehmend

aus. An der Börse kommt zusätzlich die Tendenz zu einer

wieder stärkeren Berücksichtigung von Nebenwerten hinzu.

Attraktive Dividenden. Zu beachten ist allerdings auch die

in diesem Geschäft eingebaute Volatilität. Neben dem operativen

Erfolg der Beteiligungen tragen vor allem Verkäufe

zum Ergebnis bei. Diese verteilen sich indes nicht gleichmäßig

über die Zeit. Hinzu kommt die Bewertung der Töchter.

Hier brachten steigende Zinsen und flaue Konjunktur zuletzt

einiges an Druck. Vor allem auf kürzere Sicht kann all dies

merkliche Ergebnisschwankungen provozieren, obgleich

das Beteiligungsgeschäft mit Bindedauer meist über etliche

Jahre eher ein längerfristiges ist. Manche Adressen versuchen

dem durch Konstanz bei der Dividende zu begegnen.

Dies gilt etwa für die an der Börse teuerste deutsche Beteiligungs-AG

Mutares. Zwei Euro je Aktie sind hier als Basisdividende

in Aussicht gestellt, aktuell fast sieben Prozent

Rendite, plus Bonus in guten Jahren. 2025 fiel die Zugabe

trotz 20-Prozent-Gewinnsprungs jedoch aus. Stattdessen

wurden die neuen Aktien aus der jüngsten Kapitalerhöhung,

obwohl erst im April 2026 ausgegeben, am 2025er Erfolg beteiligt.

Mutares zielt vor allem auf Firmen in Umbruchsituationen

und ausgegliederte Töchter großer Konzerne, aktuell 36

Beteiligungen bei breitem Branchenspektrum. Dabei handeln

die Frankfurter sehr aktiv. Für das zweite Halbjahr ist

eine „erhöhte Verkaufsdynamik mit hohem Erlöspotenzial“

angekündigt. Das spricht für ein erneut dickes Jahresergebnis.

Die Aktie zählt so zu den offensiveren Papieren der Branche.

Kurstaucher dürften Einstiegschancen sein.

Das Gegenstück liefert die Indus Holding mit ihrer eher

langfristigen Begleitung von Firmen aus dem europäischen

Mittelstand: „Wir wachsen durch Zukauf“. Das Portfolio expandierte

zuletzt auf 44 Adressen, vor allem aus den Sparten

Maschinenbau, Infrastruktur und Materialien. Erwartet

wird Wachstum auch beim Umsatz und Gewinn (2025: 2,67

Euro je Aktie). Bei guter Dividendenrendite und attraktiver

Bewertung spricht die Aktie Anleger mit etwas Geduld an.

Eine ähnliche Strategie fährt Gesco. Die Wuppertaler kaufen

sich für längere Dauer vor allem in den Sparten Investitionsgüter

und Gesundheit ein, aktuell mit elf Beteiligungen.

Im ersten Quartal 2026 schraubten sie ihren Gewinn mit 2,8

Millionen Euro (27 Cent je Aktie) bei 121 Millionen Euro Umsatz

um gut ein Drittel hoch. Starke Aufträge sprechen für

ein Anhalten des Trends mit Aussicht auf, so der Vorstand,

„eine deutliche Ergebnisverbesserung“. In dem Fall müsste

sich die Aktie von ihrem Stand nahe Fünfjahrestief lösen.

Eher ruhig dürfte es bei Blue Cap zugehen. Nach dem Jahr

2025 mit starken Verkäufen und Rekord bei Ergebnis und Dividende

(1,60 Euro je Aktie) stehen 2026 eher Neu-Investitionen

an, wie Mitte Juni der Kauf des Verpackungsspezialisten

Janoschka. Das Portfolio umfasst nun sechs Beteiligungen

aus Industrie und Dienstleistungen. Auch bei der Berliner

MBB würde mit ihrem etwas bunt zusammengewürfelten

Portfolio von sechs Firmen eine ruhigere Gangart nicht überraschen.

2025 dominierte der Höhenflug der 44-Prozent-Beteiligung

Friedrich Vorwerk (Gas- und Stromnetze). Aktuell

erscheint die Aktie analytisch recht hoch bewertet.

30 Prozent Discount. Bei der Deutschen Beteiligungs-AG

(DBAG) gilt dies weniger. Sie fährt zweigleisig mit eigenen Engagements

(aktuell 36) sowie Fonds für Dritte. Ziel: den Wert

beider Bereiche zu steigern. Der Vorstand ist daher dabei, das

aktuell 2,7 Milliarden Euro umfassende Portfolio konsequent

in Richtung Wachstumssektoren wie IT, Energie oder Infrastruktur

umzubauen. Aktuell liegt sein Nettovermögenswert

(NAV) bei 35,29 Euro je Aktie. Gemessen daran notiert diese

mit gut 30 Prozent Discount, auch weil der Börsenkurs wegen

eines Verlusts im ersten Quartal (Wertberichtigungen) zuletzt

nachgab. Das könnte eine Chance sein: Der Vorstand will den

NAV auf 36 bis 40 Euro je Aktie steigern.

Brockhaus hält mit IT-Zulieferer Ihse nur noch eine Tochter.

Es dürfte also ein neuer Investitionszyklus beginnen. Bei

der Aktie lockt daher vor allem die 180-Millionen-Kapitalrückführung,

wenn sie denn beschlossen wird. Pro Euro Ausschüttung,

bei jüngsten Kursen allein schon fünf Prozent Rendite,

wären nur knapp elf Millionen Euro notwendig.

Sieben auf einen Streich

Etliche der an der deutschen Börse notierten Beteiligungsfirmen bieten derzeit recht interessante Perspektiven. Bei den Gewinnprognosen

handelt es sich meist nur um Indikationen. Sie sind stark abhängig von künftigen erfolgreichen Beteiligungsverkäufen

Unternehmen WKN Börsenwert

Mio. Euro

Aktienkurs

in Euro

Gewinn je Aktie in Euro Kurs-Gewinn-Verhältnis Dividende in Euro Dividendrendite

2026e

2026e 2027e 2026e 2027e 2026e 2027e

in Prozent

Mutares A2NB65 752 29,35 4,20 4,80 7,0 6,1 2,00 2,00 6,8

Indus Holding 620010 676 27,10 3,30 3,50 8,2 7,7 1,40 1,50 5,1

MBB SE A0ETBQ 639 177,00 11,35 12,75 15,6 13,9 1,55 1,90 0,9

DBAG A1TNUT 405 23,05 1,95 2,40 11,8 9,6 1,00 1,25 4,3

Brockhaus A2GSU4 200 19,15 1,00 1,10 19,1 17,4 – – –

Gesco SE A1K020 140 13,55 1,40 1,60 9,7 9,5 0,35 0,40 2,6

Blue Cap A0JM2M 89 19,85 0,65 0,90 30,5 22,0 0,65 0,65 3,3

Quelle:Factset UK Limited 2026, Unternehmensangaben; Stand 22.06.2026

e = erwartet

FOCUS MONEY 27/2026

63


moneymarkets

KI-WARNER: Anthropic-

Chef Dario Amodei ist

ins Fadenkreuz der

US-Regierung geraten

KI

Trumps Blockade von Anthropic

ist willkürlich und chaotisch

Amerikas engste Verbündete wie Europa

stehen unter Schock

Es ist an der Zeit, über bloße Transparenz hinauszugehen,

hin zu einer verbindlicheren Regulierung von KI“,

schrieb Dario Amodei, CEO und Mitgründer des KI-Unternehmens

Anthropic. Sein Unternehmen hatte soeben Fable

vorgestellt – eine eingeschränkte Version seines weltweit

führenden großen Sprachmodells Mythos (LLM), das zu übermenschlichen

Leistungen im Bereich Hacking und anderen

potenziell gefährlichen Aufgaben fähig war. Was danach

folgte, entsprach nicht der Absicht des Anthropic-Chefs.

Zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten hatte die Regierung

von US-Präsident Donald Trump eine Hiobsbotschaft

für seine Firma. Unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen

ordnete die Behörde an, dass das

Unternehmen allen Nicht-Amerikanern – einschließlich der

eigenen Mitarbeiter – den Zugriff auf die neuesten Modelle

Fable 5 und Mythos 5 untersagen muss. Daraufhin stellte Anthropic

die Nutzung vollständig ein. Die Anordnung kam

völlig überraschend – ähnlich wie der unbeholfene Versuch

der Regierung Ende Februar, Anthropic als Risiko für die Lieferkette

einzustufen – und wurde kaum erläutert. Sie löste

Erschütterungen in der KI-Welt und unter Amerikas Verbün-

deten aus. Beide Seiten stellen die Ereignisse, die zur Intervention

führten, unterschiedlich dar. Berichten zufolge informierte

Andy Jassy, der CEO von Amazon – dem

E-Commerce-Konzern mit einer bedeutenden Beteiligung

an Anthropic – die Regierung Trump darüber, dass Sicherheitslücken

in Fable 5 entdeckt worden seien. Diese ermöglichten

es, die Schutzmechanismen des Modells zu umgehen

(„Jailbreaking“) und damit Beschränkungen aufzuheben, die

es weniger leistungsfähig machten als Mythos. In einem Beitrag

auf X erklärte David Sacks, ein Berater des Weißen Hauses,

die Regierung habe Amodei aufgefordert, Fable entweder

„zu reparieren oder vom Netz zu nehmen“, und fügte

hinzu, dass „Dario sich geweigert hat“.

Anthropic schweigt. Eine Quelle bei Anthropic erklärte,

das Unternehmen sei angewiesen worden, „ausländischen

Staatsangehörigen“ den Zugriff auf die Modelle zu verwehren

– aufgrund einer nicht näher spezifizierten Bedrohung

der nationalen Sicherheit. Anthropic stellte den Betrieb kurz

darauf ein und kam zu dem Schluss, dass dies der einzige Weg

sei, um der Richtlinie zu entsprechen. Das Unternehmen äußerte

sich nicht zu den angeblichen Weigerungen Amodeis,

die Sicherheitslücke zu beheben.

Es war zunächst unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage

die Regierung die Aussetzung verhängt hatte. Anthropic

erklärte, dass die Modelle von einer Exportkontrollrichtlinie

64

Foto: D. Feria/picture alliance/AP

FOCUS MONEY 27/2026


betroffen seien. Charlie Bullock vom Institute for Law & AI,

einem Thinktank, vermutet, dass die Regierung die Export

Administration Regulations des Handelsministeriums genutzt

hat – dieselben Vorschriften, die auch den Verkauf von

KI-Chips nach China einschränken. Doch das Hauptziel der

Regierung war möglicherweise nicht, den ausländischen Zugang

zu Spitzenmodellen zu beschränken. Stattdessen

scheint sie Exportkontrollen als ein bequemes Mittel genutzt

zu haben, um Anthropic ins Visier zu nehmen. Sollte dies der

Fall sein, könnten ausländische Akteure zum Kollateralschaden

in einem Machtkampf zwischen der Trump-Regierung

und einem führenden Modellentwickler werden – einem Unternehmen,

das Trump einst als „außer Kontrolle geratenes,

radikal linkes KI-Unternehmen“ bezeichnete.

Sicherheitsbedenken als Vorwand? Eine offene Frage

bleibt, wie ernst die Bedrohung durch den „Jailbreak“ tatsächlich

war. Anthropic erklärte, dass die eingesetzten Verfahren

lediglich „eine geringe Zahl bereits bekannter, unbedeutender

Schwachstellen“ identifiziert hätten, die auch

konkurrierende KI-Modelle aufdecken könnten. Eine Quelle

bei Anthropic erklärte, das Unternehmen habe vor der Markteinführung

mit der Regierung an Testverfahren gearbeitet,

und die Behörden hätten zuvor keine Bedenken hinsichtlich

der nationalen Sicherheit geäußert. Katie Moussouris, führende

Expertin für Software-Sicherheitslücken, die das Amazon-Papier

überprüft hat, das die Kontroverse auslöste, betont,

dass die darin beschriebenen Methoden in erster Linie

dazu dienen sollten, Cyberabwehrkräfte zu unterstützen. Sie

erklärte, dass die Behebung der Schwachstellen das Modell

für die Cyberabwehr weniger nützlich machen würde.

Der Einschnitt markiert eine geopolitische Zäsur. Amerika

verfügt heute über eine deutliche Führungsposition im Bereich

der künstlichen Intelligenz. China, durch US-amerikanische

Chipkontrollen ausgebremst, liegt vermutlich etwa

ein Jahr zurück. Dieser Vorsprung könnte uneinholbar werden,

wenn Anthropic oder andere US-amerikanische Labore

das Prinzip der rekursiven Selbstverbesserung (RSI) entschlüsseln

– also Verfahren, bei denen Modelle verbesserte

Versionen ihrer selbst entwickeln und so den Fortschritt beschleunigen.

Amerikas Verbündete wie Europa stehen erneut unter

Schock. Viele hatten monatelang daran gearbeitet, Regierungsstellen,

Banken und Unternehmen den Zugang zu Mythos

zu sichern. Diese Genehmigungen verschwanden über

Nacht. Der Einschnitt verschont niemanden, nicht einmal

die Partner der USA im Geheimdienstbündnis „Five Eyes“:

Australien, Großbritannien, Kanada und Neuseeland. Diese

Länder haben bereits mit dem Wegfall zentraler Überwachungsbefugnisse

zu kämpfen, deren Verlängerung der Kongress

kürzlich nicht beschlossen hat. Der Verlust des Zugangs

zu Mythos stellt sie auf eine Stufe mit Russland, China oder

dem Iran. Das britische AI Security Institute, die weltweit

führende Einrichtung für das Testen und das gezielte „Jailbreaking“

neuer Modelle, wurde ebenfalls ausgeschlossen.

Einige außenpolitische Entscheidungsträger betrachten

diesen Schritt als Weckruf. „Nach einer derart eindeutigen

Lektion wird sich jedes Land fragen, was es braucht, um echte

Souveränität zu erreichen“, argumentiert Tom Tugendhat,

ehemaliger britischer Sicherheitsminister. Doch Europäer

und andere mittlere Mächte befinden sich in einer schwierigen

Lage, schreibt Anton Leicht von der Denkfabrik Carnegie

Endowment. „Glauben Sie wirklich, dass eine Trump-Regierung,

die Ihnen gerade den Zugang zu Fable verweigert

hat, Ihnen erlauben wird, genügend Hochleistungs-Chips

zu kaufen, um selbst ein uneingeschränktes Fable-Klonmodell

zu trainieren?“

Nach Einschätzung einer ehemaligen britischen Geheimdienstquelle

werden Nachrichtendienste voraussichtlich

wieder Zugang zu Mythos erhalten; entsprechende Verhandlungen

laufen. Private Unternehmen könnten es schwerer

haben. Dennoch sind einige Beobachter überzeugt, dass die

US-Regierung letztlich nachgeben muss. „Verbündete

können sich vielleicht damit trösten, dass dieser Ansatz langfristig

völlig unhaltbar ist – schon wegen der Vielzahl an ausländischen

Fachkräften in US-amerikanischen KI-Unternehmen“,

sagt Helen Toner vom Centre for Security and

Emerging Technology der Georgetown University. „Ausländischen

Fachkräften den Zugang zu den Modellen zu verwehren,

kommt im Wesentlichen einem Verbot gleich, sodass betroffene

Unternehmen ihre KI-Forschung und -Entwicklung

nicht fortsetzen können.“

In den vergangenen Monaten hat Trump einen schwer

nachvollziehbaren Kurs in der KI-Politik eingeschlagen. Er

nahm die meisten von der vorherigen Regierung eingeführten

Regelungen zurück. Später genehmigte er den Verkauf

fortschrittlicher KI-Chips an China. Im April geriet sein zurückhaltender

Umgang mit KI-Sicherheitsfragen in die Kritik,

als Anthropic das Modell Mythos Preview vorstellte – eine

Entwicklung, die das Unternehmen als mögliche Bedrohung

für die nationale Sicherheit einstufte und deren Veröffentlichung

es daher auf einen kleinen Kreis autorisierter Kunden

beschränkte. Anfang Juni erließ Trump eine Executive Order,

die ein freiwilliges Rahmenwerk vorsieht, nach dem KI-Labore

der Regierung kurz vor der Veröffentlichung Zugang zu

ihren fortschrittlichsten Modellen gewähren sollen.

Digitaler Despotismus. Die willkürliche Art, mit der die

Regierung die Beschränkungen für Fable 5 und Mythos 5 verhängt

hat, steht im Widerspruch zu diesem Ansatz und ist

weit entfernt von der transparenten Aufsicht, für die sich

Amodei eingesetzt hat. Theoretisch könnte das Centre for AI

Standards and Innovation, eine staatliche Einrichtung, die

fortschrittliche Modelle auf potenziell gefährliche Fähigkeiten

überprüft, als unabhängige Instanz in solchen Streitfällen

fungieren. Zuletzt hat die Regierung die Behörde angewiesen,

keine öffentlichen Berichte mehr zu veröffentlichen.

Da der Zugang zu fortschrittlicher KI zunehmend zu einer

Frage der nationalen Sicherheit wird, erscheint Amerikas Regulierung

in diesem Bereich immer undurchsichtiger.

FOCUS MONEY 27/2026

65


moneymarkets

MUSTERDEPOT

Im Sog

der Märkte

Hoffmann reduziert drei

Goldpositionen und ordert

dafür Uranproduzenten

Der Markt hat Angst vor einer kommenden

Zinserhöhung der US-Notenbank Fed. Außerdem

werten Tech-Anleger die Aufnahme

neuer Schulden von SpaceX als negativ – und

ziehen die Reißleine. „Gold und Silber kommen

im Zuge dessen ebenfalls unter Druck,

weil Anleger auch hier noch auf hohen Gewinnen

sitzen“, erklärt Kai Hoffmann von

Kamavest. Der Minenexperte verkauft daher

jeweils die Hälfte seiner Positionen von Troilus

Gold, First Mining und Gold X2 ohne

Limit. Im Gegenzug ordert er 100 Cameco

(ISIN: CA13321L1085) bestens. Die kanadische

Bergbaufirma zählt zu den weltweit

größten Uranproduzenten. Das Geschäft umfasst

die Exploration, den Abbau, die Aufbereitung

und den Handel mit Urankonzentrat.

Richard Dobetsberger von ficon verkaufte

in der Berichtswoche seine letzten beiden Ölaktien

zu Stückpreisen von 95,87 Euro

(Conocophillips) und 46,32 Euro (Occidental

Petroleum). Die 30 neuen Aktien des Pharmariesen

Johnson & Johnson kamen zu je 201,65

Euro ins Depot. Die 50 Aktien des Biotech-

Unternehmens Revolution Medicines, das

Therapien zur Krebsbehandlung entwickelt,

wurden zu je 137,30 Euro eingebucht. Der

Titel legte bereits deutlich zu.

SR

Anzahl/nominal

des Wertpapiers

ISIN

aufgenommen

Ausgabe

Kaufkurs

in Euro

Kaufsumme

in Euro

Limits Euro

je Stück/

Anzahl

Kurs am

23.06.2026

in Euro

Kurswert

am

23.06.2026

Kursveränderung

in %

DEPOT 1

MANUEL HÖLZLE,

GBC AG

DEPOT 3

RICHARD

DOBETSBERGER,

ficon Vermögensmanagement

GmbH

60 Alzchem 7) 11) DE000A2YNT30 diverse 159,30 9 558,00 – 187,10 11226,00 17,5

210 Avio 7) 11) IT0005119810 diverse 35,43 7 439,50 – 31,84 6686,40 –10,1

325 Bitcoin Group 7) 11) DE000A1TNV91 diverse 31,65 10 285,25 – 26,50 8612,50 –16,3

110 Cembre 7) 11) IT0001128047 diverse 68,84 7 572,00 – 93,80 10318,00 36,3

2 600 Guillemot 7) 11) FR0000066722 diverse 4,30 11 180,00 – 4,32 11232,00 0,5

500 M1 Kliniken 5) 7) 11) DE000A0STSQ8 diverse 17,53 8 766,00 – 18,10 9050,00 3,2

Guthaben: 1 820,04 € 750 Smartbroker H. 5) 7) 11) DE000A2GS609 diverse 13,69 10 270,00 – 10,95 8212,50 –20,0

Depotwert: 95 654,40 € 7 000 Verve Group 5) 7) 11) SE0018538068 diverse 1,56 10 909,30 – 1,52 10605,00 –2,8

Gesamtwert*: 97 474,44 € 260 Washtec 5) 7) 11) DE0007507501 diverse 48,59 12 633,40 – 38,20 9932,00 –21,4

Depotveränderung:–2,5 % 400 Revo Insurance 11) IT0005513202 diverse 23,31 9 324,00 – 24,45 9780,00 4,9

5), 6), 7), 11) Offenlegung Interessenskonflikte (Erklärung: www.gbc-ag.de/rechtliches/offenlegung)

DEPOT 2

KAI HOFFMANN,

Kamavest Asset

Management

GmbH

800 Centerra Gold CA1520061021 4/26 13,33 10664,00 – 14,21 11368,00 6,6

700 First Majestic Silver CA32076V1031 4/26 16,18 11326,00 – 14,87 10405,50 –8,1

700 Ivanhoe Electric* US46578C1080 4/26 14,40 10080,00 – 9,25 6475,00 –35,8

60 Kamaxus Resource Fund DE000A40X8Z4 4/26 162,07 9724,20 – 155,79 9347,40 –3,9

100 Newmont US6516391066 4/26 92,14 9214,00 – 86,40 8640,00 –6,2

10000 Troilus Gold CA89688V1031 4/26 1,04 10400,00 V: o.L./5000 1,04 10400,00 0,0

Guthaben: 6973,90 € 25000 First Mining Gold CA3208901064 5/26 0,38 9 600,00 V: o.L./12500 0,35 8 625,00 –10,2

Depotwert: 82 665,90 € 550 Elemental Royalty Corp CA28620K1066 5/26 17,05 9 377,50 – 14,10 7 755,00 –17,3

Gesamtwert*: 89 639,80 € 12500 Gold X2 Mining CA38076G1037 9/26 0,73 9 125,00 V: o.L./6250 0,77 9 650,00 5,8

Depotveränderung:–10,4 % 100 Cameco CA13321L1085 K: o.L./100

*Börse New York, Kurs in Euro umgerechnet; bei geringen Umsätzen anderer Titel in Deutschland werden teilweise die gängigeren ausländischen Kurse in Euro umgerechnet

100 Nordex DE000A0D6554 21/26 48,00 4 800,00 - 45,58 4 558,00 –5,0

34 Tesla US88160R1014 diverse 381,39 12 967,40 - 346,00 11 764,00 –9,3

17 Microsoft US5949181045 diverse 360,29 6 124,95 - 327,05 5 559,85 –9,2

7 Rheinmetall DE0007030009 diverse 1228,17 8 597,20 - 1189,80 8 328,60 –3,1

40 IBM US4592001014 25/26 265,00 10 600,00 - 232,85 9 314,00 –12,1

25 Apple US0378331005 25/26 268,25 6 706,25 - 258,65 6 466,25 –3,6

Guthaben:12 023,37 € 7 Eli Lilly US5324571083 25/26 935,30 6547,10 - 974,90 6824,30 4,2

Depotwert: 71427,50 € 50 Palantir Technologies US69608A1088 25/26 124,52 6226,00 - 104,70 5235,00 –15,9

Gesamtwert*: 83450,87 € 30 Johnson&Johnson US4781601046 27/26 201,65 6049,50 - 205,25 6157,50 1,8

Depotveränderung:–16,5 % 50 Revolution Medicines US76155X1000 27/26 137,30 6865,00 - 144,40 7220,00 5,2

*Startkapital am 09.01.26 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss

Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner

Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden.

66 FOCUS MONEY 27/2026


moneydigital

Spannende Trends

von

Mehr spannende Statistiken und

Analysen finden Sie in der App

unseres Partners Finanzen100

FOCUS MONEY

& Finanzen100

Der bemerkenswerte Rücksetzer

von SpaceX beschäftigt auch die Anleger

auf unserer Partnerplattform

Finanzen100. Einen beinahe ebenso

großen Informationsbedarf löste die

Gewinnwarnung bei BMW und der

darauffolgende Einbruch der Aktie

aus – die Aktie landet auch prompt

auf vielen Watchlists der Anleger auf

der Plattform.

Bemerkenswert auch: Die bekannten

Halbleiter-Werte stehen zwar

weiterhin vorwiegend auf den Kauflisten,

jedoch steigt nach dem Chip-

Rücksetzer in Asien die Zahl der Anleger,

die sich in den Musterdepots

bei Finanzen100 von den Aktien

trennt.

Der Dax-Neuling Hochtief macht

indes unter den deutschen Top-Performern

einen Platz gut. Ungeschlagen

bleibt allerdings der Weltraum-

Wert OHB. Ein Trend, den die

Anleger auch auf der ETF-Seite zu

ihren Favoriten zählen.

Top-Trades

KäufeVerkäufe

SpaceX

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

66 %34 %

Micron Technology

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

68 %32 %

SK Hynix

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

64 %36 %

Siemens Energy

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

56 %44 %

Marvell Technology

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

67 %33 %

Top-Aktien nach Aufrufen

Unternehmen WKN Performance

der letzten

Woche

1 SpaceX A42D4F –24,3 %

2 Micron Technology 869020 2,6 %

3 SAP 716460 –5,8 %

4 BMW 519000 –10,3 %

5 Nvidia 918422 –2,6 %

Neu auf den Watchlists

Unternehmen WKN Performance

der letzten

Woche

1 SpaceX A42D4F –24,3 %

2 BMW 519000 –10,3 %

3 Intel 855681 9,9 %

4 Marvell Technology A3CNLD –6,5 %

5 Micron Technology 869020 2,6 %

Top deutsche Aktien

nach Performance

Unternehmen WKN 52-Wochen-

Performacne

1 OHB 593612 464,8 %

2 Aixtron A0WMPJ 339,2 %

3 Hochtief 607000 236,2 %

4 SMA Solar A0DJ6J 227,9 %

5 Verbio A0JL9W 197,7 %

Top ETFs weltweit

nach Aufrufen

Unternehmen WKN Verschuldungsgrad

1 UBS MSCI World A2PK5J –0,1 %

2 Ishares MSCI World A0RPWH –0,1 %

3 Ishares MSCI Gl. Semicond. A3CVRA 0,4 %

4 Ishares MSCI EM IMI A111X9 –0,4 %

5 Vaneck Space Innovators A3DP9J –7,6 %

Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100

Quelle: Finanzen100

FOCUS MONEY 27/2026 Illustration: Adobe Stock

67


dswanlegerschutz

WERTPAPIERE

Verschenken und

vererben – nicht dem

Zufall überlassen

Unsicherheit bei der Erbschaftsteuer – wer

ohnehin über eine Übertragung nachdenkt, sollte

die aktuelle Rechtslage unter die Lupe nehmen

Ein Thema beschäftigt Anlegerinnen und Anleger beständig und

regelmäßig, nämlich die Frage, wie sich ein über Jahrzehnte

aufgebautes Wertpapierdepot steuerschonend an die nächste

Generation weitergeben lässt. Bei der DSW erreichen uns dazu regelmäßig

Anfragen, und sie haben zuletzt spürbar zugenommen. Das

ist kein Zufall: Soll das Vermögen vererbt oder schon zu Lebzeiten

übertragen werden? Die Antwort fällt selten allein nach steuerlichen

Gesichtspunkten, und doch entscheidet die Gestaltung oftmals über

fünf- bis sechsstellige Beträge. Hinzu kommt eine politische Unsicherheit,

die in diesem Jahr greifbar geworden ist: In Karlsruhe liegt

erneut und aktuell die Erbschaft- und Schenkungsteuer auf dem

Tisch, und in Berlin streiten Union und SPD über die künftige Belastung.

Anleger, die ohnehin über eine Übertragung nachdenken, tun

gut daran, die aktuelle Rechtslage unter die Lupe zu nehmen.

Karlsruhe schaut erneut auf die Erbschaftsteuer

Die Erbschaft- und Schenkungsteuer ist verfassungsrechtlich ein

Dauerbrenner. Bereits 2014 hatte das Bundesverfassungsgericht

die damaligen Verschonungsregeln für Betriebsvermögen für teilweise

unvereinbar mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes erklärt

und den Gesetzgeber zu einer Reform bis Mitte 2016 verpflichtet

(Urteil vom 17.12.2014, 1 BvL 21/12). Das daraus

hervorgegangene Recht, welches bis heute gilt, steht nun selbst

wieder auf dem Prüfstand.

Unter dem Aktenzeichen 1 BvR 804/22 ist beim Bundesverfassungsgericht

ein Verfahren anhängig, das die Begünstigungen für

Betriebsvermögen (§§ 13a bis 13c, 19a, 28a ErbStG) erneut zum

Gegenstand hat. Mit einer Entscheidung wird noch im laufenden

Jahr gerechnet. Wichtig ist aber eine Nuance, die in vielen Berichten

untergeht: Verfahrensrechtlich geht es zunächst nur um die

Frage, ob der Bundesfinanzhof einer Klägerin den Rechtsschutz

verwehrt hat, ausgelöst durch ein geerbtes Aktiendepot im Privatvermögen.

Ob Karlsruhe die Verschonungsregeln in der Sache er-

SCHENKEN ODER VERERBEN? Depot

auf die nächste Generation übertragen

neut kippt oder den Gesetzgeber wie 2014 zur Nachbesserung

zwingt, ist damit gerade nicht ausgemacht, wird aber vielfach als

realistisches und wahrscheinliches Szenario gesehen.

Aus Bayern kommt zugleich ein Vorstoß in die genau entgegengesetzte

Richtung (Verfahren 1 BvF 1/23): Statt höherer Belastung

werden hier höhere Freibeträge, niedrigere Steuersätze und sogar

regional unterschiedliche Regelungen gefordert. Kurz gesagt: Die

einen wollen mehr, die anderen weniger Steuer. Für Anleger bedeutet

das vor allem Unsicherheit. Fest steht nur, dass sich das geltende

Recht ändern könnte, in welche Richtung, ist offen.

Immerhin in einem Punkt hat der Bundesfinanzhof in diesem

Frühjahr für Klarheit gesorgt. Hintergrund: Als das Bundesverfassungsgericht

2014 das alte Erbschaftsteuerrecht für teilweise verfassungswidrig

erklärte, durfte das alte Recht übergangsweise weitergelten,

bis der Gesetzgeber 2016 nachbesserte. Das neue Gesetz

wurde jedoch erst Ende 2016 verkündet, rückwirkend aber bereits

ab dem 1. Juli 2016 für anwendbar erklärt. Strittig war deshalb,

wie Schenkungen aus genau diesem Zwischenzeitraum zu behandeln

sind, nach dem alten oder dem neuen, meist strengeren Recht.

In einem im März 2026 veröffentlichten Urteil (II R 7/23) entschied

der Bundesfinanzhof: Es gilt das neue Recht. Eine solche Rückwirkung

sei hier ausnahmsweise zulässig, weil das Verfassungsgericht

selbst eine Neuregelung verlangt hatte und Steuerpflichtige nach

dem 2014er-Urteil nicht mehr darauf vertrauen durften, dass das

beanstandete alte Recht unverändert bestehen bleibt. Wer gehofft

hatte, für eine Schenkung aus dieser Übergangszeit noch von den

günstigeren Altregeln zu profitieren, geht damit leer aus.

Berlin diskutiert, wer künftig stärker zahlt

Während Karlsruhe juristisch prüft, ist die Erbschaftsteuer in der

Koalition erwartungsgemäß zum politischen Streitpunkt geworden.

Die SPD will, wie es Fraktionschef Matthias Miersch formuliert,

„die breiten Schultern und die großen Vermögen“ stärker beteiligen.

Sehr große Erbschaften sollen also höher belastet werden.

Die Freibeträge für nahe Angehörige und das selbst genutzte

Wohneigentum sollen ausdrücklich erhalten bleiben.

Die Union ist bei diesem Thema gespalten. Zwar hat ausgerechnet

Jens Spahn die Debatte mit angestoßen und die Vermögensver-

68 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


teilung als „Problem“ bezeichnet, zugleich warnt etwa Wirtschaftsministerin

Katharina Reiche berechtigterweise vor den möglichen

Folgen für Familienunternehmen und die CSU lehnt höhere Sätze

ab und wirbt stattdessen (nicht ganz uneigennützig) für eine Regionalisierung.

Hintergrund der Diskussion sind handfeste Zahlen:

Im Vorjahr wurden rund 13,3 Milliarden Euro Erbschaft- und

Schenkungsteuer festgesetzt, davon 8,5 Milliarden Euro allein an

Erbschaftsteuer, ein Plus von fast zehn Prozent. Studien von Wirtschaftsforschungsinstituten

weisen seit Jahren darauf hin, dass

kleine Erbschaften effektiv deutlich höher belastet werden als sehr

große, die über die Verschonungsregeln häufig steuerfrei übergehen.

Konkret wird bislang nur der SPD-Vorstoß im Konzeptpapier

„FairErben“ vom Januar 2026. Dessen Kerngedanke ist ein lebenslanger

Freibetrag von einer Million Euro je Erwerber, 900 000 Euro

für Übertragungen innerhalb der Familie und 100 000 Euro für Zuwendungen

an Dritte. Im Gegenzug soll die heutige Zehn-Jahres-

Regel entfallen, das selbst genutzte Familienheim soll zusätzlich

steuerfrei bleiben. Für viele Familien wäre das zunächst sogar eine

Entlastung. Der entscheidende Unterschied liegt aber im System:

An die Stelle eines Freibetrags, der sich alle zehn Jahre erneuert,

träte ein einmaliger Deckel über das gesamte Leben hinweg. Wer

heute über mehrere Jahrzehnte gestaffelt überträgt, könnte das

künftig nicht mehr. Festzuhalten ist: Das „FairErben“-Konzept ist

bislang ein Diskussionspapier der SPD-Fraktion, kein Gesetzentwurf.

Die Union lehnt eine Festlegung vor der Karlsruher Entscheidung

bislang gänzlich ab, und eine Mehrheit ist derzeit nicht in

Sicht. Gleichwohl markiert der Vorschlag die Richtung, in die ein

Teil der Koalition steuern möchte und genau deshalb gehört er in

die Überlegungen, wer eine Übertragung plant.

Der eigentliche Hebel: die Freibeträge und der Zehn-

Jahres-Rhythmus

Für Anleger mit einem überschaubaren Wertpapiervermögen ist

die wichtigste Botschaft beruhigend: An den heute geltenden persönlichen

Freibeträgen will derzeit niemand kurzfristig rütteln.

Sie hängen vom Verwandtschaftsverhältnis ab und betragen

500 000 Euro für Ehegatten, 400 000 Euro je Kind, 200 000 Euro

für Enkel und 20 000 Euro für entferntere Verwandte und Dritte (§

16 ErbStG). Entscheidend ist die zweite Eigenschaft dieser Beträge:

Sie stehen alle zehn Jahre erneut zur Verfügung. Genau das ist

der Hebel, an dem eine vorausschauende Übertragung ansetzt.

Allerdings ist „beruhigend“ nur die halbe Wahrheit. Denn diese

Beträge wurden seit 2009 nicht mehr erhöht, der Steuertarif gilt

unverändert seit 2010. Zugleich sind die Vermögenswerte – Aktienkurse

ebenso wie Immobilien – deutlich gestiegen. Die Folge ist

eine schleichende, oft unbemerkte Mehrbelastung: Immer mehr

„ganz normale Nachlässe“ rutschen über die Freibeträge und damit

in die Steuerpflicht. Ökonomen sprechen von einer „kalten Progression“

auch bei der Erbschaftsteuer. Verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute

weisen seit Jahren darauf hin, dass die ausgebliebene

Anpassung real einer Steuererhöhung gleichkommt.

Nach Berechnungen des Wirtschaftsrats bräuchte es allein zum Inflationsausgleich

seit 2009 statt 500 000 Euro inzwischen rund

665 000 Euro Freibetrag.

Verschärft wurde der Effekt durch das Jahressteuergesetz 2022,

das die Bewertung von Immobilien ab 2023 näher an die Marktwerte

herangeführt hat, bei unveränderten Freibeträgen stieg die

Belastung mancher Immobilienübertragung dadurch sprunghaft

an. Ein Vorstoß, die Freibeträge um 25 Prozent anzuheben und an

die Preisentwicklung zu koppeln („Tarif auf Rädern“), scheiterte

Ende 2022 am Bundesrat: Nur zwei der 16 Bundesländer stimmten

dafür. Auch das ist ein Grund, warum die heutige Reformdebatte

mit solcher Wucht geführt wird und warum Anleger die bestehenden

Möglichkeiten nicht als selbstverständlich gegeben

betrachten sollten.

Der Unterschied zwischen Schenkung und Erbschaft liegt deshalb

nicht im Steuersatz (beide folgen denselben Tarifen und Freibeträgen),

sondern im Zeitablauf. Wer früh und in Etappen überträgt,

kann denselben Freibetrag mehrfach ausschöpfen. Ein

einfaches Beispiel: Überträgt ein Elternteil seinem Kind heute ein

Aktiendepot im Wert von 380 000 Euro, bleibt der Vorgang vollständig

steuerfrei, weil der Erwerb unter dem Freibetrag für Kinder

von 400 000 Euro liegt. Nach zehn Jahren steht derselbe Freibetrag

erneut bereit. Wer dagegen wartet, bis das Depot auf bspw.

760 000 Euro angewachsen ist, und erst dann überträgt oder es im

Ganzen vererbt, hat nur einen einzigen Freibetrag zur Verfügung.

Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe von FOCUS MONEY

Unternehmen im Dialog

Die Vonovia SE: Gelebte offene Transparenz

Transparenz und Offenheit im Umgang mit privaten Anlegern sind für

die Vonovia SE gelebte Praxis. Als Ansprechpartner für Privatanleger

steht Oliver Larmann zur Verfügung, den viele bereits von unseren

DSW-Anlegerforen kennen. Gemeinsam mit dem Investor Relations-

Team unter der Leitung von René Hoffmann ist er nicht nur auf unseren

Veranstaltungen und vor sowie auf der Hauptversammlung für uns da,

sondern das ganze Jahr über erreichbar und ansprechbar für unsere

Anliegen. Haben Sie Fragen zum Geschäftsmodell, zu den Zahlen, zur

Prognose oder Dividendenentwicklung? Dann genügt ein Anruf bei

oder eine E-Mail an Oliver Larmann – ein Service der DSW.

Oliver Larmann

Senior Investor Relations Manager

Universitätsstraße 133

44803 Bochum

Tel.: +49 (0) 234 / 314-1609

Fax: +49 (0) 234 / 314-2995

Mobil: +49 (0) 152 / 01615121

E-Mail: investorrelations@vonovia.de

Web: investoren.vonovia.de


moneyservice

EINBRUCHDIEBSTAHL:

Die Hausrat übernimmt

hierbei auch die Kosten für

eventuelle Aufräumarbeiten

HAUSRATPOLICEN

Kopf hoch, alles

wird wieder gut!

Hausratpolicen leisten bei Feuer- und

Leitungswasserschäden, Einbruch

und Vandalismus. Mit einem inkludierten

Elementarschutz auch bei Naturkatastrophen.

Die Tarife mit Top-Schutz

von THOMAS SCHICKLING

Für Mark Branson, den amtierenden Präsidenten

der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(Bafin), ist der Schutz von Verbraucherinnen

und Verbrauchern ein wichtiger Teil der Arbeit

seiner dem Bundesministerium für Finanzen unterstellten

Finanzaufsicht: „Die Aufsicht über die

Stabilität der Finanzbranche und der Verbraucherschutz gehören

zusammen“, erklärte der Bafin-Chef Mitte Mai deutlich.

Während Bransons Behörde viel Ärger und Arbeit mit

wachsenden Gefahren durch Cyberangriffe auf die deutsche

IT-Infrastruktur, Verwundbarkeiten im Markt für Private

Debt und steigenden Risiken am deutschen Immobilienmarkt

hat, fiel die Zahl der 2025 bei der Bafin eingehenden

Beschwerden über Hausratversicherer marginal aus: Mit 0,6

70 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


GELD ZURÜCK

So gehen Sie bei der Schadenregulierung vor

Schritt 1 – Schaden melden: Versicherte

sollten die Assekuranz

sofort über Hausratschäden informieren.

Das beugt eventuellen Kürzungen

der Leistung vor. Fürs Erste

reicht ein Anruf oder eine Mail, in

welcher Sie grob das Geschehen

skizzieren. Im Zuge der Meldung

erhalten Sie in aller Regel eine Schadennummer

sowie konkrete Anweisungen,

was Sie im Hinblick auf eine

detaillierte Schadenmeldung tun

müssen.

Schritt 2 – Folgeschäden vermeiden:

Assekuranzen erwarten von ihrer

Klientel, dass diese Schadensbegrenzung

betreibt. Konkret heißt

dies: bei überfluteter Wohnung die

Möbel und andere Wertgegenstände

schnell ins Trockene zu bringen

und das Wasser beispielsweise mit

Eimern hinauszuschaffen.

Schritt 3 – Schaden dokumentieren:

Versicherungen wollen ihre

Leistungspflicht stets überprüfen.

Das bedeutet für Versicherte: das

Ganze dokumentieren. Der GDV rät,

von den Schäden am Hausrat Fotos

respektive Videos zu machen. Auch

sollten kaputte Gegenstände zunächst

einmal aufbewahrt werden,

damit sich Vertreter der Assekuranz

vor Ort ebenfalls ein Bild von den

Verwüstungen machen können.

Schritt 4 – Aufräumen, wenn es

der Versicherer erlaubt: Das sogenannte

Schadenbild darf erst mit

Einverständnis des Versicherers verändert

werden. Das hängt mit dessen

Anspruch zusammen, Ursache

und Umfang zu begutachten. Bevor

Geschädigte mit dem Aufräumen

loslegen, müssen sie ergo die Zustimmung

der Assekuranz einholen.

Erkundigen Sie sich dabei auch,

ob die Assekuranz Vorgaben zu Aufräumarbeiten

macht. Halten Sie diese

ein, damit die Regulierung nicht

abgelehnt oder zusammengestrichen

wird.

Schritt 5 – Nicht auf eigene Faust

loslegen: Halten Sie erst Rücksprache

mit der Assekuranz, bevor Sie

etwa überschwemmte Wohnräume

trockenlegen. Handwerkerarbeiten

sollten nie eigenmächtig beauftragt

werden. Senden Sie nach getaner

Arbeit nur die Rechnungen an den

Versicherer, liefern Sie damit mitunter

Anlass zu Leistungskürzungen.

Schritt 6 – Bestandsaufnahme:

Versicherer pochen immer auf eine

Liste aller beschädigten Gegenstände.

Dazu gehören auch Angaben zu

Kaufdatum, Kaufpreis oder dem

Wert von Möbeln und Schmuck. Belegen

können Versicherte dies mit

Quittungen und Fotos. Das Verzeichnis

sollte spätestens zwei Wochen

nach Eintritt des Schadens

beim Versicherer sein. Und: Gestohlene

Gegenstände müssen generell

bei der Polizei gemeldet werden.

Schritt 7 – Geld zurückholen:

Zwar gibt es keinerlei gesetzliche

Fristen, binnen derer ein Versicherer

die gemeldeten Schäden regulieren

muss. Den Versicherten steht

jedoch nach einem Monat eine Abschlagszahlung

zu. Vorausgesetzt,

sie haben ihre Pflichten bei Meldung,

Schadenminderung und Unterstützung

der Versicherung vollends

erfüllt.

Beanstandungen pro 100 000 Verträgen war die Quote von

Verbraucherklagen verschwindend gering. Selbst wenn man

die rund 1100 Reklamationen von Privatleuten beim Versicherungsombudsmann

hinzurechnet, blieben 2025 noch

99 995 von 100 000 Kontrakten frei von Reklamationen.

Police mit hoher Penetrationsrate. Rund 27 Millionen

Haushalte in Deutschland haben heute bereits eine Hausratversicherung

in der Schublade, bilanziert aktuell der Gesamtverband

der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

in Berlin. Damit verfügen rund 78 Prozent der Haushalte

über einen solchen Vertrag. Höher ist die Penetrationsrate

derzeit lediglich mit 81 Prozent bei den Kfz-Versicherungen!

Neben einer Wohngebäudepolice brauchen Eigentümer

eines Gebäudes zur Absicherung ihres Hausrats, wie Mieter

auch, eine Hausratversicherung, am besten mit eingeschlossenem

Elementarschutz. Warum? Während die klassische

Hausratpolice lediglich bei Schäden mit Leitungswasser einspringt,

leistet der Elementarschutz auch bei eindringendem

Wasser aus Flüssen und Starkregen in die Wohnung. Umfassender

Versicherungsschutz deckt zudem Wetterextreme

wie Erdrutsche oder Gefahren durch Schneedruck oder Lawinen

in Gebirgsregionen ab. Elementarschäden sind häufig

teuer. 2025 lag der durchschnittliche versicherte Elementarschaden

nach GDV-Daten bundesweit bei rund 4700 Euro.

Bei Sturm und Hagel belief sich die Summe auf 2100 Euro.

Kein Vollkaskoschutz. „Doch ein Elementarschutz deckt

leider nicht jedes Risiko ab“, warnt Michael Franke, geschäftsführender

Gesell schafter der Ratingagentur Franke

FOCUS MONEY 27/2026

71


moneyservice

und Bornberg aus Hannover. Wenn etwa Grundwasser von

unten in den Keller eindringe, sei dies oft nicht versichert, da

ein Anstieg des Grundwassers häufig mit Planungs- oder

Baufehlern in Verbindung stehe. Selbst Top-Hausrattarife

mit inkludiertem Elementarschutz zahlen hierbei nicht.

Fragt sich nur: Welche Hausratpolicen mit Elementarschutz

am Markt sind eigentlich echt hervorragend? Dieser

Problematik sind die Fachleute von Franke und Bornberg in

einer Analyse (s. Methode S. 74) für FOCUS MONEY nachgegangen.

Um realistische Aussagen über das Preisniveau der

verschiedenen Tarife treffen zu können, formulierten die

Ratingexperten insgesamt sechs Modellfälle, welche marktrelevante

Kundengruppen und Wohnorte repräsentieren.

Das Ergebnis ist erfreulich: Am Markt verfügbar sind derzeit

insgesamt 23 Tarife, die nach den strengen Kriterien von

Franke und Bornberg den Versicherten hervorragende Leistungen

offerieren und im Test mit der besten Ratingnote FFF+

ausgezeichnet werden konnten (s. Tabelle unten).

Egal ob Rohrbruch, Sturm, Hagel oder Raub: Diese Schadenereignisse

in der Wohnung reguliert eine Hausratpolice.

„Sie deckt alle Gegenstände ab, welche nicht fest am Gebäude

verbaut sind“, erklärt Fachmann Franke. Dazu gehören

etwa Möbel, Bücher, Schmuck und Kleidung. Selbst die Einbauküche

ist, sofern sie in Serie produziert und nicht extra

für das Gebäude individuell angefertigt wurde, bei Schäden

mitversichert. „Auch ein Fahrraddiebstahl innerhalb der

Hausratpolicen mit Elementarschutz: Hervorragende Tarife im Überblick

Gesellschaft Tarif Rating Tarifnote

Prämie* in

Hamburg

(exemplarisch)

Prämie* in

Dresden

(exemplarisch)

Durchschnitt

Prämie* über

sechs Städte**

Quelle: Franke und Bornberg/fb research; Ranking nach Durchschnittsprämie; Stand: Mai 2026; *pro Jahr; **Mittelwert über alle sechs untersuchten Modellfälle in den Städten Hannover, München, Berlin, Köln, Hamburg und Dresden; 1) mit Schadenfreiheitsrabatt; 2) ausgeschlossen sind Schäden durch

Strom an elektrischen Einrichtungen und Geräten; 3) ausgeschlossen sind Schäden an technischen Geräten, Wertsachen und Bargeld; 4) sonstige Seng- und Schmorschäden bis 5000,00 €; 5) Schäden, die an Einrichtungen oder Geräten durch Wirkung von elektrischen Strom entstehen, bis 500,00 €;

6)

sofern bei rückstaugefährdeten Räumen keine Rückstausicherungen vorhanden sind, zzgl. 15 %, mindestens 1000,00 €, maximal 10 000,00 €; 7) 3000,00 € für Erdbeben; 8) der Versicherungssumme; HS = Höchstsumme; VS = Versicherungssumme

Deckung

Überspannungsschäden

bis zu

Schleswiger Versicherung SSVaG Top Plus, Bankschließfach (30 000 Euro) FFF+ Hervorragend 139,39 € 122,70 € 131,05 € keine HS

Waldenburger Versicherung Premium FFF+ Hervorragend 171,81 € 122,78 € 147,30 € 65 000,00 €

InterRisk Konzept XXL 1) FFF+ Hervorragend 176,44 € 118,91 € 147,68 € 65 000,00 €

LBN Versicherungsverein LBN-BESSER FFF+ Hervorragend 178,93 € 139,67 € 159,30 € 65 000,00 €

Baloise (Helvetia) Baloise Ambiente Top FFF+ Hervorragend 208,91 € 133,63 € 171,27 € 65 000,00 €

WGV-Versicherung Optimal-Tarif FFF+ Hervorragend 188,76 € 154,80 € 171,78 € keine HS

ADCURI (Barmenia) Premium Schutz FFF+ Hervorragend 211,49 € 159,23 € 185,36 € 65 000,00 €

IDEAL HausRat Exklusiv FFF+ Hervorragend 183,23 € 198,91 € 191,07 € 65 000,00 €

VHV Allgemeine Vers. KLASSIK-GARANT inkl. Baustein EXKLUSIV FFF+ Hervorragend 223,81 € 196,22 € 210,02 € 65 000,00 €

Gothaer Plus FFF+ Hervorragend 217,13 € 212,91 € 215,02 € 65 000,00 €

DOCURA PROTECT-SmartHome FFF+ Hervorragend 193,28 € 252,92 € 223,10 € 65 000,00 €

Alte Leipziger classic FFF+ Hervorragend 239,97 € 227,19 € 233,58 € 65 000,00 €

Adam Riese Adam Riese Riesig FFF+ Hervorragend 250,47 € 239,24 € 244,86 € 65 000,00 €

Interlloyd Infinitus (WF) FFF+ Hervorragend 293,86 € 206,75 € 250,31 € keine HS

GEV Grundeigentümer-Versicherung Protect+ Premium (SFR) FFF+ Hervorragend 281,68 € 243,56 € 262,62 € 65 000,00 €

die Haftpflichtkasse Einfach Komplett FFF+ Hervorragend 356,46 € 237,88 € 297,17 € 65 000,00 €

uniVersa uniVersa FLEXXhome allround FFF+ Hervorragend 263,19 € 353,07 € 308,13 € 500 000,00 €

rhion.digital Premium FFF+ Hervorragend 363,25 € 356,03 € 359,64 € 500 000,00 €

Zurich Insurance Europe PrivatSchutz Top FFF+ Hervorragend 400,86 € 335,77 € 368,32 € keine HS

S.L.P. Prima Plus FFF+ Hervorragend 433,36 € 333,70 € 383,53 € 65 000,00 €

Allianz Komfort FFF+ Hervorragend 402,11 € 402,25 € 402,18 € 65 000,00 €

Janitos Best Selection FFF+ Hervorragend 474,60 € 429,98 € 452,29 € keine HS

die Bayerische Prestige FFF+ Hervorragend 1062,90 € 956,70 € 1009,80 € 65 000,00 €

72 FOCUS MONEY 27/2026


Leistung

bei Fahrraddiebstahl

Wohnung, im abgeschlossenen Keller oder der verschlossenen

Garage ist in der Regel von der Hausratpolice gedeckt“,

erklärt Insider Franke. Viele Assekuranzen bieten Kunden

die Option, im Rahmen der Hausrat eine Fahrradzusatzpolice

abzuschließen, die auch Bike-Diebstähle in der Öffentlichkeit,

etwa auf der Straße oder vor Geschäften, inkludiert.

Zahlen des GDV zufolge wurden im Jahr 2025 rund 115 000

versicherte Fahrräder in Deutschland gestohlen. Die durchschnittliche

Schadensumme bezifferte sich dabei auf rund

1270 Euro pro Rad. Insgesamt zahlten die Versicherer im vergangenen

Jahr für entwendete Drahtesel an Hausratversicherte

rund 150 Millionen Euro Schadenersatz. „Sinnvoll ist

eine Hausratpolice vor allem für jene, deren Mobiliar und

Höhe

Wertsachen

Höhe

Außenversicherung

Dauer Außenversicherung

Sengschäden

gedeckt

Hausgeräte teuer in der Anschaffung waren“, betont Franke.

Gut zu wissen: Die Hausrat ersetzt zum Beispiel Verwüstungen

an einem Wohnzimmerschrank zum Neuwert. Auch

Aufwendungen, die im Kontext des jeweiligen Schadens stehen,

sind inkludiert. Dazu gehören etwa Aufräumarbeiten

oder bei schweren Bränden in der Wohnung die Unterbringung

im Hotel. Und beim klassischen Einbruchdiebstahl ersetzt

der Versicherer neben dem Diebesgut auch das zerstörte

Türschloss oder die beschädigten

Fensteröffner nebst Fensterglas. Geiziger

zeigt sich die Assekuranz bei

Wertsachen wie Schmuck. In diesen

Fällen deckt die Police in aller Regel

Höhe Sengschadendeckung

Selbstbehalt (SB) Elementarschutz

BESTE

HAUSRAT-

POLICE

inklusive

Elementarschutz

10000,00 € 40 % der VS 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS4) –

5 % 8) 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 2500,00 €

10000,00 € 26000,00 € 12 Monate 40 % der VS ja 100 % der VS entspricht dem generellen SB

5 % 8) 32500,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 1500,00 €

3000,00 € 32500,00 € 12 Monate 30 % der VS ja 100 % der VS 1 %, mind. 500,00 €, max. 2500,00 €

3000,00 € 40 % der VS 12 Monate 40 % der VS ja 100 % der VS 1000,00 €

65000,00 € 16250,00 € 24 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, max 5000,00 €

3000,00 € 32500,00 € 12 Monate 40 % der VS, max. 40000 € ja 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 1500,00 €

15000,00 € 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja2) 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 1500,00 €

3000,00 € 26000,00 € 12 Monate 30 % der VS, mind. 50000 € ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €; Erdbeben 5000,00 €

3000,00 € 39000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja3) 100 % der VS 1 %, mind. 500,00 €, max. 1500,00 €

3000,00 € 26000,00 € 12 Monate 50 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 2500,00 €

3000,00 € 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 1000,00 €

keine HS 100000,00 € 24 Monate 50000 € ja keine HS 1000,00 €

3000,00 € 32500,00 € 24 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €6)

10000,00 € 65000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €

3000,00 € 30000,00 € 6 Monate 50000 € ja 500000 €5) 10 %, mind. 250,00 €, max. 5000,00 €

3000,00 € 65000,00 € 12 Monate keine HS ja keine HS 10 %, mind. 500,00 €, max. 5000,00 €

3000,00 € 50000,00 € 180 Tage 40000 € ja keine HS 3500,00 €

3250,00 € 26000,00 € 12 Monate 50 % der VS ja2) 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 5000,00 €

3000,00 € 26000,00 € 6 Monate 40 % der VS ja 100 % der VS 500,00 € für Überschwemmung und Rückstau7)

5 % 8) 26000,00 € 12 Monate 100 % der VS ja 100 % der VS 10 %, mind. 500,00 €, max. 2500,00 €

5000,00 € 48750,00 € 12 Monate 100 % der VS ja3) 100 % der VS 10 %, mind. 250,00 €, max. 1500,00 €

FOCUS MONEY 27/2026

73


moneyservice

METHODIK

Für den Fall der Fälle

Boden im Badezimmer überschwemmt,

Elektronik des Fernsehers durch Blitzschlag

beschädigt, Wohnung von Einbrechern

verwüstet, Fahrrad geklaut: Eine

Hausratversicherung schützt vor Blitzund

Wasserschäden, Einbruch, Raub und

Diebstahl. Nur, welche Policen bieten

heute den Versicherten wirklich umfassenden

Schutz zu moderaten Prämien?

Im Rahmen eines harten Versicherungstests

hat die Ratingagentur Franke und

Bornberg aus Hannover 70 aktuelle

Hausrattarife von insgesamt 34 Anbietern

auf Herz und Nieren untersucht.

Die Datenbasis bildeten ausschließlich

leistungsstarke Kontrakte, welche in die

Kategorie Top-Schutz fallen. Dazu definierten

die Ratingexperten für die Tarife

folgende Mindestkriterien:

■ Grobe Fahrlässigkeit: Der Tarif deckt

Schäden durch grobe Fahrlässigkeit bis

zur vereinbarten Versicherungssumme

ab. Regelungen für grobe Fahrlässigkeit

bei Obliegenheitsverletzungen werden

in diesem Kontext nicht betrachtet.

■ Außenversicherung: Die Police

leistet 100 Prozent der Versicherungssumme

oder mindestens 20 000 Euro.

■ Sengschäden: Schäden durch Hitze,

aber ohne Brand sind im Vertrag abgesichert.

■ Überspannung: Schäden durch Überspannung

und Blitzeinschlag sind mit

einer Höhe von 100 Prozent der Versicherungssumme

gedeckt.

■ Fahrraddiebstahl ist in der Police mit

einer Versicherungssumme von 3000

Euro eingeschlossen.

■ Elementarschäden, etwa durch

Hochwasser, Starkregen, Schneedruck,

Lawinen, Erdrutsch und Erdsenkung sowie

Erdbeben, sind in der Hausratpolice

mit Selbstbehalt abgesichert.

■ Bewachungskosten für die versicherte,

aufgrund eines Schadens nicht mehr

bewohnbare Wohnung sind in der Police

inkludiert.

■ Wertsachen: Uhren, Schmuck, Antiquitäten,

Münzen usw. sind bis zu einer

Höhe von 25 Prozent im Tarif versichert.

■ NUR Tarife OHNE Selbstbehalt:

Glasversicherung und Elementarschutz

sind im Rahmen eines Vertrags optional

abschließbar.

Um die am Versicherungsmarkt auftretenden

Kundengruppen im Rahmen der

Untersuchung abzubilden und eine realistische

Aussage über das Preisniveau

der Hausrattarife treffen zu können, erarbeiteten

die Fachleute von Franke und

Bornberg sechs Modellfälle (s. Tabelle).

Ergebnis: Das Rating von Franke und

Bornberg bezieht sich ausschließlich auf

die in den AGB verankerten Versicherungsbedingungen

der untersuchten

Hausrattarife. Finanzen und Stabilität der

Versicherer wurden nicht geprüft.

Franke und Bornberg ordnete die Ergebnisse

seiner Analyse in sieben Ratingklassen

von FFF+ (HERVORRAGEND)

bis F– (UNGENÜGEND). Aus den insgesamt

70 Hausratpolicen haben die

Experten für jeden Anbieter den notenbesten

Tarif herausgearbeitet. Wenn es

notengleiche gab, den günstigsten. Die

Klassen sind in der Bandbreite so

bemessen, dass geringfügige, für die

Praxis unerhebliche Punktunterschiede

nicht zur Einstufung in eine andere Klasse

führen.

Modellfall 1 2 3 4 5 6

Wohnort PLZ 30159 80802 10115 50667 20095 01309

Stadt Hannover München Berlin Köln Hamburg Dresden

Straße Georgstraße 38 Germaniastraße 20 Chausseestraße 56 Richmodstraße 10 Bergstraße 7 Löscherstraße 28

Versicherter lebt in Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus Mehrfamilienhaus

Geburtsdatum Versicherter 01.01.96 01.01.96 01.01.96 01.01.96 01.01.96 01.01.96

versicherte Wohnfläche 100 100 100 100 100 100

davon Keller 0 0 0 0 0 0

Tätigkeit Versicherter kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter* kaufm. Angestellter*

Versicherungssumme 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro 65000 Euro

Fahrrad (Euro) mitversichert 3000 3000 3000 3000 3000 3000

Glas mitversichert nein nein nein nein nein nein

Elementarschäden inkludiert ja ja ja ja ja ja

Selbstbehalt nein nein nein nein nein nein

Vorversicherung ja ja ja ja ja ja

Vorschäden keine keine keine keine keine keine

Versicherungsbeginn 01.07.26 01.07.26 01.07.26 01.07.26 01.07.26 01.07.26

Laufzeit Police 12 Monate 12 Monate 12 Monate 12 Monate 12 Monate 12 Monate

Zahlweise jährlich jährlich jährlich jährlich jährlich jährlich

Rabatte keine keine keine keine keine keine

Quelle: Franke und Bornberg; Stand: Mai 2026; *nicht öffentlicher Dienst

74 FOCUS MONEY 27/2026


FAHRRADKLAU: Für

Diebstahl im öffentlichen

Raum leistet die

Hausrat in der Regel

nur in Verbindung mit

einer Zusatzpolice

Schäden nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme

ab. Doch Vorsicht! Wer grob fahrlässig

handelt, muss im Schadenfall bei vielen Hausrattarifen mit

Leistungskürzungen rechnen.

Im Zweifel sind die Versicherten in der Nachweispflicht,

dass sie kein persönliches Verschulden trifft. „Bei einer Hausratversicherung

mit Top-Leistungen allerdings verzichtet

der Anbieter gleich auf die sogenannte Einrede der groben

Fahrlässigkeit und begleicht sämtliche Schäden bis zur vollen

Versicherungssumme“, erklärt Franke.

Im Rahmen einer Hausratpolice gewähren Assekuranzen

Versicherungsschutz für den im Vertrag genannten Wohnort,

an welchem der Kunde dauerhaft lebt. „Dazu gehören

neben den Wohnräumen auch Terrassen, Balkone, Kellerräume

und Garagen“, ergänzt Franke. Räumlichkeiten aber,

die über einen separaten Eingang verfügen und ausschließlich

gewerblich genutzt werden, bleiben hierbei außen vor.

Wann die Außenversicherung greift. Gut zu wissen: Auch

im Urlaub leistet die Hausratpolice. Wird etwa am Ferienort

aus dem Hotelzimmer oder der Ferienwohnung das teure

Smartphone oder der Laptop entwendet, zahlt der Versicherer

im Rahmen der sogenannten Außenversicherung. Allerdings

darf sich in diesem Kontext der Urlaub des Versicherten

in aller Regel nicht länger als drei Monate hinziehen.

Für bestimmte „Extras“ müssen Hausrat-Kunden allerdings

höhere Prämien in Kauf nehmen: Das gilt etwa für Wasserschäden

aufgrund ausgelaufener Planschbecken und

Aquarien. Auch die Deckung von Elementarschäden innerhalb

des Vertrags kostet leider extra. Sengschäden etwa

durch Hitze und Feuer hingegen sind in guten Tarifen mit

abgedeckt – und keine zu vereinbarende Zusatzleistung.

Wie teuer die Prämie für eine Hausratpolice am Ende des

Tages ausfällt, hängt außer vom Leistungsumfang vor allem

vom aktuellen Wohnort des Versicherten ab. Die Assekuranzen

teilen nämlich Deutschland in bestimmte Risikozonen

auf. In Städten mit hohen Einbruchsraten, etwa Berlin und

Hamburg, wird es teurer. In sicheren Metropolen wie München

hingegen sind die Prämien günstiger.

Unterversicherung vermeiden. Egal für welche Hausratpolice

sich der Kunde letztlich auch entscheidet: „Eine Unterversicherung

sollte man auf jeden Fall vermeiden“, rät

Franke. Ist der Hausrat etwa summa summarum 120 000

Euro wert und lediglich mit 60 000 Euro abgesichert, ersetzt

die Assekuranz auch nur Schäden über letzteren Betrag.

Eine Unterversicherung trifft nicht selten Leute mit Altverträgen,

die über die Jahre ihre Wohnung mit teuren Möbeln,

Kunst und High-End-Geräten „aufgepimpt“ haben.

„Für diese macht es Sinn, ihre Hausrat auf Unterversicherung

zu überprüfen und gegebenenfalls die Versicherungssumme

zu erhöhen“, so Franke. Tipp: Wer sich mit all dem nicht quälen

will, vereinbart einen Unterversicherungsverzicht. Hierbei

kalkuliert der Versicherer im Rahmen des Vertrags einen

festen Betrag pro Quadratmeter Wohnfläche und prüft im

Schadenfall nicht, ob eine Unterversicherung besteht.

Bei der Schadenmeldung helfen Fotos und Videos der kaputten

Gegenstände (s. auch Kasten S. 71). „Auch sollten

Hausratversicherte stets sämtliche Kaufbelege für teure Möbel,

Kleider, Schmuck oder Geräte akribisch sammeln“, betont

Franke. Damit die Dokumente nicht eventuell einem

Brand zum Opfer fallen, bewahrt man diese am besten außerhalb

der Wohnung, etwa in einem Bankschließfach oder

digitalisiert im Internet über einen Cloud-Speicher, auf.

FOCUS MONEY 27/2026

Foto: Adobe Stock 75


moneyservice

STAATLICHES

FÜLLHORN: Für die

Rürup-Rente gibt es

massive Unterstützung

vom Fiskus

Steigende Steuervorteile

und hohe Förderquoten

machen Rürup-Renten zu

echten Renditebringern der

Altersvorsorge. Die besten

Policen für jedes Anlageprofil

RÜRUP-RENTE

Mit dem

Füllhorn

ausgeschüttet

Rürup-Beiträge steuerlich absetzen

Rürup-Sparer können 2026 grundsätzlich bis zu 30 826

Euro steuerlich als Sonderausgaben beim Fiskus geltend

machen (zusammen veranlagte Verheiratete das Doppelte).

Der jeweilige Höchstbetrag in Euro ist an die knappschaftliche

Rentenversicherung gekoppelt, wird dadurch jährlich

neu festgesetzt und lässt sich für die Zukunft noch nicht vorhersagen.

Der Besteuerungsanteil im Alter richtet sich nach

dem Jahr des erstmaligen Rentenbezugs. Er steigt bis 2058

jährlich um einen halben Prozentpunkt an.

Jahr

steuerfreier

Anteil

in Prozent

d. h. max. absetzbarer

Betrag in Euro,

ledig/verheiratet

2026 100 30826/61652

2030 100 ?

2040 100 ?

2058 100 ?

Jahr des

Rentenbeginns

Besteuerungsanteil

in Prozent

2026 84

2030 86

2040 91

2058 100

Quellen: Einkommensteuergesetz, BMF

von WERNER MÜLLER

Was bei den ganzen Reformdiskussionen

um die gesetzliche

Rente und die neue geförderte

private Altersvorsorge (s. auch Titelgeschichte)

gern mal vergessen wird: Mit der Basis rente

– umgangssprachlich Rürup-Rente genannt –

gab es schon und gibt es auch weiterhin bereits

eine stark geförderte und gut funktionierende Ergänzung

der finanziellen Ruhestandssicherung. Sie

ist und bleibt eine Top-Wahl für alle Vorsorgesparer. Denn

entgegen einem oft geäußerten Klischee ist sie nicht nur für

Selbstständige und Freiberufler äußerst lukrativ, sondern

bietet auch für Beamte und gut verdienende Arbeitnehmer

enorme Steuervorteile.

Die Förderkriterien. Die Rürup-Rente ist dabei grundsätzlich

der gesetzlichen Rente nachgebildet. So können dieses

Jahr Beiträge bis zur Höhe von 30 826 Euro als Sonderausgaben

von der Steuer abgesetzt werden (s. Tabelle links).

Zwar dürfen nur Selbstständige und Freiberufler, die nicht

in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen, die

volle Summe dem Fiskus in Rechnung stellen. Bei allen

anderen vermindert sich der absetzbare Betrag um bereits

anderweitig steuerlich relevante Vorsorgebeiträge wie etwa

die zur gesetzlichen Rente. Dennoch stehen auch dann noch

attraktive geförderte Summen für eine Rürup-Rente zur

Verfügung. Außerdem gewähren die asymmetrischen Besteuerungsregeln

älteren Sparern einen Zusatzkick. Weitere

Vorteile: Die flexiblen Einzahlungsmodalitäten sind ideal

auch für Sparer mit schwankenden Einkünften oder Sondervergütungen

geeignet und die Förderhöchstsumme steigt in

aller Regel jährlich an.

Analog zur gesetzlichen Rente dürfen die Policen jedoch

nicht übertragen, beliehen, vererbt oder veräußert werden.

Immerhin sind aber die eigene Arbeitskraftabsicherung sowie

ein Hinterbliebenenschutz integrierbar. Außerdem sind

sie nicht kapitalisierbar, müssen also zwingend als lebenslange

Renten ausgezahlt werden.

Damit Kunden sicher sein können, dass die Rürup-Policen

auch alle erforderlichen gesetzlichen Regeln erfüllen, werden

sie staatlich zertifiziert und zugleich in verbindliche

76

Illustration: KI/FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 27/2026


Chance-Risiko-Klassen (CRK) eingeteilt. Diese reichen von

CRK 1 mit weitestgehend sicheren Policenmodellen bis zu

CRK 5 mit rein chancenorientierten Angeboten. Je nach CRK

ergeben sich dann zwingend die jährlichen Wertentwicklungen,

mit denen Anbieter ihre möglichen Leistungen hochrechnen

und im Informationsblatt darstellen dürfen.

Die passende Auswahl. Allein dadurch haben Rürup-Sparer

schon Anhaltspunkte, welche Policen für sie ganz nach

ihrem individuellen Chance-Risiko-Profil geeignet sein

könnten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Policen-Konzepte:

Klassik mit Garantiezinsen und Überschussbeteiligung,

Neue Klassik mit endfälligen Garantien, Klassik-Index

mit wählbarer Indexbeteiligung, zahlreiche Hybridmodelle

mit abgesenkten Garantien und höheren Performance-

Chancen (bei garantieorientierten Modellen entscheidet

der Versicherer, bei beitragsorientierten der Kunde, welcher

Anteil des Sparbeitrags ins Sicherungsvermögen oder in

Fonds fließt) sowie Fondspolicen ganz ohne Garantien.

Damit aber die individuell gewählte Police dann auch fair

und je nach Risikoprofil chancenreich gestaltet ist, hat FOCUS

MONEY mit den Experten des Analysehauses Franke und

Bornberg wieder die jeweils besten Rürup-Policen ermittelt.

METHODE

Gesamtwertung

Aus den Einzelnoten für das

Bedingungswerk (40 Prozent),

die Rentenleistungen (40 Prozent)

und die Finanzstärke

des Anbieters (20 Prozent)

wird die Gesamtnote gebildet.

Garantierente

mögliche Rente bei

2 % Wertentw.

Gesamtnote

Bewertung

1,00 bis 1,49 Hervorragend

1,50 bis 1,99 Sehr Gut

Quelle: eigene Berechnungen; Gesellschaften bei gleicher Gesamtbewertung

in alphabetischer Reihenfolge

Gute Rentenleistungen

Als Musterfall dienen 32-jährige Rürup-Sparer, die 35 Jahre lang 200

Euro monatlich in den Vertrag einzahlen. Die Auszahlungen beginnen

mit 67 Jahren, sollen volldynamisch steigen und beinhalten eine zehnjährige

Rentengarantiezeit. Die Leistungsnoten setzen sich aus verschiedenen

Teilnoten zusammen. Bei den Klassik-Varianten sind das

zu 40 Prozent die Garantierente und zu 60 Prozent die möglichen

Renten (je zur Hälfte, Rentengarantiefaktor zu zehn Prozent, falls vorhanden).

Für die Hybridvarianten gilt: Garantierente sowie beide möglichen

Renten je zu 30 Prozent, der Faktor zu zehn Prozent. Bei den

Fondspolicen machen die möglichen Renten zusammen 90 Prozent

aus, der Faktor zehn Prozent. Dargestellt wird stets nur der beste Tarif

je Gesellschaft, es sei denn, es gibt dort Tarife mit verschiedenen CRK-

Klassen oder sie bieten ein unterschiedliches Garantieniveau.

Klassik, Neue Klassik, Klassik-Index

Garantierente

mögliche Rente bei

2 % Wertentw.

mögliche Rente

Höchstwert gem.

CRK 2 (4 %)

Hybridpolicen, Fondspolicen

mögliche Rente

Höchstwert gem.

CRK 3 (5 %)

mögliche Rente

Höchstwert gem.

CRK 3 (5 %)

mögliche Rente

Höchstwert gem.

CRK 4 (6 %)

mögliche Rente

Höchstwert gem.

CRK 4 (6 %)

ab 260 = 1 ab 320 = 1 ab 480 = 1 ab 490 = 1 ab 570 = 1

ab 250 = 1,5 ab 310 = 1,5 ab 470 = 1,5 ab 480 = 1,5 ab 560 = 1,5

ab 240 = 2 usw. ab 300 = 2 usw. ab 460 = 2 usw. ab 470 = 2 usw. ab 550 = 2 usw.

mögliche Rente

Höchstwert gem.

CRK 5 (8 %)

ab 200 = 1 ab 320 = 1 ab 510 = 1 ab 670 = 1 ab 1025 = 1

ab 185 = 1,5 ab 305 = 1,5 ab 495 = 1,5 ab 650 = 1,5 ab 1000 = 1,5

ab 170 = 2 usw. ab 290 = 2 usw. ab 480 = 2 usw. ab 630 = 2 usw. ab 975 = 2 usw.

Geprüfte Vertragsbedingungen

Die Versicherungsexperten des Analysehauses

Franke und Bornberg (FB) prüfen und bewerten

die Versicherungsbedingungen der Rürup-Policen.

Sie konzentrieren sich dabei ausschließlich auf verbindliche

Regelungen, denn nur auf deren Einhaltung

hat der Kunde im Zweifel auch einen Anspruch.

Es geht um Transparenz, Flexibilität und Kundenfreundlichkeit

der Klauseln. Die Ergebnisse werden

in einem eigenen Rating mit verschiedenen Ratingklassen

zusammengefasst. Dabei vergibt FB auch

konkrete Schulnoten für die analysierten Tarife. Innerhalb

derselben Ratingklassen kann es daher zu

Unterschieden in der Benotung kommen.

FB-Rating

Nachgewiesene Finanzstärke

Versicherer sollten selbst finanziell solide dastehen,

um mit den Kundengeldern auch gut wirtschaften zu

können. Das bewerten verschiedene renommierte

Analysehäuser (in den Tabellen auf den folgenden

Seiten angegeben). Zur Vergleichbarkeit werden

deren Bonitätsurteile in Schulnoten umgerechnet.

S&P Fitch Moody’s A.M. Best Assekurata,

Bonität

Assekurata,

Unternehmensrating

Note

FFF+ 0,5

FFF 0,6 bis 1,5

FF+ 1,6 bis 2,5

FF 2,6 bis 3,5

F+ 3,6 bis 4,5

F 4,6 bis 5,5

F– 6,0

DFSI,

Unternehmensqualität

Note

AA AA Aa2 A+ AA A++ AAA 1

AA– AA– Aa3 AA– AA+ 1,25

A+ A+ A1 A A+ A+ 1,75

A A A2 A AA 2

A– A– A3 A– A– A A+ 2,25

Quellen: Standard & Poor’s, Fitch Ratings, Moody’s, A.M. Best, Assekurata, DFSI, eigene Berechnungen

Quelle: Franke und Bornberg

FOCUS MONEY 27/2026

77


moneyservice

Sicherheitsorientierte Varianten

BESTE

Rürup-Rente

Klassische Policen

BESTE

Rürup-Rente

Neue Klassik

BESTE

Rürup-Rente

Neue Klassik,

Direkttarife

BESTE

Rürup-Rente

Klassik-Indexpolicen

Garantieniveau

Gesellschaft Tarif Zertifizierungsnummer

Chance-

Risiko-

Klasse

(CRK)

Stand: 5/2026; in Euro; k. A. = keine Angaben; 1) Chance-Risiko-Klasse (CRK) 2 = 4 %, CRK 3 = 5 %, CRK 4 = 6 %, CRK 5 = 8 %; 2) garantierter monatlicher Rentenfaktor pro 10 000 Euro Vertragsguthaben, Bewertung: ab 27 = 1, ab 25 = 1,5, ab 23 = 2 usw.

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

Chancenorientierte Vorsorge pur

Gesellschaft Tarif Zertifizierungs-

Risiko-

Chancenummer

Klasse

(CRK)

Finanzstärke (von)

Finanzstärke

(von)

FB-

Rating garantierte mögliche mögliche Rente

Höchstwert

tierter Ren-

Wertentw.

gem. CRK 1)

tenfaktor garan-

Rente

Rente bei 2 %

2)

mögliche

Rente

Höchstwert

gem. CRK 1)

FB-Rating mögliche

Rente bei

2 % Wertentw.

garantierter

Rentenfaktor

2)

Bewertung

Fondspolicen

Allianz BasisRente InvestFlex 6573 5 AA (S&P, Fitch) FFF+ 291,02 977,11 23,53 Hervorragend

Axa/DBV JustInvest Fonds-BasisRente 6541 5 AA (Fitch) FFF+ 293,83 994,85 24,86 Hervorragend

BarmeniaGothaer BasisVorsorgeFonds 6452 5 A (S&P) FFF+ 291,60 995,50 26,16 Hervorragend

Canada Life GENERATION basic plus 6458 4 AA (S&P, Fitch) FF+ 417,98 881,18 20,42 Hervorragend

Continentale BasisRente Invest 6442 5 AA+ (DFSI) FFF+ 297,32 997,21 26,60 Hervorragend

Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Fonds) 6418 5 AA (Fitch) FFF+ 288,97 994,04 24,77 Hervorragend

HanseMerkur Basis Care Invest 6469 4 AA (DFSI) FFF 300,74 662,53 25,92 Hervorragend

HDI CleverInvest Basisrente 6510 5 A+ (A.M. Best) FFF+ 293,00 992,00 26,73 Hervorragend

Helvetia Baloise Best Invest Basis (Fonds) 6570 5 A+ (S&P) FFF+ 292,00 999,00 27,73 Hervorragend

LV 1871 MeinPlan Basisrente 6289 5 AA+ (DFSI) FFF+ 287,44 970,04 26,80 Hervorragend

Neue Leben Aktivplan Basis (Fonds) 6509 5 AA– (S&P) FFF+ 294,67 996,96 24,93 Hervorragend

Standard Life Maxxellence Invest Basisvorsorge 6348 5 AA– (Fitch) FFF 314,00 988,00 18,87 Hervorragend

Universa AufbauRENTEtopinvest 6094 5 AA (DFSI) FFF+ 306,00 1055,00 27,74 Hervorragend

Versorgungsw. Presse BasisRente InvestFlex 6583 5 Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ 296,75 996,92 23,53 Hervorragend

Volkswohl Bund FONDS PUR 6439 5 A+ (Fitch) FFF+ 288,00 964,00 27,52 Hervorragend

Württembergische BasisRente Genius Vorsorge 6538 4 AA (DFSI) FFF 295,00 649,00 25,10 Hervorragend

WWK BasisRente invest 2.0 6473 4 AAA (DFSI) FFF+ 285,00 626,00 29,02 Hervorragend

Alte Leipziger AL_RenteFlex (Fonds) 6425 5 AA– (Assekurata, B) FFF 284,83 960,22 27,77 Sehr Gut

Nürnberger Fonds-Basisrente 6590 5 A (Fitch) FFF 288,84 974,19 24,77 Sehr Gut

Signal Iduna Pur Invest Basis-Rente 6472 5 A+ (DFSI) FFF 288,00 966,00 27,82 Sehr Gut

Stuttgarter alpha+ Basisrente 6618 5 A (Assekurata, B) FFF+ 286,00 965,00 25,21 Sehr Gut

Swiss Life Maximo Basisrente 6432 5 A+ (S&P) FFF+ 270,36 918,95 27,17 Sehr Gut

Zurich Basis Renteinvest Spezial 6344 5 A+ (A.M. Best) FFF+ 267,97 889,00 26,92 Sehr Gut

Fondspolicen, Direkttarife

Europa Fondsgeb. BasisRentenversicherung 6461 5 AA+ (DFSI) FFF+ 333,00 1144,00 26,79 Hervorragend

Bewertung

Klassik

100 % Alte Leipziger AL_RenteFlex (Klassik) 6425 4 AA– (Assekurata, B) FF+ 254,93 281,63 565,69 27,77 Sehr Gut

Neue Klassik

100% Continentale BasisRente Classic Pro 6444 2 AA+ (DFSI) FFF 248,29 305,64 447,59 k.A. Hervorragend

k.A. HanseMerkur Basis Care RB 6469 2 AA (DFSI) FFF 269,25 323,55 477,57 k. K.A. Hervorragend

100% Neue Leben Aktivplan Basis (Klassik) 6509 5 AA– (S&P) FFF 246,39 290,74 851,34 24,93 Hervorragend

90% Allianz BasisRente Perspektive 6522 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 228,59 271,15 452,05 k. K.A. Sehr Gut

90% Versorgungsw. Presse BasisRente Perspektive 6582 3 Allianz: AA (S&P, Fitch) FFF+ 233,04 279,14 465,98 k. K.A. Sehr Gut

100% Württembergische BasisRente Gen. Vors. (Klas.) 6538 3 AA (DFSI) FFF 248,05 269,00 449,00 25,10 Sehr Gut

Neue Klassik, Direkttarife

100% Europa BasisRentenversicherung 6459 2 AA+ (DFSI) FFF+ 249,14 342,00 504,00 26,69 Hervorragend

Klassik-Indexpolicen

90% Allianz BasisRente IndexSelect 6526 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 229,83 277,56 463,69 k.A. Sehr Gut

100% Ergo Vorsorge Basis-Rente Index 6417 2 AA (Fitch) FFF+ 247,90 288,00 399,20 24,77 Sehr Gut

86% Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Klassik) 6418 3 AA (Fitch) FFF+ 212,48 275,27 453,62 29,51 Sehr Gut

85% Stuttgarter BasisRente index-safe 6455 4 A (Assekurata, B) FFF 211,06 275,00 556,00 25,21 Sehr Gut

84% Volkswohl Bund KLASSIK MODERN BIR 6507 4 A+ (Fitch) FFF 195,00 285,00 576,00 27,52 Sehr Gut

BESTE

Rürup-Rente

Fondspolicen

BESTE

Rürup-Rente

Fondspolicen,

Direkttarife

Stand: 5/2026; in Euro;

1)

Chance-Risiko-Klasse

(CRK) 3 = 5%, CRK 4 =

6%, CRK 5 = 8%;

2)

garantierter monatlicher

Rentenfaktor pro

10 000 Euro Vertragsguthaben,

Bewertung:

ab 27 = 1, ab 25 = 1,5, ab

23 = 2 usw.

Quellen: Franke und

Bornberg/fb research,

Finanzstärke-Ratings, eigene

Berechnungen

78

FOCUS MONEY 27/2026


Garantieniveau

80 % Beitragsgarantie

60 % Beitragsgarantie

Gesellschaft Tarif Zertifizierungsnummer

Chance-Risiko-Klasse

(CRK)

Finanzstärke

(von)

FB-

Rating

Stand: 5/2026; in Euro; 1) Chance-Risiko-Klasse (CRK) 3 = 5 %, CRK 4 = 6 %, CRK 5 = 8 %; 2) garantierter monatlicher Rentenfaktor pro 10 000 Euro Vertragsguthaben, Bewertung: ab 27 = 1, ab 25 = 1,5, ab 23 = 2 usw.

Quellen: Franke und Bornberg/fb research, Finanzstärke-Ratings, eigene Berechnungen

garantierte

Rente

mögliche

Rente bei 2 %

Wertentw.

mögliche Rente

Höchstwert ter Renten-

garantier-

gem. CRK 1) faktor 2)

Bewertung

Hybridpolicen, garantieorientiert

Allianz BasisRente InvestFlex mit Garantie 6575 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 197,70 281,21 486,72 23,53 Hervorragend

Continentale BasisRente Invest Garant 6443 3 AA+ (DFSI) FFF+ 198,63 292,55 505,82 26,60 Hervorragend

Ergo Vorsorge Basis-Rente Dynamik 6616 4 AA (Fitch) FFF+ 198,12 293,63 634,68 27,06 Hervorragend

LV 1871 MeinPlan Basisrente (Hybrid) 6587 4 AA+ (DFSI) FFF+ 195,61 284,58 605,36 26,80 Hervorragend

Swiss Life Maximo Basisrente 6432 4 A+ (S&P) FFF+ 198,74 264,96 591,58 27,17 Hervorragend

Volkswohl Bund FONDS MODERN NEXT 6475 4 A+ (Fitch) FFF+ 184,93 261,00 612,00 27,52 Hervorragend

Nürnberger Fonds-Basisrente mit Garantie 6590 3 A (Fitch) FFF 166,47 287,10 504,69 24,77 Sehr Gut

Signal Iduna Global Garant Invest Basis-Rente (Hybr.) 6472 5 A+ (DFSI) FFF 196,76 287,00 907,00 27,81 Sehr Gut

Stuttgarter performance+Basisrente (Hybrid) 6410 4 A (Assekurata, B) FFF+ 198,64 276,00 594,00 25,21 Sehr Gut

Württembergische BasisRente Genius Vorsorge (Hybrid) 6538 5 AA (DFSI) FFF 198,44 277,00 935,00 25,10 Sehr Gut

WWK BasisRente invest protect 6420 4 AAA (DFSI) FFF+ 194,88 238,00 506,00 29,00 Sehr Gut

Continentale BasisRente Invest Garant 6443 5 AA+ (DFSI) FFF+ 148,97 291,14 941,02 26,60 Hervorragend

Ergo Vorsorge Basis-Rente Dynamik 6616 5 AA (Fitch) FFF+ 148,59 292,54 988,91 27,06 Hervorragend

LV 1871 MeinPlan Basisrente (Hybrid) 6587 4 AA+ (DFSI) FFF+ 146,71 285,27 611,43 26,80 Hervorragend

Volkswohl Bund FONDS MODERN NEXT 6475 3 A+ (Fitch) FFF+ 138,70 269,00 613,00 27,52 Hervorragend

Allianz BasisRente InvestFlex mit Garantie 6575 4 AA (S&P, Fitch) FFF+ 148,28 282,42 603,95 23,53 Sehr Gut

Alte Leipziger Alfonds-Basis 6424 5 AA– (Assekurata, B) FF+ 147,34 284,83 960,22 27,77 Sehr Gut

Nürnberger Fonds-Basisrente mit Garantie 6590 4 A (Fitch) FFF 124,85 287,84 626,46 24,77 Sehr Gut

Signal Iduna Global Garant Invest Basis-Rente (Hybr.) 6472 5 A+ (DFSI) FFF 147,57 288,00 921,00 27,82 Sehr Gut

Stuttgarter performance+Basisrente (Hybrid) 6410 5 A (Assekurata, B) FFF+ 148,98 276,00 916,00 25,21 Sehr Gut

Swiss Life Maximo Basisrente 6432 5 A+ (S&P) FFF+ 148,31 269,44 917,14 27,17 Sehr Gut

Volkswohl Bund FONDS MODERN 6475 4 A+ (Fitch) FFF+ 138,70 272,00 623,00 27,52 Sehr Gut

Württembergische BasisRente Genius Vorsorge (Hybrid) 6538 4 AA (DFSI) FFF 148,83 295,00 649,00 25,10 Sehr Gut

WWK BasisRente invest protect 6420 4 AAA (DFSI) FFF+ 146,16 238,00 506,00 29,00 Sehr Gut

Hybridpolicen, garantieorientiert, Direkttarife

80 % Europa Fondsgeb.BasisRentenvers. mit Garantie 6460 4 AA+ (DFSI) FFF+ 199,31 324,00 710,00 26,79 Hervorragend

60 % Europa Fondsgeb.BasisRentenvers. mit Garantie 6460 5 AA+ (DFSI) FFF+ 149,48 325,00 1097,00 26,79 Hervorragend

Hybridpolicen, garantieorientiert, gemanagt

80 % Allianz BasisRente KomfortDynamik 6578 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 197,70 283,81 487,89 23,53 Hervorragend

60 % Allianz BasisRente KomfortDynamik 6578 3 AA (S&P, Fitch) FFF+ 148,28 283,94 489,34 23,53 Hervorragend

Index-Hybridpolicen, garantieorientiert

Axa/DBV Relax BasisRente Comfort Plus 6500 3 AA (Fitch) FFF 196,57 269,37 456,24 24,86 Hervorragend

80 % BarmeniaGothaer BasisVorsorge GarantieRente Invest 6450 4 A (S&P) FFF 200,81 474,60 1130,70 26,26 Hervorragend

Axa/DBV Relax BasisRente Chance 6500 4 AA (Fitch) FFF 196,57 271,80 567,23 24,86 Sehr Gut

60 % BarmeniaGothaer BasisVorsorge GarantieRente Invest 6450 4 A (S&P) FFF 150,60 474,60 1130,70 26,26 Sehr Gut

Hybridpolicen, beitragsorientiert

HanseMerkur Basis Care Invest mit Kapitalerhalt 6469 3 AA (DFSI) FFF 204,89 315,50 559,91 25,92 Hervorragend

Helvetia Baloise Best Invest Basis (Hybrid) 6570 3 A+ (S&P) FFF+ 156,56 281,00 486,00 27,73 Hervorragend

Neue Leben Aktivplan Basis (Hybrid) 6509 5 AA– (S&P) FFF+ 227,28 291,53 880,47 24,93 Hervorragend

Alte Leipziger AL_RenteFlex (Hybrid) 6425 4 AA– (Assekurata, B) FFF 203,94 282,27 577,59 27,77 Sehr Gut

Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Hybrid) 6418 3 AA (Fitch) FFF+ 169,99 268,39 448,08 29,51 Sehr Gut

Zurich Basis Renteninvest Spezial 6344 4 A+ (A.M. Best) FFF 206,64 264,21 562,11 26,92 Sehr Gut

80 % Beitragsgarantie

60 % Beitragsgarantie

BESTE

Rürup-Rente

Garantieorientierte

Hybridpolicen

BESTE

Rürup-Rente

Garantieorientierte

Hybridpolicen, Direkttarife

BESTE

Rürup-Rente

Gemanagte

Hybridpolicen

BESTE

Rürup-Rente

Hybridpolicen mit

Indexbeteiligung

Garantien mit Renditekick

Das unterschiedliche Garantieniveau von 80 und 60 Prozent wird bei jedem Policen-Konzept blockweise dargestellt

BESTE

Rürup-Rente

Beitragsorientierte

Hybridpolicen

Neue Leben Aktivplan Basis (Hybrid) 6509 5 AA– (S&P) FFF+ 208,18 292,31 909,59 24,93 Hervorragend

Alte Leipziger AL_RenteFlex (Hybrid) 6425 4 AA– (Assekurata, B) FFF 152,96 282,91 589,50 27,77 Sehr Gut

Ergo Vorsorge Basis-Rente Balance (Hybrid) 6418 3 AA (Fitch) FFF+ 127,49 261,51 442,53 29,51 Sehr Gut

HanseMerkur Basis Care Invest mit Kapitalerhalt 6469 4 AA (DFSI) FFF 153,67 311,68 680,54 25,92 Sehr Gut

Helvetia Baloise Best Invest Basis (Hybrid) 6570 3 A+ (S&P) FFF+ 114,17 284,00 495,00 27,73 Sehr Gut

FOCUS MONEY 27/2026

79


moneyservice

URLAUBSFAHRT:

Ein Schutzbrief kann vor

allem bei weiten Strecken

sinnvoll sein

STUDIE

Sicher unterwegs

Wenn das Auto unterwegs schlappmacht, ist ein Kfz-Schutzbrief Retter in der Not.

Welche Automobilclubs und Versicherer aus Sicht der Kunden das fairste Angebot haben

von THORSTEN JACOBS

Sommer, Sonne, Urlaubszeit. Wer keine Flugreise gebucht

hat und nicht mit dem Zug unterwegs ist, nutzt

die Zeit vielleicht für eine Reise mit dem Auto oder unternimmt

Tagesausflüge in die Umgebung. Motorisiert sind

hierzulande schließlich viele attraktive Ziele schnell erreichbar

– und je nach Wohnort auch in nahegelegenen Ländern

wie Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Österreich,

der Schweiz oder Italien. Damit die Spritztour nicht teurer

wird als erwartet, sollten Urlauber zunächst daran denken,

dass auch auf den Straßen gilt: andere Länder, andere Sitten

– und damit auch häufig andere Verkehrsvorschriften, zum

Beispiel bei der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.

Schutz für unterwegs. Selbst mustergültiges Verhalten im

Straßenverkehr ist jedoch keine Garantie für pannen- und

unfallfreies Reisen. Wenn der Motor plötzlich streikt oder ein

Wildunfall die Weiterfahrt im geschädigten Fahrzeug unmöglich

macht, sind – insbesondere fern der Heimat – guter

Rat und praktische Hilfe oft teuer. Wer nämlich keinen Neuwagen

mit aktueller Mobilitätsgarantie fährt, muss für die

Reparatur und gegebenenfalls den Abschleppwagen selbst

80 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


aufkommen sowie etwaige Hotelübernachtungen oder einen

Mietwagen für die Weiterfahrt aus eigener Tasche zahlen.

Das bedeutet umgekehrt: Wer dieses Risiko nicht eingehen

möchte, kann als Zusatz zu seiner Kfz-Versicherung einen

Schutzbrief abschließen. Der ist schon ab einem Jahresbeitrag

von rund 20 Euro zu haben, wenn er bei einem Versicherer

abgeschlossen wird. Für etwas höhere Beiträge, dafür

aber auch mit einem noch weitreichenderen Schutz, kann

alternativ die Mitgliedschaft in einem Automobilclub erworben

werden. Hier besteht der Schutz in der Regel nicht für

ein bestimmtes Fahrzeug, sondern ist personengebunden.

Egal ob Urlauber oder Pendler: Es hängt vor allem von den

persönlichen Prioritäten ab, ob am Ende ein Automobilclub

oder ein Versicherer besser passt.

Anbieter im Kundenurteil. Das Kölner Analyse- und Beratungsinstitut

ServiceValue hat daher beide Arten untersucht.

Kernfrage: Welche Automobilclubs und Versicherer werden

von ihren Kunden als besonders faire Kfz-Schutzbrief-Anbieter

wahrgenommen? Für die inzwischen zehnte Branchenstudie

kamen insgesamt 43 Anbieter in sechs Einzelkategorien

auf den Kundenprüfstand – von der Pannenhilfe

über den Service bis hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Das

Prädikat „Sehr Gut“ für ihre Gesamt-Fairness erhielten elf

Versicherer und vier Automobilclubs. Allianz und HUK-

COBURG sowie ADAC, ARCD und AvD schnitten zudem

auch in jeder der sechs Einzelkategorien mit der Bestnote ab.

Erstmalig untersucht wurden unter anderem AXA und VHV

Versicherungen, die jeweils in der Auszeichnungsklasse „Gut“

in das Ranking eingestiegen sind.

Langzeit-Ranking

Auszeichnungen für elf Dauer-Performer

5 JAHRE

FAIRSTER

KFZ-SCHUTZBRIEF-

ANBIETER

Elf Anbieter sind

schon so lange

durchgängig im

Ranking und dabei

überwiegend

mit dem Prädikat

„Sehr Gut“ vertreten,

dass sie

sich eine Auszeichnung

als

„Langzeitsieger“ verdient haben.

Neu dabei ist WGV. Der Versicherer

hat als 5-Jahres-Sieger die

Mindestanforderung für die Langzeit-Auszeichnung

erfüllt. Alle

weiteren Dauersieger sind seit

noch längerer Zeit ausgezeichnet.

Acht Anbieter sind als 10-Jahres-Sieger

sogar schon seit Beginn

der Studienreihe top.

Langzeitsieger

Urteil

Anbieter

Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)

Sehr Gut

ADAC (Allgemeiner Deutscher

Automobil-Club)

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut

ARCD (Auto- und Reiseclub

Deutschland)

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut WGV

FAIRSTER

KFZ-SCHUTZBRIEF-

ANBIETER

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

AUSWERTUNG 2026

Die rundum

fairsten Anbieter

In der Branche ist man mobil:

Mit ACE (Auto Club Europa),

CosmosDirekt und

ZURICH kamen gleich drei

Anbieter neu in der Spitzengruppe

an. Ebenso viele haben

sich in die Gegenrichtung

aufgemacht und sind

nun „Gut“. In der Gesamttendenz hat

die Branche aus Sicht der Kunden etwas

nachgelassen.

Gesamtergebnis

Urteil

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Anbieter

ACE (Auto Club Europa)

ADAC (Allgemeiner Deutscher

Automobil-Club)

Allianz

ARCD (Auto- und Reiseclub

Deutschland)

AvD (Automobilclub von

Deutschland)

CosmosDirekt

ERGO

Generali

HUK24

HUK-COBURG

LVM Versicherung

PROVINZIAL

WGV

Württembergische

ZURICH

Allianz Direct

AXA

BarmeniaGothaer

DEVK

HDI

Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)

R+V

SIGNAL IDUNA

SV SparkassenVersicherung

Verti

VGH Versicherungen

VHV Versicherungen

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 27/2026

81


moneyservice

So wurden die Rankings ermittelt

Das Kölner Analysehaus ServiceValue

untersuchte in Zusammenarbeit

mit FOCUS MONEY 43 Anbieter von

Kfz-Schutzbriefen auf ihre Fairness

hin. Dazu wurden 3686 Kunden zu

27 Service- und Leistungsmerkmalen

befragt. Für jedes dieser Items

wurde über eine vierstufige Bewertungsskala

ein Indexwert zwischen

0 und 100 berechnet. Die Leistungsprofile

sind für jeden Anbieter im

Vergleich zum Gesamtmarkt dargestellt

(s. unten am Beispiel für ARCD

– Auto- und Reiseclub Deutschland).

Werte links vom Gesamtmarkt dokumentieren

ein überdurchschnittlich

positives Kundenurteil.

Zusätzlich wurden die Stärken und

Schwächen der Anbieter in verschiedenen

Disziplinen herausgearbeitet.

Hierzu wurden die Items sechs Fairness-Kategorien

zugeordnet. Die

Kategorienoten ergaben sich aus

dem Durchschnitt der jeweiligen Indexwerte.

Das Urteil „Fairster Kfz-

Schutzbrief-Anbieter“ basiert zu

gleichen Teilen auf den sechs Kategoriewerten.

Ein „Gut“ erhielten alle

Unternehmen mit überdurchschnittlichem

Wert. Wer über dem Durchschnitt

der mit „Gut“ Bewerteten lag,

bekam das Prädikat „Sehr Gut“.

Die Kundenbindungswerte für die

einzelnen Parameter wurden separat

im Rahmen einer Relevanzanalyse

ermittelt.

27 Merkmale – ein Fairness-Profil

Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)

Faires

Produktangebot

Faire

Kundenberatung

Faire

Kundenkommunikation

Faire

Pannenhilfe

Fairer

Kundenservice

Angebotsvielfalt

Transparenz der Produkte und Leistungen

Umfang der Leistungen

Zusatzmöglichkeiten

Erweiterbarer Geltungsbereich

Umfassende Leistungen bei Krankheit und Auslandsreisen

Familienfreundlichkeit der Tarife

Eingehen auf Kundenbedürfnisse

Auskunftsbereitschaft und -fähigkeit

Fachkompetenz

Beratung zum Schutzbrief

Verbindlichkeit von Aussagen

Verständlichkeit der Kommunikation

Angemessener Informationsumfang

Orientierung auf der Website

Erreichbarkeit der Notruf-Hotline

Schnelles Eintreffen am Pannenort

Umfassende Informationen bei Schadenfall

Allgemeine Reaktionszeit im Schadenfall

Unkompliziertheit der Schadenabwicklung

Erreichbarkeit von Mitarbeitern

Auffindbarkeit von Kontaktdaten

Reaktion bei Anliegen und Problemen (schnell und zuverlässig)

Faires Preis-

Leistungs-

Verhältnis

Kulanz bei Reklamationen/Beschwerden

Preis-Leistungs-Verhältnis

Beitragsstabilität

Transparente Preisstruktur

1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5

Min

Max

ARCD

gesamt

1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5

Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue

82 FOCUS MONEY 27/2026


FAIRSTES

PRODUKT-

ANGEBOT

FAIRSTE

KUNDEN-

BERATUNG

FAIRSTE

KUNDEN-

KOMMUNIKATION

Kundenlob für Verlässlichkeit und

ein breites Produktangebot

Die Bewährungsprobe für Schutzbrief-Anbieter beginnt

nicht erst dann, wenn das Auto bereits mit einer Panne

am Seitenstreifen liegen geblieben ist. Auch vor und

selbst unabhängig von einem möglichen Ernstfall gibt es

viele Gelegenheiten, sich zu beweisen: mit einem überzeugenden

Produktangebot, fairer Beratung und klarer

Kommunikation. Besonders gut wurden in den entsprechenden

Kategorien die Merkmale „Verbindlichkeit von

Aussagen“ und „Angebotsvielfalt“ bewertet, gefolgt von

der „Verständlichkeit der Kommunikation“ und der „Fachkompetenz“

der Anbieter. Dass immerhin acht von zehn

BITTE WARTEN: Notruf-Hotlines sollten jederzeit erreichbar sein

Befragten ihrem Automobilclub oder Versicherer fachliche

Kompetenz bescheinigten, wirft ein gutes Licht auf

die Branche und dient auch der Kundenbindung: Nach

dem Merkmal „Angemessener Informationsumfang“ ist

die „Fachkompetenz“ der zweitstärkste Kundenbindungstreiber.

Auch die weiteren Merkmale der Kategorie Kundenberatung

haben dahingehend eine hohe Relevanz.

Produktangebot

Kundenberatung

Kundenkommunikation

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)

Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Allianz Direct

Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)

Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut WGV

Sehr Gut Württembergische

Sehr Gut ZURICH

Gut AXA

Gut BarmeniaGothaer

Gut CosmosDirekt

Gut DEVK

Gut HDI

Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)

Gut LVM Versicherung

Gut R+V

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut Verti

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)

Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut WGV

Sehr Gut Württembergische

Sehr Gut ZURICH

Gut ACE (Auto Club Europa)

Gut Allianz Direct

Gut AXA

Gut BarmeniaGothaer

Gut DEVK

Gut HDI

Gut HUK24

Gut R+V

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut Verti

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)

Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)

Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut Verti

Sehr Gut WGV

Sehr Gut Württembergische

Sehr Gut ZURICH

Gut Allianz Direct

Gut BarmeniaGothaer

Gut DEVK

Gut ERGO

Gut Generali

Gut HDI

Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)

Gut R+V

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 27/2026

Foto: Adobe Stock 83


moneyservice

AUTOPANNE: Dank kompetenter Hilfe

kann die Fahrt bald fortgesetzt werden

Gute Erreichbarkeit und schnelle

Pannenhilfe zu fairen Beiträgen

FAIRSTE

PANNEN-

HILFE

Pannenhilfe

Urteil

Anbieter

FAIRSTER

KUNDEN-

SERVICE

FAIRSTES

PREIS-LEISTUNGS-

VERHÄLTNIS

Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)

Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)

Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut HDI

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut VHV Versicherungen

Sehr Gut ZURICH

Gut Allianz Direct

Gut DEVK

Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)

Gut LVM Versicherung

Gut PROVINZIAL

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut WGV

Gut Württembergische

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Kundenservice

Urteil

Anbieter

Sehr Gut ACE (Auto Club Europa)

Sehr Gut ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club)

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland)

Sehr Gut AvD (Automobilclub von Deutschland)

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut Württembergische

Sehr Gut ZURICH

Gut Allianz Direct

Gut AXA

Gut BarmeniaGothaer

Gut CosmosDirekt

Gut HUK24

Gut Itzehoer Versicherungen

Gut Kraftfahrer-Schutz (KS/AUXILIA)

Gut R+V

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

Gut WGV

Nun also doch: Das Auto steht fahruntüchtig am Straßenrand.

Hilfe muss her – und zwar am besten sofort. Zum

Glück sind die Notruf-Hotlines in der Regel schnell erreichbar:

Knapp neun von zehn Befragten haben hier gute

Erfahrungen gemacht und dem Merkmal die mit Abstand

meisten positiven Kundenurteile der gesamten Studie

beschert. Auch insgesamt konnten die Versicherer und

Automobilclubs bei ihrer Kernaufgabe – der Pannenhilfe

beziehungsweise in der gleichnamigen Kategorie – punkten.

Dennoch gibt es das eine oder andere schwarze

Schaf unter den Anbietern: Insbesondere hinsichtlich der

allgemeinen Reaktionszeit im Schadenfall liegt eine hohe

Spanne zwischen dem am besten und dem am schlechtesten

bewerteten Anbieter. Einhelligeres Lob gab es indes

für die Merkmale „Erreichbarkeit von Mitarbeitern“

aus der Kategorie Kundenservice und für das Merkmal

„Preis-Leistungs-Verhältnis“.

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Preis-Leistungs-Verhältnis

Urteil

Anbieter

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FOCUS MONEY 27/2026


moneyleserbriefe ISSN: 1615-4576

BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1, 77652 Offenburg

Sitz der Redaktion: Arabellastraße 23, 81925 München

Postfach 88 88, 81903 München, Telefon: 089/92 50-0, Fax: 0 89/92 50-3610

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FOCUS MONEY ist eine Marke der BurdaVerlag Publishing GmbH

WER TRÄGT DIE LAST?

(24/26) Editorial „Mehr Netto vom Brutto“

Liebe Leserin, lieber Leser

Schreiben Sie Ihre Meinung zu den

Themen in diesem Heft:

Redaktion FOCUS MONEY

Arabellastraße 23, 81925 München

oder E-Mail: leserservice@focus-money.de

oder Fax: 0 89/92 50-3610

(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)

Die Sozialsysteme straucheln und Ursache dafür ist die schwächelnde

Wirtschaft. Bei mehr Wachstum käme auch mehr Geld in die Kasse. Doch

der Hauptgrund bei Rente, Pflege und Gesundheit ist die rasch alternde

Gesellschaft.

Deutschland hat zu wenig Nachwuchs, Arbeitskräftemangel überall. Verantwortlich

dafür sind die Babyboomer, die jetzt die Hand aufhalten. Wäre

es nicht folgerichtig, sie dafür haftbar zu machen? Der bittere Preis wären

Kürzungen und eine reduzierte Versorgung. Inhuman? Die junge, aktive

Bevölkerung finanziell zu überfordern, ist genauso inhuman. Nur ist das

Wahlrecht vermutlich nicht auf ihrer Seite.

GUTE IDEE

(26/26) Editorial „Wer ist hier feige?“

Ein großartiges Zeichen, wenn

man 50 Regeln zur Dokumentation,

Nachweispflicht oder bei Steuern

streichen würde – und dann

bitte publik machen! Die Wähler

müssen sehen, dass etwas

konkret unternommen wird. Und

dann mit den nächsten 50 Regeln

nachlegen.

Dennis Blauert, Per Mail

Christoph Schönberger, Per Mail

BÖRSENGURU TRUMP

(24/26) Titelthema „Börsengurus“

Die Bezeichnung Guru passt leider

keinesfalls zu Hr. Trump, denn

ich bin der Meinung, dass Gurus

(an sich ein sehr positiv besetzter

Begriff) sich i.d.R. nicht im nahezu

rechtsfreien Bereich bewegen.

Im Übrigen war der Artikel sehr

lesenswert.

Bernd Jaensch, Per Mail (Auszug)

REDAKTION FOCUS MONEY

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FOCUS MONEY 27/2026

85


moneyanalyse

Dax

Asien macht Druck

Die Hitzewelle über Deutschland hat auch die Börse fest im Griff. Der Dax schleppte sich mit einem kleinen Plus ins Wochenende. Die

Zinsentscheidungen der EZB und der Fed waren erwartet worden. Gleich zu Beginn der neuen Woche belastete der Technologiehandel

in Asien, der wegen starker Gewinnmitnahmen zeitweise ausgesetzt werden musste. Besonders unter Druck: VW (–12,7 Prozent).

DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN

Quelle: Factset UK Limited 2026

3 Jahre

26 000

1 Woche

24 000

22 000

25 100

25 000

20 000

18 000

24 900

200-Tage-Linie

16 000

24 800

14 000

12 000

24 700

2023 2024 2025 2026

17.6. 23.6.

TOPS

Bayer +7,72 %

Zalando SE +7,15 %

MTU Aero Engines +4,85 %

FLOPS

Volkswagen Vz –12,71%

BMW St. –10,19%

Mercedes Benz Grp. –7,17%

DAX 24 916 Pkt. +0,02 %

Dow Jones 51 668 Pkt. –0,64 %

Nasdaq-100 29 539 Pkt. –1,43 %

Bovespa 169 487 Pkt. –0,07 %

86 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 27/2026


S&P 500

Robuster Aufwärtstrend

Die „falkenhafte“ Rede von Kevin Warsh, neuer Chef der US-Notenbank Fed, verunsicherte den Markt nur kurz. Mehr Eindruck machte

da schon die erneut aufflammende Angst vor einer KI-Blase. Am Dienstag knickte der amerikanische Leitindex deutlich ein. Dennoch

steigen die Jahresendziele der Investmentbanken – bei Goldman Sachs auf 8000 Punkte.

S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN

7500 3 Jahre 1 Woche

6500

7540

7500

TOPS

Super Micro Comp. +15,91 %

Intel +12,67 %

Corning +11,60 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

5500

200-Tage-Linie

7460

4500

3500

7420

7380

2023 2024 2025 2026 16.6. 22.6.

FLOPS

Accenture –22,24%

EchoStar Corp. –16,73%

Cognizant Techn. –16,10%

Ölpreis schmiert ab

Die Friedensverhandlungen in Nahost

drücken den Ölpreis auf 79 Dollar – ein

Drittel unter Jahreshoch. Gold und Silber

korrigieren spürbar. Und: Auch der Bitcoin

verliert erneut (62 000 Dollar).

Gold (Unze) 4 133 US-$ –1,84 %

Bitcoin 62 315 US-$ –0,92 %

Öl (Brent) 76,77 US-$ –3,24 %

Euro 1,1396 US-$ –0,57 %

Umlaufrendite 2,92 % ±0,00

US-Anleihen 4,49 % +0,04

Shanghai Comp. 4 106 Pkt. +0,35 %

Nikkei 225 69 788 Pkt. +0,55 %

Wochenveränderung von Dienstag, 16. Juni 2026, Handelsschluss,

bis Dienstag, 23. Juni 2026, 15:50 Uhr. Nikkei-Index = © Nihon Keizai

Shimbun.

Quelle:

FOCUS MONEY 27/2026

87


moneyanalyse Deutsche Aktien

SIEMENS ENERGY

Spekulationen um Abspaltungen

Der boomende Ausbau von Rechenzentren treibt Investitionen in Energietechnik

und Netzinfrastruktur an. Nun gibt es Spekulationen um eine mögliche Abspaltung

beim Dax-Konzern im Geschäft mit Kompressoren und Dampfturbinen. Damit

könnte man höhere Margen erwirtschaften und einen Mehrwert für Aktionäre liefern.

Nach der Ankündigung stieg der Aktienwert zeitweise auf 173 Euro. Goldman

Sachs hält die Pläne für plausibel und rät wie zwei Drittel der Analysten zum Kauf.

Siemens Energy

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

160

120

80

40

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN / DE000ENER6Y0 Empfohlen am 29.05.2026 Empfehlungs-Kurs 163,40€ Kurs aktuell 160,20€ +/– in % -2,0 Neuer Stopp 136,00€ Kursziel 195,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

DAX

Adidas A1EWWW 174,80 –0,9 3,4 214,9 / 129,95 159,73 4,7 13,1 9,54 11,71 14,9 2,2 2,7 29.04. 199,71 16 6 0

Airbus SE 938914 191,94 4,5 –3,1 221,25 / 157,48 189,56 5,1 20,7 7,21 8,57 22,4 1,8 2,1 210,44 11 7 0

Allianz SE 840400 404,60 2,5 3,6 406,9 / 334,1 370,95 2,4 — 30,90 32,64 12,4 4,5 4,8 413,90 6 7 0

BASF SE BASF11 48,40 –1,7 8,9 55,05 / 41,09 47,11 1,3 7,5 2,72 2,95 16,4 4,7 4,9 52,98 9 5 0

Bayer BAY001 38,79 6,8 4,8 49,78 / 24,81 35,84 1,3 25,5 4,40 4,72 8,2 0,6 1,9 30.04. 49,50 7 5 0

Beiersdorf 520000 71,44 1,1 –23,7 113,1 / 67,08 86,76 1,7 13,0 4,30 4,55 15,7 1,4 1,5 88,05 6 11 1

BMW St. 519000 60,98 –10,8 –34,5 97,92 / 58,76 83,11 0,4 2,9 8,45 10,48 5,8 5,0 6,2 79,40 5 11 1

Brenntag SE A1DAHH 53,26 –4,9 7,5 63,76 / 43,72 52,73 1,7 10,1 3,78 4,17 12,8 3,4 3,7 55,86 2 10 1

Commerzbank CBK100 37,70 4,1 4,4 38,86 / 26,23 33,90 1,3 — 3,07 3,76 10,0 3,9 4,9 39,95 4 5 0

Continental 543900 72,52 –1,4 6,7 75,36 / 52,68 65,12 3,1 6,0 6,67 7,41 9,8 4,3 5,1 29.04. 74,64 7 5 0

Daimler Truck Hldg. DTR0CK 41,04 –3,9 10,0 45,19 / 33,46 39,50 1,4 12,4 3,48 4,59 8,9 4,4 5,1 46,29 6 4 2

Deutsche Bank 514000 31,01 3,4 –6,3 34,26 / 23,82 29,76 0,8 — 3,35 3,88 8,0 3,7 4,2 31,80 3 10 0

Deutsche Börse 581005 246,70 –0,4 10,3 279,1 / 200,1 231,86 3,7 16,5 12,40 13,31 18,5 1,9 2,0 286,08 7 4 0

Deutsche Telekom 555750 26,45 –5,0 –4,4 34,36 / 25,70 29,04 1,9 3,9 2,23 2,49 10,6 4,3 4,8 37,99 11 0 0

DHL Group 555200 51,72 –0,8 10,7 53,26 / 36,99 45,63 2,5 7,9 3,32 3,69 14,0 3,8 4,0 50,67 3 12 0

E.ON SE ENAG99 17,81 –2,2 10,4 20,39 / 14,60 17,33 2,3 7,1 1,09 1,24 14,3 3,3 3,4 19,79 6 9 0

Fresenius M. C. 578580 41,67 2,4 2,2 49,10 / 34,57 40,47 0,9 5,7 3,93 4,40 9,5 3,3 3,7 43,69 4 6 3

Fresenius SE 578560 40,12 3,3 –18,1 52,96 / 35,11 45,79 1,1 8,3 3,58 3,90 10,3 2,8 3,1 54,79 8 1 0

GEA Group 660200 58,50 4,3 1,2 66,80 / 53,45 60,18 3,5 13,9 3,26 3,56 16,4 2,6 2,9 64,67 6 7 1

Hannover Rück SE 840221 235,00 2,4 –11,7 281,2 / 223,4 251,56 2,0 — 23,07 23,08 10,2 5,5 5,7 04.05. 284,87 5 8 0

Heidelberg Materials 604700 181,80 –2,5 –18,5 241,8 / 159,7 198,53 1,6 9,4 13,36 14,95 12,2 2,1 2,4 225,11 11 2 2

Henkel Vz. 604843 70,38 1,3 1,1 84,20 / 61,28 70,48 1,3 11,4 5,49 5,83 12,1 3,0 3,2 75,65 4 9 2

Hochtief 607000 498,40 0,6 47,9 554,0 / 159,8 364,73 22,0 22,6 13,77 17,01 29,3 1,7 2,1 463,93 1 6 0

Infineon Techn. 623100 81,34 0,7 115,6 88,83 / 30,82 45,13 5,7 28,4 1,74 2,61 31,1 0,5 0,5 76,42 15 4 1

Mercedes Benz Grp. 710000 45,38 –8,1 –24,5 62,34 / 43,97 54,71 0,5 2,9 5,92 7,54 6,0 7,5 7,9 60,00 7 12 1

Merck 659990 135,00 1,7 10,1 140,25 / 100,7 118,53 1,9 12,7 8,00 8,70 15,5 1,7 1,8 144,00 7 6 0

MTU Aero Engines A0D9PT 339,60 4,4 –4,4 404,8 / 265,2 348,83 3,6 21,3 18,65 20,32 16,7 1,4 1,8 386,10 7 7 3

Münchener Rück 843002 472,80 2,2 –15,9 611,8 / 437,4 526,20 1,7 — 50,11 52,48 9,0 5,4 5,8 550,31 2 9 1

Qiagen A41HBE 32,70 2,9 –20,0 47,60 / 27,56 38,47 2,0 11,6 2,14 2,31 14,1 0,0 0,5 38,41 6 7 0

Rheinmetall 703000 1190,40 3,5 –23,7 2008 / 1099,2 1592,82 8,6 11,2 37,39 54,66 21,8 1,3 1,9 1870,60 14 2 0

RWE 703712 55,42 –1,4 22,4 62,00 / 33,72 49,57 1,1 9,3 2,73 3,19 17,4 2,4 2,6 63,16 10 5 0

SAP SE 716460 134,86 –5,8 –35,3 269,35 / 130,62 185,86 3,5 14,4 7,23 8,46 16,0 2,0 2,3 214,81 20 4 0

Scout24 SE A12DM8 74,15 –3,5 –13,6 122,8 / 62,70 82,85 3,7 16,0 4,04 4,78 15,5 2,3 2,8 103,71 11 1 0

Siemens 723610 272,55 0,8 14,0 280,2 / 198,0 242,71 3,2 19,9 11,32 12,77 21,3 2,1 2,2 286,17 14 4 1

Siemens Energy ENER6Y 161,22 3,2 33,9 191,66 / 83,32 137,07 11,3 15,9 4,35 6,00 26,9 1,2 1,6 195,08 14 4 1

Siemens Healthineers SHL100 34,69 –0,8 –22,8 50,00 / 32,81 41,43 2,0 11,8 2,24 2,53 13,7 2,9 3,2 48,83 11 5 0

Symrise SYM999 86,12 4,8 25,0 97,08 / 64,70 74,36 3,1 15,9 3,94 4,26 20,2 1,5 1,6 92,56 8 6 0

Volkswagen Vz 766403 78,26 –13,4 –24,4 109,15 / 77,78 94,64 0,2 1,4 20,05 25,05 3,1 7,6 9,2 111,40 8 8 1

88 FOCUS MONEY 27/2026


So lesen Sie die Aktientabelle

1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert

der 200 letzten Handelstage. Schneidet

der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von

unten nach oben und gibt damit ein technisches

Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau

der 200-Tage-Linie in einem grünen

Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie

von oben nach unten und erzeugt damit ein

technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle

Stand der 200-Tage-Linie in einem roten

Rechteck.

2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/

Geschäftsjahr.

3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst

S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt

(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie

des angegebenen Geschäftsjahres. In der

Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.

Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß

dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr

zugeordnet.

6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der

Gewinnschätzungen für das angegebene

Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite

auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr

prognostizierten Dividende,

die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt

wird.

8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,

soweit bereits angekündigt.

9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der

Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global

die Aktie beur teilen.

10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern

dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,

die laut Erfassung des Finanzdienstes

S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen

der Aktie raten.

Quelle:

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Vonovia SE A1ML7J 20,28 –2,3 –17,4 30,69 / 19,53 24,49 0,5 8,4 1,79 1,91 10,6 6,3 6,6 31,87 9 4 0

Zalando SE ZAL111 25,47 4,9 0,5 29,19 / 18,61 23,36 2,2 14,4 1,52 1,86 13,7 0,0 0,0 35,13 15 5 0

MDAX

Aixtron SE A0WMPJ 56,44 –4,1 226,1 62,66 / 11,68 28,27 6,5 50,5 0,73 1,28 44,3 0,3 0,5 49,64 4 9 1

Aroundtown A2DW8Z 2,32 –1,1 –12,2 3,52 / 2,16 2,76 0,3 3,7 0,26 0,23 10,1 5,3 6,0 3,14 3 6 3

Aumovio SE AUM0V1 39,85 –3,2 –7,2 47,02 / 31,66 38,69 0,4 3,4 3,72 5,16 7,7 0,9 2,4 50,22 5 3 0

Aurubis 676650 194,10 –3,0 56,3 225,2 / 84,10 148,58 1,4 8,1 8,80 10,42 18,6 1,1 1,3 172,50 2 4 0

Auto1 Group SE A2LQ88 23,76 –4,3 –13,0 31,50 / 14,46 23,62 6,1 36,3 0,63 0,95 25,0 0,0 0,0 30,97 6 2 1

Bechtle 515870 30,92 –1,0 –29,2 45,14 / 24,56 35,76 1,8 11,8 1,93 2,10 14,7 2,4 2,6 09.06. 39,45 8 0 0

Bilfinger SE 590900 83,45 –2,1 –22,3 129,3 / 77,25 101,73 2,1 11,4 6,12 7,06 11,8 3,5 4,2 121,00 3 1 0

CTS Eventim 547030 50,80 –4,2 –35,3 107,0 / 48,68 69,74 3,7 11,1 3,29 3,63 14,0 3,2 3,6 88,63 7 1 0

Delivery Hero SE A2E4K4 36,02 –4,5 58,5 39,83 / 14,80 23,46 7,7 26,6 0,02 0,85 42,2 0,0 0,0 33,09 5 7 1

Deutsche Lufthansa 823212 9,17 3,9 9,1 9,59 / 6,72 8,07 0,9 3,2 1,06 1,40 6,6 3,3 4,1 9,26 4 8 3

Deutz 630500 9,67 –0,6 13,8 12,50 / 6,97 9,59 1,4 7,0 0,92 1,13 8,6 2,4 2,8 12,94 5 0 0

DWS Group DWS100 64,55 6,5 14,2 65,80 / 46,92 56,52 1,6 9,0 5,11 5,34 12,1 6,1 5,5 63,81 2 7 1

Elmos Semicond. SE 567710 183,80 4,9 89,5 206,0 / 75,80 124,68 4,3 25,6 7,15 8,38 21,9 1,0 1,2 04.05. 180,00 2 2 0

Evonik Industries EVNK01 15,68 –0,4 17,4 18,42 / 12,49 15,01 0,9 5,0 1,47 1,46 10,8 4,8 5,2 17,44 3 6 2

flatexDegiro FTG111 37,20 0,4 1,3 43,24 / 23,00 33,14 3,7 16,6 1,90 2,28 16,3 1,0 1,1 42,17 6 5 0

Fraport 577330 70,90 –3,3 1,4 86,95 / 60,60 73,80 1,2 6,2 3,62 3,82 18,5 1,4 2,8 25.05. 78,37 4 9 2

freenet A0Z2ZZ 24,32 –5,1 –17,1 33,92 / 23,94 27,74 1,8 7,4 2,34 2,47 9,8 8,3 8,9 28,26 3 5 2

Fuchs SE Vz. A3E5D6 39,24 0,1 2,9 49,46 / 31,80 38,03 2,4 24,4 2,46 2,66 14,7 3,2 3,4 46,88 7 0 1

Hella A13SX2 72,10 0,6 –12,7 89,10 / 67,90 78,02 2,5 12,7 1,83 2,18 33,1 0,8 1,0 65,00 0 2 1

Hensoldt HAG000 71,28 –0,6 –2,9 117,7 / 64,80 83,22 7,2 21,3 1,77 2,32 30,7 1,0 1,3 90,97 7 6 1

Hugo Boss A1PHFF 38,05 –3,6 5,3 44,08 / 33,85 37,43 1,6 5,8 2,67 3,24 11,7 0,2 2,5 40,57 1 9 0

Ionos Group SE A3E00M 26,86 –2,5 0,4 43,25 / 20,90 28,30 6,9 10,0 2,02 2,33 11,5 0,0 0,0 33,53 5 4 0

Jenoptik A2NB60 47,88 7,1 144,7 48,42 / 16,04 26,67 2,5 16,8 1,87 2,29 20,9 0,9 1,0 43,44 5 2 0

K+S KSAG88 13,39 –1,9 7,8 18,69 / 10,35 13,52 0,5 3,0 1,27 0,99 13,6 0,5 1,1 15,61 4 3 4

Kion Group KGX888 41,18 3,1 –39,7 70,45 / 35,80 54,90 0,8 6,1 3,72 4,67 8,8 2,5 3,2 58,67 7 5 0

Knorr-Bremse KBX100 103,10 0,2 8,4 115,6 / 77,40 95,02 4,8 15,5 4,63 5,34 19,3 2,1 2,3 114,40 9 3 0

Krones 633500 114,20 1,1 –15,9 144,2 / 108,2 126,95 1,5 8,7 10,31 11,56 9,9 2,7 3,0 156,11 6 1 1

Lanxess 547040 16,34 1,3 –7,3 27,14 / 11,03 18,24 0,4 5,2 0,15 0,46 35,6 0,6 1,3 17,53 2 7 3

LEG Immobilien SE LEG111 52,60 –1,4 –15,5 77,25 / 50,05 62,25 0,4 7,6 5,41 5,87 9,0 5,8 5,9 80,08 8 4 1

Nemetschek SE 645290 54,45 –3,4 –41,3 138,5 / 52,65 80,81 5,5 17,1 2,46 2,94 18,5 1,4 1,6 91,62 7 3 1

Nordex SE A0D655 45,86 12,7 57,5 51,70 / 16,62 34,31 6,3 14,0 1,97 2,35 19,5 0,8 0,9 47,00 7 7 0

Porsche PAG911 47,40 –4,8 3,9 50,66 / 35,62 43,32 1,8 9,1 1,82 2,29 20,7 2,2 2,4 44,84 5 11 3

Porsche Hldg. SE PAH003 30,08 –3,9 –24,6 41,52 / 29,53 34,63 0,2 8,4 14,43 15,66 1,9 6,1 6,5 36,40 2 6 0

Puma SE 696960 26,13 –6,7 17,2 30,31 / 15,30 22,52 2,4 6,5 –1,51 0,34 76,1 0,0 0,3 29,25 6 9 0

Rational 701080 648,50 –1,4 –2,0 776,5 / 604,0 662,77 7,5 25,1 23,85 25,67 25,3 2,7 2,8 12.05. 796,50 7 3 0

FOCUS MONEY 27/2026

89


moneyanalyse Deutsche Aktien

ZALANDO

Großaktionär greift zu

Die Zalando-Aktie zählte am Dienstag zu den stärksten Dax-Werten. Rückenwind

kommt von Großaktionär Anders Holch Povlsen, der zuletzt Aktien im Millionenwert

zukaufte. Der Kurs nähert sich damit wieder dem Juni-Hoch. Die Käufe des Aufsichtsratsmitglieds

werden am Markt als Vertrauenssignal gewertet und stärken die Hoffnung

auf eine Fortsetzung der Erholung. Die Mehrheit der Analysten, darunter Jefferies

und Deutsche Bank, empfiehlt, die Aktie zu kaufen.

Zalando

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

40

30

20

10

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000ZAL1111 Empfohlen am 05.06.2026 Empfehlungs-Kurs 23,49 € Kurs aktuell 25,51 € +/– in % +8,6 Neuer Stopp 21,70 € Kursziel 35,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

MDAX

Renk Group RENK73 46,94 3,6 –12,5 90,34 / 42,12 58,38 8,2 21,2 1,74 2,16 21,7 1,6 2,0 68,14 10 2 0

RTL Group 861149 31,30 –2,6 –9,1 39,00 / 28,80 34,64 1,1 9,5 2,36 2,62 12,0 7,3 8,2 34,50 0 6 0

Salzgitter 620200 50,15 –15,0 24,9 67,60 / 19,73 42,14 0,6 5,0 5,32 6,60 7,6 0,5 0,6 03.06. 60,80 3 3 0

Sartorius Vz. 716563 216,00 –5,7 –12,6 267,7 / 175,95 228,98 5,0 18,0 5,35 6,36 34,0 0,4 0,5 266,32 10 6 1

Schaeffler SHA010 8,83 –9,8 5,6 11,98 / 4,27 8,10 3,0 6,3 0,38 0,70 12,6 3,4 4,1 9,43 6 4 1

Siltronic WAF300 89,65 –8,2 83,3 108,8 / 31,70 59,74 1,6 12,6 –7,15 –3,87 — 0,0 0,0 74,30 2 5 2

Suss MicroTec SE A1K023 95,75 –6,1 144,6 118,4 / 24,00 52,64 5,2 44,7 1,98 3,54 27,1 0,5 0,4 103,94 5 3 0

TAG Immobilien 830350 13,35 –2,0 0,9 16,80 / 12,03 14,34 0,7 8,4 1,03 1,10 12,2 3,8 4,5 18,54 8 0 0

Talanx TLX100 104,90 2,4 –7,8 126,2 / 97,65 108,71 1,8 — 10,78 11,15 9,4 4,1 4,6 05.05. 121,00 1 1 0

thyssenkrupp 750000 10,48 –7,7 13,0 12,48 / 6,14 9,65 0,7 6,2 0,47 1,01 10,4 1,4 1,4 07.08. 12,61 5 3 0

TKMS TKMS00 73,00 1,1 10,4 107,0 / 57,00 81,15 3,9 12,6 2,11 2,56 28,6 1,1 1,3 91,71 2 3 1

Traton SE TRAT0N 32,26 –6,4 5,8 37,34 / 25,78 31,10 0,8 5,4 4,29 5,59 5,8 3,7 5,2 34,66 6 6 3

TUI TUAG50 7,22 –1,4 –19,7 9,56 / 6,08 7,67 1,8 2,3 1,07 1,41 5,1 2,4 3,3 10,35 5 4 0

United Internet 508903 23,46 –10,4 –15,2 30,22 / 23,20 26,88 0,8 4,5 1,84 2,14 11,0 2,3 2,5 31,07 5 5 0

Wacker Chemie WCH888 95,85 0,2 38,2 105,6 / 61,15 77,37 1,3 8,8 0,65 2,41 39,8 0,5 1,2 88,76 2 9 2

SDAX

1&1 554550 20,40 –13,9 –17,6 27,30 / 18,44 23,14 0,6 7,7 1,44 1,50 13,6 0,2 0,3 23,10 4 6 1

Adtran Networks SE 510300 22,70 –1,3 4,1 23,20 / 20,30 22,20 3,1 — 0,18 — — — — — 0 0 0

Alzchem Group A2YNT3 187,20 –1,9 20,8 210,6 / 123,2 157,82 6,2 11,6 6,60 8,41 22,3 1,2 1,5 201,20 7 0 0

Asta Energy Solutions A4214T 72,80 1,1 — 78,20 / 37,25 52,97 — — — — — — — — 0 0 0

Atoss Software SE 510440 71,80 –3,2 –37,8 147,6 / 69,00 94,87 10,1 20,1 3,26 3,76 19,1 3,3 3,8 125,88 5 2 0

Basler 510200 29,70 7,0 94,1 31,90 / 11,32 18,04 5,8 — 0,80 0,93 31,9 0,7 0,9 26,33 3 0 0

Befesa A2H5Z1 32,40 –7,8 9,8 37,40 / 25,64 30,90 1,5 6,1 2,54 2,63 12,3 3,6 3,9 40,89 6 2 0

Cancom SE 541910 23,45 –10,2 –12,0 29,45 / 20,05 25,40 1,3 9,3 1,34 1,54 15,2 4,3 4,5 28,43 3 5 0

Carl Zeiss Meditec 531370 26,98 7,7 –32,6 58,75 / 22,62 33,97 1,1 23,2 1,39 1,86 14,5 1,9 2,3 30,05 1 14 0

Cewe Stiftung 540390 93,90 –2,6 –9,5 106,2 / 89,10 99,50 1,3 4,0 10,84 9,41 10,0 3,7 3,5 135,67 6 0 0

Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 46,60 –2,8 18,4 51,90 / 31,70 39,28 3,4 9,9 2,65 2,93 15,9 2,2 2,4 50,38 2 3 0

Deutsche Beteilig. A1TNUT 23,15 –2,1 –8,0 26,60 / 22,70 24,69 0,6 8,0 2,22 3,09 7,5 4,4 4,4 35,03 6 0 0

Deutsche EuroShop 748020 18,12 –9,3 –3,8 23,65 / 18,04 19,27 0,7 5,9 1,62 1,77 10,2 5,9 6,0 19,33 0 2 1

Douglas BEAU1Y 7,83 –10,0 –37,4 13,26 / 7,75 10,95 0,9 2,8 1,39 1,44 5,4 0,0 2,2 11,72 4 5 0

Drägerwerk Vz 555063 84,50 –2,6 21,8 99,40 / 62,50 80,32 0,9 10,5 7,91 8,78 9,6 2,6 2,9 101,50 2 2 0

Dt. Pfandbriefbank 801900 3,34 –6,8 –20,8 5,72 / 2,71 3,99 0,2 — 0,09 0,49 6,8 0,7 6,0 3,85 1 2 1

Dürr 556520 18,78 –4,9 –16,7 25,10 / 17,20 20,96 0,9 12,3 1,92 2,58 7,3 3,8 5,1 14.05. 30,33 5 3 0

Eckert & Ziegler SE 565970 15,71 2,3 2,9 23,25 / 13,30 15,72 3,3 22,9 0,83 0,90 17,5 2,1 2,2 16.06. 22,10 3 0 0

Einhell Germany A40ESU 71,00 –1,5 –15,7 89,00 / 65,30 78,68 1,5 13,9 6,88 7,53 9,4 2,7 2,7 03.07. 105,00 2 0 0

Energiekontor 531350 39,25 –2,1 9,8 53,40 / 30,10 38,87 1,5 3,9 2,51 4,73 8,3 2,7 3,6 71,50 1 0 0

Evotec SE 566480 4,72 –3,4 –13,4 7,84 / 4,00 5,58 1,2 — –0,77 –0,14 — 0,0 0,0 6,44 4 3 0

Fielmann Grp. 577220 42,95 –4,3 –1,4 58,80 / 39,85 45,02 3,3 9,0 2,64 2,95 14,6 3,6 4,0 09.07. 58,88 5 2 0

90 FOCUS MONEY 27/2026


EVONIK INDUSTRIES

Bleibt unter Druck

Der Essener Chemiekonzern bleibt in den Negativschlagzeilen. Bis Ende 2029 sollen

3200 Arbeitsplätze abgebaut werden, darunter 2150 in Deutschland. Konzernchef

Christian Kullmann begründet dies mit der weltpolitischen Lage. Die Chemieindustrie

schwächelt aufgrund hoher Kosten, des Konkurrenzdrucks aus Asien und der Folgen

der US-Zölle. Mit dem Iran-Krieg kommen steigende Energiekosten und gestörte Lieferketten

hinzu. Die Aktie verlor binnen eines Monats über acht Prozent. Halten.

Evonik

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

22

20

18

16

14

12

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000EVNK013 Empfohlen am 17.04.2026 Empfehlungs-Kurs 17,02 € Kurs aktuell 15,80 € +/– in % -7,1 Neuer Stopp 13,00 € Kursziel 17,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 70,55 8,3 –13,5 109,2 / 55,10 79,75 3,9 14,6 4,68 5,05 14,0 1,6 1,7 86,50 2 1 1

GFT Technologies SE 580060 20,90 –7,1 10,3 25,50 / 13,86 18,71 1,9 11,7 1,73 2,01 10,4 2,6 2,8 03.06. 29,67 5 0 0

Grand City Prop. A1JXCV 9,01 –1,6 –8,4 11,58 / 8,55 10,13 0,3 6,2 1,22 1,19 7,6 7,1 6,4 11,31 2 6 0

Grenke A161N3 12,16 –5,9 –22,3 19,82 / 11,90 14,35 0,4 — 1,53 1,99 6,1 3,2 3,9 20,04 4 0 1

Hamborner Reit A3H233 4,42 –5,3 –1,5 6,62 / 4,27 4,84 0,6 7,7 0,12 0,09 49,1 7,6 7,8 10.06. 8,05 4 0 0

Heidelberger Druck. 731400 1,44 –10,3 –28,9 2,81 / 1,30 1,73 0,7 8,1 0,15 0,21 7,0 0,0 0,0 23.07. 2,13 1 2 0

HelloFresh SE A16140 3,99 –3,3 –35,3 9,53 / 3,49 5,48 0,9 2,6 0,37 0,47 8,6 0,0 0,0 5,60 4 7 2

Hornbach Hldg. 608340 78,90 0,9 –5,8 108,4 / 74,00 84,60 0,5 3,5 8,92 9,85 8,0 3,2 3,3 10.07. 99,69 3 3 0

Hypoport SE 549336 79,50 –2,5 –38,1 218,0 / 68,20 105,82 1,3 8,7 3,82 6,15 12,9 0,0 0,0 212,75 3 0 0

Indus Holding 620010 27,75 –0,5 –1,6 33,70 / 20,95 27,45 0,9 43,2 3,65 3,82 7,3 5,2 5,4 36,83 3 1 0

init innovation SE 575980 49,60 –1,8 6,2 55,20 / 35,70 47,14 3,1 34,9 2,60 3,28 15,1 2,1 2,5 66,67 3 0 0

Jost Werke SE JST400 53,80 –3,8 –0,6 67,80 / 47,20 55,02 1,8 5,4 6,21 6,99 7,7 3,2 3,7 75,00 4 0 0

Jungheinrich 621993 23,42 0,8 –33,9 42,84 / 21,72 30,54 0,9 8,6 2,50 3,06 7,7 2,7 3,6 36,50 6 3 0

Klöckner & Co. SE KC0100 12,38 –0,2 52,5 12,70 / 5,10 9,36 0,8 20,8 0,37 0,55 22,7 1,4 1,6 26.05. 11,30 1 1 1

Kontron A0X9EJ 23,46 –0,2 2,9 29,00 / 16,34 23,20 1,8 11,6 1,67 2,03 11,5 2,4 3,2 30.06. 29,34 5 0 0

KSB SE Vz 629203 852,00 0,2 –11,1 1265 / 773,0 959,28 1,0 — 85,62 96,15 8,9 3,6 8,0 1207,00 3 0 0

KWS Saat SE 707400 66,60 –2,2 –2,9 80,60 / 56,30 69,14 1,2 12,2 5,72 5,72 11,7 2,1 2,3 84,25 2 2 0

LPKF Laser & Electr. SE 645000 25,80 13,2 361,5 30,80 / 5,35 10,30 8,9 — –0,26 0,08 322,5 0,0 0,0 15,50 0 2 0

MBB SE A0ETBQ 179,80 2,2 –12,9 225,0 / 132,8 191,02 1,0 — 11,36 12,75 14,1 0,9 1,1 222,73 2 1 0

Medios A1MMCC 12,04 –3,5 –16,9 17,44 / 11,64 14,06 0,5 4,7 1,09 1,71 7,1 0,0 0,0 23,00 4 0 0

MLP SE 656990 7,97 –2,8 15,2 9,05 / 5,85 7,28 1,4 — 0,69 0,78 10,2 5,0 5,4 10,20 3 0 0

Mutares A2NB65 29,25 4,1 –0,6 36,69 / 23,15 28,53 1,0 — 3,80 4,05 7,2 6,8 7,7 03.07. 45,20 2 0 0

Nagarro A3H220 33,52 –5,8 –56,0 80,35 / 33,30 54,31 2,1 6,9 5,17 5,83 5,7 3,9 4,1 29.06. 72,25 2 1 0

Norma Group SE A1H8BV 17,34 1,4 18,9 18,90 / 12,48 15,27 0,8 10,4 0,65 0,91 19,1 2,5 2,4 01.07. 17,44 2 3 0

Ottobock SE BCK222 50,40 –0,8 –22,8 76,35 / 45,56 61,27 6,0 9,8 3,00 3,54 14,2 2,1 2,5 81,75 6 1 0

Patrizia SE PAT1AG 7,79 –1,9 –4,3 8,90 / 6,62 7,61 0,6 12,3 0,28 0,33 23,9 4,7 4,8 9,66 4 1 0

PNE A0JBPG 11,16 7,9 10,5 15,44 / 7,22 10,15 4,8 28,6 0,26 0,30 37,2 0,4 0,4 11,60 1 1 0

PVA TePla 746100 40,70 –6,9 78,5 46,32 / 18,65 29,73 5,3 33,0 0,80 1,27 32,0 0,0 0,0 44,81 5 2 0

Redcare Pharmacy A2AR94 67,55 17,9 3,8 114,0 / 30,20 59,86 2,9 18,5 –0,89 0,99 68,2 0,0 0,0 79,67 4 3 0

SAF Holland SE SAFH00 19,60 –4,9 28,1 21,20 / 13,36 16,76 1,6 5,2 2,10 2,42 8,1 4,2 5,0 20,70 3 2 0

Schott Pharma A3ENQ5 16,90 –2,4 11,9 29,50 / 12,62 16,74 2,5 12,1 0,94 1,06 16,0 1,0 1,1 19,43 5 5 0

Secunet Security 727650 177,20 –3,9 –4,4 246,5 / 152,8 191,96 5,9 20,5 6,10 7,39 24,0 1,7 1,9 239,67 2 1 0

SFC Energy 756857 21,95 6,8 79,0 24,75 / 11,32 15,95 2,5 11,4 0,82 0,99 22,1 0,0 0,0 26,40 4 0 0

Shelly Group SE A2DGX9 60,00 –0,8 –0,3 71,60 / 44,20 57,33 7,4 35,5 2,41 3,22 18,6 0,4 0,5 29.06. 79,23 2 0 0

Sixt SE St. 723132 70,90 –5,3 0,1 98,70 / 57,70 71,74 1,4 9,2 6,91 7,63 9,3 5,2 5,7 96,00 5 1 0

SMA Solar Techn. A0DJ6J 53,30 8,4 56,4 70,70 / 15,41 38,00 4,4 37,5 2,00 3,13 17,0 1,1 0,5 52,40 1 4 0

Springer Nature SPG100 18,58 –0,2 –2,8 24,65 / 14,70 19,41 1,8 7,2 1,65 1,80 10,3 4,4 4,8 26,36 4 0 0

Stabilus SE STAB1L 16,26 –2,3 –20,5 29,00 / 14,52 19,66 0,6 5,9 2,69 3,11 5,2 3,3 4,3 25,84 4 0 1

FOCUS MONEY 27/2026

91


moneyanalyse Deutsche Aktien

TONIES

Will Umsatz bis 2030 verdoppeln

Der Hersteller von Audioboxen, der 2021 über einen „Spac“, also eine leere, bereits

notierte Unternehmenshülle, an die Börse ging, hat große Pläne. So sollen sich die

Erlöse nach der erfolgreichen Einführung der „Toniebox 2“ bis 2030 auf mehr als 1,4

Milliarden Euro verdoppeln. Die operative Marge (auf Basis des bereinigten Ebitda)

soll sich mittelfristig auf 16 bis 18 Prozent verbessern. Auch wenn die Aktie bereits

kräftig gestiegen ist, sollten Anleger mit unten stehendem Stopp dabei bleiben.

Tonies

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

12

10

8

6

4

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN LU2333563281 Empfohlen am 6.04.2022 Empfehlungs-Kurs 6,00 € Kurs aktuell 12,00 € +/– in % +100,0 Neuer Stopp 10,50 € Kursziel 16,50 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

SDAX

Sto SE 727413 94,20 –7,1 –22,3 134,2 / 93,20 115,50 — — 6,60 9,38 10,0 4,2 4,8 140,00 1 0 0

Ströer SE 749399 34,32 –3,1 –7,2 52,00 / 28,85 35,96 3,9 8,4 3,00 3,53 9,7 6,6 6,8 50,08 6 3 1

Südzucker 729700 10,50 –5,1 14,7 13,57 / 8,92 10,25 1,0 12,8 0,39 0,83 12,6 1,5 2,9 16.07. 11,52 0 4 0

TeamViewer SE A2YN90 4,99 –10,1 –17,5 10,33 / 4,09 5,92 2,5 3,8 1,03 1,12 4,5 0,0 0,0 7,84 4 8 0

tonies SE A3CM2W 12,12 0,8 16,1 13,42 / 5,56 9,82 3,5 35,1 0,36 0,57 21,1 0,0 0,0 16,65 4 0 0

Verbio SE A0JL9W 30,56 0,2 44,2 47,26 / 9,40 25,45 2,4 12,6 0,76 1,89 16,2 0,0 0,0 47,50 2 1 0

Vincorion SE VNC001 17,10 0,8 — 23,90 / 15,30 17,89 — — — — — — — — 0 0 0

Vossloh 766710 63,60 –4,8 –16,8 95,10 / 61,55 76,66 1,4 8,5 3,40 4,39 14,5 1,9 2,4 84,14 3 3 0

Wacker Neuson SE WACK01 19,04 –0,4 –22,4 26,05 / 16,66 20,51 0,8 6,4 1,51 2,04 9,3 4,6 5,9 03.06. 22,67 1 1 1

Wüstenr. & Württ. 805100 14,30 –3,5 –1,7 16,76 / 13,30 14,67 — — 1,54 2,01 7,1 4,5 5,2 20,00 1 0 0

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

123Fahrschule SE A2P4HL 2,50 10,6 –17,2 3,82 / 2,26 2,92 4,4 — –0,34 –0,13 — — — 5,65 1 0 0

2G Energy A0HL8N 68,50 10,3 98,6 76,00 / 25,60 40,21 6,3 — 1,82 2,55 26,9 0,4 0,6 65,00 1 2 0

3U Holding 516790 1,05 –6,3 –3,7 1,74 / 0,97 1,21 — — –0,12 –0,06 — 0,0 0,0 1,97 2 1 0

7C Solarparken A11QW6 1,63 –7,9 3,3 1,93 / 1,52 1,69 0,6 — 0,14 — — 6,7 — — 0 0 0

A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 2,82 –6,6 17,5 5,50 / 1,45 3,51 — — — — — — — — 0 0 0

A.S. Création A1TNNN 7,70 1,3 –1,3 8,60 / 6,55 7,49 — — 0,34 0,86 9,0 2,6 6,5 14,00 1 0 0

ABO Wind 576002 3,50 –16,8 –70,4 46,20 / 3,50 14,80 4,6 — –3,55 0,14 25,0 0,0 0,0 09.07. — 0 0 0

ad pepper media Int. 940883 2,52 0,8 –5,3 3,92 / 2,38 2,75 2,2 — 0,09 0,11 22,9 — — 5,00 0 0 0

adesso SE A0Z23Q 50,90 –5,7 –42,7 103,2 / 50,30 76,47 1,6 6,9 4,11 5,83 8,7 1,6 1,7 103,33 4 1 0

All for One Group SE 511000 31,20 2,6 –23,7 55,40 / 29,30 38,20 1,2 — 4,62 5,82 5,4 — 7,7 — 0 0 0

Allane SE A0DPRE 12,10 3,4 21,6 12,50 / 8,00 10,43 1,1 — 0,50 — — 0,0 — — 0 0 0

Allgeier A2GS63 15,60 1,0 –25,0 23,80 / 14,95 18,00 1,1 — 1,03 1,08 14,4 3,8 4,2 30.06. 24,00 1 2 0

Altech Advanced Mat. A41YD9 1,33 –11,3 — 2,80 / 0,86 1,23 — — — — — — — — 0 0 0

Amadeus Fire 509310 19,88 –3,5 –53,0 80,70 / 19,82 37,02 0,8 5,9 2,33 3,81 5,2 5,5 9,6 58,33 2 0 0

AT&S 922230 220,50 6,5 584,8 246,0 / 15,94 59,24 6,4 16,0 — 6,68 33,0 0,0 0,3 09.07. 243,12 2 2 1

Aumann A2DAM0 15,50 4,4 29,0 15,65 / 10,70 12,83 1,0 — 0,50 0,90 17,2 1,9 2,3 14,85 0 2 0

B+S Banksysteme 126215 1,92 –0,3 –3,5 3,18 / 1,61 2,00 — — 0,22 0,24 8,0 0,0 4,2 4,70 0 0 0

Bastei Lübbe A1X3YY 7,26 6,1 –13,2 10,55 / 6,12 7,74 1,2 — 0,80 0,85 8,6 4,8 5,3 12,08 4 0 0

BayWa vNA 519406 2,42 –4,5 –13,1 7,75 / 2,20 3,33 0,2 — –0,53 2,09 1,2 0,0 49,7 — 0 0 0

BB Biotech N A0NFN3 49,85 5,7 2,8 53,60 / 31,80 46,93 0,8 — –0,66 –0,71 — 5,3 5,7 74,69 1 0 0

Berentzen Group 520160 3,24 –3,6 –11,7 4,58 / 3,24 3,62 — — 0,25 0,38 8,5 4,0 5,9 8,00 1 0 0

Bertrandt 523280 9,14 –2,6 –50,9 21,80 / 8,96 16,42 0,3 1,6 –2,01 2,53 3,6 5,6 6,9 17,40 2 3 0

bet-at-home.com A0DNAY 2,93 –11,2 33,2 3,59 / 1,90 2,47 — — 0,44 0,60 4,9 — — 5,50 1 0 0

Bike24 Holding A3CQ7F 2,61 –7,1 –12,4 3,53 / 2,44 2,99 0,9 — 0,07 0,21 12,4 0,0 0,0 30.06. 4,25 2 0 0

Biofrontera A4BGGM 2,23 –2,6 –1,3 2,85 / 2,01 2,48 — — — — — — — — 0 0 0

Bio-Gate konv. BGAG98 0,56 –11,8 –28,2 1,03 / 0,50 0,72 — — — — — — — 30.06. — 0 0 0

BioNTech A2PSR2 79,50 1,9 –2,8 105,5 / 68,00 85,40 1,1 — –4,60 –4,43 — 0,0 0,0 106,75 14 5 0

92 FOCUS MONEY 27/2026


BAYER

Kleine Erfolge heben den Kurs

Der Agrar- und Pharmakonzern feierte im US-Rechtsstreit im Zusammenhang mit

dem Unkrautvernichter Glyphosat einen weiteren Erfolg: Die Verhandlung zum Sammelvergleich

wird nicht von Missouri nach Kalifornien verlegt. Auch die von der EU

beschlossenen, teilweise gelockerten Regeln für Pflanzen, die etwa mit der Genschere

Crispr/Cas verändert wurden, sind eine gute Nachricht. Anleger ziehen den Stoppkurs

nach, da auch das wichtige Supreme-Court-Urteil zu Glyphosat bevorsteht.

Bayer

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

55

45

35

25

15

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000BAY0017 Empfohlen am 20.08.2025 Empfehlungs-Kurs 27,96 € Kurs aktuell 39,10 € +/– in % +39,9 Neuer Stopp 33,00 € Kursziel 55,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Bitcoin Group A1TNV9 26,62 –5,8 –14,7 49,16 / 25,00 32,45 — — — — — — — — 0 0 0

Blue Cap A0JM2M 19,10 0,5 10,4 21,40 / 16,50 18,61 0,8 — 0,44 0,76 25,2 3,4 3,4 30,25 2 0 0

Borussia Dortmund 549309 3,00 –2,8 –8,4 3,97 / 2,88 3,26 1,0 11,5 –0,13 0,09 33,3 1,8 2,3 5,00 3 0 0

Brain Biotech 520394 2,80 –1,4 16,2 3,81 / 1,81 2,53 — — –0,43 –0,39 — 0,0 0,0 5,50 4 0 0

Branicks Group A1X3XX 0,85 –6,2 –50,8 2,26 / 0,80 1,66 0,1 2,1 — — — 0,0 0,0 1,85 1 0 1

Brockhaus Technolog. A2GSU4 19,30 1,0 19,9 20,20 / 9,10 14,91 0,8 — 3,60 — — 2,5 3,1 — 0 0 0

Ceconomy 725750 3,65 –4,6 –17,1 4,55 / 3,29 4,28 2,1 7,3 0,55 0,61 6,0 2,8 3,5 4,60 0 0 2

Cenit 540710 8,58 1,4 20,2 9,86 / 5,76 7,03 1,6 — 0,41 0,80 10,7 2,3 3,5 14,50 3 0 0

Cherry SE A3CRRN 0,32 –6,2 –36,3 0,95 / 0,30 0,53 0,2 — –0,39 0,06 5,3 — — 0,55 0 1 0

Circus SE A2YN35 6,03 –8,6 –50,4 24,80 / 5,38 11,11 134,0 — –0,42 0,44 13,9 — — 25,00 2 0 0

Cliq Digital A35JS4 3,61 0,8 165,1 5,81 / 1,29 2,41 0,3 — –1,04 –0,93 — 0,0 0,0 — 0 1 0

Corestate Capital A141J3 0,22 1,4 –7,4 0,35 / 0,22 0,26 — — — — — — — — 0 0 0

Covestro 606214 59,90 0,3 –0,7 61,14 / 54,10 59,58 1,8 10,9 0,09 0,97 61,9 0,0 0,6 62,00 0 2 0

cyan A2E4SV 1,90 –2,6 –4,0 2,92 / 1,79 2,14 1,5 47,5 –0,02 0,05 38,0 — — 03.07. 4,00 0 0 0

Daldrup & Söhne 783057 21,70 12,1 12,7 29,90 / 11,40 20,59 3,5 — 1,12 1,57 13,9 0,8 1,0 27,60 1 1 0

Data Modul 549890 29,60 1,4 3,5 30,20 / 21,00 27,43 0,7 — 0,50 1,03 28,7 0,4 0,4 37,00 1 0 0

Datagroup SE A41YEV 74,70 0,5 6,9 76,80 / 58,10 69,62 3,0 — 4,01 4,36 17,1 2,0 2,3 — 0 0 0

Datron A0V9LA 7,55 1,3 7,1 9,70 / 6,90 7,58 0,7 5,9 0,64 1,06 7,1 2,6 3,5 25.06. 15,09 2 0 0

Delignit A0MZ4B 2,68 –0,7 18,6 2,86 / 1,87 2,37 0,7 — 0,18 0,20 13,4 3,0 3,2 4,60 1 0 0

Delticom 514680 2,40 –5,5 20,0 2,78 / 1,91 2,26 0,6 — 0,28 0,32 7,5 5,0 5,4 07.07. 4,35 2 0 0

Demire Real Estate A0XFSF 0,32 –12,1 –16,7 0,71 / 0,29 0,45 — — — –0,20 — — — 0,80 0 0 0

Deutsche Rohstoff A0XYG7 81,00 –12,0 63,6 113,8 / 35,30 66,44 1,0 2,1 38,37 14,14 5,7 5,6 3,4 144,00 0 0 0

Deutsche Wohnen SE A0HN5C 17,92 –1,1 –12,4 24,30 / 17,82 20,69 0,5 17,0 2,01 2,88 6,2 6,8 6,8 21,59 1 1 1

Dt. Grundstücksaukt. 553340 5,10 15,4 –11,3 8,00 / 3,44 5,98 — — 0,34 0,73 7,0 0,0 0,0 30.06. 12,85 1 0 0

Dt. Konsum REIT A14KRD 1,44 –5,9 –22,8 2,44 / 1,36 1,78 0,2 3,9 — — — 0,0 0,0 5,00 1 1 0

ecotel communication 585434 6,80 –6,8 –39,3 13,60 / 5,95 10,07 0,9 2,4 0,53 0,63 10,8 4,4 4,4 22,80 1 0 0

Edag Engineering Grp. A143NB 3,21 –0,6 –35,7 7,34 / 3,07 4,78 0,9 — 0,06 0,36 8,9 0,3 5,0 5,13 1 3 0

ElringKlinger 785602 5,39 3,7 26,7 6,29 / 3,91 4,65 0,5 3,2 0,65 0,90 6,0 4,2 5,8 5,33 1 1 1

Enapter A255G0 1,35 –1,8 –20,1 2,95 / 1,12 1,59 1,1 — –0,36 –0,13 — 0,0 0,0 2,27 0 1 0

EnviTec Biogas A0MVLS 18,70 –10,1 8,7 28,20 / 16,25 20,19 — — — — — — — 03.07. — 0 0 0

Epigenomics konv. A37FT4 0,87 ±0,0 –3,3 1,59 / 0,50 0,92 — — — — — — — — 0 0 0

Ernst Russ A16107 7,86 –6,0 11,6 9,22 / 6,44 7,36 0,9 7,0 1,10 0,79 9,9 4,0 3,8 13,23 2 0 0

Eurokai 570653 56,00 –2,4 11,6 64,60 / 36,00 52,99 1,4 — 3,28 — — 2,3 — — 0 0 0

Exasol A0LR9G 2,30 –4,6 –15,1 3,45 / 1,87 2,53 5,8 — 0,09 0,15 15,9 0,0 0,0 4,45 2 0 0

Fabasoft 922985 14,00 1,1 –10,8 17,45 / 10,45 13,95 3,4 — 0,91 1,07 13,1 1,3 1,3 08.07. 25,00 2 0 0

Formycon A1EWVY 19,42 –2,7 –23,7 31,05 / 16,52 21,60 0,9 — –1,24 1,11 17,5 0,0 0,0 39,67 4 0 0

Fortec Elektronik 577410 13,10 –5,4 23,6 16,05 / 10,00 12,24 — — –0,60 0,46 28,5 3,1 4,6 15,00 1 0 0

Frequentis A2PHG5 72,40 –1,0 0,8 103,5 / 44,40 72,43 4,2 20,1 2,41 2,85 25,4 0,5 0,6 81,81 1 2 0

FOCUS MONEY 27/2026

93


moneyanalyse Deutsche Aktien

NORDEX

Gut laufendes US-Geschäft

Der Windturbinenbauer Nordex darf sich über einen weiteren Großauftrag freuen.

Wie der MDax-Konzern mitteilte, sei kürzlich eine neue Order aus den USA über insgesamt

88 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 484 Megawatt eingegangen.

Das bereits gut laufende Geschäft in den USA, wo der Strombedarf aufgrund neuer

KI-Rechenzentren rasant ansteigt, beschleunigt sich damit weiter. Analysten werten

die Fortschritte der Hamburger durchweg positiv. Die Aktie legte erneut zu.

Nordex

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

45

35

25

15

5

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000A0D6554 Empfohlen am 20.02.2026 Empfehlungs-Kurs 33,98 € Kurs aktuell 45,76 € +/– in % +34,7 Neuer Stopp 37,00 € Kursziel 49,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

Friwo 620110 4,68 0,4 –13,3 15,20 / 4,44 5,61 — — — — — — — — 0 0 0

Frosta 606900 98,00 –0,8 8,6 108,0 / 86,00 96,39 — — — — — — — — 0 0 0

Gerresheimer A0LD6E 27,44 10,4 –0,8 50,90 / 14,92 26,08 0,6 3,2 2,66 3,55 7,7 2,3 3,7 23,37 1 5 2

Gesco A1K020 13,25 –0,4 –6,4 18,40 / 13,05 14,74 0,5 — 1,48 1,84 7,2 2,4 2,9 23,02 3 0 0

Global Fashion Grp. A2PLUG 0,47 2,0 88,7 0,58 / 0,24 0,36 1,7 — –0,14 –0,07 — 0,0 0,0 0,78 1 1 0

Grammer 589540 8,65 3,6 49,1 8,65 / 5,45 6,93 0,4 — 2,41 — — 0,0 — — 0 0 0

H+R A2E4T7 4,60 –0,4 8,5 5,02 / 3,83 4,47 0,4 2,8 0,16 0,21 21,6 1,1 1,1 4,30 0 0 1

Hamburger Hafen A0S848 21,70 –0,5 1,4 23,30 / 18,65 21,79 — — — — — — — — 0 0 0

Hapag-Lloyd HLAG47 115,00 –0,7 –2,4 158,7 / 109,0 119,96 1,2 12,5 –1,51 –2,44 — 1,8 1,7 97,40 0 3 4

Hawesko Holding SE 604270 17,85 –6,3 –6,3 24,40 / 17,50 20,19 1,3 — 1,47 1,74 10,3 6,2 7,3 27,75 1 1 0

Heidelberg Pharma A11QVV 2,53 ±0,0 5,4 5,04 / 2,31 2,88 4,6 — –0,52 –0,20 — 0,0 0,0 5,50 1 0 0

Heliad 121806 13,45 –0,4 –10,3 16,40 / 12,20 14,35 1,3 22,4 0,60 0,60 22,4 0,0 0,0 24,20 2 0 0

Hermle Vz. 605283 177,00 –0,8 18,4 196,0 / 133,0 155,89 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0

HMS Bergbau 606110 41,50 –1,2 –9,0 78,00 / 32,20 45,13 1,5 6,0 7,71 5,39 7,7 3,0 3,4 82,50 1 0 0

Hoenle 515710 9,02 –2,6 28,1 10,30 / 6,36 8,46 0,7 — –0,08 0,41 22,0 0,0 0,0 17,67 2 0 0

HomeToGo SE A2QM3K 1,15 3,2 –26,1 1,89 / 1,11 1,45 0,9 5,3 –0,13 –0,05 — 0,0 0,0 2,68 3 0 0

IBU tec A0XYHT 15,80 –9,7 –19,2 26,80 / 6,26 17,13 — — –0,40 0,19 83,2 — — 25,00 1 0 0

Identive Group A11404 3,32 –4,6 16,1 4,62 / 2,54 3,10 — — –0,44 –0,42 — — — 5,55 3 0 0

Instone Real Estate A2NBX8 7,62 –0,3 –1,8 9,89 / 7,27 8,38 0,5 — 0,83 0,97 7,9 6,1 6,9 12,38 3 1 0

IVU Traffic Techn. 744850 19,70 –1,5 –3,4 22,20 / 17,60 19,95 — — 0,85 1,00 19,7 1,6 1,7 27,00 1 0 0

JDC Group A0B9N3 21,50 0,5 –11,9 32,70 / 20,30 25,03 3,6 10,2 1,00 1,30 16,6 0,0 0,0 13.07. 33,42 2 0 0

Knaus Tabbert A2YN50 11,12 –8,1 –13,5 20,05 / 11,06 13,43 1,5 1,3 0,83 1,57 7,1 1,5 5,6 10.07. 17,40 1 3 0

Koenig & Bauer 719350 8,45 –0,2 –18,9 16,14 / 7,83 10,26 0,4 — 0,87 2,26 3,7 1,0 3,6 15,25 2 0 0

Laiqon A12UP2 4,43 –1,8 –13,1 5,68 / 3,42 4,44 1,6 — –0,30 0,13 34,1 0,0 6,8 8,70 1 0 0

Leifheit 646450 14,60 –4,6 –1,7 17,90 / 14,50 15,48 1,5 13,3 0,69 0,95 15,4 8,2 8,3 20,79 3 0 0

Logwin A2DR54 268,00 –0,7 7,2 304,0 / 206,0 265,12 1,9 — 19,18 17,18 15,6 3,7 3,7 261,00 0 1 0

M1 Kliniken A0STSQ 18,30 5,3 2,8 19,58 / 12,88 16,25 2,9 — 1,12 1,30 14,1 2,7 2,7 08.07. — 0 0 0

Masterflex SE 549293 14,25 –0,3 4,0 15,20 / 11,25 13,62 — — 1,00 1,29 11,0 2,5 2,8 20,25 1 0 0

MAX Automation SE A2DA58 3,70 –1,3 –5,9 5,96 / 3,39 4,44 0,8 — –0,02 0,12 30,8 0,0 1,4 6,00 1 1 0

MediClin 659510 3,86 –2,0 12,2 4,18 / 2,84 3,54 0,6 — 0,77 0,80 4,8 1,0 1,0 7,30 1 0 0

Medigene A40ESG 0,02 29,8 19,6 0,15 / 0,01 0,04 — — –0,51 –0,45 — — — — 0 0 0

Mensch & Maschine 658080 34,75 –2,4 –22,7 55,90 / 33,40 40,75 6,2 13,5 2,17 2,47 14,1 6,3 7,1 55,35 3 1 0

Mister Spex SE A3CSAE 1,13 –3,0 –10,0 2,18 / 1,12 1,33 1,8 — –0,71 –0,45 — — — 3,03 1 2 0

MPC Capital A1TNWJ 4,99 –5,8 2,7 5,60 / 4,58 5,00 1,1 — 0,65 0,71 7,1 5,5 6,0 7,60 2 0 0

Mühlbauer 662720 37,00 –2,1 –3,6 46,40 / 33,80 38,78 — — — — — — — 29.07. — 0 0 0

MVV Energie A0H52F 30,20 –2,3 –1,6 32,30 / 29,60 30,78 — — — — — — — — 0 0 0

Nabaltec A0KPPR 12,90 ±0,0 7,9 15,20 / 10,10 12,11 0,7 — 0,85 1,11 11,7 2,1 2,2 15,75 1 0 0

NFON A0N4N5 3,29 1,9 –3,2 7,20 / 3,08 4,12 0,7 5,4 0,21 0,31 10,6 0,8 1,5 6,93 2 0 1

94 FOCUS MONEY 27/2026


BMW

Auf Sparkurs

Die Aktie des Autobauers BMW steht in einem herausfordernden Umfeld deutlich

unter Druck und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Die schwache Nachfrage, insbesondere

nach Verbrennern, im wichtigsten Markt China sowie geopolitische Risiken

(z. B. Nahost/Iran) haben die Aktie belastet. Für Investoren mit Langfristperspektive ist

die Bewertung derzeit günstig. Mittelfristig dürfte sich BMW nach Kostensenkungsmaßnahmen

wieder erholen, sobald die „Neue Klasse” Fahrt aufnimmt. Halten.

BMW

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

110

90

70

50

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE0005190037 Empfohlen am 17.04.2026 Empfehlungs-Kurs 83,80 € Kurs aktuell 60,05 € +/– in % -28,3 Neuer Stopp 55,00 € Kursziel 80,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Northern Data A0SMU8 7,47 40,7 –51,1 25,90 / 5,12 12,96 0,7 — 0,38 0,70 10,7 0,0 0,0 32,00 2 0 0

Nynomic A0MSN1 19,40 –0,5 96,8 25,70 / 8,24 12,88 — — 0,71 1,09 17,9 — — 01.07. 26,00 2 0 0

OHB SE 593612 378,50 –0,8 214,1 658,0 / 64,00 218,83 — — 3,64 5,63 67,2 0,2 0,2 320,00 1 0 0

Ökoworld 540868 28,80 –8,0 9,9 35,10 / 25,00 27,10 — 14,3 2,76 2,58 11,2 6,7 6,3 39,15 1 0 0

OVB Holding 628656 20,40 –1,9 4,6 22,40 / 17,80 20,32 3,0 — 0,89 1,15 17,8 3,8 4,8 23,00 0 1 0

Pfeiffer Vacuum 691660 171,60 0,7 8,9 171,6 / 153,0 161,21 — — — — — — — 10.07. 140,00 0 0 0

Pfisterer SE PFSE21 102,60 9,9 35,4 113,0 / 38,20 78,81 7,4 — 3,45 3,82 26,9 1,0 1,0 109,00 2 1 0

Pro DV A4096T 2,08 ±0,0 –5,5 2,86 / 2,02 2,32 — — 0,00 0,06 34,7 0,0 0,0 4,80 0 0 0

ProCredit Hldg. 622340 8,36 1,3 2,0 10,30 / 6,78 8,32 0,4 — 1,36 2,04 4,1 5,3 7,7 14,73 2 0 0

ProSiebenSat.1 SE PSM777 3,47 –6,9 –29,2 8,48 / 3,47 4,72 0,7 2,9 0,48 0,71 4,9 1,1 1,3 5,30 0 6 0

PSI Software SE A0Z1JH 44,80 –0,4 –0,2 46,30 / 24,10 42,72 7,0 — 2,39 4,07 11,0 0,2 0,7 45,00 0 2 0

Pyramid A41YDL 1,40 –3,4 –57,9 5,01 / 1,18 2,93 0,3 17,5 –0,19 0,02 70,0 — — 2,80 0 0 0

Q.Beyond konv. A41YDG 3,46 –1,1 1,5 4,86 / 3,20 3,76 0,9 — 0,04 0,14 24,1 2,9 3,6 5,98 3 0 0

R. Stahl A1PHBB 14,00 6,1 –4,1 19,30 / 12,00 14,34 1,2 21,9 –0,16 0,13 107,7 0,0 3,9 18,88 1 0 0

Rhön-Klinikum 704230 12,20 –2,4 –4,7 13,30 / 11,20 12,34 0,6 — 0,64 0,79 15,4 1,6 1,6 12,50 0 1 0

Ringmetall A3E5E5 2,70 2,3 3,1 3,32 / 2,52 2,73 — — — — — 3,7 3,7 4,60 0 1 0

Schloß Wachenheim 722900 13,55 0,4 –5,2 15,80 / 13,30 14,26 0,5 5,6 1,30 1,45 9,3 4,6 4,8 19,60 2 0 0

Serviceware SE A2G8X3 12,95 7,0 –29,6 20,40 / 9,90 15,00 2,8 — 0,34 0,63 20,6 — — 29,00 2 0 0

SMT Scharf A3DRAE 6,55 –1,5 13,9 9,10 / 5,40 6,78 0,4 — –0,38 0,54 12,1 0,4 4,2 9,50 0 1 0

SNP Schneider-Neu. SE 720370 79,20 –2,5 4,2 86,00 / 69,60 78,51 — — — — — — — 63,00 0 0 0

Steico SE A0LR93 19,12 –1,9 –9,8 27,60 / 18,78 21,72 0,7 15,8 1,32 1,62 11,8 1,3 2,1 25,33 1 2 0

STS Group A1TNU6 3,03 –1,9 –3,5 6,50 / 2,62 3,20 — — — — — 0,0 1,3 10.07. 10,70 0 1 0

Surteco Group SE 517690 9,30 2,2 –11,0 16,00 / 9,10 11,25 0,4 1,6 –0,34 1,27 7,3 0,0 0,0 18,60 1 0 0

Syzygy 510480 1,21 –0,8 –18,9 2,55 / 1,19 1,46 0,9 — — — — 2,1 8,3 03.07. 2,98 2 0 0

Takkt 744600 2,32 ±0,0 –36,5 6,75 / 2,26 3,55 0,4 — –0,34 0,30 7,7 0,0 8,6 4,75 1 1 0

technotrans SE A0XYGA 30,90 –1,0 –8,0 37,00 / 20,80 31,10 1,9 — 1,81 2,27 13,6 2,9 3,7 21.05. 38,50 2 0 0

The Platform Group A40ZW8 1,42 4,4 –73,5 10,65 / 1,19 5,14 0,1 0,7 1,93 2,28 0,6 — — 01.07. 19,67 2 0 0

Umweltbank 557080 3,52 –5,4 –1,1 5,06 / 3,30 3,81 0,5 — 0,32 0,44 8,1 3,0 5,0 30.07. 7,60 3 0 0

Uniper SE UNSE02 46,30 –3,2 43,8 55,80 / 27,95 37,14 1,6 15,5 1,57 1,65 28,1 1,7 1,9 34,67 0 1 1

Uzin Utz 755150 66,00 19,1 –2,9 83,50 / 52,40 70,70 1,1 — 4,55 5,52 12,0 2,9 3,1 103,50 2 0 0

Verve Group Media A3D3A1 1,50 –4,7 –14,6 3,33 / 1,18 1,72 0,7 6,3 0,22 0,29 5,1 0,0 0,0 4,68 4 0 0

Villeroy & Boch 765723 15,85 0,3 –2,8 19,50 / 15,55 16,85 1,2 — 0,59 1,37 11,6 5,7 6,0 30,50 1 0 0

Viscom SE 784686 5,72 –6,8 40,2 6,70 / 3,34 4,64 1,2 8,9 0,19 0,45 12,9 0,3 2,4 6,60 0 0 0

Vita 34 A0BL84 3,73 0,5 –37,3 7,65 / 3,69 5,09 — — 0,01 0,06 62,2 — — 6,50 1 0 0

WashTec 750750 38,10 –2,1 –19,3 50,80 / 36,00 43,80 5,9 14,3 2,72 3,21 11,9 6,7 7,2 54,67 2 0 0

Westwing Group SE A2N4H0 16,40 7,2 45,8 17,65 / 7,80 13,75 3,0 — 1,15 1,48 11,1 0,0 0,0 21,83 3 0 0

YOC 593273 6,38 –3,0 –39,5 16,35 / 4,84 9,11 — — 0,61 0,92 6,9 — — 29.06. 15,00 1 0 0

Zeal Network SE ZEAL24 43,80 –0,7 –14,1 52,20 / 43,00 48,29 3,7 16,0 1,93 2,36 18,5 3,4 3,9 72,30 5 0 0

FOCUS MONEY 27/2026

95


moneyanalyse Internationale Aktien

SPACEX

Korrektur nach IPO-Hype

Nach dem ersten Kursfeuerwerk des historischen Börsengangs von SpaceX kam

es zu einer typischen, starken Korrektur. Dafür gab es auch Gründe: Um frisches

Kapital aufzunehmen, hat SpaceX die Ausgabe einer milliardenschweren Anleihe

angekündigt. Mit einem KUV von 90 ist das Unternehmen extrem sportlich bewertet.

Zudem wurden nur rund fünf Prozent der Aktien in den freien Handel gegeben.

Es bleibt volatil. Zahlen und Lock-up-Phasen beobachten.

SpaceX

Aktienkurs in Euro

2026

08.06 15.06 22.06

170

160

150

140

130

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US84615Q1031 Empfohlen am 12.06.2026 Empfehlungs-Kurs 135,30 € Kurs aktuell 130,50 € +/– in % -3,5 Neuer Stopp 115,00 € Kursziel 170,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

EURO STOXX 50 / STOXX 50

AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 71,90 2,1 31,4 72,46 / 48,84 59,69 1,8 10,6 3,86 4,27 16,8 1,8 2,0 80,21 14 5 0

ABB N 919730 / CH0012221716 93,20 3,9 44,9 96,80 / 49,18 71,71 9,8 34,3 2,76 2,99 31,2 1,1 1,2 81,47 3 21 0

Adyen A2JNF4 / NL0012969182 836,20 –3,0 –39,3 1608,4 / 788,3 1168,06 4,1 18,2 38,69 47,13 17,7 0,0 0,0 1382,76 23 5 0

Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 34,75 –4,4 0,5 42,47 / 32,20 36,75 2,0 5,4 2,79 2,97 11,7 3,7 3,9 39,82 4 9 1

Air Liquide 850133 / FR0000120073 166,06 –0,1 13,8 174,9 / 140,91 156,23 3,7 15,5 6,39 7,07 23,5 2,1 2,3 181,10 13 2 0

Argenx A11602 / NL0010832176 783,00 –0,7 10,1 804,4 / 448,4 695,70 6,2 29,3 23,42 30,89 25,3 0,1 0,1 862,27 10 2 0

ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 1561,60 –4,8 69,5 1707,6 / 589,8 1101,59 26,4 45,3 31,62 41,90 37,3 0,6 0,7 1573,68 32 4 1

AstraZeneca 886455 / GB0009895292 157,60 2,0 –0,4 180,45 / 117,7 156,70 5,2 16,0 9,03 10,19 15,5 1,9 2,0 193,61 15 3 1

AXA 855705 / FR0000120628 42,75 2,7 3,9 43,55 / 36,58 39,72 1,8 — 4,12 4,45 9,6 5,8 6,3 47,51 8 4 0

Banco Santander 858872 / ES0113900J37 11,87 3,0 17,4 12,03 / 6,87 9,84 1,6 — 1,01 1,22 9,8 2,3 3,5 12,21 11 2 0

BBVA 875773 / ES0113211835 21,63 5,3 9,7 22,21 / 12,57 18,78 2,0 — 1,98 2,21 9,8 4,6 5,1 21,01 6 11 1

BNP Paribas 887771 / FR0000131104 101,24 2,5 25,0 102,2 / 65,01 83,79 0,9 — 11,48 12,88 7,9 5,8 6,4 105,75 10 4 1

BP PLC 850517 / GB0007980591 5,77 –3,3 17,4 7,01 / 4,25 5,56 1,7 3,1 0,79 0,61 9,5 5,2 5,4 7,42 5 9 0

Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 52,40 –1,1 9,3 57,26 / 39,65 49,36 2,1 12,1 4,16 4,47 11,7 5,6 5,7 58,25 6 2 0

Danone 851194 / FR0000120644 67,54 1,5 –12,1 80,00 / 61,00 71,49 2,4 12,3 3,90 4,20 16,1 3,5 3,7 80,09 9 7 1

Enel 928624 / IT0003128367 9,87 0,7 11,8 10,28 / 7,60 9,13 2,9 6,2 0,72 0,75 13,2 5,2 5,5 10,22 8 11 1

Eni 897791 / IT0003132476 21,60 –2,2 34,2 25,00 / 13,68 18,82 1,3 4,1 2,60 2,33 9,3 5,1 5,3 25,40 6 12 0

EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 171,45 –6,8 –36,6 323,5 / 163,2 244,66 2,0 13,9 7,32 8,32 20,6 2,4 2,7 272,43 13 4 0

Ferrari A2ACKK / NL0011585146 302,50 –5,6 –5,4 446,0 / 268,9 323,15 12,2 22,3 9,58 10,52 28,8 1,3 1,4 371,03 8 4 0

GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 22,62 1,3 7,7 26,02 / 15,35 21,41 4,5 9,4 2,06 2,23 10,1 3,6 3,8 24,06 5 12 2

Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 1585,50 –7,9 –24,2 2466 / 1534 1952,50 7,7 31,3 44,49 51,44 30,8 1,3 1,4 2010,50 11 7 0

HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 16,52 2,4 22,0 16,92 / 10,26 13,85 1,7 — 1,50 1,66 10,0 4,4 5,0 16,77 5 10 0

Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 21,20 2,9 15,4 21,31 / 15,14 18,62 2,4 11,0 1,01 1,07 19,8 3,4 3,6 19,94 6 14 0

Inditex A11873 / ES0148396007 55,14 –2,6 –2,0 58,16 / 40,93 51,83 8,0 18,3 2,18 2,38 23,1 3,5 3,8 59,14 13 4 0

ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 28,02 6,4 16,5 28,25 / 18,24 23,59 1,6 — 2,40 2,83 9,9 4,5 5,1 28,31 8 7 0

Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 6,15 3,6 4,0 6,24 / 4,80 5,66 1,7 — 0,58 0,63 9,7 6,7 8,3 6,84 9 3 0

L’Oréal 853888 / FR0000120321 377,35 –3,2 3,3 407,7 / 339,85 371,83 5,3 23,1 13,63 14,76 25,6 2,0 2,2 408,42 11 9 1

London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 95,32 –10,1 –6,5 130,0 / 83,00 101,71 2,2 10,3 5,50 6,25 15,3 2,0 2,3 141,12 9 1 0

LVMH 853292 / FR0000121014 481,55 –6,9 –24,4 654,0 / 437,0 541,48 3,3 14,4 22,26 25,69 18,7 2,7 2,9 576,62 12 9 0

National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 13,99 –0,5 6,8 16,40 / 11,60 13,94 1,5 7,2 1,03 1,13 12,4 4,1 4,2 15,85 4 6 1

Nestlé N A0Q4DC / CH0038863350 86,90 1,2 1,6 92,37 / 75,91 84,44 5,8 15,6 4,77 5,08 17,1 3,9 4,0 95,12 9 10 1

Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 16,60 –0,4 3,3 17,03 / 12,00 15,50 1,7 — 1,43 1,56 10,7 5,9 6,3 17,09 4 1 0

Novartis N 904278 / CH0012005267 133,53 2,3 12,2 142,26 / 99,04 122,17 6,3 15,7 7,67 8,52 15,7 2,9 3,0 135,77 5 10 3

Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 41,27 8,8 –6,3 62,39 / 30,29 41,27 5,9 13,7 2,81 2,89 14,3 3,7 3,6 42,06 6 17 1

Prosus A2PRDK / NL0013654783 37,04 –7,4 –29,7 63,58 / 37,04 48,95 1,6 40,8 3,83 4,60 8,1 0,5 0,6 64,15 11 3 0

Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 26,76 –5,5 –22,9 46,86 / 23,44 32,73 26,7 13,7 1,64 1,81 14,8 3,1 3,4 41,51 12 1 0

Richemont A1W5CV / CH0210483332 194,34 –1,0 4,0 201,99 / 138,14 171,23 4,5 22,1 6,98 7,99 24,3 2,1 2,3 200,63 13 7 0

Rio Tinto 852147 / GB0007188757 84,34 –7,6 21,9 95,90 / 48,50 73,38 2,2 7,7 7,56 7,65 11,0 5,2 5,2 89,90 3 14 0

96 FOCUS MONEY 27/2026


APPLE

Höhere Preise „unvermeidbar“

Der Iphone-Konzern plant Preiserhöhungen – ein Novum für den Premiumhersteller.

Bis dato war Apple dank seiner Marktmacht und der langfristigen Lieferverträge immun.

Jetzt aber lassen die massiv gestiegenen Kosten für Speicherchips (RAM) dem

Kultkonzern keine Wahl. Im Interview mit dem „Wall Street Journal“ verglich der scheidende

Apple-CEO Tim Cook die RAM-Krise mit einer „Jahrhundertflut“ und räumte

ein, dass Preiserhöhungen „unvermeidbar“ seien. Details nannte er nicht. Aktie halten.

Apple

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

260

220

180

140

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US0378331005 Empfohlen am 3.12.2025 Empfehlungs-Kurs 243,60 € Kurs aktuell 259,50 € +/– in % +6,5 Neuer Stopp 215,00 € Kursziel 312,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Roche PS A424UK / CH1499059983 351,21 –0,8 –1,5 407,13 / 264,87 341,02 6,4 15,6 21,82 23,49 15,0 3,1 3,2 388,42 6 7 2

Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 16,05 2,2 21,4 16,49 / 10,64 13,95 45,3 26,6 0,43 0,50 32,0 0,9 1,0 16,51 12 4 0

Safran 924781 / FR0000073272 325,90 1,3 10,4 348,5 / 262,6 301,35 8,6 22,2 10,09 12,28 26,5 1,2 1,5 341,75 11 6 0

Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 73,99 –2,8 –10,9 90,46 / 71,72 80,80 1,2 8,2 8,51 9,01 8,2 5,8 6,1 96,70 10 12 0

Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 280,25 3,5 18,8 293,15 / 209,0 249,83 6,0 24,6 9,88 11,48 24,4 1,6 1,8 300,78 16 1 0

Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 34,78 –2,2 11,0 41,28 / 29,30 34,03 1,2 4,4 4,68 4,27 8,1 3,9 4,1 45,63 6 9 0

St. Gobain 872087 / FR0000125007 76,92 –3,7 –11,3 104,4 / 66,12 82,59 1,5 7,4 6,44 7,03 10,9 3,1 3,3 97,07 9 4 1

TotalEnergies 850727 / FR0000120271 70,75 –2,1 25,6 81,42 / 49,46 63,86 1,4 4,4 9,94 8,48 8,3 5,1 5,3 86,85 8 7 0

UBS Group N A12DFH / CH0244767585 44,28 3,2 10,3 44,98 / 28,01 36,46 1,7 — 2,93 3,50 12,6 2,4 2,6 43,60 5 8 1

UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 79,17 6,2 11,6 80,76 / 55,78 68,18 1,7 — 7,37 8,27 9,6 4,8 5,3 84,90 5 5 0

Unilever PLC A41NM1 / GB00BVZK7T90 51,35 1,4 –7,7 63,27 / 47,00 55,35 7,0 14,4 3,20 3,41 15,1 3,7 3,9 59,25 5 6 2

Vinci 867475 / FR0000125486 129,35 0,2 7,8 143,0 / 112,95 124,44 2,2 7,8 9,16 10,14 12,8 4,1 4,5 143,50 9 7 1

Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 57,50 –6,1 –35,1 145,0 / 56,26 81,89 13,9 7,7 5,62 6,21 9,3 4,7 5,1 103,83 9 4 0

Zurich Insur. Grp N 579919 / CH0011075394 632,47 1,7 –3,2 658,97 / 565,8 612,78 3,5 — 40,57 46,54 13,6 5,5 5,8 645,61 2 7 0

DOW JONES

3M 851745 / US88579Y1010 141,75 4,2 4,3 148,84 / 120,52 135,15 16,9 18,3 7,63 8,30 17,1 2,0 2,1 149,87 9 7 0

Amazon.com 906866 / US0231351067 206,00 –3,1 4,7 237,95 / 166,04 199,64 4,7 14,2 7,62 8,66 23,8 0,0 0,0 274,37 48 4 0

American Express 850226 / US0258161092 293,80 1,1 –8,4 330,05 / 250,05 289,39 6,3 — 15,48 17,66 16,6 1,1 1,3 318,30 10 15 1

Amgen 867900 / US0311621009 303,00 –2,3 8,4 329,5 / 230,0 284,63 16,8 12,1 19,63 20,58 14,7 2,9 3,1 309,24 10 18 2

Apple Inc. 865985 / US0378331005 262,65 2,9 13,1 273,2 / 169,5 230,54 41,6 30,4 7,67 8,42 31,2 0,4 0,4 275,63 23 15 1

Boeing 850471 / US0970231058 191,90 –2,8 3,6 216,4 / 153,56 187,30 24,4 23,9 –0,34 3,67 52,4 0,0 0,1 236,68 17 5 0

Caterpillar 850598 / US1491231015 875,00 8,2 78,4 895,4 / 316,0 581,48 19,4 33,1 21,57 26,40 33,1 0,6 0,7 828,96 14 11 2

Chevron Corp. 852552 / US1667641005 154,50 –1,0 20,2 187,08 / 121,02 147,53 1,8 6,5 12,74 11,02 14,0 4,0 4,2 190,54 13 5 1

Cisco Systems 878841 / US17275R1023 104,52 0,7 58,6 111,94 / 56,04 71,60 9,4 29,0 3,75 4,19 25,0 1,4 1,4 111,37 13 8 0

Coca-Cola 850663 / US1912161007 71,10 1,8 19,2 72,87 / 55,83 63,37 9,7 24,1 2,86 3,05 23,3 2,6 2,8 75,37 12 5 0

Disney Co. 855686 / US2546871060 90,59 3,2 –6,4 106,62 / 80,10 91,59 1,6 12,3 5,99 6,57 13,8 1,5 1,6 113,67 21 2 1

Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 946,00 1,7 25,3 968,2 / 568,0 755,63 2,9 — 52,04 57,51 16,4 1,7 1,8 833,92 6 16 1

Home Depot 866953 / US4370761029 285,45 0,2 –3,0 362,15 / 254,05 306,20 17,0 17,3 13,11 14,11 20,2 2,9 3,0 324,50 18 14 0

Honeywell 870153 / US4385161066 195,86 2,7 17,9 210,35 / 162,1 185,02 6,4 20,6 10,50 — — — — 193,95 9 14 0

IBM 851399 / US4592001014 230,85 –0,2 –11,1 292,7 / 181,42 234,52 6,4 13,9 10,92 11,79 19,6 2,6 2,6 254,99 11 8 0

Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 206,90 1,2 17,0 214,3 / 129,0 185,45 6,4 20,0 10,15 11,15 18,6 2,3 2,4 221,67 10 8 0

JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 287,80 4,1 4,4 293,4 / 240,7 263,20 2,4 — 19,58 20,66 13,9 1,9 2,1 299,80 8 12 0

McDonald’s 856958 / US5801351017 238,60 –3,9 –9,0 290,45 / 231,3 261,17 214,7 — 16,6 11,38 12,46 19,1 2,8 2,9 290,41 14 14 1

Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 101,30 –0,7 12,2 106,74 / 66,40 90,68 5,9 19,8 2,40 8,39 12,1 2,9 3,0 114,06 15 10 0

Microsoft 870747 / US5949181045 328,75 –4,7 –20,4 490,1 / 309,7 385,12 6,2 16,4 14,76 16,96 19,4 1,0 1,1 492,12 40 3 0

Nike 866993 / US6541061031 37,59 –3,7 –28,1 69,80 / 35,65 50,11 4,7 17,7 1,59 2,11 17,9 3,9 4,2 51,91 13 22 1

Nvidia 918422 / US67066G1040 178,42 –2,2 11,3 202,2 / 127,1 163,14 16,4 23,8 7,86 11,16 16,0 0,4 0,5 262,05 49 2 1

Procter & Gamble 852062 / US7427181091 131,74 2,5 7,2 141,96 / 118,0 127,72 6,5 19,0 6,05 6,21 21,2 2,8 3,0 143,27 9 11 0

FOCUS MONEY 27/2026

97


moneyanalyse Internationale Aktien

ABBVIE

Cleverer Zukauf

Milliarden-Deals sind in der Pharmaindustrie nichts Ungewöhnliches. Die Übernahme

von Apogee Therapeutics durch den Arzneimittelhersteller Abbvie für rund 10,9 Milliarden

Dollar ist jedoch etwas Besonderes. Der Zukauf der Biotech-Hoffnung ebnet

dem Konzern neue Wachstumschancen im Immunologiegeschäft, etwa bei atopischer

Dermatitis und Asthma. Die Börse nahm den Deal begeistert auf. Die Abbvie-

Aktie konnte deutlich zulegen, die von Apogee Therapeutics sogar um 50 Prozent.

Abbvie

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

200

180

160

140

120

100

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US00287Y1091 Empfohlen am 16.10.2024 Empfehlungs-Kurs 174,94 € Kurs aktuell 205,60 € +/– in % +17,5 Neuer Stopp 174,00 € Kursziel 220,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

DOW JONES

Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 133,02 –6,8 –41,3 236,35 / 129,48 183,84 3,7 8,4 12,39 13,58 9,8 1,1 1,2 220,49 31 10 0

Sherwin Williams 856050 / US8243481061 275,40 –0,4 0,2 319,6 / 251,5 286,94 15,6 24,0 10,28 11,61 23,7 1,0 1,1 326,93 10 11 0

Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 270,00 3,6 9,7 270,0 / 214,3 247,55 1,9 — 24,68 25,03 10,8 1,6 1,7 274,30 6 17 0

UnitedHealth 869561 / US91324P1021 360,00 1,1 28,6 360,0 / 204,9 287,07 3,5 17,3 16,12 18,35 19,6 2,2 2,3 359,21 17 4 1

Verizon 868402 / US92343V1044 40,19 –1,7 16,7 45,00 / 32,70 38,13 1,8 5,2 4,34 4,62 8,7 6,2 6,3 45,50 8 15 0

VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 288,30 3,0 –4,3 310,0 / 254,0 281,60 17,0 24,7 11,52 13,03 22,1 0,8 0,9 349,62 29 3 0

Walmart Inc. 860853 / US9311421039 103,80 0,6 8,6 116,34 / 80,66 99,96 8,8 24,0 2,55 2,88 36,0 0,8 0,9 121,54 28 4 1

USA WEITERE

Abbott Lab 850103 / US0028241000 77,64 3,3 –26,4 118,58 / 69,76 96,76 3,1 14,5 4,81 5,31 14,6 2,9 3,1 102,16 16 7 0

Adobe 871981 / US00724F1012 171,00 –4,0 –42,7 333,55 / 167,68 250,49 6,2 7,3 21,41 24,14 7,1 0,0 0,0 247,44 9 24 3

AirBnB A2QG35 / US0090661010 121,18 5,2 4,5 124,44 / 96,01 110,23 8,5 17,4 4,42 5,32 22,8 0,0 0,0 137,17 19 18 2

Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 305,30 –3,8 14,6 350,15 / 144,12 267,94 7,4 20,8 12,47 12,71 24,0 0,3 0,3 379,43 42 7 0

Altria Group 200417 / US02209S1033 61,02 1,1 24,5 64,00 / 46,64 55,46 — 11,5 4,98 5,15 11,9 6,2 6,5 61,68 4 7 1

American Water A0NJ38 / US0304201033 109,00 0,9 –1,6 126,35 / 102,85 112,82 2,0 10,5 5,33 5,75 19,0 2,8 3,1 118,82 3 9 0

AT&T A0HL9Z / US00206R1023 19,62 –2,5 –6,8 25,41 / 19,12 22,27 1,4 3,9 2,03 2,23 8,8 5,0 5,0 26,55 12 10 0

Bank of America 858388 / US0605051046 50,45 3,6 7,2 50,45 / 38,70 44,79 1,4 — 3,91 4,43 11,4 2,1 2,3 55,37 16 2 0

Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 432,50 1,0 1,7 445,0 / 392,8 419,99 1,4 — 18,19 18,82 23,0 0,0 0,0 456,13 2 1 0

Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 172,26 –0,4 14,8 174,18 / 104,4 149,38 1,6 8,2 11,68 14,57 11,8 0,0 0,0 193,08 18 14 1

Broadcom A2JG9Z / US11135F1012 338,00 –0,9 13,3 432,25 / 223,2 310,00 16,5 33,2 10,19 16,99 19,9 0,7 0,8 459,20 36 4 0

Citigroup A1H92V / US1729674242 125,56 3,1 25,0 127,94 / 69,77 97,29 1,2 — 9,53 11,01 11,4 1,7 1,9 128,92 13 4 0

Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 139,70 –5,1 –29,9 381,15 / 118,26 202,56 3,2 — 1,16 4,35 32,1 0,0 0,0 201,39 18 10 2

Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 77,96 0,8 15,4 84,30 / 64,84 72,46 100,4 — 19,2 3,34 3,54 22,0 2,4 2,5 84,02 7 8 0

Comcast A 157484 / US20030N1019 19,35 –6,6 –23,1 31,12 / 19,35 24,36 0,8 2,8 3,08 3,32 5,8 6,0 6,3 28,41 6 17 2

eBay 916529 / US2786421030 91,03 –3,1 22,4 102,08 / 62,84 80,22 8,7 13,2 5,37 5,93 15,4 1,2 1,2 94,53 5 20 2

Eli Lilly 858560 / US5324571083 970,80 0,1 5,7 1037,4 / 537,4 832,03 19,5 30,4 31,74 38,97 24,9 0,6 0,7 1068,34 18 5 1

ExxonMobil 852549 / US30231G1022 120,78 –0,7 17,0 153,2 / 90,62 115,55 2,1 7,6 9,97 9,40 12,9 3,0 3,1 149,23 8 12 1

GE Aerospace A3CSML / US3696043013 305,50 3,5 16,2 315,95 / 206,5 262,54 19,9 37,9 6,63 7,61 40,1 0,5 0,6 307,65 16 1 0

Gilead Sciences 885823 / US3755581036 110,00 2,7 4,1 132,0 / 90,00 111,07 8,5 810,8 –0,69 8,47 13,0 2,6 2,6 138,13 17 7 0

Intel 855681 / US4581401001 115,82 5,3 268,7 123,62 / 16,44 49,08 5,3 47,2 0,96 1,36 85,4 0,0 0,0 82,53 11 31 2

Kroger Co. 851544 / US5010441013 48,58 –12,3 –8,4 66,37 / 48,58 56,66 4,8 5,2 4,58 4,86 10,0 2,6 2,8 61,99 11 13 0

Lockheed Martin 894648 / US5398301094 435,40 –5,6 4,5 612,0 / 350,0 462,01 11,3 13,1 26,18 28,13 15,5 2,8 2,9 548,02 4 14 1

LYFT A2PE38 / US55087P1049 12,20 3,4 –24,5 21,41 / 10,80 14,61 2,1 5,2 1,37 1,83 6,7 0,0 0,0 16,47 10 28 0

MasterCard A0F602 / US57636Q1040 429,30 1,8 –12,9 516,5 / 400,0 456,98 41,9 25,9 17,23 19,97 21,5 0,7 0,8 565,32 29 2 0

Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 492,70 –4,0 –12,0 685,9 / 452,5 558,78 4,7 10,1 28,21 31,77 15,5 0,4 0,4 725,23 50 6 0

Moderna A2N9D9 / US60770K1079 50,21 11,7 88,6 57,21 / 19,26 33,97 3,9 — –7,41 –3,68 — 0,0 0,0 38,09 2 17 1

Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 53,00 –0,2 14,6 60,91 / 44,01 50,44 3,1 16,3 2,68 2,97 17,9 3,4 3,7 58,92 11 9 0

Netflix 552484 / US64110L1061 65,39 –6,5 –17,2 113,96 / 62,82 83,50 9,3 22,3 3,14 3,37 19,4 0,0 0,0 100,06 29 13 0

Newmont Corp. 853823 / US6516391066 85,00 –7,0 –1,6 116,0 / 48,23 87,97 2,6 7,6 8,98 9,99 8,5 1,1 1,1 123,29 13 3 0

98 FOCUS MONEY 27/2026


EASYJET

Pokern könnte sich lohnen

Zum dritten Mal in Folge lehnt der Vorstand von Easyjet ein Übernahmeangebot des

US-Investors Castlelake ab: Mit einer Gesamtbewertung von rund 5,5 Milliarden Euro

liegt das Angebot mit 625 Pence je Aktie um 24 Prozent über dem letzten Börsenkurs

davor. Der Easyjet-Vorstand argumentiert, die Bewertung sei aufgrund des Irankriegs

gedrückt und hält an seinem Gewinnziel von einem Gewinn vor Steuern von

mehr als einer Milliarde Pfund fest. Mutige Anleger wetten auf ein höheres Angebot.

Easyjet

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

7

6

5

4

3

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN GB00B7KR2P84 Empfohlen am 28.11.2025 Empfehlungs-Kurs 5,40 € Kurs aktuell 6,12 € +/– in % +13,3 Neuer Stopp 5,00 € Kursziel 8.00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 44,98 –4,8 30,1 58,41 / 33,13 42,17 1,4 3,6 4,97 3,54 12,7 2,0 2,1 57,74 6 14 1

Oracle 871460 / US68389X1054 151,70 –8,6 –8,7 294,4 / 114,5 175,35 6,1 9,2 7,05 9,57 15,9 1,2 1,3 221,47 30 6 1

Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 105,10 –9,1 –33,0 179,84 / 102,0 136,17 25,3 66,3 1,29 1,83 57,6 0,0 0,0 160,20 18 11 1

PayPal A14R7U / US70450Y1038 36,87 –0,2 –27,2 70,87 / 32,50 46,70 1,8 5,8 4,65 5,05 7,3 1,3 1,1 45,18 5 31 4

Pepsico 851995 / US7134481081 124,96 –0,3 2,0 144,78 / 109,0 128,79 8,1 13,6 7,58 7,98 15,7 4,1 4,3 147,51 4 15 1

Pfizer 852009 / US7170811035 22,05 –2,0 3,7 24,86 / 20,00 22,19 1,6 10,5 2,59 2,48 8,9 7,0 6,9 25,59 9 16 1

Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 152,36 –3,2 11,6 164,86 / 124,42 142,75 — 19,3 7,38 8,00 19,0 3,5 3,7 169,94 7 4 0

QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 183,48 –4,2 24,6 220,55 / 106,54 143,71 8,8 16,6 9,43 9,36 19,6 1,7 1,8 162,61 10 21 2

Snap A2DLMS / US83304A1060 4,08 –9,5 –38,5 8,79 / 3,39 5,65 3,6 9,2 0,53 0,64 6,3 0,0 0,0 6,65 7 30 1

SpaceX A42D4F / US84615Q1031 133,18 –19,4 — 194,78 / 128,94 154,50 — — — — — — — — 0 0 0

Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 87,31 –0,4 20,5 92,72 / 67,56 78,90 — 24,5 2,09 2,64 33,1 2,5 2,6 93,14 12 16 2

Tesla A1CX3T / US88160R1014 341,20 –3,6 –13,2 422,9 / 245,95 357,52 15,0 96,7 1,81 2,19 155,7 0,0 0,0 369,19 18 18 4

Texas Instruments 852654 / US8825081040 274,80 1,9 84,4 288,1 / 132,64 181,97 15,8 29,7 6,82 8,29 33,1 1,8 1,9 258,08 15 17 2

T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 155,86 –3,4 –8,9 223,6 / 149,98 176,57 3,6 6,8 9,85 12,25 12,7 2,3 2,6 227,11 15 4 0

UPS 929198 / US9113121068 94,46 0,8 11,5 101,72 / 70,16 85,49 6,0 10,8 6,25 7,01 13,5 6,1 6,1 99,58 13 11 1

SCHWEIZ

Adecco Group N 922031 / CH0012138605 16,26 –6,0 –35,3 29,60 / 15,80 22,67 0,8 4,7 2,36 2,64 6,2 6,2 7,0 23,10 3 5 3

Alcon N A2PDXE / CH0432492467 58,25 1,5 –15,2 80,73 / 51,91 65,33 1,5 14,2 3,04 3,48 16,7 0,5 0,6 83,96 17 3 0

Amrize N A414LY / CH1430134226 46,40 –1,2 –1,9 55,75 / 38,23 46,16 2,1 13,3 2,34 2,68 17,3 1,2 1,3 55,00 3 7 0

Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,00 –2,9 2,9 9,84 / 7,11 8,19 1,1 4,9 0,76 0,90 8,9 5,8 6,1 9,28 2 10 1

Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 565,58 0,5 –15,9 716,53 / 532,56 631,68 10,6 19,9 20,49 22,12 25,6 2,5 2,6 604,45 4 8 2

Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 46,00 –4,0 –21,0 72,38 / 42,03 55,25 139,8 — 9,0 2,65 3,15 14,6 3,2 3,4 62,01 4 2 0

Givaudan 938427 / CH0010645932 3535,95 1,8 3,5 4325,5 / 2786,6 3368,58 6,1 22,4 130,93 142,01 24,9 2,3 2,3 3743,03 8 9 0

Holcim N 869898 / CH0012214059 81,36 –2,7 –3,7 89,64 / 62,05 78,15 2,5 14,2 3,98 4,58 17,8 2,5 2,7 86,63 7 9 0

Kühne + Nagel N A0JLZL / CH0025238863 199,71 –2,2 7,4 217,96 / 160,07 185,91 9,1 15,5 8,91 9,50 21,0 3,5 3,7 198,99 2 11 3

Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 10240,8 3,3 –18,6 14813 / 9735,8 12288,2 4,1 22,3 347,79 373,48 27,4 2,0 2,1 11031,97 0 3 2

Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 91,35 –5,0 3,2 111,64 / 70,59 89,18 5,8 17,0 5,10 5,45 16,8 1,6 1,7 101,20 5 4 0

SGS NA A3D68K / CH1256740924 97,78 ±0,0 –0,9 105,86 / 86,53 96,56 13,1 12,5 4,44 4,76 20,6 3,5 3,6 107,05 6 8 0

Sonova NA 893484 / CH0012549785 210,35 –3,6 –6,5 266,83 / 177,01 221,77 4,0 13,5 11,43 12,65 16,6 2,4 2,6 234,37 3 9 3

Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 223,49 –3,3 22,3 242,28 / 137,97 192,26 0,9 18,2 5,38 8,10 27,6 2,2 2,5 179,73 3 9 5

Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 134,82 2,3 –6,5 170,28 / 123,86 144,40 1,7 — 14,21 14,01 9,6 5,6 6,0 140,35 0 8 3

VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 720,00 –1,1 71,8 767,57 / 279,64 502,28 22,3 60,3 11,09 15,61 46,1 1,2 1,5 667,99 7 6 2

ÖSTERREICH

Andritz 632305 / AT0000730007 78,50 –0,5 18,0 80,70 / 58,65 67,52 2,9 9,6 5,27 6,02 13,0 3,6 3,9 82,83 3 1 0

BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 171,40 3,9 35,0 172,7 / 104,3 130,16 2,8 — 12,33 14,42 11,9 3,4 4,8 168,98 5 1 0

CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 15,12 –0,4 –2,5 19,56 / 14,86 16,10 0,4 5,2 1,58 1,47 10,3 4,0 3,8 16,75 0 1 0

Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 114,00 1,6 13,3 116,4 / 71,05 96,55 1,7 — 9,78 10,89 10,5 3,7 4,3 114,11 6 4 1

Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 49,70 0,4 –8,3 56,00 / 48,10 52,41 2,6 11,9 2,26 2,40 20,7 3,3 3,5 54,58 1 3 0

FOCUS MONEY 27/2026

99


moneyanalyse Internationale Aktien

YUM BRANDS

Eine Marke weniger

Das Unternehmen Yum Brands ist in Deutschland vielleicht weniger bekannt. Sehr

wohl aber seine Marken wie KFC, Taco Bell oder Pizza Hut. Wobei, letztere kann

man gleich wieder streichen, denn die Restaurantkette Pizza Hut wurde jüngst für

1,5 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Longrange Capital verkauft. Doch an

der Börse kam der Deal nur kurzfristig gut an: Nach einem kleinen Hüpfer sackte

die Aktie wieder ab. Yum will aber weiter wachsen, Anleger können dabeibleiben.

Yum Brands

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

150

140

130

120

110

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US9884981013 Empfohlen am 17.04.2026 Empfehlungs-Kurs 135,00 € Kurs aktuell 131,25 € +/– in % –2,8 Neuer Stopp 125,00 € Kursziel 150,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

ÖSTERREICH

Lenzing 852927 / AT0000644505 25,75 5,1 11,0 29,60 / 19,76 24,32 1,0 3,1 –1,81 –0,98 — 0,0 0,6 24,50 1 3 1

Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 77,60 –2,3 –15,7 101,6 / 69,90 84,43 0,7 12,9 5,78 7,79 10,0 3,3 4,1 94,00 0 2 0

OMV 874341 / AT0000743059 55,70 1,1 17,5 64,45 / 43,00 52,85 1,0 3,4 8,21 7,23 7,7 8,1 8,6 61,00 4 4 3

Palfinger 919964 / AT0000758305 33,05 –5,0 –1,3 40,20 / 29,10 34,68 1,3 5,4 2,95 3,64 9,1 3,1 3,7 44,30 4 0 0

Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 54,25 4,5 44,4 55,25 / 24,16 38,54 0,8 — 6,23 6,47 8,4 3,3 3,9 45,63 5 4 0

SBO 907391 / AT0000946652 30,85 –11,1 14,5 37,35 / 25,85 31,50 1,1 8,5 1,96 3,22 9,6 3,2 5,0 36,90 1 1 1

Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,85 0,7 10,3 10,32 / 8,46 9,25 1,1 3,8 1,00 1,08 9,2 4,7 5,0 10,57 1 5 0

Verbund 877738 / AT0000746409 55,45 –1,6 –9,5 69,50 / 55,40 62,33 1,8 10,0 3,14 3,77 14,7 2,9 3,4 60,18 0 5 6

Voestalpine 897200 / AT0000937503 44,32 –6,0 17,9 48,86 / 22,90 38,79 0,9 5,6 3,82 4,80 9,2 2,5 3,2 48,45 2 7 0

Wienerberger 852894 / AT0000831706 23,02 –2,0 –24,1 33,14 / 21,96 26,68 0,9 4,7 1,97 2,69 8,6 4,4 4,7 28,96 3 1 2

WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN

Accor 860206 / FR0000120404 47,82 –2,2 0,5 50,16 / 38,08 44,73 2,8 11,7 2,23 2,66 18,0 3,1 3,5 55,29 11 2 0

Agnico-Eagle Mines 860325 / CA0084741085 141,65 –4,1 –4,2 223,8 / 98,32 158,18 2,7 9,0 11,86 12,70 11,1 1,0 1,0 213,77 10 5 1

Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 59,90 0,7 1,3 66,78 / 46,42 56,56 2,1 12,6 3,83 4,25 14,1 3,4 3,5 62,29 7 9 0

Alibaba A117ME / US01609W1027 90,60 –6,4 –28,4 163,8 / 88,20 127,48 1,4 10,0 5,84 8,02 11,3 1,1 1,1 166,57 30 2 0

Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 44,43 –7,7 25,9 49,14 / 23,52 37,46 2,9 10,0 1,58 2,12 20,9 1,4 1,9 45,69 5 7 1

ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 21,60 2,8 6,9 24,13 / 16,07 21,09 1,5 — 1,51 1,55 14,0 4,7 4,8 21,64 2 7 0

ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 54,60 –8,7 40,3 62,12 / 26,10 43,80 0,8 7,6 4,20 6,20 8,8 1,0 1,1 58,79 7 3 0

BAE Systems 866131 / GB0002634946 20,94 0,6 7,1 27,97 / 18,06 22,65 4,3 18,1 0,96 1,10 19,1 2,2 2,5 26,91 7 6 2

Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 95,10 –5,8 –16,3 141,6 / 71,90 109,76 0,9 9,2 6,78 7,95 12,0 0,0 0,0 156,99 23 4 0

Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 3,59 0,4 64,9 5,65 / 1,20 2,67 2,3 — –0,14 –0,14 — 0,0 0,0 2,67 2 8 1

Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,59 –1,7 22,2 0,61 / 0,45 0,52 0,5 — 0,10 0,10 5,9 5,2 5,4 0,69 9 1 0

Barclays 850403 / GB0031348658 5,94 5,9 8,8 6,00 / 3,76 4,96 1,0 — 0,60 0,73 8,1 2,9 3,6 6,31 8 4 0

Barrick Mining Gold A417GQ / CA06849F1080 34,15 –6,6 –10,8 45,63 / 17,46 34,85 2,2 6,5 3,52 4,04 8,5 2,2 2,7 45,18 11 3 1

BHP Group 850524 / AU000000BHP4 36,03 –9,0 39,6 40,44 / 20,06 29,30 3,8 9,9 2,25 2,32 15,5 3,7 3,7 37,46 2 12 0

BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 8,50 –9,6 –20,6 14,79 / 8,40 10,91 2,1 4,7 0,54 0,68 12,4 0,7 1,9 13,83 20 3 0

Capgemini 869858 / FR0000125338 86,68 –11,2 –39,0 151,9 / 86,68 118,10 1,2 6,0 12,95 13,80 6,3 4,0 4,3 148,34 9 5 0

China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 3,24 –4,6 5,7 3,80 / 1,93 3,02 1,0 — 0,51 0,58 5,6 3,4 3,7 4,03 10 1 1

CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 7,47 –3,0 29,3 8,00 / 5,16 6,54 0,4 4,2 0,75 0,75 10,0 4,0 4,0 9,12 5 1 0

CSL 890952 / AU000000CSL8 67,58 6,7 –31,2 153,06 / 56,00 92,39 2,3 10,4 5,51 5,61 12,0 3,7 3,8 84,80 5 9 0

Diageo 851247 / GB0002374006 17,90 3,0 –1,6 24,70 / 15,70 18,96 3,5 10,8 1,41 1,41 12,7 2,6 2,7 22,86 11 8 1

Engie A0ER6Q / FR0010208488 26,92 –0,9 20,6 29,85 / 17,35 24,09 1,8 6,4 1,96 2,09 12,9 5,2 5,4 30,59 10 4 0

Equinor ASA 675213 / NO0010096985 28,56 –2,3 42,5 37,77 / 18,93 25,46 1,7 3,1 4,43 3,48 8,2 4,8 5,1 32,81 2 15 3

Ericsson B 850001 / SE0000108656 10,14 –3,9 21,6 11,77 / 6,22 9,04 3,4 14,0 0,59 0,65 15,6 2,8 2,9 8,90 2 10 3

Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 64,88 1,2 4,5 73,92 / 56,54 63,17 2,4 9,0 4,01 4,67 13,9 1,2 1,4 71,03 4 6 1

Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 188,70 0,3 6,4 248,8 / 131,8 193,51 4,5 19,2 7,89 8,42 22,4 0,8 0,9 258,14 8 3 0

Galp Energia A0LB24 / PTGAL0AM0009 18,43 –0,1 29,3 22,34 / 13,91 17,70 2,7 5,2 1,92 1,77 10,4 3,6 3,8 22,22 5 8 0

Generali 850312 / IT0000062072 42,49 1,6 19,6 43,00 / 29,95 35,33 1,9 — 3,19 3,42 12,4 4,3 4,7 40,36 6 6 0

100 FOCUS MONEY 27/2026


UNIQURE

Neue Hoffnung auf Zulassung

Das niederländische Unternehmen Uniqure hatte im September mit ungewöhnlich

guten Daten einer Gentherapie gegen die unheilbare Erbkrankheit Huntington auf

sich aufmerksam gemacht. Doch dann verweigerte die US-Zulassungsbehörde entgegen

vorheriger Zusagen den Zulassungsantrag auf Basis dieser Ergebnisse. Inzwischen

wurde die Führung der Behörde erneut ausgetauscht – und der Weg für Uniqure

ist wieder frei. Der Kurs sprang um 79 Prozent, und es gibt noch Luft nach oben.

Uniqure

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

60

40

20

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN NL0010696654 Empfohlen am 24.02.2021 Empfehlungs-Kurs 30,78 € Kurs aktuell 41,90 € +/– in % +36,1 Neuer Stopp 34,00 € Kursziel 52,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 6,10 –9,4 31,1 7,15 / 3,16 5,30 2,0 6,8 0,53 0,52 11,7 3,0 3,3 7,34 9 6 0

Heineken A0CA0G / NL0000009165 73,16 3,1 5,9 80,00 / 64,22 68,86 2,1 8,2 5,24 5,63 13,0 2,8 2,9 85,38 11 9 0

Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 15,00 –3,3 –12,4 18,04 / 11,40 15,91 6,1 11,3 0,72 0,77 19,6 4,4 4,7 14,14 1 13 7

Honda Motor 853226 / JP3854600008 7,49 –3,4 –9,1 9,80 / 6,70 8,18 0,4 7,1 0,62 — 1,14 — 6,6 — 5,1 5,5 8,42 5 9 0

ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,75 –4,2 8,4 0,80 / 0,61 0,70 0,5 — 0,13 0,14 5,4 5,5 5,7 0,92 9 1 0

Kering 851223 / FR0000121485 265,65 1,0 –11,6 350,9 / 175,64 275,25 2,2 10,3 6,50 9,82 27,1 1,4 1,9 282,13 3 17 1

Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 50,00 2,1 –16,9 64,16 / 48,00 57,13 8,7 17,4 2,22 2,48 20,2 3,9 4,2 61,37 6 10 2

Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 456,60 2,1 26,5 456,6 / 332,4 401,15 6,2 21,7 15,69 17,18 26,6 1,2 1,3 478,14 17 4 1

MTN Group 897024 / ZAE000042164 11,80 0,9 42,2 11,90 / 6,20 9,00 2,5 5,6 0,91 1,17 10,1 2,6 3,5 12,04 4 2 1

Naspers A41H7X / ZAE000351946 42,00 –5,4 –25,7 65,33 / 42,00 52,12 1,3 27,2 5,22 6,19 6,8 0,6 0,8 69,99 6 1 0

NEL A0B733 / NO0010081235 0,22 –6,3 13,7 0,37 / 0,17 0,21 1,2 — –0,02 –0,02 — 0,0 0,0 0,19 0 6 7

Nintendo 864009 / JP3756600007 37,17 –3,7 –35,3 85,00 / 36,84 56,61 2,6 22,7 2,20 — 2,66 — 14,0 — 2,9 3,4 55,83 15 7 1

Nokia 870737 / FI0009000681 11,86 –6,8 112,2 14,97 / 3,48 7,13 3,1 26,6 0,34 0,39 30,1 1,3 1,4 10,24 8 6 3

Northern Star R. A0BLDY / AU000000NST8 12,49 –1,1 –16,7 19,29 / 8,72 14,07 1,8 9,9 0,75 1,20 10,4 2,5 3,3 15,82 9 4 0

Orange 906849 / FR0000133308 17,11 –1,4 20,9 18,80 / 12,65 15,76 1,5 3,9 1,02 1,17 14,6 4,6 4,8 19,02 7 7 0

Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 62,64 –2,2 –14,3 107,0 / 60,24 74,97 1,0 8,8 5,77 5,88 10,6 7,4 6,9 86,53 5 10 0

Philips Elec. 940602 / NL0000009538 23,47 0,7 1,6 27,87 / 19,91 23,98 2,0 10,5 1,53 1,71 13,7 3,6 3,8 27,95 5 11 0

Prudential 852069 / GB0007099541 11,76 3,0 –11,6 14,30 / 10,40 12,53 1,5 — 1,02 1,13 10,4 2,2 2,4 16,34 8 1 0

Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 48,30 1,5 –18,4 60,60 / 44,90 53,25 1,5 — 2,95 3,46 13,9 0,2 0,3 70,50 1 0 0

Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 4480,00 –8,8 154,5 5300 / 926,0 2478,05 — — 569,48 738,08 6,1 0,9 1,5 6035,98 3 0 0

Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 2,04 –14,3 –36,3 4,50 / 1,47 2,75 1,7 2,3 0,66 0,70 2,9 12,9 14,3 3,33 2 5 0

Softbank 891624 / JP3436100006 35,29 –12,7 44,0 49,99 / 13,77 27,54 2,0 18,7 0,51 — 0,51 — 69,2 — 0,2 0,2 41,44 10 4 1

Sony 853687 / JP3435000009 17,30 –3,9 –22,4 26,32 / 16,50 20,96 2,1 9,7 1,13 — 1,22 — 14,2 — 1,0 1,1 25,38 16 2 0

Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 5,40 –11,5 –42,5 10,47 / 5,30 7,69 0,3 1,6 0,83 1,54 3,5 0,0 6,3 7,87 5 15 1

Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 385,00 1,4 50,7 417,5 / 189,2 290,36 9,6 21,2 13,82 17,23 22,3 0,9 1,1 414,98 12 2 0

Telefónica 850775 / ES0178430E18 3,68 –6,0 5,9 4,89 / 3,25 3,85 1,4 2,9 0,34 0,39 9,4 4,1 4,9 4,00 2 14 3

Telia Comp. 938475 / SE0000667925 4,41 –3,7 22,4 4,73 / 2,92 3,89 3,6 7,5 0,21 0,23 19,0 4,4 4,7 4,13 2 10 3

Tencent A1138D / KYG875721634 47,09 –6,9 –27,3 74,99 / 46,09 61,64 2,4 9,9 3,87 4,25 11,1 1,5 1,6 78,57 36 2 1

Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 8,40 –6,2 –26,9 14,25 / 8,26 10,68 3,9 10,0 0,34 0,63 13,4 2,4 4,8 12,06 6 1 1

Toyota 853510 / JP3633400001 14,98 –3,3 –17,1 21,35 / 14,21 17,55 0,9 5,7 1,83 — 2,01 — 7,5 — 3,7 4,2 20,07 9 5 0

Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 5,15 3,4 –21,0 10,25 / 3,67 5,95 0,5 4,8 –1,06 0,13 39,6 0,0 0,0 5,60 3 7 4

Umicore A2H5A3 / BE0974320526 22,26 –4,4 23,9 26,60 / 12,22 18,17 2,1 9,5 1,64 1,76 12,6 2,3 2,4 24,51 7 5 1

Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 24,23 5,3 4,0 27,12 / 12,55 21,86 5,2 9,8 1,14 1,44 16,8 0,9 1,1 25,13 12 8 1

Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 1,24 –5,5 9,6 1,41 / 0,89 1,18 0,6 2,8 0,10 0,12 10,0 3,9 4,0 1,21 3 6 2

Volvo B 855689 / SE0000115446 28,72 –4,0 5,8 33,38 / 22,46 27,90 3,3 11,0 1,95 2,25 12,8 4,9 5,6 30,79 8 8 1

Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 103,80 –2,0 0,7 144,85 / 73,76 106,10 4,9 17,3 4,68 4,95 21,0 0,6 0,7 164,80 11 0 0

Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 17,33 –2,9 31,5 21,61 / 12,20 16,07 1,0 4,6 1,68 1,64 10,5 7,9 7,5 20,84 0 6 2

Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 3,26 –10,7 –13,0 5,09 / 2,08 3,84 2,7 6,2 0,36 0,42 7,8 3,8 4,2 5,83 12 0 0

FOCUS MONEY 27/2026

101


moneyanalyse ETFs

INVESCO PHYSICAL GOLD II ETC

Gold-ETC mit Steuervorteilen

Invesco erweitert sein Angebot an Rohstoffprodukten mit dem Invesco Physical

Gold II ETC. Der neue ETC (Exchange Traded Commodity) bildet die Entwicklung

des LBMA-Goldpreises ab. Der ETC ist mit Goldbarren besichert. Dabei ermöglicht

er Anlegern eine kosteneffiziente Partizipation an der Entwicklung des Goldpreises

und bietet ihnen in Deutschland einen zusätzlichen Vorteil: Die Kapitalgewinne

sind steuerfrei, sofern der ETC länger als ein Jahr gehalten wird.

LBMA-Goldpreis

in Dollar

2025

2026

5000

4000

3000

2000

Quelle: Factset UK Limited 2026. ICE Data Services

ISIN XS3384723154 Anbieter Invesco Referenz-Index LBMA (London Bullion Market Association) Gold Price PM Währung Dollar Nachbildungsart physisch Kosten p.a. 0,12 %

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

LÄNDER

iShares Core DAX 593393 0,16 T 205,35 6,2 15,6 9,3

Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 232,45 6,3 15,7 9,4

Deka DAX ETFL06 0,15 A 91,52 6,2 15,6 9,3

iShares TecDAX 593397 0,51 T 34,34 3,5 6,8 1,7

Amundi TecDAX ETF ETF908 0,42 A 28,05 3,8 6,9 1,9

Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 150,80 8,7 5,7 –1,5

Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 52,84 9,1 5,7 –1,5

Xtrackers ATX DBX0KJ 0,25 T 134,58 55,1 33,5 18,1

Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,30 A 157,62 21,2 10,7 8,1

Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 122,63 25,9 18,7 14,0

iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 697,14 25,9 18,7 14,0

Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 632,40 38,6 24,4 17,3

Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,03 T 190,44 25,4 18,8 13,5

Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,30 T 384,60 42,7 16,6 7,1

UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 44,31 30,1 18,7 14,9

UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 253,00 25,4 16,2 11,8

Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 52,24 20,6 15,0 11,6

iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 246,20 21,1 15,2 11,7

Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 86,62 13,8 8,3 8,0

Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 147,62 11,6 8,2 8,0

Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,09 A 38,64 76,1 25,6 14,6

iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 69,86 41,5 18,4 11,0

Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,10 A 44,04 41,5 18,3 11,1

Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,45 A 212,98 34,5 16,3 9,9

Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 15,26 –1,7 6,2 –5,7

Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 19,28 44,8 14,7 4,0

iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 5,59 38,9 10,8 0,7

Amundi MSCI India II LYX0BA 0,83 T 25,61 –9,3 3,7 4,6

REGIONEN

Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 135,38 25,3 17,7 12,4

Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,19 A 158,54 28,1 18,2 11,9

SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 278,55 28,2 18,2 11,9

iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 9,04 32,7 15,9 8,1

UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 177,28 21,3 14,9 10,4

Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 162,62 22,5 16,6 12,0

iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,10 A 63,42 22,7 16,7 12,1

iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 63,20 21,6 15,1 10,0

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,09 A 68,87 24,8 17,4 11,2

Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 442,10 19,8 13,8 6,7

Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 117,26 21,8 14,9 10,3

iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 39,68 21,8 14,9 10,3

Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,30 T 71,86 13,3 12,4 4,2

iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 10,84 21,4 14,9 9,9

iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 76,14 10,8 8,3 5,4

Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 59,86 64,6 26,2 10,1

Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 82,49 58,1 23,5 9,4

iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 T 48,42 54,4 22,6 9,6

iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 9,66 43,2 17,1 5,6

Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 20,35 37,2 9,7 9,4

THEMEN

iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 18,43 50,1 20,7 11,8

iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 108,46 29,8 21,5 15,4

iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 10,43 68,8 5,1 0,4

iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 9,31 –5,5 10,5 –0,3

VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 77,64 49,1 37,5 20,3

Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 50,18 13,6 3,3 4,8

iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 7,88 21,0 4,2 –2,4

Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 1168,40 45,6 28,4 20,3

iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 43,26 45,0 29,8 23,4

Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,60 A 46,14 88,9 13,0 4,2

VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 50,40 –15,0 16,4 6,7

Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,59 A 68,65 2,6 7,9 6,2

BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 22,88 25,7 11,5 9,7

BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 293,20 14,6 8,9 6,6

VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 51,02 6,5 35,1 —

STRATEGIEN

iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 38,22 30,7 19,9 10,9

SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 72,30 15,2 8,2 7,3

SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 29,29 12,2 14,9 8,7

Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 42,83 1,9 6,7 5,8

iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,25 T 105,28 40,5 27,9 15,4

iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,30 T 69,22 66,5 27,2 17,8

VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 53,72 6,9 5,1 3,4

Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,53 T 149,02 –3,0 7,2 —

Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 356,45 19,4 11,9 5,8

102 FOCUS MONEY 27/2026


Zertifikate

CAPPED BONUSZERTIFIKAT AUF SIEMENS ENERGY

23 Prozent Bonusrendite

Siemens Energy profitiert vom Energiebedarf der KI-Rechenzentren. Die Aktie zählt

mit einem Plus von 40 Prozent im Jahr 2026 zu den Gewinnern im Dax. Das Capped

Bonuszertifikat bietet derzeit eine Bonusrendite von 23 Prozent, sofern der Aktienkurs

bis zum Laufzeitende die Barriere von 130 Euro nicht unterschreitet. In diesem

Fall werden 210 Euro ausgezahlt. Andernfalls erhalten Anleger Aktien, es sei denn,

der Aktienkurs liegt über dem Cap. Anleger sollten das Emittentenrisiko beachten.

Siemens Energy

Kurs in Euro

Maximale Auszahlung

Barriere

200-Tage-Linie

2025 2026

200

150

100

50

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000FE4EN50 Emittent Société Génerale Laufzeit 18.12.2026 Kurs aktuell 170,65 € Barriere 130,00 € Cap = max. Auszahlung 210,00 € Bonusrendite 23,43 %

Stand: 18.06.2026

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

THEMENZERTIFIKATE

3D Printing (UBS) UBS13D 116,42 15,4 23,2 37,8 Open End

5G Technology (VON) VA9H37 258,93 25,8 32,5 51,1 Open End

Aqua Index (VON) VF55L2 201,25 5,0 5,2 11,0 Open End

Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 395,48 2,1 –8,1 –0,5 Open End

Battery Energy Storage (VON) VL53BE 188,58 10,3 25,7 100,8 Open End

Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 27,62 9,5 17,6 45,2 Open End

Belt and Road (VON) VF5Y6S 154,06 13,6 19,0 46,5 Open End

Best Age (HVB) HV3AGE 29,95 8,0 –2,2 13,1 Open End

Bitcoin (VON) VQ63TC 439,24 –11,9 –27,8 –40,3 Open End

Blockchain Technology (VON) VL9NBT 253,23 10,0 2,4 16,9 Open End

BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 19,46 –11,0 –25,4 –17,0 Open End

China Dragons 7 (SOG) SY59KE 11,51 –18,1 –21,6 –21,8 Open End

China Internet (VON) VP6CJ5 69,44 –10,1 –22,7 –17,0 Open End

Circular World (VON) VE85VQ 169,64 4,5 0,2 9,2 Open End

Cyber Security (VON) VS5ZCS 517,11 36,0 17,9 7,0 Open End

Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 26,21 0,0 1,3 13,1 Open End

Digital Marketplaces (VON) VN19ER 230,65 –9,3 –20,5 –22,5 Open End

EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 42,99 0,0 0,0 –0,5 Open End

Erix (SOG) SG1ERX 183,40 0,9 25,1 75,8 Open End

ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 89,01 3,5 –4,2 1,9 Open End

Ethereum (DZ) DW541J 10,16 –24,1 –44,7 — Open End

Gene Therapy (VON) VA3BPR 106,65 14,4 3,7 22,6 Open End

German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 60,67 40,5 63,5 63,0 Open End

Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 175,92 2,3 2,2 7,9 Open End

Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 269,15 17,0 32,9 70,3 Open End

Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 430,32 14,7 31,1 77,2 Open End

Green Invest (ERG) EB013Z 18,69 8,9 7,4 11,9 Open End

Home Office Technology (VON) VP796R 184,39 16,9 10,7 21,6 Open End

Impact for Good (VON) VA9QNW 147,09 2,6 –2,2 –1,2 Open End

Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 439,41 23,8 29,5 60,3 Open End

Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 324,49 26,9 17,6 34,8 Open End

Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 259,72 6,4 –10,3 6,9 Open End

NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 677,59 15,0 7,9 43,7 Open End

Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 338,09 –5,1 9,9 38,0 Open End

SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 16,07 14,5 29,5 54,5 Open End

Smart Farming (VON) VA8HXD 123,54 –2,7 0,8 –4,0 Open End

Smart Grid (VON) VT0DSG 659,73 18,5 43,2 82,4 Open End

Smart Mobility (SOG) SH9YES 71,70 3,5 2,4 — Open End

Social Media Titans (VON) VZ6ASM 269,70 –2,4 –18,1 –9,9 Open End

Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 44,18 8,3 15,3 20,9 Open End

Uranium Mining (SOG) SH02Q8 13,51 –13,8 –3,2 28,8 Open End

STRATEGIEZERTIFIKATE

CROCI Euro (DB) DB091Z 399,29 4,5 2,2 8,1 Open End

CROCI Germany (DB) DB0WKS 380,43 10,3 6,7 15,8 Open End

DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 74,70 14,9 9,6 14,5 Open End

DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 175,06 2,4 2,5 4,0 Open End

DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 81,81 –1,4 –2,6 –5,5 Open End

DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 134,69 8,9 2,5 7,8 Open End

Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 127,23 3,9 4,7 8,4 Open End

Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 268,26 1,7 16,0 26,7 Open End

Europ. Buyback (SG) A12V1Y 30,40 6,7 2,0 18,5 Open End

Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 154,68 5,2 3,9 6,6 Open End

European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 2106,59 1,6 11,1 10,2 Open End

Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 297,44 11,2 –0,4 19,5 Open End

Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 561,70 14,6 16,0 23,3 Open End

Krypto Portfolio Basket (VON) VE5CRY 323,61 –21,8 –35,4 –38,7 Open End

Swiss Research Basket (VON) VL4JU8 249,73 5,1 0,2 5,1 Open End

Value Investoren (UBS) UBS1SV 502,70 10,6 4,6 17,8 Open End

REGIONENZERTIFIKATE

Baix (HVB) HVB4BY 154,29 16,9 10,9 17,3 Open End

CECExt (RBI) RCB3R3 23,95 11,5 14,8 41,5 Open End

Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 152,86 8,2 6,1 17,1 Open End

ROHSTOFFZERTIFIKATE

Bloomberg Const.M.Com. (UBS) UW5P67 151,36 –1,0 18,7 — Open End

Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 130,54 6,9 9,4 27,0 Open End

Brent Oil (SOG) CU0L1S 104,97 –6,4 35,8 16,1 Open End

CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 87,63 14,4 –7,7 8,2 Open End

Gold Quanto (DB) DB0SEX 331,53 –13,0 –12,4 20,0 Open End

Kupfer-Future (SOG) SH755F 11,36 13,4 14,5 — Open End

Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 61,82 3,2 73,6 34,7 Open End

Silber Quanto (HVB) HV2XAG 50,92 –16,2 –16,7 90,2 Open End

EMITTENTEN: BNP BNP Paribas

DB Deutsche Bank

DZ Bank

ERG Erste Group

GS Goldman Sachs

HVB HypoVereinsbank

LEO Leonteq

MS Morgan Stanley

RBI Raiffeisen Bank International

SOG Société Générale

UBS UBS

VON Vontobel

FOCUS MONEY 27/2026

103


moneyanalyse Top-Fonds

Die besten Aktienfonds

Die besten Branchenfonds im Zwölf-Monatsvergleich sind weiter im Aufwärtstrend. Die Hoffnungen auf einen Frieden zwischen den

USA und dem Iran treiben die Kurse an den Weltbörsen – und die der Erfolgsfonds.

Vor dem Ausbruch

Der Kurs des JPM Thematic Genetic Therapies steht kurz vor dem Ausbruch nach oben. Das Management erwartet eine

Erholung der Branche: Eine „vielversprechende Produktpipeline und ein konstruktiveres regulatorisches Umfeld“ stimmen die

Experten optimistisch. Nordamerikanische Aktien bilden mit einem Anteil von 71,8 Prozent den Portfolioschwerpunkt.

TOPS

Aktien Gesundheit ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

JPM Them. Genetic Therapies A acc $ LU2050612402 43,2

Franklin Genomic Advanc. A acc $ LU2387456838 32,2

Janus Global Life Sciences A2 $ IE0009355771 28,7

JPM Thematic Genetic Ther. A

Veränderung in Prozent

30

15

FLOPS

Pictet Longevity P € LU0255978776 – 20,2

MIV Global MedTech P2 € LU0329630130 – 17,5

Bellevue Medtech & Services B € LU0415391431 – 15,5

–15

23.6.2025 1.1.2026.

23.6.

0

Voll auf dem KI-Boom

Neuer Spitzenreiter im Bereich Technologiefonds: Der Abaris Advanced AI setzt sich mit einem Plus von 207 Prozent an die

Spitze der Wertung. Das Produkt setzt als Themenfonds auf „direkte und indirekte KI-Profiteure“ – derzeit ein lukrativer

Schwerpunkt. Größte Positionen sind per Ende Mai Palantir, Lumentum und Reddit.

TOPS

FLOPS

Aktien Tech ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

Abaris Advanced AI A $ LI1350431667 207,7

Polar Glo Technology € IE00B18TKG14 143,7

CT (L) Gl Technology AU $ acc LU0444971666 110,0

AXA WF Digital Economy A Cap $ LU1694771590 – 11,8

Amundi Internetaktien DE0009785303 3,7

EdR SICAV Tech for Tomorrow A € FR0013488244 12,4

Abaris Advanced AI A

Veränderung in Prozent

200

150

100

–50

23.6.2025 1.1.2026.

23.6.

50

0

Gewinne mit Gewinnern

Auch im Bereich Mischfonds gibt es eine neue Nummer eins: Den A&M Experts Momentum World brachte in den vergangenen

zwölf Monaten einen Gewinn von knapp 75 Prozent. Der Fonds setzt auf eine Momentumstrategie – „Gewinne mit Gewinnern“,

lautet das Motto. In Ausnahmefällen kann der Aktienanteil auf null sinken.

TOPS

FLOPS

Mischfonds ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

A&M Experts Momentum World R DE000A3DV7B5 74,9

ASVK Substanz & Wachstum DE000A0M13W2 68,6

SISF Em Markets Multi-Asset A acc $ LU1196710195 60,7

Cresco Partnership Founders LU2166038005 – 18,7

Opportunistic Deep Value Fund UI DE000A2DVS85 – 12,3

Seilern Global Trust A AT0000934583 – 10,4

A&M Experts Momentum World R

Veränderung in Prozent

–20

23.6.2025 1.1.2026.

23.6.

60

40

20

0

Daten: FVBS professional; Charts Factset UK Limited 2026

104 FOCUS MONEY 27/2026


Kryptowährungen / Kalender

Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden

Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten des Research-Teams wichtige

Entwicklungen auf dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Marc des Ligneris, Senior Portfolio Manager bei Coinshares

KI-Euphorie überstrahlt derzeit Krypto

Der Verkehr durch die Straße von Hormus normalisiert sich, die Ölpreise

sind deutlich gefallen und notieren bereits wieder fast auf Vorkrisenniveau.

Damit rücken Inflationssorgen vorerst in den Hintergrund und Anleger

konzentrieren sich wieder stärker auf das Thema künstliche Intelligenz

(KI). Entsprechend robust ist die Stimmung an den Aktienmärkten.

Der Kryptomarkt wirkt hingegen vergleichsweise lustlos. Ein Teil der jüngsten

ETF-Abflüsse ist jedoch weniger als eine grundsätzliche Abkehr von

Kryptowährungen wie Bitcoin zu interpretieren, sondern als Umschichtung:

Kapital fließt in Halbleiterwerte, KI-Profiteure und große Börsengänge. Die

entscheidende Frage wird sein, ob KI bereits echte Produktivitätsgewinne

liefert oder ob die Märkte vor allem künftige Effekte vorwegnehmen.

Doch auch wenn Kryptowährungen derzeit unspektakulär wirken, ist die

Asset-Klasse noch nicht verschwunden. Vielmehr ist sie auf der Suche nach

einem neuen, stärker nutzungsgetriebenen Narrativ. So gewinnt beispielsweise

das Thema „Tokenisierung“ zunehmend an Fahrt – mit Aktien- und

Rohstoff-Perpetuals, Pre-IPO-Anteilen, Prognosemärkten und künftig auch

tokenisierten Portfolios. Der Angst-&-Gier-Index (Fear-&-Greed-Index) signalisiert

mit Werten um 20 aktuell zudem eine ausgeprägte Angst am Kryptomarkt.

Historisch waren solche Phasen aber oft gute Einstiegszeitpunkte.

Die Angst geht um

Krypto Angst&Gier-Index

Stimmung in Punkten, Werte von 0-100

Stand: 23.06.26

Neutral

Extreme

Angst

Top-5 Kryptowährungen

1)

Angst

24

Angst

Marktkapital.

in Mrd. Euro

Gier

Extreme

Gier

Wertentwicklung 2)

1 Monat 3 Monate 1 Jahr

1 Bitcoin 1091 –17,8% –9,9% –37,5%

2 Ethereum 177 –19,2% –19,0% –23,4%

3 XRP 59 –17,9% –21,5% –44,9%

4 Solana 35 –17,6% –23,3% –46,8%

5 Tron 27 –8,6% 7,9 % 24,5 %

Stand: 23.06.26; 1) ohne Stable-, Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis

Quelle: Coinshares

Quelle: Coinshares

Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche

29.06.2026 WIRTSCHAFT/EUROPA

Maue Stimmung

In Europa stellt sich die Vertrauensfrage, genauer:

Neben der Geldmenge M3 im Mai, herausgegeben

von der Europäischen Zentralbank

(EZB), hat die Börse am heutigen Tag das

Wirtschafts-, Industrie- und Verbrauchervertrauen

im Monat Juni zu verdauen. Die positiven

Folgen des Friedensabkommens zwischen

den USA und dem Iran dürften sich

dabei noch nicht in den Zahlen widerspiegeln.

Laut Experten bleibt die Stimmung eher mau.

Belastet durch Energiepreisschocks, ausgelöst

durch den eskalierten Nahost-Konflikt, der

zu kräftigen Preissteigerungen beim Tanken

und Einkaufen führte, bleiben die Konsumenten

bei der Haushaltsplanung äußerst vorsichtig.

Positive Überraschungen dürfte die Börse

umso mehr mit Kursaufschlägen quittieren.

2.07.2026 INFINEON

Neues Chipwerk

Smart Power Fab:

Infineon reagiert auf die

hohe Nachfrage nach

Halbleitern

Großer Tag für Infineon: Der Chiphersteller aus Neubiberg bei München

eröffnet heute sein neues Produktionswerk in Dresden (siehe

auch Seite 40). Mit der „Smart Power Fab“ reagieren die Bajuwaren

auf die steigende Nachfrage nach Halbleitern, beispielsweise für erneuerbare

Energien, Rechenzentren und Elektromobilität.

Zuletzt reichten die Produktionskapazitäten nicht mehr aus, um die

hohe Nachfrage, etwa nach Prozessoren für die Stromversorgung in

KI-Rechenzentren, zu bedienen. Der Bestand an nicht abgearbeiteten

Aufträgen hatte im zweiten Quartal einen Wert von 25 Milliarden

Euro – vier Milliarden Euro mehr als im ersten Jahresviertel. Positiver

Nebeneffekt: Die neue Fabrik schafft rund 1000 Arbeitsplätze.

Was noch passiert: +++ Investorenmeeting bei Rational +++ Cloudflare, MongoDB, Snowflake und Bike24

laden zur Hauptversammlung +++ Constellation Brands und Gateway berichten Zahlen zum Auftaktquartal

+++ Sino präsentiert Q2-Zahlen +++ General Mills und Nike veröffentlichen Konzernbilanz für 2026 +++

FOCUS MONEY 27/2026

Fotos: Adobe Stock, Infineon 105


moneyinside

ANDREAS KÖRNER,

Chefstratege Nebenwerte

Börsenbrief und Ex-

Wertpapierhändler

D

z

b

T

ANDIS BÖRSEN-BAROMETER

Wie groß ist die Private-Debt-Gefahr?

Wenn die Börsen neue Rekorde erreichen

wie derzeit, werden Anleger vorsichtiger.

Das gilt besonders, wenn auch die

Bewertungen ambitioniert sind und Risikofaktoren

wie steigende Energiepreise

oder Zinsen ausgeblendet werden. Dann

wird auch nach potenziellen Auslösern für

einen möglichen Crash gefahndet.

Aktuell oft zu hören ist in diesem Zusammenhang

die Gefahr, die von sogenannten

Private Markets ausgeht. Diese

umfassen – grob gesprochen – alle Investitionen,

die nicht über öffentliche Börsen

laufen. Dazu zählen etwa Beteiligungen

an nicht börsennotierten Unternehmen

(Private Equity), Start-ups (Venture Capital),

in jüngster Zeit vermehrt aber auch

private Firmenkredite (Private Debt).

Die britische Fondsgesellschaft Schroders

hat eine Einschätzung vorgelegt, wie

groß die Risiken eines Überschwappens

von Problemen im Private-Debt-Sektor

(die sich bereits andeuten) auf die allgemeinen

Börsen sind. Diese hätten auch

Auswirkungen auf Privatanleger. Die Experten

machen darauf aufmerksam, dass

ein überdurchschnittlicher Teil der Gelder

von Private-Debt-Fonds (20 bis 40 Prozent)

in Softwarefirmen geflossen sei, weil

diese zumeist hohe wiederkehrende Lizenzerlöse

erzielten, mit denen sie die

Kredite gut bedienen können. „Dies war

alles in Ordnung, bis KI Bedenken hinsichtlich

der Beständigkeit der künftigen

Cashflows vieler IT-AGs aufwarf. Das führte

zu Fragen über die Qualität der Vermögenswerte

in diesen Fonds“, warnen die

Analysten. Das Problem: Viele Käufer dieser

Fonds glaubten, in einen diversifizierten

Pool von Krediten an mittelständische

Firmen zu investieren. Tatsächlich aber

sind sie eine große Sektorwette eingegangen.

Es sei zudem unwahrscheinlich,

dass die Cashflows nur im Softwaresektor

durch KI bedroht würden. Dennoch

seien die systemischen Risiken durch Private

Credit gering, weil es – anders als in

der Finanzkrise ab 2008 – um ein viel geringeres

Volumen gehe und kaum Derivate

eingesetzt würden. Es könne zwar zu

Auszahlungsverzögerungen kommen,

sollten viele Fondskäufer gleichzeitig an

ihr Geld wollen. Das Schroders-Fazit: Die

Spillover-Effekte auf die Finanzmärkte aus

den Spannungen bei Private Credit und

die Sorgen über die Auswirkungen von KI

auf Software seien gering – auch wenn es

eine gewisse Disruption gebe.

DAS GELD-GESPRÄCH

„1000 Euro würde ich nicht

anfassen, sondern anlegen“

von RUBEN GIULIANO

Geld ist für Sie…

Freiheit – das tun zu können, was ich

möchte, auf niemanden angewiesen zu

sein und mir und meinen Liebsten Dinge

ermöglichen zu können.

Was war Ihr bestes Investment?

Der Kauf eines guten Laptops früh in

meiner Selbstständigkeit. Aber auch

Investitionen in mich selbst – Bücher

und Netzwerkmitgliedschaften – haben

sich ausgezahlt.

Wie belohnen Sie sich selbst für gute

Leistungen?

LUKAS HANKE,

Gründer des Social-Media-

Marketing Start-ups Hanke

Media und Podcast-Host von

„Next gen founders“

Indem ich Freunde oder Familie zum

Essen einlade, einen schönen Abend

verbringe oder sie mit kleinen Aufmerksamkeiten

überrasche.

Was ist für Sie Geiz?

Wenn man zu sehr darauf achtet, Geld

anzuhäufen und zu schützen, und dabei

vergisst, es zu nutzen – sich keine

schönen Momente gönnt und nicht

großzügig sein kann.

Wir schenken Ihnen 1000 Euro. Was

kaufen Sie sich davon?

Ich würde sie wahrscheinlich gar nicht

anfassen und direkt anlegen.

Welchen Spartipp sollte jeder kennen?

Bestenfalls 20 Prozent des monatlichen

Einkommens zu investieren – je mehr,

desto besser. Aber auch kleine Beträge

wirken: Der „Fuffi“ im Monat ist immer

noch besser als nichts.

106 FOCUS MONEY 27/2026


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mit mehreren Verlagen von Hubert Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv). Informationen zum Datenschutz können Sie unserer Impressum-Seite entnehmen.


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