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altlandkreis - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel - Ausgabe Juli-August 2026

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Ausgabe 96 | Juli / August 2026

.de

Eine Produktion von

mit Veranstaltungskalender für zwei Monate

Titelbild: Tobias Fuhrmann

Historischer Markt in Schongau

Entlang der B17

Die Rinder vom Weidehof

Akrobat in der Luft

Kunstflugprofi auf der Roten Couch



Von Fels, Fest und Flugkunst

Klettern fördert Kraft,

Konzentration und

Koordination, gibt

Selbstvertrauen

und baut Stress

ab. In der Regel

werden die ersten

Schritte in einer

Halle gemacht.

Wer dort die Basics

im Schlaf beherrscht

und erste

Züge

am echten Fels wagen

möchte, hat jedoch häufig das Problem, geeignete

Routen zu finden. Hans Hornauer vom Alpenverein

Peißenberg hat ausgerechnet im Gebiet der Bergwacht

Steingaden-Peiting einen Alpinklettergarten

gebaut, der lange Zeit als echter Geheimtipp galt.

Geheim ist die Existenz des invasiven amerikanischen

Signalkrebses schon lange nicht mehr. Dafür umso

besorgniserregender, wie unfassbar schnell er sich

Jahr für Jahr vermehrt, verbreitet und dadurch die

stark bedrohten heimischen Arten verdrängt. Ob die

gezielten Wiederansiedlungsprojekte von Steinkrebs

und Edelkrebs wohl Früchte tragen? In jedem Falle

sehr lehrreich ist es, Teil von Infinity Racing zu sein –

ein studentisches Rennteam der Hochschule Kempten.

Das Besondere dabei: Eine Firma in der Region

unterstützt die jungen Männer und Frauen bei der

alljährlichen Entwicklung eines neuen Rennwagens,

der letztlich im Rahmen einer internationalen

Rennserie zum Einsatz kommt. Wobei die Spitzengeschwindigkeit

des „Sicilia 4“ geradezu nichtig ist im

Vergleich zu der, die Markus Feyerabend in seinem

Flieger erreicht. Der Kunstflugprofi ist seit 20 Jahren

Teil der Deutschen Nationalmannschaft, konnte

bereits gegen die Besten der Besten gewinnen und

verrät im großen Interview auf der Roten Couch,

welch unfassbare Kräfte auf ihn einwirken. Kraftvoll

im Sinne von energetisch ist auch das, was alljährlich

auf dem Böbinger Sportplatz stattfindet – und heuer

seinen 40. Geburtstag feiert. Die Rede ist vom Böbing

Open Air, wozu wir eine rührige Ska-Punk-Band mit

Wurzeln in Peiting interviewen durften. Noch näher

an Böbing: Die Echelsbacher Brücke. Und die befindet

sich wiederum in unmittelbarer Nachbarschaft zu

einem nigelnagelneuen Pferdehof, dessen Bauphase

zu gleich mehreren kuriosen Gerüchten geführt

hatte. Wir räumen in dieser Juli / August-Ausgabe

damit auf, verlosen jede Menge Tickets für tolle Veranstaltungen

und begleiteten einen Mann, der einen

in der Region weit und breit einzigartigen Job

ausübt. Die Rede ist von einem Weidewärter an der

B17, der sicherlich ganz gerne auch mal Karten spielt.

Auch dazu haben wir etwas Passendes für Sie: Das

frischgedruckte „Schongauer Blatt“, das an die einst

in Schongaus Altstadt entdeckten ältesten Spielkarten

Deutschlands zurückerinnert. Direkt unterhalb

der Altstadt: Volksfestplatz, Plantsch und Eisstadion

der Mammuts, die dieses Jahr zur Pfaffenwinkel-

Gewerbeschau mit zum Teil sehr spannenden Ausstellern

einladen. Innovativ ist auch das, was ein in

Peiting lebender Penzberger erfunden hat. Wobei die

größte Aufmerksamkeit in dieser Sommerausgabe

den Hohenfurchern gehört. Die richten heuer das

100. Lechgautrachtenfest aus – und haben sich dafür

jede Menge einfallen lassen. Viel Spaß beim Feiern

wünscht an dieser Stelle,

Ihr Johannes Schelle

> > > AUS DEM INHALT

Seite 4

Im Schatten der

Hochplatte — klettern

am richtigen Fels

Seite 6

Wiederansiedlungsprojekte

in ganz Bayern — ein Kampf

um den Krebserhalt

Seite 9

Kunstflugprofi Markus

Feyerabend im Interview

auf der Roten Couch

Seite 14

Revolutionäres zum

Hundertsten — Hohenfurch

lädt zum großen Gaufest

Seite 20

Duo purer Lebensfreude:

Jungmusiker erobern die

Herzen im Sturm

Seite 24

Helikopter, Poolbau

und KI — Gewerbeschau

in Schongaus Eisstadion

Seite 32

Liebe, Frieden und

Geschlossenheit — eine

Hommage zum Vierzigsten

Seite 34

Kooperation mit Schongauer

Unternehmen — die Formel 1

für Studenten

Seite 36

Nördlich von Oderding:

Seifenkisterl mit

kultigem Charakter

Seite 38

Falkner, Feuer und

Steckerlfisch — historischer

Markt in Schongaus Altstadt

Seite 42

Aufräumen von Gerüchten!

Der neue Aktivstall

unterhalb von Schönegg

Seite 44

Zwangssterilisiertes Genie:

Wachrüttelnde Ausstellung

über die Zeit der NS

Seite 50

Zwischen Tankstelle

und Lustberghof — die

Viehweiden an der B17

Seite 65

Feiern, Verausgaben und gute

Musik: Veranstaltungen für

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juli / august 2026 | 3


Im nordseitigen Schatten der Hochplatte

Klettern am

richtigen Fels

Peißenberg / Halblech | Wer mit

Hallenklettern begonnen hat und

die Sicherungstechniken aus dem

FF beherrscht, möchte eines Tages

raus in die Natur, ran an den

richtigen Fels. Nur wo? „Wir sind

mal eine Route in den Tannheimer

Bergen geklettert, die von der

Schwierigkeit her genau dafür geeignet

hätte sein sollen“, erinnert

sich Hans Hornauer, Vorsitzender

der Alpenvereinssektion Peißenberg.

War sie aber nicht. „Bröselig

und brüchig – selten habe ich

mich während einer Klettertour so

unwohl gefühlt und war froh, dass

die Teilnehmer und ich unverletzt

aus der Wand gekommen sind.“

Mit anhaltend flauem Gefühl im

Magen schwor sich Hans Hornauer,

so etwas nie wieder zu klettern.

Schon gar nicht mit Anfänger-

Gruppen, die den Schritt von der

Kletterhalle an den Berg möglichst

risikoarm beschreiten können

sollten. So machte sich der inzwischen

pensionierte Physiker, stets

mit Kamera im Gepäck, selbst auf

den Weg, um geeignetere Routen

mit deutlich besserer Felsqualität

zu finden. Das Problem dabei: Der

Fels in den Ammergauer Alpen ist

allgemeinhin bekannt für schlechte

Qualität, gilt grundsätzlich als

oftmals brüchig. „Und die guten,

bereits bekannten und entsprechend

stark bekletterten Routen

sind über die Jahre hinweg derart

abgetreten und abgegriffen worden,

dass der Fels dort mitunter

rutschig ist wie Kirchenmarmor.“

Umso bereichernder für Kletterbegeisterte:

Das Gebiet, das Hans

4 | altlandkreis

Hornauer vor mittlerweile 13 Jahren

im Rahmen einer ausgedehnten

Wanderung entdeckt hatte.

„Ich war auf einer längeren Tour

im Kenzengebiet unterwegs, rund

um die Hochplatte.“ Beim nordseitigen

Abstieg vom bekannten

Fensterl, hinunter Richtung Geiselsteinsattel,

erblickte er rechter

Hand eine Felswand, „die bereits

von Weitem als sehr strukturiert

und mit größeren Griffen in regelmäßigen

Abständen zu erkennen

war, obendrein als nicht komplett

senkrecht verlaufend“. Insofern

ideal für Wandkletterei im auch

unteren Schwierigkeitsbereich?

Um diesen Eindruck zu bestätigen,

knipste Hans Hornauer nicht

nur messerscharfe Bilder, die er

zuhause am PC-Bildschirm via

Tiefenzoom analysierte. Gemeinsam

mit einem Sektions-Kollegen

machte er sich erneut auf den

Weg, kletterte die bis dato unberührten

Wände im Schatten der

Hochplatte ab. Und? „Wir waren

Die „Wessobrunner

Mädels“ am

Wandfuß des

Alpinklettergartens.


auf Anhieb begeistert – genau

das, wonach ich viele Jahre lang

gesucht habe.“

Alpinklettergarten

liegt abgelegen

Getauft haben Hans Hornauer und

seine Mistreiter diesen gefundenen

Schatz als „Peißenberger

Alpinklettergarten“. Seit seiner

Eröffnung im Jahr 2013 richteten

sie immer mehr Routen ein. Inzwischen

sind es 21 an der Zahl,

von zwei bis fünf Seillängen mit

Bohrhakenabständen von jeweils

drei bis vier Metern, manchmal

auch mehr. „Von einer einfachen

vier plus über eine Hand voll Fünfer,

mehrere Sechser, Simmer und

an einer Stelle sogar bis in den

achten Schwierigkeitsgrad ist da

für fast jeden was Passendes dabei.“

Die Namen der Routen sind

von „fei-schee“ über „Eis-Tanz“

und „Schmierseifenblatt“ bis hin

zu „örtlich betäubt“ und „Quer iss

schwer“ gleichermaßen treffend

wie humorvoll gewählt. Die Wände

bis zu 120 Meter hoch. „Weiter

oben wird die Felsqualität wieder

schlechter“, betont Hans Hornauer,

der am Ende einer jeden Route

einen Stand gebohrt hat, „damit

man sich wieder zum Ausgangspunkt

am Wandfuß abseilen

kann.“ Heißt: Hier geht es wirklich

um Kletterei am Fels an sich, nicht

um Gipfelziele mit malerischer

Rundumsicht.

kommen die Kletterer dort

trotzdem voll auf ihre Kosten,

weil es sich zwischen

Geiselstein, Gabelschrofen,

Hochplatte und Kenzenkopf

um einen der schönsten,

aber auch unberührtesten

und verstecktesten Fleckerl

des Kenzengebiets handelt.

Zum Schutz dieser dort

einzigartigen Natur hielten

Hans Hornauer und Co. den

Peißenberger Alpinklettergarten

lange Zeit geheim.

„Als die Routen dann eines

Landschaftlich

Tages im Kletterführer ‚Ammergauer

Alpen‘ veröffentlicht wurden,

hatte ich schon Sorge, dass

dieses Gebiet von den Münchnern

überrannt wird.“ Rückblickend

betrachtet ist dies jedoch bis heute

nicht der Fall. Wohl auch, weil

die Wände des Peißenberger Alpinklettergartens

trotz Heimatnähe

weder schnell zu erreichen

noch aufzufinden sind.

„Zeitlich nicht

verkalkulieren“

Hans Hornauers Empfehlung: Mit

dem Omnibus vom Kenzenparkplatz

in Halblech bis zur Kenzenhütte

zu fahren – die Busse

pendeln werktags ab 8 Uhr, an

Wochenenden ab 7 Uhr. Alternativ

kann auch via Mountainbike oder

E-Mountainbike hochgeradelt

werden. An der Kenzenhütte angekommen,

geht es schließlich zu

Fuß zum Kenzensattel hoch, westseitig

wieder hinunter in Richtung

Geiselsteinsattel. In einer Senke

angekommen, führt der Weg an

einem markanten Fels (rechts des

Weges) hinauf in Richtung Fensterl,

nach wenigen Höhenmetern

vom Wanderweg über wegloses

Gelände erneut nach links, direkt

auf den Wandfuß des Alpinklettergartens.

Gut eine Stunde Gehzeit –

mit 70-Meter-Seil (Empfehlung),

Gurt, Karabiner, Kletterschuhen,

je nach Route sechs bis zehn Expressschlingen

und Verpflegung

gilt es auch einiges an Gewicht

mitzuschleppen – sollten laut

Hans Hornauer schon eingeplant

werden für den Zustieg von der

Kenzenhütte. „Zurück eher noch

mehr, weil gegen 14 Uhr die Sonne

hereinbricht, der Rückweg hinauf

zum Kenzensattel insbesondere

im Hochsommer besonders kräftezehrend

sein kann.“ Dann noch

die wohlverdiente Einkehr in der

Kenzenhütte, die bekannt ist für

sehr gute Küche, ohne dabei den

letzten Bus um 17.30 Uhr zu verpassen.

„Da darf man sich nicht

verkalkulieren.“ Und in Sachen

Jahreszeit? „Macht der Aufbruch

zum Peißenberger Alpinklettergarten

erst ab Anfang Juli Sinn.“

Bis dahin liege in den nordseitigen

Flanken der Hochplatte oftmals

noch Schnee, der sich bei

tageszeitlicher Erwärmung als

Lawine lösen könnte, in jedem

Falle die Wände der Kletterrouten

nass macht. Auch nicht ungefährlich:

Gamswild und Steinböcke,

die oberhalb des Klettergartens

loses Gestein lostreten könnten.

Der Kletterhelm ist in diesem Falle

also doppelt und dreifach wichtig.

Ebenso ein zuverlässiger Seilpartner,

der die Sicherungstechniken

aus dem FF beherrschen

muss. Denn der Alpinklettergarten

(www.alpines-klettern.de) ist zwar

für Anfänger geeignet – aber eben

nicht im Sinne von „Klettern zum

ersten Mal ausprobieren“, sondern

wirklich für diejenigen, die

das Rüstzeug bereits (in

der Halle) gelernt haben

und ihr Können am Fels

ausprobieren oder intensivieren

möchten. Und das

in einer atemberaubenden

Landschaft, nur rund 30

Autominuten von Peißenberg

und Umgebung entfernt.

js

Der Entdecker bei der Arbeit:

Hans Hornauer beim

Einbohren einer Route.

*Rechtsberater

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juli / august 2026 | 5


Bayernweite Wiederansiedlungsprojekte

Kampf um Krebserhalt

alle Ausgaben online unter

www.altlandkreis.de

Wielenbach | Ob Starnberger

See, Ammersee, Isar, Loisach,

Ammer oder Lech: Alle großen

Gewässer in der Region

sind inzwischen von ihnen

besiedelt. „Und aus diesen

Gewässern bringt man sie

auch nicht mehr heraus“, betont

Dr. Jeremy Hübner, einer

von zwei Flusskrebsmanager

am Bayerischen Landesamt

für Umwelt. Die Rede ist von

nichteinheimischen Flusskrebsen,

primär vom nordamerikanischen

Signalkrebs –

eine invasive Art, die vor rund

60 Jahren erstmals nach Europa

kam. Damals in eher

gutgemeinter Absicht. „Früher

waren Krebse ein noch

viel wichtigeres wirtschaftliches

Gut als heute, im Grunde auch

Arme-Leute-Essen, weil es sie in

allen Gewässern in hoher Anzahl

gab.“ Und weil dieser nordamerikanische

Signalkrebs als besonders

robust und widerstandsfähig

gilt, dachte sich der Europäer: Den

brauchen wir hier auch. Insbesondere

die Schweden und Österreicher

trieben Besatz und Zucht

dieser Art aus Übersee voran.

Was damals nicht bedacht wurde:

Welch folgenschwere Auswirkungen

der bis zu 18 Zentimeter lange

und 200 Gramm schwere Signalkrebs

für heimische Arten und

das ökologische Gleichgewicht

im Allgemeinen haben sollte. Als

Allesfresser – von abgestorbener

Materie wie beispielsweise Laub

über Unterwasserpflanzen und

Wiederansiedlung bedrohter Edelkrebse,

hier an einem kleinen Bach im Landkreis

Weilheim-Schongau.

Insektenlarven bis hin zu kleineren

Fischen, Fischleich und toten

Tieren – fungiert er nicht nur in

wertvoller Funktion als Gewässerpolizei,

sondern frisst den heimischen

Arten beste Nahrung vor

der sprichwörtlichen Nase weg.

Obendrein pflanzt er sich äußerst

schnell, effizient und mit hoher

Nachkommenzahl fort. Die Folge:

Immer noch mehr Tiere auf gleicher

Fläche, was zu nochmals

höherem Fraßdruck führt.

„Obwohl der Edelkrebs

eine sehr ähnliche Rolle

im Ökosystem einnimmt,

wird dieser

von dem oft in

sehr viel höheren

Dichten

vorkommenden,

aggressiveren Signalkrebs

auskonkurriert“, bekräftigt

Dr. Jeremy Hübner. Die

noch größere Gefahr, die vom

invasiven Krebs auf heimische

Arten ausgeht: Das Übertragen

einer tödlichen Tierseuche,

der Krebspest. „Der

Signalkrebs selbst ist gegen

diesen Erreger immun, unsere

heimischen Krebsarten jedoch

nicht“, erklärt Dr. Jeremy Hübner

ein Dilemma, gegen das

er und seine Kollegen am LfU

gemeinsam mit Fachkräften

der Naturschutz-, Fischereiund

Wasserwirtschaftsverwaltung

bayernweit ankämpfen.

„Unsere Aufgabe ist es, die

noch letzten Bestände der heimischen

Arten zu schützen und zu

erhalten – und sie in geeigneten

Gewässern, in die der Signalkrebs

nicht vordringen kann, wieder anzusiedeln.“

Mit heimischen Arten

gemeint: Der ebenfalls bis

zu 18 Zentimeter große

und 200 Gramm

schwere

6 | altlandkreis


Ein Bollwerk gegen die Invasion: In diesem Falle handelt es sich um die

erste Krebssperre überhaupt, errichtet in Niederbayern.

Edelkrebs sowie der wesentlich

kleinere, bis zu zwölf Zentimeter

lange Steinkrebs.

Standorte bleiben geheim

Dreh- und Angelpunkt der Wiederansiedlungsprojekte

von heimischen

Krebsarten: Die LfU-

Dienststelle im Norden von Wielenbach.

Sie wurde einst im Jahre

1912 als Teich- und Versuchsanlage

geschaffen, ist heute auf Fischökologie,

aquatische Toxikologie,

Stoffrestuntersuchungen sowie

Umweltmonitoring spezialisiert –

und beherbergt auf einer

rund 85 Hektar großen

Außenfläche 145

Fischteiche.

Zum Schutz vor Fressfeinden dienen

überspannte Netze, zum Vertreiben

des gefräßigen Kormorans

eine Schusslaut-imitierende Luftgewehrattrappe.

„Derzeit züchten

wir 32 verschiedene Arten, darunter

30 Fischarten und zwei Krebsarten“,

verrät Dr. Jeremy Hübner,

der unter Beachtung strenger Hygiene-Vorschriften

„altlandkreis“-

Redakteur Johannes Schelle in

das Gebäude führt, wo Edel- und

Steinkrebse für Wiederansiedlungsprojekte

gezüchtet werden.

Am Grund der grünfarbenen Aufzuchtbecken

liegen ein Dutzend

rote Ziegelsteine, in deren Löcher

sich die noch sehr jungen Krebse

verstecken. Aus manchen spitzeln

Antennen (Tasthaare) und Scherenfinger

hervor. In voller Pracht

zeigen sich dagegen nur zwei der

schier unzähligen Tiere, die

schon bald in den natürlichen

Lebensraum

entlassen

werden

Der invasive

Amerikanische

Signalkrebs.

können. Wo genau, wird an dieser

Stelle nicht verraten. „Wir möchten

verhindern, dass Menschen

gezielt nach den stark gefährdeten

heimischen Krebsarten suchen,

sie womöglich fangen.“ Vor allem

aber bestünde die Gefahr, dass

Personen die Krebspest unabsichtlich

von bereits betroffenen

Gewässern übertragen. „Sporen

der Krebspest können im Trockenen

zwei Tage, im Feuchten bis zu

zwei Wochen überleben, unter anderem

an Angler-Ausrüstung wie

Stiefel, Kescher, Köder und Reusen

haften bleiben, aber auch an beispielsweise

Badeklamotten, SUPs

oder Booten.“ Davon abgesehen

gibt es in manchen Regionen ohnehin

kaum noch Bäche, Flüsse

und Seen, die nicht vom invasiven

Signalkrebs besetzt sind. „Wir hatten

auch schon die Situation, dass

wir Edelkrebse an einem bis dato

invasionsfreien Gewässer besetzen

wollten, hingefahren sind und

dabei dann erstmals doch den

Signalkrebs entdeckt hatten.“

Aufruf zur Mithilfe

Wie rasant die kontinuierliche

Verbreitung des nordamerikanischen

Signalkrebses und die

damit einhergehende Verdrängung

von Edel- und Steinkrebs

voranschreitet, zeigt auch ein

bayernweites Krebsmonitoring

im Zeitrahmen von 2015 bis 2025:

Demnach ist die Verbreitung der

heimischen Krebsarten in diesen

zehn Jahren in etwa um die Hälfte

(!) zurückgegangen, während

sich die Verbreitung des nordamerikanischen

Signalkrebses

verdreifacht hat. „Der Signalkrebs

rückt in Flüssen und Bächen rund

einen Kilometer pro Jahr flussaufwärts

vor.“ Heißt: So richtig

sicher sind Edel- und

Steinkrebse nur noch

juli / august 2026 | 7

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in den kleineren Seen und Weihern.

Und in bestimmten Bächen

und Flüssen, die via Krebssperren

gezielt gesichert werden. „Krebssperren

sind modifizierte, meist

bereits bestehende Querbauwerke,

die zum Schutz der Flusskrebse

erhalten bleiben, anstatt sie

fischdurchgängig zu gestalten –

wir reden hier von weniger als

0,1 Prozent von mehr als 50 000

Querbauwerken in ganz Bayern.“

Technisch betrachtet werden diese

wenigen auserwählten Querbauwerke

mit Blechen so ausgekleidet,

dass die nicht einheimischen

Krebse sie weder kletternd noch

schwimmend überwinden können

und somit, flussaufwärts,

nicht weiter in die Habitate einheimischer

Flusskrebse einwandern

können. Aufgrund geringer

Manpower, begrenztem Budget

und bayernweitem Einzugsgebiet

also eine echte Mammutaufgabe

für Dr. Jeremy Hübner und seinen

Kollegen Daniel Krapfenbauer.

„Um die bayernweite Vermehrung

des einheimischen Steinkrebses

sowie intensive Monitoring-Anstrengungen

mit oft zeitintensiven

Außendiensten kümmern

sich tatsächlich nur wir und die

Fachberatung für Fischerei in

Niederbayern.“ Trotzdem geben

Dr. Jeremy Hübner und sein Team

den Kampf zwischen Signal- und

Edel- sowie Steinkrebs nicht auf.

Aufzucht von Steinkrebsen an der

Teichanlage in Wielenbach.

Allein deshalb nicht, „weil wir im

Rahmen der EU-FFH-Richtlinie

gesetzlich zum Erhalt heimischer

Krebsarten verpflichtet sind“.

Hinzu kommt, dass die weniger

aggressiven Edel- und Steinkrebse

eine höhere Bedeutung für

das ökologische Gleichgewicht in

hiesigen Gewässern haben. Vor

allem aber handelt es sich bei

Stein- und Edelkrebsen um Arten,

die es hier in der Region bereits

vor 450 Millionen Jahren gegeben

hat. Insofern wesentlich länger

als beispielsweise Menschen,

deren Ursprung (Trennung vom

Menschaffen) in etwa sieben Millionen

Jahre zurückreicht. „Viele

von uns wissen gar nicht, welch

unglaubliche Schätze in unseren

Gewässern leben“, bekräftigt

Dr. Jeremy Hübner, der an dieser

Stelle um Mithilfe bittet: „Alle, die

draußen unterwegs sind, können

Krebssichtungen direkt an

uns melden.“ Entweder online

unter www.lfu.bayern.de/natur/

fische_krebse/krebse/index.htm.

Oder via E-Mail an flusskrebs@

lfu.bayern.de. Im Idealfall mit Foto

von Tier, Fundort und Gewässer.

Dann können die Experten selbst

erkennen, wo genau und ob es

sich um eine invasive Art handelt

– oder um einen der letzten

Edel- oder Steinkrebse, die hier in

der Region noch nicht verdrängt

wurden.

js

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Zukunft!

8 | altlandkreis


Auf der Roten Couch

Furchtloser Flugakrobat

Auf der Start- und Landebahn in

Paterzell: Kunstflugprofi Markus

Feyerabend. Im Hintergrund

zu sehen: Sein Flieger, der neu

500 000 Euro kosten würde.

Foto: Felix Baab

juli / august 2026 | 9


Paterzell | Spitzengeschwindigkeiten

von bis zu 400 Stundenkilometern,

blaue Flecken am ganzen

Körper und Flugmanöver bis zur

Bewusstlosigkeit: Markus „Maxu“

Feyerabend zählt zu den besten

Kunstflugprofis der Welt, obwohl

er offiziell gar kein Profi ist. Im

großen Interview auf der Roten

Couch verrät der aus Weilheim

stammende Peißenberger, wie

sich Loopings, Rollen und Turns

anfühlen, wie er überhaupt zu

diesem außergewöhnlichen Sport

gekommen ist und wie er Flieger,

Trainings und Wettbewerbe auch

ohne Profivertrag und Sponsoren

finanziert. Außerdem spricht der

verheiratete Vater eines erwachsenen

Sohnes, warum er entgegen

der Jetpiloten der Deutschen

Bundeswehr auch mit 55 Jahren

noch lange nicht ans Aufhören

denkt – und warum die Leserinnen

und Leser Ende Juli unbedingt

an den Paterzeller Flugplatz kommen

sollten.

Herr Feyerabend, wie fühlt es sich

an, Loopings und Schrauben bei

400 (!) Stundenkilometern zu fliegen?

Im Grunde wie Achterbahnfahren,

nur in Zeitraffer und nochmals

deutlich heftiger. In unserem

Sport geht alles extrem schnell,

was es mental wie körperlich brutal

herausfordernd macht.

Auch, weil Fehler tödlich enden?

Wenn alles an unglücklichen Umständen

zusammenkommt, kann

es wie beim Motorradfahren oder

Radfahren schon schlimm ausgehen.

Die Chancen dafür sind aber

gering, weil wir uns und unser

Material auf die jeweiligen Flüge

sehr akribisch vorbereiten. Wenn

Kunstflugprofis von Fehlern sprechen,

sind das meist Ungenauigkeiten

beim Abfliegen des vorgegebenen

Programms, die in der

Jurybewertung zu Punktabzügen

führen. Der Laie würde das vom

Boden aus gar nicht erkennen.

10 | altlandkreis

Die an den Tragflächen angebrachten Carbonstäbe dienen Markus Feyerabend (re.) zur besseren Orientierung,

wenn er im Rahmen eines Wettkampfs sich bei 400 Stundenkilometern durch die Lüfte schraubt.

Wie läuft so ein Kunstflug-Wettbewerb

ab?

Er besteht grundsätzlich aus vier

Flügen, die jeweils innerhalb eines

imaginären Würfels in der Luft

stattfinden. Wir sagen dazu Box,

die einen Kilometer breit, einen Kilometer

hoch und einen Kilometer

tief ist. Zur Orientierung dienen am

Boden liegende, weiße Tücher und

die Landschaft vor Ort mit ihren

markantesten Punkten. Das Ufer

eines Sees oder das Industriegebiet

einer Stadt kann sehr hilfreich

sein, bei Spitzengeschwindigkeiten

von 400 Stundenkilometern den

Überblick zu behalten. Der jeweilige

Wettkampfflug an sich dauert

letztlich nur vier bis fünf Minuten.

Innerhalb dieser Zeit müssen wir

sowohl die drei von der am Boden

sitzenden Jury vorgegebenen

Programme als auch ein von uns

selbst geplantes Programm möglichst

präzise und fehlerfrei abfliegen.

Mit Programm sind also ganz bestimmte

Choreographien gemeint?

Ganz genau. Wenige Tage vor einem

Wettbewerb bekommen wir

die Programme in Papierform

überreicht, sehen anhand bestimmter

Zeichnungen und Symbole,

welche Figuren und Flugkombinationen

von uns erwartet

werden. Hier wichtig: Sich das

Programm bereits im Vorfeld bis

ins kleinste Detail einzuprägen.

Wir machen das so ähnlich wie

Skirennfahrer. Nur dass wir dabei

nicht stehen, unsere Augen schließen

harmonische Armbewegungen

dazu machen, sondern es auf

wenigen Quadratmetern zu Fuß

abgehen. Ich persönlich muss zum

Beispiel immer genau in die Himmelsrichtungen

gehen, in die ich

später auch fliegen werde.

Davon gibt’s bestimmt lustige Videos?

Für Außenstehende sieht diese Art

der Vorbereitung extrem komisch

aus. Kein Wunder, dass uns allein

deshalb schon viele für verrückt

halten.

Wie viele Figuren beherrschen Sie?

Looping, Rolle, Turn, Aufschwung,

Abschwung sowie Diagonalflüge

im 45-Grad-Winkel sind unsere

Grundfiguren. Aus denen heraus

können wir letztlich tausend verschiedene

Kombinationsmöglichkeiten

fliegen. Eine detaillierte

Aufzählung würde deshalb jeglichen

Rahmen sprengen.

Looping ist klar. Diagonalflüge

auch. Aber Turn, Rolle, Auf- und Abschwung?

Bei der Rolle lassen wir den Flieger

einmal um die Längsachse drehen.

Im Motorkunstflieger reden wir da

von einer Drehgeschwindigkeit von

400 Grad pro Sekunde. Die große

Kunst dabei ist, den Flieger innerhalb

dieser Sekundenbruchteile

weder zu kurz noch zu weit zu drehen.

Als Turn werden Senkrechtflüge

nach oben bis zum vollständigen

Stillstand bezeichnet – am

Punkt des Stillstands drehen wir

die Maschine dann um und fliegen

wieder senkrecht nach unten. Beim

Aufschwung fliegen wir über einen

halben Looping in den Rückenflug,

insofern dann mit Kopf nach unten

gerichtet weiter, ehe wir uns mit

einer halben Rolle wieder in den

Normalflug zurückdrehen.

Und das alles bei diesen unfassbar

hohen Geschwindigkeiten. Wird Ihnen

da nicht übel?

Man kennt ja dieses Spiel von Kindern,

die mit ihrem Zeigefinger auf

einen Punkt halten, sich mehrfach

um diesen herumdrehen und dann

auf ein bestimmtes Ziel zulaufen –

dabei wird mir auch schwindelig,

allerdings nicht schlecht. Man

kann mit mir und meinem Körper

wirklich machen, was man

will – übel wird mir nie, weshalb

ich mich auch im Flieger noch nie

übergeben musste.

Dafür müssen Sie ganz andere Dinge

in Kauf nehmen …

Beim Kunstflug schnallen wir uns

nicht einfach nur an, sondern

werden mit Gurten richtig fest

in den Sitz hineingezurrt. Das ist

vergleichbar mit dem Befestigen

von Lkw-Ladungen via Spanngurt

und stets ein schmaler Grat, die

Blutzufuhr im Körper nicht abzudrücken.

In Kombination mit der

brutalen Wucht, die dann während

des Flugs auf uns einwirkt, kommt

es häufig zu starken Blutergüssen

am ganzen Körper. Insbesondere

wenn am feuerfesten Anzug sich

eine kleine Falte bildet, siehst

du danach aus, als hätten dich

die Klitschko-Brüder im Boxring

bearbeitet. Manchmal ist es so

schmerzhaft, dass du es kaum aushältst.

Dafür braucht es wahrscheinlich

verdammt viele Trainingseinheiten

auch abseits des Fliegers. Wie oft

sind Sie im Fitnessstudio?

Normalerweise müsste ich diese

Frage jetzt mit Ja beantworten.

In Wahrheit bin ich dahingehend

aber richtig faul, habe im Laufe

meiner kompletten Karriere noch

kein einziges Mal gezieltes Krafttraining

gemacht und sicherlich

auch genetisch bedingt Glück,

dass es tatsächlich ohne funktioniert.

Andererseits wären zu viele

Muskeln auch nicht gut, weil dadurch

die Gefahr der Bewusstlosigkeit

während des Flugs steigen

könnte.

Wie meinen Sie das?

Im allerschlimmsten Fall sind die

Belastungen für uns Piloten so


hoch, dass die sprichwörtlichen

Lichter ausgehen – auch ich habe

mich vor vielen Jahren mal ausgeschaltet

in der Luft, mich unfreiwillig

bewusstlos gemacht.

Was genau ist passiert?

Es war sehr warm, ich hatte zu

wenig getrunken, einen stressigen

Arbeitstag hinter mir und während

einer Figur mit sehr hoher Beschleunigung

die für uns immens

wichtige Pressatmung vergessen.

Dadurch wurde mein Gehirn nicht

mehr ausreichend mit Sauerstoff

versorgt. Prompt war ich weg.

Passiert ist mir das bei einem Trainingsflug

im Kunstsegelflieger hier

in Paterzell.

Wie überlebt man einen derart dramatischen

Vorfall?

Glücklicherweise war ich in diesem

Moment noch sehr hoch, sodass

der Flieger gut von alleine

weiterfliegen konnte. Er machte

ohne mein Zutun einen Looping.

Während des Abwärtsteils

des Loopings, nach rund sieben

Sekunden, bin ich wieder aufgewacht.

Von da an hat es zwar

nochmals einige Sekunden gedauert,

bis ich realisiert hatte, in

einem Flieger zu sitzen. Letztlich

ging aber alles gut aus, konnte ich

mich und den Flieger sicher nach

unten bringen und landen. Trotzdem

sollte so etwas im Idealfall

natürlich nicht passieren. Tunnelblick

oder Schwarz-Weiß-Sehen,

was häufiger vorkommt während

eines Kunstflugs, sind die Vorstufen

zur Bewusstlosigkeit. Tritt dies

ein, gilt es die Beschleunigung sofort

wegzunehmen.

Aber warum wird diese Gefahr

durch „zu viele Muskeln“ verstärkt?

Weil Muskeln auch mit Sauerstoff

versorgt werden, der wiederum

für die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn

fehlen könnte.

Jetpiloten der Deutschen Bundeswehr

gingen früher mit 41 Jahren in

den Vorruhestand, weil eben diese

körperlichen Belastungen beim Fliegen

so immens hoch sind. Sie sind

inzwischen 55, machen gar kein

gezieltes Training für Oberkörper,

Beine, Rumpf und bestreiten trotzdem

Wettkämpfe auf allerhöchstem

Niveau – wie passt das zusammen?

Jetpiloten im Eurofighter fliegen

mit bis zu 600 Stundenkilometern

nochmals höhere Geschwindigkeiten

als wir – die Last, die uns

Kunstflugpiloten in den Sitz drückt,

ist jedoch tatsächlich die gleiche.

Der Unterschied zwischen uns und

Jet-Piloten liegt letztlich darin:

Fliegt ein Jetpilot bei 600 Stundenkilometern

eine 180-Grad-Kurve,

wirken bis zu 8G über 25 bis 30

Sekunden hinweg auf ihn ein. Bei

uns in der Kunstfliegerei kommt

es während des Wettkampfs zwar

regelmäßiger zu Spitzenbelastungen

von 8G, manchmal sogar bis

zu 10G, allerdings immer nur für

zwei bis drei Sekunden. Letztlich

fühle ich mich körperlich nach wie

vor gut, bestehe den alljährlichen

medizinischen Check und habe

schlichtweg große Lust darauf,

mich weiterhin mit den Besten der

Welt zu messen.

Bis zur Weltspitze war es ein langer

Weg. Wie sind Sie überhaupt zur

Fliegerei gekommen?

Während früher alle anderen Kinder

Fußball spielten, habe ich Papierflieger

durch die Luft geworfen.

Zudem ist mein Vater Modell

geflogen, was mich allerdings

nicht wirklich interessiert hat – ich

war da mehr der Schrauber. Als

ich 16 wurde, meinte mein Vater

jedenfalls: Entweder kaufe er mir

jetzt eine gescheite Fernsteuerung,

damit ich endlich mit der Modellfliegerei

vernünftig anfange, oder

ich solle mir doch mal das richtige

Segelfliegen anschauen. Letzteres

habe ich dann hier in Paterzell getan,

war auf Anhieb angefixt, bin

zum Verein gegangen und hab den

Segelfliegerschein absolviert.

Erinnern Sie sich an Ihren allerersten

Flug?

An den allerersten nicht, aber an

den ersten Alleinflug ganz ohne

hinter mir sitzenden Fluglehrer, der

bis dahin jederzeit eingreifen

juli / august 2026 | 11


konnte. Das war ein aufregendes

Gefühl.

Mit Kunstfliegerei hatte das jedoch

noch lange nichts zu tun.

Rückblickend betrachtet hat sich

das mehr oder weniger zufällig ergeben

und über viele Jahre hinweg

entwickelt.

Heißt konkret?

Nachdem ich den normalen Segelfliegerschein

gemacht hatte,

bin ich im Rahmen meines Grundwehrdienstes

bei der Deutschen

Bundeswehr in die Sportfördergruppe

der Segelflieger gekommen

– da ging’s aber ausschließlich

um Langstreckenflüge. Darin

war ich gut, aber nicht überragend.

Danach absolvierte ich auch noch

den Motorfliegerschein. Eines Tages

meinte einer meiner Vereinskollegen

dann: Sollen wir nicht

mal den Kunstflugschein machen?

Daraufhin sind wir zu Dritt nach

Baden-Württemberg gefahren,

haben dort einen zweiwöchigen

Lehrgang besucht und im Rahmen

dessen die absoluten Basics der

Kunstfliegerei auf noch ganz niedrigem

Niveau gelernt. Die Begeisterung

für diesen Sport war aber

auch hier auf Anhieb riesig, sodass

wir uns schon bald einen eigenen

gebrauchten Kunstsegelflieger gekauft

und an ersten unterklassigen

Wettbewerben teilgenommen haben.

Und dort auch gleich Erfolge eingefahren

habt?

Da wir alle Drei aus demselben

Verein waren, konnten wir autark

arbeiten, uns gegenseitig trainieren.

Einer hat vom Boden aus

gecoacht, der zweite den Kunstsegelflieger

hochgeschleppt und der

dritte ist geflogen. Das im gegenseitigen

Wechsel, immer am Abend

nach der Arbeit von 18 bis 20 Uhr,

was jedem von uns drei Starts pro

Training ermöglicht hatte. So haben

wir uns in kürzester Zeit auf

ein derart gutes Niveau gepusht,

dass wir nur fünf Jahre später die

erste WM, damals in Moskau, fliegen

konnten. Spätestens da war für

mich endgültig klar, an diesem faszinierenden

Sport dranzubleiben.

Inzwischen fliegen Sie seit 39 Jahren,

davon seit 25 Jahren Kunstflug – und

haben es sowohl im Segelkunstflieger

als auch im Motorkunstflieger

drauf. Worin liegen die größten Unterschiede?

Beim Segelkunstflug hast du nur

die Energie zur Verfügung, die

du über die maximale Höhe beim

Hochschleppen des Fliegers bekommst.

Und es geht bei weitem

Im Hangar: Markus Feyerabend beim Einparken seines Fliegers.

12 | altlandkreis

nicht so schnell zur Sache wie im

Motorflieger. Die Spitzengeschwindigkeiten

liegen hier bei 290

Stundenkilometern, die Rollgeschwindigkeiten

bei 180 Grad pro

Sekunde.

Was Ihnen eines Tages zu langweilig

wurde?

Zu langweilig wäre der falsche

Ausdruck. Wir reden auch hier

beim Segelkunstflug von der Formel

1 des Flugsports. Letztlich hatte

ich das große Glück, über zehn Jahre

hinweg die absolute Nummer

eins in ganz Deutschland zu sein.

Im Zuge dessen kam der Wunsch

nach einer neuen Herausforderung

immer stärker in mir auf, weshalb

ich seit mittlerweile elf Jahren den

physisch nochmals deutlich anstrengenderen

Motorkunstflug bevorzuge.

Der große Nachteil dabei: Lärm.

Mit dem Segelkunstflieger durfte

ich hier in Paterzell trainieren,

mit dem Motorkunstflieger ist uns

das aus Lärmschutzgründen verboten,

sind meist Trainingslager

über alten, oft weit entfernten Militärflughäfen

notwendig. Neulich

waren wir zum Beispiel auf einem

alten russischen Militärflugplatz

bei Brandenburg, direkt an der

Grenze zu Polen. Einzige, regionale

Ausnahme, die von Seiten der Landesluftfahrtbehörde

auch genehmigt

ist: Der Luftraum über dem

großen Wald zwischen Dießen und

Dettenschwang. Dort gibt es nur

ein Wohnhaus, weshalb wir dort

ab und an für wenige Minuten mit

dem Motorkunstflieger in die Luft

dürfen. Das nutze ich meist kurz

vor Abreise zu einem Wettkampf,

um nochmals ein gutes Gefühl für

Flieger und Geschwindigkeit zu bekommen.

Der aktuelle Motorkunstflieger, in

dem Sie mit Sack und Pack auch zu

Wettkämpfen innerhalb Europas anreisen,

sei derzeit das Beste, was der

Markt zu bieten hat?

Markus Feyerabend erklärt Redakteur Schelle die Wettkampfregeln.

Richtig. Der Rumpf besteht aus

verschweißten Stahlrohren, zum

Teil mit lackiertem Stoff, zum anderen

Teil mit Carbon bespannt.

Die Tragflächen bestehen ebenfalls

aus Carbon. Leer wiegt unsere 320

PS starke, in Deutschland hergestellte

Waffe rund 600 Kilogramm.

Getankt wird, ähnlich zur Formel 1,

hochoktanes Benzin.

Was kostet diese edle „Waffe“?

Neu 500 000 Euro, was für uns im

Leben nicht leistbar ist. Deshalb

haben wir – da Hans-Georg „Girgl“

Resch aus Forst, da Andreas „Andal“

Hochenauer aus Wolfratshausen

und ich – uns eine gebrauchte

Maschine für gut 250 000 Euro gekauft.

Ärgern Sie sich an dieser Stelle über

die Gehälter von Fußballprofis?

Wenn man sich die Gehälter der

Erstligamannschaften im Fußball

anschaut, ist das vergleichsweise

schon leichtverdientes Geld angesichts

dessen, was in anderen

Sportarten geleistet und bezahlt

wird. Aber letztlich investiere ich

so viel Zeit und Geld in meine

Leidenschaft, weil ich die Chance

habe, mich mit den besten der

Welt zu messen – und das ist es

mir Wert, obwohl es aus finanzieller

Sicht absolut keinen Sinn

macht, dieses Hobby auf diesem

Niveau und ohne jegliche Sponsoren

auszuüben.

Wie fi nanzieren Sie die Kunstfliegerei

auf Weltspitzenniveau?

Mit allem, was ich über meinen

Hauptberuf als einst gelernter

Funkelektroniker verdiene. Heißt:

Wenn andere Leute im Winter in

den Skiurlaub fahren und im Sommer

nach Griechenland fliegen,

spare ich das Geld für Trainingslager

und Wettkampf. Wir reden hier

jährlich von einer hohen fünfstelligen

Summe. Und davon, dass ich

mit der Fliegerei keinen einzigen

Cent verdiene, obwohl ich in der

gleichen Klasse fliege wie Profis.

Gibt es überhaupt Kunstflugprofi s,

die ausschließlich von ihrem Sport

leben können?

Mir persönlich sind aktuell nur

zwei bekannt. Wobei dieser Sport

in anderen Ländern wie zum Beispiel

Frankreich oder Rumänien

einen deutlich höheren Stellenwert

hat, Athleten dort über

Sportfördergruppen wesentlich

besser unterstützt werden. Hier

in Deutschland bist du selbst als

Teil der Nationalmannschaft nahezu

vollständig auf dich allein gestellt.

Was sagt Ihre Frau dazu?

Meine Frau ist mein mit Abstand

größter Sponsor und Unterstützer.

Sie hat selbst den Segelflugschein,

insofern etwas übrig für

diese Leidenschaft. Anders würde

es auch nicht funktionieren. Wobei


wir heuer sogar, erstmals seit vier

Jahren, mal wieder einen gemeinsamen

Urlaub machen.

Und was sagt Ihr Sohn dazu?

Der hat für die Fliegerei wenig übrig,

findet es aber – so viel kann

ich denke ich sagen – trotzdem

ziemlich cool, was sein Vater da

Verrücktes macht.

Verrückt trifft es auf den Punkt. Führen

Sie Buch und wissen, wie oft Sie

im Laufe Ihres Lebens bereits abgehoben

sind?

Mit allen Segel- und Motorflügen

zusammen bin ich mittlerweile

bei 2 000 Flugstunden und gut

5 500 Starts in 39 Jahren. Wenn

das Wetter passt und die Zeit es

zulässt, bin ich wöchentlich in der

Luft. Das ist natürlich kein Hobby

mehr, sondern eine Passion.

Wo überall auf der Welt sind Sie geflogen

– und wo am allerliebsten?

Am liebsten natürlich Dahoam in

Paterzell. Aber Highlights gibt es

nach so vielen Jahren viele. Die

Weltmeisterschaften in Finnland,

Frankreich, Holland, Tschechien,

Polen, Ungarn, Spanien und Österreich

zum Beispiel. Oder Starts

in eher exotischen Orten oder Ländern

wie Moskau oder Dubai.

Ihr dabei spektakulärster Flug?

Der emotionalste war definitiv der

bei den World Air Games in Dubai

im Jahr 2015. Damals war klar,

dass es mein letzter Wettbewerb

im Kunstsegelflieger sein wird,

weil es finanziell und zeitlich nicht

möglich wäre, Kunstsegelflug und

Motorkunstflug parallel zu betreiben.

Sich ausgerechnet bei diesem

Wettkampf, den Olympischen Spielen

des Flugsports, in der Kategorie

Freestyle gegen die absolute

Cremé de la Cremé des Segelkunstflugsports

durchzusetzen, war unglaublich

– damals waren nur die

zehn besten Piloten der Welt am

Start.

Dank am Flieger angebrachter Go-

Pro gibt’s davon sogar ein geniales

Erinnerungsfoto. Wobei Sie viele

weitere Erfolge feiern durften.

Seit 20 Jahren bin ich durchgehend

Teil einer Nationalmannschaft,

konnte im Segelkunstflug zehn

Jahre lang der beste in Deutschland

sein und wurde darin auch

fünf Mal Deutscher Meister in der

höchsten Klasse. Es gab einen Vize-

WM-Titel im Einzel im Segelkunstflug

sowie 2024 einen Vize-WM-Titel

im Team im Motorkunstflug, der

absoluten Königsklasse im Flugsport.

Ausschlaggebend über Sieg

Highlight-Foto vom Sieg bei den World-Air-Games in Dubai.

oder Niederlage ist letztlich, trotz

aller Nervosität die perfekte Leistung

auf den Punkt genau abrufen

zu können. Fliegen kann im Rahmen

solcher Wettbewerbe nämlich

jeder. Aber gewonnen werden sie

letztlich im Kopf.

Was an Wettbewerben steht dieses

Jahr an?

Aus finanziellen Gründen leider

nur die Deutsche Meisterschaft im

Motorkunstflug – die WM findet

heuer in USA statt, was schlichtweg

zu teuer ist für mich. Mittel- bis

langfristig betrachtet möchte ich

aber schon so lange wie möglich

auf hohem Niveau fliegen. Besonders

schön wäre nochmals eine

WM in Frankreich. Dort kommen

bis zu 100 000 Zuschauer und jubeln

dir bei der Piloten-Vorstellung

am Abend vor dem Wettkampf sowie

bei der Siegerehrung danach

zu, als gäbe es kein Morgen mehr.

Das ist Wahnsinn und findest du in

Deutschland nicht vor.

Ende Juli kommen wahrscheinlich

keine 100 000, aber bis zu 5 000

mit Sicherheit. Die Rede ist von „75

Jahre Luftsportverein Weilheim-Peißenberg“.

Unter anderem mit einer

Airshow von Ihnen höchstpersönlich.

Was dürfen die Besucher da am Paterzeller

Flugplatz erwarten?

Im Rahmen unseres Jubiläums

am Samstag, 25. Juli und Sonntag,

26. Juli, jeweils ab 10 Uhr, werden

wir den Leuten da draußen

möglichst spektakulär zeigen, was

man mit so einem Flieger alles

anstellen kann. Das ist schon eine

einmalige Gelegenheit, diese besondere

Art von Flugsport dank

Ausnahmegenehmigung direkt in

der Region hautnah miterleben zu

können. Vielleicht sogar noch interessanter

als ein Wettkampf auf

Weltniveau, weil mein Programm

mehr auf Show als auf Präzision

ausgelegt ist. Loopings, Rollen,

Turns – und das bei Spitzengeschwindigkeiten

von bis zu 400

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Hohenfurch | Unzählige ehrenamtliche

Arbeitsstunden über

mehrere Monate hinweg hatten

die Hohenfurcher Trachtler in die

Vorbereitungen ihres größten Vereinsjubiläums

investiert. „Es war

schon alles organisiert, lediglich

das Zelt noch nicht gestanden“,

erinnert sich der heutige Vize-

Vorstand Tobias Linder gut zurück.

Dann: Corona, Lockdown, Ungewissheit

auf unbestimmte Zeit und

die Absage des für Sommer 2020

geplanten Lechgautrachtenfestes,

womit die Schwalbenstoaner ihren

100. Geburtstag gebührend hätten

feiern wollen. „Enttäuschung und

Frust waren damals groß“, sagt

der heutige Vorstand Jürgen Gistl.

„Das mussten wir erstmal sacken

lassen.“ Gut zwei Jahre später kamen

Tatendrang und Motivation

zurück, um das damals Geplatzte

nochmals in die Hand zu nehmen.

Die dann neue Idee: „Wenn schon

nicht zum 100. Geburtstag feiern,

dann wenigstens das 100. Gaufest

ausrichten.“ Genau darauf haben

sich die in Summe 15 Vorstandsmitglieder

des einzigen Trachtenvereins

an der Schönach (weder

Schwabsoien noch Altenstadt und

Schwabniederhofen haben einen

dorfeigenen Trachtenverein) geeinigt

und nun erneut ein großes

Fest über insgesamt fünf Tage auf

die Beine gestellt. Genaugenommen

sogar ein Gaufest, das es

im Detail betrachtet so noch nicht

gegeben hat. „Wir haben gewisse

Dinge bewusst geändert, um

das Fest auch für Menschen ohne

Tracht und Vereinszugehörigkeit

noch attraktiver zu machen“, verrät

Stefan Linder, Jugendleiter

der Schwalbenstoaner. Explizit

damit gemeint: Der traditionelle

Gauheimatabend, stets am Samstagabend

vor dem Festsonntag

stattfindend, der bis dato eher den

Status einer Veranstaltung für geschlossene

Gesellschaft hatte. „Ein

Abend, an dem die aktiven Gruppen

aller 18 Vereine des Lechgauverbandes

jeweils einen Plattler

oder Tanz aufgeführt haben.“ Dazwischen:

Ratschen, Biertrinken,

kritisch zuschauen und zum Ausklang

des Heimatabends an die

Bar. Die großen Festzelte mit Platz

für 3 000 Personen waren an diesen

Abenden meist nur zur Hälfte

gefüllt. „1 000 Menschen, davon

660 Aktive.“ Und die Stimmung

weitaus weniger locker und freudig,

wie sie sein könnte. „Bewusst

geworden ist uns das beim Gaufest

in Landsberg am Lech vor zwei

Jahren“, erinnert sich Jürgen Gistl.

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Die aktive Kinder- und Jugendgruppe der Hohenfurcher Trachtler.

„Während wir als leidenschaftliche

Trachtler die Auftritte der anderen

Gauvereine gespannt verfolgt

und darauf geachtet haben,

ob die Burschen sauber platteln

und die Madeln sauber drehen,

sagten neutrale Zuschauer neben

uns: Die machen ja alle das gleiche

– und das den ganzen Abend

lang.“

Vereinsübergreifende

Auftritte

Dieses „immer dasselbe“ möchten

die Hohenfurcher nun wie folgt

ändern: Anstelle pausenloser Auftritte

der jeweiligen Gauvereine

wird es zwischendurch längere

Auftrittspausen geben, im Rahmen

derer eine Tanzlmusi (Stegreifmusi)

schneidig aufspielt und

alle, die Lust haben, zum lockeren,

boarischen Tanz auffordern. Darüber

hinaus machen heuer mehrere

Vereine gemeinsame Sache. Zum

Beispiel treten die Rottenbucher

Trachtler mit den Böbingern auf,

die Rotter mit den Reichlingern

sowie die Epfacher mit den Seestallern.

Das schweiße im Rahmen

gemeinsamer Proben bereits im

Vorfeld des Lechgau-Abends ortsübergreifend

zusammen, bricht

die hier und da noch letztverbliebenen

alten Dorfrivalitäten auf

und eröffnet mittel- bis langfristig

betrachtet ganz neue Perspektiven

und Möglichkeiten, Tradition und

Brauchtum aufrechtzuerhalten.

„Im Fußball sind Spielgemeinschaften

unter Dorfvereinen längst

Standard geworden, warum nicht

auch unter Trachtenvereinen?“,

meint Stefan Linder. Wobei die

Ausrichter des diesjährigen Lechgautrachtenfestes

dahingehend

keine Sorgen haben. Zumindest

nicht aktuell. 224 Vereinsmitglieder

im Alter von bis zu 95 Jahren

zählen die Schwalbenstoaner aktuell,

darunter 40 Aktive ab dem

16. Lebensjahr und 45 im Bereich

der Jugend ab fünf Jahren. Der

Anteil an Männern und Frauen

sowie Buben und Mädchen ist

dabei ziemlich ausgeglichen, das

Angebotsspektrum innerhalb des

Vereins vielschichtig: Plattlergruppen

für Groß und Klein, mehrere

Volksmusikgruppen, der vor wenigen

Jahren neugegründete, rührige

Trommlerzug, Kindersingen,

Kräuter- und Palmbuschenbinden,

Maibaumaufstellen, Klöpfeln, musikalische

Umrahmung kirchlicher

Anlässe, Almfest, Kirchweihutschga

– die Liste der Aktivitäten ist

lang, der Stellenwert des Vereins

für die 1700 Einwohner starke Gemeinde

riesig. „Das schöne hier ist

grundsätzlich, dass alle Dorfvereine

sehr rührig sind, sich gegenseitig

unterstützen und deshalb

auch wir in der Lage sind, ein so

bedeutungsvolles Fest wie das

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der Hohenfurcher, der als sehr fleißig, rührig und gesellig gilt.

100. Lechgautrachtenfest zu stemmen“,

sagt Jürgen Gistl. Bester

Beweis dafür: Der erste Infoabend

zum Fest im örtlichen Gasthof

Zeus, wo die Vereinsverantwortlichen

mit maximal 90 Interessenten

gerechnet hatten. Gekommen

waren 150, die alle ihre Mithilfe

anboten!

Auch spannend: Die Details des

Brainstormings zum Fest. „Wir

haben zu Beginn der Planung

jedes einzelne Mitglied aus der

Vorstandschaft darum gebeten,

seine ganz persönliche Vorstellung

von unserem Gaufest auf

einen Zettel zu schreiben – von

zwei bis 14 Tagen waren da alle

erdenklichen Versionen und Dimensionen

eines Gaufestes dabei.

Letztlich geeinigt habe man

sich auf fünf Tage, „was definitiv

sportlich ist“. Genehmigungen

von Gemeinde, Privatgrundstückbesitzer

und Landratsamt sowie

Deko, Booking namhafter Musiker

und Gruppen, wöchentliche Festausschusssitzungen,

Organisation

von Brauerei, Festwirt, Festzelt –

die To-Do-Liste ist verdammt lang,

das Aufgabengebiet der Festvorbereitungen

vielschichtig. „Wobei

das bunte Rahmenprogramm, so

wie es letztlich geworden ist, wiederum

an nur einem Wochenende

entstanden ist“, verrät Jürgen

Gistl einen geheimen Hütten-Trip

direkt am Westufer des Lechs auf

Höhe Bernbeuren, „wo sich unsere

komplette, 15-köpfige Vorstandschaft

zurückziehen und in Ruhe

planen konnte“. Dabei festgezurrt

wurde auch das Motto des diesjährigen

Lechgautrachtenfestes.

Programm startet mit

„Wochadoaler“

Es lautet „Sei gegrüßt“ und ist

zurückzuführen auf das mittlerweile

älteste und verdienteste

Mitglied der Schwalbenstoaner:

Hans Linder, 95 Jahre jung, der für

seinen herzlichen, stets lebensbejahenden

Sei-gegrüßt-Gruß

im kompletten Gauverband und

weit darüber hinaus bestens bekannt

ist. Und der, sofern es die

Gesundheit zulässt, einen Platz in

der Ehrenkutsche beim großen

Umzug am Festsonntag sicher

hat. Zum Auftakt der fünftägigen

Feierlichkeiten laden die Schwalbenstoaner

am Mittwoch, 8. Juli,

um 19 Uhr zum „Wochadoaler“

mit Bieranstich, XaFranzl und keinem

Geringeren als Josef Menzel

ins 3 000-Personen-Zelt an der

Ecke Gewerbestraße / Hornweg im

Südwesten des Dorfes. Zu erwarten

ist ein unterhaltsamer Abend

mit urbayerischen Liedern, oft neu

interpretiert. Am Tag der Betriebe

– Donnerstag, 9. Juli, um 19 Uhr –

gibt’s gutes Bier, beste Blasmusik

durch die „Pfaffenwinkler“ und

einen lustigen Wettstreit auf der

Bühne, bei dem ungezwungen

und ohne Voranmeldung mitgemacht

werden kann. Eingeladen

sind hierzu alle in der Region

ansässigen Betriebe (Chef zahlt!),

Hohenfurcher Ortsvereine, umliegenden

Trachtenvereine sowie

alle, die einen geselligen Abend

erleben wollen. Ein weiteres

Highlight dürfte der Sternmarsch

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16 | altlandkreis


„Sei gegrüßt!“ Die Aktiven der Hohenfurcher Plattlergruppe mit ihren

Dreherinnen laden recht herzlich zum diesjährigen Lechgaufest.

am Freitag, 10. Juli, um 19 Uhr

mit 15 Trommlerzügen, drei Spielmannszügen

und acht Musikkapellen

sein. „Wir reden hier von

660 Teilnehmern, die gemeinsam

Musik machen“, schwärmt Monika

Lukats, Volksmusikwartin bei den

Schwalbenstoanern, ehe es anschließend

mit einem Stimmungsabend

im Festzelt mit den Alpengruß

Musikanten weitergeht.

Weil es zeitlich zusammenfällt,

nutzen am Samstagvormittag, 11.

Juli, ab 10 Uhr die Hohenfurcher

Böllerschützen die Infrastruktur

des Trachtenfestes und feiern ihr

30-jähriges Bestehen mit Frühschoppen,

Platzschießen, Kaffee

und Kuchen. Am Abend dann der

quasi revolutionierte Lechgau-

Abend mit Stegreif-Musi und Lechgau-Kapelle,

dessen Rahmenprogramm

deutlich bunter sein wird

als es bei bisherigen Gauheimatabenden

der Fall war. „Insofern in

der Tat auch für nichtaktive Trachtler

ein äußerst besuchenswerter

Abend – auch für Interessierte

ohne Lederhose und Dirndl.“ Das

absolute Highlight aber ist und

bleibt im Rahmen solcher traditionellen

Großveranstaltungen der

Festsonntag. So auch am 11. Juli

in Hohenfurch, beginnend mit einem

sanften Weckruf durch im Ort

verteilte Alphornbläser. Es folgen,

um 8.45 Uhr, ein Kirchenzug mit

Aufstellung am Festzelt, ein Feldgottesdienst

am unweit entfernten

Talhof, ein zünftiger Frühschoppen

mit der Knappschafts- und Trachtenkapelle

Peiting im Festzelt, gemeinsames

Mittagessen im Festzelt

und um 13.30 Uhr ein großer

Festzug mit 3000 (!) Teilnehmern

durchs Oberdorf. Die Rede ist von

allen Lechgau-Trachtenvereinen,

zahlreichen Trachtenvereinen des

Oberen Lechgaus sowie 19 Musikkapellen,

mehreren Trommlerzügen,

zehn von Pferden gezogenen

Festwägen und Gastvereinen, zum

Teil bis aus der Schweiz. Zu den

anschließenden Ehrentänzen im

Festzelt sowie auf einer Außenbühne

musizieren die Blaskapellen

aus Burggen und Hohenfurch,

ehe ab 18 Uhr, zum Festausklang,

„Blechpfiff“ ein sicherlich rundum

gelungenes Fest zu Ende begleitet.

Im Idealfall bei niederschlagsfreiem

Wetter und – trotz Hantavirus-

Berichten – ohne pandemiebedingte

Turbulenzen.

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> > > INFOS UND KARTENVORVERKAUF

Informationen zum 100. Lechgautrachtenfest sowie Vorverkaufskarten

für die Josef Menzel Kapelle am Mittwoch, 8. Juli, sind online

unter tickets.hohenfurch.net erhältlich.

juli / august 2026 | 17


Pünktlich zum Lechgautrachenfest

Vilser Findlinge und

uralte Fichten

Hohenfurch | Dass Hohenfurch

zur Aufhübschung des Ortsbildes

dringend neue Ortseingänge

gebrauchen könnte, hatte Landund

Forstwirt Thomas Nuscheler

bereits vor 15 Jahren im örtlichen

Gemeinderat vorgeschlagen.

„Braucht’s nicht“, hat es damals

mehrheitlich geheißen. Loslassen

konnte und wollte der begnadete

Bastler und Tüftler von dieser Vision

trotzdem nicht. Einige Jahre

später fuhr er deshalb durch nahezu

alle Ortschaften südlich von

Hohenfurch. Ob Altenstadt, Peiting,

Steingaden, Prem, Rottenbuch,

Böbing, Schöffau, Uffing – sie alle

hübschten ihre Ortseingänge aus

unterschiedlichsten Beweggründen

auf. „Nur wir in Hohenfurch

nicht, obwohl allein auf der B17

rund 15 000 Fahrzeuge pro Tag

durch unseren Ort hindurchfahren.“

Als Thomas Nuscheler all die

abfotografierten Ortseingangs-Bilder

aus umliegenden Ortschaften

inklusive der trostlosen Ansichten

von Hohenfurchs Neu-Bürgermeister

Matthias Zeidlmaier via

WhatsApp schickte, war auch dieser

der festen Meinung: „Da muss

wirklich was getan werden.“ Weil

die Gemeinde jedoch nach wie vor

kein Geld dafür übrig hat, haben

rund ein Dutzend rühriger Männer

das Projekt letztlich vollständig

ehrenamtlich sowie mit Hilfe von

Sponsoren einfach selbst in die

Hand genommen. Deren Ziel: Dass

die Hauptortseingänge im Süden,

Norden und Westen spätestens

bis Beginn des diesjährigen Lechgautrachtenfestes

(auch in Hohenfurch)

in neuem Glanz erstrahlen.

Unter mehreren Vorschlägen, die

letztlich als Skizzen eingereicht

werden konnten, wurde die Idee

von Thomas Nuscheler selbst als

„ideal“ auserkoren: Jeweils ein

großer Findling, der wiederum

mit einer lasergeschnittenen, aus

Edelstahl bestehenden Aufschrift

„Grüß Gott in…“ sowie dem ebenfalls

aus witterungsbeständigem

Blech geschnittenen Ortswappen

versehen wird.

Ältester Baum ist

180 Jahre alt

Zusätzlich und direkt danebenstehend:

Je ein massiver Fichtenstamm

samt Schindeldach, in

den das Wort „Hohenfurch“ via

Motorsäge eingeschnitzt wird. Die

Findlinge stehen dafür, „dass in

Hohenfurch im Zuge von Ausgrabungen

immer wieder riesengroße

Steine entdeckt werden, obwohl

der Boden drumherum ansonsten

sehr feinkiesig ist“. Da in der Kürze

der Zeit jedoch keine Hohenfurcher

Findlinge zufällig entdeckt wurden,

entschieden sich die Hohenfurcher

für drei riesengroße Steine

aus dem Steinbruch im österreichischen

Vils, unweit von Pfronten

und Füssen. „Der größte wiegt

zehn Tonnen, die anderen beiden

sieben bis acht.“

Wiederum direkten Bezug zur Hohenfurcher

Dorfgeschichte haben

die Bäume, aus denen die drei

Fichtenstämme gesägt wurden.

„Wir haben mit einer Waldgenossenschaft

im Unterdorf sowie einer

Waldgenossenschaft im Oberdorf

gleich zwei, was wohl bayernweit

einzigartig ist“, meint Thomas

Nuscheler. Deshalb stamme je

eine Fichte aus den Wäldern der

jeweiligen Genossenschaften, die

entsprechend auch am Ober- und

Unterdorf fixiert wurden. Der dritte

Baum, angebracht am östlichen

18 | altlandkreis


Echte Hingucker: Die bis zu zehn Tonnen schweren Findlinge, die aus

dem bekannten Vilser Steinbruch südwestlich von Füssen stammen.

Ortseingang nahe Schwabniederhofen,

stammt dagegen aus einem

Wald von Thomas Nuscheler, der

wiederum in unmittelbarer Nähe

dieses Ortseingangs seinen Hof

betreibt. „So bleiben alle Bäume

ihrer Zugehörigkeit treu.“ Gewählt

wurden letztlich ganz gezielt sehr

alte, formschöne und gesunde

Bäume mit bis zu 40 Metern Länge,

85 Zentimetern Durchmesser und

einem Alter von 100, 110 und 180 (!)

Jahren. „Wir haben in Hohenfurch

viel Wald und können nun stolz

darauf sein, dass ein winziger Teil

davon in Form der neuen Ortseingänge

weiterlebt“, freut sich Bürgermeister

Matthias Zeidlmaier,

der Initiator Thomas Nuscheler sowie

dessen Mitstreiter ausdrücklich

loben möchte. „Ein Projekt mit weit

über 300 Arbeitsstunden, das auch

als Vorbild für weitere Ehrenamtsaufgaben

in unserem Dorf dienen

kann.“ Teil des Teams waren:

Landwirt Bernd Langegger und

Gemeindearbeiter Frank Karcewski

in der Funktion als Allrounder. Der

seit kurzem selbstständige Maurer

Matthias Balasz für Fundamentund

Pflasterarbeiten. Elektriker

Stefan Lukats, der die Ortseingänge

bei Nacht erleuchten lässt. Die

Schreiner Markus Rieger und Ludwig

Nuscheler zum Bau von Schindeldächern,

die auf die jeweiligen

Fichtenstämme aufgesetzt wurden.

Schlosser Martin Schwathe zum

Lasern von Aufschriften und Ortswappen.

Die Firma Assner aus

Denklingen, die sich unentgeltlich

um Erd- und Baggerarbeiten gekümmert

hat. HRW-Geschäftsführer

Andreas Ressle, der die Vilser

Findlinge via Autokran aufstellte.

Und Kieswerksbesitzer Josef Streif

als größter Sponsor eines Projekts,

das pünktlich zum Lechgautrachtenfest

das Ortsbild von Hohenfurch

definitiv deutlich aufhübscht. js

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haben die Ortseingänge ihres Dorfes ehrenamtlich aufgehübscht.

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juli / august 2026 | 19


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„XaFranzl“ erobern Herzen im Sturm

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Hohenfurch | Auf Live-Konzerten

namhafter Interpreten startet

meist eine gute, jedoch nicht ganz

so bekannte Vorband. Die sollte

im Idealfall weniger Stimmung

erzeugen als die Gruppe, wegen

der letztlich alle gekommen sind.

Ziachspieler Xari Nuscheler, 20

Jahre jung, und Gitarrist Franz

Taufratshofer, 17 Jahre jung, kommen

beide aus Hohenfurch – und

aus dem Grinsen kaum heraus, als

sie von ihrem ersten prominenteren

Vorband-Auftritt berichten. Sie

durften vor der Oberpfälzer Rock-

Pop-Band „Troglauer“ ran – und

heizten die Festzelt-Stimmung unter

1 300 Feierwütigen innerhalb

kürzester Zeit derart an, dass die

Troglauer selbst zum quasi Stimmungshöhepunkt

loslegen konnten.

Dabei gibt es die zwei Sandkastenfreunde

als „XaFranzl“ erst

seit rund drei Jahren, was obendrein

im Grunde einem Zufall geschuldet

ist. Xari Nuscheler hatte

vor Gründung des pfiffigen Duos

seine Ziach für ein Jahr in die Ecke

gestellt, weil er ohne Gruppe und

Auftrittsziel weder Freude noch

Sinn im Musizieren sah. „Opa

Hans und Oma Erna sind unsere

größten Fans – aber immer nur alleine

den Großeltern vorzuspielen

hat sich irgendwann nicht mehr

richtig angefühlt.“ Auch Franz

Taufratshofer hatte eigentlich

ganz andere Pläne, übte nur noch

E-Gitarre und war guter Dinge,

Teil einer richtigen Rockband werden

zu können. Doch dann kam

die Anfrage von Monika Lukats,

Volkmusikwartin der Trachtenvereins

„D’Schwalbenstoaner“, ob

die beiden nicht Lust hätten, im

Rahmen der Hohenfurcher Dorfweihnacht

gemeinsam ein paar

20 | altlandkreis

Xari Nuscheler (li.) spielt Ziach, Franz Taufratshofer Gitarre.

boarische Stücke zu spielen. Nur

drei Mal hatten die Ausnahmekönner

„Augenstern“ von Herbert

Pixner geprobt. „Ich weiß

noch genau, wie planlos und

zitternd ich auf der Bühne war,

mir vorher noch von Hand die

Akkorde auf einen weißen Zettel

geschmiert hab“, berichtet Franz

Taufratshofer. Womit er und Xari

letztlich nicht gerechnet hätten:

Wie unfassbar viel Freude ihnen

das gemeinsame Musizieren von

origineller Volksmusik bereiten

würden. Eine Begeisterung, die

auch aufs aufmerksame Publikum

sofort übersprang. Die Folge: Weitere

Auftritte auf privaten Geburtstagsfeiern

sowie beim Bauerntheater

in Epfach.

Auftritte bis hinter

München

Die ersten Wochen und Monate

proben die beiden wie verrückt,

studieren zwei bis drei Mal die

Woche ein neues Lied nach dem

anderen ein und spielen sich regelrecht

in einen Rausch. Dabei

spannend: Nie streng nach Noten,

sondern stets frei nach Gehör.

Doch plötzlich: Anfragenflaute

über mehrere Wochen hinweg

und die Frage: „Sollen wir überhaupt

weiterproben, wenn’s grad

so ruhig um uns wird?“ Als hätte

das Schicksal mitgehört, ging

der Hype um die zwei jungen

Burschen von diesem Moment

an so richtig los. Seither spielen

die beiden, Sommer wie Winter,

wöchentlich. Wohlgemerkt ausschließlich

in ihrer Freizeit, aus

reinem Spaß an der Freud. Xari

Nuscheler hat dabei die Rolle des

Bandmanagers inne, sucht neue

Songs aus, organisiert über eine

gemeinsame Terminkalender-App

die Auftritte und sorgt als Führerscheinbesitzer

dafür, dass die beiden

an all die unterschiedlichen

Auftrittsorte kommen. Franz Taufratshofer

ist dagegen die Rampensau.

„Ich weiß im Vorfeld oft gar

nicht, wo’s für uns beide hingeht,

setze mich manchmal einfach ins

Auto und lass mich überraschen.“

Diese Spontanität spiegelt die unbekümmerte,

notenlose Art des

Musizierens der beiden wieder.

Entsprechend schwer fällt auch die


In Gesellschaft eines echten Promis: XaFranzl mit Roberto Blanco.

Ein- und Zuordnung einer klaren

Musikrichtung. „Koa Tanzlmusi,

koa Bläsergruppe, koa Stubenmusik

– was spielen wir eigentlich!?“

Im Grunde einen bunten Mix aus

allem, nur nochmals neu und

auf ganz eigene Art und Weise

interpretiert. Mittlerweile beherrschen

die beiden 80 (!) Songs.

Alle auswendig, alle ohne Noten.

Von Pixner über Tanzlmusi bis

hin zu Schlagern, von moderner

Volksmusik bis hin zu richtig alten

„Schinken“. Und? „Die Resonanzen

sind überwältigend, die Erlebnisse

kaum greifbar.“ Vor allem

seit die beiden angefangen haben,

nicht nur instrumental, sondern

auch gesanglich zu performen,

können sie sich vor Anfragen

kaum retten – und kommen

dank eines zu einem Tourbus

samt Bettenlager umgebauten

Feuerwehrfahrzeugs

trotz ihres blutjungen Alters

an Orte und Leute, „wo wir

uns selbst manchmal zwicken

müssen, um es glauben

zu können“.

Die größte Schneid

im Raum

Hinter München, am Tegernsee,

auf einer Alm in Österreich,

Musikantentreffen im

Allgäu, Taufen, Hochzeiten

und Festzeltstimmung bis

hinter Memmingen, auf der

Drehhütte – das Einzugsgebiet

ist inzwischen riesig geworden

für die noch blutjungen

Musikanten, die auch schon

eine Anfrage aus St. Moritz in der

Schweiz sowie von den aus dem

Bayerischen Rundfunk bekannten

Brettl-Spitzen bekommen haben.

Auch deshalb, weil sie immer

wieder während ihres meist dreistündigen

Auftritts anfangen zu

improvisieren. „Franz beherrscht

den Stil von acht verschiedenen,

namhaften Gitarristen – und kann

diese blitzartig, während eines

Lieds, entsprechend einpflegen.“

Ob Jimmy Hendrix, Hans Söllner

oder Freddy Mercury? Ziachspieler

Xari muss seinem Spezl nur

zuzwinkern, damit dieser in eine

klassische Polka-Begleitung ein

weltbekanntes Gitarrensolo einstreut.

Oder, wie neulich, bei einem

Freund von Roberto Blanco

mit (!) Roberte Blanco „ein bisschen

Spaß muss sein“ singt. Ein

weiteres Markenzeichen von Xa-

Franzl: Ihr origineller Style. „Der

muss immer sitzen und im Idealfall

die größte Schneid im Raum

darstellen.“ Im Sommer tragen

die beiden kurze Lederhose, graugestrickte

Strümpfe, Haferlschuhe,

gestreiftes oder kariertes Hemd,

ein fesches Leiberl sowie einen

urig geformten Hut. „Ich den

hier heimischen Lechtaler, Xari

inzwischen den alten von seinem

Opa Schorsch, der richtig lässig

aussieht, obwohl er schon zwei

Löcher hat.“ Im Winter dagegen

die wärmere Lodenhose. Außerdem

immer mit im Gepäck: Zwei

Konzertgitarren, eine hochwertige

Ziach, eine Box von Bose, mehrere

Paar Holzlöffel und bei Auftritten

in näherer Umgebung auch häufig

die Duo-eigene Bühne: Eine

am Heck eines original Eicher-

Traktors (Oldtimer) angebrachtes

Podest, was zum unvergleichlichen

Kleidungs- und Musikstil der

Burschen viel besser nicht passen

könnte. Hinzu kommt, dass beide

sich in bis zu sechs (!) Vereinen

wie Trachtler, Trommler, Landjungend,

Feuerwehr oder

Männerchor engagieren.

„Deshalb haben wir für

eine feste Freundin, so

schön’s natürlich wär, grad

gar keine Zeit“, sind sich

die beiden auch bei diesem

Thema einig. Allen voran

nicht in diesen Tagen und

Wochen der finalen Vorbereitungen

auf das 100.

Lechgautrachtenfest. Gleich

zum Auftakt am Mittwoch,

8. Juli, dürfen XaFranzl als

Vorband der bekannten

Josef Menzel Kapelle ran.

Aber bitte nicht ganz so

enthusiastisch, damit die

Stimmung nicht erneut

schon vor dem Main-Act

(Hauptakt) zum Höhepunkt

kocht.

js

juli / august 2026 | 21


> > > ALLERLEI IM ALTLANDKREIS

Feiern, Verausgaben

und richtig gute Musik

Poolparty im Plantsch

Schongau | Beerpongturnier, Shishalounge,

Photobox, Selfmade-Cocktails,

Wein- und Spritzbar sowie leckeres

Streetfood: Am Samstag, 4. Juli, steigt die legendäre Pool-Party P im

Schongauer Plantsch, lädt mit zwei beheizten Becken zum Baden ein.

Für fetzige Musik sorgen DJ PM aus Schongau, DJ Stephan Majok aus

München und DJ J-Songz aus Ingolstadt. Einlass ab 18 Uhr

und 16 Jahren (bis 3 Uhr mit „Mutterzettel“). Erst für zehn

Euro, nach 21 Uhr für 16 Euro.

js

Premiere von Welfs Erbe – Tickets zu gewinnen!

Steingaden | Wie bereits in unserer Mai / Juni-Ausgabe

groß angekündigt, steigt in Steingaden heuer

wieder ein großes Freilichtspiel. Premiere der

in Summe dritten Auflage von „Welfs Erbe“ ist am

Samstag, 18. Juli, um 20 Uhr. Infos und Tickets hält

die Internetseite www.welfenbuehne.de bereit. js

>>> Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost

für die Premiere von „Welfs Erbe“ auf dem

Marktplatz in Steingaden nochmals 3 x 2 Tickets.

Schicken Sie uns

bis 10. Juli eine

Postkarte mit

dem Stichwort

„Freilichtspiel“

an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting.

i

Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. is.de.

Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Viel Erfolg!

Bayersoier Fünfkampf

Bad Bayersoien | Am letzten Juli-Wochenende ist es wieder so weit, lädt der

ESV Bad Bayersoien zum legendären Mannschafts-Fünfkampf. Los geht’s am

Freitag, 24. Juli, um 16.30 Uhr mit dem Lauf um den Soier See, gefolgt vom

Bankdrücken (ab 18.30 Uhr) im Bierzelt am Sportheim. Samstagfrüh, 25. Juli,

startet um 8 Uhr das Stock-Zielschießen am Sportheim. Um 12.30 Uhr beginnt

das Rennrad-Einzelzeitfahren mit Start in der Dorfstraße, ehe um 15.30 Uhr

südseitig der B23 die Mountainbike-Rennen zünden. Abschließend:

Siegerehrung und Party mit Live-Band im Bierzelt. Anmeldungen

und nähere Infos unter www.esvbadbayersoien.de.

js

Erst hAMMERsound, dann TheBossHoss

Peißenberg | Einst im Rahmen einer Jugendumfrage gewünscht,

wurde das hAMMERsound-Festival ins Leben gerufen. Heuer findet

es am Freitag, 31. Juli, von 14 bis 22 Uhr auf dem Festplatz Moosleite

in Peißenberg statt. Geboten ist ein buntes Line-up fetziger Live-

Bands, eine Azubi-Meile für Ausbildungssuchende, leckeres Essen,

erfrischende Getränke sowie ein Workshop zum Skaten und Scooter-

Fahren samt Contest (Helmpflicht!), im Rahmen dessen es coole Preise

zu gewinnen gibt. Nähere Infos unter www.hammersoundfestival.

de. Noch außergewöhnlicher:

Dass die Infrastruktur des Festivals

für ein weiteres Konzert

genutzt wird. Am Samstag, 1.

August, ab 20 Uhr treten die aus

Funk und Fernsehen bekannten

Starmusiker „TheBossHoss“ auf.

Tickets sind erhältlich unter

www.peissenberg-openair.de. js

>>> Außerdem verlost „altlandkreis“ 2 x 2 Tickets. Schicken Sie uns

bis Mitte Juni eine Postkarte mit dem Stichwort „TheBossHoss“ an

„altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine Mail

an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

22 | altlandkreis


900 Jahre Schwabbruck

Schwabbruck | Die Gemeinde Schwabbruck wurde

erstmals vor 900 Jahren urkundlich erwähnt.

Insofern ein guter Grund zum Feiern. Geplant ist

ein Festwochenende über drei Tage, beginnend

mit einer Partynacht am Freitag, 31. Juli, ab 19 Uhr.

Erst spielen „XaFranzl“ aus Hohenfurch, danach

die bekannte Radlerband. Weiter geht’s am Samstagnachmittag,

1. August, um 14 Uhr mit Bayerischem

Wettkampf sowie Kaffee und Kuchen, ehe

am Abend ab 19 Uhr Weinfest mit der Penoner

Musikkapelle, Südtiroler Schmankerln und einer

Peiting | Rennradbegeisterte dürfen sich auch dieses

Jahr auf ein absolutes Highlight freuen: Die

Pfaffenwinkel-Radrundfahrt. Heuer am Sonntag,

19. Juli, wie gewohnt mit Start und Ziel an der

Dreifachturnhalle, Alfons-Peter-Str. 10, in Peiting.

Radrundfahrt durch den Pfaffenwinkel

Feuerwerkshow steigt. t Den Abschluss der Feierlichkeiten

bildet der Festsonntag, 2. August, ab

9 Uhr mit Festgottesdienst, Kirchenzug, Mittagessen,

Kaffee und Kuchen sowie musikalischer

Unterhaltung der Musikkapelle Schwabwwbruck.

Nähere Infos unter www.

schwabbruck900.de.

js

Die in Summe 41. Rundfahrt hält mit 160, 120, 85

und 55 Kilometern vier verschiedene Strecken bereit.

Gestartet wird zwischen 6.30 und 8 Uhr, im

Falle der 55-Kilometer-Familientour zwischen 7

und 10 Uhr. Neu im Programm außerdem: Eine

80 Kilometer lange Strecke für Gravelbikes. Auch

hier wird zwischen 6.30 und 8 Uhr gestartet. Bei

der Pfaffenwinkelrundfahrt handelt es sich nicht

um einen klassischen Wettkampf auf Zeit, können

lediglich Wertungen in Gruppen gewonnen

werden. Weitere Infos und Anmeldung

online unter www.pfaffenwinkelrad-adrundfahrt.dejs

Sehen, Hören, Lesen –

die Gewinner der letzten Ausgabe

Altlandkreis | Jede Menge Lesens-, Hörens- und

Sehenswerte haben wir in unserer Mai / Juni-Ausgabe

verlost. Je ein Exemplar von „Landwissen“,

der Knigge für Naturliebhaber von Autorin Nicola

Förg, ging an Emma Hackinger aus Vilgertshofen

und Johann Habersetzer aus Hohenpeißenberg.

Je zwei Tickets für das Grüne-Sonne-Festival auf

dem Hohen Peißenberg gewannen heuer Alexandra

Baumann aus Hohenfurch, Reinhard Echtler

aus Schongau und Sonja und Gregor Brennauer

aus Wildsteig. Zwei Karten für das große Wies-

Konzert des Festlichen Sommers gewann Rudi

Besel aus Kinsau, die zwei Karten für das große

Wies-Konzert von Musik im Pfaffenwinkel Johanna

Niggel aus Wildsteig. Zu den Wohnzimmerkonzerten

in Bernbeurens Käse-Küche durften, jeweils

mit Begleitung

ihrer Wahl, Birgitt

Schelle aus

Peiting (mit dem

Redakteur des

Magazins weder

verwandt noch verschwägert) und

Kerstin Sporer aus Schwabsoien (Ben Camden)

sowie Margit Angerhofer aus Lechbruck und Holger

Nachtigall aus Sachsenried (Wawra). Außerdem

gingen je zwei Tickets für die Premiere von

Welfs Erbe (erst am 18. Juli) an Hildegard Frank

aus Prem, Elisabeth Dreher aus Bernbeuren

und Wilhelm und Roswitha Wotke aus

Altenstadt. Wir gratulieren allen Gewinnern

recht herzlich!

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juli / august 2026 | 23


Gewerbeschau in Schongaus Eisstadion

Helikopter, Poolbau und KI

Impressionen

aus dem Jahr 2015.

Schongau | Erlebnisorientiert und

vielschichtig: Die Vereinsverantwortlichen

der Schongauer

Mammuts haben sich verdammt

viel einfallen lassen,

um aus der zehnten Pfaffenwinkel

Gewerbeschau eine ganz

besondere zu machen. „Unter

dem Motto eines modernen und

familienfreundlichen

Messeerlebnisses

haben wir das Konzept

der altbewährten Gewerbeschau,

die abwechselnd in Peiting

und Schongau stattfindet, in einigen

Punkten überarbeitet mit dem

Ziel, klassische Gewerbeschau,

Familienevent und regionale Begegnungsplattform

miteinander

zu verbinden“, bekräftigt Tobias

Geretzhuber, bei den Mammuts

verantwortlich für Marketing und

Sponsoring. Die mehr als 5000

Besucher, die am Samstag, 11.

Juli, und Sonntag, 12. Juli, jeweils

von 10 bis 18 Uhr am und

im

Schongauer Eisstadion an der

Lechuferstraße erwartet werden,

dürfen sich insofern nicht nur

auf 60 Aussteller aus den Bereichen

Handwerk, Mobilität, Banken,

Versicherungen, Gesundheit,

Dienstleistungen und vieles mehr

freuen – auch kulturell, sportlich

Das Orga-Team präsentiert t das frischgedruckte Banner.

24 | altlandkreis

und kulinarisch ist für alle Altersklassen

und Interessensgruppen

jede Menge geboten. Zum Beispiel

lädt an beiden Vormittagen ein

Weißwurstfrühschoppen mit Live-

Musik der Stadtkapelle Schongau

(am Samstag) sowie Hans Enzensperger

und seiner bekannten Jazz-

Band (am Sonntag) zum geselligen

Start in den Tag. Dabei stets im

Fokus: Familienfreundlichkeit. Unter

anderem dank kostenloser Kinderbetreuung

mit Kinderschminken,

Hüpfburg und Kunsteisfläche

zum „Zocken“ auf Schlittschuhen.

Gratis-Eis „vom Gulio aus Peiting“.

Generell erschwingliche Preise für

Essen und Getränke. Mitmachaktionen

und Vorführungen auf

und neben der Messebühne. Aber

auch ein großzügiges Außengelände

mit weiteren Attraktionen.

Startups, Kunsthandwerk

und „Magic Mirror“

Brandneu im Rahmen der diesjährigen

Pfaffenwinkel Gewerbeschau:

Eine Startup-Area, auf der

sich neugegründete Betriebe mit

spannenden Schwerpunkten wie

KI, Erste Hilfe oder Sponsoring

präsentieren. Der Bereich „Longevity“,

zu Deutsch „Langlebigkeit“,

hält trendige Fachvorträge

zu Fitness, gesunder Ernährung,

Beautybehandlungen und gesunden

Schlaf bereit. Aussteller mit

handgemachten Taschen, Körben,

Seifen oder Gläsergravur verleihen

der Veranstaltung kunsthandwerkliches

Flair. Und erstmals mit

dabei sind auch Infostände aus

dem Bereich „Tourismus im Pfaffenwinkel“.

Weitere Highlights:

Live-Auftritte von Mentorin, Entertainerin,

Spiegel-Bestsellerautorin

Die Gewerbeschau findet im und um das Schongauer Eisstadion statt.

und Influencerin „Clementa“. Die

Vorstellung eines in Schongau entwickelten

Ultraleicht-Helikopters.

Eine Fotobox mit „Magic Mirror“.

Und die Möglichkeit, sich live vor

Ort von einem echten Profi tätowieren

zu lassen. Wobei auch das

Ausstellerportfolio an sich keine

Interessenswünsche offen lässt:

Die Rede ist von Handwerksbetrieben,

die auf Photovoltaik, Stromspeicher

und Wärmepumpen

spezialisiert sind, aber auch auf

modernen Hallen- und Gebäudebau,

auf Fenster, Türen und Insektenschutz,

auf Gebäudebelüftung,

Parkettböden sowie auf Garten-,

Landschafts- und Poolbau. Aus der

Kategorie „Mobilität“ präsentieren

hiesige Autohäuser jede Menge

neue Fahrzeuge namhafter Hersteller

aus Deutschland und Europa,

zum Beispiel von Volkswagen,

Audi, Mercedes, Dacia, Opel und

Peugeot. Aber auch aus Asien

stammende Marken wie BYD, KIA

und Hyundai. Nicht unwichtig in

Zeiten der immer rasanter voranschreitenden

Digitalisierung:

Zeitgemäße Versicherungskonzepte,

Online-Banking oder Echtzeit-Bezahlsysteme,

wozu hiesige

Banken und Versicherungen informieren,

aufklären und anbieten.

Und natürlich wohnortnahe

Gesundheitsversorgung, wozu das

noch recht neue medizinische Gesundheitszentrum

„SOGesund“ im

ehemaligen Krankenhaus Schongau

informiert. Spannend für Groß

und Klein dürfte auch das Ausprobieren

diverser Simulatoren

werden: Eine in Schongau ansässige

Fahrschule stellt hierzu einen

Pkw-Fahrsimulator bereit, die

preisgekrönte und allgemeinhin

sehr rührige Gebietsverkehrswacht

Schongau ihren neuen Scooter-

Simulator.

Rallye animiert zum

Rundgang

Vorzufinden sind Aussteller, Bühne

und anderweitige Attraktionen auf

mehreren Flächen: „Wir nutzen

den überdachten Bereich unseres

einseitig offenen Eisstadions

ebenso wie den Außenbereich der

Stockschützen sowie die Flächen

der Parkbuchten drumherum“, betont

Tobias Geretzhuber, der Ende


Das Highlight der Gewerbeschau ist ein Helikopter von Paul Ressle.

2025 noch skeptisch war, dass es

dieses Jahr überhaupt eine Pfaffenwinkel

Gewerbeschau geben

wird. „Aufgrund der zahlreichen

anderweitigen, ehrenamtlichen

Tätigkeiten innerhalb der Eissportabteilung

waren wir plötzlich unter

Zeitdruck gestanden und wussten

deshalb nicht, ob wir eine derart

große Veranstaltung in wenigen

Monaten auf die Beine stellen können.“

Dank engem Austausch mit

den Vorjahresausrichtern des EC

Peiting, der kurzfristigen Zusammenstellung

eines neuen, rührigen

wie kreativen Teams sowie der

überraschend schnellen Zusagen

zahlreich angefragter Firmen „war

jedoch schnell klar, dass es klappt“.

Unter anderem auch mit jeder

Menge kulinarischer Köstlichkeiten.

Der neue Wirt des Eisstüberls

kocht vegetarisch und vegan. Die

Mitglieder der Mammuts werfen

Fleisch und Wurst auf den Grill.

Die Mütter der Nachwuchsspieler

backen leckere Kuchen und kochen

Kaffee. Und Familie Albrecht vom

örtlichen Brauhaus kredenzt Kässpatzn

und Spanferkel. Wer sich

nun fragt, warum die Schongauer

Mammuts federführend eine Pfaffenwinkel

Gewerbeschau organisieren?

Ursprünglich entstanden

ist dieses Messeformat aus einer

eigentlich reinen Sponsorenveranstaltung

des EC Peiting heraus.

Weil dieses Konzept jedoch auf

Anhieb gut ankam, auch Nicht-Eishockey-Sponsoren

sowie ein großer

Teil der Bevölkerung Gefallen

daran gefunden hatten, die weit

über Eissportunterstützung hinausreicht,

hat sich die Pfaffenwinkel

Gewerbeschau von Beginn an

zu einer beliebten Veranstaltung

entwickelt, von der letztlich mehrere

Seiten profitieren: Der jeweils

ausrichtende Verein, heuer die

Eissportabteilung des TSV Schongau,

kann bei Standgebühren

von 300 bis 900 Euro seine stets

klammgefüllte Vereinskasse füllen,

so Kindern und Jugendlichen aus

der Region auch in Zukunft den

schnellsten Mannschaftssport der

Welt vergleichsweise kostengünstig

und wohnortnah ermöglichen.

Gleichzeitig können hiesige Firmen

sich den hier lebenden Bürgerinnen

und Bürgern präsentieren –

und die Bürgerinnen und Bürger

wiederum in Erfahrung bringen,

welch gewerbliche Vielfalt Schongau

und Umgebung zu bieten hat.

Apropos: Damit die Besucher auch

wirklich nichts verpassen und alle

Aussteller zu Gesicht bekommen,

„haben wir einen zusätzlichen Anreiz

geschaffen“. Im Rahmen einer

Gewerbeschau-Rallye gilt es alle

Ausstellungsbereiche abzuklappern.

Der Lohn nach Bestaunen

von Helikopter, Poolbau und KI:

Gutscheine für frischfrittierte Pommes

aus der Tüte.

js

Die Einnahmen der Gewerbeschau fließen in die Kasse der Mammuts.

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juli / august 2026 | 25


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Interview zum Plan eines Diabetischen Fußzentrums

„Wir kämpfen um jeden Fuß“

Weilheim | Dr. Ludwig Schwering,

Leiter der Sektion für Rekonstruktive

Orthopädie, plant im Krankenhaus

Weilheim ein Diabetisches

Fußzentrum einzurichten. Was

dies genau ist und welche Vorteile

es für Patienten mit einer Diabetes-Erkrankung

bringt, erklärt er

im Interview.

Warum brauchen wir am Krankenhaus

Weilheim ein Diabetisches

Fußzentrum?

Ein großer Anteil der elf Millionen

Diabetiker in Deutschland ist

irgendwann im Leben vom Diabetischen

Fußsyndrom betroffen.

Am Krankenhaus Weilheim möchten

wir die notwendigen Kompetenzen

bündeln, damit aus einer

zunächst kleinen Wunde kein

schwerer Verlauf mit Infektion,

Knochenbeteiligung oder Amputation

entsteht.

Was versteht man unter dem „Diabetischen

Fußsyndrom“?

Darunter versteht man Wunden,

Infektionen, Durchblutungsstörungen,

Fehlstellungen oder

Knochenveränderungen am Fuß

bei Menschen mit Diabetes. Oft

liegen Nervenschäden vor, sodass

Schmerzen vermindert oder gar

nicht wahrgenommen werden.

Dadurch werden Druckstellen,

Entzündungen oder offene Wunden

oft zu spät bemerkt. Genau

das macht die Erkrankung so

gefährlich: Sie sieht am Anfang

manchmal harmlos aus, kann sich

aber sehr schnell verschlimmern.

Welche Folgen kann ein unbehandelter

Diabetischer Fuß haben?

Sonderveröffentlichung entlic

hungd

der

Dr. Ludwig Schwering.

Unbehandelt kann sich eine

Wunde ausbreiten, tiefere Gewebeschichten

erreichen, Sehnen,

Gelenke oder Knochen befallen

und zu schweren Infektionen oder

sogar Blutvergiftung führen. Im

schlimmsten Fall drohen Amputationen.

Das bedeutet für Betroffene

einen erheblichen Verlust an

Mobilität, Selbstständigkeit und

Lebensqualität.

Was wird das Besondere am neuen

Diabetischen Fußzentrum sein?

Der konsequent interdisziplinäre

Ansatz. Wir möchten nicht nur die

Wunde behandeln, sondern den

gesamten Fuß und den Menschen

als Ganzes betrachten. Das heißt:

Durchblutung, Infektion, Knochen,

Gelenke, Fehlstellungen, Druckverteilung,

Orthesen- und Schuhversorgung

sowie Nachsorge. Ein

Schwerpunkt ist die Rekonstruktive

Orthopädie: Wo immer möglich,

möchten wir nicht nur Gewebe

entfernen, sondern den Fuß erhalten

und seine natürliche Funktion

möglichst weitgehend wiederherstellen.

Welche Fachbereiche arbeiten künftig

zusammen?

Zur Behandlung des Diabetischen

Fußsyndroms reicht selten

eine einzelne Fachdisziplin aus.

Notwendig ist die enge Zusammenarbeit

von Internisten und Diabetologen,

die sich um die Folgeerkrankungen

der Zuckerkrankheit

und eine möglichst gute Blutzuckereinstellung

kümmern, außerdem

mit der Gefäßchirurgie, die bei

begleitender Durchblutungsstörung

mit modernen Methoden eine

möglichst gute Durchblutungssituation

herstellen kann, und natürlich

mit der Rekonstruktiven Orthopädie,

welche komplexe Schäden

am Fuß behandeln, Fehlstellungen

korrigieren und Funktionen

wiederherstellen kann. Ergänzend

unterstützen Radiologie mit guter

Bildgebung, Mikrobiologen durch

die Identifizierung von Bakterien,

das Wundmanagement, die Orthopädietechnik,

die Physiotherapie,

die Pflege und die ambulante

Weiterbehandlung. Nur wenn alle

Beteiligten abgestimmt handeln,

können Prozesse wie Diagnostik,

Operation, Wundbehandlung,

Hilfsmittelversorgung und Nachsorge

sinnvoll ineinandergreifen.

Welche Vorteile haben Patienten

davon, dass diese Kompetenzen gebündelt

werden?

Für Patienten bedeutet das kürzere

Wege, klare Abläufe und weniger

Zeitverlust. Gerade beim Diabetischen

Fuß ist Zeit ein entscheidender

Faktor. Wenn Diagnostik,

Behandlung und Therapie eng koordiniert

werden, kann man unnötige

Verzögerungen vermeiden. Betroffene

erhalten ein abgestimmtes

Behandlungskonzept statt einzelner,

voneinander

getrennter Maßnahmen.

Deshalb

haben wir bereits

zahlreiche Kooperationen

mit diabetologischen

Praxen im Umfeld

von Weilheim aufgebaut.

Können so Amputationen tatsächlich

verhindert werden?

Ja, häufig gelingt das. Entscheidend

ist, dass Patienten früh zu

uns kommen und die Ursachen

der Wunde konsequent behandelt

werden. Dazu gehören Infektionskontrolle,

Durchblutungsverbesserung,

operative Stabilisierung

oder Korrektur von Fehlstellungen,

Druckentlastung und eine gute

Nachsorge. Nicht jede Amputation

lässt sich verhindern, aber: Viele

Amputationen können vermieden

oder zumindest auf ein möglichst

kleines Maß begrenzt werden.

Wie läuft die Behandlung eines Patienten

im Diabetischen Fußzentrum

typischerweise ab?

Am Anfang steht eine strukturierte

Untersuchung: Wie sieht die

Fehlstellung oder Wunde aus? Ist

die Durchblutung ausreichend?

Gibt es eine Infektion? Liegt ein

instabiler Fuß vor? Danach wird

gemeinsam ein Behandlungsplan

erstellt. So können

wir im Falle einer

frühzeitigen Therapie

durch Maßnahmen

wie etwa

kleine Sehneneingriffe

schwere

Verläufe schon im

Vorfeld verhindern.

Wundbehandlung,

Antibiotikatherapie,

Dr. Tim Förster und Dr. Ludwig Schwering (von

rechts) bei der Nachsorge eines behandelten Diabetischen

Fußes.

> > > KONTAKT

Gefäßdiagnostik oder -eingriff,

operative Sanierung, Knochenoder

Weichteilrekonstruktionen

bleiben dabei schweren oder

fortgeschrittenen Verläufen vorbehalten.

Wichtig ist, dass die Behandlung

nicht mit der Entlassung

endet, sondern ambulant in diabetologischen

oder hausärztlichen

Praxen weitergeführt wird.

Welche Ziele verbinden Sie persönlich

mit dem Aufbau dieses Zentrums?

Mein Ziel ist es, in Weilheim eine

verlässliche Anlaufstelle für Patienten

mit Diabetischem Fußsyndrom

zu errichten, die sich kompetent

und menschlich zugewandt stationär

und ambulant um die Erkrankung

kümmert. Unsere frühzeitige

interdisziplinäre Behandlung kann

schwere Verläufe abmildern oder

sogar ganz vermeiden und langfristig

gute Ergebnisse erzielen.

Damit setzt die Rekonstruktive

Orthopädie den ursprünglichen

Gedanken des Orthopäden als

Betreuungsperson für nachhaltig

gute Lebensqualität um.

Sektion für Rekonstruktive Orthopädie

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Andra Man, Elisabeth Bußjäger

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Ältesten Spielkarten Deutschlands

Das Schongauer Blatt

Schongau | Die ältesten noch erhaltenen

Spielkarten Deutschlands

wurden vor knapp 26 Jahren in

Schongaus Altstadt gefunden – bei

Sanierungsarbeiten im „Hafnerhaus“

an der Ecke Rentamtstraße

und Karmeliterstraße sind die

historischen Schätze in einem

Fehlboden in noch erstaunlich gutem

Zustand aufgetaucht. Das Ziel

von Kreisheimatpfleger, Stadtrat

und Tourist Information: Aus dem

Fundus von neun Originalen ein

komplettes Kartenset möglichst

originalgetreu zu rekonstruieren.

Genau das ist mittlerweile geglückt.

„Seit Mitte April gibt es das

48er-Set bei uns an der Weinstraße

11 zu kaufen“, zeigt sich Max

Geiger, Leiter der Tourist Information

Schongau, sichtlich erfreut,

„weil die Karten echt begehrt sind,

wir bereits rund ein Fünftel des

Bestandes sowohl an Einheimische

als auch Touristen verkaufen

konnten“. Zehn Euro kostet ein Packerl.

Darin enthalten sind 48 Karten,

die den klassisch-bayerischen

Spielkarten, die jeder kennt, sehr

ähnlich sind: Es gibt die vier Farben

Herz, Gras, Schell und Eichel.

Darunter auch jeweils König, Ober

und Unter sowie Zehner, Neuner,

Achter, Simmer, Sechser. Allerdings

auch Fünfer, Vierer, Dreier

und Zweier, dafür keine Asse. So

kommen die historisch rekonstruierten

Karten in Summe auch auf

diese 48 Stück und nicht, wie heutzutage

gewohnt, auf die 36 Karten

bzw. ohne Sechser 32. An dieser

Stelle stellt sich natürlich die Frage:

Können mit dem Schongauer

Blatt überhaupt gängige, beliebte

Kartenspiele gespielt werden?

„Auf jeden Fall“, sagt Kreisheimatpfleger

Jürgen Erhard, der die

ersten geselligen Schafkopfabende

mit den „ältesten Spielkarten

Deutschlands“ bereits erfolgreich

hinter sich hat. Was viele nicht

wissen: Die Bildkarte „Ass“ gibt es

noch gar nicht so lange, war früher

ohnehin die Zweier-Karte. „Deshalb

sind auf den Asskarten von

heute auch nach wie vor zwei Symbole

von Schell, Eichel, Herz oder

Gras angebracht.“ Kurzum: Zum

Ramsen, Watten oder Schafkopfen

einfach die Zweier-Karten als Asse

verwenden, und die Dreier, Vierer,

Fünfer und Sechser aus dem Spiel

nehmen. So kommt man ebenfalls

auf die klassischen 32 Stück. „Nur

dass die historischen etwas anders

aussehen, es drei Runden braucht,

bis man sich daran gewöhnt hat –

danach läuft’s aber wie geschmiert.“

Bewusst „gschlampert“

rekonstruiert

Stadträtin und Künstlerin Bettina

Buresch hat die Karten aus anno

dazumal neu und von Hand skizziert

– und schließlich bewusst

„gschlampert“ ausgemalt. „Die

Spielkarten waren bereits im 15.

Jahrhundert ein Massenprodukt,

weshalb beim Kolorieren der einzelnen

Motive, damals noch von

Hand, nicht sonderlich sorgfältig

gearbeitet wurde.“ Dass die rote

Farbe der Spielkarten „Herz“ über

den schwarzen Rand der Herzform

hinausreicht, ist insofern so

gewollt. Besonders gut gelungen

sind auch die Figuren von Unter,

Ober, König. Kreisheimatforscher

Jürgen Erhard hat hierfür tief in

Geschichtsbüchern gegraben, um

herauszufinden, welche Gewänder,

Waffen und Werkzeuge rund

> > > SPIELKARTEN ZU GEWINNEN

um das 15. Jahrhundert getragen

wurden. Und auf dieser

recherchierten Grundlage

machte sich wiederum

Bettina Buresch an die gestalterische

Arbeit. Das

Endergebnis in letztlich schwarzer

Verpackung und der in Gelb

gewählten Aufschrift „Schongauer

Blatt“ kann sich in jedem Falle sehen

lassen. Allen voran mit dem

als Cover gewählten Motiv: Dem

Herz-Unter, dargestellt als junger

Knabe in damals trendiger Pagenfrisur,

der in hautenger Hose und

sogenannten Spitzenschuhen eine

schier tänzerische Figur abgibt.

Und die Lanze augenscheinlich

nicht als Waffe, bereit zum Angriff,

sondern vielmehr als Hilfsmittel

zum leichtfüßigen Tanz in seinen

Händen hält.

Insgesamt hat die Tourist Information

Schongau vorerst 520 Packerl

zum Druck in Auftrag gegeben,

wovon bereits rund ein Fünftel für

jeweils zehn Euro verkauft wurden.

„Insbesondere die ersten

Tage und Wochen, nachdem der

Bericht über Deutschlands älteste

Spielkarten bei euch im Altlandkreis

erschienen war, haben sich

einige Leute bei uns erkundigt, ab

wann es die Rekonstruktion denn

zu kaufen gibt“, erinnert sich Max

Geiger. Vor rund zweieinhalbe Monaten,

n, ge-

gen Mitte April, war

es

dann so weit. Zu den Kunden zählten

bislang sowohl Einheimische

als auch Urlauber, Männer wie

Frauen. Die Verantwortlichen des

Projekts sind entsprechend erfreut

und hoffen insgeheim, dass dieses

bundesweite Alleinstellungsmerkmal

dieser Spielkarten wieder

mehr Aufmerksamkeit auf die Historische

Altstadt in Schongau im

Allgemeinen wirft. Schließlich gibt

es landkreisweit keine schönere

historische Altstadt. Auch deshalb,

weil die massive Stadtmauer die

Altstadt noch nahezu vollständig

umschließt. „Das ist im kompletten

Süddeutschen Raum nur noch

sehr selten der Fall“, bekräftigt

Jürgen Erhard. Mit Stadtmauer

und den nachgebauten ältesten

Spielkarten Deutschlands haben

die Schongauer nun zwei Trümpfe

in der Hand. Und Letztere gibt es,

Stand jetzt, auch wirklich nur in

Schongaus Tourist Information zu

den gewohnten Öffnungszeiten zu

kaufen.

js

Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost drei Packerl des ältesten

Kartenspiels Deutschlands. Schicken Sie uns einfach bis

Mitte Juli eine Postkarte mit dem Stichwort „Schongauer Blatt“

an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail

an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Viel Erfolg!

juli / august 2026 | 27

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Traditionelles Bauunternehmen feiert 60. Geburtstag

Zugspitzbahn, Lechtalbrücke,

G7-Gipfel

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PEITING • BUCHING • AUGSBURG • TSCHECHIEN • USA • CHINA

Schongau | Der einfachste,

sicherste und schnellste

Weg, auf Deutschlands

höchsten Berg (2962 Meter)

zu gelangen: Die im

Dezember 2017 neu eröffnete

Zugspitzbahn, die

jährlich mehr als 500000

Menschen nach oben befördert.

Was aus regionaler

Sicht viele nicht wissen:

Die Talstation der Hightech-Gondel

am Ostufer

des malerischen Eibsees

ist von der Firma Haseitl

gebaut worden. Das traditionsreiche

Bauunternehmen

mit Hauptsitz an

der Dießener Straße in Schongau

wurde 1966 von Matthäus Haseitl

gegründet, feiert heuer seinen

60. Geburtstag und hat insofern

allen Grund, bauliche Highlights

aus der Vergangenheit in Erinnerung

zu rufen. Unvergessen ist

zum Beispiel auch das Verlegen

einer Medienleitung zum weltbekannten

Luxushotel Schloss Elmau

anlässlich des dortigen G7-Gipfels

im Juni 2015. Ebenso das Aufbringen

des Fahrbahnbelags auf die

1991 eröffnete, 566 Meter lange

Lechtalbrücke. Oder der Bau des

Bettenhauses der BG Unfallklinik

in Murnau. Das bislang größte Haseitl-Projekt

mit einem Auftragsvolumen

von 27 Millionen Euro

brutto wurde jedoch in der bayerischen

Landeshauptstadt realisiert:

ein mehrstöckiger Gebäudekomplex

mit insgesamt 48 Wohnungen,

mehreren Gewerbeeinheiten,

einem Marktgebäude sowie einer

Freuen sich auf zahlreiche Besucher: Die Haseitl-

Geschäftsführer Sven Keller (li.) und Stefan Weber.

Tiefgarage, der 2025 am Elisabethplatz

in München fertiggestellt

wurde. Aber auch zahlreiche Bauprojekte

in näherer Umgebung

dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt

bleiben: zum Beispiel das

Schächen-Gebäude im Zentrum

von Hohenpeißenberg, die Meisenhöfe

an der Marktoberdorfer

Straße in Schongau, architektonisch

ansprechende Wohnbauprojekte

in Bernried und Tutzing, das

Ärztehaus im Zentrum von Peiting

sowie der Ahornpark am Ostbahnhof

Peiting. Und natürlich der südöstliche

Gebäudekomplex der im

Herbst 2021 in Betrieb genommenen

Berufsschule am Narbonner

Ring in Weilheim.

Auf wirtschaftlich

gesunden Füßen

Anhand der eben aufgeführten

Bauprojekte wird deutlich, wie

breit das Schongauer

Bauunternehmen fachspezifisch

aufgestellt ist.

Die Rede ist von Tiefbau,

Hochbau sowie schlüsselfertigem

Wohnungs- und

Gebäudebau, beginnend

bei Auftragsvolumen ab 2

Millionen Euro. Dahinter

steht ein fachkompetentes,

erfahrenes Team von derzeit

rund 150 Mitarbeitern,

die sowohl aus umliegenden

Orten wie Weilheim,

Schongau, Peiting und

Hohenpeißenberg als auch

aus dem Allgäu, aus München

sowie aus Augsburg

kommen, und in unterschiedlichsten

Berufen tätig sind. Von Büround

Verwaltungskräften über Kfz-

Mechaniker und einen Schreiner

bis hin zu Maurern, Polieren, Projektleitern

und Bauleitern arbeiten

hier verschiedene Fachbereiche

Hand in Hand – und können dies

dank modernster technischer Ausstattung

sowohl am Hauptsitz als

auch direkt auf den Baustellen.

Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit

mit regionalen und überregionalen

Nachunternehmern, um

Großbauprojekte planmäßig und

ganzheitlich umsetzen zu können.

Auch spannend: der Blick auf das

Firmenareal im Gewerbegebiet an

der Dießener Straße in Schongau,

nur wenige Meter vom weithin

bekannten Märchenwald entfernt.

Wer dort vorbeifährt, sieht von außen

betrachtet meist nur das großzügige

Büro- und Verwaltungsgebäude,

die daran angeschlossene

28 | altlandkreis


Das Firmenareal der Firma Haseitl liegt im Gewerbegebiet an der Dießener

Straße bei Schongau. Links zu sehen: Der Lech.

Maschinenhalle sowie die davor

parkenden Autos der Mitarbeiter.

Dass sich dahinter eine etwa doppelt

so große Fläche mit betriebseigener

Kfz-Werkstätte, Schreinerei

sowie einem stattlichen

Fuhrpark mit zahlreichen Maschinen

und Fahrzeugen befindet, ist

letztlich ein weiterer großer Pluspunkt

des traditionsreichen Bauunternehmens.

„Da bei uns nichts

geliehen, sondern alles gekauft

und somit in unserem Besitz ist,

können wir auch Krisenzeiten gut

überbrücken“, sagt Geschäftsführer

Sven Keller. Nach jahrelangem

Aufschwung ist die wirtschaftliche

Situation seit der Corona-Pandemie,

den danach ausgebrochenen

Kriegen und den dadurch immens

gestiegenen Energiekosten branchenübergreifend

deutlich schwieriger

geworden. Trotzdem steht die

Firma Haseitl auf gesunden Füßen

und kann sich über mangelnde

Kundenaufträge nicht beschweren.

Das Einzugsgebiet der Baustellen

erstreckt sich bis nach Füssen und

Kempten, in den Raum nördlich

von Augsburg und München sowie

nach Holzkirchen, Bad Tölz und

Garmisch-Partenkirchen – vereinzelt

sogar bis nach Landshut.

Tag der offenen Tür

leute. „Viele unserer Mitarbeiter

kommen von der Basis, haben

einst eine klassische Ausbildung

absolviert, praktische Berufserfahrung

gesammelt, sich weiterqualifiziert

und hochgearbeitet

bis beispielsweise zum Polier oder

Bauleiter“, so Sven Keller über

den idealen Weg vom Azubi zur

Führungskraft. Wer nun neugierig

geworden ist und in ein namhaftes

Unternehmen einer systemrelevanten

Branche hineinschnuppern

möchte: Zum 60. Geburtstag öffnet

Haseitl seine Pforten und lädt

alle Interessierten am Freitag, 3.

Juli, von 13 bis 16 Uhr recht herzlich

zum Tag der offenen Tür auf

das Firmenareal an der Dießener

Straße 12 in Schongau ein. Mit

Kinderschminken, Hüpfburg und

Bobby-Car-Parcours ist auch für

die Jüngsten einiges geboten. Ein

weiteres Highlight sind Mitmachaktionen,

im Rahmen derer das

Aufziehen einer Mauer oder das

Pflastern einer Fläche ausprobiert

werden kann. Darüber hinaus

gewährt das Unternehmen einmalige

Blicke auf betriebseigene

Maschinen und Fahrzeuge – von

Schlagbohrmaschine und Rüttler

über Kipper, Bagger, Radlader und

Tieflader bis hin zu Baukränen in

unterschiedlichsten Größen. Dank

Currywurst mit Pommes aus der

mobilen „Ruhrpott-Kitchen“, frischem

Eis aus einem mobilen Eiswagen

und leckeren Getränken zu

jeweils erschwinglichen Preisen

wird auch für das leibliche Wohl

der Besucherinnen und Besucher

bestens gesorgt sein. Obendrein

präsentiert sich die Feuerwehr

Schongau mit mehreren Fahrzeugen.

Und wer möchte, kann sich

mit Bauhelm und Warnweste in

einer Fotobox vor einer Sichtbetonwand

verewigen lassen. Noch

spannender aber dürfte rund um

diesen Tag der Blick in die facettenreiche

Firmenchronik von Haseitl

sein. Auch das Gründungsjahr

selbst war historisch betrachtet

ereignisreich: 1966 kostete der Liter

Benzin noch 55 Pfennig, 1860

München wurde zum ersten und

bis heute einzigen Mal Deutscher

Fußballmeister, der Amerikanische

Jüdische Kongress in New

York rief zum Boykott der Oberammergauer

Passion auf, weil

einigen Juden deren Spieltext zu

antisemitisch gewesen war – und

Matthäus Haseitl gründete eines

der bis heute bekanntesten, traditionsreichsten

und innovativsten

Bauunternehmen der Region. js

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Ein weiterer wertvoller Baustein

für den unternehmerischen Erfolg

bei Haseitl: die hauseigene Ausbildung

in den Berufen Maurer,

Stahlbetonbauer, Straßenbauer,

Kanalbauer, Kaufleute für Büromanagement

und Industriekauf-

Am Eibsee: Die

Firma Haseitl

beim Bau der

Talstation der

Zugspitzbahn.

juli / august 2026 | 29

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ROBERT SCHWINGHAMMER, KLAVIERBAUER

Maderbichl | Wer sich im Schongauer

Altlandkreis auf die Suche

nach den bestversteckten Weilern

macht, kommt an Maderbichl

kaum vorbei. Er liegt ziemlich

genau zwischen Deutensee, Lechstausee

Urspring und Steingaden,

gehört auch zur Gemeinde Steingaden.

Und ist dank Navi, Google

Maps und BayernAtlas heutzutage

auch deutlich einfacher aufzufinden

als noch vor 20 Jahren.

Trotzdem außergewöhnlich, dass

ausgerechnet an einem so abgelegenen

Ort mit nur fünf Einträgen

im Online-Telefonbuch sich

eine Veranstaltung von größerem

Ausmaß etabliert hat – und sowohl

Einheimische als auch Auswärtige

in ihren Bann zieht. Die

Rede ist vom Mittelalterspektakel

Maderbichl, welches charakterlich

das perfekte Pendant zum Historischen

Markt in Schongaus Altstadt

bildet: Viel Natur, Wiesen, Wald,

Weiher und Landwirtschaft anstatt

Stadtmauer, Wachturm und historisches

Ballenhaus. Insofern der

ideale Platz für das Errichten eines

Lagerlebens. „Für heuer sind es in

Summe 21 verschiedene Lagerleben,

darunter Wikinger, Schotten

oder eine Gruppe, die die Zeit

der Renaissance abbildet“, sagt

Wolfgang Funk aus Altenstadt, der

den Mittelaltermarkt federführend

bereits vor einigen Jahren ins Leben

gerufen hatte. „Angefangen

hat alles mit einem Besuch der

Kaltenberger Ritterspiele, wo meine

Freundin und ich auf Anhieb

angefixt waren.“ Über mittelalterliche

Geburtstagsfeiern, privat

organisierten Mittelalter-Feiern

auf Bogenschützen-Anlagen von

Herzogsägmühle sowie in Birkland

(privat) entwickelte sich

schließlich ein erstes „Mittelalterspektakel“

in Rott am Seehäusl.

Fortan fand der Markt an jährlich

wechselnden Orten statt. Erst auf

dem Hohen Peißenberg, dann in

Wessobrunn und schließlich, seit

2023, im Steingadener Ortsteil

Maderbichl, „wo wir auch heuer

mit regem Andrang rechnen“.

Katapultgeschosse und

Kräuter-Exkursion

Das Mittelalterspektakel Maderbichl

erstreckt sich heuer von

Freitag, 24. Juli, von 17 bis 23 Uhr

Malerisch: Die Location des Mittelalterspektakels in Maderbichl.

30 | altlandkreis


Vorzufinden sind aus der Zeit gefallene Outfits und Handwerkskünste.

über Samstag, 25. Juli, von 11 bis

23 Uhr bis Sonntag, 26. Juli, von

11 bis 18 Uhr. Mit Bogenschützen,

Akrobaten, Schmied, Falkner und

vielen weiteren kommen jede

Menge Mittelalter-Profis in die

Region, um das Leben und Treiben

aus anno dazumal möglichst

authentisch zu demonstrieren. Zu

den Highlights zählen unter anderem

eine Schlangentänzerin, die

mit einer um den Hals hängenden

Python etwas Exotik auf den

Markt bringt. Eine Kräuterexpertin

führt an die vor Ort wachsenden

Blumen, Gräser und Kräuter und

erklärt, welche Heilmittel im Mittelalter

jeweils daraus gewonnen

wurden. Via Katapult werden mit

Wasser gefüllte Luftballone durch

die Luft geschossen. Ein Scharfrichter

führt ein nervenaufreibendes

Theater auf. „Dieses Mal geht

es um die verbotene Heirat von

Hexen und nicht wie damals auf

dem Hohen Peißenberg um die

Geschichte eines Eierdiebes, dem

zur Strafe ein Finger abgehackt

wurde.“ Dank Puppentheater,

Zaubertricks und einem Schildwall

ist auch explizit für Kinder

jede Menge geboten. Live-Bands

heitern zusätzlich die mittelalterliche

Stimmung auf. Vor allem aber

ein Schwertkampf auf echten Pferden

sorgt dafür, dass der Veranstaltungsname

„Mittelalterspektakel“

im wahrsten Sinne Programm

sein wird. Und auch für Speis und

Trank, von deftig bis süß, von fleischig

bis vegetarisch, ist reichlich

gesorgt am letzten Wochenende

des Julis, „das letztlich für jeden

geeignet ist“. In Summe rechnet

Organisator Wolfgang Funk mit

rund 2000 Besucherinnen und

Besuchern. Der Eintritt kostet am

Freitag sechs Euro, am Samstag

zehn Euro und am Sonntag neun

Euro. Näheres hält außerdem die

Internetseite www.zumtropfendenfass.de

bereit.

js

Gasthof Moser

Direkt an der Wieskirche lädt der seit vier

Generationen als Familienbetrieb geführte

Gasthof Moser, bekannt als `Wieswirt`, ein.

Besonders ist die gute bayrische Küche.

Hausgemachte Kuchen und deftige Brotzeiten

werden auf der großen Sonnenterrasse genossen.

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juli / august 2026 | 31


Musikalische Hommage zum 40-Jährigen

Liebe, Frieden und

Geschlossenheit

alle Ausgaben online unter

www.altlandkreis.de

32 | altlandkreis

Peiting / Böbing | Kein Faschismus,

kein Rassismus, kein Antisemitismus,

kein Sexismus, keine

Homophobie: Dafür steht das bekannteste

und beliebteste Rockfestival

der Region. Heuer feiert

das Böbing Open Air 40-jähriges

Bestehen und lädt von Freitag, 7.

August, bis Sonntag, 9. August,

Livemusikbegeisterte allen Alters

auf das Festivalgelände am Sportplatz

Böbing. Zu hören gibt es 18

Bands, verteilt auf zwei Bühnen.

Darunter auch: The Passive Fists.

Die in Peiting ansässige Ska-Punk-

Band rockt seit mittlerweile fast

25 Jahren die Bühnen der Region

und darüber hinaus. Ihre selbstgeschriebene

Musik ist klangund

temperamentvoll zugleich,

der Mix aus englischsprachigen

Songtexten mit italienischen und

spanischen Einflüssen ziemlich

einzigartig – und das fetzige Zusammenspiel

aus Schlagzeug,

Gitarre, Bass, Trompete, Posaune

und (erst seit Januar) auch Orgel

ein Garant für richtig gute Laune.

So gut, dass sie einst im Rahmen

eines Band-Contests in der ausverkauften

Muffat-Halle in München

eigentlich gewinnen hätten

müssen. Nur hatte das vom Auftritt

hellauf begeisterte Publikum

letztlich weniger Stimmgewalt

als die Jury. Doch um kommerziellen

Erfolg ging es Bandleader

Mathias Hummel aus Peiting (43,

Bass und Gesang), seinem Bruder

Nico Hummel (45, Gitarre und

Gesang), Moritz Fink aus Schongau

(45, Trompete und Gesang),

Thomas Schäfer aus Peißenberg

(45, Schlagzeug), Florian Sedlacek

aus München (45, Posaune)

sowie Christoph Obermeier aus

Hohenpeißenberg (36, Orgel) ohnehin

nie. „Natürlich hast du als

Jugendlicher mal davon geträumt,

andererseits haben wir die Lage

von Beginn an realistisch eingeschätzt“,

sagt Mathias. Letztlich

kennen sich die Jungs zum Großteil

von Kindesbeinen an, sind bis

heute eng befreundet und hatten

damals wie heute einfach nur

Bock, Menschen mit ihrer Musik

zu begeistern.

„Unser Stammtisch,

unser Kartenspielen“

Und obwohl die meisten inzwischen

verheiratet sind und Kinder

haben, halten sie an ihrer Leidenschaft

fest. „Natürlich hatten

wir auch Phasen der Krisen und

Pausen.“ Doch die wöchentlichen

Proben in einem schalldichten Kellerraum

im Südwesten von Peiting

sind in seinen Augen das, „was für

andere der Stammtisch oder das

regelmäßige Kartenspielen ist“.

Und die bis zu zehn Konzerttermine,

die The Passive Fists pro Jahr

noch immer haben? „Ein gutes

Ziel und notwendiges Druckmittel,

tatsächlich dranzubleiben.“

Wobei die junggebliebenen Musiker

ohnehin auch noch in weiteren

Bands – Swinging Cotelettes,

PUKE! oder BumbleBoys – aktiv

sind, Musik insofern auch in Zukunft

eine riesengroße Leidenschaft

der sechs Freunde bleiben

wird. „Am liebsten so lange, wie

es die Fitness zulässt“, wünscht

sich Gitarrist Nico. Und gesellschaftspolitische

Veränderungen,

die es zweifelsohne immer geben

wird, sie weiterhin dazu bewegen,

neue Songs zu schreiben. „Die aktuelle

Entwicklung in Deutschland

Ska-Punk zieht! The Passive Fists beim Böbing Open Air im Jahr 2024.


NEUE LEICHTIGKEIT

Von E-Gitarre über Gesang bis Blech: Für diesen spannenden Musik-Mix steht Ska-Punk.

und der Welt stimmt auch uns besorgt“,

räumt Mathias ein, möchte

an dieser Stelle aber auch betonen,

„wie unfassbar schön und

gut wir’s hier in der Region nach

wie vor haben“. Bereichernd und

besorgniserregend zugleich sei in

Augen der Hobbymusiker auch die

technische Entwicklung im Musikbusiness.

„Als wir unsere ersten

Konzerte gespielt haben, gab es

weder Smartphones noch Streamingdienste,

selbst YouTube steckte

damals noch in den Kinderschuhen.“

Stattdessen: Regelmäßig

500 begeisterte Konzertbesucher

im Peitinger Bergwerk, im Sowieso

in Peißenberg oder im Hetten in

Hohenpeißenberg. „Heute fällt auf,

dass die jüngere Generation kaum

noch auf Konzerte geht.“ Anderseits

sehen The Passive Fists hinter

Spotify, Amazon Music oder Apple

Music nicht nur die Ausbeutung

von Interpreten, sondern auch den

großen Vorteil „mit wenigen Klicks

an neue Bands und Musikrichtungen

zu kommen, von denen du zuvor

noch nie gehört hast“.

Heavy-Metal-Band

für Kinder

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sind online unter www.boebing-openair.de erhältlich. Außerdem

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Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine Mail an info@altlandkreis.de.

Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Erfolg!

Mit nichts zu toppen sind jedoch

Live-Auftritte vor bis zu 2 000 mitsingenden,

frenetisch feiernden

und zujubelnden Fans. „Deshalb

ist und bleibt das Böbing Open Air

das absolute Highlight für uns.“

Vor allem dann, wenn die sechs

Männer von The Passive Fists ihrem

Bandnamen alle Ehre machen

und die im Ska-Punk weitverbreitete

Faust mit ausgestrecktem

Arm gemeinsam mit den Fans

gen Himmel recken. „Das sind

Momente, die du nicht vergisst.“

Dabei wichtig zu wissen: Die Botschaft

der eher radikalen, temperamentvoll

sowie revolutionär

wirkenden Geste soll in erster Linie

Pazifismus symbolisieren. „Peace,

Love und Unity“. Also Friede, Liebe

und Geschlossenheit. Genau dafür

steht die in Peiting ansässige

Ska-Punk-Band. Und genau dafür

steht auch das Böbing Open Air,

das sich zum 40-Jährigen etwas

ganz Besonderes einfallen hat lassen:

Neben dem standesgemäßen

Konzertprogramm am Freitag und

Samstag mit regionalen wie überregionalen

Bands aus den Genres

Punk, Rock, Ska, Reggae, Metal

und Alternative sowie dem legendären

bayerischen Frühschoppen

mit der Blaskapelle Böbing am

Samstagvormittag (wo Rocker auf

Blasmusik und Trachtler treffen)

steht heuer auch der Sonntag im

Mittelpunkt des Geschehens. Dann

geboten: Ein Kids-Day mit der beliebten

Kinder-Heavy-Metal-Band

„Heavy Saurus“. Wobei auch schon

die Konzerttage zuvor als durchaus

kinderfreundlich (in Begleitung

der Eltern) zu bewerten sind.

„Unsere Kinder sind nicht älter als

zwölf – beim BOA 2024 standen

sie zusammen mit zahlreichen

anderen jungen Festivalgästen vor

der Bühne und feierten, was ihre

Väter da auf der Bühne für eine

Show abziehen“, freut sich Mathias

schon riesig auf den Samstagabend,

8. August, um 19 Uhr auf

Bühne zwei. Doch bis dahin wird

noch fleißig geprobt. Denn passend

zum 40-Jährigen planen The

Passive Fists an das bekannteste

und beliebteste Rockfestival der

Region eine musikalische Hommage.

js

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Kooperation mit Schongauer Unternehmen

Die Formel 1

für Studenten

PEITING | BUCHING | AUGSBURG

Schongau / Kempten | Neben den

Universitäten und Hochschulen

in Augsburg und München zählt

auch die Hochschule Kempten zur

gefragten Anlaufstelle für Schulabgänger

aus dem Pfaffenwinkel.

Derzeit sind auf dem zentrumsnah

gelegenen, 53 000 Quadratmeter

großen Campus rund 4700 Studenten

immatrikuliert, darunter 76 aus

Weilheim-Schongau. Von Betriebswirtschaft,

Elektro- und Informationstechnik,

Erneuerbare Energien,

Umwelttechnik und Gesundheitsmanagement

über Gerontologische

Pflege und Therapie, Informatik,

Robotik und Sozialwirtschaft bis

hin zu Tourismusmanagement und

Wirtschaftsingenieurswesen für

Maschinenbau oder Technologie

und Nachhaltigkeit ist für nahezu

alle Stärken und Interessen etwas

Passendes dabei – in Summe stehen

24 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge

zur Auswahl. Absolutes

Highlight der Hochschule Kempten,

Fährt elektrisch: Der neue Rennwagen

namens „Sicilia 4“.

ganz unabhängig bestimmter Studiengänge:

Ein hochschuleigenes

Rennteam. Es heißt „Infinity Racing“,

wurde 2007 ins Leben gerufen

und besteht derzeit aus 50

Mitgliedern, die wiederum allen

Fakultäten (Studiengängen) zugehörig

sind. Ziel des Teams: Jährlich

und eigenständig einen einsitzigen

Formelrennwagen zu entwickeln,

um damit aktiv an der „Formula

Student“ teilnehmen zu können –

eine Rennserie für Hochschul-

Teams aus aller Welt. Die ersten 14

Jahre entwickelte das Kemptener

Team, das immer wieder neue,

junge Studenten dazubekommt,

Rennwagen mit Verbrennungsmotor.

Seit 2020 wird der Rennwagen

mit elektrischem Antrieb auf

den Asphalt gebracht. Das jüngste

Modell für die Saison 2026 wurde

bereits Anfang Mai vorgestellt.

Es heißt „Sicilia 4“, ist 2,60 Meter

lang, 1,20 Meter breit, dank extrem

leichtem, verwindungssteifen Carbon-Chassis

(Fahrgestell) nur 200

Kilogramm schwer und erreicht bei

einer Leistung von 80 kW Spitzengeschwindigkeiten

von bis zu 126

Stundenkilometern.

Sponsoren-Event

in Schongau

„Der technische Fokus liegt in dieser

Saison besonders auf der Aerodynamik,

da sich durch Änderungen

im Regelwerk neue Anforderungen

und Optimierungspotenziale

ergeben haben“, verrät Theresa

Scharf, die sich bei Infinity Racing

um die wirtschaftliche Gesamt-

Teampräsentation für 2026: Die jungen Männer und Frauen von Infinity Racing der Hochschule Kempten.

34 | altlandkreis


leitung kümmert. Die

größte Herausforderung

des Teams ist allerdings

nicht nur die alljährliche

Entwicklung eines neuen

Rennwagens: „Teams der

Formula Student organisieren

sich vollständig

selbst und übernehmen

auch Aufgaben in den

Bereichen Finanzierung,

Marketing und Projektmanagement.“

Ein

wichtiger Partner für

das Infinity Racing Team der Hochschule

Kempten ist an dieser Stelle

die in Schongau-West ansässige

Firma Hoerbiger. „Das Unternehmen

begleitet unser Team bei der

Fertigung von Komponenten wie

beispielsweise dem Outside Carrier

oder der Preloadnut.“ Mit Preloadnut

gemeint: Ein Vorspannring

oder eine Vorspannmutter, die Lagerspiel

eliminiert. In diesem Falle

im Bereich des Radlagers. „Und

Outside Carrier ist ein wesentliches

Bauteil unseres Getriebes, was unter

anderem unser Radlager trägt.“

Darüber hinaus unterstützt Hoerbiger

das Infinity-Racing-Team finanziell

– und gewährte neulich auch

tiefere Einblicke ins Unternehmen.

Im Rahmen eines neu ins Leben gerufenen

Sponsorenevents war das

Hochschul-Team aus Kempten sowie

weitere Sponsoren von Infinity

Racing zu Gast beim Mittelständler

in Schongau, präsentierten sich

und das Fahrzeug – und bekamen

im Gegenzug eine Werksführung.

Eine klassische Win-Win-Situation

also, von der alle Beteiligten profitieren:

die Studenten können

bereits während ihres Studiums

wertvolle Kontakte zu Mitarbeitern,

Führungskräften und Geschäftsführern

von Hörbiger und den anderen

anwesenden Firmen knüpfen,

gleichzeitig lernen die Unternehmen

junge, engagierte und begabte

Männer und Frauen aus

unterschiedlichen Fachbereichen

kennen, die nach Abschluss ihres

Studiums für sie arbeiten könnten.

Aus Sicherheitsgründen gibt's keine Massenstarts.

Obwohl im Rahmen der Formula

Student durchaus von der Formel 1

für Studenten gesprochen werden

kann, unterscheidet sich der

Wettbewerb von der Elite des Motorsports

mit Spitzengeschwindigkeiten

von bis zu 372,5 Stundenkilometern

doch deutlich.

Verschiedenste

Disziplinen

Aus Sicherheitsgründen gibt es

zum Beispiel keine klassischen

Rad-an-Rad-Rennen (Massenstarts),

stattdessen Wettbewerbe

in unterschiedlichen Disziplinen.

Beim sogenannten „Skid Pad“

wird die Kurvenperformance der

Fahrzeuge getestet, in dem eine

liegende Acht gefahren werden

muss. Im Bereich „Acceleration“

wird die Beschleunigungskraft der

Rennwagen über 75 Metern gemessen.

Beim „Autocross“ geht’s

um schnelle Rundenzeiten auf einem

Ein-Kilometer-Kurs. Und beim

Hauptrennen über 22 Kilometer in

der Kategorie „Endurance“ darum,

wie effizient, zuverlässig und konstant

die von Studenten entwickelten

Autos funktionieren. Ergänzt

werden die dynamischen Bewerbe

von statischen Disziplinen, im

Zuge derer die Studenten Projekte

in den Bereichen „Business Plan“,

„Cost Reports“ oder „Engineering

Design“ einer fachkundigen Jury

vorstellen. In Summe sind 1000

Punkte zu vergeben, werden die

Siegerteams mit Urkunden und

Pokalen belohnt. Das gilt

auch für den zusätzlich

eingeführten „Driverless

Cup“, bei dem die Fahrzeuge

der Studenten autonom

(!) gegeneinander

antreten. „Grundsätzlich

finden die Wettbewerbe

der Formula Student

weltweit statt, überwiegend

jedoch auf bekannten

Rennstrecken in

Europa.“ Zum Beispiel

in Deutschland, Österreich,

Spanien, Italien, Ungarn

oder Tschechien. „Allerdings wird

jeweils nur ein Teil der Strecke genutzt,

da die Fahrzeuge deutlich

kleiner sind als beispielsweise ein

Formel-1-Auto.“ Eines der größten

Events: Die Formula Student Germany

am Hockenheimring, wo vergangenes

Jahr 84 Teams aus aller

Welt teilgenommen hatten. Falls

sich die jüngeren Leserinnen und

Leser nun Fragen, wie man überhaupt

ins Infinitiy-Racing-Team

kommt? „Neben einem Studium

an der Hochschule Kempten sowie

Motivation, Engagement und

Eigenverantwortung sind spezielle

Vorkenntnisse nicht erforderlich,

da Vieles im Sinne von Learning

by Doing vermittelt wird.“ Wobei

erfahrene Mitglieder ihr Wissen

an neue Teammitglieder weitergeben.

Und das Hochschul-Team

sogar als Sprungbrett für die ganz

große Rennsport-Bühne nutzen

konnten. „Mehrere Alumni von

uns haben es bereits in die GT4-

Klasse, die Formel 1 oder Formel E

geschafft.“ Oder ihre wertvolle

Erfahrung aus dieser Zeit in hiesige

Unternehmen eingebracht.

Neben Hoerbiger gibt es viele

weitere Mittelständler im Pfaffenwinkel,

die über duale Studiengänge,

Praxisprojekte, Abschlussarbeiten,

Stipendien, Patenschaften

oder Forschungsarbeiten mit der

Hochschule Kempten kooperieren.

Die Zusammenarbeit mit Infinity

Racing ist jedoch eine ganz besondere.

js

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Rennen gibt es seit den 1970er Jahren

Seifenkisterl mit

kultigem Charakter

Polling | Früher, als die Pollinger

Seifenkisterlrennen noch an anderer

Stelle stattgefunden hatten,

ging es zum Teil halsbrecherisch

zur Sache. „Die Strecken wie die

vom Ettinger Weiher kommend

waren steiler und kurviger – Bekanntschaften

mit dem Stacheldraht

am Wegrand waren damals

keine Seltenheit“, erinnert sich

Hans Hager noch gut zurück. Heute

legen die Verantwortlichen des

MSC Polling wesentlich mehr Wert

auf Sicherheit, wählen eine Strecke

mit vergleichsweise humanem

Profil. An Beliebtheit hat das legendäre

Seifenkisterlrennen der

Klostergemeinde, das erstmals

bereits im Oktober 1973 stattgefunden

hatte, dadurch aber nicht

verloren. Ganz im Gegenteil sogar.

„Weil der Andrang beim jüngsten

Rennen derart groß war, haben

wir den Turnus von einst drei auf

nun zwei Jahre verändert“, bemerkt

Franziska Waltenberger,

Vizevorsitzende des MSC Polling

und selbst leidenschaftliche Teilnehmerin.

Der nächste Termin:

Sonntag, 5. Juli. Allerdings nicht

in Polling selbst, sondern nördlich

des zu Polling gehörenden

Ortsteils Oderding, wo das Rennen

bereits seit mehreren Jahren

ausgetragen wird. „Start ist direkt

an einem Bahnübergang“, betont

Hans Hager. Genaugenommen

von einer mobilen Rampe, extra

für Seifenkistenbreite gebaut. „Die

sorgt einerseits für zusätzliche

Beschleunigung, andererseits für

Fairness, weil so für alle Teilnehmer

der Start gleich erfolgt, weder

Gestartet wird beim Seifenkisterlrennen von einer Rampe.

Arme noch Beine zum Anschieben

zum Einsatz kommen können und

müssen.“ Nach dem Start heißt

es in jedem Falle eine möglichst

aerodynamische Position einzunehmen

und diese beizubehalten,

ohne dabei die Idealline aus den

Augen zu verlieren. Nicht, um es

als erster über die Ziellinie zu

schaffen – die gibt es beim Seifenkisterlrennen

des MSC Polling

nämlich nicht. „Gestartet wird bei

uns einzeln und es gewinnt nicht

der schnellste, sondern der, der es

am weitesten schafft.“ Die ersten

Meter der Strecke sind steil, dienen

zum Aufbau von Geschwindigkeit.

Anschließend gilt es eine

langgezogene Rechtskurve zu

nehmen, ehe es immer flacher

wird und schließlich in gerader

Richtung komplett eben ausläuft.

Der, der die meisten Meter zurücklegt,

gewinnt. Oder anders

ausgedrückt: Wer bremst oder zu

viel lenkt, verliert.

Streng nach Vorschriften

gebaut

Die wohl größte Besonderheit

beim Seifenkistenrennen des MSC

Polling: Dass dort nicht privat und

selbstzusammengebastelte Gefährte

an den Start gehen, sondern

ausschließlich die vom MSC einst

selbst gebauten Seifenkisten. Die

Rede ist von insgesamt 25 Stück.

„Bis auf drei, vier Kisten, sind es

bis heute die Originalen aus dem

allerersten Rennen im Jahre 1973.“

Gebaut wurden sie einst von einem

im Ort ansässigen Schreiner,

gemeinsam mit anderen rührigen,

handwerklich geschickten MSC-

Mitgliedern. „Einige der einzelnen

Teile stammen von Opel“, weiß

Josef Pröbstl, Bulldogreferent beim

36 | altlandkreis


Wer am weitesten t rollt, gewinnt. Manchmal entscheiden Zentimeter.

t

MSC, der die Seifenkisterl während

des Wettkampfes immer via Bulldog

zum Startplatz hinaufzieht.

Die eher als Hersteller richtiger

Autos bekannte Marke produzierte

damals explizit Reifen, Lenkgestelle

aus Drahtseilzug und Achsen

für den Bau von originalgetreuen

Seifenkisten. Das Grundgestell

der Gefährte besteht dagegen aus

Massivholz, die Verkleidung wiederum

aus Spannpressplatten. Um

bei offiziellen Seifenkistenrennen

an den Start gehen zu können,

gab es von Verbänden sogar strikte

Vorschriften in Sachen Aufbau,

Material und Maße. Auch daran

haben sich die Pollinger gehalten,

bauten ihre Kisterl streng nach

Bauleitungen, die in Fachmagazinen

veröffentlicht wurden. „Die

haben wir heute noch in unseren

Unterlagen“, sagt Hans Hager,

und zieht voller Stolz ein kleines,

in Farbe gedrucktes Heft im Retro-

Style hervor. Darin steht unter anderem

geschrieben: Nicht länger

als zwei Meter, nicht breiter als 88

Zentimeter und der Abstand vom

Unterboden zur Oberfläche der

Straße, sprich die Bodenfreiheit,

muss mindestens acht Zentimeter

betragen. „Damit der Bremsklotz

ausreichend Platz hat und nicht

am Boden streift.“ Auch auffallend:

Die cleane, aeordynamische

Form der Pollinger Seifenkisterl,

deren zur Seite abgerundete Front

sich nach vorne hin immer stärker

zuspitzt.

Mitfahren darf

im Grunde jeder

Letztlich unterscheiden sich die

in Summe 25 Seifenkisten des

MSC Polling nur marginal in ihrer

Größe, sind im Grunde nahezu

alle baugleich, für maximal

113 Kilogramm Gewicht (Fahrerin

oder Fahrer und Gefährt) ausgelegt

und eher für Kinder, Jugendliche

und kleinere Erwachsene

gedacht. „Daran sieht man, dass

die Menschen früher insgesamt

noch kleiner gewachsen waren

als es heute der Fall ist – wer

größer oder beleibter ist, bringt

seine Füße nämlich nicht in den

Fußraum.“ Abseits des dorfeigenen

Rennens sind die kultigen

Gefährte jedenfalls gut geschützt

im Verschlag des historischen

Bahnhofgebäudes aufbewahrt.

Erst kurz vor dem Rennen werden

sie von dort heruntergeholt,

entstaubt und je nach Bedarf auf

Vordermann gebracht. Dass alle

Schrauben fest angezogen, Lenkung

und Bremse voll funktionsfähig

sind, das Reifenprofil genug

Grip aufweist und auch sonst kein

Verschleiß oder gar Ermüdungsbruchstellen

vorzufinden sind, „ist

uns allein aus Sicherheitsgründen

sehr wichtig“. Für schnelles und

weites Rollen sei insbesondere

das Schmieren der Achsen entscheidend.

„Da könnte man auch

eine Wissenschaft draus machen,

wir sind letztlich jedoch darauf

bedacht, dass alle unsere Seifenkisterl

in einem gleich schnellen

und guten Zustand sind.“ Wer

von den Teilnehmerinnen und

Teilnehmern trotzdem unsicher

ist, kann im Rahmen vorheriger

Testläufe am Renntag selbst die

für sich schnellste Kiste ausfindig

machen. Apropos Teilnehmer:

Zugelassen sind alle, ob männlich

oder weiblich, ab dem bereits

achten Lebensjahr. Und zwar

wirklich alle. Auch Nicht-MSC-

Mitglieder und Nicht-Pollinger.

„Im Grunde wirklich jeder, der

Lust hat, mitzumachen – auch

aus anderen Orten und Städten

wie beispielsweise Peiting, Altenstadt,

Rottenbuch, Huglfing.“

Vorerfahrungen sind ebenfalls

keine notwendig. Pollinger, Ettinger,

Oderdinger, Peißenberger

und Weilheimer sind ohnehin seit

jeher dabei beim originellsten

Seifenkisterlrennen der Region.

„Viele kommen auch mit dem

Radl, was es besonders sportlich,

umweltfreundlich und nachhaltig

macht“, so Hans Hager, der ebenfalls

zum mittlerweile „xten Mal“

am Start stehen wird, an dieser

Stelle jedoch unbedingt den Vater

des Traditionsbewerbs noch nennen

möchte: Dominikus „Mini“

Weiß, seit Januar 2016 leider nicht

mehr unter uns und seinerzeit

ein weit über Polling hinaus bekannter

Raritätensammler, der

insbesondere auch ein Faible für

schnelle wie seltene Sportwagen

hatte. Er brachte das Seifenkisterlrennen

einst nach Polling. Welch

große Gaudi ihm bis heute zu verdanken

ist, kann am Sonntag, 5.

Juli, nördlich von Oderding, hautnah

in Augenschein genommen

werden. Es gibt auch Wurstsemmeln,

Kaffee und Kuchen – und

für Spontanentschlossene die

Möglichkeit, sich kurzfristig nachzumelden,

selbst mitzufahren. Im

Grunde also alles wie früher, nur

weniger steil und kurvig. js

> > > INFOS UND ANMELDUNG

Siegerehrung, beginnend bei den jüngsten Starterinnen und Startern.

Das Pollinger Seifenkisterlrennen 2026 findet heuer am Sonntag,

5. Juli, nördlich von Oderding an einem Bahnübergang statt. Rennbeginn:

12.30 Uhr, Trainingsläufe ab 11 Uhr. Anmelden dürfen sich

alle, auch Nicht-Pollinger, die mindestens acht Jahre alt sind, unter

folgender E-Mail: oldtimer@msc-polling.de. Die Startgebühr beträgt

voraussichtlich sechs Euro pro Teilnehmer.

juli / august 2026 | 37


Mittelaltermarkt an historischer Stadtmauer

Falkner, Feuer,

Steckerlfisch

Schongau | Was waren die Sorgen

groß, dass die größte und beliebteste

Mittelalterveranstaltung des

Pfaffenwinkels für immer von der

Bildfläche verschwindet, als dessen

Hauptorganisator Manfred

Wodarczyk in seiner Funktion aufgehört

hatte. Knapp zwei Jahre ist

es nun her, als der letzte „Schongauer

Sommer“ unten am großen

Volksfestplatz von Schongau stattgefunden

hatte. Doch von einem

drohenden Aus ist längst keine

Rede mehr. Der Grund: Die Idee

des neugeründeten Vereins „Mittelaltermarkt

Schongau e.V.“, den

guten alten Historischen Markt in

die malerische Altstadt zurückzuholen,

die vollends aufging.

„Obwohl wir die ersten Tage kein

Wetterglück hatten, war das Debüt

an allen Tagen genial besucht und

auch die Rückmeldungen sind nahezu

ausnahmslos positiv gewesen“,

sind sich Tobias Fuhrmann,

Max Diegruber und Herbert Zimmert

aus der Vorstandschaft einig.

Geschätzte 2 000 bis 3 000 Besucher

pro Tag schlenderten durch

den deutlich kleineren, somit

gemütlicheren Markt, der das Eintauchen

in eine längst vergangene

Zeit deutlich einfacher macht. „Die

Nähe zur 800 Jahre alten Stadtmauer,

der danebenstehende Kasselturm

– ein besseres Ambiente

kannst für einen Mittelaltermarkt

nicht haben“, schwärmt Tobias

Fuhrmann, den die Abendstimmung

aus dem Vorjahr sogar ein

Stückweit an das weltbekannte

Tollwood-Festival in München

erinnert hat. „Natürlich sind wir

deutlich kleiner als München,

aber die Farben, die Düfte, die

Menschentrauben, die Live-Musik

und kulturelle Vielfalt.“ Allein

deshalb war den Verantwortlichen

früh klar, den Historischen Markt

auch heuer wieder an gleichem

Ort und gleicher Stelle aufleben

zu lassen. „Wir haben bereits am

letzten Tag des Marktes mit allen

Kunsthandwerkern, Gastronomen

und Künstlern gesprochen und

gefragt, ob sie dieses Jahr wieder

dabei sein möchten.“ Das Resultat:

„Ja, möchten wir!“ Will heißen:

Abgesehen von einem Stand

für Massagen sowie kleineren Erneuerungen

und Veränderungen

wird das zehntägige Programm

ab Ende Juli nahezu identisch gut

aussehen wie 2025.

Lagerleben, Live-Musik,

Kunsthandwerk

Bürgermeister-Schägger-Platz.

Feuershow, Falkner, Trommlergruppe,

Fakir-Vorführungen, Kinderschminken,

Puppenspiel, Märchenlesungen,

Stelzengeher, ein

authentisches Lagerleben, aufregende

Stadt- und Erlebnisführungen:

Die Liste des bunten

Programms für alle Altersklassen

ist in Summe noch viel länger,

sowohl von regionalen als auch

überregionalen Künstlerinnen

und Künstlern besetzt. „Die Feuershow

geht zum Beispiel von einem

Künstler aus Bernbeuren sowie

einem Künstler aus Burggen

aus – die treten sowohl für sich

als auch gemeinsam auf.“ Einer

der beiden zeichnet sich auch für

die angekündigten Fakir-Vorfüh-

38 | altlandkreis


Schon Aktiv?

Mittelalter-Bands treten auch heuer wieder auf.

rungen verantwortlich. Damit gemeint:

Magisch-mutige Momente

auf Nagelbrett, Glasscherben und

Feuer. Die Märchenlesungen, aber

auch Zauberer-Workshops für

Kinder, finden in einem extra aufgebauten,

kleinen Zelt statt, das

sich am südlichen Eingang des

Marktgeländes befinden wird. Direkt

dahinter, im Schatten der dort

alten Laubbäume: Kunsthandwerker,

die Handgemachtes zum Kauf

ausstellen, aber auch Live-Vorführungen

ihrer seltenen Handwerkskünste

anbieten. Kürschnerin,

Töpferer, Schmied sowie Punzierer

sind nur wenige Beispiele. „Letzterer

verziert feuchtes Leder oder

Metalle mit Hammer und speziellen

Stempeln – drückt detaillierte

Muster, Ornamente und Schriftzüge

in das jeweilige Material.“ Für

ausgelassene Stimmung sorgen

derweil namhafte Live-Bands, die

auf der großen Bühne zwischen

Stadtmauer und Kasselturm Trommeln,

sowie Dudelsack und Gitarre

zum Erklingen bringen. Zum

Beispiel die „Sandsacks“, die früher

ausschließlich bekannt waren

für härtere Mittelaltermusik, inzwischen

ihr Genre unter anderem

in Richtung Irisch-Folk erweitert

haben. Auch „Musica Immortalis“

haben bereits zugesagt, beschreiben

ihr Programm wie folgt: „Wir

werden auf die Trommeln knüppeln,

bis die Metfässer bersten

und Gitarre und Dudelsack solch

virtuose Melodien entlocken, bis

ihr unsere unsterblichen Finger in

Feuer aufgehen seht.“ Klingt wild,

klingt aufregend. Ähnliches gilt für

Phönix. Aber auch auf „Farbenklang“

aus Schongau dürfen die

Besucher gespannt sein. Und auch

kulinarisch bleiben an diesen Tagen

dank Steckerlfisch, Brotstand,

Langos, bayerisch-bürgerlichen

Gerichten, indischen Spezialitäten,

Ochsenfetzen und Crepés keine

Wünsche offen. „Den Ausschank

erfrischender Kaltgetränke übernehmen

wir als Verein selbst“,

betont Max Diegruber bezüglich

Bier, Spezi, Wasser, Radler, Apfelschorle

sowie alkoholfreies Bier,

„was vergangenes Jahr stark nachgefragt

war“. Aber auch exquisitere

Getränke wie Met oder Gin

stehen zum Angebot.

BR-Radltour gastiert

in Altstadt

Eröffnet wird der Historische Markt

2026 (www.historischer-marktschongau.de)

am Freitag, 31. Juli,

um 12 Uhr auf dem Bürgermeister-Schägger-Platz

in Schongaus

Altstadt. „Zunächst nur die Gastronomie,

ehe ab 16 Uhr Lagerleben,

Handwerkermarkt und

unser buntes Rahmenprogramm

nachziehen.“ So wird es auch an

allen weiteren Werktagen der Fall

sein – mittags nur Gastro zum Essen

und Trinken, ab Nachmittag

dann jeweils das volle Programm.

Nur nicht an den in Summe zwei

Wochenenden – an den Samstagen

und Sonntagen öffnet der

komplette Markt bereits um 12

Uhr. Und endet, wiederum gültig

für alle Tage (auch werktags),

jeweils um 22.30 Uhr. „Zumindest

wird so lange ausgeschenkt.“ Was

vergangenes Jahr ebenfalls sehr

gut und ohne nennenswerte Meckereien

funktioniert hat: Dass die

Besucherinnen und Besucher außerhalb

der Historischen Altstadt

geparkt haben, um die letzten

Meter zu Fuß hinaufzuschreiten.

Die größte und effektivste Parkfläche

ist auch dieses Jahr die am

Volksfestplatz, direkt an der Lechuferstraße.

Aber auch die am

Wilhelm-Köhler-Stadel auf der

Westseite der Altstadt sowie die

Parkfläche am Buchenweg (Nähe

Bahnhof und Esso-Tankstelle) liegen

nur wenige Fußminuten vom

Marktgelände entfernt. Oben angekommen,

warten 1000 Sitzplätze

auf die Besucherinnen und Besucher,

wovon sich rund 400 unter

schattenspenden Sonnenschirmen

befinden. Diese Nachricht dürfte

auch für die Teilnehmer der diesjährigen

BR-Radltour interessant

sein. Die startet am Sonntag, 2.

August, in Nördlingen und führt

über sechs Etappen mit insgesamt

rund 600 Kilometern über

die Zwischenzielorte Königsbrunn,

Oberammergau, Rosenheim und

Dorfen bis nach Bad Füssing. Am

Dienstag, 4. August, macht der

Tross gegen Mittag auch Halt In

Schongaus Altstadt – und besucht

im Zuge dessen den Historischen

Markt. „Was für uns natürlich zusätzlich

eine gute Werbung ist“,

freuen sich Tobias Fuhrmann, Max

Diegruber und Herbert Zimmert,

die das Mittelalterspektakel bis

einschließlich Sonntag, 9. August,

gemeinsam mit 86 aktiven

Vereinsmitgliedern aus Schongau

und Umgebung sowie in enger

Kooperation mit der Stadt Schongau

auf die Beine gestellt haben

– und auch dieses Jahr keinen (!)

Eintritt verlangen werden. js

juli / august 2026 | 39

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am Samstag, 4. Juli 2026

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Tutzing | Die Geschichte der Fischerei

am Starnberger See reicht

ursprünglich 3 000 Jahre zurück.

Bronzezeitliche Angelhaken und

Einbäume, gefunden auf und an

der Roseninsel, beweisen das.

Kein Wunder also, dass auch

Tutzing, der Ort auf Höhe der

Roseninsel, seit Jahrhunderten

als Fischer- und Bauerndorf beschrieben

wird – und auch das

Ortswappen geprägt ist von einem

Fischsymbol. Die Bedeutung der

Seenfischerei hat sich im Laufe

dieser langen Zeit jedoch stark

gewandelt. Streng organisiert ist

sie beispielsweise seit dem Mittelalter,

als die Fischereirechte

noch bei Adelshäusern, Klöstern

und Landesherren lagen. Erst

nach der Säkularisation im Jahre

1803 konnten die Fischereien

am Starnberger See eigenständig

wirtschaften, sich für ihre harte

Arbeit finanziell angemessener

entlohnen. Heute gibt es am

Starnberger See noch 34 Fischereirechte.

„Von denen nach unseren

Informationen immerhin

30 aktiv genutzt werden“, weiß

Jan-Philipp Grande, Pressesprecher

der Gemeinde Tutzing. Die

wirtschaftliche Bedeutung der Fischerei

am Starnberger See ist insofern

weitaus geringer also noch

vor 50 oder gar 100 Jahren. „Früher

konnten Familien vollständig

von der Fischerei leben. Heute ist

sie meist Nebenerwerb, Spezialitätenwirtschaft

und Traditionspflege.“

Kulturell, touristisch und

auch wissenschaftlich ist deren

Bedeutung dennoch ungebrochen

groß. Einerseits, weil die Nebenerwerbs-Fischer

wichtige Daten

über Fischbestände im Starnberger

See sowie dessen Wasserqualität

liefern. Andererseits ziehen

aus Funk und Fernsehen bekannte

Traditionsveranstaltungen tausende

begeisterte Menschen in

ihren Bann. Allen voran die Tutzinger

Fischerhochzeit, die erstmals

im Jahre 1929 stattfand, die

seit 1975 im Fünfjahresrhythmus

veranstaltet wird, wegen Corona

und Hauptstraßensanierung jedoch

erst heuer wieder – erstmals

seit 2017 – inszeniert wird. Genaugenommen

am Sonntag, 26. Juli,

beginnend mit einem Weckruf der

Böllerschützen um 6 Uhr in der

Früh.

Rückkehr aus

Russlandfeldzug

Spannenderweise handelt es sich

bei der Tutzinger Fischerhochzeit

um eine fiktive Geschichte. Dennoch

gehen die Verantwortlichen

fest davon aus, dass sie aus drei

Wünschen heraus verfasst wurde:

Das alte Fischerbrauchtum

zu bewahren, die Geschichte des

Fischerdorfes lebendig darzustellen

und den historischen Zusammenhalt

der Fischerfamilien

sichtbar zu machen. „Sie ist also

weniger ein religiöses Mysterienspiel

wie die O'Gauer Passion,

sondern vielmehr ein historisches

Heimatspiel.“ Im Kern bezieht

es sich auch heuer auf das

knapp 100 Jahre alte Drehbuch.

Demnach ereignete sich die historische

Fischerhochzeit um das

Jahr 1814 zur Zeit Napoleons und

erzählt die Geschichte des nach

Jahren vom damaligen Russlandfeldzug

heimkehrenden Tutzinger

Bauernsohn Michael Gröber, der

endlich Veronika Bierbichler, die

Tochter eines Fischermeisters von

der anderen Seeseite, heiraten

kann. „Die Texte des Stücks sind

nach wie vor in der Originalfassung,

lediglich einzelne Begriffe

wurden im Laufe der Jahrzehnte

zeitgemäß angepasst und modernisiert“,

so Jan-Philipp Grande

über diesen bunten Mix aus Theater,

Festspiel, Heimatinszenierung,

historischem Umzug sowie

einem daran angeschlossenen,

fünftägigen Dorffest mit buntem

Rahmenprogramm, das sich in

Summe über fünf Tage erstreckt.

40 | altlandkreis


Insofern ein straffes Programm,

allen voran für das auserkorene,

sehr junge Brautpaar um Valentin

Müller (24) und Mara Bove

(19). Während die anderen großen

Sprechrollen wie Hochzeitslader,

Knecht und Erzähler von

erfahreneren Schauspielern oder

Rednern besetzt werden, „ist es

für Valentin und Mara besonders

nervenaufreibend, da sie es zum

ersten und einzigen Mal machen

– Braut oder Bräutigam ist

man im Rahmen der Tutzinger

Fischerhochzeit nie zweimal“.

Grundsätzlich muss das Brautpaar

stets aus einer alteingesessenen,

traditionellen Tutzinger Fischerfamilie

stammen – im Idealfall

aus jener, in der heute noch aktiv

gefischt wird. Wobei auch

die anderen Rollen des Spiels

ausschließlich von waschechten

Tutzingerinnen und Tutzingern

besetzt sind. „In Summe wirken

mehrere hundert Männer, Frauen

und Kinder mit.“ Darunter auch

Musikgruppen, Bühnentechniker,

Sicherheitskräfte, Gastronomen,

Gemeindemitarbeiter und viele

weitere, ehrenamtliche Helfer.

Besonders erwähnenswert: Die

Aktiven der Tutzinger Gilde, die

den Besuchern ihre prachtvollen

Trachtengewänder präsentieren.

„Das Thema Kostüme ist im Rahmen

der Tutzinger Fischerhochzeit

geradezu komplex, da viele verschiedene

Arten von Trachten und

Kostümen zum Einsatz kommen.“

Neben traditionell bayerischen

Trachten aus unterschiedlichsten

Regionen auch zeitgenössische

Kostüme aus dem 19. Jahrhundert

sowie Biedermeier-Kostüme. „Für

diese umfangreiche Kostümierung

der Darstellerinnen und Darsteller

verfügen Rathaus und Gilde über

einen eigenen Fundus, zusätzlich

bedienen wir uns bei Kostüm-

und Kleiderverleihgeschäften.“

Dazu passend: Von Hand gemachter

Silberschmuck, Trachtenketten,

Broschen, Charivaris, filigrane

Miederketten, Haarschmuck und

bestickte Gürtel.

Festlicher Glanz an

Häusern, Wägen, Booten

Aber auch Blumenketten, Girlanden,

Bögen und Fahnen an Booten,

Wägen und Häuser lassen

ganz Tutzing in festlichem Glanz

erstrahlen. Damit die in Summe

13. Tutzinger Fischerhochzeit heuer

reibungslos und planmäßig

über die sprichwörtliche Bühne

geht, wird bereits seit Mitte April

fleißig geprobt. „Teilweise im Rathaus,

teilweise in anderen Räumlichkeiten

im Ort, vereinzelt auch

an den Schauplätzen des Stücks

selbst – zum Beispiel unten im

Schloss.“ Insgesamt verzeichnet

der Probenplan 22 Termine. In

Summe also ein Riesenaufwand

für ein Spektakel, auf das sich

Einheimische wie Urlauber riesig

freuen dürfen.

js

> > > INFOS, VVK UND TICKETVERLOSUNG

Karten für Luise Kinseher, LaBrassBanda und Sašo Avsenik, die im

Rahmen des Festprogramms auftreten, sind ab sofort im Rathaus,

bei Post Trafik sowie bei Beautiful Home & Garden in Tutzing erhältlich.

Ebenso unter www.fischerhochzeit-tutzing.de, wo auch alle

weiteren Infos um das traditionsreiche Spektakel bereitgehalten

werden. Außerdem verlost „altlandkreis“ jeweils 1 x 2 Tickets. Schicken

Sie uns bis 10. Juli eine Postkarte mit dem Stichwort „Kinseher“,

„LaBrassBanda“ oder „Sašo“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971

Peiting. Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet,

der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

juli / august 2026 | 41


Natürliche Haltungsform von Pferden

Aktivstall an der Ammer

Rottenbuch | Schwimmbad,

Ammerbrücke, Hirschgehege-Erweiterung

der Schönegger

Käse-Alm? Wild war

sie, die Gerüchteküche rund

um den Schleifmühlenweg

südwestlich der Echelsbacher

Brücke. „Es sind sogar wildfremde

Autofahrer zu uns auf

den Hof gefahren nur um zu

fragen, was wir da bauen“,

berichten Alexander und Regina

Doll. Inzwischen ist die

zehnmonatige Bauphase ihres

Großprojekts abgeschlossen.

Damit gemeint: Ein

nigelnagelneuer Pferdehof

namens „Ammerblick“, der

allen, die von der Echelsbacher

Brücke die Steingadener Straße

Richtung Wildsteig fahren, sofort

ins Auge sticht. Die Besonderheit

ist aber nicht der Pferdehof und

seine spezielle Lage an sich, sondern

das dahinterstehende Konzept

eines Aktivstalls. „Für uns

das Konzept, das der natürlichen

Haltungsform von Pferden am

nächsten kommt.“ Näher als ein

Offenstall? „Nach unserer Meinung

schon, weil es hier im bayerischen

Oberland keine Steppenlandschaft

mit endlosen Weiten und vegetationslosen

Gebieten gibt, wie es

einst Wildpferde vorgefunden haben.“

Hintergrund: Pferde seien

nach neuesten Erkenntnissen keine

Dauerfresser, sondern Dauerfuttersucher.

Heißt: Um passende

Nahrung zu finden, müssen sich

die einst wildlebenden Tiere erst

einmal auf die Suche machen, sich

dafür ständig bewegen. Das wiederum

hält fit, schlank, gesund.

Und genau das verspricht die Herdenhaltung

von Pferden in einem

Aktivstall. „Hier können sich die

42 | altlandkreis

Alexander und Regina Doll betreiben den

neuen Aktivstall unterhalb von Schönegg.

Tiere rund um die Uhr bewegen.“

Entweder in einer wettergeschützten

Halle. Draußen auf einem professionell

fundamentierten Sandplatz.

Oder, ebenso draußen, auf

richtigen Weideflächen. Weiters

sind auf dem Aktivstallgelände

oberhalb der Ammer, daher auch

der Name „Ammerblick“, verschiedene

Funktionsbereiche wie

Liegeflächen, Wasserstellen, Massagebürste

und Futterstellen bewusst

an unterschiedlichen Stellen

verbaut. Je nach Bedürfnis müssen

sich die Tiere also immer erst auf

den Weg machen, um letztlich in

den Genuss von Ruhen, Baden,

Wellness oder Fressen zu kommen.

Chip-gesteuerte

Fütterung

Der größte Unterschied des Aktivstallkonzepts

im Vergleich zu

anderen Haltungsformen: Die

Möglichkeit auf individuelle Fütterung.

Auf dem Pferdehof Ammerblick

finden die Tiere drei

große Heuraufen mit insgesamt

40 Fressplätzen vor. Darüber

hinaus einen Einzelheudosierer

sowie eine Kraftfutterstation

mit Weidezugangsselektion.

„Genau deshalb ist

dieses Konzept des Aktivstalls

auch für mich persönlich so

wahnsinnig spannend“, verrät

ein von dieser Technik

hellauf begeisterter Alexander

Doll, der hauptberuflich

als Elektrotechnik-Ingenieur

bei einem namhaften Landmaschinenhersteller

tätig

ist. Konkret: Jedes Pferd, das

in Zukunft als Einsteller auf

dem Pferdehof Ammerblick

lebt, bekommt via Halsband

oder Mähne (eingeflochten) einen

eigenen Chip verpasst. Dieser

Chip ist wiederum individuell

programmierbar und mit den

jeweiligen Futterstationen sowie

dort integrierten Sensoren verbunden.

„Bei Pferden ist es wie

bei Menschen – es gibt jene, die

essen können was und wie viel

sie möchten, ohne zuzunehmen

und diejenigen, die gefühlt bereits

vom Anschauen des Futters zunehmen.“

Ob Heu, Kraftfutter oder

Mineralfutter: Dank computergesteuerter

Fütterung können die

Tagesrationen eines jeden Tieres

auf das Gramm genau abgestimmt

werden. Und auch der Zugang zur

Weide mit Gras und Kräutern ist

vollautomatisch regulierbar: „Hat

das jeweilige Pferd sich den Magen

bereits sprichwörtlich vollgeschlagen,

bleibt das Tor zur Weide

geschlossen. Wenn nicht, darf es

hinaus.“ Ein großzügiges Frisch-

Wasser-Tränkebecken in Form von

stehender Wasseroberfläche –

stehendes Wasser deshalb, weil

Pferde sogenannte Saugtrinker


Die ersten Pferde, hier ein Noriker, sind eingezogen.

sind – ist auf dem Aktivstall-Areal

ebenfalls installiert. Je nach Lust,

Laune, Aktivität, Rasse und Bedarf

trinkt ein Pferd 20 bis 30 Liter pro

Tag. Ein weiteres Highlight des

neuen Pferdehofs, der sich tatsächlich

unterhalb des Hirschgeheges

der Schönegger Käse-Alm befindet:

Eine große, rund um die Uhr

zugängliche Liegehalle, in der sich

die Pferde wettergeschützt aufhalten

können und die ganz wunderbar

zum Dösen und Schlafen

einlädt. Wiederum darin verbaut

sind Integrationsboxen, in die –

wie auch auf einer Integrationsweide

im Außenbereich – Neuankömmlinge

die bereits bestehende

Herde beschnuppern können. Erst

wenn sich die Tiere aneinander

gewöhnt haben und miteinander

harmonieren, dürfen neue Pferde

fest in den Herdenverband des Aktivstalls.

„Pferde bilden innerhalb

einer Gruppe eine Rangordnung.

Da nie alle mit allen gleichgut

auskommen, „haben wir doppelt

so viele Futterplätze wie Tiere – so

können auch rangniedrigere sich

nicht nur auf dem Areal aus dem

Weg gehen und ihre jeweils eigenes

Ding machen, sondern auch

ungestört fressen.“

Ein Ort der

Entschleunigung

Letztlich tut Herdenhaltung in

ständiger Bewegung Pferden nur

gut, egal ob ranghoch oder rangniedrig.

„Wir haben im Vorfeld

unseres Projekts viele Ställe besucht,

ich habe selbst jahrelange

Erfahrung mit Pferden und kann

deshalb aus tiefster Überzeugung

sagen: Pferde, die in einem Aktivstall

richtig gehalten werden,

sind prinzipiell sehr entspannt

Blick vom Hirschgehge auf den Aktivstall Ammerblick.

und ausgeglichen“, betont Regina

Doll, gelernte Erzieherin, Fachkraft

für tiergestützte Intervention und

Landwirtin, die aktuell auch in tiergestützter

Therapie mit psychisch

kranken Jugendlichen und jungen

Erwachsenen arbeitet – und sich

dieses Mammutprojekt auf dem

einst elterlichen Hof wohlüberlegt

hatte. „Wir haben während Studium

und Ausbildung mehrere Jahre

in München gelebt“, verrät Alexander

Doll. Der Hof von Reginas

Eltern direkt oberhalb der Ammerschlucht

sei da immer wieder ein

willkommener Ort der Entschleunigung

gewesen. „In der Stadt ohnehin,

aber auch ganz generell in

dieser Zeit, sind die Menschen im

Dauerstress, kaum noch bei sich.“

Als dann klar war, den Hof übernehmen

zu können, „haben wir

uns dafür entschieden“. Jedoch in

einer Form, „die zu uns passt“. So

wurde aus dem einstigen Milchviehbetrieb

nun ein topmoderner

Aktivstall für Pferde, der weitestgehend

mit regionalen Firmen

realisiert wurde. „Die Umsetzung

des Projekts für und mit der Region

war uns von Beginn an sehr

wichtig“, sagt Alexander Doll, der

alles Elektrische, gemeinsam mit

seinem Vater, selbst geplant und

installiert hat – und sich an dieser

Stelle nochmals bedanken möchte

„für die großartige Unterstützung

aller Beteiligten, allen voran bei

Freunden und Familie“. Was nun

noch fehlt: Mehr Pferde. „Wir haben

bereits eine längere Liste von

Anfragen“, sagen Alexander und

Regina Doll, die ihr Lebensprojekt

nun Schritt für Schritt mit immer

mehr Leben füllen möchten. Pro

Einsteller verlangen sie monatlich

450 Euro. Aktuell sind Katze, Hund,

eine Herde Kamerun-Schafe sowie

zwei Pferde der Rassen Noriker

und Warmblut auf dem Hof – und

letztere befinden sich definitiv

nicht in Schwimmbad, Hirschgehege

oder auf einer neuen Brücke,

sondern im nigelnagelneuen Aktivstall

Ammerblick.

js

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juli / august 2026 | 43


www.altlandkreis.de

Wachrüttelnde Ausstellung zur NS-Zeit

Zwangssterilisiertes

Genie

Herzogsägmühle | Man stelle sich

zunächst ganz allgemein vor: Ein

Mensch blüht in seiner Begabung

derart auf, dass er sich zu einem

der besten und gefragtesten seines

Fachs entwickelt – und ein

ums andere Mal herausragende

Arbeit abliefert. Doch anstelle

von Wertschätzung, Würdigung

und Schaffensfreiheit, wird er

von Seiten einer neuformierten

Staatsmacht sukzessive mürbe

gemacht – und auf widerwärtigste,

menschenunwürdige

Weise seiner selbst beraubt. Genau

dieses Schicksal ereilte viele

begabte Männer und Frauen, als

am 30. Januar 1933 Adolf Hilter

zum Reichskanzler ernannt und

das NS-Regime die Macht ergriff.

Eines der prominentesten Opfer

der Rassentrennung mit Bezug

zum Schongauer Altlandkreis war

damals Willy Zielke. Er galt bereits

in den 1920er und 1930er Jahren

als ein Genie der Fotografie und

frühen Filmkunst. Besonders bekannt

wurde er durch seinen im

Jahre 1935 veröffentlichten Film

„Das Stahltier“, den er zu Ehren

von „100 Jahre Deutsche Reichsbahn“

gedreht hatte – und der

aufgrund seiner modernen Bildsprache

weit über Deutschland

hinaus hohe Beachtung fand. Der

Film verband nämlich Bewegung,

Licht und Schatten in einer Weise,

die damals zweifelsohne revolutionär

wirkte. Trotzdem, oder gerade

deshalb, wurde das Werk von

Joseph Goebbels verboten. Ähnliches

geschah mit dem Zielke-

Film „Arbeitslos“, bereits 1933

Willy Zielke war ein Meister seines Fachs.

Dann kamen die Nazis an die Macht.

publiziert. Dabei handelte es sich

um einen sozialkritischen Dokumentarfilm

über Massenarbeitslosigkeit

in der Weimarer Republik,

der von den Nationalsozialisten

abgeändert, ideologisch umgedeutet

und schließlich verboten

wurde. Letztlich waren die Nazis

hin- und hergerissen: Einerseits

brauchten sie den mit besten Filmemacher

des Landes zugunsten

ihrer Propaganda-Zwecke, andererseits

ließ sich der intelligente

Willy Zielke, der den perfiden Plan

der Nazis lange vorher durschaut

hatte, nicht verbiegen.

Für psychisch krank

erklärt

Die herausragende Kameraführung

von Willy Zileke brachte ihn

dennoch in den Wirkungskreis

von Leni Riefenstahl –

die Tänzerin, Schauspielerin,

Regisseurin und Fotografin

gilt rückblickend als eine der

umstrittensten Persönlichkeiten

der Filmgeschichte, weil

sie als Lieblingsregisseurin

von Adolf Hitler diverse

Propagandafilme des NS-

Regimes inszenierte. Zielke

drehte für sie den berühmten

Olympiafilm 1936 vollkommen

selbstständig, setzte

dabei eine neuartige Überblendtechnik

ein. Weil er in

Vor- und Abspann nur sich

nannte und sich damit vollkommen

von Leni Riefenstahl

abwandte, entbrannte jedoch

ein Streit. Dabei wurde dem

begnadeten Filmemacher endgültig

klar, dass er von den Nazis nur

als Werkzeug der perfiden Propaganda

benutzt werden sollte. Über

eine nach heutigen Erkenntnissen

zweifelhafte Diagnose der Schizophrenie

wiesen ihn die Nazis in

eine Psychiatrie ein – und sterilisierten

ihn im Rahmen des von

den Nationalsozialisten eingeführten

Rassenreinheitsgesetzes unter

Zwang! Insgesamt verbrachte Willy

Zielke vier Jahre in einer Psychiatrie,

bekam insofern hautnah mit,

wie tausende Menschen entrechtet

und ermordet wurden, während

er selbst diese Tortur überlebte.

Dass nun ausgerechnet wir vom

Regionalmagazin „altlandkreis“

darüber berichten, dient nicht nur

der wertvollen Aufklärungsarbeit

der dunkelsten Zeit deutscher

44 | altlandkreis


Beweismaterial aus einer furchtbaren Zeit: Dokumente wie diese sind

Teil der Willy-Zielke-Ausstellung in Herzogsägmühle.

Geschichte – Willy Zielke war

zwei Mal auch in Herzogsägmühle

untergebracht. Das erste Mal

im Jahre 1937, kurz nach seiner

Zwangssterilisation. Das zweite

Mal nochmals im Jahre 1938, als

der damalige Einrichtungsleiter

des Diakoniedorfs, ein SA-Sturmbannführer

aus Peiting, unbedingt

wollte, dass Willy Zielke einen

Vorzeigefilm über die Tugenden

des damaligen Arbeitslagers drehen

soll. Doch dazu kam es nicht,

weil der begnadete Kameramann

sich mit der Obrigkeit überwarf,

folglich vom damals zuständigen

Amtsarzt „Gemeingefährlichkeit“

attestiert bekam und deshalb weiterhin

in der Psychiatrie ausharren

musste.

Professorin spricht bei

Vernissage

Wie Willy Zielke es letztlich aus

der Psychiatrie geschafft hat – und

wie es für ihn danach weiterging,

zeigt eine umfassend recherchierte

Ausstellung über ihn. Wo? Im

Foyer der Deckerhalle im Diakoniedorf

Herzogsägmühle, Dorfplatz

6 . Wann? Ab Freitag, 10. Juli,

mit Vernissage um 17 Uhr, wozu

Prof. Dr. Anette Eberle von der

Katholischen Stiftungshochschule

München-Benediktbeuren einen

hörenswerten Vortrag halten wird.

Von wem? Dem Verein für Dorfentwicklung

und Landespflege Herzogsägmühle

e.V. sowie dem

Lernort Sozialdorf Herzogsägmühle

der Diakonie München

und Oberbayern gGmbH, wiederum

LEADER-gefördert durch den

Freistaat Bayern sowie ebenfalls

finanziell unterstützt von der Peitinger

Bürgerstiftung. In der Folge

ist die Ausstellung bis einschließlich

Donnerstag, 23. Juli, täglich

von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Und

allein deshalb so besuchenswert,

weil Rechtspopulismus aktuell

so stark im Kommen ist wie seit

dieser grauenvollen Zeit kurz vor

und während des Zweiten Weltkriegs

nicht. Und nach derzeitigem

Stand nicht auszuschließen

ist, dass eines Tages wieder eine

Partei an die Macht kommt, die

genau diese gezielte, widerwärtige

Rassenreinheitspolitik von damals

betreiben möchte. Die Willy-

Zielke-Ausstellung soll letztlich

genau das Gegenteil bezwecken:

Ein Zeichen gegen das Vergessen

setzen für eine Gesellschaft, in der

die Würde des Menschen an erster

Stelle steht.

js

juli / august 2026 | 45


Ehrenamtliche Existenzgründerberatung durch Aktivsenioren

„Möchten den jungen Menschen

etwas zurückgeben“

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über Krankenversicherung, Altersvorsorge

und Preiskalkulation bis

hin zu maximaler Eigenverantwortung

und Druck: Wer aus einem

Angestelltenverhältnis „ausbrechen“

und sich selbstständig

machen möchte, muss verdammt

viel wissen, können und beachten.

Und sich diesen Schritt bereits im

Vorfeld sehr wohl überlegen, um

der großen Gefahr des Scheiterns

nicht entgegentreten zu müssen.

Hier hilfreich: Eine seriöse, professionelle

Beratung, im Rahmen

derer alle wichtigen Fragen zum

Thema „Selbstständigkeit“ beantwortet

und diskutiert werden. Nur

wo? Und zu welchem Preis? Eine

professionelle Unternehmensberatung

kann sehr viel Geld kosten,

noch dazu auf Geldverdienen aus

sein. Ein echter Geheimtipp deshalb:

Die Aktivsenioren Bayern.

Der im Oktober 1984 gegründete,

ehrenamtlich organisierte Verein

zählt derzeit 550 Mitglieder, darunter

320 Aktive. Und die bieten

wiederum, aufgeteilt auf elf Regionen,

politisch unabhängige,

wirtschaftlich neutrale sowie kostenlose

Erstberatungsgespräche

zum Thema „Existenzgründung“,

aber auch zu „Existenzerhalt“ und

„Generationen-Wechsel“ an. Zur

Region „Süd-West“ gehören die

fünf Landkreise Miesbach, Bad

Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-

Partenkirchen, Landsberg am

Lech, Starnberg und Weilheim-

Schongau. Ihr steht Thomas Ulbrich,

65, aus Kaufering vor. Der

einst gelernte Werkzeugmacher

holte erst das Abitur nach, um

nach dem Grundwehrdienst bei

der Deutschen Bundeswehr Maschinenbau

zu studieren. Sein Beweggrund

heute, sich trotz wohlverdientem

Ruhestand, Kindern

und Enkelkindern sich ehrenamtlich

als Regionalleiter und Existenzgründerberater

einzusetzen:

„Weil ich privat wie beruflich sehr

viel Glück gehabt habe in meinem

Leben, ich deshalb den jüngeren

Leuten etwas zurückgeben möchte.“

Als Segment-, Standort- und

Produktleiter in drei großen mittelständischen

Unternehmen

übernahm Thomas Ulbrich über

Jahrzehnte hinweg große Verantwortung

für hunderte Mitarbeiter,

hat in dieser Zeit so ziemlich alles

Dietmar Ahl (li.) und Thomas Ulbrich

von den Aktivsenioren.

erlebt, was Unternehmertum im

Positiven wie Negativen ausmacht.

Gleiches gilt für Dietmar Ahl, 66,

aus Penzberg, ebenfalls Maschinenbau-Ingenieur

sowie 33 Jahre

lang erfolgreicher Geschäftsführer

und Mitinhaber der in Weilheim

ansässigen Firma Bechtold. Auch

er genießt inzwischen nicht nur

seinen wohlverdienten Ruhestand,

sondern möchte all seinen beruflichen

Erfahrungsschatz frei und

ungezwungen an die jüngere Generation

weitergeben.

„Ein Trend, von dem wir

wenig halten“

Organisiert und beworben wird

die kostenlose Existenzgründerberatung

hier in unmittelbarer Region

vom Landratsamt Weilheim-

Schongau, das in der Regel einen

Beratungstag pro Monat in den

Räumlichkeiten des Landratsamtes

anbietet. Dann vor Ort: Dietmar Ahl

und (oder) Thomas Ulbrich – und

bis zu sieben Männer oder Frauen,

die innerhalb einer Schulstunde

(45 Minuten) um deren Rat und

Know-how bitten. „Mehr Beratungen

schaffen wir an einem Tag

nicht“, sind sich Ahl und Ulbrich

darüber einig, „dass wir durchaus

weitere Berater gut gebrauchen

könnten, da die Nachfrage nach

Existenzgründerberatungen insbesondere

die vergangenen Jahre

stark gestiegen ist“. Wobei längst

nicht alle Interessenten mit einer

vernünftigen Geschäftsidee und

einem klaren Plan dahinter ins

Gespräch gehen. „Viele kommen

zu uns, weil sie mit ihrem Chef

unzufrieden sind und meinen, es

besser machen zu können – bis

sie im Rahmen der Beratung dann

merken, dass ihr Chef gewisse Dinge

gar nicht anders machen kann.“

Andere brächten richtig gute, kreative

Ideen mit ins Gespräch, müssen

dann aber mit großer Enttäuschung

feststellen, dass damit kein

Geld verdient werden kann. Wieder

andere kämen aus der Not heraus,

möchten aus der Arbeitslosigkeit

in die Selbstständigkeit. „Letztlich

reden wir von Männern und Frauen

im Alter von 25 bis 60 Jahren

mit unterschiedlichsten Qualifikationen,

Ideen und Vorstellungen.“

Auffallend viele möchten sich inzwischen

im Bereich „Coaching“

selbstständig machen. „Ein Trend,

46 | altlandkreis


von dem wir ehrlicherweise wenig

halten.“ Viele kämen auch aus der

Pferdebranche auf die Experten zu.

Aber auch Gartenbau, Steinmetz,

Fußpflege, Ernährungsberatung,

Projektleitung in der Baubranche

oder das Eröffnen eines Cafés sind

unter anderem die Anliegen der

Beratenden.

„Handwerk funktioniert

nahezu immer“

Für Thomas Ulbrich und Dietmar

Ahl letztlich entscheidend: Stets

offen und schonungslos ehrlich

zu beraten. Angefangen mit vermeintlich

ganz einfachen Fragen:

Wie möchten Sie leben? Wie viel

Geld geben Sie monatlich für Auto,

Lebensmittel, Miete aus? Möchten

Sie in den Urlaub fliegen? Ist Ihnen

bewusst, dass Sie durchschnittlich

fünf Stunden arbeiten müssen, um

sich eine Stunde für sich selbst

leisten zu können? Dass ein Jahr

zwar 365 Tage hat, mit 104 Tagen

Wochenenden, 30 Tagen Urlaub,

sechs Feiertagen, in etwa 14 Tagen

Krankheit sowie Urlaubsgeld,

Weihnachtsgeld und normalem

Gehalt ein potentieller Mitarbeiter

wesentlich weniger zur Verfügung

steht, als man meinen würde?

Dass in vielen Branchen vom

15. Dezember bis 15. Januar kein

Geld verdient werden kann, weil

in diesem Zeitraum in Unternehmen

kaum jemand erreichbar ist?

Letztlich arbeiten die Aktivsenioren,

die sich für die Existenzgründerberatung

explizit qualifizieren

müssen, nicht allgemeine Fragen,

sondern auch einen fundierten

Finanzplan mit 180 verschiedenen

Punkten gemeinsam mit den Klienten

ab. „Es ist nicht selten der

Fall, dass danach jemand unter

Tränen wieder aus dem Gespräch

geht, weil Traum und Wirklichkeit

schlichtweg zu weit auseinandergehen.“

Andererseits gibt es auch

zig Beispiele, die funktionieren.

„Handwerk zum Beispiel, wenn

der Typ dazu passt, funktioniert

nahezu immer“, sind sich Thomas

Ulrbrich und Diemar Ahl einig.

Dann lohne sich dieses „selbst“

und „ständig“ auch, weil neben

allem Fleiß, langen Arbeitstagen

von früh bis spät viel Geld verdient

werden kann.

Frauen seien besser

vorbereitet

„Und man trotz aller Verpflichtungen

am Ende des Tages schon

sein eigener Herr ist, sich Zeit und

Arbeit so einteilen kann, wie es zu

einem passt.“ Zum Beispiel könne

man am Wochenende durcharbeiten,

um dafür unter der Woche frei

zu machen. Davon abgesehen auffallend:

„Dass insbesondere Frauen,

die sich selbstständig machen

möchten, meist besser vorbereitet

in ein Beratungsgespräch mit uns

gehen als es bei Männern der Fall

ist.“ Und große Dankbarkeit, die

den Profis für ihren ehrenamtlichen

Einsatz entgegengebracht

wird. An dieser Stelle nur ein dazu

passendes Beispiel: „Ein junges

Paar, hier aus der Region kommend,

wollte ein Café in Niederbayern

aufmachen – Businessplan

perfekt, Location super, weshalb

zunächst auch alles dafür sprach“,

erinnert sich Dietmar Ahl. Letztlich

ist dieser unternehmerische Traum

aber trotzdem geplatzt, „weil wir

beim akribischen Check der Finanzen

und Verträge herausgefunden

haben, dass der Eigentümer der

vorgesehenen Location die beiden

eiskalt über den Tisch gezogen

hätte“. Es gibt aber auch zahlreiche

Beispiele, die planmäßig voll

und ganz aufgeganen sind. Auch

deshalb, „weil wir nach dem kostenlosen

Erstberatungsgespräch

mit den Männern und Frauen in

Kontakt bleiben und sie für erschwingliche

130 Euro im Grunde

so lange weiterberaten, bis es zur

Anmeldung der Selbstständigkeit

gekommen ist“. js

> > > NÄHERE INFOS UND ANMELDUNG

Haben auch Sie eine Geschäftsidee und möchten sich selbstständig

machen? Termine für die kostenlose Existenzgründerberatung

durch die Aktivsenioren können bei der hier zuständigen Kreisentwicklung

im Landratsamt Weilheim-Schongau per E-Mail unter

kreisentwicklung@lra-wm.bayern.de oder telefonisch unter

0881 / 681-1851 vereinbart werden.

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Saisonal und regional – Rezepte der Hauswirtschafterei

Leichte Küche

in schweren Zeiten

Altlandkreis | Politische Krisen im

In- und Ausland bestimmen aktuell

die Schlagzeilen. In Zeiten

wie diesen sollten die kleinen

Momente des Lebens umso mehr

wertgeschätzt werden. Zum Beispiel

der Verzehr eines selbstgekochten,

gesunden Gerichts. Die

drei Damen der Hauswirtschafterei

empfehlen an dieser Stelle

„Gefüllte Ochsenherztomaten“,

„Pichelsteiner mit Sommergemüse“,

und „Kartoffeltarte mit Tomaten“

– quasi leichte Küche in

schweren Zeiten.

Gefüllte

Ochsenherztomaten

ZUTATEN:

100 g kleine Nudeln

(z.B. Gabelspaghetti)

Salz

4 Ochsenherztomaten

1 Landgurke

1 Bund Frühlingszwiebeln

Dressing:

3 EL Weißweinessig

4 EL Rapsöl

Salz, Pfeffer

Schnittlauch

Zum Anrichten:

einige Salatblätter

ZUBEREITUNG: Die Nudeln in

reichlich Salzwasser nach Packungsangabe

bissfest kochen

und abgießen. Die Tomaten waschen

und einen Deckel abschneiden.

Mit einem kleinen spitzen

Messer das Fruchtfleisch auslösen

und dieses klein schneiden.

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Die Gurke waschen, längs vierteln

und in Scheiben schneiden.

Die Frühlingszwiebeln putzen,

waschen und in Ringe schneiden.

Beides mit den Tomatenstücken

und den Nudeln mischen.

Die Zutaten für das Dressing glatt

rühren. Zum Salat geben und 15

Minuten ziehen lassen.

Die Salatblätter waschen, putzen

und trocken schleudern. Auf vier

Tellern auslegen.

Den Nudelsalat in die Tomaten

füllen. Den Deckel jeweils darauflegen

und auf den Salatblättern

anrichten.

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Pichelsteiner mit

Sommergemüse

ZUTATEN:

2 Scheiben mariniertes Halsgrat

oder Schweinelende

2 EL Rapsöl

600 g festkochende Kartoffeln

500 ml Gemüsebrühe

1 Zweig Rosmarin

1 Kohlrabi

1 Zucchini

1 rote Paprikaschote

Salz, Pfeffer

Zum Anrichten:

Schnittlauch

ZUBEREITUNG: Das Fleisch in grobe

Würfel schneiden. Im heißen

Öl kräftig anbraten. Die Kartoffeln

schälen und würfeln. Zum Fleisch

geben und kurz mitbraten. Mit der

Brühe aufgießen, den Rosmarinzweig

dazugeben und zugedeckt

30 Minuten bei mittlerer Hitze

kochen.Den Kohlrabi schälen,

die Zucchini waschen und beides

würfeln. Zum Eintopf geben und 5

Minuten weiterkochen. Die Paprikaschote

waschen und putzen. In

Stücke schneiden, zum Eintopf geben,

5 Minuten bei schwacher Hitze

weiter kochen. Eintopf würzen,

den Rosmarin entfernen und mit

Schnittlauch bestreut servieren.

Tipp: Fleisch lässt sich ganz einfach

selbst marinieren. Dazu 1 TL

Salz, ½ TL Pfeffer, 1 TL Paprikapulver

und 4 EL Öl glatt rühren. Nach

Belieben Kräuter und gehackten

Knoblauch dazugeben und das

Fleisch damit bestreichen. Einige

Stunden ziehen lassen.

48 | altlandkreis


Eingelegter Käse mit

Sommergemüse

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Kartoffeltarte mit

Tomaten

ZUTATEN:

Kartoffelteig:

500 g mehligkochende

Kartoffeln

Salz

150 g Dinkelmehl Type 630

1 Ei

Butter für die Form

Belag:

300 g Frischkäse

100 g saure Sahne

1 Ei

Kräutersalz, Pfeffer

1 kleine rote Zwiebel

100 g Kirschtomaten

100 g Fetakäse

ZUBEREITUNG: Die Kartoffeln

schälen und in Würfel schneiden.

In Salzwasser weich kochen.

Abgießen und sofort durch eine

Kartoffelpresse drücken. Abkühlen

lassen.

Mehl und Ei zu den Kartoffeln

geben und zu einem Teig verkneten.

Bei Bedarf noch etwas Mehl

zufügen. Den Teig ausrollen und

eine gefettete Tarte-Form damit

auslegen.

Für den Belag Frischkäse, saure

Sahne, Ei und Gewürze glatt rühren

und auf dem Teig verstreichen.

Die Zwiebel schälen und in Streifen

schneiden. Die Tomaten waschen

und halbieren. Den Fetakäse

würfeln. Alles auf der Tarte

verteilen und backen.

Die Backzeit beträgt rund 45 Minuten

bei einer Temperatur von

180 °C (160 °C).

juli / august 2026 | 49

ZUTATEN:

Für 5–6 Gläser à 250 ml

1 kleine gelbe Zucchini

1 kleine grüne Zucchini

1 Aubergine

1 rote Paprikaschote

2 Gelbe Rüben

1 rote Zwiebel

2 Knoblauchzehen

Rapsöl zum Braten

Salz, Pfeffer

100 g Romadur

100 g Bergkäse

Zum Anrichten:

ca. 400 ml Rapsöl

ZUBEREITUNG: Zucchini, Aubergine

und Paprikaschote waschen,

putzen und in Scheiben bzw. die

Paprikaschote in grobe Stücke

schneiden. Gelbe Rüben, Zwiebel

und Knoblauch schälen. Die

Gelben Rüben in Scheiben, die

Zwiebel in Ringe schneiden. Den

Knoblauch fein hacken.

Das Gemüse sortenweise in jeweils

1 – 2 EL Öl etwa 10 Min. goldbraun

braten und würzen. Abkühlen

lassen.

Den Romadur in Scheiben, den

Bergkäse in Streifen schneiden.

Etwas Öl in verschließbare Gläser

geben. Das Gemüse und den

Käse abwechselnd in die Gläser

schichten. Dabei gut nach unten

drücken, damit die Gläser gut

befüllt werden und das Öl nach

oben steigt. Evtl. Öl nachfüllen,

damit am Schluss alles mit einer

Ölschicht bedeckt ist. Die Gläser

gut verschließen und gekühlt aufbewahren.

Tipp: Gut gekühlt etwa 2 Wochen

haltbar.

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Zwischen Tankstelle und Lustberghof

Die Viehweiden

an der B 17

Epfach | Jeder, der regelmäßig die

B 17 Richtung Landsberg fährt, hat

sie bereits wahrgenommen: Die

östlich der Bundesstraße liegenden

Viehweiden zwischen Tankstelle

Kinsau und Höhe Lustberghof.

Hinter diesen großen Flächen

steht die ehemalige Allgäuer Herdenbuchgesellschaft,

inzwischen

„PRO Rind“, mit Hauptsitz in Unterthingau.

Insofern das Pendant

zu den Weilheimer Zuchtverbänden.

„Nur dass wir als größter

Rindervermarkter Bayerns ein

nochmals deutlich größeres Einzugsgebiet

haben“, weiß Hubert

Kretzler, einst gelernter Metzger,

Landwirt im Nebenerwerb, hauptberuflich

jedoch in ganz anderer

Funktion tätig: Als Weidewärter

am Neuhof 1, der sich direkt am Abzweig

von der B 17 Richtung Epfach

befindet. Seit mittlerweile 32 (!)

Jahren kümmert sich der 57-Jährige

dort um Pensionsrinder, die

Mitgliedsbetriebe von PRO Rind

den Sommer über in seine Obhut

geben. Die meisten Tiere stammen

von Bauernhöfen rund um Kaufbeuren

und Marktoberdorf, die

weitesten bis aus Erkheim. „Wir

haben aber auch einige aus der

näheren Umgebung wie Birkland

oder Schwabsoien.“ Insgesamt

sind es heuer 278 Stück von 23

verschiedenen landwirtschaftlichen

Betrieben. Die Rassen: Überwiegend

Braunvieh, Fleckvieh

und Holsteiner, vereinzelt auch

Kreuzungen aus Pinzgauern und

Belgiern. „Die jüngsten kommen

mit zehn Monaten hierher, die ältesten

sind mit rund 30 Monaten

bereits trächtig.“ Das Alter der

Tiere, die am Tag des Auftriebs

allesamt eine eigene Weidenummer

in Form einer zusätzlichen

Ohrmarke verpasst bekommen,

ist besonders entscheidend. „Weil

wir die Herden altersgerecht aufteilen

und zusammenstellen.“

Die Gesamtweidefläche von 55

Hektar wird hierfür in

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50 | altlandkreis


Hier beginnt für Hubert Kretzler der alltägliche Kontrollgang.

aufgeteilt, die wiederum allesamt

auch kleinere Waldanteile

oder größere Bäume als wertvolle

Schattenspender beinhalten. „Die

ersten zwei Wochen lassen wir sie

über die jeweils komplette Weide

grasen, danach teilen wir die

Weiden in zwei Hälften auf und

treiben die Tiere in dann regelmäßigen

Abständen hin und her.“

So wird gewährt, dass die Rinder

die komplette Saison über ausreichend

frisches Futter vorfinden.

Kuhflüster-Seminare für

sicheren Umgang

Das gilt an dieser Stelle auch für

die zwei sprichwörtlichen Hähne

im Korb. Traditionell grasen auf

den Weideflächen vom Neuhof

auch Stiere. „Aktuell haben wir

bei zwei Herden je einen Stier

der Rasse Braunvieh dabei.“ Die

Aufgabe von Parus und Dacisi:

Die bereits deckfähigen (ab dem

16. Monat) weiblichen Jungrinder,

rund 120 Stück, zu decken. „In

erster Linie aus wirtschaftlichen

Gründen.“ Hintergrund: Jungrinder,

die vom Weidestier gedeckt

werden und gegen Ende der Weidesaison

erstmals in ihrem Leben

kalben, kehren als leistungsstarke

Milchkuh zum jeweiligen Betrieb

zurück. Auf anderen Viehweiden,

insbesondere auf Almen in

den Bergen, werden allein aus

Sicherheitsgründen gegenüber

Wanderern meist keine Stiere aufgetrieben,

die Jungrinder erst nach

Rückkehr zum jeweiligen Betrieb

besamt. Milchwirtschaftlich bedeutet

dies einen Ausfall von rund

sechs Monaten. Andererseits: Ein

unterschätzter Stier kann in der

Tat zur tödlichen Gefahr werden.

„Stiere möchten prinzipiell ihre

Herde verteidigen“, bekräftigt Hubert

Kretzler, der im Umgang mit

den Rindern absoluter Vollprofi

ist. „Während es in Ställen immer

wieder zu schwerwiegenden Vorfällen

kommt, Bauer oder Bäuerin

von aggressiven Kühen oder

Stieren attackiert werden, ist mir

hier auf den Weiden am Neuhof

kein einziger größerer Unfall bekannt“,

sagt er sichtlich mit Stolz.

Sicherlich auch, weil sein Arbeitgeber

regelmäßige Schulungen

mit beispielsweise topausgebildeten

Kuhflüsterern anbietet. „Da

lernst du richtig viel.“ Auch an

diesem Donnerstagvormittag auffallend:

Wie ruhig und gelassen,

aber trotzdem voller Selbstvertrauen

Hubert Kretzler die Weideflächen

immer gleichen Schrittes

durchwandert. Selbst als die Rinder

auf ihn aufmerksam werden,

geschlossen, zügig und in hoher

Anzahl auf ihn zukommen, bleibt

er souverän. Er gibt auch keine

Laute von sich. „Dieses Höa Höa

Höa oder Hop Hop gibt es bei uns

nicht.“ Auch den Haselnussstecken

hebt er keine Sekunde mahnend

in die Luft, nutzt ihn vielmehr als

Gehilfe und verlängerten Arm. „Er

dient nur in der äußersten Not als

Werkzeug zur Verteidigung.“ Auch

beim Annähern des Stieres? „Viele

meinen ja, sie müssen Vertrauen

zu ihm aufbauen, in dem sie

ihn am Kopf kraulen und so zum

besten Freund machen – doch

Ruhig und souverän: Hubert Kretzler vor Rindern der Rasse Holsteiner.

juli / august 2026 | 51


genau das ist ein großer Irrglaube,

wird in der Regel nicht funktionieren.“

Viel wichtiger: Furchtlos,

aber mit gewissem Respektsabstand

an ihm vorbeigehen und auf

gar keinen Fall zurückweichen.

„Das erkennt er sofort als Zeichen

von Schwäche.“ Die einzige Gefahr,

die dennoch immer besteht:

„Wenn die Herde sich um dich

schart, und ein paar Rinder in

hinterer Reihe aus Jux und Tollerei

heranspringen und die vorderen

in dich hineindrücken.“ Einmal

ging genau deshalb auch Hubert

Kretzler zu Boden. Passiert ist ihm

dabei aber nichts.

Krankheiten rechtzeitig

erkennen

52 | altlandkreis

Beim Kontrollgang an diesem

Donnerstagvormittag verläuft trotz

Umzingelung alles friedlich, fallen

auch keine weiteren Verletzungen

an den Tieren auf. „Einen der beiden

Stiere sowie dieses weibliche

Rind habe ich bereits gestern von

der Herde getrennt.“ Beide Tiere

der Rasse Braunvieh humpeln in

einem Bereich zwischen Weide

eins und Weide zwei demotiviert

umher und warten bereits auf

medizinische Behandlung. Die

Fußkrankheit „Panaritium“ könne

laut Hubert Kretzler immer wieder

auftreten. „Da setzen sich in den

Rissen der Klauen Bakterien fest,

was bei rechtzeitigem Erkennen

jedoch gut mit Antibiotika behandelbar

ist.“ Auch die sogenannte

Äugler-Krankheit kann äußerst

unangenehm werden für die Tiere.

Sie wird durch Fliegen übertragen,

sorgt für stark tränende Augen sowie

Bildung einer dicken weißen

Hornhaut im Zentrum des Auges,

was im schlimmsten Falle zu

Blindheit führt. Insofern ist Hubert

Kretzler nicht nur Hirte, sondern

in gewisser Weise auch Tiermediziner,

weil er in Summe Dutzende

Tierkrankheiten frühzeitig erkennen

muss. „Von außen betrachtet

wirkt mein Job idyllisch, in Wahrheit

ist er mit sehr großer

Verantwortung verbunden.“

Vom Auftrieb am 18. April bis

zum Abtrieb am 10. Oktober

gönne sich der Rinderflüsterer

auch nur ein einziges

freies Wochenende, an dem

er von einer Kollegin von PRO

Rind vertreten wird. „Ich war

auch mit Corona draußen auf

der Weide – hilft ja nix.“ Jeden

Morgen um Punkt 6 Uhr

marschiert er los, um im Rahmen

eines rund dreistündigen

Rundgangs alle 1112 Füße

der 278 Tiere in Augenschein

zu nehmen. Sind alle gesund,

„kann es ein entspannter Arbeitstag

sein“. Es gibt aber

auch immer wieder Tage,

wo Krankheiten entdeckt werden,

die Rinder behutsam von der Herde

getrennt werden müssen. Die

Tränkebrunnen gilt es regelmäßig

zu reinigen. Äste oder Bäume zurückzuschneiden.

Stromausfälle

für den seit 2018 (davor Stacheldraht)

genutzten elektrischen Weidezaun

zu beheben. „Im Grunde

muss ich Vierundzwanzigsieben

dafür sorgen, dass hier alles in

Ordnung ist.“

Anzeigen trotz klugem

Konzept

Besonders arbeitsintensiv war

beispielsweise der Sommer vor

sieben Jahren, als Anfang Juni ein

heftiger Hagelsturm die Gegend

heimsuchte. Dabei wurden nicht

nur die Herden extrem aufgeschreckt.

Unter anderem stürzte

eine große Linde um. Der darunter

Kontrolle eines Trinkwasser-Brunnens.

Schutz suchende Stier kam dabei

wie durch ein Wunder nicht zu

schaden, „musste von uns aber

freigeschnitten werden, weil er

von Baumstamm und Geäst eingeklemmt

war“. Auch immer wieder

heftig: Schwere Verkehrsunfälle,

zum Teil mit Todesfolge, im Zuge

derer Hubert Kretzler mit zur Unfallstelle

gerufen wird. „Um die

Rinder von den Rettungskräften

fern zu halten, kaputtgegangene

Zäune wieder aufzurichten, aber

auch um den Strom abzuschalten.“

Letztlich, so Hubert Kretzler,

„glaubst du nicht, was ich hier

schon alles gesehen und erlebt

habe“. Unter anderem wird er immer

wieder mit gegen ihn gerichtete

Strafanzeigen durch vorbeifahrende

Autofahrer konfrontiert.

„Die behaupten nicht selten, dass

unsere Rinder trotz anhaltender

Hitze weder ausreichend zu Fres-

Typisch fürs Allgäu sind Rinder der Rasse Braunvieh.


sen noch zu Saufen hätten.“

Tatsächlich stehen auf den

großen Viehweiden östlich der

B17 keine Wasserfässer, wie

es auf kleineren Weiden meist

üblich ist. „Wir tränken unsere

Rinder über Brunnen, die über

ein direkt am Trinkwasser angeschlossenes,

unterirdisch

verlegtes Leitungsnetz gespeist

werden.“ In Summe befinden

sich auf jeder der fünf Weiden

drei Stück. Und wegen „zu wenig

Futter“: Auch das täuscht,

„weil wir seit einigen Jahren

ganz gezielt auf das Konzept

der Kurzrasen-Weide umgestellt

haben“. Die Vorteile darin:

Kurze Gräser sind ertragund

energiereicher. Die für

Wachstum notwendigen Sonnenstrahlen

gelangen früher an die

Grasnarbe, müssen sich nicht erst

durch höheres, schattenwerfendes

Gras kämpfen. Und es kommt kein

Unkraut mehr auf, da die Rinder

es im Frühstadium noch fressen,

während sie es in fortgeschrittenem

Stadium stehen lassen würden.

„Dadurch käme es später zu

Verwelkung, Absamung und somit

einer immer stärkeren Vermehrung

des Unkrauts.“ Ein weiterer

Vorteil der Kurzrasen-Taktik: Dass

die Weideflächen wesentlich weniger

anfällig sind für Trittschäden,

so die Verletzungsgefahr der

Rinder reduziert wird. Im Zuge

dessen wurden die Weideflächen

im Jahr 2016 auch komplett auf Bio

umgestellt. „Wir haben aufgrund

der intensiven Beweidung zwar

wesentlich weniger Kräuter als

es beispielsweise auf Almwiesen

in den Bergen der Fall ist – der

Nährwert allein aus deutschem

Weidelgras und Weißklee, wovon

wir hier sehr viel haben, ist für

die Rinder dennoch sehr gut.“

Sogar so gut, dass die komplette

Saison über nicht zugefüttert werden

muss. Einzig mineralhaltige

Salzsteine stehen neben Gras und

Trinkwasser auf der Speisekarte.

Insofern ein Konzept, „bei dem

Warfen die B 17-Befahrer aus dem Auto.

sich Landschaftsschutz, Tierwohl

und Wirtschaftlichkeit im Einklang

befinden – und auf das wir allein

deshalb stolz sein können, weil

wir komplett ohne Pflanzenschutzmittel

und mineralischen Dünger

arbeiten“.

Bierflaschen aus Auto

geworfen

Finanziert wird das Projekt via

Gebühr. „Wir verlangen 90 Cent

brutto pro Rind pro Tag.“ Auf Alpen

in Gebirgen dürfen Landwirte

ihre Rinder oft kostenlos auftreiben,

„weil Alp-Betreiber lukrative

Fördergelder vom Staat bekommen.“

Dafür geht die Saison unten

im Flachland wesentlich länger.

„Wir haben heuer bereits am 18.

April aufgetrieben, weil das Gras

aufgrund der Klimaerwärmung

immer früher anfängt zu wachsen

– und treiben erst am 10. Oktober

wieder ab.“ In den Bergen

beginnt die Alp-Saison häufig

erst Anfang, Mitte oder Ende Juni.

In Summe also dann doch ein

günstiges Angebot von Seiten des

Allgäuer Zuchtverbands vor dem

Hintergrund, dass sich der jeweils

abgebende Betrieb während der

kompletten Saison um nichts mehr

kümmern muss. Auch nicht um

Verwaltungskram. „Den erledigen

auch für mich die Fachkräfte

am Hauptsitz in Unterthiengau“,

zeigt sich Hubert Kreztler an

dieser Stelle erleichtert. Konkret

gemeint: Jedes Rind, dass

am Neuhof in Epfach ankommt,

muss vom abgebenden Betrieb

ab- und auf den Neuhof

beziehungsweise auf Pro Rind

angemeldet werden. „Die lückenlose

Rückverfolgung, wann

welches Rind wo war, ist beim

möglichen Ausbruch von Tierseuchen

immens wichtig.“ Der

außergewöhnliche Beruf von

Hubert Kretzler geht insofern

weit über das klassische Hüten

von Rindern hinaus. Ob er

trotzdem wehmütig ist, wenn

am Ende der Saison seine Pensionsrinder

wieder abgeholt werden?

„Es ist eine wunderschöne

Zeit, aber man ist dann auch

froh, wenn alles gutgegangen ist

und eine weitere Saison wieder

zu Ende geht.“ Die diesjährige ist

jedoch noch in vollem Gange –

und hält bestimmt noch einige

Kuriositäten bereit. „Mir fällt zum

Beispiel seit mittlerweile Jahren

auf, dass in aller Herrgottsfrüh,

wenn auf der grundsätzlich sehr

stark befahrenen B17 noch nahezu

nichts los ist, es Lkw-Fahrer gibt,

die immer dann, wenn sie unsere

Weiderinder sehen, anfangen zu

hupen, was echt merkwürdig ist

und ich mir nicht wirklich erklären

kann.“ Glücklicherweise lassen

sich die Rinder davon nicht aufschrecken.

Was tatsächlich ärgerlich

ist: Das Vermüllungsproblem

auf den Weidebereichen direkt an

der B17. „Die Leute werfen alles

aus dem Auto.“ Allein am Tag des

„altlandkreis“-Interviews holt Hubert

Kretzler zwei übervolle Kübel

aus der am Neuhof integrierten

Werkstätte. „Erst vor wenigen Tagen

gesammelt.“ Dabei auffallend:

Jede Menge Bierflaschen aus Glas.

„Drum sage ich immer: Die intelligenteren

Wesen sind die innerhalb

des Zauns.“

js

juli / august 2026 | 53


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Gezieltes Training für Jagdsaison

Spaziergang

mit Steinadler

Rottenbuch | Obwohl Stefan Zöllner

inmitten eines bürgerlichen Wohngebiets

lebt, hat er schon länger

keine Katze mehr in seinem Garten

gesehen. „Die haben offensichtlich

großen Respekt vor ihr“, sagt der

Berufssoldat, der bereits als Kind

davon geträumt hatte, eines Tages

einen Adler zu halten. Und als er

eigentlich selbst schon gar nicht

mehr so richtig damit gerechnet

hatte, erfüllte er sich diesen Traum

tatsächlich doch noch. Genaugenommen

vor knapp fünf Jahren,

beim Besuch einer Falknerei, „wo

wir eigentlich einen anderen Adler

abholen wollten“. Doch beim

Anblick von „Elisabeth“, damals

noch ein flauschiges Küken, „kann

man wirklich von Liebe auf den

ersten Blick sprechen“. Da der

heute 51-Jährige bereits Jagd- und

Falknerschein erfolgreich absolviert

hatte, die acht Meter lange,

drei Meter breite und drei Meter

hohe Voliere ebenfalls recht rasch

gebaut war, Stand dem außergewöhnlichen

Haustier-Projekt letztlich

nichts mehr im Wege. Seither

leben in Rottenbuch nicht nur jede

Menge Menschen, Katzen und

Hunde, sondern eben auch

eine Adlerdame, was weit

und breit ziemlich einzigartig

ist. Elisabeth ist inzwischen

ausgewachsen, derzeit 5,1 Kilogramm

schwer bei einer Flügelspannweite

von annähernd

2,20 Meter! Insofern ein unfassbar

großer Greifvogel, der

nicht nur Katzen vor Ehrfurcht

erstarren lässt. Ob Nachbarn,

Spaziergänger, Radfahrer oder

54 | altlandkreis

auch den „altlandkreis“-Redakteur

Johannes Schelle: Mit Respektsabstand

stehenbleiben, staunen und

sich kurz zwicken, ob diese Begegnung

gerade wirklich real ist –

so reagieren nahezu alle, wenn

sie inmitten eines Rottenbucher

Wohngebiets diesen riesengroßen

König der Lüfte auf einem im Garten

stehen Holzpflock sitzen sehen.

Konfrontation mit Verkehr

Flugtraining im Garten.

Doch genug gestaunt. Stefan Zöllner

verschwindet kurz in der Voliere,

holt seinen handvernähten

Falknerhandschuh aus vierfachverstärkten

Echtleder und stülpt

sich diesen gekonnt über seinen

linken Arm. Dann nähert er sich

behutsam seiner „besseren Hälfte“,

bindet sie vorsichtig von der

im Garten fixierten Flugleine und

bittet sie höflich, auf seinem linken

Arm Platz zu nehmen. „Heute steht

ein weiterer Spaziergang durch

den Ort und an den Waldrand auf

dem Programm“, sagt der Experte,

der vor kurzem das Training nach

der Jagdpause der vorausgegangenen

Saison wieder aufgenommen

hatte. Schritt für Schritt heißt es

nun, Adlerdame Elisabeth wieder

an fremde Menschen, brummenden

Verkehr und all die anderen

Eindrücke und Einflüsse aus dem

alltäglichen Leben zu gewöhnen,

damit sie später auf der Jagd ruhiger

auf dem Handschuh sitzt. Dafür

verlässt das Traumpaar nun entspannten

Schrittes die Hofeinfahrt.

Einige Anwohner sind an diesem

sonnigen Dienstagabend draußen

in ihren Gärten, grüßen den bereits

bestens bekannten Falkner freundlich

über den Zaun – und staunen

ebenfalls mit großen Augen, obwohl

sie Elisabeth natürlich schon

kennen. Spannend wird’s vor allem

beim Annähern der stark befahrenen

B 23. „Rote Busse mag sie in

der Regel am wenigsten“, meint

Stefan Zöllner, der sich mit seinem

Greifvogel ganz bewusst dem dichten

Verkehr nähert, um ihm die

Angst davor zu nehmen. Nur zwei,

drei Mal schreckt sie ein wenig

auf, breitet ihre Flügel aus und

lässt sie flattern. Insgesamt

aber wirkt die Adlerdame

erstaunlich entspannt. Auch

dann, als Stefan Zöllner mit

ihr die Straße überquert – und

gegenüberliegend auf eine

junge Mutter trifft, die gerade

von der Arbeit heimradeln

wollte und vor lauter Begeisterung

derart viele gute Fragen

stellt, dass sie „altlandkreis“-


Redakteur Johannes Schelle den

Großteil seiner Arbeit abnimmt, er

nur noch mitnotieren muss. „Das

ist für viele natürlich eine einmalige

Begegnung, weshalb ich all die

Fragen sehr gerne und ausführlich

beantworte – schließlich hat man

mit so einem Tier auch einen Naturschutz-

und Bildungsauftrag“,

sagt Stefan Zöllner, der auch Selfies

zulässt, so lange der Respekt

gegenüber ihm und dem Tier gegeben

ist.

Flugtraining während

Brotzeit

Nachdem sich drei weitere Spaziergänger

erkundigt hatten,

geht’s mit dem Spaziergang weiter.

Das Ziel ist eine Sonnenbank

am östlichen Waldrand oberhalb

der Ammerschlucht – ein deutlich

ruhigerer Platz als an der B 23.

Stefan Zöllner und seine Elisabeth

gönnen sich dort eine längere

Pause, genießen die wunderbare

Sonnenuntergangsstimmung.

In bestem Fotografenlicht kommen

die bis zu sechs Zentimeter

langen Krallen des Greifvogels so

richtig zur Geltung. „Angst nicht,

aber die machen einen schon demütig“,

sagt Stefan Zöllner, der

einmal großes Glück hatte, dass

ein unabsichtlicher „Wischer“ von

Elisabeth sein Auge nur knapp verfehlte.

Insgesamt aber verlief die

bis dato rund fünfjährige Liaison

der beiden sehr harmonisch ab.

„Ich bin für sie wie der Ehepartner.“

Und sie weiß natürlich, dass

sie bei Stefan Zöllner Vollpension

genießen darf. So auch an diesem

Dienstagabend, als es nach diesem

Spaziergang noch eine wohlverdiente

Brotzeit gibt: In diesem Falle

14 Eintagsküken, die Stefan Zöllner

bereits am Vorabend aus der

Tiefkühltruhe zum Auftauen geholt

hatte. Manchmal gibt es auch Kaninchen,

Hase oder Reh. Dabei

spannend: Dass auch die Fütterung

Teil des Trainings ist. Stefan

Zöllner legt immer nur zwei Küken

erst auf den einen Holzpflock,

dann zwei Küken auf den anderen

Holzpflock. So fliegt Elisabeth, inzwischen

wieder an der Flugleine,

in Summe sieben Mal die rund

zehn Meter im Garten hin und her,

kräftigt so ihre Muskulatur für die

im Herbst anstehenden richtigen

Flüge zum Jagen. Sichtlich sattgefressen

und zufrieden geht’s

schließlich in die großzügige Voliere,

wo Elisabeth die Nacht und

auch den morgigen Tag verbringen

wird – so lange, bis Stefan Zöllner

von der Arbeit nach Hause kommt

und einen weiteren Spaziergang

mit ihr macht. Ab August beginnt

dann das richtige Flugtraining, ehe

die beiden am 1. Oktober in einem

Revier am Schmauzenberg in eine

weitere Jagdsaison starten. „Theoretisch

dürfen wir auf alles gehen,

was im Jagdrecht freigegeben ist –

trainiert ist Elisabeth Stand jetzt jedoch

nur auf Hasen“, erklärt Stefan

Zöllner. Der Grund: „Mit Erreichen

Rast am Sonnenbankerl: Stefan Zöllner mit Steinadlerdame „Elisabeth“.

der Geschlechtsreife, was innerhalb

der kommenden zwei Jahre

geschieht, bekommt sie nochmals

einen kräftigen Schub an Energie,

was sich auch auf das Verhältnis

zwischen uns und damit verbundene

Verletzungsgefahr auswirken

könnte.“ Würde Elisabeth wissen,

dass sie schon vor diesem Energieschub

in der Lage wäre, größeres

Rehwild jagen zu können, könnte

sie emotional derart an Überhand

gewinnen, dass das Handling für

Stefan Zöllner als ihr Partner unter

Umständen sehr schwierig werden

könnte. An diesem Dienstagabend

ist dies kaum vorstellbar. Verdeutlicht

aber, dass das Halten eines

Steinadlers sehr viel Können und

Wissen abverlangt – und nicht

zu vergleichen ist mit Hund oder

Katze.

js

juli / august 2026 | 55


Auf 70. Gauschießen folgt 225-Jahr-Feier

Im körperlichen Widerspruch

Rottenbuch | Obwohl er medial

kaum präsent ist und weit weniger

Zuschauer in seinen Bann zieht als

es zum Beispiel Fußballspiele tun:

Der Schießsport zählt zur beliebtesten

Freizeitbeschäftigung der

Region, wird in allen Dörfern des

Schongauer Altlandkreises aktiv

betrieben. Alljährliches Highlight:

Das traditionelle Gauschießen des

Schützengaus Schongau, das heuer

zum insgesamt 70. Mal stattfindet

und von der Schützengesellschaft

Rottenbuch anlässlich ihres

225-jährigen Gründungsjubiläums

ausgerichtet wird – insofern von

einem der ältesten Vereine, die es

in der Region gibt. Ort des Geschehens:

Das südlich der Gemeinde

liegende Sportheim, von dem viele

nicht wissen, dass sich in der Tiefe

des Gebäudes ein riesengroßer,

rund 50 Meter langer Kellerraum

befindet. „Deshalb sind wir in

der Lage, in Summe insgesamt

40 Schießstände in unser Sportheim

zu integrieren, müssen fürs

Gauschießen an sich deshalb kein

großes Festzelt errichten“, verrät

Stefan Strauß, erster Schützenmeister

(Vorsitzender) der Rottenbucher

Schützen, der gemeinsam

mit Gemeinde, Vereinskollegen

und unterstützenden Schützenvereinen

der Umgebung diese Großveranstaltung

auf die Beine stellt –

elektronische Leihschießstände

bekommen die Rottenbucher aus

Peiting und Schwabniederhofen,

zusätzliche Tablets zur Anzeige

der Ergebnisse an den Ständen

aus Apfeldorf. Geschossen wird

sowohl am Luftgewehr als auch

an der Luftpistole, sowohl frei

als auch mit Auflage. Das Niveau

unter den mehr als 1000 zu erwartenden

Teilnehmern im Schüler-

und Erwachsenenbereich,

beginnend ab bereits zehn Jahren:

Hoch bis sehr hoch. „Schulterbreiter

Stand, Hüfte nach vorne schieben

und den Ellbogen als Stütze

der Auflagehand nutzen“, verrät

Stefan Strauß die Grundposition in

der freien Kategorie. „Die Crux dabei

ist, so entspannt, stabil und ruhig

wie möglich zu stehen, um ein

Zittern der Muskulatur gar nicht

erst aufkommen zu lassen.“ Insofern

ein körperlicher Widerspruch

in sich, der entweder über viele

Jahre antrainiert werden muss –

oder gottgegeben von Geburt an

ist. Beim Schießen mit Auflage, erlaubt

ab 51 Jahren, muss das Luftgewehr

nicht von eigener Kraft gestützt

werden. „Generell passiert

im Schießsport sehr viel im Kopf,

muss man fokussiert und konzentriert

sein sowie einen klaren Geist

beweisen, um die gewünschte

Treffergenauigkeit erreichen zu

können.“ Hinzu komme auch eine

gewisse Materialschlacht. „Da

Superspannend, auch für Zuschauer, ist das Finalschießen.

nicht jedes Gewehr, nicht jede Pistole

mit der jeweils gleichen Munition

gleich genau schießt, wird

im Vorfeld viel getestet und getüftelt.“

Geschossen wird letztlich

vom 24. Juli bis 1. August sowie

vom 20. bis 23. August, ehe es am

Dienstag, 25. August, zum großen

Finalschießen und Mittwoch, 26.

August, zur Preisverteilung mit jeder

Menge Geld- und Sachpreisen

Fesche Gastgeber: Die Rottenbucher Schützinnen in ihrer Vereinstracht.

kommt. Wer von den Schützinnen

und Schützen wann und wie oft

innerhalb dieser beiden Zeitblöcke

vorbeikommt, sei jedem selbst

überlassen.

Historie, Image,

Festprogramm

Zur großen 225-Jahr-Feier nach

Abschluss des diesjährigen Gauschießens

nutzt die Schützengesellschaft

Rottenbuch nicht das

einst in viel Eigenleistung erbaute

Sportheim, sondern das große

Festzelt, das für den Anfang September

geplanten Fohlenmarkt

ohnehin und etwas weiter nördlich

aufgebaut wird. Die Rede ist von

einem fetten Partyabend am Freitag,

28. August, um 20 Uhr (Eintritt

acht Euro) mit der Stimmungsmacher-Band

„Bergwerk“. Tags darauf

am Samstag, 29. August, ist

mit Oldtimertreffen (10 Uhr) samt

Rundfahrt (13 Uhr), Musikantentreffen

(ab 17 Uhr) den Kapellen

aus Böbing, Schönberg, Bad Bayersoien

und Schönberg sowie einem

Weinfest (ab 20 Uhr, Eintritt

frei) mit den Alpengruß-Musikan-

56 | altlandkreis


Voller Fokus: Im Schießsport passiert

auch sehr viel im Kopf.

ten für wirklich alle Interessensund

Altersgruppen viel geboten.

Ähnliches gilt für Sonntag, 30.

August, mit Kirchenzug (9.15 Uhr)

und Gottesdienst in der großen

Klosterkirche, anschließendem

Festzug durchs Dorf (11.30 Uhr)

samt Bundesinnenminister, Landrat,

Bürgermeister, Landesschützen-

und Bezirksschützenmeister,

Platzschießen der Böllerschützen

(15 Uhr) sowie Festausklang mit

der Musikkapelle Rottenbuch

und den Blechböhmischen. Insofern

ein buntes Festwochenende,

im Zuge dessen sicherlich auch

auf die interessante Geschichte

der Rottenbucher Schützengesellschaft

eingegangen wird, die

derzeit 188 Erstmitglieder im Alter

von sechs bis 95 Jahren mit einem

ausgeglichenen Männer-Frauen-

Anteil zählt. „Vor Beginn des

Zweiten Weltkriegs hat es allein

in Rottenbuch mit Zimmerstutzen,

Feuerschützen und Jugendschützen

sogar drei verschiedene

Schützenvereine gegeben,

die sich erst 1934 zusammengeschlossen

hatten.“

Aus sportlicher Sicht ein

wenig traurig: Dass Waffen

aufgrund von Kriegen

zum Teil mit Negativem in

Verbindung gebracht werden,

wodurch das Image

des bei vielen sehr beliebten

Schießsports leidet.

Umso erfreulicher aber ist,

wie rührig es in den 26

Schützenvereinen des Schützengaus

Schongau zugeht. Beweis

gefällig? „Beim Gauschießen sind

selbstverständlich auch neutrale

Zuschauer jederzeit herzlich willkommen,

sich ins Schützenstüberl

zu gesellen und bei einem erfrischenden

Kaltgetränk mitzuverfolgen,

wie die Schützinnen und

Schützen aus dem Schongauer

Altlandkreis um Ringe und Blattl

kämpfen.“ Zumal es, Stand jetzt,

im kommenden Jahr keine Gelegenheit

geben wird – für 2027 gibt

es noch keinen Bewerber, der das

schon mit sehr viel Organisationsaufwand

verbundene Gauschießen

ausrichten wird. Außerdem wichtig

zu wissen: Zum Zeitpunkt des

Gauschießens und Festes ist die

B 23 zwischen Rottenbuch und Peiting

komplett gesperrt. Wer also

aus der Schongauer Ecke kommt,

möge über Peiting in Richtung

Steingaden und am Abzweig Ilgen

anreisen. Oder über Peißenberg,

Böbing und Ammerschlucht. js

alle Ausgaben online unter

www.altlandkreis.de

juli / august 2026 | 57


Preisgekröntes Patent für Fahrräder

Hoffen auf den Lucky Punch

Peiting | Weltweit betrachtet gibt

es mehrere tausend Fahrradmarken,

allein in Deutschland über

200. Was jedoch die wenigsten

wissen: Die Komponenten an

Fahrrädern wie Schaltwerk, Antrieb

und Bremsanlage stammen

überwiegend von nur zwei großen

Herstellern: Den Marktführern

SRAM mit Hauptsitz in USA sowie

Shimano mit Hauptsitz in Japan.

Sich mit diesen Big-Playern der

Branche in Form neuer Erfindungen

zu messen, ist nahezu ein Ding

der Unmöglichkeit. Und trotzdem

gibt es hier im bayerischen Oberland

jemanden, der genau das

gewagt hat – und seine Erfindung

nicht nur patentieren lassen

konnte, sondern sogar den in der

Fahrradbranche prestigeträchtigen

„Cyclingworld Award“ in der

Kategorie „Beste Technologie“

gewann. Die Rede ist von Mario

Sacher, 58, ursprünglich aus Penzberg,

seit 2021 in Peiting lebend –

und einer, der sich schon immer

in Ideen so lange und ganzheitlich

denkend hineinfuchsen konnte,

bis sie realistisch umsetzbar sind.

Unter dem Motto „geht nicht gibt’s

nicht“ hat er letztlich auch den

„BT10“ entwickelt. „BT“ steht

für „bearing tensioner“, zu

Deutsch „gelagerter Spanner“,

der in seiner Art einzigartig

ist auf dem Markt und

nicht nur die Funktion hat,

dass die Fahrradkette selbst

bei heftigsten Schlägen und

Stürzen nicht runterspringen

kann. „Herkömmliche Kettenspanner

sind bei Fahrrädern

in der Regel außen am

Rahmen fixiert – der von mir

ist im Laufrad gelagert, somit

innerhalb des Rahmens angebracht

und passt auf alle gängigen

Naben und Freiläufe.“ Mario

Sacher hat es also geschafft, ein

starres System an ein bewegliches

anzubringen. „Etwas, wo dir jeder

andere den sprichwörtlichen Vogel

zeigt“, sagt er und grinst. Doch

um Beweggrund, Sinnhaftigkeit

und Funktionalität seiner für Laien

komplexen Erfindung noch besser

erklären und verstehen zu können,

gilt es zunächst ins Jahr 2010 zurückzuspringen.

Damals wurde in

Penzberg der erste, ja sogar TüVzertifizierte

Bike-Park eröffnet.

Ehrenamtlicher Initiator des Großprojekts:

Mario Sacher. „Einerseits

habe ich selbst eine große Leidenschaft

für diesen Sport, andererseits

wollte ich nicht, dass mein

Sohn und auch einige andere Kinder

und Jugendliche den ganzen

Tag am Bahnhof rumlungern und

auf dumme Gedanken kommen.“

Umfangreiche Tests in

Bike-Parks

Der Penzberger Bike-Park wurde

auf Anhieb gut angenommen, die

Kinder, Jugendlichen und junggebliebenen

Erwachsenen hatten

Der „BT10“ ist mehrfach patentiert.

Mario Sacher (li.) hat seine Erfindung in Bike-Parks akribisch getestet.

riesengroßen Spaß. Das Problem

war nur: Dafür vorgesehene Räder

aus der Kategorie BMX oder

Dirtbike konnten sich nur die Wenigsten

leisten, „weshalb jeder

mit dem Rad gefahren ist, das er

gerade zur Verfügung hatte“. Zum

Beispiel Hardtails oder Fullys, also

klassische Mountainbikes, bei denen

das Schaltwerk stets außen

am Rahmen angebracht ist. Heißt:

Im Falle eines Sturzes hat es von

den Bike-Park-Enthusiasten reihenweise

die Schaltungen

verbogen, im schlimmsten

Falle sogar herausgerissen,

was letztlich zu teuren Reparaturkosten

an Schaltwerk

und Rahmen oder gar

dazu führte, dass die Kinder

und Jugendlichen oft über

Wochen kein funktionierendes

Bike mehr zur Verfügung

hatten. An genau

dieser Stelle dachte sich

Mario Sacher: „Da muss

man doch irgendwas machen

können, um auch herkömmliche

Mountainbikes Bike-

Park-tauglicher zu bekommen.“

Weil er trotz intensiver Recherchen

nichts Passendes gefunden

hatte auf dem Markt, machte er

sich schließlich selbst ans Werk –

und erfand im Zuge dessen den

BT10 für starre Rahmen, der theoretisch

in fast alle Fahrräder gebaut

werden kann. Und die Gefahr

von hohen Schäden im Falle eines

Sturzes auf beinahe null reduziert.

„Damit die Entwicklung Hand und

Fuß hat, habe ich mit mehreren

Bike-Parks zusammengearbeitet

und wahnsinnig viel getestet.“

Allen voran mit einem damaligen

Bike-Park-Betreiber in Lenggries.

Der hatte, wie nahezu alle Bike-

Park-Betreiber, auch ein großes

Sortiment an Leihrädern im Repertoire

– und schon länger keine Lust

mehr, nach einem bereits langen

Arbeitstag nochmals bis tief in die

Nacht hinein die Schäden an den

Leihrädern mühsam zu reparieren.

Durch Umrüstung auf den von

Mario Sacher erfundenen, vorge-

58 | altlandkreis


Die Weiterentwicklungen „BT20“ (li.) und „BT30“ gehen mit Schaltung.

lagerten Kettenspanner waren die

Überstunden plötzlich Geschichte.

„Umfangreich getestet haben wir

auch in den großen Bike-Parks

in Leogang und Innsbruck“, verrät

Mario Sacher, der für seine

Erfindung weder Kosten noch

Mühen scheut, in Summe einen

nicht unerheblichen sechsstelligen

Euro-Betrag sowie verdammt viel

Zeit, Energie und Arbeitsleistung

investiert hat. Wohlgemerkt alles

nebenbei und inklusive Gründung

der Nebenerwerbs-Firma „Progression

Bike“.

Weiterentwicklung mit

Gangschaltung

Dass Mario Sacher überhaupt in

der Lage war und ist, eine derartige

Erfindung komplett eigenständig

auf den Markt zu bringen, liegt

an seinen langjährigen hauptberuflichen

Tätigkeiten als einst

gelernter Maschinenschlosser,

der später als Werkzeugmacher

und Werkzeugbauleiter

gearbeitet, obendrein

den Metallbaumeister erfolgreich

gemeistert – und

den einen oder anderen

Prototypen seiner früheren

Berühmter Bruder: Wolfgang Sacher holte

2008 bei den Paralympics in Peking Gold.

Erfindungen eigenständig

an Dreh- und Fräsmaschinen

hergestellt hat. Getüftelt,

insbesondere im Bereich

Radsport, hat der Enthusiast

nämlich schon lange vor seiner

patentierten Erfindung.

Einerseits für sich selbst,

weil bei 1,93 Metern Körpergröße

sowie überdurchschnittlich

langen Armen selbst

die größten Rennradrahmen zu

klein für ihn waren. Längere Vorbauten,

Kurbeln, ja sogar ein eigens

gebauter Rahmen zählen

hier zu seinen Werken. Vor allem

aber war er viele Jahre enger Begleiter

seines bundesweit bekannten

Bruders Wolfgang Sacher, der

bei den Paralympischen Spielen

2008 in Peking die Goldmedaille

im Einzelzeitfahren gewinnen

konnte. Sportlich eine herausragende

Leistung, die aber auch nur

deshalb möglich war, weil Mario

Sacher an all den Trainings- und

Wettkampfrädern seines Bruders

unzählige Stunden getüftelt hatte,

damit Wolfgang Sacher trotz eines

fehlenden Armes beide Bremsen

und Schalthebel bedienen sowie

all seine Energie auf die Pedale

bringen konnte. Für Rennräder ist

der patentierte Kettenspanner jedoch

weniger gedacht. „Das größte

Marktpotential ist hier klar im

Bereich von Bike-Parks zu sehen.“

Also bei Strecken, wo es nahezu

ausschließlich ums Bergabfahren

geht, man keine große Bandbreite

an schweren und leichten Gängen

braucht. Für kurze Antritte oder

Anstiege zwischendurch hat Mario

Sacher dennoch eine Lösung gefunden,

indem er seinen eingängigen

BT10 nochmals weiterentwickelt

hat: Der BT20, der ebenfalls

auf alle gängigen Freiläufe passt,

insofern innerhalb des Rahmens

bestens geschützt sitzt, aber eben

auch über sechs Gänge verfügt

und obendrein für vollgefederte

Mountainbikes geeignet ist.

Wiederum darauf folgte der noch

zeitgemäßere BT30, der mit elektrischer

Schaltung kompatibel ist.

Aktuell sind seine bislang produzierten

Kettenspanner jedoch alle

ausverkauft. „Und aufgrund sehr

hoher Kosten auch keine weitere

Produktion geplant.“ Worauf

nun Mario Sacher und seine Frau

Martina, die sich ums Marketing

kümmert, inständig hoffen: Den

großen Lucky Punch. „Dass einer

der Großen sich endlich traut,

meine patentierte Erfindung zu

kaufen und sie in Großserie produzieren

lässt.“ Der Markt dafür

wäre alleine deshalb da, weil die

Österreicher, Schweizer und

Südtiroler mit in Skigebieten

integrierten Bike-Parks

inzwischen oft mehr Umsatz

generieren als im Winter via

Skibetrieb. „An Tagen im

Bike-Park sollen die Leute

die Abfahrten in vollen Zügen

genießen können und nicht

aufgrund eines abgerissenen

Schaltwerks unten am Parkplatz

sitzen müssen.“ Mit

dem gelagerten Kettenspanner

von Mario Sacher stehen

die Chancen dafür verdammt

gut – und kann auch mal der

eine oder andere neue Trail

ohne Sorge ums Bike gewagt

werden.

js

Manfred Filser

Dipl.Ing. für Bauwesen

Innen- und Außenputz

Wärmedämmsysteme

Planung und Projektierung

Bautrocknung

Gerüstarbeiten

86971 Peiting, 08861-5673

Sonntag, 5. Juli 2026

10 Uhr Festgottesdienst mit Liveband

Pfarrerin Brigitte Weggel,

Predigt: Landeskirchenrat Stefan Blumtritt

11.30 Uhr Eröffnung neues Möbelhaus

11 – 16.30 Uhr

Musik, Streetfood, Kaffee und Kuchen, kreativer Spieleparcours,

Second-Hand-Modenschau aus dem Fundus

der Wühlkiste, zahlreiche Attraktionen für Kinder und

Jugendliche

-

auf dem Dorfplatz (nicht Teil des Schlemmerpass-Angebots)

Weitere Infos unter

juli / august 2026 | 59


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Am Rottenbucher Torbogen

Ortsgeschichte aus

dem Schaufenster

Rottenbuch | „Eine zur Straße hin

ausgerichtete, verglaste Präsentationsfläche

eines Gewerbebetriebes,

die der Ausstellung von

Waren oder Leistungen zu Werbeund

Absatzförderzwecken dient.“

Diese beamtendeutsche Beschreibung

für „Schaufenster“ liest

sich schrecklich, bekommt beim

Vorbeispazieren am Torbogen in

Rottenbuch jedoch eine ganz andere

Bedeutung. Denn zwei der

insgesamt vier Schaufenster des

Ladengeschäfts von Albrecht Bögle

zeigen keine Rabattaktionen von

Milchprodukten, Spirituosen oder

Souvenirs, sondern Spannendes

aus der Vergangenheit. Recherchiert

und ausgestaltet werden die

historischen Schaufenster von Gabi

Wörmann und Petra Speer, beide

57, beide aus Wildsteig stammend,

Freundinnen seit Grundschulzeiten

und der Liebe wegen einst

nach Rottenbuch gekommen. Sie

möchten mit dieser außergewöhnlichen

Aktion die Geschichte ihrer

Heimatgemeinde entstauben, bevor

es zu spät ist „weil Zeitzeugen

sterben“ – und sie zugänglich

machen für jüngere und nachfolgende

Generationen. Zustande

gekommen sind die historischen

Schaufenster aus zwei Gründen:

Für die 950-Jahr-Feier des Klosterdorfs

im Jahr 2024 stellten die

wissbegierigen Powerfrauen bereits

eine umfassende Foto-Ausstellung

im Rathaus auf die Beine,

kamen im Zuge dessen auf den

Geschmack der ortschronistischen

Arbeit. Als die Ausstellung, die

äußerst beliebt war bei Einheimischen

wie Auswärtigen,

sich dem Ende zuneigte,

dachten sie sich: „Wäre

doch schade, dieses umfangreiche

Material früherer

Ortsgeschichte im

Archiv verschwinden zu

lassen.“ Zugleich hatte

Gabi Wörmann den Tipp

bekommen, Kontakt zu

Burggens Altbürgermeister

Bruno Faller aufzunehmen

– der hatte in

seiner Heimatgemeinde

ebenfalls ein Historisches

Fenster eingerichtet.

Zwar gibt es das

historische Schaufenster

in Burggen seit Modernisierung

des dortigen

Roatherhauses nicht

mehr. Für Gabi Wörmann

und Petra Speer

war diese Idee jedoch

genau das, wonach sie

für Rottenbuch gesucht

hatten. „Denn wo sonst könnten

wir unsere Dorfgeschichte besser

präsentieren als hier.“ Als auch Ladeninhaber

Albrecht Bögle, selbst

wahnsinnig Geschichts-bewandert,

keine Sekunde zögerte, war

die Umsetzung des in der Region

einzigartigen Projekts beschlossene

Sache.

Vertriebenenfamilie mit

neun Kindern

Am Torbogen: Schaufenster der anderen Art.

Inzwischen gibt es die historischen

Schaufenster am Torbogen seit

rund eineinhalb Jahren, sind aus

dem Klosterdorf nicht mehr wegzudenken.

„Es gab Phasen, in denen

sich hier ganze Menschentrauben

versammelt haben.“ Radfahrer,

Pilger, Kirchgänger, Mitarbeiter

von Rathaus und Regens-Wagner

sowie all die Schülerinnen und

Schüler – mittlerweile kommen

sogar Auswärtige nur deshalb

nach Rottenbuch, um einen Blick

in die liebevoll ausgestalteten

Fenster zu werfen. An unterschiedlichen

Themen orientiert, richten

Gabi Wörmann und Petra Speer

die Schaufenster alle paar Monate

neu ein. Angefangen hatten

sie mit der Historie des Torgebäudes

selbst. „Früher war hier nicht

60 | altlandkreis


nur ein Kramerladen,

ckend: Wie sich die Rottenbucher

sondern auch Bäcker,

anno dazumal

Pförtnerwohnung, Gefängnis

zu helfen wussten, um

sowie Bader, also

ein Friseur, integriert –

quasi zum Schönmachen

der Leute, bevor sie das

Kloster betreten durften.“

sich mit Strom und Wasser

zu versorgen. „Bevor

Rottenbuch eine zentrale

Strom- und Wasserversorgung

für alle bekam,

Es folgten Dutzende Klassenfotos.

versorgten sich viele

„Da kam wirk-

lich jeder vorbei, der hier

früher zur Schule gegangen

ist.“ Richtig emotional

wurde es schließlich

zu „80 Jahre Ende des

selbst.“ Allen voran die

abgelegenen Einsiedlerhöfe

hatten oft abgefahrene

Eigenkonstruktionen

für Licht und Warmwasser.

Einer nutzte seine

Zweiten Weltkriegs“,

Technik sogar als Sprachmittel.

im Zuge dessen die Geschichte

„Immer, wenn

der Vertriebenen

er am Abend den Strom

recherchiert wurde. Zum

kurz abgeschaltet hat

Beispiel auch von einer

Familie mit neun Kindern

aus dem früheren Das Historische Fenster ist Teil des Dorfladens.

und so das Licht ausging,

wussten seine Nachbarn:

Jetzt ist es wieder an der

Sudetendeutschland, die

Zeit, hinüberzugehen

alle auf ein und demselben Hof in

Rottenbuch untergekommen, obwohl

sie nicht gemeinsam geflohen

gezogen, der nochmals kurz zuhause

vorbeischaut, um sich final

von Frau und Kind zu verabschieden.

und Karten zu spielen.“ Zum Zeitpunkt

des Interviews zeigten die

historischen Schaufenster am Tor-

waren. „Damals hängte man

den Kindern einfach ein Schild mit Dabei hält er seinen rund bogen die Geschichte von örtlichen

einjährigen Sohn, der gerade so Tankstellen und Werkstätten. Und

dem Zielort um den Hals und hat

sie losgeschickt.“ Eines der Kinder,

ein Bub, sei damals erst fünf Jahre

auf eigenen Beinen stehen kann,

mit nur einer nach oben geöffneten

Handfläche in die Höhe – eine

die Memoiren eines früheren Radprofis

– Jakob Demmel wurde 1997

Weltmeister (!) auf dem Rennrad

alt gewesen – und hat es trotzdem,

akrobatische Meisterleistung von über eine bergige Etappe im öster-

ganz ohne Mama, Papa und beiden. Letztlich war es der letzreichischen

Tirol. Gabi Wörle und

Smartphone, bis nach Rottenbuch

geschafft.

te Kontakt, weil der junge Vater Petra Speer haben derweil schon

kurze Zeit später im Krieg ums wieder ganz andere Themen im

Leben kam. Wiederum beeindru-

Kopf. Zum Beispiel die Geschichte

Weltmeistertitel und

der Rottenbucher Kindergärten.

„Um sich den Bau

tragische Schicksale

eines Kindergartens leisten

Oftmals fließen im Rahmen

von persönlichen Gesprächen,

die Gabi Wörmann und Petra

Speer in den Stuben der alteingesessenen

Rottenbucher führen,

auch Tränen. „Weil gewisse

Schicksale auch Jahrzehnte

später noch sehr nahegehen.“

Insbesondere ein Schwarz-

Weiß-Foto lässt Gabi Wörmann

nicht mehr los, weil es als Motiv

witzig wirkt, die Geschichte

dahinter jedoch äußerst tragisch

ist: Das Motiv zeigt einen

jungen Vater, bereits als Soldat

zu können, packten damals

auch Angestellte des

Klosters an.“ Die Rede ist

von vier Nonnen, die über

mehrere Wochen hinweg

keinerlei körperlich schwere

Arbeit scheuten und von

früh bis spät Maurerarbeiten

verrichteten. Die Themen

gehen insofern nicht

aus. Und sind dank Ausgestaltung

der historischen

Schaufenster am Torbogen

Rottenbuch auch in Zukunft

rund um die Uhr zugänglich.

für den Zweiten Weltkrieg ein-

js

juli / august 2026 | 61


Fassmaler Franz Schindler hört auf

Von russischen Forellen

bis Thomas Müller

Froschhausen | Begrifflich führt der

Beruf des Fassmalers ein wenig in

die Irre, weil er mit dem Verzieren

von Bierfässern so gar nichts zu

tun hat. Historisch betrachtet zählt

er zu den ältesten Handwerksberufen

überhaupt, reicht bis ins

Mittelalter zurück. Und fachlich

betrachtet? „Eine schwierige Art

der Malerei“, sagt Franz Schindler

über dieses äußerst seltene

sakrale Kunsthandwerk. Nervös

war er trotzdem nicht, als er den

prominententesten Auftrag seiner

großen Karriere umzusetzen hatte.

„Ich habe immer versucht, saubere

Arbeit abzuliefern – völlig gleich,

wie groß der Name des jeweiligen

Auftraggebers war.“ In diesem Falle

kein geringerer als die FC Bayern

München AG. Genaugenommen

ging’s um eine holzgeschnitzte

Figur von Thomas Müller, die der

aus Pähl stammende Fußballer für

das Knacken eines außergewöhnlichen

Vereinsrekords bekommen

sollte: Mehr Spiele als Torwartlegende

Sepp Maier – und damit

die meisten aller bisherigen Bayern-München-Spieler

überhaupt.

Geknackt hatte er den Rekord am

1. September 2024 mit seinem 710.

Pflichtspiel gegen den 1. FC Freiburg.

Offiziell überreicht wurde die

Figur etwas später beim Champions-League-Heimspiel

gegen Dinamo

Zagreb. Und weil die Arbeit

sowohl vom aus Starnberg-Hadorf

stammenden Schnitzer Martin Reichert

als auch von Fassmaler Franz

Schindler so gut gelungen war,

durften die beiden höchstpersönlich

mit ins Stadion – und bei der

Hört zum Ende des Jahres auf: Fassmaler Franz Schindler.

offiziellen Überreichung ihrer Arbeit

durch Präsident Herbert Hainer

und den Vorstandsvorsitzenden

Jan-Christian Dreesen sogar

mit auf den Rasen in der Allianz

Arena. „Unvergessen“, sagt Franz

Schindler, der um diesen Tag auch

noch seinen 75. Geburtstag zu feiern

hatte. Inzwischen ist der einst

gelernte Malermeister 76, nach wie

vor leidenschaftlich gerne in seiner

Werkstätte, die sich direkt an seinem

Wohnhaus im Murnauer Ortsteil

Froschhausen befindet. Doch

aus Altersgründen sowie der vom

Staat geforderten Umstellung der

Buchhaltung und Verwaltung auf

elektronisch „ist Ende des Jahres

endgültig Schluss“.

Grundierung aus

Haut und Knochen

Bevor die Ära des mit gefragtesten

Fassmalers im bayerischen

Oberland zu Ende geht, durften

wir von „altlandkreis“ ihm nochmals

über seine Schultern blicken.

Ob Elefanten, Hirten, Bischöfe,

Muttergottes: „Alles Figuren, die

ich bis Ende des Jahres noch vergolden

und bemalen werde.“ Ein

Schwerpunkt auf der Arbeit eines

Fassmalers liegt tatsächlich im

Vergolden von Figuren, Skulpturen

und Objekten. „Eine Wissenschaft

für sich – in Summe reden wir da

von bis zu 20 verschiedenen Ar-

62 | altlandkreis


Thomas Müller bekam für seinen

Spiele-Rekord sich selbst als Figur.

beitsschritten.“ Die meisten davon

betreffen Vorarbeiten. „Bis das nur

neun Nanometer dünne Blattgold

auf eine vom Schnitzer gebrachte,

noch nackte Holzfigur fachgerecht

aufgetragen werden kann, braucht

es zahlreiche Grundierungsschichten.“

Die Mittel zum Grundieren

bestehen unter anderem aus Leim,

hergestellt aus Haut und Knochen

von toten Tieren. „Gibt’s als Granulat

zu kaufen, wird am Vortag

in kaltes Wasser gegeben, aufgequollen,

dann mit heißem Wasser

flüssig gemacht.“ Geduld ist hier

vor allem nach dem Auftragen

der jeweils ersten Leimschicht via

Haarpinsel gefragt, weil diese bis

zu acht Stunden trocknen muss.

Es folgt eine weitere, sogenannte

weiße Grundierung aus feinstgemahlenem

Kalkstein, „ohne die

beim Vergolden gar nichts ginge“.

Ebenso wenig ohne gelbem und

rotem Poliment. „Eine ganz spezielle

Gesteinsschicht, die es in nur

in wenigen Ländern der Erde gibt

– unter anderem in Frankreich.“

Sind auch diese Schichten vollständig

getrocknet, wird die Figur

via Baumwoll- oder Leinenlumpen

gefühlvoll entstaubt und geglättet,

anschließend ein Gemisch aus

Wasser und Spiritus angerührt, fleckerlweise

auf die Figur gestrichen

und nun – endlich – das hauchdünne

Blattgold via statisch aufgeladenen

Pinsel aus russischem Fehhaar

(Schweifhaare von Eichhörnchen)

aufgetragen. „Durch die statische

Aufladung wirkt der Pinsel wie ein

Magnet, zieht das Gold regelrecht

an.“ Wichtig in diesem Moment:

Luft anhalten, alle Fenster und Türen

geschlossen halten und bloß

nicht in die Werkstätte platzen.

„Ein kleinster Hauch von Wind

würde das Blattgold aufwirbeln

und unbrauchbar machen.“ Angesichts

der derzeitigen Goldpreise

von rund 3 900 Euro pro Feinunze

(entspricht 31,1 Gramm) ist Franz

Schindlers Frau Marianne (70), die

ihrem Mann seit Jahrzehnten den

Rücken freihält, nochmals vorsichtiger

geworden beim Betreten der

Werkstätte.

Der nervenaufreibendste

Auftrag

Wie viele Figuren Franz Schindler

seit Beginn seiner Selbstständigkeit

im Jahr 1984 vergoldet und bemalt

hat? „Ich habe nie gezählt.“

Die Zahl geht aber in jedem Falle

in die Tausende. Drei lebendgroße

Figuren gingen beispielsweise

nach Bali. „Ein namhafter Metzger

aus München hat von dort eine

Frau geheiratet, in deren Heimat

eine bayerische Gedenkkapelle errichten

lassen und wollte diese mit

exakt den gleichen Figuren bestücken,

die er aus seiner heimischen

Kirche kennt.“ Eine Engelputte,

vorgesehen als Hochzeitsgeschenk,

bemalte Franz Schindler für Franz

Beckenbauer. Ein aus Deutschland

stammender, in der Schweiz arbeitender

Augenforscher bekam

für eine preisgekrönte Entwicklung

ebenfalls sich selbst als Figur

überreicht. Der Regensburger

Bischof Rudolf Voderholzer ließ

eine Krippe mit unterschiedlichsten

Szenen und hunderten Figuren

schnitzen – und ebenfalls von Franz

Schindler bemalen. „Der ist sogar

persönlich zu uns nach Froschhausen

gekommen, um die fertigen

Arbeiten abzuholen.“ Lebensgroße

Forellen und Karpfen gingen

an einen reichen Russen. Oder ein

sogenanntes „Lüsterweiberl“ an

das Jagdhaus einer BMW-Familie.

Die meisten Aufträge hat er vom

wohl namhaftesten, begnadetsten

Schnitzer überhaupt bekommen:

Von Joseph Fux aus Oberammergau.

Aber auch diverse Arbeiten

mit lokalen Auftraggebern sind

im Fundus von Franz Schindler zu

finden. Zum Beispiel der draußen

angebrachte, komplett vergoldete

Jesus am Kruzifix von Habach.

Oder Plattler und Dreherin in original

Vereinstracht der D-Lechgauer

Prem. Ein Auftrag aber war dann

doch nervenaufreibender als alle

anderen: der für den bekannten

US-amerikanischen Künstler Jeff

Koons, der einst mit einer Pornodarstellerin

verheiratet war und

aufgrund dessen pornografische

Szenen in Form von Skulpturen

von Südtiroler und Ammergauer

Schnitzern herstellen ließ. Für die

Fassmalerei wurde ebenfalls Franz

Schindler auserkoren, der dafür

sogar zwei Wochen am Stück in

Südtirol lebte und arbeitete. „Der

Auftrag war deshalb so schwierig,

weil Jeff Koons immer wieder mit

neuen Vorschlägen ankam, die realistisch

betrachtet nicht umsetzbar

waren.“ Zum Beispiel das Aufmalen

einer Netzstrumpfhose, „weshalb

wir alternativ nach München

in den Beate-Uhse-Shop gefahren

sind und dort mehrere Strumpfhosen

gekauft haben, um diese letztlich

im Verbund über die Skulptur

zu spannen“. Dann lieber doch

Thomas Müller, der in seinem Fach

ähnlich erfolgreich war wie Franz

Schindler – und ebenfalls stets auf

dem Boden geblieben ist. js

juli / august 2026 | 63


> > > DAS HEIMATRÄTSEL

Schlange aus Sandstein

Altlandkreis | Oberbayernweit gibt

es mit Kreuzotter, Ringelnatter,

Schlingnatter und Äskulapnatter

vier bekannte Schlangenarten,

wobei die beiden letzteren speziell

hier im Schongauer Altlandkreis

wohl kaum vorkommen.

Hinzu kommt die oft als Schlange

verwechselte Blindschleiche, die

zur Gattung der (beinlosen) Ech-

sen gehört. Wir von „altlandkreis“

haben neulich eine Schlange entdeckt,

die rein optisch so gar nicht

zu den

hier heimischen Arten

passt, vielmehr an sagenumwo-

bene

Darstellungen aus Fantasy-

Filmen erinnert, womöglich auch

an „Nessi“ von Loch Ness, dem berühmten,

tiefen See in den Schottischen

Highlands. Doch genug

fantasiert. asie

Wir möchten nun von

Ihnen wissen: Wo genau wacht

die hier

abgebildete Schlange aus

Sandstein? Und wie wird sie namentlich

bezeichnet?

> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG

Wo sich die Figur eines jungen Mädchens befindet, und wie sie einer Sage nach

mit Vornamen heißt, wollten wir von Ihnen in unserer Mai/Juni-Ausgabe wissen.

Gesucht war „Bernadette“ an der Lourdesgrotte in Peiting. Unter zahlreichen Einsendungen

mit der korrekten Lösung waren auch einige dabei, die unsere Abbildung

der „Bernadette“ bei Bernbeuren zugeordnet hatten – in diesem Falle e

verblüffend ähnlich, aber nicht korrekt. Das Losglück war letztlich auf der Seite

von Barbara Christiani aus Denklingen, der wir zum Gewinn eines herzhaft

bestückten Spezialitätenkorbes der Schönegger Käse-Alm gratulieren.

Schicken Sie uns bis Mitte Juli eine

Postkarte mit der Lösung und dem

Stichwort „Heimaträtsel“. Oder

eine Mail an info@altlandkreis.de.

Angabe einer gültigen Telefonnummer

bitte nicht vergessen, damit

wir Sie im Falle eines Gewinns

gut und unkompliziert erreichen

können. Denn zu gewinnen gibt es

einmal mehr einen sündhaftleckeren

Spezialitätenkorb der Schönegger

Käse-Alm. Er heißt „Sommerpicknick“

und ist bestückt mit

Weißwein, Frischkäse, Mozzarella,

gefüllten Kirschpaprika sowie

Almblütenkäse und „Sommerduett“.

Das Los entscheidet, der

Rechtsweg ist

Viel Erfolg!

ausgeschlossen.

js

> > > IMPRESSUM

der „altlandkreis“ ist ein Medium von

„altlandkreis“

Birkland 40 in 86971 Peiting

Telefon: 08869 / 91 22-16

Fax: 08869 / 91 22-17

Mail: info@altlandkreis.de

Stand bei Drucklegung im Juni 2026.

Änderungen und Fehler vorbehalten.

Auflage: 28000 Exemplare

www.altlandkreis.de

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe

September / Oktober 2026: Freitag, 28. August 2026

(Anzeigenschluss: 7. August 2026)

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung und

keine Erscheinungsgewähr übernommen.

Herausgeber: Peter Ostenrieder

Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder,

Kurt Zarbock, Irmgard Gruber, Alexander Berndt,

Heidi Berndt

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Str. 23,

84503 Altötting

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8,

82362 Weilheim

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte

im Altlandkreis Schongau und einzelnen angrenzenden Gemeinden

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine

und weitere technische Angaben finden Sie auf unserer Webseite

www.altlandkreis.de.

Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, Sebastian Jahn, Adobe Stock,

Tobias Fuhrmann, Hans Hornauer, Landesamt für Umwelt/Dr. Jeremy

Hübner, Foto Zacherl, Thomas Nuscheler, XaFranzl, Magnus Dean, ESV

Bad Bayersoien/Rupert Stredele, Sebastian Balz, Radsportfreunde

Pfaffenwinkel e.V., Nicoletti Fotografi, Kulturgemeinschaft Steingaden

e.V., Alexander Reinicke, Evocopter GmbH & Co. KG, Florian Barnick, EA

Schongau, Basti Kosler, Haseitl, Attila Gossner, ZumTropfendenFass, Infinity

Racing, Franziska Waltenberger/MSC Polling, Birgit M. Widmann,

Christian Binder, Pferdehof Ammerblick, Fotosammlung Dieter Hinrichs/

Archiv Herzogsägmühle, Landratsamt Weilheim-Schongau, Bettina Eder,

Lisa Strobel, Progression Bike, Gabi Wörmann, Franz Schindler, Dirk

Bruniecki/FC Bayern München Club, Schönegger Käse-Alm

64 | altlandkreis


Veranstaltungskalender

1. Juli bis 31. August 2026

MI 01.07.

SCHONGAU

11.00 bis 17.00 Uhr

Kleiderkammer in der Blumenstraße

2 geöffnet. Jeden Mittwoch

außer in den Ferien

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

ALTENSTADT

19.30 bis 21.00 Uhr

Treffen der Fotogruppe im MIZ,

Schulweg 10. Kontakt: info@

fotogruppe-altenstadt.de, Für alle

offen und kostenlos. Jeden Mittwoch

DO 02.07.

SCHONGAU

14.00 bis 17.00 Uhr

Gesellschafts- & Spielenachmittag

mit Bewirtung in der AWO. Infos

unter 08861 / 3625. Jeden Donnerstag

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

LECHBRUCK

10.30 Uhr

Schlauchboottouren auf dem Lech.

Kosten ab 25 €. Anmeldung unter

www.schlauchboottour-lechbruck.

de. Jeden Dienstag und Donnerstag

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am Bootshafen.

Anmeldung in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830.

Jeden Dienstag um 18 Uhr und

Donnerstag um 10.30 Uhr

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Lechbruck

FR 03.07.

SCHONGAU

9.00 bis 12.00 Uhr

Weinnatur Lagerverkauf für Wein

aus Italien & Slowenien in der

Birkländer Str. 4. Jeden Freitag

13.00 bis 16.00 Uhr

Tag der offenen Tür beim Bauunternehmen

Haseitl an der Dießener

Straße 12 mit Attraktionen für

Groß und Klein. Siehe Seite 26 / 29

und Seite 41

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der Passage

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,

Tand und viel guter Laune. Jeden

Freitag

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau mit dem

historischen Fernhandelsfloß auf

Fahrt. Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

PEITING

8.30 bis 12.00 Uhr

Bauernmarkt am oberen Hauptplatz.

Jeden ersten Freitag im Monat

HERZOGSÄGMÜHLE

18.00 bis 21.00 Uhr

Burger Abend im Café & Wirtshaus

Herzog am Dorfplatz 8. Reservierung

unter 08861 / 219213 oder

cateringservice.herzog@herzogsaegmuehle.de

BIRKLAND

17.00 bis 23.00 Uhr

Dorffest am Sportplatz mit AH-

Kleinfeldturnier, anschließend Fete

„Dritte Halbzeit“ mit DJ Sepp

BERNBEUREN

20.00 Uhr

Traditionelles Schafkopfturnier

am ersten Abend des Fischerfest-

Wochenendes des Fischervereins

Bernbeuren

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung „Die Flößer von

damals“ Treffpunkt am Rathaus in

der Flößerstr. 1. Anmeldung unter

08862 / 987830

OBERAMMERGAU

19.30 Uhr

Gastspiel des Münchner Volkstheaters

„Der Brandner Kaspar

und das ewig'Leben“. Karten unter

08822 / 32488 oder www.Passionstheater.de.

Siehe Anzeige Seite 47

SA 04.07.

SCHONGAU

10.00 bis 14.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt in der Passage

Münzstr. 9. Der Flohmarkt von

Frauen für Frauen mit Kunst,

Musik, Tand und viel guter Laune.

1. Samstag im Monat 10 bis 16.Uhr,

Folgesamstage 10 bis 14 Uhr

14.00 bis 15.30 Uhr

Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-

Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt

am Bootshaus am Lechsee. Infos

und Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Floßfahrt mit der Henkerstocher.

Treffpunkt am Bootshaus am Lechsee.

Infos und Anmeldung unter

touristinfo@schongau.de

18.00 Uhr

Pool-Party im Plantsch mit den

DJs PM, Stephan Majok und

J-Songz. Siehe Seite 22

PEITING

14 Uhr

Führung an der Villa Rustica

am Kreuter Weg. Die Führung ist

kostenlos. Jeden Samstag

16.00 Uhr

Sommerfest am Feuerwehrhaus.

Für die musikalische Unterhaltung

sorgen der Spielkreis, die Jugendkapelle

Peiting-Hohenpeißenberg

und die Knappschafts- und Trachtenkapelle

Peiting

BIRKLAND

10.00 Uhr

Dorffest am Sportplatz mit Herren-

Kleinfeldturnier und anschließendem

Dorffestabend mit Livemusik

von der Band „Lone Circuit“

10.00 bis 16.00 Uhr

Tag der offenen Tür in der Möbelstube

Oberland, Aich 4. Infos unter

Info@moebelstube-oberland.de.

Siehe Anzeige Seite 40

BERNBEUREN

16.00 Uhr

Fischerfest am Haslacher See mit

leckeren Schmankerln vom Fisch

LECHBRUCK

ganztags

Tag der Blasmusik. Die Musikkapelle

zieht durch den Ort und gibt

an verschiedenen Plätzen kleine

Standkonzerte

10.00 Uhr

Dorftunier am Sportplatz in der

Lechwiesenstr. 36

ROTTENBUCH

12.00 bis 19.00 Uhr

Radlbiathlon am Sportplatz. Infos

und Anmeldung unter www.tsvrottenbuch.de

> > > BLUTSPENDETERMINE ROTES KREUZ

Do, 02. Juli 16.30 bis 20.00 Uhr Steingaden, Grundschule

Do, 23. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Weilheim, BRK-Haus

Fr, 24. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Weilheim, BRK-Haus

Mo, 27. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Peiting, Schloßberghalle

Mi, 29. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Schongau, Jakob-Pfeiffer-Haus

weitere Infos und Buchung unter www.blutspendedienst.com

juli/ august 2026 | 65


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

OBERAMMERGAU

19.30 Uhr

Gastspiel des Münchner Volkstheaters

„Der Brandner Kaspar

und das ewig'Leben“. Karten unter

08822 / 32488 oder www.Passionstheater.de.

Siehe Anzeige Seite 47

SCHONGAU

SO 05.07.

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

HERZOGSÄGMÜHLE

ab 10.00 Uhr

Dorffest im Diakoniedorf mit Festgottesdienst,

Eröffnung des neuen

Möbelhauses, Musik, Streetfood

und vielen Attraktionen für Groß

und Klein. Siehe Anzeige Seite 59

BIRKLAND

10.00 Uhr

Dorffest am Sportplatz mit

Festgottesdienst, Mittagessen mit

musikalischer Begleitung und

Dorftunier-Wikingerschach

ALTENSTADT

16.30 Uhr

Pfarrfest am alten Lagerhaus

BERNBEUREN

10.00 Uhr

Fischerfest am Haslacher See mit

leckeren Schmankerln vom Fisch

LECHBRUCK

ganztags

Tag der Blasmusik. Die Musikkapelle

zieht durch den Ort und gibt

an verschiedenen Plätzen kleine

Standkonzerte

STEINGADEN

19.30 bis 21.00 Uhr

Musik im Pfaffenwinkel. Michael

Haydn Requiem in C-Moll und

Franz Schubert Große C-Dur

Sinfonie. Weitere Infos unter www.

musikimpfaffenwinkel.de

POLLING

11.00 Uhr

Seifenkistenrennen nördlich von

Oderding am Bahnübergang.

Trainingsläufe ab 11.00 Uhr und

Rennbeginn um 12.30 Uhr. Anmelden

dürfen sich alle ab 8 Jahren

unter oldtimer@msc-polling.de.

Siehe Artikel Seite 36/ 37

PEITING

DI 07.07.

15.00 bis 15.30 Uhr

Vorlesestunde in der Gemeinde-

und Pfarrbücherei in der

Kapellenstr. 1. Anmeldung unter

08861 / 59613 oder buecherei@

peiting.de

LECHBRUCK

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

18.30 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830.

Jeden Dienstag um 18 Uhr und

Donnerstag um 10.30 Uhr

Ab 19.30 Uhr

Stammtisch der Motorradfreunde

im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

HOHENFURCH

MI 09.07.

19.00 Uhr

100. Lechgau-Trachtenfest –

Wochadoaler mit Bieranstich,

XaFranzl und Josef Menzel im

Festzelt. Siehe Seite 14 bis 17

und Seite 20 / 21

HOHENFURCH

DO 09.07.

19.00 Uhr

100. Lechgau-Trachtenfest – Tag

der Betriebe mit den Pfaffenwinklern

und lustigem Wettstreit (ohne

Voranmeldung) im Festzelt.

Siehe Seite 14 bis 17

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Bidingen

SCHONGAU

FR 10.07.

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

18.00 bis 19.30 Uhr

Floßfahrt mit meditativem Klang

zum Sonnenuntergang. Anmeldung

unter www.elisabethwelz.de

HERZOGSÄGMÜHLE

17.00 Uhr

Vernissage zur Ausstellung

Willy Zielke. Kammeramann und

Filmemacher, Opfer der NS-

Gesundheitspolitik. Siehe Artikel

Seite 44 / 45

HOHENFURCH

19.00 Uhr

100. Lechgau-Trachtenfest – Sternmarsch

durchs Dorf, anschließend

Stimmungsabend mit den Alpengrußmusikanten

im Festzelt.

Siehe Seite 14 bis 17

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung „Die Flößer von

damals“ Treffpunkt am Rathaus in

der Flößerstr. 1. Anmeldung unter

08862 / 987830

ab 19.30 Uhr

MSC Clubabend im Gasthof Holler.

Jeden 2. Freitag im Monat

ROTTENBUCH

14.00 Uhr

Führung „Echelsbacher Brücke“

Treffpunkt beim Kiosk an der Brücke.

Die Führung ist kostenfrei

OBERAMMERGAU

20.00 Uhr

Die Geschichte von Tyll Ulenspiegel

im Passionstheater. Karten

und Infos unter www.passionstheater.de.

Siehe Anzeige Seite 47.

Weitere Termine am 11., 17., 18., 24.

und 25. Juli

SCHONGAU

SA 11.07.

10.00 bis 18.00 Uhr

Pfaffenwinkel Gewerbeschau 2026

im Eisstadion in der Lechuferstr. 8.

Siehe Seite 24 / 25 und Seite 55

14.00 bis 15.30 Uhr

Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-

Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt

am Bootshaus am Lechsee. Infos

und Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

PEITING

14.00 bis 19.00 Uhr

Tag der offenen Tür im Wohnheim

Hof Hohenwart in der Wanderhofstr.

66

HERZOGSÄGMÜHLE

13.00 bis 17.00 Uhr

Ausstellung Willy Zielke. Kammeramann

und Filmemacher,

Opfer der NS-Gesundheitspolitik.

Weitere Infos unter lernort-herzogsaegmuehle.de.

Bis 23.07.2026.

Siehe Artikel Seite 44 / 45

HOHENFURCH

11.00 Uhr

30 Jahre Böllerschützen mit Frühschoppen,

Platzschießen, Kaffee

und Kuchen im Festzelt. Siehe Seite

14 bis 17

66 | altlandkreis


Tragen Sie Ihre Veranstaltungen im Onlinekalender ein: www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/

20.00 Uhr

100. Lechgau-Trachtenfest –

Lechgau-Abend mit den Lechgauvereinen

und der Stegreif Musi.

Siehe Seite 14 bis 17

LECHBRUCK

10.00 bis 18.00 Uhr

Flößermarkt am Bootshafen in der

Lechwiesenstr. 36

ROTTENBUCH

19.00 Uhr

Open-Air-Kino „Don Camillo

und Pepone“ im Pfarrgarten im

Klosterhof 40. Ausweichtermin ist

der 01.08.2026

SCHONGAU

SO 12.07.

10.00 bis 18.00 Uhr

Pfaffenwinkel Gewerbeschau 2026

im Eisstadion in der Lechuferstr. 8.

Siehe Seite 24 / 25 und Seite 55

14.00 bis 15.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Treffpunkt am Bootshaus

am Lechsee. Anmeldung und

Infos unter touristinfo@schongau.de

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 12.00 Uhr

Tauschtag der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung für Briefmarken,

Postkarten und Münzen

im Rainer-Endisch-Saal

HOHENFURCH

10.00 Uhr

100. Lechgau-Trachtenfest – Festsonntag

mit großem Festzug und

Festausklang mit BLECHpfiff. Siehe

Seite 14 bis 17

LECHBRUCK

10.00 bis 18.00 Uhr

Flößermarkt am Bootshafen in der

Lechwiesenstr. 36

PEITING

DI 14.07.

Ab 15.00 Uhr

Stammtisch der Frauen-Union Peiting

im Cafè Central am Hauptplatz

5. Jeden 2. Dienstag

LECHBRUCK

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

18.00 Uhr

Heimatabend des Trachtenvereins

am Bootshafen mit Auftritten auf

dem Floß. Bei schlechtem Wetter

findet die Veranstaltung in der

Lechhalle statt

PEITING

MI 15.07.

18.00 bis 23.00 Uhr

Bürgerfest vor dem Rathaus. Für

die Bewirtung sorgen verschiedene

Peitinger Vereine und Organisationen.

Bis 19.07.2026

HERZOGSÄGMÜHLE

14.00 bis 16.00 Uhr

Workshop „Verachtet – Verfolgt

– vergessen. Die Opfer

der NS-Gesundheitspolitik“ in

der Deckerhalle am Dorfplatz 6.

Anmeldung unter ns-unrecht@

herzogsaegmuehle.de

LECHBRUCK

DO 16.07.

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Lechbruck

ROTTENBUCH

18.00 bis 20.00 Uhr

Klosterdorf und Kirchenführung

mit Albrecht Bögle. Treffpunkt vor

der ehemaligen Klosterkirche der

Augustiner Chorherren

WEILHEIM

19.30 Uhr

Vortrag „Wenn Geschwister um

Erb- und Pflichtteilsreichte streiten“

von RA Caroline Kistler im

Dachsbräustüberl. Siehe Anzeige

links

SCHONGAU

FR 17.07.

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung „Die Flößer von

damals“ Treffpunkt am Rathaus in

der Flößerstr. 1. Anmeldung unter

08862 / 987830

19.00 Uhr

Singer-Songwriter-Abend mit

Angie Lang im Flößermuseum im

Weidach 8. Kartenvorverkauf und

Platzreservierung in der Tourist

Information unter 08862 / 987830

SCHONGAU

SA 18.07.

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

18.00 bis 23.00 Uhr

SPD-Nachtflohmarkt im Rahmen

des Bürgerfestes in der Bachstraße.

Anmeldung in der Tourist-Information

unter 08861 / 59961

LECHBRUCK

13.00 Uhr

Sautrog-Rennen am Bootshafen in

der Lechwiesenstr. 36. Infos unter

www.sautrogrennen-lechbruck.de

STEINGADEN

20.30 Uhr

Premiere des Historischen Freilichtspiels

„Welfs Erbe“ mit über

300 Mitwirkenden, Pferdegespannen,

Rittern, Gauklern und Musik.

Rahmenprogramm und Verpflegung

ab 17 Uhr. Tickets unter www.

welfenbühne.de oder bei der Tourist

Info erhältlich. Siehe Seite 22

SCHONGAU

SO 19.07.

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei – mit dem historischen

Fernhandelsfloß auf Fahrt.

Anmeldung und Infos unter touristinfo@schongau.de

PEITING

6.00 bis 18.00 Uhr

Pfaffenwinkelradrundfahrt 2026.

Weitere Infos und Anmeldung unter

www.pfaffenwinkelradrundfahrt.de.

Siehe Seite 23

juli/ august 2026 | 67


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

9.00 bis 17.00 Uhr

Sommermarkt mit Marktständen

entlang der Bachstraße und rund

ums Rathaus. Die Einzelhändler

freuen sich ab 13 bis 17 Uhr auf

Ihren Besuch

ALTENSTADT

11.00 bis 11.45 Uhr

Alpenländisches Passionssingen in

der Basilika

LECHBRUCK

DI 21.07.

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

20.00 bis 21.00 Uhr

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

TUTZING

MI 22.07.

17.30 Uhr

Tutzinger Fischerhochzeit 2026 im

Festzelt. Die Kinseher kimmt, zuvor

spielt die Traubinger Blaskapelle.

Kosten 25 €. Tickets unter www.

fischerhochzeit-tutzing.de. Siehe

Seite 40 / 41

LECHBRUCK

DO 23.07.

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Prem

STEINGADEN

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

TUTZING

18.00 Uhr

Tutzinger Fischerhochzeit 2026 im

Festzelt. LaBrassBanda Polka Party.

Kosten 41 €. Tickets unter www.

fischerhochzeit-tutzing.de. Siehe

Seite 40 / 41

SCHONGAU

FR 24.07.

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

LECHBRUCK

10.30 bis 12.00 Uhr

Ortsführung „Die Flößer von

damals“ Treffpunkt am Rathaus in

der Flößerstr. 1. Anmeldung unter

08862 / 987830

STEINGADEN

17.00 bis 23.00 Uhr

Mittelalterspektakel auf dem

Festgelände in Maderbichl 4. Infos

unter www.zumtropfendenfass.de.

Siehe Artikel Seite 30 / 31. Bis 26.07.

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

ROTTENBUCH

15.00 Uhr

Beginn der Schießtage zum

Gauschießen im Sportheim am

Sportplatz. Bis 01.08.2026 und vom

20. bis 23.08. Siehe Seite 56 / 57

BAD BAYERSOIEN

16.30 Uhr

Bad Bayersoier Fünfkampf – Lauf

um den Soier See, ab 18.30 Uhr

Bankdrücken im Bierzelt am

Sportheim. Siehe Seite 22

TUTZING

17.00 Uhr

Tutzinger Fischerhochzeit – Saso

Avsenik und seine Oberkrainer im

Festzelt. Kosten 25 €. Tickets unter

www.fischerhochzeit-tutzing.de.

Siehe Seite 40 / 41

SCHONGAU

SA 25.07.

14.00 bis 15.30 Uhr

Lechfößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

HOHENPEISSENBERG

10.00 bis 15.00 Uhr

Modelleisenbahn-Modellautomarkt

im Haus der Vereine in der

Nordstr. 3. Neues, Gebrauchtes

und Raritäten und vieles mehr für

ihr Hobby

STEINGADEN

11.00 bis 23.00 Uhr

Mittelalterspektakel auf dem

Festgelände in Maderbichl. Eintritt

9,50 €. Mit Fackelumzug und

Feuershow. Infos unter www.

zumtropfendenfass.de. Siehe Artikel

Seite 30 / 31

19.30 Uhr

Konzert in der Wieskirche „In

Paradisum“ Saint Saens-Orgelsinfonie

Faurè-Requiem, Chor der

Stadt Schongau. Kartenvorverkauf

unter www.wieskonzerte.de.

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

BAD BAYERSOIEN

8.30 Uhr

Bad Bayersoier Fünfkampf –

Stock-Zielschießen am Sportheim,

ab 12.30 Uhr Rennrad-Einzelzeitfahren

mit Start in der Dorfstraße

und ab 15.30 Uhr Mountainbike-

Rennen südlich der B23. Anschließend

Siegerehrung im Festzelt.

Siehe Seite 22

TUTZING

16.00 Uhr

Tutzinger Fischerhochzeit – Der

große Polterabend mit Musik

am Gröberhof (Guggerhof) mit

anschließendem Polterabend und

Tanz auf der Hauptstraße, danach

Tanz im Festzelt. Der Abschluß

erfolgt mit dem Auftritt des Nachtwächters

am Gröberhof. Infos unter

www.fischerhochzeit-tutzing.de.

Siehe Seite 40 / 41

PATERZELL

Ab 10.00 Uhr

Paterzeller Airshow zum 75-jährigen

Jubiläum am Flugplatz. Mit

vielen Attraktionen, Live-Musik,

Barbetrieb und Feuerwerk. Infos

unter www.paterzell.de

SCHONGAU

SO 26.07.

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

PEITING

19.00 Uhr

Konzert Giora Feidman – for a better

World in der Schloßberghalle

in der Münchener Str. 13. Infos und

Tickets in der Tourist-Information

unter 08861 / 59961 oder touristinfo@peiting.de

ALTENSTADT

11.00 bis 11.45 Uhr

Orgelmatinee mit Sul Bi Yi aus

Germering in der Basilika

STEINGADEN

11.00 bis 18.00 Uhr

Mittelalterspektakel auf dem

Festgelände in Maderbichl 4.

Eintritt 8,50 €. Infos unter www.

zumtropfendenfass.de. Siehe Artikel

Seite 30 / 31

ROTTENBUCH

18.00 Uhr

Kabarett mit Wolfgang Krebs

„Bayern liebt dich“ im Fohlenhofsaal.

Kosten 33 €. Kartenvorverkauf

im Edeka Rottenbuch oder unter

www.pv-rottenbuch.de

TUTZING

6.00 Uhr

Tutzinger Fischerhochzeit – Traditionelle

Tutzinger Fischerhochzeit

mit farbenfrohem Umzug und dem

Hochzeitszeremoniell am See. Das

ganze Tagesprogramm unter www.

fischerhochzeit-tutzing.de. Siehe

Seite 40 / 41

PATERZELL

Ab 10.00 Uhr

Paterzeller Airshow zum 75-jährigen

Jubiläum am Flugplatz. Mit

vielen Attraktionen. Infos unter

www.paterzell.de

LECHBRUCK

DI 28.07.

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

68 | altlandkreis


Tragen Sie Ihre Veranstaltungen im Onlinekalender ein: www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Schlanz

STEINGADEN

DO 30.07.

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

SCHONGAU

FR 31.07.

12.00 Uhr

Historischer Markt auf dem Bürgermeister-Schägger-Platz.

Weitere

Infos zu den einzelnen Veranstaltungen

und Aufführungen unter www.

historischer-markt-schongau.de. Bis

09.08.2026. Siehe Seite 38 / 39 und

Anzeige Seite 62

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

18.00 bis 19.30 Uhr

Floßfahrt mit meditativem Klang

zum Sonnenuntergang. Anmeldung

unter www.elisabethwelz.de

SCHWABBRUCK

19.00 Uhr

Party-Abend mit XaFranzl und der

Radlerband im Rahmen 900 Jahre

Schwabbruck auf dem Sportgelände.

Infos unter www.schwabbruck900.de.

Siehe Seite 22

STEINGADEN

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

PEISSENBERG

14.00 bis 22.00 Uhr

hAMMERsound-Festival auf dem

Festplatz Moosleite. Der Eintritt ist

frei. Infos zum Line-Up und zum

skaten unter www.hammersoundfestival.de.

Siehe Seite 22

SCHONGAU

SA 01.08.

10.00 bis 14.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt in der Passage

Münzstr. 9. Der Flohmarkt von

Frauen für Frauen mit Kunst,

Musik, Tand und viel guter Laune.

1. Samstag im Monat 10 bis 16 Uhr,

Folgesamstage 10 bis 14 Uhr

14.00 bis 15.30 Uhr

Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-

Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt

am Bootshaus am Lechsee. Infos

und Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Floßfahrt mit der Henkerstocher.

Treffpunkt am Bootshaus am Lechsee.

Infos und Anmeldung unter

touristinfo@schongau.de

17.00 bis 18.30 Uhr

Stadtführung: Geschichte(n) unter

unseren Füßen - Schongauer Straßennamen

erzählen. Treffpunkt

am Polizeidienerturm. Infos und

Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

SCHWABBRUCK

14.00 Uhr

Bayerischer Wettkampf sowie

Kaffee und Kuchen im Festzelt.

Siehe Seite 23

19.00 Uhr

Südtiroler Abend mit der Musikkapelle

Penon und einem Feuerwerk

im Rahmen 900 Jahre

Schwabbruck auf dem Sportgelände.

Siehe Seite 23

STEINGADEN

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

ROTTENBUCH

17.00 Uhr

Fischergrillfest auf dem Campingplatz

am Richterbichl es gibt den

legendären Fischburger & frischen

Steckerlfisch u.v.m. mit Livemusik

PEISSENBERG

19.00 Uhr

TheBossHoss mit der Back-to-the-

Boots-Summer-2026-Tour auf dem

Festplatz Moosleite. Tickets unter

www.peissenberg-openair.de. Siehe

Seite 22

SCHONGAU

SO 02.08.

14.00 bis 15.30 Uhr, 16.00 bis

17.30 Uhr und 18.00 bis 19.30

Lechflößerei in Schongau mit dem

historischen Fernhandelsfloß auf

Fahrt. Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

18.00 bis 19.30 Uhr

Führung durch die malerische

Altstadt (während des historischen

Marktes). Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

SCHWABBRUCK

9.00 Uhr

Festgottesdienst mit anschließendem

Mittagessen, Kaffee und

Kuchen im Rahmen 900 Jahre

Schwabbruck auf dem Sportgelände.

Es spielt die Musikkapelle

Schwabbruck. Siehe Seite 23

ALTENSTADT

11.00 bis 11.45 Uhr

Orgelmatinee mit Ann-Helena

Schlüter in der Basilika

ROTTENBUCH

19.00 Uhr

Rottenbucher Festsommer Orgelkonzert

und Barockcello in der

Pfarrkirche. Der Einritt ist frei

LECHBRUCK

DI 04.08.

10.30 Uhr

Schlauchboottouren auf dem Lech.

Treffpunkt am Rathaus in der

Flößerstr. 1. Kosten ab 25 €. Weitere

Informationen und Anmeldung

unter https://schlauchboottourlechbruck.de.

Jeden Dienstag und

Donnerstag

18.00 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech, Treffpunkt

am Bootshafen. Anmeldungen

ab zwei Wochen vorher in der

Tourist Information unter Tel.

08862 / 987830. Jeden Dienstag um

18 Uhr und Donnerstag um 10.30

Uhr

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

19.30 Uhr

Stammtisch der Motorradfreunde

im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag

im Monat

SCHONGAU

MI 05.08.

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

ALTENSTADT

19.30 bis 21.00 Uhr

Treffen der Fotogruppe im MIZ,

Schulweg 10. Kontakt: info@

fotogruppe-altenstadt.de, Veranstaltungen

sind für alle offen und

kostenlos. Jeden Mittwoch

SCHONGAU

DO 06.08.

17.00 bis 18.30 Uhr

Führung „Auf den Spuren der

Henkerstochter“. Treffpunkt an der

Tourist Information in der Weinstr.

11. Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

14.00 bis 17.00 Uhr

Gesellschafts- & Spielenachmittag

mit Bewirtung in der AWO. Infos

unter 08861 / 3625. Jeden Do.

14.30 bis 18.00 Uhr

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener

Str. 7 geöffnet. Jeden

Mittwoch und Donnerstag

LECHBRUCK

10.30 Uhr

Schlauchboottouren auf dem Lech.

Treffpunkt am Rathaus in der

Flößerstr. 1. Kosten ab 25 €. Weitere

Informationen und Anmeldung

unter https://schlauchboottourlechbruck.de.

Jeden Dienstag und

Donnerstag

10.30 bis 12.30

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830.

Jeden Dienstag um 18 Uhr und

Donnerstag um 10.30 Uhr

juli/ august 2026 | 69


Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

FR 07.08.

PEITING

8.30 bis 12.00 Uhr

Bauernmarkt am oberen Hauptplatz.

Jeden ersten Freitag im Monat

HERZOGSÄGMÜHLE

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

HERZOGSÄGMÜHLE

9.00 bis 12.00 Uhr

Tauschtag der Sammlerfreunde

Peiting und Umgebung für Briefmarken,

Postkarten und Münzen

im Rainer-Endisch-Saal

bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-

Information unter 08862 / 987830

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Bernbeuren

SCHONGAU

9.00 bis 12.00 Uhr

Weinnatur-Lagerverkauf für Wein

aus Italien & Slowenien in der

Birkländer Str. 4. Jeden Freitag

10.00 bis 11.30 Uhr

Kinderführung „Mit Schohu auf

großer Entdeckertour durch

Schongau“. Treffpunkt an der

Tourist Information in der Weinstr.

11. Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

13.00 bis 17.00 Uhr

Abenteuer mit Schohu – Entdecken,

spielen, malen – Stadtführung

samt Aquarell-Malevent.

Treffpunkt in der Tourist Information

in der Weinstr. 11. Anmeldung

und Infos unter touristinfo@

schongau.de

13.30 bis 15.30 Uhr

Treffen der Selbsthilfegruppe

Lunge für Asthma und COPD im

Gruppenraumraum der AOK in der

Blumenstraße. Infos unter www.

shg-lunge.de

15.00 bis 18.00 Uhr

Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt

von Frauen für Frauen in der Passage

Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,

Tand und viel guter Laune. Jeden

Freitag

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

17.00 bis 18.30 Uhr

Stadtführung „Wie alles begann

– eine trutzige Mauer erzählt

Geschichte“ Treffpunkt am Polizeidienerturm.

Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

18.00 bis 21.00 Uhr

Schnitzel Abend im Café &

Wirtshaus Herzog am Dorfplatz 8.

Reservierung unter 08861 / 219213

oder cateringservice.herzog@

herzogsaegmuehle.de

STEINGADEN

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

ROTTENBUCH

18.00 bis 20.00 Uhr

Klosterdorf und Kirchenführung

mit Dr. Thomas Echtler. Treffpunkt

am Postplatz vor der Raiffeisenbank

BÖBING

14.00 Uhr

Böbing Open Air am Sportplatz.

Infos und Tickets unter www.

boebing-openair.de und im

Märchenwald Schongau erhältlich.

Siehe Artikel Seite 32 / 33

SCHONGAU

SA 08.08.

14.00 bis 15.30 Uhr

Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-

Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt

am Bootshaus am Lechsee. Infos

und Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

14.00 bis 15.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

LECHBRUCK

14.00 bis 15.00 Uhr

Familienführung im Flößermuseum

in der Weidach 8. Anmeldung

bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-

Information unter 08862 / 987830

STEINGADEN

20.30 Uhr

Historisches Freilichtspiel „Welfs

Erbe“. Rahmenprogramm und

Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter

www.welfenbühne.de. Siehe S.22

BÖBING

10.00 Uhr

Böbing Open Air am Sportplatz.

Tickets unter www.boebing-openair.

de und im Märchenwald Schongau

erhältlich. Siehe Artikel Seite 32 / 33

SCHONGAU

SO 09.08.

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

ALTENSTADT

11.00 bis 11.45 Uhr

Orgelmatinee mit Joshua Mitas in

der Basilika

BÖBING

10.00 Uhr

Böbing Open Air am Sportplatz.

Infos und Tickets unter www.

boebing-openair.de und im

Märchenwald Schongau erhältlich.

Siehe Artikel Seite 32 / 33

PEITING

DI 11.08.

Ab 15.00 Uhr

Stammtisch der Frauen-Union Peiting

im Cafè Central am Hauptplatz

5. Jeden 2. Dienstag

LECHBRUCK

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floss am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

LECHBRUCK

DO 13.08.

10.00 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

14.00 bis 15.00 Uhr

Familienführung im Flößermuseum

in der Weidach 8. Anmeldung

SCHONGAU

FR 14.08.

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

LECHBRUCK

19.30 Uhr

MSC Clubabend im Gasthof Holler.

Jeden 2. Freitag im Monat

SCHONGAU

SA 15.08.

Mariä Himmelfahrt

14.00 bis 15.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

14.00 bis 15.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

15.30 bis 17.00 Uhr

Stadtführung „Henker-Heiler-

Hexen“. Treffpunkt an der Tourist

Information in der Weinstr. 11.

Anmeldung und Infos unter touristinfo@schongau.de

BIRKLAND

14 Uhr

Waldfest der Birkländer Musikanten.

Die Zufahrt ist gut beschildert.

Kaffe & Kuchen, Kesselfleisch,

Grillspezialitäten und Barbetrieb

am Abend. Ausweichtermin am

16.08.2026. Siehe Anzeige Seite 64

70 | altlandkreis


Tragen Sie Ihre Veranstaltungen im Onlinekalender ein: www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/

LECHBRUCK

15.00 Uhr

Kunstausstellungseröffnung im

Flößermuseum in der Weidach 8.

Bilder Alpen/Tänze in Öl von Petra

Pawalkat

ROTTENBUCH

21.00 Uhr

Stadlbeatz der Landjugend und

der Feuerwehr im Stadl Ortsteil

Moos. Mit DJ DanAm

SCHONGAU

SO 16.08.

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

ALTENSTADT

11.00 bis 11.45 Uhr

Orgelmatinee mit Tomeu Segui in

der Basilika

LECHBRUCK

DI 18.08.

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

18.30 bis 20.00 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

20.00 bis 21.00

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

LECHBRUCK

DO 20.08.

14.00 bis 15.00 Uhr

Familienführung im Flößermuseum

in der Weidach 8. Anmeldung

bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-

Information unter 08862 / 987830

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der

Musikkapelle Wildsteig

ROTTENBUCH

18.00 bis 20.00 Uhr

Klosterdorf und Kirchenführung

mit Albrecht Bögle. Treffpunkt vor

der Kirche

SCHONGAU

FR 21.08.

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

> > > SO ERREICHEN SIE DEN „ALTLANDKREIS“

Anschrift

„altlandkreis“

Birkland 40

86971 Peiting

Tel.: 08869 / 91 22-16

Fax: 08869 / 91 22-17

www.altlandkreis.de

Email

Redaktion: redaktion@altlandkreis.de

Termine: veranstaltungen@altlandkreis.de

Anzeigen: anzeigen@altlandkreis.de

Anregungen / Kritik: info@altlandkreis.de

Das Impressum finden Sie auf Seite 64.

18.00 bis 19.30 Uhr

Floßfahrt mit meditativem Klang

zum Sonnenuntergang. Anmeldung

unter www.elisabethwelz.de

SCHONGAU

SA 22.08.

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

SCHONGAU

SO 23.08.

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

LECHBRUCK

DI 25.08.

10.00 bis 11.30 Uhr

Urlaubsplauderei mit Inspiration

& Info’s im Flößermuseum in der

Weidach 8

20.00 bis 21.00 Uhr

Alphornblasen auf dem Floß am

Bootshafen mit den Lechbrucker

Alphornbläsern

ROTTENBUCH

16.00 Uhr

Finalschießen vom Gauschießen

im Sportheim am Sportplatz. Siehe

Seite 56 / 57

LECHBRUCK

DO 27.08.

10.30 bis 12.30 Uhr

Floßfahrt auf dem Lech am

Bootshafen. Anmeldungen ab zwei

Wochen vorher in der Tourist Information

unter Tel. 08862 / 987830

14.00 bis 15.00 Uhr

Familienführung im Flößermuseum

in der Weidach 8. Anmeldung

bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-

Information unter 08862 / 987830

20.00 Uhr

Dämmerschoppen im Musikpavillon

in der Flößerstr. 1 mit der 50

Band

SCHONGAU

FR 28.08.

HEUTE ERSCHEINT

DER NEUE ALTLANDKREIS

16.00 bis 17.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

ROTTENBUCH

20.00 Uhr

Party zu „225 Jahre Schützengesellschaft

Rottenbuch“ auf dem

alten Gärtnereigelände mit der

Band Bergwerk. Eintritt 8 €. Siehe

Seite 56 / 57

SCHONGAU

SA 29.08.

10.00 bis 11.30 Uhr

Kinderführung „Mit Schohu auf

großer Entdeckertour durch

Schongau“. Treffpunkt an der

Tourist Info in der Weinstr. 11.

Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

14.00 bis 15.30 Uhr

Führung durch die malerische Altstadt.

Anmeldung und Infos unter

touristinfo@schongau.de

14.00 bis 15.30 Uhr,

16.00 bis 17.30 Uhr und

18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

17.00 bis 18.30 Uhr

Stadtführung: Geschichte(n) unter

unseren Füßen - Schongauer Straßennamen

erzählen. Treffpunkt

am Polizeidienerturm. Infos und

Anmeldung unter touristinfo@

schongau.de

ROTTENBUCH

10.00 Uhr

225 Jahre Schützengesellschaft

Rottenbuch – Oldtimertreffen mit

Frühschoppen und Kesselfleischessen.

Ab 17 Uhr Musikantentreffen

der Kapelle Böbing, Schönberg,

Bad Bayersoien und Rottenbuch.

Ab 20 Uhr Weinfest mit den Alpengruß

Musikanten.

Siehe Seite 56 / 57

SCHONGAU

SO 30.08.

14.00 bis 15.30 Uhr, 16.00 bis

17.30 Uhr und 18.00 bis 19.30 Uhr

Lechflößerei in Schongau – mit

dem historischen Fernhandelsfloß

auf Fahrt. Anmeldung und Infos

unter touristinfo@schongau.de

ROTTENBUCH

9.15 Uhr

225 Jahre Schützengesellschaft

Rottenbuch. Kirchenzug und

Gottesdienst, Festzug um 11.30 Uhr

Platzschießen der Böllerschützen

um 15 Uhr, anschl. Festausklang.

Für Unterhaltung sorgt die Musikkapelle

Rottenbuch und die Blechböhmischen.

Siehe Seite 56 / 57

Änderungen und Fehler vorbehalten.

juli/ august 2026 | 71


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72 | altlandkreis

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