altlandkreis - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel - Ausgabe Juli-August 2026
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Ausgabe 96 | Juli / August 2026
.de
Eine Produktion von
mit Veranstaltungskalender für zwei Monate
Titelbild: Tobias Fuhrmann
Historischer Markt in Schongau
Entlang der B17
Die Rinder vom Weidehof
Akrobat in der Luft
Kunstflugprofi auf der Roten Couch
Von Fels, Fest und Flugkunst
Klettern fördert Kraft,
Konzentration und
Koordination, gibt
Selbstvertrauen
und baut Stress
ab. In der Regel
werden die ersten
Schritte in einer
Halle gemacht.
Wer dort die Basics
im Schlaf beherrscht
und erste
Züge
am echten Fels wagen
möchte, hat jedoch häufig das Problem, geeignete
Routen zu finden. Hans Hornauer vom Alpenverein
Peißenberg hat ausgerechnet im Gebiet der Bergwacht
Steingaden-Peiting einen Alpinklettergarten
gebaut, der lange Zeit als echter Geheimtipp galt.
Geheim ist die Existenz des invasiven amerikanischen
Signalkrebses schon lange nicht mehr. Dafür umso
besorgniserregender, wie unfassbar schnell er sich
Jahr für Jahr vermehrt, verbreitet und dadurch die
stark bedrohten heimischen Arten verdrängt. Ob die
gezielten Wiederansiedlungsprojekte von Steinkrebs
und Edelkrebs wohl Früchte tragen? In jedem Falle
sehr lehrreich ist es, Teil von Infinity Racing zu sein –
ein studentisches Rennteam der Hochschule Kempten.
Das Besondere dabei: Eine Firma in der Region
unterstützt die jungen Männer und Frauen bei der
alljährlichen Entwicklung eines neuen Rennwagens,
der letztlich im Rahmen einer internationalen
Rennserie zum Einsatz kommt. Wobei die Spitzengeschwindigkeit
des „Sicilia 4“ geradezu nichtig ist im
Vergleich zu der, die Markus Feyerabend in seinem
Flieger erreicht. Der Kunstflugprofi ist seit 20 Jahren
Teil der Deutschen Nationalmannschaft, konnte
bereits gegen die Besten der Besten gewinnen und
verrät im großen Interview auf der Roten Couch,
welch unfassbare Kräfte auf ihn einwirken. Kraftvoll
im Sinne von energetisch ist auch das, was alljährlich
auf dem Böbinger Sportplatz stattfindet – und heuer
seinen 40. Geburtstag feiert. Die Rede ist vom Böbing
Open Air, wozu wir eine rührige Ska-Punk-Band mit
Wurzeln in Peiting interviewen durften. Noch näher
an Böbing: Die Echelsbacher Brücke. Und die befindet
sich wiederum in unmittelbarer Nachbarschaft zu
einem nigelnagelneuen Pferdehof, dessen Bauphase
zu gleich mehreren kuriosen Gerüchten geführt
hatte. Wir räumen in dieser Juli / August-Ausgabe
damit auf, verlosen jede Menge Tickets für tolle Veranstaltungen
und begleiteten einen Mann, der einen
in der Region weit und breit einzigartigen Job
ausübt. Die Rede ist von einem Weidewärter an der
B17, der sicherlich ganz gerne auch mal Karten spielt.
Auch dazu haben wir etwas Passendes für Sie: Das
frischgedruckte „Schongauer Blatt“, das an die einst
in Schongaus Altstadt entdeckten ältesten Spielkarten
Deutschlands zurückerinnert. Direkt unterhalb
der Altstadt: Volksfestplatz, Plantsch und Eisstadion
der Mammuts, die dieses Jahr zur Pfaffenwinkel-
Gewerbeschau mit zum Teil sehr spannenden Ausstellern
einladen. Innovativ ist auch das, was ein in
Peiting lebender Penzberger erfunden hat. Wobei die
größte Aufmerksamkeit in dieser Sommerausgabe
den Hohenfurchern gehört. Die richten heuer das
100. Lechgautrachtenfest aus – und haben sich dafür
jede Menge einfallen lassen. Viel Spaß beim Feiern
wünscht an dieser Stelle,
Ihr Johannes Schelle
> > > AUS DEM INHALT
Seite 4
Im Schatten der
Hochplatte — klettern
am richtigen Fels
Seite 6
Wiederansiedlungsprojekte
in ganz Bayern — ein Kampf
um den Krebserhalt
Seite 9
Kunstflugprofi Markus
Feyerabend im Interview
auf der Roten Couch
Seite 14
Revolutionäres zum
Hundertsten — Hohenfurch
lädt zum großen Gaufest
Seite 20
Duo purer Lebensfreude:
Jungmusiker erobern die
Herzen im Sturm
Seite 24
Helikopter, Poolbau
und KI — Gewerbeschau
in Schongaus Eisstadion
Seite 32
Liebe, Frieden und
Geschlossenheit — eine
Hommage zum Vierzigsten
Seite 34
Kooperation mit Schongauer
Unternehmen — die Formel 1
für Studenten
Seite 36
Nördlich von Oderding:
Seifenkisterl mit
kultigem Charakter
Seite 38
Falkner, Feuer und
Steckerlfisch — historischer
Markt in Schongaus Altstadt
Seite 42
Aufräumen von Gerüchten!
Der neue Aktivstall
unterhalb von Schönegg
Seite 44
Zwangssterilisiertes Genie:
Wachrüttelnde Ausstellung
über die Zeit der NS
Seite 50
Zwischen Tankstelle
und Lustberghof — die
Viehweiden an der B17
Seite 65
Feiern, Verausgaben und gute
Musik: Veranstaltungen für
die Monate Juli und August
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juli / august 2026 | 3
Im nordseitigen Schatten der Hochplatte
Klettern am
richtigen Fels
Peißenberg / Halblech | Wer mit
Hallenklettern begonnen hat und
die Sicherungstechniken aus dem
FF beherrscht, möchte eines Tages
raus in die Natur, ran an den
richtigen Fels. Nur wo? „Wir sind
mal eine Route in den Tannheimer
Bergen geklettert, die von der
Schwierigkeit her genau dafür geeignet
hätte sein sollen“, erinnert
sich Hans Hornauer, Vorsitzender
der Alpenvereinssektion Peißenberg.
War sie aber nicht. „Bröselig
und brüchig – selten habe ich
mich während einer Klettertour so
unwohl gefühlt und war froh, dass
die Teilnehmer und ich unverletzt
aus der Wand gekommen sind.“
Mit anhaltend flauem Gefühl im
Magen schwor sich Hans Hornauer,
so etwas nie wieder zu klettern.
Schon gar nicht mit Anfänger-
Gruppen, die den Schritt von der
Kletterhalle an den Berg möglichst
risikoarm beschreiten können
sollten. So machte sich der inzwischen
pensionierte Physiker, stets
mit Kamera im Gepäck, selbst auf
den Weg, um geeignetere Routen
mit deutlich besserer Felsqualität
zu finden. Das Problem dabei: Der
Fels in den Ammergauer Alpen ist
allgemeinhin bekannt für schlechte
Qualität, gilt grundsätzlich als
oftmals brüchig. „Und die guten,
bereits bekannten und entsprechend
stark bekletterten Routen
sind über die Jahre hinweg derart
abgetreten und abgegriffen worden,
dass der Fels dort mitunter
rutschig ist wie Kirchenmarmor.“
Umso bereichernder für Kletterbegeisterte:
Das Gebiet, das Hans
4 | altlandkreis
Hornauer vor mittlerweile 13 Jahren
im Rahmen einer ausgedehnten
Wanderung entdeckt hatte.
„Ich war auf einer längeren Tour
im Kenzengebiet unterwegs, rund
um die Hochplatte.“ Beim nordseitigen
Abstieg vom bekannten
Fensterl, hinunter Richtung Geiselsteinsattel,
erblickte er rechter
Hand eine Felswand, „die bereits
von Weitem als sehr strukturiert
und mit größeren Griffen in regelmäßigen
Abständen zu erkennen
war, obendrein als nicht komplett
senkrecht verlaufend“. Insofern
ideal für Wandkletterei im auch
unteren Schwierigkeitsbereich?
Um diesen Eindruck zu bestätigen,
knipste Hans Hornauer nicht
nur messerscharfe Bilder, die er
zuhause am PC-Bildschirm via
Tiefenzoom analysierte. Gemeinsam
mit einem Sektions-Kollegen
machte er sich erneut auf den
Weg, kletterte die bis dato unberührten
Wände im Schatten der
Hochplatte ab. Und? „Wir waren
Die „Wessobrunner
Mädels“ am
Wandfuß des
Alpinklettergartens.
auf Anhieb begeistert – genau
das, wonach ich viele Jahre lang
gesucht habe.“
Alpinklettergarten
liegt abgelegen
Getauft haben Hans Hornauer und
seine Mistreiter diesen gefundenen
Schatz als „Peißenberger
Alpinklettergarten“. Seit seiner
Eröffnung im Jahr 2013 richteten
sie immer mehr Routen ein. Inzwischen
sind es 21 an der Zahl,
von zwei bis fünf Seillängen mit
Bohrhakenabständen von jeweils
drei bis vier Metern, manchmal
auch mehr. „Von einer einfachen
vier plus über eine Hand voll Fünfer,
mehrere Sechser, Simmer und
an einer Stelle sogar bis in den
achten Schwierigkeitsgrad ist da
für fast jeden was Passendes dabei.“
Die Namen der Routen sind
von „fei-schee“ über „Eis-Tanz“
und „Schmierseifenblatt“ bis hin
zu „örtlich betäubt“ und „Quer iss
schwer“ gleichermaßen treffend
wie humorvoll gewählt. Die Wände
bis zu 120 Meter hoch. „Weiter
oben wird die Felsqualität wieder
schlechter“, betont Hans Hornauer,
der am Ende einer jeden Route
einen Stand gebohrt hat, „damit
man sich wieder zum Ausgangspunkt
am Wandfuß abseilen
kann.“ Heißt: Hier geht es wirklich
um Kletterei am Fels an sich, nicht
um Gipfelziele mit malerischer
Rundumsicht.
kommen die Kletterer dort
trotzdem voll auf ihre Kosten,
weil es sich zwischen
Geiselstein, Gabelschrofen,
Hochplatte und Kenzenkopf
um einen der schönsten,
aber auch unberührtesten
und verstecktesten Fleckerl
des Kenzengebiets handelt.
Zum Schutz dieser dort
einzigartigen Natur hielten
Hans Hornauer und Co. den
Peißenberger Alpinklettergarten
lange Zeit geheim.
„Als die Routen dann eines
Landschaftlich
Tages im Kletterführer ‚Ammergauer
Alpen‘ veröffentlicht wurden,
hatte ich schon Sorge, dass
dieses Gebiet von den Münchnern
überrannt wird.“ Rückblickend
betrachtet ist dies jedoch bis heute
nicht der Fall. Wohl auch, weil
die Wände des Peißenberger Alpinklettergartens
trotz Heimatnähe
weder schnell zu erreichen
noch aufzufinden sind.
„Zeitlich nicht
verkalkulieren“
Hans Hornauers Empfehlung: Mit
dem Omnibus vom Kenzenparkplatz
in Halblech bis zur Kenzenhütte
zu fahren – die Busse
pendeln werktags ab 8 Uhr, an
Wochenenden ab 7 Uhr. Alternativ
kann auch via Mountainbike oder
E-Mountainbike hochgeradelt
werden. An der Kenzenhütte angekommen,
geht es schließlich zu
Fuß zum Kenzensattel hoch, westseitig
wieder hinunter in Richtung
Geiselsteinsattel. In einer Senke
angekommen, führt der Weg an
einem markanten Fels (rechts des
Weges) hinauf in Richtung Fensterl,
nach wenigen Höhenmetern
vom Wanderweg über wegloses
Gelände erneut nach links, direkt
auf den Wandfuß des Alpinklettergartens.
Gut eine Stunde Gehzeit –
mit 70-Meter-Seil (Empfehlung),
Gurt, Karabiner, Kletterschuhen,
je nach Route sechs bis zehn Expressschlingen
und Verpflegung
gilt es auch einiges an Gewicht
mitzuschleppen – sollten laut
Hans Hornauer schon eingeplant
werden für den Zustieg von der
Kenzenhütte. „Zurück eher noch
mehr, weil gegen 14 Uhr die Sonne
hereinbricht, der Rückweg hinauf
zum Kenzensattel insbesondere
im Hochsommer besonders kräftezehrend
sein kann.“ Dann noch
die wohlverdiente Einkehr in der
Kenzenhütte, die bekannt ist für
sehr gute Küche, ohne dabei den
letzten Bus um 17.30 Uhr zu verpassen.
„Da darf man sich nicht
verkalkulieren.“ Und in Sachen
Jahreszeit? „Macht der Aufbruch
zum Peißenberger Alpinklettergarten
erst ab Anfang Juli Sinn.“
Bis dahin liege in den nordseitigen
Flanken der Hochplatte oftmals
noch Schnee, der sich bei
tageszeitlicher Erwärmung als
Lawine lösen könnte, in jedem
Falle die Wände der Kletterrouten
nass macht. Auch nicht ungefährlich:
Gamswild und Steinböcke,
die oberhalb des Klettergartens
loses Gestein lostreten könnten.
Der Kletterhelm ist in diesem Falle
also doppelt und dreifach wichtig.
Ebenso ein zuverlässiger Seilpartner,
der die Sicherungstechniken
aus dem FF beherrschen
muss. Denn der Alpinklettergarten
(www.alpines-klettern.de) ist zwar
für Anfänger geeignet – aber eben
nicht im Sinne von „Klettern zum
ersten Mal ausprobieren“, sondern
wirklich für diejenigen, die
das Rüstzeug bereits (in
der Halle) gelernt haben
und ihr Können am Fels
ausprobieren oder intensivieren
möchten. Und das
in einer atemberaubenden
Landschaft, nur rund 30
Autominuten von Peißenberg
und Umgebung entfernt.
js
Der Entdecker bei der Arbeit:
Hans Hornauer beim
Einbohren einer Route.
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juli / august 2026 | 5
Bayernweite Wiederansiedlungsprojekte
Kampf um Krebserhalt
alle Ausgaben online unter
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Wielenbach | Ob Starnberger
See, Ammersee, Isar, Loisach,
Ammer oder Lech: Alle großen
Gewässer in der Region
sind inzwischen von ihnen
besiedelt. „Und aus diesen
Gewässern bringt man sie
auch nicht mehr heraus“, betont
Dr. Jeremy Hübner, einer
von zwei Flusskrebsmanager
am Bayerischen Landesamt
für Umwelt. Die Rede ist von
nichteinheimischen Flusskrebsen,
primär vom nordamerikanischen
Signalkrebs –
eine invasive Art, die vor rund
60 Jahren erstmals nach Europa
kam. Damals in eher
gutgemeinter Absicht. „Früher
waren Krebse ein noch
viel wichtigeres wirtschaftliches
Gut als heute, im Grunde auch
Arme-Leute-Essen, weil es sie in
allen Gewässern in hoher Anzahl
gab.“ Und weil dieser nordamerikanische
Signalkrebs als besonders
robust und widerstandsfähig
gilt, dachte sich der Europäer: Den
brauchen wir hier auch. Insbesondere
die Schweden und Österreicher
trieben Besatz und Zucht
dieser Art aus Übersee voran.
Was damals nicht bedacht wurde:
Welch folgenschwere Auswirkungen
der bis zu 18 Zentimeter lange
und 200 Gramm schwere Signalkrebs
für heimische Arten und
das ökologische Gleichgewicht
im Allgemeinen haben sollte. Als
Allesfresser – von abgestorbener
Materie wie beispielsweise Laub
über Unterwasserpflanzen und
Wiederansiedlung bedrohter Edelkrebse,
hier an einem kleinen Bach im Landkreis
Weilheim-Schongau.
Insektenlarven bis hin zu kleineren
Fischen, Fischleich und toten
Tieren – fungiert er nicht nur in
wertvoller Funktion als Gewässerpolizei,
sondern frisst den heimischen
Arten beste Nahrung vor
der sprichwörtlichen Nase weg.
Obendrein pflanzt er sich äußerst
schnell, effizient und mit hoher
Nachkommenzahl fort. Die Folge:
Immer noch mehr Tiere auf gleicher
Fläche, was zu nochmals
höherem Fraßdruck führt.
„Obwohl der Edelkrebs
eine sehr ähnliche Rolle
im Ökosystem einnimmt,
wird dieser
von dem oft in
sehr viel höheren
Dichten
vorkommenden,
aggressiveren Signalkrebs
auskonkurriert“, bekräftigt
Dr. Jeremy Hübner. Die
noch größere Gefahr, die vom
invasiven Krebs auf heimische
Arten ausgeht: Das Übertragen
einer tödlichen Tierseuche,
der Krebspest. „Der
Signalkrebs selbst ist gegen
diesen Erreger immun, unsere
heimischen Krebsarten jedoch
nicht“, erklärt Dr. Jeremy Hübner
ein Dilemma, gegen das
er und seine Kollegen am LfU
gemeinsam mit Fachkräften
der Naturschutz-, Fischereiund
Wasserwirtschaftsverwaltung
bayernweit ankämpfen.
„Unsere Aufgabe ist es, die
noch letzten Bestände der heimischen
Arten zu schützen und zu
erhalten – und sie in geeigneten
Gewässern, in die der Signalkrebs
nicht vordringen kann, wieder anzusiedeln.“
Mit heimischen Arten
gemeint: Der ebenfalls bis
zu 18 Zentimeter große
und 200 Gramm
schwere
6 | altlandkreis
Ein Bollwerk gegen die Invasion: In diesem Falle handelt es sich um die
erste Krebssperre überhaupt, errichtet in Niederbayern.
Edelkrebs sowie der wesentlich
kleinere, bis zu zwölf Zentimeter
lange Steinkrebs.
Standorte bleiben geheim
Dreh- und Angelpunkt der Wiederansiedlungsprojekte
von heimischen
Krebsarten: Die LfU-
Dienststelle im Norden von Wielenbach.
Sie wurde einst im Jahre
1912 als Teich- und Versuchsanlage
geschaffen, ist heute auf Fischökologie,
aquatische Toxikologie,
Stoffrestuntersuchungen sowie
Umweltmonitoring spezialisiert –
und beherbergt auf einer
rund 85 Hektar großen
Außenfläche 145
Fischteiche.
Zum Schutz vor Fressfeinden dienen
überspannte Netze, zum Vertreiben
des gefräßigen Kormorans
eine Schusslaut-imitierende Luftgewehrattrappe.
„Derzeit züchten
wir 32 verschiedene Arten, darunter
30 Fischarten und zwei Krebsarten“,
verrät Dr. Jeremy Hübner,
der unter Beachtung strenger Hygiene-Vorschriften
„altlandkreis“-
Redakteur Johannes Schelle in
das Gebäude führt, wo Edel- und
Steinkrebse für Wiederansiedlungsprojekte
gezüchtet werden.
Am Grund der grünfarbenen Aufzuchtbecken
liegen ein Dutzend
rote Ziegelsteine, in deren Löcher
sich die noch sehr jungen Krebse
verstecken. Aus manchen spitzeln
Antennen (Tasthaare) und Scherenfinger
hervor. In voller Pracht
zeigen sich dagegen nur zwei der
schier unzähligen Tiere, die
schon bald in den natürlichen
Lebensraum
entlassen
werden
Der invasive
Amerikanische
Signalkrebs.
können. Wo genau, wird an dieser
Stelle nicht verraten. „Wir möchten
verhindern, dass Menschen
gezielt nach den stark gefährdeten
heimischen Krebsarten suchen,
sie womöglich fangen.“ Vor allem
aber bestünde die Gefahr, dass
Personen die Krebspest unabsichtlich
von bereits betroffenen
Gewässern übertragen. „Sporen
der Krebspest können im Trockenen
zwei Tage, im Feuchten bis zu
zwei Wochen überleben, unter anderem
an Angler-Ausrüstung wie
Stiefel, Kescher, Köder und Reusen
haften bleiben, aber auch an beispielsweise
Badeklamotten, SUPs
oder Booten.“ Davon abgesehen
gibt es in manchen Regionen ohnehin
kaum noch Bäche, Flüsse
und Seen, die nicht vom invasiven
Signalkrebs besetzt sind. „Wir hatten
auch schon die Situation, dass
wir Edelkrebse an einem bis dato
invasionsfreien Gewässer besetzen
wollten, hingefahren sind und
dabei dann erstmals doch den
Signalkrebs entdeckt hatten.“
Aufruf zur Mithilfe
Wie rasant die kontinuierliche
Verbreitung des nordamerikanischen
Signalkrebses und die
damit einhergehende Verdrängung
von Edel- und Steinkrebs
voranschreitet, zeigt auch ein
bayernweites Krebsmonitoring
im Zeitrahmen von 2015 bis 2025:
Demnach ist die Verbreitung der
heimischen Krebsarten in diesen
zehn Jahren in etwa um die Hälfte
(!) zurückgegangen, während
sich die Verbreitung des nordamerikanischen
Signalkrebses
verdreifacht hat. „Der Signalkrebs
rückt in Flüssen und Bächen rund
einen Kilometer pro Jahr flussaufwärts
vor.“ Heißt: So richtig
sicher sind Edel- und
Steinkrebse nur noch
juli / august 2026 | 7
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in den kleineren Seen und Weihern.
Und in bestimmten Bächen
und Flüssen, die via Krebssperren
gezielt gesichert werden. „Krebssperren
sind modifizierte, meist
bereits bestehende Querbauwerke,
die zum Schutz der Flusskrebse
erhalten bleiben, anstatt sie
fischdurchgängig zu gestalten –
wir reden hier von weniger als
0,1 Prozent von mehr als 50 000
Querbauwerken in ganz Bayern.“
Technisch betrachtet werden diese
wenigen auserwählten Querbauwerke
mit Blechen so ausgekleidet,
dass die nicht einheimischen
Krebse sie weder kletternd noch
schwimmend überwinden können
und somit, flussaufwärts,
nicht weiter in die Habitate einheimischer
Flusskrebse einwandern
können. Aufgrund geringer
Manpower, begrenztem Budget
und bayernweitem Einzugsgebiet
also eine echte Mammutaufgabe
für Dr. Jeremy Hübner und seinen
Kollegen Daniel Krapfenbauer.
„Um die bayernweite Vermehrung
des einheimischen Steinkrebses
sowie intensive Monitoring-Anstrengungen
mit oft zeitintensiven
Außendiensten kümmern
sich tatsächlich nur wir und die
Fachberatung für Fischerei in
Niederbayern.“ Trotzdem geben
Dr. Jeremy Hübner und sein Team
den Kampf zwischen Signal- und
Edel- sowie Steinkrebs nicht auf.
Aufzucht von Steinkrebsen an der
Teichanlage in Wielenbach.
Allein deshalb nicht, „weil wir im
Rahmen der EU-FFH-Richtlinie
gesetzlich zum Erhalt heimischer
Krebsarten verpflichtet sind“.
Hinzu kommt, dass die weniger
aggressiven Edel- und Steinkrebse
eine höhere Bedeutung für
das ökologische Gleichgewicht in
hiesigen Gewässern haben. Vor
allem aber handelt es sich bei
Stein- und Edelkrebsen um Arten,
die es hier in der Region bereits
vor 450 Millionen Jahren gegeben
hat. Insofern wesentlich länger
als beispielsweise Menschen,
deren Ursprung (Trennung vom
Menschaffen) in etwa sieben Millionen
Jahre zurückreicht. „Viele
von uns wissen gar nicht, welch
unglaubliche Schätze in unseren
Gewässern leben“, bekräftigt
Dr. Jeremy Hübner, der an dieser
Stelle um Mithilfe bittet: „Alle, die
draußen unterwegs sind, können
Krebssichtungen direkt an
uns melden.“ Entweder online
unter www.lfu.bayern.de/natur/
fische_krebse/krebse/index.htm.
Oder via E-Mail an flusskrebs@
lfu.bayern.de. Im Idealfall mit Foto
von Tier, Fundort und Gewässer.
Dann können die Experten selbst
erkennen, wo genau und ob es
sich um eine invasive Art handelt
– oder um einen der letzten
Edel- oder Steinkrebse, die hier in
der Region noch nicht verdrängt
wurden.
js
Wir installieren
Zukunft!
8 | altlandkreis
Auf der Roten Couch
Furchtloser Flugakrobat
Auf der Start- und Landebahn in
Paterzell: Kunstflugprofi Markus
Feyerabend. Im Hintergrund
zu sehen: Sein Flieger, der neu
500 000 Euro kosten würde.
Foto: Felix Baab
juli / august 2026 | 9
Paterzell | Spitzengeschwindigkeiten
von bis zu 400 Stundenkilometern,
blaue Flecken am ganzen
Körper und Flugmanöver bis zur
Bewusstlosigkeit: Markus „Maxu“
Feyerabend zählt zu den besten
Kunstflugprofis der Welt, obwohl
er offiziell gar kein Profi ist. Im
großen Interview auf der Roten
Couch verrät der aus Weilheim
stammende Peißenberger, wie
sich Loopings, Rollen und Turns
anfühlen, wie er überhaupt zu
diesem außergewöhnlichen Sport
gekommen ist und wie er Flieger,
Trainings und Wettbewerbe auch
ohne Profivertrag und Sponsoren
finanziert. Außerdem spricht der
verheiratete Vater eines erwachsenen
Sohnes, warum er entgegen
der Jetpiloten der Deutschen
Bundeswehr auch mit 55 Jahren
noch lange nicht ans Aufhören
denkt – und warum die Leserinnen
und Leser Ende Juli unbedingt
an den Paterzeller Flugplatz kommen
sollten.
Herr Feyerabend, wie fühlt es sich
an, Loopings und Schrauben bei
400 (!) Stundenkilometern zu fliegen?
Im Grunde wie Achterbahnfahren,
nur in Zeitraffer und nochmals
deutlich heftiger. In unserem
Sport geht alles extrem schnell,
was es mental wie körperlich brutal
herausfordernd macht.
Auch, weil Fehler tödlich enden?
Wenn alles an unglücklichen Umständen
zusammenkommt, kann
es wie beim Motorradfahren oder
Radfahren schon schlimm ausgehen.
Die Chancen dafür sind aber
gering, weil wir uns und unser
Material auf die jeweiligen Flüge
sehr akribisch vorbereiten. Wenn
Kunstflugprofis von Fehlern sprechen,
sind das meist Ungenauigkeiten
beim Abfliegen des vorgegebenen
Programms, die in der
Jurybewertung zu Punktabzügen
führen. Der Laie würde das vom
Boden aus gar nicht erkennen.
10 | altlandkreis
Die an den Tragflächen angebrachten Carbonstäbe dienen Markus Feyerabend (re.) zur besseren Orientierung,
wenn er im Rahmen eines Wettkampfs sich bei 400 Stundenkilometern durch die Lüfte schraubt.
Wie läuft so ein Kunstflug-Wettbewerb
ab?
Er besteht grundsätzlich aus vier
Flügen, die jeweils innerhalb eines
imaginären Würfels in der Luft
stattfinden. Wir sagen dazu Box,
die einen Kilometer breit, einen Kilometer
hoch und einen Kilometer
tief ist. Zur Orientierung dienen am
Boden liegende, weiße Tücher und
die Landschaft vor Ort mit ihren
markantesten Punkten. Das Ufer
eines Sees oder das Industriegebiet
einer Stadt kann sehr hilfreich
sein, bei Spitzengeschwindigkeiten
von 400 Stundenkilometern den
Überblick zu behalten. Der jeweilige
Wettkampfflug an sich dauert
letztlich nur vier bis fünf Minuten.
Innerhalb dieser Zeit müssen wir
sowohl die drei von der am Boden
sitzenden Jury vorgegebenen
Programme als auch ein von uns
selbst geplantes Programm möglichst
präzise und fehlerfrei abfliegen.
Mit Programm sind also ganz bestimmte
Choreographien gemeint?
Ganz genau. Wenige Tage vor einem
Wettbewerb bekommen wir
die Programme in Papierform
überreicht, sehen anhand bestimmter
Zeichnungen und Symbole,
welche Figuren und Flugkombinationen
von uns erwartet
werden. Hier wichtig: Sich das
Programm bereits im Vorfeld bis
ins kleinste Detail einzuprägen.
Wir machen das so ähnlich wie
Skirennfahrer. Nur dass wir dabei
nicht stehen, unsere Augen schließen
harmonische Armbewegungen
dazu machen, sondern es auf
wenigen Quadratmetern zu Fuß
abgehen. Ich persönlich muss zum
Beispiel immer genau in die Himmelsrichtungen
gehen, in die ich
später auch fliegen werde.
Davon gibt’s bestimmt lustige Videos?
Für Außenstehende sieht diese Art
der Vorbereitung extrem komisch
aus. Kein Wunder, dass uns allein
deshalb schon viele für verrückt
halten.
Wie viele Figuren beherrschen Sie?
Looping, Rolle, Turn, Aufschwung,
Abschwung sowie Diagonalflüge
im 45-Grad-Winkel sind unsere
Grundfiguren. Aus denen heraus
können wir letztlich tausend verschiedene
Kombinationsmöglichkeiten
fliegen. Eine detaillierte
Aufzählung würde deshalb jeglichen
Rahmen sprengen.
Looping ist klar. Diagonalflüge
auch. Aber Turn, Rolle, Auf- und Abschwung?
Bei der Rolle lassen wir den Flieger
einmal um die Längsachse drehen.
Im Motorkunstflieger reden wir da
von einer Drehgeschwindigkeit von
400 Grad pro Sekunde. Die große
Kunst dabei ist, den Flieger innerhalb
dieser Sekundenbruchteile
weder zu kurz noch zu weit zu drehen.
Als Turn werden Senkrechtflüge
nach oben bis zum vollständigen
Stillstand bezeichnet – am
Punkt des Stillstands drehen wir
die Maschine dann um und fliegen
wieder senkrecht nach unten. Beim
Aufschwung fliegen wir über einen
halben Looping in den Rückenflug,
insofern dann mit Kopf nach unten
gerichtet weiter, ehe wir uns mit
einer halben Rolle wieder in den
Normalflug zurückdrehen.
Und das alles bei diesen unfassbar
hohen Geschwindigkeiten. Wird Ihnen
da nicht übel?
Man kennt ja dieses Spiel von Kindern,
die mit ihrem Zeigefinger auf
einen Punkt halten, sich mehrfach
um diesen herumdrehen und dann
auf ein bestimmtes Ziel zulaufen –
dabei wird mir auch schwindelig,
allerdings nicht schlecht. Man
kann mit mir und meinem Körper
wirklich machen, was man
will – übel wird mir nie, weshalb
ich mich auch im Flieger noch nie
übergeben musste.
Dafür müssen Sie ganz andere Dinge
in Kauf nehmen …
Beim Kunstflug schnallen wir uns
nicht einfach nur an, sondern
werden mit Gurten richtig fest
in den Sitz hineingezurrt. Das ist
vergleichbar mit dem Befestigen
von Lkw-Ladungen via Spanngurt
und stets ein schmaler Grat, die
Blutzufuhr im Körper nicht abzudrücken.
In Kombination mit der
brutalen Wucht, die dann während
des Flugs auf uns einwirkt, kommt
es häufig zu starken Blutergüssen
am ganzen Körper. Insbesondere
wenn am feuerfesten Anzug sich
eine kleine Falte bildet, siehst
du danach aus, als hätten dich
die Klitschko-Brüder im Boxring
bearbeitet. Manchmal ist es so
schmerzhaft, dass du es kaum aushältst.
Dafür braucht es wahrscheinlich
verdammt viele Trainingseinheiten
auch abseits des Fliegers. Wie oft
sind Sie im Fitnessstudio?
Normalerweise müsste ich diese
Frage jetzt mit Ja beantworten.
In Wahrheit bin ich dahingehend
aber richtig faul, habe im Laufe
meiner kompletten Karriere noch
kein einziges Mal gezieltes Krafttraining
gemacht und sicherlich
auch genetisch bedingt Glück,
dass es tatsächlich ohne funktioniert.
Andererseits wären zu viele
Muskeln auch nicht gut, weil dadurch
die Gefahr der Bewusstlosigkeit
während des Flugs steigen
könnte.
Wie meinen Sie das?
Im allerschlimmsten Fall sind die
Belastungen für uns Piloten so
hoch, dass die sprichwörtlichen
Lichter ausgehen – auch ich habe
mich vor vielen Jahren mal ausgeschaltet
in der Luft, mich unfreiwillig
bewusstlos gemacht.
Was genau ist passiert?
Es war sehr warm, ich hatte zu
wenig getrunken, einen stressigen
Arbeitstag hinter mir und während
einer Figur mit sehr hoher Beschleunigung
die für uns immens
wichtige Pressatmung vergessen.
Dadurch wurde mein Gehirn nicht
mehr ausreichend mit Sauerstoff
versorgt. Prompt war ich weg.
Passiert ist mir das bei einem Trainingsflug
im Kunstsegelflieger hier
in Paterzell.
Wie überlebt man einen derart dramatischen
Vorfall?
Glücklicherweise war ich in diesem
Moment noch sehr hoch, sodass
der Flieger gut von alleine
weiterfliegen konnte. Er machte
ohne mein Zutun einen Looping.
Während des Abwärtsteils
des Loopings, nach rund sieben
Sekunden, bin ich wieder aufgewacht.
Von da an hat es zwar
nochmals einige Sekunden gedauert,
bis ich realisiert hatte, in
einem Flieger zu sitzen. Letztlich
ging aber alles gut aus, konnte ich
mich und den Flieger sicher nach
unten bringen und landen. Trotzdem
sollte so etwas im Idealfall
natürlich nicht passieren. Tunnelblick
oder Schwarz-Weiß-Sehen,
was häufiger vorkommt während
eines Kunstflugs, sind die Vorstufen
zur Bewusstlosigkeit. Tritt dies
ein, gilt es die Beschleunigung sofort
wegzunehmen.
Aber warum wird diese Gefahr
durch „zu viele Muskeln“ verstärkt?
Weil Muskeln auch mit Sauerstoff
versorgt werden, der wiederum
für die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn
fehlen könnte.
Jetpiloten der Deutschen Bundeswehr
gingen früher mit 41 Jahren in
den Vorruhestand, weil eben diese
körperlichen Belastungen beim Fliegen
so immens hoch sind. Sie sind
inzwischen 55, machen gar kein
gezieltes Training für Oberkörper,
Beine, Rumpf und bestreiten trotzdem
Wettkämpfe auf allerhöchstem
Niveau – wie passt das zusammen?
Jetpiloten im Eurofighter fliegen
mit bis zu 600 Stundenkilometern
nochmals höhere Geschwindigkeiten
als wir – die Last, die uns
Kunstflugpiloten in den Sitz drückt,
ist jedoch tatsächlich die gleiche.
Der Unterschied zwischen uns und
Jet-Piloten liegt letztlich darin:
Fliegt ein Jetpilot bei 600 Stundenkilometern
eine 180-Grad-Kurve,
wirken bis zu 8G über 25 bis 30
Sekunden hinweg auf ihn ein. Bei
uns in der Kunstfliegerei kommt
es während des Wettkampfs zwar
regelmäßiger zu Spitzenbelastungen
von 8G, manchmal sogar bis
zu 10G, allerdings immer nur für
zwei bis drei Sekunden. Letztlich
fühle ich mich körperlich nach wie
vor gut, bestehe den alljährlichen
medizinischen Check und habe
schlichtweg große Lust darauf,
mich weiterhin mit den Besten der
Welt zu messen.
Bis zur Weltspitze war es ein langer
Weg. Wie sind Sie überhaupt zur
Fliegerei gekommen?
Während früher alle anderen Kinder
Fußball spielten, habe ich Papierflieger
durch die Luft geworfen.
Zudem ist mein Vater Modell
geflogen, was mich allerdings
nicht wirklich interessiert hat – ich
war da mehr der Schrauber. Als
ich 16 wurde, meinte mein Vater
jedenfalls: Entweder kaufe er mir
jetzt eine gescheite Fernsteuerung,
damit ich endlich mit der Modellfliegerei
vernünftig anfange, oder
ich solle mir doch mal das richtige
Segelfliegen anschauen. Letzteres
habe ich dann hier in Paterzell getan,
war auf Anhieb angefixt, bin
zum Verein gegangen und hab den
Segelfliegerschein absolviert.
Erinnern Sie sich an Ihren allerersten
Flug?
An den allerersten nicht, aber an
den ersten Alleinflug ganz ohne
hinter mir sitzenden Fluglehrer, der
bis dahin jederzeit eingreifen
juli / august 2026 | 11
konnte. Das war ein aufregendes
Gefühl.
Mit Kunstfliegerei hatte das jedoch
noch lange nichts zu tun.
Rückblickend betrachtet hat sich
das mehr oder weniger zufällig ergeben
und über viele Jahre hinweg
entwickelt.
Heißt konkret?
Nachdem ich den normalen Segelfliegerschein
gemacht hatte,
bin ich im Rahmen meines Grundwehrdienstes
bei der Deutschen
Bundeswehr in die Sportfördergruppe
der Segelflieger gekommen
– da ging’s aber ausschließlich
um Langstreckenflüge. Darin
war ich gut, aber nicht überragend.
Danach absolvierte ich auch noch
den Motorfliegerschein. Eines Tages
meinte einer meiner Vereinskollegen
dann: Sollen wir nicht
mal den Kunstflugschein machen?
Daraufhin sind wir zu Dritt nach
Baden-Württemberg gefahren,
haben dort einen zweiwöchigen
Lehrgang besucht und im Rahmen
dessen die absoluten Basics der
Kunstfliegerei auf noch ganz niedrigem
Niveau gelernt. Die Begeisterung
für diesen Sport war aber
auch hier auf Anhieb riesig, sodass
wir uns schon bald einen eigenen
gebrauchten Kunstsegelflieger gekauft
und an ersten unterklassigen
Wettbewerben teilgenommen haben.
Und dort auch gleich Erfolge eingefahren
habt?
Da wir alle Drei aus demselben
Verein waren, konnten wir autark
arbeiten, uns gegenseitig trainieren.
Einer hat vom Boden aus
gecoacht, der zweite den Kunstsegelflieger
hochgeschleppt und der
dritte ist geflogen. Das im gegenseitigen
Wechsel, immer am Abend
nach der Arbeit von 18 bis 20 Uhr,
was jedem von uns drei Starts pro
Training ermöglicht hatte. So haben
wir uns in kürzester Zeit auf
ein derart gutes Niveau gepusht,
dass wir nur fünf Jahre später die
erste WM, damals in Moskau, fliegen
konnten. Spätestens da war für
mich endgültig klar, an diesem faszinierenden
Sport dranzubleiben.
Inzwischen fliegen Sie seit 39 Jahren,
davon seit 25 Jahren Kunstflug – und
haben es sowohl im Segelkunstflieger
als auch im Motorkunstflieger
drauf. Worin liegen die größten Unterschiede?
Beim Segelkunstflug hast du nur
die Energie zur Verfügung, die
du über die maximale Höhe beim
Hochschleppen des Fliegers bekommst.
Und es geht bei weitem
Im Hangar: Markus Feyerabend beim Einparken seines Fliegers.
12 | altlandkreis
nicht so schnell zur Sache wie im
Motorflieger. Die Spitzengeschwindigkeiten
liegen hier bei 290
Stundenkilometern, die Rollgeschwindigkeiten
bei 180 Grad pro
Sekunde.
Was Ihnen eines Tages zu langweilig
wurde?
Zu langweilig wäre der falsche
Ausdruck. Wir reden auch hier
beim Segelkunstflug von der Formel
1 des Flugsports. Letztlich hatte
ich das große Glück, über zehn Jahre
hinweg die absolute Nummer
eins in ganz Deutschland zu sein.
Im Zuge dessen kam der Wunsch
nach einer neuen Herausforderung
immer stärker in mir auf, weshalb
ich seit mittlerweile elf Jahren den
physisch nochmals deutlich anstrengenderen
Motorkunstflug bevorzuge.
Der große Nachteil dabei: Lärm.
Mit dem Segelkunstflieger durfte
ich hier in Paterzell trainieren,
mit dem Motorkunstflieger ist uns
das aus Lärmschutzgründen verboten,
sind meist Trainingslager
über alten, oft weit entfernten Militärflughäfen
notwendig. Neulich
waren wir zum Beispiel auf einem
alten russischen Militärflugplatz
bei Brandenburg, direkt an der
Grenze zu Polen. Einzige, regionale
Ausnahme, die von Seiten der Landesluftfahrtbehörde
auch genehmigt
ist: Der Luftraum über dem
großen Wald zwischen Dießen und
Dettenschwang. Dort gibt es nur
ein Wohnhaus, weshalb wir dort
ab und an für wenige Minuten mit
dem Motorkunstflieger in die Luft
dürfen. Das nutze ich meist kurz
vor Abreise zu einem Wettkampf,
um nochmals ein gutes Gefühl für
Flieger und Geschwindigkeit zu bekommen.
Der aktuelle Motorkunstflieger, in
dem Sie mit Sack und Pack auch zu
Wettkämpfen innerhalb Europas anreisen,
sei derzeit das Beste, was der
Markt zu bieten hat?
Markus Feyerabend erklärt Redakteur Schelle die Wettkampfregeln.
Richtig. Der Rumpf besteht aus
verschweißten Stahlrohren, zum
Teil mit lackiertem Stoff, zum anderen
Teil mit Carbon bespannt.
Die Tragflächen bestehen ebenfalls
aus Carbon. Leer wiegt unsere 320
PS starke, in Deutschland hergestellte
Waffe rund 600 Kilogramm.
Getankt wird, ähnlich zur Formel 1,
hochoktanes Benzin.
Was kostet diese edle „Waffe“?
Neu 500 000 Euro, was für uns im
Leben nicht leistbar ist. Deshalb
haben wir – da Hans-Georg „Girgl“
Resch aus Forst, da Andreas „Andal“
Hochenauer aus Wolfratshausen
und ich – uns eine gebrauchte
Maschine für gut 250 000 Euro gekauft.
Ärgern Sie sich an dieser Stelle über
die Gehälter von Fußballprofis?
Wenn man sich die Gehälter der
Erstligamannschaften im Fußball
anschaut, ist das vergleichsweise
schon leichtverdientes Geld angesichts
dessen, was in anderen
Sportarten geleistet und bezahlt
wird. Aber letztlich investiere ich
so viel Zeit und Geld in meine
Leidenschaft, weil ich die Chance
habe, mich mit den besten der
Welt zu messen – und das ist es
mir Wert, obwohl es aus finanzieller
Sicht absolut keinen Sinn
macht, dieses Hobby auf diesem
Niveau und ohne jegliche Sponsoren
auszuüben.
Wie fi nanzieren Sie die Kunstfliegerei
auf Weltspitzenniveau?
Mit allem, was ich über meinen
Hauptberuf als einst gelernter
Funkelektroniker verdiene. Heißt:
Wenn andere Leute im Winter in
den Skiurlaub fahren und im Sommer
nach Griechenland fliegen,
spare ich das Geld für Trainingslager
und Wettkampf. Wir reden hier
jährlich von einer hohen fünfstelligen
Summe. Und davon, dass ich
mit der Fliegerei keinen einzigen
Cent verdiene, obwohl ich in der
gleichen Klasse fliege wie Profis.
Gibt es überhaupt Kunstflugprofi s,
die ausschließlich von ihrem Sport
leben können?
Mir persönlich sind aktuell nur
zwei bekannt. Wobei dieser Sport
in anderen Ländern wie zum Beispiel
Frankreich oder Rumänien
einen deutlich höheren Stellenwert
hat, Athleten dort über
Sportfördergruppen wesentlich
besser unterstützt werden. Hier
in Deutschland bist du selbst als
Teil der Nationalmannschaft nahezu
vollständig auf dich allein gestellt.
Was sagt Ihre Frau dazu?
Meine Frau ist mein mit Abstand
größter Sponsor und Unterstützer.
Sie hat selbst den Segelflugschein,
insofern etwas übrig für
diese Leidenschaft. Anders würde
es auch nicht funktionieren. Wobei
wir heuer sogar, erstmals seit vier
Jahren, mal wieder einen gemeinsamen
Urlaub machen.
Und was sagt Ihr Sohn dazu?
Der hat für die Fliegerei wenig übrig,
findet es aber – so viel kann
ich denke ich sagen – trotzdem
ziemlich cool, was sein Vater da
Verrücktes macht.
Verrückt trifft es auf den Punkt. Führen
Sie Buch und wissen, wie oft Sie
im Laufe Ihres Lebens bereits abgehoben
sind?
Mit allen Segel- und Motorflügen
zusammen bin ich mittlerweile
bei 2 000 Flugstunden und gut
5 500 Starts in 39 Jahren. Wenn
das Wetter passt und die Zeit es
zulässt, bin ich wöchentlich in der
Luft. Das ist natürlich kein Hobby
mehr, sondern eine Passion.
Wo überall auf der Welt sind Sie geflogen
– und wo am allerliebsten?
Am liebsten natürlich Dahoam in
Paterzell. Aber Highlights gibt es
nach so vielen Jahren viele. Die
Weltmeisterschaften in Finnland,
Frankreich, Holland, Tschechien,
Polen, Ungarn, Spanien und Österreich
zum Beispiel. Oder Starts
in eher exotischen Orten oder Ländern
wie Moskau oder Dubai.
Ihr dabei spektakulärster Flug?
Der emotionalste war definitiv der
bei den World Air Games in Dubai
im Jahr 2015. Damals war klar,
dass es mein letzter Wettbewerb
im Kunstsegelflieger sein wird,
weil es finanziell und zeitlich nicht
möglich wäre, Kunstsegelflug und
Motorkunstflug parallel zu betreiben.
Sich ausgerechnet bei diesem
Wettkampf, den Olympischen Spielen
des Flugsports, in der Kategorie
Freestyle gegen die absolute
Cremé de la Cremé des Segelkunstflugsports
durchzusetzen, war unglaublich
– damals waren nur die
zehn besten Piloten der Welt am
Start.
Dank am Flieger angebrachter Go-
Pro gibt’s davon sogar ein geniales
Erinnerungsfoto. Wobei Sie viele
weitere Erfolge feiern durften.
Seit 20 Jahren bin ich durchgehend
Teil einer Nationalmannschaft,
konnte im Segelkunstflug zehn
Jahre lang der beste in Deutschland
sein und wurde darin auch
fünf Mal Deutscher Meister in der
höchsten Klasse. Es gab einen Vize-
WM-Titel im Einzel im Segelkunstflug
sowie 2024 einen Vize-WM-Titel
im Team im Motorkunstflug, der
absoluten Königsklasse im Flugsport.
Ausschlaggebend über Sieg
Highlight-Foto vom Sieg bei den World-Air-Games in Dubai.
oder Niederlage ist letztlich, trotz
aller Nervosität die perfekte Leistung
auf den Punkt genau abrufen
zu können. Fliegen kann im Rahmen
solcher Wettbewerbe nämlich
jeder. Aber gewonnen werden sie
letztlich im Kopf.
Was an Wettbewerben steht dieses
Jahr an?
Aus finanziellen Gründen leider
nur die Deutsche Meisterschaft im
Motorkunstflug – die WM findet
heuer in USA statt, was schlichtweg
zu teuer ist für mich. Mittel- bis
langfristig betrachtet möchte ich
aber schon so lange wie möglich
auf hohem Niveau fliegen. Besonders
schön wäre nochmals eine
WM in Frankreich. Dort kommen
bis zu 100 000 Zuschauer und jubeln
dir bei der Piloten-Vorstellung
am Abend vor dem Wettkampf sowie
bei der Siegerehrung danach
zu, als gäbe es kein Morgen mehr.
Das ist Wahnsinn und findest du in
Deutschland nicht vor.
Ende Juli kommen wahrscheinlich
keine 100 000, aber bis zu 5 000
mit Sicherheit. Die Rede ist von „75
Jahre Luftsportverein Weilheim-Peißenberg“.
Unter anderem mit einer
Airshow von Ihnen höchstpersönlich.
Was dürfen die Besucher da am Paterzeller
Flugplatz erwarten?
Im Rahmen unseres Jubiläums
am Samstag, 25. Juli und Sonntag,
26. Juli, jeweils ab 10 Uhr, werden
wir den Leuten da draußen
möglichst spektakulär zeigen, was
man mit so einem Flieger alles
anstellen kann. Das ist schon eine
einmalige Gelegenheit, diese besondere
Art von Flugsport dank
Ausnahmegenehmigung direkt in
der Region hautnah miterleben zu
können. Vielleicht sogar noch interessanter
als ein Wettkampf auf
Weltniveau, weil mein Programm
mehr auf Show als auf Präzision
ausgelegt ist. Loopings, Rollen,
Turns – und das bei Spitzengeschwindigkeiten
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Hohenfurch | Unzählige ehrenamtliche
Arbeitsstunden über
mehrere Monate hinweg hatten
die Hohenfurcher Trachtler in die
Vorbereitungen ihres größten Vereinsjubiläums
investiert. „Es war
schon alles organisiert, lediglich
das Zelt noch nicht gestanden“,
erinnert sich der heutige Vize-
Vorstand Tobias Linder gut zurück.
Dann: Corona, Lockdown, Ungewissheit
auf unbestimmte Zeit und
die Absage des für Sommer 2020
geplanten Lechgautrachtenfestes,
womit die Schwalbenstoaner ihren
100. Geburtstag gebührend hätten
feiern wollen. „Enttäuschung und
Frust waren damals groß“, sagt
der heutige Vorstand Jürgen Gistl.
„Das mussten wir erstmal sacken
lassen.“ Gut zwei Jahre später kamen
Tatendrang und Motivation
zurück, um das damals Geplatzte
nochmals in die Hand zu nehmen.
Die dann neue Idee: „Wenn schon
nicht zum 100. Geburtstag feiern,
dann wenigstens das 100. Gaufest
ausrichten.“ Genau darauf haben
sich die in Summe 15 Vorstandsmitglieder
des einzigen Trachtenvereins
an der Schönach (weder
Schwabsoien noch Altenstadt und
Schwabniederhofen haben einen
dorfeigenen Trachtenverein) geeinigt
und nun erneut ein großes
Fest über insgesamt fünf Tage auf
die Beine gestellt. Genaugenommen
sogar ein Gaufest, das es
im Detail betrachtet so noch nicht
gegeben hat. „Wir haben gewisse
Dinge bewusst geändert, um
das Fest auch für Menschen ohne
Tracht und Vereinszugehörigkeit
noch attraktiver zu machen“, verrät
Stefan Linder, Jugendleiter
der Schwalbenstoaner. Explizit
damit gemeint: Der traditionelle
Gauheimatabend, stets am Samstagabend
vor dem Festsonntag
stattfindend, der bis dato eher den
Status einer Veranstaltung für geschlossene
Gesellschaft hatte. „Ein
Abend, an dem die aktiven Gruppen
aller 18 Vereine des Lechgauverbandes
jeweils einen Plattler
oder Tanz aufgeführt haben.“ Dazwischen:
Ratschen, Biertrinken,
kritisch zuschauen und zum Ausklang
des Heimatabends an die
Bar. Die großen Festzelte mit Platz
für 3 000 Personen waren an diesen
Abenden meist nur zur Hälfte
gefüllt. „1 000 Menschen, davon
660 Aktive.“ Und die Stimmung
weitaus weniger locker und freudig,
wie sie sein könnte. „Bewusst
geworden ist uns das beim Gaufest
in Landsberg am Lech vor zwei
Jahren“, erinnert sich Jürgen Gistl.
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Die aktive Kinder- und Jugendgruppe der Hohenfurcher Trachtler.
„Während wir als leidenschaftliche
Trachtler die Auftritte der anderen
Gauvereine gespannt verfolgt
und darauf geachtet haben,
ob die Burschen sauber platteln
und die Madeln sauber drehen,
sagten neutrale Zuschauer neben
uns: Die machen ja alle das gleiche
– und das den ganzen Abend
lang.“
Vereinsübergreifende
Auftritte
Dieses „immer dasselbe“ möchten
die Hohenfurcher nun wie folgt
ändern: Anstelle pausenloser Auftritte
der jeweiligen Gauvereine
wird es zwischendurch längere
Auftrittspausen geben, im Rahmen
derer eine Tanzlmusi (Stegreifmusi)
schneidig aufspielt und
alle, die Lust haben, zum lockeren,
boarischen Tanz auffordern. Darüber
hinaus machen heuer mehrere
Vereine gemeinsame Sache. Zum
Beispiel treten die Rottenbucher
Trachtler mit den Böbingern auf,
die Rotter mit den Reichlingern
sowie die Epfacher mit den Seestallern.
Das schweiße im Rahmen
gemeinsamer Proben bereits im
Vorfeld des Lechgau-Abends ortsübergreifend
zusammen, bricht
die hier und da noch letztverbliebenen
alten Dorfrivalitäten auf
und eröffnet mittel- bis langfristig
betrachtet ganz neue Perspektiven
und Möglichkeiten, Tradition und
Brauchtum aufrechtzuerhalten.
„Im Fußball sind Spielgemeinschaften
unter Dorfvereinen längst
Standard geworden, warum nicht
auch unter Trachtenvereinen?“,
meint Stefan Linder. Wobei die
Ausrichter des diesjährigen Lechgautrachtenfestes
dahingehend
keine Sorgen haben. Zumindest
nicht aktuell. 224 Vereinsmitglieder
im Alter von bis zu 95 Jahren
zählen die Schwalbenstoaner aktuell,
darunter 40 Aktive ab dem
16. Lebensjahr und 45 im Bereich
der Jugend ab fünf Jahren. Der
Anteil an Männern und Frauen
sowie Buben und Mädchen ist
dabei ziemlich ausgeglichen, das
Angebotsspektrum innerhalb des
Vereins vielschichtig: Plattlergruppen
für Groß und Klein, mehrere
Volksmusikgruppen, der vor wenigen
Jahren neugegründete, rührige
Trommlerzug, Kindersingen,
Kräuter- und Palmbuschenbinden,
Maibaumaufstellen, Klöpfeln, musikalische
Umrahmung kirchlicher
Anlässe, Almfest, Kirchweihutschga
– die Liste der Aktivitäten ist
lang, der Stellenwert des Vereins
für die 1700 Einwohner starke Gemeinde
riesig. „Das schöne hier ist
grundsätzlich, dass alle Dorfvereine
sehr rührig sind, sich gegenseitig
unterstützen und deshalb
auch wir in der Lage sind, ein so
bedeutungsvolles Fest wie das
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der Hohenfurcher, der als sehr fleißig, rührig und gesellig gilt.
100. Lechgautrachtenfest zu stemmen“,
sagt Jürgen Gistl. Bester
Beweis dafür: Der erste Infoabend
zum Fest im örtlichen Gasthof
Zeus, wo die Vereinsverantwortlichen
mit maximal 90 Interessenten
gerechnet hatten. Gekommen
waren 150, die alle ihre Mithilfe
anboten!
Auch spannend: Die Details des
Brainstormings zum Fest. „Wir
haben zu Beginn der Planung
jedes einzelne Mitglied aus der
Vorstandschaft darum gebeten,
seine ganz persönliche Vorstellung
von unserem Gaufest auf
einen Zettel zu schreiben – von
zwei bis 14 Tagen waren da alle
erdenklichen Versionen und Dimensionen
eines Gaufestes dabei.
Letztlich geeinigt habe man
sich auf fünf Tage, „was definitiv
sportlich ist“. Genehmigungen
von Gemeinde, Privatgrundstückbesitzer
und Landratsamt sowie
Deko, Booking namhafter Musiker
und Gruppen, wöchentliche Festausschusssitzungen,
Organisation
von Brauerei, Festwirt, Festzelt –
die To-Do-Liste ist verdammt lang,
das Aufgabengebiet der Festvorbereitungen
vielschichtig. „Wobei
das bunte Rahmenprogramm, so
wie es letztlich geworden ist, wiederum
an nur einem Wochenende
entstanden ist“, verrät Jürgen
Gistl einen geheimen Hütten-Trip
direkt am Westufer des Lechs auf
Höhe Bernbeuren, „wo sich unsere
komplette, 15-köpfige Vorstandschaft
zurückziehen und in Ruhe
planen konnte“. Dabei festgezurrt
wurde auch das Motto des diesjährigen
Lechgautrachtenfestes.
Programm startet mit
„Wochadoaler“
Es lautet „Sei gegrüßt“ und ist
zurückzuführen auf das mittlerweile
älteste und verdienteste
Mitglied der Schwalbenstoaner:
Hans Linder, 95 Jahre jung, der für
seinen herzlichen, stets lebensbejahenden
Sei-gegrüßt-Gruß
im kompletten Gauverband und
weit darüber hinaus bestens bekannt
ist. Und der, sofern es die
Gesundheit zulässt, einen Platz in
der Ehrenkutsche beim großen
Umzug am Festsonntag sicher
hat. Zum Auftakt der fünftägigen
Feierlichkeiten laden die Schwalbenstoaner
am Mittwoch, 8. Juli,
um 19 Uhr zum „Wochadoaler“
mit Bieranstich, XaFranzl und keinem
Geringeren als Josef Menzel
ins 3 000-Personen-Zelt an der
Ecke Gewerbestraße / Hornweg im
Südwesten des Dorfes. Zu erwarten
ist ein unterhaltsamer Abend
mit urbayerischen Liedern, oft neu
interpretiert. Am Tag der Betriebe
– Donnerstag, 9. Juli, um 19 Uhr –
gibt’s gutes Bier, beste Blasmusik
durch die „Pfaffenwinkler“ und
einen lustigen Wettstreit auf der
Bühne, bei dem ungezwungen
und ohne Voranmeldung mitgemacht
werden kann. Eingeladen
sind hierzu alle in der Region
ansässigen Betriebe (Chef zahlt!),
Hohenfurcher Ortsvereine, umliegenden
Trachtenvereine sowie
alle, die einen geselligen Abend
erleben wollen. Ein weiteres
Highlight dürfte der Sternmarsch
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16 | altlandkreis
„Sei gegrüßt!“ Die Aktiven der Hohenfurcher Plattlergruppe mit ihren
Dreherinnen laden recht herzlich zum diesjährigen Lechgaufest.
am Freitag, 10. Juli, um 19 Uhr
mit 15 Trommlerzügen, drei Spielmannszügen
und acht Musikkapellen
sein. „Wir reden hier von
660 Teilnehmern, die gemeinsam
Musik machen“, schwärmt Monika
Lukats, Volksmusikwartin bei den
Schwalbenstoanern, ehe es anschließend
mit einem Stimmungsabend
im Festzelt mit den Alpengruß
Musikanten weitergeht.
Weil es zeitlich zusammenfällt,
nutzen am Samstagvormittag, 11.
Juli, ab 10 Uhr die Hohenfurcher
Böllerschützen die Infrastruktur
des Trachtenfestes und feiern ihr
30-jähriges Bestehen mit Frühschoppen,
Platzschießen, Kaffee
und Kuchen. Am Abend dann der
quasi revolutionierte Lechgau-
Abend mit Stegreif-Musi und Lechgau-Kapelle,
dessen Rahmenprogramm
deutlich bunter sein wird
als es bei bisherigen Gauheimatabenden
der Fall war. „Insofern in
der Tat auch für nichtaktive Trachtler
ein äußerst besuchenswerter
Abend – auch für Interessierte
ohne Lederhose und Dirndl.“ Das
absolute Highlight aber ist und
bleibt im Rahmen solcher traditionellen
Großveranstaltungen der
Festsonntag. So auch am 11. Juli
in Hohenfurch, beginnend mit einem
sanften Weckruf durch im Ort
verteilte Alphornbläser. Es folgen,
um 8.45 Uhr, ein Kirchenzug mit
Aufstellung am Festzelt, ein Feldgottesdienst
am unweit entfernten
Talhof, ein zünftiger Frühschoppen
mit der Knappschafts- und Trachtenkapelle
Peiting im Festzelt, gemeinsames
Mittagessen im Festzelt
und um 13.30 Uhr ein großer
Festzug mit 3000 (!) Teilnehmern
durchs Oberdorf. Die Rede ist von
allen Lechgau-Trachtenvereinen,
zahlreichen Trachtenvereinen des
Oberen Lechgaus sowie 19 Musikkapellen,
mehreren Trommlerzügen,
zehn von Pferden gezogenen
Festwägen und Gastvereinen, zum
Teil bis aus der Schweiz. Zu den
anschließenden Ehrentänzen im
Festzelt sowie auf einer Außenbühne
musizieren die Blaskapellen
aus Burggen und Hohenfurch,
ehe ab 18 Uhr, zum Festausklang,
„Blechpfiff“ ein sicherlich rundum
gelungenes Fest zu Ende begleitet.
Im Idealfall bei niederschlagsfreiem
Wetter und – trotz Hantavirus-
Berichten – ohne pandemiebedingte
Turbulenzen.
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> > > INFOS UND KARTENVORVERKAUF
Informationen zum 100. Lechgautrachtenfest sowie Vorverkaufskarten
für die Josef Menzel Kapelle am Mittwoch, 8. Juli, sind online
unter tickets.hohenfurch.net erhältlich.
juli / august 2026 | 17
Pünktlich zum Lechgautrachenfest
Vilser Findlinge und
uralte Fichten
Hohenfurch | Dass Hohenfurch
zur Aufhübschung des Ortsbildes
dringend neue Ortseingänge
gebrauchen könnte, hatte Landund
Forstwirt Thomas Nuscheler
bereits vor 15 Jahren im örtlichen
Gemeinderat vorgeschlagen.
„Braucht’s nicht“, hat es damals
mehrheitlich geheißen. Loslassen
konnte und wollte der begnadete
Bastler und Tüftler von dieser Vision
trotzdem nicht. Einige Jahre
später fuhr er deshalb durch nahezu
alle Ortschaften südlich von
Hohenfurch. Ob Altenstadt, Peiting,
Steingaden, Prem, Rottenbuch,
Böbing, Schöffau, Uffing – sie alle
hübschten ihre Ortseingänge aus
unterschiedlichsten Beweggründen
auf. „Nur wir in Hohenfurch
nicht, obwohl allein auf der B17
rund 15 000 Fahrzeuge pro Tag
durch unseren Ort hindurchfahren.“
Als Thomas Nuscheler all die
abfotografierten Ortseingangs-Bilder
aus umliegenden Ortschaften
inklusive der trostlosen Ansichten
von Hohenfurchs Neu-Bürgermeister
Matthias Zeidlmaier via
WhatsApp schickte, war auch dieser
der festen Meinung: „Da muss
wirklich was getan werden.“ Weil
die Gemeinde jedoch nach wie vor
kein Geld dafür übrig hat, haben
rund ein Dutzend rühriger Männer
das Projekt letztlich vollständig
ehrenamtlich sowie mit Hilfe von
Sponsoren einfach selbst in die
Hand genommen. Deren Ziel: Dass
die Hauptortseingänge im Süden,
Norden und Westen spätestens
bis Beginn des diesjährigen Lechgautrachtenfestes
(auch in Hohenfurch)
in neuem Glanz erstrahlen.
Unter mehreren Vorschlägen, die
letztlich als Skizzen eingereicht
werden konnten, wurde die Idee
von Thomas Nuscheler selbst als
„ideal“ auserkoren: Jeweils ein
großer Findling, der wiederum
mit einer lasergeschnittenen, aus
Edelstahl bestehenden Aufschrift
„Grüß Gott in…“ sowie dem ebenfalls
aus witterungsbeständigem
Blech geschnittenen Ortswappen
versehen wird.
Ältester Baum ist
180 Jahre alt
Zusätzlich und direkt danebenstehend:
Je ein massiver Fichtenstamm
samt Schindeldach, in
den das Wort „Hohenfurch“ via
Motorsäge eingeschnitzt wird. Die
Findlinge stehen dafür, „dass in
Hohenfurch im Zuge von Ausgrabungen
immer wieder riesengroße
Steine entdeckt werden, obwohl
der Boden drumherum ansonsten
sehr feinkiesig ist“. Da in der Kürze
der Zeit jedoch keine Hohenfurcher
Findlinge zufällig entdeckt wurden,
entschieden sich die Hohenfurcher
für drei riesengroße Steine
aus dem Steinbruch im österreichischen
Vils, unweit von Pfronten
und Füssen. „Der größte wiegt
zehn Tonnen, die anderen beiden
sieben bis acht.“
Wiederum direkten Bezug zur Hohenfurcher
Dorfgeschichte haben
die Bäume, aus denen die drei
Fichtenstämme gesägt wurden.
„Wir haben mit einer Waldgenossenschaft
im Unterdorf sowie einer
Waldgenossenschaft im Oberdorf
gleich zwei, was wohl bayernweit
einzigartig ist“, meint Thomas
Nuscheler. Deshalb stamme je
eine Fichte aus den Wäldern der
jeweiligen Genossenschaften, die
entsprechend auch am Ober- und
Unterdorf fixiert wurden. Der dritte
Baum, angebracht am östlichen
18 | altlandkreis
Echte Hingucker: Die bis zu zehn Tonnen schweren Findlinge, die aus
dem bekannten Vilser Steinbruch südwestlich von Füssen stammen.
Ortseingang nahe Schwabniederhofen,
stammt dagegen aus einem
Wald von Thomas Nuscheler, der
wiederum in unmittelbarer Nähe
dieses Ortseingangs seinen Hof
betreibt. „So bleiben alle Bäume
ihrer Zugehörigkeit treu.“ Gewählt
wurden letztlich ganz gezielt sehr
alte, formschöne und gesunde
Bäume mit bis zu 40 Metern Länge,
85 Zentimetern Durchmesser und
einem Alter von 100, 110 und 180 (!)
Jahren. „Wir haben in Hohenfurch
viel Wald und können nun stolz
darauf sein, dass ein winziger Teil
davon in Form der neuen Ortseingänge
weiterlebt“, freut sich Bürgermeister
Matthias Zeidlmaier,
der Initiator Thomas Nuscheler sowie
dessen Mitstreiter ausdrücklich
loben möchte. „Ein Projekt mit weit
über 300 Arbeitsstunden, das auch
als Vorbild für weitere Ehrenamtsaufgaben
in unserem Dorf dienen
kann.“ Teil des Teams waren:
Landwirt Bernd Langegger und
Gemeindearbeiter Frank Karcewski
in der Funktion als Allrounder. Der
seit kurzem selbstständige Maurer
Matthias Balasz für Fundamentund
Pflasterarbeiten. Elektriker
Stefan Lukats, der die Ortseingänge
bei Nacht erleuchten lässt. Die
Schreiner Markus Rieger und Ludwig
Nuscheler zum Bau von Schindeldächern,
die auf die jeweiligen
Fichtenstämme aufgesetzt wurden.
Schlosser Martin Schwathe zum
Lasern von Aufschriften und Ortswappen.
Die Firma Assner aus
Denklingen, die sich unentgeltlich
um Erd- und Baggerarbeiten gekümmert
hat. HRW-Geschäftsführer
Andreas Ressle, der die Vilser
Findlinge via Autokran aufstellte.
Und Kieswerksbesitzer Josef Streif
als größter Sponsor eines Projekts,
das pünktlich zum Lechgautrachtenfest
das Ortsbild von Hohenfurch
definitiv deutlich aufhübscht. js
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haben die Ortseingänge ihres Dorfes ehrenamtlich aufgehübscht.
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juli / august 2026 | 19
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„XaFranzl“ erobern Herzen im Sturm
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Hohenfurch | Auf Live-Konzerten
namhafter Interpreten startet
meist eine gute, jedoch nicht ganz
so bekannte Vorband. Die sollte
im Idealfall weniger Stimmung
erzeugen als die Gruppe, wegen
der letztlich alle gekommen sind.
Ziachspieler Xari Nuscheler, 20
Jahre jung, und Gitarrist Franz
Taufratshofer, 17 Jahre jung, kommen
beide aus Hohenfurch – und
aus dem Grinsen kaum heraus, als
sie von ihrem ersten prominenteren
Vorband-Auftritt berichten. Sie
durften vor der Oberpfälzer Rock-
Pop-Band „Troglauer“ ran – und
heizten die Festzelt-Stimmung unter
1 300 Feierwütigen innerhalb
kürzester Zeit derart an, dass die
Troglauer selbst zum quasi Stimmungshöhepunkt
loslegen konnten.
Dabei gibt es die zwei Sandkastenfreunde
als „XaFranzl“ erst
seit rund drei Jahren, was obendrein
im Grunde einem Zufall geschuldet
ist. Xari Nuscheler hatte
vor Gründung des pfiffigen Duos
seine Ziach für ein Jahr in die Ecke
gestellt, weil er ohne Gruppe und
Auftrittsziel weder Freude noch
Sinn im Musizieren sah. „Opa
Hans und Oma Erna sind unsere
größten Fans – aber immer nur alleine
den Großeltern vorzuspielen
hat sich irgendwann nicht mehr
richtig angefühlt.“ Auch Franz
Taufratshofer hatte eigentlich
ganz andere Pläne, übte nur noch
E-Gitarre und war guter Dinge,
Teil einer richtigen Rockband werden
zu können. Doch dann kam
die Anfrage von Monika Lukats,
Volkmusikwartin der Trachtenvereins
„D’Schwalbenstoaner“, ob
die beiden nicht Lust hätten, im
Rahmen der Hohenfurcher Dorfweihnacht
gemeinsam ein paar
20 | altlandkreis
Xari Nuscheler (li.) spielt Ziach, Franz Taufratshofer Gitarre.
boarische Stücke zu spielen. Nur
drei Mal hatten die Ausnahmekönner
„Augenstern“ von Herbert
Pixner geprobt. „Ich weiß
noch genau, wie planlos und
zitternd ich auf der Bühne war,
mir vorher noch von Hand die
Akkorde auf einen weißen Zettel
geschmiert hab“, berichtet Franz
Taufratshofer. Womit er und Xari
letztlich nicht gerechnet hätten:
Wie unfassbar viel Freude ihnen
das gemeinsame Musizieren von
origineller Volksmusik bereiten
würden. Eine Begeisterung, die
auch aufs aufmerksame Publikum
sofort übersprang. Die Folge: Weitere
Auftritte auf privaten Geburtstagsfeiern
sowie beim Bauerntheater
in Epfach.
Auftritte bis hinter
München
Die ersten Wochen und Monate
proben die beiden wie verrückt,
studieren zwei bis drei Mal die
Woche ein neues Lied nach dem
anderen ein und spielen sich regelrecht
in einen Rausch. Dabei
spannend: Nie streng nach Noten,
sondern stets frei nach Gehör.
Doch plötzlich: Anfragenflaute
über mehrere Wochen hinweg
und die Frage: „Sollen wir überhaupt
weiterproben, wenn’s grad
so ruhig um uns wird?“ Als hätte
das Schicksal mitgehört, ging
der Hype um die zwei jungen
Burschen von diesem Moment
an so richtig los. Seither spielen
die beiden, Sommer wie Winter,
wöchentlich. Wohlgemerkt ausschließlich
in ihrer Freizeit, aus
reinem Spaß an der Freud. Xari
Nuscheler hat dabei die Rolle des
Bandmanagers inne, sucht neue
Songs aus, organisiert über eine
gemeinsame Terminkalender-App
die Auftritte und sorgt als Führerscheinbesitzer
dafür, dass die beiden
an all die unterschiedlichen
Auftrittsorte kommen. Franz Taufratshofer
ist dagegen die Rampensau.
„Ich weiß im Vorfeld oft gar
nicht, wo’s für uns beide hingeht,
setze mich manchmal einfach ins
Auto und lass mich überraschen.“
Diese Spontanität spiegelt die unbekümmerte,
notenlose Art des
Musizierens der beiden wieder.
Entsprechend schwer fällt auch die
In Gesellschaft eines echten Promis: XaFranzl mit Roberto Blanco.
Ein- und Zuordnung einer klaren
Musikrichtung. „Koa Tanzlmusi,
koa Bläsergruppe, koa Stubenmusik
– was spielen wir eigentlich!?“
Im Grunde einen bunten Mix aus
allem, nur nochmals neu und
auf ganz eigene Art und Weise
interpretiert. Mittlerweile beherrschen
die beiden 80 (!) Songs.
Alle auswendig, alle ohne Noten.
Von Pixner über Tanzlmusi bis
hin zu Schlagern, von moderner
Volksmusik bis hin zu richtig alten
„Schinken“. Und? „Die Resonanzen
sind überwältigend, die Erlebnisse
kaum greifbar.“ Vor allem
seit die beiden angefangen haben,
nicht nur instrumental, sondern
auch gesanglich zu performen,
können sie sich vor Anfragen
kaum retten – und kommen
dank eines zu einem Tourbus
samt Bettenlager umgebauten
Feuerwehrfahrzeugs
trotz ihres blutjungen Alters
an Orte und Leute, „wo wir
uns selbst manchmal zwicken
müssen, um es glauben
zu können“.
Die größte Schneid
im Raum
Hinter München, am Tegernsee,
auf einer Alm in Österreich,
Musikantentreffen im
Allgäu, Taufen, Hochzeiten
und Festzeltstimmung bis
hinter Memmingen, auf der
Drehhütte – das Einzugsgebiet
ist inzwischen riesig geworden
für die noch blutjungen
Musikanten, die auch schon
eine Anfrage aus St. Moritz in der
Schweiz sowie von den aus dem
Bayerischen Rundfunk bekannten
Brettl-Spitzen bekommen haben.
Auch deshalb, weil sie immer
wieder während ihres meist dreistündigen
Auftritts anfangen zu
improvisieren. „Franz beherrscht
den Stil von acht verschiedenen,
namhaften Gitarristen – und kann
diese blitzartig, während eines
Lieds, entsprechend einpflegen.“
Ob Jimmy Hendrix, Hans Söllner
oder Freddy Mercury? Ziachspieler
Xari muss seinem Spezl nur
zuzwinkern, damit dieser in eine
klassische Polka-Begleitung ein
weltbekanntes Gitarrensolo einstreut.
Oder, wie neulich, bei einem
Freund von Roberto Blanco
mit (!) Roberte Blanco „ein bisschen
Spaß muss sein“ singt. Ein
weiteres Markenzeichen von Xa-
Franzl: Ihr origineller Style. „Der
muss immer sitzen und im Idealfall
die größte Schneid im Raum
darstellen.“ Im Sommer tragen
die beiden kurze Lederhose, graugestrickte
Strümpfe, Haferlschuhe,
gestreiftes oder kariertes Hemd,
ein fesches Leiberl sowie einen
urig geformten Hut. „Ich den
hier heimischen Lechtaler, Xari
inzwischen den alten von seinem
Opa Schorsch, der richtig lässig
aussieht, obwohl er schon zwei
Löcher hat.“ Im Winter dagegen
die wärmere Lodenhose. Außerdem
immer mit im Gepäck: Zwei
Konzertgitarren, eine hochwertige
Ziach, eine Box von Bose, mehrere
Paar Holzlöffel und bei Auftritten
in näherer Umgebung auch häufig
die Duo-eigene Bühne: Eine
am Heck eines original Eicher-
Traktors (Oldtimer) angebrachtes
Podest, was zum unvergleichlichen
Kleidungs- und Musikstil der
Burschen viel besser nicht passen
könnte. Hinzu kommt, dass beide
sich in bis zu sechs (!) Vereinen
wie Trachtler, Trommler, Landjungend,
Feuerwehr oder
Männerchor engagieren.
„Deshalb haben wir für
eine feste Freundin, so
schön’s natürlich wär, grad
gar keine Zeit“, sind sich
die beiden auch bei diesem
Thema einig. Allen voran
nicht in diesen Tagen und
Wochen der finalen Vorbereitungen
auf das 100.
Lechgautrachtenfest. Gleich
zum Auftakt am Mittwoch,
8. Juli, dürfen XaFranzl als
Vorband der bekannten
Josef Menzel Kapelle ran.
Aber bitte nicht ganz so
enthusiastisch, damit die
Stimmung nicht erneut
schon vor dem Main-Act
(Hauptakt) zum Höhepunkt
kocht.
js
juli / august 2026 | 21
> > > ALLERLEI IM ALTLANDKREIS
Feiern, Verausgaben
und richtig gute Musik
Poolparty im Plantsch
Schongau | Beerpongturnier, Shishalounge,
Photobox, Selfmade-Cocktails,
Wein- und Spritzbar sowie leckeres
Streetfood: Am Samstag, 4. Juli, steigt die legendäre Pool-Party P im
Schongauer Plantsch, lädt mit zwei beheizten Becken zum Baden ein.
Für fetzige Musik sorgen DJ PM aus Schongau, DJ Stephan Majok aus
München und DJ J-Songz aus Ingolstadt. Einlass ab 18 Uhr
und 16 Jahren (bis 3 Uhr mit „Mutterzettel“). Erst für zehn
Euro, nach 21 Uhr für 16 Euro.
js
Premiere von Welfs Erbe – Tickets zu gewinnen!
Steingaden | Wie bereits in unserer Mai / Juni-Ausgabe
groß angekündigt, steigt in Steingaden heuer
wieder ein großes Freilichtspiel. Premiere der
in Summe dritten Auflage von „Welfs Erbe“ ist am
Samstag, 18. Juli, um 20 Uhr. Infos und Tickets hält
die Internetseite www.welfenbuehne.de bereit. js
>>> Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost
für die Premiere von „Welfs Erbe“ auf dem
Marktplatz in Steingaden nochmals 3 x 2 Tickets.
Schicken Sie uns
bis 10. Juli eine
Postkarte mit
dem Stichwort
„Freilichtspiel“
an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting.
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Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. is.de.
Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist
ausgeschlossen. Viel Erfolg!
Bayersoier Fünfkampf
Bad Bayersoien | Am letzten Juli-Wochenende ist es wieder so weit, lädt der
ESV Bad Bayersoien zum legendären Mannschafts-Fünfkampf. Los geht’s am
Freitag, 24. Juli, um 16.30 Uhr mit dem Lauf um den Soier See, gefolgt vom
Bankdrücken (ab 18.30 Uhr) im Bierzelt am Sportheim. Samstagfrüh, 25. Juli,
startet um 8 Uhr das Stock-Zielschießen am Sportheim. Um 12.30 Uhr beginnt
das Rennrad-Einzelzeitfahren mit Start in der Dorfstraße, ehe um 15.30 Uhr
südseitig der B23 die Mountainbike-Rennen zünden. Abschließend:
Siegerehrung und Party mit Live-Band im Bierzelt. Anmeldungen
und nähere Infos unter www.esvbadbayersoien.de.
js
Erst hAMMERsound, dann TheBossHoss
Peißenberg | Einst im Rahmen einer Jugendumfrage gewünscht,
wurde das hAMMERsound-Festival ins Leben gerufen. Heuer findet
es am Freitag, 31. Juli, von 14 bis 22 Uhr auf dem Festplatz Moosleite
in Peißenberg statt. Geboten ist ein buntes Line-up fetziger Live-
Bands, eine Azubi-Meile für Ausbildungssuchende, leckeres Essen,
erfrischende Getränke sowie ein Workshop zum Skaten und Scooter-
Fahren samt Contest (Helmpflicht!), im Rahmen dessen es coole Preise
zu gewinnen gibt. Nähere Infos unter www.hammersoundfestival.
de. Noch außergewöhnlicher:
Dass die Infrastruktur des Festivals
für ein weiteres Konzert
genutzt wird. Am Samstag, 1.
August, ab 20 Uhr treten die aus
Funk und Fernsehen bekannten
Starmusiker „TheBossHoss“ auf.
Tickets sind erhältlich unter
www.peissenberg-openair.de. js
>>> Außerdem verlost „altlandkreis“ 2 x 2 Tickets. Schicken Sie uns
bis Mitte Juni eine Postkarte mit dem Stichwort „TheBossHoss“ an
„altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine Mail
an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der Rechtsweg
ist ausgeschlossen.
22 | altlandkreis
900 Jahre Schwabbruck
Schwabbruck | Die Gemeinde Schwabbruck wurde
erstmals vor 900 Jahren urkundlich erwähnt.
Insofern ein guter Grund zum Feiern. Geplant ist
ein Festwochenende über drei Tage, beginnend
mit einer Partynacht am Freitag, 31. Juli, ab 19 Uhr.
Erst spielen „XaFranzl“ aus Hohenfurch, danach
die bekannte Radlerband. Weiter geht’s am Samstagnachmittag,
1. August, um 14 Uhr mit Bayerischem
Wettkampf sowie Kaffee und Kuchen, ehe
am Abend ab 19 Uhr Weinfest mit der Penoner
Musikkapelle, Südtiroler Schmankerln und einer
Peiting | Rennradbegeisterte dürfen sich auch dieses
Jahr auf ein absolutes Highlight freuen: Die
Pfaffenwinkel-Radrundfahrt. Heuer am Sonntag,
19. Juli, wie gewohnt mit Start und Ziel an der
Dreifachturnhalle, Alfons-Peter-Str. 10, in Peiting.
Radrundfahrt durch den Pfaffenwinkel
Feuerwerkshow steigt. t Den Abschluss der Feierlichkeiten
bildet der Festsonntag, 2. August, ab
9 Uhr mit Festgottesdienst, Kirchenzug, Mittagessen,
Kaffee und Kuchen sowie musikalischer
Unterhaltung der Musikkapelle Schwabwwbruck.
Nähere Infos unter www.
schwabbruck900.de.
js
Die in Summe 41. Rundfahrt hält mit 160, 120, 85
und 55 Kilometern vier verschiedene Strecken bereit.
Gestartet wird zwischen 6.30 und 8 Uhr, im
Falle der 55-Kilometer-Familientour zwischen 7
und 10 Uhr. Neu im Programm außerdem: Eine
80 Kilometer lange Strecke für Gravelbikes. Auch
hier wird zwischen 6.30 und 8 Uhr gestartet. Bei
der Pfaffenwinkelrundfahrt handelt es sich nicht
um einen klassischen Wettkampf auf Zeit, können
lediglich Wertungen in Gruppen gewonnen
werden. Weitere Infos und Anmeldung
online unter www.pfaffenwinkelrad-adrundfahrt.dejs
Sehen, Hören, Lesen –
die Gewinner der letzten Ausgabe
Altlandkreis | Jede Menge Lesens-, Hörens- und
Sehenswerte haben wir in unserer Mai / Juni-Ausgabe
verlost. Je ein Exemplar von „Landwissen“,
der Knigge für Naturliebhaber von Autorin Nicola
Förg, ging an Emma Hackinger aus Vilgertshofen
und Johann Habersetzer aus Hohenpeißenberg.
Je zwei Tickets für das Grüne-Sonne-Festival auf
dem Hohen Peißenberg gewannen heuer Alexandra
Baumann aus Hohenfurch, Reinhard Echtler
aus Schongau und Sonja und Gregor Brennauer
aus Wildsteig. Zwei Karten für das große Wies-
Konzert des Festlichen Sommers gewann Rudi
Besel aus Kinsau, die zwei Karten für das große
Wies-Konzert von Musik im Pfaffenwinkel Johanna
Niggel aus Wildsteig. Zu den Wohnzimmerkonzerten
in Bernbeurens Käse-Küche durften, jeweils
mit Begleitung
ihrer Wahl, Birgitt
Schelle aus
Peiting (mit dem
Redakteur des
Magazins weder
verwandt noch verschwägert) und
Kerstin Sporer aus Schwabsoien (Ben Camden)
sowie Margit Angerhofer aus Lechbruck und Holger
Nachtigall aus Sachsenried (Wawra). Außerdem
gingen je zwei Tickets für die Premiere von
Welfs Erbe (erst am 18. Juli) an Hildegard Frank
aus Prem, Elisabeth Dreher aus Bernbeuren
und Wilhelm und Roswitha Wotke aus
Altenstadt. Wir gratulieren allen Gewinnern
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juli / august 2026 | 23
Gewerbeschau in Schongaus Eisstadion
Helikopter, Poolbau und KI
Impressionen
aus dem Jahr 2015.
Schongau | Erlebnisorientiert und
vielschichtig: Die Vereinsverantwortlichen
der Schongauer
Mammuts haben sich verdammt
viel einfallen lassen,
um aus der zehnten Pfaffenwinkel
Gewerbeschau eine ganz
besondere zu machen. „Unter
dem Motto eines modernen und
familienfreundlichen
Messeerlebnisses
haben wir das Konzept
der altbewährten Gewerbeschau,
die abwechselnd in Peiting
und Schongau stattfindet, in einigen
Punkten überarbeitet mit dem
Ziel, klassische Gewerbeschau,
Familienevent und regionale Begegnungsplattform
miteinander
zu verbinden“, bekräftigt Tobias
Geretzhuber, bei den Mammuts
verantwortlich für Marketing und
Sponsoring. Die mehr als 5000
Besucher, die am Samstag, 11.
Juli, und Sonntag, 12. Juli, jeweils
von 10 bis 18 Uhr am und
im
Schongauer Eisstadion an der
Lechuferstraße erwartet werden,
dürfen sich insofern nicht nur
auf 60 Aussteller aus den Bereichen
Handwerk, Mobilität, Banken,
Versicherungen, Gesundheit,
Dienstleistungen und vieles mehr
freuen – auch kulturell, sportlich
Das Orga-Team präsentiert t das frischgedruckte Banner.
24 | altlandkreis
und kulinarisch ist für alle Altersklassen
und Interessensgruppen
jede Menge geboten. Zum Beispiel
lädt an beiden Vormittagen ein
Weißwurstfrühschoppen mit Live-
Musik der Stadtkapelle Schongau
(am Samstag) sowie Hans Enzensperger
und seiner bekannten Jazz-
Band (am Sonntag) zum geselligen
Start in den Tag. Dabei stets im
Fokus: Familienfreundlichkeit. Unter
anderem dank kostenloser Kinderbetreuung
mit Kinderschminken,
Hüpfburg und Kunsteisfläche
zum „Zocken“ auf Schlittschuhen.
Gratis-Eis „vom Gulio aus Peiting“.
Generell erschwingliche Preise für
Essen und Getränke. Mitmachaktionen
und Vorführungen auf
und neben der Messebühne. Aber
auch ein großzügiges Außengelände
mit weiteren Attraktionen.
Startups, Kunsthandwerk
und „Magic Mirror“
Brandneu im Rahmen der diesjährigen
Pfaffenwinkel Gewerbeschau:
Eine Startup-Area, auf der
sich neugegründete Betriebe mit
spannenden Schwerpunkten wie
KI, Erste Hilfe oder Sponsoring
präsentieren. Der Bereich „Longevity“,
zu Deutsch „Langlebigkeit“,
hält trendige Fachvorträge
zu Fitness, gesunder Ernährung,
Beautybehandlungen und gesunden
Schlaf bereit. Aussteller mit
handgemachten Taschen, Körben,
Seifen oder Gläsergravur verleihen
der Veranstaltung kunsthandwerkliches
Flair. Und erstmals mit
dabei sind auch Infostände aus
dem Bereich „Tourismus im Pfaffenwinkel“.
Weitere Highlights:
Live-Auftritte von Mentorin, Entertainerin,
Spiegel-Bestsellerautorin
Die Gewerbeschau findet im und um das Schongauer Eisstadion statt.
und Influencerin „Clementa“. Die
Vorstellung eines in Schongau entwickelten
Ultraleicht-Helikopters.
Eine Fotobox mit „Magic Mirror“.
Und die Möglichkeit, sich live vor
Ort von einem echten Profi tätowieren
zu lassen. Wobei auch das
Ausstellerportfolio an sich keine
Interessenswünsche offen lässt:
Die Rede ist von Handwerksbetrieben,
die auf Photovoltaik, Stromspeicher
und Wärmepumpen
spezialisiert sind, aber auch auf
modernen Hallen- und Gebäudebau,
auf Fenster, Türen und Insektenschutz,
auf Gebäudebelüftung,
Parkettböden sowie auf Garten-,
Landschafts- und Poolbau. Aus der
Kategorie „Mobilität“ präsentieren
hiesige Autohäuser jede Menge
neue Fahrzeuge namhafter Hersteller
aus Deutschland und Europa,
zum Beispiel von Volkswagen,
Audi, Mercedes, Dacia, Opel und
Peugeot. Aber auch aus Asien
stammende Marken wie BYD, KIA
und Hyundai. Nicht unwichtig in
Zeiten der immer rasanter voranschreitenden
Digitalisierung:
Zeitgemäße Versicherungskonzepte,
Online-Banking oder Echtzeit-Bezahlsysteme,
wozu hiesige
Banken und Versicherungen informieren,
aufklären und anbieten.
Und natürlich wohnortnahe
Gesundheitsversorgung, wozu das
noch recht neue medizinische Gesundheitszentrum
„SOGesund“ im
ehemaligen Krankenhaus Schongau
informiert. Spannend für Groß
und Klein dürfte auch das Ausprobieren
diverser Simulatoren
werden: Eine in Schongau ansässige
Fahrschule stellt hierzu einen
Pkw-Fahrsimulator bereit, die
preisgekrönte und allgemeinhin
sehr rührige Gebietsverkehrswacht
Schongau ihren neuen Scooter-
Simulator.
Rallye animiert zum
Rundgang
Vorzufinden sind Aussteller, Bühne
und anderweitige Attraktionen auf
mehreren Flächen: „Wir nutzen
den überdachten Bereich unseres
einseitig offenen Eisstadions
ebenso wie den Außenbereich der
Stockschützen sowie die Flächen
der Parkbuchten drumherum“, betont
Tobias Geretzhuber, der Ende
Das Highlight der Gewerbeschau ist ein Helikopter von Paul Ressle.
2025 noch skeptisch war, dass es
dieses Jahr überhaupt eine Pfaffenwinkel
Gewerbeschau geben
wird. „Aufgrund der zahlreichen
anderweitigen, ehrenamtlichen
Tätigkeiten innerhalb der Eissportabteilung
waren wir plötzlich unter
Zeitdruck gestanden und wussten
deshalb nicht, ob wir eine derart
große Veranstaltung in wenigen
Monaten auf die Beine stellen können.“
Dank engem Austausch mit
den Vorjahresausrichtern des EC
Peiting, der kurzfristigen Zusammenstellung
eines neuen, rührigen
wie kreativen Teams sowie der
überraschend schnellen Zusagen
zahlreich angefragter Firmen „war
jedoch schnell klar, dass es klappt“.
Unter anderem auch mit jeder
Menge kulinarischer Köstlichkeiten.
Der neue Wirt des Eisstüberls
kocht vegetarisch und vegan. Die
Mitglieder der Mammuts werfen
Fleisch und Wurst auf den Grill.
Die Mütter der Nachwuchsspieler
backen leckere Kuchen und kochen
Kaffee. Und Familie Albrecht vom
örtlichen Brauhaus kredenzt Kässpatzn
und Spanferkel. Wer sich
nun fragt, warum die Schongauer
Mammuts federführend eine Pfaffenwinkel
Gewerbeschau organisieren?
Ursprünglich entstanden
ist dieses Messeformat aus einer
eigentlich reinen Sponsorenveranstaltung
des EC Peiting heraus.
Weil dieses Konzept jedoch auf
Anhieb gut ankam, auch Nicht-Eishockey-Sponsoren
sowie ein großer
Teil der Bevölkerung Gefallen
daran gefunden hatten, die weit
über Eissportunterstützung hinausreicht,
hat sich die Pfaffenwinkel
Gewerbeschau von Beginn an
zu einer beliebten Veranstaltung
entwickelt, von der letztlich mehrere
Seiten profitieren: Der jeweils
ausrichtende Verein, heuer die
Eissportabteilung des TSV Schongau,
kann bei Standgebühren
von 300 bis 900 Euro seine stets
klammgefüllte Vereinskasse füllen,
so Kindern und Jugendlichen aus
der Region auch in Zukunft den
schnellsten Mannschaftssport der
Welt vergleichsweise kostengünstig
und wohnortnah ermöglichen.
Gleichzeitig können hiesige Firmen
sich den hier lebenden Bürgerinnen
und Bürgern präsentieren –
und die Bürgerinnen und Bürger
wiederum in Erfahrung bringen,
welch gewerbliche Vielfalt Schongau
und Umgebung zu bieten hat.
Apropos: Damit die Besucher auch
wirklich nichts verpassen und alle
Aussteller zu Gesicht bekommen,
„haben wir einen zusätzlichen Anreiz
geschaffen“. Im Rahmen einer
Gewerbeschau-Rallye gilt es alle
Ausstellungsbereiche abzuklappern.
Der Lohn nach Bestaunen
von Helikopter, Poolbau und KI:
Gutscheine für frischfrittierte Pommes
aus der Tüte.
js
Die Einnahmen der Gewerbeschau fließen in die Kasse der Mammuts.
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Bereit für alles,
was der Sommer bringt.
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juli / august 2026 | 25
– ANZEIGE –
Interview zum Plan eines Diabetischen Fußzentrums
„Wir kämpfen um jeden Fuß“
Weilheim | Dr. Ludwig Schwering,
Leiter der Sektion für Rekonstruktive
Orthopädie, plant im Krankenhaus
Weilheim ein Diabetisches
Fußzentrum einzurichten. Was
dies genau ist und welche Vorteile
es für Patienten mit einer Diabetes-Erkrankung
bringt, erklärt er
im Interview.
Warum brauchen wir am Krankenhaus
Weilheim ein Diabetisches
Fußzentrum?
Ein großer Anteil der elf Millionen
Diabetiker in Deutschland ist
irgendwann im Leben vom Diabetischen
Fußsyndrom betroffen.
Am Krankenhaus Weilheim möchten
wir die notwendigen Kompetenzen
bündeln, damit aus einer
zunächst kleinen Wunde kein
schwerer Verlauf mit Infektion,
Knochenbeteiligung oder Amputation
entsteht.
Was versteht man unter dem „Diabetischen
Fußsyndrom“?
Darunter versteht man Wunden,
Infektionen, Durchblutungsstörungen,
Fehlstellungen oder
Knochenveränderungen am Fuß
bei Menschen mit Diabetes. Oft
liegen Nervenschäden vor, sodass
Schmerzen vermindert oder gar
nicht wahrgenommen werden.
Dadurch werden Druckstellen,
Entzündungen oder offene Wunden
oft zu spät bemerkt. Genau
das macht die Erkrankung so
gefährlich: Sie sieht am Anfang
manchmal harmlos aus, kann sich
aber sehr schnell verschlimmern.
Welche Folgen kann ein unbehandelter
Diabetischer Fuß haben?
Sonderveröffentlichung entlic
hungd
der
Dr. Ludwig Schwering.
Unbehandelt kann sich eine
Wunde ausbreiten, tiefere Gewebeschichten
erreichen, Sehnen,
Gelenke oder Knochen befallen
und zu schweren Infektionen oder
sogar Blutvergiftung führen. Im
schlimmsten Fall drohen Amputationen.
Das bedeutet für Betroffene
einen erheblichen Verlust an
Mobilität, Selbstständigkeit und
Lebensqualität.
Was wird das Besondere am neuen
Diabetischen Fußzentrum sein?
Der konsequent interdisziplinäre
Ansatz. Wir möchten nicht nur die
Wunde behandeln, sondern den
gesamten Fuß und den Menschen
als Ganzes betrachten. Das heißt:
Durchblutung, Infektion, Knochen,
Gelenke, Fehlstellungen, Druckverteilung,
Orthesen- und Schuhversorgung
sowie Nachsorge. Ein
Schwerpunkt ist die Rekonstruktive
Orthopädie: Wo immer möglich,
möchten wir nicht nur Gewebe
entfernen, sondern den Fuß erhalten
und seine natürliche Funktion
möglichst weitgehend wiederherstellen.
Welche Fachbereiche arbeiten künftig
zusammen?
Zur Behandlung des Diabetischen
Fußsyndroms reicht selten
eine einzelne Fachdisziplin aus.
Notwendig ist die enge Zusammenarbeit
von Internisten und Diabetologen,
die sich um die Folgeerkrankungen
der Zuckerkrankheit
und eine möglichst gute Blutzuckereinstellung
kümmern, außerdem
mit der Gefäßchirurgie, die bei
begleitender Durchblutungsstörung
mit modernen Methoden eine
möglichst gute Durchblutungssituation
herstellen kann, und natürlich
mit der Rekonstruktiven Orthopädie,
welche komplexe Schäden
am Fuß behandeln, Fehlstellungen
korrigieren und Funktionen
wiederherstellen kann. Ergänzend
unterstützen Radiologie mit guter
Bildgebung, Mikrobiologen durch
die Identifizierung von Bakterien,
das Wundmanagement, die Orthopädietechnik,
die Physiotherapie,
die Pflege und die ambulante
Weiterbehandlung. Nur wenn alle
Beteiligten abgestimmt handeln,
können Prozesse wie Diagnostik,
Operation, Wundbehandlung,
Hilfsmittelversorgung und Nachsorge
sinnvoll ineinandergreifen.
Welche Vorteile haben Patienten
davon, dass diese Kompetenzen gebündelt
werden?
Für Patienten bedeutet das kürzere
Wege, klare Abläufe und weniger
Zeitverlust. Gerade beim Diabetischen
Fuß ist Zeit ein entscheidender
Faktor. Wenn Diagnostik,
Behandlung und Therapie eng koordiniert
werden, kann man unnötige
Verzögerungen vermeiden. Betroffene
erhalten ein abgestimmtes
Behandlungskonzept statt einzelner,
voneinander
getrennter Maßnahmen.
Deshalb
haben wir bereits
zahlreiche Kooperationen
mit diabetologischen
Praxen im Umfeld
von Weilheim aufgebaut.
Können so Amputationen tatsächlich
verhindert werden?
Ja, häufig gelingt das. Entscheidend
ist, dass Patienten früh zu
uns kommen und die Ursachen
der Wunde konsequent behandelt
werden. Dazu gehören Infektionskontrolle,
Durchblutungsverbesserung,
operative Stabilisierung
oder Korrektur von Fehlstellungen,
Druckentlastung und eine gute
Nachsorge. Nicht jede Amputation
lässt sich verhindern, aber: Viele
Amputationen können vermieden
oder zumindest auf ein möglichst
kleines Maß begrenzt werden.
Wie läuft die Behandlung eines Patienten
im Diabetischen Fußzentrum
typischerweise ab?
Am Anfang steht eine strukturierte
Untersuchung: Wie sieht die
Fehlstellung oder Wunde aus? Ist
die Durchblutung ausreichend?
Gibt es eine Infektion? Liegt ein
instabiler Fuß vor? Danach wird
gemeinsam ein Behandlungsplan
erstellt. So können
wir im Falle einer
frühzeitigen Therapie
durch Maßnahmen
wie etwa
kleine Sehneneingriffe
schwere
Verläufe schon im
Vorfeld verhindern.
Wundbehandlung,
Antibiotikatherapie,
Dr. Tim Förster und Dr. Ludwig Schwering (von
rechts) bei der Nachsorge eines behandelten Diabetischen
Fußes.
> > > KONTAKT
Gefäßdiagnostik oder -eingriff,
operative Sanierung, Knochenoder
Weichteilrekonstruktionen
bleiben dabei schweren oder
fortgeschrittenen Verläufen vorbehalten.
Wichtig ist, dass die Behandlung
nicht mit der Entlassung
endet, sondern ambulant in diabetologischen
oder hausärztlichen
Praxen weitergeführt wird.
Welche Ziele verbinden Sie persönlich
mit dem Aufbau dieses Zentrums?
Mein Ziel ist es, in Weilheim eine
verlässliche Anlaufstelle für Patienten
mit Diabetischem Fußsyndrom
zu errichten, die sich kompetent
und menschlich zugewandt stationär
und ambulant um die Erkrankung
kümmert. Unsere frühzeitige
interdisziplinäre Behandlung kann
schwere Verläufe abmildern oder
sogar ganz vermeiden und langfristig
gute Ergebnisse erzielen.
Damit setzt die Rekonstruktive
Orthopädie den ursprünglichen
Gedanken des Orthopäden als
Betreuungsperson für nachhaltig
gute Lebensqualität um.
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Ältesten Spielkarten Deutschlands
Das Schongauer Blatt
Schongau | Die ältesten noch erhaltenen
Spielkarten Deutschlands
wurden vor knapp 26 Jahren in
Schongaus Altstadt gefunden – bei
Sanierungsarbeiten im „Hafnerhaus“
an der Ecke Rentamtstraße
und Karmeliterstraße sind die
historischen Schätze in einem
Fehlboden in noch erstaunlich gutem
Zustand aufgetaucht. Das Ziel
von Kreisheimatpfleger, Stadtrat
und Tourist Information: Aus dem
Fundus von neun Originalen ein
komplettes Kartenset möglichst
originalgetreu zu rekonstruieren.
Genau das ist mittlerweile geglückt.
„Seit Mitte April gibt es das
48er-Set bei uns an der Weinstraße
11 zu kaufen“, zeigt sich Max
Geiger, Leiter der Tourist Information
Schongau, sichtlich erfreut,
„weil die Karten echt begehrt sind,
wir bereits rund ein Fünftel des
Bestandes sowohl an Einheimische
als auch Touristen verkaufen
konnten“. Zehn Euro kostet ein Packerl.
Darin enthalten sind 48 Karten,
die den klassisch-bayerischen
Spielkarten, die jeder kennt, sehr
ähnlich sind: Es gibt die vier Farben
Herz, Gras, Schell und Eichel.
Darunter auch jeweils König, Ober
und Unter sowie Zehner, Neuner,
Achter, Simmer, Sechser. Allerdings
auch Fünfer, Vierer, Dreier
und Zweier, dafür keine Asse. So
kommen die historisch rekonstruierten
Karten in Summe auch auf
diese 48 Stück und nicht, wie heutzutage
gewohnt, auf die 36 Karten
bzw. ohne Sechser 32. An dieser
Stelle stellt sich natürlich die Frage:
Können mit dem Schongauer
Blatt überhaupt gängige, beliebte
Kartenspiele gespielt werden?
„Auf jeden Fall“, sagt Kreisheimatpfleger
Jürgen Erhard, der die
ersten geselligen Schafkopfabende
mit den „ältesten Spielkarten
Deutschlands“ bereits erfolgreich
hinter sich hat. Was viele nicht
wissen: Die Bildkarte „Ass“ gibt es
noch gar nicht so lange, war früher
ohnehin die Zweier-Karte. „Deshalb
sind auf den Asskarten von
heute auch nach wie vor zwei Symbole
von Schell, Eichel, Herz oder
Gras angebracht.“ Kurzum: Zum
Ramsen, Watten oder Schafkopfen
einfach die Zweier-Karten als Asse
verwenden, und die Dreier, Vierer,
Fünfer und Sechser aus dem Spiel
nehmen. So kommt man ebenfalls
auf die klassischen 32 Stück. „Nur
dass die historischen etwas anders
aussehen, es drei Runden braucht,
bis man sich daran gewöhnt hat –
danach läuft’s aber wie geschmiert.“
Bewusst „gschlampert“
rekonstruiert
Stadträtin und Künstlerin Bettina
Buresch hat die Karten aus anno
dazumal neu und von Hand skizziert
– und schließlich bewusst
„gschlampert“ ausgemalt. „Die
Spielkarten waren bereits im 15.
Jahrhundert ein Massenprodukt,
weshalb beim Kolorieren der einzelnen
Motive, damals noch von
Hand, nicht sonderlich sorgfältig
gearbeitet wurde.“ Dass die rote
Farbe der Spielkarten „Herz“ über
den schwarzen Rand der Herzform
hinausreicht, ist insofern so
gewollt. Besonders gut gelungen
sind auch die Figuren von Unter,
Ober, König. Kreisheimatforscher
Jürgen Erhard hat hierfür tief in
Geschichtsbüchern gegraben, um
herauszufinden, welche Gewänder,
Waffen und Werkzeuge rund
> > > SPIELKARTEN ZU GEWINNEN
um das 15. Jahrhundert getragen
wurden. Und auf dieser
recherchierten Grundlage
machte sich wiederum
Bettina Buresch an die gestalterische
Arbeit. Das
Endergebnis in letztlich schwarzer
Verpackung und der in Gelb
gewählten Aufschrift „Schongauer
Blatt“ kann sich in jedem Falle sehen
lassen. Allen voran mit dem
als Cover gewählten Motiv: Dem
Herz-Unter, dargestellt als junger
Knabe in damals trendiger Pagenfrisur,
der in hautenger Hose und
sogenannten Spitzenschuhen eine
schier tänzerische Figur abgibt.
Und die Lanze augenscheinlich
nicht als Waffe, bereit zum Angriff,
sondern vielmehr als Hilfsmittel
zum leichtfüßigen Tanz in seinen
Händen hält.
Insgesamt hat die Tourist Information
Schongau vorerst 520 Packerl
zum Druck in Auftrag gegeben,
wovon bereits rund ein Fünftel für
jeweils zehn Euro verkauft wurden.
„Insbesondere die ersten
Tage und Wochen, nachdem der
Bericht über Deutschlands älteste
Spielkarten bei euch im Altlandkreis
erschienen war, haben sich
einige Leute bei uns erkundigt, ab
wann es die Rekonstruktion denn
zu kaufen gibt“, erinnert sich Max
Geiger. Vor rund zweieinhalbe Monaten,
n, ge-
gen Mitte April, war
es
dann so weit. Zu den Kunden zählten
bislang sowohl Einheimische
als auch Urlauber, Männer wie
Frauen. Die Verantwortlichen des
Projekts sind entsprechend erfreut
und hoffen insgeheim, dass dieses
bundesweite Alleinstellungsmerkmal
dieser Spielkarten wieder
mehr Aufmerksamkeit auf die Historische
Altstadt in Schongau im
Allgemeinen wirft. Schließlich gibt
es landkreisweit keine schönere
historische Altstadt. Auch deshalb,
weil die massive Stadtmauer die
Altstadt noch nahezu vollständig
umschließt. „Das ist im kompletten
Süddeutschen Raum nur noch
sehr selten der Fall“, bekräftigt
Jürgen Erhard. Mit Stadtmauer
und den nachgebauten ältesten
Spielkarten Deutschlands haben
die Schongauer nun zwei Trümpfe
in der Hand. Und Letztere gibt es,
Stand jetzt, auch wirklich nur in
Schongaus Tourist Information zu
den gewohnten Öffnungszeiten zu
kaufen.
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Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost drei Packerl des ältesten
Kartenspiels Deutschlands. Schicken Sie uns einfach bis
Mitte Juli eine Postkarte mit dem Stichwort „Schongauer Blatt“
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Schongau | Der einfachste,
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Weg, auf Deutschlands
höchsten Berg (2962 Meter)
zu gelangen: Die im
Dezember 2017 neu eröffnete
Zugspitzbahn, die
jährlich mehr als 500000
Menschen nach oben befördert.
Was aus regionaler
Sicht viele nicht wissen:
Die Talstation der Hightech-Gondel
am Ostufer
des malerischen Eibsees
ist von der Firma Haseitl
gebaut worden. Das traditionsreiche
Bauunternehmen
mit Hauptsitz an
der Dießener Straße in Schongau
wurde 1966 von Matthäus Haseitl
gegründet, feiert heuer seinen
60. Geburtstag und hat insofern
allen Grund, bauliche Highlights
aus der Vergangenheit in Erinnerung
zu rufen. Unvergessen ist
zum Beispiel auch das Verlegen
einer Medienleitung zum weltbekannten
Luxushotel Schloss Elmau
anlässlich des dortigen G7-Gipfels
im Juni 2015. Ebenso das Aufbringen
des Fahrbahnbelags auf die
1991 eröffnete, 566 Meter lange
Lechtalbrücke. Oder der Bau des
Bettenhauses der BG Unfallklinik
in Murnau. Das bislang größte Haseitl-Projekt
mit einem Auftragsvolumen
von 27 Millionen Euro
brutto wurde jedoch in der bayerischen
Landeshauptstadt realisiert:
ein mehrstöckiger Gebäudekomplex
mit insgesamt 48 Wohnungen,
mehreren Gewerbeeinheiten,
einem Marktgebäude sowie einer
Freuen sich auf zahlreiche Besucher: Die Haseitl-
Geschäftsführer Sven Keller (li.) und Stefan Weber.
Tiefgarage, der 2025 am Elisabethplatz
in München fertiggestellt
wurde. Aber auch zahlreiche Bauprojekte
in näherer Umgebung
dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt
bleiben: zum Beispiel das
Schächen-Gebäude im Zentrum
von Hohenpeißenberg, die Meisenhöfe
an der Marktoberdorfer
Straße in Schongau, architektonisch
ansprechende Wohnbauprojekte
in Bernried und Tutzing, das
Ärztehaus im Zentrum von Peiting
sowie der Ahornpark am Ostbahnhof
Peiting. Und natürlich der südöstliche
Gebäudekomplex der im
Herbst 2021 in Betrieb genommenen
Berufsschule am Narbonner
Ring in Weilheim.
Auf wirtschaftlich
gesunden Füßen
Anhand der eben aufgeführten
Bauprojekte wird deutlich, wie
breit das Schongauer
Bauunternehmen fachspezifisch
aufgestellt ist.
Die Rede ist von Tiefbau,
Hochbau sowie schlüsselfertigem
Wohnungs- und
Gebäudebau, beginnend
bei Auftragsvolumen ab 2
Millionen Euro. Dahinter
steht ein fachkompetentes,
erfahrenes Team von derzeit
rund 150 Mitarbeitern,
die sowohl aus umliegenden
Orten wie Weilheim,
Schongau, Peiting und
Hohenpeißenberg als auch
aus dem Allgäu, aus München
sowie aus Augsburg
kommen, und in unterschiedlichsten
Berufen tätig sind. Von Büround
Verwaltungskräften über Kfz-
Mechaniker und einen Schreiner
bis hin zu Maurern, Polieren, Projektleitern
und Bauleitern arbeiten
hier verschiedene Fachbereiche
Hand in Hand – und können dies
dank modernster technischer Ausstattung
sowohl am Hauptsitz als
auch direkt auf den Baustellen.
Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit
mit regionalen und überregionalen
Nachunternehmern, um
Großbauprojekte planmäßig und
ganzheitlich umsetzen zu können.
Auch spannend: der Blick auf das
Firmenareal im Gewerbegebiet an
der Dießener Straße in Schongau,
nur wenige Meter vom weithin
bekannten Märchenwald entfernt.
Wer dort vorbeifährt, sieht von außen
betrachtet meist nur das großzügige
Büro- und Verwaltungsgebäude,
die daran angeschlossene
28 | altlandkreis
Das Firmenareal der Firma Haseitl liegt im Gewerbegebiet an der Dießener
Straße bei Schongau. Links zu sehen: Der Lech.
Maschinenhalle sowie die davor
parkenden Autos der Mitarbeiter.
Dass sich dahinter eine etwa doppelt
so große Fläche mit betriebseigener
Kfz-Werkstätte, Schreinerei
sowie einem stattlichen
Fuhrpark mit zahlreichen Maschinen
und Fahrzeugen befindet, ist
letztlich ein weiterer großer Pluspunkt
des traditionsreichen Bauunternehmens.
„Da bei uns nichts
geliehen, sondern alles gekauft
und somit in unserem Besitz ist,
können wir auch Krisenzeiten gut
überbrücken“, sagt Geschäftsführer
Sven Keller. Nach jahrelangem
Aufschwung ist die wirtschaftliche
Situation seit der Corona-Pandemie,
den danach ausgebrochenen
Kriegen und den dadurch immens
gestiegenen Energiekosten branchenübergreifend
deutlich schwieriger
geworden. Trotzdem steht die
Firma Haseitl auf gesunden Füßen
und kann sich über mangelnde
Kundenaufträge nicht beschweren.
Das Einzugsgebiet der Baustellen
erstreckt sich bis nach Füssen und
Kempten, in den Raum nördlich
von Augsburg und München sowie
nach Holzkirchen, Bad Tölz und
Garmisch-Partenkirchen – vereinzelt
sogar bis nach Landshut.
Tag der offenen Tür
leute. „Viele unserer Mitarbeiter
kommen von der Basis, haben
einst eine klassische Ausbildung
absolviert, praktische Berufserfahrung
gesammelt, sich weiterqualifiziert
und hochgearbeitet
bis beispielsweise zum Polier oder
Bauleiter“, so Sven Keller über
den idealen Weg vom Azubi zur
Führungskraft. Wer nun neugierig
geworden ist und in ein namhaftes
Unternehmen einer systemrelevanten
Branche hineinschnuppern
möchte: Zum 60. Geburtstag öffnet
Haseitl seine Pforten und lädt
alle Interessierten am Freitag, 3.
Juli, von 13 bis 16 Uhr recht herzlich
zum Tag der offenen Tür auf
das Firmenareal an der Dießener
Straße 12 in Schongau ein. Mit
Kinderschminken, Hüpfburg und
Bobby-Car-Parcours ist auch für
die Jüngsten einiges geboten. Ein
weiteres Highlight sind Mitmachaktionen,
im Rahmen derer das
Aufziehen einer Mauer oder das
Pflastern einer Fläche ausprobiert
werden kann. Darüber hinaus
gewährt das Unternehmen einmalige
Blicke auf betriebseigene
Maschinen und Fahrzeuge – von
Schlagbohrmaschine und Rüttler
über Kipper, Bagger, Radlader und
Tieflader bis hin zu Baukränen in
unterschiedlichsten Größen. Dank
Currywurst mit Pommes aus der
mobilen „Ruhrpott-Kitchen“, frischem
Eis aus einem mobilen Eiswagen
und leckeren Getränken zu
jeweils erschwinglichen Preisen
wird auch für das leibliche Wohl
der Besucherinnen und Besucher
bestens gesorgt sein. Obendrein
präsentiert sich die Feuerwehr
Schongau mit mehreren Fahrzeugen.
Und wer möchte, kann sich
mit Bauhelm und Warnweste in
einer Fotobox vor einer Sichtbetonwand
verewigen lassen. Noch
spannender aber dürfte rund um
diesen Tag der Blick in die facettenreiche
Firmenchronik von Haseitl
sein. Auch das Gründungsjahr
selbst war historisch betrachtet
ereignisreich: 1966 kostete der Liter
Benzin noch 55 Pfennig, 1860
München wurde zum ersten und
bis heute einzigen Mal Deutscher
Fußballmeister, der Amerikanische
Jüdische Kongress in New
York rief zum Boykott der Oberammergauer
Passion auf, weil
einigen Juden deren Spieltext zu
antisemitisch gewesen war – und
Matthäus Haseitl gründete eines
der bis heute bekanntesten, traditionsreichsten
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Bauunternehmen der Region. js
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Stahlbetonbauer, Straßenbauer,
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Am Eibsee: Die
Firma Haseitl
beim Bau der
Talstation der
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Maderbichl | Wer sich im Schongauer
Altlandkreis auf die Suche
nach den bestversteckten Weilern
macht, kommt an Maderbichl
kaum vorbei. Er liegt ziemlich
genau zwischen Deutensee, Lechstausee
Urspring und Steingaden,
gehört auch zur Gemeinde Steingaden.
Und ist dank Navi, Google
Maps und BayernAtlas heutzutage
auch deutlich einfacher aufzufinden
als noch vor 20 Jahren.
Trotzdem außergewöhnlich, dass
ausgerechnet an einem so abgelegenen
Ort mit nur fünf Einträgen
im Online-Telefonbuch sich
eine Veranstaltung von größerem
Ausmaß etabliert hat – und sowohl
Einheimische als auch Auswärtige
in ihren Bann zieht. Die
Rede ist vom Mittelalterspektakel
Maderbichl, welches charakterlich
das perfekte Pendant zum Historischen
Markt in Schongaus Altstadt
bildet: Viel Natur, Wiesen, Wald,
Weiher und Landwirtschaft anstatt
Stadtmauer, Wachturm und historisches
Ballenhaus. Insofern der
ideale Platz für das Errichten eines
Lagerlebens. „Für heuer sind es in
Summe 21 verschiedene Lagerleben,
darunter Wikinger, Schotten
oder eine Gruppe, die die Zeit
der Renaissance abbildet“, sagt
Wolfgang Funk aus Altenstadt, der
den Mittelaltermarkt federführend
bereits vor einigen Jahren ins Leben
gerufen hatte. „Angefangen
hat alles mit einem Besuch der
Kaltenberger Ritterspiele, wo meine
Freundin und ich auf Anhieb
angefixt waren.“ Über mittelalterliche
Geburtstagsfeiern, privat
organisierten Mittelalter-Feiern
auf Bogenschützen-Anlagen von
Herzogsägmühle sowie in Birkland
(privat) entwickelte sich
schließlich ein erstes „Mittelalterspektakel“
in Rott am Seehäusl.
Fortan fand der Markt an jährlich
wechselnden Orten statt. Erst auf
dem Hohen Peißenberg, dann in
Wessobrunn und schließlich, seit
2023, im Steingadener Ortsteil
Maderbichl, „wo wir auch heuer
mit regem Andrang rechnen“.
Katapultgeschosse und
Kräuter-Exkursion
Das Mittelalterspektakel Maderbichl
erstreckt sich heuer von
Freitag, 24. Juli, von 17 bis 23 Uhr
Malerisch: Die Location des Mittelalterspektakels in Maderbichl.
30 | altlandkreis
Vorzufinden sind aus der Zeit gefallene Outfits und Handwerkskünste.
über Samstag, 25. Juli, von 11 bis
23 Uhr bis Sonntag, 26. Juli, von
11 bis 18 Uhr. Mit Bogenschützen,
Akrobaten, Schmied, Falkner und
vielen weiteren kommen jede
Menge Mittelalter-Profis in die
Region, um das Leben und Treiben
aus anno dazumal möglichst
authentisch zu demonstrieren. Zu
den Highlights zählen unter anderem
eine Schlangentänzerin, die
mit einer um den Hals hängenden
Python etwas Exotik auf den
Markt bringt. Eine Kräuterexpertin
führt an die vor Ort wachsenden
Blumen, Gräser und Kräuter und
erklärt, welche Heilmittel im Mittelalter
jeweils daraus gewonnen
wurden. Via Katapult werden mit
Wasser gefüllte Luftballone durch
die Luft geschossen. Ein Scharfrichter
führt ein nervenaufreibendes
Theater auf. „Dieses Mal geht
es um die verbotene Heirat von
Hexen und nicht wie damals auf
dem Hohen Peißenberg um die
Geschichte eines Eierdiebes, dem
zur Strafe ein Finger abgehackt
wurde.“ Dank Puppentheater,
Zaubertricks und einem Schildwall
ist auch explizit für Kinder
jede Menge geboten. Live-Bands
heitern zusätzlich die mittelalterliche
Stimmung auf. Vor allem aber
ein Schwertkampf auf echten Pferden
sorgt dafür, dass der Veranstaltungsname
„Mittelalterspektakel“
im wahrsten Sinne Programm
sein wird. Und auch für Speis und
Trank, von deftig bis süß, von fleischig
bis vegetarisch, ist reichlich
gesorgt am letzten Wochenende
des Julis, „das letztlich für jeden
geeignet ist“. In Summe rechnet
Organisator Wolfgang Funk mit
rund 2000 Besucherinnen und
Besuchern. Der Eintritt kostet am
Freitag sechs Euro, am Samstag
zehn Euro und am Sonntag neun
Euro. Näheres hält außerdem die
Internetseite www.zumtropfendenfass.de
bereit.
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32 | altlandkreis
Peiting / Böbing | Kein Faschismus,
kein Rassismus, kein Antisemitismus,
kein Sexismus, keine
Homophobie: Dafür steht das bekannteste
und beliebteste Rockfestival
der Region. Heuer feiert
das Böbing Open Air 40-jähriges
Bestehen und lädt von Freitag, 7.
August, bis Sonntag, 9. August,
Livemusikbegeisterte allen Alters
auf das Festivalgelände am Sportplatz
Böbing. Zu hören gibt es 18
Bands, verteilt auf zwei Bühnen.
Darunter auch: The Passive Fists.
Die in Peiting ansässige Ska-Punk-
Band rockt seit mittlerweile fast
25 Jahren die Bühnen der Region
und darüber hinaus. Ihre selbstgeschriebene
Musik ist klangund
temperamentvoll zugleich,
der Mix aus englischsprachigen
Songtexten mit italienischen und
spanischen Einflüssen ziemlich
einzigartig – und das fetzige Zusammenspiel
aus Schlagzeug,
Gitarre, Bass, Trompete, Posaune
und (erst seit Januar) auch Orgel
ein Garant für richtig gute Laune.
So gut, dass sie einst im Rahmen
eines Band-Contests in der ausverkauften
Muffat-Halle in München
eigentlich gewinnen hätten
müssen. Nur hatte das vom Auftritt
hellauf begeisterte Publikum
letztlich weniger Stimmgewalt
als die Jury. Doch um kommerziellen
Erfolg ging es Bandleader
Mathias Hummel aus Peiting (43,
Bass und Gesang), seinem Bruder
Nico Hummel (45, Gitarre und
Gesang), Moritz Fink aus Schongau
(45, Trompete und Gesang),
Thomas Schäfer aus Peißenberg
(45, Schlagzeug), Florian Sedlacek
aus München (45, Posaune)
sowie Christoph Obermeier aus
Hohenpeißenberg (36, Orgel) ohnehin
nie. „Natürlich hast du als
Jugendlicher mal davon geträumt,
andererseits haben wir die Lage
von Beginn an realistisch eingeschätzt“,
sagt Mathias. Letztlich
kennen sich die Jungs zum Großteil
von Kindesbeinen an, sind bis
heute eng befreundet und hatten
damals wie heute einfach nur
Bock, Menschen mit ihrer Musik
zu begeistern.
„Unser Stammtisch,
unser Kartenspielen“
Und obwohl die meisten inzwischen
verheiratet sind und Kinder
haben, halten sie an ihrer Leidenschaft
fest. „Natürlich hatten
wir auch Phasen der Krisen und
Pausen.“ Doch die wöchentlichen
Proben in einem schalldichten Kellerraum
im Südwesten von Peiting
sind in seinen Augen das, „was für
andere der Stammtisch oder das
regelmäßige Kartenspielen ist“.
Und die bis zu zehn Konzerttermine,
die The Passive Fists pro Jahr
noch immer haben? „Ein gutes
Ziel und notwendiges Druckmittel,
tatsächlich dranzubleiben.“
Wobei die junggebliebenen Musiker
ohnehin auch noch in weiteren
Bands – Swinging Cotelettes,
PUKE! oder BumbleBoys – aktiv
sind, Musik insofern auch in Zukunft
eine riesengroße Leidenschaft
der sechs Freunde bleiben
wird. „Am liebsten so lange, wie
es die Fitness zulässt“, wünscht
sich Gitarrist Nico. Und gesellschaftspolitische
Veränderungen,
die es zweifelsohne immer geben
wird, sie weiterhin dazu bewegen,
neue Songs zu schreiben. „Die aktuelle
Entwicklung in Deutschland
Ska-Punk zieht! The Passive Fists beim Böbing Open Air im Jahr 2024.
NEUE LEICHTIGKEIT
Von E-Gitarre über Gesang bis Blech: Für diesen spannenden Musik-Mix steht Ska-Punk.
und der Welt stimmt auch uns besorgt“,
räumt Mathias ein, möchte
an dieser Stelle aber auch betonen,
„wie unfassbar schön und
gut wir’s hier in der Region nach
wie vor haben“. Bereichernd und
besorgniserregend zugleich sei in
Augen der Hobbymusiker auch die
technische Entwicklung im Musikbusiness.
„Als wir unsere ersten
Konzerte gespielt haben, gab es
weder Smartphones noch Streamingdienste,
selbst YouTube steckte
damals noch in den Kinderschuhen.“
Stattdessen: Regelmäßig
500 begeisterte Konzertbesucher
im Peitinger Bergwerk, im Sowieso
in Peißenberg oder im Hetten in
Hohenpeißenberg. „Heute fällt auf,
dass die jüngere Generation kaum
noch auf Konzerte geht.“ Anderseits
sehen The Passive Fists hinter
Spotify, Amazon Music oder Apple
Music nicht nur die Ausbeutung
von Interpreten, sondern auch den
großen Vorteil „mit wenigen Klicks
an neue Bands und Musikrichtungen
zu kommen, von denen du zuvor
noch nie gehört hast“.
Heavy-Metal-Band
für Kinder
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Viel Erfolg!
Mit nichts zu toppen sind jedoch
Live-Auftritte vor bis zu 2 000 mitsingenden,
frenetisch feiernden
und zujubelnden Fans. „Deshalb
ist und bleibt das Böbing Open Air
das absolute Highlight für uns.“
Vor allem dann, wenn die sechs
Männer von The Passive Fists ihrem
Bandnamen alle Ehre machen
und die im Ska-Punk weitverbreitete
Faust mit ausgestrecktem
Arm gemeinsam mit den Fans
gen Himmel recken. „Das sind
Momente, die du nicht vergisst.“
Dabei wichtig zu wissen: Die Botschaft
der eher radikalen, temperamentvoll
sowie revolutionär
wirkenden Geste soll in erster Linie
Pazifismus symbolisieren. „Peace,
Love und Unity“. Also Friede, Liebe
und Geschlossenheit. Genau dafür
steht die in Peiting ansässige
Ska-Punk-Band. Und genau dafür
steht auch das Böbing Open Air,
das sich zum 40-Jährigen etwas
ganz Besonderes einfallen hat lassen:
Neben dem standesgemäßen
Konzertprogramm am Freitag und
Samstag mit regionalen wie überregionalen
Bands aus den Genres
Punk, Rock, Ska, Reggae, Metal
und Alternative sowie dem legendären
bayerischen Frühschoppen
mit der Blaskapelle Böbing am
Samstagvormittag (wo Rocker auf
Blasmusik und Trachtler treffen)
steht heuer auch der Sonntag im
Mittelpunkt des Geschehens. Dann
geboten: Ein Kids-Day mit der beliebten
Kinder-Heavy-Metal-Band
„Heavy Saurus“. Wobei auch schon
die Konzerttage zuvor als durchaus
kinderfreundlich (in Begleitung
der Eltern) zu bewerten sind.
„Unsere Kinder sind nicht älter als
zwölf – beim BOA 2024 standen
sie zusammen mit zahlreichen
anderen jungen Festivalgästen vor
der Bühne und feierten, was ihre
Väter da auf der Bühne für eine
Show abziehen“, freut sich Mathias
schon riesig auf den Samstagabend,
8. August, um 19 Uhr auf
Bühne zwei. Doch bis dahin wird
noch fleißig geprobt. Denn passend
zum 40-Jährigen planen The
Passive Fists an das bekannteste
und beliebteste Rockfestival der
Region eine musikalische Hommage.
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Schongau / Kempten | Neben den
Universitäten und Hochschulen
in Augsburg und München zählt
auch die Hochschule Kempten zur
gefragten Anlaufstelle für Schulabgänger
aus dem Pfaffenwinkel.
Derzeit sind auf dem zentrumsnah
gelegenen, 53 000 Quadratmeter
großen Campus rund 4700 Studenten
immatrikuliert, darunter 76 aus
Weilheim-Schongau. Von Betriebswirtschaft,
Elektro- und Informationstechnik,
Erneuerbare Energien,
Umwelttechnik und Gesundheitsmanagement
über Gerontologische
Pflege und Therapie, Informatik,
Robotik und Sozialwirtschaft bis
hin zu Tourismusmanagement und
Wirtschaftsingenieurswesen für
Maschinenbau oder Technologie
und Nachhaltigkeit ist für nahezu
alle Stärken und Interessen etwas
Passendes dabei – in Summe stehen
24 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge
zur Auswahl. Absolutes
Highlight der Hochschule Kempten,
Fährt elektrisch: Der neue Rennwagen
namens „Sicilia 4“.
ganz unabhängig bestimmter Studiengänge:
Ein hochschuleigenes
Rennteam. Es heißt „Infinity Racing“,
wurde 2007 ins Leben gerufen
und besteht derzeit aus 50
Mitgliedern, die wiederum allen
Fakultäten (Studiengängen) zugehörig
sind. Ziel des Teams: Jährlich
und eigenständig einen einsitzigen
Formelrennwagen zu entwickeln,
um damit aktiv an der „Formula
Student“ teilnehmen zu können –
eine Rennserie für Hochschul-
Teams aus aller Welt. Die ersten 14
Jahre entwickelte das Kemptener
Team, das immer wieder neue,
junge Studenten dazubekommt,
Rennwagen mit Verbrennungsmotor.
Seit 2020 wird der Rennwagen
mit elektrischem Antrieb auf
den Asphalt gebracht. Das jüngste
Modell für die Saison 2026 wurde
bereits Anfang Mai vorgestellt.
Es heißt „Sicilia 4“, ist 2,60 Meter
lang, 1,20 Meter breit, dank extrem
leichtem, verwindungssteifen Carbon-Chassis
(Fahrgestell) nur 200
Kilogramm schwer und erreicht bei
einer Leistung von 80 kW Spitzengeschwindigkeiten
von bis zu 126
Stundenkilometern.
Sponsoren-Event
in Schongau
„Der technische Fokus liegt in dieser
Saison besonders auf der Aerodynamik,
da sich durch Änderungen
im Regelwerk neue Anforderungen
und Optimierungspotenziale
ergeben haben“, verrät Theresa
Scharf, die sich bei Infinity Racing
um die wirtschaftliche Gesamt-
Teampräsentation für 2026: Die jungen Männer und Frauen von Infinity Racing der Hochschule Kempten.
34 | altlandkreis
leitung kümmert. Die
größte Herausforderung
des Teams ist allerdings
nicht nur die alljährliche
Entwicklung eines neuen
Rennwagens: „Teams der
Formula Student organisieren
sich vollständig
selbst und übernehmen
auch Aufgaben in den
Bereichen Finanzierung,
Marketing und Projektmanagement.“
Ein
wichtiger Partner für
das Infinity Racing Team der Hochschule
Kempten ist an dieser Stelle
die in Schongau-West ansässige
Firma Hoerbiger. „Das Unternehmen
begleitet unser Team bei der
Fertigung von Komponenten wie
beispielsweise dem Outside Carrier
oder der Preloadnut.“ Mit Preloadnut
gemeint: Ein Vorspannring
oder eine Vorspannmutter, die Lagerspiel
eliminiert. In diesem Falle
im Bereich des Radlagers. „Und
Outside Carrier ist ein wesentliches
Bauteil unseres Getriebes, was unter
anderem unser Radlager trägt.“
Darüber hinaus unterstützt Hoerbiger
das Infinity-Racing-Team finanziell
– und gewährte neulich auch
tiefere Einblicke ins Unternehmen.
Im Rahmen eines neu ins Leben gerufenen
Sponsorenevents war das
Hochschul-Team aus Kempten sowie
weitere Sponsoren von Infinity
Racing zu Gast beim Mittelständler
in Schongau, präsentierten sich
und das Fahrzeug – und bekamen
im Gegenzug eine Werksführung.
Eine klassische Win-Win-Situation
also, von der alle Beteiligten profitieren:
die Studenten können
bereits während ihres Studiums
wertvolle Kontakte zu Mitarbeitern,
Führungskräften und Geschäftsführern
von Hörbiger und den anderen
anwesenden Firmen knüpfen,
gleichzeitig lernen die Unternehmen
junge, engagierte und begabte
Männer und Frauen aus
unterschiedlichen Fachbereichen
kennen, die nach Abschluss ihres
Studiums für sie arbeiten könnten.
Aus Sicherheitsgründen gibt's keine Massenstarts.
Obwohl im Rahmen der Formula
Student durchaus von der Formel 1
für Studenten gesprochen werden
kann, unterscheidet sich der
Wettbewerb von der Elite des Motorsports
mit Spitzengeschwindigkeiten
von bis zu 372,5 Stundenkilometern
doch deutlich.
Verschiedenste
Disziplinen
Aus Sicherheitsgründen gibt es
zum Beispiel keine klassischen
Rad-an-Rad-Rennen (Massenstarts),
stattdessen Wettbewerbe
in unterschiedlichen Disziplinen.
Beim sogenannten „Skid Pad“
wird die Kurvenperformance der
Fahrzeuge getestet, in dem eine
liegende Acht gefahren werden
muss. Im Bereich „Acceleration“
wird die Beschleunigungskraft der
Rennwagen über 75 Metern gemessen.
Beim „Autocross“ geht’s
um schnelle Rundenzeiten auf einem
Ein-Kilometer-Kurs. Und beim
Hauptrennen über 22 Kilometer in
der Kategorie „Endurance“ darum,
wie effizient, zuverlässig und konstant
die von Studenten entwickelten
Autos funktionieren. Ergänzt
werden die dynamischen Bewerbe
von statischen Disziplinen, im
Zuge derer die Studenten Projekte
in den Bereichen „Business Plan“,
„Cost Reports“ oder „Engineering
Design“ einer fachkundigen Jury
vorstellen. In Summe sind 1000
Punkte zu vergeben, werden die
Siegerteams mit Urkunden und
Pokalen belohnt. Das gilt
auch für den zusätzlich
eingeführten „Driverless
Cup“, bei dem die Fahrzeuge
der Studenten autonom
(!) gegeneinander
antreten. „Grundsätzlich
finden die Wettbewerbe
der Formula Student
weltweit statt, überwiegend
jedoch auf bekannten
Rennstrecken in
Europa.“ Zum Beispiel
in Deutschland, Österreich,
Spanien, Italien, Ungarn
oder Tschechien. „Allerdings wird
jeweils nur ein Teil der Strecke genutzt,
da die Fahrzeuge deutlich
kleiner sind als beispielsweise ein
Formel-1-Auto.“ Eines der größten
Events: Die Formula Student Germany
am Hockenheimring, wo vergangenes
Jahr 84 Teams aus aller
Welt teilgenommen hatten. Falls
sich die jüngeren Leserinnen und
Leser nun Fragen, wie man überhaupt
ins Infinitiy-Racing-Team
kommt? „Neben einem Studium
an der Hochschule Kempten sowie
Motivation, Engagement und
Eigenverantwortung sind spezielle
Vorkenntnisse nicht erforderlich,
da Vieles im Sinne von Learning
by Doing vermittelt wird.“ Wobei
erfahrene Mitglieder ihr Wissen
an neue Teammitglieder weitergeben.
Und das Hochschul-Team
sogar als Sprungbrett für die ganz
große Rennsport-Bühne nutzen
konnten. „Mehrere Alumni von
uns haben es bereits in die GT4-
Klasse, die Formel 1 oder Formel E
geschafft.“ Oder ihre wertvolle
Erfahrung aus dieser Zeit in hiesige
Unternehmen eingebracht.
Neben Hoerbiger gibt es viele
weitere Mittelständler im Pfaffenwinkel,
die über duale Studiengänge,
Praxisprojekte, Abschlussarbeiten,
Stipendien, Patenschaften
oder Forschungsarbeiten mit der
Hochschule Kempten kooperieren.
Die Zusammenarbeit mit Infinity
Racing ist jedoch eine ganz besondere.
js
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Rennen gibt es seit den 1970er Jahren
Seifenkisterl mit
kultigem Charakter
Polling | Früher, als die Pollinger
Seifenkisterlrennen noch an anderer
Stelle stattgefunden hatten,
ging es zum Teil halsbrecherisch
zur Sache. „Die Strecken wie die
vom Ettinger Weiher kommend
waren steiler und kurviger – Bekanntschaften
mit dem Stacheldraht
am Wegrand waren damals
keine Seltenheit“, erinnert sich
Hans Hager noch gut zurück. Heute
legen die Verantwortlichen des
MSC Polling wesentlich mehr Wert
auf Sicherheit, wählen eine Strecke
mit vergleichsweise humanem
Profil. An Beliebtheit hat das legendäre
Seifenkisterlrennen der
Klostergemeinde, das erstmals
bereits im Oktober 1973 stattgefunden
hatte, dadurch aber nicht
verloren. Ganz im Gegenteil sogar.
„Weil der Andrang beim jüngsten
Rennen derart groß war, haben
wir den Turnus von einst drei auf
nun zwei Jahre verändert“, bemerkt
Franziska Waltenberger,
Vizevorsitzende des MSC Polling
und selbst leidenschaftliche Teilnehmerin.
Der nächste Termin:
Sonntag, 5. Juli. Allerdings nicht
in Polling selbst, sondern nördlich
des zu Polling gehörenden
Ortsteils Oderding, wo das Rennen
bereits seit mehreren Jahren
ausgetragen wird. „Start ist direkt
an einem Bahnübergang“, betont
Hans Hager. Genaugenommen
von einer mobilen Rampe, extra
für Seifenkistenbreite gebaut. „Die
sorgt einerseits für zusätzliche
Beschleunigung, andererseits für
Fairness, weil so für alle Teilnehmer
der Start gleich erfolgt, weder
Gestartet wird beim Seifenkisterlrennen von einer Rampe.
Arme noch Beine zum Anschieben
zum Einsatz kommen können und
müssen.“ Nach dem Start heißt
es in jedem Falle eine möglichst
aerodynamische Position einzunehmen
und diese beizubehalten,
ohne dabei die Idealline aus den
Augen zu verlieren. Nicht, um es
als erster über die Ziellinie zu
schaffen – die gibt es beim Seifenkisterlrennen
des MSC Polling
nämlich nicht. „Gestartet wird bei
uns einzeln und es gewinnt nicht
der schnellste, sondern der, der es
am weitesten schafft.“ Die ersten
Meter der Strecke sind steil, dienen
zum Aufbau von Geschwindigkeit.
Anschließend gilt es eine
langgezogene Rechtskurve zu
nehmen, ehe es immer flacher
wird und schließlich in gerader
Richtung komplett eben ausläuft.
Der, der die meisten Meter zurücklegt,
gewinnt. Oder anders
ausgedrückt: Wer bremst oder zu
viel lenkt, verliert.
Streng nach Vorschriften
gebaut
Die wohl größte Besonderheit
beim Seifenkistenrennen des MSC
Polling: Dass dort nicht privat und
selbstzusammengebastelte Gefährte
an den Start gehen, sondern
ausschließlich die vom MSC einst
selbst gebauten Seifenkisten. Die
Rede ist von insgesamt 25 Stück.
„Bis auf drei, vier Kisten, sind es
bis heute die Originalen aus dem
allerersten Rennen im Jahre 1973.“
Gebaut wurden sie einst von einem
im Ort ansässigen Schreiner,
gemeinsam mit anderen rührigen,
handwerklich geschickten MSC-
Mitgliedern. „Einige der einzelnen
Teile stammen von Opel“, weiß
Josef Pröbstl, Bulldogreferent beim
36 | altlandkreis
Wer am weitesten t rollt, gewinnt. Manchmal entscheiden Zentimeter.
t
MSC, der die Seifenkisterl während
des Wettkampfes immer via Bulldog
zum Startplatz hinaufzieht.
Die eher als Hersteller richtiger
Autos bekannte Marke produzierte
damals explizit Reifen, Lenkgestelle
aus Drahtseilzug und Achsen
für den Bau von originalgetreuen
Seifenkisten. Das Grundgestell
der Gefährte besteht dagegen aus
Massivholz, die Verkleidung wiederum
aus Spannpressplatten. Um
bei offiziellen Seifenkistenrennen
an den Start gehen zu können,
gab es von Verbänden sogar strikte
Vorschriften in Sachen Aufbau,
Material und Maße. Auch daran
haben sich die Pollinger gehalten,
bauten ihre Kisterl streng nach
Bauleitungen, die in Fachmagazinen
veröffentlicht wurden. „Die
haben wir heute noch in unseren
Unterlagen“, sagt Hans Hager,
und zieht voller Stolz ein kleines,
in Farbe gedrucktes Heft im Retro-
Style hervor. Darin steht unter anderem
geschrieben: Nicht länger
als zwei Meter, nicht breiter als 88
Zentimeter und der Abstand vom
Unterboden zur Oberfläche der
Straße, sprich die Bodenfreiheit,
muss mindestens acht Zentimeter
betragen. „Damit der Bremsklotz
ausreichend Platz hat und nicht
am Boden streift.“ Auch auffallend:
Die cleane, aeordynamische
Form der Pollinger Seifenkisterl,
deren zur Seite abgerundete Front
sich nach vorne hin immer stärker
zuspitzt.
Mitfahren darf
im Grunde jeder
Letztlich unterscheiden sich die
in Summe 25 Seifenkisten des
MSC Polling nur marginal in ihrer
Größe, sind im Grunde nahezu
alle baugleich, für maximal
113 Kilogramm Gewicht (Fahrerin
oder Fahrer und Gefährt) ausgelegt
und eher für Kinder, Jugendliche
und kleinere Erwachsene
gedacht. „Daran sieht man, dass
die Menschen früher insgesamt
noch kleiner gewachsen waren
als es heute der Fall ist – wer
größer oder beleibter ist, bringt
seine Füße nämlich nicht in den
Fußraum.“ Abseits des dorfeigenen
Rennens sind die kultigen
Gefährte jedenfalls gut geschützt
im Verschlag des historischen
Bahnhofgebäudes aufbewahrt.
Erst kurz vor dem Rennen werden
sie von dort heruntergeholt,
entstaubt und je nach Bedarf auf
Vordermann gebracht. Dass alle
Schrauben fest angezogen, Lenkung
und Bremse voll funktionsfähig
sind, das Reifenprofil genug
Grip aufweist und auch sonst kein
Verschleiß oder gar Ermüdungsbruchstellen
vorzufinden sind, „ist
uns allein aus Sicherheitsgründen
sehr wichtig“. Für schnelles und
weites Rollen sei insbesondere
das Schmieren der Achsen entscheidend.
„Da könnte man auch
eine Wissenschaft draus machen,
wir sind letztlich jedoch darauf
bedacht, dass alle unsere Seifenkisterl
in einem gleich schnellen
und guten Zustand sind.“ Wer
von den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern trotzdem unsicher
ist, kann im Rahmen vorheriger
Testläufe am Renntag selbst die
für sich schnellste Kiste ausfindig
machen. Apropos Teilnehmer:
Zugelassen sind alle, ob männlich
oder weiblich, ab dem bereits
achten Lebensjahr. Und zwar
wirklich alle. Auch Nicht-MSC-
Mitglieder und Nicht-Pollinger.
„Im Grunde wirklich jeder, der
Lust hat, mitzumachen – auch
aus anderen Orten und Städten
wie beispielsweise Peiting, Altenstadt,
Rottenbuch, Huglfing.“
Vorerfahrungen sind ebenfalls
keine notwendig. Pollinger, Ettinger,
Oderdinger, Peißenberger
und Weilheimer sind ohnehin seit
jeher dabei beim originellsten
Seifenkisterlrennen der Region.
„Viele kommen auch mit dem
Radl, was es besonders sportlich,
umweltfreundlich und nachhaltig
macht“, so Hans Hager, der ebenfalls
zum mittlerweile „xten Mal“
am Start stehen wird, an dieser
Stelle jedoch unbedingt den Vater
des Traditionsbewerbs noch nennen
möchte: Dominikus „Mini“
Weiß, seit Januar 2016 leider nicht
mehr unter uns und seinerzeit
ein weit über Polling hinaus bekannter
Raritätensammler, der
insbesondere auch ein Faible für
schnelle wie seltene Sportwagen
hatte. Er brachte das Seifenkisterlrennen
einst nach Polling. Welch
große Gaudi ihm bis heute zu verdanken
ist, kann am Sonntag, 5.
Juli, nördlich von Oderding, hautnah
in Augenschein genommen
werden. Es gibt auch Wurstsemmeln,
Kaffee und Kuchen – und
für Spontanentschlossene die
Möglichkeit, sich kurzfristig nachzumelden,
selbst mitzufahren. Im
Grunde also alles wie früher, nur
weniger steil und kurvig. js
> > > INFOS UND ANMELDUNG
Siegerehrung, beginnend bei den jüngsten Starterinnen und Startern.
Das Pollinger Seifenkisterlrennen 2026 findet heuer am Sonntag,
5. Juli, nördlich von Oderding an einem Bahnübergang statt. Rennbeginn:
12.30 Uhr, Trainingsläufe ab 11 Uhr. Anmelden dürfen sich
alle, auch Nicht-Pollinger, die mindestens acht Jahre alt sind, unter
folgender E-Mail: oldtimer@msc-polling.de. Die Startgebühr beträgt
voraussichtlich sechs Euro pro Teilnehmer.
juli / august 2026 | 37
Mittelaltermarkt an historischer Stadtmauer
Falkner, Feuer,
Steckerlfisch
Schongau | Was waren die Sorgen
groß, dass die größte und beliebteste
Mittelalterveranstaltung des
Pfaffenwinkels für immer von der
Bildfläche verschwindet, als dessen
Hauptorganisator Manfred
Wodarczyk in seiner Funktion aufgehört
hatte. Knapp zwei Jahre ist
es nun her, als der letzte „Schongauer
Sommer“ unten am großen
Volksfestplatz von Schongau stattgefunden
hatte. Doch von einem
drohenden Aus ist längst keine
Rede mehr. Der Grund: Die Idee
des neugeründeten Vereins „Mittelaltermarkt
Schongau e.V.“, den
guten alten Historischen Markt in
die malerische Altstadt zurückzuholen,
die vollends aufging.
„Obwohl wir die ersten Tage kein
Wetterglück hatten, war das Debüt
an allen Tagen genial besucht und
auch die Rückmeldungen sind nahezu
ausnahmslos positiv gewesen“,
sind sich Tobias Fuhrmann,
Max Diegruber und Herbert Zimmert
aus der Vorstandschaft einig.
Geschätzte 2 000 bis 3 000 Besucher
pro Tag schlenderten durch
den deutlich kleineren, somit
gemütlicheren Markt, der das Eintauchen
in eine längst vergangene
Zeit deutlich einfacher macht. „Die
Nähe zur 800 Jahre alten Stadtmauer,
der danebenstehende Kasselturm
– ein besseres Ambiente
kannst für einen Mittelaltermarkt
nicht haben“, schwärmt Tobias
Fuhrmann, den die Abendstimmung
aus dem Vorjahr sogar ein
Stückweit an das weltbekannte
Tollwood-Festival in München
erinnert hat. „Natürlich sind wir
deutlich kleiner als München,
aber die Farben, die Düfte, die
Menschentrauben, die Live-Musik
und kulturelle Vielfalt.“ Allein
deshalb war den Verantwortlichen
früh klar, den Historischen Markt
auch heuer wieder an gleichem
Ort und gleicher Stelle aufleben
zu lassen. „Wir haben bereits am
letzten Tag des Marktes mit allen
Kunsthandwerkern, Gastronomen
und Künstlern gesprochen und
gefragt, ob sie dieses Jahr wieder
dabei sein möchten.“ Das Resultat:
„Ja, möchten wir!“ Will heißen:
Abgesehen von einem Stand
für Massagen sowie kleineren Erneuerungen
und Veränderungen
wird das zehntägige Programm
ab Ende Juli nahezu identisch gut
aussehen wie 2025.
Lagerleben, Live-Musik,
Kunsthandwerk
Bürgermeister-Schägger-Platz.
Feuershow, Falkner, Trommlergruppe,
Fakir-Vorführungen, Kinderschminken,
Puppenspiel, Märchenlesungen,
Stelzengeher, ein
authentisches Lagerleben, aufregende
Stadt- und Erlebnisführungen:
Die Liste des bunten
Programms für alle Altersklassen
ist in Summe noch viel länger,
sowohl von regionalen als auch
überregionalen Künstlerinnen
und Künstlern besetzt. „Die Feuershow
geht zum Beispiel von einem
Künstler aus Bernbeuren sowie
einem Künstler aus Burggen
aus – die treten sowohl für sich
als auch gemeinsam auf.“ Einer
der beiden zeichnet sich auch für
die angekündigten Fakir-Vorfüh-
38 | altlandkreis
Schon Aktiv?
Mittelalter-Bands treten auch heuer wieder auf.
rungen verantwortlich. Damit gemeint:
Magisch-mutige Momente
auf Nagelbrett, Glasscherben und
Feuer. Die Märchenlesungen, aber
auch Zauberer-Workshops für
Kinder, finden in einem extra aufgebauten,
kleinen Zelt statt, das
sich am südlichen Eingang des
Marktgeländes befinden wird. Direkt
dahinter, im Schatten der dort
alten Laubbäume: Kunsthandwerker,
die Handgemachtes zum Kauf
ausstellen, aber auch Live-Vorführungen
ihrer seltenen Handwerkskünste
anbieten. Kürschnerin,
Töpferer, Schmied sowie Punzierer
sind nur wenige Beispiele. „Letzterer
verziert feuchtes Leder oder
Metalle mit Hammer und speziellen
Stempeln – drückt detaillierte
Muster, Ornamente und Schriftzüge
in das jeweilige Material.“ Für
ausgelassene Stimmung sorgen
derweil namhafte Live-Bands, die
auf der großen Bühne zwischen
Stadtmauer und Kasselturm Trommeln,
sowie Dudelsack und Gitarre
zum Erklingen bringen. Zum
Beispiel die „Sandsacks“, die früher
ausschließlich bekannt waren
für härtere Mittelaltermusik, inzwischen
ihr Genre unter anderem
in Richtung Irisch-Folk erweitert
haben. Auch „Musica Immortalis“
haben bereits zugesagt, beschreiben
ihr Programm wie folgt: „Wir
werden auf die Trommeln knüppeln,
bis die Metfässer bersten
und Gitarre und Dudelsack solch
virtuose Melodien entlocken, bis
ihr unsere unsterblichen Finger in
Feuer aufgehen seht.“ Klingt wild,
klingt aufregend. Ähnliches gilt für
Phönix. Aber auch auf „Farbenklang“
aus Schongau dürfen die
Besucher gespannt sein. Und auch
kulinarisch bleiben an diesen Tagen
dank Steckerlfisch, Brotstand,
Langos, bayerisch-bürgerlichen
Gerichten, indischen Spezialitäten,
Ochsenfetzen und Crepés keine
Wünsche offen. „Den Ausschank
erfrischender Kaltgetränke übernehmen
wir als Verein selbst“,
betont Max Diegruber bezüglich
Bier, Spezi, Wasser, Radler, Apfelschorle
sowie alkoholfreies Bier,
„was vergangenes Jahr stark nachgefragt
war“. Aber auch exquisitere
Getränke wie Met oder Gin
stehen zum Angebot.
BR-Radltour gastiert
in Altstadt
Eröffnet wird der Historische Markt
2026 (www.historischer-marktschongau.de)
am Freitag, 31. Juli,
um 12 Uhr auf dem Bürgermeister-Schägger-Platz
in Schongaus
Altstadt. „Zunächst nur die Gastronomie,
ehe ab 16 Uhr Lagerleben,
Handwerkermarkt und
unser buntes Rahmenprogramm
nachziehen.“ So wird es auch an
allen weiteren Werktagen der Fall
sein – mittags nur Gastro zum Essen
und Trinken, ab Nachmittag
dann jeweils das volle Programm.
Nur nicht an den in Summe zwei
Wochenenden – an den Samstagen
und Sonntagen öffnet der
komplette Markt bereits um 12
Uhr. Und endet, wiederum gültig
für alle Tage (auch werktags),
jeweils um 22.30 Uhr. „Zumindest
wird so lange ausgeschenkt.“ Was
vergangenes Jahr ebenfalls sehr
gut und ohne nennenswerte Meckereien
funktioniert hat: Dass die
Besucherinnen und Besucher außerhalb
der Historischen Altstadt
geparkt haben, um die letzten
Meter zu Fuß hinaufzuschreiten.
Die größte und effektivste Parkfläche
ist auch dieses Jahr die am
Volksfestplatz, direkt an der Lechuferstraße.
Aber auch die am
Wilhelm-Köhler-Stadel auf der
Westseite der Altstadt sowie die
Parkfläche am Buchenweg (Nähe
Bahnhof und Esso-Tankstelle) liegen
nur wenige Fußminuten vom
Marktgelände entfernt. Oben angekommen,
warten 1000 Sitzplätze
auf die Besucherinnen und Besucher,
wovon sich rund 400 unter
schattenspenden Sonnenschirmen
befinden. Diese Nachricht dürfte
auch für die Teilnehmer der diesjährigen
BR-Radltour interessant
sein. Die startet am Sonntag, 2.
August, in Nördlingen und führt
über sechs Etappen mit insgesamt
rund 600 Kilometern über
die Zwischenzielorte Königsbrunn,
Oberammergau, Rosenheim und
Dorfen bis nach Bad Füssing. Am
Dienstag, 4. August, macht der
Tross gegen Mittag auch Halt In
Schongaus Altstadt – und besucht
im Zuge dessen den Historischen
Markt. „Was für uns natürlich zusätzlich
eine gute Werbung ist“,
freuen sich Tobias Fuhrmann, Max
Diegruber und Herbert Zimmert,
die das Mittelalterspektakel bis
einschließlich Sonntag, 9. August,
gemeinsam mit 86 aktiven
Vereinsmitgliedern aus Schongau
und Umgebung sowie in enger
Kooperation mit der Stadt Schongau
auf die Beine gestellt haben
– und auch dieses Jahr keinen (!)
Eintritt verlangen werden. js
juli / august 2026 | 39
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Tutzing | Die Geschichte der Fischerei
am Starnberger See reicht
ursprünglich 3 000 Jahre zurück.
Bronzezeitliche Angelhaken und
Einbäume, gefunden auf und an
der Roseninsel, beweisen das.
Kein Wunder also, dass auch
Tutzing, der Ort auf Höhe der
Roseninsel, seit Jahrhunderten
als Fischer- und Bauerndorf beschrieben
wird – und auch das
Ortswappen geprägt ist von einem
Fischsymbol. Die Bedeutung der
Seenfischerei hat sich im Laufe
dieser langen Zeit jedoch stark
gewandelt. Streng organisiert ist
sie beispielsweise seit dem Mittelalter,
als die Fischereirechte
noch bei Adelshäusern, Klöstern
und Landesherren lagen. Erst
nach der Säkularisation im Jahre
1803 konnten die Fischereien
am Starnberger See eigenständig
wirtschaften, sich für ihre harte
Arbeit finanziell angemessener
entlohnen. Heute gibt es am
Starnberger See noch 34 Fischereirechte.
„Von denen nach unseren
Informationen immerhin
30 aktiv genutzt werden“, weiß
Jan-Philipp Grande, Pressesprecher
der Gemeinde Tutzing. Die
wirtschaftliche Bedeutung der Fischerei
am Starnberger See ist insofern
weitaus geringer also noch
vor 50 oder gar 100 Jahren. „Früher
konnten Familien vollständig
von der Fischerei leben. Heute ist
sie meist Nebenerwerb, Spezialitätenwirtschaft
und Traditionspflege.“
Kulturell, touristisch und
auch wissenschaftlich ist deren
Bedeutung dennoch ungebrochen
groß. Einerseits, weil die Nebenerwerbs-Fischer
wichtige Daten
über Fischbestände im Starnberger
See sowie dessen Wasserqualität
liefern. Andererseits ziehen
aus Funk und Fernsehen bekannte
Traditionsveranstaltungen tausende
begeisterte Menschen in
ihren Bann. Allen voran die Tutzinger
Fischerhochzeit, die erstmals
im Jahre 1929 stattfand, die
seit 1975 im Fünfjahresrhythmus
veranstaltet wird, wegen Corona
und Hauptstraßensanierung jedoch
erst heuer wieder – erstmals
seit 2017 – inszeniert wird. Genaugenommen
am Sonntag, 26. Juli,
beginnend mit einem Weckruf der
Böllerschützen um 6 Uhr in der
Früh.
Rückkehr aus
Russlandfeldzug
Spannenderweise handelt es sich
bei der Tutzinger Fischerhochzeit
um eine fiktive Geschichte. Dennoch
gehen die Verantwortlichen
fest davon aus, dass sie aus drei
Wünschen heraus verfasst wurde:
Das alte Fischerbrauchtum
zu bewahren, die Geschichte des
Fischerdorfes lebendig darzustellen
und den historischen Zusammenhalt
der Fischerfamilien
sichtbar zu machen. „Sie ist also
weniger ein religiöses Mysterienspiel
wie die O'Gauer Passion,
sondern vielmehr ein historisches
Heimatspiel.“ Im Kern bezieht
es sich auch heuer auf das
knapp 100 Jahre alte Drehbuch.
Demnach ereignete sich die historische
Fischerhochzeit um das
Jahr 1814 zur Zeit Napoleons und
erzählt die Geschichte des nach
Jahren vom damaligen Russlandfeldzug
heimkehrenden Tutzinger
Bauernsohn Michael Gröber, der
endlich Veronika Bierbichler, die
Tochter eines Fischermeisters von
der anderen Seeseite, heiraten
kann. „Die Texte des Stücks sind
nach wie vor in der Originalfassung,
lediglich einzelne Begriffe
wurden im Laufe der Jahrzehnte
zeitgemäß angepasst und modernisiert“,
so Jan-Philipp Grande
über diesen bunten Mix aus Theater,
Festspiel, Heimatinszenierung,
historischem Umzug sowie
einem daran angeschlossenen,
fünftägigen Dorffest mit buntem
Rahmenprogramm, das sich in
Summe über fünf Tage erstreckt.
40 | altlandkreis
Insofern ein straffes Programm,
allen voran für das auserkorene,
sehr junge Brautpaar um Valentin
Müller (24) und Mara Bove
(19). Während die anderen großen
Sprechrollen wie Hochzeitslader,
Knecht und Erzähler von
erfahreneren Schauspielern oder
Rednern besetzt werden, „ist es
für Valentin und Mara besonders
nervenaufreibend, da sie es zum
ersten und einzigen Mal machen
– Braut oder Bräutigam ist
man im Rahmen der Tutzinger
Fischerhochzeit nie zweimal“.
Grundsätzlich muss das Brautpaar
stets aus einer alteingesessenen,
traditionellen Tutzinger Fischerfamilie
stammen – im Idealfall
aus jener, in der heute noch aktiv
gefischt wird. Wobei auch
die anderen Rollen des Spiels
ausschließlich von waschechten
Tutzingerinnen und Tutzingern
besetzt sind. „In Summe wirken
mehrere hundert Männer, Frauen
und Kinder mit.“ Darunter auch
Musikgruppen, Bühnentechniker,
Sicherheitskräfte, Gastronomen,
Gemeindemitarbeiter und viele
weitere, ehrenamtliche Helfer.
Besonders erwähnenswert: Die
Aktiven der Tutzinger Gilde, die
den Besuchern ihre prachtvollen
Trachtengewänder präsentieren.
„Das Thema Kostüme ist im Rahmen
der Tutzinger Fischerhochzeit
geradezu komplex, da viele verschiedene
Arten von Trachten und
Kostümen zum Einsatz kommen.“
Neben traditionell bayerischen
Trachten aus unterschiedlichsten
Regionen auch zeitgenössische
Kostüme aus dem 19. Jahrhundert
sowie Biedermeier-Kostüme. „Für
diese umfangreiche Kostümierung
der Darstellerinnen und Darsteller
verfügen Rathaus und Gilde über
einen eigenen Fundus, zusätzlich
bedienen wir uns bei Kostüm-
und Kleiderverleihgeschäften.“
Dazu passend: Von Hand gemachter
Silberschmuck, Trachtenketten,
Broschen, Charivaris, filigrane
Miederketten, Haarschmuck und
bestickte Gürtel.
Festlicher Glanz an
Häusern, Wägen, Booten
Aber auch Blumenketten, Girlanden,
Bögen und Fahnen an Booten,
Wägen und Häuser lassen
ganz Tutzing in festlichem Glanz
erstrahlen. Damit die in Summe
13. Tutzinger Fischerhochzeit heuer
reibungslos und planmäßig
über die sprichwörtliche Bühne
geht, wird bereits seit Mitte April
fleißig geprobt. „Teilweise im Rathaus,
teilweise in anderen Räumlichkeiten
im Ort, vereinzelt auch
an den Schauplätzen des Stücks
selbst – zum Beispiel unten im
Schloss.“ Insgesamt verzeichnet
der Probenplan 22 Termine. In
Summe also ein Riesenaufwand
für ein Spektakel, auf das sich
Einheimische wie Urlauber riesig
freuen dürfen.
js
> > > INFOS, VVK UND TICKETVERLOSUNG
Karten für Luise Kinseher, LaBrassBanda und Sašo Avsenik, die im
Rahmen des Festprogramms auftreten, sind ab sofort im Rathaus,
bei Post Trafik sowie bei Beautiful Home & Garden in Tutzing erhältlich.
Ebenso unter www.fischerhochzeit-tutzing.de, wo auch alle
weiteren Infos um das traditionsreiche Spektakel bereitgehalten
werden. Außerdem verlost „altlandkreis“ jeweils 1 x 2 Tickets. Schicken
Sie uns bis 10. Juli eine Postkarte mit dem Stichwort „Kinseher“,
„LaBrassBanda“ oder „Sašo“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971
Peiting. Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet,
der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!
juli / august 2026 | 41
Natürliche Haltungsform von Pferden
Aktivstall an der Ammer
Rottenbuch | Schwimmbad,
Ammerbrücke, Hirschgehege-Erweiterung
der Schönegger
Käse-Alm? Wild war
sie, die Gerüchteküche rund
um den Schleifmühlenweg
südwestlich der Echelsbacher
Brücke. „Es sind sogar wildfremde
Autofahrer zu uns auf
den Hof gefahren nur um zu
fragen, was wir da bauen“,
berichten Alexander und Regina
Doll. Inzwischen ist die
zehnmonatige Bauphase ihres
Großprojekts abgeschlossen.
Damit gemeint: Ein
nigelnagelneuer Pferdehof
namens „Ammerblick“, der
allen, die von der Echelsbacher
Brücke die Steingadener Straße
Richtung Wildsteig fahren, sofort
ins Auge sticht. Die Besonderheit
ist aber nicht der Pferdehof und
seine spezielle Lage an sich, sondern
das dahinterstehende Konzept
eines Aktivstalls. „Für uns
das Konzept, das der natürlichen
Haltungsform von Pferden am
nächsten kommt.“ Näher als ein
Offenstall? „Nach unserer Meinung
schon, weil es hier im bayerischen
Oberland keine Steppenlandschaft
mit endlosen Weiten und vegetationslosen
Gebieten gibt, wie es
einst Wildpferde vorgefunden haben.“
Hintergrund: Pferde seien
nach neuesten Erkenntnissen keine
Dauerfresser, sondern Dauerfuttersucher.
Heißt: Um passende
Nahrung zu finden, müssen sich
die einst wildlebenden Tiere erst
einmal auf die Suche machen, sich
dafür ständig bewegen. Das wiederum
hält fit, schlank, gesund.
Und genau das verspricht die Herdenhaltung
von Pferden in einem
Aktivstall. „Hier können sich die
42 | altlandkreis
Alexander und Regina Doll betreiben den
neuen Aktivstall unterhalb von Schönegg.
Tiere rund um die Uhr bewegen.“
Entweder in einer wettergeschützten
Halle. Draußen auf einem professionell
fundamentierten Sandplatz.
Oder, ebenso draußen, auf
richtigen Weideflächen. Weiters
sind auf dem Aktivstallgelände
oberhalb der Ammer, daher auch
der Name „Ammerblick“, verschiedene
Funktionsbereiche wie
Liegeflächen, Wasserstellen, Massagebürste
und Futterstellen bewusst
an unterschiedlichen Stellen
verbaut. Je nach Bedürfnis müssen
sich die Tiere also immer erst auf
den Weg machen, um letztlich in
den Genuss von Ruhen, Baden,
Wellness oder Fressen zu kommen.
Chip-gesteuerte
Fütterung
Der größte Unterschied des Aktivstallkonzepts
im Vergleich zu
anderen Haltungsformen: Die
Möglichkeit auf individuelle Fütterung.
Auf dem Pferdehof Ammerblick
finden die Tiere drei
große Heuraufen mit insgesamt
40 Fressplätzen vor. Darüber
hinaus einen Einzelheudosierer
sowie eine Kraftfutterstation
mit Weidezugangsselektion.
„Genau deshalb ist
dieses Konzept des Aktivstalls
auch für mich persönlich so
wahnsinnig spannend“, verrät
ein von dieser Technik
hellauf begeisterter Alexander
Doll, der hauptberuflich
als Elektrotechnik-Ingenieur
bei einem namhaften Landmaschinenhersteller
tätig
ist. Konkret: Jedes Pferd, das
in Zukunft als Einsteller auf
dem Pferdehof Ammerblick
lebt, bekommt via Halsband
oder Mähne (eingeflochten) einen
eigenen Chip verpasst. Dieser
Chip ist wiederum individuell
programmierbar und mit den
jeweiligen Futterstationen sowie
dort integrierten Sensoren verbunden.
„Bei Pferden ist es wie
bei Menschen – es gibt jene, die
essen können was und wie viel
sie möchten, ohne zuzunehmen
und diejenigen, die gefühlt bereits
vom Anschauen des Futters zunehmen.“
Ob Heu, Kraftfutter oder
Mineralfutter: Dank computergesteuerter
Fütterung können die
Tagesrationen eines jeden Tieres
auf das Gramm genau abgestimmt
werden. Und auch der Zugang zur
Weide mit Gras und Kräutern ist
vollautomatisch regulierbar: „Hat
das jeweilige Pferd sich den Magen
bereits sprichwörtlich vollgeschlagen,
bleibt das Tor zur Weide
geschlossen. Wenn nicht, darf es
hinaus.“ Ein großzügiges Frisch-
Wasser-Tränkebecken in Form von
stehender Wasseroberfläche –
stehendes Wasser deshalb, weil
Pferde sogenannte Saugtrinker
Die ersten Pferde, hier ein Noriker, sind eingezogen.
sind – ist auf dem Aktivstall-Areal
ebenfalls installiert. Je nach Lust,
Laune, Aktivität, Rasse und Bedarf
trinkt ein Pferd 20 bis 30 Liter pro
Tag. Ein weiteres Highlight des
neuen Pferdehofs, der sich tatsächlich
unterhalb des Hirschgeheges
der Schönegger Käse-Alm befindet:
Eine große, rund um die Uhr
zugängliche Liegehalle, in der sich
die Pferde wettergeschützt aufhalten
können und die ganz wunderbar
zum Dösen und Schlafen
einlädt. Wiederum darin verbaut
sind Integrationsboxen, in die –
wie auch auf einer Integrationsweide
im Außenbereich – Neuankömmlinge
die bereits bestehende
Herde beschnuppern können. Erst
wenn sich die Tiere aneinander
gewöhnt haben und miteinander
harmonieren, dürfen neue Pferde
fest in den Herdenverband des Aktivstalls.
„Pferde bilden innerhalb
einer Gruppe eine Rangordnung.
Da nie alle mit allen gleichgut
auskommen, „haben wir doppelt
so viele Futterplätze wie Tiere – so
können auch rangniedrigere sich
nicht nur auf dem Areal aus dem
Weg gehen und ihre jeweils eigenes
Ding machen, sondern auch
ungestört fressen.“
Ein Ort der
Entschleunigung
Letztlich tut Herdenhaltung in
ständiger Bewegung Pferden nur
gut, egal ob ranghoch oder rangniedrig.
„Wir haben im Vorfeld
unseres Projekts viele Ställe besucht,
ich habe selbst jahrelange
Erfahrung mit Pferden und kann
deshalb aus tiefster Überzeugung
sagen: Pferde, die in einem Aktivstall
richtig gehalten werden,
sind prinzipiell sehr entspannt
Blick vom Hirschgehge auf den Aktivstall Ammerblick.
und ausgeglichen“, betont Regina
Doll, gelernte Erzieherin, Fachkraft
für tiergestützte Intervention und
Landwirtin, die aktuell auch in tiergestützter
Therapie mit psychisch
kranken Jugendlichen und jungen
Erwachsenen arbeitet – und sich
dieses Mammutprojekt auf dem
einst elterlichen Hof wohlüberlegt
hatte. „Wir haben während Studium
und Ausbildung mehrere Jahre
in München gelebt“, verrät Alexander
Doll. Der Hof von Reginas
Eltern direkt oberhalb der Ammerschlucht
sei da immer wieder ein
willkommener Ort der Entschleunigung
gewesen. „In der Stadt ohnehin,
aber auch ganz generell in
dieser Zeit, sind die Menschen im
Dauerstress, kaum noch bei sich.“
Als dann klar war, den Hof übernehmen
zu können, „haben wir
uns dafür entschieden“. Jedoch in
einer Form, „die zu uns passt“. So
wurde aus dem einstigen Milchviehbetrieb
nun ein topmoderner
Aktivstall für Pferde, der weitestgehend
mit regionalen Firmen
realisiert wurde. „Die Umsetzung
des Projekts für und mit der Region
war uns von Beginn an sehr
wichtig“, sagt Alexander Doll, der
alles Elektrische, gemeinsam mit
seinem Vater, selbst geplant und
installiert hat – und sich an dieser
Stelle nochmals bedanken möchte
„für die großartige Unterstützung
aller Beteiligten, allen voran bei
Freunden und Familie“. Was nun
noch fehlt: Mehr Pferde. „Wir haben
bereits eine längere Liste von
Anfragen“, sagen Alexander und
Regina Doll, die ihr Lebensprojekt
nun Schritt für Schritt mit immer
mehr Leben füllen möchten. Pro
Einsteller verlangen sie monatlich
450 Euro. Aktuell sind Katze, Hund,
eine Herde Kamerun-Schafe sowie
zwei Pferde der Rassen Noriker
und Warmblut auf dem Hof – und
letztere befinden sich definitiv
nicht in Schwimmbad, Hirschgehege
oder auf einer neuen Brücke,
sondern im nigelnagelneuen Aktivstall
Ammerblick.
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juli / august 2026 | 43
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Wachrüttelnde Ausstellung zur NS-Zeit
Zwangssterilisiertes
Genie
Herzogsägmühle | Man stelle sich
zunächst ganz allgemein vor: Ein
Mensch blüht in seiner Begabung
derart auf, dass er sich zu einem
der besten und gefragtesten seines
Fachs entwickelt – und ein
ums andere Mal herausragende
Arbeit abliefert. Doch anstelle
von Wertschätzung, Würdigung
und Schaffensfreiheit, wird er
von Seiten einer neuformierten
Staatsmacht sukzessive mürbe
gemacht – und auf widerwärtigste,
menschenunwürdige
Weise seiner selbst beraubt. Genau
dieses Schicksal ereilte viele
begabte Männer und Frauen, als
am 30. Januar 1933 Adolf Hilter
zum Reichskanzler ernannt und
das NS-Regime die Macht ergriff.
Eines der prominentesten Opfer
der Rassentrennung mit Bezug
zum Schongauer Altlandkreis war
damals Willy Zielke. Er galt bereits
in den 1920er und 1930er Jahren
als ein Genie der Fotografie und
frühen Filmkunst. Besonders bekannt
wurde er durch seinen im
Jahre 1935 veröffentlichten Film
„Das Stahltier“, den er zu Ehren
von „100 Jahre Deutsche Reichsbahn“
gedreht hatte – und der
aufgrund seiner modernen Bildsprache
weit über Deutschland
hinaus hohe Beachtung fand. Der
Film verband nämlich Bewegung,
Licht und Schatten in einer Weise,
die damals zweifelsohne revolutionär
wirkte. Trotzdem, oder gerade
deshalb, wurde das Werk von
Joseph Goebbels verboten. Ähnliches
geschah mit dem Zielke-
Film „Arbeitslos“, bereits 1933
Willy Zielke war ein Meister seines Fachs.
Dann kamen die Nazis an die Macht.
publiziert. Dabei handelte es sich
um einen sozialkritischen Dokumentarfilm
über Massenarbeitslosigkeit
in der Weimarer Republik,
der von den Nationalsozialisten
abgeändert, ideologisch umgedeutet
und schließlich verboten
wurde. Letztlich waren die Nazis
hin- und hergerissen: Einerseits
brauchten sie den mit besten Filmemacher
des Landes zugunsten
ihrer Propaganda-Zwecke, andererseits
ließ sich der intelligente
Willy Zielke, der den perfiden Plan
der Nazis lange vorher durschaut
hatte, nicht verbiegen.
Für psychisch krank
erklärt
Die herausragende Kameraführung
von Willy Zileke brachte ihn
dennoch in den Wirkungskreis
von Leni Riefenstahl –
die Tänzerin, Schauspielerin,
Regisseurin und Fotografin
gilt rückblickend als eine der
umstrittensten Persönlichkeiten
der Filmgeschichte, weil
sie als Lieblingsregisseurin
von Adolf Hitler diverse
Propagandafilme des NS-
Regimes inszenierte. Zielke
drehte für sie den berühmten
Olympiafilm 1936 vollkommen
selbstständig, setzte
dabei eine neuartige Überblendtechnik
ein. Weil er in
Vor- und Abspann nur sich
nannte und sich damit vollkommen
von Leni Riefenstahl
abwandte, entbrannte jedoch
ein Streit. Dabei wurde dem
begnadeten Filmemacher endgültig
klar, dass er von den Nazis nur
als Werkzeug der perfiden Propaganda
benutzt werden sollte. Über
eine nach heutigen Erkenntnissen
zweifelhafte Diagnose der Schizophrenie
wiesen ihn die Nazis in
eine Psychiatrie ein – und sterilisierten
ihn im Rahmen des von
den Nationalsozialisten eingeführten
Rassenreinheitsgesetzes unter
Zwang! Insgesamt verbrachte Willy
Zielke vier Jahre in einer Psychiatrie,
bekam insofern hautnah mit,
wie tausende Menschen entrechtet
und ermordet wurden, während
er selbst diese Tortur überlebte.
Dass nun ausgerechnet wir vom
Regionalmagazin „altlandkreis“
darüber berichten, dient nicht nur
der wertvollen Aufklärungsarbeit
der dunkelsten Zeit deutscher
44 | altlandkreis
Beweismaterial aus einer furchtbaren Zeit: Dokumente wie diese sind
Teil der Willy-Zielke-Ausstellung in Herzogsägmühle.
Geschichte – Willy Zielke war
zwei Mal auch in Herzogsägmühle
untergebracht. Das erste Mal
im Jahre 1937, kurz nach seiner
Zwangssterilisation. Das zweite
Mal nochmals im Jahre 1938, als
der damalige Einrichtungsleiter
des Diakoniedorfs, ein SA-Sturmbannführer
aus Peiting, unbedingt
wollte, dass Willy Zielke einen
Vorzeigefilm über die Tugenden
des damaligen Arbeitslagers drehen
soll. Doch dazu kam es nicht,
weil der begnadete Kameramann
sich mit der Obrigkeit überwarf,
folglich vom damals zuständigen
Amtsarzt „Gemeingefährlichkeit“
attestiert bekam und deshalb weiterhin
in der Psychiatrie ausharren
musste.
Professorin spricht bei
Vernissage
Wie Willy Zielke es letztlich aus
der Psychiatrie geschafft hat – und
wie es für ihn danach weiterging,
zeigt eine umfassend recherchierte
Ausstellung über ihn. Wo? Im
Foyer der Deckerhalle im Diakoniedorf
Herzogsägmühle, Dorfplatz
6 . Wann? Ab Freitag, 10. Juli,
mit Vernissage um 17 Uhr, wozu
Prof. Dr. Anette Eberle von der
Katholischen Stiftungshochschule
München-Benediktbeuren einen
hörenswerten Vortrag halten wird.
Von wem? Dem Verein für Dorfentwicklung
und Landespflege Herzogsägmühle
e.V. sowie dem
Lernort Sozialdorf Herzogsägmühle
der Diakonie München
und Oberbayern gGmbH, wiederum
LEADER-gefördert durch den
Freistaat Bayern sowie ebenfalls
finanziell unterstützt von der Peitinger
Bürgerstiftung. In der Folge
ist die Ausstellung bis einschließlich
Donnerstag, 23. Juli, täglich
von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Und
allein deshalb so besuchenswert,
weil Rechtspopulismus aktuell
so stark im Kommen ist wie seit
dieser grauenvollen Zeit kurz vor
und während des Zweiten Weltkriegs
nicht. Und nach derzeitigem
Stand nicht auszuschließen
ist, dass eines Tages wieder eine
Partei an die Macht kommt, die
genau diese gezielte, widerwärtige
Rassenreinheitspolitik von damals
betreiben möchte. Die Willy-
Zielke-Ausstellung soll letztlich
genau das Gegenteil bezwecken:
Ein Zeichen gegen das Vergessen
setzen für eine Gesellschaft, in der
die Würde des Menschen an erster
Stelle steht.
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juli / august 2026 | 45
Ehrenamtliche Existenzgründerberatung durch Aktivsenioren
„Möchten den jungen Menschen
etwas zurückgeben“
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Vorfeld sehr wohl überlegen, um
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wo? Und zu welchem Preis? Eine
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sein. Ein echter Geheimtipp deshalb:
Die Aktivsenioren Bayern.
Der im Oktober 1984 gegründete,
ehrenamtlich organisierte Verein
zählt derzeit 550 Mitglieder, darunter
320 Aktive. Und die bieten
wiederum, aufgeteilt auf elf Regionen,
politisch unabhängige,
wirtschaftlich neutrale sowie kostenlose
Erstberatungsgespräche
zum Thema „Existenzgründung“,
aber auch zu „Existenzerhalt“ und
„Generationen-Wechsel“ an. Zur
Region „Süd-West“ gehören die
fünf Landkreise Miesbach, Bad
Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-
Partenkirchen, Landsberg am
Lech, Starnberg und Weilheim-
Schongau. Ihr steht Thomas Ulbrich,
65, aus Kaufering vor. Der
einst gelernte Werkzeugmacher
holte erst das Abitur nach, um
nach dem Grundwehrdienst bei
der Deutschen Bundeswehr Maschinenbau
zu studieren. Sein Beweggrund
heute, sich trotz wohlverdientem
Ruhestand, Kindern
und Enkelkindern sich ehrenamtlich
als Regionalleiter und Existenzgründerberater
einzusetzen:
„Weil ich privat wie beruflich sehr
viel Glück gehabt habe in meinem
Leben, ich deshalb den jüngeren
Leuten etwas zurückgeben möchte.“
Als Segment-, Standort- und
Produktleiter in drei großen mittelständischen
Unternehmen
übernahm Thomas Ulbrich über
Jahrzehnte hinweg große Verantwortung
für hunderte Mitarbeiter,
hat in dieser Zeit so ziemlich alles
Dietmar Ahl (li.) und Thomas Ulbrich
von den Aktivsenioren.
erlebt, was Unternehmertum im
Positiven wie Negativen ausmacht.
Gleiches gilt für Dietmar Ahl, 66,
aus Penzberg, ebenfalls Maschinenbau-Ingenieur
sowie 33 Jahre
lang erfolgreicher Geschäftsführer
und Mitinhaber der in Weilheim
ansässigen Firma Bechtold. Auch
er genießt inzwischen nicht nur
seinen wohlverdienten Ruhestand,
sondern möchte all seinen beruflichen
Erfahrungsschatz frei und
ungezwungen an die jüngere Generation
weitergeben.
„Ein Trend, von dem wir
wenig halten“
Organisiert und beworben wird
die kostenlose Existenzgründerberatung
hier in unmittelbarer Region
vom Landratsamt Weilheim-
Schongau, das in der Regel einen
Beratungstag pro Monat in den
Räumlichkeiten des Landratsamtes
anbietet. Dann vor Ort: Dietmar Ahl
und (oder) Thomas Ulbrich – und
bis zu sieben Männer oder Frauen,
die innerhalb einer Schulstunde
(45 Minuten) um deren Rat und
Know-how bitten. „Mehr Beratungen
schaffen wir an einem Tag
nicht“, sind sich Ahl und Ulbrich
darüber einig, „dass wir durchaus
weitere Berater gut gebrauchen
könnten, da die Nachfrage nach
Existenzgründerberatungen insbesondere
die vergangenen Jahre
stark gestiegen ist“. Wobei längst
nicht alle Interessenten mit einer
vernünftigen Geschäftsidee und
einem klaren Plan dahinter ins
Gespräch gehen. „Viele kommen
zu uns, weil sie mit ihrem Chef
unzufrieden sind und meinen, es
besser machen zu können – bis
sie im Rahmen der Beratung dann
merken, dass ihr Chef gewisse Dinge
gar nicht anders machen kann.“
Andere brächten richtig gute, kreative
Ideen mit ins Gespräch, müssen
dann aber mit großer Enttäuschung
feststellen, dass damit kein
Geld verdient werden kann. Wieder
andere kämen aus der Not heraus,
möchten aus der Arbeitslosigkeit
in die Selbstständigkeit. „Letztlich
reden wir von Männern und Frauen
im Alter von 25 bis 60 Jahren
mit unterschiedlichsten Qualifikationen,
Ideen und Vorstellungen.“
Auffallend viele möchten sich inzwischen
im Bereich „Coaching“
selbstständig machen. „Ein Trend,
46 | altlandkreis
von dem wir ehrlicherweise wenig
halten.“ Viele kämen auch aus der
Pferdebranche auf die Experten zu.
Aber auch Gartenbau, Steinmetz,
Fußpflege, Ernährungsberatung,
Projektleitung in der Baubranche
oder das Eröffnen eines Cafés sind
unter anderem die Anliegen der
Beratenden.
„Handwerk funktioniert
nahezu immer“
Für Thomas Ulbrich und Dietmar
Ahl letztlich entscheidend: Stets
offen und schonungslos ehrlich
zu beraten. Angefangen mit vermeintlich
ganz einfachen Fragen:
Wie möchten Sie leben? Wie viel
Geld geben Sie monatlich für Auto,
Lebensmittel, Miete aus? Möchten
Sie in den Urlaub fliegen? Ist Ihnen
bewusst, dass Sie durchschnittlich
fünf Stunden arbeiten müssen, um
sich eine Stunde für sich selbst
leisten zu können? Dass ein Jahr
zwar 365 Tage hat, mit 104 Tagen
Wochenenden, 30 Tagen Urlaub,
sechs Feiertagen, in etwa 14 Tagen
Krankheit sowie Urlaubsgeld,
Weihnachtsgeld und normalem
Gehalt ein potentieller Mitarbeiter
wesentlich weniger zur Verfügung
steht, als man meinen würde?
Dass in vielen Branchen vom
15. Dezember bis 15. Januar kein
Geld verdient werden kann, weil
in diesem Zeitraum in Unternehmen
kaum jemand erreichbar ist?
Letztlich arbeiten die Aktivsenioren,
die sich für die Existenzgründerberatung
explizit qualifizieren
müssen, nicht allgemeine Fragen,
sondern auch einen fundierten
Finanzplan mit 180 verschiedenen
Punkten gemeinsam mit den Klienten
ab. „Es ist nicht selten der
Fall, dass danach jemand unter
Tränen wieder aus dem Gespräch
geht, weil Traum und Wirklichkeit
schlichtweg zu weit auseinandergehen.“
Andererseits gibt es auch
zig Beispiele, die funktionieren.
„Handwerk zum Beispiel, wenn
der Typ dazu passt, funktioniert
nahezu immer“, sind sich Thomas
Ulrbrich und Diemar Ahl einig.
Dann lohne sich dieses „selbst“
und „ständig“ auch, weil neben
allem Fleiß, langen Arbeitstagen
von früh bis spät viel Geld verdient
werden kann.
Frauen seien besser
vorbereitet
„Und man trotz aller Verpflichtungen
am Ende des Tages schon
sein eigener Herr ist, sich Zeit und
Arbeit so einteilen kann, wie es zu
einem passt.“ Zum Beispiel könne
man am Wochenende durcharbeiten,
um dafür unter der Woche frei
zu machen. Davon abgesehen auffallend:
„Dass insbesondere Frauen,
die sich selbstständig machen
möchten, meist besser vorbereitet
in ein Beratungsgespräch mit uns
gehen als es bei Männern der Fall
ist.“ Und große Dankbarkeit, die
den Profis für ihren ehrenamtlichen
Einsatz entgegengebracht
wird. An dieser Stelle nur ein dazu
passendes Beispiel: „Ein junges
Paar, hier aus der Region kommend,
wollte ein Café in Niederbayern
aufmachen – Businessplan
perfekt, Location super, weshalb
zunächst auch alles dafür sprach“,
erinnert sich Dietmar Ahl. Letztlich
ist dieser unternehmerische Traum
aber trotzdem geplatzt, „weil wir
beim akribischen Check der Finanzen
und Verträge herausgefunden
haben, dass der Eigentümer der
vorgesehenen Location die beiden
eiskalt über den Tisch gezogen
hätte“. Es gibt aber auch zahlreiche
Beispiele, die planmäßig voll
und ganz aufgeganen sind. Auch
deshalb, „weil wir nach dem kostenlosen
Erstberatungsgespräch
mit den Männern und Frauen in
Kontakt bleiben und sie für erschwingliche
130 Euro im Grunde
so lange weiterberaten, bis es zur
Anmeldung der Selbstständigkeit
gekommen ist“. js
> > > NÄHERE INFOS UND ANMELDUNG
Haben auch Sie eine Geschäftsidee und möchten sich selbstständig
machen? Termine für die kostenlose Existenzgründerberatung
durch die Aktivsenioren können bei der hier zuständigen Kreisentwicklung
im Landratsamt Weilheim-Schongau per E-Mail unter
kreisentwicklung@lra-wm.bayern.de oder telefonisch unter
0881 / 681-1851 vereinbart werden.
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Saisonal und regional – Rezepte der Hauswirtschafterei
Leichte Küche
in schweren Zeiten
Altlandkreis | Politische Krisen im
In- und Ausland bestimmen aktuell
die Schlagzeilen. In Zeiten
wie diesen sollten die kleinen
Momente des Lebens umso mehr
wertgeschätzt werden. Zum Beispiel
der Verzehr eines selbstgekochten,
gesunden Gerichts. Die
drei Damen der Hauswirtschafterei
empfehlen an dieser Stelle
„Gefüllte Ochsenherztomaten“,
„Pichelsteiner mit Sommergemüse“,
und „Kartoffeltarte mit Tomaten“
– quasi leichte Küche in
schweren Zeiten.
Gefüllte
Ochsenherztomaten
ZUTATEN:
100 g kleine Nudeln
(z.B. Gabelspaghetti)
Salz
4 Ochsenherztomaten
1 Landgurke
1 Bund Frühlingszwiebeln
Dressing:
3 EL Weißweinessig
4 EL Rapsöl
Salz, Pfeffer
Schnittlauch
Zum Anrichten:
einige Salatblätter
ZUBEREITUNG: Die Nudeln in
reichlich Salzwasser nach Packungsangabe
bissfest kochen
und abgießen. Die Tomaten waschen
und einen Deckel abschneiden.
Mit einem kleinen spitzen
Messer das Fruchtfleisch auslösen
und dieses klein schneiden.
Ge
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herz
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toma
mate
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Die Gurke waschen, längs vierteln
und in Scheiben schneiden.
Die Frühlingszwiebeln putzen,
waschen und in Ringe schneiden.
Beides mit den Tomatenstücken
und den Nudeln mischen.
Die Zutaten für das Dressing glatt
rühren. Zum Salat geben und 15
Minuten ziehen lassen.
Die Salatblätter waschen, putzen
und trocken schleudern. Auf vier
Tellern auslegen.
Den Nudelsalat in die Tomaten
füllen. Den Deckel jeweils darauflegen
und auf den Salatblättern
anrichten.
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Pichelsteiner mit
Sommergemüse
ZUTATEN:
2 Scheiben mariniertes Halsgrat
oder Schweinelende
2 EL Rapsöl
600 g festkochende Kartoffeln
500 ml Gemüsebrühe
1 Zweig Rosmarin
1 Kohlrabi
1 Zucchini
1 rote Paprikaschote
Salz, Pfeffer
Zum Anrichten:
Schnittlauch
ZUBEREITUNG: Das Fleisch in grobe
Würfel schneiden. Im heißen
Öl kräftig anbraten. Die Kartoffeln
schälen und würfeln. Zum Fleisch
geben und kurz mitbraten. Mit der
Brühe aufgießen, den Rosmarinzweig
dazugeben und zugedeckt
30 Minuten bei mittlerer Hitze
kochen.Den Kohlrabi schälen,
die Zucchini waschen und beides
würfeln. Zum Eintopf geben und 5
Minuten weiterkochen. Die Paprikaschote
waschen und putzen. In
Stücke schneiden, zum Eintopf geben,
5 Minuten bei schwacher Hitze
weiter kochen. Eintopf würzen,
den Rosmarin entfernen und mit
Schnittlauch bestreut servieren.
Tipp: Fleisch lässt sich ganz einfach
selbst marinieren. Dazu 1 TL
Salz, ½ TL Pfeffer, 1 TL Paprikapulver
und 4 EL Öl glatt rühren. Nach
Belieben Kräuter und gehackten
Knoblauch dazugeben und das
Fleisch damit bestreichen. Einige
Stunden ziehen lassen.
48 | altlandkreis
Eingelegter Käse mit
Sommergemüse
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Kartoffeltarte mit
Tomaten
ZUTATEN:
Kartoffelteig:
500 g mehligkochende
Kartoffeln
Salz
150 g Dinkelmehl Type 630
1 Ei
Butter für die Form
Belag:
300 g Frischkäse
100 g saure Sahne
1 Ei
Kräutersalz, Pfeffer
1 kleine rote Zwiebel
100 g Kirschtomaten
100 g Fetakäse
ZUBEREITUNG: Die Kartoffeln
schälen und in Würfel schneiden.
In Salzwasser weich kochen.
Abgießen und sofort durch eine
Kartoffelpresse drücken. Abkühlen
lassen.
Mehl und Ei zu den Kartoffeln
geben und zu einem Teig verkneten.
Bei Bedarf noch etwas Mehl
zufügen. Den Teig ausrollen und
eine gefettete Tarte-Form damit
auslegen.
Für den Belag Frischkäse, saure
Sahne, Ei und Gewürze glatt rühren
und auf dem Teig verstreichen.
Die Zwiebel schälen und in Streifen
schneiden. Die Tomaten waschen
und halbieren. Den Fetakäse
würfeln. Alles auf der Tarte
verteilen und backen.
Die Backzeit beträgt rund 45 Minuten
bei einer Temperatur von
180 °C (160 °C).
juli / august 2026 | 49
ZUTATEN:
Für 5–6 Gläser à 250 ml
1 kleine gelbe Zucchini
1 kleine grüne Zucchini
1 Aubergine
1 rote Paprikaschote
2 Gelbe Rüben
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Rapsöl zum Braten
Salz, Pfeffer
100 g Romadur
100 g Bergkäse
Zum Anrichten:
ca. 400 ml Rapsöl
ZUBEREITUNG: Zucchini, Aubergine
und Paprikaschote waschen,
putzen und in Scheiben bzw. die
Paprikaschote in grobe Stücke
schneiden. Gelbe Rüben, Zwiebel
und Knoblauch schälen. Die
Gelben Rüben in Scheiben, die
Zwiebel in Ringe schneiden. Den
Knoblauch fein hacken.
Das Gemüse sortenweise in jeweils
1 – 2 EL Öl etwa 10 Min. goldbraun
braten und würzen. Abkühlen
lassen.
Den Romadur in Scheiben, den
Bergkäse in Streifen schneiden.
Etwas Öl in verschließbare Gläser
geben. Das Gemüse und den
Käse abwechselnd in die Gläser
schichten. Dabei gut nach unten
drücken, damit die Gläser gut
befüllt werden und das Öl nach
oben steigt. Evtl. Öl nachfüllen,
damit am Schluss alles mit einer
Ölschicht bedeckt ist. Die Gläser
gut verschließen und gekühlt aufbewahren.
Tipp: Gut gekühlt etwa 2 Wochen
haltbar.
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Zwischen Tankstelle und Lustberghof
Die Viehweiden
an der B 17
Epfach | Jeder, der regelmäßig die
B 17 Richtung Landsberg fährt, hat
sie bereits wahrgenommen: Die
östlich der Bundesstraße liegenden
Viehweiden zwischen Tankstelle
Kinsau und Höhe Lustberghof.
Hinter diesen großen Flächen
steht die ehemalige Allgäuer Herdenbuchgesellschaft,
inzwischen
„PRO Rind“, mit Hauptsitz in Unterthingau.
Insofern das Pendant
zu den Weilheimer Zuchtverbänden.
„Nur dass wir als größter
Rindervermarkter Bayerns ein
nochmals deutlich größeres Einzugsgebiet
haben“, weiß Hubert
Kretzler, einst gelernter Metzger,
Landwirt im Nebenerwerb, hauptberuflich
jedoch in ganz anderer
Funktion tätig: Als Weidewärter
am Neuhof 1, der sich direkt am Abzweig
von der B 17 Richtung Epfach
befindet. Seit mittlerweile 32 (!)
Jahren kümmert sich der 57-Jährige
dort um Pensionsrinder, die
Mitgliedsbetriebe von PRO Rind
den Sommer über in seine Obhut
geben. Die meisten Tiere stammen
von Bauernhöfen rund um Kaufbeuren
und Marktoberdorf, die
weitesten bis aus Erkheim. „Wir
haben aber auch einige aus der
näheren Umgebung wie Birkland
oder Schwabsoien.“ Insgesamt
sind es heuer 278 Stück von 23
verschiedenen landwirtschaftlichen
Betrieben. Die Rassen: Überwiegend
Braunvieh, Fleckvieh
und Holsteiner, vereinzelt auch
Kreuzungen aus Pinzgauern und
Belgiern. „Die jüngsten kommen
mit zehn Monaten hierher, die ältesten
sind mit rund 30 Monaten
bereits trächtig.“ Das Alter der
Tiere, die am Tag des Auftriebs
allesamt eine eigene Weidenummer
in Form einer zusätzlichen
Ohrmarke verpasst bekommen,
ist besonders entscheidend. „Weil
wir die Herden altersgerecht aufteilen
und zusammenstellen.“
Die Gesamtweidefläche von 55
Hektar wird hierfür in
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50 | altlandkreis
Hier beginnt für Hubert Kretzler der alltägliche Kontrollgang.
aufgeteilt, die wiederum allesamt
auch kleinere Waldanteile
oder größere Bäume als wertvolle
Schattenspender beinhalten. „Die
ersten zwei Wochen lassen wir sie
über die jeweils komplette Weide
grasen, danach teilen wir die
Weiden in zwei Hälften auf und
treiben die Tiere in dann regelmäßigen
Abständen hin und her.“
So wird gewährt, dass die Rinder
die komplette Saison über ausreichend
frisches Futter vorfinden.
Kuhflüster-Seminare für
sicheren Umgang
Das gilt an dieser Stelle auch für
die zwei sprichwörtlichen Hähne
im Korb. Traditionell grasen auf
den Weideflächen vom Neuhof
auch Stiere. „Aktuell haben wir
bei zwei Herden je einen Stier
der Rasse Braunvieh dabei.“ Die
Aufgabe von Parus und Dacisi:
Die bereits deckfähigen (ab dem
16. Monat) weiblichen Jungrinder,
rund 120 Stück, zu decken. „In
erster Linie aus wirtschaftlichen
Gründen.“ Hintergrund: Jungrinder,
die vom Weidestier gedeckt
werden und gegen Ende der Weidesaison
erstmals in ihrem Leben
kalben, kehren als leistungsstarke
Milchkuh zum jeweiligen Betrieb
zurück. Auf anderen Viehweiden,
insbesondere auf Almen in
den Bergen, werden allein aus
Sicherheitsgründen gegenüber
Wanderern meist keine Stiere aufgetrieben,
die Jungrinder erst nach
Rückkehr zum jeweiligen Betrieb
besamt. Milchwirtschaftlich bedeutet
dies einen Ausfall von rund
sechs Monaten. Andererseits: Ein
unterschätzter Stier kann in der
Tat zur tödlichen Gefahr werden.
„Stiere möchten prinzipiell ihre
Herde verteidigen“, bekräftigt Hubert
Kretzler, der im Umgang mit
den Rindern absoluter Vollprofi
ist. „Während es in Ställen immer
wieder zu schwerwiegenden Vorfällen
kommt, Bauer oder Bäuerin
von aggressiven Kühen oder
Stieren attackiert werden, ist mir
hier auf den Weiden am Neuhof
kein einziger größerer Unfall bekannt“,
sagt er sichtlich mit Stolz.
Sicherlich auch, weil sein Arbeitgeber
regelmäßige Schulungen
mit beispielsweise topausgebildeten
Kuhflüsterern anbietet. „Da
lernst du richtig viel.“ Auch an
diesem Donnerstagvormittag auffallend:
Wie ruhig und gelassen,
aber trotzdem voller Selbstvertrauen
Hubert Kretzler die Weideflächen
immer gleichen Schrittes
durchwandert. Selbst als die Rinder
auf ihn aufmerksam werden,
geschlossen, zügig und in hoher
Anzahl auf ihn zukommen, bleibt
er souverän. Er gibt auch keine
Laute von sich. „Dieses Höa Höa
Höa oder Hop Hop gibt es bei uns
nicht.“ Auch den Haselnussstecken
hebt er keine Sekunde mahnend
in die Luft, nutzt ihn vielmehr als
Gehilfe und verlängerten Arm. „Er
dient nur in der äußersten Not als
Werkzeug zur Verteidigung.“ Auch
beim Annähern des Stieres? „Viele
meinen ja, sie müssen Vertrauen
zu ihm aufbauen, in dem sie
ihn am Kopf kraulen und so zum
besten Freund machen – doch
Ruhig und souverän: Hubert Kretzler vor Rindern der Rasse Holsteiner.
juli / august 2026 | 51
genau das ist ein großer Irrglaube,
wird in der Regel nicht funktionieren.“
Viel wichtiger: Furchtlos,
aber mit gewissem Respektsabstand
an ihm vorbeigehen und auf
gar keinen Fall zurückweichen.
„Das erkennt er sofort als Zeichen
von Schwäche.“ Die einzige Gefahr,
die dennoch immer besteht:
„Wenn die Herde sich um dich
schart, und ein paar Rinder in
hinterer Reihe aus Jux und Tollerei
heranspringen und die vorderen
in dich hineindrücken.“ Einmal
ging genau deshalb auch Hubert
Kretzler zu Boden. Passiert ist ihm
dabei aber nichts.
Krankheiten rechtzeitig
erkennen
52 | altlandkreis
Beim Kontrollgang an diesem
Donnerstagvormittag verläuft trotz
Umzingelung alles friedlich, fallen
auch keine weiteren Verletzungen
an den Tieren auf. „Einen der beiden
Stiere sowie dieses weibliche
Rind habe ich bereits gestern von
der Herde getrennt.“ Beide Tiere
der Rasse Braunvieh humpeln in
einem Bereich zwischen Weide
eins und Weide zwei demotiviert
umher und warten bereits auf
medizinische Behandlung. Die
Fußkrankheit „Panaritium“ könne
laut Hubert Kretzler immer wieder
auftreten. „Da setzen sich in den
Rissen der Klauen Bakterien fest,
was bei rechtzeitigem Erkennen
jedoch gut mit Antibiotika behandelbar
ist.“ Auch die sogenannte
Äugler-Krankheit kann äußerst
unangenehm werden für die Tiere.
Sie wird durch Fliegen übertragen,
sorgt für stark tränende Augen sowie
Bildung einer dicken weißen
Hornhaut im Zentrum des Auges,
was im schlimmsten Falle zu
Blindheit führt. Insofern ist Hubert
Kretzler nicht nur Hirte, sondern
in gewisser Weise auch Tiermediziner,
weil er in Summe Dutzende
Tierkrankheiten frühzeitig erkennen
muss. „Von außen betrachtet
wirkt mein Job idyllisch, in Wahrheit
ist er mit sehr großer
Verantwortung verbunden.“
Vom Auftrieb am 18. April bis
zum Abtrieb am 10. Oktober
gönne sich der Rinderflüsterer
auch nur ein einziges
freies Wochenende, an dem
er von einer Kollegin von PRO
Rind vertreten wird. „Ich war
auch mit Corona draußen auf
der Weide – hilft ja nix.“ Jeden
Morgen um Punkt 6 Uhr
marschiert er los, um im Rahmen
eines rund dreistündigen
Rundgangs alle 1112 Füße
der 278 Tiere in Augenschein
zu nehmen. Sind alle gesund,
„kann es ein entspannter Arbeitstag
sein“. Es gibt aber
auch immer wieder Tage,
wo Krankheiten entdeckt werden,
die Rinder behutsam von der Herde
getrennt werden müssen. Die
Tränkebrunnen gilt es regelmäßig
zu reinigen. Äste oder Bäume zurückzuschneiden.
Stromausfälle
für den seit 2018 (davor Stacheldraht)
genutzten elektrischen Weidezaun
zu beheben. „Im Grunde
muss ich Vierundzwanzigsieben
dafür sorgen, dass hier alles in
Ordnung ist.“
Anzeigen trotz klugem
Konzept
Besonders arbeitsintensiv war
beispielsweise der Sommer vor
sieben Jahren, als Anfang Juni ein
heftiger Hagelsturm die Gegend
heimsuchte. Dabei wurden nicht
nur die Herden extrem aufgeschreckt.
Unter anderem stürzte
eine große Linde um. Der darunter
Kontrolle eines Trinkwasser-Brunnens.
Schutz suchende Stier kam dabei
wie durch ein Wunder nicht zu
schaden, „musste von uns aber
freigeschnitten werden, weil er
von Baumstamm und Geäst eingeklemmt
war“. Auch immer wieder
heftig: Schwere Verkehrsunfälle,
zum Teil mit Todesfolge, im Zuge
derer Hubert Kretzler mit zur Unfallstelle
gerufen wird. „Um die
Rinder von den Rettungskräften
fern zu halten, kaputtgegangene
Zäune wieder aufzurichten, aber
auch um den Strom abzuschalten.“
Letztlich, so Hubert Kretzler,
„glaubst du nicht, was ich hier
schon alles gesehen und erlebt
habe“. Unter anderem wird er immer
wieder mit gegen ihn gerichtete
Strafanzeigen durch vorbeifahrende
Autofahrer konfrontiert.
„Die behaupten nicht selten, dass
unsere Rinder trotz anhaltender
Hitze weder ausreichend zu Fres-
Typisch fürs Allgäu sind Rinder der Rasse Braunvieh.
sen noch zu Saufen hätten.“
Tatsächlich stehen auf den
großen Viehweiden östlich der
B17 keine Wasserfässer, wie
es auf kleineren Weiden meist
üblich ist. „Wir tränken unsere
Rinder über Brunnen, die über
ein direkt am Trinkwasser angeschlossenes,
unterirdisch
verlegtes Leitungsnetz gespeist
werden.“ In Summe befinden
sich auf jeder der fünf Weiden
drei Stück. Und wegen „zu wenig
Futter“: Auch das täuscht,
„weil wir seit einigen Jahren
ganz gezielt auf das Konzept
der Kurzrasen-Weide umgestellt
haben“. Die Vorteile darin:
Kurze Gräser sind ertragund
energiereicher. Die für
Wachstum notwendigen Sonnenstrahlen
gelangen früher an die
Grasnarbe, müssen sich nicht erst
durch höheres, schattenwerfendes
Gras kämpfen. Und es kommt kein
Unkraut mehr auf, da die Rinder
es im Frühstadium noch fressen,
während sie es in fortgeschrittenem
Stadium stehen lassen würden.
„Dadurch käme es später zu
Verwelkung, Absamung und somit
einer immer stärkeren Vermehrung
des Unkrauts.“ Ein weiterer
Vorteil der Kurzrasen-Taktik: Dass
die Weideflächen wesentlich weniger
anfällig sind für Trittschäden,
so die Verletzungsgefahr der
Rinder reduziert wird. Im Zuge
dessen wurden die Weideflächen
im Jahr 2016 auch komplett auf Bio
umgestellt. „Wir haben aufgrund
der intensiven Beweidung zwar
wesentlich weniger Kräuter als
es beispielsweise auf Almwiesen
in den Bergen der Fall ist – der
Nährwert allein aus deutschem
Weidelgras und Weißklee, wovon
wir hier sehr viel haben, ist für
die Rinder dennoch sehr gut.“
Sogar so gut, dass die komplette
Saison über nicht zugefüttert werden
muss. Einzig mineralhaltige
Salzsteine stehen neben Gras und
Trinkwasser auf der Speisekarte.
Insofern ein Konzept, „bei dem
Warfen die B 17-Befahrer aus dem Auto.
sich Landschaftsschutz, Tierwohl
und Wirtschaftlichkeit im Einklang
befinden – und auf das wir allein
deshalb stolz sein können, weil
wir komplett ohne Pflanzenschutzmittel
und mineralischen Dünger
arbeiten“.
Bierflaschen aus Auto
geworfen
Finanziert wird das Projekt via
Gebühr. „Wir verlangen 90 Cent
brutto pro Rind pro Tag.“ Auf Alpen
in Gebirgen dürfen Landwirte
ihre Rinder oft kostenlos auftreiben,
„weil Alp-Betreiber lukrative
Fördergelder vom Staat bekommen.“
Dafür geht die Saison unten
im Flachland wesentlich länger.
„Wir haben heuer bereits am 18.
April aufgetrieben, weil das Gras
aufgrund der Klimaerwärmung
immer früher anfängt zu wachsen
– und treiben erst am 10. Oktober
wieder ab.“ In den Bergen
beginnt die Alp-Saison häufig
erst Anfang, Mitte oder Ende Juni.
In Summe also dann doch ein
günstiges Angebot von Seiten des
Allgäuer Zuchtverbands vor dem
Hintergrund, dass sich der jeweils
abgebende Betrieb während der
kompletten Saison um nichts mehr
kümmern muss. Auch nicht um
Verwaltungskram. „Den erledigen
auch für mich die Fachkräfte
am Hauptsitz in Unterthiengau“,
zeigt sich Hubert Kreztler an
dieser Stelle erleichtert. Konkret
gemeint: Jedes Rind, dass
am Neuhof in Epfach ankommt,
muss vom abgebenden Betrieb
ab- und auf den Neuhof
beziehungsweise auf Pro Rind
angemeldet werden. „Die lückenlose
Rückverfolgung, wann
welches Rind wo war, ist beim
möglichen Ausbruch von Tierseuchen
immens wichtig.“ Der
außergewöhnliche Beruf von
Hubert Kretzler geht insofern
weit über das klassische Hüten
von Rindern hinaus. Ob er
trotzdem wehmütig ist, wenn
am Ende der Saison seine Pensionsrinder
wieder abgeholt werden?
„Es ist eine wunderschöne
Zeit, aber man ist dann auch
froh, wenn alles gutgegangen ist
und eine weitere Saison wieder
zu Ende geht.“ Die diesjährige ist
jedoch noch in vollem Gange –
und hält bestimmt noch einige
Kuriositäten bereit. „Mir fällt zum
Beispiel seit mittlerweile Jahren
auf, dass in aller Herrgottsfrüh,
wenn auf der grundsätzlich sehr
stark befahrenen B17 noch nahezu
nichts los ist, es Lkw-Fahrer gibt,
die immer dann, wenn sie unsere
Weiderinder sehen, anfangen zu
hupen, was echt merkwürdig ist
und ich mir nicht wirklich erklären
kann.“ Glücklicherweise lassen
sich die Rinder davon nicht aufschrecken.
Was tatsächlich ärgerlich
ist: Das Vermüllungsproblem
auf den Weidebereichen direkt an
der B17. „Die Leute werfen alles
aus dem Auto.“ Allein am Tag des
„altlandkreis“-Interviews holt Hubert
Kretzler zwei übervolle Kübel
aus der am Neuhof integrierten
Werkstätte. „Erst vor wenigen Tagen
gesammelt.“ Dabei auffallend:
Jede Menge Bierflaschen aus Glas.
„Drum sage ich immer: Die intelligenteren
Wesen sind die innerhalb
des Zauns.“
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juli / august 2026 | 53
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Rottenbuch | Obwohl Stefan Zöllner
inmitten eines bürgerlichen Wohngebiets
lebt, hat er schon länger
keine Katze mehr in seinem Garten
gesehen. „Die haben offensichtlich
großen Respekt vor ihr“, sagt der
Berufssoldat, der bereits als Kind
davon geträumt hatte, eines Tages
einen Adler zu halten. Und als er
eigentlich selbst schon gar nicht
mehr so richtig damit gerechnet
hatte, erfüllte er sich diesen Traum
tatsächlich doch noch. Genaugenommen
vor knapp fünf Jahren,
beim Besuch einer Falknerei, „wo
wir eigentlich einen anderen Adler
abholen wollten“. Doch beim
Anblick von „Elisabeth“, damals
noch ein flauschiges Küken, „kann
man wirklich von Liebe auf den
ersten Blick sprechen“. Da der
heute 51-Jährige bereits Jagd- und
Falknerschein erfolgreich absolviert
hatte, die acht Meter lange,
drei Meter breite und drei Meter
hohe Voliere ebenfalls recht rasch
gebaut war, Stand dem außergewöhnlichen
Haustier-Projekt letztlich
nichts mehr im Wege. Seither
leben in Rottenbuch nicht nur jede
Menge Menschen, Katzen und
Hunde, sondern eben auch
eine Adlerdame, was weit
und breit ziemlich einzigartig
ist. Elisabeth ist inzwischen
ausgewachsen, derzeit 5,1 Kilogramm
schwer bei einer Flügelspannweite
von annähernd
2,20 Meter! Insofern ein unfassbar
großer Greifvogel, der
nicht nur Katzen vor Ehrfurcht
erstarren lässt. Ob Nachbarn,
Spaziergänger, Radfahrer oder
54 | altlandkreis
auch den „altlandkreis“-Redakteur
Johannes Schelle: Mit Respektsabstand
stehenbleiben, staunen und
sich kurz zwicken, ob diese Begegnung
gerade wirklich real ist –
so reagieren nahezu alle, wenn
sie inmitten eines Rottenbucher
Wohngebiets diesen riesengroßen
König der Lüfte auf einem im Garten
stehen Holzpflock sitzen sehen.
Konfrontation mit Verkehr
Flugtraining im Garten.
Doch genug gestaunt. Stefan Zöllner
verschwindet kurz in der Voliere,
holt seinen handvernähten
Falknerhandschuh aus vierfachverstärkten
Echtleder und stülpt
sich diesen gekonnt über seinen
linken Arm. Dann nähert er sich
behutsam seiner „besseren Hälfte“,
bindet sie vorsichtig von der
im Garten fixierten Flugleine und
bittet sie höflich, auf seinem linken
Arm Platz zu nehmen. „Heute steht
ein weiterer Spaziergang durch
den Ort und an den Waldrand auf
dem Programm“, sagt der Experte,
der vor kurzem das Training nach
der Jagdpause der vorausgegangenen
Saison wieder aufgenommen
hatte. Schritt für Schritt heißt es
nun, Adlerdame Elisabeth wieder
an fremde Menschen, brummenden
Verkehr und all die anderen
Eindrücke und Einflüsse aus dem
alltäglichen Leben zu gewöhnen,
damit sie später auf der Jagd ruhiger
auf dem Handschuh sitzt. Dafür
verlässt das Traumpaar nun entspannten
Schrittes die Hofeinfahrt.
Einige Anwohner sind an diesem
sonnigen Dienstagabend draußen
in ihren Gärten, grüßen den bereits
bestens bekannten Falkner freundlich
über den Zaun – und staunen
ebenfalls mit großen Augen, obwohl
sie Elisabeth natürlich schon
kennen. Spannend wird’s vor allem
beim Annähern der stark befahrenen
B 23. „Rote Busse mag sie in
der Regel am wenigsten“, meint
Stefan Zöllner, der sich mit seinem
Greifvogel ganz bewusst dem dichten
Verkehr nähert, um ihm die
Angst davor zu nehmen. Nur zwei,
drei Mal schreckt sie ein wenig
auf, breitet ihre Flügel aus und
lässt sie flattern. Insgesamt
aber wirkt die Adlerdame
erstaunlich entspannt. Auch
dann, als Stefan Zöllner mit
ihr die Straße überquert – und
gegenüberliegend auf eine
junge Mutter trifft, die gerade
von der Arbeit heimradeln
wollte und vor lauter Begeisterung
derart viele gute Fragen
stellt, dass sie „altlandkreis“-
Redakteur Johannes Schelle den
Großteil seiner Arbeit abnimmt, er
nur noch mitnotieren muss. „Das
ist für viele natürlich eine einmalige
Begegnung, weshalb ich all die
Fragen sehr gerne und ausführlich
beantworte – schließlich hat man
mit so einem Tier auch einen Naturschutz-
und Bildungsauftrag“,
sagt Stefan Zöllner, der auch Selfies
zulässt, so lange der Respekt
gegenüber ihm und dem Tier gegeben
ist.
Flugtraining während
Brotzeit
Nachdem sich drei weitere Spaziergänger
erkundigt hatten,
geht’s mit dem Spaziergang weiter.
Das Ziel ist eine Sonnenbank
am östlichen Waldrand oberhalb
der Ammerschlucht – ein deutlich
ruhigerer Platz als an der B 23.
Stefan Zöllner und seine Elisabeth
gönnen sich dort eine längere
Pause, genießen die wunderbare
Sonnenuntergangsstimmung.
In bestem Fotografenlicht kommen
die bis zu sechs Zentimeter
langen Krallen des Greifvogels so
richtig zur Geltung. „Angst nicht,
aber die machen einen schon demütig“,
sagt Stefan Zöllner, der
einmal großes Glück hatte, dass
ein unabsichtlicher „Wischer“ von
Elisabeth sein Auge nur knapp verfehlte.
Insgesamt aber verlief die
bis dato rund fünfjährige Liaison
der beiden sehr harmonisch ab.
„Ich bin für sie wie der Ehepartner.“
Und sie weiß natürlich, dass
sie bei Stefan Zöllner Vollpension
genießen darf. So auch an diesem
Dienstagabend, als es nach diesem
Spaziergang noch eine wohlverdiente
Brotzeit gibt: In diesem Falle
14 Eintagsküken, die Stefan Zöllner
bereits am Vorabend aus der
Tiefkühltruhe zum Auftauen geholt
hatte. Manchmal gibt es auch Kaninchen,
Hase oder Reh. Dabei
spannend: Dass auch die Fütterung
Teil des Trainings ist. Stefan
Zöllner legt immer nur zwei Küken
erst auf den einen Holzpflock,
dann zwei Küken auf den anderen
Holzpflock. So fliegt Elisabeth, inzwischen
wieder an der Flugleine,
in Summe sieben Mal die rund
zehn Meter im Garten hin und her,
kräftigt so ihre Muskulatur für die
im Herbst anstehenden richtigen
Flüge zum Jagen. Sichtlich sattgefressen
und zufrieden geht’s
schließlich in die großzügige Voliere,
wo Elisabeth die Nacht und
auch den morgigen Tag verbringen
wird – so lange, bis Stefan Zöllner
von der Arbeit nach Hause kommt
und einen weiteren Spaziergang
mit ihr macht. Ab August beginnt
dann das richtige Flugtraining, ehe
die beiden am 1. Oktober in einem
Revier am Schmauzenberg in eine
weitere Jagdsaison starten. „Theoretisch
dürfen wir auf alles gehen,
was im Jagdrecht freigegeben ist –
trainiert ist Elisabeth Stand jetzt jedoch
nur auf Hasen“, erklärt Stefan
Zöllner. Der Grund: „Mit Erreichen
Rast am Sonnenbankerl: Stefan Zöllner mit Steinadlerdame „Elisabeth“.
der Geschlechtsreife, was innerhalb
der kommenden zwei Jahre
geschieht, bekommt sie nochmals
einen kräftigen Schub an Energie,
was sich auch auf das Verhältnis
zwischen uns und damit verbundene
Verletzungsgefahr auswirken
könnte.“ Würde Elisabeth wissen,
dass sie schon vor diesem Energieschub
in der Lage wäre, größeres
Rehwild jagen zu können, könnte
sie emotional derart an Überhand
gewinnen, dass das Handling für
Stefan Zöllner als ihr Partner unter
Umständen sehr schwierig werden
könnte. An diesem Dienstagabend
ist dies kaum vorstellbar. Verdeutlicht
aber, dass das Halten eines
Steinadlers sehr viel Können und
Wissen abverlangt – und nicht
zu vergleichen ist mit Hund oder
Katze.
js
juli / august 2026 | 55
Auf 70. Gauschießen folgt 225-Jahr-Feier
Im körperlichen Widerspruch
Rottenbuch | Obwohl er medial
kaum präsent ist und weit weniger
Zuschauer in seinen Bann zieht als
es zum Beispiel Fußballspiele tun:
Der Schießsport zählt zur beliebtesten
Freizeitbeschäftigung der
Region, wird in allen Dörfern des
Schongauer Altlandkreises aktiv
betrieben. Alljährliches Highlight:
Das traditionelle Gauschießen des
Schützengaus Schongau, das heuer
zum insgesamt 70. Mal stattfindet
und von der Schützengesellschaft
Rottenbuch anlässlich ihres
225-jährigen Gründungsjubiläums
ausgerichtet wird – insofern von
einem der ältesten Vereine, die es
in der Region gibt. Ort des Geschehens:
Das südlich der Gemeinde
liegende Sportheim, von dem viele
nicht wissen, dass sich in der Tiefe
des Gebäudes ein riesengroßer,
rund 50 Meter langer Kellerraum
befindet. „Deshalb sind wir in
der Lage, in Summe insgesamt
40 Schießstände in unser Sportheim
zu integrieren, müssen fürs
Gauschießen an sich deshalb kein
großes Festzelt errichten“, verrät
Stefan Strauß, erster Schützenmeister
(Vorsitzender) der Rottenbucher
Schützen, der gemeinsam
mit Gemeinde, Vereinskollegen
und unterstützenden Schützenvereinen
der Umgebung diese Großveranstaltung
auf die Beine stellt –
elektronische Leihschießstände
bekommen die Rottenbucher aus
Peiting und Schwabniederhofen,
zusätzliche Tablets zur Anzeige
der Ergebnisse an den Ständen
aus Apfeldorf. Geschossen wird
sowohl am Luftgewehr als auch
an der Luftpistole, sowohl frei
als auch mit Auflage. Das Niveau
unter den mehr als 1000 zu erwartenden
Teilnehmern im Schüler-
und Erwachsenenbereich,
beginnend ab bereits zehn Jahren:
Hoch bis sehr hoch. „Schulterbreiter
Stand, Hüfte nach vorne schieben
und den Ellbogen als Stütze
der Auflagehand nutzen“, verrät
Stefan Strauß die Grundposition in
der freien Kategorie. „Die Crux dabei
ist, so entspannt, stabil und ruhig
wie möglich zu stehen, um ein
Zittern der Muskulatur gar nicht
erst aufkommen zu lassen.“ Insofern
ein körperlicher Widerspruch
in sich, der entweder über viele
Jahre antrainiert werden muss –
oder gottgegeben von Geburt an
ist. Beim Schießen mit Auflage, erlaubt
ab 51 Jahren, muss das Luftgewehr
nicht von eigener Kraft gestützt
werden. „Generell passiert
im Schießsport sehr viel im Kopf,
muss man fokussiert und konzentriert
sein sowie einen klaren Geist
beweisen, um die gewünschte
Treffergenauigkeit erreichen zu
können.“ Hinzu komme auch eine
gewisse Materialschlacht. „Da
Superspannend, auch für Zuschauer, ist das Finalschießen.
nicht jedes Gewehr, nicht jede Pistole
mit der jeweils gleichen Munition
gleich genau schießt, wird
im Vorfeld viel getestet und getüftelt.“
Geschossen wird letztlich
vom 24. Juli bis 1. August sowie
vom 20. bis 23. August, ehe es am
Dienstag, 25. August, zum großen
Finalschießen und Mittwoch, 26.
August, zur Preisverteilung mit jeder
Menge Geld- und Sachpreisen
Fesche Gastgeber: Die Rottenbucher Schützinnen in ihrer Vereinstracht.
kommt. Wer von den Schützinnen
und Schützen wann und wie oft
innerhalb dieser beiden Zeitblöcke
vorbeikommt, sei jedem selbst
überlassen.
Historie, Image,
Festprogramm
Zur großen 225-Jahr-Feier nach
Abschluss des diesjährigen Gauschießens
nutzt die Schützengesellschaft
Rottenbuch nicht das
einst in viel Eigenleistung erbaute
Sportheim, sondern das große
Festzelt, das für den Anfang September
geplanten Fohlenmarkt
ohnehin und etwas weiter nördlich
aufgebaut wird. Die Rede ist von
einem fetten Partyabend am Freitag,
28. August, um 20 Uhr (Eintritt
acht Euro) mit der Stimmungsmacher-Band
„Bergwerk“. Tags darauf
am Samstag, 29. August, ist
mit Oldtimertreffen (10 Uhr) samt
Rundfahrt (13 Uhr), Musikantentreffen
(ab 17 Uhr) den Kapellen
aus Böbing, Schönberg, Bad Bayersoien
und Schönberg sowie einem
Weinfest (ab 20 Uhr, Eintritt
frei) mit den Alpengruß-Musikan-
56 | altlandkreis
Voller Fokus: Im Schießsport passiert
auch sehr viel im Kopf.
ten für wirklich alle Interessensund
Altersgruppen viel geboten.
Ähnliches gilt für Sonntag, 30.
August, mit Kirchenzug (9.15 Uhr)
und Gottesdienst in der großen
Klosterkirche, anschließendem
Festzug durchs Dorf (11.30 Uhr)
samt Bundesinnenminister, Landrat,
Bürgermeister, Landesschützen-
und Bezirksschützenmeister,
Platzschießen der Böllerschützen
(15 Uhr) sowie Festausklang mit
der Musikkapelle Rottenbuch
und den Blechböhmischen. Insofern
ein buntes Festwochenende,
im Zuge dessen sicherlich auch
auf die interessante Geschichte
der Rottenbucher Schützengesellschaft
eingegangen wird, die
derzeit 188 Erstmitglieder im Alter
von sechs bis 95 Jahren mit einem
ausgeglichenen Männer-Frauen-
Anteil zählt. „Vor Beginn des
Zweiten Weltkriegs hat es allein
in Rottenbuch mit Zimmerstutzen,
Feuerschützen und Jugendschützen
sogar drei verschiedene
Schützenvereine gegeben,
die sich erst 1934 zusammengeschlossen
hatten.“
Aus sportlicher Sicht ein
wenig traurig: Dass Waffen
aufgrund von Kriegen
zum Teil mit Negativem in
Verbindung gebracht werden,
wodurch das Image
des bei vielen sehr beliebten
Schießsports leidet.
Umso erfreulicher aber ist,
wie rührig es in den 26
Schützenvereinen des Schützengaus
Schongau zugeht. Beweis
gefällig? „Beim Gauschießen sind
selbstverständlich auch neutrale
Zuschauer jederzeit herzlich willkommen,
sich ins Schützenstüberl
zu gesellen und bei einem erfrischenden
Kaltgetränk mitzuverfolgen,
wie die Schützinnen und
Schützen aus dem Schongauer
Altlandkreis um Ringe und Blattl
kämpfen.“ Zumal es, Stand jetzt,
im kommenden Jahr keine Gelegenheit
geben wird – für 2027 gibt
es noch keinen Bewerber, der das
schon mit sehr viel Organisationsaufwand
verbundene Gauschießen
ausrichten wird. Außerdem wichtig
zu wissen: Zum Zeitpunkt des
Gauschießens und Festes ist die
B 23 zwischen Rottenbuch und Peiting
komplett gesperrt. Wer also
aus der Schongauer Ecke kommt,
möge über Peiting in Richtung
Steingaden und am Abzweig Ilgen
anreisen. Oder über Peißenberg,
Böbing und Ammerschlucht. js
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juli / august 2026 | 57
Preisgekröntes Patent für Fahrräder
Hoffen auf den Lucky Punch
Peiting | Weltweit betrachtet gibt
es mehrere tausend Fahrradmarken,
allein in Deutschland über
200. Was jedoch die wenigsten
wissen: Die Komponenten an
Fahrrädern wie Schaltwerk, Antrieb
und Bremsanlage stammen
überwiegend von nur zwei großen
Herstellern: Den Marktführern
SRAM mit Hauptsitz in USA sowie
Shimano mit Hauptsitz in Japan.
Sich mit diesen Big-Playern der
Branche in Form neuer Erfindungen
zu messen, ist nahezu ein Ding
der Unmöglichkeit. Und trotzdem
gibt es hier im bayerischen Oberland
jemanden, der genau das
gewagt hat – und seine Erfindung
nicht nur patentieren lassen
konnte, sondern sogar den in der
Fahrradbranche prestigeträchtigen
„Cyclingworld Award“ in der
Kategorie „Beste Technologie“
gewann. Die Rede ist von Mario
Sacher, 58, ursprünglich aus Penzberg,
seit 2021 in Peiting lebend –
und einer, der sich schon immer
in Ideen so lange und ganzheitlich
denkend hineinfuchsen konnte,
bis sie realistisch umsetzbar sind.
Unter dem Motto „geht nicht gibt’s
nicht“ hat er letztlich auch den
„BT10“ entwickelt. „BT“ steht
für „bearing tensioner“, zu
Deutsch „gelagerter Spanner“,
der in seiner Art einzigartig
ist auf dem Markt und
nicht nur die Funktion hat,
dass die Fahrradkette selbst
bei heftigsten Schlägen und
Stürzen nicht runterspringen
kann. „Herkömmliche Kettenspanner
sind bei Fahrrädern
in der Regel außen am
Rahmen fixiert – der von mir
ist im Laufrad gelagert, somit
innerhalb des Rahmens angebracht
und passt auf alle gängigen
Naben und Freiläufe.“ Mario
Sacher hat es also geschafft, ein
starres System an ein bewegliches
anzubringen. „Etwas, wo dir jeder
andere den sprichwörtlichen Vogel
zeigt“, sagt er und grinst. Doch
um Beweggrund, Sinnhaftigkeit
und Funktionalität seiner für Laien
komplexen Erfindung noch besser
erklären und verstehen zu können,
gilt es zunächst ins Jahr 2010 zurückzuspringen.
Damals wurde in
Penzberg der erste, ja sogar TüVzertifizierte
Bike-Park eröffnet.
Ehrenamtlicher Initiator des Großprojekts:
Mario Sacher. „Einerseits
habe ich selbst eine große Leidenschaft
für diesen Sport, andererseits
wollte ich nicht, dass mein
Sohn und auch einige andere Kinder
und Jugendliche den ganzen
Tag am Bahnhof rumlungern und
auf dumme Gedanken kommen.“
Umfangreiche Tests in
Bike-Parks
Der Penzberger Bike-Park wurde
auf Anhieb gut angenommen, die
Kinder, Jugendlichen und junggebliebenen
Erwachsenen hatten
Der „BT10“ ist mehrfach patentiert.
Mario Sacher (li.) hat seine Erfindung in Bike-Parks akribisch getestet.
riesengroßen Spaß. Das Problem
war nur: Dafür vorgesehene Räder
aus der Kategorie BMX oder
Dirtbike konnten sich nur die Wenigsten
leisten, „weshalb jeder
mit dem Rad gefahren ist, das er
gerade zur Verfügung hatte“. Zum
Beispiel Hardtails oder Fullys, also
klassische Mountainbikes, bei denen
das Schaltwerk stets außen
am Rahmen angebracht ist. Heißt:
Im Falle eines Sturzes hat es von
den Bike-Park-Enthusiasten reihenweise
die Schaltungen
verbogen, im schlimmsten
Falle sogar herausgerissen,
was letztlich zu teuren Reparaturkosten
an Schaltwerk
und Rahmen oder gar
dazu führte, dass die Kinder
und Jugendlichen oft über
Wochen kein funktionierendes
Bike mehr zur Verfügung
hatten. An genau
dieser Stelle dachte sich
Mario Sacher: „Da muss
man doch irgendwas machen
können, um auch herkömmliche
Mountainbikes Bike-
Park-tauglicher zu bekommen.“
Weil er trotz intensiver Recherchen
nichts Passendes gefunden
hatte auf dem Markt, machte er
sich schließlich selbst ans Werk –
und erfand im Zuge dessen den
BT10 für starre Rahmen, der theoretisch
in fast alle Fahrräder gebaut
werden kann. Und die Gefahr
von hohen Schäden im Falle eines
Sturzes auf beinahe null reduziert.
„Damit die Entwicklung Hand und
Fuß hat, habe ich mit mehreren
Bike-Parks zusammengearbeitet
und wahnsinnig viel getestet.“
Allen voran mit einem damaligen
Bike-Park-Betreiber in Lenggries.
Der hatte, wie nahezu alle Bike-
Park-Betreiber, auch ein großes
Sortiment an Leihrädern im Repertoire
– und schon länger keine Lust
mehr, nach einem bereits langen
Arbeitstag nochmals bis tief in die
Nacht hinein die Schäden an den
Leihrädern mühsam zu reparieren.
Durch Umrüstung auf den von
Mario Sacher erfundenen, vorge-
58 | altlandkreis
Die Weiterentwicklungen „BT20“ (li.) und „BT30“ gehen mit Schaltung.
lagerten Kettenspanner waren die
Überstunden plötzlich Geschichte.
„Umfangreich getestet haben wir
auch in den großen Bike-Parks
in Leogang und Innsbruck“, verrät
Mario Sacher, der für seine
Erfindung weder Kosten noch
Mühen scheut, in Summe einen
nicht unerheblichen sechsstelligen
Euro-Betrag sowie verdammt viel
Zeit, Energie und Arbeitsleistung
investiert hat. Wohlgemerkt alles
nebenbei und inklusive Gründung
der Nebenerwerbs-Firma „Progression
Bike“.
Weiterentwicklung mit
Gangschaltung
Dass Mario Sacher überhaupt in
der Lage war und ist, eine derartige
Erfindung komplett eigenständig
auf den Markt zu bringen, liegt
an seinen langjährigen hauptberuflichen
Tätigkeiten als einst
gelernter Maschinenschlosser,
der später als Werkzeugmacher
und Werkzeugbauleiter
gearbeitet, obendrein
den Metallbaumeister erfolgreich
gemeistert – und
den einen oder anderen
Prototypen seiner früheren
Berühmter Bruder: Wolfgang Sacher holte
2008 bei den Paralympics in Peking Gold.
Erfindungen eigenständig
an Dreh- und Fräsmaschinen
hergestellt hat. Getüftelt,
insbesondere im Bereich
Radsport, hat der Enthusiast
nämlich schon lange vor seiner
patentierten Erfindung.
Einerseits für sich selbst,
weil bei 1,93 Metern Körpergröße
sowie überdurchschnittlich
langen Armen selbst
die größten Rennradrahmen zu
klein für ihn waren. Längere Vorbauten,
Kurbeln, ja sogar ein eigens
gebauter Rahmen zählen
hier zu seinen Werken. Vor allem
aber war er viele Jahre enger Begleiter
seines bundesweit bekannten
Bruders Wolfgang Sacher, der
bei den Paralympischen Spielen
2008 in Peking die Goldmedaille
im Einzelzeitfahren gewinnen
konnte. Sportlich eine herausragende
Leistung, die aber auch nur
deshalb möglich war, weil Mario
Sacher an all den Trainings- und
Wettkampfrädern seines Bruders
unzählige Stunden getüftelt hatte,
damit Wolfgang Sacher trotz eines
fehlenden Armes beide Bremsen
und Schalthebel bedienen sowie
all seine Energie auf die Pedale
bringen konnte. Für Rennräder ist
der patentierte Kettenspanner jedoch
weniger gedacht. „Das größte
Marktpotential ist hier klar im
Bereich von Bike-Parks zu sehen.“
Also bei Strecken, wo es nahezu
ausschließlich ums Bergabfahren
geht, man keine große Bandbreite
an schweren und leichten Gängen
braucht. Für kurze Antritte oder
Anstiege zwischendurch hat Mario
Sacher dennoch eine Lösung gefunden,
indem er seinen eingängigen
BT10 nochmals weiterentwickelt
hat: Der BT20, der ebenfalls
auf alle gängigen Freiläufe passt,
insofern innerhalb des Rahmens
bestens geschützt sitzt, aber eben
auch über sechs Gänge verfügt
und obendrein für vollgefederte
Mountainbikes geeignet ist.
Wiederum darauf folgte der noch
zeitgemäßere BT30, der mit elektrischer
Schaltung kompatibel ist.
Aktuell sind seine bislang produzierten
Kettenspanner jedoch alle
ausverkauft. „Und aufgrund sehr
hoher Kosten auch keine weitere
Produktion geplant.“ Worauf
nun Mario Sacher und seine Frau
Martina, die sich ums Marketing
kümmert, inständig hoffen: Den
großen Lucky Punch. „Dass einer
der Großen sich endlich traut,
meine patentierte Erfindung zu
kaufen und sie in Großserie produzieren
lässt.“ Der Markt dafür
wäre alleine deshalb da, weil die
Österreicher, Schweizer und
Südtiroler mit in Skigebieten
integrierten Bike-Parks
inzwischen oft mehr Umsatz
generieren als im Winter via
Skibetrieb. „An Tagen im
Bike-Park sollen die Leute
die Abfahrten in vollen Zügen
genießen können und nicht
aufgrund eines abgerissenen
Schaltwerks unten am Parkplatz
sitzen müssen.“ Mit
dem gelagerten Kettenspanner
von Mario Sacher stehen
die Chancen dafür verdammt
gut – und kann auch mal der
eine oder andere neue Trail
ohne Sorge ums Bike gewagt
werden.
js
Manfred Filser
Dipl.Ing. für Bauwesen
Innen- und Außenputz
Wärmedämmsysteme
Planung und Projektierung
Bautrocknung
Gerüstarbeiten
86971 Peiting, 08861-5673
Sonntag, 5. Juli 2026
10 Uhr Festgottesdienst mit Liveband
Pfarrerin Brigitte Weggel,
Predigt: Landeskirchenrat Stefan Blumtritt
11.30 Uhr Eröffnung neues Möbelhaus
11 – 16.30 Uhr
Musik, Streetfood, Kaffee und Kuchen, kreativer Spieleparcours,
Second-Hand-Modenschau aus dem Fundus
der Wühlkiste, zahlreiche Attraktionen für Kinder und
Jugendliche
-
auf dem Dorfplatz (nicht Teil des Schlemmerpass-Angebots)
Weitere Infos unter
juli / august 2026 | 59
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Am Rottenbucher Torbogen
Ortsgeschichte aus
dem Schaufenster
Rottenbuch | „Eine zur Straße hin
ausgerichtete, verglaste Präsentationsfläche
eines Gewerbebetriebes,
die der Ausstellung von
Waren oder Leistungen zu Werbeund
Absatzförderzwecken dient.“
Diese beamtendeutsche Beschreibung
für „Schaufenster“ liest
sich schrecklich, bekommt beim
Vorbeispazieren am Torbogen in
Rottenbuch jedoch eine ganz andere
Bedeutung. Denn zwei der
insgesamt vier Schaufenster des
Ladengeschäfts von Albrecht Bögle
zeigen keine Rabattaktionen von
Milchprodukten, Spirituosen oder
Souvenirs, sondern Spannendes
aus der Vergangenheit. Recherchiert
und ausgestaltet werden die
historischen Schaufenster von Gabi
Wörmann und Petra Speer, beide
57, beide aus Wildsteig stammend,
Freundinnen seit Grundschulzeiten
und der Liebe wegen einst
nach Rottenbuch gekommen. Sie
möchten mit dieser außergewöhnlichen
Aktion die Geschichte ihrer
Heimatgemeinde entstauben, bevor
es zu spät ist „weil Zeitzeugen
sterben“ – und sie zugänglich
machen für jüngere und nachfolgende
Generationen. Zustande
gekommen sind die historischen
Schaufenster aus zwei Gründen:
Für die 950-Jahr-Feier des Klosterdorfs
im Jahr 2024 stellten die
wissbegierigen Powerfrauen bereits
eine umfassende Foto-Ausstellung
im Rathaus auf die Beine,
kamen im Zuge dessen auf den
Geschmack der ortschronistischen
Arbeit. Als die Ausstellung, die
äußerst beliebt war bei Einheimischen
wie Auswärtigen,
sich dem Ende zuneigte,
dachten sie sich: „Wäre
doch schade, dieses umfangreiche
Material früherer
Ortsgeschichte im
Archiv verschwinden zu
lassen.“ Zugleich hatte
Gabi Wörmann den Tipp
bekommen, Kontakt zu
Burggens Altbürgermeister
Bruno Faller aufzunehmen
– der hatte in
seiner Heimatgemeinde
ebenfalls ein Historisches
Fenster eingerichtet.
Zwar gibt es das
historische Schaufenster
in Burggen seit Modernisierung
des dortigen
Roatherhauses nicht
mehr. Für Gabi Wörmann
und Petra Speer
war diese Idee jedoch
genau das, wonach sie
für Rottenbuch gesucht
hatten. „Denn wo sonst könnten
wir unsere Dorfgeschichte besser
präsentieren als hier.“ Als auch Ladeninhaber
Albrecht Bögle, selbst
wahnsinnig Geschichts-bewandert,
keine Sekunde zögerte, war
die Umsetzung des in der Region
einzigartigen Projekts beschlossene
Sache.
Vertriebenenfamilie mit
neun Kindern
Am Torbogen: Schaufenster der anderen Art.
Inzwischen gibt es die historischen
Schaufenster am Torbogen seit
rund eineinhalb Jahren, sind aus
dem Klosterdorf nicht mehr wegzudenken.
„Es gab Phasen, in denen
sich hier ganze Menschentrauben
versammelt haben.“ Radfahrer,
Pilger, Kirchgänger, Mitarbeiter
von Rathaus und Regens-Wagner
sowie all die Schülerinnen und
Schüler – mittlerweile kommen
sogar Auswärtige nur deshalb
nach Rottenbuch, um einen Blick
in die liebevoll ausgestalteten
Fenster zu werfen. An unterschiedlichen
Themen orientiert, richten
Gabi Wörmann und Petra Speer
die Schaufenster alle paar Monate
neu ein. Angefangen hatten
sie mit der Historie des Torgebäudes
selbst. „Früher war hier nicht
60 | altlandkreis
nur ein Kramerladen,
ckend: Wie sich die Rottenbucher
sondern auch Bäcker,
anno dazumal
Pförtnerwohnung, Gefängnis
zu helfen wussten, um
sowie Bader, also
ein Friseur, integriert –
quasi zum Schönmachen
der Leute, bevor sie das
Kloster betreten durften.“
sich mit Strom und Wasser
zu versorgen. „Bevor
Rottenbuch eine zentrale
Strom- und Wasserversorgung
für alle bekam,
Es folgten Dutzende Klassenfotos.
versorgten sich viele
„Da kam wirk-
lich jeder vorbei, der hier
früher zur Schule gegangen
ist.“ Richtig emotional
wurde es schließlich
zu „80 Jahre Ende des
selbst.“ Allen voran die
abgelegenen Einsiedlerhöfe
hatten oft abgefahrene
Eigenkonstruktionen
für Licht und Warmwasser.
Einer nutzte seine
Zweiten Weltkriegs“,
Technik sogar als Sprachmittel.
im Zuge dessen die Geschichte
„Immer, wenn
der Vertriebenen
er am Abend den Strom
recherchiert wurde. Zum
kurz abgeschaltet hat
Beispiel auch von einer
Familie mit neun Kindern
aus dem früheren Das Historische Fenster ist Teil des Dorfladens.
und so das Licht ausging,
wussten seine Nachbarn:
Jetzt ist es wieder an der
Sudetendeutschland, die
Zeit, hinüberzugehen
alle auf ein und demselben Hof in
Rottenbuch untergekommen, obwohl
sie nicht gemeinsam geflohen
gezogen, der nochmals kurz zuhause
vorbeischaut, um sich final
von Frau und Kind zu verabschieden.
und Karten zu spielen.“ Zum Zeitpunkt
des Interviews zeigten die
historischen Schaufenster am Tor-
waren. „Damals hängte man
den Kindern einfach ein Schild mit Dabei hält er seinen rund bogen die Geschichte von örtlichen
einjährigen Sohn, der gerade so Tankstellen und Werkstätten. Und
dem Zielort um den Hals und hat
sie losgeschickt.“ Eines der Kinder,
ein Bub, sei damals erst fünf Jahre
auf eigenen Beinen stehen kann,
mit nur einer nach oben geöffneten
Handfläche in die Höhe – eine
die Memoiren eines früheren Radprofis
– Jakob Demmel wurde 1997
Weltmeister (!) auf dem Rennrad
alt gewesen – und hat es trotzdem,
akrobatische Meisterleistung von über eine bergige Etappe im öster-
ganz ohne Mama, Papa und beiden. Letztlich war es der letzreichischen
Tirol. Gabi Wörle und
Smartphone, bis nach Rottenbuch
geschafft.
te Kontakt, weil der junge Vater Petra Speer haben derweil schon
kurze Zeit später im Krieg ums wieder ganz andere Themen im
Leben kam. Wiederum beeindru-
Kopf. Zum Beispiel die Geschichte
Weltmeistertitel und
der Rottenbucher Kindergärten.
„Um sich den Bau
tragische Schicksale
eines Kindergartens leisten
Oftmals fließen im Rahmen
von persönlichen Gesprächen,
die Gabi Wörmann und Petra
Speer in den Stuben der alteingesessenen
Rottenbucher führen,
auch Tränen. „Weil gewisse
Schicksale auch Jahrzehnte
später noch sehr nahegehen.“
Insbesondere ein Schwarz-
Weiß-Foto lässt Gabi Wörmann
nicht mehr los, weil es als Motiv
witzig wirkt, die Geschichte
dahinter jedoch äußerst tragisch
ist: Das Motiv zeigt einen
jungen Vater, bereits als Soldat
zu können, packten damals
auch Angestellte des
Klosters an.“ Die Rede ist
von vier Nonnen, die über
mehrere Wochen hinweg
keinerlei körperlich schwere
Arbeit scheuten und von
früh bis spät Maurerarbeiten
verrichteten. Die Themen
gehen insofern nicht
aus. Und sind dank Ausgestaltung
der historischen
Schaufenster am Torbogen
Rottenbuch auch in Zukunft
rund um die Uhr zugänglich.
für den Zweiten Weltkrieg ein-
js
juli / august 2026 | 61
Fassmaler Franz Schindler hört auf
Von russischen Forellen
bis Thomas Müller
Froschhausen | Begrifflich führt der
Beruf des Fassmalers ein wenig in
die Irre, weil er mit dem Verzieren
von Bierfässern so gar nichts zu
tun hat. Historisch betrachtet zählt
er zu den ältesten Handwerksberufen
überhaupt, reicht bis ins
Mittelalter zurück. Und fachlich
betrachtet? „Eine schwierige Art
der Malerei“, sagt Franz Schindler
über dieses äußerst seltene
sakrale Kunsthandwerk. Nervös
war er trotzdem nicht, als er den
prominententesten Auftrag seiner
großen Karriere umzusetzen hatte.
„Ich habe immer versucht, saubere
Arbeit abzuliefern – völlig gleich,
wie groß der Name des jeweiligen
Auftraggebers war.“ In diesem Falle
kein geringerer als die FC Bayern
München AG. Genaugenommen
ging’s um eine holzgeschnitzte
Figur von Thomas Müller, die der
aus Pähl stammende Fußballer für
das Knacken eines außergewöhnlichen
Vereinsrekords bekommen
sollte: Mehr Spiele als Torwartlegende
Sepp Maier – und damit
die meisten aller bisherigen Bayern-München-Spieler
überhaupt.
Geknackt hatte er den Rekord am
1. September 2024 mit seinem 710.
Pflichtspiel gegen den 1. FC Freiburg.
Offiziell überreicht wurde die
Figur etwas später beim Champions-League-Heimspiel
gegen Dinamo
Zagreb. Und weil die Arbeit
sowohl vom aus Starnberg-Hadorf
stammenden Schnitzer Martin Reichert
als auch von Fassmaler Franz
Schindler so gut gelungen war,
durften die beiden höchstpersönlich
mit ins Stadion – und bei der
Hört zum Ende des Jahres auf: Fassmaler Franz Schindler.
offiziellen Überreichung ihrer Arbeit
durch Präsident Herbert Hainer
und den Vorstandsvorsitzenden
Jan-Christian Dreesen sogar
mit auf den Rasen in der Allianz
Arena. „Unvergessen“, sagt Franz
Schindler, der um diesen Tag auch
noch seinen 75. Geburtstag zu feiern
hatte. Inzwischen ist der einst
gelernte Malermeister 76, nach wie
vor leidenschaftlich gerne in seiner
Werkstätte, die sich direkt an seinem
Wohnhaus im Murnauer Ortsteil
Froschhausen befindet. Doch
aus Altersgründen sowie der vom
Staat geforderten Umstellung der
Buchhaltung und Verwaltung auf
elektronisch „ist Ende des Jahres
endgültig Schluss“.
Grundierung aus
Haut und Knochen
Bevor die Ära des mit gefragtesten
Fassmalers im bayerischen
Oberland zu Ende geht, durften
wir von „altlandkreis“ ihm nochmals
über seine Schultern blicken.
Ob Elefanten, Hirten, Bischöfe,
Muttergottes: „Alles Figuren, die
ich bis Ende des Jahres noch vergolden
und bemalen werde.“ Ein
Schwerpunkt auf der Arbeit eines
Fassmalers liegt tatsächlich im
Vergolden von Figuren, Skulpturen
und Objekten. „Eine Wissenschaft
für sich – in Summe reden wir da
von bis zu 20 verschiedenen Ar-
62 | altlandkreis
Thomas Müller bekam für seinen
Spiele-Rekord sich selbst als Figur.
beitsschritten.“ Die meisten davon
betreffen Vorarbeiten. „Bis das nur
neun Nanometer dünne Blattgold
auf eine vom Schnitzer gebrachte,
noch nackte Holzfigur fachgerecht
aufgetragen werden kann, braucht
es zahlreiche Grundierungsschichten.“
Die Mittel zum Grundieren
bestehen unter anderem aus Leim,
hergestellt aus Haut und Knochen
von toten Tieren. „Gibt’s als Granulat
zu kaufen, wird am Vortag
in kaltes Wasser gegeben, aufgequollen,
dann mit heißem Wasser
flüssig gemacht.“ Geduld ist hier
vor allem nach dem Auftragen
der jeweils ersten Leimschicht via
Haarpinsel gefragt, weil diese bis
zu acht Stunden trocknen muss.
Es folgt eine weitere, sogenannte
weiße Grundierung aus feinstgemahlenem
Kalkstein, „ohne die
beim Vergolden gar nichts ginge“.
Ebenso wenig ohne gelbem und
rotem Poliment. „Eine ganz spezielle
Gesteinsschicht, die es in nur
in wenigen Ländern der Erde gibt
– unter anderem in Frankreich.“
Sind auch diese Schichten vollständig
getrocknet, wird die Figur
via Baumwoll- oder Leinenlumpen
gefühlvoll entstaubt und geglättet,
anschließend ein Gemisch aus
Wasser und Spiritus angerührt, fleckerlweise
auf die Figur gestrichen
und nun – endlich – das hauchdünne
Blattgold via statisch aufgeladenen
Pinsel aus russischem Fehhaar
(Schweifhaare von Eichhörnchen)
aufgetragen. „Durch die statische
Aufladung wirkt der Pinsel wie ein
Magnet, zieht das Gold regelrecht
an.“ Wichtig in diesem Moment:
Luft anhalten, alle Fenster und Türen
geschlossen halten und bloß
nicht in die Werkstätte platzen.
„Ein kleinster Hauch von Wind
würde das Blattgold aufwirbeln
und unbrauchbar machen.“ Angesichts
der derzeitigen Goldpreise
von rund 3 900 Euro pro Feinunze
(entspricht 31,1 Gramm) ist Franz
Schindlers Frau Marianne (70), die
ihrem Mann seit Jahrzehnten den
Rücken freihält, nochmals vorsichtiger
geworden beim Betreten der
Werkstätte.
Der nervenaufreibendste
Auftrag
Wie viele Figuren Franz Schindler
seit Beginn seiner Selbstständigkeit
im Jahr 1984 vergoldet und bemalt
hat? „Ich habe nie gezählt.“
Die Zahl geht aber in jedem Falle
in die Tausende. Drei lebendgroße
Figuren gingen beispielsweise
nach Bali. „Ein namhafter Metzger
aus München hat von dort eine
Frau geheiratet, in deren Heimat
eine bayerische Gedenkkapelle errichten
lassen und wollte diese mit
exakt den gleichen Figuren bestücken,
die er aus seiner heimischen
Kirche kennt.“ Eine Engelputte,
vorgesehen als Hochzeitsgeschenk,
bemalte Franz Schindler für Franz
Beckenbauer. Ein aus Deutschland
stammender, in der Schweiz arbeitender
Augenforscher bekam
für eine preisgekrönte Entwicklung
ebenfalls sich selbst als Figur
überreicht. Der Regensburger
Bischof Rudolf Voderholzer ließ
eine Krippe mit unterschiedlichsten
Szenen und hunderten Figuren
schnitzen – und ebenfalls von Franz
Schindler bemalen. „Der ist sogar
persönlich zu uns nach Froschhausen
gekommen, um die fertigen
Arbeiten abzuholen.“ Lebensgroße
Forellen und Karpfen gingen
an einen reichen Russen. Oder ein
sogenanntes „Lüsterweiberl“ an
das Jagdhaus einer BMW-Familie.
Die meisten Aufträge hat er vom
wohl namhaftesten, begnadetsten
Schnitzer überhaupt bekommen:
Von Joseph Fux aus Oberammergau.
Aber auch diverse Arbeiten
mit lokalen Auftraggebern sind
im Fundus von Franz Schindler zu
finden. Zum Beispiel der draußen
angebrachte, komplett vergoldete
Jesus am Kruzifix von Habach.
Oder Plattler und Dreherin in original
Vereinstracht der D-Lechgauer
Prem. Ein Auftrag aber war dann
doch nervenaufreibender als alle
anderen: der für den bekannten
US-amerikanischen Künstler Jeff
Koons, der einst mit einer Pornodarstellerin
verheiratet war und
aufgrund dessen pornografische
Szenen in Form von Skulpturen
von Südtiroler und Ammergauer
Schnitzern herstellen ließ. Für die
Fassmalerei wurde ebenfalls Franz
Schindler auserkoren, der dafür
sogar zwei Wochen am Stück in
Südtirol lebte und arbeitete. „Der
Auftrag war deshalb so schwierig,
weil Jeff Koons immer wieder mit
neuen Vorschlägen ankam, die realistisch
betrachtet nicht umsetzbar
waren.“ Zum Beispiel das Aufmalen
einer Netzstrumpfhose, „weshalb
wir alternativ nach München
in den Beate-Uhse-Shop gefahren
sind und dort mehrere Strumpfhosen
gekauft haben, um diese letztlich
im Verbund über die Skulptur
zu spannen“. Dann lieber doch
Thomas Müller, der in seinem Fach
ähnlich erfolgreich war wie Franz
Schindler – und ebenfalls stets auf
dem Boden geblieben ist. js
juli / august 2026 | 63
> > > DAS HEIMATRÄTSEL
Schlange aus Sandstein
Altlandkreis | Oberbayernweit gibt
es mit Kreuzotter, Ringelnatter,
Schlingnatter und Äskulapnatter
vier bekannte Schlangenarten,
wobei die beiden letzteren speziell
hier im Schongauer Altlandkreis
wohl kaum vorkommen.
Hinzu kommt die oft als Schlange
verwechselte Blindschleiche, die
zur Gattung der (beinlosen) Ech-
sen gehört. Wir von „altlandkreis“
haben neulich eine Schlange entdeckt,
die rein optisch so gar nicht
zu den
hier heimischen Arten
passt, vielmehr an sagenumwo-
bene
Darstellungen aus Fantasy-
Filmen erinnert, womöglich auch
an „Nessi“ von Loch Ness, dem berühmten,
tiefen See in den Schottischen
Highlands. Doch genug
fantasiert. asie
Wir möchten nun von
Ihnen wissen: Wo genau wacht
die hier
abgebildete Schlange aus
Sandstein? Und wie wird sie namentlich
bezeichnet?
> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG
Wo sich die Figur eines jungen Mädchens befindet, und wie sie einer Sage nach
mit Vornamen heißt, wollten wir von Ihnen in unserer Mai/Juni-Ausgabe wissen.
Gesucht war „Bernadette“ an der Lourdesgrotte in Peiting. Unter zahlreichen Einsendungen
mit der korrekten Lösung waren auch einige dabei, die unsere Abbildung
der „Bernadette“ bei Bernbeuren zugeordnet hatten – in diesem Falle e
verblüffend ähnlich, aber nicht korrekt. Das Losglück war letztlich auf der Seite
von Barbara Christiani aus Denklingen, der wir zum Gewinn eines herzhaft
bestückten Spezialitätenkorbes der Schönegger Käse-Alm gratulieren.
Schicken Sie uns bis Mitte Juli eine
Postkarte mit der Lösung und dem
Stichwort „Heimaträtsel“. Oder
eine Mail an info@altlandkreis.de.
Angabe einer gültigen Telefonnummer
bitte nicht vergessen, damit
wir Sie im Falle eines Gewinns
gut und unkompliziert erreichen
können. Denn zu gewinnen gibt es
einmal mehr einen sündhaftleckeren
Spezialitätenkorb der Schönegger
Käse-Alm. Er heißt „Sommerpicknick“
und ist bestückt mit
Weißwein, Frischkäse, Mozzarella,
gefüllten Kirschpaprika sowie
Almblütenkäse und „Sommerduett“.
Das Los entscheidet, der
Rechtsweg ist
Viel Erfolg!
ausgeschlossen.
js
> > > IMPRESSUM
der „altlandkreis“ ist ein Medium von
„altlandkreis“
Birkland 40 in 86971 Peiting
Telefon: 08869 / 91 22-16
Fax: 08869 / 91 22-17
Mail: info@altlandkreis.de
Stand bei Drucklegung im Juni 2026.
Änderungen und Fehler vorbehalten.
Auflage: 28000 Exemplare
www.altlandkreis.de
Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe
September / Oktober 2026: Freitag, 28. August 2026
(Anzeigenschluss: 7. August 2026)
Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung und
keine Erscheinungsgewähr übernommen.
Herausgeber: Peter Ostenrieder
Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)
Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler
Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder,
Kurt Zarbock, Irmgard Gruber, Alexander Berndt,
Heidi Berndt
Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Str. 23,
84503 Altötting
Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8,
82362 Weilheim
Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte
im Altlandkreis Schongau und einzelnen angrenzenden Gemeinden
Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine
und weitere technische Angaben finden Sie auf unserer Webseite
www.altlandkreis.de.
Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, Sebastian Jahn, Adobe Stock,
Tobias Fuhrmann, Hans Hornauer, Landesamt für Umwelt/Dr. Jeremy
Hübner, Foto Zacherl, Thomas Nuscheler, XaFranzl, Magnus Dean, ESV
Bad Bayersoien/Rupert Stredele, Sebastian Balz, Radsportfreunde
Pfaffenwinkel e.V., Nicoletti Fotografi, Kulturgemeinschaft Steingaden
e.V., Alexander Reinicke, Evocopter GmbH & Co. KG, Florian Barnick, EA
Schongau, Basti Kosler, Haseitl, Attila Gossner, ZumTropfendenFass, Infinity
Racing, Franziska Waltenberger/MSC Polling, Birgit M. Widmann,
Christian Binder, Pferdehof Ammerblick, Fotosammlung Dieter Hinrichs/
Archiv Herzogsägmühle, Landratsamt Weilheim-Schongau, Bettina Eder,
Lisa Strobel, Progression Bike, Gabi Wörmann, Franz Schindler, Dirk
Bruniecki/FC Bayern München Club, Schönegger Käse-Alm
64 | altlandkreis
Veranstaltungskalender
1. Juli bis 31. August 2026
MI 01.07.
SCHONGAU
11.00 bis 17.00 Uhr
Kleiderkammer in der Blumenstraße
2 geöffnet. Jeden Mittwoch
außer in den Ferien
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
ALTENSTADT
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Kontakt: info@
fotogruppe-altenstadt.de, Für alle
offen und kostenlos. Jeden Mittwoch
DO 02.07.
SCHONGAU
14.00 bis 17.00 Uhr
Gesellschafts- & Spielenachmittag
mit Bewirtung in der AWO. Infos
unter 08861 / 3625. Jeden Donnerstag
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
LECHBRUCK
10.30 Uhr
Schlauchboottouren auf dem Lech.
Kosten ab 25 €. Anmeldung unter
www.schlauchboottour-lechbruck.
de. Jeden Dienstag und Donnerstag
10.30 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am Bootshafen.
Anmeldung in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830.
Jeden Dienstag um 18 Uhr und
Donnerstag um 10.30 Uhr
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Lechbruck
FR 03.07.
SCHONGAU
9.00 bis 12.00 Uhr
Weinnatur Lagerverkauf für Wein
aus Italien & Slowenien in der
Birkländer Str. 4. Jeden Freitag
13.00 bis 16.00 Uhr
Tag der offenen Tür beim Bauunternehmen
Haseitl an der Dießener
Straße 12 mit Attraktionen für
Groß und Klein. Siehe Seite 26 / 29
und Seite 41
15.00 bis 18.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt
von Frauen für Frauen in der Passage
Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,
Tand und viel guter Laune. Jeden
Freitag
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau mit dem
historischen Fernhandelsfloß auf
Fahrt. Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
PEITING
8.30 bis 12.00 Uhr
Bauernmarkt am oberen Hauptplatz.
Jeden ersten Freitag im Monat
HERZOGSÄGMÜHLE
18.00 bis 21.00 Uhr
Burger Abend im Café & Wirtshaus
Herzog am Dorfplatz 8. Reservierung
unter 08861 / 219213 oder
cateringservice.herzog@herzogsaegmuehle.de
BIRKLAND
17.00 bis 23.00 Uhr
Dorffest am Sportplatz mit AH-
Kleinfeldturnier, anschließend Fete
„Dritte Halbzeit“ mit DJ Sepp
BERNBEUREN
20.00 Uhr
Traditionelles Schafkopfturnier
am ersten Abend des Fischerfest-
Wochenendes des Fischervereins
Bernbeuren
LECHBRUCK
10.30 bis 12.00 Uhr
Ortsführung „Die Flößer von
damals“ Treffpunkt am Rathaus in
der Flößerstr. 1. Anmeldung unter
08862 / 987830
OBERAMMERGAU
19.30 Uhr
Gastspiel des Münchner Volkstheaters
„Der Brandner Kaspar
und das ewig'Leben“. Karten unter
08822 / 32488 oder www.Passionstheater.de.
Siehe Anzeige Seite 47
SA 04.07.
SCHONGAU
10.00 bis 14.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt in der Passage
Münzstr. 9. Der Flohmarkt von
Frauen für Frauen mit Kunst,
Musik, Tand und viel guter Laune.
1. Samstag im Monat 10 bis 16.Uhr,
Folgesamstage 10 bis 14 Uhr
14.00 bis 15.30 Uhr
Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-
Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt
am Bootshaus am Lechsee. Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Floßfahrt mit der Henkerstocher.
Treffpunkt am Bootshaus am Lechsee.
Infos und Anmeldung unter
touristinfo@schongau.de
18.00 Uhr
Pool-Party im Plantsch mit den
DJs PM, Stephan Majok und
J-Songz. Siehe Seite 22
PEITING
14 Uhr
Führung an der Villa Rustica
am Kreuter Weg. Die Führung ist
kostenlos. Jeden Samstag
16.00 Uhr
Sommerfest am Feuerwehrhaus.
Für die musikalische Unterhaltung
sorgen der Spielkreis, die Jugendkapelle
Peiting-Hohenpeißenberg
und die Knappschafts- und Trachtenkapelle
Peiting
BIRKLAND
10.00 Uhr
Dorffest am Sportplatz mit Herren-
Kleinfeldturnier und anschließendem
Dorffestabend mit Livemusik
von der Band „Lone Circuit“
10.00 bis 16.00 Uhr
Tag der offenen Tür in der Möbelstube
Oberland, Aich 4. Infos unter
Info@moebelstube-oberland.de.
Siehe Anzeige Seite 40
BERNBEUREN
16.00 Uhr
Fischerfest am Haslacher See mit
leckeren Schmankerln vom Fisch
LECHBRUCK
ganztags
Tag der Blasmusik. Die Musikkapelle
zieht durch den Ort und gibt
an verschiedenen Plätzen kleine
Standkonzerte
10.00 Uhr
Dorftunier am Sportplatz in der
Lechwiesenstr. 36
ROTTENBUCH
12.00 bis 19.00 Uhr
Radlbiathlon am Sportplatz. Infos
und Anmeldung unter www.tsvrottenbuch.de
> > > BLUTSPENDETERMINE ROTES KREUZ
Do, 02. Juli 16.30 bis 20.00 Uhr Steingaden, Grundschule
Do, 23. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Weilheim, BRK-Haus
Fr, 24. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Weilheim, BRK-Haus
Mo, 27. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Peiting, Schloßberghalle
Mi, 29. Juli 16.00 bis 20.00 Uhr Schongau, Jakob-Pfeiffer-Haus
weitere Infos und Buchung unter www.blutspendedienst.com
juli/ august 2026 | 65
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
OBERAMMERGAU
19.30 Uhr
Gastspiel des Münchner Volkstheaters
„Der Brandner Kaspar
und das ewig'Leben“. Karten unter
08822 / 32488 oder www.Passionstheater.de.
Siehe Anzeige Seite 47
SCHONGAU
SO 05.07.
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
HERZOGSÄGMÜHLE
ab 10.00 Uhr
Dorffest im Diakoniedorf mit Festgottesdienst,
Eröffnung des neuen
Möbelhauses, Musik, Streetfood
und vielen Attraktionen für Groß
und Klein. Siehe Anzeige Seite 59
BIRKLAND
10.00 Uhr
Dorffest am Sportplatz mit
Festgottesdienst, Mittagessen mit
musikalischer Begleitung und
Dorftunier-Wikingerschach
ALTENSTADT
16.30 Uhr
Pfarrfest am alten Lagerhaus
BERNBEUREN
10.00 Uhr
Fischerfest am Haslacher See mit
leckeren Schmankerln vom Fisch
LECHBRUCK
ganztags
Tag der Blasmusik. Die Musikkapelle
zieht durch den Ort und gibt
an verschiedenen Plätzen kleine
Standkonzerte
STEINGADEN
19.30 bis 21.00 Uhr
Musik im Pfaffenwinkel. Michael
Haydn Requiem in C-Moll und
Franz Schubert Große C-Dur
Sinfonie. Weitere Infos unter www.
musikimpfaffenwinkel.de
POLLING
11.00 Uhr
Seifenkistenrennen nördlich von
Oderding am Bahnübergang.
Trainingsläufe ab 11.00 Uhr und
Rennbeginn um 12.30 Uhr. Anmelden
dürfen sich alle ab 8 Jahren
unter oldtimer@msc-polling.de.
Siehe Artikel Seite 36/ 37
PEITING
DI 07.07.
15.00 bis 15.30 Uhr
Vorlesestunde in der Gemeinde-
und Pfarrbücherei in der
Kapellenstr. 1. Anmeldung unter
08861 / 59613 oder buecherei@
peiting.de
LECHBRUCK
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
18.30 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen. Anmeldungen ab zwei
Wochen vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830.
Jeden Dienstag um 18 Uhr und
Donnerstag um 10.30 Uhr
Ab 19.30 Uhr
Stammtisch der Motorradfreunde
im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
HOHENFURCH
MI 09.07.
19.00 Uhr
100. Lechgau-Trachtenfest –
Wochadoaler mit Bieranstich,
XaFranzl und Josef Menzel im
Festzelt. Siehe Seite 14 bis 17
und Seite 20 / 21
HOHENFURCH
DO 09.07.
19.00 Uhr
100. Lechgau-Trachtenfest – Tag
der Betriebe mit den Pfaffenwinklern
und lustigem Wettstreit (ohne
Voranmeldung) im Festzelt.
Siehe Seite 14 bis 17
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Bidingen
SCHONGAU
FR 10.07.
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
18.00 bis 19.30 Uhr
Floßfahrt mit meditativem Klang
zum Sonnenuntergang. Anmeldung
unter www.elisabethwelz.de
HERZOGSÄGMÜHLE
17.00 Uhr
Vernissage zur Ausstellung
Willy Zielke. Kammeramann und
Filmemacher, Opfer der NS-
Gesundheitspolitik. Siehe Artikel
Seite 44 / 45
HOHENFURCH
19.00 Uhr
100. Lechgau-Trachtenfest – Sternmarsch
durchs Dorf, anschließend
Stimmungsabend mit den Alpengrußmusikanten
im Festzelt.
Siehe Seite 14 bis 17
LECHBRUCK
10.30 bis 12.00 Uhr
Ortsführung „Die Flößer von
damals“ Treffpunkt am Rathaus in
der Flößerstr. 1. Anmeldung unter
08862 / 987830
ab 19.30 Uhr
MSC Clubabend im Gasthof Holler.
Jeden 2. Freitag im Monat
ROTTENBUCH
14.00 Uhr
Führung „Echelsbacher Brücke“
Treffpunkt beim Kiosk an der Brücke.
Die Führung ist kostenfrei
OBERAMMERGAU
20.00 Uhr
Die Geschichte von Tyll Ulenspiegel
im Passionstheater. Karten
und Infos unter www.passionstheater.de.
Siehe Anzeige Seite 47.
Weitere Termine am 11., 17., 18., 24.
und 25. Juli
SCHONGAU
SA 11.07.
10.00 bis 18.00 Uhr
Pfaffenwinkel Gewerbeschau 2026
im Eisstadion in der Lechuferstr. 8.
Siehe Seite 24 / 25 und Seite 55
14.00 bis 15.30 Uhr
Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-
Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt
am Bootshaus am Lechsee. Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
PEITING
14.00 bis 19.00 Uhr
Tag der offenen Tür im Wohnheim
Hof Hohenwart in der Wanderhofstr.
66
HERZOGSÄGMÜHLE
13.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellung Willy Zielke. Kammeramann
und Filmemacher,
Opfer der NS-Gesundheitspolitik.
Weitere Infos unter lernort-herzogsaegmuehle.de.
Bis 23.07.2026.
Siehe Artikel Seite 44 / 45
HOHENFURCH
11.00 Uhr
30 Jahre Böllerschützen mit Frühschoppen,
Platzschießen, Kaffee
und Kuchen im Festzelt. Siehe Seite
14 bis 17
66 | altlandkreis
Tragen Sie Ihre Veranstaltungen im Onlinekalender ein: www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/
20.00 Uhr
100. Lechgau-Trachtenfest –
Lechgau-Abend mit den Lechgauvereinen
und der Stegreif Musi.
Siehe Seite 14 bis 17
LECHBRUCK
10.00 bis 18.00 Uhr
Flößermarkt am Bootshafen in der
Lechwiesenstr. 36
ROTTENBUCH
19.00 Uhr
Open-Air-Kino „Don Camillo
und Pepone“ im Pfarrgarten im
Klosterhof 40. Ausweichtermin ist
der 01.08.2026
SCHONGAU
SO 12.07.
10.00 bis 18.00 Uhr
Pfaffenwinkel Gewerbeschau 2026
im Eisstadion in der Lechuferstr. 8.
Siehe Seite 24 / 25 und Seite 55
14.00 bis 15.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Treffpunkt am Bootshaus
am Lechsee. Anmeldung und
Infos unter touristinfo@schongau.de
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 12.00 Uhr
Tauschtag der Sammlerfreunde
Peiting und Umgebung für Briefmarken,
Postkarten und Münzen
im Rainer-Endisch-Saal
HOHENFURCH
10.00 Uhr
100. Lechgau-Trachtenfest – Festsonntag
mit großem Festzug und
Festausklang mit BLECHpfiff. Siehe
Seite 14 bis 17
LECHBRUCK
10.00 bis 18.00 Uhr
Flößermarkt am Bootshafen in der
Lechwiesenstr. 36
PEITING
DI 14.07.
Ab 15.00 Uhr
Stammtisch der Frauen-Union Peiting
im Cafè Central am Hauptplatz
5. Jeden 2. Dienstag
LECHBRUCK
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
18.00 Uhr
Heimatabend des Trachtenvereins
am Bootshafen mit Auftritten auf
dem Floß. Bei schlechtem Wetter
findet die Veranstaltung in der
Lechhalle statt
PEITING
MI 15.07.
18.00 bis 23.00 Uhr
Bürgerfest vor dem Rathaus. Für
die Bewirtung sorgen verschiedene
Peitinger Vereine und Organisationen.
Bis 19.07.2026
HERZOGSÄGMÜHLE
14.00 bis 16.00 Uhr
Workshop „Verachtet – Verfolgt
– vergessen. Die Opfer
der NS-Gesundheitspolitik“ in
der Deckerhalle am Dorfplatz 6.
Anmeldung unter ns-unrecht@
herzogsaegmuehle.de
LECHBRUCK
DO 16.07.
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Lechbruck
ROTTENBUCH
18.00 bis 20.00 Uhr
Klosterdorf und Kirchenführung
mit Albrecht Bögle. Treffpunkt vor
der ehemaligen Klosterkirche der
Augustiner Chorherren
WEILHEIM
19.30 Uhr
Vortrag „Wenn Geschwister um
Erb- und Pflichtteilsreichte streiten“
von RA Caroline Kistler im
Dachsbräustüberl. Siehe Anzeige
links
SCHONGAU
FR 17.07.
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
LECHBRUCK
10.30 bis 12.00 Uhr
Ortsführung „Die Flößer von
damals“ Treffpunkt am Rathaus in
der Flößerstr. 1. Anmeldung unter
08862 / 987830
19.00 Uhr
Singer-Songwriter-Abend mit
Angie Lang im Flößermuseum im
Weidach 8. Kartenvorverkauf und
Platzreservierung in der Tourist
Information unter 08862 / 987830
SCHONGAU
SA 18.07.
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
18.00 bis 23.00 Uhr
SPD-Nachtflohmarkt im Rahmen
des Bürgerfestes in der Bachstraße.
Anmeldung in der Tourist-Information
unter 08861 / 59961
LECHBRUCK
13.00 Uhr
Sautrog-Rennen am Bootshafen in
der Lechwiesenstr. 36. Infos unter
www.sautrogrennen-lechbruck.de
STEINGADEN
20.30 Uhr
Premiere des Historischen Freilichtspiels
„Welfs Erbe“ mit über
300 Mitwirkenden, Pferdegespannen,
Rittern, Gauklern und Musik.
Rahmenprogramm und Verpflegung
ab 17 Uhr. Tickets unter www.
welfenbühne.de oder bei der Tourist
Info erhältlich. Siehe Seite 22
SCHONGAU
SO 19.07.
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei – mit dem historischen
Fernhandelsfloß auf Fahrt.
Anmeldung und Infos unter touristinfo@schongau.de
PEITING
6.00 bis 18.00 Uhr
Pfaffenwinkelradrundfahrt 2026.
Weitere Infos und Anmeldung unter
www.pfaffenwinkelradrundfahrt.de.
Siehe Seite 23
juli/ august 2026 | 67
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
9.00 bis 17.00 Uhr
Sommermarkt mit Marktständen
entlang der Bachstraße und rund
ums Rathaus. Die Einzelhändler
freuen sich ab 13 bis 17 Uhr auf
Ihren Besuch
ALTENSTADT
11.00 bis 11.45 Uhr
Alpenländisches Passionssingen in
der Basilika
LECHBRUCK
DI 21.07.
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
20.00 bis 21.00 Uhr
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
TUTZING
MI 22.07.
17.30 Uhr
Tutzinger Fischerhochzeit 2026 im
Festzelt. Die Kinseher kimmt, zuvor
spielt die Traubinger Blaskapelle.
Kosten 25 €. Tickets unter www.
fischerhochzeit-tutzing.de. Siehe
Seite 40 / 41
LECHBRUCK
DO 23.07.
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Prem
STEINGADEN
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
TUTZING
18.00 Uhr
Tutzinger Fischerhochzeit 2026 im
Festzelt. LaBrassBanda Polka Party.
Kosten 41 €. Tickets unter www.
fischerhochzeit-tutzing.de. Siehe
Seite 40 / 41
SCHONGAU
FR 24.07.
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
LECHBRUCK
10.30 bis 12.00 Uhr
Ortsführung „Die Flößer von
damals“ Treffpunkt am Rathaus in
der Flößerstr. 1. Anmeldung unter
08862 / 987830
STEINGADEN
17.00 bis 23.00 Uhr
Mittelalterspektakel auf dem
Festgelände in Maderbichl 4. Infos
unter www.zumtropfendenfass.de.
Siehe Artikel Seite 30 / 31. Bis 26.07.
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
ROTTENBUCH
15.00 Uhr
Beginn der Schießtage zum
Gauschießen im Sportheim am
Sportplatz. Bis 01.08.2026 und vom
20. bis 23.08. Siehe Seite 56 / 57
BAD BAYERSOIEN
16.30 Uhr
Bad Bayersoier Fünfkampf – Lauf
um den Soier See, ab 18.30 Uhr
Bankdrücken im Bierzelt am
Sportheim. Siehe Seite 22
TUTZING
17.00 Uhr
Tutzinger Fischerhochzeit – Saso
Avsenik und seine Oberkrainer im
Festzelt. Kosten 25 €. Tickets unter
www.fischerhochzeit-tutzing.de.
Siehe Seite 40 / 41
SCHONGAU
SA 25.07.
14.00 bis 15.30 Uhr
Lechfößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
HOHENPEISSENBERG
10.00 bis 15.00 Uhr
Modelleisenbahn-Modellautomarkt
im Haus der Vereine in der
Nordstr. 3. Neues, Gebrauchtes
und Raritäten und vieles mehr für
ihr Hobby
STEINGADEN
11.00 bis 23.00 Uhr
Mittelalterspektakel auf dem
Festgelände in Maderbichl. Eintritt
9,50 €. Mit Fackelumzug und
Feuershow. Infos unter www.
zumtropfendenfass.de. Siehe Artikel
Seite 30 / 31
19.30 Uhr
Konzert in der Wieskirche „In
Paradisum“ Saint Saens-Orgelsinfonie
Faurè-Requiem, Chor der
Stadt Schongau. Kartenvorverkauf
unter www.wieskonzerte.de.
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
BAD BAYERSOIEN
8.30 Uhr
Bad Bayersoier Fünfkampf –
Stock-Zielschießen am Sportheim,
ab 12.30 Uhr Rennrad-Einzelzeitfahren
mit Start in der Dorfstraße
und ab 15.30 Uhr Mountainbike-
Rennen südlich der B23. Anschließend
Siegerehrung im Festzelt.
Siehe Seite 22
TUTZING
16.00 Uhr
Tutzinger Fischerhochzeit – Der
große Polterabend mit Musik
am Gröberhof (Guggerhof) mit
anschließendem Polterabend und
Tanz auf der Hauptstraße, danach
Tanz im Festzelt. Der Abschluß
erfolgt mit dem Auftritt des Nachtwächters
am Gröberhof. Infos unter
www.fischerhochzeit-tutzing.de.
Siehe Seite 40 / 41
PATERZELL
Ab 10.00 Uhr
Paterzeller Airshow zum 75-jährigen
Jubiläum am Flugplatz. Mit
vielen Attraktionen, Live-Musik,
Barbetrieb und Feuerwerk. Infos
unter www.paterzell.de
SCHONGAU
SO 26.07.
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
PEITING
19.00 Uhr
Konzert Giora Feidman – for a better
World in der Schloßberghalle
in der Münchener Str. 13. Infos und
Tickets in der Tourist-Information
unter 08861 / 59961 oder touristinfo@peiting.de
ALTENSTADT
11.00 bis 11.45 Uhr
Orgelmatinee mit Sul Bi Yi aus
Germering in der Basilika
STEINGADEN
11.00 bis 18.00 Uhr
Mittelalterspektakel auf dem
Festgelände in Maderbichl 4.
Eintritt 8,50 €. Infos unter www.
zumtropfendenfass.de. Siehe Artikel
Seite 30 / 31
ROTTENBUCH
18.00 Uhr
Kabarett mit Wolfgang Krebs
„Bayern liebt dich“ im Fohlenhofsaal.
Kosten 33 €. Kartenvorverkauf
im Edeka Rottenbuch oder unter
www.pv-rottenbuch.de
TUTZING
6.00 Uhr
Tutzinger Fischerhochzeit – Traditionelle
Tutzinger Fischerhochzeit
mit farbenfrohem Umzug und dem
Hochzeitszeremoniell am See. Das
ganze Tagesprogramm unter www.
fischerhochzeit-tutzing.de. Siehe
Seite 40 / 41
PATERZELL
Ab 10.00 Uhr
Paterzeller Airshow zum 75-jährigen
Jubiläum am Flugplatz. Mit
vielen Attraktionen. Infos unter
www.paterzell.de
LECHBRUCK
DI 28.07.
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
68 | altlandkreis
Tragen Sie Ihre Veranstaltungen im Onlinekalender ein: www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Schlanz
STEINGADEN
DO 30.07.
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
SCHONGAU
FR 31.07.
12.00 Uhr
Historischer Markt auf dem Bürgermeister-Schägger-Platz.
Weitere
Infos zu den einzelnen Veranstaltungen
und Aufführungen unter www.
historischer-markt-schongau.de. Bis
09.08.2026. Siehe Seite 38 / 39 und
Anzeige Seite 62
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
18.00 bis 19.30 Uhr
Floßfahrt mit meditativem Klang
zum Sonnenuntergang. Anmeldung
unter www.elisabethwelz.de
SCHWABBRUCK
19.00 Uhr
Party-Abend mit XaFranzl und der
Radlerband im Rahmen 900 Jahre
Schwabbruck auf dem Sportgelände.
Infos unter www.schwabbruck900.de.
Siehe Seite 22
STEINGADEN
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
PEISSENBERG
14.00 bis 22.00 Uhr
hAMMERsound-Festival auf dem
Festplatz Moosleite. Der Eintritt ist
frei. Infos zum Line-Up und zum
skaten unter www.hammersoundfestival.de.
Siehe Seite 22
SCHONGAU
SA 01.08.
10.00 bis 14.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt in der Passage
Münzstr. 9. Der Flohmarkt von
Frauen für Frauen mit Kunst,
Musik, Tand und viel guter Laune.
1. Samstag im Monat 10 bis 16 Uhr,
Folgesamstage 10 bis 14 Uhr
14.00 bis 15.30 Uhr
Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-
Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt
am Bootshaus am Lechsee. Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Floßfahrt mit der Henkerstocher.
Treffpunkt am Bootshaus am Lechsee.
Infos und Anmeldung unter
touristinfo@schongau.de
17.00 bis 18.30 Uhr
Stadtführung: Geschichte(n) unter
unseren Füßen - Schongauer Straßennamen
erzählen. Treffpunkt
am Polizeidienerturm. Infos und
Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
SCHWABBRUCK
14.00 Uhr
Bayerischer Wettkampf sowie
Kaffee und Kuchen im Festzelt.
Siehe Seite 23
19.00 Uhr
Südtiroler Abend mit der Musikkapelle
Penon und einem Feuerwerk
im Rahmen 900 Jahre
Schwabbruck auf dem Sportgelände.
Siehe Seite 23
STEINGADEN
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
ROTTENBUCH
17.00 Uhr
Fischergrillfest auf dem Campingplatz
am Richterbichl es gibt den
legendären Fischburger & frischen
Steckerlfisch u.v.m. mit Livemusik
PEISSENBERG
19.00 Uhr
TheBossHoss mit der Back-to-the-
Boots-Summer-2026-Tour auf dem
Festplatz Moosleite. Tickets unter
www.peissenberg-openair.de. Siehe
Seite 22
SCHONGAU
SO 02.08.
14.00 bis 15.30 Uhr, 16.00 bis
17.30 Uhr und 18.00 bis 19.30
Lechflößerei in Schongau mit dem
historischen Fernhandelsfloß auf
Fahrt. Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
18.00 bis 19.30 Uhr
Führung durch die malerische
Altstadt (während des historischen
Marktes). Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
SCHWABBRUCK
9.00 Uhr
Festgottesdienst mit anschließendem
Mittagessen, Kaffee und
Kuchen im Rahmen 900 Jahre
Schwabbruck auf dem Sportgelände.
Es spielt die Musikkapelle
Schwabbruck. Siehe Seite 23
ALTENSTADT
11.00 bis 11.45 Uhr
Orgelmatinee mit Ann-Helena
Schlüter in der Basilika
ROTTENBUCH
19.00 Uhr
Rottenbucher Festsommer Orgelkonzert
und Barockcello in der
Pfarrkirche. Der Einritt ist frei
LECHBRUCK
DI 04.08.
10.30 Uhr
Schlauchboottouren auf dem Lech.
Treffpunkt am Rathaus in der
Flößerstr. 1. Kosten ab 25 €. Weitere
Informationen und Anmeldung
unter https://schlauchboottourlechbruck.de.
Jeden Dienstag und
Donnerstag
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech, Treffpunkt
am Bootshafen. Anmeldungen
ab zwei Wochen vorher in der
Tourist Information unter Tel.
08862 / 987830. Jeden Dienstag um
18 Uhr und Donnerstag um 10.30
Uhr
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
19.30 Uhr
Stammtisch der Motorradfreunde
im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag
im Monat
SCHONGAU
MI 05.08.
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
ALTENSTADT
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Kontakt: info@
fotogruppe-altenstadt.de, Veranstaltungen
sind für alle offen und
kostenlos. Jeden Mittwoch
SCHONGAU
DO 06.08.
17.00 bis 18.30 Uhr
Führung „Auf den Spuren der
Henkerstochter“. Treffpunkt an der
Tourist Information in der Weinstr.
11. Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
14.00 bis 17.00 Uhr
Gesellschafts- & Spielenachmittag
mit Bewirtung in der AWO. Infos
unter 08861 / 3625. Jeden Do.
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
LECHBRUCK
10.30 Uhr
Schlauchboottouren auf dem Lech.
Treffpunkt am Rathaus in der
Flößerstr. 1. Kosten ab 25 €. Weitere
Informationen und Anmeldung
unter https://schlauchboottourlechbruck.de.
Jeden Dienstag und
Donnerstag
10.30 bis 12.30
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen. Anmeldungen ab zwei
Wochen vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830.
Jeden Dienstag um 18 Uhr und
Donnerstag um 10.30 Uhr
juli/ august 2026 | 69
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
FR 07.08.
PEITING
8.30 bis 12.00 Uhr
Bauernmarkt am oberen Hauptplatz.
Jeden ersten Freitag im Monat
HERZOGSÄGMÜHLE
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 12.00 Uhr
Tauschtag der Sammlerfreunde
Peiting und Umgebung für Briefmarken,
Postkarten und Münzen
im Rainer-Endisch-Saal
bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-
Information unter 08862 / 987830
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Bernbeuren
SCHONGAU
9.00 bis 12.00 Uhr
Weinnatur-Lagerverkauf für Wein
aus Italien & Slowenien in der
Birkländer Str. 4. Jeden Freitag
10.00 bis 11.30 Uhr
Kinderführung „Mit Schohu auf
großer Entdeckertour durch
Schongau“. Treffpunkt an der
Tourist Information in der Weinstr.
11. Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
13.00 bis 17.00 Uhr
Abenteuer mit Schohu – Entdecken,
spielen, malen – Stadtführung
samt Aquarell-Malevent.
Treffpunkt in der Tourist Information
in der Weinstr. 11. Anmeldung
und Infos unter touristinfo@
schongau.de
13.30 bis 15.30 Uhr
Treffen der Selbsthilfegruppe
Lunge für Asthma und COPD im
Gruppenraumraum der AOK in der
Blumenstraße. Infos unter www.
shg-lunge.de
15.00 bis 18.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt
von Frauen für Frauen in der Passage
Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,
Tand und viel guter Laune. Jeden
Freitag
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
17.00 bis 18.30 Uhr
Stadtführung „Wie alles begann
– eine trutzige Mauer erzählt
Geschichte“ Treffpunkt am Polizeidienerturm.
Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
18.00 bis 21.00 Uhr
Schnitzel Abend im Café &
Wirtshaus Herzog am Dorfplatz 8.
Reservierung unter 08861 / 219213
oder cateringservice.herzog@
herzogsaegmuehle.de
STEINGADEN
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
ROTTENBUCH
18.00 bis 20.00 Uhr
Klosterdorf und Kirchenführung
mit Dr. Thomas Echtler. Treffpunkt
am Postplatz vor der Raiffeisenbank
BÖBING
14.00 Uhr
Böbing Open Air am Sportplatz.
Infos und Tickets unter www.
boebing-openair.de und im
Märchenwald Schongau erhältlich.
Siehe Artikel Seite 32 / 33
SCHONGAU
SA 08.08.
14.00 bis 15.30 Uhr
Kinderfloßfahrt: Auf Abenteuer-
Floßfahrt mit Schohu. Treffpunkt
am Bootshaus am Lechsee. Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
14.00 bis 15.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
LECHBRUCK
14.00 bis 15.00 Uhr
Familienführung im Flößermuseum
in der Weidach 8. Anmeldung
bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-
Information unter 08862 / 987830
STEINGADEN
20.30 Uhr
Historisches Freilichtspiel „Welfs
Erbe“. Rahmenprogramm und
Verpflegung ab 17 Uhr. Infos unter
www.welfenbühne.de. Siehe S.22
BÖBING
10.00 Uhr
Böbing Open Air am Sportplatz.
Tickets unter www.boebing-openair.
de und im Märchenwald Schongau
erhältlich. Siehe Artikel Seite 32 / 33
SCHONGAU
SO 09.08.
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
ALTENSTADT
11.00 bis 11.45 Uhr
Orgelmatinee mit Joshua Mitas in
der Basilika
BÖBING
10.00 Uhr
Böbing Open Air am Sportplatz.
Infos und Tickets unter www.
boebing-openair.de und im
Märchenwald Schongau erhältlich.
Siehe Artikel Seite 32 / 33
PEITING
DI 11.08.
Ab 15.00 Uhr
Stammtisch der Frauen-Union Peiting
im Cafè Central am Hauptplatz
5. Jeden 2. Dienstag
LECHBRUCK
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floss am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
LECHBRUCK
DO 13.08.
10.00 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen. Anmeldungen ab zwei
Wochen vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
14.00 bis 15.00 Uhr
Familienführung im Flößermuseum
in der Weidach 8. Anmeldung
SCHONGAU
FR 14.08.
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
LECHBRUCK
19.30 Uhr
MSC Clubabend im Gasthof Holler.
Jeden 2. Freitag im Monat
SCHONGAU
SA 15.08.
Mariä Himmelfahrt
14.00 bis 15.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
14.00 bis 15.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
15.30 bis 17.00 Uhr
Stadtführung „Henker-Heiler-
Hexen“. Treffpunkt an der Tourist
Information in der Weinstr. 11.
Anmeldung und Infos unter touristinfo@schongau.de
BIRKLAND
14 Uhr
Waldfest der Birkländer Musikanten.
Die Zufahrt ist gut beschildert.
Kaffe & Kuchen, Kesselfleisch,
Grillspezialitäten und Barbetrieb
am Abend. Ausweichtermin am
16.08.2026. Siehe Anzeige Seite 64
70 | altlandkreis
Tragen Sie Ihre Veranstaltungen im Onlinekalender ein: www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/
LECHBRUCK
15.00 Uhr
Kunstausstellungseröffnung im
Flößermuseum in der Weidach 8.
Bilder Alpen/Tänze in Öl von Petra
Pawalkat
ROTTENBUCH
21.00 Uhr
Stadlbeatz der Landjugend und
der Feuerwehr im Stadl Ortsteil
Moos. Mit DJ DanAm
SCHONGAU
SO 16.08.
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
ALTENSTADT
11.00 bis 11.45 Uhr
Orgelmatinee mit Tomeu Segui in
der Basilika
LECHBRUCK
DI 18.08.
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
18.30 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen. Anmeldungen ab zwei
Wochen vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
20.00 bis 21.00
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
LECHBRUCK
DO 20.08.
14.00 bis 15.00 Uhr
Familienführung im Flößermuseum
in der Weidach 8. Anmeldung
bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-
Information unter 08862 / 987830
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der
Musikkapelle Wildsteig
ROTTENBUCH
18.00 bis 20.00 Uhr
Klosterdorf und Kirchenführung
mit Albrecht Bögle. Treffpunkt vor
der Kirche
SCHONGAU
FR 21.08.
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
> > > SO ERREICHEN SIE DEN „ALTLANDKREIS“
Anschrift
„altlandkreis“
Birkland 40
86971 Peiting
Tel.: 08869 / 91 22-16
Fax: 08869 / 91 22-17
www.altlandkreis.de
Redaktion: redaktion@altlandkreis.de
Termine: veranstaltungen@altlandkreis.de
Anzeigen: anzeigen@altlandkreis.de
Anregungen / Kritik: info@altlandkreis.de
Das Impressum finden Sie auf Seite 64.
18.00 bis 19.30 Uhr
Floßfahrt mit meditativem Klang
zum Sonnenuntergang. Anmeldung
unter www.elisabethwelz.de
SCHONGAU
SA 22.08.
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
SCHONGAU
SO 23.08.
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
LECHBRUCK
DI 25.08.
10.00 bis 11.30 Uhr
Urlaubsplauderei mit Inspiration
& Info’s im Flößermuseum in der
Weidach 8
20.00 bis 21.00 Uhr
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläsern
ROTTENBUCH
16.00 Uhr
Finalschießen vom Gauschießen
im Sportheim am Sportplatz. Siehe
Seite 56 / 57
LECHBRUCK
DO 27.08.
10.30 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am
Bootshafen. Anmeldungen ab zwei
Wochen vorher in der Tourist Information
unter Tel. 08862 / 987830
14.00 bis 15.00 Uhr
Familienführung im Flößermuseum
in der Weidach 8. Anmeldung
bis Mittwoch 16 Uhr in der Tourist-
Information unter 08862 / 987830
20.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon
in der Flößerstr. 1 mit der 50
Band
SCHONGAU
FR 28.08.
HEUTE ERSCHEINT
DER NEUE ALTLANDKREIS
16.00 bis 17.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
ROTTENBUCH
20.00 Uhr
Party zu „225 Jahre Schützengesellschaft
Rottenbuch“ auf dem
alten Gärtnereigelände mit der
Band Bergwerk. Eintritt 8 €. Siehe
Seite 56 / 57
SCHONGAU
SA 29.08.
10.00 bis 11.30 Uhr
Kinderführung „Mit Schohu auf
großer Entdeckertour durch
Schongau“. Treffpunkt an der
Tourist Info in der Weinstr. 11.
Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
14.00 bis 15.30 Uhr
Führung durch die malerische Altstadt.
Anmeldung und Infos unter
touristinfo@schongau.de
14.00 bis 15.30 Uhr,
16.00 bis 17.30 Uhr und
18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
17.00 bis 18.30 Uhr
Stadtführung: Geschichte(n) unter
unseren Füßen - Schongauer Straßennamen
erzählen. Treffpunkt
am Polizeidienerturm. Infos und
Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de
ROTTENBUCH
10.00 Uhr
225 Jahre Schützengesellschaft
Rottenbuch – Oldtimertreffen mit
Frühschoppen und Kesselfleischessen.
Ab 17 Uhr Musikantentreffen
der Kapelle Böbing, Schönberg,
Bad Bayersoien und Rottenbuch.
Ab 20 Uhr Weinfest mit den Alpengruß
Musikanten.
Siehe Seite 56 / 57
SCHONGAU
SO 30.08.
14.00 bis 15.30 Uhr, 16.00 bis
17.30 Uhr und 18.00 bis 19.30 Uhr
Lechflößerei in Schongau – mit
dem historischen Fernhandelsfloß
auf Fahrt. Anmeldung und Infos
unter touristinfo@schongau.de
ROTTENBUCH
9.15 Uhr
225 Jahre Schützengesellschaft
Rottenbuch. Kirchenzug und
Gottesdienst, Festzug um 11.30 Uhr
Platzschießen der Böllerschützen
um 15 Uhr, anschl. Festausklang.
Für Unterhaltung sorgt die Musikkapelle
Rottenbuch und die Blechböhmischen.
Siehe Seite 56 / 57
Änderungen und Fehler vorbehalten.
juli/ august 2026 | 71
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72 | altlandkreis
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