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M das Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft - Darmstadt No. 02 2026

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M – Magazin für Wirtschaft & Gesellschaft in und um Darmstadt | www.m-dasmagazin.de | Kostenfrei

Menschen.

Machen.

Märkte.

02

2026

Foto: © Leo – stock.adobe.com

Klinikum und Elisabethenstift

Zusammenführung steht vor großen

Herausforderungen.

In Darmstadt fehlen

3.700 Wohnungen

Der Neubau kommt nur langsam voran.

Ideen für einen „Demokratischen Wald“

der 13. Internationale Waldkunstpfad setzt neue

kulturelle Impulse.


2 EDITORIAL

Inhalt

MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE

4 Der Wärmepumpen Markt boomt –

Was Hasubesitzer jetzt wissen sollen

8 Förderung für Wärmepumpen bleibt –

Zuschüsse, Kredite und Steuerbonus

10 Neue E-Auto-Föderung gestartet –

Portal ist freigeschaltet

12 Solidarität nicht kaputtsparen –

ARDA warnt vor geplanten massiven

Haushaltskürzungen

DARMSTADT & SÜDHESSEN

14 Geräuscharm durch die Stadt –

EAD setzt aus Smarte Lösungen

15 Schlaue Abfallbehälter für eine saubere Stadt –

Intelligente Mülltonnen teilen ihren Füllstand

selbst mit

17 Darmstadt pflastert ab – Flächen entsiegeln im

Stadtgebiet

18 Fusion komplexer als gedacht –

Fördermittel kommen später

19 Stabwechsel mit Haltung –

Walter Huber übergibt die Merck Family

Foundation an Michael Arlt

20 Handarbeit gegen den Schmutz der Zeit –

Teppichreinigung Gotzmann setzt seit über 70

Jahren auf Tradition, Qualität und persönlichen

Service

22 Erstes Rennen mit fahrerlosem System –

Studierende präsentieren ihren

Elektro-Rennwagen

24 Pilotprojekt zum autonomen Fahren läuft –

„Kira“ fährt mit Passagieren

26 Neubauprojekt Residenz Ludwigshöhe Darmstadt

Stilvolles Wohnen, stabile Werte und

Lebensqualität für die Generation 60+

28 Der Klang einer Stadt –

Wolfgang Seeliger zum 80. Geburtstag

30 Große Sommerabende auf der Mathildenhöhe –

Vier Höhepunkte der Darmstädter

Residenzfestspiele 2026 im August

GESUNDHEIT

32 Bevor das Herz bricht – Dr. med. Martin Ruch

über die Möglichkeiten zur Früherkennung von

Arterieller Verschlusserkrankung

34 Sanft und sicher ins Leben –

Unterstützung von Eltern und Neugeborenen

36 FROHE BOTSCHAFTEN

KULTURFENSTER

38 Lesenswert

39 Ideen für einen „Demokratischen Wald“ –

13. Internationaler Waldkunstpfad

40 „House of Banksy“ in Hanau –

Wenn Street-Art zum urbanen

Ausnahmezustand wird

42 Sehenswert

21 In Darmstadt fehlen 3.700 Wohnungen –

Neubau läuft nur mit angezogener Handbremse

M-Magazin


EDITORIAL

3

Menschen.

Machen.

Märkte.

M – Magazin für Wirtschaft & Gesellschaft

in und um Darmstadt | No. 2/2026

www.m-dasmagazin.de

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wer in diesen Tagen die politische Debatte verfolgt – sei es in Berlin, Wiesbaden

oder direkt vor der eigenen Haustür –, könnte leicht den Eindruck gewinnen,

dass der Ton rauer geworden ist. Diskussionen werden schneller zu Konflikten,

Meinungsverschiedenheiten zu persönlichen Auseinandersetzungen. Manchmal

scheint es, als würden diejenigen, die eigentlich Lösungen finden sollten,

vor allem damit beschäftigt sein, gegeneinander zu arbeiten.

Auch in Darmstadt erleben wir derzeit politische Debatten, die viele Bürgerinnen

und Bürger ratlos zurücklassen. Statt über Inhalte wird über Zuständigkeiten

gestritten. Statt gemeinsam nach Wegen zu suchen, dominieren Lagerdenken

und persönliche Befindlichkeiten die Schlagzeilen. Das mag menschlich

sein. Vertrauen schafft es jedoch nicht.

Der Historiker Götz Aly beschreibt unsere Gesellschaft als „starr, zäh, egoistisch

und krampfhaft besitzwahrend“. Eine harte Diagnose – aber vielleicht eine, die

zumindest zum Nachdenken anregt. Denn tatsächlich leben wir in einer Zeit

tiefgreifender Veränderungen. Die Herausforderungen sind groß: Wohnraum

wird knapper, öffentliche Haushalte stehen unter Druck, Infrastruktur muss

modernisiert, Klimaziele erreicht und wirtschaftliche Unsicherheiten bewältigt

werden.

Veränderungen sind notwendig. Doch sie stoßen oft auf Widerstand. Das ist

verständlich, denn kaum jemand begrüßt Einschnitte, wenn sie das eigene Umfeld

betreffen. Was andernorts als Fortschritt gilt, wird schnell zur Zumutung,

wenn man selbst davon betroffen ist. Für die Politik entsteht daraus ein Dilemma:

Notwendige Entscheidungen sind nicht immer populär, und populäre

Entscheidungen sind nicht immer die richtigen.

Gerade deshalb braucht Demokratie Menschen, die bereit sind, Verantwortung

zu übernehmen – und Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, über den eigenen

Tellerrand hinauszublicken. Demokratie lebt nicht vom Konsens allein. Sie

lebt vom Streit. Aber sie lebt ebenso vom Respekt voreinander und von der

Bereitschaft, am Ende gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.

Darmstadt steht vor wichtigen Entscheidungen. Die Herausforderungen werden

nicht kleiner, die Aufgaben nicht einfacher. Umso wichtiger ist es, dass wir uns

daran erinnern, was Demokratie im Kern bedeutet: nicht die Abwesenheit von

Konflikten, sondern die Fähigkeit, sie konstruktiv zu lösen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre.

VERLAG & HERAUSGEBER

Ulrich Diehl Verlag und Medienservice GmbH

Marktplatz 3 | 64283 Darmstadt

T. 06151 3929 – 866 | F. 06151 3929 – 899

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Das M-Magazin erscheint als

Anzeigensonderveröffentlichung.

REDAKTION

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Hans-Werner Mayer

PRODUKTMANAGER

Arthur Schönbein, Alexander Götz

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02

2026


4 MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

Der Wärmepumpen Markt boomt

Was Hausbesitzer jetzt wissen sollen

Foto: © StockMediaSeller – stock.adobe.com

Wärmepumpen gewinnen im Heizungsmarkt massiv an

Bedeutung. Innerhalb von zehn Jahren stieg europaweit

die Zahl von rund 700.000 auf fast drei Millionen Stück.

Etwa die Hälfte davon sind jeweils Luft/Wasser-Wärmepumpen.

Und das aus gutem Grund, denn sie sind einfach

zu installieren und leisten einen deutlichen Beitrag zur

Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Die Entscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe

hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben den ökologischen

Aspekten spielen auch finanzielle und technische

Überlegungen eine wichtige Rolle. Während Kritiker

vor hohen Stromkosten, geringer Effizienz im Altbau und

Lärmbelästigung warnen, belegen Studien, dass moderne

Wärmepumpen hocheffizient arbeiten.

Einer der größten Vorteile von Wärmepumpen ist ihre

Energieeffizienz. Sie können ein kWh Strom in 3–5 kWh

Wärme umwandeln. Darüber hinaus sind sie umweltfreundlich,

reduzieren die CO₂-Emissionen und schaffen

eine gewisse Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen,

was zur Bekämpfung des Klimawandels beiträgt. Das steigert

den Wert der Immobilie und führt langfristig zu Kosteneinsparungen.

Die Nachteile von Wärmepumpen können hohe Kosten

für die Anschaffung, Platzbedarf für die Installation, geringere

Leistung bei extremen Temperaturen und ein gewisser

Lärmpegel sein.

Außerdem hängen die Betriebskosten einer Wärmepumpe

als Heizung von den Strompreisen ab, was zu gewissen

Unsicherheiten führen kann.

WIE FUNKTIONIERT EINE WÄRMEPUMPE?

Wärmepumpen arbeitet nach dem Prinzip der Umkehrung

eines Kühlschranks und ziehen Wärme aus der Umgebungsluft,

dem Erdboden oder dem Grundwasser. Diese

gewonnene Wärmeenergie wird dann zum Erwärmen des

Gebäudes verwendet.

M-Magazin


MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

5

Eine Wärmepumpe besteht aus einem Verdampfer, einem

Kompressor, einem Kondensator und einem Expansionsventil.

Der Verdampfer nimmt die Wärme aus der Umgebung

auf und verdampft ein Kältemittel, das durch den

Kompressor gedrückt wird, wodurch die Temperatur des

Kältemittels erhöht wird. Das erhitzte Kältemittel gibt die

Wärme an den Kondensator ab, wo sie an das Heizsystem

des Gebäudes übertragen wird. Das abgekühlte Kältemittel

wird wieder zum Verdampfer zurückgeführt, um den

Prozess zu wiederholen.

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, darunter

Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erdwärme-Wärmepumpen

und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Die Wahl der Wärmepumpe

hängt von der Verfügbarkeit von Wärmequellen

und der geografischen Lage des Gebäudes ab.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine der am häufigsten

verwendeten Wärmepumpen in Deutschland. Sie nutzt

die Umgebungsluft als Wärmequelle und gibt die gewonnene

Wärme an das Heizsystem des Gebäudes ab. Diese

Art von Wärmepumpe ist besonders effizient in Gebieten

mit milden Wintern.

Erdwärme-Wärmepumpen nutzen die Wärmeenergie, die

im Erdboden gespeichert ist. Sie sind besonders effizient

und können auch bei sehr kalten Temperaturen arbeiten.

Diese Art von Wärmepumpe erfordert jedoch eine spezielle

Installation, bei der ein Netzwerk von Rohren im

Boden verlegt wird.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Wärmeenergie

von Grundwasser oder Oberflächenwasser. Sie sind

sehr effizient, aber auch die teuerste Art von Wärmepumpe

aufgrund der aufwändigen Installation und der benötigten

Genehmigungen.

Aktuell ist der Kauf einer Wärmepumpe besonders lohnend

– nicht nur, weil die Preise stetig sinken, sondern

auch durch attraktive staatliche Anreize. Aber die Entscheidung

für eine Wärmepumpe hängt auch von geografischen,

klimatischen und baulichen Faktoren ab,

einschließlich der Verfügbarkeit von Wärmequellen, der

Gebäudegröße und der Isolierung. Das Preisniveau am

Wärmepumpen-Markt variiert erheblich – auch, weil einige

Anbieter die angespannte Lage am Energiemarkt nutzen,

um hohe Preise durchzusetzen.

FUNKTIONSPRINZIP WÄRMEPUMPE

02

2026


6 MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

ENTEGA bietet speziellen Wärmepumpenstrom (Heizstrom)

an, der in der Regel günstiger als herkömmlicher

Haushaltsstrom ist. Der Tarif besteht zu 100 Prozent aus

zertifiziertem Ökostrom und ist tageszeitunabhängig, was

bedeutet, dass der Preis pro Kilowattstunde (kWh) nachts

genauso hoch ist wie am Tag.

DIE VORTEILE

Energieeffizienz

Wärmepumpen sind sehr energieeffiziente Heizungssysteme,

da sie bis zu 75 Prozent der Wärmeenergie aus der

Umgebungsluft oder dem Boden gewinnen können. Hinzu

kommt, dass Wärmepumpen durch ihr Funktionsprinzip,

bei dem Energie von einem Ort zum anderen transportiert

statt erzeugt wird, eine hohe Leistungszahl aufweisen.

Dies führt zu niedrigeren Betriebskosten und einer

signifikanten Reduktion von CO₂-Emissionen im Vergleich

zu herkömmlichen Heizsystemen.

Umweltfreundlichkeit

Da Wärmepumpen erneuerbare Energiequellen nutzen,

tragen sie zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks bei und

sind somit umweltfreundlicher als herkömmliche Heizsysteme.

Darüber hinaus tragen sie zur Dekarbonisierung

bei, da sie den Verbrauch fossiler Brennstoffe für die Wärmeerzeugung

minimieren.

Kosteneinsparungen

Obwohl der Kauf und die Installation einer Wärmepumpe

meist teurer sind als ein herkömmliches Heizsystem,

können langfristig betrachtet erhebliche Kosteneinsparungen

erzielt werden. Darüber hinaus sind Wärmepumpen

energieeffizienter, was zu geringeren Betriebskosten

führt, und sie sind oft für verschiedene staatliche Förderprogramme

berechtigt, die die anfänglichen Kosten weiter

reduzieren können.

Komfort

Wärmepumpen können nicht nur zum Heizen, sondern

auch zum Kühlen von Räumen verwendet werden. Im

Sommer können sie die warme Luft aus dem Innenraum

entfernen und kühle Luft aus der Umgebungsluft in den

Raum pumpen. Dies bietet einen zusätzlichen Komfort

und eine weitere Möglichkeit, Energiekosten zu senken,

da keine separate Klimaanlage benötigt wird. Das Kühlen

mit Wärmepumpen ist allerdings nur sinnvoll, wenn

die Immobilie mit einer Flächenheizung und einem Taupunktwächter

ausgestattet ist. Sonst besteht ein erhebliches

Risiko für Kondenswasserbildung, was zu Feuchteschäden

und gefährlicher Schimmelbildung in der

Bausubstanz führen kann.

Unabhängigkeit

Wärmepumpen sind somit unabhängig von fossilen

Brennstoffen, deren Preise tendenziell ansteigen. Dies

gibt den Nutzern eine gewisse Sicherheit in Bezug auf

ihre Energieversorgung und hilft ihnen, langfristig Geld zu

sparen. Zudem bieten sie die Möglichkeit, sich für grüne

Stromtarife zu entscheiden, um ihre Umweltauswirkungen

noch weiter zu reduzieren.

Verbesserte Luftqualität

Eine Wärmepumpe kann dazu beitragen, die Luftqualität

in einem Raum zu verbessern. Da sie die Luft zirkulieren

lassen, entfernen sie Allergene und Schadstoffe aus der

Luft. Dies führt zu einer gesünderen Wohnatmosphäre

und kann besonders vorteilhaft für Menschen mit Atemwegserkrankungen

oder Allergien sein.

Geringer Wartungsaufwand

Wärmepumpen erfordern in der Regel einen geringeren

Wartungsaufwand als herkömmliche Heizsysteme, da sie

keine Brennstoffversorgung oder regelmäßige Sicherheitsinspektionen

erfordern. Die meisten Wärmepumpen

müssen nur einmal im Jahr gewartet werden, um sicherzustellen,

dass sie ordnungsgemäß funktionieren.

Erhöhter Immobilienwert

Eine oft übersehene Tatsache ist, dass die Installation

einer Wärmepumpe den Wert einer Immobilie steigern

kann. Da immer mehr Käufer nach umweltfreundlichen

und energieeffizienten Häusern suchen, kann eine Wärmepumpe

den Wiederverkaufswert eines Hauses erhöhen.

Kombination mit Photovoltaik

Durch die Nutzung von Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage

zur Betreibung einer Wärmepumpe wird

der Energieverbrauch aus dem Stromnetz reduziert. Dies

führt zu geringeren Stromkosten und einer unabhängigeren

Energieversorgung. Diese Kombination trägt aktiv zur

Reduzierung von CO₂-Emissionen bei, indem sie erneuerbare

Energiequellen nutzt.

M-Magazin


MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

7

FÜNF BEHAUPTUNGEN

RICHTIGGESTELLT

Immer noch kursieren rund um die Wärmepumpe zahlreiche

Behauptungen. Sie reichen von glatten Lügen bis

hin zu Vereinfachungen und simplen Missverständnissen.

Wir haben Fachleute gefragt und erklären, was stimmt.

1. Die Wärmepumpe funktioniert nur mit

Fußbodenheizungen

Richtig ist: Die Wärmepumpe funktioniert am effizientesten

bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Die Vorlauftemperatur

ist die Temperatur, welche von der Heizungsanlage

in deine Heizrohre geschickt wird. Klassische

Heizkörper brauchen aufgrund ihrer kleineren Fläche

tendenziell höhere Vorlauftemperaturen um warm zu

werden als Fußbodenheizungen – daher hieß es lange,

mit der Wärmepumpe funktioniere das nicht. Allerdings

werden Wärmepumpen immer effizienter und kommen in

halbwegs gut gedämmten Häusern auch mit Heizkörpern

klar. Es muss bei einem Heizungstausch also meist nicht

das gesamte Heizsystem ausgetauscht werden. Sinnvoll

ist es meist aber, alte Rippenheizkörper durch sogenannte

Kompakt- oder Flächenheizkörper zu ersetzen.

2. Die Wärmepumpe eignet sich nicht für Altbauten

Richtig ist: Je besser ein Haus gedämmt ist, desto weniger

Wärmeverluste gibt es und desto weniger Energie braucht

die Heizanlage, um es ausreichend zu beheizen. Weder

eine schlechte Dämmung noch alte Heizkörper sind aber

per se ein Ausschlusskriterium für eine Wärmepumpe.

Entscheidend sind die Vorlauftemperatur und der Heizenergiebedarf

des Hauses. Mehrere Studien zeigen inzwischen,

dass sich mehr Altbauten für Wärmepumpen

eignen als gemeinhin angenommen.

3. Die Wärmepumpe ist zu teuer

Richtig ist: Eine Wärmepumpe einbauen zu lassen, kostet.

Daran lässt sich nicht rütteln. Pauschale Aussagen zu den

Kosten zu treffen, sind kaum möglich. Zu viele Faktoren

haben Einfluss auf den Preis. Als groben Richtwert gilt

rund 30.000 Euro für eine Luft-Wärmepumpe. Allerdings

ist die Spanne bei den Wärmepumpen-Kosten groß, mit

Glück kann man ein Gerät für unter 20.000 Euro bekommen,

gerade im Neubau. Wärmepumpen, die das Erdreich

oder Grundwasser als Wärmequelle nutzen, können aufgrund

der notwendigen Bohrungen 5.000 bis 15.000 Euro

mehr kosten, sind allerdings im Betrieb effizienter.

4. Es gibt kaum noch Fördergelder

Richtig ist: Für den Einbau einer Wärmepumpe in ein

Bestandsgebäude können Sie im Jahr 2026 staatliche

Zuschüsse der förderfähigen Kosten erhalten. Die Gesamtförderung

setzt sich aus verschiedenen Bausteinen

zusammen, ist jedoch bei maximal 70 Prozent gedeckelt.

Bei einem Einfamilienhaus sind maximal 30.000 Euro anrechenbar.

Das bedeutet einen maximalen Barzuschuss

von 21.000 Euro. (siehe separaten Artikel)

5. Bei Fernwärme ist eine Wärmepumpe nicht erlaubt

Ob ein Anschluss- und Benutzungszwang besteht, regelt

die jeweilige Kommune per Satzung. Es ist notwendig, die

spezifische kommunale Satzung zu prüfen und bei Bedarf

eine Ausnahme bei der Gemeinde zu beantragen. Ein Anschlusszwang

an das Fernwärmenetz trotz installierter

Wärmepumpe ist rechtlich umstritten, laut Rechtsgutachten

des Bundesverband Wärmepumpe (BWP) jedoch

meist nicht verhältnismäßig. Bestehende, klimafreundliche

Heizsysteme wie Wärmepumpen dürfen in der Regel

weiterbetrieben werden, selbst wenn die Kommune einen

Anschlusszwang für das Gebiet beschließt. Aber was passiert,

wenn in eine Straße Fernwärme kommt – nachdem

kurz zuvor in eine umweltfreundliche Wärmepumpe investiert

wurde? Ein Rechtsgutachten des Bundesverbandes

Wärmepumpe BWP hat dazu Klarheit gebracht: „Ist

schon eine Wärmepumpe vorhanden, dürfe es keinen Anschlusszwang

an Fernwärme geben.“

Quellen: Bundesverband Wärmepumpe bwp e.V / ehpa

Illustration: © Sakura Media – stock.adobe.com

02

2026


8 MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

Förderung für Wärmepumpen bleibt

Zuschüsse, Kredite und Steuerbonus

Die staatliche Förderung für Wärmepumpen ist laut aktuellen

Planungen bis mindestens 2029 sichergestellt. Eigentümer

können bei der KfW weiterhin mit einer hohen

Unterstützung von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten

rechnen, bestehend aus Grundförderung, Effizienzund

Geschwindigkeitsboni.

Trotz der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)

ändern sich die Förderkonditionen vorerst nicht. Diese

Maßnahme soll den klimafreundlichen Heizungstausch

langfristig planen und finanzierbar machen. Die Grundförderung

soll unverändert mit einem Geschwindigkeitsbonus,

Einkommensbonus und Effizienzbonus kombinierbar

sein.

Grundförderung (30 Prozent)

Sie steht allen Eigentümern eines Hauses offen, in dem

sie selbst wohnen. Gefördert werden der Kauf und der

Einbau aller Wärmepumpentypen sowie die Fachplanung

und Baubegleitung – unabhängig vom Einkommen.

Geschwindigkeitsbonus (20 Prozent)

Er wird gewährt, wenn funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen-

oder Nachtspeicherheizungen oder mindestens

20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizungen ersetzt werden.

Ab 2029 sinkt dieser Bonus alle zwei Jahre um 3 Prozent.

Effizienzbonus (5 Prozent)

Für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan

oder CO₂ oder mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) über

4,5 gibt es einen höheren Zuschuss.

Aktuell fördert die staatliche KfW-Bank bei der Anschaffung

und Installation von Wärmepumpen in Privathaushalten

bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten – ob für

Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften.

Förderfähig sind Kosten

bis 30.000 Euro pro Wohneinheit. Der Zuschuss der

KfW beträgt damit maximal 21.000 Euro. Auf diese Weise

lassen sich die insgesamt anfallenden Kosten für eine

Wärmepumpe im besten Fall halbieren. Das Geld gibt es

im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude

(BEG) nur bei einem Heizungstausch in bestehenden

Wohngebäuden, die Eigentümerinnen und Eigentümer

selbst bewohnen.

Einkommensbonus (30 Prozent)

Diesen erhalten Haushalte mit einem zu versteuernden

Jahreseinkommen von maximal 40.000 Euro. Maßgeblich

ist der Einkommensteuerbescheid des vorletzten Kalenderjahres.

BEISPIELRECHNUNG

Ein Hausbesitzer ersetzt seine 25 Jahre alte, noch funktionierende

Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Die Kosten für Gerät, Installation, neue Heizkörper

und Bohrung für Erdsonden: 40.000 Euro. Mit Grundförderung

(30 Prozent) und Geschwindigkeitsbonus (20 Prozent)

gibt es 15.000 Euro Zuschuss von der KfW. Wenn das

Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt, steigt die

Förderung auf 70 Prozent bzw. um 9000 Euro. Insgesamt

ist der Zuschuss allerdings auf 21.000 Euro gedeckelt.

Illustration: © Rafh – stock.adobe.com

M-Magazin


MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

9

Foto: © Vaillant

KfW und BAFA fördern auch durch Kredit

Neben dem erwähnten KfW-Zuschuss stehen mehrere

Förderkredite zur Verfügung, die sich für den Kauf und

Einbau einer Wärmepumpe nutzen lassen. Je nachdem

ob Sie einen Heizungstausch planen oder nur einzelne

Effizienzmaßnahmen rund ums Haus wie Dämmung oder

Fenstertausch, ist für die Kreditvergabe die KfW-Bank

oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

(BAFA) zuständig. Kombinationen von Zuschuss und Kredit

sind möglich, solange jede Maßnahme nur einmal gefördert

wird. Die Förderbedingungen unterscheiden sich

erheblich, je nachdem ob die Wärmepumpe in ein bestehendes

Gebäude oder in einen Neubau eingebaut wird.

Im Altbau fällt die Förderung deutlich höher aus.

Altbau

Eigentümer von Bestandsgebäuden erhalten über das

KfW-Programm einen Investitionskostenzuschuss von

bis zu 70 Prozent für den Heizungstausch, den sie nicht

zurückzahlen müssen. Zusätzlich können sie den zinsvergünstigten

Ergänzungskredit beantragen.

Neubau

Im Neubau gibt es keine direkte Einzelförderung für Wärmepumpen.

Die Förderung erfolgt über die KfW-Programme

für klimafreundliche mit zinsvergünstigten Krediten

von bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung

ist mindestens der Effizienzhaus-40-Standard. Die Wärmepumpe

wird als Teil des Gesamtkonzepts mitgefördert.

Seit 1. Januar 2026 werden Luft-Wasser-Wärmepumpen

nur noch dann gefördert, wenn die Geräuschemissionen

des Außengeräts mindestens zehn Dezibel (dB) unterhalb

der gesetzlichen Grenzwerte liegen. Bislang reichte ein

Abstand von fünf Dezibel. Je nach Leistung des Geräts gelten

neue Maximalwerte zwischen 55 und 78 dB. Die strengeren

Anforderungen gelten jedoch nur für Bestandsgebäude,

nicht für Neubauten. Die Heizungsanlage muss

auf erneuerbare Energiequellen setzen. Reine Gas- oder

Hybridwärmepumpen mit fossiler Unterstützung werden

nicht mehr gefördert. Es ist sinnvoll, einen zertifizierten

Energieeffizienz-Experten zur Unterstützung einzubinden.

Wärmepumpe von der Steuer absetzen

Unabhängig von staatlichen Zuschüssen und Krediten

gibt es für bestimmte energetische Sanierungsmaßnahmen

im Umfang von bis zu 200.000 Euro steuerliche

Erleichterungen. Dazu zählt auch der Einbau einer Wärmepumpe.

20 Prozent der Kosten können Sie über einen

Zeitraum von drei Jahren in Ihrer Einkommensteuererklärung

geltend machen. Der Betrag mindert jeweils unmittelbar

Ihre Steuerschuld. Die Steuerermäßigung für

energetische Maßnahmen bei Wohngebäuden dürfen Sie

nicht kombinieren mit der Bundesförderung für energieeffiziente

Gebäude. Sie müssen sich für eine der beiden

Varianten entscheiden. Meistens ist die KfW-Zuschussförderung

deutlich attraktiver als der Steuerabzug – vor

allem wenn Sie die Bonusförderungen erhalten können.

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe bwp e.V.

02

2026


10 MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

Neue E-Auto-Förderung gestartet

Portal ist freigeschaltet

Wie viel Geld kann man bekommen?

Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug,

Einkommen und Familiengröße ab. Die Basisförderung für

reine E-Autos liegt bei mindestens 3.000 Euro. Sie erhöht

sich schrittweise für Haushalte mit geringerem Einkommen

und Kindern auf bis zu 6.000 Euro:

• Einkommen bis 45.000 €: 5.000 Euro Basisförderung.

• bis 45.001 bis 60.000 €: 4.000 Euro Basisförderung.

• Bis 60.001 bis 80.000 €: 3.000 Euro Basisförderung.

• Kinderbonus: Plus 500 Euro pro minderjähriges Kind

im Haushalt (maximal für zwei Kinder, also bis zu 1.000

Euro extra.

• Einkommensgrenze: Haushalte ohne Kinder erhalten

ab 80.001 € Einkommen keine Förderung mehr. Mit

einem Kind liegt die Grenze bei 85.000 €, mit zwei oder

mehr Kindern bei maximal 90.000 €.

Foto: © Halfpoint – stock.adobe.com

Das staatliche Antragsportal ist dem 19. Mai offiziell freigeschaltet

worden. Wer seit dem 1. Januar 2026 ein förderfähiges

Fahrzeug neu zugelassen hat, kann die finanzielle

Unterstützung rückwirkend beantragen. Anträge

können ab sofort eingereicht werden.

Geld vom Staat gibt es neben Elektroautos auch für bestimmte

Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch

mit Treibstoff fahren können, sowie für Elektroautos mit

sogenannten Reichweitenverlängerern. Das sind kleine

Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos

erhöhen.

Wie läuft die Antragstellung?

Der Online-Antrag führt Schritt für Schritt durch das Verfahren,

von den Angaben zum Fahrzeug und Haushalt bis

zum Upload der erforderlichen Nachweise. Zur Unterstützung

gibt es eine Hotline und Erklärungen auf der Website

foerderzentrale.gov.de/. Voraussetzung für den Antrag

ist eine BundID. Das ist ein elektronisches Konto, mit

dem man sich bei den Behörden ausweisen kann wie mit

einem Personalausweis im analogen Leben. Einrichten

kann man die BundID mit dem elektronischen Personalausweis

oder auch mit einem Elster-Zertifikat, das man

bei der Steuererklärung nutzt. Im Förderportal müssen

Interessierte die aktuellen Einkommensteuerbescheide

hochladen. Bei Familien mit Kindern kommt ein aktueller

Kindergeldnachweis hinzu, bei Plug-in-Hybriden die EU-

Konformitätsbescheinigung.

Die Fördergrenze entspricht ungefähr einem monatlichen

Nettoeinkommen von 4.800 Euro bei Ledigen und 5.400

Euro bei Paaren. Wer mehr verdient, geht allerdings leer

aus. Wer Geld bekommen will, muss sein Fahrzeug ab

Kauf mindestens drei Jahre behalten.

Weniger Geld gibt es für sogenannte Plug-in-Hybride, die

sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können.

Für diese Autos und Fahrzeuge mit einem Reichweitenverlängerer

liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro. Damit

Autos mit diesen Technologien förderfähig sind, dürfen

sie nicht mehr als 60 Gramm CO 2

pro Kilometer ausstoßen

oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens

80 Kilometern haben.

Für Plug-in-Hybride (PHEV): Diese werden ebenfalls einkommensabhängig

mit 1.500 bis maximal 4,500 Euro gefördert.

Für Plug-in-Hybride (PHEV): Diese werden ebenfalls

einkommensabhängig mit 1.500 bis maximal 4,500

Euro gefördert.

Es gibt aktuell keine Beschränkung auf europäische Autos;

auch chinesische Modelle sind förderfähig. Eine spätere

„EU-Präferenzregel“ wird von der Bundesregierung

jedoch geprüft. Da die Prämie erst nach der Zulassung

beantragt werden kann, müssen Käufer den vollen Kaufpreis

zunächst komplett selbst finanzieren oder anzahlen.

Kauf- oder Leasingvertrag, Fahrzeugschein und ggf. Kindergeldnachweise

müssen digital bereitgehalten werden.

M-Magazin


MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

11

STROMNETZ DER ZUKUNFT?

DA HABE ICH EINEN PLAN VON.

ICH SCHLIESSE

DIE ZUKUNFT AN.

Projektleiterin Netzentwicklung

Strom bei der e-netz Südhessen

plant das Netz der Zukunft

und schützt das Klima.

ENTEGA AG | Frankfurter Straße 110 | 64293 Darmstadt

EINFACH KLIMAFREUNDLICH FÜR ALLE.

02

2026


12 MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

Solidarität nicht kaputtsparen

ADRA warnt vor geplanten massiven Haushaltskürzungen

Angesichts der am 29. April vorgestellten Eckwerte für

den Bundeshaushalt 2027 schlägt die Hilfsorganisation

ADRA Deutschland e.V. gemeinsam mit 150 Nichtregierungsorganisation

Alarm. Mit der Petition „Solidarität

nicht kaputtsparen“ fordern die Organisationen die

Bundesregierung nachdrücklich auf, die drastischen

Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und der

humanitären Hilfe zu stoppen und stattdessen in globale

Solidarität zu investieren.

Die globalen Krisen häufen sich dramatisch, vorhandene

Konflikte eskalieren, neue Bedrohungen entstehen.

Dennoch drohen dem bundesdeutschen Etat für Entwicklungszusammenarbeit

und humanitäre Hilfe weitere Einschnitte.

Bereits seit 2022 wurden diese Mittel um mehr

als 70 Prozent gekürzt. ADRA Deutschland e.V. betont,

dass diese Sparpolitik mühsam erarbeitete Erfolge im Bereich

der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären

Hilfe der letzten Jahrzehnte und das Leben von Millionen

Menschen gefährdet.

Nach einem russischen Raketenangriff im Jahr 2024 auf

ein Krankenhaus, die größte Kinderklinik der Ukraine,

werden die zahlreichen Helfer mit Wasser versorgt.

Deshalb die klaren Forderungen an die Bundesregierung:

Um den globalen Bedarfen im Bereich der Entwicklungszusammen-arbeit

und humanitären Hilfe gerecht zu

werden, fordert ADRA gemeinsam mit dem Dachverband

VENRO und zahlreiche anderen Organisationen: Einen

Etat von mindestens 11,2 Milliarden Euro für das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

(BMZ) und eine Aufstockung der Mittel für humanitäre

Hilfe auf mindestens 2,8 Milliarden Euro.

Foto: © ADRA Ukraine

M-Magazin


MENSCHEN. MACHEN. MÄRKTE.

13

Verheerende Folgen drohen

Die geplanten Kürzungen bedeuten einen weiteren Rückzug

Deutschlands aus der internationalen Verantwortung.

Das hätte fatale Konsequenzen. Aktuelle Prognosen warnen,

dass durch einbrechende Mittel bis 2030 bis zu 9,4

Millionen Menschen zusätzlich sterben könnten. Nur ein

Beispiel von vielen: Aktuell haben bereits 273 Millionen

Kinder weltweit keinen Zugang zu Bildung – eine Zahl, die

im siebten Jahr in Folge steigt.

In der heutigen Zeit, die von Krisen, Konflikten und zunehmenden

Angriffen auf Frauenrechte geprägt ist, treffen

die geplanten finanziellen Einschnitte vor allem diejenigen,

die dringend unsere Solidarität und Unterstützung

benötigen: Frauen, Mädchen und queere Menschen.

ADRA Deutschland e.V. appelliert gemeinsam mit 150 Organisationen

an die Bundesregierung, den Eckwertebeschluss

zu korrigieren. Investitionen in Entwicklungszusammenarbeit

und humanitäre Hilfe sind keine Almosen,

sondern eine notwendige und solidarische Vorsorge für

eine gerechtere und sicherere Welt.

Bei dem russischen Raketenangriff im Jahr 2024 wird die

größte Kinderklinik der Ukraine stark beschädigt.

Foto: © ADRA Ukraine

Petition „Solidarität nicht kaputtsparen“

Um den Druck auf die politischen Entscheidungsträger zu

erhöhen, unterstützt ADRA Deutschland e.V. gemeinsam

mit einem breiten Bündnis von Partnern die Petition „Solidarität

nicht kaputtsparen“. Die Kampagne richtet sich

gegen die kurzsichtige Sparpolitik und fordert eine Rückkehr

zur internationalen Verlässlichkeit. Bürgerinnen und

Bürger sind aufgerufen, ein Zeichen für globale Gerechtigkeit

zu setzen und die Forderungen unter https://adra.

de/petition-solidaritaet-nicht-kaputtsparen/ mit ihrer

Unterschrift zu unterstützen.

Foto: © ADRA Libanon

IHRE SPENDE KANN

LEBEN RETTEN.

Dank Ihrer Unterstützung können wir Menschen in

den von Konflikten, Hunger und Klimawandel betroffenen

Regionen unterstützen. Spenden können

Sie auf das Spendenkonto ADRA Deutschland e.V.

Verteilung von Hilfsgütern im Libanon.

IBAN: DE36 3702 0500 0007 7040 00

Online: adra.de/spenden

02

2026


14

DARMSTADT & SÜDHESSEN

Geräuscharm durch die Stadt

EAD setzt auf Smarte Lösungen

Foto: © EAD

Ob Kehrmaschine oder Klein-Transporter. Mit der Mobilitätsordnung

(MobO) in 2018 wurde der Einsatz im gesamten

städtischen Fuhrpark vorgegeben. Heute werden

rund 40 Prozent der Flotte elektrisch betrieben, darunter

146 Pkw und Lkw sowie 42 E-Bikes und Lastenräder.

Neben Umweltvorteilen sprechen kurze Wege, eine wachsende

Marktverfügbarkeit und geringere Lebenszykluskosten

für den Betrieb auch schwerer Fahrzeuge. Die Ladeinfrastruktur

umfasst 38 Stationen auf dem Betriebshof

des EAD im Sensfelderweg - darunter eine 50-kW-Schnellladestation.

31 weitere Lademöglichkeiten befinden sich

an den jeweiligen städtischen Dienststellen. Das Laden

der städtischen Elektroflotte übernehmen intelligente

Ladestationen von The Mobility House.

1985 gab es an der Betriebstankstelle am damaligen

Standort Niersteiner Straße 6 als erste in Darmstadt bleifreies

Normalbenzin, bis weitere öffentliche Tankstellen

folgten. Seitdem zieht sich der Einsatz moderner Antriebstechnologien

- teils im Rahmen von Bundesförderprogrammen

- wie ein roter Faden durch die Geschichte

des Kommunalunternehmens. Eingesetzt wurden alterna-

tive Kraftstoffe wie Pflanzenöl und Biodiesel sowie verschiedene

Abgasnachbehandlungen, beispielsweise Rußpartikelfilter

und SCR-Katalysatoren.

Gleichzeitig bleibt der weitere Ausbau eine Herausforderung.

Eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur ist erforderlich,

um alle Fahrzeuge zuverlässig zu versorgen, da sie

teils einen hohen Energiebedarf aufweisen - insbesondere

im Winterdienst oder im Falle von Kanalspülfahrzeugen.

Zudem muss auch die personelle Weiterqualifizierung

von Beschäftigten der Werkstatt mitgedacht werden,

um Hochvoltsysteme fachgerecht warten und reparieren

zu können.

Unterstützt wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt bei

ihrem Vorhaben vom Bundesministerium für Verkehr und

digitale Infrastruktur: Für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen

und den Aufbau der passenden Ladeinfrastruktur

erhielt der EAD 4,9 Millionen Euro Fördergelder

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

15

Schlaue Abfallbehälter für eine saubere Stadt

Intelligente Mülltonnen teilen ihren Füllstand selbst mit

In Darmstadt wird die Müllentsorgung optimiert, sodass

Behälter nur bei Bedarf geleert werden. Das schont die

Umwelt und verringert zusätzlich die Kosten der Entsorgung.

Foto: © EAD

LoRaWAN Smart Waste Sensor

Im Bereich der Abfallentsorgung hat der EAD Großbehälter

an öffentlichen Plätzen mit Sensoren ausgestattet, die

in Echtzeit die exakten Füllstände der Behälter mitteilen.

Per Datenübertragung über das LoRaWAN-Netzwerk Der

Begriff LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network

und bezeichnet ein reichweitenstarkes, energiesparendes

Funknetzwerk. informieren die Sensoren die

Mitarbeiter:innen, wenn die Behälter voll sind und zur

Leerung angefahren werden können. Das System erkennt

zum einen, welche Mülltonnen wie gefüllt sind, und empfiehlt

auf Basis dieser Erkenntnis zum anderen die Routen

für die Leerungstour. Ziel ist es, durch dieses technische

Erfassungssystem Kosten einzusparen, Emissionen durch

die Einsatzfahrzeuge zu vermeiden und Lärm durch die

Entsorgungen zu reduzieren, da unnötige Fahrten zur Leerung

von noch nicht gefüllten Behältern vermieden werden

können.

Feuchte Mauern und SCHIMMEL müssen nicht sein!

Ein Albtraum für jeden Haus- und Wohnungsbesitzer, Feuchtigkeit im Mauerwerk.

Setzrisse und Schimmelbefall können die Folge sein. Viele Menschen sind oft

krank und leiden unter Lungen- und Bronchialerkrankungen, Asthma, Allergien

und Kopfschmerzen. Schimmel kann die Ursache sein; aber in jedem

Fall werden Erkrankungen dadurch verschlechtert, Schimmelsporen befinden

sich auch in der Luft. Auch Ihre Haustiere können unter Schimmel leiden.

Nach einer kostenlosen Analyse führen wir mittels modernster Technik die Mauertrockenlegung

und Schimmelsanierung durch. Es ist nicht mehr nötig, ein Haus

von Außen auf zu graben! Mittels Injektionstechnik wird das Mauerwerk abgedichtet.

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02

2026


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M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

17

Darmstadt pflastert ab

Flächen entsiegeln im Stadtgebiet

Der bundesweite Wettbewerb »Abflastern«, findet 2026

zum zweiten Mal statt. Ziel ist es, bis zum 31. Oktober

2026 möglichst viel Fläche im Stadtgebiet zu entsiegeln.

Gewertet wird die Anzahl abgepflasterter Steine pro

1.000 Einwohnende.

Der Wettbewerb wurde von einem Studierendenprojekt

der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz initiiert.

Kommunen treten in drei Ligen gegeneinander an.

Darmstadt nimmt in einer Liga mit anderen Großstädten

teil. Gezählt werden Entsiegelungen auf öffentlichen und

privaten Flächen. Teilnehmen können alle: Privatpersonen,

Vereine, Unternehmen, Schulen und Verwaltung.

Entscheidend ist, dass die Fläche in Darmstadt liegt. Der

Zustand der Fläche muss vor und nach der Aktion dokumentiert

werden. Die Fotos werden mit einem Formular

unter www.abpflastern.de hochgeladen. Das Projektteam

prüft die Eintragungen und ordnet dann alle Projekte

dem Punktekonto für Darmstadt zu.

Die Stadtverwaltung prüft derzeit geeignete öffentliche

Flächen für gemeinschaftliche Entsiegelungsaktionen.

Interessierte können sich fortlaufend per E-Mail an klimaschutz@darmstadt.de

unter dem Betreff „abpflastern“

melden und werden entsprechend informiert. Öffentliche

Flächen, die z. B. aufgrund der Verkehrssicherheit oder

des Schutzes bestehender Baumwurzeln nicht in einer gemeinschaftlichen

Aktion entsiegelt werden können, aber

im Zuge einer Straßenumgestaltung oder eines Projekts

der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe Entsiegelung umgestaltet

werden, werden ebenfalls von der Stadtverwaltung

beim Wettbewerbsteam gemeldet.

Die Entsiegelung privater Flächen muss eigenständig auf

der Projektwebsite eingetragen werden. Nachdem Darmstadt

aufgrund zweier Entsiegelungsaktionen von TU Da

und h_da im letzten Jahr den zweiten Platz belegen konnte,

ist einer der vorderen Ranglistenplätze auch 2026 das

Ziel. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt möchte den Wettbewerbszeitraum

nutzen, um durch eine begleitende Öffentlichkeitskampagne

auf denselben und die vom Amt

für Klimaschutz und Klimaanpassung bereitgestellten Informationsprodukte

aufmerksam zu machen.

Versiegelte Flächen heizen sich stark auf und geben Wärme

lange ab. Entsiegelte und begrünte Flächen kühlen

durch Schatten und Verdunstung: Regenwasser kann vor

Ort versickern, die Neubildung von Grundwasser wird gestärkt

und die Kanalisation bei Starkregen entlastet. Begrünte,

entsiegelte Flächen schaffen Lebensräume für

Insekten und andere Tiere. Entsiegelungen unterstützt

Hitzevorsorge und Gesundheitsschutz, Starkregenvorsorge,

die Stärkung des lokalen Wasserhaushaltes und

die Förderung der Biodiversität. Für private Flächen kann

sich Entsiegelung auch finanziell lohnen, da weniger versiegelte

Fläche geringere Niederschlagswassergebühren

bedeuten.

02

2026


18 DARMSTADT & SÜDHESSEN

Fusion komplexer als gedacht

Fördermittel kommen später

Die Fusion des Klinikums Darmstadt und des Agaplesion

Elisabethenstifts steht aktuell vor erheblichen Herausforderungen.

Das Hauptproblem ist die Finanzierung. Die Zusagen für

die Fördermittel sind noch nicht rechtswirksam und das

könnte zu Verzögerungen für die Gründung der gemeinsamen

Holding führen. Die sogenannte Gesundheits-

Holding ist deshalb notwendig, da mit dem Klinikum als

Stadtwirtschaftstochter und dem Elisabethenstift als Teil

der gemeinnützigen Agaplesion AG zwei unterschiedliche

Trägerschaften zusammenfinden.

In der bundesdeutschen Krankenhauslandschaft ist eine

solche Fusion bislang einmalig; zudem versprechen sich

die Verantwortlichen durch die neue Dachgesellschaft

Bündelungen in Verwaltung, IT oder Logistik. Weiterhin

unterschiedliche Regelwerke gelten für die Beschäftigten

beider Häuser: Während das Klinikum gemäß Tarif im öffentlichen

Dienst bezahlt, ist das Elisabethenstift ein Tendenzbetrieb.

Dass die Holding ein mehrjähriges Unterfangen

wird, war von Anfang an klar, da beide Krankenhäuser

ankündigten, in einem ersten Schritt zunächst jeweils 60

Prozent in die Dachgesellschaft einzubringen. Für die Fusion

unabdingbar sind: die kartellrechtliche Bewertung,

das umsatzsteuerliche Okay des Finanzamts Frankfurt

sowie die Bewilligung von Fördergeldern. Während der

Magistrat die ersten beiden Bedingungen als erfüllt beziehungsweise

mit Einschränkungen erfüllt erachtet, würde

eine Gesamtpaketbetrachtung inklusive Fördermittelzusagen

die erste Phase der Holding-Gründung um bis zu

zwei Jahre verzögern. Der Grund: Eine rechtsverbindliche

Zusage aus dem Krankenhausstrukturfonds fehle bislang,

die Bearbeitungszeit hierfür sei sehr lang. Darauf zu warten,

koste weitere Zeit. Aber ein geringerer Förderanteil

würde das Projekt aber grundsätzlich nicht gefährden.

Für den Umbau und den gemeinsamen Betrieb an zwei

Standorten werden erhebliche Mittel benötigt. Die Fördergelder

seien unverzichtbar, da die Klinikfusion Investitionen

von 92 Millionen Euro notwendig mache, heißt

es weiter. ie Stadt Darmstadt kann als Trägerin die notwendigen

Baumaßnahmen nicht allein finanzieren. Die

strukturelle und medizinische Zusammenführung der

beiden großen Krankenhäuser ist sehr komplex. Geplant

ist, dass die medizinische Zusammenführung 2027 beginnt

und über etwa vier Jahre andauert. Es ist geplant,

dass der Standort Elisabethenstift vorwiegend für ambulante

Operationen und spezialisierte Kliniken (Haut, Auge,

Psychosomatik) genutzt wird, während der Campus Mitte

als Maximalversorger fungiert. Dies erfordert erhebliche

Umzüge von Kliniken.

Fotos: © Agaplesion © Klinikum Darmstadt GmbH

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

19

Stabwechsel mit Haltung

Walter Huber übergibt die Merck Family Foundation an Michael Arlt

Zehn Jahre lang war Walter Huber das Gesicht einer Organisation,

die im Hintergrund wirkt – und genau dort

viel bewegt. Nun verabschiedet sich der langjährige Geschäftsführer

der Merck Family Foundation in den Ruhestand.

Zum 15. Mai übernimmt Michael Arlt die Leitung

der gemeinnützigen Gesellschaft der Unternehmerfamilie

Merck.

Ein Wechsel, der nicht nur personell, sondern auch symbolisch

für Kontinuität und Erneuerung steht. Walter Huber

kennt Merck wie kaum ein anderer. Bereits vor seiner

Zeit bei der Foundation prägte er das Unternehmen über

viele Jahre als Kommunikationschef des Darmstädter

Wissenschafts- und Technologiekonzerns. Als die Unternehmerfamilie

2016 ihre philanthropischen Aktivitäten

bündelte und mit der Merck Family Foundation neu aufstellte,

war Huber der logische erste Mann an der Spitze.

Seine Aufgabe: aus vielen Einzelinitiativen ein strategisches

Fördermodell formen.

Was zunächst wie klassische Stiftungsarbeit klingt, entwickelte

sich unter Huber zu einem bemerkenswert praxisnahen

Konzept. Die Merck Family Foundation fördert

gezielt Projekte, die von Mitarbeitenden des Konzerns

initiiert oder begleitet werden – häufig mit engem Bezug

zu Bildungs-, Gesundheits- und Sozialprojekten in Entwicklungs-

und Schwellenländern. Der Ansatz: nicht nur

Geld geben, sondern persönliches Engagement stärken.

Die Zahlen zeigen die Dimension: Seit Gründung der

Foundation wurden laut Merck fast 45 Millionen Euro bereitgestellt

und knapp 500 Projekte gefördert. Damit ist

aus einer Idee der Unternehmerfamilie längst ein globales

Instrument gesellschaftlicher Verantwortung geworden.

Huber steuerte diesen Aufbau mit einer Mischung

aus strategischer Klarheit und persönlicher Glaubwürdigkeit.

„Es war mir eine große Ehre und Freude, die Merck

Family Foundation seit ihrer Gründung zu leiten“, wird er

in einer Mitteilung zitiert. Nach zehn Jahren übergebe er

die Organisation „in sehr gute Hände“.

Diese Hände gehören künftig Michael Arlt. Der promovierte

Chemiker bringt nicht nur wissenschaftliche Expertise,

sondern auch tiefe Merck-Erfahrung mit: 31 Jahre war Arlt

für den Konzern tätig, zuletzt leitete er den Bereich Lab

Services und verantwortete analytische sowie technische

Dienstleistungen für Forschung und Entwicklung in den

Unternehmenssparten Life Science, Healthcare und Electronics.

Michael Arlt

Arlt beschreibt seine Motivation schlicht, aber programmatisch:

„Ich verbringe meine Zeit gern mit Dingen, die

eine Wirkung entfalten.“ Ein Satz, der gut zur Aufgabe

passt. Denn die Foundation versteht sich längst nicht

nur als Geldgeberin, sondern als Plattform für wirksames

Engagement. Wer bei Merck etwa ein soziales Projekt

unterstützt, kann über die Stiftung finanzielle Mittel beantragen

– ein Modell, das Corporate Volunteering und

Philanthropie intelligent verbindet.

Für Merck ist die Foundation damit auch Teil der Unternehmenskultur:

Wissenschaft, wirtschaftlicher Erfolg und

gesellschaftliche Verantwortung werden nicht als Gegensätze

verstanden, sondern als zusammenhängende Elemente.

Mit Walter Huber geht ein Architekt dieser Idee. Er hat der

noch jungen Stiftung ein klares Profil gegeben: pragmatisch,

international, wirksam. Michael Arlt übernimmt nun

keine Baustelle, sondern ein gut bestelltes Feld – mit der

Aufgabe, das Engagement der Unternehmerfamilie und

Mitarbeitenden weiterzuentwickeln.

Oder anders gesagt: Die Reaktion ist längst in Gang gesetzt.

Jetzt übernimmt ein neuer Chemiker das Labor des

gesellschaftlichen Engagements.

02

2026


20

DARMSTADT & SÜDHESSEN

Handarbeit gegen den Schmutz der Zeit

Teppichreinigung Gotzmann setzt seit über 70 Jahren auf Tradition,

Qualität und persönlichen Service

Wer einen hochwertigen Teppich besitzt, weiß: Er ist weit

mehr als nur ein Bodenbelag. Oft steckt eine Geschichte

dahinter – Erinnerungen an Reisen, ein Erbstück der

Familie oder eine bewusst getätigte Investition. Damit

solche Schätze lange erhalten bleiben, braucht es Fachwissen

und Erfahrung. Genau darauf setzt die Teppichreinigung

Gotzmann in Darmstadt seit mittlerweile sieben

Jahrzehnten.

Das Familienunternehmen am Blauen Stein gehört zu

den wenigen Betrieben der Region, die Teppiche noch

in traditioneller Handarbeit reinigen. Während vielerorts

automatisierte Verfahren zum Einsatz kommen, wird bei

Gotzmann jeder Teppich individuell begutachtet und entsprechend

seiner Beschaffenheit behandelt.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1954

zurück. Firmengründer Heinz Gotzmann erhielt damals

die Gewerbeerlaubnis für seine Teppichreinigung. Zwei

Jahre später nahm der Betrieb seine Arbeit auf – zunächst

mit einer für die damalige Zeit außergewöhnlichen Innovation:

einer mobilen Teppichklopfmaschine. Mit ihr fuhr

Heinz Gotzmann direkt zu seinen Kunden und sorgte vor

Ort für saubere Teppiche.

Aus den bescheidenen Anfängen entwickelte sich Schritt

für Schritt ein etablierter Handwerksbetrieb. Bereits in

den 1960er-Jahren entstand am heutigen Standort eine

eigene Waschhalle mit Trockenräumen. Neben der Teppichreinigung

kamen der Verkauf und die Verlegung von

Bodenbelägen hinzu. Auch größere Projekte gehörten

bald zum Geschäft. So wurden unter anderem umfangreiche

Aufträge für die damalige US-Airbase in Frankfurt

ausgeführt.

Heute führt Ralf Gotzmann das Unternehmen in zweiter

Generation. Unterstützt wird er von seiner Frau Petra so-

wie einem kleinen eingespielten Team. Bewusst setzt die

Familie auf überschaubare Strukturen. „Wir möchten die

Qualität unserer Arbeit selbst im Blick behalten und für

unsere Kunden persönlich ansprechbar sein“, lautet die

Philosophie des Betriebs.

Besonders gefragt ist die professionelle Reinigung hochwertiger

Orient-, Nepal- oder Berberteppiche. Anders als

bei einer oberflächlichen Reinigung im Haushalt werden

dabei tiefsitzende Verschmutzungen, Staub, Allergene

und Gerüche schonend entfernt. Das erhöht nicht nur die

Hygiene, sondern trägt auch zum Werterhalt der Teppiche

bei.

Gerade in Zeiten wachsender Nachhaltigkeitsdebatten

gewinnt dieser Gedanke zunehmend an Bedeutung. Statt

wertvolle Einrichtungsgegenstände zu ersetzen, entscheiden

sich viele Menschen bewusst dafür, sie fachgerecht

aufbereiten und erhalten zu lassen. Ein hochwertiger Teppich

kann bei entsprechender Pflege mehrere Jahrzehnte,

oft sogar Generationen überdauern.

Zum Kundenkreis von Gotzmann zählen Privatpersonen

ebenso wie Unternehmen, Senioren- und Pflegeeinrichtungen

sowie öffentliche Einrichtungen. Viele Aufträge

entstehen bis heute durch persönliche Empfehlungen

– ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert Vertrauen und

Zuverlässigkeit in dem traditionsreichen Familienunternehmen

besitzen.

Trotz aller Veränderungen am Markt bleibt eines unverändert:

die Leidenschaft für das Handwerk. Während viele

Branchen von Digitalisierung und Automatisierung geprägt

werden, ist bei der Teppichreinigung nach wie vor

Erfahrung gefragt. Denn jeder Teppich ist anders – und

genau darin liegt für die Familie Gotzmann seit über 70

Jahren der Reiz ihrer Arbeit.

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

21

In Darmstadt fehlen 3.700 Wohnungen

Neubau läuft nur mit angezogener Handbremse

Darmstadt hat ein Wohnungsdefizit. Aktuell fehlen rund

3.700 Wohnungen. Gleichzeitig stehen in Darmstadt 1.120

Wohnungen bereits seit einem Jahr oder länger leer. Wer

eine Wohnung sucht, sollte sich darauf aber keine Hoffnungen

machen: Wohnungen, die lange Zeit leer stehen,

gehen kaum wieder in die Vermietung.

Katharina Metzger vom

Bundesverband Deutscher

Baustoff-Fachhandel.

Foto: ©BDB

Die Zahlen für Darmstadt gehen aus der aktuellen regionalen

Wohnungsmarkt-Untersuchung hervor, die das Pestel-Institut

gemacht hat. Die Wissenschaftler haben dabei

den Wohnungsbestand, die Bevölkerungsentwicklung sowie

Prognosen für den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung

in Darmstadt analysiert. „Vom Arbeitskräftebedarf

über die Geburten bis zu den Sterbefällen: Es wird sich

in Darmstadt eine Menge tun – und auf dem Wohnungsmarkt

tun müssen. Das bedeutet konkret: In den nächsten

fünf Jahren müssen rund 1.490 neue Wohnungen in Darmstadt

gebaut werden – und zwar pro Jahr“, sagt Matthias

Günther.

Der Chef-Ökonom des Pestel-Instituts hält dieses Wohnungsbaupensum

für Darmstadt allerdings für „kaum

machbar“. So habe es im ersten Halbjahr dieses Jahres

nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lediglich

376 Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Darmstadt

gegeben. „Das reicht natürlich nicht. Der Neubau

von Wohnungen in Darmstadt läuft mit angezogener

Handbremse. Da muss vor allem bundespolitisch mehr

passieren, um den Neubau von Wohnungen wieder anzukurbeln.

Und dies möglichst schnell“, so Matthias Günther.

Dabei gibt es für den Leiter des Pestel-Instituts vor allem

ein effektives Instrument, das den Wohnungsbau auch in

Darmstadt flott in Fahrt bringen würde: „Dringend notwendig

ist günstiges Baugeld. Der Bund muss ein Zins-

Programm auflegen: Maximal zwei Prozent Zinsen – teurer

darf die Finanzierung beim Wohnungsbau nicht sein.

Dann wären deutlich mehr private Bauherren, aber auch

Investoren endlich wieder in der Lage, neue Wohnungen

in Darmstadt zu bauen. Vor allem würde das schnell einen

Effekt bringen: Mit einem Niedrigzins-Baugeld würde der

Bund einen wirklichen Turbo für den Neubau von Wohnungen

starten“, ist der Chef-Ökonom überzeugt.

Die Wissenschaftler haben die regionale Wohnungsmarkt-

Analyse im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Bau-

stoff-Fachhandel (BDB) durchgeführt. Dessen Präsidentin

fehlen klare Signale – Anreize, die kurzfristig wirken: „In

Sachen Wohnungsbau passiert bei der neuen Bundesregierung

zu wenig. Nur das Schlagwort ‚Wohnungsbau-Turbo‘

geistert seit Monaten durch die Republik. Doch von einem

‚Turbo‘ kann keine Rede sein. Die Maßnahmen wirken

nur mittel- bis langfristig. Jedenfalls ist von dem versprochenen

‚Turbo-Effekt‘ in Darmstadt und auch sonst nirgendwo

etwas zu merken“, sagt Katharina Metzger. Selbst

da, wo es ein Plus bei den Baugenehmigungen gebe, passiere

dies auf „denkbar niedrigem Niveau“. Dabei sei der

Wohnungsbau ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur:

„Läuft der Wohnungsbau, dann läuft auch die Wirtschaft.

Deshalb ist es höchste Zeit, dass Bundeskanzler Merz den

Wohnungsbau jetzt zur Chefsache macht“, fordert die Präsidentin

des Baustoff-Fachhandels. Passiere nichts, dann

sacke der Neubau weiter ab. Schon jetzt verliere der Bau

Tag für Tag Kapazitäten: „Bauunternehmen gehen in die

Insolvenz. Bauarbeiter verlieren ihre Jobs“, so Metzger.

Außerdem sei das Bauen zu kompliziert und zu teuer geworden,

kritisiert der Baustoff-Fachhandel. Ein Punkt,

den auch das Pestel-Institut unterstreicht. Der Chef des

Pestel-Instituts wirft dem Bund vor, dem Wohnungsbau

„zehn Jahre lang durch immer schärfere Gesetze und Verordnungen

viel unnötigen Ballast zugemutet zu haben“.

Das habe die Kosten im Wohnungsbau und damit auch

die Mieten regelrecht nach oben getrieben, so der Bundesverband

Deutscher Baustoff-Fachhandel. „Vor allem

völlig überzogene Energiespar-Auflagen beim Neubau

haben unterm Strich für die Umwelt wenig gebracht, das

Wohnen aber enorm viel teurer gemacht“, sagt BDB-Präsidentin

Katharina Metzger.

02

2026


22

DARMSTADT & SÜDHESSEN

Erstes Rennen mit fahrerlosem System

Studierende präsentieren ihren Elektro-Rennwagen

Das Rennteam der h_da mit seinem neuen und ersten autonomen Elektro-Rennwagen.

Foto: © h_da/Jo Henker

Das studentische Rennteam der Hochschule Darmstadt

(h_da) entwickelt aktuell ein autonomes System für seinen

neuen Elektro-Boliden »F26«. Beim Formula Student-Rennen

im Sommer in Tschechien möchte das Team

erstmals mit seinem Wagen bei einem »Driverless«Rennen

antreten.

Die Leichtbauweise ist in der Formula Student von Vorteil

– auch beim Menschen. Zumindest haben jene eher leichten

und eher kleinen Personen die besseren Karten, wenn

es darum geht, wer aus dem studentischen Team die Elektroflitzer

fahren darf. Heiß begehrt sind diese Plätze – die

künftig allerdings auch mal leer bleiben. Denn mit dem

»F26« läutet das Team der h_da die Ära des autonomen

Fahrens ein. Beim Formula Student-Rennen Mitte Juli in

Tschechien soll erstmals das eigenentwickelte fahrerlose

System der h_da-Studierenden in den sportlichen Wettbewerb

gehen.

Hierfür muss das interdisziplinäre Team seinen Wagen

komplett neu denken. Denn nicht mehr die Fahrenden

lenken den Wagen, sondern ein ausgeklügeltes autonomes

System, das in Lenkung, Bremse und Motor eingreifen

kann. Deutlich mehr elektrische und mechanische

Bauteile sind hierfür nötig sowie Know-how aus unterschiedlichsten

Fachgebieten. Daher besteht das »FaST-

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

23

Illustration: © Bappi– stock.adobe.com

Da-Team« längst nicht mehr nur aus Studierenden der

Studiengänge Maschinenbau oder Automobilentwicklung,

sondern auch aus Studiengängen wie Informatik, Elektrotechnik

sowie Optotechnik und Bildverarbeitung.

Insgesamt drei Formula Student-Rennen plant das h_da

Team in dieser Saison: neben Tschechien im Juli geht es

Ende August mit dem autonomen System nach Frankreich,

Anfang September nach Italien, dann mit Fahrenden im

Cockpit. Im vergangenen Jahr konnten die Studierenden

beim Rennen in Lyon einen Erfolg einfahren: in der Disziplin

„Skid Pad“, hier wird eine liegende Acht gefahren,

wurde das h_da-Team in der Gesamtwertung Zweiter. Teilgenommen

hatten mehr als 40 internationale Teams.

„Obwohl die Umstellung auf den Elektroantrieb noch gar

nicht lange zurückliegt, hat sich das Team mit „driverless“

gleich die nächste herausfordernde Aufgabe vorgenommen.

Das zeigt einmal mehr, mit welch großartiger Motivation

und welch riesigem Engagement die Studierenden

das Projekt leben“, sagt Prof. Dr. Florian van de Loo, der

als Faculty Advisor das studentische Team begleitet.

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DARMSTADT & SÜDHESSEN

Pilotprojekt zum autonomen Fahren läuft

„Kira“ fährt mit Passagieren

Seit Beginn der Testfahrten Ende Mai dieses Jahres sind

bereits mehr als 1.000 Interessentinnen und Interessenten

als Nutzerinnen und Nutzern im Pilotprojekt zugelassen.

Mit im Durchschnitt 4,5 von 5 möglichen Punkten fällt

die Resonanz auf die Testfahrten aus. Die sechs Shuttles

legten so insgesamt bereits mehr als 60.000 Kilometer

zurück.

Das Pionierprojekt KIRA ist das erste Projekt in Deutschland,

das autonomes Fahren auf »Level 4« im öffentlichen

Nahverkehr testet. Ziel ist es herauszufinden, wie

autonome Shuttles den ÖPNV künftig flexibler, zuverlässiger

und attraktiver machen können.

Das Gemeinschaftsprojekt wird von Deutsche Bahn, RMV,

HEAG mobilo und weiteren Partnern. Eingesetzt werden

sechs vollelektrische SUVs (Modell Nio ES8), die mit »Mobileye-Technologie«

(Level 4) ausgestattet sind. Das Testgebiet

umfasst rund 130 Haltepunkte in Darmstadt (u. a.

Hauptbahnhof, Kranichstein, Arheilgen, Wixhausen) sowie

Verbindungen nach Langen und Egelsbach. Öffentliche

Mobilität überall und jederzeit verfügbar zu machen, ist

ein zentraler Bestandteil der Vision für autonome Fahrzeuge

im öffentlichen Nahverkehr.

Selbständig fahrende Autos, die in einem definierten Bediengebiet

mit Regelgeschwindigkeit am normalen Straßenverkehr

teilnehmen – das ist in Deutschland mit KIRA

(KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre)

zum ersten Mal Realität. Die Shuttles verkehren

On-Demand. Sie können flexibel über die KIRA-App gebucht

werden, die den Einstiegs- und Zielpunkt festlegt.

Die Testfahrten für registrierte Nutzer finden in der Regel

von Mittwoch bis Freitag (ca. 09:30 bis 15:30 Uhr) statt. Um

mitzufahren, ist eine einmalige Anmeldung als Testnutzer

erforderlich. Die Fahrten sind im Rahmen des Pilotprojekts

kostenlos.

INFO

Level 4 bedeutet, dass Fahrzeuge in definierten Bereichen

(z. B. Innenstädte, Autobahnen) komplett

fahrerlos agieren können. Ein menschlicher Fahrer

ist nicht mehr nötig, das System bewältigt alle Situationen

selbstständig und kann bei Problemen

sicher anhalten. In Deutschland ist der rechtliche

Rahmen für fahrerlose Systeme in festgelegten Bereichen

bereits geschaffen.

Mobileye

Die Technologie für autonomes basiert auf zwei separaten,

aber sich ergänzenden Systemen - einem

kamerabasierten System und einem Radar/Lidar-

System. Dieser duale Ansatz, »True Redundancy«

genannt, wurde entwickelt, um eine breite Palette

von Fahrszenarien abzudecken und gleichzeitig die

Sicherheit autonomer Fahrzeuge zu gewährleisten.

Seit seiner Gründung im Jahr 1999 hat sich das israelische

Unternehmen »Mobileye« zu einem der

weltweit führenden Anbieter von Fahrerassistenzsystemen

(ADAS) und autonomer Fahrzeugtechnologie

entwickelt.

Illustration: © Vector Tradition

M-Magazin


25

Ihr Partner für Privat- und Firmenumzüge!

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26

DARMSTADT & SÜDHESSEN

Neubauprojekt Residenz Ludwigshöhe Darmstadt:

Stilvolles Wohnen, stabile Werte und

Lebensqualität für die Generation 60+

Vetter & Partner Immobilien startet ab sofort den Verkauf

der Residenz Ludwigs höhe Darmstadt. Dieses Projekt vereint,

was anspruchsvolle Käufer heute suchen: einen sicheren

Ort fürs Heute – und eine wertvolle Investition für

das Morgen.

Für Menschen mit Weitblick – Wohnen 60 Plus

Die Residenz Ludwigshöhe richtet sich an alle, die ihr Leben

bewusst gestalten wollen: aktiv, stilvoll und mit Blick

auf die Zukunft. Ob zur Eigennutzung, als Kapitalanlage

oder mit der Perspektive, später selbst einzuziehen – hier

findet sich ein Zuhause, das Werte schafft und erhält.

32 neue Eigentumswohnungen – stufenfrei, elegant, individuell

– bieten mit Preisen von rund 493.000 € bis 1,08

Mio. € eine langfristig solide Investition. Alle Wohnungen

überzeugen durch lichtdurchflutete Räume, Loggien oder

Dachterrassen und liebevolle architektonische Details. Es

stehen Wohnflächen ab 66 bis 151 Quadratmetern zur Verfügung.

Die Wohnungen der oberen Geschosse sind bequem

mit den Aufzügen erreichbar.

Gemeinschaft, die inspiriert

Ein Ort zum Ankommen und Wohlfühlen: das hauseigene

Forum mit Kaminzimmer und Bibliothek, der Gemeinschaftsraum,

der Residenz-Garten mit Rosenpavillon,

Boule-Bahn und Gartenschach – hier entstehen Orte für

vielfältige Freizeitaktivitäten. Ein Gästeapartment für

Besucher erweitert zusätzlich die großzügigen Gemeinschaftsflächen

und gehört selbstverständlich auch zur

Residenz. Wer nach einem Zuhause sucht, das Begegnung,

Freundschaft und Lebensfreude fördert, wird hier fündig.

Die Residenz Ludwigshöhe ist kein anonymes Haus – sie

ist ein lebendiger Ort, an dem Menschen miteinander gestalten,

lachen und sich gegenseitig unterstützen. Dank

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

27

energieeffizienter Planung und gemeinschaftlicher Verteilung

der verbleibenden Betriebskosten für das Forum,

genießen die Bewohner höchsten Wohnkomfort und zahlreiche

Extras, ohne dass sich monatliche Ausgaben merklich

erhöhen.

Lage mit Lebensqualität und Zukunft

Im neuen Ludwigshöhviertel Darmstadt entstehen ideale

Bedingungen für komfortables Leben: kurze Wege zu

Ärzten, Geschäften, Cafés und einem geplanten Wochenmarkt

– eingebettet in viel Grün und Ruhe. Ergänzt wird

das Konzept durch ein smartes Mobilitätsangebot mit

HeinerLiner, Carsharing und Fahrradverleih. Zukünftig ist

zudem eine Straßenbahnlinie geplant.

Warum jetzt investieren?

Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt – denn frühe Käufer

profitieren doppelt:

• Beste Auswahl sichern: Die attraktivsten Wohnungen

mit Top-Lage, Blick und Sonnenseite sind jetzt noch verfügbar.

• Zukunft klug gestalten: Wer schon heute investiert,

schafft sich seinen künftigen Wohnsitz – mit der Freiheit,

direkt selbst einzuziehen oder doch erst einmal zu ver

mieten.

• Wertstabilität und Nachfrage: Der Markt für hochwertige,

altersgerechte Wohnungen wächst stark – besonders

in zentralen Lagen wie Darmstadt.

• Gestaltungsspielraum: Frühentschlossene können bei

Materialien und Ausstattungsdetails noch mitbestimmen.

• Langfristiger Vermögensschutz: Wer heute investiert,

verbindet Rendite mit einem realen Wohnwert.

Kurz gesagt: Wer heute handelt, investiert in Freiheit,

Komfort und Zukunftssicherheit.

Für alle, die sofort einziehen möchten Die Residenz Ludwigshöhe

bietet nicht nur eine wertbeständige Anlage –

sie ist ein Ort zum Leben ab dem ersten Tag. Wer bereits

jetzt einziehen möchte, findet hier ein außergewöhnliches

Wohnkonzept.

• Ein Zuhause mit Seele: Menschen, die das Leben genießen

treffen hier auf Gleichgesinnte.

• Räume, die verbinden: Gemeinsame Feste, sportliche

Aktivitäten, Lesungen und Nachbarschaftsprojekte fördern

den Austausch und schaffen Zugehörigkeit. So kann

beispielsweise das Forum auch für private Feiern genutzt

werden. Alle Gemeinschaftsflächen gehören der Eigentümergemeinschaft

und bieten somit einen erweiterten

Wohnraum.

• Lebensfreude im Alltag: Statt Einsamkeit entsteht hier

ein Umfeld, das inspiriert – mit Aktivitäten, Gesprächen

und neuen Freundschaften.

• Verlässliche Infrastruktur: Kurze Wege, Service-Angebote

und stufenfreies Wohnen sorgen dafür, dass alle Bedürfnisse

abgedeckt sind – sorglos und komfortabel.

Wer also sofort ein neues Kapitel beginnen möchte, findet

hier nicht nur eine Immobilie, sondern ein echtes Zuhause.

Getreu dem Motto: „Die schönste Zeit ist jetzt“.

Jetzt Zukunft sichern

Alle Unterlagen, Grundrisse und Beratungstermine stehen

ab sofort bereit. Der Bezug der Residenz Ludwigshöhe ist

für 2028 geplant. Gebaut wird die Residenz durch das renommierte

Bauunternehmen Jökel Bau aus Schlüchtern,

dass bereits in der 5. Generation tätig ist und eine umfangreiche

Expertise im Bereich der Senioren-Residenzen

vorweisen kann.

Interessierte melden sich bei:

Vetter & Partner Immobilien GmbH & Co. KG,

Telefon: 06103 804 990,

E-Mail: info@vetterundpartner.de

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02

2026


28

DARMSTADT & SÜDHESSEN

Der Klang einer Stadt

Wolfgang Seeliger zum 80. Geburtstag

Wie ein Dirigent, Kulturmanager und Mentor das Musikleben

Darmstadts prägt und Brücken baut zwischen professioneller

Musikkultur und bürgerschaftlichem Engagement.

Es gibt Persönlichkeiten, die das Gesicht einer Stadt über

Jahrzehnte hinweg prägen und ihrem kulturellen Leben

eine unverwechselbare Stimme verleihen. Menschen, deren

Wirken weit über das eigene künstlerische Schaffen

hinausreicht. Wolfgang Seeliger gehört zu diesen Persönlichkeiten.

Am 30. Mai 2026 feierte der Dirigent, Kulturmanager,

Dozent und Festivalgründer seinen 80. Geburtstag.

Mit ihm würdigt Darmstadt einen Künstler, der über

nahezu fünf Jahrzehnte hinweg das Musikleben der Stadt

geprägt und ihr kulturelles Profil entscheidend mitgestaltet

hat.

Das Besondere an Wolfgang Seeligers Lebenswerk liegt

dabei in einer außergewöhnlichen Fähigkeit: der Verbindung

zweier Welten, die im Musikbetrieb häufig nebeneinander

existieren, sich aber nur selten so fruchtbar

begegnen wie unter seiner Leitung. Auf der einen Seite

steht der internationale, professionelle Musikbetrieb. Auf

der anderen Seite das bürgerschaftliche Kulturleben mit

engagierten Sänger*innen, musikbegeisterten Laien und

einem Publikum, das große Kunst nicht nur in den Metropolen

erleben möchte. Seeliger gelang es zwischen diesen

Welten Brücken zu bauen.

Geboren in Heidelberg, erhielt er seine Ausbildung am

Mozarteum und an der Universität Salzburg. Zu seinen

Lehrern zählten Hans Swarowsky, Gerhard Wimberger,

Helmut Eder und Nikolaus Harnoncourt. Meisterkurse bei

Kyrill Kondrashin, Franco Ferrara und Herbert von Karajan

erweiterten seine Ausbildung, ebenso wie die Assistenzen

bei Sir Colin Davis und Leonard Bernstein. Früh hätte sein

Lebensweg ausschließlich in die Zentren des professionellen

Musikbetriebs führen können, doch Wolfgang Seeliger

entschied sich, parallel dazu, mit seiner Erfahrung,

seinen künstlerischen Maßstäben und internationalen

Kontakten regelmäßig und schließlich dauerhaft nach

Darmstadt zu kommen.

Die Gründung des Konzertchors Darmstadt im Jahr 1977,

nachdem er von 1975-77 als 2. Kapellmeister und Chordirigent

mit Dirigierauftrag am Staatstheater tätig war,

begann als ambitioniertes Chorprojekt und entwickelte

sich zu einem Ensemble von überregionalem Rang. Mit

Aufführungen in Funk und Fernsehen, besonderen Konzerten,

Engagements und Konzertreisen, u.a. nach Nord-

Korea, Japan, Indonesien, Israel oder in die USA, wurde

der Chor zu einem kulturellen Botschafter Darmstadts

weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

Foto: © Dagmar Mendel

Foto: © Christoph Rau

Generationen von Sänger*innen fanden hier eine musikalische

Heimat. Viele von ihnen waren keine Berufsmusiker,

sondern hochengagierte und talentierte Laien.

Gerade darin lag Seeligers besondere Stärke: Er erkannte

Potenziale, förderte Begabungen und führte Menschen

zu Leistungen, die weit über das hinausgingen, was man

von einem Laienensemble erwartet hätte. Unter seiner

Leitung erklangen alle großen Werke der europäischen

Musikgeschichte (Bach, Verdi, Berlioz, Mendelssohn, Mo-

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

29

ler*innen von internationalem Rang fanden durch ihn

nach Darmstadt, während lokale Ensembles und Kulturschaffende

von diesen Begegnungen profitierten.

Selbstverständlicher Bestandteil seiner kulturellen Verantwortung

waren für ihn seine Rollen als Dozent und

Mentor. Zahlreiche junge Talente wie der Dirigent Marcus

Bosch oder der renommierte Tenor Julian Prégardien erhielten

durch ihn entscheidende Impulse für ihre spätere

Laufbahn. Als Dozent internationaler Chor- und Dirigentenkurse,

als Gastdirigent im In- und Ausland sowie durch

seine langjährige Mitarbeit in Verbänden wie dem VDKC

(Verband deutscher Konzertchöre e.V.) oder dem AMJ (Arbeitskreis

Musik in der Jugend e.V.) wirkte er als Botschafter

der Chormusik.

Fotos: © Helmut Schwarz

zart, Beethoven uvm.) und – seinem persönlichen Faible

folgend – zahlreiche zeitgenössische Kompositionen (u.a.

von Stockhausen, Zimmermann, Winbeck, Theodorakis,

Orff, Penderecki oder Kagel) auf einem Niveau, das sich

mit professionellen Maßstäben messen lassen konnte.

Über die Chorarbeit hinaus gründete Seeliger die Darmstädter

Hofkapelle und weitere Ensembles von besonderem

Profil. Mit wissenschaftlicher Neugier und künstlerischer

Leidenschaft erschloss er Werke Darmstädter

Hofkomponisten aus den Beständen der Hessischen

Landesbibliothek und brachte sie zurück auf die Bühne.

Die Wiederaufführung der Oper „Gudrun“ von Carl Amand

Mangold im Jahr 2024 sowie dessen Oper „Tanhäuser“ im

Jahre 2014 stehen exemplarisch für seinen Einsatz um das

musikalische Erbe der ehemaligen Residenzstadt.

Früh erkannte Wolfgang Seeliger zudem das Potenzial

außergewöhnlicher Spielstätten. Mit den Sommerspielen

am Jagdschloss Kranichstein gelang ihm ab 1993 die

Verbindung historischer Orte mit anspruchsvollem Musikleben.

Aus dieser Idee entstanden schließlich die

Darmstädter Residenzfestspiele. Seit ihrer Gründung im

Jahr 2001 brachte Seeliger die Welt nach Darmstadt und

machte Darmstadt zugleich für die Welt sichtbar. Künst-

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt würdigte dieses außergewöhnliche

Lebenswerk anlässlich seines 80. Geburtstags

mit der Silbernen Verdienstplakette. Oberbürgermeister

Hanno Benz bezeichnete Wolfgang Seeliger als

eine „prägende Persönlichkeit des Darmstädter Kulturlebens“,

dessen Arbeit das kulturelle Profil und Ansehen

der Stadt nachhaltig geprägt und weit über ihre Grenzen

hinaus sichtbar gemacht habe. Konzertchor Darmstadt

und Residenzfestspiele seien heute kulturelle Aushängeschilder

mit nationaler und internationaler Ausstrahlung.

Die Ehrung reiht sich ein in eine beeindruckende Folge

von Auszeichnungen: Jazz-Preis der Jeunesses Musicale

Österreich (1973), die Freundschaftsplakette der Stadt

Darmstadt (1986), die Bronzene Verdienstplakette der

Wissenschaftsstadt Darmstadt (1998), die Goethe-Plakette

des Landes Hessen (2006) und das Bundesverdienstkreuz

am Bande der Bundesrepublik Deutschland (2019).

Wolfgang Seeliger hat in Darmstadt professionelle Maßstäbe

mit bürgerschaftlichem Engagement verbunden,

musikalische Exzellenz mit kultureller Teilhabe und internationale

Strahlkraft mit lokaler Verwurzelung. Gemeinsam

mit vielen Weggefährten und Mitstreitern, ehrenamtlichen

Helfern und Unterstützern, Freunden und Förderer

und nicht zuletzt finanziellen Partnern, Stiftungen und

Sponsoren hat er die kulturelle Identität Darmstadts

nachhaltig geprägt.

Sein Lebenswerk steht beispielhaft für die Kraft von Kultur,

Gemeinschaft zu stiften und Horizonte zu erweitern.

Es ist das Werk eines Brückenbauers – zwischen Menschen,

Generationen, Institutionen und musikalischen

Welten.

02

2026


30 DARMSTADT & SÜDHESSEN

Große Sommerabende auf der Mathildenhöhe

Vier Höhepunkte der Darmstädter Residenzfestspiele 2026 im August

Bei den Darmstädter Residenzfestspielen vom 31. Juli bis

9. August 2026 wird die Open-Air-Bühne auf der Mathildenhöhe

erneut zum Schauplatz großer musikalischer Erlebnisse.

Unter dem Jubiläumsmotto „In eine bessere Welt

– 25 Jahre Darmstädter Residenzfestspiele“ stehen dort

vier ganz besondere Veranstaltungen auf dem Programm:

Den Auftakt macht am DO-Abend, 6. August, Deutschlands

bekanntester Swing-Entertainer Tom Gaebel mit seinem

Programm „Sinatra Summer Swing“. Mit Big-Band-Sound,

Charme und einer gehörigen Portion Sommerlaune präsentiert

er neben eigenen Titeln die großen Klassiker von

Frank Sinatra und seinen Zeitgenossen.

Das große chor-sinfonische Konzert „Klangwelten der Romantik“

am FR-Abend, 7. August, steht ganz im Zeichen

des 170. Todestages von Robert Schumann sowie des 200.

Todestages von Carl Maria von Weber und lässt die Musik

der beiden bedeutenden Komponisten der Romantik

lebendig werden. Die renommierte Darmstädter Pianistin

Carmen Piazzini interpretiert gemeinsam mit der Darmstädter

Hofkapelle unter dem Dirigat von Wolfgang Seeliger

Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll, eines

der beliebtesten Werke der romantischen Klavierliteratur.

Im zweiten Teil stehen Auszüge aus Carl Maria von Webers

Oper „Der Freischütz“ auf dem Programm, gesungen von

Solisten und dem Konzertchor Darmstadt.

„Sinatra Summer Swing“ mit Tom Gaebel

Mit der „Musical-Night: Songs for a Better World“ folgt

am SA-Abend, 8. August, ein Abend voller Emotionen und

großer Musical-Melodien. Die bekannten Musicalstars

Roberta Valentini, Karim Khawatmi (siehe Foto unten)

und Nico Müller präsentieren gemeinsam mit dem Konzertchor

Darmstadt und der Band der „musicalpeople“

aus Berlin Höhepunkte aus der Welt des Musicals.

Den traditionellen und glanzvollen Abschluss der Residenzfestspiele

bildet am SO-Abend, 9. August, wie jedes

Jahr die Italienische Opernnacht. Solisten, der Konzertchor

Darmstadt und die Darmstädter Hofkapelle unter

der Leitung von Wolfgang Seeliger präsentieren berühmte

Arien, Chöre und Ouvertüren vor der eindrucksvollen

Kulisse des UNESCO-Welterbes Mathildenhöhe.

Die Mathildenhöhe, als herausragendes Zeugnis des Jugendstils

und seit 2021 UNESCO-Welterbe, bietet für diese

Konzerte eine einzigartige Atmosphäre. Architektur,

Sommerabend und Musik verbinden sich hier zu einem

besonderen Festivalerlebnis, das weit über Darmstadt hinaus

Besucherinnen und Besucher anzieht.

Musical-Night „Songs for a Better World“ mit

Roberta Valentini und Karim Khawatmi

M-Magazin


DARMSTADT & SÜDHESSEN

31

Auch die weiteren Veranstaltungen der Residenzfestspiele

2026 laden zu besonderen Entdeckungen ein. Im Innenhof

des Kollegiengebäudes sorgen die französischen Jazz-

Veteranen Les Haricots Rouges (Eröffnungskonzert am

31.07.), die mitreißenden Golden Voices of Gospel (01.08.)

sowie die Berliner Pantomimen Bodecker & Neander

(02.08.) für unterhaltsame Festivalmomente. Im Rodensteiner

Hof des Hessischen Landesmuseums gestaltet das

Duo Amabile am Sonntagvormittag (02.08.) eine sommerliche

Matinee, während im historischen Marstall des Jagdschlosses

Kranichstein zwei Abende unter dem Titel „Barocke

Genuss-Musik“ stattfinden, an denen die beiden

Spitzenensembles der Alten Musik „Barock_Plus“ (04.08.)

und „Los Temperamentos“ (05.08.) auf historischen Instrumenten

musizieren werden.

Golden Voices of Gospel

Das Jubiläumsprogramm spiegelt die ganze Vielfalt der

Residenzfestspiele wider: von Jazz und Gospel über Pantomime

und Kammermusik bis hin zu Sinfonik, Musical und

Oper. So wird auch das Jubiläumsmotto „In eine bessere

Welt“ auf ganz unterschiedliche Weise erlebbar – durch

Lebensfreude, künstlerische Inspiration, gemeinschaftliches

Erleben und die verbindende Kraft großer Musik.

Weitere Informationen und Tickets für alle Veranstaltungen

findet man unter www.residenzfestspiele.de und bei

www.ztix.de (Print@Home-Funktion). Das Festspielbüro

ist von MO-FR zw. 9-18 Uhr unter 06151-20400 erreichbar.

Les Haricots Rouges

Kollegiengebäude, Innenhof, 20:30 Uhr

Fr, 31. Juli Les Haricots Rouges

New Orleans Jazz aus Frankreich

Sa, 1. Aug. Golden Voices of Gospel

So, 2. Aug. Bodecker & Neander mit „Opus 4“

Pantomime mit Musik der Extraklasse

Jagdschloss Kranichstein, Marstall, 19:30 Uhr

Di, 4. Aug. Barocke Genuss-Musik I

mit: Barock_Plus (Quartett)

Mi, 5. Aug. Barocke Genuss-Musik II

mit: Los Temperamentos

Mathildenhöhe (Open-Air), 20:30 Uhr

Do, 6. Aug. Tom Gaebel & Band

Sinatra Summer Swing

Fr, 7. Aug. Klangwelten der Romantik

Schumann • Weber • Carmen Piazzini

Sa, 8. Aug.

So, 9. Aug.

Darmstädter

Residenzfestspiele

31. Juli - 9. Aug. 2026

„In eine bessere Welt“

25 Jahre Darmstädter Residenzfestspiele

Musical-Night

Songs for a Better World

Italienische Opernnacht

Tickets & Infos 06151 20 400

www.residenzfestspiele.de


32

GESUNDHEIT

ennung

Dr. med. Martin Ruch

Bevor das Herz bricht

Dr. med. Martin Ruch über die Möglichkeiten

zur Früherkennung von Arterieller Verschlusserkrankung

s Patienten hineingeht, findet

doch die eine oder andere In 50 Vorhäufig

gibt es aber überhaupt tion von Durchblutungsstörungen; leider oft mit fatalen

Prozent der Fälle ist ein Herzinfarkt die Manifesta-

.

Folgen – die sogenannte Arterielle Verschlusserkrankung

(AVK) ist eine Volkserkrankung. Betroffen sein kann jeder:

dagegen tun, damit mich Genetische ein Veranlagung, in der Familie die entsprechende

sal nicht ereilt? Vorgeschichte, erhöhte Blutfettwerte, weitere Risikofaktoren

zu wie Bewegungsmangel, Rauchen, hoher Blutdruck,

ht): Schnellstens aufhören

, im Ernst: Durch Vorsorgemeeutzutage

Möglichkeiten, mer auch enden sehr viele Herzinfarkte tödlich, bevor der Pati-

Diabetes, Depression und Rheuma führen dazu. Noch im-

nten „Gesunden“ ohne

ent

Katheen

die Herzkranzgefäße

überhaupt eine Klinik erreicht, sehr viele Herzinfarkte

schädigen

sehr

das Herz so stark, dass der Patient danach seine

Aufgaben im Beruf nicht mehr wahrnehmen und auch

tellen und genau zu sehen, ob

kungen vorhanden sind. Viel

am vorherigen gesellschaftlichen Leben nicht mehr teillerdings

sind die sogenannten

nehmen kann. Dies kann vermieden werden.

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ße, welche die Vorstufe von

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and Royal London Hospital

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Teaching Hospital Trust Essex

nterventionelle Radiologie und

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9 gründete er mit den Kolle-

Oehm und Jennert das

n-Main-Zentrum für Diagnostik

eiterstadt

1959 in Freiburg/Breisgau geboren,

aufgewachsen in Schönau/Schw.

Studium Humanmedizin / Philosophie

Student / Internship Anästhesie

Mayo-Hospital, Rochester (USA)

Post Doc Max-Planck-Institut Immunbiologie

Freiburg (Prof. v. Kleist )

Innere Medizin und

Interventionelle Radiologie Hochrheinklinik

Bad Säckingen – Schwerpunktklinik für Herzund

Gefäßerkrankungen

Gefäßchirurgie Uniklinik Ulm

Radiologie Universitätsklinik

Basel und Straßburg

Medical Imaging Cambridge

Addenbrookes Hospital,

Prof. Adrian Dixon (England)

Rijkshospital Oslo,

Prof. Frode Laerum (Norwegen)

99/2001 Consultant The Bartholomeus and

Royal London Hospital

01/07 Barking Havering and

Redbridge Teaching Hospital

Trust Essex für Interventionelle Radiologie

und Tumour Imaging

2009 gründete er mit den

Kollegen Oehm und Jennert das Rhein-Main-

Zentrum für Diagnostik in Weiterstadt

Diagnos

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Dr.

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Radiologische Diagno

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Verkalkungen darstellen, eine sehr aggressive zur

Oberfläche besitzen und kleine Blutgerinnsel geh

„fangen“ können, diese sind dann verantwortlich

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sofort ohne Vorwarnung ein Herzkranzgefäß In

verstopfen. Der nachgeschaltete Muskel hat mi

danach überhaupt keine Chance mehr sich ges

seine Blutversorgung von irgendwo anders mi

kompensatorisch herzuholen und stirbt ab. sch

Welche Verfahren gibt es da?

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Dr. Ruch: Seit der Entwicklung schneller Computertomographen,

welche das Hochauflösende Herz in 1 bis Darstellu 5 erk

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Sekunden komplett abbilden, Erkennung ist man kleinster schnell Verka wic

genug, um die Pulsation des Rundherde Herzens auszugleichen.

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Über eine Vene wird Digitales Kontrastmittel Röntgen eig

verabreicht; die Herzkranzgefäße Strahlungsreduziert stellen sich im titu Ve

herkömmlichen Methoden

dar, dies kann dreidimensional in einer Computersimulation

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werden. So ler

erhalten wir dann Aufnahmen

Ganzkörper-DXA

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die es sogar ermöglichen

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den aktuellsten Richtlinie

präzise

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Herzkranzgefäße „hindurchzufliegen“. und Körperfett

Diese Methode hat auch den Vorteil, Die

dass man die Art der Einengung oder Erkrankung

Dr.

der Herzkranzgefäße besser beurteilen da

kann als mit Katheter-Verfahren; dort sieht au

man ja lediglich die Einengung für den Fluss Pa

des Kontrastmittels, nicht aber die Wandbeschaffenheit

un

der Arterie selbst. Nur mit dieser gem

Methode ist dies möglich – die Unterscheidung

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von Kalk und den viel gefährlicheren Mainz tieW

„Soft Plaques“.

30 km

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Das ist doch eine Methode mit Strahlen- rec

belastung?

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Dr. Ruch: Es war damals sicherlich eine hohe ein

Strahlenbelastung, die etwa bei der Strahlenbelastung

wa

lag, mit der Kardiologen ihre Heidelberg Ka-

63 de km

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theter-Untersuchungen durchführen. Dies ist es

mittlerweile durch die fortschrittliche Technik

ver

derart reduziert, dass wir inzwischen bei

an

Gesünder leben: Kann ein „Herz brechen“?

Dr. Ruch: Es kann! Durch die akute Verstopfung einer Herzkranzarterie

– sei es durch einen Thrombus oder das langsame

Zuwachsen der Blutversorgung des Herzmuskels –

kann dieser so stark geschädigt werden, dass er abstirbt

und seine Pumpleistung nicht mehr erbringt. Dann ist das

Herz nicht mehr in der Lage den Kreislauf aufrechtzuerhalten.

In akuten Situationen kann es durch massive Herzrhythmusstörungen

soweit kommen, dass der Herzmuskel

nicht mehr pumpt, sondert nur noch „fibrilliert“, dann erlischt

die Blutversorgung für den Körper und das Gehirn.

Das Herz steht still.

Kann dies so plötzlich geschehen oder gibt es vorwarnende

Ereignisse?

Dr. Ruch: Jeder kennt diese Ereignisse aus dem eigenen

Bekanntenkreis – selbst bei denjenigen, die intensiv Sport

treiben, kommen solche plötzlichen Schicksalsschläge aus

heiterem Himmel. Wenn man dann in die Geschichte des

Patienten hineingeht, findet sich bisweilen doch die eine

oder andere Vorwarnung. Sehr häufig gibt es aber überhaupt

keine Hinweise.

Was kann ich dagegen tun, damit mich ein solches Schicksal

nicht ereilt?

Dr. Ruch (lacht): Schnellstens aufhören zu rauchen! Nein,

im Ernst: Durch Vorsorgemedizin! Es gibt heutzutage Möglichkeiten,

auch beim sogenannten „Gesunden“ ohne Katheterinterventionen

die Herzkranzgefäße sehr präzise

darzustellen und genau zu sehen, ob bereits Verkalkungen

vorhanden sind. Viel gefährlicher allerdings sind die

sogenannten „Soft Plaques“: Dies sind Einengungen der

Herzkranzgefäße, welche die Vorstufe von Verkalkungen

darstellen, eine sehr aggressive Oberfläche besitzen und

kleine Blutgerinnsel „fangen“ können; diese sind dann

verantwortlich für einen akuten Herzinfarkt, weil sie sofort

ohne Vorwarnung ein Herzkranzgefäß verstopfen.

Der nachgeschaltete Muskel hat danach überhaupt keine

Chance mehr sich seine Blutversorgung von irgendwo anders

kompensatorisch herzuholen und stirbt ab.

Darmstädter Straße

Am Dornbusch

Rudolf-Diesel-Straße

Im Rodling

Am Blindgraben

Anz. Radiologen DS231x310_Lebenslust.indd 3

Welche Verfahren gibt es da?

Dr. Ruch: Seit der Entwicklung schneller Computertomographen,

welche das Herz in 1 bis 5 Sekunden komplett

abbilden, ist man schnell genug, um die Pulsation des

Herzens auszugleichen. Über eine Vene wird Kontrastmittel

verabreicht; die Herzkranzgefäße stellen sich dar, dies

Str

de

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118

M-Magazin


Diagnostik-Zentren Europas

kann dreidimensional in einer Computersimulation nachberechnet

werden. So erhalten wir dann Aufnahmen der

Herzkranzgefäße, die es sogar ermöglichen durch diese

Herzkranzgefäße „hindurchzufliegen“. Diese Methode hat

auch den Vorteil, dass man die Art der Einengung oder Erkrankung

der Herzkranzgefäße besser beurteilen kann als

mit Katheter-Verfahren; dort sieht man ja lediglich die Einengung

für den Fluss des Kontrastmittels, nicht aber die

Wandbeschaffenheit der Arterie selbst. Nur mit dieser Methode

ist dies möglich – die Unterschei- dung von Kalk und

den viel gefährlicheren „Soft Plaques“.

Digitale Mammografie

Hochauflösende Darstellung der Brust;

Das ist doch eine Methode mit Strahlenbelastung?

Erkennung kleinster Verkalkungen und

Dr. Ruch: Es war damals sicherlich Rundherdeine hohe Strahlenbelastung,

die etwa bei der Strahlenbelastung Digitales Röntgen lag, mit der

Strahlungsreduziert im Vergleich zu

Kardiologen ihre Katheter-Untersuchungen

herkömmlichen Methoden

durchführen.

Dies ist mittlerweile durch die Knochendichtemessung

fortschrittliche Technik derart

reduziert, dass wir inzwischen Ganzkörper-DXA bei Strahlenbelastungen

Körperscan gemäss

den aktuellsten Richtlinien, zusätzlich

von 1 bis 1,2 mSV „gelandet“ sind, präzise dies Bestimmung liegt weit von Muskulatur unter dem,

was in der normalen Katheter-Angiographie und Körperfett an Strahlen

appliziert wird. Somit ist diese Methode vertretbar (ein

Raucher, welcher 20 Zigaretten pro Tag raucht, „appliziert“

seiner Lunge etwa 118 mSV im Jahr).

Darmstädter Straße

Am Dornbusch

Rudolf-Diesel-Straße

Wie geht eine solche Untersuchung vor sich?

Dr. Ruch: Sie geht eigentlich so vor sich wie jede Computertomographie

der Lunge etc. Der Patient Mainzsollte Weiterstädter nüchtern

tädter Kreuz

30 km

sein, wir brauchen etwa 1 Stunde, weil der Patient vorher

SEGMÜLLER

etwas zur Ruhe kommen sollte. Der eigentliche Scan MEDIA geht

MARKT

A5

knapp 5 Sekunden, danach sind wir belreits in der Lage

mitzuteilen, ob eine relevanlte Erkrankung der Herzkranzgefäße

vorliegt. In unserer Gruppe diskutieren wir Aufnahmen

mit einem Kardiologen. In einem Mannheim Abschlussgespräch

53 km

Heidelberg 63 km

wird der endgültige Befund dann mit dem Patienten Industr besprochen

– es geht ja schließlich um eine relevante Diagnose.

Wir halten es je nach Ergebnis für wichtig, den

Patienten nicht einfach mit seiner Herzerkrankung dann

„sitzen zu lassen“, es ist wichtig, danach therapeutische

Anz. Radiologen DS231x310_Lebenslust.indd 3

Konzepte ggf. auch an einem eigens hierfür optimierten Insltitut

zur Weiterbehandlung zu erstellen. Sehr oft reicht es

allerdings, dem Patienten Tipps für eine bessere Lebensführung

zu geben.

Radiologische Diagnostik | Vorsorgemedizin | Früherkennung | Sportmedizin

Im Rodling

Am Blindgraben

METRO

Brunnenweg

LOOP 5

Gutenbergstraße

Frankfurt/M. 31 km

Frankfurter Kreuz 16 km

Flughafen 20 km

Wiesbaden 43 km

Riedbahnstraße

Zeppelinstraße

Industriestraße

Waldstraße

Industriegebiet

ebiet

Weiterstadt-Süd

tadt-Süd

Industriegebiet

ebiet

Weiterstadt-Nord

tadt-Nord

Darmstadt

3 km

MVZ RHEIN-MAIN-ZENTRUM FÜR DIAGNOSTIK

Fachärzte für für Diagnostische Radiologie Radiologie

Dr. med. Heike Jennert

Dr. med. Heike Jennert

Dr. med. Katja Failing

Dr. med. Stefan Oehm Dr. med. Stefan Oehm

Dr. med. Martin Ruch PhD MBA

Sondernummer Dr. med. für Privatsprechstunde,

Martin Ruch PhD MBA

Sondernummer Vorsorgemedizin, Früherkennung für Privatsprechstunde,

Sportmedizin:

Fon Vorsorgemedizin, 0 61 51. 78 04-100 Früherkennung und

Sportmedizin: Fon 0 61 51. 78 04-100

Rhein-Main-Zentrum für Diagnostik

DieRadiologen

MVZ Rhein-Main-Zentrum Gutenbergstraße 23 (neben für Loop Diagnostik 5) GmbH

64331 Weiterstadt Die Radiologen

Fon 0 61 51. 78 04-0

Fax Gutenbergstraße 0 61 51. 78 04-200 23 (neben Loop 5)

www.dieradiologen-da.de 64331 Weiterstadt

info@dieradiologen-da.de

Fon 0 61 51. 78 04-0

Fax 0 61 51. 78 04-200

www.dieradiologen-da.de

info@dieradiologen-da.de

Anz. Radiologen DS231x310_Lebenslust.indd 3 20.05.14 12:59

Die da wären?

Dr. Ruch: Rauchen, Ernährung, das Übliche… nein, das muss

auf den jeweiligen Klienten/Patienten angepasst werden,

und kann sich nicht in Allgemeinplätzen erschöpfen.

Manchmal benötigt der Patient ein individuell zusammengestelltes

und auf seine beruflichen Ansprüche zurechtgeschnittenes

Trainingsprogramm, bisweilen auch eine

ständige Motivation, etwas an seinen Lebensumständen zu

ändern. Oftmals macht es auch Sinn Medikamente zu verabreichen.

Dies geschieht an unserem Institut in enger Zusammenarbeit

mit kardiologischen Kollegen, Ernährungsberatern,

Personaltrainern und Sportwissenschaftlern…

Welche Methoden gibt es noch?

Dr. Ruch: Unter anderem den 3-Tesla-Kern- spintomographen

– die Kraft eines Magneten. wird in „Tesla“ gemessen

– ein 3-Tesla-Gerät hat etwa die 80.000fache Kraft des

Magnetfeldes der Erde, die 1,5 Tesla Kernspingeräte etwa

das 40.000fache.

02

2026


34 GESUNDHEIT

Sanft und sicher ins Leben

Unterstützung von Eltern und Neugeborenen

Das Klinikum Darmstadt legt großen Wert auf das erste

Bonding (Haut-zu-Haut-Kontakt) zwischen Eltern und

Neugeborenem. Dieses wird direkt nach der Entbindung

im Kreißsaal sowie – dank speziellem Sectio-Bonding –

auch nach einem Kaiserschnitt gefördert.

Erblickt im Kreißsaal im Klinikum Darmstadt ein schwerkrankes

oder zu früh geborenes Kind das Licht der Welt,

muss das Neugeborene zur Versorgung häufig rasch auf

die Intensivstation in die Neonatologie verlegt werden.

Das geht allerdings zulasten des ersten Körperkontakts

und der damit verbundenen Nähe zwischen Eltern und

Kind, dem sogenannten Bonding unmittelbar nach der

Geburt. Für Mutter und Kind sehr wichtig, gemeinsame

Zeit im Körperkontakt miteinander zu verbringen. Dieser

Prozess wird als Bonding bezeichnet. In einem so großen

Perinatalzentrum wie dem des Klinikum Darmstadts werden

auch sehr viele schwerkranke Kinder geboren, die

nicht in der Frauenklinik verbleiben können. Die Mütter

können aus dem Kreißsaal auch nicht sofort in die Neonatologie

verlegt werden, sodass mit einem neuen Konzept

der Überwachung es möglich werden soll, die Neugeborenen

so gut zu überwachen, dass sie für eine bestimmte

Zeit auch im Kreißsaal bei der Mutter bleiben können und

M-Magazin


GESUNDHEIT

35

Illustrationen: © bakul garis | Proongnee – stock.adobe.com

gleichzeitig aber die lückenlose Überwachung der Vitalparameter

möglich ist. Die vom System erhobenen Daten

stehen dem Fachpersonal auf der Neonatologie zur Verfügung,

bevor das Kind schließlich verlegt wird. Frey erklärt,

dass das erste Bonding zwischen Eltern und Kind

nicht nur emotional, sondern auch aus medizinischer

Sicht sehr bedeutsam ist.

Hierzu war es erforderlich, ein Monitor-System anzuschaffen,

mit dem die Herz-Kreislauf Überwachung der Neugeborenen

durch die Neonatologie im Kreißsaal jederzeit

gewährleistet ist, um „auch in kritischen Momenten ein

Maximum an Nähe“ ermöglichen zu können, wie Dr. Georg

Frey, Leiter der Neonatologie, erklärt. Die Anschaffungskosten

einer solchen Anlage mit drei Monitoren betragen

36.000 Euro. Die Anschaffung dieses Monitor-Systems

konnte durch verschiedene Förderer realisiert werden.

Die Summe der Spenden setzt sich aus einer Spende

der Volksbank-Stiftung Hoffnung für Kinder in Höhe von

6.000,00 Euro und einem anschließenden Crowdfunding-

Projekt der Volksbank Darmstadt Mainz zusammen. Dabei

hat die Volksbank einen Eigenanteil von 7.5000,00 Euro

beigesteuert. Der Kiwanis Club Darmstadt hat sich mit

stolzen 10.000,00 Euro an dem Crowdfunding-Projekt beteiligt,

so dass der Förderverein Darmstädter Kinderkliniken

Prinzessin Margret noch weitere rd. 12.500,00 Euro

beisteuern musste. Damit war die Gesamtsumme aufgebracht.

Die Volksbank Darmstadt Mainz, die Stiftung Hoffnung

für Kinder und der Kiwanis Club Darmstadt, engagieren

sich regelmäßig für die Kinderkliniken am Klinikum

Darmstadt. Gemeinsam konnte jetzt einen Scheck in Höhe

von 36.000 €uro an den Förderverein Darmstädter Kinderkliniken

Prinzessin Margret e.V. übergeben werden.

v.l.n.r.: Thilo Albrecht, Marianne Weiss, beide Kiwanis Club

Darmstadt, Dr. Georg Frey, Gabi Hoffmann, Vorsitzende

Förderverein Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margret

e.V., Eva Jacoby, Alexander Schütz beide Volksbank

Darmstadt Mainz e.V.

Thilo Albrecht, Marianne Weiss, Alexander Schütz alle

Kiwanis Club Darmstadt, Bilder. Niels Kreischer

02

2026


36

FROHE BOTSCHAFTEN

Frohe

Botschaften

Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

in Darmstadt erforscht den Ursprung von Materie und

Masse. Die Wissenschaftler am GSI haben kürzlich einen

exotischen Atomkernzustand nachgewiesen, der direkte

Rückschlüsse darauf zulässt, wie Materie ihre Masse erhält,

eine der fundamentalsten Fragen der Physik. Diese

Entdeckung hilft zu verstehen, warum die sichtbare Materie

– also alles, woraus wir und die Sterne bestehen –

überhaupt ein Gewicht hat. Das könnte unser Verständnis

des Universums revolutionieren. Über 99,9 Prozent der

Masse eines Atoms konzentriert sich im Atomkern. Die

GSI untersucht, wie die starke Wechselwirkung im Inneren

der Kerne fast die gesamte Masse der uns bekannten

Materie erzeugt. Mittels der Beschleunigeranlage »Fair«

werden Ionen auf hohe Geschwindigkeiten gebracht und

auf Proben geschossen. Die entstehenden Teilchen geben

Aufschluss über den inneren Aufbau der Materie. So

haben die Die Forschende einen bisher nur theoretisch

vermuteten „exotischen Atomkern“ nachgewiesen. Dieser

Fund liefert grundlegende Erkenntnisse zur Entstehung

von Masse. Die Untersuchungen simulieren Bedingungen

kurz nach dem Urknall, um die Entwicklung der Materie

zu entschlüsseln.

RESILIENZ FÜR DIGITALE STÄDTE

WIE MATERIE MASSE ERLANGT

Wie kann die Funktionsfähigkeit von Städten mit digital

vernetzten Infrastrukturen in Extremsituationen, Krisen

und Katastrophen sichergestellt werden? Das LOEWE-

Zentrum emergenCITY in Darmstadt erarbeitet Lösungen,

die unsere Städte und ihre digitalen Infrastrukturen auch

in Krisenfällen sicher machen. Digitale Technologien finden

sich in allen wichtigen Bereichen moderner Städte.

Energie, Ernährung, Wasser, Verkehr, Gesundheit, Finanzen

und Verwaltung werden zunehmend von Informations-

und Kommunikationstechnologie gesteuert und

durch diese vernetzt. So bieten sich große Chancen für

Foto: © emergenCITY/Gerd Keim

das Leben und Arbeiten in Städten. Es entstehen aber

auch neue Abhängigkeiten von Technologien. Die Vernetzung,

die im Normalzustand zur neuen Effizienz beiträgt,

kann im schlimmsten Fall einer Krise zum Ausfall gleich

mehrerer wichtiger Versorgungssysteme führen. Gleichzeitig

hat Informations- und Kommunikationstechnologie

besonders in Krisen einen hohen Nutzen und spielt für

die schnelle Reaktion und fortdauernde Krisenbewälti-

Foto: © G. Otto, GSI/FAIR

Ein Teil der am erfolgreichen Experiment

beteiligten Physiker*innen.

M-Magazin


FROHE BOTSCHAFTEN

37

gung eine entscheidende Rolle. Das Lösungskonzept ist

interdisziplinär und umfasst moderne Informations- und

Kommunikationstechnik, Cyber-Physische Systeme sowie

die historischen, rechtlichen, sozialen und baulichen Aspekte

der Krisen- und Katastrophenabwehr.

EINE TECHNOLOGIE, VIELE ANWENDUNGEN

Romol Chadda und Omar Ben Dali haben MimoSense gegründet

– eine Ausgründung aus der TU Darmstadt. Ihr

Produkt: eine ultradünne Sensorfolie, die Objekten einen

„Tastsinn“ verleiht. Sie erkennt Druck, Vibrationen und

feinste Bewegungen – gleichzeitig und in Echtzeit. Nur

0,3 mm dünn und flexibel wie Haut passen sich die Folien

jeder Umgebung an, spüren Druck und selbst feinste

Vibrationen zur gleichen Zeit. Noch nie war Technologie

der Funktionsweise menschlicher Haut näher, Der Nutzen

ist enorm: In der Pflege kann die Folie z. B. in Matratzen

integriert werden, um Vitalzeichen wie Atmung oder Herzschlag

zu messen – kontaktlos und rund um die Uhr. In

der Industrie warnt sie frühzeitig, wenn sich eine Schraube

löst oder eine Maschine ungewöhnlich vibriert – bevor

ein Schaden entsteht.

Foto: © TU Darmstadt

Foto: © LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH

E-LASTENROLLER FÜR TRANSPORT- UND

CITYLOGISTIK

Omar Ben Dali (re.), Romol Chadda (l.)

SurbX ist ein Elektro-Lastenroller für die letzte Meile. Es

schließt die Lücke zwischen Handwagen, Lastenrad und

Lieferfahrzeug und soll durch seinen emissionsfreien

Elektroantrieb einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz

leisten. In vielen Fällen kann ein Auto oder Transporter

durch ein kleineres, elektrisches Transportfahrzeug ersetzt

werden. Sowohl der Warentransport von Privathaushalten

als auch von Firmen und Logistikern kann damit

durchgeführt werden. SurbX ist in der neuen Fahrzeugkategorie

Elektrokleinstfahrzeuge eingestuft und darf überall

dort fahren, wo auch Fahrräder fahren dürfen. SurBX

kann bis zu 80 kg Nutzlast befördern. Durch ein einzigartiges

Befestigungssystem ist jede Last schnell und zuverlässig

gesichert. Der niedrige Schwerpunkt des Fahrzeugs

sorgt auch auf unebenem Untergrund stets für einen stabilen

Stand und einen sicheren Transport. Entwickelt wurde

SurBX von dem Erfinder Matthias Reck und dem Team

Reck Elektrofahrzeuge in Ober-Ramstadt

02

2026


38

KULTURFENSTER

LESENSWERT

SYSTEMVERSAGEN –

AUFSTIEG UND FALL

EINER GROSSARTIGEN

WIRTSCHAFTSNATION

von Gabor Steingart

Gabor Steingart beschreibt in „Systemversagen“ Deutschland

als eine Wirtschaftsnation, deren zentrale Systeme

– Sozialstaat, Bildung, Verwaltung und Politik – an Leistungsfähigkeit

verlieren. Er spricht von einem „multiplen

Systemversagen“, das die wirtschaftliche Dynamik hemmt

und Erfolg zunehmend erschwert.

Im Buch verbindet er diese Gegenwartsdiagnose mit einem

historischen Rückblick auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung

seit der Nachkriegszeit. Dabei analysiert er

politische Entscheidungen und ordnet Verantwortung

verschiedenen Kanzlerschaften von Adenauer bis in die

Gegenwart zu.

Das ist flott geschrieben, meinungsstark und mit jener

Selbstgewissheit versehen, die man bei Steingart kennt.

Man muss das nicht alles teilen – aber ignorieren kann

man es auch nicht.

Ein Buch für Leserinnen und Leser, die gerne verstehen

möchten, wie eng wirtschaftlicher Erfolg mit politischer

Handlungsfähigkeit, Innovationskraft und Zukunftsentscheidungen

verknüpft ist. Unbedingt lesenswert!

ISBN: 978-3-328-60422-8

Penguin Verlag, ca. 564 Seiten, Hardcover, 30,00 €

EINE HYMNE AN

DAS LEBEN:

DIE SCHAM MUSS DIE

SEITE WECHSELN

von Gisèle Pelicot

(Co-Autorin Judith Perrignon)

Das Buch erzählt die Geschichte einer Frau, die das

Schweigen über erlebte Gewalt nicht länger akzeptiert

und beginnt, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen. Im

Mittelpunkt steht der Schritt aus der Sprachlosigkeit hin

zum eigenen Wort – und damit auch in die Öffentlichkeit.

Die Autorin beschreibt diesen Weg als einen Prozess der

Selbstermächtigung, aber auch als Auseinandersetzung

mit gesellschaftlichen Strukturen, in denen Scham und

Schweigen lange die Oberhand haben. Persönliches Erleben

und gesellschaftliche Dimension greifen dabei ineinander.

Am Ende bleibt der Eindruck eines sehr bewussten, sehr

direkten Plädoyers für das Sprechen über das Unsagbare

– und für die Notwendigkeit, genau hinzusehen, wo lange

weggeschaut wurde.

ISBN: 978-3-492-07435-3

Piper Verlag, ca. 256 Seiten, 25,00 €

TRUST ME –

WARUM VERTRAUEN

DIE ZUKUNFT DER

ARBEIT IST

von Karin Lausch

Ein Buch mit einem Titel, der schon alles sagt – oder zumindest

behauptet, alles zu sagen: „Trust Me“. Und genau

darum geht es auch.

Karin Lausch nimmt sich eines der großen Modewörter

der Gegenwart vor und erklärt Vertrauen zum entscheidenden

Rohstoff moderner Arbeitswelten. Kontrolle, Prozesse,

Hierarchien – alles, so ihre Diagnose, verlieren an

Bedeutung gegenüber der Fähigkeit, Vertrauen zu schaffen

und zu erhalten.

Das Buch beschreibt eine Arbeitswelt im Dauerstress:

zwischen Leistungsdruck, Unsicherheit und wachsender

innerer Distanz. Begriffe wie psychologische Sicherheit

oder Imposter-Syndrom tauchen dabei nicht als akademische

Fußnoten auf, sondern als Symptome einer Kultur,

in der Vertrauen eher behauptet als gelebt wird.

Lausch bleibt dabei klar in ihrer Stoßrichtung: weniger

Kontrolle, mehr Beziehung; weniger Absicherung, mehr

Zutrauen. Das ist gut lesbar, manchmal überzeugend zugespitzt

– und immer mit dem Anspruch, Führung neu zu

denken. Am Ende bleibt ein Plädoyer, das sich selbst ernst

nimmt: Vertrauen nicht als Wohlfühlbegriff, sondern als

harte Währung der Arbeitswelt.

ISBN: 978-3648172353

Haufe-Lexware Verlag, 216 Seiten, 29,99 €

M-Magazin


KULTURFENSTER

39

Ideen für einen „Demokratischen Wald“

13. Internationaler Waldkunstpfad

Lua Rivera (MX/TW) Drop Cycle / Waldkunstpfad

Im Rahmen des Projekts World Design Capital geht der

13. Internationale Waldkunstpfad der Frage nach, was die

Gesellschaft vom System Wald lernen kann. Die diesjährige

Veranstaltung steht unter dem Motto »Demokratischer

Wald« und ist Teil des Programms zur „World Design

Capital 2026“ der Region Frankfurt RheinMain.

Bereits zum 13. Mal veranstaltet der Verein für Internationale

Waldkunst e.V. im Forst am Böllenfalltor die weltweit

in der Nature-Art-Szene aufmerksam verfolgte Biennale

Internationaler Waldkunstpfad. Vom 22. August bis 4.

Oktober 2026 werden auf dem gut zwei Kilometer langen

Pfad rund zwei Dutzend neue Kunstwerke zu sehen sein.

Besonderheit in diesem Jahr ist die Einbindung in den

Wettbewerb World Design Capital, das Frankfurt mit der

Rhein-Main-Region gewonnen hat.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Waldkunst-Kuratorin

Ute Ritschel Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt

eingeladen, Vorschläge einzureichen. Rund 50 Bewerbungen

gingen ein, davon wird etwa die Hälfte in Darmstadt

zu sehen sein. Ute Ritschel gefällt die tiefgründige Dimension

des Themas. Sie sieht den Wald als mögliches Modell

für gesellschaftliches Zusammenleben und ist gespannt

darauf herauszufinden, ob und was die Menschheit vom

System Wald lernen kann. Diesen Fragen geht auch die

11. Internationale Waldkunstkonferenz am Freitag, 21.

August, von in der Schader-Stiftung nach. Neue Akzente

in der Waldkunst setzt darüber hinaus der »3. Digitale

Wald«, der am Donnerstag, 20. August, um 18 Uhr eröffnet

wird – erstmals in der Galerie des Internationalen Waldkunstzentrums

(IWZ), Ludwigshöhstraße 137.

Traditionell umrahmt ein vielfältiges Rahmenprogramm

für Kinder, Familien, Kultur- und Naturfreunde den Internationalen

Waldkunstpfad. Kindern und Heranwachsenden

die Verbindung von Kunst und Natur nahezubringen

ist von Anfang an Ziel des Waldkunstvereins. Besonders

intensiv geschieht dies bei den Waldkunstcamps, die

erstmals in zwei Altersgruppen angeboten werden: vom

29. Juni bis 3. Juli und für Sechs- bis Zehnjährige und vom

6. bis 10. Juli. Beide Camps werden von 9 bis 14 Uhr von

Waldpädagoginnen betreut. In der zweiten Gruppe sind

noch Plätze frei.

Während der Laufzeit des Internationalen Waldkunstpfades

ist samstags und sonntags der Infostand von 14 bis 18

Uhr geöffnet. Im Zelt dort können sich Besucher an Kaffee

und Kuchen erfreuen, für fünf Euro den Lageplan erwerben

sowie Waldkunsthonig und Souvenirs mit nach Hause

nehmen. An beiden Tagen werden um 15 Uhr Führungen

angeboten. Der Eingang zum Waldkunstpfad, mit einem

Wegweiser markiert, befindet sich auf der Klappacher

Straße stadtauswärts hinter dem Polizeipräsidium. An der

ersten Kreuzung nach dem Waldparkplatz trifft man auf

den Infostand. Aktuell befinden sich etwa 45 Kunstwerke

der vergangenen Waldkunstpfade im Wald und zehn

Kunstwerke im Außenbereich der Grube Messel.

02

2026


40

KULTURFENSTER

„House of Banksy“ in Hanau

Wenn Street-Art zum urbanen Ausnahmezustand wird – Hanau verlängert den Moment

Fotos: © Dominik Gruss

Die Pop-Up-Ausstellung „House of Banksy – An Unauthorized

Exhibition“ im Stadthof bleibt wegen großer Nachfrage

nun bis zum 6. September geöffnet – und entwickelt

sich damit endgültig vom Ausstellungskonzept zum städtischen

Magnetfeld.

Mitten in der Innenstadt entsteht ein Raum, der weniger

nach klassischer Kunstschau und mehr nach urbanem Erlebnis

wirkt: roh, direkt, zugänglich – und gleichzeitig aufgeladen

mit weltweiter Symbolkraft.

Banksy selbst bleibt das, was ihn seit Jahren ausmacht:

ein Rätsel mit globaler Wirkung. Kein bestätigtes Gesicht,

keine eindeutige Identität, aber eine Bildsprache, die sich

tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Seine

Werke sind keine Dekorationen – sie sind Interventionen.

Kleine Störungen im Alltagssystem.

Genau diese Energie holt „House of Banksy“ nach Hanau.

Auf rund 2.000 Quadratmetern entfaltet sich eine der

umfangreichsten Präsentationen seines Werks in Europa.

Über 150 Motive – als Graffiti, Drucke, Installationen

und Skulpturen – werden in einem bewusst immersiven

Setting inszeniert. Nicht museal distanziert, sondern nah,

körperlich, begehbar.

Viele der Arbeiten existieren in ihrer ursprünglichen Form

längst nicht mehr im öffentlichen Raum. Sie wurden übermalt,

entfernt oder sind in private Sammlungen gewandert.

Hier werden sie neu zusammengesetzt – als rekonstruierte

Bildwelt eines Künstlers, dessen Arbeiten längst

Teil der globalen Popkultur geworden sind.

Und genau darin liegt der Reiz: Diese Ausstellung ist keine

reine Rückschau. Sie ist ein Spiegel.

Ein Spiegel auf Themen, die Banksy konsequent verhandelt

– Krieg, Konsum, Kontrolle, Flucht, soziale Ungleichheit.

Motive, die nicht altern, sondern sich mit jeder

Nachrichtensendung neu aufladen.

Kuratiert wird das Projekt von Virginia Jean, produziert

von Oliver Forster. Gemeinsam entsteht eine Ausstellung,

die bewusst zwischen Kunst, Inszenierung und gesellschaftlichem

Kommentar pendelt – und damit genau den

Nerv einer Zeit trifft, in der Aufmerksamkeit selbst zur

Währung geworden ist.

Hanau wird dadurch für einen Moment zu einem Knotenpunkt

dieser Erzählung: lokal verortet, aber global aufgeladen.

Tickets sind weiterhin erhältlich – mit festen Zeitfenstern

oder als flexible Varianten für spontane Besuche. Die

Ausstellung ist barrierefrei zugänglich und zweisprachig

aufgebaut.

Und vielleicht ist genau das der Punkt:

Banksy war nie nur Kunst an der Wand.

Sondern immer ein Kommentar im Raum.

INFO

Verlängert bis 6. September 2026

Stadthof Hanau · Am Markt 2 · 63450 Hanau

Öffnungszeiten:

Mi + So, sowie feiertags: 10:00 – 18:00 Uhr

Do – Sa: 10:00 – 20:00 Uhr

Tickets:

Erhältlich unter www.house-of-banksy.com sowie

an allen bekannten Vorverkaufsstellen und ab

Ausstellungsbeginn an der Tageskasse.

M-Magazin


Sommer!

KULTURFENSTER 41

01

2026


42

KULTURFENSTER

SEHENSWERT

FRAUEN IM WIDERSTAND GEGEN

DIE NS-DIKTATUR

Zukunft braucht Erinnerung: Der Förderverein Liberale

Synagoge Darmstadt zeigt bis zum 27. Juni die bundesweite

Wanderschau „Frauen im Widerstand gegen die NS-

Diktatur“. Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher

Widerstand Berlin zeigt in der Empfangshalle des

Justus-Liebig-Hauses Frauen, die der Nazi-Diktatur mutig

Paroli boten, bekannte Namen wie Marlene Dietrich, Sophie

Scholl und Freya von Moltke, aber auch die hessische

Gewerkschafterin und Reichtagsabgeordnete Tony

Sender und die beiden Darmstädter Widerstandskämpferinnen

Käthe Kern, die Mitglied in Wilhelm Leuschners

deutschlandweitem zivilen Widerstandsnetzwerk war,

und Elisabeth Schumacher, die als Freiheitskämpferin in

Arvid und Mildred Harnacks Berliner »Rote Kapelle«-Widerstandsgruppe

leistete. Arvid Harnack wurde in Darmstadt

geboren, seine Frau Mildred US-Amerikanerin. Sie

wurden beide von den Nazis ermordet.

Illustration Blatt 1 zu Richard Dehmels

»Das Zettel evoiche«, 1918, Holzschnitt auf

Japanpapier, koloriert

Foto: © L. Breidert, HLMD

EINE DRUCKKÜNSTLERIN LEBT

IHREN TRAUM

Foto: © Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Erstmals präsentiert das Hessische Landesmuseum

Darmstadt vom 18. Juni 2026 bis 27. September 2026 die

expressiven Papierarbeiten von Hedwig Kruse. Ihre Werke

kreisen um ihre Rolle als Künstlerin, als Angebetete, Geliebte,

Mutter oder verlassene Frau. Darin verbinden sich

antike Mythologie, Christentum, Judentum, Buddhismus

und Islam. Ihre ungemein dichten Bilder zeigen fantastische

Wesen, Figuren aus Mystik und Märchen. Sie leben

von der Linie und leuchtenden Farben. Die Tochter des

Frankfurter Malers Hermann Kruse studierte in München

an der Kunstgewerbeschule. 1917 begann sie mit eigenständigen

Arbeiten eine vielversprechende Karriere als

Druckkünstlerin.

M-Magazin


KULTURFENSTER 43

DIE LINIE ALS AUSDRUCKSMITTEL

Die Felsnadel und der Felsentor von Aval“ (1885).

Foto: © The Clark Art Institute

In einer Zeit wachsender Beschleunigung, digitaler Bilderfluten

und permanenter Meinungsäußerung setzt die

Jahresausstellung im Atelierhaus die Zeichnung und die

Grafik bewusst auf ein ursprüngliches, unmittelbares Medium:

die Linie. Zeichnung bedeutet Verlangsamung. Sie

ist Konzentration, Spur, Widerstand gegen das Flüchtige –

und zugleich ein hochaktuelles Ausdrucksmittel zwischen

Analogem und Digitalem. Gezeigt werden bei freiem Eintritt

in der Riedeselstraße 15 das ganz Jahr über Arbeiten

aus unterschiedlichen Jahrzehnten und in vielfältigen

Techniken: Graphit- und Tuschzeichnungen, Radierungen,

Siebdrucke, analoge und digitale Zeichnungen, hybride

Verfahren sowie eine Videoinstallation, die Zeichnung in

den medial erweiterten Raum überführt.

MONETS KÜSTE

Ein Küstenort wird zum Mythos – und fasziniert bis heute.

Die Felsen von Étretat, in der Normandie an der Atlantikküste

gelegen, zogen im 19. Jahrhundert zahlreiche

Künstler in ihren Bann. Auch Claude Monet war von der

einzigartigen Steilküste mit ihren drei Felsentoren derart

fasziniert, dass er ihr etliche Gemälde widmete. Das

Städel Museum präsentiert eine große Ausstellung bis 5.

Juli 2026 über die künstlerische Entdeckung des einstigen

Fischerdorfes Étretat und den Einfluss des Ortes auf die

Malerei der Moderne. Neben Monets Werken werden auch

Arbeiten anderer Künstler gezeigt, die den Ort prägten.

Foto: © Atelierhaus / Brigitte Satori

02

2026


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