CLICK KUNST SOMMER 26
Das Kunstmagazin von arttv.ch
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CK CLICK KUNST
Das E-Magazin für Kunst, Fotografie, Design und Architektur
SOMMER 26
EDITORIAL
HINWEIS:
Wenn nicht anders
vermerkt, findest du
die Bildlegenden auf
unserer Website.
«Kunstmuseen sind kühl, ruhig
und meistens besser klimatisiert
als die eigene Wohnung. Statt auf
dem Sofa zu zerfliessen, lässt sich
wunderbar vor einem Bild, einer
Installation oder einer Skulptur
schwitzen – beziehungsweise
eben nicht.»
Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch
Cover: Illustration von Lina Müller
Liebe CLICK-KUNST-Community
Die Schweiz schwitzt, Europa glüht, und selbst der Schatten wirkt
derzeit etwas überfordert. Natürlich ist es keine Lösung, sich einfach
ins nächste Kunstmuseum zu retten. Die Klimaerwärmung, die
solchen Hitzewellen zugrunde liegt, ist kein Bauchgefühl, sondern
durch Messreihen seit Jahrzehnten belegt: Rekordtemperaturen
häufen sich, Gletscher schmelzen in rasantem Tempo, und
Tropennächte werden immer häufiger. Dennoch wollen erstaunlich
viele Menschen darin noch immer nichts weiter als gewöhnliches
Sommerwetter sehen.
Aber bis die Welt gerettet ist, (hoffentlich) darf man zwischendurch
pragmatisch sein: Kunstmuseen sind kühl, ruhig und meistens
besser klimatisiert als die eigene Wohnung. Statt auf dem Sofa zu
zerfliessen, lässt sich wunderbar vor einem Bild, einer Installation
oder einer Skulptur schwitzen – beziehungsweise eben nicht.
Diverse Vorschläge für eine stilvolle Flucht vor der Hitze finden sich
in diesem CLICK KUNST. Begegnen Sie Heidi Bucher und Liesl Raff
in Winterthur, entdecken Sie die poetischen Bildwelten der
Illustratorin Lina Müller, besuchen Sie Katja Schenkers
Eröffnungsausstellung im neuen Museum Haus Konstruktiv, erleben
Sie UKW-Radios als Musikinstrumente in der Kunsthalle Arbon,
tauchen Sie im LUMEUM in eine 360°-Inszenierung rund um Bruder
Klaus ein oder erkunden Sie mit dem Kunstkollektiv ohm41 den
«KIPPPUNKT» in der Komturei Tobel. Und wer danach noch nicht
genug hat, findet weitere Inspirationen zwischen Stans und der
Kartause Ittingen.
Die Erderwärmung löst das selbstverständlich nicht. Einen heissen
Sommertag macht Kunst aber ganz bestimmt erträglicher.
Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch
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Shirana Shahbazi, Falling Sima 06, 2026, Courtesy of the artist
Raum wird Körper:
Liesl Raff trifft auf
Heidi Buchers
Frühwerk
Liesl Raff | Corridor (Variation 2), 2025, Courtesy die Künstlerin und Galerie Eva
Presenhuber, Foto: Stefan Altenburger Photography
Zum 100. Geburtstag
von Heidi Bucher (1926–
1993) bringt das Kunst
Museum Winterthur ihr
Werk mit Liesl Raff in
eine sinnliche
Gegenwart.
Heidi Buchers ikonische «Häutungen» sind
weltberühmt. Ihre abgezogenen
Latexschichten von Wänden, Böden und
Türen machten Räume lesbar, legten ihre
verborgenen Geschichten frei und
übersetzten Architektur in Erinnerung. Raff
setzt da an und kippt die Bewegung: Sie
überzieht Räume, macht sie weich,
durchlässig, beinahe schützend. Aus
Struktur wird Zustand, aus Distanz wird
Nähe. Von Bucher sind in der Ausstellung
jedoch bewusst keine Latexarbeiten zu
sehen, sondern frühere, kleinformatige
Arbeiten.
Zwischen Freilegen und Einhüllen
Die Ausstellung «Closer» denkt den Raum nicht als Hülle, sondern als
Gegenüber. Während Heidi Bucher mit ihren Häutungen Architektur Schicht
für Schicht abtrug und ihr eingeschriebenes Gedächtnis sichtbar machte,
antwortet Liesl Raff mit einer gegensätzlichen Geste: Sie baut auf, polstert,
verschiebt. Latex wird bei ihr nicht zur Spur, sondern zur Erfahrung: weich,
dehnbar, körpernah. Daraus entsteht in der Winterthurer Ausstellung ein
Spannungsfeld, das nicht aufgelöst wird. Härte trifft auf Nachgiebigkeit,
Fragment auf Kontinuum. Beide Positionen vertrauen darauf, dass Material
nicht nur Form trägt, sondern Bedeutung erzeugt – und dass sich Räume
nicht nur sehen, sondern lesen und fühlen lassen.
Heidi Bucher | Unbetitelt, 1940er Jahre, Nachlass Heidi Bucher, Foto: Studio Heidi Bucher
Liesl Raff | Crease, 2025, Kunst Museum Winterthur, Foto: Stefan Altenburger Photography
Ein Ausstellungsraum, der zurückfühlt
Die Ausstellung selbst wird zur Inszenierung dieser Idee. Raff transformiert den
«White Cube» in ein vielschichtiges Gefüge aus Stoff, Latex, Epoxid und Stahl
– ein Setting, das sich dem Körper nicht entzieht, sondern ihn einbezieht.
Böden reagieren, Oberflächen schimmern, Übergänge verschwimmen. Man
bewegt sich nicht mehr durch Räume, sondern durch Zustände. In diese
räumliche Choreografie sind Buchers frühe Arbeiten eingebettet: Zeichnungen,
Seidencollagen und
Frottagen, selten gezeigt
und im Kunstmuseum
Winterthur bewusst aus
dem Archiv gelöst. Sie
erscheinen nicht als
historische Referenz,
sondern als lebendige
Setzungen, die sich mit
Raffs Eingriffen
verbinden. «Closer» wird
so zu einem
Erfahrungsraum, in dem
Nähe hergestellt wird –
direkt, sinnlich und
unausweichlich.
Heidi Bucher, Atelieraufnahme ca. 1955 © Heidi Bucher, Atelieraufnahme ca. 1955
Heidi Bucher wurde 1926 in Winterthur geboren und zählt
zu den bedeutendsten Schweizer Künstlerinnen des 20.
Jahrhunderts. International bekannt wurde sie mit ihren
«Häutungen», bei denen sie architektonische Oberflächen
mit Latex abformte und als fragile, schimmernde
Membranen abzog. Ihr Werk verbindet Performance,
Skulptur und Installation und kreist um Themen wie Körper,
Raum, Erinnerung und Transformation. Bucher lebte und
arbeitete in der Schweiz, Spanien und den USA und verstarb
1993 in Brunnen.
Liesl Raff (1979 in Stuttgart) ist eine zeitgenössische
Bildhauerin und Installationskünstlerin mit
Lebensmittelpunkt in Wien. In ihren installativen Arbeiten
untersucht sie die physische und emotionale Wirkung von
Materialien, insbesondere Latex, das sie als formbare,
sinnliche Substanz einsetzt. Raff gestaltet begehbare
Räume, die zwischen Skulptur und Architektur oszillieren
und Erfahrungen von Intimität, Schutz und Körperlichkeit
erzeugen. Ihre Werke wurden international in Institutionen
und im öffentlichen Raum gezeigt.
VIDEO
Heidi Bucher – Liesl Raff |
Closer | Kunst Museum
Winterthur | Beim Stadthaus |
bis 8. November 2026
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Zwischen Traum
und Wirklichkeit:
Die Illustrationen
von Lina Müller
Ein Blick ins Atelier
der Künstlerin, wo aus
groben Skizzen und
feinen Beobachtungen
neue Bildwelten
entstehen.
Ihre Arbeiten erscheinen in Publikationen wie
dem «New Yorker», der «Zeit» oder im
Magazin «Reportagen». Angetrieben vom
Wunsch, die Realität zu erweitern, sucht Lina
Müller nach den Bildern hinter den Motiven.
So entstehen Illustrationen, die Texte in
poetische, vielschichtige Szenen übersetzen.
Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Luca
Schenardi bildet sie zudem das Kollektiv Sun
Pal, das den Swiss Design Awards 2026
gewann.
Illustration als Erweiterung der Wahrnehmung
In ihren Illustrationen gelingt es Lina Müller, Bilder zu schaffen, die mehr sind
als Dekoration: Sie regen zum Nachdenken an, erzählen Geschichten und
bleiben im Gedächtnis. Durch die Kombination von handwerklichem Können
und digitaler Feinarbeit zeigt sie, wie Illustration heute aussehen kann:
vielseitig, tiefgründig und zugleich zugänglich. Ihr Werk ist ein eindrückliches
Beispiel dafür, wie visuelle Kommunikation Wirkung entfalten kann und zwar
unabhängig vom Medium, ob gedruckt oder digital. Durch die Verbindung
von feinen, handgemalten Elementen mit moderner digitaler
Nachbearbeitung schafft sie klassisch-künstlerische und zugleich
zeitgemässe Werke. Gerade im Bereich Editorial Illustration leistet sie einen
wichtigen Beitrag: Sie
illustriert Artikel,
Reportagen und
Geschichten – häufig zu
komplexen oder
tiefgründigen – auf eine
Weise, die anspricht und
Raum für Interpretation
lässt. Ausserdem beweist
ihre Vielseitigkeit (von
Magazinen über Bücher bis
hin zu Plattencovern oder
Postkarten), dass Illustration
heute weit über
«Kinderbuchzeichnungen»
hinausgeht: Sie ist
Gestaltung, Vermittlung,
Kunst und Kommunikation
zugleich.
Zu ihren Auftraggebern zählt Lina Müller sowohl renommierte
Schweizer sowie internationale Medien und Organisationen:
darunter «The New Yorker», «The New York Times», «Die Zeit»,
«Bloomberg Businessweek», aber auch schweizerische
Institutionen wie Kulturmagazine, Verlage, NGOs oder
öffentliche Institutionen. Ihr Schaffen wurde mehrfach
ausgezeichnet und geehrt: Sie erhielt Atelier- und
Reisestipendien, war für den Swiss Design Award nominiert und
gewann mehrere Male den Preis 100 Beste Plakate Deutschland,
Österreich, Schweiz. Zuletzt wurde eine ihrer Publikationen als
«Most Beautiful Swiss Book 2024/2025» ausgezeichnet.
VIDEO
Portrait Lina Müller,
Illustratorin
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An Interplay with Li Tavor |
Kunstmuseum Luzern | 4. Juli
bis 18. Oktober 2026
Als arttv Mitglied erhältst du Details zur Einladung in
deinem persönlichen E-Mail.
Katja Schenker:
Von Karyatiden,
Kupferfedern und
Körperbildern
Katja Schenker | Caryatids Go for a Swim | Museum Haus Konstruktiv © arttv.ch
Mit ihrer Einzelausstellung
eröffnet Katja Schenker die
neuen Räumlichkeiten des
Museums Haus Konstruktiv
im Westteil des
Löwenbräukunst-Areals.
Die gebürtige St. Gallerin Katja Schenker konzipierte
ihre Ausstellung «Caryatids Go for a Swim» mithilfe
eines Modells der Ausstellungsarchitektur, das ihr eine
spielerische Annäherung an den neuen Raum
ermöglichte. Im Zentrum stehen grossformatige
Zeichnungen aus der Serie «Volcano Street», die aus
einer neuen Schaffensphase hervorgegangen sind.
Diese begann 2022 während eines Atelieraufenthalts
in London, wo die Künstlerin mit Ölkreide, Gouache
und Körperabdrücken auf Papier arbeitete. Zur
Eröffnung entwickelte sie zudem eine Live-
Performance, in der sie gemeinsam mit
Performerinnen den Raum erkundete und die
titelgebenden Karyatiden – antike weibliche
Säulenfiguren – in Bewegung versetzte.
Ortsspezifische Installation und Performance
Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Katja Schenker (*1968,
St. Gallen) mit performativen Arbeiten, Zeichnungen, Skulpturen und
Installationen im Innen- und Aussenraum. Charakteristisch für ihr
Schaffen ist die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen
architektonischen Kontext. Für ihre Ausstellung im Museum Haus
Konstruktiv nutzt sie die acht massiven Pfeiler des Ausstellungsraums als
Ausgangspunkt für die titelgebende Performance «Caryatids Go for a
Swim», die an der Vernissage uraufgeführt wird. In Anlehnung an die
Karyatiden der antiken Architektur verlassen fünf Frauen ihre Positionen
und werfen sich Schnurknäuel zu. Dabei entsteht nach und nach eine
dichte, netzartige Struktur, die durch zwei Metallobjekte mit
Kupferfedern geführt wird. Durch das Werfen, Spannen und Verformen
verändern sich die Materialien kontinuierlich. Die Performance entfaltet
ein dynamisches Wechselspiel von Bewegung und Gegenbewegung,
Stabilität und Auflösung und thematisiert Prozesse der Transformation
und des Zusammenwirkens.
Zeichnung als körperlicher Prozess
Die Auseinandersetzung mit Schwerkraft, Energie und Bewegung prägt
auch Schenkers zeichnerisches Werk. Ein Grossteil der ausgestellten
Arbeiten entstand eigens für die Präsentation im Museum Haus
Konstruktiv. In den Serien «Volcano Street», «Jubilee Street» und «Red
Is Not the Only Colour» wird der Körper selbst zum Werkzeug. Linien,
Verdichtungen und Spuren machen den Entstehungsprozess sichtbar
und verweisen auf die unmittelbare physische Präsenz der Künstlerin.
Mit Ölsticks und Ölpastellkreide in verschiedenen Rottönen schafft
Schenker Arbeiten von grosser Intensität, in denen Körperlichkeit,
Energie und Emotion miteinander verschmelzen.
Körper, Raum und
Transformation
Verbindungen
zwischen den
Zeichnungen und den
Metallobjekten der
Performance ergeben
sich unter anderem
durch das Material
Kupfer, das aufgrund
seiner
Wärmeleitfähigkeit
mit Energie und
Lebendigkeit
assoziiert wird.
Ergänzend zur
Katja Schenker, Ausstellungsansicht | exhibition view, Museum Haus Konstruktiv, 2026.
Foto | Photo: Stefan Altenburger. © Katja Schenker
Ausstellung sind in der Glasbox zwischen West- und Ostteil des
Gebäudes fünf Videoarbeiten aus den Jahren 2011 bis 2026 zu sehen.
Sie geben Einblick in Schenkers langjährige Beschäftigung mit Körper,
Raum und Wahrnehmung. Im Zentrum steht dabei die Durchlässigkeit
von Grenzen – zwischen Körper und Raum, Material und Bewegung,
Stabilität und Veränderung. Ihre Werke erscheinen als offene Prozesse,
in denen sich Präsenz und Vergänglichkeit gleichermassen einschreiben.
Katja Schenker | Caryatids Go for a Swim | Museum Haus Konstruktiv © arttv.ch
VIDEO
Katja Schenker | Caryatids Go
for a Swim | Museum Haus
Konstruktiv | bis 6. September
2026
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100 JAHRE
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Kunsthalle Arbon
lädt ein in die Welt
des UKW-Radios
Von rauschenden
Tonträgern sowie von
bewussten und
unbewussten
Störmomenten
In der Kunsthalle Arbon zeigt das
Künstler:innen-Kollektiv BLABLABOR eine
Installation, die sich mit dem Radio als
akustischem und ästhetischem Medium
auseinandersetzt. Ausgehend von der
Debatte um die Umstellung von UKW auf
DAB+ sowie der angekündigten
Wiederbelebung des UKW-Radios entwickeln
Reto Friedmann und Annette Schmucki eine
Installation aus rund 100 Radioapparaten und
zwei UKW-Sendern. Darin untersuchen sie
das Medium aus künstlerischer Perspektive
und setzen die Radios zugleich als
Musikinstrumente ein.
BLABLABOR, bestehend aus Reto Friedmann (*1965,
Thurgau; lebt und arbeitet in Neunkirch/Schaffhausen) und
Annette Schmucki (*1968, Zürich; lebt und arbeitet in
Cormoret, Berner Jura), untersucht Sprache als Trägerin von
Begriffen und Klängen sowie als Medium der Geschichtsund
Kulturvermittlung. In ihrer gemeinsamen Arbeit
reflektieren die beiden Kunstschaffenden die Medien, mit
denen sie arbeiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei
auf dem Senden und Empfangen von UKW-Signalen.
VIDEO
Guerilla Radio | BLABLABOR |
Kunsthalle Arbon | bis 12. Juli
2026
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Bruder Klaus neu
erleben: Die 360°-
Inszenierung
LUMEUM
Auf den Spuren
des bekannten
Mystikers und
seiner Frau
Dorothee Wyss
325 Quadratmeter Projektionsfläche, 24
hochauflösende Laserbeamer und speziell
entwickelte Sound- und Lichttechnik
verwandeln ein ehemaliges Schwimmbad im
Kloster Bethanien St. Niklausen in der
Obwaldner Gemeinde Kerns in einen
begehbaren Erzählraum. Im Zentrum der
Lichtprojektion stehen das Leben und Wirken
von Niklaus von Flüe, besser bekannt als
Bruder Klaus und seiner Frau – inszeniert mit
impressionistischen Ölgemälden, projiziert in
monumentalem 360°-Format und untermalt
mit einem stimmungsvollen Soundtrack.
Neue Freizeitattraktion in der Zentralschweiz
Gezeigt werden wichtige Stationen aus dem Leben und
Wirken des Ehepaares Niklaus von Flüe und Dorothee
Wyss, eingebettet in die historische und landschaftliche
Atmosphäre. Es geht um Verantwortung, Familie,
gesellschaftliche Umbrüche, Frieden – und um die Relevanz
dieser Themen bis heute. Originalgemälde des
französischen Künstlers Olivier Desvaux wurden digital
animiert und mit akustischen und visuellen Effekten zu einer
dynamischen Erzählung verbunden. Die Besucher:innen
bewegen sich mitten in einer audiovisuellen Inszenierung,
die Geschichte erlebbar macht. Das Zusammenspiel aus
Licht, Musik und digitaler Animation erschafft eine
eindrückliche audiovisuelle Welt. Die Symbiose aus
Geschichte, Kunst und Technik sowie eindringlichen Bildern
und kraftvoller Musikkompositionen macht das immersive
Erlebnis LUMEUM zu einem Ausflugsziel für die ganze
Familie.
VIDEO
Niklaus & Dorothee Alive – eine
immersive Reise | LUMEUM -
Verein Bethanien, Kloster
Bethanien, Kerns (OW) | jeweils
Mittwoch bis Sonntag,
13.00–17.00 Uhr
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Willkommen am
«KIPPPUNKT» –
ohm41 in der
Komturei Tobel
Auf Einladung des
ostschweizer
Kunstkollektivs bespielen
27 Künstler:innen Gebäude
und Gelände des
historischen Ortes.
Unter dem Titel und Thema «KIPPPUNKT»
versammeln sich Arbeiten, die eine
besondere Aura des Ortes aufnehmen. Die
Komturei Tobel – ein ehemaliges
Verwaltungsgebäude des
Johanniterordens, später Gefängnis und
heute Gastwirtschaft mit Brauerei – wird
dabei selbst zum Resonanzraum für
Geschichte und Gegenwart. Die
vielfältigen künstlerischen Positionen
setzen sich spielerisch und forschend mit
Wandel, Transformation und
Wahrnehmung auseinander. arttv.ch hat
sich auf Entdeckungsreise begeben.
Wandel, Transformation und Wahrnehmung
ohm41 ist seit rund 30 Jahren in der Region tätig und prägt mit jährlichen
Ausstellungen die Ostschweizer Kunstszene. Zur aktuellen Ausstellung haben
alle Mitglieder weitere Kunstschaffende eingeladen, sodass insgesamt 27
künstlerische Positionen vertreten sind. Die Arbeiten verteilen sich über die
historischen Innenräume sowie das weitläufige Aussengelände der Komturei
Tobel und treten in direkte Beziehung zur besonderen Atmosphäre des Ortes.
Die künstlerischen Beiträge umfassen Objekte, Installationen und
performative Arbeiten. Dabei entsteht ein vielstimmiges Gefüge, das den
Begriff des «KIPPPUNKTS» nicht nur thematisch verhandelt, sondern auch
räumlich und sinnlich erfahrbar macht. Die Ausstellung lädt dazu ein,
Übergänge, Brüche und Veränderungen im Zusammenspiel von Architektur,
Geschichte und Gegenwart neu wahrzunehmen.
Die Kunstschaffenden
Gina Besio, Andrea Giuseppe Corciulo,
Markus Eugster, Urs Fritz, Thomas Fri
Freydl, Sylvia Geel, Andy Guhl, Walter
Gysel, Benjamin Heutschi, Leo
Holenstein, Joerg Hubmann, Jan Kaeser,
Nathalie Koller, Stefan Kreier, Timm
Kregel, Errico Mirto, Renato Müller,
Rahel Müller, Marcel Robert-Tissot,
Malee Roth, Jonas Rüedi, Roland Rüegg,
Sonja Rüegg, Ter Ansgar, Ingrid
Tekenbroek, Madame Tricot und Claudia
Züllig.
VIDEO
Kunstkollektiv ohm41 |
KIPPPUNKT | bis 5. Juli 2026 |
Komturei Tobel, TG
Nordamerika
Native
Museum
Seefeldstr. 317
8008 Zürich
nonam.ch
verlängert
bis
21.10.26
AN DER
Unterwegs in Nordgrönland
EISKANTE
Markus Bühler (Fotografie)
und Nils Bühler (Film)
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Im Spannungsverhältnis
zwischen Kunst und
Glauben
Eine Ausstellung im
Kunstmuseum
Thurgau widmet sich
dem Zusammenspiel
von Religion und
künstlerischem
Schaffen.
Von der Höhlenmalerei über das
Kirchenfresko bis hin zum NFT – Kunst und
Glauben sind schon immer verbunden.
Heute wird gerne behauptet, Kunst habe die
Religion ersetzt. Die Ausstellung «An die
Kunst glauben» zeigt Gegenwartskunst, die
sich mit diesem Spannungsfeld
auseinandersetzt. Während die christliche
Kunst die Menschen durch Bilder in ihrem
Glauben stärken sollte, hat sich die Rolle der
Kunst im 20. Jahrhundert gewandelt: Sie
steht weniger für Glauben, als für Zweifeln,
Hinterfragen und Differenzieren.
An die Kunst glauben
Kunst selbst darf die Tore der Imagination weit öffnen, denn sie ist per
Definition ein Raum der Freiheit. So zeigt die Ausstellung «An die Kunst
glauben» auch, dass der Kunst eine spezifische Kraft und Bedeutung
innewohnt, die keine andere Disziplin erfüllen kann. Und wenn man sich
gelegentlich fragen mag, welche Relevanz sie angesichts der Weltlage
noch hat, so liegt nicht zuletzt im Glauben an die Inspirationskraft eine
Antwort. Kunst öffnet neue Räume und entwirft Gegenwelten. Wir
könnten auch anders – bunter, vielfältiger, weiser – mehr fragend als
behauptend, weniger den Zweck als den Sinn suchend.
Von Deepfake
bis Webkunst
Die Ausstellung
verbindet die
Räume im
Oberen Keller
mit einer
teilweise noch
historischen
Mönchszelle im
Ostkreuzgang.
In den
verschiedenen
Räumen wird das Thema in unterschiedlichsten Medien beleuchtet:
Skulpturen aus Wachs, Stein oder Seife, Gemälde, Leuchtkasten, Textil
und Videoinstallationen. Gezeigt werden Leihgaben wie die humorvolle
Arbeit «Anatomy of Non-Fact» der international bekannten polnischen
Künstlerin Martyna Marciniak. Sie untersucht das Deep Fake des Papstes
in einem stylischen Rappermantel. Daneben finden sich auch
Sammlungsbestände wie eine liebevoll bemalte Kirche aus Zement von
Ulrich Bleiker oder die «Regenbogensteine» des Künstlerduos
huber.huber. Stéphanie Baechlers Jacquard-Textil verwebt
unterschiedlichste Materialien und Bildelemente zu einem
postmodernen Teppich, der Handarbeit und Hoffnung thematisiert.
Marina Abramović, Cleaning the Mirror Nr. 1 (hands, feet, pelvis, head, neck), 1995, Videoinstallation, 5-teilig © 2026, ProLitteris,
Zürich
Marina Abramović in der
Ausstellung
Vertreten sind in der
Ausstellung auch
erstaunliche Neuzugänge in
der Sammlung wie jene der
unbekannten Hedi Huser,
die jahrelang Madonnen
zeichnete – sie lebte in
einem Heim und steht für
den Sammlungsschwerpunkt
der sogenannten Naiven
oder «Outsiderkunst».
Hingegen verarbeitete die
St. Galler Künstlerin Marlies
Pekarek das Röntgenbild
einer jahrhundertealten
Madonnenstatue zu einem
Leuchtkasten. Ein Highlight
der Sammlung, die Videoskulptur «Cleaning the Mirror Nr. 1» (1995) von
Marina Abramović wurde anlässlich dieser Ausstellung wieder
instandgesetzt. Eigens für die Ausstellung neu produziert das bekannte
bündnerische Künstlerduo Gerber/Bardill die raumgreifende
Mehrkanalvideoprojektion «Ofengeschichten», 2016/2026. Sie
verlebendigt historische Ofenmalereien, wie sie auch in der Kartause
Ittingen an vielen Orten zu finden sind, auf höchst innovative Weise. So
verbinden sich in dieser Ausstellung Arbeiten zum Thema Spiritualität
und Glauben mit der Frage nach dem Glauben an die menschliche
Kreativität und Innovationskraft.
Veronika Spierenburg, Still aus Aus-Höhlen, 2015,
Video, gefilmt in Georgien, 21 Min. © Veronika
Spierenburg
VIDEO
An die Kunst glauben |
Kunstmuseum Thurgau | bis 6.
September 2026
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Nicht hier für
den Gossip.
Hier für
die Kunst.
Orte im Blick:
Figurative Malerei in
Stans
Der Salon der
Gegenwart und fünf
Gastkünstlerinnen aus
der Region zeigen
unterschiedliche
Annäherungen an das
Thema «Orte».
Die beteiligten Künstler:innen des Zürcher
Netzwerks «Salon der Gegenwart» sowie
Gäste aus der Zentralschweiz setzen sich auf
vielfältige Weise mit dem Thema Ort
auseinander – von realen Landschaften über
urbane Räume bis hin zu imaginären
Schauplätzen. Die Ausstellung in Stans ist
Teil eines gemeinsamen Projekts im
Talmuseum Engelberg, in der akku
Kunstplattform Emmen und dem Hans Erni
Museum Luzern.
Vera Mattmann (*1995, Luzern), Kindlein, 2026, Öl auf Leinwand (Ausschnitt)
Zwischen Wirklichkeit und Imagination
Die Galerie Stans widmet sich in ihrer Sommerausstellung dem facettenreichen
Thema «Orte». Fünfzehn Künstler:innen setzen sich auf unterschiedliche Weise
mit diesem Thema auseinander. Zu sehen sind Landschaften aus der Schweiz
ebenso wie Sujets aus Irland oder Vietnam. Daneben sind auch imaginäre
Landschaften und Menschenbilder vertreten.
Malerei über Generationen hinweg
Die Ausstellung vereint verschiedene Generationen und künstlerische
Handschriften. Vertreten sind Urs Aeschbach, Stefan Auf der Maur, Irene Bisang,
Miranda Fierz, Corinne Güdemann, Anna Krammig, Rosina Kuhn, Sepideh
NourManesh, Vera Mattmann, Andrea Muheim, Ercan Richter, Giampaolo
Russo, Lukas Salzmann, Karoline Schreiber und Rebekka Steiger. Kleine, vor Ort
gemalte Leinwände treten dabei in Dialog mit grossformatigen Atelierarbeiten.
Salon der Gegenwart
Der «Salon der Gegenwart» ist eine lose Gruppe figurativ arbeitender
Schweizer Künstler:innen, die vor zwölf Jahren von Giampaolo Russo in Zürich
gegründet wurde. Für das Ausstellungsprojekt in der Zentralschweiz treten zehn
Künstler:innen aus dem Umfeld des Salons gemeinsam mit fünf
Gastkünstlerinnen aus der Region auf. Das Projekt veranschaulicht die Aktualität
und Vielseitigkeit der gegenständlichen Malerei.
Vorderseite: Karoline Schreiber (*1969, Zürich), Aufstellung, 2024, Öl auf Leinwand | Oben: Rebekka Steiger
(*1993, Zürich, Luzern, Peking), 3 Arbeitsbücher, Mischtechnik, div. Jahre, exkl. Einblick in ihr visuelles
Tagebuch aus China und der Schweiz, Archiv der KünstlerinVera Mattmann (*1995, Luzern), Kindlein, 2026, Öl
auf Leinwand (Ausschnitt)
VIDEO
Salon der Gegenwart: «Orte» |
Galerie Stans | bis 27.
September 2026
Wie die
1970er-
Jahre die
Kunst neu
erfanden
links: Aldo Walker
(1938-2000), Rolf
Winnewisser (*1949),
Ohne Titel, 1975 | ©
Jörg Müller
Das Aargauer Kunsthaus
zeigt mit «Miteinander
nebeneinander», wie
Experiment, Gemeinschaft
und radikale neue
Ausdrucksformen bis heute
nachwirken.
Die 1970er-Jahre waren geprägt von
gesellschaftlichen Umbrüchen, politischen
Debatten und einem tiefgreifenden Wandel
des Kunstverständnisses. Neue
Lebensentwürfe, alternative Ausbildungswege
und unabhängige Kunsträume eröffneten
Möglichkeiten, die bisher kaum denkbar
gewesen waren. Diesen Geist des Aufbruchs
macht die aktuelle Ausstellung «Miteinander
nebeneinander» im Aargauer Kunsthaus
erlebbar.
Von Pop Art bis Fluxus
Ausgangspunkt bildet die Aarauer Kunstszene jener Jahre. Besonders die
Ateliergemeinschaft Ziegelrain steht exemplarisch für eine Zeit, in der
unterschiedlichste künstlerische Positionen Tür an Tür entstanden und sich
gegenseitig beeinflussten. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig die
Kunstproduktion damals war und wie selbstverständlich unterschiedliche
Ausdrucksformen nebeneinander existierten. Der Blick reicht jedoch weit über
Aarau hinaus. Werke regionaler Kunstschaffender treten in Dialog mit
internationalen Strömungen wie Fluxus, Nouveau Réalisme oder der Pop Art.
Künstler:innen experimentierten mit Konzepten, Aktionen und neuen Medien und
stellten traditionelle
Vorstellungen von Kunst und
Autorenschaft
infrage. Gleichzeitig
begegnen sich sehr
unterschiedliche Haltungen:
Die introspektive
«Innerschweizer Innerlichkeit»
steht konzeptuellen Positionen
von Olivier Mosset oder Jean
Pfaff gegenüber. Künstlerinnen
wie Heidi Bucher oder Rosina
Kuhn entwickelten
eigenständige Bildsprachen,
während Persönlichkeiten wie
Emma Kunz die Grenzen
zwischen Kunst, Spiritualität
und gesellschaftlicher
Wahrnehmung erweiterten.
Olivier Mosset (*1944), Ohne Titel, 1980-1981 Acryl auf Leinwand, 280 x 140 cm Aargauer
Kunsthaus / Ankauf, 1986 © Olivier Mosset Foto: Jörg Müller
Markus Müller (*1943),
Bolide, 1968 Öl auf
Leinwand, 160 x 180 cm
Aargauer Kunsthaus /
Schenkung aus Nachlass
Robert Beeli, 2007 ©
Markus Müller Foto: Brigitt
Lattmann
Von Pop Art bis
Fluxus
Ausgangspunkt
bildet die Aarauer
Kunstszene jener
Jahre. Besonders
die
Ateliergemeinschaft
Ziegelrain steht exemplarisch für eine Zeit, in der unterschiedlichste
künstlerische Positionen Tür an Tür entstanden und sich gegenseitig
beeinflussten. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig die
Kunstproduktion damals war und wie selbstverständlich
unterschiedliche Ausdrucksformen nebeneinander existierten. Der
Blick reicht jedoch weit über Aarau hinaus. Werke regionaler
Kunstschaffender treten in Dialog mit internationalen Strömungen
wie Fluxus, Nouveau Réalisme oder der Pop Art. Künstler:innen
experimentierten mit Konzepten, Aktionen und neuen Medien und
stellten traditionelle Vorstellungen von Kunst und Autorenschaft
infrage. Gleichzeitig begegnen sich sehr unterschiedliche
Haltungen: Die introspektive «Innerschweizer Innerlichkeit» steht
konzeptuellen Positionen von Olivier Mosset oder Jean Pfaff
gegenüber. Künstlerinnen wie Heidi Bucher oder Rosina Kuhn
entwickelten eigenständige Bildsprachen, während Persönlichkeiten
wie Emma Kunz die Grenzen zwischen Kunst, Spiritualität und
gesellschaftlicher Wahrnehmung erweiterten.
Fragen, die bis heute aktuell sind
Die Ausstellung versteht sich bewusst nicht als vollständiger Überblick
über die Kunst der 1970er-Jahre. Vielmehr zeichnet sie ein
facettenreiches Bild einer Epoche, in der Offenheit,
Experimentierfreude und gemeinschaftliches Arbeiten neue Formen
annahmen. Gerade darin liegt ihre Aktualität. Fragen nach kollektiven
Arbeitsformen, Vielfalt, Teilhabe und gesellschaftlichem Wandel
beschäftigen die Kunstwelt bis heute. «Miteinander nebeneinander»
zeigt, dass viele dieser Debatten bereits vor fünfzig Jahren geführt
wurden – und wie überraschend gegenwärtig die damaligen Antworten
heute wirken. Neben
rund 30 künstlerischen
Positionen aus Malerei,
Zeichnung, Fotografie
und Skulptur bietet ein
Dokumentationsraum
mit Archivmaterialien
und Video-Interviews
vertiefende Einblicke in
die Kunstszene der
1970er-Jahre. So
entsteht ein lebendiges
Panorama einer Zeit,
deren kreative Energie
bis in die Gegenwart
ausstrahlt.
WENIGER
Klaudia Schifferle (*1955), Ohne Titel,
1974 Fotografie, Bleistift auf Papier, 42
x 29.7 cm Mit Genehmigung der
Künstlerin © ProLitteris, Zürich Foto:
Klaudia Schifferle
Emma Kunz (1892-1963), No. 14 / 010,
undatiert Bleistift und Farbstift auf
blauem Millimeterpapier, 104.3 x 104.3
cm Aargauer Kunsthaus / Ankauf,
1974 © Emma Kunz Stiftung Foto:
Jörg Müller
Miteinander
nebeneinander – Die
1970er und Aarau |
Aargauer Kunsthaus | 11.
Juni bis 6. September 2026
| Kuratorin: Anouchka
Panchard | Mit Werken von:
Heidi Bucher, Rosina Kuhn,
Emma Kunz, Olivier Mosset,
Daniel Spoerri, Jean
Tinguely, Klaudia
Schifferle, Hannah Villiger,
Balthasar Burkhard und
weiteren bedeutenden
Positionen der 1970er-
Jahre.
Künstlerische Echos
zwischen Uri und Glarus
Das Haus für Kunst Uri und
das Kunsthaus Glarus
erkunden gemeinsam, wie
Landschaften Erinnerungen,
Geschichten und politische
Spuren bewahren.
Unter dem Bild des «Seufzens der Berge»
versammelt die von Annette Amberg und
Gioia Dal Molin kuratierte Ausstellung 18
Künstler:innen aus der Schweiz und dem
Ausland. Ausgangspunkt ist das Echo – jener
Widerhall, der in den Bergen entsteht und
seit jeher die Fantasie der Menschen
beschäftigt. Die Ausstellung versteht das
Echo als Metapher für kulturelle,
gesellschaftliche und politische
Nachwirkungen, die bis heute in
Landschaften sichtbar und hörbar bleiben.
Teil des Projektes ist auch ein Festival am 4.
Juli 2026 auf dem Klausenpass.
Landschaften als Speicher von Erinnerungen
Die Ausstellung vereint 18 Künstler:innen aus der Schweiz und dem
Ausland, die mit Malerei, Film, Fotografie, Skulptur, Sound und Performance
arbeiten. Ihre Werke führen von den Urner und Glarner Alpen über die
Ukraine bis nach Pakistan und untersuchen, wie Landschaften von Migration,
Konflikten, Mythen und historischen Ereignissen geprägt werden. Dabei
wird die Landschaft nicht als idyllische Kulisse verstanden, sondern als Ort,
an dem sich Geschichte einschreibt und weiterwirkt.
Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Spannende Bezüge entstehen durch die Gegenüberstellung
zeitgenössischer Kunst mit historischen Landschaftsdarstellungen aus der
Sammlung des Glarner Kunstvereins sowie Werken aus dem Archiv der
Dätwyler Stiftung. Die Ausstellung zeigt, wie Künstler:innen seit jeher
versuchen, Landschaften nicht nur abzubilden, sondern ihre verborgenen
Geschichten sichtbar zu machen. So treffen unterschiedliche Zeiten,
Perspektiven und Erinnerungen aufeinander.
Kunst auf dem Klausenpass
Am 4. Juli 2026 verlagert sich das Projekt auf den Klausenpass, der Uri und
Glarus verbindet. Dort präsentieren Rebecca Solari und Stas Shärifulla
eigens entwickelte Performances. Zudem gibt die palästinensische
Künstlerin Noor Abed in einem Workshop Einblick in ihre Recherchen zu
kollektiver Erinnerung und politischem Widerstand. Das Festival macht die
Idee der Ausstellung unmittelbar erfahrbar und verwandelt den Pass selbst
in einen Ort der Begegnung und des künstlerischen Austauschs.
Zwei neue Direktorinnen, ein gemeinsames Projekt
«The Sigh of the Mountain» ist zugleich ein Zeichen des Aufbruchs. Mit
Annette Amberg im Kunsthaus Glarus und Gioia Dal Molin im Haus für
Kunst Uri verantworten zwei Direktorinnen die Ausstellung, die ihre Tätigkeit
an den beiden Institutionen erst letztes Jahr aufgenommen haben. Die
Zusammenarbeit über den Klausenpass hinweg unterstreicht ihren
Anspruch, regionale Verankerung mit internationalen Perspektiven zu
verbinden. Dass sich die Ausstellung auf zwei Häuser und zwei Kantone
erstreckt, macht die institutionelle Kooperation selbst zum Teil des Projekts.
Beteiligte Künstler:innen
Noor Abed
Talar Aghbashian
Kateryna Aliinyk
Nathalie Bissig
Yann Stéphane Bisso
Binta Diaw
Andro Eradze
Sky Hopinka
Dominique Koch
Angelika Loderer
Zahra Malkani
Lou Masduraud
Leila Peacock
Noemi Pfister
Stas Shärifulla
Tiffany Sia
Rebecca Solari
Anouk Tschanz
Kuratiert von: Annette Amberg und
Gioia Dal Molin
Mit Annette Amberg im Kunsthaus
Glarus und Gioia Dal Molin im Haus für
Kunst Uri verantworten zwei
Direktorinnen die Ausstellung, die ihre
Tätigkeit an den beiden Institutionen
erst letztes Jahr aufgenommen haben.
The Sigh of the Mountain –
Über Echos und Spuren in
unseren Landschaften |
Haus für Kunst Uri /
Kunsthaus Glarus | 4. Juli
bis 30. August 2026 | Das
Projekt wird durch diverse
Rahmenversantaltungen
begleitet. Für Details siehe
die Websites der beiden
Institutionen.
Brigitte Lustenberger, We passed the setting sun , 2023 | Detail | Archival pigment print | © Brigitte Lustenberger / 2026, ProLitteris, Zurich
Brigitte Lustenbergers
Blick auf das
Vergängliche
links: Brigitte Lustenberger, Pull – A Gaze of One‘s Own , 2021 | Detail | Silbergelatineabzug auf Barytpapier © Brigitte Lustenberger / 2026, ProLitteris, Zurich
Die Fotografien der
Schweizer Künstlerin
bewegen sich im
Spannungsfeld von
Handwerk, Kunst und
Wissenschaft.
In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich
Brigitte Lustenberger intensiv mit dem
Medium der Fotografie auseinander –
insbesondere mit dessen inhärenter
Verbindung zu Themen wie Vergänglichkeit,
Erinnerung und der Fragilität des Lebens. Im
Kabinett des Museum Franz Gertsch zeigt sie
auf analogen und digitalen fotografischen
Verfahren basierende Arbeiten im
Zusammenspiel mit Installationen. Ihre
aktuellen Werkgruppen thematisieren nicht
nur die Vergänglichkeit sondern auch die
Verletzlichkeit von Mensch und Natur.
Zeit, Körper und Vergänglichkeit
In der Ausstellung bringt Brigitte Lustenberger zwei Werkgruppen
zusammen, die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit thematisieren –
«A Gaze of One's Own» und «An Apparition of Memory». In «A
Gaze of One's Own» steht der weibliche Körper im Zentrum,
dessen Darstellung und Sichtbarkeit sie aus einer persönlichen
und zugleich kritisch reflektierenden Perspektive untersucht. Mit
«An Apparition of Memory» entwickelte die Künstlerin ein
experimentelles fotografisches Verfahren, bei dem verwelkte
Blüten zu Trägern einer poetischen Bildsprache werden und sich
in fragile Fotogramme verwandeln. Beide Werkgruppen treten in
einen vielschichtigen Dialog mit kunsthistorischen Bezügen über
Wahrnehmung, Zeit und Erinnerung.
Der fotografische Blick
Lustenberger arbeitet mit eigenen
fotografischen Prozessen,
fragmentiert und dekonstruiert Bilder
und setzt sie neu zusammen, um
ihren eigenen Blick herauszufordern.
Das Thema der Vergänglichkeit und
des Alters fliesst auch in die
Materialität ihrer Arbeiten ein. Die
Künstlerin zeigt Bilder an der Wand,
aber auch Installationen im Raum. Oft
verbindet sie analoge und digitale
Fotografie. So treffen alte Techniken
auf neue – zwei Zeitalter des
fotografischen Bildes begegnen sich.
In ihrem Zusammenspiel entsteht, was die Arbeit Lustenbergers
im Innersten prägt: der suchende, fragende fotografische Blick.
Vorderseite: Brigitte Lustenberger,
An apparition of memory, 2023 |
Archival pigment print © Brigitte
Lustenberger / 2026, ProLitteris,
Zurich | Diese Seite: Brigitte
Lustenberger, I can hear the deep
rasp of your laughter, 2023 |
Archival pigment print © Brigitte
Lustenberger / 2026, ProLitteris,
Zurich
Brigitte Lustenberger | A
Gaze of One's Own |
Museum Franz Gertsch |
bis 30. August 2026 | Die
Ausstellung wurde
kuratiert von Anna Wesle
in Zusammenarbeit mit der
Künstlerin.
Am SMAFF 2026 zu sehen: Andrew Norman Wilsons «Silvesterchlausen», eine filmische Verdichtung traditioneller Neujahrsrituale im Appenzell
Avantgarde-Kino und
Videokunst im Engadin
VORSCHAU
Das St. Moritz Art
Film Festival feiert
seine fünfte
Ausgabe und widmet
sich dem Film als
Rhythmus, Klang,
Resonanz und
Bewegung.
Unter dem Thema «If Music» fragt
die Jubiläumsausgabe vom 20.
bis 23. August 2026, wie Film
über Erzählstrukturen hinaus zu
Rhythmus, Klang, Resonanz und
Bewegung werden kann. Das
Festival versteht Musik dabei
nicht als Begleitung des Films,
sondern als dessen inneres
Prinzip. arttv.ch wird ausführlich
über das Festival berichten.
Zeit, Körper und Vergänglichkeit
In der Ausstellung bringt Brigitte Lustenberger zwei Werkgruppen
zusammen, die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit thematisieren –
«A Gaze of One's Own» und «An Apparition of Memory». In «A
Gaze of One's Own» steht der weibliche Körper im Zentrum,
dessen Darstellung und Sichtbarkeit sie aus einer persönlichen
und zugleich kritisch reflektierenden Perspektive untersucht. Mit
«An Apparition of Memory» entwickelte die Künstlerin ein
experimentelles fotografisches Verfahren, bei dem verwelkte
Blüten zu Trägern einer poetischen Bildsprache werden und sich
in fragile Fotogramme verwandeln. Beide Werkgruppen treten in
einen vielschichtigen Dialog mit kunsthistorischen Bezügen über
Wahrnehmung,
Zeit und Erinnerung.
Der fotografische Blick
Lustenberger arbeitet mit eigenen
fotografischen Prozessen,
fragmentiert und dekonstruiert Bilder
und setzt sie neu zusammen, um
ihren eigenen Blick herauszufordern.
Das Thema der Vergänglichkeit und
des Alters fliesst auch in die
Materialität ihrer Arbeiten ein. Die
Künstlerin zeigt Bilder an der Wand
aber auch Installationen im Raum. Oft
verbindet sie analoge und digitale
Fotografie. So treffen alte Techniken
auf neue – zwei Zeitalter des
fotografischen Bildes begegnen sich. In ihrem Zusammenspiel
entsteht, was die Arbeit Lustenbergers im Innersten prägt: der
suchende, fragende fotografische Blick.
Internationale Höhepunkte
Zu den ersten angekündigten Höhepunkten zählt die
Schweizer Premiere von TWO PEOPLE EXCHANGING SALIVA
von Natalie Musteata und Alexandre Singh mit Zar Amir
Ebrahimi. Ebenfalls im Programm ist SILVESTERCHLAUSEN
von Andrew Norman Wilson, eine
filmische Auseinandersetzung mit
traditionellen Neujahrsritualen im
Appenzell. Mit «Nocturno Vivo»
präsentiert die schweizerisch-japanische
Künstlerin Leiko Ikemura zudem eine
immersive Videoprojektion zwischen
Malerei, Klang und Bewegung.
Geben dem Festival ein Gesicht: v.
l. n. r. Martin Hatebur,
Festivalpräsident und Präsident
der Kunsthalle Basel, Stefano
Rabolli Pansera, Artistic Director
und Diana Segantini, Managing
Director
Plattform für künstlerischen Film
Das Festival hat sich in den
vergangenen Jahren als unabhängige
internationale Plattform für
künstlerischen Film, Videokunst und
experimentelles Kino etabliert. Die fünfte Ausgabe entfaltet
sich in fünf thematischen Sektionen und verbindet
internationale Perspektiven aus Film und Gegenwartskunst.
Ergänzt werden die Vorführungen durch Gespräche an der
Schnittstelle von Kunst, Kino und Philosophie.
If Music | St.Moritz Art Film
Festival | 20. bis 23. August
2026 | Das vollständige
Programm wird zu einem
späteren Zeitpunkt
bekannt gegeben. arttv.ch
wird ausführlich über das
Festival berichten.
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Eine riesige Katze
aus Holzlatten als
partizipatives
Kunstprojekt
Auf der Schatzalp
oberhalb von Davos
wird Kunst nicht nur
betrachtet, sondern
gemeinsam
erschaffen.
Diesen Sommer entsteht vor dem
historischen Berghotel Schatzalp eine
mehrere Meter hohe begehbare
Katzenskulptur aus Holzlatten. Das
Besondere: Besucher:innen können
selbst mitbauen und werden so Teil
eines aussergewöhnlichen
Kunstprojekts inmitten der Bündner
Bergwelt. Das Kunstwerk soll nicht nur
ein Blickfang werden, sondern auch
ein Ort der Begegnung, des
Austauschs und der Entschleunigung.
Kunst zum Anfassen statt «bitte nicht berühren»
Im Rahmen der Art Garten Hotels realisiert das Künstlerkollektiv
Pialeto auf der Schatzalp eine rund vier mal sieben Meter grosse
Leuchtskulptur in Form einer Katze. Bekannt ist das Kollektiv für
grossformatige Mitmachprojekte, bei denen aus einfachen
Materialien überraschende Konstruktionen entstehen. Die Skulptur
soll später weit mehr sein als ein Kunstobjekt. Sie wird als
Treffpunkt, Aussichtsort und Rückzugsraum dienen und
Besucher:innen des Alpinums und der Schatzalp zum Verweilen
einladen.
Sägen, schrauben und gestalten auf 1861 Metern
An mehreren Bautagen sind Interessierte eingeladen, selbst Hand
anzulegen. Nach einer Einführung durch die Künstler:innen wird
gemeinsam gesägt, geschraubt und gebaut. Schritt für Schritt
wächst die monumentale Katze aus hunderten von Holzlatten in
die Höhe. Zwischendurch bleibt Zeit für Gespräche mit dem
Künstlerkollektiv, für den Blick über die Davoser Bergwelt und für
den Austausch mit anderen Teilnehmenden. Den Abschluss bildet
jeweils ein gemeinsamer Apéro.
Die Teilnahme kostet 50 Franken pro Person. Im Preis inbegriffen
sind die Berg- und Talfahrt mit der Schatzalpbahn, die Betreuung
durch das Künstlerkollektiv sowie der Apéro. Optional kann der
Aufenthalt mit einem Mittagessen im Belle-Époque-Restaurant der
Schatzalp ergänzt werden.
Kunst als gemeinsames Erlebnis
Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Familien, Vereine und
Unternehmen. Gerade für Teams bietet das gemeinsame Bauen
die Möglichkeit, Kreativität, Zusammenarbeit und handwerkliches
Arbeiten miteinander zu verbinden. Die Einweihung der fertigen
Skulptur ist für August 2026 geplant. Danach bleibt die begehbare
Katze dauerhaft auf der Schatzalp bestehen – als sichtbares
Zeichen dafür, dass Kunst Menschen zusammenbringen und
gemeinsames Handeln sichtbar machen kann.
Die Katze ist Teil eines schweizweiten Kunstprojekts
Die begehbare Katzen-Skulptur auf der Schatzalp ist eines von
über 100 Kunstwerken, die im Rahmen der Art Garten Hotels
2026 entstehen. Seit April 2026 und noch bis November 2026
verwandelt das Projekt die Gärten von 21 Schweizer
Gartenhotels in öffentliche Freiluftgalerien. Insgesamt
präsentieren dreissig Schweizer Kunstschaffende ihre Arbeiten
an den verschiedenen Standorten. Die Werke wurden speziell
für die jeweiligen Hotelgärten ausgewählt und treten in einen
Dialog mit Landschaft, Architektur und Natur. So entsteht an
jedem Ort eine eigene künstlerische Erlebniswelt. Die
Schatzalp gehört dabei zu den spektakulärsten Standorten
des Projekts.
Schatzalp, Davos | Parzipatives Kunstprojekt |
13. bis 17. Juni 2026 | (Bauphase) | Für die
Teilnahme sind keine Vorkenntnisse nötig,
dafür Neugier, Freude am gemeinsamen
Arbeiten und Lust, etwas Besonderes
mitzugestalten. | Die Teilnahmegebühr beträgt
50 Franken pro Person. Im Preis inbegriffen
sind die Berg- und Talfahrt mit der
Schatzalpbahn, die Betreuung durch das
Künstlerkollektiv sowie der Apéro.
Kulturgeschichte
Ralph Hug und
Corinne Schatz
legen eine
umfassende
Dokumentation des
kulturellen
Aufbruchs vor.
Das Buch zeichnet nach, wie neue
Kunstformen, Subkulturen und
Protestbewegungen die
Kulturlandschaft der frühen 1980er-
Jahre die Stadt St. Gallen und die
umliegende Region nachhaltig
veränderten. Der 536 Seiten starke
Hardcover-Band versammelt mehr als
1100 Abbildungen sowie Interviews,
Texte, Dokumente und bisher
unveröffentlichte Originalfotos.
Ralph Hug und Corinne Schatz
dokumentieren auf 536 Seiten den kulturellen
Wandel in St. Gallen, der zugleich
exemplarisch für die frühen 1980er-Jahre der
Schweiz steht.
Mit Beiträgen von Marcel Zünd,
Josef Felix Müller, Anna Beck-
Wörner, Wolfgang Steiger und
Marcel Elsener sowie Gespräche
mit zahlreichen Zeitzeuginnen
und Zeitzeugen ergänzen die
Publikation. Das Nachwort
stammt von Bice Curiger, die
Gestaltung übernahm Laura Prim.
VIDEO
Buch | Kulturgeschichte | Der
grosse Aufbruch. Kunst, Kultur,
Protest. Die 80er in St.Gallen |
Ralph Hug und Corinne Schatz |
VGS Verlagsgenossenschaft
St.Gallen | 65 Franken
ANZEIGE
Ein Projekt von
20 Jahre arttv.ch –
stellvertretend für
die Künstlerinnen
einer Generation,
die viel bewegt
haben und doch zu
wenig gesehen
wurden.
BUCH BESTELLEN
Eine vielseitige Künstlerin
wiederentdeckt:
Erna Schillig und ihr Werk
Gebunden
224 Seiten, 170 farbige und
38 s/w-Abbildungen
20 x 26,5 cm
ISBN 978-3-03942-295-1
CHF 49.00
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