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f+h fördern und heben 5/2026

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2884

05

Juli 2026

€ 20,00

1951–2026

TITEL

Smarte Sensorik schützt

10 Gefahrstofflager 24/7

KI muss sich am Förderband

06 beweisen

Schlechter Ruf kostet drei

28 von vier AMR-Aufträgen

foerdern-und-heben.de


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Carmen Müller-Nawrath

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EDITORIAL

ARBEIT UND INFORMATION –

NEU GEDACHT

DIGITALE TRANSFORMATION

MACHT DAS LAGER VOM ABSTELL-

GLEIS ZUM TALENTMAGNETEN

Die technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte

prägte maßgeblich die Digitalisierung – heute treibt sie mit KI,

IoT und Echtzeitdaten in eine neue Dimension. Zu den großen

Profiteuren dieser Entwicklung gehört die Intralogistik:

Vernetzte Materialflüsse, Shuttle- sowie automatische Lagerund

Bereitstellsysteme, autonome mobile Roboter und digitale

Zwillinge bestimmen den Stand der Technik.

Information ist auf diesem Weg neben Arbeit, Boden und Kapital

zum vierten Produktionsfaktor avanciert. Künstliche Intelligenz

schickt sich an, der fünfte zu werden. Die einst gehegte Befürchtung,

der Mensch

rutsche dabei ins

Abseits, hat sich erneut

als Trugschluss

erwiesen. Zwar fallen monotone Tätigkeiten weg – dafür

entstehen anspruchsvolle Rollen: Systemsteuerer, Datenanalysten,

Robotik-Koordinatoren. Gerade angesichts des Fachkräftemangels

relativiert sich dieser Strukturwandel, denn die

Automatisierung entlastet den Arbeitsmarkt dort, wo ohnehin

kaum Personal verfügbar ist. Dennoch dürfen automatisierte

Systeme kein Eigenleben entwickeln; ihren Nutzen entfalten sie

erst durch flexible, KI-gestützte Strategien, die sich dynamisch

an Marktanforderungen anpassen. Das Lager, einst personalwirtschaftliches

Abstellgleis, ist längst zum hochqualifizierten

Arbeitsplatz mit Eigenverantwortung geworden.

Aus Sicht der Wettbewerbsfähigkeit kommt der digitalen

Transformation in der Logistik heute eine Schlüsselrolle zu – als

Antwort auf volatile Lieferketten,

E-Commerce-Druck, Nachhaltigkeitsziele

und den Wettlauf um

Sekundenlogistik. Wer hier zögert,

riskiert den Anschluss zu

verlieren. Wer investiert, gewinnt

Resilienz, Tempo und Talente.

Winfried Bauer

– Chefredakteur –

w.bauer@vfmz.de

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INHALT

EDITORIAL

03 Arbeit und Information – neu gedacht

PERSPEKTIVEN

75 JAHRE F+H SERIE

14 Meilensteine des Materialflusses

Eine Zeitreise in die Geschichte

der Fördertechnik

JAHRE

06 Intralogistik aus VC-Perspektive

KI muss sich am Förderband beweisen

08 Investitionslogik im Wandel

Nicht die Technik bremst die Automatisierung –

sondern die Integration

32 F+H NACHGEFRAGT bei Dr. Florian Heydenreich

Best-Fit statt Maximaltechnologie

36 Automatisierung im Bestand

Schrittweise statt sprunghaft – wie Logistikimmobilien

zukunftsfähig werden

38 Hafenlogistik im Wandel: Vom Einzelfahrzeug

zum digital vernetzten System

Flurförderzeuge im Ökosystem Terminal

08

PRODUKTE UND SYSTEME

10 TITELSTORY Gefahrstoffmanagement

Effizienzsteigerung und mehr Sicherheit durch

Digitalisierung und Automatisierung

24 Lagerautomatisierung im Lebensmittelhandel

Kreyenhop & Kluge steigert Logistikleistung mit

neuem Hochregallager

F+H EXTRA

19 Hygienic Design im Förderanlagenbau

Prozesse sicher gestalten – jeden Tag

22 Unitechnik bringt Tempo in die Geflügelbranche

Borgmeier automatisiert Logistik für rund

3.000 Behälter pro Stunde

32

19

38


IMPULSE

26 Erfolgsfaktoren moderner Visualisierungstechnik

Was Lichtlösungen heute leisten müssen

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MARKT UND TRENDS

28 Investitionsentscheidungen in der Intralogistik

Ein schlechter Ruf kostet drei von vier Aufträgen

SERVICE

TITELBILD

Denios SE

42 Impressum

43 Vorschau auf Heft f+h 06/2026

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PERSPEKTIVEN

INTRALOGISTIK AUS VC-PERSPEKTIVE

KI MUSS SICH

AM FÖRDERBAND

BEWEISEN

Kapital fließt weiterhin in Automatisierung und

KI-gestützte Lösungen, doch die Bewertungskriterien

haben sich verschoben. Nicht mehr die

kühne Vision entscheidet, sondern Durchsatz,

Kosten pro Pick und die Zeit bis zum Return on

Investment. Der Beitrag zeigt aus Investorensicht,

wo künstliche Intelligenz in der

Intralogistik heute operativ greifbaren Mehrwert

liefert – und wo die Erwartungen weiterhin über

der Realität liegen.

Künstliche Intelligenz ist zu einem der meistverwendeten

– und zugleich missverstandenen – Begriffe in der Intralogistik

geworden. Für Investoren wie auch für Betreiber

stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob KI die Intralogistik

verändern wird, sondern wo sie bereits heute und in absehbarer

Zukunft einen messbaren Mehrwert liefert und wo die

Erwartungen noch über der Realität liegen.

Aus Investorensicht befindet sich die Branche in einer Phase

des disziplinierten Optimismus. Kapital fließt weiterhin in Automatisierung

und KI-gestützte Lösungen, doch die Bewertungskriterien

haben sich verschoben. Während in der Vergangenheit vor

allem kühne technologische Visionen bewertet wurden, steht

heute eine konsequent ergebnisorientierte Betrachtung im Fokus:

Durchsatz pro Stunde, Kosten pro Pick, Systemverfügbarkeit

und vor allem die Zeit bis zum Return on Investment (ROI).

DREI ANWENDUNGSFELDER MIT NACHWEIS-

BAREM MEHRWERT

Die überzeugendsten Anwendungsfälle für KI in der Intralogistik

sind nicht visionär, sondern operativ greifbar. KI schafft heute vor

allem in drei Bereichen einen nachweisbaren Mehrwert:

n Dynamische Lagerplatzoptimierung und Bestandssteuerung:

Machine-Learning-Modelle analysieren kontinuierlich Dreh­

zahlen einzelner Stock Keeping Units (SKU), Auftragsmuster

und saisonale Schwankungen, um Lagerplätze optimal zuzuweisen.

Das reduziert Wegzeiten und steigert die Kommissionierleistung

– ohne zusätzliche Hardware.

n Predictive Maintenance und digitale Zwillinge: Moderne Plattformen

in integrierten Automatisierungslösungen nutzen

Echtzeit- und historische Daten, um Ausfälle vorherzusagen

(Predictive Maintenance) und Prozesse zu simulieren. Mit digitalen

Zwillingen lassen sich Durchsatzszenarien vorab testen,

Risiken reduzieren und Amortisationszeiten verkürzen.

n Robotik-Orchestrierung und Execution-Systeme: KI-basierte

Warehouse-Execution-Systeme koordinieren Robotikflotten

und priorisieren Aufgaben dynamisch – abhängig von Auslastung,

Dringlichkeit und Systemzustand. Die eigentliche Wertschöpfung

entsteht zunehmend in dieser Steuerungsebene,

nicht allein in der Hardware.

In Lagerumgebungen kann Automatisierung erhebliche Effizienzpotenziale

erschließen. Je nach Ausgangslage und Automatisierungsgrad

berichten Unternehmen von sinkenden Betriebskosten

von teils bis zu 40 Prozent, schnelleren Durchlaufzeiten und einer

höheren Prozessgenauigkeit. Vor allem robotergestützte Kommissioniersysteme

werden häufig mit Produktivitätssteigerungen und

kurzen Amortisationszeiten in Verbindung gebracht.

WAS LEISTUNGSSTARKE INTRALOGISTIK-

PROJEKTE 2026 AUSZEICHNET

Für Logistikverantwortliche ist die entscheidende Frage heute:

Was bewirkt Automatisierung tatsächlich? Erfahrungsberichte aus

automatisierten Lagerprojekten zeigen dabei wiederkehrende

Tendenzen. Goods-to-Person-Systeme können die Kommissionierleistung

in vielen Anwendungen um das Zwei- bis Dreifache

erhöhen. In der Praxis werden je nach Prozessdesign teilweise

mehrere hundert Picks pro Stunde und Arbeitsplatz erreicht. Automatisierte

Systeme reduzieren zudem manuelle Tätigkeiten und

senken den Personalbedarf in einzelnen Prozessschritten spürbar.

Die Amortisationszeiträume unterscheiden sich je nach Technologie,

Investitionsvolumen und Betriebsmodell deutlich:

n Autonome mobile Roboter (AMR) sowie Pick-Robotik: ein bis

drei Jahre

n Größere automatische Lager- und Bereitstellsysteme (Automated

Storage and Retrieval Systems, AS/RS): zwei bis drei Jahre

6 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


PERSPEKTIVEN

n Sortieranlagen: teilweise bereits nach zwölf bis 24 Monaten

amortisiert

Diese Kennzahlen bilden die Grundlage für Investitionsentscheidungen

– für Betreiber wie für Technologieinvestoren. Die Markterwartungen

hinsichtlich Rentabilität und Amortisationszeit steigen

kontinuierlich. In diesem Zusammenhang lässt sich auch

eine zunehmende Akzeptanz von Mietmodellen beobachten, mit

denen hohe Anfangsinvestitionen vermieden und der Return on

Investment aus Betreibersicht optimiert werden können.

„VIBE CODING“ IM LAGER: FLEXIBILITÄT ALS

WETTBEWERBSVORTEIL

Eine weniger offensichtliche, doch zunehmend diskutierte Entwicklung

im Bereich der Lagerlogistik ist der Ansatz des „Vibe

Coding“ für operative Prozesse. Gemeint ist damit eine stärker

softwarezentrierte Steuerungsebene, bei der sich Workflows weitgehend

ohne klassische Programmierung anpassen lassen – idealerweise

direkt durch operative Teams im Lager.

In diesem Kontext werden klassische Warehouse-Management-Systeme

(WMS) zunehmend um flexible Konfigurationsund

Automatisierungsschichten ergänzt, die Änderungen an Prozessen

schneller abbilden sollen als in traditionellen, stärker

regelbasierten Architekturen. Einzelne Anbieter, darunter auch

Startups wie pyck, arbeiten an entsprechenden Lösungen und

Konzepten.

Insgesamt deutet sich ein Wandel hin zu stärker softwaredefinierten

Lagerprozessen an. Dabei gewinnen kontinuierliche

Anpassung und Optimierung gegenüber klassischen, einmaligen

Großinvestitionen an Bedeutung.

INTEGRIERTE AUTOMATISIERUNG ALS

SKALIERUNGSHEBEL

Während „Vibe Coding“ auf Agilität zielt, steht integrierte Automatisierung

für Skalierbarkeit. Innovative Lösungen zeigen, wie

eng verzahnte Robotik, Software und Daten neue Leistungsniveaus

erschließen. Als Beispiel für ein eingesetztes System

kann das Skypod-System von Exotec dienen, das in unterschiedlichen

Logistikszenarien zur automatisierten Kommissionierung

genutzt wird.

In der Praxis lassen sich nach Anbieterangaben damit bis zu

fünfmal mehr Aufträge pro Stunde abarbeiten, während gleichzeitig

die Flächeneffizienz maximiert wird. Entscheidend ist die

digitale Integration: Betriebsdaten, WMS-Informationen und

Robotiksteuerung laufen in einer einheitlichen Plattform zusammen.

Auf dieser Basis lässt sich kontinuierlich optimieren – auch

durch KI-gestützte Entscheidungsprozesse.

WO KI NOCH AN GRENZEN STÖSST

Wir investieren dort,

wo KI ganze Branchen

nachhaltig mitgestaltet

– und nicht nur

Prozesse optimiert

THORBEN ROTHE,

Partner bei Iris

Trotz aller Fortschritte bestehen weiterhin Herausforderungen.

Viele Lager verfügen noch nicht über ausreichend strukturierte

KI-Reifegradmodell für die Intralogistik.

Erst ab Stufe 3 zahlt KI auf den Durchsatz ein

und integrierte Datenbestände. KI entfaltet ihr Potenzial jedoch

am besten in strukturierten Umgebungen. Unzureichende

Datenqualität ist daher eine häufige Hürde in der Umsetzung von

KI-Projekten.

Zudem gleicht kein Lager dem anderen, und unvorhergesehene

Situationen bringen die Generalisierungsfähigkeit aktueller

KI-Modelle schnell an ihre Grenzen. Nicht zu unterschätzen sind

schließlich der Integrationsaufwand und die Anbindung an

bestehende Softwaresysteme und Lagertechnik. Hier entsteht erfahrungsgemäß

der größte Aufwand.

REALISTISCHE EINFÜHRUNG: EVOLUTION STATT

REVOLUTION

Hinsichtlich der erfolgreichen Nutzung von KI in der Lagerautomatisierung

lassen sich vier Evolutionsstufen beobachten:

n Stufe 1 – Digitalisierung: Transparenz und WMS-Einsatz

n Stufe 2 – Automatisierung: Robotik und Fördertechnik

n Stufe 3 – Optimierung: KI-gestützte Steuerung

n Stufe 4 – Autonomie: selbststeuernde Systeme

Viele Unternehmen befinden sich aktuell zwischen Stufe zwei

und drei. Für Entscheider bedeutet das: KI ist kein isoliertes Projekt,

sondern ein Verstärker bestehender Systeme. Ohne stabile

Prozesse und valide Daten erhöht sie eher die Komplexität als

den Nutzen.

FAZIT: VOM POTENZIAL ZUR PRAXIS

Erfolgreiche Anbieter in der Intralogistik werden nicht durch die

beste KI allein gewinnen. Vielmehr zählt die Fähigkeit, messbaren

ROI und eine kurze Time-to-Value – also die Zeit bis zur

ersten spürbaren Wertschöpfung – nachzuweisen. Dies erfordert

einen effizienten und integrierten Ansatz, der Software, Robotik

und Daten sinnvoll kombiniert und skalierbar ist. KI dient dabei

nicht dem Selbstzweck. Entscheidend ist der nachweisbare

Mehrwert. Für Logistikverantwortliche empfiehlt sich daher eine

pragmatische Herangehensweise: dort starten, wo echte Engpässe

bestehen, Effekte konsequent messen und Lösungen erst dann

ausweiten, wenn sie im Pilotbetrieb belastbare Ergebnisse

liefern.

WB

Transparenzhinweis: Iris ist als Investor an den im Beitrag genannten

Unternehmen Exotec und pyck beteiligt

Fotos/Grafik: Iris, pyck/Grafik: KI-generiert

Autor: Thorben Rothe, Partner bei Iris, Berlin

www.iris.vc

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 7


INVESTITIONSLOGIK IM WANDEL

NICHT DIE TECHNIK BREMST DIE AUTOMATISIERUNG –

SONDERN DIE INTEGRATION

Autonome mobile Roboter, KI-gestützte

Steuerungssysteme, intelligente Lagertechnik

– technologisch ist die Logistik heute deutlich

weiter, als viele operative Realitäten vermuten

lassen. Dennoch gelingt es vielen Unternehmen

nicht, Automatisierung konsequent in die Fläche

zu bringen. Zwischen erfolgreicher Messe-Demo

und skalierbarer Umsetzung klafft häufig eine

erhebliche Lücke.

Das eigentliche Problem ist längst nicht mehr die Technologie.

Die Herausforderung liegt in der wirtschaftlich

tragfähigen Integration in bestehende Strukturen. Denn

in der Praxis entscheidet sich der Erfolg nicht am einzelnen

System, sondern an der Frage, ob Technologien in operative

Prozesse, IT-Landschaften und Investitionsstrategien eingebunden

werden können. Genau dort beginnt die eigentliche

Komplexität.

WARUM VIELE AUTOMATISIERUNGSPROJEKTE

STECKEN BLEIBEN

Die Logistikbranche steht unter enormem Druck. Fachkräftemangel,

volatile Märkte, steigende Anforderungen an Geschwindigkeit

und Transparenz sowie zunehmende Unsicherheiten in

globalen Lieferketten erhöhen den Transformationsbedarf spürbar.

Gleichzeitig werden Investitionsentscheidungen vorsichtiger

getroffen. Unternehmen müssen flexibler bleiben, Kapital gezielter

einsetzen und Risiken stärker kontrollieren.

Trotzdem wird Automatisierung vielerorts noch, wie ein klassisches

Investitionsprojekt behandelt: hoher Capex, lange Abschreibungszeiträume,

komplexe Freigabeprozesse. Der Fokus

liegt häufig auf Anschaffungskosten statt auf langfristiger operativer

Wirkung.

Genau darin liegt ein zentraler Fehler. Denn Automatisierung

ist heute keine isolierte Maschinenentscheidung mehr, sondern

Teil einer strategischen Infrastrukturentwicklung. Wer ausschließlich

den Kaufpreis bewertet, unterschätzt häufig Themen

wie Integrationsaufwand, spätere Skalierung oder technologische

Weiterentwicklung.

Hinzu kommt ein weiteres Muster: Pilotprojekte funktionieren

technisch oft sehr gut – der anschließende Rollout über

mehrere Standorte bleibt jedoch aus. Nicht weil die Technologie

8 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


PERSPEKTIVEN

versagt, sondern weil organisatorische Voraussetzungen fehlen.

Budgets sind gebunden, interne Ressourcen begrenzt oder die

Systemarchitektur wurde nicht auf Skalierung ausgelegt. So entstehen

erfolgreiche Einzellösungen – aber keine nachhaltige

Transformation.

SKALIERBARKEIT IST WICHTIGER ALS DER

SHOWEFFEKT

Vor allem auf Messen zeigt sich häufig die beeindruckende Leistungsfähigkeit

einzelner Technologien. Für den nachhaltigen Erfolg

entscheidend ist jedoch etwas anderes: die Fähigkeit, Systeme

langfristig in bestehende Prozesse zu integrieren und flexibel

weiterzuentwickeln.

Skalierbarkeit bedeutet heute vor allem modulare Systemarchitekturen,

offene Schnittstellen und flexible Erweiterbarkeit.

Entscheidend ist dabei in erster Linie die Brownfield-Fähigkeit –

also die Integration in bestehende Strukturen statt ausschließlich

in neu geplante Greenfield-Standorte. Denn die Realität vieler

Unternehmen besteht aus gewachsenen Systemlandschaften und

laufendem Betrieb. Genau dort müssen Automatisierungslösungen

greifen.

Ein leistungsfähiger Roboter allein ist daher noch kein tragfähiges

Automatisierungskonzept. Erst das Zusammenspiel aus Technologie,

Datenintegration, Prozessdesign und wirtschaftlicher

Steuerung schafft echten Mehrwert.

AUTOMATISIERUNG BRAUCHT NEUE

INVESTITIONSLOGIKEN

Besonders deutlich wird das beim Thema Finanzierung. Viele

Unternehmen wollen automatisieren, gleichzeitig sind Investitionsspielräume

begrenzt. Unsicherheiten bei Marktentwicklungen

oder zukünftigen Anforderungen erhöhen zusätzlich die Zurückhaltung.

Daher verändern sich derzeit die Anforderungen an Investitionsmodelle

grundlegend. Die zentrale Frage lautet immer seltener:

„Lohnt sich die Technologie?“ Viel häufiger geht es inzwischen

darum: „Wie beweglich bleiben wir dabei?“

Genau hier gewinnen nutzungsbasierte Modelle zunehmend

an Bedeutung. Konzepte wie Automation-as-a-Service oder Miete

entkoppeln Technologieeinsatz von hohen Anfangsinvestitionen.

Unternehmen zahlen nicht primär für den Besitz einer Anlage,

sondern für deren operative Nutzung und Wirkung.

DIE GRÖSSTE HÜRDE DER

AUTOMATISIERUNG IST SELTEN

DIE TECHNISCHE MACHBARKEIT

Das reduziert Kapitalbindung, schafft Planbarkeit über den Lifecycle

und erlaubt schrittweise Skalierung. Vor allem aber entsteht

neue Handlungsfähigkeit: Systeme lassen sich flexibel erweitern

und an veränderte Anforderungen anpassen, ohne jedes Mal

neue Großinvestitionen auslösen zu müssen.

AUTOMATISIERUNG ENDET NICHT AM HALLENTOR

Viele Potenziale erschließen sich erst, wenn Prozesse entlang der

Supply Chain digital miteinander verbunden werden. In vielen

Unternehmen existieren aber noch immer isolierte Systeme: La-

n Technologie ist nicht mehr das Hauptproblem: Autonome

mobile Roboter, KI-gestützte Steuerungen und

intelligente Lagertechnik funktionieren zuverlässig – die

eigentliche Hürde liegt in der wirtschaftlich tragfähigen

Integration in gewachsene Strukturen, IT-Landschaften

und bestehende Investitionsstrategien.

n Pilotprojekte scheitern beim Rollout: Technisch

erfolgreiche Showcases lassen sich häufig nicht über

mehrere Standorte skalieren, weil Budgets gebunden,

interne Ressourcen begrenzt und Systemarchitekturen

nicht auf Brownfield-Integration in laufende Betriebe

ausgelegt sind.

n Nutzungsbasierte Modelle verändern die Investitionslogik:

Konzepte wie Automation-as-a-Service oder Miete

entkoppeln den Technologieeinsatz von hohen Anfangsinvestitionen,

reduzieren die Kapitalbindung und lassen

sich schrittweise skalieren, ohne wiederkehrende Großinvestitionen.

n Automatisierung endet nicht am Hallentor: Erst die

digitale Vernetzung entlang der Supply Chain mit

modularen Architekturen, offenen Schnittstellen und

durchgängiger Datenintegration verhindert Reibungsverluste

durch isolierte Systeme und manuelle Übergaben

zwischen Prozessschritten.

gertechnik ohne Echtzeitdaten, Transportprozesse ohne durchgängige

Schnittstellen oder manuelle Übergaben zwischen einzelnen

Prozessschritten. Dadurch entstehen Reibungsverluste,

die sich auch durch moderne Einzeltechnologien nur begrenzt

kompensieren lassen. Deshalb muss Automatisierung immer als

Teil einer übergeordneten Technologiearchitektur verstanden

werden – nicht als isoliertes Einzelprojekt.

SKALIERUNG IST AM ENDE EINE MANAGEMENT-

AUFGABE

Die größte Herausforderung der Automatisierung ist heute selten

die technische Machbarkeit. Entscheidend ist vielmehr, Technologie-,

Betriebs- und Finanzstrategie sinnvoll miteinander zu verbinden.

Erfolgreiche Skalierung entsteht dort, wo standardisierte

Prozesse, belastbare Datenintegration und wirtschaftliche Transparenz

zusammenspielen.

Die Logistik verfügt heute über leistungsfähige Technologien.

Entscheidend wird künftig sein, wie konsequent Unternehmen

deren Einführung organisatorisch und wirtschaftlich vorantreiben.

Nicht der Showeffekt entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit

– sondern die Kompetenz, Innovation dauerhaft in die Fläche

zu bringen.

Autor: Dirk Matura, Managing Director Industrial Solutions, CHG-Meridian

AG, Berlin

Foto: CHG-Meridian

www.chg-meridian.com

AUF EINEN BLICK

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 9


PRODUKTE UND SYSTEME

TITELSTORY

GEFAHRSTOFFMANAGEMENT

EFFIZIENZSTEIGERUNG UND MEHR SICHERHEIT

DURCH DIGITALISIERUNG UND AUTOMATISIERUNG

Die Anforderungen an ein sicheres und effizientes Gefahrstoffmanagement steigen

stetig. Neue Technologien und gesetzliche Vorgaben führen zu einem kontinuierlichen

Wandel in der Gefahrstofflagerung. Wer aktuelle Standards einhält, kann die

Arbeitssicherheit erhöhen und zugleich betriebliche Effizienzpotenziale erschließen.

Denios (Bad Oeyn hausen), Anbieter für die Lagerung und den Umgang mit

Gefahrstoffen, verfolgt das Ziel, Arbeitsplätze sicherer und Prozesse nachhaltiger zu

gestalten. Wie Digitalisierung und Automatisierung dazu beitragen, zeigen drei

Lösungen für Condition und Asset Monitoring: Sie beschleunigen Abläufe, reduzieren

den Ressourcenverbrauch und minimieren den Bedarf an manuellen Eingriffen.

10 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME

Die IoT-Plattform Denios connect erfasst die Betriebszustände

von Gefahrstofflagern in Echtzeit. NarrowBand

IoT (NB-IoT) ist eine Mobilfunk-Netztechnologie für

diese Anwendung. Der weltweite Industriestandard basiert

auf LTE und nutzt die zugehörigen Sicherheitsmechanismen

nach 3GPP. Da die Technologie auf kleinere Datenmengen ausgerichtet

ist und auf nicht benötigte LTE-Funktionen verzichtet,

bietet sie eine kosteneffiziente Mobilfunk-Kommunikation. Die

Denios-connect-Produkte arbeiten autark über eine Narrow-

Band-IoT-Mobilfunkfrequenz. Überall dort, wo Telekommunikationsprovider

die Mobilfunkstandards LTE NB-IoT oder LTE Cat

M ausgebaut haben, können die vernetzten Produkte eingesetzt

SENSOREN SEHEN, WAS

MENSCHEN ENTGEHT

werden. Durch die kontinuierliche Erfassung relevanter Betriebsparameter

unterstützt das System die Einhaltung gesetzlicher

Sicherheitsanforderungen und trägt zur Optimierung betrieblicher

Abläufe bei. Das System bündelt alle Überwachungsfunktionen

in einer zentralen Oberfläche und reduziert damit

den administrativen Aufwand. Die Funktionsmerkmale im Überblick:

n 24/7-Monitoring: Permanente Überwachung aller relevanten

Zustände – auch zwischen den gesetzlich vorgeschriebenen

Prüfintervallen.

n Echtzeit-Alarmierung: Automatische Benachrichtigung per E-

Mail und/oder SMS auf Smartphone, Tablet oder Desktop-PC

– für eine sofortige Reaktion im Notfall.

n Zentrale Übersicht: Transparenz und Kontrolle über mehrere

Gefahrstofflager, Sicherheitsschränke und Auffangwannen

hinweg.

n Automatisierte Dokumentation: Exportierbare PDF-Reports

zur Integration in Audits und Nachweisführungen.

n Stabile Kommunikation: NarrowBand-IoT-Technologie sorgt

für Datenübertragung über das Mobilfunknetz – auch in abgelegenen

oder schwer zugänglichen Bereichen.

IOT-LECKAGE-WARNSYSTEM ENTLASTET

BETREIBER

01 Das Leckage-Warnsystem SpillGuard connect ist hersteller- und

ortsunabhängig, sodass beliebige Auffangwannen und Lager damit

ausgestattet werden können

02 In Kombination mit den Sensormodulen eNose und Surface

Temperature überwacht der AmbiGuard kritisch defekte

Lithium-Ionen-Akkus

Bislang mussten Unternehmen ihren Betreiberpflichten nachkommen,

indem sie regelmäßig alle Auffangwannen im Betrieb

einer Sichtkontrolle unterzogen und prüften, ob sich darin Flüssigkeiten

befinden. Eine Prozedur, die viel Zeit in Anspruch

nimmt: Ein Betrieb mit 20 Auffangwannen investiert mehrere

Stunden pro Woche in diese Routinekontrolle – hochgerechnet

auf ein Jahr entspricht das mehr als sieben Arbeitstagen. Diese

Arbeitszeit kann mithilfe des SpillGuard connect mit DIBt-Zulassung

anderweitig eingesetzt werden.

Dass flüssige Gefahrstoffe auslaufen, kann jederzeit passieren.

Wer das Gebinde auf einer Auffangwanne lagert, hat erst einmal

alles richtig gemacht: Die Wanne verhindert, dass ausgelaufene

Stoffe ins Erdreich gelangen. Häufig werden ausgelaufene Flüssigkeiten

in der Auffangwanne aber nicht sofort entdeckt – etwa,

wenn nicht ständig Personal anwesend ist. Unbemerkte Leckagen

bergen erhebliche Risiken, vor allem bei Stoffen, die gefährliche

Dämpfe freisetzen. Zudem muss die Funktionsfähigkeit der

Auffangwanne – einschließlich des gesetzlich vorgeschriebenen

Auffangvolumens – jederzeit erhalten bleiben. Bereits vorhandene

Flüssigkeiten können dieses Volumen reduzieren und die

Wirksamkeit der Wanne einschränken.

Das IoT-Leckage-Warnsystem SpillGuard connect detektiert

rund um die Uhr auslaufende Flüssigkeiten und meldet Leckagen

sofort – auch wenn kein Personal in der Nähe ist. Eine Statushistorie

sorgt für die Nachvollziehbarkeit von Meldungen. Mit der Lebensdauer-Batterie

ist ein wartungsarmer Betrieb mit einer Laufzeit

von bis zu fünf Jahren möglich. Das System ist hersteller- und

ortsunabhängig, sodass beliebige Auffangwannen und Lager damit

ausgestattet werden können. Die Medienbeständigkeit ist für

den Einsatz mit allen gängigen flüssigen Gefahrstoffen gegeben.

Nach einmaliger Registrierung des Unternehmens-Accounts

können die Geräte aktiviert werden. Der SpillGuard connect verfügt

zudem über die Ex-Schutzklasse Ex II 1G Ex ia ma IIB T4 Ga

und ist für die Ex-Zone 0 zugelassen. Vor dem Einsatz in einer Ex-

Zone hat der Betreiber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung

zu prüfen, ob und wo das Gerät verwendet werden darf.

ÜBERWACHUNG VON UMGEBUNGS-

BEDINGUNGEN

Mit dem AmbiGuard bietet Denios ein multifunktionales IoT-Gerät,

das kritische Situationen frühzeitig erkennt und den Betreiber

warnt. Durch integrierte Sensorik und die Möglichkeit zur Erweiterung

um bis zu zwei zusätzliche Sensormodule lässt sich

der AmbiGuard an individuelle Anforderungen anpassen. Zur

kontinuierlichen Zustandserfassung misst das Gerät Temperatur

und Luftdruck, registriert Bewegungen und Lageveränderungen

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 11


PRODUKTE UND SYSTEME

TITELSTORY

nen-Akkus und andere Gefahrstoffe im Lager rund um die Uhr

abgesichert.

In Kombination mit den Sensormodulen Input und Output unterstützt

der AmbiGuard bei der Vernetzung von Produkten. So

lässt sich die Lösung beispielsweise in Lithium-Ionen-Akku-

Lager- und Ladeschränken mit dem Sensormodul Input einsetzen,

um Alarmmeldungen von Rauchmeldern und Temperatursensoren

direkt an die Denios-connect-Webapplikation weiterzuleiten.

Diese Sensorik macht den AmbiGuard auch für mobile Anwendungen

interessant, etwa an Tankanlagen oder in Transportbehältern:

Werden Bewegungen oder Lageveränderungen registriert,

warnt das System sofort vor unbefugten Manipulationen

und schützt so vor Diebstahl, Vandalismus oder Beschädigungen.

03 Das System Real-time Asset Monitoring kann ab Werk in neue

Schränke integriert oder nachträglich eingebaut werden

über ein Gyroskop und bestimmt mithilfe von GPS den aktuellen

Standort. Bei Abweichungen generiert das Gerät automatisch

Alarmmeldungen und übermittelt sie per SMS oder E-Mail an

hinterlegte Empfänger. Eine aktive Subscription ist für die Nutzung

der AmbiGuard-Hardware zwingend erforderlich und umfasst

eine NB-IoT-Datenübertragung, den Zugang zur Deniosconnect-IoT-Plattform,

regelmäßige Updates und technischen

Support.

Für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen steht eine

Ex-geschützte Version zur Verfügung: Ex II 2 (1) G Ex ib mb [ia

Ga] IIB T4 Gb. Ergänzende Sensormodule erweitern das Anwendungsspektrum:

n Thermocouples-Modul: Misst Temperaturen über Thermoelemente

des Typs K.

n Surface-Temperature-Modul: Erfasst Oberflächentemperaturen

im direkten Kontakt.

n eNose-Modul: Überwacht mit CO- und VOC-Sensoren die Luftqualität.

n Input- und Output-Module: Binden externe Geräte an oder

steuern Alarmeinheiten direkt an.

Durch die modulare Konfiguration mit Sensormodulen eignet

sich der AmbiGuard für den Einsatz in Industrie und Lager. Beispielsweise

lässt sich das Gerät in Kombination mit den Sensormodulen

eNose und Surface Temperature in Transportbehältern

für Lithium-Ionen-Akkus einsetzen, um auch kritisch defekte Akkus

zu überwachen. So liefert die Lösung Informationen über die

Zustände im Inneren des Behälters und gibt Hinweise darauf, ob

ein Öffnen sicher ist oder nicht.

Auch in stationären Raumsystemen lässt sich der AmbiGuard

nachrüsten. Zusammen mit den Sensormodulen eNose und

Thermocouples entsteht ein Sicherheitssystem, das kontinuierlich

Gaskonzentrationen und Temperaturen überwacht und bei

kritischen Bedingungen Alarm auslöst. Damit sind Lithium-Io-

SICHERHEITSSCHRÄNKE MIT ECHTZEIT-ASSET-

MONITORING

Mit Denios Real-time Asset Monitoring wird der Sicherheitsschrank

Bestandteil eines digitalen Gefahrstoffmanagements.

Die Lösung kombiniert brandgeschützte Sicherheitsschränke mit

RFID-basierter Echtzeit-Inventarisierung und digitaler Zugangskontrolle.

Ob Gefahrstoffe, Elektrowerkzeuge oder Lithium-Ionen-Batterien

– das System erfasst automatisch, welche Gegenstände

entnommen, zurückgelegt oder genutzt werden. Jeder Artikel

erhält dazu ein RFID-Etikett mit integriertem Chip, das über

Leser und Antennen identifiziert wird. Alle Daten werden revisionssicher

dokumentiert und sind jederzeit abrufbar.

Mithilfe von personalisierten Zugangskarten haben ausschließlich

autorisierte Personen Zugriff auf die Sicherheitsschränke.

Im Portal lässt sich nachvollziehen, wer wann auf den

Schrankinhalt zugegriffen hat. So werden Unregelmäßigkeiten

wie unbefugte Entnahmen oder fehlendes Inventar erkannt. Darüber

hinaus unterstützt das System die Bestandsverwaltung: Verfügbarkeiten

und Nachbestellbedarfe sind in Echtzeit einsehbar,

Engpässe werden vermieden.

Die Nutzung des Real-time Asset Monitoring für Sicherheitsschränke

ist nur über eine aktive Subscription möglich. Alle erfassten

Daten werden in Echtzeit per Mobilfunk (LTE) an die Denios-connect-IoT-Plattform

übertragen. Erfasst und dokumentiert

werden Zugriffe durch berechtigte Personen sowie Materialbewegungen

in den Sicherheitsschränken. Berichte zu

Nachbestellungen, Lagerbewegungen und Inventarbeständen

werden automatisiert erstellt.

Das System kann ab Werk in neue Schränke des Herstellers integriert

oder nachträglich in ausgewählte Modelle ohne aufwendige

Umrüstung eingebaut werden. Aufgrund der Kommunikation

über ein eigenes Mobilfunknetz bleibt die interne IT-Infrastruktur

unberührt. Das Real-time Asset Monitoring ist vollständig

in die Plattform Denios connect integriert. Nutzer erhalten

eine einheitliche Oberfläche und können mehrere Schränke zentral

verwalten. Alle Vorgänge werden automatisch dokumentiert

und sind für Audits oder Sicherheitsprüfungen nachvollziehbar.

Die Integration unterstützt ein standortübergreifendes Asset Management.

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Fotos: Denios

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WÄHREND SENSOREN WACHEN,

GEWINNEN MITARBEITER ZEIT

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GANZ OHNE HOHEN INVEST

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Skyrack eignet sich perfekt

für kleinere und mittlere

Betriebe, die eine intelligente

Lösung für die Automatisierung

ihres Lagers suchen.

Der Clou: Das für Höhen von

sechs bis maximal 14 Meter

ausgelegte Regalbediengerät

(RGB) lässt sich in

nahezu jede Bestandimmobilie

integrieren.

„Bereits vorhandene Hallen

mit niedrigen Firsthöhen

lohnten sich bislang kaum

für automatisierte RGBs, da

deren hohen Kosten meist

sehr lange und sehr hohe Lagergassen notwendig

machen“, so Carsten Schmidt, Geschäftsführer des

Bereichs Fördersysteme von SEH Engineering. Mit der

jetzt erfolgten Einführung von Skyrack ändert sich das

schlagartig. Ab sofort kann jeder SEH-Kunde leer stehende

Werksareale für die Einrichtung eines hochmodernen

Palettenlagers nutzen. Das heißt: Er kann seine Prozesse

zu einem überschaubaren Invest um ein Vielfaches

effizienter gestalten. Dank „Predictive Stacking“, der von

SEH in-house entwickelten KI-basiertem Software-Steuerung,

verfügt das System über eine besonders smarte

Technik des parallelen Ein- und Auslagerns. Ein ausgeklügelter

Algorithmus sorgt dafür, dass das bis 60 Meter pro

Minute schnelle RBG – energiesparend – immer zwei

Stapelvorgänge miteinander kombiniert.

www.seh-foerdersysteme.de

EINE MILLION INDUSTRIEFAHRZEUGE

GELADEN

Weltweit sind mehr als eine Million Industriefahrzeuge mit der

konduktiven und induktiven Ladetechnologie der MOOV-Serie

von Delta ausgestattet. Zur installierten Basis zählen fahrerlose

Transportsysteme (FTS), autonome mobile Roboter (AMR),

Gabelstapler sowie

schwere Industriefahrzeuge

im 24/7-Betrieb.

Das Portfolio deckt

einen Leistungsbereich

von 1 bis 30 kW ab und

unterstützt kabelgebundene

und induktive

Ladekonzepte. Betreiber

können dadurch

unterschiedliche Ladestrategien umsetzen – von zentralen

Schnellladestationen bis hin zum dezentralen Opportunity

Charging. Die Systeme lassen sich in Flotten- und Energiemanagementplattformen

einbinden.

Mit den MOOVair-Wireless-Charging-Systemen ist während

kurzer Betriebspausen kontaktloses Laden ohne mechanische

Steckverbindungen möglich. Das reduziert Verschleiß und

Wartungsaufwand in Umgebungen mit Staub, Vibrationen und

hoher Auslastung. Die modularen Ladegeräte der MOOVbase-

Serie bilden eine skalierbare Schnellladeinfrastruktur; mit

ihnen wurden in Logistikbetrieben bereits mehr als eine

Milliarde Ladezyklen absolviert.

www.delta-emea.com

LOGISTIKDEPOTS LÜCKENLOS VERNETZT

ABSICHERN

Wachsende Paketmengen,

hochautomatisierte Sortierzentren

und ausgedehnte Hochregallager

erhöhen die Anforderungen

an die Sicherheitstechnik

in der Logistik. Brandlasten

durch dicht gestapelte Palettenwaren,

vielfältige Verpackungsmaterialien

und komplexe Fördertechnik steigern das

Ausfallrisiko; weitläufige Gelände mit zahlreichen Zugängen

begünstigen zudem Einbruch, Diebstahl und Sabotage.

Mit den Connected Services bündelt die Chubb Deutschland

GmbH Brandmelde-, Einbruch-, Überfall-, Video- und Zutrittssysteme

in einem zentralen Sicherheitsnetzwerk. Aufgeschaltet

sind die Systeme auf die zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle

in Dresden. Dort überwachen VdS-zertifizierte

Fachkräfte die angeschlossenen Standorte rund um die Uhr,

verifizieren Meldungen und reagieren nach definierten

Interventionsplänen.

In Paketdepots und Speditionslagern mit vielen Hallentoren

und wechselnden Betriebszeiten lassen sich Alarme aus der

Ferne bearbeiten und per Videoverifikation überprüfen. Die

lückenlose Dokumentation aller Ereignisse liefert belastbare

Nachweise gegenüber Versicherern.

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75 JAHRE F+H

SERIE

1951-2026

MEILENSTEINE DES MATERIALFLUSSES

EINE ZEITREISE IN DIE GESCHICHTE

DER FÖRDERTECHNIK

Moderne Fördertechnik ist immer häufiger Teil

einer komplexen Materialflusslösung, die

heterogene Systeme zusammenführt. Das heißt:

Sie wird immer stärker vernetzt und erfüllt

weitaus mehr als nur reine Transportfunktionen.

Gleichzeitig sind Systeme auf dem Vormarsch,

die autonom agieren und ein hohes Maß an

Eigenintelligenz mit sich bringen. Die

Weichenstellung dazu begann lange vor dem

digitalen Zeitalter, nämlich bereits in den

1950er-Jahren.

Fördertechnik spielt bei der fortschreitenden Automatisierung

eine zentrale Rolle. Nahezu alle Experten sehen in ihr

das Rückgrat vieler intralogistischer Prozesse. Den Ausgangspunkt

dafür bilden die technologischen Errungenschaften

der Nachkriegszeit. Beispielsweise führten Fortschritte

in der Elektrotechnik dazu, dass die ab 1946 in Serie produzierten

und sich auf breiter Front in der Intralogistik etablierenden Gabelstapler

nur zwei oder drei Dekaden später zum Teil von fahrerlosen

Transportsystemen (FTS) abgelöst wurden. Im Laufe des

21. Jahrhunderts haben sich diese wiederum zu autonomen, mobilen

Robotern (AMR) entwickelt.

Die Geschichte der Hängefördertechnik erfuhr vergleichbare

Entwicklungsstadien wie die der Flurförderzeuge: Die einfachen,

robusten Kreisförderer, die Ende des 19. Jahrhunderts in den

Schlachthöfen von Chicago die Arbeit erleichterten, sind aus gutem

Grund in moderner Form immer noch auf dem Markt. Für

kritische Umgebungen wie Lackieren und Beschichten erweisen

sie sich neben dem vom Kreisförderer abgeleiteten Power-and

Free-System als die beste Option. Trotzdem wächst die Zahl der

Anwender, die eine smarte Elektrohängebahn (EHB) favorisieren,

wenn es darum geht, über Kopf längere Distanzen zu überbrücken.

Mittlerweile sind zudem EHB-Systeme verfügbar, die aufgrund

ihrer Leichtbauweise auch für kleinere und mittlere Unternehmen

attraktiv sind.

Die Entwicklungsdynamik der exemplarisch angeführten Systeme

spiegelt den Trend zur Automatisierung wider. Dass dieser

nun ein neues Niveau erreicht, ist unverkennbar. Die Verschmelzung

von Robotik und Fördertechnik unter Einbeziehung von

künstlicher Intelligenz (KI) schreitet rasch voran. Mit den Worten

von Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Dortmunder

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und zuständig

für den Bereich Materialflusssysteme: „Heute ist Logistik

ohne moderne Kommunikationsstruktur und KI nicht denkbar.“

Hagen Schuhmann, Geschäftsführer der Klinkhammer Intralogistics

GmbH, Nürnberg, spricht stellvertretend für viele seiner Branchenkollegen,

wenn er sagt: „Die Zukunft der Fördertechnik wird

stark durch Digitalisierung, Robotik und autonome Systeme ge-

prägt. Wir erwarten eine weitere Zunahme von KI-basierten Optimierungen

sowie den verstärkten Einsatz von mobiler Robotik.“

DREI PARADIGMENWECHSEL VERÄNDERN DIE

INTRALOGISTIK

Der beschriebene Befund resultiert aus Transformationsprozessen,

die in den vergangenen 75 Jahren den innerbetrieblichen

Materialfluss – die spätere Intralogistik – von Grund auf veränderten.

Stefan Hayoz, Bereichsleiter Systeme der Gilgen Logistics

AG, Oberwangen/Schweiz, verweist auf drei fundamentale Paradigmenwechsel.

Der erste war seiner Ansicht nach der Schritt

vom manuellen Lager zum automatisierten Hochregallager. Wesentlich

dafür war das weltweit erste Regalbediengerät, mit dem

die in Offenbach beheimatete Stöhr Elevatorenfabrik (heute ein

Kern von Dematic) ab 1959 das Lager revolutionierte. 1961 entstand

bei Bertelsmann in Gütersloh das erste automatische

Hochregallager in Deutschland, zunächst noch mit Lochkarten-

FÖRDERTECHNIK BILDET DAS

RÜCKGRAT NAHEZU ALLER

INTRALOGISTISCHEN PROZESSE

Steuerung. Das markante Gebäude, das bis zu sieben Millionen

Bücher fasste, repräsentierte den neuen Maßstab für die Lagerkapazität

im Hochregalbau.

In die gleiche Zeit fällt eine Standardisierung, die neue Kräfte

innerhalb der Intralogistik freisetzte. 1961 unterzeichneten mehrere

europäische Eisenbahngesellschaften einen Vertrag, um einen

einheitlichen, tauschbaren Ladungsträger zu schaffen. Damit

war die „Europalette“ geboren.

Der zweite Paradigmenwechsel beinhaltete laut Hayoz den

Übergang vom starr geplanten Push- hin zum Pull-Prinzip. Die

Wurzeln der bedarfssynchronen Fertigungssteuerung reichen

ebenfalls bis in die 1950er-Jahre zurück, als sie von Taiichi Ohno

im Rahmen des „Toyota Produktionssystems“ formuliert wurde.

Ohno ließ sich dabei maßgeblich von der effizienten Bestandsfüllung

amerikanischer Supermärkte inspirieren. Produziert wird

erst, wenn ein tatsächlicher Bedarf oder eine Bestellung vorliegt.

Toyota konnte so nicht nur auf ein großes Lager verzichten, das

viel Kapital gebunden hätte, sondern auch flexibler auf Kundenwünsche

reagieren. Darüber hinaus ließen sich Überproduktion

und Verschwendung vermeiden. Dennoch hielt „Lean Production“

erst in den 1990er-Jahren im globalen Maßstab in der Automobilindustrie

seinen Einzug. Seitdem gelten dort Prinzipien wie

„just in time“ und „just in sequence“. Das Automotive-Vorbild

machte schließlich in weiteren Branchen Schule.

Den dritten Paradigmenwechsel beschreibt Hayoz als den

Übergang „von zentral geplanten zu modularen, vernetzten und

teils dezentral gesteuerten Systemen.“ Dieser Schritt resultierte

aus einer immer stärker IT-getriebenen Logistik. Insofern ist dieser

Paradigmenwechsel der Beginn der Digitalisierung, die ab

den späten 1980er-Jahren allmählich greifbar wird. Stichworte

wie „Warehouse Management“, „ERP-Integration“ und „dynamische

Lagerhaltung“ tauchen in dieser Phase zum ersten Mal auf.

14 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


SERIE

75 JAHRE F+H

Erster Gabelstapler von

Still („EGS 1000“)

1949

1948 1953

Erster Elektro-Vierradstapler von Jungheinrich

(„Ameise 55“)

Arthur M. Barrett stellt in Chicago das weltweit

erste FTS („Guide-o-Matic“) vor

Bereit für das Wirtschaftswunder: Wagner

(heute Still) präsentiert 1954 auf der Hannover

Messe sein „Schildkröte“-Sortiment – neun

Jahre vor dem ersten deutschen FTS

1954

Erster automatischer, induktiv geführter

Stapler von Jungheinrich („Teletrak“)

1962

1948 1963

Wagner liefert das erste FTS in Deutschland:

Bis 1969 folgten 15 „Indumat“-

Fahrzeuge in sieben Anlagen

Premiere des Barcodes (Strichcodes)

als standardisierter

„Universal Product Code“ (UPC)

1973

1948 1975

Mannesmann Demag (heute

Dematic) baut erste EHB mit SPS für

Universitätsklinikum Düsseldorf

Das „Man-Up“-Prinzip – der Bediener fährt

mit nach oben, um direkt am Regal zu

kommissionieren – markiert einen Wendepunkt

in der Kommissioniertechnik

1979

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 15


75 JAHRE F+H

SERIE

Toyota führt im Werk Motomachi

eine EHB ein („RAMRUN = Random

Access Monorail“ von Daifuku)

1983

Beim Blumenversteigerer Bloemenveiling Aalsmeer

(heute: Royal FloraHolland) in den Niederlanden geht

mit einer Schienenlänge von 18 km eine der weltweit

größten EHB-Anlagen in Betrieb

2002

1948 1991

Porsche stellt im Werk

Stuttgart-Zuffenhausen auf

„Lean Production“ um

Der Begriff „Intralogistik“ wurde erstmals

öffentlich vorgestellt. f+h war vor Ort und

berichtete über die Geburtsstunde eines

Begriffs, der heute aus der Branche nicht

mehr wegzudenken ist

30.JUNI

2003

1948 2004

Endmontage im Ford-Werk Köln:

Powertrain-Module für den Ford Fiesta

und Fusion schweben zur „Hochzeit“

in die heute noch existierende Halle Y

1948 2010

Ära des AMR beginnt als

Weiterentwicklung des FTS

Das EHB-System Skyrail – ursprünglich

für mittelständische Betriebe entwickelt

– findet inzwischen auch in der

Automobilindustrie Anwendung

2022

16 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


SERIE 75 JAHRE F+H

FÖRDERTECHNIKMUSEUM SINSHEIM –

TECHNIKGESCHICHTE ZUM ANFASSEN

Wer funktionsfähige Fördertechnik in ihrer historischen Dimension

erleben möchte, sollte sich nach Sinsheim aufmachen. Das dortige

Fördertechnikmuseum, vor über zehn Jahren auf dem Areal der ehemaligen

Firma Axmann Fördertechnik eingerichtet, zeigt auf einer Hallenfläche

von mehr als 2.500 m² Technik zum Anfassen. Highlights sind unter

anderem eine Briefsortieranlage der Deutschen Post, eine Untertagelok

aus dem Kohlebergbau und ein Schuhsorter, der viele Jahre in den USA im

Einsatz war. Besucher können die meisten Anlagen per Knopfdruck in

Gang setzen und so spielerisch erfahren, wie die jeweilige Technik in der

Praxis funktioniert. Vor allem in den nächsten Wochen lohnt ein Besuch:

Noch bis 12. Juli 2027 läuft die Sonderausstellung „… ohne Rollen und

Räder keine Fördertechnik“.

Hubtisch im Fördertechnikmuseum Sinsheim:

Die weltweit erste Hebebühne entstand um 1920

in den USA; ab den 1950er-Jahren wurden

standardisierte Hubtische zum Massenprodukt

Gleichzeitig wird Intralogistik vollständig plan-, mess- und steuerbar.

Parallel dazu erlangt das Variantenmanagement zur Beherrschung

der Produktvielfalt einen immer höheren Stellenwert.

Gleiches gilt für Tracking und Tracing, also die Sendungsverfolgung

und die Rückverfolgbarkeit von Liefer- und Warenströmen.

In der heutigen Form hat beides seinen Ursprung in den

1990er-Jahren, mit Vorläufen, die bis 1973 – Einführung des Barcodes

– zurückreichen.

VON DER „SCHILDKRÖTE“ ZUM ERSTEN

FAHRERLOSEN TRANSPORTSYSTEM

Ursprünglich sorgte Fördertechnik für eine einfache Punkt-zu-

Punkt-Verbindung, entlang der Material und Waren fortbewegt

wurden. Daneben ging es darum, menschliche Muskelkraft durch

eine Maschine zu ersetzen. Der vor dem Ersten Weltkrieg von

Ernst Wagner erfundene Handgabel-Hubwagen „Schildkröte“ illustriert

dieses Ziel noch sehr deutlich. Der 1917 von Eugene

Bradley Clark in Chicago gebaute „Tructator“, ein Vorläufer des

Gabelstaplers, läutet dann das Ende der manuellen Schlepperei

in der Intralogistik ein. 26 Jahre später schlug schon die Geburtsstunde

des FTS, als Arthur M. Barrett, dessen Firma 1986 in Mannesmann

Demag und später in Dematic aufging, mit dem „Guide-O-Matic“

das erste fahrerlose Flurfördersystem vorstellte.

DEUTSCHE PIONIERE: „INDUMAT“ UND

„TELETRAK“

In Deutschland gehörte die 1996 in Still eingegliederte Wagner

Apparatebau zu den FTS-Pionieren. Das Reutlinger Unternehmen

rüstete 1963 erstmals Hoch- und Niederhub-Flurförderzeuge

durch den Einbau elektronischer Komponenten (zum Teil

noch mit Röhrentechnik) auf fahrerlosen Betrieb um. Aus der

„Schildkröte“ wurde so der „Indumat“ – der Name des neuen Systems.

Anfangs folgte das Fahrzeug einem Farbstrich auf dem Boden.

Später nutzte der „Indumat“ Induktion zur Navigation: Im

Boden verlegte, von Wechselstrom durchflossene Leitdrähte

übernahmen die Spurführung. Der 1962 von Jungheinrich konstruierte

„Teletrak“, ein automatisch gesteuerter Gabelstapler, war

ebenfalls induktiv geführt. Beide arbeiteten zunächst vor allem

als Schlepper. Die zu einem Routenzug zusammengespannten

Anhänger ließen sich beim „Indumat“ automatisch abkuppeln.

Ein solches System fand früh den Weg ins Mercedes-Benz-Werk

Sindelfingen, wo es den Transport von schweren Bauteilen übernahm.

Andere Automobilhersteller nutzten bald darauf ebenfalls

FTS zur Prozessverkettung. Ab 1970 überwogen dort mit spezifischen

Lastaufnahmemitteln ausgestattete Einzelfahrzeuge, die

im Pulk verkehrten. Solche dienen heute vielfach als mobile

Montageplattform.

VOM FTS ZUM AUTONOMEN MOBILEN ROBOTER

SELBSTOPTIMIERENDE INTRA­

LOGISTIK IST LÄNGST KEINE

SCIENCE-FICTION MEHR

Aufgrund stetiger Verbesserungen bei der Datenkommunikation

(Infrarot, Funk und schließlich WLAN) und bei den Batterien

zeichnete sich allmählich die typische FTS-Architektur ab. Als

Schlüsseljahr gilt 1995. Die damals aufkommenden neuen Navigationstechniken

(Magnetpunkt, Laser, Transponder) und der

Umstieg auf SPS und PC beschleunigten die Verbreitung des FTS

erheblich. In den folgenden 15 Jahren erschloss sich das FTS

zahlreiche Industriezweige und den Krankenhausbereich. Für

2010 schätzte Prof. Lothar Schulze – auf Basis einer nicht repräsentativen

Erhebung – den FTS-Bestand in Deutschland auf 3.000

bis 4.000 Anlagen mit 20.000 bis 25.000 eingebundenen Fahrzeugen.

Ab 2010 kamen zunehmend AMR zum Einsatz – als nächste

Evolutionsstufe des FTS. Aufgrund höherer Eigenintelligenz und

autonomer Navigation eignen sich die mobilen Roboter gut für

unstrukturierte Arbeitsumgebungen.

Die anfangs starke Häufung von FTS im Automotive-Sektor

überrascht nicht; denn die Automobilindustrie gilt nicht zuletzt

aufgrund der von Henry Ford 1913 eingeführten Fließfertigung

von jeher als Innovationsmotor bei Mechanisierung und Automatisierung.

Dazu passt, dass auch die EHB ihren Siegeszug in

der Automobilindustrie begann.

DIE ELEKTROHÄNGEBAHN: FLEXIBILITÄT AUF

DER SCHIENE

Bei der EHB erheben viele Erfinder den Anspruch auf die Urheberschaft,

darunter der Kölner Carl Eugen Langen, der ab 1892

mit seinem Einschienen-Konzept auch die Grundlage für die

Wuppertaler Schwebebahn legte. Fest steht, dass es die heutige

EHB ohne die Erfindung der Stromschiene durch Paul Vahle

(1912) nicht geben würde. Diese versorgt die EHB kontinuierlich

mit Energie. Im Gegensatz zum kettengebundenen Kreisförderer

und Power-and-Free-System verfügt die EHB über einzeln ange-

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 17


75 JAHRE F+H SERIE

NORMIERUNG, STANDARDISIE-

RUNG, PLATTFORMSTRATEGIE

Normierung, Standardisierung und Plattformstrategien

spielen für die Entwicklung der modernen Fördertechnik

eine zentrale Rolle. Wichtige Akteure dabei sind Forschungseinrichtungen

wie das Fraunhofer IML oder

einschlägige Branchenverbände. So ist zum Beispiel der

Begriff „Intralogistik“ – also die Organisation, Steuerung,

Durchführung und Optimierung aller logistischen

Prozesse, die sich innerhalb eines Betriebsgeländes

abspielen – 2003 maßgeblich vom VDMA geprägt worden.

Nach eigenen Angaben investiert kein europäischer

Verband mehr Geld und Zeit in die Normung als der

VDMA. Mit seinem allseits anerkannten Richtlinienwerk

setzt der VDI ebenfalls technische Maßstäbe. Er hat unter

anderem mit der C1-Richtlinie (VDI Rl-3643) aus dem Jahr

1998 für einen einheitlichen Standard bei der Elektrohängebahn

(EHB) gesorgt. Dies führte dazu, dass diese

Systemtechnologie danach außerhalb der Automobilindustrie

größere Akzeptanz fand. Mit der Erfindung des

„Multishuttle“ 2004 hat das Fraunhofer IML bahnbrechende

Arbeit auf dem Gebiet der Behälterfördertechnik

geleistet und damit die Prozesse heutiger Distributionszentren

maßgeblich mitgestaltet.

Auch einzelne Unternehmen verweisen darauf, Standards

vorangetrieben zu haben. Dies gilt etwa für Interroll. Der

Hersteller von Schlüsselprodukten für Intralogistik und

Automation war – wie das Unternehmen betont – in den

1990er-Jahren entscheidend an der Einführung der

24-V-Niederspannungstechnik für Förderrollen mit

integriertem Antrieb beteiligt. Interroll zählt zudem zu

den Unternehmen, die frühzeitig den Nutzen von

Plattformstrategien erkannt haben. Eine solche Plattformstrategie

basiert auf dem Prinzip der konsequenten

Modularität und Standardisierung, um flexible, skalierbare

und branchenübergreifende Intralogistik-Lösungen

bereitzustellen. Die von Interroll entwickelte „Modular

Conveyor Platform“ (MCP) gilt inzwischen als globaler

Industriestandard für den Transport von Stückgut und

Behältern. Daneben existieren dedizierte Plattformen

etwa für KEP-Dienste oder Paletten-Fördertechnik. Solche

Plattformen vereinfachen Software-Einbindung, Schnittstellen-Management

und Inbetriebnahme erheblich.

triebene Fahrzeuge, die sich selbstständig auf dem fest installierten

Schienenstrang bewegen und individuell steuern lassen. Ob

getakteter Fahrbetrieb, Verzweigung, Ein- und Ausschleusung,

Sortierung, Stapelung, Pufferung oder weitere Aufgaben – mithilfe

intelligenter Steuerung bewältigt eine EHB jede dieser Aufgaben.

SKYRAIL – EIN NEUES EHB-SYSTEM

Lange Zeit galt die EHB mit C1-Profil als konkurrenzlos. Seit 2022

existiert dazu eine Alternative. Skyrail, ein von SEH Engineering

aus Ostrhauderfehn neu entwickeltes EHB-System, setzt auf

Leichtbau, Kompaktheit und Energieeffizienz. Da die Fahrschienen

bis zu sechs Meter überspannen, benötigt Skyrail weniger

Stahlbau als das klassische EHB-System mit C1-Profil. Skyrail

bietet standardmäßig zudem eine Steigfähigkeit bis zu 30° ohne

Zusatzkomponenten und Reversierbarkeit in Vertikalstrecken. Je

nach logistischer Anforderung lässt sich das System mit einer

AMR-Flotte kombinieren: Dabei übernimmt die EHB den schnellen

Massenguttransport über längere Distanzen, während AMR

im Taxibetrieb für die Kommissionierung eingeteilt sind. Darüber

hinaus lassen sich beide Technologien mithilfe intelligenter

Prozess-Software in komplexe logistische Strukturen integrieren,

die sich bei Bedarf um weitere Fördertechnik ergänzen lassen.

AUSBLICK: DIE SELBSTOPTIMIERENDE

INTRALOGISTIK

Die aktuellen Herausforderungen in der Intralogistik sind vielfältig.

Das Spektrum reicht von Kundenwünschen wie Skalierbarkeit

und schnelle Projektrealisierung bis zum akuten Fachkräftemangel

und dem E-Commerce-Versprechen von „Same-Day-Delivery“,

die jeweils die Automatisierung vorantreiben. Der Trend zur

Brownfield-Installation entspricht einerseits dem Bedürfnis nach

mehr Nachhaltigkeit und beruht andererseits auf einer gewissen

Investitionszurückhaltung, die kostenintensive Projekte meidet.

Hinzu kommen neue regulatorische Anforderungen seitens der

EU, die ab 2027 relevant werden.

Gefragt sind Systeme, die die Voraussetzungen schaffen, um

die Effizienz- und Qualitätssteigerungen zu erreichen, die künftig

von der Fördertechnik erwartet werden. Dies bedeutet laut Sascha

Schmel, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Fördertechnik

und Intralogistik, Frankfurt, zugleich: „Eine sich selbst

optimierende Intralogistik, die der Mensch überwacht, ist jedenfalls

nicht mehr nur Science-Fiction, sondern wird immer realistischer.“

Autor: Hans Jürgen Jüngling, freier Fachjournalist, Herrenberg

Fotos: Dematic, f+h-Archiv, Interroll, Jüngling, SEH Engineering, Still

Interroll präsentierte auf der Logimat 2026 seine Modular

Conveyor Platform – ein Beleg für die konsequente Plattformund

Standardisierungsstrategie des Unternehmens

75 JAHRE F+H –

DIE JUBILÄUMSSERIE

1951-2026

Anlässlich unseres 75-jährigen Bestehens rücken wir in

jeder Ausgabe dieses Jahres einen Themenschwerpunkt

der Intralogistik in den Fokus. In Ausgabe 6 widmen wir

uns der Digitalisierung in der Intralogistik – freuen Sie

sich auf fundierte Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft.

In den Ausgaben 3 und 4 haben wir bereits die Geschichte

der Lagertechnik sowie der Krane und Hebezeuge

nachgezeichnet. Sie haben die Beiträge verpasst? Beide

finden Sie jederzeit im jeweiligen E-Paper:

bitl.ly/fuh-26-lt und bit.ly/fuh-26-kt

18 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


EXTRA

FÖRDERTECHNIK IN DER

LEBENSMITTELINDUSTRIE

Hygiene, Effizienz und Tempo:

Die Lebensmittelindustrie stellt höchste

Anforderungen an die Fördertechnik.

Ob Tiefkühlkost, Frischeprodukte oder

Verpackungsgüter: Anlagen müssen nicht

nur leistungsstark und schnell sein, sondern

auch den strengsten Hygienestandards

genügen. In diesem Sonderteil zeigen wir,

welche Lösungen führende Hersteller für die

automatisierte Intralogistik anbieten – von

der Kommissionierung bis zur Palettierung.

Praxisnahe Berichte liefern wertvolle

Impulse für Ihre Investitionsentscheidungen.

Foto: Forbo Siegling

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 19


F+H EXTRA

FÖRDERTECHNIK IN DER LEBENSMITTELINDUSTRIE

HYGIENIC DESIGN IM FÖRDERANLAGENBAU

PROZESSE SICHER GESTALTEN –

JEDEN TAG

In der Lebensmittelindustrie stehen Förder- und Transportbänder

permanent unter hoher Belastung. Neben mechanischer Beanspruchung

wirken intensive Reinigungszyklen und aggressive Medien auf die

Anlagen ein; hinzu kommen steigende Anforderungen an

Dokumentation und Auditfähigkeit. Entscheidend ist daher nicht allein

die Materialauswahl einzelner Komponenten, sondern die Frage, wie

stabil hygienische Prozesse im täglichen Betrieb funktionieren.

F+H EXTRA

In hygienekritischen Anwendungen gewinnt die Oberflächenbeschaffenheit

der Transportbänder zunehmend an Bedeutung.

Sie beeinflusst, wie zuverlässig Produktrückstände entfernt

werden können, wie aufwendig Reinigungsprozesse ausfallen

und wie stabil Standzeiten und Prozesse im laufenden Betrieb

bleiben.

HYGIENE ZEIGT SICH IN DER PRAXIS

Ob ein Hygienekonzept praxistauglich ist, entscheidet sich nicht

im Datenblatt, sondern unter realen Produktionsbedingungen:

n bei häufigen Reinigungszyklen,

n unter hoher Taktung,

n im Kontakt mit Reinigungschemikalien sowie

n im Zusammenspiel von Material, Abstreifern und Handling.

Bereits kleine Oberflächenunregelmäßigkeiten können Auswirkungen

auf Reinigbarkeit und Verschleiß haben. Einfallstellen

oder mikroskopische Vertiefungen begünstigen Produktrückstände

und erschweren die vollständige Reinigung der Bandoberfläche.

Homogene Transportbänder vom Typ Siegling Fullsan der Forbo

Siegling GmbH aus Hannover verfügen deshalb über geschlossene,

gleichmäßige Oberflächen ohne Gewebeeinlagen

oder offene Strukturen. Dadurch entstehen deutlich weniger

strukturbedingte Anhaftungsbereiche. Das schafft die Voraussetzung

für eine reproduzierbare und kontrollierbare Reinigung.

Ziel ist es, hygienisch stabile Prozesse zu unterstützen.

OBERFLÄCHENQUALITÄT IM VERGLEICH

Im Rahmen einer optisch-digitalen Oberflächenanalyse wurden

verschiedene Bandoberflächen hinsichtlich Struktur, Einfallstellen

und möglicher Rückstandsbereiche untersucht. Ergänzend

wurde ein praxisnaher Reinigungstest durchgeführt: Eine defi-

20 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


01

01 Reinigungsvorgang an einem homogenen Transportband Siegling

Fullsan: Die geschlossene Oberfläche ohne Gewebeeinlagen verringert

Anhaftungsbereiche und unterstützt stabile Hygieneprozesse

02 Praxisnaher Reinigungstest: Eine definierte Menge Paste wird auf

das Transportband Siegling Fullsan aufgebracht und mit einem

Abstreifer entfernt – die geschlossene Oberfläche bleibt rückstandsarm

02

nierte Menge Paste wurde auf die Oberflächen aufgebracht und

anschließend abgestreift.

Dabei ergaben sich Unterschiede im Rückstandsverhalten der

getesteten Bandtypen. Bei Oberflächen mit ausgeprägteren Vertiefungen

verblieben sichtbare Produktrückstände nach dem Reinigungsvorgang.

In einem von Forbo Siegling durchgeführten

DIE BANDOBERFLÄCHE

ENTSCHEIDET ÜBER HYGIENE

UND ANLAGENVERFÜGBARKEIT

Vergleichstest zeigte Siegling Fullsan nach dem Abstreifvorgang

eine weitgehend rückstandsfreie Oberfläche.

Für die Betreiber wirkt sich dies unmittelbar auf die Prozesspraxis

aus. Geringere Rückstandsbildung erleichtert die Reinigung

und reduziert potenzielle hygienische Schwachstellen im

laufenden Betrieb.

AUSWIRKUNGEN AUF STANDZEIT UND

BETRIEBSSICHERHEIT

Welche Bedeutung die Oberflächenqualität in der Praxis hat, zeigen

Beispiele aus der Lebensmittelindustrie.

Bei der Heinrich Kühlmann GmbH, einem Unternehmen der

Feinkostbranche, beeinträchtigten Einfallstellen (Sink Marks) auf

den zuvor eingesetzten Bandoberflächen die Reinigbarkeit. In

Verbindung mit Abstreifern kam es zudem zu erhöhtem Verschleiß

und verkürzten Standzeiten. Nach der Umstellung auf Positive-Drive-Bänder

vom Typ Siegling Fullsan mit geschlossener,

gleichmäßiger Oberfläche verbesserten sich Reinigbarkeit und

Prozessstabilität im laufenden Betrieb.

Ein weiteres Beispiel stammt von einem Snackhersteller aus

Hessen. Dort führten hohe Temperaturen sowie chlorhaltige Reinigungsmedien

bei zuvor eingesetzten PVC-Bändern zu Materialproblemen

und instabilen Laufzeiten. Nach der Umstellung auf

den Bandtyp Siegling Fullsan erhöhte sich die Standzeit von rund

sechs Monaten auf mehr als 18 Monate. Gleichzeitig verbesserten

sich Reinigbarkeit und Betriebssicherheit der Anlage.

WIRTSCHAFTLICHKEIT ALS PROZESSFRAGE

Für Betreiber hygienekritischer Anlagen ist die Wirtschaftlichkeit

von Transportbändern nicht allein eine Frage des Anschaffungspreises.

Relevant sind vor allem die Auswirkungen auf den laufenden

Betrieb.

Lassen sich Bandoberflächen schneller und reproduzierbarer

reinigen, sinken Reinigungsaufwand und Stillstandszeiten.

Gleichzeitig verringert sich das Risiko ungeplanter Unterbrechungen

durch Verschleiß oder hygienebedingte Nacharbeiten.

Vor diesem Hintergrund verbindet Siegling Fullsan regulatorische

Konformität mit einer Oberflächenqualität, die im Betrieb

messbare Unterschiede schafft. Der Fokus liegt nicht auf einzelnen

Produkteigenschaften, sondern auf einem stabilen Hygienestandard,

der im täglichen Einsatz funktioniert.

WB

Fotos: Forbo Siegling

www.forbo-siegling.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 21


UNITECHNIK BRINGT TEMPO IN DIE GEFLÜGELBRANCHE

BORGMEIER AUTOMATISIERT LOGISTIK FÜR

RUND 3.000 BEHÄLTER PRO STUNDE

F+H EXTRA

Täglich 140.000 Hähnchen zerlegen, in

zahlreichen Varianten verpacken, etikettieren

und versenden – das stellt hohe Anforderungen

an die Intralogistik. Um die Grundlage für

weiteres Wachstum zu schaffen, hat das

Familienunternehmen Borgmeier Frischgeflügel

an seinem Stammsitz in Delbrück-Schöning ein

umfassendes Automatisierungsprojekt

umgesetzt. Generalunternehmer war

Unitechnik aus Wiehl.

Was 1903 als kleiner Resthof begann, ist heute ein bedeutender

Akteur der deutschen Geflügelbranche.

Borgmeier Frischgeflügel beschäftigt rund 630 Mitarbeiter,

erwirtschaftet 220 Millionen Euro Jahresumsatz

und beliefert über 300 Kunden im In- und Ausland mit

einem Sortiment von mehr als 10.000 Artikelnummern. Die

Spannweite reicht vom Wochenmarktstand bis zur Lebensmittelhandelskette

– mit entsprechend unterschiedlichen Anforderungen

an Verpackung, Etikettierung und Auslieferung.

PROZESSE AN DER KAPAZITÄTSGRENZE

2021 stießen die gewachsenen logistischen Strukturen zunehmend

an ihre Grenzen. Kommissionierung und Versand basierten

auf manuellen Abläufen mit Handscannern und waren räumlich

limitiert. Gleichzeitig verlangt die Geflügelbranche eine hohe

Prozesssicherheit: die Verarbeitung tausender Tiere pro Tag, eine

Vielzahl an Teilstücken und Varianten sowie kundenspezifische

Verpackungs- und Etikettieranforderungen. Hinzu kommen kurze

Reaktionszeiten – 70 Prozent der Bestellungen treffen am Vorabend

ein, 30 Prozent am selben Vormittag – sowie strikte Vorgaben

zu Kühlkette und Rückverfolgbarkeit.

„Die große Herausforderung in unserem Tagesgeschäft besteht

darin, dass wir bei einem Naturprodukt wie Geflügel erst während

der Produktion genau wissen, was wir zur Verfügung haben“,

erklärt Sebastian Borgmeier, Assistenz der Geschäftsführung. Gesucht

wurde daher eine skalierbare und ausfallsichere Lösung.

GESAMTLÖSUNG AUS EINER HAND

Nach einem intensiven Auswahlprozess fiel die Wahl auf Unitechnik.

Ausschlaggebend waren neben der Erfahrung in der Lebensmittelindustrie

vor allem das Angebot einer integrierten Gesamtlösung:

Planung, Lieferung und Realisierung des kompletten

Intralogistiksystems inklusive Lagerverwaltungssoftware, Steuerung

und Mechanik aus einer Hand.

Kernstück der Anlage ist ein Shuttle-Lager mit 31.200 Behälterstellplätzen.

Vier Gassen mit jeweils 26 Ebenen und 104 Shuttles

bewältigen eine sequenzierte Ein- und Auslagerung mit rund

22 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


FÖRDERTECHNIK IN DER LEBENSMITTELINDUSTRIE F+H EXTRA

01

01 Borgmeier verarbeitet rund 140.000 Tiere pro Tag – die schwankende Verfügbarkeit

eines Naturprodukts verlangt eine flexible, eng getaktete Intralogistik

02 Spiralförderer leiten die sequenziert ausgelagerten Warenträger

an die Kommissionierarbeitsplätze

02

3.000 Behältern pro Stunde – gesteuert durch das Lagerverwaltungssystem

UniWare. Ergänzend installierte der Generalunternehmer

eine Verschieberegalanlage für die Tiefkühllagerung mit

rund 4.700 Palettenstellplätzen.

TABLARE ALS EINHEITLICHER LADUNGSTRÄGER

Über eine Brücke gelangen Paletten, Kisten und Kartons automatisch

ins neue Logistikzentrum. Paletten werden entweder direkt

im Versandbereich bereitgestellt oder im Tiefkühllager bevorratet.

Kartons und Kisten gehen ins Shuttle-Lager, das weniger als

klassisches Lager, sondern als dynamischer Sortierpuffer fungiert

– die Ware verweilt dort meist nur wenige Stunden.

Für eine hohe Prozesssicherheit werden Kartons und Kisten

automatisch auf Tablare gesetzt. So arbeitet die nachfolgende

Förder- und Lagertechnik mit einem einheitlichen Ladungsträger.

Kartons werden vor dem Aufsetzen zusätzlich umreift. Bei

Abruf eines Auftrags lagert das System die Warenträger in der benötigten

Sequenz aus, trennt sie vom Tablar und leitet sie über

Spiralförderer an die darunterliegenden Arbeitsplätze. Dort stapeln

Kommissionierer die Ware gemäß den Vorgaben des Lagerverwaltungssystems

auf automatisch bereitgestellte Paletten. Eine

absenkbare Palettenstation sorgt für eine ergonomische Arbeitshöhe.

Das Lagerverwaltungssystem übernimmt zudem Materialflusssteuerung

und Anlagenvisualisierung. Die Mitarbeiter erhalten

Handlungsanweisungen über Bedienerdialoge und Staplerterminals.

KEIN STILLSTAND ERLAUBT

Über die in das Gesamtsystem integrierten Auszeichnungslinien

reagiert Borgmeier kurzfristig auf kundenindividuelle Anforderungen

für SB-Verpackungen. Die gebildeten Paletten variieren

stark in der Artikelzahl – je nachdem, ob sie für Wochenmarkthändler

oder Großabnehmer bestimmt sind.

Ein Großteil der Geflügelprodukte wird bereits am Tag der

Schlachtung versendet. Ausfälle wären daher besonders kritisch.

Die nötige Verfügbarkeit erreicht die Anlage über ein hohes Maß

an Redundanz: Förderstrecken, Heber, Umreifer, Arbeitsplätze

sowie Tablar- und Palettenhandling sind mehrfach ausgelegt und

auf neun Funktionsebenen verteilt. Auch im operativen Alltag

zeigt sich der Fortschritt: Neues Personal benötigt für die Einarbeitung

nur noch wenige Tage.

WB

Fotos: Unitechnik

www.unitechnik.com

WAS LOGISTIKENTSCHEIDER

MITNEHMEN KÖNNEN

1. Shuttle als Sortierpuffer denken

Bei Naturprodukten mit hoher Variantenvielfalt und

kurzer Verweildauer arbeitet ein Shuttle-System als

dynamischer Sortierpuffer wirtschaftlicher als ein

klassisches Langzeitlager.

2. Einheitlicher Ladungsträger vereinfacht

Automatisierung

Heterogene Gebinde (Kartons, Kisten) lassen sich leichter

automatisiert handhaben, wenn sie auf einen einheitlichen

Trägertyp – hier: Tablar – konsolidiert werden.

3. Redundanz ist im Frischebereich Pflicht, nicht Kür

Wo Kühlkette und Tagesfrische über die Vermarktbarkeit

entscheiden, sind Stillstände besonders teuer. Mehrfach

ausgelegte Technik auf mehreren Funktionsebenen

sichert die Verfügbarkeit ab.

4. Generalunternehmer-Modell reduziert

Schnittstellenrisiken

Mechanik, Steuerung und Software aus einer Hand

minimieren Reibungsverluste zwischen Gewerken – ein

Vorteil bei komplexen, eng getakteten Anlagen.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 23


01

LAGERAUTOMATISIERUNG IM LEBENSMITTELHANDEL

KREYENHOP & KLUGE STEIGERT LOGISTIK-

LEISTUNG MIT NEUEM HOCHREGALLAGER

Seit mehr als 90 Jahren handelt Kreyenhop & Kluge mit Lebensmittel-

Spezialitäten aus Asien und dem Orient. Um weiter wachsen zu können, bündelte

der Großhändler seine Logistik in einem neuen Zentrum in Oyten – und

automatisierte sie konsequent. Westfalia Technologies aus Borgholzhausen

realisierte als Generalunternehmer ein dreigassiges Teleskopgabelhochregallager

mit 11.000 Stellplätzen und einem Durchsatz von 100 Ladeeinheiten pro Stunde.

Ein cleveres Systempalettenkonzept sorgt dabei für eine hohe Zuverlässigkeit.

Das Sortiment von Kreyenhop & Kluge umfasst rund 3.500

Food- und Non-Food-Artikel bekannter Marken sowie

Neuentwicklungen in Partnerschaft mit Lieferanten.

Rund 250 Mitarbeiter in Einkauf, Qualitätssicherung, Lagerführung

und Transportlogistik stemmen das Tagesgeschäft –

inklusive eigener Lkw-Flotte.

Seit Anfang 2025 unterstützt ein automatisches, dreigassiges

Teleskoplagersystem den Betrieb: Mit einer Kapazität von rund

11.000 Stellplätzen optimiert die Anlage Lagerung, Kommissionierung

und Materialflüsse gleichermaßen.

MAXIMALE ZUVERLÄSSIGKEIT BEI HOHEN

TRANSPORT- UND LAGERGESCHWINDIGKEITEN

„Ziel des Unternehmens war, weiter zu wachsen“, erläutert Tim

Schön, Geschäftsführer der Kreyenhop & Kluge GmbH & Co. KG.

„Da dies am Hauptstandort nicht mehr möglich war, fiel die Entscheidung,

die Logistik in einem neuen Zentrum in Oyten, vor

den Toren Bremens, zu bündeln und zu automatisieren. Eine Herausforderung

waren dabei die oft mangelhaften Qualitäten von

Paletten aus dem Palettentausch sowie von Einwegpaletten, mit

denen die oft unpalettierten Waren aus Asien palettiert werden.“

Die Lösung beschreibt Stephan Bruns, Vertriebsleiter Technologien

& Systeme bei Westfalia: „Wir stützen die qualitativ minderwertigen

Lieferantenpaletten durch Systempaletten. Diese

verbleiben im System und schaffen durch die Unterpalettierung

auch bei hohen Transport- und Lagergeschwindigkeiten die Voraussetzungen

für eine maximale Systemzuverlässigkeit und -verfügbarkeit.“

Gefordert sei zudem eine Durchsatzleistung von

mindestens 100 Ladeeinheiten pro Stunde gewesen – eine Vorgabe,

durch deren Erfüllung Westfalia als Generalunternehmer den

Projektzuschlag erhalten habe.

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PRODUKTE UND SYSTEME

02 03

Das Leistungsportfolio umfasste das dreigassige doppeltiefe

Hochregallager in Silobauweise, drei Regalbediengeräte mit Teleskopgabel-Lastaufnahmemittel,

Fördertechnik, SPS, Aktorik und

Sensorik sowie das Warehouse-Execution-System Savanna.NET

für kombinierte Lagerverwaltung und Materialflusssteuerung.

Die Anlage läuft im Zweischichtbetrieb – 16 Stunden täglich,

fünf Tage pro Woche. Das rund 70 Meter lange, 22 Meter breite

und 32,5 Meter hohe Lagersystem entstand in selbsttragender Silobauweise.

Nach Auftragserteilung 2023 ging das Lager Anfang

2025 in Betrieb. Auf 16 Ebenen bietet die Anlage Platz für rund

11.000 Ladeeinheiten. Drei Regalbediengeräte mit je 34 Doppelspielen

pro Stunde sorgen für eine hohe Zugriffsfrequenz; im Zusammenspiel

mit leistungsstarker Fördertechnik und schnellen

Schnittstellen erreicht die Anlage einen Gesamtdurchsatz von

100 Ladeeinheiten pro Stunde, sowohl in der Ein- als auch in der

Auslagerung.

DYNAMISCHER KREISLAUF FÜR DIE

UNTERPALETTIERUNG

DIE ANLAGE ATMET – SIE

VERSORGT SICH LAUFEND

MIT SYSTEMPALETTEN

In die umfangreiche Fördertechnik aus Rollen- und Kettenförderern

ist ein separater Materialfluss für Systempaletten im Epal-

Format integriert. Zwei automatische Palettenmagazine führen

Systempaletten zur Unterpalettierung ankommender Einweg-Ladehilfsmittel

in der Einlagerung zu und nehmen sie nach der Depalettierung

im Warenausgang wieder ab. Überschüssige Systempalettenstapel

werden automatisch im Lager zwischengepuffert

und bedarfsgerecht in die Palettenmagazine zurückgeführt. „Die

Anlage versorgt laufend alle Ladeeinheiten mit einem Systempalettenkontingent

– sie atmet gewissermaßen“, beschreibt Christian

Goltermann, Vertriebsleiter Software & IT bei Westfalia, diesen

logistischen Schlüsselvorgang.

MAXIMALE FLEXIBILITÄT, STRECKEN-, PLATZ-

UND ENERGIEEFFIZIENZ

Für Ladeeinheiten bis 1.200 mm Höhe (8.304 Stellplätze) und bis

2.100 mm Höhe (2.784 Stellplätze) im Format 900 × 1.300 mm mit

einem Gewicht von 100 bis 850 kg sind Lager- und Fördertechnik

sowie Stellplätze ausgelegt. Bei Bedarf lässt sich die Anlage erweitern.

In die Auslagerung integriert sind zudem ein automatischer

Haubenstretcher und ein automatisches Etikettiersystem.

Die Automatisierung verringert die benötigen Fahrzeuge für

den Lagerbetrieb im Vergleich zu einem staplerbedienten Lager

bei maximaler Kapazität durch eine Zugriffshöhe von ca. 30 Metern.

Für vollständige Lagertransparenz sorgt das Warehouse-

01 Mit dem dreigassigen Teleskopgabellager realisierte Westfalia

eine Durchsatzleistung von 100 Ladeeinheiten pro Stunde

02 Nach der manuellen Aufgabe der Ware übernimmt die Fördertechnik,

um sie automatisch in das Hochregallager einzuspeisen

03 Präzise, schnelle Übergaben und hohe Zugriffsfrequenzen

zeichnen das automatische Teleskopgabellager aus

Execution-System (WES) Savanna.NET, das die Westfalia-Anlage

steuert und nahtlos in das Gesamtsystem einbindet. „Das WES

vereint alle Funktionen für Lagerverwaltung und Materialflusssteuerung

in einer einzigen Instanz auf einer intuitiven Bedienoberfläche“,

fasst Goltermann die Softwarelösung zusammen.

ROBUSTE TECHNIK, EINFACHE WARTUNG, VOLLE

TRANSPARENZ

Die Westfalia-Technologie ist auf hohe Transportgeschwindigkeiten,

hohe Gewichte und hohe Zugriffsfrequenzen ausgelegt.

„Durch engmaschiges Anlagen-Monitoring und kontinuierliche

Modernisierung laufen Westfalia-Anlagen über Jahre zuverlässig“,

erläutert Bruns. „Moderne Antriebe, präzise Sensorik sowie

mehrfache Kontrollen bei der Aufgabe und auf den Lastaufnahmemitteln

verhindern Materialschäden an Ware und Ladehilfsmitteln

sowie Systemstörungen.“ Beschädigte oder fehlerhaft gepackte

Ladeeinheiten werden frühzeitig ausgeschleust.

Sämtliche Systemkomponenten sind für die Instandhaltung

optimal zugänglich. Die Regalbediengeräte sind mit Wartungsliften

ausgestattet, um alle Bereiche des Hochregallagers unabhängig

vom Lastaufnahmemittel schnell zu erreichen.

FAZIT: REIBUNGSLOSE INTEGRATION UND

ZUVERLÄSSIGER BETRIEB

Für den Großhändler hat sich die Investition ausgezahlt. „Wir haben

uns aufgrund der guten, fachkompetenten Zusammenarbeit

in der Vertriebsphase bewusst für Westfalia entschieden – und

wurden nicht enttäuscht“, zieht Schön ein positives Fazit. „Das

automatische Hochregallager ließ sich hervorragend in das neue

Gesamtlogistiksystem integrieren. Westfalia ist ein Logistikspezialist

mit kompetenten Mitarbeitern und einer hohen Fertigungstiefe.“

Regalbediengeräte, Fördertechnik, Steuerung und Lagersoftware

liefen zuverlässig, so Schön weiter. Das Servicekonzept

funktioniere gut, der Tagesbetrieb werde optimal unterstützt.

Und er ergänzt: „Die Entscheidung, mit Systempaletten zu arbeiten,

war genau die richtige. Auch daher läuft die Anlage im Zusammenspiel

mit der soliden Westfalia-Technik zuverlässig.“

3D-Visualisierung/Fotos: Westfalia Technologies, Anne Wirtz

www.westfaliaeurope.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 25


IMPULSE

ERFOLGSFAKTOREN MODERNER VISUALISIERUNGSTECHNIK

WAS LICHTLÖSUNGEN HEUTE

LEISTEN MÜSSEN

Visuelle Signale schaffen Transparenz in

Logistikumgebungen, reduzieren Fehlerquoten

und unterstützen den Materialfluss. Damit

LED-Streifen und Signalleuchten in der Praxis

zuverlässig funktionieren, müssen sie

mechanisch robust, gut sichtbar, skalierbar und

in bestehende Steuerungslandschaften

integrierbar sein. Dieser Beitrag gibt einen

Überblick über die zentralen Anforderungen

– und zeigt, wann der Kommunikationsstandard

IO-Link die richtige Wahl ist.

Digitale und zunehmend automatisierte Logistikprozesse

erzeugen eine wachsende Informationsflut. Gleichzeitig

müssen Mitarbeiter diese Informationen unmittelbar erfassen

und darauf reagieren – unabhängig von Sprache,

Erfahrung oder Standort im Lager. Visuelle Signale übernehmen

dabei eine Schlüsselrolle: Sie machen Abläufe nachvollziehbar,

weisen auf Abweichungen hin und erleichtern die Orientierung.

Moderne LED-Streifen und Signalleuchten visualisieren Bestände,

kennzeichnen Störungen und unterstützen komplette Arbeitsabläufe.

Damit diese Systeme zuverlässig funktionieren,

müssen sie eine Reihe technischer und organisatorischer Anforderungen

erfüllen.

ROBUST, SICHTBAR, ANSCHLUSSFÄHIG,

SKALIERBAR

Logistikumgebungen stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte

Technik. Vier Kriterien sind dabei ausschlaggebend.

1. Mechanische Belastbarkeit: Stöße, Vibrationen und Verschmutzungen

gehören in der Logistik zum Alltag. LED-Streifen,

Signalleuchten und Befestigungstechnik müssen diesen Einflüssen

dauerhaft standhalten. Eine bündige Integration in Trägerstrukturen

oder Profilnuten schützt zusätzlich vor mechanischer

Beanspruchung.

2. Sichtbarkeit unter wechselnden Bedingungen: Logistikbereiche

sind häufig großflächig und werden unterschiedlich ausgeleuchtet.

Reflexionen können die Erkennbarkeit zusätzlich beeinträchtigen.

Eine geeignete Kombination aus Lichtstärke, Farbwahl

und Abstrahlwinkel stellt sicher, dass Statusmeldungen unabhängig

von Standort und Blickwinkel eindeutig erkennbar

bleiben.

3. Anbindung an bestehende Systeme: In vielen Anlagen existiert

eine heterogene Infrastruktur mit unterschiedlichen Protokollen.

26 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


IMPULSE

01

02

„Signalisierungslösungen sollten sich auf einfache Weise an SPS,

Fördertechnik oder andere Anlagenkomponenten anbinden lassen“,

sagt Björn Müller, Produktmanager bei der item Industrietechnik

GmbH, Solingen. „Standardisierte Schnittstellen reduzieren

den Integrationsaufwand. Fehlende Standards hingegen

können die Installation deutlich erschweren.“

VISUELLE SIGNALE MACHEN

ABLÄUFE IN DER INTRA LOGISTIK

NACHVOLLZIEHBAR

4. Skalierbarkeit: Logistikanlagen verändern sich: Regale werden

versetzt, Förderstrecken ausgebaut, Abläufe neu organisiert. Signalisierungssysteme

müssen daher modular aufgebaut und leicht

erweiterbar sein, damit Anpassungen ohne umfangreiche Umbauarbeiten

oder lange Stillstandszeiten möglich sind.

IO-LINK: WANN SICH DER EINSATZ LOHNT –

UND WANN NICHT

01 Über IO-Link lassen sich Farben, Helligkeit und Blinkmuster des

Multi-Segment-RGB-LED-Streifens flexibel einstellen und an geänderte

Abläufe anpassen

02 Die richtige Balance zwischen Leistungsfähigkeit und Umsetzbarkeit

entscheidet über den Erfolg visueller Signalisierung in der Logistik

Für die Einbindung von Signalisierungslösungen in bestehende

Strukturen gewinnt der Kommunikationsstandard IO-Link zunehmend

an Bedeutung. Die digitale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation

erweitert klassische Schalt- und Signalleitungen um drei

Funktionen:

n Individuelle Parametrierung: Farben, Helligkeit und Blinkmuster

lassen sich flexibel einstellen und an geänderte Abläufe anpassen

– ohne mechanische Modifikation oder neue Verdrahtung.

Vordefinierte Betriebsarten wie Markierleuchte, Füllstand,

Countdown oder Segmentanzeige erleichtern die Inbetriebnahme

auch ohne Programmierkenntnisse.

n Diagnose und Zustandsüberwachung: Signalisierungskomponenten

können Betriebsstunden, Temperaturen oder Gerätezustände

melden und damit Hinweise für Wartung und Fehlerprävention

liefern.

n Herstellerübergreifende Integration: Als standardisierte

Schnittstelle lässt sich IO-Link in etablierte Automationsumgebungen

einbinden und reduziert den Integrationsaufwand im

Zusammenspiel mit Sensoren und Aktoren.

Dem stehen praktische Einschränkungen gegenüber. Die Punktzu-Punkt-Verbindung

ist in der Praxis auf etwa 20 m begrenzt –

für große Logistikhallen oder weit verteilte Regalzonen ist sie

nicht immer ausreichend. IO-Link setzt zudem eine durchgängige

Systeminfrastruktur voraus: Fehlen IO-Link-Master oder ist

die Steuerungsebene nicht kompatibel, steigt der Aufwand für

Hardware-Erweiterungen. Schließlich erfordert die Parametrierung

entsprechendes Know-how; bei einfachen Signalaufgaben

wie einer Rot-Gelb-Grün-Anzeige kann der Einsatz überdimensioniert

sein.

Die Abwägung zeigt: Entscheidend ist nicht die fortschrittlichste

Technologie, sondern die passgenaue Lösung für die jeweilige

Umgebung.

INTEGRATION IN BESTANDSANLAGEN

Damit Signalisierungslösungen in gewachsenen Anlagen zuverlässig

funktionieren, sind drei Faktoren ausschlaggebend: die

mechanische Schnittstelle, die technische Anbindung und die

Anpassbarkeit an betriebliche Standards.

Modular aufgebaute Komponenten, die sich an unterschiedliche

Trägerstrukturen montieren lassen, reduzieren den Aufwand

für Umbauten an bestehenden Anlagen. Ebenso wichtig ist die

Unterstützung mehrerer Ansteuerungsarten, um Kompatibilität

mit heterogenen Bus- und Steuerungssystemen sicherzustellen.

Viele Unternehmen arbeiten mit eigenen Farbcodes oder definierten

Signalmustern. Individuelle Parametrierbarkeit ist daher

notwendig – nur so lassen sich Klarheit und Wiedererkennbarkeit

im Betrieb verlässlich erreichen.

Grundsätzlich gilt: Im Retrofit sind jene Lösungen am erfolgreichsten,

die bestehende Strukturen beibehalten, sinnvoll erweitern

und den laufenden Betrieb möglichst wenig beeinflussen.

FAZIT

Visuelle Signalisierung ist ein wichtiger Baustein für sichere und

effiziente Logistikprozesse. Entscheidend für den Erfolg ist die

richtige Balance zwischen technologischer Leistungsfähigkeit

und praktischer Umsetzbarkeit. Wer bei der Planung neben der

Technik auch die mechanische Integration, die vorhandene Infrastruktur

und die realen Arbeitsabläufe berücksichtigt, schafft

die Grundlage für messbare Verbesserungen bei Prozesssicherheit,

Fehlerquote und Mitarbeiterentlastung.

WB

Fotos: item

www.item24.com

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MARKT UND TRENDS

INVESTITIONSENTSCHEIDUNGEN IN DER INTRALOGISTIK

EIN SCHLECHTER RUF KOSTET DREI

VON VIER AUFTRÄGEN

Über die Auswahl geeigneter Anbieter entscheiden nicht nur

technische Leistungsdaten, sondern weitere zentrale Erfolgsfaktoren,

wie Bekanntheit, Image und Vertrauen. Letztere beeinflussen

Investitionsentscheidungen stärker als oft angenommen.

Der Markt für autonome mobile Roboter (AMR)

wächst dynamisch und wird zunehmend

unübersichtlich. Investoren sehen sich vor der

großen Herausforderung, Anbieter nicht nur

technologisch, sondern auch strategisch zu

bewerten. Der Beitrag analysiert die Bedeutung

von Image und Bekanntheit im Entscheidungsprozess

und zeigt auf, wie Referenzen, Markenwahrnehmung

und Positionierung den

Projekterfolg beeinflussen. Abgeleitet werden

Handlungsempfehlungen für Unternehmen, die

in AMR investieren möchten.

Weltweit priorisieren Volkswirtschaften die Integration

von Fabrikrobotern, da die Automatisierung zu

einem entscheidenden Instrument zur Steigerung

der Produktivität wird. Im globalen Automatisierungswettlauf

erreichten die westeuropäischen Länder 2024 einen

Rekordwert von 267 Robotern pro 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden

Gewerbe – vor Nordamerika mit 204 Einheiten und

Asien mit 131 Einheiten. Dies geht aus dem Bericht „World Robotics

2025“ hervor, der von der International Federation of Robotics

(IFR) im April 2026 veröffentlicht wurde [1].

Autonome mobile Roboter (AMR) und fahrerlose Transportsysteme

(FTS) zählen zur Schlüsseltechnologie der Intralogistik.

Das starke Marktwachstum wird durch Fachkräftemangel und

den Bedarf an effizienter Intralogistik ausgelöst. Während FTS oft

spurgebunden sind, bieten AMR durch intelligente Sensoren

(SLAM-Technologie) höhere Flexibilität. Der Trend geht hin zu

flexibleren, KI-gestützten Systemen.

VOM TECHNOLOGIEVERGLEICH ZUR

VERTRAUENSFRAGE

Autonome mobile Roboter sind schon seit längerem mehr als ein

Innovationsthema; sie gehören in vielen Logistik- und Produktionshallen

zum operativen Alltag. Entsprechend ermutigt steigt

die Zahl der Anbieter – von etablierten Branchengrößen bis hin

zu agilen Start-ups.

Entscheidungsträger bei Investoren befinden sich in einem Dilemma,

denn die große Anzahl der Unternehmen stellt sie bezüglich

der Auswahl des richtigen Anbieters vor zentrale Probleme.

Da technologische Unterschiede zum Teil schwer vergleichbar

sind und sich Leistungsversprechen ähneln, gewinnen andere

Parameter an Bedeutung, welche die Komplexität reduzieren und

Vertrauen schaffen – vor allem bei Investitionen mit hoher strategischer

Tragweite. Worauf begründet sich das Vertrauen in einen

Lieferanten?

STUDIENBASIS: MATERIAL UND METHODE

OHNE VERTRAUEN KOMMT

KEIN AMR-ANBIETER IN DIE

AUSSCHREIBUNG

Für eine neutral angelegte, qualitative Untersuchung zum Markt

der autonomen mobilen Roboter wurden 1.850 Entscheidungsträger

aus dem Bereich Intralogistik per Zufallsstichprobe ausgewählt

[2]. Im Zeitraum von November 2024 bis März 2025 kontaktierte

das Forschungsteam die Teilnehmer in drei Versandwellen

über ihre personalisierte E-Mail-Adresse.

Über den Link im Anschreiben gelangten die Studienteilnehmer

auf den vollstrukturierten Fragenbogen und konnten mithilfe

von „Computer Assisted Web Interviewing“ (CAWI) die Beantwortung

der Fragen vornehmen. Die Rücklaufquote lag bei

16,1 Prozent oder 298 Rückläufer, davon füllten 37 (12,4 Prozent)

den Fragebogen teilweise und 209 vollständig aus (70,1 Prozent).

17,4 Prozent (52) brachen die Studie ab.

STUDIENABLAUF

Zunächst machten die Befragten Angaben zur Branche, Größe ihres

Unternehmens, zur eigenen Position und ihrer Entscheidungskompetenz

bezüglich der Investitionen im Bereich Intralogistik.

STRUKTURDATEN DER AUSWERTUNGS­

STICHPROBE BRANCHENVERTEILUNG

Das Spektrum der Branchen zeigt Bild 01. Herauszuheben sind

die Logistikdienstleister (18,1 Prozent), gefolgt von der Automobil

industrie (12,6 Prozent) und dem Maschinenbau (11,8 Pro-

28 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


MARKT UND TRENDS

01 Branchenverteilung der Studienteilnehmer: Logistikdienstleister,

Automobilindustrie und Maschinenbau

stellen die größten Gruppen (n = 271)

zent). Den Rest bilden Branchen mit einstelligen

Prozentwerten.

UNTERNEHMENSGRÖSSE

Die Finanzkraft der befragten Unternehmen

hat für das untersuchte Marktsegment

einen relevanten Einfluss, da für die

Anschaffung von autonomen mobilen Robotern

und fahrerlosen Transportsystemen

größere Finanzvolumen benötigt

werden. Für die Unternehmensgröße wurde

stellvertretend die Anzahl der beschäftigten

Mitarbeiter erhoben, wobei die Befragten

aus sechs Beschäftigtenklassen

auswählen konnten, um ihr Unternehmen

einzuordnen. Eine rechtsschiefe Verteilung

der Stichprobe wird durch den großen

Anteil von 49,6 Prozent der Unternehmen

mit mehr als 1.000 Mitarbeitern illustriert.

24,8 Prozent der Unternehmen beschäftigen

mehr als 5.000 Mitarbeiter.

02 Position der Befragten im Unternehmen: Zwei Drittel

kommen aus dem Fachgebiet Logistik, 17 Prozent aus

der Führungsebene (n = 246)

POSITION UND ENTSCHEI-

DUNGSKOMPETENZ

IMAGE UND BEKANNTHEIT ALS

ENTSCHEIDUNGSFILTER

Bekanntheit und Ruf eines Unternehmens gelten als bedeutende

Erfolgsfaktoren – national wie international. Beide Größen bedingen

einander: Ohne Bekanntheit kein Image, aber ein starkes

Image verstärkt die Wirkung der Bekanntheit. Medienarbeit,

Sichtbarkeit und zunehmend auch Online-Bewertungen prägen,

wie ein Anbieter wahrgenommen wird. Positive Kundenstimmen

stärken das Vertrauen und gewinnen neue Käufer; negative können

potenzielle Kunden abschrecken.

Wie stark Image und Reputation Kaufentscheidungen beeinflussen,

belegt Bild 04 eindrücklich: 74,5 Prozent der Befragten

schließen den Kauf logistischer Produkte bei Anbietern mit

schlechtem Ruf kategorisch aus.

Entscheidungen über Investitionen mit großer Tragweite werden

nicht anhand nur eines Kriteriums getroffen. So reicht das

globale Image allein nicht aus, um im B2B-Markt zu bestehen.

Daher wurden den Studienteilnehmern 20 Lieferantenauswahl-

Die Position der Befragten im Unternehmen

wurde mit einer geschlossenen Frage

(vorgegebene Antwortkategorie) abgeklärt.

Aus der Führungsebene, zum Beispiel

Inhaber/Geschäftsführer (8,1 Prozent),

Niederlassungs- und Betriebsleiter

(8,9 Prozent), stammten insgesamt 17 Prozent

der Studienteilnehmer. Mit 67,5 Prozent

der Befragten wird das Fachgebiet

Logistik repräsentiert. In die Kategorie

Sonstige Leitungsfunktionen wurden Einkaufsleiter,

Projektleiter Einkauf eingeordnet

(Bild 02).

Die Ergebnisse zur Entscheidungskompetenz

und Lieferantenauswahl zeigt

Bild 03.

Den Studienteilnehmern wurden fünf

Investitionsfelder der Logistik vorgelegt.

Untersucht wurde dabei, ob sie entsprechende

Budgets allein oder gemeinsam mit anderen verantworten.

Besonders aufschlussreich sind die Angaben zu AMR/FTS:

7,6 Prozent der Befragten gaben an, hier allein zu entscheiden;

weitere 58,6 Prozent stimmen sich mit Kollegen ab. Zum Vergleich

lohnt ein Blick auf die Angaben zu den Bereichen Lagertechnik

und Infrastruktur.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 29


MARKT UND TRENDS

kriterien zur Bewertung vorgegeben, die einerseits aus produktnahen

Parametern, andererseits aus Faktoren, zum Beispiel der

Kundenorientierung bestanden.

LIEFERANTENAUSWAHLKRITERIEN

Für die Investitionsentscheidung AMR/FTS wurden mit Investoren

20 Kriterien als relevant definiert, wobei deren Bedeutung

mithilfe einer 10-stufigen Skala (1 = völlig unwichtig, 10 = sehr

wichtig) bewertet werden konnte. Erreicht ein Kriterium 8 und

mehr Punkte, so ist von einer sehr hohen Bedeutung für Auswahl

03 Entscheidungskompetenz der Befragten: Bei AMR-/

FTS-Investitionen entscheiden 7,6 Prozent allein,

weitere 58,6 Prozent gemeinsam mit anderen Entscheidungsträgern

(n = 246)

eines Lieferanten auszugehen. Die Auswertung der Rückläufe ergibt:

„Mitarbeiterkompetenz“, „Kundenorientierung“, „Ersatzteilmanagement“

und „Customer Services“ sind für die Lieferantenauswahl

sehr wichtig, gleiches gilt für Qualitätsmerkmale der

Produkte, hier illustriert in Form der „Betriebssicherheit“, „Lebensdauer“

und „Leistungsfähigkeit“.

Besondere Bedeutung kommt dem Parameter Total Cost of

Ownership (TCO) zu. Da Automatisierungsprojekte in der Intralogistik

hohe Investitionen erfordern, sind die TCO für die Erfolgskontrolle

eines Projekts unverzichtbar.

In Bild 05 werden zehn besonders relevante Lieferantenauswahlkriterien

(Soll-Wert) den tatsächlichen Unternehmenswerten

(Ist-Wert) gegenübergestellt.

Deutliche Lücken zwischen Anspruch

und Wirklichkeit sind erkennbar.

Zur Orientierung gilt: Liegen Ist- und Soll-

Wert bei ≥ 8 Punkten und einer Differenz

von ≤ 0,5 Punkten, entsprechen sich beide

Werte. Liegt der Ist-Wert unter acht Punkten

und beträgt der Abstand zum Soll-Wert

mehr als 0,5 Punkte, wird das Anspruchsziel

verfehlt – mit spürbaren Folgen für die

Wettbewerbsposition.

Die Kriterien „Ersatzteilmanagement“,

„TCO“, „Kundenorientierung“ und „Customer

Service“ erreichen dieses Ziel als

Branchenwert nicht. Für betroffene Anbieter

besteht konkreter Handlungsbedarf –

wer hier nicht nachbessert, riskiert, bei

Projektausschreibungen nicht berücksichtigt

zu werden.

04 Bedeutung des globalen Images: Drei von vier

Investoren lehnen den Kauf logistischer Produkte bei

Anbietern mit schlechtem Ruf ab (n = 480)

IMAGE BEEINFLUSST DIE

KAUFENTSCHEIDUNG

Das positive Image eines Anbieters beeinflusst

die Kaufentscheidung – in allen skizzierten

Facetten (Bild 06). Da Entscheidungen

über Investitionen durch mehrere

Prozessbeteiligte kollegial vorgenommen

werden, konzentrieren sich die Mitarbeiter

auf ihren Kompetenzbereich.

Die Fachebene Logistik fokussiert sich

eher auf den Technologievergleich, während

das Management vermehrt Referenzen

und Berichte in Fachmedien berücksichtigt.

So wird zum Beispiel ein Besuch

von Referenzstandorten von den Entscheidungsträgern

genutzt, um sich vor Ort über

die Leistungsfähigkeit, die Betriebssicherheit

der Produkte sowie die Kundenorientierung

und die Customer Services zu informieren.

In den Gesprächen mit den Kollegen

werden positive und negative Erfahrungen

ausgetauscht, die helfen, das Projektrisiko

zu reduzieren. Zum Image tragen beide

Kategorien bei.

Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

im Investorenunternehmen maßgeblich

das Change-Management. Wird es rechtzeitig

eingeleitet, lassen sich Widerstände

bei den Mitarbeitern vermeiden – durch

frühzeitiges Einbinden in den Entscheidungsprozess,

Schulungen und begleitende

Maßnahmen bei der Prozessumstellung.

Da am Ende die Skalierbarkeit über den

30 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


MARKT UND TRENDS

05

Soll-Ist-Vergleich: Bei Ersatzteilmanagement, TCO, Kundenorientierung und Customer

Services liegt die Branchenbewertung deutlich unter dem Anspruch der Investoren

langfristigen Erfolg entscheidet, kann eine

schrittweise Einführung des Projekts sinnvoll

sein, um nicht die Integration in bestehende

Prozesse zu gefährden. Für eine

flexible Erweiterbarkeit ist im Projektplan

zu sorgen.

06 Entscheidungskriterien bei der Auswahl von

Lieferanten autonomer mobiler Roboter und fahrerloser

Transportsysteme (AMR/FTS). Befragt wurden 209

Anwender

MARKE SCHLÄGT TECHNIK

Anbieter sollten ihr globales Image und

die relevanten Lieferantenauswahlkriterien

kennen, um sie gezielt in die Kommunikation

mit ihren Zielgruppen einzubeziehen.

Neben klassischen KPIs kommt der

Markenwahrnehmung (aktive und passive

Bekanntheit) ebenfalls eine hohe Bedeutung

zu, denn ohne Bekanntheit gibt es

kein (positives) Image. Da der Erfolg von

Projekten nicht allein von der Technologie

abhängt, sondern maßgeblich vom Vertrauen

und von der Wahrnehmung des

Anbieters, sind diese auf sehr gute Bewertungen

ihrer Kunden angewiesen.

Eine interessante Beobachtung im

AMR-Markt illustriert, dass Unternehmen

sich bewusst gegen ein „Full Automation“-

Narrativ entscheiden, um stattdessen auf

kollaborative Systeme zu setzen. Das Credo

lautet: „Jetzt geht es um Menschen und Roboter, die zusammenarbeiten.“

Diese Positionierung wirkt stark imagebildend,

weil dadurch Ängste bei Mitarbeitern im Unternehmen reduziert

werden.

PARTNERSCHAFT STATT LIEFERANTENBEZIEHUNG

Für Entscheider in der Logistik leiten sich daraus eindeutige

Handlungsempfehlungen ab: Sie sollten den Anbieter anhand

der skizzierten Kriterien auswählen und die Zusammenarbeit als

strategische Partnerschaft anlegen. Darüber hinaus empfiehlt es

sich, langfristige Roadmaps zu prüfen, die Innovationsfähigkeit

des Lieferanten zu bewerten und seine finanzielle Stabilität zu

analysieren.

Quellenangaben:

[1] https://ifr.org/ifr-press-releases/news/robot-density-surges-in-europe-asiaand-americas,

abgerufen am 26. Mai 2026

[2] n. n.: GMP-Europe: Studie „Image und Bekanntheit von Anbietern des

Marktsegments Robotik (AMR und FTS)“

Autor: Hans-Jürgen Upmeyer, Geschäftsleiter GMP Europe, Essen

Grafiken/Foto: GMP Europe/Aufmacherfoto: KI-generiert

www.gmp-europe.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 31


BEST-FIT STATT MAXIMALTECHNOLOGIE

Wie verändern künstliche Intelligenz, Resilienz anforderungen und neue

Nachhaltigkeits maßstäbe die Intralogistik? Im Gespräch mit der f+h-Redaktion

erläutert Dr. Florian Heydenreich, Geschäftsführer Sales & Service bei Still, warum

Automatisierung heute zum Hygienefaktor geworden ist, weshalb das Lastenheft

oftmals über Erfolg oder Misserfolg von Projekten entscheidet und welche Rolle das

Nvidia Omniverse künftig in der Lagerplanung spielen wird.

Herr Dr. Heydenreich, die f+h begleitet seit 75 Jahren die

Entwicklung der Fördertechnik und heutigen Intralogistik – und

damit zahlreiche Technologiesprünge. Wie hat sich aus Ihrer

Sicht unsere Branche in den vergangenen Jahren verändert, und

welche Themen werden die nächsten Jahre prägen?

Florian Heydenreich: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch

zum 75-jährigen Jubiläum – eine beachtliche Leistung,

und ich wünsche der f+h auch weiterhin viel Erfolg. Wenn ich

die Veränderungen der vergangenen Jahre einordnen soll, würde

ich drei große Themenfelder unterscheiden.

Das erste ist Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen

längst kein Marketing-Slogan mehr, sondern Teil der

Unternehmens-DNA.

Der zweite Punkt ist Passgenauigkeit und Differenzierung. In der

Vergangenheit gab es einen starken Trend, die Technologie immer

weiter auf die Spitze zu treiben. Heute sehen wir den umgekehrten

Weg: Auf Basis einer genauen Analyse der Prozesse ent-

wickeln wir gemeinsam mit dem Kunden die passende „Best-

Fit“-Lösung. Je nach Anwendung kann der Technologiegrad

unterschiedlich ausfallen – und primär darin liegt die Beratungskompetenz,

die durch die zunehmende Komplexität der

Prozesse immer wichtiger wird.

Das dritte große Feld umfasst Automatisierung, KI und Daten.

Wir verzeichnen ein starkes Wachstum im Bereich der Automatisierung

– von einfachen Einstiegslösungen bis hin zu hochkomplexen

Anlagen. Daten helfen uns in der Prozess- und Flottenberatung,

Optimierungspotenziale aufzudecken. Die Möglichkeiten

der KI werden uns in den kommenden Jahren erheblich

dabei unterstützen, passgenaue Lösungen schneller zu entwickeln.

Wenn ich noch einen Schritt weiterdenke: Wir arbeiten

als Unternehmensgruppe mit Nvidia zusammen. In den Potenzialen,

die KI in den Bereichen Simulation und Emulation eröffnet,

um Prozesse vollständig im digitalen Umfeld zu planen,

sehe ich – gepaart mit Automatisierung – einen großen Hebel für

unsere Branche.

32 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


F+H NACHGEFRAGT PERSPEKTIVEN

Erlauben Sie mir eine These: Automatisierung ist heute kein

Wettbewerbsvorteil mehr, sondern ein Hygienefaktor. Würden

Sie das unterschreiben?

Florian Heydenreich: Dem würde ich teilweise zustimmen. Die

Automatisierung hat tatsächlich einen Reifegrad erreicht, der es

jedem Unternehmen – unabhängig von Größe und Komplexität

– erlaubt, sich damit zu beschäftigen. Und wir können für jeden

Anwendungsfall die passende Lösung bieten. Insofern ist Automatisierung

mittlerweile ein Kern unseres Lösungsangebots.

Wenn wir mit Unternehmen ins Gespräch kommen, bewerten

wir zunächst, was der richtige Materialfluss ist. Anschließend

diskutieren wir offen, ob eine manuelle, eine hybride Lösung

oder eine automatisierte effizienter ist. Das ist eine wichtige

Beratungsleistung, die ich jedem Unternehmen dringend empfehlen

würde, das über die Optimierung seiner innerbetrieblichen

Logistik nachdenkt.

Für mich ist mittlerweile nicht mehr die Geschwindigkeit eines

Roboters die spannendste Innovation, sondern die sauberste

Schnittstelle. Durch die Komplexität der Vernetzung gewinnen

Systemarchitektur und Integration in bestehende

IT-Landschaften enorm an Bedeutung.

Florian Heydenreich: Ein absolut wichtiger Punkt. Mit Standards

wie der Schnittstelle VDA 5050 entstehen Lösungen, mit

denen sich Fahrzeugflotten herstellerübergreifend steuern lassen.

Das ist genau die richtige Entwicklung.

Ein weiteres viel diskutiertes Thema ist Resilienz. Nach

Pandemie, Energiepreissprüngen und Lieferkettenproblemen:

Ist Resilienz heute höher zu bewerten als Effizienz?

Florian Heydenreich: Die geopolitischen Entwicklungen zeigen,

dass die Welt immer komplexer wird und sie sich kaum

noch verlässlich planen lässt. Resilienz ist daher ein zentrales

Thema – ich würde Resilienz allerdings nicht gegen Effizienz

ausspielen, sondern beide zusammen denken. Das beginnt bei

der Materialflussplanung: Habe ich einen konstanten Materialfluss

oder muss ich Peaks berücksichtigen? Es geht weiter über

die Fragen: Wo liegen die Prioritäten meiner Logistikprozesse?

Wie sieht es mit meiner Lagerbeschaffenheit und meiner Personalverfügbarkeit

aus? Und schließlich muss ich wissen, wie ich

eine Flurförderzeugflotte aufstelle, die mit dem Geschäft „mitatmen“

kann – und es betrifft die Wahl des Automatisierungsgrads.

Welche Prozessschritte will ich teilautomatisiert und welche

automatisiert abbilden, um eine bestimmte Abdeckung

sicherzustellen? Beratung muss heute Effizienz und Resilienz

gleichermaßen adressieren – auf Basis einer passgenauen Auseinandersetzung

mit der jeweiligen Situation vor Ort.

Apropos Flexibilität: Vor zwanzig Jahren haben wir auf einer

Podiumsdiskussion darüber gestritten, ob Automatisierung

und Flexibilität ein Widerspruch sind. Heute ist das längst

keiner mehr.

Florian Heydenreich (schmunzelt): Da sind Sie mir einen

Schritt voraus – diese Diskussion habe ich nicht miterlebt. Aber

Sie sprechen einen entscheidenden Punkt an: Es gibt nicht die

eine Lösung, die man verkaufen möchte. Heute können wir auf

einer breiten Klaviatur spielen – vom rein manuellen Konzept

über hybride Ansätze bis zu hoch automatisierten Lösungen –

und das alles im sicheren und reibungslosen Zusammenspiel.

Und selbst innerhalb der Automatisierung reicht das Spektrum

von AGVs und AMRs bis zu festinstallierten Lösungen, ebenso

wie von vergleichsweise „einfachen“ Einstiegslösungen bis hin

zu hochkomplexen Gesamtkonstrukten und einer stufenlosen

Skalierbarkeit dank standardisierter Komponenten und vernetzter

digitaler Lösungen. Welche Lösung dabei die jeweils richtige

ist, gilt es in der Beratung herauszufinden.

Sie haben gerade AMR erwähnt – also gewissermaßen selbstlernende

Fahrzeuge. Welche konkreten KI-Anwendungen

setzen Sie heute schon in der mobilen Robotik ein?

Florian Heydenreich: Auf der Logimat haben wir ein KI-basiertes,

intelligentes Kamerasystem vorgestellt, das selbstlernend ist

und sich in der Anwendung selbst trainiert. Das System scannt

die Umgebung, erkennt freie Palettenplätze, identifiziert Objekte

und generiert eigenständig Fahraufträge. Die nächste Stufe wird

darin bestehen, aus diesen Bildern umfassende Prozessoptimierungen

abzuleiten.

Wenn wir noch weiter denken, kommen wir zur Zusammenarbeit

unserer Gruppe mit Nvidia und Siemens rund um das Omniverse.

Hier geht es darum, mit KI komplette Lageranwendungen

einschließlich Flexibilität und Resilienz zu simulieren – und

in dieser Umgebung auch AGVs und Prozessabläufe zu steuern.

Das ist ein spannendes Feld, in dem wir derzeit in Pilotprojekten

unterwegs sind. Bis zur Industriereife ist es nicht mehr weit.

Neben individuellen, anwendungsbezogenen Lösungen bieten

Sie mit dem EXV iGo auch standardisierte Serienfahrzeuge an.

Wie entwickelt sich dieses Spannungsfeld, und welche Kundensegmente

profitieren am meisten?

NICHT DIE GESCHWINDIGKEIT

EINES ROBOTERS ZÄHLT,

SONDERN DIE SCHNITTSTELLE

Florian Heydenreich: Ich unterscheide ehrlich gesagt nicht

streng zwischen standardisierten und hochkomplexen Systemen,

denn am Ende geht es immer um die richtige Lösung für

den Kunden. Die Attraktivität unseres Portfolios liegt darin, dass

wir jedes Unternehmen auf seiner Automatisierungsreise mitnehmen

können. Wer eine Einstiegslösung sucht, findet beispielsweise

mit dem EXV iGo in der iGo-easy-Anwendung ein

leicht zu installierendes System, das mitwachsen kann. Auf

komplexere Anwendungen zugeschnitten ist iGo systems. Und

wir bieten gezielt den Übergang von iGo easy auf iGo systems

an, damit sich der Automatisierungsgrad sukzessive erhöhen

lässt. Es geht nicht um ein „Entweder-oder“, sondern um ein

„Sowohl-als-auch“. Das ist das eigentlich Attraktive am Thema

Automatisierung: Nicht isolierte Standardlösungen zu verkaufen,

sondern den Kunden auf seiner Reise zu begleiten.

Automatisierungsprojekte erfordern ein tiefes Verständnis der

Prozesse. Das stellt andere Anforderungen an den Vertrieb, als

wenn ich einen Handgabelhubwagen verkaufe.

Florian Heydenreich: Ein wichtiger Punkt. Automatisierung ist

in vielen Fällen ein Change-Management-Projekt. Für ein erfolgreiches

Projekt muss man die Gesamtheit betrachten – beginnend

mit einer fundierten Prozessanalyse. Die Qualität des Lastenhefts

ist entscheidend. Auf Kundenseite brauchen wir bei

komplexen Anwendungen einen Projektleiter, häufig auch einen

IT-Leiter als Counterpart. Im Lastenheft müssen Fragen eindeutig

spezifiziert werden: Habe ich einen standardisierten Materialfluss

oder einen Mix? Wie viele unterschiedliche Ladungsträger

gibt es, in welcher Qualität? Wie sieht die Bodenbeschaffen-

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 33


PERSPEKTIVEN

F+H NACHGEFRAGT

senken? Optimierungspotenziale kontinuierlich aufzuzeigen –

das ist für mich gelebte Nachhaltigkeit. Auch Automatisierung

trägt in der Regel zur Nachhaltigkeit bei. Ebenso die Art, wie wir

unsere Fahrzeuge entwickeln und produzieren – mit Blick auf

Zirkularität und Ressourcenverantwortung – sowie verfügbaren,

schnellen und persönlichen Service auch für automatisierte

Fahrzeuge sicherstellen. Wir investieren in innovative Energieträger,

fertigen in Hamburg unsere eigenen Lithium-Ionen-Batterien,

bieten mit dem Smart Charger intelligentes Laden an und

streben beim Recycling unserer Lithium-Ionen-Batterien einen

Rückgewinnungsgrad von bis zu 95 Prozent für die Seltenen

Erden an. Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit sind kein

Widerspruch.

Die erste Generation Lithium-Ionen-Fahrzeuge kommt jetzt aus

den Flotten zurück. In die Zellen hineinzuschauen ist deutlich

anspruchsvoller als bei Blei-Säure-Batterien.

Goldenes Jubiläumsgeschenk: Dr. Florian Heydenreich (rechts),

Geschäftsführer Sales & Service bei Still, überreichte am Hamburger

Stammsitz f+h-Chefredakteur Winfried Bauer das Modell eines

Elektro-Vierradstaplers RX 60-25 in Sonderlackierung – als Anerkennung

zum 75-jährigen Bestehen der Fachzeitschrift

heit aus? Und schließlich gehört für mich ein gutes Servicekonzept

zwingend dazu – die Anlage muss im Betrieb optimal unterstützt

werden.

Change-Management betrifft auch die Mitarbeiter des Betreibers.

Viele haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Ist

diese Sorge berechtigt, und wie unterstützen Sie Ihre Kunden

dabei, die Belegschaft mitzunehmen?

Florian Heydenreich: Zunächst finde ich es hier sehr wichtig,

klar zu sagen: Automatisierung und manuelle Arbeit sind keine

Konkurrenz, sondern ergänzen sich sinnvoll. Um dies Kunden

und vor allem Mitarbeitenden zu kommunizieren und Unsicherheiten

zu nehmen, ist – neben der technischen Implementierung

– dies eine wichtige Aufgabe unseres Projektmanagers. Vor

allem bei Anwendungen, in denen Automatisierung in ein bisher

manuell betriebenes Lager eingeführt wird, müssen Mitarbeitende

rechtzeitig informiert, mitgenommen und geschult

werden. Unabhängig davon erleben wir, dass der Nachfragetreiber

meist nicht der Wunsch nach Personalreduktion ist, sondern

der Umgang mit Personalknappheit – auch wenn der Kostendruck

ebenfalls eine Rolle spielt. Viele Firmen wollen Mitarbeitende

von repetitiven Tätigkeiten entlasten, damit diese sich auf

wertschöpfendere Aufgaben konzentrieren können.

Kommen wir auf das Thema Nachhaltigkeit zurück. Bei meinen

Recherchen bin ich auf erstaunliche Diskrepanzen zwischen

dem in Hochglanzbroschüren beschriebenen schonenden

Umgang mit den Ressourcen und gelebter Praxis gestoßen. Ein

Beispiel: eine Lagerautomatisierung aus dem Jahr 2002, deren

Steuerung noch mit einer Simatic S5 arbeitet. Aus Sorge, dass

die Materialflusstechnik nach einem Neustart nicht mehr

anläuft, lässt der Betreiber die Anlage rund um die Uhr

durchlaufen – auch dann, wenn es betrieblich gar nicht nötig

wäre. So viel zu den Aussagen in Hochglanzbroschüren. Wie

sehen Sie das?

Florian Heydenreich: Nachhaltigkeit ist für mich vielschichtig.

Im Bereich Flurförderzeuge beginnt Nachhaltigkeit beim Flottenmanagement:

Wie lassen sich die Total Cost of Ownership

Florian Heydenreich: Das ist richtig – und auch das ist Teil

unseres Nachhaltigkeitsverständnisses. Wie sieht der zweite

Lebenszyklus einer Lithium-Ionen-Batterie aus? Wie kann ich

sie nach fünf oder sechs Jahren weiter im Einsatz halten? Und

wie gehe ich am Lebensende mit dem Recycling um? Wir nehmen

unsere Verantwortung wahr – auch herstellerunabhängig,

wenn es bei einem Betreiber zu einem Flottentausch kommt.

Wie sehen Sie die Zukunft verschiedener Automatisierungskonzepte

– von autonomen Einzelfahrzeugen über Routenzugsysteme

wie den LiftRunner bis zu hochautomatisierten

Lösungen mit Shuttles und Sortern?

Florian Heydenreich: Jede Lösung hat ihren Anwendungsbereich

– für mich ist das eine Koexistenz. Unser Anspruch als

Vollsortimenter ist es, ein breites Lösungsportfolio bereitzustellen,

aus dem wir die jeweils richtige Lösung für jeden einzelnen

Kunden entwickeln können. Shuttle-Systeme gehören zu unserem

Standardsortiment, und wir bieten auch Lösungen an, die

kein Derivat eines Flurförderzeugs mehr sind. Wenn ein hochkomplexes,

automatisiertes Lager gefragt ist, ziehen wir innerhalb

der Gruppe auch die Kollegen von Dematic hinzu.

Sind Sie eigentlich noch ein Flurförderzeughersteller – oder ein

Automatisierer?

Florian Heydenreich (schmunzelt): Wir sind Intralogistikanbieter.

Unser Slogan lautet „Making intralogistics smart. Together.“

und unser Anspruch ist es, dem Kunden die richtige

Lösung anzubieten. Das kann eine manuelle Anwendung, ein

Hybridkonzept oder eine automatisierte Anlage sein. Wir sehen

uns nicht als jemanden, der ein Produkt verkauft, sondern als

jemanden, der die richtige Lösung liefert.

Ein gutes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview mit Dr. Florian Heydenreich, Geschäftsführer Sales & Service

Still, Hamburg, führte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h

Fotos: f+h, Still

www.still.de

NACHHALTIGKEIT UND

WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

SIND KEIN WIDERSPRUCH

34 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


MARKTPLATZ

JAHRE

FERNSTEUERSTAND ERHÖHT

KRANPRODUKTIVITÄT

F+H ist für mich ein Beleg dafür, dass Qualitätsjournalismus

in der Intralogistik unverzichtbar

bleibt. Als verlässlicher Partner hat

das Magazin Exotec in Deutschland begleitet

und sichtbar gemacht. Wer Trends verstehen,

Branchenstimmen hören und echte Einordnung

erhalten möchte, findet in F+H eine

Quelle, die KI und Algorithmen nicht ersetzen

können.

MARKUS SCHLOTTER, Managing Director

Zentraleuropa bei Exotec

Der Fernsteuerstand CraneBRO von

Bang Kransysteme schafft eine

ergonomische und gefahrenfreie

Arbeitsumgebung. Mit dem System

lassen sich ferngesteuerte Prozesskrane

mindestens ebenso produktiv

betreiben wie kabinengeführte

Anlagen, häufig sogar produktiver.

Das Bild zeigt den Fernsteuerstand zu Demonstrationszwecken

in der Halle. Im realen Einsatz steht der Fernsteuerstand

in einem klimatisierten Kontrollraum, aus dem

Bediener automatisierte intralogistische Abläufe initiieren

und überwachen.

Nach dem Prinzip „Any to Any“ kann sich jeder Bediener von

jedem angeschlossenen Pult auf jeden verbundenen Kran

aufschalten. In Kombination mit der Kranmanagement-Software

CranoMatic ergibt sich eine effiziente Auslastung bei

gleichzeitig höherer Sicherheit. Strategisch platzierte Kameras

mit 360°-Sicht verfolgen die Lastbewegung automatisch und

stellen Informationen priorisiert auf den Bildschirmen dar.

Das offene System unterstützt unterschiedliche Krantypen,

Steuerungen und Fabrikate. Zur Cybersicherheit tragen

Protokolle wie OPC-UA und SSL bei. Für die funktionale

Sicherheit sorgt das Protokoll PROFIsafe. Latenzprüfungen

sichern die Echtzeitübertragung, Geräteidentifikationen die

korrekte Zuordnung. Der Arbeitsplatz misst 1.800 × 1.400 mm

bei einer Höhe von 660 bis 1.250 mm und unterstützt bis zu

vier gebogene Großbildschirme.

www.bangkran.de

AUTOMATIKKRANE STEIGERN VERLADEKAPAZITÄT

Im Mai 2025 erteilte die Papierfabrik Palm den Auftrag zur Modernisierung des automatisierten

Papierrollenlagers am Standort Wörth. Konecranes ersetzt in zwei der sechs Hallenschiffe

die beiden bestehenden Automatikkrane durch vier neue Anlagen mit Vakuumhebern,

tauscht die Kranbahnen aus und optimiert das Materialflusssystem. Das Modernisierungsprojekt

läuft in mehreren Phasen bis 2027.

Im Projekt kommt erstmals eine neue Steuerung für das flurgebundene Materialflusssystem

zum Einsatz; ihre Implementierung im laufenden Betrieb wurde zwischen September und

Oktober 2025 abgeschlossen. Installation und Inbetriebnahme der ersten beiden Krane

inklusive zugehöriger Kranbahn sind im Frühjahr 2026 vorgesehen, zwei weitere Krane und

die zweite Kranbahn folgen im Frühjahr 2027.

Im Vorfeld des Projekts prüfte Konecranes über mehrere Jahre hinweg in einer Pilotphase die Anforderungen mithilfe von Simulationen.

Mit der Erweiterung steigt die Verladekapazität am Standort um 30 Prozent.

www.konecranes.com

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AUTOMATISIERUNG IM BESTAND

SCHRITTWEISE STATT SPRUNGHAFT – WIE

LOGISTIKIMMOBILIEN ZUKUNFTSFÄHIG WERDEN

Automatisierung in der Intralogistik weckt

schnell das Bild menschenleerer Hochleistungslager,

in denen Mitarbeiter nur noch Prozesse

überwachen. Die Praxis sieht jedoch anders aus:

In den meisten Logistikimmobilien schreitet die

Automatisierung nicht sprunghaft voran,

sondern in gezielten Einzelschritten. Für

Logistikverantwortliche heißt das, bei der

Standortwahl und bei Investitionsentscheidungen

genauer hinzuschauen – denn

nicht jedes Gebäude bringt die baulichen und

technischen Voraussetzungen mit, um heutige

und künftige Automatisierungsstufen

abzubilden. Entscheidend ist weniger der

maximal erreichbare Automatisierungsgrad,

sondern die Frage, ob eine Immobilie über

mehrere Nutzungszyklen hinweg mit den

eigenen Anforderungen mitwachsen kann.

In vielen Bestandsobjekten entstehen Effizienzgewinne nicht

durch den Umstieg auf komplexe Gesamtsysteme, sondern

durch gezielte Optimierungen einzelner Prozessschritte. Fördertechnik,

einfache Robotik-Lösungen oder eine teilautomatisierte

Kommissionierung können bereits spürbare Verbesserungen

bringen – ohne dass dafür die Hallenstruktur verändert

werden muss.

In der Praxis geht es häufig um die Integration von Rollen- und

Gurtförderern, die Wareneingang, Lager und Versand miteinander

verbinden, oder um den Einsatz autonomer mobiler Roboter

(AMR) für den innerbetrieblichen Transport. Auch in der Kommissionierung

setzen sich skalierbare Goods-to-Person-Ansätze

durch: Shuttle-Systeme oder Robotik führen die Ware an ergonomische

Pickstationen. Vor allem in Bestandsgebäuden mit begrenzter

Hallenhöhe oder statischen Restriktionen entstehen so

hybride Lösungen, die sich in bestehende Layouts einfügen.

Solche Systeme sind bewusst modular aufgebaut und kommen

ohne grundlegende Umstrukturierung des Gebäudes aus. Dennoch

steigern sie die Produktivität deutlich, verkürzen Wegzeiten

und erhöhen die Prozesssicherheit – bei überschaubaren Investitionskosten

und kurzer Implementierungsdauer.

Hoch automatisierte Anlagen setzen standardisierte Prozesse,

hohe Durchsatzmengen und langfristige Investitionssicherheit

voraus und konzentrieren sich daher in der Regel auf große, zentralisierte

Logistikstandorte. Zwischen rein manuellen Prozessen

und vollständig automatisierten Systemen liegt jedoch ein breites

Spektrum an Lösungen, das in der Praxis die größere Rolle spielt.

Für Logistikverantwortliche heißt das: Die zentrale Frage ist

nicht, ob ein Standort heute hoch automatisiert ist, sondern ob er

es bei Bedarf werden kann. Neubauten bieten die Chance, Infrastruktur,

Flächenzuschnitt und technische Reserven von Anfang

an auf spätere Ausbaustufen auszulegen. Im Bestand gilt es zu

prüfen, welche Voraussetzungen bereits vorhanden sind – und

36 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


PERSPEKTIVEN

aber über die reine Bereitstellung der Immobilie hinaus: Sie umfasst

die aktive Steuerung technischer Voraussetzungen, Investitionsentscheidungen

und vertraglicher Rahmenbedingungen.

Für Logistikleiter lohnt es sich daher, den Vermieter frühzeitig in

die Planung einzubeziehen – und umgekehrt einen Eigentümer

zu wählen, der diesen Dialog aktiv führt.

Goods-to-Person in der Praxis: Im Amazon-Logistikzentrum in

Horn-Bad Meinberg (Nordrhein-Westfalen) bringen AMR Regale an die

Pickstationen. Ein vergleichbar ausgelegter Standort entsteht derzeit

im Segro Park Dortmund

welche sich mit vertretbarem Aufwand nachrüsten lassen. Vermieter

und Projektentwickler investieren ihrerseits zunehmend

in „Future Readiness“, also in Kapazitäten und Spezifikationen,

die sich heute noch nicht vollständig monetarisieren lassen, aber

die langfristige Nutzbarkeit der Immobilie sichern.

GEBÄUDETECHNIK WIRD ZUM ENGPASS

OHNE ANSCHLUSSLEISTUNG

KEINE AUTOMATISIERUNG

FLEXIBILITÄT NICHT DER EFFIZIENZ OPFERN

Bei jeder Automatisierung stellt sich die Frage nach der langfristigen

Nutzbarkeit des Standorts. Viele Lösungen sind auf spezifische

Prozesse zugeschnitten – etwa durch umfangreiche Einbauten

oder individuell konfigurierte Anlagen. Was kurzfristig Effizienz

bringt, kann mittelfristig zur Hypothek werden: Sortimentswechsel,

neue Auftragsstrukturen oder ein veränderter

Geschäftsmodellmix lassen sich nur mit hohem Aufwand abbilden,

wenn die Halle bereits stark auf einen bestimmten Prozess

zugeschnitten ist.

Für Logistikverantwortliche bedeutet das, Automatisierungsentscheidungen

nicht nur nach dem heutigen Optimum zu

treffen, sondern auch mit Blick auf veränderbare Rahmenbedingungen.

Modulare Systeme, rückbaubare Einbauten und klar

dokumentierte Schnittstellen erleichtern es, ein Lager an neue

Anforderungen anzupassen – sei es bei einem internen Strategiewechsel

oder beim Umzug an einen anderen Standort. Auch aus

Sicht des Eigentümers ist dieser Aspekt zentral: Die Drittverwendungsfähigkeit,

also die Eignung einer Immobilie für unterschiedliche

Nutzer, bleibt ein wichtiger Treiber für ihre langfristige

Marktgängigkeit. Entscheidend ist daher die Balance zwischen

betrieblicher Optimierung im Hier und Jetzt und der Offenheit

für künftige Veränderungen. Automatisierung gelingt dort am

besten, wo Gebäude und Technik nicht gegeneinander, sondern

miteinander geplant werden – über den Lebenszyklus hinweg.

Vieles davon gilt im Übrigen analog auch für Produktions- und

Light-Industrial-Flächen, in denen sich Logistik- und Fertigungsprozesse

zunehmend verschränken. Die Frage nach der richtigen

Balance zwischen Automatisierung und Flexibilität stellt sich

dort in vergleichbarer Form.

WB

Autor: Sebastian Hofer, Director Asset Management, Segro Germany GmbH,

Düsseldorf

Mit zunehmender Automatisierung rücken die technischen

Grundlagen der Gebäude stärker in den Fokus. Besonders relevant

ist die Energieversorgung: Automatisierte Systeme erhöhen

den Strombedarf und führen zu ausgeprägteren Lastspitzen. Hinzu

kommen weitere Anforderungen an die Immobilie, etwa durch

die Elektrifizierung von Heizsystemen oder den Ausbau von Photovoltaik.

Der Bedarf an leistungsfähigen Netzanschlüssen und

Transformatoren wächst entsprechend.

Für Logistikverantwortliche heißt das, bei der Standortbewertung

nicht nur auf Lage, Fläche und Mietkonditionen zu schauen,

sondern auch auf die verfügbare Anschlussleistung – und auf Reservekapazitäten

für Ausbaustufen. Diese Infrastruktur entwickelt

sich zu einem wertbestimmenden Faktor für Logistikimmobilien,

weil sie darüber entscheidet, welche energieintensiven

Anwendungen heute und in Zukunft möglich sind. Vermieter

sind ihrerseits gefragt, die notwendigen Kapazitäten frühzeitig

einzuplanen – auch wenn sich solche Vorabinvestitionen nicht

unmittelbar über die aktuelle Miete refinanzieren lassen.

STEIGENDE ANSPRÜCHE AN DIE HALLENBÖDEN

Die Böden geraten dabei ebenfalls stärker in den Fokus. Robotik-

Systeme reagieren empfindlich auf Unebenheiten, gleichzeitig

nehmen Punktlasten durch technische Einbauten zu. Eine hochwertige

Bodenausführung wird damit zur Grundvoraussetzung

für viele Automatisierungslösungen. Dabei ist zu berücksichtigen,

dass es sich bereits um automatisierungstaugliche Standards

handelt, die noch über die übliche Bandbreite bei automatisierungstauglichen

Flächenlasten von 50 bis 75 kN/m² (ca. 5 bis

7,5 t/m²) hinausgehen können, während die üblichen Flächenlasten

in Bestandshallen eher bei 30 bis 50 kN/m² liegen.

Für den Nutzer reduziert eine entsprechend ausgelegte Bodenqualität

das Risiko, später teure Nachrüstungen vornehmen oder

Einschränkungen im Anlagenbetrieb hinnehmen zu müssen.

Die Auswahl und Installation der teil- oder automatisierten

Systeme bleibt zwar Sache des Nutzers beziehungsweise eines

von ihm beauftragten Beraters. Die Rolle des Vermieters geht

Fotos: Amazon, Segro

www.segro.com

5 FRAGEN FÜR LOGISTIKLEITER

BEI DER STANDORTBEWERTUNG

1. Anschlussleistung: Reicht der Netzanschluss für

künftige Automatisierungsstufen, Ladeinfrastruktur und

Photovoltaik – oder sind Reserven nachrüstbar?

2. Bodenqualität: Erfüllen Ebenheit und Tragfähigkeit der

Hallenböden die Anforderungen von AMR, Shuttles und

Regalsystemen, auch hinsichtlich Punktlasten?

3. Flächenflexibilität: Lässt der Grundriss unterschied liche

Layouts zu, und sind technische Reserven (Höhe, Hallentore,

Statik) für spätere Ausbaustufen vorhanden?

4. Rückbaubarkeit: Sind geplante Einbauten so konzipiert,

dass sie sich bei veränderten Prozessen oder einem Standortwechsel

ohne hohen Aufwand anpassen lassen?

5. Dialog mit dem Vermieter: Ist der Eigentümer bereit,

technische Voraussetzungen und Investitionsentscheidungen

mitzugestalten – und langfristig mitzudenken?

Quelle: f+h nach Angaben von Segro

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 37


PERSPEKTIVEN

HAFENLOGISTIK IM WANDEL:

VOM EINZELFAHRZEUG ZUM DIGITAL VERNETZTEN SYSTEM

FLURFÖRDERZEUGE IM

ÖKOSYSTEM TERMINAL

Salzluft, enge Taktung, kritische Infrastruktur:

Flurförderzeuge im Hafen arbeiten unter

härtesten Bedingungen – und werden zugleich

immer stärker in digitale Terminalprozesse

eingebunden. Seit 60 Jahren begleitet der

Fachausschuss Flurförderzeuge der

Hafentechnischen Gesellschaft (HTG) e. V. die

technische und betriebliche Entwicklung der

Branche. Ein Blick auf den Status quo und die

Aufgaben der kommenden Jahre.

Flurförderzeuge sind ein zentrales Element aller logistischen

Abläufe im Terminal. Vor allem aber müssen sie eins sein:

verfügbar. Das setzt leistungsfähige, korrosionsbeständige

Maschinen voraus – und wartungsfreundliche Systeme, die

auch unter Stress funktionieren. Im Hafenbetrieb zählen robuste,

marktgängige Konzepte, die sich über den Lebenszyklus beherrschen

lassen. Sie bleiben auch dann verfügbar, wenn Lieferketten

stocken oder Instandhaltungskapazitäten knapp werden. Hochspezialisierte

„Goldrandlösungen“ sind in diesem Umfeld eher

Risiko als Vorteil.

Hinzu kommt: Flurförderzeuge sind heute fest in übergeordnete

Terminal- und IT-Systeme eingebunden. Neben der mechanischen

Robustheit gewinnt deshalb auch die digitale und prozessuale

Resilienz an Bedeutung. Seit Häfen als kritische Infrastruktur

(KRITIS) eingestuft sind, haben Verfügbarkeit und sichere

Prozessabläufe strategisch nochmals an Gewicht gewonnen.

Bei fahrergeführten Geräten kommen hohe Anforderungen an

Arbeitssicherheit und Ergonomie hinzu. Bediener müssen in einem

Umfeld vieler paralleler Prozesse jederzeit den Überblick

behalten und ihre Fahrzeuge sicher sowie ermüdungsarm bewe-

38 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


RUBRIZIERUNGSEBENE

„FLURFÖRDERZEUGE SIND WEIT MEHR

ALS NUR FAHRZEUGE – SIE SIND TEIL

KOMPLEXER LOGISTISCHER SYSTEME“

Die HTG ist ein Ingenieursverband für Wasserbau und Hafeninfrastruktur

– warum braucht ein solcher Verband einen eigenen

Fachausschuss speziell für Flurförderzeuge?

Jan Cornelius Klose: Flurförderzeuge sind ein wesentlicher

Bestandteil der operativen Hafen- und Terminallogistik. Sie

prägen die Abläufe auf den Terminalflächen ebenso wie im Hinterland

und beeinflussen unmittelbar Verfügbarkeit, Sicherheit

und Effizienz der Prozesse. Gleichzeitig wirken ihre Lasten und

Fahrbewegungen auf die Infrastruktur ein – etwa bei der Auslegung

von Verkehrsflächen oder der statischen Bemessung. Genau

deshalb braucht ein Ingenieursverband wie die HTG für

dieses Themenfeld einen eigenen Fachausschuss: Er führt die

Anforderungen aus Betrieb, Technik und Infrastruktur zusammen

und ordnet sie fachlich in die Arbeit der anderen HTG-

Fachbereiche ein.

Was macht die Arbeit in diesem Fachausschuss aus Ihrer

persönlichen Sicht besonders – und warum lohnt sich ein Blick

auf dieses Thema auch für Leser, die nicht täglich mit Hafenlogistik

zu tun haben?

Jan Cornelius Klose: Für mich ist es die Verbindung von Praxisnähe

und fachlicher Breite. Im Ausschuss kommen Betreiber,

Hersteller und weitere Fachleute mit sehr unterschiedlichen

Perspektiven zusammen. Dadurch entstehen keine rein theoretischen

Diskussionen, sondern konkrete Gespräche darüber,

was im Alltag eines Terminals tatsächlich funktioniert. Auch für

Außenstehende ist das Thema spannend, weil sich an Flurförderzeugen

viele aktuelle Entwicklungen ablesen lassen – von

Automatisierung und Digitalisierung über alternative Antriebe

bis hin zu Arbeitssicherheit und Systemintegration. Dabei zeigt

sich immer wieder: In manchen Feldern sind die Lösungen bereits

weiter, als oft angenommen wird, in anderen besteht noch

deutlicher Entwicklungsbedarf. Genau deshalb lohnt sich der

JAN CORNELIUS

KLOSE

Vorsitzender Fachausschuss

Flurförderzeuge, Hafentechnische

Gesellschaft e.V., Hamburg

Blick über das eigene Anwendungsumfeld hinaus – in andere

Branchen, Unternehmen und Technologien. Flurförderzeuge

sind eben weit mehr als nur Fahrzeuge – sie sind Teil komplexer

logistischer Systeme.

Der Fachausschuss besteht seit 60 Jahren – wie hat sich sein

Aufgabenfeld in dieser Zeit verändert?

Jan Cornelius Klose: Die grundlegenden Fragestellungen sind

erstaunlich konstant geblieben: Sicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz

und die technische Weiterentwicklung der Fahrzeuge im

Umschlagprozess stehen seit jeher im Mittelpunkt. Verändert

haben sich vor allem die Rahmenbedingungen. Wo früher ein

dieselbetriebener Stapler im Einzelbetrieb optimiert wurde, geht

es heute um elektrifizierte, vernetzte und teils automatisierte

Flotten, die nahtlos in übergreifende Terminalprozesse eingebunden

sind. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und alternative

Antriebskonzepte spielen eine größere Rolle, hinzu kommen

Fragen der Verfügbarkeit und Resilienz im Umfeld kritischer

Hafeninfrastruktur. Viele Grundfragen sind also geblieben – ihr

fachlicher Kontext und ihre Systemrelevanz sind jedoch komplexer

geworden.

Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h

gen. Intelligente Assistenzsysteme unterstützen sie dabei. Sensor-

und perspektivisch KI-gestützte Lösungen erkennen Gefahrensituationen

früher und machen den Betrieb sicherer und effizienter.

SCHNITTSTELLEN UND DAS ZUSAMMENSPIEL

DER TECHNOLOGIEN

Aktuell diskutiert der Fachausschuss vor allem die drei Themen:

Automatisierung, Digitalisierung und alternative Antriebe. Dabei

rückt zunehmend das Zusammenspiel der Systeme in den

Vordergrund – nicht mehr das einzelne Fahrzeug. Im Mittelpunkt

stehen die Schnittstellen zwischen Flurförderzeugen, anderen

Umschlaggeräten, Flottenmanagement und Terminal-IT.

Ebenso wichtig: die Integration alternativer Antriebe – etwa batterieelektrischer

oder wasserstoffbasierter Systeme – einschließlich

zugehöriger Lade- und Tankinfrastruktur in die betrieblichen

Abläufe. Vor allem im Hafen gilt: Technologische Entwicklungen

sind nur dann erfolgreich, wenn sie ins Gesamtökosystem

Terminal passen.

01 Schnittstellen zwischen Flurförderzeugen, anderen Umschlaggeräten,

Flottenmanagementsystemen und der Terminal-IT sind

entscheidend für die Digitalisierung im Hafen

www.foerdern-und-heben.de f+h 2026/05 39


PERSPEKTIVEN

02 Damit Bediener von Flurförderzeugen jederzeit die Übersicht über

zeitgleich ablaufende Prozesse behalten und nicht zu schnell ermüden,

unterstützen Assistenzsysteme die sichere Handhabung

Engpässen. Perspektivisch werden KI-gestützte Systeme eine größere

Rolle spielen – etwa bei der Verkehrssteuerung, dem Flottenmanagement

oder der Wartungsplanung. Gleichzeitig verschieben

sich die Anforderungen an das Personal: Neben klassischen

Bedienaufgaben gewinnen Systemüberwachung, Instandhaltung

und IT-Kompetenzen an Bedeutung.

EFFIZIENZ UND NACHHALTIGKEIT – EIN

WIDERSPRUCH?

Effizienz und Nachhaltigkeit stehen im Hafen nicht zwangsläufig

im Widerspruch. Sie hängen enger zusammen, als es auf den ersten

Blick scheint. Wenn der Umschlag produktiv und zuverlässig

laufen soll und gleichzeitig der Druck steigt, Emissionen und

Energieverbrauch zu senken, müssen beide Ziele zusammen gedacht

werden. Zusätzliche Lade- oder Tankzeiten können die

Verfügbarkeit – und damit die Effizienz – beeinträchtigen. Genau

deshalb galt Dieselkraftstoff lange als unersetzlich. Elektrische

und wasserstoffbasierte Antriebe sind heute aber realistische Alternativen.

Sie erfüllen auch die anspruchsvollen Lastprofile, die

Häfen verlangen. Entscheidend ist, dass nicht nur das Fahrzeug

funktioniert, sondern auch seine Einbindung in Lade- oder Tankinfrastruktur

und Terminalprozesse.

WIE SICH DIE ROLLE DER FLURFÖRDERZEUGE

ENTWICKELT

Das Terminal entwickelt sich zu einem digital vernetzten Gesamtsystem,

ergänzt durch KI. Wie stark Prozesse standardisiert

werden und wie groß der Anteil autonomer Systeme wird, hängt

von Größe und Nutzungsart des Terminals ab. Große Containerterminals

sind heute vielfach flächendeckend automatisiert und

stark standardisiert. Dort lassen sich Prozesse, Ladeeinheiten

und Verkehrsabläufe gut normieren – Automatisierung und intelligente

Optimierung haben hier einen großen Hebel. Vor allem

bei Steuerung, Flottenmanagement, Wartungsplanung und Prozessvorhersage

wird KI an Bedeutung gewinnen. Auch fahrerlose,

autonom agierende Systeme werden hier weiter wachsen.

In kleineren Häfen und auf gemischt genutzten Terminals

bleibt das Konzept des klassischen, fahrergeführten Flurförderzeugs

erhalten. Allerdings werden auch diese Fahrzeuge stärker

vernetzt und in Teilen automatisiert sein. Insgesamt gilt: Flurförderzeuge

werden künftig noch weniger als Einzelmaschine betrachtet

– sondern als Bestandteil eines digital und zunehmend

KI-gestützt optimierten Gesamtsystems Terminal.

Fotos: Konecranes, Jan Klose/privat

www.htg-online.de

STAND DER DIGITALISIERUNG: WIE VERNETZT

SIND FLURFÖRDERZEUGE IM HAFEN?

Operativ sind viele Terminals schon weit. Flurförderzeuge sind in

der Regel in Flottenmanagement- und Terminalsysteme eingebunden,

Aufträge laufen digital, Bewegungsdaten werden erfasst,

Prozesse zunehmend in Echtzeit koordiniert. Das eigentliche

Bottleneck liegt selten in der Datenerfassung, sondern in der

standardisierten Vernetzung zwischen Fahrzeugen, Umschlaggeräten

und IT-Systemen. Vereinfacht gesagt: Die Systeme können

vieles, aber sie sprechen noch nicht überall dieselbe Sprache. Genau

hier setzt die Arbeit des Fachausschusses an, der sich mit

TIC4.0 beschäftigt und einen Einordnungsbericht erstellt hat.

Digitale Zwillinge sind in diesem Kontext ein spannendes Zukunftsthema

– vor allem für Simulation, Optimierung und Szenarioanalysen.

Aus Sicht der Experten sind sie im operativen Alltag

allerdings noch nicht flächendeckend angekommen.

AUFGABEN VERSCHIEBEN SICH

Der Fachkräftemangel ist auch in Häfen spürbar – vor allem bei

qualifizierten Bedienern und technischem Personal. Containerterminals

bieten dabei gute Voraussetzungen für die Automatisierung:

Ihre Ladeeinheiten sind standardisiert, ihre Prozesse

klar strukturiert. Fahrerlose Transportsysteme oder automatisierte

Straddle Carrier sind in einigen Anlagen bereits im Einsatz. Sie

machen bestimmte Tätigkeiten unabhängiger von personellen

DIE HTG UND DIE

FACHAUSSCHÜSSE

Die Hafentechnische Gesellschaft e. V. (HTG) bündelt seit

mehr als 100 Jahren die technische Expertise im Hafenbau,

Verkehrswasserbau und Küsteningenieurwesen. Ihre

rund 1.200 Mitglieder kommen aus Hafenverwaltungen,

Hafen- und Logistikbetrieben, Wasserstraßen- und

Schifffahrtsverwaltung, Bauwirtschaft, Consulting,

Forschung, Wissenschaft und Zulieferindustrie. Auf

gemeinnütziger Basis befasst sich die HTG mit allen

technischen, wissenschaftlichen und organisatorischen

Fragen rund um Planung, Bau und Betrieb von Häfen und

Hafenanlagen, See- und Binnenwasserstraßen, Verkehrswasserbau,

Küsteningenieurwesen und Offshore-Windenergie.

Die Fachausschüsse erarbeiten fachbereichsübergreifend

praxisbezogene Lösungen, die direkt in Planungs-, Bauund

Betriebsentscheidungen einfließen. Regelmäßige

Sitzungen werden ergänzt durch offene Treffen, Fachtagungen

und eine enge Verzahnung mit den anderen

Gremien.

Quelle: HTG

40 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


MARKTPLATZ

JAHRE

MODULARE AMR-PLATTFORM MIT KONTAKT-

LOSEM LADEN UND VDA 5050

Die f+h begleitet mich seit 1997 – als

Promovend, als Praktiker, als Manager und

schließlich als Professor an der TU München.

Was mich dabei stets beeindruckt:

Kein hochrangiges Journal erreicht die

Menschen, die Logistik täglich gestalten

– genau das leistet die f+h. Herzlichen

Glückwunsch zum 75. Jubiläum und auf

viele weitere Jahre als unverzichtbare

Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis!

UNIV.-PROF. DR.-ING. JOHANNES FOTTNER,

Ordinarius fml – Lehrstuhl für Fördertechnik

Materialfluss Logistik, Technische Universität München

Automatisierte Materialflüsse

gewinnen in

Produktion und Logistik

weiter an Bedeutung. Mit

einem neu aufgesetzten

Portfolio mobiler Robotik

stellt SEW-Eurodrive eine

modulare Plattformlösung

vor, die unterschiedliche

Transportaufgaben abdeckt – von Paletten über Behälter bis zu

Sonderladungen. Standardisierte Lastaufnahmemittel wie

Epal-Palettenhubfunktionen, Rollenförderer oder kundenspezifische

Adapter sowie offene Schnittstellen erleichtern Integratoren

die Anbindung individueller Module.

Movitrans lädt das Fahrzeug kontaktlos und direkt im Prozess.

Wahlweise kommen LiFePO 4

-Batterien oder Kondensatorspeicher

zum Einsatz. Für die präzise Positionierung sorgt eine

Laserkonturnavigation mit Parking-Funktion. Die Kommunikation

mit übergeordneten Systemen basiert auf VDA 5050. Das

Fahrzeug dieser Plattform transportiert Nutzlasten bis 1.600 kg

bei einer Geschwindigkeit von 1,6 m/s. Adaptive Scanschutzfelder

und Cyber-Security-Maßnahmen sichern den Betrieb. Über

das Konzept „Platform2Go“ ist eine kurzfristige Bereitstellung

möglich.

www.sew-eurodrive.de

FLEXIBLE BEUTEL AUTOMATISIERT BEWEGEN

Beutel benötigen nur wenig Material, bringen aber auch

Nachteile mit: Sie sind biegeschlaff, bilden Falten und liegen

oft nicht plan an. Genau hier setzt der Balgsauggreifer PSPF

von Schmalz an. Seine weiche, anschmiegsame Dichtlippe hält

selbst Beutel mit starker Faltenbildung fest. Der Hersteller

kombiniert diese Dichtlippe mit einem verstärkten Balg, der

bei schnellen Zyklen Stabilität und Halt liefert. Damit lassen

sich Pick-and-Place-Anwendungen

sekundengenau takten. Der

Balgsauggreifer PSPF unterstützt

diesen Prozess, auch wenn Beutel

nur gering befüllt sind und sich

dadurch stärker verformen.

www.schmalz.com

Wir schaffen logistische Verbindungen.

Individuelle Planung und Konstruktion

direkt vom Hersteller – Made in Germany

www.butt.de

TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT

Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;

Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;

Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;

Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortmund;

Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortmund;

Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;

Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;

Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart

Typ BK - Mittelachsrampe

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MARKTPLATZ

SCHULUNG SICHERT CONTAINERHANDLING

Beladene Standard-Container mit einem Gewicht von bis zu

30 Tonnen stellen hohe Anforderungen an Bediener von

Flurförderzeugen und Kranen. Ob beim Umschlag zwischen

Schiff, Bahn und Lkw oder im innerbetrieblichen Transport –

fehlerfreie Handhabung ist sicherheitsrelevant. Zwei neue

PowerPoint-Präsentationen des Resch-Verlags adressieren diesen

Bedarf. Eine Schulungseinheit richtet sich an Bediener von

zum Beispiel Containerstaplern, Reachstackern und Portalhubwagen.

Die zweite Einheit deckt Container- und Hafenkrane

ab, darunter Portalkrane, RMG-, RTG- und STS-Krane sowie

Wippdrehkrane. Mit den Materialien erweitert das Autorenteam

Timo und Bernd Zimmermann die Reihe gemäß Stufe 2

des DGUV-Grundsatzes 308-001, zu

der bereits Einheiten zu Schubmast-,

Kommissionier- und Lkw-Mitnahmestaplern

vorliegen. Ergänzend zum

Grundmodul der Kranführer-Ausbildung

steht zudem die Schulung

„Hallen- und Portalkrane“ zur Verfügung.

Testbögen dienen als rechtssicherer

Nachweis der Prüfung.

www.resch-verlag.com

LANGGUTLAGER SPART

STELLFLÄCHE

Stäbe, Profile, Rohre und Strangpressprofile

bis zu einer Länge von 7 m lassen sich mit

dem vertikalen Lagersystem Modula Long

Goods automatisiert lagern. Jeder Artikel ist

rückverfolgbar und innerhalb weniger

Sekunden verfügbar. Die vertikale Bauweise

reduziert die manuelle Handhabung, schützt das Material und

kann die Lagerdichte um bis zu 90 Prozent erhöhen.

Mit dieser Erweiterung ergänzt der italienische Intralogistikanbieter

Modula sein Portfolio automatischer Lagersysteme,

zu dem Modula Lift, Slim, Next, Pallet sowie das Horizontal-

Umlaufregal HC gehören. Hinzu kommt das 2025 eingeführte

Behälterlagersystem Flexibox mit einer Leistung von bis zu

180 Behältern pro Stunde.

Mit dem Modula WMS lassen sich Bestände, Chargen und

Seriennummern in Echtzeit verwalten, die Kommissionierung

steuern und Lagerplätze optimieren. Eine Anbindung an

ERP-Systeme ist möglich. Monitoring-Werkzeuge liefern Daten

zu Systemstatus und Arbeitszyklen.

www.modula.eu

MOBILER TELESKOPFÖRDERER MIT HUBFUNKTION

Aufgrund der hydraulischen, stufenlosen Höhenverstellung lässt sich der mobile Teleskopförderer

TelescopXpress von Wiltsche Fördersysteme an unterschiedliche Fahrzeugtypen und Rampensituationen

anpassen. Verfügbar ist das System (Fördergeschwindigkeit: von bis zu 45 m/min) in sieben

Nennlängen von 7 bis 21 m. Optional kann eine mitfahrende Bedienerplattform für maximal zwei

Personen integriert werden, sodass sich Fahrzeuge vor Ort be- und entladen lassen. Die Steuerung

übernimmt ein zentrales Bedienfeld an der Vorderseite. Neben den Funktionen Beladen, Entladen,

Stopp und Not-Aus lassen sich auch Hub-, Senk- sowie Ein- und Ausfahrbewegungen ansteuern.

www.wiltsche.de

IMPRESSUM

erscheint 2026 im 76. Jahrgang,

ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130

REDAKTION

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB)

Tel.: 06131/992-321, E-Mail: w.bauer@vfmz.de

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)

Redakteur/innen: Felix Berthold, M.A. (be),

Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),

Daniel Schilling, M.A. (dsc),

Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW)

Redaktionelle Mitarbeit: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml)

Content-Managerin: Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,

E-Mail: p.weidt@vfmz.de

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

GESTALTUNG

Sonja Daniel, Anette Fröder

SALES

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,

E-Mail: a.zepig@vfmz.de

Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic

Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,

E-Mail: m.lerch@vfmz.de

Anzeigenpreisliste 2026, gültig ab 01.10.2025

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42 f+h 2026/05 www.foerdern-und-heben.de


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 06/2026

ERSCHEINUNGSTERMIN: 01. 09. 2026

ANZEIGENSCHLUSS: 17. 08. 2026

01

Werden Sie Teil der B2B-Plattform

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Bringen Sie Ihr Wissen ein,

setzen Sie Trends und knüpfen

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02

03

01 Heterogene Roboterflotten, proprietäre Schnittstellen, gewachsene IT:

Warum Interoperabilität zur neuen Währung der Intralogistik wird – und

skalierbares Flottenmanagement zum Strategiefaktor

Bild: Synaos

02 Viergeschossige Fachbodenregalanlage mit freitragender Stahlbaukonstruktion:

Bei HBOD vervierfachen vermeintlich kleine konstruktive Details die

Lagerkapazität und beschleunigen Prozesse

Bild: Gebrüder Schulte

03 Ein Gabelstapler, der sich anpasst – nicht der Mensch: Voss Edelstahl, Still

und Barrus Engineering verwirklichen mit einer elektrisch verstellbaren Fahrerplattform

gelebte Inklusion im Lager

Bild: Still

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

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